— 441⁷ 8 5— 2 DDD Kraf Gesangbu für die euangelisch⸗sutherische Rirche in Bayern. I Kraft des der allgemeinen Pfarrwittwen⸗Kasse zustehenden Verlagsrechts dermalen im Verlag bei U. E. Sebald, Buchdruckereibesitzer in Nürnberg. 1.8 5 5. II1I Privilegium. Wir Maximilian Joseph, von Gottes Gnaden König von GBayern. Nachdem Wir unterm 26. December vorigen Jahrs die Ein⸗ führung eines neuen Gesangbuches für sämmtliche protestan⸗ tische Gemeinden Unseres Königreiches genehmigt haben, so finden Wir Uns nunmehr bewogen, zur bessern Begründung einer Versorgungs⸗Anstalt für Pfarrers-⸗Wittwen und Waisen das Privilegium auf dieses Gesangbuch sowohl, als auf alle noch erscheinenden liturgischen Schriften zum kirchlichen Ge⸗ brauche, so wie auf die protestantischen Religionsbücher zum Unterrichte in Schulen, der zu errichtenden allgemeinen Pfarr⸗ Wittwen-⸗Kasse zu verleihen. Wir ertheilen daher dieser allgemeinen Pfarr⸗Wittwen⸗ Kasse das Recht, die obgedachten Bücher, zur Erzielung der möglich wohlfeilsten Preise und der nöthigen Gleichförmig⸗ keit, ganz allein zu verlegen, zu drucken, auszugeben und feil zu haben, und dieselben durch ihre aufgestellten Kommis⸗ sionarien im ganzen Königreiche verkaufen zu lassen. Demzufolge verbieten Wir allen Unsern Unterthanen, insonderheit aber allen, in Unsern Staaten angesessenen Buchdruckern und Buchhändlern bei Vermeidung Unserer aller⸗ höchsten Ungnade und einer Strafe von Ein Hundert Dukaten, wovon jedesmal die Hälfte Unserer Staats-Kasse, die andere Hälfte aber der allgemeinen Pfarr-Wittwen⸗Kasse zufallen soll, sich unter keinerlei Form und Vorwand, weder' mittel⸗ oder unmittelbar, einen Nachdruck oder Debit gemeldter Bücher und Schriften zu erlauben. wP ꝗIIIIIIIIIII‚ ——— öx̃ꝑPRꝓꝗꝗJIIIIIISISISSISS‚....... Zugleich ermächtigen Wir die allgemeine Pfarr⸗Wittwen⸗ Kasse⸗Administration zur Sicherung dieses Privilegiums, bei verspürten Eingriffen mit Hülfe Unserer Obrigkeiten gegen die Beeinträchtigenden einzuschreiten, die unrechtmäßigen Auflagen wegnehmen zu lassen, und nach den darüber erhaltenen Wei⸗ sungen damit zu schalten; weswegen auch zu Jedermanns Kenntniß und Warnung, die in dem Verlage der Pfarr⸗Witt⸗ wen⸗Kasse erscheinenden Schriften mit einem besondern Stem⸗ pel vor der Abgabe bezeichnet werden sollen. Zu dessen Urkunde haben Wir diesen Brief allerhöchst eigenhändig unterschrieben, Unser königliches geheimes In⸗ siegel aufdrucken lassen und die Bekanntmachung desselben durch das Regierungsblatt befohlen. Gegeben in Unserer Haupt⸗ und Residenzstadt München den vierten August im Ein Tausend acht hundert und eilften Jahre, Unsers Reiches im Sechsten. Max Joseph. Graf von Montgelas. Auf königl. allerhöchsten Befehl, der General⸗Secretär F. Kobell. öchst In⸗ elben chen ilften zefehl, Inhalts-verzeichniß. Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Lob⸗ und Danklieder Nr. 1— 14. Gebetlieder Nr. 15— 31. Sonntags⸗ und allge eine Gottes⸗ dienstlieder Nr. 32— 43. it ptent un Hohe Fest⸗ und Feiertagslieder. 1) Die hohen 45— Festzeiten. 5 Advent Nr. 44— 54. Anfang des Kirchenjahrs Nr. 55— 56. Weihnacht Nr. 57— 71. Neujahr Nr. 72— 82. Epiphanias Nr. 83— 87. (Darstellung Christi Nr. 88— 89.) Passionszeit und Charfreitag Nr. 90— 117 (Begräͤbniß Jesu. Nr. 112—114.) Ostern Nr. 115— 133. (Ostermontag Nr. 134.) Himmelfahrt Nr. 135— 145. Pfingsten Nr. 146— 161. Trinitatisfest Nr. 162— 169. 2) Kirchliche Feiertage. Reformationsfest Nr. 170— 171. Kirchweihfest Nr. 172— 173. Bußtag Nr. 174— 177. Erntefest Nr. 178— 179. Geburts⸗ und Namenstag des Landesherrn Nr. 180—181. ODritte Abtheilung. Kirchliche Handlungen. 1) Die heiligen Sacramente. Taufe Nr. 182— 186. Abendmahl Nr. 187— 201. (Nach dem Abendmahl Nr. 202—207.) 2) Die andern kirchlichen Handlungen. Confirmation Nr. 208— 211. Beichte Nr. 212— 218. Ordination Nr. 219— 220. Trauung Nr. 221— 224. Begräbniß Nr. 225— 230. (Bei Kinderleichen Nr. 2³1—232.) Inhalts-Verzeichniß. vierte Abtheilung. Der christliche Glaube. Allgemeine Glaubenslieder Nr. 233— 239. Al Gott der Vater. Wesen und Eigenschaften Nr. 240— 248. Schöpfung und Erhaltung Nr. 249— 254. (Von den Engeln Nr. 255— 256.) Vorsehung und Regierung Nr. 257— 264. Gott der Sohn. Versöhnung und Erlösung Nr. 265— 278. Jesuslieder Nr. 279— 296. Gott der heilige Geist Nr. 297— 300. Wort Gottes Nr. 301— 311. Kirche und Reich Gottes Nr. 312— 327. Missionslieder Nr. 328.— 336. 1. Fünfie Abtheilung. Das christliche Leben. Did Sündenbekenntniß und Buße Nr. 337— 349. All Rechtfertigung und Gnadenstand Nr. 350— 367. auch Kampf der Heiligung Nr. 368— 380. Früchte der Wiedergeburt Nr. 381— 402. 1 Kreuz⸗ und Trostlieder Nr. 403— 430. Heil Morgenlieder Nr. 431— 456. Tischlieder Nr. 457— 461. Abendlieder Nr. 462— 485. (Am Schluß der Woche Nr. 486— 487.) (Am Sonntagabend Nr. 488— 489.) Haus⸗ und Ehestand Nr. 490— 495. (Kinder Nr. 496— 497.)„ (Freunde Nr. 498.) Obrigkeit Nr. 499— 500. Krieg und Friede Nr. 501— 504. Der Mißwachs und Theuerung Nr. 505— 507. ö Krankheit und Seuchen Nr. 508— 510. Allerlei gemeine Noth Nr. 511— 514. die V Sesch ste Abtheilung. Die Von den letzten Dingen. dich Tod Nr. 515— 546. 8(Tod und Begräbniß von Kindern Nr. 547— 549.) ö Auferstehung, Gericht und ewiges Leben Nr. 550— 568. Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Lob⸗ und Danklieder. Eigne Melodie. Erster Chor. 1. Herr Gott, dich loben wir, Dich, Vater in Ewigkeit, All Engel und Himmelsheer auch Cherubim und Sera⸗ phim Heilig ist unser Gott! Beide Heilig ist unser Gott, Erster Chor. 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit Der heiligen zwölf Boten Zahl die theuren Märtrer allzu⸗ mal Die ganze werthe Christenheit dich, Gott Vater, im höchsten Thron, den heiligen Geist und Trö⸗ ster werth Zweiter Chor. Herr Gott, wir danken dir. ehrt die Welt weit und breit. und was dienet deiner Ehr, singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Chöre. der Herre Zebaoth! Zweiter Chor. geht über Himmel und Erden weit. und die lieben Propheten all, loben dich, Herr, mit großem Schall. rühmt dich auf Erden allezeit: deinen rechten und einigen Sohn, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 1 Erster Chor. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, du hast dem Tod zerstört sein Macht du sitzst zur Rechten Gottes gleich ein Richter du zukünftig bist 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, laß uns im Himmel haben Theil hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, wart und pfleg ihr zu aller Zeit, 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Behüt uns heut, o treuer Gott, Sey uns gnädig, o Herre Gott, Zeig uns deine Barmherzig⸗ keit, 2 auf dich hoffen wir, lieber Herr, Lob⸗ und Danklieder. Zweiter Chor. Gott Vaters ewiger Sohn du bist; zurlösen das menschlich Ge⸗ schlecht; und all Christen zum Him⸗ mel bracht; mit aller Ehr ins Vaters Reich; alles, das todt und lebend ist. die mit deim theurn Blut er⸗ löset seyn; mit den Heiligen in ewigem Heil; und segen, das dein Erbtheil st; und heb sie hoch in Ewig⸗ keit. und ehrn dein Namen stetig⸗ lich. vor aller Sünd und Misse⸗ that! sey uns gnädig in aller Noth! wie unser Hoffnung zu dir steht; in Schanden laß uns nim⸗ mermehr. Beide Chöre. Amen! Dr. Martin Luther, geb. 1483, + 1546, . Sohn h Ge⸗ Him⸗ Zaters nd ist. ut er⸗ vigem btheil Ewig⸗ stetig⸗ Misse⸗ aller u dir nim⸗ + 1546. Lob⸗ und Danklieder. 3 Eigne Melodie. 2. Nun lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist den Namen sein; sein Wohl⸗ that thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit rechtem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behü⸗ tet, die leiden in seim Reich. 2. Er hat uns wissen las⸗ sen sein herrlich Recht und sein Gericht, darzu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht. Sein Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob den, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend ist unser Sünd dahin. 3. Wie sich ein Mann er⸗ barmet über sein junge Kin⸗ delein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kind⸗ lich fürchten rein; er kennt das arm Gemächte und weiß, wir sind nur Staub, ein nich⸗ tiges Geschlechte, ein Blum und fallend Laub: der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da: also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine bleibt stet und fest in Ewig⸗ keit bei seiner lieben G'meine, die steht in seiner Furcht be⸗ reit, die seinen Bund behal⸗ ten. Er herrscht im Him⸗ melreich. Ihr starken En⸗ gel, waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren, und treibt sein heiligs Worr; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Joh. Graumann, geb. 1487, + 1541. Eigne Melodie. 3. Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Hän⸗ den, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindes⸗ beinen an unzählig viel zu Gut und noch jetzund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort 1 4 Lob- und Danklieder. und fort, ja, uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sey Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmels⸗ throne: dem dreieinigen Gott, als der im Anfang war, und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinckart, geb. 1585, 4 1649. Eigne Melodie. 4. Nun preiset alle Got⸗ tes Barmherzigkeit, lob ihn mit Schalle, wertheste Chri⸗ stenheit! Er läßt dich freund⸗ lich zu sich laden, freue dich, Israel, seiner Gnaden.:/: 2. Der Herr regieret über die ganze Welt, was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfen ihm Ehre geben.: 3. Wohlauf, ihr Heiden! lasset das Trauern seyn, zu grünen Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden., 4. Er gibet Speise reich⸗ lich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und spaten Re⸗ gen, füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, wertheste Christen⸗ heit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden: freue dich, Israel, seiner Gnaden.:,: Matth. Apelles von Löwenstern, geb. 1594, + 1648. Eigne Melodie. 5. Nun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wun⸗ der überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutter⸗ leibe an frisch und gesund er⸗ hält, und wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gu⸗ tes Muths, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröh⸗ lich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, seinem d ehre in Loh risten⸗ t kein dich, 27 venstern, 8. und hen in ob der Istets hund mserm Wun⸗ Dinge eutter⸗ ind er⸗ Nensch selbst gleich et gu⸗ erlaßt, d thut fröh⸗ st und Angst, Lob⸗ und Danklieder. 5 Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn in Israelis Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sey er stets unser Heil, und bleib auch, wann wir von der Erd abscheiden, unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Au⸗ gen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ew⸗ gen Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1606, 4+ 1676. Mel. 4— danket all und bringet ꝛc. 6. Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Her⸗ zens Lust! Ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seyst, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser gan⸗ zen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Oel und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, ed⸗ len, werthen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach, Herr mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun; du hältst die Wach an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr ge⸗ rathen, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu sehr; ja, endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sey; kein Zähr⸗ und Thrãänlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wann uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe gu⸗ ten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht! 16. Hat er dich nicht von Ingend auf versorget und er⸗ nährt? Wie manchen schwe⸗ * Lob⸗ und Danklieder. ren Unglückslauf hat er zurück⸗ gekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regi⸗ ment. Nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nichts darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröh⸗ lich seyn. Paul Gerhardt, geb. 1606, + 1676. Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛc. 7. Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht fröhlich seyn? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Ge⸗ fieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutter⸗ leibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein theures Blut gewinn. O du ungegründter Brunnen, wie will doch mein schwacherGeist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den ed⸗ len Führer, gibt er mir in sei⸗ nem Wort, daß er werde mein Regierer, durch die Welt zur Himmelspfort; daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Got⸗ tes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohl⸗ ergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth zustehen, nimmt ers gleich⸗ falls wohl in Acht. Wenn mein Können, mein Vermö⸗ gen nichts vermag, nichts hel⸗ fen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermö⸗ Lob- und Danklieder. gen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält. Thier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüth, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. ö 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan um⸗ geführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher gerührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böͤse, was der Feind anzurichten ist ge⸗ meint, in die Ferne wegge⸗ wendet. Alles Ding währt 8 Lob- und Danklieder. seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich biswei⸗ len Sünde thut und aus der Bahne weicht: also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu Gut, will mein Fehlen mit der Ruth und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bit⸗ ter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Al⸗ les Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinn entgehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß end⸗ lich stille stehn. Wann der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wers er⸗ warten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Got⸗ tes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, geb. 1606, 4+ 1676. Eigne Melodie. 8. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren; kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lobge— sang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir immer gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Noth hat nicht der gnä⸗ dige Gott über dir Flügel ge⸗ breitet? Got⸗ r Ziel Liebe meine dein nade neiner gund anzen dieser igkeit. + 1676. „den Shren, as ist iet zu Harfe, Lobge— , der t, der ittigen rhält, ; hast t2 u, der reitet, iehen, in wie gnä⸗ zel ge⸗ 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar geseg⸗ net, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmäch⸗ tige kann, der dir mit Liebe begegnet! 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht; lobend beschließe mit Joachim Reander, geb. Amen! 1640, + 1680. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 9. Sey Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem rei⸗ chen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt: Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Him⸗ melsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht: Gebt un⸗ serm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott ge⸗ schaffen hat, das will er auch Lob⸗ und Danklieder. erhalten; darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Kö⸗ nigreich ist alles recht und al⸗ les gleich: Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in meiner Noth: ach Gott, ver⸗ nimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost ge⸗ deihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zu⸗ versicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die Ehre! ö 6. Wenn Trost und Hülf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen de⸗ nen zu, die sonsten nirgends finden Ruh: Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben laͤng, o Gott, von nun an ehren; man soll, o Gott, 10 Lob⸗ und Danklieder. dein Lobgesang an allen Or⸗ ten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich Gebtunserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott, der Herr ist Gott: Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springen, bezaͤhlet die ge⸗ lobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht: Gebt un⸗ serm Gott die Ehre! Joh. Jak. Schütz, geb. 1640, + 1690. Mel. Allein Gott in der Höh ꝛe. 10. Bringt her dem Her⸗ ren Lob und Ehr aus freudi⸗ gem Gemüthe; ein Jeder Got⸗ tes Ruhm vermehr und preise seine Güte. Ach lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Noth, und danket seinem Namen. 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunder⸗ werke, die Majestät und Herr⸗ lichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält: drum danket sei⸗ nem Namen. 3. Lobt Gott, der uns er⸗ schaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väter⸗ licher Gnad uns allen hat ge⸗ geben; der uns durch seine Engel schützt und täglich gibet, was uns nützt: drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben, und uns die selge Lebenskron durch seinen Tod erworben; der worden ist der Höll ein Gift und Frie⸗ den hat mit Gott gestift: drum danket seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräf⸗ tigt, gründet; der uns erleuch⸗ tet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort: drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott, der auch dieß gute Werk, so in uns ange⸗ fangen, vollführen wird und nder⸗ Herr⸗ Rraft ist in halle et sei⸗ 8 er⸗ Geist äter⸗ at ge⸗ seine gibet, danket uns er für us die seinen orden Frie⸗ drum uns auben Gute „kräf⸗ leuch⸗ egiert fort: men. dieß ange⸗ d und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat Allen dargestellt und seinen Gläub⸗ gen vorbehält: drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Fürstenthum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat; ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. Cyriakus Günther, geb 1650, + 1704. Eigne Melodie. II. O daß ich tausend Zungen hätte und einen tau⸗ sendfachen Mund! so stimmt ich damit in die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stim⸗ me schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf! Lob⸗ und Danklieder. 11 braucht allen euren Fleiß, und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir. Ihr schwan⸗ ken Gräslein in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet seyn, und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehül⸗ fen geben; denn mein Vermöͤ⸗ gen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allent⸗ halben um mich stehn. 6. Dir sey, o allerliebster Vater, unendlich Lob für jede Gab; Lob sey dir, mildester Berather, für alles, was ich bin und hab, für alles Gute in der Welt, das du zu mei⸗ nem Heil bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sey gepriesen, daß dein erbar⸗ mungsvolles Herz sich mir so hülfreich hat erwiesen, und mich durch Blut und Todes⸗ schmerz von Satans Macht 12 und Grausamkeit zu deinem Eigenthum befreit. 8. Auch dir sey ewig Ruhm und Ehre, o heilig werther Gottes Geist, für deines Tro⸗ stes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Guts von mir ge⸗ schicht, das wirket nur dein goͤttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sün⸗ denschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Vor Andern küß ich deine Ruthe, die du mir auf⸗ gebunden hast. Wie viel thut sie mir doch zu Gute, und ist mir eine sanfte Last. Sie macht mich fromm und zeigt dabei, daß ich von deinen Lieb⸗ sten sey. 11. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich un⸗ ter vieler Plage getreu durch alles hast geführt. Denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 12. Wie sollt ich nun nicht Lob⸗ und Danklieder. voller Freuden in deinem ste⸗ ten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht trau⸗ rig seyn. 13. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freu⸗ denopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wann der Mund wird kraftlos seyn, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 14. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Im Himmel soll es besser werden, wann ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja Johann Mentzer, geb, vor. 11856 + 1724. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛc. 12. Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! i ste⸗ lt ich nicht gehn? mmel trau⸗ deiner ch die Freu⸗ ge sich wann seyn, seufzen arme Gott, Im erden, Engeln höhern lleluja ntzer, geb. 1734. ns ꝛc. ch dich Herr dazu Kraft, kann deine eichen. ey dir, afür! 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wun⸗ dermacht, deine Gnade, Tren und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 3. Denk ich nur der Sün⸗ denstraßen, drauf ich häufte Schuld mit Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmuth und Geduld, womit du, o Gott, mich Ar⸗ men hast getragen mit Erbar⸗ men. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich über⸗ lege, mit was Lieb und Gü⸗ tigkeit du durch so viel Wun⸗ derwege mich geführt die Le⸗ benszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hie zu ergründen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 5. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sün⸗ denhöhle möchte zu den Wun⸗ den fliehn, die mich ausgesöh⸗ net haben und mit Kraft zum Lob⸗ und Danklieder. 13 Leben laben. Tausend, tau⸗ sendmal sey dir, großer Kö⸗ nig, Dank dafür! 6. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit sind vor deinem Angesicht; du, du trittst her⸗ vor in Klarheit, in Gerechtig⸗ keit, Gericht, daß man soll aus deinen Werken deine Güt und Allmacht merken. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänz⸗ liches Verlangen möcht an dei⸗ nem Willen hangen. Tau⸗ send, tausendmal sey dir, gro⸗ ßer König, Dank dafür! 8. Wie ein Vater nimmt und gibet, nachdems Kindern nützlich ist; so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs Hoͤchste kom⸗ men. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 9. Mich hast du auf Ad⸗ lersflügeln oft getragen vä⸗ terlich, in den Thälern, auf 14 Lob- und Danklieder. den Hügeln wunderbar erret⸗ tet mich; wenn schien alles zu zerrinnen, ward ich deiner Hülf doch innen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 10. Fielen tausend mir zur Seiten und zur Rechten zehn⸗ mal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel star⸗ kes Heer, daß den Nöthen, die mich drangen, ich bin dennoch stets entgangen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 11. Vater, du hast mir er⸗ zeiget lauter Gnad und Gü⸗ tigkeit; und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freund⸗ lichkeit; und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 12. Tausendmal sey dir gesungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für, ewig, ewig danken dir! Ludwig Andr. Gotter, geb. 1661, 4+ 1735. Eigne Melodie. 13. Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn lo⸗ ben bis in Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und keh⸗ ren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensẽch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Hal⸗ leluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hülfe der Gott Jakobs ist; welcher vom Glau⸗ ben sich nichts läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rath und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfülletwerden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller W ber luj n, o n lo⸗ noch zähle, inem Seel iesen eluja, schen, d keh⸗ z ihre loren, timmt n kein rufe Hal⸗ der zu Gott Glau⸗ ennen jesum n zum besten eluja, nmel, d was Alles erden, dacht. aller Welt, welcher uns ewig Glau⸗ ben hält. Halleluja, Halle⸗ luja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hung⸗ rigen will er zur Speis be⸗ scheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft; die hart Gebund⸗ nen macht er frei; seine Ge⸗ nad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist der Fremden Trutz; Wittwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeß⸗ nen Tritte kehrt er mit star⸗ ker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte, und fallen selbst in ihren Gebetlieder. 15 Strick. Der Herr ist König ewiglich. Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halle⸗ luja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen* und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Halleluja, Halleluja! Johann Daniel Herrnschmidt, geb. 1675, 4+ 1723. Eigne Melodie.—4— 14. Jehova, Jehova, Je⸗ hova! Deinem Namen sey Ehre, Macht und Ruhm. Amen, Amen! Bis einst der Tempel dieser Welt auf dein Wort in Staub zerfällt, soll in unsern Hallen das Heilig, Heilig, Heilig! erschallen. Halleluja, Halleluja! Gebet lae deer. V—— Eigne Melodie. 15. Vater unser im Him⸗ melreich, der du uns alle hei⸗ nicht bet allein der Mund, hilf, ßest gleich Brüder seyn und hich rufen an, und willt das Beten von uns han; gib, daß daß es geh von Herzensgrund! 16 Gebetlieder. 2. Geheilget werd der Na⸗ me dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Herr, be⸗ hüt uns für falscher Lehr, das arm verführet Volk bekehr! 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit; der heilig Geist uns wohne bei mit seinen Ga⸗ ben mancherlei; des Satans Zorn und groß Gewalt zer⸗ brich, für ihm dein Kirch er⸗ halt! 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich, gib uns Ge⸗ duld in Leidenszeit, gehorsam seyn in Lieb und Leid, wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Wil⸗ len thut. 5. Gib uns heut unser täg⸗ lich Brod, und was man darf zur Leibesnoth; b'hüt uns, Herr, für Unfried und Streit, für Seuchen und für theurer Zeit, daß wir in gutem Frie⸗ den stehn, der Sorg und Gei⸗ zes müßig gehn. 6. All unser Schuld ver⸗ gib uns, Herr, daß sie uns nicht betrüben mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn und der böse Geist anficht; zur lin⸗ ken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohlge⸗ rüst, und durch des heilgen Geistes Trost! 8. Von allem Uebel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bůs; erlös uns vom ewi⸗ gen Tod und tröst uns in der letzten Noth; bescher uns auch ein seligs End, nimm unser Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist, es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, das win hiemit gebeten han; auf dein Wort in dem Namen dein, so sprechen wir das Amen fein. Dr. M. Luther, geb. 1483, + 1546. Eigne Melodie. 16. In dich hab ich gehof— fet, Herr, hilf, daß ich nicht zu O Schanden werd noch ewiglich zu Spotte; das bitt ich dich: to n ihr rgeben ch uns eb und err, in in uns zur lin⸗ nd hilf rstand, vohlge— heilgen el uns it und om ewi⸗ 3in der ns auch Nunser 8 werde auben wir ja as wir uf dein dein, so n fein. + 1546. gehof⸗ nicht zu wiglich h dich: erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil, bald mich zu erretten; in Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in meinen Nöthen. 3. Mein Gott und Schir⸗ mer, steh mir bei, sey mir ein Burg, darin ich frei und rit⸗ terlich moöͤg streiten, wider mein Feind, der gar viel seind an mich auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hülf, mein Heil, mein Leben, mein star⸗ ker Gott in aller Noth: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüg⸗ lich gericht mit Lügen und mit falschem G'dicht viel Netz und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr, in dieser G'fahr; b'hüt mich vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist be⸗ fehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Noth hilf mir am letzten Ende! 7. Glori, Lob, Ehr und Gebetlieder. 17 Herrlichkeit sey Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen; die goͤtt⸗ lich Kraft mach uns sieg⸗ haft durch Jesum Christum. Adam Reißner, geb. Amen! 1471, + 1563. Eigne Melodie. 17. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen! Verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Weg, o Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, meim Nächsten nütz seyn, dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wie⸗ der werd zu Spott, die Hoff⸗ nung gib daneben; voraus, wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf alles mein Thun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund mein Feinden mög vergeben, verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg 2 * 18 Gebetlieder. seyn, damit mein Seel zu näh⸗ ren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden; beständig seyn ins End gib mir; du hasts allein in Händen! Und wem dus gibst, der hats umsonst; es mag Niemand erwerben noch ererben durch Werk deine Gnad, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, oHerrChrist, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb; du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße; du kannst maßen, daß mirs nicht bring Gefähr. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Paul Speratus, geb. 1484, 4 1554. Eigne Melodie. 18. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr! Ich bitt, wollst seyn von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden! Die ganze Welt nicht freuet mich, nach Himm' und Erden nicht frag ich, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleit mein Herz zerbricht, so bi doch du mein Zuversicht, mei Theil und meines Herzen Trost, der mich durch sein Ba hat erlöst. Herr Jesu Chris mein Gott und Herr, mei Gott und Herr, in Schande laß mich nimmermehr. 2. Es ist ja, Herr, dei G'schenk und Gab mein Lei und Seel und was ich hab i diesem armen Leben; dam ichs brauch zum Lobe dein, Nutz und Dienst des Nächstz mein, wollst mir dein Gnad geben! Behüt mich, Herr, vr falscher Lehr, des Satan Mord und Lügen wehr, i allem Kreuz erhalte mich, au daß ichs trag geduldiglich Herr Jesu Christ, mein Hen und Gott, mein Herr un Gott, tröst mir mein Seel i Todesnoth. 3. Ach, Herr, laß dein lit Engelein am letzten End di Seele mein in Abraham Schoß tragen, den Leib i⸗ seim Schlafkämmerlein ga sanft ohn einge Qual und Peil ruhn bis am jüngsten Tage Alsdann vom Tod erwech mich, daß meine Augen sehen X gleit so bif ot, mei Herzen ein Bo Chrif „mei chande r, dei in Lei hab i dam dein,z Nächste Gnad herr, vo Satan hehr, i nich, au ldiglich ein Hen rr un Seel i dein li End di raham Leib in ein ga ndPeii u Tage erwech n sehen dich in aller Freud, o Gottes⸗ sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen Martin Schalling, ewiglich. geb. 1532, 1 1608. Mel. Herzlich thut mich ꝛc. Laß mich dein seyn und bleiben, du treuer Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben; halt mich bei reiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken; gib mir Beständig⸗ keit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nikol. Selnecker, geb. 1532, + 1592. Eigne Melodie. 20. O Gott, du frommer Gott, du Brunnguell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben: gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Ge⸗ wissen bleib. ö 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun ge⸗ bühret, wozu mich dein Be⸗ fehl in meinem Stande füh⸗ ret; gib, daß ichs thue bald zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. Gebetlieder. 19 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnützlich Wort aus mei⸗ nem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft undNachdruck ohn Ver⸗ druß. 4. Findt sich Gefährlich⸗ keit, so laß mich nicht verza⸗ gen; gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind, und wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind. 5. Laß mich mit Jeder⸗ mann in Fried und Freund⸗ schaft leben, so weit es christ⸗ lich ist; willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gib auch dieß dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sey. 6. Sollt ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauern Tritt hindurch ins Alter dringen: so gib Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abschei⸗ 2 V 0 20 Gebetlieder. den; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei meiner Eltern Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seiten hab. 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm und mei⸗ nen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auser⸗ wählten Hauf. 9. Gott Vater, dir sey Preis hier und im Himmel oben! Herr Jesu, Gottes Sohn, ich will dich allzeit lo⸗ ben! O heilger Geist, dein Ruhm erschall je mehr und mehr! Dreieinger Herr und Gott, dir sey Lob, Preis und Ehr Joh. Heermann, geb. 2 1585, + 1647. Mel. Christus der ist mein ꝛc. ch bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ! daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth! daß uns beid hier und dorte sey Güt und Heil beschert. 8. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht! Dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr! Dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held! daß uns der Feind nicht trutze, noch faͤll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott! Beständigkeit ver⸗ leihe, hilf uns aus aller Noth! Josua Stegmann, geb. 1588, 4 1632. Mel. Kommt her zu mir ꝛe. 22. Ach Gott, gib du uns deine Gnad, daß wir all Sünd und Missethat bußfer⸗ tiglich erkennen und glauben fest an Jesum Christ, der zu helfen ein Meister ist, wie er sich selbst thut nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben immerfort, zu Ehren deinem Namen; daß uns dein guter Geist regier, auf ebner Bahn zum Himmel führ, durch Je⸗ sum Christum. Amen! Samuel Zehner, geb. 1594, + 1696. thes uns irren inem eicher Ralls chlich einem arker onicht Welt. deiner Herr t ver⸗ Noth! + 163. ir ꝛc. ib du pir all ißfer⸗ auben der zu wie er hnach leben einem guter Bahn * 1633. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu ꝛc. 23. Vergib uns, lieber Herre Gott, du Vater aller Güte, all unsre Sünd und Missethat, vor Schaden uns behüte, und wend von uns dein streng Gericht, mit dei⸗ nem Geist verlaß uns nicht, daß wir im Glauben recht und rein dir, Herr, allein stets dienen und gehorsam seyn. 2. Erbarm dich unser, Jesu Christ, du Brunnquell der Genaden, und hilf uns; denn allein du bist, der wehren kann dem Schaden. Errett dein Volk aus aller Noth, das du mit deinem theuren Blut erloͤ⸗ set hast von Schuld und Pein der Sünden sein, mit Trost und Rath allzeit erschein. 3. Erhör, Gott Vater, un⸗ sre Bitt, hilf uns und sey uns gnädig! Herr Christ, hör uns und uns vertritt, von Sünden sprich uns ledig! Erhör uns, heilger Geist, zugleich in un⸗ srer Noth nicht von uns weich! Du willst ja nicht des Sün⸗ ders Tod, o treuer Gott: hilf uns endlich aus aller Noth! Mel. Ach Jesu, dessen Treu ꝛc. 24. Ac Gott verlaß mich Gebetlieder. 21 nicht! gib mir die Gnaden⸗ Hände; ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vol⸗ lende zu meiner Seligkeit, sey du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz; ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nichtlregiere du mein Wallen; ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen, gib mir dein guten Geist, gib Glaubens⸗Zuversicht, sey meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich ruf aus Herzens⸗ grunde, ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wann mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! ach lasse dich bewegen; ach Vater, kröne du mit rei⸗ chem Himmels-Segen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott, ver⸗ laß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich bleibe dir ergeben. 2² Gebetlieder. Hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Noth und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salomon Franck, geb. 1659, 4 1725. Mel. Herr Christ, der einig ꝛc. 25. Herr Jesu, Gnaden⸗ sonne, wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen; mein Gott, versag mirs nicht. 2. Vergib mir meine Sün⸗ den und wirf sie hinter dich, laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich. Laß deine Friedensgaben mein ar⸗ mes Herze laben; ach* erhöre mich. 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn, und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu CEhren lebe, weil ich erlöͤ⸗ set bin. 4. Befördre dein Erkennt⸗ niß in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständniß durch dein heiliges Wort, da⸗ mit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Trut der Höllenpfort. 5. Komm, mich mit Kraf zu rüsten, und kreuzge mein Begier sammt allen bösen Lů sten, auf daß ich für und fü der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hin gegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebein meiner Seelen an, daß ich aut innermTriebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohl gefallen beständig möge wal len auf rechter Lebensbahn 7. Nun, Herr, verleih mi Stärke, verleih mir Kraft um Muth; denn das sind Gna denwerke, die dein Geist schaff und thut; hingegen mein Sinnen, mein Lassen und Be ginnen ist böse und nicht gut 8. Darum, du Gott dern Gnaden, du Vater aller Treu wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu; gih daß ich deinen Willen gedenk zu erfüllen, und steh mir kraͤf j Ludw. Andr. Gotter, tig bei! geb. 1661, + 1735. Eigne Melodie. 26. Dir, dir, Jehova, will ich singen; denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dit Trutz t Kraft e mein sen Li und fün be und be, hin Lieben ich au gliebe Wohl ge wal sbahn leih mi aft um d Gna tt schaff mein ind Be icht gut bott den. r Treu den und u; gih gedenk⸗ lir kräf⸗ r. Gotter, + 1735. da, will ist doch u? Dir Gebetlieder. will ich meine Lieder bringen: ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl, und dir darob im Her⸗ zen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 23 heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vater⸗ herz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht ver⸗ sagen kann, die ich nach dei⸗ nem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht, und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch wel— chen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dieß Zeugniß habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlaͤnget jeder⸗ DIzeit, die gibst du und thust 4. Denn der kann mich lüberschwänglich mehr, als ich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sey, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dieß aus meinem Herzen schallet durch deines verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir! ich bitt in Jesu Namen, der mich zu dei⸗ ner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Se⸗ IAtoi Barthol. Crasselius, ligkeit! geb. 1677, 4 1724. 24 Gebetlieder. Mel. Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz ꝛc. 27. Gedenke mein, mein liebster Gott, im besten! Ich hoff auf dich; wes soll ich sonst mich trösten? Das soll mein Trost im Tod und Leben seyn, wenn du nur sprichst: Mein Kind, ich denke dein. 2. Gedenke mein; doch denke nicht zum Schaden der Sündenschuld, damit mein Herz beladen. Es reuet mich, was ich von Jugend an, auch unerkannt, hab wider dich ge⸗ than. 3. Gedenke mein um mei⸗ nes Jesu willen! Laß ihn an mir sein Denkwort auch er⸗ füllen und gültig seyn bei dir: es ist vollbracht. Sein Blut und Tod hat alles wohl ge⸗ macht. 4. Gedenke mein; wie könntst du mein vergessen? Es war ja schon dein Lieben unermessen zu meinem Heil, da ich noch nichts bedacht; nun hat dein Sohn mich ganz zu dir gebracht. 5. Gedenke mein, wenn ich mein Herz ausschütte, um et⸗ was Guts im Namen Jesu bitte. Dein heilger Geist steh meiner Schwachheit bei, daß ersch jeder Wunsch in Jesu Amen und sey. ö„ daß 6. Gedenke mein, daß ich sey b stets christlich lebe, mit allin 4 Ernst den Sünden wider⸗ strebe. Ach, wirk in mir dal Wollen und die That; mein Vere Lebenlang sey du mein treue ewig Rath. Dan 7. Gedenke mein und lass mein mir genügen an deiner Huld wenn ich muß unterliegen M wenn mich ein Kreuz und aul 28 die Schwermuth drückt; denks mels du an mich, so wird mein Hen der e erquickt. von! 8. Gedenke mein in krank wer und schwachen Tagen; sey di nach mein Arzt, so darf ich nich tägl verzagen. Ist es mir gut sam⸗ hilfst du mir wieder auf 2 kommt meine Zeit, schließ ii Da getrost den Lauf. viel 9. Gedenke mein, laß mih wen mein End bedenken und mich doch zuvor in Jesu Wunden s⸗ enken dein Verlaß mich nicht im letztu trau Kampf und Streit; nimm gen mich zu dir im himmlischen Geleit. Sou 10. Gedenke mein und Geiz denke auch der Meinen nah zel i meinem Tod, laß Allen Hüll zen i Am daß en daß ich allem wider ir dal mein treues d laff x* Huld cliegen nd auc denks ein H krans sey d ch nich nir gut r auf hließ ith aß mith nd mich senken letztes nimi nlischn Gebetlieder. erscheinen, die mich geliebt und dir sind lieb und werth, daß uns zugleich der Himmel sey beschert. 11. Gedenke mein auch in dem stillen Grabe, daß Seel und Leib vereinte Freude habe. Vergiß mein nicht, ich denke ewig dein mit Ruhm und Dank; mein Gott, gedenke Joh. Matth. Englert, mein! geb. 1661, + 1733. Mel. Mein Herzens⸗-Jesu ꝛc. 28. Ach Gott des Him⸗ mels, lasse mir und Allen auf der Erden den uns so väterlich von dir beschiednen Theil stets werden; gib Jedem immerdar nach Noth sein zugedachtes täglich Brod und ein genüg⸗ sam Herze! 2. Gib Mäßigkeit und Dankbarkeit, wenn du uns viel beschieden; und wenn uns weniger bereit, so mach uns doch zufrieden. Leg uns nur deinen Segen zu; wo man dir traut, erstattest du durch Se⸗ gen alle Mängel. 3. Gib, daß uns keine Sorge frißt; laß ein abgöttisch in und Geizen, dasalles Uebels Wur⸗ en nath zel ist, uns nicht zu Lüsten rei⸗ en Hill zen; laß mich die Lügen nicht 25 zum Schild, das Gold mir nicht zum Götzenbild, den Bauch zum Gott nicht machen. 4. Laß mich nicht Ehre, Lust und Geld mir selbst zum Strick verlangen; gebrauch ich etwa dieser Welt, laß mich nicht daran hangen. Die Zeit ist kurz, uns ruft das Grab; laß mich das haben, was ich hab, als wenn ich es nicht hätte. 5. Ach präge stets mir in den Sinn, daß ich, um haus⸗ zuhalten, gesetzt in deine Gü⸗ ter bin, sie redlich zu verwaͤl⸗ ten. Es eilt ja schon der Tag herzu, da willst du, daß ich Rechnung thu von allen dei⸗ nen Gütern. 6. Gib Frieden und Zu⸗ friedenheit auf allen unsern Wegen; verleih uns fromme Obrigkeit und kröne sie mit Segen; die Untern lehre ins⸗ gemein gewissenhaft, gehor⸗ sam seyn und für die Obern beten. 7. Laß deiner Gnade Son⸗ nenschein in unserm Lande glänzen; laß keine Feinde bei uns ein undschütze unsre Gren⸗ zen; laß deiner Engel starke Schaar um uns bei drohen⸗ 26 der Gefahr zur festen Mauer werden. 59699, 4 1765 Mel. Straf mich nicht in deinem ꝛc. 29. Bet⸗Gemeine, heilge dich mit dem heilgen Oele; Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele. Laß den Mund alle Stund vom Gebet und Flehen heilig übergehen. 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Ver⸗ langen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhan⸗ gen. Heilger Rauch sey es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der from⸗ men Schaar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausge— schüttet; und da ist Jesus Christ Priester und Versühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, sei⸗ nes Zwecks nicht fehlen; was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten! 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Klei⸗ nen, Engel, Menschen mit Be⸗ Unv. Gebetlieder. 88U gier alle sich vereinen, und geht Ein Gebet aus von ihne allen: wie muß das erschallen 6. O, so betet alle drau betet immer wieder! Heil Hände hebet auf, heilget en Glieder; heiliget das Gebe das zu Gott sich schwinge betet, daß es dringet. 7. Betet, daß die letzte 3 vollends übergehe, daß me Christi Herrlichkeit offenban sehe; stimmet ein insgeme mit der Engel Sehnen na dem Tag, dem schönen. 8. Das Gebet hat Chri Gunst, wo mans ernstli übet; und das ist der Heilg Kunst, beten, wie ers liebe das gescheh je und je, wie e vorgenommen, auf sein en lichs Kommen. 9. Dieß Verlangen mi vorher in der Seele glimma so macht aus dem Bitten Donner, Blitz und Stimmen die ergehn und geschehn, di die Feinde beben und Go Ehre geben. Christoph Carl Ludwig von Pfih geb. 1712 4 1784. Mel. Mein Herzens⸗Jesu, meine 30. Gott, deine Gu reicht so weit, so weit die WI „ und e on ihne schallen le drau Heils ilget en 5 Gebe hwinge etzte Z daß ma ffenban isgeme ien na en. t Chrij ernstl Heilg liebe wie e sein en gen mi limma Zitten timma ehn, di nd Go ig von Pfih 1784. „ meine ne Gil die Wo Gebetlieder. ken gehen; du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ueber⸗ fluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Men⸗ schen rühren; des guten Na⸗ mens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth/ auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, + 1769. 27 Mel. Herr Gott, dich loben alle ꝛc. Ich komme vor dein Angesicht, verwirf, o Gott, mein Flehen nicht, vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll frommer Lieb zu dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Leben lang. 3. Sey mein Beschützer in Gefahr; ich harre deiner im⸗ merdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand; von dir empfing ich den Verstand: erhalt ihn mir, o Herr mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen seyn; laß, mei⸗ nes Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig seyn. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst; das sey mein Glück, daß ich zuerst nach dei⸗ nem Reiche tracht und treu in allen meinen Pflichten sey. 28 7. Bin ich zu schwach aus eigner Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, so ziehe du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß und, dürftge Brü⸗ der zu erfreun, mich einen frohen Geber seyn. 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz und dankbar sey, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder. 4 nen Freund, ders treu m fü 14. Erwecke mir stets e meiner Wohlfahrt meint, m 4—6 mir in deiner Furcht sich üht auch mir Rath und Trost un daß Beispiel gibt. srer 5 12. Bestimmst du mir ei Wog lüngres Ziel, und werden ma Tag ner Tage viel: dann, Her Leg Herr, meine Zuversicht, vs Won laß mich auch im Alter nicht heut 13. Und wird sich ein 6 mein Ende nahn, so nim segne dich meiner herzlich an un er d sey durch Christum, deim geeh Sohn/ mein Schirm, mii die a Schild und großer Lohn! woll Christi. Fürchteg. Gellen geb. 1715, + 1769. siebe Sonutags⸗ und allgemeine Gottesdienstlieder. Eigne Melodie. 32. Auf, auf, mein Herz, und du, mein ganzer Sinn, wirf alles heut, was Welt ist, von dir hin! Heut hat das Werk der Schöpfung angefan⸗ gen, da diesem Rund das Licht ist aufgegangen. 2. Auf, auf, mein Herz, leg alles Irdsche ab; heut Je⸗ du, d erste ziere ö 8 sus ist erstanden aus den 1e 9 Grab; heut hat er sein Erll Wel sungswerk geendet; heut hat⸗ auch den Geist herabgesende 0 3. Dieß heilge Heut heij—11 dich auch heilig seyn: Got diesen Tag bei dir will ziehn strer ein. So ruhe du von Arhel Lust und von Sünden, daß er i 20 dir mög seine Ruhe finden. 9 ů Sonntags⸗ und allgemeine Gottesdienstlieder. 29 . stets g 4. Gott gibet dir sechs Tage treu m für den Leib: der siebente der eint, un Seele eigen bleib; sie muß ja si ch üh auch von sieben einen haben, ost m daß sie sich mög mit Himmels⸗ speise laben. 5. Viel Sünden dir die 1mir el Woche ladet auf: an diesem den mi Tag mit Bitten Gnade kauf. mn, He Leg ab die Last, geh, Gottes cht, ve Wort zu hören; dieß laß dich er nich heut die Wochenwege lehren. sich eiy 6. Sechs Tage dich Gott o nim segnet, schützt und nährt: heut an in er dafür mit Dank will seyn „deint geehrt. Der erste soll heut für n, mei die andern bitten, daß Gott sie ohn! woll mit Segen überschüͤtten. teg. Gellen 7. Gott wöchentlich gibt + 1769. sieben Tage dir: gib einen du, den ersten, ihm dafür; der erste wird die andern sechse eder. zieren, wirst du heut Gott im Mund und Herzen führen. us den8: Am ersten du nach Got⸗ in Erll tes Reiche tracht, obschon die ut hatt Welt nur deiner Andachtlacht; gesende der Schad ist ihr, dir aber eut heiz wirds gedeihen; Gott alles u: Got Glück auf dich wird reichlich ll ziehs strenen. u Arbl. 9 An diesem Tag hab deine aß er Lust am Herrn; was dein Herz inden. wünscht, wird er dir geben gern; befiehl Gott heut all deine Weg und Sachen und hoff auf ihn: gewiß, er wirds wohl machen. 10. Wirst aber du ihm neh⸗ men seinen Tag, so macht er dir die sechse voller Plag. Wer ehret Gott, den ehrt er auch auf Erden; wer ihn veracht, soll auch verachtet werden. Sigm. v. Birken, geb. 1626, + 1681. Mel. Gott des Himmels ꝛc. 3. Großer Gott von al⸗ ten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf gefüͤhrt; heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden; denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Himmel weist. 3. Habe Dank für deinen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt, und von Herzen bet und singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott 30 dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort; selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Him⸗ mel tracht. 5. O mein Gott, sprich sel⸗ ber Amen, denn wir sind dein Eigenthum; alles preise dei⸗ nen Namen, alles mehre dei⸗ nen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich imHim⸗ Casp. Neu · mel sehn. geb. 1518, 7 1715. Eigne Melodie. 34. Beschwertes Herz/ leg ab die Sorgen, erhebe dich, ge⸗ bücktes Haupt; es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen hat erlaubt, da Gott zu ruhen hat befohlen und selbst die Ruhe eingeweiht; auf, auf, du hast vorhin viel Zeit dem Dienst des Herren abgestohlen. 2. Auf, laß Egyptens eit⸗ les Wesen, die Stoppeln und die Ziegeln, stehn; du sollst bethautes Manna lesen und in des Herren Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflich⸗ ten und zur Vermehrung sei⸗ nes Ruhms die Werke deines Sonntags⸗ und allgemeine Gottesdienstlieder. Priesterthums in tiefster Ax 6 dacht zu verrichten. nig 3. Mein Gott, ich bin vo fron dir erschienen und gebe au hüte dein Winken Acht; wie kam groß ich dir gefällig dienen, wem Par. mich dein Geist nicht tücht! Auß macht? Wie wird mein Hen Got! in dir erfreuet, wenn er nich Zior stillt der Sünden Qual? W bet ich, wenn er meine Sche Nest mit reinem Weihrauch nich mein bestreuet? desse 4. Kann meine Harfe liel Le! lich klingen, wenn sie dein Fin strah ger nicht berührt? Kann ider E die düstre Nacht durchdringe Ruh wenn dieserLeitstern michnih Wer führt? Kann ich ein süß du h Opfer werden, wenn dil 8 Flamm nicht in mich fäh Wer und mich in deiner Lieb vi allen zehrt, und hebet von de eist Staub der Erden? mein 5. Mein Jesus hat mas Scho Herz so theuer zu seinem Ten dor pel eingeweiht; hier ist soi Friet Herd, hier ist sein Feuer, Ared t Fülle seiner Herrlichkeit, so sieher Heiligthum, sein Stuhl d Gnade, sein Licht und Recht das Himmelsbrod, die Gi I. stesfrucht, und sein Gebot 3 ‚ füllen diese Bundeslade. schön Chi el ster An bin vo ebe au vie kam „ wem tüchti in Hen er nich al? Wi le Sche ich nith urfe liel hein Fin dann i6 dringen nich niß n süß un die ch fäh dieb vo on del hat mal em Ten ist sel euer, d keit, seh eg 0 d Recht Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder. 6. Herr, höre, was ich in⸗ nig bitte, vergönne meiner frommen Seel, die Thür zu hüten deiner Hütte, die ich vor großen Schlössern wähl. O Paradies, o liebste Kirche, o Außenwerk, o feste Pfort der Gottesstadt, o stiller Port, o Zions schönstes Vorgebirge. 7. Hier such ich mir ein Nest zu bauen; hier find ich meinem Grab ein Mal. In⸗ dessen geb sich mir zu schauen, o Lebenslicht, dein Gnaden⸗ strahl, so feir ich recht den Tag der Sonnen, so hab ich meine Ruh in dir; ach, habe du dein Werk in mir, vollführe, was du hast begonnen. 8. Wann sich des Lebens Werktag enden, so ruh von allem Frohndienst los mein Geist in deinen Vaterhänden, mein Leib in seiner Mutter Schoß, bis beides feiern wird dort oben, wo man in sicherm Frieden ruht, nichts denket, redet oder thut, als dich zu lieben, dich zu loben. Christoph Wegleiter, geb. 1659, + 1706. die G Mel. Unser Herrscher, unser ꝛc. hebot Thut mir auf die ade. 1 chöne Pforte, führt in Gottes 31 Haus mich ein; ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich seyn! Hier ist Gottes Angesicht; hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Woh⸗ nung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch doch in mein Herze ein, laß es deinen Tempel seyn. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn in mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge mei⸗ nem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwa⸗ chen Glauben, laß dein theu⸗ res Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich 32 hoͤren, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine An⸗ dacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrod, tröste mich in aller Noth. 45. 1672,1 1rir. Eigne Melodie. 36. Serr Jesu Christ, dich zu uns wend, dein heilgen Geist du zu uns send, mit Lieb und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl be⸗ kannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr, und schauen dich von Angesicht im ewgen Heil und selgem Licht. 4. Ehr sey dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreifaltigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit! Herzog Wilhelm II. von Sachsen⸗ Weimaͤr, geb. 1598, 4 1062. Sonntags⸗ und allgemeine Gottesdienstlieder. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu 2 37. Herr, öffne mir di Herzensthür, zeuch mein Hen durch dein Wort zu dir, las michdein Wort bewahren rein laß mich dein Kind und Erh seyn. 2. Dein Wort bewegt di Herzens Grund; dein Won macht Leib und Seel gesund dein Wort ist, das mein Hes erfreut; dein Wort gibt Tr und Seligkeit. 3. Ehr sey dem Vater un dem Sohn, dem heilgen Gei in einem Thron, der heilige Dreieinigkeit sey Lob m Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius, geb. 1611, + 168 Mel. Herr Jesu Christ, dich zu! 38. O Gott, du höchst Gnadenhort, verleih, daß in dein götilich Wort von Ohn so zu Herzen dring, daß sein Kraft und Schein vol bring. 2. Der einig Glaub i diese Kraft, der fest an I Christo haft; die Werk d Lieb sind dieser Schein, d durch wir Christi Jünger sehn 3. Verschaff bei uns auf lieber Herr, daß wir durch 0 vo Le wo ein h zu 20 ir di n Hen ir, laj en rein d Erh degt de Won gesund in He t Tro uter un jen Gei heilig ob u 1, + 168 dich zu; höchstt daß in n Ohn „daß in vol aubei an Ji Verk de hein, d ger sen ins auth urch di nen Geist je mehr in deim Erkenntniß nehmen zu und endlich bei dir finden Ruh. Konrad Hubert, + 1668. Eigne Melodie. 39. Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort an⸗ zuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Him⸗ melslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Ver⸗ stand ist mit Finsterniß um⸗ hüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, mach uns alle⸗ sammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Tobias Clausnitzer, geb. 1619, 4 1684. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 40. Nun Gott Lob! es ist vollbracht Singen, Beten, Lehren, Hören; Gott hat alles wohl gemacht, drum laßt uns sein Lob vermehren; unser Sonntags⸗ und allgemeine Gottesdienstlieder. 33 Gott sey hochgepreiset, daß er uns so wohl gespeiset. 2. Weil der Gottesdienst ist aus, und uns mitgetheilt der Segen; so gehn wir mit Freud nach Haus, wandeln fein auf Gottes Wegen. Got⸗ tes Geist uns ferner leite und uns alle wohl bereite. 3. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang glei⸗ chermaßen, segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben, und mach uns zu Himmelserben. Hartmann Schenk, geb. 1634, + 1681. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 41. Herr, vor deinem An⸗ gesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Liederund sieh gnädig auf uns nieder. 2. Laß dein Wort, das hier erschaͤllt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen. Laß es unsern Sinn erneuen und das Herz mit Trost erfreuen. 3. Dein Gebot mach uns 3 34 bekannt, und hilf selbst es treu⸗ lich üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe scheide. Dan. Schiebeler, geb. 1741, + 1771. Mel. O Gott, du frommer ꝛc. 42. Beeib ja bei mir, mein Gott, laß mich dein Wort re⸗ gieren, so wird kein Irrweg mich betrüben noch verführen; komm zu mir durch dein Wort, komm in der letzten Noth, bring mich zur Friedensstadt, ins Leben durch den Tod. Adventlieder. 2. Komm mir zu Troj und Freud, wenn diese Wi vergehet, wenn Himme Erde, Gut und Ehr nih mehr bestehet, und führ mi in dein Reich zu deiner Hen lichkeit, mein König, daßi dich dort lob in Ewigkeit. Mel. Liebster Jesu, wir sind v 43. Gott versiegle m das Wort in uns, das wira gehöret, daß die Herzen fi und fort bleiben von de Geist gelehret, der uns dun das Wort erbaue, daß m dessen Früchte schaue. Zweite Abtheilung. Fest⸗ und Feiertagslieder. I. Die hohen Feste und Festzeiten. Adventlieder. Eigne Melodie. 44. Mochthoch die chür, die Thor macht weit! Es kommt der Herr der Herr⸗ lichkeit, ein König aller Kö⸗ nigreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil u Leben mit sich bringt; derh ben jauchzt, mit Freug singt: Gelobet sey mein o mein Schöpfer reich vong 2. Er ist gerecht, ein g 3u Trof ese Wel Himme hr nich ühr miit er Hen „daß gkeit. r sind gle m S wirg zen fi pon de ns dun daß m e. Her. Heil t; derh Freud nein G vonRa ein H sein Gefährt, sein Königs⸗ kron ist Heiligkeit, sein Scep⸗ ter ist Barmherzigkeit; all unsre Noth zumEnd er bringt, derhalben jauchzt, mit Freu⸗ den singt: Gelobet sey mein Gott, mein Heiland groß von That. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen Koͤ⸗ nig bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sey mein Gott, mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit; die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der Kö⸗ nig auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sey mein Gott voll Rath, voll That, voll Gnad. 5. Komm, omein Heiland, Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach, zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns er⸗ Adventlieder. 35 fer werth, Sanftmüthigkeit ist schein; dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Na⸗ men dein, o Herr, sey ewig Preis und Ehr! Georg Weissel, geb. 1590, 4+ 1635. Mel. Nun komm, der Heiden ꝛc. 45. Gott sey Dank durch alle Welt, der sein Wort be⸗ ständig hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns her gewendet hat. 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnung war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jung⸗ frau Sohn, der wohlzweige⸗ stammte Held, hat sich treu⸗ lich eingestellt. 4. Sey willkommen, o mein Heil! dir Hosanna, o mein Theil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Her⸗ zen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von allem Sündenwust. 6. Und gleichwie dein Zu⸗ kunft war 1 Sanftmuth, 36 Adventlieder. ohn Gefahr, also sey auch je⸗ derzeit deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch vor mir vermißt. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, daß ich, aller Aengsten frei, dir im Glau⸗ ben um und an selig bleibe zugethan; 9. Daß, wenn du, du Le⸗ bensfürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir ge⸗ recht bestehn. Heinrich Held, um 1643. Mel. Herr Gott, dich loben alle ꝛc. 46. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, der du vom hohen Himmelsthron herab bist kommen in die Welt und uns zu Gut dich eingestellt: 2. Wir danken dir mit Herz und Mund demüthiglich zu aller Stund, daß du uns schenkest zum Erbtheil durch dein Zukunft das ewge Heil. 3. Wir bitten dich, o treuer Herr, weil nun das End nicht mehr ist fern, du wollest uns zu Gnaden dein dir lassen stets befohlen seyn. 4. Hilf, daß wir leben wür⸗ diglich und in dir sterben se liglich, daß wir lieben und lo⸗ ben dich hier zeitlich und dor * D vid Böh ewiglich. 95. 1605 + 100 Mel. Ach, was soll ich Sünder n 7. Kommst du, komm du, Licht der Heiden? Ja, di kommst und säumest nicht weil du weißt, was uns ge bricht. O du starker Trost in Leiden, Jesu, meines Herzen Thür steht dir offen, komi zu mir. 2. Ja, du bist bereits zu gegen, du Weltheiland, Jum fraun⸗Sohn! Meine Sinnt spüren schon deinen gnaden vollen Segen und die Wund deiner Kraft, welche Fruth und Leben schafft. 3. Adle mich durch dein Liebe, Jesu, nimm mein Flo hen hin! Schaffe, daß mei Geist und Sinn sich in deinn Lieben übe; sonst zu liehs dich, mein Licht, steht in mal nen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein G müthe, Jesu, öffne mir dei Mund, daß dich meines Heh se + 0 lassen en wür⸗ rben se⸗ und lo⸗ nd don d Böhme, 605, + 1650 Sünder z kommi Ja, di st nicht uns ge rost in Herzen 1, komi ereits zů id, Jum e Sinng gnaden Wunde e Fruch irch dein nein Fl⸗ daß mei in deinen zu liehe t in me nein G mir den nes Heh zens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o See⸗ len⸗Gast, lebenslang erwie⸗ sen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben: Liebe, Glauben und Geduld und Bereuung mei⸗ ner Schuld mich zu dir seyn hoch erhaben; dann so will ich für und für Hosianna singen Ernst Christoph Homburg, dir. geb. 1605, + 1681. Mel. Valet will ich dir ꝛc. 8. Wie soll ich vich em⸗ pfangen, und wie begegn' ich dir? O aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier! O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich er⸗ götze, mir kund und wissend sey. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psal⸗ men ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlas⸗ sen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, Adventlieder. 37 da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stund in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichthum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Him⸗ melszelt, als das geliebte Lie⸗ ben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund aus kann sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmer⸗ ze sich häuft je mehr und mehr. Seyd unverzagt! ihr habet die Hülfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht be⸗ mühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet zie⸗ hen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Wil⸗ len, ist voller Lieb und Lust, 38 Adventlieder. all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht er⸗ schrecken vor eurer Sünden⸗ schuld. Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augen⸗ blick. Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu we⸗ nig zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, zum Fluch dem, der ihn flucht, mit Gnad und sü⸗ ßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne! und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freu⸗ densaal. Paul Gerhardt, geb. 1606, + 1676. Mel. Aus meines Herzens ꝛe. 49. Nun jauchzet all, ihr Frommen, zu dieser Gnaden⸗ zeit, weil unser Heil ist kom⸗ men, der Herr der Herrlich⸗ keit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören dei Teufels Reich und Macht. 2. Kein Seepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmels throne ist ihm sein Reich be⸗ stellt. Er will hie seine Macht und Majestät verhüllen, biß er des Vaters Willen im Leiß den hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Er den, nehmt diesen König an wollt ihr berathen werden um gehn die rechte Bahn, die nah dem Himmel führt; sonst, wi ihr ihn verachtet und nur nat Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 4. Ihr Armen und Clen den in dieser bösen Zeit, di ihr an allen Enden müßt he⸗ ben Angst und Leid, seyd den noch wohlgemuth, laßt eun Lieder klingen und thut den König singen; der ist eur höch stes Gut. 5. Er wird nun bald ei scheinen in seiner Herrlichkei und all eur Klag und Weinen verwandelen in Freud. E ists, der helfen kann;—19 eure Lampen fertig und sehd Pracht, rheeren ren des dacht. „ keine dieser mmels⸗ eich be⸗ e Macht len, bis im Lei auf Er önig an, den um die nach onst, wo nur nach Höchste id Elen⸗ zeit, di nüßt ha⸗ eyd den⸗ ißt eun hut den ur höch⸗ bald ei⸗ rrlichkei Weinen ud. Ei ; 4 ind sed stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer, geb. 1606, + 1673. Mel. Bon Gott will ich 2c. 50. Mit Ernst, o Men⸗ schenkinder, das Herz in euch bestellt; bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu ge⸗ ben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüch⸗ tig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht, die Thal laßt seyn erhoͤhet; macht nie⸗ drig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Ar⸗ men in dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein vom Stall Adventlieder. 39 und von der Krippen, so wer⸗ den Herz und Lippen dir ewig dankbar seyn. Valentin Thilo, geb. 1607, + 1662. Mel. Ach, was soll ich Sünder ꝛc. 51. Hosianna Davids 1* Sohne! der jetzt bei uns keh⸗ ö ret ein, der soll hochgelobet seyn, der da kömmt vom Him⸗ melsthrone. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 2. Den die Alten mit Ver⸗ langen oft gewünscht, gerufen oft, seinen Eintritt stets ge⸗ hofft, der läßt sich von uns empfangen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! RIN 3. Friede muß vom Him⸗ mel thauen; denn erschienen ist die Zeit, daß der Herr der Herrlichkeit sich im Fleische lässet schauen. Durch die Welt erschall und geh: Hosi⸗ anna in der Höh! 4. Kommt, dem Könige zu hulden treu nachUnterthanen⸗ pflicht; denn ihr sollet ferner nicht fremde Dienstbarkeit er⸗ dulden. Durch die Welt er⸗ schall und geh: Hosianna in der Höh! 40 Adventlieder. 5. Kommet her, ihr blöden Herzen, seht des Herren Sanftmuth an; seine Gütig⸗ keit die kann heilen alle Sün⸗ denschmerzen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 6. Seht, ihr Sünder, den Gerechten, der euch seine Hei⸗ ligkeit anlegt als ein Ehren⸗ kleid und will euer Recht ver⸗ fechten. Durch die Welt er⸗ schaͤll und geh: Hosianna in der Höh! 7. Seht den Helfer willig kommen, euch zu rathen in der Noth, in dem Leben, in dem Tod, den er hat auf sich ge⸗ nommen. Durch die Welt er⸗ schall und geh: Hofianna in der Höh! 8. Seht, ihr Armen, seht den Armen, der von seiner Ar⸗ muth euch hier und ewig ma⸗ chet reich; er will euer sich er⸗ barmen. Durch die Welt er⸗ schall und geh: Hosianna in der Höh! 9. Herr, o Herr, laß wohl gelingen! Diesen Tag hast du gemacht, dieser Tag hat Freu⸗ den bracht; drum wir alle bil⸗ lig singen: durch die Welt er⸗ schall und geh: Hosianna in der Höh! 10. Hosianna Davids Sohne! der jetzt bei uns keh⸗ ret ein, der soll hochgelobe seyn, der da kömmt vom Him⸗ melsthrone. Durch die Wel erschall und geh: Hosiannain der Höh?., Mel. Aus meines Herzens ꝛc. 52. Auf, auf, ihr Reichs genossen! Eur König komm heran, empfahet unverdrossen den großen Wundermann Ihr Christen, geht herfür, laß uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Her⸗ zen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmer⸗ zen, der Helfer ist schon dal Seht, wie so mancher Out hochtröstlich ist zu nennen, di wir ihn finden können im Nachtmahl, Tauf und Wort, 3. Auf, auf, ihr Vielge⸗ plagten, der König ist nicht fern; seyd fröhlich, ihr Ver⸗ zagten, dort kommt der Mor⸗ genstern; der Herr will in der Noth mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf en⸗ mna in Davidi ns keh⸗ gelobe Him. ie Weh anna in Reymann, + 166². zens ze. Reichs komm drossen mann ür/ laßt en ihn heiliger en Her⸗ ur nah; ochmer⸗ on dal ser Ont nen, di ien im Wort, Vielge⸗ st nicht yr Ver⸗ r Mor⸗ Uin der ost euch ülf er⸗ Adventlieder. weisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr frechen Sünder: der König merket drauf, wenn ihr verlornen Kinder in vollem Lasterlauf auf Arges seyd bedacht, ja thut es ohne Sorgen; gar nichts ist ihm verborgen, er gibt auf alles Acht. 5. Seyd fromm, ihr Un⸗ terthanen, der König ist ge⸗ recht; laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles schlecht. Fürwahr, er meint es gut; drum lasset uns die Plagen, welch er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Muth. 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch; er will durch sein Erbar⸗ men euch machen groß und reich; der an ein Thier gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 7. Frisch auf, ihr Hochbe⸗ trübten, der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzge⸗ liebten, hat er schon längst ge⸗ dacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott 41 aus Gnaden läßt seine Kin⸗ der seyn. 8. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu be⸗ sehn, dieweil er kommt gerit⸗ ten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 9. Der König will beden⸗ ken die, welch er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. Ja König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 10. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nach: drum wollen wir all ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar seyn. Joh. Rist, geb. 1607, 4+ 1667. Mel. Meinen Jesum ꝛc. 53. Hosianna! Davids Sohn kommt in Zion einge⸗ zogen. Auf, bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Eh⸗ reubogen, streuet Palmen, 42 machet Bahn, daß er Einzug halten kann. ö 2. Hosianna, sey gegrüßt! Komm, wir gehen dir entge⸗ gen. Unser Herz ist schon ge⸗ rüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch in deinen Tho⸗ ren ein; du sollst uns willkom⸗ men seyn. 3. Hosianna! Friedens⸗ fürst, Ehrenkönig, Held im Streite, alles, was du brin⸗ gen wirst, das ist unsre Sie⸗ ges beute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwaͤhlet hast: ach, so laß uns unverdrossen dei⸗ nem Scepter dienstbar seyn, herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! komme bald, die Verheißung zu erfüllen. Sollte gleich die Knechtsge⸗ stalt deine Majestät verhül⸗ len, o so kennet Zion schon seinen Herrn und Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei; o Herr, hilf, laß wohl gelin⸗ gen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer brin⸗ gen. Du nimmst keinen Jün⸗ Adventlieder. ger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna nah und fern Eile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Ho⸗ sianna, bist du da? Ja, du kommst, Halleluja! Benjamin Schmolck, geb. 1672, + 1707. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛ. 54. Sieh, dein Köni kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte; sprich: mein Ki⸗ nig, komm zu mir, sieh, it öͤffne dir die Pforte, zeuch mi deiner Sanftmuth ein; wal du findest, das ist dein. 2. Komm, ich bin dein E genthum schon seit deinen Wasserbade; komm, dei Evangelium werde mir ein Wort der Gnade; du schichs ja dein Wort voran, daß mei König kommen kann. 3. Komm und räume alli aus, was du hassest, was mit reuet; komm und reinige dei Haus, das die Sünde hat en weihet. Mache selbst mit deß nem Blut alles wieder rei und gut. 4. Komm in deinen Abendmahl, das du uns Im orchen d fern n. Du varum ² Ho⸗ Ja, du + 17³7. rsicht 1 Könih as sind leinKö⸗ ieh, ig uch mii n; wal 1. dein Ei deinen „ dein nir ein schichs 5 mein e allal oas mit lige dein hat ent mit det der rei deinen ns zun Anfang des Kirchenjahres. Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sey in dir! 5. Komm und bring den Tröster mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Ge⸗ bet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: Komm, Herr Jesu! rufen mag. Ph. Fr. Hiller, geb. 1599, + 1769. Anfang des Kirchenjahres. Mel. Gelobet seyst du, Jesu Christ ꝛc. 55. Nun kommt das neue Kirchenjahr, des freut sich alle Christenschaar; dein König kommt, drum freue dich, du werthes Zion, ewiglich, Hal⸗ leluja! 2. Wir hören noch das Gnadenwort vomAnfang im⸗ mer wieder fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sey für seine Gnad gepreist, Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für, Halleluja! Joh. Olearius, geb. 1611, 4+ 1684. 43 Mel. Nun freut euch, lieben ꝛc. 6. Gott Lob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große Treue des ewgen Got⸗ tes offenbar; und nun will er aufs Neue den alten hochbe⸗ schwornen Bund, den einzig festen Glaubensgrund, durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm dem höchsten Herrn zu singen! Dein kö⸗ nigliches Priesterthum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sey Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht werth der neuen Huld des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin; denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach, Herr, gib uns den neuen Geist und mach uns durch die Güte, die sich an uns aufs Neu erweist, erneu⸗ ert im Gemüthe. Den neuen Menschen zieh uns au, der dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. 44 Weihnachtslieder. 5. Hiezu erhalt uns, Herr, dein Wort sammt Tauf und Abendmahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laß Kirche, Schul, Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 6. Gib deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, dein Wort, das Gottes zu geben; laß alle Hörer Thaͤ⸗ ter seyn, damit kein heuchle⸗ rischer Schein des Glaubens Kraft verläugne. 7. So halten und vollen⸗ den wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei befehlen wir et dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; kommt aber einst die Ewigkeit, dann wird sie tri⸗ Weide heißt, der Heerde rein umphiren. eb. 1692. 4 1564. Weihnachtslieder. Eigne Melodie. 57. Ge)lobet seyst du, Jesu Christ, daß du Mensch gebo⸗ ren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des freuet sich der Engel Schaar. Kyrieleis. 2. Des ewgen Vaters ei⸗ nig Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. 4. Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lich⸗ tes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward, und führt un aus dem Jammerthal, er macht uns Erben in seim Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kom⸗ men arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmi mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. 7. Das hat er alles und gethan, sein groß Lieb zu zei gen an. Des freu sich alle Thä⸗ uchle⸗ bend ollen⸗ x auf vir ez erden. och im st die ie tri⸗ Hecker, 1743. neuen mitten S Lich⸗ rieleiz Zaters, in der rt ung al, er 1 seim n kom⸗ er sich vimmel lieben Weihnachtslieder. Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis. Dr. M. Luther, geb. 1483, + 1546. Ein Kinderlied auf die Weih⸗ nachten vom Kindlein Jesu. Eigne Melodie. 58. Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mähr, der guten Mähr bring ich so viel, davon ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jung⸗ frau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne seyn. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Noth. Er will eur Heiland selber seyn, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Se⸗ ligkeit, die Gott, der Vater, hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zei⸗ chen recht, die Krippen, Win⸗ delein so schlecht; da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröh⸗ 6 lich seyn und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott I 45⁵5 uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin: was liegt doch in dem Krippelein? was ist das schöne Kindelein? es ist das liebe Jesulein. 8. Bis willekomm, du ed⸗ ler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir: wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du wor⸗ den so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß. 10. Und wär die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu seyn ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seiden dein, das ist grob Heu und Windelein, drauf du, Kö⸗ nig so groß und reich, her⸗ prangst, als wärs dein Him⸗ melreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir: wie aller Welt Macht, Ehr und Gut für dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 13. Ach, mein herzliebes 46 Weihnachtslieder. Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhen in meins Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröh⸗ lich sey, zu springen, singen immer frei das rechte Susan⸗ nine schon, mit Herzenslust den süßen Ton. 15. Lob, Ehr sey Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn; des freuen sich der Engel Schaar und singen uns solch C D— M. t neues Jahr.(d. 1483,1 185 Mel. Vom Himmel hoch ꝛc. 59. Vom Himmel kam der Engel Schaar, erschien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n: ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krippen hart, 2. Zu Bethlehem, in Da⸗ vids Stadt, wie Micha das verkündet hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig fröh⸗ lich seyn, daß Gott mit euch ist worden ein; er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewig Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Todꝰ? ihr habt mit euch den wahren Gott. Laß zürnen Teufel und die Höll Gotts Sohn ist worden en Gesell. 5. Er will und kann eut lassen nicht, setzt ihr auf ih eur Zuversicht. Es mögen eu Viel fechten an: dem sey Troß ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr dol haben Recht; ihr seyd nn worden Gotts Geschlecht. D danket Gott in Ewigkeit, g duldig, fröhlich alle Zeit. Dr. M. Luther, geb. 1483, 4 154 Eigne Melodie. 60. Gottes Sohn ist kon men uns allen zu Fromma hie auf diese Erden in arma Geberden, daß er uns vu Sünde freiet' und entbünd 2. Die sich sein nicht schi men, und sein Dienst anne men durch ein rechten Glaß ben, mit ganzem Vertraun denen wird er eben ihre Sün vergeben. 3. Die also bekleiben, un beständig bleiben, dem Herm in allem trachten zu gefalle die werden mit Freuden aul von hinnen scheiden. 4. Ei nun, Herre Ii Laß e Höll. den en inn eus auf ihn gen eus ey Troh ihr dol eyd nu cht. D geit, g Zeit. 83, + 1544 ist kon rommu in arma uns vo ntbünde icht schi st anneh en Glaz ertrauen re Sin iben, un mHerrn gefallan den aut re Jesi Weihnachtslieder. 47 schicke unser Herzen zu, daß wir alle Stunden rechtgläubig erfunden darinnen verscheiden zur ewigen Freuden. Böhm. Brüder(Joh. Horn), 1544. Eigne Melodie. 61. Lobt Gott, ihr Chri⸗ sten, alle gleich in seinem höch⸗ sten Thron, der heut schleußt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kömmt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in ei⸗ nem Krippelein.:,: 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und ge⸗ ring, und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding.:,: 4. Er liegt an seiner Mut⸗ ter Brust; ihr Milch die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Da⸗ vids Reis, 5. Das aus seim Stamm entsprießen sollt in dieser letz⸗ ten Zeit, durch welchen Gott aufrichten wollt sein Reich, die Christenheit.: 6. Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an, und gibt uns in seins Vaters Reich die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel seyn! Wie könnt er doch seyn freundlicher, der lie⸗ be Jesus mein! ö 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Pa⸗ radeis; der Cherub steht nicht mehr dafür; Gott sey Lob, Ehr und Preis! Nik. Hermann, 4 1561. Eigne Melodie. 62. Froͤhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Choren alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jam⸗ mer. Gott wird Mensch, dir Mensch zu Gute; Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun kön⸗ nen hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus 48 Weihnachtslieder. dem Thron seiner Macht und Ehren. A. Sollte von uns seyn ge⸗ kehret, der sein Reich und zu⸗ gleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will be⸗ trüben? 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, gibt sich an unser Lamm zu wer⸗ den; unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Heil und Fried erwirbet. 6. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: lasset fahrn, o lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder. 7. Ei, so kommt und laßt uns laufen! Stellt euch ein, Groß und Klein, kommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in gro⸗ ßem Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahrenFreuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 9. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmer⸗ zen, sey getrost: hier wird ge⸗ funden, der in Eil machet heil die vergiften Wunden. 10. Die ihr arm seyd und elende, kommt herbei, füllg frei eures Glaubens Hände Hier sind alle gute Gaben und das Gold, da ihr soll euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil! la dich umfangen, laß mich din meine Zier, unverrückt an⸗ hangen. Du bist meines Y bens Leben: nun kann ih mich durch dich wohl zufri⸗ den geben. 12. Ich bin rein um deinen willen; du gibst gnugChr un Schmuck mich drin einzuhil len. Ich will dich ins Hei schließßen, o mein Ruhm edle Blum, laß dich reh genießen. 13. Ich will dich mit Fli bewahren; ich will dir lebe hier, dir will ich abfahren Mit dir will ich endlich schm ben voller Freud ohne 3 dort im andern Leben. Paul Gerhardt, geb. 1606, 7 Iun heff lei von die wů Ha schwert dt seine chmer⸗ vird ge⸗ chet heil eyd und füllet ö Hände. Gaben hr soll il! laj nich dii ückt an⸗ ines& ann ih Izufri⸗ m deinet Ehr md inzuhil ns Henz Ruhm ich rah mit Flei dir leba bfahrm. ch schw hne 3 n. 06, + 1085 Gelobet seyst du, Jesu ꝛc. 2 Wir singen dir, Im⸗ manuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmels⸗ blum und Morgenstern, du Jungfraun⸗Sohn, Herr aller Herrn! Halleluja. 2. Wir singen dir mit dei⸗ nem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja. 3. Vom Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schaar. Halleluja. 4. Vor Andern hat dein hoch begehrt der Hirt und Kö⸗ nig deiner Heerd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wann er dir sang auf Saitenspiel. Halleluja. 5. Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hülfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich seyn! Halleluja. 6. Nun du bist hier, da lie⸗ gest du, hältst in dem Kripp⸗ Mel. Lein deine Ruh; bist klein und Weihnachtslieder. 49 machst doch alles groß, be⸗ kleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja. 7. Du kehrst in fremder Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein, trinkst Milch aus einer Menschen⸗ brust, und bist doch aller En⸗ gel Lust. Halleluja. 8. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. Halleluja. 9. Du bist der süßte Men⸗ schenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Herz hält dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja. 10. Ich aber, dein gering⸗ ster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 14. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider seyn mein armes Herz; und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 12. Hast du doch selbst dich schwach 9—1—4 erwaͤhltest, 50 Weihnachtslieder. was die Welt veracht, warst arm und dürftig, nahmst vor⸗ lieb da, wo der Mangel dich hintrieb. Halleluja. 13. Darum so hab ich gu⸗ ten Muth, du wirst auch hal⸗ ten mich für gut. O lieber Herr, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 5 14. Bin ich gleich Sünd und Laster voll, hab ich ge⸗ lebt, nicht wie ich soll, ei, kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja. 15. Hätt ich nicht auf mir Sündenschuld, hätt ich kein Theil an deiner Huld; ver⸗ geblich wärst du mir geborn, wenn ich nicht wär in Gottes Zorn. Halleluja. 16. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei; du trägst den Zorn, erwürgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Noth. Halleluja. 17. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigenthum und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja. 18. Ich will dein Hallelun hier mit Freuden singen fün' Szn und für, und dort in deinen 55 Chrensaal solls schallen ohm Zeit und Zahl. Halleluja. Paul Gerhardt, geb. 1606, 4 1676. Mel. Valet will ich dir geben n 5 64. Jyr Christen auser koren, hört gute neue Mähr der Heiland ist geboren, bist kommt auf Erden her. Da freuen sich dort oben der hab und gen Engel Schaar, die Gos den Vater loben jetzt und fon uns immerdar. 2. So singen sie mit Schall⸗ Ihr Christen insgemein, fren euch von Herzen alle ob diesen Kindelein! Euch, euch ist ô gegeben, euch ist das Heil he reit, daß ihr bei Gott sollt Ewi ben in steter Seligkeit. zu e 3. Kein Mensch sich ja s Nach trübe, denn dieses Kindelen men euch bringet Fried und Liebe nahn was wollt ihr traurig seyn Tre Den Himmel er dem schenlth freien der an ihn glaubet fest; a diesen Schatz gedenket, er ii Bra der allerbest. Chre 4. Nun seyd ihr wol Gott gerochen an eurer Feind Lgh; Schaar; denn Christus hu all zerbrochen, was euch zuwidt zen ö Ilelujn deinem n ohn luja. „ + 1670. geben auser Mähr en, e Da der heil ie Goh nd fon Schalle. in, fren b diesen ch ist Heil he Lun ja be indelein d Liebe ig seynt schenleh fest; t, er i r ii. uus 60 zuwide zen fün war: Tod, Teufel, Sünd und Hölle jetzt liegen ganz ge⸗ schwächt; Gott gibt die Ehren⸗ stelle dem menschlichen Ge⸗ schlecht. 5. Drum wir auch nun dich loben, Jesu, zweistammger Held, daß du herab von oben bist kommen in die Welt. Komm auch in unsre Herzen und bleibe für und für, daß weder Glück noch Schmerzen uns trennen ab von dir. Georg Werner, geb. 1607, + 1671. Eigne Melodie. 65. Ermuntre dich, mein schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein Kind, das Ewigvater heißt, mit Freuden zu empfangen. Dieß ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien. 2. Willkomm, o süßer Bräutigam, du König aller Ehren! Willkomm, o Jesu, Gottes Lamm! Ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein Lebenlang von Her⸗ zen sagen Preis und Dank, Weihnachtslieder. 51 daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es seyn, dein Himmel⸗ reich zu lassen, zu kommen in die Welt herein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Himmels⸗ pracht, ja selbst dein theures Leben für solche Feinde geben? 4. O großes Werk, oWun⸗ dernacht! dergleichen nie ge⸗ funden, du hast den Heiland hergebracht, der alles über⸗ wunden; du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 5. Sag an, mein Herzens⸗ bräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach, nimm von mir Leib, Seel und Geist, ja alles, was Mensch ist und heißt; ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 6. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sey dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist und hast 4 * die Welt bezwungen. Hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben! Johann Rist, geb. 1607, 4+ 1667. Eigne Melodie. (Das Lied beginnt und schließt mit einem vom Chor gesungenen Halleluja.) 66. Freuet euch, ihr Chri⸗ sten alle, freue sich, wer immer kann! Gott hat viel an uns gethan. Freuet euch mit gro⸗ ßem Schalle, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns be⸗ freundt gemacht. Freude, Freude über Freude! Chri⸗ stus wehret allem Leide: Wonne, Wonne überWonne! Jesus ist die Gnadensonne. 2. Sieh doch, sieh, o meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der dunkeln Höhle hart sich bettet dir zu Gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude! Christus weh⸗ ret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekeune, daß von dir meine Seligkeit herrühr; 52 Weihnachtslieder. so laß mich von dir nicht wan⸗ ken, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude üben Freude! Christus wehret al lem Leide: Wonne, Wonn über Wonne! Jesus ist di Gnadensonne. 4. Jesu, nimm dich deing Glieder ferner auch in Gnn den an, schenke, was man bi⸗ ten kann, zu erquicken dein Brüder; gib der ganzen Chu stenschaar Frieden und einst ligs Jahr. Freude, Frend über Freude! Christus wehn allem Leide: Wonne, Won über Wonne! Jesus ist d Gnadensonne. Christ. Keymann, geb. 1607, + 10⁰⁰ Mel. Da Christus geboren 67. Wunderbarer Enn denthron, Gottes und Marih Sohn, Gott und Mensch e kleines Kind, das man in d Krippen findt, großer Hel von Ewigkeit, dessen Mal und Herrlichkeit rühmt ganze Christenheit! 2. Du bist arm und mas zugleich uns an Leib und So reich; du wirst klein, du gu ßer Gott, und machst Höllun ö t wan⸗ u eigen rʒ und e über hret ab Wonn ist di 9 deinn in Gnn⸗ nan bi⸗ n dein en Chu d eins⸗ Freud 8 wehn „Wom 8 ist N 07, 4+ 1660 boren rer Em d Marin ensch/ En an in de ßer Hi n Mah ühmt d nd mach undSel , du gu 1Höllm⸗ Weihnachtslieder. Tod zu Spott; aller Welt wird offenbar, ja auch deiner Feinde Schaar, daß du Gott bist wunderbar. 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden wieder neu; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Noth und Tod anficht; laß mich deine Herrlichkeit, deine Wun⸗ dergütigkeit schauen in der 2 70 Joh. Olearius, Ewigkeit. geb. 1615 + 1684. Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛc. 68. Dieß ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkel⸗ heit; und dieses Welt⸗ und Himmels⸗Licht weicht hun⸗ derttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit. Wann Sonne, Monv und Stern vergehen 53 vielleicht in noch gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit sei⸗ nem Schein dein Himmel und dein Alles seyn. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen die⸗ sen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel seyn. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtsonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sey meine Weihnacht⸗ wonne und lehre mich die Weihnachtkunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sey des Weihnachtglaubens voll. Caspar Friedr. Nachtenhöfer, geb. 1624, + 1685. Mel. Lobe den Herren, den ꝛce. 9. Jauchzet, ihr Him⸗ mel, frohlocket, ihr Engel, in Chören! singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! sehet doch da, Gott will so freundlich, so nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Er⸗ den! Gott und der Sünder die sollen zu Freunden nun 5⁴ werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut. Freuet euch, Hirten und Heerden! 3. Sehet dieß Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbe⸗ tet und schweiget. A. Gott ist im Fleischel wer kann dieß Geheimniß verste⸗ hen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; tretet herzu, sucht bei dem Kinde die Ruh, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen ge⸗ denken? Du willst dich selber, dein Herz voll von Liebe mir schenken; sollt nichtmein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demuth versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder meinHerz in der Liebe verbinde, du sollst es seyn, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren; komm doch, mein Heiland, Weihnachtslieder., und laß mich nicht länger ver⸗ loren: wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, der du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich en heben, laß mich doch einzij nach deinem Gefallen nur str⸗ ben; Herr, nimm mich hin hilf mir in kindlichem Sim ewiglich dir nur zu leben. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, 4 1769. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 1 70. Immanuel! der Hen ist hier und nimmt mein Fleisch an sich; Immanuel! ist Gott mit mir, wer ist dam wider mich?: 2. Also hat Gott die Wel geliebt, daß er ausfreiem Trich den eingebornen Sohn uns gibt, wie hat er uns so lieb! 3. Was sein erbarmunge⸗ voller Rath schon in der Ewih⸗ keit von Jesu fest beschlossan hat, das thut er in der Zeit. 4. Er, unser Heil und höch⸗ stes Gut, der Alle segnen kam, nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut, doch ohne Sündt an.: 5. Du wunderbarer Gotk mensch wirst auch mir Rath, ger ver⸗ r, mach dir, der en. d, Jesu ö ich El: Keinzi iur stre⸗ ich hin n Sim ben. 7, + 1769. risten Y ůer Hen t mein nanuel! ist dam die Wel mTrieh hn uns liebl: mungs⸗ +Cwiz⸗ chloss Zeit.: nd höch⸗ en kann, Fleisch Sünde ö er Gotl⸗ x Rath, Weihnachtslieder. Kraft und Held, mein Retter und mein Friedefürst, du Hei⸗ land aller Welt.: 6. Was mirzumSeligseyn gebricht, das, Herr, erwarbst du mir: Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab ich nun an dir.: 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil, dein Lei⸗ den stillt mein Leid; durch dei⸗ ne Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sey Gott, gelobt sein Sohn in dieser Freuden⸗ zeit! Lobt, Engel, ihn vor sei⸗ nem Thron! Erheb ihn, Chri⸗ stenheit!:: Heinr. Corn. Hecker, geb. 1699, 4+ 1743. Mel. Vom Himmel hoch ꝛe. 71. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in al⸗ ler Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit er⸗ füllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an 55 und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir.„Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern“; gelobt sey, der da kommt im Herrn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Mes⸗ sias, bet ich an. 7. Du, unser Heil und hoͤch⸗ stes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier und Gottes Kinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 56 Neujahrslieder. 10. Dieß ist der Tag, den was durch Jesum Christ im Gott gemacht; sein werd in Himmel und auf Erden ist. aller Welt gedacht! Ihn preise, Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 4+ 1769. Neujahrslieder. Mel. Nun freut euch, lieben ꝛe. 72. Dacs liebe neue Jahr geht an, das alte hat ein Ende; drum freuet sich heut Jeder⸗ mann, erhebt sein Herz und Hände zu unserm Gott ins Himmels Thron, dankt ihm und seinem lieben Sohn, auch Gott dem heilgen Geiste. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gotts Sohn ist Mensch geboren, Gott heil⸗ ger Geist macht solchs bekannt uns, die wir warn verloren: im selgen, lieben Gottes Wort geschrieben ists an manchem Ort, und wird uns klar ver⸗ kündet. 3. Die reine Lehr und Sa⸗ erament wir habn in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in al⸗ lem Stande; Gott krönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. A. Das danken wir dem lie⸗ ben Herrn und freun uns soh cher Güte; er woll den Feinden steurn und wehrn und um hinfort behüten. Er geb ein selges neues Jahr und hef uns zu der Engel Schaar, d wolln wir ihn schön preisen Cyriakus Schneegaß, + 15N. Mel. Wenn wir in höchsten n 73. Das alte Jahr vnr gangen ist; wir danken diß Herr Jesu Christ, daß du m in so großer G'fahr behin hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, du en ger Sohn des Vaters in du höchsten Thron, du wollstde arme Christenheit bewahn ferner alle Zeit. 3. Entzeuch uns nicht di heilsam Wort, welchs ist x Seelen höchster Hort! vorft scher Lehr, Abgötterei behi uns, Herr, und steh uns 00 4. Hilf, daß wir von A Sünd ablan und fromm gna rist im en ist. g. Gellert, 1769. uns sob Feinden nd uns geb ein ind hůh haar, d preisen 3, + 1591 öchsten ahr vnr iken diz ß du i behüh zahr. h/ du eh⸗ 8 in den Hollstdih bewahrm nicht di chs ist d tl vorfii erei behl uns bi werden fahen an; kein'r Sünd im alten Jahr gedenk; ein gnadenreich Neujahr uns schenk. 5. Christlich zu leben, se⸗ liglich zu sterben und hernach fröhlich am jüngsten Tag wied'r aufzustehn, mit dir in Himmel einzugehn; 6. Zu danken und zu lo⸗ ben dich mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Na⸗ mens Lob und Ehr. Joh. Steuerlein, geb. 1546, + 1613. Mel. O Jesu Christ, meins ꝛe. 74. Das alte Jahr ist nun dahin; erneure, Jesu, Herz und Sinn, zu fliehen aller La⸗ ster Schaar in diesem lieben neuen Jahr. 2. Gib neuen Segen, Glück und Heil; hilf, daß wir sämmtlich haben Theil an dem, was uns, du höchstes Gut, erworben hat dein theu⸗ res Blut. 3. Gedenke nicht der Misse⸗ that, damit wir, Jesu, früh und spat so oft gehandelt wi⸗ der dich; vergib und gib uns gnädiglich. 4. Vergib uns alle Sünd Neujahrslieder. 57 und Schuld, gib in der stren⸗ gen Noth Geduld; dein guter Geist uns wohne bei, sein Hülf und Trost stets bei uns sey. 5. Gleichwie das güldne Sonnenlicht die Strahlen wieder zu uns richt, so laß, Herr, deinen Gnadenschein uns wieder zugewendet seyn. 6. Laß deine Hülfe allezeit, du Menschenfreund, uns seyn bereit, bis wir einmal nach die⸗ ser Zeit eingehen in die Ewig⸗ —. Ernst Christ. Homburg, keit. geb. 1605, + 1681. Mel. Nun laßt uns Gott, dem ꝛc. 75. Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der un⸗ serm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedei⸗ hen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge⸗ wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wannNoth und Trüb⸗ 58 Neujahrslieder. sal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 5. Ach Hüter unsers Le⸗ bens! fürwahr, es ist verge⸗ bens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sey deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sey den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib mir und allen de⸗ nen, die sich von Herzen seh⸗ nen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Schleuß zu die Jam⸗ merpforten und laß an allen Orten auf so viel Noth und Leiden uns sehen beßre Zeiten. 10. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern We⸗ gen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 11. Sey der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 12. Hilf gnädig allen Kran⸗ ken; gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, din sich mit Schwermuth quälen 13. Und endlich was del Meiste, füll uns mit deinen Geiste, der uns hier herrlii ziere und dort zum Himm führe. 14. Das alles wollst d geben, o meines Lebens ben, mir und der Christen schaare zum selgen neun Paul Gerhardt, Jahre. geb. 1606, 4 Iön Mel. Werde Licht, du Stadt n 76. Huf, Herr Jesul gelingen, hilf, das nene Jah geht an. Laß es neue Kräft bringen, daß aufs Neu i wandeln kann. Neues Glit und neues Leben wollest d aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Wen und Thaten, meiner Zung Red und Wort müsse mi durch dich gerathen und gan glücklich gehen fort. Nen Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ii mache, das gescheh in dir al lein; wann ich schlafe, wam ich wache, wollest du, Hern bei mir seyn; geh ich auh I elen, di qualen vas dal deinen herrlii Himm ollst d hens Mristen neun Gerhardt, 6, + 1676 Stadt u esu ue Jah e Kräft Neu it es Glis Alest d e Wen Zunge isse mi ind gan Nen llen, zu llen. was ic dir al e, wann u, Hern ich auh Neujahrslieder. steh mir zur Seiten, kehr ich heim, wollst du mich leiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets bemühe, dich zu preisen mehr und mehr. Herr, ich weiß, es wird vor allen dieß mein Opfer dir gefallen. 5. Laß dieß seyn ein Jahr der Gnaden, laß mich büßen meine Sünd; hilf, daß sie mir nicht mög schaden, sondern bald Verzeihung findt, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein ver⸗ geben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin. Sieh, wie sehr ich mich betrübe, ja voll Angst und Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd und Tod nicht tödten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dieß Jahr mir hei⸗ lig sey, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heu⸗ chelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Jesu, richte mein Be⸗ ginnen, Jesu, bleibe stets bei mir; Jesu, zähme mir die Sin⸗ 59 nen, Jesu, sey nur mein Be⸗ gier; Jesu, sey mir in Gedan⸗ ken, Jesu, lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wann ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, geb. 1607, + 1667. Mel. Herzlich thut mich ꝛc. 77. Durch Trauern und durch Plagen, durch Noth, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch manchen Sorgenstein bin ich, Gott Lob! gedrungen; dieß Jahr ist hingelegt: dir, Gott, sey Lob gesungen! Das Herz ist mir bewegt. 2. Der du mich hast er⸗ bauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Theil. Du hast mich wohl erhalten, hast reichlich mich getröst; dich laß ich ferner walten, wenn Unfall mir zustößt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich. Gib, daß ich nichts ver⸗ 60 Neujahrslieder. übe, was irgend wider dich; dir ist mein Will ergeben, ja er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu seyn. 4. Nach dir soll ich mich schicken und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Ar⸗ muth drücken? ich will dabei beruhn. Soll mich Verfol⸗ gung plagenꝰ ja, Herr/ befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen? ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Aengsten schwe⸗ ben? mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krank⸗ heit leiden? ich will gehorsam seyn. Soll ich von hinnen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 6. Soll ich zum Himmel dringen? gar gern, o Gott, mein Licht! Soll mich die Höll verschlingen? ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar ver⸗ dienet die rothe Höllengluth; du aber bist versühnet durch deines Sohnes Blut. 7. Heut ist das Jahr be⸗ schlosseu; Herr, deins Gnade sey heut auf mich neu ergossen, mein Herze werd auch nen Laß ich die alten Sünden, s werd ich, Gott, bei dir aut neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. G. W. Sacer, geb. 1635, 4 1699 Mel. Meinen Jesum laß ich n 8. Jesus soll die Losun seyn, da ein neues Jahr 6⸗ schienen; Jesu Name soll a lein denen zum Paniere di nen, die in seinem Bunde stah und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wun soll in den Gemeinden schi len; und so oft wir nach du Ort, der nach ihm genannti wallen, mache seines Namm Ruhm unser Herz zum Hi ligthum. 3. Sein Versühnen un sein Heil wollen wir im Glu ben ehren; also wird es i zu Theil, wird sich täglich 0 uns mehren; auch fürs un Jahr uns beut Jesu Non Seligkeit. 4. Unsre Wege wollenn nun in Jesu Namen gehnn geht uns dieser Leitstern f so wird alles wohl bestehs und durch seinen Gnad= schein alles voller Segensg 5. Alle Sorgen, alles& ch nen, nden, s dir aut „ dein ir. 5, 4 1699 uß ich n e Losun Jahr g esoll a liere di nde steh je gehn. su Wun en schi⸗ nach du nanntij Nama zum Hi nen un im Glun d es u äglich h fürs un su Nun vollen n gehen tstern fs bestehg Gnadi egen seh alles x Neujahrslieder. soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sey Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Benj. Schmolck, geb. 167², 1+ 177. Mel. O Gott, du frommer ꝛc. 709. Ein Jahr der Sterb⸗ lichkeit, der kurzenLebenstage, ist abermals dahin mit seiner Lust und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilger⸗ schaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schutzund Kraft. 2. Herr, deine Güte machts, die niemals uns zu lieben er⸗ müdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm un⸗ sers Herzens Dank in Gna⸗ den von uns an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Wir schließen uns aufs Neu in dein so treues Sorgen, in dein Erbarmen ein; da sind wir wohl geborgen, da ist das feste Schloß vor aller Feinde Trutz, da findet allezeit dein Volk in Nöthen Schutz. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns ueue Stärk im Glauben, laß uns den alten Grund der Wahrheit Niemand rauben. 61 Erneure Herz und Sinn, und das geschenkte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmuth in uns allen; und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen, so stärke die Geduld, und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen töd⸗ ten; verleih an Seel und Leib, was Jedem ist vonnöthen, und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden seyn; du machst doch alles gut. 7. Wem du das Ziel be⸗ stimmt, in diesem Jahr zu scheiden, den wollst du, treuer Gott, in Gnaden vollbereiten! Laß ihn im Glauben hier be⸗ schließen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. Henr. Kath. v. Gersdorf, geb. 1648, + 1726. Mel. Machs mit mir, Gott ꝛce. 80. Ein Jahr geht nach dem andern hin der Ewigkeit entgegen. Ach, möchte doch der träge Sinn dieß fleißiger 6² erwäͤgen! Ach, brächte doch ein jedes Jahr viel neue, gute Früchte dar! 2. Allein, allein wo ist die Frucht, die wir bisher getra⸗ gen? Wie oft hat Gott um⸗ sonst gesucht, wie hat er müs⸗ sen klagen! Es that ihm weh, wenn seine Hand anstatt der Frucht nur Blätter fand. 3. Haut ab, spricht er, den kahlen Baum, der keine Früchte träget. Was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Top, der alles schlä⸗ get, komm, leg die Axt der Wurzel an, thu einen Streich, so ists gethan. 4. Allein der treue Heiland spricht: Laß ihn noch dieß Jahr stehen! Trägt er noch keine Früchte nicht, ich hoff sie noch zu sehen. Ach, halt des strengen Urtheils Lauf doch dieß Jahr noch, mein Vater, auf. 5. So gib denn, lieberHei⸗ land, Kraft, dieß Jahr viel Frucht zu bringen. Ach, laß doch deines Geistes Saft in unsre Zweige dringen, und schütte du auf jedes Haus viel Gnade, Kraft und Segen aus. Joh. Jakob Rambach, geb. 1693, + 1735 Neujahrslieder. Mel. Nun freut euch, lieben v 81. Gott ruft der Som und schafft den Mond, die Tan und Jahr uns geben. schützet, was aufErden wohnt er sichert unser Leben; er istz der schafft und sorgt un wacht; auf! laßtuns ihn, de Gott der Macht, mit Preit und Dank erheben. 2. Herr, der da ist und di da war, von dankerfüllte Zungen sey dir für das ver floßne Jahr ein heilig Lit gesungen für Leben, Wohl fahrt, Trost und Rath, fit Fried und Ruh, für jede Thas die uns durch dich gelungen 3. Laß auch dieß Jahr g— segnet seyn, das du uns ner gegeben. Verleih uns Kraff — die Kraft ist dein,— i deiner Furcht zu leben. Du schützest uns, und du ver mehrst der Menschen Glüch wenn sie zuerst nach deinen Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es di gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet miͤ das Glück der Welt, so gib mi Kreuz und Leiden; nur starh mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schn neide 5. terlid Erba und! Gib That Heil Fürf 6 recht thror fried deine wähl hova verät scha dern em besin ein a 2. lieben r Som die Ta en. uwohns er isti rgt unn ihn, de it Preit und de rfüllte das ver lig Lied Wohl ath, fin de Thah lungen. Jahr g— uns nen 8 Kraff, u,— i en. Du du ver⸗ n Glüch deinen n es di Ruh und idet mit o gib mit ur stärk rz, und oth und Neujahrslieder. Schmerz die Glücklichern be⸗ neiden. 5. Hilf deinem Volke vä⸗ terlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. 6. Daß Weisheit und Ge⸗ rechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zu⸗ friedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sey: dieß, lieber Va⸗ ter, dieß verleih in Christo, deinem Sohne! Christt. Fürchtegott Gellert, geb. 1715, 4+ 1769. Mel. Nun lob, mein Seel ꝛe. 82. Herr, der du deinen Namen durch Wohlthun an uns herrlich machst, und über deinem Samen, den du er⸗ wäͤhlst, so liebreich wachst, Je⸗ hova, dessen Treue uns un⸗ verändert liebt, und stündlich sich aufs Neue uns zu bewun⸗ dern gibt! Entflamme mein Gemüthe, das deinen Ruhm besingt, und für so reiche Güte ein armes Opfer bringt. 2. Unendlicher Erbarmer! 6³ Erstaunend bet ich vor dir an. Wer bin ich Staub, ich Ar⸗ mer, daß du so viel an mir gethan? Anstatt im Zorn zu lohnen, wie ich um dich ver⸗ schuldt, trägst du mich mit Verschonen und zärtlicher Ge⸗ duld. Dein vielfach milder Segen bekrönte jeden Schritt, und auf gebahnten Wegen ging Gnad und Wahrheit mit. 3. Herr, wie muß ich mich schämen, daß ich so schlecht da⸗ für gedankt! Du ließt mich alles nehmen, was ich von dei⸗ ner Hand verlangt. Doch dir mich ganz zu geben, im Glau⸗ ben dir allein mit Leib und Geist zu leben, dir redlich treu zu seyn und ganz in dich zu dringen, fehlt zwar der Wille nicht, wohl aber das Vollbrin⸗ gen, zu dem ich mich verpflicht. 4. Wie manche schöne Stunden der schnell entfloh⸗ nen Gnadenzeit sind unge⸗ braucht verschwunden und im Geräusch der Welt entweiht! Wie viele von den Gaben, die du mir hast gegönnt, sind un⸗ genützt vergraben und fre⸗ ventlich verschwendt! Wie war ich doch so träge, zu thun, was mir gebührt, wie lang⸗ 64 sam auf dem Wege, der in den Himmel führt! 5. Laß, Jesu, Gnade fin⸗ den die Seele, die nicht ruhen kann, als bis die Last der Sün⸗ den von dem Gewissen abge⸗ than. Ach, sprich ein Wort und blicke auf dein gebeugtes Kind, wirf hinter dich zurücke, was sich von Schulden findt; laß keine mich beschämen und in das neue Jahr nichts von dem alten nehmen, was dir mißfällig war. 6. Laß deinen Geist mich stärken, zeuch immer näher mich zu dir, und laß mich stündlich merken, wie mächtig deine Kraft in mir. Hilf, Herr, laß wohl gelingen, gib Glau⸗ ben, Muth und Fleiß, dir viele Frucht zu bringen zu deines Namens Preis. Laß mich stets brünstig flehen und auf die Ewigkeit den guten Samen säͤen, der sich der Ernte freut. Epiphaniaslieder. 7. Soll mir ein Jahr de Leiden und Prüfungen bestim met seyn; stellt sich auf alla Seiten bei mir des Kreuzu Trübsal ein: nun so gesches dein Wille; nur schenke mirij dir Gelassenheit und Still und halte fest bei mir. I weiß, von guten Hände kommt doch nichts Bö ses hen das Kreuz/ das sie mir sender drückt doch niemals zu schwa 8. Hast du, Herr mein Tage, in diesem Jahr ma Ziel bestimmt, in dem de WallfahrtPlage und Schma und Leid ein Ende nimmt; mit welch großen Freude wenn deine Gottesmacht i gnädig Vollbereiten an mirh Stand gebracht, sink ich diri die Hände und feire mit d Schaar, die triumphirt ah Ende, mein Hall⸗ und Juhi Jahr! Andreas Rehberger, 1716, 4+ 1769. Mel. Valet will ich bir ꝛc. 83. O Koͤnig aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, Epiphaniaslieder. dein Reich soll ewig waͤhm im Himmel ist dein Thin Hilf, daß allhier auf den Menschen weit und z ö ahr der bestim f alle reuza geschg e mirin Still ir. I Hände ses hen senden schwa meinh 1 men dem de chmn immt: Freuden lacht i an mirz ich diti mit de hirt ch ud Juh⸗ hberger, g 1+ 1⁷⁰9. waͤhrg u Thrh uf Erdi und In Epiphaniaslieder. dein Reich bekannt mög wer⸗ den zur ewgen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Drei aus Morgen⸗ land; die Knie sie vor dir beu⸗ gen, weil du ihn'n bist bekannt. Der neu Stern auf dich wei⸗ set, dazu das göttlich Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer Kö⸗ nig, wie uns die Schrift ver⸗ meldt; doch achtest du gar we⸗ nig vergänglich Gut und Geld; prangst nicht auf einem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitzst nicht in festem Schlosse, hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön ge⸗ zieret; dein Glanz erstreckt sich weit; dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Ge⸗ walt, daß sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein er⸗ barmen, in dein Reich nimm mich auf! Dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf; mein Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht 65 versehren; rett mich aus aller Noth. 6. Du wollst in mir ent⸗ zünden dein Wort, den schön⸗ sten Stern; laß falsche Lehr und Sünden seyn von meim Herzen fern; hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christen⸗ heit dich meinen Köͤnig nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behemb, geb. 1557, + 1622. Eigne Melodie. 84. Werde Licht, du Stadt der Heiden, und du Salem, werde Licht; schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht: Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dieß Licht kam in die Welt, dem kein andres ist zu gleichen, welches alle Ding erhält: die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Fin⸗ stern gehen. 3. Ach, wie waren wir ver⸗ blendet, ehe noch dieß Licht brach an! Ja, da hatte sich ge⸗ wendet schier vom Himmel Jedermann: unsre Augen und Geberden klebten einzig an der Erden. 5 66 4. Gottes Rath war uns verborgen; seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorgegan⸗ gen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht em⸗ pfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hin⸗ weggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn; ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch geliebte Glau⸗ benswerke folgen in Gerech⸗ tigkeit, und hernach im Freu⸗ denleben heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinen müß erfüllen mein Gemüth in aller Noth; dein Erscheinen müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und — Epiphaniaslieder. im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 9. Jesu, laß mich endlit gehen freudig aus der bösa Welt, dein so helles Licht z sehen, das mir dort schon i bestellt, wo wir sollen unm Kronen in der schoͤnsten Klu heit wohnen. bb. 160 Mel. Werde munter ꝛe. 85. Freuet euch, ihr G tes Kinder! preiset mit m Gottes Macht; freuet euchih armen Sünder! laßt der M den Stolz und Pracht; fin euch, daß euch Gott regin und zu seiner Kirche führtdi wir armen Heiden könnenm nun Gottes Kinder nennen. 2. Seine Herrschaft st erstrecket über alles, was lebt; seine Hand schützt un bedecket, was sich reget, wi und schwebt. Wenn er sprich so geht sein Wort schnell u Blitz und Donner fort; durchdringet Geist und Lehe und kann Trost und Hoffum geben. 3. Nun, ihr Sünder hi auf Erden, wollt ihrs hah endlich gut, wollt ihr Go Kinder werden, ei, so aͤndg ö r dein endlit r böseh Licht z schon i en untn en Klar ann Rist, 607, + 158. er ꝛc. ihr Ga mit m teuchsih der W ht; fmn t regitn ührt. di nnenm nennen. chaft st „was d hützt u get, wih er sprith hnell v fort; und Lebl Hoffnm inder hrs hab hr Goht so ändz Epiphaniaslieder. euern Muth! Preiset Gottes Güt und Macht, so wird er euch geben Kraft, daß ihr auch zu ihm könnt kommen und euch freuen mit den Frommen. 4. Aller Heiden Trost ist kommen, Jesus, unser Freu⸗ denlicht, der Beschirmer aller Frommen, unser Schutz und Zuversicht. Preiset seine Güt und Treu, die uns noch wird immer neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. 6.1684 Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. · Jesu, großer Wunder⸗ stern, der aus Jakob ist erschie⸗ nen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm, ach nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit be⸗ schenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch be⸗ währt und rein in dem Kreu⸗ zedofen seyn. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir genügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor 67 dir liegen. Wann ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach, mich schmer⸗ zet meine Sünde. Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesu, nimm mein Opfer an! Erdm. Neumeister, geb. 1671, + 1756. Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. 87. Wie herrlich strahlt der Morgenstern! O welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben; wer kann dich genug erheben? 2. Du hier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König! von ganzem Herzen preis ich dich; hab ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde we⸗ nig. Zu dir komm ich; wahr⸗ lich Keiner tröstet deiner sich 5* 68 vergebens, sucht er dich nur, Herr des Lebens. 3. Durch dich nur kann ich selig seyn; o drücke tief ins Herz mir einEmpfindung dei⸗ ner Liebe, damit ich ganz dein eigen sey, aus Weltsinn dei⸗ nen Dienst nicht scheu, gern deinen Willen übe. Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoff⸗ nung, daß dein Angesicht ich einstens werd erblicken. Du wirst indeß durch deine Kraft, die Ruh in müden Seelen schafft, mich stärken und er⸗ quicken. Tröste du mich, Se⸗ ligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis ich dich! Von Ewigkeit her hast du mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir vereint; er ist mein Bruder und mein Freund: was ist, das mich be⸗ trübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde, und dann fürchte keine Feinde. Darstellung Christi. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müss froher Lobgesang mit jeden Tag erschallen! DemLamme⸗ das erwürget ist, dem Freun⸗ de, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen! Tönet, tönet, Jubellieder schallet wieder, daß die Erd voll von seinem Lobe werde 7. Wie freu ich mich, Jesu Christ, daß du der Ei und Letzte bist, der Anfam und das Ende! Ich gebe, He⸗ land, meinen Geist, wenn ⸗ sich einst dem Staub entreiß in deine treuen Hände. Cwi werd ich, Herr, dort oben ho dich loben, dem ich traue, wem ich nun dein Antlitz schaue. Joh. Adolph Schlegel, geb. 1721, 4 NN Darstellung Christi. Eigne Melodie. 88. Mit Fried un Freud ich fahr dahin in Ga tes Wille. Getrost ist mi mein Herz und Sinn, sanf und stille. Wie Gott mir ven heißen hat, der Tod ist mi Schlaf worden. 2. Das macht Christul wahr Gottes Sohn, der m Heiland, den du mich, Hen ö od und müsst jedem amme, Freun⸗ t, zum fallen Ilieder ie Erdi werde mich, der Erf Anfan be, Hai venn a ntreiß . Ewij ben hoh e, wem chaue. 721, 4 sristi ed un in Got ist m n/ sauf mir ver ist mii ristul der trell ch, Hen Darstellung Christi. hast sehen lan, und macht be⸗ kannt, daß er sey das Leben mein und Heil in Noth und Sterben. 3. Den hast du Allen für⸗ gestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein theuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und se⸗ lig Licht für die Heiden, zur⸗ leuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel der Preis, Ehr, Freud und Wonne. Dr. M. Luther, geb. 1483, + 1546. Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛc. Merr Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Gei⸗ stes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Be⸗ gier nach Simeons Exempel dich, großer Gott, allhier. 2. Du wirst von uns ge⸗ funden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; ver⸗ goͤnnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. 69 3. Sey unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gna⸗ denschein, in Zagheit Gluth und Flamme, in Noth ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns ge⸗ lingen, daß einst, wie Simeon, ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden mein Augen zugedrückt, nach⸗ dem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glau⸗ ben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rau⸗ ben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zu⸗ weilen mich hart und ängstlich an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds gesche⸗ hen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein im⸗ mer klares Licht. ö Joh. Franck. geb. 1618, + 1677. 70 Passionslieder. Passionslieder. Eigne Melodie. (CChristus, der uns selig macht.) 90. O hülf, Christe, Got⸗ tes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir stets dir un⸗ terthan all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Mich. Weiß(1531). Eigne Melodie. 91½. Ach, wir armen Sün⸗ der! unsre Missethat, darin wir empfangen und geboren sind, hat gebracht uns alle in solch große Noth, daß wir un⸗ terworfen sind dem ewgen Tod. