—————— SS + 2 * W N 0 2 8 * D * — Gpn N E WG Der Herr 51 mein 0 1. 7 Hirta IIII(C. —— n Evangelisch⸗lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche. Hannover. Druck und Verlag der Schlüterschen Buchdruckerei. 1922. 4 59———————.——— 7—** 5 IN V ö ö ö ö ö DWer nicht sein Breuug ö auf sich nimmt und fol SSE get mir nach, der ist 55 W mein nicht wert..— Matth. 10, 38. WDidmung. SSS ¶ ¶ ¶ ¶¶————.— I‚ ö + 4 14 zBPBPꝑPPPPPPP¶¶———...——— 14 1 1 V R„. 7 NXIIIIIPTPTIͤ—ᷣ— ‚—2 I. 24 N 5 +. V. . ‚ * *——.——..———————————— —.— I* Familien⸗Gedenbtage. Ich aber und mein Baus wollen dem Berrn dienen. ö Jos 24, 15. ————.————p—— 222———————— 8 Inhalt. A. Sonntags⸗ und Festtagslieder. 4. Sonntaglieder(Rr. 12 4 I. Adventstieder(Ar. 225 11 Tr. III. Weihnachtslieder(Nr. 36—577 11.9 e e(Ar, 6 V. Epiphaniaslieder(Rr. 66—- 77) 838 9 ö Vi. Wassionslieder(Rr. 75100909 422 ö V. Osterlieder(Rr. 104120 60 0 ö VIII Himmelfahrtslieder(Nr. 127—135) 738 35 ö 4.— Pfinastlieder(Rr. 136. 447 717 P X. Trinitatislieder(Kr. 148—153 8 XI. Lieder für die kleineren Feste ö 1. Darstellung Jesu(Nr. 194156000 868 ö ö 2. Verkündigung Mariä(Nr. 1577 88 ö ö 3. Fest Johannes des Täufers(Nr. 158— 159):?89 ö 4. Mariä Heimsuchung(Nr. 160— 16179—.94 5. Michaelisfest(Nr. 162— 164) 92 B. Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. XII. Lieder von der christlichen Kirche(Nr. 165—184) 94 XIII. Lieder vom Worte Gottes(Nr. 185— 198). 105 XIV. Tauf⸗ und Konfirmationslieder(Nr. 199- 208). 113 XV. Abendmahlslieder(Nr. 209— 225) —9————————————— Inhalt. C. Lieder vom christlichen Leben. XVI. Buß⸗ und Beichtlieder(Nr. 226— 261) XVII. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung (Nr. 262—291) ů XVIII. Jesuslieder(Nr. 292—-333) ö XIX. Lieder vom christlichen Leben und Wandel (Nr. 334—376) XX. Lieder vom Gebete(Nr. 377— 383) XXI. Kreuz- und Trostlieder(Nr. 384— 436) In Krankheit(Nr. 432— 436) XXII. Lob⸗ und Danklieder(437— 465) XXIII. Morgen⸗, Tisch- und Abendlieder a. Morgenlieder(Nr. 466- 492) b. Tischlieder(Nr. 493— 495) c. Abendlieder(Nr. 496— 517)— XXIV. Berufs- und Standeslieder(Nr. 518- 54ʃ) XXV. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse Gir Zaa 50 ũ„ E. Lieder von den letzten Dingen. XXVI. Sterbe- und Begräbnislieder(Nr. 570—613) XXVII. Lieder von der Auferstehung(Nr. 614— 617) XXVIII. Lieder vom Gerichte(Nr. 618— 621) XXIX. Lieder vom ewigen Leben(Nr. 622— 638) Verzeichnis der Dichter D. Lieder für besondere Stände, Zeiten und Verhältnisse. 30⁷ 323 32⁴ 336 Alphabetisches Register. 7 Nr. A. ir. Als Christus geboren war 42 Ach bleib bei uns, Herr„170Also heilig ist der Tag.. 104 Ach bleib mit deiner Gnade 18 Am Grabe stehn wir stille 606 Ach erkennet, liebste Seelen 456 An dir allein, an dir hab 259 Ach Gott, gib du uns deine 345 An Gott will ich gedenken 416 Ach Gott, ich muß dirs klagen 234 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 24 Ach Gott, ich muß in Traur. 607 Auf, auf, mein ganz Gemüte 460 Ach Gott und Herr.... 238 Auf, auf, mein Herz, mit F. 116 Ach Gott, verlaß mich nicht 364 Auf Christi Himmelfahrt 132 Ach Gott, vom Himmel sieh 166 Auf dich hab ich gehoffet 336 Ach Gott, wie manches H. 388 Auf diesen Tag bedenken wir 128 Ach Herre, du gerechter Gott 559 Auferstanden, auferstanden 125 Ach Jesu, dessen Treu.. 297 Auferstehn, ja auferstehn.. 617 Ach lieber Gott, behüte mich 531 Auf Gott nur will ich sehen 536 Ach mein Herr Jesu, dein 329 Auf Gott und nicht auf 423 Ach sagt mir nichts von G. 303 Auf meinen lieben Gott 389 Ach treuer Gott, barmherz. 401 Aus einem tief vor dir ge⸗ Ach wär ich schon dort drob. 635 beugten Herzen 260 Ach was sind wir ohne J. 254 Aus Gnaden soll ich selig w. 284 Ach wie flüchtig, ach wie 59 Aus Lieb läßt Gott der Chr. 162 Ach wie laufen doch die J. 63 Aus meines Herzens Grunde 469 Ach wir armen Sünder.. 77 Aus tiefer Not laßt uns 231 Austiefer Rot schrei ih zu dir 225 Ach wundergroßer Siegesh. 133 Allein Gott in der Höh sei 149 Allein zu dir, Herr Jesu 232 B. Alle Menschen müssen sterben 597 Alles ist an Gottes Segen 350 Befiehl dem Herren deine W. 415 Alle Welt, was lebt und webet 4/Befiehl du deine Wege.. 399 VI Alphabetisches Register. Nr. ö Nr. Bei dir, Jesu, will ich bleiben 208 Dein Wort, Herr, ist die Bescher uns, Herr, das täg⸗ rechte Lehh 191 lieh Broeot 555 Dein V Wort, o Herr, ist Betgemeinde, heilge dich.. 333 mülder Tau 198 Bewahre mich, o Freund 371 Den König schütze deine M. 521 Bis hieher bal mich Gott 452 Der Abend kommt, die S. 513 Bist du gleich ferne von B. 567 Der am Kreuz ist meine Liebe 9³ Bringt her dem Herren Lob 457 Der Bräutgam wird hald ruf. 623 Brunn alles Heils, dich 14 Der du bist drei in Einigkeit 496 Der du, Herr Jesu, Ruh 101 C. Der du zum Heil erschienen 179 Der Glaube macht allein 271 Christe, du Beistand deiner Der heilge Christ ist kommen 57 Heußzgemeine 174 Der Herr ist meine Zuversicht 425 Christe, du bist der helle Tag⸗497 Der Herr ist mein getreuer H. 428 Christe, du Lamm Gottes 73 Der Hölle Pforten sind.. 115 2255.5 fuhr gen Himmel. 127 Der lieben Sonne Licht.. 504 Christ ist erstanden 105/Der Mond ist aufgegangen 515 Christ lag in Todesbanden 108 Der Tag d der ist so freud. 40 Christ, unser Herr, zum J. 199 D Tag ist hin, mein Geist 510 Christus der ist mein Leben 583 Der Tag ist hin, mein Jesu 505 Des Morgens, wenn ich D. sruäh ausstech 468 265. bitt ich, liebster Jesu 155 Da Christus geboren war. 42 Dich Jesum laß ich ewig 328 Da Jesus an des Kreuzes 81 Die Ernt ist nun zu Ende 563 Dank, Jesu, dir! Ach sind 224 Die Gnade sei mit allen. 15 Dank sagen wir alle... 16½Die güldne Sonne... 477 Dank sei Gott in der Höhe 472 Die helle Sonn leucht jetzt 467 Das alte Jahr vergangen ist 59 Die Herrlichkeit der Erden 401 Das Jahr ie se zu Ende 65 Die Himmel rühmen des E. Das ist eine selge Stunde 196 Die Nacht ist hin, wach auf 487 Das Land wollst du bedenken 556 Die Nacht ist kommen, drin 499 Das walte Gott, der helfen 483 Die Nacht ist nun vergangen 478 Das walt Gott Vater und G. 47 0. Die sch önen Sonntagsstunden 21 Dein Erbe, Herr, das du 367 Dies ist der Tag, den Gott 56 Deines Gottes freue dich„426 Dies ist die Nacht, da mir 52 Dein Jesus rufet dich zur B. 258 Die Sonn hat sich mit Dein König kommt in nie— ihrem Glanz gewendet. 503 dern Hüllen 35 Dies sind die heilgen zehn G. 185 —3 Alphabetisches Register. VII Nr. cr. Dir, dir, Jehova, will ich 381 Es ist das Heil uns kommen 264 Du bist ein Mensch, das 400 Es ist gewißlich an der Zeit 620 Du bists, dem Ruhm... 462 Es ist nicht schwer, ein Du bist zwar mein.. 61⁰ Christ zu sein 357 Du Brunnquell aller Liebe 99 Es ist noch eine Ruh.. 633 Du Friedefürst, Herr Jesu 542 Es kostet viel, ein Christ Du großer Schmerzenmann 84 35 sein 356 Du heilige Dreifaltigkeit. 471 Es mag dies Haus, das 615 Du Herr der Seraphinen 163 Es wolle Gott uns gnädig 165 Du Lebensbrot, Herr Jesu Ewge Liebe, mein Gemüte 28¹ Eris 214 Ewge Wahrheit, deren Treue 422 Durch Adams Fall ist ganz 230 Du weinest vor Jerusalem 391 F. E. Freu dich sehr, o meine Seele 587⁷ Ehre sei dir, Christe... 74 Freuet euch der schönen Erde 55² Eine Herde und Ein Hirt 182 Freuet euch, ihr Christen Einer ists, an dem wir hang. 180 alle, Eu sie) 99 70 Eines wünsch ich mir... 100 Freuet euch, ihr Gottestinder 69 Ein feste Burg ist unser Gott 43Sall G6 2 25 140 Ein Kind geborn zu Bethl. 36alle, 285 schenkt—.1 Ein Lämmlein geht und trägt 85 Freut euch sehr, ihr Bergleut Ein reines Herz, Herr, schaff 355 allet 4 Eins ist not, ach Herr...—0 a Ein Wetter sriger auf.. 557 Früh am Morgenesus gehet 492 Ei wie so sanft entschlie⸗ sest duu Erhalt uns, Herr, bei deinem 169 G Erhör, o Gott, das heiße F. 207 8 Geh aus, mein Herz... 548 Glieder 486 Geh hin nach Gottes Willen 375 Ermuntert euch, ihr From— Geht hin, ihr gläubigen G. 285 men 629 Geht nun hin und grabt 605 cher Geiftt Sohn 146 Erschienen ist der herrlich T. 109 Gott Israelss. 158 Erstanden ist der heilig Christ 106 Gelobet sei der Herr, mein 448 5*——————— VIII Nr Gelobet sei Israels Gott Gelobet seist du, Jesu Christ Gen Himmel aufgefahren ist Gesegn uns, Herr, die G. 493 Gesetz und Evangelium. 28190 Gib dich zufrieden und sei 40² Gib mir ein frommes Herz 369 Gnädigster Erbarmer... 5³⁵ Gott, deine Güte reicht.. 373 Gott, den ich als Liebe kenne 433 Gott, der du Berg u. Hügel 537 Gott der Vater, wohn uns bei 148 Gott des Hiunnei und der Erden: Gott, des Zepter, Stuhl. und Kröne 2 252 Gott, du Licht, das ewig 488 Gottes Stadt ist fest gegründ. 183 Gott ist tein Hont 15 Gott ist mein Hort. 190 Gott ist mein Lied Gott ist und bleibt getren 412 473 Gottlob, der Sonntag kommt 7 Gottlob, die Herbstzeit—551 Gottlob, die kalte Winterzeit 552 5⁵⁰ 608 6² Gottlob, die schöne Sommerz. Gottlob, die Stund ist.. Gottlob, ein Schritt zur E. Gottlob, ich bin im Glauben 27— Gottlob, nun ist erschollen 545 Gottlob, nun kommt die. 549 Gott Lob und Dank, die N. 436 Gott sei Dank durch alle Welt 30 Gott sei gelobet und gebened. 221 Gott und Vater, nimm.. 205 Gott Vater, denk an Christi 245 Gott Vater, höre unsre Bitt 201 Großer Gott von alten Zeiten 8 Großer Mittler, der zur Rechten. 32²¹1 Alphabetisches 159 H. 3⁷ 129 463 Register. Nr. Halleluja, jauchzt, ihr Chöre 124 Halleluja, Lob, Preis und 152 Halleluja, schöner Morgen 12 Halt im Gedächtnis Jesum 315 Harre, meine Seele... 431 Heiland, deine Menschenliebe 322 Heilge Einfalt, Gnadenw. 366 Helft mir Gotts Güte preisen 58 Herr, dein Wort, die edle Gabe 185 Herr, der du mir das Leben 514 Herr, die Erde ist gesegnet 564 Herr, du wollst uns vor⸗ bereiten. 280 Herr, es ist von meinem Lebenm 3039 Herr Gott, dich loben wir, Herr Gort 437 Herr Gott, dich loben wir, Lenter 848 Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf 586 Herr Gott, nun sei gepriesen 558 Herr, höre, Herr, erhöre„518 Herr, ich bekenn von Herzens— Iund 267 Herr, ich bin dein Eigentum 637 Herr, ich habe mißgehandelt 246 98 Jesu Christ, dein teures Blut Herr Jesu Christ, uns wend Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunngquell aller Gnaden, wir kommen Herr Jesu Christ, du höch— stes Gut, ꝛc., sieh doch. err Jesu Christe, mein Zetreüer Hirte dich zu —— 2 —— 17 236 mein Herr Jesu Christe, Prophet. Herr Jesu Christ, mein höch— Herr Jesu Christ, meins 7¶ err Jesu, deine Angst und derr Jesu, * 95 — — — —.—⁵ HerrJef 2 — — „ barmen... Herr, was sind wir, daß Herr, wie du willst, so Herr Zebaoth, Herzlich lieb hab Herzlich tut mich ve Herzliebster Jesu, was hast Herz und Herz vereint Heut ist des Herren Ruhetag Heut ist uns der Tag er⸗ schienen ich dich Oier legt mein Sinn sich Hilf, Helfer, hilf in Angst Hilf, Herr Jesu, laß gelingen Hilf mir, mein Gott, hilf Hilf uns, Herr, in allen Himmelan geht unsre Bahn Himmelan, nur himmelan Hinunter ist der Sonne Hirte deiner Schafe... dein heiligs rlangen 5 498 318 Hört heut der Weisen gro 584 15⁷ 11¹ 368 358 58¹ 6⁰ 320Q014 339 344 631 638 5114 Ich N ße Sohn, Ich bin getrost mich der frohen Ich hab in Gottes Herz und Siunn Ich hab in guten Stunden Ich hab mein Sach Gott Ich hab mich Gott ergeben Ich hab von ferne ch komme, Herr, und suche ch ruf ö sag es jedem, daß er lebt singe dir mit Herz ch steh an deiner Krippe 250 — — * e * — (& Ich steh in meines Herren Ich sterbe täglich und mein Leben. . st auf Erden! 189 Ich bin getauft auf deinen und freue glaub an Einen Gott habe nun den Grund 2 3u dir, Herr Jesu 22 435 580 588 636 219 Alphabetisches Register. Ich trau auf meinen Gott 434 Ich und mein Haus, wir sind bereit Ich weiß, an wen ich gläube Ich weiß, an wen mein Ich weiß ein lieblich Engel— spiel 0 weiß, es kann mir nichts Ich weiß, mein Gott, daß all mein Tun Ich weiß, woran ich glaube Ich will dich lieben, meine Ich will mich mit dir verl. Ich will, o Vater, allezeit Ich will von meiner Miss etat Ich wollt, daß ich daßtine Ihr Christen auserkoren .* q.¶ ¶• Ihr Eltern hört, was Christus spricht. ö In gllen meinen Taten In Angsten ruf ich, Herre In Christi Wunden schlaf In dich hab ich gehoffet: In d dir ist Freude In Gottes Namen fahren In Gottes Namen fang ich Ist Gott für mich, so trete Jod. Jauchzet, ihr Himmel. Je großer Kreut je näher Jerusalem, du hochgebaute ö Dasnia dem Propheten.. deine Passion deine tiefen Wunden der du meine Seele 2 Jesu, geh voran esu, großer Juhnd: esu, meine Freude.. Fesu, ——3* Nr. Desu, Jesu, meines Lebens Leben Jesus Christus herrscht.. Jesus Christus, unser Hei⸗ land, der den Tod. Jesus Christus, unser Hei⸗ land, der von uns. Jesus, Jesus, nichts als 526 277 288 347 Jesus lebt, mit ihm auch ich 291 Jesus, meine Sabersicht 304 319 2 247 —570 4⁵ Jesus soll die Losung sein Jesu, Trost der armen Seelen K. 3209 N hat Gott verlassen! 393 1 Komm, Gottes Geist,— 429 Komm, heiliger Geist, erfüll 57⁷ Komm, heiliger Geist, Herre 336 Komm, o Gott Schöpfer. 293 Komm, o komm, du Geist 566Kommst du, kommst du, 481 Licht der Heiden ö 270 Kommt, Kinder, laßt uns Lonmé laßt euch den Herren 35 5⁵5 418 6²⁴ 210 89 80 42 Laß dich Gott. 3²⁰ Faß dich, Herr Jef su Christ 7016 Lasset die Kindlein kommen 300Lasset mich voll Freude. König, dem kein König. König Jesu, streite, siege. Kyrie(Litanei) •**1 meiner Seele Leben? Deuns Feus nimmt die Sünder an Kommt und laßt uns 10 15 Kommt her zu mir, ant 3 70 406 523 200 Ü203 Alphabetisches Register. * FFPPFPPP VP. Liebster Litanei M. Mache dich, mein Geist.. Machs mit mir, Gott, nach Macht hoch die Tür, die Tor macht weit Mag ich denn nicht von Angst und Pein.. Man lobt dich in der Stille Meine Lebenszeit verstreicht Meinen Jesum laß ich nicht Mein erst Gefühl sei Preis 45⁵5 Nx. Meine Seele erhebet den H. 13 Meine Seele, laß dich finden Meine Seel, ermuntre dich 2 rn Seel ist stille. 17 333 Mein Gott, die Sonne geht Mein Heiland nimmt die 82 Sünder ann 305 Mein Heiland sitzet droben 317 Mein Herz, ach rede mir 361 Mein Herz, gib dich zu⸗ 31 fricdmn Mein Herz und Seel den 202 Herren hoch erhebet Mein Jesu, der du vor dem Scewenn 432 Mein Jesus kommt, mein 6 Mein Jesus lebt, was soll Jesu, süße Mein lieber Gott, Mein schönste Zier Mein Schöpfer steh mir bei 476 Mir ist Erbarmung wider— 67/ fahren 41 Mir nach, . Ernst, 458 728 spricht Christus o Menschen⸗ kinder 351 —589 — 44⁴4 60⁰⁴ N. 302 Nichts Betrübters üst.. 491 Nicht so traurig, nicht so sehr Meine Seele senket sich.. 2 Meines Lebens beste Freude ö Seelenlust: 450 Mein Lauf, Gottlob, ist bald? gedenke! und K. 2 290 349 26 540 572 507 57¹ 482 53⁴ 535 396 ———— t d h . Nr. Nr. Rie bist du, Höchster... 289 O Gott, der du das Firma— RNimm von uns, Herr 239 Ment 00 Rimm von uns, Herre Gott 227 O Gott, du frommer Gott 340 Run bitten wir den heiligen 139 O Gott, du höchster Gnaden— Run bricht die finstre Nacht 20 horrt 186 Run danket alle Gott.. 442 O Gottes Sohn, Herr Jesu 269 RNun danket alle Gott.. 443 O Gott, von dem wir alles 562 Run danket all und bringet 445 O Gott, wir ehren deine Ran freut euch, liebe Christ, 262 Machi. 153 Run hilf uns, o Herr Jesu 532/O Haupt voll Blut und 88 Run jauchzet all, ihr From. 25 O heilger Geist, kehr bei.141 Run jauchzt dem Herren 1 O heilige Dreieinigkeit, erhalt 520 Mun kommt das neue Kirch. 22/O heilige Dreifaltigkeit.. 471 Run laßt uns den Leib.. 573 O hilf, Christe, Gottes Sohn 76 Run laßt uns gehn und. 61 O Jesu Christe, wahres Licht 172 Run laßt uns Gott dem 440 O Jesu Christ, mein schön— Run lieg ich armes Würme— sies Lich 391 609/ O Jesu Christ, meins Le— Run lob, mein Seel, den 438 bens Licht 3584 Run preiset alle..... 561 O Jesu, du mein Bräutigam 212 Nun ruhen alle Wälder. 502 x 2 O Jesu, Jesu, Gottes Sohn 296 Nun schlaf, mein liebes 528 Jesu, meines Lebens Licht 490 [(Nun sich der Tag geendet Jesu, meine Wonne.. 223 A 506 O Jesu, süßes Licht..484 Nun sich der Tag geendet, O Jesu süß, wer dein gedenkt 294 mein Her 512O König aller Ehren... 66 RNun singet und seid froh 44 O König, dessen Majestät 255 Nun tret ich wieder.... 480 O Lamm Gottes, unschuldig 75 Nun triumphieret Jesus Chr. 111 O Lebensbrünnlein tief und 295 O Liebe, die den Himmel O. hat gerrisen. 54 O meine Seel, du sollst O Bergwerksschöpfer... 539 den Herren preisen... 441 O daß ich tausend Zungen 454 O selig Haus, wo man O du Liebe meiner Liebe. 94 dich aufgenommen... 527 O du Schöpfer aller Dinge. 248 O Tod, wo ist dein Stachel 114 O Ewigkeit, du Donnerwort 626 O Traurigkeit, o Herzeleid 102 O Ewigkeit, du Freudenwort 627 O treuer Heiland, Jesu 342 Ofrommer und getreuer Gott 243 O Vater, allmächtiger Gott 226 O gläubig Herz, gebenedei 439 O Vater, deine Sonne 554 0—5*5 5 ⁷—— 4—**** 888008 ——————————— Alphabetische Nr. 244 370 378 57⁴4 86 630 62⁵ Vater der Barmherzigkeit Vaterherz, o Licht, o Leben O Vater, unser Gott, es ist O Welt, ich muß dich lassen O Welt, sieh hier dein Leben O wie fröhlich, o wie selig O wie selig seid ihr doch O wir armen Sünder. P. Preis, Ehr und Lob sei dir R. Rede, liebster Jesu, reden. Reich des Herrn Ringe recht, wenn Gottes: Rüstet euch, ihr Christenleute 362 O — 50 —** S 8 Register. II Nr. 1 Sei stille, müdgequältes Herz 427 Sei willkommen, Davids. 33 Sende, Vater, deinen Geist 382 Siegesfürste, Ehrenkönig„135 Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 251 Sieh, wie lieblich und wie 44 sein 3⁵ So führst du doch recht senng, Herr 413 So hab ich nun den Fels 283 So hab ich obgesieget... 611 So hoff ich denn mit festem ö NKỹttiü 280 So jemand spricht, ich liebe Gott 37⁴4 So ist die Woche nun.. 517 Soll es, liebster Gott.. 432 Sollt es gleich bisweilen. 405 X— 2 4„ Sollt ich meinem Gott nicht singen 44⁷7 So nimm denn meine Hände 376 —— Sorge doch für meine Kinder 530 Schaffet, schaffet, Menschenk. 353 Schaff in mir, Gott, ein 253 Schmücke dich, o liebe Seele 215 Schmückt das Fest mit Maien 144 Schönster Herr Jesu.. 310 Schutzgott, dessen starke Rechte Schwing dich auf, mein ganz 459 Schwing dich auf zu deinem 398 Seele, geh auf Golgatha. 98 Seele, was ermüdst du dich Sei getreu bis an das Ende Sei Gott getreu, halt seinen Sei Lob, Ehr, Preis und Sei Lob und Ehr dem höchst. Sei mir tausendmal gegrüßet 87 Steht auf, ihr lieben Kinderl Straf mich nicht in deinem — 316 T 346 Treuer 348 T 150 449 Treuer So ruhest du, o meine Ruh 103 So tret ich demnach an. 479 So wahr ich lebe, spricht 239 Speis uns, Vater, deine Kind. 495 Stark ist meines Jesu Hand 332 466 250 Such, wer da will, ein 299 T. Tag des Zorns Wort aus Gottes Gott, ich muß dir Hirte deiner Herde Jesu, wache du.. Wächter Israel.. Tut mir auf die schöne Teures Treuer Treuer xXIV Alphabetisches Register. u. Nr. Nr. Warum betrübst du dich, Unsern Ausgang segne Gotrt 19 mein Herz. 385 Unter Lilien jener Freuden 602 Warum sollt ich mich denn numschränkte Liebe 280 grämeen 3097 Unverfälschtes Christentum Warum willst du draußen BV. AJA. 901 stehen 27 Was alle Weisheit in der V. eit 151 Was Gott tut, das ist wohl⸗ Valet will ich dir geben.585 getan, es bleibt.... 407 Vater, laß mich Gnade finden 249 Was Gott tut, das ist wohl— Vater unser im Himmelreich 377 getan, so denken.. 565 Verleih uns Frieden gnädigl. 519 Was ists, daß ich mich quäle 424 Versuchet euch doch selbst 272 Was mein Gott will, ge⸗ Verzage nicht, du Häuflein 171 scheh allzeit 384 Vollendet hat der Tag die 516 Was mich auf dieser Welt Vom Himmel hoch da Detrübt 40⁸ komm ich her 38 Was willst du dich betrüben 392 Vom Himmel kam der Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Engel Scha7—urr 39 Hugeel 27⁵ Von Gott will ich nicht lassen 386 Weil ich Jesu Schäflein bin 533 Vor deinen Thron tret ich 474 Weine nicht, Gott lebet noch 417 Vor G'richt, Herr Jesu, steh Welt ade, ich bin dein müde 596 ich ie 237 Wenn alle untreu werden 33 Wenn dein herzliebster Sohn, W. O 266 Wenn dich Unglück hat be— Wach auf, du Geist der ersten trõeten 333880 Zeugen178 Wenn ich ihn nur habe. 330 Wach auf, mein Herz, die Wenn ich, o Schöpfer, deine Nacht ist hin 119 Mach=˖..t¶ 464 Wach auf, mein Herz, und Wenn kleine Himmelserben 613 süsee 475 Wenn meine Sünd mich. 83 Wachet auf, ruft uns die Wenn mein Stündlein vor⸗ Tümme 621% handen istt 57⁵ Wacht auf, ihr Christen alle 619 Wenn wir in höchsten Nöten 233 Wär Gott nicht mit uns Wenn wir in Wassersnöten diese Zeitt 146% sein r5 568 Wärn meiner Sünd auch Werde licht, du Stadt.. 68 noch so viel 265 Werde munter, mein Gemüte 501 — ʒrðlg8... Alphabetisches Register. Wer Gott vertraut, hat wohl Wer ist wohl wie du.. Wer nur den lieben Gott Wer sind die vor Gottes Werter Tröster, komm Wer weiß, wie nahe mir Wie fleugt dahin der Men⸗ schen Zeit Wie Gott mich führt, so will Wie groß ist des Allmächtgen Wie lieblich ist der Maien Wie lieblich sind doch deine Wie mein getreuer Vater will Wie mit grimmgem Unver⸗ stand Wie schön ists doch, Herr Wie schön leucht uns der Wie selig ist der Drt Wie soll ich dich empfangen Wie wird mir dann, o dann Wie wohl hast du gelabet 3* .—— Wie wohl ist mir, o Freund der Seele Willkommen, Held im Streite 1 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod ——— Nr. 387 314 403 63² 14 599 598 42²⁰ 465 5⁴⁷ 117⁷ 404 569 52⁴ 292 9 28 x Wir danken G Wir singen dir, Immanuel 49 Wohlauf, mein Herz, zu Gott 379 Wohl einem Haus, wo Jesus 525 Wo ist ein solcher Gott 286 Wort des höchsten Mundes 194 Wo soll ich fliehen hin. Wo willst du hin, weils Abend ist Wunderanfang, herrlichs. Wunderbarer Gnadenthron Wunderbarer König.... 3. 118 51 Womit soll ich dich wohl 453 410 451 500 222 Zeuch ein zu deinen Toren Zeuch hin, mein Kind.. 309 Zeuch uns nach dir... 21 Zion, gib dich nur zufrieden Zion klagt mit Angst und Schmerzen Zu deinen Füßen liege ich Zu dir, Herr Jesu, komme ich Zween der Jünger gehn mit Sehnen 78 7— 110 —.—4˙— 634 Zeuch, Ehrenkönig, bei mir 34 Nr ott für seine 494 Wir glauben all an Einen 2638 Wir liegen hier zu deinen 256 Wir Menschen sind zu dem 188 ü2⁴⁰ Pfalm 92, 2. Das ist ein köstlich Ding dem HErrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster. Epheser 5, 18— 20. Er Werdet voll Geistes und redet untereinander von Psalmen und geistlichen Liedern, singet und spielet Von Cund Lobgesängen rem Herzen; und saget Dank allezeit Vor ö Vor(dem HErrn in eu ich.,— ö für alles Gott und dem Vater, in dem Namen unsers HErrn Jesu Christi. Wach A. Sonntags⸗ und Festtagslieder. I. Sonntagslieder. 6. Er ist voll Güt und Freund⸗ lichkeit, voll Lieb und Treu zu Psalm 100. Eigene Melodie. ö denen jeder Zeit; sein Gnade währet ö Na 1901 mit her⸗ ont und hier, und seine Wahr⸗ al“ rt, kommt her, heit für und für. zu seinem Dienst euch t,. Gott Vater in dem höchsten koumit mit Frohlocken, säumet Thron und Jesus Christ, sein t. vor sein heilig An⸗ einger Sohn, samt Gott dem gesicht! Erenren Veist sei 2. Erkennt, daß Gott ist unser Hünterden Kdren üe Herr, der uns erschaffen ihm zur David Denicke() g. 1603 14 1680 Ehr, und nicht wir selbst, durch(nach Corn. Becker). Gottes Gnad ein jeder Meusch——— sein Leben hat. 6.95 Erschienen ist der herrlich Tag. 3. Er hat uns ferner wohl be⸗ 2 eut ist des Herren Ruhe— dacht und uns zu seinem Volk 2 tag, vergesset Sorge, gemacht, zu Schafen, die er ist Müh und Plag, treibt eure bereit zu führen stets auf gute Wochenarbeit nicht, kommt vor Weid. des Höchsten Angesicht! Halleluja! 4. Die ihr nun wollet bei 2. Kommt her und fallt auf ihm sein, kommt, geht zu seinen eure Knie vor Gottes Majestät Toren ein mit Loben durch der allhie! es ist sein Heiligtum und Psalmen Klang, zu seinem Vor⸗Haus, wer Sünde liebt, gehört hof mit Gesang. hinaus. Halleluja! 5. Dankt unserm Gott, lobsin⸗ 3. Ganz unerträglich ist sein get ihm, rühmt seinen Nam mit Grimm, doch hört er gern der lauter Stimm, lobsingt und dan— Armen Stimm; deswegen lobt ket allesamt! Gott loben das ist ihn allesamt, das ist der Christen unser Amt, srechtes Amt. Halleluja! 1 4. Rühmt unsers Gottes Meistertat, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt und was dieselbe in sich hält. Halleluja! 5. Denkt auch, daß heut ge— schehen ist die Auferstehung Jesu Christ, dadurch die wahre Freu— digkeit in aller Not uns ist bereit. Halleluja! 6. Drum wollen wir begehn mit Fleiß den Tag nach rechter Christen Weis, wir wollen auf— tun unsern Mund und sagen dies von Herzensgrund: Halleluja, 7. O Gott, der du den Erden⸗ kreis erschaffen hast zu deinem Preis, uns auch bewahrt so man— ches Jahr in vieler Trübsal und Gefahr, Halleluja, 8. Hilf, daß wir alle deine Werk voll Weisheit, Güte, Macht und Stärk erkennen und je mehr und mehr ausbreiten deines Namens Ehr. Halleluja! 9. O liebster Heiland Jesu Christ, der du vom Tod erstanden bist, richt unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sündenschlaf verlier. Halleluja! 10. Gib deiner Auferstehung Kraft, daß dieser Trost ja bei uns haft, und wir uns drauf verlassen fest, wenn uns nun alle Welt verläßt. Halleluja! 11. O heilger Geist, laß uns Sonntagslieder. dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Halleluja! 12. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzieh uns deine Gnade nicht, all unser Tun auch so regier, daß wir Gott preisen für und für. Halleluja! 13. Gott Vater, Sohn und Geist, verleih, daß dieser Tag dir heilig sei, wir auch die Sab— bathsruh und Freud erlangen drauf in Ewigkeit. Halleluja! Hannov. Gsb. 1646 Eigene Melodie. 3 Hen Jesu Christ, dich zu . Wuns wend, den heilgen Geist du zu uns send, mit Hülf und Gnad, Herr, uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ! 2. Tu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von An-⸗ gesicht in ewger Freud und sel— gem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II. Herzog zu Sachsen⸗ Weimar(2) g. 1598 4 1662. Pfsalm 100. Mel. Gott des Himmels und der Erden, oder Eigene Melodie. 4. lle Welt, was lebt und webet, was in Feld und Häusern ist, was nur Stimm und Zung erhebet, jauchze Gott zu jeder Frist! Dienet ihm, wer dienen kann, kommt mit Lust zu ihm heran! 2. Sprecht: Der Herr ist unser Meister, er hat uns aus nichts gemacht, er hat unsre Leib und Geister an die lich te Welt gebracht; wir sind seiner Allmacht Ruhm/ seine Schaf und Eigentum. 3. Gehet ein zu seinen Pfor⸗ ten, geht durch seines Vorhofs Gang, lobet ihn mit schönen Wor— ten, saget ihm Lob, Preis und Dank! Denn der Herr ist jederzeit voller Gnad und Freundlichkeit. 4. Gott des Himmels und der Erde, Vater, Sohn und heilger Geist, daß dein Ruhm bei uns groß werde, Beistand selbst und Hülf uns leist! Gib uns Kräfte und Begier, dich zu preisen für und für! V. 1—3 Joh. Franck g. 1618 1 1677. V. 4 Hannov. Gsb. 1659. W Wie I lenchtuns der Morgenst. (Qch will, o Vater, allezeit 5. ꝗ erheben deine Gütigkeit, daß du von so viel Jahren mich hast behütet wunderbar, wie ichs mein Lebtag immerdar, auch diese Woch erfahren. Singet, bringet Gott dem Herren nah und fer⸗ ren Dank und Ehre, damnn sein Lob Pemtehren 2. Du führst durch deinen Gnadenschein aus aller Trübsal, Not und Pein den, der zu dir nur schreiet. Durch Christum gibst du deinen Geist, der uns Sonntagslieder. 3 den Weg zur Buße weist und in— nerlich erfreuet. Laß mich, bitt ich, deine Güte im Gemüte fort empfinden, ohn Anfechtung mei— ner „Herr, siehe du doch ja nicht an das, was ich wider dich)ge⸗ tan in nächstverwichnen Tagen. Nimm zur Versöhnung Christi Blut, der uns gelitten hat zugut und völlig abgetragen, was sich täglich noch für Sünden in uns finden; drum wir Schwachen zu dem Gnadenthron uns machen. 4. Mein'n Leib, mein Seel und all das Mein, laß dir, o Herr, befohlen sein, ich will mich dir ergeben. Wend ab Not, Angst und Herzeleid, du Vater der Barmher— zigkeit, in meinem ganzen Leben, daß ich fröhlich deinen Willen mög erfüllen, stets dich lieben, auch die Lieb am Nächsten üben. 5. Gib, daß mir deiner Ruhe Tag mein innre Ruh befördern mag durch deines Wortes Stärke; daß mir dasselb ins Herze dring und hundertfältig Früchte bring, des Glaubens rechte Werke. Von dir laß mir Brünnlein fließen, sich ergießen, daß ich bleibe stets ein Glied an deinem Leibe. 6. Verleihe, daß in dieser Welt mein Hoffnung sei auf dich gestellt und ich dir ganz vertraue, daß ich die wahre Ruh und Freud erlange dort ohn einig Leid, wenn ich Gott immer schaue. Durch dich werd ich große Gaben ewig haben bei dir oben; deinen Namen will ich loben. Hannov. Gsb. 1657. 4* Eigene Melodie. ö 6 Lierfer Jesu, wir sind ö 0 hier, dich und dein Wort anzuhören, lenke Sinne und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir ge⸗ zogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis verhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, tun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlich— keit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt be⸗ reit, öffne Herzen, Mund und Ohren! Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen! Tobias Clausnitzer g. 1618 4 1684. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 7 Gen Lob, der Sonntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu; heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja! 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich er— standen ist und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja! 3. Das ist der rechte Sonnen⸗ tag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja! Sonntagslieder. 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort, führ mich zur Him⸗ melsehrenpfort, laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich! Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 1 1684. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 8 Gn Gott von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt, heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach wie lieb ich diese Stun⸗ den, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost ver⸗ bunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Mor⸗ gen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind unsre besten Gott gedenkt und von Herzen bet und singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigen⸗ tum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kasp. Neumann g. 1648 4 1715, Sorgen, wenn der Mensch an —— — Sonntagslieder. 5 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 9 Wi selig ist der Ort zu 0 nennen, wo Gottes Wort im Schwange geht, wo Licht und Recht ganz helle brennen, und Zion niemals wüste steht, da man im Schmuck der Heilig— keit dem Herren opfert allezeit! 2. Weh aber, wo die Lebens⸗ worte so rar und teuer worden sind, daß man an solchem wüsten Orte von Gott nur dunkle Spuren findt! Wie billig wird der Ort beweint, wo Gottes Wort entfernet scheint. 3. Wir dürfen keinen Zweifel tragen, als wär allhier nicht Gottes Haus; wo wir nach Gottes Worte fragen, da macht er eine Kirche draus: sie sei nun zahlreich oder klein, so muß sie ihm doch heilig sein. 4. So treten wir im Geist zusammen, so singen wir des Herren Lied, so bringen wir die Opferflammen, auf welche Gott in Gnaden sieht; so lesen wir und hören an, was Gottes Wort uns lehren kann. 5. Ach Herr, gib selber das Gedeihen, laß doch kein Wort vorübergehn, laß uns die Seelen— speis erfreuen, laß unser Herz erquicket stehn, gib unsrer Ein— falt deutlich ein das, was uns kann erbaulich sein! 6. Erhalt uns bei dem Glau— bensgrunde, den du den Eckstein hast genennt, daß man dich nicht nur mit dem Munde, auch mit dem Herzen selbst bekennt. Wenn uns die Welt Verfolgung dräut, so gib, o Herr, Be⸗ ständigteit! 7. Ja bau du selbst in unsrer Serle dir ein lebendig Gottes⸗ haus, so wird in dieser Jam-— merhöhle ein angenehmer Sab⸗— bath draus, bis wir in jenen mnnel gehn und vor des Lammes Stuhle stehn. 665446 66 g. 1672 1 1737. Mel. Herr Jesu Christ Dich⸗ zu uns Wende 10 Men Gott, die Sonne geht herfür, sei du die Sonne selbst in nai, du Sonne der Gerechtigkeit, vertreib der Sünden Dunkelheit! 2. Mein erstes Opfer ist dein Ruhm, mein Herz ist selbst dein Eigentum; ach kehre gnädig bei mir ein, du mußt dir selbst den Tempel weihn. 3. Gib, daß ich meinen Fuß bewahr, eh ich mit deiner Kirchen— schar zum Hause Gottes wallen geh, daß ich auch heilig vor dir steh. 4. Bereite Herze, Mund und Hand und gib mir Weisheit und Verstand, daß ich dein Wort mit Andacht hör, zu deines großen Namens Ehr. 5. Schreib alles fest in meinen Sinn, daß ich nicht nur ein Hörer bin; verleihe deine Kraft dabei, daß ich zugleich ein Täter sei. 6. Hilf, daß ich diesen ganzen Tag mit Leib und Seele feiern mag; bewahr mich vor der argen ö ö‚ ö Welt, die deinen Sabbath sünd⸗ lich hält. 7. So geh ich denn mit Freude hin, wo ich bei dir zu Hause bin. Mein Herz ist willig und bereit, o heilige Dreieinigkeit! Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel. 11 5. mir auf die schöne II. Pforte, führet mich in Zion ein! Ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir ge— kommen, komme du nun auch zu mir! Wo du Wohnung hast ge— nommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch in meinem Herzen ein, laß es deinen Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilige du Leib und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilige du Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge du im Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rau— ben, halte mir dein Wort stets für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. Sonntagslieder. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt; nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmel—⸗ brot, tröste mich in aller Not! 7. Offne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann; lasse mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammertal, Herr, zu deinem Ehrensaal! Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel. 12 Hen, sa schöner Mor— · gen, schöner als man denken mag, heute fühl ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunkeln Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, du ver— treibst mir alles Leid. 3. Ach wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au; da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Welt⸗ geschäfte, heute hab ich sonst zu tun, denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gotteswerk für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich Gott gefallen 7 ö mag? Jesus wird die Kleider gebücket dienen; heilig, heilig, schicken, die ich ihm zu Ehren trag. heilig singen ihm zur Ehre aller Sein Blut und Gerechtigkeit ist Engel hohe Chöre. Herr, ver— das schönste Sonntagskleid. nimm unsre Stimm, da auch wir 6. Ich will in der Zionsstille Geringen unsre Opfer bringen. heute voller Arbeit sein, denn ö Sonntagslieder. 3. Wir entsagen willig allen da sammle ich die Fülle von den Eitelkeiten, aller Erdenlust und höchsten Schätzen ein, wenn mein Freuden; da liegt unser Wille, Jesus meinen Geist mit dem Seele, Leib und Leben dir zum Wort des Lebens speist. Eigentum ergeben. Du allein 7. Herr, ermuntre meine Sin⸗ nen und bereite selbst die Brust, laß mich Lehr und Trost gewin⸗ nen, gib zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Leh— ren, öffne selber ihren Mund; mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß wenn man hier bet und singt, solches in dein Herze dringt. 9. Gib, daß ich den Tag be— schließe, wie er angefangen ist; segne, pflanze und begieße, der du sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen! 5. Du durchdringest alles, laß dein schönstes Lichte, Herr, be— rühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich ent— falten und der Sonne stillehalten, Herr des Sabbaths bist, bis ich laß mich so, still und froh, deine einst auf jenen Tag ewig Sabbath Mel. Unumschränkte Liebe‚ oder Wunderbarer König. 13 Gen ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten, alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nie— der, kommt, ergebt euch wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem Strahlen fassen und dich wirken lassen! 6. Mache mich einfältig, innig, abgeschieden, sanfte und im stillen Frieden; mach mich reines Her⸗ zens, daß ich deine Klarheit schauen mag im Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben! 7. Herr, komm in mir woh⸗ nen, laß mein'n Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden! Komm, du nahes Wesen, dich in die Cherubinen Tag und Nacht mir verkläre, daß ich dich stets ——— 8 Sonntagslieder. lieb und ehre. Wo ich geh, sitz 2. Auf dem so schmalen Pfade und steh, laß mich dich erblicken gelingt uns gar kein Tritt, es und vor dir mich bücen! gehe seine Gnade denn bis zum Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Ende mit. — 3 Auf Gnade darf man trauen, Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. bn traut ihr ohne Reu; und runnalles Heils, dich wenn uns ja will grauen, so 14. Bauen wir undöffnen bleibts: Der—.— ist treu. unsern Mund vor dir; aus deiner 4. Wird an der Jammer Gottheit Heiligtum dein hoher größer, so glaubt und ruft man Segen auf uns komm! noch: Du mächtiger Erlöser, du 2. Der Herr, der Schöpfer, kommst; so komme doch!— bei uns bleib, er segne uns nach 5. Samit wir nicht erliegen, Seel und Leib, und uns bel Hüte muß Gnade mit uns sein; denn seine Macht vor allem UÜbel Tag sie flößt zu den Siegen Geduld und Nacht! und Glauben ein. 3. Der Herr, der Heiland, 6. So scheint uns nichts ein unser Licht, uns leuchten laß sein Schade, Iunde Angesicht, daß wir ihn schaun und mißt, der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. glauben frei, daß er uns ewig 9—. gnädig sei. 7. Bald ist es überwunden 4. Der Herr, der Tröster, ob nun durch des Lammes Blut, uns schweb, sein Antlitz ber uns 90 Le en Stünden erheb, daß uns sein Bild werd de größten Taten tut. 5 3. Herr s dir fallen! eingedrückt, und geb uns Frieden 2208 Auiren üe unverrückt. 4535 sei mit allen, die C 5. Jehova! Vater, Sohn und Gnade sei mit allen, die Gnade Geist, o Segensbrunn, der ewig sei mit mir! fleußt, durchsteuß Herz, Sinn Phil. Friedr. Hiller g. 1099 1769. und Wandel wohl, mach uns—.———— ins Eigene Melodi deins Lobs und Segens voll! igene Melodie. ii ank sagen wir alle 16. D Gott unserm Herren Christo, der uns mit seinem Offenb. 22, Ll. Wort hat erleuchtet und uns Mel. Christus der ist mein Leben. erlöset hat mit seinem Blute von 15. Di Gnade sei mit des Teufels Gewalt. Den sollen allen, die Gnade wir alle mit seinen Engeln loben unsers Herrn, des Herrn, dem mit Schalle, singen: Preis sei wir hier wallen und sehn sein Gott in der Höhe! Kommen gern. Altkirchl. Deutsch 1524. Sonntagslieder. 9 Mel. Herzlich tut mich verlangen. 17 Las mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr! Herr, laß mich nur nicht wanken, gib mir Be— ständigkeit, dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. tikol. Selnecker g. 1532 4 1592. Mel. Christus der ist mein Leben. 18. ch bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr J Jef su Christ, daß uns hin— fort nicht schade des bösen Fein— des List. 2., Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht, dein d Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4., Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr! 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not! Josua Stegmann g. 1588 4 1632. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 19. U 681 Ausgang segne Gott, unsern Ein⸗ gang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Tun und Lassen, segne uns mit sel⸗ gem Sterben und mach uns zu Himmelserben! Hartmann ESeur. 1634 7 1681. Am Sonntag-Abend. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 20. Nin bricht die finstre Nacht herein, des Tages Glanz ist tot; jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, 9—2 erst mit Gott! O Gott, du großer Herr —— Welt, den niemand sehen kann, du siehst! ja mich in dement Zelt/ hör auch mein Seufzen an! 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders dein; drum hat er auch bis in die Nacht mir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn, denn ich bin Fleisch und Blut und pfleg es öfters zu versehn, wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gna— denthron, sieh meine Schuld nicht an und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug getan. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort und tu uns immer wohl, 10 damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Vater, steh mir bei und gib mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. 9. Gib allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt, und beßre den, der unbedacht hat wider dich gestrebt. 10. Wofern dir auch mein Tun gefällt, so hilf mir morgen auf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein, da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbath ewig sein. Kaspar Neumann g. 1648 4 1715. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. ie schönen Sonntags⸗ 21. D stunden sind nun dahingeschwunden, uns grüßt die Abendruh; nun will ich all mein Dichten zu dir nach oben richten, Anfang und Ende bleibest du. 2. Herr, dir sei Preis und Ehre für alle Lieb und Lehre, die ich empfangen heut; du bist allein zu loben für jedes Licht von oben, das diesen Tag hat eingeweiht. 3. Der Glanz von deinem Throne, das Wort von deinem Sonntagslieder. Sohne, der Hauch von deinem Geist, was unser Sinn gespüret, was unser Herz gerühret— für alles, alles sei gepreist. 4. Laß diesen Strahl des Lebens, dies Licht doch nicht ver— gebens für uns entzündet sein! Noch in den dunklen Stunden, wenn alles sonst verschwunden, leucht es in unser Herz hinein! 5. Was dieses Licht verdun— kelt, obs noch so gleißt und funkelt, das bleib uns ewig fern. Sei du allein die Sonne des Lebens und die Wonne des Herzens und des Auges Stern! 6. Wenn sich die Augen sen ken, dann laß dein Angedenken nicht völlig schlafen ein! Laß in den Finsternissen dein Wort und mein Gewissen die beiden treuen Wächter sein! 7. Ein Strahl von deinem Lichte erleuchte mein Gesichte auch in der finstern Nacht! Im tiefsten Schoß der Stille ent— schlummert jeder Wille, du aber bists, der ewig wacht. 8. Herr, schenke mir indessen ein seliges Vergessen von allem eitlen Wahn! Mag auch kein Aug mich schauen, sieh von des Himmels Auen nur du, mein Gott und Herr, mich an! Chr. Heinr. Puchta g. 1808 4 1858. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 22 Nen kommt das neue 0 Kirchenjahr, des freut sich alle Christenschar. Dein König kommt, drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich! Halleluja! 2. Wir hören noch das Gnaden— wort vom Anfang wieder immer— fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahr⸗ heit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns blei— ben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Eigene Melodie. acht hoch die Tür, 23. M die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, II. Adventslieder. herzigkeit; all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insge— mein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freuden— sonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit! die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud, so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll Tat, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Na— men dein, o 62. 3 sei ewig Preis mit Freuden singt: Gelobet sei und Ehr! mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat! Georg Weissel g. 1590 4 1635. 2. Er ist gerecht, ein Helfer Mel. Aus meines Herzens Grunde. wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barm— 24 Arf auf, ihr Reichs⸗ 2 genossen, eur König kommt heran, empfahet unver⸗ + uns die Plagen, schickt, ertragen mit unerschrock— nem Mut. drossen den großen Wunder⸗ mann! Ihr Christen, geht her⸗ für, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heili⸗ ger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der Koͤnig ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da; seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, S da wir ihn finden können im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der K König ist nicht fern; seid fröh⸗ lich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern; der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speifen, er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr frechen Sün⸗ der: Der König merket drauf, wenn ihr verlornen Kinder im vollen Lasterlauf auf Arges seid bedacht, ja es tut ohne Sorgen; gar nichts ist ihm Verbodden, er 9—5 auf alles acht. „Seid fromm, ihr Unter— tmten, der König ist gerecht. Laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles schlicht. Für— wahr, er meint es gut, drum lasset die er uns 6. Frisch auf in Gott, ihr Ar⸗ men, der König sorgt für euch, er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der an ein Tier gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur be⸗ gehren, das steht in seiner Macht. 2 Adventslieder. 7. Frisch auf, ihr Hochbetrüb⸗ ten, der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. ö 8. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besehn, dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft und schön; nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz ver⸗ süßen und uns erlösen kann. 9. Der König will bedenken die, welch er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch er— hoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 10. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirft selbst doch arm und schwach; du liebest unver— gleichlich, du jagst den Sündern nach; drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. Johann Rist g. 1607 T1 1667. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 2 5. N.3 jauchzet all, ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit, Weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlich— keit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teu⸗ fels Reich und Macht. auf einem Eselein und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeit— lich Gut, er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen tut. 3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt, im ho— hen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 4. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 5. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlge⸗ mut, laßt eure Lieder klingen und tut dem König singen, der ist eur höchstes Gut. 6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eur Klag und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist, der helfen kann; halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer g. 1606 4 1673. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 26 Mit Ernst, o Men⸗ 9. schenkinder, das Herz in euch bestellt, damit das Adventslieder. 2. Er kommt zu uns geritten Heil der Sünder, 13 der große Wunderheld, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben gesendet und gegeben, bei euch auch kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Tal laßt sein er⸗ höhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht! 3. Ein Herz, das Demut übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut liebet, mit Angst zugrunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht be— reiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein. Nach Val. Thilo d. Jüng. g. 16077 1662. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 2 7 arum willst 0 du Gesegneter des Herrn? dir, bei mir einzugehen, wohl gefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mir schmerzen! 1 Mos. 24, 31, du draußen stehen,?') Laß 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Ser mir mit seinem chrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad ab— sagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Gewssen mit ver— giften Schlangenbissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends tief hinein: da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Un— glück liebt, Helfer, die mir Herz— leid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nich— tig, nichts ist, das nicht kraftlos wär; hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichtum, was ists mehr als ein Stücklein armer Erd? hab ich Lust, was ist sie wert? was ists, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ißt. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht, laß mich, Herr, an Adventslieder. — dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo zeucht er bei dir ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drück und quäle. 8. Was du Böses hast be— gangen, das ist alles abgeschafft: Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünde Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Mel. Valet will ich dir geben. 28W soll ich dich emp⸗ ‚ fangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Ver— langen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergetze, mir kund und wissend sei. „2. Dein Zion streut dir Pal⸗ men und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermun— tern meinen Sinn. Mein Herze —.c— 1 x Adventslieder. 15 soll dir grünen in stetem Lob 8. Auch dürft ihr nicht er— und Preis und deinem Namen sschrecken vor eurer Sündenschuld, dienen, so gut es kann und weiß. nein, Jesus will sie decken mit 3, Was hast du unterlassen seiner Lieb und Huld. Er kommt, zu meinem Trost und Freud? er kommt den Sündern zum Als Leib und Seele saßen in Trost und wahren Heil, schafft, ihrem größten Leid, als mir das daß bei Gottes Kindern verbleib Reich genommen, da Fried und ihr Erb und Teil. Freude lacht, da bist du, mein 9. Was fragt ihr nach dem Heil, kommen und hast mich froh Schreien der Feind und ihrer gemacht. Tück? Der Herr wird sie zer⸗ „Ich lag in schweren Banden, streuen in Einem Augenblick. Er du kommst und machst mich los; kommt, er kommt, ein König, ich stand in Spott und Schanden, dem wahrlich alle Feind auf du kommst und machst mich groß Erden viel zu wenig zum Wider— und hebst mich hoch zu Ehren und stande seind. schenkst mir großes Gut, das sich 10. Er kommt zum Welt⸗ nicht läßt verzehren, wie irdisch gerichte, zum Fluch dem, der Reichtum tut. ihm flucht, mit Gnad und süßem 5. Nichts, nichts hat dich ge⸗Lichte dem, der ihn liebt und sucht. tricben zu mir vom Himmels-⸗Ach komm, ach komm, o Sonne, zelt als das geliebte Lieben, da- und hol uns allzumal zum ewgen mit du alle Welt in ihren tausend Licht und Wonne in deinen Plagen und großen Jammerlast, Freudensaal! die kein Mund kann aussagen, so Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. fest umfangen hast.——.— ü Das schreib dir in dein Herze, Eigene Melodie. du hochbetrübtes Heer, bei denen 29 ommst du, kommst Gram und Schmerze sich häuft. du, Licht der Hei— je mehr und mehr; seid unverzagt, den? Ja du kommst und säumest ihr habet die Hülfe vor der Tür, nicht, weil du weißt, was uns der eure Herzen labet und tröstet, gebricht; o du starker Trost im steht allhier. Leiden, Jesu, meines Herzens 7. Ihr dürft euch nicht be⸗Tür steht dir offen, komm zu mühen noch sorgen Tag und mir! Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen 2. Ja du bist bereits zugegen, mit eures Armes Macht; er du Weltheiland, Jungfraunsohn; kommt, er kommt mit Willen, ist meine Sinne spüren schon deinen voller Lieb und Lust, all Angst und gnadenvollen Segen, deine Wun— Not zu stillen, die ihm an euch derseelenkraft, deine Frucht und bewußt. Herzenssaft, 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Fle— hen hin, schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften niet: Jesu, rege mein Gemüte, Jen öffne mir den? Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenszeit erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Ge— duld, durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein hocher— haben. Dann so will ich für und für Hosianna singen dir. Ernst Christ. Homburg g. 1605 4 1681. Eigene Melodie. ott sei Dank durch 30. G alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sün⸗ der Trost und Rat zu uns her— gesendet hat! 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist er— füll t nach Herrlichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte mächtig, hast mir alles zugefügt, Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Adventslieder. wie du gerne tust, rein von aller Sünden Wust! 6. Und gleich wie dein Ankunft war voller Sanftmut, ohn Ge— fahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlange„Kopf entzwei, daß ich aller Angste frei dir im Glauben um und an selig bleibe zugetan, 9. Daß, wenn du, du Lebens— fürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegengehn und vor dir gerecht bestehn. 7660—— um 1650. Mel. Alle Wasgen müssen üerden 2. 31. L Jesu, sei will⸗ kommen hier in dieser bösen Welt, da du kaum wirst aufgenommen, da man dich verächtlich hält. Ich, ich will dich nicht verscherzen, wohne nur in meinem Herzen! Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines 222795 sein. 2. Zwar du kommest gar nicht prächtig, aber ich bin schon ver— gnügt; du bist dennoch reich und was mich Sünder, was mich Dir Hosianna, o mein Schwachen kann gerecht und selig Teil! Richte du auch eine Bahn machen. Du bist mein, und ich bin dir in meinem Herzen an! 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, leben soll mein steter Reichtum es gehöret dir allein; mach es dein, ich will keines andern sein. 3. Dein so armes Kummer— Adventslieder. 17 sein; bin ich dir nur ganz er⸗ ihm den Thron, setzt ihm tausend geben und vertrau ich dir allein, Ehrenbogen, streuet Palmen, so wirst du mir schon gewähren, machet Bahn, daß er Einzug was mein Herz nur kann be- halten kann. gehren. Du bist mein, und ich 2. rn sei gegrüßt! bin dein, ich wil keines andern Komm, wir 24 dir entgegen; sein. unser Herz ist schon gerüst, will 4. Will dich alle Welt gleich sich dir zu Füßen legen. Zeuch meiden, dennoch find ich mich zu unsern Toren ein, du sollst zu dir; dich und mich soll nie uns willkommen sein. was scheiden, sondern ich will; 3. Hosianna, Friedensfürst, für und für in dir leben, an Ehrenkönig, Held im Streite! dich gläuben, tot und lebend Alles, was du schaffen wirst, das dein verbleiben. Du bist mein, ist unsre Siegesbeute. Deine und ich bin dein, ich will keines Rechte bleibt erhöht, und dein andern sein. Reich allein besteht 5. Deine Schmach und deine 4. Hosianna, lieber Gast! Wir Schande, so dir diese Welt an- sind deine Reichsgenossen, die tut, dienet mir zum höchsten du dir erwählet hast; ach so laß Pfande und versichert meinen uns unverdrossen deinem Zepter Mut, daß du mir in jenem dienstbar sein, herrsche du in uns Leben wirst die höchste Ehre allein! geben. Du bist mein, und ich 5. Hosianna! Steh uns bei! bin dein, ich will keines andern O Herr, hilf, laß wohl gelingen, sein. daß wir ohne Heuchelei dir das 6. Nun, mein Herze steht dir Herz zum Opfer bringen. Du offen, zeuch,‚ mein Heiland, bei nimmst keinen Jünger an, der 20 ein, laß mich nicht vergeblich dir nicht gehorchen kann. hoffen, laß mich stets dein eigen 6. Hosianna! Laß uns hier an 2— Tilge du all mein Ver- den Olberg dich begleiten, bis brechen, so kann ich stets fröh⸗ wir einstens für und für dir ein lich sprechen: Du bist mein, antnen bereiten; dort ist und ich bin dein, ich will keines unser Bethphage: Hosianna in andern sein. der Höh! tüt Fabricinsg. 1642 1 1703.. 7. Hosianna nah und fern! Mel. Meinen—— laß ich nicht segneter des Herrn, warum willst el. 1. du draußen steh en Hosianna! 32 osianna! Davids Bist du da? Ja du kommst, Sohn kommt in Halleluja! 9 1 Mos. 24, 31. Zion eingezogen; ach bereitet! Benjamin Schmolck. 1672 1 1737. — Eile bei uns einzugehen, du Ge⸗ ö ö * **ν Adventslieder. Eigene Melodie. küßt den Sohn der Liebe! Ach 33 ei willkommen, Da- daß niemand außen bliebe, hier, 350 vids Sohn, der in ach hier ist Seligkeit. seines Vaters Namen sich er⸗ Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. hebet auf den Thron über Nardds—— Haus und Samen, welchem Gott Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. ein Reich bestimmt, dem die 3 4 bei Reiche dieser Erden alle müssen mir ein, komm, dienstbar werden, das kein Ende komm, verweile nicht! Komm, jemals nimmt. laß mich ganz dein eigen sein, 2. Sei gesegnet, teures Reich, komm, o mein Gnadenlicht! das ein solcher Herr besitze, 2. Komm, Jesu, meiner Seele dem kein Herr auf Erden gleich, Teil, ach komm, ich liebe dich. der das Recht mit Nachdruck Ja komm, Herr Jesu, komm, schützet. Schwinge dich in stetem mein Heil, mach ewig selig Flor groß durch Frieden, reich mich! 1735(D. an Freuden unter Juden, unter——— Heiden mit vermehrtem Glanz empor! 35 Der König kommt in 3. Deines Königs Majestät niedern Hüllen, ihn müsse jedes Volk verehren, und trägt der lastbarn Eslin Füllen, so weit die Sonne geht, müsse empfang ihn froh, Jerusalem! sich sein Ruhm vermehren. Selbst Trag ihm entgegen Friedenspal⸗ der kleinen Kinder Mund mache men, bestreu den Pfad mit grü⸗ zum Verdruß der Feinde und nen Halmen! So ists dem Herren zur Freude seiner Freunde seinen angenehm. großen Namen kund. 2. O mächtger Herrscher ohne 4. Schreibe mich, Herr, auch Heere, gewaltger Kämpfer ohne mit an unter deinen Untertanen; Speere, o Friedensfürst von ich will dir, so gut ich kann, in großer Macht! Es wollen dir der mein Herz die Wege bahnen; Erde Herren den Weg zu deinem ich geselle mich im Geist zu den- Throne sperren, doch du gewinnst selben großen Reihen, die das ihn ohne Schlacht. Hosianna schreien, wo man dich 3. Dein Reich ist nicht von willkommen heißt. dieser Erden, doch aller Erde 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet Reiche werden dem, das du euch, seid ermuntert, meine Sin- gründest, untertan. Bewaffnet nen! Jesus und sein Gnaden-⸗ mit des Glaubens Worten zieht reich wird bei euch nun Raum deine Schar nach den vier Orten gewinnen. Kommt und schwört der Welt hinaus und macht dir den Huldgungseid, kommt und Bahn. Eigene Melodie. Weihnachtslieder. 4. Und wo du kommest herge⸗ daß du 19 selbst hienieden kommst zogen, da ebnen sich des Meeres zu erneuen Deimen Frieden, da— Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Erden siegen, Lebens neuen Bund zu stiften, Finsternis und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, gegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf die Macht der erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, 1550 wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder Wüeder wohnen in deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert g. 1789 4 1866. III. Weihnachtslieder. Eigene Melodie. 36. Eis Kind geborn zu Bethlehem, des freuet sich Jerusalem. Hal eluja, Halle— luja! 2. 10 liegt es in dem Krippe-— lein, ohn Ende ist die Herrschaft sein. Halleluja, Halleluja! 3. Für solche gnadenreich e Zeit sei Gott gelobt in Ewigkeit. Halle⸗ luja, Halleluja! 2 Lob, Ehr der heilgen Drei⸗ faltigkeit von nun an bis in Ewig⸗ keit. Halleluja, Halleluja! Nach dem Lateinischen Puer natus in Bethlehem. Eigene Melodie. 37. G seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des freuet sich der Engel Schar. Halleluja! den klein, 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet t sich das ewge Gut. Halleluja! 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein wor— der alle Ding erhält allein. Halleluja! 4. Das ewge Licht geht da her— ein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns zu Lichtes Linden macht. Halleluja! Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Wanwnertal, er macht uns Erb'n in seinem Saal. Halle— luja! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich 20 Weihnachtslieder. und seinen lieben Engeln gleich. dem Krippelein? Wes ist das Halleluja! schöne Kindelein? Es ist das 7. Das hat er alles uns ge⸗ liebe Jesulein. tan, sein groß Lieb zu zeigen an. 8. Willkommen sei, du edler Des freu sich alle Christenheit Gast! Den Sünder nicht ver⸗ und dank ihm des in Ewigkeit! schmähet hast und kommst ins Halleluja! Elend her zu mir; wie soll ich Martin Luther g. 1483 4 1546. immer danken dir? 390„ e9. Ach Herr, du Schöpfer aller Eigene Melodie. Ding, wie bist du worden so 38 UNom Himmel hoch da gering, daß du da liegst auf . 1 komm ich her, ich dürrem Gras, davon ein Rind bring euch gute neue Mär; der und Esel aß. guten Mär bring ich so viel, 10. Und wär die Welt viel⸗ davon ich singn und sagen will. mal so weit, von Edelstein und 2. Euch ist ein Kindlein heut Gold bereit, so wär sie doch dir ein ein enges — geborn von einer Jungfrau aus⸗ viel zu klein, zu erkorn, ein Kindelein so zart und Wiegelein. fein; das soll eur Freud und 11. Der Sammet und die Wonne sein. Seide dein das ist grob Heu und 3. Es ist der Herr Christ unser Windelein, darauf du König, t, als Gott, der will euch führn aus groß und reich, herprangf aller Not, er will eur Heiland wärs dein Himmelreich. selber sein, von allen Sünden 12. Das hat also gefallen dir, machen rein. die Wahrheit anzuzeigen mir: Wie 4. Er bringt euch alle Selig⸗ aller Welt Macht, Ehr und Gut keit, die Gott der Vater hat bereit, vor dir nichts gilt, nichts hilft daß ihr mit uns im Himmelreich noch tut. sollt leben nun und ewiglich. 13. Ach mein herzliebes Jesu⸗ 5, So merket nun das Zei⸗ lein, mach dir ein rein sanft Bette⸗ chen recht, die Krippe, Win⸗ lein, zu ruhn in meines Herzens delein so schlecht, da findet ihr Schrein, daß ich nimmer vergesse das Kind gelegt, das alle Welt dein. erhält und trägt. I4. Davon ich allzeit fröhlich 6. Des laßt uns alle fröhlich sei, zu springen, singen immer sein und mit den Hirten gehn frei das rechte Wiegenliedlein hinein, zu sehn, was Gott uns schön, mit Herzenslust den süßen hat beschert, mit seinem lieben Ton. Sohn verehrt. 15. Lob, Ehr sei Gott im höch— 7. Merk auf, mein Herz, und sten Thron, der uns schenkt seinen sieh dort hin: was liegt doch in eingen Sohn! Des freuen sich —8— — — ewge Gut. Weihnachtslieder. 21 der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr. Himmelreich über die Nature von einer Jungfrau ist geborn; Martin Luther g. 1483 4 1546. Maria, du bist auserkorn, daß du —— Mutter wärest. Was geschah Mel. Bom Himmel Hoch Watommich her. so wundergleich? Gottes Sohn 39.[Lom Himmel kam der Engel Schar, er— schien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart W⸗ liegt dort in der Krippe hart, Zu Bethlehem, in Davids Sudt, wie Micha“) das ver— fundet hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller i Haiand ist.„„Mich. 5, 1. „Des sollt ihr billig fröhlich vom Himmelreich, der ist Mensch geboren. 2. Ein Kindelein so löbelich ist uns geboren heute von einer Jungfrau sünberlich, zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn, das Heil ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist, behüt uns vor der Hölle. sein daß Gott Witeuch Iüworden Nach dem Latein. Dies est laetitiae. ein. 18 ist geborn eur Fleisch und Blut, 4. Was Sünd und Tod? ihr 908 mit euch den wahren Gott. Laßt zür⸗ nen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. eur Bruder ist das 41. Kan Gott, ihr Christen kann euch tun die al„in seinem 6 igene e Melodie. höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters 5. Er will und kann euch l lassen 50 oß und wird ein Kindlein nicht, setzt ihr auf ihn eur Zu⸗ versicht. Es mögen euch viel fechten an, nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben Recht, ihr seid nun wor⸗ den Gotts Geschlecht. Des dan— ket Gott in Ewigkeit, fröhlich allezeit! dem sei Trotz, d ders geduldig, Brust, ihr klein, er liegt dort elend, nackt 6 bloß in einem Krippelein. Er äußert sich all seiner G W3 lt, wird niedrig und gering und nimmt an sich 22 Knechts Gestal t, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Milch die ist sein Speis, an dem die Engel sehn Martin Luther g. 1483 4 1546. 38 Lust, denn er ist 2 Davids Reis, Eigene Melodie. 5. Das seinem Stamm ent⸗ sprießen sollt in dieser letzten 40. D Tag der ist so Zeit, durch welchen Gott auf⸗ freudenreich aller richten wollt sein Reich, die Kreature, denn Gottes Sohn vom Christenheit. Weihnachtslieder. 6. Er wechselt mit uns wun⸗ bei dem Vieh im finstern Stall, derlich, Fleisch und Blut nimmt das die Stern erschaffen all. er an und gibt uns in seins Gottes Sohn ist Mensch geborn, Vaters Reich die klare Gottheit hat versöhnt des Vaters Zorn; dran. jreu sich, dem sein Sünd ist leid. 7. Er wird ein Knecht und ich 5. Aus der Mutter Brust so ein Herr, das mag ein Wechsel rein nähret sich das Kindelein, sein! Wie könnt er doch sein das durch seine göttlich Kraft freundlicher, das Herzejesulein. allem Vieh sein Futter schafft. 8. Heut schleußt er wieder Gottes Sohn ist Mensch geborn, auf die Tür zum schönen Pa⸗ hat versöhnt des Vaters Zorn; radeis, der Cherub steht nicht freu sich, dem sein Sünd ist mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr leid. und Preis! 6. Solche groß Barmherzig⸗ Niklas Herman 1 1561. keit laßt uns preisen allezeit in — Gottsfurcht und Glauben rein, Eigene Melodie. mit Geduld gehorsam sein. Got— 42 Dẽ Christus geboren tes Sohn ist Mensch geborn, war, freute sich der hat versöhnt des Vaters Zorn; Engel Schar, sangen all mit freu sich, dem sein Sünd ist leid. Haufen schön: Ehr sei Gott im 1560. N. d. Latein. In natali Domini. höchsten Thron! Gottes Sohn——— ist Mensch geborn, hat versöhnt Cigene Melodie. des Vaters Zorn; freu sich, dem 43„reuet euch, ihr sein Sünd ist leid. WChristen alle, freue 2. Die Hirten erschraken ganz sich, wer immer kann, Gott hat vor des Engels hellem Glanz, viel an uns getan! Freuet euch hörten fröhlich neue Mär, daß mit großem Schalle, daß er uns Christus geboren wär. Gottes so hoch geacht, sich mit uns be⸗ Sohn ist Mensch geborn, hat freundt gemacht. Freude, Freude versöhnt des Vaters Zorn; freu über Freude: Christus wehret sich, dem sein Sünd ist leid. allem Leide. Wonne, Wonne 3. Sie suchten das Kindelein, über Wonne: Christus ist die eingehüllt in Windelein, wie Gnadensonne. der Engel hatt vermeldt, welches 2. Siehe, siehe, meine Seele, trägt die ganze Welt. Gottes wie dein Heiland komnit zu dir, Sohn ist Mensch geborn, hat brennt in Liebe für und für, daß versöhnt des Vaters Zorn; freu er in der Krippe Höhle harte sich, dem sein Sünd ist leid. lieget dir zu gut, dich zu lösen 4. Sie fanden das Kindlein durch sein Blut. Freude, Freude zart liegen in der Krippe hart über Freude: Christus wehret —— Weihnachtslieder. 23 Wonne, Christus ist die allem Leide. über Wonne: r en Jesu, wie soll ich dir dan— ten? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr. So laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über e Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne Wonne über Wonne: Gnadensonne. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, von berd sehr: zu erquicken deine Brüder, der ganzen Christenschar Friede und ein selges Jahr! Freude, Freude über Freude: Christus Wonne, Christus wehret allem Leide. Wonne über Wonne: ist die Gnadensonne. 606544 Keymann 1607 4 Eigene Melodie. 4. Non singet und seid froh, jauchzt all und steter Seligkeit. saget so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh, Christus ist die— 1662. nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kindlein zart und rein, durch alle deine Güte, o liebstes Jesulein, zeuch mich hin nach dir:, 3. Groß ist des Baters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir warn all verdorben durch Sünd und Eitelkeit, so hat er uns erworben die ewge Himmelsfr eud; eia, wärn wir da:, 4. Wo ist der Freudenort? Nirgend sonst als dort, da die Engel singen mit den Heilgen all, und die Psalmen klingen im hohen Himmelssaal. Eia, wärn wir da: Hannov. Gsb. 1646. 3—6 dem“ 0 In dulei jubilo. Mel. Valet will ich di geben. 45.J Ihr Christen auser— koren, freut euch der Heiland ist gib geboren! Recht gute neue Mär! Des freuen sich dort oben der heilgen Engel Schar und Gott den Vater loben jetzt und fort immerdar. 2. So singen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, freut euch von Herzen alle ob diesem Kindelein! Euch, euch ist es ge— geben und hat das Heil bereit, daß ihr bei Gott sollt leben in 3. Kein Mensch sich ja betrübe, denn dieses Kindelein euch bringet süße Liebe; was wollt ihr traurig sein? Den Katte wils 5dem schenken, der an ihn gläubet fest; daren sollt ihr gedenken, euch freuen auf das best. 4. Nun seid ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schar, denn Christus hat zerbrochen, was euch zuwider war. Tod, Teufel, Sünd und Hölle sind ganz und gar geschwächt, bei Gott **—————————— Weihnachtslieder. hat seine Stelle das menschliche Schanden, dennoch hast du sie Geschlecht. dir vertraut am Kreuz in To⸗ 5. Drum wir auch nun dich desbanden; ist sie doch ganz und loben, Jesu, zweistammger Held, gar befleckt, mit dem Verderben daß du herab von oben bist kom⸗ angesteckt, und du willst ihret⸗ men in die Welt. Komm auch in wegen den Zepter von dir legen! unsre Herzen und bleibe für 5. Du Fürst und Herrscher die⸗ und für, daß weder Glück noch ser Welt, du Friedenswiederbrin⸗ Schmerzen uns trennen ab von dir. ger, du kluger Rat und tapfrer V. 1—4. G. Werner g. 1589 4 1643. Held, du starker Höllenzwinger, V. 5. Hannov. Gsb. 1657. wie war es möglich, daß du dich erniedrigtest so jämmerlich, als Eigene Melodie. wärest du im Orden der Bettler 46(Efawach dich, mein Mensch geworden? schwacher Geist, unde 6. O Freudenzeit, o Wunder— trage groß Verlangen, ein kleines nacht, dergleichen nie gefunden, Kind, das Vater heißt,“) mit du hast den Heiland hergebracht, Freude zu empfangen. Dies der alles überwunden, du hast ist die Nacht, darin es kam und gebracht den starken Mann, der menschlich Wesen an sich nahm, Feur und Wolken zwingen kann, dadurch die Welt mit Treuen vor dem die Himmel zittern und als seine Braut zu freien. YJes. 9,6. alle Berg erschüttern. 2. Willkommen, süßer Bräuti⸗ 7. O liebes Kind, o süßer gam, du König aller Ehren, will⸗ Knab, holdselig von Geberden, kommen, Jesu, Gottes Lamm, ich mein Bruder, den ich lieber hab will dein Lob vermehren, ich will als alle Schätz auf Erden, komm, dir all mein Lebenlang von Her⸗ Schönster, in mein Herz hinein, zen sagen Preis und Dank, daß komm eilend, laß die Krippe sein, du, da wir verloren, für uns bist komm, komm, ich will beizeiten Mensch geboren. dein Lager dir bereiten. 3. O großer Gott, wie konnt 8. Sag an, mein Herzens es sein, dein Himmelreich zu bräutigam, mein Hoffnung, Freud lassen, zu kommen in die Welt und Leben, mein edler Zweig aus hinein, da nichts denn Neid und Jakobs Stamm, was soll ich dir Hassen? Wie konntest du die doch geben? Ach nimm von mir große Macht, dein Königreich, die Leib, Seel und Geist, nimm Freudenpracht, ja dein erwünsch- alles, was Mensch ist und heißt: tes Leben für deine Feind hin⸗ ich will mich ganz verschreiben, geben? dir ewig treu zu bleiben. 4. Ist doch, Herr Jesu, deine 9. Lob, Preis und Dank, Herr Braut ganz arm und voller Jesu Christ, sei dir von mir ge⸗ Weihnachtslieder. sungen, daß du mein Bruder wor— den bist und hast die Welt be— zwungen; hilf, daß ich deine Gü— tigkeit stets preis in dieser Gna⸗ denzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 47 Qch steh an deiner N Krippe hier, o Jesu, du mein Leben, ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin. und laß dirs wohlgefallen! 2. Du hast mit deiner Lieb erfüllt mein Adern und Geblüte; dein schöner Glanz, dein süßes Bild liegt mir ganz im Gemüte. Und wie mag es auch anders sein, wie könnt ich dich, o Herze mein, aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. +. Ich lag in tiefster Todes— nacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freude an und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nichts weiter 25 * kann, so tu ich, was geschehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär, und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 6. Wo nehm ich Weisheit und Verstand, mit Lobe zu erhöhen die Auglein, die so unverwandt nach mir gerichtet stehen? Der volle Mond ist schön und klar, schön ist der, güldnen Sterne Schar, dies' Auglein sind viel schöner. 7. O daß doch ein so lieber Stern soll in der Krippe liegen! Für edle Kinder großer Herrn gehören güldne Wiegen. Ach Heu und Stroh ist viel zu schlecht, Samt, Seide, Purpur wären recht, dies Kindlein drauf zu legen. 8. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, daß meines Hei lands Lager sei auf Kränzen und Violen; mit Rosen, Nelken, Ros⸗ marin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. 9. Zur Seite will ich hie und dar viel weiße Lilien stecken, die sollen seiner Auglein Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt viel mehr das dürre Gras dies Kindelein als alles das, was ich hier nenn und denke. 10. Du fragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seele Herr— lichkeit durch dein selbsteignes Herzeleid, das will ich dir nicht wehren. Weihnachtslieder. 11. Eins aber, hoff ich, wirst 5. Hätte vor der Menschen du mir, mein Heiland, nicht ver⸗ Orden unser Heil einen Greul, sagen: daß ich dich möge für und wär er nicht Mensch worden; für in, bei und an mir tragen. hätt er Lust zu unserm Schaden, dein Kripplein ei so würd unsre Bürd er nicht sein, komm, komm und lege bei mir auf sich laden. Freuden! 6. Er nimmt auf sich, was auf 12. Zwar sollt ich denken, wie Erden wir getan, gibt sich an, gering ich dich bewirten werde; unser Lamm zu werden, unser du bist der Schöpfer aller Ding, Lamm, das für uns stirbet und ich bin nur Staub und Erde. bei Gott für den Tod Gnad und Doch bist du ein so frommer Gast, Fried erwirbet. daß du noch nie verschmähet hast 7. Nun, er liegt in seiner den, der dich gerne siehet. Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: —— Lasset fahrn, o lieben Brüder, Eigene Melodie. was euch quält, was euch fehlt, 48 Dröhlich soll mein ich bring alles wieder. ö Herze springen die⸗ 8. Ei so kommt und laßt uns ser Zeit, da vor Freud alle Engel laufen, stellt euch ein, Groß und singen. Hört, hört, wie mit vollen Klein, eilt mit großen Haufen. Choren alle Luft laute ruft: Liebt den, der vor Liebe brennet, Christus ist geboren. schaut den Stern, der euch gern 2. Heute geht aus seiner Kam— Licht und Labsal gönnet. mer Gottes Held, der die Welt 9. Die ihr schwebt in großem reißt aus allem Jammer. Gott Leide, sehet, hier ist die Tür zu wird Mensch, dir, Mensch, zu⸗ der wahren Freude. Faß ö zt ihn gute, Gottes Kind das verbindt wohl, er wird euch führen an den sich mit unserm Blute. Ort, da hinfort euch kein Kreuz 3. Sollt uns Gott nun können wird rühren. hassen, der uns gibt, was er liebt 10. Wer sich fühlt beschwert über alle Maßen? Gott gibt, im Herzen, wer empfindt seine unserm Leid zu wehren, seinen Sünd und Gewissensschmerzen, Sohn aus dem Thron seiner sei getrost: hie wird gefunden, Macht und Ehren. der in Eil machet heil die ver— 4. Sollte von uns sein gekehret, giften Wunden. der sein Reich und zugleich sich 11. Die ihr arm seid und selbst uns verehret? Sollt uns elende, kommt herbei, füllet frei Gottes Sohn nicht lieben, der eures Glaubens Hände: hier sind jetzt kömmt, von uns nimmt, waͤs alle guten Gaben und das Gold, uns will betrüben? 0 da ihr sollt euer Herz mit laben. 2 388N Weihnachtslieder. 27 12. Süßes Heil, laß dich um-lange Jahr der Väter und Pro⸗ fangen, laß mich dir, meine Zier, pheten Schar: Halleluja! unverrückt anhangen! Du bist 4. Ach dan der Herr aus Zion meines Lebens Leben; nun kann käm und unsre Bande von uns ich mich durch dich wohl zufrieden nähm! Ach daß die Hülfe bräch geben. herein, so würde Jakob fröhlich 13. Meine Schuld kann mich sein.“) iet Ps. 14, 7. nicht drücken, denn du hast meine 5. Nun, du bist hier, da liegest Last all auf deinem Rücken. Kein du, hältst in dem Kripnlein deine Fleck ist an mir zu finden, ich bin Ruh; bist klein und machst doch gar rein und klar aller meiner alles groß, bekleidst die Welt und Sünden. kommst doch bloß. Halleluja! 14. Ich bin rein um deinet⸗ 6. Du kehrst in fremder Hau— willen, du gibst gnug Ehr und sung ein, und sind doch alle Schmuck, mich darein zu hüllen. Himmel dein; trinkst Milch aus Ich will dich ins Herze schl nesen, deiner Mutter Brust und bist o mein Ruhm, edle Blum, laß doch selbst der Engel Lust. Halle— 5 recht genießen! luja! 15. Ich will dich mit Fleiß 7. Du bist der süße Menschen⸗ bewahren, ich will dir leben hier, freund, doch sind dir so viel dir will ich abfahren. Mit dir Menschen feind; Herodis Heer will ich E schweben voller hält dich für Greul, und bist doch Freud ohne Zeit dort im andern ic als lauter Heil. Halleluja!“ Leben. 8. Ich aber, dein geringster Paul Gerhardt 9— 1607 4 1676. Knecht, ich sag es frei und mein 49. Woi singen dir, Im⸗will. Hallel luja! manuel, du Lebens⸗ 9. Der Will ist da, die Kraft fürst und Gnadenquell, du Him⸗ ist klein, doch wird dir nicht zu— melsblum und Morgenstern, du wider sein mein armes Herz, und Jungfrausohn, Herr aller Herrn. was es kann, wirst du in Gnaden Halleluja! neh 60 an. Halleluja! 2. Wir singen dir in deinem 1 Heer aus aller Kraft Lob, Preis Muß, du wirst auch halten mich und Ehr, daß du, o lang gewünsch- für gut. O Jesulein, dein from⸗ ter Gast, dich nunmehr eingestellet mer Sinn macht, daß ich so voll! hast. Hallelnza! Trostes bin. Halleluja! 3. Von Anfang, da die W Welt 11. Bin ich gleich sünd⸗ und gemacht, hat so manch Herz nach lastervoll, hab ich gelebt nicht wie dir Iewacht, dich hat gehofft so ich soll, ei kommst du doch des— es recht: Ich liebe dich, doch nicht Mel. Erschienen ist der herdlich Tag. so viel, als ich dich gerne lieben Darum so hab ich guten ö ö Scheu, nehnmnien, werf wegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja! 12. So faß ich dich nun ohne od, ver⸗ — Eigentum und will, soviel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja! 14. Ich will dein Halleluja hier mit Freude singen für und für, und dort in deinem Ehren⸗ saa Zahl. Halleluja! Usolls schallen ohne Zeit und Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. 2 0 K und laßt uns 00. Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren, siuget fröhlich, laßt euch hören, wertes Volk der Christenheit! 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen, wir, die unser Heil an⸗ fen allen Kummerhin. 3. Sehet, was hat Gott ge— Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. Jakobs Stern ist aufge⸗ gangen, stillt das sehnliche Ver⸗ du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst den T kehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja! 13. Du bist mein Haupt, hin⸗ wiederum bin ich dein Glied und geben! Seinen Sohn zum ewgen Weihnachtslieder. langen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Hölle Reich. 6. Unser Kerker, da wir saßen und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen, ist entzwei, und wir sind frei. 7. O du hoch gesegn'te Stunde, da wir das von Herzensgrunde gläuben und mit unserm Munde danken dir, o Jesulein! 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Da Christus geboren war. ö 51 Wonnnrom Gna⸗ denthron, Gottes und Marien Sohn, Gott und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krippe findt! Großer Held von Ewigkeit, dessen Macht und Herrlichkeit rühmt die ganze Christenheit! 2. Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich, du wirst klein, du großer Gott, und machst Höll und Tod zu Spott. Aller Welt wird offen⸗ bar, ja auch deiner Feinde Schar, daß du, Gott, bist wunderbar. 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden immer neu, Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Not und Tod anficht. Laß mich deine Herrlichkeit, deine Wundergütigkeit schauen in der Ewigkeit! Joh. Olearius g. 1611 + 1684. Weihnachtslieder. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 52. Dia ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt- und Himmels⸗ licht weicht hunderttausend Son⸗ nen nicht X 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gna— denschein! Der Glanz in dieser Del Höhle streckt sich in alle Welt hinein, er rion weg der Hölle Macht, der Sünde und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Selig⸗ keit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht noch in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein H dimmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle schei— nen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott Hlt du es treulich meinen, sonst diese Sonne nicht; willst du ge⸗ nicht mehr mkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weih⸗ nachtssonne, bestrahle mich mit Licht geführet. Dein Licht sei mein Heil, deiner Gunst! meine Weihnachtswonne und lehre mich die X eihnachtskunst, von dir empfangen hab. wie ich im Lichte wandeln soll und sei des voll. Kasp. Friedr. Rachtenhöfer g. 1624 14 1685. Welt als der Tod. nießen diesen Schein, so darfst du 29 Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. 53. wesentliches Wort, von Anfang her gewesen, du Gott, von Gott ge— zeugt, von Ewigkeit erlesen zum Heil der ganzen Welt, o mein Herr Jesu Christ, willkommen, der zum an geboren 3 2.Komm, o selbständigs Wort, und sprich)in meiner Seelen, daß lralte in Ewigkeit an Trost nicht solle fehlen; im Glauben wohn in mir und weiche nimmer nicht, laß mich auch huicht von dir ab⸗ weichen, schönstes Licht! 3. Du ecelen Wort warst bn Gott, eh geleget der Grund der großen Welt, da sich dein 1913 beweget zur Liebe gegen mich; ja du warst selber Gott, damit du machtst im Fleisch Sünd, Höll und Tod zu Spott. 4. Was hat, o Jesu, dich von vom Himmelsthron dich in die deine Glut entflammt, die stärker 5. Du bist das auch dein Gesck und Gab, der alles, was ich bin, 6. Gib, daß ich dir zum? Erde lebe; ja, Jesu, Dienst Weihnachtsglanzes mein ganzes Herz ergebe, auch dir allein zum Preis auf dieser laß mein Herz ganz neu geschaffen sein Anfang doch bewogen? Was hat t gezogen? Ach deine große Lieb und meine roße No ö hilft dir ieb 1 eine groß t hat Wort, wodurch die ganze Welt formieret, denn alle Dinge sind durch dich ans“ Ach so bin ich,“ chöpf 30 und dir bis in den Tod gewidmet sein allein! 7. Ach laß nichts in mir sein, was du nicht hast geschaffen, nicht von dir, und Fuß auf ebner Bahn! 8. Das Leben ist in dir und alles Licht des mir deinen Glanz, nicht sein vergebens! das Licht der Lebenslicht, o Jef dein Sonnenlicht anbricht. mein Gott, Weil du 54. die sich zu Eigene Melodie. Liebe, die den Him⸗ mel hat zerrissen, bewegen müssen, ins Jammertal verwies? der dich zu mir Die Liebe hat es selbst getan, sie schaut als Mutter mich in mei⸗ nem Jammer an. — 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder tust; die Liebe macht dir meinetwegen zugut du Schmerzen, daß mir unter Dornen ruhst. O uner⸗ hörter Liebesgrad, der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesen⸗ tet hat! 3. Die Liebe ist mein Anver⸗ wandter worden, mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit, der * Gottheit Quell lebt nun in meinem reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen! Was bös, ist das hat der Feind getan, du aber führ mein Herz Lebens; laß an Welt, so sei mein u, bis mir dort Laurent. Laurenti g. 1660 4 1722. mir ins Elend nieder⸗ ließ, was für ein Trieb hat dich Weihnachtslieder. Orden, die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit, das Leben selbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgesöhnet, die Rei⸗ nigkeit der Seele wiederbracht; sie wird als Braut der Gottheit nun gekrönet, da sie der Himmel selbst so angelacht. Die Mensch— heit wird nun ganz erneut und als ein reiner Thron der Gottheit eingeweiht. 5. Die Weisheit spielt nun wieder auf der Erden*), dadurch das Paradies im Menschen grünt; nun können wir aus Gott geboren werden, weil die Geburt des Her— ren dazu dient; die wohl geborne Seele spürt, daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. Sprüche 8, 30. 31. 6. Kein Elend kann nun un⸗ serm Herzen schaden, Immanuel ist bei uns in der Not. Ich gehe nur zu ihm, dem Quell der Gnaden, so dient mir selbst das Elend und der Tod; der Jammer hängt mir nur noch an, der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, dieweil sie selbst durch ihn verdammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flammen, weil Christi Blut und Wasser in sie fließt? Im⸗ manuel löscht ihren Trieb, er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. Weihnachtslieder. 8. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Reichtum, Ehr und Wohllust schenkt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist, ver⸗ giß die Trauerlieder, erfreue dich in dieser Liebesmacht! Des Him⸗ mels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, und der Verlust ist völlig wiederbracht. O ewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür. Chr. Fr. Richter g. 1676 f 1711. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. 55 Qauchzet, ihr Himmel, N frohlocket, ihr eng— lischen Choͤre!l Singetdem Herren, dem Heiland der Menschen zur Ehre! Sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, froh— locket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder die sollen zu Freunden nun werden; Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget; sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd. Alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; gehet hinein, macht euch dem Kinde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze der Liebe mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut ersenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe ver— binde, du sollst es sein, den ich erwähle allein: ewig entsag ich der Sünde. 7. Süßer Immanuel, werd auch geboren inwendig, komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger elendig! Wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir und mich belebe beständig! 3. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Ge— fallen nun leben: gib mir auch bald, Jesu, die Kindergestalt, an dir alleine zu kleben. Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 56 Dis ist der Tag, den 2 Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein ge⸗ harrt, bis daß die Zeit erfüllet ———— ————— 1 i i 41 AAÆErnree — 32 Weihnachtslieder. ward; da sandte Gott von seinem 10. Dies ist der Tag, den Gott Thron das Heil der Welt, dich, gemacht, sein werd in aller Welt seinen Sohn. gedacht, ihn preise, was durch 3. Wenn ich dies Wunder fassen Jesum Christ im Himmel und auf will, so steht mein Geist vor Erden ist. Ehrfurcht still; er betet an und Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. er ermißt, daß Gottes Lieb unend— EE lich ist. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 4. Damit der Sünder Gnad 57 D heilge Christ ist erhält, erniedrigst du dich, Herr 0 kommen, der süße der Welt, nimmst selbst an unsrer Gottessohn, des freun sich alle Menschheit teil, erscheinst im Frommen am höchsten Himmels⸗ Fleisch und wirst uns Heil. thron; auch was auf Erden ist 5. Dein König, Zion, kommt muß preisen hoch und loben mit zu dir;„ich komm, im Buche allen Engeln droben den lieben steht von mir: Gott, deinen Willen heilgen Christ. tu ich gern.“ Gelobt sei, der da 2. Das Licht ist aufgegangen, kommt im Herrn! die lange Nacht ist hin, die 6. Herr, der du Mensch ge⸗Sünde ist gefangen, erlöset ist boren wirst, Immanuel und der Sinn, die Sündenangst ist Friedefürst, auf den dio Väter weg, und Liebe und Entzücken hoffend sahn, dich, Gott Messias, baun weite Himmelsbrücken aus bet ich an. jedem schmalsten Steg. 7. Du unser Heil und höchstes 3. Verwaiset sind die Kinder Gut, vereinest dich mit Fleisch nicht mehr und vaterlos, Gott und Blut, wirst unser Freund rufet selbst die Sünder in seinen und Bruder hier, und Gottes Gnadenschoß; er will, daß alle, Kinder werden wir. rein von ihren alten Schulden, 8. Durch Eines Sünde fiel die vertrauend seinen Hulden, gehn Welt, Ein Mittler ists, der sie in den Himmel ein. erhält. Was zagt der Mensch, 4. Drum freueteuch und preiset, wenn der ihn schützt, der in des ihr Kindlein fern und nah! Der Vaters Schoße sitzt? euch den Vater weiset, der heilge 9. Jauchzt, Himmel, die ihr Christ ist da; er ruft so freundlich ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten drein mit süßen Liebesworten: Geburt, und Erde, die ihn heute Geöffnet sind die Pforten, ihr sieht, sing ihm, dem Herrn, ein Kinder, kommt herein! neues Lied! Ernst Moritz Arndt g. 1769 4 1860. — 33 IV. Reujahrslieder. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 58. elft mir Gotts Güte preisen, ihr Christen innn mit G'sang und andern Weisen ihm allzeit dank⸗ bar sein, vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr ge⸗ endet, die Sonn A zu uns wendet, das neu Jahr 22 nicht weit. 2. Erstlich laßt uns betrachten des Herren reiche Gnad und so gering nicht achten sein un— zählig Wohltat; stets führen zu Gemüt, wie er dies Jahr gegeben all Notdurft Leben und uns vor Leid behüt; 3. Lehramt, Schul, Kirch er— halten in gutem Fried und Ruh; Nahrung den Jung und Alten bescheret auch dazu und mit gar milder Hand sein Güter aus⸗ gespendet, Verwüstung wendet von diesem Ort Land. 4. Er hat unser verschonet aus väterlicher Gnad; wenn er und sonst hätt gelohnet all unsre Missetat mit gleicher Straf und Pein, wir wären längst ge⸗ storben, in mancher Not ver— dorben, die wir voll Sünden sein. 5. Nach Vaters Art und Treuen er uns so gnädig ist; wenn wir die Sünd bereuen und glaubn an Jesum Christ herzlich ohn Heuchelei, tut er all Sünd diesem d abge⸗ vergeben, lindert die Straf da— neben, steht uns in Nöten bei. 6. All socch dein Güt wir prei⸗ sen, Bater im Himmelsthron, die du uns tust beweisen Wuch Christum, deinen Sohn, und bitten ferner dich: Gib Fried in diesem Jahre, vor allem Leid be— wahre und nähr uns n e Heitttt 39725 g. 1511 1 1969. Mel. Vom Simmel hoch da domen ich her 59 Dꝰ alte Jahr ver⸗ gangen ist, wir arnt dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und„Fahr bewahret hast viel Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich den ewgen Sohn d des Vaters in dem höch— sten Thron, du wollst dein arme C. hristenh eit bewahren fer⸗ ner allezeit. 3. Daneben gib uns Fried und Ruh und was uns nötig ist dazu, durch deine starke Gnaden— hand beschütze uns und unser Land! 4. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewissen stets verleih, gib, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer 32— und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefalt, uns abzufordern aus der Welt, so gib ein selig Ende hier, daß 25 dort ewig sein bei dir. 6. O Jesu Christ, erbarme dich, hör umsre Bitte gnädiglich, durch dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Not! Hannov. Gsb. 1646. Nach einem älteren Liede. Eigene Melodie. 60 ilf, Herr Jesu, laß 00. gelingen, hilf, das Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann; neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben! 2. Meiner Hände Werk und Taten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich geraten und ganz glücklich gehen fort; neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten; komm ich heim, steh mir zur Seiten! 4. Laß mich beugen Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets be⸗ mühe, dich zu preisen mehr und mehr; laß mein Bitten und mein Flehen doch vor dir stehen! 5. Laß mich, Herr, in deinem Namen fröhlich nehmen Speis und Trank; Güter, die von dir herkamen, fordern ja von mir den Dank. Deine Weisheit kann mich stärken zu der Lieb und guten Werken. neue Jahr'geht an; laß es nene meine im Himmel meujahrslieder. 6. Mein Gebet das müß auf⸗ steigen, Herr, vor deinen Gna⸗ denthron; dann wirst du zu mir dich neigen wie zu deinem lieben Sohn. Herr, ich weiß, es wird vor allen dies mein Opfer dir gefallen. 7. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, laß mich büßen meine Sünd, hilf, daß sie mir nimmer schade und ich bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 8. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Zagen bin; stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 9. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. 10. Laß mich armen Sünder ziehen deinen Weg der Frömmig— keit, laß mich Stolz und Hoffart fliehen, eifrig beten jederzeit; laß mich Schand und Unzucht meiden, laß mich willig Unglück leiden! 11. Jesus richte mein Be⸗ ginnen, Jesus bleibe stets bei mir, Jesus zähme mir die Sinnen, Jesus sei nur mein Begier, Jesus sei mir in Ge— danken, Jesus lasse nie mich wanken. Neujahrslieder. 35⁵5 12. Jesu, laß mich n Kreuz und Leiden ein enden dieses angefangne Jahr, e unsrer Freuden! trage stets mich auf den Händen, Gib mir und allen denen, halte bei mir in Gefahr! Freudig die sich von Herzen sehnen nach will ich dich umfassen, wenn ich dir und deiner Hulde ein Herz, soll die Welt verlassen. das sich gedulde. Johann Rist g. 1607 4 1667. 10. Schleuß zu die Jammer— pforten und laß an allen Orten, Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. wo Krieg und Blutvergießen, 61. Non laßt uns gehn die Freudenströme fließen! I und treten mit Sin⸗ 11. Sprich deinen milden gen und mit Beten zum Herrn, 19165 zu allen unsern Wegen, der unserm Leben bis hieher laß Großen und auch Kleinen Kraft gegeben. die Gnadensonne scheinen! 2. Wir gehn dahin und wan⸗ 12. Sei der Vater, dern von einem Jahr zum an⸗der Irrenden Berater, der Un⸗ dern, wir leben und gedeihen versorgten Gabe, der Armen Gut vom alten bis zum neuen, und Habe! 3. Durch so viel Angst und 13. Hilf gnädig allen Kran— Plagen, durch Zittern und durch ken, gib fröhliche Gedanken den Zagen, durch Krieg und große hochbetrübten Seelen, die sich Schrecken, die alle Welt bedecken. mit Schwermut quälen. 4. Denn wie von treuen Müt⸗ 14. Und endlich, was das tern in schweren Ungewittern meiste, füll uns mit deinem die Kindlein hier auf Erden mit Geiste, der uns hier Fleiß bewahret werden, ziere und dort zum Himmel führe. 5. Also auch, und nichts 15. Das alles wollst du ge— minder läßt Gott ihm seine ben, o meines Lebens Leben, Kinder, wenn Not und Trüb— mir und der Christenschare zum sal blitzen, in seinem Schoße selgen neuen Jahre! sitzen. Paul Gerhardt g. 16 1607⁷ +1676. 6. Ach Hüter unsers Lebens, Mel. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, fürwahr, es ist vergebens mit oder Es ist gewißlich an der Zeil. unserm Tun und Machen, wo 62. Genob. ein Schritt nicht dein Augen wachen. zur Ewigkeit ist 7. Gelobt sei deine Treue, abermals vollendet; zu dir im die alle Morgen neue; Lob sei Fortgang dieser Zeit mein Herz den starken Händen, die alles sich se hnlich wendet, o Quell, Herzleid wenden. daraus mein Leben fleußt und 8. Laß ferner dich erbitten, alle Gnade 1. ergeußt in meine o Vater, und bleib mitten in Seel zum Leben. Neujahrslieder. 2. Ich zähle Stunden, Tag Welt ablocken! So dir der Lauf und Jahr, und wird mir allzu zu langsam deucht, so eile, wie lange, bis es erscheine, daß ich ein Adler fleugt, mit Flügeln gar, o Leben, dich umfange, süßer Liebe! damit, was sterblich ist in mir, 8. O Jesu, meine Seele ist verschlungen werde ganz in dir, zu dir schon aufgeflogen, du hast, und ich unsterblich werde. weil du voll Liebe bist, mich ganz 3. Doch sei dir ganz anheim⸗ zu dir gezogen. Fahr hin, was gestellt die rechte Zeit und Stunde, heißet Stund und Zeit, ich bin wiewohl ich weiß, daß dirs ge⸗ schon in der Ewigkeit, weil ich fällt, daß ich mit Herz und in Jesu lebe. Munde dich kommen heiße und Aug. Herm. Francke g. 1663 1 172²7. darauf von nun an richte mei«ßx(„5 nen Lauf, daß ich dir komm Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. entgegen. 63 A wie laufen doch 4. Ich bin vergnügt, daß mich · die Jahre, wie nichts kann von deiner Liebe verschwindet doch die Zeit, und trennen, und daß ich frei vor ich bleibe von der Bahre noch jedermann dich darf den Bräut- bis diesen Tag befreit. Ich weiß gam nennen, und du, o teurer wohl, o Lebenslicht, daß ein Tag Lebensfürst, dich dort mit mir zum andern spricht: Alles, was vermählen wirst und mir dein von Adams Erben, Groß und Erbe schenken. ö Kleine müssen sterben. 5. Drum preis ich dich aus 2. Doch du hast durch deine Dankbarkeit, daß sich das Jahr Güte wie ein Wächter mich geendet, und also auch von dieser bewacht, daß der Tod die Leibes— Zeit ein Schritt nochmals voll hütte noch nicht in das Grab endet, und schreite hurtig weiter gebracht. Ach wie soll ich das fort, bis ich gelange an die Pfort verstehn, da doch andre schlafen Jerusalems dort oben. gehn, und gar viele schon be— 6. Wenn auch die Hände lässig graben, die noch nicht mein sind und meine Kniee wanken, Alter haben? so biet mir deine Hand geschwind 3. Herr, ich bin ja zu geringe in meines Glaubens Schranken, dieser großen Gütigkeit. Wenn damit durch deine Kraft mein ich mein Verzeichnis bringe der Herz sich stärke, und ich himmel⸗ bisher genoßnen Zeit, so ent⸗ wärts ohn Unterlaß aufsteige. fällt mir aller Mut, weil die 7. Geh, Seele, frisch im Rechnung gar nicht gut. Wie Glauben dran und sei nur un- viel Jahre sind verdorben, da erschrocken, laß dich nicht von ich nicht der Welt gestorben! der rechten Bahn die Lust der 4. Doch ich will auf Mittel Neujahrslieder. 37 denken und auf Buße sein be⸗ dacht; Jesus kann die Schuld versenken, die ich bis hieher ge— macht. Lieber Vater, steh mir bei, daß nur keine Heuchelei sich in meinem Herzen finde, wenn ich des mich unterwinde. 5. Willst du mich noch ferner lassen hier in dieser bösen Welt, ach so hilf mir alles hassen, was dem Geiste nicht gefällt. Stärke mich von deiner Höh, so wird auch das größte Weh, das mir oft zu schwer geschienen, mir zu meinem Besten dienen. 6. Steh mir allezeit zur Rech— ten, denn du bist ja Sonn und Schild; hilf uns, deinen armen Knechten, wie und wo und wann du willt. Wenn die 22 0 böse sein, ach so ruf ins Herz hinein: Lernt euch in die Zeiten f ch icken, so wird alles heilsam glücken. 7. Endlich, wenn der Lauf zu Ende, so befehl ich meinen Geist dir in deine trenen Hände, der du Gott und Vater heißt. Ach ich freu mich schon darauf, daß ich nach vollbrachtem Lauf dort der Freude soll genießen, wo wir keine Zeit mehr wissen. Christoph Pfeiffer g. 16897 1758. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 1. 9 64.J Qesus soll die Losung sein da ein neues Jahr er hn Jesu Name soll allein hmen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll bei uns in Zion schallen, und so oft wir an den Ort, der nach ihm genennt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum! 3. Unsre Wege wollen wir nur in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestchen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 4. Alle Sorgen, alles Leid soll der Name uns versüßen, so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 50556 Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Herzlich tut mich Lertangen 65. Dꝰe Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz und was dies Jahr um⸗ schlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Tränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur gibt? warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen— du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr Epiphaniaslieder. uns allen, die wir auf ihn ge- digkeit; wird uns durch Grabes⸗ tauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen sie die Tränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im selgen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissens: Die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit selger Freu— geh f hügel der klare Blick verbaut, Herr, gib der Seele Flügel, daß hinüberschaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, — elber uns zur Seiten und führ uns heimatwärts! Und ist es uns hienieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein! Eleonore Fürstin Reuß geb. Gräfin zu Stolberg g. 1835 4 1903. V. Epiphaniaslieder. Mel. Valet will ich dir geben. 66. O Herr Jesu, Da⸗ vids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch— zeugen die Leut aus Morgen⸗ land, die Knie sie vor dir beu— gen, weil du ihn'n bist bekannt; der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort. Drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf teurem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitzst nicht im steinern Schlosse, hier hast du Spott und König aller Ehren, H ohn. 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein er— barmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf! Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren: rett mich aus aller Not! 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern, daß falsche Lehr und Sünden sein meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Epiphan Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm g. 1 4 1022. 557 Mel. Nun freut euch, liebe Christen gemein. 67. 4935 den Herrn, ihr Heiden all, lobt 9. von Herzensgrunde, preist n, ihr Völker allzumal, dankt m zu aller Stunde, daß er euch auch erwählet hat und mit— geteilet seine Gnad in Christo, seinem Sohne. 2. Denn seine groß Barm⸗ herzigkeit tut über uns stets walten, sein Wahrheit, Gnad und Gütigkeit erscheinet Jung und Alten und währet bis in Ewigkeit, schenkt uns aus Gnad die Seligkeit, drum singet Halle⸗ luja! 1609. Eigene Melodie. 68. W der Heiden, und du Salem, werde licht! Schaue, welch ein Glanz mit Freuden e über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen,‚ die im Finstern sind gesessen. 2. Ach wie waren wir ver— e, e he noch dies Licht brach an! Ja da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Geberden kleb— ten einzig an der Erden. 3. Gottes Rat war uns ver— borgen, seine Gnade schien uns nicht erde licht, du Stadt Klein und Große mußten iaslieder. sorgen, jedem fehlt' es an dem Licht, das zum rechten Himmels⸗ leben seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen ist der i aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 5. Jesu, reines Licht der Seele, du vertreibst die Finsternis, die in dieser Sinderhohl unsern Tritt macht ungewiß; Jesu, deine Lieb und Segen leuchten uns auf unsern Wegen. 6. Nun, du wollest hie ver⸗ bleiben, liebster Jesu, Tag und Nacht, alles Finstre zu vertrei— ben, das uns 15 viel Schrecken macht; laß uns nicht im Dun— keln wallen noch ins Sünden— meer verfallen! 7. Schenk uns, Herr, das Licht der Gnaden, das ein Licht des Lebens ist, ohne welches leicht in Schaden b kann ein from⸗ mer 00 n laß uns dieses Licht § der Tiefe — schreien. 8. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch geliebte Glaubenswerke fol— gen in Gerechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 9. Dein Erscheinung müß erfüllen mein Gemüt in aller Not, dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im 40 Weinen müsse erscheinen. 10. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. 55 Rist g. 1607 4 mir dein Licht 1667. Mel. Freu lü sehr, o meine Seele. 6 9 F.n euch, ihr Gottes— kinder, preiset mit mir Gottes Macht, freuet euch, ihr armen Sünder, laßt der Welt den Stolz und Pracht! Freut euch, daß euch Gott regiert und zu seiner Kirche führt, daß wir armen Heiden können uns nun Gottes Kinder nennen. 2. Seine Herrschaft sich er— strecket über alles, was da lebt, seine Hand schützt und bedecket, was sich reget, lebt und schwebt; wenn er spricht, so geht sein Wort schnell wie Blitz und Donner fort; das durchdringet Geist und Leben, das kann Trost und Leben geben. 3. Nun, ihr Sünder hier auf Erden, wollt ihrs endlich haben gut, wollt ihr Gottes Kinder werden, ei so ändert euren Mut, preiset Gottes Güt und Macht, so wird er euch geben Kraft, daß ihr auch zu ihm könnt kommen und euch freuen mit den Frommen. 4. Aller Heiden Trost ist 26505 men, Halur unser Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, Epiphaniaslieder. unser Schutz und Zuversicht; preiset seine Güt und Treu, die uns noch wird immer neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. Joh. Olearius 3. 1611 1 1684. Mel. Jesus, meine Zuvers sicht. 70.— 2 großer Wunder— stern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schen— ken kann. 2. Nimm das Gold des Glau⸗ bens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir ge— nügen; Herz und Lippen sollen stets ihn zu opfern vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf! 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu! Ach mich schmerzet meine Sünde, aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister g. 16714 1756. ie Erhalt uns, Herr bei deinem Wort. 71. err Jef ue br mein Prophet, der aus des Vaters Schoße geht, mach mir den Vater offenbar und seinen liebsten Willen klar! Epiphaniaslieder. 41 2. Lehr mich in allem, weil 10. Du hoch erhabne Majestät, ich blnd; mach mich gehorsam mein König, Priester und Prophet, wie ein Kind, audachtig und sei du mein Ruhm, mein Schatz stets eingekehrt, so werd ich und Freud von nun an bis in wahrlich gottgelehrt. Ewigkeit! 3. Gib, daß ich auch Haare Gerh. Terstegen g. 1697 4 jedermann von deiner Wahrheit zeugen kann und allen zeig mit Wort und Tat den schmalen, walten. Mel. 3 selgen Himmelspfad. 72. H heut der Weisen 4. Mein Hoherpriester, der für 7 große Frage: Wo mich am Kreuzesstamm geopfert ist das neugeborne Kind? Wo sich, mach mein Gewissen still sind die Weisen heutzutage, die und frei, mein ewiger Erlöser sei! fragen, wo man Jesum findt? 5. Gesalbter Heiland, segne Von heut an soll mir dies allein mit Geist und Gnade die allerhöchste Weisheit sein. 1769. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt mich kräftiglich, schließ mich in deine Fürbitt ein, bis ich werd ganz vollendet sein. 6. Ich opfre auch, als Prie— ster, dir mich selbst und alles für und für; schenk mir viel Andacht zum Wreann die stets im 597 zu dir aufgeht. Mein Himmelskönig, mich Later mein Alles ar ich dir; rett mich von Sünde, Welt und Feind, die mir sonst gar zu d mächtig seind. 8. So kehr du in mein Herz hinein und laß es dir zum Throne sein, vor allem Übel und Gefahr mich als dein Eigentum bewahr! Hilf mir im königlichen Geist, mich selbst beherrschen allermeist, Begierden, Willen, Lust und Sünd, und daß mich nichts Geschaffnes bind. 2. Bis ich ihn ganz in mei— ner Nähe, bis ich ihn selbst von Angesicht, im Glauben hier, dort wirklich sehe, bis ich ihn finde, ruh ich nicht. Von heut an soll mir dies allein die allergrößte Sorge sein. 3. Behalte, Welt, die tollen Freuden, womit dein Volk sein Herz berauscht; es haben heut die weisen Heiden das Jesuskind drum eingetauscht, und Jesum finden soll allein auch meine höchste Freude sein. 4. Erbebt vor ihm, ihr Ma— jestäten, die ihm nicht herzlich untertan, und kommt, dies Kind— lein anzubeten, 393 in Herodis Sinn, heran! Vor ihm sich beu⸗ gen wird allein die Chre seiner Heilgen sein. Chr. K. L. v. Pfeil g. 1712 + 1784. Eigene Melodie. Ihristo, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, er⸗ barm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erhern dich unser! Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gib uns deinen Frieden! Amen. 1526. Nach d. Lateinischen Agnus DN. Mel. O wir armen Sünder. 74. Ihre sei dir, Christe, 50 du littest Not, an dem Stamm des Kreuzes für uns bittern Tod, herrschest mit dem Vater in der Ewigkeit; hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit! Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Aus dem 14. Jahrhundert. 630 dem Latein. Laus tibi Christe. Kitgene Welodie 75.— Lamm Gottes, un⸗ schuldig am S 5 des Kreuzes geschlachtet, all Zeit! erfunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, 95.— O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Krenzes ge⸗ schlachtet, all Zeit erfunden ge— duldig, wiewohl du wurdest ver— VI. Passionslieder. achtet, all Sünd hast du getra⸗ gen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes ge— schlachtet, all Zeit erfunden ge— duldig, wiewohl du wurdest ver— achtet, all Sünd hast du getra— gen, sonst müßten wir verzagen. Gib uns dein'n Frieden, o Jesu! Nicolaus Decius 4 1541. Mel. der uns selig Wucht 76.8 hilf, Christe, Gottes „Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets untertan all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, wie— wohl arm und schwach, dir d Dank⸗ Wsen schenken. Böhmische Brüder. Eigene Melodie. 77 O wir armen Sün⸗ der, unsre Misse— tat, darin wir empfangen und geboren sind, hat gebracht uns alle in solch große Not, daß wir unterworfen sind dem ewgen Tod. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 2. Aus dem Tod wir konnten durch unser eigen Werk nimmer werdn gerettet, die Sünde war zu stark; daß wir würdn erlöset, so tonnts nicht anders sein, denn Gotts Sohn mußt leiden des Passionslieder. Todes bittre Pein. Kyrie eleison, eleison, Kyrie eleison! So nicht wär gekommen Christus in die Welt und an sich genommen unsre arm Ge⸗ stalt und für unsre Sünde ge⸗ storben williglich, so hätten wir 40 werden Detbalunet ewig⸗ lich. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 4. Solche große Gnade und väterliche Gunst hat uns Gott erzeiget lauterlich umsonst in Christo, seinem Sohne, der sich geben hat in den Tod des Kreuzes zu unsrer Seligkeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 5. Des solln wir uns trösten gegen Sünd und Tod und ja nicht verzagen vor der Hölle Glut; denn wir sind gerettet aus aller Fährlichkeit durch Christum unsern Herren, gelobt in Ewig⸗ keit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 6. Darum wolln wir loben und danken allezeit dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geist, bitten, daß sie wollen behüt'n uns vor Gefahr, und daß wir stets bleiben bei seinem heilgen Wort. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Hermann Bon g. 1504 T 1548. Eigene Melodie, oder Nun laßt uns den Leib begraben. 78. Wirs danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und uns durch dein teures hast ich, ach Herr Jesu, ich 43 Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden rot: Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not! 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns dein allmächtge Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein; 4. Und schöpfen draus die Zu⸗ versicht, daß du uns werdst ver⸗ lassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer g. 1544 4 1597. Eigene Melodie. 79. H Jesu, was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missetaten bist du Keraben 7 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Ange— sicht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ur⸗ sach solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen; hab dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte lei— det für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. ——‚‚‚‚‚‚‚‚eeeeeee——————— ö 1 Passionslieder. 5. Der Fromme stirbt, der bemühen werd ich mich, Herr, recht und richtig wandelt, der deinen Willen stets zu erfüllen. Böse lebt, der wider Gott miß⸗ 13. Ich werde dir zu Ehren handelt; der Mensch verwirkt den alles wagen, kein Kreuz nicht Tod und ist entgangen, du wirst achten, keine Schmach und Pla— gefangen. gen, nichts von Verfolgung, 6. Ich war von Fuß auf voller nichts von Todesschmerzen neh⸗ Schand und Sünden, bis zu men zu Herzen. der Scheitel war nichts Guts zu 14. Dies alles, ob es zwar finden; dafür hätt ich dort in für schlecht zu schätzen, wirst du der Hölle müssen ewiglich büßen. es doch nicht gar beiseite setzen; 7. O große Lieb, o Lieb ohn in Gnaden wirst du dies von alle Maße, die dich gebracht auf mir annehmen, mich nicht be— diese Marterstraße! Ich lebte mit schämen. der Welt in Lust und Freuden, 15. Wenn, o Herr Jesu, dort und du mußt leiden. vor deinem Throne wird stehn 8. Ach großer König, groß auf meinem Haupt die Ehren⸗ zu allen Zeiten, wie kann ich krone, da will ich dir, wenn alles gnugsam solche Treu ausbreiten? wird wohl klingen, Lob und Dank Keins Menschen Herz vermag singen. es auszudenken, was dir zu Joh. Heermann g. 1585 T 1647. schenken. 8 9. Ich kanns mit meinen Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Sinnen nicht erreichen, womit 8 Qesu, deine tiefen doch dein Erbarmung zu ver⸗ X Wunden, deine gleichen; wie kann ich dir denn Qual und bittrer Tod geben mir deine Liebestaten im Werk er⸗ zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ statten? und Seelennot. Fällt mir etwas 10. Doch ist noch etwas, das Arges ein, denk ich bald an deine dir angenehme: wenn ich des Pein: die verleidet meinem Her— Fleisches Lüste dämpf und zähme, zen, mit der Sünde nicht zu daß sie aufs neu mein Herze nicht scherzen. entzünden mit alten Sünden. 2. Will sich denn in Wollust 11. Weils aber nicht besteht in weiden mein verderbtes Fleisch eignen Kräften, fest die Begier-⸗(und Blut, so gedenk ich an dein den an das Kreuz zu heften, so Leiden: bald wird alles wieder gib mir deinen Geist, der mich gut. Kommt der Satan und setzt regiere, zum Guten führe. mir heftig zu, halt ich ihm 12. Alsdann so werd ich deine für deine Gnad und Gnaden⸗ Huld betrachten, aus Lieb zu dir zeichen: bald muß er von dannen die Welt für gar nichts achten, weichen. Passionslieder. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollust⸗ bahn, da nichts ist als Jubilieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Zentnerlast, die du aus⸗ gestanden hast: so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja für alles, das mich nt geben deine n Kraft; wenn mein Herz hinein 4⁵ 2. Zum ersten: Vater, strafe nicht an ihnen, was mir jetzt geschicht, weil sie es nicht ver— stehen. Vergib uns, Gott, wenn wir auch noch aus Irrtum Sünd begehen. 3. Zum andern er des Schä— chers dacht: Fürwahr, du wirst noch vor der Nacht in meinem Reich heut leben. O Herr, nimm uns auch bald zu dir, die wir ich senket, krieg ich neuen Lensin Elend schweben. saft. Windt in mir das hitte Leid, der du mir das Heil erworben da du für mich bist gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Ver— trauen, du bist meine Zuversicht; dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe Teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütig— keit, so empfind ich keine Schmer⸗ zen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, welch Feind kann verletzen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Eigene Melodie. 81 an des Kreu⸗ 0 zes Stamm der gan— zen Welt Sünd auf sich nahm, sprach er in seinen Schmerzen noch sieben Wort, die lasset uns erwägen wohl im Herzen. Deines Trostes Süßigkeit dürst. 4. Zum dritten: Deinen Sohn sieh, Weib; Wreial ihr zu Dienste bleib und sie als Mutter liebe! Versorg, Herr, die wir lassen hier, daß niemand sie betrübe. 5. Zum vierten sagte er: Mich O Jesu, großer Lebens⸗ fürst, du hast Durst und Ver⸗ langen nach unsrer Seligkeit, drum hilf, daß wir sie auch emp— fangen. 6. Zum fünften: Omein Gott, mein Gott, wie läßt du mich so in der Not! Hier wirst du, Herr, verlassen, daß uns Gott wieder dort aufnähm; den Trost laß uns wohl fassen! 7. Zum sechsten: Hiemit ists vollbracht und alles nunmehr gut gemacht. Gib, daß wir auch durchdringen, und was du, Herr, uns auferlegst, hilf seliglich voll⸗ bringen! 8. Zum letzten: Ich nun meine Seel, o Gott mein Vater, dir befehl zu deinen treuen Händen. Dies Wort sei unser letzter Wunf ch, wenn wir das Leben enden. 46 Passionslieder. 9. Wer oft an diese Worte! hat sich martern lassen der Herr denkt, wenn seine Missetat ihn für seinen Knecht; es hat sich kränkt, der wird es wohl genie⸗ selbst der wahre Gott für mich ßen, weil er durch Gottes Guad verlornen Menschen gegeben in erlangt ein ruhiges Gewissen. den Tod. 10. Verleih uns dies, Herr 3. Was kann mir denn nun Jesu Christ, der du für uns schaden der Sünden große Zahl? gestorben bist, gib, daß wir Ich bin bei Gott in Gnaden, deine Wunden, dein Leiden, die Schuld ist allzumal bezahlt Marter, Kreuz und Tod be⸗ durch Christi teures Blut, daß trachten alle Stunden. ich nicht mehr darf fürchten der Hann. Gsb. 1646 nach Joh. Vöschenstain Hölle Qual und Glut. 9.1472 1 u540. 4„. Drum sag ich dir von Herzen Eiene medr jetzt und mein Lebenlang für deine aßt uns doch Christo Nin und Schmerzen, o Jasu, 82 L dankbar sein, daß Lob und Dank, für deine Not ialh ö. 5und Angstgeschrei, für dein un⸗ er für uns in große Pein sich; 0 1di 2——— 10 3— deine Liobd willig hat gegeben; auch laßt und Hann erden, für dedne rir uns sein der Sünde feind, weil 5 Her 5 laß dein bitter Leid wir mit Gott versühnet seind, e nach seinem Willen leben; die mich ioe. I ie für, mit Lieb erzeigen jedermann, wie allem Ernst zu meiden die sünd⸗ 115 0 Iv 1* Christus hat an uns getan mit liche Begier; daß min un konin seinem bittern Leiden. O Men⸗ Ae n t wie viel es dich schenkind, betracht das recht, gekoste; daß ich erlöset bin. wie Gottes Zorn die Sünde. Mein Kreuz und meine schlägt, bemüh dich, sie zu meiden. Plagen, sollts auch sein Schmach Hann. Gsb. 1648 nach Seb. Heyden Und Spott, hilf mir geduldig g. 1494 1 1561. tragen; gib, o mein Herr und ————— Gott, daß ich verleugne diese Eigene Melodie. Welt und folge dem Exempel, 83 Wem meine Sünd das du mir vorgestellt. mich kränken, ͤo 7. Laß mich an andern üben, mein Herr Jesu Christ, so laß was du an mir getan, und mich wohl bedenken, wie du ge⸗ meinen Nächsten lieben, gern storben bist und alle meine dienen jedermann ohn Eigennutz Schuldenlast am Stamm des und Heuchlerschein und, wie du heilgen Kreuzes auf dich ge-⸗ mir erwiesen, aus reiner Lieb nommen hast. allein. 2. O Wunder ohne Maßen, 8. Laß endlich deine Wunden wenn mans betrachtet recht: es mich trösten kräftiglich in meiner Passionslieder. 47 letzten Stunden und des ver- deine Bande,* bind uns, sichern mich: Weil ich auf dein wie dirs gefällt; hilf, daß wir Verdienst nur trau, 10 werdest kreuzigen durch dein Kreuz mich annehmen, daß ich dich ewig Fleisch und Welt. schaun. 6. Laß deine Wunden sein Justus Gesenius 1601 1 1673. die Heilung unsrer Sünden, laß ———— uns auf deinen Tod den Trost 6 igene Me 111 im Tode gründen, o Jesu, laß 84. u großer Schmerzen- an uns durch dein Krenz Angst 8 mann, vom Vater und Pein dein Leiden, Kreuz so geschlagen, Herr Jesu, dir und Angst ja nicht verloren sein! Dank für alle deine Plagen, Adam Thebesius g. 1596 4 1652. für deine Seelenangst, für deine— Band und Not, für deine Eigene Melodie. Geißelung, für deinen bittern Tod. 85 geht und 2. Ach das hat unsre Sünd Vträgt die Schuld der und Missetat verschuldet, was Welt und ihrer Kinder; es geht du an unsrer Statt, was du und büßet in Geduld die Sün— für uns erduldet. Ach unsre den aller Sünder; es geht dahin, Sünde bringt dich an das Kreuz wird matt und krank, ergibt hinan, o unbeflecktes Lamm, sich auf die Würgebank, begibt was hast du sonst getan? sich aller Freuden, es nimmet Dein Kampf ist unser Sieg, an Schmach, Hohn und Spott, dein Tod ist unser Leben; in A luͤgst, Wunden, Striemen, Wit⸗ deinen Banden ist die Freiheit und Tod und spricht: Ich will uns gegeben; dein Kreuz ist unser gern leiden. Trost, die Wunden unser Heil, 2. Das Lämmlein ist der dein Blut das Lösegeld, der große Freund und Heiland armen Sünder Teil. meiner Seelen, den, den hat 4. O hilf, daß wir uns auch Gott zum Sündenfeind und zum Kampf und Leiden wagen Sühner wollen wählen. Geh und unter unsrer Last des Kreu- hin, mein Kind, und nimm dich zes nicht verzagen; hilf tragen an der Kinder, die ich aus— mit Geduld durch deine Dornen- getan zur Straf und Zornes— kron, wenns kommen soll mit ruten; die Straf ist schwer, uns zum Blute, Schmach und der Zorn ist groß, du kannst Hohn. und sollst sie machen los durch 5. Dein Angst komm uns zu— und durch Bluten. gut, wenn wir in Angsten lie⸗ 3. Ja, Vater, ja von Herzens⸗ gen; durch deinen Todeskampf und⸗ leg auf, ich will dies laß uns im Tode siegen; durch tragen; mein Wollen hängt an Passionslieder. deinem Mund, mein Wirken ist 7. Erweitre dich, mein Her— dein Sagen. O Wunderlieb, zensschrein, du sollst ein Schatz⸗ o Liebesmacht, du kannst, was haus werden der Schätze, die nie kein Mensch gedacht, Gott viel größer sein als Himmel, seinen Sohn abzwingen; o Liebe, Meer und Erden. Weg Ehr und Liebe, du bist stark, du streckest Stand der eitlen Welt, weg den ins Grab und Sarg, vor Reichtum, Gold und alles Geld, dem die Felsen springen; ich hab ein Bessers funden; 4. Du marterst ihn am Kreu-mein großer Schatz, Herr Jesu zesstamm mit Nägeln und mit Christ, ist dieses, was geflossen Spießen, du schlachtest ihn als ist aus deines Leibes Wunden. wie ein Lamm, machst Herz und 8. Das soll und will ich mir zu Adern fließen, das Herze mit Nutz zu allen Zeiten machen, im der Seufzer Kraft, die Adern Streite soll es sein mein Schutz, mit dem edlen Saft des pur- in Traurigkeit mein Lachen, in purroten Blutes. O süßes Lamm, Fröhlichkeit was soll ich dir erweisen dafür, und wenn schmecken daß du mir erweisest so viel Gutes? 5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du — du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz mein Saitenspiel, mir nichts mehr will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasserquell, in Ein⸗ samkeit mein Sprachgesell zu Haus und auch auf Reisen. mich, mit Liebesarmen fassen; 9. Was schadet mir des Todes Gift? dein Blut das ist mein — 1—— in Leben. Wenn mich der Sonne Stücke bricht, sollst du mein Hitze trifft, so kanns mir Schat— Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiemit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieb- des Kreuzes Ungestüm lichkeit bei Nacht und Tage sin⸗ gen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen, und was du mir zu gut getan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächt⸗ nis schließen. ten geben; setzt mir der Schmerz der Wehmut zu, so find ich bei dir meine Ruh, wie auf dem Bett ein Kranker; und wenn mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 10. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darin kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höch— sten Vaters gehen und dir, dem Passionslieder. 49 er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an dei— ner Seite stehen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 86 Welt, sieh hier dein 0 des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod! mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dor⸗ nen, die dich höhnen, und leidest Leben am Stamm alles mit Geduld. 8. Du springst ins Todes Der große Rachen, mich frei und los zu Fürst der Ehren läßt willig sich machen von solchem Ungeheur; beschweren mit Schlägen, Hohn du stirbst, daß ich nicht sterbe und großem Spott. noch ewiglich verderbe; o uner— 2. Tritt her und schau mit hörtes Liebesfeur! Fleiße: Sein Leib ist ganz mit 9. Ich bin, mein Heil, verbun⸗ Schweiße des Blutes überfüllt, den all Augenblick und Stunden aus seinem edlen Herzen vor dir überhoch und sehr; was unerschöpften Schmerzen ein Leib und Seel vermögen, das Seufzer nach dem andern quillt. soll ich billig legen allzeit an 3. Wer hat dich so geschlagen, deinen Dienst und Ehr. — mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übeltaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Mar— terheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen an Händen und an Füßen ge⸗ bunden in der Höll; die Gei— ßeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat ver— dienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du 10. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich tun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergetzen, ich sei auch wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unver— fälschten Treu. 12. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruten, wie zornig seine Fluten, will ich aus diesem Leiden sehn. ö 13. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Mut und wie 50 Passionslieder. ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit tut. 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzei— hen gern und williglich. 15. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem ab⸗ sagen, was meinem Fleisch ge⸗ lüst. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Tränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in dei— nen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 87 Sẽ mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich— dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2. Ich umfange, herz und küsse der gekränkten Wunden Zahl und die purpurroten Fluͤsse, Ehr und Zier, deine Füß und Nägelmal. O wer kann doch, schönster Fürst, den so hoch nach uns gedürst, sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so deinen Durst und Liebsverlangen völlig fassen und umfangen? Haupt, 3. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 4. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein liebstes Gut, da mein ganzes Herze ruht, laß mich hie zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen! 5. Diese Füße will ich halten auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich selber freundlich an von dem hohen Kreuzesbaum und gib meiner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Trauren schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Rel. Herzlich tut mich verlangen. 88 Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster jetzt aber hoch schimpfieret, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor — SES — Paffionslieder. 51 bespeit! wie bist du so erbleichet! 8. Ich danke dir von Herzen, Wer hat dein Augenlicht, dem o Jesu, liebster Freund, für sonst kein Licht nicht gleichet, so deines Todes Schmerzen, da schändlich zugericht? dus so gut gemeint. Ach gib, P. Die Farbe deiner Wangen, daß ich mich halte zu dir und der roten Lippen Pracht ist hin deiner Treu, und wenn ich nun und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hinge— nommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4Nun, was du, Herr, erduldet, ist aͤlles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du ge— tragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 0 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts getan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmiels— lust. 6. Ich will hie bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Herz wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und tut mir herzlich wohl, erkalte, in dir mein Ende sei. V. Wenn ich einmal soll schei— den, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Angsten kraft deiner Angst und Pein! 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot! Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken: wer so stirbt, der stirbt wohl. Y Paul Gerharbt g. 1607 4 1676. Mel. Christus, der uns selig macht. 89 Qesu, deine Passion will ich jetzt bedenken; wol⸗ lest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken! In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 2. Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande, deine Speichel, Schläg und Schmach, wenn ich in deinem Leiden, mein deine Kreuzesschande, deine Gei— Heil, mich finden soll. Ach möcht ßel, Dornenkron, Speer- und ich, o mein Leben, an deinem Nägelwunden, deinen Tod, o Kreuze hier mein Leben von mir Gottessohn, der mich dir ver— geben, wie wohl geschähe mir! bunden. 4* 52 Passionslieder. 3. Laß mich aber nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde, diese hat gemartert dich, daß ich Gnade fünde. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies in Buß und Reue, hilf, daß ich mit Sünde nicht martre dich aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was du selber büßen mußt mit so großem Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle, dich und deine Pas⸗ sion laß mich gläubig fassen! Liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gib auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indes⸗ laß dies Lallen,(bessern Dank ich dorten geb,) Jesu, dir gefallen! Sigism. v. Birken g. 1626 4 1681. Eigene Melodie. 9 Qesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben, tau⸗ sendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du hast ausgestan-⸗ Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottes-— sohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausendtausendmal sei dir, lieb⸗ ster Jesu, Dank dafür! 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend⸗ tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Man hat dich sehr hart ver⸗ höhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dornen dich ge— krönet; was hat dich dazu bewegt? daß du möchtest mich ergetzen, mir die Ehrenkron aufsetzen. Tausendtausendmal sei dir, lieb⸗ ster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen sein ge— schlagen zu Befreiung meiner Pein, fälschlich lassen dich an⸗ klagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausendtausendmal sei dir, lieb⸗ ster Jesu, Dank dafür! 6. Du hast dich in Not ge— stecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 7. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und Übermut, dein Tod meinen Tod versüßet, den Lästerreden, Spott und Hohn, Passionslieder. 53 es kommt alles mir zu gut; dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bit⸗ tern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausend⸗ faches Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christ. Homburg g. 1605 4 1681. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht 91 err Jesu Christ, dein teures Blut ist mei⸗ ner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebenssaft gibt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 92. 5 Mel. 1. err Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Not und deinen herben bit⸗ tern Tod, dieweil ich lebe, denken! 2. Laß deiner Seele Höllen— qual, dein Angst und blutig Schwitzen und übrig Elend all— zumal, darin du mußtest sitzen, mir öftermalen fallen ein und eine starke Warnung sein vor Sünd und Missetaten! 3. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach lieb— ster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnade vor Recht gehen! 4. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gan⸗ gen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere Missetat bei Gott versöhnen möchtest. 5. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lob⸗ singen, und wenn du zu der Selig⸗ keit mich wirst hinkünftig bringen, so will ich daselbst noch viel mehr, zusamt dem ganzen Himmelsheer, dich ewig dafür loben. 6. Herr Jesu, deine Angst und macht mich von Sünden rein. Pein und dein betrübtes Leiden Joh. Olearius g. 1611 1 1684. laß meine letzte Zuflucht sein 5⁴4 wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen. Nach Tob. Clausnitzer g. 1618 4 1684. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 9 3 D am Kreuz ist meine 0 Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ. Weg ihr argen Seelendiebe, Satan, Welt und Fleisches List! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friebe— schild, aber auch mein Lebens— bild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glau— ben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du verlierst den Sturm. Weh mir, wenn ich den betrübe, der statt meiner ward ein Wurm! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? trät ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Schweig, Gewissen, Gott vergibt. Daran preist Gott seine Liebe, daß sein Sohn stirbt, der mich liebt. Wer verdammt nun? Gott ist hier, Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz Passionslieder. ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Keine Not, schwer, hart und groß, Hunger, Blöße, Hen— kershiebe, nichts macht mich von Jesu los, nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint; da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Ahasverus Fritsch g. 1629 4 1701. Eigene Melodie. du Liebe meiner 94. ö Liebe, du erwünschte Seligkeit, der du dich aus höch— stem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens mir zu— gute als ein Schlachtschaf einge— stellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missetat der Welt; 2. Liebe, die mit Schweiß und Tränen an dem Olberg sich betrübt, Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, den sonst niemand konnte stillen, den hat dein Tod hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Her— zen alle Schmach und Hohn ge— Passionslieder. hört, Liebe, die nicht Angst und Schmerzen noch der strenge Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt; 4. Liebe, die mit so viel Wun⸗ den gegen mich als seine Braut unauflöslich sich verbunden und auf ewig anvertraut: Liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein in dem blut— verwundten Herzen sanft in dir gestillet sein! 5. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach wie dank ich deinem Blut, ach wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den Leidensstunden sanft in deiner Seite ruh! 6. Liebe, die sich tot gekränket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß 0 ich ewig leben kann, und der nimm 95 Seaat mach dich heilig auf, Jesum zu be— gleiten gen Jerusalem hinauf, tritt ihm an die Seiten! In der Andacht folg ihm nach zu dem bittern Leiden, bis du aus dem Ungemach zu ihm wirst ver— scheiden. 2. Seele, siehe, Gottes Lamm gehet zu dem Leiden, deiner Seele Bräutigam abs zu Hoch— zeitfreuden. Geht, ihr Tochter von Zion, Jesum zu empfangen, sehet ihn in seiner Kron unter Dornen prangen! 3. Du ziehst als ein König ein, wirst auch so empfangen, aber Bande warten dein, dich damit zu fangen. Für die Ehre Hohn und Spott wird man dir, Herr, geben, bis du durch des Kreuzes Tod schließen wirst dein Leben. 4. Das Kreuz ist der Königs⸗ thron, drauf man dich wird setzen, dein Haupt mit der Dornenkron bis in Tod ver— letzen. Jesu, dein Reich auf der Welt ist in lauter Leiden; so ist es von dir bestellt bis zum letzten Scheiden. 5. Du wirst, Herr der Herr⸗ lichkeit, ja wohl müssen sterben, daß des Himmels Ewigkeit ich dadurch mög erben. Aber ach, wie herrlich glänzt deine Kron von ferne, die dein siegreich Haupt bekränzt, schöner als die Sterne! 6. Liebster Jesu, nun Glück zu! Es muß dir gelingen; nach der Stillen-Freitags-Ruh wirst du Freude bringen. Tritt nur auf die Todesbahn, die gestreuten Palmen bilden dir den Sieg voran aus den Osterpsalmen. 7. Laß mich diese Leidenszeit fruchtbarlich bedenken voller Andacht, Reu und Leid, mich ——‚—..==-˖-˖-⸗..eeee.e.e:e--˖⸗-⸗e 56 darüber kränken! Auch dein Lei⸗ den tröste mich bei so vielem Jammer, bis nach allem Leiden ich geh zur Ruhekammer. Abraham Klesel g. 1636 4 1702. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 9 6 Meire Seel, ermuntre dich, deines Jesu Lieb bedenke; wie er für dich gibet sich, darauf deine Andacht lenke! Ach erwäg die große Treue und dich deines Jesu freue! 2. Sieh, der wahre Gottes Sohn ist für dich ans Holz gehänget, sein Haupt trägt die Dornenkron, sein Leib ist mit Blut vermenget, er läßt sich für dich verwunden; wo ist größre Lieb gefunden? 3. Du, du solltest große Pein ewig leiden in der Hölle und von Gott verstoßen sein wegen vieler Sündenfälle; aber Jesus trägt die Sünden, läßt dich wie— der Gnade finden. 4. Durch sein Leiden ist gestillt deines Gottes Zorn und Rache, er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod bezwungen und den Himmel dir errungen. 5. Ich kann nimmer, nimmer⸗ mehr das Geringste nur ver— gelten, er verbindt mich allzu— sehr; meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so schlecht geliebet und noch gar mit Sünd betrübet. 6. Du, mein Jesu, du, mein Heil, dir will ich mich ganz ver⸗ Passionslieder. schreiben, daß ich dir als mei⸗ nem Teil einzig will getreu ver— bleiben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. 7. Du, mein Jesu, sollst es sein, den ich mir zum Zweck gesetzet, wie du mein, so will ich dein bleiben stets und unverletzet; was du liebest, will ich lieben, was dich kränkt, soll mich be— trüben. 8. Was du willst, das sei mein Will, dein Wort meines Her— zens Spiegel; wenn du schlä— gest, halt ich still. Dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, daß ich soll den Himmel erben; 519˙3 kann ich freudig sterben. 9. Nun, so bleibt es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, dem ich lebe, des ich sei, nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Fein, mich nicht lassen, ewig will ich dich umfassen. Joh. Kasp. Schade g.1666 4 1698. Eigene Melodie, oder Warum sollt ich mich denn grämen. 97. J Qesu, Trost der ar— men Seelen, du läßt dich V liglich meinetwegen quälen. Ach wie kann ich nun verzagen? denn du hast alle Last meiner Schuld getragen. 2. Dein Blut rann mit reichen Flüssen, dessen Kraft uns ver⸗ schafft, daß wir Trost genießen. Laß mich diese Flut erquicken, meinen Geist, der dich preist, zu dir hin zu rücken. Passionslieder. 3 3. Dieser- Strom führt in den was dich da für ein Trieb zur Himmel; dort, ach dort ist der Buße reize. Willst du unempfind⸗ Ort, wo kein Weltgetümmel. lich sein, o so bist du mehr als Dahin steht nun mein Ver⸗Stein. langen; Ehr und Gut soll den 2. Schaue doch das Jammer⸗ Mut nimmer wieder fangen. bild zwischen Erd und Himmel 4. Dein Blut soll mich stets hangen, wie das Blut mit Strö— vergnügen, ich will nun in dir men quillt, daß ihm alle Kraft ruhn und ganz sicher liegen. Ich vergangen. Ach der übergroßen will zu den Wunden eilen, denn Not: es ist gar mein Jesus tot! hier kann jedermann seine Krank⸗ 3. O Lamm Gottes ohne heit heilen. Schuld, alles das hatt ich ver— 5. Krank bin ich an Sünden⸗ schuldet, und du hast aus großer wunden; krank und schwach schrei Huld Pein und Tod für mich ich nach dir, bis ich dich funden. erduldet; daß ich nicht verloren Ich will zu dir, Jesu, fliehen, bin, gibst du dich ans Kreuze hin. doch du mußt aus dem Wust 4. Unbeflecktes Gotteslamm, mich selbst zu dir ziehen, ich verehre deine Liebe; schaue 6. Wie du an dem Kreuze tatest, von des Kreuzes Stamm, wie als du dort, liebster Hort, für die ich mich um dich betrübe; dein Feinde batest. Ob mich spät die im Blute wallend Herz setzet Sünden reuen, hoff ich doch mich mich in tausend Schmerz. wird noch deine Gnad erfreuen. 5. Nun was schenk ich dir da— 7. Ich will mich mit Tränen für? Ich will dir mein Herze netzen und mein Herz soll im geben, dieses soll beständig hier Schmerz sich zum Kreuze setzen. unter deinem Kreuze leben. Wie Hier will ich dich ganz umfassen, du mein, so will ich dein lebend, Gottes Lamm, Bräutigam, du leidend, sterbend sein. wirst mich nicht lassen. 6. Laß dein Herz mir offen 8. Laß mich nicht am letzten stehn,‚ öffne deiner Wunden Ende! Da hilf mir, wenn zu Türe; da hinein will ich stets dir ich mich gläubig wende; da gehn, wenn ich Kreuz und Not laß mich dein Blut erquicken! verspüre, wie ein Hirsch nach So kann ich seliglich mich zum Wasser dürst, bis du mich er⸗ Sterben schicken. quicken wirst. Ph. Balth. Sinold g. 1657 4 17⁴2. 7. Kreuzige mein Fleisch und SVlut, lehre mich, die Welt ver⸗ Mel. Jesus, meine Zuversicht. schmähen, laß mich dich, du höch— 98 Serle geh auf Gol- stes Gut, immer vor den Augen 2 gatha, setz dich sehen, führ in allem Kreuze mich unter Jesu Kreuze und bedenke, wunderlich, nur seliglich! 58 Passionslieder. 8. Endlich laß mich meine Not geht: Unverrückt auf Einen auch geduldig überwinden, nir⸗Mann zu schauen, der mit blut⸗ gend sonst wird mich der Tod, gem Schweiß und Todesgrauen als in deinen Wunden finden; auf sein Antlitz niedersank und wer darin sein Bette macht, den Kelch des Vaters trank. spricht zuletzt: Es ist vollbracht. 2. Ewig soll er mir vor Augen Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737.p stehen, wie er als ein stilles Lamm EEE— dort so blutig und so bleich zu Mel. O Welt, ich muß dich lassen. sehen, hängend an des Kreuzes 99 Dꝛ Brunnquell aller Stamm; wie er dürstend rang 5 Liebe gabst dich aus um meine Seele, daß sie ihm Liebestriebe für uns in tiefe Not; zu seinem Lohn nicht fehle, und du wolltest Blut und Leben für dann auch an mich gedacht, als uns zum Opfer geben, uns zu ser rief: Es ist vollbracht. orretten von dem Tod. 3. Ja, mein Jesu, laß mich 2. Du liebtest die Gemeine nicht vergessen meine Schuld und und machtest sie ganz reine von deine Huld. Als ich in der Sünden durch dein Blut; du Finsternis gesessen, trugest du heiligtest die Seelen, die dich mit mir Geduld, hattest längst zum Schatz erwählen, durch diese nach deinem Schaf getrachtet, eh teure Lebensflut. es auf des Hirten Ruf geachtet, 3. Ach laß dein heilig Leiden und mit teurem Lösegeld mich auch unsre Seelen kleiden un erkent von dieser Welt. Schmuck der Heiligkeit, laß 4. Ich bin dein, sprich du deinen Geist und Gaben auch darauf ein Amen! Treuster unsre Herzen laben in wahrer Jesu, du bist mein. Drücke dei— Glaubensfreudigkeit! nen süßen Jesusnamen brennend 4. Die alte Lust der Sünden in mein Herz hinein! Mit dir hilf uns nun überwinden als alles tun und alles lassen, in dein erlöste Schar! Da deine dir leben und in dir erblassen, Gnad erschienen, so stell uns, das sei bis zur letzten Stund dir zu dienen, voll neuer Kraft unser Wandel, unser Bund. und Lebens dar! Albert Knapp g. 1798 4 1864. eter Busch g. 1682 4 1744. Begräbnis Jesu. Eigene Melodie. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. ines wünsch ich mir er du, Herr Jesu, 100.E vor allem andern, 101. D Ruh und Rast in Eine Speise früh und spät; selig deinem Grab gehalten hast, gib, läßts im Tränental sich wan⸗ daß wir in dir ruhen all, und dern, wenn dies Eine mit uns unser Leben dir gefall. Passionslieder. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du erkauft mit 7. Hochselig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der deinem Blut, und führ uns in Herr der Herrlichkeit wird ins des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht! 3. Wir danken dir, o Gottes— lamm, getötet an des Kreuzes Stamm. Laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben sein! Georg Werner g. 1589 4 1643. Nach d. Lat. üt jacuisti mortuus. Eigene Melodie. 102. O 2 Traurigkeit, o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einigs Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Not, des Todes Tod ist selbst am Kreuz ge— storben, hat dadurch das Himmel— reich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missetat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hie mit Blut beflossen, welches es ganz mildig— lich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glau— bensgrund, wie bist du doch zer— schlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O lieblichs Bild, schön, zart und inild, du Schmerzsohn der Raigen auen! Niemand kann dein heißes Blut sonder Reu an— sch auen. Grab versenket. 8. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Tränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab möge nach dir sehnen. Nuhaun Rist. 1607— 8 1667. Mel. O Traurigkeit. 103. Sẽ ruhest du, meine Ruh/ i deiner Grabeshöhle, und R durch den Tod meine tote Seele! 