ö Das Shärflein der Wittwe. Wahrlich ich sage euch: Diese arme Wittwe hat mehr, als alle, hineingeworfen. Luc. 21, 5. Evangelisch⸗lutherisches esangbuch der Hannoverschen Landeskirche. Hildesheim. Druck und Verlag von Gebr. Gerstenberg. 1883. ———2——.—.—..—.——— SS—-⸗W- * *—————————— Und Alles, was ihr bittet im Gebet, so ihr glaubet, so werdet ihr es empfangen. Matth. 21, 22. — 7 ů ö zur frommen Erinnerung ö ö an ö ö — . Inhalt. A. Sonntags⸗ und Festtagslieder. I. Sonnkagslieder(Nr. 1-211.ͤX:1:ͤ/ 1 I. Adventslieder(Nr. 22—550). 11 1 III. Weihnachtslieder(Nr. 36— 57ꝰ) 1910 1044 I. Reujahrslieder(Nr. 58-655. 33 606 V. Epiphaniaslieder(Nr. 66—72 777)38 259 VI. Passionslieder(Nr. 75—1035ö5f 432 24 VII. Osterlieder(Nr. 104—12600 360 460ʃ Vunl Hinmelfahrtslieder KAr. 127—135)). 78 16 X. Pfingstlieder(Nr. 136—147). 77 336K X. Trinitatislieder(Nr. 148-153 3343684 128 XI. Lieder für die kleineren Feste 1²⁵ 1. Darstellung Jesu(Nr. 154—- 15600 87 5⁴ 2. Verkündigung Mariä(Nr. 1577) 88 423 3. Fest Johannes des Täufers(Nr. 158—159):89 389P 4. Mariä Heimsuchung(Nr. 160—161). 91* 5. Michaelissest(Rr. 162— 164 92 28⁴4 B. Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. 231 XII. Lieder von der christlichen Kirche(Rr. 165—184) 94 22 XIII. Lieder vom Worte Gottes(Nr. 185— 1987)). 105 XIV. Tauf- und Konfirmationslieder(Nr. 199— 208). 113 XV. Abendmahlslieder(Nr. 209—2257——— ö3Ft;;vö‚?u‚IJWVé—ꝰH0ͤMV XXII. xXIV. IXVV. .XXVI. XXVII. XXVIII. XXIX. Inhalt. C. Lieder vom christlichen Leben. „Buß- und Beichtlieder(Nr. 226- 261) „Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung (Nr. 262— 291) „Jesuslieder(Nr. 292- 333) „Lieder vom christlichen Leben und Wandel (Nr. 334—376) Lieder vom Gebete(Nr. 377— 383) Kreuz⸗ und Trostlieder(Nr. 384- 436) In Krankheit(Nr. 432—436) Lob- und Danklieder(437— 465) Morgen⸗, Tisch- und Abendlieder a. Morgenlieder(Nr. 466—- 492) b. Tischlieder(Nr. 493—495) C. Abendlieder(Nr. 496-517) Berufs- und Standeslieder(Nr. 518— 54¹) Lieder für besondere Zeiten und (Nr. 542-569) E. Lieder von den letzten Dingen. Sterbe⸗ und Begräbnislieder(Nr. 570—613) Lieder von der Auferstehung(Nr. 614- 617) Lieder vom Gerichte(Nr. 618- 621) Lieder vom ewigen Leben(Nr. 622— 638) Verzeichnis der Dichter Seite 130 157 18⁰ 210 240 245⁵ 281 285 D. Lieder für besondere Stände, Zeiten und Verhältnisse. XXIII. 307 323 324 336 349 364 395 397 400 412 Alphabetisches Register. A. Nr. Ach bleib bei uns, Herr„170 Ach bleib mit deiner Gnade 18 Ach erkennet, liebste Seelen 456 Ach Gott, gieb du uns deine 345 Ach Gott, ich muß dirs klagen 234 Ach Gott, ich muß in Traur. 607 Ach Gott und Herr... 238 Ach Gott, verlaß mich nicht 364 Ach Gott, vom Himmel sieh 166 Ach Gott, wie manches H. 388 Ach Herre, du Krachter Gott 559 Ach Jesu, dessen Treu 297 Ach mein Herr Nult⸗ dein! 30. Ach lieber Gott, behüte mich 531 Ach sagt mir nichts von G. 303 Ach treuer Gott, barmherz. 401 Ach was sind wir ohne J. 254 Ach wär ich schon dort drob. 635 Ach wie flüchtig, ach wie 593 Ach wie laufen doch die J. 63 Ach wir armen Sünder.. 77 Ach wundergroßer Siegesh. 133 Allein Gott in der Höh sei 149 Allein zu dir, Herr Jesu 232 Alle Menschen müssen sterben 597 Alles ist an Gottes Segen 350 S. Nr. A Als Christus geboren war 42 Also heilig ist der Tag. 104 Am Grabe stehn wir stille 606 An dir allein, an dir hab 259P An Gott will ich gedenken 416 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 24 Auf, auf, mein ganz Gemüte 460 Auf, auf, mein Herz mit F. 116 Auf Christi Himmelfahrt 132 Auf dich hab ich gehoffet 336 Auf diesen Tag bedenken wir 128 Auferstanden, auferstanden 125 Auferstehn, ja auferstehn.. 617 Auf Gott nur will ich sehen 536 Auf Gott und nicht auf 423 Auf meinen lieben Gott„ 389 Aus einem tief vor dir ge⸗ beugten Herzen 260 Aus Gnaden soll ich selig w. 284 Aus Lieb läßt Gott der Chr. 162 Aus meines Herzens Grunde 469 Aus tiefer Not laßt uns 231 Aus tiefer Not schrei ich zu dir 2280 B. Befiehl dem Herren deine W. 415 Befiehl du deine Wege—32 Bei dir, Jesu, will ich bleiben 208 Bescher uns, Herr, das täg⸗ lich Brtr 55⁵⁵ Betgemeinde, heilge dich.. 383 Bewahre mich, o Freund 371 Bis hieher hat mich Gott 452 Bist du gleich ferne von B. 567 Bringt her dem Herren Lob 457 Brunn alles Heils, dich 14 C. Christe, du Beistand deiner Christe, du bist der helle Tag 497 Christe, du Lamm Gottes 73 Christ fuhr gen Himmel„127 Christ ist erstanden.... 105 Christ lag in Todesbanden 108 Christus der ist mein Leben 583 D. Da Christus geboren war 42 Da Jesus an des Kreuzes 81 Dank sei Gott in der Höhe 472 Dank sagen wir alle.. 16 Dank, Jesu, dir! Ach sind 224 Das alte Jahr vergangen ist 59 Das Jahr geht still zu Ende 65 Das ist eine selge Stunde 196 Deines Gottes freue dich„426 Dein Jesus rufet dich zur B. 258 Dein König kommt in nie⸗ dern Hüllen 7 Alphabetisches Register. Nr. Krenzgemeine 174 Christ, unser Herr, zum J. 199 Das Land wollst du bedenken 556 (Das walt Gott Vater und G.470 Das walte Gott, der helfen 483 Dein Erbe, Herr, das du 367 Dein Wort, Herr, ist die Lerhee Lhr 191 Dein Wort, o Herr, ist milder Tau 198 Den König schütze deine M. 521 Der Abend kommt, die S. 513 Der am Kreuz ist meine Liebe 93 Der Bräutgam wird bald ruf. 623 Der du bist drei in Einigkeit 496 Der du, Herr Jesu, Ruh 101 Der du zum Heil erschienen 179 Der Glaube macht allein 271 Der heilge Christ ist kommen 57 Der Herr ist mein getreuer H. 428 Der Herr ist meine Zuversicht 425 Der Hölle Pforten sind.. 115 Der lieben Sonne Licht.. 504 Der Mond ist aufgegangen 515 Der Tag der ist so freud. 40 Der Tag ist hin, mein Geist 510 Der Tag ist hin, mein Jesu 505 Des Morgens, wenn ich früh ansste·yhhh 468 Dich bitt ich, liebster Jesu 155 Dich Jesum laß ich ewig 328 Die Gnade sei mit allen„ 15 Die Ernt ist nun zu Ende 563 Die güldne Sonne. 477 Die helle Sonn leucht jetzt 467 Die Herrlichkeit der Erden 592 Die Himmel rühmen des E. 461 Die Nacht ist hin, wach auf 487 Die Nacht ist kommen, drin 499 Die Nacht ist nun vergangen 478 Die schönen Sonntagsstunden 21 Dies ist der Tag, den Gott 56 Dies ist die Nacht, da mir 52 Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet„ 503 5/ Dies sind die heilgen zehn G. 185 IINVNXVNVXYVNAXNANVNNNX IAIVAVA ....—.—.— Alphabetisches Register. Nr. Dir, dir, Jehova, will ich 381 Du bist ein Mensch, das 400 Du bists, dem Ruhm... 462 Du bist zwar mein... 610 Du Brunnquell aller Liebe 99 Du Friedefürst, Herr Jesu 542 Du großer Schmerzensmann 84 Du heilige Dreifaltigkeit„471 Du Herr der Seraphinen 163 Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ 21⁴4 Durch Adams Fall ist ganz 230 Du weinest vor Jerusalem 391 Du wesentliches Wort... 53 E. Ehre sei dir, Christe. 74 Eine Herde und Ein Hirt 182 Einer ists, an dem wir hang. 180 Eines wünsch ich mir... 100 Ein feste Burg ist unser Gott 168 Ein Kind geborn zu Bethl. 36 Ein Lämmlein geht und trägt 85 Ein reines Herz, Herr, schaff 3 Eins ist not, ach Herr... 3 Ein Wetter steiget auf.. Ei wie so sanft entschlie⸗ fest du Erhalt uns, Herr, bei deinem 169 Erhör, o Gott, das heiße F. 207 ——— Es ist das Heil uns kommen 264 Es ist gewißlich an der Zeit 620 Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein Es ist noch eine Ruh... 633Ä Es kostet viel, ein Christ In sein 356 Es mag dies Haus, das 615 Es wolle Gott uns gnädig 165 Ewge Liebe, mein Gemüte 281 Ewge Wahrheit, deren Treue 422 F. Fahre fort, Zin 176 Fang dein Werk mit Jesu an 489 Freu dich sehr, o meine Seele 587 Freuet euch der schönen Erde 553 Freuet euch, ihr Christen alle, freue sich Freuet euch, ihr Gotteskinder 69 Freut euch, ihr Christen alle, Gott schenkt.... 140 541 2 Fröhlich soll mein Herze 48 Früh am Morgen Jesus gehet 492 Früh morgens, da die Sonn 112 Ermuntert euch, erquickte Glieder men Ermuntre dich, mein schwa⸗ cher Geistt Erneure mich, o ewigs Licht Erschienen ist der herrlich T. Erstanden ist der heilig Christ 106 Gelobet sei der Herr, mein 448 ——— .548% Geh aus, mein Herz. ö 486 Geh hin nach Gottes Willen 375 Geht hin, ihr gläubigen G. 629 Geht nun hin und grabt Geist vom Vater und vom 46 Sohne.. 360 Gelobet sei der Herr, der 109 Gott Israelss ———.e:ee..:.. 7... 285½ 60⁵ 1584 VIII — Nr. en sei Israels Gott 159 (Gelobet seist du, Jesu Christ 37 (Gen Himmel aufgefahren ist 129 (Gesegn uns, Herr, die G. 493 Gesetz und Evangelium.. 195 Gieb dich zufrieden und sei 402 Gieb mir ein frommes Herz 369 Gnädigster Erbarmer... 538 Gott, deine Güte reicht.. 373 Gott, den ich als Liebe kenne 433 Gott, der du Berg u. Hügel 537 Gott der Vater, wohn uns bei 148 Gott des Himmels und der Erden& 473 Gott, des Zepter, Stuhl und Krone 25⁵² Gott, du Licht, das ewig 488 Gottes Stadt ist fest gegründ. 183 Gott ist gegenwärtig 13 Gott ist mein 335 187 Gott ist mein Lied... 463 Gott ist und bleibt getreu 412 Gottlob, der Sonntag kommt 7 Gottlob, die Herbstzeit.. 551 Gottlob, die kalte Winterzeit 552 Gottlob, die schöne Sommerz. 550 Gottlob, die Stund ist. 608 Gottlob, ein Schritt zur E. 62 Gottlob, ich bin im Glauben 274 Gottlob, nun ist erschollen 545 Gottlob, nun kommt die„549 Gott Lob und Dank, die N. 436 Gott sei Dank durch alle Welt 30 Gott sei gelobet und gebened. 221 Gott und Vater, nimm.. 205 Gott Vater, denk an Christi 245 Gott Vater, höre unsre Bitt 201 Großer Gott von alten Zeiten 8 Großer Mittler, der zur Alphabetisches Register. Rechteem 32¹ H. Nr. Halleluja, jauchzt, ihr Chöre 124 Halleluja, Lob, Preis und 152 Halleluja, schöner Morgen 12 Halt im Gedächtnis Jesum 315 Harre, meine Seele.... 431 Helen Ett, Eadenm. 32² Heilge Einfalt, Gnadenw. 366 elft mir Gotts Güte preisen 58 err, dein Wort, die edle Gabe y 193 Herr, der du mir das Leben 514 Herr, die Erde ist gesegnet 564 Herr, du wollst uns vor⸗ bereiten 2²⁰ Herr, es ist von meinem Leden 509 7 Herr Gott, dich loben wir, Herr Golt 437 Herr Gott, dich loben wir, Tedien 546 Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf. 58 Herr Gott, nun sei gepriesen 558 Herr, höre, Herr, erhöre„518 Herr, ich bekenn von Herzens⸗ grund: 267 Herr, ich bin dein Eigentum 637 Herr, ich habe mißgehandelt 246 Herr Jesu Christ, dein teures BDlut 91¹ Herr Jesu Christ, dich zu uns wend9... Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen.217 Herr Jesu Christ, du höch⸗ stes Gut, ꝛc., sieh doch 236 Herr Jesu Christe, mein getreuer Hirte 211 HA 232——04-˖‚‚t —.—.—...—— Alphabetisches Register. IX Nr. Herr Jesu Christe, mein Prophet Herr Jesu Christ, mein höch⸗ s Gur 318 Herr n Christ, meins Lebens Lichhht. 58⁴ Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott... 576 Herr Jesu, deine Angst und 92 Herr Jesu, dir sei Preis 213 Herr Jesu, Gnadensonne. 352 Herr Jesu, Licht der Heiden 156 Herr Jesu/ zieh uns für und für 130 Herr, nun laß in Friede 594 Herr, nun lässest du deinen 154 Herr, öffne mir die Herzenst. 189 Herr, unser Gott, laß nicht 543 Herr von unendlichem Er⸗ Varmen: 32⁵ Herr, was sind wir, daß 164 Herr, wie du willst, so 338 Herr Zebaoth, dein heiligs 190 Herzlich lieb hab ich dich 337 Herzlich thutn mich verlangen 582 Herzliebster Jesu, was hast 79 Herz und Herz vereint. 365 Heut ist des Herren? Ruhetag 2 Heut ist uns der Tag er⸗ schienen 157 Heut triumphieret Gottes 111 Hier bin ich, Herr, du rufest 368 Hier legt mein Sinn sich 358 Hilf, Helfer, hilf in Angst 581 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 60 Hilf mir, mein Gott, hilf 339 Hilf uns, Herr, in allen 344 Himmelan geht unsre Bahn 631 Himmelan, nur himmelan 638 Hinunter ist der Soune 498 Hirte deiner Schafe.... 511 —ę.— Höchster Tröster, komm her⸗ 7¹ miede 147 Hört auf mit Trauren und 578 Hört heut der Weisen große 72 Hosianna, Davids Sohn, der in seines 33 Hosianna! Davids Sohn, komumt in 32 Hüter, wird die Nacht.. 485 ö J. Ich armer Mensch doch gar 579 Ich bete an die Macht.. 327 Ich bin ein Gast auf Erden 595 Ich bin getauft auf deinen Nanien 20⁴ Ich bin getrost und freue inih. 273 Ich bin gewiß in meinem 276 Ich bin ja, Herr, in deiner 591 Ich ergebe mich dem Willen 409 Ich erhebe mein Gemüte. 261 Ich freue mich der frohen 616 Ich glaub an Einen Gott 268 Ich habe nun den Grund 279 Ich hab in Gottes Herz And Sinn 395 Ich hab in guten Stunden 435 Ich hab mein Sach Gott 580 Ich ab mich Gott ergeben 588 Ich hab von ferne.. 636 I0 Wündt Herr, und suche 2199 Ich ruf zu dir, Herr Jesu 334 Ich sag es jedem, daß er lebt 16 Ich singe dir mit Herz.. 446 Ich steh an deiner Krippe 47 Ich steh in meines Herren 430 f Ich sterbe täglich und mein 7 N V. J ch trau auf meinen Gott ch und mein Haus, wir sind bereit ch weiß, an wen ich gläube Ich weiß, an wen mein ** IIch weiß ein lieblich Engel⸗ spiel Ich weiß, es kann mir nichts Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun Ich weiß, woran ich glaube Ich will dich lieben, meine Ich will mich mit dir verl. Ich will, o Vater, allezeit Ich will von meiner Misseth. Ich wollt, daß ich daheime Ihr Christen auserkoren Ihr Eltern hört, was Christus richt In gllen meinen Thaten. In Angsten ruf ich, Herre In Christi Wunden schlaf! In dich hab ich gehoffet In dir ist Freude In Gottes Namen fang ich Ist Gott für mich, so trete Jod. Jauchzet, ihr Himmel. Je größer Kreuz, je näher Jerusalem, du hochgebaute Jesaia dem Propheten Jesu, deine tiefen Wunden Jesu, deine Passion Jesu, der du meine Seele Jesu, geh vornn Jesu, großer Wunderstern. Jesu, meine Freude Alphabetisches Register. Nr. 434 Jesu, meiner Seele Leben Jesu, meines Lebens Leben 526 Jesus Christus herrscht 77. Jesus Christus, unser Hei⸗ 2 288 land, der den Tod Jesus Christus, unser Hei⸗ land, der von uns. Jesus, Jesus, nichts als Bens 347. Jesus lebt, mit ihm auch ich 304 Jesus nimmt die Sünder an 319 Jesus soll die Losung sein 5 Jesu, Trost der armen 24 PSeelen. 570 45 K. 529 Keinen hat Gott verlassen 3 Komm, Gottes Geist, komm Komm, heiliger Geist, erfüll Komm, heiliger Geist, Herre 336 Komm, o Gott Schöpfer. „293 Komm, o komm, du Geist In Gottes Namen fahren 566 Kommst du, kommst du, 481Licht der Heiden 270 Kommt her zu mir, spricht? Kommt, Kinder, laßt uns 372 Kommt, laßt euch den Herren? Kommt und laßt uns Christ. 55 König, dem kein König. 418 König Jesu, streite, siege. 624 Kyrie(Litanei 210 80 80 L. 242 Laß dich Gott... 320 Laß dich, Herr Jesu Christ! 70 Lasset die Kindlein kommen 300 Lasset mich voll Freude. Jesus, meine Zuversicht.. 6 200 203 — 2 2 — — . Alphabetisches Register. XII Nr. Nr. Lasset uns den Herren preisen Meine Seele, laß dich finden 216 ö und vermehrern 455 Meine Seele erhebet den H. 160 Lasset uns den Herren preisen, Meine Seel, ermuntre dich 96 o ihr Christen 113Meine Seele senket sich.. 414 u ziehen 343 Meine Seel ist stille... 411 x Laß mich dein sein und bleiben 17 Meines Lebens beste Freude 308 *„*— Laßt mich geeonn 333Mein Gott, die Sonne geht 10 Laßt uns doch Christo dank⸗ Mein Heiland nimmt die 1 Dar sein. 93Sünder an 282 Liebe, die du mich zum Bilde 305Mein Heiland sitzet droben 131 Liebe, die nicht auszusprechen 317 Mein Herz, ach rede mir 324 Liebster Jesu, der du mich 361 Mein Herz, gieb dich zu⸗ 31 202 Liebster Jesu, wir sind hier, Mein Jesu, der du vor dem Hich% Sheiden 21⁸ Liebster Vater, soll es sein 432 Mein Jesu, süße Seelenlust 313 0 Litünet 229 Mein Jesus kommt, mein 600 5 Lobe den Herren, den mäch⸗ Mein Jesus lebt, was soll 120 6 ligen König. 450 Mein Lauf, Gottlob, ist bald 590 8 Lobe den Herren, o meine Mein lieber Gott, gedenke 359 7 Seel. 458 Mein schönste Zier und K. 298 3 Lobe, mein Herz, deinen G. 628 Mein Schöpfer steh mir bei 206 Lobet den Herren, alle die 476 Mir ist Erbarmung wider⸗ 9 Lobet den Herrn, ihr Heiden 67/% fahren 290 5 Lobt Gott, ihr Ehristen alle 41 Mir nach, spricht Christus 349, 2 Mit Ernst, o Menschen⸗ 1 8 Ainde 26 0 M. Mit Freude will ich heben an 540 3 Mache dich, mein Geist.. 351 Mit Fried und Freud ich 572 f Machs mit mir, Gott, nach 589 Mit meinem Gott geh ich 507 t Macht hoch die Thür, die Mitten wir im Leben sind 571 d Thor macht weit. 23 Morgenglanz der Ewigkeit 482 f Angst und Pein... 394 1 ; Man lobt dich in der Stille 444 N. r4 ; Meine Lebenszeit verstreicht 6⁰⁴4 t Meinen Jesum laß ich nicht 302 Nichts Betrübters ist... 535 h nicht so sehr 396 Alphabetisches Register. I. Nr. Nie bist du, Höchster... 289 O Gott, der du das Firma⸗ Nimm von uns, Herr 235 mennnt 560 Nimm von uns, Herre Gott 227 Gott, du frommer Gott 340 Nun bitten wir den heiligen 139 O Gott, du höchster Gnaden⸗ Nun bricht die finstre Nacht 200 horr 186 (Nun danket alle Gott.. 442 O Gottes Sohn, Herr Jesu 269 Nun danket alle Gott.. 443 O Gott, von dem wir alles 562 Nun danket all und bringet 445 O Gott, wir ehren deine Nun freut euch, liebe Christ. 262 Macht.. 153 Nun hilf uns, o Herr Jesu 532 O Haupt voll Blut und 88 Nun jauchzet all, ihr From. 25 Oheilige Dreieinigkeit, erhalt 520 Nun jauchzt dem Herren. 1 heilige Dreifaltigkeit.. 471 Nun kommt das neue Kirch. 22 O heilger Geist, kehr bei„141 Nun laßt uns den Leib.. 573 O hilf, Christe, Gottes Sohn 76 Nun laßt uns gehn und. 61 O Jesu Christe, wahres Licht 172 Nun laßt uns Gott dem 440 O Jesu Christ, mein schön⸗ Nun lieg ich armes Würme⸗ Licht 0 en 609 O Jesu Christ, meins Le⸗ Nun lob, mein Seel, den 438 bens Licht. 584 Rü Nun preiset alle..... 561 O Jesu, du mein Bräutigam 212 ö Nun ruhen alle Wälder„502 O Jesu, Jesu, Gottes Sohn 296 Nun schlaf, mein liebes 528 O Jesu, meines Lebens Licht 490 Nun sich der Tag geendet E Jesu, meine Wonne. 223 Se jB 506 O Jesu, süßes Licht.. 484 Se VNun sich der Tag geendet, OJesu süß, wer dein gedenkt 294 Se mein Herrzz 512 O König aller Ehren.. 66 Se VNun singet und seid froh. 44 O König, dessen Majestät 255 Se Nun tret ich wieder.... 480] O Lamm Gottes, unschuldig 75 Se Nun triumphieret Jesus Chr. 111 O Lebensbrünnlein tief und 295 ö O Liebe, die den Himmel Se O. hat zerrissen 5⁴ So ö O meine Seel, du sollst Se 1 Bergwerksschöpfer... 539 den Herren preisen... 441 Se — O daß ich tausend Zungen 454 O selig Haus, wo man Se O du Liebe meiner Liebe. 94 dich aufgenommen... 527 Se O du Schöpfer aller Dinge. 248 O Tod, wo ist dein Stachel 114 Se O Ewigkeit, du Donnerwort 626 O Traurigkeit, o Herzeleid 102 Se O Ewigkeit, du Freudenwort 627 O treuer Heiland, Jesu 342 Se Ofrommer und getreuer Gott 243 O Vater, allmächtiger Gott 226— 55⁵⁴4 * O— EE OON n —el ⁷ IER Nr. O Vater der Barmherzigkeit 244 O Vaterherz, o Licht, o Leben 370 O Vater, unser Gott, es ist 378 O Welt, ich muß dich lassen 57⁴4 O Welt, sieh hier dein Leben 86 O wie fröhlich, o wie selig 630 O wie selig seid ihr doch 625 O wir armen Sünder. 77 P. Preis, Ehr und Lob sei dir 522 N. Rede, liebster Jesu, rede.187 Reich des Herrn Ringe recht, wenn Gottes 363 Rüstet euch, ihr Christenleute 362 S. Rif 164 Schwing dich auf, mein ganz 459 Schwing dich auf zu deinem 398 Seele, geh auf Golgatha. 98 Seele, mach dich heilig auf 95 Seelenbräutigamm. 311 Seele, was ermüdst du dich 316 Sei getreu bis an das Ende 346 Sei Gott getreu, halt seinen 348 Sei Lob, Ehr, Preis und 150 Sei Lob und Ehr dem höchst. 449 —.— Soll es, liebster Gott Sollt es gleich bisweilen405 Alphabetisches Register. XIII Nr. Sei stille, müdgequältes Herz 427 Sei willkommen, Davids. 33 Sende, Vater, deinen Geist 382 Siegesfürste, Ehrenkönig. 135 Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 251 Sieh, wie lieblich und wie sen 35⁴4 So führst du doch recht selig, Herr 413 So hab ich nun den Fels 283 So ist die Woche nun.. 517 Sollt ich meinem Gott nicht üünge 4⁴7 So nimm denn meine Hände 376 Sorge doch für meine Kinder 530 So ruhest du, o meine Ruh 103 So tret ich demnach an. 479 Stark ist meines Jesu Hand 332 Steht auf, ihr lieben Kinderl. 466 Straf mich nicht in deinem 250 Such, wer da will, ein 299 T. Tag des Zorns 61⁸ Teures Wort aus Gottes 192 Thut mir auf die schöne 11 Treuer Gott, ich muß dir 241 Treuer Hirte deiner Herde 177 Treuer Jesu, wache du.. 508 Sei mir tausendmal gegrüßet 87 Treuer Wächter Israel.. 544 . 432 So wahr ich lebe, spricht 239 Speis uns, Vater, deine Kind. 495 U. Nr. numschränkte Liebe 280 nverfälschtes Christentum 361 V. Valet will ich dir geben„585 Vater, laß mich Gnade finden 249 Vater unser im Himmelreich 377 Verleih uns Frieden gnädigl. 519 Versuchet euch doch selbst 272 Verzage nicht, du Häuflein 171 Vollendet hat der Tag die 516 Vom Himmel hoch da komm ich her 38 Vom Himmel kam der Engel Schar 39 Von Gott will ich nicht lassen 386 Vor deinen Thron tret ich 474 Vor G'richt, Herr Jesu, steh ich hie 237 5 2 W. Wach auf, du Geist der ersten Zeuden Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin Wach auf, mein Herz, und singe Wachet auf, ruft uns die Stimme 178 119 47⁵ * Wär Gott nicht mit uns diese Zeitt 167 Wärn meiner Sünd auch Alphabetisches Register. Warum betrübst du dich mein Herz Warum sollt ich mich denn grämen Warum willst du draußen stehen Was alle Weisheit in der Welt Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan, es bleibt.. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan, so denken.... Was ists, daß ich mich quäle Was mein Gott will, das ———— gescheh allzeiiit Was mich auf dieser Welt betrübt Was willst du dich betrüben Weicht, ihr Berge, fallt ihr Hugel 7 Weil ich Jesu Schäflein bin 5 Weine nicht, Gott lebet noch Nr. 151 407 565 —42²⁴ Welt ade, ich bin dein müde 596 Wenn alle untreu werden o Gott Wenn dich Unglück hat be⸗ treten Wenn ich ihn nur habe.. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht Wenn kleine Himmelserben Wenn mein Stündlein vor⸗ handen ist 621 Wenn meine Sünd mich. Wacht auf, ihr Christen alle 619 Wenn wir in höchsten Nöten Wenn wir in Wassersnöten sein 5 Werde licht, du Stadt.. noch so viel....... 265 Werde munter, mein Gemüte! Wenn dein herzliebster Sohn, 266 3 7 6 ——— — Alphabetisches Register. XV Nr. Wer Gott vertraut, hat wohl 387 Wer ist wohl wie du... 314 „Wer nur den lieben Gott 403 Wer sind die vor Gottes 632 Werter Tröster, komm.. 147 Wer weiß, wie nahe mir 599 Wie fleugt dahin der Men⸗ schen Zeitt 598 Wie Gott mich führt, so will 420 Wie groß ist des Allmächtgen 465 Wie lieblich ist der Maien 547/ Wie lieblich sind doch deine 117 Wie mein getreuer Vater will 404 Wie mit grimmgem Unver⸗ staud 569 Wie schön ists doch, Herr 524 Wie schön leucht uns der 292 Wie selig ist der Ort.. 9 Wie soll ich dich empfangen 28 Wie wird mir dann, o dann 634 Wie wohl hast du gelabet 222 Wie wohl ist mir, o Freund der Serle 309 Willkommen, Held im Streite 121 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns 78 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser.. 500 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod 110 Nr. Wir danken Gott für seine 494 Wir glauben all an Einen 263 Wir liegen hier zu deinen 256 Wir Menschen sind zu dem 188 Wir singen dir, Immanuel 49 Wohlauf, mein Herz, zu Gott 379 Wohl einem Haus, wo Jesus 525 Wo ist ein solcher Gott 286 Womit soll ich dich wohl 453 Wort des höchsten Mundes 194 Wo soll ich fliehen hin.. 240 Wo willst du hin, weils Abend istt 118 Wunderanfang, herrlichs.. 410 Wunderbarer Gnadenthron 51 Wunderbarer König.... 451 3. Zeuch, Ehrenkönig, bei mir 34 Zeuch ein zu deinen Thoren 142 Zeuch hin, mein Kind.. 612 Zeuch uns nach dir.... 134 Zion, gieb dich nur zufrieden 175 Zion klagt mit Angst und Schmerzen. 73 Zu deinen Füßen liege ich 225 Zu dir, Herr Jesu, komme ich 257 Zween der Jünger gehn mit Sehnen 12² ———————— ———— * +— Psalm 92, 2. Das ist ein köstlich Ding dem HErrn danken, und lobsingen deinem Namen, du Höchster. Epheser 5, 18— 20. Werdet voll Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem HErrn in eurem Herzen; und saget Dank allezeit für Alles, Gott und dem Vater, in dem Namen unsers HErrn Jesu Christi. A. Sonntags⸗ und Festtagslieder. I. Sonntagslieder. Pfalm 100. Eigene Melodie. 1 N᷑u jauchzt dem Herren, 0 alle Welt, kommt her, zu seinem Dienst euch stellt; kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig An⸗ gesicht! 2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr, und nicht wir selbst, durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. 3. Er hat uns ferner wohl be⸗ dacht und uns zu seinem Volk gemacht, zu Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute Weid. 4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht zu seinen Thoren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vor⸗ hof mit Gesang. 5. Dankt unserm Gott, lobsin⸗ get ihm, rühmt seinen Nam mit lauter Stimm, lobsingt und dan⸗ ket allesamt! Gott loben das ist unser Amt. 6. Er ist voll Güt und Freund⸗ lichkeit, voll Lieb und Treu zu jeder Zeit; sein Gnade währet dort und hier, und seine Wahr⸗ heit für und für. Thron und Jesus Christ, sein werten heilgen Geist sei nun und immerdar gepreist. (nach Corn. Becker). Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Müh und Plag, treibt eure Wochenarbeit nicht, kommt vor des Höchsten Angesicht. Halleluja! eure Knie vor Gottes Majestät hinaus. Halleluja! 3. Ganz unerträglich ist sein Grimm, doch hört er gern der Armen Stimm; deswegen lobt ihn allesamt, das ist der Christen rechtes Amt. Halleluja! 4 7. Gott Vater in dem höchsten einger Sohn, samt Gott dem David Denicke(2) g. 1603 4 1680 2 eut ist des Herren RuheX— 0 tag, vergesset Sorge, 2. Kommt her und fallt auf allhie; es ist sein Heiligtum und Haus, wer Sünde liebt, gehört 2 Sonntagslieder. 4. Rühmt unsers Gottes Meisterthat, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt und was dieselbe in sich hält. Halleluja! 5. Denkt auch, daß heut ge— schehen ist die Auferstehung Jesu Christ, dadurch die wahre Freu— digkeit in aller Not uns ist bereit. Halleluja! 6. Drum wollen wir begehn mit Fleiß den Tag nach rechter Christen Weis, wir wollen auf⸗ thun unsern Mund und sagen dies von Herzensgrund: Halleluja, 7. O Gott, der du den Erden— kreis erschaffen hast zu deinem Preis, uns auch bewahrt so man⸗ ches Jahr in vieler Trübsal und Gefahr, Halleluja, 8. Hilf, daß wir alle deine Werk voll Weisheit, Güte, Macht und Stärk erkennen und je mehr und mehr ausbreiten deines Namens Ehr. Halleluja! 9. O liebster Heiland Jesu Christ, der du vom Tod erstanden bist, richt unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sündenschlaf verlier. Halleluja! 10. Gieb deiner Auferstehung Kraft, daß dieser Trost ja bei uns haft, und wir uns drauf verlassen fest, wenn uns nun alle Welt verläßt. Halleluja! 11. O heilger Geist, laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Halleluja! 12. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzieh uns deine Gnade nicht, all unser Thun auch so regier, daß wir Gott preisen für und für. Halleluja! 13. Gott Vater, Sohn und Geist, verleih, daß dieser Tag dir heilig sei, wir auch die Sab— bathsruh und Freud erlangen drauf in Ewigkeit. Halleluja! Hannov. Gsb. 1646. Eigene Melodie. 3 Heur Jesu Christ, dich zu uns wend, den heilgen Geist du zu uns send, mit Hülf und Gnad, Herr, uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ! 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von An⸗ gesicht in ewger Freud und sel⸗ gem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II. Herzog zu Sachsen⸗ Weimar(2 g. 1598 4 1662. Pfalm 100. Mel. Gott des Himmels und der Erden, oder Eigene Melodie. 4. lle Welt, was lebt und webet, was in Feld und Häusern ist, was nur Stimm — Sonntagslieder. und Zung erhebet, jauchze Gott nerlich erfreuet. Laß mich, bitt zu jeder Frist! Dienet ihm, wer ich, deine Güte im Gemüte fort dienen kann, kommt mit Lust zu empfinden, ohn Anfechtung mei⸗I ihm heran! ner Sünden. 2. Sprecht: Der Herr ist unser. 3. Herr, siehe du doch ja nicht Meister, er hat uns aus nichts an das, was ich wider dich ge⸗ gemacht, er hat unsre Leib und than in nächstverwichnen Tagen. Geister an die lichte Welt gebracht Nimm zur Versöhnung Christi wir sind seiner Allmacht Ruhm, Blut, der uns gelitten hat zu gut seine Schaf und Eigentum. und völlig abgetragen, was sich 3. Gehet ein zu seinen Pfor⸗ täglich noch für Sünden in uns ten, geht durch seines Vorhofs finden; drum wir Schwachen zu Gang, lobet ihn mit schönen Wor⸗ dem Gnadenthron uns machen. ten, saget ihm Lob, Preis und 4. Mein'n Leib, mein Seel und Dank! Denn der Herr ist jederzeit all das mein, laß dir, o Herr, voller Gnad und Freundlichkeit. befohlen sein, ich will mich dir 4. Gott des Himmels und der ergeben. Wend ab Not, Angst und Erde, Vater, Sohn und heilger Herzeleid, du Vater der Barmher⸗ Geist, daß dein Ruhm bei uns zigkeit, in meinem ganzen Leben, groß werde, Beistand selbst und daß ich fröhlich deinen Willen Hülf uns leist! Gieb uns Kräfte mög erfüllen, stets dich lieben, und Begier, dich zu preisen für auch die Lieb am Nächsten üben. und für! 5. Gieb, daß mir deiner Ruhe ö Joh. Franck g. 1618 4 1677. Tag mein innre Ruh befördern mag durch deines Wortes Stärke; Mel. Wie schön leucht uns der Morgenst. daß mir dasselb ins Herze dring ö N 5 Och will, o Vater, allezeit und hundertfältig Früchte bring, 0 V erheben deine Gütigkeit, des Glaubens rechte Werke. Von daß du von so viel Jahren mich dir laß mir Brünnlein fließen, hast behütet wunderbar, wie ichs sich ergießen, daß ich bleibe stets mein Lebtag immerdar, auch diese ein Glied an deinem Leibe. Woch erfahren. Singet, bringet 6. Verleihe, daß in dieser Welt Gott dem Herren nah und fer⸗mein Hoffnung sei auf dich gestellt ren Dank und Ehre, jedermann und ich dir ganz vertraue, daß ich sein Lob vermehre! die wahre Ruh und Freud erlange 2. Du führst durch deinen dort ohn einig Leid, wenn ich Gott Gnadenschein aus aller Trübsal, ö immer schaue. Durch dich werd Not und Pein den, der zu dir ich große Gaben ewig haben bei nur schreiet. Durch Christum dir oben; deinen Namen will ich giebst du deinen Geist, der uns loben. den Weg zur Buße weist und in⸗ Hannov. Gsb. 1657. —— 10—— 3— 4 ö Sonntagslieder. Eigene Melodie. 6 Lerter Jesu, wir sind 2 hier, dich und dein Wort anzuhören, lenke Sinne und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir ge⸗ zogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis verhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlich⸗ keit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt be⸗ reit, öffne Herzen, Mund und Ohren! Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen! Tobias Clausnitzer g. 1618 1 1684. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. ott Lob, der Sonntag 67. G kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu; heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja! 2. Das ist der Tag, da Jesus standen ist und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja! 3. Das ist der rechte Sonnen⸗ tag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja! 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort, führ mich zur Him⸗ melsehrenpfort, laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich! Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 8 Ger Gott von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt, heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach wie lieb ich diese Stun⸗ den, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost ver⸗ bunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Mor⸗ gen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet und singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen ö fort? Selig ist, wer Tag und Christ vom Tod für mich er⸗ Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigen⸗ tum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kasp. Neumann g. 1648 4 1715. 2 9 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 9 Wie selig ist der Ort zu 0 nennen, wo Gottes Wort im Schwange geht, wo Licht und Recht ganz helle brennen, und Zion niemals wüste steht, da man im Schmuck der Heilig⸗ keit dem Herren opfert allezeit! 2. Weh aber, wo die Lebens⸗ worte so rar und teuer worden sind, daß man an solchem wüsten Orte von Gott nur dunkle Spuren findt! Wie billig wird der Ort beweint, wo Gottes Wort entfernet scheint. 3. Wir dürfen keinen Zweifel tragen, als wär allhier nicht Gottes Haus; wo wir nach Gottes Worte fragen, da macht er eine Kirche draus: sie sei nun zahlreich oder klein, so muß sie ihm doch heilig sein. 4. So treten wir im Geist zusammen, so singen wir des Herren Lied, so bringen wir die Opferflammen, auf welche Gott in Gnaden sieht; so lesen wir und hören an, was Gottes Wort uns lehren kann. 5. Ach Herr, gieb selber das Gedeihen, laß doch kein Wort vorüber gehn, laß uns die Seelen⸗ speis erfreuen, laß unser Herz erquicket stehn, gieb unsrer Ein⸗ falt deutlich ein das, was uns kann erbaulich sein! 6. Erhalt uns bei dem Glau⸗ bensgrunde, den du den Eckstein hast genennt, daß man dich nicht nur mit dem Munde, auch mag; bewahr mich vor der argen Sonntagslieder. 5 mit dem Herzen selbst bekennt. ö Wenn uns die Welt Verfolgung ständigkeit! 7. Ja bau du selbst in unsrer ö Seele dir ein lebendig Gottes haus, so wird in dieser Jam⸗ erhöhle ein angenehmer Sab⸗ bath draus, bis wir in jenen Tempel gehn und vor des Lammes Stuhle stehn. Benjamin Schmolck g. 1672 417³37. ö die Sonne selbst in mir, du der Sünden Dunkelheit! 2. Mein erstes Opfer ist dein dräut, so gieb, o Herr, Be⸗ Mel. Herr Jesu Christ, dich zu un wend.. 10 Mein Gott, die Sonne n 2 geht herfür, sei du Sonne der Gerechtigkeit, vertreib Eigentum; ach kehre gnädig bei Tempel weihn. 3. Gieb, daß ich meinen Fuß bewahr, eh ich mit deiner Kirchen⸗ schar zum Hause Gottes wallen Ruhm, mein Herz ist selbst dein mir ein, du mußt dir selbst den 1 steh. Verstand, daß ich dein Wort mit Andacht hör, zu deines großen Namens Ehr. 5. Schreib alles fest in meinen bin; verleihe deine Kraft dabei, geh, daß ich auch heilig vor dir 4. Bereite Herze, Mund und Hand und gieb mir Weisheit und Sinn, daß ich nicht nur ein Hörer daß ich zugleich ein Thäter sei. 6. Hilf, daß ich diesen ganzen Tag mit Leib und Seele feiern 6 Sonntagslieder. Welt, die deinen Sabbath sünd⸗ lich hält. 7. So geh ich denn mit Freude hin, wo ich bei dir zu Hause bin. Mein Herz ist willig und bereit, o heilige Dreieinigkeit! Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Weicht ihr Berge, fallt ihr Hügel. 11 e auf die schöne 0 Pforte, führet mich in Zion ein! Ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir ge— kommen, komme du nun auch zu mir! Wo du Wohnung hast ge⸗ nommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch in meinem Herzen ein, laß es deinen Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilige du Leib und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilige du Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt; gieb mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge du im Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rau⸗ ben, halte mir dein Wort stets für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt; nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmel⸗ brot, tröste mich in aller Not! 7. Offne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann; lasse mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammerthal, Herr, zu deinem Ehrensaal! Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Weicht ihr Berge, fallt ihr Hügel. 12 Heen, f schöner Mor⸗ gen, schöner als man denken mag, heute fühl ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunkeln Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, du ver⸗ treibst mir alles Leid. 3. Ach wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au; da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Welt⸗ geschäfte, heute hab ich sonst zu thun, denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gotteswerk für mich. 5. Wie soll ich mich heute grünt. schmücken, daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird die Kleider schicken, die ich ihm zu Ehren trag. Sein Blut und Gerechtigkeit ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein, denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sin⸗ nen und bereite selbst die Brust, laß mich Lehr und Trost gewin⸗ nen, gieb zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Leh⸗ ren, öffne selber ihren Mund; mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß wenn man hier bet und singt, solches in dein Herze dringt. 9. Gieb, daß ich den Tag be⸗ schließe, wie er angefangen ist; segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbaths bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. 9 J. Krause g. 17011 1762. tel. Unumschränkte Liebe, oder Wunderbarer König. 13 Gen ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten, alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nie— der, kommt, ergebt euch wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht Sonntagslieder. gebücket dienen; heilig, heilig, heilig singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, ver⸗ nimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht 4 ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich n wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebsten Gott, in allen! 5. Du durchdringest alles, laß dein schönstes Lichte, Herr, be⸗ rühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich ent⸗ falten und der Sonne stille halten, laß mich so, still und froh, deine Strahlen fassen und dich wirken lassen! ö 6. Mache mich einfältig, innig, abgeschieden, sanfte und im stillen Frieden; mach mich reines Her⸗ zens, daß ich deine Klarheit schauen mag im Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben! 7. Herr, komm in mir woh⸗ nen, laß mein'n Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets* 4 22 lieb und ehre. Wo ich geh, sitz Nund steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 1 4 Blunn alles Heils, dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir; aus deiner Gottheit Heiligtum dein hoher Segen auf uns komm! 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Übel Tag und Nacht! 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, uns leuchten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der Herr, der Tröster, ob 98 Sonntagslieder. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns gar kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu; und wenn uns ja will grauen, so bleibts: Der Herr ist treu. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du kommst; so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; denn sie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt, der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden uns schweb, sein Antlitz über uns erheb, daß uns sein Bild werd eingedrückt, und geb uns Frieden unverrückt. 5. Jehova! Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Offenb. 22, 21. Mel. Christus der ist mein Leben. 15 Die Gnade sei mit allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. die größten Thaten thut. 8. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen, die Gnade sei mit mir! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 1 1769. Eigene Melodie. 16 DG sagen wir alle Gott unserm Herren Christo, der uns mit seinem Wort hat erleuchtet und uns erlöset hat mit seinem Blute von des Teufels Gewalt. Den sollen wir alle mit seinen Engeln loben mit Schalle, singen: Preis sei Gott in der Höhe! Altkirchl. Deutsch 1527. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 17 Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr! Herr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Be⸗ ständigkeit, dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nikol. Selnecker g. 1532 4 1592. Mel. Christus der ist mein Leben. 18 A* bleib mit deiner * Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hin⸗ fort nicht schade des bösen Fein⸗ des List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht, dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr! 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not! Josua Stegmann g. 1588 4 1632. Sonntagslieder. 9 Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 19 U6. Ausgang segne 0 Gott, unsern Ein⸗ gang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit sel⸗ gem Sterben und mach uns zu Himmelserben! Hartmann Schenck g. 1634 4 1681. Am Sonntag Abend. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. un bricht die finstre 20. N Nacht herein, des Tages Glanz ist tot; jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, rede erst mit Gott! 2. O Gott, du großer Herr“ der Welt, den niemand sehen kann, du siehst ja mich in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an! 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders dein; drum hat er auch bis in die Nacht mir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn, denn ich bin Fleisch und Blut und pfleg es öfters zu versehn, wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gna⸗ denthron, sieh meine Schuld nicht an und denke, daß dein x lieber Sohn für mich genug gethan.. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort und thu uns immer wohl, ö 10 Sonntagslieder. damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Vater, steh mir bei und gieb mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. 9. Gieb allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt, und beßre ö den, der unbedacht hat wider dich gestrebt. I0. Wofern dir auch mein Thun gefällt, so hilf mir morgen auf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein, da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbath ewig sein. Kaspar Neumann g. 1648 4 1715. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 21 Die schönen Sonntags⸗ 0 stunden sind nun dahingeschwunden, uns grüßt die Abendruh; nun will ich all mein Dichten zu dir nach oben richten, Anfang und Ende bleibest du. 2. Herr, dir sei Preis und Ehre für alle Lieb und Lehre, die ich empfangen heut; du bist allein zu loben für jedes Licht von oben, das diesen Tag hat eingeweiht. 3. Der Glanz von deinem Throne, das Wort von deinem Sohne, der Hauch von deinem Geist, was unser Sinn gespüret, was unser Herz gerühret— für alles, alles sei gepreist. 4. Laß diesen Strahl des Lebens, dies Licht doch nicht ver⸗ gebens für uns entzündet sein! Noch in den dunklen Stunden, wenn alles sonst verschwunden, leucht es in unser Herz hinein! 5. Was dieses Licht verdun⸗ kelt, obs noch so gleißt und funkelt, das bleib uns ewig fern. Sei du allein die Sonne des Lebens und die Wonne des Herzens und des Auges Stern! 6. Wenn sich die Augen sen⸗ ken, dann laß dein Angedenken nicht völlig schlafen ein! Laß in den Finsternissen dein Wort und mein Gewissen die beiden treuen Wächter sein! 7. Ein Strahl von deinem Lichte erleuchte mein Gesichte auch in der finstern Nacht! Im tiefsten Schoß der Stille ent— schlummert jeder Wille, du aber bists, der ewig wacht. 8. Herr, schenke mir indessen ein seliges Vergessen von allem eitlen Wahn! Mag auch kein Aug mich schauen, sieh von des Himmels Auen nur du, mein Gott und Herr, mich an! Chr. Heinr. Puchta g. 1808 4 1858. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. freut sich alle Christenschar. Dein König kommt, drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich. Halleluja! 2. Wir hören noch das Gnaden⸗ wort vom Anfang wieder immer⸗ fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahr⸗ heit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns blei— ben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Halleluja! Joh. Olearius g. 1614 4 1684. Eigene Melodie. 23 M hoch die Thür, 2 die Thor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barm⸗ II. Adventslieder. un kommt das neue 22. N Kirchenjahr, des herzigkeit; all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von That! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insge⸗ mein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freuden⸗ sonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei 4 mein Gott, mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zumm Tempel zubereit! die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud, so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Na⸗ men dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel g. 1590 4 1635. Mel. Aus meines Herzens Grunde. uf, auf, ihr Reichs⸗ 24. A genoffen, eur König kommt heran, empfahet unver⸗ 12 Adventslieder. drossen den großen Wunder⸗ 7. Frisch auf, ihr Hochbetrüb⸗ mann! Ihr Christen, geht her⸗ten, der König kommt mit Macht; für, laßt 215 vor allen Dingen an uns, sein Herzgeliebten, hat ihm Hosianna singen mit heili-er schon längst gedacht. Nun ger Begier. wird kein Angst noch Pein noch 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Zorn hinfür uns schaden, dieweil der König ist gar nah; hinweg all uns Gott aus Gnaden läßt seine Angst und Schmerzen, der Helfer Kinder sein. ist schon da; seht, wie so mancher 8. So lauft mit schnellen Ort hochtröstlich ist zu nennen, Schritten, den König zu besehn, da wir ihn finden können im dieweil er kommt geritten stark, Nachtmahl, Tauf und Wort. herrlich, sanft und schön; nun 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, tretet all heran, den Heiland zu der König ist nicht fern; seid fröh⸗ begrüßen, der alles Kreuz ver⸗ lich, ihr Verzagten, dort kommt süßen und uns erlösen kann. der Morgenstern; der Herr will! 9. Der König will bedenken in der Not mit reichem Trost euch die, welch er herzlich liebt, mit speisen, er will euch Hülf erweisen, köstlichen Geschenken, als der sich ja dämpfen gar den Tod. selbst uns giebt durch seine Gnad 4. Nun hört, ihr frechen Sün⸗ und Wort. Ja, König, hoch erho— der: Der König merket drauf, ben, wir alle wollen loben dich wenn ihr verlornen Kinder im freudig hier und dort. vollen Lasterlauf auf Arges seid 10. Nun, Herr, du giebst uns bedacht, ja es thut ohne Sorgen; reichlich, wirst selbst doch arm gar nichts ist ihm verborgen, er und schwach; du liebest unver— giebt auf alles acht. gleichlich, du jagst den Sündern 5. Seid fromm, ihr Unter⸗ nach; drum wolln wir all in ein thanen, der König ist gerecht. die Stimmen hoch erschwingen, Laßt uns die Weg ihm bahnen ein Hosianna singen und ewig und machen alles schlicht. Für⸗ dankbar sein. wahr, er meint es gut, drum lasset Johann Rist g. 1607 4 1667. uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrock- Mel. Aus meines Herzens Grunde. nem Mut. un jauchzet all, ihr 6. Frisch auf in Gott, ihr Ar⸗ 25. N3 Frommen, in dieser men, der König sorgt für euch, er Gnadenzeit, weil unser Heil ist will durch sein Erbarmen euch kommen, der Herr der Herrlich— machen groß und reich; der an ein keit; zwar ohne stolze Pracht, Tier gedacht, der Wü auch euch doch mächtig, zu verheeren und ernähren; was Menschen nur be⸗ gänzlich zu zerstören des Teu⸗ Hehren, das steht in seiner Macht. fels Reich und Macht. —..— Adventslieder. 2. Er kommt zu uns geritten auf einem Eselein und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeit⸗ lich Gut, er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen thut. 3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im ho⸗ hen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 4. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 5. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlge— mut, laßt eure Lieder klingen und thut dem König singen, der ist eur höchstes Gut. 6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eur Klag und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist, der helfen kann; halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer g. 1606 4 1673. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Heil der Sünder, der große Wunderheld, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben gesendet und gegeben, bei euch auch kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Thal laßt sein er⸗ höhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht! 3. Ein Herz, das Demut übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut liebet, mit Angst zu grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht be⸗ reiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein. Nach Val. Thilo d. Jüng. g. 1607 71662. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 27 Wonm willst du 2 draußen stehen?), du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohl gefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o 26 Mit Ernst, o Men⸗Heiland, meinem Herzen von . schenkinder, das den Wunden, die mir schmerzen! Herz in euch bestellt, damit das 1 Mos. 24, 31. 14 Adventslieder. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad ab⸗ sagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Gewissen mit ver— giften Schlangenbissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends tief hinein: da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Un⸗ glück liebt, Helfer, die mir Herz— leid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nich⸗ tig, nichts ist, das nicht kraftlos wär; hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichtum, was ists mehr als ein Stücklein armer Erd? hab ich Lust, was ist sie wert? was ists, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ißt. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht, laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo zeucht er bei dir ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gieb dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drück und quäle. 8. Was du Böses hast be⸗ gangen, das ist alles abgeschafft. Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünde Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Mel. Valet will ich dir geben. ie soll ich dich em⸗ 28. W pfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Ver⸗ langen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergetze, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Pal⸗ men und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermun⸗ tern meinen Sinn. Mein Herze Advent soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich ge⸗ trieben zu mir vom Himmels⸗ zelt als das geliebte Lieben, da⸗ mit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür, der eure Herzen labet und tröstet steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht be⸗ mühen noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. Slieder. 8. Auch dürft ihr nicht er⸗ schrecken vor eurer Sündenschuld, nein, Jesus w —. Trost und wah daß bei Gottes ihr Erb und Teil. ö fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Der Herr wird sie zer⸗ iem Augenblick. Er er kommt ein König, 9. Was Tück? streuen in Eir kommt, dem wahrlich Erden viel zu wenig zum Wider⸗ stande seind. 10. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, zum ihm Ach komm, ach und hol uns allzumal zum ewgen ö und Wonne Licht Freudensaal! Paul Gerhardt g. 1607 + 1676. seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. ill sie decken mit ren Heil, schafft, Kindern verbleib alle Feind auf Fluch' dem, der komm, o Sonne, in deinen Eigene 29 Kaumst du, kommst 2 du, Licht der Hei⸗ Ja du kommst und säumest den? nicht, weil du gebricht; o du Leiden, Jesu, Thür steht dir mir! 2. Ja du bist bereits zugegen, du Weltheiland, meine Sinne spüren schon deinen gnadenvollen Segen, deine Wun— derseelenkraft, deine Frucht und Herzenssaft. Melodie. weißt, was uns starker Trost im meines Herzens offen, komm zu. Jungfraunsohn; 16 Adventslieder. „ 3. Adle mich durch deine wie du gerne thust, rein von aller Liebe, Jesu, nimm mein Fle-Sünden Wust! hen hin, schaffe, daß mein Geist 6. Und gleich wie dein Ankunft und Sinn sich in deinem Lieben war voller Sanftmut, ohn Ge⸗ übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. ö 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, oͤffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenszeit erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Ge⸗ duld, durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein hocher— haben. Dann so will ich für und für Hosianna singen dir. Ernst Christ. Homburg g. 1605 T 1681. Eigene Melodie. ott sei Dank durch 30. G alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sün⸗ der Trost und Rat zu uns her⸗ gesendet hat! 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist er⸗ füllt nach Herrlichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Dir Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an! 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Nes gehöret dir allein; mach es, fahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich aller Angste frei dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan, 9. Daß, wenn du, du Lebens⸗ fürft, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. Henr. Held um 1650. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 2. 31 Ln Jesu, sei will⸗ kommen hier in dieser bösen Welt, da du kaum wirst aufgenommen, da man dich verächtlich hält. Ich, ich will dich nicht verscherzen, wohne nur in meinem Herzen. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 2. Zwar du kommest gar nicht prächtig, aber ich bin schon ver⸗ gnügt; du bist dennoch reich und mächtig, hast mir alles zugefügt, was mich Sünder, was mich Schwachen kann gerecht und selig machen. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 3. Dein so armes Kummer⸗ leben soll mein steter Reichtum V —.—..—..— sein; bin ich dir nur ganz er⸗ geben und vertrau ich dir allein, so wirst du mir schon gewähren, was mein Herz nur kann be⸗ gehren. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 4. Will dich alle Welt gleich meiden, dennoch find ich mich zu dir; dich und mich soll nie was scheiden, sondern ich will für und für in dir leben, an dich gläuben, tot und lebend dein verbleiben. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 5. Deine Schmach und deine Schande, so dir diese Welt an⸗ thut, dienet mir zum höchsten Pfande und versichert meinen Mut, daß du mir in jenem Leben wirst die höchste Ehre geben. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 6. Nun, mein Herze steht dir offen, zeuch, mein Heiland, bei mir ein, laß mich nicht vergeblich hoffen, laß mich stets dein eigen sein! Tilge du all mein Ver⸗ brechen, so kann ich stets fröh⸗ lich sprechen: Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. Friedr. Fabricius g. 1642 1 1703. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 1. 32 osianna! Davids Sohn kommt in Zion eingezogen; ach bereitet Adventslieder. 17 ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen, streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Thoren ein, du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna, Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna, lieber Gast! Wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast; ach so laß uns unverdrossen deinem Zepter dienstbar sein, herrsche du in uns allein! 5. Hosianna! Steh uns bei! O Herr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 6. Hosianna! Laß uns hier an den Olberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Bethphage: Hosianna in er Höh! 7. Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzugehen, du Ge⸗ segneter des Herrn, warum willst du draußen stehen?*) Hofianna! Bist du da? Ja du kommst, Halleluja! 1 Mos. 24, 31. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. 2 — 2* ö ö — ö Eigene Melodie. ei willkommen, Da⸗ 33. S vids Sohn, der in seines Vaters Namen sich er⸗ hebet auf den Thron über Jakobs Haus und Samen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden alle müssen dienstbar werden, das kein Ende jemals nimmt. 2. Sei gesegnet, teures Reich, das ein solcher Herr besitzet, dem kein Herr auf Erden gleich, der das Recht mit Nachdruck schützet. Schwinge dich in stetem Flor groß durch Frieden, reich an Freuden unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! 3. Deines Königs Majestät müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren. Selbst der kleinen Kinder Mund mache zum Verdruß der Feinde und zur Freude seiner Freunde seinen großen Namen kund. 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deinen Unterthanen; ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnen; ich geselle mich im Geist zu den⸗ selben großen Reihen, die das Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet euch, seid ermuntert, meine Sin⸗ nen! Jesus und sein Gnaden⸗ reich wird bei euch nun Raum gewinnen. Kommt und schwört den Huldgungseid, kommt und Adventslieder. küßt den Sohn der Liebe! Ach daß niemand außen bliebe, hier, ach hier ist Seligkeit. Joh. Jak. Rambach g. 1683 4 1735. Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 3 4 euch, Ehrenkönig, bei 0 mir ein, komm, komm, verweile nicht! Komm, laß mich ganz dein eigen sein, komm, o mein Gnadenlicht! 2. Komm, Jesu, meiner Seele Teil, ach komm, ich liebe dich. Ja komm, Herr Jesu, komm, mein Heil, mach ewig selig mich! 1735(2. Eigene Melodie. 6 ein König kommt in 35. D niedern Hüllen, ihn trägt der lastbarn Eslin Füllen, empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspal⸗ men, bestreu den Pfad mit grü⸗ nen Halmen! So ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch aller Erde Reiche werden dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. —.—... 4. Und wo du kommest herge— zogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, Weihnachtslieder. 19 daß du selbst hienieden kommst zu erneuen deinen Frieden, da⸗ gegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert g. 1789 4 1866. III. Meihnachtslieder. Eigene Melodie. 36 Eis Kind geborn zu „Bethlehem, des freuet sich Jerusalem. Halleluja, Halle⸗ luja! 2. Hier liegt es in dem Krippe⸗ lein, ohn Ende ist die Herrschaft sein. Halleluja, Halleluja! 3. Für solche gnadenreiche Zeit sei Gott gelobt in Ewigkeit. Halle⸗ luja, Halleluja! 4. Lob, Ehr der heilgen Drei⸗ faltigkeit von nun an bis in Ewig⸗ keit. Halleluja, Halleluja! Nach dem Lateinischen Puer natus in Bethlehem. Eigene Melodie. 3 7 Ge seist du, Jesu 0 Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des freuet sich der Engel Schar. Halleluja! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Halleluja! 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein wor⸗ den klein, der alle Ding erhält allein. Halleluja! 4. Das ewge Licht geht da her⸗ ein, giebt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns zu Lichtes Kindern macht. Halleluja! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erb'n in seinem Saal. Halle⸗ luja! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich E. ee— SSN 20 Weihnachtslieder. ů und seinen lieben Engeln gleich. dem Krippelein? Wes ist das Halleluja! 7. Das hat er alles uns ge⸗ than, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit! Halleluja! Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. 38 V'r Himmel hoch da 0 komm ich her, ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau aus⸗ erkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Selig⸗ keit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zei⸗ chen recht, die Krippe, Win⸗ delein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben T Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin: was liegt doch in schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 8. Willkommen sei, du edler Gast! Den Sünder nicht ver⸗ schmähet hast und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß. 10. Und wär die Welt viel⸗ mal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein das ist grob Heu und Windelein, darauf du König, groß und reich, herprangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir: Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilst noch thut. 13. Ach mein herzliebes Jesu⸗ lein, mach dir ein rein sanft Bette⸗ lein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, singen immer frei das rechte Wiegenliedlein schön, mit Herzenslust den süßen on. 15. Lob, Ehr sei Gott im höch⸗ sten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich Jesu⸗ ette⸗ zens gesse hlich mer dlein üßen voch men sich der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr. Martin Luther g. 1483 4 1546. Mel. Vom Himmel hoch da kommich her. om Himmel kam der 39. V Engel Schar, er⸗ schien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart das liegt dort in der Krippe hart, 2. Zu Bethlehem, in Davids Stadt, wie Micha?) das ver⸗ kündet hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. Mich. 5, 1. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewge Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zür⸗ nen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur Zu⸗ versicht. Es mögen euch viel fechten an, dem sei Trotz, ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben Recht, ihr seid nun wor⸗ den Gotts Geschlecht. Des dan⸗ ket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich allezeit! Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. er Tag der ist so 40. D freudenreich aller Kreature, denn Gottes Sohn vom Weihnachtslieder. 21 Himmelreich über die Nature von einer Jungfrau ist geborn⸗/ Maria, du bist auserkorn, daß du Mutter wärest. Was geschah so wundergleich? Gottes Sohn vom Himmelreich, der ist Mensch geboren. 2. Ein Kindelein so löbelich ist uns geboren heute von einer Jungfrau säuberlich, zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn, das Heil ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist, behüt uns vor der Hölle. Nach dem Latein. Dies est laetitiae. Eigene Melodie. 41 Lo Gott, ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und gering und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ihr Milch die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis, 5. Das seinem Stamm ent⸗ sprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott auf⸗ richten wollt sein Reich, die Christenheit. —2 ——— ö ——3—— 6. Er wechselt mit uns wun⸗ derlich, Fleisch und Blut nimmt er an und giebt uns in seins Vaters Reich die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein! Wie könnt er doch sein freundlicher, das Herzejesulein. 