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 2. So nicht wäre kommen Christus in die Welt und an sich genommen unser arm Ge⸗ stalt, hätten wir seyn müssen ewiglich in Noth; Christ hat sich gegeben für uns in den Tod. Kyrie„ 3. Solche große Gnad und väterliche Gunst hat uns Gott erzeiget lauter gar umsonst. Des solln wir uns trösten ge⸗ gen Sünd und Tod und nicht gar verzagen vor der Höllen Gluth. Kyrie: 4. Darum wolln wir loben, danken allezeit dem Vater um Sohne und dem heilgen Geist bitten, daß sie treiben all Noth von uns fort, und daß wit stets bleiben an Gotts heil gem Wort. Kyrie Nach laus tibi Christe um 1559. Mel. O Jesu Christ, meins — Herr Christe, trenn Heiland werth, ein Schöpfn Himmels und der Erd, nimn unser G'bet mit Gnaden an zu deinem Lob und Preis ge than. 2. Dein Güt so groß ant Kreuz dich bracht, dadurch wi ledig sind gemacht; dem Adams Sünd und Bandt schwer trägst du und lösest si⸗ o Herr! 3. Dein ist der hohe Hin⸗ melsthron, noch wirst du eint Menschen Sohn, und weiger dich des Sterbens nicht, eint schmählichen Tods wirst hin 4 4. Du läßt dir Bande l d nicht Höllen r loben, ter und Geist II Noth aß wit ts heil um 1559. eins ue. „treuit chöpft 5, nimm den ah, reis g⸗ roß ant urch wiñ denn Bande ů sest si he Him⸗ du eines weigers ht, eint irst hin ande ll⸗ Passionslieder. gen an, auf daß wir Freiheit mögen han; die Schuld du trägst, die ewig Schmach zu wenden und all Ungemach. 5. Am Kreuz du hängest angehaft't, die Erd bewegest du mit Kraft, befiehlst den Geist ins Vaters Hand, und Finsterniß bedeckt das Land. 6. Bald stehst du auf, ein Siegesherr, und leuchtest in des Vaters Ehr; deins Geistes Kraft, du König fromm, uns allezeit zu Hülfe komm! Vincentius Schmuck, Mach Rex Christe faetor omnium.) geb. 1565, + 1628. Eigne Melodie. 93. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urtheil hat ge⸗ sprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten bist du gerathen? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins An⸗ gesicht geschlagen und verhöh⸗ net, du wirst mit Essig und mit Gall getränket ans Kreuz gehenket. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich geschla⸗ gen! Ich, mein Herr Jesu! 71 habe dieß verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott miß⸗ handelt. Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen; Gott liegt gefangen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu der Scheitel war nichts Guts zu finden. Dafür hätt ich dort in der Hölle müssen ewiglich büßen. 7. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich ge⸗ bracht auf diese Marterstraße. Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten! Wie kann ich gnugsam solche Treu ausbrei⸗ ten! Kein menschlich Herz ver⸗ mag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, wo⸗ mit doch dein Erbarmen zu 7˙² Passionslieder. vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme, wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs Neue nicht mein Herz entzünden mit al⸗ ten Sünden. 11. Weil aber dieß nicht steht in eignen Kräften, dem Kreuze die Begierden anzu⸗ heften: so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für nichts mehr achten; ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfol⸗ gung, nichts von Todesschmer⸗ zen nehmen zu Herzen. 14. Dieß alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst du, o Herr, nicht gar bei Seite setzen. In Gnaden wirst du dieß von mir anneh⸗ men, mich nicht beschämen. 15. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf hleibe meinem Haupte stehn die Eh⸗ n. renkrone: so will ich dir, wem 290 alles wird wohlklingen, Loh 1 und Dank singen. kränk Johann Heermann, geb. 1585, 4+ 164N. schaff ein si Mel. Zion klagt mit ꝛc. hin ů ö ü 94. Jesu, deine tiefen hanl Wunden, deine Qual und Heil. bittrer Tod geben mir zu alln mich Stunden Trost in Leibs⸗ und 5 Seelennoth. Fällt mir etw Nert Arges ein, denk ich bald ai ersie . bersie deine Pein, die erlaubet ma od nem Herzen mit der Sünd f ö ann nicht zu scherzen. an di 2. Will sich dann in Wah mir? lust weiden mein verderbul deine Fleisch und Blut: so gedenl Aufe ich an dein Leiden; bald wih 6. alles wieder gut. Kommt du Herze Satan und setzt mir heftignn tigkei halt ich ihm für deine Gul Schn und Gnadenzeichen, bald mi Kam er von dannen weichen. berge 3. Will die Welt mit will! Herze führen auf die bra legti. Wollustbahn, da nichts istal glück Jubiliren, alsdann schau i emsig an deiner Marter Cent. nerlast, die du ausgestande hast: so kann ich in Andahh 95. ö zenm ö Passionslieder. 73 ne auf die Ch⸗ r, wenn en, Loh bleiben, alle böse Lust ver⸗ treiben. 4. Ja für alles, was mich kränket, mir dein Leiden Hülfe schafft; wenn mein Herz hin⸗ ein sich senket, schöpft es neue Lebenskraft; deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das tiefn hittre Leid, der du mir das al uu Heil erworben, da du bist für zualla mich gestorben. bs⸗uh 5. Auf dich setz ich mein retwa Pertrauen; du bist meine Zu⸗ 23 u gersicht. Dein Tod hat den Rue Tod zerhauen, daß er mich Sünt kann tödten nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet in Wah mir Trost, Schutz und Heil; rderbu deine Gnade wird mir geben gede Auferstehung, Licht undLeben. ald wi) 6. Hab ich dich in meinem mmt du Herzen, du Brunn aller Gü⸗ eftigi tigkeit, so empfind ich keine ne Guß Schmerzen auch im letzten ald mij Kampf und Streit; ich ver⸗ en. berge mich in dich, welch Feind elt men will verletzen mich? Wer sich ie breil legt in deine Wunden, der hat ts istab glücklich überwunden. schau i Joh. Heermann, geb. 1585, 4+ 1647. ter Cenh jestande Eigne Melodie. Andach 95. Du großer Schmer⸗ zenmann, vom Vater so ge⸗ „+ 1647. it ꝛc. schlagen, Herr Jesu, dir sey Dank für alle deine Plagen, für deine Seelenangst, für deine Band und Noth, für deine Geißelung, für deinen bittern Tod. 2. Ach, das hat unsre Sünd und Missethat verschuldet, was du an unsrer Statt, was du für uns erduldet. Ach, unsre Sünde bringt dich an das Kreuz hinan, o unbefleck⸗ tes Lamm, was hast du sonst gethan? 3. Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Le⸗ ben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben; dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der ar⸗ men Sünder Theil. 4. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen und unter unsrer Last des Kreuzes nicht verzagen; hilf tragen mit Geduld durch deine Dornenkron, wenns kommen soll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn. 5. Dein Angst komm uns zu Gut, wenn wir in Aeng⸗ sten liegen, durch deinen To⸗ deskampf laß uns im Tode 74 siegen; durch deine Bande, Herr, bind uns, wie dirs ge⸗ fällt; hilf, daß wir kreuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt. 6. Laß deine Wunden seyn die Heilung unsrer Sünden; laß uns auf deinen Tod den Trost im Tode gründen; o Jesu, laß an uns durch dein Kreuz, Angst und Pein dein Leiden, Angst und Noth ja nicht verloren seyn. Adam Thebesius, geb. 1596, 4 1652. Mel. Herr Christ, der einig ꝛe. 96. Wenn meine Sünd mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist, und alle meine Schulden⸗ last am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Ma⸗ ßen, wer es betrachtet recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht! Es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott Passionslieder. in Gnaden; die Schuld i allzumal bezahlt durch Ehn sti theures Blut, daß ich nit mehr darf fürchten der Höll Qual und Gluth. 4. Drum sag ich dir vnn Herzen jetzt und mein Lebey lang für solche Pein un Schmerzen, o Jesu, Lob un Dank, für deine Noth un Angstgeschrei, für dein i schuldig Sterben, für dein Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein biii Leiden mich reizen für un für, mit allem Ernst zu m den die sündliche Begier, di mir nie komme aus dem Sim wie viel es dich gekostet, di ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und mein Plagen, sollts auch seh Schmach und Spott, hilf ui geduldig tragen; gib, o mi Herr und Gott, daß ich vun läugne diese Welt und foh dem Exempel, das du m vorgestellt. 7. Laß mich an Anden üben, was du an mir gethan und meinen Nächsten liehn gern dienen Jedermann, Y Eigennutz und Heuchelsche huld i ch Chn ich nich er Höll dir von n Leben ein un Lob un oth um dein u ür dein in bitth für un t zu mij gier, di m Sin pstet, di nd mein ich seh hilf m o, o mii ich v ind foh du i Anden ir gethah en lieben iann, oh. chelschel Passionslieder. und wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wun⸗ den mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und des versichern mich: weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, geb. 1601, 4+ 1671. Eigne Melodie. 97. Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich ge⸗ geben in die tiefste Seelen⸗ noth, in das äußerste Verder⸗ ben, nur daß ich nicht möchte sterben. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast ausge⸗ standen Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du ge⸗ rechter Gottes-Sohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Wunden lässest du dir schlagen; alle Marter trägest du, um zu heilen meine Pla⸗ gen und zu setzen mich in 75 Ruh; ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dor⸗ nen dich gekrönet. Was hat dich dazu bewegt? daß du möchtest mich ergötzen, mir die Ehrenkron aufsetzen. Tau⸗ send, tausendmal sey dir, lieb⸗ ster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast wollen seyn ge⸗ schlagen, mich zu lösen von der Peinj fälschlich lassen dich an⸗ klagen, daß ich könnte sicher seyn; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausend⸗ mal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. ö 6. Du hast dich mit Schmach bedecket, hast gelit⸗ ten mit Geduld, gar den her⸗ ben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen seyn gequälet. Tau⸗ send, tausendmal sey dir, lieb⸗ ster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demuth hat ge⸗ büßet meinen Stolz und Ue⸗ 76 Passionslieder. bermuth; dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu Gut; dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tau⸗ sendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun ich danke dir von Herzen, Herr, für die ge⸗ sammte Noth, für die Wun⸗ den, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod. Für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Pla⸗ gen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar seyn. Ernst Christoph Homburg, geb. 1605, 4+ 1681. Mel. An Wasserflüssen Babylon ꝛc. 98. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget mit Geduld die Sün⸗ den aller Sünder; es geht da⸗ hin, wird matt und krank, er⸗ gibt sich auf die Würgebank, verzeiht sich aller Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod, und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den h Gott zum Sündenfeind un Sühner wollen wählen. G hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich anz gethan zur Straf und Zorm Ruthen; die Straf ist schwů der Zorn ist groß; du kamn und sollst sie machen los dun Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Vater, ja von He⸗ zensgrund, leg auf, ich wi dirs tragen. Mein Woll⸗ hängt an deinem Mund mah Wirken ist dein Sagen.“ Wunderlieb, o Liebesmach du kannst, was nie kein Mens gedacht, Gott seinen Soh abzwingen. O Liebe, Lieh du bist stark, du streckest de ins Grab und Sarg, vor den die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will i dich aus meinem Sinn nith lassen; dich will ich stil gleichwie du mich, mit Liehe armen fassen. Du sollt seh meines Herzen Licht, un wann mein Herz in Stüt bricht, sollt du mein Hen bleiben. Ich will mich din mein höchster Ruhm, hierm zu deinem Eigenthum bestil diglich verschreiben. den he ind un en. G d nimn eichaut oZorm t schun u kamn os dun Bluten. von He ich wi Wolle nd ʒmei igen. esmach u Menst n Soh e, Lieh. ckest d vor den e will i inn nith ich stei it Liebel sollt seh cht, u n Stült in Hen Passionslieder. 5. Ich will von deiner Lieb⸗ lichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Le⸗ bens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dank⸗ barkeit ergießen; und was du mir zu Gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtniß schließen. 6. Erweitre dich, mein Herzensschrein, du sollt ein Schatzhaus werden der Schä⸗ tze, die viel größer seyn, als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schätzen dieser Welt, weg Ehre, Wollust, Pracht und Geld! Ich hab ein Bessers funden: mein gro⸗ ßer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 7. Das soll und will ich mir zu Nutz zu allen Zeiten machen; im Streite soll es seyn mein Schutz, in Traurig⸗ keit mein Lachen, in Fröhlich⸗ keit mein Saitenspiel, und wann mir nichts mehr schme⸗ cken will, soll mich dieß Manna speisen; im Durst solls meine Quelle seyn, bin ich verlassen 77 und allein, soll es mein Troͤ⸗ ster heißen. 8. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut das ist mein Leben. Wann mich der Sonnen Hitze trifft, so kann mirs Schatten geben. Setzt mir der Wehmuth Schmerzen zu, so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker; und wann des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 9. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so laß dieß Blut mein Purpur seyn, ich will mich darein kleiden; es soll seyn meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlge⸗ schmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt, geb. 1606, + 1676. Mel. O Welt, ich muß dich ꝛc. 99. O Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreu⸗ zes schweben: dein Heil sinkt in den Tod; der große Fürst der Ehren läßt willig sich be⸗ N 78 Passionslieder. schweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes über⸗ füllt. Aus seinem edlen Herzen vor unerschöpftem Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschla⸗ gen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Uebelthaͤten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sün⸗ den, die sich wie Körnlein fin⸗ den des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte bü⸗ ßen, an Händen und an Fü⸗ ßen gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel sehrer als ein Stein. Du wirst ein Fluch; dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal seyn. 7. Du setzest dich zum Bi gen, ja lässest dich gar würg für mich und meine Schuh Mir lãässest du dich krönen n Dornen, die dich höhnen, i leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, vn bunden all Augenblick m Stunden dir überhoch m sehr. Was Leib und S vermögen, das soll ich bil! legen allzeit an deinen Dinn und Ehr. 9. Nun ich kann nicht i geben in diesem armen Lehn Eins aber will ich thun: soll dein Tod und Leiden, i Leib und Seele scheiden, m stets in meinem Herzen ruht 10. Ich wills vor Augens⸗ tzen, mich stets daran ergoͤhn ich sey auch, wo ich sey; eost mir seyn ein Spiegel der i schuld und ein Siegel der Ii und unverfälschten Treu. 14. Wie heftig unsre Sin den den frommen Gott en zünden, wie Rach und Cift gehn, wie schrecklich seine M then, wie zornig seine Fl then, will ich aus deinnn Leiden sehn. 12. Ich will darin erblickg wie ich mein Herz soll schmt cken Mut liebe trübe Bos um Bi würg Schuh önen u nen, in uld. Heil, yn ick m och m nd S ich bilh en Dien nicht Y en Lebn thun: eiden/y iden, m en ruhn Augens⸗ ergötzg 93 eosl der ly der L Treu. isre Sin Gott esh ind Cift seine M ine Fh deinan Passionslieder. cken mit stillem, sanftem Muth; und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr be⸗ trüben mit Werken, so die Bosheit thut. 13. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Na⸗ men brechen, so will ich zäh— men mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 14. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen, was meinem Geist gelüst. Was deine Augen has— sen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 15. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in dei⸗ nen Schoß und Hände beglei⸗ ten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1606, 4 1676. Mel. Herzlich thut mich de. 100. O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn! O Haupt, zum Spott gebunden mit ei⸗ ner Dornenkron! O Haupt, erblickg sonst schön gezieret mit höch⸗ Il schntz ster Ehr und Zier, jetzt aber 1 ö 79 hochst schimpfiret, gegrüßet seyst du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet, wer hat dein Au⸗ genlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zu⸗ gericht? 3. Nun, was du Herr er⸗ duldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast! Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat, gib mir, o mein Erbarmer, den An⸗ blick deiner Gnad. 4. Erkenne mich, mein Hü⸗ ter; mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Gü⸗ ter, ist mir viel Guts gethan. Dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost; dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 5. Ich will hier bei dir ste⸗ hen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird er⸗ blassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 80⁰ Passionslieder. 6. Es dient zu meinen Freuden und kömmt mir herz⸗ lich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich fin⸗ den soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 7. Ich danke dir von Her⸗ zen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sey. 8. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wann mir am allerbängsten wird um das Herze seyn, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schil⸗ de, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach dir blicken; da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, geb. 1606, 4+ 1676. 10 61 8 klagt mit Angst ꝛn Sey mir tausend mal gegrüßet, der mich je un H je geliebt, Jesu, der du selhi tilg a gebüßet das, womit ich dit betrübt; ach, wie ist mir dot so wohl, wann ich knien u Mel liegen soll an dem Kreuze, d du stirbest und um mein Seele wirbest. 2. Heile mich, o Heil d— Seelen, wo ich krank und txn rig bin; nimm die Schmerza die mich quälen, und den gu zen Schaden hin, den n ich le Adams Fall gebracht, undi!h 2. selber mir gemacht; wird Arzt, dein Blut mich netzn wird sich all mein Jamm Sün setzen. 3. Schreibe deine blutmn schon Wunden, mir, Herr, in iverg Herz hinein, daß sie moͤß Rech alle Stunden bei mir unmn 3. gessen seyn; du bist doch mi schönstes Gut, da mein gam Herze ruht; laß mich hier; und deinen Füßen deiner Liehin hang Gunst genießen. schaf 4. Diese Füße will ich hi schw ten, auf das Best ich imm versi kann; schaue meiner Hah 4 Falten und mich selber freu Da lich an von des hohen Kreu lobsi ö Ingst ꝛ0 tausend h je un du selh ich dit nir doh lien in euze, n mein Heil di ind tray hmenge den gaj den m t, undi wird/ ch netzn Jamm e bluth r, in di ie mög lir unoin doch mi in gams ch hiern Liebi ill ich hi ich imm er Hanh er freum n Kreus Passionslieder. Baum, und gib meiner Bitte Raum; sprich: Laß all dein Trauren schwinden; ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt(nach Bernhard von Clairvaux), geb. 1606, 4+ 1676. Mel. Herr Jesu Christ, du ꝛc. 102. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein be⸗ trübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit seyn, die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Noth und deinen herben, bittern Tod, dieweil ich lebe, denken. 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach, liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen seyn, laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gan⸗ gen, vertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rath und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchtest. 4. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen; und wenn du zu 81 der Seligkeit mich wirst hin⸗ künftig bringen, so will ich daselbst noch vielmehr zu⸗ sammt dem ganzen Himmels⸗ heer dich ewig dafür loben. 5. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zu⸗ flucht seyn, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Noth und selig sterbe. Amen! Mel. Herr Jesu Christ, du ꝛc. 103. Ich danke dir für deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, die du in dei⸗ ner letzten Noth empfandst in deinem Herzen. Laß die Ver⸗ dienste solcher Pein ein Labsal meiner Seelen seyn, wenn mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir hast erzeiget, da du mit Zahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach, neig dich auch zu mir, mein Gott, wenn ich gerath in Todesnoth, damit ich Gnade spüre. ö 3. Laß meine Seel in dei⸗ ner Gunst aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht 6 8²2 Passionslieder. sey umsonst dein theuer wer⸗ thesLeiden; nimm sie hinauf zur selben Frist, wo du ihr liebster Jesus bist, und laß mich ewig leben. Johann Scheffler, geb. 1624, + 1677. Eigne Melodie. 104. O du Liebe meiner Liebe, du erwünschte Selig⸗ keit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu Gute, als ein Schlachtschaf eingestellt, und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Oelberg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhör⸗ lich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, den, so Nie⸗ mand konnte stillen, hat dein Sterben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört; Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, da sich Kraft und Athem endt; Liebe, die sich liebend neiget, da sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die mit so vi die S Wunden gegen mich, als sein Adam Braut, unauflöslich sich vn Todes bunden und auf ewig anver loren traut; Liebe, laß auch men 2. Schmerzen, meines Lebenu Plage Jammerpein in dem blutpyen Sünd wundten Herzen sanft in di mich z gestillet seyn. selbst 5. Liebe, die für mich daß n storben und ein immerwih kühle, rend Gut an dem Kreuzeshoh fühle. erworben, ach, wie denk ichn pein dein Blut! Ach, wie dankil seyn! deinen Wunden, du verwunn 3. Liebe du, wenn ich in den liy Band ten Stunden sanft in dein den fr Seiten ruh! Schan 6. Liebe, die sich todt seh. kränket und für mein erkall der Er Herz in ein kaltes Grab u Scha senket, ach, wie dankich deinn deine; Schmerz! Habe Dank, daßg verlor gestorben, daß ich ewig len 4. kann, und der Selen Heilu schwei worben; nimm mich en das V liebend an!.2 den u fort u Mel. Jesu, der du meine Seelen Gewif 105. Jesu, der du wols Verde büßen für die Sünden all⸗ deine Welt durch dein theures Vlt derlor vergießen, der du dich hiß 5. dargestellt als ein Opfer fi breche Passionslieder. so vil die Sünder, die verdammten als sen Adamskinder: ach, laß deine sich vn Todespein nicht an mir ver⸗ g anver loren seyn! ch mein 2. Rette mich durch deine Lebem Plagen, wenn mich meine blutyr Sünde plagt; laß, ach laß ft in di mich nicht verzagen, weil du selbst für mich gezagt; hilf, michg daß mich dein Angstschweiß merwiß kühle, wenn ich Drangsalshitze uzeshah fühle. Ach, laß deine Todes⸗ enk ichn pein nicht an mir verloren e dankis seyn! rwun 3. Mache mich durch deine denlh Bande von des Satans Ban⸗ in deim den frei; hilf, daß dein erlittne Schande meine Kron und Ehre todth seh. Trost der Seelen, Heil n erkalll der Erden, laß mich nicht zu Grab g Schanden werden! Ach, laß hh deinn deine Todespein nicht an mir ik, daßd verloren seyn! wig ls 4. Rede durch dein Stille⸗ Heil in schweigen, liebster Jesu, mir nich euh das Wort. Wenn mich Sün⸗ 4 100 den überzeugen und verklagen fort und fort, wenn mein bös ie Seeles Gewissen schreiet und mir mit du wolls Verdammniß dräuet: ach, laß den alls deine Todespein nicht an mir res Blt verloren seyn! dich hi 5. Laß mich Freudenrosen Opfer si brechen, liebster Jesu, meine 83 Zier, von den Dornen, die dich stechen; Jesu, nahe dich zu mir! Kröne mich mit Huld und Gnade, daß kein Sün⸗ dendorn mir schade. Ach laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 6. Heile des Gewissens Striemen, nimm von mir der Schmerzen Last durch die Gei⸗ ßeln, durch die Riemen, welche du gefühlet hast, daß ich böser Knecht der Sünde Satans Streiche nicht empfinde. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 7. Ach, laß deine tiefen Wunden frische Lebensbrun⸗ nen seyn, wenn mir alle Kraft verschwunden, wenn ich schmacht in Seelenpein. Senk die Schuld, die mich beladen, in den Abgrund deiner Gna⸗ den. Ach, laß deine Todes⸗ pein nicht an mir verloren seyn! 8. Ach, zerbrich des Eifers Ruthe, ach, erzeige Gnad und Huld, tilge doch mit deinem Blute meine schwere Sünden⸗ schuld; laß mich in der Angst von Sünden Ruh in deiner Seite finden. Ach, laß deine 6 8⁴ Passionslieder. Todespein nicht an mir ver⸗ loren seyn! 9. Jesu, komm, mich zu be⸗ freien durch dein lautes Angst⸗ geschrei; wenn viel tausend Sünden schreien, stehe doch mir Armen bei; wenn mir Wort und Sprach entfallen, laß mich sanft von hinnen wallen. Laß mir deine Todes⸗ pein Leben, Heil und Him⸗ mel seyn! Eigne Melodie. 106. Als Jesus an dem Kreuze hing, der Tod schier Seel und Leib umfing, da hatt er Angst und Schmerzen. Was da aus seinem Munde ging, das faß, o Mensch, zu Herzen. 2. Die erste Rede, wie er bat, betraf des Vaters Güt und Rath: Vergib dem Volk bdie Sünden; es kennt nicht seine Missethat; ach, laß es Gnade finden! 3. Das andre Wort, wo⸗ mit er lehrt, ward zu des Schächers Trost gehört: Dein Leid wird in Vertrauen, dein Tod ins Paradies verkehrt, mich heut allda zu schauen. 4. Zum dritten stund die Mutter dar, da sprach a Gott Weib, das mich gebar, di Gnat ist dein Sohn geblieben ewig Johannes, nimm der Mutt wahr, die sollt du kind Me— lieben. 10⁴ 5. Zum vierten rief er au Er if Mich dürst! Wornach, du 0 schlie ßer Lebensfürst? den M. Zried schen Heil zu bringen. We den; du von hinnen scheiden win Ruh so wird es dir gelingen. desne 6. Zum fünften schri⸗ ist vo heftiglich: Mein Gott, 2. Gott, entzeuchst du diche A hats hast du mich verlassen?] Wor leide Noth und ängste mi Herz doch kannst du mich n chen; hassen. faßt 7. Zum sechsten nehn Kraf dieß in Acht: Mein Leiden wahr nunmehr vollbracht, son 3 die Schrift erweiset. mein Sünder, der in Buß erwil nun wird hier mit Trost gesy Vo 8. Das siebent ist sen künd tes Wort: Herr, zeucht langt meinem Geiste fort; es Frien nunmehr zumEnde; denih ßes J geb ich dir, mein Hort, 4 deine Vaterhände. welch 9. Wer recht hierühn deine sich schlägt, wer Christi A wünf und Wort erwägt und fih gen: rach en ar, dij eblieben r Mutth kindli fer aul h,dugn en Mui⸗ n. Wen den wi gen. schrin ott, m dich? V ssen?) gste mit nich n n nehh n Leiden ht, so h iset. iß erwal st gespej ist seinz zeuch t; ed ez denih 1 Hort, Passionslieder. Gott erhebet, dem wird die Gnade beigelegt, wodurch er E L 7 ewig lebet. geb. 11650 + 1727. Mel. Wer weiß, wie nahe ꝛe. 107. Es ist vollbracht! Er ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst entschläft im Frie⸗ den; die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille To⸗ desnacht; o großes Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos seyn zdas Herz der Treue wird gebro⸗ chen; den Fels des Heils um⸗ faßt ein Stein; die höchste Kraft ist nun verschmacht; wahres Wort:es istvollbrachtl 3. Es ist vollbracht! Ihr meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich ver⸗ künden: des Sohnes Blut er⸗ langt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O sü⸗ ßes Wort: es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu hierübn deinem Leichnam hin; dich hristi wünschen Engel zu umfan⸗ und sih gen: ruh auch in meinem Her⸗ 85 zen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht; o tröftlich Wort: es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die En⸗ gel sind allhie zugegen; ich schlummre sanft mit Jakob ein: die Himmelspfort ist aufgemacht. O Lebenswort: es ist vollbracht! Salomon Franck, geb. 1659, + 1725. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 108. Seele, geh auf Gol⸗ gatha, setz dich unter Jesu Kreuze und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reizez willst du unempfindlich seyn, o so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jam⸗ merbild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Ach der übergroßen Noth! es ist ja mein Jesus todt. 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hab ich ver⸗ schuldet, und du hast aus gro⸗ ßer Huld Pein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, gibst du dich ans Kreuze hin. 86 Passionslieder. 4. Unbeflecktes Gottes⸗ lamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein im Blute wal⸗ lend Herz setzet mich in tau⸗ send Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nim⸗ mermehr diese Plagen dir ver⸗ gelten; du verbindest mich zu sehr: alle Güter, tausend Wel⸗ ten, alles wäre noch kein Dank nur für deinen Gallentrank. 6. Nun, ich weiß noch was für dich: ich will dir mein Herze geben. Dieses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, lei⸗ dend, sterbend seyn. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Noth verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürst, bis du mich erquicken wirst. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmähen; laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen; führ in al⸗ lem Kreuze mich wunderlich und seliglich. 9. Endlich laß mich mein Noth auch geduldig überwin den; nirgend sonst wird mi der Tod als in deinen Win den finden. Wer sich hier e Bette macht, spricht zuleth Es ist vollbracht! Benj. Schmolck, geb. 1672, 4+ un Mel. Herzliebster Jesu, was 109. Herr, stärke mit dein Leiden zu bedenken, mi in das Meer der Liebe zu yn senken, die dich bewog, aller Schuld des Bösen i zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, Mensch gleich uns auf Erdi und bis zum Tod am Kun gehorsam werden, an unsn Statt gemartet und zerschs gen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hot heiliges Geschäfte! Sinni ihm nach, so zagen mah Kräfte, mein Herz erbebt; seh und ich empfinde den dl der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein cher alles Bösen; Gott isth Lieb und läßt die Welt eis sen. Vieß kann mein G mit Schrecken und Entzülh am Kreuz erblicken. 5. und der; erheb mein Gotte Freu 6. desser iege Stau danke Güte 7. lichen ich de ken? darf Gott 8 Gnad köme zu p wen get,! 9 von! barr Dul für 1 h mein berwin ird mit n Wun hier zuletzt 72, 4 , was ꝛ. rke mit ken, mit e zu yu vog, 9 öͤsen in Herr, uf Erdi um Kunh an unsu zerschl zen. voll hot Sinni en men rbebtz den Fl t, ein N Bott isth nein Entzü Welt cil Passionslieder. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnie⸗ derʒ es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die mensch⸗ lichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wan⸗ ken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt in Gott ist,‚ Gnad und Lieb erweisen; uns kömmt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzei⸗ get, die Gnade steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Er⸗ barmen, das du mir bewiesen. Du hast, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 1I00. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Wil⸗ 87 len üben. O gib zu diesem seligen Geschäfte mir neue —— Christian Fürchtegott Gellert, Kräfte. geb. 1715, + 1769. Mel. O Traurigkeit ꝛc. 110. Am Kreuz erblaßt, der Marter Last, der Todes⸗ qualen müde, findet mein Er⸗ löser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gebeuget schlagen. 3. Du liebtest mich und gabest dich zum Opfer für die Sünden. Wo ist größre Liebe je, größre Huld zu finden? 4. Du hasts gethan; dich bet ich an, du König der Er⸗ lösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöh⸗ ner, göttlich frei habest hinge⸗ geben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in De⸗ muth ehren. Der Erfinder meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten, sie er⸗ 88 Passionslieder. standen! Leicht entschwingt der Lebensfürst sich den To⸗ desbanden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Er⸗ löser, ists mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, erforsche mich und siehe, wie ichs meine; ja, du siehest, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit ver⸗ gessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Christ. Friedr. Neander, geb. 1724, + 1802. Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛc. III. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und hast uns durch dein theures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch dein heilig fünf Wunden roth, er⸗ lös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Noth. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, rett uns durch dein allmächtig Hand daß wir im Kreuz geduldiz seyn, uns trösten deiner schw⸗ ren Pein, 4. Und schöpfen draus di Zuversicht, daß du uns win verlassen nicht, sondern gan treulich bei uns stehn, bis vñ durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer, 1000. Begräbniß Jesu. Eigne Melodie. 112. O Traurigkeit, Herzeleid, ist das nicht zu h⸗ klagen? Gott, des Vaters g⸗ nigs Kind, wird ins Gu getragen. 2. O große Noth, Go selbst liegt todt; am Kreuzis er gestorben, hat dadurch du Himmelreich uns aus L erworben. 3. O Menschenkind lin deine Sünd hat dieses ang⸗ richtet, da du durch die M sethat warest ganz vernichit 4. Dein Bräutigam, du Gotteslamm, liegt hier m Blut beflossen, welches“ ganz mildiglich hat für d vergossen. 5. O süßer Mund, o Gl bensgrund, wie bist du de Hand eduldi schw⸗ aus di 8 win rn gam bis wi en gehn r, + 1600 e su. igkeit, t zu h⸗ aters eh 15 Gu h, Gah Kreuz i urch di us L ndiim es angt die M rnichim am, du hier n lches für di o Glah du dos zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja be⸗ klagen. 6. O lieblichs Bild, schön, zart und mild, du Schmerz⸗ sohn der Jungfrauen, Nie⸗ mand kann dein heißes Blut sonder Reu anschauen. 7. O selig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab gesenket. 8. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen, hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge Johann Rist, sehnen. geb. 1607, 4+ 1667. Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛc. 113. Der du, Herr Jesu, Ruh und Rast in deinem Grab gehalten haft, gib, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Muth, die du er⸗ kauft mit deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Got⸗ tes Lamm, getödtet an des Kreuzes Stamm. Laß ja uns Sündern deine Pein den Ein⸗ gang in das Leben seyn. Georg Werner, geb. 1607, 4+ 1671. Passionslieder. 89 Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid ꝛc. 114. So ruhest du, o meine Ruh, in deiner Grabes⸗ höhle, und erweckst durch dei⸗ nen Tod meine todte Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Le⸗ bens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach, du bist kalt, mein Aufenthalt! das macht die heiße Liebe, die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. 4. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder aufer⸗ wecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Sie wird mir seyn ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch dei⸗ nen Tod Tod und Grab be⸗ siege. 6. Gar nichts verdirbt; der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus demGrabe gehen. 7. Indeß will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken, und an deinen bittern Tod bis in Tod gedenken. Salomon Franck, geb. 1659, + 1725. * 9⁰ Osterlieder. Osel ie der. Eigne Melodie. 115. Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh seyn, Christ soll unser Trost seyn. Kyrieleis! 2. Wär er nicht erstanden, die Welt die wär vergangen; seit daß er erstanden ist, so lob'n wir den Herren Jesum Christ. Kyrieleis! 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh seyn, Christ soll unser Trost seyn; Kyrieleis! Alte Kirche. Eigne Melodie. 116. Jesus Christus, un⸗ ser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden; die Sünd hat er gefangen. Kyrie eleison! 2. Der ohn Sünden war geboren, trug für uns Gottes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrie eleison! 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, alls in Händen er hat. Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Kyrie eleison! Dr. Martin Luther, geb. 1483, 4 1546. Eigne Melodie. 117.Christ lag in Todeil banden, für unser Sünd guh ben; der ist wieder erstandg und hat uns bracht das Lehen Des wir sollen fröͤhlich sen Gott loben und dankbar seh und singen: Halleluja, Hall luja! 2. Den Tod Niemai zwingen konnt bei allen Nn schenkindern; das macht all unser Sünd, kein Unschil war zu finden; davon kamd Tod so hald und nahm uh⸗ uns Gewalt, hielt uns in sh Reich gefangen. Hallelusn! 3. Jesus Christus, Got Sohn, an unsrer Statt f kommen und hat die Si abgethan, damit dem Tod y nommen all sein Recht u sein Gewalt; da bleibt nich denn Todsgestalt; den E chel hat er verloren, Halleli 4. Es war ein wunder Krieg,da Tod und Leben m gen; das Leben behielt di Sieg, es hat den Tod g. schlungen; die Schrift hat kü. det das, wie ein Tod x Todez nd g—h rstandg S Leben ich sen bar seh a, Hall Miemam en Mn cht alli Unschh kam x ihm üh⸗ 18 in sch Ilelua! 8, Gottt Statt i ie Siih 1Tod y echt n ibt nict den Eth allelaj underst eben m hielt d Tod W t hat g Tod d Osterlieder. andern fraß; ein Spott aus dem Tod ist worden. Halle⸗ luja! 5. So feiern wir das hoh Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt; er ist selber die Sonne, der durch seiner Gna⸗ den Glanz erleucht unser Her⸗ zen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! Dr. M. Luther, geb. 1483, + 1546. Eigne Melodie. 118. Christus ist erstan⸗ den von des Todes Banden; des freuet sich der Engel Schaar und fingt im Himmel immerdar. Halleluja! 2. Der für uns sein Leben in den Tod gegeben, der ist nun unser Osterlamm, daß wir uns freuen allesammt. Halleluja! 3. Der am Kreuz gehan⸗ gen, kein Trost konnt erlan⸗ gen, der lebet nun in Herrlich⸗ keit, uns zu vertreten stets be⸗ reit. Halleluja! 4. Der so ganz verschwie⸗ gen zur Höllen gestiegen, den wohlgerüsten Starken band, der wird nun in der Höh er⸗ kannt. Halleluja! 91 5. Der da lag begraben, der ist nun erhaben, und sein Thun wird krãftig erweist und in der Christenheit gepreist. Halleluja! 6. Er läßt nun verkünden Vergebung der Sünden, und wie man die durch rechte Buß nach seiner Ordnung suchen muß. Halleluja! 7. O Christe, Osterlamm, speis uns heut allesammt, nimm weg all unser Misse⸗ that, daß wir dir singen früh und spat. Halleluja! Böhmische Brüder 1531. Eigne Melodie. I19. Galobt sey Gott im höchsten Thron sammt seinem eingebornen Sohn, der für uns hat genug gethan. Hal⸗ leluja, Halleluja, Halleluja! 2. Des Morgens früh am dritten Tag, weil noch der Stein am Grabe lag, erstund er frei ohn alle Klag. Hal⸗ leluja:,:/: 3. Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Noth, versühnet Sünd und Missethat. Halleluja 1 2½ 4. Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod er⸗ ETFTFTIIII—————————— 9² standen bist, verleihe, was uns selig ist. Halleluja:/ 5. O mache unser Herz be⸗ reit, damit wir, von der Sünd befreit, dir mögen singen alle⸗ zeit: Halleluja 11 1/ Böhmische Brüder 1531. Eigne Melodie. 120. Erschienen ist der herrlich Tag, dran sich Nie⸗ mand gnug freuen mag. Christ, unser Herr, heut tri⸗ umphirt; all sein Feind er ge⸗ fangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Noth hat überwunden JesusChrist, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her; das Leben siegt und ward ihm Herr; zer⸗ stört ist nun all seine Macht; Christ hat das Leben wieder⸗ bracht. Halleluja! 4. Die Sonn, die Erd, all Creatur, und was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darnieder lag. Halle⸗ luja! 5. Drum wir auch billig Osterlieder. fröhlich seyn, singen das Hal leluja fein und loben dish Herr Jesu Christ, zum Tru du uns erstanden bist. Hall⸗ Nikol. Herma Iuja 4+ 1561. 0 Eigne Melodie. 121. Heut triumphinj Gottes Sohn, der von den Tod erstanden schon, Hall⸗ luja, Halleluja! mit großt Pracht und Herrlichkeit, de dank'n wir ihm in Ewigkeit Halleluja, Halleluja! 2. Dem Teufel hat er su Gewalt zerstört, verheert aller Gestalt, Halleluja, Hul leluja! wie pflegt zu thun e starker Held, der seinen Fein gewaltig fällt. Hallelun Halleluja! 3. O süßer Herre Ii Christ, der du der Sündn Heiland bist, Halleluja, Hul leluja! führ uns durch dun Barmherzigkeit mit Freudn in dein Herrlichkeit. Hall⸗ luja, Halleluja! 4. Hier ist doch nichts din Angst und Noth; wer glauh und hält dein Gebot, Hall⸗ Iuja, Halleluja! der Welt i ö er ein Hohn und Spott, nu ö as Hah n dich Troj Hall⸗ Hermann 1561. mphim on den Hallhe großn keit, di wigkeit t er sin heert i ja, H thun ei en Feim alleluß re II Sündn ja, Hh rch dii Freudo Hall⸗ hts dem glauhe „Hall⸗ Welt i ott, muj Osterlieder. leiden oft ein schnöden Tod. Halleluja, Halleluja! 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich murrt, ists ohn Gefähr. Hal⸗ leluja, Halleluja! Er liegt be⸗ siegt, der arge Feind, dagegen wir Gotts Kinder seind. Hal⸗ leluja, Halleluja! 6. Dafür danken wir alle gleich und sehnen uns ins Himmelreich, Halleluja, Hal⸗ leluja! Es ist am End; Gott helf uns all, so singen wir mit großem Schall: Halleluja, Halleluja! 7. Gott dem Vater im hoͤch⸗ sten Thron, sammt Christo, seinem lieben Sohn, Halle⸗ luja, Halleluja! dem heilgen Geist zu gleicher Weis in Ewigkeit sey Lob und Preis. Halleluja, Halleluja! Basilius Förtsch, 4 1619. Mel. Heut triumphiret Gottes ohn ꝛc. S 122. Früh morgens, da die Sonn aufgeht, mein Hei⸗ land Christus aufersteht. Hal⸗ leluja, Halleluja! Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja!: 2. Wenn ich des Nachts 93 oft lieg in Noth verschlossen, gleich als wär ich todt, Halle⸗ luja ,: läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja!:, 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang meinHeiland bleibt im Todeszwang. Halleluja:/ Den dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halle⸗ luja!: 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Hal⸗ leluja.:: Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja!:: 5. In Kurzem wach ich fröhlich auf; mein Ostertag ist schon imLauf. Halleluja:/: Ich wach auf durch des Her⸗ ren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halle⸗ lIuja!:, 6. Am Kreuz läßt Christus öͤffentlich vor allem Volke töd⸗ ten sich. Halleluja:: Da er durchs Todes Kerker bricht, läßt ers die Menschen sehen nicht. Halleluja!: 7. Sein Reich ist nicht von 9⁴ Osterlieder. dieser Welt; kein groß Ge⸗ präͤng ihm hie gefällt. Halle⸗ luja:,: Was schlecht und nie⸗ drig geht herein, soll ihm das Allerliebste seyn. Hallelujal:,: 8. Hier ist noch nicht ganz kund gemacht, was er aus seinem Grab gebracht, Halle⸗ luja): der große Schatz, die reiche Beut, drauf sich ein Christ so herzlich freut. Hal⸗ leluja!: 9. Der jüngste Tag wird zeigen an, was er für Thaten hat gethan, Halleluja:: wie er der Schlaͤngen Kopf zer⸗ knickt, die Höll zerstört, den Tod zerdrückt. Halleluja!: 10. Da werd ich Christi Herrlichkeit anschauen ewig voller Freud; Halleluja: mich werde sehn, wie alle Feind zur Höllenpein gestürzet seind. Halleluja!: 11. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst todt und sich nicht regt, Halle⸗ luja:: geht aus dem Grab in eigner Kraft; Tod, Teufel, Höll nichts an ihm schafft. Halleluja! 2, 12. O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Halleluja:/ Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Hallelujal 13. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; Hallelu⸗ ja:: wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Chri⸗ stum bei mir hab. Hallelujalr 14. Er nährt, er schützt, en tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Halleluja: Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied sein Leibes bin. Halleluja! ½ 15. Durch seiner Aufersteh⸗ ung Kraft komm ich zur Engel Brüderschaft. Hallelujan Durch ihn bin ich mit Gon versöhnt; die Feindschaft is ganz abgelehnt. Hallelujal: 16. Mein Herz darf nicht entsetzen sich; Gott und di Engel lieben mich. Hallelun Die Freude, die mir ist be reit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja!:, 17. Für diesen Trost,9 großer Held, Herr Jesu, dann dir alle Welt. Hallelujal genste Dort wollen wir auf beßn unda Weis erheben deinen Ruhn Sieg Zorni und Preis. Halleluja!:, Johann Heermann, geb. 1585, 4 164., Stach Sieg, jetzt de sam er dankt, herrli durch er sie in die doch de ihr zer 3. Le herfür gefang Schlof den nichts lauf d halten winden 4. behält höhet; mächti und a chwer on des al: as bin daß er Allelu⸗ eWelt Chri⸗ ujal; ützt/ er nimmt uja:; uß ich seins 1.—. 1425 ersteh⸗ Engil uja 0 it Gon aft i Ujal:; f nicht ind di Ilelun deermann, „+ 164. Osterlieder. Mel. Es ist das Heil uns ꝛe. 23. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grau⸗ sam er sich stelle? Gott sey ge⸗ dankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte? Mit List und Macht sie auf ihn drang; jedennoch er sie däimpfte. Ob sie ihn in die Ferse sticht, so sieget sie doch darum nicht; der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür; den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Höllen Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen; nichts ist, das in dem Sieges⸗ lauf den starken Held kann halten auf; er ist der Ueber⸗ winder. 4. Des Herren Rechte die behält den Sieg und ist er⸗ höhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entge⸗ 0 genstehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi m Sieg gedämpfet seind; ihr Zorn ist krastlos worden. 9⁵ 5. Es war getödtet Jesus Christ, und sieh, er lebet wie⸗ der. Weil nun das Haupt er⸗ standen ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So Jemand Chri⸗ sti Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo aufer⸗ stehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht an⸗ gehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht, und un⸗ vergänglich Wesen. 7. Das ist die rechte Oster⸗ beut, der wir theilhaftig wer⸗ den: Fried, Freude, Heil, Ge⸗ rechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Chri⸗ sti verklärtem Leibe. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sey gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. Justus Gesenins, geb. 1601, 4+ 1671. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 124. Der Hölle Pforten sind zerstört; der Tod ist nun verschlungen; des Satans Reich ist ganz verheert; Lob sey dir, Gott, gesungen! Der Sünden Macht ist abgethan; durch Christum ist die Him⸗ melsbahn uns wieder aufge⸗ schlossen. 2. Was uns des ersten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wieder⸗ um erkoren. Der starke Held aus Davids Stamm hat sei⸗ nes Vaters Zornesflamm ge⸗ löscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mitgroßer Macht gebrochen, und stecket auf das Heilspanier, gleichwie er hat versprochen; er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, ja alle Himmelsschätze. 4. Drum lasset uns in Fröhlichkeit Herz undGemüth erheben, weil uns ist diese Gnadenzeit vom Himmel neu gegeben. Wir haben Christi Reich und Macht; er ist hin⸗ weg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. Osterlieder. 5. Der alle Welt verfühn Geist in Noth, liegt in dem Staub Ewigt der Erden; der vormals starh Hallel Seelentod hat müssen kraftla werden. Des Lammes Blu Nel. hat ihn bekriegt, sein wahn 126 Zeugniß obgesiegt und u Herz, zum Heil erhalten. Sonn 6. Wir werden auch nas muntr dieser Zeit, wie Christus, uß Sinn, erstehen und mit ihm in pfange Herrlichkeit und Himmel Todes freud eingehen; denn wo di dem E Haupt geblieben ist, da mi Welt; sen auch zu aller Frist 2.0 andern Glieder wohnen. Sünde Mich. Schirmer, geb. 1606,4 u es Leb Glaub Mel. Erschienen ist der n. Herz si 125. Wir danken aida deit Herr Jesu Christ, daß durn was d Tod erstanden bist, und hi der gei demTod zerstört sein M 3.9 und uns das Leben wiedt ten ist, bracht. Halleluja! was dr 2. Wir bitten dich duh zu jede deine Gnad, nimm von in hoben. unsre Missethat und hilfmn böse durch die Güte dein, daßn Himm dein treue Diener seyn. H zu find leluja! 4. 3. Gott Vater in demhil Sorger sten Thron sammt seinemgh ihn hel gebornen Sohn, dem h bei dre erfühn Stauh s stath kraftla es Blu wahrit nd um ich nah us, auf n in d immalb wo di da miß Frist ien. 06, + I0 der. iken d du vnn und hi n Mah wiedg ch dun von i hilf u daß u n. H Hem hih inemeh n heih Osterlieder. Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sey Lob und Preis. Halleluja! Mel. Nun freut euch, lieben ꝛc. 126. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen; er⸗ muntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu em⸗ pfangen, der heute durch des Todes Thür gebrochen aus dem Grab herfür der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neu⸗ es Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahin⸗ ten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sey er⸗ hoben. Tritt unter dich die böse Welt und siehe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und 97 Wonne leben. Wirf dein An⸗ liegen auf den Herrn und sorge nicht; er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. ö 5. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürg⸗ te Gotteslamm hat uns zum Heil gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde Schau getragen. 6. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Je⸗ sus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden derFeinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 7. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, noch gar der Höllen Rachen; dein Jesus lebt, es hat kein Noth; er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt, als ein gekröͤnter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 8. Ach, mein Herr Jesu, der du bist von Todten aufer⸗ standen, rett uns aus Satans Mucht und List und aus des Todes Banden, daß wir zu⸗ sammen insgemein zum neuen 7 98 Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 9. Sey hochgelobt in die⸗ ser Zeit von allen Gotteskin⸗ dern, und ewig in der Herr⸗ lichkeit von allen Ueberwin⸗ dern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden. Laurentius Laurentii, geb. 1660,4 1722. Mel. Christus der ist mein Leben ꝛc. 127. Willkommen, Held im Streite, aus deines Gra⸗ bes Kluft! Wir triumphiren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird Schau getragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. 3. In der Gerechten Hüt⸗ ten schallt schon das Sieges⸗ lied; du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach, theile doch die Beute bei deinen Gliedern aus; wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret seyn, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. Osterlieder. 6. Wir sind mit dir gefh ben, so leben wir mit dirʒw uns dein Tod erworben, stell uns täglich für. 7. Wir wollen hier gu fröhlich mit dir zu Grabe gi wenn wir nur dorten s mit dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann undni schaden, sein Pfeil ist nunm stumpf; wir stehn bei Goh Gnaden und rufen schon: x umph Benj. Schmal geb. 1672, M Mel. Werde munter u. 128. Jauchzet Gottin len Landen! Jauchze, dun löste Schaaͤr! Denn der h— ist auferstanden, der fürn getödtet war. Jesus hatdi seine Macht das Erlosunz werk vollbracht, welches en sich genommen, da er inn Fleisch gekommen. 2. Sünde, was kannst mir schaden? Nun erweshs keine Noth; alle Schuld/ mich beladen, ist bezahlt d Christi Tod; das Geseh er erfüllt, also Fluch undgn gestillt und mir durch Wiederleben die Gerechti gegeben. 3. Hölle, wo sind d ir gesh dir ʒw ben, hier gu abegah ten sh ehn. unst nunm ei Goth hon:& 1j. Schmah 1672, 4 M iter ꝛe. Hottin: ze, dun der he r fürn hatdun rlösun ches ean er in kannst rwecht pchuld zahlt du Geseh! undg durch x rechtih ind d Osterlieder. Banden? Strick und Ketten sind entzwei; da mein Jesus auferstanden, bin ich vom Ge⸗ faͤngniß frei; und wie seine Höllenfahrt im Triumph vollzogen ward, so ist seinen Reichsgenossen nun der Him⸗ mel aufgeschlossen. 4. Tod, du kannst an mir nichts haben, muß ich gleich zu Grabe gehn; die mit Jesu sind begraben, werden mit ihm auferstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, also fahr ich freudig hin, da der Trost vor Augen schwebet: Jesus, dein Erlöser, lebet. 5. Jesus, mein Erlöser, le⸗ bet, welches ich gewißlich weiß; gebet, ihr Erlösten, ge⸗ bet seinem Namen Dank und Preis! Singet, singt Hallelu⸗ ja! Rufet, ruft: Der Sieg ist da! Singt und ruft in allen Landen: Heut ist Christus auf⸗ erstanden!:(e 1071. 7 1558. Mel. Lasset uns den Herren ꝛe. 129. Ueberwinder, nimm die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen den erkämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Wür⸗ 99 ger Mordgeschrei, da des To⸗ des Nacht vorbei, und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sey Dank, Halleluja! 2. Stecke nun dein Sieges⸗ zeichen auf der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestãt, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sey Dank, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armenHeerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gna⸗ de tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs Liebliche gefallen. Freud und Wonne grünen da: Gott sey Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Ge⸗ rechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geist⸗ lich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o so fördre du den Lauf; rufe 7** 100 Osterlieder. mächtig: Wachet auf! denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da: Gott sey Dank, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die letzte Stun⸗ de schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns in den höchsten Nöthen, gib uns mit⸗ ten in der Pein deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da: Gott sey Dank, Halleluja! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das kühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren; unser Hirte hütet da: Gott sey Dank, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glie⸗ der endlich aus der dunklen Nacht/wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engel⸗ gleicher Lust ewig deinen Sig erheben, und wir sprechen aut allda: Gott sey Dank, Hal Christian Ludw. leluja! 20h. 1706, bI. Mel. Vom Himmel hoch». 130. Exrinnre dich, mii Geist, erfreut des hohen Ta der Herrlichkeit. Halt im g dächtniß Jesum Christ, von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarth für ihn, als ob er heute dir schien, als spräch er: Frih sey mit dir! so freue dich, mi Geist, in mir. 3. Schanu über dich undh ihn an. Er mißt den Stenn ihre Bahn; er lebt und herist mit Gott vereint; er ist di König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm undh⸗ heit immerdar dem, der de j und der da war! Sein Mu sey gebenedeit von nun auh in Ewigkeit! 5. OGlaube, der das he erhht! Was ist der Erdenl jestät, wenn sie mein U mit der vergleicht, die ichdn Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron seinem Reich unsterblich. lig, Engeln gleich und 0 Leber ewig Herrl 7 meln nen, erfüll in m schau 8 lich k mein zu de 9. Sere mit Fron mich 1 welc nicht dirg sind schor 1 mein Heil ich n dein 1 uns sein en Sin hen auh ik, Hal w. Tad In hoch ne ch, mai en Tah t im G rist, d en ist. Ikbarkh te dir e Frich ich, mii h undh Stenmn dherst ist du und. undh⸗ der dai in Mi un anl das He Erde M ein O eichdun ht? Thronn blich b ind ell Osterlieder. ewig selig seyn, Herr, diese Herrlichkeit ist mein. 7. Du, der du in den Him⸗ meln thronst, ich soll da woh⸗ nen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 8. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken gött⸗ lich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. 9. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 10. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 11.Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich in Lieb und Treu zu deinem Bilde stets erneu. 12. Er ists, der alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Ge⸗ 101 dächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 4+ 1769. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 1. Jesus lebt, mit ihm auch ich: Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten anferwecken. Er ver⸗ klärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gotterfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun ver⸗ zagt, sündigt wider Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sey auch mein gan⸗ zes Leben. Reines Herzens will ich seyn und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin ge⸗ wiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Fin⸗ t 102 sterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu die⸗ ser Pflicht; dieß ist meine Zu⸗ versicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in To⸗ desnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, + 1769. Mel. Wachet auf, ruft ꝛc. 132. Halleluja, jauchzt, ihr Chöre, singt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht, Preis ihm, er hats vollbracht! Halleluja! Er hats voll⸗ bracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todes⸗ ketten uns befreit. Wir, von Gott gefallne Sünder, sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Se⸗ ligkeit. Bald, bald entschla⸗ Osterlieder. fen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurn Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Unsern Staub maz Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist! Du wirst unvergänglich L⸗ ben und Kraft und Herrlich keit ihm geben, dem Staube der dir theuer ist. Wir wer den ewig dein, gerecht und st lig seyn, Halleluja! Tod un Gericht erschreckt uns nicht denn Jesus, unser Mittlen lebt. 4. Tag des Lebens, Ii der Wonne, wie wird uns senn, wenn Gottes Sonne durh unsres Grabes Dunkel bricht Owas werden wirempfinden wenn Nacht und Finsteruß verschwinden, und uns un strahlt des Himmels Licht Vollender, führe du uns di⸗ sem Tage zu, uns, die Diß nen! Die Todesbahn gings du voran; wir folgen dir i * 1„„ deine Ruh. ach 1734,f Mel. Wachet auf, ruft ꝛc. 133. Lobt den Hat⸗ sten, Jesus lebet! Eilößl er ist d er her und li rig ses euch Ewig zur 8 3. Schre das G der Le Einst ben si erhebe schlaft des T Welt. hrist, e kurꝑ ht den ft. maz rst ihn der du hist! ich Ye errlich taube, ir wer und se od un nicht Nittlez 5„ N 8 seyy, durc brichtl finden isterniß 18 um⸗ Licht mns di⸗ ie Dii ging 1 dir i ned. Funt, „1+ 1814 ift ꝛe. Hödh⸗ Erlost. Osterlieder. Menschen, kommt, erhebet des Welterlösers Majestät. Hörts, betrübte Sünder, ge⸗ het der Freude Raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele, dein Gesang erschall auch ihm zum Dank, ihm zur Chre. Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide; lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er erstritt. Seyd ihr gleich des Grabes Kinder, er ist des Todes Ueberwinder; er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr trau⸗ rig seyn? Getrost könnt ihr euch freun. Jesus lebet in Ewigkeit; zu aller Zeit ist er zur Hülfe uns bereit. 3. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Le⸗ ben sich von der Erde Staub erheben, wann Jesus den Ent⸗ schlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie er⸗ neut zur Frühlingszeit die junge Schöpfung sich erfreut. 4. Auferstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Nie ge⸗ fühlte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg errungen hat. Einst sind sie unser Theil; einst krönet uns das Heil deines Lebens. Halleluja, der Herr ist nah! Bald ist der Tag des Sieges da. O stermontag. Mel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛc. 134. Zween der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seele voll Verdruß, und sie wechseln Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; sie bejammern voller Schmerzen ihre Noth und Un⸗ gemach. Manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Je⸗ 104 sus ist dabei, fragt, was man so traurig sey? 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist Christ der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns tröͤ⸗ sten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos oft träumen. Er hat alles im Gesicht; seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachge⸗ gangen, wenn ich meiner Ci⸗ telkeit und der Sünde nach⸗ gehangen; o der unglückselgen Zeit, die man dergestalt ver⸗ loren! Doch er hat mich neu geboren; Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wiederbracht. 5. Hat sich eine Noth ge⸗ funden, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Bei⸗ stand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ister mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir. Kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, so sey du auch allhier. Wenn 7 Osterlieder. die Teufel auf mich blitzen wollst du trösten und be⸗ schützen; komm, in meinen Geist zu ruhn; was du wills das will ich thun. 7. Bin ich traurig und he⸗ trübet, so gib nur in meinen Sinn, daß mich deine Seil liebet, und daß ich der Dein bin. Laß dein Wort mich fest gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es volln Liebe brennt und dich immi besser kennt. 8. Tröst auch andre fromm Seelen, wenn sie tief in Kum⸗ mer stehn; wenn sie in vun borgnen Höhlen, Kammenn Feld und Wäldern gehn, in rem Kunmnmer nachzusinnen daß sie satt sich weinen könne so sprich ihrer Seele zu: K⸗ bes Kind, was trauerst dul 9. Kannst du bei der Wil nicht weilen, ach, so ninn mich auch mit dir; laß mit deine Freuden theilen, s und bleibe stets bei mi Bleibe doch in unsrer Mittin wie dich deine Kinder bittinn Dank sey dir, o lieber Gaf⸗ daß du mich getröͤstet hast. Job. Neunhen. geb. 1653, 1 u,. 136 denken Himm Gott a Bitt, schließ vorhin Wers euder litzen d be⸗ Heinen wills, ind be⸗ neinen Seil Dein ich fest 5 meid volle imma romm uKum in ver menm, ehn, ih sinne, können, zu: L st dul er WI nimm iß mit En, 0 ei mü. Mitten bitten. Gaf hast. eunherz 3, 1 173.. Himmelfahrtslieder. 105⁵ Himmelfahrtslieder. Eigne Melodie. 135. Carist fuhr gen Himmel, was sandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Kyri⸗ eleis! 2. Halleluja, Halleluja, Halleluja! des solln wir alle froh seyn, Christ will unser Trost seyn. Kyrieleis! Alte Kirche aus dem 15. Jahrh. Eigne Melodie. 136. Auf diesen Tag be⸗ denken wir, daß Christ gen Himmel g'fahren, und danken Gott aus höchster B'gier, mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hie auf Erd, die wir von wegen mancher Gfährd ohn ihn kein Hoff⸗ nung haben. Halleluja, Hal⸗ leluja! 2. Drum sey Gott Lob, der Weg ist g'macht, und steht der Himmel offen. Christus schließt auf mit großer Pracht; vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll; dabei er sich doch růsten soll, dem Herren nachzu⸗ folgen. Halleluja, Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ist nicht Ernst zum Herren; denn er wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich ver⸗ sperren. Am Glauben liegts: soll der seyn recht, wird auch gewiß das Leben schlecht zu Gott im Himmel g'richtet. Halleluja, Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, bis wir den Vater finden und fliehen stets die weltlich Bahn, thun uns zu Gottes Kindern: die sehn hin⸗ auf, und Gott herab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zusammen kommen. Halleluja, Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wann uns Gott zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir dann jetzt bekennen! Da wird sich finden Freud und Muth zu ewger Zeit beim höchsten Gut; Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja, Hal⸗ leluja! Zoh. Zwick, 4 1542. 106 Mel. Erschienen ist ꝛc. 37. Nun freut euch, Gottes Kinder all! Der Herr fährt auf mit großem Schall. Lobsinget ihm, lobsinget ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm. Halleluja! 2. Die Engel und all Him⸗ melsheer erzeigen Christo göt⸗ lich Ehr und jauchzen ihm mit frohem Schall, das thun die lieben Engel all. Hal⸗ leluja! 3. Daß unser Heiland Jesus Christ, wahr Gottes Sohn, Mensch worden ist, des freuen sich die Engel sehr und gönnen uns gern solche Ehr. Halleluja! 4. Der Herr hat uns die Stãätt bereit, bei ihm zu seyn in Ewigkeit. Wir erben nun das Himmelreich, wir sind den lieben Engeln gleich. Halleluja! 5. Es hat mit uns nun nimmer Noth. Die Sünd, der Satan und der Tod all⸗ sammt zu Schanden worden sind durch Gottes und Ma⸗ rien Kind. Halleluja! 6. So danket nun dem lie⸗ ben Herrn und lobet ihn von Herzen gern; lobsinget mit Himmelfahrtslieder. der Engel Chor, daß es zin Herr 3 Himmel schall empor. Hu Sünde leluja! indem 7. Gott Vater in der Ewiß theilha keit, es sagt dir deine Chn Hallel stenheit groß Ehr und Di 4. mit höchstem Fleiß, zu all uns ge Zeiten Lob und Preis. Hu hast da leluja! aus sei 8. Herr Jesu Christe, Eu mehr tes Sohn, gewaltig, herriih empör. prächtig, schön, es dankth 5.8 deine Christenheit von un dir zug an bis in Ewigkeit. Halleluß in dein 9. O heilger Geist, du uu Freude rer Gott, der du uns trosth sind be aller Noth, wir rühmen d 6. G wir loben dich und sagen! gepreif Dank ewiglich. Hallelum und he Erasmus Alberus, Iin unsrer dir da Mel. Erschienen ist ꝛr. Hallel 138. Es fähret han Gottes Sohn hinauf zusen Mel. Vaters Thron. Er geheih 139. zur Herrlichkeit, die übel fahrt. ist ausgebreit't. Hallelu fahitg 2. Er hat zerstört des fel, A fels Macht, sein Heer eil stets u und umgebracht, wie mith das§ walt ein starker Held imei wird fen seine Feinde faͤllt. H Christ leluja! holen. 3. Zwing unser Flii 2. Himmelfahrtslieder. 107 es zun Herr Jesu Christ, der du der . Hi SünderHeiland bist, daß wir, indem du uns machst rein, r Ewiß theilhaftig deines Sieges seyn. ne Chi Halleluja! id Du 4. Laß seyn den Feind in zu alls uns gedämpft, weil du uns 8. Hil hast das Heil erkämpft, tilg aus sein Werk, daß er nicht ste, H mehr sich wider unsre Seel herlih empör. Halleluja! dankt. 5. Zeuch und führ uns mit von un dir zugleich als Gotteskinder alleu in dein Reich, da wir ein ewig du wiß Freudenlied dir aufzuopfern trösth sind bemüht. Halleluja! men d 6. Gott Vater, sey von uns sagen gepreist sammt deinem Sohn llelun und heilgen Geist, der heilge 6, un unsrer Seelen Grund, damit 39 dir danke Herz und Mund. Hualleluja! et heu f zusei Mel. Nun freut euch, lieben ꝛc. gehun 139. AufChristiHimmel⸗ ie übit fahrt allein ich meine Nach⸗ allehun fahrt gründe, und allen Zwei⸗ des A fel, Angst und Pein hiemit eer al stets überwinde. Denn weil ie müh das Haupt im Himmel ist, dimdn wird seine Glieder Jesus illt. H un zur rechten Zeit nach⸗ olen. r Flil 2. Weil er gezogen him⸗ ö melan und große Gab em⸗ pfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nir⸗ gends Ruh erlangen. Denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auf⸗ fahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dirs ge⸗ fällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dieß mein Flehen. Josua Wegelin, 4 1640. Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. 140. Ach, wundergroßer Siegesheld, du Sündenträ⸗ ger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten dei⸗ nes Vaters Kraft, der Feinde Schaar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; mäch⸗ tig, prächtig triumphirest, ju⸗ bilirest; Tod und Leben ist, Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cheru⸗ bim; viel tausend hohe Sera⸗ phim dich, Siegesfürsten, lo⸗ ben, weil du den Segen wie⸗ 108 Himmelfahrtslieder. derbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben; singet, klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. 3. Du bist das Haupt, hin⸗ gegen wir sind Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Friede, Freude, Stärk und Kraft, Er⸗ quickung, Labsal, Herzenssaft wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Ge⸗ müthe, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für und für nach dei⸗ nem Reiche trachten. Laß un⸗ ser Thun und Wandel seyn, wo Zucht und Demuth tritt herein, all Ueppigkeit verach⸗ ten; Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sey zu finden. 5. Sey, Jesu, unser Schutz und Schatz, sey unser Ruhm und fester Platz, darauf wir uns verlassen; laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen Trügen, Angst und Plagen die da nagen, die da quälh stündlich arme Christenseeln 6. Herr Jesu, komm, d Gnadenthron, du Siegesfür Held, Davids Sohn, komm stille das Verlangen; du, bist allein uns zu Gut, o Jis durch dein theures Blut in Heiligthum gegangen; konn schier, hilf mir, denn so solla denn so wollen wir am End fröhlich klopfen in die Hann Ernst Christopb Hombunz geb. 1605, 4+ 168ʃ. Mel. Zeuch ein zu meinen n 141. Gott fähret au gen Himmel mit frohem Iu belschall, mit prächtigem g tümmel und mit Posaung⸗ hall. Lobsingt, lobsingetGolh lobsingt, lobsingt mit Frel den dem Könige der Heiden dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufs⸗ nommen, der ganze Himm lacht, um ihn gehn alle Fron men, die er hat frei gemach Es holen Jesum ein die lun tern Cherubinen, den helll Seraphinen muß er willlon men seyn. 3. Wir wissen nun Lügen Glagen quala iseelen im, di sfün komn du, a o Jst lut in komn sollan m End Händ. Hombutz 165l. inen. ret au em J em G saune⸗ et Gott t Fre Heiden Jaufh⸗ Himmi Fronn emacht die lad hella villton un 0 Himmelfahrtslieder. Stiege, die unser Haupt er⸗ höht; wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns nicht nach sich lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herre macht uns Platz; wir gehen von der Er⸗ den dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, da⸗ hin sey das Verlangen, dort⸗ hin sey euer Lauf! 5. Laßt uns gen Himmel dringen mit herzlicher Begier, laßt uns zugleich auch singen: dich, Jesu, suchen wir! dich, o du Gottes Sohn, dich Weg, dich wahres Leben, dem alle Macht gegeben, dich, unsres Hauptes Kron. 6. Fahr hin mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt! Dein Koth kann nicht ergötzen; weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis; der Herr ist unsre Freu⸗ de und köstliches Geschmeide; zu ihm gilt unsre Reis. 7. Wann soll es doch ge⸗ schehen? wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden 109 sehen in seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du seyn, daß wir den Heiland grüßen, ihn ewig nicht mehr missen? Komm, stelle dich doch ein! Gottfr. Wilh. Saeer, geb. 1635, + 1699. Mel. Ach, Gott und Herr ꝛc. 142. Zeuch uns nach dir, so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, o Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege. Wir irrn sonst leicht und sind verscheucht vom rechten Lebenswege. 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 4. Zeuch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den aus⸗ erwählten Schaaren. Ludämilia Elisabetha, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt, geb. 1640, + 1672. Mel. Alle Menschen müssen ꝛc. 143. Siegesfürst und Ehrenkönig, du verklärte Ma⸗ 110 Himmelfahrtslieder. jestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch er⸗ höͤht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Seh ich dich gen Him⸗ mel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Schaaren alle rufen Gloria, sollt ich nicht zu Fuße fallen, und mein Herz vor Freude waͤllen, da der Him⸗ mel jubilirt, weil mein König triumphirt? 3. Weit und breit, du Him⸗ melssonne, deine Klarheit sich ergeußt, und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgei⸗ ster speist; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau, ich armes Kindlein hier schrei auch Hosianna dir! 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klar⸗ heit seh? Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem Kö⸗ nig will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nm überfließen; drum wirk in mi kräftiglich, bis zum Schem deinen Füßen alle Feinde l⸗ gen sich. Aus Zion den Sea ter sende weit und breit h zur Welt Ende, mache dir an Erden Bahn, alle Herzen un terthan. 6. Du kannfst alles all⸗ Orten nun erfülln und naß seyn; meines armen Herzůen Pforten stell ich offen, komm herein! Komm, du König dh ler Ehren, du mußt auch hi mir einkehren; ewig in m leb und wohn, als in deinen Himmelsthron. 7. Deine Auffahrt bring mir eben Gott und Himms innig nah; lehr mich nur in Geiste leben als vor deinn Augen da; fremd der Weah der Zeit, den Sinnen, bei din abgeschieden drinnen, in di Himmelreich versetzt, da mi Jesus nur ergötzt. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, 4 0. Mel. Alles ist an Gottes 2. 144. Jesus Chris herrscht als König; alles win ihm unterthänig, alles le ihm Gott zu Fuß. Alle Zung walter wacht Herrli dort it discher nem 2 8. ist Ein chet ke ist ihn ist unu unauft ewig ft nn in m Schem inde l⸗ Sery eit hi dir a zen in 8 alle d nah Herzun komn nig ch uch hi in mi deinen bring vimms nur in deinn Weh, bei di in di da mith „+ ⁰⁰ ttes u. hristul es wil es I Zung ö Himmelfahrtslieder. soll bekennen, Jesus sey der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstenthümer und Ge⸗ walten, Mächte, die die Thron⸗ wacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft, dort im Himmel, hier im ir⸗ dischen Getümmel, ist zu sei⸗ nem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, und demselben glei⸗ chet keiner; nur der Sohn der ist ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 4. Gleicher Macht und gleicher Ehren sitzt er unter lichten Chören über Gottes Cherubim. Aller Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 5. Jauchz ihm, Menge heil⸗ ger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte, und du Schaar, die Palmen trägt, und ihr Märt⸗ rer mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 6. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, re⸗ den, rufen, weil ich noch ein 111 Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als Köͤnig; alles sey ihm unterthänig; ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699, + 1769. Mel. Weil nichts gemeiner ist als sterben ꝛe. 145. Zum Himmel bist du eingegangen, mit Preis gekrönt, Herr Jesu Christ; wie sollte mich nun nicht ver⸗ langen, auch dort zu seyn, wo du nun bist? Ich bin ja nur ein Pilgrim hier; nimm in die Heimath mich zu dir. 2. Vom Tode standst du auf zum Leben und gingst verklärt zum Himmel ein; so muß sich auch mein Geist er⸗ heben, soll ich nicht todt in Sünden seyn. Ein neues Le⸗ ben wirk in mir, so komm ich einst gewiß zu dir. 3. Am Oelberg fingen deine Leiden mit bittern To⸗ desängsten an; am Oelberg gingst in hohen Freuden du siegreich deine Himmelsbahn. So folgt auf Leiden Herrlich⸗ keit; zu beiden mache mich bereit. 4. Du hobest segnend deine Hände beim Scheiden von den Deinen auf; o hilf, daß einst 112 auch ich vollende, von dir ge⸗ segnet, meinen Lauf. Wenn ich von dir gesegnet bin, dann fahr in Frieden ich dahin. 5. Ich sehe dir mit Glau⸗ bensblicken in deinen Freu⸗ denhimmel nach; mein Herz soll sich an dir erquicken, der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht dich auch hier Pfingstlieder. mein Auge nicht, doch bleihz du meine Zuversicht. 6. Einst wirst du herrlih wiederkommen, gleichwie d aufgefahren bist; dann wen ich völlig aufgenommen/ m mir bereit mein Erbtheil is So leb ich nun im Glauba hier, im Schauen aber don mit dir. Pfi nig stli e der. Mel. Komm, Gott Schöpfer ꝛc. 146. Komm, heilger Geist, o Schöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu; er⸗ füll mit Gnaden, süßer Gast, die Brust, die du geschaffen hast. 2. Der du ein Troͤster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand,‚ duLiebesquell, du Lebensbronn, du Herzens⸗ salbung, Gnadensonn! 3. Du siebenfaches Gna⸗ dengut, du Hand des Herrn, die Wunder thut, du lösest aller Zungen Band, gibst frei das Wort in alle Land. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärk un⸗ ser schwaches Fleis und Blh durch deiner Gottheit starin Muth. 5. Den Feind treib vun uns fern hinweg und brin uns auf des Friedens Stih daß wir, durch deine Huh geführt, vom Argen bleibe unberührt. 6. Lehr uns den Vater ie⸗ nen wohl, und wie den Sohi man ehren soll; im Glauhn mache uns bekannt, wie d von beiden wirst gesandt. Alte Kuhe Eigne Melodie. 147. Komm, Gott Sl pfer, heiliger Geist, besuch di Herz der Menschen dein/ m ster ge Gabe: an une Brun: 8. im V Herz schwas bekann und E 4. benfal rechter Wort Zunge 5 von un bei un deim meider 6. Pfingstlieder. bleibl Gnaden sie füll, wie du herrlih wie du in werd ien, m heil is. Hlauban her don nd Bhh t starin reib gu d brinh 18 StEh ne Huh bleihn ater kay en Sohi Glaubn wie di indt. Alte Kichh. ott Sch esuchnn hein, m weißt, daß dein Geschöpf vor⸗ hin seyn. 2. Denn du bist der Trö⸗ ster genannt, des Allerhöchsten Gabe theur, ein geistlich Salb an uns gewandt, ein lebend Brunn, Lieb und Feur. 3. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gib uns ins Herz der Liebe Brunst, das schwach Fleisch in uns dir bekannt, erhalt fest dein Kräft und Gunst. 4. Du bist, mit Gaben sie⸗ benfalt, der Finger an Gotts rechter Hand; des Vaters Wort gibst du gar bald mit Zungen in alle Land. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Fried schaff bei uns deine Gnad, daß wir deim Leiten folgen gern und meiden der Seelen Schad. 6. Lehr uns den Vater ken⸗ nen wohl, dazu Jesum Christ, sein Sohn, daß wir des Glau⸗ hens werden voll, dich, beider Geist, zu verstehn. 7. Gott Vater sey Lob und dem Sohn, der von den Tod⸗ ten auferstund, dem Tröster sch dasselb gethan in Ewigkeit alle Stund. Dr. M. Luther, geb. 1483, + 1546. 113 Eigne Melodie. 148. Komm heiliger Geist, Herre Gott! Erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubgen Herz, Muth und Sinn, dein brünstig Lieb ent⸗ zünd in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glast zu dem Glauben versammlet hast das Volk aus aller Welt Zungen; das sey dir, Herr, zu Lob ge⸗ sungen: Halleluja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort! Laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr uns Gott recht erkennen, von Her⸗ zen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glauben, und ihm aus gan⸗ zer Macht vertrauen: Halle⸗ luja, Halleluja! 3. Du heilige Brunst, sü⸗ ßer Trost! Nun hilf uns froͤh⸗ lich und getrost in deim Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. OHerr, durch dein Kraft uns bereit, und stärk des Fleisches Bloͤ⸗ digkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen: Halleluja, ö Or. M. Luther, Halleluja geb. 1485, 7 150. ö 114 Pfingstlieder. Eigne Melodie. 149. Nun bitten wir den heilgen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wann wir heimfahrn aus die⸗ sem Elende. Kyrieleis! 2. Du werthes Licht, gib uns deinen Schein; lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns em⸗ pfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Friede auf ei⸗ nem Sinn bleiben. Kyrieleis! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis! 38b. 1185 + 1546 Mel. Komm, Gott Schöpfer ꝛc. 150. O heilger Geist, du ewger Gott, du höchster Tröster in der Noth, von Herzens⸗ grund ich ruf dich an, wollst meine Bitt nicht fehlen lan. 2. Ach, sey mein Trostun Niem Zuversicht, laß mich in Sin seh de verzagen nicht; wend ab in than. mir des Feindes List, erhi liger mich fest an Jesum Chris; 4. 3. Daß ich demselben all ligere zeit treulich zu dienen sey h⸗ dein g reit, und ihn in wahremolm den L ben rein erkenne für den hů auchf land mein. heilig 4. Leit mich auf rehn 5. ebner Bahn, christlich ui lger Lebn zu stellen an, daß Himn nach dieser Sterblichkeit en kimpf langen mög die ewge Fren dring Geist, Mel. O Jesulein süß, o Kesuly. 6. mild ꝛc. liger 1 151. O heiliger Guf' in Ne heiliger Gott, du Tush gen d werth in aller Noth, à allzeit bist gesandt vons Himm O he Thron, von Gott dem Vn Gott! und dem Sohn. O heillh Geist, o heiliger Gott! 5 2. O heiliger Geist oE 152 liger Gott, gib uns die uin Thor zu deinem Wort, zünd ani Gast, uns der Liebe Flamm, au michn nach zu lieben allesammt. geleb heiliger Geist, o heiliger ul des S 3. O heiliger Geist, os cen liger Gott, mehr unsern Gn glich ben immerfort. An Chris 2. Pfingstlieder. Trostun Niemand glauben kann, es in Sin id ab v st, erhch Chrsß Iben all en sey h emGlah den Hi⸗ f rechim lich mii daß i6 ichkeit a e Frend o Jeulii Geist, Trösth Noth, v Himm em Vin heilhh tt! ist, o die x ünd ani mm, du⸗ immt. iger Gal eist, ohl ern Gl Christu seh denn durch dein Hülf ge⸗ than. O heiliger Geist, o hei⸗ liger Gott! 4. O heiliger Geist, o hei⸗ liger Gott, erleucht uns durch dein göttlich Wort, lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o hei⸗ liger Gott, du zeigest uns die Himmelspfort, laß uns hier kümpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. O heiliger Geist, o hei⸗ liger Gott, verlaß uns nicht in Noth und Tod. Wir sin⸗ gen dir Lob, Ehr und Dank allzeit und unser Lebenlang. O heiliger Geist, o heiliger Gott! — Eigne Melodie. 152. Zeuch ein zu meinen Thoren, sey meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hoch⸗ geliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden glei⸗ chen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich em⸗ 115 pfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Re⸗ ben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Le⸗ ben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt, als wie mit einer Fluthe mit des⸗ sen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilig Oele, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Ei⸗ genthum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöthen Gott schützt im Heiligthum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl. Es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der Al⸗ len helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern haͤltst du nicht, erleuchtest uns im 8 V 116 Pfingstlieder. Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches⸗ mal hast du mit üßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freund⸗ lichkeit; willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß Neid und Streit. Der Feind⸗ schaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wie⸗ der thun zusammen, die voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt; kannst Menschenherzen wen⸗ den, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, ver⸗ knüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Beschirm die Obrigkei⸗ ten, bau unsrer Fürsten Thron, daß sie und wir gedeihen; schmück als mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 10. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sih nenne widersetzet und, was del erwür Herz ergötzet, aus unsen alles Herzen reißt. gib di⸗ 14. Gib Freudigkeit m Herze⸗ Stärke, zu stehen in du die W Streit, den Satans Reichm Temp Werke uns täglich anerbuu 3. Hilf kämpfen ritterlich, dam mels wir überwinden, und jg 1 ausge Dienst der Sünden kein hij ter un ergebe sich. ö lauter 12. Richt unser ganzeh o du ben allzeit nach deinem Sim Seger und wenn wirs sollen h waltst ins Todes Hände hin, wum nicha mit uns hie wird aus, so! 4. uns fröhlich sterben und un Verst dem Tod ererben des cun ist dir Lebens Haus. des k Paul Gerhardt, geb. 1606, 4 in des t nun d Mel. Freu dich sehr, o meinefrei, z 153. O on allerst ih se Freude, o du allerschus und o Licht, der du uns in Lieh in Gott; Leide unbesuchet lässest u 5. Geist des Höchsten, I finden Fürst, der du hältst und hi ber ten wirst ohn Aufhören i Dinge, höre, höre, wabi 8 singe. 2. Du bist ja die durch Gabe, die ein Mensch n hell; Dir si das dil unsem gkeit un in dun Reichm anerben ich, dam id ja zu einChi ganzed g em Sim Len gah in, wem , soss und mi hes ewhh 1606, 0 o meine h allersi rschöus Lieh in sest nith „ höch und hi hören al „wabi die bi ensch u Pfingstneder. nennen kann. Wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen an. Ach, er⸗ gib dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst aus des Him⸗ mels Throne wie ein Regen ausgeschütt, bringst vom Va⸗ ter und vom Sohne nichts als lauter Segen mit: laß doch, o du werther Gast, Gottes Segen, den du hast und ver⸗ waltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund; zählst den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund: nun du weißt auch zweifels⸗ frei, wie verderbt und blind ich sey; drum gib Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und sau⸗ ber ist, fleuchst hin gegen Schand und Sünden, hassest Schlangentrug und List: mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell; laß mich fliehen, was du 11 fliehest, gib mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Schäf⸗ lein pfleget, frommesHerzens, sanftes Muths, bleibst im Lie⸗ ben unbeweget, thust uns Bö⸗ sen alles Guts: ach, verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, Kei⸗ nen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, ei so bin ich gnug getröst. Laß mich seyn dein Eigenthum, ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Ich entsage, Herr, dem allen, was dir deinen Ruhm benimmt; meiner Seel soll nichts gefallen, als allein was von dir kömmt. Was der Sa⸗ tan will und sucht, will ich halten als verflucht; ich will seinen schnöden Wegen mich mit Ernst zuwider legen. 9. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hülfe nöthig sey. Brich des bösen 118 Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, mach ihn allerdinge neue, daß sich mein Gott meiner freue. 10. Sey mein Retter, halt mich eben; wenn ich sinke, sey mein Stab; wenn ich sterbe, sey mein Leben; wenn ich liege, sey mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, ei so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst dein Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, geb. 1606, + 1676. Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. 154. O heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung seyn, o komm, du Herzenssonne! Du Him⸗ melslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig seyn zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du ge⸗ ben, wenn wir beten: zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß dei⸗ nen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch kön⸗ nen alleChristenheit dein waͤh⸗ res Zeugniß lehren. Höre, Pfingstlieder. lehre, daß wir können Hen und Sinnen dir ergeben, U zum Lob und uns zum Lebun 3. Steh uns stets bei mi deinem Rath und führ um selbst den rechten Pfad, wir den Weg nicht wissen Gib uns Beständigkeit, di wir getreu dir bleiben für um für, wenn wir nun leidn müssen. Schaue, baue, wu zerrissen und geflissen, dich schauen und auf deinen Tun zu bauen. 4. Laß uns dein edle Bi⸗ samkraft empfinden und zu Ritterschaft dadurch gestänmi werden, auf daß wir unm deinem Schutz begegnen alln Feinde Trutz mit freudign Geberden. Laß dich reichli auf uns nieder, daß wir u⸗ der Trost empfinden, allt Unglück überwinden. 5. O starker Fels und benshort, laß uns dein hin⸗ melsüßes Wort in uns ern H⸗ zen brennen, daß wir uns m⸗ gen nimmermehr von deinn Weisheit reichen Lehr undun nen Liebe trennen. Fließ, gieße deine Güte ins müthe, daß wir können hn stum unsern Heiland nennen ien Hen ben„ dü n Lehen bei mi ühr m fad, A wissen keit, di für mn n leiden aue, wi , dich z ien Tus edle Bh⸗ und zu gestärst hir umm nen alln freudihn reichlit wir wi⸗ n, alla — und He dein hih sern hu uns mi on deing xund u Fließj ins 65 nen Chiz d nenun. Pfingstlieder. 6. Du süßer Himmelsthau, laß dich in unsre Herzen kräf⸗ tiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn ver⸗ bunden sey dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darin⸗ nen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Hei⸗ ligkeit wir führen unsre Le⸗ benszeit, sey unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sey unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine todten Werke. Rühre, führe unsre Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmels⸗ erben werden. Michael Schirmer, geb. 1606, + 1673. Mel. Gott des Himmels ꝛe. 155. Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sey nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit; so wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen Herzen seyn. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Ver⸗ stand und Zucht, daß wir an⸗ ders nichts beginnen, als nur 119 was dein Wille sucht. Dein Erkenntniß werde groß und mach uns vom Irrthum los. 3. Zeige, Herr, die Wohl⸗ faͤhrtsstege; das, was wider dich gethan, räume ferner aus dem Wege; schlecht und recht sey um und an. Wirke Reu an Sünden Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugniß uns empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, wenn sich Noth und Drangsal findt; denn des Vaters liebe Ruth ist uns alle Wege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freu⸗ digkeit; seufz auch in uns, wann wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zuver⸗ sicht gemehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange? o so mach du den Beschluß; sprich der Seele tröstlich zu und gib Muth, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuet 120 Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist. Schenk uns Waffen in dem Krieg und er⸗ halt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch un⸗ sern Glauben, daß kein Teu⸗ fel, Tod noch Spott uns den⸗ selben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser seyn! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichr uns mehr und mehr als des Himmelrei⸗ ches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszuspre⸗ chen ist. Joachim Neander, geb. 1640, 4 1680. Mel. Freu dich sehr, o meine ꝛc. Gott, gib einen milden Regen; denn mein Herz ist dürr wie Sand. Va⸗ ter, gib vom Himmel Segen, tränke du dein durstig Land! Laß des heilgen Geistes Gab über mich von oben ab wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durchgießen. 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben Pfingstlieder. nur: solltest du denn, der di heißt guter Vater, deinen geben Geist mir nicht geben und Sim mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegan gen zu dem Vater, sende min deinen Geist, den mit Ven langen ich erwarte, Herr, vnn dir. Laß den Tröster ewiglih bei mir seyn und lehren wih in der Wahrheit feste stehen und auf dich im Glauhen sehen. 4. Heilger Geist, du Kuns der Frommen, kehre bei mi Armen ein und sey tausend⸗ mal willkommen, laß mih deinen Tempel seyn. Reinih du selbst das Haus meins Herzens, wirf hinaus allah was mich hier kann scheidn von den süßen Himmul freuden. 5. Schmücke mich mit dik nen Gaben, mache mich neu rein und schön, laß mich wahn Liebe haben und in deinn Gnade stehn. Gib mir einn starken Muth, heilige mai Fleisch und Blut, lehre mih vor Gott hintreten und ih Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dire List ʒ inn nachst komm und d sten K hen ke süßen M Mel. 15⁵ Pfing werd Ruh, keit si Zeit, regier dacht! getün liebt, Gott 2. gerich nach Klugl wird kannt glimn mand das chen, Witz „der du deinen en und 1 guten ngegan⸗ nde miß lit Ve⸗ err/ von ewiglih ren mih e stehen Glauben du Krost bei mi tausend⸗ aß mith Reinip meiniz 18 alles, scheidn immas⸗ mit det nich na ch wahn u deinti nir einn gge mii hre mih und in beten. Pfingstlieder. geben; dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höch⸗ sten Himmelsthron ich erhe⸗ hen kann und preisen mit den süßen Engelsweisen. Moritz Kramer, geb. 1646, + 1702. Mel. Komm, heiliger Geist ꝛe. 157. Wer recht die Pfingsten feiern will, der werd in seinem Herzen still; Ruh, Friede, Lieb und Einig⸗ keit sind Zeichen einer solchen Zeit, worin der heilge Geist regiert: der ist es, der zur An⸗ dacht führt. Er kann kein Welt⸗ getümmel leiden; wer jenes liebt, muß dieses meiden und Gott allein gehorsam seyn. 2. Sein Tempel ist da auf⸗ gericht: da dient man ihm nach rechter Pflicht, da gibt er Klugheit und Verstand, da wird der Sprachen Grund er⸗ kannt, der Zungen Feuereifer glimmt; er zeigt, was Nie⸗ mand sonst vernimmt, schenkt das Vermögen, auszuspre⸗ hen, was der Vernunft, dem Witz der Frechen und aller Lst zu mächtig ist. 121 3. Nun dieses ist der Geist aus Gott, der FrommendTrost, der Bösen Spott. Die sich der Sündenlust entziehn und Buße thun, empfahen ihn. Auf wem er ruhet, der wird rein. Er geht zu keinem Stol⸗ zen ein, verleiht der Demuth reiche Gaben; der geistlich Arme soll sie haben; denn sein Gebet wird nicht verschmäht. 4. Es ist der Odem und der Wind, der Seelen anbläst und entzündt, der von des Herren Munde webt und, was erstorben ist, belebt. Es ist ein Wort, das neu gebiert, des Deutung man im Werke spürt, ein Zeugniß, das zum Glauben treibet und das Ge⸗ setz ins Herz einschreibet, daß Jedermann es wissen kann. 5. Es ist die Kraft, die al⸗ les regt, ein Strahl, der durch die Felsen schlägt, ein heller Glanz, der uns erleucht,‚ ein Licht, dem Nacht und Schat⸗ ten weicht, ein Lehrer, der aufs Gute dringt, ein Helfer, wel⸗ cher Stärke bringt, ein Rath, der uns zurechte weiset, ein Labsal, das mit Gnade speiset und den erquickt, den Elend drückt. 12² Pfingstlieder. 6. Es ist der Ausfluß aus der Höh, der Weisheit uner⸗ schöpfte See, ein Wasser, das vomunrecht wäscht, ein Quell, der Durst und Sehnsucht löscht, ein Brunnen, welcher ewig quillt und das Gemüth mit Gütern füllt, ein Vorrath und verheißner Segen, ein Himmelsthau und milder Regen, der das erzieht, was grünt und blüht. 7. Es ist ein Oel, des Lau⸗ terkeit zu Königen und Prie⸗ stern weiht, die Salbung, die, uns mitgetheilt, die Wunden und Verderbniß heilt; ein Abgrund, drin die Wahrheit steckt, die sich dem innern Aug entdeckt, wogegen Kunst und menschlich Wissen der Thor⸗ heit ähnlich werden müssen; sie machet frei von Heuche⸗ lei. 8. Du theurer Gast und höchste Gab, sey unser Bei⸗ stand, Trost und Stab, an den sich das Vertrauen hält, wenn uns Versuchung überfällt. Vermehr in uns die Zuver⸗ sicht, wehr aller Furcht; ver⸗ laß uns nicht, daß wir in Noth nicht unterliegen, vielmehr beherzt den Tod besiegen, wenn uns die Zeit das En wo d dräut. Ernst Langt ö geb. 1650, 7 m herlei f. Mel. Jesu, meine Freude n 158. Schmückt daen 5. mit Maien, lasset Blum über streuen, zündet Opfer in Liebe denn der Geist der Guan Wehr hat sich eingeladen: math dämy ihm die Bahn. Nehmt ih unsd ein, so wird sein Schein i mehr mit Licht und Heil erfüll und n und den Kummer stillen. 6. 2. Tröster der Betrühn Woll Siegel der Geliebten, führ voll Rath und That, siuß in un Gottesfinger, Friedendü erwäl bringer, Licht auf unsn Wert Pfad, gib uns Kraft zursl beka grimschaft, laß uns deinenn recht ern Gaben zur Genüge lin ter ne 3. Laß die Zungen I. 7. nen, wenn wir Jesum nemn füße, führ den Geist empor. sey d uns Kraft, zu beten undn Zion' Gott zu treten, sprich dush bensf uns vor. Gib uns Muth! nicht höchstes Gut, tröst ungin Noth tiglich von oben bei der din lege Toben. 8 4. Goldner Himmeh nimn gen, schütte deinen Sezen wir g das Kirchenfeld; lasse Si uns fließen, die das Land bezih ten g das En rnst Langs, 650, + UN Freude t das rj Blum Ppfer r Gnahz : mach. ehmt i6 pchein el il erfillh stillen. Betrühth ten, G at, stash edendilh If unsn t zursl deinethn nüge lahe ngen hu im nemm npor. H en undn ich dush 3Muth/ st un i der din Himmelz 1 Segens asse Silh d begith Pfingstlieder. wo dein Wort hinfällt, und herleih, daß es gedeih; hun⸗ dertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, heilge Liebesgluth; laß dein sanftes Wehen über uns ergehen, dampfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen, und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Werthes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Va⸗ ter nennen. 7. Mach das Kreuz uns füße, und durch Finsternisse sey du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glau⸗ bensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Noth mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Gu⸗ ten grůnen als ein fruchtbar 123 Land, bis wir dort, du werther Hort, bei den grünen Him⸗ melsmaien ewig uns erfreuen. Benj. Schmolck, geb. 1672, + 1737. Mel. Fröhlich soll mein Herze ꝛc. 159. Höchster Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn, sey nicht fern, salbe Jesu Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus, hat deinen Rath seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wich⸗ tig! Wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; Eins ist noth für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz/ Reu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: Ihr habt Ruh, ihr habt Heil ge⸗ funden! Unsre Sünd wird nicht gerochen; Jesu Blut machet gut, was die Welt verbrochen. 5. Weck uns auf vom Sün⸗ 124 denschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe; reiß die Welt aus dem Ver⸗ derben, laß sie nicht im Ge⸗ richt der Verstockung sterben. 6. Geist der Weisheit, gib uns allen durch dein Licht Un⸗ terricht, wie wir Gott gefal⸗ len; lehr uns freudig vor Gott treten, sey uns nah und sprich: Ja, wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gib uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen; laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem Be⸗ sten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu le⸗ ben. Gib, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sey in Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prü⸗ fungshitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig Ehrenfried Liebich, in die Freude. 45. 1713, 4 1780. Pfingstlieder. Mel. Freu dich sehr ꝛc. 160. Der du uns alh Vater liebest, treuer Goh und deinen Geist denen, dich bitten, gibest, ja nurm ihn bitten heißt; demuthoul fleh ich zu dir: Vater, semz ihn auch mir, daß er meinn Geist erneue und ihn dir Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinen Wissen Leben, Kraft um Fruchtbarkeit, und mein gu bleibt dir entrissen und di Dienst der Welt gewelh. wenn er nicht durch seinesun die Gesinnung in mir schif, daß ich dir mich ganz ergh und zu deiner Chre lebe. 3. Auch dich kann ichnis erkennen, Jesu, noch mit ter Treu meinen Gott m Herrn dich nennen, stehet m dein Geist nicht bei. dn so laß ihn kräftiglich ium wirken, daß ich dich glu bensvoll als Mittler ehrem auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle wahn Güter, hochgelobter Gonnt geist, der du menschliche hj müther besserst und mit du erfreust! Nach dir, 1. langt auch mich; ich einl hr ꝛce. uns al er Goth enen, d à nurm uthövul ter, senz r meinn dir zun meinen raft un nein H und du geweih eineRm ir shhj mnz ergch lebe. n ich nit h mit eh Gott m stehet m i. Dun ich in m dich guu r ehrem höre. le wahn er Goiitz chlicheh mit Tun Herr, x ich ergl Pfingstlieder. mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich dich, mein höͤchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth deiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindes⸗ treu stets vor deinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach dei⸗ nem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Lehre du mich selber kennen, die verborgnen Sün⸗ den sehn, sie voll Reue Gott bekennen und ihn um Verge⸗ bung flehen. Mache täglich Ernst und Treu, mich zu bes⸗ sern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick mei⸗ ner Sünden mein Gewissen 12⁵ niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort deine Gna⸗ denwirkung fort, bis sie durch ein selges Ende herrlich sich an mir vollende! David Bruhn, geb. 1727, 4 1782. Mel. Liebster Jesu ꝛc. 161. Komm auf uns, o Geist des Herrn, lehr uns zu dem Vater beten, und beleb uns, daß wir gern und voll Glaubens zu ihm treten, so wird er um Christi willen unser Bitten gern erfüllen. 2. O du Geist der Herr⸗ lichkeit, wohn und wirke in uns allen; jedes Herz sey dir geweiht, schmück es aus nach Wohlgefallen. Reich sind wir versehn mit Gaben, wenn wir deine Salbung haben. [Siehe Lieder vom heiligen Geist. Trinitatisfestlieder. Das Sanetus deutsch. Eigne Melodie. A 162. Jesaia, dem Pro⸗ pheten, das geschah, daß er im Geist den Herren sitzen sah auf einem hohen Thron in hellem Glanz, seines Kleides Saum den Chor füllet ganz. Es stunden zween Serayh bei ihm daran; sechs Flügel sah er einen jeden han; mit zween verbargen sie ihr Antlitz klar, mit zween bedeckten sie die Füße gar, und mit den andern zween sie flogen frei; gen an⸗ der riefen sie mit großem G'schrei: Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Heilig ist Gott, der Herre Ze⸗ baoth! Sein Ehr die ganze Welt erfüllet hat! Von dem G'schrei zittert Schwell und Balken gar; das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel Dr. M. Luther, war. geb. 1483, + 1546. x Eigne Melodie. 163. Gott, der Vater, wohn uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns al⸗ Trinitatisfestlieder. Wat ist d was wohl 3. einge Vate warn sers ler Sünden frei und helf unt selig sterben: für dem Teuff uns bewahr, halt uns bei f⸗ stem Glauben, und auf dih laß uns bauen, aus Herzenn grund vertrauen, dir uns ln Helge sen ganz und gar, mit alli äd rechten Christen entfliehe abar Teufels Listen, mit Wafn Gotts uns fristen: Amm höchf Amen! das sey wahr, so sin sir gen wir Halleluja! Gwa 2. Jesus Christus wohh 115 uns bei u. s. w. Mart 3. Heilig Geist der woh wend uns bei u. s. w. Roth, Dr. M. Luther, geb. 1483, 7 156. Eigne Melodie. M 164. Allein Gott u 165 Höh sey Ehr und Dank sih Cott seine Gnade, darum daß um dener und nimmermehr uns rühn sugt kann kein Schade. Ein Wohl Re gefalln Gott an uns hatum n 9 ist groß Fried ohn Unterlaß ler all Fehd hat nun ein Ende. Zebao 2. Wir loben, preisn, a 2 beten dich für deine Ehr, ui dir 90 danken, daß du, Gott Vainh mein ewiglich regierst ohn alll Trinitatisfestlieder. Wanken. Ganz ungemessen ist dein Macht, fort g'schieht, was dein Will hat bedacht; wohl uns des feinen Herren! helfun 3. O Jesu Christ, Sohn Teufl eingeborn deines himmlischen beife. Paters, Versöhner der, die auf dih warn verlorn, du Stiller un⸗ Herzuß, sers Haders: Lamm Gottes, uns l⸗ heilger Herr und Gott! nimm nit ls andie Bitt von unsrer Noth; ntflihe erharm dich unser aller. Wafs. 4. O heilger Geist, du Ammm höchstes Gut, du all rheilsam⸗ „ sostt sier Tröster, vors Teufels Gwalt fortan behüt, die Je⸗ sus Christ erlöset durch große Nart'r und bittern Tod! Ab⸗ wend all unsern Jamm'r und Noth, dazu wir uns verlassen. Nikolaus Decius, um 1526. e 18 wohy er wohh 183, 4 156f. Mel. Nun danket alle ꝛc. 5 Uid 165. Du dreimal großer dank ft Gott, dem Erd und Himmel daß ain dienen, dem Heilig, Heilig! 3 singt die Schaar der Sera⸗ 3 phinen; du höchste Majestät, Hatn du Helfer in der Noth, du interli aller Herren Herr, Jehova n Ende gehaoth! Hν 2.Dich bet ich jetzund an, n. dir Lob und Dank zu lallen, 90 l n Halleluja laß dir gnä⸗ 127 dig wohlgefallen, duallerhöch⸗ stes Gut und gnadenvolle Sonn, du aller Gaben Meer und unerschöpfter Bronn. 3. Mein Schöpfer! Mensch und Thier und alles andre Wesen läßt deiner Allmacht Pracht ganz klärlich an sich lesen; ein jedes Wunder lobt dich ja in der Natur: Stern', Element, Gewölk und alle Creatur. 4. Es muß dich Jedermann den treuen Vater preisen; du führest wunderbar, willst Leib und Seele speisen, erhörest das Gebet, erfrischest unsern Muth; wir sind viel zu gering, was deine Treue thut. 5. Heiland, Immanuel, Lamm Gottes ohne Sünden, mein Jesu, deine Lieb kann kein Verstand ergründen; das Halleluja singt dir, als dem wahrenChrist, das menschliche Geschlecht, das nun erlöset ist. 6. Du nahmest Fleisch an dich und tratest in die Mitten, trugst unsre Sündenschuld, haͤst bis aufs Blut gelitten. Doch dieß dein Blut und Tod erwirbtuns lauter Heil, macht, daß wir selbst an Gott nun können nehmen Theil. 12 7. O Herr, Gott heilger Geist, du Geist voll reiner Flammen, durchs Evangeli⸗ um bringst du das Volk zu⸗ sammen, das Christum kennt und ehrt; du machest alles licht, gibst neue Feuergluth, damit kein Glaub gebricht. 8. Ach,allerhöchster Trost und bester Weisheitslehrer, Erleuchter, Heiliger, Aufrich⸗ ter und Bekehrer, du theilst die Gaben aus, erfüllest uns mit Kraft, die der Verderbniß wehrt und Gutes in uns schafft.— 9. Gott, Vater, Sohn und Geist, Ein Gott und Eins in Dreien, gepriesne Majestät, die stets zu benedeien: laß auf der rechten Bahn uns alle⸗ zeit bestehn, und durch ein se⸗ ligs End zu unserm Erb ein⸗ gehn. 10. Laß, o dreieinger Gott, dein Gnadenantlitz leuchten; dein edler Segensthau woll unser Herz befeuchten! Wir hoffen ja auf dich, du läßt uns nicht im Spott; wir singen: Gloria! Gelobt, gelobt sey Gott! Trinitatisfestlieder. Mel. Nun danket alle Gott Freud 166. Gaobet sey du mit de Herr, mein Gott, mein Lih lig, H mein Leben, mein Schöpft lich lo der mir hat mein Leib un Chrif Seel gegeben, mein Van Gott der mich schützt von Munn deh leibe an, der jeden Augenll viel Guts an mir gethan. Nel, 2. Gelobet sey der 50 167 mein Gott, mein Heil, in Gottl Leben, des Vaters lehsh Lichte Sohn, der sich für mich ay macht ben, der mich erlöset hat u durch seinem theuren Blut, dern und im Glauben schenkt sich sal Schir das höchste Gut. 2. 3. Gelobet sey der hu die S mein Gott, mein Trost, un si jetz Leben, des Vaters wert chet; Geist, den mir der Sohnj dieser geben, der mir mein Heht Herr, quickt,der mir gibt neuefu 3. der mir in aller Noth N umsch Trost und Hülfe schaft. wohl 4. Gelobet sey der hu lesen mein Gott, der ewig lin erforf den alles rühmt und lobhm ach G in den Lüften schwebet. Mach lobet sey der Herr, dez I heilig heißt, Gott Vattn Herr der Sohn und Gott derhh Wie Geist, dein 5. Dem wir Hallelu Gott Trinitatisfestlieder. Gatin Iteuden lassen klingen und sey du mit der Engelschaar das Hei⸗ ein Lih lig, Heilig! singen; den herz⸗ Schöyft lich lobt und preist die ganze Leib u Christenheit: gelobet sey mein n Vunn Gott in alle Ewigkeit! Muttʒ/ Johann Olearius, geb. 1611, 4+ 1684. lugenblt ethan. der Hn Heil, m 3 liebsh mich gy Rel. Die Sonn hat sich mit ꝛc. 167. Dieieinigkeit, der Gottheit wahrer Spiegel, o Licht vom Licht, als dessen All⸗ machtflügel sich um und um durch diesen Erdkreis streckt und alle Welt mit seinem Schirm bedeckt! 2. Wir loben dich, sobald die Sonn erwachet, und wenn sie jetzt den späten Abend ma⸗ chet; was lebt und webt auf dieser Erde weit, ist alles, in Hent Herr, zu deinem Dienst bereit. neuegu 3. O reicher Schatz, o un⸗ toth Ml umschränktes Wesen, wer hat chafft. wohl je dein Heimlichkeit ge⸗ der ha lesen? O tiefer Brunn, o un⸗ ewig lö erforschte Pracht, wie groß, dlobtin ach Gott, wie groß ist deine vebet. Macht! „des 4. Wer kann doch hier, Vaten Herr, deine Weg erfinden? tt derhl Wie sollt ein Mensch wohl dein Gericht ergründen? Wo Oott nicht selbst mich unter⸗ allelunnn 129 weisen wird, so bleibe ich verloren und verirrt. 5. Drum lehre, Herr, du selbst uns, ohne Trennen, in Einem Drei, in Dreien Eins erkennen! Ach, lehr uns doch, Gott Vater, Sohn und Geist, daß du ein Gott in drei Per⸗ sonen heißt. 6. Gib, daß dieß Wort tief unsern Sinn durchdringe: von ihm, durch ihn, in ihm sind alle Dinge! Dem großen Gott sey Ehr in Ewigkeit! Ja, Amen, ja, singt alle Christenheit! 7. Dein Nam ist groß; dein Reich, Herr, in uns wohne; dein Will uns leit; ernähr uns und verschone; Versuchung wehr; erlös aus böser Zeit. Dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit. Joh. Frauck, geb. 1618, + 1677. Eigne Melodie. 168. Wir glauben all an Einen Gott, Vater, Sohn und heilgen Geist, der uns hilft in aller Noth, den die Schaar der Engel preist, der durch seine große Kraft alles wirket, thut und schafft. 2. Wir glaͤuben auch an 9 130 Jesum Christ, Gottes und Marien Sohn, der vom Him⸗ mel kommen ist und uns führt ins Himmels Thron, der uns durch sein Blut und Tod hat erlöͤst aus aller Noth. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, der von beiden gehet aus, der uns Trost und Beistand leist wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, sey gepreist zu Tobias Clausnitzer, aller Zeit! geb. 1619, 4 1084 Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sey unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke; von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit sey in uns allen ihm bereit Dank, Weis⸗ heit, Kraft und Stärke! Klinget, singet: Dreimal hei⸗ lig, hoch und herrlich! Preis und Ehre sey dem Herrn der Himmelsheere! 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sey auch dem Got⸗ teslamm gebracht, in dem wir Trinitatisfestlieder. sind erwählet, das uns u seinem Blut erkauft, dan besprenget und getauft, m. sich mit uns vermählet. g lig, selig ist die Freundschn und Gemeinschaft, die wirh ben und darinnen uns erlahn 3. Halleluja! Gott heil Geist sey ewiglich von m. gepreist, durch den wir in geboren, der uns mit Gl ben ausgeziert, dem Brin gam uns zugeführt, den Huh zeittag erkoren! Heil m Heil uns! Da ist Freude ist Weide, da ist Manna m ein ewig Hosianna. 4. Halleluja! Lob, Yun und Ehr sey unserm Goth mehr und mehr und seinn großen Namen! Stimmtu mit aller Himmel Schaarm singet nun und immerdarn Freuden Amen, Amen! Alh get, singet: Dreimal hell hoch und herrlich! Preis i Ehre sey dem Herrn n Himmelsheere! Barthol. Crasel geb. 1677, macht 17 unset und? aus hat l Fein mein List se aufE 2. nichts bald uns 1 Gott! du, w sus C und i Feld 3. Tuf ersch uns n dochg ser W thut lein ka 4. uns n t, dam uft, let., undschi die wirh. erlahn ött bah von i wir i it Gln n Brälth den Heh Heil m Freude, anna m ob, Pun m Gott nd seiun timmt a schaarm nerdarm nen Lxh nal heihz Preis u herrn v vol. Crassllch 1677, 1 Reformationsfestlieder. 131 II. Kirchliche Feiertage. Reformationsfestlieder. Eigne Melodie. 170. Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist auf Erd ist nicht seins gleichen. 2. Mit unsfrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Je⸗ sus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein ander Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Tufel waͤr und wollt uns gar berschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gllingen. Der Fürst die⸗ ser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht, das macht, er ist gericht; ein Wört⸗ lein kann ihn fällen. 4. Das Wortsie sollen las⸗ sen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Dr. Martin Luther, geb. 1483, + 1546. Eigne Melodie. 171. Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält, wenn unsre Feinde toben; und er unsrer Sach nicht zufaͤllt im Himmel hoch dort oben; wo er Israels Schutz nicht ist und selber bricht der Feinde List: so ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Witz anfäht, soll uns billig nicht schrecken; er sitzet an der höchsten Stätt, der wird ihr'n Rath aufdecken. Wenn sies aufs klügste greifen an, so geht doch Gott ein andre Bahn; es steht in seinen Händen. 3. Sie wüthen fast und fahren her und wolln sich hoch 9* 132 Kirchweihfestlieder. vermessen; zu würgen steht all ihr Begehr, Gott ist bei ihn'n vergessen. Wie Meereswellen hochher gehn, nach Leib und Leben sie uns stehn, des wird sich Gott erbarmen. 4. Ach, Herr Gott, wie reich tröstest du, die gänzlich sind verlassen! Der Gnaden Thür steht nimmer zu; Ver⸗ nunft kann das nicht fassen. Sie spricht: Es ist nun alls verlorn, da doch das Kreuz hat ueugeborn, die deiner Hülf erwarten. 5. Die Feind sind all in deiner Hand, dazu all ihr he danken; ihr Anschläg sind di wohlbekannt: hilf nur, di wir nicht wanken. Vernunf wider den Glauben ficht, auß Künftig will sie trauen nich. da du wirst selber trösten. 6. Den Himmel und aut die Erden hast du, Herr Goth gegründet; dein Licht laß i helle werden, das Herz m werd entzündet in rechterdi des Glaubens dein, hilf di ans End beständig seyn,. Welt laß immer murren. Justus Jonaz, geb. 1493, 4 5 [Siehe Kirche und Wort Gottes. ö Kirchweih festlieder. Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. 172. Kommt her, ihr Christen, voller Freud, erzäh⸗ let Gottes Freundlichkeit, kommt her und laßt erklingen die Stimm des Dankes un⸗ serm Gott, laßt uns dem Herren Zebaoth mit frohem Munde singen. Singet, brin⸗ get schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 2. Wir gehn in diesem Got⸗ teshaus ein Jahr nun wilh ein und aus, und hören verkünden den edlen Shn das Gnadenwort, das unz deckt des Lebens Pfort, I gebung unsrer Sünden. + get, bringet schöne Wast laßt uns preisen Gotteß g ben, die wir hier genost haben. 3. Da sehen wir mit iin den an die Dienste, die n leisten kann dem Herrnin ö ihr G. sind di rur, dij Zernunf cht, auß ien nicht östen. und aut err Goh t laß in Herz u chter di hilf di seyn, A. Arren. istus Joncꝭ, 1493, 4 l55 un wich höͤren! en Schh as unsdeh fort, Y Iden. Ei ie Weist Hottes h r geus mit dun e, die m herrnin. Kirchweihfestlieder. nem Tempel; da hört man mit Erstaunen zu, was Gott für große Thaten thu, die Wunder ohn Exempel. Sin⸗ get, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Ga⸗ ben, die wir hier genossen haben. 4. Da wird Gerechtigkeit gelehrt; da wird Gottseligkeit gemehrt; da wird der Glaub entzündet, Geduld, Lieb, Hoff⸗ nung, keusche Zucht und was noch mehr des Geistes Frucht, wird alles dagegründet. Sin⸗ get, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Ga⸗ ben, die wir hier genossen haben. 5. O große Wohlthat, die Gott thut! o heilig, gnaden⸗ reiches Gut! Kommt her, kommt, liebe Christen! Da wohnt der Herr der Herrlich⸗ keit; wohl denen, die sich alle⸗ zeit zu seinem Dienste rüsten. Singet, bringet schöne Wei⸗ sen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 6. Das ist der Ort, den David liebt, dahin er seine Seufzer gibt, da ihm das Reich genommen; er wünscht 133 nicht seine Königszierd; wann werd ich, sagt er mit Begierd, in Gottes Tempel kommen? Singet, bringet schöne Wei⸗ sen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 7. Und zwar wie sollte doch jetzund nicht seyn voll Jauch⸗ zen unser Mund? Was Andre müssen meiden, die gerne mit der Kirchgemein im Hause Gottes wollten seyn, genießen wir mit Freuden. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 8. Wie mancher Ort ist nun zerstört, da sonst ward Gottes Wort gelehrt! Die Kirchen sind zerfallen. Hier stehn noch Thür und Pfeiler fest; wir hören Gottes Wort aufs best in seinem Tempel schallen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns prei⸗ sen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 9. Da Andre mit betrüb⸗ tem Klang anstimmen müssen den Gesang, ja gar wohl gänz⸗ lich schweigen, da singen wir noch voller Freud, man hört der Orgel Lieblichkeit, man 134 darf sich fröhlich zeigen. Sin⸗ get, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Ga⸗ ben, die wir hier empfangen haben. 10. Bedenke dieß, oChrist⸗ gemein, und jetzt mit Dank vor Gott erschein, laß dich mit Rühmen hören: Gelobt sey Gott, durch dessen Güt hier dieses Kirchhaus ward behüt vor feindlichem Zerstören. Singet, bringet schöne Wei⸗ sen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 11. Ja, der du hier hast Feur und Herd, o Gott, dein Nam werd hoch geehrt, der Nam von großen Thaten. Gelobt sey Gott an diesem Ort, allwo sein heilig theures Wortbisher so wohlgerathen. Singet, bringet schöne Wei⸗ sen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier empfan⸗ gen haben. 12. O Herr, noch Eines bitten wir, laß uns auch künf⸗ tig für und für allhier zusam⸗ men kommen; bewahr die Kirch und die Gemein und die darinnen Lehrer seyn; so wer⸗ den dir die Frommen singen, Kirchweihfestlieder. bringen schöne Weisen id dich preisen für die Gaben, die sie zu genießen haben. Joh. Christ. Arnschwangen geb. 1625, + 1696. 5. Gast dem geben Mel. Jesus, meine Zuversicht u. ch, wie heilig it der Ort! Ach, wie selig ist di Stätte! Hier, hier ist de Himmels Pfort; hier erhöm Gott Gebete; hier erschall sein theures Wort; o wie h lig ist der Ort! 2. Heil war in des Zöͤl⸗ ners Haus, weil er Christun aufgenommen; und hier ruft Jesus aus: Selig sind, die zu mir kommen! Deren Hen 00 nimmt er ein, daß sie sen Tempel seyn. 3. O welch Heil ist bi hieher diesem Hause wide⸗ fahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der sich un will offenbaren, woher hättn wir den Geist, der den Win zum Himmel weist? 4. O wie lieblich, o wi schön sind des Herren Gottel⸗ dienste! Laßt uns froh zu ihn nen gehn; hier erlangt man zum Gewinnste einen Schahn der ewig währt, den kein Rf noch Raub verzehrt. 17⁴ schrei erhör dig O meine so du Sünd wer bleibe 2. Gnad zů ver Thu heste mand muß und d 3. hoffei nicht Herz Güte sein mein des sen und Gaben, ben. schwanger, 1696. ersicht v. eilig if g ist di ist de erhoön erschall wie ha es Zoͤll hristun ier ruft d/ die zu Herzu sie sein ist hil widet err nich ich ul hätten en Wig „ o wi Gottih⸗ zuihß igt man ö Schah Bußtagslieder. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, das du uns ge⸗ geben hast, Jesu, stets an die⸗ 135 sem Orte! Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird un⸗ tergehn! Benj. Schmolck, geb. 1672, 4+ 1737. Bußtagslieder. Eigne Melodie. 174. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen; dein gnä⸗ dig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffen. Denn so du willt das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan, wer kann, Herr, für dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Für dir Nie⸗ mand sich rühmen kann, des muß dich fürchten Jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort, das ist mein Trost und treuer Hort; des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sün⸗ den viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sey der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Israel er⸗ lösen wird aus seinen Sünden Dr. M. Luther, allen. geb. 1483, + 1546. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich ꝛc. Aus tiefer Noth laßt uns zu Gott von ganzem Herzen schreien, bitten, daß er aus seiner Gnad uns woll vom Uebel freien, uns alle Sünd und Missethat, die un⸗ ser Fleisch begangen hat,‚ als ein Vater verzeihen. 136 2. Wir flehn: O Gott Va⸗ ter, sieh an uns Armen und Elenden, die wir sehr übel habn gethan mit Herzen, Mund und Händen, und ver⸗ leih, daß wir Buße thun, und die in Christo, deinem Sohn, zur Seligkeit vollenden. 3. Unser Schuld ist sehr groß und schwer, von uns nicht auszurechnen; doch dein Barmherzigkeit ist mehr, die kein Mensch kann aussprechen. Die suchen und begehren wir, hoffen, du werdests, Herr, an dir mit nicht lassen gebrechen. 4. Du willt nicht, daß der Sünder sterb und in Ver⸗ dammniß fahre, sondern daß er mehr Gnad erwerb und sich darin bewahre. So hilf uns nun, o Herre Gott, auf daß uns nicht der ewge Tod in Sünden widerfahre. 5. Wenn du nun vor Ge⸗ richte gehn und mit uns woll⸗ test rechten, o wie würden wir da bestehn, und wer würd uns verfechten? O Herr, sieh uns barmherzig an und hilf uns wieder auf die Bahn zur Pforte der Gerechten. 6. Wir opfern uns dir, arm und bloß, durch Reu nieder⸗ Bußtagslieder. geschlagen; o nimm uns au in deinen Schoß, und laß un nicht verzagen! O hilf, di wir getrost und frei, ohn am List und Heuchelei, dein Iu zum Ende tragen! 7. Sprich uns durch din Boten zu, bezeug unser g wissen; stell unser Herz dul sie zur Ruh, thu uns du sie zu wissen, wie Christus fl deim Angesicht all unsreS chen hab geschlicht: Trosts laß uns genießen. 8. Erhalt in unsers Hn zens Grund deinen göttlihh Samen, und hilf, daß wirdn neuen Bund in deines Sh nes Namen vollenden in ala Wahrheit, also der Kton der Klarheit versichert wenen Am en! Böhmische Brüder lul Eigne Melodie. 176. Suaf mich nicht deinem Zorn, großer Et verschone; ach, laß mich nis seyn verlorn, nach Verdinj nicht lohne! Hat die Sih dich entzündt, lösch ab i dem Lamme deines Grimmi Flamme. 