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! dich hat jetzt ein Felsen— grab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach bist du kalt, mein Trost und Halt! Das macht die heiße Liebe, die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. 4. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch wird er auf— erstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 7. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis in Tod gedenken. Salomo Franck g. 1659 4 1725. 60⁰ VII. Osterlieder. Eigene Melodie. 104 Ulso heilig ist der 0 Tag, daß ihn nie— mand mit Loben erfüllen mag; denn der einige Gottessohn, der die Hölle überwand und den leidigen Teufel darinnen band, damit erlöst der Herr die Christenheit, das war Christ selber. Kyrieleis! Aus dem 15. Jahrhundert. Nach dem Lateinischen des Venantius Fortunatus im 6. Jahrhundert: Salve, fésta dies. Eigene Melodie. 105 Cbust ist erstanden 4 von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! ů 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, so lob'n wir den Vater Jesu Christ. Halleluja! 3. Halleluja, Halleluja, Hal- leluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Aus dem 13. Jahrhundert. Eigene Melodie. 10 6 rstanden ist der hei⸗ lig Christ, Halle— luja, Halleluja, der aller Welt ein Tröster ist, Halleluja, Halleluja! 2. Und wär er nicht erstanden hehr, Halleluja, Halleluja, die Welt alsdann vergangen wär, Halleluja, Halleluja! 3Z3. Doch seit daß er erstanden ist, Halleluja, Halleluja, so loben wir den Herren Christ, Halleluja, Halleluja! 4. O Jesu, lieber Herre Gott, Halleluja, Halleluja, behüt uns vor der Sünden Not, Halleluja, Halleluja! 5. Gib, daß wir von dem Tod erstehn, Halleluja, Halleluja, mit dir ins neue Leben gehn, Halleluja, Halleluja! 6. Zu dieser österlichen Zeit, Halleluja, Halleluja, sei Gott der Herr gebenedeit. Halleluja, Halleluja! Aus dem 14. Jahrhundert. Nach d. Lat. Surrexit Christus hodie. Eigene Melodie. 107 Qesus Christus unser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd hat er gefangen. Hal⸗ leluja! 2. Der ohn Sünden war ge— born, trug für uns Gottes Zorn; hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Halleluja! 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, alls in Händen er hat; er kann erretten alle, die zu ihm treten. Halleluja! Martin Luther g. 1483 4 1546 Osterlieder. 61 Eigene Melodie. 6. So feiern wir das hoh 108. hrist lag in Todes-Fest mit Herzensfreud und banden, für unsfre Wonne, das uns der Herr Sünd gegeben, der ist wieder scheinen läßt. Er selber ist die H erstanden und hat uns bracht Sonne, der durch seiner Gnade das Leben; des wir sollen fröh- Glanz erleucht't 9 Herzen lich sein, Gott loben und dank- ganz; der Sünden Nacht ist bar sein und singen Halleluja. vergangen. Halleluja Halleluja! 7. Wir essen und leben wohl 2. Den Tod niemand zwin- zum süßen Brot geladen, der gen konnt bei allen Menschen-alt Sauerteig nicht soll sein bei kindern; das macht' alles unsre dem Wort der Gnaden. Christus Sünd, kein Unschuld war zu will die Speise sein und speisen finden. Davon kam der Tod so die Seel allein; der Glaub will bald und nahm über uns Ge- keins andern leben. Halleluja! walt, hielt uns in sein'm Reich Martin Luther g. 1483 1 1546 gefangen. Halleluja!—————— 3. Jesus Christus, Gottes Eigene Melodie. Sohn, an unser Statt ist kom— 109. Eischeren ist der men und hat die Sünd abge— herrlich Tag, tan; damit dem Tod genommen dran sich Eienand gnug freuen all sein Recht und sein Gewalt; mag; Christ, unser Herr, heut da bleibt nichts denn Tods Ge⸗ triumphiert, all seine Feind stalt, den Stachel hat er ver- gefangen führt. Halleluja! loren. Halleluja! 2. Die alte Schlang, die Sünd 4. Es war ein Sae und Tod, die Höll, all Jammer, Krieg, da Tod und Leben run-Angst und Not hat überwunden gen; das Leben behielt den Sieg, Jesus Christ, der heut vom Tod es hat den Tod verschlungen. erstanden ist. Halleluja! Die Schrift hat verkündet das, 3. Sein Raub der Tod mußt wie ein Tod den andern fraß, geben her, das Leben siegt und ein Spott aus dem Tod ist ward ihm Herr, zerstört ist nun worden.q Halleluja! all seine M acht, Christ hat das 5. Hie ist das recht Oster-— Leben wiederbracht. Halleluja! lamm, davon wir sollen leben, 4. Die Sonn, die Erd, all das sich an des Kreuzes Stamm Kreatur, alls, was betrübet war in heißer Lieb gegeben; des Blut zuvor, das freut sich heut an! zeichnet unsfre Tür, das hält diesem Tag, da der Welt Fürst der Glaub dem Tod für, i lag. Halleluja! Würger kann uns nicht rühren.„Drum wir auch billig fröh— Halleluja! lich sein, singen das Halleluja —— 6² Osterlieder. fein und loben dich, Herr Jesu 3. Oauferstandner Jesu Christ, Christ; zu Trost du uns erstan⸗ der du der Sünder Heiland bist den bist. Halleluja!(Halleluja, Halleluja, führ uns Niklas Herman 4 1561. durch dein Barmherzigkeit mit Hallelni 10 N henen ist de% Tag Halleluja. Ha eluja! Mel. Erschienen 0 der 4. Hie ist doch nichts als Angst 1 0 Widmt dir, Herr und Not, von Kindheit an bis in 216 Jesu Christ, daß den Tod(Halleluja, Halleluja, du vom Tod erstanden. bist und dort aber in des Himmels Thron hast dem Tod zerstört sein Macht folgt auf den Kampf die Ehren⸗ und uns das Leben wiederbracht. kron. Halleluja.[Halleluja! Halleluja! 5. Nun kann uns kein Feind 2. Wir bitten dich durch deine schaden mehr; ob er gleich murrt, Huad⸗ nimm von uns unsre ists ohn Gefähr Halleluja, Hal⸗ Missetat und hilf uns durch leluja,] darnieder liegt der arge die Güte dein, daß wir dein Feind, wir aber Gottes Kinder treuen Diener sein. Halleleia! seind. Hallelnia. Hallelujal 3. Gott Vater in dem höchsten 6. Des danken wir ihm allzu⸗ Thron samt seinem eingebornen gleich und sehnen uns ins Him⸗ Sohn, dem heilgen Geist o welreich Halleluja, Hallelujal. gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob Es ist am End, Gott helf uns und Preis. Halleluja! alln, so singen wir mit großem Thomas Hartmann um 1604. Schalln: Halleluja.(Halleluja! —7. Gott Vater in dem höchsten Mel. Erschienen ist der herrlich Tag, Thron, samt seinem eingebornen oder Eigene Melodie, wenn man die Sohn,(Halleluja, Halleluja, eingeklammerten Halleluja mitsingt. dem heilgen Geist in gleicher 111 eut triumphieret Weis in Ewigkeit sei Lob und Gottes Sohn, Preis! Halleluja. Halleluja! der vom Tod ist erstanden schon Kasp. Stolshagius(2) 1591. (Halleluja, Halleluja, mit großer Pracht und Herrlichkeit; des Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. dank'n wir ihm in Ewigkeit. 112 rüh morgens, da Halleluja. Halleluja!)„die Sonn aufgeht, 2. Dem Teufel hat er all sein mein Heiland Christus aufersteht. Macht zerstört und ihn zu Boden Vertrieben ist der Sünden Nacht bracht Halleluja, Halleluja, wie Licht, Heil und Leben wieder— pflegt zu tun ein großer Held, bracht. Halleluja! der seinen Feind gewaltig fällt. 2. Wenn ich des Nachts oft Halleluja. Hallelujal lieg in Not verschlossen gleich Osterlieder. 63 als wär ich tot, läßt du mir herzlich liebt; wenn mir gleich früh die Gnadensonn aufgehn, alle Welt stürb ab, gnug, daß ich nach Trauren Freud und Wonn. Christum bei mir hab. Halleluja! Halleluja! 10. Er nährt, er schützt, er 3. Nicht mehr als nur drei tröstet mich. Sterb ich, so nimmt Tage lang mein Heiland bleibt er mich zu sich; wo er jetzt lebt, im Todeszwang; am dritten Tag da muß ich hin, weil ich ein durchs Grab er dringt, mit Glied seins Leibes bin. Hal⸗ Ehren seine Siegsfahn schwingt. leluja! Halleluja! 11. Durch seiner Auferstehung J. Jetzt ist der Tag, da mich Kraft komm ich zur Engelbrüder— die Welt mit Schmach am Kreuz schaft; durch ihn bin ich mit gefangen hält, drauf folgt der Gott versöhnt, die Feindschaft Sabbath in dem Grab, darin ist ganz abgelehnt. Halleluja! ich Ruh und Frieden hab. Hal⸗ 12. Mein Herz darf nicht ent⸗ leluja! setzen sich, Gott und die Engel 5. In kurzem wach ich fröh- lieben mich; die Freude, die mir lich auf, mein Ostertag ist schon ist bereit, vertreibet Furcht und im Lauf; ich wach auf durch Traurigkeit. Halleluja! des Herren Stimm, veracht den 13. Für diefen Trost, o großer Tod mit seinem Grimm. Hal⸗Held, Herr Jesu, dankt dir alle leluja! Welt. Dort wollen wir mit 6. Der Herr den Tod zu Bo⸗ größerm Fleiß erheben deinen den schlägt, da er selbst tot, und Ruhm und Preis. Halleluja! sich nichts regt; geht aus dem Joh. Heermann g. 1585 1 1647. Grab in eigner Kraft, Tod,.———— Teufel, Höll an ihm nichts schafft. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen Halleluja! 113 Laser uns den Herren 7. O Wunder groß, o starker ‚ preisen, o ihr Held, wo ist ein Feind, den er Christen überall! Kommet, daß nicht fällt? Kein Angststein liegt wir Dank erweisen unserm Gott so schwer auf mir, er wälzt ihn mit süßem Schall! Es ist frei von des Herzens Tür. Halleluja! von Todesbanden Simson, der 8. Kein Kreuz und keine Not vom Himmel kam, und der Löw sich findt, die Christi Sieg nicht aus Juda Stamm; Christus überwindt. Er führt heraus mit Jesus ist erstanden, nun ist seiner Hand, wer mich will hin der lange Streit. Freue dich, halten, wird zu Schand. Halle-o Christenheit! luja! 2. Christus selbst hat über⸗ 9. Lebt Christus, was bin ich wunden des ergrimmten Todes betrübt? Ich weiß, daß er mich Macht. Der in Tüchern lag ö ¶ 4 + 1 + —3...2—2—...r.—‚sn gelegt? Ei du bleibest unver— 64 ö Osterlieder. gebunden, hat die Schlang jetzt sehn, wie so groß sei unser umgebracht; Satans Reich ist Schade, daß wir dir gleich auf⸗ ganz verheeret, Christus hat es erstehn. Brich hervor in unsern nach der Ruh ausgetilget und Herzen, überwinde Sünde, Tod, dazu Belial sein Schloß zer⸗ Teufel, Welt und Höllennot, störet, daß wir haben frei Geleit. dämpf in uns Pein, Angst und Freue dich, o Christenheit! Schmerzen samt der Seele Trau— 3. Warest du, o Held, ge⸗-rigkeit! Freue dich, o Christenheit! storben? warest du ins Grab 7. Meinen Leib wird man vergraben, aber gleichwohl ewig dorben; da sich nur der Fels nicht; bald werd ich das Leben erregt, Held, da bist du wieder haben, wenn das letzte Welt— kommen, hast das Leben und die gericht alle Gräber wird auf— Macht aus der schwarzen Gruft decken, und der Engel Feld— gebracht und des Todes Raub geschrei zeigen, was vorhanden genommen, schenkst uns nun sei; dann wird mich mein Gott die Seligkeit. Freue dich, o aufwecken und beschließen all Christenheit! mein Leid. Freue dich, o Chri— 4. Tod, wo sind nun deine stenheit! Waffen? Hölle, wo ist dein 8. Dann so werden meine Triumph? Satan konnte gar Glieder, die jetzt Staub und nichts schaffen, seine Pfeile Asche sein, unverweslich leben wurden stumpf. Christus ist sein wieder und erlangen solchen Gift gewesen, ja der Hölle Seuch Schein, dessen gleichen hier auf und Pest; Welt und Sünde Erden nimmermehr zu finden liegen fest, und wir Menschen ist. Ja, mein Leib, Herr Jesu sind genesen nur durch seinen Christ, soll dem deinen ähnlich tapfern Streit. Freue dich, o werden, voller Pracht und Herr— Christenheit! lichkeit. Freue dich, o Christenheit! 5. Er ist aus der Angst ge— Johann Rist g. 1607 4 1667. rissen und mit Ehren angetan;——— wer ist, der sein Leben wissen Mel. Nun freut euch, liebe Christen und die Läng ausreden kann?*) gmein. Christus ist der Eckstein wondeu. 114 Tod, wo ist dein Gott, das ist von dir geschehn.„Stachel nun? Wo wie wir jetzt vor Augen sehn; wir ist dein Sieg, o Hölle? Was sind aus der Sünder Orden hin-kann uns jetzt der Teufel tun, ssen durch den Streit. Freue wie grausam er sich stelle? Gott gerif ich den, dich, o Christenheit! Jes.53,8. sei gedankt, der uns den Sieg 6. Gib, Herr Jesu, deine so herrlich hat nach diesem Krieg Gnade, daß wir stets mit Reue durch Jesum Christ gegeben! Osterlieder. 6⁵ 2. Wie sträubte sich die alte Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit Schlang, da Ch hristus mit ihr lämpfte! sie auf ihn drang, jedennoch er sie d dämpfte Ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 2 3. Lebendig Christus kommt herfür, die Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Hölle Schloß und Tür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf, alls liegt da über 1. 4. Des Herren Rechte die be— hält den Sieg und ist erhöhet, des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg gedämpfet seind, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glie⸗ der. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei; der— selb ihn nicht 910 N. Genom⸗ men ist dem Tod die Macht, Un— schuld und Leben wiederbracht und e ich Wesen. 7. Das ist die reiche Oster— beut, der wir teilhaftig werden: im Himmel und auf Erden. Hier Mit List und Macht sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! Hannov. Gsb. 1657. Nach Ge. Weissel g. 1590 11635. Mel. Nun sreut euch, liebe Christen g'mein. 115. Din Saiu, d Tod ist nun verschlungen, des Satans Reich ist ganz verheert, Lob sei dir, Gott, gesungen. Der Sünde Macht ist abgetan, durch Christum ist die Himmels— bahn uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des alten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erkoren. Der ut ke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm w mit seinem Blute. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht ge— brochen und stecket auf des Heils Panier, gleichwie er hat ver— sprochen. Er bringt nach wohl⸗ geführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, ja alle Himmelsschätze. 4. Drum lasset uns in Fröh⸗ lichkeit Herz und Gemüt er— 5 66 heben, weil uns ist diese Gnaden⸗ zeit vom Himmel wiedergeben. Wir haben Christi Reich und Macht; er ist hinweg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Not, liegt in dem Staub der Erden, der vormals starke See— lentod hat müssen kraftlos wer— den; des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugnis ob— gesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach die— ser Zeit wie Christus auferstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer g. 1606 4 1673. Eigene Melodie. 116. Ae auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht! Wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Hei— land war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei. Eh ers vermeint und denket, ist Christis wieder frei und ruft Victoria! schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr arauen vor Osterlieder. allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb erworben ist. 4. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell. 5. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und brauch mich nicht zu kehren an einzig Ungemach; es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Hei— da müssen auch zu aller Frist land ist mein Schild, der alles Toben stillt. 6. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Wor— ten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. 39 S g. 1607 4 1676. Mel. Du Friedefürst, Herr Jesu Christ. 117 ie lieblich sind 02 doch dein Füß, wie freundlich ist dein Mund! Wie tröstet mich dein Wort so süß, o meines Glaubens Grund, du guter Bot, du Todes Tod, du Friedenswiederbringer! 2. Nun ist des Höchsten Wort erfüllt, sei froh mein ganzer Sinn; nun ist des Herren Zorn Osterlieder. gestillt, nun ist das Zagen hin. Mein Jesus hat an meiner Statt die Sündenschuld gebüßet. 3. Der Friede Gottes herrscht in mir, der über die Vernunft; mir öffnet sich des Himmels Tür, weg, weg, du Höllenzunft! Du schreckst mich nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 4. Wenn mich die Welt er⸗ bärmlich plagt und setzt mir hef— tig zu, von einem Ort zum an— dern jagt, so schafft mir Jesus Ruh. Die Welt schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 5. Wenn mich die Not und Trübsal drückt, wenn mich mein Freund verstößt, werd ich doch kräftiglich erquickt, mir bleibt des Herren Trost. Die Not schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 6. Wenn mich mein Fleisch un⸗ ruhig macht und reizt zur Sünden— bahn, wird doch sein Wille nicht vollbracht, ruf ich nur Jesum an. Das Fleisch schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 7. Wenn auf mich dringt der grimme Tod und rufet: Du bist mein, so will auch in der Todes— not mein Heiland bei mir sein. Der Tod schreckt nicht, mein Hei— land spricht, mit mir soll sein der Friede. 67 dir mein Herze ruht; und wenn es bricht, erschreck ich nicht, ich fahre hin im Frieden. Gottfr. Wilh. Sacer g. 16351 1699. Mel. Erhaltuns, Herr, bei deinem Wort. 118 Wẽ willst du hin, weils Abend ist, o liebster Pilgrim Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein, und kehr in meinem Her⸗ zen ein! 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, damit die dunkle Sünden— nacht mich nicht verführt noch irre macht. 5. Bevorab aus der letzten Not hilf mir durch einen sanften Tod! Herr Jesu, bleib, ich halt dich fest, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. 1674. Mel. Nun freut euch, liebe Christen gmein. 119 Wo auf, mein Herz, 2 die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen, er— 8. Dank sei dir, o du Friede- muntre deinen Geist und Sinn, fürst, für das erworbne Gut, das den Heiland zu empfangen, der du mir wohl erhalten wirst; in heute durch des Todes Tür ge— 5* ä—...v..z).‚..—t....t SDSSS.....— 2 7 4 I. 4 2 1 68 Osterlieder. brochen aus dem Grab herfür der wunden; er wird auch überwin⸗ ganzen Welt zur Wonne. den weit in dir, weil er gebunden 2. Steh aus dem Grab der der Feinde Macht, daß du auf— Sünde auf und such ein neues Le- stehst und in ein neues Leben gehst ben, vollführe deinen Glaubens- und Gott im Glauben dienest. lauf und laß dein Herz sich heben 8. Scheu weder Teufel, Welt gen Himmel, da dein Jesus ist, noch Tod, noch gar der Hölle und such, was droben, als ein Rachen, dein Jesus lebt, es hat Christ, der geistlich auferstanden. kein Not, er ist noch bei den 3. Vergiß das, was dahinten Schwachen und den Geringsten ist, und tracht nach dem, was in der Welt als ein gekroͤnter droben, damit dein Herz zu jeder Siegesheld; drum wirst du über— Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt winden. unter dich die böse Welt und 9. Ach mein Herr Jesu, der strebe nach dem Himmelszelt, wo du bist von Toten auferstanden, Jesus ist zu finden. rett uns aus Satans Macht und 4. Quält dich ein schwerer List und aus des Todes Banden, Sorgenstein, dein Jesus wird daß wir zusammen insgemein zum ihn heben; es kann ein Christ neuen Leben gehen ein, das du bei Kreuzespein in Freud und uns hast erworben. Wonne leben. Wirf dein An⸗ 10. Sei hochgelobt in dieser liegen auf den Herrn und sorge Zeit von allen Gotteskindern, und nicht, er ist nicht fern, weil er ewig in der Herrlichkeit von allen ist auferstanden. UÜberwindern, die überwunden 5. Geh mit Maria Magdalen durch dein Blut: Herr Jesu, und Salome zum Grabe, die früh gib uns Kraft und Mut, daß dahin aus Liebe gehn mit ihrer wir auch überwinden. Salbungsgabe, so wirst du sehn, Laurent. Laurenti g. 1660 1 1722. daß Jesus Christ vom Tod heut ö auferstanden ist und nicht im Mel. Wer nur den lieben Gott läßt Grab zu finden. walten. Mel. 2. 6. Es hat der Löw aus Inda 120 Mein Jesus lebt, Stamm heut siegreich überwun⸗. 0 was soll ich ster⸗ den, und das erwürgte Gottes- ben? Hier steht mein Haupt und lamm hat uns zum Heil gefun- triumphiert. So muß ich ja das den das Leben und Gerechtig- Leben erben, weil Not und Tod keit, weil er nach überwund- die Macht verliert. Kein Trauer— nem Streit die Feinde schau- bild erschreckt mich mehr, mein getragen.“) Col. 2, 15. Jesus lebt, das Grab ist leer. 7. Drum auf, mein Herz, fang 2. Mein Jesus siegt, drum an den Streit, weil Jesus über-liegt zu Füßen, was mir das =*—* Osterlieder. 69 Leben rauben kann. Der Tod einen Schatz hier finden, der wird völlig weichen müssen, mir ewig kann erfreun. wird der Satan untertan. Der 6. Wir sind mit dir gestorben, Hölle Abgrund selber bebt, denn so leben wir mit dir; was uns überall schallt: Jesus lebt. dein Tod erworben, das stell uns 3. Mein Jesus lebt, das Grab täglich für! ist offen, so geh ich freudig in 7. Wir wollen hier ganz fröh— die Gruft. Hier kann ich auch im lich mit dir zu Grabe gehn, Tode hoffen, daß mich sein Wort wenn wir nur dorten selig mit ins Leben ruft. Wie süß erschallt die Stimme hier: Ich leb, und ihr lebt auch in mir. 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm das Leben geben, kommt mir mein Tod nicht schrecklich für.— weil er mich in den Himmel hebt, so wahr als Jesus ist und lebt. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Christus derei 121. W st mein Leben. illkommen, Held im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird schauge⸗ tragen*) und heißt nunmehr ein Spott, wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. Col.2,15. 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus, wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf, wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! Benjamin Schmolck g. 1672 4 173 + eben. Mel. Jesu, meines Leben ween der Jünger gehn mit Sehnen 122.3H5. 80 über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Tränen, ihre Seele voll Verdruß, man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Trau— rigkeit. 2. Ach es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern ihre Schmer— zen, ihre Not und Ungemach; manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Wenn zwei Seelen sich be⸗ sprechen, so ist er der dritte Mann; er bemerket die Gebre— chen, redet, was uns trösten 5. Laß unser aller Sünden kann. Denn er kann uns nicht ins Grab verscharret sein und versäumen, wie wir glaubenslos ö . oft träumen, er hat alles im Gesicht, seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangen; o der unglückselgen Zeit, die man der⸗ gestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren, Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wieder bracht. 5. Hat sich eine Not gefunden, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mal/it seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir! Kommt die Welt, mich anzufeinden, ach so sei du auch allhier! Will der Teufel mich betrügen, laß in deinem Schutz mich liegen! Komm, in meinem Geist zu ruhn: was du willst, das will ich tun. 7. Bin ich traurig und betrü— bet, so gib nur in meinen Sinn, Osterlieder. nachzusinnen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? ö 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, ach so nimm mich auch mit dir, laß mich deine Freuden teilen, sei und bleibe stets bei mir! Bleibe doch in unsrer Mitten, wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, daß du mich ge— tröstet hast. Ludw. Neunherz g. 1653 4 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 123 Qesus lebt, mit ihm X auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken, er ver— klärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben, mit ihm werd ich auch zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht: dies ist meine Zuversicht. 2 3. Jesus lebt; wer nun ver⸗ daß mich deine Seele liebet, und zagt, lästert ihn und Gottes Ehre; daß ich der Deine bin. Laß dein Gnade hat er zugesagt, daß der Wort mich feste gründen, laß es Sünder sich bekehre. Gott ver⸗ auch mein Herz entzünden, daß stößt in Christo nicht: dies ist es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre fromme meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Seelen, wenn sie tief in Kummer Leben; reines Herzens will ich stehn; wenn sie in verborgnen sein und den Lüsten widerstreben. Höhlen, Kammern, Feld und Er verläßt den Schwachen nicht: Wäldern gehn, ihrem Kummer dies ist meine Zuversicht. Osterlieder. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, k keine Herrlichkeit, kein Leiden. Seine Treue wanket nicht: dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuwen sicht! 6665 F. Gellert g. 1715 1 1769. Mel. Wachet auf, f rust! uns die Stimme. 127 4 alleluja, jauchzt, ihr 0 Chöre, singt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie D groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht, Preis ihm, er hats vollbracht! Halle— luja! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und 2— Grabes hat. Glorreich hat der Held nen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todes⸗ ketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes 71 Schöpfer bist. Du wirst unver⸗ gänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein, Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, Wiser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwin— den, und uns umstrahlt des Him⸗ mels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran, wir splden dir in deine Ruh. Gottfr. Bened. Funk g. 1734 1814. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 125 5. A.i standen, auf erstanden ist der Herr, der uns versöhnt. O wie hat nach Schmerz und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort zu seines Vaters Rechten über Schmach und Tod erhöht herrscht er nun in Majestät. Freut euch seiner, ihr Gerechten, und ihr, seine Feinde, bebt! Hal— leluja, Jesus lebt! 2. Singt dem Herrn, er ist erstanden, er, der starb auf Golgatha. Rühmt es, rühmts in allen Landen: Was sein Wort verhieß, geschah. Wer, wer kann ihm widerstreben? Mächtig dringt der Held empor, im Triumph bricht er hervor; und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Halle⸗ luja, Jesus lebt! 3 Uns vom Tode zu befreien, sank er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzuweihen, stand er auf durch Gottes Macht. Tod, durch ihn bist du bezwungen, deine Schrecken sind zerstreut, von der Furcht sind wir befreit, uns ist Leben neu errungen; jauchzt ihr, die man einst begräbt, jauchzt dem Höchsten, Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu er⸗ heben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden im Gedächtnis Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist. Unvergänglich sind die Freu— den des, der nach ün Himmel strebt. Singet, preiset, Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Lob und Dank! Rühmts in der Versuchung Stun— den, wenn euch Sünd und Elend droht, rühmts in eurer Todes-⸗ not: Unser Herr hat überwunden! und wenn er euch zu sich hebt, dann rühmts ewig: Jesus lebt! Joh. Casp. Lavater g. 17417 1801. Osterlieder. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. 126.3(Ich sag es jedem, daß Er lebt und auf— erstanden ist, daß Er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt es seinen Freunden gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelr eich. 3— Jett scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vater— land, ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Grgun, und jeder kann nun leicht und hehr in seir Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er be— trat, geht in den Himmel aus, und wer nur hört auf seinen Rat, kommt auch ins Vaterhaus. 6. Nun weine keiner mehr all— hie, wenn eins die Augen schließt; vom Wiedersehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten Tat ein jeder frischer glühn, denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns ver— läßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. Friedr. v. Hardenberg g. 1772 T 1801. Eigene Melodie. 1 2 7. Cuis fuhr gen Him⸗ mel. Was sandt er uns hernieder? Den Tröster den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Halleluj a! ——᷑'.ne uja, Halleluja, Halle⸗ luja! Des sollen wir alle froh VIII. Himmelfahrtslieder. wird auch gewiß das Leben recht zu Gott im Himmel gerichtet. Ha lleluja, Halleluja! 4. Solch' Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets die welt— lich Bahn, tun uns zu Gottes Kindern; die sehn hinauf, der sein, Christ will unser Trost sein. Vater hrrab, an Treu und Lieb Halleluja! Aus dem 15.(2) Jahrhundert. Eigene Melodie, oder ohne Halleluja Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 128. A luuen w, ah Christ gen Himm'l gefahren, und geht ihn'n nichts ab, zusammen kommen. Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst ihnt we wenn uns Gott zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, wie wir denn jetzt bekennen. Da wird sich finden bis sie Halleluja, danken Gott aus höchster Bgier, Freud und Mut zu ewger Zeit mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hie auf Erd, die wir von wegen mancher G' fährd ohn ihn kein Hoffnung haben. Halleluja, Halleluja! 2. Drum sei Gott Lob, der Weg ist g rr. uns steht der Himmel offen, Christus schließt auf mit großer Pracht, vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halle luja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen tut, dem ists nicht Ernst zum Herren; denn der wird auch vor Fleisch und Blut sein Him⸗ melreich versperren. Am Glau⸗ ben liegts, wird der sein recht, Gott woll, Halleluja, beim höchsten Gut. daß wirs erleben! Halleluja! äüü 666556 g. um 1496 1 1542. CGhrhe Melodie. 1209. Ganfe Himmel auf⸗ gefahren ist, Hal— leluja, der König der Ehren, Jesus Christ. Halleluja! 2. Er sitzt zu Gottes rechter Hand, Halleluja, herrscht über Halleluja, Himm'l und alle Land. Halleluja! 3. Nun ist erfüllt, was gschrieben ist, Halleluja, in Psalmen von dem Herren Christ. 9—4.90 al 4. Nun sitzt beim Herren Da⸗ vids Herr, Halleluja, wie zu ihm g sprochen hat der Herr. Dallelusa! 74 Himmelfahrtslieder. 5. Drum jauchzen wir mit freude süß? wann werd ich großem Schalln, Halleluja, dem aufgenommen? Mein Heiland, Herren Christ zum Wohlgefalln. komm und nimm mich an, auf Halleluja! 6. Der heilgen Dreieinigkeit, Halleluja, sei Lob und Preis in Ewigkeit! Halleluja! 1609. Nach dem Lateinischen Coelos Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 130.5 für und für, daß wir mit den Gemütern nur oben wohnen stets bei dir, in deinen Himmelsgütern; laß un⸗ sern Sitz und Wandel sein, wo Fried und Wahrheit gehn herein; laß uns in deinem Wesen, das himmlisch ist, genesen. 2. Hilf, daß wir suchen unsern Schatz nicht hier in diesem Leben, hingegen dort, wo du den Platz wirst Gottes Kindern geben; ach laß uns streben fest und wohl nach dem, was künftig werden soll, so können wir ergründen, wo dein Gezelt zu finden. 3. Zieh uns dir nach, so lau⸗ fen wir, gib uns des Glaubens Flügel: hilf, daß wir fliehen weit von hier auf Zions Freu— denhügel. fahr ich doch dahin, wo ich ohn Ende fröhlich bin? Wann werd ich vor dir stehen, dein Angesicht zu sehen? ascendit hodie. err Jesu, zieh uns n— n Chor; in solchem Stand ist unser daß Mein Gott, wann— 4. Wann soll ich hin ins Paradies zu dir, Herr Jesu, kommen? wann kost ich Engel⸗ daß ich fröhlich jauchzen kann und klopfen in die Hände: Gelobt sei Gott ohn Ende! Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 131 Mei Heiland sitzet droben zu Gott des Vaters rechter Hand, woselbst ihn herrlich loben der Engel Fleisch zu finden; o welch ein Ruhm und Ehr! Es müsse nun verschwinden, was uns betrübt so sehr; denn unser Haupt regieret in großer Herrlichkeit, wohin er uns auch führet nach unsrer Wallfahrtszeit. 2. Lob sei dir, Herr, gesungen, daß du dich aus selbsteigner Macht gen Himmel hast geschwungen und den Triumph davon gebracht, ß du hast aufgeschlossen des Himmels güldne Tür und uns zu Reichsgenossen verordnet für und für. Ach laß es uns gelingen, den lieben Engeln gleich ein Loblied dir zu singen in deines Vaters Reich! Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 132 A alur atin ich fahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn 75⁵ weil das Haupt im Himmel ist,„Du bist das Haupt, hin⸗ wird seine Glieder Jesus Christ Rren wir sind Glieder, ja es zur rechten Zeit nachholen. kommt von dir auf uns Licht, 2. Weil er gezogen himmelan Trost und Leben; Heil, Fried und große Gab empfangen, mein und Freude, Stärk und Kraft, Herz auch nur im Himmel kann, Erquickung, Labsal, Herzenssaft sonst nirgends, Ruh erlangen; wird uns von dir gegeben; bringe, diünn wo mein Schatz gekommen zwinge mein Gemüte, mein Ge— hin, da ist auch stets mein Herz blüte, daß es preise, dir als und Sinn, nach ihm mich sehr Siegsherrn Ehr erweise. verlanget. 4. Zeuch, Mir uns, zeuch 3. Ach Herr, laß diese Gnade uns nach dir, hilf, daß wir fort⸗ mich von deiner Auffahrt spüren l hin für und 10 nach deinem daß mit dem wahren Glauben Reiche trachten. Laß unser Tun ich mag meine Nachfahrt zieren und Wandel sein, wo Zucht und und dann einmal, wenns dir ge⸗ Demut tritt herein, all Üppigkeit fällt, mit Freuden scheiden aus verachten. Unart, Hoffart laß der Welt. Herr, höre doch mein uns meiden, christlich leiden, Flehen! wohl ergründen, wo die Gnade Wach Postta Wegchn g. 1604 1 1640. sei zu finden. %½ 5. Sei, Jesus, unser Schutz Mel Wie schön leucht u. d.Morgenstern. und Schatz, sei unser Ruhm und 133. A/ wundergroßer lasen Plab, darauf wir uns ver— 11 98 eld, dul assen; laß suchen uns, was Sündenträger aller Welt, heut droben ist; auf Erden wohnet hast du dich gesetzet zur Recl chten Trug und List, es ist auf allen von des Vaters Kraft, der Feinde Straßen Lügen, Trügen, Angst Schar gebracht zur Haft, bis auf und Plagen, die da nagen, die da den Tod verletzet; mächtig, präch- quälen stündlich arme Christen— tig triumphierest, jubilierest; Tod seelen. und Leben, dir ist alles unter 6. Herr Jesu, komm, du Gna⸗ geben. denthron, du Siegesfürst, Held, 2. Dir dienen alle Cherubim, Davids Sohn, komm, stille das viel tausend hohe Seraphim dich Verlangen! Du, du bist allen großen Siegsmann loben, weil uns zu gut, o Jesu, durch dein du den Segen wiederbracht, mit teures Blut ins Heiligtum ge— Majestät und großer Macht zur gangen. Komm schier, hilf mir! Glorie bist erhoben. Singet, Ln so sollen, dann so wollen klinget, rühmt und ehret den, so wir ohn Ende fröhlich klopfen fähret auf gen Himmel mit Po- in die Hände. saunen und Getümmel. Ernst Christ. Homburg g. 16057168ʃ. folgen wir dir nach in deinen 76 Mel. Ach Gott und Herr. so kommen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Him— melsstege! Wir irrn sonst leicht, sind abgeneigt vom rechten Le— benswege. 3. Zeuch uns nach dir, so Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Welt— getümmel. 4. Zeuch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nach— fahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Scharen! 35— 5256f g. 1642 1 1699. Mel el. 13 5. Sin Ehren— könig, höchstver— klärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch er— höht; sollt ich nicht zu Fuß dir falen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubens— aug betracht deine Glorie, deine Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scha⸗ ren alle rufen Gloria, sollt ich Alle 15 121 1 müssen sterben Himmelfahrtslieder. nicht zu Fuß dir fallen, und 134. Zot uns nach dir, mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Him— melssonne, deine Klarheit sich ergeußt und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeister speist; prächtig wirst du einge— nommen, freudig heißt man dich willkommen; schau, ich armes Kindlein hier schrei auch Ho— sianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Glorie seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht ver— steh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun über⸗ fließen; drum wirk in mir kräf— tiglich, bis zum Schemel deiner Füßen alle Feinde legen sich. Aus Zion den Zepter sende, weit und breit bis zur Welt Ende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen untertan! 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; mei⸗ nes armen Herzens Pfarten stell ich offen, kbomm herein. Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. 77⁷ IX. dan 1 36. Km heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gl äubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannig⸗ fa tigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Halleluja, Halleluja! Altkirchlich. Eigene Melodie. 137. Kpfen o Gott Schö— pfer, heilger Geist, besuch das Herz der Menschen dein, mit Gnade sie füll, wie du weißt, daß dein Geschöpf soll vor dir sein. 2. Denn du der Tröster bist genannt, des Allerhöchsten Gabe teur, ein geistlich Salb an uns gewandt, des Lebens Brunnen, Lieb und Feur. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gib uns ins Herz der Liebe Brunst, des Fleisches Schwachheit, dir bekannt, stärk allzeit durch dein Kraft und Gunst! 4. Du bist mit Gaben man⸗ nigfalt der Finger Gottes rechter Hand, des Vaters Gewalt durch alle 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Frieden gib durch deine Gnad, daß, wie du führst, wir folgen gern und meiden, Zungen geht in Zusag mit A was der Seele schadt. „Den Vater uns wohl ken⸗ ben lehr und Jesum Christum, seinen Sohn, daß wir auch geben gleiche Ehr dir, beider Geist, in Einem Thron. 7. Gott unser Vater, sei allzeit aus Herzensgrund von uns ge⸗ preist, Lob sei, Herr Jesu, dir bereit mit Gott dem werten heilgen Geist! Martin Luther g. 14834 1546. Eigene Melodie. 1 38. K.G heiliger Geist, Herre Gott, Lerfüll mit deiner Gnade Gut deiner Gläubgen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n! O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob gesun⸗ gen. Hallelnja, Halleluja!— Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Le— bens Wort und lehr uns, Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen! O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum Christ mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! X Du 251 Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deiwm Dienst bestän— dig bleiben, die Trübsal uns nicht 78 Pfingstlieder. abtreiben! O Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! ö Martin Lüther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. 1 39. Nhet bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Kyrieleis! 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Friede auf Einem Sinn blei—⸗ ben. Kyrieleis! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben ver— klagen. Kyrieleis! Martin Luther g. 1483 1 1546. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 140. reut euch, ihr Christen alle, Gott uns seinen Sohn; lobt ihn mit großem Schalle, er Herr, durch dein seinen werten Geist, der uns durchs Wort recht lehret, des Glaubens Licht dermehret und uns auf Christum weist. 2. Es lässet offenbaren Gott, unser höchster Hort, uns, die wir unweis waren, sein himm⸗ lisch Gnadenwort. Wie groß ist seine Güt! Nun können wir ihn kennen und unsern Vater nennen, der uns allzeit behüt. 3. Verleih, daß wir dich lieben, o Gott von großer Huld, durch Sünd dich nicht betrüben, ver⸗ gib uns unsre Schuld, führ uns auf ebner Bahn, hilf, daß wir dein Wort hören und tun nach deinen Lehren. Das ist recht wohl getan. 4. Von oben her uns sende den Geist, den edlen Gast, der stärket uns behende, wenn uns drückt Kreuzeslast; tröst uns in Todespein, mach auf die Him⸗ melstüre, uns mit einander führe zu deinem Freudenschein! Georg Werner g. 1589 1 1643. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern, 141. heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weis⸗ schickt vom Himmelsthron uns heit fließt, die sich in fromme Pfingstlieder. Seelen gießt, einigkeit auch können aller Chri⸗ stenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lchrr, können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zu Lob und uns 913 Leben. 3. Steh uns stets bei mit dei⸗ Uem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Be⸗ ständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir uns leiden müssen. Schaue, baue was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsam kraft empfinden und zur Ritter— schaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß e wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebens— hort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmer— mehr von deiner weisheitreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Chri— stum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubens⸗ daß wir 7.9 sich darinnen übe; kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heilig— keit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei ambemußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmels-— erben werden. Mich. Schirmer g. 1606 4 16 73. Eigene Melodie, oder Aus meines Herzens Grunde. 142 3² ein zu deinen — 0 Toren, sei mei— nes Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden glei— ches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfin— den und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Ent— sündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. habe, 80 4. Du bist das heilge Ole, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der leh⸗ ret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl, es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, von Trauren hältst du nichts, erleuchtest uns in Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßen Worten mir aufge⸗ tan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebes⸗ flammen sich wieder tun zusam⸗ men, die voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zum Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser 143. Pfingstlieder. Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergetzet, aus unserm Herzen reißt. 10. Gib Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. 11. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Rachen hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus! Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Eigene Melodie, oder Gott des Himmels und der Erden. NDomm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, sie er⸗ füll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunkeln Herzen sein. ö 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir andres nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß und mach uns vom Irrtum los! 3. Zeige, Herr, die Wohl⸗ fahrtsstege! Das, was wider dich getan, räume ferner aus dem Wege, schlecht und recht sei um und an; wirke Reu an Sünde und die Güter mit Segen für Statt, wenn der Fuß gestrau— und für! Vertreib den bösen chelt hat. — —— — ⏑— — Pfingstlieder. 81 4. Laß uns stets dein Zeugnis Mel. Jesu, meine Freude. fühlen, daß wir Gottes Kinder—144 chmückt das Fest sind, die auf ihn alleine zielen, 2 mit Maien,k*) wenn sich Not und Drangsal lasf et Blumen streuen, zündet findt. Denn des Vaters liebe Opfer an! Denn der Geist Rut ist uns allewege gut. der Gnaden hat 530 eingeladen; 5. Reiz uns, daß wir zu ihm machet ihm die B Bahn, nehmt ihn treten frei mit aller Freudigkeit, ein, so wird sein Schein euch seufz auch in uns, wenn wir mit Licht und Heil erfül sen und beten, und vertritt uns allezeit, den Kummer stillen. Pf. 118,27 so wird unsre Bitt erhört und die 2. Tröster der Betrübten, Sie⸗ Zuversicht vermehrt. gel der Geliebten, Geist voll 6. Wird uns auch nach Troste ziat und Tat, starker r. bange, daß das Herz oft rufen inger, Friedensüberbringer,s Licht muß: Ach mein Gott, mein Gott, uf ne Pfad, gib uns 9 S U wie lange? ei, so mach uns den Kraft und Lebenssaft, laß uns Beschluß, sprich der Seele tröst⸗ laber 99 Gaben zur Genüge lich zu und gib Mut, Geduld laben! 2 und Ruh! 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor, gib uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor, gib I uns Mut, du höchstes Gut, tröst schenk uns Waffen in dem Krieg uns kräftiglich von oben bei der und erhalt in uns den Sieg! Feinde Toben! 8. Herr, bewahr auch unsern 4. Güldner Himmelsregen, Glauben, daß kein Teufel, Tod schütte deinen Segen auf das noch Spott uns denselben möge Kirchenfeld, lasse Ströme fließen, rauben; du bist unser Schutz und die das Land begießen, wo dein Gott. Sagt das Fleisch gleich Wort hinfällt, und verleih, daß immer nein, laß dein Wort ge-es gedeih, hundertfältig Früchte wisser sein! bringe, es ihm stets gelinge. 9. Wenn wir endlich sollen 5. Sch gi deine Flammen sterben, so versichre uns je mehr, über uns zusammen, wahre Lie— als des Himmelreiches Erben, besglut, laß dein sanftes Wehen jener Herrlichkeit und Ehr, die auch bei uns geschehen, dämpfe uns unser Gott erkiest und nicht Fleisch und Blut, laß uns doch auszusprechen ist. das Sündenjoch nicht mehr wie Henrich Held um 1650. vor diesem ziehen und das Böse fliehen! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist; Pfingstlieder. 6. Gib zu allen Dingen Wol⸗fest, mein Heil und Licht, du len und Vollbringen, führ uns teurer Tröster wirst dich nicht der ein und aus, wohn in unsrer armen Hütte schämen. Eile, heile Seele, und des Herzens Höhle Herz und Seele mit dem Ole sei dein eigen Haus! Wertes deiner Gnaden, mache gut den Pfand, mach uns bekannt, wie Sündenschaden! wir Jesum recht erkennen und 3. Entzünd in mir die Liebes⸗ Gott Vater nennen. glut und mache brünstig Geist 7. Mach das Kreuze süße, und und Mut, du Flamme reiner durch Finsternisse sei du unser Liebe! Laß mich mit dir versie⸗ Licht, trag nach Zions Hügeln uns gelt sein, damit in Not und mit Glaubensflügeln und verlaß Todespein ich steten Glauben uns nicht, wenn der Tod, die übe. Rühre, führe mein Ge—⸗ letzte Not, mit uns will zu Felde müte, Gottes Güte zu erken— liegen, daß wir fröhlich segen.uen, Christum meinen Herrn zu 8. Laß uns hier indessen nim⸗ nennen. mermehr vergessen, daß wir Gott 4. Erquicke mich, du sanfter verwandt. Dem laß uns stets Wind, du Brunn, wo Lebens— dienen und im Guten grünen wasser rinnt, du süße Freuden— als ein fruchtbar Land, bis wir quelle, die allen Durst der Seele dort, du werter Hort, bei den stillt und aus der Gottheit Tiefe grünen Himmelsmaien ewig uns quillt ganz rein und ewig helle. erfreuen. Fließe, gieße deine Gaben, mich Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. zu laben, wenn ich sitze in der Angst und Seelenhitze. Mel. Wieschön leucht u. d. Morgenstern. 5. Sei meiner Ohnmacht Kraft 145 K wum, Geist, und Macht, mein helles Licht in . komm, höchster dunkler Nacht, mein Weg, wenn Gast, Herr, den der Himmel ich verführet, mein Lehrer in nicht umfaßt, noch dieser Kreis Unwissenheit, mein starker Bei— der Erde! Komm, offenbare dich stand in dem Streit, bis mich auch mir, Gott heilger Geist, die Krone zieret. Schütze, stütze, daß ich in dir Ein Geist mit Herr, mich Schwachen, stark zu Christo werde. Leite heute Geist machen meinen Glauben, laß und Sinnen, mein Beginnen mir nichts die Krone rauben! und mein Leben, deiner Liebe 6. Hilf mir in meiner letzten nachzustreben. Not, versüße mir den bittern 2. Komm, teures Gut, komm, Tod! Wenn Herz und Augen höchster Schatz, komm in mein brechen, so sei du meines Lebens Herz und mache Platz, dich gläu⸗Licht, laß, wenn die Zunge nichts big einzunehmen. Ich glaube mehr spricht, dein Seufzen für Pfingstlieder. mich sprechen! Laß mich endlich selig scheiden zu den Freuden aller Frommen! Ach wann werd ich dahin kommen! Joh. Ernst Wenigk g. 1701 4 1745. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 146 G²⁷ vom Vater und vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe. mir mächtig bei, daß ich Gott er⸗ geben sei, daß mein ganzes Herz auf Erden mög ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein und, daß ich nicht irren möge, deine Wahrheit mich erfreun! Suchen laß mich in der Welt nichts, als was dir wohlgefällt: lehrst du mich, was recht ist wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Hilf, daß ich, von dir ge— trieben, meinem Gott und Vater treu, ihn mög über alles lieben, 834 5. Fehlt mir Kraft zu guten Werken, treibe zum Gebet mich an, das zur Tugend Schwache stärken, Träge neu beseelen kann. Laß mich aber mein Vertraun nie auf meine Tugend baun, nie der Taten Lohn verlangen, was Gott gibt, als Gnad empfangen. 6. Steh in allen meinen Lei⸗ den mir mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden deiner Führung folgsam sei. Still im Sterben Angst und Schmerz, daß noch da mein brechend Herz deines Trostes Kraft empfinde, männlich kämpf und überwinde. Hann. Gsb. nach G. Hoffmann und S. Diterich. Mel. Jesu, Trost der armen Seelen. 147 öchster Tröster, 0 Geist des Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Le— komm hernieder, und mir nichts so wichtig sei, als bens, jeder Schritt, jeder Tritt mich seiner Huld zu freun und ist ohn dich vergebens. Ach das drum Sünden stets zu scheun, Seelenwerk ist wichtig: wer ist seinen Namen zu erhöhen, seine wohl, wie er soll, treu zu han— Wege gern zu gehen. deln tüchtig? 4. Stärke mich, wenn zu der 3.Herr, wir fallen dir zu Fuße. Sünde mein Gemüt versuchet Eins ist not für den Tod: Buße, wird, daß sie mich nicht über- wahre Buße. Zeig uns selbst den winde. Hab ich irgend mich Greul der Sünde, daß das Herz verirrt, o so stärke selbst mein Angst und Schmerz, Reu und Herz, daß ich unter Reu und Scham empfinde. Schmerz mich vor Gott demütig 4. Zeig uns des Erlösers Wun⸗ beuge, meinen Sinn zur Beßrung den, ruf uns zu: Ihr habt Ruh, neige. ihr habt Heil gefunden; eure Sünd 6*⁵ DiiiPPPEEEEEEE Ke— ——.c6— ——eeeee.....e 84 Trinitatislieder. ist schon gerochen, Jesu Blut ma- Welt zu dämpfen. Laß uns chet gut, was die Welt verbrochen. Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst 5. Weck uns auf vom Sünden⸗ und Not, Schmerz und Tod schlafe, rette doch heute noch nicht von Jesu scheiden!— die verlornen Schafe, reiß die S. Hilf uns nach dem Besten*) Welt aus dem Verderben, laß streben, schenk uns Kraft, tu⸗ sie nicht im Gericht der Ver⸗ gendhaft und gerecht zu leben. stockung sterben! Gib, daß wir nie stille stehen, 6. Geist der Weisheit, gib uns treib uns an, froh die Bahn dei— allen durch dein Licht Unter⸗nes Worts zu gehen.)1 Cor. 12,31. richt, wie wir Gott gefallen. 9. Sei bei Schwachheit unsre Lehr uns, recht vor Gott zu treten, Stütze, steh uns bei, mach uns sei uns nah und sprich Ja, wenn treu in der Prüfungshitze! Führ, wir gläubig beten. wenn Gott uns nach dem Leide 7. Hilf den Kampf des Glau- sterben heißt, unsern Geist freu⸗ bens kämpfen, gib uns Mut, dig in die Freude! Fleisch und Blut, Sünd und Ehrenfr. Liebich g. 1713 4 1750. X. Trinitatislieder. Eigene Melodie. 3Z. Heiliger Geist, wohn uns 148 Guns din m wohn bei und laß uns nicht verder— 2 uns bei und laß ben, usw. uns nicht verderben, mach uns Martin Luther g. 1483 4 1546. aller Sünden frei und hilf uns—— 1105 35 selig sterben! Vor dem Teufel& Eigene Melodie. uns bewahr, halt uns bei festen 149. llein Gott in der Glauben und auf dich laß uns E Höh sei Ehr und bauen, aus Herzensgrund ver⸗ Dank für seine Gnade, darum trauen, dir uns lassen ganz und daß nun und nimmermehr uns gar, mit allen rechten Christen rühren kann kein Schade. Ein entfliehn des Teufels Listen, mit Wohlgefalln Gott an uns hat; Waffen Gotts uns fristen! Amen, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, Amen, das sei wahr, so singen all Fehd hat nun ein Ende.. wir Halleluja! 2. Wir loben, preisn, anbeten 2. Jesus Christus, wohn uns dich für deine Ehr, wir danken, bei und laß uns nicht verder⸗ daß du, Gott Vater, ewiglich ben, usw. regierst ohn alles Wanken. Ganz Trinitatislieder. 8⁵ ungemessn ist deine Macht, fort Mel.Christ unserHerr zum Jordan kam. g'schieht, was dein Will hat be— dacht: wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn ein⸗I geborn deines himmlischen Va— ters, Versöhner der, die e du Stiller unsers Ha— ders, unsrer Not, aller! 4. O heilger Geist, du größtes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vors Teufels G'walt fortan be— erbarm dich unser hüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Tod, abwend all unsern Jamm'r und Not! Dazu wir uns verlassen. N. Decius 4 1541.(Gloria in excelsis.) Mel. Herr Jesu Christ, dich z zu uns wend. 150. S hr, Preis dem Vat'r in alle Ewigkeit, der alle Ding erschaffen hat und sie erhält durch seine Gnad. 2. Ehr sei auch seinem lieben Sohn, der alles Gute uns getan, der an dem Kreuze für uns starb und so den Himmel uns erwarb. 3. Ehr sei auch Gott dem heil gen Geist, der uns durch sein Gnad allermeist die Wahrheit machen woll bekannt und uns eröffnen den Verstand. 4. O heilige Dreifaltigkeit, o wahr⸗ einige Gottheit, 151. W warn Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von und Herrlichkeit as alle Weisheit in der Welt bei uns hier kaum kann lallen, das läßt Gott aus dem Himmelszelt in alle Welt erschallen, daß er alleine König sei, hoch über alle Götter, groß, mächtig, freund— lich, fromm und treu, der From— men Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Personen. 2. Gott Vater, Sohn und heilger Geist heißt sein hoch— heilger Name; so kennt, so nennt, so rühmt und preist ihn 30 gerechte Same, Gott Abra— hams, Gott Isaaͤks, Gott Jakobs, den er liebet, Herr Walle der Nacht und Tag uns alle Gaben gibet und Wunder tut alleine. 3. Der Vater hat von Ewig⸗ keit den Sohn, sein Bild, er— zeuget; der Sohn hat in der Füll der Zeit imn Fleische sich gezeiget; der Geist geht ohne Zeit herfür vom Vater und vom Sohne, mit beiden gleicher Ehr und Zier, gleich ewig, gleicher Krone und ungeteilter Stärke. 4. Sieh hier, mein Herz, das ist dein Gut, dein Schatz, dem keiner gleichet; das ist dein Freund, der alles tut, was dir zum Heil gereichet, der dich ge— baut nach seinem Bild, für deine Schuld gebüßet, der dich mit wahrem Glauben füllt und all uns aus Bamiherzigleit und führ uns dein Kreuz durchsüßet mit seinen erhör heilgen Worten. 5. Erhebe dich, steig zu ihm zu zu der Seligkeit! 1566. und lern ihn recht erkennen! 86 Denn solch Erkenntnis bringt dir Ruh und macht die Seele bren— nen in reiner Liebe, die uns nährt zum ewgen Freudenleben, da, was allhier kein Ohr gehoͤrt,) Gott wird zu schauen geben den Augen seiner Kinder. 1Cor.2,9. 6. Weh aber dem verstockten Heer, das sich hie selbst ver— blendet, Gott von sich stößt und seine Ehr auf Kreaturen wendet! Dem wird gewiß des Himmels Tür einmal verschlossen bleiben; denn wer Gott von sich treibt all⸗ hier, den wird er dort auch trei⸗ ben von seinem heilgen Throne. — 7. Ei nun, so gib, du großer Held, Gott Himmels und der Erden, daß alle Menschen in der Welt zu dir bekehret werden. Erleuchte, was verblendet geht, bring wieder, was verirret, reiß aus, was uns im Wege steht und freventlich verwirret die Schwachen in dem Glauben. 8. Auf daß wir also allzugleich zur Himmelspforte dringen und dermaleins in deinem Reich ohn alles Ende singen, daß du alleine König seist, hoch über alle Götter, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der Frommen Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Personen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Wieschön leucht u. d. Morgenstern. 1 52 alleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle welcher du seine Werke! Von Ewigkeit zu dich unser zu erbarmen. Trinitatislieder. — Ewigkeit sei in uns allen ihm be⸗ reit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind er⸗ wählet; der uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja! Gott heilger Geist sei ewiglich von uns ge— preist, durch den wir neu gebo— ren, der uns mit Glauben aus⸗ geziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeittag er⸗ koren. Heil uns, Heil uns, da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! Nach Rinckart. 1698. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. 153 Gott, wir ehren deine Macht und Gnade zu uns Armen, nach uns wert geacht, Wir 87 sind voll Sünde, du voll Gnad, allezeit für unsre Seelen offen, wir tot, du bist das Leben und du Ausfluß alles Segens! hast nach deinem Gnadenrat 4. OGeist der Gnade, wahrer dich uns zu eigen geben, o Ab⸗-Gott, komm, steure dem Ver-— grund aller Liebe! derben, laß uns durch Christi 2. Wir beten dich als Vater Kreuzestod der Welt und uns an, du liebest uns als Kinder; absterben, ja schlag das ganze so hast du dich ja kund getan, Höllenreich in unsrer Seel da— zum Trost der armen Sünder. nieder, damit wir Jesu Christo Lieder für die kleineren Feste. Dein Zorn weicht deiner Lieb und Huld, dein väterlich Gemüte ist voll Erbarmen, voll Geduld, voll Langmut, Treu und Güte, o liebreich Vaterherze! 3. O Jesu, teurer Gottes— sohn, du Licht vom wahren Lichte, vor dir, dem rechten Gnaden— thron, wird Sünd und Tod zu— nichte; du bist der Grund der Seligkeit, worauf wir Armen hoffen, dein Gnadenbrunn steht gleich und seines Leibes Glieder durch deine Gnade bleiben. 5. So ehren wir in Einem Thron dich, unsern Gott und Vater, samt Christo deinem lieben Sohn, als unserm Heils-— erstatter, und Gott dem werten heilgen Geist von gleicher Macht und Wesen. Hilf, der du drei— mal heilig heißt, daß wir in dir genesen und dich dort ewig loben. Ludw. Andr. Gotter g. 166171735. XI. Lieder für die kleineren Teste. J. Darstellung Jesu. Lobgesang Simeons. (Nune dimittis.) En. Tuc. 2, 29— 32. Eigene Melodie. 154 err, nun lässest du N. deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesaget hast; 2. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehn, den du bereitet hast vor allen Völkern, 3. Ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volks Israel. 4. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 5. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit. Amen. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 1 5 5 Dis bitt ich, liebster ‚ Jesu mein, komm zu mir in mein Herz herein, daß ich an dir hab Lust und Freud wie Simeon im Tempel heut. 88 Lieder für die 2. Denn du mein Heil und Leben bist, so mir von Gott ge— geben ist; mach rein mein Herz, rein meinen Mut, auf deinem Weg mich halt in Hut! 3. Zeig mir die Bahn mit deinem Licht, daß ich ja fehl des Himmels nicht; wend ab von mir all Straf und Pein und laß mich ganz dein eigen sein! 4. Dein Antlitz sei auf mich gericht, im Tod und Leben laß mich nicht, so will ich gern aus dieser Welt zu dir heimgehn, wenn dirs gefällt. Joh. Mylius. 1 Mel. Valet will ich dir geben. 1 5 6 H8 Jesu, Licht der „Heiden, der From— men Schatz und Lieb, wir kom⸗ men jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier, nach Simeons Exempel, dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Glut und Flamme, in Not ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todes-— qual! 595. kleineren Feste. 4. Herr, laß auch uns gelin— gen, daß letzt wie Simeon ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir wer— den nun mit Frieden mein Augen zugedrückt, nachdem ich schon hie— nieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja ich hab im Glau— ben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du, uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zu— weilen so streng und hart mich an, daß oft vor Angst und Heu— len ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Johann Franck g. 1618 7 1677. 2. Verkündigung Mariä. Mel. Werde licht, du Stadt der Heiden. 157 9²² ist uns der V Tag erschienen, worauf Adam schon so oft, wie auch Jakob und samt ihnen aller Väter Schar gehofft, dran sich Abraham erquicket, als er ihn im Geist erblicket. 2. O des Tages voller Wonne und dem sonst kein Tag nicht gleicht, seit von Anbeginn die Sonne hat um dieses Rund geleucht, o der vielgewünschten Stunden, die sich nunmehr ein— gefunden! Lieder für die kleineren Feste. ö 89 O du Anfang unsrer Freu⸗ denn er hat besucht und erloͤset den, sei gegrüßt, gewünschtes Licht, sein Volk, als mit dem uns armen Heiden 2. Und hat uns aufgerichtet ein jetzt ein neuer Trost anbricht, Horn des Heils und vor welchem wir indessen in dem Hause seines Dieners stets in lauter Nacht gesessen. David; 4. Nunmehr trieft ein Heiles 3. Wie er vor Zeiten geredet hat regen oben durch den Himmel ab, durch den Mund seiner hei— auch die Wolken schütten Segen ligen Propheten, und Gerechtigkeit herab: Gott der 4. Daß er uns errettete von Herr kommt selbst auf Erden und unsern Feinden beginnt ein W zu werden. und von der Hand aller, die 5. Gott wird Mensch und uns hassen, trägt die Sünde, All llmacht kehrt 5. Und die Barmherzigkeit er— bei Schwachheit ein, selbs—97— zeigte unsern Vätern Sch Wpfer zum Kinde, sein und gedächte an seinen heiligen Geschöpf soll Mutter sein. Herr⸗ Bund lichkeit kommt zu uns Armen., 6. Und an den Eid, den er ge— aus der Rache wird Erbarmen. schworen hat 6. O Geheimnis, dessen gleichen unserm Vater Abraham, uns man auf Erden nie gesehn! zu geben, Dieses ist ein Wunderz me 7. Daß wir, erlöset aus der das von Gott heut ist geschehn. Hand unserer Feinde, welches kein vernünftig Sinnen ihm dieneten ohne Furcht unser kann begreifen noch gewinnen. Lebenlang 7. Vater, und doch Kind da- 8. In Heiligkeit und Gerechtig— neben,*) unser Bruder, Fleisch keit, und Blut, ach was können wir die ihm gefällig ist. dir geben für dies allzu große 9. Und du Kindlein wirst ein Gut? Hilf, daß wir mit Herz Prophet des Höchsten heißen, und Sinnen geistlich 2)emp⸗ du wirst vor dem Herrn her— fangen können. Jes. 9, 6. gehen, daß du seinen Weg be— Johann Franck g. 16ls 1677. reitest 10. Und Erkenntnis des Heils Sest Johannes des CL Cäufers. gebest seinem Volk, Tabgenan⸗ des Zach arias. die da ist in Vergebung ihrer (Das Benedictus.) Sünde, Ev. Luc. 1. 68— 79. 48911. Durch die herzliche Barm— Eigene Melodie. herzigkeit unsers Gottes, 158 Gelcbes sei der Herr, durch welche uns besuchet hat 2 der Gott Israels, der Aufgang aus der Höhe, 90 Lieder für die kleineren Feste. 12. Auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 3. Lob und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 14. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 159 GeGan sei Israels Gott, der Herr, der sein Volk in der Not und, da es gänzlich war verflucht, mit großen Gnaden hat besucht. 2. Er hat uns seinen Sohn gesandt, der allen Zorn ganz abgewandt und uns erlöset kräf⸗ tiglich; des kann Israel freuen sich. 3. Da mit uns schon war alles aus, in seines Dieners Davids Haus hat er ein Horn der Selig⸗ keit gesetzt zu Trost der Chri⸗ stenheit, 4. Wie uns vor Zeiten machte kund der heiligen Propheten Mund; dadurch er uns hat an— gemeldt, er woll uns retten als ein Held. 5. Der Feinde Trutz, des Hassers Hand, ob sie vor Zorn gleich sind entbrannt, woll er zerbrechen als der Mann, der Tod und Teufel zwingen kann. 6. Hierzu hat ihn sein Herz bewegt, das sich mit Gnad und Güte trägt; er hat an seinen Bund gedacht, vorlängst mit Abraham gemacht, 7. Wie auch an dieses, was er hat geschworen ihm an Eides Statt, zu geben denen, die da sind von ihm gezeugt, auch Kindes-Kind, 8. Auf daß, wenn wir erlöset sein vom Teufel, Tod und Höllen— pein, ihm dienete sein Leben lang ein jeder ohne Furcht und Zwang, 9. Gerecht und heilig in der Welt nach solcher Art, die ihm gefällt, nicht, wie es Menschen Witz erdenkt, damit man sich ver— gebens kränkt. 10. Du Kindlein, du wirst ein Prophet des Höchsten heißen, der da geht vor seinem Herren fein voran und macht ihm richtig seine Bahn. 11. Du wirst verkündigen das Heil, an dem der Mensch soll haben teil, dem seine Sünd und Missetat der fromme Gott ver— geben hat, 12. Aus herzlicher Barmher— zigkeit, kraft deren uns in un⸗ serm Leid der Aufgang aus der Höh besucht. Das ist der Liebe Gab und Frucht, 13. Auf daß, die er im Fin⸗ stern findt, und die ins Todes Schatten sind, des Lichtes Kinder können sein durch seinen hellen Glanz und Schein, 14. Daß ihre Füße richtig stehn und auf dem Weg des Friedens gehn, ja endlich alle— Eeeer-ee Lieder für die samt zugleich mit Freuden gehn ins Himmelreich..9 Joh. Heermann g. 1585 4+ 1647. 4. Mariä Peimsuchung. Lobgesang der Maria. (Das Magnificat.) Ey. Tuc. 1, 46— 55. Eigene Melodie. 160. Meda Denen und mein Geist freuet sich Got— tes, meines Heilandes, 2. Denn er hat seine elende Magd angesehen; kleineren Feste. 91 Abraham und seinem Samen ewiglich. 10. Lob und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 11. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Eigene Melodie. 1 61 Mein Herz und Seel 2 den Herren hoch erhebet, den großen Gott, der ewig herrscht und lebet; mein siehe, von nun an werden mich Geist in mir sich meines Heilands selig preisen alle Kindes-Kind, freut und seinen Ruhm ver— 3. Denn er hat große Ding an mehret allezeit. mir getan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist, 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässet die Reichen leer. 8. Er denket der Barmherzig⸗ keit und hilft seinem Diener Israel auf, 9. Wie er geredt hat unsern Vätern, 2. Denn er hat mich Elenden angesehen und mein Gebet erhöret und mein Flehen; es hat der Herr mich Armen nicht veracht, er hat mit Gnad und Rettung mich bedacht. 3. Gott, dessen Macht nicht kann ergründet werden, und dessen Nam im Himmel und auf Erden hochheilig ist, hat große Ding getan an mir, die ich nicht alle zählen kann. 48. In keiner Not hat er mich je verlassen, Barmherzigkeit ist bei ihm ohne Maßen und währet von Geschlecht fort zu Geschlecht, wo man ihn fürcht und hoch hält seine Recht. 5. Er übt Gewalt mit seines Armes Stärke, daß jedermann muß spüren seine Werke; die stolz und hoch in ihren Herzen ————— —— —„ ——... Lieder für die seind, zerstreuet er und ist den— selben feind. 6. Er stößet, die gewaltig sind vor allen, von ihrem Stuhl,“ daß sie erschrecklich fallen; stellet sie ganz unverhofft empor. 7. Die Hungrigen, die ihn vor Augen haben, mit Gütern und mit Gaben; die Reichen läßt er leer beim überfluß, daß Not und Angst darauf erfolgen muß. 8. Er denket der Barmherzig— keit und Güte, daß er fortan uns väterlich behüte und seine Kirch im ganzen Erdenkreis er— halt und schütz zu seines Namens Preis. 9. Die Treu, die er im neuen Bund und alten geredet hat, die wird er ewig halten, der Herr verläßt uns, seine Kinder, nicht, weil zu ihm steht all unsre Zuversicht. 10. Gott Vater, dir sei Dank gesagt und Ehre, Herr Jesu Christ, den Glauben in uns mehre, o heilger Geist, ernen uns Herz und Mund, daß wir dein Lob ausbreiten jede Stund. David Denicke(2) g. 1603 1 1680. 5. Michaclisfest. Mel. Mel. 162. Ada Lieb läßt Gott der hristenh eit viel Gutes widerfahren, aus Lieb hat er ihr zubereit viel tausend Engel⸗ die Niedrigen erhebet er davor und erfüllet er Aus tiefer Not 0 ich zu dir. kleineren Feste. scharen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns gar wohl bewahren. 2. Sie lagern sich, wenn kommt die Not, in Eil gefaßt sich machen und reißen die, so fürchten Gott, aus ihrer Feinde Rach en. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die immer für uns wachen. 3. Sie führen auf den Straßen wohl die Großen und die Kleinen, auf daß ihr Fuß nicht f straucheln soll im Stoßen an den Steinen.“) Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns mit Treue meinen. Ps.91,12. 4. Solch Wohltat denen wird erzeigt, die nach dem Herren fragen; die Engel ihnen sind geneigt, den Satan sie verjagen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns gen Himmel tragen. Georg Reimann g. 1570 1 1615. zelt, ich muß dich lassen. 1 6 3 Dẽ Herr der Sera— IO0. phinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn, du übergroßer Meister der wunderschönen Gei— ster, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Fürsten und die Thro— nen, die in dem Himmel wohnen, Rilt du zu meiner Wacht; sie sehn dein n in höchst vollkommnem Lichte, doch neh— men sie mich auch in acht. Mel. O W Lieder für die kleineren Feste. 93 Das sind die starken Helden, Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. die deinen Rat vermelden, du 164. Hen was sind wir, Herr in Israel! Das sind die daß du Engel Feuerflammen, die schlagen stets uns zu unsern Wächtern gibst? zusammen um frommer Christen Menschen sind wir woiler Mängel, Leib und Seel. 4. Ich preise deine Güte mit Damdonren Gemüte für Wunderschar, ich rühme deine diese uns zu Diensten stehn; Menschen, die du dennoch liebst. Engel, die dich allzeit sehn, sollen Engel hüten uns als Kinder, heilge Rechte für diese Gnadenknechte, Engel schützen Sünder. die mich behüten vor Gefahr. 5. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüten duuch diese Himmelswach, laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 6. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligkeit; wie sie die Kinder lieben und sich in Demut üben, so mach auch mich dazu bereit! 7. Sie tun ja deinen Willen, er. Licht, den laß mich auch erfüllen; sie 2 — leben keusch und rein, o laß mich 2. Engel sinds, die nach den Proben nun beständig Gutes tun, die dich unaufhörlich loben, die in deinem Himmel ruhn, die gehorsam, keusch und rein, die der Menschen Freunde sein, die ihr Antlitz ohne Flecken doch vor dir in Demut decken. 3. Heere, welche die bewachen, die dich fürchten, großer Gott, die ein schrecklich Lager machen gegen aller Feinde Rott, dies sehn in Vater, stets dein Angesicht, Diener, die zu deinen Füßen dir in Chrfurcht dienen nichts beflecken und mich an allen müssen. Ecken vor diesen reinen Geistern scheun! 8. Und endlich, wenn ich scheide E, so führe mich zur n al ů 4. Gott der Engel, Herr der Helden, ach was sind wir Men⸗ 00 en doch, daß wir so viel vor rgelten? O wie hältst du uns ihren Armen ein! Da werd ick 10 hoch! Deine Engel dienen uns, dich erst loben und in dem Him— sind die Zeugen unsres Tuns. mel droben dir und den Engelr 14 uns auch mit diesen Chören ähnlich sein. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. ewig dich im Himmel ehren! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 4 1769. — B. Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. XII. Lieder von der christlichen Rirche. Pfalm 67. Ehre tu, vor ihm sich fürchte Eigene Melodie. allermeist! Nun sprecht von Her— 165 s wolle Gott uns zen Amen! 5 gnädig sein und Martin Luther g. 1483 T 1546. seinen Segen geben, sein Antliitrzztt uns mit hellem Schein erleucht' salm 12. zum ewgen Leben, daß wir er⸗ Eigene Melodie. kennen seine Werk und was ihm 166 ch Gott, vom Him—⸗ lieb auf Erden, und Jesus„mel sieh darein und Christus Heil und Stärk bekannt laß dich des erbarmen, wie wenig den Heiden werden und sie zu sind der Heilgen dein, verlassen Gott bekehren. sind wir Armen. Dein Wort 2. So danken, Gott, und loben man läßt nicht haben wahr, der dich die Völker überalle, und Glaub ist auch verloschen gar bei alle Welt die freue sich und sing allen Menschenkindern. mit großem Schalle, daß du auf 2. Sie lehren eitel falsche List, Erden Richter bist und läßt die was eigen Witz erfindet; ihr Sünd nicht walten; dein Wort Herz nicht Eines Sinnes ist, in die Hut und Weide ist, die alles Gottes Wort gegründet. Der Volk erhalten, in rechter Bahn wählet dies, der andre das, sie zu wallen. trennen uns ohn alle Maß und 3. Es danke, Gott, und lobe gleißen schön von außen. dich das Volk in guten Lannd 3. Gott woll ausrotten ganz das Land bringt Frucht und und gar, die falschen Schein uns bessert sich, dein Wort ist wohl lehren und deren Zung stolz geraten. Uns segne Vater und offenbar spricht: Trotz! wer der Sohn, uns segne Gott der wills uns wehren? Wir haben heilge Geist! Dem alle Welt die Recht und Macht allein, was —— —8—⏑–— — 2 — Lieder von der christlichen Kirche. 9⁵ wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meisternꝰ 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind Werbret ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag er⸗ höret. Mein heilsam Wort soll“ auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; am Gotteswort man warten soll desgleichen alle Stun⸗ den. Es will durchs Kreuz be⸗ währet sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, be— wahren rein vor diesem argen G'schlechte, und laß uns dir be— fohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Martin Luther g. 1483 1 1546. Pfalm 124. Eigene Melodie. 167. Woi. Gott nicht mit uns diese Zeit, so soll Israel sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir hätten müßn verzagen, die so ein armes Häuflein sind, veracht von so viel Menschenkind, die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; hätt Gott es zugegeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn, als die ein Flut ersäuft, und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gottes Himm''ls und Erden. Martin Luther g. 1483 4 1546. Pfsalm 46. Eigene Melodie. 168. 1 feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald ver— loren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst er— koren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie- saur er sich stellt, tut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen. 96 V Das Wort sie sollen lassen stän und kein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Ga⸗ ben: Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther g. 1483 1546. Eigene Melodie. 169 Eda uns, Herr, V bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum deinen Sohn wollen stürzen von deinem Thron. J. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller „ Herren bist, beschirm dein arme dein ja ist; Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. . Gott heilger Geist, du Trö— ster wert, gib dein'm Volk ein'r- lei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Not, g'leit uns ins Leben aus dem Tod! X Martin Luther g. 1483 1546. Mel. Erhaltuns, Herr, bei deinem Wort. 17 0 A* bleib bei uns, 0 Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht! 2. In dieser schwern betrübten Zeit verleih uns, Herr, Bestän⸗ Lieder von der christlichen Kirche. und kalt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, gib, daß es schall an manchem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord, gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einig- keit, Mut und Geduld! 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh, viel Sekten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern darum so steh du denen bei, die lassen frei. S8. Dein Wort ist unsers Her⸗ zens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz, dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts An⸗ dres suchen miehr. 9. Gib, daß wir lebn in dei⸗ nem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammertal zu dir in deinen Himmelssaal. Nach Nik. Selnecker g. 1532 4 1592. Mel. Kommt her zu mir, spricht G. S. 171 VGH nicht, du ‚ Häuflein klein, ob⸗ sich auf dich ver⸗ digkeit, daß wir dein Wort und schon die Feinde willens sein, dich Sakrament behalten rein bis an gänzlich zu verstören, und suchen das End. deinen Untergang, davon dir wird 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch recht angst und bang; es wird erhalt, wir sind sonst sicher, faul nicht lange währen. Lieder von der christlichen Kirche. 97 2. Tröste dich nur, daß deine 5. Erleuchte, die da sind ver— Sach ist Gottes, dem befiehl die blendt, bring her, die sich von Rach und laß es ihn nur walten! uns getrennt, versammle, die Er wird durch seinen Gideon?), zerstreuet gehn, mach feste, die den er wohl weiß, dir helfen schon,‚ im Zweifel stehn. dich und sein Wort erhalten. 6. So werden sie mit uns zu⸗ ) Richter 6, 13. gleich auf Erden und im Him⸗ 3. So wahr Gott Gott ist und melreich, hier zeitlich und dort sein Wort, muß Welt, Teufel ewiglich für solche Gnade prei⸗ und Höllenpfort und was dem sen dich. tut anhangen endlich werden zu Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Schand und Spott. Gott ist mit———— uns und wir mit Gott: den Sieg Zesaias 49. wolln wir erlangen. Eigene Melodie. Dies Lied ließ Gustav Adolf ·173 ion klagt mit Angst Morgen der Schlacht bei Lützen, am„ und Schmerzen, 16. Novbr. 1632, beim Feldgottes⸗ Zion Gottes werte Stadt, die dienst singen.) 228⁰7 eu trägt I seinem Herzen, die er ihm erwählet hat. Ach, spricht Mel. Erhaltuns, Herr, bei deinem Wort. sie, wie hat mein Gott mich ver⸗ 72 O Jesu Christe, lassen in der 1 W. läßt mich II wahres Licht, so harte pressen! Meiner hat er erleuchte, die dich kennen nicht, 97 Der(30 der Mir Hat wes⸗ und bringe sie zu deiner Herd. 529. l 20 1. 90 3 daß ihre Seel auch selig werd. sprochen betie 36 2. Erfülle mit dem Gnaden⸗Zeit⸗ e nn. ie 83 2% jetzt in meiner Traurigkeit. Ach schein, die in Irrtum verführet will er denn für und für so gar sein; auch die, so heimlich noch grausam zürnen mir? Kann und sicht n ihrem Sinn ein fal⸗ will er sich der Armen jetzt nicht scher Wahn. wie vorhin erbarmen? 3. Und was sich sonst verlaufen 3. Zion, o du Vielgeliebte, hat von dir, das suche du mit sprach zu ihr des Herren Mund, Gnad und ihr verwundt Ge⸗ zwar bist du jetzt die Betrübte, wissen heil, laß sie am Himmel Seel und Geist ist dir verwundt, haben teil! doch stell alles Trauren ein! Wo 4. Den Tauben öffne das mag eine Mutter sein, die ihr Gehör, die Stummen richtig eigen Kind kann hassen und aus reden lehr, die nicht bekennen ihrer Sorge lassen? wollen frei, was ihres Herzens 4. Ja wenn du gleich möchtest Glaube sei. finden einen solchen Muttersinn, 7 98 da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier; mein Herz hast du mir besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann; siehe, hier in meinen Händen hab ich dich ge— schrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja ge— denken dein, deine Mauren muß ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist stets mir vor den Augen, du liegst mir auf meinem Schoß, wie die Kindlein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Not, Gefahr und Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden; bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Eigene Melodie, oder Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 174 Crißen du Beistand 2 deiner Kreuzge⸗ meine, eile, mit Hülf und Ret⸗ tung uns erscheine! Steure den Feinden, ihre Blutgedichte mache zunichte! 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder, alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder! 3. Friede bei Kirch und Schu⸗ len uns beschere, Friede zugleich Lieder von der christlichen Kirche. der Obrigkeit gewähre, Friede dem Herzen, Friede dem Ge— wissen gib zu genießen! 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matth. Apelles v. Löwenstern g. 1594 + 1618. Mel. Zion klagtmit Angstu. Schmerzen. 175(Dion, gib dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch, dies ist sein be— liebter Brauch; Zion, lerne dies bedenken, warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres-— wellen in der wilden tiefen See wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu gleich als in der sanften Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird sich bald legen. 3. Berge, Felsen möchten wei— chen, ob sie noch so feste stehn, * ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn: den⸗ noch hat es keine Not in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus den wohlgefaßten Schranken. 4. Müssen schon allhie die Tränen deine schönsten Perlen sein, muß das Seufzen und das Stöhnen schon das beste Lied dir Lieder von der christlichen Kirche. 92 sein, muß dein Purpur sein das Blut, und der Mangel Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Dräut man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid, ei du wirst doch nicht zuschanden, denk nur an die Ewigkeit! Sei nur fröhlich, wohl— gemut, denn der Herr ists, der es tut. Zion, Gott wird dich schon stärken, dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun ist das Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freuden⸗ kron. Zion, du wirst wieder lachen, drum so laß die Welt nur machen! 7. Halleluja! deine Wonne, liebes Zion, wird nun groß, denn die schöne Gnadensonne nimmt dich recht in ihren Schoß, gibt dir einen Freudengruß und den rechten Liebeskuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freude sagen. 8. O ihr Engel, Himmels⸗ erben, freuet euch mit Zion hier! Denn die jetzt hat wollen — Offenb. Zoh. 2 und 3. Eigene Melodie. 176 F.ur fort, fahre 2 fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle! Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich, leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, halt am Beten und am Wachen! Zion, wenn sie dir viel Lust ver⸗ spricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; tue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten! Zion, beides das, was krumm und schlicht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott, stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die andern tot, sei du sterben, soll nun leben für und gleich den grünen Reben! Zion, für und sich freuen ohne Zahl in die Kraft, für Heuchelschein, in dem schönen Himmelssaal. dringe ein, dringe ein! Zion, wer will dich nun schei⸗ 6. Brich herfür, brich herfür, den von dem Lamm und ewgen Zion, brich herfür in Kraft, weil Freuden? die Bruderliebe brennet, zeige, Joach. Pauli g. um 1636 4 nach 1674. was der in dir schafft, der als 7* 100⁰ Lieder von der christlichen Kirche. seine Braut dich kennet. Zion, Fleisch und Satan uns zu rauben durch die dir gegebne Tür brich und mit Furcht und Blödigkeit berfür, brich herfür! uns zu schrecken sind bemüht. ö 7. Halte aus, halte aus, Zion, Deine Weisheit kennt und sieht halte deine Treu, laß dich ja deiner Kinder schwach Vermögen nicht laulich finden! Auf, das und wird nicht zu viel auflegen. Kleinod rückt herbei, auf, ver 5. Hilf den Deinen und bekehre lasse, was dahinten! Zion, in der Verfolger blindes Heer, der dem letzten Kampf und Strauß Verfolgung steur und wehre, daß halte aus, halte aus! sie uns nicht werd zu schwer. Joh. Eusebius Schmidtg. 1670117 45. Nimm dich der Bedrängten an, —— leeit auch die auf rechter Bahn, Mel. 12 15 dich sehr, o meine Serle. die noch jetzt durch Satans Lügen 177 Hirte deiner sich selbst um ihr Heil betrügen. 4 Herde, deiner 6. Laß uns recht und redlich Glieder starker Schutz, sieh doch, handeln und in Taubeneinfalt wie die Asch und Erde, großer dir ganz gelassen heilig wan— Gott, mit Grimm und Trutz deln, doch dabei uns klüglich hier tobt und wütet wider dich und schicken in die böse Zeit und vor vermißt sich freventlich, deine falscher Heiligkeit, auch der Kirche zu zerstören und dein Feinde List und Wüten uns Erbteil zu verheeren. 927 Schlangenklugheit hüten. 2. Du, Herr, bist ja 1—8 7. Laß mit Beten und mit König, wir sind dein mit Leib Wachen stets uns stehn auf und Seel, Menschenhülfi ist hier unsrer Hut und nur dich, Herr, zu wenig, wo nicht du, Imma- lassen machen, so wird alles wer— nuel, zu der Deinen Rettung den gut. Jesus streitet für uns wachst und dich selbst zu Felde hier und vertritt uns dort bei machst, für dein wahres Wort dir, bis wir auf der neuen zu kämpfen und der Feinde Rat Erden mit ihm triumphieren zu dämpfen. werden. 3. Es trifft deines Namens Henr. Kath. v. Gersdorf g. 16484 17˙6. Ehre, deiner Wahrheit Heilig— tum, Jesu, deine Glaubenslehre, Mel. Dir, dir, Jehova, will ich singen. deines Leidens Kraft und Ruhm 178. Wo auf, du Geist und den Dienst, den dir allein der ersten Zeugen, wir zu leisten schuldig sein; dazu die auf der Maur als treue kannst du ja nicht schweigen, Wächter stehn, die Tag' und deine Machthand wirst du zeigen. Nächte nimmer schweigen und 4. Sturke nur den schwachen die getrost dem Feind entgegen— Glauben, den bei so betrübter Zeit gehn, ja deren Schall die ganze ä— Lieder von der christlichen Kirche. Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß dein Feur doch bald entbrennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernt, ach siehe doch darein, die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in un⸗ sern Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder 101¹ Himmel bald entzwein) und komm herab zur Hülf und mach uns srei es. 64, 1. 7. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen, es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Hau— fen der Heiden Füll in allen Toren ein! Ja wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 8. O bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach Herz und Sinn bewegt, dich räum aus jedem Wege! Vertilg, hierum herzinbrünstig anzuflehn; o Herr, den falschen Glaubens— drum hör, o Herr, und sprich: Es wahn und mach uns bald von soll 4chehn. jedem M ietling frei, daß Kirch 4. Wie kannst du uns denn und Schul ein Garten Gottes sei. dies versagen, was uns dein Laß jede hoh und niedre Sohn selbst deutlich bitten heißt? Schule die Werkstatt deines gu⸗ Wie denkst du dieses abzuschlagen, ten Geistes sein, ja sitze du nur wozu du uns selbst treibst durch auf dem Stuhle und präge dich deinen Geist? Denn daß wir der Jugend selber ein, daß treuer hierum brünstig zu dir flehn, Lehrer viel und Beter sein, die das ist allein durch deinen Geist für die ganze Kirche flehn und geschehn. 5. So gib dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein! O breite, Herr, auf Waten Er⸗ denkreis dein Reich 298 aus zu deines Namens Preis! 6. Ach daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abends licht! Ach reiß, o Herr, den Herzen geben willt; nun wird dein Wort niemals gebrochen, Punkt erfüllt; dieses klare Wort dir vor, denke dant und neig uns Herz schrein. 10. Du hast uns Hirten ja versprochen, die du nach deinem Wort wird Punkt für drum halt ich ach ein jedes und Ohr 14. Har, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunngquell aller Güte, gibst selber mir etwas von deinem 10² Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! 5 v. Bogatzky g. lsoFHr Mel. Balet will ich dir geben. 179..— 7 du zum Heil er— schienen der aller— ärmsten Welt und von den 1 ubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem. 0 ver⸗ höhnt für seine Huld, als du am dürren Hoh e versöl ntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus; von Westen und von Süden, zu d deinem Abendmahl. von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völker— scharen ein; verkündigt, war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgesöhnte Welt in sich schwach, nach und trägt mit Ehren deine dem, der sie dir gegeben, vors A lngesicht gestellt. 5. Und 1 56 tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten——1 deinem Angesicht; auch sie h von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden bereite 3. Im schönen Hochzeitkleide, und welchen 2—05 kein Heil verl heißen denrat. hast du gegraben in deinen Prieste⸗ Lieder von der christlichen Kirche. schild,) am Brunngquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. )•2 Mos. W, 2. 6. So sprich dein göttlich Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn; daß, wo man Götzen frönet und vor den Teufeln kniet, ein willig Volk versöͤhnet zu deinem Tempel zieht. Albert Knapp g. 1798 7 1864. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 180. Eiwir ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen ge— hören dir, o Mann der Schmer— zen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, dir zum Ruhm deine Kinder, verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht! 2. Nicht wir haben dich er— wählet, du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gna— Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armut ist Gewinn für den Himmel; wer folgt, Herr, dir Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, die Ernt ist groß 3, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus! Sende sie hinaus in Gna— Lieder von der christlichen Kirche. 103 den, viel frohe Gäste einzu⸗ 5. Menschenhuld, Menschen⸗ laden zum Mahl in deines Vaters huld klopft in deiner milden Haus. Wohl dem, den deine Brust, unter Menschenkindern Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. Albert Knapp g. 1798 4 1864. Mel. Fahre fort. 181 Re des Herrn, ‚ Reich des Herrn, brich hervor in vollem Tag, deiner Strahlen Macht erhelle, was in Todesschatten lag. Wolk und Zweifelsnebel fälle, sende Licht und Wärme nah und fern, Reich des Herrn, Reich des Herrn! 2. Siege bald, siege bald, lomm, das kalte Reich der Nacht aller Enden zu zerstören! Sieh, es sammelt seine Macht, doch wer kann den Sieg dir wehren? denn die Sonne der Gerechtigkeit führt den Streit, führt den Streit. 3. Gottes Held, Gottes Held, mit der Gnade Siegsgewalt schlage Feind an Feind dar— nieder, bring in deine Herrschaft bald alles Abgefallne wieder! und Dann umarmen Freud Friede sich ewiglich, ewiglich. 4. Überall, überall laß bis an der Welten Rand, laß durch jeden Kreis der Erden deinen Namen hell erkannt, deine Kraft ver— herrlicht werden, bis du als der Völker Friedefürst herrschen wirst, herrschen wirst. e das ist deines Herzens Lust. Nimm, o nimm die Na⸗ tionen, nimm zum Wohnsitz alle Länder ein, sie sind dein, sie sind dein. 6.. Aber ihr, aber ihr, die der König ausgesandt, geht voran in alle Zonen, bahnt die Weg und macht bekannt unter allen Nationen, wie die Gnade, wo der Herr regiert, triumphiert, triumphiert. 7. Welch ein Herr, welch ein Herr! ihm zu dienen, welch ein Stand! Wenn wir seines Dien⸗ stes pflegen, lohnt er unsrer schwachen Hand armes Werk mit reichem Segen. Wallen wir, so wallt sein Friede mit Schritt vor Schritt, Schritt vor Schritt. S8. Kommt herbei, kommt her⸗ bei, frohe Zeiten, säumet nicht, daß der Herr sich offenbare als der Völker Recht und Licht. Kommt, daß alle Welt erfahre, wie die Menschenherd ihr großer Hirt weiden wird, weiden wird. Karl Bernh. Garve g. 1763 4 1841. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 182 Ein Herde und Ein 2 Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und werde licht: Jesus hält, was er verspricht. 104 Lieder von der christlichen Kirche. 2. Hüter, ist der Tag noch sehen, wer hier die Hut und fern? Schon ergrünt es auf den Wache hält. Der Hüter Israels Weiden, und die Herrlichkeit des ist ihres Heiles Fels. Halleluja! Herrn nahet dämmernd sich den Lobsingt und sprecht: Wohl dem Heiden, blinde Pilger flehn um Geschlecht, das in ihr hat das Licht: Jesus hält, was er ver-Bürgerrecht! spricht. 2. Zions Tore liebt vor allen 3. Komm, o komm, getreuer der Herr mit gnädgem Wohlge— Hirt, daß die Nacht zum Tage fallen, macht ihre Riegel stark werde. Ach wie manches Schäf-und fest, segnet, die darinnen lein irrt fern von dir und deiner wohnen, weiß überschwenglich Herde! Kleine Herde, zage nicht: dem zu lohnen, der ihn nur tun Jesus hält, was er verspricht. und walten läßt. Wie groß ist 4. Sieh, das Heer der Nebel seine Huld, wie trägt er mit flieht vor des Morgenrotes Helle, Geduld all die Seinen! O und der Sohn der Wüste kniet Gottes Stadt, du reiche Stadt, dürstend an der Lebensquelle, ihn die solchen Herrn und König umleuchtet Morgenlicht: Jesus hat! hält, was er verspricht. 3Z. Große, heilge Dinge werden 5. Gräber stehen aufgetan; in dir gepredigt, wie auf Erden rauscht, verdorrete Gebeine, sonst unter keinem Volk man hört. macht dem Bundesengel Bahn, Gottes Wort ist deine Wahrheit, großer Tag des Herrn, erscheine! du hast den Geist und hast die Jesus ruft: Es werde Licht! Je— Klarheit, die alle Finsternis zer— sus hält, was er verspricht. stört. Da hört man fort und fort 6. O des Tags der Herrlich- das teuer werte Wort ewger keit! Jesus Christus, du die Gnade. Wie lieblich tönt, was Sonne, und auf Erden weit hier versöhnt und dort mit und breit Licht und Wahrheit, ewgem Leben krönt! Fried und Wonne! Mach dich. 4. Auch die nichts davon ver⸗ auf! es werde Licht! Jesus hält, nommen, die fernsten Völker wer— was er verspricht. den kommen und in die Tore Frdr. Ad. Krummacher g. 17674 1845. Zions gehn. Denen, die im Fin⸗ stern saßen, wird auch der Herr Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. noch predgen lassen, was einst 183 Ge Stadt ist fest für alle Welt geschehn. Wo ist gegründet auf der Gottessohn, wo ist sein Gna— heilgen Bergen, es verbündet denthron? wird man fragen. sich wider sie die ganze Welt; Dann kommt die Zeit, wo dennoch steht sie und wird stehen, weit und breit erscheint der Herr man wird an ihr mit Staunen in Herrlichkeit. 4 Lieder vom Worte Gottes. 10⁵ 5. Darum stellet ein die Klagen, Wasser quillt, das alles Dürsten man wird noch einst zu Zion stillt. Halleluja! Von Sünd und sagen: Wie mehrt sich deiner Tod, von aller Not erlöst nur Bürger Zahl! Voll Erstaunen Einer, Zions Gott! wird man schauen, wie Gott sein K. J. Phil. Spitta g. 1801 4 1859. Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Wel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Herz und Sinn! Es ist die Nacht 18 4 Keus Jesu, streite, schier hin für die Heiden; es 2 siege, daß alles kommt ihr Tag, sie werden wach, bald dir unterliege, was lebt und und Israel folgt ihnen nach. webt in dieser Welt. Blick auf 6. Gottes Stadt, du wirst auf deine Friedensboten, laß wehen Erden die Mutter aller Völker deinen Lebensodem durchs ganze werden, die ewges Leben fanden weite Totenfeld! Erhöre unser hier. Welch ein Jubel, wie am Flehn und laß es bald geschehn! Reigen, wird einst von dir zum Amen, Amen! So rühmen wir Himmel steigen! Die Lebens-und jauchzen dir ein Halleluja brunnen sind in dir. In dir das für und für! 1852.(2) XIII. Lieder vom Worte Gottes. Eigene Melodie. ruhen mag; du sollst von dein'm 185 D sind die heilgen Tun lassen ab, daß Gott sein 2 zehn Gebot, die Werk in dir hab. Kyrieleis! uns gab unser Herre Gott durch 5. Du sollst ehrn und gehor— Mosen, seinen Diener treu, hoch sam sein dem Vater und der auf dem Berg Sinai. Kyrieleis! Mutter dein und wo dein Hand 2. Ich bin allein dein Gott der ihn'n dienen kann, so wirst du Herr, kein Götter sollst du haben langs Leben habn. Kyrieleis! mehr; du sollst mir ganz ver⸗ 6. Du sollst nicht töten zor⸗ trauen dich, von Herzensgrund niglich, nicht hassen noch selbst lieben mich. Kyrieleis! rächen dich, Geduld haben und 3. Du sollst nicht führen zu Un-sanften Mut und auch dem Feind ehrn den Namen Gottes, deines tun das Gut. Kyrieleis! Herrn; du sollst nicht preisen 7. Dein Eh sollst du bewahren recht noch gut, ohn was Gott rein, daß auch dein Herz kein selbst redt und tut. Kyrieleis! andre mein', und halten keusch 4. Du sollst heilgen den siebten das Leben dein mit Zucht und Tag, daß du und dein Haus Müßigkeit fein. Kyrieleis! 106 noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß und Blut; du sollst auf⸗ tun dein milde Hand den Armen in deinem Land. Ahie 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, nicht lügen auf den Näch⸗ sten dein; sein Unschuld sollst auch retten du und seine Schand 5 decken zu. Kyrieleis! 10. Du sollst deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus; du sollst ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber tut. Kyrieleis! 11. Die G'bot all uns gege— ben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollst und lernen wohl, leben soll. Kyrieleis! 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist; es ist mit unsrem ui Tun verlorn, verdienen doch eitel Zorn. Kyrieleis! Martin Luther. 1483 +7 1546. Mel. Herr Jesu Christ, dühawuns wend. 186 O Gott, du höchster Gnadenhort, ver⸗ leih, daß uns dein göttlich Wort von Ohren so zu Herzen dring, daß es sein Kraft und Schein vollbring. 2. Der einge Glaub ist diese Kraft, der fest an Jesu Christol haft; die Werk der Lieb sind dieser Schein, dadurch wir Christi ünger sein. 3. Verschaff bei uns auch, lieber Herr, daß wir durch deinen Geist wie man vor Gott Lieder vom Worte Gottes. 8. Du sollst nicht stehlen Geld je mehr in dein'r Erkenntnis nehmen zu und endlich bei dir finden Ruh. 66635 Huber 9. 1507 0 15 47. Mel. Freu dich schr, o meine Seele. 187. Re liebster Jesus, rede, denn dein Kind gibt acht darauf. Stärke mich denn ich bin blöde, daß ich meines Lebens Lauf dir zu Ehren setze fort. Ach so laß dein heilig Wort in mein Herze sein ver— schlossen, dir zu folgen unver— drossen. 2. Ach wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster? ain n freund? Sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohl ge— meint. Sie vertreiben alles Leid; auch des Honigs Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen, ihnen ist nichts zu vergleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trösten kann, wenn der Teufel mich will schrecken auf der schmalen Lebens— bahn; diese führen ohne Qual mich hin durch des Todes Tal, diese sind mein Schirm und Suitze wider alle Kreuzesblitze. 4. Jesu, dein Wort soll mich laben, deine trostgefüllte Lehr will ich in mein Herz vergraben. 22— nimm sie ja nimmermehr hier von mir in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kom— men zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Unterdes vernimm mein Flehen, liebster Jesu, höre mich: Lieder vom Worte Gottes. laß mich fest bei dir bestehen! Ich, ich will dich ewiglich preisen mit Herz, Sinn und Mund, ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dank in Demut bringen und dein hohes Lob besingen. Anna Sophia, Lanogräfin zu Hessen⸗ Darmstadt g. 1638 f 1683. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 188. Win dem, o Gott, was San ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten aus— gesandt Propheten, deine Knechte, ir Menschen sind daß durch dieselben würd bekannt dein heilger Will und Rechte; zum letzten ist dein einger o Vater, von des Himmels selbst kommen uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist! Laß uns dabei verblei— ben und gib uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläu— ben, dasselb annehmen jederzeit mit Sanftmut, Ehrfurcht, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort ab— wende; denn ihr Gespött samt ihnen drauf mit Schrecken uimuit ein Ende. Gib du selbst deinem Worte Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. Sohn, Thron 107 5. Offn uns die ee und das Herz, daß wir das 205 recht fassen, in Lieb und Leid, Freud und Schmerz es aus er Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Täter sein, Frucht hun⸗ Rastee⸗ bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekom— barn men; der Sam, so in die Dor— nen fällt, von Sorg und Wol⸗ lust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten frucht— Lande und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte brin gen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld im feinen, guten Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünder mei— den, gib, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. allweg sein Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen! 9. Dein Wort, o Herr, laß die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar und rein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit aus— 108 Lieder vom Worte Gottes. breiten, hilf, Jesu, daß uns beweglich; zwar Himmel und die deine Lehr erleuchten mög und Erd vergeht, Gotts Wort bleibt leiten, o heilger Geist, dein aber ewig; kein Höll, kein Plag göttlich Wort laß in uns wirken noch jüngster Tag vermag es zu fort und fort Glaub, Lieb, Ge⸗ duld und Hoffnung! David Denicke g. 1603 7 1680. Mel. Herr. Jes su Christ, dichzu aus weng. 189. err, öffne mir die Herzenstür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort be⸗ wahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein! 2. Dein Wort bewegt des Her⸗ zens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort ists, das mein ligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron! Der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis“ in Ewigkeit! Joh. Ouearius g. 1614 7 Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir. 190. 9 err Zebaoth, dein Obeiligs Wort, das du uns hast 4eachen, daß wir darnach an allem Ort solln richten Lehr und Leben, ist wor⸗l den kund aus deinem Mund und in der Schrift beschrieben rein, schlecht und recht durch deine Knecht, vom heilgen Geist getrieben. Dies Wort, Schriften steht, ist fest und un⸗ Herz erfreut, dein Wort gibt Trost und Se⸗ 1684. danken. das jetzt in nicht wanken! vernichten; drum denen soll sein ewig wohl, die sich barnich recht richten. 3. Es ist vollkommen hell und I ein Richtschnur reiner Lehre; zeigt uns auch ganz offenbar Gor, seinen Dienst und Ehre und 25 man soll hier leben wohl, Lieb, Hoffnung, Glauben üben drum fort und fort wir dieses Wort von Herzen sollen lieben. 4. Im Kreuz gibts Luft, in Traurigkeit zeigt es die Freuden— quelle; den Sünder, dem die Sünd ist leid, entführet es der Hölle; gibt Trost an Hand, macht auch bekannt, wie man soll willig sterben, und wie zugleich das Himmelreich durch Chr istum zu ererben. 5. Sieh, solchen Nutz, so große Kraft, die nimmer ist zu schätzen, des Herrn Wort in uns wirkt und schafft; darum wir sollen setzen zurück Gold, Geld und was die Welt sonst herrlich pflegt zu achten, und jederzeit in Lieb und 8. nach dieser Perle trachten. 3. Nun, Herr, erhalt dein hei— Wort, laß uns sein Kraft empfinden, den Feinden steur an allem Ort, zeuch uns zurück von Sünden! So wollen wir dir für und für von ganzem Herzen Herr, unser Hort, laß uns dein Wort fest halten und 1698. Lieder vom Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir. 191.— Wort, Herr, ist die rechte Lehr, ein Licht, das uns erleuchtet, ein Schild zu unsrer Gegenwehr, ein Tau, der uns befeuchtet, ein Stärkungstrank, wenn wir uns krank an Seel und Geist befin— den, ein festes Band, das unsre Hand mit deiner kann verbinden. 2. So führe denn auf rechtem Pfad durch dies dein Licht mich Blinden, laß mich durch deinen Schutz und Rat den Satan über— winden! Die Süßigkeit laß allezeit von deinem Wort mich schmecken, und deine Gunst in mir die Brunst der Gegenlieb erwecken! 3. Verleih auch deinen guten Geist, der alles das versiegle, worin dein Wort mich unterweist, daß ich mich drin bespiegle, und immerdar dies, was ich war und was ich bin, erkenne, auch niemals mehr von deiner Lehr in Sünd und Irrtum renne. 4. Gib meinem Glauben Stärk und Kraft, die alles kann voll— bringen, damit durch dessen Eigenschaft ich ritterlich kann ringen und Kreuz und Not, ja gar den Tod viel lieber woll erleiden, als daß ich hier vom Wort und dir mich ließ aus Kleinmut scheiden. 17¹14. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 192. Worte Gottes. »eures Wort aus ken; Gottes Munde, 109 allein hab ich zum Grunde meiner in dir treff ich Seligkeit gelegt; Gott mich alles an, was zu führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Him— mel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt, mich mit Lebens— wasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, schließ mich stets im Glauben ein, laß mich täglich klüger werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnade, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zu— gesandt. 5. Lasse mich in diesen Schran— ken sonder eitle Sorgen sein, schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich Zar nicht stört, wenn 956 Herz dich reden hört. Gib dem Samkorn einen Acker, der die Frucht nicht schul— dig bleibt; mache mir die Augen wacker, und was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein! 7. Was ich lese, laß mich mer— was du sagest, laß mich tun! Wird dein Wort den das mir lauter Segen trägt, dich Glauben stärken, laß es nicht 110 Lieder vom Worte Gottes dabei beruhn, sondern gib, daß ldert bald, da wir gefallen, auch dabei ihm das Leben ähn⸗ ließest du erschallen Evangelium, lich sei. eine Kraft, die Glauben schafft, 8. Hilf, daß alle meine Wege eine Botschaft, die zum Leben nur nach——06 Richtschnur gehn. uns von dir gegeben. Was ich hier zum Grunde lege, 2. Was sein Wohlgefallen vor müsse Wih ein Felsen stehn, daß der Zeit uns allen fest bestimmet mein Geist auch Rat und Tat hat, was der Opfer Schatten in den größten Nöten hat. längst verkündet hatten, das 9. Laß dein Wort mir einen vollführt sein Rat. Was die Spiegel in der Folge Jesu sein, Schrift verspricht, das trifft alles drücke drauf ein Gnadensiegel, ein in Jesu Namen und ist Ja schließ den Schatz i im Herzen ein, und Amen. daß ich fest im Glauben steh, bis 3. Alles ist vollendet, Jesu ich dort zum Schauen geh. Gnade wendet allen Zorn und Benjamin Schmolck g. 16727737. anr Jesus 01. 25— Jesus hat erworben alle Gnad Mel. O du Liebe meiner Liebe. Rel Huld. Auch ist dies fürwahr 193 H⁵ dein Wort, gewiß: Jesus lebt in Preis und e die edle Gabe, Ehre; ach erwünschte Lehre! diesen Schatz erhalte mir, denn 4. Uns ich zieh es aller Habe und dem in Sünden Toten 46 4— machen Fesu Boten dieses Leben größten Reichtum für. Wenn kund. Lieblich sind die Füße, Warf. on ver Giache annp und 3—0 Leen r en Mir ists nicht anwunend Walten n 21 aber um dein Wort zu tun.. Wed an ute Bean 2. Halleluja, Ja und Amen! sschas. Lehre, daß man sich be— Herr, du wollest auf mich sehn, 1.9 daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn; laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und svat und zu⸗ gleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria tat. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, die in bittern Schmerzen das Gesetz zerschlug, kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt euren Mut, Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld V. 1. N. L. v. Zinzendorf g. 17001 1760. V.2, Chstn. Gregor g. 1733 1 1801. eDeser Grund bestehet; Mel. Jesu, meine Freude. wenn die Welt vergehet, fällt er 194 Wen des höchsten doch nicht ein. Darauf will ich Mundes, Engel bauen; so soll mein Vertrauen meines Bundes, Jesu, unser evangelisch sein; auch will ich nun würdiglich dieser Kraft, mir gegeben, evangelisch leben. die guts verheißt, gläubig sich erweist, frei und Lieder vom Worte Gottes. 111 wird dem, der 7. Jesu, deine Stärke schaffet umsonst gegeben. diese Werke, stehe du mir bei! 5. Wo das Gesetz den Sünder Nichts kann mich nun scheiden, findt, da schlägt es ihn danieder; hilf denn, daß mein Leiden evan- das Evangelium verbindt und gelisch sei. Laß auch mich einmal heilt die Wunden wieder; jens auf dich, als ein zu erben, evangelisch sterben! Heinr. Cornelius 169911743. oder Es ist gewißlich an der Zeit. Kind mit dir predigt Sünde, Horn und Fluch, dies öffnet dir das Lebensbuch in des Erlösers Wunden. 6. Jens decket dir dein Elend Mel. Es ist das Heil uns kommen When auf, dies saget von Erbarmen; jens schläget unbarmherzig drauf, 195. Gallum und beid dies hebt und trägt die Armen; ns zeigt und drohet dir den Gottes Gaben, die wü 50 un serm Christentum beständig nötig haben; doch bleibt ein großer Unterschied, den nur ein solches Auge sieht, das Gottes Geist er— leuchtet. 2. Was Gott in dem Gesetzed gebeut, ist uns ins Herz ge— schrieben: Wir sollen nämlich jederzeit Gott und den Nächsten lieben. Daß aber Gott die Welt geliebt 5 seinen Sohn für Sünder gibt, das muß er selbst entdecken. 3. In dem Gesetz wird unsre Pflicht uns ernstlich vorgetra— gen; das Evangelium kann nicht als nur von Gnade sagen; jens zeigt dir, was du tun sollst, an, dies lehrt, was Gott an dir ge⸗ tan; jens fordert, dieses schenket. 4. Was das Gesetz dir guts verspricht, wird dir nicht zuge— wendet, vollendet; es sei denn, daß du deine Pflicht vollkommen hast was Christi Gnade lösers Armen. Tod, dies hilfet dir aus Tod und Not und bringt dir Geist und Leben. 7. Was das Gesetz zu sagen hat, gehört für rohe Herzen, für Heuchler, die sch on reich und satt, die mit der Sünde sen des Gnadenwortes Balsamöl senkt sich in eine kranke Seel, die elend und beladen. 8. Wenn das Gesetz den Zweck erreicht, so hört es auf zu fluchen; sein Zwang, sein Blitz, sein Drohen weicht, wenn man will Gnade suchen; es treibt zum Kreuz des Mittlers hin, wenn ich an diesen gläubig bin, so hat der Trost kein Ende. 9. Mein Gott, laß diesen Un⸗ terschied mich in der Tat er— fahren, nach Sündenangst laß Trost und Fried sich in der Seele paaren! Treib mich durch des Gesetzes Fluch, daß ich die Gnade gläubig such in des Er— 10. Gib aus dem Evangelio mir Kräfte, dich zu lieben und als dein Kind mich frei und froh in dem Gesetz zu üben. Gib Gnade, daß ich meine Pflicht mit Heiligkeit und Zuversicht in Lieb und Glauben leiste. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 196 as ist eine selge Stunde, Jesu, da man dein gedenkt und das Herz von Herzensgrunde tief in deine Wunden senkt. Wahrlich, nichts als Jesum kennen, Jesum suchen, finden, nennen, das er⸗ füllet unsre Zeit mit der höch— sten Seligkeit. 2. Jesus, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hinein, deine Sonne scheinet helle, denn du willst genossen sein; und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unauf— hörlich schöpfen soll. 3. Nun, so laß auch diese Stunde dein Gedächtnis in uns sein, in dem Herzen, in dem Munde leb und herrsche du Lieder vom Worte Gottes. wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken, laß keinen Spott, o Herr mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahr— heit lehrte? Gott, ohne sie ver— stünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rat, die Misse— tat der Sünder zu versühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort er— schienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen. Nein, du ver— zeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Ge— schäfte. Durch meine Müh ver— mag ichs nie, dein Wort gibt mir die Kräfte. allein! Laß uns deiner nie ver⸗ 8. Herr, unser Hort, laß uns gessen! Wie Maria still gesessen, dies Wort, denn du hasts uns da sie deinen Mund gehört, also gegeben. Es sei mein Teil, es mach uns eingekehrt! sei mir Heil und Kraft zum E. G. Woltersdorf g. 1725 1 1761. ewgen Leben! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Ach Gott und Herr.— 197 G ist mein Hort, Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. 2 und auf sein Wort 198 De' Wort, o Herr, 0 soll meine Seele trauen. Ich ist milder Tau Tauf- und Konfirmationslieder. 115 für trostbedürftge Seelen. Laß Sie zeigte mir den Weg zu dir keinem Pflänzchen deiner Au den und leuchtet meinen Schritten bis Himmelsbalsam fehlen; erquickt zu den ewgen Hütten. durch ihn laß jedes blühn und 5. Nun halt ich mich mit festem in der Zukunft Tagen dir Frucht Sinn zu dir, dem sichern Horte. und Samen tragen! Wo wendet ich mich anders hin? 2. Dein Wort ist, Herr, ein Herr, du hast Lebensworte. Noch Flammenschwert, ein Keil, der hör ich dein: Komm, du bist mein! Felsen spaltet, ein Feuer, das Das rief mir nicht vergebens ein im Herzen zehrt und Mark und Wort des ewgen Lebens. Bein durchschaltet. O laß dein 6. Auf immer gilt dein Segens⸗ Wort noch fort und fort der bund, dein Wort ist Ja und Sünde Macht zerscheitern und Amen. Nie weich es uns aus alle Herzen läutern! Geist und Mund und nie von 3. Dein Wort ist uns der unserm Samen, laß immerfort Wunderstern für unsre Pilger⸗dein helles Wort in allen Lebens— reise, es führt auch Toren hin zeiten uns trösten, warnen, leiten! zum Herrn und macht die Ein⸗ 7. O sende bald von Ort zu falt weise. Dein Himmelslicht Ort den Durst nach deinen Leh— verlösch uns nicht und leucht in ren, den Hunger aus, dein Lebens⸗ jede Seele, daß keine dich verfehle. wort und deinen Geist zu hören; 4. Ich suchte Trost und fand und send ein Heer von Meer zu ihn nicht; da ward das Wort der Meer, der Herzen Durst zu stillen Gnade mein Labsal, meine Zu-und dir dein Reich zu füllen. versicht, die Fackel meiner Pfade. Karl Bernh. Garve g. 1763 1 1841. XIV. Cauf- und Ronfsirmationslieder. Bei der Taufe. 2. So hört und merket alle Eigene Melodie. wohl, was Gott heißt selbst die 199 Christ unser Herr Taufe, und was ein Christe · zum Jordan kam glauben soll, zu meiden Ketzer— nach seines Vaters Willen, von haufen. Gott spricht und will, sanct Johanns die Taufe nahm, daß Wasser sei, doch nicht allein sein Werk und Amt zu erfüllen. schlecht Wasser, sein heiligs Wort Da wollt er stiften uns ein Bad, ist auch dabei mit reichem Geist zu waschen uns von Sünden, ohn Maßen: der ist allhie der ersäufen auch den bittern Tod Täufer. durch sein selbs Blut und Wun⸗ 3. Solchs hat er uns bewiesen den; es galt ein neues Leben. klar mit Bildern und mit Worten. 114 Des Vaters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hörte; er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen; den will ich euch befohlen habn, daß ihr ihn höret alle und folget seinem Lehren. 4. Auch Gottes Sohn hie sel⸗ ber steht in seiner zarten Mensch⸗ heit, der heilge Geist hernieder⸗ fährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran: Wenn wir getaufet werden, all drei Person getaufet habn und so bei uns auf Erden zu wohnen sich begeben. 5. Sein' Jünger heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren; wer gläubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden; ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll' erben. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist verdammt zum ewgen Tod tief in der Hölle Grunde. Nichts hilft sein eigne Heiligkeit, all sein Tun ist ver⸗ loren, die Erbsünd machts zur Nichtigkeit, darin er ist geboren; er kann ihm selbst nicht helfen. 7. Das Aug allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gie⸗ ßen; der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi; und ist für ihn ein rote Flut, von Christus Blut gefärbet, Tauf- und Konfirmationslieder. die allen Schaden heilen tut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. Martin Luther g. 1483 4 1546. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 200 Liset die Kindlein 5 kommen zu mir, spricht Gottes Sohn, sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron; auch für die Kinderlein, daß sie nicht wärn verloren, bin ich ein Kind ge— boren, drum sie mein eigen sein. 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kinderlein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel ihr soll sein, dieweil sein teures Blut, das aus den heilgen Wunden am Kreuzesstamm ge— ronnen, auch ihnen kommt zugut. 3. Drum nach Christi Verlan— gen bringet die Kinder her, damit sie Gnad erlangen, niemand es ihnen wehr! Führet sie Christo zu, er will sich ihr erbarmen; legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh. 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr Seele Gott gefällt; denn sie sind Gottes Erben, lassen die schnöde Welt. Sie sind frei aller G'fahr, brauchen hie nicht zu leiden und loben Gott mit Freu— den dort bei der Engel Schar. Cornelius Becker g. 1561 1 1604. . Auf dich hab ich gehoffet, Herr. 201 Gen Vater, höre I. unsre Bitt: Teil diesem Kind den Segen mit, T nn Tauf- und Konfirmationslieder. 115 In erzeig ihm deine Gnade, es sei dein Kind, nimm weg die Sünd, daß ihm dieselb nicht schade. 2. Herr Chrise, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der heilgen Tauf zu deinem Glied und Erben, damit es dein mög allzeit sein im Leben und im Sterben. 3. Und du, o allerwertster Geist, samt Vater und dem Sohn ge— preist, wollst gleichfalls zu uns kommen, damit jetzund in deinen Bund es werde aufgenommen. 4. O heilige Dreieinigkeit, dir sei Lob, Ehr und Dank bereit für diese große Güte! Gib, daß dafür wir dienen dir, vor Sün⸗ den uns behüte! Joh. Bornschürer g. 1625 4 1677. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 202. Lud Jesu, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben. Dieses Kind⸗ lein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo üne denn das Himmel— reich ist ihre. 2. Ja es schallet allermeist 20 Wort in unsern Ohren: zer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir; nimm dies Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. sind alle Schätze nütze, einen Schatz besitze, der mir alles 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken, laß es bald nach dieser Flut deinen Purpurmantel decken, schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es sich in dich verkleide. 5. Mache Licht aus Finsternis, setz es aus dem Zorn in Gnade, heil den tiefen Schlangenbiß durch die Kraft im Wunderbade, laß hier einen Jordan rinnen, so ver⸗ geht der Aussatz drinnen. 6. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, schenk ihm den Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe. 7. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist ge— gangen; führ die Seufzer him— melwärts und erfülle das Ver— langen, ja den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. 455 446165 g. 1672 1 1737. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 203. L mich voll Freude sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen den— noch ein Kind Gottes ist. Was da ich Heil gebracht und mich ewig selig Keine Sünde macht mir Uune ich bin ein getaufter Christ denn ich weiß gewiß: So lange 8 116 dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, Tauf- und Konfirmationslieder. stum eingesenkt, ich bin mit sei— nem Geist beschenkt. 0 2. Du hast zu deinem Kind weil das teure Wasserbad mich und Erben, mein lieber Vater, damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ, und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da i bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ; denn däas bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mich der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdmann Neumeister g. 167111756. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 204 Qch bin getauft auf 2 ꝗ deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, ich bin gezählt zu dei— nem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt; ich bin in Chri— mich erklärt, du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt, du willst aller Not und Pein, o guter In ch. Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich habe mich aus rei— nem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnö— den Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf dei— ner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall getan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin, erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen tut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse, ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es, ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Halt mich in dei⸗ nes Bundes Schranken, bis mich Tauf- und Konfirmationslieder. dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach g. 1693 T 1735. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 20 5 Ge und Vater, 2 nimm jetzund dieses Kind von unsern Armen, nimm es auf in deinen Bund und erzeig ihm dein Erbarmen, daß es alle Lebenstage deiner Kindschaft Zeichen trage. 2. Wasche es mit deinem Blut, treuer Jesu, von den Sünden, laß in seiner Taufe Flut den geerbten Fluch verschwinden und sein Leben auf der Erden deinem Vorbild ähnlich werden. 3. Und du, werter heilger Geist, schenk ihm deine Gnadenkräfte, treibe, wie dein Bund verheißt, selbst in ihm das Heilsgeschäfte, daß es stets an Jesu Leibe ein lebendig Gliedmaß bleibe. Joh. Jak. Spreng g. 1699 4+ 1768. Bei der Konfirmation. Eigene Melodie. ein Schöpfer, steh 206. M mir bei, sei mei⸗ nes Lebens Licht; dein Auge leite mich, bis mir mein Auge bricht. Hier leg ich Herz und Glieder vor dir zum Opfer nieder und widme meine Kräfte für dich und dein Geschäfte. Du willst, daß ich der Deine sei, mein Schöpfer, steh mir bei! 2. Mein Heiland, wasche mich mit deinem reinen Blut, das 117 alle Flecken tilgt und lauter Wun— der tut. Schließ die verirrte Seele in deine Wundenhöhle, daß sie von Zorn und Sünde hier wahre Freiheit finde. Ich bin voll Sünden ohne dich, mein Heiland, wasche mich! 3. Mein Tröster, gib mir Kraft, wenn sich Versuchung zeigt, re— giere meinen Geist, wenn er zur Welt sich neigt. Lehr mich den Sohn erkennen, ihn meinen Herren nennen, sein Gnaden— wort verstehen, auf seinen Wegen gehen. Du bist, der alles Gute schafft, mein Tröster, gib mir Kraft! 4.Gott Vater, Sohn und Geist, dir bin ich, was ich bin. Ach drücke selbst dein Bild recht tief in meinen Sinn, erwähle mein Gemüte zum Tempel deiner Güte, verkläre an mir Armen dein gnadenreich Erbarmen! Wohl mir, wenn du der Meine heißt, Gott Vater, Sohn und Geist! Joh. Jal. Rambach g. 1693 1735.ł Konfirmationslied, wie es die Gemeinde singt. Mel. Komm, heiliger Geist, Herre Gott. 207 rhör, o Gott, das 00 heiße Flehn der Kinder, die hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf sie hernieder, denn dein sind sie, sind Christi Glieder. Gib ihnen, Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt, erfülle sie mit deinen Gaben, laß sie 118 mit dir Gemeinschaft W er⸗ finden, der, was Jesus tat, mir barme dich, bneine dich! Wie es die onfirmanden singen. Erhör, o Gott, das heiße Flehn von uns, die wir hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf uns hernieder, denn dein sind wir, sind Christi Glieder. Gib uns, Gott Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort ver— heißt, erfüll uns du mit deinen Gaben, laß uns mit dir Gemein⸗ schaft haben, erbarme dich, er— barme dich! Elieser Küster g. 1732 1 1799. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 208. Beis dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn, nichts soll mich von dir ermrotben will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je Herofer werden als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? Tauf⸗ und Konfirmationslieder. 3. Wo ist solch ein Herr zu tut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht an— gehören, der sein Leben für mich gab, sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich so in Freude wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Dei⸗ nes Winks bin ich. Dalt: auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, wenn es nun will Abend werden, und die Nacht herniedersteigt. Lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprechend: Sohn, hier gehts zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt. 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, graut mir vor dem kalten Tod als dem kühlen, scharfen Wehen vor dem Himmelsmor— genrot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hin— über, wie man nach der Heimat reist. K. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. 119 XV. Abendmahlslieder. Eigene Melodie. Qesus Christus, 2 0 9„I Halund. der woi uns den Gotteszorn wandt, durch das bittre Leiden sein half er uns aus der Hölle Pein. 2. Daß wir nimmer des ver— gessen, läßt er seinen Leib uns essen mit dem Brot und uns zu gut auch trinken mit dem Wein sein Blut. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl acht auf sein Sachen; wer unwürdig hin⸗ zugeht, für das Leben den Tod—— empfäht. 4. Du sollst Gott den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt speisen und für deine Missetat in den Tod sein Sohn geben hat. 5. Du sollst glauben und nicht wanken, daß es Speise sei den Kranken, deren Herz von Sün⸗ den schwer und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit;“*) ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn.) d. i. in Seelennot. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starken not, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was konnt erwerben, was braucht ich für dich zu sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Her⸗ zensgrunde und bekennst es mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: deinen Nächsten sollst du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat getan. Martin Luther g. 1483 1 1546. Jes. 6. Eigene Melodie. 210 Qesaia dem Prophe— N ten das geschah, daß er im Geist den Herren sitzen sah auf einem hohen Thron, in hellem Glanz. Seines Kleides Saum den Chor füllet ganz. Es standen zween Seraph bei ihm daran, sechs Flügel sah er einen jeden habn. Mit zween verbargen sie ihr Antlitz klar, mit zween bedeckten sie die Füße gar und mit den andern zween sie flogen frei. Gen ander riefen sie mit großem Schrei: Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, 12⁰ Sein Ehr die ganze Welt er— füllet hat. Abendmahlslieder. Trost drein fließen aus deinen Wunden, welche du empfangen, Von dem Schrei zittert Schwell und Balken gar, das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel war. Martin Luther g. 1483 + 1546. da du bist am Kreuz gehangen. Kyrieleison! Wenn mein Herz damit wird gerühret, wirds von Stund an still und gezieret durch dein Blut mit Glauben schön, kann in dir vor Gott bestehn. Mel. Gott sei gelobet und gebenedeiet. ö 211 err Jesu Christe, Kyrieleison! 0 mein getreuer 5. Der b'darf des Arztes, den Hirte, komm, mit Gnaden mich die Krankheit plaget, mit Begier bewirte! Bei dir alleine find ich er nach ihm fraget. süßer Heil und Leben, was mir fehlt,‚ Jesu, schau, wie tiefe Wunden kannst du mir geben. Kyrieleison! werden auch in mir gefunden! Dein arm Schäflein wollest du Kyrieleison! Du bist ja der Arzt, weiden auf Israels Bergen mit den ich rufe, auf den mit Ver⸗ Freuden und zum frischen Wasser langen ich hoffe. Hilf, o wahrer führn, da das Leben her tut Mensch und Gott! Hilfst du rührn. Kyrieleison! nicht, so bin ich tot. Kyrieleison! 2. All andre Speis und Trank ist ganz vergebens, du bist selbst das Brot des Lebens, kein Hun⸗ ger plaget den, der von dir isset, alles Jammers er vergisset. Kyri— eleison! Du bist die lebendige Quelle, zu dir ich mein Herz⸗— krüglein stelle; laß mit Trost es fließen voll, so wird meiner Seele wohl. Kyrieleison! 3. Laß mich recht trauren über meine Sünde, doch den Glauben auch anzünde, den wahren Glau⸗ ben, mit dem ich dich fasse, mich auf dein Verdienst verlasse. Kyri⸗ eleison! Gib mir ein recht buß— fertig Herze, daß ich mit der Sünde nicht scherze noch durch meine Sicherheit mich bring um die Seligkeit. Kyrieleison! 4. Heftig beschweret find ich mein Gewissen; ach laß reichen 6. Du rufest alle, Herr, zu dir in Gnaden, die mühselig und be— laden; all ihre Missetat willst du verzeihen, ihrer Bürden sie befreien. Kyrieleison! Ach komm selbst, leg an deine Hände und die schwere Last von mir wende, mache mich von Sünden frei, dir zu dienen Kraft verleih! Kyri— eleison! 7. Mein Geist und Herze wollst du zu dir neigen, nimm mich dir, gib mich dir eigen! Du bist der Weinstock, ich bin deine Rebe, nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyrieleison! Ach in mir find ich eitel Sünden, in dir müssen sie bald verschwinden; in mir find ich Höllenpein, in dir muß ich selig sein. Kyrieleison! 8. Komm, meine Frende, komm, du schönste Krone, Jesu, komm Abendmahlslieder. und in mir wohne! In mir will ich dich mit Gebet oft grüßen, 121 5. Erleuchte mein verfinstert erz, zünd an die schöne Glau— ja mit Lieb und Glauben küssen. benskerz, mein Armut in Reich⸗ Kyrieleison! Bringe mit, was alle Welt erfreut: deiner Liebe süße Lieblichkeit, deine Sanftmut und Geduld, die Frucht deiner Gnad und Huld. Kyrieleison! 9. Dies sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Le— benssaft erteilen, daß ich aus mir nun all Untugend reiße, dir zu dienen mich befleiße. Kyri⸗ eleison! In dir hab ich alles, was ich soll, deiner Gnade Brünn— lein ist stets voll. Laß mich ewig sein in dir und bleib ewig auch in mir! Kyrieleison! Joh. Heermann g. 1585 T 1647. „Eigene Melodie. 212 O Jesu, du mein 0 Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last, 2. Ich komm zu deinem Abend⸗ mahl, verderbt durch manchen Sündenfall; ich bin krank, un⸗ rein, nackt und bloß, blind und arm; ach mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht; du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich, in meiner Schwachheit heile mich, was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein! tum verkehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das wahre Him-— melsbrot, dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glau⸗ ben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr! 8. Gib, was mir nütz an Seel und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib, komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für! 9. Hilf, daß durch dieses Mah— les Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sün— denschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind, den guten Vorsatz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir! 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt, ach laß mich meine Tag in Ruh und Friede christ⸗ lich bringen zu, 12. Bis du mich, o du Lebens⸗ fürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewig⸗ lich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. ö 4 ö ‚ * 4 x 4 3 1 I 4 ö III AINRN —4— IIN 12² Abendmahlslieder. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. Sohn, gibs durch dein bitter 213 Her Jesu, dir sei Leiden! Dasselbe, weil wir leben 0 Preis und Dank hier, laß uns betrachten für und für diese Seelenspeis und Trank, für, all Böses darum meiden! damit du uns begabet! Im Brot Amen, Amen, hilf uns kämpfen, und Wein dein Leib und Blut hilf uns dämpfen alle Sünden, kommt uns wahrhaftig wohl zu hilf uns fröhlich überwinden! gut und unsre Herzen labet. V. 1, 3, 4 Bernh. Derschow g. 1591 Daß wir nun dir in dem allen 1 1639, V. 2 u. 5 Han. Gsb. 1657. wohl gesallen, heilig leben, sol⸗ ches wollest du uns geben! Eigene Melodie.. 2. Du kehrest, o Immanuel, oder Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. ja selber ein in unsre Seel, dir 214 Dẽ Lebensbrot, Herr Wohnung da zu machen; drum Jesu Christ, kann uns ein solches Herz verleih, das dich ein Sünder haben, der nach von der Weltlieb ledig sei und dem Himmel hungrig ist und allen eitlen Sachen. Bleibe, sich mit dir will laben, so bitt treibe unser Sinnen und Be- ich dich demütiglich, du wollest ginnen, daß wir trachten, alles so bereiten mich, daß ich recht Irdsche zu verachten. würdig werde. 3. Ach Herr, laß uns doch 2. Auf grüner Aue wollest du 5 nehmen nicht dein wertes Nacht- mich diesen Tag, Herr, leiten, mahl zum Gericht! Ein jeder den frischen Wassern führen zu, recht bedenke, daß er mit diesem den Tisch für mich bereiten. Ich Lebensbrot im Glauben stille seine bin zwar sündlich, matt und Not; der Fels des Heils uns krank, doch laß mich deinen tränke,*) züchtig, tüchtig dich Gnadentrank aus deinem Becher dort oben stets zu loben, bis schmecken! wir werden zu dir kommen von 3. Du angenehmes Himmels-— der Erden.) 1 Cor. 10, 4. brot, du wollest mir verzeihen, daß 4. O daß wir solche Seligkeit ich in meiner Seelennot zu dir muß erwarten möchten allezeit in Hoff- kläglich schreien. Dein Glaubens⸗ nung und Vertrauen, und fol- rock bedecke mich, auf daß ich möge gends aus dem Jammertal ge⸗Wwürdiglich an deiner Tafel sitzen. langen in den Himmelssaal, da 4. Tilg allen Haß und Bitter⸗ wir Gott werden schauen tröst- keit, o Herr, aus meinem Herzen, lich, köstlich, uns als Gäste auf laß mich die Sünd in dieser Zeit das beste bei ihm laben und bereuen ja mit Schmerzen! Des ganz volle Gnüge haben. neuen Bundes Osterlamm, du 5. Das gib du uns von dei⸗ meiner Seele Bräutigam, laß nem Thron, o Jesu Christe, Gottes mich dich recht genießen! Abendmahlslieder. ö 123 5. Zwar bin ich deiner Gunst 2. Eile, wie Verlobte pflegen, nicht wert, als der ich jetzt erscheine deinem Bräutigam entgegen, der mit Sünden allzuviel beschwert, da mit dem Gnadenhammer die schmerzlich ich beweine. In klopft an deine Herzenskammer. solcher Trübsal tröstet mich, Herr Offn ihm bald die Geistespforten, Jesu, daß du gnädiglich der Sün⸗ red ihn an mit schönen Worten: der dich erbarmest. Komm, mein Heil, laß dich um⸗ de Sünd Wdenn Hantd lalen von dir kann ich nimmer von der Sünd, laß deine Hand lassen. mich heilen! Erleuchte mich, denn 3. Zwar in Kaufung teurer ich bin blind, du kannst mir Gnad Waren pflegt man sonst kein erteilen. Ich bin verdammt, er⸗Geld zu sparen; aber du willst für barme dich! Ich bin verloren, rette die Gaben deiner Huld kein Geld mich und hilf aus lauter Gnade! nicht haben,“) weil in allen Berg— 7. Mein Bräutigam, komm her werksgründen kein solch Kleinod zu mir und wohn in meiner Seele, ist zu finden, das den Trank in daß sie dich liebe für und für und diesen Schalen und dies Manna sich mit dir vermähle. Ach laß kann bezahlen.) Jes. 55, 1. doch deine Süßigkeit für meine 4. Ach wie hungert mein Ge— Seele 1—— bereit, und stille ihren müte, Menschenfreund, nach dei— .. Du Lebensbrot, Herr Jesu mit 2 1 nch 2 R0 10 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu mit Tränen mich nach deiner Christ, Dn dich mir zu Kost zu sehnen; ach wie pfleget schenken! O Blut, das du ver- mich zu dürsten nach dem Trank — 7*— ö gossen eiligst, mich zu des Lebensfürsten, wünsche, daß tränken! Ich bleib in dir, du er als der meine mich durch sich bleibst in mir, drum wirst du, mei- mit Gott vereine. ö ner Seele Zier, mich einst auch 5. Beides, Zittern und Ergetzen, auferwecken. will mich in Bewegung setzen; das Johann Rist g. 1607 4 1667. Geheimnis dieser Speise und die ů—— unerforschte Weise machet, daß ich Eigene Melodie. früh vermerke, Herr, die Größe 215 S Miehe dich, o deiner Stärke. Ist auch wohl ein liebe Seele, laß Mensch zu finden, der dein All— die dunkle Sündenhöhle, komm macht sollt ergründen? ans helle Licht gegangen, fanges 6. Nein, Vernunft die muß herrlich an zu prangen! Denn der hier weichen, kann dies Wunder Herr voll Heil und Gnaden will nicht erreichen, daß dies Brot dich jetzt zu Gaste laden; der den nie wird verzehret, ob es gleich Himmel kann verwalten, will jetzt viel Tausend nähret, und daß Herberg in dir halten. mit dem Saft der Reben uns 12⁴ wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen die— ser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise! 8. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her— getrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unver— drossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mag dein Gast im Himmel werden. Johann Franck g. 1618 T+ 1677. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 2 1 6 M'diz duden Abendmahlslieder. 2. O geheimnisvolle Weise, die kein Menschenwitz ermißt! Hier gibt sich ein Lamm zur Speise, das der Erzhirt selber ist; hier will zu der Gäste Leben sich der Wirt zur Speise geben, und zum Opfer stellt sich hier selbst der Hohepriester für. 3. O wie hungert nach den Seelen selbst das wahre Lebens— brot! Selig, die dies Brot er— wählen für des Geistes Hungers⸗ not! Seht, an dieser heilgen Stelle lechzet selbst die Lebens⸗ quelle nach der armen Sünder Heil. Jesus ist ihr bestes Teil. 4. Sieh, o Mensch, den Schatz der Gnade, den dir Jesus auf— getan; rühre nicht die Bundes⸗ lade mit verwegnen Händen an! Soll nicht Gottes Grimm er— wachen und dich gar zunichte machen, armer Sünder, so tritt du zitternd und mit Furcht herzu! 5. Jesu, mache meine Sinnen und mein ganzes Herze rein, laß jetzt deine Wunden rinnen, senke tief mein Herz hinein! Komm, du König aller Ehren, eile, bei mir einzukehren unter meines Herzens Dach, obs gleich niedrig, arm und schwach. 6. Jesu, laß mich Gnade finden und vertreib mir alles Weh, laß der wahren Glaubensbahn, dich die purpurroten Sünden weißer mit Christo zu verbinden; tu sein als Woll und Schnee! Komm, ihm auf, er klopfet an. Den mein Herz voll Glauben, Hoffen, die Himmel nicht umfassen, will Lieb und Sehnsucht steht dir offen, in dir sich nieder lassen, Jesus laß dein Herz, das ewig rein, ill im Br im wesentlich in Herz Ei e sein! will im Brot und Wein wesentlich und mein Herz Ein Herze sein! zugegen sein. Salomo Franck g. 16591 1725, Abendmahlslieder. ö 125 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Jesu Christ, 3. Es wird dem zagenden Gewiss en ein neues Siegel aufge⸗ err 217. du höchstes Gut, drückt, daß unser Sch juldbrief sei du Brunnquell aller Gnaden, zerrissen, wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke, schenk uns dein schönes Chren⸗ kleid durch deines Geistes Stärke! Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zum engen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende blei— ben; laß Sund und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines selig werden. 1713. daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsr er Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Das Band wird fester zu— gezogen, das dich und uns zu— sammenfügt; die loten, ühut die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie neue Stützen kriegt; wir werden mehr in solch en Stun⸗ den mit dir zu Einem Geist ver— bunden. 5. Dies Brot kann wahre Nah— rung geben, dies Blut erquicket unsern Geist; es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube Kraft und Kampf und Glaubenswerke. Himmels Bürgerschaft dort ewig dich geneußt; wir fühlen neue Stärke in unserm 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande Eigene Melodie. 218. Mee Jesu, der du vor dem Schei⸗ den in deiner letzten Trauer— nacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament ver— macht, es preisen gläubige Gemüter dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl ge⸗ nießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu; man kann aus frischen Proben schließen, deine Liebe sei. Tod und deine Schmerzen ver— neuern sich in unserm Herzen. wie brünstig Dein Blut, dein Ein Herz und Eine Seele sein; der Geist muß mehr zusammen— fließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, das schwack heitvoll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverwes! lich werden soll, ja daß du uns ein ewig Leben nach die— sem kurzen werdest geben. 8. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist verpflegt! Dies Mahl ist 126 Abendmahlslieder. unter allen Leiden ein wahrer Sohn, die Schuld ist dir ver— Vorschmack jener Freuden. geben, du bist in meinen Tod 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis getauft und du wirst dem, der gesungen! Ein solcher hoher dich erkauft, von ganzem Her⸗ Liebesschein verdient, daß aller zen leben. ö Engel Zungen zu dessen Ruhm 4. Dein ist das Glück der geschäftig sein. Wird unser Geist Seligkeit, bewahr es hier im zu dir erhoben, so wird er dich Glauben und laß durch keine vollkommner loben. Sicherheit dir deine Krone rau— Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. ben! Sieh, ich vereine mich mit — dir, ich bin der Weinstock, bleib Mel. Ein Lämmlein geht und trägt an mir, so wirst du Früchte brin— die Schuld. gen. Ich helfe dir, ich stärke dich, 21 OQcch komme, Herr, und durch die Liebe gegen mich ꝗ und suche dich, wird dir der Sieg gelingen. mühselig und beladen. Gott, 5. Ja, Herr, mein Glück ist mein Erbarmer, würdge mich dein Gebot, ich will es treu er— des Wunders deiner Gnaden! füllen und bitte dich durch deinen Ich liege hier vor deinem Thron, Tod um Kraft zu meinem Willen. Sohn Gottes und des Menschen Laß mich von nun an würdig sein, Sohn, mich deiner zu getrösten; mein ganzes Herz dir, Herr, zu ich fühle meiner Sünden Müh, weihn und deinen Tod zu preisen. ich suche Ruh und finde sie im Laß mich den Ernst der Heiligung Glauben der Erlösten. durch eine wahre Besserung mir 2. Dich bet ich zuversichtlich und der Welt beweisen! an, du bist das Heil der Sünder, Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. du hast die Handschrift abgetan,——— und wir sind Gottes Kinder. Ich Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme denk an deines Leidens Macht! 220 err, du wollst uns und an dein Wort: Es ist voll⸗ vorbereiten zu bracht! Du hast mein Heil deines Mahles Seligkeiten, sei verdienet, du hast für mich dich mitten unter uns, o Gott! Laß dargestellt, Gott war in dir uns, Leben zu empfahen, mit und hat die Welt in dir mit sich glaubensvollem Herzen nahen versühnet. und sprich uns los von Sünd 3. So freue dich, mein Herz., und Tod! Wir sind, o Jesu, in mir! Er tilget deine Sünden dein; dein laß uns ewig sein! und läßt an seiner Tafel hier dich Amen, Amen! Anbetung dir! Gnad um Gnade finden. Du Einst feiern wir das große Abend— rufst, und er erhört dich schon,‚ mahl bei dir. spricht liebreich: Sei getrost, mein Nach Fr. Gottl. Klopstock g. 172411803. Abendmahlslieder. 127 Nach dem Abendmahle. Eigene Melodie. fühle Freud und Rast. O wun⸗— dersame Speise, o süßer Lebens— trank, o Liebmahl, das ich preise 221 Ge sei gelobet und mit einem Lobgesang, indem es 2 gebenedeiet, der hat erquicket mein Leben, Herz uns selber hat gespeiset mit sei⸗ nem Fleische und mit seinem Blute; das gib uns, Herr Gott, zu gute! Kyrieleison! Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam, und das heilige Blut hilf uns, Herr, aus aller Not! Kyrieleison! 2. Den heilgen Leib hat er für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte konnte er uns schenken, dabei wir sein solln gedenken. Kyrieleison! Herr, dein Lieb so groß dich g'zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder tat und Mut; mein Geist der hat erblicket das allerhöchste Gut. 2. Du hast mich jetzt geführet, o Herr, in deinen Gnadensaal, daselbst hab ich berühret dein edlen Güter allzumal; da hast du mir gegeben umsonst und mildig⸗ lich das werte Brot zum Leben, das sehr erquicket mich; du hast mir zugelassen, daß ich den See— lenwein im Glauben möchte fassen und dir vermählet sein. 3. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit; du hast mir vollgemessen den edlen Kelch, der mich erfreut. Ach Gott, und bezahlt' unsre Schuld, daß du hast erzeiget mir Armen solche uns Gott ist worden hold. Kyri⸗ Gunst, daß billig jetzt sich neiget eleison! mein Herz vor Liebesbrunst. Du 3. Gott geb uns allen seiner hast mich lassen schmecken das köst⸗ Gnade Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. eleison! Herr, dein heilig Geist uns nimmer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison! Martin Luther g. 1483 7 1546. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 222 ie wohl hast du 0 gelabet, o lieb⸗ ster Jesu, deinen Gast, ja mich so reich begabet, Kyri⸗ daß ich jetzt lich Himmelsbrot; hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd und Tod. 4. So lang ich leb auf Erden, o liebster Jesu, preis ich dich, daß du mich lässest werden gesättigt von dir und durch dich. Du hast mich selbst getränket mit deinem teuren Blut und dich zu mir ge— lenket, o unvergleichlichs Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat der nim— mer kann verderben, mein Trost, Schutz, Hülf und Rat. 5. Wie kann ichs aber fassen, Herr Jesu, daß du mit Begier 128 Abendmahlslieder. dich hast so tief gelassen vom ohn Unglück und Verdruß; mein Himmelssaal herab zu mir? Du Gott, du wirst mir geben der Schöpfer aller Dinge besuchest Wohllust Überfluß. deinen Knecht; ach hilf, daß ich Johann Rist g. 1607 4 1667. dir bringe ein Herz, das fromm—— und recht, das gläubig dir ver⸗Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. traue, damit nach dieser Zeit 223 Jesu meine ich ja dein Antlitz schaue dort in Wonne, du der Ewigkeit. meiner Seele Sonne, du Freund— 6. Du bists, der ewig bleibet, lichster auf Erden, laß mich dir ich aber bin dem Schatten gleich, dankbar werden! den bald ein Wind vertreibet; 2. Wie kann ich gnugsam Herr, ich bin arm, und du bist schätzen dies himmelsüß Ergetzen reich. Du bist sehr groß von und diese teuren Gaben, die uns Güte, kein Unrecht gilt bei dir; gestärket haben? ich, sündhaft von Gemüte, kann 3. Wie soll ich dir es danken, fehlen für und für. Doch kommest o Herr, daß du mich Kranken du hernieder und nimmst dich gespeiset und getränket, ja selbst meiner an; was geb ich dir doch dich mir geschenket? wieder, das dir gefallen kann? 2 4. Ich lobe dich von Herzen 7. Ein Herz durch Reu zer-für alle deine Schmerzen, für schlagen, ein Herz, das ganz zer⸗ deine Schläg und Wunden, der knirschet ist, das, weiß ich, wird du so viel empfunden. behagen, mein Heiland, dir zu 5. Dir dank ich für dein Leiden, jeder Frist. Du wirst es nicht den Ursprung meiner Freuden; verachten; demnach ich emsig bin, dir dank ich für dein Sehnen und nach deiner Gunst zu trachten; heiß vergoßnen Tränen. nimm doch in Gnaden hin das 6. Dir dank ich für dein Lieben, Opfer meiner Zungen, denn das standhaft ist geblieben; dir billig wird jetzund dein teurer dank ich für dein Sterben, das Ruhm besungen, Herr Gott, mich dein Reich läßt erben. durch meinen Mund. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte 8. Wohl mir, ich bin versehen dein übergroße Güte; dies teure mit Himmelspeis und Lebens⸗Pfand der Gnaden tilgt allen trank; nun will ich rüstig stehen, meinen Schaden. zu singen dir Lob, Ehr und 8. Herr, laß michs nicht ver— Dank. Fahr hin, du Welt- gessen, daß du mir zugemessen getümmel, du bist ein eitler die kräftge Himmelspeise, wofür Tand, ich seufze nach dem Him- mein Herz dich preise. mel, dem rechten Vaterland. 9. Du wollest ja die Sünde, Fahr hin, dort werd ich leben die ich annoch empfinde, aus Abendmahlslieder. 129 meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich los gezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben. Was kannst du Werters geben? 11. Laß, Schönster, meine Seele doch stets in dieser Höhle des Leibes mit Verlangen an deiner Liebe hangen! 12. Laß mich die Sünde mei— den, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten! 13. Nun kann ich nicht ver— derben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist g. 1607 1667. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 224 D Jesu, dir! Ach sind wirs wert, daß so viel Heil uns wider⸗ fährt, du unser so gedenkest? Erst bis zum Tod am Kreuz uns liebst, nun solch ein Pfand der Lieb uns gibst, ach dich so ganz uns schenkest? Heil uns! Heil uns! Wir empfinden, rein von Sünden, Gottes Frieden. Mehr noch ist uns dort beschieden. Vor der Abendmahlsfeier eines Kranken. Mel. Vater unser im Himmelreich. 225 3 deinen Füßen liege ich, mein Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wundermann, der allezeit erretten kann; drum, bin ich gleich von Hülfe bloß, so ist doch mein Vertrauen groß. 2. Mein Trost und meines Herzens Teil, mach erstlich meine Seele heil, besprenge sie mit deinem Blut und mache mein Verbrechen gut, und dann gib, nach vergebner Schuld, bei meiner Schwachheit auch Geduld! 3. Berühre mich mit deiner Hand, die so viel Böses abge— wandt. Dein Leib mich speise, da ich krank, dein Blut sei mei⸗ ner Seele Trank! Ich will, wie Lazarus, allein, auch wenn ich krank, der Deine sein. I. Wenns meiner Seele selig ist, so heile mich, Herr Jesu Christ; soll sterben aber besser sein, wohl mir, auf Jesum schlaf ich ein. Mach du es, Jesu, durch dein Blut mit mir an Leib und Seele gut! (Christ. Heinr. Zeibich g. 16777 1748. ———— C. Lieder vom christlichen Leben. XVI. Buß⸗ und Beichtlieder. Eigene Melodie.“ 226 Vater, allmäch⸗— 2 tiger Gott, zu dir schreien wir in der Not: Durch deine große Barmherzig— keit erbarm dich über uns! Christe, wollst uns erhören, für uns bist du geboren von Maria. Erbarm dich über uns! Vergib uns all unsre Sünde, hilf uns in der letzten Stunde, für uns bist du gestorben. Erbarm dich über uns! O heilger Geist, wollst uns geben, dich allzeit herzlich zu lieben und nach deinem Willen zu leben. Erbarm dich über uns! Altkirchl. Deutsch d. J. Spangenberg g. 1484 1 1550. Eigene Melodie. 227 Nida von uns, 2 Herre Gott, all unsre Sünd und Missetat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in deinem Dienst erfunden werden. 2. Erbarm dich, erbarm dich, er— barm dich deines Volks, o Christe, das du erlöset hast mit deinem teuren, heilgen Blute. 3. Erhör uns, erhör uns, er⸗ höre unsre Bitt, Gott Vater, Schöpfer aller Dinge, hilf uns und sei uns gnädig! 4. Erhör uns, erhör uns, er⸗ höre unsre Bitt, o Christe, aller Welt Heiland, bitt für uns und sei uns gnädig! 5. Erhör uns, erhör uns, er⸗ höre unsre Bitt, Gott heilger Geist, du einger Tröster, erleucht uns und sei uns gnädig! Chor. 6. So wahr ich lebe, spricht Gott der Herre, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Amen. Altkirchlich. Pfalm 130. Eigene Melodie. 228 A˖s tiefer Not schrei 0 ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen, dein gnädig Ohren kehr zu mir und Buß- und Beichtlieder. 131 meiner Bitt sie öffne! Denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist getan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; Tun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich ward, und seines Gottes harre! rühmen kann, des muß dich fürchten jedermann und deiner viel, Gnade; Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll gute Hirt, der Israel erlösen lass en sich und seiner Güte Tn die mir zusagt sein wertes Wort. Die Litanei. Eigene Melodie. Erster Chor: 229. Kyrie, Christe, Kyrie, Christe, 2) Herr. Herr Gott Vater im Himmel, Herr Gott Sohn, der Welt Hriland, Herr Gott heiliger Geist, Sei uns gnädig, Sei uns gnädig, Vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Ubel es ist doch unser noch sorgen. So tu Israel rechte Das ist mein Trost und treue Hort, des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Mor⸗ gen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht Art, der aus dem Geist erzeuget 5. Ob bei uns ist der Sünden bei Gott ist viel mehr sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der wird aus seinen Sünden allen Martin Luther g. 1483 4 1546 Zweiter Chor: Eleison!*) Eleison! Eleison! Erhöre uns! ) Erbarme dich. Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Verschon uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! 13² Buß- und Erster Chor: Vor des Teufels Trug und List, vor bösem schnellen Tod, vor Pestilenz und teurer Zeit Vor Krieg und Blutvergießen, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuer- und Wassersnot, vor dem ewigen Tod Durch deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt In unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht Wir armen Sünder bitten: Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle ihre Diener, Wächter und Hirten im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, Allen Rotten und Argernissen wehren, alle Irrige und Verführte wieder— bringen, ö den Satan unter unsere Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Beichtlieder. Zweiter Chor: Behüt uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre * Gott! Buß⸗ und Beichtlieder. 133 Erster Chor: Zweiter Chor: allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Erhör uns, lieber Herre Gott! Allen Königen und Fürsten Friede und Eintracht geben, unserm Kaiser und König steten Sieg wider deine Feinde gönnen, und ihn mit allen seinen Ge— waltigen leiten und schützen, unsere ri und Ge⸗ unsern Rat meinde segnen und behüten, Erhör uns, lieber Herre Gott! lllen, so in Not und Gefahr sind, mit Hülfe erscheinen, allen Schwangern und Säugen— den fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Witwen und Waisen vertei— digen und versorgen, Erhör uns, lieber Herre Gott! Aller M Lschen dich erbarmen, Erhör uns, lieber Herre Gott! Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und bewahren,“*) Erhör uns, lieber Herre Gott! ) unsere Deiche, Dämme und Schleusen in deine gnädige Obhut nehmen (für Gemeinden, welche am Wasser wohnen) und dieses Bergwerk gnädiglich erhalten und segnen(für die Gemeinden auf dem Harz). 13⁴4 Erster Chor: und uns gnädiglich erhören, O Jesu Christe, Gottes Sohn, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, O du Gotteslamm, das der Welt * Sünde trägt, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Christe, Kyrie, Christe, Beide Chöre Altkirchlich. Deutsch Eigene Melodie. Lurch Adams Fall 230. D ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen, das⸗ selb Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht konnten g'nesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, darein die Schlang Eva bezwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, daß sie ist ab⸗ gefallen von Gottes Wort, das sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod, so war ja not, daß uns auch Gott sollt Kyrie, Eleison! Buß⸗ und Beichtlieder. Zweiter Chor: Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Verleih uns steten Fried! Erhöre uns! Eleison! Eleison! zusammen: Amen. durch Martin Luther g. 1483 4 1546. geben sein lieben Sohn, der Gna⸗ den Thron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewigs Tods gestorben, also hat Gott durch Christi Tod verneut, was war verdorben. 4. So er uns denn sein Sohn geschenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, getöt, gen Himm'l ge— fahren, dadurch wir sein von Buß⸗ und Beichtlieder. Tod und Pein erlöst, so wir vertrauen auf diesen Hort, des Vaters Wort: wem wollt vor Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rat und ewigs Wort, den er uns hat ge— geben zu einem Schutz, daß wir mit Trutz an ihn fest sollen glauben; darum uns bald kein Macht noch G'walt aus seiner Hand wird rauben. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Men— schen sucht und nicht bei Gott dem Herren; denn wer sich will ein andres Ziel ohn diesen Trö— ster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft auf Gott und dem vertraut, wird nimmermehr zu— schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zuhanden viel Unfalls hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost; er hilft sein'n Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilges Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld; denn in dein Huld setz ich all mein Ver— trauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 135⁵ 9. Mein'n Füßen ist dein heil⸗ ges Wort ein Leuchte nah und ferne, ein Licht, das mir den Weg weist fort; so dieser Morgen⸗ sterne in uns aufgeht, so bald ver— steht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist denen verheißt, die Hoffnung darauf haben. Lazarus Spengler g. 1479 1 1534. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. 231 A tiefer Not laßt uns zu Gott von ganzem Herzen schreien, bitten, daß er durch seine Gnad uns woll vom Übel freien und alle Sünd und Missetat, die unser Fleisch begangen hat, uns väͤterlich verzeihen; 2. Und sprechen: Vater, sieh doch an uns Armen und Elen— den, sehr übel haben wir getan mit Herzen, Mund und Händen; verleih uns, daß wir Buße tun und die in Christo, deinem Sohn, zur Seligkeit vollenden. 3. Zwar unsre Schuld ist groß und schwer, von uns nicht aus⸗ zurechen, doch deiner Gnade ist viel mehr, die kein Mensch kann aussprechen; die suchen und be— gehren wir, hoffend, du wirst es, Herr, an dir nicht lassen uns gebrechen. 4. Du willst nicht, daß der Sünder sterb und in Verdamm⸗ nis fahre, sondern daß er mehr Gnad erwerb und sich darin be— wahre: so hilf uns nun, o Herre Gott, damit uns nicht der ewge Tod in Sünden widerfahre. 136 Buß-⸗ und 5. Vergib, vergib und hab Geduld mit uns Armen und Schwachen, laß deinen Sohn all unsre Schuld durch sein Ver— dienst gut machen! Nimm unsrer Seele eben wahr, daß ihr kein Schaden widerfahr, wollst gnädig sie bewachen! 6. Wenn du nun vor Gerichte gehn und mit uns wolltest rech— ten, wie würden wir vor dir be— stehn, und wer würd uns ver⸗ fechten? O Herr, sieh uns barm⸗ herzig an und hilf uns wieder auf die Bahn zur Pforte der Gerechten! 7. Wir opfern uns dir arm und bloß, durch Reue tief ge— schlagen; o nimm uns auf in deinen Schoß und laß uns nicht verzagen! O hilf, daß wir ge— trost und frei, ohn arge List und Heuchelei dein Joch zum Ende tragen. 8. Sprich uns durch deine Boten zu, gib Zeugnis dem Gewissen, stell unser Herz durch sie zu Ruh, tu uns durch sie zu wissen, wie Christus vor dein'm Angesicht all unsre Sachen hab geschlicht; des Trosts laß uns genießen! 9. Erhalt in unsers Herzens 2— Beichtlieder. ö Eigene Melodie. * llein zu dir, Herr 232. Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch ge— born, der mir aus Nöten helfen kann: Ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab. 2. Mein Sünd sind schwer und übergroß und reuen mich von Herzen; derselben mach mich quitt und los durch deinen Tod und Schmerzen und zeig mich dei— nem Vater an, daß du hast gnug für mich getan, so werd ich los der Sünden Last; Herr, halt mir fest, wes du dich mir ver— sprochen hast. 3. Gib mir nach dein'r Barm— herzigkeit den wahren Christen— glauben, auf daß ich deine Süßig— keit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hülf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, sein'm liebsten Jesu Christ, mein Grund dein Wort, den edlen Sohn, der uns allzeit behüte, Samen, und hilf, daß wir den und Gott dem werten heilgen neuen Bund in deines Sohnes Geist, der uns sein Hülfe allzeit Namen vollenden mit Beständig⸗ leist, damit wir ihm gefällig sein keit und so der Kron der Herrlich— hier in der Zeit und vollends in keit versichert werden. Amen. der Ewigkeit. Böhmische Brüder. Konr. Huber g. 1507 4 1577. ö Buß⸗ und Beichtlieder. 137 2 Chronika 20. Eigene Melodie. 233 Wen wir in höch⸗ 0 sten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat, 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen ins— gemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und flehen um Begna— digung und aller Strafen Linde— rung, 4. Die du verheißest gnädiglich all denen, die drum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Für— sprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn ver— lassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünde groß, sprich uns davon aus Gnade los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen können Mel. Herzlich tut mich verlangen. 234. A ich so elend bin: Mein Herz will mir verzagen, mein Sünd liegt mir im Sinn; ich kann ihr nicht vergessen, sie ist zu groß und schwer, sie hat mich ganz besessen, sie kränkt und quält mich sehr. 2. In Sünd bin ich empfan⸗ gen, in Sünden auch geborn, viel Sünd hab ich begangen, darum bin ich verlorn; ich kann nicht freudig werden, den Him— mel anzusehn, und schäme mich, auf Erden vor dir, mein Gott, zu stehn. 3. Nun sollt ich ja vertrauen dein'm Sohne Jesu Christ, auf sein Verdienst fest bauen, weil er mein Fürsprach ist; doch schreckt mich mein Gewissen, das zweifelt immerdar und spricht, dich werd verdrießen, daß ich die Sünd nicht spar. 4. Ich wollt auch herzlich gerne bessern das Leben mein, mit Werk, Wort und Geberden fromm und gehorsam sein; ich kanns so nicht vollbringen, wie ichs oft hab bedacht, ich laß mich davon dringen durch Satans List und Macht. 5. Was soll ich denn nun machen? Wie kann ich doch be— stehn? Ich fall der Höll in wir nachmals mit Freude dan⸗Rachen, wenn ich dir will ent⸗ ken dir, gehorsam sein nach dei- gehn. Herr, zu dir komm ich nem Wort, dich allzeit preisen hie wieder und such Barmherzigkeit, und dort. ich falle vor dir nieder, mein Paul Eber g. 1511 4 1569. Sünde ist mir leid. 138 glauben könnt. Will' gleich mein Herz nicht trauen, so glaub ich dennoch fest; hilf du meinem Un⸗ glauben, dein Hülfe ist die best. 7. Ich bin nicht wert der Güte, die——3 an mir getan, daß für mich mit sein'm Blute bezahlt dein lieber Sohn; bedarf es doch notwendig und glaub dem Worte dein, das mir zusagt beständig: Wer glaubt, wird selig sein. 8. So wahr, als ich selbst lebe, sprichst du, mein Herr und Gott, ungern ich übergebe den Sünder in den Tod; ich will, umkehre und ewig leb bei mir. Darum komm ich, mein Herre, ich komm wieder zu dir. 9. Mit deinem heilgen Geiste den schwachen Glauben mehr, mir Hülf und Beistand leiste zu deines Namens Ehr! Leit mich auf deinem Stege, vor aller Sünd und Schand, vors Teufels Strick und Wege bewahr mich deine Hand! 10. Segne mein Leib und Leben, auch mein Beruf und Werk, was du mir hast gegeben, behüt durch deine Stärk! Erhör, o Herr, mein Schreien und mein furchtsames Wort, daß ich mich dein kann freuen, verachten Satans Mord. 11. Zuletzt laß mich abscheiden mit einem selgen End und nimm aus diesem Leiden mein Seel in — daß er deine Händ! Dafür will ich dich h Buß⸗ und Beichtlieder. 6. Du hast dein Sohn gegeben für aller olttuns Sünd, daß jedermann sollt leben, der an ihn preisen mit steter Dankbarkeit; du wirst mir Gnad erweisen und helfn in Ewigkeit. Hann. 034 1646 nach einem ält. Liede. Mel. Baler unser im Bimmeldeich 23 5. Non von uns, Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben all— Imnul Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid! 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechien Lohn uns ge— ben wolltst nach unserm Tun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Ret— tung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer Tat, wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei! 4. Gedenk an deins Sohns bittern Tod, sieh an sein heilgen Wunden rot! Die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barm-— herzigkeit. 5. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne unsre Stadt und Land; gib uns allzeit dein heiligs Wort, behüt vors Teu⸗ NRE „ʃ„5E6ee Buß-⸗ und fels List und Mord; verleih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller g. 1547 4 1606. Eigene Melodie. 236 Hean Jesu Christ, C du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, sieh doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Her⸗ zen, dieweil du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh und ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag' begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja ich weiß weder aus noch ein und müßte stracks verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht und neu beginnt zu springen; dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zer⸗ knirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in mei⸗ nem Sinn, wie ich zuvor ge— klaget, auch ein betrübter Sün— der bin, den sein Gewissen naget, Beichtlieder. und gerne möcht im Blute dein von Sünden abgewaschen sein, wie David“*) und Manasse,“) )2 Sam. 12, 13.)2 Chron. 33, 13. 6. So komm ich auch zu dir allhie in meiner Not geschritten und tu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Ver— zeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. O Herr, vergib, vergib mirs doch um deines Namens willen und tu in mir das schwere Joch der Ubertretung stillen, daß sich mein Herz zu— frieden geb und dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem Ge— horsam. 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit dei— nen Wunden, tröst mich mit dei⸗ nem Todesschweiß in meiner letz⸗ ten Stunden und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im rechten Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten! Barthol. Ringwaldt g. 1532 4 1599. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 237 V': G'richt, Herr 2 Jesu, steh ich hie, zu dir beug ich meins Her⸗ zens Knie, kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und viele Missetat mich hier und dort verdammet hat. Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, weil ich in wahrer Reu und Buß 140 Buß⸗ und Beichtlieder. an dich Igläub und dir fall zu Fuß. Luft unstet Menschen und Vieh Herr Jesu Christ, des dank I A dir, des dank ich dir, ich will 8. Also, Herr Christ, mein mich bessern, hilf du mir! Zuflucht ist die Höhle deiner Hannov. Gsb. 1646. Wunden; wenn Sünd und Tod Nach einem älteren Liede 1611. mich brach tin Not, hah ich mich Eigene Melodie. drein gefunden. 238. As Gott und Herr, 9. Darin ich bleib; ob Seel wie groß und und Leib hie voneinander schei— schwer sind mein begangnen den, so werd ich dort bei dir, Sn Da ist niemand, der mein Hort, sein in ewigen helfen kann, in dieser Welt zu Freuden. finden. 10. Ehre sei nun Gott Vater, 2. Lief ich gleich weit zu d oenn an und heilgem Geist zu— Zeit bis an der Welt ihr Ende sammen! Ich zweifle nicht, weil und wollt los sein des Elends Christus spricht: Wer glaubt, mein, würd ich es doch wü selig. Amen. wenden V. 1—6 Rutilius(2) g. 1550 1 1618. 3. Zu dir flieh ich, V. e g. 1564 1 1654. mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht, Mel. Vater unser im Himmelreich. geh nicht ins G'richt, dein Sohn 239. Se wahr ich lebe, hat mich versühnet. spricht dein Gott, 4. Solls ja so sein, daß Straf mir ist nicht lieb des Sünders und Pein auf Sünde folgen Tod, vielmehr ist dies mein müssen, so fahr hie fort, nur Wunsch und Will, daß er von schone dort und laß mich hier Sünden halte still, von seiner wohl büßen! Bosheit kehre sich und lebe mit 5. Gib, Herr, Geduld, vergiß mir ewiglich. die Schuld, gib ein gehorsam 2. Dies Wort bedenk, o Men⸗ Herze, laß mich ja nicht, wies schenkind, verzweifle nicht in oft geschicht, mein Heil murrend deiner Sünd! Hier findest du verscherzen! Trost, Heil und Gnad, die Gott 6. Handle mit mir, wies dir zugesaget hat, und zwar mit dünket dir, durch dein Gnad einem teuren Eid. O selig, dem will ichs leiden; wollst mich nur die Sünd ist leid! nicht dort ewiglich von deiner 3. Doch hüte dich vor n Liebe scheiden! heit, denk nicht: Zur Buß ist 7. Gleichwie sich fein ein noch wohl Zeit, ich will erst Vögelein in hohle Bäum ver- fröhlich sein auf Erd; wenn ich stecket, wenns trüb hergeht, die des Lebens müde werd, alsdann u ü — 22—...—.——3— L Buß⸗ und Beichtlieder. ö 14¹ will ich bekehren mich, Gott mein betrübt Gemüte zu deiner wird wohl mein erbarmen sich. großen Güte, laß du auf mein 4. Wahr ists, Gott ist wohl Gewissen ein Gnadentröpflein stets bereit dem Sünder mit fließen! Barmherzigkeit, doch wer auf 3. Ich, dein betrübtes Kind, Gnade sündigt hin, fährt fort in werf alle meine Sünd, so viel seinem bösen Sinn und seiner ihr in mir stecken und mich so Seele selbst nicht schont, dem heftig schrecken, in deine tiefen wird mit Ungnad abgelohnt. Wunden, da ich stets Heil ge— 5. Gnad hat dir zugesaget Gott funden. von wegen Christi Blut und Tod. 4. Durch dein unschuldig Blut, zusagen hat er nicht gewollt, ob vergossen mir zu gut, wasch ab du bis morgen leben sollt. Daß all meine Sünde, mit Trost mein du mußt sterben, ist dir kund, Herz verbinde und ihrer nicht verborgen ist des Todes Stund. gedenke, ins Meer sie tief ver— 6. Heut lebst du, heut bekehre senke! dich! Eh morgen kommt, kanns 5. Du bist der, der mich tröst ändern sich; wer heut ist frisch, weil du mich selbst erlöst; was gesund und rot, ist morgen krank, ich gesündigt habe, hast du ver⸗ n So du nun sscharrt im Grabe; da hast du es stirbest ohne Buß, dein Seel verschlossen da wirds auch blei— und Leib dort brennen muß. ben müssen. . Hilf, 9 Herr Jesu, hälf du e mir, daß ich noch heute komm 6. h eh do I12 Hroß, zu dir und Buße tu den Angen werd. ihr doch los, wenn 10 blick, eh mich der schnelle Tod dein en 60— und ö 4 hinrück, auf daß ich heut und darauf 80 Wal Auat 1. bald jederzeit zu meiner Heimfahrt sei nur sun 95 all Angst ihm bald bereit. Reisthn et. Joh. Heermann g. 1585 T 1647. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich haben will, Mel. Auf meinen lieben Gott. ist alles mir zugute erlangt 240 Wẽꝰ soll ich fliehen mit deinem Blute, damit ich über— hin, weil ich winde Tod, Teufel, Höll und beschweret bin mit viel und gro Sünde. ßen Sünden? Wo kann ich Ret⸗ 8. Und wenn des Satans Heer tung finden? Wenn alle Welt mir ganz entgegen wär, darf ich her käme, mein Angst sie nicht doch nicht verzagen; mit dir kann wegnähme. ich sie schlagen. Dein Blut darf 2. O Jesu voller Gnad, auf ich nur zeigen, so muß ihr Trutz dein Gebot und Rat kommt bald schweigen. 14² 9. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stärk und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt kann reine, ja gar aus Teufels Rachen frei, los und selig machen. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben, denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 11. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Glied⸗— maß ewig bleibe. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 241.. 9 Rahen meines Herzens Jammerstand, ob dir wohl sind meine Plagen besser als mir selbst bekannt; große Schwachheit ich bei mir in Anfechtung oftmals spür, wenn der Satan allen Glauben will aus meinem Herzen rauben. 2. Du, Gott, dem nichts ist verborgen, weißt, daß ich nichts von mir hab, nichts von allen meinen Sorgen; alles ist, Herr, deine Gab. Was ich Gutes find an mir, das hab ich allein von dir; auch den Glauben mir und allen gibst du, wie dirs mag gefallen. Buß- und Beichtlieder. höre, wie ich sehnlich bete, laß mich werden nicht zu Spott, mach zunicht des Teufels Werk, meinen schwachen Glauben stärk, daß ich nimmermehr verzage, Christum stets im Herzen trage. 4. Jesu, du Brunn aller Gna⸗ den, der du niemand von dir stößt, der mit Schwachheit ist be— laden, sondern deine Jünger tröst, sollt ihr Glaube auch so klein wie ein kleines Senfkorn sein, wolltst du sie doch würdig schätzen, große Berge zu versetzen: 5. Laß mich Gnade vor dir finden, der ich bin voll Trau⸗ rigkeit; hilf du mir selbst über⸗ winden, so oft ich muß in den Streit; meinen Glauben täglich mehr, deines Geistes Schwert verehr, damit ich den Feind mir jagen. Throne, gleicher Gott von Ewig—⸗ keit mit dem Vater und dem Sohne, der Betrübten Trost und Freud, der du in mir an⸗ gezündt, so viel ich an Glauben find, über mir mit Gnade walte, ferner deine Gab erhalte! 7. Deine Hülfe zu mir sende, o du edler Herzensgast, und das gute Werk vollende, das du an⸗ gefangen hast. Blas das kleine Fünklein auf, bis ich nach voll⸗ brachtem Lauf allen Auserwähl⸗ ten gleiche und des Glaubens Ziel erreiche. 3. O mein Gott, vor den ich trete jetzt in meiner großen Not, 8. Gott, groß über alle Götter, heilige Dreieinigkeit, außer dir kann schlagen, alle Pfeile von 6. Heilger Geist ins Himmels ist kein Erretter, tritt mir selbst zur rechten Seit, wenn der Feind die Pfeil abdrückt, meine Schwach— heit mir aufrückt, mir will allen Trost verschlingen und mich in Verzweiflung bringen. 9. Zeuch du mich aus seinen Stricken, die er mir geleget hat, laß ihm fehlen seine Tücken, drauf er sinnet früh und spat. Gib Kraft, daß ich allen Strauß ritterlich mög stehen aus, und so oft ich noch muß kämpfen, hilf mir meine Feinde dämpfen! 10. Reiche deinem schwachen Kinde, das auf matten Füßen steht, deine Gnadenhand ge— schwinde, bis die Angst vorüber geht. Wie die Jugend gängle mich, daß der Feind nicht rühme sich, er hätt ein solch Herz ge— fället, das auf dich sein Hoff— nung stellet. 11. Du bist meine Hülf, mein Leben, mein Fels, meine Zuver— sicht, dem ich Leib und Seel ergeben; Gott, mein Gott, ver⸗ zeuch doch nicht! Eile, mir zu stehen bei, brich des Feindes Pfeil entzwei, laß ihn selbst zu— rücke prallen und mit Schimpf zur Hölle fallen! 12. Ich will alle meine Tage rühmen deine starke Hand, daß du meine Plag und Klage hast so herzlich abgewandt. Nicht nur in der Sterblichkeit soll dein Ruhm sein ausgebreit, ich wills auch hernach erweisen und dort ewiglich dich preisen. Joh. Heermann g. 1585 T 1647. Buß-⸗ und Beichtlieder. 143 Eigene Melodie, oder Jesu, meines Lebens Leben. 242 Qesu, der du meine Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teu⸗ fels finstern Höhle und der schwe— ren Sündennot kräftiglich her— ausgerissen und mich solches lassen wissen durch dein ange— nehmes Wort, sei doch jetzt, o Gott, mein Hort! 2. Herr, ich muß es ja beken⸗ nen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, tu ich wohl. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler sein; mein Gemüt ist ganz zer⸗ rissen durch der Sünden Schmerz und Pein, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergib mir, was verborgen, rechne nicht die Missetat, die dich, Herr, erzürnet hat. 4. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen mei⸗ ner Seligkeit zugut, und die— weil du so zerschlagen hast die Sünd am Kreuz getragen, ei so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 5. Wenn ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach so wollest du mich retten und dich meiner nehmen 144 Buß⸗ und an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmerzen, du, Herr, kennest meine Pein. Es ist nichts in meinem Herzen als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, mit Leid vermenget, durch dein teures Blut besprenget, so am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 7. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Treu er— füllen, was du selber hast ge— sagt: daß auf dieser weiten Erden keiner je verloren werden, son— dern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verder— ben nicht! Du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Johann Rist g. 1607 7 1667. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 243 frommer und ge— 2„treuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich: das ist mir leid und reuet mich. 2. Du aber, o mein gnädger Gott, hast nicht Gefalln an Beichtlieder. meinem Tod, und ist dein herz— liches Begehrn, daß ich soll Buß tun, mich bekehrn. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm, hilf mir durch Christi bittern Tod und heilige fünf Wunden rot! 4. Ja, Herr, ich bitt durch Jesum Christ, der mir zugut Mensch worden ist: Laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit! 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach dei— nem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. 1643. Nach Johann Leon. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh darein. ö Vater der Barm⸗ .— 24„herzigkeit, ich falle dir zu Fuße, verstoß den nicht, der zu dir schreit und tut noch endlich Buße. Was ich be— gangen wider dich, verzeih mir, alles gnädiglich durch deine große Güte! 2. Durch deiner Allmacht Wundertat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weis⸗ heit schaffe Rat, worin es mir sonst fehlet; gib Willen, Mittel, Kräft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. Buß⸗ und Beichtlieder. 14⁵ 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen ge— tragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, sieh an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Ster⸗ ben mir kommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht müß verderben. Bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust an⸗ ficht, laß mich von dir nicht wanken! Verleih, daß nun doch nimmermehr Begierd nach Wol— lust, Geld und Ehr in meinem l en herrsche. Und wenn mein Stündlein Wnnen ist, so kämpfen, Trotz und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Tür zum Leben. David Denicke 365 1603 7 1680. hilf mir treulich Mel. Vater unser im Himwerkeich 245. 101 Vater, denk an Christi Tod, sieh an deins Sohnes Wunden ot die sind ja für die Ide Welt die Zahlung und das Löse⸗ geld; des trösten wir uns alle— zeit und hoffen auf Barmher— zigkeit. daß ich des Satans 2. Den König leit mit deiner Hand, beschütz und segne unser Land, gib überall dein heilig Wort, wend ab Pest, Teurung, Krieg und Mord, all denen, die in Nöten sein, mit Rettung, Hülf und Trost erschein! 3. Amen, dies alles werde wahr, erhör und hilf uns immer⸗ dar, o Vater in dem höchsten Thron, durch Christum deinen eingen Sohn, daß du, dein Sohn und beider Geist in allem von uns werd gepreist. 4094. Gsb. 1657. Eigene Melodie. 246. H ich habe miß⸗ gehandelt, ja mich drückt der Sünden Last, ich bin nicht den Weg gewandelt, den il mir gezeiget hast, und jetzt woll ich gern aus Schrecken mich 155 55 Zorn verstecken. Doch wie könnt ich dir eutsüahet⸗ du wirst allenthalben sein; wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur be⸗ kennen, Herr, ich habe mißge— tan, darf mich icht dein Kind mehr nennen. Ach nimm mich zu Gnaden an, laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht ganz entzünden! 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen, weiten Meer, dennoch würd es 10 nttttt—— 146 Buß⸗ und Beichtlieder. ihm wohl fehlen, daß er meiner gewinnen, daß ich aus Kummer Sünden Heer, daß er alle mein und Beschwer laß über meine Gebrechen sollte wissen auszu-⸗Wangen her viel heiße Tränen sprechen. rinnen. ö 5. Wein', ach wein' jetzt um. 4. Wie hast du doch auf mich die Wette, meiner beiden Au-gewandt den Reichtum deiner gen Bach! O daß ich gnug Zäh-Gnaden! Mein Leben dank ich ren hätte zu betrauern meine deiner Hand, du hast mich über⸗ Schmach! O daß aus dem laden mit Ehr, Gesundheit, Ruh Tränenbronnen käm ein starker und Brot, du machst, daß mir Strom geronnen! noch keine Not bis hieher können 6. Dir will ich die Last auf- schaden. binden, wirf sie in die tiefste 5. Hast auch in Christo mich See, wasche mich von meinen erwählt tief aus der Hölle Flu⸗ Sünden, mache mich so weiß ten, daß niemals mir es hat ge— als Schnee, laß den guten Geist fehlt an irgend einem Guten; mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Franck g. 1618 + 1677. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 247 Qch will von mei— 2 ꝗ ner Missetat zum Herren mich bekehren; du wollest selbst mir Hülf und Rat hiezu, o Gott, guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnade mir gewähren! empfinden; er ist ohn deines Geistes Licht blind, taub, ja tot in Sünden, verkehrt ist Will, Verstand und Tun. Des großen Jammers wollst du nun, o Vater,‚ mich entbinden!“ Sinnen, was Böses ich vor dir getan; du kannst mein Herz bescheren und deines und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus großer Treu ge— stäupt mit Vaterruten. 6. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich be— flissen? Nein, eines andern zeihet mich mein Herz und mein Gewissen; darin ist leider nichts gesund, an allen Orten ist es wund, vom Sündenwurm ge— bissen. 7. Die Torheit meiner jungen Jahr und alle schnöden Sachen 2. Ein Mensch kann von Na⸗ tur doch nicht sein Elend selbst verklagen mich zu offenbar; was soll ich Armer machen? Sie stellen, Herr, mir vors Gesicht dein unerträglich Zorngericht und deiner Hölle Rachen. 8. Bisher hab ich in Sicher— heit ganz unbesorgt geschlafen, gesagt: Es hat noch lange Zeit, 3. Klopf durch Erkenntnis bei mir an und führ mir wohl zu Gott pflegt nicht bald zu strafen, er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Herr mit seinen Schafen. *— — Buß- und Beichtlieder. 147 9. Dies alles jetzt zugleich er⸗ wacht, mein Herz will mir zer— springen; ich sehe deines Don⸗ ners Macht, dein Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 10. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh in deine Wun⸗ den; laß mich da eingeschlossen sein und bleiben alle Stunden; dir ist ja, o du Gotteslamm, all meine Schuld am Kreuzes-— stamm zu tragen aufgebunden. 11. Dies stelle deinem Vater für, daß er sein Herze lenke und gnädig sich kehr her zu mir, nicht meiner Sünden denke, auf daß er meine Sündenlast, die du auf dich genommen hast, ins tiefe Meer versenke. 12. Hierauf will ich zu jeder Zeit mit Ernst und Sorgfalt meiden der bösen Lüste Eitelkeit und lieber alles leiden, denn daß ich Sünd aus Vorsatz tu; ach Herr, gib du stets Kraft dazu, bis ich einst werd abscheiden. V. 1—10 Luise Henriette Kurfürstin von Brandenburg(2) g. 1627 1T 1667, V. 11 u. 12 Hannov. Gsb. 1657. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 248 O du Schöpfer aller 0 Dinge, höre, höre mein Gebet, das ich jetzo vor dich bringe, weil mein Herz in Angsten steht. Meine Sünden ängsten mich, darum komm ich auch vor dich und bekenne meine Sünden, ach Herr, laß mich Gnade finden! 2. Weil du heißest alle kom⸗ men, die beladen sind, zu dir, bin ich auch nicht ausgenommen noch gewiesen von der Tür dei⸗ ner Gnade, sondern du willst und wirst mich noch dazu von den Sünden, die mich drücken, ganz entbinden und erquicken. 3. Dein Wort bleibet unge— brochen, das du einmal hast ge— redt; nun hast du, o Gott, ge⸗ sprochen: Such mein Antlitz im Gebet! Darum komm ich auch vor dich, such dein Antlitz; ach laß mich bei dir Trost und Gnade finden, sprich mich los von mei— nen Sünden! 4. Sieh die Handschrift, die ich gebe dir in deine Händ, o Gott! Drin sprichst du: So wahr ich lebe, ich will nicht des Sünders Tod, sondern daß er sich bekehr von den Sünden und begehr ewig— lich mit mir zu leben, so will ich die Sünd vergeben. 5. Nun wohlan, du wirst nicht lügen, ich halt mich an deine Wort, will darauf in Demut biegen meine Knie an diesem Ort und bekennen meine Sünd; ich bin das verlorne Kind, das vom Teufel oft verblendet deine Güter hat verschwendet. 6. Weiter will ich nichts mehr sagen und allein an meine Brust mit dem armen Zöllner schlagen: Gott, es ist dir wohl bewußt, daß ich hab gesündigt dir; aber sei doch gnädig mir! Ich fall dir in 10 148 deine Arme, ach Herr, meiner dich erbarme! 7. Ich verleugne nicht die Sünden, ich verleugne nicht die Schuld; aber laß mich Gnade finden, trage, Herr, mit mir Ge⸗ duld! Alles, was ich schuldig bin, zahlt mein Jesus, nimm nur hin die Bezahlung meines Bürgen, der sich ließ für mich erwürgen. 8. Nun, o Vater aller Gnaden, siehe dessen Leiden an! Dieser hat ersetzt den Schaden und für mich genug getan; durch ihn bin ich ganz erlöst, dessen ich mich gänz⸗ lich tröst, weil in seinen tiefen Wunden ich nun Fried und Ruh gefunden. 9. Ich will auch hierauf genie⸗ ßen, Jesu, deinen Leib und Blut meiner Seele und Gewissen zur Erquickung und zugut. Gib, daß würdig ich genieß dich, Herr, und schmeck, wie süß und wie freundlich du bist denen, die sich nach dir herzlich sehnen. Christoph Tietze g. 1641 4 1703 Mel. Werde munter, mein Gemüte. 2 49 V' laß mich 2 Gnade finden, tröste meinen blöden Sinn, der ich wegen meiner Sünden so betrübt und traurig bin. Siehe, mein Gott, wie ich hier jetzt vor deiner Gnadentür mit dem Zöllner schamrot stehe und dich um Vergebung flehe. 2. Du bist heilig, ich hingegen bin voll Ungerechtigkeit, muß mich bloß aufs Bitten legen und Buß⸗ und Beichtlieder. auf deine Gütigkeit setzen meine Zuversicht; denn so du, Herr, dein Gericht ließest ohne Gnad ergehen, würd es übel um mich stehen. 3. Aber, Herr, nach deiner Lehre willst du keines Sünders Tod, sondern daß er sich bekehre und frei werde seiner Not. Dieser Trost erquicket mich, als der ich auch ängstiglich Reu und Leid bei mir empfinde über meine schwere Sünde. 4. Denke, daß dein Sohn auf Erden drum vergossen hat sein Blut, auf daß könne selig werden, wer im Glauben Buße tut. Ach sein Kreuz und Dornenkron bring ich hier vor deinen Thron, seinen Tod und Blutvergießen laß mich Armen auch genießen. 5. Zwar ich sollte längst sein kommen, da es noch war rechte Zeit, doch ist dadurch nichts be— nommen deiner großen Gütigkeit. Keine Buße ist zu spät, wenn sie nur von Herzen geht, darum wird dir auch mein Flehen jetzo noch zu Herzen gehen. 6. Großer Gott, voll Lieb und Treue, laß durch Jesu Wunden doch meine späte Buß und Reue vor dir etwas gelten noch! Denke doch nicht weiter dran, was ich habe mißgetan, laß mein arges Sündenleben mir aus Gnade sein vergeben! 7. Wirst du nun mir armen Sünder, o mein Gott, barm— herzig sein und in die Zahl deiner Kinder wiederum mich Buß- und ein, nehmen Herzen dich dafür preisen ewig⸗ so will ich von lich. Drum in Jesu Christi Namen wollst du mich erhören! Amen. Christ. Gensch v. Breitenau g. 1638 1 1732. Psalm 6. Eigene Melodie. 250 traf mich nicht in deinem Zorn, großer Gott, verschone! Ach laß mich nicht sein verlorn, nach Ver— dienst nicht lohne! Hat die Sünd dich entzündt, laß um Christi willen deinen Zorn sich stillen! 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. 3. Zeig mir deine Vaterhuld, 149 armen Seele in der Schwer— mutshöhle! 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten; nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel, weich, Hölle, fleuch! Was mich vor ge— Beichtlieder. kränket, hat mir Gott geschenket. .. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo* erweis, der all⸗ zeit zu loben, heilger Geist, sei gepreist, hoch Lerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Joh. Ge. Albinus. 16241 1679. Eigene Melodie 2 51. Sioc hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron, schwache Tränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von stärk mit Trost mich Schwachen! Ach Herr, hab mit mir Geduld, wollst gesund mich machen, heil die Seel mit dem Ol deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden! . 0 sieh mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hülfe har⸗ ren; ich verschmacht, Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Tränengüssen. 5. Ach ich bin so müd und mir, der 15 Asch und Ton. 2 Sieh doch auf mich, Herr, — ich bitt dich, lenke mich nach dei⸗ matt von den schweren Plagen, mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen. lang machst du bang meiner Wie so nem Sinn! Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gib dich mir und nimm mich hin! 3. Ich begehre nichts, o Herre, als nur deine freie Gnad, die du gibest, den du liebest und der dich liebt in der Tat. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, wer dich hat. 4. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen mei— nem Herzen, welches sucht die 150 Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander g. 1650 4 1680. Buß⸗ und Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 252 Ge, des Zepter, Stuhl und Krone herrschet über alle Welt, der du deinem Herzenssohne eine Hochzeit hast bestellt, dir sei Dank ohn End und Zahl, daß zu die⸗ sem Liebesmahl von der breiten Sündenstraßen du mich auch hast laden lassen. 2. Herr, wer bin ich? Und hingegen wer bist du? Was deine Pracht? Ich dem Wurm gleich an den Wegen, du der König großer Macht; ich Staub, Erde, schwach, voll Not, du der Herr Gott Zebaoth; ich ein Scherz und Spiel der Zeiten, du der Herr der Ewigkeiten. 3. Ich grundbös und ganz verdorben, du die höchste Hei— ligkeit; ich verfinstert und er⸗ storben, du des Lebens Licht und Freud; ich ein armes Sünden⸗ kind, lahm und sprachlos, taub und blind, du das Wesen aller Wesen, ganz vollkommen, aus⸗ erlesen. 4. Und doch lässest du mich laden zu dem großen Hochzeit⸗ mahl. O der übergroßen Gna⸗ den: ich soll in des Himmels Saal mit dem lieben Gottes⸗ lamm, meiner Seele Bräutigam, bei der Engel Chor und Reihen mich in Ewigkeit erfreuen! Beichtlieder. 5. Wen nun dürstet, soll sich laben mit dem Quell, der ewig fleußt, wen nun hungert, der soll haben Brots genug für seinen Geist. O ein angenehmer Ort, da sich Gottes Herz und Wort seiner Braut und Hochzeitgästen gibt als Speis und Trank zum besten! 6. O du großer Herr und König, der du rufst: Kommt, komnit herbei! ich bin zu gering und wenig aller deiner Lieb und Treu; ach ich kann dir nimmer⸗ mehr danken gnug und also sehr, wie ich schuldig bin und sollte, wie ich auch wohl gerne wollte. 7. Zeuch du mich, dein Mahl zu schmecken, aus der finstern Erdenkluft, laß mein Ohr die Stimme wecken, die so hell und liebreich ruft: Komm, o Mensch, komm eilend, komm zu dem Lebensquell und Strom! Komm zum Brot, davon zu zehren und den Geist damit zu nähren. 8. Offne, Herr, mir doch die Ohren zu dem Ruf, der also klingt, der zu deinen Freuden⸗ toren, o Jerusalem, mich bringt; laß den, den du teur erkauft und auf dich selbst hast getauft, ja nicht in der Toren Reihen sich der eitlen Weltlust freuen! 9. Laß das eitle Weltgetümmel, diese Dämpfe, die bald fliehn, von des Lammes Mahl im Him⸗ mel, das stets bleibt, mich nicht abziehn! Kleide, Jesu, in der Zeit mich mit deinem Hochhzeitskleid, Buß⸗ und Beichtlieder. daß ich deine Hochzeitsehren möge feiern ohn Aufhören. Heinr. Georg Neuß g. 1654 1 1716. Pfalm 51, 12—14. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 253 Shaff in mir, Gott, ein reines Herz, mein Herz ist ganz verderbet; es fühlet von der Sünde Schmerz, die ihm ist angeerbet und die es noch tut ohne Scheu. Ach mache, daß es wieder sei, wie du es erst erschaffen. 2. Gib mir auch einen neuen Geist, der wie du sei gesinnet, der stets dir anhang allermeist und was du willst, beginnet. Gib, daß er hasse Fleisch und Blut, und Glauben übe in Demut, Zucht, Sanftmut, Hoff⸗ nung, Liebe. 3. Verwirf von deinem Ange— sicht, ob ich es gleich verdienet, mich, allerliebster Vater, nicht, weil Jesus dich versühnet; laß nimmer, nimmer, nimmermehr mich dein Kind also fallen sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, damit er mich nicht nehme dir, und ich stets dein verbleibe; beherrschet mein Herz, Sinn und Mut der heilge Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste 151 und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Hülfe ist trotz Sünde, Tod und Teufel. 6. Dein freudger Geist erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, damit nicht das Verzweiflungs⸗ joch verderbe meine Seele. Sei meine Freude du allein, ach laß mich deine Freude sein und führe mich zur Freude! Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.-Rudolstadt g. 1640 4 1672. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 254 ch was sind wir ohne Jesus? dürftig, jämmerlich und arm; ach was sind wir? voller Elend. Ach Herr Jesu, dich erbarm! Laß dich unsre Not bewegen, die wir dir vor Augen legen. 2. Wir sind nichts ohn dich, Herr Jesu, hier ist lauter Finster— nis; dazu quälet uns gar heftig jener giftge Schlaͤngenbiß; dieses Gift steigt zu dem Herzen und verursacht stete Schmerzen. 3. Ach ohn dich, getreuer Jesu, schreckt der Teufel und die Höll, die Verdammnis macht mich zittern, da ich steh auf dieser Stell; mein Gewissen ist erwachet, und der Abgrund flammt und krachet. 4. Ohne dich, herzliebster Jesu, kommt man nicht durch diese Welt; sie hat fast auf allen Wegen unsern Füßen Netz ge— mich, hilf und vergib die Sün— stellt, sie kann trotzen, sie kann den; wenn meine Seele suchet heucheln und hält uns mit ihrem dich, so laß dich von ihr finden Schmeicheln. 15² Buß⸗ und 5. Ach wie kraftlos, Herzens⸗ jesu, richten sich die Kranken auf; unsre Macht ist lauter Ohn⸗ macht in dem müden Lebens⸗ lauf. Denn man sieht uns, da wir wallen, öfters straucheln, oft⸗ mals fallen. 6. Darum stärk uns, liebster Jesu, sei in Finsternis das Licht, öffne unsre Herzensaugen, zeig dein freundlich Angesicht! Strahl, o Sonn, mit Lebensblicken, so wird sich das Herz erquicken. 7. Tritt den Satan, starker Jesu, unter unsern schwachen Fuß, komm zu deiner Braut gegangen, biet ihr deinen Friedensgruß, Beichtlieder. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. 255 König, dessen Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wundertätig; ich armer Wurm vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöll⸗ ner tat, beschämet und von ferne, ich suche deine Hülf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne; doch daß sie Himmelsfreud verspüre weil ich voller Fehler bin und, und kein Leid sie mehr berühre. wo ich mich nur wende hin, des 8. Faß uns an, o süßer Jesu, Ruhmes vor dir ledig, so schlag führ uns durch die Pilgerstraß, ich nieder mein Gesicht vor dir, daß wir auf den rechten Wegen du reines Himmelslicht. Gott, gehen fort ohn Unterlaß; laß sei mir Sünder gnädig! uns meiden alle Stricke und 3. Die Schulden, der ich mir nicht wieder sehn zurücke! bewußt, durchängsten mein Ge— 9. Laß den Geist der Kraft, wissen; drum schlag ich reuig an Herr Jesu, geben unserm Geiste die Brust und will von Herzen Kraft, daß wir brünstig dir büßen. Ich bin, o Vater, ja nachwandeln nach der Liebe nicht wert, daß ich noch wandle Eigenschaft; ach Herr, mach uns auf der Erd; doch weil du winkst, selber tüchtig, so ist unser Leben so bet ich mit ganz zerknirschtem, richtig. bangem Geist, der gleichwohl dich 10. Dann wird Lob und Dank, noch Abba heißt: Gott, sei mir Herr Jesu, schallen aus des Sünder gnädig! Herzens Grund; dann wird 4. Mein Vater, schaue Jesum alles jubilieren, und dir singen an, den Gnadenthron der Sün⸗ Herz und Mund; dann wird der, der für die Welt genug ge⸗ auf der ganzen Erden Jesus tan, durch den wir Gottes Kin— hoch gelobet werden. der im gläubigen Vertrauen sind, Peter Lackmann g. 1659 4 1713. der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja guttätig. Ich Buß⸗ und Beichtlieder. fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben! Du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe tätig! Und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Ster⸗ ben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich bös oder gut, gib nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todes⸗ bahn, mein Jesu, selbst bei⸗ rätig! Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letz— ten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Valent. Ernst Löscher g. 1673 4 1749. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 256 Wi liegen hier zu 0 deinen Füßen, ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Ge— wissen, wie sehr dein Zorn ent⸗ brennet sei. Das Maß der Sün⸗ den ist erfüllt, ach weh uns, wenn du strafen willt. 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder, wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die unge— ratnen Kinder, die auf verkehrten Wegen gehn. Kein Wunder, 153 wenn uns Pest und Schwert und Hunger längst schon aufgezehrt. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht. Ach geh nicht mit uns ins Gericht! 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht; nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich doch erbarmen wirst. Ach hast du noch ein Vaterherz, so siehe doch auf unsern Schmerz! 5. Der Mittler steht ja in der Mitten, wir schaun zu seinen Wunden auf; er hat für unsre Schuld gelitten und leistet dir die Zahlung drauf. Verbirgst du deinen Gnadenschein, so muß sein Blut verloren sein. 6. Das teure Blut von dei— nem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 7. Ach laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Pla— gen los! 8. Steck ein das Schwert, das uns will fressen, den. Würger laß vorübergehn, gib deinen Kindern Brot zu essen, laß keine solche Zeit entstehn, daß man dein Wort uns teuer macht, und unser Herz dabei verschmacht. 9. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit, laß Lieb und Treu sich stetig küssen und fördre die Ge— rechtigkeit, krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut! 10. So wollen wir dir Opfer bringen, dein eigen sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein er— löstes Israel stimmt in den Jubel Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 25 7 u dir, Herr Jesu, C. komme ich, nach— dem du so gar freundlich mich zu dir hast heißen kommen. Mich drücket meiner Sünden Last, sie läßt mir keine Ruh noch Rast; würd sie mir nicht benommen, so müßt darunter ich vergehn, ich könnte nicht vor Gott bestehn, vor dem die Himmel selbst nicht rein, ich müßt ein Kind des Todes sein. Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, erquicke mich und laß mich 2. Das Sündenjoch ist mir zu J schwer, es drückt mein Herze all⸗ zusehr, du, Herr, wollst es zer— brechen! Gedenke, daß du diese Last darum für mich getragen hast, damit nicht möchte rächen im Guten zu. Buß⸗ und Beichtlieder. der Vater, was ich hab verschuldt, vielmehr, daß seine Gnad und Huld mir Aumeh wieder würd zuteil. Mach mich durch deine Wunden heil, Herr Jesu Christ, und für mich bitt, und für mich bitt, wenn Satan wider mich auftritt. 3. Zu dir steht meine Zuver⸗ sicht, ich weiß von keinem Helfer nicht ohn dich, o Arzt der Sün⸗ der. Nl andre Helfer sind zu schlecht, du bist allein vor Gott gerecht, des Todes überwinder, die Freistatt und der sichre Ort, das feste Schloß, der Schild und Hort, der Mitl ler und der Gna— denthron, des Vaters Herz und liebster Sohn. Herr Jesu Ch 92909 das glaube ich, das glaube ich, ach stärk in solchem Glauben mich! 4. Hinfort will ich nun jeder⸗ zeit auf mich zu nehmen sein bereit dein Joch, die sanfte Bürde; darunter find ich Fried und Ruh, ich wachs und nehm Und ob ich drunter würde aus Schwachheit, die dir ist bekannt, ermüden, wird doch deine Hand mir immer wieder helfen auf, um zu vollenden mei— nen Lauf. Herr Jesu Christ, durch dich allein, durch dich allein kann ich hier dort selig sein. J. Anast. Frey linghauseng. 167⁰011 739. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 258. D dich dr Buse, komm, bring dein armes Herz Buß- und falle ihm doch herbei! Komm, bald zu Fuße und zeig ihm deiner Seele Reu, die das Gesetz in uns erregt, wenn man Leid über Sünde trägt. 2. Dein Jesus ruft dich auch zum Glauben durchs süße Evan— gelium und will aus Gnade dir erlauben, zu werden ganz sein Eigentum, daß du nun durch sein wertes Wort sollst selig werden hier und dort. 3. So säubre, Jesu, Sinnen und schaff in mir das Herze rein, laß mich von neuem nur beginnen, was dir, mein Jesu, lieb kann sein, und hilf, daß ich nach deinem Sinn recht gläubig und auch heilig bin. 1734. Eigene Melodie. 259. A5 dir allein, an dir hab ich ge⸗ sündigt und übel oft vor dir ge⸗ tan; du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt, sieh, Gott, auch meinen Jammer ant 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Tränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang ent— fernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld! Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, du Gott der Lang— mut und Geduld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater meine Fl 15⁵⁵ der Barmherzigkeit! Erfreue mich um deines Namens willen, du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder fr eudig wallen und lehre mich dein heilig Recht, mich täglich tun nach deinem Wohlgefallen;du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schutz, mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein ehen und nimmt sich meiner Seele an. 66545 Beichtlieder. . Gellert g. 1715 1 1769. Mel. Herzliobster Jesu, was hast du verbrochen. 260 A einem tief vor dir gebeugten Herzen ruf ich zu dir in meinen Sündenschmerzen: O mache mich, Gott, meines Kummers ledig und sei mir gnädig! 2. Beschämt erkenn und fühl ich meine Sünden, laß, Vater, mich Erbarmung vor dir finden! Willst du auf Schuld und Über— . 5 sehen, wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben, du willst nicht, daß wir sterben, sondern sehen; uns soll die Größe deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir in Christo meine Fehle! Dein harrt im Glau— ben meine müde Seele; laß Trost und Ruh um des Versöhners willen mein Herz erfüllen! 5. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen hoff ich auf dich, 156 Buß- und o stille meine Sorgen! Du schen⸗ kest ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden. 6. Ja hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade, sie ist viel größer als dein Seelenschade, und endlich wird sie dich von allem Bösen gewiß erlösen. Nach Frdr. K. v. Moser g. 172311798, von Joh. Sam. Diterich. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Qch erhebe mein 26 N Gemüte sehn⸗ suchtsvoll, mein Gott, zu dir, denn ich kenne deine Güte, o wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich vergebens, nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir, daß ich nicht mehr irren möge; führe du mich selbst zu dir! Gott, du siehest mein Vertrauen; sicher kann ich auf dich bauen, deine Vatertreue ist ewig, wie du sel— ber bist. 3. Ach gedenke an die Sün⸗ den meiner Jugendjahre nicht, Beichtlieder. laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen. O so höre denn auch mich, meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben, seine Seele ist dir wert. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mit⸗ ten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht um⸗ kehrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Ge— müte, welchem du die Sünden⸗ last liebreich abgenommen hast. 6. Dir will ich mich denn er— geben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr über— winden! Ach bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! Nach J. Kasp. Lavater g. 1741 7 1801, von Joh. Sam. Diterich. XVII. Lieder vom Glauben Eigene Melodie. ö un freut euch, liebe 202. N anten g'mein, und laßt uns froh lich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wundertat; gar teur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt' mich be⸗ sessen. 3. Mein guten Werk die galten nicht, es war mit ihn'n ver dorben; der frei Will haßte“ Gotts Gericht, er war zum Gut'n eistorben, die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Hölle mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewig⸗ keit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen. Er wandt zu mir das Vaterherz; es war bei ihm fürwahr kein Scherz, sein Bestes ließ ers kosten. 3. 2 Iunach) zu seinem lieben Sohn: barmen; fahr hin, meins Her⸗ zens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn Die Zeit ist hie, zu er⸗ 15⁷ und von der Rechtfertigung. den bittern Tod und laß ihn mit dir leben! 6. Der Sohn dem Vater g'hor⸗ sam ward; er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein und zart, er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner arm Gestalt; den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelin⸗ gen; ich geb mich selber ganz 00 dich, da will ich für dich ringen denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bl l eib, da Jollt du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut; das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein; da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren, mich erkennen wohl, und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich getan hab und gelehrt, das sollst du tun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren. Und hüt dich vor 183 158 Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz! Das laß ich dir zur Letze.)) zum Abschied. Martin Luther g. 1483 1 1546. Eigene Melodie. 26 3 Wie glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er sorget für uns, hüt und wacht, es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jung⸗ frauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestor— ben und vom Tod wieder aufer— standen durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Römer 3, 23— 28. Eigene Melodie. 264 S ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte, die Werk die helfen nimmermehr, sie kön⸗ nen nicht behüten; der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat gnug für uns all getan, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott im G'setz geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhub sich Zorn und große Not vor Gott so mannigfalte; vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G'setz erfordert aller— meist; es war mit uns ver⸗ loren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei: Gott hätt sein G'setz drum geben, als ob wir könnten selber zieret schöne, die ganz Christenheit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben; hie all Sünd vergeben werden; das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewig⸗ keit. Amen. Martin Luther g. 1483 4 1546. frei nach seinem Willen leben. So ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündig Art in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dieselbig Art aus eignen Kräften lassen; wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maͤßen; denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, und jedem Fleisch der Sünde Schand allzeit war an— geboren. 5. Doch mußt das G'setz er⸗ füllet sein, sonst wärn wir all verdorben. Drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte. Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du hast für mich be— zahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht be— trügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag(das wirst du nimmer lügen): Wer glaubt an mich und wird getauft, demselben ist der Himm'l erkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub gibt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht lasset; mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts tun, bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die Sünd durchs G'setz erkannt und schlägt das G'wissen nieder; das Evange— lium kommt zu Hand und stärkt den Sünder wieder. Es spricht: Nur kreuch zum Kreuz herzu, im G'setz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk die kommen g'wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das nicht rechter Glaube wär, wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht; die Werk die sind des Nächsten Knecht, dabei wirn Glauben merken. 159 11. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das geschehen soll zu Freud, setzt Gott kein g'wisse Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List; des solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht er— schrecken, denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Guttat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns an⸗ g'fangen hat, zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd g'scheh wie im Him— melsthrone, das täglich Brot ja heut uns werd; wollst unsrer Schuld verschonen, als wir auch unsern Schuldnern tun, laß uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Übel! Amen. Paul Speratus g. 1484 4 1551. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. 2 6 5 Wonn meiner Sünd * auch noch so viel, dennoch ich nicht verzagen will, Christ will ich lassen walten; der alle Sünd weg nimmt und trägt, der wird mich auch erhalten. 160 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 2. Sein tröstlich Wort hab ich in die Pein um meiner Sünde gehört, damit hat er mein Herz willen. gerührt; wer glaubet seinem 2. Jetzt aber hab ich Ruh und Sohne, der wird verloren wer-Rast, darf nimmermehr verzagen, den nicht, empfängt der Freuden weil er die schwere Sündenlast Krone. für mich hat selbst getragen. Er 3. Es traure, wer da trauren hat mit dir versohnet mich, da will, mein Herz aufspringt vor er am Kreuz ließ töten sich, auf Freude viel, kein Leid kann mich daß ich selig würde. nicht rühren; kein Unfall mich 3. Drum ist getrost mein Herz abwenden soll von Christo, mei-und Mut mit kindlichem Ver— nem Herren. trauen; auf dies sein rosen⸗ 4. O Jesu Christ, mein Herr farbnes Blut will ich mein Hoff— und Gott, dir trauen hilft allein nung bauen, das er für mich aus Not, hilf meinem schwachen vergossen hat, gewaschen ab die Glauben, so kann mich auch der Missetat und mir das Heil bittre Tod aus deiner Hand erworben. ö nicht rauben. 4. In seinem Blut erquick ich 5. Frisch und fröhlich, mein mich und komm zu dir mit liebe Seel, dir ist beschert das Freuden; ich suche Gnad demü— ewge Heil, dein' Feind sind all tiglich, von dir soll mich nichts gedämpfet! Den Streit der nicht scheiden. Was mir erworben hat verlieren kann, der in dem Glau- dein Sohn durch seinen Tod und ben kämpfet. Marterkron, kann mir kein Teufel 6. Dank sei dir, Gott, in Ewig⸗rauben. keit, o Vater der Barmherzigkeit, 5. Nichts hilft mir die Gerech— samt Christo, meinem Herren! tigkeit, die vom Gesetz herrühret, Dein Lob ich allzeit preisen will, wer sich in eignem Werk erfreut, stets deinen Namen ehren. wird jämmerlich verführet. Des Aus dem Niederdeutschen des Herren Jesu Werk allein das H. Wepse, um 15860. machts, daß ich kann selig sein, der ichs mit Glauben fasse. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh darein, 6. Gott Vater, der du alle oder Es ist gewißlich an der Zeit. Schuld auf deinen Sohn geleget, 266 Webfier herz⸗Herr Jesu, dessen Lieb und Huld * liebster Sohn, all meine Sünde träget, o heil— o Gott, nicht wär auf Erden ger Geist, des Gnad und Kraft kommen und hätt, da ich in allein das Gute in mir schafft, Sünden tot, mein Fleisch nicht laß mich ans End beharren! angenommen, so müßt ich armes V 15 Joh. Heermann g.158574647, Würmelein zur Hölle wandern V. 6. Hannov. Gsb. 1652. 3 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 161 Eeigene Melodie— ging mit Gefahr, es war in 267 err, ich bekenn von Satans Stricken; das hat er v 2 Herzensgrund, bracht aus eigner Macht, wie auch mit dem Mund, nichts soll du begehrt, zu deiner Herd, zur mich davon wenden, daß nie-WHerde der Gerechten. mand sonst mein Heiland ist als 6. Mich, den die Welt ganz Jesus Christ, der wahre Gott listiglich von dir zu sich mit ohn Ende, der mir zu gut mein ihrer Lust gezogen, bringt jetzt Fleisch und Blut genommen an, dein Sohn in deinen Schoß von drum er nicht kann mich armen Sünden los, aus Lieb hierzu be— Sünder hassen. wogen. Ich, der sich weit durch 2. Geborn ist er ein kleines Eitelkeit von deiner Gnad ent-— Kind für meine Sünd, in Win⸗ fernet hat, ich bin jetzt wieder ö deln eingehüllet; die Jugend kommen. ö mit Mühseligkeit, Armut und 7. Was Satanas mit bösem Leid ist worden ganz erfüllet; Sinn geraubet hin und von dir er hat gewacht, sich matt ge⸗weggetrieben, das bringt dein macht; er ward gestäupt, sein Sohn zu deiner Herd aufs neu heilig Haupt mit Dornen scharf bekehrt, zu denen, die dich lieben. gekrönet. Er stellet dir jetzt wieder für 3. Er ward ans Kreuzesholz dein Kind, das sich mutwillig— gehenkt, mit Gall getränkt und lich von dir verlaufen hatte. fiel in Todesbanden; doch wie-⸗ 8. Also hab ich nun Gnad, o derum am dritten Tag nach seiner Gott, durch Christi Tod, den Plag ist er vom Tod erstanden, er für mich erduldet. Und ob ich mit Herrlichkeit zur Himmelsfreud wohl bei mir befind, daß meine gegangen ein, frei aller Pein, Sünd all Höllenpein verschuldet, gesetzt zu deiner Rechten. so hab ich doch die Hoffnung 4. So schaue deinen Sohn doch noch durch deinen Sohn, den an, was er getan, laß Gnad in Gnadenthron: ich werd nicht sein ihm mich finden! Du hast mich verloren. Armen nicht veracht, ganz freiß 9. Die Tür zum schönen Pa gemacht von meinen schweren radies hat er gewiß durch sein Sünden. Durchs Sohnes Tod Blut aufgeschlossen, das aus den hast du aus Not den Knecht Wunden mildiglich am Kreuze erlöst; wer sich des tröst, den sich mit Strömen hat ergossen. kannst du nicht verdammen. Ich glaube fest, daß du nicht 5. Der treue Hirt jetzt kommt läßt, o frommer Gott, in Angst vor dich und träget mich, sein und Not, der dies mit Glauben Schaf, auf seinem Rücken, das fasset. Schaf, das ganz verirret war, Joh. Heermann g. 15854 1647. 11 162 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. bei der stets bleib des Geistes 26(chh glaub an Einen Gab. Ich glaub, daß dieses ꝗ Gott allein, der Fleisch vom Grab werd aufer— alle Dinge groß und klein, den stehn zum Leben. Himmel nebst der Erden aus Justus Gesenius g. 1601 4 1673, nichts hat lassen werden, der oder David Denicke g. 1603 + 1680. auch mich selbst aus lauter Gnad zu seinem Dienst erschaffen hat,‚ Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Eigene Melodie. mir Leib und Seel gegeben, Sinn und Vernunft daneben. Durch seine Weisheit, Macht und Güt all sein Geschöpfe er behüt. Er ist mein Vater und mein Gott, der mir zu Hülfe kommt in Not, mich schützet und ernähret. 2. Ich glaube auch an Jesum Christ, der Gott vom Vater ewig ist und dann ein Mensch geboren, daß ich nicht würd verloren; der mir des Vaters Huld erwarb, am Stamm des Kreuzes für mich starb, fuhr zu der Hölle nieder, stund auf vom Tode wieder. Und zu vollenden seinen Lauf, fuhr er zum Himmelsthron hin⸗ auf; von da er kommen wird einmal, daß er die Menschen richte all, die Lebenden und Toten. 3. Ich glaub auch an den heil— gen Geist, der gleich ist wahrer Gott und heißt ein Lehrer unsrer Sinnen, der ewig ohn Beginnen vom Vater und vom Sohn aus⸗ geht, der den Betrübten hier bei— steht, daß sie Vergebung finden von allen ihren Sünden. Ich glaube, daß erhalten werd ein allgemeine Kirch auf Erd, daß man recht könne gläuben, nicht jedermannes Ding so ist, noch standhaft zu verbleiben. Drum hilf du mir von oben her, des wahren Glaubens mich ge— währ und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Jesu Christe, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich gelobet und gepreist in dem drei— eingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gna— denheil die wahr Erkenntnis fin⸗ den, wie der nur an dir habe teil, dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mirs gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, es wohl ins Herze fasse, daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse, daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, dein Kreuztod zugerechnet. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Wunden ich bleib allzeit einge— schlossen und durch den Glauben auch die Welt und was dieselb am höchsten hält, allzeit für Scha⸗ den achte. 6. Wär auch mein Glaube noch so klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Gnad mich stärke, die das zerstoßne Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht aus— löschet in den Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sei lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich immer stärken, daß er sei fruchtbar für und für und reich an guten Werken, daß er sei tätig durch die Lieb, mit Freude und Ge⸗ duld sich üb, dem Nächsten fort zu dienen. ). Insonderheit gib mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich übe gute Ritterschaft, zu dir allein mich wende in mei⸗ ner letzten Stund und Not, des Glaubens End a deinen Tod, die Seligkeit, erlange. 10. Herr Jesu, der du ange— zündt das Fünklein in mir Schwachen: was sich vom Glau— ben in mir findt, das wollst du stärker machen. Was du gefan— gen an, vollführ bis an das End, Weh. auf dieser Erd; Gottes stracks vergehen, 163 daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen. David Denicke g. 1603 1 1680. Föm. 8 Mel. Valet will 0 dir geben. 270.J Ast Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mir gänzlich günstig sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und schönes Licht. Wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Augen stehen und vor Sternensitz, ich müßte wie Wachs in dem Feuershitz. 5. Der, der hat ausgelöschet, was mit sich führt den Tod; der ists, der mich rein wäschet, macht 41 164 schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder tut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz; kein Urteil mich er— schrecket, kein Unheil mich be— trübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. gen, doch bin ich 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regiert mir meinen Sinn, vertreibet Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin; Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Tränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem ver— bindet, den Satan fleucht und haßt, der wird 5—— 0 und findet ein hohe schwere Last zu leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Pla— gen die sind sein täglichs Brot. 12. Das ist mir nicht verbor— unverzagt; Gott will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab, an dir will ich fest kleben gibt hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und S Schrecken findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechl lich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens 4. ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu: wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und und nimmer lassen ab. 13. Die Welt die mag zer⸗ brechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit rig sein, Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst und Fährlichkeit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht trau— ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnen— schein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 271. Gl laube macht allein gerecht durch Christum, ders erworben; kein Werk erwirbt das Himmel— recht, weil alls an uns verdorben. Doch ist ohn Lieb der Glaube tot; drum willst du meiden ewge Not, so glaub, tu Buß, üb Liebe! 2. Die Liebe sei des Nächsten Knecht, die tu aus gutem Her— zen. Dabei nun glaube recht und schlecht, daß bloß durch Christi Schmerzen und seinen Tod du seist gerecht, und flieh, zu sein der Sünde Knecht. Gott woll uns all bekehren! Christoph Runge g. 1619 7 1681. 2 Cor. 13, 5. Mel. O 3 t, du frommer Gott. Mel. 1. 272 Vr het euch doch selbst, ob ihr im Glauben steh et, ob Christus in euch st, ob ihr ihm auch nach gehet in Demut und Geduld, in Sanftmut, Freundlichkeit, in Lieb dem Nächsten stets zu dienen seis, bereit. „Der Glaube ist ein Licht im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle h Ein erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gesinnt, erneuert Herz und Mut, macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben und tut in Einfalt es dem Nächsten wie— der geben; dieweil er überreich in Ehristo worden ist, preist er tun statt 16⁵ die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwer— mut wird verjaget; sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wet ter aus, besteht im Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Hän⸗ den nimmt alle Dinge an, nicht zürnet, tut nicht schänden; denn alles uns zu Nutz und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind, er gibt uns in dem Sohne sein eingebornes Kind zu einem Gnadenthrone, setzt Liebe gegen Haß. Wer gläubig dies erkennt, wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott getan, wir dem Nächsten eben; droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir; in Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenkron. 8. Setzt uns Gott auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen: der Glaube bringt Ge— duld, erleichtert alle Plagen; Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Not von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen wie 166 auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen, verzaget an sich selbst, erkennet sich für nichts, sucht bloß in Christo Kraft, im Ursprung alles Lichts, 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke, solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn, flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht in Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet, denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk; sieh, ob du auch so tust. 12. O Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben; wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus. Du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus! Ioach. Just. Breithaupt g. 16584 1732. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh. 273 Iâ bin getrost und ich hab Jesum und schlafe sicherlich in seinem Schoß und Wunden. Dies ist der Ort, allwo mich nicht Sünd, Tod und Hölle schrecket, weil mir in Christo nichts gebricht, und seine Macht mich decket. 2. Er spricht zu mir: Ich bin ganz dein, und du bist mein freue mich, weil ben, f funden; ich lieg Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. hinwieder, ich mache dich frei aller Pein, drum singe Frie⸗ denslieder! Ich fülle dich mit meiner Freud und kröne dich mit Wonne, dich schmückt mein schö— nes Unschuldskleid viel schöner in als die Sonne. 3. Was will mich nun von Christi Huld und seiner Liebe scheiden? Verklagt mich meine Sündenschuld, so faß ich Christi Leiden; dies stellet mich in Sicherheit und stillet mein Ge⸗ wissen; so krieg ich Fried und Freudigkeit zum Schild und sanften Kissen. 4. Hab Dank, o Jesu, Gottes-⸗ sohn, der du den Frieden brin⸗ gest, der du den höchsten All- machtsthron verlässest und be— zwingest, was uns den teuren Frieden stört. Laß mich zum Tempel werden, wo nichts als Fried und Freud einkehrt, sei selbst mein Fried auf Erden! 5 Miel. Valet will ich dir geben. 274 Gene ich bin im Glauben, wer will mir Eintrag tun? Wenn Höll und Satan schnau⸗ so kann ich sicher ruhn. Mich schrecket kein Getümmel, kein Fall, der sonst verletzt; mein Wandel ist im Himmel, mein Glaube fest gesetzt. 2. Fragt jemand nach dem Grunde, dem bin ich allezeit mit Herzen und mit Munde zur Rechenschaft bereit. Der Grund, auf den ich baue, ist So 0 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 167 Christus ganz allein, und weil ich dem vertraue, so muß ich selig sein. 3. Auf mein Verdienst und Werke vertrau und bau ich nicht, im Herren hab ich Stärke und feste Zuversicht. Vas mir den Tod verschuldet und mich in Not gebracht, dafür hat er ge— duldet und mich gerecht gemacht. 4. Dies bleibet meine Freude, wenn ich in Angsten bin; ja risse mich noch heute ein schneller Tod dahin, so laß ich mir nicht grauen, dieweil mein Glaube spricht: Geh, eile, Gott zu schauen, dein Hoffen trüget nicht. 5. Drum will ich nimmer wanken, mein Heiland, halte mich! Erhalte die Gedanken, wenn Furcht und Schrecken sich zu meinem Fall verbinden, wenn die Verfolgung blitzt, Gefahr und Not sich finden, und sich die Höll Wenn ich sodann am shgser wiewohl nicht trost⸗ los bin, so sei du mir am näch⸗ sten und stärke meinen Sinn, daß ich dabei gelassen und voller Mutes sei, mich als ein Christ zu fassen; hilf, Herr, und steh 37 bei! „Ich will dich feste halten, wenn Trübsalshitze sticht; und wenn ich werd erkalten, so laß ich dich doch nicht. Dein Geist spricht meinem Geiste Trost und 8. Nun, Herr, du gibst den Willen, verleihe mir zugleich auch Kräfte zum Erfüllen, so bin ich ewig reich. Drum dene mir die Hände, so bleib ich unver— letzt und bis zum Lebensende im Glauben festgesetzt. Martin 936335. um 1720. Gigene Melodie, oder Gott des Himmels und der Erden. 275. Wecht ihr Berge, fallt, ihr Hügel, brechet, alle Felsen, ein: Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein. Laß die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort ver— sprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat voll⸗ bracht. Er, die Wahrheit, trü— get nicht, was er saget, das de Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck er reichen, bis sie mich zufrieden ttellt Gott ist fromm und gut und treu, ob die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott Drallt lt sein Ver⸗ sprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich ver— Erquickung ein, Herr, stärke mich stellen, ist sein Herz doch treu und leiste mir Kraft, dir tren gesinnt und bezeugt in allen zu sein! Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, 168 dem er beide Hände reicht, wenn 9 Grund und Boden weicht. Er will Friede mit mir wenn die Welt gleich ihre Liebe mag 0 22— Lärmen macht; erkalten, geacht, und wenn Höll und Ab⸗ ich bin bei ihm wert grund brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. „Er, der Herr, ist mein Er⸗ harnter, so hat er sich selbst ge⸗ nennt; das ist Trost, so werd ich Armer nimmermehr von ihm ge— trennt. Sein Erbarmen läßt nicht du, daß er mir was Leides tu. Nun es bleibt mein ganz Wiriranen auf ihn ankerfest ge⸗ richt; auf ihn will ich Felsen bauen, denn ich weiß, daß es ge⸗ schicht. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 276. Qch bin gewiß in meinem Glau— ben, der in Christum ein⸗ verleibt. Wer Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. —2 3. Ich bin gewiß in meinem Leben, daß Jesu Gnade bei mir ist; die Hilft mir allen Kummer heben. Wenn sich mein Herz an seines schließt, so acht ich keiner Hindernis, Gott sorgt für mich, ich bin gewiß. 4. Ich bin gewiß in meinem Leiden: kein Engel und kein Fürstentum mag mich von mei— nem Jesu scheiden, er ist mein Heil, mein Teil, mein Ruhm. 0 schadet mir kein Schlangen— biß, Geduld sagt doch: Ich bin gewiß. 5. Ich bin gewiß in meinem Hoffen; was gegenwärtig ist, vergeht, mein künftig Erbteil steht mir offen, dahin sich auch mein Geist erhöht. Die Hoff— nung macht die? Wermut süß, weil sie stets singt: Ich bin gewiß. 6. Ich bin gewiß in meinem Sterben, daß mich der Tod nicht kann mir dieses Kleinod rauben, das mir sein Blut und Tod verschreibt? Sein teures Wort bekräftigt dies, drum sagt mein Glaub: Ich bin gewiß. 2. Ich bin gewiß in meiner Liebe, Wir nur an meinem Jesu klebt, daß, wenn ich mich im von Jesu Schaf, er Lieben übe, mein Jesus in dem Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. Herzen lebt. mein Paradies, ich bin gewiß. Sein Lieben ist er liebet— 27˙0. töten kann. Nach ihm macht mich mein Gott zum Erben von dem beglückten Kanaan. Ein ander Leben folgt auf dies: Mein Jesus lebt, ich bin gewiß. 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, bis aus dem Glauben Schauen wird; es soll mich nichts reißen, ich bin sein ist mein Hirt. In Ewigkeit folgt hier kein Riß, die Losung bleibt: Ich bin gewiß. Benjamin Schmolck g. 1672 + 1737. I. weiß, an wen ich gläube: Mein FFFI Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 169 Jesus ist des Glaubens Grund; bei dessen Wort ich bleibe, und das bekennet Herz und Mund. Vernunft darf hier nichts sagen, fie sei auch noch so klug; wer Fleisch und Blut will fragen, der fällt in Selbstbetrug. Ich folg in Glaubenslehren der heilgen Schrift allein; was diese mich läßt hören, muß unbe— trüglich sein. 2. Herr, stärke mir den Glau— ben, denn Satan trachtet Nacht und Tag, wie er dies Kleinod rauben und um mein Heil mich bringen mag. Wenn deine Hand mich führet, gehn; wenn mich dein Geist re— gieret, wirds selig um mich stehn. Ach segne mein Ver— trauen und bleib mit mir ver— eint, so laß ich mir nicht grauen und 900 keinen Feind. Laß mich im Glauben leben!“ Sol Uauch Verfol gung, Angst und Pein mich auf der Welt um— geben, so laß mich treu im Glauben sein! Im Glauben laß mich sterben, wenn sich mein Lauf beschließt, und mich das Leben erben, das mir verheißen ist. Nimm mich in deine Hände bei Leb- und Sterbenszeit, so ist des Glaubens Ende der Seele Seligkeit. Erdmann Neumeister g. 167171756. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 2 278(JQesus nimmt die 2 N Sünder an. so werd ich sicher Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgetan: Jesus nimmt die Sünder an. * 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade zur Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrostes Muts; ob die Sünden blutrot wären, müßten sie kraft deines Bluts dennoch sich in schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sün⸗ der an. 7. Mein Gewissen schreckt mich nicht; will mich das Gesetz ver— klagen, der mich frei und ledig spricht, hat die Schulden abge— tragen, daß mich nichts ver— l N 170 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. dammen kann: Jesus nimmt getrost vertraun und, wenn mich die Sünder an. meine Sünden kränken, nur bald 8. Jesus nimmt die Sünder nach Gottes Herzen schaun; da an, mich hat er auch ange- findet sich zu aller Zeit unend— nommen und den Himmel auf- liche Barmherzigkeit. getan, daß ich selig zu ihm 6. Wird alles andre wegge⸗ kommen und auf den Trost rissen, was Seel und Leib er⸗ sterben kann: Jesus nimmt die quicken kann, soll ich von kei— Sünder an. nem Troste wissen und scheine Erdmann Neumeister g.1671171756. völlig ausgetan, ist die Erret⸗ —— tung noch so weit: mir bleibet Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. die Barmherzigkeit. 27 Ich habe nun den 7. Beginnt das Irdische zu Grund gefunden, drücken, ja häuft sich Kummer der meinen Anker ewig hält. und Verdruß, daß ich mich noch Wo anders, als in Jesu Wunden? in vielen Stücken mit eitlen Din⸗ Da lag er vor der Zeit der Welt, gen mühen muß, werd ich da— der Grund, der unbeweglich steht, durch oft sehr zerstreut, so hoff wenn Erd und Himmel untergeht. ich doch Barmherzigkeit. 2. Es ist das ewige Erbarmen, 8. Muß ich an meinen besten das alles Denken übersteigt; es Werken, darinnen ich gewandelt sind die offnen Liebesarme des, bin, viel Unvollkommenheit be— der sich zu dem Sünder neigt, merken, so fällt wohl alles Rüh⸗ dem allemal das Herze bricht, men hin, doch ist auch dieser wir kommen oder kommen nicht. Trost bereit: ich hoffe auf Barm⸗ 3. Wir sollen nicht verloren herzigkeit. werden, Gott will, uns soll ge⸗ 9. Es gehe nur nach dessen holfen sein; deswegen kam der Willen, bei dem so viel Erbar⸗ Sohn auf Erden und nahm men ist. Er wolle selbst mein hernach den Himmel ein, des- Herze stillen, damit es das nur wegen klopft er für und für so nicht vergißt; so stehet es in Lieb stark an unsers Herzens Tür. und Leid in, durch und auf Barm— 4. O Abgrund, welcher alle herzigkeit. Sünden durch Christi Tod ver⸗ 10. Bei diesem Grunde will schlungen hat! Das heißt die ich bleiben, so lange mich die Wunde recht verbinden, da fin⸗Erde trägt; das will ich den⸗ det kein Verdammen statt, weil ken, tun und treiben, so lange Christi Blut beständig schreit: sich ein Glied bewegt. So sing Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! ich einstens höchst erfreut: O 5. Darein will ich mich gläu⸗Abgrund der Barmherzigkeit! big senken, dem will ich mich Joh. Andr. Rothe g. 1688 4 1758. V—* NSWI RNKL 3 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 171 Eigene Melodie. 280 bU hränkte Liebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wosser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Firges Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen, Herr, wer kann das fassen! 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nie— der,*) welche doch immer noch neue Schuld erreget, wenn sie kaum geleget.) Ps. 7, 14 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Trä⸗ nen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl re⸗ gieret und mit Ruhm den Zep⸗ ter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. 6 9. 1693 1 1735. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 281. Ens Liebe, mein Gemüte wa— get einen kühnen Blick in den Abgrund deiner Güte; send ihm einen Blick zurück, einen Blich voll Heiterkeit, der die Finster⸗ nis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. ö 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich beweget hast und aus einem reinen Triebe den erwünschten Schluß gefaßt, der im Fluch versenkten Welt durch ein teures Lösegeld und des eignen Sohnes Sterben Gnad und Frehet zu erwerben. 3. O ein Ratschluß voll Er— barmen, voller Huld und Freund—⸗ lichkeit, der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hülfe beut. Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. ö 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich der darinnen übe, der 172 Lieder vom Glauben und von der am Segen Anteil nimmt. Wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Diesen Glauben anzuzün⸗ den, der ein Werk des Himmels heißt, lässest du dich willig fin⸗ den, deinen teuren, guten Geist denen, die gebenget stehn, die ihr Unvermögen sehn und zum Thron der Gnade eilen, gern und willig mitzuteilen. 6. Wo du nun vorher gesehen, daß ein Mensch auf dieser Erd deinem Geist nicht widerstehen noch sein Werk verhindern werd, sondern ohne Heuchelschein werd im Glauben feste sein, diesen hast du auserwählet und den Deinen zugezählet. 7. Du hast niemand zum Ver— derben öhne Grund in Bann getan; die in ihren Sünden sterben, die sind selber schuld daran. Wer nicht glaubt an dei— nen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn, sein mutwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und L 155—— 8. Liebe, dir sei Lob gesungen für den höchst gerechten Schluß, den die Schar verklärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunet hört und umsonst sich unterwindet, wie sie 5 Tief ergründet. 9. Liebe, laß mich dahin stre— ben, meiner Wahl gewiß zu sein; richte selbst mein ganzes Leben Rechtfertigung. so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, daß ich auf dem Himmelswege. 10. Laß mich meinen Namen schauen in dem Buch des Lebens stehn, dann so werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn. Keine Kreatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können noch von deiner Liebe trennen. Joh. 35 423616 265. 16931 1735. Eigene Mel lodie. 282. Meir Heiland nimmt die Sünder an, die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgends Ruh und Rettung finden. De— nen die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel sein, den'n Moses schon den Stab ge— brochen und sie der Hölle zuge— sprochen, wird diese Freistatt aufgetan: mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden, ihn drang der Sün— der Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und schmeckte den verdienten Tod:; nun, da er denn sein eigen Leben zur teuren Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug getan, so heißts: Er nimmt die Sün⸗ der an. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 173 2 3. Nun ist sein aufgetaner Schoß ein sichres Schloß ge— jagter Seelen; er spricht sie von dem Urteil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer ins un⸗ ergründlich tiefe Meer ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugetan. Mein Heiland nimmt die Sün— durch seinen Tod und Blut versenket und ihnen Gottes Geist geschenket, der freudig Abba rufen Mein Heiland nimmt die Sün— der an. 4. So bringt er sie dem Vater kann. der an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt, und wen sein Sündengreul betrübet, zu dem, der keinen von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begibet. Wie? willst du dir im Lichte hin in seinen starken Liebes⸗ armen; das neiget denn den Vatersinn zu lauter ewigem Er— barmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt; ja alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Tür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgetan. Mein Hei— land nimmt die Sünder an. 5. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sün— dern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn als wenn ihr Auge vor ihm tränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, stehn und ohne Not verloren gehn? willst du der Sünde län— ger dienen, da dich zu retten er erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur so gut du weißt zu kommen. Wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch kriechend angenommen. wie eilt er in Zachäi Haus, wie sanft stillt er der Magdalenen den milden Fluß erpreßter Trä— nen und denkt nicht, was sie sonst getan! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Pe⸗ trum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur getan, da er auf Erden mußte wallen, nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und Sieh, wie sein Herz dir offen steht und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vie— lem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Wurm, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: Ich habs zu grob gemacht, ich hab die Güter seiner Gnade zu lang und schänd— lich durchgebracht, er hat mich oft umsonst geladen. Wofern dus nur jetzt redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, du sollst auch jetzt noch Gnade finden, er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mmizi ö I ö 0 N II IN N III V. + . IN * II AI 14 4 I + NV * ö 4 ( 174 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Mein Heiland nimmt die Sün- hier mußt du dir nun Hütten der an. bauen, hier muß dein ewig 10. Doch sprich auch nicht: e sein. ist noch— ich muß erst diese 2. Mich warf die Menge mei⸗ Lust genießen, Gott wird ja eben ner Sünden als ein erbostes nicht gleich heut die offnen Gna⸗Meer herum, ich ward ein denpforten schließen. Nein, weil traurig Spiel den Winden und er ruft, so höre du und greif mit des Verderbens Eigentum, mir beiden Händen zu! Wer seiner drohte mein befleckt Gewissen Seele heut verträumet, der hat mit ewig bangen Finsternissen die Gnadenzeit versäumet, ihm und einem vollen Maß der Not, wird hernach nicht aufgetan. ich schwamm auf diesen wilden Heut komm, heut nimmt dich Wellen verzagend an dem Rand Jesus an. der Höllen und rang mit Leben 11. Ja zeuch uns selber recht und dem Tod. zu dir, holdselig süßer Freund 3. Doch mitten in den Todes-⸗ der Sünder, erfüll mit sehnen⸗ nöten erblickte Jesus meinen der Begier auch uns und alle Schmerz, ihm drang mein Adamskinder, zeig uns bei un⸗ tränenvolles Beten in sein er— serm Seelenschmerz dein aufge- barmend Mutterherz. Er zeigte schloßnes Liebesherz! Und wenn mir die offnen Wunden, die er wir unser Elend sehen, so als Mittler hat empfunden; er laß uns ja nicht stille stehen, rief: Erlöster, eil herzu, komm, bis daß ein jeder sagen kann: komm, dies sind die Felsenritzen, Gott Lob, auch mich nimmt die dich vor Fluch und Hölle Jesus an! schützen, eil, Seele, eil, hier findst Leop. Franz Fried. Lehr g. 17091 1744. du Ruh. 2 4. Nun laß die Tiefen immer Mel. Wie wohl ist mir, o Freund d.Seele. brausen, seid, Wind und Meer, 6 o hab ich mn au ungestüm, laß selbst des 283. S'ê 5 den Fels er⸗ Todes Fluten rauschen, ver⸗ reichet, worauf mein matter dopple, S Satan, deinen Grimm! Glaube ruht. Ein Fels, der Ihr werdet mich nicht l e keinen Stürmen weichet, ein schreken, mein Fels weiß mich Fels, an dem die wilde F zu bedecken auch 111. der und wärs die ganze Macht der lerschlimmsten Zeit. Laß alle Höllen, entkräftet muß zurücke Berge untergehen, mir bleibt prellen, schließt mich in seine mein Felsen ewig stehen und Schutzwehr ein. Mein Herz, Lii die Tür zur Seligkeit. verbanne Furcht und Grauen, Leop. Franz Fried. Lehr g. 17094 1744. E ———v—————⏑—— Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 175 Epheser 2, 8. 9. 6. Aus Gnaden! Hierauf will Mel. Wer nur den lieben Gott läßt ich sterben; ich fühle nichts, doch walten. Mel. 3. mir ist wohl. Ich kenn mein 284 A Gnaden soll sündliches Verderben, doch auch ich selig werden. den, der mich heilen soll. Mein Herz, glaubst dus, oder glaubst Geist ist froh, die Seele lacht, dus nicht? Was willst du dich weil mich die Gnade selig macht. so blöd geberden? Ists Wahr⸗ Christ. Ludw. Scheidt g. 1709 4 1761. heit, was die Schrift verspricht,———— ö so muß auch dieses Wahrheit Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. sein: Aus Gnade ist der Him⸗ 285 Get hin, ihr gläu⸗ mel dein.—Z bigen Gedanken, 2. Aus Gnaden! Merk dies ins weite Feld der Ewigkeit, er— Wort: Aus Gnaden, so oft dich hebt euch über alle Schranken deine Sünde plagt, so oft du der alten und der neuen Zeit, immer bist beladen, so oft dich erwägt, daß Gott die Liebe sei, dein Gewissen nagt; was die die ewig alt und ewig neu. Vernunft nicht fassen kann, das 2. Der Grund der Welt war beut dir Gott aus Gnade an. nicht geleget, der Himmel war 3. Aus Gnaden! Dieser Grund noch nicht gemacht, da hat Gott wird bleiben, so lange Gott schon den Trieb geheget, der mir wahrhaftig heißt. Was alle das Beste zugedacht; da ich noch Knechte Jesu schreiben, was nicht geschaffen war, da reicht' Gott in seinem Wort anpreist, er mir schon Gnade dar. worauf all unser Glaube ruht, ist: 3. Sein Ratschluß war, ich Gnade durch des Sohnes Blut. sollte leben durch seinen einge— 4. Aus Gnaden! Wer dies bornen Sohn; den wollt er mir Wort gehöret, tret ab von aller zum Mittler geben, den macht' Heuchelei! Dann, wenn der er mir zum Gnadenthron, in Sünder sich bekehret, so lernt er dessen Blute sollt ich rein, ge— erst, was Gnade sei; beim Sünd- heiliget und selig sein. gen scheint die Gnad gering, dem 4. O Wunderliebe, die mich Glauben ists ein Wunderding. wählte vor allem Anbeginn der 5. Aus Gnaden bleibt dem Welt und mich zu ihren Kin— blöden Herzen das Herz des dern zählte, für welche sie das Vaters aufgetan, wenns unter Reich bestellt! O Vaterhand, o größter Angst und Schmerzen Gnadentrieb, der mich ins Buch nichts sieht und nichts mehr hoffen des Lebens schrieb! kann. Wo nähm ich oftmals 5. Wie wohl ist mir, wenn Stärkung her, wenn Gnade mein Gemüte empor zu dieser nicht mein Anker wär? Quelle steigt, von welcher sich— 176 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. ein dane der Güte zu mir sich durch die Sterne und sieht durch all e Zeiten neigt, daß jeder ins Reich der Ewigkeit; da zeigt Tag sein Zeugnis gibt: Gott mir deine milde Hand mein hat mich je und je geliebt. Erbteil und gelobtes Land. 6. Wer bin ich unter Millionen 12. O sollt ich dich nicht ewig der Kreaturen seiner Macht, die lieben, der du mich unaufh örlich in der Höh und Tiefe wohnen, liebst? Sollt ich mit Undank daß er mich bis hieher gebracht! dich heirüben, da du mir Fried Ich bin ja nur ein dürres Blatt, und Freude gibst? Verließ ich ein Staub, der keine Stätte hat. dich, o Menschenfreund, so wär 40 freilich bin ich zu ge— ich selbst mein ärgster Feind. ringe der herz lich 16 Barmherzig— 13. Ach könnt ich ais⸗ nur keit, womit, o Schöpfer aller besser ehren, welch edles Loblied Dinge, mich deine Liebe stets stimmt ich an! Es sollten Erd erfreut; ich bin, o Vater, selbst und Himmel hören, was du, mein nicht mein, dein bin ichj Herr, Gott, an mir getan; nichts ist und bleibe dein. so köstlich, nichts so schön als, 8. Im sichern Schatten deiner höchster Vater, dich erhöhn. Flügel find ich die ungestörte 14. Doch nur Geduld! Es Ruh. Der feste Grund hat die- kommt die Stunde, da mein ses Siegel: Wer dein ist, Herr, durch dich erlöster Geist im hö— den kennest du. Laß Erd und hern Chor mit frohem Munde Himmel untergehn, dies Wort dich schönste Liebe, schöner preist; der Wahrheit bleibet stehn. drum eilt mein Herz aus dieser 9. Wenn in dem Kampfe Zeit und sehnt sich nach der schwerer Leiden der Seele Mut Ewigkeit. und Kraft gebricht, so salbest du Joh. 618 Herrmann g. 170771791. mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da Mel. Wie schön leucht u. d. Morhenstern spür ich deines Waann Kraft, die 286 Wẽ ist ein solcher in der Schwachheit alles schafft.„Gott wie du? 10. Du lässest auch vom Gut Du schaffst den Müden süße Ruh, der Erden mir, was du willst Ruh, die nicht zu ergründen. Ein nach deinem Sinn, jedoch weit Abgrund der Barmherzigkeit ver⸗ mchr zu teile werden, als ich schlingt ein Meer voll Herzeleid; im kleinsten würdig bin. Mein du Herr, vergibst die Sünden. Herz zerfließt, wenn es bedenkt, Jesu, du du läßt r würgen, wie treulich mich dein Auge lenkt. als den Bürgen, aller Sünden 11. Die Hoffnung schauet in mich auf ewig zu entbinden. die Ferne durch alle Schatten 2. Herr, unsere Gerechtigkeit, dieser Zeit, der Glaube schwingt wie hoch wird dessen Geist er— —————„———„5ʃ.————. „—. eN& CN¶V—.—.—•—A*„y A-,— ———7——5——2 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. freut, kennet! die Gottespracht, die ihn voll⸗nisse, Finsternisse, Sündenwerke kommen herrlich macht, die ihm weichen vor der Gnade Stärke. das Herz entbrennet. Laß mich ewig, Himmels-Sonne, Seelen⸗ wonne, dich genießen und in dei— nem Lob zerfließen. 3. Holdselig süßer Friedefürst, wie hat dich nach dem Heil ge— dürst der abgewichnen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar, verbindest, was getrennet war, Gott und verdammte Sünder. Freude! beide werden eines; un⸗ gemeines Werk der Güte! Jesu, du bist unser Friede. 4. O süßes Lamm, dein treuer Sinn nimmt Schuld und Strafe von mir hin, sie liegt auf deinem Rücken. Du blutest an des Kreu— zes Pfahl, da muß dich uner⸗— hörte Qual nach Leib und Seele drücken; diese süße Flut der Gnaden heilt den Schaden, durch die Wunden hab ich Heil und Frieden funden. 5. Mitleidender Immanuel, es ist mein Leben, Leib und Seel voll Mängel und Gebrechen; doch ist dein Herz auch voller Gnad, willst weder Sünd noch Missetat am armen Staube rächen; deine reine Mutterliebe steht im Triebe, hier im Leben täglich reichlich zu vergeben. 6. Die Gnade führt das Regi— ment, sie macht der Sklaverei ein End, besiegt Gesetz und Sünden; drum, willst du frei und fröhlich sein, laß Jesum und die Gnade 1⁰ der dich im Glauben ein, so kannst du überwinden; Du bist sein Schmuck, all dein Selbstpein, Kümmer⸗ 7. Gib, Jesu, Blut und Was⸗ ser her und nimm dadurch je mehr und mehr die Schlacken recht herunter! Du hast mich dir, Immanuel, gar teur erkauft mit Leib und Seel, zum Preise deiner Wunder. Kleiner, reiner muß ich werden noch auf Erden, bis ich droben dich kann ohne Sünden loben. J.Ludw. Konr. Allendorf g.169341773. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 287 Sẽ hoff ich denn mit festem Mut auf Gottes Gnad und Christi Blut, ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaus⸗ sprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade teil, teil an dem Himmel haben! Im Herzen durch den Glauben rein dich lieben und ver— sichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zu— friedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr mein Hort, den Glauben an dein gött⸗ lich Wort, um deines Namens 12 178 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. willen, laß ihn mein Licht auf währt, wo wir Gott heilig die— Erden sein, ihn täglich mehr nen. Dann, wenn mein Auge mein Herz erneun und mich mit nicht mehr weint, und mein Er— Trost erfüllen! lösungstag erscheint, dann werd Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. ichs froh empfinden. —— 6. Im Dunkeln seh ich hier Mel. Es ist das Heil uns kommen her. mein Heil, dort ist mein Antlitz 288 Qch weiß, an wen heiter; hier ist die Sünde noch mein Glaub sich mein Teil, dort fühl ich sie nicht hält, kein Feind soll mir ihn rau- weiter. Hier ist mein Wert mir ben. Als Bürger einer bessern noch verhüllt, dort wird er sicht— Welt leb ich hier nur im Glau⸗ bar, wenn dein Bild mich, Gott, ben, dort schau ich, was ich hier vollkommen schmücket. geglaubt. Wer ist, der mir mein 7. Zu diesem Glück bin ich Erbteil raubt? Es ruht in Jesu erkauft, o Herr, durch deine Lei⸗ Händen. den; auf deinen Tod bin ich 2. Mein Leben ist ein kurzer getauft; wer will mich von dir Streit, lang ist der Tag des scheiden? Du zeichnest mich in Sieges. Ich kämpfe für die deine Hand; Herr, du bist mir, Ewigkeit. Erwünschter Lohn des ich dir bekannt. Mein sind des Krieges! Der du für mich den Himmels Freuden. Tod geschmeckt, durch deinen 8. Wie groß ist meine Herr Schild werd ich bedeckt; was lichkeit! Empfinde sie, o Seele, kann mir denn nun schaden? vom Tand der Erde unentweiht 3. O Herr, du bist mein ganzer erhebe Gott, o Seele! Der Erde Ruhm, mein Trost in diesem glänzend Nichts vergeht, nur des Leben, in jener Welt mein Eigen⸗Gerechten Ruhm besteht durch tum, du hast dich mir gegeben. alle Ewigkeiten. Von fern lacht mir mein Kleinod Nach Christ. Chr. Sturm g.1740 4 1786. zu, drum eile ich ihm freudig zu, du reichst mir meine Krone. Mel. Machs mitmir, Gott, n. deiner Güt. 4. Herr, lenke meines Geste“ 289 Ni bist du, Höchster, Blick von dieser Welt Getümmel von uns fern, du auf dich, auf meiner Seele Glück, wirkst an allen Enden. Wo ich auf Ewigkeit und Himmel. Die nur bin, Herr aller Herrn, bin Welt mit ihrer Herrlichkeit ver-xich in deinen Händen. Durch geht und währt nur kurze Zeit; dich nur leb und atme ich, denn im Himmel sei mein Wandel! deine Rechte schützet mich. 5. Jetzt, da mich dieser Leib 2. Was ich gedenke, Gott, weißt beschwert, ist mir noch nicht er⸗ du, du prüfest meine Seele, du schienen, was jene beßre Welt ge- siehst es, wenn ich Gutes tu, t Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 179 du siehst es, wenn ich fehle. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Du merkst es, wenn des Herzens Rat verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse Tat vor aller Welt ver— hehlet, so weißt du sie und stra— fest mich zu meiner Beßrung väterlich. 4. Wenn ich in stiller Einsam- keit mein Herz an dich ergebe und über deine Huld erfreut lobͤ— singend dich erhebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mitleid, Vater, zählest du die Tränen, die ich weine; du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle, daß ich dein heilig Auge scheu und fromm zu leben eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wan— deln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und beßre meinen Geist. Nach C. C. Sturm von David Bruhn 9. 1727 4 178². walten. Mel. 3. 290 Mie ist Erbarmung widerfahren, Er⸗ barmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunder— baren, mein stolzes Herz hats nicht begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein, Gott hat mich mit ihm selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein; Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barm⸗ herzigkeit. ö 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein ein— zig Rühmen sein; auf dies Er⸗ barmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbar— men nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir! Da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Phil. Friedr. Hiller g. 1699 4 1769. 12² ů 4. 114 ** II im Staube wie Sand und Staub verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, dienen: Ich weiß und kenne ihn. wo Wahn die Weisen treibet und 5. Das ist das Licht der Höhe, — 18⁰ Jesuslieder. Mel. Valet will ich dir geben. 4. Auch kenn ich wohl den 29(ch weiß, woran ich Meister, der mir die Feste baut, glaube, ich weiß, er heißt der Fürst der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Engel was fest besteht, wann alles hier Trug die Klugen prellt. das ist der Jesus Christ, der 2. Ich weiß, was ewig dauret, Fels, auf dem ich stehe, der dia- —— ich weiß, was nimmer läßt, mit manten ist, der nimmermehr Diamanten mauret mirs Gott kann wanken, der Heiland und im Herzen fest, ja recht mit der Hort, die Leuchte der Ge— Edelsteinen von allerbester Art danken, die leuchten hier und hat Gott der Herr den Seinen dort. des Herzens Burg verwahrt. 6. So weiß ich, was ich glaube, 3. Ich kenne wohl die Steine, ich weiß, was fest besteht und in die stolze Herzenswehr, sie fun⸗ dem Erdenstaube nicht mit als Ukeln ja mit Scheine wie Sterne Staub verweht; ich weiß, was schön und hehr; die Steine sind in dem Grauen des Todes ewig die Worte, die Worte hell und bleibt und selbst auf Erdenauen rein, wodurch die schwächsten schon Himmelsblumen treibt. Orte gar feste können sein. Ernst Moritz Arndt g. 1769 4 4860. XVIII. Jesuslieder. Pfalm 45. 2. meines Herzens werte Eigene Melodie. Kron, wahr Gottes und Marien 292 n Sohn, ein hochgeborner König! 1 der Morgenstern Mit Freude rühm ich deine Ehr, voll Gnad und Wahrheit von dem deins heilgen Wortes süße Lehr Herrn, die süße Wurzel Jesse! ist über Milch und Honig. Du Sohn Davids aus Jakobs Herzlich will ich dich drum Stamm, mein König und mein preisen und erweisen, daß man Bräutigam, hast mir mein Herz merke in mir deines Geistes besessen. Lieblich, freundlich, Stärke. schön und herrlich, groß und 3. Geuß sehr tief in mein Herz ehrlich, reich von Gaben, hoch hinein, o du mein Herr und und sehr prächtig erhaben. Gott allein, die Flamme deiner Jesuslieder. Liebe, daß ich in dir nun immer bleib, und mich kein Zufall von dir treib, nichts kränke noch betrübe. In dir laß mir ohn Aufhören sich vermehren Lieb und Freude, daß der Tod uns selbst nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit dei— nem Angesicht mich gnädig tust anblicken; o Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Tröst mich freundlich, hilf mir Armen mit Erbarmen, hilf in Gnaden, auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Schatz, ich seine Braut, kein Unglück mich betrübet. Ei ja, ei ja, himm⸗ lisch Leben wird er geben mir dort oben, ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Singt unserm Gotte oft und viel und laßt andächtig Saitenspiel ganz freudenreich er⸗ schallen, dem liebsten Jesu nur allein, dem wunderschönen Bräut— gam mein, zu Ehren und Ge— fallen. Singet, springet, jubi⸗ lieret, triumphieret, dankt dem Herren, groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich auch zu 181 seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, deiner wart ich mit Verlangen. Hannov. Gsb. 1646. Nach Phil. Nicolai g. 1556 1 1608. Eigene Melodie. 293 Qn dir ist Freude Vin allem Leide, o du süßer Jesus Christ! Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist; hilfest von Schanden, rettest von Ban— den; wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben, Halleluja! Zu deiner Güte steht unser Gemüte, an dir wir kleben im Tod und Leben, nichts kann uns scheiden. Halleluja! 2. Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; du hasts in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not. Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle zu dieser Stunde, Halleluja! Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort oben mit Herz und Munde. Halleluja! Joh. Lindemann(2) T nach 1634. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens icht. Lich Jesu süß, wer 294. O dein gedenkt, des Herz mit Freude wird ge— tränkt, doch süßer über alles ist, wo du, Herr Jesu, selber bist. 182 Jesuslieder. 2. Jesu, der Herzen Freud und I0. Und wenn ich ende meinen Wonn, des Lebens Brunn, du Lauf, so hole mich zu dir hinauf, wahre Sonn, dir gleichet nichts Jesu, daß ich da Fried und Freud auf dieser Erd, in dir ist, was bei dir genieß in Ewigkeit. man je begehrt. 30— 11. Jesu, erhöre meine Bitt, 3. Dein Lieb, o süßer Jesu Jesu, verschmäh mein Seufzen Christ, des Herzens beste Labung nicht, Jesu, mein Hoffnung steht ist; sie machet satt, doch ohn zu dir, d Jesu, Jesu, hilf du Verdruß, der Hunger wächst im mir! Hannov. Gsb. 1646. Überfluß. 53 Vernhard v. Clairvaur: — Jesu duleis meémoria. 4. O Jesu, meine Süßigkeit.—— du Trost der Seel, die zu dir Psalm 65, I0. schreit, die heißen Tränen suchen Cigene d dich, das Herz zu dir schreit igene Melodie inniglich. 295 Oen eund d 5. Ja wo ich bin auf Erden re hier, so wollt ich, Jesus wär S, in En 99 8 Baters mir; Freud über Freud, wenn ich Ende d 20 die Laor„ ott ohn ihn fänd, selig, wenn ich Hüshert E halten könnt! bart in unsre Menschheit, rein 6. In dir mein Herz hat seine Sannen n ed e Lust, Herr, mein Begierd ist dir wende Denn wie ein Hirsch dust, Derr, u nnach frischer Emell, so schreit zu bewußt, auf dich ist all mein din nei Ruhm gestellt, Jesu, du Heiland dir mein arme Seel aus dieser aller Welt. e 155.— Ader Warm⸗ 2. O Lebensbrünnlein, durch 7. Du Brunnquell der Barm dein Wort hast du dich uns an herzigkeit, dein Glanz erstreckt allem Ort ergossn mit reichen sich weit und breit; der Traurig Gaben, voll Wahrheit und gött⸗ deit wewö5lt vamene das Licht licher Gnad, die uns erscheinen der Glorie bei uns bleib! früͤh und spat, das matte Herz 8. Dein Lob im Himmel hoch zu laben. O frischer Quell, o erklingt, kein Chor ist, der nicht Brünnelein, erquick und laß die von dir singt; Jesus erfreut die Seele mein in dir das Leben ganze Welt, die er bei Gott zu haben! Fried gestellt. 3Z. Wie ein Blümlein im dürren 9. Jesus in Fried regieren Land, durch Sommerhitz sehr tut, der übertrifft all zeitlich ausgebrannt, vom Tau sich tut Gut; der Fried bewahr mein Herz erquicken, also wenn mein Herz und Sinn, so lang ich hier auf in der Not verschmacht, hält sichs Erden bin. an seinem Gott und läßt sich Jesuslieder. nicht ersticken; ja wie ein grüner Palmenbaum unter der 3129 ihm machet Raum, lässet sichs nicht erdrücken. 4. O Lebensbrünnlein, Jesu Christ, dein Güte unerschöpflich ist, niemand kann sie ermess en; darum mir auch nichts mangeln wird, wenn mich versorgt der treue Hirt, der mir mein Herz besessen. Mit seinem Evangelio macht er mein Herz im Leib so froh, daß ich sein nicht vergesse. 5. O Lebensbrünnlein tief und weit, du stillest Durst in Ewig— keit und läßt niemand verderben. Gib mir, der ich aus deiner Füll mit rechtem Glauben schöpfen will, Trost wider Tod d und Sterben, daß ich blüh wie ein Röselein zu Saron!*) und durch dich allein das ewge Le ben erbe. ) Jesaia 35, 2. Hohelied 2, 1.2 6. Mein Herz ist brünstig mir und heiß nach dem himmlischen Paradeis, des ich hoff zu ge⸗ nieß en. Denn ich weiß, wenn ich dahin komm, da wird ein ewger Freudenstrom ohn Maßen sich ergießen. Freu dich, mein Seel, und wenn gleich Gott dich kommen läßt in Angst und Not, so laß dichs nicht verdrießen. 7. All unser Leid auf dieser Erd ist nicht im allerg'ringsten wert, wenn wir das recht be— denken, der übergroßen Herr— lichkeit und wunderschönen Him— melsfreud, die Christus uns wird schenken. Da, da wird er uns all— scheren dort: zu Tag entzündt, zugleich in seines lieben Vaters Reich mit ewger Wonne tränken. 8. Gott selbst wird sein mein Speis und mein Ruhm, mein Lied, mein Lobge esang, mein Lust und Wohlgefallen, mein Reichtum, Zierd und werte Kron, mein Klarheit, Licht und helle Sonn, in ewger Freud zu wal⸗ len; ja daß ichs sag mit einem Wort, was mir Gott wird be⸗ Er wird sein alls in allen. 9. Hüpf auf, mein Herz, spring, tanz und sing, in deinem Gott sei guter Ding, der Himmel steht dir offen. Laß dich Schwer— mut nicht nehmen ein, denn auch die liebsten Kinder sein allzeit das Kreuz hat Haner Drum sei ge— —5 und gläube fest, daß du noch hast das allerbest in jener Welt zu hoffen. Joh. Mühlmann g. 1573 4 1613. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 296.0 Asu, Jesu, Gottes Sohn, mein Bru— der und mein Gnadenthron, mein Schatz, mein Freud und Wonne, du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen, nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag je mehr ich 184 Jesuslieder. lieb, je mehr ich find daß ich endlich werd abscheiden und mit dich lieben sollte. Von dir laß Freuden zu dir kommen, aller mir deine Güte ins Gemüte Trübsal ganz entnommen. lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht besinne, kann mich ohn dich gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe; die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. In Glück ewig nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trauren muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat jemals dies gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es kanns niemand be— schreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht er— reichen noch vergleichen den Welt— schätzen dies, was uns dort wird ergetzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich — 7. Da werd ich deine Süßig⸗ leit, die jetzt gerühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und geschmücket vor dein'm Throne mit der schönen Lebenskrone. Joh. Heermann g. 1585 7 1647. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel.2 Lich Jesu, dessen ·. Treu im Him⸗ mel und auf Erden durch leines Menschen Mund kann gnug ge— priesen werden, ich danke dir, daß du, ein wahrer Mensch ge— born, hast von mir abgewandt, daß ich nicht bin verlorn. 2. Vornehmlich wird in mir all Herzensangst gestillet, wenn mich dein süßer Nam mit seinem Trost erfüllet. Kein Trost so lieblich ist, als den mir gibt —&X dein Nam, der süße Jesusnam, du Fürst aus Davids Stamm! 3. O Jesu, höchster Schatz, du kannst nur Freude bringen, es kann nichts lieblicher als Jesu Name klingen. Ich kann nicht traurig sein, weil Jesus heißt so viel als Heiland oder Held, der selig machen will. 4. Wenn Satan sich bei mir mit Anfechtung will regen, so ist mir Jesu Nam zum Trost Schutz, Jesuslieder. 18⁵ Fried und Segen, zur Weisheit und Arznei in aller Angst und Not, daß ich nicht fürchten darf den Teufel und den Tod. 5. Daß ich ein Zornkind bin, das macht die schnöde Sünde, dein Jesusnam macht mich zu einem Gnadenkinde, er nimmt von mir hinweg die Schuld und Missetat, bringt mir die Selig— keit und deines Vaters Gnad. 6. Ei nun so heilge mich, der ich bin ganz beflecket, der heilge Jesusnam, der alle Sünde decket; er kehre ab den Fluch, den Segen zu mir wend, 7. Er sei mein Licht, das mich in Finsternis erleuchte; er sei des Himmels Tau, der mich in Hitz anfeuchte; er sei mein Schirm und Schild, mein Schatten, Schloß und Hut, mein Reichtum, Ehr und Ruhm, er sei mein höchstes Gut. 8. Er sei mein Ween, die Vahrheit und das Leben und wolle mir zuletzt aus Gnaden dieses geben, daß ich alsdann in ihm dies Leben schließe wohl, wenn meine Sterbenszeit und Stunde kommen soll. 9. Inmittelst helf er mir, so lang ich hier noch wandle, daß ich in meinem Tun treu und aufrichtig handle; er steh mir all⸗ zeit bei mit seines Geistes Gab, wenn ich in meinem Amt was zu verrichten hab. 10. Jesu, ich heut aufgestanden, sei meine Stärk, dadurch sich alle Schwachheit end. im Leben. schönste Zier, in deinem Nam bin in ihm vollbring ich heut, was mir kommt unter Handen. In deinem Na⸗ men ist der Anfang schon ge— macht, das Mittel und der Schluß wird auch durch ihn Vollbracht 11. Dir leb 4 und in dir, in dir will ich auch. Herr, sterben will ich du; in dir will ich ererben das ewge Himmel— deich das du erworben mir; von dir verl lärt will ich dir d dienen für und für. Hannov. Gsb. 1648, nach Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Eigene Melodie, oder Auf dich hab ich gehoffet, Herr. 298. Mein schönste Zier und Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ, dich will ich lassen walten und allezeit in Lieb und Leid in mei— nem Herzen halten. 2. Dein Lieb und Treu vor allem geht, kein Ding auf Erd so fest besteht, solchs muß man Kei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch Du bist nun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, ach Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhie auf Erden! 16392 18 Jesuslieder. Eigene Melodie, oder Es ist gewißlich an der Zeit. 299 S60 wer da will ö ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen; sein Wort ist wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu über— winden. 2. Such wer da will Nothelfer viel, die uns doch nichts er— worben, hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil be— gehret! Er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben, laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit ver— treiben, bleib du mein Preis, dein Wort mich speis, bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen! Weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig dir Lob sagen. Georg Weissel g. 1590 1 1635. Eigene Melodie. 3 0 0 Qesu, meine Freude, · meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier, ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß die Erde zittern, laß die Welt erschüttern, mir steht Jesus bei. Ob es itzt gleich kracht und blitzt, obgleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trotz dem alten Drachen, Trotz dem Todesrachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht, Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4„. Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergetzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend,‚, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, muß ich gleich viel leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du Jesuslieder. nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, o Stolz und Pracht, dir ganz, o 166. Weicht, ihr Trauergeister, rni mein Vranenmeiser Jesus, tritt herein. ben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hie Spott und Hohn, den⸗ noch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. 45955 1618 4 167 Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu(hris. 301 Jesu Christ, mein schönstes Licht, Hort, mich diese Liebe leiten und der du in deiner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann noch zahlen gib, daß mein Herz dich wie— derum mit Lieben und Verlangen mög umfangen und als dein Eigentum nur einzig an dir hangen. 2. Gib, daß sonst nichts in meiner Seel als deine Liebe wohne; gib, daß ich deine Lieb erwähl als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, daß all mein Mut und Sinn in deiner Liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön ist, Jesu, deine Liebe! Wenn diese steht, kann nichts entstehn, Denen, die Gott lie⸗ zogen; das meinen Geist be⸗ 187 trübe. Drum laß nichts Andres denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren als deine sei Lieb und dich, der du sie kannst Lasterleben, gute Nacht! vermehren. 4. Mein Heiland, du bist mir zulieb in Not und Tod gegangen a am Kreuz als wie ein Dieb und Mörder da gehangen, verhöhnt, verspeit und sehr ver— wundt. Ach laß mich deine Wun— den alle Stunden mit Lieb im Herzensgrund auch schmerzen und verwunden! Du hast mich je und je Ar und auch nach dir ge— eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon ge— wogen. Ach laß doch ferner, edler begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 6. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren und, wo ich etwa irre geh, als— bald zurenh führen; laß sie mir nter guten Rat und gute Werke lehren, steuren, wehren der Sünd und nach der Tat bald wieder mich bekehren! 7. Laß sie sein meine Freud im Leid, in Schwachheit mein Vermögen; und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, daß ich getrost und frei mög in dein Reich eingehen. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. 188 Eigene Melodie. 302. M einen Jesum laß ich nicht; Jesuslieder. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. ch sagt mir nichts 303. A von Gold und weil er sich für mich gegeben, so Schätzen, von Pracht und Schön— erßadert meine Pflicht, kletten⸗ heit dieser Welt; weis an ihm zu kleben. meines Lheus Licht, 34 laß ich nicht. es kann mich Er ist ja kein Ding ergetzen, das mir meinen die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum laß ich nimmer nicht, r der mein Ziel. Wol 8 soll auf Erden leben; 2. Er ist alleine meine Freude, ihm hab ich voll Zuversicht, was mein Gold, mein Schatz, mein ich bin und hab, ergeben. laß ich nicht 3. daß vergehen das Gesicht, Al llles schönstes Bild, in dem ich meine ist auf 110 9 meinen Jesum Augen weide und finde, was Ein jeder liebe, liebe Jesum, mein Herze stillt. was er will, ich Hören, Schmecken, Fühlen wei- der mein Ziel. chen, mich auf dieser Welt erreichen: wenn des Lebens Faden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin ge— langet, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht, mei— nen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Him mel nicht meine Seel sich wünscht und sehnet, Jesum wünscht und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, mich befreiet vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. mir, geh ihm ewig an der Sei⸗ ten Christus 58 mich und für zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christian Keymann g. 1607 4 1662. laß das letzte Tageslicht sie veraltet nicht. für ö 3. Die Welt scheg mit ihren Lüsten, des Fleisches Schönheit uert nicht, die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschen— hände zugericht. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich ver⸗ geht nicht mit der Zeit, sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewig⸗ keit. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein aallert ist nicht zu ergründen, sein allerschönstes An⸗ gesicht und was von Schmuck . Jesum laß ich nicht von um ihn zu finden, verbleichet und Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über alls er— heben und seiner Klarheit machen gleich, er kann mir so viel Schätze geben, daß ich werd unerschöpflich qGCCCE‚Fee Jesuslieder. 189 reich. Ein jeder liebe, was er von dir gewendet und liebte das will, ich liebe Jesum, der mein geschaffne Licht; nun aber ists Ziel. durch dich geschehn, daß ich dich 7. Und ob ichs zwar noch muß sendlich! hab ersehn. entbehren, so lang ich wandre 5. Ich danke dir, du wahre in der Zeit, so wird er mirs Sonne, daß mir dein Glanz hat doch wohl gewähren im Reiche Lick t gebracht; ich danke dir, du seiner Herv lichket. Drum tu Himmelswonne, daß du mich froh ich billig, was ich will, und liebe und frei gemacht; ich danke dir, Jesum, der mein Ziel. du güldner Mund, daß du mich 4 Scheffler g. 1624 4 1677 swieder! machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Cicene Melodie, Stagen u und laß mich nicht mehr oder, wenn man die eingeklammerten irre gehn, laß meinen Fuß in Worte mitsingt, deinen Wegen nicht straucheln Wer nur den lieben Gott l. w. Mel. 1. oder stille stehn, erleucht mir Leib 304. Iâ will dich lieben, und Seele ganz, d du sewig starker meine Stärke, ich e will dich Hben, meine Zier, ich„Gib meinen Augen süße will dich lieben mit dem Werke Tränen, gib meinem Herzen und immerwährender Begier, ich heilge Brunst, laß meine Seele will dich lieben, schönstes Licht, sich gewöhnen zu üben in der bis mir[der Tod! das Herz ze Liebe Kunst, laß meinen Geist, bricht. Sinn und Verstand stets sein zu 2. Ich will dich lieben, o mein dir W gewandt! Eeben, als meinen allerbesten Ich will dich lieben, meine Freund, ich will dich lieben und 90 ich will dich lieben, meinen erheben, so lange mich dein Hott, ich will dich lieben ohne Glanz bescheint, ich will dich Lohne auch in der allergrößten lieben, Gotteslamm, als meinen n ich will dich lieben, schönstes [Seelen⸗] Bräutigam. Licht, bis mir[der Tod! das 3. Ach daß ich dich so spät er⸗ Herze bricht. kennet, du hochgelobte Schönheit Johaun äätet g. 1624 1677. du, und dich nicht eher mein ge— nennet, du höchstes Gut und Mel. Gott des Himmels und der Erden. wahre Ruh! Es ist mir leid und 305. Libe, die du mich bin betrübt, daß ich so spät dich e zum Bilde deiner hab! geliebt. Gottheit hast gemacht, Liebe, die 4. Ich lief verirrt und war du mich so müde nach dem Fall verblendet, ich suchte dich und hast wiederbracht, Liebe, dir ergeb fand dich nicht; ich hatte mich ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 190 Jesuslieder. 2. Liebe, die du mich erkoren, ich mich ganz ergeben jetzo und eh als ich geschaffen war, Liebe, in Ewigkeit; meinen Gott will die du Mensch geboren und mir ich dich nennen und vor aller gleich wardst ganz und gar, Liebe, Welt bekennen. Ich bin dein, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben und du bist mein, ich will keines ewiglich. andern sein. 3. Liebe, die für mich gelitten 2. Deine Güt hat mich um— und gestorben in der Zeit, Liebe, fangen, als mich erst die Welt die mir hat erstritten ewge Lust empfing; dir bin ich schon an⸗ und Seligkeit, Liebe, dir ergeb gehangen, als an Mutterbrust ich mich, dein zu bleiben ewiglich. ich hing; dein Schoß hat mich 4. 999000 die du Kraft und aufgenommen, wenn mein Herz Leben, Licht und Wahrheit, Geist nur zu dir kommen. Ich bin nd W. Wort, Liebe, die sich bloß dein, und du bist mein, ich will ergeben mir zum Heil und See- keines andern sein. lenhort, Liebe, dir ergeb ich mich, 3. Auf der Kindheit wilden dein zu bleiben ewiglich. Wegen folgte mir stets deine 5. Liebe, die mich hat gebunden Güt; deines Geistes Trieb und an ihr r Joch mit Leib und Sinn, Regen regte mir oft das Gemüt, Liebe, die mich überwunden und so ich etwa ausgetreten, daß ich mein Herze hat dahin, Liebe, wieder käm mit Beten. Ich bin dir ergeb ich mich, dein zu bleiben dein, und du bist mein, ich will ewiglich. keines andern sein. 6. Liebe, die mich ewig liebet, 4. Ja in meinem ganzen Leben die für meine Seele bitt, Liebe, hat mich stets dein Licht geführt; die das Lösgeld gibet und mich du hast, was ich hab, gegeben, kräftiglich vertritt, Liebe, dir er- du hast meinen Lauf regiert; geb ich mich, dein zu bleiben deine Güt, die täglich währet, hat ewiglich. mich immerdar ernähret. Ich bin 7. Liebe, die mich wird erwecken dein, und du bist mein, ich will aus dem Grab der Sterblichkeit, keines andern sein. Liebe, die mich wird umstecken 5. Irr ich, sucht mich deine mit dem Laub der Herrlichkeit, Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf. Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu Ist es, daß ich mich betrübe, tröst bleiben ewiglich. sie mich in meinem Lauf. Bin ich Johann Scheffler g. 1624 1 1677. arm, gibt sie mir Güter; haßt —— man mich, ist sie mein Hüter. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Ich bin dein, und du bist mein, 306. 4 meiner Seele ich will keines andern sein. Leben, meines 6. Dein Geist zeiget mir das Herzens zcd Freud, dir will Erbe, das im Himmel beigelegt; Jesuslieder. 191 ich weiß, wenn ich heute sterbe, Jesu, gib, was nützet mir. Gib wo man meine Seel hinträgt: dich mir, Herr Jesu mild, nimm zu dir, Jesu, in die Freude; mich dir! Herr, wie du willt! Trotz, daß mich was von dir 4. Und vollbringe deinen scheide! Ich bin dein, und du bist Willen in, durch und an mir, mein, ich will keines andern sein. mein Gott, deinen Willen laß er⸗ 7. Drum ich sterbe oder lebe, füllen mich im Leben, Freud und bleib ich doch dein Eigentum, an Not, sterben als dein Ebenbild, dich ich mich ganz ergebe, du bist Herr, wann, wo und wie du willt. meiner Seele Ruhm, meine Zu⸗ 5. Sei auch, Jesu, stets ge— versicht und Freude, meine Sü- priesen, daß du dich und viel ßigkeit im Leide. Ich bin dein, dazu mir geschenket und erwiesen, und du bist mein, ich will keines daß ich fröhlich singe nu: Mir andern sein. geschehe, Gott, mein Schild, wie 8. Höre, Jesu, noch ein Flehen, du willt! Herr, wie du willt! schlag mir diese Bitt nicht ab: Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Wenn mein Augen nicht mehr Schwarzburg-Rudolstadt, g. 1640 sehen, wenn ich keine Kraft mehr +1672. hab, mit dem Mund was vorzu⸗ REE tragen, laß mich doch zuletzt noch Mel. Gott des Himmels und der Erden. sagen: Ich bin dein, und du bist 308 Mae Lebens beste mein, ich will keines andern sein. 2 Freude ist der Nach Christ. Seriver g. 16294 1693. Himmel, Gottes Thron; meiner ——— Seele Trost und Weide ist mein Mel. Gott des Himmels und der Erden. Jesus, Gottes Sohn. Was mein 307 Qesus, Jesus, nichts Herze recht erfreut, ist in jener als Jesus soll Herrlichkeit. mein Wunsch'sein und mein Ziel. 2. Andre mögen sich erquicken Jetzund mach ich ein Verbündnis, an den Gütern dieser Welt, ich daß ich will, was Jesus will; will nach dem Himmel blicken denn mein Herz mit ihm erfüllt und zu Jesu sein gesellt; denn rufet nun: Herr, wie du willt! der Erde Gut vergeht, Jesus 2. Einer ist es, dem ich lebe, und sein Reich besteht. den ich liebe früh und spat: 3. Reicher kann ich nirgends Jesus ist es, dem ich gebe, was werden, als ich schon in Jesu er mir gegeben hat. Ich bin in bin; alle Schätze dieser Erden dein Blut verhüllt, fuͤhre mich, sind ein schnöder Angstgewinn. Herr, wie du willt! Jesus ist das rechte Gut, das 3. Scheinet was, es sei mein der Seele sanfte tut. Glücke, und ist doch zuwider dir, 4. Glänzet gleich das Welt— ach so nimm es bald zurücke, gepränge, ist es lieblich anzu⸗ 192 sehn, währt es doch nicht in die Länge, und ist bald damit ge⸗ schehn; plötzlich pfleget aus zu sein dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, die mein Jesus inne hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt; es vergeht zu keiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Rost und Motten, Raub und Feuer schaden auch der Freude nicht, die mein Jesus, mein Getreuer, und sein Himmel mir verspricht. Dort ist alles abge— tan, was die Seele kränken kann. 7. Einen Tag bei Jesu sitzen ist viel besser, als die Welt tau— send Jahr in Freuden nützen; aber ewig sein gestellt zu des Herren rechter Hand bleibt ein ahserwihlter Stand. 8. Trinken, essen, tanzen, springen labet meine Seele nicht, aber nach dem Himmel ringen und auf Jesum sein gericht, ist der Seele schönste Zier, geht auch aller Freude für. 9. Ach so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Himmel hegt; sei du selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt, und in dir recht froh zu sein, nimm mich in den Himmel ein! Salomo Liscow g. 1640 4 1689. Eigene Melodie. 309. W'i. wohl ist mir, Frennd der Jesuslieder. Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus der Schwer— mutshöhle und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Traurens scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget wer— den, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Fein—⸗ din heißen, es sei also; ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir ver— gnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglücks— wellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh zu deinen heilgen E den; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluch⸗ )strahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil. Wer will ver— dammen? Die Liebe nimmt sich mieiner an. 4. Führst du mich in die Kreu— zeswüsten, ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus den Wolkenbrüsten und labest Jesuslieder. 193 aus dem Felsen mich.“) Ich 2. Schön sind die Wälder, traue deinen Wunderwegen, sie noch schöner die Felder in der enden sich in Lieb und Segen; schönen Frühlingszeit; Jesus ist genug, wenn ich dich bei mir schöner, Jesus ist reiner, der hab. Ich weiß: Wen du mit Ehr unser traurig Herz erfreut. willst zieren und über Sonn und 3. Schön leucht die Sonne, Sterne führen, den führest du noch schöner der Monde und die zuvor hinab.) 1 Cor. 10, 2—4. Sterne allzumal; Jesus leucht 5. Der Tod mag andern düster schoner, Jesus leucht reiner als scheinen, mir nicht, weil Seele, all die Engel im Himmelssaal. Herz und Mut in dir, der du 4. Alle die Schönheit Himmels verlässest keinen, o allerliebstes und der Erde ist nur gegen Leben, ruht. Wen kann des ihn wie Schein, keiner auf Weges End erschrecken, wenn er Erden lieber kann werden als aus mördervollen Hecken gelanget der schönste Jesus mein. 1677. im die Sicherheit? Mein Licht,..... so will ich auch mit Freuden aus Eigene Melodie. dieser finstern Wildnis. 311 Lain Hae zu deiner Ruh der Ewigkeit. Jesu, Gottes 6. Wie ist mir dann, o Freund Lamm, habe Dank für deine der Seelen, so wohl, wenn ich Liebe, die mich zieht aus reinem mich lehn auf dich! Mich kann Triebe von der Sünde Schlamm, Welt, Not und Tod nicht quälen, Jesu, Gottes Lamm! weil du, mein Gott, vergnügest 2. Deine Liebesglut stärket mich. Laß solche Ruh in dem Mut und Blut: wenn du freund⸗ Gemüte nach deiner unum⸗- lich mich anblickest und an deine schränkten Güte des Himmels Brust mich drückest, macht mich süßen Vorschmack sein. Weg, wohlgemut deine Liebesglut. Welt, mit allen Schmeicheleien! 3. Wahrer Mensch und Gott, Nichts kann, als Jesus, mich er⸗Trost in Not und Tod, du bist freuen. O reicher Trost: Mein darum Mensch geboren, zu er— Freund ist mein! setzen, was verloren, durch dein Wolfg. Christ. Deßler g. 16604 1722. Blut so rot, wahrer Mensch und — Gott. Eigene Melodie. 4. Meines Glaubens Licht laß 310 Schönster Herr verlöschen nicht, salbe mich mit —— Jesu, Herr- Freudenöle, daß hinfort in meiner scher aller Enden, Gottes und Seele ja verlösche nicht meines Marien Sohn, dich will ich Glaubens Licht. lieben, dich will ich ehren, du 5. So werd ich in dir bleiben meiner Seele Freud und Kron! für und für; deine Liebe will 13 ich ehren und in ihr dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib! 7. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nim⸗ mermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 8. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 9. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich über— winde und in deinem Sieg emp⸗ finde, wie so ritterlich du ge⸗ lämpft für mich. 10. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum, in soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werte Himmelsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese g. 1620 1 1701. Ev. Luc. 10, 42. 1 Cor. I, 30. Eigene Melodie. Jesuslieder. mir gnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, so werd ich mit Einem in allem ergetzt. 2. Seele, willst du dieses fin⸗ den, suchs bei keiner Kreatur, laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur! Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendige Teil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller An⸗ dacht niederließ: ihr Herze ent— brannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren, ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlan— gen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir! Ob viel auch umkehrten zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen, denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein 312 Eiie ist not, ach C Herr, dies Eine Wille fein in solche Schranken lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Ver— fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab Jesuslieder. ich der Weisheit vollkommenen Preis. ö 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein rosenfarbes Blut. Die höchste Gerechtig— keit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum gött— lichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller ver— gänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt! 8. Ja was soll ich mehr verlangen? Mich beströmt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergetzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßes kann also mein Herze er— laben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein! Sieh, ob ich auf bösem, betrüg⸗— lichen Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege, gib, daß ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, und Jesum ge— winne: dies Eine ist not. Joh. Heinr. Schröder g. 16674 1699. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 313 Me Jesu, süße 92 Seelenlust, mir ist nichts außer dir bewußt, wenn du mein Herz erquickest, dieweil dein Blick so lieblich ist, daß man auch seiner selbst vergißt, wenn du den Geist entzückest, daß ich in dich aus dem Triebe reiner Liebe von der Erde über mich gezogen werde. 2. Was hatt ich doch für Trost und Licht, als ich dein holdes Angesicht, mein Jesu, noch nicht kannte? Wie blind und töricht ging ich hin, da mein verkehrter Fleischessinn von Weltbegierden brannte, bis mir von dir Licht und Leben ward gegeben, dich zu kennen, herzlich gegen dich zu brennen. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wär ihr schlechtes Fröhlichsein ein herrliches Ver— gnügen. Allein wie eilend gehts vorbei, da sieht man, daß es Blendwerk sei, wodurch wir uns 7 7 13* 196 Jesuslieder. betrügen. Drum muß Jesus mit den Schätzen mich ergetzen, die bestehen, wenn die Weltlust muß vergehen. 4. Wer Jesum fest im Glauben hält, der hat die Kraft der andern Welt hier allbereit zu schmecken. Pflegt Jesus gleich zu mancher Zeit bei großer Her zenstraurig⸗ keit sein Antlitz zu verdecken, ist doch sein Joch sanft und feiner, als wenn einer auf dem Bette dieser Welt zu schlafen hätte. 5. So weiß ich auch aus dei⸗ nem Wort, daß du dich, liebsterd Seelenhort, nicht ewiglich ver⸗ steckest;?) du tust vor mir die Angen zu, auf daß du desto größre Ruh hernach in mir er⸗ weckest, wenn ich treulich als ein Rebe an dir klebe auch im Leide, nicht nur in der süßen Freude. *) Jesaia 54, 7. 8. Joh. 14, 18. 19 und 16, 16—22. 6. Derhalben soll mich keine Not, mein Jesu, wär es auch der Tod, von deinem Dienst ab— schrecken. Ich weiß, daß mich d dein Herze liebt, darum so geh ich unbetrübt mit dir rin Dorn und Hecken. Plage, schlage, ich bin stille, ists dein Wille mich zu kränken, du wirst meiner doch ernin Und sollt ich auch, mein Hurt in mir dein süßes Manna nicht allhier l dieser Zeit emp— finden, so will ich doch zufrieden sein und werde deinen Gnaden⸗ schein in jenem Leben finden, da man stets kann, sich zu laben, Jesum haben, bl licken und ihn in drücken. 8. Allein, du holder Menschen— sohn, ich kenne deine Liebe schon, wenn uns die Dornen stechen; dein Herz, das mich in Trauren setzt und sich verschließt, muß doch zuletzt vor lauter Liebe brechen; drum füllt und quillt in mein Herze nach dem Schmerze deine Süße, die ch noch allhier stets er⸗ gendeß e. Du salbest mich mit Freu⸗ dent, so daß sich öfters Leib und Seel recht inniglich erfreuen. Ich weiß wohl, daß du mich be trübst, ich weiß auch, was du denen gibst, die sich davor nicht scheuen. Drum gib den Trieb, unabwendig und beständig treu zu bleiben und recht fest an dich zu gläuben. 10. Der Glaub ist eine starke Hand und hält dich als ein festes Band. ach stärke meinen Glauben! Im Glauben dich niemand mir, im Glauben kann mich niemand dir, o starker Jesu, rauben, weil ich fröhlich Welt und Drachen kann ver— lachen und die Sünden durch den Glauben überwinden. Joh. Christ. Lange g. 1669 4 1756. Mel. Seelenbräutigam. 314. Wẽ. ist wohl wie du, Fau, süße Ruh? Unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! die Arme kann: . Jesuslieder. 197 2. Leben, das den Tod, mich seinem Netze Satan halte auf; aus aller Not zu erlösen, hat fördre meinen Lauf! geschmecket, meine Schulden zu⸗ 10. Deines Geistes Trieb in gedecket und mich aus der Not die Seele gib, daß ich wachen hat geführt zu Gott. mög und beten, freudig vor dein 3. Glanz der Herrlichkeit, du Antlitz treten; ungefärbte Lieb bist vor der Zeit zum Erlöser in die Seele gib! uns geschenket und in unser 11. Wenn der Wellen Macht Fleisch versenket in der Füll der in der trüben Nacht will des Zeit, Glanz der Herrlichkeit! Herzens Schifflein decken, wollst 4. Großer Siegesheld, Tod, du deine Hand ausstrecken; habe Sünd, Höll und Welt, alle auf mich acht, Hüter, in der Kraft des großen Drachen hast Nacht! du wolln zuschanden machen 12. Einen Heldenmut, der da durch das Lösegeld deines Bluts, Gut und Blut gern um deinet⸗ o Held! wi llen lasse und des Fleisches 5. Höchste Majestät, König Lüste hasse, gib mir, höchstes und Prophet, deineh Zepter will Gut, durch dein teures Blut! ich küssen, ich will sitzen dir zu 13. Solls zum Sterben gehn, Füßen, wie M aria tät, höchste wollst du bei mir stehn, mich Majestät! durchs Todestal begleiten und 6. Laß mich deinen Ruhm zur Herrlichkeit geleiten, daß ich als dein Eigentum durch des einst mag sehn mich zur Rechten Geistes Licht erkennen, stets in stehn. deiner Liebe brennen als dein Joh. Anast. Freylinghausen g. 1670 Eigentum, allerschönster Ruhm! + 173 7. Deiner n Schild, deiner Demut Bild mir anlege, 2 Cimoth. 2, 8. in mich präge, daß kein Zorn Mel. Es ist das Heil uns kommen her. noch Stolz sich rege; vor 00 315. alt im Gedächtnis sonst nichts gilt als dein eigen Jesum Christ, o Bild. Mensch, der auf die Erden vom 8. Steure meinem Sinn, der Thron des Himmels kommen ist, zur Welt will hin, daß ich nicht dein Bruder da zu werden; ver⸗ mög von dir wanken, sondern giß nicht, daß er dir zu gut hat bleiben in den Schranken; sei angenommen Fleisch und Blut, du mein Gewinn, gib mir dei- dank ihm für diese Liebe! nen Sinn! 2. Halt im Gedächtnis Jesum 9. Wecke mich recht auf, daß Christ, der für dich hat gelitten, ich meinen Lauf unverrückt zu ja gar am Kreuz gestorben ist dir fortsetze, und mich nicht in und dadurch hat bestritten Welt, 198 Jesuslieder. Sünde, Teufel, Höll und Tod und sein Licht, alles andre hilft und dich erlöst aus aller Not, dir nicht. ö dank ihm für diese Liebe! 2. Sammle den zerstreuten 3. Halt im Gedächtnis Jesum Sinn, laß ihn sich zu Gott auf⸗ Christ, der auch am dritten Tage schwingen, richt ihn stets zum siegreich vom Tod erstanden ist, Himmel hin, laß ihn in die befreit von Not und Plage. Be-⸗Gnad eindringen! Suche Jesum denke, daß er Fried gemacht, sein und sein Licht, alles andre hilft Unschuld Leben wieder bracht,‚ dir nicht. dank ihm für diese Liebe! 