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Pa⸗ radeis, der Cherub steht nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr und Preis! Niklas Herman 4 1561. Eigene Melodie. a Christus geboren ö 42. D war, freute sich der Engel Schar, sangen all mit Haufen schön: Ehr sei Gott im höchsten Thron! Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 2. Die Hirten erschraken ganz vor des Engels hellem Glanz, hörten fröhlich neue Mär, daß Christus geboren wär. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 3. Sie suchten das Kindelein, eingehüllt in Windelein, wie der Engel hatt vermeldt, welches trägt die ganze Welt. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 4. Sie fanden das Kindlein zart liegen in der Krippe hart Weihnachtslieder. bei dem Vieh im finstern Stall, das die Stern erschaffen all. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 5. Aus der Mutter Brust so rein nähret sich das Kindelein, das durch seine göttlich Kraft allem Vieh sein Futter schafft. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 6. Solche groß Barmherzigkeit laßt uns preisen allezeit in Gottsfurcht und Glauben rein, mit Geduld gehorsam sein. Got⸗ tes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 1571. N. d. Latein. In natali Domini. Eigene Melodie. 43 Fehrt euch, ihr Christen alle, freue sich, wer immer kann, Gott hat viel an uns gethan! Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns be⸗ freundt gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippe Höhle harte lieget dir zu gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: Christus wehret tall, all. orn, orn; leid. st so lein, Reraft hafft. orn, orn; dist igkeit in rein, Got⸗ born, gorn; leid. mini. ihr freue t hat euch uns be⸗ eude ehret onne die eele, dir,‚ daß harte ösen eude ehret —.—.— allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir dan⸗ ken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr. So laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder, gieb der ganzen Christenschar Friede und ein selges Jahr! Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. Christ. Keymann g. 1607 1662. Eigene Melodie. 44 Non singet und seid froh, jauchzt all und saget so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kindlein zart und rein, durch alle deine Güte, o liebstes Jesulein, zeuch mich hin nach dir! 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Weihnachtslieder. 23 Wir warn all verdorben durch Sünd und Eitelkeit, so hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud; eia, wärn wir da! 4. Wo ist der Freudenort? Nirgend sonst als dort, da die Engel singen mit den Heilgen all, und die Psalmen klingen im hohen Himmelssaal. Eia, wärn wir da! Hannov. Gsb. 1646. Nach dem Lateinischen In dulci jubilo. Mel. Valet will ich dir geben. 45 Qhr Christen auser⸗ V koren, freut euch von Herzen sehr: der Heiland ist geboren! Recht gute neue Mär! Des freuen sich dort oben der heilgen Engel Schar und Gott den Vater loben jetzt und fort immerdar. 2. So singen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, freut euch von Herzen alle ob diesem Kindelein! Euch, euch ist es ge⸗ geben und hat das Heil bereit, daß ihr bei Gott sollt leben in steter Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja betrübe, denn dieses Kindelein euch bringet süße Liebe; was wollt ihr traurig sein? Den Himmel wills dem schenken, der an ihn gläubet fest; daran sollt ihr gedenken, euch freuen auf das best. 4. Nun seid ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schar, denn Christus hat zerbrochen, was euch zuwider war. Tod, Teufel, Sünd und Hölle sind ganz und gar geschwächt, bei Gott 1————— SS —— — hat seine Stelle das menschliche Geschlecht. 5. Drum wir auch nun dich loben, Jesu, zweistammger Held, daß du herab von oben bist kom⸗ men in die Welt. Komm auch in unsre Herzen und bleibe für und für, daß weder Glück noch Schmerzen uns trennen ab von dir. V. 1—4. G. Werner g. 1589 1 1643. V. 5. Hannov. Gsb. 1657. Eigene Melodie. 46 Eramm dich, mein 0 schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein kleines Kind, das Vater heißt,“) mit Freude zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien.)Jes.9,6. 2. Willkommen, süßer Bräuti⸗ gam, du König aller Ehren, will⸗ kommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob vermehren, ich will dir all mein Lebenlang von Her⸗ zen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt SSSSSE hinein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Freudenpracht, ja dein erwünsch⸗ tes Leben für deine Feind hin⸗ geben? 4. Ist doch, Herr Jesu, deine Braut ganz arm und voller Weihnachtslieder. Schanden, dennoch hast du sie dir vertraut am Kreuz in To⸗ desbanden; ist sie doch ganz und gar befleckt, mit dem Verderben angesteckt, und du willst ihret⸗ wegen den Zepter von dir legen! 5. Du Fürst und Herrscher die⸗ ser Welt, du Friedenswiederbrin⸗ ger, du kluger Rat und tapfrer Held, du starker Höllenzwinger, wie war es möglich, daß du dich erniedrigtest so jämmerlich, als wärest du im Orden der Bettler Mensch geworden? 6. O Freudenzeit, o Wunder⸗ nacht, dergleichen nie gefunden, du hast den Heiland hergebracht, der alles überwunden, du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 7. O liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Geberden, mein Bruder, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden, komm, Schönster, in mein Herz hinein, komm eilend, laß die Krippe sein, komm, komm, ich will bei Zeiten dein Lager dir bereiten. 8. Sag an, mein Herzens⸗ bräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, nimm alles, was Mensch ist und heißt: ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 9. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir ge⸗ —.——..—————— — sungen, daß du mein Bruder wor⸗ den bist und hast die Welt be⸗ zwungen; hilf, daß ich deine Gü⸗ tigkeit stets preis in dieser Gna⸗ denzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 47 Qch steh an deiner X Krippe hier, o Jesu, du mein Leben, ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen! 2. Du hast mit deiner Lieb erfüllt mein Adern und Geblüte; dein schöner Glanz, dein süßes Bild liegt mir ganz im Gemüte. Und wie mag es auch anders sein, wie könnt ich dich, o Herze mein, aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. 4. Ich lag in tiefster Todes⸗ nacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freude an und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nichts weiter Weihnachtslieder. 25 kann, so thu ich, was geschehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär, und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 6. Wo nehm ich Weisheit und Verstand, mit Lobe zu erhöhen die Auglein, die so unverwandt nach mir gerichtet stehen? Der volle Mond ist schön und klar, schön ist der güldnen Sterne Schar, dies' Auglein sind viel schöner. 7. O daß doch ein so lieber Stern soll in der Krippe liegen! Für edle Kinder großer Herrn gehören güldne Wiegen. Ach Heu und Stroh ist viel zu schlecht, Samt, Seide, Purpur wären recht, dies Kindlein drauf zu legen. 8. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, daß meines Hei⸗ lands Lager sei auf Kränzen und Violen; mit Rosen, Nelken, Ros⸗ marin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. 9. Zur Seite will ich hie und dar viel weiße Lilien stecken, die sollen seiner Auglein Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt viel mehr das dürre Gras dies Kindelein als alles das, was ich hier nenn und denke. 10. Du fragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seele Herr⸗„ lichkeit durch dein selbsteignes 8 Herzeleid, das will ich dir nicht wehren. 26 Weihnachtslieder. 11. Eins aber, hoff ich, wirst 5. Hätte vor der Menschen du mir, mein Heiland, nicht ver⸗ Orden unser Heil einen Greul, sagen: daß ich dich möge für und wär er nicht Mensch worden; für in, bei und an mir tragen. hätt er Lust zu unserm Schaden, So laß mich doch dein Kripplein ei so würd unsre Bürd er nicht sein, komm, komm und lege bei mir auf sich laden. ein dich und all deine Freuden! 6. Er nimmt auf sich, was auf 12. Zwar sollt ich denken, wie Erden wir gethan, giebt sich an, gering ich dich bewirten werde; unser Lamm zu werden, unser du bist der Schöpfer aller Ding, Lamm, das für uns stirbet und ich bin nur Staub und Erde. bei Gott für den Tod Gnad und Doch bist du ein so frommer Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. röhlich soll mein 48. Herze springen die⸗ ser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Choren alle Luft laute ruft: Christus ist geboren. 2. Heute geht aus seiner Kam⸗ mer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns giebt, was er liebt über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben jetzt kommt, von ung Linmmnth Wag uns will betrüben? Glessen Eigene Melodie. Fried erwirbet. 7. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahrn, o lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 8. Ei so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, Groß und Klein, eilt mit großen Haufen. Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in großem Leide, sehet, hier ist die Thür zu der wahren Freude. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 10. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost: hie wird gefunden, der in Eil machet heil die ver⸗ giften Wunden. 11. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände: hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 12. Süßes Heil, laß dich um⸗ fangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine Last all auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 14. Ich bin rein um deinet⸗ willen, du giebst gnug Ehr und Schmuck, mich darein zu hüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen! 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. ir singen dir, Im⸗ 49. Wmel, deiens. fürst und Gnadenquell, du Him⸗ melsblum und Morgenstern, du Jungfrausohn, Herr aller Herrn. Halleluja! 2. Wir singen dir in deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünsch⸗ ter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so —...— Weihnachtslieder. 27 lange Jahr der Väter und Pro⸗ pheten Schar. Halleluja! 4. Ach daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach daß die Hülfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein.) Halleluja!„ Ps. 14, 7. 5. Nun bist du hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja! 6. Du kehrst in fremder Hau⸗ sung ein, und sind doch alle Himmel dein; trinkst Milch aus deiner Mutter Brust und bist doch selbst der Engel Lust. Halle⸗ luja! 7. Du bist der süße Menschen⸗ freund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Heer hält dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja! 8. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja! 9. Der Will ist da, die Kraft ist klein, doch wird dir nicht zu⸗ wider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja! 10. Darum so hab ich guten Mut, du wirst auch halten mich für gut. O Jesulein, dein from⸗ mer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja! 11. Bin ich gleich sünd⸗ und lastervoll, hab ich gelebt nicht wie ich soll, ei kommst du doch des.⸗ ——————————— ö 28 Weihnachtslieder. wegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja! 12. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst den Tod, ver⸗ kehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja! 13. Du bist mein Haupt, hin⸗ wiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja! 14. Ich will dein Halleluja hier mit Freude singen für und für, und dort in deinem Ehren⸗ saal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja! Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Eigene Melodie. 50 K. C und laßt uns . Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren, singet fröhlich, laßt euch hören, wertes Volk der Christenheit! 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen, wir, die unser Heil an⸗ nehmen, werfen allen KRummer hin. 3. Sehet, was hat Gott ge⸗ geben! seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. Jakobs Stern ist aufge⸗ gangen, stillt das sehnliche Ver⸗ D ¹u langen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Hölle Reich. 6. Unser Kerker, da wir saßen und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen, ist entzwei, und wir sind frei. 7. O du hoch gesegn'te Stunde, da wir das von Herzensgrunde gläuben und mit unserm Munde danken dir, o Jesulein! 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Da Christus geboren war. underbarer Gna⸗ 51. W denthron, Gottes und Marien Sohn, Gott und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krippe findt! Großer Held von Ewigkeit, dessen Macht und Herrlichkeit rühmt die ganze Christenheit! 2. Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich, du wirst klein, du großer Gott, und machst Höll und Tod zu Spott. Aller Welt wird offen⸗ bar, ja auch deiner Feinde Schar, daß du, Gott, bist wunderbar. 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden immer neu, Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Not und Tod anficht. Laß mich deine Herrlichkeit, deine Wundergütigkeit schauen in der Ewigkeit! Joh. Olearius g. 1611 1 1684. nde pem ing —————..— Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 52 Din ist die Nacht, da 0 mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt⸗ und Himmels⸗ licht weicht hunderttausend Son⸗ nen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gna⸗ denschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein, er treibet weg der Hölle Macht, der Sünde und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Selig⸗ keit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht noch in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle schei⸗ nen dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du ge⸗ nießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weih⸗ nachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Casp. Friedr. Nachtenhöfer g. 1624 f 1685. Weihnachtslieder. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. 53 Dẽ wesentliches Wort, von Anfang her gewesen, du Gott, von Gott ge⸗ zeugt, von Ewigkeit erlesen zum eil der ganzen Welt, o mein err Jesu Christ, willkommen, der du mir zum Heil geboren bist. 2. Komm, o selbständigs Wort, und sprich in meiner Seelen, daß mirs in Ewigkeit an Trost nicht solle fehlen; im Glauben wohn in mir und weiche nimmer nicht, laß mich auch nicht von dir ab⸗ weichen, schönstes Licht! 3. Du wesentliches Wort warst bei Gott, eh geleget der Grund der großen Welt, da sich dein Herz beweget zur Liebe gegen mich; ja du warst selber Gott, damit du machtst im Fleisch Sünd, Höll und Tod zu Spott. 4. Was hat, o Jesu, dich von Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron dich in die Welt gezogen? Ach deine große Lieb und meine große Not hat deine Glut entflammt, die stärker als der Tod. 5. Du bist das Wort, wodurch die ganze Welt formieret, denn alle Dinge sind durch dich ans Licht geführet. Ach so bin ich, mein Heil, auch dein Geschöpf und Gab, der alles, was ich bin, von dir empfangen hab. 6. Gieb, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erde lebe; ja, Jesu, laß mein Herz ganz neu geschaffen sein — 30 10 Weihnachtslieder. und dir bis in den Tod gewidmet sein allein. 7. Ach laß nichts in mir sein, was du nicht hast geschaffen, reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen! Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan, du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn! 8. n Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; laß an mir deinen Glanz, mein Gott, nicht sein vergebens. Weil du das Licht der Welt, so sei mein Lebenslicht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laurent. Laurenti g. 1660 4 1722. Eigene Melodie. Liebe, die den Him⸗ 54. O mel hat asen, die sich zu mir ins Elend nieder⸗ ließ, was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, der dich zu mir ins Jammerthal verwies? Die Liebe hat es selbst gethan, sie schaut als Mutter mich in mei⸗ nem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder thust; die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, daß mir zu gut du unter Dornen ruhst. O uner⸗ hörter Liebesgrad, der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesen⸗ ket hat! 3. Die Liebe ist mein Anver⸗ wandter worden, mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit, der Gottheit Quell lebt nun in meinem E.. Orden, die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit, das Leben selbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgesöhnet, die Rei⸗ nigkeit der Seele wiederbracht; sie wird als Braut der Gottheit nun gekrönet, da sie der Himmel selbst so angelacht. Die Mensch— heit wird nun ganz erneut und als ein reiner Thron der Gottheit eingeweiht. 5. Die Weisheit spielt nun wieder auf der Erden,) dadurch das Paradies im Menschen grünt; nun können wir aus Gott geboren werden, weil die Geburt des Her⸗ ren dazu dient; die wohl geborne Seele spürt, daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. ) Sprüche 8, 30. 31. 6. Kein Elend kann nun un⸗ serm Herzen schaden, Immanuel ist bei uns in der Not. Ich gehe nur zu ihm, dem Quell der Gnaden, so dient mir selbst das Elend und der Tod; der Jammer hängt mir nur noch an, der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, dieweil sie selbst durch ihn verdammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flammen, weil Christi Blut und Wasser in sie fließt? Im⸗ manuel löscht ihren Trieb, er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. ——..— 8. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Reichtum, Ehr und Wohllust schenkt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist, ver⸗ giß die Trauerlieder, erfreue dich in dieser Liebesmacht! Des Him⸗ mels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, und der Verlust ist völlig wiederbracht. O ewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür. Chr. Fr. Richter g. 1676 4 1711. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. 55 Qauchzet, ihr Himmel, O. X frohlocket, ihr eng⸗ lischen Chöre! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen zur Ehre! Sehet doch da, Gott will Weihnachtslieder. 31 4. Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; gehet hinein, macht euch dem Kinde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze der Liebe mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut ersenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe ver⸗ binde, du sollst es sein, den ich erwähle allein: ewig entsag ich der Sünde. 7. Süßer Immanuel, werd auch geboren inwendig, komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger elendig! Wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir und mich belebe beständig! 8. Menschenfreund, Jesu, dich so freundlich und nah zu den lieb ich, dich will ich erheben, laß Verlornen sich kehren. mich doch einzig nach deinem Ge⸗ 2. Jauchzet, ihr Himmel, froh-fallen nun leben: gieb mir auch locket, ihr Enden der Erden! bald, Jesu, die Kindergestalt, an Gott und der Sünder die sollen dir alleine zu kleben. zu Freunden nun werden; Friede Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. und Freud wird uns verkündiget—— heut; freuet euch, Hirten und Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Herden! ies ist der Tag, den 3. Sehet dies Wunder, wie tief 56. D Gott gemacht, sein sich der Höchste hier beuget; sehet werd in aller Welt gedacht, ihn die Liebe, die endlich als Liebe preise, was durch Jesum Christ sich zeiget! Gott wird ein Kind, im Himmel und auf Erden ist. träget und hebet die Sünd. 2. Die Völker haben dein ge⸗ Alles anbetet und schweiget. harrt, bis daß die Zeit erfüllet. V — ⁰ —— — NV 0 * 3² Weihnachtslieder. ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unend⸗ lich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir;„ich komm, im Buche steht von mir: Gott, deinen Willen thu ich gern.“ Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch ge⸗ boren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 7. Du unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 57 D heilge Christ ist 0 kommen, der süße Gottessohn, des freun sich alle Frommen am höchsten Himmels⸗ thron; auch was auf Erden ist muß preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin, die Sünde ist gefangen, erlöset ist der Sinn, die Sündenangst ist weg, und Liebe und Entzücken baun weite Himmelsbrücken aus jedem schmalsten Steg. 3. Verwaiset sind die Kinder nicht mehr und vaterlos, Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß; er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Kindlein fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da; er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! Ernst Moritz Arndt g. 1769 4 1860, Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 58 elft mir Gotts Güte preisen, ihr Christen mit G'sang und andern Weisen ihm allzeit dank⸗ insgemein, bar sein, vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr ge⸗ endet, die Sonn sich zu uns wendet, das neu Jahr ist nicht weit. 2. Erstlich laßt uns betrachten des Herren reiche Gnad und so gering nicht achten sein un⸗ zählig Wohlthat; stets führen zu Gemüt, wie er dies Jahr gegeben all Notdurft diesem veben und uns vor Leid behüt; 3. Lehramt, Schul, Kirch er⸗ halten in gutem Fried und Ruh; Nahrung den Jung und Alten bescheret auch dazu und mit gar milder Hand sein Güter aus⸗ gespendet, Verwüstung abge⸗ wendet von diesem Ort und Land. 4. Er hat unser verschonet aus väterlicher Gnad; wenn er sonst hätt gelohnet all unsre eissethat mit gleicher Straf und Pein, wir wären längst ge⸗ storben, in mancher Not ver⸗ dorben, die wir voll Sünden sein. 5. Nach Vaters Art und Treuen er uns so gnädig ist; wenn wir die Sünd bereuen und glaubn an Jesum Christ herzlich ohn Heuchelei, thut er all Sünd —— IV. Neujahrslieder. vergeben, lindert die Straf da⸗ neben, steht uns in Nöten bei. 6. All solch dein Güt wir prei⸗ sen, Vater im Himmelsthron, die du uns thust beweisen durch Christum, deinen Sohn, und bitten ferner dich: Gieb Fried in diesem Jahre, vor allem Leid be⸗ wahre und nähr uns mildiglich! Paul Eber g. 1511 1+ 1569. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. as alte Jahr ver⸗ 59. D Langen ist wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und Gefahr bewahret hast viel Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, den ewgen Sohn des Vaters in dem höch⸗ sten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren fer⸗ ner allezeit. N 3. Daneben gieb uns Fried und Ruh und was uns nötig ist dazu, durch deine starke Gnaden⸗ hand beschütze uns und unser Land! 4. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewissen stets verleih, gieb, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, so gieb ein selig Ende hier, daß wir dort ewig sein bei dir. 6. O Jesu Christ, erbarme dich, hör unsre Bitte gnädiglich, durch 3 5 — —— uo — I 3 34 Neujahrslieder. dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Not! Nach Joh. Steuerlein(2) g. 1546 1 1613. Eigene Melodie. 60. ilf, Herr I RI laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann; neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben! 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich geraten und ganz glücklich gehen fort; neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten; komm ich heim, steh mir zur Seiten! 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets be⸗ mühe, dich zu preisen mehr und mehr; laß mein Bitten und mein Flehen doch im Himmel vor dir stehen! 5. Laß mich, Herr, in deinem Namen fröhlich nehmen Speis und Trank; Güter, die von dir herkamen, fordern ja von mir den Dank. Deine Weisheit kann mich stärken zu der Lieb und guten Werken. 6. Mein Gebet das müß auf⸗ steigen, Herr, vor deinen Gna⸗ denthron; dann wirst du zu mir dich neigen wie zu deinem lieben Sohn. Herr, ich weiß, es wird vor allen dies mein Opfer dir gefallen. 7. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, laß mich büßen meine Sünd, hilf, daß sie mir nimmer schade und ich bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 8. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Zagen bin; stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 9. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. 10. Laß mich armen Sünder ziehen deinen Weg der Frömmig⸗ keit, laß mich Stolz und Hoffart fliehen, eifrig beten jederzeit; laß mich Schand und Unzucht meiden, laß mich willig Unglück leiden! 11. Jesus richte mein Be⸗ ginnen, Jesus bleibe stets bei mir, Jesus zähme mir die Sinnen, Jesus sei nur mein Begier, Jesus sei mir in Ge⸗ danken, Jesus lasse nie mich wanken. auf⸗ Yna⸗ mir ieben wird dir der neine imer hung mein allein heiner mein ůsehr gagen einen Tod nade heilig leben „daß omm ünder imig⸗ ffart rzeit; zucht iglück Be⸗ bei die mein Ge⸗ mich ——— 12. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr! Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist g. 1607 1667. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 61 Non laßt uns gehn 0 und treten mit Sin⸗ gen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wan⸗ dern von einem Jahr zum an⸗ dern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen. 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müt⸗ tern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. Also auch, und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trüb⸗ sal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in Neujahrslieder. 35 unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden! 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammer⸗ pforten und laß an allen Orten, wo Krieg und Blutvergießen, die Freudenströme fließen! 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen! 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Un⸗ versorgten Gabe, der Armen Gut und Habe! 13. Hilf gnädig allen Kran⸗ ken, gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du ge⸗ ben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschare zum selgen neuen Jahre! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Du Lebensbrot Herr Jesu Christ, oder Es ist gewißlich an der Zeit. 62 Geab, ein Schritt 0 zur Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fleußt und alle Gnade sich ergeußt in meine Seel zum Leben. 3* Neujahrslieder. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr und wird mir allzu lange, bis es erscheine, gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist in mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz anheim⸗ gestellt die rechte Zeit und Stunde, heißet wiewohl ich weiß, daß dirs ge⸗ daß ich ein Adler fleugt, Welt ablocken! So dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie mit Flügeln süßer Liebe! 8. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen, du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was Stund und Zeit, ich bin in der Ewigkeit, weil ich schon fällt, daß ich mit Herz und in Jesu lebe. Munde dich kommen darauf von nun an richte mei⸗ nen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner trennen, und daß ich frei vor ich jedermann dich darf den Bräut⸗ gam nennen, Lebensfürst, und du, Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt noch Jerusalems dort oben. 6. Wenn auch die Hände lässig graben, und meine Kniee wanken, Alter h sind so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, dieser damit durch deine Kraft mein ich mein Herz sich stärke, und ich himmel⸗ wärts ohn Unterlaß aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch Glauben dran und sei nur un⸗ erschrocken, der rechten Bahn die Lust der Liebe verschwindet do mals voll⸗hütte noch endet, und schreite hurtig weiter gebracht. fort, bis ich gelange an die Pfort verstehn, laß dich nicht von ich nicht der heiße und Aug. Herm. Francke g. 1663 1 17²27. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 63 As wie laufen doch die Jahre, wie ch die Zeit, und bleibe von der Bahre noch bis diesen Tag befreit. Ich weiß o teurer wohl, o Lebenslicht, daß ein Tag dich dort mit mir zum andern spricht: Alles, was vermählen wirst und mir dein von Adams Erben, Groß und Kleine müssen sterben. 2. Doch du hast durch deine Güte wie ein Wächter mich bewacht, daß der Tod die Leibes⸗ nicht in das Grab Ach wie soll ich das da doch andre schlafen gehn, und gar viele schon be⸗ die noch nicht mein aben? 3. Herr, ich bin ja zu geringe großen Gütigkeit. Wenn Verzeichnis bringe der bisher genoßnen Zeit, so ent⸗ fällt mir aller Mut, weil die im Rechnung gar nicht gut. Wie viel Jahre sind verdorben, da Welt gestorben! 4. Doch ich will auf Mittel Lauf wie ügeln le ist hast, ganz „was ch bin eil ich 1727. Seele. n doch „ wie t, und e noch ch weiß in Tag 8, was ß und h deine rmich Leibes⸗ Grab ich das schlafen hon be⸗ jt mein geringe Wenn inge der so ent⸗ weil die it. Wie ben, da ben! if Mittel denken, und auf Buße sein be⸗ dacht; Jesus kann die Schuld versenken, die ich bis hieher ge⸗ macht. Lieber Vater, steh mir bei, daß nur keine Heuchelei sich in meinem Herzen finde, wenn ich des mich unterwinde. 5. Willst du mich noch ferner lassen hier in dieser bösen Welt, ach so hilf mir alles hassen, was dem Geiste nicht gefällt. Stärke mich von deiner Höh, so wird auch das größte Weh, das mir oft zu schwer geschienen, mir zu meinem Besten dienen. 6. Steh mir allezeit zur Rech— ten, denn du bist ja Sonn und Schild; hilf uns, deinen armen Knechten, wie und wo und wann du willt. sein, ach so ruf ins Herz hinein: Lernt euch in die Zeiten schicken, so wird alles heilsam glücken. 7. Endlich, wenn der Lauf zu Ende, so befehl ich meinen Geist dir in deine treuen Hände, der du Gott und Vater heißt. Ach ich freu mich schon darauf, daß ich nach vollbrachtem Lauf dort der Freude soll genießen, wo wir keine Zeit mehr wissen. Christoph Pfeiffer g. 16894 1758. Mel. Meinen J Wr um laß ich nicht. Mel. 1. 64. J Qesus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und Neujahrslieder. Wenn die Tage böse— 37 2. Jesu Name, Jesu Wort soll bei uns in Zion schallen, und so oft wir an den Ort, der nach ihm genennt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum! 3. Unsre Wege wollen wir nur in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 4. Alle Sorgen, alles Leid soll der Name uns versüßen, so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 6 555 g. 1672 + 1737. Mel. Heril 5 thut uch Perlangen 65. D Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still mein Herz! In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz und was dies Jahr um⸗ schlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Thränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur giebt? warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen— du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre auf seinem Wege gehn. Heimat ist. Es hat der Herr 38 uns allen, die wir auf ihn ge⸗ tauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen die Thränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im selgen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissens: Die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit selger Freu⸗ RNRN Epiphaniaslieder. digkeit; wird uns durch Grabes⸗ hügel der klare Blick verbaut, Herr, gieb der Seele Flügel, daß sie hinüberschaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimatwärts! Und ist es uns hienieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein! Eleonore Fürstin Reuß geb. Gräfin zu Stolberg g. 1835. V. Epiphaniaslieder. Mel. Valet will ich dir geben. 