2. Herr, wer denst i Tode dein? Wer danktind Hölle Pein len, dort Gott, 3. huld, Schn mit 1 beine mit! Gnad Scha 4. an/w Seel Hülf Tag Lage neng 5 matt gen; r gen: bang der 6 weie mein ich n trete fleu ket, Bußtagslieder. uns as Hzllen? Rette mich aus jener d laß un Hif, u. ohn arx dein Ju irch dein Inser H erz du ns duh ristus fi Insre icht: ießen. isers Hu göttlicht iß wirdn ines Sab en in alla r Kronn rt werden Brüder lönl ie. ch nichti ßer Goh mich nit Verdin die Sin ch ab i Grimmi denlt i ankt inn Pein der verdammten See⸗ len, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. 3. Zeig mir deine Vater⸗ huld, stärk mit Trost mich Schwachen; ach, Herr, hab mit mir Geduld, mein Ge⸗ beine krachen; heil die Seel mit dem Oel deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 4. Ach, sieh mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hülfe harrenz ich verschmacht, Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thrä⸗ nengüssen. 5. Ach, ich bin so müd und matt von den schweren Pla⸗ gen; mein Herz ist der Seuf⸗ zer satt, die nach Hülfe fra⸗ gen: wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermuthshöhle? 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel, weich; Hölle, fleuch! Was mich vor gekrän⸗ ket, hat mir Gott geschenket. 137 7. Vater, dir sey ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicher Weis, der allzeit zu loben; heilger Geist, sey gepreist, hochgerühmt, geehret, daß du mich erhöret. 1—— 1624. 4 1679. Mel. Ich armer Mensch ꝛe. 177. Wir liegen hier zu deinen Füßen, ach, Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sey. Das Maß der Sünden ist erfüllt; ach weh uns, wenn du strafen willt! 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder. Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungerathnen Kinder, die auf verkehrten Wegen gehn. Kein Wunder, wenn dein Racheschwert uns läng⸗ stens hätte aufgezehrt. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen; gedenk an dei⸗ nen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen; dein Eidschwur zeuget selbst davon: du willst der Sünder Tod ja nicht; ach, geh nicht mit uns ins Gericht! 4. Der Mittler steht ja in 138 der Mitten; wir schaun zu seinen Wunden auf. Er hat für unsre Schuld gelitten und leistet dir die Zahlung drauf. Verbirgst du deinen Gnaden⸗ schein, so muß sein Blut ver⸗ loren seyn. 5. Dieß theure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnaden⸗ throne und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 6. Ach, laß die wohlver⸗ diente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von dei⸗ ner Huld verlassen stehn. Ach, sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. ö 7. Steck ein das Schwert, Erntefestlieder. das uns will schlagen, u stehn, Würger laß vorüber gas jedes Gib unser Brod in unsm komm Tagen. Laß keine solche 3.9 entstehn, daß man dein Wun auf Ho uns theuer macht, und unn auch di Herz dabei verschmacht. Wind 8. Gib Fried im Landin wehet, im Gewissen, gesunde L Land l wohlfeile Zeit. Laß Lieb un Thau, Treu sich stetig küssen 0 sind de fördre die Gerechtigkeit. Rh unser Feld mit deinem Mensa nimm Kirch und Haus i slbt deine Hut. nahret 9. So wollen wir dirduß was ar bringen und deine seyn m 68 tod Leib und Seel. Es soll dih Jung Lob gen Himmel dringu gen Un und dein erlöstes Israel win in der Hütte Jakobs schrein Der Herr soll mein Gai genug ewig seyn! sund hi Benjamin Schmall. als du geb. 1672, 4 II. Er nu tef e stlie der. Mel. O daß ich tausend ꝛc. O Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus; du aber theilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle ken, u kein Zi ins m reich; ach, lieber Gott, un zusam ist dir gleich? 6. 2.Wer kann die Menschn mals v alle zählen, die heut bei dirh Segen Tische gehn? Doch muß im Bissen Nothdurft keinem fehla ues R denn du weißt allem vonn und d Erntefestlieder. 139 igen, stehn, und schaffest, daß ein der gah jedes Land sein Brod be⸗ n unsa kommt aus deiner Hand. olche 3. Du machst, daß man ein Vun auf Hoffnung säet und endlich und unt auch die Frucht genießt. Der acht. Wind, der durch die Felder Landin wehet, die Wolke, die das ide Luß Land begießt, des Himmels Lieb un Thau, der Sonne Strahl issen un sind deine Diener allzumal. eit A 4 Und also wächst des n 0 Menschen Speise, der Acker Haub selbst wird ihm zu Brod; es nehret sich vielfältger Weise, dirß was anfangs schien, als wär seyn mie todt, bis in der Ernte solldß qung und Alt erlanget sei⸗ drinhu nen Unterhalt. rael win 5. Nun, Herr, wer kanns schreitz ein Gal genug bedenken? der Wunder sind hier gar zu viel. So reich 1 als du kann Niemand schen⸗ ken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir ott, un zusammen alle werth. 6. Wir wollens auch nie⸗ Menschu mals vergessen, was uns dein bei dirh Segen bringet ein; ein jeder muß di Bissen, den wir essen, soll dei⸗ fehlu nes Namens Denkmal seyn; m vorzh und Herz und Mund soll le⸗ benslang für unsre Nahrung sagen Dank. e s, L718 Mel. Was Gott thut ꝛc. 179. Was Gott thut, das ist wohlgethan; so denken Gottes Kinder. Er siehet sie oft sauer an und liebt sie doch nicht minder. Er zieht ihr Herz nur himmelwärts, wenn er sie läßt auf Erden ein Ziel der Plagen werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; gibt er, so kann man nehmen; nimmt er, wir sind nicht übler dran, wenn wir uns nur bequemen. Die Linke schmerzt, die Rechte herzt, und beide Hände müssen wir doch in Demuth küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weist uns oft den Segen, und eh er noch gedeihen kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er al⸗ lein der Schatz will seyn, so macht er andre Güter durch den Verlust uns bitter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wenn man nach reichem Säen doch wenig Gar⸗ ben ernten kann, so ists viel⸗ leicht geschehen, weil Gott auch Frucht bei uns gesucht und doch hat müssen klagen, daß wir so schlecht getragen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, wir müssen bes⸗ ser werden; man baue nur die Herzen an, so folgt die Frucht auf Erden. Den Man⸗ gel muß ein Ueberfluß zu andrer Zeit ersetzen und Feld und Herz ergötzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; das Feld mag ledig stehen, wir gehn getrost auf Zions Bahn und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brod, so hats nicht Noth; Siehe Lob · 140 Zum Geburts- und Namenstag des Landesherrn. die Welt muß eh verderh als wir vor Hunger sterh 7. Was Gott thut, du wohlgethan; so wollen n; stets schließen, und ist ban kein Kanaan, wo Milchn Honig fließen, doch isth, nung zur Sättigung, wn Gott die Nothdurft sahn obs auch nicht Vorrath n 8. Was Gott thut, dul wohlgethan; wie er ein gefüget, so nehmen wir lig an und sind dabei vein get. Er, unser Gott, 10 was uns noth; laßt inß duld uns fassen: er wiwn nicht verlassen. I und Danklieder.] Lieder zum Geburts⸗ und Namenstag 0 Landesherrn. wie es Er tre und u in Fu wird! 4. ben f ruhn haber thun. Land keiten ten 5. Güte Gere zeit durch men ihn stets 6. giere Mel. Zeuch ein zu meinen ꝛe. Dir, höchster Herr und König der Könige und Herrn, dir ist man unterthä⸗ nig, du herrschest nah und fern, du unser Herr und Gott, an Ehren groß und prächtig, zum Schutze stark und mäch⸗ tig, ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Wortes Lehre ist auch die Oliiht von dir und dir zur Ehuj Schwert, das Frevlern du empyfing sie nur von dir. N ihr zuwider lebet, der, g ster, widerstrebet dir sowohl als ihr. ö 3. Du, höchster Hen lehre mich selbst durch di Geist, daß ich den Köͤniht ein waht Gott herrn. verderh er sterhe hut, du wollen ist bein Milchn och isth ung, w. iuft sann rathrem thut, du er edn n wir ehl Ibei vern Bott, u laßt in er wirdn Benj.⸗Schnat b. 1072, N ag deb ie Obis ir Ehrr⸗ vlern dut on dir. V „der, g t dir sl er Hensh durch dů Königi Zum Geburts⸗ und Namenstag des Landesherrn. 141 wie es dein Wort uns heißt. Er trägt ja, Gott, dein Bild; und wenn wir seinen Willen in Furcht und Lieb erfüllen, wird dein Will auch erfüllt. 4. Laß deines Geistes Ga⸗ hen stets reichlich auf ihm ruhn; laß ihn, auch hoch er⸗ haben, gern deinen Willen thun. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrig⸗ keiten kannst du wie Bäche lei⸗ ten; es steht in deiner Hand. 5. Es leuchte, Gott der Güte, dem Könige dein Licht; Gerechtigkeit behüte ihn all⸗ zet im Gericht. Laß stets durch sein Bemühn die From⸗ men sicher wohnen; nie laß ihn Frevler schonen, selbst stets das Unrecht fliehn. 6. Gib, daß durch sein Re⸗ gieren wir mit Zufriedenheit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott, du segnest gern; wir bitten ohn Ermüden: Gib Segen, Heil und Frieden durch Jesum, unsern Herrn! Mel. Es spricht der Unweisen ꝛc. 181. DerThron derWelt⸗ beherrscher ist ein Schemel heinen Füßen. Sie sind nur Staub; du aber bist Gott, dem sie dienen müssen. Das Reich ist dein und dein die Welt; du, der sie schuf und sie erhält, du bist allein ihr Herrscher. 2. O Weltbeherrscher, laß sie nie die rechte Bahn ver⸗ lieren; bewahre stets vor Schmeichlern sie, daß die sie nicht verführen! Lehr sie ihr eigen Herz durchschaun und nur mit Furcht sich selber traun und dich um Weisheit bitten. 3. Gib Friede, halte sie zu⸗ rück vor ungerechten Kriegen! Ihr Ruhm sey der, mit stren⸗ gem Blick die Laster zu besie⸗ gen. Wenn aber Völker sie zum Streit durch Unrecht rei⸗ zen, dann gebeut dem Siege, sie zu schützen! 4. Unendlicher, regiere sie, daß sie getreu dir dienen; ver⸗ laß mit deiner Huld sie nie, noch ihr Geschlecht nach ihnen. Die Furcht vor dir, Barm⸗ herzigkeit und Weisheit und Gerechtigkeit sey ihres Haup⸗ tes Krone. 5. Ach, laß dein Wort auch auf dem Thron, Jehova, Glau⸗ ben finden; laß Fürsten auch 14² Taufe. auf deinen Sohn fest ihre Hoff⸗ nung gründen. Gott, sie sind Sünder sowie wir; laß sie doch nicht ihr Theil bloß hier So weit dein Reich, die E 11 geht, soll, Herr, dir alles d n nen. Nimmst du dich alh unser an, so werden Fürst m 0 l in diesem Leben suchen. Unterthani in deinem Schy weß 6. Erhöre, Vater, dieß Ge⸗ ten wohnen. nufet bet, sey gnädig uns und ihnen. 36b. 185.u getan auf E Dritte Abtheilung. hben Herre Kirchliche Handlungen. Velt born i IJ. Die heiligen Sacramente. zur B het un Dad u Pe dadur f ö geborr Mel. Es woll uns Gott ꝛc. 182. Chyrist, unser Herr, zum Jordan kam nach seines Vaters Willen, von Sanet Johann's die Taufe nahm, sein Werk und Amt zurfüllen. Da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, ersäufen auch den bittern Tod durch sein selbst Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. 2. So hört und merket alle wohl, was Gott heißt selbst die Taufe, und was einChriste gläuben soll, zu meiden Ketzer⸗ haufen: Gott spricht undwIl 0—— ö daß Wasser sey, doch nichth 6. lein schlecht Wasser; sein 6 hroßer ligs Wort ist auch dabei mj RenSi reichem Geist ohn Mafeh unm et der ist allhie der Täufer. Hüller 3. Solchs hat er und ho sin ei weiset klar mit Bildern un Iyun mit Worten. Des Vatal sind Stimm man offenbar dasaht darin am Jordan hörte. Er sprach Im Das ist mein lieber Sohh, an dem ich hab Gefallen; din Wase will ich euch befohlen han, dj Wasse ihr ihn höͤret alle, und folhl Geistt! seinen Lehren. Taufe. n 4. Auch Gottes Sohn hie „die selber steht in seiner zarten allesin Menschheit; der heilig Geist ich alhe herniederfährt,in Tanbenbild Fürstm berkleidet, daß wir nicht sollen m Schn zweifeln dran, wenn wir ge⸗ 15 Mn ufet werden, all drei Person mnrn ei getaufet han, damit bei uns auf Erden zu wohnen sich er⸗ geben. 5. Sein Jünger heißt der Herre Christ: Geht hin, all n. Welt zu lehren, daß sie ver⸗ born in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer gläu⸗ bet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden; ein neu⸗ geborner Mensch er heißt, der dul nicht mehr könne sterben, das unden simmelreich soll erben. Maßn zum ewgen Tod, tief in der usen dilln Grunde. Nichts hilf m sein eigen Heiligkeit, all sein Wn Thun ist verloren; die Erb⸗ wsch snd machts zur Nichtigkeit, dahell duin er ist geboren, vermag 0 uhm selbst nicht helfen. 7. Das Aug allein das 201 Wasser sieht, wie Menschen Wasser gießen; der Glaub im u0 fols Gis vie Kraft versteht des 143 Blutes Jesu Christi, und ist für ihm ein rothe Fluth, von Christus Blut gefärbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. Dr. M. Luther, geb. 1483, + 15⁴46. Mel. In dich hab ich ꝛc. 183. Gott Vater, höͤre unsre Bitt, theil diesem Kind den Segen mit, erzeig ihm deine Gnade. Es sey dein Kind; nimm weg sein Sünd, daß ihm dieselb nicht schade. 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der heilgen Tauf zu deinem Glied und Erben, damit es dein mög allzeit seyn im Le— ben und im Sterben. 3. Und du, v allerwerthster Geist, sammt Vater und dem Sohn gepreist, wollst gleich⸗ falls zu uns kommen, damit zur Stund in deinen Bund es werde aufgenommen. Rach der Taufhandlung. 4. O heilige Dreieinigkeit, dir sey Lob, Ehr und Dank bereit für diese große Güte. Gib, daß dafür wir dienen dir; vor Sünden uns behüte. 144 Taufe. Mel. Alle Menschen müssen ꝛc. La et mich mit Frenden sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen den⸗ noch ein Kind Gottes ist; was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz besitze, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht? 2. Keine Sünde macht mir bange; ich bin ein getaufter Christ! Denn ich weiß gewiß, so lange dieser Trost im Her⸗ Zen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das theure Wasserbad mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! Und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Got⸗ tes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getauf⸗ ter Christ; denn das bringt mich zu dem Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so ver⸗ sichert mir der Glaube, di mir doch der Taufe Kraft di auf 6 und Leben wieder schafft. Wone 5. Nun, so soll ein solch 4. Segen mir ein Trost des g dein 2 bens seyn. Muß ich michng Fleck Grabe legen, schlaf ich alse Fl auf solchen ein. Ob mit g tel de und Augen brechen, sollti Uusch Seele dennoch sprechen; Au did bin ein getaufter Christ/ 600 nun ewig selig ist. 4697118 Neumeist deiner 1671, 1„ofa; ge 1, + 1⁵½ zeig il Mel. Liebster Jesu, wir sind fürst 185. Liebster Jesun Wein sind hier, deinem Mu auchi nachzuleben; dieses Kin kommt zu dir, weil du denh Herz fehl gegeben, daß man sii uhn dir hinführe, denn das gi 0 melreich ist ihre. nin 2. Ja, es schallet allems 90 dieses Wort in unfre Iin Wer durch Wasser und du Geist nicht zuvor ist neuß Rel. ren, wird von dir nicht aus 180 nommen und in Gottehsst Pe nicht kommen. iß 00 3. Darum eilen wirfu nimm das Pfand von uust 1 Armen tritt mit deinengh herfür und erzeige deino men, daß es dein Kund. 925 an S * Taufe. Lanng auf Erden und im Himmel möͤge werden. an 4. Wasch es, Jesu, durch st des U dein Blut von den angeerbten mith Ilecken; laß es bald nach die⸗ ich ser Fluth deinen Purpurman⸗ 11. 00 tel decken; schenk ihm deiner 3 sol Unschuld Seide, daß es ganz chen: in dich sich kleide. ö ö hri 5. Hirte, nimm dein Schäf⸗ lein an; Haupt, mach es zu Remi denem Gliede; Himmelsweg, 1m zeig ihm die Bahn; Friede⸗ wir sih; fürst, schenk du ihm Friede; Fesu Weinstock, hilf, daß diese Rebe m Aa auch imGlauben dich umgebe! 3 Kid 6. Nun wir legen an dein dud 38 Herz/ was von Herzen ist ge⸗ man sih duuden; führ die Seufzer him⸗ Das 90 melwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmolck, geb. 1672, 4+ 1737. t allemt sre Ohn und dun st neugh Rel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. nichtus jonh 186. Du unerfors chlichs Neer der Gnaden, wie selig ist dein Wasserbad! es heilet an mir allen Schaden, den Wams Fall verursacht hat. Die Sündfluth gehet überhin, wenn ich in dieser Arche bin. 2. Wie groß sind, Jesu, wirzul von mh einemoh dein l uKind 14⁵ deine Gaben! Du kommst mit Wasser und mit Blut; und wenn wir diese Schätze haben, so erben wir das höchste Gut. Wenn ich damit gezeichnet bin, so ist der Himmel mein Gewinn.— 3. Was frag ich nach der eitlen Ehre! ich bin des Allerhöchsten Kind, weil ich in deren Zahl gehöre, die aus Gott selbst geboren sind. Kein Ehrenstand ist diesem gleich; das ist mein Recht zum Himmelreich. 4. Du schreibest mich ins Buch des Lebens, du, meines Lebens Leben, ein. Ach, lasse mich doch nicht vergebens auf deinen Tod getaufet seyn. Ja, schreibe mich so kräftig an, daß mich kein Fluch vertilgen kann. 5. Hab ich dir Herz und Hand gegeben, so gib mir, Jesu, deine Gnad, auch dem Versprechen nachzuleben, das selbst dein Geist versiegelt hat. Des Satans Werk und We⸗ sen sey kein Hinderniß an meiner Treu. 6. Erhalte mich durch deine Taufe im Bündlein der Le⸗ bendigen und führe mich in —40 146 meinem Laufe vom Irdischen zum Himmlischen, daß ich Abendmahlslieder. durch diesen Jordan geh m dort im Lebenslande steh! Benj. Schmolck, geb. 1672, 4 In. Abendmahlslieder. Eigne Melodie. 187. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt: erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Got⸗ tes, der du trägst die Sünd der Welt: erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Got⸗ tes, der du trägst die Sünd der Welt: gib uns deinen Frieden! Eigne Melodie. 188. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze und gib mir einen neuen, gewissen Geist.]: Verwirf mich nicht:! von deinem Angesicht: und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Eigne Melodie. 189. O Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit ge⸗ funden duldig, wiewohl du wardst verachtet: all Sin hast du getragen, sonst müßn wir verzagen. Erbarm di unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes m schuldig, am Stamm di Kreuzes geschlachtet, allzeit⸗ funden duldig, wiewohl v wardst verachtet: all Sin hast du getragen, sonst miß ten wir verzagen. Erbam dich unser, o Jesu! 3. O Lamm Gottes m. schuldig, am Stamm Kreuzes geschlachtet, allzei funden duldig, wiewohl wardst verachtet: all Süh hast du getragen, sonst miß ten wir verzagen. Gih m dein Frieden, o Jesu! Nik. Decius, um 1u. Eigne Melodie. 190. Jesus Christus, u ser Heiland, der von uns iu Gottes Zorn wandt, dus — geh un e stehl 72, 4 U. II Si st müßtn arm dit ottes n mm Rd allzeitg⸗ wohl v ll Sid nst müs Erbanm ottes m⸗ mm d allzeith⸗ wohl N I Sin nst miß Gih m u! 16, um 112. e. istus, 1 uns t, dui Abendmahlslieder. das bitter Leiden sein half er uns aus der Höllen Pein. 2. Daß wir nimmer des vergessen, gab er uns sein Leib zu essen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl Acht auf sein Sachen! Wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollt Gott den Va⸗ ter preisen, daß er dich so wohl wollt speisen, und für deine Missethat in den Tod sein Sohn geben hat. 5. Du sollt glauben und nicht wanken, daß ein Speise sey den Kranken, den ihr Herz von Sünden schwer und für Angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz ingroßer Arbeit; ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starken noth, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was konnt erwerhen, was dürft ich denn 147 für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du sel⸗ ber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Herzensgrunde und bekennest mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, deinen Näch⸗ sten sollt du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. Dr. M. Luther, geb. 1483, + 1546. Mel. Es ist gewißlich m der ꝛc. 191. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunn⸗ quell aller naden! Wir kom⸗ men, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke! Schenk uns dein schones Eh⸗ renkleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste seyn, und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende 10* 148 Abendmahlslieder. bleiben; laß Sünd und Noth uns für und für von dir nicht wieder treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. Mel. O Jesu Christ, meins ꝛc. Jesu, du mein Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genom⸗ men weg der Sünden Last: 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall; ich bin krank, unrein, nackt und bloß, blind, arm: ach Herr, mich nicht verstoß. 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht, du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitkleid. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich: In meiner Schwachheit heile mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein verfin⸗ stert Herz, zůnd an die schöne Glaubenskerz; in Reichthum meine Armuth kehr und mei⸗ nem Fleische steur und wehr, melsbrod, dich Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solche Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Laster aus 6. Daß ich das rechte Hin mir; mein Herz mit Lieb und Glauben zier, und was sons ist von Tugend mehr, dil pflanz in mir zu deiner Ehr 8. Gib, was mir nützt a Seel und Leib; was schaͤdlih ist, fern von mir treib; komn in mein Herz/ laß mich mit din vereinigt bleiben für und für 9. Hilf, daß durch diesn Mahlzeit Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlasen alle Sündenschuld, erlanmz des Vaters Lieb und Huld, 10. Vertreibe alle mein Feind, die sichtbar und m⸗ sichtbar seind; den guten Vn⸗ satz, den ich führ, durch dit nen Geist mach fest in min 11. Mein Leben, Sitteh, Sinn und Pflicht nach deinen heilgen Willen richt; ach In mich meine Tag in Ruh uid Friede christlich bringen zu 12. Bis du mich, o du Y bensfürst, zu dir in Himml nehmen wirst, daß ich bei d ——* te Him: wahrer t solche wie mir m. aus in dieb und as sons hr, dal ier Eht. nützt an schädlih j komm mit dir und für ch diese Bös in erlassa erlang Huld. le mein und m⸗ ten Vor⸗ irch dit in mir. Sitteh, deinen ach li Ruh uud gen zu/ o du LH Himmi bei di Abendmahlslieder. dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. deb. 1585, 4.10 f. Mel. Gott sey gelobet und ꝛc. 103. Herr Jesu Christe, mein getreuer Hirte, komm, mit Gnaden mich bewirthe! bei dir alleine find ich Heil und Leben; was ich darf, kannst du mir geben. Kyrie⸗ leison! Dein arm Schäflein wollest du weiden auf Israels Bergen in Freuden und zum frischen Wasser führn, da das Leben her thut rührn. Kyrie⸗ leison! 2. All andre Speis und Trank ist ganz vergebens; du bist selbst das Brod des Le⸗ bens. Kein Hunger plaget den, der von dir isset, alles Jammers er vergisset. Kyrie⸗ leison! Du bist die lebendige Quelle, zu der ich mein Krüg⸗ lein stelle; laß mit Trost es fließen voll, so wird meiner Seele wohl. Kyrieleison! 3. Laß mich recht trauern über meine Sünde, doch den Glauben auch anzünde, den wahren Glauben, mit dem ich dich fasse, mich auf dein Ver⸗ dienst verlasse. Kyrieleison! Gib mir ein recht bußfertig 149 Herze, daß ich mit der Sünde nicht scherze, noch durch meine Sicherheit mich bring um die Seligkeit. Kyrieleison! 4. Mir ist befleckt sehr greulich mein Gewissen; ach, laß ein Blutströpflein fließen aus deinen Wunden, welche du empfangen, da du bist am Kreuz gehangen. Kyrieleison! Wird damit mein Herze ge⸗ rühret, wirds von Stund an rein gezieret durch dein Blut mit Glauben schön, kann in dir vor Gott bestehn. Kyrie⸗ leison! 5. Der darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Begier er nach ihm fraget; o süßer Jesu, schau, wie tiefe Wunden werden auch in mir gefunden. Kyrieleison! Du bist ja der Arzt, den ich rufe, auf den mit Verlangen ich hoffe. Hilf, o wahrer Mensch und Gott! hilfst du nicht, so bin ich todt. Kyrieleison! 6. Du rufest Alle zu dir in Genaden, die mühselig und beladen; all ihre Misse⸗ that willst du verzeihen, ihrer Bürden sie befreien. Kyrie⸗ leison! Ach, komm selbst, leg an deine Hände, und die 9 150 schwere Last von mir wende. Mache mich von Sünden frei, dir zu dienen Kraft verleih. Kyrieleison! 7. Du wollest Geist und Herze zu dir neigen; nimm mich mir, gib mich dir eigen. Du bist der Weinstock, ich bin deine Rebe; nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyrieleison! Ach, in mir find ich eitel Sün⸗ den, in dir müssen sie bald verschwinden; in mir find ich Höllenpein, in dir muß ich se⸗ lig seyn. Kyrieleison! 8. Komm, o mein Freund, o komm, du schönste Krone! Jesu, komm und in mir wohne! In mir will ich dich mit Gebet oft grüßen, ja mit Lieb und Glauben küssen. Kyrieleison! Komm und schenke mir deine Liebe, so wird nichts seyn, das mich be⸗ trübe, deine Sanftmuth und Geduld, die Frucht deiner Gnad und Huld. Kyrieleison! 9. Dieß sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Lebenssaft ertheilen, daß ich aus mir nun all Untugend reiße, dir zu dienen mich be⸗ fleiße. Kyrieleison! In dir hab ich, was ich soll haben, Abendmahlslieder. deiner Gnaden Brünnlen mich laben. Laß mich— seyn in dir und bleib ewiz auch in mir. Kyrieleison! Joh. Heermann, geb. 1585, 4 164. ö Eigne Melodie. 194. Schmücke dich, liebe Seele! Laß die dunll Sündenhöhle, komm ans hell⸗ Licht gegangen, fange herrlih an zu prangen; denn der Hen voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; de den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir haltan. 2. Eile, wie Verlobte yfle⸗ gen, deinem Bräutigam enr⸗ gegen, der mit süßen Gnaden⸗ worten klopft an deines Her zens Pforten. Eile, sie ihn aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: Men Heil, laß dich umfassen; von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Ach, wie hungert mn Gemüthe, Menschenfreund. nach deiner Güte! Ach, wit pfleg ich oft mit Thränen mih nach deiner Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dit⸗ sten nach dem Trank des L bensfürsten! Wünsche suti, daß mein Gebeine sich* Gott mit Gott vereine. 4 4. Bang jetzt niß d ünnlein ich ewiz ib ewiz ison! 5, + 1641. dich, 0 dunkle m hell herrlich der Hent en will en; der walten, halten. bte yfl⸗ um ent⸗ Hnaden: es Het⸗ sie ihm dich hin 5: Meil en; von lassen. rt mein freund, sch, win ien mich *8— —* Abendmahlslieder. 151 4. Heilge Lust und tiefes Bangen nimmt mein Herze jett gefangen; das Geheim⸗ niß dieser Speise und die un⸗ erforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist wohl auch ein Mensch zu fin⸗ den, der dein Allmacht sollt ergründen? 5. Nein, Vernunft, die muß hier weichen, kann dieß Wunder nicht erreichen, daß dieß Brod nie wird verzehret, ob es gleich viel tausend näh⸗ ret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, die nur Got⸗ tes Geist kann deuten! 6. Jesu, meine Lebensson⸗ ne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser dei⸗ ner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her⸗ getrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uums gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, dei⸗ ner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brod des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaͤden sey zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dieß Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Johann Franck, geb. 1618, + 1677. Mel. Freu dich sehr, o meine ꝛc. err, du hast für alle Sünder einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brod der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir befohlen hast; aber hilf auch, daß mein Herze nicht mit deiner Wohlthat scherze. 2. Räume, bitt ich, mein Gemüthe rein von allem Ar⸗ gen aus, daß auch meines Her⸗ zens Hütte werde dein geweih⸗ tes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, liebe mich und laß deinen Tisch auf Erden mir zum halben Him⸗ mel werden. 152 3. Kann der Herr dem Rnechte schenken auch sein ei⸗ gen Fleisch und Blut: ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut; und ver⸗ leihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Er⸗ lösung hast gegeben. 4. Nimm jetzt die Ver⸗ nunft gefangen, daß ich glaube schlecht und recht, und erwecke mein Verlangen, wenn das Fleisch den Eifer schwächt, bis ich fühle meine Noth und mich sehne nach dem Brod, welches allen Hunger stillet und mein Herz mit Gott erfüllet. 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, denke, daß du Je⸗ sus heißt, denke, daß du nicht vergebens für die Welt ge⸗ storben seyst: drum erhöre, was ich bitt, theile mir dich selber mit und laß heut in mein Gewissen Blut aus dei⸗ nen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft; und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hülfe schafft: ach, so laß dein Brod und Wein meines Her⸗ zens Manna seyn, daß die Abendmahlslieder. Wirkung dieser Speise kin sorbe tig in der That sich weise. hestri 7. Laß mich deine gih fl,L schmecken und die Güter jenn Welt; oder wenn auch Fuuh und Schrecken mich zuweilh überfällt, so verschaffe m dein Blut einen rechten Fuy denmuth, daß ich meinn Trost im Glauben mir dus Niemand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Hen fassen deinen herben, bitten Tod; laß mich auch Niemm den hassen, der mit mir g⸗ nießt dein Brod; nimm mit ganz vollkommen ein, biz ii werde bei dir seyn und Fülle deiner Gaben, meinn Gott und alles haben. Caspar Neumann, geb. 1648, 4 Ul Mel. Es ist gewißlich u. 196. Jesum Christ, o Mensch.un auf die Erden vom Thronds Himmels kommen ist, Bruder da zu werden. giß nicht, daß er dir zu gi hat angenommen Fleisch m Blut; dank ihmfür diesebi 2. Halt im Gedächtnißhh sum Christ, der für dich hj ‚ alt im Gedachni erlöst ihm f 3. sum& ten T erstan und Fried Leben für d 4. sum( densz gefah bereit todt u vorget du da in sei ewigl. 6. dich k ben fe an mi gelitten, ja gar am Kreuhch herze eise kin weise. ine Lich üter junn ich Funh zuweiln haffe mů ten Frun „meiuu mir dun en. ins Hen u, bitten Niemm t mir g⸗ imm mit in, bid i n und vN u, meinn en. 1648, Uli slorben ist, und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teu⸗ fel, Höll und Tod, und dich krlöͤst aus aller Noth; dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtniß Je⸗ sum Christ, der auch am drit⸗ ten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Noth und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht, sein Unschuld Leben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtniß Je⸗ sum Christ, der nach den Lei⸗ denszeiten gen Himmel auf⸗ gefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herr⸗ lichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtniß Je⸗ sum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was todt und lebend ist, zu richten Moun vorgenommen. O denke, daß ist, u du da bestehst und mit ihm den. As in sein Reich eingehst, ihm ir zu bn eviglich zu danken. leish 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dieselih dich kann mit wahrem Glau⸗ ichtniß; ben fassen, und nie, was du 50 dihl an mir gethan, mög aus dem Kreulh Herzen lassen, daß dessen ich ßlich R. edahnn lenschx Thronds Abendmahlslieder. 153 in aller Noth mich tröͤsten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriakus Günther, geb. 1650, + 1704. Mel. Es ist gewißlich ꝛc. 197. Wie heilig ist die Staͤtte hier, wo ich voll An⸗ dacht stehe! Sie ist des Him⸗ mels Pforte mir, die nun ich offen sehe. O Lebensthor, o Tisch des Herrn! vom Him⸗ mel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dieß Le⸗ bensbrod, dieß theure Gna⸗ denzeichen, vor dem des Her⸗ zens Angst und Noth und alle Qualen weichen. O Brod, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott be⸗ schert, dich will ich jetzt ge⸗ nießen. 3. Wie heilig ist doch die⸗ ser Trank, der mein Verlan⸗ gen stillet, der mein Gemüth mit Lob und Dank und heil⸗ ger Freud erfüllet. O Le⸗ benstrank, o heilges Blut, das einst geflossen mir zu Gut, dich will ich jetzt empfangen. 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus keh⸗ 154 ret bei mir ein; mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll, und er in mir will leben. 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jesus fort und fort aus Gna⸗ den Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich; was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sey und bleibe. Von dir sey ganz mein Herz erfüllt, Herr, laß dein heilig Ebenbild beständig an mir leuchten. 7. Nun du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben; in dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! Nach Valentin Ernst Löscher, geb. 1673, 4 1749. Mel. Ich ruhe nun in Gottes ꝛc. 198. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner Abendmahlslieder. letzten Trauernacht und h mser die Früchte deiner Leiden Wir ft einem Testament vermah Stürke es preisen gläubige Gen Olaube ther dich, Stifter dieser ha 6.“ Güter. Bande 2. So oft wir dieses M Glieder genießen, wird dein Geditzin solc niß bei uns neu; man imn und Ei aus frischen Proben schliehn Geist u wie brünstig deine Liehe sh fließen Dein Blut, dein Tod i und B. deine Schmerzen verumm 7.“ sich in unsern Herzen. zum P. 3. Es wird dem zittn ser Flei den Gewissen ein neues E voll, e gel aufgedrückt, daß us Staube Schuldbrief sey zerrissen, weslich unsreHandschrift sey zersiith du uns daß wir Vergebung mit diesem Sünden in deinen blum 8. Wunden finden. oble Ge 4. Das Band wird sst Mahl zugezogen, das dich undu selbst zi zusammenfügt. Die Fram wohl if schaft, die wir sonst geyfln Dieß J fühlt, wie sie neue Sii Ledene kriegt. Wir werden mahti ener solchen Stunden mit du 9. 2 Einem Geist verbunden. Preis e 5. Dieß Brod kannuß hoher; Nahrung geben; dieß Vhih daß all Abendmahlslieder. t uns hij mser Glaube dich geneußt. Leiden! Wir fühlen neue Kraft und vermat Stärke in unserm Kampf und ge Gem Glaubenswerke. ieser hi 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes ieses M Gliedern ein, mit denen wir n Gedih in solchem Stande Ein Herz man kin und Eine Seele seyn. Der schlie Geist muß mehr zusammen⸗ Liebest fleßen, da wir Ein Fleisch Tod m und Blut genießen. vernun 7. Dein Fleisch muß uns zen. zum Pfande dienen, daß un⸗ ˙m zithn sir Fleisch, der Schwachheit neues Ei voll, einst herrlich aus dem daß im Staube grünen und unver⸗ rissen x weblich werden soll, ja daß ey zerstih du uns ein ewig Leben nach ing mt diesem kurzen werdest geben. n blu: 8. O theures Lamm, so elle Gaben hast du in dieses wird ssß Rahl gelegt. Da wir dich ch undn selbst zur Speise haben, wie die Frent wohl ist unser Geist gepflegt! 1 gepflan Dieß Mahl ist unter allen ue Stih Kiden ein wahrerVorschmack en mihi jner Freuden. mit du! H. Dir sey Lob, Ehr und unden. Preis gesungen! Ein solcher kann wiß hoher Liebesschein verdient, ieß Blut daß aller Engel Zungen zu 1.Cönh disen Ruhm geschäftig seyn. eben, un Bird unser Geist zu dir er⸗ 15⁵5 hoben, so wird er dich voll⸗ kommner loben. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693, + 1735. Mel. An Wasserflüssen ꝛc. 199. Ich komme, Herr, und suche dich mühselig und beladen. Gott, mein Erbar⸗ mer, würdge mich des Wun⸗ ders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Men⸗ schen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversicht⸗ lich an; du bist das Heil der Sünder. Du hast die Hand⸗ schrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast für mich dich darge⸗ stellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz in mir! Er tilget deine Sünden und läßt an seinem Tische hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und T—————...... 156 Abendmahlslieder. er erhört dich schon, spricht liebreich: Sey getrost, mein Sohn! die Schuld ist dir ver⸗ geben. Du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Ehristi. Fürchteg. Gellert, geb.1715,71769. Mel. O Jesu Christ, meins ꝛc. Herr, der du als ein stilles Lamm am martervollen Kreuzesstamm zur Tiggy meiner Sündenlast dihn„ S. für mich geopfert hast: sost 2. Hier feir ich deinen M——. lertod; hier nährst du n 0 mit Himmelsbrod; hier„— das unschätzbare Gut, dall mir gibst, dein Leib und 3. Hier labet mich alt bun nen Gast der Leib, den shmat geopfert hast, dein Blut dch m o Herr Jesu Christ,— 40 Kreuzesstamm vergassni itz ö 4. O Heiland, hiffn ner 90 daß ich ja mit tiefer Ehiful Allen dir mich nah! O Herr m die m Mund empfahe nicht dul fehn. bens Speise zum Gerich. 5. Hilf, daß mühseihn und A beschwert mein gläubgaͤh und E darnach begehrt, der Wohlh nie de ganze Größ ermißt ubn macht ner Liebe nie vergißt. 12 6. Ich, Erd und N Lehene bins nicht werth, daß s enden Heil mir widerfährt; Freud willst, o Höchster, nihln dein e schmäͤhn, zu meinem ixn einzugehn. 7. Mein Herz stehti Me richte du dirs selbst zud 201 Wohnung zuz wirf vorber ganz hinaus, schmück l Selig jeder Tugend aus. ins, mverr Abendmahlslieder. 157 Tlgn 8. Du kommst; gesegnet dichs sen du mir! Du bleibst in has:: niz ich bleib in dir; ich end emelis in dir einst meinen Lauf, und du weckst mich vom Tode auf. 5— 9. Ich liebe dich, Herr, umn moerrückt, wenn auch das schwere Kreuz mich drückt; nicha denn Leib und Seel ver⸗ ib, ba schmachtet mir, doch lieb ich ludh nih und bleib bei dir. hrist, 10. Auch stärkt mich die⸗ rgossenß siz Mahles Kraft auf mei⸗ d, hilfu ner ganzen Pilgerschaft, mit er Chrsil Allen in den Kampf zu gehn, achtbu die mir nach meiner Seele stehn. ö Geritt 11. Es steuert allem Stolz rihseihn und Neid, verknüpft zu Lieb äubgaͤß und Einigkeit, gibt Trost, der er Wost nie das Herz verläßt, und ißt unn nacht den guten Vorsatz fest. gißt. 12. Und wenn du mich, o und M gcbensfürst zur Seligkeit voll⸗ daß enden wirst, erquickt mit rfühtt; Freuden ohne Zahl mich dort X, nihtn den ewges Abendmahl. inem hu Joh. Adolph Schlegel, geb. 1721, + 1793. steht 6 Mel. Wachet auf, ruft ꝛc. bst z Herr, du wollst uns irf allei vorhereiten zu deines Mahles hmück ul. Seligkeiten; sey mitten unter 8. uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubens⸗ vollem Herzen nahen und sprich uns los von Sünd und Tod! Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig seyn. Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir! Friedr. Gottlieb Klopstock, geb. 1724, + 1803. Nach dem Abendmahl. Eigne Melodie. 202. Gott sey gelobet und gebenedeiet, der uns sel⸗ ber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blu⸗ te; das gib uns, Herr Gott, zu Gute. Kyrieleison! Herr, durch deinen heiligen Leich⸗ nam, der von deiner Mutter Maria kam, und das heilige Blut hilf uns, Herr, aus al⸗ ler Noth. Kyrieleison! 2. Der heilig Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größer Güte konnt er uns ge⸗ schenken, dabei wir sein solln gedenken. Kyrieleison! Herr, dein Lieb so groß dich zwun⸗ gen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that, und bezahlt unsre Schuld, daß uns 158 Gott ist worden hold. Kyri⸗ eleison! 3. Gott geb uns allen sei⸗ ner Gnaden Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyrieleison! Herr, dein heilig Geist uns nimmer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison! Dir. M. Luther, geb. 1483, 4+ 1546. Mel. Nun lob, mein Seel ꝛc. 203. Wie wohl hast du gelabet, o liebster Jesu, deinen Gast, ja mich so reich begabet, daß ich jetzt fühle Freud und Rast. O wundersame Speise, o süßer Lebenstrank, o Liebs⸗ mahl, das ich preise, mit einem Lobgesang, wie hast du doch erquicket meindeben, Herz und Muth! Mein Geist der hat erblicket das allerhöchste Gut. 2. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit; du hast mir voll gemessen den edeln Kelch, der mich erfreut. Ach, Gott, du hast erzeiget mir Armen solche Gunst, daß bil⸗ lig jetzt sich neiget mein Herz ö Abendmahlslieder. und d groß ist an Gemü in Liebesbrunst. Du hast mi lassen schmecken das edle hin melsbrod; hinfort kann u nicht schrecken Welt, Teft Sünd und Tod. für 1 3. So lang ich leb aufhn der ut den, preis ich dich, liebsn der an Jesu, wohl, daß du mich liss wiedet werden von dir und durchin 6. satt und voll. Du hast mih teuet, selbst getränket mit deun kirsch theuren Blut, dich mit iu erfreu Herz gesenket, o unverglh Iu jed lich Gut! Nun werd ichs nicht v nicht sterben, weil mich giß ensig set hat, der nimmer kannun tra derben, mein Trost, Shiz Gnade Hülf und Rath. ner Zu 4. Wie kann ichs aberss Rusgr sen, Herr Jesu, daß dum Rfung Begier dich hast so tief giß meinen sen vom Himmelssaal hen! 7.“ zu mir? Du, Schöpfer all schen u Dinge, besuchest deinenKuuch Engels ach hilf, daß ich dir bringeth sig stel Herz, das fromm und nuh Ehr ur das gläubig dir vertraue, du Wel mit nach dieser Zeit ich eitler 2 dein Antlitz schaue donti dn Hi der Ewigkeit. rland 5. Du bists, der ewig blz werd ic bet; ich aber bin dem Sh Herzele ten gleich, den bald ein Wih mir geh vertreibet; Herr, ich bin amn ö Abendmahlslieder. hastuu und du bist reich; du bist sehr Weh cser Oite Kir kann mu itt an dir; ich, sündhaft im „ Tast hemüthe, kann fehlen für und für: noch kommest du hernie⸗ b au 0 der und nimmst mich Sün⸗ licht der an; was geb ich dir doch nich lis wieder, das dir gefallen kann? durchih 6. Ein Herz, das recht be⸗ uh reuet, ein Herz, das ganz zer⸗ it deiun kuirschet ist, das ist, was dich mit ih etfreuet, mein Gott und Herr, werglit zu jeder Frist. Du wirst es erd ih nicht verachten; hilf, daß ich ich geh emnsig bin, nach deiner Gunst kannd trachten. Nimm doch in t, Sahn Enaden hin das Opfer mei⸗ ner Zungen; dir sey von Her⸗ Anogrund jetzt Lob und Preis gesungen, Herr Gott, durch neinen Mund. . Wohl mir, ich bin ver⸗ sehen mit Himmelsspeis und Eugelstrank; nun will ich rü⸗ sig stehen, zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr wohl, du Weltgetümmel, du bist ein aler Tand; ich seufze nach den Himmel, dem rechten Va⸗ neland. Fahr wohl, dort ewig hli werd ich leben ohn Angst und m Schn Herzeleid; mein Gott, du wirst ein Ul nir geben die ewge Seligkeit. bin am Joh. Rist, geb. 1607, 4 1667. Saberfñ aß du ii tief gelh aal hent pfer alh HenKnach bringeth und uuh traue, x eit ich e dort 159 Mel. Nun laßt uns Gott, dem ꝛe. ö 4. O Jesu, meine Wonne, du meiner Seelen Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dieß himmelsüß Er— götzen und diese theuren Ga⸗ ben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs ver⸗ danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und geträn⸗ ket, ja selbst dich mir ge⸗ schenket? 4. Ich lobe dich von Her⸗ zen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wun⸗ den, der du so viel empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank ich für dein Sehnen und heißvergoßne Thränen. ö 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist ge⸗ blieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Ge⸗ müthe dein übergroße Güte; dieß theure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaͤden. 8. Herr, laß mich nicht 160 Abendmahlslieder. vergessen, daß du mir zuge⸗ messen die kräftge Himmels⸗ speise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich annoch empfinde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezäͤh⸗ let von Sünden und vermäh⸗ let mit dir, mein liebstes Le⸗ ben! Was kannst du Werth⸗ res geben? 11. Ach laß, Herr, meine Seele in dieser Leibeshöhle doch allzeit mit Verlangen an deiner Liebe hangen. 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig lei⸗ den, laß mich mit Andacht be⸗ ten und von der Welt abtreten. 13. Nun kann ich nicht ver⸗ derben; drauf will ich selig sterben und freudig auferste⸗ hen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist, geb. 1607, 4+ 1667. Mel. Weil nichts gemeiner ist ꝛc. 205. Gott Loblich bin aufs Neu erquicket mit Christi theurem Leib und Blut. Das Heil, das hier mein Geist er⸗ blicket, macht allen meinen Schaden gut. Mein Glaube jauchzt und freuet sich; den willi JesusChristus starb für mih it mi 2. Gott Lob! die ganzedi ich au der Sünden ist nun aus Om einst den weggeschafft. Mich alh hahn, Schulden zu entbinden, Iu ten 3 Jesu Blut die volle Kuiß lecht! Heut nahm ich ja der du heit Pfand beim Abendni aus seiner Hand. Nel. 3. Gott Lob! mein zunn 206 des Gewissen fühlt sich. mit ð Jesu Tod gestillt. Ich schh Herz. Handschrift gaͤnzzerrissen große mich vorhin mit Furcht t⸗ gen füllt. Durch ihn bin ihhn Herr Gott versöhnt, werd an sih er scl Vaterherz gewöhnt. ket: di 4. Gott Lob!der süßeen daßer lenfriede kehrt wieder in 2. Herz zurück. Wie warichul Güte: so krank, so müde, bis min ch. Jesu Gnadenblick aufs u müthe sich zu mir gelenkt und au dig si und Ruhe mir geschenk. erwie 5. Gott Lob! in deng geprie frenten Herzen wohnt V und 2 und die Seligkeit. Der zi ward nung weichen alle Scchma 3. leicht wird das Leiden in verde Zeit. Ein ewigs Glücklu mir von fern; drum han glaub und duld ich gern. 6. Gott Lob! mit uulh will ich sterben; der Himmel ist mir aufgethan. Dort darf ich auch mit Jesu erben nach aus Om einst durchwallter Leidens⸗ Mich alhn hahn, und mit der auserwähl⸗ nden, y ten Zahl halt ich erst dann le Kußß echt Abendmahl. d Le Fuen bendmil Nel. Alle Menschen müssen ꝛc. 206. Danket,danket Gott mit Freuden, danket ihm mit ehn Herz und Mund! Macht die rrisseng gtoßen Seligkeiten dieses heil⸗ Furhit gen Mahles kund, was der bin ihn Herr für Gnade schenket, da erd aussi er selbst uns speist und trän⸗ t. let; danket ihm vor demAltar, süßesi daß er uns so freundlich war. der uun. 2. Ja, wir preisen Gottes varihu Güͤte; denn sie währet ewig⸗ bis minl lch. O wie freut sich das Ge⸗ aufs M und A dig sich gegen uns auch jetzt chenkt. chent. erwiesen! Immerdar sey er in den) gepriesen; groß ist seine Huld ohnt I und Treu, und auch heute Derhi ward sie neu. ann 3. Heilig, heilig, heilig eiden ul werde, Gott, dein Nam uns Glückn m hattn. Abendmahlslieder. müthe, daß der Herr so gnä⸗ 161 mehr und mehr; alle Himmel sammt der Erde zeugen laut von deiner Ehr. Dir, Herr, singen Seraphinen dreimal Heilig, die dir dienen. Dro⸗ ben in dem Heiligthum schal⸗ let deines Namens Ruhm. 4. Gott, der Herr und Va⸗ ter, segne uns in seinem lie⸗ ben Sohn; und des Vaters Sohn begegne uns von seinem Gnadenthron; und der Herr, der Geist, bereite uns zur Herrlichkeit und leite uns zu seinem Frieden! Ja, Amen! sprecht Halleluja! Nikol. Kaiser, geb. 1734, + 1800. Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. 207. Wir nahen uns, o Gottes Sohn, von Dank durchdrungen deinem Thron; du hast uns nun gegeben im Nachtmahl deinen Leib, dein Blut; dieß komm auf ewig uns zu Gut und stärk in uns dein Leben. Amen, Amen! Welche Freuden nach dem Lei⸗ den warten droben, wo wir dich ohn Ende loben. hgen. nit re 11 ———...—=——— ———— — e —.— — ————— ——.— 162 Confirmation. II. Die andern kirchlichen Handlungen. Confirmation. Mel. Wer nur den lieben ꝛc. 208. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt; ich bin in Christum ein⸗ gesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Va⸗ ter, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir ge⸗ währt; du willst in aller Noth und Pein, o guter Geist, mein Tröster seyn. 3. Doch habe ich dir Furcht und Liebe, Treu und Gehor⸗ sam zugesagt; ich habe mich aus reinem Triebe deinEigen⸗ thum zu seyn gewagt; hinge⸗ gen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; aufs Neue Leib, Seel in nimm mich, dein Kind/ Gnaden an, wenn ich hi einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Goh Herz zum Opfer hin; erwi mich zu neuer Treue mn nimm Besitz von meinen Sinn; es sey in mir i Tropfen Blut, der nich Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fin der Finsternissen, ich hlalh oGot mit dir unvermengt; hieri zwar ein befleckt Gewissenj⸗ doch mit Jesu Blut bespranz Weich, eitle Welt, du Simd weich; Gott hoͤrt es, ich en sage euch. 7. Laß diesen Vorsatz niz mer wanken, Gott Valh Sohn und heilger Geist gi mich in deines Buni Schranken, bis mich din Wille sterben heißt; so lobi dir, so sterb ich dir, so lobiß dich dort für und für. Joh. Jak. Rambi geb. 1693, NS. Mel. 20 dein, erkau iu set Geist mein ewig 2. winn, Gabe Erbe Vater macht ichs er 3, Natur Erden Heilig JNsus 4. lobt, d der Te mir g Glaub nich n will ie . dit, di Sünde weicht Gottes Kind ich hih nein Gath Seel un 1; erwes reue m meinqn mir kn er nich n thut. du Fünf ich blaih t; hierf wissen ⸗ besptemg u Sünd , ich ez rsatz nin tt Vann, Heist; h Bundi 1693, 4 N Confirmation. Mel. Meinen Jesum laß ich ꝛc. 209. Ewig, ewig bin ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Heist getaufet. Dessen soll mein Herz sich freun; ewig, wig bin ich dein. 2. Welch ein göttlicher Ge⸗ winn, daß ich durch der Taufe Gabe nun dein Kind und Erbe bin, daß ich dich zum Vater habe! Deine Gnade nacht mich rein; droben soll ichs ewig seyn. 3. Ich, ein Sünder von Mitur, ich Gefallner soll auf Erden eine neue Creatur, soll, o Gott, dir ähnlich werden. Heilig, heilig soll ich seyn sus und sein Geist ist mein. 4. Treue hab ich oft ge⸗ lobt, doch verletzt den Bund der Taufe. Wenn die Lust in mir getobt, ließ ich ab vom Claubenslaufe. Aber nimm nich wieder ein; dein, Herr, nill ich ewig seyn. 5. Ich entsag, o Satan, bir, dir, o Welt, und dir, o Sinde. Euch entsag ich, weicht von mir, dem erlösten zak. Nunbih Gottebkinde! Eure Lust ist 163 Tod und Pein; ich will mei⸗ nes Gottes seyn. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich auf dem schmalen Wege übe gute Rit⸗ terschaft und nur Jesu leben möge. Er wird Gnade mir verleihn, treu bis in den Tod zu seyn. 7. Höre mich; denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist getaufet. Laß mich hier im Glauben dein, dort im Schauen selig seyn. Joh. Andreas Cramer, geb. 1723, + 1788. Mel. Seelenbräutigam ꝛc. 210. Von des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke; gib uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu seyn. 2. Mach uns selbst bereit, gib uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, des⸗ sen theures Blut floß auch uns zu Gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, daß wir unsern Bund erneuern und 11* 164 mit Wahrheit dir betheuern, deine Bahn zu gehn, Welt⸗ lust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn in den Himmelshöhn. Samuel Marot, geb. 1770. Mel. O du Liebe meiner Liebe ꝛc. 211. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zu⸗ strömt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden, Confirmation. als bei dir, Herr Jesu Chis dem im Himmel und auf h den alle Macht gegeben isti 3. Wo ist solch ein Herrg finden, der, was Jesus thu mir thut, mich erkauft vond und Sünden mit dem eignn theuren Blut? Sollt ich du nicht angehören, der sein v ben für mich gab? Sollt ö ihm nicht Treue schwönn Treue bis in Tod und Guah 4. Ja, Herr Jesu, bei bleib ich, so in Freude, wi Leid; bei dir bleib ich, A verschreib ich mich für Y und Ewigkeit. Deines Wis bin ich gewärtig, auch Rufs aus dieser Weltz d der ist zum Sterben feni der sich lebend zu dir hil. 5. Bleib mir nur aufh ser Erden nahe, bis mein Y. sich neigt. Wenn es einst Abend werden, und die M herniedersteigt, wenn I. Aug wird dunkler, triht dann erleuchte meinen H daß ich froͤhlich zieh hinih wie man nach der Heint reist. su Chrif d auf h ben ist! in Henp esus thů ft vondo em eignn lt ich du er sein v Sollt i schwüm nd Guuh su, bei d Ide, wie b ich, 9für Y nes Wis auch d. Velt; du ben feni dir hil. ur aufdz 3 mein S einstul d die M denn m r, fih inen G eh hinihz v Hen b. Pbil. Enih eb. 150l. Beichtlieder. Deiuchtt kiepuan. Eigne Melodie. 22. Herr Zesu Chris, du höchstes Gut, du Brunn⸗ guell aller Gnaden, sieh doch, wie ich in meinem Muth mit Schmerzen bin beladen, und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet haft am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht mit großem Weh in mei⸗ nen Sünden untergeh, noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furchtumfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte ganz verloren seyn, wenn ich dein Wort nicht hatte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht und fast beginnt zu springen, dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit ———. zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewis⸗ sen naget, und wollte gern im Blute dein von Sünden ab⸗ gewaͤschen seyn, wie David und Manasse: 6. So komme ich zu dir allhie in meiner Noth ge⸗ schritten, und thu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Vergib mir alles gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. Ach, Herr, vergib mirs doch, mein Gott, um deines Namens willen, und thu in mir die große Noth der Ueber⸗ tretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb, und dir hinfort zu Ehren leb im kind⸗ lichen Gehorsam. 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich durch deine Wunden; hilf mir zu deines Namens Preis in mei⸗ ner letzten Stunden, und 166 nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im wahren Glauben von der Welt zu deinen Aus⸗ 4 Barthol. Ringwaldt, erwählten. geZb. 1520, 4 um 1593. Mel. Herzlich lieb hab ich ꝛe. 213. Vor Gricht, Herr Jesu, steh ich hie, beug in De⸗ muth meines Herzens Knie und seufze mit Wehklagen: Mein große Sünd und Mis⸗ sethat mich verklagt und ver⸗ dammet hat; doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, weil ich fest glaube und dabei im Herzen habe wahre Reu. Herr Jesu Christ, des dank ich dir ich will mich bes⸗ sern, hilf du mir! Mel. Zion klagt mit Angst ꝛc. 21¹⁴4. O du Schöpfer al⸗ ler Dinge, höre, höre mein Gebet, das ich jetzo vor dich bringe, weil mein Herz in Aengsten steht. Meine Sün⸗ den ängsten mich, darum komm ich auch vor dich und bekenne meine Sünden; ach Herr, laß mich Gnade finden! 2. Weil du heißest Alle kommen, die beladen sind, zu Beichtlieder. dir, bin ich auch nicht ausg⸗ nommen, noch gewiesen vn der Thür deiner Gnadaß sondern du willst und win mich noch dazu von den Sin den, die mich drücken, gin entbinden und erquicken. 3. Dein Wort bleibet un⸗ gebrochen, das du einmal hi geredt; nun hast du, o Goh gesprochen: Such mein Ms litz im Gebet. Darum konn ich auch vor dich, such dun Antlitz; ach, laß mich hei d Trost und Gnade finday sprich mich los von meinn Sünden! 4. Sieh die Handschuff die ich gebe hier in deine Hash o Gott, drin du sprichst:& wahr ich lebe, ich will nih des Sünders Tod, sonden daß er sich bekehr von d Sünden, und begehr ewiglih mit mir zu leben, so will i ihm alls vergeben. 5. Nun wohlan, du wif nicht lügen; ich halt mi an deine Wort, will darauft Demuth biegen meine gi an diesem Ort, und bekennn meine Sünd: Ich bin verlorne Kind, das vom Iih t ausg⸗ lesen vun Gnadey ind win den Sün⸗ en, ga cken. — seibet u mal haf „o Goth iein Auh im komm. such den ch bei di finda, u meinen ndschuff ine Hod, ichst:& vill nich sonden von del ewiglih o will ih du wüf alt miß darauft eine K bekennnn bin vom Auh Beichtlieder. 167 el oft verblendet deine Güter hat verschwendet. 6. Weiter will ich nichts nehr sagen und allein an meine Brust mit dem armen gllner schlagen: Gott, es ist dir wohl bewußt, daß ich hab geündigt dir; aber sey doch gnädig mir; ich fall dir in deine Arme: ach Herr, mei⸗ ner dich erbarme. 7. Ich verläugne nicht die Sünden, ich verläugne nicht die Schuld; aber laß mich Gnade finden, trage, Herr, mit mir Geduld; alles, was ich schuldig bin, will ich zah⸗ len, nimm nur hin die Bezah⸗ lung meines Bürgen, der sich liß für mich erwürgen. 8. Nun, o Vater aller Gna⸗ den, siehe dessen Leiden an! denn er hat ersetzt den Scha⸗ den; er hat für mich gnug gethan. Durch ihn bin ich ganz erlöst, dessen ich mich jtzo tröst, weil in seinen tie⸗ fen Wunden ich nun Fried und Ruh gefunden. 9. Ich will auch hierauf ge⸗ nießen Christi wahren Leib und Blut, meiner Seele und Gewissen zur Erquickung und zu Gut. Gib, daß würdig ich — genieß, Jesu, dich, und schmeck, wie süß und wie freundlich du bist denen, die sich nach dir herzlich sehnen. Johann Heinrich Calisius, geb. 1633, + 1698. Eigne Melodie. 2¹⁵. Ich armer Mensch, ich armer Sünder steh hier vor Gottes Angesicht: ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir ins Ge⸗ richt! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herz⸗ lich bange von wegen meiner großen Sünd, bis daß ich Gnad von dir erlange, ich ar⸗ mes und verlornes Kind! Erbarme dich ꝛc. 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, du aller⸗ liebstes Vaterherz! Wollst alle Sünde mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz! Erbarme dich ꝛc. 4. Wahr ist es, übel steht der Schade, den Niemand hei⸗ let außer du. Ach, aber ach! gib Gnade, Gnade! ich laß dir doch nicht eher Ruh. Er⸗ barme dich ꝛe. 5. Nicht wie ich hab ver⸗ 168 Beichtlieder. schuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd. O treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich ꝛe. 6. Sprich nur Ein Wort, so werd ich leben; sag, daß ich armer Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur sündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich ꝛc. 7. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zwei⸗ felsfrei; weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei: Er⸗ barme dichze. Mel. Meinen Jesum laß ich ꝛe. 216. Jesus nimmt die Sünder an! saget doch dieß Trostwort Allen, welche von der rechten Bahn auf verkehr⸗ ten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 2. Keiner Gnade sind wir werth; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt; sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Je⸗ sus nimmt die Sünder an! 3. Wenn ein Schaf verlo⸗ ren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der unden der vergißt, suchet treulich gend verirrte, daß es nicht verdy aufo ben kann: Jesus nimmen komn Sünder an! sterb 4. Kommet alle, komm die e her, kommet, ihr betrüͤhn 9 Sünder; Jesus rufet eus 34 und er macht aus Sündn Gottes Kinder. Glauht Gem doch und denkt daran: Iih Gott nimmt die Sünder an! deine 5. Ich Betrübter konm sie n hier und bekenne meine Sin des den. Laß, mein Heiland u dich bei dir, Gnade und Vergebm ter d finden, daß dieß Wort uih eigne trösten kann: Jesus ninmmn 2 die Sünder an! Weg 6. Ich bin ganz getiun mir; Muths; ob die Sünden hu möge roth wären, müssen sie hin dit. deines Bluts dennoch siht Vert Schneeweiß kehren, di dichl gläubig sprechen kann: Iu ist en nimmt die Sünder an! 3. 7. Mein Gewissen u Sün mich nicht, Moses darfui nicht. nicht verklagen; der michfi dir fi und ledig spricht, hatdieen ind e den abgetragen, daß ui die m nichts verdammen kann: YN ker, sus nimmt die Sünder al denn S. Jesus nimmt die Eih hofft eulich U 9 r uns cht verde nimmt le, komm betrühtn ufet at Sünden Glaubt ran: Iii ran! ter komm neine Sin iland,mit Vergebam Wort mit sus nimm nz gettostn ünden bih en sie hi noch sihi u, dai ann: M +an! vissen i darf mi er mich fi at die S daß m kann: inder au. i die E Beichtlieder. der an! Auch mich hat er an⸗ enommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an! Erdmann Neumeister, geb. 1671, + 1756. Mel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛc. 2¹⁷. Ich erhebe mein Gemüthe sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir; denn ich kenne deine Güte, o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens. Nur Veräch⸗ ter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir; daß ich richtig wandeln möge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen; sicher kann ich auf dich bauen. Deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht. Laß mich Gnade vor dir finden, geh nicht mit mir ind Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Va⸗ ler, ja verzeihen. O so höre denn auf mich! Meine Seele hofft auf dich! 169 4. Gott, du willst des Sün⸗ ders Leben; dir ist seine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du mein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! Du verwirfst ihn nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, ü ber ihre Schuld be⸗ trübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem ge⸗ ängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinemAngesicht. Keine schnö⸗ de Lust der Sünden soll mich ferner überwinden. Ach be⸗ wahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! Aus dem bayr. Gesangbuch von 1811. Mel. Ich armer Mensch ꝛc. 218. Mein Jesus ist ein Freund der Seelen, die in der Angst und Sündennoth nur ihn zu ihrem Trost sich wäh⸗ 170 len, der sie geliebt bis in den Tod. Sie sollen Ruh von ihm empfahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 2.Wenn das verdammende Gewissen sie bis zur Hölle niederbeugt; wenn Thränen ohne Hoffnung fließen, ists Jesus doch, der ihnen zeigt, wie man dem Fluch entrin⸗ nen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an. 3. Er kam vom Himmel zu uns nieder, ein Fluch zu werden für die Welt. O dankt ihm laut, erlöste Brüder! Er hat den Frieden hergestellt, indem er Gott genug gethan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Wie willig hat er einst sein Leben zur unerhörten To⸗ despein für uns am Kreuz da⸗ hin gegeben! Wer wollte nun noch traurig seyn? Er zeigt zum Himmel uns die Bahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. Hört dieß, ihr angefocht⸗ nen Seelen; eilt alle, flieht in Jesu Schoß! Er macht von allem, was euch quälen und schaden kann, auf ewig los. Er ist mit Huld euch zuge⸗ Beichtlieder. than; mein Heiland nimm die Sünder an. 6. Er bringt in seinen ofß nen Armen versöhnt zu euren Gott euch hin, und neigt zun ewigen Erbarmen des liehe 8 vollen Vaters Sinn, den Y sus nur versöͤhnen kann; min Heiland nimmt die Sin der an. 7. Auch sendet er in unsn Herzen den wahren Tröstt seinen Geist; der stillet aln Sünden Schmerzen, wennn auf Jesu Tod uns weist. An ist, der uns verdammen kamj Mein Heiland nimmt di Sünder an. 8. Nichts, nichts tilgt si nes Mitleids Triebe. Win auch kein Strahl der Hoffumn scheint, so zage nicht; er istz Liebe; er ist dein Retter un dein Freund. Heil Allen, d im Ernst sich nahn; mein g land nimmt die Sünder au 9.Komm glaubensvollid stillt dein Sehnen unds chließ des Jammers Pforte zu, A trocknet liebreich deine Thit nen und schenkt den Midn süße Ruh. O selig, wer nah weinen kann! Mein Heilah nimmt die Sünder an. d nimm einen ofß zu euren neigt zun des liehe den J mnn; mii ie Sin⸗ in unsi Tröstin illet alla „wennn eist. n ien kamn mmt d tilgt st e. Wom Hoffnun er istu Tetter m Allen/ d mein He⸗ inder au. 18volll Ordinationslieder. 10. Vernimm denn seinen Ruf und zähle mit Vorsicht jden Tag des Heils. Ach eil, errette deine Seele und triff die Wahl des besten Theils! Flieh heute noch der Sünde Bahn und komm; heut nimmt dich Jesus an. 11. Hier sind wir, Hei⸗ 171 land aller Sünder! Erbarme dich und mach uns rein; so wollen wir, der Gnade Kin⸗ der, dir ewig dafür dankbar seyn, weil dann ein Jeder rühmen kann: Gott Lob, auch mich nahm Jesus an! Aus dem bayr. Gesangbuch von 1811. Ordinationslieder. Mel. O Gott, du frommer ꝛc. 219. Herr Jesu, der du selbst von Gott als Lehrer kommen und, was du aus dem Schoß des Vaters hast ge⸗ nommen, den rechten Weg zu Gott mit Wort und Werk ge⸗ lehrt, sey für dein Predigt⸗ amt gelobt von deiner Heerd. 2. Du bist zwar in die Höh zum Vater aufgefahren; doch gibst du noch der Welt dein Wort mit großen Schagren, und baust durch diesen Dienst die Kirche, deinen Leib, daß er im Glauben wachs und fest ans Ende bleib. 3. Hab Dank für dieses Ant, wodurch man dich selbst böret, das uns den Weg zu Oott und die Versöhnung —.—. lehret, durchs Evangelium ein Häuflein in der Welt beru⸗ fet, sammlet, stärkt, lehrt, tröstet und erhält. 4. Erhalt uns diesen Dienst bis an das End der Erden, und weil die Ernte groß, groß Arbeit und Beschwerden, send selbst Arbeiter aus, mach solche klug und treu, daß Feld und Baumann gut, die Ernte reichlich sey. 5. Die du durch deinen Ruf der Kirche hast gegeben, erhalt bei reiner Lehr und einem heilgen Leben; leg deinen Geist ins Herz, das Wort in ihren Mund; was jeder reden soll das gib du ihm zur Stund. 6. Ach, segne all dein Wort mit Kraft an unsern Seelen; 172 laß deinen Schäflein nie an guter Weid es fehlen; such das verirrte selbst, bind das verwundte zu, das schlafende weck auf, das müde bring zur Ruh. 7. Bewahr vor Ketzerei, vor Menschenlehr und Dün⸗ kel; lehr uns nach deiner Art im Tempel, nicht im Winkel; behüt vor Aergerniß, vor Spaltung, welche trennt; er⸗ halte rein und ganz dein Wort und Sacrament. 8. Bring, was noch drau⸗ ßen ist, zu deiner kleinen Heerde; was drinnen ist, er⸗ halt, daß es gestärket werde; durchdring mit deinem Wort, bis Heerde und der Hirt im Glauben, Herr, an dich zu⸗ sammen selig wird. Eberhard Ludwig Fischer, geb. 1695, + 1773. Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. 220. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerden, du siehst auf die er⸗ löste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie se⸗ lig werden. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet Ordinationslieder. den Erlösten, die du segm shaft willst und trösten. 2. Wohl deinem Volh an du es liebst, nach deinn 95 Sinn ihm Hirten gibst, g es zum Himmel führen, n die voll Eifer, Geist i hnn Kraft, gottselig und gewissz 10 fe haft das Herz der Sim fifd rühren. Treue Hirten laß y 6 Seelen niemals fehlen m 0 die Heerden mit den Hun ä selig werden. 3. Wir nehmen hier un deiner Hand den Lehrer, v du uns gesandt; Herr, sin sein Geschäfte. Die Suh die sich ihm vertraun, din Lehr und Leben zu erhan gib Weisheit ihm und gi Lehr ihn, hilf ihm thunn leiden, dulden, streiten, he wachen, selig sich und mß ihn a machen. und s 4. Herr, deinen Ges 2 auf ihm ruhn; laß ihn st Hinte Amt mitFreuden thun; sey, das ihn betrübe!—1. gesc er uns deine Wahrheit l gib uns ein Herz, dab st urch sam hört, ein Herz voll int Liebe. Lehrer, Hörer lch Freundschaft und Gemnt Rel. 2 den auf E durch und g durch schaft feste stehen und den Beg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Vg erscheint, laß unsern Leh⸗ ter, unsern Freund, uns dir eutgegen führen! Du gibst ihm unter seine Hand die See⸗ len als ein theures Pfand; laß keine ihn verlieren! Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. du sehm f Voll d ich dein gibst, K ühren, y Geist u d gewissn er Sind rten laßy fehlen u den Hint Trauungslieder. 173 6. Sey uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir heißen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland! Gott mit dir! Amen, Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Joh. Daniel Carl Bickel, geb. 1737, + 1809. Rel. Es spricht der Unweisen ꝛe. 221. Herr Gott, der du den Chestand geordnet hast auf Erden, daß dein Geschöpf durch dieses Band soll froh und glücklich werden; o laß durch deinen Gnadenschein ihn allezeit voll Segen seyn und setze ihn zu Ehren. 2. Du wollst des Feindes Hhinterlist durch deinenSchutz herwehren; du weißt, wie er heschäftig ist, dein heilsam Werk zu stören. Daß nun ah seine Bosheit nicht des dagr Fried und Eintracht hricht, so steure seinen Werken. 3. Die Seelen laß in Lieb Die Sulh aun, dun m 1—— eiten, he und miz en— aß ihn si thun zuith übe! Vn hn 3 . uln örer 0 id Gemh Trauungslieder. und Leid gerreu beisammen stehen und in der wahren Frömmigkeit auf deinen We⸗ gen gehen. Wohl dem, der dich vor Augen hat! In allem wird ihm Rath und That nach seinem Wunsch gelingen. 4. Laß auch dabei Beruf und Stand sich deiner Güte freuen, durch deine reiche Se⸗ genshand die Arbeit wohl gedeihen; so fehlet unsrer Nahrung nichts, ob wir im Schweiß des Angesichts das Brod gleich müssen essen. 5. Herr, wenn du Jemand segnen willt, so kann es Nie⸗ mand wehren. Der Oelkrug, 174 welchen du gefüllt, ist nie⸗ mals auszuleeren. Aus Man⸗ gel machst du Ueberfluß, und sprichst du nur ein Wort, so muß auch Wein aus Wasser werden. 6. Dringt auch das liebe Kreuz herein, so darf man nicht verzagen. Es muß ja wohl ein Wechsel seyn von gut und bösen Tagen. Du hast uns schon den Trost ge⸗ setzt, daß alle Dinge doch zu⸗ letzt zu unserm Besten dienen. 7. Das Brod des Lebens wirst du uns im Himmel end⸗ lich schenken. Die Quelle dei⸗ nes Freudenbrunns wird uns da ewig tränken, so daß uns hier und dort nichts fehlt; denn wir sind hier und dort vermählt dem Bräutgam un⸗ Erdm. Neumeister, srer Seelen. geb. 1671, + 1756. Mel. Ich armer Mensch ꝛe. 222. Es hat der Herr zu allen Zeiten der Seinen ganzen Lauf bedacht; er ist es, der auf allen Seiten von Anfang ihren Weg bewacht bis auf ein Haar von ihrem Haupt; wohl dem, der seiner Führung glaubt! 2. Er spricht: Befiehl mir Trauungslieder. deine Wege; sie sind in mi schon ausersehn. Trau mi ner treuen Vaterpflege, wird es gut und selig gahj so geb ich dir auf jeden Schritt auch meines Geishi Leitung mit. 3. Sieh nun, o Herr aj diese Seelen und laß sie befohlen seyn; laß sie in deine Wege wählen, mach f. mit deinem Blute rein, bidft zu deinem Reich eingehn in ewig jauchzend vor dir stehn Mel. Seelenbräutigam u. 223. Jesu, geh voranaf derLebensbahn; und wirw len nicht verweilenz dir gen⸗ lich nachzueilen; führ unn der Hand bis ins Vaterla 2. Solls uns hart ergehn laß uns feste stehn und auchi den schwersten Tagen niemi überLasten klagen; denn duh Trübsal hier geht der M zu dir. 3. Rühret eigner Schmn jemals unser Herz, kümmn uns ein fremdes Leiden, gib Geduld zu beiden; uih unsern Sinn auf das Gh hin. 4. Ordne unsern Gu Liebst du un uns a thu ur Thür Rel. 22⁰ Herze 22⁰ Lib be Zweife jüngste myerr sal und tim sel ud in mi rau mi⸗ Rege, lig gehj uf jeden Geistt He aß sie x 5; sie un „ mach ft ein, bizft igehn im dir stahh tigam u. voranaf d wir wah dir getul⸗ hr und u Baterlasd art ergeh ind auchin en niemah denn duh der Ag 4 Schma „kümma eiden, o en; ui das Eid. * — ern Gan Begräbnißlieder. Liebster, lebenslang; führst duuns durch rauhe Wege, gib ins auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine WMüre auf. Nik. Ludwig, Graf v. Zinzendorf, geb. 1700, + 1760. Rel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛc. 224. Mäach, Herr, Ein herz aus den zweien durch der 17⁵ Liebe festes Band; gieße Se⸗ gen und Gedeihen auf den neuerwählten Stand; laß sie alt beisammen werden und viel Gutes sehn auf Erden. Steh bei ihnen in der Noth, und sey ewig unser Gott. Caspar Neumann, geb. 1648, + 1715. [Siehe Haus⸗ und Ehestand! Begräbnißlieder. Eigne Melodie. 225. Nun laßt uns den Reib begraben, daran wir kein gweifel haben, er werd am jingsten Tag aufstehn und merweslich hervorgehn. 2. Erd ist er, und von der Erden, wird auch zu Erd wie— der werden, und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gottes Vosaun wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Hott, der sie allhier aus lau⸗ ser Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Cohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trüb⸗ sk und Clend ist kommen zu tun selgen End; er hat getra⸗ gen Christi Joch, ist gestor⸗ ben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag; der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem Gott ihn verklären und ewger Freud wird gewähren. 6. Hier ist er in Angst ge⸗ wesen; dort aber wird er ge⸗ nesen in ewiger Freud und Wonne, leuchten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen, und gehn all heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß; denn der Tod kömmt uns gleicher Weis. 8. Das helf uns Christus, 176 unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst vons Teufels G'walt und ewger Peinj ihm sey Lob, Preis und Ehr allein. M. Weiß(1531). Eigne Melodie. 226. Ruhet wohl, ihr Todtenbeine, in der stillen Einsamkeit! ruhet, bis das End erscheine, da der Herr euch zu der Freud rufen wird aus euren Grüften zu den freien Himmelslüften. 2. Nur getrost, ihr werdet leben, weil das Leben, euer Hort, die Verheißung hat ge⸗ geben durch sein theuer wer⸗ thes Wort: Keiner soll im Tod verderben, die in seinem Namen sterben. 3. Und wie soll im Grabe bleiben, der ein Tempel Got⸗ tes war, den der Herr ließ einverleiben seiner auser⸗ wählten Schaar, die er selbst mit Blut und Sterben hat gemacht zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind. Muß der Leib im Grab erkalten, da man nichts als Asche findt, wird Begräbnißlieder. doch Gott, was vor gewesa wieder neu zusammen lesen. 5. Jesus wird, wie er n⸗ standen selber an dem driimn Tag, gleichfalls seine Reichz verwandten führen aus du Todes Schmach zu dem ewyn Himmelsfrieden, den er si nem Volk beschieden. 6. Ruhet wohl und sust im Kühlen eine noch so kun Zeit; es läßt sich schon ni fühlen die so frohe Ewigli da ihr sollt mit neuem Lahn euch vor Gottes Thron n heben. Mel. Nun sich der Tag n 227. Ei, wie so su entschliefest du nach manthn schweren Stand, und la nun da in süßer Ruh in d nes Heilands Hand. 2. Sein Leiden hat R frei gemacht von aller M und Pein; sein letztes Won Es ist vollbracht! das sis dich lieblich ein. 3. Du läßt dich zur V wandelung in dieß Offth sän, mit Hoffnung und W sicherung, viel schöͤner aufß gesich Du h empf 5. Bräu Hirt, liebte. lassen 6 Heerd und d werth Welt Rel. 22⁰ von L nigfal men it ruhmi nimm seinen zenkor uf 6 Rsät. 2. wohle Schrit ter G Hütte Herrn. genster stehn. 4. Verbirg dich unsermil mit sc stiller geweseh en lesen wie er z⸗ m dritth ne Reiche Jaus du pem ewgn en er si n. und sus ch so kun chon nah Ewiglai iem Lehn Thron g⸗ Conrad bHille, 662, 4 1755 r Tag n e so suf manchen und la uh in d d. hat M iller Mg tes Wont das si h zur M eß Gfftl und W. ner auf sm f Begräbnißlieder. gesicht im kühlen Erdenschoß! Du hast das Deine ausgericht, empfängst ein selig Loos. 5. Wir wissen, daß der Bräutigam, der ewig treue Hirt, dich, sein schon hier ge⸗ liebtes Lamm, auch dort nicht lassen wird. 6. Er führe seine ganze Heerd, die sich zu ihm gesellt, und die ihm ist so theur und werth, auch vollends durch die W t! Gottfried Neumann, elt! um 1736. Mel. Der lieben Sonne Licht ꝛc. 28. Die Christen gehn von Ort zu Ort durch man⸗ nigfaltgen Jammer und kom⸗ men in den Friedensport und uuhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf mit seinen Armen auf; das Wai⸗ zukorn wird in sein Beet 0 Hoffnung schöner Frucht geat. 2. Wie seyd ihr doch so wohl gereist! Gelobt seyn eure Schritte, du friedevoll befrei⸗ ter Geist, du jetzt verlaßne Hütte! Du, Seele, bist beim herrn, dir glänzt der Mor⸗ enstern; euch, Glieder, deckt mit sanfter Ruh der Liebe siller Schatten zu. 177 3. Wir freun uns in Ge⸗ lassenheit der großen Offenba⸗ rung; indessen bleibt das Pil⸗ gerkleid in heiliger Verwah⸗ rung. Wie ist das Glück so groß in Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch Nik. Ludw., Gr. v. Zinzendorf, hinan! geb. 1700, T 1760. Mel. Nun laßt uns den Leib c. 29. Nun bringen wir den Leib zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub undErde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst er⸗ scheint, mit seiner Seele neu vereint. ö 3. Hier, Mensch, hier ler⸗ ne, was du bist; lern hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Noth kommt endlich noch zu⸗ letzt der Tod. 94½ 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, 12 178 Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, be⸗ sinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, be⸗ denke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll Jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm Je⸗ der seiner Seele wahr! 9. Wann unser Lauf voll⸗ endet ist, so sey uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Gewinn; zieh uusre Seelen zu dir hin. 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öͤffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlitz ewig sehn. Ehrenfr. Liebich, geb. 1713, 4 1780. Eigne Melodie. 230. Auferstehn, ja auf⸗ erstehn wirst du, mein Staub, Begräbnißlieder. nach kurzer Ruh! Unsterblich Leben wird, der dich schuf, di geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät. Der Herr in Ernte geht und sammelt Oa⸗ ben uns ein, die mit ihm fin⸗ ben. Halleluja! 3. Tag des Danks, in Freudenthränen Tag, dumi⸗ nes Gottes Tag! wenn ich in Grabe genug geschlummen habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenda wirds dann uns seyn. M Jesu gehn wir ein zu seinn Freuden. Der müden Pilhn Leiden sind dann nicht mah 5. Ach, ins Allerheilht führt mich mein Mittler dam lebt ich im Heiligthume ⸗ seines Namens Ruhme. Hi 141 Friedrich Gottlieb Klopsil, leluja 7——1 17²4, 4+ 1803. Mel. O Gott, du frommer u. 231. Ihr Eltern, gut Nacht! nun geht es an Scheiden; ich fahr zu N hin in seine Himmelsfreudn hůrt gen, wird wißt, Himi weine 3. sehrl schön mane den 8 den zi 4. nuß so we herze Gott Welt weinet De: zu Jesu, welcher mich inuß keit anlacht; ach, weinet, ui net nicht, ihr Eltern, gu Nacht! 42 233 6 2. Ihr Eltern, gute Auhh binm sterblich schuf, di fzublih, Herr de melt G⸗ ihm sinn anks, de g, dums⸗ enn ich in hlummen lich. äumende eyn. M zu seinn den Pilhn licht mah, lerheiligs ttler damj thume ⸗ Ihme. Hü tlieb Klopsuz 4, + 1808. rommer. tern, V es an ei r zu N Asfreude ch inuß einet, u stern, gul jute Muhh o Der Glaube im Allgemeinen. hoͤrt auf, um mich zu kla⸗ gen, da jetzt mein zarter Leib wird in das Grab getragen; wißt, daß die Seele ist zur himmelsruh gebracht; ach, weinet ꝛc. 3. Ihr Eltern, gute Nacht! sehr herrlich ist zu wohnen im scoͤnen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gna⸗ den zugedacht; ach, weinet ꝛc. 4. Ihr Eltern, gute Nacht! nuß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit herzenslust umfassen, wenn Hott mit euch und mit der Welt ein Ende macht; ach, weinet ꝛc. 5. Ihr Eltern, gute Nacht! die Angst und Marterstun⸗ den, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; mein 179 Leib schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht; ach wei⸗ net ꝛc. Mel O Welt, ich muß dich ꝛc. 4 enn kleine Him⸗ melserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgeh oben, damit sie unverloren seyn. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, wenn er nun über sie gebeut? 3. O wohl auch diesem Kinde; es stirbt nicht zu ge⸗ schwinde. Zieh hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schla⸗ fen und bleibest bei den Scha⸗ fen, die ewig unsers Jesu sind. Joh. Andr. Rothe, geb. 1688, + 1758. Vierte Abtheilung. Der christliche Glaube. der Glaube im Allgemeinen. ————— Eigne Melodie. 35. Wir glauben all m Einen Gott, Schöpfer ummels und der Erden, der und Seel auch wohl bewal⸗ sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernäͤhren, Leib 12* 18⁰ ren; allem Unfall will er weh⸗ ren, kein Leid soll uns wider⸗ fahren; er sorget für uns, I:hüt't und wacht,: es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch gebo⸗ ren durch den heilgen Geist im Glauben, für uns, die wir warn verloren, am Kreuz ge⸗ storben:und vom Tod:Iwie⸗ der auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Va⸗ ter und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, und mit Gaben zieret schöne; die ganz Christenheit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben. Hier all Sünd vergeben wer⸗ den; das Fleisch soll auch wie⸗ der leben, nach diesem Elend I:ist bereit:uns ein Leben in Ewigkeit. bch 1456 44 5816. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛc. 4. O Gottes Sohn,‚ Herr Jesu Christ, daß man recht könne gläuben, nicht Der Glaube im Allgemeinen. Jedermannes Ding es iß noch standhaft zu verbleihn Drum hilf du mir von ohn her, des wahren Glauban mich gewähr, und daß ih drin verharre. 2. Lehr du und unterwes mich, daß ich den Vater kenn daß ich, o Jesu Christe, N den Sohn des Höchsten nemn daß ich auch ehr den heiln Geist, zugleich gelobet un gepreist in dem dreieinnn i Wesen. 3. Laß mich vom großn Gnadenheil das wahr I tenntniß finden, wie der in an dir habe Theil, dem i vergibst die Sünden. H daß ichs such, wie mit g bührt; du bist der Weg, R mich recht führt, die Wiß heit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue V i nem Wort, ins Herze ez uis fasse, daß sich mein Glalh immerfort auf dein Verdinn verlasse, daß zur Gerechtift mir werd, wenn ich vonEin den bin beschwert, mein bendiger Glaube. 5. Den Glauben, n laß trösten sich des Bluth du vergossen, auf daß in x Jes ijß erbleiben von ohen Glauben daß ih mterwif iter kenn riste, d sten nem en heilgn lobet un dreieingn m gtoßn wahr G ie det n I, dem v den. Hif e mir gÿ Weg/ N die Wihh 4.% traue di rze e u in Glah uVerdin jerechthl von S t, mein h ben, 0n 40 nen Wunden ich bleib allzeit eingeschlossen, und durch den Glauben auch die Welt, und was dieselb am höchsten hält, lllzeit für Schaden achte. 6. Wär auch mein Glaub wie Senfkorn klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig seyn, daß deine Gnad mich stärke, die das zerbrochne Rohr nicht hricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschet in den Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorg⸗ filtig sey, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sey lau⸗ ter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ih⸗ ren Früchten. 8. Herr, durch den Glau⸗ ben wohn in mir, laß ihn sich immer stärken, daß er sey fruchtbar für und für und reich an guten Werken, daß r sey thätig durch die Lieb, mit Freuden und Geduld sich üb, dem Nächsten fort zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß vollends bei I dem Ende ich übe gute Rit⸗ daß in d⸗ Der Glaube im Allgemeinen. 181 terschaft, zu dir allein mich wende in meiner letzten Stund und Noth, des Glaubens End durch deinen Tod, die Selig⸗ keit erlange. 10. Herr Jesu, der du an⸗ gezündt das Fünklein in mir Schwachen, was sich vom Glauben in mir findt, du wollst es stärker machen. Was du gefangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg das Oavid Denicke, Schauen. geb. 1603, + 1680. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 235. Der Glaub ist eine Zuversicht zu Gottes Gnad und Güte; der bloße Beifall thut es nicht, es muß Herz und Gemüthe zu Gott völlig gerichtet seyn und gründen sich auf ihn allein ohn Wanken und ohn Zweifel. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift in völligem Vertrauen, und Jesum Chri⸗ stum recht ergreift, auf sein Verdienst thut bauen, der hat des Glaubens rechte Art und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 3. Das aber ist kein Men⸗ schenwerk, der Glaub kommt 182 von dem Herren; drum bitt, daß er ihn in dir stärk und täͤglich woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, die guten Werke, bei dir seyn; sonst ist dein Glau⸗ ben eitel. 4. Es ist ein schändlich böͤ⸗ ser Wahn, des Glaubens sich wolln rühmen und böse Werke nehmen an, so Christen nicht geziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, daß sein Glaub nur sey Heuchelei und werd zur Höll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst seyn angelegen, daß er aufrichtig jeder Frist sich halt in Gottes Wegen, daß sein Glaub ohne Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sey und vor dem Nächsten leuchte. Ludw. Andr. Gotter(2), geb. 1661, 4+ 1735. Mel. Nun lob, mein Seel ꝛc. 236. Ich weiß, an wen ich gläube. Mein Jesus ist des Glaubens Grund, bei des⸗ sen Wort ich bleibe, und das bekennet Herz und Mund. Vernunft darf hier nichts sa⸗ gen, sie sey auch noch so klug. Der Glaube im Allgemeinen. Wer Fleisch und Blut ull fragen, der fällt in Selbsth⸗ trug. Ich folg in Glaubent lehren der heilgen Schrift g lein; was diese mich laßt h ren, muß unbeweglich sen 2. Herr, stärke mir de Glauben; denn Satan tah tet Nacht und Tag, wie g dieß Kleinod rauben und i mein Heil mich bringen mi Wenn deine Hand mich fit ret, so werd ich sicher gehn 0 wenn mich dein Geist regient seth wirds selig um mich stehn daß Ach, segne mein Vertun Nöt und bleib mit mir vereint: laß ich mir nicht grauen i fürchte keinen Feind. 3. Laß mich im Glaubn leben; soll auch Verfolgui Angst und Pein mich aufde Welt umgeben, so laß mi treu im Glauben seyn. I Glauben laß mich sterhen wenn sich mein Lauf h⸗ schließt, und mich das Lln erben, das mir verheißen is Nimm mich in deine Hind bei Leb⸗ und Sterbensih so ist des Glaubens Ende di Seelen Seligkeit. Erdmann Neumelsth geb. 1671, 4 Nii Blut wil Selbsth⸗ Raubenz Schrift i laßt hi ich sehn mir da tan trat⸗ „ wie g n und m igen maz michi her gehn st regient lich stehn Vertraun ereint:s auen u d. Glaube rfolgunz ich aufdn laß mit seyn. I sterben Lauf 0— das Lhn heißen i ine Hand rbenggeh Ende d in Neumellth 67¹, 4-⁵5 Der Glaube im Allgemeinen. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. 237. Herr, ohne Glauben kann dir Niemand wohlge⸗ fallen, ach, darum lege mir hor andern Gaben allen den wahren Glauben bei: denn der ist, wie du weißt, nicht Je⸗ dermannes Ding und kommt hon deinem Geist. 2. Laß mich insonderheit, daß du seyst, herzlich gläuben; was mir dein Wort verheißt, bei dem laß fest mich bleiben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seyst, und daß ihn deine Hand aus allen Röthen reißt. 3. Herr, laß mich auf dein Wort von ganzem Herzen trauen, und stets auf deine Treu und Wahrheit feste bhauen. Gib, daß ich dir in Noth und Kreuz und Tod ge⸗ treu und durch des Glaubens Kraft allzeit gehorsam sey. 4. Mein Jesu, laß mich dich im Glauben wohl erken⸗ nen, dich meinen Herrn und Gott, Trost, Schutz und Hei⸗ land nennen. Laß mich im Glauben thun, was mir dein Mund gelehrt, daß dich Herz, Mund und That als den Er⸗ löͤser ehrt. 183 5. Mein König und Pro⸗ phet, komm, herrsch in meiner Seelen. Regier und führe mich, wollst dich mit mir ver⸗ mählen. Du sollst mein Kö⸗ nig seyn, dem ich gehorchen will, mein Lehrer und Pro⸗ phet, des Willen ich erfüll. 6. Ich will auch, Herr, an dich, als Hohenpriester, gläu⸗ ben zlaß, Jesu, dein Verdienst den Grund des Glaubens bleiben, daß meine Seele sich hierauf getreu und fest, als auf mein einzig Heil und wahren Trost verläßt. 7. Ach, Jesu, stärke mich in diesem meinem Glauben; laß mir ihn weder Tod, noch Welt, noch Teufel rauben. Bleib in demselben stets ge⸗ nau mit mir vereint, daß ich dein und du mein, o theurer Seelenfreund! 4 1682.7 104 Mel. Kommt her zu mir ꝛc. 8. So hoff ich denn mit festem Muth auf Gottes Gnad und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr. welch ein unaus⸗ 184 sprechlich Heil, an dir, an dei⸗ ner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben, im Her⸗ zen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, ver⸗ süßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines Namens willen; laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn täg⸗ lich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen! Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 4+ 1769. Mel. Nun frent euch, lieben ꝛc. 2 9. Ich weiß, an wen mein Glaub sich hält; kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kur⸗ zer Streit; lang ist der Tag Der Glaͤube im Allgemeinen. des Sieges. Ich kämpfe fi die Ewigkeit, erwünschin Lohn des Krieges! Der d für mich den Tod geschmach durch deinen Schild werd is bedeckt; was kann mir dem nun schaden? 3. O Herr, du bist man ganzer Ruhm, mein Trost i diesem Leben, in jener Wil mein Eigenthum, du hast dit mir gegeben. Von fern lach mir mein Kleinod zu; dim eile ich ihm freudig zu, d reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines G⸗ stes Blick von dieser Welthe tümmel auf dich, auf meinn Seele Glück, auf Ewigkeit u Himmel. Die Welt mit ihun Herrlichkeit vergeht undwihn nur kurze Zeit. Im Himmi sey mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser dih beschwert, ist mir noch nih erschienen, was jene beßn Welt gewährt, wo wir Ot heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint und mein Erlösungstag ⸗ scheint, dann werd ichs fio empfinden. 6. Zu diesem Glück bini erkauft, o Herr, durch deit rieset impfe fi wünschtn Der d eschmech werd ih mir dem bist men 1 Trost i ner Wah hast diß fern lac u; drun ig zu, K rone. eines H Welt he⸗ uf meinn igkeit u mit ihnn undwäht 1 Himml dieser dih ioch nih ene beßn wir Got in, wem hr weint getag el⸗ ichs fih sh ück bin ih irch dein Wesen und Eigenschaften Gottes. Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest nich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt; nein sind des Himmels Freu⸗ den. 7. Wie groß ist meine 18⁵5 Herrlichkeit, empfinde sie, o Seele! vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Ge⸗ rechten Ruͤhm besteht durch alle Ewigkeiten. Christoph Christian Sturm. geb. 1740, + 1786. Got t d er Vater. Wesen und Eigenschaften. Mel. Nun lob, mein Seel ꝛc. 240. Man bobt dich in der Stille, du hocherhabner Zions⸗Gott! Des Rühmens st die Fülle vor dir, o Herr Gott Zebaoth! Du bist doch Herr auf Erden, der From⸗ nen Zuversicht; in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stüündlich ehren mein Mund bor Jedermann und deinen guhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Dein müssen, Herr, sich steuen die Gläubigen von hanzer Seel und unaufhörlich reien: Gelobt sey der Gott Ifael! Sein Name sey ge⸗ hriesen, der große Wunder thut, und der auch mir erwie⸗ sen das, was mir nütz und gut. Nun das ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb und niemals von ihm scheide, so lang ich leb und schweb. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich, Herr, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Joh. Rist, geb. 1607, + 1667. 186 Mel. Wunderbarer König ꝛc. 241. Unumf chränkte Lie⸗ be, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen dei⸗ ner Langmuth blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken, und zugleich freudenreich Bö⸗ sen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte; dei⸗ ner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden so viel Mil⸗ lionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergibest Sünde, hoͤrst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder. Tie⸗ fen Schmerz fühlt dein Herz, Wesen und Eigenschaften Gottes. wenn durch ernste Strafend mußt Beßrung schaffen. 5. Herr, es hat noch a ner, der zu dir gegangen, sin der Gnade Recht empfangn Wer zu deinen Füßen sich m Thränen senket, dem wiß Straf und Schuld geschent Unser Schmerz rührt di Herz, und du willst der Y men gnädig dich erbarmn 6. König, sey geprisst seyn, daß du so verschonest undml dir ge nicht nach Werken lohu 4. deiner Hand sey Ehre, i möcht wohl regieret und mit Ruß in G den Seepter führet. dih Möch fort, Zions Hort, Langum mer auszuüben und die Wil gigen lieben. 920. 16, ful dir fü geb. 1833, f.M Mel. Wunderbarer Köͤnihn 65 242. Gott ist gexun in! tig; lasset uns anbeten ler D in Ehrfurcht vor ihn tum Meer Gott ist in der Mittenlül Wun in uns schweige und siht sakr nigst vor ihm beuge. Wal in dit kennt, wer ihn nennt, s gmz! die Augen nieder, kommh sehn gebt euch wieder. 0. 2. Gott ist gegenwil laß de dem die Cherubinen Tuht berüh Nacht gebücket dienen. Hal die za Heili ren, ehren ste S ringe 3. en& lust 1 imser Lben geben Strafend affen. noch K ingen, sin mpfangn jen sich m dem wi geschensh rührt di Ist der A rbarma geprien est undm en lohuch Shre, dil mit Ruh ret. dh „Langun die Well h. Jak. Nunh b. 1693, M er Köͤniz l t gegen mbeten ihn in kittenl und sich ge. Wai ennt,sth „kommit s⸗ gegenwit nen Tahh ienen. Hül Wesen und Eigenschaften Gottes. 187 Heiligl singen alle Engelchö⸗ ten, wann sie dieses Wesen ehren. Herr, vernimm un⸗ ste Stimm, da auch wir Ge⸗ nngen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig al⸗ len Eitelkeiten, aller Erden⸗ lut und Freuden; da liegt mnser Wille, Seele, Leib und Kben dir zum Eigenthum er⸗ geben. Du allein sollst es sehn, unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, nöcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Mocht ich, wie die Engel, im⸗ mer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu ge⸗ fallen, liebster Gott, in allen. 5. Luft, die alles füllet, brin wir immer schweben, al⸗ ler Dinge Grund und Leben! Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder! Ich senk mich in dich hinunter, ich in dir, du in mir, laß mich hanz verschwinden, dich nur ihn und finden. 6. Du durchdringest alles, laß dein schönstes Lichte,Herr, erühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 7. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanfte und im stillen Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts, wie ein Adler, schweben und in dir nur leben. 8. Herr, komm in mir woh⸗ nen, laß mein Geist auf Er⸗ den dir ein Heiligthum noch werden; komm, du nahes We⸗ sen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, sitz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich Gerh. Tersteegen, bücken. geb. 1697, + 1769. Mel. Freu dich sehr, o meine ꝛc. 243. Gott, vor dessen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt; ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt, deines Na⸗ mens Heiligkeit werde stets von uns gescheut; laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an 188 dir; ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für; was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets voll⸗ kommne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder ähnlich deinem Bilde seyn. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkom⸗ men rein; du bist nur der Frommen Freund, Uebelthä⸗ tern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht ver⸗ scherzen, was du uns noch zu⸗ gedacht. Schaff in uns stets reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind ver⸗ derbt; und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin; o so reinige vom Bö⸗ sen durch ihn unsern ganzen Sinn! Gib uns, wie du selbst verheißt, gib uns deinen gu⸗ ten Geist, daß er unsern Geist Wesen und Eigenschaften Gottes. regiere und zu allem Guln führe. 6. Keiner sündlichen V, gierde bleibe unser Herz g⸗ weiht; unsers Wandels groß te Zierde sey rechtschaffnehi⸗ ligkeit. Bilde gleich; denn zu deinn Himmelreich wirst du, Hen nur die erheben, die im Glu⸗ ben heilig leben. J. C. Zimmermann, geb. 1702, 4 nn Mel. O daß ich tausend 244. Geht hin, ihr gli bigen Gedanken, ins wan Fedd der Ewigkeit; erhebteu über alle Schranken der alnn und der neuen Zeit; erwa daß Gott die Liebe seh, N. ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der M war nicht geleget, der Himm war noch nicht gemacht, son Gott schon den Trieb gehen der mir das Beste zugedahh da ich noch nicht geschiff war, da reicht er mir shn Gnade dar. 3. Sein Rathschluß un ich sollte leben durch sehnn eingebornen Sohn; denwol er mir zum Mittler gehtt g den macht er mir zum G Mach uns deinen m Gutei lichen V Herz gz 0 dels großz affne he⸗ deinen zu deinen du, Hen im Glas⸗ 170², 4 ausend „ ihr gliz ins wil erhebten n der alin ; erwiß e seh, N neu. der W er Himm acht.s eb gehegt zugedach geschuft mir sch —— chluß wu al urch seimn den wol tler gehg zum Oul henthron, in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig nich wählte vor allem Anbe⸗ jun der Welt und mich zu hren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! OVaterhand, o Gnadentrieb, er mich ins Buch des Lebens shrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn nein Gemüthe empor zu die⸗ ser Quelle steigt, von welcher sch ein Strom der Güte zu nir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugniß libt: Gott hat mich je und je gliebt! 6. Wer bin ich unter Mil⸗ Iöonen der Creaturen seiner Racht, die in der Höh und Aefe wohnen, daß er mich bis lieher gebracht! Ich bin ja mur ein dürres Blatt, ein Emub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu gainge der herzlichen Barm⸗ heazigkeit, womit, o Schöpfer ller Dinge, mich deine Liebe sitz erfreut; ich bin, o Vater, ubst nicht mein; dein bin ich, herr, und bleibe dein. 8. In sichern Schatten n. 4. O Wunderliebe, die Wesen und Eigenschaften Gottes. 189 deiner Flügel find ich die un⸗ gestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du! Laß Erd und Himmel unter⸗ gehn, dieß Wort der Wahr⸗ heit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Muth und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schat⸗ ten dieser ZBeit. Der Glaube schwingt sich durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewig⸗ keit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbtheil und ge⸗ lobtes Land. 11. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Lob⸗ lied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir ge⸗ than; nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 12. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im 2 2 .ü——aͥ:.: ge.⸗. bcaem ——...........IIIII 190 höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfr. Hermann, geb. 1707, 4 1791. Eigne Melodie. 245. Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr ge⸗ bührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sey ewig meine größ⸗ te Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunder⸗ bar bereitet? der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? er, dessen Rath ich oft ver⸗ warf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Wesen und Eigenschaften Gottes. Du hast ein Recht zu diit Freuden; durch Gottes Gih sind sie dein. Sieh, danm mußte Christus leiden, dam du könntest selig seyn. 4. Und diesen Gott sal ich nicht ehren? und sein Güte nicht verstehn? er soll rufen, ich nicht hören? di Weg, den er mir zeigt, nih gehn? Sein Willl ist mir in Herz geschrieben; sein Wun bestärkt ihn ewiglich: Gt soll ich über alles lieben in meinen Nächsten gleich g. mich. 5. Dieß ist mein Dank dij ist sein Wille: ich soll vol⸗ kommen seyn, wie er. Jemah ich dieß Gebot erfülle, sil ich sein Bildniß in mir he Lebt seine Lieb in meiner E le, so treibt sie mich zu jen Pflicht; und ob ich schonah Schwachheit fehle, hersth doch in mir die Sünde nish 6. O Gott, laß deine i und Liebe mir immerdar i Augen seyn? Sie stärk ium die guten Triebe, mein gun zes Leben dir zu weihn. E tröste mich zur Zeit Schmerzen, sie leite mich nun Zeit des Glücks, und sie hish ennet Heere fuba zu dies ottes Güt h, darm eigt, nith st mit in sein Wun ich: Gah lieben m gleich al Dank, dij soll vulz . Jemeh ülle, sil mit hen einer Ex h zu jan schon al „ en inde nich deine G nerdar n tärk inmn mein gul⸗ eihn.&. Zeit d te mich nn sie besh —— Wesen und Eigenschaften Gottes. 191 in meinem Herzen die Furcht thue, und er erforschet mich des letzten Augenblicks. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 4+ 1769. Eigne Melodie. 246. Gott istmein Lied! un ist der Gott der Stärke; Roß ist sein Nam und groß sud seine Werke, und alle himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so ind und leben Welten; und ir gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und sine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Mrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Mer von Seligkeiten, ohn Afang Gott und Gott in ogen Zeiten, Herr aller Ualt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war in himmel, Erd und Meere, das lanet Gott, und seiner Werke Hiere sind ewig vor ihm of⸗ fenbar. 6. Er ist um mich, schafft, luß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbe⸗ reitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt sei⸗ nes Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seyd sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grůne Weiden; und Nacht und Tag und Korn 192 und Wein und Freuden em⸗ pfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter wer⸗ den, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trutz. Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, + 1769. Eigne Melodie. 247. Die Himmel rüh⸗ men des Ewigen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere; ver⸗ nimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbareSterne? wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kömmt und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Ver⸗ kündigt Weisheit und Ord⸗ nung und Stärke dir nicht Wesen und Eigenschaften Gottes. den Herrn, den Herrn du Welt? 4. Kannst du der Wesn unzählbare Heere, den kleiz sten Staub fühllos beschaunn Durch wen ist alles? O gi ihm die Ehre! Mir, ruft di Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mai Himmel und Erde; an miß nen Werken kennst du mith Ich bins und werde seyn, di ich seyn werde, dein Ol und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöyfe bin Weisheit und Güte, e Gott der Ordnung und den Heil. Ich bins z mich lieheyn ganzem Gemüthe und nim an meiner Gnade Theil. Ehristian Fürchteg. Gell, geb. 1715, 4 1769, Mel. Es ist das Heil. 248. Der Herr ist G und keiner mehr! Frohlat ihm, alle Frommen! Weri ihm gleich? wer ist, wie g so herrlich, so vollkommen Der Herr ist groß, sein N ist groß! Er ist unendlih grenzenlos in seinem ga Wesen. X. 2. Er ist und bleibet, M er ist. Wer strebet nicht un gebens ver e Leben von g Erde die H. 3. gibte uns v Himn erfüll er wa offenb Wun 4. seine. hitte was ganze heit u spann Erde 5. nicht Wege sih l herbe hüllt 2 singe zerrn de Her Wesn den klei beschaumz 2 O g ruft di raun. raft, mai 5 an mii du mith e seyn, di dein Gah . Schiyft Güte, en und dan H liebehn und nimm Theil. rchteg. Gellih „ 4 15 Heil u. rr ist G Frohloct nI Weris st, wie n KUkommenl sein NAu unendliz ö em gann x leibet, w nicht h Schöpfung und Erhaltung. gebens, ihn auszusprechen? wer ermißt die Dauer seines gebens? Wir Menschen sind hon gestern her; eh noch die Erde ward, war er, war, eh die Himmel waren. 3. Des Ewgen Thron um⸗ gibt ein Licht, das ihn vor nns verhüllet; ihn fassen alle himmel nicht, die seine Größ erfüllet. Er bleibet ewig, wie ir war, verborgen und doch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hitte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weis⸗ heit und Verstand, und er um⸗ spannt mit seiner Hand die Erde sammt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sch dem Herrn ein Mensch berbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was 193 ihr beginnt; er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den Welt⸗ bau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwär⸗ tig breitet sich dein Fittig über alle; du bist voll Freund⸗ lichkeit, voll Huld, barmher⸗ zig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoͤner. 7. Untadelhaft bist du und gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne; du hast Unsterblich⸗ keit allein, bist selig, wirst es ewig seyn, hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre; kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere. Der Herr ist Gott und keiner mehr; wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen?. Joh. Andr. Cramer, geb. 1723, + 1788. Schöpfung und Erhaltung. Rel. Dank sey Gott in der Höhe ꝛe. „Du, meine Seele, siuge, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier 13 194 preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. 2. Ihr Menschen, laßt euch lehren, es wird euch nützlich seyn; laßt euch doch nicht be⸗ thören die Welt mit ihrem Schein. Verlasse sich ja kei⸗ ner auf Fürsten Macht und Gunst, weil sie, wie unser ei⸗ ner, nichts sind als nur ein Dunst. 3. Was Mensch ist, muß erblassen und sinken in den Tod; er muß den Geist aus⸗ lassen, selbst werden Erd und Koth. Allda ists denn ge⸗ schehen mit seinem klugen Rath, und ist frei klar zu sehen, wie schwach sey Men⸗ schenthat. 4. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil! Wer dem sich anver⸗ trauet, der hat das beste Theil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier sind die star⸗ ken Kräfte, die unerschöpfte Macht; das weisen die Ge⸗ schäfte, die seine Hand ge— macht, der Himmel und die Schöpfung und Erhaltung. Erde mit ihrem ganzen n der Fisch' unzählge Henn im großen, wilden Meer.4 6. Hier sind die trum Sinnen, die Niemand I recht thun, all denen Gun gönnen, die in der Treu h ruhn. Gott hält sein Vn mit Freuden, und wab spricht, geschicht, und m Gewaͤlt muß leiden, v schützt er im Gericht. 7. Er weiß viel taush Weisen, zu retten aus du ni Todʒ er nährt und gibetey⸗ sen zur Zeit der Hungersnuh macht schöne, rothe Wann oft bei geringem Mahl, u die da sind gefangen, dieuß er aus der Qual. 8. Er ist das Licht A. aklin Blinden, erleuchtet ihr 2. sicht, und die sich schwahlh diner finden, die stellt er aufgeih nehr er liebet alle Frommen Staa die ihm günstig seind, dif Som den, wann sie kommen,len, d ihm den besten Freund. maler 9. Er ist der Frendi. Stert Hütte; die Waisen nimmth einen an, erfüllt derWittwen A 3. wird selbst ihr Trost M snge Mann. Die aber, die I. ne Gl hassen, bezahlet er mithun Oden mzen Hun ihr Haus, und wo sie saßen, Ige Hean fürzt er mit Ungestüm. Meer. die trenn mand Un enen Gun r Tren h sein Vn ud was „und w iden, cht. 10. Ach, ich bin viel zu venig, zu rühmen seinen Ruhm. Der Herr ist ewger Koͤnig, ich eine welke Blum. Adoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ists billig, aß ich ehre sein Lob vor aller W t Paul Gerhardt, elt. geb. 1606, 4+ 1676. Eigne Melodie. iel n 250. Wunderbarer Kö⸗ n aus du gibetS ingersnoh he Wanp Mahl,/ m jen, die uß 8 Licht tet iht g schwacht aufgenit mmen/ ind, die f ommen, reund. r Frendz n nimmt ttwen Bh Trost M her, die mitGrin nig, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen. Deine Vaters⸗Güte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß die Zungen singen, laß die Stimm erklingen. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, nehr als aller Menschen Staaten. Großes Licht der Sonnen, schieße deine Strah— len, die das große Rund be⸗ nalen; lobet gern, Mond und Stern, seyd bereit, zu ehren einen solchen Herren. 3. O du, meine Seele, suge fröhlich, singe, singe dei⸗ n Glaubenslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, Schöpfung und Erhaltung. 195 klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zeba⸗ oth; er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halle⸗ luja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir, glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihu loben. Joachim Neander, geb. 1640, + 1680. Mel. Herr, wie du willst ꝛc. 251. Herr Gott, du bist von Ewigkeit und bleibest son⸗ der Ende; die Welt so groß, das Meer so breit sind Werke deiner Hände; des Himmels Bau, der Erden Last, und was du, Herr, geschaffen hast, zeugt uns von deinem Wesen. 2. Du bist voll Glanz und Majestät, voll Herrlichkeit und Stärke, und wer dein Wesen nicht versteht, dem zei⸗ gen deine Werke, daß du ein Herr der Herren bist, und deine Macht unendlich ist im Himmel und auf Erden. 3. Ich ehre dich in solcher Pracht im Herzen und mit Worten; mein Geist erwäget 13* 196 Tag und Nacht dein Heil an allen Orten; mein Mund be⸗ kennet Jedem frei, daß sonst kein Gott und Herrscher sey, als du, den wir verehren. 4. Ach, aber wie entsetzlich blind sind Menschen, die doch sehen! Ja, Menschen, die ver⸗ nünftig sind, verläugnen dich und schmähen: Wo ist der Herr? es ist kein Gott! Vermeßnes Wort, verruchter Spott, der aus der Hölle stammet. 5. Zeigt euch denn nicht der Sinnen Licht, was euer Wahn bestreitet? Wer hat das Erdreich zugericht, den Him⸗ mel ausgebreitet? Wer hat der Sterne großes Heer, das tief und reich belebte Meer so wunderbar geschaffen? 6. Es muß ein großer Mei⸗ ster seyn, ein Wesen, dem nichts gleichet, das diesem al⸗ len Glanz und Schein, Kraft und Bewegung reichet. Ge⸗ wiß, wer dieses überlegt, dem wird sein steinern Herz be⸗ wegt, den wahren Gott zu glauben. 7. Ach, Gott, erwecke doch die Welt, die ganz im Argen lieget, dich und dein Wort Schöpfung und Erhaltung. verächtlich hält und Sünd Sünde füget; du schlägests sie fühlens nicht; ach, wen sie doch dein Strafgerichtin zur Erkenntniß brächte. 4. 8. Ich glaube, Herr, bist mein Gott, und will Alle lehren, sollt auch y fremden Kinder Spott ss noch darüber mehren zichu gewiß, ich traue dir, du wj noch ihnen und auch mir I 5 du regierest, zeigen. Martin Günther, geb. na. Mel. Machs mit mir, Gott g 252. Herr„ deine M macht reicht so weit, als dein Wesen reichet. Mi ist, das deiner Herrlihhi und deinen Thaten gleihh Es ist kein Ding so groß n schwer, das dir zu thun möglich wär. 2. Du hast dieß gu Weltgebäu allmächtiz auß führet; es zeugen Erom 7 Himmel frei, daß sie dein d regieret. Dein Wort, duf geschaffen hat, ist ihnmg! der Pfeiler Statt. 3. Die Menge deiner An der zeigt, daß, Schöͤpfen d Vermögen weit über d d Sünd in chlägests ach, wan gerichtun rächte. Schöpfung und Erhaltung. sehe steigt, so die Natur bewe⸗ gen. Du hast gemacht der Ordnung Band und hebst es uf durch deine Hand. 4. Die Größe deiner Wun⸗ „ Hert, d dermacht, die Christum aufer⸗ ind will! t auch y Spott i en;ichmj dir/ du wij ich mir, dj n. nther, geb. nu mir, Gott a deine N eit, als sih het. Mil Herrliht ten gleih so n zu thun u dieß gun ichtig ausz en Erd u sie dein Wort, dj ist ihnn . deiner A chöpfer d über di wecket, der todt war in das Hrab gebracht, wird kund und aufgedecket, wenn unsres blö⸗ den Glaubens Licht durch alle Nacht der Zweifel bricht. 5. O welche Wunder dei⸗ ner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der langen Todesnacht die Leiber auferstehen, wenn du des Lei⸗ bes armen Rest mit Herrlich—⸗ keit umkleiden läßt! 6. O Allmacht, mein er⸗ staunter Geist wirft sich vor dir zu Boden; Herr, der mit Recht ein König heißt von Le⸗ benden und Todten, mach mich jum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. Ach, zünd in mir den Glauben an, der einzig an dir hange, daß mein Herz muthig werden kann, indem ich dich umfange, und traue deiner Gotteskraft, die alles kann, die alles schafft. Nach Joh. Jak. Rambach.(7) 197 —4H— Lasset uns den Herren ꝛc. 53. Gott, durch dessen Wort entsprossen Himmel, Erde sammt dem Meer, dessen Allmacht ausgeflossen in der Creaturen Heer, Engel machst du gleich den Winden und zu Flammen deine Knecht, daß dir dienet ihr Geschlecht, die zu deinem Preis sich finden: Gott, dich lob ich in der Zeit und dort in der Ewigkeit. 2. Herrlich ist dein schönes Wesen; Licht und Sonne ist dein Kleid, der du vor der Welt gewesen unverändert ohne Zeit; der den Himmel du gezieret mit den Sternen ohne Zahl, sie mit Schönheit allzumal majestätisch aufge⸗ führet: Gott, dich lob ich in der Zeit und dort in der Ewigkeit. 3. Welche Zunge kann er⸗ reichen deine Weisheit, deine Macht? Herr, wer ist dir zu vergleichen, wer hat solches je erdacht? Um von dir gespeist zu werden, reget sich das ganze Feld; deiner Güt ist voll die Welt; alles rühmet hoch auf Erden: Gott, dich lob ich in der Zeit und dort in der Ewigkeit. 198 4. Herr, dir wollen wir lobsingen, ewig rühmen prei⸗ sen dich, Jauchzen soll dir, Vater, klingen, der uns führt so gnädiglich, bis du uns wirst Wohnung geben in der schö⸗ nen Himmelsstadt, die kein Aug erschauet hat; da soll Herz und Mund erheben dei⸗ nen Ruhm nach dieser Zeit in der süßen Ewigkeit. Mel. Es ist das Heil ꝛc. 254. Wenn ich, o Schö⸗ pfer, deine Macht, die Weis⸗ heit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Be⸗ wundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wo⸗ hin es blickt, die Wunder dei⸗ ner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? wer kleidet sie mit Majestät? wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? wer heißt die Himmel regnen? wer schließt den Schoß der Erden auf, mit Schöpfung und Erhaltung. Vorrath uns zu segnen? d Gott der Macht und Her⸗ lichkeit, Gott, deine Gün reicht so weit, so weit di Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnen⸗ schein und Sturm; dich prei der Sand am Meere. Bring, ruft auch der geringsteWumn bringt meinem Schöpfi Ehre! Mich, ruft der Baun in seiner Pracht, mich, un die Saat, hat Gott gemacht bringt unsermSchöpferChhl 5. Der Mensch, ein Leh den deine Hand so wunderhn bereitet, der Mensch, ein Geif, den sein Verftand dich zu en kennen leitet, der Mensch, du Schöpfung Ruhm und Puiß ist sich ein täglicher Bewil von deiner Güt und Größ 6. Erheb ihn ewig, o mai Geist, erhebe seinen Nama Gott unser Vater sey geptef und alle Welt sag: Anen und alle Welt fürcht ihm Herrn, und hoff auf ihn m dien ihm gern! Wer woll Gott nicht dienen? Christian Fürchteg. Gtlet, geb. 1715, + 17⁵⁰• ——— nphi diener du wi leinen Rund hoͤhn. 2. Throꝛr wohn Wach schte Lichte nich 3. mit de diese me d deine schirn 4. vor al diese auf n mir 1 frei y 5. weich gleich wie schin auch men? d ud Hen⸗ ne Gür weit di Sonnen⸗ dich preis Bringh teWum Schöpfe õer Baum nich, uf gemacht pferChn ein Leb. vunderhu „ein Geif. dich zů ti lensch. du und Preiß er Beweil d Größe pig/ o mih n Namau ey gepteit 5: Amm ircht ihmn uf ihn n Ver woll⸗ rchteg. Gen 15, + 17 Schöpfung und Erhaltung. Von den Engeln. Nel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 255. Du Herr der Se⸗ nphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn, du wundergroßer Meister der einen Himmelsgeister, mein MRund soll deinen Ruhm er⸗ oͤhn. 3 Die Fürsten und die ronen, die in dem Himmel wohnen, gibst du zu meiner Wacht; sie sehn dein Ange⸗ sichte im höchst vollkommnen lichte, doch nehmen sie auch nich in Acht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüthe für diese Wunderschaar; ich rüh⸗ me deine Rechte für diese deine Knechte, die mich be— schirmen vor Gefahr. 4. Laß ferner mich behüten vor allerFeinde Wüthen durch diese Himmelswach; laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen leichen in wahrer Heiligkeit; wie sie die Kinder lieben und sch in Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 199 6. Sie thun ja deinen Willen, den laß mich auch er⸗ füllen; sie leben keusch und rein: o laß mich nichts befle⸗ cken, und mich an allen Ecken vor diesen reinen Geistern scheun. 7. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein; da werd ich dich erst loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich seyn. Nach Benjamin Schmolck, geb. 1672, + 1737. Mel. Freu dich sehr, o meine ꝛc. Schutzgott, dessen starke Rechte Zuflucht, Schirm und Schatten gibt, der das menschliche Geschlechte wie ein treuer Vater liebt, der in die⸗ ser großen Welt alles, was er schuf, erhält, der als Herr der Engelschaaren alles kann und will bewahren. 2. Viele heilge Seraphi⸗ nen singen dir ein Heilig für; zehnmal hunderttausend die⸗ nen, viele tausend jauchzen dir. Was bekannt und unbe⸗ kannt, ist ein Werk von deiner Hand. Die Herrschaften und die Thronen loben Gott in lichten Kronen. 200 3. Herr, was sind wir, daß du Engel uns zu unsernWäch⸗ tern gibst? Menschen sind wir voller Mängel, Menschen, die du dennoch liebst. Engel, die dich allzeit sehn, sollen uns zu Diensten stehn; Engel hüten uns als Kinder, heilge Engel schützen Sünder. 4. Engel sinds, die nach den Proben nun beständig Gutes thun, die dich unauf⸗ hörlich loben, die in deinem Himmel ruhn, die gehorsam, keusch und rein, die der Men⸗ schen Freunde seyn, die ihr Antlitz ohne Flecken doch vor dir in Demuth decken. 5. Heere, welche die bewa— Vorsehung und Regierung. chen, die dich fürchten, großn Gott, die ein schrecklich Lagn machen gegen aller Feine Rott; diese sehn in deinen Licht, Vater, stets dein Ang⸗ sicht; Viener, die zu deinn Füßen dir in Ehrfurcht di⸗ nen müssen. 6. Gott der Engel, Hen der Helden, ach, was sind un Menschen doch, daß wir s viel vor dir gelten? O u hältst du uns so hoch! Dain Engel dienen uns, sind d Zeugen unsres Thuns. I uns auch mit diesen Chöm ewig dich im Himmel ehrnn Ph. Fr. Hiller, geb. 1699, 1 Il.. Vorsehung und Regierung. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 257. In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, selbst geben Segen, Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe; mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ih stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts g⸗ schehen, als was er hat n⸗ sehen, und was mir seltg iß ich nehm es, wie ers gihtn was ihm von mir gellihn dasselbe hab ich auch erkaf 4. Ich traue seiner onn den, die mich vor allemẽ den, vor allem Uebel schi , große ich Lagn Feinde deinen in Ang⸗ zu deing ircht di⸗ gel, Hen sind v 5 wit s 2 O u h! Dail „sind d uns. H n Chörn nel ehrn Fr. Hillet, 1699, 4 U.l. achen; ih rgunst. nichts g r hat wx. ir seliz i ers gibaß ir geliebe ch erlief einer O llem Sh bel schih Vorsehung und Regierung. lb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig lützt. 5. Er wolle meiner Sün⸗ den in Gnaden mich ent⸗ hinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nie⸗ der, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, uind was mir stößt zu Han⸗ den, so tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlos⸗ sen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn; kin Unfall unter allen wird e zu hart mir fallen; mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich erge⸗ ben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sey heut oder morgen, dafür laß ichihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sey nun, Seele, deine, und traue dem alleine, der hich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe; dein Vater in 201 der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Auf der Reise. 10. Ich zieh in ferne Lan⸗ de, zu nützen einem Stande, zu dem er mich bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, fassen, zu dienen treulich seiner Welt. 11. Bin ich in wilder Wü⸗ sten, so bin ich doch bei Chri⸗ sten, und Christus ist bei mir; der Helfer in Gefahren, der kann mich doch bewahren, wie dorten, ebenso auch hier. 12. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her, Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wet⸗ ter geben und alles, was ich noch begehr. 13. Sein Engel, der ge⸗ treue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Schutz den frommen sind wir so weit nun kommen, und wissen selber fast nicht wie. 14. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüthe nicht was Vergeblichs zu, so werd ich Gott noch preisen 202 mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 15. Indeß wird er den Meinen mit Segen auch er⸗ scheinen, ihr Schutz wie mei⸗ ner seyn, wird beiderseits ge⸗ währen, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten können überein. Paul Flemming, geb. 1609, 4+ 1640. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren ꝛc. 258. Der Herr, der aller Enden regiert mit seinen Hän⸗ den, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichthum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freu⸗ den auf grüner Auen weiden, führt mich zum frischen Quel⸗ len, schafft Rath in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele za⸗ get und sich mit Sorgen pla⸗ get, weiß er sie zu erquicken, aus aller Noth zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Vorsehung und Regierung. Angst sich stillen um seint Namens willen. 6. Und ob ich gleich vn Andern in finsterm Thalmi wandern, fürcht ich doch kin Tücke, bin frei vom Ungelück. 7. Denn du stehst mir zn Seiten, schützt mich vor höͤsn Leuten; dein Stab, Herr/m dein Stecken benimmt mi all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tisch⸗ machst, daß ich mich erfrisch⸗ wenn mir mein Feind l Schmerzen erweckt in meinm Herzen. 9. Du salbst mein Hauh mit Oele und füllest main Seele, die leer und du⸗ stig saße, mit vollgeschenkin Maße. 10. Barmherzigkeit u Gutes wird mein Herz gul Muthes, voll Lust, voll Frah und Lachen, so lang ich lä⸗ machen. 11. Ich will dein Dinm bleiben und dein Lob hensth treiben im Hause, da du waß nest und Frommseyn wol belohnest. 12. Ich will dich hinn Erden und dort, wo wirx werden selbst schaun im in X — Hleich vn Thalmij doch kein ngelück. mit zu vor böͤsg err, n nmt mi zu Tisch, verfrischz Feind u n meinen ein Hauh est mein und du⸗ eschenkum igkeit u Herz gutt voll Frel ig ich l in Dienn ob herilth a du waß seyn wal ch hiraj o wit 6 n imhiil Vorsehung und Regierung. mnel droben, hoch rühmen, ingn und loben. Paul Gerhardt, geb. 1606, + 1676. Rel. Als Jesus an dem Kreuze ꝛc. 259. Ich weiß, mein Hott, daß all mein Thun und Werk auf deinem Willen uuhn, von dir kommt Glück und Segen: was du regierst, das geht und steht auf rech⸗ in, guten Wegen. 