3. Du verlangst oft süße Ruh, 4. Halt im Gedächtnis Jesum dein betrübtes Herz zu laben: Christ, der nach den Leidenszeiten eil zur Lebensquell hinzu, da gen Himmel aufgefahren ist, die kannst du sie reichlich haben. Stätt dir zu bereiten, da du sollst Suche Jesum und sein Licht, bleiben allezeit und sehen seine alles andre hilft dir nicht. her dank ihm für diese 4. Fliehe die unselge Pein, so iebe! das finstre Reich gebieret, laß 5. Halt im Gedächtnis Jesum nur den dein Labsal sein, der zur Christ, der einst wird wieder⸗Glaubensfreude führet. Suche kommen und sich, was tot und Jesum und sein Licht, alles andre lebend ist, zu richten vorgenom- hilft dir nicht. men. O denke, daß du da be⸗ 5. Ach es ist ja schlecht genug, stehst und mit ihm in sein Reich daß du sonst viel Zeit verdorben eingehst, ihm ewiglich zu danken. nn nichtswürdigem Gesuch, da— 6. Gib, Jesu, gib, daß ich bei du fast bist erstorben. Suche dich kann mit wahrem Glauben Jesum und sein Licht, alles andre fassen und nie, was du an mir hilft dir nicht. getan, mög aus dem Herzen 6. Geh einfältig stets einher, lassen, daß dessen ich in aller laß dir nichts das Ziel verrücken, Not mich trösten mög und durch Gott wird aus dem Liebesmeer den Tod zu dir ins Leben dich, den Kranken, wohl erquicken. dringen. Suche Jesum und sein Licht, alles Cyriacus Günther g. 1650 4 1704. andre hilft dir nicht. —————— 7. Weißt du nicht, daß diese Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Welt ein ganz ander Wesen Mel. 2. heget, als dem Höchsten wohl⸗ 316 Seere was ermüdst gefällt und dein Ursprung dir du dich in den vorleget? Suche Jesum und sein Dingen dieser Erden, die doch Licht, alles andre hilft dir nicht. bald verzehren sich und zu lauter 8. Du bist ja ein Hauch aus nichts dir werden? Suche Jesum Gott und aus seinem Geist ge— —— ⏑ Jesusłl boren, darum liege nicht im Tod, bist du nicht zum Reich erkoren? Suche Jesum und sein d Licht, alles andre hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im Geist über alle n Erd wein laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet steheni Suche Jesum und sein Licht, alles andre hitft dir nicht. 10. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Majestät immerdar vor Angen eet ien laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 12. Sei im übrigen ganz still, Elarreeern tle Stum der Sünde um dein den Armen. ieder. 199 2. Ob ich gleich mit Petro sinke,) gibt mir Jesus doch die Hand und die süßen Liebes⸗ winke, er erkennt den schwachen Stand. Wie ein Vaterherz ge⸗ sinnt gegen sein noch kleines Kind, so trägt Gott auch mit Erbarmen schwache Kinder auf ) Matth. 14, 30. 3. Beut mein Hirte nicht den Rücken seinem schwachen Schäf⸗ lein an? Kranke Seelen zu er⸗ quicken, tritt er auf die Todes— bahn. Selbst die höchste Kraft ver⸗ schmacht, da sie ruft: Es ist voll⸗ bracht, daß ich Schwacher möge siegen in den letzten Todeszügen. 4. Jesu, starke Kraft der Schwachen, stärke mich, denn ich bin schwach. Du, du kannst mich stärker machen, höre doch mein seufzend Ach! Hebe du das schwache Rohr meines Glaubens selbst empor, daß es bei dem glaube, daß sein Liebeswill stillen Kreuz sich feste winde. werde dein Verlangen. Drum 1119 Ratrt und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 5. Feuchte mit dem Gnadenöle meines Glaubens Döchtlein an in der Lampe meiner Seele auf Jak. Gabr. Wolf 6 1683 4 1754. der dunkeln Todesbahn! Stehe ——— mir, o Allmacht, bei, daß ich Mel. Werde Wmnrler, mein Gemüte. stark 0 Schwachheit sei, daß ich 317 Lur die nicht aus⸗ dich, bis ich erkalte, fest mit 6. zusprechen! Jesus schwachen Händen halte. hebt, was schwach, empor. Seine Salomo Franck g. 1659 f 1725. Hand will nicht zerbrechen das———— zerstoßne Glaubensrohf, seine Peln m 73, 23— 28. Huld verschmähet nig meines Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Glaubens schwaches Licht das 318 H err Jesu Christ, nur einem Dochtlein gl lich et, das kaum glimmt und fast erbleichet. Gut, mein Seelenschatz, mein mein höchstes 200 Herzensmut und aller Freude, ich bleibe dennoch stets an dir; so ist auch nichts, das dich von mir und unsre Liebe scheide. Du Aant mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lbenslauf und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht; folge dir, so irr ich nicht. 2. Du leitest mich nach dei— nem Rat, der andres nichts beschlossen hat, als was Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach mit Begier, ach mit Begier wünsch ich zu sein, mein bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich gericht; hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein, denn auch die ganze weite Welt 10 nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. Sinne ich mir dich der Gott, Jesuslieder. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch darn und Tod auch Seel und Leib verschmachten, dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, 1— Glaube doch nichts ach ten. Du bist und bleibest doch mein Heil und meines Herzens Trost und Teil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Drum halt ich mich getrost zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zu— versicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und auch im Leide. Dein Tun soll alles und allein in meinem Herz und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn. Ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, komm, mein Schatz, und nimm mich auf! Erdmann Neumeister g. 167171756. Eigene Melodie, oder Ach erkennet, liebste Seelen. 319. J Qch will mich mit dir verloben, „süf ßer Jesu, V allein wirst von mir aus Lieb erhoben, und ich bin nun gänzlich dein. Zwar die Welt wird mich stets hassen, denn sie hasset dich zugleich; kann ich aber dich umfassen, so bin ich vergnügt und reich. laß mich nicht Jesuslieder. 2. Alles soll mir Ekel machen, was zur Eitelkeit gehört, und in allen meinen Sachen werde Jesus nur geehrt. Sollt ich Jesum denn nicht lieben, der mich vor der Welt erwählt? Sollt ich Jesum noch betrüben, der mich ihm schon zugezählt? 3. Nein, die ganze Welt soll wissen, d daß ihr Tun mir nicht gefällt; alles andre will ich missen, weil er mich in Armen hält. Seine Lieb hat mich ge— fangen, und ich will die Frei⸗ heit nicht, denn mein sehn⸗ liches Verlangen ist allein auf ihn gericht. 4. O zogen, wie lang hab ich dich O veracht! O wie oft ward ich be— trogen und von dir hinweggen bracht! Aber nun soll uns nichts scheiden, nicht das Leben, nicht der Tod, nicht das Kreuz, nicht Schmach und Leiden, weder Un— glück, Schmerz noch Not. 5. Stärke du mir meinen Willen wider meiner Feinde List, denn du mußt in mir erfüllen, was dem Fleisch unmöglich ist; mehr von dir wanken, ach wo soll ich auch sonst hin? weil ich nicht nur in Gedanken, sondern wirklich bei dir bin. 6. So sei tausendmal gegrüßet, Jesu, meine süße Lust! Sei auch tausendmal geküsset, sei du mir allein bewußt„sei mein Wunsch und mein Verlangen, sei Bräutigam mein und Hort, sei du über L dem Lauf deine der Gnade se habnen Throne, in der königlichen 201 meiner Seele Prangen, sei mein Alles hier und dort! Ph. Balth. Sinold. 1657 1 1742. Mel. Serleubrärtigam 320.3 Qesu, geh voran auf der Lebensbahn, und wir nicht verweilen dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vater⸗ land! X. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals Lasten klagen, denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. B. Rühret eigner Schmerz wie lang hab ich ver— irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden, richte unsern Sinn auf das Ende hin! XA. Ordne unsern Gang⸗ Lieb— ster, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nötge Pflage! Tu uns nach Türe auf! Nik. Ludw. v. Di g. 1700 7 1760. Mel. Alle 0 müssen sterben. Mel. 321. Gen ßer Mittler, der zur Rechten seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich chützt, den auf dem er⸗ Krone, alles Heer der Ewigkeit mit verhülltem Antlitz scheut, 2. Dein Geschäft auf dieser Erden und dein Opfer ist voll— 20² Jesuslieder. bracht, was vollendet sollen wer— in der vollkommnen Hütte?) die den, das ist gänzlich ausgemacht. verklärte Menschheit sitzt. Nun Da du bist für uns gestorben, kannst du des Satans Klagen ist uns Gnad und Heil erworben, majestätisch nieder schlagen, und und dein siegreich Auferstehn läßt nun macht dein redend Blut unfre uns in die Freiheit gehn. böse Sache gut.) Hebr. 9, 11. 3. Nun ist dieses dein Ge⸗ 8. Die Verdienste deiner Leiden schäfte in dem obern Heiligtum, stellest du dem Vater dar und die erworbnen Segenskräfte durch vertrittst nunmehr mit Freuden dein Evangelium allen denen deine teur erlöste Schar, daß mitzuteilen, die zum Thron der er wolle Kraft und Leben deinem Gnade eilen, nun wird uns Volk auf Erden geben und die durch deine Hand Heil und Segen Seelen zu dir ziehn, die noch zugewandt. deine Freundschaft fliehn. 4. Deines Volkes werte Namen 9. Großer Mittler, sei ge⸗ trägest du auf deiner Brust,*) priesen, daß du in dem Heiligtum und an den gerechten Samen so viel Treu an uns bewiesen, denkest du mit vieler Lust. Du dir sei Ehre, Dank und Ruhm! vertrittst, die an dich gläuben, Laß uns dein Verdienst vertreten, daß sie dir vereinigt bleiben, und wenn wir zu dem Vater beten, bittst in des Vaters Haus ihnen sprich für uns in letzter Not, eine Wohnung aus. wenn den Mund verschließt der 52 Mos. 39, 14. Tod. 5. Doch vergißt du auch der Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Armen, die der Welt noch dies— nen, nicht, weil dein Herz dir Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. vor Erbarmen über ihrem Elend 322 eiland, deine Men⸗ DLi schenliebe war die bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken Quelle deiner Triebe, die dein lohne, daß er ändre ihren Sinn, treues Herz bewogen, dich in ach da zielt dein Bitten hin. unser Fleisch gezogen, dich mit 6. Zwar in deines Fleisches Schwachheit überdecket, dich vom Tagen, da die Sünden aller Kreuz ins Grab gestrecket. O der Welt dir auf deinen Schultern ungemeinen Triebe deiner treuen lagen, hast du dich vor Gott Menschenliebe! gestellt, bald mit Seufzen, bald 2. üÜber seine Feinde weinen, mit Weinen für die Sünder zu jedermann mit Hülf erscheinen, erscheinen; o mit welcher Nie-usich der Blinden, Lahmen, Armen drigkeit batest du zur selben Zeit! mehr als väterlich erbarmen, der 7. Aber nun wird deine Bitte Betrübten Klagen hören, sich in von der Allmacht unterstützt, da andrer Dienst verzehren, sterben Jesuslieder. ö 203 für die ärgsten Sünder, das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu sich locken, war mit Schwächung deiner Kräfte dein gewohnliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Er— barmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar teures Leben in den ärgsten Tod ge— geben, da du in der Sünder Orden aller Schmerzen Ziel ge— worden und, den Segen zu er— werben, als ein Fluch hast wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Schlagen andrer Schmach und Last zu tra— gen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für — 7 der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Demut war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Ge— schlechte, diese war gleich wie die Tauben ohne Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret, durch Vorsichtigkeit be— wahret. 8. Komm, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken! Du hast das Gesetz erfüllet und desselben Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen! Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe! Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 323 Keas dem kein 0 Konig gleichet, dessen Ruhm kein Mund er— reichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Zepter führet, dem das Recht ge— hort zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Voll— kommenheiten krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde nebst der ungezählten Herde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäl⸗ dern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum ge— geben; Tiere, Menschen, Gei— ster scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Gren⸗ zen sieht man dich am schoͤnsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Zepter 204 deines Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren Jesuslieder. kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und a den. dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herrscher du in dreien Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Uberfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bür— ger haben; Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in 490 6 0 Herzen über Zorn, Furcht, bunden; du beschützest deine 2. Mein Herzensfreund, dich laß ich nicht, ich kann nichts Bessers haben, in dir ist Freude, Trost und Licht, du kannst voll— kommen laben. Nichts ist, das mir Vergnügen gibt, als wenn mich Jesus herzlich liebt. Z. Du, du bist mein, und ich bin dein, wir sind in eins ver— dies gute Teil hab ich llein durch deine heilgen Wun— Du bist mein Fels, der mich nicht läßt, auf dir ruht meine Seele fest. 4. Herr Jesu, ohne dich muß mir die Welt zur Hölle werden; ich habe, hang ich nur an dir, den Himmel schon auf Erden. Es quillt mein Lebenstrank von dir, das Lebensmanna gibst du mir. 5. O selge Stunde, da man dich kann recht ins Herze schlie— Lust und Schmerzen, 1—10 mich Leen Schutz genießen, im Glauben küssen, ehren, fürch⸗ ten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit ringen, düden, streiten, dort mit herr— schen dir zur Seiten! 16 92 1793. Jak. 4256 g. 1693 Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 324. Mein Herz, ach rede mir nicht drein, ich muß von hinnen eilen, Was soll ich hier verweilen, wo 3. mich 5—4 leicht ßen! Wie läßt du da so süßiglich Heil, Gnad und Friede fließen! So oft das Herze nach dir blickt, wird es mit Himmelslust erquickt. 6. Das schwerste Kreuz wird und klein, denn du selbst hilfst es tragen; du richtest es zum besten ein, kannst nicht von Herzen plagen. Dein Ruten— streich ist voller Huld, du for— derst von uns nur Geduld. 7. Führst du mich nun gleich wunderlich, mein Freund, durch Leid und Freude, weiß ich den— noch, daß alles mich von deiner ich muß bei meinem Jesu sein. Eitelkeit, wo keine Ruh? Mein Geist eilt nach dem Diuuel zu. Lieb nicht scheide. Es führet mich dein Wunderpfad zu dir, in meines Vaters Stadt. J.Ludw. Konr.Allendorfg. 169371773. Jesuslieder. Mel. Wer nur den 9915 Gott läßt walten. Mel. 325. Hae von unend— lichem Erbarmen, du unergründlich Liebesmeer, ich danke dir mit andern Armen, mit einem ganzen Sünderheer für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. Für dein so allgemein Er⸗ Wuen für die Bezahlung aller Schuld, für d deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze h hier und dort. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, weil doch des Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes heißt; für die Befestigung darin dankt dir mein neugeschaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Ver sprechen, daß deine Gnade 9810 sei; wenn Berge bersten, Hügel brechen, steht doch dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine teuren Sakra— mente als Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift: für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 6. Ja Mund und Herze soll dir danken, doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanken und 205⁵ gründe mich auf diesen Grund! Erhalte nur durch deine Treu mich bis ans Ende auch dabei! 7. Laß mich in Liebe heilig leben, as dir zum Lobe, sein; versichere mein Herz dar⸗ neben, es reiße keine Lust noch Pein mich von der Liebe Gottes hin, weil ich in Jesu Christo bin. 8. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich von der Liebe scheiden, die da in Christo Jesu ist. Ja Amen, Vater aller Treu, zähl mich den Auserwählten bei! Phil. Friedr. Hiller 1699 1+ 1769. Eph. 1, 21. 22. Eigene Melodie, oder Alles ist an Gottes Segen. 3 26. I esus Christus herrscht als König, alles V. ihm unter— tänig,‚ alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewal— ten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit. 3. Engel und erhabne nen, die beim ewgen wohnen, nichts ist gegen Jesum groß. Alle Namen hier auf Erden, wie sie auch vergöttert werden, sie sind Teil aus sei— nem Los. Thro⸗ Lichte 4. Gott ist Herr; der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner, nur der Sohn der ist ihm gleich. Dessen Stuhl ist un— umstoßlich, dessen Leben unauf— löslich, dessen Reich ein ewig Reich. 5. Gleicher Macht und gleicher Ehren sitzt er unter lichten Chö— ren über allen Cherubim. In der Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld, es folgen Freuden, nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Ge— rechte, und du Schar, die Pal⸗ men trägt, und du Blutvolk in der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottes⸗ harfen schlägt! 9. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin. Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm untertänig! Ehret, liebet, lobet ihn! Jesuslieder. Phil. Friedr. Hiller g. 1699 4 1769. Eigene Melodie. 32 Qch bete an die 0 N Macht der Liebe, die sich in Jesu offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so zart gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und tief gezogen neigt sich mein Alles auch zu dir, du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich und ich dich erlesen. 3. Ich fühls: du bists, dich muß ich haben; ich fühls: ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Ruhplatz ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Ver⸗ gnügen, drum folg ich deinen selgen Zügen. 4. Für dich sei ganz mein Herz und Leben, mein süßer Gott, und all mein Gut; für dich hast du mirs nur gegeben, in dir es nur und selig ruht. Hersteller meines schweren Falles, für dich sei ewig Herz und alles! 5. Ehr sei dem hohen Jesus⸗— namen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Selgen Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! 6. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesusliebe Jesuslieder. in Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. 328 Dis Jesum laß ich ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlich spricht: Nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein, du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Him⸗ mel werden. 207 des Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit, bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich Jesum laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken. Und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: Mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Schutz, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich g. 1713 4 1780. Eigene Melodie. 2. Dich Jesum laß ich is329 A* mein Herr Jesu, nicht, ich halte dich im Glau⸗ dein Nahesein ben. Nichts kann mir meine bringt großen Frieden ins Herz Zuversicht und deine Gnade hinein, und dein Gnadenanblick rauben. Der Glaubensbund hat macht uns so selig, daß Leib und festen Grund: die deiner sich Seele darüber fröhlich und dank— nicht schämen, die kann dir nie- bar wird. mand nehmen. 2. Wir sehn dein freundliches 3. Dich Jesum laß ich ewig Angesicht voll Huld und Gnade nicht; aus göttlichem Erbarmen wohl leiblich nicht, aber unsre gingst du für Sünder ins Ge-⸗Seele kanns schon gewahren, richt und büßtest für mich Ar⸗-du kannst dich fühlbar gnug men. Aus Dankbarkeit will ich offenbaren, auch ungesehn. erfreut um deines Leidens willen 3. O wer nur immer bei Tag die Pflicht der Treu erfüllen. und Nacht dein zu genießen recht 4. Dich Jesum laß ich ewig wär bedacht! Der hätt ohne nicht, du staͤrkest mich von oben. Ende von Glück zu sagen, und Zu dir steht meine Zuversicht, Leib und Seele müßt immer wenn meine Feinde toben. Ich fragen: Wer ist wie du? flieh zu dir, du eilst zu mir; wenn 4. Barmherzig, gnädig, ge⸗ mich die Feinde hassen, wirst du duldig sein, uns täglich reichlich mich nicht verlassen. die Schuld verzeihn, heilen, stilln 5. Dich Jesum laß ich ewig und trösten, erfreun und segnen nicht, das Kreuz soll uns nicht und unsrer Seele als Freund scheiden. Es bleibet jedes Glie- begegnen, ist deine Lust. 208 5. Ach gib an deinem kost⸗ baren Heil uns alle Tage voll— kommnen Teil und laß Seele sich immer schickn, ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner bluti gen Todsgestalt, ja die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu 7*— en sein! Ein herzlichs Wesen und indtchie sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Bl lutbespren⸗ gung aus deinen Wunden erhal t uns solche zu allen Stunden bei Freud und Leid! 8. So werden wir bis in Himm'l hinein mit dir vergnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen: wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durch⸗ grabne Hand, die soviel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, und en Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor g. 1723 4 180t. Eigene Melodie. 330. Werßi ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. i im Schauen, Irdischen nicht grauen. viel Jesuslieder. — 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an mei— unsre nem aus Not und Liebe nach dir zu blicken die andern breite, Straßen wandern. Wanderstabe meinem Herrn, treugesinnt lasse still lichte, volle Nur 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erweichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt, und des Himmels reiche Gabe meinen Blick nach oben hält; hingesenkt kann mir vor dem 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedr. v. Hardenberg g. 177211801. Mel. Herzlich tut mich verlangen. 3 31. Weun alle untren verden, so bleib ich dir doch treu, daß D Dantbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz; drum geb ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter wei⸗ nen, daß du gestorben bist, und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen hast du so getan, der Welt das I 0 e———— Jesuslieder. 209 Heil errungen, doch keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu; die treuste Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; o lasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. Friedr. v. Hardenberg g. 17727 1801. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 332 tark ist meines e ü Jesu Hand, und er wird mich ewig fassen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmut oft Gefahr, fürcht ich auch zu unter— liegen: Christus beut den Arm mir dar, Christus hilft der Ohn— macht siegen. Daß mich Gottes Held verficht, das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich ver— klagt, Christus hat mich schon vertreten; wenn er mich zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Bürge für mich spricht, das ist meine Zuversicht. I. Würd es Nacht vor meinem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte und mit ungewissem Tritt ohne Licht verzagen müßte: Chri⸗ stus ist mein Stab und Licht, das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Miß⸗ geschick leben oder ängstlich kla— gen, ohne Halt ist all ihr Glück, wahrlich sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, das ist meine Zuversicht. 6. Will mein Herr durch sanfte Zucht mich nach seinem Bild gestalten, o so will ich ohne Flucht seiner Hand nur stiller halten. Dann erschreckt mich kein Gericht, das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts, sollt ich ihn mit Klein⸗ mut schmähen? Mein Erbarmer selbst versprichts, sollt ich ihm sein Wort verdrehen? Nein, er läßt mich ewig nicht, das ist meine Zuversicht. Karl Bernh. Garve g. 1763 + 1841. Eigene Melodie. 333 Vit mich gehn, laßt mich gehn, daß ich Jesum möge sehn! Meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonn, die durch die Wolken bricht! O wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht! 14 210 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 3 Ach wie schön, ach wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flü⸗ gel, flög ich über Tal und Hügel heute noch nach Zions Höhn. Gassen! Herr mein Gott, ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein. 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, als ob wir träumen. Bring sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen uns, Herr, ins Paradies! Gust. Frdr. Ludw. Knak g. 18064 1878. XIX. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Ein Lied zu bitten um Glauben, Hoffnung, Liebe und ein seliges Ende. Eigene Melodie. 2 Qch ruf zu dir, Herr 334.J Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen, verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen! Den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nütz zu sein, dein Wort zu halten 255 Ich bitt noch mehr, o Herre Gotz du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott: die Hoffnung gib daneben, voraus wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög ver— trauen und nicht bauen auf alln mein eigen Tun; sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Her⸗ zensgrund den Feinden mög ver⸗ geben; verzeih mir auch zu Speis laß dieser Stund, neues Leben! schaff mir ein Dein Wort mein allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück schlägt herein, das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden, beständig sein ans End gib mir, du hasts allein in Händen; und wem dus gibst, der hats umsonst, es mag nie— mand erwerben noch ererben durch Werke deine Gnad, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb, hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße. Du kannst machen daß mirs nicht bringt Gefahr; ich weiß, du wirsts nicht lasfen. Johann Agricola g. 1492 1 1566. *etee —..—2—— —3.————25 „ * ——— —„•——— 8—— ....I„RLQe rrr eee ,-:-& Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 211 Eu. Matth. I1, 28. Eigene Melodie. 33 5 ommt her zu mir, spricht Gottes Sohn, all die ihr seid beschweret nun, mit Sünden hart beladen, ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, ich will euch geben, was ich hab, will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist süß, mein Bürd gering; wer mirs nach— trägt, in dem Beding wird er der Höll entweichen; ich will ihm treulich helfen tragn, mit meiner Hülf wird er erjagn das ewge Himmelreiche. ů 3. Was ich getan und g'litten hie in meinem Leben spat und früh, das sollt ihr auch erfüllen. Was ihr gedenkt, ja redt und tut, das wird euch alles recht und gut, wenns g'schieht nach Gottes Willen. 4. Gern wollt die Welt auch selig sein, wenn nur nicht wär die schwere Pein, die alle Chri— sten leiden; nun aber kanns nicht anders sein, darum ergib dich nur darein, willst ewge Pein du meiden. 5. All Kreatur bezeuget das; was lebt in Wasser, Luft und Gras, sein Leiden kanns nicht meiden. Wer denn in Gottes Nam nicht will, der muß zuletzt des Teufels Ziel mit schwerem G'wissen leiden. 6. Heut ist der Mensch schön, jung und schlank, sieh, morgen ist er schwach und krank, bald muß er auch gar sterben; gleich wie die Blumen auf dem Feld, also wird auch die schöne Welt in einem Nu verderben. 7. Die Welt erzittert ob dem Tod; liegt einer in der letzten Not, dann will er gleich fromm werden; der schaffet dies, der andre das, sein'r armen Seel er ganz vergaß, dieweil er lebt' auf Erden. 8. Und wenn er nicht mehr leben kann, hebt eine große Klag er an, will sich nun Gott erge— ben; ich fürcht fürwahr, die gött— lich Gnad, die er allzeit ver— spottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben. 9. Dem Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Jungen nicht sein stolzer Mut, er muß aus diesem Maien; wenn einer hätt die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld, doch muß er an den Reihen. 10. Dem G'lehrten hilft doch nicht sein Kunst, die weltlich Pracht ist gar umsonst, wir müssen alle sterben. Wer sich in Christo nicht bereit, weil er lebt in der Gnadenzeit, ewig muß der verderben. 11. Höret und merkt, ihr lie⸗ ben Kind, die jetzo Gott ergeben sind: Laßt euch die Müh nicht reuen, halt't stets am heilgen Gotteswort, das ist eur Trost und höchster Hort, Gott wird euch schon erfreuen. 12. Nicht Übel ihr um Übel gebt! Schaut, daß ihr hie un— schuldig lebt, laßt euch die Welt 14*⁷ 0 ——— 212 nur äffen, gebt Gott die Rach und alle Ehr, den engen Steig geht immer her! Gott wird die Welt schon strafen. 13. Wenn es ging nach des Fleisches Mut in Gunst, Ge⸗ sundheit, großem Gut, würdt ihr gar bald erkalten; darum schickt Gott die Trübsal her, damit eur Fleisch gezüchtigt wär, zu ewger Freud erhalten. 14. Ist bitter euch das Kreuz und schwer, gedenkt, wie heiß die Hölle wär, darein die Welt tut rennen, mit Leib und Seel muß leidend sein ohn Unterlaß die ewge Pein und kann doch nicht verbrennen. 15. Ihr aber sollt nach dieser Zeit mit Christo haben ewge Freud; dahin sollt ihr gedenken. Kein Mann lebt, der aussprechen kann die Wonne und den ewgen Lohn, den euch der Herr wird schenken. 16. Und was der ewig gütge Gott in seinem Wort versprochen hat, geschworn bei seinem Na— men, das hält und gibt er g'wiß fürwahr. Der helf uns zu der Engel Schar durch Jesum Christum! Amen. Hans Witzstat(2) 1530. Pfalm 31, 1—-6. Eigene Melodie. uf dich hab ich ge⸗ 336. A hoffet, Herr, hilf, daß ich nicht zuschanden werd noch ewiglich zu Spotte. Das Lieder vom christlichen Leben und Wandel. bitt ich dich: Erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, tu dich herfür, eil bald, mich zu erretten! In Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir aus meinen Nöten! 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten wider mein' Feind, der gar viel seind an mir auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hülf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Not; wer kann mir wider— streben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht mit Lügen und durch falsch Gedicht viel Netz und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, hüt mich vor falscher Tücke! 6ʒ. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum! Amen. Adam Reusner g.um 1500 T nach 1572. ————¼———— +— 428 2929882888 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 2¹3 Eeigene Melodie. mein Gnadenthron! Herr Jesu 337 Oaich lieb hab ich Christ, erhöre mich, erhöre mich, 2 dich, o Herr; ich ich will dich preisen ewiglich. bitt, wollst sein von mir nicht. Martin Schalling g. 1532 1 1608. fern mit deiner Güt und Gnaden..— Die ganze Welt erfreut mich nicht, Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. nach Erd und Himmel frag ich e 3 38 err, wie du willst, 2 so schicks mit mir nicht, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du im Leben und im Sterben, allein n en ne Her,„der mich, Herr, nicht verderben! Er⸗ mich durch 0 2 hat ant halt“ mich nur in deiner Huld, Herr Jesu Christ, mein Gott sonst wie du willst; gib mir Ge⸗ 1n Sidand a Herr, duld, denn dein Will ist der beste. mef chanden laß mich nimmer⸗ 2. Zucht, Ehr und Treu ver⸗ mehr.———— leih mir, Herr, und Lieb zu Gschenk und Gab mem Leib 208 Dor: feihen in Gesche ö Leib und vor falscher Lehr und gib mir Seel und was ich hab in diesem hier und dorte, was dient zu armen Leben; damit ichs brauch meiner Seligkeit, wend ab all Die Wde Nacht zu Nutz uumn Ungerechtigkeit in meinem ganzen Dienst des Nächsten mein, wollst Leben! Hn dein Gnade uhere 59 5 3. Soll ich einmal nach deinem mich, Herr, vor falscher Lehr, des; dieser We schei Sans Mord und Lügen Vohe Lerlei, wn, Herr, um deins in allem Kreuz erhalte mich, auf Gnad, daß es gescheh mit Freu— daß ichs trag geduldiglich. Herr den. Mein Leib und Seel befehl Jesu Christ, mein Herr und Gott, ich dir, o Herr, ein seligs End mein Sel 11. Tadte 11 mir gib mir durch Jesum Christum! mein Seel in Todesnot! Amen. 35 E ien Eind dn Oeel Caspar Bienemann g. 1540 T1 159t. ie ind die Seele mein in Abrahams Schoß tra- Eigene Melodie, oder gen, den Leib in sein'm Schlaf— Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. kämmerlein gar sanft ohn einge 339 9⁰¹ mir, mein Qual und Pein ruhn bis zum ‚ Gott, hilf, daß jüngsten Tage. Alsdann vom nach dir von Herzen mich ver— Tod erwecke mich, daß meine lange und ich dich suche mit Augen sehen dich in aller Freud, Begier, wenn mir wird angst o Gottessohn, mein Heiland und und bange. Verleih, daß ich 214 mit Freude dich in meiner Angst bald finde; gib mir den Sinn, daß ich forthin meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Schmerz mich deiner Gnad ergebe, hab täglich ein zerknirsch— tes Herz, in wahrer Buße lebe, vor dir erschein, herzlich bewein all meine Missetaten, die Hände fein laß milde sein, dem Dürf— tigen zu raten. ö 3. Die Lust des Fleisches dämpf in mir, daß sie nicht überwinde; rechtschaffne Lieb und Lust zu dir in meinem Sinn anzünde, daß ich in Not bis in den Tod dich und dein Wort bekenne, und mich kein Trutz noch Eigennutz von deiner Wahr— heit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanft— mut ziere, auch alle Hoffart von mir nimm und mich zur Demut führe! Was sich noch findt von alter Sünd durch deinen Geist ausfege, gib, daß allzeit Trost, Fried und Freud sich in mir Armen rege. 5. Den Glauben stärk, die Lieb erhalt, die Hoffnung mache feste, daß ich von dir nicht wanke bald, Beständigkeit ists Beste; den Mund bewahr, daß nicht Gefahr durch ihn mir werd er— wecket; gib Brot dem Leib, doch daß er bleib von Wollust unbe⸗ flecket. 6. Gib, daß ich treu und fleißig sei in dem, was mir ge— Lieder vom christlichen Leben und Wandel. bühret, daß ich auch nicht durch Heuchelei und Ehrgeiz werd ver— führet. Leichtfertigkeit, Haß, Zank und Neid laß in mir nicht ver— bleiben, verstockten Sinn und Diebsgewinn wollst du fern von mir treiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rat, von falscher Meinung trete, dem Armen helfe mit der Tat, für Freund und Feind stets bete, dien jedermann, so viel ich kann, das Böse haß und meide nach deinem Wort an allem Ort, bis ich von dannen scheide. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Eigene Melodie. 3 40.0 Gott, du frommer * Gott, du Brunn⸗ quell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein un— verletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich tu mit Fleiß, was mir zu tun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ichs tue bald, zu der Zeit, da ich e soll; und wenn ichs tu, so gib, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützlich Wort aus mei— nem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck, ohn Ver— druß! Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 215 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gib einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen! Gib, daß ich mei— nen Feind mit Sanftmut über⸗ wind, und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib Ge— duld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, daß ich mit Ehren wag all meine grauen Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden, dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so tu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken, laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön ver⸗ Ey. Matth. 5. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 3 41 hommt, laßt euch den Herren leh— ren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören zu der rechten Christen Zahl, die bekennen mit dem Mund, glau⸗ ben fest von Herzensgrund und bemühen sich daneben, Guts zu tun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demut haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd allein gepreist, danken dem auch für und für, denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird noch zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauren findt, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd, die deshalben traurig gehn, oft vor Gott mit Tränen stehn. Diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmut spüren kann, welche Hohn und Trutz verschmerzen, weichen gerne jedermann, die nicht suchen eigne Rach und befehlen Gott die Sach. Diese will der Herr so schützen, daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich stre⸗ ben nach Gerechtigkeit und Treu, klärt zum auserwählten Hauf! daß an ihrem Tun und Leben Joh. Heermann g. 1585 f 1647. nicht Gewalt noch Unrecht sei, NN die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geißz, Betrug und Unrecht hassen. Die wird Gott satt werden lassen. 216 6. Selig sind, die aus Erbar⸗— men sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behülflich sind mit Rat, auch wo möglich mit der Tat, werden wieder Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden wer⸗ den reines Herzens jederzeit, die in Werk, Wort und Geberden lie— ben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Friede machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Ruh, raten allerseits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht verschul⸗ den und gerecht befunden sein. Ob des Kreuzes gleich ist viel, setzet Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit den Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten auch aus Gnaden fähig werd. Gib, daß ich mich acht gering, meine Klag oft vor dich bring, Sanft— mut auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich Armen helf und Lieder vom christlichen Leben und Wandel. diene, immer hab ein reines Herz, die in Unfried stehn, ver⸗ sühne, dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Hannov. Gsb. 1648 nach Joh. Heermann g. 15857 1647. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 6 treuer Heiland, 342. O Jesu Chrif der du auch mir geboren, ja auch für mich gestorben bist, laß doch nicht sein verloren an mir das groß Erlösungswerk, vielmehr gib Gnade, Kraft und Stärk, inbrünstig dir zu danken! 2. Gib Gnade, daß ich dich hinfort als meinen Heiland liebe, dir lebe und in deinem Wort mich treu und fleißig übe. Und wie du, Herr, gestorben bist, so hilf mir auch, zu jeder Frist den Sünden abzusterben. 3. Du standest von den Toten auf, brachst durch des Grabes Türen; drum laß mich einen neuen Lauf voll Geist und Tugend führen, laß mich von Sünden auf⸗ erstehn, in deinen heilgen Wegen gehn und dir zu Ehren leben! 4. Laß hier in deinem Reiche mich dir treu, beständig dienen, in guten Werken fruchtbarlich stets wachsen, blühn und grünen, bis du nach meinem Pilgrims-⸗ lauf mich nimmst in deinen Himmel auf, wo du zur Rechten sitzest. 1633² Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 210 Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Pfalm 118. 343 Laseh uns mit Jesu Mel. Werde munter, mein Gemüte. ziehen, seinem Vor⸗ 3 4 4 ilf uns, Herr, in bild folgen nach, in der Welt der allen Dingen, Welt entfliehen auf der Bahn, daß wir unser Amt und Werk die er uns brach, immerfort zum wohl anfangen und vollbringen, Himmel reisen, irdisch noch schon gib uns Weisheit, Kraft und himmlisch sein, glauben recht und Stärk! Ohne deine Hülf und leben fein, in der Lieb den Glau-Gunst ist all unser Werk um⸗ ben weisen. Treuer Jesu, bleib sonst; hilf uns, Herr, in allen bei mir, gehe vor, ich folge dir. Dingen und laß alles wohl ge— 2. Lasset uns mit Jesu leiden, lingen! seinem Vorbild werden gleich; 2. Hilf uns, Herr, an allen nach dem Leide folgen Freuden, Orten, wo wir dein bedürftig Armut hier macht dorten reich, sein, brich der Hölle Macht und Tränensaat die erntet Lachen, Pforten und gib deinem Häufe⸗ Hoffnung tröstet mit Geduld; es lein, deiner armen Christenheit, kann leichtlich Gottes Huld aus Liebe, Fried und Einigkeit! Hilf dem Regen Sonne machen. Jesu, uns, Herr, in allen Dingen und hier leid ich mit dir, dort teil laß alles wohl gelingen! deine Freud mit mir! 3. Hilf uns, Herr, in allen 3. Lasset uns mit Jesu sterben; Nöten, aller Trübsal und Ge— sein Tod uns vom andern Tod fahr, laß uns keine Drangsal rettet und vom Seelverderben, töten, nimm doch unser also von der ewiglichen Not. Laßt wahr, daß Kreuz, Elend und uns töten, weil wir leben, unser Verdruß uns zum Besten dienen Fleisch, ihm sterben ab, so wird muß. Hilf uns, Herr, in allen er uns aus dem Grab in das Dingen und laß alles wohl ge— Himmelsleben heben. Jesu, sterb lingen! ich, sterb ich dir, daß ich lebe für 4. Hilf uns, Herr, aus allem und für. Leide in der letzten Todesnot, 4. Lasset uns mit Jesu leben; laß uns fahren hin mit Freude weil er auferstanden ist, muß das und durch deinen bittern Tod Grab uns wiedergeben. Jesu, kommen in das Paradeis, uns unser Haupt du bist, wir sind zur Freude, dir zum Preis! deines Leibes Glieder, wo du Hilf uns, Herr, in allen Dingen lebst, da leben wir; ach erkenn uns und laß alles wohl gelingen! für und für, trauter Freund, für. 5. Hilf uns, Herr, in letzten deine Brüder! Dir, o Jesu, leb Zügen, hilf! Nach unsrer Zu⸗ ich hier und dort ewig auch bei dir. versicht laß uns ritterlich ob— Sigism. v. Birken g. 1626 4 1681. siegen und zuschanden werden 218 nicht! O Herr Jesu, deine Hand leist uns Hülfe und Beistand, daß wir nach vollbrachtem Ringen Lob und Dank dir ewig singen. Nach Martin Rinckart g. 15861 1649. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 345 Uch Gott, gib du 2 uns deine Gnad, daß wir all Sünd und Missetat bußfertiglich erkennen und glau⸗ ben fest an Jesum Christ, der uns zu helfn ein Meister ist, wie er sich selbst tut nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben immerfort zu Ehren deinem Namen; daß uns dein guter Geist regier, auf ebner Bahn zum Himmel führ durch Jesum Christum. Amen. Samuel Zehner g. 1594 7 1635. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 3 46 Sẽ getreu bis an 2 das Ende, da— mit keine Qual und Not dich von deinem Jesu wende, sei ihm treu bis in den Tod! Ach das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glau— ben, laß dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben, halte treulich deinen Bund, den dein Herz durchs Wasserbad fest mit Gott geschlossen hat. Ewig ist der Mensch verloren, der ihm trenlos hat geschworen. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt. Denke, wie dein Heiland tat, als er für die Feinde bat; du mußt, soll dir Gott vergeben, auch ver— zeihn und liebreich leben. 4. Sei getreu in deinem Leiden und laß dich kein Ungemach, keine Not von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld; selig ist, wer willig träget, was sein Gott ihm auferleget. 5. Hat dich Kreuz und Not be⸗ troffen, und Gott hilft nicht also— fort, bleibe treu in deinem Hoffen, traue fest auf Gottes Wort! Hoff auf Jesum festiglich, sein Herz bricht ihm gegen dich, seine Hülf ist schon vorhanden; Hoffnung machet nie zuschanden. 6. Sei getreu in allen Sachen, in dem Anfang, Mittel, Schluß, fürchte Gott und laß ihn machen, hüte dich vor Joabs Kuß,“) such in allem Gottes Ruhm, führ ein wahres Christentum, sei zwar klug in deinem Glauben und doch ohne Falsch wie Tauben! ) 2 Sam. 20, 9. 7. Sei getreu in Todesstunden, halt dich glaubensvoll an Gott, flieh getrost in Christi Wunden, sei getreu bis in den Tod! Wer mit Jesu gläubig ringt, ihn wie Jakob hält und zwingt, dem will er in jenem Leben seine Freuden— krone geben. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 8. Nun wohlan, ich bleib im Leiden, Glauben, Lieb und Hoff— nung fest, ich bin treu bis an das Scheiden; Jesus, der mich nicht verläßt, ist, ergibt; ihm befehl ich meine Sachen, denn ich weiß, er wirds wohl machen. Nach Benj. Prätorius g.16364 1674.(2) Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. 347. IWa daß mein Tun und Werk in dei⸗ nem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen; was du regierst, das geht und steht auf rechten, guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß sein Rat werd ins Werk gebracht und seines Gangs sich freue; des Höchsten Rat der machts allein, daß Menschenrat gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit ge⸗ fehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 4. So fängt auch mancher weise Mann ein gutes Werk zwar fröhlich an und bringts doch nicht zum Stande; er baut ein Schloß und festes Haus, doch nur auf lauterm Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn fast über Berg und Spitzen hin, und eh er sichs versiehet, so den meine Seele liebt, dem sie sich im Kreuz liegt er da, und hat sein Fuß vergeblich sich bemühet. Kron und Zepter trägst in dei— nem Thron und aus den Wolken blitzest, vernimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du sitzest. 7. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 8. Gib füllen. mir gut, das gib mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre! Der höchste Zweck, das und Zier, gefallen und belieben; was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und Tat verüben! 11. Ists Werk von dir, so hilf treib zurück und ändre meine Sinnen! Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in kurzem zu zerrinnen. 1. Sollt aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest brechen. 6. Drum, lieber Vater, der du mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht“ ruh und steh auf meinem eignen“ Willen; sei du mein Freund und treuer Rat, was recht ist, zu er⸗ 9. Prüf alles wohl, und was beste Teil sei deine Lieb und Ehre! 10. Was dir gefällt, das laß α auch mir, o meiner Seele Sonn zu Glück, ists Menschentun, so 22⁰ 13. Tritt zu mir zu und mache leicht, was mir sonst fast un⸗ möglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst an⸗ gefangen hast durch Weisheit dei⸗ ner Hände. 14. Ist ja der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, da ihn sonst vor graut, mit tapfrem Mut be⸗ zwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 16. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch den, nichts Bess lieber Christ, im Himmel noch Lieder vom christlichen Leben und Wandel. o Mensch, in deinem Leben, leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben! Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keinen Wind des Kreuzes dich abkehren! Ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr begehren? Dies höchste Gut macht rechten Mut; kann seine Huld dir wer⸗ ers ist, mein auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Ju⸗ gend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebens—⸗ lauf von seiner Liebe scheiden! Sein alte Treu wird täglich neu, deinen Geist, wo Freud und sein Wort steht nicht auf Schrau— Wonne stehet. 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge. So hilf nur, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 18. Dein soll sein aller Ruhm ben; was er verspricht, das bricht er nicht; das sollst du kühnlich wenn er dich hält Hand, wer ist, der dich verletzet? Wer s glauben. 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darein er dich gesetzet; mit seiner eine Gnad zur Brustwehr und Ehr, ich will dein Tun je hat, kein Teufel kann ihm schaden; mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. steht diese Wehr um einen her, dem bleibet wohl geraten. 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen, steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen! Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein ei Gott getreu, liebes Wort bleibt ewig fort ohn 348. Shaltseinen Dund, alles Wanken stehen. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht! Wär je der Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß beizeit nur wieder aufzustehen. 7. Sei Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts abwenden! Er wird und kann in aller Not dir treuen Beistand senden. Und käm auch gleich das höllisch Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, 22 folget mir, soll nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demü⸗ mein Mund der fließt zu jeder Zeit von süßem Sanftmutsöle; mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch, das was schädlich ist zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seele Fels und Hort und führ euch zu der Him“ melspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich —ů+⁰. I 1 ö daß er dein lieber Vater sei, wie geh voran, ich steh euch an der er dir hat verheißen, und eine Seite, ich kämpfe selbst, ich brech Kron zum Gnadenlohn im Him- die Bahn, bin alles in dem mel dir aufsetzen; da wirst du Streite. Ein böser Knecht, der dich fort ewiglich in seiner Treu still mag stehn, wenn er den: ergetzen. Feldherrn an sieht gehn. Michael Franck g. 1609 4 1667. Mel. Machs mit mir, Gott, nach 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlie⸗ ren; wer sie hier zu verlieren deiner Güt. scheint, wird sie in Gott ein⸗ 349 Mie nach, spricht führen. Wer nicht sein Kreuz 2 Christus, unser nimmt und folgt mir, ist mein Held, mir nach, ihr Christen alle! nicht wert und meiner Zier. Verleugnet euch, verlaßt die Welt, 7. So laßt uns denn dem folgt meinem Ruf und Schalle! lieben Herrn mit unserm Kreuz Nehmt euer Kreuz und Ungemach nachgehen und wohlgemut, ge— auf euch, folgt meinem Wandel trost und gern in allem Leiden nach! stehen. Wer nicht gekämpft, trägt 2. Ich bin das Licht, ich leucht auch die Kron des ewgen Lebens euch für mit heilgem Tugend- nicht davon. leben; wer zu mir kommt und 8 Johann Scheffler g. 1624 4 1677.% 222 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Eigene Melodie. 350 A ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen, über alles Geld und Gut. sein Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher er— nähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderlich ge— führet und noch leitet und re— gieret, wird forthin mein Helfer sein. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was Vergnügung pflegt zu bringen und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad er— geben und ihm alles heim— gestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Welt Willen mein Verlangen zu er— füllen, es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschrei— ben, wie Gott will, so muß es bleiben, wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben, ich verlasse mich auf ihn; ist doch nichts, das lang bestehet, alles ein Strom dahin. Wer auf Gott Irdische vergehet und fährt wie Matth. 26, 41. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 3 51 M dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Ver— suchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag fin— den, weils ihm sonst ein Leich— tes ist, dich zu überwinden; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die durch Gewalt bezwinge oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sieh, damit nie viel von falschen Brü— dern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, da— mit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmei— 1676. cheln. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 223 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und be— strickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er ver— langet unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen, denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immer⸗ dar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten. Denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burch. Freystein g.167111718. Eigene Melodie. 352 err Jesu, Gnaden⸗ . sonne, wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen, mein Gott, versag mirs nicht! 2. Vergib mir meine Sünden und wirf sie hinter dich, laß allen gaben mein armes Herze laben, ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis, Herr, durch dein heilig Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahr⸗ heit bleibe zu Trutz der Höllen— pfort. 5. Mit deiner Kraft mich rüste zu kreuzgen mein Begier und alle bösen Lüste, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innrem Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut, denn das sind Gnaden— werke, die dein Geist schafft und tut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gna— den, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu! Gib, daß ich deinen Willen gedenke zu erfüllen, Zorn verschwinden und hilf mir und steh mir kräftig bei! gnädiglich, laß deine Friedens— Ludw. Andr. Gotter g. 1661 4 1735. 22⁴4 Lieder vom christlichen Phil. 2, 12. Mel. Freu dich sehr, o meine Soule. chaffet, schaffet, 353. Menschenkinder,‚ schaffet eure Seligkeit, bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 3. Daß nun dieses mög ge⸗ schehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und nach dessen Neigung gehen, sondern was Gott will und tut, das muß ewig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in allen übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach zu be⸗ kennen, daß in euch noch Sünde Leben und Wandel. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg, wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen hat bei Christen keine Statt, fleischlich reden, tun und lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle tun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen, er ists, der des Geistes Ol und nach dem es ihm beliebt Wollen und Vollbringen gibt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sün— steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch denglieder, welche Adam in euch zu nennen, daß euch lauter Elend regt, in den Kreuzestod danieder, deckt, und daß Gottes Gnaden- bis ihm seine Macht gelegt. Hauet kraft nur allein das Gute schafft, Händ und Füße ab, was euch ja daß außer seiner Gnade in à ärgert, senkt ins Grab“) und euch nichts denn Seelenschade. denkt oftmals an die Worte: 4. Selig, wer im Glauben Dringet durch die enge Pforte! ) Matth. 5, 30. 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht, gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, daß ich so in Jesu Namen meinen kämpfet, selig, wer im Kampf besteht und die Sünde in sich dämpfet, selig, wer die Welt ver⸗ schmäht. Unter Christi Kreuzes⸗ schmach jaget man dem Frieden nach, wer den Himmel will er— erben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 2²2⁵ Glaubenskampf vollführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, deine Hand das geweihte Bru⸗ derband! 9. So wie Vater, Sohn und bete, ringe und also zum Himmel Geist drei und doch nur eines dringe. Eigene Melodie. 354. reichen Segen nach Begehr und das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 3. Aber ach, wie ist die Lieb so verloschen, daß kein Trieb mehr auf Erden wird gespürt, der des andern Herze rührt. 4. Jedermann lebt für sich hin in der Welt nach seinem Sinn, denkt an keinen andern nicht; wo bleibt da die Liebespflicht? 5. O Herr Jesu, Gottes Sohn, schaue doch von deinem Thron, schaue die Zerstreuung an, die ein Mensch nicht bessern kann. 6. Sammle, großer Menschen— hirt, alles, was sich hat verirrt, laß in deinem Gnadenschein alles ganz vereinigt sein! 7. Gieß den Balsam deiner Kraft, der dem Herzen Leben schafft, tief in unser Herz hinein, strahl in uns den Freudenschein! 8. Bind zusammen Herz und Herz, laß uns trennen keinen Schmerz, knüpfe selbst durch Ludw. Andr. Gotter g. 1661 1 1735. Tieh, wie lieblich und wie fein ists, wenn Brüder friedlich sein, wenn ihr Tun einträchtig ist, ohne Falschheit, Trug und List. 2. Diesen ja verheißt der Herr heißt, wird vereinigt ganz und gar deine ganze Liebesschar. A 8 I0. Was für Freude, was für Lust wird ihr da nicht sein be— wußt! Was sie wünschet und begehrt, wird von Gott ihr selbst gewährt. II. Alles, was bisher ver⸗ wundt, wird mit Lob aus Einem Mund preisen Gottes Liebes-⸗ macht, wenn er alls in eins gebracht. 12. Kraft, Lob, Herrlichkeit sei dem Höchsten allezeit, der, wie er ist drei in ein, uns in ihm läßt eines sein. V. 1—2 Mich. Müller g. 16734 1704. * V. 3—12 J. Christ. Nehring i 1736. Ehr und Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 3 5 5 Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, schließ zu der Sünde Tor und Tür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Tür, ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus! 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend An— gesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerschöpf— ter Güt! 15 226 ö N noch nicht. 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Se⸗ gen reich, gib Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner mil⸗ ö den Gnadenhand! ö mens Ruhm ausbreiten als dein Gewinn, wenn ich nur dir er— geben bin. Heinr. Georg Neuß g. 1654 4 1716. Eigene Melodie. geht es gar sauer ein, sich immer⸗ 0 wohl ausgericht, das 2. Man muß Schlangen gehn, in unsre Fersen bringen; in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der ö sich hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh, die Gnade aber macht, daß mans . nicht acht. 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie! 5. So will ich deines Na⸗ Eigentum und dieses achten für 356 E kostet viel, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben, denn der Natur . dar in Christi Tod zu geben; 4 und ist hier gleich Ein Kampf machts hier stets auf„ die ihren Gift da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht der Gift kann Lieder vom christlichen Leben und Wandel. wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich sein, so lieblich im Gesichte, dieweil ihn da die wesentliche Pracht so schön ge— macht. 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn und es mit Gott zu Einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? 6. Da gibt sich ihm die Weisheit ganz, die es hier stets als Mutter hat gespüret,“) sie krönet es mit ihrem Perlen⸗ kranz und wird als Braut der Seele zugeführet. Die Heimlich— keit wird da ganz offenbar, die in ihr war.“*) Spr. 8, 1..) Cor. 2. 9. 10 7. Was Gott genießt, genießt es auch, was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben; der Him— mel steht bereit ihm zum Ge⸗— brauch, wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein als Gott allein. 8. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsternis zu reißen. Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn,«) wie wohl wirds tun!) Offenb. 14, 13. Cbhrist. Friedr. Richter g. 1676171711. —— ———..3—*—— Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. 3 57 S ist nicht schwer, ‚ ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich im— merdar in Christi Tod zu geben, doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kind⸗ lein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein', das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr, es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, die Unlust schafft in dir dein eigner Wille. Drum übergib ihn willig in den Tod, so hats nicht Not. 4. Wirf nur getrost den Kum⸗ mer hin, der nur dein Herz ver⸗ 358 ier legt mein 508. Sinn sich vor geblich schwächt und plaget; er— wecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an! so ists getan. 5. Faß nur dein Herze in Ge— duld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so ist dein Fehl und kindliches Versehn als nicht geschehn. Versiehst 227 6. Laß nur dein Herz im Glau⸗ ben ruhn, wenn dich wird Nacht und Finsternis bedecken; dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir tun; vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken, ja, siehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur! 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn, und wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wah— rer Christ so selig ist. 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die süße Ruh, in Friede sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn allein auf ihn. Christ. Friedr. Richter g. 167641711. Eigene Melodie. dir nieder, mein Geist sucht sei⸗ nen Ursprung wieder; laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armut sein gericht! 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, laß mich in deinem Tode sterben; o könnte doch in deiner Pein die Eigenheit er— tötet sein! 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen mit der Gelassenheit er— füllen, brich der Natur Gewalt —6 228 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. entzwei und mache meinen Wil— len frei! 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe, nur ist von der Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden, der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier gelten nichts der Menschen Taten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch im⸗ mer treu geblieben; ich weiß ge— wiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus solchen Netzen ziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröh— lich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge mei— ner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen; ach drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in deinen Ab— grund senke, so werd ich von dir angeblickt, und mein Herz wird von dir erquickt. und Neide mein Freund und 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich schon die süße Beute und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christ. Friedr. Richter g. 167671711. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 359 Men lieber Gott, gedenke meiner im besten jetzt und allezeit, denn außer dir ist nirgend keiner, der mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zu— versicht und sagt mir: Du ver— gißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache mir die Himmelslehre zu Saft und Kraft im Christentum, daß so dein Same wohl geling und hundertfältig Früchte bring. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke stets in Gnaden drauf! Weil ich in Christo vor dich trete, so schließ dein Herz und Ohren auf, doch gib mir nichts als dies allein, was mir aus dem Kampf und Streit in kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin! Weil ich wie andre Menschen alle im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand! 5. Gedenke meiner, wenn ich leide! Wen hab ich sonst, als dich allein, der bei der Menschen Haß Tröster könnte sein? Und hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn Welt und Teufel böse tut. 6. Gedenke meiner auch in allen, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohl⸗ gefallen in meinem ganzen Leben an! Denn gibst du mir, was dir gefällt, so ists um mich recht gut bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe, und wenn mich alle Welt vergißt; versetze mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist. Denn bliebst du nicht im Himmel mein, so wollt ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts be— trüben, in deine Hände hast du mich zu Heil und Segen ange— schrieben; drum sieht die Hoff— nung bloß auf dich und denkt, im Glauben ungekränkt, daß Gott im besten meiner denkt. Erdmann Neumeister g. 167171756. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 360 Ernoin⸗ mich, o ewigs Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein! 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sünden— wust, ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist und nichts sonst, Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 229 als was du willst, will, ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll! 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, o ewigs Licht, von Angesicht zu Angesicht. Joh. Friedr. Ruopp 1708. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 361 95—— Jesu, der du e„mich selber durch dein Blut erkaufet, und auf dessen Namen ich als ein Christe bin getaufet, laß mich deinen Geist regieren, solchen Namen recht zu führen. 2. Laß mich meiner Taufe Bund ernstlich immerdar betrach— ten, laß mich doch von Herzens⸗ grund Satan, Welt und Fleisch verachten, laß hingegen stets mich üben, Gott und Menschen recht zu lieben. 3. Laß mich, Herr, den schma— len Weg durch die enge Pforte gehen, laß auf deines Wortes Steg einzig meine Augen sehen, gib Geduld in Kreuz und Leiden, daß sie nie mich von dir scheiden. 4. Komm, vermähle selber dich, liebster Jesu, meiner Seelen, gönne, daß auf ewig ich dich zu meiner Lust mag wählen, gib, daß keine Trübsalsfluten löschen unsrer Liebe Gluten. 5. Laß mich hier in dieser Welt als ein wahrer Christe leben und sodann, wenn dirs gefällt, christlich meinen Geist aufgeben, auch im Himmel zu — ππν— 230 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. den Frommen und den wahren wir sind versöhnt! Daß uns die Christen kommen. Welt noch höhnt, währt nicht 6. Ehre, Glücke, Kunst und lange, und Gottes Sohn hat Ruhm laß ich dieser Welt da⸗ längstens schon uns beigelegt die hinten, aber nur mein Christen⸗ Ehrenkron. tum werde ich dort wiederfinden, 4. Jesu, stärke deine Kinder wo mit schönen Ehrenkronen Gott und mach aus denen Überwinder, will wahren christen lohnen. die du erkauft mit Blut. 535 Jon. Wehrenberg g.16514 1713. Sch haffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. wenn uns entfallen will der 362. Rii stet euch, ihr Ger Gieß aus auf uns den Christenleute! Geist, dadurch die Liebe fleußt Die Feinde suchen euch zur in die Herzen, so halten wir ge⸗ Beute, ja Satan selbst hat eur treu an dir im Tod und Leben begehrt; wappnet euch mit Gottes für und für. Worte und kämpfet frisch an Wilh. Erasmus Arends 1 172ʃ. jedem Orte, damit ihr bleibet——— ö* unversehrt. Ist euch der Feind Eigene Melodie. zu schnell, hier ist Immanuel. 363 Ri recht, wenn Hosianna! Der Starke fällt 2 Gottes Gnade durch diesen Held, und wir be- dich nun ziehet und bekehrt, daß halten mit das Feld. dein Geist sich recht entlade von 2. Reinigt euch von euren der Last, die ihn beschwert. Binnr besieget sie, die ihr seidd 2. Kämpfe bis aufs Blut und Christen, und stehet in des Her⸗(Leben, dring hinein in Gottes ren Kraft! Stärket euch in Jesu Reich; will der Satan wider— Namen, daß ihr nicht strauchelt streben, werde weder matt noch wie die Lahmen. Wo ist des weich! Glaubens Eigenschaft? Wer hier 3. Ringe, daß dein Eifer glühe, ermüden will, der schaue auf das und die erste Liebe dich von der Ziel, da ist Freude. Wohlan, so ganzen Welt abziehe; halbe Liebe seid zum Kampf bereit, so krönet hält nicht Stich. 905 die Ewigkeit. 4. Nümm mit Furcht ja deiner Streitet recht die wenig Seele, deines Heils mit Zittern Jahre, eh ihr kommt auf die wahr hier in dieser Leibeshöhle Totenbahre; kurz, kurz ist unser sch webjt du täglich in Gefahr. Lebenslauf. Wenn Gott wird die 5. Halt ja deine Krone feste, Toten wecken, und Christus wird halte männlich, was du hast; die Welt erschrecken, so stehen recht beharren ist das beste, Rück⸗ wir mit Freuden auf. Gott Lob, fall ist ein böser Gast. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 231 6. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit, bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg- und Sicherheit! 7. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, von keiner Wollustpflege, weiß hält sich selber nichts zu gut, 8. Denkt bei jedem Augen⸗ blicke, obs vielleicht der letzte sei, bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Ol herbei. 9. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 10. Eile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willt, mach dich los von allen Ketten, fleuch wie ein gejagtes Wild! 11. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar“) ein, eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein!) 1 Mose 19, 22. 23. 12. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborg— nen Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken 9115 3. Eile, zähle Tag und Stun-⸗ 1— bis dein Bräutgam kommt und winkt und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 14. Eile, lauf ihm doch ent— gegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit nun mein Hüttlein abzulegen, mich dürst nach der Ewigkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. 364 sch Gott, verlaß mich nicht, gib mir die Gnadenhände, ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Selig— keit, sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz, ach Gott, verlaß mich e 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen, ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gib mir den guten Geist, gib Glaubens-⸗ zuversicht, sei meine Stärk und Kraft, ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzens— grunde, ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde! Wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so ueri nicht von mir, ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, ach laß dich doch bewegen, ach Vater, kröne doch mit reichem Himmel die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu tun, was dir gefällt, ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich bleibe dir ergeben; hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig 31. hif ab, zu sehn dein Angesicht, hil mir in Not und Tod, ach Gott, ver Joh. Jos. Winckler g. 1670 + 1722. aß mich nicht! alomo Franck(?) g. 1659 7 la 172⁵. 232 Mel. O du Liebe meiner Liebe. 365. erz und Herz ver⸗ eint zusammen, sucht in Gottes Herzen Ruh! daß der 9 Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Haupt, wir seine Glieder, er das Licht, und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euren Bund, Überwinder Lieb und Treu von Heihensgrund; Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o ⁰ flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt. schwöret unsrem Er das eines sein, Lieder vom christlichen Leben und Wandel. was von deiner Klarheit in der Tat erleuchtet ist. 6. So 500 dein Gebet erfüllet, Vater alle die, welche du in dich verhüllet, auch in seine Liebe zieh, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 7. Liebe, hast du uns. daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten trägen Geister lebensvoll, zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von Einem Stamme, stehen auch für Einen Mann. 3. Legt es unter euch, ihr d Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie ihr ihn betrübet, wenn ihr selbst euch Eintrag tut. 4. Halleluja! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Gester der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist. 5. Ach du holder Freund, ver— eine deine dir geweihte Schar, 8. Laß uns so vereinigt wer— den, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied me hr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein; also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nach N. L. v. Zinzendorf g. 1700 1 1760 von Ch. Gregor. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. 3 6 6. eilge Einfalt, Gnadenwun— der, tiefste Weisheit, größte Kraft, schönste Hurde, Liebeszunder, Werk, das Gott alleine schafft! 2. Alle Freiheit geht in Ban— den, aller Reichtum ist nur Wind, alle Schönheit wird zu daß sie sich so herzlich meine, Schanden, wenn wir ohne Ein— wies dein letzter Wille war; verbinde in der Wahrheit, die ja 30 sind. Wenn wir in der Einfalt du selbst im Wesen bist, alles, stehen, ist es in der Seele licht; I 0 E Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 233 aber wenn wir doppelt sehen, so vergeht uns das Gesicht. 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, eine kluge Ritterschaft, die auf ihrem schmalen Pfade nicht nach dem und jenem gafft. 5. Einfalt denkt nur auf das Eine, in dem alles andre steht; Einfalt hängt sich ganz alleine an den ewigen Magnet. 6. Einfalt quillt aus Jesu Wunden mit dem teuren Got— tesblut; wer sie da nicht hat gefunden, der ist fern von die— sem Gut. 7. Wer nur hat, was Jesus gibet, wer nur lebt aus seiner Füll, wer nur will, was ihm beliebet, wer nur kann, was Jesus will; 8. Wer nur geht auf seinem Pfade, wer nur sieht bei seinem Licht, wer nur stets verlangt nach Gnade und mag alles andre nicht; 9. Wer ihn so mit Inbrunst getauft, sich zu des Satans Haß verpflichtet, sieht, wie es selbst sich nicht beschirmen kann, und rufet dich um Sieg und Beistand an. 2. Du hast der Schlange Kopf zerstört, ihr Gift gedämpft, ihr Reich bezwungen; es hat dein Tod den Tod verheert und ihn in frohem Sieg verschlungen, die Schuld getilgt, die freche Welt besiegt, daß nun der Feind zu deinen Füßen liegt. 3. Doch weil hier noch die Probezeit, hast du ihm so viel Macht gelassen, daß er uns kann durch Kampf und Streit bei unserm Fleisch und Blute fassen. Es stimmt die Welt, als die ihm folgt, mit ein; hier ist es not, auf seiner Hut zu sein. 4. Mit so viel Feinden finden wir, o Herr, uns überall umge— ben. Der eine reizt und schmei— chelt hier, dort droht ein andrer unserm Leben, ja allesamt sind sie darauf bedacht, daß unser liebet, daß er seiner selbst ver⸗Geist werd um sein Heil gebracht. gißt, wer sich nur um ihn betrü⸗ 5. Wer ist hier tüchtig zu be— bet und in ihm nur fröhlich ist; stehn und über Lust und Furcht 10. Wer allein auf Jesum zu siegen? Soll es durch unsre trauet, wer in Jesu alles findt: Kraft geschehn, so werden wir der ist auf den Fels erbauet und bald unterliegen. Die Feinde ein seligs Gnadenkind. sind zu listig, stark und groß, A. G. Spangenberg g. 1704 4 1792. wir aber stehn von Macht und V. 4 von N. L. v. Zinzendorf. Weisheit bloß. S 6. Doch was uns fehlt, das Eigene Melodie. finden wir, erwürgtes Lamm, in 367 D᷑. Erbe, Herr, deinen Schätzen; dein Beistand 0 0 das du erkauft, ist uns gut dafür, daß uns kein mit dem du Freundschaft aufge⸗Satan kann verletzen; du ziehest richtet, das, als es ward auf dich uns mit Kraft und Weisheit an, ———— 234 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. daß unser Geist weit überwinden die starke Hand, so wird das kann. Sinken abgewandt. 7. Gib nur, daß wir nicht 5. Du riefest mich, nun ruf träge sein noch selbst die Waffen ich dir. Mein Heiland, komm niederlegen; flͤß uns die Kraft zu Hülfe mir! Mein matter des Glaubens ein, damit wir Fuß kann nirgend fort, ach trage mutig streiten mögen; bewahre mich an Stell und Ort! uns vor weicher Zärtlichkeit, 6. Flößt du mir Matten Kräfte wenn Fleisch und Blut sich vor ein, so werd ich künftig stärker dem Kreuze scheut. sein, so folg ich dir, mein Herr 8. So wollen wir, wenn nach und Gott, durch Flut und Glut, dem Streit die frohen Sieges- durch Not und Tod. lieder klingen, in jener stillen Joh. Jak. Rambach g. 1693 1 1735. Ewigkeit, o Heiland, deinen Ruhm besingen, wenn du den Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel.2. Tod, den letzten Feind, besiegt, 369 Gi mir ein from— und alles nun zu deinen Füßen e ‚ mes Herz, du liegt. Geber aller Gaben! Das soll Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. mein Reichtum sein, den ich be— gehr zu haben, das ist mein Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens höchster Ruhm, mein Schmuck Licht. und schönste Pracht, denn fromm 368 ier bin ich, Herr, sein wird bei Gott und Engeln „du rufest mir, hoch geacht. du ziehest mich, ich folge dir. 2. Gib mir ein frommes Herz Du forderst von mir Herz und in allem meinem Denken, wenn Sinn, mein Schöpfer, nimm, sich mein eitler Sinn auch will ach nimm es hin! zum Bösen lenken. Ach schrecke 2. Ich hab oft deinen Wink mich doch ab von der Gottlosen verschmäht, es ist mir leid, ich Weg und führe mich, o Gott, komme spät; doch ist mir lieb, den rechten Himmelssteg! daß deine Güt noch auf mich 3. Gib mir ein frommes Herz, armen Sünder sieht. das sich nicht läßt verführen, laß 3. Ich wag es aber länger deinen guten Geist dasselbe kräf— nicht, zu unterlassen meine tig rühren! Herr, laß mich nim— Pflicht, ich komme, Herr, voll mermehr auf böses Beispiel sehn, Reu und Buß; ach aber, ach vielmehr mit aller Treu in Christi wie wankt mein Fuß! Stapfen gehn! 4. Es geht mir, wie es Petro 4. Gib mir ein frommes Herz, ging: dort kommt ein Sturm, wenn ich viel Böses höre, daß ich sink, ich sink. Ach reiche mir die Gewohnheit nicht mich auch Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 235 zuletzt betöre; schließ meine 10. Gib mir ein frommes Ohren zu, gib deinem Worte Kraft, das sagt, du forderst auch von Worten Rechenschaft. 5. Gib mir ein frommes Herz, wenn ich die Welt betrachte, daß ich die Eitelkeit und Sündenlust verachte. Es muß die schnöde Welt mit ihrer Lust vergehn, den Frommen aber bleibt der Himmel offen stehn. 6. Gib mir ein frommes Herz, daß ich fromm sei und bleibe und nur, was dir gefällt, meinem Leben treibe. fromm sein, morgen bös, und so in Wankelmut bald Guts, bald Böses tun, Höllenglut. Gib in mir ein frommes weiche und nicht der schnöden Welt in ihren Sünden gleiche. Ich will von ihrem Tun mich sondern gänzlich ab und Grab. 8. Gib mir ein frommes Herz, so wird mirs auch wohl gehen; du wirst mein Beistand sein, wenn Unglückswinde wehen. Den Frommen ist ja Gnad und Hülfe verdiente zugesagt, wenn die Straf der Bösen Rotte plagt. 9. Gib mir ein frommes Herz, so kann ich selig sterben und als ein Gotteskind das Himmelreich Im Himmel wird ja einst die Frömmigkeit gekrönt, von deine Güt und dein Erbarmen ererben. die auf der Erden nur Bösen wird verhöhnt. Heut bin ich einmal übergeben, stürzt in die in Kind vollbringen? der Gottesfurcht beharren bis ins selber alles sein; Herz! geben, so will ich dankbar sein in meinem ganzen Leben, so⸗ wird mein Herz und Sinn sich lenken himmelwärts. Drum bitt ich noch einmal: frommes Herz! 6264 Friedr. Starck 6. 1680 + 1756. Eigene Melodie. 370. GVaterherz, o ö O Licht, o Leben,“ dir dir, dir gehöret meine Seel. Ich will o treuer Hirt, Immanuel, mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren; so geh nun mit mir aus und ein und leite mich nach allen Tritten!“ Herz, daß ich nicht von dir Ich geh, ach hör, o Herr, Bitten, Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches gar in keinem Rat; drum sei in groß und kleinen Dingen min immer selber Rat Du willst dich meiner gar nicht ich kann dich ja zuf du willst mit so sollst du⸗ schämen, allem nehmen, denn in allen Sachen den An frolt und das Ende machen, dam stellt sich lauter Segen ein. 3. Du gängelst mich, ich kann nicht gleiten; ewig feste stehn; du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein An gesicht soll vor mir gehn, mein für mich nicht einen Ich weiß min und Tat! X dein Wort muf ů Wenn du mir das wirst Gib mir ein ππππιϰ⁰⁰⁰ι N 236 soll mich umfangen und um⸗ armen. O daß ich nur recht kind— flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. 4. O daß ich auch im Kleinsten merke auf deine Weisheit, Güt Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weis⸗ lauf ich vor, da lauf ich an. Drum mach im Besten mich ge— lassen, nichts ohne dich mir an— zumaßen; was du nur tust, ist wohlgetan. ö 5. Ach mach einmal mich treu und stille, folgen kann; nur dein, nur dein vollkommner Wille sei mir hier Schranke, Lauf und Bahn! Laß mich nichts mehr für mich ver— Herzen hangen als deines großen mein Ziel auf Erden; ach laß mirs nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 6. Laß mich in dir den Vater preisen, wie er die Liebe selber ist; laß deinen Geist mir klärlich lich sei, bei allem gläubig zu dir und Treu, damit ich mich im heit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; sonst daß ich dir immer langen, ja laß mir nichts am Namens Ruhm; der sei allein Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 7. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Herr und Bräutgam bist. Was dir sich nicht will ganz ergeben und was nicht deines Willens ist, das strafe bald in dem Gewissen, laß Blut und Wasser auf mich fließen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden und dann das Heil der armen Herden, nach einer reinen Lieb im Geist! 8. So lob und lieb ich in der Stille und ruh als Kind in dei— nem Schoß. Das Schäflein trinkt aus deiner Fülle, die Braut steht aller Sorgen bloß; sie sorget nur allein in allen, dir, ihrem Bräut— gam, zu gefallen, sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz'zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit! Karl Heinr. v. Bogatzky g. 16904 1774. 1 Petri 1, 4. 5. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. 371 Bawahre mich, o 2 Freund der Seele, durch deine Macht zur Seligkeit; hier gibts noch mördervolle Höh— len, von außen Furcht, von innen zweisen, wie du von ihm geschenkt Streit, viel tausend Mängel und mir bist. Ach offenbare deine Gebrechen, die Mut und Glau⸗ Leiebe und wirke doch die heißen ben können schwächen. Gewiß ich Triebe der wahren Gegenlieb in würde noch gefällt bei so viel e nir, durchdringe dadurch Herz Schlingen, Netz und Stricken, und Sinnen, daß ich hinfort mein damit der Feind sucht zu berücken, Ja.nz Beginnen in deiner Lieb wenn mich nicht Gottes Macht uind Lob nur spür. erhält. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 2. Der Schutz steht nicht in meinen Händen noch in der Kreaturen Macht, zu dir, zu R dir will ich mich wenden, dein Aug und Herz hat auf mich acht. Wie du mir nun das Heil er⸗— worben, da du für mich am Kreuz gestorben, so mußt du Miuten auch allein vor aller Macht der Höllenscharen mich zu der Seligkeit bewahren und mir mein Schild und Sonne sein. 3. Mein Vater, du hast mir das Erbe von Ewigkeit ja zu⸗ bereit; ach sorge, daß ich nicht!? verderbe dunch schnöde Träg⸗ und Sicherheit, was du dem Glau⸗ ben beigeleget. Wenn Feindes List und Macht sich reget, mir das geschenkte gute Teil aus Herz und Händen sucht zu bringen, so laß mich wachen, beten, ringen, ja wache selber für mein Heil! 4. Immanuel, in deine Hände ergeb ich mich mit Leib und Seel; mein 4 und O, Anfang und Ende, du bist mein Teil, das ich erwähl; du bist im stand, mich zu erhalten und so in dei⸗ ner Macht zu walten, daß Fein⸗3 des Wacht zu schanden wird. Er muß trotz allem Grimm und 237 Mahlschatz, Pfand und Siegel, ein starker Beistand, Schloß und Riegel, die 1—8 und Mauer, so uns schützt, ein Schwachen unterstützt. 6. Ist Gottes Macht da zum Bewahren, so lach der Sünd Quell, der auf die Dürren fließet, den⸗ Traurigen das Leid versüßet, und der die und Hölle Macht! Du wirst zu deinem Heil erfahren, wenn alles stürmet, blitzt und kracht, wie seine Hand gewaltig sieget; nur an eigner Kraft! Wirst du mit deinem Unver— mögen in Gottes Macht dich wie Gottes Wort dich nicht betrüget, gläubig legen, so übst du gute Auf jenes Kleinod mußt du schnen, Seligkeit, und hör nicht auf, ihm zu vertrauen, der täglich dir die Hände beut; alles finden, Gerechtigkeit und Heiligkeit, verklärt bei Gott und Engeln wohnen, in höchster Hhr Lob, mit Christo thronen, voll L voll Licht, voll Fried und Freud.“ J. Ludw. Konr. 36.6 169371773 Mel. Von Gott will ich nicht kassen Kinder, Hassen dein Schaf dir in den 37². Händen lassen; du, du, Jehova, laßt uns gehen, bist mein Hirt. 5. Dein Geist, der ewig bei uns bleibet, dein Geist, der alle Dinge schafft, dein Geist, uns belebt und treibet, ist unser mit der Salbungskraft. Er ist der der der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wü⸗ stenei; kommt, stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es das Ende gut. das Kleinod deiner du wirst wahrhaf⸗ tig überwinden und endlich alles, ist III S.... 773. + 1 ö 3 II dem sauren Tritt; er will uns blicken uns locken und erquicken; den wahren Ausgang lehrt. wandern, wir gehen Hand an Hand, eins freuet sich am andern wandern, der Weg kürzt immer 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir ken⸗ nen ja den Treuen, der uns ge⸗ rufen hat; kommt, folgt und trauet dem, ein jeder sein Ge⸗ sichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem! 3. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit. Er selbst will bei uns stehen in je⸗ machen Mut, mit süßen Sonnen⸗ ach ja, wir habens gut. 4. Ein jeder munter eile, wir sind vom Ziel noch fern. Schaut auf die Feuersäule,) die Gegen⸗ wart des Herrn! Das Aug nur eingekehrt, da uns die Liebe win⸗ ket und den, der folgt und sinket, ) 2 Mose 13, 21. 5. Kommt, Kinder, laßt uns in diesem wilden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten;“*) die Engel uns begleiten als unsre Brüderlein.) 1 Mose 45, 24. 6. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu, man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh! Kommt, bindet fester an, ein jeder sei der Kleinste, doch auch wohl gern der Reinste, auf unsrer Liebesbahn! 7. Kommt, laßt uns munter Lieder vom christlichen Leben und Wandel. ab; ein Tag der folgt dem an⸗ dern, bald fällt das Fleisch ins Grab; nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! 8. Es wird nicht lang mehr währen, halt't noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds tun! 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens wert, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten, es soll nur Jesus sein. 10. O Freund, den wir er— lesen, o allvergnügend Gut, o ewigbleibend Wesen, wie reizest du den Mut! Wir freuen uns in dir, du unsre Wonn und Leben, worin wir ewig schweben, du unsre ganze Zier! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 373 Gen deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Über— fluß und Schätze dieser Erden, laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden; gib mir nur Weisheit und Verstand, dich Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu er— 15 0 Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie M enschen rühren, des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. die Gott durch seines Blut so hoch erkaufen Daß Sohnes lassen? Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen, ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier 4. So bitt ich dich, Herr Ze- getan, dem Kleinsten auch von baoth, auch nicht um langes Leben. diesen, Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 374. S'˖i jemand spricht, liebe Gott, und haßt doch Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß 375 GeWit hin nach Gottes 5 5. Willen in De⸗ ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott sind Eines Leibes deinem denn wir sind und Herrn, Glieder, drum Nächsten gern, alle Brüder. diene Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Gut. Heil ist unser aller das sieht er, mein Er— löser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich soll ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. mut und Vertraun, lern das Gebot erfüllen, sein großes Feld zu baun. nicht, du darfst den Lohn nicht messen, mußt Freud und Lust vergessen, nur sehn auf deine Pflicht. 2. Willst du nur sein geborgen und vor der Welt geehrt, so Ich sollte Brüder hassen, kannst du nicht besorgen, was“ Frag nach der Ernte μπ⁷π⁰½π⁰π⁰9R ꝛEuum mu e In nns alle heißest gleich Brü— der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. heiliglich, nach deinem Namen 240 deinem Herrn gehört; sieht je⸗ mand auf Gewinn, sucht Sch +— nur auf Erden, um glücklicher zu werden, der hat den Lohn dahin. 3. Doch hast du deine Gaben dem Dienst des Herrn geweiht, so wirst du Augen haben zu sehn, was er gebeut. Das tue still und gern, du darfst nicht zaudernd wählen, nicht rechnen und nicht zählen; er ruft, du folgst dem Herrn. 4. Nur frisch an allen Enden die Arbeit angefaßt! Mit un⸗ verdroßnen Händen sei wirksam ohne Rast! Das ist der rechte Mut. Streu aus den edlen Samen und wirk in Gottes Namen, so keimt und wächst Ende, es gut. Joh. Friedr. Möller g. 1789 17 1861. Lieder vom Gebete. „Eigene Melodie. 3⁷ 6. S⸗ nimm denn meine Hände und fuhre mich bis an mein selig und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt; wo du wirst gehn und sien, da nimm mich mit! . In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz; laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind: es wird die Augen schließen und glauben blind. Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende, und 9 1% Julie v. Hausmann g. 1825 1 1901, Eigene Melodie. 377. Von unser 233 Himmelreich, der der sein und dich rufen an und willst das Beten von uns habn, gib, daß nicht bet allein 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf ö halten rein, daß auch wir leben würdiglich. Behüt uns, Herr, Lieder vom Gebete. vor falscher Lehr, das arm, ver— führte Volk bekehr! 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit, der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei, des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt! 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich, gib uns Ge⸗ duld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, wehr Lieder vom Gebete. 241 und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen tut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot und was man braucht zur Leibesnot, behüt uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Friede stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit! 7. Führ uns, Herr, in Ver⸗ suchung nicht! Wenn uns der böse Geist anficht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns tun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst und durch des heilgen Geistes Trost! ö 8. Von allein Übel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös. Mel. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit 378 Vater, unser ö Gott, es ist unmöglich auszusinnen, wie du recht anzurufen bist, man kanns nicht eins beginnen. Deshalben geuß, wie du verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes, 2. Daß er bei dir uns kräftig⸗ lich mit Seufzen mög vertreten, so oft wir kommen, Herr, vor dich zu danken und zu beten. Laß nicht nur plappern unsern Mund, hilf, daß zu dir aus Herzens⸗ grund, o großer Gott, wir rufen. 3. Zeuch unser Herz zu dir hin⸗ auf im Beten und im Singen und tu uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, das dir gefalle, wenn allda das Herz ist mit den Lippen nah und nicht von dir entfernet. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns immer richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Denkn und Dichten. Gib uns des Erlös uns von dem ewgen Tod Glaubens Zuversicht, daß wir und tröst uns in der letzten die Bitte zweifeln nicht durch Not, bescher uns auch ein seligs Christum zu erhalten. End, nimm unsre Seel in deine 5. Hilf, daß wir keine Zeit Händ! 9. Amen, das ist, es werde wahr, stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiemit gebeten habn auf dein Wort, in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. Martin Luther g. 1483 7 1546. und Maß im Beten dir vor— schreiben, anhalten ohne Unter— laß, bei dem allein auch bleiben, was dein Will ist, was deine Ehr und unsre Wohlfahrt uns noch mehr befördert hier und ewig. 6. Laß uns im Herzen und Gemüt auf unsre Werk nicht bauen, auf deine unanssprechlich 16 242 Lieder vom Gebete. Güt laß einzig uns vertrauen. Gott beten heißt, weil dich sein Sb wir es gleich nicht würdig lieber Sohn so freudig treten sein, aa du aus lauter Gnad heißt vor seinen Gnadenthron. allein uns doch die Bitt gewähren! 2. Dein Vater ists, der dir 7. Du, Bater, weißt, was uns befohlen hat zu beten; dein gebricht, so lang wir sind im Bruder ists, der dich vor ihn ge⸗ Leben; es ist dir auch verborgen trost heißt treten; der werte nicht, in was Gefahr wir schwe⸗WTröster ists, der dir die Wort ben. Um Beiß 4and flehen wir gibt ein: drum muß auch dein dich an, dein Buterherde uns nicht Gebet Dewin erhöret sein. kann verlassen, deine Kinder. 3. Da siehst du Gottes Herz, 8. Wir haben ja d die Freudig- das dir nichts kann versagen. keit in Jesu Christ empfangen, Sein Mund, sein teures Wort der Gnadenstuhl ist da bereit, vertreibt ja alles Zagen. Was die Hülfe zu erlangen. Drum dich unmöglich deucht, kann seine laß hier und an allem End uns Baterhand noch geben, die von stets aufheben heilge Händ, zu dir so viel Not abgewandt. dir gen Himmel schreien! 4. Komm nur, komm freudig 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt her in Jesu Shri Namen, werd, dein Reich laß zu uns kom⸗ sprich: Lieber Vater, hilf, ich h bin men, dein X 10K gescheh auch auf dein Kind, sprich Amen! Ich Erd, gib Brot, Fried, Nutz und weiß, es wird geschehn, du wirst Frommen, all unsre Sünden uns mich lassen nicht, du wirst, du verzeih„steh uns in der Verfuchung will st, du beiche tun, was dein bei, erlös uns von dem Übel! Wort verspricht 10, Dies alles, Vater, werde Joh. Olearius g. 161117 1684. wahr, du wollest es erfüllen. ö Erhör und hilf uns immerdar Mel. Werde munter, mein Gemüte. um Jesu Christi attoe⸗ denn 380. Wonatie Unglück dein, o Herr, ist allezeit von hat betreten, Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, wenn du steckst in Angst und die Macht und Ehre. Not, mußt du fleißig zu Gott David Denicke g. 1603 4 1680, beten, beten hilft in Not und oder 3360 Gesenius g. 1601 1 1673. Tod, daß du Gottes Angesicht auch im Kreuz auf dich gericht Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. kannst aus seinem Wort erblicken 379. WII auf, mein und dein Herz mit Trost er— Herz, zu Gott quicken. dein Andacht fröhlich bringe, daß 2. Keiner wird jemals zu— dein Wunsch und Gebet durch schanden, der sich seinem Gott alle Wolken dringe, weil dich vertrant; kommt dir gleich viel 9 5—— ——— ———L——2—.—3—7 Lieder vom Gebete. Not zuhanden, 9— 0 du auf ihn wohl gebaut. Obs gleich schein, als hört er nicht, weiß er doch, was dir gebricht; deine Not muß du ihm klagen und in keiner Not verzagen. 3. Rufen, schrein, anklopfen, beten ist der Christen beste Kunst, allzeit sdin vor ihn treten findet Hülfe, Gnad und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, ist der allerbeste Mann; der wird allzeit Rettung finden, kein Feind wird ihn überwinden. 4. Lerne Gottes Weise merken, die er bei den Seinen hält, er will ihren Glauben stärken, wenn sie Unglück überfällt. Unser Gott der lebt ja noch, schweigt er gleich, so hört er doch. getrost, du mußt nicht zagen, dein Gott kann dir nichts ver— sagen. 5. Laß dich Gottes Wort regie— ren, merke, was die Wahrheit lehrt; Satan wird dich nicht verführen, der die ganze Welt verkehrt. Gottes Wahrheit ist dein Licht, dein Schutz, Trost und Zuversicht. Trau nur Gott, der kann nicht lügen, bet, du wirst gewiß obsiegen. 6. Lob sei Gott für seine Gnade! Seine große Güt und Treu macht, daß mir kein Feind nicht Oade, sie ist alle neu. Drum will 0 mein Leben⸗ lang immer sagen Lob und Dank meinem Gott in allen Dingen, fröhlich Halleluja singen. Joh. Olearius g. 16117 1684. Schrei schön in meinem Morgen Ev. Zoh. 16. 23— 30. Eigene Melodie. 38i. 5.. dir, Jehova, will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lie— der bringen, ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es tu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefäl— lig 5 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir, dein Geist! in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Her⸗ zen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so Wnd gewiß mein Sin⸗ gen recht getan, so klingt es Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an, so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psal⸗ men sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lie— ber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem! Herzen schallet durch deines heil— gen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte 244 Lieder vom Gebete. nicht versagen kann, die ich nach sehen dich zur Rechten Gottes deinem Willen hab getan. stehen! 6. Was mich dein Geist selbst 3. Heilger Geist, erleuchte mich bitten lehret, das ist nach deinem und entzünde mein Verlangen, Willen eingericht und wird ge- daß ich Gottes Huld durch dich wiß von dir erhöret, weil es im voller Inbrunst mög empfangen. Namen deines Sohns geschicht, Brich die Trägheit, zieh die Sin— durch welchen ich dein Kind und nen aus der Welt zu dir von Erbe bin und nehme von dir hinnen! Gnad um Gnade hin. 4J. Heilige Dreieinigkeit, Ur— 7. Wohl mir, daß ich dies sprung aller guten Gaben, laß Zeugnis habe! Drum bin ich mich wahre Freudigkeit und im voller Trost und Freudigkeit und Herzen Zeugnis haben, daß du weiß, daß alle gute Gabe, die ich stets nach deinem Willen wollest von dir verlange jederzeit, die meine Bitt erfüllen. gibst du und tust überschweng⸗ Joh. Herm. Schrader g. 168471737. lich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 5. Wo** 145 6 Qoi ö* 00 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu 6 0 etgemeinde, heilge Namen, der mich zu deiner— 8 Rechten selbst vertritt; in ihm 2 dich mit dem 9* x HAre Wich heilgen Ole, Jesu Geist ergieße ist alles Ja und Amen, was ich sich Dir in Her Und Seele laß von dir im Geist und Glauben n .. ½% den Mund alle Stund von Gebet bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und Flehen heilig übergehen! und in Ewigkeit, daß du mir 5 ilige den heilgen Br 10 schenkest solche Seligkeit! deines eists Aangen, donn e§ Geists Verlanger em Barthol. Crasselius g. 1667 4 1724. ů8 5 —— Iders Blut an dich gewandt, heilig Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. anzuhangen. Heilger Rauch sei 470„ 6 bv 2 6 fgaohot Tende, Vater, dei⸗es auch, der zu Vott aufgehet, nen Geist, da wenn dein Herze flehet. — 2 8* ov +* ich vor dein Antlitz trete, daß. 3. Das Gebet der frommen wie du mich selber heißt, ich im Schar, was sie fleht und bittet, Geist und Wahrheit bete. Lehre das wird auf dem Rauchaltar mich, dich recht erkennen und dich vor Gott ausgeschüttet, und da Abba, Vater nennen. ist Jesus Christ Priester und 2. Süßer Jesu, hilf du mir, Versühner aller seiner Diener. daß ich bet in deinem Namen, 4. Kann ein einiges Gebet daß, was Gott verheißt in dir, Einer gläubgen Seelen, wenns mir auch werde Ja und Amen. zum Herzen Gottes geht, seines Sprich für mich und laß mich Zwecks nicht fehlen, was wirds Kreuz- und tun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten? 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen, wie muß das erschallen! 6. O der unerkannten Macht von der Heilgen Beten, ohne das wird nichts vollbracht so in Freud als Nöten; Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde so zum End der Feinde. 7. O so betet alle drauf, betet immer wieder, heilge Hände hebet auf, heiligt eure Glieder, heiliget das Gebet, es dringet! 8. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret XXI. Eigene Melodie. das zu Gott sich schwinget, betet, daß Trostlieder. 245⁵ sehe; stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen! 9. Eure Bitten, die ihr tut zu Gott von der Erden, sollen eine heilge Glut des Altares wer⸗ den. Aber eur eignes Feur lasset weit von dannen von der heilgen Pfannen.“*) 3 Mos. 9, 23.24; 10, 1.2. 10. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und das ist der Heilgen Kunst: bitten, wie ers liebet, daß gescheh je und je, wie ers vorgenommen auf sein endlichs Kommen. 11. Dies Verlangen muß vor— her in der Seele glimmen, so macht aus dem Bitten er Donner, Blitz und Stimmen; die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben. Chr. Karl Ludw. v. Pfeil g. 171271784. Rreuz⸗ und Crostlieder. mein Leben; was mein Gott 384 W'* mein Gott will daß mir geschicht, will ich will, gescheh nicht widerstreben. Sein Wort allzeit, sein beste. Zu helfen ist er dem er selber hat gezählet. 0 Will der ist der ist wahr, denn all mein Haar Er hüt bereit, der an ihn glaubet feste. und wacht, stets für uns tracht, Er hilft aus Not, der fromme auf daß uns gar nichts fehlet. Gott, und tröst die Welt ohn Maßen; wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost und Zuversicht, mein Hoffnung und 3. Drum, muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wanns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden, 240 du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir über⸗ wunden. 4. Noch eins, Herr, bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Geist anficht, laß 98h, Herr, nicht verzagen, hilf und auch wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen! das begehrt, dem wirds ge— währt. Drauf Amen. I ii—55 Eigene Melodie. 385 Worun betrübst . du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding er⸗ schaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß auch wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd Mein Vater und mein— ist sein. Herre Gott, der mir beisteht in aller Not! 3. Weil du mein Gott und Vater bist, wirst du dein Kind verlassen nicht, du väterliches Herz. Ich bin ein armer Erden— kloß, auf Erden weiß ich keinen Trost. 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd veracht, so weiß ich und glaub festiglich, wer dir vertraut, dem mangelts nicht. mein Traun steht ganz will ich Kreuz- und Trostlieder. 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich, als du gewesen ewiglich, zu dir. Mach mich an meiner Seele reich, so hab genug ich ewiglich. 6. Zeitlich Ehr will ich gern entbehrn, wollst mir das Ewge nur gewährn, das du erworben hast durch deinen herben bittern Wer Herr und Gott! sprech ich fröhlich: Welt, es sei Tod; das bitt ich dich, mein 7. Alles, was ist auf dieser Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christ, o Gottes Sohn, daß du mir solches kund getan durch dein göttliches Wort. Verleih mir auch Bestän— digkeit zu meiner Seele Seligkeit! 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt für alle dein erzeigt Wohl— tat; ich bitt demütiglich: Laß mich nicht von dein'm Angesicht verstoßen werden ewiglich! 1565 Eigene Melodie. 386. Batt Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, 67100 mich auf 0 ter Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand, den Abend und den Morgen tut er mich wohl ver— sorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohltat all verkehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; hilft mir in aller Not, errett von * 0 r———— Kreuz- und Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es kann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er schaffs, wies ihm gefällt. 4. Es tut ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, ja, seinen lieben Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret, lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welchs er uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt; sonst verdirbt alle Zeit, die man zu— bringt auf Erden. Wir sollen selig werden und bleibn in Ewigkeit, 6. Auch wenn die Welt ver— gehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd begraben; wenn wir ge— schlafen haben, will wecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren, geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns er⸗ Trostlieder. 247 uns nicht irren des Teufels listge Art. ö 8. Darum ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, die aller Freude voll; dieselb ohn einigs Ende, dieweil ich Christum kenne, mir wider— fahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle er— worben uns und Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glau ben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold g. 15321 1598. Eigene Melodie, oder Was mein Gott will, das g'scheh 3 8 7 Wer Gott vertraut, . C. ö hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden, wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest allzeit tu setzen, Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todes Not und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zu— wider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt dar— nieder. Und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich, denn du kannst mirs —2.—.— 248 wohl geben, was mir ist getreuer Gott, in dies'm und jenem Leben. Gib wahre Reu, mein Herz erneu, errette und Seele! Ach höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen! V. 1. Joach. Magdeburg g. 1525 nach 1583. V. 2 u. 3 1597. Mel. Vater unser im Himmelreich. 388 A˖ Gott, wie man— 2 ches Herzeleid begegnet mir zu dieser Zeit; — der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zum Himmel wandern soll; wie schwer doch lässet Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo den hin? steht mein Sinn; bei dir mein gewiß gefunden hat; jemals verlassen ist, der hat ge— traut auf Jesum Christ. 3. Du bist der große Wunder—⸗ mann, das zeigt dein Amt und dein Person. Welch Wunderding hat man erfahrn, daß du, mein Gott, bist Mensch geborn und führest uns durch deinen Tod ganz wunderlich aus aller Not. 4. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein! Es kann kein Trauren sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr; bitter sein, dein süßer Trost der linderts fein. not, Leib soll ich mich denn wen⸗ Zu dir, Herr Jesu, Herz recht guter Kreuz- und Trostlieder. 5. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich Anerren soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir tun Sünd, Tod und Höll? 6t. Kein beßre Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ; ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahr— heit bleibt mir ewig fest, du bist mein rechter treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 7 Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, meins Herzens Schat und mein Reichtum, ich kanns doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam erfreuen kann; wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wirds erfahren mit der Tat. Herz Trost, Hülf und Rat allzeit ö niemand 8. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, so wollt den Tod ich wünschen her, ja daß ich nie geboren wär; denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist gewiß lebendig tot. 9. Jesu, du edler Bräutgam wert, mein höchste Zier auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergetz weit über alle güldnen Schätz; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. 10. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried kein Elend kann so und Trost in mir; wenn ich in Nöten bet und s sing, so wird mein Ding; dein Geist Kreuz- und bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sei. II. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum besten allezeit: hilf mir, mein Sach recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. 12. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt, erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier: o mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller g. 15477 1606. Eigene Melodie. 389 Aemen lieben x Gott trau ich in Angst und Not. Der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten, mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd an— sicht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm tu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben: dem tu ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich ant Kreuz gestorben, mir hast Trostlieder. 249 das Heil erworben, führ uns alle zugleiche zum ewgen Himmel— reiche! 5. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wol⸗ lest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. 1607. Eigene Melodie, oder Herzlich tut mich verlangen. 390 K hat Gott 0 verlassen, der ihm vertraut allzeit; ob ihn darum viel hassen, so bringts ihm doch kein Leid. Gott will die Seinen schützen, zuletzt erheben hoch, geben, was ihnen nützet hie zeitlich und auch dort. 2. Allein ichs Gott heimstelle, er machs, wies ihm gefällt, zu Nutze meiner Seele. In dieser argen Welt ist doch nur Not und Leiden, und muß auch also sein, denn die zeitliche Freude bringt uns in ewge Pein. 3. Treulich will ich Gott bitten und nehmen zum Beistand in allen meinen Nöten, ihm beßr als mir bekannt; wie könnt er mich denn lassen, der treu Not⸗ helfer mein? Ja wenn die Not am größten, so will er bei mir sein. 4. All Unglück und all Glücke das kommt allein von Gott; ich weiche nicht zurücke und fleh in meiner Not. Um G'duld tu ich stets bitten in allm Anliegen ** 250 Kreuz- und mein, er wird mich wohl behüten und mein Nothelfer sein. 5. Reichtum und alle Schätze, was sonst der Welt gefällt, drauf ich mein Sinn nicht setze in dieser argen Welt. Ein Schatz ist mir im Himmel, der Jesus Christus heißt; er ist üb'r alle Schätze, schenkt uns den heilgen Geist. 6. Ihn hab ich eingeschlossen in meines Herzens Schrein. Sein Blut hat er vergossen für mich arms Würmelein, mich damit zu erlösen aus ewger Angst und Pein; wie könnt auf dieser Erde doch größre Liebe sein? 7. Nun sollt ich mich erzeigen dankbar für solche Gnad: ich geb mich Gott zu eigen mit allem, was ich hab. Wie ers will weiter machen, sei ihm alls heimgestellt; ich b'fehl ihm all mein Sachen, er machs, wies ihm gefällt. 8. Amen, nun will ich schließen dies schlichte Liedelein. Herr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Trostlieder. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Tränen ich mich wend; da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt; wer damit seine Sünde netzt, den blickt Gott an mit Gutigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Trä⸗ nenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten man— chen Strauß, sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Frist, Herr Jesu Christ: in Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Tränen mein; ich weiß, sie sind gezählet; und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, so oft be— wegen sie auch dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz, drum hilfst Erben sein, so hab ich alls auf du mir mit Lust. Erden, was mich erfreuet schon, 5. Wer jetzund säet Tränen im Himmel soll mir werden die aus, hält in Geduld Gott stille, 5 ewge Gnadenkron. 1611. wird fröhlich sein in deinem — Haus, wo Freude ist die Fülle, Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 391 Dẽ weinest vor Je— rusalem, Herr Jesu, lichte Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren; wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, so wäschst du ab aus lauter Gnad die Missetat, die mich bisher gequälet hat. ja solche Freude, die kein Mann mit seiner Zung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid wird wer— den dort zu lauter Freud. 6ʒ6Y. Für diese Tränen dank ich dir, daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir ins Himmels Throne. Wenn du mich holen wirst hinauf Kreuz- und zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Tränen für und für. Joh. Heermann g. 1585 T 1647. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 3 9 2. Woich Uirend 5 o meine liebe Seel? Tu den nur herzlich lieben, der heißt Immanuel. Vertrau dich ihm allein, er wird gut alles machen— und fördern deine Sachen, wie 3 dirs wird selig sein. 2. Denn Gott verlässet keinen, der sich auf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seimen, die ihm ver— trauen fest. Läßt sichs an wunder— lich, so laß dir doch nicht t grauen; mit Freude wirst du schauen, wie Gott wird retten dich. 3 getrost mit frischem Mut, mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nütz und gut. Denn was Gott haben will, das kann niemand verhindern aus allen Menschen— kindern, so viel ihr sind im Spiel. 4. Wenn gleich aus der Höllen der Satan selber sich dir wollt entgegenstellen und unter— treten dich, so muß er doch mit Spott von seinen Ränken lassen, womit er dich will fassen, denn dein Werk fördert Gott. 5. Er richts zu seinen Ehren und deiner Seligkeit. Solls sein, kein Mensch kanns stören, wenns ihm wär noch so leid. Will Gott es aber nicht, so kanns nie— dem sei es heimgestellt „Auf ihn magst du es wagen Trostlieder. mand forttreiben, es muß zurücke bleiben. Was Gott will, das geschicht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, nichts mehr sonst ich strebe denn nur, was 55 9— Sein Will ist mein Begier; der ist und bleibt der beste, das glaub ich steif und feste. glaͤubt mit mir! Joh. Heermann g. 1585 7T 1647. O Welt, ich muß dich laßen 393.3 Qn allen meinen Taten laß ich den ohend raten, der alles kann und hat; lingen, und Tat. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich seine Vatergunst. Es kann mir nichts ge— schehen, als was er hat versehen und was mir selig ist: ich nehm es, wie ers gibet, was ihm von!“ dasselbe hab auch mir beliebet, ich erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt; leb ich nach seinen Sätzen, nichts verletzen und nichts mir fehlen, was mir nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden. durch— Wohl dem, der er muß zu allen Dingen, solls anders wohl ge⸗ mir selber geben Rat mein stells in so wird mich nach 252 streichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe oder zieh ich fort, in Schwach— heit und in Banden und was mir stößt zuhanden, so tröstet allzeit mich sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, deine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Rat. Auf der Reise. 10. Ich zieh in ferne Lande, zu nützen einem Stande, an den er mich bestellt; sein Segen wird mich lassen was gut und recht ist fassen, zu dienen treulich seiner Welt. 11. Bin ich in wilder Wüste, so bin ich doch bei Christo, und Christus ist bei mir; der Helfer in Gefahren der kann mich doch bewahren, wie dorten so auch sicher hier. wieder, lieg Kreuz- und Trostlieder. 12. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her, Ge— sundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und alles, was ich sonst begehr. 13. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde schene, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Zug, den frommen, sind wir so weit nun kommen und wissen selber fast nicht wie. 14. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüte nicht was Vergeblichs zu, so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in mei— ner stillen Ruh. 15. Indes wird er den Meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Schutz wie meiner sein, wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten werden überein. Paul Fleming g. 1609 7 1640. Mel. Herr, ich bekenn von Herzensgrund. 394 Mo ich denn nicht „⸗von Angst und Pein befreiet sein, muß noch im Unglück schweben, so weiß ich doch, daß meine Schuld durch Gottes Huld in Christo ist ver geben. Gott ist nicht weit, ein kleine Zeit tritt er was fern, doch rettet gern, die seinem Wort nachleben. 2. Der Menschen Hülf in meiner Sach ist viel zu schwach, darinnen Rat zu finden; der Trost des Höchsten ist der best Kreuz- und und bleibet fest, das Zeitliche muß schwinden. Das ewge Gut macht rechten Mut; dabei ich bleib, wag Gut und Leib; Gott helf mir überwinden! 3. Allein zu dir mein Hoff—⸗ nung ist, Herr Jesu Christ, du wirst mir stehn zur Seiten und sehen auf das Unglück mein, als wär es dein, wenns wider mich tut streiten. Ich bitte dich, er— löse mich! Herr, wie du willt, du bist mein Schild und wirst mich wohl begleiten. Hannov. Gsb. 1646 nach einem ältern Liede. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir, oder Was mein Gott will, das 9 cheh allzeit. Ach hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz dir und den Deinen allen; laß gewogen. 2. Das kann mir fehlen nim— mermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen; halt ich denn stand, weiß seine Hand mich wieder zu er— höhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht entsprungen noch formieret, Trostlieder. mein Gott ists, der mich zugericht, an Leib und Seel gezieret; es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Ma⸗ ßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt zu tun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er tut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil be— schweret, hast spat und früh viel Sorg und Mäh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 6. Fürwahr, der dich geschaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei ihm doch zu, daß er nur tu nach seinem Wohlgefallen. 7. Wenns Gott gefällt, so muß es sein, es wird dich letzt erfreuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Ge— duld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 25⁴ 8. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände; nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nutz entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 9.Willst du mir geben Sonnen⸗ schein, so nehm ichs an mit Freu⸗ den; solls aber Kreuz und Un⸗ glück sein, will ichs geduldig lei⸗ den. bens Tür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße — reisen, wohlan, f weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende keh— ren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt g. 1607 + 1676. Eigene Melodie. 396. nicht so sehr, meine Seele, sei betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr nicht so viel wie andern gibt. Nimm fürlieb mit deinem Gott! Hast du Gott, so hats nicht not. 2. Du noch sonst ein Menschen— kind habt ein Recht in dieser Welt; wie er will, so teilt er aus. Soll mir allhier des Le⸗ o tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen icht so traurig,‚ alle, die geschaffen sind, sind nur Gäst im fremden Zelt; Gott ist Herr in seinem Haus, Kreuz- und Trostlieder. 3Z. Bist du doch darum nicht hier, daß du Erden haben sollt; schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold; da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn End, Ehr ohne Neid. 4. Der ist albern, der sich kränkt um ein Hand voll Eitelkeit, wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständigkeit. Bleibt der Zentner dein Gewinn, fahr der Heller immer hin! 5. Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter hält: keines mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt; alles bleibet hinter dir, wenn du trittst ins Grabes Tür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut das schwindet nicht. 7. Ach wie bist du doch so blind und im Denken unbedacht! Augen hast du, Menschenkind, und hast doch noch nie betracht deiner Augen helles Glas: siehe, welch ein Schatz ist das 8. Zähle deine Finger her und der andern Glieder Zahl: keins ist, das dir unwert wär, ehrst und liebst sie allzumal; keines gäbst du weg um Gold, wenn man dirs abnehmen wollt. 9. Nun so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wie viel Gutes alle Stund dir von oben wird beschert; du hast mehr als Sand am Meer und willst doch noch immer mehr. 10. Wüßte der im Himmel lebt, daß dir wäre nütz und gut, wonach so begierig strebt dein verblendet Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht lassen unerfreut. 11. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu; wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei; ist dirs gut, so geht ers ein, ists dein Schade, spricht er nein. 12. Unterdessen trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, ziert und schmückt es herrlich aus, ja erwählet dir zum Heil dich zu seinem Gut und Teil. 13. Ei so richte dich empor,‚ du betrübtes Angesicht, laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht! Das be⸗ halt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 14. Setze als ein Himmels⸗ sohn deinem Willen Maß und Ziel, rühre stets vor Gottes Thron deines Dankens Saiten⸗ spiel, weil dir schon gegeben ist mehr noch, als du würdig bist. 15. Führe deines Lebens Lauf allzeit Gottes eingedenk; wie es kommt, nimm alles auf als ein wohlbedacht Geschenk! Geht dirs widrig, laß es gehn, Gott und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt g. 1607 7 1676. Kreuz- und Trostlieder. Eigene Melodie. 397. Wuu dem grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum ver— zagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt, sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten köͤnnen mir nichts mehr hier tun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zuschanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schanen. Wollt ihn 256 Kreuz- und auch der Tod aufreiben, bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Noten, schließt das Tor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergetzen; hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zugut in den Tod gegeben; 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich, und ich dich leiblich werd umfangen. Paul Gerhardt g. 1607 + 1676. Eigene Melodie, oder Christus, der uns selig macht. 2 98 Schwing dich auf — zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott in der soll der Mut dennoch gut und fein stille Heilands Trostlieder. Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneust du deinen Stich, machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sünd⸗ gen für? Wo hat Gott be⸗ fohlen, daß mein Urteil ich bei dir über mich soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, andre zu verdammen, der du selbst doch liegst versenkt in der Hölle Flammen? 4. Hab ich was nicht recht ge— tan, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; denn das ist das Lösegeld meiner Misse— taten, bring ich dies vor Gottes Thron, ist mir wohl geraten. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 6. Stürme, Teufel, und du Tod: was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Kreuz- und Trostlieder. Spott und Hohn dort betrübe. 7. Schreie, tolle Welt, es sei mir Gott nicht gewogen. Es ist mich nicht lauter Täuscherei und im Grund erlogen; wäre Gott mir gram und feind, würd er seine Gaben, die mein eigen worden seind, wohl behalten haben. 8. Denn was ist im Himmels-— zelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Für wen brennt das Sternenlicht? Wozu ist ge— geben Luft und Wasser! Dient es nicht mir und meinem Leben? 9. Ich bin Gottes, Gott ist mein, wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von ge— liebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. ziehn zu deihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von mei— ner Sünd auf was Guts will ziehen? 11. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen; wer hie zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat vollkommne Lust dort in Christi Garten(dem er einig recht be— wußt) endlich zu gewarten. 12. Gottes Kinder säen zwar Ehr! endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen; denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 13. Ei so faß, o Christenherz, alle deine Shmerzen wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr, gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Er wird helfen. Amen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Pfalm 37, 5. Mel. Herzlich tut mich verlangen. 399. Berzehl du deine Wege und was dein Hoede kränkt der allertreu— sten Pflege des, der den Him— mel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, 10. n die der Vater soll da dein Fuß gehen kann. allem Guten, die 9= 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl er— gehn, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll be— stehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts 6.6 es muß erbeten sein. Dein ewge Treu und Euode, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem traurig und mit Tränen, aber Rat gefällt. 17 Kreuz-⸗ und Trostlieder. 4 Weg hast du allerwegen, begeben; und, solltst du für und an Mitteln fehlt dirs nicht; dein für in Angst und Nöten schwe— Tun ist lauter Segen, dein ben, so frag er nichts nach dir. Gang ist lauter Licht; dein Werk 19Wirds aber sich befinden, kann niemand hindern, dein Ar⸗daß du ihm treu verbleibst, so beit darf nicht ruhn, wenn du, wird er dich entbinden, da dus was deinen Kindern ersprießlich am mindsten gläubst; er wird ist, willst tun. A Hin Herze lösen von der so 5. Und ob gleich alle Teufel schweren Last, die du zu keinem hie wollten widerstehn, so wird Bösen bisher getragen hast. doch ohne Zweifel Gott nicht 14. Wohl dir, du Kind der zurücke gehn; was er ihm vor⸗ Treuey du hast und trägst davon genommen und was er haben mit Ruhm und Dankgeschreie will, das muß doch endlich kom⸗ den Sieg und Ehrenkron; Gott men zu seinem Zweck und Ziel. gibt dir selbst die Palmen in 6. Hoff, o du arme Seele, deine rechte Hand, und du singst hoff und sei unverzagt! Gott Freudenpsalmen dem, der dein wird dich aus der Höhle, da dich Leid gewandt. der Kummer plagt, mit großen 12. Mach End, o Herr, mach Gnaden rücken; erwarte nur Ende an aller unsrer Not! Stärk die Zeit, so wirst du schon er⸗ unsre Füß und Hände und laß hlicken die Sonn der schönsten bis in den Tod uns allzeit deiner reud. Pflege und Treu empfohlen sein, 7. Auf, auf, gib deinem so gehen unsre Wege gewiß zum Schmerze und Sorgen gute Himmel ein. Nacht, laß fahren, was das Herze Paul Gerhardt g. 1607 4 4676. betrübt und traurig macht! Bist ö du doch nicht Regente, der alles Mel. Ermuntre dich, mein schwacher führen soll, Gott sitzt im Regi⸗ Geist. mente und führet alles wohl.- u bist ein Mensch, S. Ihn, ihn laß tun un 400.D das weißt du waͤlten, er ist ein weiser Fürst wohl, was strebst du denn nach und wird sich so verhalten, daß Dingen, die Gott der Höchst du dich wundern wirst, wenn er, alleine soll und kann zu Werke wie ihm gebühret, mit wunder⸗ bringen? Du fährst mit deinem barem Rat das Werk hinaus⸗Witz und Sinn durch so viel geführet, das dich bekümmert hat. tausend Sorgen hin und denkst: 9. Er wird zwar eine Weile Wie wills auf Erden doch endlich mit seinem Trost verziehn und mit mir werden? tun an seinem Teile, als hätt 2. Es ist umsonst. Du wirst einem Sinn er deiner sich fürwahr mit allem deinem Dich⸗ in f Kreuz-⸗ und ten auch nicht ein einges kleinstes Haar in aller Welt ausrichten, und dient dein Gram sonst nir⸗ gend zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmer— zen stürzest und selbst das Leben kürzest. 3. Willst du was tun, was Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen auf den Held, den Erd und Himmel scheuet, und gib dein Leben, Tun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand, so wird er deinen Sachen ein fröh— lich Ende machen. 4. Durch wessen Kunst steht dein Gebein in ordentlicher Fülle? Wer gab den Augen Licht und Schein, dem Leibe Haut und Hülle? Wer zog die Adern hie und dort ein jed an ihre Stell und Ort? Wer setzte hin und wieder so viel und schöne Glieder? 5. Heb auf dein Haupt, schau überall hier unten und dort oben, wie Gottes Sorg auf allen Fall vor dir sich hab erhoben: Dein Brot, dein Wasser und dein Kleid war eher noch als du bereit; die Milch, die du erst nahmest, war auch schon, da du kamest. 6. Und dennoch soll dein An⸗ gesicht dein ganzes Leben führen; du traust und gläubest weiter nicht, als was dein Augen spüren. Was du beginnst, da soll allein dein Kopf dein Licht und Meister sein; was der nicht auserkoren, das hältst du als verloren. Trostlieder. 7. Nun siehe doch, wie viel und oft ist schändlich umgeschlagen, was du gewiß und fest gehofft mit Händen zu erjagen; hin⸗ gegen wie so manches Mal ist das geschehn, was überall kein Mensch, kein Rat, kein Sinnen ihm hat ersinnen können. S8. Wie oft bist du in große Not durch eignen Willen kommen, da dein verblendter Sinn den Tod fürs Leben angenommen; und hätte Gott dein Werk und Tat ergehen lassen nach dem Rat, in dem dus angefangen, du wärst zugrunde gangen. 9. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir ver— wirren, erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüt und die so reine Vatergüt, in der uns ar⸗ men Sünder er trägt als seine Kinder. ö 10. Ach wie so oftmal schweigt er still und tut doch, was uns nützet, da unterdessen unser Will und Herz in Ang⸗ sten sitzet, sucht hier und da und findet nichts, will sehn und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden und kann den Weg nicht finden. 11. Gott aber geht gerade fort auf seinen weisen Wegen, er geht und bringt uns an den Ort, da Wind und Sturm sich legen. Hernachmals, wenn das Werk geschehn, so kann alsdann der Mensch erst sehn, was der, 171 260 so ihn regieret, in seinem Rat geführet. 12. Drum, liebes Herz, sei wohlgemut und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes vorzunehmen; er kanns nicht lassen, glaube mir; sein Innerstes ist mir und dir und uns hier allzusammen voll all— zusüßer Flammen. 13. Tu als sein Kind und lege dich in deines Vaters Arme, bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme, so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlgehaltnem Rin⸗ gen aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt g. 160717 1676. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2 cel 40 1 A.amhrren Dn; ich des Glaubens Zier durch Trüb⸗ des Güte sich nicht endet, weiß, daß mir dies Schmerz dein Vaterherze sendet. Ja, Herr, ich weiß, daß diese Last du mir aus Lieb erteilet mich vor hast und gar aus keinem Hasse. 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch: wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebst, schickst Trauren vor den Freuden; führst den stäupst du auch, Kreuz-⸗ und Trostlieder. fahrn auf Erden, denn eh er kam zum Ehrenthron, mußt er gekreuzigt werden; er ging durch Trübsal, Angst und Not, ja durch den herben, bittern Tod drang er zur Himmelsfreude. Kreuz und sal werd entnommen. 4. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwider streben? Er ist der Spiegel der Geduld, und wer sich sehnt nach seiner Huld, der muß ihm ähn⸗ lich werden. 5. Ach liebster Vater, wie so schwer ists der Vernunft, zu gläuben, daß du demselben, den du sehr schlägst, solltest günstig bleiben! Wie macht doch Kreuz so lange Zeit, wie schwerlich will sich Lieb und Leid zusammen lassen reimen. 6. Was ich nicht kann, das gib du mir, o höchstes Gut der Frommen, gib, daß mir nicht Erhalte mich, o starker Hort, befestge mich in deinem Wort, behüte Murren! 7. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten, hilf, daß ich unverdrossen sei zum Rufen, Seufzen, Beten. So lang ein Herze hofft und gläubt und im Gebet beständig uns zur Hölle, tust uns weh bleibt, so lang ists unbezwungen. und fuͤhrst uns wieder in die Höh; und so geht eins ums ander. 8. Ach Jesu, der du worden bist mein Heil mit deinem Blute, 3. Das hat, Herr, dein ge- du weißt gar wohl, was Kreuze liebter Sohn selbst wohl er-(ist, und wie dem sei zumute, HrrrN—.——.—.—.—..—..—.—.———.———— ᷣ— Kreuz⸗- und Trostlieder. 261 den Kreuz und großes Unglück du, was plagt; drum wirst mein Herze klagt, gar gern zu Herzen fassen. Ich weiß, du wirst in deinem Sinn mit mir Mit⸗ leiden haben und mich, wie ichs jetzt dürftig bin, mit Gnad und Hülfe laben. Ach stärke meine schwache Hand, ach heil und bring in bessern Stand das Straucheln meiner Füße! 10. Sprich meiner Seel ein Herze zu und tröste mich aufs beste, denn du bist ja der Mü⸗ den Ruh, der Schwachen Turm und Veste, ein Schatten vor der Sonnen Hitz, ein Hütte, da ich sicher sitz im Sturm und Ungewitter. 11. Und weil ich ja nach deinem Rat hie soll ein wenig leiden, so laß mich auch in deiner Gnad als wie ein Schäf⸗ lein weiden, daß ich im Glau— ben die Geduld und durch Ge— duld die edle Huld nach schwerer Prob erhalte. 12. O heilger Geist, du Freu— denöl, das Gott vom Himmel schicket, erfreue mich, gib meiner Seel, was Mark und Bein er⸗ quicket! Du bist der Geist der Herrlichkeit, weißt, was für Freud und Seligkeit mein in dem Himmel warte. . mein Weinen lauter Wein, mein Achzen lauter Jauchzen sein. Das glaub ich, hilf mir! Amen. 402 Gid dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens! In ihm ruht aller Freude Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gib dich zu⸗ frieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden, ungefärbtes, treuen Herzens; wo er steht, tut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zu— frieden! 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Tränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gib dich zufrieden! 4. Wenn gar kein einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er 13. Daselbst wirst du in dein Treuster werden und zu ewger Lust aufs süßte mit mir handeln, mein Kreuz, das dir und mir bewußt, in Freud und Ehre wandeln. Da wird deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu be— nehmen. Gib dich zufrieden! 26²2 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten einher gingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand, voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden! 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körn— lein weiset, der Schaf und Rin— der in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich eingen füllen, den Hunger dir zur Notdurft stillen. „Gib dich zufrieden! 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel, wo ich such, ist nichts zum Besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden! Kreuz⸗ und Trostlieder. 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man ge— wisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen solltes Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gib dich zufrieden! 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Len⸗ den bis in das Grab, da wird sichs enden. Gib dich zufrieden! 14. Es ist ein Ruhetag vor⸗ handen, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herspringen und aus der Qual uns sämtlich bringen. Gib dich zufrieden! Neern3333 — ERX W 2. 2 Se = Kreuz⸗ und Trostlieder. 263 15. Er wird uns bringen zu lassen seist, und daß Gott der den Scharen der Erwählten und im Schoße sitze, der sich mit Getreuen, die hier mit Frieden stetem Glücke speist; die Folge⸗ abgefahren, sich auch nun im zeit verändert viel und setzet jeg⸗ Frieden freuen, da sie den lichem sein Ziel. Grund, der nicht kann brechen, 6. Es sind ja Gott sehr leichte den ewgen Mund selbst hören Sachen, und ist dem Höchsten sprechen: Gib dich zufrieden! alles gleich, den Reichen klein Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Und arm zu machen, den Armen —— aber groß und reich; Gott ist der Eigene Melodie. rechte Wundermann, der bald er— 403. W nur den lieben höhn, bald stürzen kann. Gott läßt walten 7. In bet und geh auf Got⸗ und hoffet auf ihn allezeit, den tes Wegen, verricht das Deine wird er wunderlich erhalten in nur getreu und trau des Him-⸗ aller Not und Traurigkeit. Wer mels reichem Segen, so wird er Gott dem Allerhöchsten traut, der bei dir werden neu. Denn wer hat auf keinen Sand gebaut. nur seine Zuversicht auf Gott „2. Was helfen uns die schwe-setzt, den verläßt er nicht. ren Sorgen, was hilft uns unser Georg Neumark g. 1621 4 1681. Weh s und Ach? Was hilft es, daß wir alle 5 beseufzen unser Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. Ungemach? Wir machen unser 404. Wi mein getreuer Kreuz und Leid nur größer durch Vater will in die Traurigkeit. X allen diesen Sachen, so halt—9 3. Man halte nur ein wenig ihm auch gerne still und laß e stille und sei doch in sich sel lbst li ihn nur machen. Gott weiß wohl, vergnügt, wie Würd Gottes was mir nütz und gut, und wird Gnadenwille, wie sein Allwissen- aus väterlichem Mut für meine heit es fügt; Gott, der uns ihm Wohlfahrt wachen. hat auserwählt, der weiß auch 2. Ob ich gleich denke dies und sehr wohl, was uns fehlt. das, was ich doch soll beginnen‚, 4. Er kennt die rechten Freu- und gräme mich ohn Unterlaß denstunden, er weiß wohl, wann mit hochbetrübten Sinnen, so es nützlich sei. Wenn er uns nur kann ich durch mein Herzeleid hat treu erfunden und merket der großen Widerwärtigkeit doch keine Heuchelei, so kommt Gott, nie was abgewinnen. eh wirs uns versehn, und lässet 3. Drum laß ichs gehen, wie uns viel Guts geschehn. es geht, und sende meine Trä— 5. Denk nicht in deiner Drang- nen vor Gottes hohe Majestät salshitze, daß du von Gott ver— mit bitterm Herzenssehnen. Gott 264 wird 4 wiederum einmal nach dieser schweren Herzensqual der Gütigteit erwähnen. 4. Indessen leid ich mit Ge⸗ duld, bis Gott sich wiederfinde, denn alles dies hab ich verschuldt mit meiner großen Sünde. Ich weiß, Gott wird mich wunderbar erretten aus der Angstgefahr, was ich jetzt nicht ergründe. 5. Wird mich mein Gott, mein Seelenlicht, vom Zweifel nur befreien und nur des Glaubens— Zuversicht mir gnädiglich ver— leihen, so muß mir dieses große Leid samt aller Widerwärtigkeit doch endlich wohl gedeihen. Kreuz- und Trostlieder. nach, Gott ist Richter meiner Sach. 6. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Him— mel bleiben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem andern abe; legt man mich gleich in das Grab, ach Herr, wenn ich dich nur hab! 42——— Tietz he g. 1641 1 1703. Eigene Melodie. 406. dich Gott, du Verlaßner, still dein Sorgen, deine Qual und 3 Neumark g. 1621 1 1681. deine Not ist dem Höchsten un Eigene Mel 1055 405. S'meit es gleich bis⸗ weilen shenem, als wenn Gott verlaß die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, a er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu ider Frist, hil ftd er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter und Ziel, er gibt, wann er will. 4. Seiner kann ich mich ge-nicht betrübest. trösten, wenn die Not am aller⸗ er ist gegen mich, sein größten; Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger Lehr Gott nicht! leiden, ei so frag ich nichts dar— Vaterpflege, Nutz nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß verborgen, hilft 90 heut nicht, hilft er morgen. ß dich Gott! 2. Halt Gott Ruil, derdr er brauchet Liebesschläge, wodurch er dich bessern will, daß sich Kindesfurcht errege. Traue seiner halt Gott still! 3. Gott ist nah, wenn er dir entfernet scheinet; ist nicht gleich die Rettung da, ist es dir zum gemeinet; er hilft, wenn du gnug geweinet. Gott ist nah. 4. Gott ist dein, so du ihm dich nur ergibest; deine Pein wem und wird Freude sein, wenn du ihn vor allem liebest und mit Unmut Gott ist dein. 5. Lehr Gott nicht, wie und wann er dich soll hören. Sein Aug steht auf dich gericht. Währt dein Kreuz lang, laß es währen, endlich wird es sich doch kehren. Kreuz⸗ und Trostlieder. 26⁵ 6. Liebst du Gott, wandelst 5. Was Gott tut, das ist treu auf seinen Wegen, wird wohlgetan; muß ich den Kelch kein Kreuz, kein Not, kein Tod gleich schmecken, der bitter ist dein Vertrauen niederlegen. Alles nach meinem Wahn, laß ich mich dienet dir zum Segen, liebst du doch nicht schrecken, weil doch Gott. zuletzt ich werd ergetzt mit süßem Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig-Trost im Herzen; da weichen alle Wolfenbüttel g. 1633 4 1714. Schmerzen. 3—— 6. Was Gott tut, das ist Eigene Melodie. wohlgetan, dabei will ich ver— 407 Wo Gott tut, bleiben. Es mag mich auf die das ist wohl-(rauhe Bahn Not, Tod und Elend getan, es bleibt gerecht an rr so wird Gott mich ganz Wille; wie er fängt meine Sachen väterlich in seinen Armen halten, an, will ich ihm halten stille. drum laß ich ihn nur walten. Er ist mein Gott, der in der Samuel Rodigast g. 1649 4 1708. Not mich wohl weiß zu erhalten,..—— drum laß ich ihn nur walten. Eigene Melodie. 2. Was Gott tut, das 11408 Wo mich auf die⸗ wohlgetan, er wird mich nicht ser Welt betrübt, betrügen, er führet mich auf das währet kurze Zeit, was aber rechter Bahn; so laß ich mir meine Seele liebt, das bleibt in genügen an seiner Huld und Ewigkeit. Drum fahr, o Welt, hab Geduld, er wird mein Un⸗ mit Ehr und Geld und deiner zlück wenden, es steht in seinen Wollust hin, in Kreuz und Spott Händen. kann mir mein Gott erquicken 3. Was Gott tut, das ist Mut und Sinn. wohlgetan, er wird mich wohl 2. Die Torenfreude dieser bedenken; er als ein Arzt und Welt, wie süß sie immer lacht, Wundermann wird mir nicht hat schleunig ihr Gesicht verstellt Gift einschenken für Arzenei; und den in Leid gebracht, der Gott ist getreu, drum will ich auf sie baut; wer aber traut auf ihn bauen und seiner Güte allein auf Gottes Treu, der trauen. siehet schon die Himmelskron und 4. Was Gott tut, das ist freut sich ohne Reu. wohlgetan, er ist mein Licht 3. Mein Jesus bleibet meine und Leben, der mir nichts Böses Freud, was frag ich nach der gönnen kann; ich will mich ihm Welt? Welt ist nur Furcht und ergeben in Freud und Leid, es Traurigkeit, die endlich selbst zer⸗ kommt die Zeit, da öffentlich er⸗fällt. Ich bin ja schon mit Gottes scheinet, wie treulich er es meinet. Sohn im Glauben hier vertraut, 266 Kreuz⸗ der droben sitzt und hier beschützt sein auserwählte Braut. 4. Ach Jesu, töt in mir die Welt und meinen alten Sinn, der sich dir stets entgegenstellt; Herr, nimm mich selber hin und binde mich ganz Festglich an dich, 0 Herr, mein Hort, so irr ich nicht in deinem Licht bis an die Himmelspfort. Joh. Jak. Schütz g. 1640 4 1690. Mel. Sollt ich meinem Gott nichtsi singen. ch ergebe mich dem 409.3 Willen meines Gottes ganz und gar; der wird wohl an mir erfüllen, was mir nützet immerdar. Siehe, höchster Gott, hernieder, was ich lege vor dich hin, Herz, Gedanken, Mut und Sinn, meine Glieder; mache daraus, was du willt, was du willt, mein Gott und Schild! 2. Ach ich kenne dich ja eben, daß du selbst mein Vater bist; ich kenn auch mein liebstes Leben, das allein ist Jesus Christ; und weiß einen treuen Führer, der den rechten Weg mir weist, der ist Gott, der heilge Geist. Hab ich denn nun zum Regierer dich, o du dreieinger Gott, so erschreckt mich keine Not. 3. Und wie könnt ich doch ver— zagen, ging es noch so wunder— lich, da ich kann bis heute sagen, daß Gott wohl geführet mich. Soll ich denn erleben morgen, ei so lebet Gott auch noch, bei dem ich versichert doch, daß er mich und alle und Trostlieder. sein Kind wohl versorgen und sein Schäflein führen wird, weil er Vater ist und Hirt. 4. Ginge mir es, wie ich wollte, stünd es wohl gar selten gut, wenn mein. Wunsch geschehen sollte, da er Gott mißfallen tut; ach wie würde mein Verderben ich erwählen gar zu oft, wenn was Gutes. gehofft; darum will ich mich Rele meinem — Gott zu halten still. Mir geschehe, was Gott will. 5. Was Gott will, geschehe immer; was ich will und schäd— lich ist, das laß ja geschehen nimmer, Gott, der du so gütig bist; und weil dir mein Unver⸗ mögen, was du willst zu tun, bekannt, ach so laß doch deine Hand meiner Schwachheit Kraft beilegen, daß ich könne folgen dir. Was du willst, geschehe mir. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb. Rudolstadt g. 1640 1 4672. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 410. WIIIe herrlichs Ende, wo die wunderweisen Hände Got— tes führen ein und aus. Wunder— weislich ist sein Raten, wunder— herrlich seine Taten, und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch: Es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen, ihm und dir zur Herr— lichkeit. Ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet, Friede folget nach dem Streit. Kreuz- und Trostlieder. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wasser— güssen, und du spürst nicht seinen Fuß:*) so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß.) Ps. 77, 20. 4. Kein Besinnen kann ersin⸗ nen, wo man könne Hülf ge— winnen, die Vernunft ist hier zu blind; ihre halb gebrochnen Augen nicht in das Verborgne taugen, dem sie allzu blöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er ange— fangen, lassen so ein End erlan— gen, daß es wunderherrlich sei. 6. Drum so laß dir nimmer 267 geht. Geht es nur dem Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten, und mag keinen leiden, der ihr rede ein; von der Welt Ehr, Lust und Geld, wornach so viel sind be— flissen, mag sie gar nichts wissen. 3Z. Nein, ach nein, nur Einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus der ge— treue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergibt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. J. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß! Lerne ihm vertrauen, so grauen, lerne deinem Gott ver- wirst du bald schauen, wie die Ruh trauen, sei getrost und gutes so groß, die da fleußt aus stillem Muts! Er fürwahr, er wird es Geist. Wer sich weiß in Gott zu führen, daß dus wirst am Ende schicken, den kann er erquicken. spüren, wie er dir tut lauter 5. Meine Seele senket alles, Guts. was sie kränket, tief in Jesu 7. Du wirst an den Fingern Brust; sie wird stark durch zählen und nicht vor der Welt Hoffen; was sie je betroffen, verhehlen, was die blinde Welt träget sie mit Lust, fasset sich nicht kennt. Er wird dir dein ganz männiglich durch Geduld Kreuz versüßen, daß du wirst be⸗ und Glauben feste; am End kennen müssen: Wunderanfang, kommt das Beste. herrlichs End! 6. Amen, es geschiehet; wer H. A. Stockfleth geb. 1643 4 1708. zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kin— Mel. Jesu, meine Freude. 41 1 Meine Seel ist stille zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wies Gott füget, nimmt an, wie es dern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gekoste Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Kasp. Schade g. 1666 T 1698. 268 Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. 412 Ge ist und bleibt getreu, sein Herze bricht von Lieben, pflegt er gleich öftermal die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie stand⸗ haft die Geduld; Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schwe— ren Plagen. Er braucht die Ruten oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu; er weiß, was wir vermögen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen. Er macht sein Israel von Last und Banden frei, wenn große Not entsteht; Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen, er läßt aus trüber Nacht die Freu— densterne scheinen. Es geht der Kreuzessturm im Augenblick vor— bei; sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübsals— Kreuz⸗ und Trostlieder. und Not dir ewig nützlich sei. So liebt der Höchste dich. Gott ist und bleibt getreu. 1695. Eigene Melodie. 413 So führst du doch 2 recht selig, Herr, die Deinen, ja selig und doch meistens wunderlich. Wie könn— test du es böse mit uns meinen, da deine Treu nicht kann verleug⸗ nen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; da pflegt es wunderseltsam aus— zusehn, doch triumphiert zuletzt dein hoher Rat. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Gesetzen, so die Vernunft und gute Meinung stellt. Den Zweifelsknoten kann dein Schwert verletzen und lösen auf, nach dem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei; was sich entgegensetzt, muß sinken hin; ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Un— wege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, teilt dein Ver— stand in Ost und Westen aus; was mancher unter Joch und glut bewähren. Nimm an von Last will biegen, setzt deine Hand Gottes Hand den Kreuzkelch ohne frei an der Sterne Haus. Die Scheu, der Lebensbecher folgt; Welt zerreißt, und du verknüpfst Gott ist und bleibt getreu. in Kraft; sie bricht, du baust; 6. Gott ist und bleibt getreu. sie baut, du reißest ein; ihr Glanz Laß alle Wetter krachen, Gott muß dir ein dunkler Schatten sein, wird der Trübsal doch ein solches dein Geist bei Toten Kraft und Ende machen, daß alles Kreuz Leben schafft. Kreuz⸗ und Trostlieder. 269 4. Will die Vernunft was uns wieder hin auf dich. Da fromm und selig preisen, so hast gehn wir denn mit blöden Augen dus schon aus deinem Buch ge- hin, du küssest uns, wir sagen tan; wem aber niemand will Beßrung zu; drauf schenkt dein dies Zeugnis weisen, den führst Geist dem Herzen wieder Ruh du in der Still selbst himmelan. und hält im Zaum den ausge— Den Tisch der Pharisäer läßt du schweiften Sinn. stehn und speisest mit den Sün⸗ 8. Du kennst, o Vater, wohl dern, sprichst sie frei. Wer weiß, das schwache Wesen, die Ohn-— was öfters deine Absicht sei? Wer macht und der Sinne Unver⸗ kann der tiefsten Weisheit Ab⸗ stand; man kann uns fast an grund sehn? unsrer Stirn ablesen, wie es um 5. Was alles ist, gilt nichts in schwache Kinder sei bewandt. deinen Augen; was nichts ist, Drum greifst du zu und hältst hast du, großer Herr, recht lieb. und trägest sie, brauchst Vater⸗ Der Worte Pracht und Ruhm recht und zeigest Muttertreu; kann dir nicht taugen, du gibst wo niemand meint, daß etwas die Kraft durch deines Geistes deine sei, da hegst du selbst Trieb. Die besten Werke brin- dein Schäflein je und je. gen dir kein Lob: sie sind ver⸗ 9. Also gehst du nicht die ge— steckt, der Blinde geht vorbei, meinen Wege, dein Fuß wird wer Augen hat, sieht sie doch nicht selten öffentlich gesehn, damit so frei; die Sachen sind zu fein, du sehst, was sich im Herzen der Sinn zu grob. rege, wenn du in Dunkelheit mit 6. O Herrscher, sei von uns uns willst gehn. Das Widerspiel gebenedeiet, der du uns tötest legst du vor Augen dar von dem, und lebendig machst. Wenn uns was du in deinem Sinne hast; dein Geist der Weisheit Schatz wer meint, er habe deinen Rat verleihet, so sehn wir erst, wie gefaßt, der wird am End ein wohl du für uns wachst. Die andres oft gewahr. Weisheit spielt?) bei uns, wir 10. O Auge, das nicht Trug spielen mit; bei uns zu wohnen noch Heucheln leidet, gib mir ist dir lauter Lust, die reget sich der Klugheit scharfen Unterscheid, in deiner Vaterbrust und gängelt dadurch Natur von Gnad man uns mit zartem Kinderschritt. unterscheidet, das eigne Licht von ) Sprüche 8, 30. 31. deiner Heiterkeit. Laß doch mein 7. Bald scheinst du etwas hart Herz dich niemals meistern nicht, uns anzugreifen, bald fährest brich ganz entzwei den Willen, du mit uns ganz säuberlich. Ge- der sich liebt, erweck die Lust, schiehts, daß unser Sinn sucht die sich nur dir ergibt und tadelt auszuschweifen, so weist die Zucht nie dein heimliches Gericht. 270 Kreuz- und Trostlieder. 11. Will etwa die Vernunft dir Ziel und Ende, liegt fein stille, widersprechen und schüttelt ihren nackt und bloß in des liebsten Kopf zu deinem Weg, so wollst Vaters Schoß. du die Befestung niederbrechen, 2. Meine Seele murret nicht, daß ihre Höh sich nur beizeiten ist mit allem wohl zufrieden; leg. Kein fremdes Feuer sich in was der eigne Wille spricht, ist mir anzünd, das ich vor dich in Torheit bringen möcht“) und dir wohl gar so zu gefallen dächt. Ach selig, wer dein Licht ergreift und findt!) 3 Mos. 10, 1. 12. So zieh mich denn hinein in deinen Willen und trag und heg und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüste überwind! Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein, dein Geist regt sich ganz krästiglich in mir, ich brenne nun nach dir in Liebsbegier, wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freuden⸗ quell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfried Arnold g. 1666 4 1714. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 414. M Gottes Herz und Hände und erwartet ruhiglich seiner Wege zum Tode schon beschieden. Was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kann krän—⸗ ken. Sorgen hört dem Schöpfer zu, meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden. Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht, auch alsdann, wenn er will töten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden. Also hab ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer, voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jos. Winckler g. 1670 4 1722. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 41 5 Beichl dem Herren deine Wege und mache dich von Sorgen los, ver— Kreuz⸗ traue seiner Vaterpflege, vor ihm ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur hast raten lassen, da hat er alles wohl ge— macht; denn was dein Denken nicht kann fassen, das hat er längst zuvor bedacht; wie dirs sein Rat hat ausersehn, so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebens⸗ tage so manches Kummers sein befreit, wie leicht wird alle Not und Plage dir werden hier in dieser Zeit, wenn du nichts wünschest in der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. 4. Dir wirds an keinem Gute fehlen, wenn du dein Herz ge— wöhnst und lehrst, nur Gottes Willen zu erwählen, und deinem eignen Willen wehrst, den stets sein eigne Wahl betreugt, so gut ihm oft sein Wollen deucht. 5. Gib meinem Herzen solche Stille, mein Jesu, daß ich sei vergnügt mit allem, was dein und Trostlieder. Gnadenwille mit mir und mei⸗ nem Veben fügt. Nur nimm dich Herzen nichts als e vor. meiner Seele an, so hab ich, was ich wünschen kann. Ich weiß, du tusts; sie ist die deine und kostet dir dein teures Blut; behalt sie dir nur schön und reine, laß dies dein mir vertrautes Gut nur einzig meine Sorge sein, so trifft mein ganzes Wünschen ein. Indes sei stets, mein Heil, gepriesen für alle Sorgfalt, die du die alle Morgen neu, sich Sorgen kränken, 271 mir, noch eh ich war, schon hast erwiesen, da du, mein süßer Jesu, dir zum Eigentum mich hast erwählt und deinen Schafen zu⸗ gezählt. 8. Dir sei auch ewig Lob ge— geben, daß du so unermüdet hast für mich gesorgt in meinem Leben. So lang ich bin der Erde Gast, ist alles liebreich, nütz und gut, was deine Schickung mit mir tut. 9. Dort werd ich deiner Liebe Taten erst preisen in Voll— kommenheit, wenn nun mein Hoffen ist geraten, daß ich kann in der Seligkeit erkennen, wie dein Wille mir so gut gewesen für und für. Henr. Kath. v. Gersdorf g. 16484 1726. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 41 6. A. Go. Gott will ich ge— denken, denn er gedenkt an mich. Wenn mich die so hebt mein Herze sich zu meinem Gott em— por; bald weichen alle Schmer— zen, denn er stellt meinem 2. Denk ich an seine Liebe, wie werd ich doch entzuch daß wenn es Uth so trübe mir gleich die Sonne blickt. Da kommt mir immer ein: Er hat sich hoch ver— messen, er will mich nicht ver— gessen. Wie könnt ich traurig sein? 3. Denk ich an seine Güte, so freut mein Gemüte bei solcher 27²2 Vatertreu; die Last werf ich auf ihn, so wird die Arbeit süße, wenn ich den Schweiß vergieße, denn Gott ist mein Gewinn. 4. Denk ich an sein Erbarmen er schenket mir sein Kind, o Gnade für mich Armen! Heißt das nicht treu gesinnt? Gott ist in Christo mein; Gott müßte Jesum hassen, wenn er mich wollte lassen, das kann unmög⸗ lich sein. 5. Drum will ich an Gott denken; die Welt mag immerhin den Sinn aufs Eitle lenken, hier ist ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein im Herzen und im Munde, so kann mir keine Stunde allhier zu lange sein. 6. An Gott will ich gedenken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so Kreuz⸗ und Trostlieder. eh zerfällt, eh er dich wird hassen, oder gar verlassen. 3. Weine nicht, Gott siehet dich, scheint er gleich verstecket. Wenn du nur geduldiglich seinen Kelch geschmecket, reichet er Labsal her und gibt nach dem Leiden wie— der Trost und Freuden. 4. Weine nicht, Gott höret dich, wenn dein Herz nur girret.“) Hast du dich gleich wunderlich in der Not verwirret, ruf ihn an, denn er kann deinen Unglückswellen Ziel und Grenzen stellen.) Jes. 38, 14. 5. Weine nicht, Gott liebet dich, wenn die Welt betrübet und so manchen Schlangenstich dei— nem Herzen gibet. Nichts be— trübt, den Gott liebt; will gleich alles krachen, Gott kann fröhlich machen. 6. Weine nicht, Gott sorgt für geh ich zwar die Bahn, da mein dich, ei, was kann dir fehlen? die Welt vergißt, doch glaub ich Was willst du dich stetiglich mit dieses feste, Gott denket mein den Sorgen quälen? Wirf auf aufs beste, wo sein Gedächt- ihn alles hin, er wird deine nis ist. Sachen gut und besser machen. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. 7. Weine nicht, Gott tröstet dich —— nach den Tränengüssen; end⸗ Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. lich wird der Kummer sich ganz 41 7 W'eng nicht, Gott verlieren müssen. Durch den Tod lebet noch, du stirbt die Not, und wenn der betrübte Seele! Drückt dich erscheinet, hast du ausgeweinet. gleich ein hartes Joch in der Nach Benj. Schmolck g. 167211737. Trauerhöhle, nur Geduld, Got⸗ 185 tes Huld läßt oft nach dem Mel. Wer nur den lieben Gott läßt Weinen auch die Sonne scheinen. walten. Mel. 1. 2. Weine nicht, Gott denkt an 41 8 Qe größer Kreuz, je dich, ob dus gleich nicht denkest.“ näher Himmel. Oftermals verbirgt er sich, wenn Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. du dich sehr kränkest, da die Welt Bei Sündenlust und Weltge⸗ Kreuz- und Trostlieder. 273 tümmel vergißt man Hölle, Fluch Mel. Wer nur den lieben Gott. Mel.3. und Tod. O selig ist der Mann 419 Qcch weiß, es kann geschätzt, den Gott in Kreuz und 0 N mir nichts ge⸗ Trübsal setzt. schehen in meiner ganzen Le⸗ 2. Je größer Kreuz, je stärker bensfrist, als was des Höchsten Glaube. Die Palme wächset bei Rat versehen, und was mir nütz der Last, die Süßigkeit fleußt und selig ist. Herr, mach es, aus der Traube, wenn du sie wie du willst, mit mir, ich bleibe wohl gekeltert hast. Am Kreuze dennoch stets an dir. wächset uns der Mut, wie Perlen 2. Du leitest mich bei meiner in gesalzner Flut. Rechten und führest mich durch 3. Je größer Kreuz, je mehr Wohl und Weh, du bist mein Gebete. Geriebne Kräuter riechen Licht in Trübsalsnächten, mein wohl; wenn um das Schiff kein Leitstern auf der wilden See. Sturmwind wehte, so fragte man Herr, mach es, wie du willst, nicht nach dem Pol. Wo kämen mit mir, ich bleibe dennoch stets Davids Psalmen her, wenn er an dir. nicht auch versuchet wär? 3. Du magst mich küssen oder 4. Je größer Kreuz, je lieber schlagen, ich weiß doch, daß du Sterben. Man freut sich recht Vater bist; dein Herze kann mir auf seinen Tod, denn man ent-nichts versagen, was hier und gehet dem Verderben, es stirbt dort mir selig ist. Herr, mach auf einmal alle Not. Das es, wie du willst, mit mir, ich Kreuze, das die Gräber ziert, bleibe dennoch stets an dir. bezeugt, man habe triumphiert. 4. Drum soll mein Herze stand—⸗ 5. Je größer Kreuz, je schöner haft stehen, ob mancher Wind des Krone, die Gottes Schatz uns Kreuzes weht; es kann mir nie— beigelegt, und die einmal vor mals übel gehen, wenn es nach seinem Throne der Überwinder Gottes Willen geht. Herr, mach Scheitel trägt. Ach dieses teure es, wie du willst, mit mir, ich Kleinod macht, daß man das bleibe dennoch stets an dir. größte Kreuz nicht acht. 5. Mein Gott, dir bleib ich 6. Gekreuzigter, laß mir dein ganz ergeben, Herr, leite mich Kreuze je länger und je lieber auf rechter Bahn und nimm sein! Daß mich die Ungeduld mich einst nach diesem Leben mit nicht reize, so pflanz ein solches Gnaden und mit Ehren an! Herz mir ein, das Glaube, Lieb Herr, mach es, wie du willst, und Hoffnung hegt, bis dort mein mit mir, ich bleibe dennoch stets Kreuz die Krone trägt. an dir. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Salomo Franck g. 1659 1 1725 18 27⁴ Mel. Aus tiefer N ot 000 ich zu dir. Mel. 420. Wꝭâ Gott mich führt, so will ich gehn ohn alles Cigewahl en; geschieht, 935 er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. er mich führt, folge willig Schritt vor Schritt in kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Cigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, in Zeit und auch in Ewigkeit, stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich füh, bin ich vergniint, ich ruh in seinen Hän—⸗ den. Wie er es schick und mit mir fügt, wie ers will kehren, wenden, sei ihm hiermit ganz Im lh er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb gewischt; Vernunft gleich und bange! ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat be— dacht, eh er mich an das Licht ge— bracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. scheiden? Ich fasse in Geduld mich sest; fahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Wie so geh ich mit und— bin ich bereit in, halt dich wie ein Lamm! Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm was Gott mir wider⸗ Kreuz- und Trostlieder. V Hecken. Von vornen läßt sich Gott nicht 990 zuletzt wird ers aufdecken,) wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl ge⸗ führet hat. Dies sei mein Glau— bensuiter) 2 Mose 33, 23 Lampertus Gedicke g. 1683 4 1735. elt, ich muß dich taßzen. Me 421. M* Herz, gib dich zufrieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram! Die Not, die dich jetzt drücket, hat Gott dir. sei still 2. Mit S Sorgen und mit Zagen und unmutsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stille— sein und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht währen; oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, ab— wenns bei uns heißt: wird mir so angst so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen, nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein; nach ewig Wie lange rauhen Wintertagen muß uns der Lenz behagen: er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indes ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns Dm und sollts auch nur ein Quentlein sein. 1 Kreuz⸗ und Trostlieder. 275 6. Denn es sind Liebesschläge, unsre Hoffnung stützt und hält, wenn ich es recht erwäge, womit ich bekenne und bereue, daß mich er uns belegt; nicht Schwerter, Zweifelmut befällt. Ach wie hängt sondern Ruten sinds, damit Gott mein Herz an Dingen, die mich zum Guten die Seinigen hie- nicht zur Ruhe bringen; ach wie nieden schlägt. leicht vergeß ich dein, wenn mein 7. Er will uns dadurch ziehen Trost soll sichtbar sein. zu Kindern, die da fliehen das, 2. Ach vergib mir diese was ihm mißbehagt, den alten Sünde, nimm die Strafe von Menschen schwächen, den Eigen- mir hin, schenke deinem armen willen brechen, die Lust ertöten, Kinde, Vater, einen andern die uns plagt. Sinn, den nicht falsche Hoff— 8. Er will uns dadurch lehren, nung bindet, die wie dünner wie wir ihn sollen ehren mit Reif verschwindet, die wie leich— Glauben und Geduld, und sollt ter Rauch verfleucht und das er uns in Nöten auch. lassen, Herz zur Erde zeucht. ja gar töten, uns doch getrösten 3. Laß mich eitle Sorgen mei— seiner Huld. den, weil du für mich sorgst und 9. Denn was will uns auch wachst und im Trauren wie in scheiden von Gott und seinen Freuden dich um mich zur Mauer Freuden, dazu er uns versehn? machst. Laß, Herr, auf dein Man lebe oder sterbe, so bleibet Wort mich hoffen, das noch all—⸗ uns das Erbe des Himmels zeit eingetroffen; Hoffnung, die ewiglich doch stehn. auf Gott nicht baut, wird zuletzt 10. Ist Christus unser Leben, beschämt geschaut. so muß uns, seinen Reben, der 4. Laß den Anker meiner Tod sein ein Gewinn; er mag Seelen unter aller Stürme Wut die Leibeshöhle zerbrechen, doch nur dein Herz zum Grund er— die Seele fliegt auf zum Bau wählen, da er fest und sicher ruht, des Himmels hin. ö so wird sich kein Zweifel wagen, 11I. Drum gib dich ganz zu⸗ mir mein Schifflein umzuschla— frieden, mein Herz, und bleib ge⸗ gen; ich werd unbeweglich stehn, schieden von Sorge, Furcht und wenn selbst Berge untergehn. Leid! Vielleicht wird Gott bald 5. Laß mein Herz versichert senden, die dich auf ihren Händen werden, daß dein Wort wahr— hintragen in die Herrlichkeit. haftig sei, o so werd ich auf der I.Anast. Freylinghausen g.1670 f1739. Erden vieler Sorg und Unruh —.—— frei, so werd ich im Glauben Mel. Jesu, meines Lebens Leben. beten und erhöret von dir treten, 4. 2 Eroe Wahrheit, so wankt meine Zuversicht, so 1 deren Treue wankt meine Hoffnung nicht. 18⁷ 276 Kreuz- und 6. Meine Hoffnung darf ich gründen, Vater, auf des Sohnes Tod; sein Verdienst das läßt mich finden Grund und Trost in meiner Not; durch sein siegreich Auferstehen kann ich neu geboren gehen als ein Bürger jener Welt, wenn der Erdenbau zerfällt. 7. Da mein Haupt sich aufge schwungen und auf Gottes Thron gesetzt, so bin ich mit durchge— drungen und den Engeln gleich geschätzt. Ich besitz ein ewig Leben, das er selber mir gegeben; ich bin in der Hoffnung schon mit versetzt auf seinen Thron. 8. Ich bin nur ein Gast auf Erden, oben ist mein Vaterland; wird die Welt zerstöret werden, so geht an mein Ehrenstand. Ich erwarte nur der Stunden, da ich von der Sünd entbunden meinen Heiland werde sehn und vor ihm verkläret stehn. 9. Unterdessen laß mich hoffen auch in Trübfal auf dein Licht, laß mich sehn den Himmel offen, so schreckt Tod und Grab mich nicht. Laß mich voller Trost und Freuden ans dem Tal der Tränen scheiden und was ich gehofft allhier, mich dort schauen, Herr, bei dir! Joh. Jak. 656 3.16531 1735. Mel. Was Gott tut, das ist wohl getan. 123. A?˖r Gott und nicht auf meinen Rat will ich mein Glücke banen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. wenns seine Er, der die Trostlieder. Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, be— stimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, Weisheit litte. Er stets väterlich. ersehe, sein sorgt für mich Nicht was ich mir Wille der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe ver— läßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herr— lichkeit? bald ist sie ver— schwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists über⸗ wunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern; seid fröhlich ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769 es Wie Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. widerfahren, wenn Gott mich 424. W. ists, daß ich will bewahren? Und er, mein mich quäle? Gott, bewahret mich. Harr seiner, meine 2 harr Chr. F. Gellertg. 17¹5⁵⁷⁷ 1769. und st unverzagt! Du weißt— nicht, was dir nützet, Gott weiß Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. es, und Gott schützet, er schützet 425 D. Herr ist meine den, der nach ihm fragt. D. zuversicht, mein 2. Er zählte meine Tage, mein einzger Trost im Leben. Dem Glück und meine Plage, eh ich fehlt es nie an Trost und Licht, die Welt noch sah. Eh ich mich der sich dem Herrn ergeben. Gott selbst noch kannte, eh ichihn Pater ist sein Gott, auf sein Gebot nannte, war er mir schon mit wird seine Seele stille, ihm gnügt“ Hülfe nah. des Vaters Wille. 3. Die kleinste meiner Sorgen 2. Wer wollte dir, Herr, nicht ist dem Gott nicht verborgen, der vertraun? Du bist des Schwach hen alles sieht und hält; und was Stärke. Die Augen, welche auf er mir beschieden, das dient zu dich 5 sehn deine Wunder— meinem Frieden, wärs auch die werke. Herr, groß von Rat und 2211 100 der Welt. stark von Tat, mit gnadenvollen Ich lebe nicht auf Erden, Händen wirst du dein Werk voll— um alt lich hier zu werden, die enden. Lust der Welt vergeht. Ich lebe 3. Noch nie hat sich, wer dich hier, im Segen den Grund zum ge liebt, verlassen sehen müssen; Glück zu legen, das ewig wie duel läßt ihn, wenn ihn Not um- mein 91—5 besteht. ö gibt, deinen Trost ge— 5. Was dieses Glück vermehret, nießen. Des Frommen Herz sei mir von dir gewähret, Gott, wird Ren von Schmerz, der du gewährst es gern. Was dieses Sünder eitles Dichten pflegst Glück verletzet, wenns alle Welt du, Herr, zu zernichten. auch schätzet, sei, Herr mein 4. Drum hoff, o Seele, hoff Gott, mir ewig fern. auf Gott! Der Toren Trost ver⸗ 6. Sind 9970 der Krankheit schwindet, wenn der Gerechte in Plagen, der Mangel schwer zu der Not das Herz des Schöpfers n noch schwerer Haß und findet. Wenn jener fallt, ist er Spott, so harr ich und bin stille ein Held; er steht, wenn jene zu Gott; denn nicht mein Wille, zittern, als Fels in Ungewittern. 3e Wille nur gescheh, o Gott. 5. Wirf nicht die große Hoff⸗ 7. Du bist der Müden Stärke, nung hin, die dir dein Glaube 2 aller deiner Werke erbarmst reichet. Verflucht sind, die zu du ewig dich. Was kann mir Menschen fliehn, verflucht, wer 278 Kreuz- und von Gott weichet. Dein Heiland starb; er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln. Gott hilft, wenn Christen freu⸗ denleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Tränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zu⸗ versicht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmäch⸗ tiger, verlassen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Nach Christ. Chr. Sturm g.1740 1786. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 42 6. Gottes freue 1—. dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren dräuen? Ists nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, welcher mir, was Trostlieder. mir nützt, gewähret, der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket und mit Himmels— wonne dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich fürcht und liebe, wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüte seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuver— sicht auf zum Himmel blicken, meine Leiden fühl ich nicht, wie sie mich auch drücken, Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz ich dann, wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: Mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt wert, du gabst mir das Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rat in die Welt gekommen, alle meine Missetat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterb— lichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Frenden. NrEr b EEef..2 Kreuz- und Trostlieder. 279 8. Gib mir nur, so lang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr mein Gott, gefalle. Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sei mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 9. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben, rüste selbst mich wider sie mit ent— schloßnem Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Tun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Balthasar Münter g. 1735 4 1793. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. 427 Sẽi stille, müdge— quältes Herz, das nur am Kummer klebet, richt die Gedanken himmelwärts, hin, wo dein Vater lebet! Zuletzt ver⸗ zagt, wer immer klagt. In Gott sollst du dich fassen; er kann dich nicht verlassen. 2. Sei stille, sinne nicht zu weit, was willst du dir ersinnen? Was wirst du mit Vermessenheit je gegen Gott gewinnen? Du bist ja Staub; ermann dich, glaub: Gott hat es schon versehen, auch was wir nicht verstehen. 3. Sei stille, such bei Menschen nicht, was Menschen nicht ver⸗ mögen; halt fest an Gott mit Zuversicht, darauf liegt aller Segen. Folg seinem Rat, geh seinen Pfad, laß dir den Herrn der Welten weit über Menschen gelten! 4. Sei stille, hast du lang ge⸗ weint und wirds noch immer trüber, sag nicht: Weil mir kein Licht erscheint, die Hülfe ist vor— über. O harre fort, du hast sein Wort; er wird, so ists verheißen, dich noch aus allem reißen. 5. Sei stille, laß der Zweifel Macht nicht immer dich besiegen, laß Gottes Wahrheit in der Nacht des Kummers überwiegen! Du suchest Ruh? Die hinderst du, so lang dich Zweifel quälen; nur Glaube stillt die Seelen. 6. Sei stille, endlich mit dem Tod muß alle Sorge schweigen; dann wird sich von dem Stand der Not der rechte Anblick zeigen; da, da erscheint, wie gut gemeint die Leidensproben waren. Herr, laß michs froh erfahren! Joh. Gottfr. Schöner g. 1749 7 1818. Pfalm 23. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 428 Da Herr ist mein getreuer Hirt, mir wird kein Gutes fehlen; der Hüter, der nicht schläft noch irrt, kann mir nur Heil erwählen. Er weidet mich auf grüner Au, die Speise gibt vom Lebenstau des Geistes seiner Gnade. 2. Er führet mich zum reinen Quell, der mein Gemüt beglücket, zum Wasser, welches frisch und hell den schwachen Mut erquicket. Er leitet mich auf rechter Bahn, er nimmt sich meines Ganges an um seines Namens willen. 280 Kreuz- und 3. Und ob ich wall im fin— stern Tal, nen Schaden; sein Auge wachet überall, ich bin der Sorg ent— laden. Sein Stab und Stecken trösten mich, auf seine Treu und aea kann ich gar ruhig mich verlassen. 4. Du machst mir einen Tisch bereit im Auge meiner Feinde, verscheuchest Angst und Traurig— keit, sprichst freundlich zu dem Freunde; du salbst mein Haupt mit Ol, du schenkst mir voll den Becher ein und lenkst zum Him— mel hin mein Sehnen. 5. Ja Gutes und Barmher⸗ zigkeit wird lebenslang mir wer— den; ich bleib im Haus des Herrn die Zeit, die ich noch leb auf Erden. Und ist d des Lebens Wallfahrt aus, dann trägt mich in sein Vaterhaus der Flügel treuer Liebe. Joh. Friedr. v. Meyer g. 177271849. Mel. Wenn wir in höchsten Rötenj sein. 42 9.J Qn Angsten ruf ich, Herre, dich, die Fluten 08 über mich, mit meiner Not bin ich allein; hilf, Herr, erhöre du mein Schrein! (Ryrieleis!) 2. Du hast den Himmel aus— gespannt und hältst die Erd in deiner Hand, den rn will, ist achtst du nicht gering; hilf, daß die Höll mich nicht bezwing! still und hoff auf f denn was er tut, (Kyrieleis!) fürcht ich doch kei⸗ h mich Trostlieder. hin; Herr, ewger Gott, barm-— herzger Hort, sprich auch zu mir ein Friedenswort!(Kyrieleis!) 4. Der Jünger zu versinken dacht, 10 auf dem Meer du gingst in Macht; laß deine Hand mich fassen, Gott, und mach den Feind an mir zu Spott! (Kyrieleis!) 5. Laß sehen, Gott, die Wasser dich,“) laß sie dich schaun und ängsten sich, mein Herr, mein Heil zu aller Frist, der du für mich gestorben bist!(Kyrieleis.) Pf. 77.,. G.Chr. Adolf v. Harleß g. 1806 1 1879. Mel. Aus tieser Not Wei ich zu dir. Mel. Jqâ sch in meines Herren Hand und will Mün siehen bleiben, Erdennot, nicht nicht Erdentand soll daraus vertreiben; und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihm, und wen er häc wird wohlbehalten bleiben. „Er ist ein Fels, ein sichrer Hort und Wunder sollen schauen, die sich auf sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen. Er hats gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir alles mir ge— legen; ich halte ihm im Glauben seinen Segen; ist immer gut 7* 2——+ Zu deinem Fuß die Sün⸗ und wer von ihm behütet ruht, derin goß ihre Salb mit Weinen ist sicher allerwegen. Kreuz⸗ 4. Ja wenns am schlimmsten mit mir steht, freu ich mich seiner Pflege; ich weiß, die Wege, die er geht, sind lauter Wunder— wege. Was böse scheint, ist gut gemeint, er ist doch nimmermehr mein Feind und gibt nur Lie— besschläge. 5. Und meines Glaubens Un— terpfand ist, was er selbst ver— heißen: daß nichts mich seiner starken Hand soll je und je ent— reißen. Was er verspricht, das bricht er nicht. Er bleibet meine Zuversicht, ich will ihn ewig preisen. C. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. Eigene Melodie. 431 Hüa meine Seele, 1. harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach. In allen Stürmen, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott. 2. Harre meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott! Joh. Friedr. Räder g. 1815 +187². In Krankheit. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 138. L und Trostlieder. 281 heut an diesem Tage letztmals mit Gebet erschein und dir meine Not vortrage, ach so richte meine Sinnen zu den hohen Himmels— zinnen! 2. Tausend und viel tausend mal sei du, Vater, hoch gepriesen, daß in deiner Kinder Zahl du mir eine Stell gewiesen, daß ich dich hab lernen kennen und in Christo Vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sei deines großen Namens Ehre, deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre! Ich will dich dort ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Reich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kommen, mich berufen und zu dir aus des Satans Macht ge— nommen; Jesus hat mir Heil und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. 5. Darum wart ich mit Begier ganz getrost aufs Reich der Ehren, nichts durchaus mehr ist allhier, das mich soll davon abkehren; komm, o König, laß erscheinen, was ich wünsch und all die Deinen. 6. Deinem Willen tu ich mich ganz zu einem Opfer geben. Hab ich hier nicht völliglich nach demselben können leben, so werd ich doch dort erfüllen mit den Engeln deinen Willen. 7. Täglich Brot und allerlei, was zu meinem Stand gehöret, hast du, Vater, mild und treu mir zeitlebens auch bescheret; 28²2 Kreuz- und nun du Himmelsbrot willst geben, laß ich gern dies arme Leben. 8. Bleiben gleich die Meinen hier, die mich länger möchten sehen, weiß ich doch, daß nur bei dir steht ihr Weh und Wohl⸗ ergehen. Ich befehle deiner Güte, was mir lieget im Gemüte. 9. Nur, o Vater, laß du mir alle Schulden sein vergeben, daß ich rein und frei zu dir fahr aus diesem Sündenleben. Jesus hat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb ich klh gar leicht, wie du, Vater, hast ge⸗ heißen; aller Zorn und Rach entweicht, ich will lauter Lieb erweisen; weil du, Gott, so viel erlassen, will ich Mensch auch niemand hassen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, tobet heftig Sünd und Hölle, daß sie mir die Liren ruh raub und meinen Glauben fälle, so steh du auf meiner Sei⸗ ten, die Versuchung zu bestreiten. 12. Mach mich alles Übels los, gib der Sündennot ein Ende! Ich ergebe ganz und bloß mich in deine Vaterhände; wollest mich von allem Bösen, wie du weißt und kannst, erlösen. 13. An dem allen zweifl ich nicht, denn du bist der Himmels⸗ könig; zu dir ist die Zuberscht Welt und Höll ist dir zu wenig, deine Kraft wird ewig stehen, deine Herrs chaft nie vergehen. Nach V. L. v. Seckendorf g. 1626 4 1692. und heftig. 3zu des Trostlieder. Eigene Melodie. 433. Ge den ich als Liebe kenne, der du Krankheit auf mich legst und des Leidens Flamm erregst, daß ich davon hitz und brenne, brenne doch das Böse ab, das den Geist bisher gehindert, das der Lebe Regung mindert, die ich öfters von dir hab. 2. In der Schwachheit sei du kräftig, in dem Schmerze sei mir süß, schaffe, daß ich dich ge— nieß, wenn die Krankheit streng Denn was jetzt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körper jetzt beschweret, hat die Liebe Fiol erregt. 3. Leiden ist jetzt mein Ge— schäfte, andres kann ich jett nicht tun, als nur in dem Lei⸗ den ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Ge⸗ winst, das ist lett des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille, Leiden ist mein Gottes-⸗ dienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an, denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden Auch die Labung, die man mir Leibes Notdurft gibet, kommt von dir, der mich ge— liebet, alles kommt, mein Gott, von dir. 5. Laß nur 20 den Geist ermüden bei des Leibes Mattig⸗ keit, daß er sich zu aller Zeit in dich senk in Lieb und Frie⸗ Kreuz- und Trostlieder. 283 den. Laß des Leibes Se und mir mein Lager dienen, mit Schmerz nicht der Seele Auf-WGott mich zu versühnen. fahrt hindern und die Ruhe in Mein Gott, du hörtest mir mindern, unterstütze du das mich so oft und gnädiglich, ach Herz; hör mein Flehn und Sehnen, 6. Hilf mir, daß ich ganz zähl jetzt auch meine Tränen bescheiden, ganz in Ruh mit und kehre dies mein Leiden in Freundlichkeit, sanfte mit Geh or⸗ Trost! und süße Freuden! samkeit auf meinem Bette 5. Dies bitt ich, dies geschicht; leiden. Denn wer hier am und kommt die Rettung nichti in Fleische leidt, wird errettet von diesem Weltgetümmel, so gib den Sünden, so den Körper oft mir nur den Himmel, wo lauter entzünden, und an seinem Geist Licht und Sonne, wo stete Freud f.. und Wonne. Dir empfehl ich nun mein 6. Nun mach es auf der Welt, Leben und dem Kreuze meinen mein Gott, wie dirs gefällt. Hilf Leib; gib, daß ich mit Freude mir aus allen Nöten, und wirst bleib an dich völlig übergeben. du mich auch töten, will ich im Dann so weiß ich festiglich, ich Tod und Leben mich dir doch mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben, denn die Liebe reinigt mich. 5556% 36655 Richter g. 1676 1 1711. Mel. Auf meinen lieben Gott. 434. ICnm Angst und VũI hat mich viel Kreuz betroffen, will ich doch auf er wird mir Hülfe ihn hoffen, 8 und alles Elend wenden. 2. Ist gleich mein Leib voll Schmerz, und ängstet sich mein Herz, will es vor Leid und Qch trau auf meinen aller ganz Nach Hann. Osh. 17⁴⁰0. Mel. O Welt, ich muß d dich lasen. Qch hab in guten 435. J Stunden des Lebens H1135 0fs und Freuden ohne Zahl, so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja Herr, ich bin ein Sün der, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch Plagen fast ganz in mir ver— zu meinem Besten dient? zagen, wird Gott nach seinem Willen doch alles wieder stillen. 5. Hält schon die Schwachheit an, daß ich daher nicht kann das Haus des Herren schauen. und mich daselbst erbauen, soll Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. 284 Kreuz⸗ 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sinden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade ver— trau ich deiner Gnade, du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld ver— ehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Morgenliedeines Kranken. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 43 6 Gen Lob und Dank, 0 die Nacht ist hin, es kommt der liebe Morgen; auf, schwacher Geist und matter Sinn, dir ist ja unverborgen, wie du die finstre Schmerzens⸗ nacht in Gottes Schutze zuge— bracht und glücklich überstanden. 2. Als ich mich zu der Ruh gelegt, war ich mit Schmerz um— geben; ich sprach, durch Schmerz und Furcht bewegt: Werd ich auch morgen leben? Viertelstunde schlug: Wann wird der Tag erscheinen? Die fast verdorrte Zunge frug, so oft die und Trostlieder. Gott hat mir mein Gebet gernhrt ich kann das Licht noch sehen. Drum will ich ihn, der mich erhört, mit Dank und Preis erhöhen und flehn, daß er es diesen Tag mit mir und meinem Krenze mag nach seinem Willen machen. 4. Leb ich nicht fröhlich, frisch, gesund, bin ich dennoch zufrieden; hat schon der Schmerz mein Herz verwundt, will ich doch nicht ermüden; ich trage dieses harte Joch auch diesen Tag und weiter noch, so lang es Gott beliebet. 5. Mein Elend ist um Tag und Nacht nun gleichwohl kürzer worden; Gott, der mich so getreu bewacht, wird nebst der Engel Orden auch heute mit und bei mir sein und Hülfe, Rat und Trost verleihn; er weiß wohl, was mich drücket. ½6. Ihm will ich meinen schwachen Geist und kranken Leib befehlen; was Jesus, der mein Helfer heißt, erwählt, will ich auch wählen; so geht es mir im Leben wohl, und wenn ich heute sterben soll, kann mir der Tod nicht schaden. 7. Ich bin ja, Herr, dein liebes Kind und werd es ewig bleiben, kein Schmerzenssturm, kein Kreuzeswind soll mich von Jesu treiben. bis an mein End und nimm die Seel in deine Händ, so bin ich wohl versorget. 1731. Ach bleib bei mir XXII. Lob⸗ Eigene Melodie. 43 7(err Gott, 0 2 loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Dich Vater in Ewigkeit ehrt die Welt weit und breit. All Engel und Himmels Heer und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott. Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich Macht und dich Herrlichkeit geht über Himmel und Erde weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all, die teuren Märtrer allzumal' loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werte Christenheit rühmt dich auf Erden alle Zeit. Dich, Gott Vater im höchsten Thron, deinen rechten und eingen Sohn, den heiligen Geist und Tröster wert mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewiger Sohn du bist; der Jungfrau verschmäht, 4 Leib nicht hast 28⁵ und Zanklieder. Zu rlösen das menschlich Ge— schlecht. Du hast dem Tod zerstört sein Macht und all Christen zum Himmel bracht. Du sitzst zur Rechten Gottes 9 gleich mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist all des, was tot und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die mit dein'm teurn Blut erlöset sein, laß uns im Himmel haben teil mit den Heiligen in ewigem Heil! Hilf deinem Christ, und segne, das dein Erbteil ist, wart und pfleg ihr zu aller Zeit und heb sie hoch in Ewigkeit! 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich und ehrn dein Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Missetat: Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Not! Zeig uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. 00 dich hoffen wir, lieber Volk, Herr Jesu Her in Schanden laß uns nimmer— mehr! Amen. Martin Luther g. 14837 1546. Nach dem Latein. Le deum laudamus. 286 Lob- und Danklieder. Pfalm 103. seinen Bund behalten. Er herrscht Eigene Melodie. im Himmelreich; ihr starken 438 N᷑ lob, mein Seel, Engel waltet seins Lobs und den Herren, was dient zugleich dem großen Herrn in mir ist, den Namen sein! zu Ehren und treibt sein heilig Sein Wohltat tut er mehren, Wort; mein Seel soll auch ver⸗ vergiß es nicht, o Herze mein! mehren sein Lob an allem Ort. Hat dir dein Sünd vergeben und 5. Sei Lob und Preis mit heilt dein Schwachheit groß, errett Ehren Gott Vater, Sohn und dein armes Leben, nimmt dich in heilgem Geist! Der woll in uns seinen Schoß, mit reichem Trost vermehren, was er aus Gnade beschüttet, verjüngt dem Adler uns verheißt, daß wir ihm fest gleich; der Kön'g schafft Recht,‚ vertrauen, uns ganz verlaßn behütet die Leidenden im Reich. auf ihn, von Herzen auf ihn 2. Er hat uns wissen lassen bauen, daß unser Herz und sein heilig Recht und sein Ge- Sinn ihm allezeit anhangen. richt, dazu sein Güt ohn Maßen, Drauf singen wir zur Stund: es mangelt an Erbarmung nicht. Amen, wir werdens erlangen, Sein Zorn läßt er wohl fahren, glaub'n wir von Herzensgrund. straft nicht nach unsrer Schuld; V. 1—4 Joh. Gramann g. 14874 1541. die Gnad tut er nicht sparen,————— den Blöden ist er hold. Sein Mel. Nun freut euch, liebe Christen Güt ist hoch erhaben ob den'n, 3 mein. die fürchten ihn; so fern der 91 439 O gläubig Herz, vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 2 gebenedei und 3. Wie sich ein Vat'r erbarmet gib Lob deinem Herren! Ge— ob seiner jungen Kindlein klein, denk, daß er dein Vater sei, so tut der Herr uns Armen, wenn welchen du stets sollst ehren, die⸗ wir ihn kindlich fürchten rein. weil du keine Stund ohn ihn Er kennt das arm Geschlechte und mit aller Sorg in deinem Sinn weiß, wir sind nur Staub, gleich- dein Leben kannst ernähren. wie das Gras von Rechte, ein 2. Er ists, der dich von Herzen Blum und fallend Laub; der liebt und sein Gut mit dir teilet, Wind nur drüber wehet, so ist dir deine Missetat vergibt und es nimmer da, also der Mensch deine Wunden heilet, dich waff— vergehet, sein End das ist net zum geistlichen Krieg, daß ihm nah. dir der Feind nicht oben lieg 4. Die Gottesgnad alleine und deinen Schatz zerteile. steht fest und bleibt in Ewigkeit 3. Er ist barmherzig und sehr bei seiner lieben G'meine, die gut den Armen und Elenden, steht in seiner Furcht bereit, die die sich von allem Ubermut zu Lob- und Danklieder. 287 9. O Gott, nimm an zu Lob Wahrheit nimmt sie als ein Vater auf und und Dank, was wir in Einfalt gibt, daß sie den rechten Lauf singen, und laß dein Wort mit seiner wenden; er zur Seligkeit vollenden. 4. Wie sich ein treuer Vater zeigt und Guts tut seinen Kin⸗ dern, also hat sich auch Gott ge— neigt zu uns, den armen Sün⸗ dern; er hat uns lieb und ist uns hold, vergibt uns gnädig, alle Schuld, macht uns zu Über— windern. 5. Er gibt uns seinen guten Geist, verneuet unsre Her— zen, daß wir vollbringen, was er heißt, wenns auch das Fleisch maͤg schmerzen; er hilft uns hie mit Gnad und Heil, verheißt uns auch ein herrlich Teil von seinen ewgen Schätzen. 6. Nach unsrer Ungerechtigkeit hat er uns nicht vergolten, viel— mehr erzeigt Barmherzigkeit, da wir verderben sollten; mit seiner Gnad und Gütigkeit ist uns die ihn und allen er bereit, von Herzen lieben. 7. Was Gott nun angefangen freiem Klang durch unsre Her⸗ zen dringen! O hilf, daß wir mit deiner Kraft durch eine gute Ritterschaft des Lebens Kron erringen. Böhmische Brüder. Eigene Melodie. 4 40 Non laßt uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein gegeben; die— selben zu bewahren, tut er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe; die Seele muß auch bleiben, wies wohl tödliche Wunden sind kom men von der Sünde. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben, Christus, für uns gestorben; der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein hat, das will er auch vollenden. Nachtmahl dient wider allen Un— Nur geben wir uns seiner Gnad, fall; der heilge Geist im Glauben opfern uns seinen Händen und lehrt uns darauf vertrauen. tun daneben unsern Fleiß, hof- 6. Durch ihn ist uns vergeben fend, er werd zu seinem Preis die Sünd, geschenkt das Leben, all unsern Wandel wenden! im Himmel solln wir haben, o 8. O Vater, steh uns gnädig Gott, wie große Gaben! bei, weil wir sind im Elende, daß 7. Wir bitten deine Güte, unser Tun aufrichtig sei und daß sie uns fort behüte, die nehm ein selig Ende. O leucht Großen mit den Kleinen; du uns mit dein'm hellen Wort, kannsts nicht böse meinen. daß uns an diesem dunklen Ort 8. Erhalt uns in der Wahr— lein falscher Schein verblende. heit, gib ewigliche Freiheit, zu 288 preisen deinen Namen durch Je⸗ sum Christum. Amen. Ludwig Helmbold g. 1532 7 1598. Pfalm 103. Eigene Melodie. 441. O meine Seel, das muß ihm Ehr erweisen, auf, auf, mein Herz, und mache dich vergiß bereit! Vergiß ja nicht, nicht, mein Gemüte, was dir der Herr für wunderbare Güte erwiesen hat die ganze Lebenszeit. 2. Denn er Sünden losgesprochen und denkt 2 0.— nicht mehr, was du bisher ver⸗ er machet dich von S brochen, Schwachheit heil und rein. hat der Herr dein Leben vom Ver⸗ derben erlöst, daß du nicht ewig müssest sterben, dein Gott will dir forthin barmherzig sein. 3. Er krönet dich mit Gnad und mildem Segen, will deinen Mund mit reicher Fülle pflegen, er machet dich von Ee Gütern satt, daß du mit Lust darüber dich erfreuest und deine Kraft gleich Adlern gar verneuest, weil er mit Heil dich überschüttet hat. 4. Der Herr läßt Recht den— selben widerfahren, die vor be— drängt und unterdrücket waren; er hat sein Tun dem Mose kund getan und seine Recht will nicht immer hassen noch ewig— lich mit Grimm uns sehen an. Lob- und Danklieder. du sollst den Herren preisen, was in mir ist, hat dich von (VWy 10 18 Vsrael ö wissen lassen; er ist voll Güt und 5. Der Herr ist fromm, barm— herzig und sanftmütig, voll Gnad und Gunst, geduldig, treu und gütig, er handelt nicht mit uns nach unsrer Schuld, vergilt auch nicht nach unsern schweren Sün— den. So weit die Höh des Him-— mels ist zu finden hier von der Erd, so weit reicht seine Huld. 6. So weit der Grund sich scheidet von der Festen, so weit der Ost ablieget von dem Westen, so weit läßt er die Sünden von uns sein. Sein Gnadenblick muß über die stets walten, die ihn mit Furcht für ihren Helfer halten, und rettet sie aus ihrer Not und Pein. 7. Wie unter uns ein Vaterherz Eibarmen mit Kindern hat, 0 tut der Herr uns Armen, es stehet Gott den Frommen kräftig bei. Er kennet ja uns dürftgen Erdentöpfe,) ihm ist bewußt, daß dieses sein Geschöpfe ein leich— ter Staub und schwaches Werk— zeug sei) Klag. Jer. 4,2 8. Ein Mensch muß stets des Lebens End erwarten, er ist wie Gras, wie eine Blum im Gar— ten, die sich sehr schön und lieb— lich lässet an: wenn aber nur der Wind darüber fähret, ist ihre Zier hinweg und so verzehret, daß man die Stätt auch nicht mehr finden kann. 9. Des Herren Gnad ist aber überschwenglich, währt für und für und bleibet unvergänglich; auf Kindeskind wird seine Güt gebracht bei denen, die den „ Lob- und Danklieder. Gottesbund stets üben und sein allen Enden, der uns von Mut⸗ Befehl von ganzem Herzen lieden terleib und Kindesbeinen an un⸗ und sein Gebot zu halten sind zählig viel zu gut und noch bedacht. jetzund getan. 10. Es ist sein Stuhl im 2 Der ewig reiche Gott woll Himmel zubereitet, sein Herr⸗ uns bei unserm Leben ein immer schaft ist um diese Welt gebrei— fröhlich Herz und edlen Frieden tet, sein Reich und Thron um⸗ geben und uns in seiner Gnad schließt den Erdenkreis. Ihr erhalten fort und fort und uns Engel lobt, lobt ihn, ihr starken aus aller Not erlösen hier und Helden, die ihr sein Tun und dort. Willen an müßt melden, lobt 3JLob, Ehr und Preis sei Gott, unsern Gott und sagt ihm Ruhm dem Vater und dem Sohne und und Preis! dem, der beiden gleich im höch⸗ 1I. Lobt unsern Gott, ihr alle sten Himmelsthrone, dem drei⸗ seine Scharen, die ihr ihm dient mal Einen Gott, wie es ur— und hin und her müßt fahren auf sprünglich war und ist und blei⸗ sein Geheiß; lobt ihn an jedem ben wird jetzund und immerdar Ort, an dem er herrscht; lobt“ Martin Rinkart 3. 1586 H 1640N ihn, ihr seine Werke, rühmt seine——— ö Kraft, rühmt seiner Allmacht 4 43 N danket alle Stärke; lob ihn, mein Herz, 8 Gott mit Her⸗ lob ihn fort und fort! zen, Mund und Händen, der 12. Gott Vater, Sohn und große Dinge tut hier und an Geist, sei stets gepriesen für alle allen Enden, der lebend uns er— Güt, die du an mir erwiesen von hält von Mutterleibe an und Kindheit an bis jetzt auf diese tut uns alles Guts, mehr als Zeit. Herr, steh mir bei, laß man zählen kann. deine Gnad sich mehren, so will 2. Es wolle unser Gott ein ich drum dir danken und dich fröhlich Herz uns geben, er lasse ehren auf Erden hier und dort uns, sein Volk, in Frieden in Ewigkeit. immer leben forthin zu unsrer B. 1.011 Joh. Franck g. 16184 1677. Zeit, daß seine Gnad und Treu V. 12 Hannov. Gsb. 1657. bei uns und unserm Land all— ö weg beständig sei. 435 Zirach 50, 24. 3. Der große, starke Gott woll X.Eigene Melodie. uns von allem Bösen und was 442 un danket alle uns schaden kann gewaltiglich er— Gott mit Her- löͤsen, er schütz und rette uns, er zen, Mund und Händen, der helf uns allezeit, so lang er uns große Dinge tut an uns und allhier das Leben noch verleiht. 19 ö ö 290 Lob- und 4. Gott Vater, dir sei Preis hier und im Himmel oben, Gott Sohn, Herr Jesu Christ, wir wollen dich stets loben, Gott heilger Geist, dein Ruhm er— schalle mehr und mehr, o Herr, dreieinger Gott, dir sei Lob, Preis und Ehr! W Gsb. 1657. M el. Nun 105, mein Seel den Herren 444. Mou. lobt dich in der Stille, du hocherhabner Zions-Gott, des Rih We ist die Fülle vor dir, 0 Helr Gott Zebaoth. Du bist doch, Herr, auf Erden der From— men Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die unaufhörlich schreien: Gelobt sei der Gott Israel!*) Sein Name sei gepriesen, der große Wunder tut und der auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut. Nun, das ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb und niemals von ihm scheide, so lang ich leb und schweb. Pf. 40, 17. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht, denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun wie vergelt ichs dir? Ach bleibe Danklieder. mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rist g. 1607 7 1667. Hirach 50, 24. Eigene Melodie, oder Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 4 45. Nri danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, desen Lob der Engel Heer im 9—9.68 stets vermeldt. Ermuntert euch und singt 1— Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überal und große Dinge tut; 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und wo kein Mensch nicht helfen—— sich sen zum Helfr stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld ver⸗ gibt und tut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn in unserm Volk und Land, er gebe Glück zu unserm Tun und Heil zu allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn; was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn Lob- und Danklieder. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd, ver— bleib er unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie, oder Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 446 Qch singe dir mit „Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust, ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Him— melszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werten, edlen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du muß 5t alles tun, du hältst die Wach an unsrer Tür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu⸗ sehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was und dir zu uns hoch erfreut Ehren reicht. II. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kum— mer sei; kein Zähr- und Trän⸗ lein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Man— gel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut, dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. ö 13* 292 16. Hat er dich nicht von Ju⸗ gend auf versorget und ernährt? Wie manches schweren Unglücks Lauf hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment, nein, was er tut und läßt ge⸗ schehn, das nimmt ein gutes End. F 18. Ei nun, so laß ihn ferner tun und red ihm nicht darein, so wirst du hier im Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt g. 1607 7 1676. Lob⸗ Eigene Melodie. 447 S ich meinem! 0 Gott nicht sin— gen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles 51460 währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt also— bald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu tener, nein er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du ungegründter Herz und Danklieder. Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief er⸗ gründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Re⸗ gierer durch die Welt zur Him— melspfort, daß er mir mein erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Macht zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Euigkeit 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Mor— Lob⸗ und gen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Augesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan hergeführt, die mich doch mein Lebetage nie— mals noch bisher gerührt; Got⸗ tes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzu⸗ richten war gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde tut und aus den Bahnen weicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zugut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der die uns hart schnöden Welt, gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille! Danklieder. stehn. Wenn der Winter ausge⸗ schneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, er⸗ freuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu um⸗ fangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Mel. Nun danket alle Gott. der 448 Gen sei ‚ Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augen⸗ blick viel Guts an mir getan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hülfe schafft. 294 Lob⸗- und Danklieder. 4. Gelobet sei der Herr, mein 4. Ich rief zum Herrn in mei— Gott, der ewig lebet, den alles ner Not: Ach Gott, vernimm rühmt und lobt, was in den mein Schreien! Da half mein Lüften schwebet, gelobet sei der Helfer mir vom Tod und ließ Herr, des Namen heilig heißt, mir Trost gedeihen. Drum dank, Gott Vater, Gott der Sohn und ach Gott, drum dank ich dir; ach Gott der werte Geist! danket, danket Gott mit mir! Gebt 5. Dem wir das Heilig jetzt unserm Gott die Ehre!— mit Freuden lassen klingen und 5. Der Herr ist noch und nim⸗ mit der Engelschar das Heilig, mer nicht von seinem Volk ge— Heilig singen, den herzlich lobt schieden, er bleibet ihre Zuver⸗ und preist die ganze Christenheit. sicht, ihr Segen, Heil und Frie⸗ Gelobet sei mein Gott in alle den. Mit Mutterhänden leitet Ewigkeit! er die Seinen stetig hin und her. Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Gebt unserm Gott die Ehre! ——.——.— 6. Wenn Trost und Hülf er⸗— ö el. Es ist das Heil uns kommen her, ainen 415 4 0 Haten. Wer On Lebenshrot Herr Jesu Christ 4 net, E kommt, so hilft 1016 1. 800 und Ehr Überfluß, der Schöpfer selbst, 449 Si Vobh und Cor und neiget die Vateraugen denen Te dem höchsten Gut, zu, die sonsten nirgend finden dem Vater aller Güte, dem Gott, Ruh Gebt unserm Gott die der alle Wunder tut, dem Gott, Chret der mein Gemüte mit seinem 7 Ich will dich all mein Leben reichen Trost erfüllt, dem Gott, lang, o Gott, von nun an ehren, der allen Jammer stillt. Gebt man soll, Gott, deinen Lobgesang unserm Gott die Ehre! an allen Orten hören. Mein 2. Es danken dir die Himmels⸗ganzes Herz ermuntre sich, mein heer, o Herrscher aller Thronen, Geist und Leib erfreue dich! Gebt und die auf Erden, Luft und Meer unserm Gott die Ehre! in deinem Schatten wohnen, die 8. Ihr, die ihr Christi Namen preisen deine Schöpfermacht, die nennt, gebt unserm Gott die alles also wohl bedacht. Gebt Ehre, ihr, die ihr Gottes Macht unserm Gott die Ehre! bekennt, gebt unserm Gott die 3. Was unser Gott geschaffen Ehre! Die falschen Götzen macht hat, das will er auch erhalten, zu Spott, der Herr ist Gott, darüber will er früh und spat der Herr ist Gott.?) Gebt unserm mit seiner Güte walten. In Gott die Ehre! 5 1 Kön. 18, 39. seinem ganzen Königreich ist 9. So kommet vor sein Ange— alles recht, ist alles gleich. Gebt sicht mit jauchzenvollem Sprin— unserm Gott die Ehre! gen, bezahlet die gelobte Pflicht Lob- und Danklieder. und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre!— Joh. Jak. Schütz g. 1640 4 1690. Eigene Melodie. V den Herren, 2 den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lob⸗ gesang hören! A. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses ver— spüret? J Lobe den Herren, der künst— lich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! A. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. H. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abra— hams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander g. 1650 T7 1680. die Eigene Melodie. 451 Kö— nig, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Deine Vatergüte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß Zunge singen, Stimme klingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Taten mehr als aller Menschen Staaten; großes Licht der Sonne, schieße deine Strah— len, die das große Rund be— malen; lobet gern, Mond und Stern, seid bereit zu ehren einen laß die solchen Herren! 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glau— benslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, klinge! Wirf dich in den Staub dar— nieder! Er ist Gott Zebaoth, er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir! Glaube mir: Endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander g. 1650 4 1680. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr,. oder Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 1R Nis hieher hat mich 452. B Gott gebracht durch seine große Güte, bis 296 Lob- und Danklieder. hieher hat er Tag und Nacht 3. Vater, wenn mein Herz be⸗ bewahrt Herz und Gemüte, bis denket, wie dich meine Sünden⸗ hieher hat er mich geleit, bis schuld oft betrübet, oft gekränket, hieher hat er mich erfreut, bis und wie deine Lieb und Huld hieher mir geholfen. mich aus Langmut doch getragen, 2. Hab Lob und Ehre, Preis so muß ich beschämet sagen: und Dank für die bisherge Treue,‚ Tausendtausendmal sei dir, gro⸗ die du, o Gott, mir lebenslang ßer König, Dank dafür! bewiesen täglich neue. In mein 4. Ach ja, wenn ich überlege, Gedächtnis schreib ich an: Der mit was Lieb und Gütigkeit du Herr hat große Ding getan an durch so viel Wunderwege mich mir und mir geholfen. geführt die Lebenszeit, so weiß 3. Hilf fernerweit, mein treuer ich kein Ziel zu finden noch den 56 hilf mir zu allen Stunden, Grund hier zu ergründen. Tau⸗ hilf mir an all und jedem Ort, ne sei dir, großer hilf mir durch Jesu Wunden, König, Dank dafür! hilf mir im Leben, Tod und 5. O wie hast du meine Seele Not, durch Christi Schmerzen, stets gesucht zu dir zu ziehn, daß Blut und Tod, hilf mir, wie ich aus der Sünden Hohi möchte du geholfen. zu den Wunden fliehn, die mich Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ ausgesöhnet haben und mit Kraft burg⸗ 6230661435 16371 1706. zum Leben laben. Tausendtau⸗ sendmal sei dir, großer König, Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Dank dafür! 453. W soll ich dich 6. Bald mit Lieben, bald mit wohl loben, Leiden kamst du, Herr mein mächtiger Herr Zebaoth? Sende Gott, zu mir, nur mein Herze ö 205 dazu von oben deines Geistes zu bereiten, sich ganz zu 0.. Kraft, mein Gott! Denn ich dir, daß mein gänz liches Ver⸗ tann mit nichts erreichen deine langen möcht an deinem Willen Gnad un Liebeszeichen. Tau⸗ hangen. Tausendtausendmal sei sendtausendmal sei dir, großer dir, großer König, Dank dafür! König, Dank dafür! 7. Wie ein Vater nimmt und 2. Herr, entzünde mein Ge— gibet, nachdems Kindern nütz⸗ müte, daß ich deine Wunder- lich ist, so hast du mich auch ge— macht, deine Gnade, Treu und liebet, Herr mein Gott, zu jeder Güte stets erhebe Tag und Nacht; Frist und dich meiner angenom⸗ denn von deinen enen r wenns auch gleich aufs ö Leib und Seele zeugen müssen. höchste kommen. Tausendtau— Tausendtausendmal sei dir, gro⸗ sendmal sei dir, großer König. ßer König, Dank dafür! Dank dafür! Lob- und Danklieder. 297 8. Mich hast du auf Adlers-Wjeder Puls ein Dank und jeder flügeln oft getragen väterlich, Odem ein Gesang! in den Tälern, auf den Hügeln 3. Was schweigt ihr denn, ihr wunderbar errettet mich. Wenn meine Kräfte? Auf, auf, braucht schien alles zu zerrinnen, ward allen euren Fleiß und stehet doch deiner Hülf ich innen. munter im Geschäfte zu Gottes Tausendtausendmal sei dir, gro⸗ meines Herren Preis! Mein ßer König, Dank dafür! Leib und Seele, schicke dich und 9. Vater, du hast mir erzeiget lobe Gott herzinniglich! lauter Gnad und Gütigkeit, und 4. Ihr grünen Blätter in den du hast zu mir geneiget, Jesu, Wäldern, bewegt und regt euch deine Freundlichkeit, und durch doch mit mir! Ihr schwanken dich, o Geist der Gnaden, werd Gräschen in den Feldern, ihr ich stets noch eingeladen. Tau-Blumen, laßt doch eure Zier zu sendtausendmal sei dir, großer Gottes Ruhm belebet sein und König, Dank dafür! stimmet lieblich mit mir ein! 10. Tausendmal sei dir gesun⸗ 5. Ach alles, alles, was ein gen, Herr mein Gott, Preis, Leben und einen Odem in sich hat, Lob und Dank, daß es mir soll sich mir zum Gehülfen geben, bisher gelungen. Ach laß meines denn mein Vermögen ist zu matt, Lebens Gang ferner doch durch die großen Wunder zu erhöhn, Jesu Leiten nur gehn in die die allenthalben um mich stehn.“ Ewigkeiten! Da will ich, Herr, 6. Wer überströmet mich mit für und für ewig, ewig danken Segen? Bist du es nicht, o dir. reicher Gott? Wer schützet mich Ludw. Andr. Gotter g. 1661 7 1735. auf meinen Wegen? Du, du, 0 Herr Gott Zebaoth! Du trägst Eigene Melodie. mit meiner Sündenschuld un— 454 O daß ich tausend säglich gnädige Geduld. · Zungen hätte 7. Ich hab es ja mein Lebetage und einen tausendfachen Mund, schon so manch liebes Mal ge⸗ so stimmt ich damit in die Wette spürt, daß du mich unter vieler vom allertiefsten Herzensgrund Plage durch Not und Trübsal ein Loblied nach dem andern an hast geführt, denn in der grö— von dem, was Gott an mir ßesten Gefahr ward ich dein getan. Trostlicht stets gewahr. 2. O daß doch meine Stimme 8. Wie sollt ich nun nicht voller schallte bis dahin, wo die Sonne Freude in deinem steten Lobe steht! O daß mein Blut mit stehn? Wie wollt ich auch im Jauchzen wallte, so lang es noch tiefsten Leide nicht triumphie— im Lanufe geht! Ach wär ein rend einher gehn? Und fiele 298 auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge Lob⸗ und Danklieder. ihm bescheret; ewig wollen wir uns üben, über alles ihn zu lieben. 3. Ja wir wollen nun mit regt; ich will dir Freudenopfer Freuden zu dem lieben Vater bringen, so lange sich mein Herz gehn, uns an seiner Liebe weiden, bewegt; ja wenn der Mund wird wie die tun, die vor ihm stehn, kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin. Da sing ich dir im höhern Chor viel tausend heilig, heilig, heilig singen. Halleluja soll erklingen unserm Gotte und dem Lamm, unserm holden Bräutigam. Lasset seinen Ruhm erschallen und erzählt sein Werk vor allen, daß er ewig uns erwählet und zu seinem Volk gezählet. Halleluja vor. 4. Lernet euren Jesum kennen, Johann Mentzer g. 1658 4 1734. der euch teur erkaufet hat, lernet — ihn fein lieblich nennen euren Eigene Melodie. Bruder, Freund und Rat, euren 455 E daien den Herren starken Held im Streiten, eure „preisen und ver-Lust in Fröhlichkeiten, euren mehren seinen Ruhm, stimmet Trost und euer Heil, euer aller— an die süßen Weisen, die ihr bestes Teil. Ewig solche Güte seid sein Eigentum. Ewig währet währet, die euch durch ihn wider— sein Erbarmen, ewig will er fähret; ewig soll das Lob er— uns umarmen mit der süßen klingen, das wir ihm zu Ehren Liebeshuld, nicht gedenken unsrer singen. Schuld. Preiset ewig seinen 5. Namen, die ihr seid von Abrams Throne, da der Gnadenstuhl Samen, rühmet ewig seine zu sehn; es kann euch von Gottes Werke, gebet ihm Lob, Ehr und Sohne nichts als Lieb und Huld Stärke! geschehn. Er erwartet mit Ver— 2. Ehe noch ein Mensch ge-langen, bis er könne uns um— boren, hat er uns zuvor erkannt fangen und das allerhöchste Gut und in Christo auserkoren, seine uns mitteilen durch sein Blut. Huld uns zugewandt. Selbst der Große Gnad ist da zu finden, Himmel und die Erden müssen er will sich mit uns verbinden, uns zu Dienste werden, weil und soll niemals etwas können wir durch sein liebstes Kind seine uns von seiner Liebe trennen. Kinder worden sind. Ewig solche 6. Er hat nunmehr selbst die Gnade währet, die er uns in Fülle seiner Gottheit aufgetan, Tretet nur getrost zum 456. Lob⸗ und Danklieder. und es ist sein ernster Wille, daß nun komme jedermann. Keiner soll sich hiebei schämen, sondern Gnad um Gnade nehmen; wer ein hungrig Herze hat, wird aus seiner Fülle satt. Ewig solche Fülle währet, die uns so viel Guts bescheret; Wonne, die uns ewig tränket, wird uns daraus eingeschenket. 7. Nun, du Liebster, unser Lallen, damit wir dir dankbar sein, laß dir gnädig wohlgefallen, bis wir alle insgemein ewig deine Gütigkeiten mit gesamtem Lob ausbreiten, da wir werden Gloria singen und Halleluja. Preis, Ehr, Ruhm, Dank, Macht und Stärke und was rühmet seine Werke werde unserm Gott gegeben! Laßt uns ihm zu Ehren leben! Chr. Jakob Koitsch g. 1671 1 1735. Eigene Melodie. Ich erkennet, liebste Seelen, unsers Gottes Gütigkeit, helfet seinen Ruhm erzählen, die ihr sein Geschöpfe seid. Dank zu geben dem, der viel Guts getan und sich euer noch daneben nimmt mit solcher Treue an. Euch gebühret Mel. 299 gaben, die der arme Mensch genießt. 3. Wer ist, der ihn hat ver— bunden, dich zu schaffen, Men— schenkind? Wer, daß wir zu diesen Stunden frisch, gesund und fröhlich sind? Wer gibt uns die Leibeskräfte, das Ver⸗ mögen, den Verstand, zu ver— richten die Geschäfte? Nichts denn Gottes Gnadenhand. 4. Ferner will er noch er— halten, was er uns gegeben hat; seine Gnade läßt er walten über alle früh und spat; er will uns vor allem Schrecken, vor des Satans Trug und List unter seinem Schutz bedecken, da man recht gesichert ist. 5. Lasset darum, liebste Seelen, laßt uns alle, groß und klein, ihm den besten Dank erwählen, welcher heißt: gehorsam sein. Lobet sein allweises Fügen, rüh⸗ met alles, was er schickt; wer sich läßt daran genügen, bleibet immerfort beglückt. Friedr. Konr. Hiller g. 16624 1723. Es ist das Heil uns kommen her, euch oder Allein Gott in der Höh sei Ehr. 45 7 Bringe her dem V 7 x Herren Lob und Ehr aus freudigem Gemüte, 2. Denket, da wir gar nichts ein jeder Gottes Ruhm vermehr waren, hat er uns zu was ge- und preise seine Güte. Ach lobet, macht, er hat uns von Jahr zu lobet alle Gott, der uns befreiet Jahren wunderbarlich fort ge- aus der Not, und danket seinem bracht. Nichts ist, was wir an uns haben, das nicht alles von ihm fließt; es sind lauter Gottes⸗ Namen! 2. Lobt Gott und rühmet alle— zeit die großen Wunderwerke, 300 Lob- und die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält; drum— danket seinem Namen! 3. Lobt Eüi der uns er⸗ schaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben, der uns durch seine Engel schützt und täglich gibet, was uns nützt; drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben und uns die selge Lebenskron durch seinen Tod er⸗ worben, der worden ist der Hölle Gift, der Frieden hat mit Gott gestift; drum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben ange— zündet und alles Gute noch ver— heißt, uns stärket, kräftigt, grün⸗ det, der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort; drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch dies gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält; drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Se— raphim nebst Fürstentum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und preist ihn früh und spat, ja alles, was Raub. erfüllet werden, was er einmal zugedacht. Er ists, der Danklieder. nur Odem hat, das danke seinem Namien! Cyriacus Günther g. 1650 4 1704. Psalm 146. Eigene Melodie. ö 458. Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel ge— geben hat, werde gepriesen früh und spat: Halleluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre An⸗ schläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Halle— luja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hülfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glau— ben sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer d diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und Tat. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden und was darinnen ist gemacht; alles muß pünktlich uns Herrscher aller Welt, uns ewig Glauben hält. luja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Un⸗ recht leiden, er ists, der ihnen welcher Halle— Lob- und Danklieder. 301 Recht verschafft; Hungrigen will Rat und Tat lebenslang er⸗ er zur Speis bescheiden, was wiesen hat. ihnen dient zur Lebenskraft; die 2. Herr Gott Vater, lauter hart Gebundnen macht er frei, Segen trieft von deiner milden und seiner Gnad ist mancherlei. Hand, den du mir hast aller⸗ Halleluja, Halleluja! wegen, wie ich wünsche, zuge— 6. Sehende Augen gibt er wandt; aus wie viel Bekümmer⸗ den Blinden, erhebt die tief ge⸗nissen hast du mich, mein Gott, beuget gehn; wo er kann einige gerissen! Tausendtausendmal sei Fromme finden, die läßt er dir, treuer Vater, Dank dafür! seine Liebe sehn. Sein Aufsicht 3. O Herr Jesu, Heil und ist des Fremden Trutz, Witwen Leben ist in deinem Blute mein, und Waisen hält er Schutz. alle Sünden sind vergeben, und Halleluja, Halleluja! ich bin gerecht und rein; ja du 7. Aber der Gottesvergeßnen willst in meiner Seelen deine Tritte kehrt er mit starker Hand Wohnung dir erwählen. Tau⸗ zurück, daß sie nur machen ver- sendtausendmal sei dir, liebster kehrte Schritte und fallen selbst Heiland, Dank dafür! in ihren Strick. Der Herr ist 4. Heilger Geist, an deinen König ewiglich, Zion, dein Gott Gaben spür ich keinen Mangel sorgt stets für dich. Halleluja, nicht; und was wollt ich größers Halleluja! haben als dies gnadenvolle Licht, 8. Rühmet, ihr Menschen, daß ich weiß, an wen ich gläube, den hohen Namen des, der so und ein Gotteskind verbleibe. große Wunder tut. Alles, was Tausendtansendmal sei dir, werter Odem hat, rufe Amen und Tröster, Dank dafür! bringe Lob mit frohem Mut. Ihr. 5. Ach daß alle meine Glieder Kinder Gottes, lobt und preist lauter Zungen möchten sein, daß Bater und Sohn und heilgen ich mich durch Lobelieder könnte Geist! Halleluja, Halleluja! recht in Gott erfrenn, und daß I. D. Herrnschmidt g. 1675 4 1723. lauter Preis und Ehre so ein — süßes Opfer wäre, das ihm Mel. Jesu, meines Lebens Leben. würde Tag und Nacht tausend— 459 Scuing dich auf, tausendmal gebracht. V mein ganz Gy.⸗ 6. Doch du wirst mein müte, und geh in den Himmel schwaches Lallen, o Gott Vater, ein, denn es muß des Höchsten Sohn und Geist, dir auch Güte hier und dort gepriesen lassen wohl gefallen, das dich sein. Ach mit tausendtausend hier auf Erden preist, bis ich Malen kann ich ihm das nicht dich im Himmel oben mit den bezahlen, was er mir durch Engeln werde loben. Ja da 30²2 Lob⸗ und lob und preis ich dich ewig, ewig, ewiglich. Erdmann Neumeister g. 1671 4 1756. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 460 Afaen n Gemüte, und preise Gottes Güte, die je und ewig währt, die alles hat zu geben, was man im ganzen Leben zum Segen wünschet und begehrt. 2. Gott hat sie lassen walten und mich dadurch erhalten von Mutterleibe an; ich spüre sie noch täglich, daß alfo mir un— säglich viel Gutes wird durch sie getan. 3. Gott macht sie alle Morgen durch väterlich Versorgen an Leib und Seele neu; er lässet sie des— gleichen bei Nacht nicht von mir weichen, daß sie mein Schild und Sonne sei. 4. Sie fördert meine Werke, daß ich mit Freude merke, wie Gott mir freundlich ist; kein Kummer darf mich stechen noch weil mein Vergnügen brechen, sie mich in die Arme schließt. 5. Wenn durch betrübte Tage manch Kreuz und manche Plage mir an die Seele tritt, so ist sie auch zugegen und bringet Trost und Segen aus meines Gottes Liebe mit. 6. Ja wenn die Not am größ— ten, so folgt, daß man am besten die Güte Gottes spürt; zuletzt muß doch erscheinen, daß Gottes Hand die Seinen zwar wunder— lich, doch selig führt. Wẽ Danklieder. 7. Drum preise, mein Gemüte, die wunderbare Güte, die dir von Gott geschicht. Im Leben und im Sterben läßt sie dich nicht verderben, denn Gott ver— läßt die Seinen nicht. Erdmann Neumeister g. 1671 1 1756. Eigene Melodie. 461 Die Himmel rüh⸗ ů men des Ewigen Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort, ihn rühmt der Erd— kreis, ihn preisen die Meere; ver— nimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel un— zählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weis— heit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen un— zählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde, an meinen Werken kennst du mich. Ich bins und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin eisheit und Güte, ein Gott Lob- und der Ordnung und dein Heil; ich bins, mich liebe von ganzem Ge— müte und nimm an meiner Gnade teil! Chr. F. Gellert g. 1715 + 1769. Eigene Melodie. 462 Dꝛ bists, dem 5 Ruhm und Ehre gebühret, und Ruhm und Ehre bring ich dir. hast stets mein Schicksal regie⸗ ret, und deine Hand war über mir. 2. Wenn Not zu meiner Hütte sich nahte, so hörte Gott der Herr mein Flehn und ließ nach seinem gnädigen Rate mich nicht in meiner Not vergehn. 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit danieder und rief. O Herr, errette mich! Da half mir Gott, der mächtige, wieder, und mein Gebein erfreute sich. 4. Wenn mich der Haß des Feindes betrübte, klagt ich Gott kindlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache verübte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom rich⸗ tigen Pfade mit Sünde mich umfangen sah, rief ich zu ihm, dem Vater der Gnade, und seine Gnade war mir nah. 6. Um Trost war meine Seele so bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: Ach Herr, wie so lange? und Gott verließ den Schwachen nicht. Du, Herr, Danklieder. 7. Er ferner erlösen, er hilft, der Herr ist fromm und gut; er hilft aus der Versuchung zum Bosen und gibt mir zu der Tugend Mut. 8. Dir dank ich für die Prü⸗ fung der Leiden, die du mir liebreich zugeschickt, dir dank ich für die häufigern Freuden, wo⸗ mit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank ich für die Güter der Erden, für die Geschenke deiner Treu; dir dank ich, denn du hießest sie werden, und deine Güt ist täglich neu. 10. Dir dank ich für das Wunder der Güte: selbst deinen Sohn gabst du für mich; von ganzer Seel und ganzem Gemüte, von allen Kräften preis ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, göttliche Werke! Die Erd ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Ruhm und Weisheit und Stärke, er hilft und er errettet gern. 12. Er hilft; des Abends wäh⸗ ret die Klage, des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prü— fung weniger Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes, o Seele, vergiß nicht, was er dir getan; verehr und halte seine Befehle und bet ihn durch Gehorsam an! Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. half und wird mich Eigene Melodie. 46 3 Ger ist mein Lied, *»er ist der Gott der Stärke, Herr ist sein Nam, 304 Lob⸗ und Danklieder. und groß sind seine Werke, und immerdar soll deines Namens 535 Himmel sein Gebiet. Er will und sprichts, so ind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schel⸗ ten die Himmel Wieded in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerech— tigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zei⸗ ten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Him⸗ mel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; ich vor oder nachmals tue, und er ů. mich und dich. „Er ist dir nah, du sitzest Wder gehest, ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes tu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. ö 9. Er wog mir dar, was er⸗ mir geben wollte; schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht zugehöre. Herr, Chre, deinen Wundern fassen? den er schafft, was dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von Ein jeder Staub, den du hast wer— lassen verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist dei— ner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Tal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen, sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein L 13 5— t? Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trutz. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen he 464. W' n 0 Schöpfer, deine Maͤcht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich von Bewundrung voll nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. Lob⸗ und — Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke: Der Himmel, prächtig ausge⸗ schmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3 Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! VDer Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar be— reitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu er— kennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe V. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. F. Gellert g. 1715 4.759. Baum in seiner Pracht, Danklieder. 305 Eigene Melodie. 465 Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhär— tetem Gemüte den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Lang⸗ mut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück ge— nießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du er⸗ schaffen bist, wo du mit Herr⸗ lichkeit umgeben Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein: sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz ge⸗ schrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Näch— sten gleich als mich. 2⁰ 306 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille, ich soll vollkom— men sein, wie er. Indem ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. Lob⸗ und Danklieder. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein, sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn, sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks! Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. ———— ——— D. Lieder für besondere Stände, Zeiten und Verhältnisse. XXIII. Morgen⸗, Cisch⸗ und Abendlieder. a. Morgenlieder. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 6. Willkommen sei, du lieber 466 teht auf, ihr Tag, vor dir die Nacht nicht 2 lieben Kinder⸗bleiben mag leucht uns in unsre lein, der Morgenstern mit hellem Herzen fein mit deinem hellen Schein läßt sich frei sehn gleich-Himmelsschein! wie ein Held und leuchtet in die 7. O Jesu Christ, wir warten ganze Welt. dein: dein heiligs Wort leucht' 2. Willkommen sei, du schöner uns so fein! Am End der Welt Stern! Du bringst uns Chri- bleib nicht lang aus und führ stum, unsern Herrn, der unser uns in deins Vaters Haus! lieber Heiland ist; darum du 8. Du bist die liebe Sonne klar: hoch zu loben bist. wer an dich gläubt, der ist fürwahr 3. Ihr Kinder sollt bei diesem ein Kind der ewgen Seligkeit, die Stern erkennen Christum, unsern deinen Christen ist bereit. Herrn, Marien Sohn, den treuen 9. Wir danken dir, wir loben Hort; der leuchtet uns mit sei— dich hie zeitlich und dort ewig nem Wort. lich für deine groß Barmherzig 4. Gotts Wort, du bist der keit von nun an bis in Ewigkeit. Morgenstern, wir können dein Erasmus Alberus g. um 15001 1553. wir im Finstern gar. 467 ie helle Sonn 5. Leucht uns mit deinem leucht jetzt her— Glänzen klar und Jesum Chri— für, fröhlich vom Schlaf auf⸗ stum offenbar', treib aus der stehen wir; Gott Lob, der uns Finsternis Gewalt, daß nicht die heut diese Nacht behüt hat vor des Lieb in uns erkalt. Teufels Macht! .————— 308 Morgenlieder. 2. Herr Christ, den Tag uns mein befehl jetzund und auch auch behüt vor Sünd und Schand im Tod, nimm sie zu dir, o durch deine Güt! Laß deine lieben treuer Gott! 1593. Engelein unsre Hüter und Wäch⸗ ter sein! Eigene Melodie. 3. Daß unser Herz in G'horsam 46 9 A meines Herzens leb, dein'im Wort und Willn 2 Grunde sag ich nicht widerstreb, daß wir dich dir Lob und Dank in dieser stets vor Augen habn in allem, Morgenstunde, dazu mein Leben das wir fangen an. lang, o Gott in deinem Thron, 4. Laß unser Werk geraten dir zu Lob, Preis und Ehren wohl, das ein jeder ausrichten durch Christum, unsern Herren, soll, daß unsre Arbeit, Müh dein eingebornen Sohn, und Fleiß gereich zu deinem 2. Daß du mich hast aus Gna⸗ Lob und Preis. den in der vergangnen Nacht vor ö Niklas Herman 4 1561. G'fahr und allem Schaden be— ———— hütet und bewacht. Ich bitt de— Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. mütiglich, wollst mir mein Sünd 468 Dꝰ Morgens, wenn vergeben, womit in diesem Leben ich früh aufsteh, ich hab erzürnet dich. und abends, wenn zu Bett ich 3. Du wollest auch behüten geh, sehn meine Augen, Herr, auf mich gnädig diesen Tag vors dich, Herr Jesu, dir befehl ich Teufels List und Wüten, vor mich. Sünden und vor Schmach, vor 2. In den heilgen fünf Wun⸗Feur und Wassersnot, vor Ar⸗ den dein da kann ich ruhn und mut und vor Schanden, vor sicher sein mit Leib und Seele, Ketten und vor Banden, vor Hab und Gut, mein Schutz bösem schnellen Tod. ist nur dein heilges Blut. 4. Mein Leib, mein Seel, mein 3. Denn, o Herr Christ, am Leben, mein Ehr und Gut be⸗ Kreuzesstamm dein heilges Blut wahr! Dir will ich übergeben die Sünd hinnahm, drum, ich jetzund und immerdar als dein wach oder schlafe ein, wollst du, Geschenk und Gab mein Eltern Herr, allzeit bei mir sein! und Verwandten, Gefreundte und 4. Dein' Engel mir stets halten Bekannten und alles, was ich hab. Wacht, drum ich Tod, Teufel, 5. Dein' Engel laß auch Höll nicht acht, denn wo ich bin, bleiben und weichen nicht von bist du bei mir, mein Glück und mir, den Satan zu vertreiben, Kreuz kommt alls von dir. auf daß der bös Feind hier in 5. Ich leb od'r sterb, so bin diesem Jammertal sein Tück an ich dein, darum ich dir die Seele mir nicht übe, nicht Leib und Morgenlieder. 309 Seel betrübe und mich nicht 5. Dein Geist mein Leib und bring zu Fall. Seel regier und mich mit schönen 6. Gott will ich lassen raten, Gaben zier, er führ mich heut denn er all Ding vermag. Er auf rechter Bahn, daß ich was segne meine Taten, mein Vor⸗Guts vollbringen kann. nehmen und Sach! Ihm hab 6. Gib Gnad, daß ich mein ich heimgestellt mein Leib, mein Werk und Pflicht mit Freude Seel, mein Leben und was er Jsen Tag verricht zu deinem mir fonst geben; er machs, wies Lob und meinem Nutz und mei⸗ ihm gefällt. nem Nächsten tue Guts. 7. Darauf so sprech ich Amnen 7. Bewahr mein Herz vor und zweifle nicht daran, Gott Sünd und Schand, daß ich vom wird es alls zusammen ihm wohl⸗üÜbel abgewandt mein Seel mit gefallen lan. Und streck nun Sünden nicht beschwer und mein aus mein Hand, greif an das 1.8* nicht versehr. Werk mit Freuden, dazu Sn. 8. Mein'n Aus⸗ und Ein⸗ Gott beschieden in mein'm Beruf gang heut bewahr, daß mir und Stand. 1592. nichts Übels widerfahr; behüte — mich vor schnellem Tod und hilf Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. mir, wo mir Hülf ist not. 47 0. D walt Gott Martin 346695 g. 1557—— 162². Vater und Gott—— Sohn, Gott heilger Geist ins Mel. Herr Jesu Chris, meins Lebens Himmels Thron! Man dankt Licht. dir, eh die Sonn aufgeht, suht. 4 71. O gheiilige Dreifal⸗ Licht anbricht, man vor dir steht tigkeit, o hoch— 2. Drum beug ich diesen Mor- gelobte Einigkeit, Gott Vater, gen früh in rechter Andacht Sohn und heilger Geist, heut meine Knie und ruf 55 dir mit diesen Tag mir Beistand leist! heller Stimm, dein Ohren neig, 2. Mein Seel, Leib, Ehr und mein Red vernimm! Gut bewahr, daß mir kein Böses 3. Ich rühm von Herzen deine widerfahr, daß mich der Satan Güt, weil du mich gnädig hast nicht verletz noch mich in Schand behüt, daß ich nun hab die finstre und Schaden setz. Nacht in Ruh und Friede zu⸗ 3. Des Vaters Huld mich heut 25— anblick, des Sohnes Güte mich Mein Gott, ich bitt durch erquick, des heilgen Geistes Glanz Christ Blut, nimm mich auch und Schein erleucht meins fin⸗ diesen Tag in Hut, laß deine stern Herzens Schrein! lieben Engelein mein Wächter 4. Mein Schöpfer, steh mir und Gefährten sein! kräftig bei, o mein Erlöser, bei 310 mir sei, o Tröster wert, weich nicht von mir, mein Herz mit deinen Gaben zier! 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich, Herr, gnä⸗ diglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt! Hannov. Gsb. 1657. Nach Martin Behm g. 1557 41622. Eigene Melodie, oder Herzlich tut mich verlangen. 472 D sei Gott in der 3 Höhe zu dieser Morgenstund, durch den ich wiedr aufstehe vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest ge— bunden mit Finsternis die Nacht, ich hab sie überwunden durch Gott, der mich bewacht. 2. Wiedrum tu ich dich bitten, o Schutzherr Israel, du wollst treulich behüten den Tag mein Leib und Seel. All christlich Obrigkeiten, auch Schule und Gemein in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein! 3. Erhalt uns durch dein Güte bei deiner reinen Lehr, vor Ketzerei behüte, streit für dein Wort und Ehr, daß wir und unser Same hinfort in einem Geist bekennen: Herr, dein Name sei groß und hochgepreist! 4. Dem Leibe gib daneben Nahrung und guten Fried, ge— sund und mäßig Leben, dazu ein froh Gemüt, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben und Fleiß drauf wenden, als rechte Christenleut. Morgenlieder. 5. Gib mildiglich dein Se— gen, daß wir nach dein'm Ge— heiß nur gehn auf guten Wegen, tun unser Amt mit Fleiß, daß jeder seine Netze auswerf und auf dein Wort sein Trost mit Petro setze; so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein zu Nutz, das will der Satan wehren mit List und großem Trutz; doch kann ers nicht vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrschest in allen Dingen und unser Bei— stand bist. 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachsn und leben und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben und wachsen immer mehr; dein guter Geist uns treibe zu Werken deiner Ehr! Joh. Mühlmann g. 1573 4 1613. Eigene Melodie. 473 G des Himmels +. und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält, L. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. Morgenlieder. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hülf und Rat ist für meine Missetat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort! Nirgends als von dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert g. 1604 7 1651. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 474 V' deinen Thron tret ich hiemit, o Gott, und dich demütig bitt: Wend doch dein gnädig An— gesicht von mir blutarmen Sün⸗ der nicht! 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht nach deinem Eben— bild; in dir web, schweb und lebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderbar und unver— hofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Lebens Notdurft gibst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich in Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllenglut, das schwer Gesetz für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt und mir mein armes Herz verzagt, alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein Fürsprach allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud, ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, des Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich alles dein. . Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sakrament behalt und lieb bis an mein End; I0. Daß ich fest in Anfech⸗ tung steh und nicht in Trübsal 31²2 untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freude überwind. 11. Drum danke ich mit Herz Morge nlieder. daß er mir schaden möchte, lag ich in deinem Schoße, dein Flügel mich umschlosse. 4. Du sprachst: Mein Kind, und Mund dir, Gott, in Reser mur liege, Trotz dem, der dich Morgenstund für alle Güte, betrüge! Schlaf wohl, laß dir Treu und Gnad, die meine nicht grauen, du sollst die Sonne Seel empfangen hat, schauen. 12. Und bitt, daß deine 5. Dein Wort das ist geschehen, Gnadenhand bleib über mir heut ich kann das Licht noch sehen, ausgespannt; mein Amt, Gut, von Not bin ich befreiet, dein Ehr, Freund, Leib und Seel Schutz hat mich verneuet. in deinen Schutz ich dir befehl. 6. Du willst ein Opfer haben: 13. Hilf, daß ich sei von Her- hie bring ich meine Gaben, mein zen fromm, damit mein ganzes Weihrauch und mein Widder sind Christentum aufrichtig und recht— schaffen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sün⸗ denschuld und hab mit deinem Knecht Geduld, zünd in mir Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gib! 15. Ein selig Ende mir bescher, am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewig— lich. Amen, Amen, erhöre mich! Bodo v. Hodenberg(e2) g. 1604 4 1650. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 47 5 W'- auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem from⸗ men Menschenhüter. 2. Heint“), als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben hatten, hat Satan mein begehret, mein Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht ver— schmähen, du kannst ins Herze sehen, denn du weißt, daß zur Gabe ich ja nichts Bessers habe. Z8. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 9. Sprich ja zu meinen Ta⸗ ten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende! 10. Mich segne, mich behüte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Eigene Melodie. 476 den Herren ** alle, die ihn fürchten, laßt uns mit Freude Gott aber hats gewehret. ) heute Nacht. 3. Ja, Vater, als er suchte, seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar brin⸗ gen. Lobet den Herren! Morgenlieder. 31³ 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den Herren! 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 4. Daß Feuerflammen uns nicht allzusammen mit unsern Häusern unversehns gefressen, das machts, daß wir in seinem Schoß gesessen. Lobet den Herren! 5. Daß Dieb und Räuber unser Gut und Leiber nicht angetast und grausamlich verletzet, da— wider hat sein Engel sich gesetzet. Lobet den Herren! 6. O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schwe— ben. Lobet den Herren! 7. Gib, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unverhindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 8. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen, lehr uns ver— richten heilige Geschäfte, und wo wir schwach sind, da gib du uns Kräfte! Lobet den Herren! 9. Richt unsre Herzen, daß wir ja nicht scherz'n mit deinen Strafen, sondern fromm zu wer⸗ den vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! I0. Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig singen: Lobet den Herren! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. 47 7 Di güldne Sonne voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzer— quickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. — Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Ver⸗ mögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde vergänglichem Schoß. X. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter, dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergetzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und meh⸗ ren, Unglück verwehren sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 314 Morgenlieder. 5. Ich hab erhoben zu dir 10. Willst du mir geben, wo⸗ hoch droben all meine Sinnen; mit mein Leben ich kann er⸗ laß mein Beginnen ohn allen nähren, so laß mich hören all— Anstoß und glücklich ergehn! zeit im Herzen dies heilige Wort: Laster und Schande, des bösen Gott ist das Größte, das Schönste Feinds Bande, Fallen und Tücke und Beste, Gott ist das Süßte treib ferne zurücke, laß mich auf und Allergewißte, aus allen deinen Geboten bestehn! Schätzen der edelste Hort. 6. Laß mich mit Freuden 11. Willst du mich kränken, ohn alles Neiden sehen den mit Galle tränken, und soll von Segen, den du wirst legen in Plagen ich auch was tragen, meines Bruders und Nähesten wohlan, so mach es, wie dir es Haus. Geiziges Brennen, un⸗ beliebt. Was gut und tüchtig, christliches Rennen nach Gut was schädlich und nichtig mei— mit Sünde, das tilge geschwinde nem Gebeine, das weißt du von meinem Herzen und wirf alleine, nie hast die Deinen zu es hinaus! sehr du betrübt. 7. Menschliches Wesen, was 12. Kreuz und Elende das ists gewesen? In einer Stunde nimmt ein Ende; nach Meeres geht es zugrunde, sobald die Brausen und Windes Sausen Lüfte des Todes drein wehn; leuchtet der Sonne gewünschtes alles in allen muß brechen und Gesicht. Freude die Fülle und fallen, Himmel und Erden die seliger Stille hab ich zu warten müssen das werden, was sie ge-im himmlischen Garten; dahin wesen vor ihrem Entstehn. sind meine Gedanken gericht. 8. Alles vergehet, Gott aber Paul Gerhardt g. 1607 + 1676. stehet ohn alles Wanken, seine———— Gedanken, sein Wort und Wille Mel. Herzlich tut mich verlangen. hat ewigen Grund. Sein 001 478 Dꝛ Nacht ist nun und Gnaden die nehmen nicht vergangen, der Schaden, heilen im Herzen die helle Tag bricht an, die Sonn tödlichen Schmerzen, halten uns hat angefangen zu laufen ihre zeitlich und ewig gesund. Bahn; mein Herz soll auch auf⸗ 9. Gott, meine Krone, vergib steigen, und alles, was ich bin, und schone, laß meine Schulden sich zu der Erde neigen aus in Gnad und Hulden aus deinen demutsvollem Sinn. Augen sein abegewandt! Sonsten 2. Die Himmel all erzählen regiere mich, lenke und führe, des höchsten Gottes Ehr; das wie dirs gefället, ich habe ge⸗Haus der frommen Seelen und stellet alles in deine Beliebung aller Engel Heer weist uns durch und Hand. so viel Sterne die überschöne Morgenlieder. 315 Pracht, auf daß wir hier von was für neue Plag mir heute ferne dahin auch sein bedacht. noch begegnen mag; doch weiß 3. Mein Gott, laß mich ver- ich, daß mich träget mein from⸗ achten, was irdisch, eitel ist, und mer Gott in seiner Hut, daß nach dem Himmel trachten in mir die Last nicht Schaden tut. dieser Lebensfrist, laß mich den 2. Zwar meine Bürd ist täglich Tag hinbringen in der Gott- neu, doch ist mein Gott auch seligkeit und ritterlich durchdrin— täglich treu, der träget meine gen zur ewgen Himmelsfreud! Sorgen. Vor abends keiner recht Georg Ph. DarDfer g. 1602 1 1658. vernimmt, was ihm den Tag —all ist bestimmt; es bahnt ein Mel. Auf meinen lieben Gö)tt. jeder Morgen mir einen frischen 479 Sꝰ tret ich demnach Weg zur Pein, der kann mit 2 an, so gut ich Gott erstiegen sein. immer kann, mein Amt, Beruf 3. Wie wenig hab ich oft und Wesen, dazu mich Gott er-gedacht, daß so würd sein zu lesen; der wird mir seinen Segen End gebracht die saure Tages— auch wissen beizulegen. bürde; doch hab ich abends wohl 2. Dir, Vater, sag ich Dank, daß gespürt, daß du mich, k zöchster du mein Lebenlang so reichlich Gott, geführt, daß mich dein mich ernähret und manche Gnad Schein und Würde geleitet, mir bescheret; laß deine Güt und geleuchtet hat auf meinen Weg Gaben mich heute ferner laben! und Kreuzespfad. 3. Ach mein Herr Jesu Christ, 4. Weil ich denn des versichert der du mein Helfer bist, ach segne bin, was traurest du, verzagter meine Werke, mich selbst vom Sinn, die Bürd auf dich zu Himmel stärke, damit ich deinen legen? Trag, was du kannst, Willen in allem mög erfüllen. Gott träget mit; der Herr der 4. Behüte Seel und Leib und Welt der strauchelt nicht, bei alles von mir treib, was meine ihm ist lauter Segen. Mit ihm Nahrung hindert und deinen geh ich denn frisch daran und Segen mindert; ja laß in Fried scheue nicht die Leidensbahn. und Freuden mich dann von 5. So ist getrost mein frischer hinnen scheiden! Mut, wenn ich mich in des Joh. Heinr. von Hippen. 1676. Höchsten Hut kann eingeschlossen sehen; doch daß ich des versichert M el. O Ewigkeit, du Donnerwort. sei, muß ich von Sünden leben 480. Non tret ich wieder frei und Gottes Wege gehen; aus der Ruh und mein Gott geht nimmer meinen geh dem sauren Tage zu, wie 9 wo ich nicht wandle seinen mir ist auferleget. Nicht weiß ich, Weg. ö Nÿ 4— 2—— 2 6. Drum, liebster Gott, leit meinen Fuß, daß ich dir folg in wahrer Buß, und läutre mich von Sünden! So kann ich als ein kühner Held bestreiten diese böse Welt, mit dir sie überwinden; so tret ich mutig an den Tag und scheue nicht, was kommen mag. 7. Ich leg auf dich, mein Gott und Herr, was mir zu tragen wird zu schwer, die Last, die mich ge⸗ bogen; ich lege meine Würd und Stand in deine große Allmachts-⸗ hand, die du mir nie entzogen; mit der hast du von Jugend auf geleitet meinen Lebenslauf. 8. Ich leg in deinen Schoß hinein, die meine Blutsver⸗ wandte sein; da sind sie wohl beschlossen; ich lege meine arme Seel in Jesu sichre Wunden— höhl; du wirst sie nicht verstoßen, wenn sie vom Leibe scheidt der Tod. Ich leg mich ganz in dich, mein Gott. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig⸗ Wolfenbüttel g. 1633 4 1714. 481 Qn Gottes Namen 2 N fang ich an, was mir zu tun gebühret, mit Gott wird alles wohl getan und glück⸗ lich ausgeführet. Was man in Gottes Namen tut, ist allent— halben recht und gut und kann uns auch gedeihen. 2. Gott ist, der das Vermö⸗ gen schafft, was Gutes zu voll⸗ bringen, er gibt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk Morgenlieder. gelingen; ist er mit uns und sein Gedeihn, so muß der Zug gesegnet sein zum reichen Überflusse. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, der wird gar leichtlich reich gemacht durch Gottes mil— den Segen. Da wird der From⸗ me immer satt, daß er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt und Land und füllet sie mit Freude. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken, laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken, gib dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich tu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden; hilf, daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Hei— land, dir, hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gib, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange. Salomon Liscow g. 1640 1689. Morgenlieder. Eigene Melodie. 482 Miazeit der 2 Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht! 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar! 3. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Ach du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Tränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth g. 16367 1689. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 483 Dos walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es glück⸗ lich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Tun 317⁷ Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht, drum auch mein Mund mit Freude spricht: Das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und tut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in mei⸗ ner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mirs zu jeder Stund, drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Tun ein Ende hat, er gibt und nimmt, machts, wie er will, drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und gibt mir auch mein und Werk erfordert von Gott täglich Brot; nach seinem alten 318 Vaterbrauch tut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte Gott! 10. Ohn Gott nichts glückt und seine Gunst, nichts hilft Ver— stand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freude an: Das walte Gott! 12. Tu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß, drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Johann Betichius g. 1650 1 1722. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel.2. 484. S Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen, nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Morgenlieder. dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebes⸗ kraft; da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklä— ren allermeist! 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus. Ach allerliebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget: laß meiner Seele sein dein Bildnis einge— präget im güldnen Glaubens⸗ schmuck, in der Gerechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe, auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmück und köstlich angetan. 7. Gib, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgebe, auf daß mein ganzes Tun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe innig— lich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich tu, ja Ich will mich ganz und gar in rede und gedenke; durch deines deine Gnad einsenken mit Leib, Geistes Kraft es also führ und mit Seel, mit Geist heut diesen lenke, daß alles nur gescheh ganzen Tag; das soll mein Opfer zu deines Namens Ruhm und sein, weil ich sonst nichts vermag. daß ich unverrückt verbleib dein 3. Drum siehe da, mein Gott, Eigentum. da hast du meine Seele, sie sei Joachim Lange g. 1670 4 1744. Morgenlieder. Eigene Melodie. 485 Henn wird die 0— Nacht der Sün⸗ den nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden licht doch werden; Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Er— scheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht ent— nommen, da du kommen, aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben, Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und er⸗ quicken, Jesus muß die Sonne sein. 6. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 7. Jesu, gib gesunde die was taugen, rühre Augen an! Denn das Augen, meine ist die 319 größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christ. Friedr. Richter g. 1676 1 1711. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 48 6 C ane. euch, er⸗ 2 quickte Glieder, die dunkeln Schatten sind vorbei; der liebe Morgen zeigt sich wieder und machet Gottes Güte neu, die mich in dieser Nacht bedeckt und nun zur Arbeit aufgeweckt. 2. Gott Lob, der mich vor allem Schaden bei meiner stillen Ruh bewacht, daß mich der Reichtum seiner Gnaden zu seinem Preise tüchtig macht; ich bin vergnügt, ich bin erquickt und warte, was Gott heute schickt. 3. Sein guter Geist wird mich regieren, der leite mich auf ebner Bahn und helfe mir mein Werk vollführen, in seinem Namen fang ichs an; sein Segen wird mein Sonnenschein und seine Huld mein Schatten sein. 4. Mein Gott, so laß dich gnä— dig finden, dir hab ich alles heimgestellt, ach nur behüte mich vor Sünden! Doch wenn das Fleisch aus Schwachheit fällt, so richte mich durch Jesum auf und sei du selbst mein Lebenslauf! 5. Weil jeglicher von unsern Tagen auch seine Plage mit sich führt, mein Gott, so laß mich nicht verzagen, wenn mich ein Kreuz und Unglück rührt. Deck mich durch deine Gnadenhand, so wird es glücklich abgewandt. 320 6. Nun, Seel und Leib sei dir Morgenlieder. 4. Das Gute wende du zu mir, ergeben, bei dem sie wohl ver⸗ das Böse laß mich fliehen und wahret stehn; und soll der Rest deine Hand mich für und für von meinem Leben noch diesen Tag zu Ende gehn, so mache du durch Christi Blut auch meinen letzten Abschied gut! 7. Wohlan, des tröst ich mich im Glauben: Im Glück und Un⸗ glück bin ich dein, aus deiner Hand kann mich nichts rauben. Drum soll mein stetes Denkmal sein, das mir im Sinn und Herzen liegt: Was mein Gott fügt, macht mich vergnügt. Erdmann Neumeister g. 1671 7 1756. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. ie Nacht ist hin, 487. D wach auf mein Herz, du sollst ein Opfer bringen, laß deine Flügel himmelwärts sich nach den Wolken schwingen! Denn Gottes Treu ist wieder neu, er hat dir Licht und Leben von neuem jetzt gegeben. 2. Bring deines Weihrauchs Wohhgeruch vor deines Schöpfers Throne, komm, bitte Segen für den Fluch in Christo seinem Sohne! Die Gnadentür ist offen hier, so lasse denn dein Beten zu Gottes Herzen treten. 3. Du Sonne der Gerechtig— keit, vertreib die Nacht der Sünden und laß an diesem nur nach dem Himmel ziehen! Gib Rat und Tat so früh als spat zu allen meinen Werken, laß deinen Geist mich stärken! 5. Ich werfe meine Last auf dich, ach, hilf sie treulich tragen, machs wie du willst, nur seliglich, ich will es auf dich wagen. Kein Kreuz ist mir zu schwer bei dir. Es tut mir deine Rute auch heute was zugute. 6. Du bist mein Gott, das weiß ich wohl, laß mich nur dein verbleiben und was ich heute wirken soll, zu deinen Ehren treiben! Dein Segen blüh durch meine Müh, daß, wenn ich Schweiß vergieße, er nicht um— sonst mir fließe. 7. Laß auch die Meinen diesen Tag dein Gnadenauge leiten! Und weil ich gar nicht wissen mag das Ende meiner Zeiten, so gib, daß ich mich stetiglich des letzten Tages freue und meine Schuld bereue. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 488 Gu du Licht, das 0 ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die C.ie bytysi Finsternis vertreibet, der du Morgen heut viel Gnadentau bleibest, wie du bist, ich verlasse mich finden! Hast du die Nacht meine Ruh. Rufe: Werde licht! mich wohl bewacht, so sei auch mir zu, daß ich, der ich Nacht nun am Tage ein Schutz vor und Erde, durch dein Licht ver— aller Plage! kläret werde. Morgenlieder. 2. W 9—8. da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf, gib ihr dents und leite ihren Lauf, laß mich sein des nch Kind, hilf mir, der ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder se 5 und in deinem Lichte gehe Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt, ach erneure und verkläre stets in mir dein sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. „Segne meiner Hände Werke und befördre meine Pflicht, bleibe meiner Schwachheit Stärke, mei— nes Lebens Kraft und Licht, laß mein Lebensziel allein deines —* . Namens Ehre sein, hilf, daß ich ind Heil hier in diesem Leben, stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich bald zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht heller als der Sonnenschein, schön, unsterb⸗ L lich, engelrein; laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Salomo Franck g. 1659+ 1725. Met„Schwing dich auf zu deinem Gott. 489. F. dein Werk mit Jesu an, Jesus hats in Hundn Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens aanee Waffen, richt sein, Jesum anzubeten, auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen! 2. Morgens soll der Anfang daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu be— Ebenbild, streiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten, er wird dich vor ihrer List schützen wohlgetan! I und behüten. Setz nur das Ver⸗ trauen dein in sein Allmachts— hände und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei 5 hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glück endlich n wird dir Gott dein Teil 223 im Himmel geben. Nun Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben! All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in dei— nem Namen, laß es doch sein Ich sprech darauf Amen. Um 1734. Eigene Melodie. 490. O Jesu, meines Lebens Licht, nun ist die Nuc vergangen; mein Geistesaug zu dir sich richt, dein Anblick zu empfangen. 2¹ d—I 32²² 2. Du hast, da ich nicht sorgen konnt, mich vor Gefahr bedecket und auch vor andern mich gesund nun aus dem Schlaf erwecket. 3. Mein Leben schenkst du mir aufs neu, es sei auch dir ver⸗ schrieben, mit neuem Ernst, mit neuer Treu dich diesen Tag zu lieben. 4. Dir, Jesu, ich mich ganz befehl, im Geiste dich verkläre: dein Werkzeug nur sei meine Seel, den Leib bewahr und nähre! 5. Durchdring mit deinem Lebenssaft Herz, Sinne und Gedanken, bekleide mich mit deiner Kraft, in Proben nicht zu wanken. 6. Mein treuer Hirte, sei mir nah, steh immer mir zur Seiten, und wenn ich irre, wollst du ja mich wieder zu dir leiten. 7. Sei du alleine meine Lust, mein Schatz, mein Trost und Leben! Kein andres Teil sei mir bewußt, dir bin ich ganz ergeben. 8. Zeig mir in jedem Augen⸗ blick, wie ich dir soll gefallen, zeuch mich vom Bösen stets zu⸗ rück, regiere mich in allen!— 9. Gib, daß ich meinen Wan⸗ del führ im Geist, in deinem Lichte, und als ein Fremdling lebe hier vor deinem Angesichte. 10. Ach halt mich fest mit deiner Hand, daß ich nicht fall noch weiche; zeuch weiter durch der Liebe Band, bis ich mein Ziel erreiche. Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Morgenlieder. Mel. O Jesu, meines Lebens Licht. 491 ein erst Gefühl 0 sei Preis und Dank, erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicher— heit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 4. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu ge— geben. 5. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 6. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich selber tun nach deinem Wohlgefallen. 7. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele, sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 8. Gib mir ein Herz voll Zu— versicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig tue; 9. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, zchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; Tischlieder. 10. Daß ich dem Nächsten bei⸗ zustehn nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 11. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht ge⸗ nieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Mel. Kommt und laßt uns Christum ehren. 492 rüh am Morgen ö Jesus gehet und vor allen Türen stehet, klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! süßen Worten: Eile, Jesu, kehre schauen und auf deinen Reich— b. Cischlieder. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort.) 49 3 Gen uns, Herr, 0 die Gaben dein, die Speis laß unsre Nahrung sein, hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd. 2. Doch dies zeitliche Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein, dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. 3. Drum gib uns beides, Herre Gott! Hilf endlich auch aus aller Not! So preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewigkeit. 1561. 194d.W Herrn, er woll uns allzeit mehr 323 2. Nun so lasset ihn nicht dorten, tut ihm auf des Her⸗ zens Pforten und ruft ihn mit ein! 3. Wollest täglich bei uns blei⸗ ben, alle Feinde von uns trei— ben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grüner Auen, daß wir deine Fülle tum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen! Jesus wird heut mit uns gehen und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. Gerh. Chr. H. Stip g. 1809 4 1882. Vor dem Essen. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. die wir von ihm empfangen habn, und bitten unsern lieben beschern, 2. Und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Herr, du wollst uns gebn nach dieser Zeit das ewge Lebn! Nach dem Essen. 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns'r Gast ge— 2⁴ 324 Abendlieder. wesen bist. Bleib du bei uns, sprich den Segen zu den Gaben, so hats nicht Not, du bist das die wir jetzo vor uns haben, rechte Lebensbrot. 1589. daß sie uns zu diesem Leben 5 31 Stärke, Kraft und Nahrung Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. geben, bis wir endlich zu den 4 5 peis uns, Vater, Frommen an die Himmelstafel 2 deine Kinder, kommen. tröste die betrübten Sünder, Nach Joh. Heermann g. 1585 4 1647. C. Abendlieder. Eigene Melodie. 3. Ob schon die Augen schlafen 496 Dꝰ du bist drei ein, so laß das Herz doch wacker 2 in Einigkeit, ein sein, halt über uns dein rechte wahrer Gott von Ewigkͤeit, die Hand, daß wir nicht falln in Sonn mit dem Tag von uns Sünd und Schand. weicht, laß leuchten uns dein 4. Wir bitten dich, Herr Jesu göttlich Licht! Christ, behüt uns vor des Teu⸗ 2. Des Morgens, Gott, dich fels List, der stets nach unsre loben wir, des Abends auch beten Seele tracht, daß er an uns ha vor dir; unser armes Lied rühmet keine Macht. dich jetzund, immer und ewiglich. 5. Sind wir doch dein ererbtes 3. Gott Vater dem sei ewig Gut, erworben durch dein teures Ehr, Gott Sohn, der ist der Blut; das war des ewgen Vaters einge Herr, und dem Tröster, Rat, als er uns dir geschenket hat. dem heilgen Geist, von nun an 6.— Befiehl dem Engel, daß er bis in Ewigkeit. komm und uns bewach, dein Martin Luther g. 1483 4 1546, nach Eigentum, gib uns die lieben dem Lateinischen OInx, beata trinitas. Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. Eigene Melodie. 7. So schlafen wir im Namen ö Ihriste du bist der dein, dieweil die Eugel bei uns 64. helle Tag, vor sein. Du heilige Dreieinigkeit, dir die Nacht nicht bleiben Hi, en in 1. 1500 5 Htert S vom Vater her rrasmus Alberus g. um 1500 19, ad bin des d 9——— 8 her nach dem Lateinischen Christe, qui lux und bist des Lichtes Prediger. 69 65 dics. 2. Ach lieber Herr, behüt uns. 35. ö heint“) in dieser Nacht vorm Mel.Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. bösen Feind und laß uns in di 498 inunter ist der ruhen fein und vor dem Satan„Sonne Schein, sicher sein.) heute Nacht. die finstre Nacht bricht stark lich ũ b Abendlieder. herein, leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern tappen nicht! 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väter— licher Güt. 3. Womit wir, Herr, erzürnet dich, dasselb verzeih uns gnädig⸗ lich und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns mit Fried und Ruh! 4. Die Engel dein zur Wach bestell, daß uns der böse Feind nicht Fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heint“), o lieber Gott!) heute Nacht. Niklas 4⸗0165 + 1561. Eigene Melodie, oder Herzliebster Jesu. 499. Die Nacht ist kom— men, 547 wir ruhen sollen; Gott walts zu Fomwen nach sein'm Wohl—⸗— gefallen, daß wir uns legen, durch sein G'leit und Segen der Ruh zu pflegen. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister, halt die Nachtwach gern, sei selbst unser Schutzherr, schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich auf— wachen und von dir nicht wanken. Laß uns mit Züchten unser Tun und Dichten zu dein'm Preis richten! uns gepreiset, komme, 500. W 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Betrübten! Pfleg auch der Kinder, sei selbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder! 5. Vater, dein Name werd von dein Reich zu⸗ dein Will werd be— weiset; frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben, erlös uns! Amen. Böhmische Brüder. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. r danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Erlöser bist und schützest uns vor aller G'fahr durch deiner lieben Engel Schar. 2. Wir gehn nun hin zu unsrer Ruh; ach rechn es unsrer Seel nicht zu, was leider wir gesündigt habn, vergib uns alls, o Gottes. Sohn! 3. Dein' Engel laß stets um uns sein, die allzeit uns be— wachen fein, daß Satan habe keine Macht an uns bei Tage noch bei Nacht. 4. Vor Feur, vor Seel- und Leibesnot behüt uns, lieber Herre Gott, in deinem Nam laß schlafen ein uns, deine lieben Kinderlein! 5. Es g'scheh, was mag, wir sind ja dein, erlöst durch dein fünf zunden. rein; dir leben wir, dir sterben wir, dein Kinder sind wir für und für. 6. Amen, Amen zu guter Nacht, der Engel Gottes uns 326 Abendlieder. bewacht. Gott Lob und Dank in tat, die mein armes Herz Ewigkeit, wir gehn zur Ruh beladen und so sehr vergiftet ohn alles Leid. hat; treib des Satans List und Nikol. Selnecker g. 1532 4 1592. Tück, Gott, durch deine Kraft ö——— zurück, du alleine kannst mich Eigene Melodie. retten, strafe nicht mein Über⸗ 501 Wene munter, treten! 0 mein Gemüte, 6. Bin ich gleich von dir ge— und ihr Sinne, geht herfür, daß wichen, stell ich mich doch wieder ihr preiset Gottes Güte, die er ein; hat uns doch dein Sohn hat getan an mir, als er mich verglichen durch sein Angst und den ganzen Tag vor so mancher Todespein. Ich verleugne nicht schweren Plag, vor Betrübnis, die Schuld, aber deine Gnad Schand und Schaden treu be⸗und Huld ist viel größer als die hütet hat in Gnaden. Sünde, die ich stets in mir 2. Lob und Dank sei dir ge- befinde. sungen, Vater der Barmherzigkeit, 7. O du Licht der frommen daß mir ist mein Werk gelungen, Seelen, o du Glanz der Ewig— daß du mich vor allem Leid und keit, dir will ich mich ganz be— vor Sünden mancher Art so fehlen diese Nacht und allezeit; getreulich hast bewahrt, auch die bleibe doch, mein Gott, bei mir, Feind hinweg getrieben, daß ich weil es nunmehr dunkel schier; unbeschädigt blieben. tröste mich mit deiner Liebe, daß 3. Keine Klugheit kann ver-kein Unfall mich betrübe. stehen deine Güt und Wunder⸗ 8. Wenn mein Augen schon tat, ja kein Menschenkind kann sich schließen und ermüdet schlafen sehen, was dein Hand erwiesen ein, muß mein Herz dennoch hat. Deiner Wohltat ist zu viel, geflissen und auf dich gerichtet sie hat weder Maß noch Ziel. sein. Meiner Seele mit Begier Herr, du hast mich so geführet‚ träume stets, o Gott, von dir, daß kein Unfall mich berühret. daß ich rein an Seel und Leibe 4. Dieser Tag ist nun ver⸗ und auch schlafend dein verbleibe. gangen, die betrübte Nacht bricht 9. Laß mich diese Nacht emp— an; es ist hin der Sonne Pran-finden eine sanft und süße gen, so uns all erfreuen kann. Ruh, alles Übel laß verschwin— Stehe mir, o Vater, bei, daß den, decke mich mit Segen zu! dein Glanz stets vor mir sei Leib und Seele, Mut und Blut, und mir auch im Finstern scheine, Weib und Kinder*), Hab und denn ich hoff auf dich alleine. Gut, Freunde, Feind und Haus⸗ 5. Herr, verzeihe mir aus genossen sein in deinen Schutz Gnaden alle Sünd und Misse- geschlossen.*) all die Meinen. Abendlieder. 327 10. Ach bewahre mich vor das Bild der Sterblichkeit; die Schrecken, schütze mich vor Über— n ich aus, dagegen wird fall, laß mich Krankheit nicht Christus mir anlegen den Rock aufwecken, treibe weg des Krie- der 6— und Herr lichkeit. ges Schall, wend ab Feur 5. Das Haupt, die Füß und und Wassersnot, Pestilenz und Hände sind froh, daß nun zum schnellen Tod, laß mich nicht Ende die Arbeit kommen sei; in Sünden sterben noch an Leib Herz, freu dich, du sollst werden und Seel verderben! vom Elend dieser Erden und von 11. O du großer Gott, erhöre, der Sünden Arbeit frei. was dein Kind gebeten hat, Jesu, 6. Nun geht, ihr matten Glie— den ich stets verehre, bleibe ja der, geht hin und legt euch nie— mein Schutz und Rat! Und mein der, der Betten ihr begehrt; es Hort, du werter Geist, 133 du kommen Stund und Zeiten, da Freund und Tröster heißt„ höre man euch wird bereiten zur Ruh doch mein sehnlichs F schent ein Bettlein in der Erd. Amen, ja es soll geschehen. 7. Mein Augen stehn ver— Johann Rist g. 1607 4 1667. drossen, im Nu sind sie ge— 5— schlossen; wo bleibt dann Leib Mel. O Welt, ich muß dich lassen. und Seel? Nimm sie zu deinen 502. N. ruhen alle Gnaden, sei gut für allen Schaden, V Wälder, Vieh, du Aug und Wächter Israel! Menschen, Stadt und Felder, 8. Breit aus die Flügel beide, es schläft die ganze Welt; ihr o Jesu, meine Freude, und aber, meine Sinnen, auf, auf, nimm dein Küchlein ein! Will ihr sollt beginnen, was eurem Satan mich verschlingen, so laß Schöpfer wohlgefällt. die Englein singen: Dies Kind 2. Wo bist du, Sonne, blieben? soll unverletzet sein. Die Nacht hat dich vertrieben, 9. Auch euch„ihr meine Lieben, die Nacht, des Tages Feind; soll heute nicht betrüben ein fahr hin, ein andre Sonne, mein Unfall noch Gesahr; Gott laß Jesus, meine Wonne, gar hell euch selig schlafen, stell euch die in meinem Herzen scheint. güldnen Waffen ums Bett und 3. Der Tag ist nun vergangen, seiner Engel Schar! die güldnen Sterne prangen am Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird Mel. Mein Herz und Seel den Herren heißen gehen mein Gott aus hoch erhebet. diesem Nanmmertel. 503 Die Sonn hat sich 4». Der Leib eilt nun zur Ruhe mit ihrem Glanz legt ab das Kleid und Schuhe, Gewendet und was sie soll auf strecken, so diesen Tag vollendet; die dunkle Nacht dringt allenthalben zu, bringt Menschen, Vieh und all Welt zur Ruh. 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage, daß du mich macht; tu, heut vor aller Not und Plage durch deine Gnad und hochgelobte Macht hast unverletzt und frei hindurch gebracht. 3. Vergib, so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet, laß alle n durch deinen Gnaden⸗ schein in Ewigkeit bei dir er⸗ bschen sein! 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert iht, indem ich mich der trüben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft fein sanft erholen mag. 5. E daß der lieben Engel S charen mich vor der Macht der Finsternis bewahren, auf daß ich vor der List und Tyrannei der argen Feind im Schlafe sicher sei. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabes blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. herzlich gut gemeint, 0 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns hast den großen Tag bestimmt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. 1648. 11.504. Das Abendlieder. Eigene Melodie. lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet, die Welt hat sich zur Ruh ge⸗ Seel, was dir ge⸗ bühret, tritt an die Himmels⸗ tür und bring ein Lied herfür, laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin! wo ich bei Tage— 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und gebet eure ihr macht die Nacht des Lichtes voll; doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schutz, mein Schatz und Eigentum. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Tieren; doch Einer ist, der oben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, Jesu, nicht dein Aug, auf mich gericht, drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies schlichte Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an! Es ist doch Jesu, meiner Seele Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen, du wirst, mein Schutzherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. auch selber nicht den Tod; denn Ich fürchte keine Not,‚ 4 — Abendlieder. 329 wer mit Jesu schlafen geht, mit 4. Vergib es, Herr, was Freude wieder aufersteht. mir sagt mein Gewissen: Welt, 6. So oft die Nacht mein Teufel, Sünd hat mich von dir Ader schlägt, soll dich mein Geist gerissen. Es ist mir leid, ich stell umfangen; so vielmal sich mein mich wieder ein, da ist die Hand: Herz bewegt, soll dies sein mein du mein, und ich bin dein. Verlangen, daß ich mit lautem 5. Jsraels Schutz, mein Schall möcht rufen überall: Ach Hüter und mein Hirte, zu mei— Jesu, Jesu, du bist mein, und nem Trost dein sieghaft Schwert ich auch bin und bleibe dein. umgürte, bewahre mich durch 7. Nun, matter Leib, gib dich deine große Macht, wenn mir zur Ruh und schlafe sanft und der Feind nach meiner Seele stille, ihr müden Augen schließt tracht. euch zu, denn das ist Gottes 6. Du schlummerst nicht, wenn Wille. Schließt aber dies mit ein: matte Glieder schlafen. Ach laß Herr Jesu, ich bin dein! So wird die Seel im Schlaf auch Gutes der Schluß recht wohl gemacht. schaffen! O Lebenssonn, erquicke Nun Jesu, Jesu, gute Nacht! meinen Sinn! Dich laß ich Christian Scriver g. 1629 4 1693. nicht, mein Fels. Der Tag ist hin. Zgchim Neander g. 1650 + 1680. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. ö Eigene Melodie. Tag ist hin, 506. NI sich der Tag 505. 227 mein Jesu, bei geendet hat und — mir bleibe! O Seelenlicht, der keine Sonn mehr scheint, schläft Sünden Nacht vertreibe, geh auf alles, was sich abgematt und in mir, Glanz der Gerechtigkeit, we zuvor geweint. erleuchte mich, ach Herr, denn 2. Nur du, mein Gott, hast es ist Zeit. n Rast, du schläfst noch Lob, Preis und Dank sei schlummerst nicht; die Finsternis dir, mein Gott, gesungen, dir ist dir verhaßt, weil du bist sei die Ehr, daß alles wohl ge- selbst das Licht. lungen nach deinem Rat, ob 3. Gedenke, Herr, doch auch ichs gleich nicht versteh; du bist an mich in dieser schwarzen Nacht gerecht, es gehe, wie es geh. und schenke du mir gnädiglich 3. Nur eines ist, das mich den Schirm von deiner Wacht! empfindlich quälet: Beständig-⸗ 4. Zwar fühl ich wohl der keit im Guten mir noch fehlet. Sünden Schuld, die mich bei Das weißt du wohl, o Herzens- dir klagt an; ach aber deines kündiger, ich strauchle noch wie Sohnes Huld hat gnug für mich ein Unmündiger. oetan, 330 5. Den setz ich dir zum Bür— gen ein, wenn ich muß vors Gericht; ich kann ja nicht ver— loren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf tu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein, mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf, ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammertal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl! 9. Und also leb und sterb ich dir, mein Gott, Herr Zebaoth, im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Joh. 3— Hertog g. 1647 1 1699. Mel. Auf dich hab ic gehoffet Hert 507 Mi meinem Gott V geh ich zur Ruh und tu in Fried mein Augen zu, denn Gottim Himmelsthroneüber mich wacht bei Tag und Nacht, schafft, daß ich sicher wohne. 2. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, der du allein mein Helfer bist, laß mich kein Leid erfahren, durch deinen Schutz vors Teu— fels Trutz dein Engel mich be— wahren! 3. Befiehl, o Herr, den En⸗ geln dein, daß sie stets um und bei uns sein; all Übel von uns wende! Gott heilger Geist, dein Hülf uns leist an unserm letzten Ende! Abendlieder. 4. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Notl hilf mir am letzten Ende! 5. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum! Amen. 9985— C. Becker u. Adam Reusner. Mel. Meinen Jes umlaß ich nicht. Mel.2 2. 508.. rin eunfebrge ich einzuschlafen; gib mir und den Meinen Ruh, bleib, o Hirt, bei deinen Schafen, schließ die Türen selber zu, treuer Jesu, wache du! 2. Treuer Jesu, weiche nicht, sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft mit der Nacht einbricht, uns mit Ach und Weh erwecken. Bleib bei uns, o Gnadenlicht, treuer Jesu, weiche nicht! 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und kein Feind uns solchen raube. Deine Hülfe mach uns frei, treuer Jesu, steh uns bei! 4. Treuer Jesu, kommt es nun einst einmal mit mir zum Ster⸗ ben, so bring mich zu deiner Ruh, mache mich zum Himmels⸗ erben, schließ mir selbst die Augen zu, treuer Jesu, meine Ruh! FF Abendlieder. 331 5. Treuer Jesu, nimm zu dir 5. Steure den gottlosen Leu— endlich mich und all die Meinen! ten, die im Finstern Böses tun; Bricht dereinst der Tag herfür, da sollte man gleich was bereiten, du selber wirst erscheinen, ach uns zu schaden, wenn wir ruhn, so führ uns insgemein, treuer so zerstöre du den Rat und ver— Jesu, zu dir ein! 1697. hindere die Tat! Wend auch alles andre Schrecken, das der Mel. Werde munter, mein Gemüte. 3 09 err, es ist von mei⸗ V„»Enem Leben wie— derum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mirs auch selber an, so ich was nicht recht getan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat, denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und Tat, und vom Morgen bis jetzund pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gna— den, habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, doch vergib mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde die— sen Abend neu, so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei, decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei! Lösche Feur und Lichter aus und be⸗ wahre sonst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht in Unglück müsse weinen. Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird, denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund er— wachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein. Oder hast du, lieber Gott, heut be— stimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann g. 1648 f 1715. Mel. O Traurigkeit. 51 0*D Tag ist hin; 4 mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da; sei du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen, treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen! 3. Der Sonne Licht uns jetzt gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne! ö 332 Abendlieder. 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finsternis zu mindern; ach daß i Ver⸗ änderlichs meinen Lauf möcht hindern! 5. Das Sternenheer zu Gottes Ehr am blauen Himmel flimmert; wohl dem, der in jener, Welt! gleich den Sternen schimmert! 6. Was sich geregt, zuvor bewegt, stiller Ruh dein Werk in mir merken! 7. Ein jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe pflegen; laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, 4905 sich legen! 8. Halt du die Wach, damit Schmerz den Geist Ein Ach und 8 berühre, sende ů6— Engel Schar, die mein Bette ziere. 9. Wann aber soll der V fLechsel wohl der Tag und Nächte wei⸗ chen? Wenn der Tag an⸗ brechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 10. Alsdann wird nicht der Sonne Licht Jerusalem ver— lieren, denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 11. Halleluja! Ei wär ich da, da alles lieblich klinget, da man ohn Abwechselung heilig, heilig singet. 12. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, laß mich dahin ge— langen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. J. Anast. Freylinghausen g.1670 T1739. ruht jetzt von seinen Werken; laß mich, Herr, in Mel. Jesu, meine Freude. 511. Hnn Schafe, 2 der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild unnd Hütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von dei— suen Scharen um und um be— wahren! 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vater— huld, ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergib die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon durch die tief geschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben, sie sind mein und dein; schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen ein! Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kam⸗ mier und laß allen Jammer ferne von uns sein! Sei du Schloß und Riegel, unter deinen Flügel nimm dein Küchlein ein, decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecen noch der He schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch hast du be— schlossen, daß mein Ziel ver— flossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; lieg ich nur in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. Abendlieder. 333 6. Nun wohlan, ich tue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Le ben hab ich dir ergeben, o du Hüter du! Gute Nacht! nimm mich in acht! Und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter Irgen Benjamin Schmolck g. 1672 17 1737. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. sid der* 512 N'r sich der Tag 2 4 geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, er— leuchte und entzünde mich! 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein, die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein! 3. Daß du mich stets um-— gibest, daß du mich herzlich lie— best und rufst zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesent— lich, so reine, laß früh und spat mir wichtig sein! 4. Ein Tag der sagt dem an— dern, mein Leben sei ein Wan⸗ dern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit so schöne, mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. 51 3. Dos A lbend kommt, die Sonne sich verdecket, und alles sich zur Ruh und Stille strecket; o meine Seel, merk auf, wo bleibest du? In Gottes Schoß, sonst nirgend findst du Ruh. 2. Der Wandersmann legt sich ermüdet nieder, das Vöglein fleugt nach seinem Nestchen wie— der, das Schäflein auch in seinen Stall kehrt ein, laß mich in dich, mein Gott, gekehret sein! * 3. Ach sammle selbst Begier— den und Gedanken, die noch so leicht aus Schwachheit von dir wanken; mein Ruheplatz und Heimat, tu dich auf, daß ich in dich von allem andern lauf. 4J. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, bewahrt, verschont, gestärket und geweidet; ich bins nicht wert, daß du so gut und treu; mein Alles dir zum Dank ergeben sei. 5. Vergib es, Herr, wo ich mich heut verirret und mich zu viel durch dies und das verwirret; es ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 6. Da nun der Leib sein Tages— werk vollendet, mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. 7. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget, mein Geist vor dir, o Majestät, sich beuget; ins Heiligtum, ins Dunkle kehr ich ein, Herr, rede du, laß mich ganz stille sein! 8. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket, mein Wille 33⁴ sich in dich gelassen senket; Be— gierden, schweigt! Vernunft und Sinne, still! Mein müder Geist im Herren ruhen will. 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben, laß nicht den Geist zerstreut in Unruh schweben, mein treuer Hirt, führ mich in dich hinein, in dir, mit dir kann ich vergnüget sein. 10. Im Finstern sei des Gei⸗ stes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne, deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich er⸗ reich die volle Sabbathsruh. Gerh. A g. 1697 1769. Mel. O Welt, ich 12— dich laßen, 514. 98 der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu ge— ringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir getan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Be⸗— fehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn!— 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der“e Schuld entladen, Abendlieder. ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen: dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. 66 at g. 171⁵ a Figene Melodie, oder O Welt, ich muß dich lassen. 515. D. Legnen, d goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar, der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar— . Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und ver— gessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel; wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß uns dein Heil schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun! Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kin⸗ der fromm und fröhlich sein! 6. Wollst endlich sonder Grä⸗ men aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod, und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder! Kalt ist d der Abendb hauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch! ätiiith Claudius g. 1740 1 1815. Vater unser im Himmelreich. Me 240 516. V'ss endet hat der Tag die Bahn, sein Licht der Abend ausgetan, und überall die dunkle Nacht die Zeit der Ruhe hergebracht. O reicher Gott, nun segne du uns diese Nacht zu guter Ruh! 2. Was du uns Gutes hast wie du uns heut ver⸗ beschert, sorgt, ernährt, in aller Fährlich— keit beschützt, was uns nützt: wir danken dafür inniglich, und Herz und Lippen preisen dich. 3. Was aber Übels wir getan, das rechn aus Gnaden uns nicht an; wir klagen dirs mit Reu und Schmerz und zeichnen un— ser Haus und Herz mit deines lieben Sohnes Blut zu Glau— benstrost und Glaubensmut. 4. Nun gib uns quickt, nach der das müde Auge blickt; des Wächters Hut und Abendlieder. uns zugewendet, Ruhe, die er⸗ 335 Wachsamkeit, der Tor und Rie⸗ gel Festigkeit, das Lager weich und warm und dicht, das alles gibt die Ruhe nicht. 5. Hältst du nicht selbst im Herzen auf der a und Gedanken Lauf, so fährt es auf⸗ geregt einher wie ein von Sturm bewegtes Meer, und manche Stunde stiller Nacht wird ruhe⸗ 1 hingebracht. 6. Drum bring du unser Herz zur Ruh und schließ uns bald die Augen zu, mit deiner Güte decke uns, zu rechter Zeit er⸗ wecke uns! Dann sei dir unser Dank gebracht für dein Geschenk, 98 Nacht. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. Am Schlusse der Woche. Mel. Wer nur den 15 Gott läßt walten. Mel. 51 7 Sẽ ist 6 Woche 6. nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht. Wie sich dein Segensquell ergossen, so bin ich noch der. Zuverf sicht, daß er sich weiterhin ergießt und unerschöͤpflich auf mich fli fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, ich lobe dich, so hoch ich kann, ich rühme dich von Heisenarunde für alles, was du mir getan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrang ist. 3. Hat mich bei meinen Wochen— tagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gabst du auch die Kraft Berufs- und zum Tragen. Zudem, es ist voll Heil und Frucht in deiner Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich auch dafür. 4. Nur etwas bitt ich über alles, ach du versagst mir solches nicht: Gedenke keines Sünden⸗ falles, weil mich mein Jesus auf⸗ gericht, mein Jesus, der die Misse- tat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nie gebrochen, und brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünde leid, nicht ster⸗ ben, sondern gnadenvoll als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an die— sem Segen und will also den Wochenschluß vergnügt und froh zurücke legen, da der Trost mich ergetzen muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoff— nung selig sein. Standeslieder. 7. Doch da mein Leben zuge— nommen, so bin ich auch der Ebwigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der letz⸗ ten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. S8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja, da teilt dein Wort und Haus den erst und besten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir künftge Woche gibst. Du wirst es in der Tat erweisen, daß du mich je und immer liebst und leitest mich nach deinem Rat, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister g. 16711 1756. Am Sonntag Abend siehe Nr. 20.21. Siehe auch Nr. 528. 531. 534. XXIV. Verufs⸗ und Standeslieder. Für die drei Hauptstände. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 51 8 err, höre, Herr, 0 erhöre, breit deines Namens Ehre an allen Orten aus, behüte die drei Stände durch deiner Hände, schütz Kirche, und Haus! 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen Obrigkeit Allmacht zu unsrer Seelen Nutz! Be⸗ wahr vor allen Rotten, die dei— ner Wahrheit spotten, biet allen deinen Feinden Trutz! Z. Gib du getreue Lehrer und unverdroßne Hörer, die beide Täter sein; auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen flie— ßen und ernte reiche Früchte ein! 4. Gib unserm König Glücke, laß deine Gnadenblicke auf den Gesalbten gehn, schütz ihn auf Berufs⸗ und Standeslieder. 33³7⁷ seinem Throne und lasse seine benden begleit mit deinen Engel— Krone allzeit in vollem Glanze scharen, daß sie im Frieden fahren stehn! zu Zions Freud und Herrlichkeit. 5. Laß alle, die regieren, ihr. 12. Nun, Herr, du wirst er— Amt getreulich führen, schaff füllen, was wir nach deinem jedermann sein Recht, daß Fried Willen in Demut jetzt begehrt. und Treu sich müssen in unserm Wir sprechen nun das Amen in Lande küssen, und segne beide, unsers Jesu Namen, so ist ge— Herrn und Knecht! wiß der Wunsch gewährt. 6. Wend ab in allen Gnaden Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Krieg, Feuer, Wasserschaden, treib Sturm und Hagel ab, bewahr Fürbitte für den König des Landes Früchte und mache und die Obrigkeit. nicht zunichte, was deine milde Eigene Melodie. Hand uns gab. N ö—— erleih uns Friede 7. Gib uns den lieben Friede, 51 9. V andoinlich, Herr mach alle Feinde müde, verleih Gott., zu unsern Zeite 165 ist gesunde Luft, laß keine teuren 4 W e De 249—— Gr ir schres⸗ doch ja kein andrer nicht, der für Zmennt mn denne uns könnte streiten, denn du ten, daß man nach Brot ver⸗ unser Gott alleine gebens ruft 5 Git Watennen Köni 5 2. Gib unserm Könige und S. in din und aller Obrigkeit Fried und gut zuriscke Hher⸗A I 4W— bringe die e die sonst ver Regiment, daß wir unter ihnen irret gehn. Die Witwen und„ RIliges 3 H. arer llst du mit Troste ein geruhiges und stilles Leben e W führen mögen in aller Gottselig⸗ Bule fl 215 sie zu dir um feit und Ehrbarkeit. Amen. Hülfe flehn. V. 1 Martt I B. artin Luther g. 1483 17 11 9. Sei Vater aller Kinder, der. B2 Johann Walther 1 12570 Schwangern ihr Entbinder, gib——— Säugenden Gedeihn, zieh unsre Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens zarte Jugend zur Frömmigkeit Licht. und Tugend, daß sich die— 20 heilige Dreieinig⸗ ihrer freun. keit, erhalt uns 10. Komm als ein Arzt der unsre Obrigkeit, die deine treue Kranken, und die im Glauben Vaterhand gesetzet selbst in die— wanken, laß nicht zugrunde gehn! sen Stand. Die Alten heb und trage, auf 2. Dein guter Geist sie leit und daß sie ihre Plage geduldig mögen führ und segne ihr Tun für übersteh.n. und für, daß sie voll Weisheit 11. Bleib der Verfolgten Stütze, und Verstand regiere christlich die Reisenden beschütze, die Ster- Leut und Land, 22 3. Damit wir führen unter ihr ein still geruhig Leben hier und dermaleinst mit ihr, mein Hort, bestehen wohl im Himmel dort.“ Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt g. 1637 4 1706. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 521 Di König schütze 521. Ddeine Macht! Er, der für unsre Wohlfahrt wacht, ist uns von dir gegeben. Du, der in ihm so viel uns gibt, schenk ihm, der väterlich uns liebt, das frohste, längste Leben! Gott, schütt auf ihn und auf sein Haus die besten deiner Segen aus, laß seiner Räte Tun ge⸗ deihn, Recht, Ordnung, Treu das Land erfreun! Herr unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand! 2. Vernimm der Leidenden Gebet, dem, der zu dir im Elend fleht, hilf, daß er nicht erliege. Gieß Trost in jedes Herz, die Kranken lab in ihrem Schmerz, hilf Sterbenden zum Siege! Doch du tust mehr als wir verstehn, kannst mehr ge— währen als wir flehn, weißt besser, was uns nützt, als wir: wir überlassen ganz uns dir. Herr unser Gott, durch alles Leid der Prüfungszeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! Hann. Gsb. 1740. wunde Am Geburtstage des Landesherrn. Mel. Nun danket alle Gott. 522 Mreis, Ehr und Lob sei dir, in Berufs⸗ und Standeslieder. dessen Schirm und Schatten wir bis zur Stund allhier viel Heil zu schmecken hatten, der auch zu jeder Frist allmächtig nah und fern ein Herr und Helfer ist des Königs, unsers Herrn. 2. Du hast ihm lebenslang den Odem treu bewahret und auf manch strengem Gang dich huldvoll offenbaret; du hast in seiner Hand das Zepter stark gemacht und unser Vaterland mit reichem Gut bedacht. 