66 O König aller Ehren, Herr Jesu, Da⸗ vids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgen⸗ land, die Knie sie vor dir beu⸗ gen, weil du ihn'n bist bekannt; der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort. Drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar wenig vergängli Gut und Geld, prangst nicht auf teurem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitzt nicht im steinern Schlosse, hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein er⸗ barmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf! Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren: rett mich aus aller Not! 6. Du wollst in mir entzünden ch dein Wort, den schönen Stern, daß falsche Lehr und Sünden sein meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der t und zieret, weit, und lst die dein sie im türzen in er⸗ nimm imir Lauf! ehren, Tod, 1: rett ünden Stern, ünden Hilf, nit der —..——. Epiphaniaslieder. 39 Christenheit dich meinen König sorgen, jedem fehlt' es an dem nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm g. 1557 4 1622. Mel. Nun freut euch, liebe Christen gmein. 67 Lbe den Herrn, ihr 0 Heiden all, lobt Gott von Herzensgrunde, preist ihn, ihr Völker allzumal, dankt ihm zu aller Stunde, daß er euch auch erwählet hat und mit⸗ geteilet seine Gnad in Christo, seinem Sohne. 2. Denn seine groß Barm⸗ herzigkeit thut über uns stets walten, sein Wahrheit, Gnad und Gütigkeit erscheinet Jung und Alten und währet bis in Ewigkeit, schenkt uns aus Gnad die Seligkeit, drum singet Halle⸗ luja! 1609. Eigene Melodie. erde licht, du Stadt 68. W' der Heiden, und du Salem, werde licht! Schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 2. Ach wie waren wir ver⸗ blendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Geberden kleb⸗ ten einzig an der Erden. 3. Gottes Rat war uns ver⸗ borgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten Licht, das zum rechten Himmels⸗ leben seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 5. Jesu, reines Licht der Seele, du vertreibst die Finsternis, die in dieser Sündenhöhle unsern Tritt macht ungewiß; Jesu, deine Lieb und Segen leuchten uns auf unsern Wegen. 6. Nun, du wollest hie ver⸗ bleiben, liebster Jesu, Tag und Nacht, alles Finstre zu vertrei⸗ ben, das uns so viel Schrecken macht; laß uns nicht im Dun⸗ keln wallen noch ins Sünden⸗ meer verfallen! 7. Schenk uns, Herr, das Licht der Gnaden, das ein Licht des Lebens ist, ohne welches leicht in Schaden fallen kann ein from⸗ mer Christ; laß uns dieses Licht erfreuen, wenn wir aus der Tiefe schreien. 8. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch geliebte Glaubenswerke fol⸗. gen in Gerechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 9. Dein Erscheinung müß* erfüllen mein Gemüt in aller Not, dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 10. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 6 9. F'rn euch, ihr Gottes⸗ kinder, preiset mit mir Gottes Macht freuet euch, ihr armen Sünder, laßt der Welt den Stolz und Pracht! Freut euch, daß euch Gott regiert und zu seiner Kirche führt, daß wir armen Heiden können uns nun Gottes Kinder nennen. 2. Seine Herrschaft sich er— strecket über alles, was da lebt, seine Hand schützt und bedecket, was sich reget, lebt und schwebt; wenn er spricht, so geht sein Wort schnell wie Blitz und Donner fort; das durchdringet Geist und Leben, das kann Trost und Leben geben. 3. Nun, ihr Sünder hier auf Erden, wollt ihrs endlich haben gut, wollt ihr Gottes Kinder werden, ei so ändert euren Mut, preiset Gottes Güt und Macht, so wird er euch geben Kraft, daß ihr auch zu ihm könnt kommen und euch freuen mit den Frommen. 4. Aller Heiden Trost ist kom⸗ men, Jesus, unser Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, Epiphaniaslieder. unser Schutz und Zuversicht; preiset seine Güt und Treu, die uns noch wird immer neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Mel. e meine Zuversicht. 70.(Qesu, großer Wunder⸗ N stern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schen⸗ ken kann. 2. Nimm das Gold des Glau⸗ bens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir ge— nügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf! 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu! Ach mich schmerzet meine Sünde, aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister g. 1671 1 1756. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 71 err Jesu Christe, mein 0• Prophet, der aus des Vaters Schoße geht, mach mir den Vater offenbar und seinen liebsten Willen klar! Vort, nein aus nach und ö Epiphaniaslieder. 2. Lehr mich in allem, weil ich blind; mach mich gehorsam als dein Kind, andächtig und stets eingekehrt, so werd ich . 6 gottgelehrt. Gieb, daß ich auch vor Edernann von deiner Wahrheit zeugen kann und allen zeig mit Wort und That den schmalen, selgen Himmelspfad. 4. Mein Hoherpriester, der für mich am Wüzesmn geopfert sich, mach mein Gewissen still und frei, mein ewiger Erlöser sei! 5. Gesalbter Heiland, segne mich mit Geist und Gnade kräftiglich, schließ mich in deine Fürbitt ein, bis ich werd ganz vollendet sein. 6. Ich opfre auch, als Prie⸗ ster, dir mich selbst und alles für und für; schenk mir viel Andacht zum Gebet, die stets im Geist zu dir aufgeht. 7. Mein Himmelskönig, mich regier, mein Alles unterwerf ich dir; rett mich von Sünde, Welt und Feind, die mir sonst gar zu mächtig seind. 8. So kehr du in mein Herz hinein und laß es dir zum Throne sein, vor allem Übel und Gefahr mich als dein Eigentum bewahr! 9. Hilf mir im königlichen Geist, mich selbst beherrschen allermeist, Begierden, Willen, Lust und Sünd, und daß mich nichts Geschaffnes bind. 4¹ 10. Du hoch erhabne Majestät, mein König, Priester und Prophet, sei du mein Ruhm, mein Schatz und Freud von nun an bis in Ewigkeit! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 72 H heut der Weisen große Frage: Wo ist das neugeborne Kindꝰ Wo sind die Weisen heut zu Tage, die fragen, wo man Jesum findt? Von heut an soll mir dies allein die allerhöchste Weisheit sein. 2. Bis ich ihn ganz in mei⸗ ner Nähe, bis ich ihn selbst von Angesicht, im Glauben hier, dort wirklich sehe, bis ich ihn finde, ruh ich nicht. Von heut an soll mir dies allein die allergrößte Sorge sein. 3. Behalte, Welt, die tollen Freuden, womit dein Volk sein Herz berauscht; es haben heut k die weisen Heiden das Jesuskind drum eingetauscht, und Jesum finden soll allein auch meine höchste Freude sein. 4. Erbebt vor ihm, ihr Ma⸗ jestäten, die ihm nicht herzlich unterthan, und kommt, dies Kind⸗ lein anzubeten, nicht in Herodis Sinn, heran! Vor ihm sich beu⸗ gen wird allein die Ehre seiner Heilgen sein. Chr. K. L. v. Pfeil g. 1712 4 1784. Eigene Melodie. 7 3 Corißhe du Lamm 0 Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, er⸗ barm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. 1526. Nach d. Lateinischen Agnus Dei. Mel. O wir armen Sünder. 7 4 hre sei dir, Christe, der du littest Not, an dem Stamm des Kreuzes für uns bittern Tod, herrschest mit dem Vater in der Ewigkeit; hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit! Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Aus dem 14. Jahrhundert. Nach dem Latein. Laus tibi Christe. 75 Lamm Gottes, un⸗ 5 schuldig amStamm des Kreuzes geschlachtet, all Zeit erfunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast Eigene Melodie. du getragen, sonst müßten wir pverzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes ge⸗ schlachtet, all Zeit erfunden ge⸗ duldig, wiewohl du wurdest ver⸗ VI. Nassionslieder. achtet, all Sünd hast du getra⸗ gen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, unschuldig jam Stamm des Kreuzes ge⸗ schlachtet, all Zeit erfunden ge⸗ duldig, wiewohl du wurdest ver⸗ achtet, all Sünd hast du getra⸗ gen, sonst müßten wir verzagen. Gieb uns dein'n Frieden, o Jesu! Nicolaus Decius 4 1541. Mel. Christus, der uns selig macht. 76 O hilf, Christe, Gottes 0 Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets unterthan all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wie⸗ wohl arm und schwach, dir Dank⸗ opfer schenken. Böhmische Brüder. Eigene Melodie. wir armen Sün⸗ 77. O der, unsre Misse⸗ that, darin wir empfangen und geboren sind, hat gebracht uns alle in solch große Not, daß wir unterworfen sind dem ewgen Tod. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! ö 2. Aus dem Tod wir konnten durch unser eigen Werk nimmer werdn gerettet, die Sünde war zu stark; daß wir würdn erlöset, so konnts nicht anders sein, denn Gotts Sohn mußt leiden des Todes bittre Pein. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 3. So nicht wär gekommen Christus in die Welt und an sich genommen unsre arm Ge⸗ stalt und für unsre Sünde ge⸗ storben williglich, so hätten wir müssen werden Pabmmitet ewig⸗ lich. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 4. Solche große Gnade und väterliche Gunst hat uns Gott erzeiget lauterlich umsonst in Christo, seinem Sohne, der sich geben hat in den Tod des Kreuzes zu unsrer Seligkeit. Kyrie ebeison, Christe eleison, Kyrie eleison! 5. Des solln wir uns trösten gegen Sünd und Tod und ja nicht verzagen vor der Hölle Glut; denn wir sind gerettet aus aller Fährlichkeit durch Christum unsern Herren, gelobt in Ewig⸗ keit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 6. Darum wolln wir loben und danken allezeit dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geist, bitten, daß sie wollen behüt'n uns vor Gefahr, und daß wir stets bleiben bei seinem heilgen Wort. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Hermann Bonn g. 1504 T 1548. Eigene Melodie, oder Nun laßt uns den Leib begraben. 78 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Passionslieder. Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. x 2. Und bitten dich, wahr„ Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden rot: Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns dein allmächtge Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns rästen deiner schweren Pein; 4. Und schöpfen draus die Zu⸗ versicht, daß du uns werdst ver⸗ lassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir Durche Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer 4 1600. ö Eigene Melodie. ö 7 9. Zhm do Jesu, was hast du verbrochen,“ daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Miss ethaten ⸗ bist du geraten 7 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Ange⸗ sicht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall n getränket, ans Kreuz gehenket. 5 3. Was ist doch wohl die Ur⸗ sach solcher Plagen? Ach meine— Sünden haben dich geschlagen; is ich, ach Herr Jesu, ich hab dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte lei det für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte für seine Knechte.— 56 5. Der Fromme stirbt, der reeccht und richtig wandelt, der Boöse lebt, der wider Gott miß⸗ handelt; der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen, du wirst gefangen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu der Scheitel war nichts Guts zu finden; dafür hätt ich dort in der Hölle müssen ewiglich büßen. W7. O große Lieb, o Lieb ohn aalle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmung zu ver⸗ gleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk er⸗ statten? ö 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. I1. Weils aber nicht besteht in eignen Kräften, fest die Begier⸗ den an das Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. ö 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten, 44 Passionslieder. bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach und Pla⸗ gen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen neh⸗ men zu Herzen. 14. Dies alles, ob es zwar für schlecht zu schätzen, wirst du es doch nicht gar beiseite setzen; in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht be— schämen. 15. Wenn, o Herr Jesu, dort vor deinem Throne wird stehn auf meinem Haupt die Ehren⸗ krone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann g. 1585 1 1647 Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 80 Qesu, deine tiefen N Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein: die verleidet meinem Her⸗ zen, mit der Sünde nicht zu scherzen. 2. Will sich denn in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden: bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnaden⸗ zeichen: bald muß er von dannen weichen. — E——— 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollust⸗ bahn, da nichts ist als Jubilieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du aus⸗ gestanden hast: so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja für alles, das mich kränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, krieg ich neuen Lebens⸗ saft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du für mich bist gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Ver⸗ trauen, du bist meine Zuversicht; dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe Teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütig⸗ keit, so empfind ich keine Schmer⸗ zen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, welch Feind kann verletzen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann g. 1585 1647. Eigene Melodie. 81 De Jesus an des Kreu⸗ 2 zes Stamm der gan⸗ zen Welt Sünd auf sich nahm, sprach er in seinen Schmerzen noch sieben Wort, die lasset uns erwägen wohl im Herzen. Passionslieder. 45 — wir auch noch aus Irrtum Sünd begehen. 3. Zum andern er des Schä. chers dacht: Fürwahr, du wirst noch vor der Nacht in meinem Reich heut leben. O Herr, nimm ö uns auch bald zu dir, die wir im Elend schweben. ö 4. Zum dritten: Deinen Sohn sieh, Weib; Johannes, ihr zu Dienste bleib und sie als Mutter liebe! Versorg, Herr, die wir lassen hier, daß niemand sie be⸗ trübe. 5. Zum vierten sagte er: bens dürst. O Jesu, großer ebens⸗ fürst, du hast Durst und Ver⸗ langen nach unsrer Seligkeit, drum hilf, daß wir sie auch em pfangen.* 6. Zum fünften: Omein Gott, mein Gott, wie läßt du mich so b in der Not! Hier wirst du, Herr, verlassen, daß uns Gott wieder dort aufnähm; den Trost! laß uns wohl fassen! u 7. Zum sechsten: Hiemit ists z vollbracht, und alles nunmehr gut gemacht. Gieb, daß wir auch— durchdringen, und was du, Herr, is uns auferlegst, hilf seliglich voll⸗ bringen! r 8. Zum letzten: Ich nun meine Seel, o Gott mein Vater, dir befehl zu deinen treuen Händen. Dies Wort sei unser letzterWunsch, wenn wir das Leben enden. RA. .. Wer oft an diese Worte W denkt, wenn seine Missethat ihn h kränkt, der wird es wohl genie⸗ ßen, weil er durch Gottes Gnad erlangt ein ruhiges Gewissen. I0. Verleih uns dies, Herr Jesu Christ, der du für uns D gestorben bist, gieb, daß wir fi deine Wunden, dein Leiden, Ide Marter, Kreuz und Tod be⸗ trachten alle Stunden. al Hann. Gsb. 1646 nach Joh. Böschenstain 147½2 1 1540. di—.— de Wun 82 Vie uns doch Christo N 0 dankbar sein, daß zu er für uns in große Pein sich gn willig hat gegeben; auch laßt %½% Ke uns sein der Sünde feind, weil es wir mit Gott versühnet seind, schl nach seinem Willen leben; die Lieb erzeigen jedermann, wie Sid Christus hat an uns gethan mit dos seinem bittern Leiden. O Men⸗ gle schenkind, betracht das recht, dei wie Gottes Zorn die Sünde statl schlägt, bemüh dich, sie zu meiden. Hann. Gsb. 1646 nach Seb. Heyden g. 1494 T 1561. Eigene Melodie. 7 dir 35 Eigene Melodie. enn meine Sünd V lern 83. W' mich kränken, o eig mein Herr Jesu Christ, so laß Iden mich wohl bedenken, wie du ge⸗ gieb storben bist und alle meine regil Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich ge— ö Hul nommen hast. Passionslieder. hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebenlang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein un⸗ schuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sünd⸗ liche Begier; daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und folge dem Exempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennutz und Heuchlerschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden die 2. O Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht: es mich trösten kräftiglich in meiner Herr sich mich nin nun ahl?ꝰ aden, zahlt daß der erzen deine Jesu, Not 1un⸗ eLieb zeiden mit sünd⸗ omme 8 dich . meine hmach duldig r und diese empel, üben, „und gern zennutz vie du r Lieb zunden meiner —.— letzten Stunden und des ver⸗ sichern mich: Weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius g. 1601 1 1673. Eigene Melodie. 8 4 Di großer Schmerzen⸗ mann, vom Vater so geschlagen, Herr Jesu, dir sei Dank für alle deine Plagen, für deine Seelenangst, für deine Band und Not, für deine Geißelung, für deinen bittern Tod. 2. Ach das hat unsre Sünd und Missethat verschuldet, was du an unsrer Statt, was du für uns erduldet. Ach unsre Sünde bringt dich an das Kreuz hinan, o unbeflecktes Lamm, was hast du sonst gethan? 3. Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben; dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Teil. 4. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen und unter unsrer Last des Kreu⸗ zes nicht verzagen; hilf tragen mit Geduld durch deine Dornen⸗ kron, wenns kommen soll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn. 5. Dein Angst komm uns zu gut, wenn wir in Angsten lie⸗ gen; durch deinen Todeskampf laß uns im Tode siegen; durch Passionslieder. deine Bande, Herr, bind uns, wie dirs gefällt; hilf, daß wer kreuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt. 6. Laß deine Wunden sein die Heilung unsrer Sünden, laß it uns auf deinen Tod den Trost im Tode gründen, o Jesu, laß ke an uns durch dein Kreuz, Angst und Pein dein Leiden, Kreuz und Angst ja nicht verloren sein! Adam Thebesius g. 1596 1 16⁵². Eigene Melodie. 8 5 Ein Lämmlein geht und 0 trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sün⸗ den aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergiebt sich auf die Würgebank, begiebt sich aller Freuden, es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen, den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich aus⸗ gethan zur Straf und Zornes⸗ ruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Blut'en. 3. Ja, Vater, ja von Herzens⸗ grund, leg auf, ich will dies tragen; mein Wollen hängt an —— ne ** — +— ⁰ +0 48 deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen; o Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen; 4. Du marterst ihn am Kreu⸗ zesstamm mit Nägeln und mit Spießen, du schlachtest ihn als wie ein Lamm, machst Herz und Adern fließen, das Herze mit der Seufzer Kraft, die Adern mit dem edlen Saft des pur⸗ purroten Blutes. O süßes Lamm, was soll ich dir erweisen dafür, daß du mir erweisest so viel Gutes? 5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen; du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiemit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieb⸗ lichkeit bei Nacht und Tage sin⸗ gen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen, und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächt⸗ nis schließen. Passionslieder. 7. Erweitre dich, mein Her⸗ zensschrein, du sollst ein Schatz⸗ haus werden der Schätze, die viel größer sein als Himmel, Meer und Erden. Weg Ehr und Stand der eitlen Welt, weg Reichtum, Gold und alles Geld, ich hab ein Bessers funden; mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 8. Das soll und will ich mir zu Nutz zu allen Zeiten machen, im Streite soll es sein mein Schutz, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasserquell, in Ein⸗ samkeit mein Sprachgesell zu Haus und auch auf Reisen. 9. Was schadet mir des Todes Gift? dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hitze trifft, so kanns mir Schat⸗ ten geben; setzt mir der Schmerz der Wehmut zu, so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker. Und wenn des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 10. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich da⸗ rin kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höch⸗ sten Vaters gehen und dir, dem uner Seuf 3. mein so ül nicht unsre weißt 4. die si Sand dir e schläg terhes Her⸗ Schatz⸗ e, die immel, hr und „ weg Geld, unden; r Jesu eflossen zunden. mir zu hen, im Schutz, hen, in tenspiel, mehr ich dies rst solls in Ein⸗ esell zu isen. 8 Todes ist mein Sonne r Schat⸗ Schmerz d ich bei auf dem id wenn nmein und um, iker. ich soll Reiches lut mein mich da⸗ nmeines elcher ich des höch⸗ dir, dem ein Fluch, dagegen verehrst du Schweiße des Blutes überfüllt, aus seinem edlen Herzen vor Passionslieder. er mich anverttaut, als eine wohlgeschmückte Braut an dei⸗ ner Seite stehen. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 86 O Welt, sieh hier dein 0 Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße: Sein Leib ist ganz mit unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übelthaten weißt du nicht. 4„». Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Mar⸗ terheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen an Händen und an Füßen ge⸗ bunden in der Höll. Die Gei⸗ ßeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat ver⸗ dienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst 49 mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich gar würgen für mich und meine Schuld. Mir lässest du dich krönen mit Dor⸗ nen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Du springst ins Todes Rachen, mich frei und los zu machen von solchem Ungeheur. Du stirbst, daß ich nicht sterbe noch ewiglich verderbe; o uner⸗ hörtes Liebesfeur! 9. Ich bin, mein Heil, verbun⸗ den all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 10. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergetzen, ich sei auch wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unver⸗ fälschten Treu. 12. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruten, wie zornig seine Fluten, will ich aus diesem Leiden sehn. 13. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Mut und wie ——— erre: — ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzei⸗ hen gern und williglich. 15. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem ab⸗ sagen, was meinem Fleisch ge⸗ lüst. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in dei⸗ nen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. ei mir tausendmal 87. Sgaavräßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2. Ich umfange, herz und küsse der gekränkten Wunden Zahl und die purpurroten deine Füß und Nägelmal. O wer kann doch, schönster Fürst, den so hoch nach uns gedürst, deinen Durst und Liebsverlangen sonst schrickt und scheut völlig fassen und umfangen? Passionslieder. 3. Heile mich, o Heil der bespei Seelen, wo ich krank und traurig Wer bin; nimm die Schmerzen, die sonst mich quälen, und den ganzen schänd Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber der ro mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all Todes 3.— und 96 nomm und de deines 4. N ist alle selbst v tragen ich Arr hat; gi mein Jammer setzen. ö 4. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein liebstes Gut, da mein ganzes Herze ruht, laß mich hie zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen! den An 5. Diese Füße will ich halten 5. E auf das best ich immer kann mein H Schaue meiner Hände Falten dir, Oi und mich selber freundlich an viel Gu von dem hohen Kreuzesbaum unt hat mick gieb meiner Bitte Raum, sprich süßer K Laß all dein Trauren schwinden begabet ich, ich tilg all deine Sünden. lust. Paul Gerhardt g. 1607 4 1670 6. Ick verachte Mel. Herzlich thut mich verlangen. dir will 88 O Haupt voll Bluldir dein · und Wunden, vo Derz wi Schmerz und voller Hohn, Todessto Haupt, zum Spott gebundelsassen i mit einer Dornenkron, o HaupsSchoß. Flüsse, sonst schön gezieret mit höchste 7. Es Ehr und Zier, jetzt aber hofßund thu schimpfieret, gegrüßet seist diwenn ich mir! Heil, mic 2. Du edles Angesichte, davoich große Weltgewichte, wie bist du ßzeben, wie Passionslieder. 5¹ eil der bespeit! wie bist du so erbleichet! traurig Wer hat dein Augenlicht, dem en, die sonst kein Licht nicht gleichet, so ganzen schändlich zugericht? Adams 3. Die Farbe deiner Wangen, selber. der roten Lippen Pracht ist hin zt, dein und ganz vergangen; des blassen sich all Todes Macht hat alles hinge⸗ nommen, hat alles hingerafft, blutgen und daher bist du kommen von in das deines Leibes Kraft. gen alle 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ergessen ist alles meine Last, ich hab es liebstes selbst verschuldet, was du ge⸗ Herzef tragen hast. Schau her, hier steh deinen ich Armer, der Zorn verdienet Gunst hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! h halten. 5. Erkenne mich, mein Hüter, ö rkann mein Hirte, nimm mich an] Von nach dir blicken, da will ich Falten dir, Quell aller Güter, ist mir glaubensvoll dich fest an mein lich an viel Guts gethan; dein Mund Herz drücken: wer so stirbt, der mum und hat mich gelabet mit Milch und stirbt wohl. „sprich süßer Kost, dein Geist hat mich Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. winden begabet mit mancher Himmels⸗ iden. lust. 0. 1 1670 6. Ich will hie bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von erlangen. dir will ich nicht gehen, wenn lest mir vom Himmelsthron Geist ol Bluldir dein Herze bricht; wenn dein und Andacht schenken! In dem den, voDerz wird erblassen im letzten Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem hohn, Todesstoß, alsdann will ich dich Herzen, wie du, unser Heil zu zebundelfassen in meinen Arm und sein, littest alle Schmerzen. o HaupfSchoß. 2. Meine Seele sehen mach höchste 7. Es dient zu meinen Freuden deine Angst und Bande, deine ber hosund thut mir herzlich wohl, Speichel, Schläg und Schmach, seist dwenn ich in deinem Leiden, mein deine Kreuzesschande, deine Gei⸗ Heil, mich finden soll. Ach möcht ßel, Dornenkron, Speer⸗ und te, davhich, o mein Leben, an deinem Nägelwunden, deinen Tod, o eut daßereuze hier mein Leben von mir Gottessohn, der mich dir ver⸗ bist du eben, wie wohl geschähe mir! bunden. 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll schei⸗ den, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Angsten kraft deiner Angst und Pein! 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot! Da will ich 3. Laß mich aber nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde, diese hat gemartert dich, daß ich Gnade fünde. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies in Buß und Reue, hilf, daß ich mit Sünde nicht martre dich aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was du selber büßen mußt mit so großem Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle, dich und deine Pas⸗ sion laß mich gläubig fassen! Liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indes laß dies Lallen,(bessern Dank ich dorten geb,) Jesu, dir gefallen! Sigism. v. Birken g. 1626 4 1681. Eigene Melodie. 9 Qesu, meines Lebens 0 Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben, tau⸗ sendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du hast ausgestan⸗ — den Lästerreden, Spott und Hohn, Passionslieder. Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottes⸗ sohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausendtausendmal sei dir, lieb⸗ ster Jesu, Dank dafür! 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend⸗ tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Man hat dich sehr hart ver— höhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dornen dich ge— krönet; was hat dich dazu bewegt? daß du möchtest mich ergetzen, mir die Ehrenkron aufsetzen. Tausendtausendmal sei dir, lieb⸗ ster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen sein ge— schlagen zu Befreiung meiner Pein, fälschlich lassen dich an⸗ klagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausendtausendmal sei dir, lieb⸗ ster Jesu, Dank dafür! 6. Du hast dich in Not ge⸗ stecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 7. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und ÜUbermut, dein Tod meinen Tod versüßet, und ttes⸗ etten tten. lieb⸗ nden chten igen, Ach assen send⸗ Jesu, ver⸗ impf 2 egtꝰ etzen, etzen. lieb⸗ ge⸗ einer an⸗ sein; igen, igen. lieb⸗ t ge⸗ duld, Passionslieder. 53 es kommt alles mir zu gut; dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bit⸗ tern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausend⸗ faches Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christ. Homburg g. 1605 4 1681. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 91 Hen Jesu Christ, dein 0 teures Blut ist mei⸗ ner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebenssaft giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius g. 1611 1 1684. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. 92 Heu Jesu, deine Angst 0 und Pein und dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Not und deinen herben bit⸗ tern Tod, dieweil ich lebe, denken! 2. Laß deiner Seele Höllen⸗ qual, dein Angst und blutig Schwitzen und übrig Elend all⸗ zumal, darin du mußtest sitzen, mir öftermalen fallen ein und eine starke Warnung sein vor Sünd und Missethaten! 3. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach lieb⸗ ster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnade vor Recht gehen! 4. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gan⸗ gen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchtest. 5. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lob⸗ singen, und wenn du zu der Selig⸗ keit mich wirst hinkünftig bringen, so will ich daselbst noch viel mehr, zusamt dem ganzen Himmelsheer, dich ewig dafür loben. 6. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zuflucht sein, 5⁴ Passionslieder. wenn ich von hier soll schden Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen. Nach Tob. Clausnitzer g. 1618 4 1684. Mel. Werde munter, mein Gemüte. er am Kreuz ist meine 93. D Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ. Weg ihr argen Seelendiebe, Satan, Welt und Fleisches List! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friede⸗ schild, aber auch mein Lebens⸗ bild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glau⸗ ben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du verlierst den Sturm. Weh mir, wenn ich den betrübe, der statt meiner ward ein Wurm! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? trät ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Schweig, Gewissen, Gott vergiebt. Daran preist Gott seine Liebe, daß sein Sohn stirbt, der ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Keine Not, schwer, hart und groß, Hunger, Blöße, Hen⸗ kershiebe, nichts macht mich von Jesu los, nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glaube übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint; da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 1675⁵. Eigene Melodie. 94 du Liebe meiner „.Liebe, du erwünschte Seligkeit, der du dich aus höch⸗ stem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens mir zu gute als ein Schlachtschaf einge⸗ stellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt; 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Oelberg sich betrübt, Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, den sonst niemand konnte stillen, den hat dein Tod hin⸗ mich liebt. Wer verdammt nun? Gott ist hier, Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz gelegt. 3. Liebe, die mit starkem Her⸗ zen alle Schmach und Hohn ge⸗ hört, Liebe, die nicht Angst und Schmerzen noch der strenge Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Athem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt; 4. Liebe, die mit so viel Wun⸗ den gegen mich als seine Braut unauflöslich sich verbunden und auf ewig anvertraut: Liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein in dem blut⸗ verwundten Herzen sanft in dir gestillet sein! 5. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach wie dank ich deinem Blut, ach wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den Leidensstunden sanft in deiner Seite ruh! 6. Liebe, die sich tot gekränket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seele Heil erworben: nimm mich ewig liebend an! Elisabeth v. Senitz g. 1629 1 1679. Mel. Christus, der uns selig macht. 9⁵5 Secle⸗ mach dich heilig 0 auf, Jesum zu be⸗ gleiten gen Jerusalem hinauf, tritt ihm an die Seiten! In der Andacht folg ihm nach zu dem bittern Leiden, bis du aus dem Ungemach zu ihm wirst ver⸗ scheiden. Passionslieder. 5⁵ 2. Seele, siehe, Gottes Lamm gehet zu dem Leiden, deiner Seele Bräutigam als zu Hoch⸗ zeitfreuden. Geht, ihr Toͤchter von Zion, Jesum zu empfangen, sehet ihn in seiner Kron unter Dornen prangen! 3. Du ziehst als ein König ein, wirst auch so empfangen, aber Bande warten dein, dich damit zu fangen. Für die Ehre Hohn und Spott wird man dir, Herr, geben, bis du durch des Kreuzes Tod schließen wirst dein Leben. 4. Das Kreuz it der Königs⸗ thron, drauf man⸗ dich wird setzen, dein Huupt mit der Dornenkron bis in Tod ver⸗ letzen. Jesu, dein Reich auf der Welt ist in lauter Leiden; so ist es von dir bestellt bis zum letzten Scheiden. 5. Du wirst, Herr der Herr⸗ lichkeit, ja wohl müssen sterben, daß des Himmels Ewigkeit ich dadurch mög erben. Aber ach, wie herrlich glänzt deine Kron von ferne, die dein siegreich Haupt bekränzt, schöner als die Sterne! 6. Liebster Jesu, nun Glück zu! Es muß dir gelingen; nach der Stillen⸗Freitags⸗Ruh wirst du Freude bringen. Tritt nur auf die Todesbahn, die gestreuten Palmen bilden dir den Sieg voran aus den Osterpsalmen. 7. Laß mich diese Leidenszeit fruchtbarlich bedenken, voller Andacht, Reu und Leid mich 6 56—— Passionslieder. R darüber kränken! Auch dein Lei⸗ den tröste mich bei so vielem Jammer, bis nach allem Leiden ich geh zur Ruhekammer. Abraham Klesel g. 1636 1702. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 96. Mee Seel, ermuntre dich, deines Jesu Lieb bedenke; wie er für dich giebet sich, darauf deine Andacht lenke. Ach erwäg die große Treue und dich deines Jesu freue! 2. Sieh, der wahre Gottes Sohn ist für dich ans Holz gehänget, sein Haupt trägt die Dornenkrom, en Leib ist mit Blut vermenger, er läßt sich für dich verwunden; wo ist größre Lieb gefunden? 3. Du, du solltest große Pein ewig leiden in der Hölle und von Gott verstoßen sein wegen vieler Sündenfälle; aber Jesus trägt die Sünden, läßt dich wie— der Gnade finden. 4. Durch sein Leiden ist gestillt deines Gottes Zorn und Rache, er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod bezwungen und den Himmel dir errungen. 5. Ich kann nimmer, nimmer⸗ mehr das Geringste nur ver⸗ gelten, er verbindt mich allzu⸗ sehr; meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so schlecht geliebet und noch gar mit Sünd 1 betrübet. 6. Du, mein Jesu, du, mein Heil, dir will ich mich ganz ver⸗ schreiben, daß ich dir als mei⸗ nem Teil einzig will getreu ver⸗ bleiben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. 7. Du, mein Jesu, sollst es sein, den ich mir zum Zweck gesetzet, wie du mein, so will ich dein bleiben stets und unverletzet; was du liebtest, will ich lieben, was dich kränkt, soll mich be⸗ trüben. 8. Was du willst, das sei mein Will, dein Wort meines Her⸗ zens Spiegel; wenn du schlä⸗ gest, halt ich still. Dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich freudig sterben. 9. Nun, so bleibt es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, dem ich lebe, des ich sei, nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen, ewig will ich dich umfassen. Joh. Casp. Schade g. 1666 1 1698. Eigene Melodie, oder Warum sollt ich mich denn grämen. 97. 291 Trost der ar⸗ men Seelen, du läßt dich Wi 219 5 meinetwegen quälen. Ach wie kann ich nun verzagen? denn du hast alle Last meiner Schuld getragen. 2. Dein Blut rann mit reichen Flüssen, dessen Kraft uns ver⸗ schafft, daß wir Trost genießen. Laß mich diese Flut erquicken, meinen Geist, der dich preist, zu dir hin zu rücken. 3. Dieser Strom führt in den Himmel; dort, ach dort ist der Ort, wo kein Weltgetümmel. Dahin steht nun mein Ver⸗ langen; Ehr und Gut soll den Mut nimmer wieder fangen. 4. Dein Blut soll mich stets vergnügen, ich will nun in dir ruhn und ganz sicher liegen. Ich will zu den Wunden eilen, denn hier kann jedermann seine Krank⸗ heit heilen. 5. Krank bin ich an Sünden⸗ wunden; krank und schwach schrei ich nach dir, bis ich dich funden. Ich will zu dir, Jesu, fliehen, doch du mußt aus dem Wust mich selbst zu dir ziehen, 6. Wie du an dem Kreuze thatest, als du dort, liebster Hort, für die Feinde batest. Ob mich spät die Sünden reuen, hoff ich doch mich wird noch deine Gnad erfreuen. 7. Ich will mich mit Thränen netzen und mein Herz soll im Schmerz sich zum Kreuze setzen. Hier will ich dich ganz umfassen, Gottes Lamm, Bräutigam, du wirst mich nicht lassen. 8. Laß mich nicht am letzten Ende! Da hilf mir, wenn zu dir ich mich gläubig wende; da laß mich dein Blut erquicken! So kann ich seliglich mich zum Sterben schicken. Ph. Balth. Sinold g. 1657 4 1742. Mel. Jesus, meine Zuversicht. eele, geh auf Gol⸗ 98. S gatha, setz dich unter Jesu Kreuze und bedenke, Passionslieder. 57⁷ was dich da für ein Trieb zur Buße reize. Willst du unempfind⸗ lich sein, o so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammer⸗ bild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strö⸗ men quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Ach der übergroßen Not: es ist gar mein Jesus tot! 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hatt ich ver⸗ schuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet; daß ich nicht verloren bin, giebst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe; schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe; dein im Blute wallend Herz setzet mich in tausend Schmerz. 5. Nun was schenk ich dir da⸗ für? Ich will dir mein Herze geben, dieses soll beständig hier unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 6. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Not verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürst, bis du mich er⸗ quicken wirst. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich, die Welt ver⸗ schmähen, laß mich dich, du höch— stes Gut, immer vor den Augen sehen, führ in allem Kreuze mich wunderlich, nur seliglich! 4 I ‚ ö 8. Endlich laß mich meine Not geht: auch geduldig überwinden, nir⸗ gend sonst wird mich der Tod, als in deinen Wunden finden; den Kelch des Vaters trank. wer darin sein Bette macht, spricht zuletzt: Es ist vollbracht. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1787. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 99 Dẽ Brunnguell aller 0 Liebe gabst dich aus Liebestriebe für uns in tiefe Not; du wolltest Blut und Leben für uns zum Opfer geben, uns zu erretten von dem Tod. 2. Du liebtest die Gemeine und machtest sie ganz reine von Sünden durch dein Blut; du heiligtest die Seelen, die dich zum Schatz erwählen, durch diese teure Lebensflut. 3. Ach laß dein heilig Leiden auch unsre Seelen kleiden mit Schmuck der Heiligkeit, laß deinen Geist und Gaben auch unsre Herzen laben in wahrer Glaubensfreudigkeit! 4. Die alte Lust der Sünden hilf uns nun überwinden als dein erlöste Schar! Da deine Gnad erschienen, so stell uns, dir zu dienen, voll neuer Kraft und Lebens dar! Peter Busch g. 1682 4 1744. Eigene Melodie. 100 Eidon wünsch ich mir 0 vor allem andern, Eine Speise früh und spät; selig läßts im Thränenthal sich wan⸗ dern, wenn dies Eine mit uns Unverrückt auf Einen Mann zu schauen, der mit blut⸗ gem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht. 3. Ja, mein Jesu, laß mich nicht vergessen meine Schuld und deine Huld. Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein, sprich du darauf ein Amen. Treuster Jesu, du bist mein. Drücke dei⸗ nen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp g. 1798 4 1864. Begräbnis Jesu. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 101 Di du, Herr Jesu, 0 Ruh und Rast in deinem Grab gehalten hast, gieb, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. Passionslieder. 59 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gottes⸗ lamm, getötet an des Kreuzes Stamm. Laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben sein! Georg Werner g. 1589 1 1643. Eigene Melodie. 102 Traurigkeit, o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einigs Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Not, des Todes Tod ist selbst am Kreuz ge⸗ storben, hat dadurch das Himmel⸗ reich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hie mit Blut beflossen, welches es ganz mildig⸗ lich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glau⸗ bensgrund, wie bist du doch zer⸗ schlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O lieblichs Bild, schön, zart und mild, du Schmerzsohn der Jungfrauen! Niemand kann dein heißes Blut sonder Reu an⸗ schauen. 7. Hochselig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab versenket. 8. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab möge nach dir sehnen. Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. O Traurigkeit. I 03 Sẽ ruhest du, 0 meine Ruh, in deiner Grabeshöhle, und erweckest durch den Tod meine tote Seele! 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! dich hat jetzt ein Felsen⸗ grab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach bist du kalt, mein Trost und Halt! Das macht die heiße Liebe, die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. 4. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch wird er auf⸗ erstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 7. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis in Tod gedenken. Salomo Franck g. 1659 1 1725. V Eigene Melodie. 104 Elso heilig ist der Tag, daß ihn nie⸗ mand mit Loben erfüllen mag; denn der einige Gottessohn, der die Hölle überwand und den leidigen Teufel darinnen band, damit erlöst der Herr die Christenheit, selber. Kyrieleis! Aus dem 15. Jahrhundert. Nach dem Lateinischen des Venantius Fortunatus im 6. Jahrhundert: Salve, festa dies. Eigene Melodie. 105. Coonn der Marer alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! 2. Wͤr er nicht erstanden, so (6106. uja, Halleluja, der aller Welt ein + V wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, so lob'n ö wir den Vater Jesu Christ. Halleluja! 3. Halleluja, Halleluja, Hal⸗ leluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Aus dem 13. Jahrhundert. Cigene Melodie. rstanden ist der hei⸗ lig Christ, Halle⸗ Tröster ist, Halleluja, Halleluja! 2. Und wär er nicht erstanden hehr, Halleluja, Halleluja, die ö das war Christ VII. Osterlieder. Welt alsdann vergangen wär, Halleluja, Halleluja! 3. Doch seit daß er erstanden ist, Halleluja, Halleluja, so loben wir den Herren Christ, Halleluja, Halleluja! 4. O Jesu, lieber Herre Gott, Halleluja, Halleluja, behüt uns vor der Sünden Not, Halleluja, Halleluja! 5. Gieb, daß wir von dem Tod erstehn, Halleluja, Halleluja, mit dir ins neue Leben gehn, Halleluja, Halleluja! 6. Zu dieser österlichen Zeit, Halleluja, Halleluja, sei Gott der Herr gebenedeit. Halleluja, Halleluja! Aus dem 14. Jahrhundert. Nach d. Lat. Surrexit Christus hodie. Eigene Melodie. 10 Qesus Christus unser . Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd hat er gefangen. Hal⸗ leluja! 2. Der ohn Sünden war ge⸗ born, trug für uns Gottes Zorn; hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Halleluja! 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, alls in Händen er hat; er kann erretten alle, die zu ihm treten. Halleluja! Martin Luther g. 1483 4 1546. IniNTNI Eigene Melodie. 108 hrist lag in Todes⸗ 0 banden, für unsre Sünd gegeben, der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröh⸗ lich sein, Gott loben und dank⸗ bar sein und singen Halleluja. Halleluja! 2. Den Tod niemand zwin⸗ gen konnt bei allen Menschen— kindern; das macht' alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Ge⸗ walt, hielt uns in sein'm Reich gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kom⸗ men und hat die Sünd abge⸗ than; damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibt nichts denn Tods Ge⸗ stalt, den Stachel hat er ver⸗— loren. Halleluja! 4. Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben run⸗ gen; das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja! 5. Hie ist das recht Oster⸗ lamm, davon wir sollen leben, das sich an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb gegeben; des Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tod für, der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja! Osterlieder.— 01 6. So feiern wir das hoh Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Her scheinen läßt. Er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnade Glanz erleucht't unsre Herzen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! ö 7. Wir essen und leben wohl zum süßen Brot geladen, der alt Sauerteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Christus will die Speise sein und speisen die Seel allein; der Glaub will keins andern leben. Halleluja! Martin Luther g. 1483 1 1546. Eigene Melodie. rschienen ist der 109. E herrlich. dran sich niemand gnug freuen mag; Christ, unser Herr, heut triumphiert, all seine Feind gefangen führt. Halleluja! 1 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! ö 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, das Leben siegt und ward ihm Herr, zerstört ist nun all seine Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darnieder lag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröh⸗ lich sein, singen das Hallelnia ö‚ V der seinen Feind gewaltig fällt. 02 Osterlieder. sein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstan⸗ den bist. Halleluja! Niklas Herman 4 1561. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. ö 110. Wis danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist und hast dem Tod zerstört sein Macht ad uns das Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Missethat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treuen Diener sein. Halleluja! 3. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja! Thomas Hartmann um 1604. Miel. Erschienen ist der herrlich Tag, oder Eigene Melodie, wenn man die eingeklammerten Halleluja mitsingt. 111 Her triumphieret 0 Gottes Sohn, der vom Tod ist erstanden schon Halleluja, Halleluja,) mit großer Pracht und Herrlichkeit; des dank'n wir ihm in Ewigkeit. Halleluja. Hallelujal] 2. Dem Teufel hat er all sein Macht zerstört und ihn zu Boden bracht Halleluja, Halleluja,] wie pflegt zu thun ein großer Held, Halleluja. Hallelujal) 3. Oauferstandner Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist (Halleluja, Halleluja, führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja. Halleluja! 4. Hie ist doch nichts als Angst und Not, von Kindheit an bis in den Tod(Halleluja, Halleluja, dort aber in des Himmels Thron folgt auf den Kampf die Ehren⸗ kron. Halleluja. Halleluja! 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr; ob er gleich murrt, ists ohn Gefähr[Halleluja, Hal⸗ leluja‚] darnieder liegt der arge Feind, wir aber Gottes Kinder seind. Halleluja. Halleluja!) 6. Des danken wir ihm allzu⸗ gleich und sehnen uns ins Him⸗ melreich[Halleluja, Hallelujal. Es ist am End, Gott helf uns alln, so singen wir mit großem Schalln: Halleluja. Hallelujal] . Gott Vater in dem höchsten Thron, samt seinem eingebornen Sohn, Halleluja, Halleluja, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis! Halleluja. Halleluja!] Basilius Förtsch 1 1619. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 112.7 rüh morgens, da die Sonn aufgeht, mein Heland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wieder⸗ bracht. Halleluja! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen gleich S- —— als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trauren Freud und Wonn. Halleluja! 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt im Todeszwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält, drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Hal⸗ leluja! 5. In kurzem wach ich fröh⸗ lich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf; ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Hal⸗ leluja! 6. Der Herr den Tod zu Bo⸗ den schlägt, da er selbst tot, und sich nichts regt; geht aus dem Grab in eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll an ihm nichts schafft. Halleluja! 7. O Wunder groß, o starker Held, wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! 8. Kein Kreuz und keine Not sich findt, die Christi Sieg nicht überwindt. Er führt heraus mit seiner Hand, wer mich will halten, wird zu Schand. Halle— luja! 9. Lebt Christus, was bin ich Osterlieder. 6³ herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! 10. Er nährt, er schützt, er tröstet mich. Sterb ich, so nimmt er mich zu sich; wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Hal⸗ leluja! ö 11. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engelbrüder⸗ schaft; durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja! 12. Mein Herz darf nicht ent⸗ setzen sich, Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir. ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja! 13. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann g. 1585 + 1647. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. ö 113 Laset uns den Herren preisen, o ihr Christen überall! Kommet, daß wir Dank erweisen unserm Gott von Todesbanden Simson, der vom Himmel kam, und der Löw aus Juda Stamm; Christus Jesus ist erstanden, nun ist hin der lange Streit. Freue dich, o Christenheit! ö 2. Christus selbst hat über⸗ wunden des ergrimmten Todes betrübt? Ich weiß, daß er mich Macht. Der in Tüchern lag X mit süßem Schall! Es ist fre gelegt? Ei du bleibest unver⸗ 6— Osterlieder. gebunden, hat die Schlang jetzt umgebracht; Satans Reich ist ganz verheeret, Christus hat es nach der Ruh ausgetilget und dazu Belial sein Schloß zer⸗ störet, daß wir haben frei Geleit. Freue dich, o Christenheit! 3. Warest du, o Held, ge⸗ storben? warest du ins Grab dorben; da sich nur der Fels erregt, Held, da bist du wieder kommen, hast das Leben und die Macht aus der schwarzen Gruft gebracht und des Todes Raub genommen, schenkst uns nun die Seligkeit. Freue dich, o Christenheit! 4. Tod, wo sind nun deine Waffen? Hölle, wo ist dein Triumph? Satan konnte gar nichts schaffen, seine Pfeile wurden stumpf. Christus ist sein Gift gewesen, ja der Hölle Seuch und Pest; Welt und Sünde E liegen fest, und wir Menschen sind genesen nur durch seinen tapfern Streit. Freue dich, o Christenheit! 5. Er ist aus der Angst ge⸗ rissen und mit Ehren angethan; wer ist, der sein Leben wissen und die Läng ausreden kann?5) Christus ist der Eckstein worden. Gott, das ist von dir geschehn, wie wir jetzt vor Augen sehn; wir sind aus der Sünder Orden hin⸗ gerissen durch den Streit. Freue dich, o Christenheit!„Zes.53,S. D— Enh—— sehn, wie so groß sei unser Schade, daß wir dir gleich auf⸗ erstehn. Brich hervor in unsern Herzen, überwinde Sünde, Tod, Teufel, Welt und Höllennot, dämpf in uns Pein, Angst und Schmerzen samt der Seele Trau⸗ rigkeit! Freue dich, o Christenheit! 7. Meinen Leib wird man vergraben, aber gleichwohl ewig nicht; bald werd ich das Leben haben, wenn das letzte Welt⸗ gericht alle Gräber wird auf⸗ decken, und der Engel Feld⸗ geschrei zeigen, was vorhanden sei; dann wird mich mein Gott aufwecken und beschließen all mein Leid. Freue dich, o Chri⸗ stenheit! 8. Dann so werden meine Glieder, die jetzt Staub und Asche sein, unverweslich leben wieder und erlangen solchen Schein, dessen gleichen hier auf Erden nimmermehr zu finden ist. Ja, mein Leib, Herr Jesu Christ, soll dem deinen ähnlich werden, voller Pracht und Herr⸗ lichkeit. Freue dich, o Christenheit! Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. Nun freut euch, liebe Christen gmein. 114 Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg 6. Gieb, Herr Jesu, deine Gnade, daß wir stets mit Reue so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! sie auf ihn drang, jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür, die Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Hölle Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf, alls liegt da überwunden. 4. Des Herren Rechte die be⸗ hält den Sieg und ist erhöhet, des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegen stehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg gedämpfet seind, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glie⸗ der. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durchwahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei; der⸗ selb ihn nicht angehet. Genom⸗ men ist dem Tod die Macht, Un⸗ schuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 7. Das ist die reiche Oster⸗ beut, der wir teilhaftig werden: Osterlieder. 65⁵ 2. Wie sträubte sich die alte Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! rach Ge. Weissel g 1590 4 1635 Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 115 Dẽr Hölle Pforten 0 sind zerstört, der Tod ist nun verschlungen, des Satans Reich ist ganz verheert, Lob sei dir, Gott, gesungen. Der Sünde Macht ist abgethan, durch Christum ist die Himmels⸗ bahn uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des alten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erkoren. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht ge⸗ brochen und stecket auf des Heils Panier, gleichwie er hat ver⸗ sprochen. Er bringt nach wohl⸗ geführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, ja alle Himmelsschätze. 4. Drum lasset uns in Fröh⸗ lichkeit Herz und Gemüt erhe⸗ 66 ben, weil uns ist diese Gnaden⸗ zeit vom Himmel wiedergeben. Wir haben Christi Reich und Macht; er ist hinweg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Not, liegt in dem Staub der Erden, der vormals starke See⸗ lentod hat müssen kraftlos wer⸗ den; des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugnis ob⸗ gesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach die— ser Zeit wie Christus auferstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch zu aller Frist die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer g. 1606 1 1673. Eigene Melodie. 116 Au, auf, mein Herz,/ 0 mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht! Wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Hei⸗ land war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei. Eh ers vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Victoria! schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun Osterlieder. allem, was mir will entnehmen meinn Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb erworben ist. 4. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell. 5. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und brauch mich nicht zu kehren an einzig Ungemach; es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Hei⸗ land ist mein Schild, der alles Toben stillt. 6. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Wor⸗ ten der Reim gelesen wird: dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Wer Mel. Du Friedefürst, Herr Jesu Christ. 117 Wis lieblich sind 2 doch deine Füß, wie freundlich ist dein Mund! Wie tröstet mich dein Wort so süß, o meines Glaubens Grund, du guter Bot, du Todes Tod, du Friedenswiederbringer! 2. Nun ist des Höchsten Wort erfüllt, sei froh mein ganzer soll mir nicht mehr grauen vor Sinn; nun ist des Herren Zorn —— gesti Mei die E 2 in u mir Thů Du Heil der 4 bärn tig; derr Rul meit soll 5 Trü Fre kräf Her nich mir ruh bah voll Da Hei der — gestillt, nun ist das Zagen hin. Mein Jesus hat an meiner Statt die Sündenschuld gebüßet. 3. Der Friede Gottes herrscht in mir, der über die Vernunft; mir öffnet sich des Himmels Thür, weg, weg, du Höllenzunft! Du schreckst mich nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 4. Wenn mich die Welt er⸗ bärmlich plagt und setzt mir hef⸗ tig zu, von einem Ort zum an⸗ dern jagt, so schafft mir Jesus Ruh. Die Welt schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 5. Wenn mich die Not und Trübsal drückt, wenn mich mein Freund verstößt, werd ich doch kräftiglich erquickt, mir bleibt des Herren Trost. Die Not schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 6. Wenn mich mein Fleisch un⸗ ruhig macht und reizt zur Sünden⸗ bahn, wird doch sein Wille nicht vollbracht, ruf ich nur Jesum an. Das Fleisch schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 7. Wenn auf mich dringt der grimme Tod und rufet: Du bist mein, so will auch in der Todes⸗ not mein Heiland bei mir sein. Der Tod schreckt nicht, mein Hei⸗ land spricht, mit mir soll sein der Friede. 8. Dank sei dir, o du Friede⸗ fürst, für das erworbne Gut, das du mir wohl erhalten wirst; in Osterlieder. 67 dir mein Herze ruht; und wenn es bricht, erschreck ich nicht, ich fahre hin im Frieden. Gottfr. Wilh. Sacer g. 1635 4 1699. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 118. We willst du hin, weils Abend ist, o liebster Pilgrim Jesu Christ? Komm, laß mich so glüchelig sein, und kehr in meinem Her⸗ zen ein! 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, damit die dunkle Sünden⸗ nacht mich nicht verführt noch irre macht. 5. Bevorab aus der letzten Not Hilf mir durch einen sanften Tod! Herr Jesu, bleib, ich halt dich fest, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. 1674. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 119. Woh auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen, er⸗ muntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der 363—ui des Todes i 360 68 Osterlieder. brochen aus dem Grab herfür der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünde auf und such ein neues Le⸗ ben, vollführe deinen Glaubens⸗ lauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß das, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach dem Himmelszelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein An⸗ liegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe, so wirst du sehn, daß Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut siegreich überwun⸗ den, und das erwürgte Gottes⸗ lamm hat uns zum Heil gefun⸗ den das Leben und Gerechtig⸗ keit, weil er nach überwund⸗ nem Streit die Feinde schau⸗ getragen.)) Col. 2, 15. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus über⸗ wunden; er wird auch überwin⸗ den weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du auf⸗ stehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, noch gar der Hölle Rachen, dein Jesus lebt, es hat kein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringsten in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du über⸗ winden. 9. Ach mein Herr Jesu, der du bist von Toten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch dein Blut: Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laurent. Laurenti g. 1660 4 1722. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. ein Jesus lebt, 120. M was soll ich ster⸗ ben? Hier steht mein Haupt und triumphiert. So muß ich ja das Leben erben, weil Not und Tod die Macht verliert. Kein Trauer⸗ bild erschreckt mich mehr, mein Jesus lebt, das Grab ist leer. 2. Mein Jesus siegt, drum liegt zu Füßen, was mir das vin⸗ den auf⸗ ehst t. Welt bölle hat den sten nter ber⸗ der üden, und den, zum du ieser und Ulen uden zesu, daß 722. 5 Leben rauben kann. Der Tod wird völlig weichen müssen, mir wird der Satan unterthan. Der Hölle Abgrund selber bebt, denn überall schallt: Jesus lebt. 3. Mein Jesus lebt, das Grab ist offen, so geh ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie süß erschallt die Stimme hier: Ich leb, und ihr lebt auch in mir. 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm das Leben geben, kommt mir mein Tod nicht schrecklich für, weil er mich in den Himmel hebt, so wahr als Jesus ist und lebt. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Christus der ist mein Leben. 121 Wiommen, Held 0 im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird schauge⸗ tragen*) und heißt nunmehr ein Spott, wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott.)Col.2/15. 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus, wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein und Osterlieder. 69 einen Schatz hier ewig kann erfreun. 6. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 7. Wir wollen hier ganz fröh⸗ lich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunme)r stumpf, wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! Benjamin Schmolck g. 1672 + 1737. finden, der Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 122 ween der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seele voll Verdruß, man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Trau⸗ rigkeit. 