2. Es steht in keines Men⸗ shen Macht, daß sein Rath werd ins Werk gebracht und sines Gangs sich freue; des Hoͤchsten Rath der machts al⸗ kin, daß Menschenrath ge⸗ deihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, dieß oder je⸗ nes sey ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 4. Drum, lieber Vater, der du Kron und Scepter trägst im Himmelsthron und aus den Wolken blitzest, vernimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du sitzest. 5. Verleihe mir das edle Acht, das sich von deinem Augesicht in fromme Seelen 203 strecket und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 6. Gib mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen; sey du mein Freund und treuer Rath, was gut ist, zu erfüllen. 7. Prüf alles wohl und was mir gut, das gib mir ein; was Fleisch und Blut erwäh⸗ let, das verwehre. Der höchste Zweck, das beste Theil sey deine Lieb und Ehre. 8. Ists Werk von dir, so hilf zu Glück; ists Menschen⸗ thun, so treibs zurück und ändre meine Sinnen; was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in Kurzem zu zerrinnen. 9. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast, durch Weisheit deiner Hände. 10. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bit⸗ tern Sorgen treten, so treib mich nur, ohn Unterlaß zu seufzen und zn beten. 11. Wer fleißig betet und —... 20⁴ dir traut, wird alles, da ihm sonst vor graut, mit tapfrem Muth bezwingen; sein Sor⸗ genstein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 12. Der Weg zum Guten ist fast wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt end⸗ lich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge; so hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 14. Dein soll seyn aller Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor dei⸗ nem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt, geb. 1606, + 1676. Eigne Melodie. 260. Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen über alles Geld und Gut; wer auf Gott sein Hoff⸗ nung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Hel⸗ denmuth. Vorsehung und Regierung. 2. Der mich hat bisher ernähret und so manchesGlit bescheret, ist und bleibet emiz mein; der mich wunderlih geführet und noch leitet u regieret, wird forthin men Helfer seyn. 3. Viel bemühen sich in Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz m⸗ beständig sind; ich begehrmng dem zu ringen, was der Sal Ruh kann bringen, und mm jetzt gar selten findt. K. Hoffnung kann dashin erquicken; was ich wünsch⸗ wird sich schicken, so es andnn Gott gefällt; meine Sal Leib und Leben hab ich seinn Gnad ergeben und ihm alli heimgestellt. 5. Er weiß schon nach si nem Willen mein Verlannn zu erfüllen; es hat alleb sin Zeit. Ich hab ihm nichtz un zuschreiben; wie Gott vl so muß es bleiben; um Gott will, bin ich bereit 6. Soll ich länger allhn leben, will ich ihm nicht x derstreben; ich verlasse m auf ihn. Ist doch nichth, lang bestehet; alles Iish vergehet und fäͤhrt wig Strom dahin. unm 2 * chesGlüt ibet emiz underlih eitet ma in mein n sich in org und ganz in⸗ egehrnng der Selt und man n dashe wünsch⸗ es andes ne Sell, ich seinn ihm alli n nach si Verlangn alles sin nichtz du⸗ Gott uil en; wan bereit, iger allhn nicht k. rlasse n nicht, es Iwish rt wie f Um 108. Vorsehung und Regierung. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. 261. Gott der wirds wohl machen, dem ich alle Sa⸗ chen allzeit heimgestellt. Er hat mich erkoren, eh ich noch geboren bin in diese Welt; hat mir auch nach seinem Brauch, was vonnöthen, stets gegeben hier in diesem Leben. 2. Gott der wirds wohl machen, der mir manches La⸗ chen, Freud und Lust geschenkt, der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen täglich mich bedenkt; auch wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich drücket, hat er mich erquicket. 3. Gott der wirds wohl machen; er wird selber wachen über deiner Noth. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt die Angst geschwinde, wie der Rauch im Winde. 4. Gott der wirds wohl machen; mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der auf ihn gestellet alles Herze⸗ leid? Drum, mein Herz, ver⸗ diß den Schmerz; alles steht 205 in seinen Händen, Gott kann alles wenden. 5. Gott der wirds wohl machen, wenn des Todes Ra⸗ chen gleich ist aufgethanz wenn die Lebensjahre liegen auf der Bahre, führt er himmelan. Dieser Bund hat seinen Grund: die gelebt und leben werden, kommen in die Erden. 6. Gott der wirds wohl machen, der den alten Dra⸗ chen dämpfet ritterlich; führt er gleich die Seinen überStock und Steinen vielmals wun⸗ derlich: sey bereit zu Freud und Leid; Gott befiehl nur deine Sachen, Gott der wirds wohl machen. Mel. Jehova ist mein Licht ꝛc. 262. So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, ja selig und doch meistens wunderlich! Wie köuntest du es böse mit uns meinen, da deine Treu nicht kann verläug⸗ nen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; da pflegt es wunderseltsam auszusehn; doch triumphirt zuletzt dein hoher Rath. 2. Dein Geist hängt nie 206 an menschlichen Gesetzen, so die Vernunft und gute Mei⸗ nung stellt. Den Zweifels⸗ knoten kann dein Schwert ver⸗ letzen und lösen auf, nachdem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band ent⸗ zwei, was sich entgegen setzt, muß sinken hin; ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, theilt dein Verstand in Ost und Westen aus; was Mancher unter Joch und Last will bie⸗ gen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein; ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten seyn; dein Geist bei Todten Kraft und Leben schafft. 4. Will die Vernuuft was fromm und selig preisen, so haͤst dus schon aus deinem Buch gethan; wem aber Nie⸗ mand will dieß Zeugniß wei⸗ sen, den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sündern, Vorsehung und Regierung. sprichst sie frei. Wer wiß was öfters deine Absicht seh Wer kann der tiefsten Wil heit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichn in deinen Augen; was nicht it, hast du, großer Herr, rs lieb. Der Worte Pracht ud Ruhm mag dir nicht taugen du gibst den Nachdruck dunt des Geistes Trieb. Die bestn Werke bringen dir kein Loh sie sind versteckt, der Blind geht vorbei; wer Augen hi sieht sie, doch nie so freiʒ x Sachen sind zu klar, der Si zu grob. 6. O Herrscher, sey vun uns gebenedeiet, der du m tödtest und lebendig machst Wenn uns dein Geist de Weisheit Schatz verleihet sehn wir erst, wie wohl dufth uns wachst. Die Weidhil spielt bei uns, wir Lam bei uns zu wohnen ist dir lu⸗ ter Lust, die reget sich in d ner Vaterbrust und gäng uns mit zartem Kinderschiin 7. Du kennst, o Wain wohl das schwache Wesen Ohumacht und der Sinmih Unverstand; man kann u g fast an unsrer Stirn ablesh, ** wie sey l du z sie, zeige man sch⸗ Sche 8. geme wird dami Herze kelhei Das Auge in de meint gefaß Ande 9. noch. der K scheid Gnad eigne! keit. EE Zer wißß ösichtseh sen Weit gilt nicht vas nicht derr, rah racht un t taugen ruck durh Die besin kein Loh er Blnd lugen hat freiʒ di „der Sim „ sey vo er du mz g machsl Geist du rleihet ohl dufth Weibha hielen mit ist dir lu⸗ ich in d d gängeh derschiit, o Vatel Wesen, d. r Sinnai kann mů n ablesah wie es um schwache Kinder sey bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu; wo Nie⸗ mand meint, daß etwas deine seh, da hegst du⸗ selbst dein Schäfchen je und je. 8. Also gehst du nicht die gemeinen Wege; dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dun⸗ kelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne hast; wer meint, er habe deinen Rath gefaßt, der wird am End ein Anders oft gewahr. 9. OAuge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gib mir der Klugheit scharfen Unter⸗ scheid, dadurch Natur von Enade wird entscheidet, das tigne Licht von deiner Heiter⸗ keit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht, brich hanz entzwei den Willen, der sch liebt; erweck die Lust, die sch nur dir ergibt und tadelt nie dein heimliches Gericht. 10. So zieh mich denn inein in deinen Willen und II Vorsehung und Regierung. 207 trag und heg und führ dein armes Kind; dein iunres Zeugniß soll den Zweifel stil⸗ len, dein Geist die Furcht und Lüste überwind. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein; dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir. Ich brenne nun nach dir in Liebsbegier; wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 14. Drum muß die Crea⸗ tur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Ge⸗ meinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und er⸗ warten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Chri— sten liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudengquell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfr. Arnold, geb. 1666, + 17¹4. — Was Gott thut, das ist ꝛc. 263. Du, Herr, bist mei⸗ ne Zuversicht, mein bester Trost im Leben. Nie fehlt es mir an Trost und Licht, dir hab ich mich ergeben. Du bist mein Gott; auf dein Ge⸗ bot wird meine Seele stille; mir gnügt dein weiser Wille. 208 Vorsehung und Regierung. 2. Wer wollte dir, mein 6. Drum bebe nicht, wam Gott, nicht traun? Du bist um dich her sich Wetterwolli der Schwachen Stärke; die sammeln. Gott hilft, wan Augen, die auf dich nur Christen freudenleer zu ihn schann, sehn deine Wunder⸗ um Gnade stammeln. D werke. Herr, groß von Rath Zeit der Qual, der Thränn und stark von That, mit gna⸗ Zahl zählt er; er wägt N denvollen Händen wirst du Schmerzen und wälzt sie wy dein Werk vollenden. vom Herzen. 3. Noch nie hat sich, wer 7. Herr, du bist meineg dich geliebt, verlassen sehen versicht; auf dich hofft min müssen; du läßt ihn, wenn Seele. Du weißt, was mi⸗ ihn Noth umgibt, doch deinen nem Glück gebricht, wanni Trost genießen. Des From⸗ mich sorgend quäle. M men Herz wird frei von wollte sich nicht ganz aufi Schmerz; der Sünder eitles Allmächtiger, verlassen m Dichten eilst du, Herr, zu sich im Kummer fassen! zernichten. 8. In deine Hand empft 4. Drum hoff, o Seele, ich mich, mein Wohlseyumn hoff auf Gott; der Thoren mein Leben. Mein hoft Trost verschwindet, wann der Auge blickt auf dich; dirvi Gerechte in der Noth Hülf und ich mich ergeben. Seydums Erbarmung findet. Wann Gott und einst im Tod jener fällt, ist er ein Held; Fels, auf den ich traur er steht, wann Sünder zittern, ich dein Antlitz schaue. ein Fels in Ungewittern. ene. t, au 5. Sieh auf das große Bei⸗ spiel hin, das Jesus dir gelas⸗ Mel. Es spricht der Unweish sen; sieh ihn im Kampf, sieh 264. Der Herr iin sterbend ihn den Vater noch getreuer Hirt, mir wiid umfassen! O möchtest du zu Gntes fehlen; der Hüithj deiner Ruh auf Jesum Chri⸗ nicht schläft noch irrt, stum schanen und lernen Gott mir nur Heil erwihlun vertrauen! weidet mich auf grünt ö tuhig 205 hen imns f hetro und an 1 sine theur * ht/ wam erwolln t, wam zu ihn An. I Thrann wägt d lzt sie w die Speise gibt vom Lebens⸗ thau des Geistes seiner Gnade. 2. Er führet mich zum rei⸗ gen Quell, der mein Gemüth heglücket, zum Wasser, welches ftisch und hell den schwachen Muth erquicket. Er leitet mich auf rechter Bahn; er nimmt sch meines Ganges an um seines Namens willen. 3. Und ob ich wall im fin⸗ stern Thal, fürcht ich doch kei⸗ meineg⸗ offt min was mi⸗ „wannih le. Mh get überall, ich bin der Sorg Gott der Sohn. nen Schaden; sein Auge wa⸗ 209 4. Du machst mir einen Tisch bereit im Auge meiner Feinde, verscheuchest Angst und Traurigkeit, sprichst freundlich zu dem Freunde; du salbst mein Haupt mit Oel, du schenkst mir voll den Be⸗ cher ein und lenkst zum Him⸗ mel hin mein Sehnen. 5. Ja, Gutes und Barm⸗ herzigkeit wird lebenslang mir werden; ich bleib im Haus des Herrn die Zeit, die ich noch leb auf Erden; und ist des Lebens Wallfahrt aus, dann trägt mich in sein Vaterhaus der Flügel treuer Liebe. Dr. Joh. Friedr. v. Meyer, geb. 1772, + 1848. z aufdih entladen. Sein Stab und lassen wy Stecken trösten mich; auf seine assen; Tren und Macht kann ich gar ndenhf muhig mich verlassen. ohlseyum ein haff z dün Gott der Seydumt Tod m traue.A thaue. Eigne Melodie. 154•7% 265.Nun freut euch, lie⸗ ben Christen gmein, und laßt * umee in fröhlich springen, daß wir Herr isill getrost und all in Ein mit Lust ir wüdl und Liebe singen, was Gott er Hinhh an uns gewendet hat, und innt, 6 sine süße Wunderthat; gar wäͤhleh theur hat ers erworben. f Rune. 2. Dem Teufel ich gefan⸗ S:ohn. Versöhnung und Erlösung. gen lag, im Tod war ich ver⸗ loren; mein Sünd mich quä⸗ let' Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch im⸗ mer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein: die Sünd hat mich besessen. 3. Mein gute Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will has⸗ 14 21⁰ set Gotts Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn sterben bei mir blieb: zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammerts Gott in Ewigkeit mein Elend überma⸗ ßen; er dacht an sein Barm⸗ herzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lie⸗ ben Sohn: die Zeit ist hie zurbarmen; fahr hin, meins Herzens werthe Kron, und sey das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sünden Noth, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward; er kam zu mir auf Erden, von einer Jung⸗ frau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt; er ging in meiner armen G'stalt; den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber Gott der Sohn. ganz für dich, da will ich fi dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und woiß bleib, da sollt du seyn; un soll der Feind nicht scheidn 8. Vergießen wird er mi mein Blut, dazu mein Lehn rauben: das leid ich alles x zu Gut, das halt mit fesin Glauben. Den Tod in schlingt das Leben mein, mi Unschuld trägt die Sinh dein: da bist du selig wordn 9. Gen Himmel zu du Vater mein fahr ich von di sem Leben. Da will ich su der Meister dein, den G will ich dir geben, der dihi Trübniß tröͤsten soll undl ren mich erkennen wohl m in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan si und gelehrt, das sollt duthn und lehren, damit das U Gotts werd gemehrt zu g und seinen Ehren; und dich für der Menschen Osth davon verdirbt der edleSchi Das laß ich dir zu Letze Or. M. Luther, geb. 1483, f.f Mel. Mein Seel erhebt den! 266. Durch Adan ist ganz verderbt mn Natur und Wesen; dist ill ich fñ bin deiß ind woiß seyn; u t scheide ird er m iein Lehn h alles x mit fesin Tod nein, min ie Sin ig wordn iel zu dun ch von di ill ich s den Gii der dichi ll und 5 wohl i eiten. gethan g pllt du thu t das„ hrt zu und b chen Gsh edleScht Letze! Eb. 1483, erhebt den damtil menshh en; dast Versöhnung und Erlösung. Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht mochten g'nesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, darein die Schlang Evam be⸗ zwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Evam hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, welchs sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht hat den TLod, so war je noth, daß uns auch Gott sollt geben sein lie⸗ hen Sohn, der Gnaden Thron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun eine frem⸗ de Schuld in Adam all ver⸗ hhnet, also hat uns ein ftemde Huld in Christo all berföhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewigs Vds gestorben, also hat Gott burch Christus Tod verneut, dab war verdorben. 4. So er uns denn sein Sohn hat g'schenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, hetödtt, gen Himmel g'fahren, dadurch wir seyn von Tod und Pein erlöst, so wir ver⸗ nauen in diesen Hort, des 211 Vaters Wort: wem wollt für Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rath und ewigs Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schutz, day wir mit Trutz an ihn fest sollen glauben, darum uns bald kein Macht noch G'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verrucht; sein Heil ist auch noch ferren, der Trost bei ei⸗ nem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren; denn wer ihm will ein ander Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List er⸗ schrecken. 7. Wer hofft in Gott und dem vertraut, der wird je nicht zu Schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zu Handen viel Unfall hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost, er hilft sein Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzens Grund, du wollst 14* 21²2 nicht von mir nehmen dein heilges Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht be⸗ schämen mein Sünd und Schuld, denn in dein Huld setz ich all mein Vertrauen; wer sich nun fest darauf ver⸗ läßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein Füßen ist dein heilges Wort ein brennende Lucerne, ein Licht, das mir den Weg weist fort; so dieser Morgensterne in uns aufgeht, sobald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist den'n g'wiß verheißt, die Hoff⸗ nung darein haben. Lazarus Spengler, geb. 1479, 4+ 1534. Eigne Melodie. 267. Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güten; die Werke helfen nimmermehr, sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat gnug für uns all gethan; er ist der Mittler worden. 2. Was Gott im Gẽ'setz ge⸗ boten hat, da man es nicht konnt halten, erhob sich Zorn und große Noth vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch Gott der Sohn. wollt nicht heraus der Geif, vom G'setz erfordert allen meist; es war mit uns ver loren. 3. Es war ein falschn Wahn dabei, Gott hätt seh G'setz drum geben, als ob uñ möchten selber frei nach seinen Willen leben; so ist es un ein Spiegel zart, der uns zin an die sündig Art, in unsem Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, di⸗ selbig Art aus eignen Kräftn lassen, wiewohl es oft vast chet ward, noch mehrt sih Sünd ohn Maßen, wan Gleißners Werk er hoch nn dammt, und je dem Fleischdn Sünde Schand allzeit un angeboren. 5. Noch mußt Gesetz e füllet seyn, sonst waͤrn witil verdorben; darum schickths sein Sohn herein, der stl Mensch ist worden; dab g Gesetz hat er erfüllt, dam seins Vaters Zorn gesll der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun s füllet ist durch den, de konnt halten, so lerne jeht frommer Christ des Glaubah recht Gestalte: Nicht mi 'er Geift rt alle⸗ uns ver⸗ falsche hätt seh Ils ob wit ach seinen st es in uns ziin in unsem war, di⸗ n Kräfth oft verst ehrt s n, wun hoch gir Fleischdn llzeit vn Gesetz u ürn wit g schickt hih der selhe das gih illt, dam rn gestlh alle. es nun(l en, der rne jett in 5Glaubal Nicht ni Versöhnung und Erlösung. denn: lieber Herre mein! dein Tod wird mir das Leben seyn, du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zwei⸗ fel trag, dein Wort kann nicht betrügen; nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: wer glaubt in mich und wird getauft, dem⸗ selben ist der Himm'l erkauft, daß er nicht wird verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub gibt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht lasset. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott ge⸗ horen. 9. Es wird die Sünd durchs G'setz erkannt und schlägt das G'wissen nieder: das Evangelium kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder und spricht: Nur kreuch zum Kreuz herzu, im Osetz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk die kommen gwißlich her aus einem rech⸗ ten Glauben; denn das kein rechter Glaube wär, wollst ihn der Werk berauben. Doch 213 macht allein der Glaub ge⸗ recht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dabei wir'n Glauben merken. 14. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wenn das ge⸗ schehen soll zur Freud, setzt Gott kein g'wisse Tage; er weiß wohl, wenns am besten ist, er braucht an uns kein arge List, das solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken; denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken; sein Wort das laß dir g'wisser seyn, und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sey Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gut⸗ that willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist; der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns ang'fangen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd steh wie im Himmelsthrone, das täglich Brod noch heut uns werd, wohl unfrerSchuld verschone, 214 als wir auch unsern Schuld⸗ gern thun, mach uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Uebel. Amen! Paul Speratus, geb. 1484, + 1554. Mel. Nun freut euch, lieben ꝛc. 268. Wenn dein herz⸗ liebster Sohn, o Gott, nicht wär auf Erden kommen und hätt, da ich in Sünden todt, mein Fleisch nicht angenom⸗ men; so müßt ich ganz verlo⸗ ren seyn und ewig leiden Qual und Pein um meiner Sünden willen. 2. Jetzt aber hab ich Ruh und Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst getragen, Er hat mit dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ tödten sich, auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getrost mein Herz und Muth mit kindli⸗ chem Vertrauen; auf dieß sein theures Mittlerblut will ich mein Hoffnung bauen, das er für mich vergossen hat, ge⸗ waschen ab die Missethat und mir das Heil erworben. 4. In seinem Blut erquick ich mich und komm zu dir mit Gott der Sohn. Freuden; ich suche Gnad um hoff auf dich, von dir soll mih nichts scheiden. Was mi durch seine Marterkron er worben hat dein lieber Sohh soll mir kein Teufel rauhen 5. Nichts hilft mir die He rechtigkeit, die vom Gesetz hi⸗ rühret; wer sich in eignen Werk erfreut, wird jämme⸗ lich verführet; des Hernn Jesu Werk allein, das machth daß ich kann selig seyn, d ichs mit Glauben fasse. 6. Gott Vater, der du all Schuld auf deinen Sohn g⸗ leget, Herr Jesu, dessen d und Huld all meine Sünd träget, o heilger Geist, d Gnad und Kraft allein du Gute in mir schafft, laß mi ans End beharren! Johann Heermann, geb. 1585,. Mel. Jesus, meine Zuversiht, 269. Gottes und M⸗ rien Sohn, Priester, Kong und Propheie, Mittler, Bit ge, Gnadenthron, der a Kreuze sich erhoͤhte, gib, di dich mein Glaube kenn m dich meinen Jesum nenn. 2. Du, mein süßer Isih bist mir geboren, mir gefs SYnad ud soll mih Was mi rkron l: her Sohz el rauben lir die h Gesetz hu⸗ n eignen d jämmes Hernmn as machth seyn, du fasse. der du all Sohn g⸗ dessen x ne Sind Geist, N allein de t, laß nit * 5. 1585, 4 Ill. Zuversicht und M⸗ ter, Köuh ttler, Hn „ der ah „ gib, dj kenn m nenn. ßer Nsh nir gestz Versöhnung und Erlösung. hen. Was zerstört in Adam ist, hast du wiederum erwor⸗ ben: gib, daß ich in wahrer Treu auch dein Eigenthum stets sey. 3. Alles Heil kommt mir von dir, Heiland aller armen Sünder. Dein Tod war die Lebensthür und des Todes Ueberwinder; laß auch deines Leidens Pein mein Verdienst und Glaube seyn. 4. Tod und Hölle sind durch dich, großer Sieger, überwunden, und durch die⸗ sen Sieg hab ich Ruh im Tod und Grab gefunden; durch dich werd ich auferstehn und getrost zum Richter gehn. Caspar Neumann, geb. 1648, 4+ 1715. Mel. O Gott, du frommer ꝛe. 270. Du wesentliches Wort, vom Anfang her gewe⸗ sen, du Gott von Gott ge⸗ zeugt, von Ewigkeit erlesen zum Heil der ganzen Welt, o mein Herr Jesu Christ, will⸗ kommen, der du mir zum Heil geboren bist. 2. Was hat, o Jesu, dich vom Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron dich in die Welt gezogen? Ach, 21⁵ deine große Lieb und meine große Noth hat deine Gluth entflammt, die stärker als der Tod. 3. Gib, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz er⸗ gebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erden lebe. Ja, Jesu, laß mein Herz ganz neu geschaffen seyn und dir bis in den Tod gewidmet seyn allein. 4. Laß gar nichts in mir seyn, was du nicht hast ge⸗ schaffen, reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen. Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan; du aber führ mein Herzund Fuß auf ebner Bahn. 5. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; ach, laß an mir dein Glanz, mein Gott, nicht seyn verge⸗ bens. Weil du das Licht der Welt, so sey mein Lebens⸗ licht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laur. Laurentii, geb. 1660, + 1722· Mel. O Durchbrecher aller ꝛc. 271. Du bist in die Welt gekommen, Gottes Sohn, du höchstes Gut, da hast du au 216 Gott der Sohn. dich genommen unser mensch⸗ lich Fleisch und Blut; und wir allzumal, wir Sünder, sind durch dich mit Gott versöhnt, daß er nun als seine Kinder uns mit Heil und Gnade krönt. 2. Ich, auch ich kann mich des trösten und ist ewig mein Gewinn, daß ich unter den Erlösten und dein Bruder worden bin. Liebster Jesu, o mein Leben, sage doch mir Armen an, was ich dir dage⸗ gen geben, und wie ich dir danken kann. 3. Mag dir denn mein Herz gefallen, ist die Gabe nicht zu klein? Ach, gewiß vor andern allen wird dir das gefällig seyn. Zwar das Opfer ist geringe und verächtlich an⸗ zusehn; doch weil ichs im Glaͤuben bringe, wirst du sol⸗ ches nicht verschmähn. 4. Nun so legt mein Herz sich nieder, o Immanuel, vor dir; aber ich will auch hinwie⸗ der dein getreues Herz dafür. Ohne dieß kann ich nicht le⸗ ben und nicht leben ohne dich; doch du hast dein Wort gege⸗ ben, daß du mein bist ewiglich. 5. Leib und Seele mag verschmachten, Erd und Hin mel fahre hin! Nichts ist u ben dem zu achten, daß Gu worden, was ich bin. Undi armer Staub und Erde hal diese Herrlichkeit, daß ich auh, wie er ist, werde, wenn ih ende meine Zeit. 6. O wie hoch bin ih gesegnet! Ob mir Clend Schmach und Noth, ob mi alles Kreuz begegnet, ob auh endlich selbst der Tod, Isz mich will von dir reißen, niß mich dennoch nichts von din denn dieß Wort muß ewz heißen: Ich in dir und duin 1 E. Neumeistet mir! geb. 1671, 4 u Mel. Jesu, meines Lebens n. 272. Großer Mitlli, der zur Rechten seines großn Vaters sitzt und die Schin von seinen Knechten in den Reich der Gnaden schützt, du auf dem erhabnen Throne in der königlichen Krone allt Heer der Ewigkeit mit hu⸗ hülltem Antlitz scheut. 2. Dein Geschäft auf dies Erden und dein Opfer istvolt bracht; was vollendet solli werden, das ist gaͤnzlich aul die F 3 gestot Heil keich shift thum krifte allen zum en; deine zugen Mame Bruft Same hus; gläub heibe Haus dus. 5. der A diener dir vo Clend hrer Werk ihren: Bitter 6. sches gemacht; da du bist für ul aller und Hin⸗ hts ist n daß Got n. Undih Erde hab⸗ fichaut wenn it 9 bin ih ir Clend h, ob mi t, ob auh od, Isi, ißen, riß von ditz nuß enij und du in Neumeister, 1671, 4 Uis Lebens n. Mittli, ies großn ie Schan n in din hützt, du Throne in one alle mit hel ut. auf diest er ist vlt Idet solln zlich auk⸗ Versöhnung und Erlösung. gestorben, ist uns Gnad und heil erworben, und dein sieg⸗ nich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Ge⸗ schäfte in dem obern Heilig⸗ thum, die erworbnen Segens⸗ kräfte durch dein Evangelium allen denen mitzutheilen, die zum Thron der Gnaden ei⸗ ln; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werthe Namen trägest du auf deiner Bust, und an den gerechten Samen denkest du mit vieler Lust; du vertrittst, die an dich glauben, daß sie dir vereinigt leiben; bittest in des Vaters haud ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Clend bricht; daß dein Vater hrer schone, daß er nicht nach Verken lohne, daß er ändre ihten Sinn, ach, da zielt dein Bitten hin. 6. Zwar in deines Flei⸗ shes Tagen, da die Sünden t für ul aler Welt dir auf deinen Tod. 217 Schultern lagen, hast du dich vor Gott gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen; o mit welcher Niedrigkeit ba⸗ test du zur selben Zeit! 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht unter⸗ stützt, da in der vollkommnen Hütte die verklärte Mensch⸗ heit sitzt; nun kannst du des Satans Klagen majestätisch niederschlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. 8. Die Verdiensté deiner Leiden stellest du dem Vater dar, und vertrittst vor ihm mit Freuden deine theur er⸗ löste Schaar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben, und die See⸗ len zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 9. Großer Mittler, sey ge⸗ priesen, daß du in dem Hei⸗ ligthum so viel Treu an uns bewiesen; dir sey Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Noth, wenn den Mund verschließt der Joh. Jak. Rambach, geb. 1693, + 1735. 218 Mel. Schmücke dich. liebe ꝛc. 273. König, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch den Seepter füh⸗ ret, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters ein⸗ gem Sohne, den so viel Voll⸗ kommenheiten krönen, zieren und begleiten! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem unge⸗ zählten Heere der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigenthum gegeben. Thiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tau⸗ send treue Seelen dich zu ih⸗ rem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mun⸗ des, nach dem Recht des Gna⸗ denbundes, sich von dir regie⸗ ren lassen und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich lo⸗ ben hören von dem himmli⸗ Gott der Sohn. schen Geschlechte, von Menge deiner Knechte, I dort ohne Furcht und Grum d d dein verklärtes Antlitz schn deine en, die dich unermüdet I 2 sen und dir Ehr und Dii nen, erweisen. schei 5. O Monarch in dus men, Reichen, dir ist Niemand lich e vergleichen an dem Uebensi Klag der Schätze, an der Ordun Dier der Gesetze, an Vollkommm die e heit der Gaben, welche in dieb, Bürger haben; du beschihy 3 deine Freunde, du bezwunf den, deine Feinde. Hän! 6. Herrscheauch inmenn Heil Herzen über Zorn, A zu di Furcht und Schmerzenz dein mich deinen Schutz genishh dich. gläubig dich ins Herze sihi wie; ßen, ehren, fürchten, an Gebe lieben und mich in Gehasy 4 üben: hier mit ringen,N guick den, streiten, dort mit zu zu bi Schl vom. schen dir zur Seiten. lehre Jakob Run Zuner 108d, fuus khhre herst Mel. Schmücke dich, o lihl dir l 274. eiland, M deine Menschenliebe war diedul lichet jener Triebe, die dein un 5 Herz bewogen, dich iut Erb ser Fleisch gezogen, diht sten von i nechte, A nd Gram itlitz schn nüdet yn⸗ und Dien h in drh tiemand; n Uebeist er Ordnm ollkomm⸗ welche du u beschih u bezwinn ich in meln zorn, A merzen; utz genieh Herze si chten, dah in Gehofß ringen, x rt mit he eiten. in Jakob R b. 1693, 4 N dich, o lich land, var dieOl ie dein un „dich ils gen, dih Versöhnung und Erlösung. Schwachheit überdecket, dich vomKreuz ins Grab gestrecket. O der wunderbaren Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde wei⸗ nen, Jedermann mit Hülf er⸗ scheinen, sich der Blinden, Lah⸗ nen, Armen mehr als väter⸗ lich erbarmen, der Betrübten Klagen höͤren, sich in Andrer Dienst verzehren, sterben für die ürgsten Sünder: das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elen⸗ den, wer hat nicht von deinen händen Segen, Hülf und heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu er⸗ uicken, zu den Kleinen dich u bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu be⸗ lehren, Sünder, die sich selbst berstocken, täglich liebreich zu di locken, mit Verzehrung deiner Kräfte, war dein täg⸗ liches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärm⸗ sten Armen dein unschätzbar 219 theures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da du in der Sünder Händen, alle Leiden zu vollenden und den Segen zu erwerben, als ein Fluch hast wollen sterben. 6. Deine Lieb hat dich ge⸗ trieben, Sanftmuth und Ge⸗ duld zu üben; ohne Schel⸗ ten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schaar zu beten und die Moͤrder zu ver⸗ treten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Geschlechte; diese Demuth, gleich den Tauben, war ohn Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtig⸗ keit gepaaret und durch Vor⸗ sicht wohl bewahret. 8. Herr, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken. Du hast das Gesetz erfüllet, des Gesetzes Fluch gestillet; laß mich wi⸗ der dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen. Heil⸗ 220 ge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. Johann Jakob Rambach, geb. 1693, + 1735. Mel. Weil nichts gemeiner ist ꝛc. 275. Herr von unend⸗ lichem Erbarmen, du uner⸗ gründlich Liebesmeer, ich dan⸗ ke dir mit andern Armen, mit einem ganzen Sünderheer für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. 2. Für dein so allgemein Erlösen, für die Bezahlung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, weil doch des Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Got⸗ tes heißt, für die Befestigung darin dankt dir mein neu ge⸗ schaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Versprechen, daß deine Gnade ewig sey; wenn Berge bersten, Hügel brechen, so bleibt dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Himmel weicht und Gott der Sohn. fällt, so lebt doch Gott, de Glauben hält. 5. Für deine theuern Si⸗ cramente, die Siegel deinnn wahren Schrift, wo Gott, di mit ich glauben könnte, en Denkmal seiner Wunder fiff für diese Gnaden in der Zu dankt dir mein Herz in Euih keit. 6. Ja, Mund und Heu soll dir danken; doch bisnt auch mein Herz und Mund Laß weder Mund noch Har wanken und gründe mich a diesen Grund. Erhalte in durch deine Treu mich bi ans Ende auch dabei. 7. Und fechten Satan, h und Lüste mich in dem bosn Stündlein an, gib, daß it mit dem Schild mich rüst der ihre Pfeile löschen kem Doch weil ich schwach, sola du kein allzustarkVersuchenn. 8. Laß mir dein allgem Erbarmen, das allgemeinehk segeld, den allgemeinen M der Armen, den allgemeinn Trost der Welt, die Miitl welche allgemein, zum feft Grund des Glaubens seyn. 9. Du gabst ja mir ui solche Gnaden, auch ich i Bott,da 9 uern S el deiner Gott, da⸗ nnte, en nder tif der Zut in Cwih⸗ ind Her och bittt d Mund; och Hemg mich af halte un mich bil ei. atan, Mih dem bofn „ daß ih nich rüst chen kam. ich, solas rsuchenm allgeman gemeinedi ieinen M llgemeinn die Mittl zum fest ens sehn. mir auh ich ich i0 Versöhnung und Erlösung. abe Theil daran; ich lag ja mit in gleichem Schaden, für nich ist auch genug gethan; an deinen Worten, Trost und heil gehört mir mein beson⸗ dres Theil. 10. Laß mich in Liebe hei⸗ lig leben, unsträflich dir zum Lobe seyn; versichere mein Herz daneben, es reiße weder Lust noch Pein mich von der Lebe Gottes hin, weil ich in Fsu Christo bin. 14. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich von der Liebe scheiden, die da in Christo Nsu ist. Ja, Amen! Vater aller Treu, zähl mich den Aus⸗ mihlenbei. en Rel. O Jesu Christ, meins ꝛc. „Cyristi Vlut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, da⸗ nit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Das heilige, unschuldge gamm, das an dem rauhen Kreuzesstamm für meine Seel hestorben ist, erkenn ich für den Herrn und Christ. 221 3. Ich glaube, daß sein theures Blut das allerun⸗ schätzbarste Gut, und daß es Gottes Schätze füllt und ewig in dem Himmel gilt. 4. Und würd ich durch des Herrn Verdienst auch noch so treu in seinem Dienst, ge⸗ wänns auch allem Bösen ab und stürb der Sünde bis zum Grab 5. So will ich, wenn ich zu ihm komm, nicht denken mehr an gut und fromm, son⸗ dern: da kommt ein Sünder her, der gern ums Lösgeld selig wär! 6. Wird dann die Frage vorgebracht: Was hast du in der Welt gemacht? so sprech ich: Dank sey meinem Herrn, konnt ich was Guts thun, that ichs gern. 7. Und weil ich wußte, daß sein Blut die Sünd weg⸗ schwemmt mit seiner Fluth, und daß man nicht muß will⸗ gen ein, ließ ich mirs eine Freude seyn. 8. Wenn nun kam eine böse Lust, so dankt ich Gott, daß ich nicht mußt; ich sprach zur Lust, zum Stolz und Geiz: 222 Dafür hing unser Herr am Kreuz. ö 9. So lang ich noch hie⸗ nieden bin, so ist und bleibet das mein Sinn: ich will die Gnad in Jesu Blut bezeugen mit getrostem Muth. 10. Gelobet seyst du, Jesu Christ, daß du ein Mensch geboren bist, und hast für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Loͤsegeld. 11. König der Ehren, Jesu Christ, des Vaters einger Sohn du bist; erbarme dich der ganzen Welt und segne, was sich zu dir hält. Nik. Ludw., Graf v. Zinzendorf, geb. 1700, + 1760. Mel. Es ist das Heil ꝛc. 277. Auf, Christen, laßt uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnaden⸗ vollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, für unsre Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er wards und hat sein Werk vollbracht und sich Gott der Sohn. nach kurzer Grabesnacht gů Himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Hemn schaft nun? Hier ist sei Ueberwinder! Die Furchtiun ihm hinwegzuthun, starh en das Heil der Sünder. Erift net ist uns nun die Bahn, di von der Erd uns himmealn zur ewgen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch du Herr so lieb! wie sucht erm ser Bestes! Er gibt für m aus freiem Trieb sein Liehsth und sein Größtes. Preis ihn, der so viel an uns thut! Pu seinem Sohn, der uns zu du sich bis zum Tod erniedrigt 5. Was er zum Leben ui verschafft, das ist in seun Händen; sein ist das Mih sein ist die Kraft, das h uns zuzuwenden, das erf liebreich uns erwarb, alb⸗ für uns am Kreuze sinh Wohl Allen, die ihm traum 6. O laßt uns ihm un anvertraun und seine Stinm hören, auf unsers Mittl Hülfe baun, ihn mit Gehu⸗ sam ehren. Das ist der A zum ewgen Wohl, der Vi auf dem man friedevoll ui schon auf Erden wandel. nacht ge ingen. odes Hen ist sei Furchtyn starh en er. Erift Bahn,/ i himmelm leitet. 8 doch du ucht erm ot für un in Liehsth Preis ihn, hut! Pah ins zu ou erniedrigt Leben u in seinnn das Riith „das Hil das er si uub, alh a uze sint m trauel 8 ihm u ne Stimm 8 Mitilcch mit Gahar st der V der MN devoll auh vandel. Versöhnung und Erlösung. 7. Herr, leite uns auf die⸗ set Bahn, zieh uns zu deinem Sohne! Er ging als Vor⸗ hild uns voran; dort reicht er ms die Krone. Dort haben wit an seinem Heil, an seinem himmel ewig Theil und prei⸗ sen deine Liebe. Joh. Sam. Diterich, geb. 1721, + 1797. Mel. O Ewigkeit, du ꝛc. 278. Ich schäme mich des Heilands nicht, vor dem voll froher Zuversicht mein Anie sich dankbar beuget. Gott, welch ein theures, wer⸗ thes Wort: ich hier dein Kind, dein Erbe dort, wie mir dein Geist bezeuget; ich soll durch Jesum Christum rein, durch ihn gerecht und selig sehn. 2. Froh fühlt mein Herz die Gotteskraft, die in der sel⸗ gen Wissenschaft von dem Er⸗ löser lieget; die alle Kennt⸗ niß dieser Welt, und was sie Reizendes enthält, unendlich überwieget. Mein größtes Clück, mein höchster Ruhm t Jsu Cvangelium. 2²23 3. Auf ewig ists mein be⸗ stes Theil; in keinem Andern ist mir Heil und Recht zum ewgen Leben, Vergebung mei⸗ ner Sündenschuld, der Bei⸗ fall Gottes seine Huld und Seeleuruh gegeben. Ich steh im Glauben, bin ein Christ, an dem nun nichts verdamm⸗ lich ist. 4. Mir widerfuhr Barm⸗ herzigkeit; mit himmlischer Zufriedenheit lohnt Gott mich schon hienieden. Ich bete vol⸗ ler Zuversicht; mich schreckt kein Tod und kein Gericht; mein Geist fühlt Gottes Frie⸗ den. Auf ewig ist mein Herz, Gott, dein, auf ewig deine Gnade mein. 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht; nichts raubt mir meinen Trost und Muth, nicht Leiden, nicht Gefahren. Durch den ich alles hier ver⸗ mag, mein Gott wird bis auf jenen Tag mein Erbtheil mir bewahren. Ja du, der mich berief, bist treu; gib, daß ichs auch im Glauben sey. Friedr. Wilh. Loder. geb. 1757, 4+ 1823. Jesuslieder. shin Eigne Melodie. 279. Wie schön leucht uns der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse; du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, hast mir mein Herz besessen, lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben, hoch und sehr präch⸗ tig erhaben. 2. Ei meine Perl, du wer⸗ the Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgebor⸗ ner König! Du bist des Her⸗ zens schönste Blum; dein sü⸗ ßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Ei mein Blümlein, Hosianna! himm⸗ lisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du heller Jas⸗ pis, edler Stein, die Flamme deiner Liebe. Ach, möcht es seyn, daß ich durch dich an deinem Leibe ewiglich ein le— bend Gliedmaß bliebe! Nach dir wallt mir mein Gemüthe, Jesuslieder. ewge Güte, bis es findet dih 7 des Liebe es entzündet. lchf 4. Von Gott kommt mn das ein Freudenschein, wenn und mich mit den Augen dein doch freundlich thust anblicken. A men Herr Jesu, mein trautes Gul ich i dein Wort, dein Geist, d Ame Leib und Blut mich innen Freu erquicken. Nimm mich fraud ge, d lich in dein Arme, daß ih lange warme werd von Gnadan auf dein Wort komm ichy Reh laden. 28 5. Herr Gott Vater, mn, ein a starker Held, du hast mich eu zu fi vor der Welt in deinem Sah bedac geliebet. Dein Sohn hatni sich z ihm selbst vertraut; eristnu ist w Schatz, ich bin sein Bunl seinl sehr hoch in ihm erftaut und Eia, Eia, himmlisch Lun iber wird er geben mir dort on 2. Ewig soll meinHerzihnlahn helfe 6. Zwingt die Saiten erwor süßem Klang und laßt u der h. hohen Lobgesang ganz sin was denreich erschallen: daß i dob möge mit Jesu fein, dem wuß uus derschönen Bräutgam miz uec in steter Liebe wallen. E. sorbe 7 get, springet, jubiliret, trium⸗ phiret, dankt dem Herren! Groß ist der König der Ehren. indet dih 7. Wie bin ich doch so herz⸗ det. lach froh, daß mein Schatz ist ommt uß das A und O, der Anfang wenn ii. und das Ende. Er wird mich en dein t doch zu seinem Preis aufneh⸗ blicken. J. men in das Paradeis, des klopf autes Ol ich in die Hände. Amen, Geist, dnn Anen! Komm, du schöne ch imna. Freudenkrone, bleib nicht lan⸗ lich frund ge, deiner wart ich mit Ver⸗ e, daß ih langen. bcb.1536, 1. 1008. 1 Gnadaz mm ichy Nel. Nun freut euch, lieben ꝛc. OVuch, wer da will, Bater, mu ein ander Ziel, die Seligkeit st michenh zu finden; mein Herz allein inem Sahl bedacht soll seyn, aufChristum hu hatui sich zu gründen. Sein Wort z eristnus it wahr; sein Werk ist klar sein Bunl sin heilger Mund hat Kraft n ersteul und Grund, all Feind zu lisch Lin iberwinden. dort be 2. Such, wer da will, Noth⸗ rzihnloahs helfer viel, die uns doch nichts e Saiten erworben; hier ist der Mann, d laßt du der helfen kann, bei dem nie ganz fih was verdorben. Uns wird n: daß i dus Heil durch ihn zu Theil; n, dem wn uns macht gerecht der treue tgam 80 muecht, der für uns ist ge⸗ allen. SI storben. FFFF— Jesuslieder. 225 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird seyn dem, der ihn herz⸗ lich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach die⸗ sem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. 9b.1889,7. 1685. Eigne Melodie. 281. Meinen Jesum laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, unverrückt an 15 226 ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zu⸗ versicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn ge⸗ richt; meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Ge⸗ sicht, alle meine Sinne wei⸗ chen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch las⸗ sen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht frommer Christen Glaube pranget. Mich er— freut sein Angesicht; meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele seufzt und stöhnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich freiet vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus wird mich für und für zu den Lebens⸗ Jesuslieder. bächlein leiten. Selig, nn mit mir so spricht: Meinn Jesum laß ich nicht. Christ. Keymann, geb. 1607, 4 1667 Eigne Melodie. 282. Jesu, meine Fran de, meines Herzens Weid, Fso Jesu, meine Zier! Ach,. 5 lang, ach lange ist dem H⸗ zen bange und verlangt uuh dir! Gottes Lamm, mun Bräutigam, außer dir sollm auf Erden nichts sonst Liebel werden. 2. Unter deinen Schirmn bin ich vor den Stürmen allh Feinde frei; laß sie Uuhl 6 brüten, laß den Satan wi⸗ then, mir steht Jesus bei. Y die Welt gleich bricht m fällt, ob gleich Sünd m Hölle schrecken, Jesus ul mich decken. 3. Trotz dem alten Du chen, Trotz dem an.. Trotz der Furcht dazu! Zh Welt, und springe,ich sthhn und singe in gar sichrer huh Gottes Macht hält micht Acht; Erd und Abgrundmj sich scheuen, ob sie noc f dräuen. 4. Weg mit allen Schihnl elig, wz Meinen . 1607, 4 1662 ie. eine Fren 8 Weidz Ach, wi dem Her langt nut nm, men dir sollm nst Lieben Schirma rmen ala sie Uuhil Satan wi⸗ us bei. V bricht W Sünd u Jesus vl alten Dz ue azu! Doh ichftehhn ichrer huh ilt mich u grundmj 0 4 dich lieben mit dem Werke N Schihu Jesuslieder. Du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren! Ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Clend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, muß ich gleich viel leiden, nicht von AIsu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir ge⸗ fillst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit da⸗ hinten, kommt nicht mehr ans licht. Gute Nacht, o Stolz Ind Pracht, dir sey ganz, o Lasterleben, gute Nacht ge⸗ eben. 6. Weicht, ihr Trauergei⸗ ster; denn mein Freudenmei⸗ ster, Jesus, tritt herein. De⸗ nen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Nanna seyn. Duld ich schon hier Spott und Hohn, den⸗ noch bleibst du auch im Leide, Ksu, meine Freude. Johann Franck, geb. 1618, 4 1677. Eigne Melodie. 283. Ich will dich lieben, meine Stärke; ich will dich lieben, meine Zier; ich will und immerwäͤhrender Begier; 227 ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen aller⸗ besten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, GottesLamm, als meinen Bräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höͤch⸗ stes Gut und wahre Ruh; es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet; ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ist durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonue, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du süßer Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht 15* 228 Jesuslieder. straucheln oder stille stehn; erleuchte Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone; ich will dich lie⸗ ben, meinen Gott; ich will dich lieben ohne Lohne, auch in der allergrößten Noth; ich will dich lieben, schönstesLicht, bis mir das Herze bricht. Johann Scheffler, geb. 1624, + 1677. Mel. Gott des Himmels ꝛc. 284. Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erko⸗ ren, eh als ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich ge⸗ litten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat er⸗ stritten ewge Lust und Selig⸗ keit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mich hat ge⸗ bunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mih überwunden und mein Hen hat ganz dahin: Liebe, dir er geb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich ewig li⸗ bet und für meine Seele bit Liebe, die das Lösgeld gibe und mich kräftiglich vertritt Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich wird e⸗ wecken aus dem Grab du Sterblichkeit; Liebe, die mit wird umstecken mit dem Lauh der Herrlichkeit: Liebe, u ergeb ich mich, dein zu bleihn jalt Zohann Schisl, ewiglich. a 8. Mel. 285. Jesu, meiner Sal Leben, meines Herzens höͤs Freud, dir will ich mich gu ergeben, jetzo und in Cwiglil Meinen Gott will ich di nennen und vor aller bekennen, daß ich dein binun du mein; ich will keinez M dern seyn. 2. Deine Güt hat nit umfangen, eh mich noch u Welt uncfingj dir bin ichshn angehangen, als an Mulit brust ich hing; dein Shis Jesu, der du meine L. die mic ein Hen e, dir et⸗ bleiben ewig li⸗ eele bitt zeld gibet vertritt mich, dein wird ez Grab de „die mih dem Lauh Liebe, di zu bleibe nn Scheffle, 624, + 10M. meine u iner Sal ens höͤcht mich gun Ewigkii l ich d Uller Ml in bin un keined M/ hat mi h noch U in ichshn in Muttak ein Sh Jesuslieder. hat mich aufgenommen, da ich an das Licht gekommen: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Segen regte mir oft mein Gemüth, so ich etwa ausge⸗ treten, daß ich wieder kam mit Beten: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines An⸗ dern seyn. 4. Ja, in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich waͤhret, hat mich immerdar er⸗ nähret: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines An⸗ dern seyn. 5. Irr ich, sucht mich deine Rebe, fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich be⸗ trübe, tröst sie mich in meinem Ruf; bin ich arm, sie gibt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter: ich bin dein, und du bist mein; ich will kei⸗ nes Andern seyn. 6. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel bei⸗ helegtzich weiß, wenn ich heute 229 sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, trotz daß mich was von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein; ich will kei⸗ nes Andern seyn. 7. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Ei⸗ genthum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meine Süßigkeit im Leide: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 8. Höre, Jesu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bitt nicht ab: wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich seufzend doch noch sagen: Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. Christian Scriver, geb. 1629, 4+ 1693. Eigne Melodie. 286. Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm! habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm, Jesu, Gottes Lamm! 2. Deine Liebesgluth stär⸗ 230 ket Muth und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlge⸗ muth deine Liebesgluth. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was ver⸗ loren, durch dein Blut so roth, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, daß hin⸗ fort in meiner Seele ja ver⸗ lösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir blei⸗ ben für und für. Deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht ver⸗ sehre, ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stamm! 7. Großer Friedefürst! wie hast du gedürst nach der Men⸗ schen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, da du riefst: Mich dürst! großer Friedefürst. Jesuslieder. 8. Deinen Frieden gib auz so großer Lieb uns, den Dei nen, die dich kennen und nah dir sich Christen nennen; de nen du bist lieb, deinen Fri⸗ den gib! 9. Wer der Welt abstirh. emsig sich bewirbt um den l⸗ bendigen Glauben, der win bald empfindlich schauen, diß Niemand verdirbt, der de Welt abstirbt. 10. Nun ergreif ich dith du mein ganzes Ich; ich wil nimmermehr dich lassen, sun dern gläubig dich umfassn weil im Glaͤuben ich nun en greife dich. 11. Wenn ich weinen muß wird dein Thränenfluß man Thränen auch begleiten uß zu deinen Wunden leiten,dij mein Thränenfluß bald sih stillen muß. 12. Wenn ich mich auf Neu wiederum erfreu, frann du dich auch zugleiche, biã i dort in deinem Reiche ewisli aufs Neu mich mit dir erfin 13. Hier durch Spott ui Hohn, dort die Ehrenkon. hier im Hoffen und im Glu⸗ ben, dort im Haben undin n gib aut den Dii und nah nen; de nen Fri⸗ abstith. m den l der win auen, daß der den fich diß ich wil ssen, san umfassaz h nun en nen muß luß mein eiten m eiten, diß bald sih mich auf eu, freus he/ bis i6 heewihst dir erfln Spott un hrenkron, im Glul⸗ n und in Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 14. Jesu, hilf, daß ich all⸗ hier ritterlich alles durch dich überwinde, und in deinem lich du gekämpft für mich. 15. Du mein Preis und Ruhm, wertheHimmelsblum! in mir soll nun nichts erschal⸗ len, als was dir nur kann ge⸗ fallen, wertheHimmelsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese, geb. 1630, + 1718. Eigne Melodie. 287. Wie wohl ist mir/ o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermuth Höhlen und eile deinen Ar⸗ men zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden: wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sey also! Ih trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen beieinem freundlichen Gesicht. AN dir vergnügt sich meine Jesuslieder. Sieg empfinde, wie so ritter⸗ 231 Seele; du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freund⸗ schaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglücks⸗ wellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle mir im Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh in deine heilgen Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil, wer will verdammen? die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreuzeswüsten, ich folg und lehne mich auf dich. Du naͤh⸗ rest aus den Wolkenbrüsten und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wun⸗ derwegen, sie enden sich in Lieb und Segen: genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 232 5. Der Tod mag Andern důster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Muth in dir, der du verlässest Keinen, o al⸗ lerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschre⸗ cken, wenn er aus mördervol⸗ len Hecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildniß schei⸗ den zu deiner Ruh der Ewig⸗ keit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Ge— müthe nach deiner unum— schränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack seyn. Weg, Welt, mit allen Schmeiche⸗ leien! nichts kann als Jesus mich erfreuen. O reicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfgang Christoph Deßler, geb. 1660, + 1722. Eigne Melodie. 288. Eins ist noth; ach Herr, dieß Eine lehre mich er⸗ kennen doch! Alles Andre, wie's auch scheine, ist ja nur Jesuslieder. ein schweres Joch, darmmt das Herze sich naget und yl⸗ get und dennoch kein wahn Vergnügen erjaget. Erlat ich dieß Eine, das alles ersez so werd ich mit Einem in R⸗ lem ergötzt. 2. Seele, willt du disst finden, suchs bei keiner En tur; laß, was irdisch ist, d hinten, schwing dich über d Natur, wo Gott und n Menschheit in Einem wen net, wo alle vollkomman Fülle erscheinet, da, da istd beste, nothwendigste Thll mein Ein und mein Allth mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beslz sen auf des Einigen Genis da sie sich zu Jesu Füßen at ler Andacht niederließ, H Herze entbrannte, dieß eius zu höͤren, was Jesus, ihr hi land, sie wollte belehrenzi Alles war gänzlich in In versenkt, und wurde ihr N in Einem geschenkt. 4. Also ist auch mein V⸗ langen, liebster Jesu, nurmih. dir; laß mich treulich an K hangen, schenke dich zu eiht mir. Ob Viele zum groͤßent Haufen sich kehren, so sollanh darunm und ylz in wahné „ Erlaiz les erseh em in R⸗ du diest iner Ern⸗ sch ist.d h über R und di lem gennt Akomman da ist du ste Aih ein Allh war bestz n Geniß Füßen doh rließ, H dieß einzh / iht hi ehren ʒi in Isin e ihr Nl mein M⸗ u, nurmnt lich an N ru h so sollog mein Herze dir einzig gehö⸗ ren; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schran⸗ ken fügt, worinnen die De⸗ nuth und Einfalt regieret und nich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht knne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott abringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß nir gelingen durch dein theu⸗ ns Opferblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erwor⸗ ben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Hleider des Heils ich da habe nlangt, worinnen mein Glau⸗ be in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild auwacht; du bist ja, den ich twähle, mir zur Heiligung wacht. Was dienet zum Wandel und Leben, Jesuslieder. 233 ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust; dein Leben sey, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich bedeckt die Gnadenfluth; du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, in kindlichem Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergötzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßres kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich im⸗ mer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig er⸗ quickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. ö 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles seyn. Prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein; sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf 2— S 234 Jesuslieder. ewigem Wege; gib, daß ich hier alles nur achte für Koth, und Jesum gewinne: Dieß Eine ist noth. Johann Heinr. Schröder, geb. 1666, + 1728. Mel. Seelenbräutigam ꝛc. 289. Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh! Unter Vielen auserkoren, Leben de⸗ rer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Noth zu erloͤ⸗ sen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Noth hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Er⸗ löser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld! Tod„Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu Schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet! deinen Scepter will ich küssen; ich will sitzen dir zu Füßen, wie Munt thät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhn als dein Eigenthum durch Geistes Licht erkennen, su in deiner Liebe brennen, a dein Eigenthum, allerschsz ster Ruhm! 7. Deiner Sanfti Schild, deiner Demuth V mir anlege, in mich puh daß kein Zorn noch Stohsi rege; vor dir sonst nichtog als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sin der zur Welt will hin, ich nicht mög von dir vn ken, sondern bleiben in v Schranken; sey du mein gi winn, gib mir deinen Sn 9. Wecke mich recht as daß ich meinen Lauf mu rückt zu dir fortsetze, undn nicht in seinem Netze Ean halte auf; fördre in en 10. Deines Geistes Aül in die Seele gib, daß ihhn chen mög und beten, fin vor dein Antlitz treten; m färbte Lieb in die Seele s 11. Wenn der Wult Macht in der trüben Iun 10 will des Herzens Soͤfff decken, wollst du deine hu ie Manh tät! nen Ruhy durchdi men, sti ennen, ah allerschz Sanftm muth V rich pih Stohhst nichtsgh d. nem Sim, l hin, d dir wu ben in de u mein g inen Sin Rrecht au auf umn ze, undiih letze Sun einendal eistes d daß ich w en, fru etenz u Seele gl der Wall üben Mah Schfft deine H. Jesuslieder. mstrecken. Habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht! 12. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, höͤchstes Gut, durch dein theu⸗ tes Blut. 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, nich durchs Todesthal beglei⸗ ten und zur Herrlichkeit be⸗ Reiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Joh Anast. Freylinghausen, geb. 1670, 4 1739. Rel. Alles ist an Gottes Segen ꝛc. 200. O wie selig sind die Seelen, die mit Jesu sich hermählen, die sein Lebens⸗ hauch durchweht, daß ihr Herz mit heißem Triebe stündlich nur auf seine Liebe und auf seine Nähe geht. 2.0 wer fasset ihreWürde die bei dieses Leibes Bürde im Verborgnen schon sie schmückt! Alle Himmel sind zu wenig für die Seele, der ihr König solches Siegel auf⸗ gedrückt. 3. Wenn die Seraphim mit Schrecken sich vor seinem Glanz bedecken, spiegelt sich 235 sein Angesicht in der Seele, die ihn kennet und von seiner Liebe brennet, hier schon mit enthülltem Licht. 4. Nach Jehovas höchsten Ehren wird in allen Himmels⸗ chören nichts, das herrlicher, geschaut, als ein Herz, das er erlesen, und mit dem das höchste Wesen sich zu einem Geist vertraut. 5. Drum wer wollte sonst was lieben und sich nicht be⸗ ständig üben, dieses Königs Freund zu seyn? Muß man gleich dabei was leiben, sich von allen Dingen scheiden, bringts ein Tag doch wieder ein. 6. Schenke, Herr, auf meine Bitte mir ein göttliches Ge⸗ müthe, einen koͤniglichen Geist, mich als dir verlobt zu tragen, allem freudig abzusagen, was nur Welt und irdisch heißt. 7. So will ich mich selbst nicht achten, sollte gleich der Leib verschmachten, bleib ich Jesu doch getreu. Sollt ich keinen Trost erblicken, will ich mich damit erquicken, daß ich meines Jesu sey. 8. Ohne Fühlen will ich trauen, bis die Zeit kommt, 236 ihn zu schauen, und vorbei die letzte Nacht, da mein Geist zum obern Leben aus der Tiefe darf entschweben und nach seinem Bild erwacht. Nach Christian Friedrich Richter, (aus Knapps Liederschatz), geb. 1676, + 1711. 25 Mel. Meinen Jesum laß ꝛc. 291. Seele, was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebensquelle zu, da kannst du sie reichlich ha⸗ ben. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, die das finstre Reich gebieret; laß nur den dein Labsal seyn, der zur Glaubensfreude füh⸗ Jesuslieder. ret. Suche Jesum und s Licht; alles Andre hilft nicht. 5. Geh einfältig stetz ah her, laß dir nichts das verrücken; Gott wird aushm i Liebesmeer dich, den Kransn wohl erquicken. Suche sum und sein Licht; all Andre hilft dir nicht. 6. Weißt du nicht, d diese Welt ein ganz amz Wesen heget, als dem Hutz sten wohlgefällt, und deinhh⸗ sprung dir vorleget? Suh Jesum und sein Licht; alh Andre hilft dir nicht. 7. Du bist ja ein Huh aus Gott und aus seinn Geist geboren; bleib nichtiz gen in dem Tod! bist du nih zum Reich erkoren? S Jesum und sein Lichtz all Andre hilft dir nicht. 8. Schwinge dich fein h im Geiste über alle Himmis höͤhen; laß, was dichzurh reißt, weit von dir entfemz stehen. Suche Jesum m sein Licht; alles Andre l dir nicht. 9. Nahe dich den lautn Strom, der vom Thren i Lammes fließet, und auf so keus kichen sill, d gelang hewil ungen Ind se hilft d Nel. 202 ein Se und in Hirten Stand und si e hilft h g stets eh 8 das 90 rd aus dx anz audn dem Hut nd deinthz seiun ib nichth ist du uih n? Such ucht; allal,; f. hirten stehn! Kein höhrer t. 3.= ich fein aj eHimml ich zurbih ir entfenn jesum m Andre il — em launin Thren N nd auf RN Jesuslieder. so keusch und fromm, sich in nichem Maß ergießet. Suche Ysum und sein Licht; alles Ndre hilft dir nicht. 10. Laß dir seine Majestät inmerdar vor Augen schwe⸗ hen; laß mit brünstigem Ge⸗ bet sich dein Herz zu ihm er⸗ eben. Suche Jesum und sein licht; alles Andre hilft dir licht. 11. Sey im Uebrigen ganz fill, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Lie⸗ hedwill stillen werde dein Ver⸗ Ulngen. Drum such Jesum nd sein Licht; alles Andre hlt dir nicht. b. 1684. 4 184. Rel. Mein Frennd zerschmelzt ꝛc. 202. Wie herrlich ists, ein Schäflein Christi werden, und in der Huld des treusten Etund ist auf der ganzen Er⸗ du, als unverrückt dem Hei⸗ land nachzugehen. Was alle Oelt nicht geben kann, das tifft ein solches Schaf bei sei⸗ um Hirten an. 2. Hier findet es die ange⸗ lehmsten Auen, hier wird ihm sits ein frischer Quell ent⸗ beckt; kein Auge kann die ENNNNNN 237 Gnade überschauen, die es all⸗ hier in reicher Menge schmeckt; hier wird ein Leben mitge⸗ theilt, das unaufhörlich ist und nie vorübereilt. 3. Wie läßt sichs da so froh und ruhig sterben, wenn hier das Schaf im Schoß des Hir⸗ ten liegt! Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben, sein treuer Hirt hat Höll und Tod besiegt. Büßt gleich der Leib die Regung ein, so wird die Seele doch kein Raub des Moders seyn. 4. Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, wenn gleich vor Zorn der ganze Ab⸗ grund schnaubt; es wird es ihm kein wilder Wolf entwen⸗ den, weil der allmächtig ist, an den es glaubt. Es kommt nicht um in Ewigkeit, und wird im Todesthal von Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute Tage sehen, der mache sich zu dieses Hirten Stab; hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen, da ihm die Welt vor⸗ hin nur Träber gab. Hier wird nichts Gutes je vermißt, dieweil der Hirt ein Herr der Schätze Gottes ist. 238 6. Doch dieß ist nur der Vorschmack größrer Freuden; es folget noch die lange Ewig⸗ keit; da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, wo der kristallne Strom das Was⸗ ser beut. Da siehet man erst klar und frei, wie schön und auserwählt ein Schäflein Jesu se Joh. Jak. Rambach, 9. geb. 1693, + 1735. Mel. Wie wohl ist mir ꝛe. 293.Ich will dich immer treuer lieben, mein Heiland, gib mir Kraft dazu. Die Welt hat mich lang umgetrieben; nun schenkst du mir die waͤhre Ruh: die Ruh, mit der nichts zu vergleichen, der alle Kö⸗ nigskronen weichen, die uns den Himmel offen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zerflöße vor deiner Liebe Wunder⸗ größe, die alles Wissen über⸗ steigt. 2. Wie freundlich hast du mich gezogen, wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich flohe dich und griff betrogen nachHerzeleid und Ungemach; du aber nahmst ohn mein Ver⸗ langen in deiner Liebe mich gefangen und wecktest meinen todten Sinn. Nimm, Seelen⸗ Jesuslieder. freund, für diese Treue mai ganzes Herz, das ich dir wehh⸗ entreiß mirs doch und nimm dir hin. 3. Ich hange nicht an di nen Gaben, dich, Jesu, sih ich ganz allein; soll ich nich zu genießen haben, ich ull auch so zufrieden seyn. Vn tausch den Trieb nach Süßfß keiten mit der Begierde, sil zu leiden, und mach in alln mich getreu. Nimm hin man Wollen, Denken, Richin mein eignes Laufen, Wirkhn Dichten, daß nichts denn z mehr übrig sey. 4. Mir ist am seligsten g⸗ rathen, wenn ich aus einn Wahl nichts thu; ein Nudm sinn auf große Thaten; mih Geist erblicket eine Ruh, u rin er leidend das vollfihn was von des Geistes Triehn rühret, und das heißt rechth Gott gethan. O mischit st doch in mein Lieben niht mehr von meinen eignen Th ben, so fing ich recht zu l ben an. 5. Getreuer Jesu, solli. hoffen, daß meine Liehe ttelt werd? Ach ja, dein Herze fih noch offen dem, welcher enß reue mah dir weihn nd nimm cht an di Fesu, ich nicht „ich uil yn. M. ich Süsiz ierde, fil in alln n hin mmi Richtnn 1„ Wirlin 8 denn zu ligsten g⸗ aus eihmn ein Anm iten; meh Ruh, w. pollfühnt es Trieba ißt rechtk ischr f ben nichi gnen Aiß cht zu l su, sollil iebe trem etze ftl cher enß Jesuslieder. sch Hülf begehrt. Ich flieh jum Reichthum deiner Güte, durchleucht mein finsteres Ge⸗ müthe, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn und haß und dämpf und tödte; so schau ich nach der Morgenröthe, wie hell die Sonne selber ist. J. Adam Flessa, geb. 1694, + 1776. Mel. Den die Hirten lobten ꝛc. 204. Jesu, deiner zu ge⸗ denken, kann dem Herzen Freude schenken; doch mit welchen Himmelstränken labt uns deine Gegenwart! 2. Lieblicher hat nichts ge⸗ llungen, holder ist noch nichts gesungen, sanfter nichts ins herz gedrungen, als: Mein Nsus, Gottes Sohn! 3. Tröstlich, wenn man nuig stehet, herzlich, wenn nan vor dir flehet, lieblich, wenn man zu dir gehet, un⸗ muosprechlich, wenn du da. 4. Du erquickst das Herz don innen, Lebensquell und lit der Sinnen! Freude muß bor dir zerrinnen; Niemand schnt sich gnug nuch dir. 5. Schweigt, ihr ungeüb⸗ fen Zungen! welches Lied hat in besungen? Niemand w kiß. 239 als ders errungen, was die Liebe Christi sey. 6. Mit Maria will ich fle⸗ hen; ich will früh zum Grabe gehen und ihm nach dem Her⸗ zen sehen mit den Augen des Gemüths. 7. Jesu, wunderbarer Kö⸗ nig, dem die Völker unterthä⸗ nigʒ alles ist vor dir zu wenig, du allein bist liebenswerth. 8. Wenn du uns trittst vors Gesichte, wird es in dem Herzen lichte, alles Eitle wird zunichte, und die Liebe glühet auf. 9. Milder Jesu, laß mirs glücken, laß mich deine Füll erquicken, laß mich dich im Geist erblicken, Herr, in deiner Glorie. 10. Wo ich lebe auf der Erde, such ich dich, o Hirt der Heerde, fröhlich, wenn ich fin⸗ den werde, selig, wenn ich dich erhalt. 11. König, würdig aller Kränze Quell der Klarheit ohne Grenze, komm der Seele näher, glänze, bleib du, längst Erwarteter! 12. Jesu, Glorie der Zei⸗ ten, gehst du? ich will dich be⸗ gleiten; bleibt mein Herz nur 240 dir zur Seiten, o so raubt dich Niemand mir. 13.Himmelsbürger, kommt gezogen, öffnet eurer Thore Bogen, ruft, von Freuden überwogen: Holder König, sey gegrüßt! 14. Brunnen der Barm⸗ herzigkeiten, Licht der unum⸗ schränkten Weiten, treibe weg die Dunkelheiten, gib uns deiner Klarheit Blick. 15. Dich erhöhn des Him⸗ mels Heere, dich besingen uns⸗ re Chöre; du bist unsre Macht und Ehre, du hast uns mit Gott versöhnt. 16. Jesus herrscht in gro⸗ ßem Frieden; er bewahrt sein Volk hienieden, daß es von ihm ungeschieden, fröhlich ihn erwarten kann. 17. Jesus ist zum Vater gangen, hat den vorgen Glanz empfangen; aber mei⸗ nes Geists Verlangen ist ihm dorthin nachgeeilt. 18. Jesus, den wir jetzt mit Loben und mit Psalmen hoch erhoben, Jesus hat aus Gnaden droben Friedensflär⸗ ten uns bestellt. Nik. Ludwig, Graf v. Zinzendorf. (nach Bernhard v. Clairvaux) geb. 1700, 7 1760. Jesuslieder. Mel. Jesu, meine Freude ꝛe 295. Jesus ist mein L⸗ ben, dem ich mich ergeben fis bis in den Tod; er ist mein Sonne, meine Freud un Wonne in der größten Noth. Leid ich gleich in seinem Reih so werd ich mit ihm regiem und dort triumphiren. 2. Die mit Jesu leiden werden mit ihm weiden i demSternenfeld; die mit sterben, werden mit ihm ⸗ ben, wo ihr Reich bestell Ihre Kron und Siegeblah sind, wo Gott die Engel l⸗ ben, sicher aufgehoben. 3. Die mit Thränen sihn wenn die Winde wehen, N der Feind erweckt, wadn dort mit Freuden ernten ui dem Leiden, wo kein dah mehr schreckt. Nach der M die sie allhie dulden, wid 6 Gott ergötzen mit des Hin mels Schätzen. 4. O ihr frommen Saln die ihr euch mit Quaͤlen hil get durch die Welt; diei a oͤfters weinet, wenn fein u 20 erscheinet, wenn euch gu evig befällt; denket doch beidishh Herze Joch an die Kron in zin Herz, rende zꝛ. mein L⸗ zeben fiß ist mein end m ten Noth em Reich regiern en. su leiden veiden i e mit yjt t ihm t bestall, Siegeblohh Engel l ben. inen sinn vehen, A „ werdal rnten nih ein Nih der Mih u, wirdf des Hil ien Seih lälen hiiz lt; die K kein Iu euch Kun bei diesa. n in jeun 206. D Jesuslieder. geben, die euch Gott wird uben. 5. Wenn die Sünden krän⸗ in, so laßt uns bedenken, daß nuch Gottes Rath Jesus Straf erduldet, und was wir herschuldet, ausgestanden hat. gumpfen wir mit ihm allhier, so wird er uns helfen kämpfen und die Sünde dämpfen. 6. Seyd getreu, ihr Her⸗ In, bei des Kreuzes Schmer⸗ zn bis an euer End! Jesus wird euch trösten, wenn er den Erlösten ihr Gefängniß wendt. Nach dem Nu folgt ine Ruh; Gott wird lassen nnch dem Weinen euch die Sonne scheinen. 7. Nun, Herr Jesu, stärke, die des Satans Werke und das Reich der Welt in sich lassen stören und sich zu dir kehren, sey ihr starker Held, sch ihr Schutz und starker Uutz, Trutz im Leben und in Sterben, bis sie alles (Aus Freylinghausens aben. Gesangbuch.) Nel. Was Gott thut ꝛc. 0. Dich Jesumlaß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dieß Herz, das redlich spricht: Nur 2⁴1 Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es seyn; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glau⸗ bensbund hat festen Grund: Die deiner sich nicht schämen, die kann dir Niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Er⸗ barmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbar⸗ keit will ich erfreut um deines Leidens willen die Pflicht der Treu crfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wann meine Fein⸗ de toben. Ich flieh zu dir; du eilst zu mir; wann mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet je⸗ des Gliedes Pflicht, mit sei⸗ nem Haupt zu leiden. Doch 41 2⁴² Gott der heilige Geist. all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, stal ich mit dem Gedanken: Mah Freund ist mein, und ich hin sein; er ist mein Schutz, mai Tröster, und ich bin sein g⸗ 1 Ehreufried Liebi löster. geb. 1114, f uW Gott der heilige Geist. Mel. Kommt her zu mir ꝛe. 7. Gott Vater, sende deinen Geist, den uns dein Sohn erbitten heißt, aus dei⸗ nes Himmels Höhen! Wir bitten, wie er uns gelehrt; laß uns doch ja nicht unerhört von deinem Throne gehen. 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd ist dieser edlen Gabe werth; bei uns ist kein Verdienen; hier gilt gar nichts als Lieb und Gnad, die Chri⸗ stus uns verdienet hat mit Büßen und Versühnen. 3. Es jammert deinen Va⸗ tersinn der große Jammer, da wir hin durch Adams Fall ge⸗ fallen; durch dieses Fallen ist die Macht des bösen Geistes leider! bracht auf ihn und auf uns allen. 4. Wir halten, Herr, an unserm Heil und sind gewiß, daß wir dein Theil in Chrip werden bleiben, die wir dun seinen Tod und Blut dedhin⸗ mels Erb und höchstes Iun zu haben treulich glaͤuben. 5. Und das ist auch eh Gnadenwerk und deines hil gen Geistes Stärk; in und i kein Vermögen. Wie hih würd unser Glaub und Nun Herr, wo du uns nicht siih dest bei, sich in die Ascheltgn 6. Dein Geist hält unseh Glaubens Licht, wenn al Welt darwider ficht m Sturm und vielen Wafsh und wenn auch gleich u Fürst der Welt selbst wiln uns sich legt ins Feld, so in er doch nichts schaffen. 7. Wo Gottes Gesstf da ist Sieg; wo dieser hif da wird der Krieg gewißlt wohl ablaufen. Was ista Satar Wenn die H bei He 8 Band nacht lem, w Ius d chreckt flüht llo ma 9. Areuze inster Shafe Schild heerd Fried 1 10. dom H illes, gebahn ind rich it nich lls wo 14. istet a herten auen; Nuth nen, w uuserm 12. Gott der heilige Geist. Satans Reich und Stand? Venn Gott, der Herr, erhebt die Hand, liegt alles schon hei Haufen. 2⁴3 zens Thor, wann sie sein Wort in unser Ohr als edlen Sa⸗ men streuen; er gibet Kraft demselben Wort, und wenn icht, fril en: Meih ud ich bin hutz, man sein E. 8. Er reißt der Höllen es fället, bringt ers fort und 1u fun dand entzwei; er tröst und lässets wohl gedeihen. in Chrisz nacht das Herze frei von al⸗ lem, was uns kränket. Wenn ins des Unglücks Wetter schrekt, so ist ers, der uns shützt und deckt viel besser, wir dunh als man denket. t desHin⸗ hstes Gu läuben. auch 60 eines hel in und if Wie bih und Tu licht sith schelegel ält unseh venn all ficht m Waffn gleich v lbst wid⸗ ld, so hn fen. Geist il ieser hif gewißlt as ist di EEEE 9. Er macht das bittre Hreuze süß, ist unser Licht in sinsterniß, führt uns als seine Schafe, hält über uns sein Schild und macht, daß seine heerd in tiefer Nacht mit hied und Ruhe schlafe. 10. Der Geist, den Gott dom Himmel gibt, der leitet llles, was ihn liebt, auf wohl⸗ shahnten Wegen. Er setzt und richtet unsern Fuß, daß ir nicht anders treten muß, as wo man findet Segen. 11. Er macht geschickt und tistet aus die Diener, die des herten Haus in diesem Leben hauen; er ziert ihr Herz, Ruth und Verstand, läßt ih⸗ un, was uns unbekannt, zu nserm Besten schauen. 2. Er öffnet unsers Her⸗ IIIIII 13. Er lehret uns die Furcht des Herrn, liebt Reinigkeit und wohnet gern in frommen, keuschen Seelen. Was niedrig ist, was Tugend ehrt, was Buße thut und sich bekehrt, das pflegt er zu erwählen. 14. Er ist und bleibet stets getreu und steht uns auch im Tode bei, wenn alle Ding ab⸗ stehen; er lindert unsre letzte Qual, läßt uns hindurch zum Himmelssaal getrost und fröhlich gehen. 15. O selig, wer in dieser Welt läßt diesem Gaste Haus und Zelt in seiner Seel auf⸗ schlagen. Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, den wird er dort zur ewgen Freud in Got⸗ tes Hütte tragen. 16. Nun, Herr und Vater aller Güt, hör unsern Wunsch, geuß ins Gemüth uns allen diese Gabe. Gib deinen Geist, der uns allhier regiere und dort für und für im ewgen Leben labe.. 1808, 4 1676. 16* 244 Gott der heilige Geist. Mel. Herr Jesu Christ, meins ꝛc. 2. Komm, erleuchte meit Fleis 298. Erneure mich, o Sinne; komm, durchstualh nichts ewges Licht, und laß von dei⸗ den Verstand, daß die Iu, 6. nem Angesicht mein Herz und sterniß zerrinne und nit dertte Seel mitdeinemSchein durch⸗ nehme überhand. Oeffne mi⸗ sch re leuchtet und erfüllet seyn. ner Seelen Augen, daß sin gesche 2. Ertödt in mir die schnöde erkennen taugen der Gehun ellegt Lust, feg aus den alten Sün⸗ niß tiefen Grund, die mi ur S denwust; ach, rüst mich aus lehret Christi Mund. hestre mit Kraft und Muth, zu strei⸗ Hin mi ten wider Fleisch und Blut. dmel reünn 6 1ni ind K 3. Schaff in mir, Herr, Brunst; wen nicht deiner 2 den neuen Geist, der dir mit de rühret, den bethörtt eit wude Lust Gehorsam leist und nichts Dunst. Komm, ach kmn nehr sonst, als was du willst, will. mein Herz entzünde, daß uf Ach Herr, mit ihm mein Herz nichts in mir empfinde 910 erfüll. ö un Der Liebe heiße Gluth. Aun 4. Auf dich laß meine Sin⸗ allein in Jesu ruht. srebe nen gehn, laß sie nach dem, 55.„Hotte was droben, stehn, bis ichdich 4.Le mich alles Cilt wed schau, o ewges Licht, von An⸗ sen, da die Welt Rnren c. gesicht zu Angesicht. liebt, und mit Liebezanth durch ZJoh. Friedr. Ruopp, + 1708. fassen, dem sich Seel undg folge ergibt, Jesum, den die kushi hert⸗ Mel. Jesu, der du meine Seele de. 9. Geist vom Vater und vom Sohne, gleicher Ma⸗ jestät und Kraft in dem höch⸗ sten Himmelsthrone, gieße neuen Lebenssaft in mein Herz, Seel und Gemüthe, daß der Reichthum deiner Güte und die Stärke deiner Hand an mir Schwachen werd er— kannt. Seelen sich für ihren Siis viel erwählen, daß ich dessen gen durch allein und zu eigen woͤzefth Giist 5. Ach, der Unflathnt dich Sünden ist dir mehr alln em bewußt. Du alllin, HH. kannst ergründen, wie Di geborne Lust, die von M ist ererbet, Leib und Sellis verderbet; drum so 90 Hm chte mein urchstrahl die Fis und nih deffne mit daß sie n r Och „die ui id. ne dich x Gotteslich deineHn höret eih ach komm de, daß il es Citlehj ich drin x Liebedamm eel undht udieush ihren S dessengn n möͤgest r. nehr albn illein, HH. wie die e von M d Selll m so sis Gott der heilige Geist. 247 sleisch und Blut, das sonst nicht als Böses thut. 6. Gib mir Kraft, zu wi⸗ derstehen, wenn die böse Lust sch regt. Laß es nimmermehr geschehen, daß ich werde gar ulegt; steh mir in dem Kampf Fzur Seiten, hilf mir ritterlich hetreiten diesen Feind, der in mir wohnt und mit Tod und Hölle lohnt. 7. Du bist heilig, laß mich werden rein und heilig immer nehr; tödt die Glieder, die muf Erden widerstreben deiner Ehr. Laß mich in dem neuen Leben wachsen und dahin be— stteben, daß die Seel mit Gottes Bild auf ein Neues werd erfüllt. 8. Endlich, wenn ich soll durchs Leiden meinem Heiland folgen nach, und zu meines herren Freuden gehen durch biel Ungemach: leite mich durch deine Güte, daß mein Geist, Seel und Gemüthe lobe dich in süßem Ton sammt dem Vater und dem Sohn. Gottfried Hoffmann, geb. 1669, 4 1728. Pel. Freu dich sehr, o ꝛc. 300. dler Geist im Himmelsthrone, Eines We⸗ 5 * sens, Einer Kraft mit Gott Vater und demSohne, schwa⸗ cher Seelen Lebenssaft: ach, ergieße deine Treu in mein Herz und mach es neu, daß Gott selbst mit seiner Gabe Lust, in mir zu wohnen, habe. 2. Du bist Gottes starker Finger, der der Sünden Macht zerbricht, Satans mächtiger Bezwinger, meiner Seelen helles Licht; kehrest du nur bei mir ein, ach, so wird mein Herze rein und auch schon auf dieser Erden eine Woh⸗ nung Gottes werden. 3. Geist der Weisheit, komm und leite mich zum rechten Weisheitsquell, geh und stehe mir zur Seite, mach mein finstres Herze hell; Himmels⸗ glanz es ganz durchleucht, daß es Gottes Sinn erreicht, bis ich nach den Trauerstunden jene Seligkeit gefunden. 4. Geist des Trostes, in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei; wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu; gib mir ein gelassen Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seelen bei dir finde und mich stets mit dir verbinde. 2⁴6 5. Geist des Raths, wie oft verschwindet Rath und That in Angst und Noth! Wenn mein Herz nicht Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod Herz und Augen niederdrückt, wenn ich traurig und gebückt und vor Jammer muß vergehen, ach, so bleib du bei mir stehen. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe suchet an dir seine Lust. Schmeckt mein Herz nur deine Güte, so verlachet meine Bruft, was die Welt für Lust Wort Gottes. erdenkt; Weltlust nur di Seele kränkt; rechte Freude muß den Frommen einzig vun Gott selber kommen. 7. Geist des Betens, lehn mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, un Gott zu treten, und gib, wen ich vor ihm steh, daß mii Bitten kräftig sey; steh mi stets mit Seufzen bei, sprih in mir in Gottes Namen nah dem Flehn ein kräftig Amn Johann Gottfried Hermann, geb. 1707, 4 1791. Wort Gottes. Psalm 12. Eigne Melodie. 301. Ach, Gott vom Him⸗ mel, sieh darein und laß dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr; der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Witz erfindet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet. Der wählet dieß, der ander das; sie trennen uns ohn all Maß und gleißen schön vn außen. 3. Gott woll ausrotten al Lahr, die falschen Schein u lehren; dazu ihr Zung si offenbar spricht: Trotz! un wills uns wehren? Wit si⸗ ben Recht und Macht allan was wir setzen, das gilt g mein; wer ist, der ung sh meistern? 4. Darum spricht Oalt Ich muß auf seyn; die Amt sind verstöret; ihr Seufst farkt dringt iht Kl sam V trof am un Mme 5. Feurf auter Wort gliiche will sehn, fannt 6. Hewal gen E dir b in une 05 H diese! Volk 305 gen z inser sen, f auf d eliso 2. der 5 du he nur di e Frende inzig von dens, Leh Vater in nich, n zib, wem daß mei steh mi bei, sprih amen naß ig Amgn ied Herman, + 170¹. 18 ohn all schön vn rotten dl. Schein u Zung fis Lrotz! vn Wit hy cht allen, 8 gilt g⸗ uns sol icht Gal die Arma r Seußh Wort Gottes. bringt zu mir herein; ich hab iht Klag erhöret. Mein heil⸗ sim Wort soll auf den Plan, getost und frisch sie greifen au und seyn die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs geur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll des⸗ glichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sehn, da wird sein Kraft er⸗ hannt und Schein, und leucht sark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, hewahren rein vor die sem ar⸗ gen G'schlechte, und laß uns dit befohlen seyn, daß sichs in uns nicht flechte! Der gott⸗ los Hauf sich umher findt, wo diese lose Leute sind in deinem Lolk erhaben. 48.145, 1 2646 Eigne Melodie. 302. Dieß sind die heil⸗ gen zehn Gebot, die uns gab unser Herre Gott durch Mo⸗ sen, seinen Diener treu, hoch auf dem Berg Sinai. Kyrie ekison! . Ich bin allein dein Gott, der Herr; kein Götter sollt du haben mehr; du sollt mir 247 ganz vertrauen dich, von Her⸗ zensgrund lieben mich. Ky⸗ rie eleison! 3. Du sollt nicht führen zu Unehrn den Namen Gottes, deines Herrn; du sollt nicht preisen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und thut. Kyrie eleison! 4. Du sollt heilgen den siebten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollt von deim Thun lassen ab, daß Gott sein Werk in dir hab. Kyrie eleison! 5. Du sollt ehrn und ge⸗ horsam seyn dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben han. Kyrie eleison! ö 6. Du sollt nicht tödten zorniglich, nicht hassen, noch selbst rächen dich; Geduld ha⸗ ben und sanften Muth, und auch dem Feind thun das Gut. Kyrie eleison! 7. Dein Eh sollt du be⸗ wahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein, und halten keusch das Leben dein, mit Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrie eleison! 8. Du sollt nicht stehlen 2⁴8 Geld noch Gut, nicht wuchern JemandsSchweiß und Blut; du sollt aufthun dein milde Hand den Armen in deinem Land. Kyrie eleison! 9. Du sollt kein falscher Zeuge seyn, nicht lügen auf den Nächsten dein; sein Un⸗ schuld sollt auch retten du und seine Schand decken zu. Ky⸗ rie eleison! 10. Du sollt deins Näch⸗ sten Weib und Haus begeh⸗— ren nicht, noch etwas draus; du sollt ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber thut. Kyrie eleison! 11. Die Gebot all uns ge⸗ ben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollt und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Kyrie eleison! 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mitt⸗ ler worden ist; es ist mit un⸗ serm Thun verlorn, verdienen doch eitel Zorn. Kyrie eleison! Dr. M. Luther, geb. 1483, 4 1546. Eigne Melodie. 303. O Herre Gott, dein göttlich Wort ist lang verdun⸗ kelt blieben, bis durch dein Wort Gottes. Gnad uns ist gesagt, woß Paulus hat geschrieben id andere Apostel mehr aus dein göttlichen Munde. Das dan⸗ ken dir mit Fleiß, daß wir e⸗ lebet hab'n die Stunde, 2. Daß es mit Macht un Tag ist bracht, wie kläͤrlichi vor Augen. Ach Gott, men Herr, erbarm dich der, A dich noch jetzt verläugnen, p achten sehr auf Menschenleh, darin sie doch verderha, Deins Worts Verstand nah ihn'n bekannt, daß sie nich ewig sterben. 3. Hilf, Herre Gott, i dieser Noth, daß sich die auh bekehren, die nichts betraghn, dein Wort verachtn/ und uß lens auch nicht lehren. e sprechen schlecht, es sey niß recht, und habens nie gi⸗ sen, auch nie gehoͤrt dad a Wort; ists nicht ein teufst Wesen? 4. Ich glaub gwiß gu daß es sey wahr, was Palsh uns thut schreiben. Eh m geschehn, daß alls vergeh d göttlich Wort soll bleibent Ewigkeit, wär es auch UWH. viel hart verstockten Hu. 2 sie de Schm 5. hin ich u Gi aus a nem 2 drum Verhe dich b Tod! 6. dest d sen, tteue Glaut bereit sie ni kehrn sie nicht um, wal wüg igt, wa eben md aus dein Das dan⸗ aß wir e⸗ nde, Macht in klärlichis jott, men der, N ignen, md uschenlh, verderha stand nuh 3 sie nich Gott, in ch die auh bettachn, „ und wah hren. E s sey nih 8 nie gil rt das ein teufis g wiß gu 3as Pala n. Ch mij vergeh di bleibent 3 auch l6 ten Hensch um, und Ms ö Knechte, daß durch sie würde Wort Gottes. se darum leiden gar große Schmerzen. 5. Gott ist mein Herr! so lin ich der, dem sterben kommt iu Gute. Dadurch uns hast sius aller Last erlöst mit dei⸗ gem Blute. Das dank ich dir, hrum wirst du mir nach dein'r Verheißung geben, was ich dich bitt; versag mirs nit im TLod und auch im Leben. 6. Herr, ich hoff je, du wer⸗ dest die in keiner Noth verlas⸗ sen, die dein Wort recht als eue Knecht im Herz und Hlauben fassen. Gibst ihn'n bereit die Seligkeit, und läßt sie nicht verderben. O Herr, durch dich, bitt ich, laß mich froͤhlich und willig sterben. Paul Speratus(2), geb. 1484, 4+ 1554. Nel. Es spricht der Unweisen ꝛc. 304. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. . Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine 2⁴9 wohlbekannt dein Will und deine Rechte; zum letzten ist dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil, Herr, sey gepreist; laß uns dabei verbleiben, und gib uns dei⸗ nen guten Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb anneh⸗ men jederzeit mit Sanftmuth, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spoͤtter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denu ihr Ge⸗ spött sammt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gib du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. ö 5. Oeffn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter seyn, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Wege wird der Same fort vom Tenfel hin⸗ genommen; in Fels und Stei⸗ 250 nen kann das Wort die Wur⸗ zel nicht bekommen; der Sa⸗ me, so in Dornen fällt, von Sorgund Wollust dieserWelt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich allhie dem guten Lande und seyn an guten Wer⸗ ken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gu⸗ tem Herzen. 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, den Weg der Sün⸗ der meiden; gib, daß wir hal⸗ ten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg seyn die Leuchte unsern Füßen; erhalt es bei uns klar und rein; hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten. O heilger Geist, Wort Gottes. dein göttlich Wort laß in un wirken fort und fort Glaib Lieb, Geduld und Hoffnun David Denicke, geb. 1603, 4 1955 Mel. O Herre Gott, dein 305. Herr Zebaoth, den heilges Wort, das du unoͤhi gegeben, daß wir darnach n allem Ort solln richten L und Leben, ist worden kun aus deinem Mund und i der Schrift beschrieben uin schlecht und recht, durch din Knecht, vom heilgen GOif getrieben. 2. Dieß Wort, das jehti Schriften steht, ist fest i unbeweglich; zwar Erd un Himmel untergeht, doch G⸗ tes Wort bleibt ewigz l Höll, kein Plag, noch jüngs⸗ Tag vermag es zu vernichnn drum denen soll seyn euß wohl, die sich darnach uiß richten. 3. Es ist vollkommen, H und klar, die Richtschnur uj ner Lehre; es zeigt uus uu ganz offenbar Gott, sein Dienst und Ehre, und u man soll hie leben wohl, R Hoffnung, Glauben ile. drum fort und fort wir wis Wort vonHerzen sollenles 4. in T Freul dem ißt HTost helan sterbe Himn u ere 5. heilge Kraft den st ins; wolle on laß in un rt Glauh, Hoffnun 1603, 4 100 t, dein ne. aoth, din unshif darnach a chten L rden kum d und in ieben rei, Hurch diin lgen Gif das jetztu t fest un r Erd m „doch Gat wig; ki h e vernichtmn, seyn eui rnach ng mmen, Hl tschnur n t uns auh ott, seing „ und wi wohl.Lih ben übeh t wir dist 5 + ollenlichs Wort Gottes. 4. Im Kreuz gibts Luft, in Traurigkeit zeigt es die sreudenquelle; den Sünder, dem die Sünd ist leid, ent⸗ nißt es aus der Hölle, gibt Trost an Hand und macht hekannt, wie man soll willig sterben, und wie zugleich das Himmelreich durch Christum zu ererben. 5. Nun, Herr, erhalt dein helges Wort, laß uns sein Kraft empfinden; den Fein⸗ den steur an allem Ort, zeuch ins zurück von Sünden, so wollen wir dir für und für von ganzem Herzen danken. herr, unser Hort, laß uns dein Wort fest halten und nicht wanken. Christiau Knorr von Rosenroth, geb. 1636, + 1689. Mel. Herzlich thut mich ꝛc. 306. Wohl dem, der Asum liebet und dessen Him⸗ melswort, der wird niemals hetrübet vons Teufels Hoͤllen⸗ mord. WoJesus sich befindet, da stehet alles wohl; wer sich auf Jesum gründet, der lebet lchensvoll. 2. Bist du vielleicht verir⸗ ut vom rechten Lebensport, hht dich die Welt verwirret: 251 komm, hier ist Gottes Wort; dieß wird dir klärlich weisen die rechte Tugendbahn, darauf du müssest reisen, wenn du willst himmelan. 3. Bist du vielleicht betrü⸗ bet, ja wirst du fort und fort in Kreuz und Noth geübet: komm, hier ist Gottes Wort; dieß wird dich schon erquicken, daß, wenn gleich Höll und Welt dich wollten unterdrü⸗ cken, du doch behältst das Feld. 4. Hast du dich lassen blen⸗ den, so daß bald hier, bald dort du tappest an den Wän⸗ den: komm, hier ist Gottes Wort; dieß machet, daß die Blinden sich zu dem rechten Steg hinwieder können fin⸗ den von ihrem Irreweg. 5. Wirst du gleich auch ge⸗ führet durch den stockfinstern Ort, da sonst der Tod regie⸗ ret: komm, hier ist Gottes Wort; dieß ist der Stab und Stecken, mit diesem kannst du dich vors Teufels List und Schrecken beschützen mächtig⸗ lich. 6. Hilf, Jesu, daß ich liebe dein seligmachend Wort, daß ich mich stets drin übe; hilf, liebster Seelenhort, daß ichs 25² in meinem Herzen bewahr durch deine Huld, damit in Kreuzes Schmerzen es Frucht trag in Geduld. Anna Sophia, Landgräfin v. Hessen, geb. 1638, + 1683. Mel. Zeuch meinen Geist ꝛc. 307. Sollt ich aus Furcht vor Menschenkindern des Gei⸗ stes Trieb in mir verhindern und nicht, bei so viel Heuchel⸗ schein, ein treuer Zeuge Got⸗ tes seynꝰ 2. Sollt ich des Höchsten Wort verschweigen, und nicht dem Hause Jakob zeigen, wie schändlich sichs vor Gott ver⸗ stellt, darum, weils Menschen nicht gefällt? 3. Sollt ich den falschen Christen heucheln und der gottlosen Rotte schmeicheln um eine Hand voll zeitlich Korn, und zu entgehn der Menschen Zorn? 4. Sollt ich die Bösen se⸗ lig preisen, die weder Licht noch Glauben weisen, um de⸗ ren Gunst und Liebeswind, die doch nur Feinde Gottes sind? 5. Wer sind sie denn, die mich verlassen und mich als ein Fegopfer hassen? Wer Wort Gottes. sind sie, die so zorniglich iht Herz verbittern wider michꝰ 6. Es sind nur Menschen, die mit Sünden und losen Stricken sich verbinden, ein Nichts, ein Gras, ein schnoͤdtz Heu, ein Dampf und leicht verwehte Spreu. 7. So hoch sie sind in ihrn Sinnen, so werden sie doh endlich innen, daß all ihr Thun zur Hölle fährt md nur auf kurze Zeit hie wäͤhn. 8. Wer bin ich denn, du sie verschmähen? Ists den auf mich nur angesehen? R Gott nicht, der mich rdn heißt, und treibt mich nitt sein werther Geist? 9. Wes ist das Amt, dai ich hier trage? Wer fordesh daß ichs ihnen sage? Istznith des großen Gottes Musd der thut durch mich sich ihm kund? 10. Ci, sollt mein Hat mich nicht auch schützen, wan sie mit Wüthen auf mi blitzen? Sollt dessen Hi in aller Pein mir nicht u süßes Labsal seyn? 11. Du kennst mich su Menschenhüter,daß mithni um die schnöden Güttt lich ihr r mich? lenschen, nd losen den, ein schnoͤdes d leicht⸗ d in ihrn sie doch all ihe ährt nd ie wähn. denn, den Ists demn ʒhen? R lich redn nich nicht Amt, da fordertz Ists nitt es Mund sihihn mein Gal itzen, wen auf mi essen Hib nicht e mich„ ßmitsnih Güter 6 Wort Gottes. thun, noch um die Gunst der Welt, die Manchen so gefan⸗ gen hält. 12. Die Liebe Christi, die mich dringet, die ists, die mich im Geiste zwinget, mit Ru⸗ fen, Locken, Bitten, Flehn der Menschen Seelen nachzugehn. 13. Darüber will ich gerne leiden, kein Kreuz noch Spott der Bösen meiden; sey du mir nur bei Hohn und Spott nicht schrecklich, du getreuer Gott! 14. Ich weiß, dein Wort wird endlich siegen, das finstre Reich muß unterliegen; den Sieg wird man in Kurzem sehn, sollts auch durch Mär⸗ trerblut geschehn. 15. Ach, stärke du mich doch, mein Retter, damit auch unter Sturm und Wetter mein Zeugniß fest und freudig sey. Es ist gewagt! Gott steh ů Joh. Jos. Winckler, mir bei. geb. 1670, 4+ 1722. Mel. O Durchbrecher aller ꝛe. 308. Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichthum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, ———— 253 worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich möͤg in dei⸗ nem Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich eifrig seyn beflissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria that. Nik. Ludw., Graf v. Zinzendorf. geb. 1700, 4+ 1760. Mel. Ach Gott und Herr ꝛe. 309. Gott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräf⸗ te schmecken zlaß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wo⸗ fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist 254 diese Zeit von dir mir über⸗ geben. 5. Des Ewgen Rath, die Missethat der Sünder zu ver⸗ sühnen, den kennt ich nicht, wär mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sün⸗ den nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dieß Wort; denn du hasts uns gegeben. Es sey mein Theil, es sey mir Heil und Kraft zum ewgen Leben! Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, + 1769. Mel. Ich armer Mensch ꝛe. 310. Dein Wort, o Höch⸗ ster, ist vollkommen; es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! Wort Gottes. 2. Es leuchtet uns auf un⸗ sern Wegen, zerstreut des Jn⸗ thums Finsterniß, verkündigt Gnade, Heil und Segen und machet unser Herz gewiß. Ez lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefal⸗ lig ist. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben, lehrt, wie vil Guts du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liehst Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Herr, deine Trostungen sind besser, als alles Silba, Gold und Geld, ein Schatz weit köstlicher und größer, al alle Schätze dieser Welt. Wen das thut, was dein Wort g⸗ beut, dem ist dein Segen stetz bereit. 5. Drum laß auch mith mit Lust betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehtt Laß mich darauf gehorsan achten, was dein Befehl von mir begehrt: so fließen Trof und Seelenruh auch mir auß deinem Worte zu. J. A. Cramer, geb. 1723, + 1788,(nach dem hayt. Gesangbuch von 181ʃ. —— auf un⸗ des Irt⸗ rkündigt gen und wiß. C was du oyhlgefil⸗ nuntett, wie viel die dein ben, und 8 liebst. n Mund ig waht östungen Silbet, Schatz ößer, als elt. Wer Wort g⸗ gen stet ich mich vas mich r, lehtt. ehorsam fehl von en Tost mir aus er, ch dem bahr. 181¹½ Nel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 3II. Herr, mein Licht, er⸗ luchte mich, daß ich dich und nich erkenne; daß ich voll Ver⸗ tauen dich meinen Gott und Vater nenne. Wahrheit lehrt din Wort auf Erden; laß nich dadurch weise werden. 2. Lautre Wahrheit ist dein Vort; lehre mich es recht ver⸗ stehen; hilf du selbst mir, im⸗ nerfort deutlicher es einzu⸗ schen, was zu meinem Heil nich führet, was zu meiden nir gebühret. 3. Aber laß mich nicht al⸗ lin richtig seinen Sinn ver⸗ siehen laß mich auch beflissen schn, den erkannten Weg zu gehen; sonst würd ich bei al⸗ lem Wissen seinen Trost ent⸗ behren müssen. 4. Folg ich seinem Unter⸗ licht, so werd ichs an mir er⸗ fihren, was es denen fest ver⸗ hricht, die es hören und be— Kirche und Reich Gottes. 255 wahren; mir auch wird es dann im Leiden eine Quelle wahrer Freuden. 5. Laß mich hier schon in der Zeit dein Erkenntniß stets vermehren. Find ich manche Dunkelheit bei des Glaubens hohen Lehren: laß mich Zwei⸗ felsucht entfernen und in De⸗ muth glauben lernen. 6. Immer lenke meinen Sinn von dem Wechselglück der Erde auf den ewigen Ge⸗ winn, daß ich frei und selig werde. Was sind Güter die⸗ ser Zeiten gegen jeue Herr⸗ lichkeiten? 7. Gib mir täglich neue Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir ge⸗ wissenhaft als dein treues Kind zu wandeln, so wird einst in jenem Leben mich ein hell⸗ res Licht umgeben. Nach Heinrich Corn. Hecker, geb. 1699. + 1743, von Johann Sam. Diterich, zeb. 1721, + 1797. Nel. Wo Gott, der Herr, nicht ꝛc. War Gott nicht nit uns diese Zeit, so soll Is⸗ nel sagen, wär Gott nicht mit uus diese Zeit, wir hätten NNNRR Kirche und Reich Gottes. mußt verzagen, die so ein ar⸗ mes Häuflein sind, veracht von so viel Menschenkind, die an uns setzen alle. 2. Auf uns ist so zornig 256 ihr Sinn, wo Gott hätt das zugeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn als die ein Fluth ersäuft, und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen; wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unser Seel ent⸗ gangen; Strick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gotts Himmels und Erden. Dr. M. Luther, geb. 1483, + 1546. Eigne Melodie. 313. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Je⸗ sum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott, heilger Geist, du Troöͤster werth, gib deim Volk ein'rlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Noth, Kirche und Reich Gottes. gleit uns ins Leben aus den Dr. M. Tod. geb. 1483, 18 Mel. Erhalt uns, Herr n. 314. Ac bleib beun Herr Jesu Christ, weil en m Abend worden ist; dein git lichs Wort, das helle Ah. laß ja bei uns auslöschen nith 2. In dieser schwern, h trübten Zeit verleih uns/ Hen Beständigkeit, daß wir din Wort und Sacrament ni b'halten bis an unser End, 3. Du aber selbst du Kirch erhalt, wir sind son sicher, faul und kalt; gib El und Heil zu deinem Woh schaff, daß es schall an mn chem Ort. 4. Erhalt uns nur biid nem Wort und wehr des du fels Trug und Mord. deiner Kirchen Gnad m Huld, Fried, Einigkeit, Mi und Geduld. 5. Ach Gott, es geht ni übel zu; auf dieser Eid keine Ruh; viel Secten u groß Schwärmerei auf ein Haufen kommt herbei. 6. Den frechen Gaftt wehre doch, die sich Gwalt erheben hoch, wir ni 9. deimL fahrer dem deiner 31⁵ und tes w in sei erwäl wie h lassen mich Mein 2. dersp dem geben Taau aus den M. 1485 18 Herr u. bei uh heil e m dein gith elle Lh schen nich wer u/ he uns, Hen wir den ment uin ser End. selbst du sind sun gib Gt em Woh lan man⸗ nur beidi r des du⸗ dord. O Fnad m keit, M es geht gu ser Eidi Secten m i auf ein rbei. n Geiftt sich u hoch, m Kirche und Reich Gottes. bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Lehr und Ehr, Herr Asu Christ, nicht unser, son⸗ dern ja dein ist; darum so seh du denen bei, die bei deim Vort sich finden frei. 8. Dein Wort ist unsers herzens Trutz und deiner Kirchen starker Schutz; dabei halt uns, lieber Herr, daß wirnichts Bessers suchen mehr. 9. Gib, daß wir leben in deim Wort und darauf muthig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Nik. Selnecker, geb. 1532, + 1592. Eigne Melodie. 31⁵ Zion klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Got⸗ tes werthe Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er ihm erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich ver⸗ lassen in der Noth, und läßt mich mit Jammer pressen! Meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand in dem Leid, der läßt sich ver⸗ gebens suchen jetzt in meiner Vaurigkeit. Ach, will er denn FF 257 für und für grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht, wie vorhin, erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein; wo mag eine Mutter seyn, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ih⸗ rer Sorge lassen? 4. Ja, wenn man auch sollte finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe könnt verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin; meine Treu bleibt gegen dir, Zion, o du meine Zier! mein Herz hast du mir besessen; deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Sa⸗ tan blenden, der sonst nichts als schrecken kann; schau doch, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie kann es denn anders seyn? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern will ich bauen und dich fort und fort an⸗ schauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen; du liegst mir in 17 258 meinem Schoß, wie die Kind⸗ lein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich soll keine Zeit, keine Noth, Gefahr noch Streit, ja die Hölle selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann, geb. 1585, + 1647.• Mel. Kommt her zu mir ꝛc. 316. Verzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde willens seyn, dich gänz⸗ lich zu zerstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten; er wird durch seinen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort, und was dem thut anhangen, end⸗ lich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns, und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen. Jak. Fabricius, geb. 1593, + 1654. (Gustav Adolphs Schlachtgesang bei Lützen.) Kirche und Reich Gottes. Mel. Herzliebster Jesu ꝛr. 317. Coriste, du Beistand deiner Kreuzgemeine, eile i. 2 Hülf und Rettung uns a⸗ scheine; steure den Feindez ihre Blutgerichte mache nichte. 2. Streite doch selber ff uns arme Kinder; wehre dun Teufel, seine Macht verhin derz alles, was kämpfetwin deine Glieder, stürze du⸗ nieder. 3. Friede bei Kirch un Schulen uns beschere; Fund zugleich der Obrigkeit g⸗ währe; Friede dem Henn Friede dem Gewissen gih genießen. 4. Also wird zeitlich den Güt erhoben; also wird eui und ohne Ende loben dich du Wächter deiner amm Heerde, Himmel und Eid Matthä. Apelles von Lowensn geb. 1594, 4+ 1668. Mel. Zion klagt mit Angst 318. Zion, gib dih n zufrieden, Gottist noch bii darin; du bist nicht von 1h geschieden, er hat einen 5. tersinn. Wenn er stuuft liebt er auch, dieß ist uig diel liebter Brauch: Zion, In —— Jesu ꝛ. Beistand e, eile, mi uns 42 Feinder mache u selber fu wehre den ht verhiz wpfet wihn ürze d Kirch u ere; Ftid rigkeit g⸗ m Henan ssen gih n eitlich din wird euj ben dich! ner armn und Erd. von Löwensim „ 1 1668. nit Angst v noch beih cht von ih t einen W er straff. ist seiug Zion, Iu Kirche und Reich Gottes. dieß bedenken; warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Mee⸗ tebwellen in der wilden, tiefen See, wollen sie dich gar zer⸗ schellen, mußt du rufen: Ach und Weh! schweigt dein Hei⸗ land still dazu, gleich als schla⸗ fend in der Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen; dieseFluth wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt des⸗ gleichen möchte gar auch un⸗ tergehn; dennoch hat es keine Noth in dem Leben und im Lbd: Zion, du kannst doch nicht wanken aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Vränen oft dein Trank und Speise seyn; stimmt dein Seufzen und dein Stöhnen auch in deine Lieder ein; kränkt der Neid dir Herz und Muth, kommst du hier um Hab und ib dich mu Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen; du kannst deinem Hott vertrauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit bil Qual und Herzeleid, den⸗ noch wirst du nicht zu Schan⸗ 259 den, denk nur an die Ewig⸗ keit; sey getrost und wohlge⸗ muth; denn der Herr ists, der es thut: Zion, Gott wird dich schon stärken; dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Haͤnde, der macht dich von allem frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freudenkron: Zion, Gott, dein Schutz, wird wachen und die Welt zu Schanden machen. 7. Halleluja! deine Wonne bricht anjetzt mit Macht her⸗ für; denn die schöne Gnaden⸗ sonne, Jesus Christus, naht zu dir, gibt dir einen Freuden⸗ gruß und den rechten Frie⸗ denskuß: Zion, wo ist nun dein Klagen? jetzt kannst du von Freuden sagen. 8. Freuet euch, ihr Him⸗ melserben, freuet euch mit Zion hier! Die vor Jammer wollten sterben, sollen leben für und für. Dort ist nicht mehr Angst und Qual in dem schönen Himmelssaal: Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freu⸗ den? Joachim Pauli, um 1660. 17.2 260 Mel. Mein Herzens-Jesu ꝛe. 319. O Vater der Barm⸗ herzigkeit, der du dir deine Heerden gesammelt zur Apo⸗ stelzeit und herrlich lassen werden, du hast durch deines Geistes Kraft die große Schaar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. 2. Aus ihrer Mannigfal⸗ tigkeit des Streits und vieler Sprachen, dadurch sie in der Welt zerstreut sich von einan⸗ der brachen, hat sie dein guter Geist geführt und sie mit Herrlichkeit geziert in Einig⸗ keit des Glaubens. 3. Ach, sey doch auch zu dieser Zeit uns, Vater, wie⸗ der gnädig, und mach uns von dem Zank und Streit hiuwie⸗ der frei und ledig. Gib, daß dein Häuflein für und für in Einem Geiste diene dir, in deiner Liebe lebe. 4. Ach, sieh doch, wie des Satans List sie jämmerlich zertrennet, wie man im Streit der Lieb vergißt, im Unver⸗ stande brennet, wie alles in Verwirrung geht, da Eins das Andre nicht versteht und sich um nichts entzweiet. 5. Ach, Herr, hilf solchem Kirche und Reich Gottes. Uebel ab, versammle deine Heerde, daß unter deineh Wortes Stab sie wieder einij werde, und das Band der Vollkommenheit, die Lieb, uns aus allem Streit in de⸗ nem Geiste bringe. ö 6. Wie lieblich ists, wem Brüder sich in rechter Tun verbinden, im Haus des Hern einmüthiglich sich stets zusan menfinden, wenn sie im Gut zusammenstehn, zu Gott u einem Sinne gehn und halun an mit Beten. 7. Gleichwie der edle A sam dort von Aarons Haun quillet, der ringsumher du ganzen Ort mit Wohlgenh erfüllet, und wie vom hu⸗ mon fallt der Thau ringonm auf Zions Berg und Au ud alles Land erquicket: 8. Also fleußt Gottes Hiß und Gnad von Christo zu m nieder auf die, so er erwihlt hat, auf alle seine Gliͤdn Das ist die Frucht der Ciußz keit: Heil, Segen, Leben al Zeit und alle Himmelogüit. Heinr. Georg Neuß, geb. 1654, M Eigne Melodie. 320. Fahre fort, fihn fort, Zion, fahre fortimbil 7 le deine deines der einij and det ie Liebe it in dei⸗ ts, wem ter Tun des Hein ts zusan⸗ im Geif Gott iu nd haltn edle BE 18 Haht mher dan ohlgemth vom Her 1 ringsun d Au ud. : otted Heis sto zu u erwͤhlt e Gliede der Ciniy Leben ale melsgitt. b. 1654, U die. fort, fihh etimeihh mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe durch die enge Pfort! sahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, gion, leide ohne Scheu Trüb⸗ fal, Angst mit Spott und Hohne, sey bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebens⸗ krone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich: leide dich, lide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, nimm nicht an das Bild des Drachen, Zion, wenn sie dir hiel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, beides das, was krumm und schlecht, prüfe lecht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott, stärke dich mit Geist und Le⸗ ben; sey nicht wie die Andern uodt, sey du gleich den grünen Kirche und Reich Gottes. 261 Reben; Zion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein, drin⸗ ge ein! 6. Brich herfür, brich her⸗ für, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet; zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Thür brich her⸗ für, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden; auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was dahinten: Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte Joh. Euseb. Schmidt, aus! geb. 1669, + 1745. Mel. Jesu, hilf siegen ꝛe. 321. Großer Immanuel, schaue von oben auf dein er⸗ löstes, erkauftes Geschlecht; siehe doch, wie die Tyrannen noch toben, wie sie verkehren die Wahrheit und Recht! Lü⸗ gen und Irrthum muß gel⸗ ten auf Erden; Unschuld und Wahrheit muß Ketzerei wer⸗ den. 2. Seelen, die sonsten sehr eifrig gerungen, werden jetzt müde und schlafen fast ein. 26² Scheints doch, als wenn sie der Arge bezwungen, nicht mehr so eifrig im Kampfe zu seyn. Alles wird irre, weil Argwohn regieret und auch einfältige Herzen verführet. 3. Schmerzlich erfährt man, wie Kinder sich trennen, wel⸗ che die himmlische Mutter ge⸗ biert; wie auch die Brüder einander nicht kennen, herz⸗ liche Freundschaft sich täglich verliert, Viele sich scheiden und Viele sich spalten, weil man die Liebe so lässet er⸗ kalten. 4. Lange, ach lange schon seufzen die Deinen, daß man uns Freiheit und Freudigkeit kränkt, mit dir, o Heiland, es treulich zu meinen, recht zu gebrauchen, was du uns ge⸗ schenkt. Wolln wir dir dienen in heiliger Stille, sagt man, es sey das nur eigener Wille. 5. Weil denn die Armen so seufzen und stöhnen, komm doch, o Jesu, und mache dich auf; rett uns von Allen, die trotzig uns höhnen und uns aufhalten in unserem Lauf; kräftig und freudig die Wahr⸗ heit zu lehren, wollest du schenken, dem Vater zu Ehren. Kirche und Reich Gottes. 6. Willige Opfer wird alb⸗ dann dir bringen nach dem Triumphe die heilige Schaar; liebliche Lieder da werden er— klingen, wenn nun beginnet das selige Jahr, welches zu Zions Errettung erscheint und uns zur völligen Freude xů Christian Andr.! vereinet. 1635. 0 Mel. Wie groß ist des ꝛc. 322. Ich cobe vich un ganzer Seelen, daß du auf diesem Erdenkreis dir wolla eine Kirch erwählen, o Got, zu deines Namens Preis, dar⸗ innen sich viel Menschen fi⸗ den zu einer heiligen Gemein auf daß von allen ihren Sin⸗ den sie Christi Blut um wasche rein. 2. Du rufest auch noch haut zu Tage, daß Jedermann er⸗ scheinen soll; man höret in⸗ mer deine Klage, daß niht dein Haus will werden voll deswegen schickst du auf 0 Straßen, zu laden Alle, di man findt, und willst auch di berufen lassen, die blind und lahm und Krüppel sind. 3. Du hast dir, Gott, ab vielen Zungen der Vöͤlker ein Kirch erbaut, darinnen din Lob u nem hast il zu ihr 0 fü Leben e gl 4. Andr Grun uns a weil sich r an Chri die decke Soh vird alo⸗ ach den Schaar; rden er⸗ beginnet lches zu rscheinet Freude r. Bernstei 99. des ꝛe. dich hon du auf r wollen o Gott eid, du⸗ chen fin⸗ Gemein, en Sün⸗ lut mn noch hent nann er⸗ öͤret in⸗ aß niht den voll, auf di Alle, de t auch di lind und ind. ott, aul Ulker eine nen dein Kirche und Reich Gottes. Lob wird besungen, die dei⸗ nem Worte glänbig traut; du hast ihr Christum ja gegeben u ihrem königlichen Haupt: uu führ es nun zum rechten Leben, was deine heilge Kir⸗ he glaubt. 4. Wir wollen auf nichts Andres gründen, als auf den Grund, den du gelegt; hilf uns aus Gnaden überwinden, weil stets auch noch der Feind sih regt; und wo noch Run⸗ Aln sind und Flecken, die Christi Braut sich angehängt, die wollst du mit der Liebe decken, mit der du uns den Sohn geschenkt. 5. Erhalt uns, Herr, im wahren Glauben und from⸗ men Leben bis ans End; ach, laß uns ja den Schatz nicht tauben: dein heilig Wort und Saerament. Erfüll die Her⸗ zen deiner Christen mit Gei⸗ stessegen, Fried und Freud, daß sie in Lieb und Treu sich rüsten zur ungefärbten Einig⸗ keit Fr. Conr. Hiller, geb. 1662, + 17²6. Mel. Mein Herzens-Jesu ꝛc. 323. Ich glaube, daß die Heiligen im Geist Gemein⸗ schaft haben, weil sie in Einer RRRR 2 263 Gnade stehn und Eines Gei⸗ stes Gaben. So Viele Chri⸗ stus machet rein, die haben all sein Gut gemein und alle Himmelsschätze. 2. Zwar nicht das gleiche Schicksal fällt hienieden jedem Gliede; es dauern noch in dieser Welt die äußern Unter⸗ schiede: dem Einen fällt ein armes Loos, der Andre ist ge⸗ ehrt und groß; das will ein Christ nicht ändern. 3. Doch in der neuen Erea⸗ tur ist Keiner klein, noch grö⸗ ßer: wir haben Einen Chri⸗ stus nur, den einigen Erlöser, das Licht, das Heil, den Mor⸗ genstern; Wort, Tauf und Nachtmahl unsers Herrn ist Allen gleich geschenket. 4. Da ist kein Knecht, noch Freier mehr; da sind sie alle Kinder; der Reichthum macht hier keine Ehr, die Armuth keinen Sünder. Gott sieht hier nicht Personen an, indem der Reiche arm seyn kann, der Arme reich an Gnaden. 5. Die Sonne der Gerech⸗ tigkeit will Allen Gnade ge⸗ ben; der Geist gibt Allen alle⸗ zeit als Gottes Odem Leben, weil uns der Vater alle liebt, 26⁴ so wie der Himmel uns um⸗ gibtʒ wir haben gleiche Güter. 6. Ein Himmel, Eine Se⸗ ligkeit, Ein Vorbild und Ein Hoffen, Ein Recht, Ein Va⸗ terherz im Leid, Ein Segen steht uns offen. Uns führt Ein Weg dem Himmel zu, wir hoffen alle Eine Ruh, al⸗ lein durch Einen Glauben. 7. Wir leiden mit, wir zie⸗ hen an ein herzliches Erbar⸗ men; und wenn das Herz nichts weiter kann, so seufzt es für die Armen. Denn solch ein Glied, dem durch sein Herz nicht geht der andern Glieder Schmerz, das hat ge— wiß kein Leben. 8. So trägt ein Glied des andern Last um seines Haup⸗ tes willen; wer seiner Brüder Lasten faßt, lernt das Gesetz erfüllen, woChristus uns zum Vorbild geht; dieß königlich Gebot besteht in Einem Wört⸗ lein: Liebe! 9. Wie ist der Heilige so groß, der mir hier vorgegan⸗ gen, mit dem ich als ein Kreuz⸗ genoß Gemeinschaft soll er— langen! Bedenk, mein Herze, wer es ist! es ist der Heiland, Kirche und Reich Gottes. Jesus Christ, der Sohn d Allerhöchsten. 10. Ich will mich der Ge— meinschaft nicht der Heiligen entziehen; wenn meine Bri⸗ der Noth anficht, so willichst nicht fliehen. Hab ich Gemein⸗ schaft an dem Leid, so laß mih an der Herrlichkeit auch eins Gemeinschaft haben! Phil. Fr. Hiller, geb. 1699, 4 1780 Mel. Mein Jesu, dem die Sern⸗ phinen ꝛc. 324. Dein Wort, o Hem, bringt uns zusammen, doß wir in der Gemeinschaftstehn es läßt an uns die süßen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn; wir werden i durch das Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft jenn Schaaͤr, die um das Lanm beständig war, gelockt md kräftig eingeladen. 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, die unter Cinm Haupte stehn, die hat der Herr sich auserkoren, die lißt er Wunderliebe sehn. G⸗ meinschaft mit dem Vater hi⸗ ben und mit dem Sohn in heilgen Geist, das ist, wal ihre Seele speist; nur du kann sie vollkommen laben. ohn dis der Ge⸗ Heiligen ne Bri⸗ illichse Gemein⸗ laß wic luch eins 1699, + 150 die Sern⸗ „oHem, nen, daß iftstehn; ie süßen hens und werden Gnaden aft jner 3 Lamm ockt „die von er Cinen hat der „dié lift jn. Ge Vater hi⸗ Sohn in ist, wo nur di laben. Kirche und Reich Gottes. 3. Der Glaubensgrund, uuf dem wir stehen, ist Chri⸗ sus und sein theures Blut; das einge Ziel, darauf wir schen, ist Christus, unser höch⸗ sub Gut; sein Wort die Re⸗ l, die wir kennen, sein Geist dab Band, das uns um⸗ shlingt; die Seelen all, die r durchdringt, sind, was wir selge Kirche nennen. 4. Was ist das für ein simmlisch Leben, mit Vater, Sohn und heilgem Geist in fliger Gemeinschaft schwe— hen, genießen das, was Gott geneußt! Wie flammen da die sißen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus; hie wohnet Hott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und herzt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Ge⸗ uchtigkeit; der heilge Geist nitt mit dem Oele des Frie⸗ dens und der Freude zu; dann shmeckt das Herz die Gottes⸗ guh; die Kraft durchdringet eib und Seele. 6. Die Eines Herren Leib gessen, die stehen auch für I 265 Einen Mann: macht sich der Feind an eins vermessen, so⸗ bald greift er sie alle an; sie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft; sie wollen von der Brüderschaft der Heilgen nicht das Kleinste missen. 7. Sie wallen mit verbund⸗ nen Herzen durchs Thränen⸗ thal ins Vaterland, versüßen sich die bittern Schmerzen; eins reicht dem andern seine Hand, und wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß, bis zu dem völligen Genuß des gro⸗ ßen Guts: ich, ich in ihnen! Aus Bunsens G. B. 32⁵. Wenn Christus seine Kirche schützt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Machrt, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schützet seinen Ruhm und hält das Christenthum; mag doch die Hölle wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gesalb⸗ ten, seinen Sohn, den wollen 266 Kirche und Reich Gottes. sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts, des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Un⸗ christ mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Ge⸗ lobt sey Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod; was will uns denn erschrecken? Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, + 1769. Mel. Es ist das Heil ꝛc. 326. Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Trotze wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; va⸗ geblich wird sich wider dih die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht vun dieser Welt, kein Werk vn Menschenkindern; drumkomn auch keine Macht der Wel Herr, seinen Fortgang hin⸗ dern. Dein Erbe bleibt di immerdar und wird seht durch der Feinde Schaar z deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Hen⸗ schaft noch auf Erden weithn⸗ breiten, und unter deinen sanften Joch zum Heil N Völker leiten! Vom Aufzam bis zum Niedergang bringalt Welt dir Preis und Dankn glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, d dich schmähn, die frevelndssh empören, laß deiner Gnnd Wunder sehn, daß sie sichnog bekehren! Lehr sie mit un gen Himmel schaun und un erschüttert im Vertraun as deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubghh wollest du fest in der Wah⸗ heit gründen, daß wir fürm⸗ sre Seelen Ruh in dalh Gnade finden. Mach unsth Glaubens uns gewiß; W Irtthi hwah 6. uf el msern Wekd Hesetz Hest zt bor d Mensc 7. tn di Fromi sen T wieder den w ins ve dein K Balt — 32⁷ Heil d sem Gotte Richt list de die du lichkei samm 2. Cigen heit Coan lich; vr ider dih rüsten. nicht von Verk vun umkomt der Weh jang hi⸗ bleibt d ird sehs Schaar z nehren. eine Hiu⸗ u weitye⸗ 1 deinen Heil N Aufgan bringall Dankmd amen! heinde, N evelnd sih ler Gunde ie sichuh emit m nund m⸗ traun a ten. Gläͤubga, er Waht vir fürm⸗ in dein ach unsel wiß; M Kirche und Reich Gottes. Irrthum und vor Finsterniß hewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns uf ebner Bahn und heilge msern Willen, so wird dein Wulk dir unterthan, gern dein Hesetz erfüllen, bis du erschei⸗ nst zum Gericht und dann bor deinem Angesicht die Maschenkinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwar⸗ un dich, Herr, alle deine rommen, und freun des gro⸗ ßen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann wer⸗ den wir, o Gottessohn, den ins verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich, ererben. Balthas. Münter, geb. 1735, + 1793. Mel. Mein Herzens⸗Jesu ꝛc. 2. O Jesu, Licht und heil der Welt, der du in die⸗ sem Leben dein Wort, das Gottes Rath enthält, zur Richtschnur uns gegeben, du list de Herr der Christenheit, die du voll Huld und Freund⸗ lhkeit dir aus den Menschen ammelst. 