3. Du wollest deinen Geist auf seine Stirne legen, der klar ihn unterweist, des hohen Amts zu pflegen; du wollst Gerechtig⸗ keit und milder Gnade Lust ihm stellen an die Seit, ihm pflanzen in die Brust. 4. Du wollest allezeit in deinem Gleis ihn lenken; und Zucht und Frömmigkeit in ihm — dem Lande schenken, auf daß er Vorbild sei von jeder Tugend⸗ art und Hülf und Schutz ver— leih, wo man den Glauben wahrt. 5. Du wollest seine Treu ver— gelten durch die Treue, womit ihn täglich neu ein gutes Volk erfreue, daß dein Gebot im Bund von ihm und uns gescheh, und seines Thrones Grund in unserm Herzen steh. ö 6. O segne, was wir flehn an seinem Jahresfeste, und gib zum Wohlergehn ihm deiner Gaben beste! Gib, daß ers nie vergißt noch wir, wie du so Berufs- und Standeslieder. 339 gern ein Herr und Helfer bist des Königs, unsers Herrn. Karl G. Grüneisen g. 1802 7 1878. Für den Hausstand, für Eheleute und Eltern. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. 523. Lehmd uneh Gebet bewegen, komm in mein Haus und Herz und bringe mir den Segen! All Arbeit, Müh und Kunst ohn dich nichts richtet aus, wo du mit Gnade bist, kommt Segen in das Haus. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 524 Wẽꝰ schön ists doch, 2 Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und unverrückt bei⸗ sammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Vor allem gibt er seine Gnad, in deren Schoß er früh und spat sein Hochgeliebten heget; da spannt sein Arm sich täglich aus, da faßt er uns und unser Haus, gleich als ein Vater pfleget; da muß ein Fuß nach dem andern gehn und wandern, bis sie kommen in das Zelt und Sitz der Frommen. 4. Der Mann, wird einem Baume gleich, an Asten schön, an Zweigen reich, das Weib gleich einem Reben, der seine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früch— ten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein bei seinem Throne. 5. Dich, dich hat er ihm aus— erkorn, daß aus dir ward her— ausgeborn das Volk, das sein Reich bauet; sein Wunderwerk geht immerfort, und seines Mun-⸗ des starkes Wort macht, daß dein Auge schauet schöne Söhne, Töchter züchtig, die fein tüchtig nähn und spinnen und mit Kunst die Zeit gewinnen. 6. Sei gutes Muts! wir sind es nicht, die diesen Orden auf— gericht, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt der beste Freund und Rater; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir ge— denken, wird er wohl und weis— lich lenken. 7. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Tränen 22* 34⁴0 Berufs⸗ und Standeslieder. lässet schießen; jedennoch, wer 5. Wohl, wenn im äußerlichen 20 5 un 5 9 sich in Geduld ergibt, des Leid Stand mit fleißiger, getreuer wird Gottes Huld in großen Hand ein jegliches nach seiner Freuden schließen. Schweige, Art den Geist der Eintracht schließ 555 x beuge dich ein wenig, unser offenbart. König wird behende machen, 6. Wohl, wenn die Eltern daß die Angst sich wende. gläubig sind und wenn sie Kind 8. Wohl her, mein König, nah und Kindeskind versäumen nicht herzu! Gib Rat in Kreuz. in am ewgen Glück. Dann bleibet Nöten Ruh, in Angsten Trost ihrer keins zurück. und Freude! Des sollst du haben 7. Wohl solchem Haus, denn Ruhm und Hrris, wir Daten gedeiht; die Eltern werden lle 0 bester 2—5 uu.pnndir, hocherfreut, und ihren Kindern alle beide, bis wir bei dir, sieht mans an, wie Gott die deinen Willen zu erfüllen, dei⸗Seinen segnen kann. ——0 Namen ewig loben werden. So mach ich denn zu dieser Amen. E ö + Fien Stund samt meinem Hause diesen Paul Gerhardt g. 6655 n Sund Wich alles Volt ac e n ihn soun, ich und mein Mel. Heden Licht. meins Haus stehn bei dem Herrn. x Fhr. Karl dfei!— 4744478 525 W' einem Haus, 564340 V 45—.⁷ I—— 0 da Jesus Christ Mel. Wie allein das All in allem ist. Ja Win eni ü wenn er nicht darinnen wär, wie 526 Och und mein Haus, elend wärs, wie arm und leer!& 8 V wir sind bereit, 2. Wohl, wenn sich Mann und dir, Herr, die ganze Lebenszeit Weib und Kind in Einem Glau⸗ mit Seel und Leib zu dienen. benssinn verbindt, zu dienen Du sollst der Herr im Hause sein, ihrem Herrn und Gott nach gib deinen Segen auch darein, seinem Willen und Gebot. daß wir dir willig dienen. Eine 3. Wohl, wenn ein solches kleine, fromme, reine Hausge⸗ Haus der Welt ein Vorbild vor meine mach aus allen! Dir die Augen stellt, daß ohne Gottes⸗ nur soll sie wohlgefallen. dienst im Geist das äußre Werk 2. Es wirke durch dein kräftig nichts ist und heißt. Wort dein guter Geist stets fort 4. Wohl, wenn das Räuchwerk und fort an unser aller Seelen! im Gebet beständig in die Höhe Es leucht uns wie das Sonnen⸗ geht, und man nichts treibet licht, damits am rechten Lichte fort und fort als Gottes Werk nicht im Hause möge fehlen. und Gottes Wort. Reiche gleiche Seelenspeise auch Berufs- und zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde, laß uns in Liebe alle— zeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demut sanft und linde! Liebe übe jede Seele, keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte! Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit kindlichmm Gemüte, selig, fröh⸗ lich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste! Denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir aller— meist, daß in dem Haus kein andrer Geist als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohl bestellt, der gute Zucht und Ord⸗ nung hält, der alles liebreich ziere. Sende, sende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. K. J. Phil. Spitta g. 1801 4 1859. Standeslieder. 341 Eigene Melodie. 527 Oselig Haus, wo „„man dich aufge— nommen, du wahrer Seelen⸗ freund, Herr Jesus Christ, wo unter allen Gästen, die da kom⸗ men, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir ent⸗ gegen schlagen, und aller Augen freudig auf dich sehn, wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in Einer, in deiner Liebe Eines Geistes sind, als beide Eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen, in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen Tag. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutter⸗ liebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland du. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in Einem Eifer brennen, daß es nach dei⸗ nem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausge⸗ nossen, in Demut willig und in Freude dein vergißt; 34 Berufs- und Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdroff en, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner o selig Haus, wo du die Wunden hei⸗ lest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich ge⸗— sendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. . l. Spitta 0. 180¹ 9350 Mel. Nun sich der Tag Wendel hal 528. NI schlaf, mein liebes Kindelein, und tu dein Auglein zu, denn Gott der will dein Vater sein, drum schlaf in guter Ruh! 2. Dein Vater ist der liebe Gott und wills auch ewig sein, der Leib und Seel gegeben hat dir durch die Eltern dein. 3. Er schenkt dir seinen lieben Sohn, den schenkt er in den Tod; der kam auf Erd vom Himmelsthron, half dir aus aller Not. 4. Er schickt dir seine Engelein zu Hütern Tag und Nacht, daß sie bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht. 5. Dem Vater und der Mutter dein befiehlt er dich mit Fleiß, daß sie dir treue Pfleger sein, ziehn dich zu Gottes Preis. 6. Das liebe Jesulein will sein dein liebes Brüderlein, drum Standeslieder. schlaf, du liebes Kindelein, so wirst du selig sein. 7. Der heilge Geist der segne dich, bewahr dich alle Zeit, sein heilger Nam behüte dich, schütz dich vor allem Leid! 8. So nimm du recht an Gnade zu, an Alter und Ver⸗ stand, und halte deine Kindes— ruh in Jesu Schoß und Hand! 66 Joh. 4463614484 g. 1504 4 1565. Mel. Erhaw end, Herr, bei deinemWort. 529. J QAhr Eltern, hört, was Christus spricht: Den Kindern sollt ihr wehren nicht, sondern sie lassen zu mir nahn, daß meine Hand sie segnen kann. 2. Er nimmt sie auf ins Him⸗ melreich, und was ist dem auf Erden gleich? Mit aller Welt Lust, Gut und Ehr hats bald ein End und ists nichts mehr; 3. Das Himmelreich kein Ende nimmt, darein uns Jesus Chri— stus bringt durch seine Lehr, dazu er will daß man die Kinder senden soll. 4. Gehorchet ihm und bringt sie her, daß man von Jugend auf sie lehr in Kirchen und in Schulen wohl, wie man Gott recht erkennen soll. 5. Habt ihr sie lieb mit treuem Sinn, so führet sie zu Jesu hin; wer dies nicht tut, ist ihnen feind, wie hoch er sie zu lieben meint. 6. Was hilft den Kindern nur viel Geld und Acker viel in jedem Berufs- und Feld? lehren l Al lerbest. Güt⸗ Ludw. Helmbold g. 1532 1 1598. sie von Gott recht Wer äßt, der tut für sie das Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 150 doch für 530 2 meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an! Ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugetan und durch deines Sohnes Blut gleich— Gott, Standeslieder. chem Heil sich an Geld und Gut ergetze, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder lasse sie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 6. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten. Laß sie ihre Lebensjahr in der Tugend bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins wohl dein Enbu Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und beraten. 2. Sie sind dir von Kindes⸗ beinen und von ihrer ersten Stund zugeworfen als die Dei⸗ bund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben.) Ps.22, 11. 3. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätte leicht— lich umgestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben hier und wo es dir gefällt was zu deinen Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo nen,*) und durch deinen Gnaden⸗ sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Tun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. „Endlich wenn die Zeit ver— lossen, daß sie diese Lebenszeit aben ehrlich hier genossen und sie in die Ewigkeit ihren Eintritt sollen tun, so laß alle Schmer— zen ruhn und laß sie in ihrem Sterben glaubensvoll den Him⸗ ‚ miel erben! 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet sein und mit dankbarem Gemüte sol— chen Glücks- und Segensschein rühmen und vor jedermann deine Wohltat zeigen an, ach so müßt ich ganz vermessen Gottes, mei⸗— nes Heils, vergessen. 5. Sammeln andre große Schätze, daß ihr Haus in sol⸗ 9. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag nach so vielem Kreuz und Leide ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret. Ewig sei dein Nam geehret! Ludw. Heinr. Schlosser g. 1663 7 1723. 344 Berufs⸗ und Standeslieder. Für Kinder. Mel. Erhaltuns, Herr, bei deinemWort. 5 3 1 ch lieber Gott, be⸗ 0 hüte mich und meine Eltern gnädiglich, auch mein Geschwister vor Gefahr mit deinem starken Arm bewahr! 2. Und alle, die uns sind ver⸗ wandt, beschütz durch deine rechte Hand! Behüte mich vor aller Sünd, hilf, daß ich werd ein frommes Kind. ö —————— Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. ö 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab un— aussprechlich süße Weide, daß ich keinen Hunger leide; und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt ich nun nicht fröhlich sein, da ich sein bin und er mein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja, mein Glück ist groß! Henr. Luise v. Hayn g. 1724 1782. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. 33 Eigene Melodie. un hilf uns, o Herr e 532.N Jesu Christ, der sar die beide Auglein zu; Vater, laß die Augen dein über meinem du einst hier gewesen bist ein Bette sein! freundliches und frommes Kind, ohn alle Schuld, ohn alle Sünd. 2. Wir Kinder bitten Eines nur, versags nicht, Herr, der Kreatur: Hilf uns in deinem Willen ruhn, lehr uns nach dei⸗ nem Vorbild tun! 3. Gib deinen Geist in unsre Brust, hilf lernen uns mit Kin⸗ deslust, damit wir legen rechten Grund und ewig stehn in dei⸗ nem Bund. Eigene Melodie. V eil ich Jesu Schäf— 533. W lein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich schön weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 2. Hab ich Unrecht heut getan, sieh es, lieber Gott, nicht an, deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand, alle Menschen groß und klein sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu, laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn! 1816. Luise Hensel g. 1798 4+ 1876. Für Witwen. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. 35, W V auf Erden, nichts kann so zu Herzen gehn, als wenn arme Witwen werden, wenn ver— 534. Mereh e:... Ifs⸗- und Standeslieder. 345 laßne Waisen stehn ohne Vater, ohne Mut, ohne Freunde, ohne Gut. Witwen sind verlaßne Frauen, wer tut auf die W Saisen schauen? 2. Witwen sind in Gottes Ar⸗ men, Waisen sind in Gottes Schoß; ihrer will er sich erbar⸗ men, wär die Not auch noch so s groß. Ein solch ungerechter Mann tastet Gottes Augen an, der die armen Waisen drücket und der Witwen Herz bestricket. 3. Wenn sie bleiben in den Schranken, darein Gott sie hat gestellt, und von seiner Treu nicht wanken, weil er sich zu ihnen hält, sollen sie im Himmels⸗ schloß werden alles Kummers los. Da soll nicht mehr, wie auf Erden, Witwennot gehöret werden. Nach A eti Hunold 9. 1621 1 1672. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. — 536. A Gott nur will ich sehen, er hört 30 Witwen Flehen, sieht ihre Tränen an; in jedem Schmerz und Leide ist Gott mir Trost und Frende, mein Fels, den ich umaf sen kann. 2. Wie viel, die in der Kam⸗ mer dir klagten ihren Jammer, o Gott, erhörtest du! Dein väter⸗ auf ihren licher Segen hielt sie; Wegen war Friede, und Ruh. 3. Wo seit viel tausend Jahren Sicherheit betrübte Witwen waren, die hast du treu gepflegt, wenn sie dich nicht verließen und gläubig dir u Füßen des Kummers schwere Last gelegt. 4. In dir will ich mich stärken, dein Aug wird auf mich merken, und auf mein Flehn dein Ohr. Bei Tag und Nacht mit Flehen will, Herr, vor dir ich stehen und seufzen still zu dir empor. 5. Ich will mein Joch nun tragen; dir, Vater, darf ich sagen, was ja mein Herz bedrückt; bist du nicht in der Nähe, du, den ich zwar nicht sehe, und den mein Glaube doch erblickt? ö 6. Mit Ernst und frohen Mutes will ich nach Kräften Gutes vor deinen Augen tun, will mich der Welt entziehen, Lärm, Tand und Torheit fliehen und nur in deinem Schoße ruhn. Dann eilen meine Tage mit jeder Not und Plage leicht wie ein Traum dahin; dann leg ich froh die Glieder aufs Sterbe— bette nieder, wenn ich zum Him— mel reifer bin. 8. Fort auf dem Dornenpfade! Mich tröst des Heilands Gnade, er träget meine Not. Nicht ewig werd ich weinen, ich komme zu den Meinen, bald seh ich sie bei meinem Gott. 9.(Kommt her, ihr meine Waisen, den Herrn mit mir zu preisen, der uns erhalten kann. Dir, Gott, will ich sie bilden; schau, Herr, mit deiner milden Erbarmung deine Schäflein an!) 2 209277 K. Lavater g. 1741 1 1801. 0 RRtt —ö—————— I 346 Berufs- und Standeslieder. ür den Bergmann. so lenke Herz und Sinne auf ² lenke Herz mn l Bei der Einfahrt. deines Wortes Licht! Laß mich so Tag als N Mel. Aus meines Herzens Grunde. Hrhen 0hrn, dir viehee don 537 G der du Berg Eitlen haben, das Sorg und 0 und Hügel selbst Kummer macht. festgesetzet hast, worin du als im 7. Herr, segne die Gewerken Spiegel mir armen Erdengast und gib Gedeihen hier, laß deine zeigst deine Gütigkeit, du Schöp⸗ Kraft mich stärken zur Arbeit für fer aller Dinge, hör, was ich jetzo und für! Veredle Gäng und Kluft singe, mein Herz ist dir geweiht. durch deinen milden Segen, mit 2. Dir, Herr, bring ich vor stetigem Vermögen in jeder Fahrt allen mein Morgenopfer hier, ach und Gruft! laß es dir gefallen! Lob, Preis 8 Laß deiner Engel Scharen und Dank sei dir, daß du in stets meine Wächter sein, die mich, dieser Nacht auf mein demütig dein Kind, bewahren, wenn ich Bitten in meiner armen Hütten fahn i. mih so getren bewacht. fahr an und ein. Laß keine Fahrt . eingehn, laß keinen Bau ein⸗ 3. Nun will ich wieder gehen d. in meinen Arbeitsschacht W88 98— Dufdenn en Hechen 49 wir deinen Segen sehn. du mich ersehen, eh ich ans Licht 09 gebracht. Ich will von Herzen 9. Zuletzt laß mich stets denken gern, so lang die Kräfte grünen, an Jane Himmelsstadt, wo man sc dir, mein Gott, treulich dienen, ohn Sorg und Kränken dich selbst und meinem Landesherrn. und alles hat. Da darf ich wei⸗ 4. Vergib mir meine Sünden, ter nicht nach eitlen Schätzen gna— die ich bisher getan, und laß ben, da werd ich alles haben, was mich Gnade finden, schau Christi mir allhie gebricht. Wunden an! Ach schenk mir deinen Geist, damit ich deinen Nach der Ausfahrt.— Willen mag jederzeit erfüllen so, st wie dein Wort mich heißt. Mel. Jesu, meine Freude. 4 2 N 5. O Herr, wenn ich einfahre, 538 Gidaster Erbar⸗ gib, daß mein Herz bedenkt, wie e mer, zu dir 6 bald man von der Bahre mich so komm ich Armer nach voll— iins Grab versenkt, bis du, mein brachter Fahrt. Du hast heut Lebensfürst, einst meines Leibes aus Gnaden mich vor allem Glieder aus dunklen Grüften wie⸗ Schaden als dein Kind bewahrt. der zu Tage führen wirst. Keine Not, kein Leid, kein Tod 6. Wenn ich mein Werk be- hat, o Vater, mich berühret, weil ginne bei meiner Arbeitsschicht, du mich geführet. Berufs- und S 2. O wie war mein Leben von Gefahr umgeben in der tiefen Kluft! Wetter, Bruch und Wände drohten mir das Ende in der finstern Gruft. Doch du hast bei aller Last deinen Schutz tandeslieder. 347 3. Die Gäng tust du veredlen gar und lässest auch noch immer— dar Erz wachsen in der Erden; dein göttlich Kraft stets Mittel schafft, daß wir erhalten werden. an mir erneuet und mich nun befreiet. ö 3. Herr, auf meinen Wegen hab ich deinen Segen überall gespürt. Du hast meine Tritte und all meine Schritte gnädig⸗ lich regiert. Freude dich, meinen Hort und Helfer, preisen und dir Dank erweisen. 4. Ja dich will ich loben hier und einst dort oben und mich deiner freun. Stets soll mein Gemüte für die große Güte fromm und dankbar sein. Doch, mein Licht, verlaß mich nicht, schütze ferner Leib und Seele, die ich dir befehle. Nun kann ich mit 4. O reicher Gott, wir bitten dich, segn unser Bergwerk mil— diglich, gib Notdurft diesem Leben! Dein Vaterherz woll uns gut Erz, auch reichlich Wasser geben! 5. Dein reines Wort bei uns erhalt, behüt die Bergleut jung und alt, tu reich Ausbeut be— scheren! So wollen wir auch danken dir und deinen Namen ehren. Matthäus Wieser. 1668. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 540. Mi. Fr Freude will ich heben an, den höchsten Gott, s viel ich kann, zu loben und zu ehren. Auf, auf, ihr christlichen Berg— Bei Bergfesten. Mel. Auf dich hab ich gehoffet. 539 O Bergwerks⸗ schöpfer, höch— ster Gott, allmächtiger Herr Zebaoth, sei von uns hoch ge— priesen! Zu aller Stund, aus Herzensgrund sei dir Lob, Ehr erwiesen! 2. Dein Allmacht ist doch lobenswert, du hast geschaffen in der Erd nach deinem Wohl— gefallen und schentst uns frei Gold, Silber, Blei, auch allerlei und Metalle n. leut, rühmt Gottes groß All⸗ mächtigkeit, helft mir sein Lob vermehren! Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 2. Zuvörderst lasset uns mit Fleiß dem Herren sagen Dank und Preis, daß er uns hat ge— schenket sein reines Wort, das höchste Gut, das Leib und Seel erquicken tut, so oft man sein gedenket. Fröhlich, lieblich jubi— lieret, triumphieret, singet alle lobt Gott mit großem Schalle! 1 ö 4 IIi N i Nl IA * II I ö ö 6 348, 3. Glück, Heil und Segen mannigfalt, Nahrung dazu für „Jung und Alt hat er nach Not— durft geben. Sein Gnade währet immerdar; sie hat nun lange Zeit und Jahr gefristet unser Leben. Fröhlich, lieblich jubilieret, trium— phieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 4. Wenn wir ausfahren oder ein, sendt er uns seine Engelein, die himmlischen Heerscharen, und Berufs- und tut denselbigen Befehl, sie sollen unser Leib und Seel vor allem Fröhlich, lieb⸗ lich jubilieret, triumphieret, singet Leid bewahren. alle und lobt Gott mit großem Schalle! 5. Herr Jesu Christ, du edler Hort, erhalt uns nur dein rei— nes Wort, drum wir dich herz— lich bitten. Tu auf dein reiche milde Hand und segne unser ganzes Land, all Bergwerk und Schmelzhütten! Hilf, Herr, be— scher Glück auf Erden, bis wir werden zu dir kommen, in den Himmel aufgenommen. Matthias Wieser. 1668. Mel. Ach erkennet, liebste Seelen. 541 Tyrs euch sehr, I. o ihr Bergleut alle, Standeslieder. Geist dazu, daß er fristet unser Leben und verleiht uns Fried und Ruh. 2. Lob und Dank solln wir er⸗ weisen der heilgen Dreieinigkeit und des Herren Namen preisen, der uns treulich Hülfe leiht; in dem Himmel hoch dort oben sin⸗ gen ihm die Engel fein, hier auf Erden solln Gott loben all, die seine Diener sein. 3. Brot und Wein wächst aus der Erde und der Menschen Herz erfreut, daß uns allen sichtbar werde seine Güt und Freundlich— keit; Gold und Silber, Erz und Steine haut man aus den Ber⸗ gen viel, davon leben Groß und Kleine, wer sich redlich nähren will. 4. Tief wir Bergleut sind verborgen in den Schächten tief und lang, trauen Gott und wolln nicht sorgen, loben laut ihn mit Gesang; Schlägl und Eisen führn in Händen, das soll unsre Nah— rung sein, Gott woll uns sein Engel senden, fröhlich fahrn wir aus und ein. 5. Wagen müssen wir das Le⸗ ben in das edle Bergwerk'nein, uns tief unter Klüft begeben, hauen Erz aus festem Stein; Glück und Segn bedürfen alle, die ihr rechte Christen seid, lobet ei, das geb uns Gott mit Freud, Gott mit vollem Schalle, danket daß wir loben ihn mit Schalle seiner Gütigkeit, daß er uns sein Wort gegeben und den heilgen hier und dort in Ewigkeit. Matthäus Wieser. 1668. — — X zEr:, n.. — 349 XXV. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Bei Krieg und Frieden. Eigene Melodie. 42 Dꝛ Friedefürst, — Herr Jesu Christ, wahr Mensch und wah⸗ rer Gott, ein starker Nothelfer du bist im Leben und im Tod. Drum wir allein im Namen dein zu deinem Vater schreien. 2. Recht große Not uns stößet an von Krieg und Ungemach, daraus uns niemand helfen kann denn du, drum führ die Sach! Den Vater bitt, daß er ja nicht im Zorn mit uns woll fahren. 3. Gedenk, Herr, jetzo an dein Amt, daß du ein Fried⸗ fürst bist, und hilf uns gnädig allesamt jetzo zu dieser Frist! Laß uns hinfort dein göttlich Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 543. err unser Gott, laß nicht zu schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zu schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen; ach kehre dich mit Gnade zu uns Armen, laß dichs erbarmen! 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde! Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde, sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens Wort im Fried noch länger ists, auf Menschenhülfe bauen; schallen! 4. Verdienet habn wir alles wohl und leidens mit Geduld; doch größer deine Gnad sein soll denn unsre Sünd und Schuld; darum vergib nach deiner Lieb, die du fest zu uns trägest. 5. Erleucht doch unsern Sinn und Herz durch den Geist deiner Gnad, daß wir damit nicht trei⸗ der unsrer Seele ben Scherz, schad. O Jesu Christ, allein du bist, der solchs wohl kann ausrichten. Jakob Ebert g. 1549 7 1614. mit dir wir wollen Taten tun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das be⸗ drängte kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Joh. Heermann g. 1585 + 1647. Mel. Da Christus geboren war. 5 4 4 Wächter 2 Israel, des sich freuet meine Seel, der du weißest alles Leid deiner armen Christen⸗ 350 heit, o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hülfreiches Angesicht! 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt über— all; täglich wird der Trübsal mehr. Hilf, ach hilf, schütz deine Lehr! Wir verderben, wir ver— gehn, nichts wir sonst Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, 9er⸗ du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, hast ver— söhnt uns durch dein Blut, aus⸗ gelöscht der Hölle Glut, wieder— bracht das höchste Gut, 4. Sitzst auch heut ins Vaters Reich, ihm an Macht und Ehre gleich, unser einger Gna— denthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, vor klopfen an die Gnadentür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigentum, dein Herzen wendt, Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. mit uns in aller Not, neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit, Trutz dem, der uns tu ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 8. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht, unsrer Feinde Schar zertrenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 9. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft, deine Christen traun auf dich, auf dich traun sie festiglich. Laß sie werden nicht zu schand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch all bekannt. 10. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen daß der Krieg gewinnt ein End. 11. Jesu, wahrer Friedens-⸗ fürst, der der Schlange hat ger⸗ Erbarmen hat kein End, deines knirscht ihren Kopf durch seinen Vaters Zorn abwend, der jetzt Tod, bei wie ein Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, wiederbracht den Fried Gott, gib uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk als ein Jesus Hülfe leist! Hilf freuen sich, dafür ewig preisen mit deiner starken Hand, Men⸗ schenhülf hat sich gewandt. Eine Maner um uns bau, daß dem Feinde davor grau und mit Zittern sie anschau. 7. Treuer Hort Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott dich. Joh. Heermann g. 1585 1 1647. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren 545. G⁵⁴ Lob, nun ist erschollen das edle Fried- und Freudenwort, jetzt 3 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse.—3⁵⁴ daß nunmehr ruhen sollen die dürre, wüste Heid, ihr Gräber Spieß und Schwerter und ihr voller Leichen und blutgen Hel— Mord. Wohlauf und ene nun wieder dein Saitenspiel her⸗ vor, o Deutschland, und ung Lieder im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Wir haben nichts verdienet als schwere Straf und großen Zorn, weil stets noch bei uns grünet der freche, schnöde Sün⸗ dendorn. Wir sind fürwahr ge— schlagen mit harter, scharfer Rut, und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße tut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Sei tausendmal willkommen, du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für From⸗ men dein Beiunswohnen in sich hab. In dir hat Gott ver⸗ — all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drüct sich selbst den Pfeil das Herze und löscht aus Unverstand die des Herzleids in güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz . als ihr zerstörten Schlösser a Städte voller Schutt und schönen nd Stein, ihr vormals Felder, mit frischer Saat bestreut, aber lauter Wälder 546. und men deine denschweiß, der Helden, deren gleich hen auf Erden man nicht weiß. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Tränen⸗ bach aus beiden Augen rinnen, geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher gesendet, das hast du ausgelacht; nun hat er sich gewendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Drin-⸗ gen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit nt und Gutestun. 6. Ach laß dich doch D hart Wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als das harte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknes Muts, der Friede, den er gibet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt g. 1607 7 1676. Nun danket alle Gott. err Gott, dich loben wir, re⸗ gier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Glut in unsern Herzen glimmen! Komm, komm, o edle Flamm, ach komm zu uns allhier, so singen wir mit Lust: Herd Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rüh⸗ Macht mit herzlichem Mel. 35⁵² Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Gemüte. Es steiget unser Lied 8. Herr Gott, wir danken dir bis an des Himmels Tür und und bitten, du wollst geben, daß tönt mit großem Schall: Herr wir auch künftig stets in stolzer Gott, dich loben wir. Ruhe leben. Krön uns mit 3. Herr Gott, dich loben wir deinem Gut, erfüll jetzt nach für deine großen Gnaden, daß Begier, o Vater, unsern Wunsch! du das Vaterland von Krieges⸗ Herr Gott, wir danken dir. last entladen, daß du uns blicken Johann Franck g. 1618 1 1677. läßt des güldnen Friedens Zier;— drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben Mel. Valet will ich dir geben. wir, die wir in vielen Jahren 5 47 W' lieblich ist der der Waffen schweres Joch und 2 0 Maien aus frechen Grimm erfahren. Jetzt lauter Gottesgüt, daß sich die rühmet unser Mund mit herz- Menschen freuen, weil alles licher Begier: Gott Lob, wir grünt und blüht. Die Tier sieht sind in Ruh! Herr Gott, wir man jetzt springen mit Lust auf danken dir. grüner Weid, die Vöglein hört 5. Herr Gott, dich loben wir, man singen, die loben Gott mit daß du die Pfeil und Wagen, Freud. Schild, Bogen, Spieß und 2. Herr, dir sei Lob und Ehre Schwert zerbrochen und zer- für solche Gaben dein! Die schlagen. Der Strick ist nun Blüt zur Frucht vermehre, laß entzwei, darum so singen wir sie ersprießlich sein! Es steht in mit Herzen, Zung und Mund: deinen Händen, dein Macht und Herr Gott, wir danken dir. Güt ist groß, drum wollst du 6. Herr Gott, dich loben wir, widerwenden Meltau, Frost, daß du uns zwar gestrafet, jedoch Reif und Schloß! in deinem Zorn nicht ganz hast 3. Herr, laß die Sonne blicken weggeraffet; es hat die Vater-hins finstre Herze mein, damit hand uns deine Gnadentür jetzt sichs möge schicken fröhlich im wieder aufgetan: Herr Gott, Geist zu sein, die größte Lust wir danken dir. zu haben allein an deinem 7. Herr Gott, wir danken dir, Wort, das mich im Kreuz kann daß du Land, Kirch und Häuser, laben und weist des Himmels den edlen Fürstenstamm und Pfort. dessen grüne Reiser bisher er⸗ 4. Mein Arbeit hilf vollbrin— halten hast; gib ferner Gnad gen zu Lob dem Namen dein allhier, daß auch die Nachwelt und laß mir wohl gelingen, im — sing: Herr Gott, wir danken dir. Geist fruchtbar zu sein, die Jahreszeiten. *„* VI 1.—— Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 353 Blümlein laß aufgehen von Lustgeschrei der Schaf und ihrer 55 1 11 ichnHre Tugend mancherlei, damit ich Hirten. mög bestehen und nicht ver⸗ 6. Die unverdroßne Bienen⸗ werflich sei. schar fleugt hin und her, sucht Martin Behm geb. 1557 f 1622. hie und dar ihr edle Honigspeise; EE des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk ö ä Eigene Melodie. 5. G² aus, mein und Kraft in seinem schwachen eO. Herz, und suche Reise. Freud in dieser lieben Sommer⸗ 7. Der Weizen wächset mit zeit an deines Gottes Gaben, Gewalt; darüber jauchzet jung schau an der schönen Gärten Zier und alt und rühmt die große und siehe, wie sie mir und dir Güte des, der so überflüssig labt sich ausgeschmücket haben. und mit so manchem Gut begabt Die Bäume stehen voller das menschliche Gemüte. Mub, das Erdreich decket seinen§. Ich selber kann und mag Staub mit einem grünen Kleide; nicht ruhn, des großen Gottes Narzissen und die Tulipan die großes Tun erweckt mir alle ziehen sich viel schöner an als Sinnen; ich singe mit, wenn Salomonis Seide. ö alles singt, und lasse, was dem * Die Lerche schwingt sich in Höchsten klingt, aus meinem die Luft, das Täublein fleugt Herzen rinnen. aus seiner Kluft?) und macht 9. Ach, denk ich, bist du hier sich in die Wälder; die hochbe⸗so schön und läßt dus uns so gabte Nachtigall ergetzt und füllt lieblich gehn auf dieser armen mit ihrem Schall Berg, Hügel, Erden, was will doch wohl Tal und Felder.„Jerem. 48, 28. nach dieser Welt dort in dem Die Glucke führt ihr reichen Himmelszelt und güldnen Völklein aus, der Storch baut Schlosse werden? und bewohnt sein Haus, das 10. Welch hohe Lust, welch Schwälblein speist die Jungen; heller Schein wird wohl in der schnelle Hirsch, das leichte Christi Garten sein? Wie muß Reh ist froh und kommt aus es da wohl klingen, da so viel seiner Höh ins tiefe Gras ge-tausend Seraphim mit einge⸗ sprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich in ihrem Rand mit schattenreichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom stimmtem Mund und Stimm ihr Halleluja singen? 11. O wär ich da! O stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! so wollt ich nach der 35⁴4 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Engel Weis erhöhen deines Na- 2. Mein Gott, gib mir bei mens Preis mit tausend schönen dieser Freud des Herzens wahre Psalmen. Dankbarkeit, daß ich dir diene 12. Doch gleichwohl will ich, für und für und sing dir fröh⸗ weil ich noch hier trage dieses lich dort und hier. Halleluja! Leibes Joch, auch nicht ganz Joh. Olearius g. 1611 1 1684. stille schweigen; mein Herze soll— + sich fort und fort an diesem Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. und an allem Ort zu denem 550 Ge Lob, die schöne Lobe neigen. 2 Sommerzeit ist 13. Hilf mir und segne meinen da, die mir mein Herz erfreut. Geist mit Segen, der vom Him⸗ Laub und Gras steht in voller mel fleußt, daß ich dir stetig Pracht, weil Gott hat alles wohl blühe; gib, daß der Sommer gemacht. Halleluja.. deiner Gnad in meiner Seele 2. Mein Gott, laß mich früh und spat viel Glaubens-— die Erntefreud erinnern meiner frücht erziehe. Herrlichteit, wenn kommt der 14. Mach in mir deinem Geiste letzte Sommertag, daß man dir Raum, daß ich dir werd ein ewig soteen mag. Halleluja! guter Baum, und laß mich wohl Joh Olearius g. 1644 1 1684. bekleibenx). Verleihe, daß zu— deinem Ruhm ich deines Gar⸗Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. tens schöne Blum und Pflanze 551 GRt ul möge bleiben.„fest wurzeln. zeit zeiget sich, 15. Erwähle mich zum Para⸗ Gott segnet das Land mildiglich; deis und laß mich bis zur was Nahrung bringt, was uns letzten Reis an Leib und Seele erfreut, das schenkt uns Gott grünen, so will ich dir und zu dieser Zeit. Halleluja deiner Ehr allein und sonsten 2. Mein Gott, laß deine Güt keinem mehr hier und dort ewig und Gnad mich dankbar finden dienen. früh und spat, gib mir, was Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. hier mein Herz erfreut, gib mir —— 3 dort deine Seligkeit! Halleluja! Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Joh. Olearius g. 1614 1 1684. 549 Gd 2 die Frühlingszeit, Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. da sich die ganze Welt erneut, es 552 G Lob, die kalte Winterzeit bringt grünt, es blüht, es singt und springt, daß Gottes Lob und uns die werte Weihnachtsfreud, Ruhm erklingt. Halleluja! das Jahr geht aus, die Freud — EE E* Sr Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Halleluja! 2. Mein Gott, gib mir das wahre Licht! Wenn mir gleich Licht und Freud gebricht, sei du mein Trost, mein Licht und Freud, daß ich dir sing in Ewigkeit. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 1 1684. ist Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. — reuet euch der schö— 553. F nen Erde, denn sie ist wohl wert der Freud. O was hat für Herrlichkeiten unser Gott 96 ausgestreut! 2. Und doch ist sie seiner Füße reichgeschmückter Schemel nur, ist nur eine schön begabte wun⸗ derreiche Kreatur. 3. Freuet euch an Mond und Sonne und den Sternen allzu— mal, wie sie wandeln, wie sie leuchten über unserm Erdental. 4. Und doch sind sie nur Geschöpfe von des höchsten Gottes Hand, hingesät auf seines Thrones weites, glän— zendes Gewand. 5. Wenn am Schemel seiner Füße und am Thron schon solcher Schein, o was muß an seinem Herzen erst für Glanz und Wonne sein! .. Phil. Spitta g. 1801 7 1859. Zur agelfeier. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Vater, deine 554. O Sonne scheint auf Bös und Fromme, Freund ist da, das Licht, das aue Jahr st da wärme und aufricht, 9.— 50 und Feind, es wird die ganze Welt erleucht, mit Tau und Regen auch befeucht. 2. Du machst die Berg und Auen naß und läßt drauf wach— sen Laub und Gras, damit die Tiere mannigfalt im Feld sich nähren und im Wald. 3. Uns Menschen gibst du Brot und Wein, daß unser Herz kann fröhlich sein; du machst, daß es die Erde bring, und unsre Arbeit uns geling. 4. Wir bitten deine Gnad und Güt: Dein eigne Wohltat uns behüt, die Frücht der Erde uns bewahr und gib uns ein gesegnet Jahr! 5. Ein fruchtbar Wetter uns bescher, Frost, Hagel, Mißwachs von uns kehr! Wind, Regen, Tau und Somnenschän muß deinem Wort gehorsam sein. 6. Wiewohl sich Sünde bei uns findt, denk, daß wir deine Kinder sind, und tu auf deine milde Hand, dein Fußstapf segne unser Land! Um Sonnenschein. 7. Den Himmel mach von Wolken rein, auf daß die Sonn beständig schein und bald er— was sonst verdirbt und wird zunicht. Um Regen. 8. O Gott, erhöre unsre Bitt und teil uns milden Regen mit, daß wir genießen deine Gab, und auch das Vieh sein Futter hab. 22— 356 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 9. Wenn deine Gnad das Jahr. 6. Du unser lieber Vater bist, denn krönt, sind wir mit deinem weil Christus unser Bruder ist; Gut belehnt; tu aber dieses drum trauen wir allein auf dich noch dazu und gib Gesundheit, und wolln dich preisen ewiglich. Fried und Ruh! Niklas Herman 1 1561. 10. Bei dir steht alles, Herr,— allein, wir wolln dir treu und Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. dankbar sein und deines großen 556 D Land wollst Namens Ehr dafür ausbreiten 8 du bedenken mit mehr und mehr. Hannov. Gsb. 1646. deinem Segen reich und sein Nach Niklas Herman 1 1561. Gepflügtes tränken, mit Regen ————ää äü—— machen weich; laß sein Gewächs Mel Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. es geben zur Notdurft diesem 5 5 5 Bica uns, Herr, Leben! Wir wolln dir dank⸗ das täglich Brot, bar sein. vor Teurung und vor Hungers⸗ Vineentius Schmuck g. 1565 4 1628. not behüt uns durch dein lieben ter Ahre in dem höch— Beim Gewitter⸗ n Thron! Mel. 1111 ů 2. O Herr, tu auf dein milde Mel. Auf 2—30 Pn ö Hand, mach uns dein Gnad und 57 E Wetter steige 10 auf. Mein Herz, Güt bekannt, ernähr uns, dunen Gott hinauf! Fall ihm ge⸗ schwind zu Fuße durch wahre Reu und Buße, damit gleich deine Sünden durch Christi Tod Kinderlein, der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, verschwinden. auch vernimm, denn aller 0—.0 2. Herr, der du gut und fromm, du Schöpfer bist und allem Vieh zn dir ich gläubig komm, bitt mir sein Futter gibst. auus dein Erbarmen, hab Chri— 4. Gedenk nicht unsrer Misse⸗ stum auf den Armen; um dessent⸗ tat und Sünd, die dich erzürnet willen schone, mir nicht nach hat; laß scheinen dein Barm-Sünden lohne! herzigkeit, daß wir dich lobn in 3. Durch Christi teures Blut Ewigkeit. mach mir ein Herz und Mut, 5. O Herr, gib uns ein das sich nicht knechtisch scheue, fruchtbars Jahr, den lieben das vielmehr deiner Treue in Kornbau uns bewahr, vor Teu- allem kindlich traue und auf dein rung, Hunger, Seuch und Helfen baue. Streit behüt uns, Herr, zu 4. Ich will mit dem, was dieser Zeit! ö mein, dir ganz ergeben sein; dein Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Flügel wird uns decken, verjagen alles Schrecken und la ssen uns aus Gnaden das Vetter gar nicht schaden. 5. Wohlan, verlaß uns nicht, bleib unsre Zuversicht und laß dein Vaterlieben auch jetzt an So wolln wir, dir Preis und a uns sich üben! weil wir leben, Ehre geben. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt g. 1637 1 1706. Nach dem Gewitter. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. 558. err Gott, nun sei gepriesen, daß du zu dieser Zeit uns Schutz und Schirm erwiesen in der lichkeit des Donners, der uns schreckte, des Blitzes, der sich streckte auf unser Hof und Haus. ö 2. Wir haben klar gesehen, Herr, deine große Macht, vor dir kann nichts bestehen; denn wenn dein Donper kracht, und sich dein Blitz entzündet, ach Gott, ach so befindet sich alles in Gefahr. 3. Das Wetter ist vergangen, vorbei ist die Gefahr, wir haben Schutz empfangen durch Gott, der bei uns war; Haus, Hof, Gut, Leib und Leben und was er sonst gegeben blieb uns ganz unversehrt. 4. So voller Güt und Gnaden ist der getreue Gott, der uns bewahrt vor Schaden in so sehr 357 großer Not; drum wir ihn herz—⸗ lich loben, sein Ruhm sei hoch erhoben, o weit der Erdkreis geht. 5. Laßt uns uns fertig machen, daß, wenn der jüngste Tag mit Donnern und mit Krachen viel— leicht bald kommen mag, wir alle so bestehen, daß wir mit Gott eingehen zur ewgen Selig—- keit. 1719. Bei anhaltender Dürre. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. ch Herre, du ge⸗ 559. rechter Gott, wir habens wohl verdienet mit unsrer Sünd m1 Missetat, daß unser Feld nicht grünet, daß Vieh und M euschen traurig sein. Wenn du zuschließt den Himmel dein, dann müssen wir ver⸗ schm lachten. 2. Herr, unsre Sünd erkennen wir, die wollst du uns verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Hülf tu uns verleihen; gib Regen und den Segen dein um deines Namens willn allein, Herr, unser Gott und Tröster! 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund! Um deines Namens willen bitten wir dich von Herzensgrund, tu unsre Not doch stillen vom Himmel mit dem Regen dein! Dein ist der Himmel ja allein, ohn dich kann es nicht regnen. 4. Es steht in keines andern Hand, daß er sollt Regen geben; 358 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. den Himmel hast du ausgespannt, 5. Gib uns von deinem Him⸗ darinnen du willst schweben. All- melssaal dein klares Licht und mächtig ist der Name dein, Sonne und laß uns wieder solchs kannst du alles tun überall empfinden Freud und allein, Herr, unser Gott und Wonne, daß alle Welt erkenne Tröster! 1592. frei, daß außer dir kein Segen — sei im Himmel und auf Erden. Bei anhaltender Nässe. 5357. 5 Mel. Aus tieser Not schrei ich zu dir. Am Erntedankfest. Mel. 1. Eigene Melodie. 560 O der du un 561 No preiset alle Firmament mit Gottes Barm— Wolken tust bedecken, der du herzigkeit, lob ihn mit Schalle, imgleichen kannst behend das werteste Christenheit! Er läßt Sonnenlicht erwecken, halt doch dich freundlich zu sich laden. mit vielem Regen ein und gib freue dich, Israel, seiner Gnaden!— uns wieder Sonnenschein, daß 2. Der Herr regieret über die unser Land sich freu. ganze Welt; was sich nur rühret, 2. Die Felder trauern weit und alles zu Fuß ihm fällt. Viel breit, die Früchte leiden Schaden, tausend Engel um ihn schweben, weil sie von vieler Feuchtigkeit Psalter und Harfen ihm Ehre und Nässe sind beladen; dein geben. Segen, Herr, den du gezeigt uns 3. Wohl auf, ihr Heiden, lasset Armen, sich zur Erde neigt und das Trauern sein, zur grünen will fast ganz verschwinden. Weide stellet euch willig ein! 3. Das machet unsre Misse- Da läßt er uns sein Wort ver⸗ tat und ganz verkehrtes Leben, künden, machet uns ledig von so deinen Zorn entzündet hat, allen Sünden. ö daß wir in Nöten schweben; Herr. 4. Er gibet Speise reichlich wir bekennen unsre Schuld: weil und überall, nach Vaters Weise wir die Buße nicht gewollt, so sättigt er allzumal; er schaffet muß der Himmel weinen. früh und späten Regen, füllet 4. Doch denke wieder an die uns alle mit seinem Segen. Treu, die du uns hast ver⸗ 5. Drum preis und ehre seine sprochen, und wohne uns in Barmherzigkeit, sein Lob ver- Gnade bei, die wir dich kind⸗ mehre, werteste Christenheit! uns lich suchen. Wie hält so hart sich soll hinfort kein Unfall schaden, dieser Zeit dein Herz und sanfte freue dich, Israel, seiner Gnaden! Freundlichkeit; du bist ja unser Matthäus Apelles v. Löwenstern Vater. g. 1594 1 1648. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 562 Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber teilest deine Ga⸗ ben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich, ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? die Notdurft keinem fehlen, denn du weißt allen vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener all— zumal. 4. Und also wächst des Men— schen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich vielfältger Weise, was an⸗ fangs schien als wär es tot, bis Doch muß 359 6. Wir wollens auch keinmal vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens enkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann g. 1648 4 1715. Nach der Ernte. Mel. Von Gott will ich nicht lassen, oder Aus meines Herzens Grunde. 563 Di Ernt ist nun zu Ende, der Segen eingebracht, woraus Gott alle Stände satt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebeswerken, drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft uns ohne Bitte getan, was uns gefällt; die immer noch ge— schont, ob wir gleich gottlos leben, die Fried und Ruh gegeben, daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen hat böses Tun verderbt, den wir auf guten Wegen sonst zu der Ernte jung und alt er-hätten noch ererbt; doch hat langet seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder ist hier gar zu viel. So viel als dein Erbarmen hat kein Ziel, denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. Sott mehr getan aus unver—⸗ dienter Güte, als Mund, Herz und Gemüte nach Würden rüh— men kann. du kann niemand schenken, und 4. Er hat sein Herz geneiget, uns Sünder zu erfreun, genug— sam sich bezeuget durch Tau und Sonnenschein. Wards aber nicht geacht, so hat er sich verborgen 360 und durch verborgne Sorgen zum Beten uns gebracht. 5. O allerliebster Vater, hast viel Dank verdient; du mildester Berater machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, du dich loben wir für abgewandten Schaden, für viel und große Gnaden; Herr Gott, wir dan— ken dir. ö 6. Zum Danken kommt das Bitten: Du wollest, frommer Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Not, gib friedensvolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben, regier die Obrigkeit! 7. Besonders laß gedeihen dein reines, wahres Wort, daß wir uns dessen freuen, und auch an unserm Ort dies gute Samkörnlein verlangte Früchte bringe, und wir in allem Dinge recht fromme Leute sein. 8. Gib, daß zu dir uns lenket, was du zum Unter⸗ halt des Leibes hast geschenket, daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben. O laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, wo er der Ruh geneußt, wo ihm kein Leid bewußt; so ernten wir mit Freu— den, nach ausgestandnem Leiden die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann g. 1680 4 1766. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. den Hügeln, Bei reichlicher Ernte. 4% Ach erkennet, liebste Seelen. 564. Hen die Erde ist V gesegnet von dem Wohltun deiner Hand, Güt und Milde hat geregnet, dein Geschenk bedeckt das Land. Auf in den Gründen ist dein Segen ausgestreut; unser Warten ist gekrönet, unser Herz hast du erfreut. 2. Aller Augen sind erhoben, Herr, auf dich zu jeder Stund, daß du Speise gibst von oben und versorgest jeden Mund. Und du öffnest deine Hände, dein Vermögen wird nicht matt, deine Hülfe, Gnad und Spende machet alle froh und satt. 3. Gnädig hast du ausgegossen deines Überflusses Horn, ließest Gras und Kräuter sprossen, ließest wachsen Frucht und Korn. Mächtig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, und das Gut steht unversehret, und gesegnet ist das Jahr. 4. Herr, wir haben solche Güte nicht verdient, die du getan; unser Wissen und Gemüte klagt uns vieler Sünden an. Herr, verleih, daß deine Gnade jetzt an unsre Seelen rührt, daß der Reichtum deiner Milde unser Herz zur Buße führt. 5. Hilf, daß wir dies Gut der Erden treu verwalten immerfort; alles soll geheiligt werden durch Gebet und Gottes Wort. Alles, was wir Gutes wirken, ist gesät Lieder für besondere Zeiten und? Verhältnisse. 361 in deinen Schoß, und du wirst auf seiner Bahn und wollen ihn die Ernte senden unaussprechlich reich und groß. 4 Rud. Heinr. Puchta g.1808 4 1858. Bei sparsamer Ernte. Mel. Was Gott tut, das ist wohl getan. 565 Wo Gott tut, das ist wohl getan, so denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht ninder. Er zieht das Herz doch ob wir gleich oft himmelwärts, ot Mangel traurig auf Erden bei werden. 2. Was Gott tut, das ist wohl getan. Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets= wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und gibt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott tut, das ist wohl getan. Er e uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen; weil er allein der Schatz will sein, so nimmt er andre Güter und bessert die Gemüter. 4. Was Gott tut, das ist wohl getan. Es geh nach seinem Willen. Läßt sich es auch zum Hunger an, weiß er ihn doch zu stillen, obgleich das Feld nicht viel enthält. Man kann bei wenig Brocken satt werden und frohlocken. 5. Was Gott tut, wohl getan. traurig stehen, wir gehn getrost erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenskraft, es nennt uns Gottes Erben, wie können wir en verderben? 7 Was Gott tut, das ist oh getan, so wollen wir stets schließen. Ist gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ists genung zur Sättigung, wenn Gott das t Wenge segnet und uns mit Huld begegnet. Lüneb. Gsb. 1767. Nach Benj. Schmolck g. 1672 + 1737 Auf Reisen. Eigene Melodie, oder Dies sind die heilgen zehn Gebot. 66.3 Qn Gottes Namen 2 fahren wir, sein heilger Engel geh uns für wie dem Volk in Agypten⸗ Land, das dels Pharaonis Hand. yri⸗ eleis 2. Herr, du wollst unser G'leitsmann sein und mit uns gehen aus und ein und zeigen alle Steig und Steg, wehre dem Unfall auf dem Weg! Kyrieleis! 3. So wird kein Berg noch tiefes Tal, kein Waßr uns irren überall; fröhlich kommn wir an unsern Ort, wenn du uns gnä⸗ dig hilfest fort. Kyrieleis! 4. Herr Christ, du bist der rechte Weg zum Himmel und der einge Steg; hilf uns Pilgrim das agan S Vaterland, weil du dein Blut Das Feld n hast dran gewandt. Kyrieleis! Niklas Herman 1 1561. 36² Eigene Melodie. 2* 67 Bis du gleich ferne 0 von Bekannten, was schadets, da dir früh und spät ein Heer von g länzenden Trabanten umher um deinen Wagen steht? 2. Was schadets, wenn die Freunde scheiden, und kein Ge⸗ fährte mit dir geht, da dich die Engel selbst begleiten, und Jesus dir zur Seite steht? 3. Die finstre Nacht darf dichen nicht schrecken, die über Land und Meere fällt; will gleich die Sonne sich verstecken, dein Jesus ist das Licht der Welt. 4. Er, der die Sonne selbst formieret, Hand dich führet, Nacht auch selbst ein Licht. 5. Ich weile hier im fremden Lande, allein in Gottes Eigen⸗ find ich gleich lauter Un⸗ tum; bekannte, so kennt mich doch mein höchster Ruhm. 6. Mein Hort, in dem mein Herz versenket, holdes Angesicht zeigt mir sein und spricht: Mein Kind, sei ungekränket, dein treuer Vater läßt dich nicht. Siehe auch Rr⸗ 393, V. 10 bis 15. Bei Sturm und Wassersnot. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 568 Zenn wir in V 1 Wassersnöten sein, so rufen wir zu dir allein, o treuer Gott, und bitten dich: Hilf uns doch jetzo gnädiglich! bedarf des fremden Lichtes nicht; wenn dessen weise ist dir die Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 2. Der Sturmwind braust und saust gar sehr, das Meer bewegt und schlägt noch mehr, das Wasser steiget in die Höh und dräuet uns bei voller See. 3. Die Deiche sind gar nicht imstand, zu schützen unser festes Land, wo nicht, o Gott, dein All— machtshand befestigt unser Land und Strand. 4. Drum steur und wehr, o Vater, ab, daß nicht das Meer werd unser Grab; verhüte, daß durch deinen Grimm wir nicht im Wasser kommen um! 5. Dein Schutz sei unser Damm und Deich, so sind be— schützet arm und reich; dein Schutz halt aller Orten Wach, sonst ist verloren unsre Sach. 6. Sieh, Herr, nicht unsre Sünden an und was der Mensch versehen kann, durch Jesum laß uns gnädig nach die Sünd und alles Ungemach! 7. Des Wassers schreckliche Gewalt in Gnaden hemm und rett uns bald! So soll dich preisen Kindeskind, wir auch, wenn wir erlöset sind. 3651 von Stöcken g. 163311684. Cigene Mel lodie 569 Wie mit grimm— 2 gem Unverstand Wellen sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land vor des Sturmwinds Schlägen! Einer ist, der in der Nacht, Einer ist, der uns bewacht: Christ Kyrie“), komm zu uns auf die See!„Herr. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 2. Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Steuer bricht, wo nun Rettung finden? Wo sonst als nur bei dem Herrn? Seht ihr nicht den Abendstern? Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 3. Einst, in meiner letzten Not, laß mich nicht versinken! Sollt ich von dem bittern Strom Well auf Welle trinken, reiche Herr, 36³ mir dann liebentbrannt, Herr, deine Glaubenshand! Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 4. Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen, loben dich mit Herz und Mund, loben dich zu jeder Stund. Christ Kyrie, ja dir gehorcht die See! Joh. Daniel Falk g. 1768 7 1826. Eigene Melodie. 57 Ich wollt, daß ich 0 2 ꝗ daheime wär und aller Welt Trost hätt nicht mehr. 2. Ich mein, daheim im Him— melreich, da ich Gott schaue ewiglich. 3. Wohlauf, mein Seel, und richt dich dar, dort wartet dein der Engel Schar. 4. Denn alle Welt ist dir zu klein, du kommest denn erst wie— der heim. 5. Daheim ist Leben ohne Tod, und ganze Freud ohn alle Not. 6. Da ist Gesundheit ohne Weh und währet heut und je und je. 7. Da sind doch tausend Jahr wie heut, und nichts, das dich verdrießt und reut. 8. Wohlauf, mein Herz und all mein Mut, und such das Gut ob allem Gut! 9. Was das nicht ist, das schätz gar klein und sehn' dich allzeit wieder heim. 10. Du hast doch hie kein Blei— ben nicht, obs morgen oder heut geschicht. E. Lieder von den letzten Dingen. XXVI. Sterbe⸗ und Vegräbnislieder. I1. Da es denn anders nicht kann sein, so fleuch der Welt viel falschen Schein! 12. Bereu dein Sünd und beßre dich, als wolltst du heut gen Himmelreich. 13. Ade, Welt, Gott gesegne dich! Ich fahr dahin gen Him— melreich. Nach Heinrich v. Loufenberg 4 1455. Eigene Melodie. 57 1 Mitan wir im Le⸗ 0 ben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hülfe tu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missetat, die dich, Herr, er— zürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not! Kyri⸗— eleison!(Erbarm dich unser.) 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das tust du, Herr, alleine. Es jammert dein Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, vor der tiefen Hölle Glut! Kyri⸗ 05 on!(Erbarm dich unser.) Mitten in der Holle Angst umire Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde tut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des uch ten Glau⸗ bens Trost! Kyrieleison!(Er— barm dich unser.) Martin Luther g. 1483 4 1546. Nach dem Lateinischen Notkers des ältern Meédia vita in morte sumus. Ev. Cuc. 2. 29— 32. Eigene Melodie. 572. Mis Fried und anen ich fahr dahin in Gottes Wille, getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat: der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Hei— land, den du mich, Herr, hast sehen lan und g' macht bekannt, daß er mir das Leben sei und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vorge— stellt mit großen Gnaden, zu laß uns nicht verzagen 365 seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer auschoit Wort, an allem Ort erschol len. 4. Er ist das Heil und selge Licht für die Heiden, zu er— leuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne⸗ Martin 6664 9. 1483 4 1546. Eigene Melodie. Gemeinde. 57 3. N. laßt uns den Leib begraben und daran kein Zweifel haben, er werd am jüngsten Tag aufstehn und unverweslich hervorgehn. 2. Erd ist er und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gotts Posaune wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhie aus lauter Gnad von aller Sünd und Missetat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist WE zu ein'm selgen End. Er hat getragen Christi Joch, ist 4etorhen und lebet doch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem ihn Gott verklären und ewge Freude wird gewähren. 6. Hie ist er in Angst gewesen, dort aber wird er genesen, in 366 ewiger Freud und Wonne leuch⸗ ten wie die helle Sonne. Sterbe- und Begräbnislieder. Gemeinde und Chor. 8. Das helf uns Christus, 7. Nun lassen wir ihn hie unser Trost, der uns hat durch schlafen und gehn all heim unsre sein Blut erlöst vons Teufels Straßen, schicken uns auch mit G'walt und ewger Pein. Ihm allem Fleiß, denn der Tod kommt sei Lob, Preis und Ehr allein! uns gleicher Weis. Böhmische Brüder. Chor. 1. So traget mich nun immer hin, da ich so lang verwahret bin, hbis Gott, mein treuer Seelenhirt, mich wieder auferwecken wird. 2. Ja freilich durch den Tod ich werd zu Asche wieder und zu Erd, doch wird das schwache Fleisch und Bein von meinem Gott verwahret sein. 3. Mein Leib bleibt hie der Würmer Spott, die Seele lebt bei ihrem Gott, der sie durch sein so bittres Leid erlöset hat zur Seligkeit. 4. Was mich für Trübsal hat verletzt, wird nun in höchste Lust versetzt; ein Jammertal, dort ist ein rechter Freudensaal. 5. Wenn alle Welt zu Trüm— mern bricht, und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verkläret stehn und in das Himmelreich eingehn. 6. Wie manche Widerwärtigkeit hatt ich bei meiner Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt als aller Auserwählten Lust. 7. So laßt mich denn in sanfter die Welt ist nur Georg Neumark. V. 8. Martin Luther. Eigene Melodie. 574 Welt, ich muß dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Le— ben 4. in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Heit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Ster— ben ist mein Gewinn; kein Blei⸗ ben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud fahr ich dahin. 3. Ob mich gleich hat betro— gen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Ver— trauen, sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd kann mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gna— den umsonst durch Christi; Blut. Kein Werk kommt mir zu From⸗ men, so ich will zu ihm kommen; Ruh und geht nach eurer Woh⸗ allein der christlich Glaube gut. nung zu, ein jeder denke Tag für 6. Ich bin ein unnütz Knechte, Tag, wie er auch selig werden mag. mein Tun ist viel zu schlechte, Sterbe- und Begräbnislieder. denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich ster— ben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit; hie tann ich nicht mehr bleiben, der Tod tut mich vertreiben, mein Seele sich vom Leibe sch Jeidt. 8. Damit fahr ich von hinnen. Welt, tu dich heinhen⸗ denn du mußt auch hernach; tu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren, im Glauben sei du auch nicht schwach! 9. Die Zeit ist schon vorhan— den, hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wa— chen, sonst all irdische Sachen sollst du gutwillig geben dran. 10. Das schenk ich dir am Ende: Ade, zu Gott dich wende! Zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmer— zen, nimm mein Abschied 61 Herzen! Meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr ätitt Hesse(2) 9. 1490 1+ 1547. Eigene M lodie 575 W'en mein Stünd— . lein vorhanden ist, und soll hinfahrn mein Straße so g'leit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hülf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in O deine Händ, du wollst sie mir bewahren! viel wie Sand am Meer: 367 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, mein Gewissen wird mich nagen, denn ihr sind doch will ich nicht verzagen, gedenten will ich an dein Tod, Herr Jesu, und dein Wunden rot, die wer— den mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an dei— nem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmer— ) zen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, ein ewigs Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Tods Furcht kann sie vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin, drum fahr ich hin mit Freuden. 5. Ich fahr dahin zu Jesu Christ, mein Arm tu ich aus— strecken; so schlaf ich ein und ruhe fein, kein Mensch kann mich aufwecken denn Jesus Christus, Gottes Sohn; der wird die Him— melstür auftun, mich führn zum ewgen Leben. V. 1—4 Niklas Herman 1561. B. 5 1574. Mel. Vater unser im Himmelreich. 76. H³ Jesu Christ, 7 wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und Sterbe- und Begräbnislieder. mir deins Vaters Huld erwarbst, 7. Sondern ich will mit starker ich bitt durchs bittre Leiden dein, Hand ihn reißen aus des Todes du wollst mir Sünder gnädig sein. Band und zu mir nehmen in 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir ver— geht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zer— bricht, 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt und mir all mensch— lich Hülf zerrinnt: so komm, o Herr Christ, mir behend zu Hülf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammertal, ver— kürz mir auch des Todes Qual! 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt. So nimm sie, Herr, in deine Händ! Der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis sich der jüngst Tag naht herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn ver— leih, am jüngsten G'richt mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnade mir das Leben schenk! Wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und ewig den Tod schmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum ganz verdirbt; mein Reich; da soll er denn mit mir zugleich in Freude leben ewiglich. Dazu hilf uns ia gnädiglich! S. Ach Herr, vergib all unsre Schuld! Hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen festiglich, bis wir ent— schlafen seliglich. Paul Eber g. 1511 17 1569. Mel. Vater unser im Himmelreich. 57 7 Qn Christi Wunden 2 ꝗ schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein, Christi Blut und Gerechtigkeit das ist mein Schmuck und Ehren— kleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud fahr ich dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du führest mich, ins ewge Leben wandre ich mit Christi Blut ge— reinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber(2) g. 1511 1 1569. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 57 8 Hen auf mit Trau⸗ 2 ren und Klagen, ob dem Tod soll niemand zagen; er ist gestorben als ein Christ, sein Tod ein Gang zum Leben ist, ö Sterbe- und Begräbnislieder. 369 2. Der Sarg und Grab drum wird geziert, der Leib ehrlich be— graben wird, damit wir glaubn, er ist nicht tot, er schläft und rnhet sanft in Gott. 3. Wohl scheints, es sei nun alls dahin, weil er da liegt ohn Mut und Sinn; doch soll ihm bald kehren Kraft in alle Glieder. 4. Bald werden diese Toten⸗— bein erwarmen und sich fügen fein zusammen mit Kraft und Leben, Gott wirds herrlich wie⸗ der geben. 5. Ein Weizenkörnlein in der wieder Lebn und Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 2 79 Ach armer Mensch • I doch gar nichts bin, Gotts Sohn allein ist mein Gewinn; daß er Mensch worden ist mein Trost, er hat mich durch sein Blut erlöst. 2. O Gott Vater, regier du mich mit deinem Geiste stetig⸗ lich, laß ln Sohn, mein Trost und Lebn, allzeit in mei— nem Herzen schwebn! 3. Und wenn die Stund vor⸗ handen ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu⸗ Christ, denn ich bin dein, und du bist mein, wie gern Erd liegt erst ganz tot, dürr und wollt ich bald bei dir sein! unwert, doch kommts hervor gar „. Herr Jesu Christe, hilf du schön und zart und bringt viel mir, daß ich ein Zweiglein bleib Frucht nach seiner Art. 6. Der Leib gemacht vom aufersteh, an d dir und nachmals mit dir zu deiner Herrlichkeit Erdenkloß soll liegen in der Erde eingeh. Schoͤß und soll da ruhen ohne Leid, bis daß er wieder aufersteht. 7. Der Seele Haus sollt er hier sein, sein'm Atem drein, ein edles Herz, recht Mut und Sinn war durch die Gabe Christi drin. die blies Gott mit 18 1—3 J. Heune g. 1514 1 1581, V. 4 M. Moller g. 1547 1 1606. Nach dem L Lateinischen des Ph. Melanch⸗ thon Nil sum, nulla miser novi solatia. 580. Eigene Melodie. Qch hab mein Sach Gott heimgestellt, 8. Den Körper nun die Erd er machs mit mir, wies ihm ge— bedeckt, bis ihn Gott wieder auf erweckt, der seins Geschöpfs ge— welchs war nach denken wird, 195 10 Bild ün Ach daß nun käm der selge Tan. da hristus nach seiner Zusag hervor wird bringen ganz was in der Erd ver— scharret war. 1561. Nach dem Latein. des Aurelius Pru⸗ dentius Jam moesta quiescequerela. und gar, fällt; ich will, soll ich hier länger lebn, nicht widerstrebn, sein'm Willn tu ich mich ganz ergebn. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm nicht vor Maß noch Ziel. Es sind gezählt all Härlein mein, beid groß und klein, fällt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhie ein Jammer⸗ tal, Angst, Not und Trübsal 24 370 überall; des Bleibens ist ein kleine Zeit, Mühseligkeit, und, wers bedenkt, ein steter Streit. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenkloß, von Mutterleib her nackt und bloß, er bringt nichts mit auf diese Welt, kein Gut noch Geld, nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft kein Reichtum, Geld noch Gut, kein Kunst noch Gunst noch stolzer Mut; fürn Tod kein Kraut gewachsen ist, mein frommer Christ, alles, was lebet, sterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark, und liegen morgen tot im Sarg; heut blühn wir wie die Rosen rot, bald krank und tot; ist allenthalben Müh und Not. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, wohl aus den Augen und dem Sinn; die Welt ver⸗ gisset unser bald, ob jung, ob alt, auch unsrer Ehren mannig⸗ gesicht werd ich anschaun, dran falt. 8. Ach Herr, lehr uns bedenken wohl, daß wir sind sterblich all—⸗ zumal, auch wir allhie kein Blei— bens habn; müssn all davon, ge— lehrt, reich, jung, alt oder schön. 9. Das macht die Sünd, du treuer Gott, dadurch ist kommn der bittre Tod, der nimmt und frißt all Menschenkind, wie er sie findt, fragt nicht, wes Stands und Ehrn sie sind. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. will, so will ich mit hinfahrn in Fried; sterbn ist mein G'winn und schadt mir nicht. 11. Und ob mich schon mein Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht, ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein liebsten Sohn ge⸗ geben hat. 12. Derselbe mein Herr Jesus Christ für all mein Sünd ge— storben ist und auferstanden mir zu gut, der Hölle Glut gelöscht mit seinem teuren Blut. 13. Dem leb und sterb ich alle⸗ zeit, von ihm der Tod selbst mich nicht scheidt. Ich leb od'r sterb, so bin ich sein, er ist allein der einig Trost und Helfer mein. 14. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in allem Kreuz und Traurigkeit. Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 15. Mein lieben Gott von An⸗ zweifl ich nicht, in ewger Freud und Seligkeit, die mir bereit; ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! 16. O Jesu Christe, Gottes Sohn, der du für uns hast gnug getan, ach schließ mich in die Wunden dein, du bist allein der einig Trost und Helfer mein. 17. Amen, mein lieber from⸗ mer Gott, bescher uns alln ein selgen Tod! Hilf, daß wir mögen 10. Ich hab hier wenig guter allzugleich in deinem Reich bald Tag, mein täglich Brot ist Müh und Klag. Wenn mein Gott mit dir leben ewiglich. Johann Leon 7 1597. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 371 Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 4. Der Leib zwar in der Erden 0 81 9⁰ Helfer, hilf in von Würmern wird verzehrt, doch V— Angst und Not, auferwecket werden durch Chri— erbarm dich mein, du treuer stum schön verklärt, wird leuch— Gott! Ich bin ja doch dein ten als die Sonne und leben liebes Kind trotz Teufel, Welt ohne Not in Himmelsfreud und und aller Sünd. Wonne; was schadt mir denn 2. Ich trau auf dich, o Gott der Tod? mein Herr. Wenn ich dich hab, 5. Ob mich die Welt auch was will ich mehr? Ich hab ja reizet, zu bleiben länger hier, dich, Herr Jesu Christ, du mein und mir auch immer zeiget Ehr, Gott und Erlöser bist. Geld, Gut, all ihr Zier, doch 3. Des freu ich mich von Her- ich das gar nicht achte, es währt zen fein, bin gutes Muts und nur kurze Zeit; das Himmlisch harre dein, verlaß mich gänzlich ich betrachte, das bleibt in auf dein Wort. Hilf, Helfer, Ewigkeit. hilf, du treuer Hort! 1596. 6. Wenn ich auch gleich nun Nach Nik. Selnecker. scheide von meinen Freunden Eigene Melodie. gut, was mir und ihn'n bringt —582 erzlich tut mich Leide, doch tröst mir meinen 3 B verlangen nach Mut, daß wir in größern Freu⸗ einem selgen End, weil ich hie den zusammen werden kommu bin umfangen mit Trübsal und und bleiben ungeschieden im Elend. Ich hab Lust abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn“ mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll, es hat dein Blut gekostet; drauf ich mein Hoffnung stell. Warum himmelischen Thron. 7. Ob ich auch hinterlasse be— trübte Waiselein, dern Not mich über Maße jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er wird sie wohl versorgen, retten aus aller Not. sollt mir denn grauen vor Hölle, 8. Was tut ihr so sehr zagen, Tod und Sünd? Weil ich auf dich ihr armen Waiselein? Sollt tu bauen, bin ich ein selges Kind. euch Gott Hülf versagen, der 3. Wenn gleich süß ist das speist die Raben klein? From⸗ Leben, der Tod sehr bitter mir, mer Witwen und Waisen ist er will ich mich doch ergeben, zu der Vater treu, er kann und sterben willig dir. Ich weiß ein will sie speisen; das glaubt ohn besser Leben, da meine Seel fährt alle Scheu. hin; des freu ich mich gar eben, 9. Gesegn euch Gott der Herre, Sterben ist mein Gewinn. ihr Vielgeliebten mein! Trauret 2⁴4 nicht allzu sehre über den Ab⸗ schied mein! Beständig bleibt im in der Ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein: Gib mir ein seligs Ende, send mir die Engel dein, führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast durch dein Leiden und Sterben und blutiges Ver⸗ dienst. 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist! Hilf mir ritter⸗ lich ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll g. 1563 + 1650. Philipper 1, 21. Eigene Melodie. 5 8 3 Obristus der ist mein Leben, und Ster⸗ ben mein Gewinn; ihm hab ich mich ergeben, mit Freud fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von balidt dannen zu Christ, dem Bruder gewandt. mein, daß ich mag zu ihm kom⸗ men und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not, durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, wenn ich nicht mehr kann sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! Leiden Sterbe- und Begräbnislieder. 5. Mein Herz, Sinn und Ge⸗ danken zergehn schon als ein Licht, Glauben! Wir werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort das hin und her tut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht. 6. Drum laß mich an dir kleben wie eine Klett am Kleid, und ewig bei dir leben in deiner Seligkeit! 7. Fein selig, sanft und stille, gleich als vom süßen Ton, schlaf ich, weils Gottes Wille, mein Trost ist Gottes Sohn. 8. Ich sing im Himmelsthrone ihm nun Lob, Ehr und Preis, wo ich nun ewig wohne in jenem Paradeis. 1609. Nach dem Hannov. Gsb. 1740. Eigene Melodie. —2 84 err Jesu Christ, + I. meins Lebens Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himmlisch Para⸗ deis; da ist mein rechtes Vater⸗ land, woran. du hast dein Blut 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat, allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärk mich durch das dein in meiner letzten Todespein, dein Blutschweiß mich tröst und erquick, mach mich frei durch dein Band und Strick! Sterbe- und Begräbnislieder. ö 37⁰ 5. Dein Backenstreich und 13. Wie werd ich dann so Ruten frisch der Sünden Strie- fröhlich sein, werd singen mit men mir abwisch, dein Hohn den Engeln dein und mit der und Spott, dein. Dornenkron, Auserwählten Schar dein Antlitz laß sein mein Ehr, mein Freud schauen ewig klar! und Wonn!. Martin 6640 g. 1557 T 162 6. Dein Durst und Gallen⸗— trank mich lab, wenn ich sonst Cigene Melodie. keine Stärkung hab, dein Angst⸗ alet will ich dir geschrei komm mir zu gut, bewahr 585. V 555 der H lle lut! geben, du al rge, nih der Ar— falsche Welt, dein sündlich böses 7. Wenn mein Mund nicht eben dur kann reden dein Geist in mei⸗ 2—5 Hümmte sü bn wehen nem Herzen schrei, hilf, daß mein zen schrei, hilf,n hinauf steht mein Begier, da Seel den Himmel find, wenn ö ö wird Gott herrlich lohnen dem, neine Augen werden blind. 3— der ihm dient allhier. 8. Dein letztes Wort laß sein 2. mein Licht, wenn mir der Tod Rat mir nach deinem Her⸗ —1 das Herze bricht, behüte mich vor 400 7•0 ñ n 1 Sohn! Soll Ungeberd, wenn ch mein Haupt“ ia dulden Schmerzen, hilf nun neigen werd. mir, Herr Christ 20 davon, ver⸗ kürz mir alles Leiden, stärk 9. Dein Kreuz laß sein mein lö 9 Wanderstab, mein Ruh und Mast e blöden Mut, laß— mich abscheiden, setz mich in dein dein heilges Grab, die reinen Graberücher dein laß meinen Erbgut! Sterbekittel sein! Z. In meines Herzens Grunde 10. Auf deinen Abschied, Herr, dein Nam und Kreuz allein ich trau, darauf mein letzte Heim⸗ funtelt all Zeit und Stunde, fahrt bau; tu mir die Himmels⸗ drauf kann ich fröhlich sein. Er⸗ tür weit auf, wenn ich beschließ schein mir in dem& Bilde zu Trost meins Lebens Lauf. in meiner Not, wie du, Herr 11. Am silrsdar Tag erweck Christ, so milde dich hast geblut mein Leib, hilf, daß ich dir zur zu Tod. Rechten bleib, daß mich nicht treffe“ 4. Verbirg mein Seel aus dein Gericht, welchs das erschreck- Gnaden in deiner offnen Seit, lich Urteil spricht. rück sie aus allem Schaden zu 12. Alsdann mein Leib ver⸗ Aare Herrlichkeit! Der ist wohl neure ganz, daß er leucht wie der hie gewesen, wer kommt ins Sonne Glanz und ähnlich sei hinmlisch Schloß; ewig ist der n miklaren Leib, auch gleich den genesen, wer bleibt in deinem lieben Engeln bleib. Schoß. 374 5. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel gar feste ins schöne Bündelein der, die im Himmel grünen und vor dir leben frei, so will ich ewig rüh⸗ men, daß dein Herz treue sei. Valerius Herberger g. 1562 7 1627. Eigene Melodie. err Gott, nun 58 6. schleuß den Him⸗ mel auf, mein Zeit zum End sich neiget; ich hab vollendet meinen Lauf, des sich mein Seel sehr freuet. Hab gnug gelitten, mich müd gestritten, schick mich fein zu zur ewgen Ruh, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 2. Wie du mir, Herr, befohlen hast, hab ich mit wahrem Glau-⸗ ben mein lieben Heiland auf⸗ gefaßt in mein Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen, will frisch eingehen vom Tränen⸗ tal zum Freudensaal, laß fah— ren, was auf Erden, will lieber selig werden. 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon im Frieden zu dir fahren, befiehl mich Christo T der wird mich deinem Sohn; wohl bewahren, wird mich recht führen, im Himmel zieren mit drauf leuchtet, und der Schlaf sich von was auf uns wendt, Sorg und Kummer Ehr davon, und Kron; laß fahren, fahr Erden, will lieber selig werden. daher schleichet, Tobias Kiel g. 1584 4 1626. Sterbe- und Begräbnislieder. Eigene Melodie. A½ reu dich sehr, o 587. F meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jam⸗ mertal. Aus der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich ge⸗ rufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daß sich ende seine Bahn, so hab ich ge— wünschet eben, daß sich enden 6 mein Leben. „Denn gleich wie die Rosen sichen unter Dornenspitzen gar, also auch die Christen gehen stets in Angsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der 1 Blut plagen stets hier ungestüme Wind, also ist all— hier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag; wenn wir nur geboren werden, findt sich Jammer gnug auf Er den. 5. Wenn die Morgenröt her⸗ Müh sich findt an allem End. Unsre Tränen Sterbe- und Begräbnislieder. 37⁵ sind das Brot, so wir essen früh dein Herre, ruft aus diesem Jam⸗ und spat; wenn die Sonn nicht mertal. Seine Freud und Herr⸗ mehr tut scheinen, ist auch lauter lichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, Klag und Weinen. mit den Engeln jubilieren und 6. Drum, Herr Christ, du 60 ewig Waüt tääiiü 16²⁰. Worgensterne, der du ewiglich———— aufgehst, sei von mir jetzund Mel. Herzlich tut mich Lerlangen nicht ferne, weil dein Blut mich 588. Í hab mich Gott hat erlöst. Hilf, daß ich in. n ꝗ ergeben, dem und Freud mög von hinnen fah⸗ liebsten Vated mein; hier ist kein ren heut, ach sei du mein Licht Immerleben, es muß geschieden und Straße, mich mit Beistand sein. Der Tod kann mir nicht nicht verlasse. schaden, er ist nur mein Gewinn, 7. In dein Seite will ich fliehen in Gottes Fried und Gnaden bei den bittern Todesgang, durch fahr ich mit Freud dahin. dein Wunden will ich ziehen in 2. Mein Weg geht jetzt vor⸗ das himmlisch Vaterland. In über; o Welt, was acht ich dein? das schöne Paradeis, drein der Der Himmel. ist mir lieber, da Schächer tat sein Reis, wirst muß ich trachten ein, mich nicht du mich, Herr Christ, einführen z zu sehr beladen, weil ich weg⸗ und 3— ewger Klarheit zieren. fertig bin, in Gottes Fried 8. Ob mir schon die Augen und Gnaden fahr ich mit Freud brechen, das Gehör auch ganz dahin. verschwindt, meine Zung nicht 3. Ach selge Freud und mehr kann sprechen, mein Ver- Wonne hat mir der Herr be— stand sich nuht besinnt, du reit, da Christus ist die Sonne, doch mein Licht und Hort, Leben, Leben und Seligkeit. Was kann Weg und Himmelspfort, du wirst mir doch nun schaden, weil ich selig mich regieren und die bei Christo bin? In Gottes Bah 9 zum Himmel führen. Fried und Gnaden fahr ich mit 9. Laß dein Engel mit mir Freud dahin. fahren auf Elias Wagen rot, 4. Gesegn euch Gott, ihr meine Seele wohl bewahren, wie Meinen, ihr Liebsten allzumal! einst Lazarum im Tod. Laß sie Um mich sollt ihr nicht weinen, ruhn in deinem Schoß und er- ich weiß von keiner Qual. Den fülle sie mit Trost, bis der Leib rechten Port noch heute nehmt kommt aus der Erden und sie fleißig ja in acht, in Gottes beid vereinigt werden. Fried und Freude fahrt mir bald 10. Freu dich sehr, o meine alle nach! Seele, und vergiß all Not und V. 1. Johann Leon 1 1597. Qual, weil dich nun Christus, V.2—4 Joh. Siegfried g. 1564 4 4637. Eigene Melodie. 10 89. M mit mir, Gott, nach 5 deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden! Ruf ich dich an, versag mirs nicht! Wenn meine Seel will schriden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du wirst mirs nicht ver⸗ derben. Ach du bist doch von mir nicht fern, wenn ich gleich hier muß sterben, verlassen meine liebsten Freund, die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deine Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Tränental, Angst, Not, Müh, Arbeit überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt, die Sünd mir können nichts mehr schaden, an dir, o Herr, ich Rettung find, tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld 3 mich bezaͤhlt hat. Schuld. 5. Was wollt ich denn lang traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Un⸗ schine rein wie eine Braut her⸗ gehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt, bei Gott zu leben mir gefällt. Joh Herm. Schein g. 1586 4 1630. ich Sterbe- und Begräbnislieder. Mel. Herr, ich bekenn von Herzensgrund. 3* 590 Mein Lauf‚, Gott 2 Lob, ist bald vollbracht, Welt, gute Nacht, wir müssen uns nun scheiden. In Jesu Namen sanft und still ich wandern will zur Seligkeit mit Freuden. In dieser Welt war mir bestellt nur Angst und Not, zuletzt der Tod, jetzt endet sich mein Leiden. 2. In Jesu Namen schlaf ich ein, er führt allein mich aus dem Tod ins Leben; sein an dem Kreuz vergoßnes Blut kommt mir zugut, macht fröhlich mich daneben. Der edle Saft bringt rechte Kraft, stärkt mir mein Herz in Todesschmerz, kann Freud und Wonne geben. 3. In Jesu Namen fahr ich hin, denn mein Gewinn ist Christus, wenn ich sterbe. Ich weiß, daß er mich nicht verläßt, und glaube fest: Im Tod ich nicht verderbe, mir ist bereit in Ewigkeit von Gottes Sohn die Ehrenkron, das rechte Him— melserbe. Georg Werner g. 1589.7 1643. Eigene Melodie. 591.J(Ach bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an dies Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du kennest meiner Mon⸗ den Zahl, weißt, wann ich diesem Jammertal, auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und ————— Sterbe- und Begräbnislieder. 37⁷ wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode rin⸗ gen, wenn aller Sinne Kraft gebricht? Tust du es, Gott mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor mir in großer Hitz, ohn Kraft, ohn Zier, mit höchster Herzensangst befallen, Gehör und Rede nehmen ab, die Wden werden mir ein Grab, doch kränkt—.— die Sünde mich vor allen, des Satans Anklag hat nicht Ruh, setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton und seh auch den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein Gewissensbuch, da aber des Ge⸗ mich Sündenkind hinab zur Höllen. Wer hilft setzes Fluch mir nun in dieser Not, wo du nicht, Gott, du Todes Tod? 5. Der Teufel hat nicht Macht an mir, ich habe bloß gesündigt dir, dir, der du Missetat ver⸗ gibest. Was maßt sich Satan dessen an, geben kann, nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin, ich weiß, 15 ich des Herren bin. . Herr Jesu, ich, dein teures Gul bezeugs mit deinem eignen der kein Gesetz mir Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was gibest du mich fremder Hand und ba o viel an mich gewandt? Nein, nein, ich weiß gewiß, Aein Heil, du lässest mich, dein wahres Teil, zu tief in deinen Wunden sitzen. Hie lach ich aller Macht und Not, es mag Geset, Höll oder Tod auf mich her donnern oder blitzen. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach g. 1605 f 1659. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 592.D Die Herrlichkeit der V Erden muß Rauch und Asche werden, kein Fels, kein Erz kann stehn. Dies, was uns kann ergetzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leich— ter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als schlechte Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben, der immer um muß schweben, als nur ein Schattenbild der Zeit? 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich ach ten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen, und dieser Mund erblichen, fragt kei— ner, was man hier getan. 4. Es hilft kein weises Wissen, wir werden hingerissen ohn einen Unterschied. Was nützt der 378 Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 5. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nützen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 6. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 7. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unvergänglich sein? Es mag vom Totenreihen kein Zepter dich befreien, kein Pur⸗ pur, Gold noch edler Stein. 8. Wie eine Rose blühet, wenn man die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns abfällt, 9. So wachsen wir auf Erden und denken groß zu werden und schmerz⸗ und sorgenfrei, doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Tür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 11. Auf, Herz, wach und be⸗ denke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein. Was Sterbe⸗ und Begräbnislieder. du zuvor genossen, ist als ein Strom verschossen, und wessen wird das Künftge sein? 22. Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre und geh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig muachen kann. 13. Wohl dem, der auf ihn trauet, er hat recht fest gebauet. Und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nim— mermehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius g. 1616 1 1664. Eigene Melodie. 5 9 3 ch wie flüchtig, ach wie nichtig ist des Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröh— lichkeiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! **————— Sterbe- und Begräbnislieder. 379 5. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Glücke! Wie sich eine Kugel drehet, die bald da, bald dorten stehet, so ist unser Glücke, sehet! 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Ehre! Ueber den, dem man hat müssen heut die Hände hoflich küssen, geht man morgen gar mit Füßen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Wissen! Der das Wort konnt prächtig führen und vernünftig diskur⸗ rieren, muß bald allen Witz verlieren. 8. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Dich⸗ ten! Der, so Kunst hat lieb dein setzt in Freuden. gewonnen und manch schönes Werk ersonnen, ist dem Tode nicht entronnen. 9. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Pran⸗ gen! Der in Purpur hoch ver— messen ist als wie ein Gott ge⸗ sessen, dessen wird im Tod ver— gessen. 10. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist des Menschen Herr— schen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, muß zuletzt aus Un⸗ vermöͤgen in dem Grab ernie— drigt liegen. 11. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut ent— stehen, dadurch, eh wir uns ver— sehen, alles muß zu Trümmern gehen. 12. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und ver⸗ gehen; wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Michael Franck g. 1609 1667. Eigene Melodie. 59 4 err, nun laß in . Friede, lebens⸗ satt und müde, deinen Diener fahren zu den Himmelsscharen selig und im Stillen, doch nach deinem Willen! 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben; Christus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Heiden, das uns 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, ritterlich ge— kämpfet, manchen Feind ge⸗ dämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. 4. Tränen muß ich lassen, weinen ohne Maßen, schwere Gänge laufen mit der Christen Haufen, über Sünde klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden, Gott will mich erlösen bald von allem Bösen; es soll besser wer⸗ den, als es war auf Erden. 6. Frieden werd ich finden, ledig sein von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr müssen streiten; mich soll ganz umgeben himmlisch Freudenleben. 380 7. Mir ist beigeleget, wo man Zepter träget, eine schöne Krone schon zum Gnadenlohne; da werd ich ergetzet und zur Ruh gesetzet. 8. Mein Erlöser lebet und mich selber hebet aus des Todes Kammer; 6 liegt aller Jammer. Fröhlich ohne Schrecken, will er mich aufwecken. 9. Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Toten werden erstehn von der Erden; Christum werd ich schauen, darauf kann ich trauen. 10. Christo will ich singen, Lob und Ehre bringen, rühmen seine Güte mit Seel und Ge⸗ müte, preisen seinen Namen ohn Aufhören. Amen. David Behme g. 1605 1 1657. Pfalm 119, 19. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Qch bin ein Gast 595. J auf Erden und hab 9—1 keinen Stand, der Him⸗ mel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis ich aus und abe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen 113 Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt, Blitz, Donner, Wind und Regen Sterbe- und Begräbnislieder. hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt am guten Rat; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben als solche große Leut? Es muß ja durch⸗ gedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 6. S wuile ich zwar nun. treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trö— sten wird. 7. Mein Heimat ist dort dro⸗ ben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nach dems ihm wohlgefällt. 8. Zu dem steht mein Ver⸗ langen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je län⸗ ger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist ge⸗ falle, das meist ist Herzeleid. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 381 9. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn Komm, mach ein selges Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft! 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich aus⸗ gehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, du, meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nebst andern leuchten soll. 12. Da will ich immer woh⸗ nen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Tun und frei von schnö— den Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Eigene Melodie. R 5 elt ade, ich bin 596. W dein müde, ich will nach dem Himmel zu; da wird sein der rechte Friede und die stolze Seelenruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts dein Herz will. denn lauter Eitelkeit, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 2. Wenn ich werde dahin kom⸗ men, bin ich aller Krankheit los und der Traurigkeit entnommen, ruhe sanft in Gottes Schoß. In der Welt ist Angst und Not, endlich gar der bittre Tod; aber dort ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 3. Was ist doch der Erde Freude? Nebel, Dampf und Herzeleid; hier auf dieser schwar⸗ zen Heide sind die Laster aus⸗ gestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit, in dem Himmel alle— zeit Friede, Ruh und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne sin⸗ get Gottes auserwählte Schar, Heilig, heilig, heilig klinget in dem Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn und ein steter Jammerton; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, keine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Not, Sorgen und der bittre Tod, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 6. Nun, es wird dennoch ge⸗ schehen, daß ich auch in kurzer Zeit meinen Heiland werde sehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei uns ist lauter Not, Müh und Furcht, zuletzt der Tod; aber 38² Sterbe⸗ und Begräbnislieder. dort ist allezeit Friede, Freud liebt, auch ganz willig von mir und Seligkeit. 7. O wer nur dahin gelanget, die Stimme schwingt empor! Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Tun ist Eitel⸗ keit, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr, drinnen ich mich kann besprechen mit dem Schön⸗ sten für und für? Welt, du hast nur Sturm und Streit, lauter Qual und Traurigkeit; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 9. Jetzt will ich mich fertig machen, daß mein Tun vor Gott besteh, daß, wenn alles wird zer⸗ krachen, es heißt: Komme! und nicht: Geh! Welt, bei dir ist Angstgeschrei, Sorge, Furcht und Heuchelei, in dem Himmel alle⸗ zeit Friede, Ruh und Seligkeit. Joh. Georg Albinus g. 1624 1 1679. Eigene Melodie. 59 7 Ulle Menschen müs⸗ sen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es an⸗ ders werden neu. Dieser Leib der muß verwesen, wenn er an⸗ ders soll genesen zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott be⸗ geben, bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden wo jetzund der schöne Chor in vergüldten Kronen pranget und des Herren Jesu Tod. hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn, er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freud dahin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreieinigkeit. 4. Da wird sein das Freuden⸗ leben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor sei— nem Thron; da die Seraphinen prangen und das hohe Lied an⸗ fangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen sitzet der zwölf Boten Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle From- men hingefahren; da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der gro— ßen Freud und Wonne, jetzund gehet auf die Sonne, jetzund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag! 7. Ach ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit, jetzo werd — Sterbe⸗ und Begräbnislieder. ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der güldnen Ehrenkrone, stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Joh. Rosenmüller g. 1615 4 1686. gestellt. — ie fleucht dahin 598. W der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewig⸗ Mel. Ich hab mein Sach Gott heim 383 bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. Joachim Neander g. 1650 1 1680. Eigene Melodie. 599 er weiß, wie nahe mir mein keit! Wie wenig denken an die Ende? Hin geht die Zeit, her Stund von Herzensgrund, wie kommt der Tod; ach wie ge⸗ schweigt hievon der traͤge Mund! schwinde und behende kann kom⸗ 2. Das Leben ist gleich wie ein men meine Todesnot! Mein Traum, ein nichtger, leerer Gott, ich bitt durch Christi Wasserschaum; im Augenblick Blut: Machs nur mit meinem es bald vergeht und nicht be⸗Ende gut! steht, gleichwie ihr dieses täg⸗ 2. Es kann vor Nacht leicht lich seht. anders werden, als es am 3. Nur du, Jehova, bleibest frühen Morgen war; denn weil mir das, was du bist, ich traue ich leb auf dieser Erden, leb ich dir; laß Berg und Hügel fallen in steter Todsgefahr. Mein hin, mir ist Gewinn, wenn ich Gott, ich bitt durch Christi allein bei Jesu bin. Blut: Machs nur mit meinem 4. So lang ich in der Hütte Ende gut! wohn, so lehre mich, o Gottes 3. Herr, lehr mich stets mein Sohn, gib, daß ich zähle meine End bedenken und, wenn ich Tag und munter wach, daß, einstens sterben muß, die Seel eh ich sterb, ich sterben mag. in Jesu Wunden senken und ja 5. Was hilft die Welt in letzter nicht sparen meine Buß. Mein Not? Lust, Ehr und Reichtum Gott, ich bitt durch Christi in dem Tod? O Mensch, du Blut: Machs nur mit meinem läufst dem Schatten zu, bedenk Ende gut! es nu, du kommst sonst nicht 4. Laß mich beizeit mein Haus zur wahren Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Narren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt, das such ich nur, das Userin, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, 384 ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer mir die Welt, gib, daß mir in Sterbe⸗ und Begräbnislieder. I0. Ich habe Christi Leib ge— gessen, ich hab sein Blut ge— trunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi dem Weltgetümmel die Ewigkeit Blut: Machs nur mit meinem sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesu zu, darein ich mich festgläubig winde; das gibt mir recht er⸗ wünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden hab ich mir recht und wohl gebett; da find ich Trost in Todesstunden und alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! Ende gut! 11. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt, ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 12. Ich leb indes in dir ver⸗ gnüget und sterb ohn alle Küm⸗ mernis. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin des ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg-Rudolstadt g. 1637 1 1706. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 600 Mnn Sterhunt mein Sterben ist vorhanden, ich werde frei von dieses Leibes Banden. Wie soll ich aber wohl und selig sterben, dein Reich ererben? 2. Wie du, mein Jesus, bist am Kreuz gestorben und hast da— durch das Leben uns erworben, so laß auf deinen Tod mich auch abscheiden zu deinen Freuden. 3. Und was du noch zuletzt hast ausgesprochen und deines Vaters ———— u Sterbe- und Begräbnislieder. 385 Herz damit gebrochen, das will Gott, du wirst mich nicht ver— ich dir, indem die Augen brechen, lassen, dieweil du selbst von Gott getrost nachsprechen: verlassen hingest und mich um— 4. Vergib, o Vater, denen, die mich hassen, die wider mich Neid, Eifer ausgelassen; vergib doch, weil die Feinde nicht verstehen, was sie begehen. 5. Vergib auch mir, o Vater, meine Sünde und was ich jetzt noch Böses an mir finde; ich bin von Fleisch und Blut oft übereilet von dir geteilet. 6. Ich hab, o Jesu, Seele, Leib und Leben in meinem Testament dir übergeben, du wirst die Mei⸗ nen auch heut oder morgen hier wohl versorgen. fingest. 12. Mein Herze dürstet nach dir und ich ächze, ich seufze nach dem Himmel, ach ich lechze nach dir, nach dir mit großem Durst, ich Armer, du mein Erbarmer! 13. Ach laß mich nicht in mei⸗ ner Not versinken, laß mich die Kraft aus deinen Wunden trin ken, ich dürste wie ein Hirsch, laß dich erblicken, mich zu er— quicken. 14. Jetzt kommt der Trost, mein Herz hat sich gelabet, Jesu, mit deinem Blut bin ich begabet; 7. Ich übergebe sie zu deinen s ist vollbracht, was übrig ist ge⸗ Handen, behüte sie vor Sünden, Schmach und Schanden; du wirst, o Vater, diesen meinen Willen an mir erfüllen. 8. Drauf wendet sich mein Herz von dieser Erden. Dein Paradies das soll mir eigen werden, dein Paradies, das schöne, das wird heute mir stehn zur Beute. 9. Ach Jesu, zeige mir jetzt deine Güte, gib mir ein him— meldringendes Gemüte, daß ich ergreife dort zum Gnadenlohne— die schöne Krone. 10. Zwar Hoͤlle, Teufel fangen an zu quälen und streben mir nach meiner armen Seelen, weil ich dein Wort in dieser Sünden— hütten hab überschritten. 11. Ich aber will die Seufzer tiefer fassen: Mein Gott, mein wesen, ich bin genesen. 1I5. Nun ist vollbracht mein Leiden, Kreuz und Jammer; mein schwacher Leib schläft sanft in seiner Kammer und wartet nur, bis Jesus diese Glieder mir gibet wieder. ö 1I6. Ich gebe dir den Geist in deine Hande, o Jesu, löse nun des Leibes Bande! Ich bleibe dir, ich sterbe deinem Namen. Jesu, sprich Amen! Michael Hunold g. 1621 4 1672. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 601 Ich sterbe täglich, Hund mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der 2⁵ 386 Sterbe- und Begräbnislieder. Tod kommt her; ach wer nur drum bet ich bei gesunden Tagen: immer fertig wär! Herr, ich befehl dir meinen 2. Ein Mensch, der sich mit Geist. Verschließen meine Lippen Sünden träget, ist immer reif sich, so schreie Jesu Blut für zu Sarg und Grab; der Apfel, mich. der den Wurm schon heget, fällt. Kann ich nicht segnen mehr endlich unversehens ab. Der alte die Meinen, so segne du sie, Bund schließt keinen aus, mein Herr, für mich, und wenn sie Leib ist auch ein Totenhaus. bittre Tränen weinen, o Trö— 3. Es kann vor Abend anders ster, so erbarme dich und lasse werden, als es am Morgen mit der Verlaßnen Schrein durch mir war; den einen Fuß hab deinen Trost erhörlich sein ich auf Erden, den andern auf 9. Dringt mir der letzte Stoß der Totenbahr. Ein einzger zum Herzen, so schließe mir den Schritt ist nur dahin, wo ich Himmel auf, verkürze mir des der Würmer Speise bin. Todes Schmerzen und hole mich 4. Es schickt der Tod nicht zu dir hinauf, so wird mein Ab— immer Boten, er kommet oft schied keine Pein, zwar eilig, aunagemeldt und fordert uns dennoch selig sein. ins Land der Toten. Wohl dem, Benjamin Schmolck g. 16721 1737. der Haus und Herz bestellt, Deunt— ewig Unglück oder Glück hängt Eigene Melodie. nur an Einem Augenblick. 602 IU 2. Lilien jener 5. Herr aller Herren, Tod und Freuden sollst Leben hast du allein in deiner du Wetden, Seele, schwinge dich Hand, wie lange du mir Frist empor! Als ein Adler fleug gegeben, das ist und bleibt mir behende! Jesu Hände öffnen unbekannt. Hilf, daß ich jeden schon das Perlentor. Glockenschlag an meinen Ab⸗ 2. Laßt mich gehen, laßt mich schied denken mag. laufen zu dem Haufen derer, die 6. Ein einzger Schlag kann des Lammes aphthe nebst dem alles enden, wenn Fall und Tod Chor der Seraphinen schon be— beisammen sein. Doch schlage dienen mit dem reinsten Jubelton nur mit Vaterhänden und schließ 3. Löse, 5 Bruder, in Christi Tod mich ein, daß, doch die Ruder meines Schiff⸗ wenn der Leib zu Boden fällt, leins, laß mich ein in den sichern die Seel an Jesu Kreuz sich Friedenshafen zu den Schafen, hält. die der Furcht entrücket sein. 7. Vielleicht kann ich kein. 4. Nichts soll mir am Herzen Wort mehr sagen, wenn Auge, kleben, süßes Leben, was die Mund und Ohr sich schleußt; Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen und nicht eilen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glauben mir nichts rauben, Glauben, der durch alles dringt. Nach dir sehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Mund erfüllet sei, durch des Todes Türen träu⸗ mend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf und Zagen muß nun ferne von mir gehn. 604. Mene Lebens⸗ meine Glieder werden fröhlich(zeit verstreicht, ütündlich eil ich zu dem Grabe; getragen, Furcht Tod, dein Stachel liegt danieder, auferstehn. 8. Gotteslamm, dich will ich loben herzlichsten Begier. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 603 Ei wie so sanft ent⸗ 2 schliefest du nach manchem schweren Stand und liegst nun da in süßer Ruh in 95 Heilands Hand. Sein Pein, sein letztes Wort: vollbracht, lich ein. 3. Du läßt dich zur Verwande— lung in dies Gefilde sän mit Lachen unser du kannst die sich zu ihm gesellt und die ihm ist so teur und wert, auch hier und droben mit der Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben, hole mich, mein Gott, zu dir! J.Ludw. Konr.Allendorf g.16934 1773. Leiden hat dich frei — 5 von aller Angst und Es ist das singt dich lieb— Sterbe- und Begräbnislieder. 387 Hoffnung und Versicherung, viel schöner aufzustehn. 4. Verbirg dich unserm Ange⸗ sicht im kühlen Erdenschoß! Du hast das deine ausgericht, emp⸗ fängst ein selig Los. 5. Wir wissen, daß der Bräuti⸗ gam, der ewig treue Hirt, dich, sein schon hier geliebtes Lamm, auch dort nicht lassen wird. 6. Er h seine ganze Herd, vollends durch die Welt! E 90 604905 782 Mel. Jesus, meine Zuversicht wenig Tage sind vielleicht, die ich noch zu leben habe. Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier er⸗ wirbst, Würden, die dir Men⸗ schen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun, diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das der wahre Glaube gibt, wird dir deinen T0d versüßen. Dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Daß du dieses Herz er⸗— wirbst, fürchte Gott und bet und wache! Sorge nicht, wie früh du stirbst, deine Zeit ist Gottes 25 388 Sterbe- und Begräbnislieder. Sache. Lern nicht nur, den Tod Deine Hoffnung, ach, ist hohl, nicht scheun, lern auch, seiner dich deine Freuden werden Leiden, erfreun. deine Schönheit Unbestand, eitel 5. Überwind ihn durch Ver-Wahn und Trug und Tand. traun, sprich: Ich weiß, an wen 5. Darum letzte gute Nacht, ich gläube, und ich weiß, ich werd Sonn und Mond und liebe ihn schaun einst in diesem mei. Sterne, fahret wohl mit eurer nem Leibe. Er, der rief: Es ist Pracht, denn ich reis in weite vollbracht, nahm dem Tode seine Ferne, reise hin zu jenem Glanz, Macht. worin ihr erbleichet ganz. 6. Tritt im Geist zum Grab 6. Ihr, die nun in Trauren oft hin, siehe dein Gebein ver⸗ geht, fahret wohl, ihr lieben senken, sprich: Herr, daß ich Erde Freunde! Was von oben nieder— bin, lehre du mich selbst bedenken! weht, tröstet froh des Herrn Lehre du michs jeden Tag, daß ich Gemeinde; weint nicht ob dem weiser werden mag. eitlen Schein, droben nur kann Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. ewig sein. /. Weinet nicht, daß nun ich Mel. Jesus, meine Zuversicht. will von der Welt den Abschied 8.. eht nun hin und nehmen, daß ich aus dem Irr⸗ 605. Gabemenend, tun will, aus den Schatten, denn ich bin des Wanderns müde, aus den Schemen:), aus dem von der Erde scheid ich ab, denn Citlen, aus dem Nichts hin ins mir ruft des Himmels Friede, Land des ewgen Lichts. denn mir ruft die süße Ruh von„ Wesenlose Bilder. Pf. 39, 7. den Engeln droben zu. Z. Weinet nicht: mein süßes 2. Geht nun hin und grabt Heil, meinen Heiland hab ich mein Grab, meinen Lauf hab funden und ich habe auch mein ich vollendet, lege nun den Wan⸗Teil in den warmen Herzens— derstab hin, wo alles Irdsche wunden, woraus einst sein from— endet, lege selbst mich nun hin-mes Blut floß der ganzen Welt ein in das Bette sonder Pein. zu gut. 3. Was soll ich hienieden noch 9. Weint nicht: mein Erlöser in dem dunklen Tale machen? lebt; hoch vom finstern Erden— Denn wie mächtig, stolz und hoch staube hell empor die Hoffnung wir auch stellen unsre Sachen, schwebt, und der Himmelsheld, muß es doch wie Sand zergehn, der Glaube, und die ewge Liebe wenn die Winde drüber wehn. spricht: Kind des Vaters, zittre J. Darum, Erde, fahre wohl, nicht! laß mich nun in Frieden scheiden; Ernst Moritz Arndt g. 1769 4 1860. ——.——— e— Sterbe- und Begräbnislieder. Mel. Christus der ist mein Leben. 606 Ar Grabe stehn wir stille und säen Tränensaat, des lieben Pil⸗ gers Hülle, der ausgepilgert hat. 2. Er ist nun angekommen, wir pilgern noch dahin; er ist nun angenommen, der Tod war ihm Gewinn. 3. Er schaut nun, was wir glauben, er hat nun, was uns fehlt, ihm kann der Feind nichts rauben, der uns versucht und quält. 4. Ihn hat nun als den Sei⸗ nen der Herr dem Leid entrückt, und während wir hier weinen, ist er so hoch beglückt. 5. Er trägt die Lebenskrone und hebt die Palm empor und singt vor Gottes Throne ein Lied im höhern Chor. 6. Wir armen Pilger gehen hier noch im Tal umher, bis wir ihn wiedersehen und selig sind wie er. K. J. Phil. Spitta g. 1801 4 1859. Siehe auch Nr. 432 bis 436. Beim Tode der Ehefrau. Mel. Wenn mein Stündlein vor— handen ist. 389 2. Wenn ich an ihre Freund— lichkeit gedenk in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit in Freud und auch in Schmerzen erwiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar ver— schwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: Die best ist doch getraute Treu, die muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr mir geht ein schar⸗ fes Schwert jetzund durch meine Seele, die abzuscheiden oft be— gehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, Herre Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich in Leid verzagen. 5. O treugeliebtes, selges Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst möcht wenden. Ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz ge— wandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Trübsal, Weh und Not kann dich jetzund verletzen; im Himmel tut der Die Seele schaut mit 607 A* Gott, ich muß fromme Gott mit Liebe dich er⸗ in Traurigkeit getzen. mein Leben nun beschließen, die⸗Lust und Freud die heilige Drei— weil der Tod von meiner Seit faltigkeit mit allen Auserwählten. so eilends hat gerissen mein 7. Du kommst nicht wieder treues Herz, der Tugend Schein, her zu mir in dies betrübte Le⸗ des muß ich jetzt beraubet sein. ben, ich aber komm hinauf zu Wer kann mein Elend wenden? dir. Da werd ich mit dir schwe— 390— Sterbe- und Begräbnislieder. ben in höchster Freude, Wonn und selig Sterben ist schnell und und Lust, die deine Seele täg- glücklich erben des schönen Him⸗ lich kost, drauf ich mich herzlich mels Ehrensaal. freue. I. Wie öfters wird verführet 8. O wie mit großer Freu- manch Kind, an dem man spüret digkeit wolln wir einander ken⸗rechtschaffne Frömmigkeit! Die nen! Da wird uns dann zu Welt voll List und Tücke legt keiner Zeit der bittre Tod mehr heimlich ihre Stricke, bei Tag trennen. Ach welche Freude und Nacht, zu jeder Zeit. wird dann sein, wenn ich die, 5. Ihr Netze mag sie stellen, die ich jetzt bewein, mit Freude mich wird sie nun nicht fällen, werd umfangen! sie wird mir tun kein Leid. 9. Dies will ich stets in mei⸗ Denn wer kann den verletzen, den nem Leid mir zu Gemüte führen,‚ Christus jetzt wird setzen ins erwarten in Geduld die Zeit, wie Schloß vollkommmer Sicherheit? Christen will gebühren. Gott 6. Zuvor bracht ich euch Freu⸗ alles Trostes steh bei mir und de, jetzt, nun ich von euch scheide, mich durch seinen Geist regier zu betrübt sich euer Herz. Doch seines Namens Ehre! wenn ihrs recht betrachtet und Joh. Heermann g. 1585 4 1647. was Gott tut hoch achtet, wird ů sich bald lindern aller Schmerz. Tod und Begräbnis von. Gott zählet alle Stunden, Kindern. er schlägt und heilet Wunden, er ö ö 4 kennet jedermann. Nichts ist Mel. O Welt, ich muß dich lassen. jemals geschehen, das er nitht A 608 Gen Lob, die Stund vorgesehen, und was er tut ist »ist kommen, da wohlgetan. ich werd aufgenommen ins schöne 8. Wenn ihr mich werdet fin⸗ Paradeis. Ihr Eltern dürft nicht den vor Gott, frei aller Sünden, klagen, mit Freude sollt ihr in weißer Seide stehn und tragen— sagen: Dem Höchsten sei Lob, Siegespalmen in Händen und Ehr und Preis! mit Psalmen des Herren Lob 2. Kurz ist mein irdisch Leben, und Ruhm erhöhn, ein bessers wird mir geben Gott Y. Da werdet ihr euch freuen, in der Ewigkeit. Da werd ich es wird euch herzlich reuen, daß nicht mehr sterben, in keiner Not ihr euch so betrübt. Wohl dem, verderben, mein Leben wird sein der Gottes Willen gedenket zu lauter Freud. erfüllen und ihm sich in Geduld 3. Gott eilet mit den Seinen, ergibt. läßt sie nicht lange weinen in 10. Ade, nun seid gesegnet! diesem Tränental. Ein schnell Was jetzund euch begegnet, ist S Sterbe- und Begräbnislieder. 391 andern auch aln viel müs⸗ den bald; Nun, Gott gnugsam alt. sens noch erfahren. woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Joh. Heermann geb. 1585 17 Mel. Herr Jesu 193 meins Lebens Licht. wer selig stirbt, ist 8. Drum legt die Hand auf euren Mund und seht auf Gott, 1647. der euch verwundt, der euch zu heilen ist bereit, eurer Seligkeit. wenns dienet 9. An jenem Tag wir werden 609. N᷑I ieg ich armes gehn, da vor Gott Groß und Würmelein und Kleine stehn, zur himmelischen ruh in meinem Kämmerlein, ich Christtagsfreud mit höchster Ehr bin durch einen sanften Tod I 0 aller Angst und No 2. Was schadet mirs/ baß mein Gebein muß in das Grab verscharret sein? Mein Seele schwebet ohne Leid in Himmnels⸗ glanz und Herrlichkeit. 0 In solchem Schmuck, in solcher Zier prang ich vor Gottes Thron allhier; mein Jesus ist all meine Lust, mein Labsal, meine beste Kost. 4. Was frag ich nun nach jener Welt? Mein Jesus hier mich küßt und hält, in ihm er— freu ich mich allein, ohn ihn kann ich nicht fröhlich sein. geborn, auserkorn; Engelschar das ewig neue Ju— beljahr. 6. Nichts Liebers meine Zunge singt, nichts reiner meinen Ohren klingt, nichts Süßers meinem Herzen ist als mein herzliebster Jesus Christ. 7. Drum, liebe Eltern, höret auf zu klagen meinen kurzen Lauf, ich bin vollkommen wor— Mel. wollt ich dich, du 5. Mit Weinen war ich erst meiner Seelen, zum Jauchzen bin ich gut williglich mir wünschen und ich singe mit der Bleib bei meines Hauses Zier, an dir will und Herrlichkeit. Mich. Schirmer geb. 1606 7 1673. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 610 Di bist zwar mein 2 und bleibest mein, (wer will mir anders sagen?) doch bist du nicht nur mein allein, der Herr von ewgen Tagen der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Sohn, mein Wunsches Fülle. mein und Herz wünschen, Sternlein vor allem Welt⸗ Wille, 2. Ach gält es erwählen. Ich wollte sagen: mir, du sollst sein ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in t meinem Mut, in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der 392 Sterbe- und Begräbnislieder. Väter Haupt und Ehr, ein Quell, und geht in Christi Garten, da Alt und Jungen in aller hat Freude, die ihn recht erfreut, Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht ver— schwindt, Gott spricht: Will⸗ komm, du liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes“ Wort und heilger, als wir den— ken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Man⸗ gel, kein Versehn, bei Gott kann und ruht von allem Herzeleid; er sieht und hört die Scharen, die uns allhier bewahren. 9. Er sieht und hört der Engel Mund, sein Mündlein hilft selbst singen; weiß alle Weisheit aus dem Grund und redt von solchen Dingen, die unser keiner noch nicht weiß, die auch durch unsern Fleiß und Schweiß wir, weil wir sind auf Erden, nicht ausstudieren werden. 10. Ach sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der keinem Leid geschehn; wen Gott heilig, heilig, heilig ist, durch versorgt und liebet, wird nim⸗ den du auch geheiligt bist: ich mermehr betrübet. weiß, ich würde müssen vor 6. Wir Menschen sind ja auch Freude Tränen gießen; bedacht die Unsrigen zu zieren, 11. Ich würde sprechen: Bleib wir gehn und sorgen Tag und allhier, nun will ich nicht mehr Nacht, wie wir sie wollen führen klagen: Ach mein Sohn, wärst in einen feinen, selgen Stand, du noch bei mir! nein, sondern: und ist doch selten so bewandt Komm, du Wagen Elias, hole mit dem, wohin sie kommen, als wirs uns vorgenommen. 7. Wie manches junges, from⸗ mes Blut wird jämmerlich ver⸗ führet durch bös Exempel, daß es tut, was Christen nicht ge— bühret. Da hats denn Gottes Zorn zu Lohn, auf Erden nichts aals Spott und Hohn, der Vater muß mit Grämen sich seines Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun nicht an meinem Sohn erwarten; oer steht vor Gottes Angesicht mich geschwind und bring mich dahin, da mein Kind und so viel liebe Seelen so schöne Ding erzählen! 12. Nun es sei ja und bleib also, ich will dich nicht mehr weinen; du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Son— nen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh; hier leb und bleib nun immerzu, ich will, wills Gott, mit andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Sterbe- und Begräbnislieder. 393 Mel. Herzlich tut mich verlangen. Do hab ich obge— 61 1. sieget, mein Lauf ist nun vollbracht, ich bin gar wohl vergnüget, zu tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lieben, tut nicht so ängstig— lich! Was wollt ihr euch be— trüben? Stehts doch sehr gut um mich. 2. Denkt, Vater, wie viel Sor⸗ gen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann widerfahren, das fürchtet, wer es liebt. Den könnt ihr sparen, drum seid nicht so betrübt. 3. Ach Mutter, laßt die Zäh⸗ ren, stellt euer Klagen ein, des Höchsten sein Begehren das muß erfüllet sein. das ist sehr wohl gemeinet: Gott machet alles gut. 4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reis hinleget und kommet glücklich an; empfindet ein Schiffer, sich schier ein sichrer Hafen fin— det, die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Her— zen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand; da trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. Kummer 7 ̃ auf eine kurze Zeit, will Gott Warum ihr jetzo Knecht weinet und gar zu kläglich tut, die Freude, die wenn 6. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegs⸗ mann prangt. Aus jenem Him⸗ melslenzen hat meine Seel er⸗— langt die ewig grüne Krone; die werte Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 7. Doch netzet ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir, euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier; des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 8. Ich war euch nur geliehen mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott, nimms, du hast das Recht, bei dir steht Tod und Leben, der Mensch ist Gottes 9. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsern schwachen Stand; daß es sobald geschehen, tut Gottes Vaterhand. Gott wird das Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu jung, wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. (Nachruf der Betrübten.) 10. Fahr wohl, o liebe Seele, genieß der süßen Lust! Uns in der Trauerhöhle ist nichts hievon bewußt. Wann wird doch ange— langen desselben Tages Schein, daß du uns wirst empfangen? O möcht er heute sein! Gottfr. Wilh. Sacer g. 1635 1 1699. 394⁴4 612.3 selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich, doch weil es Gott gefällt, so unterlaß euch hin, mein ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind, der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. aus, darum befiehlt er dir jetzt wieder fortzuziehn. Zeuch hin, Gott hat es so versehen, was Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 613. W dieser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind, im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Angsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind, hin⸗ auf in Gottes Schul, da Gott Kind, denn Gott Die Zeit ist Sterbe- und Begräbnislieder. Eigene Melodie. befiehlt. Du eilest fort, eh sich das Ungemach in deine Jahre spielt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide, wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 6. Zeuch hin, mein Kind, die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seele ist entbunden, du hast im Herren überwunden. Zeuch hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann g. 1658 4 1712. enn kleine Him⸗ melserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein, sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Chri— stum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu selbst Lehrer ist, da lauter Lust, sich entbeut? da du vor Gottes Stuhl beim Chor der Engel bist. Da kannst du deinem Jesu singen, die Him— melslieder lassen klingen. Zeuch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind, wir folgen alle nach, sobald es Gott 3Z3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und blei— best bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Johann Andreas Rothe g. 16884 1758. nen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein ab⸗ den, nur immerhin zerbrochen getan. uns en ein andres Haus wird XXVII. Lieder von der Ruferstehung. Eigene Melodie. lich gehen; irdisch werd ich aus— 6 4 Qesus, meine Zuver- gesät, himmlisch werd ich auf— 10 sicht und mein erstehen; hie geh ich natürlich Heiland, ist im Leben. Dieses ein, dort da werd ich geistlich weiß ich; soll ich nicht darum sein. mich zufrieden geben, was die 7. Seid getrost und hoch er— lange Todesnacht mir auch für freut, Jesus trägt euch, meine Gedanken macht? Glieder! Gebt nicht statt der Jesus, er mein Heiland, Traurigkeit! Sterbt ihr, Chri—⸗ lebt, ich werd auch das Leben stus ruft euch wieder, wann die schauen, sein, wo mein Erlöser letzt Posaun erklingt, die auch schwebt; warum sollte mir denn durch die Gräber dringt. grauen? Lässet auch ein Haupt 8. Lacht der finstern Erden— sein Glied, welches es nicht kluft, lacht des Todes und der nach sich zieht? Höllen, denn ihr sollt euch durch V. Ich bin durch der Hoffnung die Luft eurem Heiland zuge— Baud zu genau mit ihm ver— sellen.“) Dann wird Schwachheit bunden, meine starke Glaubens⸗ und Verdruß liegen unter eurem hand wird in ihm gelegt befun-Fuß.) 1 Thess. 4, 17. den, daß mich auch kein Todes⸗ 9. Nur daß ihr den Geist bann ewig von ihm trennen erhebt von den Lüsten dieser kann. Erden und euch dem schon jetzt 4. Ich bin Fleisch und muß ergebt, dem ihr beigefügt wollt daher auch einmal zu Asche wer⸗ werden. Schickt das Herze da den; das gesteh ich, doch wird hinein, wo ihr ewig wünscht er mich erwecken aus der Erden, zu sein. daß ich in der Herrlichkeit um Luise Henriette, Kurfürstin von Bran⸗ ihn sein mög allezeit. denburg(2) g. 1627 T 1667. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, ken⸗ ö. nen, ich, ich selbst, kein Fremder Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. nicht, werd in seiner Liebe bren⸗ 615 E mag dies Haus, 0 das aus der Er⸗ 6. Was hie kranket, seufzt und uns erbaut. Gott selbst will fleht, wird dort frisch und herr⸗-diesen Bau vollführen, mit 396 Lieder von der Auferstehung. gung ewger Himmelsklarheit zieren‚, 2. Ach käme bald der Tag her⸗ dran man nichts Unvollkommnes an, der Tag, dran mein Er— schaut. Hinweg, was irdisch lösung, der Tag, an dem ich heißt! Mein Herz und ganzer hoffen kann die Freiheit und Geist fleugt von hinnen, ergreift Genesung; da Engeln gleich dies Wort und ist schon dort im Engelreich ich werd ein an jenem selgen Freudenort. Leben haben, wo Loben, Lieben, 2. Da wird kein Vorhang an⸗ Laben. ö getroffen, das Allerheiligste steht“ 3. Ich weiß durch meinen Je— offen; o seligste Zufriedenheit! sum Christ, an den ich herzlich Hier, wo sich Fried und Freude gläube, der meine Auferstehung küssen, gibt süße Wonne zu ist, daß ich im Tod nicht bleibe, genießen die heiligste Dreieinig⸗ und dieser Tag mir nicht sein keit. Es naht uns freundlich mag ein Tag der Schmach und hier der Engel schöne Zier, alle Schmerzen, wie den verruchten Frommen umfassen sich recht Herzen. 10 1— brüderlich; o Herz und Seele, 4. Ich hoffe daun den Gna⸗ freue dich! denlohn durch Christum zu er⸗ 3. Hier ist nur lauter Licht Langen und vor des Allerhöchsten und Freude, hier kleidet uns Thron im schönsten Schmuck 95 nur weiße Seide der allerrein⸗ drangen. Konrm, süße Zeit! sten Heiligkeit; wir tragen lauter Herr, mich an und en 4. 16 güldne Kronen, wir sitzen hier uleg. erquicken und ewiglich be— auf güldnen Thronen, hier wech⸗ Hünihe selt sich gar keine Zeit. Hör auff mein blöder Sinn, wo willst du endlich hin? Stille, stile! Geh. ruhig ein, wo Gott allein wird 61 7 A ferfohn, alles und in allem sein. ö asten wirston, Jakob Baumgarten g. 1668 51½2. ne Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. 2. Wieder aufzublühn werd ich 61 6(Qch freue mich der gesät. Der Herr der Ernte geht 1 N frohen Zeit, da und sammelt Garben uns ein, ich soll auferstehen und Gott in uns ein, die starben. Halleluja! schönster Herrlichkeit und meinen 3. Tag des Danks, der Freu⸗ Heiland sehen, da ich soll sein dentränen Tag, du meines in der Gemein der auserwählten Gottes Tag! Wenn ich im Frommen und zu den Vätern Grabe genug geschlummert habe, kommen. erweckst du mich. Peter Busch g. 1682 +7 1744. Lieder vom Gerichte. 397 4. Wie den Träumenden wirds 5. Ach ins Allerheiligste führt dann uns sein. Mit Jesu gehn mich mein Mittler dann. Lebt wir ein zu seinen Freuden. Der ich im Heiligtume zu seines müden Pilger Leiden sind dann Namens Ruhme! Halleluja! nicht mehr. Fr. Gottl. Klopstock g. 1724 1 1803. XXVIII. Lieder vom Gerichte. Eigene Melodie. 9. Jesu, deiner Lieb gedenke, 618 daß du für mich kamst, bedenke, „voll Grauen, da die darum einst mir Gnade schenke! Welt den Herrn soll schauen nach 10. Bist voll Schmerz mich dem Wort, dem wir vertrauen! suchen gangen, hast für mich am 2. Zittern in der Erde Grün⸗Kreuz gehangen, nicht umsonst den wird des Richters Nahn ver- sei Tod und Bangen. künden, der die Herzen will er⸗ 11. Richter der gerechten Rache, gründen. deiner Huld mich teilhaft mache, 3. Wunderbar Posaunenhallen eh der Tag des Zorns erwache. wird durch jedes Grab erschallen, 12. Gleich Verworfnen fühl ich auf, zum Throne! rufend allen. Bangen, Schuld macht glühen 4. Erd und Tod wird sehn mit meine Wangen; mein Gebet laß Beben das Geschöpf der Gruft Gnad erlangen! entschweben, Antwort seinem 13. Du, der lossprach einst Herrn zu geben. Marien und dem Schächer hast 5. Und ein Buch wird sich ent⸗- verziehen, hast auch Hoffnung falten, drin die Schuld der Welt mir verliehen. enthalten, über die Gericht zu 14. Gar unwürdig ist mein halten. Flehen, laß du, Heiland, Gnad 6. Wenn er nun sitzt auf mich sehen, nicht ins ewge Feuer dem Throne, kommt alsbald vor gehen! Gottes Sohne alles zu verdien⸗ 15. Von den Böcken wollst tem Lohne. mich scheiden, zu den Schafen 7. Was soll dann ich Armer mich geleiten, stelln zu deiner sagen? wer mich zu vertreten rechten Seiten. wagen, wo selbst die Gerechten 16. Ruf, wenn in die ewgen zagen? Flammen sinken, die du willst 8. Furchtbar hoch erhabner verdammen, mit den Deinen mich König, Quell der Liebe, Heiland zusammen! gnädig, mach du mich der Sün⸗ 17. Sieh, nach dir streck ich den ledig! die Hände, zum Zerknirschten, 398 Lieder vom Gerichte. Herr, dich wende, o gib mir ein machen uns bereit. So laßt selges Ende! ö uns das nun fassen und halten 18. Tag voll Tränen, wo mit fest daran; wolln wir das nun Grauen Gott die Kreatur soll verlassen, so ists mit uns getan. schauen, auferstehend aus dem 5. Ach wär der nicht geboren, Grabe! Nimm die Schuld, Herr, der Gottes Wort veracht! Es ist allen abe! Frommer Jesu, Hei- mit ihm verloren, er wandert land du, schenke alln die ewge ganz in Nacht, voll Laster und Ruh! voll Schande und spottet mit Aus dem Lateinischen des Thomas„ von Celano um 1250: Dies irae, Gotts Wort; 0 weh, die Höllen⸗ dies illa. übersetzung von Bunsen. bande erwarten ihn schon dort. ——— 6. Der Armen Not und Grä⸗ Eigene Melodie. men laßt euch zu Herzen gehn, cht I. ihr daß sie euch nicht beschämen, 61 9. W̃ Christen alle wenn ihr vor G'richt sollt stehn. ö ant, Denn wer den Armen gibet, wacht auf und seid bereit in erlangt den Gnadenlohn; den, diesem Jammertale, wacht Aul, der sie hier betrübet, verdammt es 5 aldan nd dan Gottes Sohn. wird nun bald kommen und zum 1 0 Gerichte gehn, die Sünd'r wünd 44514841.4840„ er verdammen; wer wird vor ihm bestehn? Eigene Melodie. 2. Geld, Gut kann da nicht 620 Eb ist gewißlich an raten, es hilft nicht hoher Mut, der Zeit, daß du mußt es kurz verlassen, wenn Gottes Sohn wird kommen in kommt der bittre Tod. Bist du seiner großen Herrlichkeit, zu gleich schön von Farben, bist du richten Bös und Fromme. Da gleich jung und reich, Gott kann wird das Lachen werden teur, dich bald verderben im Augen- wenn alles wird vergehn im Feur, blick der Zeit. wie Petrus“) davon schreibet. 3. Darum ihr Christen alle,)2 Petri 3, 7. die hier beisammen seid, laßt 2. Posaunen wird man hören euren Hochmut fallen und wartet gehn an aller Welten Ende, auf die Zeit! Wollt ihr bei Jesu darauf bald werden auferstehn leben, so sucht das ewge Gut, er all Toten gar behende; die aber wirds euch reichlich geben und noch das Leben habn, die wird helfen aus der Not. der Herr von Stunde an ver— 4. Gotts Wort ist uns gegeben wandeln und verneuen. aus groß'r Barmherzigkeit, daß 3. Darnach wird man ablesen wir darnach solln leben und bald ein Buch, darin geschrieben, ——— Z Z 23— —— cce Lieder vom Gerichte. was alle Menschen, jung und alt, auf Erden habn getrieben; da denn gewiß ein jedermann wird hören, was er hat getan in seinem ganzen Leben. 4. O weh demselben, welcher hat des Herren Wort verachtet und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet! Er wird fürwahr gar schlecht bestehn und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd angezeichnet funden. Daran ich denn auch zweifle nicht, denn du hast ja den Feind gericht und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fürsprecher sei', wenn du nun wirst er— scheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen; auf daß ich samt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns hast erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage; den Menschen wird auf Erden bang von wegen vieler Plage; komm doch, komm doch, du Richter groß, und mach uns hald in Gnaden los von allem Übel! Amen. Barthol. Ringwaldt g. 1530 7 1599. Nach dem Lateinischen Diès irae, dies illa. 399 Ev. Matth. 25. Eigene Melodie. 621 Wocher auf! ruft • uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Je⸗ rusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt, steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hoch zeit, ihr müsset ihm entgegen— gehn! 88 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz tut ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnade stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Tore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gesehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Philipp Nicolai g. 1556 4 1608. 400 XXIX. Lieder vom ewigen Leben. Eigene Melodie. gäst! Hilf Gott, daß wir nicht 62½ Qch weiß ein lieb⸗ schlafen, in Sünden schlummern 2 lich Engelspiel,‚ fest, bald habn in unsern Hän⸗ da ist alls Leid zergangen; im den die Lampen, Ol und Licht Himmelreich ist Freude viel ohn und uns nicht müssen wenden Endesziel, dahin soll uns ver- von deinem Angesicht. langen. 2. Da werden wir mit Freu⸗ 2. Weil uns Gott durch die den den Heiland schauen an, der Gnade sein wollt lieblich dahin durch sein Blut und Leiden den weisen, so steh auf, edle Seele Himmel aufgetan, die lieben mein, tracht da hinein, sein Lob Patriarchen, Propheten allzu— sollst immer preisen. mal, die Märtrer und Apostel 3. Der Winter kalt, der Sün-bei ihm in großer Zahl. den Zeit die haben bald ein Ende; 3. Die werden uns annehmen kehr dich zu Gott, der dir verzeiht; als ihre Brüderlein, sich unser darum ihn bitt mit Herzen und gar nicht schämen, uns mengen mit Händen! ö mitten ein. Wir werden alle 4. Schlaf oder wach, lieg oder treten zur Rechten Jesu Christ, geh, so steh allzeit in Sorgen, als unsern Gott anbeten, der bitt Gott, daß er dir gebe Reu unsers Fleisches ist. ö all Tage neu den Abend und den 4. Gott wird sich zu uns Morgen. kehren, ein'm jeden setzen auf 5. Aus Herzen tief andächtig- ein güldne Kron der Ehren und lich sollst du mit Reue sprechen: herzen freundlich drauf, wird Ach reicher Gott vom Himmel- uns an sein Brust drücken aus reich, nun wollst du dich an Lieb ganz väterlich, an Leib und meiner Sünd nicht rächen“ Seel uns schmücken mit Gaben 6. Ich weiß, daß Gott ist also mildiglich. gut, daß er dir Gnad will geben, 5. Da wird man hören klingen kehrst du von Sünden deinen das rechte Saitenspiel, die Musik⸗ Mut. Wer also tut, der kommt kunst wird bringen in Gott der ins ewge Leben. Freuden viel, die Engel werden Nach Heinrich v. Loufenberg 4 1455. singen, all Heilgen Gotts zugleich, —— mit himmelischen Zungen ewig in Mel. Valet will ich dir geben. Gottes Reich. 62 3* Bräutgam 6. Er wird uns fröhlich leiten 2 wird bald ins ewge Paradeis, die Hochzeit rufen: Kommt all, ihr Hochzeit- zubereiten zu seinem Lob nud. Lieder vom ewigen Leben. Preis; da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu aus Gottes Schatz und Bronne und ewig werden neu. 7. Also wird Gott erlösen uns gar von aller Not, vom Teufel, allem Bösen, von Trübsal, Angst und Spott, von Trauren, Weh und Klagen, von Krankheit, Schmerz und Leid, von Schwer— mut, Sorg und Zagen, von aller bösen Zeit. Nach Johann Walther g. 1496 1 1570. Eigene Melodie. 624 Qerusalem, du hoch— gebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Tale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust, mit freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil an— lände in jenem Vaterland? 3. Im Augenblick wird sie er— heben sich bis an das Firma— ment, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Ele— ment, fährt auf Elias Wagen mit heilger Engelschar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. —401 4. O Ehrenburg, sei nun ge grüßet mir, tu auf der Gnade Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und Gott mir hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schar kommt dort ge— zogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Tränenland. 6. Propheten groß und Pa— triarchen hoch, auch Christen insgemein, die trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell um— geben, mit sonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich an— gelanget bin im schönen Para— deis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine singt man in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit, 8. Mit Jubelklang, mit In— strumenten schön, mit Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal, mit hundert tausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, wie von Anfang gesungen das große Himmelsheer. Joh. Matth. Meyfart g. 1590 7 1612 20 weiland dort. .... .—— 8—.—.—.———————— ————.———— ‚————— 40² Lieder vom ewigen Leben. Eigene Melodie. wo ich mich hinwende. Mein 625 U wie selig seid ihr ganz erschrocknes Herz erbebt, daß „ doch, ihr From- mir die Zung am Gaumen klebt. men, die ihr durch den Tod zu 2. Kein Unglück ist in aller Gott gekommen! Ihr seid ent⸗Welt, das endlich mit der Zeit gangen aller Not, die uns noch nicht fällt und ganz wird auf⸗ hält gefangen. gehoben; die Ewigkeit nur hat 2. Muß man doch hier wie im kein Ziel, sie treibet fort und Kerker leben, da nur Sorge, fort ihr Spiel, läßt nimmer ab Furcht und Schrecken schweben; zu toben, ja wie mein Heiland was wir hie kennen, ist nur Müh selber spricht, aus ihr ist kein und Herzeleid zu nennen. Erlösung nicht. 3. Ihr hingegen ruht in eurer 3. O Ewigkeit, du machst mir Kammer sicher und befreit von bang, o ewig, ewig ist zu lang, allem Jammer, kein Kreuz und hier gilt fürwahr kein Scherzen. Leiden ist euch hinderlich in euren Drum, wenn ich diese lange Nacht Freuden. zusamt der großen Pein betracht, 4. Christus wischet ab euch erschreck ich recht von Herzen: alle Tränen, ihr habt schon, nichts ist zu finden weit und breit wonach wir uns erst sehnen, so schrecklich als die Ewigkeit. euch wird gesungen, was durch. 4. Ach Gott, wie bist du so keines Ohr allhie gedrungen. gerecht, wie strafest du die bösen 5. Ach wer wollte denn nicht Knecht so hart im Pfuhl der gerne sterben und den Himmel Schmerzen; auf kurze Sünden für die Welt ererben? Wer dieser Welt hast du so lange wollt hier bleiben, sich den Jam⸗ Pein bestellt. Ach nimm dies mer länger lassen treiben? wohl zu Herzen und merk auf 6. Komm, o Christe, komm, dies, o Menschenkind: kurz ist uns auszuspannen, lös uns auf die Zeit, der Tod geschwind. und führ uns bald von dannen! 5. Wach auf, o Mensch, vom Bei dir, o Sonne, ist der from⸗ Sündenschlaf, ermuntre dich, men Seelen Freud und Wonne. verlornes Schaf, und beßre bald Simon Dach g. 1605 4 1659. dein Leben! Wach auf, es ist ————— doch hohe Zeit, es kommt heran Eigene Melodie. die Ewigkeit, dir deinen Lohn 626 9 Ewigkeit, du zu geben. Vielleicht ist heut der „Donnerwort, o letzte Tag: wer weiß doch, wie Schwert, das durch die Seele man sterben mag? bohrt, o Anfang sonder Ende! 6. O Ewigkeit, du Donner⸗ O CEwigkeit, Zeit ohne Zeit, ich wort, o Schwert, das durch die weiß vor großer Traurigkeit nicht, Seele bohrt, o Anfang sonder a Lieder vom ewigen Leben. Ende! Zeit, ich weiß vor großer Trau— rigkeit nicht, wo ich mich hin— O Ewigkeit, Zeit ohne wende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Johann Rist g. 1607 1667. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 627 Ewigkeit, du »Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewig⸗ keit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzensfröhlichkeit gar nichts mehr vom Elende, das sonst in diesem Leben plagt, weil mir die Ewigkeit behagt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß ver— gehen; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, bleibt unverändert stehen, ja wie der heilge Petrus spricht, ihr Erbe das verwelket nicht.“) 9½ Petr. 1, 4. 3. O Ewigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dies aufhöret. Drum, wenn ich diese lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die gar nichts mehr zerstöret, so acht ich alles Leiden nicht, das kaum den Augenblick anficht. 4. Im Himmel lebt der Chri— sten Schar bei Gott viel tausend— tausend Jahr und werden des nicht müde. Sie stimmen mit den Engeln ein, sie sehen stets 403 der Gottheit Schein, sie haben güldnen Friede, da Christus gibt, wie er verheißt, das Manna, das die Engel speist. 5. Ach wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Be⸗ gier, du überselges Leben! Wann werd ich doch einmal dahin ge— langen, wo mein schwacher Sinn stets pfleget nach zu streben! Ich will der Welt vergessen ganz, mich sehnen nach des Himmels Glanz. 6. O Ewigkeit, du Freuden⸗ wort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gib mir solchen Sinn beharrlich, bis ich komm dahin. Kaspar Heunisch g. 1620 + 1690. Mel. Da Christus geboren war. 0 0 deinen Gott, der dir hilft aus aller Not, der dir alle Sündenschuld schenkt aus lauter Gnad und Huld, der dir hier Gerechtigkeit, Gnade, Trost und Heiligkeit und dort gibt die Seligkeit. 2. Da ist Leben, Fried und Freud, da ist Ehr und Herr⸗ lichkeit, da ist deines Vaters Haus, da ist alles Weinen aus; was kein Aug sieht jederzeit, was kein Ohr hört weit und breit, hast du dort in Ewigkeit. 3. Da will dein Gott alles sein, da wird Gott, dein Freuden— schein, Leib und Seel verneuen 26* — —404 ganz gleich dem schönen Son— und Schild, der dein Herz mit Freude füllt, weil du bist sein Ebenbild. 4. Dir, Herr, zu Lob, Ehr und Dank will ich meinen Lobgesang fröhlich singen immerdar mit der Auserwählten Schar, wenn mein Leib und Seel erfreut in des Himmels Herrlichkeit wohnen wird in Ewigkeit. Joh. Olearius. 1614˙1 Mel. Valet will ich din Harben 629. E euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein, der Abend ist gekommen, die finstre 2 acht bricht ein. Es hat sich auf⸗ gemachet der Bräutigam mit Pracht; auf, betet, kämpft und wachet, bald ist Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertigsd und füllet sie mit Ol und seidd des Heils gewärtig, n Leib und Seel! Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Tür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichs— genossen, der Bräutgam ist nicht weit. 4.Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen, der Lieder vom ewigen 5558 Leben. schönste Frühlingsschein verheißt nenglanz; da ist Gott dein Trost Erquickungszeiten; die Abend— röte zeigt den schönen Tag von weiten, vor dem das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freu⸗ digen Geberden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freu— denstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwun— den, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun Anach Kreuz 9488 Klagen in Freu— de sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphie— ren in eurer Siegeskron. „Hier sind die Siegespalmen, 25 ist das weiße Kleid, hier stehn die Weizenhalmen im Frie— den nach dem Streit und nach den Wintertagen, hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen, hier schenkt man Freudenwein. 8. O Jesu, komm bald geh auf, verlangte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Iesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit, wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungs— zeit. Laurentius Laurenti g. 1660 1 1722. meine Wonne, Mel. 1. Alle Menschen müssen sterben. 630.0 Reem lich, o wie elig werden wir im Himmel(Iun Droben ernten und mach dich auf, ——r —2— V— Lieder vom ewigen Leben. 40⁵5 wir unzählig unsre Freuden— garben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen, dort ist Tag und keine Nacht, wo man nach den Tränen lacht. 2. Es ist doch um dieses Leben nur ein jämmerliches Tun, und die Not, die uns umgeben, lässet Von dem uns gar selten ruhn. Abend bis zum Morgen kämpfen wir mit lauter Sorgen, und die überhäufte Not heißet unser täg lich Brot. 3. Ach wer sollte sich nicht sehnen, bald in Zion dort zu stehn und aus diesem Tränen in den Freudenort zu gehn, wo das Kreuze sich in Palmen, unser Klagelied in Psal— men, unsre Last in Lust ver— kehrt, und das Jauchzen ewig währt! 4. Da wird unser Aug er— blicken, was ganz unvergleichlich ist; da wird unsern Mund er— quicken, was aus Gottes Herzen fließt; da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann ver— mehren; da empfindet unser Herz lauter Wohllust ohne Schmerz. 5. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird da das Lobgetöne seiner Engel uns erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen, wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 6. Ach wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlitz bis mein Tal der schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wunder— volle Pracht alles Gold beschämet macht? 7. Nun, ich sterbe vor Verlan— gen, o du großer Lebensfürst, laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herde himmlisch werden, Los in jener Welt auf t das allerschönste fällt. Benjamin 1 0 lck g. 1672 1 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht 631. O 80 an geht unfre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir hin nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimstand, droben unser Va— terland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! Die Welt kann dir nur geborgte Güter geben, deine himmlische Begier muß nach solchen Schätzen streben, die uns bleiben, wenn die Welt in ihr erstes Nichts zerfällt. 4. Himmelan! Ich muß mein Herz auch bei meinem Schatze haben, denn es kann mich ander— 406 wärts kein so großer Reichtum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk an ihn. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn ich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan! denk ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Lieder vom ewigen Leben. Träget jeder eine Krone, glänzen wie die Sterne klar, Halleluja singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, welcher seinen Feind ge— schlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget die— sen Sieg? 1%3. Wer sind die in reiner Kraft des Himmels schmecket. Seide, welche ist Gerechtigkeit,) Nach der Kost im Jammertal angetan folgt des Lammes Hochzeitmahl. 7. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon auf⸗ wärts steigt über Sonne, Mond und Sterne, denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 8. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 9. Himmelan! ach himmelan! das soll meine Losung bleiben, ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Him⸗ melan nur steht mein Sinn, bis ich in dem Himmel n 602 6 g. 1672 — Offenb. Joh. 7; 9—17. Mel. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel. 632 W sind die vor 10 Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her?) Off. 19, 8. 4. Es sind die, so wohl ge— rungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod be— zwungen, folgend nicht dem sünd— gen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten, Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott; nun hat dieser K nef ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht, haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider 7. hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im e. „Es sind die, so stets erschie— nen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel ge⸗ 407 opfert gern; nunmehr stehn sie seinem Stuhle weiden, wirf hin all herum vor dem Stuhl im die Last und eil herzu! Bald ist Heiligtum. der schöne Kampf geendet, bald, 8. Dahin streck auch ich die bald der saure Lauf vollendet, so Hände, o Herr Jesu, zu dir aus, gehst du ein zu deiner Ruh. mein Gebet ich zu dir wende, 2. Die Ruhe hat Gott aus⸗ der ich noch in deinem Haus erkoren, die Ruhe, die kein Ende hier auf Erden steh im Streit: nimmt; es hat, da noch kein Treibe, Herr, die Feinde weit! Mensch geboren, die Liebe sie uns 9. Hilf mir in dem Kampfe schon bestimmt. Das Gottes⸗ siegen wider Sünde, Höll und lamm wollt darum sterben, uns Welt, laß mich nicht darnieder diese Ruhe zu erwerben; es ruft, liegen, wenn ein Sturm mich es locket weit und breit: Ihr mü⸗ überfällt. Führe mich aus aller den Seelen und ihr frommen, ver⸗ Not, Herr, mein Fels, mein säumet nicht, heut einzukommen treuer Gott! zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 10. Daß mein Teil sei bei den 3. So kommet denn, ihr mat⸗ Frommen, welche, Herr, dir ten Seelen, die manche Last und ähnlich sind, und auch ich der Bürde drückt, eilt, eilt aus euren Not entnommen als dein dir Kummerhöhlen, geht nicht mehr getreues Kind dann genahet zu traurig und gebückt! Ihr habt dem Thron nehme den verheiß- des Tages Last getragen, dafür Lieder vom ewigen Leben. nen Lohn. 11. Welches Wort faßt diese Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leucht auch wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Hebr. 4, 9. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. 633 PũI ĩ ist noch eine Ruh Du seufzest hier in deinen Ban⸗ den, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor Heinr. Theobald Schenck g. 165671727. vorhanden, auf, müdes Herz, und werde licht! läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein; ihr seid mein Volk, gezeugt von oben, ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kran⸗ ken laben und einen müden Wan⸗ dersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben und sanfte darauf ruhen kann, wenn dieser sich darf niedersetzen, an einem frischen Trunk ergetzen, wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden; es ist noch eine Ruh erfunden, da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freudengar— ben bringen, denn unsre Trä⸗ nensaat ist aus. O Seufzen, Leid, chen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn, es wird beim Brünnlein uns erfrischen, die Tränen von den Augen wischen; wer weiß, was sonst noch soll geschehn? 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, denn die Er— quickungszeit ist da; die Sonne 1 uns nicht mehr stechen, 905 Lamm ist seinem Volke nah, will selbst über ihnen Woßnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen; der große Sabbat ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben sorgen⸗ los. Ach fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Wmh in seinen Schoß! Ach Flügel her, wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren! Begürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Joh. Sigism. Kuntheg. 1700¹ 11779. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 634 Wie wird mir dann, *. o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn Lieder vom ewigen welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im t Schmerz, Tod und derglei⸗ Elends Joch, der 8 Jesus Christus, Leben. ö entschlafen von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterb— zu freun, werde, in ihm lichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich, Seele, stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch: so drückt mich meines Fluch der Sünde nieder. Der Herr erleich— tert mir mein Joch, es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und 40 sich wieder. laß mich streben dir zu lber, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg im dir nicht Weg zum Schaun, der finstern Tale. Er sei mehr fürchterlich, ins Allerhei— ligste führt dich der Weg im finstern Tale. Gottes Ruh ist unvergänglich, überschwenglich; die Etn wird sie unaus⸗ sprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Toten sammelt. ö Vielleicht um- gibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein 0 ö 9— 91, Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen, jetzo, Vater, deinen Händen. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone —— OEr bringen Preis schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit wird sie erst spät zertrümmert, laß mich, Vater, gute Taten, gute Taten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn T dort anbeten werde, von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mit⸗ genoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig singen wir dir, und Ehre dir, der war und sein wird, Ehre! Fr. Gottl. 56.665 g. 1724 1 1803. Mel. Christus der ist mein Leben. 635. A˖ wär ich schon dort droben, mein Heiland, wär ich da, wo dich die Scharen loben, und säng Halleluja! 2. Wo wir dein Antlitz schauen, da sehn' ich mich hinein, da will ich Hütten bauen, denn dort ist gut zu sein. 3. Da werd ich alles sehen, den großen Schöpfungsrat, was durch dein Blut geschehen, und deines Geistes Tat. 4. Da feiern die Gerechten, die ungezählte Schar, mit allen deinen Knechten das große Ju— beljahr. 5. Mit göttlich süßen Weisen wird mein verklärter Mund dich ohne Sünde preisen, du meines Lebens Grund! Lieder vom ewigen Leben. 409 6. Da werden meine Tränen ein Meer voll Freude sein. Ach stille bald mein Sehnen und hole mich hinein! E. G. Woltersdorf g. 1725 7 1761. Eigene Melodie. 6 36. J Qch hab von ferne, Herr, deinen hron 19180 und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hin⸗ gegeben. 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn; du bist all— mächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur ich bin sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug ge— reinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Er⸗ müden will ich ihr näher gehn und ihre hellen goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Tim. Hermes g. 1738 4 1821. ———————————. .——————————— 410 Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Lieder vom ewigen Leben. such und finde. Rufe du dann 637 err, ich bin dein mir zu: Such in mir dein Leben, 2 Eigentum, dein dann ist dir vergeben. ist auch mein Leben, mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du es gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechenschaft dann gerufen werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Wel— ten; du, du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemiß— braucht habe. Wehe mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet. 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben, möcht ich immer meiner Pflicht treu zu bleiben streben, daß ich nie töricht sie außer Augen setze, nie sie frech verletze. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft nur was gut ist wählen. Gib, daß ich ernst— lich mich täglich und auch heute darauf vorbereite. 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe. Wenn der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade 8. Einst am Tage des Gerichts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonne⸗ voll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben. Balthasar Münter g. 1735 1 1793. 98 Nach Bayr. Gsb. Eigene Melodie. 3 immelan, nur him⸗ 638.5 melan soll der Wandel gehn. Was die From⸗ men wünschen, kann dort erst ganz geschehn, auf Erden nicht; Freude wechselt hier mit Leid. Richt hinauf zur Herrlichkeit dein Angesicht! 2. Himmelan schwing deinen Geist jeden Morgen auf! Kurz, ach kurz ist, wie du weißt, unser Pilgerlauf. Fleh täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, präg ins Herz mir den Beruf, mach mich getreu! 3. Himmelan hat er dein Ziel selbst hinaufgestellt. Sorg nicht mutlos, nicht zu viel um den Tand der Welt! Flieh diesen Sinn! Nur was du dem Him⸗ mel lebst, dir von Schätzen dort erstrebst, das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb dich gleich, wenn dich Kummer drückt, weil dein Vater treu und reich stünd⸗ lich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben, in dem Land des Lichts, weiß man von den Sorgen nichts, sei himmlisch froh! — Lieder vom ewigen Leben. 5. Himmelan wallt neben dir! alles Volk des Herrn, trägt im Himmelsvorschmack hier seine Lasten gern. O schließ dich an! Kämpfe drauf, wie sichs gebührt, denke: auch durch Leiden führt die Himmelsbahn. 6. Himmelan ging Jesus Christ mitten durch die Schmach eil, weil du sein Jünger bist, seinem Vorbild nach! Er litt und schwieg; halt dich fest an Gott wie er, statt zu klagen bete mehr, erkämpf den Sieg! 7. Himmelan führt seine Hand durch die Wüste dich, ziehet dich im Prüfungsstand näher hin zu sich im Himmelssinn. Von der Weltlust freier stets und mit ihm vertrauter, gehts zum Him— mel hin. —41¹ 8. Himmelan führt dich zu— letzt selbst die Todesnacht. Seis, daß sie dir sterbend jetzt kurze Schrecken macht, harr aus, harr aus! Auf die Nacht wirds ewig hell, nach dem Tod erblickst du schnell des Vaters Haus. 9. Halleluja! Himmelan steig dein Dank schon hier! Einst wirst du mit Scharen nahn, und Gott naht zu dir in Ewigkeit. Aller Jammer ist vorbei, alles preist verklärt und neu in Ewigkeit. 10. Halleluja singst auch du, wenn du Jesum siehst, unter Jubel ein zur Ruh in den Himmel ziehst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, hilft dir aus zu diesem Sieg. Gelobt sei er! Joh. Gottfr. Schöner g. 1749 4 1818. —————————.ß7᷑ ̃— Herzeichnis der Bichter. Agricola, Johann(Schnitter, Magister Grickel), Mitverfasser des Interim, g. 1492 zu Eisleben, 4 1566 als Hofprediger zu Berlin. 334. Albert, Heinrich, g. 1604 zu Lobenstein im Vogtlande, 5 1651 als Organist zu Königsberg i. Pr. 473. Alberus, Erasmus, g. um 1500 zu Engelroth in der Wetterau, 4 1553 nach bewegtem Leben als Superint. zu Neubrandenburg in Mecklbg. 466. 497. Albinus, Johann Georg, g. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, 1 1679 als Pfarrer zu Naumburg. 250. 596. Allendorf, Joh. Ludw. Konrad, g. 1693 zu Josbach bei Marburg, 4 1773 als Pastor und Scholarch zu Halle. 386. 324. 371. 60². Amilie Juliane, Gemahlin des Grafen Albrecht Anton zu Schwarzburg— Rudolstadt, geb. Gräfin von Barby, g. 1637,1 1706. 452. 520. 557. 599. Angelus Silesius siehe Scherffler. Anna Sophia, Landgräfin zu Hessen-Darmstadt, g. 1638, 4 1683 als Abtissin des Stifts Quedlinburg. 187. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, g. 1633, regierender Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel seit 1685, trat 1710 zu Bamberg öffentlich zur römischen Kirche über, 4 1714 zu Salzdahlum. 406. 480. Arends, Wilh. Erasmus, 4 1721 als Pastor zu Halberstadt. 362. Arndt, Ernst Moritz, g. 1769 zu Schoritz auf Rügen, 1 1860 als Professor emeér. der Geschichte zu Bonn. 57. 291. 605. Arnold, Gottfried, g. 1666 zu Annaberg im Königreich Sachsen, Professor zu Gießen, 4 1714 als Pastor und Inspektor zu Perleberg. 413. Baum garten, Jakob, g. 1668 zu Wolmirstedt bei Magdeburg, Inspektor des Pädagogiums in Halle, 4 1722 als Pastor zu Berlin. 615. Becker, Cornelius, g. 1561 zu Leipzig, 1 1604 als Professor der Theologie und Pastor daselbst. 200. 507. Behm, Martin(Behemb, Bohemus), g. 1557 zu Lauban in der Oberlausitz, + 1622 als Pastor prim. daselbst. 66. 470. 471. 547. 584. Behme, David, g. 1605 zu Bernstadt in Schlesien, 1 1657 als Olsnischer Hofprediger und Konsistorialrat daselbst. 594. Betichius, Johann, g. 1650 zu Steckby in Anhalt-Zerbst, 1722 als Diakonus zu Zerbst. 483. Bienemann, Kaspar(Melissander), g. 1540 zu Nürnberg, 4 1591 als Generalsuperintendent zu Altenburg. 338. v Verzeichnis der Dichter. 413 von Birken, Sigismund(Betulius), g. 1626 zu Wildstein bei Eger, + 1681 als Privatgelehrter in Nürnberg. 89. 343. von Bogatzky, Karl Heinrich, g. 1690 zu Jankowe in Schlesien, 4 1774 als Privatmann im Waisenhause zu Halle. 178. 370. Böhmische oder Mährische Brüder. Ihre Lieder(zum Teil aus dem Böhmischen übersetzt) gaben Michael Weiße(4 1540 in Neutomischl) im Jahre 15341 und Joh. Horn(4 1547 zu Jungbunzlau) im Jahre 1544 heraus. 76. 231. 439. 499. 573. ö Bon, Hermann(Gude), g. um 1504 zu Quakenbrück in Hannover, 1548 als Superintendent zu Lübeck. Reformator von Osnabrück. 77. Bornschürer, Johann, g. 1625 zu Schmalkalden, 4 1677 als Dekan zu Thann in Mittelfranken. 201. Böschenstain, Johann, g. 1472 zu Eßlingen in Württemberg, Lehrer der hebräischen Sprache, 4+ 1540 zu Nördlingen. 81. Breithau. Joachim Justus, g. 1658 zu Northeim in Hannover, + 1732 zu Halle als Professor der Theologie, Generalsuperintendent und Abt des Klosters Vergen bei Magdeburg. 272. Bruhn, David, g. 1727 zu Memel, 1 1782 als Pastor zu Berlin. 289. von Bunsen, Christian Karl Josias, g. 1791 zu Korbach, Preuß. Gesandter ꝛ1Rom und London, 4 in Bonn 1860. Gab 1833 ein Allgemeines Pangelisches Gesang- und Gebetbuch heraus. 618. Busch, Peter, g. 1682 zu Lübeck, Pastor zu Hildesheim, 4 1744 als Pastor an der Kreuzkirche zu Hannover. Herausg. des Hildesheimschen Gesang— buchs von 1719(Liederkerns). 99. 616. Claudius, Matthias, der Wandsbecker Bote, g. 1740 zu Reinfeld bei Lübeck, T+ 1815 als Bankrevisor zu Altona. 51⁵. Clausnitzer, Tobias, g. 1618 od. 1619 zu Thum bei, 1684 als kurpfälzischer Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. 6. 92. Crasselius, Bartholomäus(Crasselt), g. 1667 zu Wedost im Königreich Sachsen, 4 1724 als Pfarrer zu Düsseldorf. 381. Creutzberg, Amadeus, sür Sinold. Dach, Simon, g. 1605 zu Memel, 4 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg i. Pr. 591. 625. Decius, Nicolaus(Nik. Tech aus Hof[Curia?]), Mönch im Kloster Steter— burg bei Braunschweig, 1523 evang. Prediger in Stettin, 4 1541 daselbst. 75. 149. Denicke, David, g. 1603 in Zittau im Königreich Sachsen, 4 1680 als Kammer- und Konsistorialrat in Hannover, gab in Gemeinschaft mit Gesenius das(New ordentlich) hannöversche Gesangbuch von 1646, 1648, 1652, 1657 ꝛc. heraus. 1. 161. 188. 244. 268. 269. 378. D — —..— WI 414 Verzeichnis der Dichter. Derschow, Bernhard, g. 1591 zu Königsberg i. Pr., 4 1639 als Professor der Theologie, Konsistorialrat und Oberpfarrer daselbst. 213. Deßler, Wolfgang Christoph, g. 1660 zu Nürnberg, 4 1722 als Konrektor der Schule zum heil. Geist daselbst. 309. Diterich, Johann Samuel, g. 1721 zu Berlin, 4 1797 als Oberkonsisto⸗ rialrat und Pastor daselbst. Herausgeber der Lieder für den öffentlichen Gottesdienst, Berlin 1765, in welchem Buche er die Kirchenlieder auf das willkürlichste umarbeitete. 146. 260. 261. Drese, Adam, g. 1620 zu Weimar(2), 4 1701 als fürstlich Schwarzburgischer Kapellmeister zu Arnstadt in Thüringen. 311. Eber, Paul, g. 1511 zu Kitzingen in Unterfranken, Freund Luthers, 4 1569 als Generalsuperintendent und Professor der Theologie zu Wittenberg. 58. 233. 576. 577(7). Ebert, Jakob, g. 1549 zu Sprottau in Schlesien, 4 1614 als Professor der Theologie zu Frankfurt a. O. 542. Eleonore, verw. Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg, g. zu Gedern 1835, 1 1903 zu Ilsenburg. 65. ö Fabricius, Friedrich, g. 1642 zu Stettin, 4 1703 als Pastor daselbst. 31. Falk, Joh. Daniel, g. 1768 zu Danzig, 1 1826 als Legationsrat zu Weimar. 569. Fischer, siehe Vischer. Fleming, Paul, g. 1609 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, 4 1640 als Doktor der Medizin zu Hamburg. 393. Franck, Johann. g. 1618 zu Guben in der Niederlausitz, 4 1677 als Bürgermeister daselbst. 4. 156. 157. 215. 246. 300. 441. 546. Franck, Michael, g. 1609 zu Schleusingen in Thüringen, 4 1667 als Lehrer an der Stadtschule zu Koburg. 348. 593. Franck, Salomo, g. 1659 zu Weimar, 1 1725 als Oberkonsistorialsekretär daselbst. 103. 216. 317. 364. 419. 488. Francke, August Hermann, g. 1663 zu Lübeck, Begründer der Franckeschen Stiftungen in Halle, 4 1727 als Professor der Theologie und Pastor zu Halle. 62. Freylinghausen, Johann Anastasius, g. 1670 zu Gandersheim in Braun⸗ schweig, Schwiegersohn Franckes, 4 1739 als Pastor und Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 257. 314. 421. 510. Freystein, Johann Burchard, g. 1671 zu Weißenfels, 4 1718 als Hof- und Justizrat zu Dresden. 351. Fritsch, Ahasverus, g. 1629 zu Mücheln bei Merseburg, 4 1701 als Kanzleidirektor und Konsistorialpräsident zu Rudolstadt. 93. Funcke, Friedr., g. 1642 zu Nossen im Erzgebirge, Kantor zu Lüneburg, + 1699 als Pastor zu Römstedt bei Lüneburg. 134. Verzeichnis der Dichter. 41⁵ Funk, Gottfried Benedikt, g. 1734 zu Hartenstein im Königr. Sachsen, 4 1814 als Konsistorialrat und Rektor des Domgymnasiums zu Magdeburg. 124. Garve, Karl Bernhard, g. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, bis 1836 Prediger der Brüdergemeinde zu Neusatz a. d. O., 4 1841 zu Herrnhut. 181. 198. 332. Gedicke, Lampertus, g. 1683 zu Gardelegen in der Altmark, 4 1735 als Feldpropst zu Berlin. 420. Gellert,‚ Christian Fürchtegott, g. 1715 zu Hainichen im sächsischen Erz⸗ gebirge, 4 1769 als außerordentlicher Professor der Dichtkunst, Bered⸗ samkeit und Moral zu Leipzig. 56. 123. 197. 219. 259. 287. 373. 374. 423. 424. 435. 461. 462. 463. 464. 465. 491. 514. 604. Gensch von Breitenau, Christoph, g. 1638 zu Naumburg, Hofrat des Herzogs von Plön und dänischer Geheimrat, 4 1732 als Privatmann zu Lübeck. 249. Gerhardt, Paulus, g. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 1651—1657 Propst zu Mittenwalde in Brandenburg, 16571667 Diakonus zu Berlin, + 1676 als Archidiakonus zu Lübben. 27. 28. 47. 48. 49. 50. 61. 85. 86. 87. 88. 116. 142. 151. 270. 301. 347. 395. 396. 397. 398. 399. 400. 401. 402. 445. 446. 447. 475. 476. 477. 502. 524. 545. 548. 595. 610. von Gersdorf, Henriette Katharina, g. von Friesen, g. 1648 zu Sulz⸗ bach, Gemahlin des kursächsischen Geheimrats v. G. in Dresden, Groß— mutter Zinzendorfs, 4 1726 zu Großhennersdorf bei Herrnhut. 177. 415. Gesenius, Justus, g. 1601 zu Esbeck in Hannover, 4 1673 als Oberhof—⸗ prediger und Generalsuperintendent zu Hannover(siehe Denicke). 83. 268. 378. Gigas siehe Heune. Gotter, Ludwig Andreas, g. 1661 zu Gotha, 4 1735 als Hof⸗ und Assistenzrat daselbst. 153. 352. 353. 453. Gramann, Johann(Poliander), g. 1487 zu Neustadt in Bayern, Freund Luthers, 4 1541 als Pastor zu Königsberg i. Pr. 438. Gregor, Christian, g. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, 4 1801 als Bischof der Brüdergemeinde zu Berthelsdorf. Herausgeber des Brüdergesangbuchs von 1778. 193. 329. Groß, Johann(Major), g. 1564 zu Reinstedt in Thüringen, 1 1654 als Professor der Theologie zu Jena. 238(9). Grüneisen, Karl Georg, g. 1802 zu Stuttgart, 4 1878 daselbst als Hofprediger und Oberkonsistorialrat. 522. Gryphius, Andreas, g. 1616 zu Großglogau in Schlesien, 4 1664 als Land⸗ schaftssyndikus daselbst. 592. Günther, Cyriacus, g. 1650 zu Goldbach bei Gotha, 4 1704 als Lehrer am Gymnasium zu Gotha. 315. 457. 416 Verzeichnis der Dichter. Günther, Martin, g. um 1690 im sächsischen Erzgebirge, Hauslehrer bei Löscher, seit 1721 Pfarrer zu Klingenmünster in der bayr. Pfalz. 274. von Hardenberg, Friedrich Leopold, Freiherr(Novalis), g. 1772 auf Gut Wiederstedt im Mansfeldischen, 4 1801 als Assessor zu Weißenfels. 426. 390. 394. von Harleß, Gottfried Christoph Adolf, g. 1806 zu Nürnberg, Professor der Theologie zu Erlangen und Leipzig, zuletzt Präsident des protestant. Oberkonsistoriums in München, 1879 daselbst. 429. Harsdörfer, Georg Philipp, g. 1607 zu Nürnberg, 4 1658 als Ratsherr daselbst. 478. Hartmann, Thomas, war 1604 Archidiakonus zu Eisleben. 110. von Hausmann, Julie, g. 1825 zu Mitau, langjährige Leiterin der St. Annenschule in Petersburg, 4 1901 zu Wösö in Esthland. 376. von Hayn, Henriette Luise, g. 1724 zu Idstein in Nassau, 1 1782 als Oberin der ledigen Schwestern zu Herrnhut. 533. Hecker, Heinrich Cornelius, g. 1699 zu Hamburg, 4 1743 als Pfarrer zu Meuselwitz bei Altenburg. 194. Heermann, Johann, g. 1585 zu Raudten im Fürstentum Wohlau in Schlesien, Pastor zu Köben in Schlesien, 4 1647 zu Lissa in Posen. 79. 80. 112. 159. 172. 173. 211. 212. 239. 240. 241. 206. 267. 290. 297. 339. 340. 341. 391. 392. 495. 523. 531. 543. 544. 607. 608. Heinrich v. Loufenberg, Priester und Dekan zu Freiburg im Breisgau, 4 1455. 570. 622. Held, Henrich, g. zu Guhrau in Schlesien, um 1650 Sachwalter, 4 vor 1661 daselbst. 30. 143. Helmbold, Ludwig, g. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, 1598 als Superintendent und Pfarrer daselbst. 386. 440. 529. Hensel, Luise, g. 1798 zu Linum bei Fehrbellin, Tochter eines evangelischen Pfarrers, trat 1818 zur römischen Kirche über, Erzieherin, zu Pader— born 1876. 534(gedichtet 1816). Herberger, Valerius, g. 1562 zu Fraustadt in Posen, 4 1627 als Pfarrer daselbst. 585. Herman, Niklas, 4 1561 in hohem Alter als Kantor zu Joachimsthal in Böhmen. 41. 109. 467. 498. 554. 555. 566. 575. Hermes, Johann Timotheus, g. 1738 zu Petznik bei Stargard in Pommern, 4 1821 als Oberkonsistorialrat, Superint u. Pastor prim. zu Breslau. 636. Herrmann, Johann Gottsried, g. 1707 zu Altjeßnitz bei Bitterfeld, 1 1791 als Oberhofprediger und Oberkonsistorialrat zu Dresden. 285. 725 ale Johann Daniel, g. 1675 zu Bopfingen in Württemberg, 1723 als Professor der Theologie und Mitdirektor der Franckeschen Stistungen zu Halle. 458. Verzeichnis der Dichter. 417 Hertzog, Johann Friedrich, g. 1647 zu Dresden, 1699 als Rechts⸗ anwalt daselbst. 506. Hesse, Johann, g. 1490 zu Nürnberg, 4 1547 als Pfarrer zu Breslau. 574(7). Heune, Johann(Gigas), g. 1514 zu Nordhausen, 4 1581 als Pastor zu Schweidnitz in Schlesien. 579. Heunisch, Kaspar, g. 1620 zu Schweinfurt in Unterfranken, 4 1690 als Superintendent daselbst. 627. Heyden, Sebald, g. 1494(e) zu Nürnberg, 1 1561 als Rektor der Sebalds⸗ schule daselbst. 82. Hiller, Friedrich Konrad, g. 1662 zu Unteröwisheim bei Bruchsal, 4 1726 als Kanzleiadvokat zu Stuttgart. 456. Hiller, Philipp Friedrich, g. 1699 zu Mühlhausen in Württemberg, T 1769 als Pfarrer zu Steinheim am Aalbuch in Württemberg; 1751 verlor er seine Stimme. 15. 164. 290. 325. 326. von Hippen, Johann Heinrich, g. zu Wohlau in Schlesien, 4 1676 als Limburgischer(in Schlesien) Rat und Hofmarschall. 479. von Hodenberg, Bodo, g. 1604 zu Celle, 4 1650 als Landdrost zu Osterode a. H. 474. Hoffmann, Gottfried, g.1658 zu Plagwitz bei Löwenberg in Schlesien, 41712 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im Königreich Sachsen. 146. 612. Homburg, Ernst Christoph, g. 1605 zu Mühla bei Eisenach, 4 1681 als Rechtskonsulent zu Naumburg. 29. 90. 133. Horn siehe Böhmische Brüder. Huber, Konrad(Huober, Hubert), g. 1507 zu Bergzabern im Elsaß, 1 1577 als Dialonus zu Straßburg. 186. 232. Hunold, Michael, g. 1621 zu Leißnig im Königreich Sachsen, 4 1672 als Archidiakonus zu Rochlitz a. d. Mulde. 535. 600. Reymann, Christian, g. 1607 zu Pankraz in Böhmen, 4 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im Königreich Sachsen. 43. 302. Kiel, Tobias, g. 1584 zu Ballstedt bei Gotha, 4 1626 als Pfarrer daselbst. 586. Klesel, Abraham, g. 1636 zu Fraustadt in Posen, 1 1702 als Oberpfarrer zu Jauer in Schlesien. 95. Klopstock, Friedrich Gottlieb, g. 1724 zu Quedlinburg, 4 1803 als badi⸗ scher Hofrat und dänischer Legationsrat zu Hamburg. 220. 617. 634. Knak, Gustav Friedrich Ludwig, g. 1806 zu Berlin, 4 1878 als Pastor zu Berlin in Dünnow bei Stolpmünde. 333. Knapp, Albert, g. 1798 zu Tübingen, 4 1864 als Stadtpfarrer zu Stutt⸗ gart. 100. 179. 180. Knoll, Christoph, g. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, 4 1650 als Pastor zu Witgendorf in Schlesien. 582. * DDiii‚eeeeeeeeee‚eeeeeeeeeeeeeeeeeee.. ————— IIIII5/ 14 III „ 4 WIIN i H. 36 47 I ö ö r IöI x I Hi II 1 I ne x 4 ö I. I ——3— 418 Verzeichnis der Dichter. Knorr von Rosenroth, Christian, g. 1636 zu Altraudten in Schlesien, + 1689 als Geheimrat und Kanzleidirektor zu Sulzbach in der bayr. Oberpfalz. 482. Koitsch, Christian Jakob, g. 1671 zu Meißen, Inspektor am Pädagogium zu Halle, 4 1735 als Rektor zu Elbing. 455. Krause, Jonathan, g. 1701 zu Hirschberg in Schlesien, 4 1762 als Super⸗ intendent zu Liegnitz. 12. Krummacher, Friedrich Adolf, g. 1767 zu Tecklenburg in Westfalen, 1 1845 als reform. Pastor emerit. zu Bremen. 182. Kunth, Johann Sigismund, g. 1700 zu Liegnitz, 4 1779 als Superin⸗ tendent zu Baruth in der Oberlausitz. 633. Küster, Elieser Gottlieb, g. 1732 zu Watzum im Braunschweigischen, 4 1799 als Pastor und Generalsuperintendent zu Braunschweig. 207. Lackmann, Peter, g. 1659 zu Lübeck, 4 1713 als Oberpfarrer zu Oldenburg in Holstein. 254. Lange, Joachim, g. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, 1 1744 als Professor der Theologie zu Halle. 484. Lange, Johann Christian, g. 1669 zu Leipzig, Professor in Gießen, 4 1756 als Generalsuperintendent zu Idstein in Nassau. 313. Laurenti, Laurentius(Lorenz Lorenzen), g. 1660 zu Husum, 1 1722 als Musikdirektor und Kantor zu Bremen. 53. 119. 629. Lavater, Johann Kaspar, g. 1741 zu Zürich, 4 1801 als reform. Prediger daselbst. 125. 261. 536. Lehr, Leopold Franz Friedrich, g. 1709 zu Kronberg bei Frankf. a. M., 1 1744 in Magdeburg als Diakonus an der luth. Kirche zu Köthen. 382. 283. Leon, Johann, g. zu Ohrdruf in Thüringen, 4 1597 als Pastor zu Wölfis bei Ohrdruf. 243. 580. 588. Liebich, Ehrenfried, g. 1713 zu Probsthain bei Liegnitz, 4 1780 als Pastor zu Lomnitz bei Hirschberg in Schlesien. 147. 328. Lindemann, Johann, g. um 1530 zu Gotha, Kantor daselbst, 4 nach 1634. Er soll aus der Familie der Mutter Luthers stammen. 293(2). Liscow, Salomon, g. 1640 zu Niemitzsͤch in der Lausitz, 4 1689 als Dia⸗ konus zu Wurzen im Königreich Sachsen. 308. 481. Loufenberg siehe Heinrich. Löscher, Valentin Ernst, g. 1673 zu Sondershausen, 1 1749 als Ober⸗ konsistorialrat und Superintendent zu Dresden. 255. von Löwenstern, Matthäus Apelles, g. 1594 zu polnisch Neustadt bei Oppeln in Schlesien, 4 1648 als kaiserlicher Rat zu Breslau. 174. 561. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg-Rudolstadt, g. 1640, 1 1672 als Braut des Grafen Christian Wilhelm von Schwarzburg⸗ Sondershausen. 253. 307. 409. LI L. Verzeichnis der Dichter. 419 Luise Henriette, Tochter des Prinzen Heinrich Friedrich von Oranien, g. 1627 im Haag, Gemahlin des großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 4 1667 zu Berlin. Es ist zweifelhaft, ob die ihr zugeschriebenen vier Lieder von ihr verfaßt sind. 247. 614. Luther, Martin, g. 10. Nov. 1483 zu Eisleben, 4 am 18. Februar 1546 daselbst. 37. 38. 39. 107. 108. 137. 138. 139. 148. 165. 166. 167. 168. 169. 185. 199. 209. 20. 221. 228. 229. 262. 263. 377. 437. 496. 519. 571. 572. 573. Magdeburg, Joachim, g. 1525 zu Gardelegen in der Altmark, nach 1583 als Prediger im Osterreichischen. 387. Major siehe Groß. Mathesius, Johann, g. 1504 zu Rochlitz im Königreich Sachsen, als Student Luthers Haus- und Tischgenosse, 4 1565 als Pastor zu Joachimsthal. 528. Melissander siehe Bienemann. Mentzer, Johann, g. 1658 zu Jahma in der Lausitz, 1 1734 als Pastor zu Kemnitz bei Bernstadt in der Lausitz. 454. von Meyer, Johann Friedrich, g. 1772 zu Frankfurt a. M., 1 1849 als Appellationsgerichtspräsident daselbst. 428. Meyfart, Johann Matthäus, g. 1590 zu Walwinkel im Gothaischen, + 1642 als Professor der Theologie und Pastor zu Erfurt. 624. Moller, Martin, g. 1547 zu Kropstädt bei Wittenberg, 4 1606 als Pastor prim. zu Görlitz in der Lausitz. 235. 388. 579. Möller, Johann Friedrich, g. 1789 zu Ersurt, 4 1861 als General⸗ superintendent und Konsistorialdirektor zu Magdeburg. 375⁵. von Moser, Friedrich Karl, Freiherr, g. 1723 zu Stuttgart, Hessen⸗ Darmstädtischer Minister, 1 1798 als Privatmann zu Ludwigsburg. 260. Mühlmann, Johann, g. 1573 zu Pegau bei Leipzig, 4 1613 als Professor der Theologie und Archidiakonus zu Leipzig. 295. 472. Müller, Michael, g. 1673 zu Blankenburg a. Harz, 4 1704 als Kandidat der Theologie zu Schaubeck in Württemberg. 354. Münter, Balthasar, g. 1735 zu Lübeck, 4 1793 als Pastor an der deutschen Kirche zu Kopenhagen. 436. 637. Mylius, Johann, aus Themar in Thüringen, 1596 Pastor in Thüngen in Unterfranken. 155. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich, g. 1624 zu Halle, 4 1685 als Pastor zu Koburg. 52. teander, Joachim, g. 1650 zu Bremen, 4 1680 als reform. Diakonus daselbst. 351. 450. 451. 505. 598. Nehring, Johann Christian, g. zu Gotha, Inspektor am Waisenhause zu Halle, 4 1736 als Pastor zu Morl bei Halle. 354. 27 6———*—*—*8*8*——— 42⁰ Verzeichnis der Dichter. Neumann, Kaspar, g. 1648 zu Breslau, 4 1715 als Kircheninspektor und Pastor prim. daselbst. 8. 20. 509. 562. Neumann, Gottfried, g. um 1688, 4 1782 als Mitglied der Brüder⸗ gemeinde. 603. Neumark, Georg, g. 1621 zu Langensalza in Thüringen, 1 1681 als Bibliothekar und Archivsekretär zu Weimar. 403. 404. 573. Neumeister, Erdmann, g. 1671 zu üchteritz bei Weißenfels, 4 1756 als Hauptpastor zu Hamburg. 70. 203. 277. 278. 318. 359. 459. 460. 486. 517. Neunherz, Johann, g. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, 4 1737 als Oberpfarrer zu Hirschberg. 122. Neuß, Heinrich Georg, g. 1654 zu Elbingerode im Harz, 4 1716 als Konsistorialrat und Superintendent zu Wernigerode. 252. 355. Nicolai, Philipp, g. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, 4 1608 als Hauptpastor zu Hamburg. 292. 621. Novalis siehe Hardenberg. Olearius, Johann, g. 1611 zu Halle, 4 1684 als Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Weißenfels. 7. 2. 51. 69. 91. 189. 379. 380. 448. 549. 550. 551. 552. 628. Pauli, Joachim, g. um 1636 zu Wilsnack in der Mittelmark, 1674 Haus⸗ lehrer zu Berlin. 175. Pfeiffer, Christoph, g. 1689 zu Ols, 4 1758 als Pastor zu Stolz bei Frankenstein in Schlesien. 63. von Pfeil, Christoph Karl Ludwig, g. 1712 zu Grünstadt in der bayr. Pfalz, württembergischer geh. Legationsrat, 1784 als preuß. Geheimrat und Minister zu Deufstetten im Ansbachschen. 72. 383. 525. Poliander siehe Gramann. Prätorius, Benjamin, g. 1636 zu Obergreißlau bei Weißenfels, 4 16740%) als Pastor zu Großlissa bei Delitzsch in der Provinz Sachsen. 346. Puchta, Christian Rudolf Heinrich, g. 1808 zu Kadolzburg in Mittel⸗ franken, 4 1858 als Pastor zu Augsburg. 21. 564. Räder, g. 1815 zu Elberfeld, 4 1872 daselbst als Handlungsgehülfe. 431. Rambach, Johann Jakob, g. 1693 zu Halle, 4 1735 als Professor der Theologie und Superintendent zu Gießen. 33. 195. 204. 206. 218. 30. 281. 321. 322. 323. 367. 368. 422. Reimann, Georg, g. 1570 zu Leobschütz in Schlesien, 4 1615 als Pro⸗ fessor der Beredsamkeit zu Königsberg in Preußen. 162. Reusner, Adam(Reißner), g. um 1500 zu Mindelheim, Geheimsekretär Georgs von Frundsberg, ein Anhänger Schwenkfeldts, nach 1572 in seiner Vaterstadt. 336. 507. Richter, Christian Friedrich, g. 1676 zu Sorau in der Lausitz, 4 1711 als Arzt des Waisenhauses zu Halle. 54. 356. 357. 358. 433. 485. Verzeichnis der Dichter. 421 Ringwaldt, Bartholomäus, g. 1532 zu Frankfurt a. d. Oder, 4 1599 als Pfarrer zu Langenfeld in der Neumark. 236. 620. Rinkart, Martin, g. 1586 zu Eilenburg in der Provinz Sachsen, 1 1649 als Archidiakonus daselbst. 152. 344. 442. Rist, Johann, g. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, 4 1667 als Pastor zu Wedel an der Elbe in Holstein. 24. 46. 60. 68. 102. 113. 130. 13ʃ1. 214. 222. 223. 242. 444. 501. 626. Rodigast, Samuel, g. 1649 zu Gröben bei Jena, 1 1703 als Rektor am grauen Kloster zu Berlin. 407. Rosen müller, Johann, g. um 1615 im Kurfürstentum Sachsen, 1686 oder 1682 als Kapellmeister zu Wolfenbüttel. 597. Rothe, Johann Andreas, g. 1688 zu Lissa bei Görlitz in der Lausitz, Pfarrer zu Berthelsdorf, 4 1758 als lutherischer Pastor zu Thommendorf in der Lausitz. 279. 613. Rückert, Friedrich, g. 1789 zu Schweinfurt am Main, Professor in Erlangen und Berlin, 4 1866 als preußischer Geheimrat zu Neuseß bei Koburg. 35. Runge, Christoph, g. 1619 zu Berlin, Buchdrucker, 4 1681 daselbst. 271. Ruopp, Johann Friedrich, g. zu Straßburg, 4 1708 als Adjunkt der theologischen Fakultät zu Halle. 360. Rutilius, Martin(Rüdel), g. 1550 zu Düben in der Provinz Sachsen, 41618 als Archidiakonus zu Weimar. 238(). Sacer, Gottfried Wilhelm, g. 1635 zu Naumburg, 4 1699 als Kammer⸗ advokat zu Wolfenbüttel. 117. 611. Schade, Johann Kaspar, g. 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, 4 1698 als Diakonus an St. Nicolai zu Berlin. 96. 411. Schallin g, Martin, g.1532 zu Straßburg, 11608 als Pastor zu Nürnberg. 337. Scheffler, Johann(Angelus Silesius), g. 1624 zu Breslau, Leibarzt des Herzogs von Ols, trat 1652 zur römischen Kirche über, geistlicher Rat des Fürstbischoss, 41677 im Kloster St. Matthias zu Breslau. 303. 304. 305.349. Scheidt, Christian Ludwig, g. 1709 zu Waldenburg bei Schwäbisch-Hall in Württemberg, 1 1761 als Hofrat und Bibliothekar zu Hannover. 284. Schein, Johann Hermann, g. 1586 zu Grünhain bei Zwickau im Königreich Sachsen, 4 1630 als Musikdirektor zu Leipzig. 589. Schenck, Hartmann, g. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, 4 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. 19. Schenck, Heinrich Theobald, g. 1656 zu Heidelbach a. d. Schwalm in Hessen, 1 1727 als Stadtpfarrer in Gießen. 632. Schirmer, Michael, g. 1606 zu Leipzig, 4 1673 als Konrektor emerit. des Gymnasiums zum grauen Kloster zu Berlin. 25. 115. 141. 560. 609. Schlosser, Ludwig Heinrich, g. 1663 zu Darmstadt, 4 1723 als Prediger zu Frankfurt a. M. 530. —422 Verzeichnis der Dichter. Schmidt, Johann Eusebius, g. 1670 zu Hohenfelden bei Ersurt, 4 1745 als Pastor zu Siebleben bei Gotha. 176. Schmolck, Johann Benjamin, g. 1672 zu Brauchitschdorf bei Liegnitz, + 1737 als Pastor prim. und Inspektor zu Schweidnitz. 9. 10. 11. 32. 64. 98. 120. 121. 144. 163. 192. 202. 256. 275. 276. 416. 417. 418. 487. 511. 518. 565. 601. 630. 631. Schmuck, Vincentius, g. 1565 zu Schmalkalden, 1628 als Professor der Theologie, Pastor und Superintendent zu Leipzig. 556. Schöner, Johann Gottfried, g. 1749 zu Rügheim bei Würzburg, 4 1818 als Stadtpfarrer zu Nürnberg. 427. 638. Schrader, Johann Hermann, g. 1684 zu Hamburg, 1 1737 als Propst und Konsistorialrat zu Tondern in Schleswig. 382. Schröder, Johann Heinrich, g. 1667 zu Hamelspringe bei Hannover, 4 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Wolmirstedt in der Provinz Sachsen. 312. Schütz, Johann Jakob, g. 1640 zu Frankfurt a. M., 4 1690 als Advokat und verschiedener Reichsstände Rat daselbst. 408. 449. Seriver, Christian, g. 1629 zu Rendsburg, Pastor zu Magdeburg, 1693 als Oberhofprediger und Kirchenrat zu Quedlinburg. 306. 504. von Seckendorf, Veit Ludwig, Reichsfreiherr, g. 1626 zu Herzogenaurach bei Bamberg, 4 1692 als Brandenburgischer Geheimrat und Kanzler der Universität Halle. 432. Selnecker, Nikolaus, g. 1532 zu Hersbruck bei Nürnberg, Schüler Melanch⸗ thons, Professor in Leipzßig und Jena, auch Superintendent in Hildesheim, Mitarbeiter an der Konkordienformel, 4 1592 als Professor der Theologie und Superintendent zu Leipzig. 17. 170. 500. 581. von Senitz, Elisabeth, g. 1629 zu Rankau in Schlesien, Hoffräulein am Hofe zu Brieg und zu Ols, 4 1679. 94. Siegfried, Johann, g. 1564, 4 1637 als Superintendent zu Schleiz. 588. Sinold, Philipp Balthasar, gen. von Schütz(Amadeus Creutzberg), g. 1657 zu Königsberg bei Gießen, 1 1742 als Solmsscher Geheimrat zu Laubach in der Weiterau. 97. 319. Spangenberg, Johann, g. 1484 zu Hardegsen in Hannover, seit 1524 der erste evang. Prediger an St. Blasien in Nordhausen, 4 1550 als Generalsuperintendent zu Eisleben. B6. Spangenberg, August Gottlieb, g. 1704 zu Klettenberg bei Walkenried, als Bischof der Brüdergemeinde lange Zeit in Amerika tätig, 4 1792 zu Berthelsdorf. 366. Spengler, Lazarus, g. 1479 zu Nürnberg, Rechtsgelehrter und Rats— schreiber daselbst, Freund Luthers und Besörderer der Reformation, 4 1534 zu Nürnberg. 230. (CV Verzeichnis der Dichter. 4²3 Speratus, Paul(Spret), g. 1484 zu Rötlen bei Ellwangen, 1524 Hof⸗ prediger Herzog Albrechts von Preußen, luth. Bischof von Pomesanien, 1 1551 zu Marienwerder. 264. ö Spitta, Karl Johann Philipp, g. 1801 zu Hannover, 4 1859 als Super⸗ intendent zu Burgdorf bei Hannover. 183. 208. 430. 516. 526. 527. 553. 606. Spreng, Johann Jakob, g. 1699 zu Basel, reform. Prediger zu Ludweiler bei Saarbrücken, 4 1768 als Professor der Geschichte und griech. Sprache zu Basel. 205. Starck, Johann Friedrich, g. 1680 zu Hildesheim, 4 1756 als Pastor und Konsistorialrat zu Frankfurt a. M. 369. Stegmann, Josua, g. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, 4 1632 als Pro⸗ fessor der Theologie und Superintendent zu Rinteln. 18. Stip, Gerhard Chryno Herm., g. 1809 zu Norden in Ostfriesland, einige Jahre Pastor in Osteel bei Norden, als Privatmann 1882 zu Potsdam. 492. von Stöcken, Christian, g. 1633 zu Rendsburg, 4 1684 daselbst als Generalsuperintendent von Schleswig-Holstein, Kirchenrat u. Propst. 568. Stockfleth, Heinrich Arnold(Dorus), g. 1643 zu Alfeld in Hannover, 1 1708 als Kirchenrat, Oberhosprediger und Generalsuperintendent zu Mönchsberg bei Bayreuth in Mittelfranken. 410. Stolshagius, Kaspar, 1591 Pastor zu Iglau in Mähren. 111.). Sturm, Christoph Christian, g. 1740 zu Augsburg, 1 1786 als Haupt⸗ pastor in Hamburg. 288. 289. 425. Terstegen, Gerhard, g. 1697 zu Mörs, 4 1769 als Bandmacher zu Mül⸗ heim a. d. Ruhr(reform.). 13. 14. 55. 71. 135. 327. 372. 490. 512. 513. Thebesius, Adam, g. 1596 zu Seifersdorf in Schlesien, 4 1652 als Pfarrer zu Liegnitz. 84. Thilo, Valentin, der jüngere, g. 1607 zu Königsberg i. Pr., 4 1662 als Professor der Beredsamkeit daselbst. 26. Tietze, Christoph(Titius), g. 1641 zu Wilkau bei Breslau, 1 1703 als Pastor zu Hersbruck bei Nürnberg. 248. 405. Tollmann, Gottfried, g. 1680 zu Lauban in der Lausitz, 4 1766 als Pastor zu Leube bei Görlitz in der Lausitz. 563. Vespasius siehe Wepse. Vischer, Christoph, g. 1544 zu Wittenberg, 4 1597 als Generalsuperintendent zu Celle. 78. Walther, Johann, der alte Luther-Kantor, g. 1496 zu Kahla, 1520 Hof⸗ kantor in Torgau, 4 1570 als Kapellmeister zu Dresden. 519. 623. Wegelin, Josua, g. 1604 zu Augsburg, 1 1640 als evang. Pfarrer zu Preßburg in Ungarn. 132. 4²⁴ Verzeichnis der Dichter. Wehrenberg, Heinrich Jonathan, ein Urenkel Ph. Melanchthons, g. 1651 zu Eilenburg, Prov. Sachsen, 4 1713 als Superintendent zu Lüneburg. 361. Weiße siehe Böhmische Brüder. Weissel, Georg, g. 1590 zu Domnau in Ostpreußen, 4 1635 als Prediger zu Königsberg i. Pr. 23. 114. 299. Wenigk, Johann Ernst, g. 1701 zu Gotha, 4 1745 als Pfarrer zu Bisch⸗ leben bei Arnstadt in Thüringen. 145. Wepse, Hermann(Vespasius), um 1580 Prediger in Stade. 265. Werner, Georg, g. 1589 zu Pr.⸗Holland, 4 1643 als Diakonus zu Königs⸗ berg i. Pr. 45. 101. 140. 590. Wieser, Matthäus, 1668 Bergmann und Steiger zum Gräßlitz bei Hof. 539. 540. 541. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen-Weimar, g. 1598 zu Altenburg, 4 1662 zu Weimar. 3(). Winckler, Johann Josef, g. 1670 zu Lucka in der Lausitz, 1 1722 als Konsistorialrat und Domprediger zu Magdeburg. 363. 414. Witzstatt, Hans, aus Wertheim, um 1530. 335(2). Wolf, Jakob Gabriel, g. 1684 zu Greifswald, 4 1754 als Hofrat und Professor emerit. der Rechte zu Halle. 316. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, g. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, 1 1761 als Stadtpfarrer zu Bunzlau in Schlesien. 196. 635. Zehner, Samuel, g. 1594 zu Suhl in Thüringen, 1 1635 als Super⸗ intendent zu Schleusingen. 345. Zeibich, Christoph Heinr., g. 1677 zu Mölbis bei Leipzig, 4 1748 als Professor der Theol., Konsistorialassessor und Propst zu Wittenberg. 2235. von Zinzendorf, Graf Nikolaus Ludwig, g. 1700 zu Dresden, Stifter der evangelischen Brüdergemeinde, 4 1760 zu Herrnhut. 193. 320. 365. 366. Zwick, Johann, g. um 1496 zu Konstanz, 4 1542 als reform. Pfarrer seiner Vaterstadt zu Bischofzell in der Schweiz während der Pest. 128. Unbekannt sind die Verfasser folgender Lieder: 2. 5. 16. 34. 36. 40. 42. 44. 59. 67. 73. 74. 104. 105. 106. 118. 127. 129. 136. 150. 174. 184. 190. 191. 217. 224. 227. 234. 237. 245. 258. 273. 298. 310. 342. 350. 384. 385. 389. 390. 394. 412. 434. 436. 468. 469. 489. 493. 494. 503. 508. 521. 532. 537. 538. 558. 559. 567. 578. 583. 587. 619. ————— zum Vi .— NoH t — 2 — Vut EI — 2 — 2— Zad — . usth a Lauuuirr ** DI‚ — *— Mꝛÿw V ee *— Lar — der Hannoberschen Landeskirche. —— ——..——— Hannover. Druck und Verlag der Schlüterschen Buchdruckerei. 1922. 4. Gebete. Um Geist und Gnade recht zu beten I. Gebete zum tä 5 duaae 2— 10. Morgengebeten. 11— 12. Tischgebete. 13— 21. Abendgebete II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 6 12 12 Gebete für die Früchte des 03381 und den 17 22 24. 25. 26. 27. 28. = 3 ——— ⁵ —— „23. Dankgebete Zum Beginn der Arbeit Um Gottes Segen in Haus und Beruf Gebet christlicher Ehelenten Gebet der Eltern für ihre Kinder Gebet nach der Taufe eines Kindes, auch von Gevattern zu beten Schulgebete Zwei Gebete für Konfirmanden Für d die Kirche Für die Obrigkeit Für die Früchte des Feldes ů Um den lieben Sonnenschein. Um einen fruchtbaren Regen. Beim Anfang der Ernte „Dankgebet nach der Ernte. Um göttlichen Segen zum Bergwerk III. Gebete in allerlei Not. 9. Um Geduld in Leidenszeit In Anfechtungen ů In Kriegszeiten. In teurer Zeit großem Ungewitter: Bei Sturm und Wasserfluten 17 18 19 19 20 21 21 24 25 26 27 27 28 28 29 30 3 1 32 33 3³ 2 75 58 35 4 Gebete. 45. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten 306 46. Um tägliche Bereitschaft zum Sterben 30 . Geber für ein krankes Kinndzzz 3 K. Gebete ines Krauten 3 49. Dankgebet eines Genesenden.. 50. Um Geduld in langwieriger Krankh et 0 Sprüche aus Gottes Wort für Kranke 4 l. Morgengebet eines Kraulen 44 52. Abendgebet eines Kranken* 22 53. Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben schickt 42 54. Gebete der Umstehenden für den Sterdenden. 23 Sprüche, dem Sterbenden aüreren Abschiedssegen.. 4 55. Gebet nach dem Tode eines Kindleins. 4 56. An Begräbnistagen. 4 IV. Beicht⸗ und 5/— 63. An Beichttagen 40 64. In Adendmahlagenn 332 73. V. Das allgemeine Kirchengebet. 57 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 74— 86. Gebete für die W en Pest— des Kirchenjahrrs?e 6⁴ 87. Am Bußtage 4 88. Am Geburtstage des Kaisers 6 89. Am Bibelfeste—— 90. Am Feste der Heidenmission 3 7708.. 91. Am Jahresfeste der inneren Mission 2* 7 79 92. Für die Arbeit an den Glaubensgenossen in der Sersnam 80 93. 94. Für wöchentliche Betstunden 81 95. Für kirchliche Bibetstunden Kollekten. ö 1— 48. Für bestimmte Tage und 230 8 49— 83. Allgemeine Kollekten Versiiel 4102 Gebete. * Herr, tu meine Lippen auf! 1. Um Geist und Gnade recht zu beten. ewiger, barmherziger Gott, du Vater unsers Herrn Jesu Christi, weil wir nicht wissen noch begreifen können, was und wie wir beten sollen, du aber überschwenglich tun kannst über alles, was wir bitten oder verstehen, so schreien wir zu dir: Gieß über uns aus nach deiner Verheißung den Geist der Gnade und des Gebets, der uns bei dir vertrete mit unaus⸗ sprechlichem Seufzen, auf daß wir dich mit Mund und Herzen andächtig in rechtem Ernst anrufen und dir ein angenehmes Lobopfer bringen mögen. Herr, tu unsre Lippen auf, daß unser Mund deinen Ruhm verkündige. Erwecke unsere Seele und Gemüt, daß wir uns nicht nur mit unserm Munde zu dir nahen und dich allein mit den Lippen ehren, aber das Herz ferne von dir sei, sondern verleih uns Gnade, daß wir als die rechtschaffenen Anbeter dich im Geiste und in der Wahrheit, ohne andere und fremde Gedanken, anrufen mit herzlicher Aufmerkung unseres Gemütes, ohne Heuche lei und Ehrgeiz, und daß wir nichts von dir begehren als nur allein, was dein göttlicher Wille, dein Lob und Ehre, dazu unserer Seelen Seligkeit ist. Verleih auch, daß wir alles dasjenige, was wir von dir bitten, mit starkem Glauben und gewisser Zuversicht von deiner milden Güte zu erlangen ungezweifelt hoffen, auch dir hierin nicht Zeit, Ziel oder Maß der Hülfe setzen, sondern uns deinem gnädigen Willen, der allewege der beste ist, in allen Dingen mit starker Hoffnung und Geduld in Demut unserer Herzen gänzlich unterwerfen. Dazu gib Gnade, daß wir vor dir liegen mit unserm Gebet nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barm— herzigkeit und in dem Namen deines lieben Sohnes Jesu Christi, in welchem wir Freudigkeit haben, vor deinen Gnadenstuhl zu treten und dich mit kindlicher Zuversicht unsern lieben Vater zu nennen. Stärke uns auch, daß wir vom Beten nicht abgeschreckt werden um unserer Unwürdigkeit willen. So hilf nun, du hei— liger Gott, daß wir an allen Orten aufheben heilige Hände, .5 Zorn und Zweifel, und emsiglich anhalten mit Flehen, mit Bitte/ Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle M euschen, damit 6 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. wir nach deiner Verheißung und deinem gnädigen Wohlgefallen allerlei zeitliche und himmlische Gaben empfangen in Christo Jesu, unserm Herrn, der da lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. I. Gebete zum tüglichen Gottesdienste. Morgengebete. Fülle uns frühe mit deiner Gnade. 2. Luthers Morgensegen. D walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Ich glaube an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Lag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 2³—9³.„³qͤ·ůä5YV.—... J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 7 3. Morgengebet am Sonntag. BNn rziger, getreuer Gott, du ewiger Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste regierest in Ewigkeit, wir sagen dir Lob und Dank für alle Wohltaten, die wir ohne Unterlaß von deiner milden Güte empfangen, daß du uns die ganze Zeit unsers Lebens, wie auch die vergangene Nacht, so väterlich behütet und uns den heutigen Tag gesund hast lassen erleben. Insonderheit danken wir dir, daß du bei uns das helle Licht deiner Evangeliums hast lassen aufgehen, bei welchem wir dich und deinen Willen recht erkennen und lernen mögen, wie wir christlich leben und selig sterben sollen. Wir bitten dich, gütiger Gott, du wollest solch Gnadenlicht des Evangeliums uns und unsern Nachkommen erhalten; und damit wir dein angenehmes Volk sein und bleiben können, so vergib uns alle unsere Sünde und Missetaten um deines lieben Sohnes, unsers Heilandes Jesu Christi willen, und heilige uns durch deinen heiligen Geist je länger je mehr, daß wir der Welt und allen weltlichen Lüsten von Herzen entsagen und unsere Freude und Lust darin suchen, daß wir dir dienen in Herahei und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Offne unsere Ohren und Herzen, daß wir dein heiliges Wort mit Freuden hören, mit Fleiß erwägen und in reinem Herzen behalten, dich getrost an— rufen und nicht allein diesen Tag, sondern auch alle übrigen Tage unseres Lebens von allen bösen Werken feiern, bis wir endlich zu dem ewigen Sabbattag gelangen, da wir mit Engel— zungen und her rzen deine großen Taten mit allen Auserwählten, Engeln und Menschen, rühmen und preisen werden in alle Ewigkeit. Amen. 4. Noch ein Morgengebet am Sonntag. err, unser Gott, heilig und unbegreiflich, der du das Licht scheinen lässest aus der Finsternis, der du uns erquickt hast durch nächtlichen Schlaf und wieder erweckt, deinen Ruhm zu preisen und deine Gnade anzurufen, nimm jetzt an von uns nach deiner grundlosen Barmherzigkeit das Opfer unserer Anbetung und unsers Dankes und gewähre uns alle heilsamen Bitten. Richte uns zu, o Herr, zu Kindern des Lichts und des Tages und zu Erben deiner ewigen Güter. Gedenke, Herr, nach der Fülle deiner Erbarmungen deines ganzen Volks, aller, die mit uns beten, und aller unserer Mitchristen, die zu Lande oder zu 8 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Meer oder wo sonst in deinem weiten Reich deiner Gnade und Hülfe bedürfen, und schütte über sie und uns alle aus den Reichtum deiner Barmherzigkeit, auf daß wir, erlöset nach Seel und Leib, unverrückt in festem Glauben, deinen heiligen und wunderbaren Namen ewig rühmen mögen. Amen. 5. Morgengebet am Montag. armherziger, mildreichster Gott und Vater, in dieser Morgen— stunde erscheine ich vor dem Throne deiner göttlichen Güte mit herzlichem Danke, daß du nach zurückgelegter finsterer Nacht mich abermals gesund und frisch hast aufstehen lassen. O Vater, deine Hand hat mich geschützet, daß mich der Satan nach seinem Willen nicht hat betrüben oder beschädigen können. Damit nun ferner mein Mund deines Ruhmes und deines Preises täglich voll sei, so vergib mir alle meine Sünde und tu mir wohl. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend noch meiner Übertretung, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit um deiner Güte willen, und regiere mich heute, diese an— gehende Woche und die ganze Zeit meines Lebens, daß ich in allem meinem Vornehmen deinem Worte folge. Behüte mich, liebster Vater, vor der Versuchung des Satans und meines eigenen Fleisches und Blutes, daß ich nichts Übels tue noch wider dich sündige. Laß deine heiligen Engel mich auf allen meinen Wegen behüten, daß ich vor allem Schaden väterlich bewahrt werde. Denn dir, o Gott, übergebe ich meinen Leib und Seele(mein Haus und Hof, mein Weib und Kind und alle die Meinen): Behüte, schütze und erhalte mich, daß sich kein Übel zu mir nahe. Sei du mein Schild und Schirm, segne meinen Eingang und Ausgang und verlaß nicht, die deinen Namen kennen. Tröste alle Betrübte und Kranke. Hilf allen Notleidenden und Verlassenen. Und wenn auch eine trübe Unglückswolke nach deinem Willen über mich kommen sollte, so gib mir Geduld und Rat. Gesegne auch, liebster Vater, heute und die ganze Woche über meine Arbeit und Nahrung und die Werke meines Berufs, daß meine Mühe und Arbeit nicht ver— loren sei. Laß mich stets an dich gedenken, dich in meinem Herzen behalten und deine Furcht vor Augen haben, daß ich christlich lebe und selig sterbe. Das verleihe mir um Jesu Christi, deines lieben Sohnes willen. Amen. XEMœM 2—„ʃ.—.„7)öI————.——&, CFf.„ J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 9 6. Morgengebet am Dienstag. GeGet seist du, o Gott, mein Schöpfer, gelobet seist du, o Gott, mein Heiland, gelobet seist du, o Gott, mein höchster Tröster, der du mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz bist und mich die vergangene Nacht wiederum vor allen geistlichen und leiblichen Feinden so väterlich bewahret hast. Ich bitte dich demütiglich, du wollest auch diesen Tag deine Güte über mich ausstrecken und mich mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, auch vor Sünden und allem Übel gnädiglich behüten. Umgib mich, o Herr, rings mit deinem Schilde, daß der böse Feind und seine Werkzeuge mir keinen Schaden zufügen können. Erhalte mich in deiner Furcht, daß ich nicht sündige, sondern dich herz— lich liebe und dein Knecht(deine Magd) sei ewiglich. Verleih mir auch deine Gnade, daß ich die Werko meines Berufes treulich und fleißig ausrichte. Gib dein Gedeihen zu meinem Amt und Stand, segne mein Brot und Wasser und richte all mein Vor— haben, Tun und Arbeit zu deinem Lob, auch zu meiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt. Wende von mir alle bösen Krankheiten und was mir an Seel und Leib schädlich sein mag. Insonder— heit aber behüte mich vor einem bösen, schnellen Tode und vor allerlei Herzeleid. Dein heiliger Geist weiche nur nicht von mir. Dein guter Engel sei allezeit zwischen mir und allen meinen Feinden, daß sie keine Hand an mich legen können. Deine Gnade und Segen sei ewiglich ob mir. Amen. 7. Morgengebet am Mittwoch. Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens, ich danke dir von Grund meiner Seele, daß du auch in dieser vergangenen Nacht die Hand deiner väterlichen Barmherzigkeit über mich gehalten, mich durch den Schutz deiner heiligen Engel behütet hast und mich zu deinem Lobe wieder aufstehen lassen. Ich bitte dich durch Christum, deinen Sohn, laß mich dir diesen Tag zu gleicher Gnade, Liebe und Fürsorge befohlen sein. Regiere mein Herz, Sinn und Gedanken, Worte und Werke durch deinen werten und heiligen Geist, daß ich nichts Übels tue. Leite mich auf ebner Bahn und laß mein Herz deinen Tempel und Woh— nung sein. Ach Herr, allmächtiger Gott, du bist mein Vater, ich dein Kind; verlaß mich nicht, denn auf dich bin ich geworfen aus Mutterleibe, mein Heil steht allein bei dir. In deinem Namen, o Vater, fange ich alles an, gib, daß ich mein Werk in deiner Kraft vollbringe, für deinen väterlichen Beistand dir 10 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. danke, mit dem, was mir deine Güte verliehen hat, mich kind— lich begnügen lasse und nicht nach mehr oder nach Verbotenem trachte. Zeuch mich von der Welt und ihrer Lust ab, ich begehre ihrer nicht. Sei du mir nur, mein Gott, nicht schrecklich in der Not, denn wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Du bist mir werter, als alle Schätze der Welt. Ach gib, daß ich dich, du süße Liebe, nimmermehr ver— lasse. Bleibe diesen Tag und allezeit bei mir. Nimm dich auch nach deiner großen Liebe aller Armen und Notleidenden, aller Bekümmerten und Trostlosen, aller Verlornen und Irrenden, insonderheit deiner verlorenen Schafe aus dem Hause Israel an, sei das ewige Heil deiner Kirche und laß auch mich in der— selben ein wahres und lebendiges Glied sein, daß, wenn ich aus diesem Leben scheiden soll, ich zu dir in den Himmel aufgehoben werde. Ach Vater, erhöre mich und gewähre mich meines Gebets, in dem Namen deines Sohnes Jesu. Amen. 8. Morgengebet am Donnerstag. Wii loben, preisen und rühmen dich, wir danken dir, du Gott unserer Väter, daß du uns aus dem Schatten der Nacht herausgeführt und uns von neuem das Licht des Tages hast sehen lassen. Zu deiner Güte flehen wir: Sei gnädig über unsere Missetat und nimm an unser Gebet nach der Fülle deiner Erbarmung. Denn du bist unsere Zuflucht für und für, barm— herziger, allmächtiger Gott. Laß scheinen in unsere Herzen die wahrhaftige Sonne deiner Gerechtigkeit, erleuchte unsern Verstand und behüte unsere Sinne, auf daß wir als am Tage ehrbar wandeln den Weg deiner Gebote und auch dermaleinst im ewigen Freudenlichte dich selig schauen mögen. Amen. 9. Morgengebet am Freitag. err Jesu, deine Liebe ist in der vergangenen Nacht mein Schild und Schirm gewesen. Ich danke dir für alle deine Güte, die du an mir armen und elenden Menschen so gnädig bewiesen, und bitte dich, zeige mir auch heute diesen Tag deine Gestalt, denn sie ist lieblich. Erfreue die Seele deines Kindes mit deiner heiligen Gegenwart. Stärke mich mit dem Beistande deines werten heiligen Geistes. Vergib mir alle meine Sünde und Missetat, mit welcher ich bisher wider dich und deine heilige Liebe mißgehandelt habe, und regiere heute und allezeit mein ganzes Leben und meine Werke, daß ich nichts Böses tue, nichts J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 11 Gutes unterlasse. Herr Jesu, stärke meinen Glauben, mehre meine Liebe zu dir und gib mir ein festes Vertrauen zu deinem heiligen Versöhnungsblute. Zeuch mich nach dir, so werde ich den Weg deiner Gebote nimmermehr vergessen. Herr Jesu, der du an dem heutigen Tage deinen heiligen Leib in das Grab hast legen lassen, ach gib mir deine Gnade, daß ich meine Sünde tief vergrabe und sie nimmermehr über mich herrschen lasse. Sei mit mir in allen meinen Verrichtungen, laß sie wohl geraten, wenn sie in dir getan sind. Erbarme dich auch aller, die dir anhangen, und gib einem jeden sein täglich Brot und verlaß deine Gemeine nicht, deren Erzhirte du bist. Gib uns ferner die Süßigkeit deiner heiligen Liebe zu genießen, und wenn wir endlich am Ende unseres Lebens den Weg des Todes gehen sollen, so laß deinen Tod unser Leben und dein heiliges Grab unsere Ruhe sein, daß wir durch den Tod zum Leben eingehen. Erhöre uns, o Jesu, um deines Namens und um deiner Liebe willen. Amen. 10. Morgengebet am Sonnabend. err Gott, himmlischer Vater, in dieser Morgenstunde befehle ich dir meinen Leib und meine Seele in deine liebreiche Regierung, in deinen mächtigen Schutz, in deine väterliche Aufsicht und Treue. Laß mir und den lieben Meinigen heute nichts Übels begegnen und keine Plage unserm Hause sich nahen. Laß deinen heiligen Geist uns kräftig regieren und unser Herz zum kindlichen Gehorsam lenken, daß wir von den Wegen der wahren Gottseligkeit nicht abweichen. Segne mich heute an Leib und Seele, segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine Haushaltung und Nahrung. Laß mir in allen meinen Geschäften und Vornehmen dein himmlisches Licht leuchten, deine Kraft mich stärken, deine Liebe mich dringen, daß ich in Gerechtigkeit wandle, meinen Taufbund stets vor Augen habe und meinem Nächsten mit aufrichtiger Liebe begegne. Gib, daß ich die Zeit, die ich noch zu leben habe, wohl und christlich anwende, zu deines herr—⸗ lichen Namens Ehre, meines Nächsten Dienst und meiner selbst Besserung. Gib mir auch die Gnade, daß ich mich meiner Sterblichkeit stets erinnere und meine Gedanken allezeit aus dem Zeitlichen in das Himmlische und Ewige richte. Und wenn ich dann meinen Lauf vollendet und das Ziel, welches du mir in Gnaden gesetzt, erreicht habe, so verleih mir nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi willen ein sanftes, fröhliches und seliges Ende. Amen. 12 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Tisch gebete. 11. Vor dem Essen. ler Angen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 12. Nach dem Essen. dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohltat, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Abendgebete. Herr, bleib bei uns, denn der Tag hat sich geneiget. 13. Luthers Abendsegen. D walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Ich glaube an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 13 Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. ö Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädig— lich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 14. Abendgebet am Sonntag. err, allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich danke dir herz— 5 lich, daß du mich heute so gnädig behütet und Gnade ver— liĩehen hast, dein Wort zu hören, deinen Namen anzurufen und auch der leiblichen Ruhe und Erquickung zu genießen. Herr, wie groß ist deine Güte, die du uns armen Menschen erweisest. Ver— gib mir, o lieber Vater, alle meine Sünde um Christi willen und regiere mich durch deinen heiligen Geist, daß ich dem, was ich heute aus deinem heiligen Worte gelernt, in beständigem Glauben, gottseligem Leben und fröhlicher Geduld fleißig und von Herzen nachkomme. Und gleichwie dein lieber Sohn, mein einiger Heiland Jesus Christus, an diesem Tage fröhlich von den Toten auf— erstanden ist, also verleih mir Gnade, in einem neuen Leben vor dir zu wandeln. Ich bitte dich auch, lieber Vater, du wollest diese Nacht in deinen väterlichen Schutz nehmen meinen Leib und Seele und alles, was du mir gegeben hast, daß der böse Feind und seine Werkzeuge keine Macht an mir finden. Dein heiliger Geist erleuchte mich, daß ich dein nimmermehr vergesse. Deine allmächtige Hand erhalte mich. Dein heiliger Engel beschütze mich. Deine väterliche Güte segne und erquicke mich, damit ich morgen gesund und mit Freuden aufstehen und dir nach deinem Willen dienen möge. Und wenn ich im zeitlichen Tode werde entschlafen sein, so gib durch die Auferstehung Jesu Christi, daß ich an jenem Tage fröhlich aus dem Tode wiederum hervorgehen möge zur ewigen Herrlichkeit. Amen. 15. Noch ein Abendgebet am Sonntag. Glae seist du, o Gott, allmächtiger Herrscher, der du den Tag erleuchtest durch dein Sonnenlicht und die Nacht durch feurige Strahlen erhellst, der du uns gnädig die Bahn des Tages hast 14 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. durchwandeln lassen und uns zur stillen Nacht gebracht. Höre auf unser Gebet und auf das Gebet deines ganzen Volkes, und vergib uns alle unsere wissentlichen und unwissentlichen Über— tretungen. Nimm an unsere Abendgebete und schütte aus über uns, dein Erbe, die Fülle deiner Barmherzigkeit und deiner Siege. Umschirme uns mit den heiligen Engeln, rüste uns mit den Waffen der Gerechtigkeit, umschanze uns mit deiner Wahrheit, bewache uns mit deiner Macht, rette uns vor allem Unfall und allen Nachstellungen des Widersachers und gib Gnade, daß wir diesen Abend und diese Nacht, so wie alle Tage unsers Lebens, untadelig, heilig, friedlich, von Sünde, Anstoß und Schrecken frei verleben mögen. Denn bei dir ist Erbarmung und Erlösung, Herr, dreieiniger Gott, und dir bringen wir Ruhm und Preis, jetzt und in Ewigkeit. Amen. ö 16. Abendgebet am Montag. Amünden treuer Gott, ich danke dir, daß du mich und die Meinigen diesen Tag über väterlich behütet und alles Unglück gnädiglich von uns abgewendet hast. Ich will mich nun in deinem Namen zur Ruhe begeben und auf meinem Lager unter deinem Schutze sanft entschlafen. Verzeih mir doch, lieber Vater, alle meine Sünden und Fehltritte, mit denen ich dich diesen Tag wissentlich oder unwissentlich beleidigt und erzürnt habe. Gib mir eine ruhige Nacht und einen stillen Schlaf, daß ich nicht erschreckt werde. Du Hüter Israels, der du weder schläfst noch schlummerst, wache über mich. Bleibe bei mir, denn es ist Abend worden, und der Tag hat sich geneiget. Sei du in Finsternis meiner Seele helles Licht, daß ich mich, ob ich schon im Finstern schlafe, doch nicht fürchte. Laß meine Seele in dir ruhen, und ob mich der Tod erschleichen wollte, so erhalte mein Herz und meinen Geist, daß ich zu dir wache und dein sei im Leben und im Tode. Ich befehle dir auch all die Meinen, meine Freunde und Nachbarn, dazu auch Haus und Hof. Gib, o treuer Vater, eine stille, ruhige Nacht auch allen denen, die in Kümmernis, Krankheit, Herzeleid, Not und Anfechtung sind, die ohne deine wunderbare Hand vor Leibes und der Seele Schmerzen den Schlaf nicht finden. Behüte uns vor allem Übel. Wecke mich frühe sanft auf zu deines Namens Ehre und lehre mich deinen Willen tun nach deinem Wohlgefallen. Und wenn ich an meinem letzten Ende meine Augen zuschließe und selig in deiner Gnade einschlafe, so erwecke mich am Tage der Auferstehung alles Fleisches fröhlich zum ewigen Leben. Amen. —— TT.——⏑ ——————————————— J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 15 17. Abendgebet am Dienstag. Adiner ewiger Gott, wie freundlich bist du denen, die auf dich harren, und der Seele, die nach dir fraget. Wie hast du mich diesen Tag so gnädiglich angesehen, der ich doch alles Guten unwürdig bin, hast nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Missetat. Das danke ich dir von ganzem Herzen. O Herr, laß dir angenehm sein, was ich diesen Tag in deinem Namen getan habe; vergib mir, was ich wider deinen göttlichen Willen gesündigt habe. Laß in mir nicht verlöschen das Licht des Glaubens und deiner Er— kenntnis, laß nicht mich überfallen die grausame Finsternis der Unwissenheit, des Unglaubens und der Verzweiflung, behüte mich vor der ewigen Nacht. Herr, bleibe bei mir, denn der Tag hat sich geneiget, und es ist niemand, der mich in der Finsternis er⸗ halten möge, denn du allein, mein Gott. Hilf uns, so wir wachen, daß wir in Christo wachen; behüte uns, so wir schlafen, daß wir in Frieden ruhen. Suche heim und regiere dieses Haus und vertreibe davon alle Schrecken des Feindes und laß deine heiligen Engel darin wohnen. Dein heiliger Segen bleibe über uns durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 18. Abendgebet am Mittwoch. Qch sage dir Dank, du wahres, ewiges Licht, daß du mich in dem Glanze deiner göttlichen Gnade und deines Geistes in dieses natürlichen Tages Schein vor schweren Sünden behütet hast. Laß nun, o Gott, der du die Nacht dem gebrechlichen Leibe zur Ruhe verordnet hast, meine mühselige, sündige Seele in dir ruhen und Frieden haben vor aller List und jeglichem Anlauf des bösen Geistes. Meine Sinne und Gedanken laß samt Händen und Füßen feiern, schweigen und stille sein zu dir, der du den Deinen gegenwärtig und unvergessen bist auch im tiefen Schlafe. Laß ja nicht mein träges Fleisch die arme Seele über— wältigen, daß sie dein vergesse des Nachts. Dir befehle ich meinen Geist, o Hirte, zu treuen Händen; du hast ihn erlöset, Herr, du treuer Gott. Laß mich von dir nicht sinken, wache über mich, schirme mich mit deinen Flügeln. Wenn Tag und Nacht sich scheiden, so wecke mich und verleih mir wieder das Licht, darin ich hie wandeln und bei dir dort ewig wohnen möchte. Höre und erhöre mich, der du nicht schläfst noch schlummerst, durch Jesum Christum. Amen. J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 19. Abendgebet am Donnerstag. err Gott Vater, voll Gnade und Güte, der du Barmherzigkeit erweisest bis in das tausendste Glied, wie soll ich deinem Namen genugsam Ehre und Ruhm geben, daß du mich so herz— lich geliebt und Liesen Tag ohne allen Schaden und Gefahr hast hinbringen lassen. Ach Vater, nimm an meiner Statt das voll— kommene Opfer deines liel sten Sohnes Jesu Christi an und sei mir um seinetwillen auch ferner gnädig und barmherzig, denn ohne dich, mein Gott, bin ich in der Finsternis dieser Nacht ver— loren. Du aber bist mein Licht und starker Hort, nimm mich in deine Gnadenarme, o Gott, der du verheißen, meiner nimmer— mehr zu vergessen. Vergib mir meine Sünden und schaffe in mir einen neuen, freudigen Geist, daß ich allezeit in kindlichem Vertrauen zu dir rufe: Abba, lieber Vater! Deiner väterlichen Fürsorge übergebe ich auch diese Nacht meinen Leib, Seele und all das Meine. Wache über mich, daß ich vor allem Leid be— hütet in deiner Gnade wieder erwache und dich preise. Tröste auch in dieser Nacht alle Bekümmerten und Betrübten und laß allen, die den Namen deines Sohnes Jesu in wahrem Glauben anrufen, Hülfe widerfahren. Und weil der Schlaf ein Vorbote des Todes ist, so verleih mir, o gütiger Vater, deine Gnade und den Beistand deines Geistes, daß ich mich also bereite, daß ich am Ende meiner Tage zur ewigen Ruhe des Himmels auf— genommen werde. Erhöre mich und erbarme dich mein, o Gott, um, der kräftigen Fürbitte deines Sohnes Jesu willen. Amen. ů 20. Abendgebet am Freitag. Herr Jesu Christe, du gedul diges Gotteslamm und heiliges Sühnopfer für all meine Sünde, ja nicht allein für meine, sondern auch für der ganzen Welt Sünde, dir danke ich abermal von Grund meines Herzens, daß du mich an Leib und Seele durch deinen Schutz diesen Tag so väterlich behütet hast. Dich bitte ich, du wollest mir alle meine Sünden, so ich heute diesen Tag aus Schwachheit meiner verderbten Natur und Anreizung des bösen Geistes getan habe, welche mein Herz und Gewissen sehr beschweren und drücken, gnädiglich verzeihen und vergeben. Und weil ich mich nun zur Ruh und Schlaf will niederlegen, wollest du deine Gnade über mich ausbreiten, daß ich darunter in Fried und Ruh diese Nacht mit dem Leibe schlafen, mit der Seele aber allezeit zu dir wachen möge. Laß mich also deiner herrlichen Zukunft zum jüngsten Gericht wahrnehmen und mit II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 17 herzlichem Seufzen auf d dich warten, bis ich dermaleinst gar zu dir selig von hinnen fahre. Dazu hilf mir, treuer Heiland, mit dem Vater und heiligen Geiste hochgel lobet in Ewigkeit. Amen. 21. Abendgebet am Sonnabend. B und Dens Gott und Vater, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du dich meiner die Zeit meines Lebens so väterlich angenommen und mich diesen Tag über und sonderlich die ganze Woche bis auf diese Stunde vor allem Unglück Leibes und der Seele gnädig behütet hast. Ich bitte dich ferner, du wollest alle meine Sünden, die ich heut und die ganze Woche wider dich und meinen Nächsten wissentlich und unwissentlich getan, durch deine Gnade, welche alle bußfertigen Sünder bei dir haben, zudecken und ihrer nimmermehr gedenken. Hilf gnädig⸗ lich, daß ich aus der alten Woche in ein neu christl ich Leben trete, dir und allen Auserwählten im Himmel Ierallen möge, und laß mich diese angehende Nacht in deine gnädigen Arme befohlen sein, daß 10 sicher ruhen und schlafen, frisch und gesund zu deinem ferneren Lob wieder aufstehen möge; und wenn mein Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, denn ich bin dein und du bist mein, wie gern wollt ich bald bei dir sein. Amen. II. Dankgebete. Verufsgebete. Türbitten. Gebete für die Früchte des Teldes und den Vergbau. Meine Rede müsse ihm wohlgefallen. Ich freue mich des Herrn. 22. Danksagung für Gottes Wohltaten. Ebier, allmächtiger Gott, du bist mein Leben, meine Wohl fahrt, meine Seligkeit, ich aber bin ein Staub der Erde und unterwinde mich, vor deinem nn allhier zu stehen und dich zu loben. Verwirf mein armes Lobgebet nicht, o Herr, und 18 mein Dankopfer in Christo Jesu Ren an. Du hast mich von Anfang meines Lebens bis auf diese Stunde an Leib und Seele gespeist und ernährt. Du hast mich vor unzählbaren lichkeiten Leibes und der Seele bewahrt oder daraus errettet. Du hast mich mit Langmut getragen, zum 2 — 18 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Wege meiner Seligkeit ohne Unterlaß und auf mancherlei Weise gerufen und zu meinem seligen Christenstande bekehrt. Das alles hast du mir getan um Jesu Christi willen, der sich allen meinen Schmerzen, Strafen und Schanden und zuletzt meinem Tode unterworfen hat, auf daß ich endlich bei dir in ewiger Seligkeit fröhlich sein könnte. Wie soll ich dir, o mein Gott und Vater, für alle deine Treue und Barmherzigkeit danken? Wie soll ich dir danken, Herr Jesu, der du mit deinem Verdienste, mit Leben und voller Genüge, ja mit dir selber den armen Sünder speisest und trän— kest? Ich vermag allewege nichts Gutes, wie sollte ich danken können? Gib du selbst, o Herr, mir in meine Hände, was ich bin und habe, und verleih mir alsdann, daß ich zum schwachen Danke dir wieder übergebe und opfere, was ich bin und habe, und mein Opfer von deinem Altare nicht wieder raube, solange ich lebe. Dein heiliger Wille allein werde in mir, an mir, durch mich in allen Dingen vollbracht und mein Leben zu deinem Preis vollführt, solange es noch währt. Das hilf mir nach deiner großen Liebe. Amen. ö 23. Noch ein Dankgebet. Mein Gott und Herr, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich nach deinem Ebenbilde geschaffen, durch das teure Blut deines Sohnes erlöst, durch die Taufe in die Zahl deiner Kinder aufgenommen und mit dem Sakramente des Leibes und Blutes⸗ Christi mannigmal erquicket hast. Ich sage dir Dank, du treuer Gott, daß du mir von meiner Jugend auf bis auf diese Stunde so viele Sünden zugute gehalten und auf meine Buße gewartet, mich so manches Mal aus großen Nöten errettet, an Leib und Seele behütet und mir Gesundheit, Friede und Wohlfahrt die Zeit meines Lebens verliehen hast. Ich bitte ferner, du wollest mich in solcher deiner Gnade und Gütigkeit erhalten, alles, was dir zuwider ist, von mir abtun und vor allem Übel und Unfall mich behüten. Laß mich mein Leben nach deinem Willen und Wohlgefallen vollenden und endlich mit Freuden zu deiner Herr— lichkeit kommen. Das bitte ich dich, du treuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi. Amen. 24. Zum Beginn der Arbeit. wiger, barmherziger Gott, ich will nun wieder frisch an meine Arbeit gehen und die Werke meines Berufes, darein du mich gesetzet hast, getrost angreifen und nach deiner Gabe II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 19 ausrichten, meinem Nächsten dadurch zu dienen und mein Brot zu erwerben. Darum bitte ich dich herzlich, du wollest mir zu solchem Werk nach deiner gnadenreichen Verheißung Weisheit und Verstand, Heil und Segen, auch Gesundheit verleihen, damit ich es nicht allein wohl anfangen, sondern auch durch deine väterliche Hülfe in deinem Namen nützlich vollführen und meines Amtes jederzeit in deiner Furcht mit reinem Gewissen treulich warten möge. Dir befehle ich meine Werke; laß meine Anschläge fort⸗ gehen und laß mir gelingen, was ich mir in deinem Namen vornehme, daß das Licht auf meinem Wege immer scheine, dir zu Lob und Preis, mir und den Meinen, auch meinem Nächsten zur Wohlfahrt und Frommen, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. O Herr Jesu, in deinem Namen und auf dein Wort will ich mein Netz auswerfen. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Amen. 25. Um Gottes Segen in Haus und Beruf. allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, dieweil du mit Worten und Werken genugsam bewiesen hast, daß du als ein getreuer Vater für uns sorgest, und hast uns gnädiglich zu Kindern angenommen und einem jeden seinen Beruf gegeben, darinnen er dir und dem Nächsten dienen soll, so bitten wir dich von Herzen, lieber Vater, gib Gnade, daß wir unsers Berufes fleißig wahrnehmen und im Gehorsam als deine treuen Kinder allezeit erfunden werden. Fördere die Werke unsers Haushaltens also, daß wir ja unsere Herzen nicht an die Güter dieser Welt hängen noch jemand dadurch Argernis geben, sondern laß uns alle zeitlichen Güter und Gaben, so wir durch deinen Segen empfangen haben, in stillem Wesen mit täglicher Dank— sagung genießen und gebrauchen. Wollest auch von uns abwenden allen Müßiggang, unnötige Sorge der Nahrung und alles, was dir mißfällt, und bei uns und in uns fördern alles, was dir wohlgefällt, auf daß wir in all unserm Tun deinem Befehle nachgehen und alle Sorge und Anliegen aus rechtem Glauben auf dich werfen. Denn du weißt alles, was uns mangelt und not ist; das wollest du uns gnädiglich verleihen. Amen. 26. Gebet christlicher Eheleute. Bileidem an gnädiger Gott, lieber Vater, du hast uns nach deinem gnädigen Willen und göttlicher Vorsehung in den heiligen Ehestand gesetzt, daß wir nach deiner Ordnung darin 2* 20 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. leben sollen. Darum trösten wir uns auch deines Segens, da dein Wort sagt: Wer eine Ehefrau findet, der findet was Gutes und bekommt Segen vom Herrn. Ach lieber Gott, laß uns ja in deiner göttlichen Furcht beieinander leben. Laß uns vor allen Dingen dein Wort lieb haben, daß wir sein mögen wie ein Baum am Wasser gepflanzet, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Laß uns mit— einander in Frieden und Einigkeit leben und unsern Ehestand in Zucht und Ehrbarkeit führen, daß dein Segen bei uns wohne, und wir einen ehrlichen Namen haben mögen.(Gib Gnade, daß wir unsere Kinder in der Furcht und Ermahnung zu deinen göttlichen Ehren auferziehen, daß du aus ihrem Munde dir ein Lob bereiten mögest. Gib ihnen ein gehorsames Herz, daß es ihnen möge wohl gehen, und sie lange leben auf Erden.) Gib uns auch das tägliche Brot und segne unsere Nahrung. Und wenn du uns ja, lieber Gott, Kreuz und Trübsal zusenden willst, so gib uns Geduld, daß wir uns gehorsamlich deiner väterlichen Züchtigung unterwerfen, und mache es gnädig mit uns. Fallen wir, so wirf uns nicht weg, sondern halt uns bei der Hand und richte uns wieder auf. Lindere uns unser Kreuz und tröste uns wieder und verlaß uns nicht in unserer Not. Gib auch, daß wir das Zeitliche nicht lieber haben denn das Ewige; wir haben ja nichts in die Welt gebracht, werden auch nichts mit hinausbringen. Laß uns nachjagen dem Glauben und der Liebe und ergreifen das ewige Leben, dazu wir berufen sind. Gott der Vater segne uns und behüte uns. Gott der Sohn erleuchte sein Angesicht über uns und sei uns gnädig. Gott der heilige Geist erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Friede. Die heilige Dreieinigkeit bewahre unsern Eingang und Ausgang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 27. Gebet der Eltern für ihre Äinder. Geaer, lieber Gott und Vater, Schöpfer und Erhalter aller Kreaturen, wir danken dir von Herzen für die Kinder, die du uns durch deinen Segen gegeben hast, und bitten dich herzlich, weil du gesagt hast, du wollest deinen heiligen Geist geben allen, die dich darum bitten, begnade auch unsere armen Kinder mit deinem heiligen Geiste, der in ihnen die wahre Furcht Gottes anzünde, welche der Weisheit Anfang ist. Beselige sie mit deiner wahren Erkenntnis, laß sie in dem wahren seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit aufwachsen und darin bis ans Ende —2.——æK II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 21 verharren. Gib en ein gläubiges, en en demütiges Herz, auch Weisheit und Verstand, daß sie wachsen und zunehmen an Alter und Gnade bei dir und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines göttlichen Wortes, daß sie seien andächtig im Gebet und Gottesdienst, ehrerbietig gegen die Diener des Wortes und gegen jedermann, schamh aftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, glückselig in Verrichanmn ihres Berufes, verständig in Sachen, richtig in allen Dingen, sanst— mütig und freundlich gegen alle Menschen. Behüte sie vor allen Argernissen dieser Welt, sei ihr Schutz in allerlei Gefahr, daß sie nicht plötzlich umkommen. Laß uns ja nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich vermehret und die Zahl der Gläubigen groß werde, daß sie auch im Himmel um deinen Tisch her sitzen mögen als die himmlischen Olzweige und dich mit allen Aus— erwählten ehren, loben und preisen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Darauf bete den 127. und 128. Psalm. 28. Gebet nach der Taufe eines Kindes, auch von Gevattern zu beten. Al den kahte ewiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du der rechte Vater bist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, wir sagen dir von Herzen Lob und Dank, daß du dieses Kind uns geschenkt und ihm verliehen hast, daß es durch die heilige Taufe zum ewigen Leben wiedergeboren und deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, ein⸗ verleibt worden ist. Wir bitten dich demütig, du wollest dieses Kind, welches nunmehr dein Kind und Erbe geworden ist, bei der empfangenen Taufgnade bewahren, damit es nach allem deinem Wohlgefallen zur Ehre deines Namens treulich auferzogen werde, im wahren Glauben bis zum seligen Ende beständig verbleibe und endlich das verheißene Erbteil im Himmel mit allen Heiligen empfange, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 29. Schulgebete. 1. Luthers Morgensegen siehe Gebet 2. 2. Lieber Herr und Gott, der du deinem Volke im Gesetz befohlen hast: Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken, laß auch uns in unserer Arbeit deinen heiligen Willen erkennen und alle unsere Werke mit Fleiß und Treue verrichten. 22 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Weil aber ohne deinen Segen Mühe und Arbeit vergeblich ist, so bitten wir dich, laß dein himmlisches Gedeihen auf unsere Arbeit reichlich herabfließen gleich dem Morgentau, der das dürre Land befeuchtet. Laß uns unsere Geschäfte in deinem Namen anfangen und in stiller Hoffnung auf deine Hülfe glücklich hinaus— führen, dir zur Ehre, uns zur Freude und den Menschen zum Wohlgefallen. Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände, ja das Werk unserer Hände wollest du fördern. Amen. 3. Abba, lieber Vater, dir sei Lob und Dank gesagt, daß du uns diesen Tag hast gesund erleben lassen und uns wieder die Gnade verleihst, gemeinsam deinen Namen anzurufen. Dein lieber Sohn hat versprochen, daß er mitten unter denen sein wolle, die in seinem Namen versammelt sind. Laß auch jetzt seine gnädige Verheißung an uns erfüllt werden. Weil du aber nur denen nahe bist, die dich fürchten, so gib eine kindliche Furcht vor deiner heiligen Majestät in unsere Herzen. Erleuchte unsern Verstand und lenke unsern Willen zum Gehorsam, daß dir all unser Tun und Lassen wohlgefalle. Laß uns wachsen an Weisheit, Alter und Gnade bei dir und den Menschen nach dem Exempel deines heiligen Kindes Jesu. Amen. 4. In deinem Namen, lieber himmlischer Vater, schicken wir uns jetzt wieder an, die Arbeit unsers Berufes auszurichten und zu lehren und zu lernen, was uns befohlen ist. Sende dazu dein Licht und deine Wahrheit und gib uns erleuchtete Augen unsers Verstandes. Vor allen Dingen aber laß deine Furcht unserer Weisheit Anfang und deinen Geist unser aller Lehrer und Leiter sein. Mache unsere Herzen zu einem tiefen, weichen und reinen Lande und laß guten Samen darauf fallen, daß er darin wurzele und aufgehe und Frucht bringe zum ewigen Leben. Amen. 5. Allgegenwärtiger Gott, deine Augen sehen auf eines jeg— lichen Weg, und du schauest auf alle unsere Gänge. Du er— kennest unser Herz, und es ist alles bloß und aufgedeckt vor deinen Augen. Vor dir ist auch die Finsternis licht, und die Nacht leuchtet wie der helle Tag. Gib uns doch einen tiefen Eindruck davon in unser Herz, daß wir allezeit vor deinen heiligen Augen offenbar sind, damit wir uns vor der Sünde fürchten lernen und vor deinem Angesichte wandeln. Schaffe in uns ein reines Herz, tilge alle heimliche Unlauterkeit aus unserm Leben und mache uns aufrichtig vor dir und den Menschen. Den Auf⸗ II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 23 richtigen lässest du es gelingen und beschirmest die Frommen. Das erfülle an uns nach deiner Barmherzigkeit. Amen. 6. Wir danken dir, Herr Gott, für alle deine Wohltat, die du uns erzeiget hast, daß du uns zu vernünftigen Menschen ge— schaffen hast und hast uns erlöset durch das unschuldige Blut deines lieben Sohnes und durch dein Wort und deinen Geist zum ewigen Leben berufen. Wir bitten dich, lieber Vater, verleih uns deine Gnade, dein heiliges Wort wohl zu lernen, christlich zu leben und selig zu sterben, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 7. Herr, leite uns in deiner Wahrheit und lehre uns, denn du bist der Gott, der uns hilft; täglich harren wir dein. Ge— denke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. Gedenke nicht der Sünden unserer Jugend noch unserer Übertretung, gedenke aber unser nach deiner Barm— herzigkeit um deiner Güte willen. Lehre uns tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist unser Gott; dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Und dein Friede, der höher ist denn alle Ver— nunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christo Jesu. Amen. 8. Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, daß du den Schlummer der Nacht von uns verscheucht und uns wieder ver— sammelt hast, unsere Hände zu dir aufzuheben. Laß uns nun die Arbeit des Tages mit Freuden angreifen und die Gabe, welche du einem jeden verliehen hast, mit Treue und Demut ge— brauchen. Gib uns ein sehendes Auge, ein hörendes Ohr und ein waches Gewissen. Fülle uns frühe mit deiner Gnade und segne die Werke unserer Hände. Deinem heiligen Namen sei Ruhm und Preis jetzt und in Ewigkeit. Amen. 9. Herr Jesu Christe, der du die Kinder zu dir zu bringen befohlen und sie in dein Reich aufzunehmen verheißen hast, wir danken dir, daß du uns in der heiligen Taufe zu dir gezogen und mit den Gütern deines Reiches gesegnet hast. Laß uns nun bei dir bleiben und als lebendige, grünende und fruchtbare Reben an dir, dem rechten Weinstock, erfunden werden. Vollführe das gute Werk, das du in uns angefangen hast, und behalte uns in der Aufsicht deiner Liebe und unter der Zucht deines Geistes, daß wir geschickt werden, dir hier in deinem Reiche zu dienen, und einst nach wohl vollbrachtem Leben auf Erden den Eingang finden zu deinem ewigen Reiche. Amen. 10. Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, für die große Gnade, daß du dein heiliges Wort uns gegeben hast. Drücke 24 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. es ein und versiegele es in unsern Herzen, daß wir danach tun, leben und sterben. Laß uns in deiner Erkenntnis wachsen und zunehmen, dich, ewiger Gott, anrufen, loben, ehren und preisen und alles, was wir tun und lassen, nach deinen heiligen Geboten anstellen, damit wir hier allezeit als gehorsame Kinder Ghehtren und zuletzt des ewigen Lebens, das uns durch Jesum Christum erworben ist, tei lhaftig werden mögen. Amen. 11.(Am Schlusse der Woche.) Allmächtiger Gott, lieber himmlischer Vater, da wir ohne deines heiligen aenen Licht und Gnade nichts vermögen, so bitten wir dich, du wol 1 Lae Ver⸗ stand erleuchten, unser Gedächtnis stärken und unsern Willen regie— ren und heiligen, daß wir alles, was wir lesen und hören, recht verstehen, was wir verstehen, wohl behalten, und was wir behalten, wohl anwenden und in ein christliches Leben verwandeln. Befestige du selbst alles, was wir gehört und alte haben, und bestätige das Gute, das du in uns angefangen hast, zu deines Namens Lob und Preis um Jesu Christi, unsers Heilandes, willen. Amen. 12.(Zum Schlusse der Schule.) Lob und Dank sei 95 Gott aller Gnade und Barmherzigkeit, daß du uns bis Heher geholfen hast. Dein Aufsehen hat unsern Odem bewahrt, du hast uns Gesundheit, Kraft und Frendigleit zu unserm Werke gegeben, und was an unserer Arbeit nicht vergeblich gewesen, das danken wir allein deiner Güte. Wir sind zu geringe aller Barm— herzigkeit und aller Treue, die du an uns getan hast. Tilge alle unsere Sünde und UÜbertretung um Jesu Christi willen. Herr, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeih uns auch die verborgenen Fehler und laß keinen ein böses Gewissen und un⸗ vergebene Schuld mit sich hinwegnehmen. Behalte uns in deiner Gnade, erhalte uns ein fröhliches Herz, laß uns untereinander durch das Band des Friedens und durch her aher Liebe verbunden bleiben.(Laß deinen Segen die begleiten, welche von uns scheiden; laß ihn auch bei uns bleiben, die wir erfrischt und gestärkt unser Werk Wirder aufzunehmen gedenken.) Behüte unsern Ausgang und Eingang von nun an bis zu ewigen Heien Amen. 30. Zwei Gebete für Konfirmanden. I. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, daß du mich durch die heilige Taufe in den Bund der Gnade und des Friedens Lant mreen da in deinem Worte mich unterwiesen und nun diese Zeit mich hast erleben lassen, in der ich zu meiner Konfirmation mich deteten und rüsten soll. Hilf, lieber Vater, daß diese Zeit e..-.. II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 2⁵ eine heilige und gesegnete Zeit und ein geistlicher Frühling für mich werde. Mache mich völliger im kindlichen Gehorsam, andächtig im Gebet, eifrig zu deinem Wort, treu in meiner Arbeit, friedsam und ehrerbietig gegen jedermann.„Bewahre mich und alle, die mit mir auf dem Wege sind, vor Argernis und allem leichtfertigen Wesen. Laß uns wachsen in deiner Erkenntnis und stark werden durch deinen Geist an dem inwendigen Men— schen, daß wir am Tage unserer Konfirmation ein gutes Bekennt— nis 2—6 und würdig zu deinem Tische kommen mögen. Amen. Herr Gott, himmlischer Vater, weil dein lieber Sohn ver— Whohen hat, daß du deinen heiligen Geist denen geben wollest, die dich darum bitten, so bitten wir dich herzlich in dem Namen Jesu Christi, deines geliebten Sohnes, du wollest uns deinen heiligen Geist geben, daß er uns in alle Wahrheit leite, uns zu allem Guten antreibe, regiere und führe. Heilige uns durch den— selben durch und durch und erfülle uns mit seinen Weittinng⸗ gaben, damit wir als deine Kinder wandeln, Christo angehören und deine Rechte halten mögen, um der teuren Verheißung und Fürbitte deinee geliebten Sohnes Jesu Christi willen. Amen. 31. Für die Mirche. U Vater allers Barmherzigkeit, der du dir eine heilige Gemeine Wund Kirche auf Erden durch dein Wort und heiligen Geist sammelst und erhältst, wir bitten dich, du wollest deine kleine Herde, das arme Häuflein, so dein Wort durch deine Gnade angenommen hat, ehret und befördert, bei der rechten, erkannten, reinen und allein seligmachenden Lehre, auch bei dem rechten Gebrauche der heiligen Sakramente wider alle Pforten der Hölle, wider alles Wüten und Toben des leidigen Teufels, wider alle Bosheit und Tyrannei der argen Welt beständig und fest erhalten. Erhalte dein Schifflein samt deinen Christen mitten auf dem ungestümen Meere, unter allen Wellen und Wasserwogen, daß es nicht sinke noch untergehe. Laß deine liebe Kirche fest und unbeweglich auf dem Grundfels stehen, darauf sie gebauet ist. O Gott Zebaoth, wende dich doch, schaue vom Himmel und siehe an und suche heim deinen Weinstock und halte ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzt hat, und den du dir festigl 100 erwählt hast, auf daß sein Gewächs ausgebreitet und seine Zweige groß werden. Nimm uns, deine Schafe, in deinen Schutz, daß uns niemand aus deiner Hand reiße. Behüte uns vor allen den— jenigen, welche die Vertilgung der rechten Lehre und die Auf— 26 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. richtung und Bestätigung der schändlichen Abgötterei suchen. Laß dein liebes Wort, das helle und unwandelbare Licht, so uns jetzt scheint, nicht unterdrückt oder ausgelöscht werden, sondern tu Hülfe durch deinen großen und ausgestreckten Arm und erhalte deine Kirche und Gemeine unter so viel Anstößen in der Welt, auf daß du unter uns hier auf Erden auch ein Volk habest, das dich erkenne, ehre und anbete und deinem heiligen Namen mit reinem Herzen diene. Ach Herr, schone deines Volkes und laß uns nicht entgelten unsere Sünden, der du die Missetat vor— mals vergeben hast deinem Volke und alle ihre Sünde bedeckt, der du vormals hast allen deinen Zorn aufgehoben und dich gewendet von dem Grimme deines Zorns, tröste uns, Gott unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns. Be⸗ schütze deine Christenheit, welche sich auf dich allein verläßt, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen. Sei und bleibe du mitten unter uns und weiche nicht von deiner Gemeine. Tu solches um deines Namens willen, daß derselbe nicht entheiliget werde, ja tu es um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, willen. Amen. 32. Für die Obrigkeit. H aller Herren und König aller Könige, du Herrscher über den ganzen Erdenkreis, der du alle Obrigkeit eingesetzet und gesaget hast durch deinen werten Apostel: Es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott, und wer der Obrigkeit widerstrebet, der wider— strebet Gottes Ordnung, laß uns die Obrigkeit für deine Ord— nung erkennen, dieselbe fürchten, lieben und ehren. Gib Gnade, daß wir durch sie mit Gerechtigkeit regiert werden und unter ihrem Schutz ein stilles, geruhiges Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Und weil du, lieber Vater, der Könige Herzen in deiner Hand hast und leitest diefelben wie heitten Cen so regiere auch unsere liebe Obrigkeit mit deinem heiligen Geist, daß sie vor allen Dingen Gottes Wort lieb haben, ihre Tore weit machen und die Türen in der Welt hoch, daß in ihren Landen der König der Ehren einziehe. Gib ihnen deine himmlische Weisheit, die um deinen Thron ist, durch welche die Könige regieren und die Ratsherren das Recht setzen. Laß sie das Geschrei der Armen hören und Recht und Gerechtigkeit handhaben. Laß sie fürstliche Gedanken haben und darüber halten. Gib ihnen die Liebe der Gerechtigkeit, beständigen Mut und Tapferkeit wider alle Ungerechtigkeit, glücklichen Fortgang ihrer Anschläge, getreue, verständige, kluge Räte, gesundes und langes — 4—.‚.cc‚— LS...„ II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 27 Leben. Behüte sie vor Heuchlern und Schmeichlern, vor Kriegen und Blutvergießen. Schütze sie durch deine heiligen Engel. Segne das ganze Land und schaffe unsern Grenzen Friede, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.“ Für die Früchte des Feldes.(Am Tage der Hagelfeier.) err, allmächtiger Gott, ein König Himmels und der Erde, der du durch deine überschwengliche Güte den ganzen Erd— boden mit allerlei Früchten zierest und erfüllest, von welchen Menschen und Vieh ihre Nahrung haben, wir bitten dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest unser Land segnen, daß es seine Früchte und Vermögen gebe, sintemal wir von uns selber nicht ein Körnlein aus der Erde hervorbringen oder dem— selben helfen können, wo du nicht das Gedeihen gibst. Darum verleih den lieben Früchten eine gnädige Witterung, daß sie wachsen und wohl geraten. Behüte sie vor Hagel und inne witter, vor Verheerung, vor alen Ungeziefer und Schaden. Laß das Land nicht feiern in deinem Zorne, laß es nicht wüste liegen und unfruchtbar bleiben. Schließ den Himmel in deinem Grimme um unserer Sünde willen nicht zu, daß er nicht wie Eisen, und die Erde so hart wie Erz werde, sondern gib uns Früh- und Spatregen, dazu fruchtbare Zeiten, suche das Land heim und wässere es und mache es sehr reich. Deine Brünnlein haben Wassers die Fülle, so laß denn unser Getreide wohl geraten und baue selbst das Land, tränke seine Furchen und 1.— sein Ge— wächs und kröne das Jahr mit deinem Gut. Laß dir, lieber Gott, den Samen und alle Früchte des ganzen Erdreichs in deinen gnädigen Schutz befohlen sein. Behüte uns vor Mißwachs, Teurung, Hunger und Kummer. Siehe, wir bekennen unsere Sünde mit reuigem Herzen und schreien zu d dir, unserm Gott, du wollest hören im Himmel, in dem Sitze, da du wohnest, und gnädig sein der Sünde deines Volkes und uns nicht mit leib— licher Nahrung verlassen, sondern unser Leben und uns mit aller Notdurft versorgen, auf daß wir in allen Dingen deine göttliche Kraft und milde Hand mit Danksagung erkennen und dich preisen, der du uns an Leib und Seele hier zeitlich und dort ewiglich reichlich ernährest. Amen. 34. Um den lieben Sonnenschein. (lmächtiger, barmherziger Gott, himmlischer Vater, wir haben es mit unsern Sünden wohl verschuldet, daß du uns jetzt mit vielem überflüssigen Regen und betrübtem nassen. Wetter 28 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. strafest und heimsuchst. Aber hilf doch um deines Namens willen und laß die liebe Sonne wiederum scheinen und leuchten, damit sich die notleidenden Früchte erholen, und wir solchen deinen — Segen zu unserer Notdurft wohl einbringen und mit Danksagung in Frieden genießen mögen. Unsere Hoffnung und Hülfe, unser Trost und unsere Zuflucht ist und bleibt in dir, der Himmel und Erde gemacht hat. Hilf uns, o Gott unsers Heils. Amen. 35. Um einen fruchtbaren Regen. ch himmlischer Vater, allmächtiger Gott, du hast in deinem Worte gesagt, wenn wir dir nicht gehorchen, so willst du den Himmel wie Eisen und die Erde wie Erz machen, daß es nicht regnen soll, noch die Früchte auf dem Lande gedeihen. Wiederum aber hast du verheißen, wenn wir dir gehorchen, dich lieben und dir von ganzem Herzen dienen, so wollest du unserm Lande Regen geben zu seiner Zeit. Nun sehen wir leider mit Schmerzen, daß die lieben Früchte, die du aus deiner milden Hand bescheret hast, von der Sonnenhitze hart austrocknen und schier keinen Saft mehr haben, weil die fruchtbaren Regen ausbleiben. Solches alles haben wir mit unsern vielfältigen Sünden als eine Strafe und Rute wohl verdient und wären wohl wert, daß du uns nicht ein Körnlein ließest aus der Erde wachsen. Nun wissen wir kein ander Mittel, mit welchem wir deinen Zorn könnten stillen und die brennende Hitze abwenden, denn daß wir mit einem ernsten, gläubigen Gebet, welches die Wolken durchdringt und vor dein Angesicht kommt, auch bei dir viel ausrichtet, dir in die Rute fallen. Bitten deshalb deine unendliche Barmherzigkeit, du wollest den Himmel wieder aufschließen und einen lieblichen, fruchtbaren Regen bescheren,(wie denn Elias auch mit seinem Gebete erlangte, daß es regnete,.) damit die Früchte der Erde erfrischt und erquickt werden, und wir sie mit Dankbarkeit einernten, zur Erhaltung unsers zeitlichen Lebens fruchtbarlich gebrauchen und in deinem Segen vom Himmel an Leib und Seele erhalten werden und dich hie zeitlich und dort ewiglich loben und preisen mögen. Amen. 36. Beim Anfang der Ernte. llmächtiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du fröhlich machst, was da webet, beide des Morgens und des Abends, bauest selbst das Land und segnest sein Gewächs: wir danken dir, daß du auch dieses Jahr unser Land heimgesucht hast und das Getreide wohl geraten lassen. Wir wollen nun —————— —— —————:ꝓ—᷑¶——ͤ•———————— 42—2— — τπW— 2. —22.—— —— —..————2525————— ————— II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 29 deinen Segen einsammeln und bitten dich herzlich, du wollest uns dazu gute und bequeme Witterung verleihen, das Angesicht der Erde fröhlich machen und deine liebe Sonne scheinen lassen, damit unsere Früchte, vor allem Schaden behütet und zu ihrer Voll— kommenheit gebracht, von uns in gutem Frieden fein trocken eingesammelt, mit Danksagung aus deiner milden Hand ange— nommen und zur Notdurft unsers Leibes in guter Gesundheit genossen werden. Du weißt, lieber Vater, daß wir des täglichen Brotes und deines Erdsegens hoch bedürfen, weil du es so geordnet, daß der Mensch vom Brote lebe und sein Herz damit stärke. Darum so gönne uns auch für dieses Jahr deinen gezeigten Segen, und wie du angefangen hast, uns zu segnen, so segne uns noch ferner, gib uns unsere Speise zu deiner Zeit, tu deine milde Hand auf und sättige uns mit deinem Gut. Herr, du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Höre auch jetzt unser Gebet' und vernimm unser Schreien, auf daß wir dein väterliches Herz erkennen und dich für deine Wohlthat loben und preisen, solange wir leben. Dazu hilf uns, du frommer Gott, und gib uns, was wir für uns selber nicht vermögen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. ö 37. Dankgebet nach der Ernte(am Erntedankfeste). derr Gott Himmels und der Erde, du bedeckest den Himmel mit Wolken, gibst Regen auf Erden und machest sie fruchtbar, daß sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen; du erfüllest die Herzen mit Speise und Freude und gibst uns allerlei Gutes reichlich zu genießen. Du hast verheißen: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Samen und Ernte, und dieses dein Wort hast du, gnädiger Gott, auch an uns in diesem Jahre kräftiglich erfüllt. Unsern Samen haben wir auf Hoffnung ausgesäet, und siehe, nun ernten wir durch deinen Segen reichlich ein. Für solche deine Gnade und Wohltat danken wir dir heute in deinem Hause mit allem deinem Volke und sagen: Nun danket alle Gott, der große Dinge tut an allen Enden, der uns vom Mutterleibe an lebendig erhält und tut uns alles Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott! Dank sei dir, o treuer Gott, daß du unsern Saaten Regen und Sonnenschein verliehen, uns die Ernte so treulich behütet und uns und unsern Kindern wieder für ein Jahr Brot gegeben hast. Bewahre nun ferner, lieber Gott, was du gegeben hast, und gib Gnade, daß 30 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. wir es anwenden uns und unsern dürftigen Nächsten zur Er⸗ haltung und dir zu Lob und Preis. Hilf, daß wir als deine Kinder dich stets vor Augen haben und züchtig, gerecht und gott— selig leben in dieser Welt, einst aber wie reife Garben heim— geholt und am jüngsten Tage durch deine heiligen Engel als guter Weizen in deine Scheuern gesammelt werden; so wollen wir dir mit allen Heiligen ein ewiges Dankopfer bringen und sagen: Hoch gelobet sei Gott in alle Ewigkeit! Amen. 38. Um göttlichen Segen zum Bergwerk. A Dund i Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, in deiner Hand ist, was die Erde bringt, und die Höhen der Berge sind auch dein. Groß sind deine Werke, die Erde füllest du mit Gütern und lässest auch der Berge Gründe nicht leer. Wir sagen deiner Majestät Lob und Preis, daß du diesen unsern Ort mit dem edlen Bergsegen begnadigt, die Gebirge mit fündigen Klüften und Gängen veredelt und(bei den bisherigen schweren Zeiten) den lieben Bergbau noch gnädig erhalten hast. In⸗ sonderheit danken wir deiner Barmherzigkeit, daß du in dem ver⸗ gangenen Jahre viel Unglück väterlich abgewendet(nach den schweren Unglücksfällen uns wieder gnädig angesehen), alles in gutem Stande erhalten und das tägliche Brot mildiglich beschert hast. Für diese großen unverdienten Wohltaten bringen wir heute deinem Namen das Opfer unserer Lippen und rühmen deine Allmacht und Güte mit fröhlichem Munde und dankbarem Herzen. Weil wir aber, lieber Gott und Vater, leider oft un— dankbar gewesen, deine Gaben nicht gebührlich erkannt und ge— achtet, dieselben auch nicht zu deinen Ehren und zu Nutzen unsers Nächsten angewandt, sondern vielmehr oft mißbraucht haben, so hast du zur gerechten Strafe oftmals deine Gaben und Schätze zurückgehalten und deinen Segen entzogen, daß unsere Arbeit an vielen Orten verloren und vergeblich gewesen. Nun, lieber himm— lischer Vater, wir bitten dich, gedenke nicht unserer Sünden, sondern gedenke deiner vorigen Güte und Gnade, die von der Welt her gewesen ist. Gib uns deinen Geist, daß wir nicht bloß mit Worten unsere Missetat bekennen, sondern auch durch seine Hülfe zu wirklicher und tätiger Bußfertigkeit und Besserung des Lebens schreiten mögen. Erhebe du durch deine allmächtige Hand, die kräftig allenthalben wirkt, dieses unser Bergwerk immer mehr und mehr; tu deine milde Hand auf, beschere gute An— brüche, reich Erz und Silber, und laß durch deinen Segen die —— III. Gebete in allerlei Not. 31 herrlichen Gaben, die du uns durch schöne Anbrüche zeigst, dauernd sein, daß wir alle dadurch unser täglich Brot haben mögen. Be— hüte uns vor Feuersbrünsten, vor ansteckenden Krankheiten, vor Wassermangel und schädlichen Wasserfluten. Behüte unsere Berg— leute bei ihrem Ein- und Ausfahren, wache über unsere Pochwerke und Hütten und über alle, die darin arbeiten. Laß ihre Arbeit gedeihn, daß jedermann sich deiner väterlichen Güte und gnädigen Hülfe erfreue und die Werke seines Berufs mit Lust verrichte. Schenke den Oberen Weisheit und Liebe, Kraft und Treue. Segne unsere Schulen, daß die Weisheit in ihnen gesucht werde wie Silber und erforscht wie die Schätze, auf daß unsere Kinder deine Furcht und Erkenntnis finden. Vor allen Dingen aber laß den edlen Schatz deines reinen Worts und Sakraments bei uns bleiben und segne uns mit den unvergänglichen Gütern deines Reiches, daß wir allesamt endlich unsere Ausfahrt aus den dunklen Gängen dieser Erde mit Freuden halten und dich ewig loben und preisen, durch Christum, unsern Herrn. Amen. III. Gebete in allerlei Rot. Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen, aber deine Tröstungen ergetzten meine Seele. 39. Um Geduld in Leidenszeit. A llmächtiger, gütiger Gott, der du bist eine Stärke der Schwa— chen, ein Trost der Betrübten, eine Zuflucht der Verlassenen, eine Hülfe der Angefochtenen, ein Leben der Sterbenden, ein Gott der Geduld und alles Trostes, du siehest, wie schwach, blöde und verzagt wir sind, und daß wir im Kreuze ohne deine göttliche Hülfe und Beistand nicht bestehen können. Deiwegen rufe ich zu dir, wenn du mir Krankheit oder sonst Wider— wärtigkeit nach deinem göttlichen Willen und Wohlgefallen zuschickest, du wollest mich darunter fest im Glauben und beständig in der Geduld erhalten. Verleih mir Gnade, daß ich deine väterliche Hand und Züchtigung mit sanftem Geiste und stillem Herzen ertragen möge. Gib mir Geduld in Leidenszeit, welche mir hoch vonnöten ist, und lehre mich, daß ich dir, meinem Gott, stille halte, wenn es mir übel gehet, damit ich die Trübsal 32 III. Gebete in allerlei Not. nicht achte für ein Zeichen deiner Ungnade und in meinem Herzen nicht etwa wider dich murre oder sonst ungeduldig Waft sondern laß mich erkennen, daß, welchen du, Herr, lieb hast, denselben du auch züchtigest zu seiner Besserung denn die Trübsal bringt Geduld, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden, und selig ist der Mann, den du, Gott, züchtigest. Darum soll sich niemand weigern d der Züchtigung des Allmächtigen, denn du verletzest und verbindest, du zersch meißest, und deine Hand heilet. Aus sechs Trübsalen wirst du mich erretten, und in der siebenten wird mich kein Übel rühren. So hilf nun, ewiger, barmherziger Gott, daß ich meine Seele mit Geduld fasse und in gewisser Hoffnung unabgewendet stets an dir bleibe, auf daß ich mit kindlicher Zuversicht dein väterliches Herz, unter dem Kreuze verborgen, erkennen möge, mit allerlei Kraft mächtig gestärkt werde nach der großen Macht deiner Herrlichkeit, und mit aller Geduld und Langmut in aller Anfechtung und Widerwärtigkeit gewappnet stehe und fröhlich mit dankbarem Gemüte in aller Not samt allen deinen Glünbigen dich preisen möge; auf daß, wie ich mit Christo Jesu, deinem lieben Sohne, allhier leide, also auch mit ihm zur ewigen Herrlichkeit erhoben werde. Amen. 40. In Anfechtungen. IE Jesu Christe, du mächtiger Herr und einiger Helfer, der * 25 dich um unsertwillen und uns zugut hast lassen ver— suchen, auf daß du den Teufel überwändest, wir bitten dich, rüste uns mit geistlichen Waffen, damit wir bestehen können unter dem Schilde des Glaubens gegen die listigen Anläufe des Teufels; mach uns stark in der Macht deiner göttlichen Stärke, daß wir der Welt obsiegen; hilf uns das Fleisch durch Fasten und Beten betäuben und im Zaum halten, damit wir unum—⸗ gestoßen in deinem Dienste bleiben und als christliche Ritter uns wehren mit dem geistlichen Schwerte deines Wortes und endlich die Krone des Lebens davon Hnen, welche du uns geben wirst um deiner Barmherzigkeit willen. Amen. mein Herr Jesu Christe, ich bitte dich von Grund meines * Herzens, sprich mir diese edldenen S allezeit in mein Herz und schreib sie an mit der goldenen Schrift d des Glaubens in mein Gemüt, daß du mein Jesus, mein Heiland, mein Hel fer, mein Erlöser, mein Gott und Herr seiest, damit ich als ein III. Gebete in allerlei Not. 33 Kind Gottes und Erbe des ewigen Lebens in diesem Elend dich, den Brunngquell aller Waalte und Trostes, allezeit in meinem Herzen trage, auf daß ich alle Anfechtung und Widerwärtigkeit mit fröhlicher Geduld überwinde dem Teufel mit fröhlichem Glauben widerstehe, mit fröhlicher Zuversicht bete, alle Mühseligkeit meines Berufs mit Freuden dulde und einmal, wann du willst, in fröhlicher Hoffnung ein seliges Ende wüner möge. Amen. ö 41. In Kriegszeiten. eiliger und barmherziger Gott, Geig⸗ uns deine Gnade und hilf uns. Schwere Wetter steigen auf, Kriegsgeschrei ist rings um uns her. Ach daß wir unter dem Toben der Völker deine Stimme hörten und deinen Geist uns strafen ließen! Mit Langmut hast du uns geschont und Geduld mit uns gehabt, aber wir sind über deine Güte um so sicherer geworden, haben deine Wohltaten mißbraucht, dein Wort vergessen, haben viel wider einander gemurrt, aber wenig für einander gebetet, haben mit unserer Weisheit, unserm Vermögen und Werk Götzendienst getrieben, statt auf dich allein unsere Hoffnung zu setzen. Aber nun kommen wir wieder zu dir, Herr, unser Gott. Laß uns eins werden in Erkenntnis unserer Sünde, daß wir auch eins werden im Vertrauen auf deine Erbarmung. Nimm von uns, Hevr, jegliche Verschuldung, um Christi willen vergib uns unsere Sünde. Deine Gnade sei unser Trost, dein Friede unsere Kampfesrüstung. Sei eine feurige Mauer um unser Vaterland her und erzeige dich herrlich darinnen. Wächst die Not, so mache die Liebe brennender, daß sie rastlos einhergehe und den Verwundeten und Kranken Pflege bringe, den Armen und Hun⸗ gernden Obdach und Speise. Knüpfe durch die Trübsal neue Bruderbande, führe uns durch Kampf und Sieg zu neuen Siegen deines Reiches und laß über unserm deutschen Vaterlande einen Frieden aufdehn, der deines Namens Ehre ist. Herr Gott, sei uns gnädig und erbarme dich über uns, erhöre unser Gebet um Jesu Christi willen. Amen. 42. In teurer Feit. A˖ Herr, du großer und ge waltiger Gott, reich über alle, die dich aurufen, wir bekennen dir von Grund unserer Herzen, daß wir die Teurung und Hungersnot, die uns Hd mit funt d vielfältigen Sünden wohl verdient haben. Du, Herr, hast dich nicht unbezeugt gelassen, sondern uns viel Gutes Rnhe und bisher fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt 3 3⁴ III. Gebete in allerlei Not. mit Speise und Freude. Wir aber haben für solche deine Wohl— taten dir nicht gedankt noch gedient. Darum, o gerechter Gott, hast du uns billig solchen Segen entzogen und den Stab des Brotes zerbrochen. Ach Herr, sei uns gnädig und vergib uns unsere Sünden um Jesu Christi willen. Tue deine milde Hand auf und sättige uns wieder nach deinem Wohlgefallen. Suche das Land heim und wässere es und mache es fruchtbar, deine Brünnlein, Herr, haben ja Wassers die Fülle. Laß das Getreide wohl geraten, baue das Land und segne sein Gewächs, kröne das Jahr mit deinem Gute. Gott, der du rufen kannst dem, das nicht ist, daß es sei; der du dem Vieh sein Futter gibst, den jungen Raben, die dich anrufen, laß doch uns Menschen, die wir nach deinem Ebenbilde geschaffen, auf deinen Namen ge— tauft, ja mit dem teuren Blute Jesu Christi, deines Sohnes, erkauft sind, nicht verschmachten. Erquicke uns doch wieder, denn unser aller Augen sehen auf dich. Herr Jesu, dich hat ja des Volkes gejammert, das nur etliche Tage bei dir verharrt und Hunger gelitten hatte, so laß dich doch auch unser Elend jammern, die wir jetzt Teurung und Kummer leiden. Hebe doch wieder an zu segnen die Hände deiner Knechte, denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich. Verleih auch uns allen wahre, herzliche Buße und regiere uns durch deinen Geist, daß wir deine väterliche Güte besser erkennen und deine Gaben und Wohltaten mit größerer Dankbarkeit gebrauchen. Vor allen Dingen aber speise uns mit dem geistlichen Brote deines heiligen Wortes zu unserer Seligkeit und laß uns trachten nach dem, was droben ist, da Christus ist, damit wir dermaleinst mit ihm seiner himm— lischen Güter genießen mögen in alle Ewigkeit. Amen. 43. Bei großem Ungewitter. S du großer und erschrecklicher Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fährest wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blitzen auslässest, wir armen Menschen müßten ja in einem Augenblicke verderben, wenn du deine Donnerstrahlen auf uns gehen ließest. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und beben, wenn du zornig bist. Herr, wir sehen und hören deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschreck— lichen Prasseln deines Donners. Ach gedenke nicht unserer Sünden und Missetaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem III. Gebete in allerlei Not. 35 Wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen Donnerschlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus, Hof, Vieh und die lieben Früchte auf dem Felde. Behüte uns vor grausamen Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Klein— mütigkeit und ungläubige Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoffnung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Ungewitter vorͤübergehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines grimmigen Zorns, womit du die Gottlosen dermaleinst in das höllische Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf 1 in dein Reich, daß wir dich, Vater, samt deinem Sohne Jesu Christo und dem heiligen Geiste, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mögen. Amen. 44. Bei Sturm und Wasserfluten. 2 llmächtiger, großer und 575 Gott, der du Himmel und Erde in deiner Hand hast, sieh doch an rn große Not und Gefahr, darin wir jetzt schweben. Du hast die Winde mit Ungestüm ausgehen lassen und die Wasserfluten daher rauschen, daß uns bange ist, und unsere Herzen wollen verzagen. Ach halt ein, du Gott aller Güte und Barmherzigkeit, vergib uns unsere Sünden und Missetat, um unsers Mittters und Fürsprechers Jesu Christi willen. Laß vor dich kommen das Seufzen der Bedrängten, behüte die Schiffe 110 alle, die auf dem Meere fahren, mache unsere Dämme und Deiche fest, bewache unsere Häuser und Habe, laß die Gefahr und Angst gnädig vorübergehn. Du hast einst Noah in der großen Flut wunderbar erhalten und nachher den Regenbogen als Gnadenzeichen in die Wollen gesetzt, mache auch diesmal den verheerenden ein Ende und tu ein Zeich en an uns, daß es uns wohl gehe. Du hast dich Elias nach Sturm, Feuer und Erdbeben in stillem, sanftem Sausen offenbart, laß auch jetzt den Sturm sich wieder legen und erquicke unsere bangen Herzen mit friedlicher Stille, daß wir deine Nähe merken. Herr Jesu ral 35 bist der Mann, dem Wind und Meer gehorchen muß, stille das Brausen des Windes und das Toben der Wellen. Sprich nur Ein Wort, so ist uns geholfen, so wollen wir dir danken um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern tust, und deinen Namen preisen hie zeitlich und dort ewiglich. Amen. 3* 36 III. Gebete in allerlei Not. 45. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten. (ch Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Güte und Treue, wir erkennen deinen gerechten Zorn, welchen wir mit unsern Sünden wider uns erweckt haben. Ach schone unser, lieber Vater, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sünde nach deiner großen Barm— herzigkeit. Wende deine Plage von uns, daß wir nicht ver⸗ schmachten von der Strafe deiner Hand. Wende dich, o Herr, und errette uns. Hilf uns um deiner Güte willen. Heile, Herr, alle Schwachen und Kranken. Sei bei ihnen in der Not. Reiße sie heraus und zeige ihnen dein Heil. Nimm dich ihrer Seelen herzlich an und vergib ihnen alle ihre Sünde. Lehre uns hiebei alle bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden und mit Furcht und Zittern unsere Seligkeit schaffen. Laß uns, wenn unser Stündlein kommt, an deinem Worte festhalten, in Frieden hinfahren und den Tod nicht sehen ewiglich. Erhöre uns, erhöre uns, erhöre unsere Bitte, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Darnach lies Psalm 90. 91. 46. Um tägliche Bereitschaft zum Sterben. (ch lieber Gott und Herr, ich lebe und weiß nicht wie lange, ich muß sterben und weiß nicht wann; du, mein himm⸗ lischer Vater, weißt es. Wohlan, soll dieser Tag(oder diese Nacht und Stunde) die letzte meines Lebens sein, Herr, so geschehe dein Wille, der ja allezeit und allewege der beste ist. Nach dem— selben deinem heiligen Willen laß mich allezeit bereit sein, in wahrem Glauben an meinen Erlöser Jesum Christum zu leben und zu sterben. Allein, mein frommer Gott, gewähre mich dieser Bitte, daß ich nicht plötzlich in meinen Sünden sterben und ver— derben möge. Stelle sie mir in diesem Leben zu meiner Be— kehrung unter Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage zu meiner Verdammnis vorgestellet und zugerechnet werden mögen. Verleih mir, daß ich noch in der Gnadenzeit meine mannig— faltigen schweren Sünden erkenne, bekenne, sie von Herzen bereue, einen festen Vorsatz fasse, mein Leben zu bessern, und auch Ver— gebung derselben von dir erlange. Alsdann, mein Gott, geschehe dein heiliger Wille; laß mich sterben, wann es dir gefällt, nur gib mir ein sanftes und vernünftiges Ende. Barmherziger DIIee. FteeE‚..s9—e— III. Gebete in allerlei Not. 37 Gott und Vater, der du bei deinem Leben geschworen hast, du wollest nicht den Tod des Gottlosen, sondern daß er sich von seinem bösen Wesen bekehre und lebe, Gott Sohn, der Welt Heiland, der du alle, die an dich glauben, bei deiner Wahrheit versichert hast, was sie den Vater in deinem Namen bitten wer— den, das wolle er ihnen geben, Gott heiliger Geist, der du unserer Schwachheit aufhilfst und wenn wir nicht wissen, was und wie wir erhörlich beten sollen, uns mit unaussprechlichem Seufzen vertrittst, erbarme dich über mich armen Sünder und laß diese meine Bitte ja, amen und erhört sein. In deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Amen. 47. Gebet für ein krankes Uind. err Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, erbarme dich unser und dieses kranken Kindleins. Du hast einst das Kind des Königischen gesund gemacht, da sein Vater dich bat, und hast des Jairus Töchterlein vom Tode aufgeweckt; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Du guter Hirte, nimm dich in Gnaden dieses deines elenden Schäfleins an. Es ist ja dein Eigentum. Du hast es in der heiligen Taufe angenommen und zu den Deinen hinzugetan; so ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was dein ist. Herr, unser Heiland, wir möchten wohl dies Kindlein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger lebe, so schenke es uns noch einmal und verleih ihm wieder Kraft und Gesundheit, so wollen wir dich loben für deine Treue und Gnade. Hast du aber beschlossen, dies Kindlein aus dieser argen und sündhaften Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwählten heimzu⸗ führen, so geschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, das du uns auflegen willst. Stärke nur unsern Glauben und gib uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gefalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser. An dein Herz und in deine Hände legen wir dies Kindlein, so ists wohlgeborgen und selig in Zeit und Ewigkeit. Amen. ö 48. Gebete eines Hranken. 1. O Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und lässest niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen, ich bitte dich in meinen großen Nöten und 38 III. Gebete in allerlei Not. Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden. Stärke mich, daß ich es mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: Erbarme dich über mich sündigen Menschen, vergib mir alle meine Übertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. Erhalte mich im wahren Glauben bis an mein Ende. O Gott heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Not. Leite, mich aus diesem Jammertale in das rechte Vaterland. Amen. 2. Herr Jesu Christe, du hast deinen Boten zu mir geschickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Siehe, mein Herr, ich erkenne deinen gnädigen Willen, bin gehorsam und bekehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten, nämlich mein armes Gebet und mein Seufzen. O Herr, nimm mein Flehen an und laß meine Seufzer vor dich kommen. Gefällt dirs, mein Erlöser, und ist mirs gut und selig, daß ich leben soll, wohl, so richte mich auf und hilf, daß es ein neues, gesundes, christliches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dirs nicht, daß ich lebe, sondern soll dies das Ende sein, wohl, so sei es ein seliges Ende. So komm, Herr Jesu, bald und nimm meine Seele in deine Hände. Amen. 3. O allmächtiger, starker Gott, der du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, vergibest Sünde und Missetat, zu dir rufe ich, du wollest mir alle meine Sünde aus Gnade verzeihen und meine Seele wider alle An— fechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hülfe und stehe mir bei, daß der Glaube in mir nicht wanke, die Hoffnung nicht verzage, die Liebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinke. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß mich in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. An diesen Heiland glaube ich und auf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zuschanden werden, denn du bist meine Hülfe und Stärke. Siehe mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit und wende zu mir deine väterliche Huld, durch Jesum Christum deinen Sohn, der mit seinem heiligen Leiden und Sterben uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amen. III. Gebete in allerlei Not. 30 49. eines Genesenden. err, mein Gott, mein Trost, mein Erretter, mein einiger 9 Nothelfer, dir danke ich von Grund meines Herzens für deine unaussprechlichen, vielfältigen Wohltaten, die du mir armen Sünder erzeiget hast, sonderlich aber, daß du in meiner großen Not, Krankheit und Elend mich in Gnaden angesehen, mein Herz gestärkt, mein Gebet erhört und mir so väterlich wiederum aufgeholfen hast. Ich danke dir, Herr, daß du zornig über mich gewesen bist, und dein Zorn sich so gewendet hat, daß du mich nun wiederum tröstest. Ach wie gut ist mir es, daß du mich gedemütigt hast. Du hast, o lieber Vater, mich gezüch⸗ tigt, damit ich nicht mit der gottlosen Welt verbammt werde. Um Trost war mir sehr bange, aber, Herr, du hast dich meiner Seele herzlich angenommen, wie soll ich dir vergelten all das Gute, das du an mir getan hast? Ich will dir danken mein Lebelang und deinen Ruhm verkündigen für und für. Da ich dich, Herr, suchte, antwortetest du mir und errettetest mich aus meiner Not. Du verlässest die nicht, die dich suchen. Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Du bist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilfst denen, die zerschlagene Gemüter haben. Ach mein Gott, verleihe mir eine herzliche, beständige Buße durch die Kraft des heiligen Geistes um Jesu Christi willen, damit ich hinfort nicht mehr sündige, auf daß mir nicht etwas Argeres widerfahre, sondern daß ich mich mein Lebelang vor solcher Betrübnis meiner Seele hüte. Beschütze mich auch hinfort durch deine heiligen Engel, daß sie mich bewahren auf allen meinen Wegen. Und dieweil ich doch endlich dieses Leben werde gesegnen und sterben müssen, so er— halte und vermehre in mir den wahren seligmachenden Glauben, Gottesfurcht, Geduld und Trost, damit ich ritterlich kämpfen, selig überwinden und fröhlich in dein himmlisches Reich eingehen möge, dich, o Vater aller Barmherzigkeit, samt deinem Sohne und heiligem Geist, den einigen wahren Gott, wiglich zu preisen. Dir, o allerhöchster Gott, sei Lob, Ehre und Dank gesagt in alle Ewigkeit. Amen. 50. Um Geduld in langwieriger Krankheit. Herr Jesu Christe, der du in den Tagen deines Fleisches in höchster Geduld all dein Elend ausgestanden und uns unsere Serlen mit Geduld zu fassen Ln en hast, du siehst mein betrübtes Elend, hörst mein Seufzen, das ich auf meinem Angst— 40 III. Gebete in allerlei Not. lager ausgieße. Du weißt, wie meine Tl und Gebrech— lichkeit so groß und heftig ist. Wie soll ich aber tun, du frommer Herr? Keine Arznei weiß ich als das Kräutlein Ge— duld. Dieweil aber dasselbe nicht wächst in dem ungebauten Garten meines Fleisches und Buutes, denn der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach, so stärke du mich mit dem Geiste der Gnade und des Trostes, 90 mir Geduld in Leidens— zeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, damit ich wider deine Gerichte nicht murre, sondern mit Freuden ein Halleluja darein singe und gewiß dafür halte, du 4555 mitten mtth deinen Zuchtruten gedenken deiner väterlichen X zarmherzigkeit, mich züch— tigen, aber mit Maße, mich strafen, aber nicht in deinem Zorn, mich töten, aber wieder lebendig machen, mir eine Last auflegen, aber wiederum aushelfen. Du bist ja der Gott, der da hilft, und der Herr Herr, der vom Tode errettet, hochgelobt in Ewig⸗ keit. Amen. Sprüche aus Gottes Wort für Rranke. Bange Seufzer: Deine große herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich.(Jes. 63, 15.) Ach du Herr, wie lange? 6, 4.) Ich Aonder Mensch, wer wird mich erl ösen von dem Leibe dieses Todes?(Röm. 7, 24.) Demütigung vor Gott: Ach Lar, Missetaten B ja verdient.(Jer. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?(Psalm 130, 3.). Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsere Gerecl htigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.(Dan. 9, 18.) Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des I Gottes, macht uns rein von aller Sünde.(1 Joh. 1, 7.) Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, Dndern Traurigkeit zu sein, aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.(Hebr. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.(Jak. 1, 12.) Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselbigen vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Hände hab ich dich ge— *„799ccFcFcet ˖t‚.. q—.—.———..—2......—8—8—WK—fn7274 2———f.——. — — III. Gebete in allerlei Not. 41 zeichnet.(Jes. 49, 55 16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.(Hebr. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte(IJ Jer 31, 3.) Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.(Joh. 7, 37. 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. ( Kor. 12, 9.) Sei getreu—5 an 993 Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.(Offenb. 2, 10.) Auch können folgende längere Abschuitte Wnon Wortes von dem Kranken gelesen oder ihm vorgelesen werden: 1 Petr. 5, 6—11. Psalm 130. Psalm 25. Psalm 42. Psalm 63, 2—9. Psalm 91. Klagelieder 3, 22— 42. Röm. 8, 18— 27. Röm. 8 28— 39. 1 Petr. 1, 3—9. Psalm 126. Offenb. 7, 9—17. 51. Morgengebet eines Kranken. du getreuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du mich armen Ronien Menschen diese Nacht über so gnädig erhalten, gestärket und das erquickende Tageslicht wieder hast sehen und erleben lassen. Gelobt sei deine Gnade und Barmlh herzigkeit, welche über mich waltet, so hoch der Himmel über der Erde ist. Ich bitte dich, vergib mir alle meine Sünde, verneure, vermehre deine Ineen und Treue diesen Morgen und allezeit an mir armen Menschen und laß deine Güte an von mir weichen. Tröste und stärke mich mit deinem heiligen Geiste, daß ich in allem nach deinem Willen leben und leiden möge. Ach Herr, verlaß mich nun und nimmermehr mit deinem Schutze. Laß aufhören die böse Zeit; wenn es, lieber Herr und Gott, dein Wille ist, so mache meinen schwachen Leib gesund, oder bringe mich bald und seliglich aus diesem Elende zu deiner ewigen Herrlichkeit durch das bittere Leiden und Sterben und durch die siegreiche Auferstehung Jesu Christi, deines lieben Sohnes, welcher als unser Mittler alle unsere Krankheit getragen, unsere Schmerzen auf sich geladen und uns durch seine Wunden geheilet hat. Nun, ich befehle dir nochmals meinen Leib, Seele und alles, was du mir gegeben, in deinen väterlichen Schutz; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Der Segen, Schutz und Kraft Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes sei über, in und bei mir jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. 42 III. Gebete in allerlei Not. 52. Abendgebet eines Äranken. eiliger Herr und Gott, barmherziger himmilischer Vater, ich danke dir, daß du mir bis hieher so gnädig geholfen und mich nun abermals einen beschwerlichen Krankheitstag in diesem Elend hast zurücklegen lassen. Ich bitte dich von Grund des Herzens, vergib mir um Christi, meines höchsten Seelenarztes und Heilandes willen, alle meine Sünde und hilf mir Kranken auch durch diese bevorstehende Nacht hindurch mit deiner Gnade, Kraft und Trost. Mein Leib will sich zur Ruhe legen, ach dieselbe gönne mir gnädiglich zur Erquickung dieses meines schwachen Leibes. Behüte mich vor der ewigen Nacht um der Angst- und Jammernacht Jesu Christi willen und laß mich das liebe Tageslicht wiederum erfreulich sehen, auch dermaleinst den Glanz des ewigen Tages in himmlischer Herrlichkeit unaufhörlich schauen. Indessen, weil ich meiner selbst nicht pflegen kann, so lege die Wacht deiner heiligen Engel zu mir, über meine Seele und Leib und alles, was du mir gegeben, daß mir kein Feind noch Unfall schade. Herr Gott Vater, erbarme dich diese Nacht über dein armes Geschöpf. Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, siehe gnädiglich an deinen Diener und erkauftes Gut. Herr Gott heiliger Geist, tröste und führe mich seliglich in diesem und nach diesem zu dem ewigen Leben. Deine Gnade und Wahrheit, o du heilige Dreifaltigkeit, walte über mich in Ewigkeit. Amen. 53. Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben schickt. O Vater aller Gnade, erbarme dich über meine arme Seele, Vergib mir alle meine Sünde, die ich leider wider dich getan habe. Verachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin. Laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und geschaffen hast, denn auf dich hoffe ich, du bist meine Hülfe und mein Gott. O Christe, wahrer Heiland, der du bist das Lamm Gottes, welches da trägt die Sünde der Welt, der du mich mit deinem Blute gewaschen und gereinigt hast, ich bitte dich durch dein bitteres Leiden, son— derlich aber durch die Schmerzen, die du zu der Stunde deines Todes empfunden hast: Erbarme dich über meine arme Seele bei ihrem Ausgange und führe sie zum ewigen Leben. O Gott heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Feindes, stärke meinen Glauben, daß ich festiglich glaube eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben. So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist III. Gebete in allerlei Not. 43 in deine Hände. Du treuer Gott, du hast mich erlöset, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. 54. Gebete der Umstehenden für den Sterbenden. Amd Erer gütiger Gott, der du unser Leben erhältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen der Barmherzigkeit wenden zu diesem kranken Menschen und ihn erquicken an Leib und Seele und ihm alle seine Sünden aus Gnaden vergeben. Nimm an das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohnes, für die Bezahlung seiner Missetat. Er ist ja auch auf desselbigen Namen getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und gereinigt. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Pein. Verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glau— ben ritterlich kämpfe und überwinde. Verleihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben. Schicke deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zur Versammlung aller Auserwählten, in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen. Herr Jesu Christe, der du allein bist die Tür zum ewigen Leben, daß, wer durch dich eingeht, selig werden mag, wir bitten dich von Herzen, du wollest solche Gnadentür diesem Dahinsterbenden auftun und ihn aus der Anfechtung der Sünde und des Teufels List und Macht bald erlösen. Ach Herr, hilf ihm, daß er im finstern Tale und Schatten des Todes nicht irre gehe noch verderbe, sondern du, als ein getreuer Hirte, nimm auf dieses verlorene Schaf und deinen Knecht, laß ihm dein Wort in seinem Herzen leuchten, stehe ihm in aller Not bei und zeige ihm dein Heil, laß ihn nicht entfallen aus des rechten Glaubens Trost, nimm seine Seele in deine Hände und pflege ihrer mit Gnaden, auf daß sie keine Qual anrühre, und gib also ihm das ewige Leben. Amen. Sprüche, dem Sterbenden zuzusprechen. b ich schon wanderte im finstern Tale, fürchte ich kein Un— glück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, 1. 5 — * 4⁴ III. Gebete in allerlei Not. Der Herr wird dich erlösen von allem übel und dir aus— helfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewig— keit zu Ewigkeit! Amen. 2 Tim. 4, 18. Herr, ich warte auf dein Heil. 1 Mos. 49, 18. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16, 33. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott, sei nicht ferne von mir. Eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. Psalm 38, 22. 23. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3, 16. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. Vater, in deine Hände befehl ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Psalm 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf. Ap.-Gesch. 7, 58. Abschiedssegen. er allmächtige Gott stärke dich, wider alle Anfechtung ritter— lich zu kämpfen und im wahren Glauben bis ans Ende zu verharren! Der Herr Jesus Christus sei mit dir und begleite dich in das ewige Leben und verleihe dir am jüngsten Tage eine fröhliche Auferstehung! Amen, Amen, Amen. 55. Gebet nach dem Tode eines Kindleins. err Jesu Christe, du ewiger Gott und Heiland, der du so freundlich der Kindlein dich angenommen und sie zu dir gerufen und gesegnet hast, wir zweifeln nicht, daß du auch dieses unser liebes Kindlein zu dir in deine ewige Freude gerufen und mit Leben und Seligkeit gesegnet habest. Aber, Herr, unser Gott und Heiland, unsre Seele ist betrübt, und wir tragen Leid, weil du unser liebes Kind so frühe dahingenommen. Wenn wir schon wissen, daß du es wohl meinest, da du mit ihm aus diesem bösen Leben geeilet, so will es uns doch fast schwer werden, uns stille in deinen heiligen Willen zu fügen. So hilf du selbst uns durch deinen heiligen Geist und stärke unsern Glauben, daß wir deinen Rat ehren und preisen, auch wenn wir ihn nicht verstehen. Wir danken dir, daß du unser liebes Kindlein in der heiligen Taufe zu deinem Kinde angenommen, es zum ewigen Leben wiedergeboren und ihm das Erbe des Himmels zuge— sprochen hast. Darum sind wir der guten Zuversicht, daß es qSeeeere—8...—.·— HHne—————— 29.2...—— ‚„ —=H⏑—— n FTer e III. Gebete in allerlei Not. 45⁵ nunmehr in deinem Frieden und in der ewigen Ruhe ist. Hilf, lieber Herr, daß wir umkehren und werden wie die Kinder, auf daß auch wir dereinst mit Freuden einschlafen und zur ewigen Ruhe der Heiligen gelangen mögen durch deine ewige Gnade und Barmherzigkeit. Amen. 56. An Begräbnistagen. armherziger, gnädiger Gott, der du nach deinem unerforsch— lichen, aber gewißlich gnädigen Ratschluß uns mit schwerem Leid heimgesucht hast, wir sagen dir Lob und Dank, daß du uns auch deine heiligen Tröstungen darreichest im Worte des Lebens. So sind wir nun nicht wie die andern, die keine Hoff— nung haben, sondern wir wissen es, daß du unsere sterblichen Leiber zur Herrlichkeit und zum ewigen Leben auferwecken willst am jüngsten Tage. Dessen getrösten wir uns auch heute, da wir ein edles Samenkorn in deinen heiligen Acker legen auf den Tag der Auferstehung. Ach Herr, deine Wege sind wunderbar, wer kann sie verstehen? Deine Gerichte sind heilig und hoch, wer darf darüber murren? Du hast alles wohlgemacht, und dein Wille ist gut und gnädig, auch wenn du uns heimsuchst mit Trauer und Herzeleid. Darum wollen wir stille sein und dir unsere Sache befehlen. Tröste uns, Gott, unser Heiland, und verlaß uns nicht in unserm Leide. Du bist uns nahe, und dein Erbarmen hat noch kein Ende. Bleibe bei uns und sei unsers Herzens Trost und unser Teil. Gib, daß uns nichts von dir und deiner Liebe scheide. In deine Hände befehlen wir uns ganz und gar. Erbarme dich unser und sei uns gnädig jetzt und im letzten Stündlein und am Tage des Gerichts, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Darnach lies 1 Thess. 4, 13— 18. Offenb. 7, 9—17. 46 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. IV. Veicht⸗ und Abendmahlsgebete. So wir unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergibt und reiniget uns von aller Untugend. Biblische Abschnitte, deren je etliche an Beichttagen zu lesen und zu betrachten: Psalm 32. 51. 130. Jes, 35, 111. Jer. 2, 13. 3, 12. 13 Matth. 5. Luc. 10. Lue. 18, 9—14. Eph. 4, 22—5, 9. Hebr. 10, 19—27. Offenb. 3, 14—22. 57. Um rechtschaffene Buße. nädiger und barmherziger Gott, du bist geduldig, von großer Güte und Treue, du berufest uns täglich durch die Gnaden— predigt deines Wortes zur christlichen Bekehrung; du lässest in deinem Namen allen Menschen Buße und Vergebung der Sünden verkündigen. Dazu hast du auch nach deiner Langmut und unaus⸗ sprechlichen Barmherzigkeit Geduld mit uns, indem du die Sünder nicht auf frischer Tat in ihren Übertretungen plötzlich überfällst, dieselben mit deinem 402500n Zorn und Gerichte zu strafen; sondern du gibst Raum und Frist zur Bekehrung, also, daß niemand über dich zu klagen hat und dich beschuldigen kann Denn es ist ja nicht dein Wille, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre und das ewige Leben habe. O lieber Gott, du weißt unsers Fleisches Trägheit und des Herzens Härtigkeit, daß wir durch die Erbschuld dermaßen verderbt und so tief in die Sünde gefallen sind, daß wir von uns selber nicht aufstehen oder wiederkehren können. Darum bitte ich dich durch die Wunden Jesu Christi, unsers Herrn: Bekehre du mich, so werde ich bekehrt; heile du mich, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen. Entsündige mich, daß ich rein werde, wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. O lieber Gott, siehe mich so gnädig an, wie du angesehen hast die bußfertige Sünderin, als sie zu deinen Füßen lag und herzlich über ihre Missetat weinte, und wie den Zöllner im Tempel, als er an seine Brust schlug und um Gnade bat. Ver— leih mir ernstliche Reue und Leid über meine Sünde, auch einen wahren Glauben mit rechter Zuversicht auf deine Gnade, dazu —2—2—3——— ————„—=—2—2— „D.—— 2...———„5X——„— IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 47 würdige Früchte der Buße. Laß mich die Zeit meiner Heim— suchung erkennen und den Reichtum deiner Güte nicht verachten, auf daß ich die angenehme Zeit und den Tag des Heils nicht versäume, daß ich meine Buße nicht von einem Tage auf d Hen andern noch auf das letzte Stündlein spare, sondern jetzt diesen Tag mich zu dir bekehre. Amen. 58. Um wahre Erkenntnis der Sünde. heiliger und gerechter Gott, barmherziger Vater, ich bekenne und beklage dir meine angeborne Blindheit, daß ich meine Sünde nicht so vollkommen erkenne noch so herzlich bereue, als es wohl sein sollte. Ach Herr, du stellest unsere unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesichte. Gib mir die Größe und Mannig— faltigkeit meiner Sünden zu erkennen, stelle sie mir in diesem Leben unter die Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage unter die Augen gestellt und ich dadurch vor Engeln und Men⸗ schen zu schanden werden möge. Ach Herr, du siehest und weißt meines Herzens Härtigkeit, die mir angeboren ist; nimm dieselbe von mir hinweg und erweiche mein Herz durch dein Re Wort, daß ich meine Sünde inniglich bereuen möge. O Herr Jesu, der du dein heiliges Blut am Stamme des Kreuzes ver— lo hast, auf daß du mein Herz dadurch erweichen möchtest, laß dieses dein heiliges Blut und teures Leiden an mir nicht ver— loren sein. 3⁵5 treuer Lehrer Heft in den Tagen deines Fleisches gerufen: Tut Buße! du wollest jetzo auch kräftigl ich in mein Herz rufen: Tu Buße und bereue deine Sünde! Dn stehest vor der Tür meines Herzens und klopfest an, ach gib Gnade, daß ich deine Stimme— daß ich nicht mein Herz verschließe, bndern die Tür auftue. heiliger Geist, du ewiges himm⸗ lisches Licht, erleuchte mein Finsteres Herz, daß ich in deinem Lichte die Finsternis meiner Sünden erkennen und herzlich bereuen möge. Amen. 59. Bekenntnis der Sünde vor Gott. err Jesu Christe, du einiger Arzt der Kranken, du Genesung der verwundeten Gewissen, der du in der Fülle der Zeit auf 25 gekommen bist, nicht die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße zu rufen, wir armen, vom Stachel der Sünde tödlich verwundeten Menschen tommen zu dir in Zuversicht auf deine unaussprechliche Güte und Liebe, welche an uns bis in den bittern Tod des Kreuzes gewendet hast. O du, von dem Vater uns zaghaften, erschrockenen Sündern zum Gnadenstuhle auf— 48 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. gerichtet, vor dein Angesicht bringen wir unser sündiges Herz. In uns wohnt das heimliche Laster des Unglaubens, der Eigenliebe, des Ungehorsams wider deinen heiligen Willen, der Verachtung deiner ewigen Güter. Wie hängt das Herz so fest an dieser Welt und ihren vergänglichen Gütern! Welch eine große Sorge wenden wir auf dieses arme Leben und unser sterbliches Fleisch! Darin stehen wir ganz vertieft und vergessen der geistlichen Güter und Gaben. Dazu gilt uns unsere Blindheit für Licht, und wollen in nichts vor dir unrecht haben. Kalt sind wir und ohne deinen heiligen Geist, ohne Gerechtigkeit, Friede und Freude, ohne Demut, ohne Furcht und Schrecken vor deinen gerechten Gerichten. Ver⸗ achtung deiner Herrlichkeit, Undank gegen deine zahllosen Wohl— taten ist all unser Leben. Wir bekennen dir nun diese mannigfaltigen, ungestümen Wellen der bösen Begierde. Wir geben uns schuldig aller Früchte des bösen Baumes, unsers Herzens, von dem dein Mund mit Wahr⸗ heit gesprochen hat, daß nur böse Gedanken und Werke von ihm kommen. Du kennst den bösen Baum, alle seine Wurzeln und AÄste und Früchte, unser arges Herz mit allen seinen Krümmungen und Winkeln. Nimm uns wieder in deine schaffenden, allmäch— tigen Hände; gib uns ein neues Herz, daß wir nicht ewig Dornen und Disteln tragen. Fülle uns bald mit deiner Gnade, welche besser ist als Leben. Laß durch Gnade unsere Sünde bedeckt, unsern Geist zu deiner Liebe und Furcht erneut werden. Laß ihn deiner Gnade Herrlichkeit preisen im Lande der Lebendigen und im Tale des Todes und in der Menge der Seligen und Auserwählten! Amen. 60. Um Vergebung der Sünde. err, du hast gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Auf solche deine Verheißung komme ich zu dir und glaube festiglich, ich werde nicht hinausgestoßen werden. Ich komme aber, weil ich mühselig und beladen bin. Es drückt und beschweret mich der Sünden Last, welche ich in demütiger Beichte vor deinem Angesicht niederlege. Ach Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor dir, ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Kind heiße. Ich mag nicht alle meine Sünden erzählen, es gereuet mich, daß ich sie begangen habe; ich schäme mich, viel Worte davon zu machen. Dies eine sage ich, daß ich viel und große Strafe verdienet habe, welche ich mit meinen Kräften nicht abwenden kann. Du aber bist gnädig und barm— IV. Beicht- und Abendmahlsgebete.—49 herzig und von großer Güte. Darum trete ich mit gläubiger Zuversicht zu deinem Gnadenstuhle und begehre demütiglich Gnade. Erlaß mir, o Gott, was ich dir schuldig bin, ich kann nicht zahlen aus Unvermögen, du aber kannst es mir erlassen aus Gnade. Geh nicht, ach geh nicht mit deinem Knechte(mit deiner Magd) ins Gericht. Rechne mir die Sünden nicht zu, die mein Gewissen beschweren, und verzeih mir auch die verborgenen Fehler. Siehe an das Blut deines Sohnes, dasselbe ist vergossen für die Sünde der Welt. Ich bin auch in der Welt und bin ein Sünder, darum ist es auch für mich vergossen. Ach Herr, du hast mich geschlagen, verbinde mich; du hast mich zerrissen, heile mich. Gib mir Glauben und Beständigkeit, daß ich an deinem Tische ein würdiger Gast sei und in der Gottseligkeit zunehme. Führe und regiere mich hinfort, daß ich das Gute, so ich mir vorgenommen, ins Werk richten möge. Beuge das Herz zur Gottesfurcht, öffne die Ohren zur fleißigen Aufmerkung deines Wortes, die Lippen zum Lobe deines Namens. Segne meine Arbeit, verleih Frieden im Hause und öffentlich, wende ab die Argernisse, behüte die Meinen und regiere all unser Tun, daß es dir angenehm und den Gläubigen heilsam sein möge. Höre mein Seufzen, o mein Gott, ja erhöre es, daß ich in dir und du in mir sein und bleiben mögest. Amen. 614. Gebet, wenn man zur Beichte geht. V llmächtiger, ewiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du dem Donner deines heiligen Wortes Kraft gibst, du hast mir mein Herz mit deinem Gesetze gerührt, daß ich nun meine Sünden erkenne, bereue und nach der gnädigen Vergebung derselben ein herzliches Verlangen habe. Darum hast du auch nebst dem gepredigten Worte geordnet, daß ich armer, verderbter, sündhafter Mensch zum Reichtum deiner himmlischen Gnade kom— men und Vergebung suchen soll. So gehe ich nun hin, meine Sünde dir zu bekennen, dagegen Trost und Absolution zu empfangen; bitte deswegen, du wollest in mir eine rechte Andacht, Begierde und Verlangen nach deiner Gnade anzünden und mir einen festen Glauben an deine Verheißung geben, daß, ob ich wohl schwach und verzagt bin, ich mich dennoch solches nicht irren lasse, sondern die Vergebung der Sünden mit starkem Glauben ergreife und dadurch zum rechten Vaterlande komme. Amen. 4 50 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 62. Etliche Beichten. Ich armer Sünder bekenne mich Gott, meinem himm— lischen Vater, daß ich leider schwer und mannigfaltig esündig habe, nicht allein mit äußerlichen groben Sünden, sondern viel mehr mit innerlicher angeborener Blindheit, Unglauben, Zwei⸗ felung, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß und Mißgunst, auch andern Sünden; daß ich auf mancherlei Weise, mit Gedanken, mit Gebärden, Worten und Werken die allerheiligsten Gebote Gottes übertreten habe, wie das mein Herr imd Gott an mir erkennt und ich leder so vollkommen nicht erkennen kann. Also reuen sie mih und sind mir leid, und begehre von Herzen Gnade von Got durch seinen lieben Sohn, Jesum Christum, und bitte, daß er mir seinen heiligen Geist zur Besserung meines Lebens mitteilen wolle. Amen. 2. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missetat, damit ich dich jemals erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich durch deine grundlose Barm— herzigkeit und durch das unschuldige bittre Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, du wollest mir armen sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein. Ich will mich durch deine Gnade hinfort bessern. Amen. 3. Ich armer sündiger Mensch bekenne und klage meinem lieben Gott, daß ich in Sünden empfangen und geboren bin, also daß in mir von Natur nichts Gutes, sondern eitel Sünde wohnt, und daß dieselbe angeborne Sünde mich leider oft zu 2555. bringt in wirkliche Sünde, mit Gedanken, Worten und Werken, wider die erste und wider die andere Tafel des Gesetzes Gottes. Ich erkenne und bekenne auch, daß ich den bösen Lüsten meines Fleisches nicht mit allem Fleiß widerstrebe, sondern leider die Sünde oft in mir herrschen lasse und dadurch den heiligen Geist betrübe. Ja, wenn ich gleich einen guten Vorsatz habe, hanget mir doch das Böse an, daß ich zum Guten unwillig, kalt, faul und überdrüssig bin; der Glaube ist schwach, die Liebe ist kalt. Ich erkenne aber und weiß auch, daß der Sünden Sold ist Gottes Zorn und der ewige Tod. Derhalben gereuen mich meine Sünden und sind mir leid; allein das klage ich, daß ich dieselben, wenn ich sie gleich erkenne, mir nicht lasse so leid sein, IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 51 wie es mein lieber Gott von mir haben will. Weil aber Jesus Christus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, und mein frommer, treuer Gott spricht: So wahr ich lebe, will ich nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe; so kehre und wende ich mich in wahrer Buße durch rechten Glauben zu meinem lieben Mittler und Erlöser, Jesu Christo, und bitte dich, du mein himmlischer Vater, du wollest mir aus Gnaden um desselben deines lieben Sohnes willen alle meine Sünde vergeben und wollest durch deinen heiligen Geist wahre Buße, rechten Glauben und beständige Besserung in mir anzün⸗ den, stärken, mehren und erhalten. Amen. 4. Vor Gericht, Herr Jesu, steh ich hie, Zu dir beug ich meins Herzens Knie, Kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und viele Missetat Mich hier und dort verdammet hat. Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein Macht mich von allen Sünden rein, Weil ich in wahrer Reu und Buß An dich gläub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, Des dank ich dir, Ich will mich bessern, hilf du mir! Amen. 63. Danksagung nach der Absolution. Qch will den Herrn loben allezeit, sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Denn da ich den Herrn suchte, ant— wortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Er hat meine Seele beim Leben erhalten, er hat meine Traurigkeit in Freude verwandelt, er hat meine Finsternis licht gemacht. Darum freue ich mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster. Laß mich noch ferner vor deinen Augen Gnade finden. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandele in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Lehre mich tun nach deinem Wohl— gefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten. Rüste mich aus mit Kraft aus der Höhe und mache meine Wege ohne Wandel, damit ich Glauben 1.* 2— IIIII IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. und gut Gewissen behalte und in deiner Gnade bleiben möge. Das bitte ich um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, meines einigen Erlösers und Heilandes willen. Amen. Nach dir, Herr, verlanget mich. Biblische Abschnitte für Abendmahlstage: Psalm 23. Psalm 111. Joh. 6, 48—-58. Joh. 15, 1—12. Röm. 8, 31—39. 1 Cor. 11, 23—32. Offenbarung 22. 64. Morgengebet am Abendmahlstage. llmächtiger und barmherziger Gott und Vater, ich danke dir von Grund meines Herzens für deinen Schutz und Schirm in dieser Nacht und für den frohen Morgen, 1. l du mich erleben lässest. Gelobt sei deine Barmherzigkeit, die alle Morgen neu ist und mich heute zu deinem Hause, zu deinem Al are beruft und einladet. O Herr, weil ich nun mit den Haufen, die da feiern, zu deinem Abendmahle kommen will, so bereite du mich selbst dazu. With du eine reine Wohnung in mir finden, so reinige und heilige selbst meinen Leib und Seele. Leite mich mit deinen Aügent führe mich mit deiner Hand zum Reichtum deiner Güte, tröste mich mit deinem Angesich te. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, nach dir. Erhalte mich in beständiger Andacht, bewahre mich vor bösen Gedanken, nimm mich in deinen besonderen Gnadenschutz und weiche nicht von mir. Heiliger Jesu, vereinige du dich an diesem Tage mit meinem Leibe und mit meiner Seele. Speise mich mit deinem Leibe, tränke mich mit deinem Blute, auf daß mein schwacher Glaube gestärkt und ich deiner Gnade, der Vergebung meiner Sünden und der ewigen Seligkeit versichert werde, daß ich als ein würdiger Gast an deinem Tische erscheine. Nun, Herr Gott Vater, sei 2— ADus und Beistand. Herr Jesu, sei meiner Seele Speise, Licht und Leben. Und du, Ben Gott heiliger Geist, erleuchte mich und erhalte mich in der wahren Heiligung, daß ich in dem Stande der Gnade, in welchen ich heute aufs neue trete, Zeit meines Lebens verbleiben möge. O Herr, hilf; o Herr, laß wohl gelingen. Deinem heiligen Namen sei Lob, Ehre und Dank gesagt immer und ewiglich, Amen. IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 53 65. Gebet vor dem heiligen Abendmahle. err Jesu Christe, ewiger Gottessohn, du hast in deiner wahren Menschheit für uns den Tod erlitten und uns von Sünden und der ewigen Verdammnis erlöst; und damit wir solcher deiner Treue nimmermehr vergessen mögen, hast du in dem letzten Abend— mahl uns ein ewiges Gedächtnis des aufgerichteten neuen Bundes gestiftet, darinnen der Sünde der Gläubigen nun und in Ewigkeit nicht mehr soll gedacht werden. Wir armen, elenden Menschen kommen zu dir, dem Brunnen aller Gnade und Barmherzigkeit, und bitten dich tilge unsere Sünden, reinige und erquicke unsere Seelen und laß uns mit wahrer Reue und Leid, in festem Glauben, mit heiliger Ehrerbietung deinen allerheiligsten Leib und dein Blut zu unserer Seligkeit empfangen. Hilf, daß durch dieses Geheimnis des neuen Testaments der Glaube gemehrt, die Dit alle gestärkt, die Liebe entzündet, das schwache Gewissen getröstet, alle Anfechtungen überwunden, und wir in unserm Herzen deiner göttlichen Huld und ewigwäh renden Erlösung unserer Seelen allenthalben versichert und versiegelt werden. O gütiger Herr, gib uns erleuchtete Augen unsers N daß wir erkennen mögen, welches da sei der Reichthm deines herrlichen Abendmahls, in weichem du uns nebst deinem Leibe 105 Blute Vergebung der Sünden, wahre Gerechtigkeit und alle himmlischen Güter aus— spendest, auf daß wir mit herzlicher Begierde und Verlangen dies heilige Sakrament würdig empfahen, deine Süßigkeit schmecken, deine Liebe empfinden und durch dieselbe wiederum gegen dich ent— zündet werden. Nimm von uns weg alles, was dir mißfällt und uns hindert oder von dir wendet, und gib uns, was uns zu dir kehrt und fördert, damit wir der Frucht dieses heilbringenden Tisches teilhaftig, unsere hungrigen und durstigen Seelen allhier gespeist und getränkt werden, und wir nach dieser Zeit auch in jenem Leben das himmlische Brot mit dir ewiglich essen. Amen. 66. Im Binzugehen. Gott Vater im Himmel, erbarme dich über mich und sei mir gnädig, deinem Kinde, welches anjetzt mit kindlicher Furcht zu deinem heiligen Altar kommt. Laß mich deiner himm— lischen Mahlzeit genießen, wie du sie mir bereitet hast, nämlich zu meiner Seele Seligkeit. O Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über mich und laß mich anjetzt bei deinem heiligen Abendmahl ein dir ange— Wr ——łfñ— 54 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. nehmer Gast sein. Gib mir, was du verheißen hast, und laß mnich nehmen, was mir von dir beschieden ist, jenes nach deiner Wahrheit und dieses zu meiner Gerechtigkeit. O Gott heiliger Geist, erbarme dich über mich und verleihe mir deine Gnade, daß ich dieses heilige Sakrament würdig empfange, damit meinen schwachen Glauben stärke, mein kaltes Herz mit Liebe Oern mein 1e, Gewissen tröste, meine Hoffnung A„mein sündhaftes Leben bessere und darauf selig werde. Oderr, hilf; o Herr, laß wohl gelingen. Amen. & Herr Jesu Christe, ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein sündiges Herz; du weißt aber und erkennst meine große Armut und Not, darum ich von Herzen begehre deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu stärken meine arme 6.0 Sprich sie an mit Einem Wort, so wird sie gesund. Amen. Iqã lasse dich nicht, du segnest mich denn. 67. Seufzer bei dem Empfange des gesegneten Brotes. ei mir willkommen, Herr Jesu Christe, mit der edlen Speise deines allerheiligsten Leibes, den du mir jetzt im Sakramente des Altars mit dem gesegneten Brote zu essen gibst, wie du ihn für mich in den bittern Tod des Kreuzes gegeben hast zur Vergebung meiner Sünde; das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Herr Jesu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. 68. Seufzer bei dem Empfange des gesegneten Uelches. ei mir willkommen, Herr Jesu Christe, mit dem edlen Trande deines allerheiligsten Blutes, das du mir jetzt im Sakramente des Altars mit dem gesegneten Weine zu trinken gibst, wie du es am Kreuze vergossen hast zur Vergebung meiner Sünden; das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Herr Jesu Christe, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. 69. Wenn man nach empfangenem Leibe und Blute Christi wieder an seinen Platz getreten. err Jesu Christe, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzt abermal so gnädig an deinem Tische mit deinem Leibe und Blute gespeist und getränkt hast, und bitte dich von Herzen, laß mir solches gedeihen zur Stärkung meines Glaubens, FHee CX — 2 7 — E Æe᷑ —————2—— 4—— 5**992 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 9³ zur Besserung meines Lebens, zum Schirm meiner Seele und zu sicherer Geleitung aus diesem Jammertal in das ewige Vater— land. Bleibe in mir, daß ich ewiglich bleibe in dir. Amen. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen, Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit Liebesarmen fassen; Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollst du mein Herze bleiben, Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. 70. Danksagung nach dem heiligen Abendmahle. ATreundlicher, liebreicher Herr Jesu Christe, dir sage ich von Herzen Dank, daß du mich mit der köstlichen und teuren Speise und Trank deines heiligen Leibes und Blutes erquickt hast. Ach, wer bin ich, daß du mich Unwürdigen gewürdigt hast, von deinem Tische zu essen? Ich danke dir für alle deine Liebe und Treue, für deine Menschwerdung, für dein holdseliges Evangelium, für deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, für dein heiliges Leiden, für die Bezahlung meiner Schuld, für die Versöhnung deines himmlischen Vaters, für die Heiligung durch den heiligen Geist, für das ewige Leben. Aller dieser Wohl— taten hast du mich durch den Glauben teilhaftig gemacht und durch das hohe, teure Pfand deines Leibes und Blutes im Sakra⸗ ment versichert. Gib, daß ich deiner großen Liebe nimmermehr vergesse, deines heiligen Todes stetiglich gedenke. Dein Leib und Blut heilige und segne meinen Leib und Seele und behüte mich vor allen Sünden. Ach mein Erlöser und Seligmacher, lebe du in mir, und ich in dir. Vertreib aus meinem Herzen alle Untugend, behalte und besitze du allein das Haus meines Herzens. Schmücke und ziere meine Seele mit geistlichem Schmuck, mit starkem Glauben, feuriger Liebe, brennender Hoffnung, u mit edler Demut, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, holdseliger! dun sehnlichem Verlangen nach dir allein und nach dem ewigen Leben, daß du bei mir und in Kn und ich bei dir und in dir ewig bleibe, von dir rede, singe und sage, ohne Unterlaß an dich gedenke, daß ich möge in diesem Glauben einschlafen, am jüngsten Tage fröhlich auferstehen und in die ewige Freude eingehen. Amen. WI —*——** 56 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 71. Um neuen Gehorsam. N'w mein Heiland, in deiner Kraft will ich hingehen, und ö̃ was noch übrig ist im Fleische zu leben, nach deinem Willen zubringen. Weil es aber nicht in eines Menschen Kraft stehet, wie er wandele und seinen Gang richte, so gib du mir das Vollbringen. Regiere mich durch deinen heiligen Geist, laß deine Güte und Treue mich allewege behüten. Laß mich empfinden, daß du durch den Glauben in mir wohnest, durch die Liebe in mir lebest und durch die Hoffnung mich täglich stärkest. Gib, daß ich ohne Heuchelei in Sanftmut und Demut beständig einher— gehe, damit dein Leben an mir offenbar werde. Gib mir alle Tage neue Kraft, daß ich mich verleugne, die Welt verschmähe, dein Kreuz auf mich nehme und dir beständig nachfolge. Gib mir Mut und Stärke, daß ich meinen Feinden getrost widerstrebe, die Werke des Teufels in mir beständig töte, auch die Welt und was in der Welt ist, als Augenlust, Fleischeslust und hoffärtiges Wesen, mutig untertrete. Laß mich in allen Stücken an dir, meinem Haupte, wachsen und fruchtbar sein in allen guten Werken. Vollführe du selbst das gute Werk, welches du in mir angefangen hast. Bleibe in mir und laß mich in dir bleiben, laß mich in deiner Liebe und Erkenntnis zunehmen, daß ich im Glauben bleibe, einen guten Kampf kämpfe und in das ewige Leben dringe, wo Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich ist, da ich denn mit allen Auserwählten vor deinem Throne stehen und singen werde: Lob, Preis und Dank und Weisheit und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 72. Abendgebet am Abendmahlstage. Aandoten ewiger Gott, der du allewege unsere Schwachheit ganz väterlich bedenkest und daher neben andern unzählbaren Wohltaten, die du uns erzeigest, auch die Nacht zur notwendigen Ruhe unsers müden Leibes gnädiglich verordnet hast, ich bitte dich von Herzen, verzeihe mir und allen denen, welche du heute mit himmlischer Speise und Trank begnadigt hast, alles, wodurch wir deiner himmlischen Güte nach unserer großen Schwachheit aufs neue unwert geworden sind. Gib uns, Herr, ein ernstlich Mißfallen aller unserer sündlichen Gebrechlichkeiten, entzünde in uns durch deinen heiligen Geist eine unauslöschliche Begierde nach der täglichen Besserung. Verleihe nun, o Herr und getreuer Vater, eine stille und ruhige Nacht in deinem Frieden mir und V. Das allgemeine Kirchengebet. 97 allen freudenmüden Menschen, sowie auch denen, die ohne deine besondere 2n und Erhörung dieser Bitte vor Krankheit, Kummer, Herzeleid, Anfechtungen oder Leibesschmerzen nicht schlafen könnten. Wache du über uns, du getreuer Vater, erleuchte die Augen unsers Gemütes, daß wir nicht im Tode der Sünden entschlafen, sondern wachen im lebendigen Glauben, welcher allezeit in der Lampe unsers Herzens brenne und seine notwendige Nahrung habe von dem Ole deines heiligen Geistes, auf daß, wenn du kommst und anklopfest zu der Stunde, die uns verborgen, dir aber allein bewußt ist, wir dich ohne Verzug mit aller Freude einlassen, dir, unserm geliebten Bräutigam, fröhlich entgegengehen und dann mit dir eingelassen werden in deinen himmlischen Freudensaal, wo du dich mit allen Gläubigen in ewiger Liebe, Freude und Seligkeit vereinigen und erfreuen wirst bei deinem ewigen Abend— mahle. Amen. Das allgemeine Rirchengebet. In den folgenden allgemeinen Kirchengebeten werden bei gegebe— nem Anlaß die an den bezeichneten Stellen in den Anmerkungen gegebenen Fürbitten eingeschaltet. Außerdem ist es gestattet, die ortsüblichen Fürbitten für den Bergbau, die Kri. die Deiche, die Bienenzucht usw., sowie die Fürbitten für einzelne Gemeindeglieder einzufügen. 1. Allmächtiger Gott und Vater Herrn Jesu Christi, wir danken dir für alle Gnade, Liebe und Treue, die du uns bisher erwiesen hast, und bitten dich herzlich, du wollest deine heilige christliche Kirche mit ihren Dienern, Wächtern und Hirten durch deinen heiligen Geist regieren, daß sie bei der rechtschaffenen Weide deines seligmachenden Wortes erhalten werden 4——0 dadurch der wahre Glaube und die Liebe gegen dich und alle Menschen in uns erwachse und zunehme. Segne die Arbeit der Miston unter Juden und Heiden und laß ge— deihen alle Werke der Barmherzigkeit an den Elenden in der Christenheit.“ 1)(Vor Eröffnung der Bezirkssynode:) Gib auch deinen Segen zu den Beratungen unserer Bezirkssynode. Rüste alle, die daran teilzunehmen berufen sind, mit dem Geiste der Weisheit und Kraft, der Liebe und des Friedens und laß die Arbeit der Synode Frucht schaffen zum Heil unserer Gemeinden. (Während der Dauer der Landessynode:) Bekenne dich auch in Gnaden zu den Beratungen der Landessynode. Sei du selbst in ihrer Mitte mit deinem Geiste, dem Geiste des Friedens und der Einigkeit, gib heiligen UDn 58 V. Das allgemeine Kirchengebet. Laß deine Gnade groß werden über deinen Knecht Wilhelm, den Kaiser, unsern König und Herrn, und das ganze König— liche Haus. Setze ihn uns bei langem Leben zum beständigen Segen und christlichen Vorbilde. Beschütze das Königliche Kriegsheer und die gesamte deutsche Kriegsmacht zu Lande und zu Wasser, insonderheit die Schiffe, welche auf der Fahrt sind. Segne alle Räte und Diener unsers Kaisers und Königs, daß ihre Dienste zu deiner Ehre und des Vaterlandes Bestem ge— reichen. Sei du des Deutschen Reiches starker Schutz und Schirm. Laß deine Gnade ruhen auf seinen Fürsten und freien Städten und hilf, daß Glauben und Treue, Kraft und Einigkeit unsers Volkes Ruhm und Ehre sei.“ Wir bitten dich ferner, lieber himmlischer Vater, für den Hausstand und alle, die dazu gehören. Gib gottesfürchtige Ehe— leute, Eltern und Herren, gehorsame Kinder, frommes und getreues Gesinde und segne alle ehrliche Nahrung und Gewerbe.“) Witwen und Waisen und alle, so in Armut, Krankheit, Kindesbanden und andern Anfechtungen sind, auch die, so um deines heiligen Namens und der Wahrheit willen angefochten Rat, fröhlichen Mut und gute Werke, und laß alles, was da gehandelt und beschlossen wird, gereichen zur Erbauung unsrer Landeskirche und zu deines heiligen Namens Ruhm und Ehre. (Während der Erledigung des Pfarramts:) Siehe insonderheit diese Gemeinde in Gnaden an, schenke ihr einen Prediger und Seelsorger nach deinem Herzen, der dein teures Evangelium lauter und rein verkündigt mit Beweisung des Geistes und der Kraft, und lenke dazu die Herzen aller, denen die Bestellung des Amtes von dir befohlen ist. 2)(Am Sonntage vor oder nach dem Geburtstage des Kaisers und Königs:) Insonderheit sagen wir dir heute Dank, daß du den Kaiser, unsern König und Herrn, wiederum durch ein Jahr seines Lebens hindurchgeleitet hast. Walte ferner über ihm mit deiner Güte und Treue. Verlängere seine Tage; sei auch im neuen Lebensjahre sein Schirm und Schild, seine Hülfe und sein Heil, und verleih ihm Gnade, unser Land nach deinem Willen zu regieren, auf daß die Gerechtigkeit gefördert, die Bosheit aber gehindert und gestraft werde, und wir in stiller Ruhe und gutem Frieden, wie Christen gebührt, unser Leben vollführen mögen. (Während der Dauer des Reichstags und Landtags:) Segne die Be— ratungen des Reichstags(und des Landtags) zum Heil unsers Volkes. (Für den Patron der Kirche:) Verleihe dem Patron dieser Kirche und seinem Hause deinen Segen zeitlich und ewiglich. 5)(Für die Konfirmanden:) Laß dir auch die Konfirmanden unserer Gemeinde befohlen sein. Neige ihr Herz zu deinen Zeugnissen und be— wahre sie vor Argernis und Verführung, auf daß sie in der heilsamen Lehre recht gegründet an ihrem Konfirmationstage ein gutes Bekenntnis tun und würdig zu deinem Tische kommen mögen. ö u V. Das allgemeine Kirchengebet. 59 werden oder sonst Verfolgung leiden: Tröste sie, o Gott, mit deinem heiligen Geiste, daß sie solches alles für deinen väter— lichen Willen aufnehmen und erkennen. Und ob wir zwar mit unsern Sünden deinen Zorn wohl verdient haben, so bitten wir doch, o treuer, barmherziger Vater, gedenke unser nicht nach unsern Sünden, sondern nach deiner großen Barmherzigkeit. Verschone uns gnädig mit allerlei schweren Plagen Leibes und der Seele, beschere uns allen, wenn unser Stündlein vor- handen ist, ein seliges Ende und vereinige uns an deinem großen Tage mit allen deinen Kindern vor deinem Angesicht. Um deines lieben Sohnes, Jesu Christi, willen, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen.“ 2. Herr Gott, himmlischer Vater, wir loben und preisen dich für alle Wohltaten, die du uns im Geistlichen und Leib— lichen ohne alle unser Verdienst und Würdigkeit erwiesen hast, und bitten dich im Namen Jesu Christi, deines lieben Sohnes, um deinen ferneren Segen. Erhalte uns und unsern Nachkommen die reine Lehre deines heiligen Evangeliums und den rechten Gebrauch der Sakramente ) Da, wo nach der Gottesdienstordnung auf der Kanzel nur die Ab⸗ kündigungen geschehen, lauten die einzuschiebenden Fürbitten: (Für die Aufgebotenen:) Insonderheit bitten wir dich als den Stifter des heiligen Ehestandes für die Glieder unsrer Gemeinde, welche nun in diesen Stand treten wollen, daß du ihnen verleihen wollest, ihren Ehe— stand in deinem Namen anzufangen und unter deinem Segen christlich zu führen. (Danksagung für Geburten:) Dir danken wir auch mit den Eltern dieser Gemeinde, welche du durch die Geburt eines Kindes erfreut hast; laß dir Mutter und Kind(Mütter und Kinder) ferner befohlen sein, schenke dem Kinde(den Kindern) bald den Segen der heiligen Taufe und verleih den Eltern, es(sie) in deiner Furcht zu erziehen. (Für die Abendmahlsgäste:) Laß alle Glieder unsrer Gemeinde, die heute zu deinem Tische kommen, das heilige Sakrament des Leibes und Blutes Jesu Christi würdig empfangen und in ihrem Glauben dadurch gestärkt werden. ö (Danksagung für die Verstorbenen:) Laß dir auch wohlgefallen die Opfer unseres Dankes für das Glied(die Glieder) dieser Gemeinde, welches(welche) du nach deinem unerforschlichen Ratschlusse aus diesem Erdenleben abgerufen hast. Tröste die Hinterbliebenen und stärke ihren Glauben, daß sie sich ergeben in deinen Willen und dich preisen für alles. (Vom Sonntag Rogate bis zum Erntedankfeste:) Du wollest auch den Früchten des Feldes gute und fruchtbare Witterung verleihen und sie vor allem Schaden und Unfall bewahren, daß wir deinen Segen fröhlich ein— bringen und deine milde Hand mit Danksagung erkennen. IIII — ⏑εł——— 60 V. Das allgemeine Kirchengebet. und gib deiner Kirche Leiter und Regierer, Hirten und Lehrer nach deinem Herzen. Laß dein Reich sich ausbreiten, daß die Fülle der Heiden eingehe, und auch Israel sich bekehre und selig werde.) Regiere, Herr, mit dem Geiste der Weisheit und Ge— rechtigkeit alle Obrigkeit. Lan keen laß dein väterliches Antlitz zu Frieden und Segen leuchten über deinen Knecht Wilhelm, den Kaiser, unsern König und Herrn, und das ganze; Königliche Haus. Verleih ihm zu seiner Regierung ein weises Herz, königliche Gedanken, heilsame Ratschläge, gerechte Werke, tapfern Mut und einen starken Arm, verständige Räte, sieg— hafte Kriegsheere, getreue Diener, gehorsame Untertanen, damit wir unter seinem Regiment ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.) Wir bitten auch um deinen Segen für unser gesamtes deutsches Vaterland. Laß seine Fürsten und freien Städte in Einigkeit verbunden bleiben, gib einträchtigen Sinn unter allen Ständen unsers Volkes und erhalte unsern Grenzen einen be— ständigen Frieden. Walte mit deinem Frieden in unsern Häusern, heilige die Ehen, gib Gnade zur Erziehung der Jugend.) Segne alle ehr— liche Nahrung und Gewerbe. Wende gnädig von uns ab alle wohlverdienten Landplagen und gib den Früchten der Erde gedeihliche Witterung. Sende allen Traurigen Trost, Geduld und Kraft den Kranken und Schwachen, Gedeihen den Müttern und Säuglingen, sei der Witwen und Waisen Vater. Hilf einem jeden in seiner Not, du Heiland aller Menschen, sonder— lich deiner Gläubigen. Bereite uns alle zu einem seligen Ende. Gib, daß wir leben in deiner Furcht, sterben in deiner Gnade, ruhen in deinem Frieden, auferstehen in deiner Kraft und das ewige Leben ererben durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 3. Allmächtiger, ewiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, wir danken dir, daß du uns in diesem zeitlichen Leben bisher gnädiglich erhalten und durch das Evangelium von deinem Sohne zum ewigen Leben berufen hast. Du hast uns auch heute dein heiliges Wort in Friede und Ruhe hören lassen. Gib, daß wir es zur Stärkung unsers Glaubens und zur Besserung unseres Lebens in einem feinen, guten Herzen bewahren. Erhalte uns und unsern Nachkommen die Predigt —2 ö ö ö 0 V. Das allgemeine Kirchengebet. 61 deines seligmachenden Worts und gib aller Orten treue Hirten und Lehrer.) Schütze, erhalte und segne deinen Knecht Wilhelm, den Kaiser, unsern König und Herrn, und sein ganzes Haus. Gib ihm Gnade mit seinen Räten und Dienern, seine Lande in Frieden zu regieren. Nimm unser ganzes deutsches Vaterland in deinen Schutz. Erfülle alle Obrigkeiten und Untertanen mit Weisheit, Gehorsam und Eintracht und segne sie zu deinem Wohlgefallen.“) Segne den christlichen Hausstand. Gib Gnade zur Kinder— zucht in den Häusern und Schulen. Heilige die Jugend und bewahre sie vor Argernis und Verführung.) Gib gedeihliche Witterung und laß die Frucht der Erde wohl geraten. Fördere alle ehrliche Arbeit und segne alle, die im Schweiße ihres An— gesichts redlich und treulich ihr tägliches Brot suchen. Wende in Gnaden ab alle wohlverdienten Landplagen, Krieg, Feuer— und Wassersnot, teure Zeiten, Krankheit und Seuchen. Gib uns und unsern Angehörigen, was uns an Leib und Seele gut ist, und umfange uns allezeit mit deiner Güte. Gib uns deine Gnade, christlich zu leben und selig zu sterben. Erhöre uns, lieber Vater im Himmel, um Jesu Christi unsers Heilandes willen, der mit dir und dem heiligen Geiste sei hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 4. Wir danken dir, allmächtiger, barmherziger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, für alle deine Güte und Wohl— taten, insonderheit für die Sendung deines lieben Sohnes und die Gnade, die du uns jetzt zur Anhörung deines Worts verliehen hast, und bitten dich herzlich, du wollest uns helfen, daß wirs in einem feinen guten Herzen bewahren und Frucht bringen mit Geduld. Wir bitten dich auch, o gütiger Gott, du wollest deine heilige christliche Kirche samt ihren Dienern, Wächtern und Hirten mit deinem heiligen Geist regieren, auf daß sie bei der gesunden Weide deines alleinseligmachenden Worts erhalten werden möge, und also der Glaube an dich gestärkt werde, und die Liebe gegen alle Menschen erwachse und zunehme.“ Du wollest auch den Stand der weltlichen Obrigkeit segnen, unserm Kaiser und König, seinen Gewaltigen und Räten deine Gnade verleihen, ihre Herzen, Ratschläge und Handlungen re— gieren und dahin lenken, daß sie allein zu deines Namens Ehre, der Kirche und des Vaterlandes Wohlfahrt gereichen mögen, damit die Wahrheit erkannt und bekannt, Recht und Gerechtigkeit aufgerichtet und gehandhabt werde.?) 62 V. Das allgemeine Kirchengebet. Allen Untertanen aber wollest du geben ein gehorsames Herz, daß sie ihre ordentliche Obrigkeit fürchten und ehren, dem König geben, was des Königs ist, und dir, o Gott, was dein ist. Wollest auch durch deinen allmächtigen Arm steuern und wehren dem Morden und Drohen aller Feinde deiner Kirche und uns erretten von der Hand aller derer, die uns hassen.“) Wir bitten dich auch, ewiger Gott, du wollest gnädiges, fruchtbares Wetter geben, die Früchte auf dem Felde gedeihen und geraten lassen, auf daß wir durch deinen Segen von der Erde das tägliche Brot empfangen, dir dafür danken, den Dürftigen und Armen davon mitteilen mögen, und wollest uns gnädig behüten vor Hunger und teuren Zeiten, vor Pestilenz und bösen Seuchen, vor Krieg, Aufruhr und Zwietracht. Wir bitten dich auch für alle, so in Trübsal, Armut und Krankheit, in Gefahren zu Wasser und zu Lande und in andern Nöten sind; tröste sie, o Gott, mit deinem heiligen Geiste und biete ihnen deine rechte Hand, die alles ändern kann. Endlich so bitten wir dich, himmlischer Vater, um alles, darum du willst und sollst gebeten werden, um deines lieben Sohnes Jesu Christi, unsers einigen Mittlers willen. Amen. 5. Barmherziger, ewiger Gott, du Vater des Lichts und Geber aller guten und vollkommenen Gabe, du Tröster der Betrübten, du Arzt der Kranken, laß unser Gebet vor dich kommen, in welcherlei Angst und Not wir dich anrufen, auf daß alle Menschen sich deiner Hülfe erfreuen und dir danken. Wir bitten dich, du wollest gnädig deiner Christenheit ihre Sünden vergeben und sie von allem Irrtum und Übel erretten, in rechtem Glauben und Gehorsam gegen dich erhalten, treue Hirten und Lehrer geben, alle Obrigkeit zu deinem Lobe und gemeinem Frieden führen und regieren und insonderheit unsern Kaiser und König behüten und erleuchten und mit seinem gan— zen Hause bewahren. Du wollest auch alle Hausväter samt Weib und Kind und Gesinde bewahren, Teurung, Krankheit, Feuer- und Wassersnot, Krieg und alle wohlverdienten Strafen von uns gnädiglich abwenden oder durch deine Barmherzigkeit lindern, die Früchte auf dem Felde bewahren, die Betrübten trösten, den Kranken Gesundheit, den Sündern Gnade zur Besserung ihres Lebens und allen Christgläubigen Barmherzig— keit, deinen heiligen Geist und ewiges Leben mitteilen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. V. Das allgemeine Kirchengebet. 63³ Laßt uns in Frieden den Herrn anrufen: Um den Frieden, der von oben kommt, und das Heil unsrer Seelen, um den Frieden der ganzen Welt und die Dauer seiner heiligen Kirche, für dieses ihm geheiligte Haus und für alle, die mit Glauben und der Furcht Gottes in dasselbe eingehn, für unsre Hirten und Lehrer, daß sie das Wort der Wahrheit recht lehren, für die ganze christliche Gemeinde und 1— die ihr dienen im Werk der Leitung und in der Arbeit der Liebe, laßt uns zum Herrn beten: Herr, erbarme dich!*) Für den Kaiser, unsern König, und sein ganzes Haus, für seine Macht und seine Heere, für den Sieg und die Dauer seiner Herrschaft, und daß Gott ihm in allem beistehn und 16 leiten möge, und wir unter seinem Schutz ein geruhig undd stilles Leben führen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit, laßt uns zum Herrn beten: 0 Herr, erbarme dich! Für diesen Ort, das ganze Land und alle Gläubigen, die darin wohnen, laßt uns zum Herrn beten um Gesundheit der Luft, Fruchtbarkeit der Erde und friedliche Zeiten; für die Seefahren— den und Reisenden, für die Armen, Elenden, Gefangenen, für die Betrübten und Angefochtenen, Kranken und Sterbenden und für ihr Heil, und daß er uns vor aller Trübsal, Gewalt, Ge— fahr und Not bewahre und uns, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere, laßt uns zum Herrn beten: Herr, erbarme dich! Nimm dich unser gnädig an, rette und erhalte uns; denn dir allein gebührt der Ruhm und die Ehre und die Anbetung, dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ) Das dreimalige„Herr, erbarme dich“ kann auch von dex Gemeinde gesungen werden. 64 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Gebete für Teste und Wochengottesdienste der Rirche. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar. 74. Auf Advent. Herr Christe, heut freut sich billig die ganze werte Christen— heit, weil sie deinen heiligen Advent festlich begeht. Die liebe Kirche jauchzt als deine Braut, weil du, ihr lieber himm— lischer Bräutigam, zu ihr Wir irrenden Schäflein froh— locken, daß du, o Hirt und Bischof unserer Fann mitten unter uns deine gnädige Gegenwart sehen lässest. Wir Wrandan freuen uns, weil du uns besuchst, o heilsamer Wrt aller Menschen. Wir Armen jubeln, weil ⸗ obwohl ein reicher Herr, dennoch so brüderlich mit großen, herrlichen Geschenken bei uns einkehrst. Ach Herr, weiche nicht von uns mit deiner Gnade, laß uns die Zeit deiner gnädigen Heimsuchung dankbar erkennen und deine Zukunft stets gnadenreich und heil sam Han Komm täglich zu uns, in unsere Kirchen, in unsere Schulen, auf unsere Rat— häufer und in unsere Wohnungen, mit deinem reinen Wort, mit deinen heiligen Sakramenten, mit deiner Weisheit, mit Beistand, Glück, Segen und Gnade. Ja, weil du bereits in unsere Herzen gekommen bist, so laß uns dich nie wieder verlieren und nimmer ohne Trost erfunden werden. Endlich, weil du einmal kommen wirst zu richten die Lebendigen und die Toten, so regiere uns, daß wir uns bereiten und unsern Lauf also beschließen, daß wir deine Zukunft mit Freuden erwarten und dich nicht als einen gestrengen Richter, sondern als einen freundlichen Erlöser an— schauen und Erben deines Reiches werden mögen. Amen. 75. Am Christfeste. allmächtiger Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unserer Herzen, daß du aus lauter Wohlgefallen und aus unaussprechlicher Liebe deinen eingebornen Sohn Jesum Christum, den Glanz deiner Herrlichkeit und das Ebenbild deines Wesens, in diese Welt gesandt hast, welcher unser armes Fleisch und Blut an sich genommen, auf daß er uns von Sünden, Tod, Teufel und Hölle erlösete und mit sich in das Reich der ewigen Seligkeit versetzte. Gelobet sei deine herzliche Barmherzigkeit immer und ewiglich. Erfülle nun an diesem Feste unser aller 472 27.——.—.————— —„E. ———— 0 0 ‚ N *—— VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 65 Herzen mit deiner Gnade, daß wir deine große Liebe und Barm— herzigkeit erkennen, nicht uns, sondern dir leben, dir vertrauen, dich lieben und loben unser Lebenlang. Erhalte bei uns und unsern Nachkommen dein heiliges, seligmachendes Wort, sende treue Diener in deine Ernte. Wir bitten auch für alle Men— schen, insonderheit aber für unsere christliche Obrigkeit. Regiere sie durch deinen Geist, daß sie zuvörderst und vor allen Dingen bei ihrer Regierung, soviel an ihnen ist, das Reich unsers einigen, ewigen Königs Jesu Christi befördere und ausbreite und ja ihren Stand und Wandel auf dieser Welt also führe, daß sie dermaleinst mit ihm und allen Auserwählten im Himmelreiche in alle Ewigkeit herrschen möge. Siehe deine arme, bedrängte Kirche und kleine Herde in Gnaden an, komm ihr zu Hülfe und errette sie aus den großen Nöten, die sie betroffen haben. Tröste sie, Herr, durch deinen Geist, auf daß sie sich deiner Güte erfreuen und deinen Namen ewig preisen möge. Laß heute in den Herzen aller Angefochtenen, Kranken, Verfolgten, Witwen, Waisen und aller andern, so in Not und Trübsal stecken, eine tröstliche Christ— freude aufgehen. Auch die, welche deinen Sohn Jesum Christum noch nicht erkennen, bringe an das Licht deiner Wahrheit, damit sie samt uns und allen Auserwählten, Engeln und Menschen, dich loben und im wahren Glauben und mit herzlicher Freudigkeit singen mögen: Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. 76. FSum Schlusse des Jahres. Wii danken dir, Herr Zebaoth, du Gott Israels, wir danken X dir für alle deine Güte und deine Wunder, die du dies verflossene Jahr hindurch an uns getan hast. Es ist deine Güte, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, du hast alle unsere Sünde hinter dich geworfen, unsere Gebrechen geheilt, unser Leben vom Verderben erlöst und uns gekrönt mit Gnade und Barmherzigkeit; Kirche und Schule und Haus hast du gesegnet und vor allem Übel behütet. Du hast uns Lehrer gegeben zur Gerechtigkeit und uns sagen lassen, daß sich ein jeglicher von seinem bösen Wesen bekehre und sein Leben bessere. Du hast unserer christlichen Obrigkeit Gnade und Weisheit verliehen, daß wir unter ihrem Regiment in stiller Ruhe und gutem Frieden, wie Christen gebührt, haben unser Leben vollführen mögen. Du hast uns viel Gutes getan an Leib und Seele, an Weib und Kind, an Hab und Gut, in der — II 66 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Stadt und auf dem Felde, daß wir nicht alles erzählen können. Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum, der uns so viel Gutes getan, vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freude. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Sagt, die ihr erlöst seid durch den Herrn, die er aus der Not erlöst hat, die er errettet aus ihren Angsten: Gelobt sei der Herr, der Gott JIsraels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk sage Amen und lobe den Herrn. Gelobt sei der Herr ewiglich! Amen. Amen. 77. Am Neunjahrstage. A n d ewiger Gott, barmherziger, lieber Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgrimschaft in diesem irdischen Leben zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach Herr und Gott, wie groß ist deine Güte, die du uns bisher aus väterlichem Herzen bewiesen hast. Dein heiliges Wort hast du uns samt dem rechten Gebrauch der heiligen Sakramente rein erhalten, friedliches Regiment beschert, täglich Nahrung gegeben, unsere Herzen mit Speise und Freude erfüllt, allerlei Seuchen, Pestilenz, feindlichen Unfall und viel Unglück in dieser betrübten Zeit von uns gnädiglich abgewendet. Du hast uns zwar gezüchtigt um unserer vielfältigen Sünden willen, aber deine Gnade hast du nicht von uns gewendet. Für solche deine Barmherzigkeit s bitten dich demütiglich: Rechne uns nicht zu unsere vorige und alte Sünde, womit wir dich so oft erzürnt haben, sondern ver⸗ gib sie uns um unsers Herrn Jesu willen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit und Missetat in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus- und den neuen an⸗ ziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, lieber Vater, uns aufs neue zu segnen. Gib uns neugeborne Herzen, erneuere deine väterliche Liebe und Treue an uns, gib heiligen Mut und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid und wohlverdiente Strafen, und weil keine wir ohne deinen Schutz nicht in groß halte deine Gnadenhand väterlich über uns. und Vater, erhöre unser Gebet, erbarme erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger, erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre, stärke Elend geraten könnten, so dich aller Menschen, Barmherziger Gott agen wir dir Lob und Dank und Stunde noch Augenblick vergeht, da vir in jem ine ast. der ert, ude viel det. den Für und und ver⸗ daß ahr an⸗ uns uere und ente da „ so Bott hen, iger, ärke VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 67 alle treuen Regenten, fördere guten Rat und Tat; segne Väter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde; bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, wende ab Pest und Teurung; steure dem Grimme des Teufels; sende uns deine heiligen Engel; kröne das Jahr mit deinem Gut; gib Frieden im Lande, unserm Herzen Freude, unserm Leibe Gesundheit, unserer Stadt(Gemeinde) Einigkeit benedeie unsere Nahrung, fördere das Werk unserer Hände, nähre treue Arbeiter; bekehre die Sünder, kräftige die Frommen, bringe zu⸗ recht die Irrigen; schütze Witwen und Waisen, tröste die Elenden, erfreue die Traurigen, pflege der Kranken, hilf den Hülflosen, errette die Bedrängten, sei bei den Sterbenden. Durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Heiland und Erlöser. Amen. 78. Am Feste der Erscheinung Christi. err, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, wir danken deiner göttlichen Majestät, daß du den Weisen aus dem Morgenlande deinen heiligen und eingebornen Sohn Jesum Christum hast offenbart und daß du auch uns arme Heiden durch den Stern deines seligmachenden Wortes zu seiner heil⸗ samen Erkenntnis hast kommen lassen. Lob, Ehre, Preis und Dank sei dir, barmherziger, gütiger Gott, für diese und alle deine großen Wohltaten. Wir bitten dich herzlich, regiere uns mit deinem heiligen Geiste, daß wir trotz aller Hinderungen deinen Sohn, unsern Heiland und Seligmacher, suchen, finden und erkennen, anbeten, dienen und ehren. Laß uns im Glanze des Lichtes, das die ganze Welt erleuchtet, unsere Füße nach dem Scheine des leuchtenden Sternes, deines Wortes, richten, daß wir ein neu christlich Leben beständig führen mögen. Regiere und segne unsere liebe Obrigkeit und die ganze christliche Ge— meinde. Tröste alle betrübten, mit dem Tode ringenden Herzen, und erfülle sie mit deiner Himmelsfreude. Und weil du willst, daß allen Menschen geholfen werde und alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, so bitten wir dich: Laß das Licht deiner Gnade leuchten über alle, die noch in Finsternis wandeln, und bringe deine zerstreuten Kinder zusammen, auf daß dein Reich komme und Eine Herde und Ein Hirte werde, wie du uns ver— heißen und vertröstet hast durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 79. Passionsgebete. 1. O Herr Jesus Christus, der du uns armen und verlornen Sündern durch dein heiliges, unschuldiges Leiden Gnade bei deinem 5 Arns, 68 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. himmlischen Vater erworben und das ewige Leben wieder gebracht hast, wir danken dir aus Herzensgrund für deine Liebe, deine Angst und Not und deinen seligmachenden Tod und bitten dich: Erhalte uns ewig in der Liebe und im Lobe deines Leidens und gib uns Gnade, die ewige Wohltat der teuren Erlösung mit dankbarem Herzen zu erkennen und zu preisen. Laß uns da⸗ durch im Glauben stärker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe heißer, in der Geduld getroster, im Gehorsam williger und beständiger werden und unsern Sünden absterben. Hilf auch, daß wir an unserm Ende deines blutigen Todes uns zur ewigen Seligkeit freuen und trösten, o Herr Jesus Christus. Amen. ö 2. Herr Jesus Christus, du Lamm Gottes, wir danken dir von Herzen, daß du der Welt Sünde getragen hast und durch dein Leiden und deinen Tod das Sühnopfer für uns geworden bist. Du hast dich in der Sünder Hände hingegeben und bist um unsertwillen verspottet, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und gekreuzigt worden. Ach, verleih uns Gnade, daß wir durch die andächtige Betrachtung deines heiligen Leidens und Todes von Herzen gedemütigt, unter allen Anfechtungen im Leben und Sterben getröstet und zu dem Kampfe wider Sünde und Welt mächtig gewaffnet werden. Du haft uns, o liebster Heiland, ein Vor— bild gelassen, daß wir sollen nachfolgen deinen Fußstapfen. Gib, daß wir im Aufsehen auf dich, den Anfänger und Vollender unsers Glaubens, laufen durch Geduld in dem Kampfe, der uns verordnet ist, auch einst des Glaubens Ende, der Seelen Seligkeit, davonbringen und dich für deine unaussprechliche Liebe loben und preisen immer und ewiglich. Amen. 3. Wir sagen dir von Herzen Dank, lieber Vater, für das teure Blut deines lieben Sohnes, das er um unsertwillen vergossen hat, durch welches du uns noch täglich in deiner heiligen Kirche reinigst von allen unsern Sünden. Wir sagen dir Dank für deine große, unaussprechliche Liebe, der du uns, die wirs doch nicht wert waren, also geliebt hast, daß du uns durch deinen eignen Sohn erlöst hast, durch den Hohenpriester, Mittler und getreuen Hirten, der sich dir zum Opfer gegeben hat und seine Seele dargegeben für die Herde deiner Schafe, der nun sitzet zu deiner Rechten und bittet für uns. Aber wir bitten und flehen auch zu dir, du gütiger und getreuer Gott, du Heiland aller Menschen, du wollest uns deine Gnade geben, daß wir dich für alle solche deine Erbarmung mit — —— ⏑ ——————— —— ASIRRE.xxxxx·..·——..——2......———257322..— VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 69 deinem Sohne und Heiligen Geiste in allen Dingen von Herzen loben und preisen in Ewigkeit. Amen. 4. Herr Jesu Christe, wir treten unter dein Kreuz und be— kennen mit demütigem Herzen: Wir, wir haben dir Arbeit gemacht in unsern Sünden und haben dir Mühe gemacht in unseren Missetaten. Du aber hast uns durch dein heiliges Kreuz und bittern Tod von allen unseren Sünden gnädig erlöst und die ewige Gerechtigkeit uns gebracht. Wir danken dir für diese deine große Liebe und Erbarmung. Erleuchte, bewege und ent— zünde nun, getreuer Heiland, unsere Herzen, daß wir dich herz— lich wieder lieben und an dir in starkem, festem Glauben hangen. Hilf, daß wir unser ganzes Leben nach deinen Fußstapfen richten und unter' der Fahne deines sieghaften Kreuzes in dieser Welt wider die Sünde ritterlich streiten, bis du uns nach wohl— vollbrachtem Lauf und Kampf in Frieden(darum wir dich herzlich bitten) in das ewige Leben zu allen Auserwählten ab⸗ fordern wirst. Da wollen wir ewig rühmen: Preis und Ehre, Anbetung und Dank sei dir, daß du durch deinen heiligen Kreuzestod von allem unserm Jammer uns erlöset und ein ewiges Heil uns erworben hast. Amen. Am Gründonnerstage siehe Gebet 65. 80. Am Uarfreitage. (Tir danken dir, Herr Jesu Christe, wahrer Gott und Mensch, daß du uns arme Sünder und verdammte Menschen ohne alle unsre Werke, Verdienst und Würdigkeit durch dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöst hast. O Herr Jesu Christe, wie groß ist dein Leiden, wie schwer ist deine Pein, wie viel ist deiner Marter, wie tief sind deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist dein Tod! Wie unaussprechlich ist deine Liebe, womit du uns deinem himmlischen Vater versöhnt hast, da du am Olberge blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzt, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und daselbst, von allen deinen Jüngern verlassen, in die Hände der Sünder dich willig für uns ergeben, die dich hart gebunden und von einem ungerechten Richter zu dem andern unbarmherzig geführt haben; daselbst bist du fälschlich verklagt, verurteilt und verspeit, verhöhnt und mit Fäusten in das Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen, gegeißelt und mit Dornen gekrönt; du warst der allerverachtetste und unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, 70 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. also, daß es auch ein heidnisch Herz erbarmt hat zu sagen: Sehet, welch ein Mensch! Du bist wegen unsrer Missetaten unter die üÜbeltäter gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in deinem höchsten Durst mit Essig und Galle getränkt, und mit großen Schmerzen hast du deinen Geist aufgegeben, auf daß du unsere Schuld be— zahltest, und wir durch deine Wunden geheilt würden. O Herr Jesu Christe, für alle diese deine Marter und Pein sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich: Laß dein heiliges, bittres Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gib, daß wir uns desselben jederzeit von Herzen trösten und rühmen, auch dasselbe also begehn und betrachten, daß alle bösen Lüste in uns aus⸗ gelöscht und gedämpft, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtig⸗ keit leben und deinem Vorbilde nachfolgen, in deine Fußstapfen treten, das Übel mit Geduld ertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Das verleih uns, Herr Jesu, um deines heiligen, teuren Verdienstes willen. Amen. 81. Am Osterfeste. Herr Jesus Christus, du allmächtiger Gott und starker Siegesfürst, der du die Bande des Todes zerrissen, in großer Majestät und Herrlichkeit aus deinem Grabe auferstanden und ein Erstling worden bist unter denen, die da schlafen, wir danken dir an diesem deinem großen Ehrentage für dein heiliges Leiden, Sterben und Auferstehung, denn es ist alles uns zugute geschehen. Du hast die Pforten der Hölle zerbrochen, damit wir in ewiger Freiheit aus⸗ und eingehen mögen. Du hast uns mit gewaltiger Hand ausgeführt aus dem Gefängnis und dem Reiche des Todes, dem du seine Macht genommen, und hast uns von der ewigen Dienstbarkeit erlöst. Du bist von den Toten auf⸗ erstanden und mit Macht hervorgedrungen als unser Haupt und Hirt, auf daß wir als deine Glieder und Schafe auch nicht im Grabe bleiben, sondern durch dich zur ewigen Herrlichkeit auferstehen sollen. Darum rufen wir heute mit fröhlichem Munde: Gott sei Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Auch bitten wir dich: Laß deine heilige Auf⸗ erstehung allzeit uns trösten, daß wir festiglich glauben, du habest alle unsere Sünden in deinem Grabe tief verborgen, daß sie vor das Angesicht des himmlischen Vaters nicht mehr kommen noch uns beschämen werden. Hilf uns auch endlich alle Todesnot * 39—— Ee., 353 V VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 71 und Schmerzen durch den freudigen Trost der Auferstehung unserer Leiber kräftig überwinden, und wenn du durch die Stimme des Erzengels rufen wirst: Steht auf, ihr Toten! so öffne unsere Gräber und laß uns dir mit h entgegen gehn. Dann werden wir dein l heiliges Angesicht fröhlich anschauen und dich samt dem Vater und heiligen Geist in Cwigkit preisen. Amen. 82. Am Feste der Himmelfahrt Christi. err Jesus Christus, allmächtiger Herr und Gott, wir danker dir, daß du nach erhaltenem Sieg wider alle deine Feinde deine fröhliche Himmelfahrt mit großer Majestät, mit Triumph und Ei⸗ der heiligen Engel H und dich zur Rechten deines himmlischen Vaters gesetzt hast. So hat dein Kreuz und Leiden ein seliges Ende genommen, du bist durch den Tod zu deiner ewigen Herrlichkeit eingegangen. Lieber Heiland, du bist am Ufer, wir sind noch auf dem wilden Meere; du bist im Siege, wir sind noch im Streit. Gib uns doch deine Gnade, daß wir mit unsern Herzen und Gedanken dir nachsehn, auf daß unser Herz sei, wo unser Schatz ist. Laß uns alles Welt— liche mit Füßen treten, damit wir uns mit herzlichem Gebete, Seufzen und Flügeln des wahren Glaubens zu dir in die Höhe schwingen können. Wir glauben und trösten uns festiglich, du werdest uns als deine Glieder nicht hier im Elend lassen, sondern endlich, wenn wir unsern Lauf vollendet und im Glauben beschlossen haben, uns auch zu dir nehmen. Denn du hast ja deinen himmlischen Vater vor deinem heiligen Leiden so inbrünstig gebeten und gesagt: Vater, ich will, daß wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast. Und weil du nicht allein zu deinem, sondern auch zu unserm Vater aufgehoben bist und deinen Jüngern und uns ae hast: Ich will wieder kommen und euch zu mir nehmen, daß ihr seid, wo ich bin, so erfülle deine tröstliche Zusage, lieber Erlöser, und hole uns bald zu dir, denn uns verlangt von Herzen nach dir. Wie gerne wollten wir bei dir in unserm himmlischen Vaterlande sein; wie viel lieber wollten wir das, als länger in dieser elenden Pilgrimschaft wallen. Gern wollten wir unsere irdischen Hütten ablegen. Denn wir sehnen uns nach unsrer Behausung, die im Himmel ist, und daß das Sterbliche vom Leben verschlungen würde und wir da— heim wären bei dir. Bis aber unsere Stunde kommt, wollen wir mit unserm Gemüt in den Himmel dringen und mit dem Iil 72 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Verlangen daheim sein bei dir, der du bist unsers Herzens Freud und Wonne, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 83. Am Pfingstfeste. ir loben und preisen dich, lieber himmlischer Vater, daß du deine Verheißung erfüllt, deinen heiligen Geist über alles Fleisch ausgegossen, deinen Himmel aufgetan und uns mit geist— lichem Segen in himmlischen Gütern gesegnet hast. Nun hast du alles getan, du Gott aller Gnade und Vater der Barm— herzigkeit, was du dir vorgenommen, und deine großen Werke auf Erden vollendet, die deines Namens Ehre sind und unser ewiges Heil. Du hast den Namen deines lieben Sohnes verklärt und deine Liebe in unsere Herzen ausgegossen. Ja, du willst selbst in uns wohnen, willst unser Gott sein, und wir sollen dein Volk sein. Hochgelobt sei dein heiliger Name! Erhöre nun heute die Gebete deines Volkes. Tröste uns wieder mit deiner Hülfe und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Halte im Bau den Weinstock, den deine Rechte gepflanzt hat, den du dir festlich erwählt hast, und tränke ihn mit dem himmlischen Tau deines Segens. Laß deine Gemeinde bleiben bei deinem reinen Wort und öffne wieder ihren Mund, daß sie deine großen Taten preise. Tu die Tore deines Reiches weit auf und laß die Fülle der Heiden zu ihnen eingehen. Regiere mit deinem Geist alle christliche Obrigkeit, richte nach deinem Willen die Werke ihrer Hände und leite sie auf rechtem Wege, daß sie tun möge, was dir wohlgefällig und deinem Volke heilsam ist. Gieß über unsere Häuser den Geist der Gnade und des Gebets aus und laß die Leuchte deines heiligen Wortes darin nicht verlöschen. Laß deinen Geist, den Geist des Trostes und der Kraft, die Elenden erquicken, die Traurigen trösten, die Schwachen stärken und die aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen vertreten, die in großer Anfechtung nicht mehr beten können. Vollende an uns allen das gute Werk, das du angefangen hast, und mache uns würdig, dein ewiges Reich zu erlangen, da die große Schar aus allen Heiden und Völkern und Sprachen dir mit neuen Zungen Lob und Dank sagt ewiglich. Dir samt deinem lieben Sohne und dem heiligen Geiste sei Ehre in der Gemeinde zu aller Zeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 84. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. Hen Gott, allmächtiger Vater, der du die Welt so hochherzlich und unaussprechlich geliebt hast, daß du auch deines einigen i6 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 73 Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahin gegeben, wir ehren und loben deine Majestät, und unser Herz freut sich in dir über alles, was du uns an Leib und Seele getan hast, und bitten dich, du wollest dein väterliches Herz nimmermehr von uns wenden und um Christi willen, deines Geliebten, unser gnädiger Vater in Ewigkeit sein und bleiben.— O Hal Christe, du Sohn des lebendigen Gottes, du treuer Heiland aller Men— schen, wir danken dir auch für deine inbrünstige Liebe, daß du um unserer Seligkeit willen deinen himmlischen Thron verlassen, bis zum Tode am Kreuz dich erniedrigt und uns den Weg zum ewigen Leben wieder cröffnet hast.— O Gott heiliger Geist, du werter Tröster und Lehrer der ganzen Christenheit, dich loben wir auch dund danken dir für alle deine geistl ichen Wohltaten, mit denen du deine Kirche. und schmückst, in allen An fechtungen und Nöten uns herzlich tröstest, und bitten dich, du wollest uns mit deiner Gnade ferner überschatten und erleuchten. O du heilige Dreieinigkeit, weil in deiner Erkenntnis unsere Seligkeit steht, so erhalte uns fest darin, daß wir dich als unsern Gott allzeit recht ehren, loben und preisen. Verlaß uns nicht, deine armen Kreaturen, und stärke uns in unserer Pilgerschaft. Laß einem jeden, der deine Hülfe anruft, den Reichtum deiner Erbarmung kund werden. Breite deine Gnade aus über unser ganzes Land, nimm in deinen allmächtigen Schutz und Schirm den Kaiser, unsern König, und sein Haus; baue und festige deine Kirche auf dem Fels der Wahrheit und laß sie unbeweglich stehn wider den Trotz der Welt, ja wider die Pforten der Hölle. Verleih uns durch deine Kraft, daß wir das Geheimnis deines Wesens nicht allein mit dem Munde, sondern auch mit der Tat und Wahrheit ehren, daß wir uns dir zum Eigentum übergeben, in dir leben und sterben und dermaleinst mit Freuden erscheinen vor dem Thron deiner ewigen Majestät und Herrlichkeit. Amen. 85. Am Feste der Engel oder Michaelis. V llmächtiger Gott, ein Herr Himmels und der Erde, der du alles geschaffen hast, beide das Sichtbare und das Unsicht— bare, die Thronen und die Herrschaften, wir sagen dir Lob und Dank, daß du die himmlischen Heersharen, die heiligen Engel, verordnet und ausgesandt hast zum Dienst um derer willen, die mun sollen die Seligkeit. Wir bitten dich, du wollest ihnen Befehl tun, daß sie uns behüten auf allen unsern Wegen, daß sie uns auf den Händen tragen und wir unsern Fuß nicht an IIII 4— S ——— 56 *„— 74 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. einen Stein stoßen. Treibe von uns alle bösen Mächte der Finsternis und laß deine heiligen Engel uns allezeit begleiten, schützen und mächtiglich erretten. Laß durch ihren Dienst Stadt und Land, Haus und Hof, Weib und Kind und alles, was wir haben, vor allem Unfall bewahrt werden. Gib uns wahre Buße in unsere Herzen, daß sich die Engel im Himmel über uns freuen. Zünde in uns an ein brünstiges Gebet und Lob deines Namens, daß wir der Engel Amt verrichten und mit ihnen anbeten und rufen: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! Gib uns aber auch Gnade, daß wir ihnen nachfolgen im Gehorsam gegen deinen heiligen Willen und freudig, wie sie, deine Befehle ausrichten. Und wenn wir aus diesem zeitlichen Leben scheiden sollen, so laß unsre Seelen von den Engeln in Abrahams Schoß getragen werden und mache uns ihnen gleich am Tage der Auferstehung, daß wir mit ihnen dich ewig loben und preisen mögen. Amen. 86. Am Reformationsfeste. (lmächtiger und grundgütiger Gott, wir danken dir von Herzen, daß du deiner Kirche dich gnädiglich angenommen, das Ge⸗ fängnis deines Volkes gewendet und am Abend der Welt unserm werten Vaterlande durch dein teures Rüstzeug Martin Luther ein großes Licht angezündet hast. In deines Geistes Kraft hat er den Brunnen Israels gereinigt, die seligmachende Wahrheit von aller Verführung abgesondert, die heilige Schrift deutlich über— setzt, den Stand der lieben Obrigkeit gerettet und viel Gutes mehr zu deiner Ehre und deiner lieben Gemeinde Erbauung und zur Beruhigung der geängstigten Gewissen ausgerichtet. Danket dem Herrn Zebaoth, daß er so gnädig ist und tut immerdar Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott, der sein Wort gibt mit großen Scharen Evangelisten, und alle, die den Herrn fürchten, sollen sagen: Seine Gnade und Wahr⸗ heit waltet über uns in Ewigkeit. Nun, du treuer Gott, du hast uns bisher wider so manche Gefahr, Verfolgung und Ver— wirrung in diesem Licht gnädig erhalten, so bewahre es ferner und erhalte den Heilsbrunnen der allein seligmachenden Lehre in Fried und Ruhe bei uns und unsern Kindern, daß die Stadt Gottes fein lustig bleibe mit ihren Brünnlein. Erwecke auch bei uns allen wahre Gottseligkeit, daß wir behalten, was wir haben, und unsern Schatz nicht durch Undank verscherzen, sondern recht evangelisch, desselben würdig leben und dort dich ewigen Gott, B VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 75 Vater, Sohn und heiligen Geist, loben und preisen mögen in alle Ewigkeit. Amen. Am CTage der Hagelfeier siehe Gebet 55. Am Erntedankfeste siehe Gebet 32. 87. Am Bußtage. armherziger, ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, du Herr Himmels und der Erde, wir armen, elenden Sünder bekennen vor deinem allerheiligsten Angesichte, daß wir leider mit unsern Vätern gesündigt, daß wir miß⸗ gehandelt und gottlos gewesen mit unsern vielfältigen schweren Sünden, auch deinen gerechten Zorn und allerlei Strafen, ja den endlichen Untergang wohl verdient haben. Solche unsre begangenen Sünden reuen uns von Herzen, und dieweil du unser aller Vater und liebreicher Gott bist, der du dich also erklärt hast: So wahr als ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, so fliehen wir zu deiner in⸗ brünstigen und herzlichen Barmherzigkeit, demütig bittend, du wollest aller unsrer Übertretung nicht gedenken, sondern vielmehr eingedenk sein deiner grundlosen Güte und Barmherzigkeit. Ach Vater und Herr, strafe uns nicht in deinem Zorn, züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, verstoße uns nicht von deinem Angesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein. Erweise uns deine wunderliche Güte, du Heiland derer, die auf dich hoffen, und laß unser Angesicht nicht zu schanden werden. Ach Herr, Gott Zebaoth, sei du unser Gott, mache dich auf zu richten und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden, zerbrich die Pfeile aller Feinde deines allerheiligsten Wortes und Namens, laß ihre Hände sinken, laß sie beschließen einen Rat und nichts daraus werden, und zerstreue die Völker, die da gerne kriegen. Gestatte ja nicht, o treuer Vater, daß dein Weinberg, den du unter uns gepflanzt hast, verwüstet werde. Stehe auf, Herr, und hilf uns mit deiner starken Hand und allmächtigen Arm, tu wohl diesen und allen andern Landen, in welchen du mit deinem Worte deine Wohnung hast. O lieber Herr und Gott, sei und bleibe du bei und unter uns, stärke und erweitre dein Reich, das du aufgerichtet hast, denn es ist dein Werk. Erhalte uns und unsre Nachkommen bei reiner, gesunder Lehre und bei gewünschtem Landfrieden. Verschone uns, o treuer Gott und Vater, mit Krieg, Aufruhr und Empörung, mit Pestilenz und andern gefährlichen Seuchen. Wende ab 1 76 WI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Teurung, Mißwachs, schädliches Wetter und alle andern Plagen. Sei uns gnädig, zeige uns deine Barmherzigkeit, Gott, unser Heil. Erleuchte unsere Herzen, daß wir rechtschaffene, wahre Buße tun, alle wissentlichen und vorsätzlichen Sünden fliehen und meiden, hin— gegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben und also dem wohlverdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Das alles wollest du tun, o treuer, barmherziger Vater, um des teuren, werten Verdienstes und der kräftigen Fürbitte willen deines lieben Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regiert in gleicher Majestät und Ehre, wahrer Gott und Mensch, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 88. Am Geburtstage des Haisers. 1. Du großer, majestätischer Gott, Herrscher Himmels und der Erden, vor dem keine Hoheit sein kann, als die du gibst, und vor dessen Thron sich alles beugen und niederwerfen muß: Wir sagen dir demütig Dank, daß du selbst über alles, auch über uns in Gnaden regierst, darinnen unsere Seligkeit steht. Wir sagen dir auch Dank, daß du nach deiner Weisheit zum Besten des menschlichen Geschlechts Könige, Fürsten und Obrig— keiten verordnet und zu Amtleuten deines Reiches gemacht hast. Sonderlich danken wir deiner ewigen Güte heute für unsern Kaiser und König, für alles Gute, das du durch seine Regierung diesen Landen und deiner Kirche erzeigt hast, und bitten dich, laß diesen deinen Knecht samt unserer Kaiserin und Königin und seinem ganzen Hause in deine göttliche Gnade befohlen sein. Erfülle sie mit Leben und Segen von oben her und mit allem, was sie dir gefällig und wahrhaft glückselig machen kann. Salbe sie täglich mit deinem heiligen Geiste, der in ihnen deine lebendige Erkenntnis und Glaͤuben erhalte und ihren Geist samt Seele und Leib durch und durch heilige. Rüste unsern Kaiser aus mit Weisheit und wirke in ihm eine herzliche Begierde, alle seine Regierung zu deiner Ehre zu richten, auch für die Erhaltung deines Wortes treulich zu sorgen, daß das Reich deines Sohnes in seinen Landen immer reichlicher eine Stätte finde. Segne seine Bemühungen um heilsame Gerechtigkeit, Ehrbarkeit und Zucht, um Erhaltung von Ruhe und Frieden und um Beförderung des Wohlstandes seiner Lande. Gib ihm weise Räte und treue Diener in allen Teilen seiner Regierung. Erhalte in dem Kriegsheer den Geist der Treue und den Heldenmut der Väter. Pflanze auch in den Herzen ꝗꝗꝗDꝗPꝗ‚D‚E‚ꝗ‚E‚‚.EE‚E‚...— VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 77 aller sütte Untertanen Liebe, Vertrauen und Gehorsam gegen unseren Landesvater. Du selbst aber, König aller Könige, regiere ihn und uns in Zeit und Ewigkeit zu deinem Preise und bringe uns allzumal in dein ewiges Reich. Um deines lieben Sohnes, unseres Herrn Jesu Christi willen. Amen. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, du König aller Könige, du Herr aller Herren, der du von deinem Throne schauest auf alle, die auf Erden wohnen, wir bitten dich herzlich: Walte mit deiner Huld über dem Kaiser, unserm Könige, deinem Knechte, und erfülle ihn mit deinem heiligen Geiste, daß er stets—093 Lust an danend Willen habe und auf deinen Wegen wandle. Schenke ihm die rechte Fülle deiner 215— 4 Gaben; verleihe üm Gesundheit und langes glückliches Leben. Leite und segne ihn, daß er das Wohl des Landes aus allen Kräften und mit dem besten Erfolge schaffe. Erfreue ihn hienieden 0 das Glück seines Königlichen Hauses und durch die Wohlfahrt des ganzen Volkes, und laß ihn endlich nach diesem Leben die ewige Freude und Seligkeit erlangen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 89. Am Bibelfeste err Gott, himmlischer Vater, wir danken dir, daß du uns dein heiliges Wort geschenkt und uns dadurch zur Erkennt— nis der seligmachenden Wahrheit geführt hast. Wir bitten dich, du wollest uns und unsere Nachkommen dabei erhalten und uns im rechten Verständnis desselben wachsen und zunehmen lassen. Und weil du gnädig und barmherzig bist und unserer Missetat nicht gedenkst, so vergib uns in Gnaden, was wir wider dein Wort Übles getan, und nimm um unseres Un— gehorsams willen dasselbe nicht hinweg von unserem Munde und Herzen, sondern 5 es bleiben allen Fußes Leuchte und ein Licht auf Wege. Verleihe allen, die dir in der Aus— breitung deines Wortes dienen, deinen göttl ichen Segen, damit sie ihr Werk ausrichten und darin nicht müde werden. Segne insonder— heit die unter uns gegründeten Anstalten zur Verbreitung deines Wortes und laß sie wachsen und allerwärts sich mehren zur Ver— herrlichung deines Namens. Führe diejenigen, die Uoch im Dunkeln wandeln, an das helle Licht deiner Gnade und öffne ihnen die Augen, daß sie die Schrift verstehen und recht gebrauchen. Laß uns alle mehr und mhr erkennen, wie in deinem Wort verborgen liegen alle Schätze der Weisheit' und Erkenntnis, auf daß es uns über 78 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. alles wert und teuer sei und immerdar bleibe unseres Herzens Freude, bis wir schauen, was wir geglaubt haben, und dich unter deinen Auserwählten ewiglich rühmen und preisen. Amen. 90. Am Feste der Beidenmission. 1. Barmherziger Gott und Vater, gelobt seist du, daß du auch uns in dein Gnadenreich auf Erden, in deine heilige Kirche berufen und deinen lieben Sohn uns gemacht hast zur Weisheit zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung. Gib, daß wir diese Gnade lebendig erkennen und darin durch den Glauben immer fester gegründet werden. Segne dazu die Predigt deines Wortes in allen christlichen Gemeinden und gieße deinen heiligen Geist aus über Lehrer und Hörer. Himm— lischer Vater! So viele Millionen Menschen sind noch ferne von dir und deinem Frieden, zahlreiche Völker gehen noch in der Blindheit ihres Herzens dahin und sind versunken in die Greuel des Götzendienstes. O, erbarme dich ihrer, schenke ihnen das Licht deines Evangeliums, öffne ihre Augen, daß sie dich und die Wunder deiner Gnade erkennen, und laß sie in deinem Sohne Jesu Christo Leben und Seligkeit finden. Sende deine Boten in alle Welt, das Wort des Heils zu verkünden aller Kreatur. Rüste sie aus mit Glauben und Liebe, mit Mut und Demut, mit Weisheit und Treue, daß sie predigen mit aller Freudigkeit und Lauterkeit und als deine Diener wirken in Beweisung des Geistes und der Kraft.— Wir bitten dich auch für diejenigen, welche sich vorbereiten zu diesem schweren Berufe. Erleuchte ihren Verstand, reinige ihr Herz, heilige sie durch und durch und mache sie zu tüchtigen Werkzeugen deiner Ehre. Schütze und leite die Anstalten, darin sie unterwiesen werden, und schenke ihnen allen nach deiner Barmherzigkeit einen gesegneten Fortgang. Uns aber und allen Gliedern deiner Kirche verleihe die Gnade, daß wir von Herzen mögen bereit sein, ein jeder nach der Gabe, die er empfangen hat, mitzuwirken für die Ausbreitung deines Reiches im Glauben und in der Liebe. Es ist ja dein Werk, HHer, du hast es angefangen, du wirst es auch vollenden. Laß alle, die von Morgen und von Abend, von Mitternacht und von Mittag zu deinem Reiche gekommen sind und noch kommen werden, mehr und mehr wachsen zu einer heiligen und seligen Gemeinde deines Sohnes, bis endlich Eine Herde ist unter Einem Hirten, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, zu deiner Ehre, von nun an bis in Ewigkeit. Amen. —————— — ———— ö x ö 0 x 1 — — — — VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 79 Gelobet seist du, Jesus Christus, der Welt Heiland! 22—7 has dir zurc dein teures Blut alle Menschen zu deinem Eigentum erkauft und hast verheißen, daß dein Evangelium soll gepredigt werden unter allen Völkern. Dein Name ist es, den jeder Mund bekennen, und in welchem aller Kniee sich beugen sollen. Des sind wir fröhlich und sehen mit Verlangen und mit Zuversicht hinaus auf die Völker der Erde, zu welchen in dieser Zeit dein Wort als eine neue Botschaft des Lebens läuft. Herr, du wirst es 990 lassen leer zurückkommen; du wirst an allen Enden der Welt beweisen, daß dein Evangelium eine Kraft Gottes ist, die selig macht. Wir bitten dich, offenbare dich überall als den barmherzigen Heiland, der das Verlorene sucht und das Verirrte wiederbringt, als den Herrn, dem gegeben ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Sei Sonne und Schild allen, die deinen Namen verkündigen; mehre unter den Heiden deiner Boten Zahl und rüste sie mit deinem Geiste aus, daß sie das Schwert deines Wortes recht führen gegen alle Bollwerke der Finsternis. Laß sie mitten im Kampfe deinen Frieden schmecken, und ob sie auch mit Tränen säen, so laß sie doch für sich selbst und für dein Reich mit Freuden ernten. Neige die Herzen der Völker zu deinen Zeugnissen; in deiner Christenheit aber erhalte und mehre den Eifer für dein Wort und für die Verherrlichung deines allein seligmachenden Namens. Zu dir flehen wir, Herr, unser Gott! Sei uns gnädig und segne uns; laß uns dein Angesicht leuchten, daß wir auf Erden erkennen deinen Weg, unter allen Heiden dein Heil. Amen. 91. Am Jahresfeste der inneren Mission. lieber Heiland, Jesu Christe, du bist einst auf unsere Erde 2rterz um uns, die wir lagen in Ketten und Banden, zu erlösen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, und du hast uns geliebt bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz, damit wir könnten frei und ledig werden von allem Elend und in deinem Reich unter dir leben und dir dienen in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld 51 Seligkeit. Du fragst uns von deinem heiligen Kreuz herab: Das tat ich für dich, was tust du für mich? Du willst uns einst richten danach, ob wir dich geliebt haben in den Armen und Elenden, den Hungrigen und den Nackten und Gefangenen. Ach, lieber Heiland, so zünde doch nun deine Liebe in unsern Seelen an, 14411 80 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. wecke uns auf und erneure uns, daß wir nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. Gib uns ein mitleidig Herz, daß wir gedenken unsrer elenden Brüder, die gebunden sind von den Ketten der Sünde und Schande und seufzen unter Krankheit und Not, und mache uns eifrig und freudig, daß wir uns willig dir opfern zum Dienst der barmherzigen Liebe. Laß uns eilen Gutes zu tun und nicht müde werden, daß wir wirken, solange es Tag ist, ehe denn die Nacht kommt, da niemand wirken kann. Herr, die Ernte ist groß und der Arbeiter wenig, darum bitten wir dich, du Herr der Ernte, daß du Arbeiter in deine Ernte sendest. Segne insonderheit alle Anstalten der barmherzigen Liebe und alle Arbeit deiner Jünger an Kranken und Armen, Gefangenen und Elenden jeder Art; gib allen Brüdern und Schwestern, die sich den Samariterdienst zum Lebensberuf erwählt haben, deinen heiligen Geist, den Geist des Glaubens und der Selbstverleugnung, daß sie solchen Dienst mit Freuden tun und nicht mit Seufzen. Gib ihrer Arbeit reichen Segen und Erfolg, daß dadurch der Not gewehret werde, auf daß der Sünden und Seufzer weniger werden im Lande, und viele Seelen errettet und gewonnen werden für dein Reich. Ja, Herr, erlöse uns von allem Übel und nimm uns endlich em Jammertal zu dir in dein ewiges alle mit Gnaden aus dief Himmelreich. Amen. 92. Für die Arbeit an den Glaubensgenossen in der Serstreuung. err Gott, wir danken dir, daß du bis auf diese Stunde dein göttliches Wort lauter und rein unter uns erhalten hast, daß es bleibe unsers Fußes Leuchte und ein Licht auf unserm Wege. Wir bitten dich, erhalte das teure Kleinod deiner seligmachenden Wahrheit uns und allen unsern Nach— kommen und laß das Licht desselben immer mehr über allen Völkern aufgehen. Heiliger Vater, gib einen hellen Schein der Erkenntnis Jesu Christi in unsre Herzen und laß das Wort von seinem Kreuz uns göttliche Kraft und göttliche Weisheit werden. Gib uns auch ein offenes Auge, daß wir die Not der Glaubensgenossen in der Zerstreuung sehen, und stärke unsern Glauben auch dazu, daß er in der Liebe zu den Brüdern tätig erfunden werde. Schließe zusammen die Herzen aller, die zum Evangelium sich bekennen, auf daß wir als Glieder Eines Leibes einander Handreichung tun und in Liebe dienen. Mache uns zu (0 2 ———— 6836 2. 2 ————————— VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 81 Werkzeugen deines Erbarmens, daß wir mit vereinten Kräften die müden Hände stärken, die strauchelnden Kniee festigen, die verzagten Herzen trösten. Segne dazu die Vereinsarbeit evangelischer Bruderliebe, die wir heute mit Dank und Bitte vor dein Angesicht stellen, auch fernerhin wie bisher. Laß die Kirchen, die sie erbaut, Stätten sein, da allzeit dein lauteres Evangelium mit Kraft und Freudigkeit gepredigt wird. Laß in den Schulen, die sie pflegt, in den Anstalten, die sie gründet, ein Geschlecht heranwachsen, das sich deiner und deines selig— machenden Wortes nicht schämt; laß in den Pfarrhäusern, die sie errichtet, deinen Geist walten, den Geist der Kraft, der Liebe und der Zucht. Herr, von dir allein kommt alles Gedeihen, darum wollest du unser Werk krönen mit deinem Segen und uns alle immer— dar wachsen lassen an dem, welcher unser Haupt ist, Christus. Bringe durch ihn alle Irrenden zurück zu dir, stärke die Schwachen, bekehre die Ungerechten, erleuchte die Betörten und laß die arme zertrennte Menschheit den Tag sehen, da nach der seligen Verheißung deines Wortes Eine Herde und Ein Hirte sein wird. Amen. 93. Gebet für die wöchentlichen Betstunden. Am Montag. Boe n Gott und Vater, nachdem wir abermals eine Woche zurückgelegt und in eine neue eingetreten sind, so danken wir dir für alle erwiesenen Wohltaten. Du hast dein Wort und Sakrament unter uns rein und lauter erhalten, uns Ruhe und Friede, auch tägliche Nahrung bescheret. Du hast uns der vorigen Woche Tage und Plage gnädig überwinden helfen und lässest uns diese Woche mit Gesundheit und Freude antreten. Für solche und alle andern Guttaten sagen wir dir von Herzen Lob und Dank. Weil wir aber in der vergangenen Woche wider dich, Herr unser Gott, vielfältig gesündigt haben, so ist uns solches herzlich leid, und bitten wir alle um Gnade und Vergebung. Laß uns der heiligen Leidens- und Marter woche deines lieben Sohnes und dessen, was er uns durch sein Leiden, Kreuz und Tod in derselben erworben hat, heilsamlich genießen. Gib, daß wir aus der alten Woche keine alten Sünden mit in die neue nehmen. Gib uns neue Herzen und einen neuen gewissen Geist. Laß deine Gnade alle Morgen über uns neu aufgehen und erhalte uns bei deinem reinen Worte und bei dem rechten Gebrauche der heiligen Sakramente. Stärke 6 IIHI 82 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. auch mit Kraft aus der Höhe unsere gnädigste Landesherrschaft und alle christlichen Obrigkeiten. Fördre guten Rat und nützliche Tat und wende Krieg, Pest, Teurung, Feuersbrunst, Wassersnot und sonst alles Herzeleid in Gnaden von uns ab. Gib uns Friede und Gesundheit, auch Glück und Heil zu unser aller Beruf und Stande. Und weil wir nun mit der neuen Woche unsre Amts⸗ und Berufsarbeit wieder antreten, so fange, o Gott, von neuem an, uns zu segnen. Laß uns das Werk, dazu du uns beschieden hast, mit Freude angreifen und führe durch deinen Segen alles, was wir in deinem Namen anfangen, zu deiner Ehre, zu unserer und unsers Nächsten Wohlfahrt glück⸗ lich hinaus. Gefällt es dir aber, lieber Vater, uns in der an⸗ gehenden Woche mit Kreuz und Trübsal heimzusuchen, so gib Geduld und mache uns das Kreuz nicht schwerer, als wir es ertragen können. Hast du endlich über einen oder den andern von uns beschlossen, ihn in dieser Woche durch den zeitlichen Tod aus dieser Welt abzufordern, so gib dem— selben hier ein seliges Ende, daß er dort ewig bei dir sei, und wir zuletzt insgesamt, nach aller Mühe und Arbeit auf Erden, bei dir im Himmel einen Sabbat nach dem andern in ewiger Freude und Herrlichkeit feiern mögen. Das ver⸗ leihe uns, o Gott, in des heiligen Geistes Kraft durch Jesum Christum. Amen. 94. Noch ein Gebet für Betstunden. Herr, allmächtiger, barmherziger Vater, wir armen Sünder ktommen vor dein heilig Angesicht und sagen dir aus Herzens⸗ grund für alle deine Wohltaten billig Lob und Dank, daß du uns zu deinem Ebenbild erschaffen und nach deiner großen Barm⸗ herzigkeit wiedergeboren und in deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, der Hoffnung nach zu Erben der ewigen, himmlischen Güter angenommen, auch bisher an Leib und Seele gnädiglich erhalten hast. Wir bitten dich ferner demütiglich, du wollest uns alle unfre Sünden und Missetaten durch das teure Verdienst deines Sohnes Jesu Christi vergeben und um seiner vollgültigen Fürbitte willen alle wohlverdienten Haus- und Land⸗ plagen gnädiglich mildern und abwenden und deinen heiligen Geist verleihen, daß wir uns forthin in unserm Beruf und allem Vornehmen durch denselben auf ebener Bahn führen und regieren lassen, damit wir dich, o Gott, stets vor Augen haben und kindlich fürchten, hingegen die Sünde mit allem Ernste meiden, I Sess———.——....——..... —— ⏑:— ⏑——— — 2 —— — N VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 83 das liebe Kreuz mit christlicher Geduld hinnehmen und gehor— samlich leiden. Wir befehlen dir auch weiter, o getreuer, allmäch— tiger Vater, die ganze Christenheit auf Erden, alle hohen christ— lichen Häupter, desgleichen unsre Obrigkeit, unsre getreuen Lehrer und alle gottseligen Hausväter samt ihren Angehörigen. Behüte unser liebes Vaterland vor Krieg, Mißwachs, Hunger, Seuchen und Krankheiten, vor Feuers- und Wassersnöten. Auch laß dir, o milder Vater, die Früchte auf dem Lande und unsere ganze Nahrung wohl befohlen sein. Die wollest du segnen und uns gedeihen lassen, den Armen Brots genug, den Kranken Geduld und Gesundheit geben, den Sündern Gnade zur Besserung ihres zebens, uns und allen Christgläubigen Barmherzigkeit und nach diesem vergänglichen das ewige selige Leben schenken und mitteilen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn und Heiland. Amen. 95. Für kirchliche Bibelstunden. llerheiligster und gnädigster Gott, du hast in deinem Wort versprochen, daß du wollest zu uns kommen und uns segnen an dem Orte, da du deines Namens Gedächtnis stiften würdest. Gedächtnis nun zu halten von deinem allerheiligsten Namen sind wir auch allhie versammelt. Darum bitten wir dich herzlich und demütig, du wollest mitten unter uns sein, du wollest uns segnen und zu diesem deinem Dienst geschickt und tüchtig machen. Vergib uns zu dem Ende, himmlischer Vater, alle unsre Sünden, UÜbeltaten, Fehler und Schwachheiten um Jesu Christi und seiner blutigen, vollkommenen Aussöhnung willen und heilige uns täglich mehr und mehr, der Sünde und Welt abzusterben. Schenke uns deinen heiligen Geist mit reichem Maß, damit dein göttliches Wort von uns möge recht gelehrt, andächtig gehört, in einem beständig guten Herzen bewahrt und in ein christlich Leben ver— wandelt werden. Heilige unsre Gedanken, reinige unsre Gemüts— bewegungen, sammle alle unsre verstreuten Sinne aus der Welt zurück hieher vor dein göttlich Angesicht, daß wir Worte und Kräfte des Lebens empfangen. Rühre auch den Mund und das Herz deines unwürdigen Dieners, das Wort der himmlischen Wahrheit mit aller Freudigkeit und Geisteskraft auszureden, und gehe du von Seele zu Seele in der Gemeinde unter uns, einen jeglichen aufzuwecken zum Stande rechtschaffener Bekehrung und zur Erhaltung der gewünschten Seligkeit. Alles um deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi willen. Amen. Iühh 84 ö Kollekten. Rollekten. Für bestimmte Tage und Zeiten. Auf Advent. 1. L d Herr Gott, wecke uns auf, daß wir bereit sein, wenn dein Sohn kommt, ihn mit Freuden zu empfangen und dir mit reinem Herzen zu dienen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 2 err Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du uns armen Sündern zu Trost deinen Sohn Christum zu einem Messias verordnet und gesandt hast, daß er als ein gerechter König und Heiland sein Volk von Sünden erlösen und aus des Teufels Tyrannei und ewigem Tode erretten sollte. Wir bitten dich von Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also erleuchten, regieren und führen, daß wir diesen gerechten König und Heiland wahrhaftig erkennen, an ihm allein halten, uns an seiner geringen Gestalt, verachtetem Worte und Reiche nicht ärgern, sondern in einem rechten Vertrauen auf ihn ewig selig werden mögen, durch den— selben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 3 —2— ir bitten dich, lieber Herr Gott, du wollest unsere Herzen durch deiner Gnade Heimsuchung n daß dein Sohn, wenn er zu uns kommt, eine bereite Wohnung finde, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Dorabend des Christfestes. 4. EQieber Herr Gott, der du—2 geweihte Nacht im Glanz des wahren Lichts hast scheinen lassen, verleih, daß wir dort im Himmel der Freuden jenes Lichtes inne werden, dessen Geheim— nisse du uns hier auf Erden offenbart hast. Durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, der da ist das wahrhaftige Licht und mit dir lebt und herrschet, wahrer Gott, immer und wiglich Amen. 2FZ·.. Kollekten. Am Christfeste. 24 Her lieber Herr Gott, daß wir der heiligen Geburt deines lieben Sohnes teilhaftig werden und von unsrer sündlichen Geburt erledigt in der neuen Geburt dir dienen, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 6. 9⁰⁸ Gott, er Vater, wir danken dir für deine große Gnade und Barmherzigkeit, daß du deinen eingebornen Sohn in unser Fleisch hast kommen lassen und durch ihn uns von Sünden und ewigem Tode gnädiglich geholfen. Wir bitten dich herzgründlich, erleuchte unsre Herzen durch deinen heiligen Geist, daß wir dir für solche deine Gnade dankbar sein und derselbigen uns in aller Anfechtung trösten und endlich ewig selig werden mögen. Durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen. — err Gott, der du uns mit dem jährlichen Gedächtnis unsrer Erlösung erfreuest, gib, daß wir deinen eingebornen Sohn, den wir nun fröhlich als einen Erlöser empfangen, auch bei seiner Ankunft zum Gericht in sicherem Frieden schauen mögen, unsern Herrn Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Neujahrstage. 8. Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine väterliche Gnade, daß du dich der armen Sünder ange— nommen und deinen Sohn Christum ihnen zugut unter das Gesetz getan hast, daß er mit seinem vollkommenen Gehorsam deinen gerechten Zorn stillen und unsern Ungeh orsam heilen möchte. Wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen Geist wusere Herzen also erleuchten, daß wir uns solches Gehorsams wider unsere Sünde und das böse Gewissen trösten können und durch die Hülfe des heiligen Geistes auch anfangen, gehorsame Kinder zu werden, und endlich die ewige Seligkeit erlangen mögen. Durch denselben deinen Sohn, Christum Jesum, unsern Herrn. Amen. Kollekten. 9. llmächtiger, ewiger Gott, von dem alle gute und vollkommene Gabe herabkommt, wir danken dir für alle deine Wohltat, die du uns im vergangenen Jahre beides geistlich und leiblich 5 hast erzeiget; und bitten deine Barmherzigkeit, du wollest uns nun wiederum ein glückseliges und freudenreiches Jahr bescheren, vor Unglück und Gefahr uns gnädiglich behüten und mit deinem göttlichen Segen erfüllen. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, U welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Feste der Erscheinung Christi. k 10. err Gott, himmlischer Vater, der du deinen eingebornen Sohn Jesum Christum durch die Erscheinung eines Sterns den Heiden offenbart und uns auch in diesen letzten Zeiten durch das selige Licht deines göttlichen Wortes zu der Erkenntnis deines lieben Sohnes hast kommen lassen, wir bitten von ganzem Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also begnaden und begaben, daß wir nach solchem Lichte deiner Wahrheit immerdar wandeln, uns mit ganzer Zuversicht unsers Heilandes allzeit erfreuen und also zur ewigen Seligkeit erhalten werden. Durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 11. err Gott, himmlischer Vater, der du an diesem Tage deinen eingebornen Sohn Jesum Christum den Heiden durch Lei— tung des Sternes offenbart hast, verleih uns gnädiglich, daß wir dem seligen Lichte der Heiden immerdar nachwandeln und endlich alle zur Anschauung deiner göttlichen Majestät und Herr— lichkeit gelangen. Durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Für die Weihnachts⸗ und Epiphaniaszeit. 12. llmächtiger, ewiger Gott, wir bitten dich, verleih uns, die wir mit dem gnadenreichen Lichte deines neugebornen Sohnes Jesu Christi begnadigt sind, daß wir auch mit der Tat voll⸗ bringen, was wir im Herzen glauben und mit dem Munde bekennen. Durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. ——— Kollekten. 87 135. err Gott, himmlischer Vater, der du aus väterlicher Liebe gegen uns arme Sünder deinen Sohn uns geschenkt hast, daß wir an ihn glauben und durch den Glauben sollen selig werden, wir bitten dich, gib deinen heiligen Geist in unsre Herzen, daß wir in solchem Glauben bis an unser Ende beharren und ewig selig werden. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 14. llmächtiger, gütiger Gott, barmherziger Vater, erleuchte über uns dein väterliches Angesicht und stärke in uns die Er— kenntnis deiner Barmherzigkeit, die du uns in deinem lieben Sohne bewiesen hast, auf daß wir, zu deinem Lobe entzündet, mit allem himmlischen Heer in allen unsern Worten und Werken dich rühmen und preisen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. 15. Her Gott, himmlischer Vater, der du deinen Sohn uns zum Heilande bereitet hast, daß er der Heiden Licht und Israels Preis sein sollte, wir bitten dich, erleuchte unsre Herzen, daß wir deine Gnade und väterlichen Willen in ihm erkennen, auch Hülfe und Schutz wider die Sünde, Verdammnis und den leidigen Satan an ihm haben und endlich ewig selig werden mögen. Durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 16. Eieber Herr Jesu Christ, der du bist das wahre Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen, wir bitten dich, erleuchte unser Herz mit deinen Gnaden, auf daß wir dich mit dem heiligen Simeon als unsern Heiland erkennen und nach dieser Welt Dunkelheit bei dir in himmlischer Klarheit ewiglich bleiben, der du lebst und herrschest mit dem Vater und heiligen Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Feste der Verkündigung Mariä. 4.7. err Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine un— 9 aussprechliche Gnade, daß du uns arme Sünder so gnädig bedacht, deinen Sohn in unser Fleisch geschickt und ihn um unsertwillen Mensch hast werden lassen. Wir bitten dich von ganzem Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist Gnade TIühi 88 Kollekten. verleihen, daß wir uns seiner Menschwerdung, seines Leidens und Sterbens trösten, ihn für unsern Herrn und ewigen König erkennen und annehmen und durch ihn mit dir und dem heiligen Geiste ewig leben und selig werden mögen. Amen. In der Fastenzeit. 18. llmächtiger, ewiger Herr Gott, der du für uns hast deinen Sohn des Kreuzes Pein lassen leiden, auf daß du von uns des Feindes Gewalt triebest, verleih uns, also zu begehen und zu danken seinem Leiden, daß wir dadurch der Sünden Vergebung und vom ewigen Tode Erlösung erlangen. Durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 19. Buucht ziger, ewiger Gott, der du deines einigen Sohnes nicht verschont hast, sondern ihn für uns alle dahin gegeben, daß er unsere Sünde am Kreuze tragen sollte, verleih uns, daß unser Herz in solchem Glauben nimmermehr erschrecke noch ver— zage. Durch denselben deinen Sohn, Seium Christum, unsern Herrn. Amen. 0. err Gott, der du allezeit Lust hast zur Barmherzigkeit und gerne verschonest, nimm an unser bußfertig Gebet und mache die, so in Banden der Sünde liegen, los und ledig nach deiner milden Güte. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. ö 21. err Gott, himmlischer Vater, der du aus väterlicher Gnade deines eingeborenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn in den Tod und an das Kreuz hinan gegeben hast, wir bitten dich, gib deinen heiligen Geist in unsre Herzen, daß wir solcher Gnade uns herzlich trösten, vor Sünden ferner uns hüten, und was du zu leiden schickest, geduldig tragen 35. auf daß wir durch ihn mit dir ewig leben. Amen. 22. err Gott, Vater aller Barmherzigkeit, wir bitten dich, du wollest gnädiglich sehen auf dies dein Volk und Hausgesinde, um welches willen dein lieber Sohn Jesus Christus sich nicht 442 lan — — er;,. Kollekten. 89 geweigert hat, übergeben 61 werden in die Hände der Sünder und zu dulden die———— iche Pein des Kreuzes, der mit dir lebt und herrschet wahrer Gott in Einigkeit des heiligen Geistes ewiglich. Amen. 2³. Heu Jesu, unsre Ruhe und Leben, wir danken dir, daß du unsre Sünde mit dir in dein Grab genommen und darin begraben und uns durch deinen neuen Sabbat im Grabe ewige Ruhe erworben hast. Hilf, daß wir dein Grab für unsrer Sünden Kerker erkennen und uns vor unserm Grabe nicht fürchten, sondern in deiner Erkenntnis gern und willig in unser Ruhekämmerlein schlafen gehen, der du mit deinem heiligen Leibe all unsre Gräber weihest und heiligest, hochgelobet in Ewigkeit. Amen. Am Gründonnerstage, auch sonst bei der Feier des heiligen Abendmahls. 24. Herr Jesu Christe, der du uns hier in dem wunderbaren Sakramente ein Gedächtnis deines Leidens gelassen hast, wir bitten dich, gib uns Gnade, daß wir das heilige Geheimnis deines Leibes und Blutes so ehren und handeln, daß wir deine Erlösung in uns täglich fruchtbarlich empfinden, der du mit dem Vater und dem heiligen Geist lebest und regierest, wahrer Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 25. Wide danken dir, oahn an Herr Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe hast erquicket, und bitten deine Barm— herzigkeit, daß du uns solches gedeihen lassest zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen. Um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 26. (llmächtiger Gott, ewiger Vater, ein König der Ehren und ein Herr Himmels und der Erde, dir sei Lob, Ehre und Preis, daß du uns würdig geachtet hast, zu diesem Reichtum deiner Gnade und seligen Speise zu kommen. Wir bitten dich, lieber Vater, du wollest uns deinen heiligen Geist verleihen, auf daß wir mit Herz und Gemüte was droben ist im Himmel suchen und auch gnädiglich finden. Durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Kollekten. Am O“bsterfeste. 27. llmächtiger Gott, wir bitten dich, verleih uns, die wir das Fest der Auferstehung unsers Herrn feiern, daß wir durch Erneuerung deines heiligen Geistes vom Tode der Seelen auf—⸗ erstehn, auf daß wir mit dir ewiglich leben. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 28. llmächtiger Gott, himmlischer Vater, der du durch den Tod deines Sohnes die Sünde und den Tod zunichte gemacht und durch sein Auferstehen Unschuld und ewiges Leben wieder— gebracht hast, auf daß wir, von der Gewalt des Teufels erlöset, in deinem Reiche leben, verleih uns, daß wir solches von ganzem Herzen glauben und, in solchem Glauben beständig, dich allzeit loben und dir danken. Durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 29. err Gott, himmlischer Vater, der du deinen eingebornen Sohn um unsrer Sünde willen dahin gegeben und um unsrer Gerechtigkeit willen wieder auferwecket hast, hilf, daß wir als Glieder seines Leibes an ihm, unserm Haupte und Lebens⸗ fürsten, fest hangen und dermaleinst in der herrlichen Auferstehung der Gerechten an jenem Tage mit Freudigkeit vor ihm erscheinen und mit ihm in sein ewiges Reich eingehen mögen, da er als ein sieghafter Uberwinder aller seiner und unsrer Feinde mit dir und dem heiligen Geiste in Ewigkeit lebet und herrschet. Amen. Für die Freudenzeit. 30. llmächtiger Gott, der du uns durch deinen Sohn eröffnet hast den Zugang zum ewigen Leben und durch das Geheimnis seiner fröhlichen Auferstehung der ganzen Welt Heil verliehen, wir bitten dich, du wollest unsere Begierde zur schönen Ewigkeit erwecken und uns die himmlische Gabe der vollkommenen Freiheit verleihen. Durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 31. die Welt vom tiefen Falle aufgerichtet hast, gib deinen Gläubigen allzeit fröhlichen Mut, auf daß sie, von den Schrecken L Herr Gott, der du durch die Erniedrigung deines Sohnes — 22 Kollekten. 91 des ewigen Todes errettet, der unvergänglichen Freuden teilhaftig werden. Durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 32. n Herr Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen mit einerlei Sinn erfüllest, verleih deinem Volke, das zu lieben, was du befiehlst, das zu begehren, was du verheißest, auf daß bei dem eitlen Treiben dieser Welt unsere Herzen droben haften, wo die wahren Freuden sind. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Feste der Himmelfahrt. 35. llmächtiger Gott, wir bitten dich, verleih, daß unser Sinn allezeit dahin stehe, wohin der Herr dieses Festes mit Ruhm und Preis ist eingegangen, und daß wir dort, wohin wir hier im Glauben trachten, unsern ewigen Aufenthalt finden. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, der in Einigkeit des heiligen Geistes mit dir lebet und herrschet in Ewigkeit. Amen. 34. err Jesu Christe, du Sohn des allerhöchsten Gottes, der du nun forthin nicht mehr auf Erden arm und elend bist, sondern zur Rechten deines Vaters ein gewaltiger Herr über alles, was da ist im Himmel und auf Erden, alles auch erfüllst und regierst, wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist uns senden, fromme Kirchendiener geben, dieselbigen begaben und bei deinem Wort erhalten, dem Satan und allen Feinden deiner Kirche wehren und dein Reich gewaltiglich erhalten, bis daß alle Feinde zu deinen Füßen liegen, und wir auch durch dich die Sünde, den Tod und alles überwinden. Amen. Am Pfingstfeste. 35. err Gott, lieber Vater, der du an diesem Tage deiner Gläubigen Herzen durch den heiligen Geist erleuchtet und gelehret hast, gib uns, daß wir auch durch denselben Geist rechten Verstand haben und uns seines Trostes und seiner Kraft zu aller Zeit freuen. Um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. TIHH Kollekten. 36. Herr Jesu Christe, du Sohn des allmächtigen Gottes, wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist durch dein Wort in unsre Herzen geben, daß derselbe uns allezeit nach deinem heiligen Willen regiere und führe, in allerlei Unglück und An— fechtung tröste und in deiner Wahrheit wider allen Irrtum leite und erhalte, auf daß wir im Glauben fest bestehen, in deiner Liebe und guten Werken zunehmen und durch eine gewisse Hoffnung deiner erworbenen und geschenkten Gnade ewig selig werden mögen, der du mit dem Vater und heiligen Geiste regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 66 wiger Gott, gnädiger Vater, der du deinen heiligen Geist und ein neu Gesetz in unser Herz zu geben verheißen hast, wir bitten deine milde Güte, du wollest deine armen Kinder mit deinem Gnadengeist beseligen und unsere Herzen trösten und erhalten, daß wir bei deinem Wort mit Freudigkeit beharren und dir in Geduld mit wahrer Anrufung allezeit dienen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. 38. (llmächtiger, ewiger Gott, der du uns gelehrt hast, im rechten Glauben zu wissen und zu bekennen, daß du in dreien Personen gleicher Macht und Ehren ein einiger, ewiger Gott und dafür anzubeten bist, wir bitten dich, du wollest uns bei solchem Glauben allezeit fest erhalten wider alles, was uns dagegen mag anfechten, der du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Feste Johannis des Täufers. 39. ewiger Gott, verleih, daß dein Volk auf dem Wege des Heiles wandle und durch Gehorsam gegen das Wort des Vorläufers Johannes zu dem gelange, von dem er geweissagt hat, zu unserm Herrn Jesu Christo, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und herrschet in alle Ewigkeit. Amen. Am Feste der Beimsuchung Mariä. 40. Ullmächtiger Gott, der du an der Jungfrau Maria große Dinge getan und sie zur Mutter deines lieben Sohnes, unsers —————— Herrn, Kollekten. gemacht, auf daß uns kund würde, wie du der Armen, Nichtigen und Verachteten dich gnädiglich annimmst, gib, daß auch wir uns in aller Demut und Gelassenheit an dein Wort mit wahrem Glauben ergeben und also deines lieben Sohnes teilhaftig werden, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Cwigfeit Amen. Am Michaelisfeste. 41. llmächtiger, ewiger, barmherziger Gott, der du wunderbarer Weise der Engel und Menschen Dienste geordnet hast, wir bitten dich, verleih uns gnädiglich, daß unser Leben hier auf Erden behütet und beschirmt werde von denen, die deiner gött— lichen Majestät allezeit beiwohnen im Himmel. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Am Reformationsfeste. 42. ir danken dir, allmächtiger Gott und Vater, daß du dich deiner Kirche väterlich erbarmt und dein lauteres Evangelium uns wieder geschenkt und erhalten. Wir bitten dich, du wollest unser aller Herzen durch deinen heiligen Geist regieren, daß wir dem Evangelium allezeit treu und fest anhangen, aber auch nach demselben würdiglich wandeln und auf den Trost desselben leben und sterben. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Für die Früchte des Feldes. 13. err, allmächtiger Gott, der du alles, was da ist, regierest 9 und nährest, ohne dessen Gnade nichts geschehen kann, gib mis, deinen Kindern, lieber Vater, ein gnädiges Wetter, auf daß unser Land durch deinen Segen mit seinen Früchten erfüllet werde, und wir dich in allen deinen Wohltaten erkennen und loben. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 44. Ullmächtiger Gott, 3h at göttliche 28 alles hast n und was da lebet und webet sättigest nach deinem Wohlgefallen, wir bitten dich demü— tiglich, du wollest unsere Felder mit deinem Segen krönen, und was du zu Nutzen der Menschen aus der Erde wachsen lässest, unter deinem Schirme und Schutz gnädiglich erhalten, auch dein (Am CTage der Hagelfeier.) Vater, der du durch deine 2 199 9⁴ Kollekten. Wort in unsere Herzen pflanzen, daß wir dir viele Früchte der Gerechtigkeit bringen. Durch deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Erntedankfeste. 45. llmächtiger Gott, barmherziger Vater, der du deine milde Hand auftust und sättigest alles, was da lebet, nach deinem Wohlgefallen, wir danken dir demütiglich, daß du die Felder gekrönet mit deinem Segen und die Früchte der Erde uns wiederum hast sammeln lassen; und bitten dich, segne und behüte auch die ewige Saat deines Wortes in unsern Herzen, auf daß wir in reichlichen Früchten der Gerechtigkeit die rechten Dankopfer dir allezeit darbringen mögen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Bergfeste. 46. llmächtiger, ewiger Gott, himmlischer Vater, der du Berg und Tal, Klüfte und Gänge erschaffen und lässest Silber und Erz wachsen zur dandmne der Menschen, wir bitten deine milde Güte, du wollest unser Bergwerk aus Gnaden segnen und uns nach deinem Willen gut Erz bescheren, auch deinen Geist und Gnade uns mitteilen, daß wirs zu deiner Ehre und Unterhaltung deines Worts und täglicher Notdurft seliglich gebrauchen und unserm Nächsten christlich damit dienen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. An Buß⸗ und Bettagen. 47. err Gott, himmlischer Vater, der du nicht Lust hast an der armen Sünder Tode, lässest sie auch nicht gern verderben, sondern willst, daß sie bekehrt werden und leben, wir bitten dich herzlich, du wollest die wohlverdienten Strafen unsrer Sünden gnädiglich abwenden, und uns hinfort zu bessern deine Barm— herzigkeit mildiglich verleihen. Um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 48. erschone, Herr, verschone unsrer Sünde; und wiewohl den Sündern ewige Strafe gebühret, so bitten wir doch von ganzem Herzen, laß uns alles zu einer zeitlichen, gnädigen Strafe und erträglichen Züchtigung kommen, was wir zum ewigen Ver— derben gar wohl verdient haben. Durch Jesum deinen Sohn, unsern Herrn. 3756 ö ö ö ö ö Kollekten. 9⁵ Allgemeine Kollekten. Um den Segen des Wortes und rechten Gottesdienst. 49. 2 llmächtiger Herr Gott, wir bitten dich, gib deiner Gemeinde deinen Geist und göttliche Weisheit, daß dein Wort unter uns laufe und wachse, mit aller Freudigkeit, wie sichs gebührt, gepredigt, und deine christliche Gemeinde dadurch gebessert werde, auf daß wir von aller Anfechtung unversehrt mit beständigem Glauben dir dienen und im Bekenntnis deines Namens bis an unser Ende verharren. Durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 50. err Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen Geist uns also regieren und führen, daß wir mit ganzem Herzen dein Wort hören und annehmen und den Sabbat recht heiligen, damit wir durch dein Wort auch geheiligt werden, auf Jesum Christum, deinen Sohn, all unser Vertrauen und Hoffnung setzen und danach unser Leben nach deinem Wort auch bessern, vor allem Argernis uns behüten, bis wir durch deine Gnade in Christo ewig selig werden. Durch den— selben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 51. Wi danken dir, Herr Gott, himmlischer Vater, von Grund unsers Herzens, daß du uns dein heiliges Evangelium gegeben und dein väterliches Herz hast erkennen lassen. Wir bitten deine grundlose Barmherzigkeit, du wollest solch selig Licht deines Wortes in uns gnädiglich erhalten und durch deinen heiligen Geist unsere Herzen also leiten und führen, daß wir nimmermehr davon abweichen, sondern fest daran halten und endlich dadurch selig werden. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 52. Qieber Herr und Gott, stärke und behalte uns in deinem lieben reinen Wort, durch Jesum Christum, unsern Herrn, und hilf uns, daß wirs dankbarlich erkennen und kräftiglich mit guten Früchten bezeugen und zieren, dir zu Lob und Dank in Ewig⸗ keit. Amen. 53. Ebaart⸗ Herr, wir bitten dich, die Herzen deiner Gläubigen, auf daß sie die Frucht deines göttlichen Wortes immer TITITIII 96 Kollekten. völliger bringen und deiner Gnade Hülfe dabei immer reichlicher empfangen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Für die Rirche und die Mission. 54. 2 llmächtiger, ewiger Gott, der du die ganze Christenheit durch deinen heiligen Geist heiligest und regierest, erhöre unser Gebet und gib gnädiglich, daß sie mit allen ihren Gliedern in reinem Glauben, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, so dir gefällig ist, durch deine Gnade dir diene. Um Jesu Christi, deines Sohnes, unsers Herrn und Heilandes, willen. Amen. 55. d llmächtiger, ewiger Gott, der du allein große Wunder tust, gieß aus den Geist deiner heilsamen Gnade über deine Diener und die Gemeinden, die ihnen befohlen sind, und damit sie dir in der Wahrheit wohlgefällig seien, so tränke sie alle— zeit mit dem Tau deines Segens. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 56. At de ewiger Gott und Vater, der du leuchten läßt das Licht deiner Wahrheit denen, die da irren, daß sie wieder auf den Weg der Gerechtigkeit kommen mögen, wir bitten dich: gib Gnade allen Gläubigen, daß sie verachten, was deinem Namen entgegen ist, und annehmen, was ihm dienet. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 57. Gei unser Schild, schaue doch, siehe an das Reich deines Gesalbten, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, und verleih, daß vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang dein Name herrlich werde unter den Heiden und an allen Orten geopfert werde deinem Namen ein reines Opfer. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 58. err Gott, himmlischer Vater, der du willst, daß allen Men— schen geholfen werde, und daß sie zur Erkenntnis der Wahr— heit kommen, wir bitten deine milde Güte, sende die Boten deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen dein Heil allem Volke, das im Dunkeln wohnet, auf daß erfüllet werde das Wort Kollekten. 97 deiner gnädigen Verheißung, daß die Heiden wandeln in deinem Lichte und die Könige im Glanze deiner Herrlichkeit. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Um Buße und Vergebung der Suniden. 39. llmächtiger und barmherziger Gott, der du nicht willst, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre, gib, daß wir aus deinem Worte allezeit unsere mannigfaltige Sünde von Herzen erkennen, auch in wahrhaftiger seliger Reue den Trost deines Geistes und Glaubens inniglich wieder ergreifen, auf daß wir in deinem Sohne gerecht und durch denselben selig werden, der du mit ihm 115 dem heiligen Geiste lebest und herrschest immer und ewiglich. Amen. 60. Wii bitten dich, Herr, huldreicher Gott, gib deinen Gläubigen ö mildiglich Vergebung und Frieden, auf daß sie von allen Sünden gereinigt werden und dir mit getrostem Herzen dienen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Um Geist, Glauben und göttliches Leben. 61. err Gott, himnilischer Vater, wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist in unsere Herzen geben, uns in deiner Gnade ewig zu erhalten und in aller Anfechtung zu behüten; wollest auch allen Feinden deines Wortes, um deines Namens Ehre willen, wehren und deine arme Christenheit allenthalben gnädig befrieden. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 6². err Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest uns den Geist der Wahrheit und des Friedens verleihen, auf daß wir von ganzem Herzen, was dir gefällt, erkennen und dem mit allen Kräften allein nachfolgen mögen. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 63. llmächtiger Herr Gott, gib uns den rechten, wahrhaftigen Glauben und mehre denselben täglich in uns; gib uns auch Liebe und Hoffnung, damit wir dir und unserm Nächsten 7 Kollekten. nach deinem Wohlgefallen mögen dienen. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 64. err Gott, der du denen, die dich lieben, unsichtbare Güter bereitet hast, geuß deiner Liebe Brunst in unsre Herzen, auf daß wir dich in allem und über alles lieben und also deine Verheißung erlangen, die überschwenglich ist über alles, das wir bitten oder verstehen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 65. & Herr, wir bitten, gib uns allzeit gnädiglich einen Geist zu gedenken und zu tun, was recht ist, auf daß wir, die wir ohne dich nicht sein können, nach dir auch leben mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 66. Al dich Herr Gott, der du bist ein Beschützer aller, die auf dich hoffen, ohne welches Gnade niemand etwas vermag noch vor dir gilt, laß uns deine Barmherzigkeit reichlich wider— fahren, auf daß wir durch dein heiliges Eingeben denken, was recht ist, und dasselbige auch durch deine Kraft vollbringen. Um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 67. Aunttuß Herr Gott, himmlischer Vater, von dem wir ohne Unterlaß allerlei Gutes ganz überflüssig empfangen und noch täglich vor allem Übel gnädiglich behütet werden, wir bitten dich, laß uns solches alles durch deinen Geist mit ganzem Herzen in rechtem Glauben erkennen, auf daß wir deiner milden Güte und Barmherzigkeit hier und dort ewiglich danken und dich loben. Durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 68. ö ewiger Gott, ein Beschützer aller, die auf dich hoffen, mehre über uns deine Barmherzigkeit, auf daß, so du unser Regierer und Führer bist, wir dermaßen durch die zeitlichen Güter wandeln, daß wir die ewigen nicht verlieren. Um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unsers Herrn, willen. Amen. ——— Kollekten. 99 69. Hen Gott, der du deine Kraft und Herrlichkeit allermeist kund tust im Verschonen und Erbarmen, laß uns deine Barm-— herzigkeit reichlich widerfahren, daß wir laufen, nach deiner Verheißung und also der himmlischen Güter teilhaftig werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Um Frieden und Segen. Für die Obrigkeit. 70. err Gott, himmlischer Vater, der du heiligen Mut, guten Raͤt und rechte Werke schaffest, gib deinen Dienern Frieden, welchen die Welt nicht kann geben, auf daß unsre Herzen an deinen Geboten haͤngen und wir unsere Zeit durch deinen Schutz still und sicher vor Feinden leben. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 44. wiger, allmächtiger Gott, ein Herr Himmels und der Erde, durch welches Geist alles regieret, durch welches Vorsehung alle Dinge geordnet werden, der du bist ein Gott des Friedens, von welchem alle Einigkeit zu uns kommt, wir bitten dich, du wollest uns alle unsere Sünde vergeben und uns mit deinem göttlichen Frieden und Einigkeit begnaden, damit wir dir in rechter Furcht dienen zu Lob und Preise deines Namens. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 7². — allmächtiger Herr und Vater, der du durch dein ewiges göttliches Wort alle Dinge erschaffen hast, segnest und erhältst, wir bitten dich, daß du dein ewiges Wort, unsern Herrn Jesum Christum, uns wollest offenbaren und in unsre Herzen pflanzen, dadurch wir nach deiner Gnade würdig werden, deinen göttlichen Segen über alle Früchte der Erde und alles, was zur leiblichen Notdurft gehört, zu empfangen und zum Preise deines Namens und unsers Nächsten Dienst zu gebrauchen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. ** — A Gott, du König aller Könige, der du die allerhöchste Gewalt hast über aller Menschen Königreiche und ordnest * . 100 Kollekten. Herrschaft und Regiment im menschlichen Geschlechte, wir danken dir für deine gnädige Ordnung und für das weltliche Regiment und unsere liebe Obrigkeit, darunter du uns gesetzt hast, wie unter einen Baum, unter dessen Schatten wir Frieden und Ruhe haben, dein teures Wort zu hören und zu üben. Wir bitten dich, du wollest unsere liebe Obrigkeit selbst regieren, führen, bewahren und beschützen, und in gutem Frieden dein Licht und Wort bei uns erhalten, daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Um Crost und Stärke. 74. Umächtiger Gott und Vater, der du der Elenden Seufzen nicht verschmähst und der betrübten Herzen Verlangen nicht verachtest, siehe doch an unser Gebet, welches wir in unsrer Not vor dich bringen, und erhöre uns gnädiglich, daß alles, was uns sowohl vom Teufel als von Menschen widerstrebt, zunichte und durch den Rat deiner Gütigkeit zerstört werde, auf daß wir, von aller Anfechtung unversehrt, dir in deiner Gemeine danken und dich allezeit loben. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 10. err Gott, himmlischer Vater, du weißt, daß wir aus mensch— licher Schwachheit in so mancher und großer Gefahr, die uns auf Erden befällt, ohne deinen Beistand nicht bleiben noch bestehen mögen; verleih uns, beides an Leib und Seele, Kräfte, daß wir alles, so uns um unserer Sünde willen quält und anficht, durch deine Hülfe überwinden und durch deine starke Hand davon gewaltig errettet werden. Um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 76. ö allmächtiger, ewiger Gott, ein Trost der Traurigen und eine Stärke der Schwachen, laß vor dein Angesicht gnädiglich kommen die Bitte aller derer, so in Bekümmernis und Anfechtung zu dir seufzen und schreien, auf daß jedermann in der Not deine göttliche Hülfe empfinde und dich dafür ewiglich lobe und preise. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 77. lmächtiger, ewiger Gott, der du uns durch deinen Sohn Vergebung unserer Sünden, Gerechtigkeit und ewiges Leben —..— Kollekten. 101 verheißen hast, wir bitten dich, du wollest 909 Herzen durch deinen heiligen Geist also führen, und erwecken, daß wir solche Hülfe durch tägliches Gebet, und sonderlich in aller Anfechtung, bei ihm suchen und durch festen Glauben auf f—3 Zusagung und auf sein Wort gewiß finden und erlangen. Durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 78. err Gott, himmlischer Vater, der du deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, in diese Welt gesandt hast, daß er des Teufels Tyrannei wehren und uns arme Menschen wider solchen argen Feind soll schützen, wir bitten dich, du wollest uns vor Sicherheit behüten und in aller Ausechtunt durch deinen heiligen Geist nach deinem Worte zu wandeln, gnädiglich er— halten, daß wir bis an das Ende vor solchem Feinde befriedet bleiben und endlich selig werden mögen. Durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Um christliche Bereitschaft, seligen Tod und das ewige Leben. 79. err Gott, regiere unsre Herzen und Gedanken durch deinen heiligen Geist, daß wir allzeit denken an das Ende und an dein gerechtes Gericht, und erwecke uns dadurch zu einem gött— lichen Leben in dieser Zeit, auf daß wir dort ewiglich mit dir bleiben mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 80. B'mndaarr ewiger Gott und Vater, der du uns in Christo Jesu zu einer lebendigen Hoffnung des ewigen Lebens berufen hast, verleih uns, daß wir durch deinen Geist die Welt und alle Lüste dieses Lebens bestreiten, unser Fleisch kreuzigen und töten und nach dem, was droben ist, am ersten trachten, bis wir im Glauben, in Hoffnung und Geduld alles überwinden und vor deinem Angesichte gekrönt und ewiglich erfreut werden. Um Jesu Christi, unsers Seligmachers, willen. Amen. 81. Haus allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, der du uns aus dieser sündigen und verkehrten Welt durch den Tod zu dir forderst und hinwegnimmst, auf daß wir nicht durch stetig 10² Versikel. Sündigen verderben, sondern zu dem Ewigen hindurchdringen, wir bitten dich, du wollest uns solches von Herzen lassen erkennen und glauben, auf daß wir uns unsers Abscheidens freuen und dem Berufe zu deinem Reiche gern und williglich folgen. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 8². d. llmächtiger, ewiger Gott, der du durch deinen Sohn Ver— gebung der Sünden und Rettung vor dem ewigen Tode zugesagt hast, wir bitten dich, stärke uns durch deinen heiligen Geist, daß wir in solchem Vertrauen auf deine Gnade durch Christum täglich zunehmen und die Hoffnung fest und gewiß behalten, daß wir nicht sterben, sondern entschlafen und am jüngsten Tage zum ewigen Leben erweckt werden sollen. Durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 83. 0 Herr Jesu Christe, der du bist die Auferstehung und das Leben und hast uns durch deinen Sieg eine ewige Gerechtig— keit, Freude und Herrlichkeit erworben, wir bitten deine Güte, du wollest uns eine fröhliche Auferstehung des Lebens verleihen und uns in das ewige Paradies und Vaterland heimholen, der du von dem Tode bist erstanden und herrschest mit Vater und heiligem Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Aersih el. Auf Advent. J. Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja. Machet seine Steige richtig. Halleluja. 2. Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, Halleluja. Daß der König der Ehren einziehe. Halleluja. 3. Hosianna dem Sohne Davids! Halleluja. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Halleluja. Am Christfeste. 4. Euch ist heute der Heiland geboren, Halleluja. Welcher ist Christus der Herr. Halleluja. 1 22550 6. — 9. 10. Versikel. 103 Uns ist ein Kind geboren, Halleluja. Ein Sohn ist uns gegeben. HallelujM. Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Halleluja. Gott ist geoffenbaret im Fleisch. Halleluja. Also hat Gott die Welt geliebet, Halleluja. Daß er seinen eingebornen Sohn gab. Halleluja. 0 Am Neußjahrstage. Jesus Christus gestern und heute, Halleluja. Und derselbe auch in Ewigkeit. Halleluja. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für, Halleluja. Du bist unser Gott 1 Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja. Am Feste der Erscheinung Christi. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen, Halleluja. Und ein Zepter aus Israel aufkommen. Hal ena. Die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, Halleluja. Und die Könige im Glanze, der über dir aufgeht. Halleluja Für die Weihnachts- und Epiphaniaszeit. Das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, Halleluja. Und wir sahen seine Herrlichkeit. Halleluja. Singet dem Herrn ein neues Lied, Halleluja. Denn er tut Wunder. Halleluja. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. Bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, Halleluja. Und der Engel des Bundes, des ihr begehret. Halleluja. Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, Halleluja. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Halleluja. Auf Mariä Verkündigung. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, Halleluja Lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. Ha lelujn Christus kommt her aus den Vätern nach dem Fleische, al lleluja. Welcher ist Gott über alles, gelobet in Ewigkeit. Halleluja. 24. Versikel. Für die Fastenzeit. Hilf uns, Herr, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen, Errette uns und vergib uns unsere Sünde um deines Namens willen. Christus ist um unserer Missetat willen verwundet Und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, Und durch seine Wunden sind wir geheilet. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschoͤnet, Sondern hat ihn für uns alle dahingegeben. Siehe, das ist Gottes Lamm, Welches der Welt Sünde trägt. Auf Gründonnerstag, auch sonst bei Abendmahlsfeiern. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, Der gnädige und barmherzige Herr. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja. Und seine Güte währet ewiglich. Halleluja. Am„sterfeste und für die Freudenzeit. Der Herr ist auferstanden, Halleluja. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja. Christus ist um unserer Sünde willen dahingegeben, Halleluja. Und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket. Halleluja. Christus hat dem Tode die Macht genommen, Halleluja. Und Leben und unvergänglich Wesen an das Licht gebracht. Halleluja. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Halleluja. Er wird mich hernach aus der Erde auferwerken. Halleluja. Christus, von den Toten auferweckt, stirbt hinfort nicht mehr, Halleluja. Der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Halleluja. Der Tod ist verschlungen in den Sieg, Halleluja. Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat. Halleluja. Alle Zungen sollen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, Halleluja. Zur Ehre Gottes des Baters. Halleluja. Auf Christi Himmelfahrt. Christus ist aufgefahren in die Höhe, Halleluja. Und hat den Menschen Gaben gegeben. Halleluja. 37 39 40 41 42 43 44. 45. 46. 47. 39. 40. 41. 42. 43. 44. 45. 46. 47. Versikel. 10⁵ Trachtet nach dem, das droben ist, Halleluja. Da Christus ist, sitzend zur rechten Hand Gottes. Halleluja. Am Pfingstfeste. Ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, Halleluja. Den Geist der Gnaden und des Gebets. Halleluja. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, Halleluja. Und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Halleluja. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes, Halleluja. Unser Gott kommt und schweiget nicht. Halleluja. Vir haben einen kindlichen Geist empfangen, Halleluja. Durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! alleluja. Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen, alleluja. Der Herr liebet die Tore Zions. Halleluja. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist, Halleluja. ů Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit. alleluja. Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, Hallehon Alle Lande sind seiner Ehre voll. Halleluja. Am Feste Johannis des Cäufers. Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, Halleluja. Der deinen Weg vor dir bereiten soll. Halleluja. Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, Halleluja. Denn er hat besucht und erlöset sein Volk. Halleluja. Auf Mariä Heimsuchung. Ich freue mich in dem Herrn, Halleluja. Und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott. Halleluja. Meine Seele erhebet den Herrn, Halleluja. Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Halleluja. Am Michaelisfeste. Lobet den Herrn, ihr starken Helden, Halleluja. Die ihr seinen Befehl ausrichtet. Halleluja. Er hat seinen Engeln befohlen über dir, Halleluja. Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Halleluja. Am Reformationsfeste. Die im Bau deine Gemeinde, die du gepflanzet hast, Halleluja. Die du dir festiglich erwählet hast. Halleluja. 8 IIII Verfikel. Dein Wort ist eine rechte Lehre, Halleluja. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich. Halleluja. An Buß⸗ und Bettagen, auch sonst um Buße und Vergebung der Sünden. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Und vergilt uns nicht nach unserer Missetat. Gott, sei uns gnädig nach deiner Güte, Und tilge unsere Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Herr Gott Zebaoth, tröste uns, Laß leuchten dein Angesicht, so genesen wir. Verwirf uns nicht von deinem Angesicht, Und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinen Knechten, Vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Bekehre du uns, Herr, so werden wir bekehret, Hilf du uns, so ist uns geholfen. Barmherzig und gnädig ist der Herr, Halleluja. Geduldig und von großer Güte. Halleluja. Am Cage der Hagelfeier und am Erntedankfeste. Herr, erzeige uns deine Gnade und Güte, Halleluja. Daß unser Land sein Gewächs gebe. Halleluja. Aller Augen warten auf dich, Herr, Halleluja. 7 Und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Halleluja. Das Land gibt sein Gewächs, Halleluja. Es segne uns Gott, unser Gott. Halleluja. Du krönest das Jahr mit deinem Gut, Halleluja. Und deine Fußstapfen triefen von Fett. Halleluja. Wort, Lehre, Gottesdienst. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, Halleluja. Und ein Licht auf meinen Wegen. Halleluja. Herr, erhalte uns dein Wort, Halleluja. Dein Wort ist unsers Herzens Freude und Trost. Halleluja. Halleluja. deiner Wahrheit, Heiliger Vater, heilige uns in Halleluja. Dein Wort ist die Wahrheit. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Halleluja. Und den Ort, da deine Ehre wohnet. Halleluja. Dienet dem Herrn mit Freuden, Halleluja. Kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken. Halleluja. 69. Versitel. Kirche und Mission. Tu wohl an Zion nach deiner Gnade, Halleluja. Baue die Mauern zu Jerusalem. Halleluja. Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen, Und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern. Gott gedenket der Barmherzigkeit, Halleluja. Und hilft seinem Diener Israel auf. Halleluja. Das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, Halleluja. Und über die, so da wohnen in Finsternis, scheint es helle. Halleluja. ö Lobet den Herrn, alle Heiden, Halleluja. Preiset ihn, alle Völker. Halleluja. Alle Könige werden ihn anbeten, Halleluja. Alle Heiden werden ihm dienen. Halleluja. Lob und Dank. Der Name des Herrn sei gelobet und gebenedeiet, Hallelufa. Von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja. Preiset mit mir den Herrn, Halleluja. Und lasset uns miteinander seinen Namen erhöhen. Halleluja. Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, Halleluja. Und meinem Gott lobsingen, weil ich hier bin. Halleluja. Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten, Halleluja. Die Frommen sollen ihn schön preisen. Halleluja. Der Herr denket an uns und segnet uns, Halleluja. Er segnet, die ihn fürchten, beide Kleine und Große. Halleluja. Um göttliche Regierung, Hülfe und Segen. Herr, lehre uns tun nach deinem Wohlgefallen, Halleluja. Dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Halleluja. Herr, laß Christum durch den Glauben in unsern Herzen wohnen, Halleluja. Und uns durch die Liebe fest gewurzelt und gegründet werden. Halleluja. ö Herr, zeige uns deine Wege, Halleluja. Und lehre uns deine Steige. Halleluja. Bei dem Herrn findet man Hülfe, Halleluja. Und deinen Segen über dein Volk. Halleluja. Hilf deinem Volke und segne dein Erbe, Halleluja. Weide sie und erhöhe sie ewiglich. Halleluja. 10 81. 82. 83. 84. 85. 86. 87. Versilel. Gott, gib Fried in deinem Lande, Halleluja. Glück und Heil zu jedem Stande. Halleluja. Bittet, so werdet ihr nehmen, Halleluja. Daß eure Freude vollkommen sei. Halleluja. In Not und Crübsal. Rufe mich an in der Not, So will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. Ich hoffe darauf, daß du so gnädig bist, Halleluja. Mein Herz freuet sich, daß du so gerne hilfst. Halleluja. Herr, du wollest deine Barmherzigkeit nicht von uns wenden, Laß deine Güte und Treue uns allewege behüten. Das Verlangen der Elenden hörest du, Herr, Halleluja. Ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket. Halleluja. Tod und Sterben. Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Auf daß wir klug werden. Leben wir, so leben wir dem Herrn, Halleluja. Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Halleluja. In deine Hände befehle ich meinen Geist, Du hast mich erlöset, Herr, du getreuer Gott. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, Halleluja Sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Halleluja. Gericht und ewiges Leben. „Siehe, der Herr kommt mit viel tausend Heiligen, Gericht zu halten über alle. „Siehe, es kommt der Herr, der Herrscher, Halleluja. Und in seiner Hand ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Halleluja. Vor dir ist Freude die Fülle, Halleluja. Und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Halleluja. I Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes an Sonn⸗ und Festtagen. e* 1. Eingang. Der Gottesdienst beginnt mit dem Gesange des Introitus oder einem Eingangsliede. Beides schließt mit: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 2. Kyrie. Pastor: HErre Gott, Gemeinde: * 2——— oder EU 2 1 .— er ⸗-bar-me Dich! er ⸗bar⸗me Dich! Pastor: Christe, Gemeinde: ———— ö Q— C.. 1 E V—— IXI e e * 3bar⸗me Dich! er ⸗bar⸗me Dich! Drbr HErre Gott, Gemeinde: =. oder er⸗bar⸗me Dich! er ⸗bar⸗me Dich ü-⸗ber uns! 4 on I 8 Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. 3. Gloria. Pastor: Ehre sei Gott in der Höhe Chor oder Gemeinde: 0—.— 42— SSISSSSISI.. und Friede auf Er⸗den und den Men ⸗schen ein Wohlgefal⸗len! (An Festtagen: Wir loben Dich, wir benedeien Dich, wir beten Dich an, wir preisen Dich, wir sagen Dir Dank, um Deiner großen Herrlichkeit willen, HErr Gott, himmlischer König, allmächtiger Vater! HErr, eingeborener Sohn, Jesus Christus! HErr Gott, Du Lamm Gottes, Sohn des Vaters, der Du die Sünde der Welt trägst, erbarme Dich unser! Der Du die Sünde der Welt trägst, nimm an unser Gebet! Der Du sitzest zur Rechten des Vaters, erbarme Dich unser! Denn Du allein bist heilig, Du allein bist der HErr, Du allein bist der Allerhöchste, Jesus Christus, mit dem Heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen.) Gemeinde: Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 4. Gruß. Pastor: Der HErr sei mit euch Gemeinde: 10 N Deeeee ——4 und mit dei ⸗ nem Geist! Pastor betet 5. die Kollekte. Gemeinde: S A 0 6 men. ee Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. 8 Pastor verliest 6. die Epistel oder, wenn über die Epistel gepredigt wird, die epistolische Lektion des Tages. oder oen Eem⸗ ja! H sHeiat Hal⸗le⸗lu⸗—6 7. Gemeindelied. Pastor verliest 8. das Evangelium oder, wenn über das Evangelium gepredigt wird, die evangelische Lektion des Tages. Chor oder Gemeinde: Lob sei Dir, Chri⸗ste! A ⸗ men. 9. Glaubensbekenntnis: Pastor spricht das Apostolische Glaubensbekenntnis: + Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Ich glaube an Jesum Christum, Gottes eingeborenen Sohn, unsern HErrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auf⸗ erstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. 4 Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. Oder das Nicänische Glaubensbekenntnis: Ich glaube an einen einigen allmächtigen Gott, den Vater, Schöpfer Himmels und der Erde, Alles, das sichtbar und un⸗ sichtbar ist. Und an einen einigen HErrn, Jesum Christum, Gottes einigen Sohn, der vom Vater geboren ist vor der ganzen Welt, Gott von Gott, Licht von Licht, wahrhaftiger Gott vom wahr⸗ haftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, mit dem Vater in einer⸗ lei Wesen, durch welchen Alles geschaffen ist. Welcher um uns Menschen und um unsrer Seligkeit willen vom Himmel kommen ist, und leibhaftig worden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch worden, auch für uns gekreuziget unter Pontio Pilato, gelitten und begraben, und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel, sitzet zur Rechten des Vaters, und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten, des Reich kein Ende haben wird. Und an den HErrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der vom Vater und dem Sohn ausgehet, der mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat. Und eine einige, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne eine einige Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und ein Leben der zukünftigen Welt. Gemeinde: 98 N 4 ——————— A⸗ men, A⸗ men, A men. 10. Gemeindelied. 11. Die Predigt. 12. Gemeindelied. 2 Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. 5 13. Gebet, entweder: oder: Das allgemeine Kirchengebet. Die Abkündigungen und der Die Danksagungen und Für⸗ Friedenswunsch. bitten. Vater Unser. Gemeindelied. Abkündigungen und der Kirchengebet vor dem Altar. Friedenswunsch. Vater Unser. Gemeindelied. 2* 2 14. Abendmahlsfeier. Gemeindelied oder Gesang des Kirchenchors: Schaff in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen gewissen Geist, verwirf mich nicht von Deinem Angesicht und nimm Deinen Heiligen Geist nicht von mir. Während des Gesanges treten die Abendmahlsgäste vor-den Altar. Pastor: Der HErr sei mit euch Gemeinde: +=— DSISPSSSSS.........— 4 und mit dei ⸗ nem Gei ⸗ste! Pastor: Empor die Herzen! Gemeinde: —...—......— N Zä nn Wir ha⸗ ben sie bei dem HEr⸗ren. Pastor: Dank sagen lasset uns dem HErren, unserm Gott. Gemeinde: Wür⸗dig ist das und ist reecht. 6 Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. Pastor: Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ists, daß wir Dir, heiliger HErr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, allezeit und überall Dank sagen durch Christum, unsern HErren, durch welchen Deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herr⸗ schaften, fürchten die Mächte, die Himmel und aller Himmel Kräfte samt den seligen Seraphim mit einhelligem Jubel preisen. Mit ihnen laß auch unsre Stimmen uns vereinen und anbetend zu Dir sprechen: Gemeinde: Q —..—4 ee yrr..nx mer watn drrnmndrern, nn,i 2.— Hei⸗lig, hei⸗lig, hei⸗lig ist Gott, der HErr — P———. 5 SSSSSIEee— 5 Ze⸗ba⸗oth. Al⸗le Lan⸗de sind Sei⸗ ner Ehere Q— 57———————— e en rn emn Fninen nmm dem eerdn eren erin jnin. + 1 + 2— + voll. Ho⸗si ⸗ an⸗ na in der HH ⸗ hel — — — ** — SDD..—— —..——3—— . Ann,„n.„——„—— —— Ge ⸗ lo⸗bet sei, der da kommt im Na⸗men des Ʒ7s—— —— L I SS—— 4 55 L r HErrn! Ho⸗si ⸗ an⸗ na in der Hö ⸗ he! Pastor liest die Vermahnung: Meine Geliebten in dem HErrn. Wer da würdig will essen und trinken dies heilige Sakrament, der soll zwei Dinge tun: Er soll glauben, was Christus sagt, und tun, was er gebeut. Er sagt: Das ist Mein Leib, der für euch gegeben wird, das ist Mein Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches sollet ihr glauben. Er gebeut aber: Nehmet hin, esset, und trinket alle daraus und Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. 7 gedenket Meiner. Solches sollet ihr tun nach Seiner Gnade Wort und Befehl. Daß uns aber der allmächtige Gott und barmherzige Vater Seinen heiligen Geist reichlich mitteilen wolle, auf daß wir durch desselbigen Gnade uns dieser zweier Stücke von Grund des Herzens befleißigen mögen und also das heilige Sakrament würdiglich empfahen zur Stärkung unseres schwachen Glaubens und Besserung unseres sündlichen Lebens: so wollen wir Ihn darum anrufen und in dem Namen Christi beten von Grund des Herzens ein andächtiges Vater Unser. Vater unser, der Du bist im Himmel, geheiliget werde Dein Name, zu uns komme Dein Reich, Dein Wille geschehe wie im Himmel auch auf der Erde, unser täglich Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem übel. Gemeinde: Pastor: Unser HErr Jesus Christus, in der Nacht, da Er verraten ward, nahm Er das Brot, dankte und brachs und gabs Seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist Mein Leib, der für euch gegeben wird. Solchs tut zu Meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm Er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte, gab ihn und sprach: Trinket alle daraus, dieser Kelch ist das Neue Testament in Meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solchs tut, so oft ihrs trinket, zu Meinem Gedächtnis. Darnach erfolgt die Austeilung mit den Worten: Nimm hin und iß, das ist der Leib Christi, der für dich gegeben ist. Der stärke und erhalte dich zum ewigen Leben! Amen. 8 Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. Nimm hin und trink, das ist das Blut des Neuen Testa⸗ ments, das für deine Sünde vergossen ist. Das stärke und er⸗ halte dich zum ewigen Leben! Amen. * 4* * 15. Schluß. Pastor: Danket dem HErrn, denn Er ist freundlich. Halleluja! Gemeinde: . D ö———— +——.——— I— F 0 83—3 ö.— 55— 24 Und Sei⸗ne Gü⸗te wäh⸗ret e⸗ wig ⸗lich. EEE—— HN ..... — Hal⸗le ⸗ lu ⸗ ja! Pastor betet die Kollekte: Wir danken Dir, allmächtiger HErr Gott, daß Du uns durch diese heilsame Gabe hast erquicket, und bitten Deine Barm⸗ herzigkeit, daß Du uns solches gedeihen lassest zu starkem Glauben gegen Dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um Jesu Christi, unseres HErrn, willen. Gemeinde: A 4 4 men. Pastor erteilt den Segen. Gemeinde: „. — 4.— + SIII + +. –L 2.— 2— A: men, A, men, A men. (Findet keine Abendmahlsfeier statt, so schließt sich an Nr. 13 sofort Bersikel und Kollekte an.) ——————————— Introiten. 1. Advent(Ton 5). Freue dich sehr, du Tochter Zion, und jauchze, du Tochter Jerusalem. Dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. Nach Dir, HErr, verlänget mich, mein Gott, ich hoffe auf Dich. Laß mich nicht zu Schanden werden, daß sich meine Feinde nicht freuen über mich. HErr, zeige mir Deine Wege und lehre mich Deine Steige. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. ö Wie es war im Anfang. jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. I. und II. Amen. 2. Weihnachten(Ton 5). Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist ung gegeben, welches Herrschaft ist auf Seiner Schulter, und Er heißt: Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig⸗Vater, Friedefürst Singet dem HErrn ein neues Lied, denn Er tut Wunder. Jauchzet dem HErrn alle Welt! Singet, rühmet und lobet!— Ehre sei c. 3. Am Sonntage nach Weihnachten(St. Stephanstag) I. II. (Ton 5). Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Edstein geworden. Inrroiten. Das ist vom HErrn geschehen und ein Wunder vor unsern Augen. Die Rechte des HErrn ist trhöhet, die Rechte des 5Errn behält den Sieg.— Ehre: ꝛc- 4. Neujahr(Ton 1). Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von denen mir Hulfe kommt. Meine Hülfe kommt von dem 5ᷣErren, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Der HErr behüte dich vor allem uͤber, Er behüte deine Seele. Der HErr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.— Ehre ꝛe. Oder:(Ton 1). HErr Gott, Du bist unsre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden, bist Du Gott von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit. Fülle uns frühe mit Deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Lebenlang. Zeige Deinen Knechten Deine Werke und Deine Ehre ihren Kindern.— Ehre ꝛc. 5. Epiphanienzeit(Ton 8). Der HErr ist König, des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer ist. Zion hörts und ist froh, und die Töchter Juda sind fröhlich, HErr, über Deinem Regimente. Introiten. ö 11 Denn die Herrlichkeit des HErrn soll geoffenbaret werden, und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des orn Mund redet.— Ehre ꝛc. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel(Ton 8). Gott, wir warten Deiner Güte in Deinem Tempel. Gott wie Dein Name, so ist auch Dein Ruhm bis an der Welt Ende. Deine Rechte ist voll Gerechtigkeit. Groß st der HErr und hochberühmt in der Stadt unseres Gottes, ö auf Seinem heiligen Berge.— Ehre ꝛc. An den Sonntagen Septuagesimae und Sexagesimae (Ton 8). Ich habe dich je und je geliebet, darum habe Ich dich zu Mir gezogen aus lauter Güte. Mein Wort soll nicht wieder leer zu Mir kommen, sondern tun, das Mir gefällt, dazu Ichs sende. Ich will rühmen Gottes Wort, ich will ruͤhmen des 5Errn Wort. Dein Wort, HErr, ist die rechte Lehre, Heiligkeit ist die Zierde Deines Hauses ewiglich.— Ehre ꝛt. In der Fastenzeit vom Sonntage Quinquagesimae an und Karfreitag(Ton 7). Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sunde trägt. Fürwahr, Er trug unsre Krankheit und lud auf Sich unsre Schmerzen. Die Strafe liegt auf Ihm, auf daß wir Friede hätten, und durch Seine Wunden sind wir geheilet. + EE— —— 1100 Gedenke, HErr, an Deine Barmherzigkeit und an Deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. Daß nicht unsere Feinde über uns herrschen. Gott Israels, erlöse uns aus aller unsrer Not.— Ehre ꝛe. 9. Am Feste ver Verkündigung Mariä(Ton 4). Träufelt, ihr Himmel, von dben, und die Wolken regnen die Gerechtigkeit. Die Erde tie sich auf und bringe das Heil. Die Himmel erzählen die Ehre Gettes, und die Feste verkündiget Seiner Hünde Werk.— Ehre ꝛc. 10. Am Gründonnerstage(Ton 3). Der HErr hat ein Gedächtnis gestiftet Seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Herr. Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreiet 5. Seele, Gott, zu Dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gotte.— Ehre ꝛe. 11. Ostern(Ton 5 Der HErr ist auferstanden. Hallelujal Er ist wahrhaftig auferstanden. Hallelujal, Gedenkt daran, was Er euch sagte. Halleluja! Des Menschen Sohn muß gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen! Halleluja! Mit Ehre und Schmuck hast Du Ihn gekrönt und hast Ihn zum HErrn gesetzt über Deiner Hünde Werk. — Ehre ꝛc. 12. Freudenzeit(Ton 5). Singet dem HErrn ein neues Lied. Halleluia! ——— πᷣᷣ——————— II. II. .. Introiten. ö 13 Denn Er tut Wunder, Halleluja! Vor den Völkern läßt Er Seine Gerechtigkeit offenbaren. Halleluja, Halleluja! Er sieget mit Seiner Rechten und mit Seinem heiligen Arme.— Ehre ꝛe. 13. Himmelfahrt(Ton 5). Ihr Münner von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Halleluja! Wie ihr Ihn gesehen habt gen Himmel fahren, wird Er kammen. Halleluja! Halleluja! Hälleluja! Frohlocket mit Händen alle Völker ö und jauchzet Gott mit fröhlichem Schalle.— Ehre C. 14. Pfingsten(Ton 8). Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes, unser Gott kommt und schweiget nicht. So spricht der HErr: Ich will Wasser gießen auf die Durstigen und Ströme auf die Düͤrren. Ich will Meinen Geist auf deinen Samen gießen und Meinen Segen auf deine Nachkommen. Der HErr ist Gott, der uns erleuchtet. Schmücket das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars! — Ehre ꝛe. 15. In der Trinitatiszeit. A.(Ton 8). Gott, unser Schild, schaue doch, siehe an das Reich Deines Gesalbten Introiten. Denn ein Tag in Deinen Vorhöfen ist besser, denn sonst tausend. Wie lieblich sind Deine Wohnungen, HErr Zebaoth. Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des ᷣErren.— Ehre ꝛc. B.(Ton 8). HErr, neige Deine Ohren und erhöre mich! Hilf Du, mein Ha Deinem Knechte, der sich verläßt auf Dich. HErr, sei mir gnädig, denn ich rufe täglich zu Dir. Erfreue die Seele Deines Anechtes, denn nach Dir, HErr, verlanget mich.— Ehre ꝛc. C.(Ton 8). Kommt, laßt uns anbeten und knieen und niederfallen vor dem HErrn, der uns gemacht hat Denn Er ist unser Gott und wir das Volk Seiner Weide und Schafe Seiner Hand. Kommt herzu, laßt uns dem HErrn frohlocken und jauchzen dem Hort unsers Heils.— Ehre ꝛc. D.(Ton 1). Für die drei letzten Sonntage des Kirchenjahrs. Seid stillei in dem HErrn, denn des HErrn großer Tag ist nahe, er ist nahe und eilet sehr. Wenn der HErr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Tränmenden Dann wird unser Mund woll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Siehe, ich komme bald, spricht der HErr. Halte, was du hast, daß niemand deine Krone raube.— Ehre ꝛc. Introiten. 15 16. Am Feste Johannis des Täufers(Ton 3). Der HErr hat mich von Mutterleibe gerufen mit meinem Namen und hat meinen Mund gemacht wie ein scharfes Schwert. Mit dem Schatten Seiner Hand hat Er nich bedecket Er hat mich zum reinen Pfeil gemacht. Es ist ein köstlich Ding, dem HErren danken und lobsingen Deinem Namen, Du Hächster.— Ehre ꝛc. 17. Am Feste der Heimsuchung Maria(Een 9). Die Himmel werden, HErr, Deine Wunder breisen und Deine Wahrheit in der Gemeinde der Heiligen Gott ist fast mächtig in der Sammlung der Heiligen, und wunderbarlich über ale, die um Ihn sind. Mein Herz dichtet ein fcines Lied, Ich will singen von einem Könige, Ich freue mich 25 dem HErren, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gotte— Ehre ꝛc. 18. Am Reformationsfeste(Ton 6). Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr darinnen, darum wird sie wohl bleiben, Gott hilft ihr frühe Gott ist unsere Zuflucht und Stürke, eine Hülfe in den großen Nöten, die uns getroff fen haben. Der HErr gebaoth ist mit uns, Der Gott Jakobs ist unser Schutz.— Ehre ꝛe. Introiten. 19. Am Michaelis⸗ und Ernte⸗Dankfeste(Ton 5). Lobe den HErrn, meine Seele und was in mir ist, Seinen heiligen Namen. Lobet den HErrn, ihr Seine Engel, ihr starken Helden, die ihr Seine Befehle ausrichtet, daß man höre die Stimme Seines Wortes. Lobet den HErrn, alle Seine Heerscharen, Seine Diener, die ihr Seinen Willen tut. Lobet den HErrn alle Seine Werke, an allen Orten Seiner Herrschaft. ů Lobe den HErrn, meine Seele.— Ehre ꝛc. 20. Am Bußtage(Ton 2). Aus der Tiefe rufe ich, HErr, zu Dir. HErr, höre meine Stimme. Laß Deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So Du willst, HErr, Sünde zurechnen, HErr, wer wird bestehen? ö Denn bei Dir ist die Vergebung, daß man Dich fürchte. ö HErr, wir liegen vor Dir mit unserm Gebete, nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf Deine große Barmherzigkeit.— Ehre ꝛce. Schlltersche Buchdruckerei in Hannover. 7 ———————— ¶—— IE NNH ANI SPSPSPSISSSIIII ———————— PPPII —— 35— .—.—— * 2 20 2.——— 22*. E —— —.— V 2 3 .... 1 2 2—— A 3325 — el * ITTT — — 1——* —