2. Ach es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummier nach, sie bejammern ihre Schmer⸗ zen, ihre Not und Ungemach; manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Wenn zwei Seelen sich be⸗ sprechen, so ist er der dritte Mann; er bemerket die Gebre⸗ chen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos 70 Osterlieder. oft träumen, er hat alles im Gesicht, seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, trauerst du? wenn ich meiner Eitelkeit und Seele zu: der Sünde nachgehangen; o der nicht weilen, ach so nimm mich unglückselgen Zeit, die man der⸗ gestalt verloren! auch mit dir, laß mich deine Doch er hat Freuden teilen, sei und bleibe mich neu geboren, Jesus hat an stets bei mir! Bleibe doch in mich gedacht und das Schäflein unsrer Mitten, wie dich deine wieder bracht. 5. Hat sich eine Not gefunden, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir! Kommt die Welt, mich anzufeinden, ach so sei du auch allhier! Will der Teufel mich betrügen, laß in deinem Schutz mich liegen! Komm, in meinem Geist zu ruhn: was du willst, das will ich thun. 7. Bin ich traurig und betrü⸗ bet, so gieb nur in meinen Sinn, daß mich deine Seele liebet, und daß ich der deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in Kummer stehn; wenn sie in verborgnen Höhlen, Kammern, Feld und Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, daß du mich ge⸗ tröstet hast. Ludw. Neunherz g. 1653 4 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 123 Qesus lebt, mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken, er ver⸗ klärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben, mit ihm werd ich auch zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht: dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun ver⸗ zagt, lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott ver⸗ stößt in Christo nicht: dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht: Wäldern gehn, ihrem Kummer dies ist meine Zuversicht. rz.rur. nl Emn.+N.1.— nachzusinnen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Liebes Kind, was 9. Kannst du bei der Welt EEEE erre 5 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Seine Treue wanket nicht: dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 124. alleluja, jauchzti ihr Chöre, singt Jesu Christo Lob und Chrel Wie rnn wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht, Preis ihm, er hats vollbracht! Halle⸗ luja! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todes⸗ ketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entsshlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, s deine Macht den Tag der Evigkeiten ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Osterlieder. 7¹ Schöpfer bist. Du wirst unver⸗ gänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein, Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwin⸗ den, und uns umstrahlt des Him⸗ mels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran, wir folgen dir in deine Ruh. Goltfr. Bened. Funk g. 1734 1 1814. Herr, der uns versöhnt. O wie hat nach Schmerz und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort zu seines Vaters Rechten über Schmach und Tod erhöht herrscht er nun in Majestät. Freut euch seiner, ihr Gerechten, und ihr, seine Feinde, bebt! Hal⸗ leluja, Jesus lebt! 2. Singt dem Herrn, er ist Wort verhieß, geschah. Wer, wer kann ihm widerstreben? 2— der 45 empor, erstanden, er, der starb auf Golgatha. Rühmt es, rühmts in allen Landen: Was sein * Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. ö — Kuferstand— 125. Acanden it. im Triumph bricht er hervor; und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Halle⸗ luja, Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu befreien, sank er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzuweihen, stand er auf durch Gottes Macht. Tod, durch ihn bist du bezwungen, deine Schrecken sind zerstreut, von der Furcht sind wir befreit, uns ist Leben neu errungen; jauchzt ihr, die man einst begräbt, jauchzt dem Höchsten, Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu er⸗ heben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden im Gedächtnis Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist. Unvergänglich sind die Freu⸗ den des, der nach dem Himmel strebt. Singet, preiset, Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, er sei euer Lobgesang! * Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Lob und Dank! Rühmts in der Versuchung Stun⸗ den, wenn euch Sünd und Elend droht, rühmts in eurer Todes⸗ not: Unser Herr hat überwunden! und wenn er euch zu sich hebt, dann rühmts ewig: Jesus lebt! Joh. Casp. Lavater g. 1741 181. 72 Osterlieder. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. 126 Och sag es jedem, daß Er lebt und auf⸗ erstanden ist, daß Er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt es seinen Freunden gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vater⸗ land, ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er be⸗ trat, geht in den Himmel aus, und wer nur hört auf seinen Rat, kommt auch ins Vaterhaus. 6. Nun weine keiner mehr all⸗ hie, wenn eins die Augen schließt; vom Wiedersehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That ein jeder frischer glühn, denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns ver⸗ läßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. Friedr. v. Hardenberg g. 17727 1801. 7³ VIII. Bimmelfahrtslieder. Eigene Melodie. 12 7 hrist fuhr gen Him⸗ 0 mel. Was sandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Halleluja! Halleluja, Hallelnja, Halle⸗ luja! Des sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Aus dem 15. Jahrhundert. Eigene Melodie, oder ohne Halleluja Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 138. A. diesen Tag be⸗ denken wir, daß Christ gen Himm'l gefahren, und danken Gott aus höchster B'gier, mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hie auf Erd, die wir von wegen mancher G'fährd ohn ihn kein Hoffnung haben. Halleluja, Halleluja! 2. Drum sei Gott Lob, der Weg ist g'macht, uns steht der Himmel offen, Christus bortmn auf mit großer Pracht, vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja, Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ists nicht Ernst zum Herven; denn der wird auch vor Fleisch und Blut sein Him⸗ melreich versperren. Am Glau⸗ ben liegts, wird der sein recht, wird auch gewiß das Leben recht zu Gott im Himmel grrichtet. Halleluja, Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets die welt⸗ lich Bahn, thun uns zu Gottes Kindern; die sehn hinauf, der Vater hrab, an Treu und Lieb geht ihnn nichts ab, bis sie zusammen kommen. Halleluja, Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn uns Gott zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir denn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mut zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja, Halleluja! Johann Zwick g. um 1496 T+ 1542. Eigene Melodie. 129. Gu Himmel auf⸗ gefahren ist, Hal⸗ lelujsa, der König der Ehren, Jesus Christ. Halleluja! 2. Er sitzt zu Gottes rechter Hand, Halleluja, herrscht über Himm'l und alle Land. Halleluja! 3. Nun ist erfüllt, was g'schrieben ist, Halleluja, in Psalmen von dem Herren Christ. Halleluja! 4. Nun sitzt beim Herren Da⸗ vids Herr, Halleluja, wie zu ihm g'sprochen hat der Herr. Halleluja! 5. Drum jauchzen wir mit großem Schalln, Halleluja, dem Herren Christ zum Wohlgefalln. Halleluja! 6. Der heilgen Dreieinigkeit, ö Halleluja, sei Lob und Preis in Ewigkeit! Halleluja! 1609. Nach dem Lateinischen COoelos ascendit hodie. Mel. Ermuntre Genn. mein schwacher 130. 95 Fad, zieh uns für und für, daß wir mit den Gemütern nur oben wohnen stets bei dir, in deinen Himmelsgütern; laß un⸗ sern Sitz und Wandel sein, wo Fried und Wahrheit gehn herein; laß uns in deinem Wesen, das himmlisch ist, genesen. 2. Hilf, daß wir suchen unsern Schatz nicht hier in diesem Leben, hingegen dort, wo du den Platz wirst Gottes Kindern geben; ach laß uns streben fest und wohl nach dem, was künftig werden soll, so können wir ergründen, wo dein Gezelt zu finden. 3. Zieh uns dir nach, so lau⸗ fen wir, gieb uns des Glaubens Flügel: hilf, daß wir fliehen weit von hier auf Zions Freu⸗ denhügel! Mein Gott, wann fahr ich doch dahin, wo ich ohn Ende fröhlich bin? Wann werd ich vor dir stehen, dein Angesicht zu sehen? 4. Wann soll ich hin ins Paradies zu dir, Herr Jesu, 7⁴ Himmelfahrtslieder. frende süß? wann werd ich ufgenommen? Mein Heiland, komm und nimm mich an, auf daß ich fröh lich jauchzen kann und klopfen in die Hände: Gelobt sei Gott ohne Ende! Johann Rist g. 1607 T 1667. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 131. Mennd Heiland sitzet droben zu Gott des Vaters rechter Hand, wose elbst ihn herrlich loben der Engel Chor; in solchem Stand ist unser Fleisch zu finden; o welch ein Ruhm und Ehr! Es müsse nun verschwinden, was uns betrübt so sehr; denn unser Haupt regieret in großer Herrlichkeit, wohin er uns auch führet nach unsrer Wallfahrtszeit. 2. Lob sei dir, Herr, gesungen, daß du dich aus selbsteigner Macht gen Himmel hast gese wingen und den Triumph davon gebracht, daß du hast er osses des Himmels güldne Thür und uns zu Iin Achlae verordnet für und für. Ach laß es uns gelingen, den lieben Engeln gleich ein Loblied dir 0 singen in deines Vaters Reich! Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. uf Christi Himmel⸗ 132. A fahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein kommen? wann kost ich S8⸗ 439 überwinde; denn E +& HES —„‚„‚483e 6 weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh erlangen; denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn, nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenns dir ge⸗ fällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen! Nach Josua Wegelin g. 1604 1640. Mel. 9 060 u. d. Morgenstern. 13 3. wundergroßer Siehesheld du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten von des Vaters Kraft, der Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; mächtig, präch— tig triumphierest, jubilierest; Tod und Leben, dir ist alles unter⸗ geben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich großen Siegsmann loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben. Singet, klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Po⸗ saunen und Getümmel. Himmelfahrtslieder. 7⁵ 3. Du bist das Haupt, hin⸗ gegen wir sind Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Fried und Freude, Stärk und K Kraft, Erquickung,“ Labsal, Herzenssaft wird uns von dir gegeben; bringe, zwinge mein Gemüte, mein Ge⸗ blüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 4. Zeuch, Jesus, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir fort⸗ hin für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all Ueppig⸗ keit verachten. Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesus, unser Schutz und Schatz, sei unser Ruhm und fester Platz, darauf wir uns ver⸗ lassen; laß suchen uns, droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christen⸗ seelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gna⸗ denthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum ge⸗ gangen. Komm schier, hilf mir! Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Christ. Homburg g. 1605 f 1681. was ö ö ö ö ö Himmel, allhier beschwer das böse Welt⸗ 76 Mel. Ach Gott und Herr. 134. euch uns nach dir, so kommen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Him⸗ melsstege! Wir irrn sonst leicht, sind abgeneigt vom rechten Le⸗ benswege. 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen daß uns nicht mehr getümmel. 4. Zeuch uns nach dir nur für 4 und für und gieb, daß wir nach⸗ fahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Scharen! Friedr. Fabricius(2) g. 1642 4 1703. Mel. Alle Wanei müssen sterben. 135. Strene Ehren⸗ könig, höchstver⸗ klärte Majestät, alle Himmel sind 0 wenig, du bist drüber Hoch er⸗ alle sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubens⸗ aug betracht deine Glorie, deine Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, sch 0 dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel 5. ren alle rufen Gloria, sollt ich Himmelfahrtslieder. nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Him⸗ melssonne, deine Klarheit sich ergeußt und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeister speist; prächtig wirst du einge⸗ nommen, freudig heißt man dich willkommen; schau, ich armes Kindlein hier schrei auch Ho— sianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Glorie seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht ver⸗ steh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun über⸗ fließen; drum wirk in mir kräf⸗ tiglich, bis zum Schemel deiner Füßen alle Feinde legen sich. Aus Zion den Zepter sende, weit und breit bis zur Welt Ende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan! 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; mei⸗ nes armen Herzens Pforten stell ich offen, komm herein. Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron! Gerh. Terstegen g. 1697 1 1769. — —— IX. Pfingstlieder. 136 0 erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzund in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannig⸗ faltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Halleluja, Halleluja! Altkirchlich. Eigene Melodie. 137 Kennn⸗ o Gott Schö⸗ 0 pfer, heilger Geist, besuch das Herz der Menschen dein, mit Gnade sie füll, wie du weißt, daß dein Geschöpf soll vor dir sein. 2. Denn du der Tröster bist genannt, des Allerhöchsten Gabe teur, ein geistlich Salb an uns gewandt, des Lebens Brunnen, Lieb und Feur. 3. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gieb uns ins Herz der Liebe Brunst, des Fleisches Schwachheit, dir bekannt, stärk allzeit durch dein Kraft und Gunst! 4. Du bist mit Gaben man⸗ nigfalt der Finger Gottes rechter Hand, des Vaters Zusag mit Gewalt durch Zungen geht in alle Land. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Frieden gieb durch deine Gnad, daß, wie du führst, wir folgen gern und meiden, 6. Den Vater uns wohl ken⸗ nen lehr und Jesum Christum, seinen Sohn, daß wir auch geben gleiche Ehr dir, beider Geist, in Einem Thron. 7. Gott unser Vater, sei allzeit aus Herzensgrund von uns ge⸗ preist, Lob sei, Herr Jesu, dir bereit mit Gott dem werten heilgen Geist! Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. omm, heiliger 138. K Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnade Gut deiner Gläubgen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n! O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob gesun⸗ gen. Halleluja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns, Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen! O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum Christ mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in dein'm Dienst bestän⸗ was der Seele schadt. dig bleiben, die Trübsal uns nicht 2 78 abtreiben! O Herr, durch dein Dlaife uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. 139 Na bitten wir den 0 heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Kyrieleis! 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum SChrist Enmen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, Nhder uns bracht hat zum rechten I eDe Gott schenkt uns lobt ihn mit großem Schalle, er Vaterland. Kprielcis! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns pon Herzen einander lieben und im Friede auf Einem Sinn blei⸗— ben. Kyrieleis! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben ver— klagen. Kyrieleis! Martin Luther g. 1483 T 1546 Mel. Aus meines Herzens Grunde. 140. F. hl seinen Sohn; schickt vom Himmelsthron uns Pfingstlieder. seinen werten Geist, der uns durchs Wort recht lehret, des Glaubens Licht vermehret und uns auf Christum weist. 2. 2 lasse offenbaren Gott, unser höchster Hort, uns, die wir unweis waren, sein himm⸗ lisch Gnadenwort. Wie—3 ist seine Güt! Nun können wir ihn kennen und unsern Vater nennen, der uns allzeit behüt. 3. Verleih, daß wir dich lieben, o Gott von großer Huld, durch Sünd dich nicht betrüben, ver⸗ gieb uns unsre Schuld, führ uns auf ebner Bahn, hilf, daß wir dein Wort hören und thun nach deinen Lehren. Das ist recht wohl gethan. 4. Von oben her uns sende den Geist, den edlen Gast, der stärket uns behende, wenn uns drückt Kreuzeslast; tröst uns in Todespein, mach auf die Him— melsthüre, uns mit einander führe zu deinem Freudenschein! Georg Werner g. 1589 4 1643. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern 141. heilger Geist, lehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Du Himmelsl icht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weis⸗ heit fließt, die sich in fromme IIIIIIII Pfingstlieder. 79 Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubens⸗ einigkeit auch können aller Chri⸗ stenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zu Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit dei⸗ nem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Be⸗ ständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir uns leiden müssen. Schaue, baue was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsam⸗ froft empfinden und zur Ritter⸗ schaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz, mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebens⸗ hort laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmer⸗ mehr von deiner weisheitreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Chri— stum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe; kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Hilf, daß in reiner Heilig⸗ keit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmels⸗ erben werden. Mich Schirmer g 1606 f 1673. Eigene Melodie, oder Aus meines Herzens Grunde 142 3˙⁷ ein zu deinen · Thoren, sei mei⸗ nes Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden glei⸗ ches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfin⸗ den und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Ent⸗ sündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war zein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. * 2.•——— D: —— Pfingstlieder. 4. Du bist das heilge Ole, Geist, der dir sich widersetzet und, dadurch gesalbet ist mein Leib und was dein Herz ergetzet, aus meine Seele dem Herren Jesu unserm Herzen reißt. Christ zum wahren Eigentum, 10. Gieb Freudigkeit und zum Priester und Propheten, Stärke, zu stehen in dem Streit, zum König, den in Nöten Gott den Satans Reich und Werke uns schützt vom Heiligtum. täglich anerbeut. Hilf kämpfen 5. Du bist ein Geist, der leh-ritterlich, damit wir überwinden, ret, wie man recht beten soll; und ja zum Dienst der Sünden dein Beten wird erhöret, dein kein Christ ergebe sich. Singen klinget wohl, es steigt 11. Richt unser ganzes Leben zum Himmel an, es steigt und allzeit nach deinem Sinn, und läßt nicht abe, bis der geholfen wenn wirs sollen geben ins habe, der allen helfen kann. n Rachen hin, wenns mit 6. Du bist ein Geist der uns hie wird aus, so hilf uns Freuden, von Trauren hältst du fröhlich sterben und nach dem Tod nichts, erleuchtest uns in Leiden ererben des ewgen Lebens Haus! mit deines Trostes Licht. Ach Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. ja, wie manches mal hast du mit süßen Worten mir aufge⸗ than die Pforten zum güldnen Freudensaal. 43 Kecher o komm, du 7. Du bist ein Geist der Liebe, 0 Geist des Lebens, ein Freund der Freundlichkeit, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine willst nicht, daß uns betrübe Kraft sei nicht vergebens, sie er⸗ Zorn, Zank, Haß, Neid und füll uns jederzeit, so wird Geist Streit. Der Feindschaft bist onund Licht und Schein in dem feind, willst, daß durch Liebes⸗ dunkeln Herzen sein. flammen sich wieder thun zusam⸗ 2. Gieb in unser Herz und men, die voller Zwietracht seind. Sinnen Weisheit, Rat, Verstand 8. Du, Herr, hast selbst in und Zucht, daß wir andres nichts Händen die ganze weite Welt, beginnen, als nur was dein Wille kannst Menschenherzen wenden, sucht; dein Erkenntnis werde groß wie dir es wohlgefällt; so gieb und mach uns vom Irrtum los! doch deine Gnad zum Fried und 3. Zeige, Herr, die Wohl⸗ Liebesbanden, verknüpf in allen fahrtsstege! Das, was wider dich Landen, was sich getrennet hat. gethan, räume ferner aus dem 9. Erfülle die Gemüter mit Wege, schlecht und recht sei um reiner Glaubenszier, die Häuser und an; wirke Reu an Sünde und die Güter mit Segen für Statt, wenn der Fuß gestrau⸗ und für! Vertreib den bösen chelt hat Eigene Melodie, oder Gott des Himmels und der Erden. ind, aus und reit, uns pfen den, nden eben und ins mit uns Tod aus! 1676. Erden. u, du bens, Deine ie er⸗ Geist dem und rstand nichts Wille e groß u los! Wohl⸗ er dich 5dem ei um Sünde estrau⸗ Pfingstlieder. 8¹ 4. Laß uns stets dein Zeugnis fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn alleine zielen, wenn sich Not und Drangsal findt. Denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit, seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit, so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? ei, so mach uns den Beschluß, sprich der Seele tröst⸗ lich zu und gieb Mut, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist; schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg! 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort ge⸗ wisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. Henrich Held um 1650. Mel. Jesu, meine Freude. 1 4 4 chmückt das Fest mit Maien*), lasset Blumen streuen, zündet Opfer an! Denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen; machet ihm die Bahn, nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. Ps.118,27. 2. Tröster der Betrübten, Sie⸗ gel der Geliebten, Geist voll Rat und That, starker Gottes⸗ finger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad, gieb uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine teuren Gaben zur Genüge laben! 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor, gieb uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor, gieb uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben! 4. Güldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld, lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih, hundertfältig Früchte bringe, es ihm stets gelinge. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Lie⸗ besglut, laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut, laß uns doch das Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen und das Böse fliehen! verwandt. 6. Gieb zu allen Dingen Wol⸗ len und Vollbringen, führ uns ein und aus, wohn in unsrer Seele, und des Herzens Höhle sei dein eigen Haus! Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuze süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht, trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nim⸗ mermehr vergessen, daß wir Gott Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen lo big einzunehmen. (sch als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Wieschön leuchtu. d. Morgenstern. 145. K.un, Docfe Gast, Herr, den der Himmel NRnicht umfaßt, noch dieser Kreis der Erde! Komm, offenbare dich auch mir, Gott heilger Geist, daß ich in dir Ein Geist mit Christo werde. Leite heute Geist und Sinnen, mein Beginnen und mein Leben, deiner Liebe nachzustreben. + 2. Komm, teures Gut, komm, höchster Schatz, komm in mein G Herz und mache Platz, dich gläu⸗ Ich glaube fest, mein Heil und Licht, du teurer Tröster wirst dich nicht der armen Hütte schämen. Eile, heile Herz und Seele mit dem Ole deiner Gnaden, mache gut den Sündenschaden! 3. Entzünd in mir die Liebes⸗ glut und mache brünstig Geist und Mut, du Flamme reiner Liebe! Laß mich mit dir versie— gelt sein, damit in Not und Todespein ich steten Glauben übe. Rühre, führe, mein Ge⸗ müte, Gottes Güte zu erken⸗ nen, Christum meinen Herrn zu nennen. 4. Erquicke mich, du sanfter Wind, du Brunn, wo Lebens⸗ wasser rinnt, du süße Freuden⸗ quelle, die allen Durst der Seele stillt und aus der Gottheit Tiefe quillt ganz rein und ewig helle. Fließe, gieße deine Gaben, mich zu laben, wenn ich sitze in der Angst und Seelenhitze. 5. Sei meiner Ohnmacht Kraft und Macht, mein helles Licht in dunkler Nacht, mein Weg, wenn ich verführet, mein Lehrer in Unwissenheit, mein starker Bei⸗ stand in dem Streit, bis mich die Krone zieret. Schütze, stütze, Herr, mich Schwachen, stark zu machen meinen Glauben, laß mir nichts die Krone rauben! 6. Hilf mir in meiner letzten Not, versüße mir den bittern Tod! Wenn Herz und Augen brechen, so sei du meines Lebens Licht, laß, wenn die Zunge nichts mehr spricht, dein Seufzen für ich dahin kommen! mich sprechen! Laß mich endlich selig scheiden zu den Freuden aller Frommen! Ach wann werd Joh. Ernst Wenigk g. 1701 1 1745. Mel. Jesu, deine tiefen Wunden. 146 eist vom Vater und vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott er⸗ geben sei, daß mein ganzes Herz auf Erden mög ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein und, daß ich nicht irren möge, deine Wahrheit mich erfreun! Suchen laß mich in der Welt nichts, als was dir wohlgefällt: lehrst du mich, was recht ist wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Hilf, daß ich, von dir ge⸗ trieben, meinem Gott und Vater treu, ihn mög über alles lieben, und mir nichts so wichtig sei, als mich seiner Huld zu freun und drum Sünden stets zu scheun, seinen Namen zu erhöhen, seine Wege gern zu gehen. 4. Stärke mich, wenn zu der Sünde mein Gemüt versuchet wird, daß sie mich nicht über⸗ winde. Hab ich irgend mich verirrt, o so stärke selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott demütig beuge, meinen Sinn zur Beßrung fingstlieder. 83 5. Fehlt mir Kraft zu guten Werken, treibe zum Gebet mich an, das zur Tugend Schwache stärken, Träge neu beseelen kann. Laß mich aber mein Vertraun nie auf meine Tugend baun, nie der Thaten Lohn verlangen, was Gott giebt, als Gnad empfangen. 6. Steh in allen meinen Lei⸗ den mir mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden deiner Führung folgsam sei. Still im Sterben Angst und Schmerz, daß noch da mein brechend Herz deines Trostes Kraft empfinde, männlich kämpf und überwinde. Hann. Gsb. nach G. Hoffmann und S. Diterich. Mel. Jesu, Trost der armen Seelen. 147 Hm Tröster, 0 komm hernieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Le⸗ bens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach das Seelenwerk ist wichtig: wer ist wohl, wie er soll, treu zu han⸗ deln tüchtig? 3.Herr, wir fallen dir zu Fuße. Eins ist not für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wun⸗ den, ruf uns zu: Ihr habt Ruh, neige. ihr habt Heil gefunden; eure Sünd 6* lo • ist schon gerochen, Jesu Blut ma⸗ chet gut, was die Welt verbrochen. 5. Weck uns auf vom Sünden⸗ schlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe, reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Ver⸗ stockung sterben! 6. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unter⸗ richt, wie wir Gott gefallen. Lehr uns, recht vor Gott zu treten, sei uns nah und sprich Ja, wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf des Glau⸗ bens kämpfen, gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Trinitatislieder. Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden! 8. Hilf uns nach dem Besten*) streben, schenk uns Kraft, tu⸗ gendhaft und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn dei⸗ nes Worts zu gehen.) 1 Cor. 12,31. 9. Sei bei Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshitze! Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freu⸗ dig in die Freude! Ehrenfr. Liebich g. 1713 4 1780. X. Trinitatislieder. Eigene Melodie. 148 Gen der Vater, wohn 0 uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben! Vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund ver⸗ trauen, dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehn des Teufels Listen, mit Waffen Gotts uns fristen! Amen, Amen, das sei wahr, so singen wir Halleluja! 2. Jesus Christus, wohn uns bei und laß uns nicht verder⸗ ben, u. s. w. 3. Heiliger Geist, wohn uns bei und laß uns nicht verder⸗ ben, u. s. w. Martin Luther g. 1483 1 1546. Eigene Melodie. 149 llein Gott in der 0 Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessn ist deine Macht, fort g'schieht, was dein Will hat be⸗ dacht: wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn ein⸗ geborn deines himmlischen Va⸗— ters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller unsers Ha⸗ ders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du größtes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vors Teufels G'walt fortan be⸗ hüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Tod, abwend all unsern Jamm'r und Not! Dazu wir uns verlassen. N. Decius 1541.(Gloria in excelsis.) Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 150 Sẽ Lob, Ehr, Preis 2 und Herrlichkeit dem Vat'r in alle Ewigkeit, der alle Ding erschaffen hat und sie erhält durch seine Gnad. 2. Ehr sei auch seinem lieben Sohn, der alles Gute uns gethan, der an dem Kreuze für uns starb und so den Himmel uns erwarb. 3. Ehr sei auch Gott dem heil⸗ gen Geist, der uns durch sein Gnad allermeist die Wahrheit machen woll bekannt und uns eröffnen den Verstand. 4. O heilige Dreifaltigkeit, o wahre einige Gottheit, erhör uns aus Barmherzigkeit und führ uns zu der Seligkeit! 1566. Mel. Christ unser Herr zum Jordan kam. 151. Wo uns hier kaum kann lallen, das läßt Gott aus dem Himmelszelt in alle Welt erschallen, daß er alleine König sei, hoch über alle Götter, groß, mächtig, freund⸗ lich, fromm und treu, der From⸗ men Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Personen. 2. Gott Vater, Sohn und heilger Geist heißt sein hoch— heilger Name; so kennt, so nennt, so rühmt und preist ihn der gerechte Same, Gott Abra⸗ hams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, den er liebet, Herr Zebaoth, der Nacht und Tag uns alle Gaben giebet und Wunder thut alleine. 3. Der Vater hat von Ewig⸗ keit den Sohn, sein Bild, er⸗ Trinitatislieder. 85⁵ zeuget; der Sohn hat in der Füll der Zeit im Fleische sich gezeiget; der Geist geht ohne Zeit herfür vom Vater und vom Sohne, mit beiden gleicher Ehr und Zier, gleich ewig, gleicher Krone und ungeteilter Stärke. 4. Sieh hier, mein Herz, das ist dein Gut, dein Schatz, dem keiner gleichet; das ist dein Freund, der alles thut, was dir zum Heil gereichet, der dich ge⸗ baut nach seinem Bild, für deine Schuld gebüßet, der dich mit wahrem Glauben füllt und all dein Kreuz durchsüßet mit seinen heilgen Worten. 5. Erhebe dich, steig zu ihm zu und lern ihn recht erkennen!