2. Du willst sie als dein lizenthum zur wahren Weis⸗ heit leten, und durch dein Gyangelium zur Seligkeit be⸗ 7 267 reiten. Du, Herr, bist groß von Rath und That, und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost und Heil; so viel nur an dich glauben, die haben an dem Segen Theil, den uns kein Feind kann rauben. Zu⸗ friedenheit und Himmelsruh fließt allen schon auf Erden zu; dein ist des Guten Fülle. 4. Mag auch der Spötter immerhin auf deinen Ruf nicht hören, und mancher in verkehrtem Sinn sich wider dich empören; es fällt doch deine Kirche nie; du hältst, und du beschützest sie durch deines Geistes Weisheit. 5. Dein ist das Reich und dein die Kraft; wer sollte dir nicht trauen? auf dich, der alles kann und schafft, nicht seine Hoffuung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; hilf, daß wir stets mit frohem Muth dich vor der Welt be⸗ kennen. 6. Zwar kämpfen wir noch manchen Streit auch mit uns selbst auf Erden; doch werden zur Vollkommenheit auch wir erhoben werden. Dann endet 268 sich der Deinen Müh; dann krönest und belohnst du sie mit Preis und ewger Freude. 7. Dann sehn wir dich in Majestät, und uns gleich dei⸗ nen Engeln zu nie empfund⸗ Missionslieder. nem Glück erhöht, befreit vn allen Mängeln. Dann puh sen wir frohlockend dich, d deine Macht und Gnade sih so hoch an uns verherrlicht Joh. Sam. Dilerih, geb. 1721, + u. Miufnigoen dal int due z. Eigne Melodie. 328. Es woll uns Gott genädig seyn und seinen Se⸗ gen geben; sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk, und was ihm liebt auf Erden, und Je⸗ sus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht wal⸗ ten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk er⸗ halten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und bessert sich, din Wort ist wohl gerathen. In segen Vater und der Sohn uns segen Gott der helh Geist, dem alle Welt die En thu, vor ihm sich fürchtealln⸗ meist. Nun sprecht von hu⸗ zen: Amen! 644. 1685.4 68 Mel. Herr Jesu Christ, meinb n 329. O Jesu Chist wahres Licht, erleuchte, d. dich kennen nicht, und brinz sie zu deiner Heerd, daß ihn Seel auch selig werd. 2. Erfüll mit deinein On denschein, die in Irrthumin⸗ führet seyn, auch die, so hin lich fichtet an in ihrem GSin ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst xn laufen hat von dir, das sih du mit Gnad, und sein n⸗ wund am H 4 Hehör den vollet Is G 5. herble von m die zer die im 6. uglei himn dort e hreise M 33 Wah lopft daß des R efreit vn unn pruh dich, d nade sih herrlicht m. Diteith, 21, 4+ 1N. sich, den hen. M der Sohh, der heilg t die hr chtealla⸗ von Her⸗ M. Luthes 1483, 4 1 st, meins u. Chust uchte, N. ind briun „daß ihn d. nein Gnn rthumhe⸗ e, so hiim⸗ rem Sinn sonst x „das sus sein M Missionslieder. pundt Gewissen heil, laß sie an Himmel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das hehör; die Stummen richtig nden lehr, die nicht bekennen vollen frei, was ihres Her⸗ zus Glaube sey. 5. Erleuchte, die da sind herblendt; bring her, die sich hon uns getrennt; versammle, diezerstreuet gehn; mach feste, die im Zweifel stehn: 6. So werden sie mit uns ügleich auf Erden und im himmelreich hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade Johann Heermann, hreisen dich. geb. 1585, + 1647. Mel. O Ewigkeit, du ꝛe. 330. Die Macht der Wahrheit bricht herfür und lopft an vieler Herzen Thür, daß man sie woll einlassen; de Reichs Erkenntniß gehet zuf und führet ihren schnellen Ruf durch aller Völker Stra⸗ ßen; ja, das Erkenntniß sammt dem Reich eröffnet sich nun llzugleich. 2. Seht, was der Herr für Wunder thut! Er gibet seinen Boten Muth und Kraft den Vahrheitszengen, die er aus⸗ sendet spaͤt und früh; was sie R 269 gehört, posaunen sie und kön⸗ nens nicht verschweigen. Sie breiten aus zu seinem Ruhm das ewge Evangelium. 3. Ich lasse, spricht das A und O, vom ewgen Evange— lio die Botschaft nun ertönen; ich laß ausrufen Fried und Freud, wie alles Volk soll seyn bereit, mit mir sich zu versöh⸗ nen. Mein Engel, der die Botschaft bringt, sich mitten durch den Himmel schwingt. 4. Er wird gesehen überall; man höret seinen Friedens⸗ hull; den Völkern, Sprachen, Zungen wird meine Gnade weit und breit, der Reichthum meiner Gütigkeit verkündigt und gesungen; man rufet aus bald hier, bald dar das große Hall- und Jubeljahr. 5. Es hören die Geheim⸗ nisse jetzt Würdge und Un⸗ würdige, die hier auf Erden leben; sie hören diese Freuden⸗ post, dieß große Zeugniß nun getrost und können sich erge⸗ ben dem großen König aller Welt, der Liebe, Bund und Gnade hält. 6. Ich habe die Unwissen⸗ heit bisher in der vergangnen Zeir aus Gnaden übersehen; 270 Missionslieder. nunmehro da aufgeht das Licht, werd ichs so übersehen nicht, wie bis daher geschehen. Die Wahrheit will, wie sichs gebührt, mit Dank seyn zu Gemüth geführt. 7. Ich, ich will machen al⸗ les neu; die Ereatur soll wer⸗ den frei vom Dienst der Ei⸗ telkeiten. Wohl dem, der die⸗ ses fassen kann, und nimmt in meinem Sohn mich an zu diesen frohen Zeiten. Wie se⸗ lig ist, der diesen Tag des Heiles jetzt erkennen mag! Aus v. Raumer's Ges.⸗Buch. Eigne Melodie. 331. Auf, ihr Heiden, lobet Gott, der euch aus des Todes Schatten, so euch in der Finsterniß vormals ganz umgeben hatten, zu dem wah— ren Licht gebracht, und euch Arme nicht veracht't; lobet seine große Güte stets mit dankbarem Gemüthe. 2. Alle Völker, preiset Gott, der aus unverdienter Gnade hat durch seinen Sohn ge⸗ macht, daß der alte Fall nicht schade, der euch hilft durch Christi Tod aus der Sünd und aller Noth; preiset solche große Güte stets mit danll rem Gemüthe. 3. Gnad und Wahiheh die da ist durch den Hem Christum kommen, so wiran von seiner Füll durch i Glauben angenommen, 05 mächtig allezeit über und Ewigkeit; rühmet solcheguh Güte stets mit dankham Gemüthe. Mel. Dir, dir Jehova n 332. Wech auf, du Gi der ersten Zeugen, der 98 ter, die auf Zions Maun stehn, die Tag und Niht nimmer schweigen, und dien⸗ trost dem Feind enthehn gehn, ja deren Schall ganze Welt durchdringt un aller Völker Schaaren zu x bringt. 2. O daß doch bald d Feuer brännte! O möchti doch in alle Lande gehn! H zu der Ernte doch die Hand Gib Knechte, die in tum Arbeit stehn! O Herr d Ernte, siehe doch darein: Ernt ist groß, die Zahl de Knechte klein. 3. Dein Sohn hat jant klaren Worten uns diese Si in un sehe, deiner hewer darur o Her hesche 4. große Kraf: lilend ind! und? Herr, dein Nam 5. Zion so wi dein; niß n nur Ach, nel b herab frei! 6. lecht kein und e dadu den einl, it danf; Wahrhah Missionslieder. in unsern Mund gelegt. O sehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn den Herm so wirau durch en, wih ber undi olcheguh dankhanm sehova n, f, duci der Wit⸗ 3 Maunn nd Muihh und diegz entgehn Schall V dringt m aren zu x bald dü můöcht gehn! Osef die Händ. in trenn Herr u darein: N Zahl x hat jant diese di bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum hör, oherr, und sprich: Es soll schehn. 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten seyn; laß tilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefäng⸗ niß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Uch, reiß, o Herr, den Him⸗ nel bald entzwei und komm erab zur Hülf und mach uns kei! 6. Ach, laß dein Wort ucht schnelle laufen! Es sey kin Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach, führe bald badurch mit Haufen der Hei⸗ den Füll zu allen Thoren ein Ja, wecke doch auch Israel 271 bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O beßre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege. Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sey. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes seyn; ja, sitze du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer überall erstehn, die für die ganze Kirche betend flehn. Carl Heinr. v. Bogatzky, geb. 1690, + 1774. .9 Freu dich sehr, o ꝛe. 333. Herr, wie sind noch viel der Heiden, die in Todes⸗ schatten gehn! Komm, o Hirt, auch sie zu weiden; kannst du sie verirret sehn? Nimm der Heerde selbst dich an, führe sie des Lebens Bahn; all auf weitem Erdenrunde füge zu dem Gnadenbunde. 2. Herr, laß deine Boten eilen, sende Knechte mehr noch aus, deine Gaben auszuthei⸗ len, sie zu laden in dein Haus. Manchen Jüngling, dir ver⸗ söhnt, laß mit Gnad und Geist gekrönt dem gebundnen Knecht der Sünden deinen großen Namen künden. 3. Herr, wir sind ja deine Christen, sollten wir nicht Herz und Hand zu dem gro⸗ ßen Baue rüsten deines Reichs in allem Land? Gib ein Herz in Liebe warm, das des Jam⸗ mers sich erbarm, und die vie⸗ len weit Verirrten bring zu dir, dem guten Hirten. 4 Nun komm, der Heiden ꝛe. 334. Jesu, bittend kom⸗ men wir mit den Deinen jetzt zu dir; hör auf unser kindlich Flehn, was wir bitten, laß geschehn!—* 2. Jesu, ziehe bei uns ein, laß uns ganz dein eigen seyn; schenk uns allen deinen Geist, den dein theures Wort ver⸗ heißt. 3. Weck die todte Christen⸗ heit aus dem Schlaf der Si⸗ cherheit; mache deinen Ruhm bekannt überall im ganzen Land. 4. Laß dein Wort zu die⸗ ser Zeit kräftig schallen weit 27² Missionslieder. und breit! AllenHeiden werde kund deiner Gnade Friedens⸗ bund. 5. Thu der Völker Thüren auf; deines Himmelreiche Lauf hemme keine List noh lacht; schaffe Licht in duu ler Nacht. 6. Gib den Boten Kraf und Muth, Glaubenshof⸗ nung, Liebesgluth; laß vil Früchte deiner Gnad folgn ihrer Thränensaat! 7. Zion, danke deinen Herrn, was du bittest, thute gern; ja, er kommt mit s nem Reich; was ist seinn Freuden gleich? —4 Wie schön leuchtet u 335. Wie groß, wie a gebetet ist dein Name, Hen⸗ scher Jesu Christ, wie thenn deinem Volke! Wie hell wand in der Finsterniß durch diin Lehre, wie zerriß, wie flohdt Irrthums Wolke! Abs u Herr, kamst, hörten Tauh und der Glaube half d Kranken; Stumme sangih zum dir zu danken. ö 2. Nur Schwache ware die dein Licht verbreiteten A Weisen nicht. Wo sind sil deiner du fü mns di der Wasf Sünd den so glaube 4. Herrli lutze Herlaff mdoe du se Sünd dern n wiede die nu 5. und ai teter ind d en werde riedend⸗ ö Thüren ielreichel List noch in dunk⸗ en Kraft benshof⸗ laß il id folgen deinem st, thutt t mit sez ist seinn uchtet u 5, wie a me, Hen⸗ wie thenn hellwand urch deiz bie flohd Als dy en Taub⸗ half du ne sange hewarnh reiteten, di sind sth wo die Hohen? und wo die Michen? wo die Macht, vor der des Götzendienstes Nacht und ihre Schatten flohen? Roht sie, Jesu, deine Lehren, die wir hören, machen weise, dir zum Ruhm und Gott zum Preise. 3. Wir werden deinenRuhm erhohn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden genießen, weil du für uns starbst, was du ins durch dein Blut erwarbst, der Engel hohe Freuden. Was sind Menschen, daß auch Sünder Gottes Kinder wer⸗ den sollen, wenn an dich sie gauben wollen? 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert, eine lutze Zeit für uns von Gott herlassen. Und nun mit Preis iunduhm gekrönt, nun machst du selig, die versöhnt der Sünde Greuel hassen. Sün⸗ dern willst du Heil und Leben hieder geben; richtest Alle, dienur wollen, auf vom Falle. 5. Vom Aufgang schallt Inm Niedergang dein Wort ud auch der Lobgesang erret⸗ ter Gerechten. Unzählbar sud die Schaaren schon, die FF Missionslieder. gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer, Jesu, Jesu, werden mehr auf Erden dir lobsingen, Preis und Ruhm und Dank dir bringen. 6. Wie groß, wie angebe⸗ tet ist dein Name, Herrscher, Jesu Christ, wie herrlich bei den Deinen! Doch, führst du uns zu deiner Ruh, o wie weit herrlicher wirst du den Deinen dann erscheinen! Ewig müsse dir zur Ehre ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Him⸗ mel wiederhallen! Nach dem bayr. Ges.-Buch von 1811. Mel. Mein Herzens⸗Jesu ꝛe. 336 Herr Jesu Christ, in deinem heilgen Namen; der Men⸗ schensohn allein du bist, der säet guten Samen; der Acker ist die ganze Welt; o pflanze selbst im wüsten Feld dir dei⸗ nes Reiches Kinder! 2. Ja Erstgeborner, ewger Fürst der Könige auf Erden, von allen Heiden sollst und wirst du angebetet werden. Das glauben und drum hof⸗ fen wir, die du zum Werke rufst, von dir auch unfrer Saat Gedeihen. 18 Wir sind vereint, 274 3. Gib uns durch deines Geistes Kraft, Herr Jesu, heiße Liebe, die Eintracht, Muth und Eifer schafft, daß sich ein Jeder übe, für sich und Andre stets zugleich nach dem verheißnen Gottesreich vor allem Ding zu trachten. Sünde und Buße. 4. Was wirds doch ein für Freude seyn, wenn dein Schnitter ernten, und Al⸗ dann sich ewig freun, die de⸗ ner harren lernten! Wir hu⸗ ren dein; o siege du in deinn Gliedern, bis die Ruh fit Gottes Volk erscheinet. Rud. Stier, geb. 18 Fünfte Abtheilung. Das christliche Leben. Sünde und Buße. Eigne Melodie. 337. Alliin zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist; kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts er⸗ korn, auf Erden war kein Mensch geborn, der mir aus Nöthen helfen kann; ich ruf dich an, zu dem ich mein Ver⸗ trauen han. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß, und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen, und ziz mich deinem Vater an, diß du hast gnug für mich getha, so werd ich los der Sünda⸗ last; Herr, halt mir fest, wi du dich mir versprochen has. 3. Gib mir nach deilt Barmherzigkeit den wahun Christenglauben, auf daß ih deine Süßigkeit möͤg imnih lich anschauen; vor allen ⸗ gen lieben dich, und meiuh Nachsten gleich als mich; an letzten End dein Hülf m send, dadurch behend des A fels List sich von mir wud. — doch eim enn deine und Al⸗ n, die dit Wir hu⸗ in deinen Ruh fir net. ier, geb. 18. 1. n, und zih an, diß ich getham Sünda⸗ fest, w chen haft ach dennz n wahrn uf daß ih lög inniy allen Du⸗ id meineln mich; an f Hülf m ddes 6 ir wend. 4. Ehr sey Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, seim liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem werthen heilgen Geist, der allezeit uns Hülfe leist, daß wir ihm se yn zum Dienst be⸗ eit hier in der Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Johann Schneesing, + 1567. Eigne Melodie. 338. Ach, Gott und Herr, vie groß und schwer sind mein hehangne Sünden; da ist Nie⸗ nand, der helfen kann, in die⸗ set Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit, bis an der Welte luden, und wollt los seyn des kreuzes mein, würd ich doch solchs nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verstoß nich nicht, wie ichs wohl hab hrdienet;ach Gott,zürn nicht, eh nicht ins G'richt, dein Cohn hat mich versühnet. 4. Solls ja so seyn, daß Sttaf und Pein auf Sünde ulgen müssen, so fahr hie fort, nut schone dort und laß mich sier wohl büßen. 5. Gib, Herr, Geduld, ver⸗ Sünde und Buße. 275 gib die Schuld, verleih ein g'horsam Herze; laß mich nur nicht, wie's oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 6. Handle mit mir, wie's dünket dir, durch dein Gnad will ichs leiden; wollst mich nur nicht dort ewiglich von deiner Liebe scheiden. Martin Rutilius, geb. 1550, + 1618. Mel. Vater unser ꝛc. 339. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; viel⸗ mehr ist dieß mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dieß Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd; hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gort dir zugesaget hat, und zwar durch einen theuern Eid; o selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Si⸗ cherheit, denk nicht: es ist noch gute Zeit; ich will erst fröͤh⸗ lich seyn auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 18 ¶w. Wahr ists, Gott ist zwar stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn, und seiner Seelen selbst nicht schont, der wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis mor⸗ gen leben sollt; daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut be⸗ kehre dich; eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen krank, ja wohl gar todt. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich jetzt komme bald zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnel⸗ le Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Sünde und Buße. — mit viel und großen Sündend wo kann ich Rettung finden Wenn alle Welt herkäme men Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gund auf dein Gebot und Rah kommt mein betrübt Gemi⸗ the zu deiner großen Güt; laß du auf mein Gewissen ei Gnadentröpflein fließen. 3. Durch dein unschuldz klein Blut, vergossen mir zu Eun rein wasch ab all meine Sündt mit Trost mein Herz verbindt und ihr nicht mehr gedens, ins Meer sie tief versenke. 4. Du bist der, der miß tröst, weil du mich hast erlhsz Was ich gesündigt habe, ha du verscharrt im Grabe; N hast du es verschlossen, wirds auch bleiben müssen. 5. Ist meine Bosheitguß so werd ich ihr doch lod, wan ich dein Kreuz umfasse, ud mich darauf verlasse; wersih zu dir nur findet, all Mun ihm bald verschwindet. 6. Mir mangelt zwarsih viel; doch was ich haben wil ist alles mir zu Gute erlug mit deinem Blute, damitih überwinde Tod, Teufel, Hil und Sünde. ö Heimfahrt sey bereit. Johann Heermann, geb. 1585, + 1647. Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛc. 40. Wo soll ich fliehen hin, weil ich beschweret bin —..‚‚.—————*— — Sündend g finden äme mein nähme. er Gnch, ind Rath bt Gemi⸗ en Güt wissen en eßen. inschulbi r zu Guh e Sünde verbinde gedenf, rsenke. der mih hast erlös. habe, H vrabeʒ v ossen, müsen. heitgroß los, wam fasse, wersi all Ma det. zwar sh. aben wil 1e erlanh damit it ifel, Hl —— Sünde und Buße. 7. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich sie schlagen: dein Blut darf ich nur zei⸗ gen, so muß ihr Trutz bald schweigen. 8. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stärk und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt kann reine, ja gar aus Teufels Rachen frei, los und ledig machen. 9. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 10. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles mei⸗ den, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Glied auf ewig bleibe. 91. 1185, 7.151 Mel. Aus tiefer Noth ꝛc JI. O Vater der Barm⸗ herzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße; was ich began⸗ 27¹⁷ gen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Meisterthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rath, worin es mir sonst fehlet; gib Wil⸗ len, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Ar⸗ men getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbar⸗ men. O wahrer Gott, o Da⸗ vids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, sieh an mein täglich Rufen. 4. Laß deiner Wunden theu⸗ res Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftig⸗ lich zu Gut, daß ich nicht muß verderben. Bitt du den Va⸗ ter, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wah⸗ res Licht, Regierer der Ge⸗ danken, wenn mich die Sün⸗ denlust anficht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmermehr Begier 278 nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trutz und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Noth und dann der letzte Feind, der Tod, nur sey die Thür zum Leben. David Denicke, geb, 1603, 4+ 1680. Mel. Ach Jesu, dessen Treu ꝛe. 342. O Jesu, voller Kraft! O Heiland, voller Güte! laß deine Lieb und Kraft erfüllen mein Gemüthe; ich weiß sonst keinen Trost auf dieser ganzen Welt, wo nicht sich deine Gnad mir Ar⸗ men zugesellt. 2. Betrübt ist mir mein Herz von wegen meiner Sün⸗ de, die ich mit Traurigkeit und tiefster Reu empfinde; o wie hat doch das Gift, das auf uns ist geerbt, aufs allergreu⸗ lichste uns durch und durch verderbt! 3. Wie oft hat mir dein Wort das Böse untersaget, und mein Gewissen mich in Aengsten angeklaget! Wie oft Sünde und Buße. —— hat mich dein Wort bald sz bald so geschreckt, und mn Verderben mir im Grun aufgedeckt! 4. Doch bleib ich imm noch in meinem Clend liegn und kann nicht über mich in meine Sünde siegen; mih schließet ihre Macht in ihn Fesseln ein; ich muß eh Sklav der Lust und meini Fleisches seyn. 5. O Jesu, der du hast die Finsterniß der Höllen dun Blut und Tod besiegt, u kannst die Feinde fällen, di jetzo wider mich und mein Seele stehn; sprich nur En Wort, so muß ihr Trotz un Macht vergehn. 6. Ach, laß mir offen steh die Quelle deiner Wunden dadurch hab ich doch schon d Sünden überwunden; dn Vater bin ich ja durch dih schon ausgesöhnt, daß mih nun seine Gnad durch del Verdienst bekrönt. 7. Dieß glaub ich, fühliß schon die Menge meiner Sil⸗ den, drückt mich gleich in Last, muß ich gleich Zornen⸗ pfinden, so weiß ich doch. R hast schon solchen Zor g nem“ 9. du kar lassen arm'd shli deine hier dern 34⁴ Seele Tod Höhll denng risse wisse ches; Gott 2 kenne wohn wir meir hald 0 d mein Grund imma liegen ich u in ihn muß en meinii hast di en dunh egt, v llen, di d mein nur Ein rotz m ffen sieh Wunden schon di n; dah urch dih daß mith irch den „fühlif ner Sül⸗ eich ihn Zorn en⸗ doch, N Zorn g sillt, der Sünden Macht zer⸗ strt und das Gesetz erfüllt. 8. Ich wende mich zu dir, der du mich kannst erquicken; lißt du mich deine Huld und Freundlichkeit erblicken, so weicht die Unruh weg, der Sünden Macht zerbricht, ich sinde Fried und Ruh in dei⸗ nem Angesicht. 9. Nun du, mein Heiland, du kannst mich doch nicht ver⸗ lassen, da meine Glaubens⸗ arm' dich suchen zu umfassen; schließ ewig mich in dich und deine Liebe ein; dein will ich hier und dort, und keines An⸗ dern seyn. Eigne Melodie. 3⁴3. Jesu, der du meine Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrer Hoͤhle und der schweren Sün⸗ dennoth kräftiglich herausge— rissen, und mich solches lassen wissen durch dein gnadenrei⸗ ches Wort: sey doch jetzt, o Oott, mein Hort. 2. Herr, ich muß es ja be⸗ kennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch 2LIIIITT Sünde und Buße. 279 und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen aller meiner Feh⸗ ler Zahl; mein Gemüth ist ganz zerrissen durch der Sün⸗ den Schmerz und Qual, und mein Herz ist matt von Sor⸗ gen; ach, vergib mir, was ver⸗ borgen; rechne nicht die Mis⸗ sethat, die dich, Herr, erzür⸗ net hat. 4. Jesu, du hast wegge⸗ nommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Er⸗ löser, kommen meiner Selig⸗ keit zu Gut; und dieweil du so zerschlagen hast die Sünd am Kreuz getragen, o so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sey. 5. Wann ich vor Gericht soll treten, da man nicht ent⸗ fliehen kann, ach, so wollest du mich retten und dich mei⸗ ner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hoͤren: Ihr zu meiner linken Hand seyd von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmerzen, du erkennest meine 280 Pein; es ist nichts in meinem Herzen, als dein herber Tod allein. Dieß mein Herz von Leid bedränget und mit dei⸗ nem Blut besprenget, das am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 7. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; deine Treue wird erfüllen, was du selber hast gesagt, daß auf dieser weiten Erden Keiner soll verloren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glau⸗ bensvoll. 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht; du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht; deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Cwigkeit. Johann Rist, geb. 1607, + 1667. Mel. Es ist gewißlich ꝛc. 344. Ich will von mei⸗ ner Missethat zumHerren mich bekehren; du wollest selbst mir Hülf und Rath hiezu, o Gott, bescheren und deines guten Geistes Kraft, der neue Sünde und Buße. — Herzen in uns schafft, ag shona Gnaden mir gewähren. 2. Ein Mensch kann. Natur doch nicht sein Clah selbst empfinden; er ist h 0 aset deines Geistes Licht bin ge! taub und todt in Sündnn Verkehrt ist Wille, Sinn i Thun; des großen Jammat 118 wollst du nun, o Vater, mihl entbinden. Wuh 3. Du hast in Christo mih n erwählt tief aus der Hull Donnet Fluthen; es hat mir son uf mie auch nicht gefehlt an irgen uder n einem Guten; und daß ich udder dein eigen sey, hast du nih u mick auch aus großer Treu gestiun 8.8 mit Vaterruthen. udir 4. Hab ich denn nun auh Wunde gegen dich Gehorsams nih sshlossen beflissen? Nein! eines Andan Stunde zeihet mich mein Herz ind. Gottes mein Gewissen; darin ist li⸗ — am Kre der nichts gesund, an allmi Orten ist es wund, von Sin⸗ denschuld zerrissen. 5. Die Thorheit meiunt jungen Jahr, die Menge mit ner Sünden verklagen mith zu offenbar; sie sind nicht u ergründen. Und ihrer ki ist so klein, daß sie nicht soll ft, en. ann un in Cuad ist ah t blinz Sündu, Sinn und Jammat ter, mih — —— risto nith er Holl nir suns n itgud daß ich n du mith gestiust nun auh ms mith 3Andern erz md in ist li⸗ an allen on Sii⸗ t meinn enge mi⸗ gen mih nicht il rer kün icht solle Sünde und Buße shon allein dein Strafgericht eutzünden. 6. Bisher hab ich in Si⸗ herheit ganz unbesorgt ge⸗ shlafen, gedacht: es hat noch uuge Zeit, Gott pflegt nicht hud zu strafen; er fähret nht mit unsrer Schuld so smenge fort, es hat Geduld der Hirte mit den Schafen. 7. Dieß alles jetzt zugleich uwacht, mein Herz will mir zerspringen; ich sehe deines Donners Macht und Feuer uf mich dringen; du regest hider mich zugleich des Todes ind der Hölle Reich, die wol⸗ ln mich verschlingen. 8. Herr Jesu, nimm mich u dir ein, ich flieh zu deinen Vunden; laß mich da einge⸗ shlossen seyn und bleiben alle Stunden; du hast ja, o du Hotteslamm, all unsre Sünd am Kreuzes stamm gebüßt und iberwunden. 9. Dieß stelle deinem Va⸗ tr für, daß er sein Herze lake, und gnädig wiederkehr iu mir, nicht meiner Schuld denke, und alle meine Sün⸗ hulast, die du auf dich ge⸗ lomimen hast, ins tiefe Meer hesenke. —————..—.—.— 281 10. Hierauf will ich nun jederzeit mit Ernst und Sorg⸗ falt meiden der schnöden Lüste Eitelkeit und lieber alles lei⸗ den, denn daß ich Sünd mit Willen thu; ach Herr, gib du stets Kraft dazu, bis ich von hinnen scheide. Louise Henriette, Churfürstin von Brandenburg, eb. 1627. + 1667. (Rach dem Bayreuth. G.⸗B.) Mel. Herr, wie du willst ꝛce. 345. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, mein Herz ist ganz verderbet; es fühlt von Sünden großen Schmerz, die ihm sind angeerbet, und die es noch thut ohne Scheu; ach mache, daß es wieder sey, wie du es hast erschaffen. 2. Gib mir auch einen neuen Geist, der wie du sey gesinnet, der stets dir anhangt allermeist und was du willt, beginuet; gib, daß ich hasse Fleisch und Blut, den Glau⸗ ben üb in sanftem Muth, Zucht, Demuth, Hoffnung, Liebe. 3. Verwirf von deinem Angesicht, ob ich es gleich ver⸗ dienet, mich, allerliebster Va⸗ ter, nicht, weil Jesus mich versühnet. Ach, laß doch nun 282 Sünde und Buße. und nimmermehr mich fallen als dein Kind so sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist verkündigt. Sieh, Gottau NeE meinen ner an. 4347. 2. Dir ist mein Fisz de Hö meinSeufzen nicht verbon Eif geb. und meine Thränen sind in der dur vertreibe, daß ich, als nie ent⸗ führt von dir, stets deine sey und bleibe; beherrsche mein Herz, Sinn und Muth durch deinen Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergib die Sün⸗ den, und sucht dann meine Seele dich, so laß dich von ihr finden, und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Leben ist: Trotz Sünde, Tod und Teufel! 6. Dein heilger Geist er⸗ halt mich doch mit seinem Freudenöle, damit nicht das Verzweiflungsjoch verderbe meine Seele; sey du mein Freund, o Herr, allein; ach, laß mich deine Freude seyn und führe mich zur Freude. Ludäm. Elisab., Gr. zu Schwarzb. Rudolstadt, geb. 1640, 4+ 1672. Eigne Melodie 346.—3 dir allein, an dir hab ich gefündigt und übel oft an dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch dir. Ach Gott, meinGottuu wietief deiner Gnade füllen, Oa Vater der Barmherhsslchte Erfreue mich um deinehzeihllig bi nes willen, du bist ein gihslut dirb der gern erfreut. sast u 5. Laß deinen Wez u Mge, d. wieder freudig wallen mtifft üb. lehre du dein heilig Rechtu[ 4. U täglich thun nach deln Valt zu Wohlgefallen; du bist mssthes D Gott, ich bin dein Knecht Winer 6. Herr, eile, du m d ing Schutz, mir beizustehm ushu dic leite mich auf ebnet Vuhh shut, d Er hört mein Schrein, Herr erhoͤrt mein Flehmm nimmt sich meiner Seeleun 0 Chr.. Gln geb. 1715, 0 —.. Sünde und Buße. den lieb ott, 0 Rel. Wer nur den lieben ꝛc . 347. Herr, der du in in Fh de Höhe wohnest, ich liege verborhn tif gebeugt vor dir. Herr, u sind u. de du richtest und belohnest, Gottiw, wie tief ist Sünd und Schuld 2 wielmtin mir! Wie hoch, wie heilig bein Gebot! O Abgrund tie⸗ Seelennoth! inden, vI 2. Aus meiner Noth, aus ch mansener Tiefe ruf ich zu dir, zu dich; Hdirallein. Wenn ich zu einem inden,Audern riefe, es würde doch und g hergeblich seyn. Mein Schrei⸗ ahsteigt zu dir empor: Herr, u michuh Ifne mir dein gnädig Ohr! sen, Gt 3. Herr, willst du ins Ge⸗ henihihllihte gehen, der du unendlich ndet heilig bist: ach, wer wird dann ein 00 ur dir bestehen, wenn er auch sunst unsträflich ist? Dein Weg ulh Auge, das nicht fehlen kann, allen u nifft überall noch Fehler an. Rechtmi[. Und, ach, mir wird die h dem Vit zu enge, wenn des Ge⸗ bist uns shes Donner schlägt, und Knaht. miner Uebertretung Menge du mih dus ängstliche Gewissen regt, stehen uldas dich als einen Richter ner Bih sheut, der Rechnung heischt hrein, v. und Strafe dräut. Flehenm[ 5. In deiner Hand steht Saalun d und Leben; du bist es, 515 40 du man fürchten muß. Doch, 3 250 283 Herr, du kannst und willst vergeben aus deiner Gnaden Ueberfluß. Dein Wort, das Wort des Lebens, spricht: du willst den Tod des Sünders nicht! 6. Es heißt mich auf das Opfer schauen, das mehr als alle Sünden gilt. Es heißt mich auf den Felsen bauen, aus dem der Strom der Gna⸗ de quillt, die alles tilget, was mich quãält, und gibt mir alles, was mir fehlt. 7. Dein guter Geist will mich erfreuen, und sich mein Herz zum Tempel weihn; ich soll den Richter nicht mehr scheuen, aus Gnaden frei und selig seyn. O Licht, das durch die Seele dringt und Licht in finstre Tiefen bringt! 8. Trifft mich denn hier das Loos der Deinen, dein Kreuz, das jeder Jünger trug: o endlich wird ein Tag er⸗ scheinen, da du mir rufst: Es ist genug! Nur sey mein Lei⸗ ter, bis es tagt, mein Trost, wenn alles Trost versagt! 9. Ich hoff auf dich, du Kraft der Schwachen, auf dich, du Licht in Finsterniß, auf dich, mein Hüter, du wirst —1 222—.— +*+eee 284 wachen, mein Heil, du kommst und hilfst gewiß, wie angst mir auch die Trübsalsnacht um Hoffnung, Trost und Hülfe macht. 10. Genug, ich bin befreit von Sünden, ich bin von Straf und Knechtschaft los. O Gnade, die nicht zu er⸗ gründen, Erlösung, die un⸗ endlich groß, die aus der tief⸗ sten Noth befreit, und führt zur höchsten Seligkeit! 11. O Vater, nimm für dein Erbarmen, o Sohn, für dein Versöhnungsblut, o Geist, du Trost der geistlich Armen, für deiner Gaben reiches Gut von Herz und Lippen Dank und Ruhm, und mich zu deinem Eigenthum. Paul Gottlieb Werlhof, 4+ 1767. Mel. Freu dich sehr, o meine ꝛc. Höchster, denk ich an die Güte, die du mir bis⸗ her erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, dein Gebot hintangesetzt und dich, der du mich geliebet, mit Vergehun⸗ gen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, Sünde und Buße. meine Glieder sind jn dy ur und sie sollten zum Geschh 11 Ge deines Dienstes fertig st sh fre O wie hab ich sie entwasl Port Ach, zur Ungerechtigkiitn Sohna zum schnöden Dienst Afir die Sünden ließ ich mich g nd Fre willig finden. Wlaß 3. Deine Huld war in 7. Morgen über mir, o Wusgale d neu. Von wie manchen shn weil ren Sorgen machte si Aaaft u Herz mir frei! Was mirnihun W te, gabst du mir aber ahhmsuir ste dankt ich dir? O wie habi Rein He so vermessen deines Maln liebe thuns Zweck vergessenl nein he 4. Bei dem hellen Lihths dee Gnaden sollt ich ja die Nel. V fliehn, und von meineme lenschaden frei zu werdamnsun got bemühn. Deine Güte lhsist, ble mich oft zur Buße; aber M Orum floh vor ihrem sanften Lolh gnesen suchte selbst mich zu versoh eri 5. Ach, an dir hah ihnssh vor sündigt, Gott, mein Vnn sunt u ohne Scheu; dir hab ihi 9. aufgekündigt meine shͤhhlangne Kindestreu. Ach, vergih n ger Be ich gethan; nimm mich Ei hristu erbarmend an, führe mihuun deund Sündenpfade schnell uuls hn. durch deine Gnade. —.— ———— 2. 6. Dir ergeb ich mich aufs d jn in gane; gib, daß mein gebeug⸗ n Geschß ur Geist deiner Vaterhuld fertig sh sh freue, die dein tröstend entwahl Port verheißt. Was dein higkeün Schn auch mir erwarb, da er Dienst Afir die Sünder starb, Fried mich gnd Freude im Gewissen, ach, ns laß auch mich genießen. d war 7. Stärke selbst in meiner , o M K ele den Entschluß, mich dir ncheushusn weihn. Gib, daß keine hte si Isaaft mir fehle, folgsam dei⸗ as miunhun Wort zu seyn. Stehe berachn lir stets mächtig bei, daß wie hahih min Herz dir heilig sey; dich nes Maln leben, dir zu leben, sey essen men herzliches Bestreben. len Licht V3. S. ODiterich, geb. 1721, 4+ 1797. a die SI Lel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. nrinens. 9. Gott, dir gefällt werdemn lin gottlss Wesen; wer bös Güt lhsst, bleibet nicht vor dir. ez ahen Hsaum laß von Sünden mich sten dͤthgmtsen und schaff ein reines Uversoch hez in mir, ein Herz/ das hab ih sch vom Sinn der Welt ent⸗ rin Lutirnt und unbefleckt erhält! hab ihes a. Laß mich auf die be⸗ ine schih gugnen Sün den mit inni⸗ vergib n Ar Beschämung sehn, durch michk christum vor dir Gnade fin⸗ re 2 dn und standhaft deine Wege nell sul sn. Ich will forthin das Sünde und Buße. 285 Unrecht scheun, mein Leben deinem Dienste weihn. 3. O stärke mich in dem Gedanken, gib meinem Vor⸗ satz Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sey; so sieg ich über Sünd und Welt und thue, was dir wohl⸗ gefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Va⸗ ter, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht; o Herr, mach in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß! 6. Erquicke mich mit dei⸗ nen Freuden, schaff ein getro⸗ stes Herz in mir und stärke mich in allen Leiden mit froher Zuversicht zu dir, bis nach voll⸗ brachter Prüfungszeit mich ungestörtes Glück erfreut. J. S. Diterich, geb. 1721, 4 1797. K. * 3 7 1 2* 2.79————— 286 Rechtfertigung und Gnadenstand. Rechtfertigung und Gnadenstand. 35² Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 350. Der Glaube macht allein gerecht durch Christum, ders erworben; kein Werk er⸗ wirbt das Himmelreich, weil alls an uns verdorben; doch ist ohn Lieb der Glaube todt; drum, willst du meiden ewge Noth, thu Buße, glaub und liebe. 2. Die Liebe ist des Näch⸗ sten Knecht, die thu aus gu⸗ tem Herzen; dabei nur glaube recht und schlecht, daß bloß durch Christi Schmerzen und seinen Tod du seyst gerecht, und flieh, zu seyn der Sün⸗ den Knecht: Gott will uns all bekehren. Mel. Dank sey Gott in der ꝛc. * 351. Ich bin bei Gott in Gnaden durch Christi Blut und Tod; was kann mir end⸗ lich schaden? Was acht ich alle Noth? Ist er auf meiner Seiten, gleichwie er wahrlich ist, laß immer mich bestreiten auch alle Höllenlist. 2. Was wird mich können scheiden von Gottes Lieb und Treu? Verfolgung, Armuhh Leiden und Trübsal manhe⸗ lei? Laß Schwert und Vlß walten; man mag durch in⸗ send Pein mich für ahe Schlachtschaf halten: derSz bleibt dennoch mein. 3. Ich kann um desen willen, der mich geliebet hi gnug meinen Unmuth siilln und fassen Trost und Raht denn das ist mein Vertraunz der Hoffnung bin ich voll. N weder Drang noch Graun mir ewig rauben soll: 4. Daß weder Tod nuh Leben und keiner EngelMath sn wie hoch sie möchte schwehnn kein Fürstenthum, kein Piah xö nichts dessen, was zugehnh nichts, was die Zukunft hin nichts, welches hochgelgmnf nichts, was die Tiefe tuigt 5. Noch sonst, was je tr schaffen, von Gottes Lih mich soll scheiden oder ufft Denn diese gründet sich ai Christi Tod und Sterbeni fleh ich gläubig an, der nih sein Kind und Erben, mih lassen will noch kann. Simon Dach geb. 1605 lir. ottete! Hoft ic llles hii hupt! sliebt Hter s Jillen sch und Lellen, ind. „Armush manchez und Bliß durch in für a n: derSij n. m dessen liebet hiß uth stila und Rih Vertraun, ch voll, x. ch Graun oll: Tod 10 ngelMath, schwehn, ein Prath 8 zugegeh, kunft haz ochgelegn, iefe trit was je ur ottes Al oder raffl — — Rel. Valet will ich dir ꝛc. 352. Ist Gott für mich, pitetegleich alles wider mich; pyuft ich ruf und bete, weicht llls hinter sich. Hab ich das hupt zum Freunde und bin glebt bei Gott, was kann uir thun der Feinde und Wi⸗ hrsacher Rott? 2. Nun weiß und glaub h feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst nd Beste, mein Freund und Mter sey, und daß in allen sillen er mir zur Rechten sch und dämpfe Sturm und Uellen, und was mir bringet leh. 3. Der Grund, da ich mich hünde, ist Christus und sein Hut; das machet, daß ich jnde das ewge, wahre Gut. in mir und meinem Leben stnichts auf dieser Erd; was hristus mir gegeben, das ist her Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein chte, mein Glanz und helles lht; wenn der nicht in mir et sich 1 terben i „ der mih rben, mal nn. ö 1605 5. hite, so dürft und könnt ich liht vor Gottes Augen stehen ud vor dem strengen Sitz: 6 müßte stracks vergehen, lie Wachs in Feuerhitz. — 1*——.— Rechtfertigung und Gnadenstand. 287 5. Mein Jesus hat gelö⸗ schet, was mit sich führt den Tod; der ists, der rein mich wäschet, macht schneeweiß, was ist roth; in ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Muth; die Höll und ihre Flammen löscht meines Heilands Blut. Kein Urtheil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwach⸗ heit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl be⸗ wußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht mei⸗ 288 nem Geiste manch süßes Trost⸗ wort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh,, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es Sglan⸗ bet hat. 10. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prächtig zuge⸗ richt; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Him⸗ mel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 14. Wer sich mit dem ver⸗ bindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein harte, schwere Last zu leiden und zu tragen, ge⸗ räth in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen die sind sein täglich Brod. 12. Das ist mir nicht ver⸗ borgen, doch bin ich unver— zagt; dich will ich lassen sor⸗ gen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab; an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt die mag zer⸗ brechen, du stehst mir ewiglich. Rechtfertigung und Gnadenstand. Kein Brennen, Hauen, E chen soll trennen mich in dich; kein Hungern und ii Dürsten, kein Armuth/ in Pein, kein Zorn der grosn Fürsten soll mir ein Hindm seyn. 14. Kein Engel, i Freuden, kein Thron, ii Herrlichkeit, kein Lieben n kein Leiden, kein Angst, Ei Herzeleid, was man nur iun erdenken, es sey klein ahy groß, der keines soll mich ly ken aus deinem Arm u Schoß. 15. Mein Herze gehti Springen und kann nh traurig seyn, ist voller Fun und Singen, sieht hah Sonnenschein. Die Somm die mir lachet, ist mein gin Jesus Christ; das, was nn singen machet, ist, wab Gerhand, Himmel ist. Eigne Melodie. 353. Schwing dicheh zu deinem Gott, du betiih Seele! Warum liegst duch zum Spott in der Shh muthshöhle? Merkest du Satans List? er will sein Kämpfen deinen Au 1 1— 0 den ben, 1902 und Schl dein und Kop durck land der . gethe zen; Chri Dem mein der g Rrat 4 Ruh Kro Cige wohn Schl fille Gesch + 15 0 denꝰ eine auen, S, mich in rn und n muth, kin der großn nHindum ngel, in Hhron, ii Lieben m Angst, m nur km klein chy oll mich k Arm i rze geht a kann nih voller Fun ieht luh Die Sonm t mein hu 18, was ui ist, waß u Paul Gerhatt, geb. 1606, M lodie. ing dichm du betuih iegst duc der Schih⸗ rkestdunth willdn VI I einen Tuß. Rechtfertigung und Gnadenstand. den Jesus Christ dir erwor⸗ hen, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: fleuch, du alte Schlange! was erneurst du deinen Stich, machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Hei⸗ lands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Her⸗ zen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen. Denn das ist das Lösegeld meiner Missethaten; damit ist der ganzen Welt und auch mir gerathen. 4. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigenthum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fillen, brächt er gleich davor Heschoß und Gewalt der Höͤllen. 5. Stürme, Teufel und du Lod, was könnt ihr mir scha⸗ den? deckt mich doch in mei⸗ net Noth Gott mit seiner Gnaden; der Gott, der mir fsinnen Sohn selbst verehrt aus TFTFTT 289 Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort be⸗ trübe. 6. Nun auf diesen heilgen Grund bau ich mein Gemü⸗ the, sehe, wie der Feind zur Stund zwar dawider wüthe; gleichwohl muß er lassen stehn, was Gott aufgerichtet; aber schändlich muß vergehn, was er selber dichtet. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruthen; bin ich denn nun Gottes Kind, wa⸗ rum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will aufs Gute ziehen? 9. Es ist herzlich gut ge⸗ meint mit der Christen Pla⸗ gen. Wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig kla⸗ gen, sondern hat vollkommne Lust dort in Christi Garten, 19 290 dem er einig recht bewußt, endlich zu gewarten. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thrä⸗ nen; aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Ernte⸗ zeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 11. Ei, so faß, o Christen⸗ herz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr! Gib dem großen Namen dei⸗ nes Gottes Preis und Ehr; er wird helfen. Amen! Paul Gerhardt, geb. 1606, 4+ 1676. Mel. O Jesu Christ, meins ꝛc. 354. Herr Jesu Christ, dein theures Blut ist meiner Seelen höchstes Gut; das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtig⸗ keit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Him⸗ melsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Rechtfertigung und Gnadenstand. Sohn, mein Trost, mein Hel, mein Gnadenthron, dein tha⸗ res Blut, dein Lebenssaft git mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der lez⸗ ten Noth, wenn mich schreit Teufel, Höll und Tod, so li ja dieß mein Labsal seyn: den Blut macht mich von Sündn Johanu Oleari rein. geh. 1611, 4 I Mel. Mit meinem Gott geh ich ꝛ. Lur 355. JIq freue mich men Gott, in dir und bin gettoß wenn ich dich hier zu meinm Theil mir wähle. Du, Han bist mein, und ich bin dein was mangelt meiner Seell! 2. Du hast mich von du Welt erwäͤhlt und deinen R⸗ dern zugezählt; mag mich di Welt doch hassen. Du lih mein Wohl, wirst gnadenvol mich nimmermehr verlassa 3. Du trägst mich liebnith mit Geduld, vergibst inChrish mir die Schuld, wenn ich al Schwachheit fehle. Du git mir Theil an seinem Halt dieß tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der h⸗ währte Freund, der es auf Beste mit mir meint, wo fid ich deines gleichen? Du fist ein Hel, ein theu⸗ saft giht Skraft. der lat⸗ schuik d, so laß eyn: dein Sünden nu Olearius, 611, 4 1684 geh ich ꝛr lich, mei n getros, 1 meinem Du, Hen, bin dein: r Selle! von de ꝛinen Kin⸗ mich di Du lieht nadenvol herlasse. liebriih inChrist un ich aul Du giht em Hil Seele. ir der b⸗ es auft t, wofid Du ftehs Rechtfertigung und Gnadenstand. mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. herr, ohne dich ist nichts für nich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöch⸗ stes Gut, darauf mein wah⸗ res Wohl beruht; in dir leb ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir in Lebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn nan mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du nir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl eigehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden. An dir wird sch dann ewiglich mein gan⸗ zis Herze weiden. 9. Noch hats kein mensch⸗ ich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch sch ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Heil, das wird mir Niemand Salomo Liscow, auben. geb. 1640, 7 1680. 7117— 291 Eigne Melodie. 356.Beschränkt ihr Wei⸗ sen dieser Welt, die Freund⸗ schaft immer auf die Gleichen und läugnet, daß sich Gott gesellt mit denen, die ihn nicht erreichen; ist Gott schon alles und ich nichts, ich Schatten, er der Quell des Lichts, er noch so stark, ich noch so blöde, er noch so rein, ich noch so schnöde, er noch so groß, ich noch so klein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 2. Mein Goel, mein Im⸗ manuel, mein Mittler konnte Mittel finden, sich meiner hochbedrängten Seel, die ihn herabzog, zu verbinden; mein Salomo, mein Jonathan, mein Bräutigam, mein Gott und Mann kam von dem Himmel auf die Erden, mein Muth⸗ und Blutesfreund zu werden, ein Leib und Geist, mein Fleisch und Bein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne, nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seinen Thron, auch seine Krone; ja was er redet, 19* 292 hat und thut, sein Wort, sein Geist, sein Fleisch und Blut, was er geleistet und erstritten, was er gewonnen und erlitten, das räumet er mir alles ein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 4. Ich finde Nutzen, Lust und Ehr bei unfrem Bund im hoͤchsten Gradez er heischet von mir sonst nichts mehr als Glauben, und ich nichts als Gnade. O wohl der Wahl, die uns gefügt! weg Reu und Tausch, ich bin vergnügt in ihm und er mit mir zufrieden; drum bleibt bei beiden unge⸗ schieden ein Herz und Mund, ein Ja und Nein! mein Freund ist mein, und ich bin sein! 5. Zwar kann er aller Chri⸗ sten Muth mit seiner Liebe sattsam weiden; wir dürfen um das höchste Gut nicht ei⸗ fern, noch einander neiden. Durch unsern größesten Ge⸗ nuß erschöpft sich nicht sein Ueberfluß; so will ich ihn zwar Keinem läugnen, doch mir vor allen Andern eignen. Welt, zank dich um das Mein und Dein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! Rechtfertigung und Gnadenstand. 6. Mein Freund ist mi ner Seele Geist, mein Freund ist meines Lebens Lehan; nach ihm, der mich sein eihn heißt, und sonst nach Keinen will ich streben, dem ich mih der sich mir ergibt, den ih und der mich wieder liebt, vn dem ich nichts mehr kann h⸗ gehren, der mir nichts Beßm kann gewähren. Dieß Lihh verdunkelt jeden Schein: man Freund ist mein, und ich lin zein! 7. Ohn ihn ist mir de Himmel trüb, die Erd en offner Höllenrachen; hingegn kann mir seine Lieb die Ein öd selbst zu Eden machen Ohn ihn ist mir trotz ala Meng die Weil zu lang N Welt zu eng; ich bin, wun Feind und Freunde flechn, wenn sich die Engel selbst enz ziehen, zwar einsam, ahe nicht allein, mein Freund i mein, und ich bin sein! 8. Sein ist mein Leih u meine Seel, die er erschufmn auch erlöste, hier nährt m salbt mit seinem Oel, bi dort beide ewig tröste. Ei ist mein Muth, sein ist mi Sinn, sein ist, was ich u Rist mii Freund ö Leben; sein eign 9 Keinan ich mich „den ih liebt, vn kann he ts Beßni dieß Liht hein: min nd ich lin t mit de Erd iin hingegn b die En⸗ 1 macha. trotz ala 1 lang, N. bin, wemn de fliehe, selbsteat sam, ala Freund ij sein! in Leib m erschufnh nährt m Oel, bisn öste. Si in ist mun as ich x Rechtfertigung und Gnadenstand. mag und bin; ja was ich in ind an mir habe, ist alles seine Gnadengabe, die macht mich auch vom Undank rein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 9. Sein ist mein Glück und meine Zeit, sein ist mein Sterben und mein Leben, zu seinem Ehrendienst geweiht, von ihm bestimmt und ihm ergeben. Es kommet, was ich laß und thu, von ihm her und ihm wieder zu; sein sind auch alle meine Schmerzen, die er ihm zärtlich zieht zu Herzen, er fühlt und ahndet meine Pein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 10. Es zürn und stürme jeder Feind; er macht nicht, daß ich viel erstaune. Der Richter ist mein bester Freund drum schreckt mich nicht die Weckposaune. Ob Erd und Himmel bricht und kracht, ob Leib und Seele mir ver⸗ schmacht, ob mein Gebeine muß verwesen, so wird mein Wahlspruch doch zu lesen noch haften an dem Grabes⸗Stein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! Christ. Wegleiter, geb. 1659, 4+ 1706. F———— 293 Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 357. Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders als in Jesu Wunden? da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel un⸗ tergeht. 2. Es ist das ewige Erbar⸗ men, das alles Denken über⸗ steigt; es sind die offnen Lie⸗ besarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verlo⸗ ren werden, Gott will, uns soll geholfen seyn; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden; da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut be⸗ ständig schreit: Barmherzig⸗ keit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich 29⁴4 mich getrost vertraun; und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herze schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barm⸗ herzigkeit. 6. Wird alles Andre weg⸗ gerissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen, und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmher⸗ zigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja, häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß, darüber sich mein Geist zerstreut, doch hoff ich auf Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen be⸗ sten Werken, darinnen ich ge⸗ wandelt bin, viel Unvollkom⸗ menheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Er⸗ barmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet Rechtfertigung und Gnadenstand. es in Lieb und Leid in, V und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Guß 4 will ich bleiben, so langenih die Erde trägt; das will i denken, thun und treiben lange sich ein Glied beweßh so sing ich einstens hochn freut: o Abgrund der Vum klii 1 J— dr. herzigkeit! 3. 185.f. Mel. Wer nur den liehen 358. Ich weiß von in nem andern Grunde, als dn der Glaub in Christo hat; i6 weiß von keinem anden Bunde, von keinem anden Weg und Rath, als daß um elend, arm und bloß sich li in seines Vaters Schoß. z 2. Ich bin zu meinem Hi⸗ land kommen und eil ihn immer besser zu; ich bin aut ͤ von ihm aufgenommen m N finde bei ihm wahre Ruhen m ist mein Kleinod und min N Theil, und außer ihm wiß ich kein Heil. ö 3. Ich bleib in Chrisonm erfunden und bin in ihm ge ii recht und rein; bleib ich m ihm nur stets verbunden, s kann ich immer sicher sehn ‚ Gott sieht auch mich in Chuss V—. in, duih igkeit. n Grun lange nih 8 will i treiben, s d bewep us hochr der Barn⸗ h. Andr. Roh .1688, 4 1 n lieben n. 5 von i de, als dy to hatz ih nanden m andem à daß mi oß sich l Schoß. einem Hi⸗ d eil ihn h bin auh nmen und re Ruh/n und men ihm wiß hristonm n ihm g⸗ ib ich mi unden. su cher sohn in Chrisy Rechtfertigung und Gnadenstand. an, wer ists, der mich ver⸗ dammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und llein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft; dieß aber macht mich rein und klein und lehrt zu Nsu ernstlich schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sey! 7. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn; da kann mein Wachs⸗ thum vor sich gehn. 29⁵5 8. Ich bleib im tiefsten De⸗ muthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn, und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig seyn. 9. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam seyn, so reißet nichts den Grund mir ein. Carl Heinr. v. Bogatzky, geb. 1690, + 1774. Mel. Wer nur den lieben ꝛe. 359. Ic bin im Himmel angeschrieben; ich bin ein Kind der Seligkeit. Was kann die Sünde mich betrüben und al⸗ les Leiden dieser Zeit? Ich weiß, daß ich von Anbeginn in Christo auserwäͤhlet bin. 2. Das Lamm hat mich mit seinem Blute gezeichnet in des Lebens Buch, und mir erlanget alles Gute, Erlösung von dem Tod und Fluch. Was ists doch, was mein Herze quält? Ich bin zum Himmel auserwählt. II————————— 3. Obgleich im schwarzen Buch der Sünden viel Stun⸗ den aufgeschrieben stehn, läßt Jesus mich doch Gnade fin⸗ den und läßt das Lebensbuch mich sehn; da schau ich meine Gnadenwahl und steh in sei⸗ ner Kinder Zahl. 4. Auf Jesum will ich fröh⸗ lich sterben; ich will des Glau⸗ bens Hochzeitkleid nur in des Lammes Blute färben, so geh »ich ein zur Seligkeit und zu dem großen Abendmahl. O freudenvolle Gnadenwahl! 5. Kein Teufel soll den Trost mir rauben, daß ich er⸗ wählt von Anbeginn, daß ich aus Gnaden durch den Glau⸗ ben an Christi Blut erlöset bin. So leb ich denn und sterbe drauf. Auf Christum schließ ich meinen Lauf. Joh. Ernst Wenigk, um 1732. Mel. Wer nur den lieben ꝛe. 360. Mir ist Erbar⸗ mung widerfahren, Erbar⸗ mung, deren ich nicht werth; das zähl ich zu dem Wunder⸗ baren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rüh⸗ me die Barmherzigkeit. 296 Rechtfertigung und Gnadenstand. 2. Ich hatte Gottes Zom verdienet und soll bei Gott in Gnaden seyn; er hat mih mit sich selbst versühnet, macht durch das Blut des Sohnl mich rein. Warum? ich war ja Gottes Feind!— Erbar⸗ mung hats so treu gemeint! 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmun nennen, so ist mein ganzz Herz gesagt. Ich beuge miß und bin erfreut und rühm die Barmherzigkeit. 4. Dieß laß ich kein G⸗ schöpf mir rauben, dieß sol mein einzig Rühmen sehn; auf dieß Erbarmen will ih glauben, auf dieses bet ichauß allein, auf dieses duld ich in der Noth, auf dieses hoff ic noch im Tod. 5. Gott, der du reich bis an Erbarmen, nimm dein Er⸗ barmen nicht von mir md führe einst im Tod mich M⸗ men durch meines Heiland Tod zu dir; da bin ich ewi hocherfreut und rühme di Barmherzigkeit. hil. Friedr, Hillt, 25 1699, 4 0l. man 0 18 übe ner,f allen“ 4.8 hen sch fin lar meinen 5. 6 Glaube Freude Lod n mir ge tes Zotn Gottn 30 at mich et, macht Sohnz ich war Crhar⸗ meint! ir, mein ühmich, hfuaß armung ganzes ige mih d rühm kein G⸗ dieß soͤl n sehn; will ich tichauch d ich in hofih eich bis dein Er⸗ nir und lich N⸗ eilandẽ ich ewij me di iedr, Hille, 9, 1 0 Rechtfertigung und Gnadenstand. Nel. Unser Herrscher, unser ꝛc. 1I. Weicht, ihr Berge, sillt, ihr Hügel; Gottes Gna⸗ de weicht mir nicht; und der Friede hat dieß Siegel, daß Hott seinen Bund nicht bricht! Dieses macht mich unverzagt, weil es mein Erbarmer sagt. 2.Das sind Worte für die Bloden, die sind alles Glau⸗ hens werth; das heißt an die herzen reden, das ist Trost, wie man begehrt: Gottes Onade weicht dir nicht, weil h dein Erbarmer spricht. 3. Hier ist Kraft für alle Müden, die so manches Elend beugt. Man findt Gnade nan hat Frieden, welcher al⸗ les übersteigt. Mein Erbar⸗ ner, sprich mir du dieß in illen Nöthen zu. 4. Wenn mich meine Sün⸗ den schmerzen und der Stra⸗ sin lange Pein, ach, so rede meinem Herzen deinen Trost ind Frieden ein: daß du mir in Jsu Christ ewig ein Er⸗ hatmer bist. 5. Gib mir einen starken Glauben, der dein Wort mit hrenden faßt, so kann mir der 10 nicht rauben, was du mir geschenket hast; auch die 147 17—* 297 Hölle nimmt mir nicht, was mein Heiland mir verspricht. Philipp Friedrich Hiller, geb. 1699, + 1769. Me— 5 Welt, ich muß dich lassen ꝛc. 362. ie Sünden sind vergeben! das ist ein Wort zum Leben für den gequälten Geist; sie sinds in Jesu Na⸗ men, in dem ist Ja und Amen, was Gott uns Sündern je verheißt. 2. Das ist auch mir ge⸗ schrieben, auch ich bin von den Lieben, weil Gott die Welt geliebt; auch ich kann für die Sünden bei Gott noch Gna⸗ de finden; ich glaube, daß er mir vergibt. 3. Mein Hauptgesuch auf Erden soll die Vergebung werden, so wird mein Tod nicht schwer. O in den Sün⸗ den sterben, ist ewiges Ver⸗ derben; denn Gott vergibt dort keine mehr. ů 4. Hier ist die Zeit der Gnaden, der Angst sich zu entladen, auf Gottes Wort zu ruhn, die Seele zu erretten, zu glauben und zu beten, und das in Jesu Namen thun. 5. Ach Gott, laß meiner Seelen es an dem Trost nicht 298 fehlen, daß du die Schuld vergibst; wenn ich mich be⸗ tend beuge, so sey dein Geist mein Zeuge, daß du dein Kind in Christo liebst. 6. Wenn ich von hinnen scheide, so mach mir das zur Freude, daß ich begnadigt bin! Im Glauben der Vergebung, in Hoffnung der Belebung geh ich alsdann im Frieden hin. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699, 4 1769. Mel. Beschränkt, ihr Weisen ꝛc. ein Heiland nimmt die Sünder an; die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel troͤ⸗ sten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden, den'n selbst die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel seyn, den'n Moses schon den Stab gebrochen und sie der Hölle zugesprochen, wird diese Freistatt aufgethan: mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. 2. Sein mehr als mütter⸗ liches Herz trieb ihn von sei⸗ nem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden; er senkte sich Rechtfertigung und Gnadenstand. in ihre Noth und litt fürf den bittern Tod; nun duß denn sein eigen Lebenzurtha ern Zahlung hingegeben m seinem Vater gnug gethan j heißts: er nimmt die Eüz der an. 3. Nun ist sein aufhehr ner Schoß ein sichres Shs gejagter Seelen; er sprihist von dem Urtheil los und tl get bald ihr ängstlich Oulln es wird ihr ganzes Süͤndi⸗ heer ins unergründlich ii Meer von seinem reinen Ih versenket; der Geist, derihm wird geschenket, schwingtihz sie die Gnadenfahn: mi Heiland nimmt die E der an. 4. So bringt er sie du Vater hin in seinen bubl floßnen Armen; das nih dann den Vatersinn zu eun währendem Erbarmen. nimmt sie an an Kindeif ja alles, was er ist und he wird ihnen eigen übenn und selbst die Thür zune gen Leben wird ihnen 1 aufgethan: Mein Hůlh nimmt die Sünder an. 5. O solltest du sin gn sehn, wie sichs nach amn litt füt nun dat nzurther geben un gethan die Sil aufgeth⸗ res Slj spricts los undt ch Qulln 8 Sünder ndlich tin deinen Vut st, derihm hwingtilt ahn: m die Eih er sie dn en hluh⸗ das nih nn zu e xmen. 6 f indelfit ist und h übeigehn ür zum tk nen frͤt U Helch er an. u sein h nach aumt Rechtfertigung und Gnadenstand. Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach Zöll⸗ nern aus, wie eilt er in Za⸗ hii Haus, wie sanft stillt er dort Magdalenen den Strom der bittern Reuethränen, und henkt nicht, was sie sonst ge⸗ than. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen. Nun dieß hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen; nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freu⸗ den den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt, und wen sein Sündengreul betrübet, zu dem, der Keinen von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begi⸗ bet. Wie? willst du dir im lichte stehn und ohne Noth berloren gehn? Willst du der Sinde länger dienen, da dich zu retten er erschienen? O 1717 2227— 299 nein! verlaß die Sündenbahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur, so gut du weißt zu kommen; wenn gleich die Last dich nie⸗ derdrückt, du wirst auch krie⸗ chend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegengeht; wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Mensch, heran. Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. 9. Sprich nicht: ich habs zu arg gemacht, ich hab die Güter seiner Gnaden zu lang und schändlich umgebracht; er hat mich oft umsonst geladen. Wofern dus jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, und du sollst seine Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die 300 offne Gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu; wer seiner Seelen Heil verträumet, der hat die Gna⸗ denzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan; heut komm, heut nimmt dich Je⸗ sus an. 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder, erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder. Zeig uns bei unserm Seelen⸗ schmerz dein aufgeschloßnes Liebesherz, und wenn wir un⸗ ser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein Jeder sagen kann: Gott Lob! auch mich nimmt Jesus an Leop. Franz Friedr. Lehr, 5 geb. 1709, + 1744. Mel. O daß ich tausend ꝛe. 364. Aus Gnaden soll ich selig werden; Herz, glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd geberden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit seyn: aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden: hier gilt Rechtfertigung und Gnadenstand. kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin; Gott, di aus Lieb im Fleisch erschienn bringt uns den seligen G⸗ winn, daß uns sein Tod dis Heil gebracht und uns au Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! merk dieß Wort: aus Gnaden, so at dich deine Sünde plagt, s oft dir will der Satan schs den, so oft dich dein Gewissn nagt. Was die Vernuuf nicht fassen kann, das bieli dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sih Sohn auf Erden und über nahm die Sündenlast. Wi nöthigtꝰ ihn, dein Freund n werden? sags, wenn du wil zu rühmen hast! Wars nich daß er dein Bestes wollt in dir aus Gnaden helfen soͤl 5. Aus Gnaden! diest Grund wird bleiben, so lu Gott wahrhaftig heißt; vñ alle Knechte Jesu schreibnn was Gott in seinem Wort ul preist, worauf all unser Glz be ruht, ist Gnade durch d Lammes Blut. ů 6. Aus Gnaden! doch di sichrer Sünder, denk nich. wohlan! ich greif auch uu 177* Wahr Kinde heißne seine auf C 7 Wort ler H der S lernt beim Gnad ists ei 8. blöder Vater ter det zen mehr ich o wenn ler w 9. will nichtẽ kenn ben,! heile froh, die E 1 mich mei getro du wy u nich. ollt u en solll 11 desst so lan ißt; wi chreiben Vort ul⸗ er Glu⸗ urch l dach 0 ik nidt: auch Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur ver⸗ heißnen Ruh. Doch den geht seine Gnad nicht an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! wer dieß Wort gehöret, tret ab von al⸗ ler Heuchelei. Dann, wann der Sünder sich bekehret, so lernt er erst, was Gnade sey; beim Sündgen scheint die Gnad gering, dem Glauben sts ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem llöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wanns un⸗ ter den Verzweiflungsschmer⸗ zen nichts sieht und nichts nehr hoffen kann. Wo nähm ih oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein An⸗ ler wär? 9. Aus Gnaden! hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl ich kenn mein fündliches Verder⸗ ben, doch auch den, der mich heilen soll; mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. 10. Aus Gnaden! die wird nich bedecken; ich schwinge meine Glaubensfahn und geh hetrost trotz aller Schrecken 17*7 2*— Rechtfertigung und Gnadenstand. 301 und Zweifel fort nach Ka⸗ naan. Ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es, oder fühl es nicht. Christian Ludw. Scheidt, geb. 1709, 4 1761. Mel. Wie groß ist des ꝛc. 365. Verlaß mich nicht, bis ich erkalte! Erleuchte mich, mein Lebenslicht! Stärk mich, daß ich dich glaubig halte, o Herr, du meine Zuversicht! Führ mich in meinen Prü⸗ fungsjahren den Weg, den ich nicht finden kann! Ich bin, wie meine Väter waren, dein Bürger und dein Wanders⸗ mann. 2. Erhör mich, wann ich zu dir schreie, gib meiner Seele große Kraft; umgürte mich nach deiner Treue mit Waffen deiner Ritterschaft! Und wenn, gleich Löwen nach dem Raube, der Feind nach meiner Seele brüllt, dann sey dein Wort, dein Geist, dein Glaube mein Schwert, mein Harnisch, Helm und Schild! 3. Ich suche dich, laß mich dich finden! Laut seufzt mein durstig Herz nach dir; ver⸗ birg im Aufruhr meiner Sünden dein gnädig Antlitz 302 nicht vor mir! Was willst du mit dem Staube rechten? du kennst mein sündiges Ge⸗ schlecht; prüfst du, so ist von deinen Knechten kein einziger vor dir gerecht! 4. Sollt ich vor deinem Fluche beben? Mich trifft er nicht, denn ich bin rein; mein Heiland starb, so muß ich le⸗ ben; er überwand, der Sieg ist mein! Was schaden mir der Hölle Flammen? ich erbe meines Vaters Gut! Ich bin sein Kind, wer will verdam⸗ men? Ich bin versöhnt durch Christi Blut. 5. O komm, du Blut des Menschensohnes mit aller dei⸗ ner Seligkeit! Gib mir zur Rechten deines Thrones das Erbe deiner Herrlichkeit! Ich mag sie nicht, die Erdenkro⸗ nen, sie sind für meinen Wunschzu klein! Weg, Staub, ich soll bei Jesu wohnen, ich soll, wie er, unsterblich seyn. 6. Zum selgen Anschaun Gottes kommen, den großen Bundesfürsten sehn, mit Got⸗ tes Heer, mit tausend From⸗ men durch alle Himmel ihn erhöhn; ohnThränen, Furcht, Gefahr und Leiden, mehr Rechtfertigung und Gnadenstand. Glück genießen, als ich weiß: das, Herr, sind deines Rei⸗ ches Freuden, und nach voll⸗ brachtem Kampf der Preis. 7. So gib denn Glauben deinem Streiter, der durh die Liebe thätig sey. Mah mich getrost, in Hoffuun heiter, demüthig, keusch, ver söhnlich, treu, gutthätig, weich bei fremden Schmerzen, heiß im Gebet und still im Spotz, zum Tode reif, voll Ruh in Herzen, arm vor der Wal, und reich in Gott. 8. Und wird nun bald de Tag erscheinen, der Tag dez Kampfes und der Ruh: dann lächle mir, wenn Freunde weinen, die Freude jenes L⸗ bens zu. Dann sey men Ende, wie dein Ende; dam schmück sich meine Seele schon, um im Triumph durch deine Hände zu deinen Wonnen einzugehn Mel. O daß ich tausend u. Gott, deine Gnade bringt uns Leben; sie schaft uns Heil und Seelemrih, Dein ists, die Sünden zu dei⸗ geben, und willig ist dein hez dazu. Du nimmst die Sil⸗ der gn Reue zr 2.1 ckretter slbst d hamit ꝛ mo de Mittler 4. Rlagen furchtb ind fr für mi Rein litt u Gott v 5.0 die Se ner G daß ir nie fe heit. Heil ihre nes L⸗ y mein dann le schon ch deine Wonnen L. Hering, 177⁰. end ꝛc. Gnade e schift elenruh. zu vet ein Haz ie Sün⸗ er gnädig an, die sich voll Rue zu dir nahn. 2. Uns, uns Verlorne zu nretten, gabst du für uns sflbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Frieden hätten, für ins den Tod, der Sünde dohn. O Gott, wie hast du m geliebt, welch ein Erbar⸗ nen ausgeübt! 3. Dank, ewig Dank sey heiner Treue, die Niemand guug erheben kann! Nun ummst du jede wahre Reue in Christi willen gnädig an. Vohl dem, der sich zu dir be⸗ schtt und glaubig seinen Mitler ehrt! 4. Du rettest ihn von allen Hlagen, die dem Gewissen furchtbar sind; er kann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind. Mein Jesus ist, der für mich lt und mich noch jetzt bei Hott vertritt. 5. O Herr, wie ruhig ist ie Seele, die ganz sich dei⸗ ner Gnade freut! Seys auch, nuß irdisch Glück ihr fehle; lie fehlt ihr doch Zufrieden⸗ het. Denn überwiegt dein Hel nicht weit die Welt und hre Herrlichkeit? Rechtfertigung und Gnadenstand. 303 6. Dein Friede stärkt mit frohem Muthe das Herz auch in der größten Noth, gibt Hoffnung zu dem ewgen Gute und macht getrost selbst in dem Tod. Er ist schon in der Pilgerzeit ein Vorschmack je⸗ ner Seligkeit. 7. Laß, Vater, denn auch mich empfinden, wie köstlich dieser Friede sey! Auch mich sprachst du von meinen Sün⸗ den und ihren Strafen völlig frei. Denn der, der Aller Sünden trug, that sterbend auch für mich genug. 8. O laß mich dieß im Glauben fassen und, Vater, mich voll Zuversicht auf deine Treue stets verlassen! Wenn alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt; sein Heil steht unbeweglich fest. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in kindlichem Gehorsam weihn. Herr, du vergabst mir meine Schuld; nie, nie vergeß ich diese Huld! S. S. Oiterich, geb. 1721, + 1757. 304 Mel. Schwing dich auf ꝛc. 367. Deines Gottes freue dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräuen? Ists nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz be⸗ gehret, einen Vater, welcher mir, was mir nützt, gewäh⸗ ret; der mich durch sein gött⸗ lich Wort hier zum Guten lenket, und mit Himmels⸗ wonne dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich fürcht und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl! wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zu⸗ versicht auf zum Himmel bli⸗ cken; selbst der Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drü⸗ cken. Hoffnung und Zufrie⸗ denheit wohnen mir im Her⸗ zen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. Rechtfertigung und Gnadenstand. 5. Du bist mein! so au ich dann; wer ist, der mi schade? Heil mir, daß ich ih men kann: mein ist dein Gnade! Dir ist meine Wohl fahrt werth, du gabst miryu Leben, und du wirst auch, wn mich nährt und erfreut, geben. 6. Jesus ist nach deinn Rath in die Welt gekomman alle meine Missethat hat g weggenommen. Ihm vertmn ich, bet ihn an, glaub an sen Leiden, folg ihm treulichmn so kann nichts von ihm nih scheiden. 7. Dich, du menheit, such ich nicht vaz bens. Wann mein Lauf ail⸗ endet ist, und vollbrachtmi Leiden, ruft mein Mittlety u sus Christ mich zu sün Freuden. 8. Gib mir nur, so ln zu dir ich habe, in dieser Zeit und mendus am Grabe. Trost v. Sterblichkeit, Heil des besu Lebens, himmlische Vollln ni mit en 35 guten e gieren, 1 so jauch der mn ichrih ist dein 1e Woh t mir dol uch, wa reut, n ch deinnn komman at hat a g9. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie nit entschloßnem Glauben! Kampf der Heiligung. 30⁵5 Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Balthasar Münter, geb. 1735, 4 1799. Kampf der Mel. Herr, wie du willst ꝛe. 368. Laß, Vater, deinen huten Geist mich innerlich re⸗ ieren, daß ich allzeit thu, uns du heißt, und mich nicht laß verführen, daß ich dem Argen widersteh und nicht bon deinem Weg abgeh zur Rechten oder Linken. 2. Ob böͤse Lust noch man⸗ ligfalt mich anficht, weil ich lbe, so hilf, daß ich ihr also⸗ huld im Anfang widerstrebe, ind daß ich da vergesse nicht Vie Todesstunde, das Gericht, den Himmel und die Höͤlle. 3. Gib, daß ich denke je⸗ detzeit an diese letzten Dinge und dadurch alle Sünden⸗ sund aus meinem Herzen heinge, damit ich mög mein Lben lang dir dienen ohne äucht und Zwang in willi⸗ Iem Gehorsam. . Gott Vater, deine Kraft Heiligung. und Treu laß reichlich mich empfinden. O Jesu Christe, steh mir bei, daß ich könn überwinden. Hilf, heilger Geist, in diesem Krieg, daß ich da immer einen Sieg er⸗ halte nach dem andern. David Denicke, geb. 1603, 4 1680. Mel. Was mein Gott will ꝛc. 369. Seg Gott getreu, halt seinen Bund, o Mensch in deinem Leben, leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allem ergeben. Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrie⸗ ben bei seinem Eid, in Ewig⸗ keit als Vater dich zu lieben. 2. Sey Gott getreu, laß keinen Wind des Kreuzes dich abkehren; ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr begehren? Dieß höchste Gut macht 29•* Muth; 306 kann seine Christ, im Himmel und auf Erden. 3. Sey Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von dessen Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du kühnlich glauben. 4. Sey Gott getreu in deinem Stand, darein er dich gesetzet; wenn er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der dich verletzet? Wer seine Gnad zum Schilde hat, dem kann kein Teufel schaden; ist diese Wehr um einen her, so bleibt ihm wohl gerathen. 5. Sey Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen; steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein lie⸗ bes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 6. Sey Gott getreu, als folgt meinem welcher sich laßt treü und gnä⸗ leʒ nehmt euer Kampf der Heiligung. Huld dir werden, dig finden; streit unter ihn nichts Bessers ist, mein lieber nur ritterlich, laß über dih den Sünden ja wider Pfiih den Zügel nicht; wär ja de Fall geschehen, so sey benit durch Buß bei Zeit nur uj⸗ der aufzustehen. ö 7. Sey Gott getren ll in den Tod und laß di nichts abwenden; er wirduh kann in aller Noth dit trun Beistand senden. Und kin auch gleich das höͤllisch R mit aller Macht gedrungi wollt auf dich zu/so glaubehh du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott alsolle ben treu, wird er sich dittt weisen, daß er dein lieher d ter sey, wie er dir hat n heißen, und eine Kron zu Gnadenlohn im Himmel aufsetzen, da wirst du dihft ewiglich in seiner Treu z götzen. sht get Seele,! jed Canfm Hemütl hott er 4. 8 ih geh: Mel. Machs mit mir, Ooh usn mei Christus, unser Held, Msut nach, ihr Christen allel A. läugnet euch/ verlaßt die Ruf und Shise. Kreuzudtbs ö 4* nter ihn über di er Pflich är ja du ey berei, nur wi⸗ hmäch auf euch, folgt mei⸗ nem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich lucht euch für mit heilgem Lugendleben; wer zu mir lummt und folget mir, darf icht im Finstern schweben; etreu Iysih bin der Weg, ich weise laß Ihnohl, wie man wahrhaftig wirdu pandeln soll. dir tun g. Mein Herz ist voll De⸗ Und lin mthigkeit, voll Liebe meine lisch huhgiele, mein Mund der fleußt edrungn jeder Zeit von süßem glatbehh Eanfuuthöle. Mein Geist, Angel Hemüthe, Kraft und Sinn ist tt alhoblz Hott ergeben, schaut auf ihn. sich dirs 4. Fällts euch zu schwer, lieberheh geh voran, ich steh euch an r hat HUr Seite, ich kämpfe selbst, Kron zunsih brech die Bahn, bin alles himmel Uln dem Streite. Ein böser du dihsilhuecht, der still darf stehn, Treu iswnn er den Feldherrn an 1010siht gehn. — — nir,Gol usn meint, wird sie ohn mich Kampf der Heiligung. 307 lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlge⸗ muth, getrost und gern bei ihm im Leiden stehen! Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. eb. 1624..Lrz. Mel. Machs mit mir, Gott ꝛc. 371. Auf„Christen⸗ mensch! auf, auf zum Streit! Auf, auf zum Ueberwinden! In dieser Welt, in dieser Zeit ist keine Ruh zu finden. Wer nicht will streiten, trägt die Kron des ewgen Lebens nicht davon. 2. Der Teufel kommt mit seiner List, die Welt mit Pracht und Prangen, das Fleisch mit Wollust, dich, o Christ, zu fäl⸗ len und zu fangen; streitst du nicht wie ein tapfrer Held, so bist du hin und schon gefällt. 3. Gedenke, daß du zu der Fahn deins Feldherrn hast geschworen; denk ferner, daß du als ein Mann zum Streit bist auserkoren; ja denke, daß ohn Streit und Sieg nie Kei⸗ ner zum Triumph aufstieg. 4. Wer überwindt und kriegt den Raum der Feinde, die vermessen, der wird im Pa⸗ 20* 308 radies vom Baum des ewgen Lebens essen. Wer überwindt, den soll kein Leid noch Tod berührn in Ewigkeit. 5. Wer überwindet, der soll dort in weißen Kleidern gehen; sein guter Name soll sofort im Buch des Lebens stehen; ja, Christus wird ihn offenbar bekennen vor der En⸗ gel Schaar. 6. Wer überwindt, soll ewig nicht aus Gottes Tem⸗ pel gehen; er soll drin wie ein himmlisch Licht und güldne Säule stehen; der Name Got⸗ tes, unsers Herrn, soll leuch⸗ ten von ihm weit und fern. 7. So streit denn wohl, streit keck und kühn, daß du mögst überwinden; streng an die Kräfte, Muth und Sinn, daß du dieß Gut mögst fin⸗ den. Wer nicht will streiten um die Kron, bleibt ewiglich in Spott und Hohn. Joh. Scheffler, geb. 1624, + 1677. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend ꝛc. 372. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, s chleuß zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, Kampf der Heiligung. daß sie in meinem Hernei ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, men Thür; ach komm und wohn du bei mir, treib all Umn nigkeit hinaus aus deinnn Tempel und Wohnhaus. 3. Laß deines guten O stes Licht und dein hellgst zendAngesicht erleuchtenman Herz und Gemüth, o Brm nen unerschöpfter Güt. 4. Und mache denn h Herz zugleich an Himmelign und Segen reich; gib Wiß heit, Srärke, Rath, Versid aus deiner milden Guada⸗ hand: 5. So will ich deinet n mens Ruhm ausbreiten d dein Eigenthum und dis achten für Gewinn, wen nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß, geb. 1654, Hll Mel. Freu dich sehr, o meint 373. Schaffet, shn Menschenkinder, schaffeten Seligkeit; bauet nicht N freche Sünder nur auf g⸗ wärtge Zeit, sondem sh über euch, ringet nach i Himmelreich, und benth euch auf Erden, get selig werden. 2. gesche Fleis⸗ ben 9 was muß Leben mag lem u 3. beken Sün von euch daß alleit daß euch! 4 ben Kam den die; Chri man dens zuvo lich liss bezu nun und wie ihr ter Herzen su, mein id wohhr I1 Umst deinen haus. uten O⸗ hellgliz chtenman o Bmp Hüt. denn man immeldgt gib Wil Versd Gnadaz deines M reiten h und disth n, wemi in. eb. 1654, Hl „ mein et, schft sch affet 0 t nicht r auf gh dern schu t nach nd benn wie iht — 2. Daß nun dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach dleisch und Blut und dessel⸗ ben Neigung gehen; sondern was Gott will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Richtschnur seyn, es mag Fleisch und Blut in al⸗ lem übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach, zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt; daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glau⸗ hen kämpfet, selig, wer im Kampf besteht und die Sün⸗ den in sich dämpfet, selig, wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treu⸗ lich ringen, sondern träg und lässig seyn, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoff⸗ nung ein; ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rech⸗ ter Sieg; wahren Siegern. Kampf der Heiligung. 309 wird die Krone nur zum bei⸗ gelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lu⸗ stig machen, hat bei Christen keine Statt; sündlich Reden, üppig Lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen; denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen; er ists, der des Geistes Oel und, nachdem es ihm beliebt, Wol⸗ len und Vollbringen gibt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzes⸗ tod darnieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab; was euch är⸗ gert, senkt ins Grab und denkt mehrmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte. 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Je⸗ sum sehn, bis ich seinen Bei⸗ stand finde, in der Gnade zu 310 bestehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gib mir deines Geistes Waffen, meine Se⸗ ligkeit zu schaffen. 10. Amen! es geschehe, Amen! Gott versiegle dieß in mir, auf daß ich in Jesu Na⸗ men so den Glaubenskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel Ludw. Andr. Gotter, dringe. geb. 1661, + 1735. Eigne Melodie. 374.O Durchbrecher al⸗ ler Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist: übe ferner dein Gerichte wider unsers Adams Sinn, bis dein treues Angesichte uns führt aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk. Hiezu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschen⸗ ket hat, und es von dem Trei⸗ ben führest zu der süßen Ruhestatt. Kampf der Heiligung. 3. Ach, so mußt du un vollenden, willst und kanm ja anders nicht; denn wir siud in deinen Händen, dein Hez ist auf uns gericht, ob wir wohl vor allen Leuten als g⸗ fangen sind geacht, weil d Kreuzes Niedrigkeiten z veracht't und schnöd gemacht 4. Schau doch aber unsn Ketten, da wir mit der Crer tur um Erlösung seufzen, de ten von der Schwachheit du Natur, von dem Dienst du Eitelkeiten, der uns noch s hart bedrückt, wenn auchschun der Geist in Zeiten sich a etwas Beßres schickt. 5. Ach, erheb die matinn Kräfte, reiße du das Baud entzwei, daß wir durch di Weltgeschäfte durchgebrochn stehen frei; weg mit Mu⸗ schenfurcht und Zagen, waih Vernunftbedenklichkeit, fin mit Scheu vor Schmach mů Plagen, weg des Fleische Zärtlichkeit. 6. Herr, zermalme, biih und reiße die verboste Mahh entzwei, denke, daß ein ann Mensche dir im Tod nicl nütze sey. Heb ihn aus denn Staub der Sünden, wirf I * Schlar ms we ded Vo 7. Huhef it. X so thu schieds der bii lißt di lösung Nund 8.8 ger, sie Regim. hes Kl herei ei her laß Heuen? linger du mei 9.. Aefangt Igkeit, stetz he Citelke lus, zu lich an sen S Freihe 10. vit err shen wa —— —— 1 2 t du unz d kanns wir siud ꝛein Haz ob wi n als g⸗ weil de ten m gemacht ber unsu der Crar izen, h⸗ hheit de ienst da noch si luchschu ie matten as Bad durch di gebrochn nit Ma⸗ n, weich eit, fu nach und Fleisch me, hrih ste Mahi in armn od nicht aus den witf Kampf der Heiligung. Schlangenbrut hinaus, laß nus wahre Freiheit finden in des Vaters Hochzeithaus. 7. Wir verlangen keine guhe für das Fleisch in Ewig⸗ kit. Wie dus nöthig findst, so thue noch vor unsrer Ab⸗ shiedszeit; aber unser Geist der bindet dich im Glauben, lißt dich nicht, bis er die Er⸗ lhsung findet, die dein treuer Rund verspricht. 8. Herrscher, herrsche; Sie⸗ ger, siege; König, brauch dein Rgiment, führe deines Rei⸗ ches Kriege, mach der Skla⸗ hetei ein End! Aus dem Ker⸗ kr laß die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns linger nicht so quälen, denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Gefäl⸗ lgkeit, ach, so laß uns nicht setd hangen in dem Tod der Eitelkeit; denn die Last treibt uus, zu rufen, alle schreien wir lich an; zeig doch nur die er⸗ sen Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn. 10. Ach, wie theur sind hir erworben, nicht der Men⸗ shen Knecht zu seyn; drum so wahr du bist gestorben, 311 mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen und verklärt ins beste Bild. Der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß uns mit gekreuzigt seyn, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan! du wirst nicht säu⸗ men, laß uns nur nicht lässig seyn; werden wir doch als wie träumen, wann die Freiheit bricht herein. er, 1 11. Mel. Straf mich nicht in ꝛc. 375. Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuch⸗ 31²2 ten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Au⸗ gen haben. A. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag fin⸗ den, weils ihm sonst ein Leich⸗ tes ist, dich zu überwinden; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be⸗ zwinge, oder wenn sie sich ver⸗ stellt, wieder an sich bringe; wach und sieh, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wach dazu auch über dich, über Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Got⸗ tes Gnad verscherze; denn es ist voller List, kann sich selber heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei, mitten in dem Wachen; denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten seyn, Kampf der Heiligung. wenn er soll was geben e verlanget unser Schrein, wem wir wollen leben und dunh ihn unsern Sinn, Feind, Wi Fleisch und Sünden kräfth überwinden. 9. Doch wohl gut!;es iij uns schon alles glücklichgehn wenn wir ihn durch seinn Sohn im Gebet anflehnz denn er will uns mit Füllst ner Gunst beschütten, wan wir gläubig bitten. 10. Drum so laßt u immerdar wachen, flehen, d ten, weil die Angst, Nothunh Gefahr immer näͤher tuenz denn die Zeit ist nicht wiß da uns Gott wird richten ns die Welt vernichten. Joh. Burchard Freystein, Mel. Wachet auf, ruft. 376. Rüstet euch, Christenleute; die Feindef chen euch zur Beute, S. tan selbst hat eur behhll 4 Wappnet euch mit Gall Worte und kämpfet frishn jedem Orte, damit ihr hlih unversehrt. Ist euch det diih zu schnell, hier ist Immam Hosianna! Der Starke f durch diesen Held, uud i behalten mit das Feld. 2 NT* anflehen it Füllsi ten, wen laßt n flehen,h⸗ Noth uh her trein nicht wiß richten u N. reystein, f, rust z euch, Feinde ite, ja C ir begeht. mit Gatl fet flishn t iht llab ch derdih Immaul Starkef — d, und M dadurch die Liebe fleußt in die Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, die ihr seyd Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lah⸗ Umen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermü⸗ den will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wohlan, so seyd zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wann Gott wird die Todten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob! wir sind versöhnt; daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat lingstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kin⸗ der und mache die zu Ueber⸗ windern, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Geuß aus auf uns den Geist, Kampf der Heiligung. 313 Herzen, so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. 9• aIu Eigne Melodie. 377. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens; sieh, wie die Finsterniß dringet herein; wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu seyn; Satan der sinnet auf allerhand Ränke, wie er mich sichte, verstöre und kränke. 2. Jesu, hilf siegen, der du mich erkaufet, rette, wenn Fleisch und Blut, Satan und Welt mich zu berücken ganz grimmig anlaufet, oder auch schmeichelnd sichlistigverstellt. Wüthen die Feinde von au⸗ ßen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hülfe zerrinnen. 3. Jesu, hilf siegen! ach wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sün⸗ den der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täg⸗ lich hält für; laß es zu mei⸗ ner Demüthigung dienen, und mich doch schmecken dein kräftig Versühnen. 4. Jesu, hilf siegen, wenn 314 in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Macht der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben dar⸗ legt; hilf, daß ich dann vor mir selber erröthe und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch tödte. 5. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, daß bei mir lebe des Geistes Ver⸗ langen, aufwärts sich schwin⸗ gend durch heiligen Trieb; laß mich eindringen ins gött⸗ liche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken, wenn sich die Kräfte der Lügen auf⸗ blähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken; laß dann viel heller doch deine Kraft sehn steh mir zur Rech⸗ ten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prü⸗ fen die Geister. 7. Jesu, hilf siegen im Wa⸗ chen und Beten! Hüter, du schläfest und schlummerst nicht ein; laß dein Gebet mich un⸗ endlich vertreten, der du ver⸗ heißen, mein Fürsprech zu Kampf der Heiligung. seyn; wenn mich die Nahn mit Ermüdung will deckh wollst du mich, Jesu, ermm tern und wecken. 8. Jesu, hilf siegen, wen alles verschwindet, und i mein Nichts und Verderhe nur seh, wenn kein Vermöhn zu beten sich findet, wenn i muß seyn ein verschüchternt Reh; ach Herr, so wollst d im Grunde der Seelen di mit dem innersten Seufzn vermählen. 9. Jesu, hilf siegen u laß mirs gelingen, daß ich du Zeichen des Sieges erlauz so will ich ewig dir Loh in Dank singen, Jesu, mein Hi⸗ land, mit frohem Gesash Wie wird dein Name da wnr den gepriesen, wo du, ohib dich so mächtig erwiesen! 10. Jesu, hilf siegal Wenns nun kommt zumSth ben, mach du mich würdigu stetig bereit, daß ich mich köm recht nennen dein'nErben dan in der Cwigkeit, hier in di Zeit. Jesu, mein Jesu, R. bleib ich ergeben, hilf du m siegen, mein Heil, Trost uh Leben!. Zohann Heinrich Shhud geh. 1666, 4 37⁰ Gotte ind l sich re die ih 2ꝛ. ist eng ist sch im Ge zum K 3. ind L Gottes wider matt! 4. glühe, von iihe; Stich 5. Schre an; I tuen Racht 6. kkrung du nu zwun Aegt 397 deiner 7 die Naht ll deckgh u, ermmp en, wen und ii Verderhe Bermögn wenn ii hüchtertt wollst d eelen diß Seufzu iegen m aß ich du erlanh r Lob ind mein Hi Gesam, ne da wa⸗ U, oheb, iesen! f siegenl zumSth⸗ ürdigmnd mich köm Erbendas ier in x Nsu, x ilf du m Tustn gheiner Seele, deines Heils nit Zittern wahr; hier in die⸗ Schrl 1 Kampf der Heiligung. Eigne Melodie. 378. Ringe recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles in Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Hottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder natt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt ab⸗ jiehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich keine Zeit ge⸗ teuen, wärs auch Tag und nuht gethan. 6. Hast du dann die Perl llrungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse hast be⸗ zwungen, das uns Schaden Alegt zu thun. 7. Nimm mit Furcht ja 31⁵ ser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das Beste, Rückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitel⸗ keit; bleibe Tag und Nacht in Waffen; fliehe träge Si⸗ cherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen; gib der Lust den Zügel nicht. Willst du die Begierden füllen, so verlischt das Gnadenlicht. 14. Fleischesfreiheit macht die Seele kalt und sicher, frech und stolz; frißt hinweg des Glaubens Oele, läßt nichts als ein faules Holz. 12. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 13. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von kei⸗ ner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu Gut. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen spricht zum Lachen 316 du bist toll! weil es, wann Gott wird erscheinen, lauter Heulen werden soll. 15. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 16. Dieß bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 17. Denkt bei jedem Au⸗ genblicke, obs vielleicht der letzte sey; bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Oel herbei. 18. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht So⸗ dom in der Gluth? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 19. Eile, wo du dich erret⸗ ten und nicht mit verderben willt; mach dich los von allen Ketten, fleuch als ein gejag⸗ tes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar ein. Eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. 21. Laß dir nichts am Kampf der Heiligung. Liebe selber bist, und desh Herzen kleben, fleuch vor din verborgnen Bann, such z Gott geheim zu leben, di dich nichts beflecken kann. 22. Eile, zähle Tag uy Stunden, bis dein Bräutgm kommt und winkt und, wan du nun überwunden, dichnm Schauen Gottes bringt. 23. Eile, lauf ihm dun entgegen, sprich: Mein Lich ich bin bereit, nun mein Hütz lein abzulegen, mich dürstu der Cwigkeit! Fa Mel. Weil nichts gemeiner ist 9. Du Vater deinn Menschenkinder, der du R Herz auch gegen Sünder uuh gütig und voll Mitleid sf laß mich von ganzem Heant dein im Leben und im Ah seyn. 2. Gib, daß ich als du Kind dich liebe, da du uihl äls ein Vater liebst, ud gesinnt zu seyn mich ühe u du mir selbst die Vorschif gibst. Was dir gefallt i auch mir; nichts scheidennh mein Gott, von dir. 3. Vertilge, Herr, un deine Liebe in mir die Lh zu der Verlä das E zönnt horzie vor do such i ben, di kann. Tag un Bräutgm und, wemn u, dichnmn ingt. ihm du Nein Lch nein Hüt⸗ dürstinh Jos. Winallz 1670, 4 1. neiner isty ter deinn der du N und dasn ünder uh litleid ss em Hezn d im dun h als di a du mhl. st, unds h übe u Vorsch ällt,gefl heide nith Kampf der Heiligung. 317 u der Welt und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir hus Eitle noch gefällt. Wie Uönnt ich je die Creatur dir hurziehn, Schöpfer derNatur? 4. Laß mich um deines Na⸗ mens willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichz nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Sorg⸗ falt meiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich beflissen seyn. 6. Aus Liebe laß mich al⸗ les leiden, was mir dein wei⸗ ser Rath bestimmt. Auch Hübsal führt zu ewgen Freu⸗ den; wer ihre Last gern auf sich nimmt, sie willig trägt und weislich nützt, wird mäch⸗ tig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, so ist auch Ster⸗ ben mein Gewinn; so werd ich deinen HDimmel erben wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzig⸗ keit Balthasar Muͤnter, geb. 1735, + 1793. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht ꝛc. Herr, stärke meinen schwachen Muth, dich treulich zu bekennen und trotz der Feinde Hohn und Wuth den Deinen mich zu nennen. Gib, daß ich ohne Heuchelei durch deine Gnade stark und frei dein ewig Lob verkünde! 2. Ich weiß, es geht der Zeugen Pfad durch manches Ungewitter; denn wen dein Licht erleuchtet hat, dem wird die Weltlust bitter. Je mehr er Welt und Sünde haßt, um desto schwerer wird die Last; des Kampfes wird kein Ende. 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, mag nicht die Wahrheit hören; und wer ihm von der Buße spricht, will nur den Frieden stören. Das Wort vom Kreuz war allezeit der armen Welt, und ists noch heut, gar eine harte Rede. 4. Und doch will ich ver⸗ zagen nicht, mag sie gleich drohn und lügen; denn Got⸗ tes Wort und Gottes Licht Wini 318 muß doch am Ende siegen. Wie sollt ich zweifeln noch daran? Hat er doch mein Herz aufgethan, das trotzge und verzagte! 5. Und der mein stolzes Herz gewann, das ganz und gar verkehrte, der Allen hel⸗ fen will und kann, gleichwie er mich bekehrte: sein Scepter bleibt in Ewigkeit;zuletzt doch werden weit und breit die Starken seine Beute. 6. So bleib ich ruhig denn dabei, von seiner Huld zu zeugen, und stören soll mich kein Geschrei, ihm meine Knie zu beugen! Es hilft mir ja der starke Held, daß nicht die Früchte der Wiedergeburt. Furcht vor dieser Welt mih treibt, ihn zu verläugnen. 7. Und will die Welt, nah seinem Rath, mich drum mit Füßen treten: er lehrt fir ihre Missethat mich glaubin flehn und beten. Und regtsih noch des Zornes Flamm: ein Blick auf ihn am Krerzet stamm dämpft ihr unheilheh Feuer. 8. Der Feinde Fluch hr⸗ kehret er erbarmungsvoll in Segen und stärket mich, der treue Herr, auch unter hu⸗ ten Schlägen, hilft, daß ih ohne Heuchelei von seinn Gnade stark und frei dunh Wort und Wandel zeuge. Aus Knapp's Liedershaß Früchte der Wiedergeburt. Mel. Wenn wir in höchsten ꝛc. 381. wei Ding, o Herr, bitt ich von dir, die wollest du nicht weigern mir, weil ich in diesem Elend bin, bis mich mein Stündlein nimmt dahin. 2. Verfälschte Lehr, Ab⸗ götterei, auch Lügen ferne von mir sey; Armuth und Reich⸗ thum gib mir nicht, doch sah ches ich noch ferner bitt: 3. Ein ziemlich Nothdurf schaff dem Leib, daß ich kam nähren Kind und Weib, oder kein Noth und Mangel schy und auch kein Ueberfluß dabel 4. Sonst wenn zu satte ih würd seyn verläugnet ich de herrer fing i⸗ hersor 5. rückte nöcht Sünd Hottes hut. 5.5 hetrei⸗ au zug eu un vas di 30² nicht la hon mi sir Str — Belt nit gnen. Velt,nah drum mit ehrt fi glaubg dregtsih mm: ein Kreuz⸗ inheilgch luch her⸗ voll in nich, de iter hat⸗ daß ih u seiner rei duuh zeuge. Liederschat. doch sob itt: othdur ich kamn ib, oder igel schj iß dabei satte ih t ich dn Früchte der Wiedergeburt. 319 herren mein, und saget: Was g ich nach Gott? ich bin hersorgt in aller Noth. 5. Oder wenn Armuth rückte mich, zum Stehlen nöcht gerathen ich, oder mit Sind trachten nach Gut, ohn Hottes Scheu, wie Mancher shut. 6. Des Herren Segen ma⸗ het reich vhn alle Sorg, wenn uu zugleich in deim Stand hen und fleißig bist und thust, vas dir befohlen ist. Paul Eber, geb. 1511, + 1569. Eigne Melodie. 382. Von Gott will ich liht lassen; denn er läßt nicht un mir, führt mich auf rech⸗ ir Straßen, da ich sonst irret shr, reichet mir seine Hand n Abend wie den Morgen hhut er mich wohl versorgen, sh, wo ich woll, im Land. 2. Wann sich der Men⸗ shen Hulde und Wohlthat all latkehrt, so findt sich Gott gar lude; sein Macht und Gnad lwährt hilfet aus aller Noth, ltrett von Sünd und Schan⸗ in, von Ketten und von anden, und wenns auch wär hr Tod. 3. Auf ihn will ich ver⸗ trauen in meiner schweren Zeit. Es kann mich nicht ge⸗ reuen, er wendet alles Leid. Ihm sey es heimgestellt, mein Leib, mein Seel, mein Leben sey Gott, dem Herrn, ergeben er schaffs, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts ge⸗ fallen, denn was mir nützlich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, sein allerliebsten Sohn, durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret: lobt ihn ins Himmels Thron. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welch's er uns beides schenkt; das ist ein selge Stun⸗ de, darin man sein gedenkt. Sonst verdirbt alle Zeit, die wir zubring'n auf Erden. Wir sollen selig werden und bleib'n in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd begraben; wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt un⸗ verloren geführt in Abrams 320 Schoß; der Leib wird neu ge⸗ boren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freude voll; dieselb ohn einig Ende, dieweil ich Chri⸗ stum kenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben uns und Gnad. Auch Gott, der heilig Geist, im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet; ihm sey Lob, Ehr und Preis. Ludw. Helmbold, geb. 1532, + 1598. Mel. Was mein Gott will ꝛc. 383. WerCott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich ver⸗ läßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest und steif thu setzen; Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todes Noth und Schmerzen. Früchte der Wiedergeburt. du, Jesu Christ, der sie al Hülf nicht bau, noch nihd 2. Und wenns gleich u wum dem Teufel sehr und alle Welt zuwider, dennoch so hij schlägt darnieder; und wen ich dich nur hab um mihm.. deinem Geist und Gnaden,s kann fürwahr mir ganz un gar nicht Tod noch Taufl schaden. 3. Dein tröst ich mich gn sicherlich; denn du kannst m 105 wohl geben, was mir ist noßh du treuer Gott, in diesm jenem Leben. Gib wahreun mein Herz erneu, errette d und Seele. Ach, höre, Hin dieß mein Begehr und 1 mein Bitt nicht fehlen. Aus dem 16. Iahih Mel. Es spricht der Unweisen . Herr, deine Mah und Gebot, darnach wir siln leben, wollst du mir, 9 treuer Gott, ins Herze sil Ren geben, daß ich zum Ouli uunde willig sey, und ohne Fah chru und Heuchelei, was du v% 6 fiehlst, vollbringe. ahne 2. Gib, daß ich dit ul gend vertrau, allein dich füchtul anhn liebe, auf Menschentrof vurnei 7 Heich wi und allz och so hi er sie gl und wen mich mi 3naden, ganz un ch Tufs mich gm kannst m ir ist noth diesmu vahredhez rrette d öͤte, Hn r und 16 len. dem 16. Iahi, Unweisen u. eine Mah wirsuln mir, derte sle um Guhl hne Fis 3as du h *—— fürctu enttos un ͤ—2•.—.—— VI Früchte der Wiedergeburt. tum betrübe, daß großer Leute Enad und Gunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Witz und Kunst mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen Mam'n und Bund aus deinem Wort erkenne, auch niemals dich mit meinem Mund ohn Herzensandacht nenne, daß ich bedenke jeden Tag, wie surk mich meine Taufzusag zum Dienste dir verbindet. 4. Am Tage deiner heil⸗ gen Ruh laß mich früh vor dich treten, die Zeit auch hei⸗ ig bringen zu mit Danken und mit Beten, daß ich hab alle Lust an dir, dein Wort gern hör und dir dafür mein dankbar Opfer bringe. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, so vorgesetzt mir werden laß mich ja ehren alle⸗ hit, daß mirs wohl geh auf Erden; für ihre Sorg und RAeu laß mich, wann sie auch verden wunderlich, Furcht, ehr und Dank erweisen. 6. Hilf, daß ich nimmer lne Rach aus Zorn und Feindschaft übe, dem, der mir nthut Trotz und Schmach, herzeihe und ihn liebe, sein 321 Glück und Wohlfahrt Jedem gönn, schau, ob ich Jemand dienen könn, und thu es dann mit Freuden. 7. Unreine Werk der Fin⸗ sterniß laß mich mein Lebtag meiden, daß ich für böse Lust nicht müß der Hölle Qual dort leiden; schaff in mir, Gott, ein reines Herz, daß ich schandbare Wort und Scherz und alle Unzucht fliehe. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr und böser Ränke schüme; mein Herz von Geiz und Unrecht kehr, und frem⸗ des Gut nicht nehme, auch von der Arbeit meiner Händ, was übrig ist, auf Arme wend, und nicht auf Pracht und Hoffart. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf zu retten mich befleiße, von ihm ab⸗ wende Schmach und Schimpf, doch Böses nicht gut heiße. Gib, daß ich lieb Aufrichtig⸗ keit, und Abscheu habe jeder⸗ zeit am Lästern und am Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut nicht wünschen noch begehren; was aber mir vonnöthen thut, das wollst du mir gewähren; doch daß es 21 322 Früchte der Wiedergeburt. Niemand schädlich sey, ich auch ein ruhig Herz dabei und deine Gnad behalte. 11. Ach, Herr, ich wollte deine Recht und deinen heil⸗ gen Willen, wie mir gebührt als deinem Knecht, ohn Man⸗ gel gern erfüllen; doch fühl ich wohl, was mir gebricht, und wie ich das Geringste nicht vermag aus eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke; verleih, o Jesu, Gottes Sohn, daß ich thu rechte Werke; o heilger Geist, hilf, daß ich dich von ganzem Herzen und als mich den Nächsten treulich liebe. Lucas Osiander, geb. 1534, + 1604. Mel. Freu dich sehr, o meine ꝛe. Kommt und laßt euch Jesum lehren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören in der rechten Christen Zahl: die be⸗ kennen mit dem Mund, glau⸗ ben auch von Herzensgrund und bemühen sich daneben, Guts zu thun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demuth haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd all gepreist, danken dem auch f und für: denn das Himm reich ist ihr. Gott wird don zu Ehren setzen, die sich soh gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Lei tragen, da sich goͤttlich Traum findt, die beseufzen und he klagen ihr und andrer Len Sünd; welche des halb tram gehn, oft vor Gott mit I nen stehn: diese sollen not auf Erden und dann dort g⸗ tröstet werden. 4. Selig sind die fromma Herzen, da man Sanftmuh spüren kann, welche Hohnm Trotz verschmerzen, gerne wi chen Jedermann; die nichtsh chen eigne Rach und beffhln Gott die Sach: diese will n Herr beschützen, daß sie uoh das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlt streben nach Gerechtigleit in Treu, daß an ihrem Vhn und Leben kein Gewalt nuß Unrecht sey; die da lichn gleich und recht, sind auftit tig, fromm und schlecht, H Betrug und Unrecht hassn die wird Gott satt werdg lassen. — Herd all n auchft Himmi⸗ wird dun sich sh die Leih h Trauen n und he drer Lent ilb traui mit Vii ollen uoh n dort ge fromma danftmuh Hohnint gernen. ie nichtsh d befesln se will y iß sie nuh ie sehnh tigkeit u em Dhn walt 1o6 da liehn id auftit echt, sü ht hass tt wasdn — Früchte der Wiedergeburt. 6. Selig sind, die aus Er⸗ harmen sich annehmen frem⸗ der Noth, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behüflich sind mit Rath, auch wo möglich mit der That, werden wieder Hülf empfangen und Barm⸗ herzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jeder⸗ keit, die in Werk, Wort und GOeberden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern die mit Ernst sie meiden, werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Friede machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stif⸗ ten Fried und Ruh, rathen allerseits dazu, sich auch Frie⸗ dens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht verschulden und ge⸗ ucht befunden seyn. Ob des Kreuzes gleich ist viel, setzet Gott doch Maß und Ziel, und TFTFE 323 hernach wird ers belohnen ewig mit der Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Se⸗ ligkeiten doch aus Gnaden fähig werd. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Joh. Heermann, geb. 1585, 4+ 1647. Mel. Freu dich sehr, o meine ꝛc. 386. Wohl dem, der den Herren scheuet nnd sich fürcht vor seinem Gott! Se⸗ lig, der sich herzlich freuet, zu erfüllen sein Gebot; wer den Höchsten liebt und ehrt, wird erfahren, wie sich mehrt alles, was in seinem Leben ihm vom Himmel ist gegeben. 2. Seine Kinder werden stehen, wie die Rosen in der Blüth; sein Geschlecht wird einher gehen voller Gnad und Gottes Güt; und was diesen Leib erhält, wird der Herrscher aller Welt reichlich und mit vollen Händen ihnen in die Häuser senden. ö 3. Das gerechte Thun der Frommen steht gewiß und 21 32⁴ Früchte der Wiedergeburt. wanket nicht; sollt auch gleich ein Wetter kommen, bleibt doch Gott, der Herr, ihr Licht; tröstet, stärket, schützt und macht, daß nach ausgestand⸗ ner Nacht und nach hochbe⸗ trübtem Weinen Freud und Sonne wieder scheinen. 4. Gottes Gnad, Huld und Erbarmen bleibt den Frommen immer fest; wohl dem, der die Noth der Armen ihm zu Herzen gehen läßt und mit Liebe Gutes thut, den wird Gott, das höchste Gut, aus der Fülle seiner Gaben, als der liebste Vater laben. 5. Wer Betrübte gern er⸗ freuet, wird vom Höchsten hoch ergötzt; was die milde Hand ausstreuet, wird vom Himmel wohl ersetzt. Wer viel gibt, erlanget viel; was sein Herze wünscht und will, das wird Gott mit gutem Willen schon zu rechter Zeit erfüllen. 6. Wenn das Unglück will ankommen, das den rohen Sünder plagt, bleibt der Muth ihm unbenommen und sein Herze unverzagt; unverzagt, ohn Angst und Pein bleibt das Herz, das sich allein sei⸗ nem Gott und Herrn erzih und in ihm die Brüder liehtt Paul Gerhardt, geb. 16805, +l Mel. Werde. 31 144 mein 387. WI dem Men⸗ schen, der nicht wandelt i gottloser Leute Rath; wus dem, der nicht unrecht hu⸗ delt, noch tritt auf der Sin der Pfad; der der Spölin Freundschaft fleucht, und vn ihren Sesseln weicht, der hin gegen liebt und ehret, was in Gott vom Himmel lehret. 2. Wohl dem, der mit ai und Freude das Gesetz di Höchsten treibt, und hier al auf süßer Weide Tag um Nacht verharrend bleibtʒ di sen Segen wächst und bliht wie ein Palmbaum, den mun sieht bei den Flüssen an da Seiten seine frischen Zwih ausbreiten. 3. Also, sag ich, wird auh grünen, wer in Gottes Von sich übt; Luft und Erde wi ihm dienen, bis er reife Frücht gibt; seine Bläͤtter werden ch und doch niemals ungestal, Gott gibt Glück zu seinn Thaten was er macht, mi wohlgerathen. 4. freuet ders Spreu Wind der He da blei Sumi From. nuß 1 Rel. 38 das E. den S hatte. Sieg! dieser Herrli dir wi Freud 2. GOlaub Grund zen rat sensby der Te wieder und y ihm ge 3. Kebe; liebt! — n ergih er liebet 506, f un mein. m Men ndelt i h; wohl cht al⸗ der Sin⸗ Spötth und vos der hii was unl ehret. mit duf esetz di hier al Tag eibtʒ dy nd bliht den mun an de n Zweh vird aut les Won rde wir eFrücht erden h ngestal seintt ht, wj — Früchte der Wiedergeburt. 4. Aber wen die Sünd er⸗ steuet, mit dem gehts viel an⸗ ders zu: er wird wie die Spreu zerstreuet von dem Wind im schnellen Nu. Wo der Herr sein Häuflein richt't, da bleibt kein Gottloser nicht. Summa: Gott liebt alle Frommen, und wer bös ist, muß umkommen. P. Gerhardt, geb. 1606, + 1676. Rel. Freu dich sehr, o meine ꝛc. 388. Seh getreu bis an das Ende, daure redlich aus den Streit! Leidest du gleich harte Stände, endlich ist der Sieg bereit. Ach, das Leiden dieser Zeit, ist nicht werth der herrlichkeit, die dein Jesus dit will geben dort in jenem Freudenleben. 2. Sey getreu in deinem Glauben! Lasse dir den festen Grund niemals aus dem Her⸗ Ien rauben, halte den Gewis⸗ sensbund, der geschlossen in der Lauf, sag ihn Gott nicht wieder auf. Der ist gottlos ind verloren, wer meineidig ihm geschworen. 3. Sey getreu in deiner Libe gegen Gott, der dich ge⸗ libt! An dem Nächsten Gu⸗ ———— 325 tes übe, ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie dein Hei⸗ land that, als er für die Feinde bat, so mußt du verzeihen eben, soll Gott anders dir vergeben. 4. Sey getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Unge⸗ mach von der Liebe Jesu schei⸗ den, murre nicht mit Weh und Ach. Hilft dir denn die Un⸗ geduld? Nein, sie häufet nur die Schuld. Der traͤgt leich⸗ ter, wer da träget mit Ge⸗ duld, was Gott aufleget. 5. Sey getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willt, er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen werd erfüllt. Hoffe fest, Gott ist schon hier, sein Herz bricht ihm gegen dir; hoffe nur, Gott ist vorhanden; Hoffnung macht dich nicht zu Schanden. 6. Sey getreu bis an das Ende, daß nicht Marter, Angst und Noth dich von dei⸗ nem Jesu wende, sey ihm treu bis in den Tod! Ach, das Lei⸗ den dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Je⸗ sus dir will geben dort in je⸗ nem Freudenleben. Benjamin Praͤtorius, um 1661. 3² Früchte der Wiedergeburt. Mel. Lasset uns den Herren ꝛc. 389. Lasset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch, doch himmlisch seyn, glauben recht und leben fein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; gehe vor, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu lei⸗ den, seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leiden fol⸗ gen Freuden, Armuth hier macht dorten reich. Thränen⸗ saat die erntet Lachen, Hoff⸗ nung tröstet mit Geduld. Es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne ma⸗ chen. Jesu, hier leid ich mit dir; dort theil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewig⸗ lichen Noth. Laßt uns tödten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ih lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jist leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wie⸗ der geben. Jesu, unser Haunt du bist, wir sind deines Lei bes Glieder; wo du lebst, de leben wir. Ach, erkenn unz für und für, trauter Freund als deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auß 147 Sigmund v. Virken, bei dir. geb. 1626, 4 165l. Mel. O Gott, du frommer n. 390. Versuchet euch dog selbst, ob ihr im Glauben fi⸗ het, ob Christus in euch is, ob ihr ihm auch nachgehi in Demuth und Geduld, in Sanftmuth, Freundlichlii, in Lieb, dem Nächsten stetz n dienen seyd bereit. 2. Der Glaube ist ein dich im Herzen tief verborgen bricht als ein Glanz herpo scheint als der helle Morge erweiset seine Kraft, maht Christo gleich gesinnt, emnal ert Herz und Muth, mahi uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Chriß Heil, Gerechtigkeit und Leha⸗ und thut in Einfalt ez du Rachf er übe den if hoch, 4 was 6 drum die S get. bringt Tag,! aus, 5. die Li tes He an, n schänd Nutz daß ic Jsu tanden 18 wik⸗ Haupt es Lei— bst, di un uns Freund. su, dir pig auc v. Virken, 6, 7 1601. imer R. uch doc lben fi⸗ Huch ist achgehe uld, in lichkei, steth n in Licht rborgen, hervo, Norgei, „ madt „ ernal⸗ „ ms hd Lebah, ed dn Früchte der Wiedergeburt. Mähsten wiedergeben, dieweil er Überreich in Christo wor⸗ den ist, preist er die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwermuth wird verja⸗ get. Sieh, wie der Glaube hingt die Hoffnung an den Lag, hält Sturm und Wetter aus, besteht in Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Got⸗ tes Händen nimmt alle Dinge an, nicht zürnen thut, nicht schänden; denn alles uns zu Nutz und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind, er gibt zum Gnaden⸗ throne sein eingebornes Kind; er liebt uns in dem Sohne, setzt Liebe gegen Haß; wer gläubig dieß erkennt, wird hald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott ge⸗ than, thun wir dem Nächsten eben; droht er uns mit dem Lod, wir zeigen ihm das Le⸗ ben; flucht er, so segnen wir. INSchande, Spott und Hohn 327 ist unser bester Trost des Wun⸗ mels Ehrenkron. 8. Setzt Gott uns auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen: der Glaube bringt Geduld, erleichtert alle Pla⸗ gen; statt Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Noth von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen, wie auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen; ver⸗ zaget an sich selbst, erkennet sich für nichts, sucht bloß in Christo Kraft, der Quelle al⸗ les Lichts; 10. Hält sich an sein Ver⸗ dienst, erlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn, flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht, im Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir le⸗ bet; denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk; sieh, ob du Iuch so thust. 328 Früchte der Wiedergeburt. 12. O Herr, so mehre doch in mir den wahren Glau⸗ ben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben. Wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus; du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus. Joachim Justus Breithaupt(2), 1719. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛc. 391. Gott, mein einziges Vertrauen, Gott, du meine Zuversicht! Meine Augen zu dir schauen, deine Hülf versag mir nicht: laß mich nicht ver⸗ geblich schreien, sondern hör und laß gedeihen; so will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 2. Du hast mich von Kin⸗ desbeinen stets geleitet und geführt; durch mein Klagen und mein Weinen wird dein Vaterherz gerührt, daß mirs Hülf und Nahrung sende, Noth und Trübsal von mir wende; drum halt ich dir fer⸗ ner still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 3. Führe mich, wohin du denkest, daß es mir am besten ist; wenn du nur, mein Gott, mich lenkest, geht mirs wohl zu jeder Frist; laß mich di, mein Gott vertrauen, und auf deine Gnade bauen; l mich dir nur halten still: Got, dein Will ist auch mein Will 4. Muß ich Schmerz und Qual empfinden, und mit Galle seyn getränkt, miß gleich einem Würmlein win⸗ den, mit viel Unglück sen umschränkt; doch will ich e alles tragen, und darum doh nicht verzagen, sondern will Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 5. Bin ich gleich veracht auf Erden, und muß dulden Spott und Hohn, werd ich doch erhöhet werden dort in deinem Himmelsthron. Wemn mich alle Menschen hasse, will ich mich auf Gott verla⸗ sen; so will ich Gott halin still: Gott, dein Will ist aug mein Will. 6. Alles sey dir heimg⸗ stellet, schaff es, wie du willt mit mir: Tod und Leben mi gefället, willig, willig folgih dir; wird des Kreuzes Joh mich drücken, wirst du wiedn mich erquicken. Drum willih Gott halten still: Gott, dei Will ist auch mein Will. 7. L mel erb Aamm noc slig ste 6ngeln Heilig! Lobopf Gott he Will if 8. deine g Leib un Besten in deine nochma nur, w ich dit I„ und ny aß :Goth Will erz und id mit „mith n win: k senn lich ez un doch rn will tt, den zill. veracht dulda herd ich dort in Wenn hasse verlas⸗ halten ist auch heimge⸗ u will/ ben mit folgis J wieder willih tt, deil ill. 7. Laß mich nur den Him⸗ mel erben, mach mich weder um noch reich; christlich leben, slig sterben, so werd ich, den ngeln gleich, Heilig, Heilig, heilig! singen und dir mein dobopfer bringen; so will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 8. Nun, mein Gott, in deine Hände geb ich Seele, geib und Gut; alles mir zum Besten wende, und halt mich in deiner Hut! Dieses bitt ich nochmals kühnlich, gib mir nur, was mir ist dienlich, so will ich dir halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. Elis. Eleonora, Herzogin zu Sach⸗ sen⸗Meiningen, geb. 1658,7+ 1729. Eigne Melodie. 02. Es costet viel, ein Christ zu seyn und nach dem Sinn des reinen Geistes le⸗ ben; denn der Natur geht es ger sauer ein, sich immerdar inChristi Tod zu geben; und sthier gleich ein Kampf wohl nusgericht, das machts noch licht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die leicht ihr Hift in unsre Fersen bringen; N kostets Müh, auf seiner Früchte der Wiedergeburt. 329 Hut zu stehn, daß nicht das Gift kann in die Seele drin⸗ gen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit beden⸗ ket, die ewiglich ein solcher Mensch erfäͤhrt, der sich hier stets ins Himmlische versen⸗ ket. Wohl kostets Müh; die Gnade aber macht, daß mans nicht acht. 4. Man soll ein Kind des Höchsten seyn, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herr⸗ lich seyn, so lieblich im Ge⸗ sichte, dieweil ihn da die we⸗ sentliche Pracht vollkommen macht! 5. Da wird das Kind den Vater sehn; im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn, und es mit Gott zu Einem Geist verbin⸗ den. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? 6. Was Gott genießt, ge⸗ nießt es auch; was Gott be⸗ 330 sitzt, wird ihm in Gott gege⸗ ben; der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, wie lieb⸗ lich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde seyn, als Gott allein. 7. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsterniß zu rei⸗ ßen. Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Be⸗ denke, was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn, wie wohl wirds thun! Christian Friedrich Richter, geb. 1676, 4 1711. Mel. Es kostet viel ꝛc. 393. Es is nicht schwer, ein Christ zu seyn und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immer⸗ dar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kindlein seyn; du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau nur, wie gut ers mein; das kleinste Kind kann ja die Mutter lie⸗ ben. Drum fürchte dich nur Früchte der Wiedergeburt. ferner nicht so sehr; ez i nicht schwer. 3. Dein Vater fordertun das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fron⸗ me Gott macht dir gar keinn Schmerz, die Unlust schaffti dir dein eigner Wille. Dum übergib ihn willig in den don so hats nicht Noth. 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt un plaget; erwecke nur zumolu ben deinen Sinn, wennFungt und Weh dein schwachebhem naget; sprich: Vater,siehmen Elend gnädig an! so ists g⸗ than. 5. Besitz dein Herze in⸗ duld, wenn du nicht gleich di Vaters Hülfe merkest. Vn⸗ siehst dus oft und fehlst al eigner Schuld, so sieh, daß d dich durch die Gnade stärkef so ist dein Fehl und kindlicht Versehn als nicht geschehn 6. Laß nur dein Henin Glauben ruhn, wenn u wird Nacht und Finsen bedecken; dein Vater uih nichts Schlimmes mit d thun; vor keinem Stumm 10 Wind darfst du erschrahn es if dert in Ibstmit er fronn⸗ keingn chafftin Drun den Tod rost du 1ur dein icht u imGlau⸗ mᷓutht heshes sieh mei istd ge ze in gleich d st. Vn⸗ fehlst ul h,daßn stitii kindlihe eschehn Herzil enn dih vinfteniß ter nih mit du turmund eschuhn Früchte der Wiedergeburt. ja, siehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur. 7. So wird dein Licht aufs Reu entstehn, und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; drum darfst du nur dem from⸗ men Vater trauen. O Seele, sich doch, wie ein wahrer Christ so selig ist! 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Heh ein, mein Herz, geneuß die süße Ruh; im Frieden sollst du vor dem Vater schwe⸗ hen. Die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn allein auf ihn. Christian Friedrich Richter, geb. 1676, + 1711. Rel. O liebster Herr Jesu ꝛe. „Sieh, wie lieblich und wie fein ists, wenn Brü⸗ der friedlich seyn; wenn ihr Thun einträchtig ist, ohne Falschheit, Trug und List. 2. Diesen ja verheißt der herr reichen Segen nach Be⸗ hehr und das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 3. Sonne der Gerechtig⸗ keit, gehe auf zu unsrer Zeit; 331 brich in deiner Kirche an, daß die Welt es sehen kann. 4. Jesu, Haupt der Kreuz⸗ gemein, mach uns alle, Groß und Klein, durch dein Evan⸗ gelium ganz zu deinem Ei⸗ genthum. ö 5. Sammle, großer Men⸗ schenhirt, alles, was sich hat verirrt; laß in deinem Gna⸗ denschein alles ganz vereinigt seyn. 6. Bind zusammen Herz und Herz; laß uns trennen keinen Schmerz; knüpfe selbst durch deine Hand das ge⸗ weihte Brüderband. 7. Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit seyz dem Höchsten allezeit, der, wie er ist Drei in Ein, uns in ihm läßt Ei⸗ Michael Müller, nes seyn! geb. 4073 + 17⁰⁴; und Christian David, geb. 1690, + 1751. Mel. Nun sich der Tag ꝛc. 305. Merk, Seele, dir das große Wort: wenn Jesus winkt, so geh; wenn er dich zieht, so eile fort; wenn Je⸗ sus hält, so steh. 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; wenn er dich liebt, so ruh; wenn er dich aber 332 Früchte der Wiedergeburt. schilt, so sprich: Ich brauchs, Herr, schlage zu. 3. Wenn Jesus seine Gna⸗ denzeit bald da, bald dort ver⸗ flärt, so freu dich der Barm⸗ herzigkeit, die Andern wider⸗ fährt. 4. Wenn er dich aber brau⸗ chen will, so steig in Kraft empor; wird Jesus in der Seele still, so nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz sey von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Lamme zugethan. Mel. Meine Seele, willst du ꝛc. eele, wenn du stets willst ruhn und dir im⸗ mer Gutes thun, suchst du al⸗ ler Angst und Plagen dich be⸗ ständig zu entschlagen, willst du haben, was besteht: laß es gehen, wie es geht. 2. Wenn du, o mein lieber Christ, annoch eigenwillig bist, wär es auch in solchen Din⸗ gen, die Gott scheinen Ruhm zu bringen, und Gott denkt nicht auch dahin, so verdirbt dein Eigensinn. 3. Unser Geist ist oft ver⸗ kehrt, daß er, was ihm di nt, begehrt, uns gar oft zur su⸗ ern Bürde, wenn es nicht ver hindert würde. Wohl undst lig ist man dran, wenn Gott allein gethan. 