— Denn solch Erkenntnis bringt dir Ruh und macht die Seele bren⸗ nen in reiner Liebe, die uns nährt zum ewgen Freudenleben, da, was allhier kein Ohr gehört,?) Gott wird zu schauen geben den Augen seiner Kinder. 1 Cor.2,9. 6. Weh aber dem verstockten Heer, das sich hie selbst ver⸗ blendet, Gott von sich stößt und seine Ehr auf Kreaturen wendet! Dem wird gewiß des Himmels Thür einmal verschlossen bleiben; denn wer Gott von sich treibt all⸗ hier, den wird er dort auch trei⸗ ben von seinem heilgen Throne. 7.. Ei nun, so gieb, du großer Held, Gott Himmels und der Erden, daß alle Menschen in der Welt zu dir bekehret werden. Erleuchte, was verblendet geht, bring wieder, was verirret, reißk aus, was uns im Wege steht und freventlich verwirret die 1 Schwachen in dem Glauben. 8. Auf daß wir also allzugleich zur Himmelspforte dringen und dermaleins in deinem Reich ohn alles Ende singen, daß du alleine König seist, hoch über alle Götter, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der Frommen Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Personen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Wieschön leucht u. d. Morgenstern. 1 52. alleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu 86 Trinitatislieder. Ewigkeit sei in uns allen ihm be⸗ reit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind er⸗ wählet; der uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja! Gott heilger Geist sei ewiglich von uns ge⸗ preist, durch den wir neu gebo— ren, der uns mit Glauben aus⸗ geziert, dem Bräutigam uns donen.. den Hochzeittag er⸗ oren. Heil uns, Heil uns, da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet: Peui heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaothi 1698. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. 153 Gott, wir ehren 2 deine Macht und Gnade zu uns Armen, nach welcher du uns wert geacht, dich unser zu erharmen. Wir —2———— Lieder für die kleineren Feste. sind voll Sünde, du voll Gnad, wir tot, du bist das Leben und hast nach deinem Gnadenrat dich uns zu eigen geben, o Ab⸗ grund aller Liebe! 2. Wir beten dich als Vater an, du liebest uns als Kinder; so hast du dich ja kund gethan, zum Trost der armen Sünder. Dein Zorn weicht deiner Lieb und Huld, dein väterlich Gemüte ist voll Erbarmen, voll Geduld, voll Langmut, Treu und Güte, o liebreich Vaterherze! 3. O Jesu, teurer Gottes⸗ sohn, du Licht vom wahren Lichte, vor dir, dem rechten Gnaden⸗ thron, wird Sünd und Tod zu⸗ nichte; Seligkeit, worauf wir Armen hoffen, dein Gnadenbrunn steht du bist der Grund der allezeit für unsre Seelen offen, du Ausfluß alles Segens! 4. O Geist der Gnade, wahrer/ Gott, komm, steure dem Ver derben, laß uns durch Christi Kreuzestod der Welt und uns absterben, ja schlag das ganze Höllenreich in unsrer Seel da— nieder, damit wir Jesu Christo gleich und seines Leibes Glieder durch deine Gnade bleiben. 5. So ehren wir in Einem Thron dich, unsern Gott und Vater, samt Christo deinem lieben Sohn, als unserm Heils⸗ erstatter, und Gott dem werten heilgen Geist von gleicher Macht und Wesen. Hilf, der du drei⸗ mal heilig heißt, daß wir in dir genesen und dich dort ewig loben. Ludw. Andr. Gotter g. 1661741735. XI. Lieder für die kleineren Teste. J. Darstellung Jesu. Lobgesang Simeons. (Nune dimittis.) Ev. Luc. 2, 29— 32. Eigene Melodie. 15 4 err, nun lässest du 2 deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesaget hast; 2. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehn, den du bereitet hast vor allen Völkern, 3. Ein Licht, zu erleuchten die und zum Preis deines Volks Israel. 4. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste. 5. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit. Amen. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 155. Da bitt ich, liebster Jesu mein, komm zu mir in mein Herz herein, daß 10 an dir hab Lust 245 Freud S8ieder für die nmn Feste. 2. Denn du mein Heil und Leben bist, so mir von Gott ge⸗ geben ist; mach rein mein Herz, rein meinen Mut, auf deinem Weg mich halt in Hut! 3. Zeig mir die Bahn mit deinem Licht, daß ich ja fehl des Himmels nicht; wend ab von mir all Straf und Pein und laß mich ganz dein eigen sein! 4. Dein Antlitz sei auf mich gericht, im Tod und Leben laß mich nicht, so will ich gern aus dieser Welt zu dir heimgehn, wenn dirs gefällt. Bartholomäus Helder 1635. Mel. Valet will ich dir geben. 156. err Jesu, Licht der Heiden, der From⸗ men Schatz und Lieb, wir kom⸗ men jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier, nach Simeons Exempel, dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Glut und Flamme, in Not ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todes⸗ qual! 4. Herr, laß auch uns gelin⸗ gen, daß letzt wie Simeon ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir wer⸗ den nun mit Frieden mein Augen zugedrückt, nachdem ich schon hie— nieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja ich hab im Glau⸗ ben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du, uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zu⸗ weilen so streng und hart mich an, daß oft vor Angst und Heu⸗ len ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Johann Franck g. 1618 4 1677 2Z. Verkündigung Mariä. Mel. Werde licht, du Stadt der Heiden. 157 eut ist uns der Tag erschienen, worauf Adam schon so oft, wie auch Jakob und samt ihnen aller Väter Schar gehofft, dran sich Abraham erquicket, als er ihn im Geist erblicket. 2. O des Tages voller Wonne und dem sonst kein Tag nicht gleicht, seit von Anbeginn die Sonne hat um dieses Rund geleucht, o der vielgewünschten Stunden, die sich nunmehr ein⸗ gefunden! 3 den, als jetzt und stets 4 reget auch und Hert begin 3. trägt bei Schi Gese lichk aus 6. man Dief das wel kann 7. nebe und dir Gut und pfan — . Lob 15 Lieder für die 3. O du Anfang unsrer Freu⸗ den, sei gegrüßt, gewünschtes Licht, als mit dem uns armen Heiden jetzt ein neuer Trost anbricht, und vor welchem wir indessen stets in lauter Nacht gesessen. 4. Nunmehr trieft ein Heiles⸗ regen oben durch den Himmel ab, auch die Wolken schütten Segen und Gerechtigkeit herab. Gott der Herr kommt selbst auf Erden und beginnt ein Mensch zu werden. 5. Gott wird Mensch und trägt die Sünde, Allmacht kehrt bei Schwachheit ein, selbst der Schöpfer wird zum Kinde, sein Geschöpf soll Mutter sein. Herr⸗ lichkeit kommt zu uns Armen, aus der Rache wird Erbarmen. 6. O Geheimnis, dessen gleichen man auf Erden nie gesehn! Dieses ist ein Wunderzeichen, das von Gott heut ist geschehn, welches kein vernünftig Sinnen kann begreifen noch gewinnen. 7. Vater, und doch Kind da⸗ neben, unser Bruder, Fleischsk und Blut, ach was können wir dir geben für dies allzu große Gut? Hilf, daß wir mit Herz und Sinnen geistlich dich em— pfangen können. Johann Franck g. 1618 4 1677. 5. Sest Johannes des Täufers. Lobgesang des Zacharias. (Das Benedietns.) Ev. Tuc. 1. 68— 79. Eigene Melodie. 158.Gder Gon Ine, kleineren Feste. 89 denn er hat besucht und erlöset sein Volk, 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David; 3. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner hei⸗ ligen Propheten, 4. Daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, 5. Und die Barmherzigkeit er⸗ zeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund 6. Und an den Eid, den er ge⸗ schworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, 7. Daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Lebenlang 8. In Heiligkeit und Gerechtig⸗ eit, die ihm gefällig ist. 9. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen, du wirst vor dem Herrn her⸗ gehen, daß du seinen Weg be⸗ reitest 10. Und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünde, 11. Durch die herzliche Barm⸗ herzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besuchet hat der Aufgang aus der Höhe, —....— 90 Lieder für die 12. Auf daß er erscheine denen,‚ die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 14. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. elobet sei Israels 159. G Gott, In Her, der sein Volk in der Not und, da es gänzlich war verflucht, mit großen Gnaden hat besucht. 2. Er hat uns seinen Sohn gesandt, der allen Zorn ganz abgewandt und uns erlöset kräf⸗ tiglich, des kann Israel freuen sich. 3. Da mit uns schon war alles aus, in seines Dieners Davids Haus hat er ein Horn der Selig⸗ keit geseht zu Trost der Chri⸗ stenheit, 4. Als uns vor Zeiten machte kund der heiligen Propheten Mund; dadurch er uns hat an⸗ gemeldt, er woll uns retten als ein Held. 5. Der Feinde Trutz, des Hassers Hand, ob sie vor Zorn gleich sind entbrannt, woll er zerbrechen als der Mann, der Tod und Teufel zwingen kann. 6. Hierzu hat ihn sein Herz 0 hemeat H Gui kleineren Feste. Güte trägt; Bund gedacht, Abraham gemacht, 430 Wie auch an dieses, was er hat geschworen ihm an Eides Statt, zu geben denen, die da sind von ihm gezeugt, auch Kindes⸗Kind, 8. Auf daß, wenn wir erlöset sein vom Teufel, Tod und Höllen⸗ pein, ihm dienete sein Leben lang ein jeder ohne Furcht und Zwang, 9. Gerecht und heilig in der Welt nach solcher Art, die ihm gefä llt, nicht, wie es Menschen Witz erdenkt, damit man sich ver⸗ gebens kränkt. IC0. Du Kindlein, du wirst ein Prophet des Höchsten heißen, der da geht vor seinem Herren fein voran und macht ihm richtig seine Bahn. 11. Ou wirst verkündigen das Heil, an dem der Mensch soll haben teil, dem seine Sünd und Missethat der fromme Gott ver⸗— geben hat, 12. Aus herzlicher Barmher⸗ zigkeit, kraft deren uns in un⸗ serm Leid der Aufgang aus der Höh besucht. Das ist der Liebe Gab und Frucht, 13. Auf daß, die er im Fin⸗ stern findt, und die ins Todes Schatten sind, des Lichtes Kinder können sein durch seinen hellen Glanz und Schein, 14. Daß ihre Füße richtig 3— und— dem Weg des 2 Ei 4 er hat an seinen vorlängst mit Rdens ehn seinen it has er Eides ie da auch rlöset öllen⸗ Leben t und nader e ihm uschen h ver⸗ st ein n, der ufein richtig n das h soll d und t ver⸗ mher⸗ mun⸗ 8der Liebe Fin⸗ Todes einder hellen richtig 3 des Lieder für die samt zugleich mit Freuden gehn ins Himmelreich. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. 4. Mariä Heimsuchung. Lobgesang der Maria. (Das Magnificat.) Ev. Cuc. 1, 46— 55. Eigene Melodie. eine Seele erhebet 160. M den Herren, und mein Geist freuet sich Got⸗ tes, meines Heilandes. 2. Denn er hat seine elende Magd angesehen, siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindes-Kind. 3. Denn er hat große Ding an mir gethan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist, 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässet die Reichen leer. 8. Er denket der Barmherzig⸗ keit 10 hilft seinem Diener Israel auf, 9. Wie er geredt hat unsern Vätern, kleineren Feste. 9⁴ Abraham und seinem Samen ewiglich. 10. Lob und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 11. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Eigene Melodie. ein Herz und Seel 161. M den Herren hoch erhebet, den großen Gott, der ewig herrscht und lebet; mein Geist in mir sich meines Heilands freut und seinen Ruhm ver⸗ mehret allezeit. 2. Denn er hat mich Elenden angesehen und mein Gebet erhöret und mein Flehen; es hat der Herr mich Armen nicht veracht, er hat mit Gnad und Rettung mich bedacht. 3. Gott, dessen Macht nicht kann ergründet werden, und dessen Nam im Himmel und auf Erden hochheilig ist, hat große Ding gethan an mir, die ich nicht alle zählen kann. 4. In keiner Not hat er mich je verlassen, Barmherzigkeit ist bei ihm ohne Maßen und währet von Geschlecht fort zu Geschlecht, wo man ihn fürcht und hoch hält seine Recht. 5. Er übt Gewalt mit seines Armes Stärke, daß jedermann muß spüren seine Werke; die Qund Doc 1 hren HBerze 9² Lieder für die seind, zerstreuet er, und ist den⸗ selben feind. 6. Er stößet, die gewaltig sind vor allen, von ihrem Stuhl, daß sie erschrecklich fallen; die Niedrigen erhebet er davor und stellet sie ganz unverhofft empor. 7. Die Hungrigen, die ihn vor Augen haben, erfüllet er mit Gütern und mit Gaben; die Reichen läßt er leer beim Überfluß, daß Not und Angst darauf erfolgen muß. 8. Er denket der Barmherzig⸗ keit und Güte, daß er fortan uns väterlich behüte und seine Kirch im ganzen Erdenkreis er⸗ halt und schütz zu seines Namens Preis. 9. Die Treu, die er im neuen Bund und alten geredet hat, die wird er ewig halten, der Herr verläßt uns, seine Kinder, nicht, weil zu ihm steht all unsre Zuversicht. 10. Gott Vater, dir sei Dank gesagt und Ehre, Herr Jesu Christ, den Glauben in uns mehre, o heilger Geist, erneu uns Herz und Mund, daß wir dein Lob ausbreiten jede Stund. David Denicke(2) g. 1603 1 1680. 5. Michaelisfest. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. 162 Ada Lieb läßt Gott ·der Christenheit viel Gutes widerfahren, aus Lieb hat er ihr zubereit viel tausend Engel⸗ kleineren Feste. scharen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns gar wohl bewahren. 2. Sie lagern sich, wenn kommt die Not, in Eil gefaßt sich machen und reißen die, so fürchten Gott, aus ihrer Feinde Rachen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die immer für uns wachen. 3. Sie führen auf den Straßen wohl die Großen und die Kleinen, auf daß ihr Fuß nicht straucheln soll im Stoßen an den Steinen.“) Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns mit Treue meinen. Ps.91,12. 4. Solch Wohlthat denen wird erzeigt, die nach dem Herren fragen; die Engel ihnen sind geneigt, den Satan sie verjagen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns gen Himmel tragen. Georg Reimann 1615. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. u Herr der Sera⸗ 163. D phinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn, du übergroßer Meister der wunderschönen Gei⸗ ster, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Fürsten und die Thro⸗ nen, die in dem Himmel wohnen, giebst du zu meiner Wacht; sie sehn dein Angesichte in höchst vollkommnem Lichte, doch neh⸗ men sie mich auch in Acht. 3. die d Herr Feuer zusan Leib: 4. dankb Wun! Recht die m 3. aller Himnu Wege so bl 6. so la wahre Kinde üben, bereit 7. den le leben nichts Ecken scheun 8. so füh ihren dich e mel d ähnlie Ben öhlich guten wohl öommt achen Gott, arum Heut die d zu roßer Gei⸗ einen Thro⸗ hnen, t; sie höchst neh⸗ Lieder für die kleineren Feste. 93 3. Das sind die starken Helden, die deinen Rat vermelden, du Herr in Israel! Das sind die Feuerflammen, die schlagen stets zusammen um frommer Christen Leib und Seel. 4. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüte für diese Wunderschar, ich rühme deine Rechte für diese Gnadenknechte, die mich behüten vor Gefahr. 5. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüten durch diese Himmelswach, laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 6. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligkeit; wie sie die Kinder lieben und sich in Demut üben, so mach auch mich dazu bereit! 7. Sie thun ja deinen Willen, den laß mich auch erfüllen; sie leben keusch und rein, o laß mich nichts beflecken und mich an allen Ecken vor diesen reinen Geistern scheun! 8. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein! Da werd ich dich erst loben und in dem Him⸗ mel droben dir und den Engeln ähnlich sein. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 164 H²r was sind wir, 2 daß du Engel uns zu unsern Wächtern giebst? Menschen sind wir voller Mängel, Menschen, die du dennoch liebst. Engel, die dich allzeit sehn, sollen uns zu Diensten stehn; Engel hüten uns als Kinder, heilge Engel schützen Sünder. 2. Engel sinds, die nach den Proben nun beständig Gutes thun, die dich unaufhörlich loben, die in deinem Himmel ruhn, die gehorsam, keusch und rein, die der Menschen Freunde sein, die ihr Antlitz ohne Flecken doch vor dir in Demut decken. 3. Heere, welche die bewachen, die dich fürchten, großer Gott, die ein schrecklich Lager machen gegen aller Feinde Rott, diese sehn in deinem Licht, Vater, stets dein Angesicht, Diener, die zu deinen Füßen dir in Ehrfurcht dienen müssen. 4. Gott der Engel, Herr der Helden, ach was sind wir Men⸗ schen doch, daß wir se niel vor dir gelten? O wie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns, sind die Zeugen unsres Thuns. Laß uns auch mit diesen Chören ewig dich im Himmel ehren! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 4 1769. B. Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. XII. Lieder von der christlichen Rirche. Pfalm 67. Eigene Melodie. 165 8 wolle Gott uns 2 gnädig sein und seinen Segen geben, sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht' zum ewgen Leben, daß wir er⸗ kennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Völker überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und bebssert sich, dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist! Dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist! Nun sprecht von Her⸗ zen Amen! Martin Luther g. 1483 4 1546. Psalm 12. Eigene Melodie. 166 ch Gott, vom Him⸗ 9%mel sieh darein und laß dich des erbarmen, wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Witz erfindet; ihr G5nt nicht Eines Sinnes ist, in ottes Wort gegründet. Der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten ganz und gar, die falschen Schein uns lehren und deren Zung stolz offenbar spricht: Trotz! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was L:miumunr wir s ist, d 4 muß versti mir l höret auf d sie gl der A 5. sieben funde warte den. währe erkant stark! 6 wahre G'schl fohlen flechte umher sind it wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag er⸗ höret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; am Gotteswort man warten soll desgleichen alle Stun⸗ den. Es will durchs Kreuz be— währet sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, be⸗ wahren rein vor diesem argen G'schlechte, und laß uns dir be⸗ fohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Martin Luther g. 1483 4 1546. Pfsalm 124. Eigene Melodie. är Gott nicht mit 16 7. W uns diese Zeit, so soll Israel sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir hätten müßn verzagen, die so ein armes Häuflein sind, veracht von so viel Menschenkind, die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; hätt Gott es zugegeben, verschlungen hätten sie uns hin wärn, als die ein Flut ersäuft, und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gottes Himm'ls und Erden. ö Martin Luther g. 1483 4 1546. Pfalm 46. Eigene Melodie. in feste Burg ist 168. E unser Gott, ein gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald ver⸗ loren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst er⸗ koren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann mit ganzem Leib und Leben; wir ihn fällen. 9 Lieder von der christlichen Kirche. 4. Das Wort sie sollen lassen stan und kein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Ga⸗ ben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther g. 1483 1 1546. Eigene Melodie. rhalt uns, Herr, 169. L bei deinen Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum deinen Sohn wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Trö⸗ ster wert, gieb dein'm Volk ein'r⸗ lei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Not, g'leit uns ins Leben aus dem Tod! Martin Luther g. 1483 1 1546. Mel. Erhaltuns, Herr, bei deinem Wort. 170. ch bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht! 2. In dieser schwern betrübten Zeit verleih uns, Herr, Bestän⸗ digkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind sonst sicher, faul und kalt; gieb Glück und Heil zu deinem Wort, gieb, daß es schall an manchem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord, gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einig⸗ keit, Mut und Geduld! 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh, viel Sekten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erheben her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich ver⸗ lassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Her⸗ zens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz, dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts An⸗ dres suchen mehr. 9. Gieb, daß wir lebn in dei⸗ nem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Nach Nik. Selnecker g. 1532 4 1592. Mel. Kommt her zu mir, spricht G. S. 171 erzage nicht, du Hauflein klein, ob⸗ schon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. - F hoch und bringen stets was Neues wisse haber 4. Gehö reden wolle Glau eil zu schall einem Trug Rirche inig⸗ übel Ruh, merei erbei. wehre heben ceues Lehr. Herr idern hedu ver⸗ Her⸗ Lirche uns, An⸗ dei⸗ erner dem einen 1592. G. S. du , ob⸗ dich ichen wird wird 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten! Er wird durch seinen Gideon?), den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. ) Richter 6, 13. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort und was dem thut anhangen endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott: den Sieg wolln wir erlangen. Michael Altenburg g. 1584 4 1640. (Dies Lied ließ Gustav Adolf am Morgen der Schlacht bei Lützen, am 16. Novbr. 1632, beim Feldgottes⸗ dienst singen.) Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 172. O Jesu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen niht und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfülle mit dem Gnaden⸗ schein, die in Irrtum verführet sein; auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein fal⸗ scher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad und ihr verwundt Ge⸗ wissen heil, laß sie am Himmel haben teil! 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. Lieder von der christlichen Kirche. 9⁷ 5. Erleuchte, die da sind ver⸗ blendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zu⸗ gleich auf Erden und im Him⸗ melreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade prei⸗ sen dich. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Zesaias 49. Eigene Melodie. 173. 3 klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er ihm erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich ver⸗ lassen in der Not und läßt mich so harte pressen! Meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat ver⸗ sprochen seinen Beistand jeder⸗ Zeit, der läßt sich vergebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach will er denn für und für so gar grausam zürnen mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar bist du jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt, doch stell alles Trauren ein! Wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, 7 nnn ö V. 98 Lieder von der christlichen Kirche. da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier; mein Herz hast du mir besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann; siehe, hier in meinen Händen hab ich dich ge— schrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja ge⸗ denken dein, deine Mauren muß ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist stets mir vor den Augen, du liegst mir auf meinem Schoß, wie die Kindlein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Not, Gefahr und Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden; bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Eigene Melodie, oder Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 17 4 hriste, du Beistand deiner Kreuzge⸗ meine, eile, mit Hülf und Ret⸗ tung uns erscheine! Steure den Feinden, ihre Blutgedichte mache zu nichte! 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder, alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder! 3. Friede bei Kirch und Schu⸗ len uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre, Friede dem Herzen, Friede dem Ge⸗ wissen gieb zu genießen! 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matth. Apelles v. Löwenstern g. 1594 1 1648. Mel. Zion klagtmit Angstu. Schmerzen. 175. gieb dich nur 2 zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch, dies ist sein be⸗ liebter Brauch; Zion, lerne dies bedenken, warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres⸗ wellen in der wilden tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu gleich als in der sanften Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird sich bald legen. 3. Berge, Felsen möchten wei⸗ chen, ob sie noch so feste stehn, ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn: den⸗ noch hat es keine Not in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus den wohlgefaßten Schranken. 4. Müssen schon allhie die Thränen deine schönsten Perlen sein, muß das Seufzen und das Stöhnen schon das beste Lied dir „ Friede Ge⸗ e Güt d ohn ächter mmel enstern nerzen. hnur ott ist nicht einen ft, so n be⸗ e dies u dich eeres⸗ See, ellen, Weh, dazu Ruh: vegen, en. wei⸗ stehn, eichen den⸗ dem , du aus 4. e die zerlen d das ed dir —— Lieder von der christlichen Kirche. 99 sein, muß dein Purpur sein das Blut, und der Mangel Hab und Gut: Zion laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Dräut man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid, ei du wirst doch nicht zu schanden, denk nur an die Ewigkeit! Sei nur fröhlich, wohl⸗ gemut, denn der Herr ists, der es thut. Zion, Gott wird dich schon stärken, dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun ist das Ende und der Abend schon herbei; gieb dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn giebt er dir die Freuden⸗ kron. Zion, du wirst wieder lachen, drum so laß die Welt nur machen! 7. Halleluja! deine Wonne, liebes Zion, wird nun groß, denn die schöne Gnadensonne nimmt dich recht in ihren Schoß, giebt dir einen Freudengruß und den rechten Liebeskuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freude sagen. 8. O ihr Engel, Himmels⸗ erben, freuet euch mit Zion hier! Denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben für und für und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun schei⸗ den von dem Lamm und ewgen Freuden? Joach. Pauli g. um 16364 nach 1674. Offenb. Zoh. 2 und 3. Eigene Melodie. 17 WTahre fort, fahre W fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle! Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich, leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, halt am Beten und am Wachen! Zion, wenn sie dir viel Lust ver⸗ spricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten! Zion, beides das, was krumm und schlicht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott, stärke dich mit Geist und Leben, sei ö nicht wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben! Zion, in die Kraft, für Heuchelschein, dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei, auf, ver⸗ lasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Joh. Eusebius Schmidt g. 1669 4 1745. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 17 7.'reuer Hirte deiner Herde, deiner Glieder starker Schutz sieh doch, wie die Asch und Erde, großer Gott, mit Grimm und Trutz tobt und wütet wider dich und vermißt sich freventlich, deine Kirche zu zerstören und dein Erbteil zu verheeren. 2. Du, Herr, bist ja unser König, wir sind dein mit Leib und Seel, Menschenhülf ist hier zu wenig, wo nicht du, Imma⸗ nuel, zu der Deinen Rettung wachst und dich selbst zu Felde machst, für dein wahres Wort zu kämpfen und der Feinde Rat zu dämpfen. 3. Es trifft deines Namens Ehre, deiner Wahrheit Heilig⸗ tum, Jesu, deine Glaubenslehre, deines Leidens Kraft und Ruhm und den Dienst, den dir allein wir zu leisten schuldig sein; dazu kannst du ja nicht schweigen, deine Machthand wirst du zeigen. 4. Stärke nur den schwachen Glauben, den bei so betrübter Zeit Lieder von der chrislichen Kircht Fleisch und Satan uns zu rauben und mit Furcht und Blödigkeit uns zu schrecken sind bemüht. Deine Weisheit kennt und sieht deiner Kinder schwach Bermogen und wird nicht zu viel auflegen. 5. Hilf den Deinen und bekehre der Verfolger blindes Heer, der Verfolgung steur und wehre, daß sie uns nicht werd zu schwer. Nimm dich der Bedrängten an, leit auch die auf rechter Bahn, die noch jetzt durch Satans Lügen sich selbst um ihr Heil betrügen. 6. Laß uns recht und redlich handeln und in Taubeneinfalt 91 ganz gelassen heilig wan⸗ deln, doch dabei uns klüglich hier schicken in die böse Zeit und vor falscher Heiligkeit, auch der Feinde List und Wüten uns mit Schlangenklugheit hüten. 7. Laß mit Beten und mit Wachen stets uns stehn auf unsrer Hut und nur dich, Herr, lassen machen. so wird alles wer⸗ den gut. Jesus streitet für uns hier und vertritt uns dort bei dir, bis wir auf der neuen Erden mit ihm triumphieren werden. Henr. Kath. v. Gersdorf g. 1648 4 1726. Mel. Dir, dir, Jehova, will ich singen. 178 Wo auf, du Geist der ersten Zeugen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag' und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegen gehn, ja deren Schall die ganze uben igkeit lüht. sieht ögen egen. kehre „der daß jwer. an, ahn, ügen igen. dlich nfalt van⸗ hier vor der uns 4. mit auf Herr, wer⸗ uns bei euen ieren 1726. ngen. Beist igen, treue und und jegen zanze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß dein Feur doch bald entbrennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gieb doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernt, ach siehe doch darein, die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in un⸗ sern Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich hierum herzinbrünstig anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. Wie kannst du uns denn dies versagen, was uns dein Sohn selbst deutlich bitten heißt? Wie denkst du dieses abzuschlagen, wozu du uns selbst treibst durch deinen Geist? Denn daß wir hierum brünstig zu dir flehn, das ist allein durch deinen Geist geschehn. 5. So gieb dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein! O breite, Herr, auf weitem Er⸗ denkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 6. Ach daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abends licht! Ach reiß, o Herr, den Lieder von der christlichen Kirche. 10¹ Himmel bald entzwei?) und komm herab zur Hülf und mach uns frei!) Jes. 64, 1. 7. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen, es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Hau⸗ fen der Heiden Füll in allen Thoren ein! Ja wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 8. O bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach räum aus jedem Wege! Vertilg, o Herr, den falschen Glaubens⸗ wahn und mach uns bald von jedem Mietling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 9. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines gu⸗ ten Geistes sein, ja sitze du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treuer Lehrer viel und Beter sein, die für die ganze Kirche flehn und schrein. 