4. Wenn der Aus gun nicht erfüllt, was das Hen sich eingebildt, und der Eu sich vorgenommen, dann un Sorg und Kummer kommen. Sprich, wo bleibt zu solcn Zeit christliche Gelassenheit! 5. Wenn dir jede Kleinij⸗ keit dein verwöhntes Herz zn⸗ streut, und was sich nichtnach dir strecket, Ungeduld und Zorn erwecket: sage, wie g⸗ langest du zu der wahrnn Christenruh? 6. Gott schickt alles, wal geschicht, es gefall uns ohn nicht, es entstehe, wie es woll, daß man dran sich prüfn solle; es ist alles gut gemeihz ob es noch so widrig schein. 7. Gott hat, wie es sih gebührt, nun so lange Za regiert; drum so laß in alln Sachen deinen Schöpfer fir ner machen. Endlich siugs du mit Bedacht: Gott hat les wohl gemacht! Joh. Cbristoyh Ruben um 1712. ter hat lliden, tigen n licht k der erst Aebe e dünt, ur sau⸗ icht Hek⸗ unds henn c Hubgamg 10 Hez r Simm nn muj ommen. solchn senheit! Kleiniz⸗ erz lr⸗ ichtnah Id und wie ge⸗ wahren es, wah ns odet Swoll, prüfen emeiut scheint. es sich ige Zt in alln pfer fe⸗ sugs hat al yh Ruben, 17•½². ————— Mel. Machs mit mir, Gott ꝛc. 307. So Jemand spricht: ich liebe Gott! und haßt doch eine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und kißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe, glich als mich. 2. Wer dieser Erden Gü⸗ ter hat, und sieht die Brüder liden, und macht den Hung⸗ tigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht und hat die Nebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Chte schmäht und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, licht dem Verleumder wider⸗ spricht, der liebt auch seinen Muder nicht. 4. Wer zwar mit Rath, nit Trost und Schutz den Mähsten unterstützet, doch mur aus Stolz, aus Eigen⸗ uutz, aus Weichlichkeit ihm lützet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt uch seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn uguflehn ein Dürftger erst Früchte der Wiedergeburt. erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gů⸗ tig forscht, obs ihm gebricht, der liebt auch seinen Naͤchsten nicht. 6. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Unge⸗ stüm die Liebe Gottes wohl in ihm? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorg⸗ los ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du ver⸗ magst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht ge⸗ treulich auszuüben, und wün⸗ schest dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebest du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild ge⸗ geben. Denk oft: Gott, was 334 ich bin, ist dein; sollt ich gleich dir nicht gütig seyn? 10. Du schenkst mir täg⸗ lich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit mei⸗ nen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du ver⸗ gibst, und den nicht lieben, den du liebst? 11. Was ich den From⸗ men hier gethan, den Klein⸗ sten auch von diesen, das siehet mein Erlöser an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch seyn und Gott in Brüdern nicht er⸗ freun? 12. Ein unbarmherziges Gericht wird über den erge⸗ hen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, T 1769. Mel. Machs mit mir, Gott ꝛc. 308. Wer Gottes Wort nicht hält und spricht: Ich kenne Gott! der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Früchte der Wiedergeburt. Wer aber sein Wort glauht und hält, der ist von Got, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den senn Wort erzeugt, muß auch dit Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stüit das Herz und macht es rein 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Got tes Kinder. Wer solche Hof⸗ nung zu ihm hat, der flicht den Rath der Sünder, folh Christi Beispiel als ein Chrif, und reinigt sich, wie er rein i 4. Als dann bin ich Gas angenehm, wenn ich Gahn i sam übe. Wer die Gehtk hält, in dem ist wahrlich Hoz tes Liebe. Ein täglich thäih Christenthum, das ist d Glaubens Frucht und Ruhn 5. Der bleibt in Gott un Gott in ihm, wer in der Rh bleibet. Die Lieb ists, so Cherubim, Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieh seinem Heil hat ohne Al Niemand Theil. Christi. Fürchteg Geleet geb. 1715, 104 glauht Gott, en sein uch die er dein e meht Glaub er stättt es rein. ein von un Got⸗ he Hof⸗ r flict r, folg Christ rein if. ich Ga Gehon⸗ Gebole lich Gak ch thäth ist di d Ruhn. Hott ud der Lich 18, so dl ehorchen Lieh; ne Nh teg. Gilint n „ Früchte der Wiedergeburt. Rel. Was Gott thut, das ꝛc. 99. Auf Gott und nicht uf meinen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der nich erschaffen hat, mit gan⸗ er Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird nich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig⸗ leit, wie viel mir nützen würde, bestimmte meine Le⸗ henozeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs hat, gewährt, wenns seine Veioheit litte. Er sorgt für nich stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes hlück weit schwerer oft zu nagen, als selbst das widrige Heschick, bei dessen Last wir lagen? Die größte Noth hebt och der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft 1 335 glücklich macht, läßt Gott es Keinem fehlen; Gesundheit, CEhre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Au⸗ gen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn; er hilft uns gern. Seyd fröhlich, ihr Gerechten; derHerr hilft seinen Knechten. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Mel. Herzliebster Jesu ꝛc. 400. err, mein Versöh⸗ ner, der du für mich littest und noch zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht nur Freunde, nein, selbst auch Feinde. ö 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen und 336 Früchte der Wiedergeburt. doch von Rachgier gegen An⸗ dre brennen? Ich sollte je⸗ mals Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich Vater zu demHöchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tra⸗ gen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Verge⸗ bung finden. Dein Jünger ist nur, wer, wie du, vergibet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß ich mich stets ver⸗ söhnlich finden lasse und Rach⸗ gier hasse. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich ihr Unrecht übersehen. Laß mich auch, wenn sie mich empfindlich kränken, an dich gedenken. 8. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen und so, wie du, den, der mir flu⸗ chet, segnen. Herr, mache ge⸗ gen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 9. Will zu der Rachsuh mich die Furcht verführen a würd ich sonst mein gannt Glück verlieren, so laß, ohen mich, ihr zu widerstehen, an dich dann sehen. 10. Du schützest den, d redlich vor dir wandelt um überall nach deinem Vorbil handelt. Drum laß in allen mich schon hier auf Erden gi ähnlich werden. J. S Diterich, geb. 1721, 4 u. Mel. Schwing dich auf ze 401. Sollt ich jetzt noh, da mir schon deine Güt en schienen, dich verlassen, Hat tes Sohn und der Sünde dienen? mit den Lüsten diest Zeit wieder mich befleckenu nicht mehr die Süßigkeit di⸗ ner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein hi dir meine Ruh gefunde Mittler, heiltest du doch m alle meine Wunden! Undih sollte dein Gebot gleich du Frevler hassen, und mah Recht an deinem Tod wirdt fahren lassen? 3. Nein, ich bin und l ein Christ, halt auf deine as ren, lasse keine Macht Rachsuh ihren, al n ganst „ 0 Henn ehen, aj den, der delt u Vorbih in allen Erden di 721, 4 NN. auf v. jettu Güt ey sen, Ooh r Sind sten diest lecken md igkeit di⸗ allein di gefunden doch ni undih leich du nd mah od wiedn und blil deine xeh dacht u Früchte der Wiedergeburt. List mir den Glauben wehren. gielen tausend ab, nicht ich; nags die Welt verdrießen! sie wird mein Vertraun auf dich mir doch lassen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil wie du? bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängten Vost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? gibt sie mir die Zuversicht, daß ich trotz dem Grabe deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn hor Gott einst die Völker ste⸗ hen und das Leben und den Lud ihm zur Seite sehen; wenn der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier schmäht, staunt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ih mich noch verführen ließe, Ksu, da ich schon durch dich Hottes Huld genieße, da ich weiß, auf wessen Wort ich die hoffnung gründe, daß auch ih unfehlbar dort Gnad und Lben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht und Reiden sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir sheden. Sünde, Welt und 337 Eitelkeit und des Fleisches Triebe, alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! Balth. Münter, geb. 1735, + 1793. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 402. Mein bester Trost in diesem Leben ist ein Gebet zu meinem Gott; dieß kann mir Kraft in Schwachheit ge⸗ ben, Geduld und Muth in jeder Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhi⸗ ges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Ge⸗ wissen mich verklagt? wenn bei der Menge meiner Sün⸗ den mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich um des Ge⸗ wissens willen ein Spott der Lasterhaften seyn, so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott; er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wann mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wieder flu⸗ 22 338 Kreuz⸗ und Trostlieder. chen, der mir aus Unverstand geflucht. Nein, meine Rach ist ein Gebet, das um Verge⸗ bung für ihn fleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in diesem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entdecket, den ver⸗ wirft er nicht. 6. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlieh, so fleh ich nicht umsonst um Kräfte: der Gott der Stärke gibt mir sie. Er gibt aus väterlicher Huld mir Segen, Klugheit und Geduld. 7. Wenn meine böse dn diese zu dämpfen, mir Schwahn Gott Muth und Kraft gebrith, Gott dann bitt ich Gott; er hi ih i mir kämpfen und gibt mn Muth zu jeder Pflicht; unn mein stark durch meines Goin ftom Kraft bezwing ich jede Äu und denschaft. wund 8. Wenn ich im letzu 4. Kampf des Lebens bei M. ich bi mand Hülfe finden kann,. nicht ruf ich Gott doch nicht veß böse bens um seinen Trost un] doch Beistand an, der, wann di steur Sprache mir vergeht, dus, mein meine Seufzer noch versuh Nam Aus dem bayr. Gesdis von 1611. dem Eigne Melodie. 403. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit; sein Will der ist der beste; zu hel⸗ fen den'n ist er bereit, die an ihn glauben feste. Er hilft aus Noth, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen: wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. Kreuz⸗ und Trostlieder. 2. Gott ist mein Tuf mein Zuversicht, mein Haf dch nung und mein Leben; wus sin j mein Gott will, daß mir y schicht, will ich nicht winr streben; sein Wort ist wahh denn all mein Haar er seh⸗ hat gezählet; er hütt 10 nih wacht, stets für uns trahl auf daß uns gar nichth hsh 3. Drum will ich gemnin böse dn ochwachn gebrich er his gibt m licht; un 8 Gotti jede di⸗ im letzu bei M; n kann, s icht ver Trost um wann N geht, doi h verfih bayr. Ges⸗Ail u 1811. iein Vuß nein Haf eben; v daß mit z⸗ icht wtz t ist wis, ar er silb hütt w mns tracht ichtz fihl ich gern d Kreuz⸗ und Trostlieder. 339 dieser Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wanns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; o frommer Gott! Sünd, Höll und Tod hast du mir über⸗ wunden. 4. Noch Eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: wenn mich der höse Geist anficht, laß mich doch nicht verzagen. Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr! zu Ehren deinem Namen; wer das begehrt, dem wirds gewährt, drauf sprech ich fröhlich: Amen! Markgraf Albrecht von Brandenburg⸗Culmbach, geb, 1522, + 1557. Nel. Wenn wir in höchsten ꝛc. „Hüf, Helfer, hilf in Angst und Noht; erbarm dich mein, o treuer Gott! Ich hin ja doch dein liebes Kind krotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, mein Hott und Herr; wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ih hab ja dich, Herr Jesu Christ, du mein Gott und Er⸗ lhser bist. 3. Des freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muths und harre dein; verlaß mich gänzlich auf dein Nam'n z hilf,‚ Helfer, hilf, drauf sprech ich 8 37˙1 Martin Moller, Am'n! geb. 1547, + 1606. Mel. Vater unser im Himmel⸗ reich ꝛc. 405. Ach Gott, wie man⸗ ches Herzeleid begegnet mir in dieser Zeit; der schmale Weg ist Trübsal voll, den ich zum Himmel wandern soll. Wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hülf und Rath allzeit gewiß ge⸗ funden hat; Niemand jemals verlassen ist, der getraut hat auf Jesum Christ. 3. Jesu, mein Herr und Gott allein! wie süß ist mir der Name dein. Es kann kein Trauern seyn so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr; kein Elend mag so bitter seyn, dein süßer Trost der linderts fein. 4. Ob mir gleich Leib und 22* 3⁴⁰0 Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 5. Kein besser Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ! Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest; du bist mein rechter, treuer Hirt, der ewig mich be⸗ hüten wird. 6. Wenn ich mein Hoff⸗ nung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir. Wenn ich in Nöthen bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist be⸗ zeugt, daß solches frei des ew⸗ gen Lebens Vorschmack sey. 7. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröh⸗ lich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum Besten allezeit. Hilf mir mein Werk recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. 8. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt! Kreuz⸗ und Trostlieder. Erhalt mein Herz im Glau⸗ ben rein, so leb und sterh ih dir allein. Jesu, mein Trosß hör mein Begier: O mal Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller, geb. 1847, 4 100 Eigne Melodie. 406. Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Noth, der kann mich allieh retten aus Trübsal, Augs und Nöthen; mein Unglut kann er wenden, steht allẽ iu seinen Händen. 2. Ob mich mein Sind anficht, will ich verzagennicht auf Christum will ich baun und ihm allein vertraun ihm thu ich mich ergeben in Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimm hin, ist Sterben mein G⸗ winn, und Christus ist man Leben, dem hab ich mich e⸗ geben; ich sterb heut odn morgen, mein Seel wird n versorgen. 2 4. O mein Herr In Christ, der du so g duldiß l für mich am Krenz gestothen hast mir das Heil erworheh auch uns allen zugleiche du ewge Himmelreiche: u Glau⸗ sterb it n Noß, O meil dir! 547, 1 000 en lieben ngst u h allhei „M Ungläc t alls u in Sind gennicht ich baunn ertrauen; geben in eben. od nimmt nein O⸗ ist men mich ez heut ode Wwitd a ert I duldig bi gestotbehj erworhah leiche du Kreuz⸗ und Trostlieder. 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich, hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß ich selig abscheide zur ew⸗ gen Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund; du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen! Sigmund Weingärtner, um 1609. Nel. Von Gott will ich nicht ꝛc. 407. Was willt du dich betrüben, o meine liebe Seel? Thu den nur herzlich lieben, der heißt Immanuel; vertrau dich ihm allein, er wird gut alles machen, und fördern deine Sachen, wie dirs wird selig seyn. 2. Denn Gott verlässet Keinen, der sich auf ihn ver⸗ läßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm vertrauen fest. Läßt sichs an wunder⸗ lich, laß du dir gar nicht grauen; mit Freuden wirst du schauen, wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen, getrost mit frischem 341 Muth; mit ihm wirst du er⸗ jagen, was dir ist nütz und gut. Denn was Gott haben will, das kann Niemand ver⸗ hindern, aus allen Menschen⸗ kindern, so viel ihr'r sind im Spiel. 4. Wenn auch selbst aus der Höllen der Satan trotzig⸗ lich mit seinen Rottgesellen sich setzet wider dich, so muß er doch mit Spott von seinen Ränken lassen, damit er dich will fassen; denn dein Werk fördert Gott. 5. Er richts zu seinen Eh⸗ ren und deiner Seligkeit; solls seyn, kein Mensch kanns weh⸗ ren, wenns ihm wär noch so leid. Wills denn Gott haben nicht, so kanns Niemand fort⸗ treiben, es muß zurücke blei⸗ ben; was Gott will, das ge⸗ schicht. 6. Drum ich mich ihm er⸗ gebe, ihm sey es heimgestellt; nach nichts ich mehr sonst strebe, denn nur, was ihm ge⸗ fällt. Sein Will ist mein Be⸗ gier, der ist und bleibt der beste, das glaub ich stets und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir. J. Heermann. geb. 1585, 4+ 164+ 342 Eigne Melodie. 408. Ach Gott, erhör mein Seufzen und Wehkla⸗ gen, laß mich in meiner Noth nicht gar verzagen; du weißt mein Schmerz, erkennst mein Herz, hast du mirs aufgelegt, so hilf mirs tragen. 2. Ohn deinen Willen kann mir nichts begegnen; du kannst verstoßen und auch wieder segnen. Bin ich dein Kind und habs verdient, gib wie⸗ der Sonnenschein nach trübem Regen. 3. Pflanz nur Geduld durch deinen Geist ins Herze; hilf, daß ich mit der Züchti⸗ gung nicht scherze. Zu deiner Zeit wend ab mein Leid! Durch Mark und Bein dringt mir der große Schmerze. 4. Ich weiß, du hast noch meiner nicht vergessen, daß mir mein Leid das Herze sollt abfressen; mitt'n in der Noth denk ich an Gott, wenn er mich gleich mit Kreuz und Angst thut pressen. 5. Es hat kein Unglück nie so lang gewähret, es hat doch endlich wieder aufgehoͤret; beut mir dein Händ und mach Kreuz⸗ und Trostlieder. ein End, auf dieser Erd mein Herz sonst nichts begehret. 6. Soll ich noch mehr nach deinem Willen leiden, so sih mir, Herr, mit deiner Krast zur Seiten; fein ritterlich, he⸗ ständiglich hilf mir mein Wi⸗ dersacher all bestreiten, 7. Daß ich durch deinen Geist mög überwinden und mich allzeit in deinem Haut laß finden zu Preis und Dank mit Lobgesang; hilf, Herr, in Liebe mich mit dir verbinden. 8. Daß wir in Ewigkeit bleiben beisammen, und ih allzeit dein auserwaͤhlten Me⸗ men preis herziglich, das bitt ich dich, durch Jesum Chri⸗ stum, unsern Herren. Amen! Jakob Peter Scheche, geb. 1607,4+ 1659. Mel. Herzlich thut mich ꝛc. 409. Befiehl du deine Wege, und was dein Herse kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenst; der Wolken, Luft und Win⸗ den gibt Wege,‚ Lauf und Bahn, der wird auch Wehe finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dits sul d mein hret. hr nach so stch Kraft ich, be⸗ in Wi⸗ „ deinen en und n Haus d Dank Herr, in binden. wigkeit und ich ten M⸗ das bitt uChri⸗ Amen! er Schechs, 7, + 1659. lich ꝛr. U deine Herze Pflege llenkt; d Wil⸗ uf und Wehe gehn 1 mußt r soll Kreuz⸗ und Trostlieder. wohl ergehn; auf sein Werk nußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sor⸗ gen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es nuß erbeten seyn. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sey oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das teeibst du, starker Held, und hringst zum Stand und We⸗ sen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwe⸗ gen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann Nie⸗ mand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprieß⸗ lich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teu⸗ fil hie wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott licht zurücke gehn; was er ihm vorgenommen, und was er haben will, das muß doch eudlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sey unverzagt; Gott 343 wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer jagt, mit großen Gnaden rücken; er⸗ warte nur der Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. ö 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was dein Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Re⸗ gente, der alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath die Sach hinausgeführet, die dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost ver⸗ ziehn und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöthen schweben, fragt er doch nichts nach dir. 10. Wirds aber sich be⸗ finden, daß du ihm treu ver⸗ bleibst, so wird er dich entbin⸗ den, da dus am mindsten 3⁴⁴ gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bis⸗ her getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dank⸗ geschreie den Sieg und Ehren⸗ kron. Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; stärk unsfre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen seyn, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. deb. 1606.4. 1696. Eigne Melodie. 410. Gio dich zufrieden und sey stille in dem Gotte deines Lebens! In ihm ruht aller Freuden Fülle; ohn ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gib dich zu⸗ frieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden, unge⸗ färbten, treuen Herzens; wo Kreuz⸗ und Trostlieder. er steht, thut dir keinen Sho den auch die Pein des Rriß ten Schmerzens; Kreuz,Aa und Noth kann er bald wn⸗ den, ja auch den Tod hatz inHänden. Gib dich zufriedin 3. Wie dirs und Anden oft ergehe, ist ihm wahrli nicht verborgen; er sieht i kennet aus der Höhe der h⸗ trübten Herzen Sorgenz a zählt den Lauf der heißn Thränen und faßt zu Hun all unser Sehnen. Gib di zufrieden! 4. Wenn gar kein Cinge mehr auf Erden, dessen Tun du darfst trauen, alsdann wil er dein Treuster werden u zu deinem Besten schaunn, Er weiß dein Leid und hein⸗ lich Grämen; auch weiß u Zeit, dich zu benehmen. G dich zufrieden! 5. Er hört die Seußn deiner Seelen und des Hat zens stilles Klagen; und wi du Keinem darfst erzäͤhlen magst du Got, gar kühulch sagen. Er ist nicht fern, sich in der Mitien, hört bald u gern der Armen Bitten. dich zufrieden! 6. Laß dich dein Eld Koͤrnle aind R Ille T nen Sh des griß euz, Augf bald Wes od hat z zufried d Andem wahrii sieht u he der he orgen e er heißn zu Hunf Gib dih in Eingu ssen Vun dann wil erden ud schaun und hein⸗ weiß u nen. O Seuffen des Hut und wiß erzählen kühnlh fern, steht bald ind ten. Oö in Elend Kreuz⸗ und Trostlieder. 34⁵5 licht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle guthen einhergingen, den⸗ noch mußt du oben liegen; denn wenn du wirst zu hoch heschweret, hat Gott, dein sürst, dich schon erhöret. Hib dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein aumes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er at ein Hand voll aller Ga⸗ hen, da See und Land sich nuß von laben. Gib dich zu⸗ frieden 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes körnlein weiset, der Schaf und Rinder in den Feldern llle Tage tränkt und speiset, de wird ja auch dich Eingen fillen und deinen Leib zur Uuthdurft stillen. Gib dich ufrieden! 9. Sprich nicht: ich sehe ine Mittel; wo ich such, ist uahtz zum Besten! Denn das stGottes Chrentitel: helfen, vann die Noth am größten. Wenn ich und du ihn nicht nehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden! 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie den⸗ noch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Her⸗ zen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spot⸗ ten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte; wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gib dich zu⸗ frieden! 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden. 346 kann das Unglück nicht ver⸗ meiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sichs en⸗ den. Gib dich zufrieden! 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns rei⸗ ßen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es kommt einmal der Tod be⸗ hende, und alle Qual hat dann ein Ende. Gib dich zu⸗ frieden! 15. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwähl⸗ ten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gib dich zufrieden! Paul Gerhardt, geb. 1606, + 1678. Mel. Was mein Gott will ꝛc. 411. Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben; was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels auf⸗ gezogen; ob er gleich schlägt Kreuz⸗ und Trostlieder. und Kreuz auflegt, bleibtdiß sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehln nimmermehr, mein Vin muß mich lieben; wenn ⸗ mich auch gleich würf in Meer, so will er mich mn üben und mein Gemüth i seiner Güt gewöhnen sest z stehen; halt ich dann Stund weiß seine Hand mich wilhy zu erhöhen. 3. Ich bin ja von mir sl ber nicht geschaffen in di Leben; mein Gott ists, v mich zugericht, mir Leib un Seel gegeben z es ist sein Nn der alles warm, gesund m fröhlich machet; was er nih hält, das bricht und filh was er erfreut, das lachtt 4. Zudem ist Weisheitun Verstand bei ihm ohn al Maßen; Zeit, Ort und Siu ist ihm bekannt, zu thun un auch zu lassen. Er weiß, win Freud, er weiß, wann d uns seinen Kindern dinn und was er thut, ist alleß gn obs noch so traurig schient. 5. Du denkest zwar, wal du nicht hast, was Fleish m Blut begehret, als sey nitt ner großen Last dein G blihth nir fihn in Vun wenn a würf in mich mn remüth i nen fest ʒ nn Stanz nich wildz on mir s en in di t ists, r Leib un t sein Nn jesund m as er ni und filhz 1s lachet deisheitin ohn dl und St u thun un weiß/ wan wann L ern dien st alles 9 g schient. war, wen Fleshu sey mitt dein Gll — und Heil beschweret; hast spät un früh viel Sorg und Müh, mdeinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was sshicht, gescheh in deinem Fommen. 6. Fürwahr, der dich ge⸗ shuffen hat und ihm zur Ehr bauet, der hat schon längst u seinem Rath ersehen und hshauet aus wahrer Treu, vas dienlich sey dir und den Dinen allen; laß ihm doch zy daß er nur thu nach sei⸗ um Wohlgefallen. 7. Wenns Gott gefällt, so unns nicht seyn, es wird dich tht erfreuen; was du jetzt unnest Kreuz und Pein, wird ür zum Trost gedeihen. Bart in Geduld, die Gnad id Huld wird sich doch end⸗ ich finden; all Angst und Dual wird auf einmal gleich⸗ vie ein Dampf verschwinden. 8. Ei nun, mein Gott, so fil ich dir getrost in deine hinde, nimm mich und mach odu mit mir bis an mein lhtes Ende, wie du wohl veißt, daß meinem Geist da⸗ nurch sein Nutz entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sch in ihr selbst erhöhe. Kreuz⸗ und Trostlieder. 34⁷ 9. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück seyn, will ichs geduldig leiden; soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Stra⸗ ßen reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu sol⸗ chem Ende kehren, daß ich ein⸗ mal in deinem Saal dich ewig 1 Gerhardt, möge ehren. deb. 1006, 1 1676. Eigne Melodie. 412. Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn bei⸗ gelegt im Glauben? . Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hin⸗ ziehen, wann ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, 348 Kreuz⸗ und Trostlieder. Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gege⸗ ben; will ers wie der zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum ver⸗ zagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt, sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun als meiner spotten; laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod auf⸗ reiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt un⸗ sern Geist aus viel tuusth Nöthen, schleußt das Y der bittern Leiden und nat Bahn, da man kann gehup Himmelsfreuden. 9. Allda will in sißz Schätzen ich mein Henz uj denSchmerz ewiglichergöhn Hier ist kein recht Gut zust den was die Welt in sichhil muß im Nu verschwinden, 10. Was sind diesez h⸗ bens Güter? eine Hand o⸗ ler Sand, Kummer der ge müther. Dort, dort sind gr edlen Gaben, da mein git Christus wird mich ohn En laben. 11. Herr, mein Hi Brunn aller Freuden, du hij mein, ich bin dein, Niemuß kann uns scheiden; ich hi dein, weil du dein Lehen un dein Blut mir zu Gut in du Tod gegeben. 12. Du bist mein, wl ich dich fasse und dich ny o mein Licht, aus dem Hennn lasse. Laß mich, laß nih hingelangen, da du mich ui ich dich leiblich werd um⸗ fangen. Paul Gerbant, geb 1606, lll 110 ben hoffet wird in alle keit. f keinen . shwe ms 1 was! Norg gemac Kreuz durch . nig st selbst Gotte Allwi der m der w el tausmh das Vu und muh n gehnm Sin sißz Herz un chergötzn Sut zu ft in sichhih winden. diesez d/ Hand wW er der He rt sind di mein Hit ohn bih iein Hiz en/ du dit „Niemasd 1; ich hi Leben w Hut in dan nein, wil dich nich em Hergn laß ni mich uh werd um wul Gerhandt, 1506, 7 ls Kreuz⸗ und Trostlieder. 349 Eigne Melodie. 113. Wer nur den lie⸗ hen Gott läßt walten und soffet auf ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in allem Kreuz und Traurig⸗ keit. Wer Gott, dem Aller⸗ hoͤchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft mns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Un⸗ gemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein we⸗ nig stille und sey doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Hottes Gnadenwille, wie sein Alwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, ber weiß auch gar wohl, was uins fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, was uns nützlich sey; wenn er uns nur hat treu efunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet ins viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seyst, und daß ihm der im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und setzet Jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr schlechte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Rei⸗ chen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald er⸗ höhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht 36. 1621, f 16i Eigne Melodie. 414. Gott sorgt für dich, was willst du dich viel plagen mit deiner Sorg, o Mensch, und gar verzagen? Du bist sein Kind, er wird dich nicht verlassen. Trau nur auf ihn, so wirst du Sorgen hassen. 2. Kein Vöglein sorgt für seines Lebens Speise; es steht früh auf und singt nach seiner 350 Weise ein Morgenlied; dann fleugt es in die Wälder, bald anderwärts durchsucht es alle Felder. 3. Es weiß noch nicht, wo ihm hab hingeleget ein Körnlein Speis der Gott, der Alles träget durch seine Macht; doch find't es alle Morgen sein Speis und Trank, läßt Gott noch ferner sorgen. 4. So, Menschenkind, mach es in deinen Sachen, laß Gott für dich nur immer sorgen, wachen; arbeit und bet, er wird dir alles geben, was nö⸗ thig ist zu deinem ganzen Leben. 5. Vertraue Gott und ehre seinen Willen, so wird er dich mit Gnad und Gut erfüllen; er sorget schon, wie er dich mög erhalten; laß du nur Gott noch ferner für dich Simon Bornmeister, walten. geb. 1652, + 1688. Eigne Melodie. 415. Soltt es gleich bis⸗ weilen scheinen, als wenn Gott verließ die Seinen, o so glaub und weiß ich dieß: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgescho⸗ Kreuz⸗ und Trostlieder. ben, hat er drum nicht aufy⸗ hoben; hilft er nicht zu jen Frist, hilft er doch, wenni nöthig ist. 3. Gleichwie Väter nith bald geben, wornach ihre i der streben: so haͤlt Gott auh Maß und Ziel; er gibt, wu und wann er will. 4. Seiner kann ich mih getrösten, wenn die Noth an allergrößten;z er ist gegenmih sein Kind, mehr als väterli gesinnt. 5. Trotz dem Tufll Trotz dem Drachen! ich kim ihre Macht verlachen! Tuh dem schweren Kreuzesjoh. Gott, mein Vater, lebet nuh 6. Trotz des bittern Y des Zähnen! Trotz der Wil und allen denen, die mir sid ohn Ursach feind: Gott in Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt unn in⸗ mer neiden! will sie michnich länger leiden, ei, so frag i nichts darnach: Gott isthit ter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich d sich treiben, muß mir dochtn Himmel bleiben; wenn i nur den Himmel krieh x ich alles zur Genüg. * begnü hab E Unglü seinen 3. wohlg heden md 2 lichte cht aufh⸗ t zu jan „wenni äter nih ihrefiß Gott aut gibt, wan Rich mih Noth an zegenmich 8 väterli Tufll lich km en! Nuh euzesjoch lebet nog, ittern A der W ie mit sud Gott in reund. lt nur in⸗ emichniih o frag tt ist Rit gleich d nir dochdn wenn ih kriez /H g. Kreuz⸗ und Trostlieder 351 9. Ich will ihr ja gerne lassn, was ich doch nur müßte assen; sie hab, was ihr wird u Spott, und laß mir nur meinen Gott. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem Andern abe; legt man mich geich in das Grab, gnug, herr, wenn ich dich nur hab. Christoph Titius, geb. 1641, + 1703. Eigne Melodie. 116. Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille; wieer fängt neine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl veiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht etrügen; er führet mich auf uchter Bahn, so laß ich mich legnügen an seiner Huld und hab Geduld. Er wird mein luglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist vohlgethan, er wird mich wohl hdenken; er, als mein Arzt ind Wundermann, wird mir licht Gift einschenken für Ar⸗ zenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böͤ⸗ ses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treu⸗ lich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bit⸗ ter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schre⸗ cken, weil doch zuletzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich ver⸗ bleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast, geb. 1649, 4 1708. Mel. Wer nur den lieben ꝛc. I 417. Ich lasse Gott in allem walten, er mach es, wie es ihm gefällt: ich will ihm 352 gerne stille halten, so lang ich hier leb in der Welt. Wie er, mein lieber Gott, es fügt, so bin auch ich sehr wohl ver⸗ gnügt. 2. Gehts gleich nicht stets nach meinem Willen, stürmt gleich ein Unfall auf mich zu, soll mich doch Gottes Wille stillen, der setzt mich in ver⸗ gnügte Ruh: weil ich mit al⸗ lem, was Gott fügt, im Leb'n und Sterben bin vergnügt. 3. Bin ich gleich nicht so hoch geschätzet, und nicht, wie Andre, groß und reich, werd ich dennoch in Gott ergötzet mehr, als wär ich dem Reich⸗ sten gleich. Ich bin mit We⸗ nigem vergnügt, wie mein ge⸗ treuer Gott es fügt. 4. Wie oft entsteht ein See⸗ lenschade durch das erscharrte Geld und Gut? Wie Man⸗ cher fällt aus Gottes Gnade durch Reichthum in die Höl⸗ lengluth? deshalben bin ich wohl vergnügt mit dem, was Gott für mich verfügt. 5. Ich strebe nicht nach hohen Stufen, viel sichrer ist der Mittelstand: wie mich der Himmel hat berufen, wie mich selbst führt des Hoͤchsten Hand, Kreuz⸗ und Trostlieder. und wie ers endlich mit n fügt, so bin ich auch sih wohl vergnügt. 6. Ich achte nicht ded E ckes Lachen, wie freundlicht auch immer sey; ich laß nit auch nicht zaghaft math durch seinen Grimm und Mi⸗ therei. Wie's Gott in beidn Fällen fügt, so bin und blil ich wohl vergnügt. 7. In Gottes Hand sih ich geschrieben, der hat jual mein Haar gezählt; dim kann kein Anstoß mich henn ben, wie sehr er gleich sun schreckt und quält; ich lah allem höchst vergnügt, v mein getreuer Gott es füg. 8. Mein Wille soll st stets verpflichten, sowohl in Leben als im Tod nach Ot tes Willen sich zu richten, hat es mit mir keine Moh weil ich mit dem, was O verfügt, im Leb'n und Sih ben bin vergnügt. Eigne Melodie. 418. Gott lebet noch Seele, was verzagst du dogh Gott ist gut, der aus Eihnz men alle Hülf auf Eahn thut, der mit Kraft und fnn * mit mir auch sh t des Cll undlich⸗ laß mii ft machn 1und Wi⸗ in beidn und blah Hand sih hat ju al lt; dun nich belti leich sunf ich leh i nügt, w tees füg. e soll sh sowohl in nach Oot⸗ richten, x ine Noh: was Ot und Stur die. ebet nogh st du doc us Erhun auf Erde t und sin Kreuz⸗ und Trostlieder. 35³3 zen Armen machet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denken, alle Noth zum Besten lenken. Seele, so be⸗ denke doch: lebt doch unser herr Gott noch. 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht? der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott st Gott, der hört und siehet, wo den Frommen weh ge⸗ schichet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Hott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost in allen Enden. Seele, so ledenke doch: lebt doch unser herr Gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen? nimm zu Gott nur deinen Ruf; Gott ist groß und reich bon Gnaden, hilft den Schwa⸗ chen gnädig auf. Gottes Gna⸗ de währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrie⸗ den stellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir seyn. Gott ists, der es herzlich mei⸗ net, wo die Noth am größten scheinet. Seele, so bedenke doch; lebt doch unser Herr Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn, es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammerleben 23 35⁴ Kreuz⸗ und Trostlieder. Friede, Freud und Wonne ge⸗ ben. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! Joh. Friedr. Zihn, geb. 1650, 4 1719. Mel. Jesu, meine Freude ꝛe. 419. Meine Seel ist stille zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wie's Gott füget, nimmts an, wie es geht; geht es nur zum Him⸗ mel zu, und bleibt Jesus un⸗ geschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu seyn aller Ort und Zeiten und mag Keinen lei⸗ den, der ihr redet ein von der Welt, Ehr, Lust und Geld; wonach so Viel sind beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur Ei⸗ ner, sagt sie, und sonst Kei⸗ ner wird von mir geliebt; Je⸗ sus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz er⸗ gibt. Er allein, er soll es seyn, dem ich wieder mich er⸗ gebe und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege in des Va⸗ ters Schoß; lerne ihm ver⸗ trauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß die da fleußt aus stillem Geif. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicknn. 5. Meine Seele senket al⸗ les, was sie kränket, tief in Jesu Brust; sie wird stant durch Hoffen, und was sie he⸗ troffen, träget sie mit Lust fasset sich ganz männiglih durch Geduld und Glauban feste; am End kommt das Beste. 6. Amen! es geschieheh wer zu Jesu fliehet, wird ez recht erfahrn, wie Gott seinn Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gelostt Leiden, und gehn an die Fin⸗ Joh. Casp. Schade, den. geb. 1666, 168. Mel. O Welt ich muß dich n. 420. Mein Herz, gib dich zufrieden und bleibe gut geschieden von Sorge, Funht und Gram; die Noth, die dih jetzt drücket, hat Gott dir zr geschicket; sey still und hat dich wie ein Lamm. 2. Mit Sorgen und mi Zagen und unmuthsvolla Klagen häufst du nur eie Hein; hoffer hetrof lieblic . waͤhre Zahrer vischt wie lat und be sihen hen dal so groß, m Geist Gott zu quicken. nket ab tief in rd start 8 sie he⸗ it Lust nniglih Hlaube imt das schieht wird e tt seinn reuz zt Hlück zu alsdann gekostt ie Fru⸗ Isp. Scade, 66,4 1685. ; dich rʒ, g ibe gasz „Furct die dih t dit zů nd hat und mt polla ur dein Kreuz⸗ und Trostlieder. 35⁵5 hein; durch Stilleseyn und hoffen wird, was dich jetzt hetroffen, erträglich, sanft und leblich seyn. 3. Kanns doch nicht ewig wahren, oft hat Gott unsre gähren, eh mans meint, abge⸗ wischt; wenns bei uns heißt: wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu ma⸗ chen: nach Weinen schafft er gachen, nach Regen Sonnen⸗ schein, nach rauhen Winterta⸗ gen muß uns der Lenz beha⸗ gen; er führt in Höll und Himmel ein. ö 5. Indeß ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, ufdaß wir werden klein; was iber nicht zu tragen, darf sich licht an uns wagen, und sollts uuch nur ein Quentlein seyn. 6. Denn es sind Liebes⸗ shläge, wenn ich es recht er⸗ wäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, sondern Ru⸗ hhen sinds, damit Gott zum Hulen die Seinigen hienie⸗ dn schlägt. 7. Er will uns dadurch ihen zu Kindern, die da flie⸗ hen das, was ihm mißbehagt, den alten Meuschen schwäͤchen, den eignen Willen brechen, die Lust ertödten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch leh⸗ ren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöthen auch lassen, ja gar tödten, uns doch getroͤsten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so blei⸗ bet uns das Erbe des Him⸗ mels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Le⸗ ben, so muß uns, seinen Re⸗ ben, der Tod seyn ein Ge⸗ winn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Him⸗ mels hin. 11. Drum gib dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Gram; vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Haͤnden hin⸗ tragen zu dem Bräutigam. Joh Anast. Freylinghausen, geb. 1670, 4+ 1739. Mel. Meinen Jesum laß ich ꝛc. 421. Dennoch bleib ich stets an dir, wenn mir alles ö 23 356 gleich zuwider; keine Trübsal drückt in mir die gefaßte Hoff⸗ nung nieder, daß, wenn alles bricht und fällt, dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rath, der wohl wunderlich geschiehet, aber endlich in der That auf die schönste Wohl⸗ fahrt siehet. Denn du führst es wohl hinaus, sieht es gleich verkehret aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich gnug ge⸗ kämpfet habe. Führe mich die Lebensbahn zu dem Himmel aus dem Grabe. Endlich zeige mir das Loos in der Auser⸗ wählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir er⸗ gehen, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich feste stehen. Ich muß, Trotz sey aller Pein! dennoch, dennoch Benj. Schmolck, selig seyn. geb. 1072, 7 1157. Mel. Wer nur den lieben ꝛe. 422. Je größer Kreuz, je näher Himmel; wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; bei Sündenlust und Weltgetüm⸗ mel vergißt man Hölle, Fluch und Tod; o selig ist der Mann Kreuz⸗ und Trostlieder. geschätzt, den Gott in Rrun und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, beßre Christen; Gott stteiht uns an den Probestein. M mancher Garten wird zn Wüsten, fällt nie ein Thri⸗ nenthau hinein. Das Goh wird auf dem Feuerheerd, en Christ in mancher Noth he währt. 3. Je größer Kreuz f stärkrer Glaube; die Palm wächset bei der Last. Di Süßigkeit fleußt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast; im Kreuzewat⸗ set uns der Muth, wie Pei len in gesalzner Fluth. 4. Je größer Kreuz 3 größre Liebe; der Wind hlis nur die Flammen auf; u scheinet gleich der Himml trübe, so lachet doch die Ean⸗ ne drauf. Das Kreuz h mehrt der Liebe Gluth, gleih wie das Oel im Feuer thul. 5. Je größer Kreuz/ mehr Gebete; zerriebne Riitz ter riechen wohl. Wenn in das Schiff kein Sturmwi wehte, so fragte man niht nach dem Pol. Wo kinh David er nid 6. nehr steiget diẽ W schnet Täub! Ruh, Arche 7. lieber locht man ⸗ lz stir das 5 ziert, umph 8. schöm Schat einma der trägt. nod m t Kr⸗ 9. dein lieber Hedull ein so Glau bis de trägt. in Kran dreuz, 3 tt streich in. Mi⸗ vird zu in Thui⸗ as Goh heerd, en Noth he Kreuz, ie Palm st. De aus der sie wohl uze wäch wie Per th. Rreuz. j zind hlif auf; Himml die Son⸗ reuz ⸗ th glih 'er thut. Treuz/ ne Kril⸗ Venn m urmwind nan nilt o kimah Kreuz⸗ und Trostlieder. Davids Psalmen her, wenn ir nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je nehr Verlangen; im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft gegangen, der schnet sich nach Kanaan; das Dublein, findets hier nicht Ruh, so fleugt es nach der Ache zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, to stirbt auf einmal alle Noth; das Kreuze, das die Gräber jiert, bezeugt, man habe tri⸗ umphirt. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Schatz uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel nägt. Ach, dieses theure Klei⸗ nod macht, daß man das größ⸗ ie Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je leber seyn; daß mich die Un⸗ geduld nicht reize, so pflanz kin solches Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone V Benj. Schmolck, nägt. geb. 1672, + 1737. 357 Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. 423. Seele, sey zufrie⸗ den; was dir Gott beschieden, das ist alles gut. Treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, fasse frischen Muth. Ist die Noth dein täglich Brod, mußt du wei⸗ nen mehr als lachen, Gott wirds doch wohl machen. 2. Scheint der Himmel trübe, und der Menschen Liebe stirbet ganz dahin; kommt das Mißgeschicke fast all Au⸗ genblicke und quält deinen Sinn; nur Geduld! des Him⸗ mels Huld sieht auf alle deine Sachen, Gott wirds doch wohl machen. 3. Ungeduld und Grämen kann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich widersetzet, wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last den Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt; so muß auf das Weinen laͤuter Freude scheinen, die das Herzerquickt. Laß es seyn, wenn Angst und Pein mit dir schlafen, mit dir wachen, Gott wirds doch wohl machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich aus⸗ zuhalten und Gott lassen wal⸗ ten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen; Gott wirds doch wohl machen. 6. Nun, so solls verbleiben, ich will mich verschreiben, Gott getreu zu seyn. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm erge⸗ ben; ich bin sein, er mein. Denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch Benj. Schmolck, wohl machen. geb. 162, 1 I7. Mel. Ringe recht ꝛe. 424. Gott wills ma⸗ chen, daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen ringsum schwellen, wenn du nur bei Jesu bist. 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter! Gott dein Wächter schläfet ja noch Kreuz⸗ und Trostlieder. schlummert nicht. Höhen aufzusehen, waͤre dein Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und in Eilen bleibt er stets ein N⸗ terherz; laß dein Weinen hit ter scheinen, dein Schmerz is ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlo sen sey. Wenn dein Willenn ist stille, wirst du von den Kummer frei. 6. Laß dir süße seyn di Küsse, die dir Jesu Ruthe gibt. Der sie führet und n⸗ gieret, hat nie ohne Fruht betrübt. 7. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Gells⸗ senheit. Laß den sorgen, de auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 8. Gottes Haͤnde sind ohn Ende; sein Vermögen hat kein Ziel. Ists beschwerlich scheints gefährlich, deinen Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glaube Fun⸗ ken fängt. Alle Thaten sih gerathen jedesmal, wir l verhängt. 10. Wann die Stunden Zu d Zu dan are deine und in ein M⸗ inen hit hmerzi ;. este, daß beschlo⸗ Villenm hon dem seyn di 1 Ruthe und n⸗ Frucht inken in n Gelhs⸗ gen, der ist ier sind ohn gen hat werlich deinen . sind de be Fin⸗ ten sind wie ete Stunden Kreuz⸗ und Trostlieder. 359 sich gefunden, bricht die Hülf mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens seyn. 14. Eignen Willen zu er⸗ füllen, leidet sichs noch ziem⸗ lich wohl; da ist Plage, Noth und Klage, wo man leiden muß und soll. 12. Drum wohl denen, die sichssehnen nach der stillen Willensruh! Wenn wir wol⸗ len, was wir sollen, fällt auch das Vollbringen zu. 13. Hoch zu preisen sind die Weisen, die schon in der Uebung stehn, die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld; wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sün⸗ denschuld. 15. Die da weichen und das Zeichen ihres Bräuti⸗ gams verschmähn, müssen fahren mit den Schaaren, die zur linken Seite stehn. 16. Aber denen, die mit Thränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands wer⸗ den noch. 17. Amen, Amen! in dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, wie und wann und was er wil 1 Johann Daniel Herrnschmidt, geb. 1675, + 1723. Mel. Herr, wie du willst ꝛc. 425. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, ohn alles Eigenwählen; geschieht, was er mir ausersehn, wirds mir an Keinem fehlen: wie er mich führt, so geh ich mit und folge willigSchritt fürSchritt in kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge sei⸗ nem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters wi⸗ derstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehrn und wenden, sey ihm hiermit ganz heimge⸗ stellt, er mache, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Va⸗ 360 terwillen; scheints der Ver⸗ nunft gleich wunderlich, sein Rath wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken; kann ichs auch anfangs nicht verstehn: zuletzt wird er aufdecken, wie er nach seinem Vaterrath mich treu und wohl geführet hat. Dieß sey mein Glaubens⸗ Lampertus Gedicke, anker. geb. 1683, 4 1736. Mel. Ach Jesu, dessen Treu ꝛc. 426. Gott ist und bleibt getreu; sein Herze bricht vor Lieben, pflegt er gleichwohl einmal die Seinen zu betrü⸗ ben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sey, wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt getreu. Kreuz⸗ und Trostlieder. 2. Gott ist und bleibt g⸗ treu; er hilft ja selber trages was er uns auferlegt, die duf der schweren Plagen.( braucht die Ruthe oft und bleibet doch dabei ein Vater der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt ge treu; er weiß, was wir ver⸗ möͤgen; er pfleget nie zu vil den Schwachen aufzulegn. Er macht sein Israel von da und Banden frei, wann große Noth entsteht; Gott ist nd bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt g⸗ treu; er tröstet nach dem Wei nen; er läßt nach trüber Naht die Freudensonne scheinen. Es geht der Kreuzessturm in Augenblick vorbei; sey/Serl⸗ nur getrost; Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt ge⸗ treu; er stillet dein Begehren er will dein Glaubensgold in Trübsalsgluth bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu; der Lebensbecher folgt; Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt ge⸗ treu; laß alle Wetter krachen, Gott! sin sol alles lütze f dich; tleu Mel. 127 nich meine unverz was di nein G ch ich ih mi ich ihn nir sd 3. Sorge berbor hält;: den,! Friede Nst de 4. den, u den; l geht. gen de * leibt 9⸗ tragen, die Las n. Et oft und Vater, ist und leibt 9⸗ vir Ler⸗ zu vil zulegen. von Last in große ist und leibt g⸗ m Wei⸗ er Nahht cheinen. urm in „Seel, ist und leibt g⸗ gehren; endgold vahren. 8 Hand Scheu; ; Got eibt ge⸗ rachen, Kreuz⸗ und Trostlieder. 361 Hott wird der Trübsal doch in solches Ende machen, daß Illes Kreuz und Noth dir ewig lütze sey: so liebt der Höchste dich; Gott ist und bleibt ge⸗ treu. Rel. O Welt, ich muß dich ꝛc. 427. Was ists, daß ich nich quäle? Harr seiner, meine Seele, harr und sey uverzagt! Du weißt nicht was dir nützet; Gott weiß es und Gott schützet; er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, nein Glück und meine Plage, chich die Welt noch sah; eh ih mich selbst noch kannte, eh ih ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht berborgen, der alles sieht und hilt; und was er mir beschie⸗ den, das dient zu meinem drieden, wärs auch die größte gast der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Er⸗ den, um glücklich hier zu wer⸗ den; die Lust der Welt ver⸗ geht. Ich lebe hier, im Se⸗ hen den Grund zum Glück zu legen, das ewig wie mein Geist besteht. 5. Was dieses Glück ver⸗ mehret, sey mir von dir ge⸗ währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schätzet, sey, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krank⸗ heit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwe⸗ rer Haß und Spott; so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewah⸗ ren? und er mein Gott be⸗ wahret mich. Christi. Fürchteg. Gellert, geb 1715, 1+ 1769. Mel. Wenn wir in höchsten ꝛc. 428. Hiff, Helfer, hilf in Angst und Noth! du kannst es thun, du lieber Gott; denn du bist groß von Rath und That, wie's mancher Christ erfahren hat. 2. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! du mußt es 362 Kreuz⸗ und Trostlieder. thun, du starker Gott; denn du sprichst: Ich will reißen dich aus aller Noth, glaubs sicherlich. 3. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! du mußt es thun, du treuer Gott; denn dir dein Vaterherze bricht, daß du mich kannst verlassen nicht. 4. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! du willst es thun, du Amens⸗Gott; denn obs gleich währt bis in die Nacht, so hilfstdu doch durch deine Macht. 5. So hilf nun Allen in der Welt, wie, wo und wenn es dir gefällt; so hilf auch mir zur rechten Zeit zu mei⸗ ner Seelen Seligkeit. 6. Du kannst, du willst, du mußt es thun, du willst dein Wort erfüllen nun; so will ich dir stets dankbar seyn; hilf, Jesu, hilf! du kannst Joh. Jak. Lang, allein. geb. 1646, + 1690. Mel. Was Gott thut, das ist vc. 429. Seg stille, müdge⸗ quältes Herz, das nur am Kummer klebet! Richt die Ge⸗ danken himmelwärts, hin, wo dein Vater lebet. Zuletzt ver⸗ zagt, wer immer klagt. In Gott sollst du dich fassen kann dich nicht verlassen. 2. Sey stille, sinne miht. zu weit; was willst du dir i⸗ sinnen? was wirst du mi Vermessenheit je gegen Oot gewinnen? Du bist ja Stauhz ermann dich, glaub! er hu uns schon versehen, auch un wir nicht verstehen. 3. Sey stille, such bei M. schen nicht, was Menschn nicht vermögen! halt fest x Gott mit Zuversicht; damuf liegt aller Segen. Folg sii nem Rath, geh seinen Pfid; laß dir den Herrn der Welnn weit über Menschen gelten. 4. Sey stille, hast du lin geweint und wirds noch in mer trüber, sag nicht: wil mir kein Licht erscheint, N Hülfe ist vorüber! O hemn fort, du hast sein Wortzu wird, so ists verheißen, di noch aus allem reißen. 5. Sey stille, laß der Zui⸗ fel Macht nicht immer di besiegen; laß Gottes Wih heit in der Nacht des Ru mers überwiegen. Du suchs Ruh; die hinderst du, solug dich Zweifel quälen; m Glaube stillt die Seelen. gen Got aStaub, HVer he auch wi bei Mh⸗ Menschn lt fest a t; daruf Folg sti en Pfid; er Weltn gelte st du lug noch in⸗ icht: wil heint, N O hen Wortzu ißen, di en. der Zui⸗ nmer dit ses Waht des Kuh Du suchf du, soln len; m eelen. Kreuz⸗ und Trostlieder. 6. Sey stille; endlich mit dem Tod muß alle Sorge schweigen; dann wird sich von dem Stand der Noth der rechte Anblick zeigen; da, da erscheint, wie gut gemeint die Leidensproben waren. Herr, laß michs froh erfahren! Joh. Gottfr. Schöner, geb. 1749, + 1818. Rel. Wie groß ist des Allmächt⸗ gen ze. 430. G erreuzigter zu deinen Füßen hebt aus dem Staube sich empor mein Herz/ wenn es von Gram zerrissen; es sucht dein Herz, dein Aug und Ohr, dein Herz, die Ruhe⸗ statt der Armen, die Niemand sonst erguicken kann, dein Herz, das zärtlich voll Erbarmen den Leidenden ist zugethan. 2. Du, unser heilger Bluts⸗ herwandter, der einst so heiß für uns geweint, o du mit je⸗ der Noth bekannter, erfahrner Arzr und Seelenfreund, er⸗ uffne du dein Herz dem Mat⸗ ten als eine stille Felsenkluft, wo Kühlungen ihn sanft um⸗ schatten, wenn oft ein Schmerz dem andern ruft. 3. Wie sich aus deinen Lodeswunden dein Blut zu 363 meinem Heil ergießt: das sey in meinen bängsten Stunden, was mir den Leidenskelch ver⸗ süßt; das gib als Balsam deinem Kranken, den Frieden Gottes flöß ihm ein, und wenn des Glaubens Grund will wanken, so müß ihm das zur Stütze seyn. 4. Dein Aug mit jenem Blick voll Gnade, das du dem Petrus zugewandt, daß er, verirrt auf dunklem Pfade, dich, guten Hirten, wieder⸗ fand: dein Aug begegne mei⸗ nem Sehnen, das aufwärts seine Seufzer schickt; denn milder fließen meine Thrä⸗ nen, wenn du mich, Jesu, an⸗ geblickt. 5. O du, mein freund⸗ lichster Regierer, seitdem ich wall im Pilgerland, sey fer⸗ ner noch mein treuer Führer bis zu dem schönen Heimath⸗ land! halt mir dein Ohr für alles offen, was ich dir klag im Kämmerlein, und laß mich stets voll Demuth hoffen, daß es soll Ja und Amen seyn. 6. Du sahest segnend auf die Deinen, Herr, einst vom blutgen Kreuz herab; so sieh auch mich an und die Meinen. 364 Morgenlieder. in jeder Stunde bis zumGrab. wann endlich Hoffnung, Lie⸗ Wie wird uns seyn, befreit be, Glaube die kühnsten Bi⸗ vom Staube, der oft den ten sieht erhört! Geist mit Angst beschwert, Christi. Adam Dann, geb. 1758, 4 1831. Morgenlieder. Mel. Herr Jesu Christ, dich ꝛc. I. Die helle Sonn leucht jetzt herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir; Gott Lob! der uns heut diese Nacht behüt hat vor des Teu⸗ fels Macht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt; laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter seyn, 3. Daß unser Herz im G'horsam leb, deim Wort und Will'n nicht widerstreb, daß wir dich stets vor Augen han in allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk gera⸗ then wohl, was ein Jeder ausrichten soll, daß unsre Ar⸗ beit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Nikolaus Hermann, 4 1561. Eigne Melodie. 432. Aus meines Her⸗ zens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgen⸗ stunde, dazu mein Lebelang, o Gott in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Chren, durch Christum, unsern Her⸗ ren, dein eingebornen Sohn; 2. Und daß du mich aus Gnaͤden in der vergangnen Nacht vor G'fahr und allen Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demüthiglich, wollf mir mein Sünd vergeben, wi⸗ mit in diesem Leben ich hah erzürnet dich. 65 3. Du wollest auch behi⸗ ten mich gnädig diesen Iag vors Teufels List und Wit then, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur⸗ und Wa sersnoth, vor Armuth und vor Schanden, vor Kettenund * hor Be em T 4. ö mein“ Ehr u überge gesind Gab, wandt Bekan hab. 5. hleibe nir,d auf de in die Tück ind bring 6. then, mag; mein denn i Leib, und u et ma 7. Amen au, G men und Hand mit F 0 Lie⸗ n Bit⸗ m Dann, 1 1837. 8 Her⸗ dir Lob korgen⸗ belang, on, dit Chren, rn Her⸗ Sohn; ich aus angnen d allem ewacht. „wollst hen, wo⸗ ich bb bchi⸗ en V d Wü⸗ ind vor d Waß th. und ten und Morgenlieder. 365 hor Banden, vor bösem schnel⸗ lem Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Weib, Gut Ehr und Kind sey dir, Herr, übergeben, dazu mein Haus⸗ gesind, als dein Geschenk und Gab, mein Eltern und Ver⸗ wandten, Geschwister und Bekannten und alles, was ich ab. 5. Dein Engel laß auch hleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammerthal sein Lück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe, und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen ra⸗ then, denn er all Ding ver⸗ nag; er segne meine Thaten, mnein Vornehmen und Sach; denn ich ihm heimgestellt mein Reib, mein Seel, mein Leben, und was er mir sonst geben, r machs, wie's ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Anen und zweifle nicht dar⸗ au, Gott wird es alls zusam⸗ men ihm wohlgefallen lan, und streck nun aus mein hand, greif an das Werk nit Freuden, dazu mich Gott hat b'scheiden in meim Beruf und Stand. Joh. Mathesius, geb. 1504, 4+ 1565. Mel. Herr Gott, dich loben alle ꝛc. 433. Das walt Gott Va⸗ ter und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmels⸗ thron, man dankt dir, eh die Sonn aufgeht; wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter An⸗ dacht meine Knie, und ruf zu dir mit heller Stimm, dein Ohren neig, mein Red ver⸗ nimm. 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnä⸗ dig hast behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefähr⸗ ten seyn. 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit deinen Gaben zier; er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 366 Morgenlieder. 6. Gib, daß ich meine Werk und Pflicht mit Freu⸗ den diesen Tag verricht, zu deinem Lob und meinem Nutz, und meinem Nächsten thue Guts. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich, vom Uebel abgewandt, mein Herz mit Sünden nicht be⸗ schwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Behüt mich heut und allezeit vor Schaden, Schand und Herzeleid; tritt zwischen mich und meine Feind, so sichtbar und unsichtbar seind. 9. Mein Aus⸗ und Ein⸗ gang heut bewahr, daß mir kein Uebels widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hülf ist noth. Martin Behemb, geb. 1557, + 1622. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend ꝛe. 434. O heilige Dreifal⸗ tigkeit, du hochgelobte Einig⸗ keit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist! 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, daß mich der Satan nicht verletz, noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mih heut anblick, des Sohnes Gürt mich erquick, des heilgen Gei stes Glanz und Schein a⸗ leucht meins finstern Herzent Schrein. 4. Mein Schöpfer, sieh mir kräftig bei, Christ, mein Erlöser, bei mir sey, o Ri⸗ ster werth, weich nicht vun mir, mein Herz mit deinn Gaben zier. 5. Herr, segne und behüt mich; erleucht mich, Herr, ge nädiglich; Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behemb, geb. 1557, 4 1652. Eigne Melodie. 435. J Gott, in deinem Throne durh Jesum Christum, deinen li⸗ ben Sohne, daß du mich wal len diese Nacht bewahren dor Schaden und für mancherli Gefahren, und bitte dich wollst mich an die sem Lah⸗ behüten auch vor Sündeh Schand und Plage. 2. Denn ich dir, Hert.iu deine Händ befehle mein dih ch danke dit, 1 ner un Mhru die Pe ind Le Vorti linger ung a füllen. hiterli 4.5 Io dich detheit ennen freund all arn nd und ild mih les Güte gen Gli hein er⸗ Herzen er, sih st, mein o No⸗ icht von deinen d behüt Herr, ge auf mich deinen t. 57, 4 1622. e dit, ne durch inen li⸗ lich woh hren vor ancherli te dich, m NDahe Sünden, Herr,in lein Leih Morgenlieder. und Gut und meine arme Geele; dein heiliger Engel zu lllen Zeiten, der sey und bleib hei mir auf allen Seiten, auf dß der bös Feind, so arg und schwinde, ganz keine Macht in mir zu üben finde. 3. Den lieben Frieden fer⸗ ger uns verleihe, und unsre Mhrung reichlich benedeie; die Pest von unsrer Stadt und Land laß wallen, dein Vort in Ruh und Fried noch linger schallen. Wend Theu⸗ ung ab, dein Segen laß uns füllen nach deinem Wort und hiterlichen Willen. 4. Ich bitt für die, Gott, o dich Vater nennen, inson⸗ derheit dein reines Wort be⸗ lennen, für alle meine Bluts⸗ stund und Verwandten, sie sehn gleich hier oder in frem⸗ den Landen; vor allem Unfall pollst du sie bewahren, laß inen alles Gutes wider⸗ fuhren. 5. All, welche sind betrübt, hank und gefangen, tragen, Oherr, nach dir in Noth Ver⸗ lugen, die wollest du von al⸗ lem ihren Bösen aus lauter Hnaden endlich gar erlösen; larme Sünder zu dir, Herr, 367 bekehre, ein selges End uns insgesammt beschere! Mel. Lobet den Herren, alle ꝛc. n dieser Morgen⸗ stund will ich dich loben, o Gott, mein Vater, in dem Himmel oben; was du für Gnade mir stets thust erwei⸗ sen, will ich jetzt preisen. 2. Du hast mich an das Tagslicht lassen kommen, auch durch die Tauf in dein Reich aufgenommen, und lässest mich in deinem Sohn entbin⸗ den von Schuld und Sünden. 3. Du gibest mir den heil⸗ gen Geist daneben, daß er mich lehr und führ in meinem Leben, damit ich lern auf dich alleine schauen und dir ver⸗ trauen. 4. Du hast mich allzeit väterlich ernähret, was ich be⸗ durft, mir immerzu bescheret, und wenn mich Noth und Un⸗ glück hat berühret, bald draus geführet. 5. Jetzt hast du auch durch deiner Engel Schaaren mich lassen heut in dieser Nacht be⸗ wahren, daß mich darin kein Unfall hat erschrecket, noch aufgewecket. 368 6. O Herr, mit meinem Munde und Gemüthe erzähl und rühm ich solche große Güte, die ich empfangen hab an allen Enden aus deinen Händen. 7. Ich bitt, du wollest über mir fort walten, und mich auch heute diesen Tag erhal⸗ ten, daß Satan nicht durch seine List und Pfeile mich übereile. 8. Hilf, daß ich bleib, wie zusteht frommen Christen, rein von der Welt und ihren Sünden⸗Lüsten, daß ich auch meinen eignen bösen Willen nicht mög erfüllen. 9. Herr, laß in deinen Schutz seyn eingeschlossen Leib, Seele, Freunde, Kin⸗ der, Hausgenossen, und was ich sonst durch deine milde Gabe auf Erden habe. 10. Die Obrigkeit erhalt bei gutem Stande, gib Friede, Glück und Heil im ganzen Lande; behüt uns allerseits, o Herr, in Gnaden vor Schand und Schaden. 11. Du wollest auch an diesem Tag mich stärken durch deine Kraft in mein's Beru⸗ fes Werken, auf daß ich möge Morgenlieder. in denselben allen dir wohlg⸗ fallen. 12. Zuletzt verleih, wen ich aus diesem Leiden, es se heut oder morgen, werd ab⸗ scheiden, daß ich auf Christ Tod mög fröhlich sterben, dn Himmel erben. 13. So bin ich dann an Leib und Seel genesen, un wohl auf dieser Welt allhi gewesen, dort habe ich dal rechte Kleinod funden, hin überwunden. 14. Das hilf mir, Vathr, der du mit dem Sohne ud heilgen Geist regierst in einen Throne; gib, daß ich dessen was ich jetzt begehret, werd gewähret. J. Reichenwald oder J. Gesenius geb. 1601, 4 1671. Eigne Melodie. 437. Gott des Himmab und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der Tag und Nacht läßt werden Sonn und Mond uns schi⸗ nen heißt, dessen starke Hub die Welt und was drinm ist erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in diest Nacht vor Gefahr, Auf Hülf 1 Misset 4.0 Morge nag 1 sorgen großer dein schreck 5 und le deinem du aud * wohlge⸗ „ wem „/ es seh verd ab⸗ Christ ben, den dann au sen, n lt allhi ich da en, hier „Vater yhne und in einem h dessen hret, l J. Gesenius 1671. Himmel er, Sohn der e werden, ms schii rke Haud drinnen dir vol in diese Mo, Morgenlieder. 369 RÄoth und Schmerzen hast lehütet und bewacht, daß des hösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch mei⸗ ner Sünden jetzt mit dieser Raht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wun⸗ den offen stehn, da alleine Hülf und Rath ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Norgen geistlich auferstehen nag und für meine Seele sotgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor er⸗ schrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sey und bleibe uu auch heute mein Beschützer und mein Hort; nirgends als von dir allein kann ich recht hewahret seyn. 6. Meinen Leib und meine Seele sammt den Sinnen und Vrstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand; Herr, mein Ehre und nein Ruhm, nimm mich auf, dein Cigenthum! 7. Deinen Engel zu mir sade, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. 45. 168, 1 1068. Mel. Herr Gott, dich loben alle ꝛc. 438. Vor deinen Thron tret ich hiemit, o Gott, und dich demüthig bitt; ach, wend dein gnädig Angesicht von mir, dem armen Sünder, nicht! 25 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht zu dei⸗ nem Ebenbild; in dir web, leb und schwebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderlich und unverhofft, da nur einSchritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir; des Lebens Noth⸗ durft gibst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich im Glück und Unglück mein. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllengluth, das schwer Gesetz für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd und Sa⸗ 24 370 tan mich anklagt, und mir das Herz im Leib verzagt, als⸗ dann brauchst du dein Mitt⸗ leramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein Fürsprech allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig seyn. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, des Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich lauter dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinenHerrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Saerament behalt und lieb bis an mein End; 10. Daß ich fest in An⸗ fechtung steh und nicht in Trübsal untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freuden überwind. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat, 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Morgenlieder. schaue ewiglich. Amen, Amen, —— Seel in deinen Schutz ich di befehl. 13. Hilf, daß ich sey vn Herzen fromm, damit min ganzes Christenthum aufrih⸗ tig und rechschaffen sey, nich Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sin denschuld und hab mit deinen Knecht Geduld; zünd in mi Glauben an und Lieb, zu j⸗ nem Leben Hoffnung gib. 15. Ein selig Ende mit bescher, am jüngsten Tag e⸗ weck mich, Herr daß ich dich Bodo v Hodenberz, erhöre mich! eb. 1508 f Wel Eigne Melodie. 439. Die güldne Sonne, voll Freud und Wonne ringt unsern Grenzen mit ihnm Glänzen ein herzerquickendeh liebliches Licht. Mein Hauht und Glieder die lagen du⸗ nieder; aber nun steh ich du munter und fröhlich, schuu den Himmel mit meinem G⸗ sicht. 2. Mein Auge schauerm Gott gebauet zu seinen Ehenn und uns zu lehren, wie 0 Vermögen sey mächtig uud groß, und wo die Frommey ich di scy vu nit mein auftich sey, nith uchelei. ine Sün⸗ it deinen id in mit b, zu ⸗ g gib. ande mit Tag er⸗ f ich dih n, Amen, v Hodenberz, 604, 4 1650, e. ie Sonne, ne, bringt it ihrem lickendez, in Hauht gen dar⸗ eh ich hi schu inem Ge⸗ aulet,was zen Chrn wie si chtig W Frommey Morgenlieder. dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles sey Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüther; dank⸗ hare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergötzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verweh⸗ ren sind seine Werke und Tha⸗ ten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er auf⸗ gehen über uns seiner Barm⸗ herzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sin⸗ nen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich er⸗ gehn. Laster und Schande, des Lucifers Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten hestehn. 6. Laß mich mit Freuden, ahn alles Neiden, sehen den Segen, den du wirst legen 371 in meines Bruders und Nähe⸗ sten Haus. Geiziges Bren⸗ nen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, so⸗ bald das Lüftlein des Todes drein bläst. Alles in Allen muß brechen und fallen; Him⸗ mel und Erden die müssen das werden, was sie vor ihrer Erschaffung gewest. 8. Alles vergehet; Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, halten uns zeit⸗ lich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergib und schone; laß meine Schulden in Gnad und Hul⸗ den aus deinen Augen seyn abegewandt. Sonsten regiere, mich lenke und führe, wie dirs gefället; ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann 24 372 ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dieß heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste; Gott ist das Süßte und Allerge⸗ wißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich krän⸗ ken, mit Gallen tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen: wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast niemals Keinen zu sehre betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Mee⸗ res Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonnen erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, geb. 1606, 4 1676. Eigne Melodie. 440. Lobet den Herren alle, die ihn ehren! Laßt uns mit Freuden seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lo⸗ bet den Herren! 2. Der unser Leben, das Morgenlieder. er uns gegeben, in dieser Nah so väterlich bedecket und auz dem Schlaf uns fröhlich auf erwecket. Lobet den Herren! 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können, un Händ und Füße, Zung ud Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. bet den Herren! 4. O treuer Hüter, Brun⸗ nen aller Güter, ach, laß doh ferner über unser Leben he Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben. Lobet den Herren! 5. Gib, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unverhinden gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 6. Treib unsern Wille, dein Wort zu erfüllen. Lht uns verrichten heilige G⸗ schäfte, und wo wir schwah sind, da gib du uns Krüft Lobet den Herren! 7. Richt unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit dek nen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukul uns bemühn auf Erden.. bet den Herren! er Naht und aus lich auf Herren! nen wit en, um ing und iben wit gen. Ho⸗ „Brun⸗ laß doch eben hii Hut und bet den r heute, leite auf rhinden n deiner bet den Willen, n. Laht ige G⸗ schwah Kröftt. rzen, daß mit de⸗ fromm Zuluu den.- Morgenlieder. 373 8. Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig singen: Lobet den Her⸗ Paul Gerhardt, ten! geb. 1606, + 1676. Mel. Nun laßt uns Gott, dem ꝛc. 441. Wach auf, mein Herz und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Men⸗ schenhüter. 2. Heut, als die dunklen Schatten mich ganz umfan⸗ gen hatten, hat Satan mein hegehret, Gott aber hats ver⸗ wehret. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege; Trotz dem, der dich betrüge; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, das ist ge⸗ schehen, ich kann das Licht noch sehen; von Noth bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Oaben; mein Weihrauch, Harr und Widder sind mein Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen; du kannst ins Herze sehen und weißest, daß zur Ga⸗ be ich ja nichts Bessers habe. 7. So wollst du nun vol⸗ lenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Ta⸗ ge auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen, den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich be⸗ schütte, mein Herz sey deine Hütte, dein Wort sey meine Speise, bis ich gen Himmel reise Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. Eigne Melodie. 442. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom uner⸗ schöpften Lichte, schickuns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgen⸗ thau fall auf unser matt Ge⸗ wissen; laß die dürre Lebens⸗ au lauter süßen Trost genie⸗ ßen, und erquick uns, deine Schaar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Gluth unsre kalten Werke tödte, und erweck uns Herz 374 Morgenlieder. und Muth bei erstandner 3. Er ist mein Schutz g. Morgenröthe, daß wir, eh wir wesen, daß ich frisch und g6⸗ gar vergehn, recht aufstehn. nesen an diesem Tag aufsteh, 1 4. Laß uns ja das Sün⸗ und meine Pflicht angehe. denkleid durch des Bundes 4. Es hätten tausen Blut vermeiden, daß uns die Schrecken mich grausam kön⸗ i Gerechtigkeit mög als wie ein nen wecken, wo er nicht selhs Rock bekleiden, und wir so gewachet und alles gut g. 1 vor aller Pein sicher sehyn. machet. 5. Ach, du Aufgang aus 5. Mein Leib, Seel und der Höh, gib, daß auch am mein Leben sey ferner ihm er⸗ jüngsten Tage unser Leichnam geben; hilf, Herr, auch hen aufersteh, und entfernt von und sende den Beistand d. aller Plage sich auf jener ner Hände, ö ir gefil: folgt eudenbahn freuen kann. 6. Daß ich, von dir gefiß⸗ 25 6. Len 1 selbst in jene ret und überall regient, u uf ů deines Namens Ehre min nich Welt, du verklärte Gnaden⸗ sonne; führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Christian Knorr von Rosenroth geb. 1636, + 1689. Mel. Nun laßt uns Gott ꝛc. 443. Auf, auf, ihr meine Lieder, mein Herz, mein Geist und Glieder, dem Höchsten Lob zu singen und Opfer ihm zu bringen. 2. Er hat die Nacht ge⸗ wendet, das Licht herabgesen⸗ det, und mich ohn alle Sor⸗ gen erweckt an diesemMorgen. ganzes Leben kehre. 7. Behüte mich vor Sin⸗ den, und laß mich stets en⸗ pfinden ein Abscheu vor den Dingen, die deinen Zorn mir bringen. 8. Begnade mich mit S⸗ gen auf allen meinen Wegen, beglücke meine Thaten, nd laß sie wohl gerathen. 9. Verleihe Kraft ud Stärke, daß des Beruflk Werke durch deines Geistt Senden ich möge glückic enden. 10. Gib, daß mich dein Güte vor Unfall stets behün, chutz 9⸗ und ge⸗ aufsteh, igehe. tausend sam kon⸗ icht selhs gut ⸗ Seel ind ihm et⸗ auch hent tand dei it gefih⸗ ieret, u re mein hor Sün⸗ stets en⸗ vor den Zorn mit mit S⸗ 1Wegen, ten, und n. raft und Beruftz 3 Geisti glückit iich dein 5 behüt, Morgenlieder. 375 jadaß ich ewig bleibe ein Glied an deinem Leibe. 11. Mein Hoffen und Ver⸗ trauen laß nur auf dich hin⸗ shauen, daß sich mein Glaube nehre und dich mit Früchten ehre. ö 12. Laß Freunde und Ver⸗ wandte, Wohlthäter und Be⸗ kannte und die sich Christen schrelben, von dir bewahret hleiben. 13. Und sollt ich Schmach und Neiden, Kreuz und Ver⸗ solgung leiden, so hilf mirs kräftig tragen, und laß mich nicht verzagen. 14. Schütz alle hart Ge⸗ hlagten, erfreue die Verjag⸗ ten, gib Brod und Trost den Armen aus Gnaden und Er⸗ barmen. 15. Erhör auch alle Beter, bekehr die Uebertreter, sey gnädig mir und Allen nach deinem Wohlgefallen. 16. Insonderheit am Ende nimm mich in deine Hände, und laß mich selig sterben und ewges Leben erben. Johann Lassen, geb. 1636, + 1692. Mel. Ich armer Mensch ꝛe. 444. Mein Gott, nun ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wa⸗ chen alle meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin, und ich seh wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur immer älter werde und häufe Sünd und Missethat. O Gott, von dessen Brod ich zehr, wenn ich dir doch auch nütze wär! 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen, regier mich auch in dieser Welt. Ich weiß nicht, wie mirs heut wird ge⸗ hen, mach alles so, wie dirs gefällt. Schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich todt und lebend seyn. 4. Vergib mir, Vater, alle Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden, erhöre, was ich bet und sing; denn wenn ich nur bei dir wohl steh, so acht ich gar nicht wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen rathen; denn ich bin selber mir nicht klug. Behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen List und Trug; laß mich den Tag wohl legen an 376 Morgenlieder. und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; hilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirst es thun, ich zweifle nicht. Caspar Neumann, geb. 1648, + 1715. Mel. Hüter, wird die Nacht ꝛc. Seele, du mußt munter werden, denn der Er⸗ den blickt hervor ein neuer Tag; komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezaͤhlen, was dein schwacher Trieb ver⸗ mag. 2. Deine Pflicht die kannst du lernen von den Sternen, deren Gold der Sonne weicht; so laß auch vor Gott zerrin⸗ nen, was den Sinnen hier im Finstern schöne deucht. 3. Schau, wie das, was Odem ziehet, sich bemühet um der Sonne holdes Licht, wie sich, was nur Wachsthum spüret, freudig rühret, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 4. So laß dich auch fer⸗ tig finden, anzuzünden deinen Weihrauch, weil die Nacht, da dich Gott vor Unglückssti men wollen schirmen, ity glücklich hingebracht. 5. Bitte, daß er dir G⸗ deihen mag verleihen, wen du auf was Gutes zielst, ahn daß er dich mag stören m bekehren, wenn du böse M⸗ gung fühlst. 6. Kränkt dich etwas di⸗ sen Morgen, laß ihn sorga, der es wie die Sonne maht welche freundlich pflegt d Höhen anzusehen und auchi die Thäler lacht. 7. Denk, daß er auf deinn Wegen ist zugegen, daß er allen Sündenwust, auch di Schmach verborgner Flecken kann entdecken und erratha, was du thust. 8. Wir sind an den Rauf der Stunden fest gebunda, der entführt, was eitel heißz, und der dein Gefäß, o Sell, nach der Höhle eines Staih⸗ gewölbes reißt. 9. Drum so seufz ich, diß mein Scheiden nicht ein R⸗ den, sondern sanftes Schlufth sey, und daß ich mit Luft und Wonne seh die Sonne, wann des Todes Nacht vorbei. Friedr. Rudolph Ludw. Freih. v. Canß, geb. 1654, 4+ 1699. Rein lückesth ien, ists r dir G en, wem ielst aher ören mo böse Re⸗ twas di⸗ n sorgen ne mach, pflegt de id auchin luf deinn „ daß er auch die X Flecken errathen, den Lauf jebunden, itel heiß, o Seell, Sterb⸗ ich,di t ein Le⸗ Schlafen Lust und ne, wamn rbei. eih. v. Canth, 9. Morgenlieder. Mel. Freu dich sehr ꝛc. 146. Gott, du Licht, das wig bleibet, das ohn allen Wchse ist, das die Finster⸗ liß vertreibet, der du bleibest, vie du bist;ich verlasse meine guh; rufe: werde Licht! mir su, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verklä⸗ tet werde. 2. Wecke, da der Leib ge⸗ sclafen, auch die Seele geist⸗ lih auf; gib ihr deines Lich⸗ i Waffen, richt und leite ih⸗ un Lauf; laß mich seyn des lichtes Kind, hilf mir, weil ih geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele fillt; ach, erneure und ver⸗ llire stets in mir dein Eben⸗ lidl Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Le⸗ hen schafft, daß ich himmlisch uf der Erde und Ein Geist nit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Uerke, fördre mich in mei⸗ ler Pflicht; bleibe meiner Sbwachheit Stärke, meines lebens Kraft und Licht; laß nein Lebensziel allein deines 377 Namens Ehre seyn; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich einst zu je⸗ nem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem An⸗ gesichte die verklärte Seele steht, heller als der Sonnen⸗ schein, schön, unsterblich, en⸗ gelrein; laß sie seyn mit dir vereinet, wenn mein letzter Sal. Franck, Tag erscheinet. geb. 1655, 1 1525. Mel. Mein Herzens⸗Jesu ꝛc. 447. rhebe dich, omeine Seel! die Finsterniß vergehetʒ der Herr erscheint in Ifrael, sein Licht am Himmel stehet. Erhebe dich ans deinem Schlaf, daß er was Gutes in dir schaff, indem er dich er⸗ leuchtet. 2. Im Licht muß alles rege seyn und sich zur Arbeit wen⸗ den; im Licht singt früh das Vögelein, im Licht will es vollenden; so soll der Mensch in Gottes Licht aufheben bil⸗ lig sein Gesicht zu dem, der ihn erleuchtet. 3. Laßt uns an unsre Ar⸗ beit gehn, den Herren zu er⸗ heben; laßt uns, indem wir auferstehn, beweisen, daß wir 378 leben; laßt uns in diesem Gnadenschein nicht eine Stun⸗ de müßig seyn; Gott ists, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort, und unser Werk bleibt liegen. Ach, hilf uns, Herr, du trenster Hort, daß wir uns nicht betrügen; gib, daß wir greifen an das Werk, gib Gnade, Segen, Kraft und Stärk im Licht, das uns er⸗ leuchtet. 5. Du zeigst, was zu ver⸗ richten sey auf unsern Glau⸗ bens⸗Wegen; so hilf uns nun und steh uns bei, verleihe dei⸗ nen Segen, daß das Geschäft von deiner Hand vollführet werd in alle Land, wozu du uns erleuchtet. 6. Ich flehe, Herr, mach uns bereit zu dem, was dir gefällig, daß ich recht brauch der Gnadenzeit; so flehen auch einhellig die Kinder, die im Geist geborn und die sich fürchten vor dem Zorn, nach⸗ dem du sie erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens sey in mir ein Licht der Kraft und Stärke; es sey die De⸗ muth meine Zier, die Lieb das Werk der Werke. Die Morgenlieder. Weisheit steht auf dissn Grund und öffnet beides en und Mund, dieweil die Sun erleuchtet. 8. Herr, bleib bei mir d ewges Licht, daß ich stetz giß richtig; erfreu mich durchdl Angesicht, mach mich zum gy ten tüchtig, bis ich erreich x goldne Stadt, die deine Hun gegründet hat und ewigli ter Lacm erleuchtet. F Mel. Nun sich der Tag n 448. Nun sich die Nah geendet hat, die Finstemß zertheilt, wacht Alles, wabin Abend spat zu seiner M geeilt. 2. So wachet auch, ih Sinnen, wacht, legt euin Schlaf beiseit, zum Lobe hut tes seyd bedacht; denn eh Dankenszeit. 3. Und du, des Leibes ler Gast, du theure Seele dh die du so sanft geruhet hif dank Gott für seine Ruh. 4. Wie soll ich dir,dush lenlicht, zur Gnüge danlhn seyn? Mein Leib und Sals dir verpflicht, und ich l ewig dein. ö 5. Dir geb ich, Nsu dW Feuers heine schnell. hehüt. 9. habe Aeu, Lben hr ser 10. heut al Ien Ta gnädig Mast uf diesen Heidedhin il die S bei mit, x stets gih durchduͤ ch zum G/ erreich hi deine Ha d ewigl zeter Lacknam, + 17¹³. — er Tag nu. h die Mi Finsteni es, wasan einer M auch, ih legt eita Lobe Gat denn eh i Leibes i eSeele dy ruhet hif ne Ruh. it, du ge danfln md Selis d ich h Isu/di — Morgenlieder. gab zu einem Unterpfand, gieweil ich sie empfangen hab hon deiner Liebeshand. 6. Und diese deine Liebes⸗ and hat heut bei mir gewacht, uudallen Schaden abgewandt in dieser finstern Nacht. 7. In deinen Armen schlief ih ein; drum konnte Satan licht mit seiner List mir schidlich seyn, die er auf mich Rericht. ö 8. Vor Wasser⸗ und vor seuersnoth hat mich, Herr, geine Güt, vor einem bösen shnellen Tod heut diese Nacht hehüt. 9. Hab Dank, o Jesu, habe Dank für deine Lieb und Heu, hilf, daß ich dir mein Leben lang von Herzen dank⸗ har sey. 10. Gedenke, Herr, auch seut an mich an diesem gan⸗ In Tag, und wende von mir guädiglich Noth, Jammer, Augst und Plag. 11. Erhör, o Jesu, meine bitt, nimm meine Seufzer au, und laß all meine Tritt ind Schritt heut gehn auf uchter Bahn. 12. Ach laß, o Jesu, keine Sind mich diesen Tag be⸗ 379 gehn; sonst möcht ich armes Sündenkind nicht wohl bei dir bestehn. 13. Wend meine Augen gnädig ab von dieser Eitel⸗ keit, damit bis an mein küh⸗ les Grab ich alles Böse meid. 14. Gib deinen Segen diesen Tag zu meinem Werk und That, damit ich selig sa⸗ gen mag: wohl dem, der Je⸗ sum hat! 15. Wohl dem, der Jesum bei sich führt, schließt ihn ins Herz hinein: so ist sein gan⸗ zes Thun geziert, und er kann selig seyn. 16. Nun dann so fang ich meine Werk in Jesu Namen an; er geb mir seines Geistes Stärk, daß ich sie enden kann. Joh. Friedr. Möckhel, geb. 1661, + 1729. Mel. Erschienen ist der ꝛc. 9. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an; mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dieß mein erstes Wort: das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes An⸗ 380 gesicht: drum auch mein Mund mitFreuden spricht: das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und thut mir alles Guts; drum sprech ich auch nun gu⸗ tes Muths: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar seyn dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte sammt dem End stell ich al⸗ lein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnügets mir zu jeder Stund; drum sprech jch auch von Herzens⸗ grund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dieß auch meine Losung sey: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen Morgenlieder. früh und spat, bis all mj ut Thun ein Ende hat; er g im is und nimmt, machts, wie Sclaf will; drum sprech ichauchsz 1 in der Still: das walte Guh uhe 9. Gott steht mir Hun 2. aller Noth und gibt mir uuhu m mein täͤglich Brod; nach s. shenken nem alten Vaterbrauch iunud ga er mir Guts; drum sprahi auch: das walte Gott! 10. Nichts glückt Iuhda Gottes Gunst, nichtz hil ih Verstand, Witz oder Kun mit Gott gehts fort, geuih ott, d auch wohl, daß ich kann sinnssse sey glaubensvoll: das walteohhr dich 14. Theilt Gott was uner Lie aus Gütigkeit, so acht ich l neinen ner Feinde Neid; mag hass l dich wers nicht lassen kann, i 4.A stimme doch mit Freuden am h zun das walte Gott! Ir Wo 12. Thu ich denn was ni ch, al Gottes Rath, der mir hish pohn, het früh und spat, damn allud reg wohl gerathen muß; dun Eeel m sprech ich nochmals zum drht s schluß: das walte Gott!l Johann Betichius, um u. Mel. O Gott, du frommer 10 0.OSesw isgeh nun ist die Nacht vergangu Ruube nun hat dein Gnadeng i8 all uh at; er g hts, wiñ z ichauchft walte Goh mir heih bt mir aut nahs rauch thh m sprechi Bott! lücket ohy ichts hih der Kunsz ort, gerih kann sagn walteGo tt was ni acht ich iů nag hass kann, i. reuden an — in was mi mir heist⸗ pius, um Il. rommer 1. üßeh ich ergauhn jadenglag Morgenlieder. 381 ufs Neue mich umfangen; um ist, was an mir ist, vom Shlafe aufgeweckt, und hat un in Begier zu dir sich uͤgestreckt. 2. Was soll ich dir denn um, mein Gott, für Opfer shenken? Ich will mich ganz ind gar in deine Gnad ein⸗ suken mit Leib, mit Seel, nit Geist, heut diesen ganzen Nh/das soll mein Opfer seyn, heil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein holt, da haft du meine Seele, se sey dein Eigenthum, mit he dich heut vermähle in dei⸗ lr Liebeskraft; da hast du einen Geist, darinnen wollst lu dich verklären allermeist. I. Da sey denn auch mein lihzum Tempel dir ergeben, Wohnung und zum Haus. lch allerliebstes Leben, ach uuhn, ach leb in mir, beweg Iid rege mich, so hat Geist, Hel und Leib mit dir ver⸗ — sigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt s Kleider angeleget; laß iner Seelen seyn dein Bild⸗ iß eingepräget im güldnen Rubensschmuck, in der Ge⸗ rechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Ge⸗ duld, durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demuth mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Laß mir dich diesen Tag stets vor den Augen schweben; laß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigenthum. Joachim Lange geb 1670, + 1744. *Ci ne Melodie. 451. Gen Lob! Nun ist die Nacht verschwunden, die Finsterniß ist überwunden, das Licht des Himmels tri⸗ umphirt; das Erdreich, so die dunklen Schatten mit ihrer 382 Morgenlieder. Macht umgeben hatten, der güldnen Sonne Klarheitziert. 2. Wach auf, wach auf, mein Geist, und singe dem Vater aller Geister, bringe Preis, Lob, Ehr, Ruhm, Dank, Kraft und Macht; er⸗ kenne seine Huld und Treue, die alle Morgen sich aufs Neue ausbreitet und dich stets bewacht. 3. O daß doch mit der äu⸗ ßern Erden mein Innerstes auch licht mög werden! O daß mein Herz ein Himmel wär, ein Firmament, daran die Sonne, mein Jesus, meines Geistes Wonne, möcht schei⸗ nen zu des Schöpfers Ehr! 4. O daß der finstern Nacht Geschäfte durch dieser Son⸗ nen neue Kräfte zerstreuet würden, und mein Sinn zu ihrem Licht sich stets erhübe! O daß ihr Einfluß staͤrker Triebe mich führte zu ihr sel⸗ ber hin! 5. Dieß ist mein Wunsch und mein Begehren, du, Va⸗ ter, wollst mich des gewähren, sprich Amen selbst und Ja dazu; so werd ich auch nach diesen Tagen und überstand⸗ nem Leid und Plagen gaßz ßen dort des Lichtes Ruh⸗ Joh. Anast. Freylinght geb. 1670,— 5 Mel. Gott des Himmels ud u n 2. HochserGotdn deinen Segen konnt ich silz lich und gesund diese Mh zurücke legen; dafür preisthh Herz und Mund; denn u willst für alle Treu nichth daß man dankbar sey. 2. Segne heute mich in Neuem, weil du segnen kamm und mußt; denn mit Woh⸗ thun zu erfreuen, das ist den Herzenslust, und du mahs die milde Hand taͤglich alh Welt bekannt. 3. Segne mich mit deium Geiste, daß er heut mit sein Kraft meinem Glauben B stand leiste, daß er gute Was schafft, und dem Bösen iuh⸗ mein mag ein wackrer Gahn seyn. 4. Segne mich mit huf Blute bei verübter Missethñ weil er das auch mir Gute mildiglich vergossenht Glaͤubig halte ich daran d mich nichts verdammen un 5. Segne mich mit dennn Worte, schreib es in m 2 Stand Hlugh ohne führen iglich unst n 7. ind Le Hedull ind F. hum dit im Hlück! 8. Segen ind D zen leg leben Engeln syrt in Erdm 653 Is Racht ——— chwin Naht FJinste agen gensz es Ruh, Freylinghau 70, + 1739. mels und Gott dun nt ich siiz diese Mh r preistoh denn v nichth h sey. e mich yn gnen kum mit Voh⸗ das ist diin du mach äglich aln — — mit deinen t mit seinn auben B⸗ gute Wat zösen inthz krer Gagn mit Chift Missethn ch mit i rgossenhh. daran, dj nmen kan. mit deium 3 in Mi Morgenlieder. herz herein, daß es mag an jdem Orte meines Wandels Richtschnur seyn. Leuchtet nir dieß Lebenslicht, o so fehl und fall ich nicht. 6. Segne mich in meinem Stande, zeuch mein Herz mit Hlugheit an, daß ich solchen ohne Schande und mit Ehren sihten kann. Gib dazu mein iglich Brod und was irgend unst mir noth. 7. Segne mich in Kreuz ind Leiden mit Vertrauen und Heduld; segne mich in Glück ind Freuden mit dem Reich⸗ hum deiner Huld, daß ich di im Kreuz getreu und im hlück voll Demuth sey. 8. Dann will ich für allen Segen Lob und Ehre, Preis ind Dank dir zu deinen Fü⸗ Im legen und es thun mein keben lang, bis ich mit den Eugeln dort vor dir jauchze sürt und fort. Erdm. Neumeister, geb. 1671, + 1756. Eigne Melodie. 153. Hüter, wird die lacht der Sünden nicht ver⸗ shwinden? Hüter, ist die hacht schier hin? Wird die Insterniß der Sinnen bald 383 zerrinnen, darein ich verwi⸗ ckelt bin? 2. Möcht ich, wie das Rund der Erden, lichte wer⸗ den; Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beschleu⸗ nige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schat⸗ ten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen; aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lich⸗ tes Werke ohne Stäͤrke in der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, De⸗ muth lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen so sich quälen, zünd ein Feuer in mir an; laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; 384 Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anbli⸗ cken und erquicken; Jesus muß die Sonne seyn. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine seyn. 9. Jesu, gib gesunde Au⸗ gen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedrich Richter, geb. 1676, + 1711. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu ꝛc. Die Nacht nun⸗ mehr vergangen ist, wir dan⸗ ken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns frei von aller Plag gesund läßt sehen diesen Tag. 2. Wir bitten dich, du Gnadenstrahl, leucht uns in diesem Jammerthal, beschirm uns täglich und auch heut, be⸗ wahr uns ferner allezeit. 3. Darneben gib uns Fried und Ruh, und was uns nö⸗ thig ist dazu, durch deine starke Gnadenhand beschütze uns und unser Land. Morgenlieder. 4. All Sünd und Schwath heit uns verzeih, ein gut h wissen stets verleih; gib, di wir deines Namens Chr aut breiten immer mehrundmah 5. Und wenn es dit, Herr, gefällt, uns abzuforden aus der Welt, so gib ein soh Ende hier, daß wir dort eng seyn bei dir. 6. O Jesu Christ, erbarm dich, hör unser Bitten gnͤdiy lich; durch dein Verdiens durch deinen Tod erlöse un aus aller Noth. Mel. Ich dank dir schon n 55. O Jesu, meiut Lebens Licht, nun ist die Ma vergangen; mein Geisteong zu dir sich richt, dein Aubll zu empfangen. 2. Du hast, da ich nich sorgen konnt, mich vor Gefih bedecket, und auch vor Anden mich gesund nun aus dun Schlaf erwecket. 3. Mern Leben schenkstu mir aufs Neu, es sey auch verschrieben, mit neuem Eust mit neuer Treu dich diist 2114 zu lieben. Dir Jesu, ich ni an besehi; im Geiste d mir na Seiten ollst dir leit 7. lust, m Ind Lel sh mit gnz er 8.8 10 Schwatz n gut H⸗ gib, di Chr aul⸗ undmahh es dit, zuforden b ein sei dort ewi , erbam en gnädiy Verdiens erlöse m schon. 1, meint t die Naht Geistedu in Anbllt n ich nit vor Gefch or Anden aus dun ‚ chenks ey auch i uem En dich diest „ich ni Heiste di herkläre, dein Werkzeug nur seh meine Seel, den Leib be⸗ wahr und nähre. 5. Durchdring mit deinem Aebenssaft Herz, Sinnen und Hedanken; bekleide mich mit deiner Kraft, in Proben nicht iu wanken. 6. Mein treuer Hirte, sey nir nah, steh immer mir zur Seiten, und wenn ich irre vollst du ja mich wieder zu ir leiten. 7. Sey du alleine meine ust, mein Schatz, mein Trost ind Leben; kein andres Theil sy mir bewußt, dir bin ich gnz ergeben. 8. Zeig mir in jedem Au⸗ heublick, wie ich dir soll gefal⸗ lu zieh mich vom Bösen stets surück, regiere mich in allem. 9. Gib, daß ich meinen Wandel führ im Geist, in hnem Lichte und als ein Hemdling lebe hier vor dei⸗ uim Angesichte. 10. Ach, halt mich fest mit liner Hand, daß ich nicht slnoch weiche; zeuch weiter uuch der Liebe Band, bis ich huin Ziel erreiche. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, + 1769. Morgenlieder. 385 Mel. Ich dank dir schon ꝛc. ein erst Gefühl sey Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit derNachtundRuhe für die Müden? 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 4. Gelobet seyst du, Gott der Macht, gelobt sey deine Treue, daß ich nach einer sanf⸗ ten Nacht mich dieses Tags erfreue. 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich sel⸗ ber thun nach deinem Wohl⸗ gefallen. 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sey mir ein Ret⸗ ter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 7. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz⸗ 25 386 Tischlieder. das seine Pflicht erkenn und willig thue, 8. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe, 9. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Ar⸗ beit scheue, mich gern an And⸗ Li sch l rer Wohlergehn und ihrn Tugend freue, 10. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du ge⸗ beutst, beschließe. Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1 1769. indn. Eigne Melodie. 457. Nun laßt uns Gott, dem Herren, danksagen und ihn ehren von wegen seiner Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben; dieselben zu bewahren, thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe, die Seele muß auch bleiben, wiewohl tödtliche Wunden sind kommen von den Sünden. 4. Ein Arzt ist uns gege⸗ ben, der selber ist das Leben: Christus für uns gestorben, der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall; der heilge Geis im Glauben lehrt uns darauf NRisse vertrauen. 6. Durch ihn ist uns ver⸗ geben die Sünd, geschenkt da Leben, im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große H⸗ ben! 7. Wir bitten deine Güt, wollst uns hinfort behütn, uns Große mit den Kleinen, du kannsts nicht böͤse meinn. 8. Erhalt uns in der Wahi heit, gib ewigliche Freiheit z preisen deinen Namen duuh Jesum Christum. Amen! Ludw. Helmbold, geb. 1532, 4 P5i8 7— Wann wir in höchsten. 458. Bescher unsHen das täglich Brod; vor Then rung und vor Hungerbuh ben S hehüt Sohn f 2. milde Gnad nähr der di 3 Herr, ler D und e zibst. 4 lrzürt Barn lobni 5. frucht Rornl Then. und e u die 6. hist n der ist lein a hreise 15⁰ für se d ihrer Hlück det Furcht Lauf nit du ge⸗ eg. Gellett, + 1769. ilge Gei à darauf uns ver⸗ henkt da solln wir roße G⸗ ine Gütt, behüten, Kleinen, meinen. er Wahr⸗ reiheit gl Hen durc lmen! 532, 1+ 158 höchsten u⸗ ins I Hen, or Thau⸗ igersnoh Tischlieder. hehüt und durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem hoͤchsten Thron. 2. O Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Enad und Güt bekannt, er⸗ nähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Ra⸗ hen Stimm, drum unsre Bitt, herr, auch vernimm; denn al⸗ ler Ding du Schöpfer bist, und allem Thier sein Futter zibst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sünd, die dich tzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5. O Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Rornbau uns bewahr; vor Deurung, Seuchen, Krieg und Streit behüt uns, Herr, u dieser Zeit. 6. Unser lieber Vater du hist, weil Christus unser Bru⸗ her ist; drum trauen wir al⸗ lin auf dich und wolln dich hreisen ewiglich. Nik. Hermann, 4+ 1561. 150. Wir danken Gott für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben; wir bitten unsern lieben Herrn, er woll uns hinfort mehr be⸗ schern, er woll uns speisen mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns ge⸗ ben nach dieser Welt das ewge Leben. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Noth; du bist das rechte Lebens⸗ brod. Mel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. 460. Herr Gott, Vater im Himmelreich, wir, deine Kinder allzugleich, bitten dich jetzt aus Herzensgrund, speis uns alle zu dieser Stund. 2. Thu auf dein reiche, milde Hand, behüt uns, Herr, vor Sünd und Schand und gib uns Fried und Einigkeit, bewahr uns auch vor theurer Zeit, 3. Damit wir leben selig⸗ lich, dein Reich besitzen ewig⸗ lich in unsres Herren Christi Nam'n. Wer das begehrt, der spreche: Am'n! Um 1589. 25* 387 388 Mel. Schmücke dich, o liebe ꝛc. 461. Speis uns, VPater, deine Kinder, tröste die be⸗ trübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, welche wir jetzt vor uns haben, daß Abendlieder. sie uns zu diesem Leben Stür⸗ ke, Kraft und Nahrung ge ben, bis wir endlich mit den Frommen zu der Himmell⸗ mahlzeit kommen. Joh. Heermann, geb. 1585, 7 164l. Abendlieder. Mel. Christum wir sollen ꝛc. 462. O selges Licht, Dreifaltigkeit, du hochgelobte Einigkeit, die Sonne weicht mit ihrem Schein, geuß dein Licht in das Herz hinein. 2. Des Morgens, Herr, dich rühmen wir, am Abend beten wir zu dir, und preisen deine Herrlichkeit von nun an bis in Ewigkeit. 3. Gott Vater in dem höch⸗ sten Thron, und Jesus Christ, sein einger Sohn, mit sammt dem werthen heilgen Geist sey nun und immerdar gepreist. Mel. Christum wir sollen ꝛc. 463. Christe, du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag, du leuch⸗ test uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach, lieber Herr, behüt uns heint in dieser Nacht vorn bösen Feind, und laß und in dir ruhen fein und vor den Satan sicher seyn. 3. Obschon die Augan schlafen ein, so laß das Hen doch wacker seyn; halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd ud Schand. 4. Wir bitten dich, Hen Jesu Christ, behüt uns dot des Teufels List, der stetz uut unsrer Seelen tracht, daß t an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein er erbtes Gut, erworben duih dein heiligs Blut; das wa des ewgen Vaters Rath/ al er uns dir geschenket hat. 6. Befiehl dem Engel di er komm, und uns bewah, dein Eigenthum; gib uns R u Stär⸗ ung ge mit den mmels⸗ deermann, 5, + 16U. cht vorn 6 uns in vor dem Augen das Hen alt über nd, daß ünd und ich, Hen uns vor stets nah „ daß et lacht. dein ei en duut das war Rath/ al t hat. ngel, do bewach b uns di Abendlieder. 389 seben Wächter zu, daß wir horm Satan haben Ruh. . So schlafen wir im Na⸗ nen dein, dieweil die Engel hei uns seyn. Du heilige Oreifaltigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus, 4 1553. Nach: Christe qui lux es et dies. Eigne Melodie. 464. Die Nacht ist kom⸗ men, drin wir ruhen sollen, Gott walts zu Frommen nach sim Wohlgefallen, daß wir us legen in seim G'leit und Segen, der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns ern die unreinen Geister, halt die Nachtwach gern, sey selbst unser Schutzherr! Schirm leid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! ö 3. Laß uns einschlafen mit huten Gedanken, fröhlich auf⸗ vachen und von dir nicht wan⸗ en, laß uns mit Züchten un⸗ ser Thun und Dichten zu Leim Preis richten. 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Be⸗ rübten, pfleg auch der Kin⸗ der, sey selbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder. 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zukomme, dein Will werd be⸗ weiset, frist unserLeben, wollst die Schuld vergeben, erlös uns. Amen! Böhmische Brüder. Mel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. 465. Hinunter ist der Sonnenschein, die finstre Nacht bricht stark herein, leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern tappen nicht. 2. Dir sey Dank, daß du uns den Tag vor Schaden, Fahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir han erzür⸗ net dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es un⸗ srer Seel nicht zu, laß uns schlafen mit Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuers⸗ noth behüt uns heut, o lieber Gott! Nikolaus Hermann, + 1561. 390 Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛe. 6. O Jesu, treuster Heiland mein, ich geh in mein Schlafkämmerlein; ich will mich legen in die Ruh, schleuß du die Thür selbst nach mir zu. 2. Verzeih mein Sünd aus Gnaden mir, schädliche Trãäum treib all von hier, breit über mich dein Flügel aus, so stehn die Engel um das Haus. 3. Behüt vor Feur und Wassersnoth, vor einem bösen schnellen Tod; vor allemUebel und Gefahr mich und all fromm Christen bewahr. 4. Wenn ich nun schlaf, wach du für mich, treib alles Unglück hinter sich; laß mich zu deinem Lob aufstehn und fröhlich an mein Arbeit gehn. Mel. O JesuChrist, meins Lebens ꝛc. ir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du un⸗ ser Erlöser bist, uns b'hütet hast vor aller G'fahr durch deiner lieben Engel Schaar. 2. Wir gehn nun, Herr, zu unsrer Ruh, o rechn es un⸗ srer Seel nicht zu, was wir leider! gesündigt han, vergib uns alls, o Gottes Sohn! 3. Laß dein Engel stets Abendlieder. bei uns seyn, die uns allzh bewahren fein, daß der In fel hab keine Macht an in weder zu Tag noch Nacht. 4. Vor Feuer, Seeln⸗un Leibesnoth behüt uns, liehg Herre Gott; in deinem M men schlaf'n wir ein, hilfun dein armen Kindelein. 5. Es g'scheh, wie's kum wir sind ja dein, erworhr durch dein fünf Wunden nin dir leben wir, dir sterben wiß, dein Kindlein sind wir sit und für. 6. Amen, Amen! zu guth Nacht, der Engel Gottes um bewacht; Gott Lob und Dan in Ewigkeit, wir gehn zur R ohn alles Leid. Nik. Selneit, Eigne Melodie. geb. 1532, 468. Die Sonn hat sih mit ihrem Glanz gewende und, was sie soll, auf diesn Tag vollendet; die dunlt Nacht dringt allenthalben n bringt Mensch und Thieruh alle Welt zur Ruh. 2. Ich preise dich, du Hen der Nächt und Tage, daß u mich heut vor aller Noth in Plage durch deine Hand hochberühmte Macht hast u ns allte der In⸗ t an m Nacht. Seeln⸗un ns, lichz inem M. hilf inz in. ie's ham, erworhi nden rei erben wi, wir fi zu gunn zottes m und Dau n zur guh tik. Selnecn, b. 1532,+ 159 ie. in hat si gewende auf diesn ie dunlt halben z Thier und / du Hmn e, daß d Noth u Hand un t hast u Abendlieder. herletzt und frei hindurch ge⸗ bracht. 3. Vergib, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet; laß alle Schuld durch deinen Gna⸗ denschein in Ewigkeit bei dir verloschen seyn. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht ver⸗ traue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft fein sanft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lie⸗ ben Engel Schaaren mich vor der Macht der Finsterniß be⸗ wahren, auf daß ich vor der List und Tyrannei der argen Feind im Schlafe sicher sey. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabs verstecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns hast den großen Tag bestimmt, dem keine Macht sein Licht und Klarheit nimmt. Josua Stegmann, geb. 1588, + 1632. 391 Eigne Melodie. 469. Der Tag mit sei⸗ nem Lichte fleucht hin und wird zu nichte; die Nacht kommt angegangen, mit Ruhe zu umfangen den matten Er⸗ denkreis. Der Tag der ist geendet; mein Herz zu dir sich wendet, der Tag und Nacht geschaffen zum Wachen und zum Schlafen, will singen deinen Preis. 2. Wohlauf, wohlauf, mein Psalter, erhebe den Erhalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr, als ich kann zäh⸗ len, hat heute Guts gethan. All Augenblick und Stunden hat sich gar viel gefunden, womit er sein Gemüthe und unerschöpfte Güte mir klar gezeiget an. ö 3. Gleichwie des Hirten Freude, ein Schäflein an der Weide, sich unter seiner Treue ohn alle Furcht und Scheue ergötzet in dem Feld und sich mit Blumen füllet, den Durst mit Quellen stillet, so hat mich heut geführet, mit manchem Gut gezieret der Hirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht ver⸗ lassen; ich aber hab ohn Ma⸗ 392 Abendlieder. ßen mich nicht gescheut, mit Sünden und Unrecht zu ent⸗ zünden das treue Vaterherz. Ach, Vater, laß nicht hrennen den Eifer, noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Thun und Ueberschrei⸗ ten erweckt mir Reu und Schmerz. 5. Erhöre, Herr, mein Be⸗ ten, und laß mein Uebertre⸗ ten zur Rechten und zur Lin⸗ ken ins Meeres Tiefe sinken und ewig untergehn. Laß aber, laß dagegen sich deine Engel legen um mich mit ih⸗ ren Waffen; mit dir will ich entschlafen, mit dir auch auf⸗ erstehn. 6. Darauf so laß ich nie⸗ der mein Haupt und Augen⸗ lieder, will ruhen ohne Sor⸗ gen, bis daß der güldne Mor⸗ gen mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, so wird mich nicht erschrecken der Feind mit tausend Listen, der mich und alle Christen verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg hier oder stehe, ich sitz auch oder gehe, so bleib ich dir ergeben, und du bist auch mein Leben, das ist ein wahres Wort. Was ich be⸗ ginn und mache, ich schlaf ein oder wache, wohn ich als wie im Schlosse in deinem Arm und Schoße, bin selig hier und Paul Gerhardt dort. geb. 1606, f 1673 Mel. O Welt, ich muß dich ꝛc. 470. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, aufl ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du Sonne blie⸗ ben? die Nacht hat dich ver⸗ trieben, die Nacht, des Tages Feind; faͤhr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun ver⸗ gangen; die güldnen Stern⸗ lein prangen am blauen Him⸗ melssaal; so, so werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib der eilt zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterh⸗ lichkeit; die zieh ich aus, da⸗ gegen wird Christus mir an⸗ Hlieder uch ni Hegehrt und Ze hereiter Ind nir Rfen als wie n Arm ier und zerhardt, „T 1578 dich ꝛr n alle nschen, schaft aber, ufl ihr eurem ie blie⸗ ch ver⸗ Tages andre meine ieinem n ver⸗ Stern⸗ Him⸗ hauch heißen diesem t zur d und Sterb⸗ 3„ da⸗ ir an⸗ sgen den Rock der Ehr und herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß ind Hände sind froh, daß un zum Ende die Arbeit ummen sey. Herz, freu dich, uu sollst werden vom Elend hser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten hlieder, geht, geht und legt uch nieder, der Betten ihr hegehrt; es kommen Stund ind Zeiten, da man euch wird laeiten zur Ruh ein Bettlein uder Erd. 7. Meine Augen stehn ver⸗ nossen, im Nu sind sie ver⸗ shlossen, wo bleibt dann Leib ind Seel? Nimm sie zu dei⸗ un Gnaden, sey gut für allen Shaden, du Aug und Wäch⸗ Israel. 8. Breit aus die Flügel lide, oJesu, meine Freude, ud nimm dein Küchlein ein. Uill Satan mich verschlingen, slaß die Englein singen: dieß ind soll unverletzet seyn. 9. Auch euch, ihr meine leben, soll heute nicht be⸗ ben kein Unfall noch Ge⸗ sht; Gott laß euch ruhig shafen, stell euch die güld⸗ Abendlieder. 393 nen Waffen ums Bett und seiner Helden Schaar. Paul Gerhardt, geb. 1606, 4+ 1676. Eigne Melodie. 471. Werde munter, mein Gemüthe, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, welch er hat ge⸗ than an mir, als er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag durch sein gna⸗ denreiches Walten hat be⸗ schützet und erhalten. 2. Lob und Danꝰ sey dir gesungen, Vater der Barm⸗ herzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sün⸗ den mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch die Feinde weggetrieben, daß ich unbe⸗ schädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann verstehen deine Güt und Wun⸗ derthat; ja kein Menschenkind kann sehen, was dein Hand erwiesen hat; deiner Wohl⸗ that ist zu viel, sie hat weder Maß noch Ziel; Herr, du hast mich so geführet, daß kein Un⸗ fall mich berühret. 4. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Misse⸗ 394 Abendlieder. that, die mein armes Herz beladen und so sehr vergiftet haͤt; treibe Satans List und Tück, Gott, durch deine Macht zurück. Du alleine kannst mich retten, strafe nicht mein Uebertreten. 5. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; denn dein Sohn hat ausgeglichen mein Ver⸗ gehn durch seine Pein. Ich verläugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich täglich in mir finde. 6. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewig⸗ keit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und alle⸗ zeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dun⸗ kelt schier; tröste mich mit dei⸗ ner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh, alles Uebel laß ver⸗ schwinden, decke mich mit Se⸗ gen zu; Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kin⸗ der, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen seind in deinen Schutz geschlossen. 8. Ach, bewahre mich Schrecken, schütze mich Ueberfall; laß mich Kran nicht aufwecken, halte des Krieges Schall, wen Feur⸗ und Wassersnoth. stilenz und schnellen Tod mich nicht in Sünden ster noch an Leib und Seil derben. 9. O du großer Gott höre, was dein Kind ge hat; Jesu, den ich steth ehre, bleibe du mein und Rath; und mein 6 du werther Geist, dun Freund und Tröster his höre doch mein sehnlich hen! Amen, ja, das sls Eng schehen. 365 Auc Eigne Melodie. Mo: 472. Mit meinem gis lich geh ich zur Ruh und ths dein Fried mein Augen zu dor Gott ins Himmels Nhn über uns wach bei Tahns Nacht, auf daß ichsichaug 47 2. Ich ruf zu dis, n Jesu Christ, der du di sh mein Helfer bist, laß Rus ma widerfaͤhren, durch dul die Schutz vors Teufels A dein Engel uns bewahnn 0 3. ein, mof wend dein lehter — Rel. 47 Tag mein daß und mein mein ist, den! röster hi sehnlich „das soll Jobann M geb. 160, P elodie. meinem g iudie Abendruh; Abendlieder. 3. Befiehl du deinen Enge⸗ kin, daß sie stets um und bei ins seyn, all Uebel von uns wende. Gott heilger Geist, dein Hülf uns leist an unserm lezten Ende. Rel. Herr Jesu Christ, meins ꝛc. 473. Gott Lob! Der Dg ist nun dahin, drum ich, mein Gott, dir dankbar bin, daß ich den Abend hab erlebt, und deine Gnad ob mir auch schwebt. 2. Ach, Herr, sey gnädig, hab Geduld, vergib mir alle Sünden schuld; dein heilger Engel mich bewahr vor aller Angst, Noth und Gefahr. 3. Laß mich auch mit der Morgenstund aufwachen fröh⸗ lich und gesund, daß ich, Herr, deine Ehr ausbreit und dich dort lob in Ewigkeit. Mel. Werde munter, mein ꝛc. 474. Unsre müden Au⸗ genlieder schließen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen schon denn die dunkle, finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht in der 395 tiefen See verdecket und die Sterne aufgestecket. 2. Ach, bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich er⸗ schaffen, heute nicht erzürnet hast? Thu, ach thu bei Zeiten Buß, ach geh und fall ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverholen, daß ich diesen Tag vollbracht anders, als du mir befohlen, ja ich habe nicht be⸗ dacht des Berufes schmalen Steg, deinen vorgeschriebnen Weg, sondern dich, mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Wol⸗ lust Straßen. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad erlangen, gib mir nicht verdienten Lohn; laß mich deine Hut umfangen, sieh an deinen lieben Sohn, der für mich genng gethan; Vater, nimm den Bürgen an! Die⸗ ser hat für mich erduldet, was mein Unart hat verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich sanft und wohl; gib mir hei⸗ lige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß 396 doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenröth angehet, und man von der Ruh aufstehet. 6. Vater droben in der Höhe, dein Nam sey bei uns stets werth; dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brod werd uns beschert, und vergib uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Versuchung tödten, hilf uns, Herr, aus allen 5 Johann Franck, Nöthen. geb. 1618, + 1677. Eigne Melodie. 475. Der lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet; die Welt hat sich zur Ruh gemacht; thu, Seel, was dir gebühret: tritt an die Himmelsthür und bring ein Lied herfür; laß deine Au⸗ gen, Herz und Sinn auf Je⸗ sum seyn gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne, leuch⸗ tet wohl und gebet eure Strah⸗ len; ihr macht die Nacht des Lichtes voll: doch noch zu tau⸗ sendmalen scheint heller in mein Herz die ewge Himmels⸗ kerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schutz, mein Schatz, mein Eigenthum. Abendlieder. 3. Der Schlaf zwar hei. Wacht hat es in guter Acht schet in der Nacht bei Men⸗ schen und bei Thieren; doh Einer ist, der droben wah bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, Jesu, nicht dein Aug auf mich gerichtz drum soll mein Herz a wachend seyn, daß Jesus wa⸗ che nicht allein. 4. Verschmäͤhe nicht dieß arme Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dit bringe. Ich bringe, was ith kann, ach nimm es gnäͤdig an; es ist doch herzlich gut ge⸗ meint, o Jesu, meiner Seeln Freund! 5. Mit dir will ich zu Bett gehn, dir will ich mich befeh⸗ len; du wirst, mein Schut⸗ herr, auf mich sehn zum Be⸗ sten meiner Seelen. Ih fürchte keine Noth, auch selb⸗ sten nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 6. Ihr Hoͤllengeister,ackt euch, hier habt ihr nichts zu schaffen; dieß Haus gehört in Jesu Reich, laßt es nur sicher schlafen. Der Engel starke ar herr. 7 Men⸗ u; doh wacht spüren. , nicht gericht; rʒ auch sus wa⸗ cht dieß „ Jesu, rzen ist zu dit was ich dig an; gut ge Seelen 2 Bettt befh⸗ Schuh⸗ im Be⸗ V seb⸗ nn wer ht, mit steht. ,packet ichth zu hört in r siche l starke Acht Abendlieder. 397 ihr Heer und Lager hälts im Ghutz; drum sey auch allen Lufeln Trutz! 7. So will ich denn nun schlafen ein, Jesu, in deinen Armen; dein Aufsicht soll die Decke seyn, mein Bette dein Erharmen; mein Schirm sey deine Brust, mein Traum die süße Lust, die aus dem Wort des Lebens fleußt und dein Geist in mein Herz ergeußt. 8. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sch mein Herz bewegt, soll dieß seyn mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall mög rufen überall: o Jesu, Fsu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein. 9. Nun, matter Leib, gib dich zur Ruh und schlaf fein sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille; schließt aber dieß mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! so ist der Schluß ucht wohl gemacht. Nun, Ksu, Jesu, gute Nacht. hristian Seriver, geb. 1629, + 1653. Eigne Melodie. 476 6. Nun sich der Tag Rendet hat, und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt, und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsterniß ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht, und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich soll vors Gericht; ich kann ja nicht verloren seyn in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte trau⸗ rig seyn? 7. Weicht, nichtige Gedan⸗ 145 hin, wo ihr habt euern Lauf! Ich baue jetzt in mei⸗ nem Sinn Gott einen Tem⸗ pel auf. 8. Soll diese Nacht die 398 letzte seyn in diesem Jammer⸗ thal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwähl⸗ ten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du starker Zebaoth! Im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Noth. Joh. Friedr. Hertzog, geb. 1647, + 1699. Mel. Werde munter ꝛc. 477. Herr, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feier⸗ abend machen. 2. Freilich wirst du man⸗ ches finden, was dir nicht ge⸗ fallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs sel⸗ ber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; doch vergib mir alle Schuld. Deine große Vater⸗ Abendlieder. treu werde diesen Abend neʒ so will ich noch deinen Willg künftig mehr als heut erfüllen 4. Heilige mir das Ge⸗ müthe, daß der Schlaf niht sündlich sey; decke mich mi deiner Güte, auch dein Engi steh mir bei. Lösche Feur ind Lichter aus, und bewahre du das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im U⸗ glück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern V⸗ ses thun. Sollte man gleih was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rath und verhindere die That; wend auch allen anden Schrecken, den die Dhn kann erwecken. 6. Herr, dein Auge gůht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibes ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über slk Heerde wacht. Darum hif uns, deinen Schafen, daß wi alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte dl wird seyn, daß ich ferner mein Sachen richte dir zu Chunn leben 2. dag v Illzul daß ie fuge in m Rnzi 43 u 5 ach, k llalt chicke Herrl Rau den si 4 Rim hend neuʒ n Willz he t erfüllen. das Ge⸗ hlaf nicht mich mit ein Engl Feur und wahrt du morgen t im Un⸗ gottlosen stern B⸗ lan gleich i schaden, erstöre du ndere die en andemn Bosheit luge geht à bei und u bleibes st wie ein h in der 'er seik rum hiff „daß wir n gesund echte t ner meine u Chrn Abendlieder. 399 in; oder hast du, lieber Gott, ut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Caspar Neumann, geb. 1648, 4 1715. Rel. Mein Herzens-Jesu ꝛc. 478. Gott Lob! Ein Schritt zur Ewigkeit ist aber⸗ nals vollendet; zu dir im Jortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben feußt, und alle Gnade sich er⸗ Rußt in meine Seel zum Leben. 2. Ich zähle Stunden, Lag und Jahr, und wird mir illzulange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich um⸗ sange, damit, was sterblich ist in mir, verschlungen werde unz in dir, und ich unsterb⸗ ich werde. 3. O daß du selber kämest huld, ich zähl die Augenblicke; ach, komm, eh mir das Herz kalt und sich zum Sterben shicke. Komm doch in deiner Herrlichkeit! Schau, deine Haut hat sich bereit; die Lam⸗ hen sind geschmücket. 4. Doch sey dir ganz an⸗ heimgestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich kom⸗ men heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 5. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor Jedermann dich darf den Bräutgam nennen, und du, o theurer Lebensfürst, dich dort mit mir vermählen wirst und mir das Erbe schenken. 6. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich der Tag geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt noch⸗ mals vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich ge⸗ lange an die Pfort Jerusa⸗ lems dort oben. 7. Wenn auch die Hände lässig sind, und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke, und ich himmel— wärts ohn Unterlaß aufsteige. 8. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sey nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust 40⁰ der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe. 9. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. ö Aug. Herm. Francke, geb. 1663, 7 17²7. Mel. O Traurigkeit ꝛc. 479. Der Tag ist hin, mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da, sey du mir nah, Jesu, mit hellen Ker⸗ zen; treib der Sünden Dun⸗ kelheit weg aus meinem Her⸗ zen. 3. Der Sonnen Licht uns jetzt gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne. 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finster⸗ niß zu mindern; ach, daß nichts Veränderlichs meinen Lauf möcht hindern! Abendlieder. 5. Das Steruenheer Gottes Ehr am tiefen Hin mel flimmert; wohl dem d in jener Welt gleich den Sy⸗ nen schimmert. 6. Was sich geregt und 0 bewegt, ruht jetzt von sein Werken; laß mich, Herr u stiller Ruh dein Werk in un merken. ö 7. Ein Jeder will bei s cher Still der süßen Muh pflegen; laß die Unruh disst Zeit, Jesu, bald sich legen. 8. Wann aber soll u Wechsel wohl der Tag ud Nächte weichen? wann du Tag anbrechen wird, dem kin Tag zu gleichen. 9. In jener Welt, da dies fällt, die Zion noch machtwi nen, soll noch heller siebenm Mond und Sterne scheinen. 10. Alsdann wird mich der Sonnen Licht Jerusaln verlieren; denn das Lamm if selbst das Licht, das die Gun wird zieren. 11. Halleluja! o An da, da alles lieblich klinggh da man ohn Abwechselum Heilig, Heilig! singet. 12. O Jesu du, mun Hülf und Ruh, laß mich dy sin g deine pran⸗ gt und don seinh Herr erk in m ill bei sq jen Mih ruh diest h legen. soll da Tag u wann de „dem kiin t, da diet nachtwi siebenmi scheinen. vird niht Jerusalen Lamm is die Stadt Abendlieder. hin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig yrangen. Joh. Anast. Freylinghausen, geb. 1670, + 1739. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. 480. Hirte deiner Scha⸗ se, der von keinem Schlafe et⸗ was wissen mag, deine Wun⸗ dergůte war mein Schild und Hüte den vergangnen Tag; seh die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von dei⸗ nen Schaaren um und um hewahren. 2. Decke mich von oben hor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Ge⸗ wissen sey mein Ruhekissen, drum vergib die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlag⸗ nen Wunden gnädiglich ent⸗ bunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vater⸗ iRarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir, und ich bei dir; also fsnund wir unges chieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jam⸗ 401 mer ferne von uns seyn. Sey du Schloß und Riegel; unter deine Flügel nimm dein Küch⸗ lein ein! Deck uns zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? wie bald roth, bald todt? Drum hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnoth, so will ich nicht wider dich; hab ich Jesum nur gefunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue in getroster Ruhe meine Au⸗ gen zu. Seele, Leib und Le⸗ ben hab ich dir ergeben, treuer Hüter du! Gute Nacht! nimm mich in Acht, und erlebe ich den Morgen, wirst du weiter Benj. Schmolck, sorgen. zeh. 1052. 2. 17³7. Mel. Die Sonn hat sich mit ze. 481. Der Abend kommt, die Sonne sich verdecket, und alles sich zur Ruh und Stille strecket. O meine Seel, merk auf, wo bleibest du? In Got⸗ tes Schoß, sonst nirgends hast du Ruh. 2. Der Wandersmann legt 26 402 sich ermüdet nieder; das Vög⸗ lein fleugt zu seinem Neste wieder die Schäflein ziehn in ihre Hürden ein; laß mich zu dir, mein Gott, gekehret seyn! 3. Ach, sammle selbst Be⸗ gierden und Gedanken, die noch soleicht aus Schwachheit von dir wanken; mein Ruhe⸗ platz und Heimath, thu dich auf, daß ich in dir beschließe meinen Lauf. 4. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, bewahrt, verschont, gestärket und ge⸗ weidet; ich bins nicht werth, daß du so gut und treu; mein Alles dir zum Dank ergeben sey! 5. Vergib es, Herr, wo ich mich heut verirret und mich zu viel durch dieß und das verwirret! Es ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 6. Da nun der Leib sein Tagwerk hat vollendet, mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. 7. Die Dunkelheit ist da, Abendlieder. und alles schweiget; meincen. vor dir, o Majestät, sich bel get. Ins Heiligthum, ilt Dunkel kehr ich ein Herr, 19 du, laß mich ganz stille sehn. 8. Mein Herz sich dir In Abendopfer schenket; mein Wille sich in dich gelassen sa ket. Begierden, schweigt! Ven nunftund Sinnen, stilllmei müder Geist im Herrn jeht ruhen will. 9. Dem Leib wirstduhid seine Ruhe geben; laß niht den Geist zerstreut in Unnh schweben! Mein treuer Hütt führ mich in dich hinein, i dir, mit dir kann ich* get—— 10. Im Finstern sey 6 Geistes Licht und Sonne in Kampf und Kreuz mein Bi⸗ stand, Kraft und Wonnezdar mich bei dir in deiner Huü zu, bis ich erreich die vult Sabbathsruh. Gerh. Tersteegen, geb. zorn, un Mel. O Welt, ich muß dich V. Nun sich der V geendet mein Herz zu dir sih wendet und danket inniglihy dein holdes Angesichte aum Segen auf mich richte, e⸗ leuchte und entzünde mich. neinGei sich bel jum, int Herrrd ille son dit zun t3 mein assen sen igt! Vet⸗ tilllmein errn jeht st du bib laß niht in Unuß uer Hitt inein/ in vergni⸗ sey des zonne, in nein Bik nnez det ier Hütte die voll on, t nn u5 dich. der Tag u dit sih nniglich chte zun ichte, et⸗ ö mich. Abendlieder. 403 2. Ich schließe mich aufs Mue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein; die sleischlichen Geschäfte und alle instern Kräfte vertreibe durch dein Naheseyn. 3. Daß du mich herzlich liebest, daß du mich stets um⸗ gibest uud rufst zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesentlich und reine, laß alle⸗ eit mir heilig seyn. 4. Ein Tag der sagts dem undern, mein Leben sey ein Wandern zur großen Ewig⸗ kit. O Ewigkeit, du schöne, nein Herz an dich gewöhne! mein Heim ist nicht in dieser geit. Eigne Melodie. 183. Mein Auge wacht tht in der stillen Nacht; nun it mein Herz bedacht, dich, Hott, zu loben. Ach, schenke mir Kraft, zu lobsingen dir nit deinen Heilgen hier und denen droben. 2. Die stille Zeit sey, Jesu, dir geweiht; laß nichts die Cinsamkeit vor dir entweihen. Scleuß selber du mein Herz bor allem zu, damit es sich in Nuh mög in dir freuen. 3. Wie preis ich dich, mein Jesu, daß du mich aus Gna⸗ den kräftiglich zu dir gezogen! Ach, hätte doch mit größrer Treue noch sich deinem sanf⸗ ten Joch mein Herz gebogen. 4. O Gott voll Huld, du trägst mich mit Geduld, ver⸗ gabst so oft die Schuld, als ich dich flehte; und dann sprachst du mir wieder freund⸗ lich zu und schenktest süße Ruh mir im Gebete. 5. Herr, ich bin dein und will es ewig seyn; ach, zeuch mich ganz hinein, daß ich nicht wanke. Wann kommt die Zeit, daß ich dir ganz geweiht, zum heilgen Schmuck bereit, als Sieger danke? 6. Doch deine Gnad, die angefangen hat, wird auch nach deinem Rath das Werk vollenden. Ich tran es dir; ach, stärk den Glauben mir; ich laß mich für und für nur deinen Händen. 7. Mein einzges Gut, in dem mein Sehnen ruht, du machst mich wohlgemuth in deiner Liebe; o hauche dann den Funken stärker an, daß ich dich lieben kann mit mächt⸗ gem Triebe. 20* —— 404 8. Beim Sturm der Welt sey Anker, der mich hält, und birg mich in dein Zelt, wenn alles zaget; in Noth und Pein nimm mich, o Liebe, ein, so harr ich kindlich dein, bis daß 155 taget. 9. Preis, Lob und Chr sey dir je mehr und mehr, Je⸗ hova hoch und hehr, in Jesu Namen, im Staube hie oft unter Streit und Müh, und einst in Harmonie der Engel. IX Gerh. Tersteegen, Amen! geb. 1697, + 1769. Mel. Mit meinem Gott geh ich ꝛc. 484. Für alle Güte sey gepreist, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut an mir gethan, mir mein Ge⸗ bet gewähret, hast väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhi⸗ ges Gemüthe, was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. Abendlieder. 4. Sey auch nach deing Lieb und Macht mein Schih und Schirm in dieser W vergib mir meine Sünda Und kommt mein Tod, Hen ö Zebaoth, so laß mich G 2 C finden. geb. 11, 4 Rui Mel. O Welt, ich muß dich n 485. Herr, der du mi das Leben bis diesen Tag g⸗ geben, dich bet ich kindlich an Ich bin viel zu geringe di Treue, die ich singe, und di du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem 0 müthe freu ich mich deinn Güte; ich freue mich in di Du gibst mir Kraft un Stärke, Gedeihn zu meinm Werke, und schaffst ein reint Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh 0 Seelen, nach deines Won Befehlen einher im Lehn gehn, auf deine Güte hoffen im Geist den Himmel offl und dort den Preis bens sehn! ö 4. Ich weiß, an wah glaube, und nahe mich il Staube zu dir, o Gott, man Heil. Ich bin der S entladen; ich bin bei dir i 12 ich deing in Schih er Nacht Sünda od, He ch G chteg. Gellet, 5, + 1769. nuß dich n dem 6 ich deinn ch in dit raft u meinen ein reinsz Ruh de e8 Worth im Lehel ite hoffn, mel offe des Olal⸗ wen ih mich ih jott, man r Schulh hei dir in Abendlieder. 405 Gnaden, und in dem Himmel it mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Se⸗ en eil ich der Ruh entgegen; dein Name sey gepreist! Mein eben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Christ. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 4+ 1769. Zum Wochenschluß. Rel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. 486. Gott Lob! die Woch ist auch dahin; drum ich dir billig dankbar bin, daß ich die Zeit hab überlebt, und beine Gnad noch ob mir schwebt. 2. Gott Lob für seine Güt und Treu, die mir ist alle Morgen neu, der mir beisteht durch seine Kraft, der mir Host, Rath und Hülfe schafft. 3. Was ich versehn, ver⸗ gib, mein Gott, durch deines Sohns Kreuz, Hohn und Spott; gib ferner Segen, Fried und Freud und endlich deine Seligkeit. 4. Ehr sey dem Vater und unsohn, dem heilgen Geist in Einem Thron; der heili⸗ gen Dreieinigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Olearius, geb. 1611, + 1684. Mel. Wer nur den lieben; 26. 487. S. ist die Woche nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht; wie sich dein Segensquell ergos⸗ sen, so bin ich noch der Zuver⸗ sicht, daß er sich weiterhin er⸗ gießt und unaufhörlich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde; ich lobe dich, so hoch ich kann; ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weih⸗ rauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gibst du auch die Kraft, zu tragen zu⸗ dem es ist voll Heil und Frucht durch deine Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich dir dafür. 4. Nur Eines bitt ich über alles; ach, du versagst mir sol⸗ ches nicht: gedenke keines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, 406 der die Missethat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist 10 noch nicht gebrochen; du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünd ist leid, nicht sterben, sondern gnabenvoll, als ein Gerechter, leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen, und so will ich den Wochenschluß vergnügt und froh zurückelegen, da mich der Trost erheben muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoffnung selig seyn. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen, und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs Neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja! da theilt dein Wort und Haus den allerbesten Se⸗ gen aus. 9. So will ich das im Vor⸗ aus preisen, was du mir Abendlieder. künftge Woche gibst; du win es in der That beweisen, aß du mich je und immer liehs und leitest mich nach deinen Rath, bis Leid und Zeit eh Erdmann Ne isttr Ende hat. geb. 161, 5 140⁴½ Sonntagsabendlied. Nun 9—0 Tag Hann 488. Nan bricht di finstre Nacht herein, des IAn ges Glanz ist todt; jedoh, mein Herz, schlaf noch niht ein, geh, rede vor mit Gott. 2. O Gott, du großt Herr der Welt, den Niemand sehen kann, du siehst ja mih in deinem Zelt, hör auch n mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich umm⸗ mehr vollbracht, der war h⸗ sonders dein; drum haͤtt el auch bis in die Nacht dit sch len heilig seyn. 4. Vielleicht ist dieses mict geschehn; denn ich bin 80 eish und Blut, und pfleg es 108 zu versehn, wenn gleich d 6151 gut. Nun such ich R man sieh meint Schuld nicht an, und den, Mel. daß dei genug 6.6 heut ge ein, un dit aue 7.0 Raht, Aun gen au in der nen Le 14 wenn himm ner H hathee Casp Rel.“ 48⁰ vergar du win sen, diß Ne — r liebh, deinen Zeit eh Neumeister⸗ 4+ 25⁰ ed. g geendet icht de des N⸗ h ch niht Gott. großt iemand ja mich ch mein ch nis⸗ war he⸗ haͤtt et dit sal s nicht Fleish öfteh ich 50 belne meine denke, Abendlieder. gaß dein lieber Sohn für mich nug gethan. 6. Schreib alles, was man seut gelehrt, in unsre Herzen ein, und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam seyn. 7. Erhalte ferner noch dein Wort, und thu uns immer wohl, damit man stets an die⸗ sem Ort Gott diene, wie man oll. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Vater, steh mir bei und gib mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sey. 9. Gib Allen eine gute Mcht, die heute recht gelebt, und beßre den, der unbedacht, hat wider dich gestrebt. 10. Woferne dir mein Thun gefällt, so hilf mir mor⸗ gen auf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe mei⸗ nen Lauf. 14. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den himmel ein; da wird in dei⸗ ner Herrlichkeit mein Sab⸗ hathewig seyn. Caspar Reumann, geb. 1648, 1715. Ael. OWelt, ich muß dich lassen ꝛe. + 9. Der Sabbath ist bergangen, ich habe mein Ver⸗ 407 langen nach Herzenswunsch erfüllt; Gott hat mich unter⸗ weiset, mit Lebensbrod ge⸗ speiset und meiner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh; deun allen Sün⸗ denschaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpur⸗ mantel zu. 3. O du dreieinigs Wesen, mein Geist ist schoͤn genesen, weil ich dein Tempel bin; ich habe Licht vom Lichte, dein leuchtend Angesichte nimmt alle Finsterniß dahin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne ma⸗ chen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zu Schanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnü⸗ get; deun wo mein Herze lie⸗ get, da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetüm⸗ mel; es träumt mir nur vom Himmel; ach, wer doch nur bald droben wär! Benj. Schmolck, geb. 1672, + 1737. 40 445 N V.*. Mel. Wo Gott zum Haus ae. 490. johl. dem, der in Gotts Furchte steht und auch auf seinem Wege geht; dein eigen Hand dich nähren soll, so lebst du recht und geht dir wohl. 2. Dein Weib wird in deim Hause seyn, wie eine Reb voll Trauben fein, und dein Kin⸗ der um deinen Tisch, wie Oel⸗ pflanzen, gesund und frisch. 3. Sieh, so reich Segen haͤngt dem an, wo in Gotts Furchte lebt ein Mann; von ihm läßt der alt Fluch und Zorn, den Menschenkindern angeborn. 4. Aus Zion wird Gott segnen dich, daß du wirst schauen stetiglich das Glück der Stadt Jerusalem, für Gott in Gnaden angenehm. 5. Fristen wird er das Le⸗ ben dein und mit Güte stets bei dir seyn, daß du sehen wirst Kindeskind, und daß Israel Friede findt. s 1465, P 1010 Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. 491. Wie schön istsboch, Haus⸗ und Ehestand. HerrZen Christ,ün Suumz da dein Segen ist, im Standꝛ heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und allz Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wann sich an dich fleißig halten J Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Wab sich wohl begehn und unoer⸗ rückt beisammen stehn im Ban⸗ de reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da siaht man, wie der Engel Hauf in Himmel selbst sich freue; ken Sturm, kein Wurm kann zer⸗ schlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, anAesten schůn, an Zweigen reich, das Weib gleich einem Reben, der seine Träublein trägt und nährt, und sich je mehr und moht vermehrt mit Früchten, die da leben; wohl dir, o Zier, Mannessonne, Hauseswonne, Ehrenkrone; Gott denkt dein auf seinem Throne. m. wir sin Orden öͤhter uud je wenn! der bes Aufan hen, d denken. Weiblic 5.4 Hköm: Lin, d hrän dennoc lagibt, Huld schließt ein wer Name Mmen EET++ Standz Stand; igt und id allz deiner sich an ng und eines d Weib Unver⸗ mBan⸗ eht da da sicht auf in ez kin nn zu⸗ n, was das in einem ischin, Weib seine nähtt, 5 mahr n, die Zikr, vonne, kt dein Haus⸗ und Ehestand. 409 4»4. Seyd gutes Muths! wir sind es nicht, die diesen orden aufgericht, es ist ein sohrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Frennd und Rather; Aufang, Ausgang aller Sa⸗ hen, die zu machen wir ge⸗ denken, wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibts nicht aus, koͤmmt ja wohl ein Stünd⸗ kin, da man Leides voll die Iränen lässet fließen. Je⸗ bennoch wer sich in Geduld aagibt, des Leid wird Gottes huld in großen Freuden schließen. Leide, meide nur iin wenig; unser König wird hehende machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl her, mein König, nah herzu! Gib Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh, in Aengsten Trost und Freude 5 des sollt du haben Ruhm und Reis, wir wollen singen be⸗ ser Weis und danken alle hide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen zumen ewig loben werden. Anen! Paul Gerhardt, geb. 1606, 4 1676. Mel. Werde munter, mein ꝛc. 492. Wer den Ehstand will erwählen daß er ihn bei guter Ruh, ohne Sorge, Gram und Qualen möge glücklich bringen zu, fange es mit Be⸗ ten an; so ist es recht wohl gethan, und Gott wird es also fügen, daß es beide kann ver⸗ gnügen. 2. Dann ist es wohl an⸗ gefangen, wenn Gebet und reifer Rath beiderseits vorher⸗ gegangen; da verspürt man in der That, daß Gott selbst das Liebesband knüpfet und aus seiner Hand Segen und ein friedlich Leben will dem neuen Paare geben. 3. Dieser Friede, dieser Segen bringet Ehre, Gut und Freud; wo man bleibt auf Gottes Wegen, gibt er auch die Seligkeit. Glücklich geht die Heirath an, wenns heißt: das hat Gott gethan! Gott der hat es so gefüget, daß zwei Herzen sind vergnüget. Joh. Olearius, geb. 1611, + 1684. Mel. Wo Gott zum Haus ꝛc 493. Wohl einem Haus, wo Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn 410 er nicht darinnen wär, wie finster wärs, wie arm und leer 2. Wohl, wenn er Mann, das Weib, das Kind im rech⸗ ten Glauben einig sind, zu die⸗ nen ihrem Herrn und Gott nach seinemWillen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und Veißt! un 4 Wohl, wenn das Räuch⸗ werk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Got⸗ tes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußer⸗ lichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein Jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! 6. Wohl, wenn die Eltern glänbig sind, und wenn sie Kind auf Kindeskind versäu⸗ men nicht am ewgen Glück! Dann bleibet ihrer keins zu⸗ rück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hoch erfreut, und ih⸗ ren Kindern sieht mans an, Haus⸗ und Ehestand. wie Gott die Süuen son kann un 8. So mach ich dang dieser Stund sammt in. Hause diesen Bund: wichallz Volk auch von ihm fern, ih und mein Haus stehn bei den 5 errn! 000 Mel. Schwing dich auf 1 494. Fang dein Werlnt Jesu an, Jesus hats in Hün⸗ den; Jesum ruf zum Beistund an, Jesus wirds wohl enden, Steh mit Jesu Morgens auf geh mit Jesu schlafen; fihn mit Jesu deinen Lauf, last Jesum schaffen. 2. Morgens soll der M⸗ fang seyn, Jesum anzuhesen daß er woll dein⸗Helfer son stets in deinen Nöthen. Mur⸗ gens, Abends und bei Naht will er stehn zur Seiten, wen des Satans List und Wüt dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Zestd dir ist, laß die Feinde wüthetz er wird dich vor ihrer M schützen und behüten. Eth nur das Vertrauen dein sein Allmachtshände, uub glaub sicher, daß allein er deil Unglück wende. Pa mit G hat den Z folgen in dief dir Gt Himm 5. mein ed nad auch i mein Nsu, boch f uf Nel 405 uir si ganze Rib z Herri nen S wir d lleine, gemei mur hift sels 7.1 dung meinen pichallh fern, ih bei den if m Verkmi in Hin⸗ Beistaud Hendaß, ens auf nʒ fiht uf, st der M⸗ zubeten, fer schn 1. Mur⸗ ei Milt nu, wemn d M 0 n. sh 10 wüthe rer M Haus⸗ und Ehestand. A. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, v so hat es keine Noth, wirst den Zweck erlangen. Es wird falgen Glück und Heil hier in diesem Leben: endlich wird dir Gott dein Theil auch im Himmel geben. 71 5. Nun, Herr Jesu, all nein Sach sey dir übergeben; es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Asu, in deim Namen, laß es doch seyn wohlgethan! Da⸗ nuf sprech ich: Amen! Nel. Wie schön leuchtet ꝛc. 105.J ch und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Reib zu dienen. Du sollst der herr im Hause seyn; gib dei⸗ nen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine lleine, fromme, reine Haus⸗ hemeine mach aus Allen; dir mur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein ifüg Wort dein guter Geist fels fort und fort an unser lller Seelen; es leucht uns, bie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im 411 Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dieß Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und Alle, die drin wohnen, aus, im Glau⸗ ben uns verbinde; laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen seyn bereit, voll De⸗ muth, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; Keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegrün⸗ det seyn auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit kindlichem Ge⸗ müthe, selig, fröhlich selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in 237 duld uns fassen. 5. Gibst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichthums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demuth leer und voll von eitler Welt⸗ lust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 412 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohlbestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieblich ziere. Sende, sende ihn uns allen, bis wir wallen heim, und oben dich in deinem Hause loben. Carl Johann Phil. Spitta, geb. 1801. Mel. Werde munter, mein ꝛc. 496. Sorge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan, und durch dei⸗ nes Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und berathen. 2. Sie sind dir von Kin⸗ desbeinen und von ihrer ersten Stund zugeeignet als die Dei⸗ nen, und durch deinen Gna⸗ denbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollten ster⸗ ben, wären deines Reiches Erben. 3. Du hast sie bisher er⸗ nähret und so manchem Un⸗ glücksfall mehr als väterlich Haus⸗ und Ehestand. gewehret, der sie hier 0 überall hätt in Angst uih Noth gestürzt, ja das Lehes abgekürzt; aber deine Vatet⸗ treue bleibt bei ihnen tägl 6 neue. 4. Sollt ich nicht für soch Güte immer dir verpflichtt seyn und mit dankbarem G⸗ müthe solchen Glücks⸗unh Segensschein rühmen und it Jedermann deine Wohllhat zeigen an, ach, so müßt ih ganz vermessen Gottes, mi⸗ nes Heils, vergessen. 5. Sammlen Andre große Schätze, suchen in der Welt ihr Heil, daß sie Geld und Gut ergötze, so bist du mein einzig Theil. Bleib auch mik ner Kinder Gott, lasse sie u keiner Noth und in keinen Kreuz verderben, bis sie end⸗ lich selig sterben. 6. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schaar, daß ihr Fuß niht möge gleiten; laß sie ihre xe bensjahr in der Gnade hrin⸗ gen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins kühle Gb versenken und die Sciglil uns schenken. 7. Können sie in diesen Leben fillt,v hen, ͤ Welt gehn, gen st Thun 110 sten Te und L sagen ih bit die du hescher gehre Nel. 407 ich da Clterr Regebe sie mi dem L 2. sethat 0 erwäl . er I0 st 10 Lebel Vattt⸗ tigl 6 irsolch pflichtt em G⸗ 3 Uud und it ohllhat ußt ih 3, mi⸗ re große + Welt d und hu mein ich mek e sie il keinem sie end⸗ bösen rfühter 5 nicht hre H e brin⸗ ie mich lLeGab eliglel diesem Freundschaft. 413 geben hier und, wo es dir ge⸗ fillt, was zu deiner Ehren ge⸗ hen, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer Ichn, deine Furcht vor An⸗ gen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre herzen fassen. ö 8. Gönne mir die große i daß am lieben jüng⸗ sten Tag, nach so vielem Kreuz und Leide, ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ith bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt hescheret. Ewig sey dein Nam Ludw. Heinr. Schlosser, geehret! geb. 1663, + 1723. Kindes Fürbitte. Nel. Mit meinem Gott geh ich ꝛc. 4107. O frommer Gott, ich danke dir, daß du so liebe Eltern mir aus Gnaden hast gegeben, und noch zur Zeit sie mir zur Freud erhalten bei dem Leben. . Verzeihe mir die Mis⸗ sethat, die dich und sie belei⸗ digt hat, laß mich es nicht entgelten, daß ich, mein Gott, auf dein Gebot geachtet hab so selten. ö 3. Gib mir ein Herz, das dankbar sey und meiner El⸗ tern Eifer scheu, nicht thu, was ihn erreget, auch nim⸗ mermehr sich ihrer Lehr aus Bosheit widerleget. 4. Laß oft mir kommen in den Sinn, wie sauer ich der Mutter bin vom Anfang her geworden, und wie für mich der Vater sich bemühet aller Orten. 5. Gib meinen Eltern Fried und Ruh, es decke sie dein Segen zu, hilf ihr Kreuz ihnen tragen, behüte sie doch spat und früh vor Trübsal, Angst und Plagen. 6. Und wenn dahin ist ihre Zeit, so führ sie aus der Sterblichkeit hinaufzumReich der Ehren; ich bringe dir viel Lob dafür, wenn du mich wirst erhören. Freundschaft. Rel, Jesu, meines Lebens ꝛc. Herr, ich bitte dich, awihle mir aus aller Men⸗ schen Meng eine fromme, heilge Seele, die an dir fein kleb und häng auch nach dei⸗ 2¹4 nem Sinn und Geiste mir stets Trost und Hülfe leiste, Trost, der in der Noth besteht, Hülfe, die von Herzen geht. 2. Laß mich Davids Glück erleben, gib mir einen Jona⸗ than, der mir sein Herz möge geben, der auch, wenn nun Jedermann mir nichts Gutes mehr will gönnen, sich nicht lasse von mir trennen, son⸗ dern fest in Wohl und Weh als ein Felsen bei mir steh. 3. O wie groß ist meine Habe, o wie köstlich ist mein Gut, Jesu, wenn mit dieser Gabe dein Hand meinen Willen thut, daß mich meines Freundes Treue und bestän⸗ digs Herz erfreue: wer dich fürchtet, liebt und ehrt, dem ist solch ein Schatz beschert. Obrigkeit. 4. Gute Freunde sind u Stäbe, da der Menschen Gah sich hält, daß der schwast Fuß sich hebe, wenn der Lah zu Boden fällt. Wehe dem g nicht zum Frommen solcht Stabes weiß zu kommen der hat einen schweren Rauf wenn er fällt, wer hilft ihn auf? 5. Nun, Herr, laß dit wohlgefallen, bleib mah Freund bis in mein Grab! Bleib mein Freund, und un⸗ ter allen mein getreuster, stick ster Stab! Wenn du dich mir wirst verbinden, wird sih schon ein Herze finden, dah durch deinen Geist gerühn, mir was Gutes goͤnnen wütd. Paul Gerhardt, geb. 1606, f Iin ter 3 Dan g ke ist. Mel. In dich hab ich gehoffet ꝛc, 499. Der du kanust nichts als gütig seyn, du wollest deiner Güte Schein, o Herr, all denen gönnen, die sich mit Mund und Herzensgrund al⸗ lein zu dir bekennen. 2. Insonderheit nimm wohl in Acht den Fürsten, deh du uns gemacht zu unsis Landes Krone; laß immethu seyn Fried und Ruh auf se⸗ nem Stuhl und Throne. 3. Halt unser liebed M⸗ terland in deinem Schoß iud starker Hand, behüt uns all 7 zusam und F ind F 47½½4½. hen u die bö und L Heerd awig d Mel. 500 ligkeit Obrig 501 den gi Iu uns N kein imo kö inser! 30 0² erschol Freude luhen Schwe Vohle wieder sind u en Gah schwaht der Lah dem da solcht ommen n Lauf ilft ihn aß dith mah Grabl und in⸗ er/stack dich nit ird sih in, dah, gerührt, n wid. Gerhardt, 06, 4+ 1618. sten, deh unsteb mmetzu auf sii ne. ed M/ . ind al usammen vor falscher Lehr und Feindes Heer, vor Pest und Feuersflammen. . Nimm all der Deinen ben wahr und treib, o Herr, die böse Schaar von Jungen uind von Alten, daß deine Heerd hier zeitlich werd und vig dort erhalten. Nel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. 500. O heilige Dreiei⸗ ligkeit, erhalt uns unsre Obrigkeit, die deine treue Va⸗ Krieg und Friede. 41⁵5 terhand gesetzet n in Mit⸗ ö sen Stand. 2. Dein guter Gelt sie leit und führ und segne ihr Thun für und für/ daß sie voll Weisheit und Verstand christ⸗ lich regiere Leut und Land, 3. Damit wir führen un⸗ ter ihr ein ttill, geruhig Le⸗ ben hier, und dermaleinst mit ihr, mein Hort, bestehen wohl im Himmel dort. Aemilie Zultane, Gräfin v. Schwarzburg. Rudolstadt, geb. 1637, + 1706. Krie g un Eigne Melodie. 501. Verleih uns Frie⸗ den gnädiglich, Herr Gott, iu unsern Zeiten; es ist doch j kein Andrer nicht, der für lus könnte streiten, denn du, inser Gott, alleine. Dr. M. Luther, geb. w1483, + 1546. Nel. Nun lob, mein Seel ꝛc. 502. Golt Lob! nun ist erschollen das edle Fried⸗ und rinnn daß nunmehr uhen sollen die Spieß und Shuerhr und ihr Mord. Bohlauf und nimm nun vieder dein Saitenspiel her⸗ n d Friedei vor, o Deutschland, und sinz Lieder im hohen, vollen Chor. Erhebe dein Gemüthe und danke Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Wir haben nichts ver— dienet, als schwere Straf und großen Zorn, weil stets noch bei uns grünet der freche, schnöde Sünden⸗Dorn. Wir sind fürwahr geschlagen mit harter, scharfer Ruth, und dennoch muß man fragen: wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse; Gott ist und bleibet treu, hilft, daß Æ— S 416 sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Sey tausendmal will⸗ kommen, du theure, werthe Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein bei uns Wohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all un⸗ ser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt ihm selbst den Pfeil des Herz⸗ leids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eig⸗ nen Hand. 4. Das drückt uns Nie⸗ mand besser in unsre Seel und Herz hinein, als ihr zer⸗ störten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein; ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Haid; ihr Gräber vol⸗ ler Leichen und tapfrem Hel⸗ denschweiß von Männern, derengleichen auf Erden man nicht weiß. 5. Hier trübe deine Sin⸗ nen, o Mensch, und laß den Thränenbach aus beiden Au⸗ gen rinnen; geh in dein Herz und denke nach: was Gott bisher gesendet, das hast du zu ruhn, ob er dich möh. zwingen mit Lieb und 0 testhun. 6. Ach, laß dich doch enn cken! wach auf, wach auf. harte Welt, eh als der li Schrecken dich schnell i plötzlich überfäͤllt. Werh Christum liebet, sey mi schrocknes Muths; der Frih den er gibet, bedeutet all Guts; er will die Lehreh ben: das Ende naht henh da sollt bei Gott ihr lebens ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1605, R Mel. Herr, wie du willst 503. Herr, der du dun mals hast dein Land mithz den angeblicket, und des fangnen Jakobs Band gif und ihn erquicket, der du Sünd und Missethat, dein Volk vor begangen gi hast väterlich verziehen; 2. Herr der du deinehh fers Gluth zuvor oftabgeliz det und nach dem Zonm I süße Gut der Lieb und hi 3.8ö goßen huner 6 nist uns standn udenn lles En 4. W eun nic schen?! um Lich Rhen?? himmel Hüt und BDS — und uns 5. Ac M Wo Erden,! em Ort uen, we Hott dos Sch ud alle 6. A dit jetz mit w ucht mi ocist — hendet: ach frommes Herz! erlich 0 Geit* aah unser Heil! nimm weg undschh h heb auf in der Eil, was n Asaz anjetzo kränket. uudg 3.Lösch aus, Herr, deinen ußen Grimm im Brunnen doch emm ch auf uist uns wie derum nach aus⸗ der li andnem Schaden Willst nell uWdenn zürnen ewiglich, und Wer ch sllen deine Fluthen sich ohn sh Il0 lls End ergießen? der Fuh K. Willst du, o Vater, uns Utet gluldun nicht nun einmal wieder Lehre vlben? und sollen wir an dei⸗ iht hinslum Licht nicht wieder Freude r lebmihben? Ach, geuß aus deines Ruh. himmels Haus, Herr, deine 1805, fmHut und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 5. Ach, daß ich hören sollt er duhss Wort erschallen bald auf d mithizbtden, daß Friede soll an al⸗ id des sln Ort, wo Christen woh⸗ zand gliun, werden; ach, daß uns der dusl ött doch sagte zu des Krie⸗ ethat. Uys Schluß, der Waffen Ruh angen Iund alles Unglücks Ende. ehen; 6. Ach, daß doch diese böse deintöch.git jezt wiche guten Tagen, tabgeus xmit wir in dem großen Leid Zom Uluht moͤchten ganz verzagen! und h doch ist ja Gottes Hülfe nah, = u willst — Krieg und Friede. hiner Gnaden! erfreu und 417 und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wie⸗ der zu uns wenden, den Krieg und alle andre Noth nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall recht werd erkannt, ja stetig bei uns wohne. 8. Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen; Gerechtigkeit wird einhergehn, und Friede wird sie küssen; die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun; das Land wird Früchte geben, und die in sei⸗ nem Schoße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt, geb. 1606, + 1676. Mel. Nun danket alle Gott ꝛc. 504. Herr Gott, dich loben wir, regier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Gluth in unsern Herzen glim⸗ men. Komm, komm, o edle 27 418 Flamm, ach komm zu uns all⸗ hier, so singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüthe; es stei⸗ get unser Lied bis an die Him⸗ melsthür und tönt mit gro⸗ ßem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jaͤuch⸗ zet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jah⸗ ren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gott Lob! wir sind in Ruh; Herr Gott, wir danken dir. 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Mißwachs und Theuerung. Schwert zerbrochen und in schlagen; der Strickistnunen zwei, darum so singen wirn Herz und Zung und Mund Herr Gott, wir danken dis 6. Herr Gott, dich lobn wir, daß du uns zwar gesin fet, jedoch in deinem Zon nicht gar hast weggeraffet.& hat die Vaterhand uns dein Gnadenthür jetzt wieder auß gethan; Herr Gott, wir dul⸗ ken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch ind Häuser, den edlen Fürsin⸗ stamm und dessen grüne Ri⸗ ser bisher erhalten hast; gi ferner Gnad allhier, daß auh die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir dankn dir und bitten, du wollst g⸗ ben, daß wir auch künftig suh in guter Ruhe leben. Kröͤnun mit deinem Gut, erfüll jeht nach Begier, o Vater, unsem Wunsch; Herr Gott, un danken dir. Johann Frank, geb. 1618, 4+ 16. Mißwachs und Theuerung. Mel. Jesu, hilf siegen ꝛc. Christen erwaͤrten in allerlei Fällen Jesum mi seiner allmächtigen Handz nitten henden auet yenn fi edecken se weni 2. Jé Rechten ind fr Schwer die Häu unsich llirt. X Schnau itGott 3. C Samen e Gär au, sch e Frü uen die Schein; zn Fri dn Sd halten. 4. V ichen e indheit u doch fen verl Ydem f 6 nich Schmer het, ot und zy tnunent wir ni Mud fen dit. ich lohg r gestty em Zom affet. G mns dein eder auß wir dal⸗ r danken irch i Fürsten⸗ üne Ri⸗ ast; gl daß auc err Got, dankkn ollst g⸗ ftigsteth Trönm üll jht „unsem tt, MI Franc, 3„, 1 165. um mit Hand; nitten in Stürmen und to⸗ huden Wellen sind sie ge⸗ huet auf felsichtes Land; henn sie bekümmerte Nächte decken, kann doch ihr Grauen se wenig erschrecken. 2. Jauchzen die Feinde zur hchten und Linken, hauet ind frisset das blinkende Schwert, lassen doch Christen ie gäupter nicht sinken, de⸗ un sich Jesus im Herzen ver⸗ lirt. Wüthen die Feinde mit Schnauben und Toben lernen se Gottes Gerechtigkeit loben. 3. Geben die Felder den SLamen nicht wieder, bringen ie Gärten und Auen nichts au, schlagen uns Schlossen le Früchte darnieder, bren⸗ un die Berge von hitzigem Sdein; kann doch ihr Herze un Frieden erhalten, weil es un Schöpfer in allem läßt valten. J. Viele verzehren in ängst⸗ ihen Sorgen Kräfte, Ge⸗ sudheit und Kürze der Zeit, udoch im Rathe des Höch— sen verborgen, wann und wo Ydem sein Ende bereit; sind a nicht alles unnöthige ehmerzen, die ihr euch ma— het, o thörichte Herzen! Mißwachs und Theuerung. 419 5. Zweifel und Sorge ge⸗ ziemt nicht den Frommen; Glauben und Hoffen bringt Ehre bei Gott. Seele, ver⸗ langst du, zur Ruhe zu kom⸗ men, hoffe dem höllischen Feinde zu Spott. Ob auch die göttliche Hülfe verborgen, traue dem Höchsten und meide die Sorgen. 6. Freue dich, wenn du statt freundlichen Blicken mancherlei Jammer, Anfech⸗ tung und Noth duldest, und wisse, was Gott will erquicken, muß erst mit Jesu durch Lei⸗ den und Tod. Willst du mit leben, so mußt du mit ster⸗ ben; anders kann Keiner den Himmel ererben. 7. Völlige Wonne, verklä⸗ rete Freude, himmlische Gü⸗ ter, undenkliches Heil werden dir einsten auf ewiger Weide unter den Engeln und Men⸗ schen zu Theil, wann in der Herrlichkeit Christus wird kommen und zu sich sammeln die Schaaren der Frommen. 8. Seine allmächtige Stär⸗ ke beweiset in den Ohnmäͤch⸗ tigen mächtige Kraft; dann wird alleine sein Name ge⸗ preiset, wann er den Zagen⸗ 27* 42⁰ den Freudigkeit schafft. Da⸗ rum, o Jesu, gib, daß ich dir traue, wenn ich die Hülfe nicht sichtbarlich schaue. Christian Ludw. Edeling, + 1742. In Dürre. Mel. Ach, Gott vom Himmel ꝛc. 506. Ach, Herre, du ge⸗ rechter Gott, wir habens wohl verdienet, mit unsrer Sünd und Missethat, daß unser Feld nicht grünet, daß Vieh und Menschen traurig seyn; wenn du zuschleußt den Himmel dein, so müssen wir ver⸗ schmachten. 2. Herr, unsre Sünd be⸗ kennen wir, die wollst du uns verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Hülf thu uns verleihen; gib Regen und den Segen dein um deines Namens willn allein, Herr, unser Gott und Tröster! 3. Gedenke, Herr, an dei⸗ nen Bund um deines Namens willen; wir bitten dich von Herzensgrund, thu unsreNoth doch stillen vom Himmel mit dem Regen dein; denn dein ist der Himmel allein, ohn dich kann er nicht regnen. 4. Es steht in keines An⸗ Mißwachs und Theuerung. dern Hand, daß er sollt Regn geben; den Himmel hast di ausgespannt, darinnen d willst schweben. Allmächti ist der Name dein; solh kannst du alles thun allein Herr, unser Gott und Troͤsten Bei anhaltender Nässe. Mel. Ach, Gott vom Himmel. 507. O Gott, der du das Firmament mit Wolknn thust bedecken, und kannst hin⸗ wiederum behend das Son⸗ nenlicht erwecken: halt doch mit vielem Regen ein, un gib uns wieder Sonnenschein daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern wel und breit; die Früchte leidn Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sud beladen; dein Segen, Her, den du gezeigt uns Armah sich zur Erde neigt und uil fast gar verschwinden. 3. Das machet unste Miß sethat und ganz verkehrteb de ben, so deinen Zorn entzin⸗ det hat, daß wir in Nöthu schweben; du zeigest und, wi wir gesollt; weil wir die Buft nicht gewollt, so muß di Himmel weinen. 4. 2 die Tre proche Hnader ichsug hart d und dei hist ja 508 liebe k auf m dens H von gl doch d Geist der Lie E lt Regen hast du nen du mächti solchz alleiz Trösterl tässe. immel n. der du Wollen unst hin⸗ 18 Son⸗ alt doc in, und enschein, reue. lern weit te leiden n hielet isse sir Hern, Armen, nd will . sre Miß hrteb x⸗ entzin⸗ Nöthen ms, wab die Bußt nuß der Krankheit und Seuchen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns hast ver⸗ prochen, und wohne uns in Hnaden bei, die wir dich kind⸗ ich suchen. Wie hält sich so hart dieser Zeit dein Herz und deine Freundlichkeit; du hist ja unser Vater. 421 5. Gib uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wie⸗ der überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sey im Himmel und auf Erden. Krankheit und Seuchen. Eigne Melodie. 508. Gott, den ich als liebe kenne, der du Krankheit duf mich legst und des Lei⸗ dens Hitz erregst, daß ich da— von glüh und brenne: brenne doch das Böse ab, das den Heist bisher gehindert und der Liebe Regung mindert, die nir oftmals kommt von dir. 2. In der Schwachheit sey du kräftig, in den Schmerzen sch mir süß, schaffe, daß ich dein genieß, wenn die Krank⸗ heit streng und heftig; denn has jetzt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark hetzehret, was den Körper jcht beschweret, hat die Liebe selbst erregt. 3. Leiden ist jetzt mein Ge⸗ shäfte; anders kann ich jetzt ErT— nichts thun, als nur in dem Leiden ruhn; leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinnst, das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille; Leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Lie⸗ beszeichen an; denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden; auch die La⸗ bung, die man mir zu des Leibes Stärkung gibet, kommt von dir, der mich geliebet; alles kommt, mein Gott, von dir. 5. Laß nur nicht den Geist ermüden bei des Leibes Mat⸗ tigkeit, daß er sich zu aller Zeit in dich senk in Lieb und Frie⸗ den; laß des Leibes Angst und 422 Schmerz nicht der Seelen Auffahrt hindern und die Ruhe in mir mindern, un⸗ terstütze du das Herz. 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, ganz in Ruh mit Freundlichkeit, stille mit Ge⸗ lassenheit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird erret⸗ tet von den Sünden; und je mehr der Leib muß schwinden, wird der Geist in uns erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben und dem Kreuze meinen Leib; gib, daß ich mit Freuden bleib an dich völlig übergeben; denn so weiß ich festiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben, denn die Liebe reinigt mich. eh. 1676. f 1. Mel. O Welt, ich muß dich ꝛc. 509. Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn ge⸗ lassen mich auch in Leiden fas⸗ sen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch Krankheit und Seuchen. verdient. Will ich, beschwen mit Schulden, kein deitlich 510 Weh erdulden, das doch U meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich eig⸗ ben, nicht meine Ruh, mai Leben mehr lieben als de Herrn. Dir, Gott, will ih vertrauen und nicht auf Men schen bauen; du hilfst, unddi errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sün⸗ den erkennen und berenn. Jetzt hat mein Geist noh Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort min Trost und Leben seyn. 5. Wenn ich in Christ sterbe, bin ich des Himmalh Erbe; was schreckt mich Grah und Tod? Auch auf des To⸗ des Pfade vertran ich deiner Gnade; du, Herr, bist hei mit in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod be denken; der Herr wird allt lenken, und was mir gut iss wird geschehn. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 4 63. Lel. He 4* uer 10 offen!“ * roffen. ms mit Men nit schw 2.7 dein Ger hur ge dein Va lieben K erechte ius au eines? 4.( hetrübe Jurcht! gtoßen hiel Ku 1 7 eschwen deitlich deiner hei mir ummer Heduld zu ihm od be⸗ alles ut ist Gellert, 17⁶9. gel. Herr Jesu Christ, du ꝛc. 510. O frommer und ge⸗ euer Gott Aller, die auf dich uffen! Es hat uns eine große oth durch deine Hand ge⸗ utuffen. Dein Zorn der drückt us mit Gewalt, und wirft ih ie Menschen jung und alt nitschwerer Krankheit nieder. 2. Du bist gerecht, und gin Gericht kann unser Kei⸗ her strafen; von wegen unsrer iu Sind geschicht, daß wir so shnell entschlafen. Ja unsre goße Missethat dich so gar soch bewogen hat, dein Pfeil in uns zu schießen. 3. O Herr, vergib, und saf uns nicht im Zorn so hr geschwinde; kehr doch dein Vaterangesicht zu deinem leben Kinde. Laß fallen den gerechten Grimm, zu Gnaden s aufs Neu annimm um deines Namens willen. 4. Sieh, Herr, wie wir hetrübet gehn, kraftlos, mit Jurcht umgeben, in Angst und großen Sorgen stehn, und in vel Kummer schweben. All Krankheit und Seuchen. 423³ unsre Nahrung welket sehr; Lehramt und andre Ordnung mehr geht nicht in vollem Schwange. 5. Laß ab von uns mit deiner Ruth, thu deinen Grimm aufheben; was hast du Nutz an unserm Blut? du hast ja Lust zum Leben, und bist ein Gott, von Wahr⸗ heit fest, der seinen Zorn bald fahren läßt, wenn man dich herzlich bittet. 6. Dein Will gescheh; wir bitten all, in Noth uns nicht verlasse; hilf uns nach deinem Wohlgefalln, du weißt die rechte Maße, und wirst wohl deine Zeit ersehn, wenn uns hierin soll Hülf geschehn, des wolln wir dir vertrauen. 7. O heilger Geist, mit deiner Kraft, die sterben sol⸗ len, stärke, daß man des Glaubens Ritterschaft an ih⸗ rem End vermerke, und sie also mit Fried und Freud den Abschied nehmen aus der Zeit in Christo, unserm Herren. 42⁴ Allerlei gemeine Noth. Allerlei gemeine Noth. Eigne Melodie. 511. Wenn wir in höch⸗ sten Nöthen seyn und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat: Rn 2. So ist dieß unser Trost allein, daß wir zusammen ins⸗ gemein dich anrufen, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth, 3. Und heben unser Aug'n und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz, und suchen der Sünd Vergebung und al⸗ ler Strafen Linderung. 4. Die du verheißest gnä⸗ diglich Allen, die darum bit⸗ ten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der un⸗ ser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unser Noth, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unser Sünden groß, sprich uns der⸗ selb'n aus Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Heng können wir nachmals m Freuden danken dir, gehar l sam seyn nach deinem Won dich allzeitpreisen hieunddon Paul Eber, geb. 1511, + In Mel. Vater unser im Himmel⸗ ꝛc. reich 512. Nimm von un, Herr, du treuer Gott, di schwere Straf und gioßt Noth, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet hahen allzumal; behüt vor Krig und theurer Zeit, vor Sul⸗ chen, Feur und großem Le 2. Erbarm dich deiner bo⸗ sen Knecht, wir flehn un Gnad und nicht um Recht; denn so du, Herr, den rechin Lohn uns geben wolltest nah unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir be⸗ stehn. 3. Ach, Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein; beweiz an uns dein große Gnad, und straf uns nicht auf frischn That; wohn uns mit deiner Stadt! hit dei bors T herleih auf daß laß nic den die und B und N hoffen! Hengi als mi gehot u Wonh inddott ul Eber, Himmel⸗ n und, ott, di großt Sünden haben Krieg r Sel m Leid. ner bö⸗ hn um Rechtʒ rechten st nach ißt di 1„, und dir he⸗ duch ost und beweid d, und frischt deinet Allerlei gemeine Noth. 4²⁵ Hüͤte bei, dein Zorn und Hrimm fern von uns sey. 4. Gedenk an deins Sohns hittern Tod, sieh an sein hei⸗ Ig Wunden roth, die sind ja für die ganze Welt die Zah⸗ lung und das Lösegeld; des noͤten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. 5. Leit uns mit deiner rech⸗ ten Hand und segne unser Stadt und Land; gib uns all⸗ git dein heilig Wort, behüt bors Teufels List und Mord, herleih ein selig Stündelein, suf daß wir ewig bei dir seyn. Martin Moller, geb. 1547, + 1606. Nel. Lobet den Herren, alle ꝛc. 513. Herr, unser Gott, laß nicht zu Schanden wer⸗ den die, so in ihren Nöthen und Beschwerden bei Tag ind Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zu Schanden Alle, die dich hassen, die sich lllein auf ihre Macht verlas⸗ sel. Ach, kehre dich mit Gna⸗ di zu uns Armen, laß dichs nharmen; 3. Und schaff uns Beistand vider unsre Feinde; wenn du tin Wort sprichst, werden sie bald Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederle⸗ gen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen; ver⸗ gebens ist auf Menschen Hülfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde däampfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein ret⸗ ten; wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: hilf, Helfer. Amen! Johann Heermann, geb. 1585, + 1647. Mel. Da Christus geboren war ꝛc. 514. Treuer Wächter Is⸗ rael, des sich freuet Leib und Seel, der du weißest alles Leid deiner armen Christenheit: o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hülfreiches An⸗ gesich. 2. Schau, wie große Noth und Qual trifft dein Volk jetzt überall; täͤglich wird der Trübsal mehr, hilf, ach hilf, schütz deine Ehr; wir verder⸗ ben, wir vergehn, nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 4² 3. Hohepriester, Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns versöhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Höllen Gluth, wiederbracht das höchste Gut. 4. Sitzest jetzt ins Vaters Reich, ihm an Macht und Ehren gleich, unser einger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt. 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnaden⸗ thür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigen⸗ thum. Dein Erbarmen hat kein End, deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hülfe leist! Hilf mit deiner starken Hand, Menschenhülf hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, und mit Zittern sie anschau. 7. Höchster Hort, Imma⸗ Allerlei gemeine Noth. nuel, du Beschützer meinr Seel, Gott mit uns in alle Noth, Gott um uns undu uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit! Trotz dem, der unt thut ein Leid; Gottes Snij ist ihm bereit. 8. Deines Vaters starkz ö Arm, komm, und unser dit erbarm; laßt jetzt sehen dein Macht, drauf wir hoffen Ta und Nacht; aller Feinde Ror ten trenn, daß dich alle Wel erkenn, aller Herren Herren nenn. 9. Du bist ja der Hed und Mann, der den Kriegen steuren kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, de die Bogen macht zunicht, di die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt daß der Krieg gewinnt ein End. 10. Jesu, wahrer Frie⸗ densfürst, der der Schlangt haͤt zerknirscht ihren Kohf durch seinen Tod, Fricdei wiederbracht bei Gott, gö uns Frieden gnädiglich! s wird dein Volk freuen sich dafür ewig preisen dich. Joh. Heermann, geb. 1585, f 160l 515. hen sin— fangen; Hülfe tl lngen? lleine. sethat,! let hat. heiliger, harmher wiger rsinke ded Not mein in alla und in und zuj der un Stuif starker ser dich n deine fen Tag de Rot⸗ le Weh Hernn + Heb Kriegen Spieß ht, de cht, det int und wendt, unt en Frie chlange Kohf Frieden tt, gb chl su en sich eermann, 5, 4 1bfl. Vom Tode. Sechste Abtheilung. 4²27 Von den letzten Dingen. Vo m Do d e. EAEIFEFEE Eigne Melodie. 515. Mitten wir im Le⸗ hen sind mit dem Tod um⸗ sangen; wen suchen wir, der hilfe thu, daß wir Gnad er⸗ lngen? das bist du, Herr, illeine. Uns reuet unser Mis⸗ sethat, die dich, Herr, erzür⸗ net hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, harmherziger Heiland, du wiger Gott, laß uns nicht hrsinken in des bittern To⸗ des Noth. Kyrieleison! 2. Mitten in dem Tod auficht uns der Höllen Ra⸗ hen; wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? das bist du, Herr, alleine. ( jammert dein Barmher⸗ ihleit unser Sünd und gro⸗ ßes Leid. Heiliger Herre Hott, heiliger, starker Gott, hiliger, barmherziger Hei⸗ lnd, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Gluth. Kyri⸗ eleison! ö 3. Mitten in der Höllen Angst unser Sünd uns trei⸗ ben; wo solln wir denn flie⸗ hen hin, da wir mögen blei⸗ ben? zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison! Dr. M. Luther, geb. 1483, + 1846. Eigne Melodie. 516. O Welt, ich muß dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen ins ewig Vaterland; mein Geist will ich aufgeben, darzu mein Leib und Leben setzen in Gottes gnädig Hand. 2. Mein Zeit ist nun vol⸗ 4²8 lender, der Tod das Leben en⸗ det, Sterben ist mein Ge⸗ winn. Kein Bleiben ist auf Erden; das Ewig muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat be⸗ trogen die Welt, von Gott abzogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glau⸗ ben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sey. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Je⸗ sum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaͤden: erlöst bin ich aus Gnaden, umsonst, durch Christi Blut; kein Werk koͤmmt mir zu Frommen, so will ich zu ihm kommen al⸗ lein durch wahren Glauben gut. 6. Ich bin ein unnütz Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezaͤhl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben Vom Tode. und nicht nach meim Verdinn und Wahl. 7. Drauf will ich fröͤhlt sterben, das Himmelreich in erben, wie er mirs hat bens hier mag ich nicht mehr i ben, der Tod thut mich vin treiben, mein Seele sich un Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hiz nen; o Welt, thu dich best, nen, denn du mußt auch hin nach; thu dich zu Gott belth ren und von ihm Gnad he gehren, im Glauben sehy du auch nicht schwach. 9. Die Zeit ist schon vur handen, hör auf von Sünh und Schanden, und richt dih auf die Bahn mit Beten uu mit Wachen, sonst all irdisch Sachen sollt du gutwillig g⸗ ben dran. 10. Das schenk ich diten Ende; wohlan, zu Gott dih wende, zu ihm steht mein V gehr. Hüt dich vor Pein un Schmerzen, nimm mein M⸗ schied zu Herzen, meind Blt bens ist jetzt hie nicht mehn Zoh. Hesse, geb. 1490, iůl Mel. Herr JesuChrist, du höchlenn 517. O Mensch/ bedenki — ser Fr stauf E sie dein zn Leich heben r kugt d Spreu, nget. 2. Ge in Gast Ir bleib lin Rul dich thut udem Hhristus sin heil 3.2 Bürgerf eben brüders hed Leb. e, Frer Rin Me loch jee Verdian fröhit kreich g at hentt iehr hli mich vnn sich vin von hiz ich best. auch hen ott belt⸗ Anad he sey da hon yur n Sind richt di eten ud lirdisch villig g⸗ h diran Hott dih nein B Pein uud nein M⸗ ind Bll ht meh. 400,* 5ůl. Higun Hedenk Vom Tode. ser Frist, was dein Ruhm slauf Erden; denn nicht all⸗ se dein Bleiben ist, du mußt zn Leiche werden. Es ist dein eben wie ein Heu, und sugt dahin, gleichwie die Syreu, welche der Wind ver⸗ gt. 2. Gedenk, du bist hier nur in Gast und kannst nicht laͤn⸗ r bleiben; die Zeit läͤßt dir kin Ruh noch Rast, bis sie lich thut vertreiben. So eile u dem Vaterland, das dir christus hat zugewandt durch sin heiliges Leiden. 3. Daselbst wird rechte Bürgerschaft den Gläubigen leben: dazu der Engel brüderschaft, ein gar herrli⸗ hed Lehen; mit solcher Won⸗ , Freud und Lust, die auch kin Mensch hat hie gekost, uͤch je ein Herz erfahren. 4. Nun laßt uns wachen lle Stund und solches wohl hirachten. Die Lust der Welt scht bald zu Grund; die sol⸗ ln wir verachten und warten u das höchste Gut, das uns wig erfreuen thut. Das helf uus Christus. Amen! Joh. Hesse, geb. 1490, + 1547. 4² Mel. Vater unser im Himmelreich ꝛc. 518. Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir deines Vaters Huld erwarbst: ich bitt durchs bitter Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig seyn. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nichts mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zerbricht, 3. Wenn mein Verstand sich nichts mehr b'sinnt, und mir all menschlich Hülf zer⸗ rinnt: so komm, Herr Christe, mir behend zu Hülf an mei⸗ nem letzten End und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual! 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt, so nimm sie, Herr, in deine Händ. Der Leib hab in der 430 Erd sein Ruh, bis sich der jüngst Tag naht herzu. 5. Ein fröhlich Urständ mir verleih, am jüngsten G'richt mein Fürsprech sey und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schenk, wie du hast zu⸗ gesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Ge⸗ richt und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er schon hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und ihn mit⸗ nehmen in mein Reich, da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach, Herr, vergib all unser Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sey, deim Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen eligli x 0 60 Paul Eber, geb. 1511, + 1569. Vom Tode. Mel. Nun laßt uns den. ist mein Schmuck und Ehun kleid, 2. Damit will ich vor Go bestehn, wenn ich zum Him mel werd eingehn; mit Frih und Freud ich fahr dahin, en Gotteskind ich allzeit bin. 3. Dank hab, mein Tohl du führest mich, ins ewge ge ben wandre ich, mit Chrisi Blut gereinigt fein; Herr Y su, stärk den Glauben mein Paul Eber, geb. 1511, 4 15l. Eigne Melodie. 520. We Stündlein vorhanden ist, und soll hinfahrn mein Straße so g'leit du mich, Herr Inn Christ, mit Hülf mich nitt verlasse; mein Seel an mai nem letzten End befehl ichdi in deine Händ, du wollftf mir bewahren. 2. Mein Sünd mich wer den kränken sehr, mein Gwiß sen wird mich nagen, dent ihr sind viel, wie Sand an Meerʒ doch will ich nicht xu⸗ In Christt Wy schlaf ich ein, die machen möh von Sünden rein, ja Chuss Blut und G'rechtigkeit, deinem don He hschied ind Se Richef in ewit mit dei: 4. 9 sanden nicht b Rost de Furcht denn n ih hin, leh und sin mit 52l. o schic ind im dir ste nich halt Huld!! mir Ge it der 2. den Wunda hen mih à Chris feit, di d Ehmn vor Goh im Hinh nit Frih ahin, ei t bin. in Tod! ewge N. Christ Herr Y n mein 511, 4 1509. mein rist, n Straßz err Nu ich nich an mii lichdi ollst se ich wer nGwiß , demn and am icht bet Vom Tode. gen. Gedenken will ich an dein Tod, Herr Jesu, und dein Wunden roth, die wer⸗ den mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich don Herzen; von dir ich un⸗ gschieden bleib in Todesnoth und Schmerzen. Wenn ich ich sterb, so sterb ich dir; in ewigs Leben hast du mir nit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod er⸗ sanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben. Mein höchster Host dein Auffahrt ist; Tod's surcht kann sie vertreiben. Denn wo du bist, da komm ih hin, daß ich stets bei dir lb und bin; drum fahr ich sin mit Freuden. Nikolaus Hermann, + 1561. Eigne Melodie. 521. Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben. Allein zu ir steht mein Begier, laß nich, Herr, nicht verderben; halt mich nur in deiner Hhuldl sonst wie du willst, gib mir Geduld; dein Will der itt der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu 431 verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih, o Herr, mir deine Gnad, daß es ge⸗ scheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o Herr, ein seligs End gib mir durch Jesum Christum. Casp. Melissander, Amen! geb. 1540, T 1591. Eigne Melodie. 522. O Jesu Christ, meins Lebens Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zu⸗ versicht! Auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himm⸗ lisch Paradeis. Da ist mein rechtes Vaterland, darauf du dein Blut hast gewandt. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat; allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 432 Vom Tode. 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein: dein Blut⸗ schweiß mich tröst und erquick; mach mich frei durch dein Band und Strick. 5. Dein Hohn und Spott, dein Dornenkron laß seyn mein Ehre, Freud und Wonn; dein Durst und Gallentrank mich lab, wenn ich sonst keine Stärkung hab. 6. Dein Angstgeschrei komm mir zu Gut, bewahr mich vor der Höllen Gluth; die heiligen fünf Wunden dein laß in Angst meine Zuflucht seyn. 7. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in meinem Herzen schrei; hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen wer⸗ den blind. 8. Dein letztes Wort laß seyn mein Licht, wenn mir der Tod das Herze bricht; behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 9. Dein Kreuz laß seyn mein Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heilig Grab; die reinen Grabetücher dein laß meine Sterbekleider seyn. 10. Laß mich durch dein Nägelmal erblicken mein Gnadenwahl; durch deim aufgespaltne Seit mein arm⸗ Seele heimgeleit. 11. Auf deinen Abschith Herr, ich trau, darauf men letzte Heimfahrt bau; thu mi die Himmelsthür weit auf wenn ich beschließ meins Y bens Lauf. 12. Am jüngsten Tag er weck mein Leib; hilf, daß ih dir zur Rechten bleib, doß mich nicht treffe dein Gerichz welchs das erschrecklich Un⸗ theil spricht. 13. Alsdann mein Leib verneure ganz, daß er leucht wie der Sonnen Glanz und ähnlich sey deim klaren Leih, auch gleich den lieben Engeh bleib. 14. Wie werd ich dann so fröhlich seyn, werd singen mit den Engelein und mit der Auserwählten Schaar ewih⸗ lich schaun dein Antlitz klar. Martin Behemb, geb. 1557, 4+ 1625. Eigne Melodie. 523. geben, du arge, falsche Well Dein sündlich, boͤses Lehm durchaus mir nicht gefäͤlltʒin alet will ich du hinnnel uf ste wird Ge der ihm 2. R herzen, Soll ich Aen, hilf von. V den, st Ruth,! den, setz 3. Grunde allein f Stunde lich seyn Bilde Noth, u milde di 4.2 Gnaden rück sie zu dein ist woh kommt ewig ist in deine 5. 6 aufs X bens eil gar fest ein der, nen un beiw mein dein n arm: schich f mein hu mi t auf ins Le Lag er daß ih „ daß zericht, ch Ur⸗ n Leib leucht z und n Leib, Engehn ann so zen mit sit der ewih⸗ klat. + 16. ich di Weltl Leben lltzin Vom Tode. 433 immel ist gut wohnen, hin⸗ uf steht mein Begier: da nird Gott ewig lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rath mir nach deinem herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmer⸗ zen, hilf mir, Herr Christ, da⸗ von. Verkürz mir alles Lei⸗ den, stärk meinen blöden Muth, laß selig mich abschei⸗ den, setz mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Hrunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröh⸗ lch seyn. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Nuth, wie du, Herr Christ, so nilde dich hast geblut't zu todt. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deine offne Seit, rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmelsschloß; ewig ist der genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam aufs Beste ins Buch des Le⸗ bens ein, und bind mein Seel har feste ins schöne Bündlein tin der, die im Himmel grü⸗ nen und vor dir leben frei; so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sey. Valerius Herberger, geb. 1562, + 1627 Eigne Melodie. 524. Herzlich thut mich verlangen nach einem selgen End, weil ich hier bin umfan⸗ gen mit Trübsal und Elend; ich hab Lust, abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald. 2. Du hast wich ja erlöͤ⸗ set von Sünd, Tod, Teuf'l und Höll; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoff⸗ nung stell. Warum sollt mir denn grauen vorm Tode, Höll und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein seligs Kind. 3. Obgleich süß ist das Le⸗ ben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, willig zu sterben dir. Ich weiß ein bessers Leben, da meine Seel fährt hin, des freu ich mich gar eben: Ster⸗ ben ist mein Gewinn. 4. Der Leib wird in der Erden von Würmern zwar verzehrt, doch auferwecket wer⸗ 28 * N I i 0 4 4 I 19 V. . N. N . 1 4 V „ H W 1 81 i 0* N 94 WiRnt A WMA WMANI 10 W II 434 den, durch Christum schön verklärt; wird leuchten als die Sonne und leben ohne Noth in Himmelsfreud undWonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt gleich reizet, länger zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte, es währt ein kleine Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! trauert nicht allzusehre über den Abschied mein, beständig bleibt imGlauben, wir werd'n in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 7. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein; gib mir ein seligs Ende, send mir dein Engelein; führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast, durch dein Leiden und Sterben und blu⸗ tiges Verdienst. 8. Hilf, daß ich ja nicht weiche von dir, Herr Jesu Christ! Den schwachen Glau⸗ ben stärke in mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, Vom Tode. daß ich mag fröhlich singen Gott Lob! es ist vollbraht Christoph Knoll, geb. 1563, 4 1 Mel. Herzlich thut mich n. 525. Ich hab mich Gn ergeben, dem liebsten Vann mein; hier ist kein Immen⸗ ben, es muß geschieden senn Der Tod kann mir nicht sch⸗ den, er ist nur mein Gewinn in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jest vorüber o Welt, was achtih dein? Der Himmel ist mit lieber, da muß ich trachin ein, mich nicht zu sehr bel⸗ den, weil ich wegfertig bin. In Gottes Fried und Gm⸗ den fahr ich mit Freud dahin 3. Ach, selge Freud und Wonne hat mir der Herr he⸗ reit, da Christus ist die Sonn Leben und Seligkeit. Wi kann mir doch nun schaden weil ich bei Christo bin? Y Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ih Meinen, ihr Liebsten allat mal! Um mich sollt ihr niht weinen; ich weiß von keinn Qual. Den rechten Port not heute nehmt fleißig ja in Acht In Go fahrt n Johan 526 Gott, mir in sag mi bitt: u scheidet in dein wenne 2. lieber nicht v u von gleich l sen mei herzlick 3.U in der sch sch sie unv Leben nur ein Noth. 4.K Welt! lichts o Herr tröst 1 Dein und H hat all singen lbrach 53, + Il lich ꝛe. ich Gos n Valn mmerl⸗ on schn chts 7 hewinn Gnaden ahin. üht jaht achtich ist nit trachten hr beh⸗ tig bin d Gm⸗ d dahin ud und err he Sonne, Wa schaden in? I Gnaden ihin. ott, ih allzu⸗ hr niht keinet ort noß in Acht. Vom Tode. In Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach. Johann Siegfried, geb. 1564, + 1637. Eigne Melodie. 526. Mchs mit mir, Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden; ver⸗ sag mir nicht, was ich dich bitt: wenn meine Seel soll scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, lieber Herr; du wirst mich nicht verderben; ach, du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hie muß sterben, verlas— sen meine lieben Freund, die's herzlich gut mit mir gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deine Händ sie unversehrt durch Tod ins Lben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Roth und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; bei dir, oHerr, ich Rettung find, ich kröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 435⁵5 5. Warum sollt ich denn traurig seyn, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Unschuld rein, wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein, geb. 1586, + 1630. Mel. O Jesu Christ, meins ꝛc. 527. Ich armer Mensch doch gar nichts bin, Gott's Sohn allein ist mein Gewinn; daß er Mensch worden, ist mein Trost; er hat mich durch sein Blut erlöst. 2. O Gott Vater! regier du mich mit deinem Geist be⸗ ständiglich; laß deinen Sohn, mein Trost und Leb'n, allzeit in meinem Herzen schweb'n. 3. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ; denn ich bin dein, und du bist mein; wie gern wollt ich bald bei dir seyn. 4. Herr Jesu Christe, hilf du mir, daß ich ein Zweiglein bleib an dir, und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. Nach Ph. Melanchthons: Nil sum, nulla miser novi solatia Von Joh. Leon, um 1607. 28 436 Vom Tode. Eigne Melodie. 528. Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf, mein Zeit zum End sich neiget; ich hab vollendet meinen Lauf, des sich mein Seel sehr freuet. Hab gnug gelitten, mich müd gestritten, schick mich fein zu zur ewgen Ruh; laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 2. Wie du mir, Herr, be⸗ fohlen hast, hab ich mit wah⸗ rem Glauben mein lieben Heiland aufgefaßt in mein Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen, will frisch einge⸗ hen vom Thränenthal zum Freudensaal; laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon im Frieden zu dir fahren, befiehl mich Christo, deinem Sohn, der wird mich wohl bewaͤhren, wird mich recht führen, im Himmel zie⸗ ren mit Kron und Ehr, will sonst nichts mehr; laß fahren, was auf Erden, will lieber se⸗ Michael Altenburg(0, lig werden. geb. 1583, + 1640. Eigne Melodie. 529. Christus der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; dem hab ich mih ergeben, mit Freud fahr ih dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem By⸗ der mein, daß ich mög zu ihn kommen und ewig bei ihm seyn. 3. Nun hab ich überwun⸗ den Kreuz, Leiden, Angst und Noth; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte bi⸗ chen, mein Athem geht schwe aus, und kann kein Wort meht sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mir Herz und Gedanken zergehn als wie en Licht, das hin und her thut wanken, wann ihm die Flamn gebricht; 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein, nach deinem Rath ind Willen, wenn kommt mein Stündelein. 7. Und laß mich an di kleben und bleiben allezeit nd ewig bei dir leben in Hin melswonn und Freud. Simon Graf(), geb. 1603, 4+ 1659 530 meine Noth nun Cl aus die Trübs. sollstd die keit und in 2.. gerufe nem G Kreuz hülf a sehnt e sein V so hab daß ich 83.5 sen stel gar/ al t mein mich hreih ch vyn Bru⸗ u ihm ei ihm rwun⸗ st und heilgen nt mit fte bu⸗ schwe t meht mein un wit ein er thut Flamm ift und chlafen th ind t mein an dit eit,und Him⸗ Fraf(, + 1650 Vom Tode. Eigne Melodie. 530. F reu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus Trübsal und großem Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, und in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, mei⸗ nem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daß sein Weg ein End mög han: so hab ich gewünschet eben, daß ich enden mög mein Leben. 3. Denn gleichwie die Ro⸗ sen stehen unter Dornen spitzig gar, also auch die Christen ge⸗ hen in lauter Angst und Ge⸗ fahr. Wie die Meereswellen sind unter ungestümem Wind, also ist allhier auf Erden unser Ruf voll von Beschwerden. 4. Die Welt, Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei kinem Muth. Wir sind vol⸗ ler Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag: wann 437 wir nur geboren werden, Jam⸗ mer gnug findt sich auf Erden. 5. Wenn die Morgenröth herleuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher streichet, Müh sich findt an allem End; unsre Thränen sind das Brod, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn hört auf zu scheinen, hört nicht auf das bittre Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewig⸗ lich aufgehst, sey du jetzt von mir nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst; hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut. Ach, sey du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht ver⸗ lasse. 7. In dein Seite will ich fliehen auf meim bittern To⸗ desgang, durch dein Wunden will ich ziehen in mein himm⸗ lisch Vaterland; in das schöne Paradies, das dein Wort dem Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Au⸗ gen brechen, ob mir das Ge⸗ hör verschwindt, meine Zung 438 nichts mehr kann sprechen, mein Verstand sich nicht be⸗ sinnt, bist du doch mein Licht, mein Hort, bist mein Leben, Weg und Pfort; du wirst se⸗ lig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 9. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, führt aus diesem Jammerthal; seine Freud und Herrlichkeit sollt du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubiliren, in Ewigkeit triumphiren. Caspar von Warnberg, um 1620. Mel. Gottes Sohn ist kommen ꝛc. 531. Herr, nun laß in Friede, lebenssatt und müde, deinen Diener fahren zu den Himmelsschaaren, selig und im Stillen, doch nach deinem Willen. 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben; Chri⸗ stus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Hei⸗ den, das uns setzt in Freuden. 3. Hier hab ich gestritten, ungemach erlitten, ritterlich gekämpfet, manchen Feind ge⸗ Vom Tode. dämpfet, Glauben auch gehal⸗ ten richtig mit den Alten. 4. Thränen muß ich las⸗ sen, weinen ohne Maßen, schwere Gänge laufen, mit der Christen Haufen über Sün⸗ den klagen, Kreuz und Trüh⸗ sal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wen⸗ den, Kampf und Lauf sich en⸗ den; Gott will mich erlöͤsen bald von allem Bösenz es soll besser werden, als es war auf Erden. 6. Frieden werd ich finden, ledig seyn von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr dürfen streiten; mich soll gam umgeben himmlisch Freuden⸗ leben. 7. Mir ist beigeleget, wo man Seepter träget, eine schů⸗ ne Krone zum Genadenlohne; da werd ich ergötzet und zur Ruh gesetzet. 8. Mein Erlöser lebet, der mich selber hebet aus des To⸗ des Kammer; da liegt aller Jammerzfröhlich, ohneSchre⸗ cken will er mich aufwecken. 9. Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Todten werden erstehn von der Erden; Christum werd ih schau nauen. 10.— lob und men sein Hemüthe men ohn Dar 332. deiner V das Lich hiltst mi ennest n heißt, w merthal⸗ nuß geb ich sterbe Vater, 2. V dich alle lttten Rath r Wer nir au, wer nichtõ m mit dem allen S thust di land, ni 3. He tes Gut beinem Sünde ih schauen, darauf kann ich mauen. 10. Ihme will ich singen, dob und Ehre bringen, rüh⸗ nen seine Güte mit Seel und hemüthe, preisen seinen Na⸗ men ohn Aufhören. Amen! Dav. Böhme, geb. 1605, + 1657. Eigne Melodie. 532. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an dab Licht gebracht, du unter⸗ hiltst mir auch das Leben; du knnest meiner Monden Zahl, veißt, wann ich diesem Jam⸗ nerthal auch wieder guteNacht nuß geben; wo, wie und wann ichsterben soll, das weißt du, Nater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun als dich allein, der mir in meiner ltzten Pein mit Trost und Rath weiß beizuspringen? Ver nimmt sich meiner Seele au, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß nit dem Tode ringen? wenn len Sinnen Kraft gebricht, hust du es, Gott, mein Hei⸗ und, nicht? 3. Herr Jesu, ich, dein theu⸗ us Gut, bezeug es selbst mit dinem Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was Vom Tode. 439 will von mir der Bösewicht, daß er mich schreckt mit dem Gericht? Komm, rette deines Leidens Ehre. Du gibst mich nicht in fremde Hand, da du so viel an mich gewandt. 4. Nein, nein, ich weiß ge⸗ wiß, mein Heil, du lässest mich mein wahres Theil in deinen offnen Wunden finden. Hier lach ich aller Macht und Noth; laß kommen Hölle, Fluch und Tod, sie sollen mich nicht über⸗ winden. Dieweil ich lebte, war ich dein; jetzt kann ich keines Andern seyn. Simon Dach, geb. 1605, 4+ 1659. Mel. Herzlich thut mich ꝛc. 533. Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vater⸗ land. Hier reis ich bis zum Grabe; dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewe⸗ sen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. ö 440 Vom Tode. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; manch Wetter kam entgegen und hat mir Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müs⸗ sen leiden und tragen mit Ge⸗ duld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rath. Wie mußten sie sich plagen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und Zagen sank oft ihr armes Herz! 5. Die frommen, heilgen Seelen, sie gingen fort und fort und änderten mit Quä⸗ len den erstbewohnten Ort; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt' in des Grabes Schoß. 6. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser letzten Zeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten seyn; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 7. So will ich zwar mn treiben mein Leben durch ij Welt; doch denk ich nichtz bleiben in diesem frendg Zelt. Ich waͤndre mah Straßen, die zu der Heimal führt, da mich ohn alle M ßen mein Vater trösten win 8. Mein Heimath ist don droben, da aller Engel Schn den großen Herrscher lohn der alles ganz und gar inst nen Händen träget und fi und für erhält, auch alll hebt und leget, nachdemzihn wohlgefällt. 9. Zu dem steht mein Vn langen, da wollt ich gem hin; die Welt bin ich durs⸗ gangen, daß ichs fast midr bin; je länger ich hier wall⸗ je minder find ich Freud meinem Geist gefalle, d meist ist Herzeleid. 10. Die Herberg ist z böse, der Trübsal ist zu vih ach komm, mein Gott, löse mein Herz, wann dah Herz will; komm, mach en selig Ende an meiner Wun derschaft, und was mi kränkt, das wende durch di⸗ nen Arm und Kraft. 11. Was ich bisher bes sen, if haus; gemesse qus, un het, dat wenn scharrt 12. de, du du zeuch de, hin ins Har da ich f als die! dern ler 13. wohner Hast be nen du da will deinem von all. sen nick var im durch nichtz fremda mah⸗ Heimah alle MR en wiih ist dun Schm r lohaz ar in st und fi ch alla ems ihn ein Vn ch gemm h durth st mid r wall, eud/ di le, d ist u zu vith ott, u nn dei ach ei Wa⸗ mih rch di er bese⸗ Vom Tode. sen, ist nicht mein rechtes haus; wenn mein Ziel aus⸗ gemessen, so tret ich denn hin⸗ sus, und was ich hier gebrau⸗ het, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so sharrt man mich ins Grab. 12. Du aber, meine Freu⸗ de, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich schei⸗ de, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne nebst An⸗ dern leuchten soll. 13. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Hast bei denen, die mit Kro⸗ nen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun, und frei bon allen Dingen in meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt, geb. 1606, + 1676. Eigne Melodie. 534. AÄc wie flüchtig ach wie nichtig ift der Menschen keben! Wie ein Strom be⸗ zinnt zu rinnen und mit Lau⸗ sen nicht hält innen, so fährt misre Zeit von hinnen. 2. Ach wie flüchtig, ach wie ichtig ist der Menschen Freu⸗ del Wie sich wechseln Stund 441 und Zeiten, Licht und Dun⸗ kel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 4. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Dich⸗ ten! Der die Kunst hat lieb⸗ gewonnen und manch schönes Werk ersonnen, ist dem Tod doch nicht entronnen. 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schätze! Es kann Gluth und Fluth entstehen, dadurch, eh wir uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Prangen! Der im Purpur hoch vermessen ist gleichwie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen; wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Michael Franck, geb. 1609, + 1667. 44² Mel. Ich hab mein Sach Gott ꝛc. 35. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit! Wie We⸗ nig denken an die Stund von Herzens Grund, wie schweigt davon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleichwie ein Traum, ein nichtger, lee⸗ rer Wasserschaumz imAugen⸗ blick es bald vergeht und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Ge⸗ winn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hüt⸗ ten wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn! Gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth? Lust, Ehr und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du laufst dem Schat⸗ ten zu! Das merke du, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg, Eitelkeit, der Tho⸗ ren Lust! Mir ist das höchste Vom Tode. Gut bewußt; das such ichmn das bleibet mir; o mein Vn gier, Herr Jesu, zeuch mey Herz nach dir! 7. Was wird das sen wenn ich dich seh und bah vor deinem Throne steh? I unterdessen lehre mich, diß stetig ich mit klugem Herun suche dich. Joach. Neander, geb. 1640, 4+ 1680. Mel. Es ist genug ꝛc. 536. Es ist vollbracht! Gott Lob, es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf Fahr hin, o Welt; ihr Fren⸗ de, gute Nacht! Ich ende mi nen Lauf bei Jesu Kreuz mi tausend Freuden; ich sehn mich, von hier zu scheidenze ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! main Jesus hat auf sich genommu meine Schuld; er selber hi am Kreuzesstamm für mich o ungemeine Huld! gebüßth und in Jesu Wunden hab ih die rechte Freistatt funden: ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! w Krankheit, Schmerzund enn weg Sorgen! weg Verdrufl Sein Golgatha soll mir ein Thaͤbor seyn; mein mattih. nüder Fr in Fried heschwer huz es if 4. Es Ushweb ich uohl, wi heiset n himmels Sulems her Selge un der stvollbr 5. Cs lib mag ner Spei up ich S Hott wir dein, w nitdauft shon err huucht! 6. Cs lob, es i Vsus nin in, Rute Nac uen Lauf er mich ih sch de stvollbn Rel. O 537. ich mn, ein B ch mein sehj d bab h? D ch, da Herzen .Neauder, 10, + 1680. — 2. bracht! bracht! ich auf. Freun⸗ ide mei reuz mi sehn iden; e tI mein lommu ber hat ir mich jebüßeh hab ith den:6 H W dPeinl rdrußl nir ein mattet, der Fuß wird hier auf die⸗ n Friedenshöhen frei von beschwerd und Banden ge⸗ uz es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! hier shweb ich frei von Noth; wie nohl, wie wohl ist mir! Hier heiset mich der Herr mit himmelsbrod und zeigt mir Ellems Zier; hier hör ich mit r Selgen Singen den süßen In der Engel klingen: es svollbracht! 5. Es ist vollbracht! der ib mag immerhin der Wür⸗ uer Speise seyn; ich weiß ja, uß ich Staub und Asche bin. hott wird mein Fleisch und bein, wenn er die Gräber nird aufdecken, an jenem Tage shon erwecken; es ist voll⸗ luucht! 6. Es ist vollbracht! Gott lob, es ist vollbracht! Mein Ysus nimmt mich auf. Fahr s, o Welt; ihr Freunde, lue Nacht! Ich schließe mei— un Lauf und allen Jammer, ir mich troffen. Wohl mir, hsch den Himmel offen; es hiolllbracht! 4aie. Reel Jel. O Welt, ich muß dich ꝛc. 337. Diederrlichtit der Vom Tode. 443 Erden muß Rauch und Asche werden; nicht Stein noch Erz bestehn. Was uns hier kann ergötzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterb⸗ lich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist ge⸗ wichen, und dieser Mund er⸗ blichen, so fragt kein Mensch, was wir gethan. 3. Es hilft kein weises Wis⸗ sen; wir werden hingerissen ohn allen Unterscheid. Was nützt der Schlösser Menge? dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dieß alles wird zerrin⸗ nen, was Müh und Fleiß ge⸗ winnen, und saurer Schweiß erwirbt; was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nützen; dieß alles stir⸗ bet, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scher⸗ zen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zuletzt in Trümmer fällt? —F— * ...‚‚ 444 ö Vom Tode. 6. Wie eine Rose blühet, wenn sie die Sonne siehet be⸗ grüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehens fällt: 7. So wachsen wir auf Er⸗ den und hoffen, groß zu wer⸗ den, von Schmerz und Sor⸗ gen frei; doch eh wir zuge⸗ nommen und recht zur Blüthe kommen, bricht uns des To⸗ des Sturm entzwei. 8. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür ge⸗ bracht; drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns be⸗ sinnen, der Erden sagen gute Nacht. 9. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Ge⸗ schenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, ist wie ein Strom verflossen, und wessen wird das Künftge seyn? 10. Verlache Welt und Ehre sammt ihrer Kunst und Lehre, und ruf den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der dich auch ewig machen kann. 11. Wohl dem, der auf ihn trauet! er hat recht jmrin Jes gebauet, und ob er hier harin He fällt, wird er doch don lhlt inde stehen und nimmermehr nulen S gehen, weil ihn die Allml siche Bi selbst erhlt. e dgt und guug. Eigne Melodie. 5. C 538. Es ist genugl ihenn es nimm, Herr, meinen Oussn uich doe Zions Geistern hin; lö Aamt, das Band, das allgemachstn Bettli reißt, befreie diesen Sin hus, ic der sich nach seinem Gotteshieden net, der täglich klagt ufer blei nächtlich thränet: es istgunn aug! 2. Es ist genug des Ih⸗ gel. Li mers, der mich drück 339 sündliche Begier mit ihmm d Gift hat mich fast gar ersihhth sehn, nichts Gutes wohnt in müssen Tag Was täglich mich von Goh lihein trennet, was täglich mein ghsdttrage wissen brennet, des ist genn Einnen 3. Es ist genug des Aunulzin zes, das mir fast den Rith 2. T wund gemacht. Wie schuhh sudmal o Gott, wie hart ist diese di ar Ich netze manche Nacht de Zal harte Lagerstatt mit Thrännshwieser wie lang, wie lang muß sen len mich sehnen? Wann soiter nug? 4. Es ist genug! recht hier gih àGry 1616 16 ie. genug! loös en Sinh elagt m ist gen des In rückt; nit ihmm ar erftich it in mů von Goh mein g⸗ ist geun des Kuun n Rülth ie schyñ diese da Nacht Thränm muß n istz 1 nach sh Gotte s Vom Tode. ein Jesus will, er kennet ja ein Herz; ich harre sein und dontIhlt indessen still, bis er mir ehr naͤlen Schmerz, der meine Allmat seche Brust abnaget, zurücke lht und zu mir saget: es ist nug. 5. Es ist genug! Herr, venn es dir gefällt, so spanne uOeszuich doch aus! Mein Jesus Ummt, nun gute Nacht, o Weltl ich fahr ins Himmel⸗ huus, ich fahre sicher hin im grieden; mein großer Jam⸗ ner bleibt darnieden. Es ist Ruug! Franz 1 16 88. Rel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 539. Liebster Vater, soll h seyn, daß ich heut an die⸗ sen Tage letztmals mit Gebet uschein und dir meine Noth hortrage, ach, so richte meine Einnen nach den hohen Him⸗ mlsozinnen. 2. Tausend⸗ und viel tau⸗ sudmal sey, o Vater, hoch priesen, daß in deiner Kin⸗ der Zahl du mir eine Stell hwiesen, daß ich dich hab ler⸗ un kennen und in Christo Uater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sey vemusthe hohen Namens Chre, 44⁵ deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre. Ich will dich dort ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Reich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kommen, mich berufen und zu dir aus des Satans Macht genommen. Jesus hat mir Heil und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. 5. Darum wart ich mit Begier ganz getrost aufs Reich der Ehren; nichts durchaus ist mehr allhier, so mich soll da⸗ von abkehren. Komm, o Kö⸗ nig, laß erscheinen, was ich hoff und all die Deinen. 6. Deinem Willen thu ich mich ganz zu einem Opfer ge⸗ ben; hab ich hier nicht völlig⸗ lich nach demselben können le⸗ ben, so werd ich doch dort er⸗ füllen mit den Engeln deinen Willen. 7. Täglich Brod und man⸗ cherlei, was zu meinem Stand gehöret, hast du, Vater, mild und treu mir Zeit Lebens auch bescheret. Nun du Himmels⸗ brod willst geben, laß ich gern dieß arme Leben. 8. Bleiben gleich die Mei⸗ nen hier, die mich länger möͤch⸗ 446 Vom Tode. ten sehen, weiß ich doch, daß nur bei dir steht ihr Weh und Wohlergehen. Ich befehle dei⸗ ner Güte, was mir lieget im Gemüthe. 9. Nun, o Vater, laß du mir alle Schulden seyn verge⸗ ben, daß ich rein und frei zu dir fahr aus diesem Sünden⸗ leben. Jesus hat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht, wie du, Vater, hast geheißen. Aller Zorn und Rach entweicht, ich will lauter Lieb erweisen. Weil du, Gott, so viel erlassen, will ich Mensch auch Niemand hassen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, tobet heftig Sünd und Hölle, daß sie mir die Him— melsruh raub und meinen Glauben fälle, so steh du auf meinerSSeiten, die Versuchung zu bestreiten. 12. Mach mich alles Uebels los, gib der Sündennoth ein Ende. Ich ergebe ganz und bloß mich in deine Vater⸗ hände; wollest mich von allem Bösen, wie du weißt und kannst, erlösen. 13. An dem allen zweifl' ich nicht, denn du bist 9 Himmelskönig. Zu dir isth Zuversicht, Welt und Höllj 4. dir zu wenig; deine Kraftwin nie vergehen, deine Herrschi ewig stehen. Veit Ludwig von Seckendg geb. 1626, + 1692. Mel. O Herre Gott, dein göttlichn 540. So komm, gelicht Todesstund, komm, Ausgun meiner Leiden; ich seufze ns von Herzensgrund nach jeng Himmelsfreuden. Ach, lih ster Tod, komm bald hermi ich warte mit Verlangen, i weißen Kleidern angethann Gottes Thron zu prangen. 2. Ihr schwaͤchen Glin scheut euch zwar, so früh enn seelt zu werden; die Seele st ber kann nicht gar ohn all Pein der Erden, darinnen si bisher gelebt, den letzten M⸗ schied sagen; bald ist sie fuz denvoll, bald schwebt sie ui⸗ der voller Zagen. 3. Doch, Jesu, deine dich macht mir alle Furcht schwinden; ich werd in dist Todesnacht dich, Lebensfih sten, finden. Ich finde, jui halte dich, mein Leben, mi Verlangen; mein Leben/ x nirst sel desem? mein L gampf, hort ein Herrlich Freud, und W wo alle Sonne. 5.— hens ist hen gan u mein Weg g Schritt Hurch se mein H vie soll 6.2 hwach Rib de Citle w Erde lleibt kwigem schenw. —— unverl. der Laf bist dir ist d Höͤlli raftwin herrschj u Seckend + 1692. göttlich gelieht Ausgan ufze tuch ach jent Ach, lieh ld herm, ngen, i ethan yu angen. uGliede früh esn Seele sh ohn all innen st tzten M. sie fin⸗ t sie wiz ꝛine dich rcht v in dies benbfit⸗ de, niih en, man eben, d Vom Tode. pirst selber mich mit deinem licht umfangen. 4. Drum sterb ich nicht in desem Tod, der Tod ist nur nein Leben; nach kurzem gampf, nach kurzer Noth ist dort ein ewig Schweben voll herrlichkeit, voll Ruh und Freud, voll Fried, voll Trost und Wonne, voll Seligkeit, wo allezeit Gott selber ist die Sonne. 5. Der Herzog meines Le⸗ hens ist durch Tod zum Le⸗ hen gangen, und ich werd auch umeinem Christ auf diesem Veg gelangen. Der letzte Scritt zur Seligkeit geschieht hurch selig Sterben. Ist er, mein Haupt, in Herrlichkeit, vie soll sein Glied verderben? 6. Drum zage nicht, mein shwacher Sinn, verlaß den kib der Erden, wirf alles bitle willig hin; die Erd muß rde werden. Die Seele leibt in Gottes Hand in wigem Vergnügen, das Men⸗ shenweisheit und Verstand zu sissen nicht genügen. 7. An uns stirbt nichts als Sterblichkeit, wir selbst sind lnverloren; der Leib wird nur her Last befreit und himmlisch 447 neu geboren. Denn was man hier verweslich sät, was hier verdirbt im Dunkeln, das wird, sobald es aufersteht, voll Glanz und Schoͤnheit funkeln. 8. Drum gebt, ihr schwa⸗ chen Glieder ihr, euch willig hin der Erden; es wird von eurer Zahl und Zier ja nichts verloren werden. Der Leib, der vormals mich bedeckt, wird dort mich wieder kleiden, wenn ich, in meinem Fleisch erweckt, beschaue Gott in Freuden. 9. Dem ich im Glauben hier gedient, der wird mich dorthin bringen, wo tausend, tausend vor mir sind und ewig Heilig! singen. O Herrlich— keit, wie find ich mich, wenn engelreine Seelen mit dem verklärten Leibe sich vor Got⸗ tes Stuhl vermählen. 10. Gott selbst mit seinem Angesicht wird ewig mich er⸗ quicken; ihn werde ich in sei⸗ nem Licht zur Wonne mir er⸗ blicken. Und was all meine Lebenszeit von ihm mir Guts geschehen, das wird im Licht der Ewigkeit vor meinen Augen stehen. Phil. Jak. Spener, geb. 1635, 1+ 1705. 448 Eigne Melodie. 541. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwinde und behende kann kommen meine Todes⸗ noth! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, und wenn ich einmal sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sey für und für und seufze stets in allen Fällen: Herr, wie du willt, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 5. Mach immer süßer mir Vom Tode. den Himmel und immer bitz rer diese Welt; gib, daß mi in dem Weltgetümmel di Ewigkeit sey vorgestellt. Mi Gott, ich bitt durch Chus Blut, machs nur mit meiney Ende gut. 6. Ach, Vater, deck allm ne Sünde mit dem Verdiens Jesu zu, darin ich mich fi glaubig winde; das gibt mi die ersehnte Ruh. Mein Goh ich bitt durch Christi Buu machs nur mit meinem Enn gut. 7. Nichts ist, das mich zu Jesu scheide, nichts, es sehlz ben oder Tod; ich leg N Hand in seine Seite und san mein Herr und mein Gall Mein Gott, ich bitt dun Christi Blut, machs nur ui meinem Ende gut. 8. Ich habe Jesum anh⸗ zogen schon längst in mein heilgen Tauf; daher bist v mir auch gewogen, hast nis zum Kind genommen als Mein Gott, ich bitt dus Christi Blut, machs nur m meinem Ende gut. 9. Ich habe Jesu Leih h⸗ gessen, ich hab sein Blut s trunken hier; nun kann er mi ner nic in ihm Gott, Blut,! Ende g 10. heut od daß mi hin un gen, mi geschm bitt du nur mi 11. hergnů Kümm mein C und bit deine machst gut. Rel. 5⁴² mich 1 wenni der T silf, d pfen u zestod 2. licht, der S dich er bitt daß my mel d t. Meh Chnss meinen Fallmg⸗ erdienft ihf gibt m ein Goh i Buf em End mich vu es sey d leg N. und sah⸗ in Cohl itt du nur m in ang⸗ n meinn bist x hast mit nen auf itt duus nur uu Leib h⸗ Blut g⸗ merm⸗ ner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 10. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich hin und bleib in deinen Sor⸗ gen, mit Jesu Blut schön aus⸗ geschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 11. Ich leb indeß mit dir hergnüget und sterb ohn alles Kümmerniß; mir gnüget, wie mein Gott es füget, ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende ut Aem. Juliane v. Schwarzburg⸗ 0 Rudolstadt(2), geb. 1637, + 1706. Nel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 42. Liebster Jesu! laß mich nicht, schau auf mich, wenn ich muß kämpfen, wenn der Tod die Glieder bricht, hilf, daß ich ihn möge däm⸗ yfen und durch deinen Kreu⸗ stod überwinden alle Noth. 2. Treuer Jesu! laß mich nicht, denn du bist ein Arzt der Schwachen; ja, du hast dich mir verpflicht, daß du Vom Tode. 449 willt mich selig machen; mei⸗ ne Kräfte neigen sich, o mein Jesu! stärke mich. 3. Starker Jesu! laß mich nicht, weil ich doch an dir nur hange; mich erschreckt zwar das Gericht, und die Sünde macht mir bange; aber dein Verdienst und Huld decket alle meine Schuld. 4. Süßer Jesu! laß mich nicht, wenn du siehst, ich soll gesegnen; führe mich, du bist mein Licht, laß die Engel mir begegnen, daß sie mich zur süßen Ruh tragen nach dem Himmel zu. 5. Treuer Jesu! laß mich nicht, denn ohn dich will ich nicht sterben; Niemand, wie dein Mund selbst spricht, kann ohn dich den Himmel erben; darum bleib, ach bleib in mir, daß ich selig sterb in dir. 6. Jesu! laß auch diese nicht, so dann bitter um mich weinen; laß dein gnädig An⸗ gesicht ihnen stets mit Trost erscheinen; zeuch sie aus dem Ungemach endlich in den Him⸗ mel nach! deb. 1645, 1 I716. Mel. Wer weiß, wie nahe ꝛc. 543. Ich sterbe täglich, 29 45⁵0 und mein Leben eilt immer⸗ fort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her; ach, wer nur immer fertig wär! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon he⸗ get, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schleußt Keinen aus; mein Leib ist auch ein Todtenhaus. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Reich der Todten; wohl dem, der Haus und Herz be⸗ stellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an ei⸗ nem Angenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt; hilf, daß ich jeden Seigerschlag an meinen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abend an⸗ ders werden, als es am Mor⸗ gen mit mir war. Den einen Fuß hab ich auf Erden, den Vom Tode. andern auf der Todtenbaht. Ein kleiner Schritt ist nur di hin, wo ich der Würmn Speise bin. 6. Ein einzger Schlag kam alles enden, und Fall und Tod beisammen seyn. Doch schlag nur mit Vaterhänden um schleuß in Christi Tod mit ein, daß, wann der Leih i Boden fällt, die Seel an Iun Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kin Wort mehr sagen, wenn Ange Mund und Herz sich schleuft. Drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl di meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so schrai Jesu Blut für mich. 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, so segne du st mehr als ich. Wenn lauln Thränen mir begegnen, Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrii durch deinen Trost erhoͤrlh seyn. 9. Dringt mir der leht Stoß zum Herzen, so schließ mir den Himmel auf z verküiz mir des Todes Schmerzen un hole mich zu dir hinaufz s wird n zwar Rel. 54⁴⁴ herstre dem& ists vi leben! an dei denn 2. stirbst zu hal erwirt Mensi dich i Güter 3. sum Gewi geugn nen Herz Todes 4. Noth beben und 4 erheb kin Zuvet 5. enbaht. nur da⸗ Bürmg ag kann ind Tod schlag n und od mith Leib zu an Ijn ich ken uAuge chleußt. zesunda fehl di schließen o schrii Meinen 1e du si lauter nen, o dich ud Schran rhörlih er loht schliß verküns zen u auf/ wird mein Abschied keine Pein, war eilig, dennoch selig seyn. Benjamin Schmolck, geb. 1672, 4+ 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 544. Meine Lebenszeit berstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe; und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht; denn Eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Je⸗ sum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir geugniß gibt, wird dir dei⸗ nen Tod versüßen; dieses herz, von Gott erneut, ist des Lodes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kin Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz er⸗ Vom Tode. 451 wirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Ge⸗ bein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich stets bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich wei⸗ ser werden mag. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Mel. Valet will ich dir ꝛc. 545. Die auf der Erde wallen, die Sterblichen sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder ver⸗ 29 45²2 zweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter, erzit⸗ tert und verzagt. 3. Wann diese Bahn zu gehen, dein Will einst mir gebeut, wann nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, wann meine Kräfte beben, und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst. Und wenn des Kampfes Ende ge⸗ waltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlö⸗ set hast. 5. Des Himmels Wonn und Freuden faßt nie ein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, für kurzen To⸗ desschmerz! Dem Todesüber⸗ winder sey ewig Preis und Dank! Preis ihm, der auch für Sünder den Kelch des Todes trank. 6. Heil denen, die auf Er⸗ den sich schon dem Himmel weihn, die aufgelöst zu wer⸗ den mit heilger Furcht sich Vom Tode. freun! Bereit, es Gott zu g⸗ ben, wann er, ihr Herr, g⸗ beut, gehn sie getrost durchz Leben hin zur Unsterblichke. Aus dem bayr. Gesangbuch v. In. Jesus, meine Zuversicht u. Geht nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mi ruft des Himmels Friede denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und graht mein Grab; meinen Lauf hob ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo allh Irdsche endet; lege selbst mic nun hinein in das Bette son⸗ der Pein. 3. Was soll ich hieniedn noch in dem dunklen Thal machen? Denn wie mächiih stolz und hoch wir auch stelln unsre Sachen, muß es doh wie Sand zergehn, wann di Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahn wohl, laß mich nun in Frie den scheiden! Deine Hoffnunz ach, ist hohl, deine Freudn sind nur Leiden, deine Schö heit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. Mel. Gemei litlene ewig s 7. nun u Abschi dem J Schat aus d Mehte gen Li 8. 5es H ich fu mein Herze sein ganze 9. loͤser Erder Hofft Him. zu ge ge⸗ durchi lichkei. ih v. 15l. rsicht v. hin und ich hin von der un mit Friedz e Ruß n zu. dgraht aufh un den o allez bst mich tte son⸗ enieden Thal nächtij stelln es doch ann di sihn n Frie ffnung, renden Schöh⸗ Wahn Vom Tode. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eu⸗ ter Pracht! Denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu je⸗ nem Glanz, worin ihr erblei⸗ chet ganz. 6. Ihr, die nun in Trauer geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde; was von oben nie⸗ derweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann wig seyn. 7. Weinet nicht, daß ich nun will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrthum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ew⸗ gen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein sü⸗ ßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Theil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilges Blut floß der ganzen Welt zu Gut. 9. Weint nicht! Mein Er⸗ löser lebt; hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, 4⁵53 und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt, geb. 1769. Tod und Begräbniß von Kindern. Mel. Ermuntre dich, mein ꝛc. 547. Du bist zwar mein und bleibest mein; wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein; der Herr von ewgen Tagen der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Kind, mein Wille, mein Herz und Wun⸗ sches Fülle. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wün⸗ schen und erwählen. Ich woll⸗ te sagen: Bleib bei mir; du sollst seyn meines Hauses Zier; an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Muth; in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr; Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, 454 Vom Tode. draus Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn; und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech: ach weh! mein Licht verschwindt; Gott spricht: willkomm, du liebes Kind; dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rath, o schö⸗ nes Wort, und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn; bei Gott kann Keinem Leid ge⸗ schehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet. 6. Ach, sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den auch du gehei⸗ ligt bist; ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Thränen gießen. 7. Nun es sey ja! und bleib also: ich will nicht um dich weinen; du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freund und Ruh, de leb und bleib nur immerzu; wills Gott, werd ich mit Nn⸗ dern auch bald hinüber wan⸗ Paul Gerhardt, dern. gaẽeb. 1606, 1 1618 Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 548. So hab ich obhr sieget; mein Lauf ist min vollbracht. Ich bin gar wohl vergnüget; zu tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lir ben, thut nicht so ängstiglih. Was wollt ihr euch betrüben! Stehts doch sehr gut um mich. 2. Denkt, Vater, wie vill Sorgen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstem Morgen ein liebes Kind ast macht. Was ihm kann wider⸗ fahren, das fürchtet, der liebt; den Kummer köͤnnt ihr sparen, drum seyd doch unbe⸗ trübt. 3. Ach, Mutter, laßt die Zäͤhren, stellt euer Klagen ein, des Höchsten sein Begehren das muß erfüllet seyn; warum ihr jetzo weinet und gar s kläglich thut, das ist sehr wohl gemeinet: Gott machet alleh gut. lauter onnen uh, de erzu; it An⸗ wan⸗ Berhardt, 5, 1 1676. ch ꝛe. Robge⸗ st nun r wohl guter ne Lie⸗ iglic üben? mich. vie viil wache düstem ind oft wider⸗ der e nt iht unbe⸗ aßt die zen ein, gehren warum gar so r wohl t alles Vom Tode. 4⁵5⁵ 4. Die Freude, die sich re⸗ Waͤngen, ihr Eltern, über get bei einem Wandersmann, wenn er die Reis hinleget und fommet glücklich an, die Freu⸗ de, die empfindet ein Schif⸗ fer, wenn er schier ein sichern Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, im⸗ mer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand; mich trifft und rührt kein Lei⸗ den, so dieser Welt bekannt. 6. Die noch aufErden wal⸗ len in irrthumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigkeit. Viel besser, wohl gestorben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. 7. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegsmann prangt. Aus je⸗ nen Himmelslenzen hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werthe Sieges⸗ pracht rührt her von Got⸗ tes Sohne, der hat mich so bedacht. 8. Noch netzet ihr die mir; euch hat das Leid um⸗ fangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grabz die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 9. Ich war euch nur ge⸗ liehen auf eine kurze Zeit. Will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott nimmts! er hat es Recht, bei ihm steht Tod und Le⸗ ben; der Mensch ist Gottes Knecht. 10. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsern schwa⸗ chen Stand. Daß es sobald geschehen, thut Gottes Vater⸗ hand. Gott wird das Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu jung; wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt Gottfr. Wilh. Sacer, genung. geb. 1635, 4 1699. Mel. Es ist genug ꝛc. 549. Zeuch hin, mein Kind! denn Gott selbst for⸗ dert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit —722—7—— 1690 456 stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! der Schöpfer hat dich mir nur in die Welt geliehn. Die Zeit ist weg; darum befiehlt er dir, jetzt wieder abzuziehn. Zeuch hin! Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß ge⸗ schehen; zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind! im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müs⸗ sen wir in Aengsten schweben; dort kannst du ewig fröhlich leben; zeuch hin, mein Kind! Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 4. Zeuch hin, mein Kind! wir folgen alle nach, so bald es Gott gefällt. Du eilest fon, eh dir das Ungemach verbit tert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; we frühe stirbt, kommt bald zur Freude; zeuch hin, mein Kindl 5. Zeuch hin, mein Kind! die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieher Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seel⸗ chen ist entbunden, du hast in Herren überwunden: zeuch hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann, geb. 1658, + 1112 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Eigne Melodie. 550. Es ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Frommen. Dann wird das Lachen werden theur, wann alles wird vergehn im Feur, wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welle Ende. Darauf. bald werden auferstehn all Todten gar be⸗ hende. Die aber noch das Leben han, die wird der Herr von Stunde an verwandeln und erneuen. 3. Darnach wird man ab⸗ lesen bald ein Buch, darin geschrieben, was alle Men⸗ schen, jung und alt, auf Er⸗ stehn! a lan VAge! Erden Plage doch, Du lieher Krone Seel⸗ hast in Zeuch offmann, „+ U Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 457 den han getrieben; da dann gewißlich Jedermann wird oren, was er hat gethan in i: seinem ganzen Leben. 4. O weh demselben, wel⸗ hher hat des Herren Wort ver⸗ achtee, und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet. Der wird fürwahr gar kahl bestehn und nit dem Satan müssen gehn hon Christo in die Hölle. 5. O Jesu, hilf zur sel⸗ hen Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd eingezeichnet funden. Daran ich denn auch weifle nicht; denn du hast ja den Feind gericht und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Für⸗ sprecher sey, wenn du nun wirst erscheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen, auf daß ich sammt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns hast erworben. 7. OJesu Christ, du machst is lang mit deinem jüngsten Aage! Den Leuten wird auf Erden bang von wegen vieler Rlage. Komm doch, komm doch, du Richter groß, und mach uns bald in Gnaden los von allem Uebel. Amen! Barth. Ringwaldt, geb. 1530, 4+ 1598. Eigne Melodie. 551. Wechet auf, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne; wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stun⸗ de; sie rufen uns mit hellem Munde: wo seyd ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt! steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hoch⸗ zeit; ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen; das Herz thut ihr vor Freuden springen; sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig; ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und hal⸗ ten mit das Abendmahl. 3. Gloria sey dir gesungen mit Menschen- und mit En⸗ gelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von 458 zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Phil. Nicolai, geb. 1556, + 1608. Eigne Melodie. 552. Jerusalem, du hoch⸗ gebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir; mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und du viel schönste Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust, mit freiem Freu⸗ denmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland? 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Fir⸗ mament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Element, fährt auf Eliä Wagen mit großer Engel⸗ Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. schaar, die sie in Händen tin⸗ gen, umgeben ganz und gar. 4. O Chrenburg, sey nun gegrüßet mir, thu auf dis Gnadenpfort, wie große Zei hat mich verlaͤngt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit 5. Was für ein Volk, waß für ein edle Schaar kommt dort gezogen schon? Was auf der Erd von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, ent gegen hat gesandt, da ich nog war so ferne in meinen Thränenland; 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Chr⸗ sten insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joh und der Tyrannen Pein, schu ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klathei hell umgeben, mit sonnenlih⸗ tem Strahl. 7. Wann dann zuletzt i angelanget bin im schönn Paradeis, von hoͤchster Frnd erfüllet wird der Sinn, du Mund von Lob und Prui Das Halleluja reine man sut in He feine 8. Instri ren oh Schal sch re hunde Stimt von große en tra⸗ d gat. ey nun uf die ße Zei ich dit ort aus 1 jener )ott hat wigkeit H, waß kommt Bas auf wählten Kton, rre, ent⸗ ich noh meinem oß und ch Chri⸗ weiland ;es Jo schu ben, in larhei nenlic⸗ uletzt ih sching er Freud un, de Preib an singt Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. in Heiligkeit, das Hosianna frine ohn End in Ewigkeit, 8. Mit Jubelklaͤng, mit Instrumenten schön auf Chö⸗ ren ohne Zahl, daß von dem Schall und lieblichen Getön sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch vielmehr, wie von Anfang gesungen das große Himmelsheer. Joh. Matth. Meyfart, geb. 1590, + 1642. Mel. O wie selig seyd ꝛc. 553. O wie mögen wir doch unser Leben so der Welt und ihrer Lust ergeben, und ins selbst scheiden von der Frommen Ruh und tausend Freuden? 2. Müssen wir nicht auch nach kurzen Jahren zu den Lodten in die Grube fahren? Es wird geschehen, daß ein AIder seinen Lohn soll sehen. 3. Wenn die Welt ihr Ende nun genommen, und der Rich⸗ ter wird vom Himmel kom⸗ men, der wird entdecken alles, was wir meinten zu verstecken. 4. O was wird er für ein Urtheil fällen, wenn er unser Thun wird vor sich stellen, 459 wenn er wird finden, wie wir hie gelebt in lauter Sünden? 5. O Herr Christe, wollest meiner schonen, und mir Sün⸗ der nach Verdienst nicht loh⸗ nen! Ich will verlassen alle Welt und ihre Lüste hassen. 6. Forthin soll mein Leben dir zu EChren nimmer sich von deinem Wort abkehren. Dein will ich bleiben; keine Welt soll mehr von dir mich treiben. 7. Deine Gnadenthür steht Allen offen, die auf dich in diesem Leben hoffen; die ohn dich sterben, müssen dort mit Leib und Seel verderben. 8. Darum schließ ich mich in deine Wunden, da ich mei⸗ nen Sünden Rath gefunden; dein Kreuz und Leiden führet mich zu wahren Himmels⸗ freuden. Heinrich Albert, geb. 1604, 4+ 1668. Eigne Melodie. 554. O wie selig seyd ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seyd entgan⸗ gen aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur 460 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier ken⸗ nen, ist nur Müh und Herze⸗ leid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und be⸗ freit von allemJammer. Kein Kreuz und Leiden ist euch hin⸗ derlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen; habt das schon, wornach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was durch Keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hie bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen; lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne.(4 1605,.1600 Eigne Melodie. 555. O Ewigkeit, du Donnerwort! O Schwert, das durch die Seele bohrt! O Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwendez mein ganz erschrocknes Hen erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in al⸗ ler Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt, und ganz wird aufgehoben. Die Ewigkeithat nur kein Ziel; sie treibet fott und fort ihr Spiel, läßt nim⸗ mer ab zu toben. Ja, wie mein Heiland selber spricht: ihr Wurm undeuer stirbetnicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusammtder großen Pein betracht, erschrec ich recht von Herzen. Nichtz ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du si gerecht; wie strafest du den bösen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen! Auf kune Sünden dieser Welt hast du die lange Pein bestellt. Ach, nimm es wohl zu Herzenl Betracht es oft, o Menschen⸗ kind: kurz ist die Zeit, du Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermunint emein t: iht tnicht. macht wig ist hrkein enn ich intder eschrec Nichit breit so gkeit. st du so 3u den Pfuhl kurze ast du Ach, herzen! uschen⸗ t, der Nensch nuntre Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 461 dich, verlornes Schaf, und beßre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit; es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag. Wer weiß doch, wann er sterben mag? 6. O Ewigkeit, du Don⸗ nerwort! O Schwert, das durch die Seele bohrt! O An⸗ fang sonder Ende! O Ewig⸗ keit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wann es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freuden⸗ zelt. geb. 1607, 1 1601 Eigne Melodie 556. Alle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da le⸗ bet, muß verderben, soll es anders werden neu; dieser Leib der muß verwesen, wenn er anders soll genesen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, wann es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber aot betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlö⸗ sung funden, und mein Trost in Todesnoth ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich ge⸗ storben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben: drum fahr ich mit Freud dahin, hier aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreieinig⸗ keit. 4. Da wird seyn das Freu⸗ denleben, da viel tausend See⸗ len schon sind mit Himmels⸗ glanz umgeben, stehen da vor seinem Thron, da die Sera⸗ phinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzu⸗ mal, wo auf ihren Ehrenthro⸗ nen sitzet die gezwölfte Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! 46² O der großen Freud und Wonne! jetzund gehet auf die Sonne, jetzund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon er⸗ blicket diese große Herrlichkeit; jetzund werd ich schön geschmü⸗ cket mit dem weißen Himmels⸗ kleid; mit der goldnen Ehren⸗ krone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen Johann Georg Albinus, kann. geb. 1623, 1 1678. Eigne Melodie. 557. Welt, ade, ich bin dein müde, ich will nach dem Himmel zu; da wird seyn der rechte Friede und die stolze Seelenruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit; in dem Him⸗ mel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 2. Wenn ich werde dahin kommen, bin ich aller Krank⸗ heit los, und der Traurigkeit entnommen, ruhe sanft in Gottes Schoß. In der Welt ist Angst und Noth, endlich gar der bittre Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 3. Was ist hier die Erden⸗ freude? Nebel, Dunst und Herzeleid; hier auf dieser schwarzen Haide sind die Y⸗ ster ausgestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichth denn lauter Eitelkeit; in den Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöm singet Gottes auserwähln Schaar! Heilig, Heilig, Hei lig! klinget in dem Himmul immerdar. Welt, bei dir is Spott und Hohn und ein sie⸗ ter Jammerton; aber dort ij allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Nichts ist hier denn lan⸗ ter Weinen, keine Freude blei⸗ bet nicht; will uns gleich dit Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Noth, Sorgen und der bittre Tod; in dem Himmel allezeit Frie⸗ de, Ruh und Seligkeit. 6. Nun es wird dennoch geschehen, daß ich auch in kur⸗ zer Zeit meinen Heiland werde sehen in der großen Herrlich⸗ keit. Denn bei uns ist lauter Noth, Müh und Furcht, du⸗ letzt der Tod; aber dort ist allezei Selig! 77 lange Chor yrang schwir Welt all ihr dem H Ruhr 8. doch a wann mich d dem e Welt, Strei Trau- alleze Selig 9. mache Gott wird komm bei di 9e, Fr dem ö Ruh! 55⁰ Erden⸗ ist und dieser die La⸗ „bei dit „nichth in dem e, Ruh schöne wählt g, Hei dimmel i dir is ein si⸗ dort is id und nu lau⸗ de blii⸗ eich di hemmt Well Noth/ e Tod t Frie⸗ . ennoch in kur⸗ owerde errlich⸗ lautet ht, w ort ist Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 463 allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 7. O, wer nur dahin ge⸗ langet, wo jetzund der schöne Chor in vergüldten Kronen pranget, und die Stimme schwingt empor! Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Thun ist Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr? daß ich mich doch mög besprechen mit dem Schönsten für und für. Welt, du hast nur Sturm und Streit, lauter Qual und Taurigkeit; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 9. Jetzt will ich mich fertig machen, daß mein Thun vor Gott besteh, daß, wenn alles wird zerkrachen, es heißt: komme, und nicht: geh. Welt, hei dir ist Angstgeschrei, Sor⸗ ge, Furcht und Heuchelei; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. Johann Georg Albinus, geb. 1024, + 1679. Eigne Melodie. 558. Jesus, meine Zu⸗ versicht und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich; sollt ich nicht darum mich zu⸗ frieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Ge⸗ danken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt. Ich werd auch das Le⸗ ben schauen, seyn, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff⸗ nung Band zu genau mit ihm verbunden. Meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Aschen werden; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlich⸗ keit um ihn seyn mög allezeit. 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich gläube; Gott wird werden an⸗ geschaut dann von mir in die⸗ sem Leibe, und in diesem Fleisch werd ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen 464 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Licht wird ihn, meinen Hei⸗ land, kennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Nur die Schwachheit um und an wird von mir seyn abgethan. 7. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen. Irdisch werd ich ausgesät; himmlisch werd ich auferstehen. Hier geh ich natürlich ein; nachmals werd ich geistlich seyn. 8. Seyd getrost und hoch⸗ erfreut! Jesus trägt euch, mei⸗ ne Glieder; gebt nicht Statt der Traurigkeit! sterbt ihr, Jesus ruft euch wieder, wenn die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 9. Lacht der finstern Er⸗ denkluft; lacht des Todes und der Höllen! denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Hei⸗ land zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß lie⸗ gen unter eurem Fuß. 10. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewiz wünscht zu seyn. Louise Henriette, Churfürstin von Brandenbun, geb. 1627, + 1667. Mel. Valet will ich dir ꝛc. 559. Ermunterteuchih Frommen, zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist ge kommen, die finstre Nach. bricht ein. Es hat sich aufh⸗ machet der Bräutigam mit Pracht; auf! betet, kämpft und wachet, bald ist es Mi⸗ ternacht. 2. Macht eure Lampen fir tig und füllet sie mit Oel, n seyd des Heils gewärtig, b reitet Leib und Seel; N Wächter Zions schreien: du Bräutigam ist nah; begegmn ihm im Reihen und su Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfram alle, hebt nun das Haupt en⸗ por mit Jauchzen und mi Schalle zum frohenEngelchon Die Thür ist aufgeschlossen die Hochzeit ist bereit; auf auf, ihr Reichsgenossen! de Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang dei ziehen, drum schlafet ni mehr ein; man sieht die Bh me bl. lingsf ungs; zeigt weite weich 5. den, mit f seyd sind komn weil Kron 6. gen 1 sollt: gen mit l vor! Nue rer E 7. palm Kleid halm Stre tager bein, schla Freu 8 komi geh x ewiz ette, andenburz, 1667. dir ꝛc. euch iht Tampen ist h aufge m mit kämpft es Mi⸗ lpen fer Oel/ und rtig, h eel; di en: der begegnit d sing ngframm upt en⸗ ind mi igelchnt chlossez it; auf en! du eit. ing n et nich ie Bil Mahi Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 465 me blühen; der schönste Früh⸗ lingsschein verheißt Erquick⸗ ungszeiten; die Abendröthe zeigt den schönen Tag von weiten, davor das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Er⸗ den, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Geberden und seyd nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden ge⸗ kommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getra⸗ gen und mit gestorben seyd, sollt nun nach Kreuz und Kla⸗ gen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren, und vor des Lammes Thron mit Nuchzen triumphiren in eu⸗ rer Siegeskron. 7. Hier sind die Sieges⸗ palmen; hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Waizen⸗ halmen im Frieden nach dem Streit und nach den Winter⸗ tagen; hier grünen die Ge⸗ bein, die dort der Tod er— schlagen; hier schenkt man Freudenwein. 8. O Jesu, meine Wonne, lomm bald und mach dich auf; geh auf, erwünschte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir he⸗ ben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laur. Laurentil, geb. 1660, + 1722. Mel. O Jesu Christ, meins ꝛc. 560. O Sündenmensch, bedenk den Tod, der letzten Stunde Angst und Noth; mach dich mit wahrer Buß bereit, zu leben in der Ewig⸗ keit. 2. Besitzest du die ganze Welt mit höchster Ehr und al⸗ lem Geld, erfreut es dich ein kleine Zeit und dienet nicht zur Ewigkeit. 3. Erschallt in deinen Oh⸗ ren nicht: ihr Todten, kom⸗ met vor Gericht? Ist doch der jüngste Tag nicht weit, dem folgen wird die Ewigkeit. 4. Wenn du begehrest Got⸗ tes Huld, so meid der Sünden schwere Schuld, die wider deine Seele streit: so bist du frei in Ewigkeit. 5. Unzählig ist der Ster⸗ nen Heer, die Tropfen und der Sand am Meer; doch haben sie Maß, Ziel und Zeit 30 466 und gleichen nicht der Ewig⸗ keit. ö 6. Besinn und denke fort und fort, was ewig! für ein Donnerwort. Ach, keiner Zei⸗ ten Zeit befreit dich von der ewgen Ewigkeit. Mesz Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 30 561. Himmelan geht un⸗ sre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kom⸗ men werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist! denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hin— gehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, haͤlt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! denk ich all— zeit, wann er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Him— Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. mels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 5. Himmelan! mein Glau⸗ be zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz undSchein. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. N⸗ sus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmel an! das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolc, geb. 1672, + 1707. Mel. Valet will ich dir ꝛc. 562. Ich geh zu deinem Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröͤhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. 2. und h ich be mein in der zu der doche gehör 3. Grab Ruh du dr soll wenn ich w. der m 4. ersie entzw Lerrie frei. schon Grab erblic erwec 5. und z hin i dich f sicher Glan laute auf u 6. Kost t des Glau⸗ Loos Herz über erne; klein pchein. mich imath Noth . n/ daß mmel⸗ osung eitlen elslust steht ich in hmolk, 17³⁷. 2c. einem fürst, habe, t, wie n und h mit Land auf mich. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 467 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was zu dem Staube kehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zu⸗ gehoͤrt. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu, so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seiten steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es eutzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wo⸗ hin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand 6. O meines Lebens Le⸗ ben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft; da werd ich schon erwachen, wenn deine Stim⸗ me ruft. 7. Du wirst den Oelberg zeigen, wo man gen Himmel fährt; da will ich fröhlich stei⸗ gen, bis daß ich eingekehrt in Salems Friedenshäuser; da heißts: Halleluja! da trägt man Siegesreiser; ach, wär ich nur schon da! Benjamin Schmolch geb. 1672, + 1731. Mel. Unser Herrscher, unser ꝛc. . O Jerusalem, du schöne, da man Gott bestän⸗ dig ehrt und das himmlische Getöne: Heilig, Heilig, Hei⸗ lig! hört;ach, wann komm ich doch einmal hin zu deiner Bürger Zahl? 2. Ach, wie wünsch ich, dich zu schauen, Jesu, liebster See⸗ lenfreund, dort auf deinen Salemsauen, wo man nicht mehr klagt und weint, sondern in dem höchsten Licht schauet Gottes Angesicht! 3. Komm doch, führe mich mit Freuden aus der Fremde 30* — —. ——22 ——— * 468 hartem Stand; hol mich heim nach vielen Leiden in das rechte Vaterland, wo dein Lebens⸗ wasser quillt, das den Durst auf ewig stillt. 4. O der auserwählten Stätte, o der Wohnung vol⸗ ler Zier! Ach, daß ich doch Flügel hätte, mich zu schwin⸗ gen bald von hier nach der neuerbauten Stadt, welche Gott zur Sonne hat! 5. Soll ich aber länger bleiben auf dem ungestümen Meer, wo mich Sturm und Wellen treiben durch so man⸗ cherlei Beschwer, ach, so laß in Kreuz und Pein Hoffnung meinen Anker seyn. 6. Laß dein Angesicht nur winken, so ist Wind und Meer gestillt. Christi Schifflein kann nicht sinken, wär das Meer auch noch so wild; ob⸗ gleich Mast und Segel bricht, läßt doch Gott die Seinen nicht. Nach Friedr. Conrad Hiller, aus dem Württemberger Gesangbuch. Mel. Unser Herrscher, unser ꝛe. 564. Wer sind die vor Gottes Throne? was ist das für eine Schaar? träget jeder Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. eine Krone, glänzen wie die Sterne klar; Halleluja singen all, Ioben Gott mit hohem Schall. 10 2. Wer sind die, so Pal⸗ men tragen wie ein Sieger in der Hand, wann er seinen Feind geschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeu⸗ get diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl ge⸗ rungen für des großen Got⸗ tes Ehr, haben Welt und Tod bezwungen, folgend nicht dem sündgen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lam⸗ mes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel er⸗ litten Trübsal, Schmerzen, Angst und Noth, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End; Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige einet Stammes, der uns Huld und Heil gebracht; haben in dem ie die singen hohem ö Pal⸗ ger in seinen trecket Streit gezeu⸗ reiner igkeit, leide, it und Wo hl ge⸗ Got⸗ d Tod tdem langet Lam⸗ iel er⸗ erzen, Gebet tdem in hat Gott t. eines d und dem Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Blut des Lammes ihre Klei⸗ der hell gemacht; sind ge⸗ schmückt mit Heiligkeit, pran⸗ gen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets er⸗ schienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligthum. 8. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet ich zu dir wende, weil ich noch in dei⸗ nem Haus hier auf Erden steh im Streit; treibe, Herr, die Feinde weit. 9. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höͤll und Welt; laß mich nicht darnie⸗ der liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Noth, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 10. Daß mein Theil sey bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, daß auch ich der Noth entnommen, als dein dir getreues Kind dann, genahet zu dem Thron, nehme den verheißnen Lohn. 11. Welches Wort faßt diese Wonne, wann ich mit 469 der heilgen Schaar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne klar! Amen, Lob sey dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theobald Schenck, 1727. Mel. Wachet auf, ruft ꝛc. 565. Selig sind des Himmels Erben, die Todten, die imHerren sterben, zur Auf⸗ erstehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Ent⸗ zücken, folgt Wonne der Un⸗ sterblichkeit. Im Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh. Hosianna! vor Gottes Thron, zu seinem Sohn, be⸗ gleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sey dir, Ver⸗ söhner Jesu Christ! Ihr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geo⸗ pfert ist! Er sank, wie wir, ins Grab, wischt unsre Thrä⸗ nen ab, alle Thränen! Er hats vollbracht! nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lam⸗ mes Throne seyn. 3. Nicht der Mond, nicht 470 mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist die Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegaͤngen, nicht mehr im Dunkel, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr, das Alte ist nicht mehr, Halleluja! Er sank hinab, wie wir, ins Grab. Er ging zu Gott, wir folgen ihm. Friedr. Gottlieb Klopstock, geb. 1724, + 1803. Mel. Es ist gewißlich an ꝛe. 366. Groß wird des Sünders Elend seyn, unend⸗ lich schwer zu tragen. Ach, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts er⸗ schreckt, zur Rechenschaft ihn fordert. 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden sind in dem Dienst der Eitelkeit vergebens ihm verschwunden! Er hat des Le⸗ bens Zweck verfehlt, o welche Reu ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes eitle Gut, worauf sein Wunsch Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, womit er Andre kränkte? Gebeugt is jetzt sein trotzig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerʒ in Pein und Qual verwandelt. A. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn ver⸗ führt, erwählte; nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn ge⸗ stört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und selber sein Gewissen spricht: Du bist ein Uebelthäter! Von Gottes Angesicht verbannt, fühlt er, was sonst er frech verkannt: Gott ist gerechter Richter. 6. O Sünder, sichre Sün⸗ der, eilt, euch reuvoll zu be⸗ kehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören, zur Beß⸗ rung sey noch immer Zeit, und fern sey noch die Ewig⸗ keit, fern des Gerichtes Straft. 7. Sie kömmt, ihr mögt, was Gott euch droht, bezwei⸗ feln oder glauben; und leicht fann die 3 Ztzt mer noch Gnal M 5⁰6 heit zu ve zu ri ist se ler f Iesu nimn dich! nahe 2 fragt der Hört ben: wide heit Frist euer! der 3 her f ner Schr wan Berg ibt der womit eugt ist „, und hmerʒ andelt. ver des hn ver⸗ klagen er aus jeder mehrt, ihn g9e⸗ m vor ernste ht von Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 471 fann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beßrung rauben. Jetzt noch will Gott Erbar⸗ mer seyn, will eure Sünden noch verzeihn. O suchet seine risti. Grot, Gnade! geh. 1533, 1 10ö Mel. O Ewigkeit, du ꝛe. 567. Der unsre Mensch⸗ heit an sich nahm, als er uns zu versöhnen kam, kommt einst zu richten wieder; nicht fern ist seiner Zukunft Zeit, in al⸗ ler seiner Herrlichkeit steigt Jesus dann hernieder; ver⸗ nimms, o Welt, und beßre dich! Der Tag des Schreckens nahet sich! x 2. Warum verzeucht er? fragt der Spott. Wo bleibt der Sünden Rächer, Gott? Hört, Sünder, hörts mit Be⸗ ben: euch, die ihr frech ihm widerstrebt und in der Bos⸗ heit sicher lebt, zur Beßrung Frist zu geben! Doch bald ist euer Maß erfüllt; bald kommt der Richter und vergilt! 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund je⸗ ner Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird euch, wann der Richter droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorne decken; denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Ge⸗ richt ist fürchterlich. 4. Wann furchtbar seiner Donner Schall und tönender Posaunen Hall der Erde Grund erschüttern, und plötz⸗ lich nun der Bau der Welt wankt, krachend stürzt, in Trümmern fällt, wann selbst die Himmel zittern, und vor den Richter hingerückt der Spötter glaubetunderschrickt: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit; wo werdet ihr Barmherzigkeit und Gnad und Rettung finden, die ihr der Bosheit Maß noch häuft? Fühlt, eh euch dieser Tag er⸗ greift, die Lasten eurer Sün⸗ den, daß ihr nicht selbst euch einst verflucht und in Ver⸗ zweiflung Lindrung sucht. 6. Mein Herz erschrickt; es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir, ich bin ein Mis— sethäter! Begnadige, wenn dein Gericht auch mir mein ewig Urtheil spricht, mich, Herr, den Uebertreter! Du, der die Sünder nicht verstößt, du, Jesu, hast auch mich erlöst! 7. Tag Gottes, Tag der 47²2 Ewigkeit, du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme! Reizt, Menschen, nicht durch eure Schuld den Gott der Lang⸗ muth und Geduld, daß er nicht schnell ergrimmez denn schreck⸗ lich wird der Sünder Pein und groß der Frommen Won⸗ Gottfr. Bened. Funk, ne seyn! geb. 1734, + 1814. Mel. Straf mich nicht ꝛc. 56 8. Herr, ich bin dein Eigenthum, dein ist auch mein Leben; mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs ge⸗ geben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechen⸗ schaft dann gerufen werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten; du, du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewig⸗ keit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe! Wehe mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie ver⸗ schwendet! 4. Möchte täglich dein Ge⸗ — o Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. richt mir vor Augen schwi⸗ ben! Möcht ich immer meiner Pflicht treu zu bleiben strehen! daß ich nie thöricht sie außer Augen setze, nie sie frech ver⸗ letze. 5. Lehre mich gewissenhiß meine Tage zählen, eingedek der Rechens chaft, nur, was gů ist, wählen. Gib, daß ich erns⸗ lich mich täglich und auch henn darauf vorbereite. W. 6. Zeigt sich erst die Ewiß⸗ keit furchtbar in der Nähe, dann ist es nicht mehr Zeiz, daß ich Gnad erflehe. Wann ö der Tod schon mir droht, kamn ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durth dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: such in mir dein Leben, dann ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Ge⸗ richts werd ich mit den From⸗ men zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben. Balth. Münter, geb. 1735, 4 175 —— strafe zünde, durch finde. uch in ist di es Ge⸗ From⸗ deines nmen. dich mein + un Register. [Nach den Nummern der Lieder.!] Nr. Ach bleib bei uns, Herr Jesu 314 uch bleib mit deiner Gnade 21 Ach Gott des Himmels, lasse 28 Ach Gott, erhör mein Seufzen 408 neAch Gott, gib du uns deine 22 Ach, Gott und Herr, wie groß 338 Ach Gott, verlaß mich nicht. 24 Ach, Gott vom Himmel Ach Gott, wie manches.... 40⁵ Ach, Herre, du gerechter Gott 506 Ach wie flüchtig, ach wie nichtig 534 Ach, wie heilig ist der Ort.. 173 Ach, wir armen Sünder.. 91 Ach, wundergroßer Siegesheld 140 Allein Gott in der Höh... 164 Allein zu dir, Herr Jesu Christ 337 Alle Menschen müssen sterben 556 Alles ist an Gottes Segen. 260 Als Jesus an dem Kreuze.. 106 Am Kreuz erblaßßtt 110⁰ An dir allein, an dir hab.. 346 Auf, auf, ihr meine Lieder.. 443 Auf, auf, ihr Reichsgenossen. 52 Auf, auf, mein Herz 32 Auf, Christen, laßt uns unsern 277 Auf, Christenmensch! auf, auf 371 Auf Christi Himmelfahrt allein 139 Auf diesen Tag bedenken wir 136 Auferstehn, ja auferstehn... 230 Auf Gott und nicht auf... 399 Auf, ihr Heiden, lobet Auf meinen lieben Gott. Aus Gnaden soll ich selig.. 364 Aus meines Herzens Grunde 432 Aus tiefer Noth laßt uns... 175 Aus tiefer Noth schrei ich... 174 Besiehl du deine Wege.... 409 Bei dir, Jesu, will ich bleiben 211 Bescher uns, Herr, das täglich 458 Beschränkt, ihr Weisen dieser 356 Beschwertes Herz, leg ab.. 34 Bet⸗Gemeine, heilge dich... 29 Oleib la bei miin 42 Bringt her dem Herren Lob. 10 Nr. Christe, du Beistand deiner.. 317 Christe, du bist der helle Tag 463 Christe, du Lamm Gottes... 187 Christen erwarten in allerlei 505 Christ fuhr gen Himmel.. 135 Christi Blut und Gerechtigkeit 276 Christ ist erstanden Christ lag in Todesbanden. Christ, unser Herr, zum. Christus der ist mein Leben. Christus ist erstanden Danket, danket Gott mit. Das alte Jahr ist nun dahin 74 Das alte Jahr vergangen. 73 Das liebe neue Jahr geht an 72 Das walte Gott, der helfen. Das walt Gott Vater und Gott 433 Deines Gottes freue dich... Dein Wort, o Herr, bringt. Dein Wort, o Höchster, ist.. Dennoch bleib ich stets an.. Der Abend kommt, die Sonne 481 Der du, Herr Jesu, Ruh und Der du kannst nichts, als gütig Der du uns als Vater liebest Der Glaube macht allein... Der Glaub ist eine Zuversicht Der Herr, der aller Enden. 258 Der Herr ist Gott und keiner 248 Der Herr ist mein getreuer. 264 Der Hölle Pforten sind.. 124 Der lieben Sonne Licht und 475 Der Sabbath ist vergangen. 489 Der Tag ist hin, mein Geist 479 Der Tag mit seinem Lichte.. 469 Der Thron der Weltbeherrscher 181 Der unsre Menschheit an.. 567 Dich, Jesum, laß ich ewig nicht 296 Die auf der Erde wallen.. 545 Die Christen gehn von Ort. 228 Die Feinde deines Kreuzes.. 326 Die güldne Sonne, voll Freud 439 Die helle Sonn leucht. 431 Die Herrlichkeit der Erden... 537 117 ** 11⁵ Die Himmel rühmen Die Macht der Wahrheit... 330 Die Nacht ist kommen, drin. 464 Die Nacht nunmehr vergangen 454 Dieß ist der Tag, den Gott. 71 Dieß ist die Nacht, da mir 68 Die Sonn hat sich mit ihrem 468 Dieß sind die heilgen zehn. 302 Die Sünden sind vergeben.. 362 Dir, dir, Jehova, will ich. 26 Dir, höchster Herr und König 180 Dreieinigkeit, der Gottheit 16⁷ Du bist in die Welt gekommen 271 Du bist zwar mein und bleibest 547 Du dreimal großer Gott.. 165 Du großer Schmerzenmann 95 Du, Herr, bist meine Zuversicht 263 Du Herr der Seraphinen... 255 Du, meine Seele, singe.... 249 Durch Adams Fall. 266 Durch Trauern und durch.. 77 Du unerforschlichs Meer der 186 Du Vater deiner Menschenkinder 379 Du wesentliches Wort. 270 Edler Geist im Himmelsthrone 300 Ein feste Bur 17⁰ Ein Jahr der Sterblichkeit.. 79 Ein Jahr geht nach dem.. 80 Ein Lämmlein geht und trägt 98 Ein reines Herz, Herrr 372 Eins ist noth; ach Herr... Ei, wie so sanft entschliefest. Erhalt uns, Herr, bei.. Erhebe dich, o meine Seel.. Erinnre dich, mein Geist... Ermuntert euch, ihr Frommen. Ermuntre dich, mein schwacher. Erneure mich, o ewges Licht. Erschienen ist der herrlich.. Es fähret heute Gottes Es hat der Herr zu allen. Es ist das Heil uns Es ist genug, so nimm. Es ist gewißlich an der Zeit Es ist nicht schwer, ein Christ Es ist vollbracht! Er ist.. Es ist vollbracht, Gott Lob.. Es kostet viel, ein Christ.. Es woll uns Gott genädig.. Ewig, ewig bin ich dein. Register. NR Fahre fort, fahre fort, Zion 39 Fang dein Werk miit.. 404 Freu dich sehr, o meine. 500 Freuet euch, ihr Christen.. 66 Freuet euch, ihr Gottes Kinder 85 Fröhlich soll mein Herze... 69 Früh morgens, da die Sonn 122 Für alle Güte sr. 44 Gedenke men; 2 Geht hin, ihr gläubigen... Geht nun hin und grabt mein 516 Geist vom Vater und vom. 2 Gekreuzigter, zu deinen Füßen 450 Gelobet sey der Herr, mein. 166 Gelobet seyst du, Jesu Christ bi Gelobt sey Gott im höchsten 11ʃ9 Gib dich zufrieden und sey stille 0 Gott, deine Gnade bringt uns 355 Gott, deine Güte reicht so weit 0 Gott, den ich als Liebe kenne 515 Gott, der Vater, wohn uns. 180 Gott der wirds wohl machen Al Gott des Himmels und der. Gott, dir gefällt kein.... 9⁰⁹ Gott, dn Licht, das ewig. 4 Gott, durch dessen Wort.... W Gottes Sohn ist kommen. 00 Gottes und Marien Sohn. Gott fähret auf gen Himmel Il Gott, gib einen milden Regen 15⁵ Gott ist gegenwärtig; lasset.. 2 Gott ist mein Hort.... 300 Gott ist mein Lieed.. 200 Gott ist und bleibt getreu. Gott lebet noch.... 4¹⁰ Gott Lob! Der Tag ist nun Gott Lob! die Woch ist auch 48 Gott Lob! ein neues Kirchen⸗ jahr. Gott Lob! Ein Schritt zur48 Gott Lob! ich bin aufs Neu. 20 Gott Lob! Nun ist die Nacht 40. Gott ruft der Sonn Gott sey Dank durch alle Welt 60 Gott sey gelobet und gebenedeiet N Gott sorgt für dich, was.. Gott Vater, höre unsre Bitt. 10 Gott Vater, sende deinen Geist M Gott ve Gott, v Gott w Großer Großer Großer Groß u Hallelu Hallelu Halt in Heiland Herr C Herr, Herr, d Herr,! Herr, Herr, k Herr, d Herr, Herr, Herr, k Herr, d Herr, e Herr G Herr 6 HerrGe Herr G Herr MR ion 320 Register. Nr. Gott versiegle nun das Wort 43 Gott, vor dessen Angesichte.. 243 Gott wills machen, daß die„424 Großer Gott von alten Zeiten 33 Großer Immanuel, schaue von 321 Großer Mittler, der zur.... 272 Groß wird der Sünder Elend 566 Halleluja, jauchzt, ihr Chöre 132 Halleluja! Lob, Preis und.. 169 Halt im Gedächtniß...... 196 Heiland, deine Menschenliebe 274 Herr Christe, treuer Heiland. 92 Herr, deine Allmacht reicht.. 252 Herr, deine Rechte und Gebot 384 Herr, dein Wort, die edle. 308 Herr, der du als ein stilles. 200 Herr, der du deinen Namen. 82 Herr, der du in der Höhe. 347 Herr, der du mir das Leben 485 Herr, der du vormals hast.. 503 Herr, du hast für alle Sünder 195 Herr, du wollst uns vorbereiten 201 Herr, es ist von meinem Leben 477 Herr Gott, der du den Ehestand 221 Herr Gott, dich loben wir. 1 Herr Gott, dich loben wir, regier 504 Herr Gott, du bist von Ewigkeit 251 Herr Gott, nun schleuß den. 528 Herr Gott, Vater m. 460 Herr, ich bin dein Eigenthum 568 Herr, ich bitte dich, erwähle 498 Herr Jesu Christ, dein theures 354 Herr Jesu Christ, dich zu uns 36 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut,— sieh doch Herr Zesu Christ, du höchstes Gut, wir kommen 191 Herr Jesu Christe, Gottes Sohn 46 HerrJesuChriste, mein getreuer 193 Herr Jesu Christ, wahr Mensch 518 Herr Jesu, deine Angst und Pein 102 Herr Jesu, der du selbst von 219 Herr Jesu, Gnadensonne. 25 Herr Jesu, Licht der Heiden. 89 Herr, mein Licht, erleuchte.. 311 Herr, mein Versöhner, der du 400 Herr, nun laß in Friede.. 531 derr, öffne mir die Herzensthür 37 Herr, ohne Glauben kann... 237 Herr, stärke meinen schwachen 380 Herr, stärke mich, dein Leiden Herr, unser Gott, laß nicht. Herr, von unendlichem.... Herr, vor deinem Angesicht. Herr, wie du willst, so schicks Herr, wie sind noch viel.... Herr Zebaoth, dein heilges.. Herzlich lieb hab ich dich... Herzlich thut mich verlangen Herzliebster Jesu, was hast. Heut triumphiret Gottes... Hilf, Helfer, hilf, du kannst. Hilf, Helfer, hilf in Angst.. Hilf, Herr Jesu! laß gelingen Himmelan geht unsre Bahn. Hinunter ist der Sonnenschein Hirte deiner SchafNe Höchster, denk ich onn.. Höchster Gott, durch deinen. Höchster Tröster, komm... Hosianna Davids Sohne. Hosiannal Davids Sohn kommt Hüter, wird die Nacht der.. Jauchzet Gott in allen Landen Jauchzet, ihr Himmel. Ich armer Mensch doch gar. Ich armer Mensch, ich armer Ich bin bei Gott in Gnaden Ich bin ein Gast auf Erden Ich bin getauft auf deinen.. Ich bin ja, Herr, in deiner. Ich bin im Himmel Ich danke dir für deinen Tod Ich danke dir, o Gott, in... Ich erhebe mein Gemüthe... Ich freue mich, mein Gott.. Ich geh zu deinem Grabe.. Ich glaube, daß die Heiligen Ich habe nun den Grund.. Ich hab in Gottes Herz und Ich hab in guten Stunden. Ich hab mich Gott ergeben.. Ich komme, Herr, und suche. Ich komme vor dein Angesicht Ich lasse Gott in allem. Ich lobe dich von ganzer.. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Ich schäme mich des Heilands. Ich singe dir mit Herz und. Ich sterbe täglich 2****2** 4 II IRN 0 + . 476 Register. Nr. Ich und mein Haus wir sind 495 Ich weiß, an wen ich gläube 286 Ich weiß, an wen mein Glaub 239 Ich weiß, mein Gott, daß.. 259 Ich weiß von keinem andern 358 Ich will dich immer treuer.. 293 Ich will dich lieben, meine.. 283 Ich will von meiner Missethat 344 Je größer Kreuz, je näher.. 422 Jehova, Jehova, Jehova.. 14 Jerusalem, du hochgebaute.. 552 Jesaia, dem Propheten, das. 162 Jesu, bittend kommen wir. 334 Jesu, deiner zu gedenken.... 294 Jesu, deine tiefen Wunden. 94 Jesu, der du meine Seele. 343 Jesu, der du wollen büßen. 105 Jesu, geh voraan 223 Jesu, großer Wuuderstern. 86 Jesu, hilf siegen, du Fürste. 377 Jesu, meine Freude 282 Jesu, meiner Seele Leben... 285 Jesu, meines Lebens Leben. 97 Jesus Christus herrscht als.. 144 Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod.... 116 Jesus Christus, unser Heiland, der von unss. 190 Jesus ist mein Leben. + 295 Jesus lebt, mit ihm auch ich 131 Jesus, meine Zuversicht,... 558 Jesus nimmt die Sünder an 216 Jesus soll die Losung seyn. 78 Ihr Christen auserkoren. 64 Ihr Eltern, gute Nacht... 231 Immanuel! der Herr ist hier 70 In allen meinen Thaten.... 257 In Christi Wunden schlaf ich 519 In dich hab ich gehoffet.. 16 In dieser Morgenstund will. 436 Ist Gott für miiht 352 Komm auf uns, o Geist des 161 Komm, Gott Schöpfer, heiliger 147 Komm, heilger Geist, oSchöpfer 146 Komm, heiliger Geist, Herre. 148 Komm, o komm, du Geist des 155 Kommst du, kommst du, Licht 47 Kommt her, ihr Christen, voller 172 Kommt und laßt euch Jesum 385 König, dem kein König 273 Nr. Lasset mich mitsreuden sprechen 18 Lasset uns mit Jesu ziehen.. 380 Laß mich dein seyn und.. 0 Laß, Vater, deinen guten Geist 355 Liebe, die du mich zum Bilde B Liebster Jesu, laß mich nicht 50 Liebster Jesu, wir sind hier, dei⸗ nem Worte 15⁵ Liebster Jesu, wir sind hier, dich und 00 Liebster Vater, soll es seyn.. 580 Lobe den Herren, den mächtigen Lobe den Herren, o meine.. 13 Lobet den Herren alle, die ihn 40 Lobt den Höchsten, Jesus lebet 133 Lobt Gott, ihr Christen, alle 6l Mache dich, mein Geist, bereit IN Mach, Herr, Ein Herz. 22 Machs mit mir, Gott, nach. H Macht hoch die Thür. 41 Man lobt dich in der Stille 20 Mein Auge wacht 453 Mein bester Trost in diesem. 40 Mein erst Gefühl ser 405 Meine Lebenszeit verstreicht 54 Meine Seel ist stille..... 4¹0 Meinen Jesum laß ich nicht. Bl Mein Gott, nun ist es wieder 444 Mein Heiland nimmt die.. 30 Mein Herz, gib dich zufrieden 41 Mein Jesu, der du vor dem 188 Mein Jesus ist ein Freund 28 Merk, Seele, dir das große. 30 Mir istErbarmung widerfahren 300 Mir nach, spricht Christus. 30 Mit Ernst, o Menschenkinder Mit Fried und Freud ich fahr& Mit meinem Gott geh ich.. 4% Mitten wir im Leben 510 Morgenglanz der Ewigkeit. 40 Nimm von uns, Herr, du.. bl Nun bitten wir den heilgen 1 Nun bricht die finstre Nacht. 4 Nun bringen wir den Leib. Nun danket alle Gottt. 5 Nun danket all und bringet. Nun freut euch, Gottes Kinder 1 Nun freut euch, lieben Christen 5 Nun, Gott Lob! es ist. 40 Nun jauchzet all, ihr Frommen 6 Nun kon Nun laf Nun laß Nun laß Nun lob Nun pre Nun rul sun sich Nun sich Nun sich O daß O du al O du Li O Durc O du S OEwig O fromi O from OGott, 0 Gott, OGott, O Gotte O Gott O Haup heilg O heilg O heilie O heilig O heili V Herr Obilf, O Jeru O Jesu O Jesu O Jesu O Jesu, O Jesu O Jesu O Jesu O Jesu O Jesu, O Jesu O Köni Nr. chen 184 Register. 477 Nr. Nr. Nun kommt das neue 55 O Vater der Barmherzigkeit, ich 341 Nun laßt uns den Leib... 225 Run laßt uns gehn und. 75 Run laßt uns Gott, dem.. 457 Run lob, mein Seel, den. 2 Nun preiset allle 4 Run ruhen alle Wälder.. 470 Nun sich der Tag geendet hat 476 Nun sich der Tag geendet, mein 482 Nun sich die Nacht geendet hat 448 O daß ich tausend Zungen.. 11 O du allersüßte Freude 153 Odu Liebe meiner Liebe.... 104 O Durchbrecher aller Bande. 374 O du Schöpfer aller Dinge. 214 OEwigkeit, du Donnerwort. 555 O frommer Gott, ich danke. 497 O frommer und getreuer Gott 510 OGott, der du das Firmament 507 O Gott, du frommer Gott. 20 Oott, du höchster Gnadenhort 38 O Gottes Sohn, Herr Jesu 234 O Gott, von dem wir alles 178 O Haupt voll Blut und.. 100 O heilger Geist, du ewger.. 150 O heilger Geist, kehr bei uns 154 O heilige Dreieinigkeit.... 500 O heilige Dreifaltigkeit..... 43⁴4 O heiliger Geist, o heiliger.. 151 O Herre Gott, deinn 303 O bilf, Christe, Gottes Sohn 90 O Jerusalem, du schöne... 563 O Fesu Christe, wahres Licht 329 O Jesu Christ, meins Lebens 522 Jesu, du mein Bräutigam 192 O Jesu, Herr der Herrlichkeit 220 O Jesu, Licht und Heil der. 327 O Jesu, meines Lebens Licht 455 O Jesu, meine Wonne. 204 OJesu, süßes Licht. 45⁰ O Jesu, treuster Heiland mein 466 O Jesu, voller Kraft. 342 O König aller Ehren. 83 OLamm Gottes unschuldig. 189 Oensch, bedenk zu dieser.. 517 O selges Licht, Dreifaltigkeit. 462 O Sündenmensch, bedenk... 560 O Tod, wo ist dein Stachel 123 OTraurigkeit, o Herzeleid.. 112 OVater der Barmherzigkeit, der 319 O Welt, ich muß dich lassen 516 O Welt, sieh hier dein Leben 99 O wie mögen wir doch unser 553 O wie selig seyd ihr doch, ihr 554 O wie selig sind die Seelen 290 Ringe recht 378 Ruhet wohl, ihr Todtenbeine 226 Rüstet euch, ihr Christenleute 376 Schaffe in mir, Gott, ein.. 188 Schaff in mir, Gott, ein reines 345 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 373 Schmücke dich, o liebe Seele 194 Schmückt das Fest mit Maien 158 Schutzgott, dessen starke Rechte 256 Schwing dich auf zu deinem 353 Seele, du mußt munter.. 445 Seele, geh auf Golgatha. 108 Seelenbräutigmmmm 286 Seele, sey zufrieden 423 Seele, was ermüdst du dich. 291 Seele, wenn du stets willst. 396 Selig sind des Himmels.... 565 Sey getreu bis an das Ende 388 Sey Gott getruiumum 369 Sey Lob und Ehr dem höchsten 9 Sey mir tausendmal gegrüßet 101 Sey stille, müdgequältes Herz 429 Siegesfürst und Ehrenkönig. 143 Sieh, dein König kommt zu 54 Sieh, wie lieblich und wie.. 394 So führst du doch recht selig 262 So hab ich obgesieget... 5⁴48 So hoff ich denn miit 238 So Jemand spricht: ich liebe. 397 So ist die Woche nunn. 48⁷7 So komm, geliebte Todesstund 540 Sollt es gleich bisweilen... 415 Sollt ich aus Furcht vor.. 307 Sollt ich jetzt noch, da mir.. 401 Sollt ich meinem Gott nicht. 7 Sorge doch für meine Kinder 496 So ruhest du, o meine Ruh. 114 So wahr ich lebe, spricht... 339 Speis uns, Vater, deine Kinder 461 Straf mich nicht in deinem Zorn 176 Such, wer da wills. 280 Thut mir auf die schöne Pforte 35 Treuer Wächter Isralol. 514 Ueberwinder, nimm die Palmen 129 — —— ö ANINN W Rie 478 Register. Nr. Unumschränkte Liebe, gönne. 241 Unsre müden Augenlieder... 474 Valet will ich dir geben.... 523 Vater unser im Himmelreich. 15 Vergib uns, lieber Herre Gott 23 Verlaß mich nicht, bis ich erkalte 365 Berleih uns Frieden gnädiglich 501 Versuchet euch doch selbst.... 390 Berzage nicht, du Häuflein.. 316 Vom Himmel hoch da komm ich 58 Vom Himmel kam der Engel 59 Von des Himmels Thron... 210 Von Gott will ich nicht lassen 382 Vor deinen Thron tret ich.. 438 Vor G'richt, Herr Jesu, steh ich 213 Wach auf, du Geist der ersten 332 Wach auf, mein Herz, die Nacht 126 Wach auf, mein Herz, und.. 441 Wachet auf, ruft uns die.. 551 Wär Gott nicht mit uns.. 312 Warum sollt ich mich denn.. 412 Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan, es bleii1vubßb 416 Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan, so denken 179 Was ists, daß ich mich quäle 427 Was mein Gott will, das g'scheh 403 Was willt du dich betrüben. 407 Weicht, ihr Berge, fallt. 361 Welt, ade, ich bin dein müde 557 Wenn Christus seine Kirche. 325 Wenn dein herzliebster Sohn 268 Wenn ich, o Schöpfer, deine 254 Wenn kleine Himmelserben.. 232 Wenn meine Sünd mich kränken 96 Wenn mein Stündlein 520 Wenn wir in höchsten Nöthen 511 Werde Licht, du Stadt der. 84 Werde munter, mein Gemüthe 471 Wer den Ehstand will erwählen 492 Wer Gottes Wort nicht hält 398 Wer Gott vertraut, hat.. 383 Wer ist wohl wie ddwnn.. 289 Wer nur den lieben Gott läßt 413 Wer recht die Pfingsten feiern 157 Wer sind die vor Gottes... 564 Wer weiß, wie nahe mir mein 541 Mr. Wie fleucht dahin der Menschen 595 Wie Gott mich führt, so will 425 Wie groß ist des Allmächtgen 265 Wie groß, wie angebetet ist. 335 Wie heilig ist die Stätte hier 10 Wie herrlich ists, ein Schäflein M Wie herrlich strahlt der..... 87 Wie schön ists doch, Herr Jesu 401 Wie schön leucht uns der.. Wie soll ich dich empfangen, 6 Wie wohl hast du gelabet...20 Wie wohl ist mir, o Freund W Willkommen, Held im Streite 12 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns. III Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser... 4 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom.. 15⁰ Wir danken Gott für seine.. 400 Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer 20³ Wir glauben all an Einen Gott, Vater..... 1⁰⁰ Wir liegen hier zu deinen Füßen IN Wir Menschen sind zu dem. 00 Wir nahen uns, o Gottes.. M Wir sind vereint, Herr Jesu. 300 Wir singen dir, Immanuel. 6 Wo Gott, der Herr, nicht bei II Wohl dem, der den Herren 38 Wohl dem, der Jesum liebet 90 Wohl dem, der in Gotts Furchte 40 Wohl dem Menschen, der nicht Wohl einem Haus, wo Jesus 40 Womit soll ich dich wohl.... Wo soll ich flieben hin.... 3⁴⁰ Wunderbarer Gnadenthron. Wunderbarer König.... Zeuch ein zu meinen Thoren 132 Zeuch hin, mein Kind.... 540 Zeuch uns nach dir.. 13 Zion, gib dich nur zufrieden Y Zion klagt mit Angst und.. 30 Zum Himmel bist dun.. 1⁵ Zween der Jünger gehn mit 18 Zwei Ding, o Herr, bitt ich. H welche mit 8 deine grundl Veish Nacht: glugel geind: ind ga Hüte 1 hust, weg in nen He hreisen, lto get neinem igkeit Hemüt uler G iber m VBegen Wch an in dein gefaller ser Wei bon ihr lich mi heiliger henke, lchen 9 M. ischen 535 will 425 htgen 245 ist.. 335 hier 19 äflein W reund 5 treite 12 Jesu 8 Füßen II. em. Ss.. M Jesu. 330 tuel. 63 t bei Nl ren. 385 liebet 30 on.. 0 .2 horen 15 00 8 ieden 3 .. 0 10 mit 13 Anhang kurzer Gebete, welche sämmtlich aus Habermanns Gebetbuch genommen sind, mit Ausnahme des Reisegebetes und der den Sterbenden in den letzten Zügen vorzusprechenden Gebete. Morgensegen am Sonntag. err, himmlischer Vater, ewiger Gott, gebenedeiet sey dene göttliche Kraft und Allmächtigkeit, gelobet sey deine grundlose Güte und Barmherzigkeit, gepreiset sey deine ewige Weisheit und Wahrheit, daß du mich in dieser gefährlichen jacht mit deiner Hand bedecket und unter dem Schatten deiner llügel hast sicher ruhen und schlafen lassen, auch vor dem bösen heind und allen seinen heimlichen Listen und Tücken bewahre ind ganz väterlich beschirmet. Darum lobe ich dich um deine hüte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern hhust, und will dich bei der Gemeine preisen; dein Lob soll all⸗ veg in meinem Munde seyn, meine Seele soll allzeit dich, mei⸗ nen Herrn, rühmen und was in mir ist, deinen heiligen Namen hreisen, und will nimmermehr vergessen alles, was du mir Gu⸗ les gethan hast. So laß nun dir gefallen das Lobopfer aus neinem Munde, welches ich dir des Morgens früh in Einfäl⸗ igkeit meines Herzens bringe. Ich rufe zu dir von ganzem Hemüth, du wollest mich heute diesen Tag auch behüten vor ller Gefahr Leibes und der Seelen und deinen lieben Engeln iber mir Befehl thun, daß sie mich behüten auf allen meinen Uegen. Umgib mich zuringst mit deinem Schilde und führe nich auf dem Steig deiner Gebote, daß ich unsträflich wandele in deinem Dienst, wie die Kinder des Tages, zu deinem Wohl— gefalen. Wehre dem bösen Feind und allen Aergernissen die— sr Welt, darzu steure meinem Fleisch und Blut, daß ich nicht, von ihnen überwältiget, etwan gröblich wider dich handele und lich mit meinen Sünden erzürne. Regiere du mich mit deinem hiligen Geist, daß ich nichts vornehme, thue, rede oder ge— ich. d6l denk halke, denn allein was dir gefällig und zu Ehren deiner gött⸗ lchen Majestät gereichet. Siehe, mein Gott, ich übergebe und 48⁰ Abendsegen am Sonntag. opfere dir mich heut ganz und gar eigen in deinen Willen, u Leib und Seele, mit allem Vermögen und Kräften, innerlt und äußerlich. Mache du mich dir zu einem Opfer, das dal⸗ bendig, heilig und wohlgefällig sey, damit ich dir einen her nünftigen und angenehmen Gottesdienst leiste. Darum, heiliger Vater, allmächtiger Gott, laß mich dein Eigenthi seyn, regiere mein Herz, Seel und Gemüth, daß ich nichts, dem dich, wisse und verstehe. Herr, früh wollest du meine Stimm hören, früh will ich mich zu dir schicken und darauf merken, friß will ich dich loben und des Abends nicht aufhören, durch Isun Christum, unsern Herrn. Amen! Abendsegen am Sonntag. Ewiger Gott, barmherziger Vater, ich hebe meine Hänn auf zu dir, wie ein Abendopfer, und sage dir von Herzen gah Preis und Dank, daß du mich diesen Tag und die ganze gl meines Lebens vor allem Uebel und Unfall durch den Snh deiner lieben Engel wider den bösen Feind gnädiglich besci⸗ met hast. Ich bitte dich, du wollest mir vergeben alle mein Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich heute diese Nuhh ferner mit deinen heiligen Engeln umgeben, daß sie sich zuriugs um mich lagern und eine Wagenburg um mich schlagen, auf di ich des bösen Feindes Fallstrick und arger List möge entfliehn Laß mich, dein armes Geschöpf, deiner Güte und Barmhenjij⸗ keit befohlen seyn. Schütze mich mit deinem ausgestreckhn Arm; denn von Herzen begehre ich dein des Nachts, dazu nit meinem Geist in mir wache ich allezeit zu dir. Ich harre dun ner Güte, und meine Seele hoffet auf dich, lebendiger Goth denn du bist meine Zuflucht und treuer Heiland. Siehe, Hen, wir schlafen oder wachen, so sind wir dein; wir leben oder sir⸗ ben, so bist du ja unser Gott, der uns geschaffen hat. Dann schreie ich zu dir: laß deine Gnade nicht fern von mir seyn, h⸗ schirme mich mit deinem Schild. Erhalte mich, daß ich geruhiz lich liege und sanft einschlafe und gesund wieder erwache. Dii mich in deiner Hütten zur bösen Zeit, verbing mich heimlich u deinem Gezelt und erhöhe mich auf einen Felsen, so werd ii mir nicht grauen lassen; und ob ich schon wanderte im finstn Thal, werde ich kein Unglück fürchten; denn du bist bei mir, din Stecken und Stab trösten mich. So verleihe mir nun deil len, nit innerlih 8 dale⸗ nen vber⸗ rum, du genthun to, dem Stimm: ken, frih ch Jesun e Hände zen Loh, anze Zei n Schih beschis lle meint ese Nahi Dzuringf auf dij ffliehen mherzij estreckin dazu mit arre dir er Gott he, Hen oder ster Dauun seyn. h⸗ geruhiy e. Deit imlich i. werd ii finsten ir, den un dein⸗ Morgensegen am Montag. 481 Gnade, daß mein Leib schlafe, die Seele aber allzeit zu dir wache, und daß ich dich stets in meinem Herzen habe, und du nimmermehr aus meinem Gemüthe kommest, auf daß mich die Nacht der Sünden nicht überfalle. Bewahre mich vor bösen, schändlichen Träumen, vor unruhigem Wachen und unnützen Sorgen, vor argen, schweren Gedanken und vor aller Qual. Siehe, mein Gott und Herr, in deinen gnädigen Schutz befehl ich dir mein Leib und Seele(meine liebe Eltern, Geschwister) und Alle, die mir mit Blutfreundschaft oder sonsten verwandt sind. Du getreuer Gott und Vater, du hast uns gemacht, wir sind deiner Hände Werk und Schafe deiner Weide. Laß dirs gefallen, Herr, daß du uns errettest, wende deine Barmherzig⸗ keit nicht von uns, laß deine Güte und Treue allweg uns be⸗ hüten. Darum bedecke uns in dieser Nacht mit deiner Güte, umfahe uns mit deiner Gnade auf allen Seiten, unterlege uns mit deiner Barmherzigkeit, daß wir an Seel und Leib behütet werden. Amen! Morgensegen am Montag. O du unsterblicher, gütiger und barmherziger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, dieweil du deinem Volk im Gesetz geboten hast, dir alle Morgen ein Brandopfer zu thun, dich da⸗ mit zu loben und dir zu danken für deinen gnädigen Schutz, so bringe ich dir jetzt auch das Lobopfer, das ist, die Frucht meiner Lippen und preise deinen heiligen Namen, daß du mich durch deine große Gnade und Barmherzigkeit heut diese Nacht vor allem Uebel und Schaden an Leib und Seele behütet und wi⸗ der meinen Widersacher, den bösen Feind, ganz väterlich erhal⸗ ten hast. Denn wo du nicht mein Schild und Beistand wärest gewesen, so hätte mich unzähliges Unglück verderbet, daß ich nicht gesund hätte mögen aufstehen. Darum danke ich dir jetzt billig für deine gnädige Beschützung. Weiter schreie ich zu dir aus Grund meines Herzens, und mein Gebet kommt früh vor dich, früh suche ich dich und bitte, du wollest mich mit allem, was mir zuständig ist, heut ferner behüten vor der List und Ge⸗ walt des Teufels, vor Sünden, Schanden und allem Uebel. Komme du mir zuvor in dieser Frühstunde mit deiner Gnade, sintemal ich ohne dich nichts vermag, und hilf, daß ich an diesem Tage alle meine Werk in deinem Namen christlich anfahe und 31 482 Abendsegen am Montag. seliglich vollführe zu Ehren deiner göttlichen Majestät und zu Nutz meines Nächsten. Bewahre meine Seele, Verstand, Ver⸗ nunft, Sinne und Gedanken, all mein Thun und Lassen, daß der leidige Teufel mir nicht könne schaden. Beschütze mich vor der Seuche, die im Mittag verderbet; behüte mich vor allen meinen Feinden, sichtbaren und unsichtbaren, daß sie mich mit ihren Listen und Tücken, mit all ihrer Gewalt und Bosheil, heimlich und öffentlich nicht können verletzen noch beschädigen. Herr Gott Vater und Herr meines Lebens, behüte mich auch vor unzüchtigem Gesichte und wende von mir alle böse Lüste. Laß mich nicht in Schlemmen und Unkeuschheit gerathen und behüte mich vor unverschämten Herzen. Hilf, daß ich durth deine Gnade das Aug, so mich ärgern will, ausreiße und von mir werfe durch Ablegung böser und unreiner Begierden des Herzens. Nimm von mir hinweg alles, was dir mißfällt und mir schädlich ist; gib mir, was dir wohlgefällt und mir nützlich ist, auf daß ich dir in wahrem Glauben diene. Siehe mich an, du Heiland aller Welt, mit den Augen deiner Barmherzigkeit und erleuchte mein Herz und Augen, daß ich wandele in den Glanz deiner Gnaden, so über mir aufgehet, auf daß ich dich, das ewige Licht, nimmermehr verliere. Amen! Abendsegen am Montag. O du starker, lebendiger Gott, Vater unsers Herrn Nsu Christi, ich danke dir, daß du mich heute diesen Tag durch dei— nen göttlichen Schutz vor allem Schaden und Gefahr gnädiglich behütet hast, daß ich nicht bin kommen in Feuersnoth, daß mich Wasserfluthen nicht ersäuft haben, daß ich nicht bin gefallen in die Schärfe des Schwerts, daß mich die Feinde nicht ermordet und böse Leute nicht beschädigt haben, in Summa, daß ich nicht kommen bin in Gefährlichkeit Leibes und Lebens; das alles habe ich allein deiner Barmherzigkeit zu danken, der du mich auf al⸗ len meinen Wegen und Stegen behütest. Ich bitte nun ferner, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, die ich wider dich gethan habe, und mich sammt Allen, so mir verwandt sind und zugehören, heut diese Nacht und die ganze Zeit unsers Lebens auch gnädiglich bewahren vor aller Angst und Beschwerniß, vor des Teufels List und Geschwindigkeit, damit er uns Tag und Nacht gedenket zu bestricken. Behüte uns auch vor der schädli⸗ ind zu „Ver⸗ N, daß ich vor r allen ich mit osheit, idigen. h auch Lüste. irn dur nd n en des llt und nützlich lich an, rzigkeit in dem ch dich n Jsu ch dei⸗ idiglich iß ich illen in mordet ch nicht es habe auf al⸗ ferner, er dich nd und Lebens liß/ vor ig und schädli⸗ Morgensegen am Dienstag. 483 chen Pestilenz, die im Finstern schleichet; bewahre uns vor dem Ctrick des Feindes! Errette uns, daß wir nicht kommen in das Retz des Jägers, so unserer Seelen nachstehet. Beschütze uns auch vor schweren Sichtungen und Gebrechen, vor Furcht und Schrecken des Feindes, vor allem Uebel Leibes und der Seelen; denn du bist mein gewaltiger Schutz, meine große Stärke, mein Schirm wider alle Pfeile des Satans, mein Licht in Finsterniß ind Schatten des Todes. Du bist unsre feste Burg, unser Wehr und Waffen, unser Nothhelfer, auf den wir hoffen. Darum, du getreuer Gott, laß deine Augen über uns offen seyn und bewahre uns in dieser Nacht vor aller Gewalt und Anfech⸗ tung des bösen Feindes, sey unser Wächter und Hüter, umgib ms mit deinem Schutz, auf daß der Teufel uns nicht könne be⸗ schädigen; denn bei dir allein steht unser Heil, zu dir allein hebe ich meine Augen auf, daher mir Hülfe kommet; meine Hülfe lommt vom Herrn, der Himmel und Erden gemacht hat. Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren sehen; wie die Augen der Mägde auf die Hände ihrer Frauen: also sehen unsre Augen auf den Herrn, unsern Gott, bis er uns gnädig werde. Sey uns gnädig, Herr, sey uns gnädig; denn wir sind arm und elend. Erhebe über mich das Licht deines Antlitzes und erleuchte meine Augen, daß ich nicht im Tod ent⸗ schlafe, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen! Morgensegen am Dienstag. Gelobet sey Gott, der Schöpfer Himmels und der Erden, gelobet sey der Herr, der allein Wunder thut, und gelobet sey sein heiliger Name ewiglich!' Der den Tag und die Nacht durch seine göttliche Weisheit geschaffen und unterschieden hat, dazu verordnet, daß, so lang die Erde stehet, sie nicht sollen aufhö⸗ ren, auf daß der Mensch des Nachts möge seine Ruhe haben und am Tage wieder an seine Arbeit gehen. Herr, wie sind deine Werke so groß und viel, du hast sie alle weislich geord⸗ net, und die Erde ist voll deiner Güter. Für solche deine Wohl⸗ thaten sollen wir dir danken, ehe die Sonne aufgehet, und vor dich treten, wenn das Licht hervorbricht. Darum preise ich dich jetzt auch, daß du mich in dieser Nacht hast sicher schlafen und ruhen lassen, auch wiederum fröhlich und gesund erwachen, dazu vor aller des Feindes Gewalt und Bosheit wäkerlü 1. 484 Abendsegen am Dienstag. Ich bitte dich, du wollest meine Seele in deine Händ einschlie⸗ ßen, meinen Leib nach deinem Wohlgefallen gesund erhalten und mich vor allem Uebel und Schaden behüten. Sey du mein gewaltiger Schutz, meine große Stärke, mein Schirm wider die Hitze, meine Hütte wider den heißen Mittag, meine Hut wider das Straucheln, meine Hülfe wider den Fall, auf daß mich kein Uebel treffe. O gütiger Gott, weil die Stunde auch da ist, auf⸗ zustehen vom Schlaf der Sünden und aller Ungerechtigkeit, sin⸗ temal unser Heil jetzt gar nahe ist, denn die Nacht ist vergan⸗ gen, und der Tag herbeikommen, so hilf, daß wir ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts, auf daß wir ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Geilheit und Unzucht, nicht in Hader und Neid, sondern daß wir anziehen Jesum Christum in wahrem Glauben undechristlichem Wandel. Derhalben wecke mich alle Morgen, wecke mir das Ohr, daß ich mit gläubigem Herzen dein heiligel Wort höre, dasselbige in meinem Gedächtniß behalte, auf daß ih meine Ohren neige zu dem Schreien und Flehen der Armen und Elenden, dieselben in ihrer Noth nicht verlasse. Und wenn ich wieder in meiner Angst zu dir rufe, so erhöre du auch die Stimme meines Flehens, und verachte nicht das Seufzen in meiner letzten Noth. Laß mein Gebet früh vor dich kommen, Neige deine Ohren zu meinem Schreien. Erfülle uns früh mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich seyn in di unser Leben lang. Amen! Abendsegen am Dienstag. Herr, gütiger Gott, heiliger Vater, des Tages schreie il zu dir mit meiner Stimme; wenn mir angst ist, rufe ich zu din und des Abends gedenke ich an deine Güte und Treue, die du mir erzeiget hast, und sonderlich preise ich dich jetzund, daß du mich aus lauter Gnad und Barmherzigkeit, ohn all mein Ver⸗ dienst und Würdigkeit, heut diesen verschienenen Tag vor un⸗ zähligem Schaden und Gefahr, die mich hätten treffen können so ganz väterlich behütet hast, daß ich durch keinen bösen jähen Tod dem Satan heimgefallen bin, daß ich von Ungewitter, Hi⸗ gel und Blitz nicht bin versehret worden, daß mich große Stumm winde nicht beschädiget haben, und daß mich der böse Feind nah seiner höllischen Sucht auf keine andere Weise hat dürfen anta⸗ sten. hitte mir v than wahr vor a auch vor a ohn g in Fi schein hist e Dunk mir, auf nein meine Land genei denn mich und 1 ter ur denn meine eine t denn Sege nschlie⸗ rhalten hu mein ider die t wider lich kein ist, auf— eit, sin⸗ vergan⸗ gen die t, auf sen und d Neid; lauben Norgen, heilige daß ich Armen d wenn luch die izen in ommen. rüh mit in dit reie ih zu dit „die du daß du in Ver⸗ vor un⸗ können, n jähen ter, Ho⸗ Sturm⸗ nd nach n anta⸗ Morgensegen am Mittwoch. 485 sten. Dafür sag ich dir jetzt und allezeit Lob und Dank und hitte dich um des bittern Leidens Jesu Christi willen, du wollest mir verzeihen alle Mißhandlungen, so ich heut wider dich ge⸗ than habe, und mich die zukünftige Nacht auch gnädiglich be⸗ wahren vor meinem Widersacher, dem leidigen Teufel, sowie bor allem Schrecken und Entsetzen des Nachts. Behüte mich auch mit allem, was ich habe, vor Wassers⸗ und Feuersnöthen, vor allem Uebel Leibes und der Seelen. Laß mich geruhiglich ohn alle Sorg und Bekümmerniß einschlafen, auf daß ich auch in Finsterniß das Licht deines göttlichen Glanzes über mich scheinend möge sehen mit den Augen meines Herzens; denn du hist ein helles und wahrhaftiges Licht, welches da erleuchtet alle Dunkelheit, die uns umfangen hat. Du, Herr Gott, bist bei mir, du bist mein Fels, mein Burg, mein Erretter, mein Hort, zuf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und nein Schutz. Herr, mein Gott, zu dir breite ich des Nachts neine Hände aus; komme zu mir, wie ein Spatregen, der das Land befeuchtet. Bleibe bei uns, Herr; denn der Tag hat sich geneiget, und ist Niemand, der uns in dieser Finsterniß schütze, denn du allein, unser Gott. Eile mir zu helfen und schütze mich in dieser Nacht, daß mein Geist in Sünden nicht entschlafe, und meinem Leibe kein Uebel widerfahre. Wecke mich zu rech⸗ tet und bequemer Zeit, und laß mich hören Freud und Wonne; denn ich habe Lust zu deinem Wort und Zeugnissen; die sind meines Herzens Trost. Gib, daß für meine Ohren nicht komme eine traurige Botschaft, und wende die Angst meiner Seelen; denn du kannst allein mein Leben fristen und mich mit allerlei Segen erfüllen in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen! Morgensegen am Mittwoch. Allmaͤchtiger, barmherziger Gott, nachdem alle deine Crea⸗ turen dich ohne Unterlaß loben und preisen sollen, welches auch thun die Vögel unter dem Himmel, die früh gegen dem Tage nit ihrer Stimme aufs lieblichste dich, ewigen Gott, als ihren Herrn und Schöpfer rühmen, so danke ich dir jetzt auch von Herzen, daß du mich die vergangene Nacht und alle vorige Zeit meines Lebens unter deinem Schutz und Schirm bis auf diese gegenwärtige Stunde erhalten hast, und mich aus dem Schlaf und Finsterniß dieser Nacht erwecket, fröhlich und gesund hast 486 Abendsegen am Mittwoch. lassen aufstehen. Ich bitte dich durch die heilwärtige Aufersteh⸗ ung Jesu Christi von den Todten, du wollest mich fürder aut behüten vor allem Unglück und Uebel, sammt Allen, die mir mit Blutsfreundschaft und sonsten verwandt sind. O Hen, hilf deinem Volk und segne dein Erbe, und weide sie und g⸗ höhe sie ewiglich. Du wollest mich auch in dieser Frühstunde mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, daß ich heut mit Freuden diesen ganzen Tag in deinen Geboten, ohne alle Todsünde zu⸗ bringe. Erzeige mir deine Gnade; wie eine Thauwolke diz Morgens und wie ein fruchtbarer Thau, der früh Morgens sich ausbreitet und das Land befeuchtet, also wollest du deine Gün über mich ausstrecken, mein träges Gemüth erfrischen, daß ih wacker und fröhlich deinen Willen thue. Regiere mich mit dei⸗ nem heiligen Geist, daß ich dir mit reinem Herzen möge dienen in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, die dir gefällz ist. Behüte mich, daß ich heut nicht wider dich sündige und et⸗ wan mein Gewissen beflecke mit fleischlichen Lüsten, welche wi⸗ der die Seele streiten. Bewahre auch meine Zunge vor Bosen und meine Lippen, daß sie nicht falsch reden oder trügen Schandbare Wort und Narrentheiding, die den Christen niht geziemen, laß ferne von mir seyn. Hilf, daß ich mit meinen Lippen Niemand ärgere noch afterrede, urtheile oder verdamm, auch Niemand lästere oder schmähe. O daß ich könnt ein Schlaß an meinen Mund legen und ein fest Siegel auf mein Mall drücken, daß ich dadurch nicht zu Fall käme, und meine Zunge mich nicht verderbete! Gib Gnade, daß ich mich selbst in mei⸗ nen Gebrechen erkenne und strafe, damit ich nicht in dein ge⸗ streng Urtheil und Gericht falle. Solches verleihe mir, ewihn Gott, durch Christum, deinen lieben Sohn. Amen! Abendsegen am Mittwoch. O du heilige Dreifaltigkeit, in Einem göttlichen Wesen, der du bist mein Leben, Heil und ewiger Trost, dir sage ich mit Mund und Herzen Lob und Dank, daß du mich diesen Tag üha gnädiglich behütet hast. Ich bitte deine göttliche Güte, du wob lest alle meine Missethat bedecken, allermeist aber, was ich hent wider dich und deine heilige Gebote mit meiner Zungen, ui unnützen, vergeblichen Worten, mit Afterreden und sonsten gi⸗ sündiget habe, und wollest mich diese zukünftige Nacht auch be⸗ wahr ich al dein rechti änd ewige zigkei erfrer Wah: mich des 2 die K stehe mir. sein“ sein? Sege rit baren digen zwisc und j Irae allen daß f ten S nimm meine gen, Feind lfersteh⸗ der auc die mi 9 Hen, und er⸗ ihstunde Freuden inde zu⸗ Ake des gens sich ne Güte daß ih mit dei⸗ e dienen gefälih und et⸗ lche wi⸗ r Bösen trügen en nicht meinen rdamme, Schloß n Maul e Zunge in mei⸗ dein ge⸗ „ewiger Wesen, ich mit ag üba du wol⸗ ich heut en, mi isten ge⸗ auch be⸗ Morgensegen am Donnerstag. 487 wahren vor allem Schaden und Gefahr; denn zu dir allein habe ich all mein Vertrauen. Gott, wie dein Name ist, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Ende; deine Rechte ist voll Ge⸗ rechtigkeit. Darum befehle ich meinen Leib und Seele in deine Hände. So gebenedeie mich nun die göttliche Majestät, und heschirme mich die heilige Dreifaltigkeit, und erhalte mich die wige Einigkeit. Es beschütze mich die unermeßliche Barmher⸗ zigkeit, es vertheidige mich die unaussprechliche Mildigkeit, es efreue mich die unendliche Süßigkeit, mich bedecke die höchste Wahrheit Gottes, mich stärke die tiefeste Erkenntniß Christi, nich bewahre die grundlose Gütigkeit des Herrn. Die Gnade des Vaters regiere mich, die Weisheit des Sohns erquicke mich, die Kraft des heiligen Geistes erleuchte mich. Mein Schöpfer stehe mir bei, mein Erlöser helfe mir, mein Tröster beiwohne mir. Der Herr segne mich und behüte mich; der Herr erleuchte sein Angesicht über mich und sey mir gnädig; der Herr erhebe sein Angesicht auf mich und gebe mir Friede. Dieser Schutz und Segen der einigen und ewigen Gottheit sey heut und allzeit zwischen mir und allen meinen Feinden, sichtbaren und unsicht⸗ haren, daß sie sich zu mir nicht können nahen, noch mich beschä⸗ digen. Gleichwie die Wolkensäule in der Wüsten sich machte zwischen das Heer der Egypter und das Heer Ifrael, daß diese und jene nicht konnten zusammenkommen, damit den Kindern Ifrael kein Leid widerführe; also wollest du zwischen mir und alen meinen Feinden eine Feuermauer und Unterschied seyn, daß sie mich nicht berühren. Erhalte mich auch an meinem letz⸗ ten Stündlein, wenn meine Augen nimmer sehen, meine Ohren nimmer hören, und wenn meine Zunge nimmer redet, wenn meine Hände nimmer greifen, und die Füße nimmer gehen mö⸗ gen, so stehe mir bei, du hochgelobte Dreifaltigkeit, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen! Morgensegen am Donnerstag. Herr Jesu Christe, der du bist das ewige, wahre Licht, welches da vertreibet die Finsterniß des Nachts und Schatten des Todes, deinen Namen will ich rühmen, dir will ich lobsin⸗ gen und danken, daß du mich in dieser Nacht so gnädiglich be— hütet und aus der Finsterniß an das Licht gebracht hast. Mich hast du bewahret vor dem Grauen des Nachts, vor den Pfeilen, 488 Abendsegen am Donnerstag. die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern schlei⸗ chet, vor der Seuche, die im Mittag verderbet. Auch hast du meine Seele mit deinem Schild umringet und bewachet, wie ein Hirt seine Heerde bewachet. Dazu alles, was ich habe, ii g durch deine große Barmherzigkeit unversehrt behütet worden. Für solchen gnädigen Schutz und alle deine Wohlthaten sey dit Lob und Preis gesagt; von deiner Macht will ich reden und des Morgens deine Güte rühmen; denn du bist meine höchste Zu⸗ versicht, meine feste Burg, meine starke Hülfe, mein treuer Gott, auf den ich traue; du erfreuest mein Herz und machest mir fröh⸗ lich das Angesicht. Ich bitte dich durch deine heilige Gebutt und Menschwerdung, du wollest an diesem Tage deine Barm⸗ herzigkeit über mich lassen aufgehen und hervorbrechen, wie die schöne Morgenröthe, und zu mir kommen, wie der Frühregen. Erleuchte meine blinde Natur und verdunkelt Herz mit den Glanz deines göttlichen Lichtes, auf daß du in meinem Herzen aufgehest, der du bist der rechte Morgenstern und das wahrhaf⸗ tige Licht, welches erleuchtet die Menschen zum ewigen Leben. Behüte mich auch heut vor allem Uebel, sey mir gnädig, Hert; denn auf dich harre ich, meine Seele wartet auf dich von einet Morgenwache bis zur andern. Sey du mein Arm früh, daßl mein Heil zur Zeit der Trübsal. Beschirme mich an Leib und Seele, daß mir kein Uebels begegne, und keine Plage zu mir nahe. Treibe fern von mir alle böse Geister, stehe du bei mir wider die Boshaftigen, tritt zu mir wider die Uebelthäter und schütze mich, daß die Hand der Widerwärtigen mich nicht he— rühre. O Herr, unser Gott, fördere das Werk unserer Hände bei uns, ja das Werk unserer Hände wollest du fördern, und unsere Arme stärken, auch unsere Finger lehren halten deine Gebote, daß wir heut nicht wider dich sündigen. Solches ver⸗ leihe uns um deiner Barmherzigkeit willen, welche für und fiir währet in Ewigkeit. Amen! Abendsegen am Donnerstag. Geñlobet sey Gott der Vater durch Jesum Christum in heiligen Geist, ein einiger, ewiger Gott, der durch seine man⸗ nigfaltige Güte mich armen Sünder und elenden Menschen heut diesen Tag gnädiglich bewahret hat vor allen feurigen Pfeilen des Satans, die des Tages fliegen, vor der Seuche, die in verlei und i daß i und 1 Indes mäßie temal komm digeu Scha ret in Gott, schlei⸗ hast du et, wie abe, ist vorden. sey dit ind des ste Zu⸗ r Gott, ir fröh⸗ Gebutt Barm⸗ wie die hregen. it den Henn ahrhaf Leben. „Hert; n einet 9„ dazu ib und zu mir bei mi ter und icht be⸗ Hände n, und n deine es hir⸗ und für tum in e man⸗ en heut Pfeilen die in Morgensegen am Freitag. 489 Mittage verderbet, dazu vor dem jähen schnellen Tod, und vor alem Schaden väterlich behütet. Herr, deine Güte reichet, so hoch der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Du bist gnädig und barmherzig; alle deine Werke sind löblich. Ich bitte dich, mildreicher Gott, du wollest mir aus Gnaden verzeihen alles, was ich heut wider dich gethan habe, es sey mit Werken, Worten und Gedanken. Wollest auch deine Barmherzigkeit zu mir richten und mich die zukünftige Nacht lassen einschlafen und ruhen, daß ich dich, der du bist die ewige Ruhe, nun und nimmermehr verlasse, sondern in dir bleibe durch den Glauben und unter deinem Schirm sicher wohne, auf daß sich der böse Feind nicht dürfe zu mir nahen und mir keinen Schaden könne zufügen. Herr, du bist mein Licht und mein aar vor wem sollt ich mich fürchten? Du bist meines Lebens raft; vor wem sollte mir grauen? Auf dich verlässet sich mein Herz, und mir ist geholfen. Du bist mein Trost und gewaltiger Schutz, deine rechte Hand stärket mich, deine Rechte tröstet mich, und unter dem Schirm deiner Arme habe ich Zuflucht. Siehe, mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du mir, und des Nachts schweige ich auch nicht, und du erhörest mich. Wenn ich nich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir; denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel ruhe ich; meine Seele hanget dir an, deine rechte Hand erhält mich. Wenn ich im Finstern sitze, so ist doch der Herr mein Licht und mein Heil. O gütiger Gott, verleihe mir Gnad, daß, wenn mein Sterbstündlein herzunahet, und ich ins Todbette zur ewigen Ruhe mich soll niederlegen, daß ich durch deine Hülfe im rechten, festen Glauben getrost und unverzagt möge seliglich zum ewigen Leben einschlafen. Indeß enthalte mich dir, daß ich allzeit wache, nüchtern und näßig lebe und in christlicher Bereitschaft erfunden werde, sin⸗ temal ich nicht wissen kann, zu welcher Stunde du, unser Gott, kommen wirst und mich von hinnen abfordern, auf daß ich wür⸗ dig werde, zu stehen vor des Menschen Sohn, und nicht zu Schanden werde in seinem Gericht, der mit dir lebet und regie⸗ ret in Ewigkeit. Amen! Morgensegen am Freitag. Gebenedeiet sey Gott, mein Schöpfer; gebenedeiet sey Gott, mein Heikandz gebenedeiet sey Gott, mein höchster Trost, 490 Danksagung für das Leiden Christi. der mir gibt Gesundheit, Leben und Segen, der mein Schuh und Hülfe ist und mich an Leib und Seele nach seiner großen und hochberühmten Barmherzigkeit in dieser vergangenen Nasht vor mancherlei Beschädigung des Satans behütet und gesund an diesen Tag hat kommen lassen. Ich bitte dich, himmlischn Vater, durch den blutigen Schweiß Jesu Christi, deines lieben Sohns, du wollest mich heut diesen Tag auch in deinen göttl⸗ chen Schutz nehmen, mich beschirmen und handhaben, innerlih und äußerlich, daß mir kein Arges widerfahre; denn in deine Hände thu ich befehlen heut und alle Tage mein arme Seelt, meinen elenden Leib, mein dürftiges Leben, meine Sinne, Ve⸗ nunft, Verstand und Anschläge, alle meine Gedanken, Wort und Werke, mein Thun und Lassen, meinen Eingang und Ausganh, mein Gehen und Stehen, mein Sitzen und Liegen, meinen Wl⸗ len und Rathschlag, mein Dichten und Trachten, meinen Glu⸗ ben und Bekenntniß, und was ich auswendig und inwendiz bin und vermag, das Ende meines Lebens, den Tag und de Stunde meines Todes, mein Sterben und Auferstehen. Ohen Gott, schaffe du es mit mir, wie du willst und weißest, was n deiner Ehr und zu meiner Seligkeit das Beste ist. Erhalte mih in deiner Furcht und wahrer Erkenntniß. Behüte mich vor den Werken der Ungerechtigkeit und so ich etwa wider dich aut Gebrechlichkeit würde sündigen, so bitte ich dich, du wollest dein Barmherzigkeit nicht von mir nehmen, deine Gnade nicht vn mir wenden, deine Hülfe mir nicht entziehen; denn es ist son kein anderer Gott noch Helfer, vor dir ist kein anderer gemaht so wird auch nach dir kein anderer seyn; du, du bist der Eist und der Letzte, und außer dir ist kein Gott. Darum rufe ich su dir allein: laß deine Güte über mich walten, laß mich früh hi⸗ ren deine Gnade; denn ich hoffe auf dich; leite meinen Fuß a rechter Straßen, daß ich nicht wandele im Rath der Gottloseh noch trete auf den Weg der Sünder, noch'sitze, da die Spölin sitzen, sondern daß ich all meines Herzens Lust und Liebe hal zu deinem Wort und Geboten und in denselbigen mich übe Iu und Nacht, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen! Danksagung für das Leiden Christi. Ich danke dir, Herr Jesu Christ, wahrer Gott und Menst daß du mich armen Sünder und verdammten Menschen ohn l meine Werke, Verdienst und Würdigkeit durch dein heilig l⸗ bet n Schuh r großen en Naht 5. gesund nmlischer lieben innerlih in deine ie Seels ne, Ver⸗ Vort und lusgang nen Wi⸗ en Glau⸗ nwendiz und die O Hen „was alte mith vor den dich aul lest deine licht von! ist sou gemacht der Erst ufe ich zl früh hi⸗ Fuß auf zottloses Spötli iebe habe übe da en! ) Mensch ohn al eilig H⸗ Abendsegen am Freitag. 491 den, Sterben und Blutvergießen erlöset hast. O Herr Jesu Christe, wie groß ist dein Leiden! wie schwer ist deine Pein! wie viel ist deiner Marter, wie tief sind deine Wunden, wie bit⸗ ter und schmerzlich ist dein Tod! wie unaussprechlich ist deine Kebe, damit du mich deinem lieben Vater versöhnet hast, da du am Oelberg blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzet, daß die Blutstropfen auf die Erden gefallen, und daselbst von allen deinen Jüngern verlassen, in die Hände der schnöden Ju⸗ den und gottlosen Schaar dich willig für mich ergeben, welche dich hart und ungeschwungen gebunden, von einem ungerechten Richter zum andern unbarmherzig geführet. Daselbst bist du fülschlich verklaget, verurtheilet und verspeiet, verhöhnt und mit Fäusten in das Angesicht geschlagen worden; du bist um unfrer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zer⸗ schlagen, gegeißelt und mit Dornen gekrönet und jämmerlich zu⸗ gerichtet, wie ein armer Wurm, der nicht einem Menschen ähn⸗ lich gewesen; denn du warest der Allerverachtetst und Unwer⸗ thest, voller Schmerzen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisch Herz erbarmet hat und gesagt: sehet, welch ein Mensch ist das! Du bist von wegen meiner Mißhandlung mitten un⸗ ter zweien Uebelthätern gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in dei⸗ nem höchsten Durst mit Essig und Gallen getränkt, und mit großen Schmerzen hast du deinen Geist aufgegeben, auf daß du unsere Schuld bezahlest, und wir durch deine Wunden geheilet würden. O Herr Jesu Christe, für diese und andere alle deine Marter und Pein sage ich dir Lob und Dank und bitte dich: laß dein heiliges, bitter Leiden und Sterben an mir nicht ver⸗ loren seyn, sondern gib/ daß ich mich desselben zu jeder Zeit von Herzen tröste und ruhme, auch dasselbige also begehe und be⸗ trachte, daß alle böse Lüste in mir ausgelöschet und gedämpfet, dagegen aber alle Tugenden eingepflanzet und gemehret wer⸗ den, auf daß ich, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit lebe und deinem mir gelassenen Vorbild nachfolge, in deine Fuß⸗ stapfen trete, das Uebel mit Geduld vertrage und das Unrecht mit gutem Gewissen leide. Amen! Abendsegen am Freitag. Geulobet sey der Herr, der allein Wunder thut, und gelo⸗ bet sey sein heiliger Name ewiglich, und alle Lande müssen sei⸗ Morgensegen am Sonnabend. ner Ehre voll werden. Ich will täglich rühmen von Gott, und des Abends soll ihm mein Mund danken für und für. Denn wenn ich schreie, so erhöret er mich, und wenn ich flehe, so nei⸗ get er seine Ohren zu mir; wenn ich bete, merket er auf meim Stimme. Der Herr ist meine Zuversicht und Stärke, eine Hülse in den großen Nöthen, die mich troffen haben. Darum sage ich dir, ewiger Gott, Lob und Preis, daß du mich heut diesen Tag väterlich behütet hast vor allem Unfall und Schaden, so mir hätten können begegnen. Mein Herz ist fröhlich, und meine Seele preiset dich um alle deine Güte und Barmherzig keit. Meine Zunge soll ihr Gespräch von dir haben und immer su⸗ gen: hochgelobet sey Gott, gesegnet sey sein heiliger Namel Ich bitte dich, du wollest mir aus Gnaden nachlassen alles, was ich heut wider dich gefündigt habe, und mich diese zukünftige Nacht sammt allem, was mir zustehet, auch schützen. Sey di mein Schild und mein Schatten über meiner rechten Hand. O Herr, behüte mich vor allem Uebel, hehüte meine Seele, sey mit gnädig; denn auf dich allein traue ich. Ich hoffe auf den Herm und rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meines Jam⸗ mers ein Ende machet. Siehe, der mich behütet, schläfet nicht. Siehe, der Hüter Ifrael schläft noch schlummert nicht; er wird meinen Gang erhalten auf rechter Bahn, daß ich nicht strauchele, und meine Tritt nicht wanken; er wird meinen Fuß nicht glei⸗ ten lassen, denn sein Wort ist ein Licht auf meinen Wegen Darum wenn ich mich lege, so werde ich mich nicht fürchten, son⸗ dern süße schlafen und werde mich nicht fürchten vor plötzlichen Schrecken, noch vor dem Sturm der Gottlosen, wenn er kommt; denn du behütest meinen Fuß, daß er nicht gefangen werde, und errettest mich von den Stricken des Todes. O Herre Gott, er⸗ hebe über mich das Licht deines Antlitzes, auf daß ich mich lege und schlafe ganz mit Frieden und sicher wohne unter deinen Schirm; denn du allein, Herr, hilfest mir. Auf deinen Namen will ich mich nun zur Ruhe niederlegen und meine Augenliedet lassen schlummern. Du, Herr Gott, wirst mich sröhlich wieder erwecken zu Lob und Ehr deiner göttlichen Majestät, durch Je⸗ sum Christum, unsern Herrn. Amen! Morgensegen am Sonnabend. du wahrer, unsterblicher Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, zu dir erhebe ich mein Gemüth mit schuldiger Dankbar⸗ gerat Wille führe Wan! Rsu. deine tt, und Denn so nei⸗ fmeint ie Hülfe sage ich sen Tag so mit vmeine rzigkkeit. mer sa⸗ Name! es, waz ünftige Sey di ind. O sey mit Herm 8 Jam⸗ t nicht. er wird auchele, ht glei⸗ Wegen. en, son⸗ hlichem kommt; de, und ott, er⸗ ich lege deinen Namen nliedet wieder rch Je⸗ n Jesu nkbar⸗ Abendsegen am Sonnabend. 493 krit; deine Gerechtigkeit will ich nicht verbergen in meinem Her⸗ zen, von deiner Wahrheit und von deinem Heil will ich reden, ich will nicht verhehlen deine Güte und Treue vor der großen Gemeine, und alles, was du mir Gutes gethan hast, will ich nicht verschweigen; denn es ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Mor⸗ gens deine Gnade und des Abends deine Wahrheit verkündi⸗ gen. Darum preiset dich meine Seele, daß du mich in dieser Nacht durch deine überschwängliche Barmherzigkeit beschützet hast. Gesegnet bist du, Herr Gott Zebaoth, der du dich gnä⸗ dig erzeigest Allen, die nach dir fragen und dein Heil lieben. Hesegnet ist dein großer Name in allen Landen, der unser Schutz ind Hülfe ist. Gesegnet sind alle deine Werke, die du an den Menschenkindern thust. Ich bitte dich, du wollest mich heut die⸗ sen Tag auch behüten, daß mir der böse Feind keinen Schaden zufüge, und die Hand der Gottlosen mich nicht berühre. Herr Gott, mein Heiland, früh wache ich zu dir, früh rufe ich zu dir: hilf, daß ich die Werk meines Berufs und was mir befohlen st, fleißig und treulich ausrichte zu deinem Lob und meines Nächsten Besserung, damit ich das Licht dieses Tages und dei⸗ ner Creaturen nicht mißbrauche zur Sünde oder zur Eitelkeit, dich nicht beleidige mit meinem Thun und Lassen, und den Bund meiner heiligen Taufe nicht übertrete. Verleihe mir auch Gnade, daß ich mich hüte vor den sechs Stücken, die du hassest, und vor dem siebenten, daran du einen Greuel hast, als da sind hohe Augen, falsche Zungen, Hände, die unschuldig Blut vergießen, ein Herz, das mit bösen Tücken umgehet, Füße, die behend sind, Schaden zu thun, falscher Zeuge, der frech Lügen redet, und der Hader zwischen Brüdern anrichtet. Vor solchen und dergleichen Kstern bewahre mich, mein Gott, daß ich nimmermehr darein gergthe, oder bewillige, sondern lehre mich thun nach deinem Willen; denn du bist mein Gott und Herr, dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn, daß ich dir diene in unsträflichem Wandel, dazu all mein Thun und Leben dir gefalle in Christo Rsu. Amen! Aun Abendsegen am Sonnabend. ö Lob sey dir, du höchster und unsterblicher Gott, Lob sey deiner milden Güte und Barmherzigkeit, Lob sey deiner ewigen —— —— SD —22 494 Abendsegen am Sonnabend. Weisheit und Wahrheit, der du mich diesen Tag vor allem Schaden und Uebel behütet hast. Ich bitte dich, du wolles deine Güte, so du an mir angefangen hast, gnädiglich vollenden und mich heut diese Nacht auch lassen ruhen unter deinem höch⸗ sten Schirm und mich mit deinen Fittigen bedecken. Laß meine Zuversicht seyn unter dem Schatten deiner Arme, daß ich kein Unglück fürchte. Behüte mich, mein Gott, wie einen Augapfel beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. Herr, du bis mein Gut und mein Erbtheil; mein Heil stehet in deinen Hän⸗ den; hilf mir durch deine Güte, daß nicht Furcht und Zittem über mich komme und mich Grauen des Nachts nicht überfalle Sey mir gnädig, denn auf dich trauet meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht. Ich suche dn Herrn in meiner Nothz meine Hand ist des Nachts ausgestret und lässet nicht ab; denn meine Seele hat sonst keinen Troßß so weiß ich auch von keinem Helfer im Himmel und auf Erden, denn von dir allein. Zu Mitternacht, so ich erwache, gedenkih an deinen Namen, daß er so lieblich ist, und an deine Güte md Treue, die du mir erzeiget hast, und danke dir für die Reht deiner Gerechtigkeit. Wenn ich betrübt bin, so denke ich u Gott; wenn mein Herz in Aengsten ist, so rede ich von meinen Heiland; denn er führet meine Seele aus dem Verderben u errettet mich von den Banden des Todes. Herr Gott, mii Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir, daß du mir vergl⸗ ben wollest alle meine Mißhandlungen, damit ich diese Woche und heut wider dich gethan habe. O Herr, errette meine Sah um deiner Barmherzigkeit willen. Du bist gnädig und gerahh und unser Gott ist barmherzig. Der Herr behütet die Einfih tigen. Wenn ich niederliege, so hilft er mir auf. Darum wi ich fröhlich seyn und dich preisen und rühmen auf meinem I⸗ ger; denn die Zeit meines Lebens wird mir aufgehen, wie N Mittag, und das Finster wird mir ein lichter Morgen seyn, u werde mich des trösten, daß du, Gott, meine Hoffnung u Ruhe bist im Leben und Tode. Ich werde mich legen, und M⸗ mand wird mich aufwecken. So befehl ich nun mein Leih i Seele in deine Hände, du treuer Gott; du hast mich erlot durch Jesum Christum, unsern Herrn Amen! ö Mense ebore Aindh schwer ind E allen tet, dii Namer densell Trüge versäu habe i ihn ge schehen Bund dich ge len, h. velche ser, de Wbi Himm ind m. zen S hart be ind sie Gnade deiner nir ar gahlun lieben r allem wolles ollenden M höch⸗ 5 meine ich kein ugapfel, „du bist en Hän⸗ Zittem berfalle nd untet uche den Sgestrett n Trost f Erden, edenk ih hüte ud ie Recht ke ich u meinen rben d tt, min lir verge⸗ Wochen ine Seih d gerecht e Einfil Hum wil inem H⸗ „wie du seyn/ mung u und M⸗ Leib md ich erlost Beicht⸗-und Communiongebete. 49⁵ Heicht- und Communion⸗Gebete. Sündenbekenntniß vor Gott. x Gerechter Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender Rensch bekenne, daß ich nicht allein in Sünden empfangen und geboren bin, sondern auch die ganze Zeit meines Lebens, von Kindheit auf bis auf diese gegenwärtige Stunde, mit vielen shweren Sünden zugebracht habe; denn ich dich, meinen Herrn ind Gott, nicht von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von llen Kräften und von ganzem Gemüthe geliebet und gefürch⸗ let, dir auch nicht über alle Dinge vertrauet, deinen heiligen Mmen nicht von Herzen angerufen und gepreiset habe, sondern henselbigen mißbrauchet mit Fluchen, Schwören, Lügen und aügen; die Predigt deines heiligen Worts habe ich oftmals bersäumet, verachtet, mich gar wenig daraus gebessert. Auch habe ich meinen Nächsten nicht geliebet ahs mich selbst, sondern ihn gehasset, verachtet, beleidigt, Schaden gethan und lassen ge⸗ scehen, habe mich also alles Bösen lassen gelüsten, und den dund meiner heiligen Taufe übergangen. Und wie ich wider dih gesündiget habe, es sey mit Werken, Worten oder Gedan⸗ len, heimlich oder öffentlich, und alle meine verborgene Fehler, welcher du, als ein Herzenskündiger, mich schuldig weißest bes⸗ ser, denn ich selbst, die bekenne ich mit herzlicher Reue und Leid. Ich bin ja ein unnützer Knecht, und habe gesündiget in den Himmel und vor dir, bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße und meine Augen zu dir aufhebe, denn ich dich mit vielen gro⸗ jen Sünden heftig erzürnet, meine arme Seel und Gewissen hart beschweret habe, welche mich drücken, und wie eine schwere Last ind sie mir zu schwer worden: so komm ich doch in der Zeit der naden und wende mich von deiner strengen Gerechtigkeit zu deiner grundlosen Barmherzigkeit. O Herr Gott, sey gnädig mur armen Sünder, vergib mir meine Sünde, nimm an zur Be⸗ ahlung derselbigen den unschuldigen Tod Jesu Christi, deines liben Sohnes, verleihe mir Besserung meines Lebens. Amen! 496 Gebet vor der Beichte. Gebet vor der Beichte. Almächtiger Gott, himmlischer Vater, dieweil ich jetzt an Erkenntniß meiner Sünden, zu Stärkung meines schwachen Glaͤubens, hingehen will zur Beichte, allda die Absolution un Vergebung der Sünden zu empfahen, so bitte ich dich von Hei— zen: gib mir deinen heiligen Geist, daß ich dieses hohe Gm— denwerk mit rechtem Glauben und christlichem Verstande au— sehen und bedenken möge, und dann nicht zweifeln, sondern fis und gewiß glauben möge, was der Diener deines Worts alhe in der Beichte und Absolution nach deinem Befehl mit mir n⸗ det und handelt, daß dem allen eigentlich und gewiß also seh und daß du selbst in der Stimme deines Dieners mich allda vn meinen Sünden absolvirest und entbindest. Gib auch, daß ih mich dieser Entbindung und Absolution jetzt und allezeit trostn möge, zu gewisser Versicherung deiner Gnade und des ewigth Lebens, durch deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland, Chi⸗ stum Jesum. Amen! Gebet nach der Beichte. O allmächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und V⸗ ter, ich sage dir von Grund meines Herzens Lob, Ehr und Danl für diese große Gnade und Wohlthat, die du mir jetzt so vältz lich erzeiget hast, indem du mich armen Sünder abermal i. Gnaden angenommen, und mir durch die heilige Absolution all meine Sünden verziehen und vergeben und das ewige Lehen aufs Neue wiederum zugesaget und versprochen hast, um dein lieben Sohnes Christi Jesu willen. Ich bitte dich herzlich, A wollest mich in solcher Gnade allezeit väterlich erhalten, und m deinen heiligen Geist verleihen, daß ich dieser jetzt empfangeng gnadenreichen Vergebung festiglich glaube, und mich derselhe jetzt und allezeit in allen Anfechtungen und Widerwärkigkeith trösten, und mich daher alles Guten zu dir versehen möge. Vn⸗ leihe mir auch die Gnade deines heiligen Geistes, daß ich d Sünden hinfort je länger je feinder werde, mich davor fleißh hüte, und meinem Fleische nicht mehr seinen Willen lasse, sündigen, sondern daß ich demselben durch ein stark Gebet il meinem Beruf widerstehen und mein ganzes Leben nach deinen Willen anstellen uud führen möge. Und was ich darin l schwac Seufz les W helfen. und H Ge ber sag men, d hunger arme, der ew bens, O du nit de aus di hebe,! vertritt ewiger heilige * heilige würdig bloödes den mi Mmen! jetzt au hwachen tion m Hvon Her⸗ he Gm⸗ inde an⸗ dern fis rts allde mir r⸗⸗ also seh llda vnn „daß ih it trösten ewigen d, Chii⸗ und Vi⸗ nd Danl so vätel⸗ ermal i ition all ge Leben m deing Zlich, x und mi fangenn derselber ctigkeitn ge. Vn⸗ ich du or fleit lasse, Gebet in h deinen darin z Gebet vor Empfahung des h. Abendmahls ꝛc. 497 schwach bin, wie ich dir denn meine Schwachheit mit tiefem Seufzen noch immerdar bekenne, so wollest du durch dein star⸗ kes Wort und heiligen Geist mir beistehen und überwinden helfen. Alles um und durch deinen lieben Sohn, meinen Herrn und Heiland, Jesum Christum. Amen! Gebet vor Empfahung des heil. Abendmahls. Herr Jesu Christe, der du mit deinem heiligen Munde sel⸗ ber sagest: Wer hungerig und durstig sey, der soll zu dir kom⸗ nen, du wollest ihn speisen und tränken, daß ihn nimmermehr hungern und dürsten soll. Ach Herr, hier kommt zu dir eine uume, hungerige und dürstige Seele nach einer Speis und Trank der ewigen Gerechtigkeit und Seligkeit. O du Brod des Le⸗ bens, speise mich armen Hungrigen mit deinem wahren Leib. 9 du Brunn des Lebens, tränke und erquicke mich Durstigen nit deinem wahren Blut, auf daß ich, gesättigt und erquicket, aus diesem Jammerthal mich zu dir hinauf in den Himmel er⸗ hebe, da du sitzest zur Rechten deines himmlischen Vaters und bertrittst uns, da ich dich alsdann ohne Hunger und Durst, in ewiger Freud und Frohlockung sammt deinem Vater und dem heiligen Geist preisen werde in Ewigkeit. Amen! Wenn man zum Altare hingehet. O Gott, sey mir armen Sünder gnädig, gib mir deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sacrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trosten, mein Leben bessern und ewig selig wer⸗ —8 möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. men! Bei Empfahung des Leibes Christi. Sey mir willkommen, du süßer Herr Jesu Christe, mit der tlen Speise deines allerheiligsten Leibes, den du mir jetzt un⸗ ler dem Brod zu essen gibest, wie du ihn für mich in den bittern n gegeben hast! Den laß mir gedeihen zum ewigen Leben. men! 32 ⁴½ 498 Bei Empfahung des Blutes Christi. Herr Jesu, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich in rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen! Bei Empfahung des Blutes Christi. Sey mir willkommen, du süßer Herr Jesu Christe, mit den edlen Trank deines theuern Blutes, das du mir jetzt im Wen zu trinken gibest, wie du es am Kreuz vergossen hast, zur Vn⸗ gebung der Sünden. Das laß mir gedeihen zum ewigen L ben. Amen! Herr Jesu, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich in rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen! Wenn man vom Altare hinweg gehet. O Herr Jesu Christe, mit was Herzen, Zunge und Wor⸗ ten soll ich deine große Güte aussprechen, so du mir jetzt hi widerfahren lassen, indem du dich selber mit allem, was dein i und dir zugehöret, mir geschenket und gegeben hast. Ach, lj dir gefallen die geringe, demüthige Rede meines Mundes, un sey mit dem einfältigen Lob zufrieden, das ich dir jetzt in diesn meinem gebrechlichen Fleisch und Blut sagen kann, bis du nit gar zu dir einholest, da ich dich von Angesicht zu Angefstt schauen und mit allen Engeln und Auserwählten ohne Aufhi⸗ ren ehren und preisen werde. Amen! Herr Jesu. Amen! Danksagung nach dem heil. Abendmahl. 1. O du mein lieber Herr Jesu Christ, ich sage dir hu lich Lob und Dank, daß du mich jetzo abermal väterlich an de⸗ nem Tische mit deinem Leib und Blut gespeiset und getränte hast, und bitte dich von Herzen: laß mir solches gedeihen u Stärkung meines Glaubens, zu sicherer Begleitung aus diisn Jammerthal in das ewige Leben. Amen! ö 2. O Jesu Christe, unser rechter und ewiger Hoherhrt ster, der du sitzest zur Rechten Gottes auf dem Stuhl der M⸗ jestät im Himmel und bist ein Pfleger der heiligen Güter u der wahrhaftigen Hütten, die nicht mit der Hand gemacht i du bist durch dein eigen Blut einmal in das Heilige eingehth gen und hast uns eine ewige Erlösung erfunden, da du d slbst Vater bodten lebens krank i wer mi HGewisf Hilf, gi Seligk Hoffni heißun nit Re sere V das so und de lich er t. und War⸗ jetzt hi 8 dein i Ach, E6 Ides, ud in diesen 8 du mith Angesih ne Aufhi⸗ nen! hl. e dir her⸗ ch an de⸗ getränth deihen n us diesen oherhui⸗ der Mi⸗ züter m macht i eingegm a du di Gebet auf der Reise. 499 slbst ohn allen Wandel durch den heiligen Geist deinem lieben Vater aufgeopfert hast, unsere Gewissen zu reinigen von den udten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott. Wir danken dir von ganzem Herzen, daß du den schmählichen Tod am Kreuz nit willigem Gehorsam, aus herzlicher Liebe, mit großer Un⸗ sculd und unaussprechlicher Geduld, für uns arme Sünder ge⸗ itten hast, dazu dieß hochwürdige Sacrament zum ewigen Ge⸗ hichtniß und Erinnerung deiner göttlichen Huld und Treue ge⸗ gen uns, auch zu einem gewissen Unterpfand, Siegel und Ver⸗ scherung der Vergebung unserer Sünden eingesetzet und uns iu derselbigen Gemeinschaft berufen und kommen hast lassen, damit du unsere hungerige und durstige Seelen gespeiset und getränket hast zum ewigen Leben. O Herr Gott, wie ist deine liebe so groß, wie unaussprechlich ist deine Barmherzigkeit und merforschlich deine Gnade, sintemal du Niemand ausschließest von diesem hohen Abendmahl, wo sich nur ein Mensch selbst licht absondert und unwürdig machet. Wenn nun Jemand hungert oder dürstet, der wird allhie gesättiget; wer dürftig Ind arm ist, der findet allhie alle Schätze und Reichthum des kebens. Wer geängstet ist, der überkommt allhie Ruhe; wer kank ist, der erlangt die Arznei und Gesundheit der Seelen; wer mit Sünden beladen ist, der hat allhie Erquickung seines Hewissens; wer im Tode ist, der findet das ewige Leben. So ilf, gütiger Gott, daß uns dieß heilige Sacrament gereiche zur Seligkeit, und daß wir hinfort halten an dem Bekenntniß der hoffnung und nicht wanken; denn du bist treu in deiner Ver⸗ heißung, auch daß wir unter einander unser selbst wahrnehmen nit Reizen zur Liebe und guten Werken und nicht verlassen un⸗ sere Versammlung, sondern uns untereinander ermahnen und das so viel mehr, so viel wir alle sehen, daß sich der Tag nahet, und das Ende unsers Lebens herzu dringet, auf daß wir fröh⸗ lich erwarten deiner Zukunft. Amen! Gebet auf der Reise. (Aus dem alten Ansbacher Gesangbuche.) Herr Jesu Christe, du allmächtiger Hüter und Wächter Mael, unser Immanuel, der du bist der Weg, die Wahrheit Ind das Leben, in deinem Namen will ich mich jetzt auf den Veg machen; ich bitte dich von Grund meines Herzens, du wol⸗ 32* 500 Gebet im Ungewitter. lest meinen Aus- und Eingang segnen und behüten von nin an bis in Ewigkeit. Du sprichst ja: ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollt, ich will dich nit meinen Augen leiten. Ach Herr, so bewahre mich nun wie ei— nen Augapfel auf allen meinen Wegen und Stegen, richte dei— nen Weg vor mir her und leite mich in deiner Gerechtigkeit un meiner Feinde willen. Erhalte mich durch deinen heiligen Geist bei reiner Lehr und deinem heiligen Wort, daß ich nicht abweiche vom rechten Weg deiner Befehle; behüte mich vor falscher Lehn und führe mich auf rechter Straßen um deines Namens Ehre willen; sey mir gnädig um deiner Wahrheit willen und bringe mich nach glücklicher Verrichtung meiner Reise und Geschüft wieder frisch und gesund nach Hause um deiner Gerechtigkeit willen, so will ich deine Güte und Treue rühmen, so lang ih lebe, und deinen Namen loben und preisen immer und ewiglic, Amen! Herr Jesu. Amen! Gebet im Ungewitter. Großmächtiger Gott, deinem Namen sollen alle Gewal⸗ tige auf Erden Ehre bringen und dich, ewigen Gott, anbeten im heiligen Schmuck; denn du bist der Herr im höchsten Thron, du beweisest deine Kraft und Macht an allen Orten. Die Stimme des Herrn gehet auf großen Wassern, der Gott der Ehren donnert, die Stimme des Herrn gehet herrlich und nit Macht. Die Erde bebet und wird beweget, und die Grundveste der Berge regen sich. Dampf gehet aus von seiner Nasen, und verzehrend Feuer von seinem Munde, daß es davon blitzet Dein Gezelt um dich her ist finster, und schwarze, dicke Wolken, darinnen du verhorgen bist, und Dunkel ist unter deinen Fi— ßen; vom Glanz vor dir trennen sich die Wolken; der Hen donnert im Himmel, und der Höchste lässet seinen Donner aus. Du bringest hervor die Winde aus deinen verborgenen Löchem und treibest sie wieder an ihren Ort, wenn sie deinen Befehl ausgerichtet haben. Es ist dir alles unterworfen; alle Dinge erkennen dich für ihren Schöpfer und zittern vor deiner göttli chen Majestät. Die hohen Berge und die Abgründe der Tiefen erschrecken, wenn du zornig bist; der ganze Erdboden zittert, Meer und Wasser fließen vor deinem Zorn. Die Stimme des Herrn hauet wie Feuerflammen; die Stimme des Herrn erregl im 5 rette serer erhõ uns mit! treu hand ten liebe dein sern, liebe ihm wele men mög Heil on nun rweisen dich nit wie ei⸗ chte dei⸗ keit un en Geist weiche er Lehre 18 Ehrr d bringe Jeschäfte chtigkeit lang ich wiglich. Gewaͤl⸗ anbeten Thron, n. Die zott det und mit undveste sen, und blitzet Wolken, nen Fü⸗ er Hen ner aus. Löchenn Befehl Dingt göttli X Tiefen zitter, ime des werreget Danksagung nach dem Ungewitter. 501 die Wüsten: der Herr bleibet König in Ewigkeit, er wird sei⸗ nem Volk Kraft geben, der Herr wird sein Volk segnen mit srieden. O gütiger Gott, behüte uns vor deinem grimmigen Zorn, der unerträglich ist; vergib uns unsere Sündez erleuchte dein Antlitz über uns und sey uns gnädig. Bewahre unser Leib und Leben, Haus und Hof vor Entzündung des Wetters, vor Schießung der Strahlen, vor Donnerschlag und allem Ver⸗ derben. Desgleichen beschütze die Früchte auf dem Felde vor Schlossen und Hagel, vor großer Wasserfluth und vor allem Schaden. O heiliger Gott, behüte uns vor einem bösen Tode. Gott der Vater, der seinen Sohn des Kreuzes Pein für mich hat lassen leiden, erhalte mich. Jesus von Nazareth, ein König der Juden, für mich gestorben, bewahre mich. Der heilige Geist, der mich gezeichnet hat mit der Salbung und mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes, beschirme mich, daß mir kein Unfall wider⸗ fahre. Amen! Danksagung nach dem Ungewitter. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, der du gesagt hast im 50. Psalmen: rufe mich an in der Noth, so will ich dich er⸗ retten, und du sollt mich preisen! wir sagen dir von Grund un⸗ serer Herzen Lob und Dank, daß du unser Gebet in Gnaden erhöret und dieß zornige Wetter also hast vergehen lassen, daß uns dadurch an Leib und Gut kein Schade geschehen ist. Da⸗ mit hast du abermal uns zu erkennen geben wollen dein ge⸗ treues Vaterherz, daß du nicht mit uns nach unsern Sünden handeln wollest und uns nicht nach unserer Missethat zu vergel⸗ ten begehrest. Verleihe uns, barmherziger Vater, um deines lieben Sohnes Christi Jesu willen, daß wir uns nach solchen deinen ernstlichen und väterlichen Warnungen beständiglich bes⸗ sern, in deiner Furcht hinfür leben und auf die Zukunft deines lieben Sohnes uns gefaßt und täglich bereit machen, damit wir ihm mit Freuden entgegen ziehen und den neuen Himmel, in welchem Freude, Friede und Gerechtigkeit wohnen wird, einneh⸗ men und mit dir in deiner seligen Anschauung ewiglich besitzen mögen durch denselben deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, Jesum Christum. Amen! 502 Gebete für Kranke und Sterbende. Gebete für Kranke und Sterbende. Wahrend der Krankheit. 4..•9 Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und lässest Niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Versuchung also ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen, ich bitte dich in meinen großen Nö⸗ then und Schmerzen: laß mir das Kreuz nicht zu schwer wer⸗ den; stärke mich, daß ichs mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus Grund meines Herzens: erbarme dich über mich ar⸗ men Sünder, vergib mir alle meine Mißhandlungen, die ich wider dich in meinem ganzen Leben gethan habe, laß mich in Glauben nicht sinken. O Gott, heiliger Geist, du wahrer Trö— ster in aller Noth, erhalte mich in der Geduld und rechter An⸗ rufung, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Noth, leite mich aus diesem Jammerthal in das rechte Vaterland. Amen! 2. O starker, allmächtiger Gott, der du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, vergibst Sünde und Missethat, zu dir rufe ich, du wollest mir alle meine Sünden aus Gnaden verzeihen und meine Seele wider alle Anfechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hülfe und stehe mir bei, daß der Glaube in mir nicht wanke, die Hoffnung nicht verzage, die Liebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinke. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß mich im Frieden fahren; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volks Israel. An diesen Heiland glaube ich, auf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zu Schanden werden; denn du bist meine Hülfe und Stärke. Siehe mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit und wende zu mir deine väterliche Huld durch Jesum Christum, deinen Sohn, der mit seinem hei⸗ ligen Leiden und Sterben uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amen! 3. O Vater aller Gnaden, erbarme dich über meine arme Seele, vergib mir alle meine Sünde, die ich wider dich leider! etreuer derden, winne, en Nö⸗ rwer⸗ ind an e, des ir mich zu dir lich ar⸗ die ich lich in * Trö⸗ er An⸗ tht von nerthal ig und ergibst meine er alle fe und ffnung achheit mein meine et hast id zum ch, auf erden; nit den terliche m hei⸗ vorben e arme leider! Gebete für Kranke in den letzten Zügen. 503 gethan habe. Verachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin, laß den nicht um⸗ kommen, welchen du gemacht und geschaffen hast; denn auf dich hoffe ich, du bist meine Hülfe und mein Gott. O Christe, wah⸗ rer Suudel der du bist das Lamm Gottes, welches da trägt die Sünde der Welt, und mich mit deinem Blute gewaschen und gereiniget hast, ich bitte dich vurch dein bitteres Leiden, sonderlich und allermeist das du gefühlet hast zu der Stunde, da deine edelste Seele ausging von deinem allerheiligsten Leibe: erbarme dich über meine arme Seele in ihrem Ausgang und führe sie zum ewigen Leben. O Gott heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Fein⸗ des, stärke mein Vertrauen, daß ich festiglich glaube eine Ver⸗ gebung der Sünden und ein ewiges Leben. So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in deine Hände, du getreuer Gott, du hast mich erlöset, der du lebest und regierest in Ewigkeit Amen! (Die nachfolgenden Gebete sind aus dem alten Nürnberger Gesangbuche.) Ein Gebet der Umstehenden für den Kranken, der in den letzten Zügen liegt. Allmaͤchtiger, gütiger Gott, der du unser Leben erhältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen deiner Barmherzigkeit wenden zu diesem kranken Menschen, und ihn erquicken an Leib und Seele, ihm alle Sünde aus Gnaden ver⸗ geben. Nimm das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohns, für die Bezahlung seiner Missethat; denn er auch auf desselben Namen getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und gereiniget ist. So errette ihn nun von des Lei⸗ bes Qual und Pein, verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glauben ritterlich kämpfe und überwinde. Verleihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben; schicke deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zur Versammlung aller Auserwählten in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen! 504 Andre Gebete, in den letzten Zügen vorzusprechen. Andere kurze Gebete, in den letzten Zügen vor⸗ zusprechen. 1. Ach Herr, allmächtiger Gott, nun ist mein Zeit da⸗ hin, und wird mein Leben abgerissen, da leide ich Noth, daraus du, Herr, allein kannst helfen; verkürz und lindere mir diesel⸗ ben. Mir ist um Trost sehr bange, o Herr! Nimm dich meiner Seelen herzlich an, daß sie nicht verderbe, und wirf alle meine Sünde hinter dich zurück, um des theuren Verdienstes Jesu Christi, deines Sohnes, willen. Amen! 2. Herr Jesu, du treuer Heiland aller deren, die auf dich trauen, verlaß mich nicht, der ich meine Hoffnung in dieser so großen Noth allein auf deine Barmherzigkeit setze. Laß auch die liebliche und seligmachende Stimme in meinen Ohren er⸗ schallen, welche du dem Schächer am Kreuz hast hören lassen: Heut wirst du mit mir in dem Paradiese seyn. Denn ich sage von Herzen mit dem Apostel: Ich habe Lust, abzuscheiden und bei meinem Herrn Christo zu seyn. Amen! 3. O himmlischer Vater, sprich mir diese freudenreiche Trostwort in mein geängstetes Herz hinein: Er begehret mei⸗ ner, so will ich ihm aushelfen. Er kennet meinen Namen, da⸗ rum will ich ihn schützen. Er rufet mich an, so will ich ihn er⸗ hören. Ich bin bei ihm in der Noth, ich will ihn herausreißen und zu Ehren machen. Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil. Nun, ich liege jetzt auch di vor dir mit meinem Gebet, nicht auf meine Gerechtigkeit, son⸗ dern auf deine große Barmherzigkeit. Ach Herr, höre! Ah Herr, sey gnädig! Ach Herr, merk auf und thue es, und ver⸗ zeuch nicht, um dein selbst willen, mein Gott! Amen! 4. Ach du getreuer, allmächtiger Gott! Meine Sprach ist mir entfallen; es vergehet mir das Gesicht und Gehör; es ver⸗ schwinden alle meine Sinn allmählich; meine Kräfte verlassen mich, und will mir jetzt aller Creaturen Hülf zerrinnen. Ih bin sehr schwach und matt, tröste und erquicke du mich, und sprich meiner Seelen zu: Heut, in diesem Nu und Augenblick wirst du bei mir im Paradiese seyn. Mein süßer Herr Jesu Christe! du bist mein Leben; laß Sterben mein Gewinn seyn, 901 du mich mit deinem theuern Blut so theuer erkauft hast. men! 5. Allmächtiger, ewiger Gott, laß dich erbarmen das Andre Gebete, in den letzten Zügen vorzusprechen. 505 ingstliche Seufzen und Wehklagen dieses sterbenden Menschen und nimm ihn auf in dein Himmelreich, das du ihm und allen Glaubigen aus Gnaden von Anfang der Welt bereitet hast. Entbinde ihn gnädiglich, o Herr, und nach Bezahlung mensch⸗ licher Schulden tröste ihn mit deinen Auserwählten ewiglich durch deinen lieben Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen! Valet⸗Segen. Es segne dich, du liebe Seele, Gott der Vater, der dich so herrlich nach seinem Ebenbild erschaffen hat! Es segne dich Gott der Sohn, der dich mit seinem Blut und Tod so theuer erkauft und erworben hat! Es segne dich Gott der heilige Geist, der dich zu seinem Tempel bereitet und geheiligt hat! Der gnädige und barmherzige Gott wolle dich durch die Kraft des bittern Leidens und Sterbens Jesu Christi, auch durch den Dienst der heiligen Engel führen in den Schoß Abrahams, in das ewige Vaterland, daß du daselbst mit allen Auserwählten in unaussprechlicher Freud und Herrlichkeit leben mögest! Unser Herr Jesus Christus sey bei dir, daß er dich beschütze; in dir, daß er dich erquicke; vor dir, daß er dich in Himmel führe; nach dir, daß er dich erhalte; über dir, daß er dich segne, hie zeitlich und dort ewiglich, der mit dem Vater und heiligen Geist lebet und regieret in alle Ewigkeit. Amen! —— — ——.——— —22 —.— ꝗꝗ. ——— be 0 Kraft Ordnung und Form des hauptgottesdienstes Sonn⸗ und. Festtagen. VBerkaufspreis: ungebunden 4 Kreuzer. Kraft des der allgemeinen Pfarrwittwenkasse zustehenden Verlags⸗ rechts dermalen im Verlag bei U. E. Sebald, Buchdruckereibesitzer in Nürnberg. I. Wenn Communion ssattfindet. 4. Gesang eines Anfangsliedes, während dessen der Geistliche an den Altar tritt und in Wechselwirkung mit der Gemeinde den Introitus(Eingang) sammt dem Gloria patri(Ehre sey dem Vater ꝛc.) singt oder spricht, und zwar a) an den gewöhnlichen Sonntagen in folgender Weise: Geistl. 1. Gott sey uns gnädig und barmherzig, 2. Er lasse uns sein Antlitz leuchten, 3. Es segne uns Gott, unser Gott. Gemeinde: 4 E. N 1. And ge ⸗be uns sei— nen gött⸗ li ⸗ ⸗ chen Se 2. Daß wir auf Er⸗den er ⸗ ken⸗nen sei ⸗ ne We 3. Es seg⸗ne uns Gott, und ge⸗-be uns sei⸗nen Frie „* V 4 2 Geistl. Ehr sey dem Vater und dem Sohn und dem heilignn Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdur und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gem. SSS— It A„ nen Oder: Geistl. 1. Ich will den Herrn loben allezeit; 2. Meine Seele soll sich rühmen des Herren, Preiset mit mir den Herren, 4. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr is. Gem H —— +*—— ——.‚‚‚‚ee‚eeeeeeee.—— 8———— 1 Sein Lob soll im-mer- dar in mei— nem Mun⸗-de sehn. 2. Daß die E⸗len- den es hö- ren und sich freu ⸗ en. 3. Und lase⸗ set uns sei- nen Na- men. er- höh= en. 4. Wohl dem, der aobßß.. ihn tean Geistl. Ehr sey dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gen. ‚ II 2 men. b) An den Festtagen. 1. Advent. Geistl. 1. Hosianna dem Sohne Davids, Halleluja! 2. Freue dich, du Tochter Zion, 3. Siehe, dein König kommt zu dir, 4. Herr, zeige mir deine Wege, Gem. 2 * C..ac WI.-Gelo⸗ bet sey, der da kommt im Namen des Herrn, Hala-le⸗lu⸗ jal 2. Und jauchze, du Tochter..... Je⸗ru⸗ sa-ul 3. Ein Ge⸗rech⸗ter. und Hel⸗ fel 4. Und seh⸗re mich dei..„ aine Stei⸗ 9. Heistl Geist! Geil Gen heiligen Heistl. Ehr sey dem Vater ꝛc. nmerdar, 9⁴ Gem.— H — 5 A men 2. Weihnachtsfest. Heistl. 1. Uns ist ein Kind geboren, 3 Welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, 3. Singet dem Herrn ein neues Lied; err ist Gem —*. + H —.—— 2..————— 2——.5 de senn. I. Ein Sohn ist uns.ge⸗-ge ⸗ ben, 7. H. 2. Und er heißt Wunderbar dath Kuf Hed, Ewig⸗ Vater, Frie⸗-de⸗ fürst; 10 3. Denn er...** thut Wun* der. heilign Geistl. Ehr sey dem Vater ꝛc. mmerdar, 9⁰4 Gem.— N ....— A„ men 3. Neujahr. Heilst. 1. Jesus Christus gestern und heute, 2. Herr, ich bin beides, dein Pilgrim und dein Bürger, 3. Erhalte mein Herz bei dem Einigen, ⁴ Gem. 2.—— E 2 1. Und der⸗ sel- be in al ⸗ le E⸗ wig⸗ keit. 2. Wie mei ⸗ ne Bwu.. ter al le 3. Daß ich dei⸗nen Na⸗.men fürch=te. ——— Heistl. Ehr sey dem Vater ꝛc. 2 j6. 4 sa ⸗enl Gem.—— fet.—2.— 1 i⸗e. Al. men. 4. Epiphaniasfest. Geistl. 1. Siehe, nun kommt der Herr, der Herrscher, 2. Gott, gib dein Gericht dem König, 3. Herr, du erleuchtest unsere Leuchte, Gem. 9 i— .———————.— + 1. Und in sei⸗ner Hand ist das Reich und die Kraft und die Herrlich⸗keit. 2. Und dei⸗ne Ge⸗rechtigkeit des K... nigs Soh⸗ ne. 3. Und ma⸗chest un⸗se⸗re F=iln ster⸗ niß lächt. Geistl. Ehr sey dem Vater ꝛc. Gem. I D.‚‚=—— — A en: 5. Charfreitag. Geistl. 1. Siehe, das ist Gottes Lamm, 2. Fürwahr, er trug unsre Krankheit, 3. Er ist um unsrer Missethat willen verwundet, 4. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe; P— SSS— 1. Das der Aun e e n) Welt Sune denhiüdt 2. Und lud auf sich un re Schmer ⸗ zaun 3. Und um unsrer Sünde willen.. zer-schla ⸗gen. 4. A⸗ ber der Herr warf unser aller Sün⸗ de auf ihn. (Das Gloria patri fällt an diesem Tage weg.) 6. Osterfest. Geistl. 1. Der Herr ist auferstanden und Simoni erschienn Halleluja! 2. Was suchet ihr den Lebendigen bei den Todtun alleluja! 3. Mit Ehre und Schmuck hat ihn Gott gekrönl Halleluja! Geist Geif 5, h⸗ ne. lict ndet, — de trägt. — zen. „gen. ihn. erschienn Todtea gekräͤnt Gem. E— H —.....—— 1. Der Herr ist wahr⸗haf-tig auf ⸗-er- stan j =den. Hal⸗le⸗ lu ⸗ ja! 2. Er ist nicht hier, er ist auf⸗er- stan-den. Hal⸗le⸗-lu ⸗ ja! 3. Und ihn zum Herrn ge-macht ü- ber Al-les. Hal⸗-le- lu ⸗ ja! Heistl. Ehr sey dem Vater ꝛc. Gem. H i A. en. 7. Himmelfahrtsfest. Geistl. Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Gen. 1 ———— + —11 Halee le lu. a. Geistl. Wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren, wird er kommen. Gem. 4 — ͤN—. 4 SSDSPSPIPISIIIIIFIPIFIFIFIIIIIIII——— Hal⸗le⸗lu⸗ja, Hal⸗le-lu ⸗ ja, Hal⸗le⸗lu ⸗ ja! Geistl. Frohlocket mit Händen, alle Völker! + Und jauch-zet Gott mit fröh-li-chem Schal= le. Geistl. Ehr sey dem Vater ꝛc. Gem.— ..——— A ⸗ men. 8. Pfingstfest. Geistl. 1. Der Weltkreis ist voll Geistes des Herrn. 2 Gem. +— H —— 1. Hal ⸗ le lu ⸗ ja! 6 Geistl. 2. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. 3. Ich will Wasser gießen auf das Durstige, 4. Ich will meinen Geist auf deinen Samen gießen, 5. Dieß ist der Tag, den der Herr macht; 6. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Gem. 2. Un⸗ ser Gott kommet und schweiget nicht. Hal-le-lu- jal! 5. Und Ströme.. auf das Dür ⸗1 4. Und mei⸗nen Segen auf deine Nachkommen. Hal-le⸗-lu- jal 5. Las⸗ set uns freuen und fröhlich dar⸗ in⸗ nen seyn. 6. Schmücket das Fest mit Maien bis an die Hör⸗- ner des Al-tard. Geistl. Ehr sey dem Vater ꝛc. Gem. I— H A ⸗ men 9. Trinitatisfest. Geistl. 1. Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, 2. Drei sind, die da zeugen im Himmel, der Vater, das Wort und der heilge Geist, 3. Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Gem. ö— + 1. Al⸗le Lan⸗ de sind sei⸗„ ner Eh ⸗re voll. 2. Und die....se i sind eine. 3. Ihm sey Eh-re in Ewigkeit. A men. Geistl. Ehr sey dem Vater ꝛc. 7777 Gem.. EN iiii SSS‚S‚S Geis Geif Bem tes. gießen, 10. Erntefest. Geistl. 1. Lasset uns dem Herrn frohlocken, 2. Lasset uns mit Danken vor sein Angesicht kommen, 3. Denn in seiner Hand ist, was die Erde bringet. (Bei dürftiger Ernt'.) Heistl. 4. Befiehl dem Herrn deine Wege, Ge m.——— — b——2 1 1. Und jauch⸗zen dem... Hort uns⸗ res Heils! e. 2. Und mit Psal⸗men.. ihn lo ⸗ ben! i ja! 3. Und die Höh⸗en der Ber ⸗ ge sind auch sein. 10(Bei dürftiger Ernte.) 4. Und hof⸗se auf ihn; er wirds wohl ma chen. Geistl. Ehr sey dem Vater ꝛc. Gem. 2..— .—— A men. 11. Reformationsfest. Geistl. 1. Herr, unser Gott, sey mit uns, ebaoth, 2. Thue wohl an Zion nach deiner Gnade, Vater 3. Herr, dein Wort ist die rechte Lehre; Gem. Dinge. 1 +—— SSI...————— — 1. Wie du ge⸗we⸗sen bist mit un⸗.. sern Vä tem. 2. Und bau e die Mau ⸗ern z Je⸗u⸗ sa ⸗lem! 3 nd 3. Hei⸗-lig-keit ist die Zier-de deines Hau⸗ ses e⸗wig⸗ lich. eins. men. Geistl. Ehr sey dem Vater ꝛc. .—— Gem.—.———.— ——I=—.— — A men. Vemerkung. Statt des Introitus mit dem Cloria patri kann an Sonn⸗ und Festtagen auch bloß ein Anfangslied gesungen werden. 2. Das Confiteor oder Sündenbekenntniß mit dem Kyrie. a) Das Confiteor. Geistl.(Gegen die Gemeinde.) Geliebte in dem Herrn! Eröffnet eure Herzen! Lasst uns Gott unsere Sünde bekennen und im Namen unseres Herm Jesu Christi um Vergebung bitten! Sprechet mir nach mit herzlicher Begierde zu Gott, im Glauben an den Herrn Jesun Christum durch den heiligen Geist:(Gegen den Altar.) Ich ar⸗ mer sündiger Mensch bekenne Gott, dem Allmächtigen, meinen Schöpfer und Erlöser, daß ich nicht allein gesündiget habe nit Gedanken, Worten und Werken, sondern auch in Sünden en— pfangen und geboren bin, so daß meine ganze Natur und all mein Wesen vor seiner Gerechtigkeit sträflich und verdammlich ist. Darum fliehe ich zu seiner grundlosen Barmherzigkeit, suche Gnade und spreche: Gott, sey mir Sünder gnädig!— Ja, gni⸗ diger und barmherziger Gott, du wollest dich unser aller erbar— men, uns unsere Sünde verzeihen und deinen heiligen Geist geben, auf daß wir durch denselben deinen göttlichen Willen erfüllen und das ewige Leben empfangen mögen. Amen. Oder folgende kürzere Form. Demüthiget euch, Geliebte, vor dem Herrn im Gefühle eurer Unwürdigkeit, Sünde und Schuld. Flehet ihn an um Hülfe, um Gnade und Vergebung. Sprecht mit dem Zöllner: Gott, sey mir Sünder gnädig! b) Das Kyrie. Gem. —* —— EE ———— SSDSDDii—...I..I...r — Herr, er⸗barm dich un-ser! Chri-ste, er⸗barm dich un⸗ser! —0..—— Ear———— II IEES———— ——.— 4½ —.— Herr, er⸗barm dich un-ser! Oder: Geif Geif Geif mit Lasset 3 Herm ach mit Jesum Ich ar⸗ meinem abe mit den em⸗ und all ammlich it, suche za, gnä⸗ erbar⸗ n Geist Willen n. Gefühle an un Zöllner: 1 Geistl. Kyrie, eleison! Geistl. Kyrie, eleison! Q Gem..r INAIi Herr, er⸗barm dich ü⸗- ber uns! 3. Die allgemeine Absolution mit dem Gloria. a) Die allgemeine Absolution. Geistl.(Gegen die Gemeinde.) Der allmächtige und barmherzige Gott hat sich unser erbar⸗ met, seinen einigen Sohn für unsere Sünde in den Tod gege⸗ ben und um seinetwillen uns verziehen, auch allen denen, die an seinen Namen glauben, Gewalt gegeben, Gottes Kinder zu werden, und ihnen seinen heiligen Geist verheißen. Lobsinget ihm, lobsinget seinem Namen! Oder: Geistl.(Gegen die Gemeinde.) Gott erbarmet sich unser. Er hat nicht Lust an dem Tode des Sünders, sondern daß der Sünder sich bekehre und lebe. Er hat seinen Sohn in die Welt gesendet und in den Tod da⸗ hin gegeben, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Darum lobsinget ihm, lobsinget seinem Namen! 10 b) Das(loria in excelsis, oder: Ehre sey Gott ͤ in der Höhe ꝛe. Geistl.(Gegen den Altar.) Ehre sey Gott in der Höhe! Gem. — I —.—— Und auf Er den Fried, und den Men⸗schen ein Wohl⸗ge⸗fal⸗len. Geistl. Wir loben dich, wir benedeien dich, wir beten dich an, wir preisen dich, wir sagen dir Dank um deiner großen Ehre willen, Herr Gott, himmlischer König! Gott, allmächtiger Vater! Herr, eingeborner Sohn Jesu Christe, du Allerhöchster, und dir, du heiliger Geist! Herr Gott, Lamm Gottes, ein Sohn des Vaters, der du hinnimmst die Sünd der Welt, erbarm dich un⸗ ser! Der du hinnimmst die Sünd der Welt, nimm auf unser Gebet! Der du sitzest zur Rechten des Vaters, erbarm dich un— ser! Denn du allein bist heilig, du bist allein der Herr, du bist allein der Höchst, Jesu Christe, mit dem heil'gen Geist in der Herrlichkeit deines Vaters. Gem. Hursyrünglich) Oder leichter Bemerkung: Statt des: Und auf Erden Fried ꝛc mit dem darauf fol⸗ genden: Wir loben dich ꝛc., kann von der Gemeinde auch das Litd Allein Gott in der Höh sey Ehr ꝛe., gesungen werden. 4. Die Collecte mit vorausgehender Salutation. (Begrüßung.) Geistl.(Gegen die Gemeinde.) Der Herr sey mit euch! Und mit dei⸗ nem Geist. Hrauf fol⸗ das Lich n. tion. 11 Geistl. Laßt uns beten: O allmächtiger Gott und Vater! Wir bitten dich, gib dei⸗ ner Gemeinde deinen Geist und göttliche Weisheit, daß dein Wort unter uns laufe und wachse und mit aller Freudigkeit, wie sichs gebührt, geprediget, und deine heilige Ichristliche Ge⸗ meinde dadurch gebessert werde, auf daß wir mit beständigem Glauben dir dienen und im Bekenntniß deines Namens bis ans Ende verharren, durch Jesum Christum, deinen Sohn, un⸗ sern Herren. G em. L II ——.— 40 A⸗ men 5. Die biblische Lection. Nach der Verlesung spricht der Geistlicht: Dieß sind die Worte unserer hentigen Epistel(unseres heutigen Evangeliums). Der Herr segne sie an unsern Seelen durch die Kraft seines heiligen Geistes, und erhalte uns sein heiliges, theures Wort in Ewigkeit. Das Credo oder Glaubensbekenntniß. Geistl.(Zur Gemeinde.) Lasset uns endlich auch vor Gott treten mit dem Lobopfer und Bekenntniß unseres gemeinsamen christlichen Glaubens. Bekennet und sprechet mit mir also:(Gegen den Altar.) Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Him⸗ mels und der Erden. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, 12 am dritten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufge⸗ fahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächti⸗ gen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Leben⸗ digen und die Todten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.“ Gem. SSi‚E— + A: men. »Zur besonderen Auszeichnung der Feste kann an diesen statt des apo⸗ stolischen das nicänisch-konstantinopolitanische Symbolum gebraucht werden, welches also lautet: Ich glaube an Einen Gott, allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und an den einigen Herrn Jesus Christus, den einge⸗ bornen Sohn Gottes, aus dem Vater vor aller Zeit geboren, Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahren Gott vom wahren Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alle Dinge gemacht sind, der um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel herabgestiegen und Fleisch geworden ist vom heiligen Geiste aus Maria der Jungfrau, und ist Mensch geworden, auch gekreuziget für uns unter Pontio Pilato, gestorben und begraben, auferstanden am dritten Tage nach der Schrift, aufgefahren gen Himmel, sitzet zur Rechten des Vaters, und wird wiederkommen mit Herrlich— keit, zu richten die Lebendigen und die Todten, so daß seines Rei— ches kein Ende seyn wird. Ich glaube auch an den heiligen Geist, der da ist Herr und macht lebendig, der von dem Vater und dem Sohne ausgeht, mit dem Vater und Sohne zugleich ange— betet und geehrt wird, und durch die Propheten geredet hat. Ich glaube eine heilige, allgemeine und apostolische Kirche. Auch bekenne ich eine einige Taufe zur Vergebung der Sünden, und warte auf die Auferstehung der Todten und ein Leben der zukünftigen Welt. Gem. ————— A 1 1 men. ufge⸗ lächti⸗ deben⸗ „eine ebung Leben. 8 apo⸗ werden, höpfer tbaren einge⸗ boren, zahren Vater, nschen stiegen ia der ir uns en am „stbet rrlich⸗ S Rei⸗ Geist, er und ange⸗ t hat. Kirche. ünden, en der 13 Hierauf folgt: 7. Das Haupt⸗ oder Predigtlied. 8. Die Predigt. 9. Der Gesang eines Liedes oder Liederverses. 10. Das allge⸗ meine Kirchengebet mit dem Vater unser und dem Segens⸗ wunsche. 11. Gesang des:„Schaffe in mir, Gott ꝛc.(Ges.⸗Buch Nr. 188.) oder eines andern geeigneten Liedes, während dessen die Abendmahlsgäste sich vor dem Altar versammeln. 12. Die sogenannte Präfation. Geistl.(Gegen die Gem.) Der Herr sey mit euch! Gem. △◻— H SSISII.ee..... und mit dei ⸗nem Gei ⸗ste. Geistl. Die Herzen in die Höhe! Gem.— DSSD.— Er ⸗he-⸗ben wir zum Herrn. Geistl. Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gotte. Gem.— —.—.—.—.——————3 Das ist wür- dig und recht. Geistl.(Gegen den Altar.) Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ists, daß wir dir, Herr, heiliger, allmächtiger Vater, ewiger Gott, alle⸗ zeit und allenthalben Dank sagen, durch Jesum Christum, un⸗ sern Herren, durch welchen deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herrschaften, fürchten die Mächte, die Himmel und aller Himmel Kräfte sammt den seligen Seraphim mit ein⸗ helligem Jubel preisen. Mit ihnen laß auch unsere Srimmen uns vereinen und anbetend zu dir sprechen: Gem. ...—.ISISPSSI...............— 2. E—— Hei⸗ lig, hei=lig, hei K lig ist der Her⸗re Ze⸗ ba⸗oth! V 14 —9...—.— — ö— 8———..—— 23—— 2———— Al⸗le Land sind sei⸗ner Eh re voll. Ho ⸗si-an⸗na in der Höh ⸗ e! Ge⸗ be⸗ ne⸗ deit sey, der da kommt im .................. Na⸗ men des Hat 498 sur ane na in der Höh ⸗e! Oder: Q—.—— —.—— +—— 4 V— *— ů—— Hei ⸗lig, hei ⸗ lig, hei ⸗lig ist Gott, der Herr Ze⸗baoth! 0—— — ö———— —..— P I..—.————. Voll sind Him ⸗ mel und Erd ⸗ reich 22 5.— +*—— 5—— D IIIIü‚‚ U 5— 5„ 4 I. SDSi‚i‚Si———————— ö in der Höh ⸗el Ge⸗ be ⸗ ne ⸗ dei ⸗ et ——— Z2ZZ.. SDSDiiD‚IISE‚Eeee..——.— sey, der da kommt im Na⸗ men des Herrn! Ho-si- an ⸗ na in der Höh ⸗e! Au mt im 15 Bemerkung. Statt dieser beiden Sanctus kann auch gesungen werden: — ‚‚‚———...— —— Hei ⸗lig ist Gott der Va-ter, hei-lig ist Gott der Sohn, —— ͤäII.I.I.......—.—.— FHF=—.— SDSSDSD.......— hei⸗-lig ist Gott der heil⸗ge Geist! Er ist der Her⸗re Ze⸗- ba⸗ 91 — ö— + ......— Al- le Land sind sei-ner Eh⸗re voll. Ho⸗si⸗an⸗na in der Höh⸗e! TA 1* + Ge⸗ berr ne⸗deit i: der da kommt im Na⸗men des Her⸗ ren! ———— —— HN Es 4 G—.— I Ho ⸗si⸗ an⸗- na in der Höh ⸗⸗ el! 13. a) Abendmahlsgebet. b) Das Vater unser. o) Gesang des„Christe, du Lamm Gottes ꝛc.“ von Seiten der Gemeinde.(Ges.-Buch Nr. 187). ch Die Einsetzungsworte mit dem darauffolgenden Segens— wunsche:„Der Friede des Herren sey mit euch allen.“ Gem. 3,. rnte vr— 14. 16 15. Collecte. Geistl.(Gegen die Gemeinde.) Danket dem Herrn; denn er ist freundlich. —H— 4 I I G em. SISS SI IEIEIIE I IUUI—— * Und sei⸗ ne Gü⸗ te wäh- ret e- wig-lich. Geistl.(Gegen den Altar.) Laßt uns beten: Wir danken dir, allmächtiger Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe des Leibes und Blutes deines lieben Sohnes Jesu Christi hast erquicket, und bitten deine Barmherzigkeit daß du uns solches gedeihen lassest zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um Jesu Christ unsres Herren willen. — 7 Gem. A= XX 1+— A⸗men. 16. Der Segen. Geistl. Der Herr segne euch und behüte euch! Der Herr lase leuchten sein Angesicht über euch und sey euch gnädig! Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden! 4 7½ Oder: Gem—222— I *—— I 1.— A⸗ men. A⸗men. Ge . 'ch diese Sohnes rzigkeit i gegen Christ 17 II. Wenn keine Communinkanten vorhanden sind, findet der Schluß in folgender Weise statt: 1. Versikeln und Antiphonieen. a) Für die gewöhnlichen Sonntage. Geistl. Unsere Hülfe stehet im Namen des Herrn, Halleluja! Gem. ö .——————— Geistl. Es segne uns Gott, unser Gott, Halleluja! Gem. Und alle Welt fürchte den Herrn. Halleluja! Geistl. Herr, hilf deinem Volk und segne dein Erbtheil. Halleluja! Gem. Weide sie und erhöhe sie ewiglich. Halleluja! Geistl. Rufe mich an in der Noth, so will ich dich erretten, Halleluja! Gem. Und du sollst mich preisen. Halleluja! Geistl. Wir haben einen Gott, der da hilft, Halleluja! Gem. Und einen Herry, der vom Tode errettet. Halleluja! Geistl. Herr, dein Wort ist unsers Fußes Leuchte, Halleluja! Gem. Und ein Licht auf unsern Wegen. Halleluja! Geistl. Heilige uns, Herr, in deiner Wahrheit. Halleluja! Gem. Dein Wort ist die Wahrheit. Halleluja! Geistl. Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen; Gem. Dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Geistl. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Gem. Und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. Geistl. Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht. Gem. Vor dir ist kein Leben diger gerecht. Bemerkung. Die hie und da etwas heller gedruckten Sylben und Wörter fallen immer auf die höhere Note der Cadenz. 2 18 b) Für die Festtage. Advent. Geistl. Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja! Gem. t L. ISRSDSDSSRSSSSSSESSSSeSeeeeeeeeeeeeeeeeee—.— 2 Und ma⸗chet sei⸗ ne Stei⸗ge rich⸗tig. Hal-le-lu⸗ ja! Weihnachtsfest. Geistl. Das Wort ward Fleisch, Halleluja! Gem. Und wohnete unter uns. Halleluja! Neujahr. Geistl. Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für. Hal⸗ leluja! Gem. Du bist unser Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Hal— leluja! Epiphaniasfest. Geistl. Lobet den Herrn, alle Heiden. Halleluja! Gem. Preiset ihn, alle Völker. Halleluja! Charfreitag. Geistl. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet, Gem. Sondern ihn für uns alle dahin gegeben. O sterfest. Geistl. Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Halleluja! Gem. Gott sey Dank, der uns den Sieg gebracht hat. Hal— leluja! Himmelfahrtsfest. Geistl. Gott fähret auf mit Jauchzen, Halleluja! Gem. Der Herr mit heller Posaune. Halleluja! Ge wu nif hie Ge Hal⸗ Hal⸗ 19 Pfingstfest. Geistl. Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen. Halleluja! Gem. Dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Hal⸗ leluja! Trinitatisfest. ö Geistl. Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist, Halleluja! Gem. Und preisen ihn von nun an lis in Ewigkeit. Hal⸗ leluja! Erntefest. Geistl. Aller Augen warten auf dich, Herr, Hallelujal Gem. Und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Hal⸗ leluja Reformationsfest. Geistl. Herr, dein Wort bleibet ewiglich. Halleluja! Gem. Deine Wahrheit währet für und für. Halleluja! 2. Eine Collecte wird hier für den Fall eingeschaltet, daß wegen localer Verhält⸗ nisse das Kirchengebet auf der Kanzel gesprochen wird. Das hierauf folgende Amen von Seite der Gemeinde findet sich Seite 11. 3. Geistl. Der Herr sey mit euch! . ————. I Gem.——..];— Und mit dei ⸗ nem Geist. 2— 20 Geistl. Laßt uns benedeien den Herren! em.— +. G Oder leichter: Ft—.—*—— Gott sey e⸗⸗ wig⸗lich Dant! Golt sey e-wig⸗lich Dank! Geistl. Der Herr segne euch und behüte euch ꝛe. Oder: Gem. 5 12 ——.— 2„men. A⸗ men. Gei unk! 21 Die Litanei. Geistl. Kyrie, Gem. e 6E ö * lei son! Geistl. Christe, 0 —— H n A n Geistl. Kyrie, Q Er⸗hö ⸗-re uns! Geistl. Herr, Gott Vater im Himmel! Herr, Gott Sohn, der Welt Heiland! Herr Gott, heiliger Geist! ——— Gem —*——4 Er⸗ barm dich ü⸗- ber uns! Geistl. Sey uns gnädig! 0— —+—. I Gem. D——— * Ver⸗schon uns, lie ⸗ber Her⸗=re Gott! 122 Geistl. Sey uns gnädig Hilf uns, lie⸗ ber Her- re Gott! Geistl. Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Uebel, Vor des Teufels Trug und List Vor bösem schnellem Tod, Vor Pestilenz und theurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, Vor Feuer und Wassersnoth, Vor dem ewigen Tod Be⸗ hüt uns, lie⸗ber Her-re Gott! Geistl. Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweip, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt, In unsrer letzten Noth, Am jüngsten Gericht Gem. eeeeeeiiiie‚e‚e‚e. e-.— Hilf uns, lie⸗ ber Her⸗ re Gott! Geistl. Wir armen Sünder bitten: Q Gem. Geistl. Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Pfarrherren und Diener der Kirche im heilsamen Wort und heiligen Leben behalten, .— aRADArSeS“ ——„5—— — e Gott! hren, n Wort alten, 23 Allen Rotten und Aergernissen wehren, Alle Irrigen und Verführten wieder bringen, Den Satan unter unsre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, Unsere Obern, Schule und Gemeine segnen und behüten, Allen, so in Noth und Gefahr sind, mit Hülfe erscheinen, Allen Schwangern und Säugenden fröhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren Und uns gnädiglich erhören. *V II — I Gem. SSDSISSS SSS‚IE..— Er-hör uns, lie-ber Her- re Gott! Geistl. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Q Gem. H SSSSI Er⸗barm dich ü⸗ ber uns! Geistl. O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! — + Gem. SSNNH Er⸗barm dich ü- ber uns! Geistl. O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! —0 Gem SI IIIIIIIII.... Er⸗barm dich ü⸗ ber uns! 2⁴ ö Geistl. O du Gottes Lamm, das der Welt Sü — Ver⸗-leih uns ste⸗ ten Fried! Geistl. Christe, däß V—+4 Gem.., e, San. e, rs hö⸗ re uns! G eistl. Kyrie, nde trägt! G e X. H S.IPI‚IIII‚.. E⸗ lei ⸗ son! Geistl. Christe, ö—— E⸗ lei ⸗ son! Geistl. und Gemeinde: n + 227 3— Gem. A=–c———, Ky ⸗-e, e lei„ son“ A men. igt! 2.—.——857 Walter Köster Buchbinderei 3550 Marburg 100⁰0 Beriin 61 Tel. O 64 21/2 1277— O30/7 86 30 10 45 2— ——— — 2— *