10. Du hast uns Hirten ja versprochen, die du nach deinem Herzen geben willt; nun wird dein Wort niemals gebrochen, ein jedes Wort wird Punkt für Punkt erfüllt; drum halt ich dieses klare Wort dir vor, ach denke dran und neig uns Herz und Ohr! 11. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, giebst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! Karl Heinr. v. Bogatzky g. 1690 11774. Mel. Valet will ich dir geben. 179 Di. du zum Heil er⸗ 0 schienen der aller⸗ ärmsten Welt und von den Che⸗ rubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze ver⸗ höhnt für seine Huld, als du am dürren Holze versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus; von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitkleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völker⸗ scharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen uun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. ö 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht; auch sie hast du gegraben in deinen Priester⸗ Lieder von der christlichen Kirche. schild,?) am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 92 Mos. 28, 29. 6. So sprich dein göttlich Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn; daß, wo man Götzen fröhnet und vor den Teufeln kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. Albert Knapp g. 1798 4 1864. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 180 Ebnr ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen ge⸗ hören dir, o Mann der Schmer⸗ zen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder, verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht! 2. Nicht wir haben dich er⸗ wählet, du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gna⸗ denrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armut ist Gewinn für den Himmel; wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus! Sende sie hinaus in Gna⸗ 58885. Izu illt. 29. tlich ehn, die nan den Volk icht. 864. nume. dem der und lut. ge⸗ ner⸗ ichs um, eine das lgen er⸗ gahl ona⸗ vach zum dir den t ist wer dir eine nig, itter ügen zna⸗ S..RRR den, viel frohe Gäste einzu⸗ laden zum Mahl in deines Vaters Wali Wohl dem, den deine ahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. Albert Knapp g. 1798 4+ 1864. Mel. Fahre fort. 181 eich des Herrn, Reich des Herrn, brich hervor in vollem Tag, deiner Strahlen Macht erhelle, was in Todesschatten lag. Wolk und Zweifelsnebel fälle, sende Licht und Wärme nah und fern, Reich des Herrn, Reich des Herrn! 2. Siege bald, siege bald, komm, das kalte Reich der Nacht aller Enden zu zerstören! Sieh, es sammelt seine Macht, doch wer kann den Sieg dir wehren? denn die Sonne der Gerechtigkeit führt den Streit, führt den Streit. 3. Gottes Held, Gottes Held, mit der Gnade Siegsgewalt schlage Feind an Feind dar⸗ nieder, bring in deine Herrschaft bald alles Abgefallne wieder! Dann umarmen Freud und Friede sich ewiglich, ewiglich. 4. Überall, überall laß bis an der Welten Rand, laß durch jeden Kreis der Erden deinen Namen Lieder von der christlichen Kirche. 103 5. Menschenhuld, Menschen⸗ huld klopft in deiner milden Brust, unter Menschenkindern wohnen das ist deines Herzens Lust. Nimm, o nimm die Na⸗ tionen, nimm zum Wohnsitz alle Länder ein, sie sind dein, sie sind dein. 6. Aber ihr, aber ihr, die der König ausgesandt, geht voran in alle Zonen, bahnt die Weg und macht bekannt unter allen Nationen, wie die Gnade, wo der Herr regiert, triumphiert, triumphiert. 7. Welch ein Herr, welch ein Herr! ihm zu dienen, welch ein Stand! Wenn wir seines Dien⸗ stes pflegen, lohnt er unsrer schwachen Hand armes Werk mit reichem Segen. Wallen wir, so wallt sein Friede mit Schritt vor Schritt, Schritt vor Schritt. 8. Kommt herbei, kommt her⸗ bei, frohe Zeiten, säumet nicht, daß der Herr sich offenbare als der Völker Recht und Licht. Kommt, daß alle Welt erfahre, wie die Menschenherd ihr großer Hirt weiden wird, weiden wird. Karl Bernh. Garve g. 1763 4 1841. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 182.6 dann dir sein, o Erde, wenn sein hell erkannt, deine Kraft ver⸗Tag erscheinen wird! Freue dich, herrlicht werden, bis du als du kleine Herde, mach dich auf der Völker Friedefürst herrschen und werde licht: Jesus hält, was wirst, herrschen wirst. er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden, blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er ver⸗ spricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde. Ach wie manches Schäf— lein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle, ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber stehen aufgethan; rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundesengel Bahn, großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Je⸗ sus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlich— keit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Frdr. Ad. Krummacher g. 1768 4 1845. Mell Wachet auf, ruft uns die Stimme. 183. G heilgen Bergen, es verbündet sich wider sie die ganze Welt; dennoch steht sie und wird stehen, man wird an ihr mit Staunen Lieder von der christliche n Kirche. sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Halleluja! Lobsingt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht! 2. Zions Thore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohlge⸗ fallen, macht ihre Riegel stark und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwänglich dem zu lohnen, der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit Geduld all die Seinen! O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge werden in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle Finsternis zer⸗ stört. Da hört man fort und fort das teuer werte Wort ewger Gnade. Wie lieblich tönt, was hier versöhnt und dort mit ewgem Leben krönt! 4. Auch die nichts davon ver⸗ nommen, die fernsten Völker wer⸗ den kommen und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Fin⸗ stern saßen, wird auch der Herr noch predgen lassen, was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn, wo ist sein Gna⸗ denthron? wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr in Herrlichkeit. Lieder vom Worte Gottes. 5. Darum stellet ein die Klagen, man wird noch einst zu Zion sagen: Wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunen wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag, sie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie am Reigen, wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebens⸗ brunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, das alles Dürsten stillt. Halleluja! Von Sünd und Tod, von aller Not erlöst nur Einer, Zions Gott! K. J. Phil. Spitta g. 1801 4 1859. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 18 4 Kris Jesu, streite, * siege, daß alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, laß wehen deinen Lebensodem durchs ganze weite Totenfeld! Erhöre unser Flehn und laß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir und jauchzen dir ein Halleluja für und für! 1852.(5) XIII. Lieder vom Worte Gottes. Eigene Melodie. 185 Dis sind die heilgen 2 zehn Gebot, die uns gab unser Herre Gott durch Mosen, seinen Diener treu, hoch auf dem Berg Sinai. Kyrieleis! 2. Ich bin allein dein Gott der Herr, kein Götter sollst du haben mehr; du sollst mir ganz ver⸗ trauen dich, von Herzensgrund lieben mich. Kyrieleis! 3. Du sollst nicht führen zu Un⸗ ehrn den Namen Gottes deines Herrn; du sollst nicht preisen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und thut. Kyrieleis! 4. Du sollst heilgen den siebten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollst von dein'm Thun lassen ab, daß Gott sein Werk in dir hab. Kyrieleis! 5. Du sollst ehrn und gehor⸗ sam sein dem Vater und der Mutter dein und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben habn. Kyrieleis! 6. Du sollst nicht töten zor⸗ niglich, nicht hassen noch selbst rächen dich, Geduld haben und sanften Mut und auch dem Feind thun das Gut. Kyrieleis! 7. Dein Eh sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein' und halten keusch das Leben dein mit Zucht und eäßigkeit fein. Kyrieleis! 105„N lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. 106 thun dein milde Hand den Armen sein, nicht lügen auf den Näch⸗ sten dein; sein Unschuld sollst aauuch retten du und seine Schand decken zu. Kyrieleis! Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus; du sollst ihm W dieser Schein, dadurch wir Christi Jiünger sein. Herr, daß wir durch deinen Geist 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß und Blut; du sollst auf⸗ in deinem Land. Kyrieleis! 9. Du sollst kein falscher Zeuge 10. Du sollst deins Nächsten wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber thut. Kyrieleis! 11. Die G'bot all uns gege⸗ ben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollst und Kyrieleis! 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist; es ist mit unsrem Thun verlorn, verdienen doch eitel Zorn. Kyrieleis! Martin Luther g. 1483 4 1546. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Gott, du höchster 186. O Gnadenhort, ver⸗ leih, daß uns dein göttlich Wort von Ohren so zu Herzen dring, daß es sein Kraft und Schein vollbring. 2. Der einge Glaub ist diese Kraft, der fest an Jesu Christo haft; die Werk der Lieb sind 3. Verschaff bei uns auch, lieber Lieder vom Worte Gottes. je mehr in dein'r Erkenntnis nehmen zu und endlich bei dir finden Ruh. Conrad Huber g. 1507 4 1557. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. lede, liebster Jesus, 18 7. R rede, 1511 dein Kind giebt acht darauf. Stärke smich, denn ich bin blöde, daß ich meines Lebens Lauf dir zu Ehren setze fort. Ach so laß dein heilig ort in mein Herze sein ver⸗ schlossen, dir zu folgen unver⸗ drossen. 2. Ach wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster Menschen⸗ freund? Sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohl ge⸗ meint. Sie vertreiben alles Leid; auch des Honigs Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen, ihnen ist nichts zu vergleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trösten kann, wenn der Teufel mich will schrecken auf der schmalen Lebens⸗ bahn; diese führen ohne Qual mich hin durch des Todes Thal, diese sind mein Schirm und Stütze wider alle Kreuzesblitze. 4. Jesu, dein Wort soll mich laben, deine trostgefüllte Lehr will ich in mein Herz vergraben. Ach nimm sie ja nimmermehr hier von mir in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kom⸗ men zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Unterdes vernimm mein Flehen, liebster Jesu, höre mich: bimuIDIIIX —— Lieder vom Worte Gottes. 107 laß mich fest bei dir bestehen! Ich, ich will dich ewiglich preisen mit Herz, Sinn und Mund, ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dank in Demut bringen und dein hohes Lob besingen. Anna Sophia, Landgräfin zu Hessen⸗ Darmstadt g. 1638 4 1683. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. ir Menschen sind 188. W' zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten aus⸗ gesandt Propheten, deine Knechte, daß durch dieselben würd bekannt dein heilger Will und Rechte; zum letzten ist dein einger Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist! Laß uns dabei verblei⸗ ben und gieb uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläu⸗ ben, dasselb annehmen jederzeit h mit Sanftmut, Ehrfurcht, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort ab⸗ wende; denn ihr Gespött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Worte Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Oeffn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hun⸗ dertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekom⸗ men; der Sam, so in die Dor⸗ nen fällt, von Sorg und Wol⸗ lust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten frucht⸗ barn Lande und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte brin⸗ gen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld im feinen, guten Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünder mei⸗ den, gieb, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, ilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen! 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar und rein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit aus⸗ 108⁸ breiten, hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten, o heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Ge⸗ duld und Hoffnung! David Denicke g. 1603 4 1680. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 189. err, öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort be⸗ wahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein! 2. Dein Wort bewegt des Her⸗ zens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort ists, das mein Herz erfreut, dein Wort giebt Trost und Se⸗ ligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron! Der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Mel. Hilf h d 166 hilf, daß 190. 0 Loehnoth, dein heiligs Wort, das du uns hast gegeben, daß wir darnach an allem Ort solln richten Lehr und Leben, ist wor⸗ den kund aus deinem Mund und in der Schrift beschrieben rein, schlecht und recht durch deine Knecht, vom heilgen Geist getrieben. 2. Dies Wort, das jetzt in „Schriften steht, ist fest und un⸗ Lieder vom Worte Gottes. beweglich; zwar Himmel und die Erd vergeht, Gotts Wort bleibt aber ewig; kein Höll, kein Plag noch jüngster Tag vermag es zu vernichten; drum denen soll sein ewig wohl, die sich darnach recht richten. 3. Es ist vollkommen hell und klar, ein Richtschnur reiner Lehre; es zeigt uns auch ganz offenbar Gott, seinen Dienst und Ehre und wie man soll hier leben wohl, Lieb, Hoffnung, Glauben üben; drum fort und fort wir dieses Wort von Herzen sollen lieben. 4. Im Kreuz giebts Luft, in Traurigkeit zeigt es die Freuden⸗ quelle; den Sünder, dem die Sünd ist leid, entführet es der Hölle; giebt Trost an Hand, macht auch bekannt, wie man soll willig sterben, und wie zugleich das Himmelreich durch Christum zu ererben. 5. Sieh, solchen Nutz, so große Kraft, die nimmer ist zu schätzen, des Herrn Wort in uns wirkt und schafft; darum wir sollen setzen zurück Gold, Geld und was die Welt sonst herrlich pflegt zu achten, und jederzeit in Lieb und Leid nach dieser Perle trachten. 6. Nun, Herr, erhalt dein hei⸗ ligs Wort, laß uns sein Kraft empfinden, den Feinden steur an allem Ort, zeuch uns zurück von Sünden! So wollen wir dir für und für von ganzem Herzen danken. Herr, unser Hort, laß uns dein Wort fest halten und nicht wanken! 1698. imu was mel und 4 und brit Eig rin Lieder vom Worte Gottes. 109 Mel. Hilf 22105 ach di 1.5 hilf, das 191. D Wort, err, ist die rechte Lehr, ein Licht, das uns erleuchtet, ein Schild zu unsrer Gegenwehr, ein Tau, der uns befeuchtet, ein Stärkungstrank, wenn wir uns krank an Seel und Geist befin⸗ den, ein festes Band, das unsre Hand mit deiner kann verbinden. 2. So führe denn auf rechtem Pfad durch dies dein Licht mich Blinden, laß mich durch deinen Schutz und Rat den Satan über⸗ Wündert Die Süßigkeit laß allezeit von deinem Wort mich schmecken, und deine Gunst in mir die Brunst der Gegenlieb erwecken! 3. Verleih auch deinen guten Geist, der alles das versiegle, worin dein Wort mich unterweist, daß ich mich drin bespiegle, und immerdar dies, was ich war und was ich bin, erkenne, auch niemals mehr von deiner Lehr in Sünd und Irrtum renne. 4. Gieb meinem Glauben Stärk und Kraft, die alles kann voll⸗ bringen, damit durch dessen Eigenschaft ich ritterlich kann ringen und Kreuz und Not, ja gar den Tod viel lieber woll erleiden, als daß ich hier vom Wort und dir mich ließ aus Kleinmut scheiden. 1714. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 192 Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt; in dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Him⸗ mel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt, mich mit Lebens⸗ wasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, schließ mich stets im Glauben ein, laß mich täglich klüger werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnade, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zu⸗ gesandt. 5. Lasse mich in diesen Schran⸗ ken sonder eitle Sorgen sein, schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. „Gieb dem Samkorn einen Acker, der die Frucht nicht schul⸗ dig bleibt; mache mir die Augen wacker, und was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen 2—7 laß den Zweifel ferne sein! Was ich lese, laß mich mer⸗ eu; was du sagest, laß mich thun! Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht —— dabei beruhn, sondern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähn⸗ lich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein, drücke drauf ein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 193 err, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir, denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn; laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat und zu⸗ gleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria that. Nik. Ludw. v. Zinzendorf g.1700 7 1760. Mel. Jesu, meine Freude. ort des höchsten 194. W Mundes, Engel meines Bundes, Jesu, unser Lieder vom Worte Gottes. Ruhm, bald, da wir gefallen, ließest du erschallen Evangelium, eine Kraft, die Glauben schafft, eine Botschaft, die zum Leben uns von dir gegeben. 2. Was sein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen fest bestimmet hat, was der Opfer Schatten längst verkündet hatten, das vollführt sein Rat. Was die Schrift verspricht, das trifft alles ein in Jesu Namen und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet allen Zorn und Schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben alle Gnad und Huld. Auch ist dies fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre; ach erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünden Toten machen Jesu Boten dieses Leben kund. Lieblich sind die Füße, und die Lehren süße, teuer ist der Bund. Aller Welt ist nun vermeldt durch der guten Bot⸗ schaft Lehre, daß man sich be⸗ kehre. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, die in bittern Schmerzen das Gesetz zerschlug, kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt euren Mut, Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld vergiebet. 6. Dieser Grund bestehet; wenn die Welt vergehet, fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen; so soll mein Vertrauen evangelisch sein; auch will ich I‚FJF—— nun würdiglich dieser Kraft, die mir gegeben, evangelisch leben. 7. Jesu, deine Stärke schaffet diese Werke, stehe du mir bei! Nichts kann mich nun scheiden, hilf denn, daß mein Leiden evan⸗ gelisch sei. Laß auch mich einmal auf dich, als ein Kind mit dir zu erben, evangelisch sterben! Heinr. Cornelius Hecker g.169971743. Mel. Es ist das Heil uns kommen her oder Es ist gewißlich an der Zeit. 195 Gaseh und Evan⸗ 2 gelium sind beide Gottes Gaben, die wir in un⸗ serm Christentum beständig nötig haben; doch bleibt ein großer Unterschied, den nur ein solches Auge sieht, das Gottes Geist er⸗ leuchtet. 2. Was Gott in dem Gesetz gebeut, ist uns ins Herz ge⸗ schrieben: Wir sollen nämlich jederzeit Gott und den Nächsten lieben. Daß aber Gott die Welt geliebt und seinen Sohn für Sünder giebt, das muß er selbst entdecken. 3. In dem Gesetz wird unsre Pflicht uns ernstlich vorgetra⸗ gen; das Evangelium kann nicht als nur von Gnade sagen; jens zeigt dir, was du thun sollst, an, dies lehrt, was Gott an dir ge⸗ than; jens fordert, dieses schenket. 4. Was das Gesetz dir guts verspricht, wird dir nicht zuge⸗ wendet, es sei denn, daß du deine Pflicht vollkommen hast vollendet; was Christi Gnade Lieder vom Worte Gottes. 11¹ guts verheißt, wird dem, der gläubig sich erweist, frei und umsonst gegeben. 5. Wo das Gesetz den Sünder findt, da schlägt es ihn danieder; das Evangelium verbindt und heilt die Wunden wieder; jens predigt Sünde, Zorn und Fluch, dies öffnet dir das Lebensbuch in des Erlösers Wunden. 6. Jens decket dir dein Elend auf, dies saget von Erbarmen; jens schläget unbarmherzig drauf, dies hebt und trägt die Armen; jens zeigt und drohet dir den Tod, dies hilfet dir aus Tod und Not und bringt dir Geist und Leben. 7. Was das Gesetz zu sagen hat, gehört für rohe Herzen, für Heuchler, die schon reich und satt, die mit der Sünde scherzen; des Gnadenwortes Balsamöl senkt sich in eine kranke Seel, die elend und beladen. 8. Wenn das Gesetz den Zweck erreicht, so hört es auf zu fluchen; sein Zwang, sein Blitz, sein Drohen weicht, wenn man will Gnade suchen; es treibt zum Kreuz des Mittlers hin, wenn ich an diesen gläubig bin, so hat der Trost kein Ende. 9. Mein Gott, laß diesen Un⸗ terschied mich in der That er⸗ fahren, nach Sündenangst laß Trost und Fried sich in der Seele paaren! Treib mich durch des Gesetzes Fluch, daß ich die Gnade gläubig such in des Er⸗ lösers Armen. 10. Gieb aus dem Evangelio mir Kräfte, dich zu lieben und als dein Kind mich frei und froh in dem Gesetz zu üben. Gieb Gnade, daß ich meine Pflicht mit Heiligkeit und Zuversicht in Lieb und Glauben leiste. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 196 as ist eine selge 0 Stunde, Jesu, da man dein gedenkt und das Herz von Herzensgrunde tief in deine Wunden senkt. Wahrlich, nichts als Jesum kennen, Jesum suchen, finden, nennen, das er⸗ füllet unsre Zeit mit der höch— sten Seligkeit. 2. Jesus, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hinein, deine Sonne scheinet helle, denn du willst genossen sein, und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unauf⸗ hörlich schöpfen soll. 3. Nun, so laß auch diese Stunde dein Gedächtnis in uns sein, in dem Herzen, in dem Munde leb und herrsche du allein! Laß uns deiner nie ver⸗ gessen! Wie Maria still gesessen, da sie deinen Mund gehört, also mach uns eingekehrt! E. G. Woltersdorf g. 1725 4 1761. Mel. Ach Gott und Herr. soll meine Seele trauen. Ich 197. Gudaen Lon 112 Lieder vom Worte Gottes. wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken, laß keinen Spott, o Herr mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahr⸗ heit lehrte? Gott, ohne sie ver⸗ stünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rat, die Misse⸗ that der Sünder zu versühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort er— schienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen. Nein, du ver⸗ zeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Ge⸗ schäfte. Durch meine Müh ver⸗ mag ichs nie, dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort, denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben! Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 198. Den wiber var dir für trostbedürftge Seelen. Laß keinem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam fehlen; erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Keil, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschaltet. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilger⸗ reise, es führt auch Thoren hin zum Herrn und macht die Ein⸗ falt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zu⸗ versicht, die Fackel meiner Pfade. Tauf⸗ und Konfirmationslieder. 113 Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte. Wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: Komm, du bist mein! Das rief mir nicht vergebens ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segens⸗ bund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Geist und Mund und nie von unserm Samen, laß immerfort dein helles Wort in allen Lebens⸗ zeiten uns trösten, warnen, leiten! 7. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Leh⸗ ren, den Hunger aus, dein Lebens⸗ wort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. Karl Bernh. Garve g. 1763 1 1841. JIIV. Cauf⸗ und Ronfirmationslieder. Bei der Taufe. Eigene Melodie. 199. Cm Jerdanfm nach seines Vaters Willen, von 2. So hört und merket alle wohl, was Gott heißt selbst die Taufe, und was ein Christe glauben soll, zu meiden Ketzer⸗ haufen. Gott spricht und will, sanct Johanns die Taufe nahm, daß Wasser sei, doch nicht allein sein Werk und Amt zu erfüllen. schlecht Wasser, sein heiligs Wort 9 Da wollt er stiften uns ein Bad, ist auch dabei mit reichem Geist zu waschen uns von Sünden, ohn Maßen: der ist allhie der ersäufen auch den bittern Tod Täufer. durch sein selbs Blut und Wun⸗ 3. Solchs hat er uns bewiesen den; es galt ein neues Leben. klar mit Bildern und mit Worten. 8 * 114 Des Vaters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hörte; er sprach: Das 5 mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen; den will ich euch befoh len habn, daß ihr ihn höret alle und folget seinem Lehren. 4. Auch Gottes Sohn hie sel⸗ ber steht in seiner zarten Mensch⸗ heit, der heilge Geist hernieder⸗ fährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran: Wenn wir getaufet werden, all drei Person getaufet habn und so bei uns auf Erden zu wohnen sich begeben. 5. Sein' Jünger heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße 2 kehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden; ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll' erben. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist verdammt zum ewgen Tod tief in der Hölle Grunde. Nichts hilft sein eigne Heiligkeit, all sein Thun ist ver⸗ loren, die Erbsünd machts zur Nichtigkeit, darin er ist geboren; er kann ihm selbst nicht helfen. 7. Das Aug allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gie⸗ ßen; der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi; und ist für ihn ein rote lut, von Christus Blut gefärbet, Tauf⸗ und Konfirmationslieder. die allen Schaden heilen thut, von Adam her errbel, auch von uns selbst begangenr. Martin Luther g. 1483 + 1546. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 200. Hasset die Kindlein kommen zu mir, spricht Gottes ar hn, sie sind mein Freud und 2 Wonnt ich bin ihr Schild und Kron; auch 9 für die Kinderlein, daß sie nicht wärn verloren, bin ich ein Kind ge— boren, drum sie mein eigen sein. 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kinderlein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel ihr soll sein, dieweil sein eures Blut, das aus den heilgen Wunden am Kreuzesstamm ge⸗ ronnen, auch ihnen kommt zu gut. 3. Drum nach Christi Verlan⸗ gen bringet die Kinder her, damit sie Gnad erlangen, niemand es ihnen wehr! Führet sie Christo zu, er will sich ihr erbarmen; legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh. 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr Seele Gott gefällt; denn sie sind Gottes Erben, lassen die schnöde Welt. Sie sind frei aller G'fahr, brauchen hie nicht zu leiden und wben Gott mit d Frenden dort bei der Engel Schar. Cornelius Becker g. 1561 4 1604. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. 201. G ott Vater, höre unsre Bitt: Teil diesem Kind den Segen 2 ni 546. sen. lein mir, sind bin für ärn ge⸗ ein. Hlich ein, der sein lgen ge⸗ gut. lan⸗ mit es isto ien; sie ben, sie die Uler zu iden Tauf⸗ und Konfirmationslieder. erzeig ihm deine Gnade, es sei dein Kind, nimm weg die Sünd, daß ihm dieselb nicht schade. 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der heilgen Tauf zu deinem Glied und Erben, damit es dein mög allzeit sein im Leben und im Sterben. 3. Und du, o allerwertster Geist, samt Vater und dem Sohn ge⸗ preist, wollst gleichfalls zu uns kommen, damit jetzund in deinen Bund es werde aufgenommen. 4. O heilige Dreieinigkeit, dir sei Lob, Ehr und Dank bereit für diese große Güte! Gieb, daß dafür wir dienen dir, vor Sün⸗ den uns behüte! Joh. Bornschürer g. 1625 4 1677. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 202 Jesu, wir 2 sind hier, deinem Worte nachzuleben. Dieses Kind⸗ lein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe, denn das Himmel⸗ reich ist ihre. 2. Ja es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir; nimm dies Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken, laß es bald nach dieser Flut deinen Purpurmantel decken, schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es sich in dich verkleide. 5. Mache Licht aus Finsternis, setz es aus dem Zorn in Gnade, heil den tiefen Schlangenbiß durch die Kraft im Wunderbade, laß hier einen Jordan rinnen, so ver⸗ geht der Aussatz drinnen. 6. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, schenk ihm den Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe. 7. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist ge⸗ gangen; führ die Seufzer him⸗ melwärts und erfülle das Ver⸗ langen, ja den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 203 Kasset mich voll Freude sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen den⸗ noch ein Kind Gottes ist. Was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz besitze, der mir alles Heil gehracht znd mich ewig selig macht. 2. Kkine Sündeh macht mir und im Himmel möge werden. bange, ich bin ein g aufter Christ; denn ich weiß gewiß: So lange — 116 Tauf⸗ und Konfirmationslieder. dieser Trost im Herzen ist, kann stum eingesenkt, ich bin mit sei⸗ ich mich von Angst der Sünden, nem Geist beschenkt. Jesu, durch dein Blut entbinden, 2. Du hast zu deinem Kind weil das teure Wasserbad mich und Erben, mein lieber Vater, damit besprenget hat. mich erklärt, du hast die Frucht 3. Satan, laß dir dieses sagen: von deinem Sterben, mein treuer Ich bin ein getaufter Christ, und Heiland, mir gewährt, du willst damit kann ich dich schlagen, ob mn aller Not und Pein, o guter du noch so grausam bist. Da ich Geist, mein Tröster sein. bin zur Taufe kommen, ist dir 3. Doch hab ich dir auch Furcht alle Macht genommen, und von und Liebe, Tren und Gehorsam deiner Tyrännei machet Gottes zugesagt; ich habe mich aus rei⸗ Bund mich frei. nem 110 9 Ln dat 10 4. Freudig sag ich, wenn ie sein gewagt; hingegen age ferd. I00 15 x 15 mi bis in Grab des Satans schnoöͤ⸗ Christ; denn das bringet mich den 24 5 ab. 3 zum Erbe, das im Himmel 4. Mein treuer Gott, aud dei; Drobensisi Weg ich gießh mmut dente srhn; wenn e Todesstaube, so versichert mich wohl feste stehn; ween aber ich der Glaube, daß mir auch der ihn überschreite, so laß mich nicht Taufe Kraft Leib und Leben verloren gehn; nimm mich, dein wieder schafft. Kind? zu Gnaden an, wenn ich 5. Nun so Iell ein solcher 5e5. Ich gabe vir, zrein Gol Segen mir ein Trost des Lebens aurg 09 5 b Seel und 2 sein. Muß ich mich zu Grabe zun Duser Rin nh mich 2 legen, schlaf ich Luch auf solchen neuer Treue und nimm Besitz 1115. Ob nur Herz und Augen von meinem Sinn. Es sei in brechen, soll die Seele dennoch mir kein Tropfen Blut, der nicht, sprechen. Ich bin ein getaufter Herr, deinen Willen thut. Christ, der nun ewig selig ist. 6. Weich, weich, du Fürst der Erdmann Neumeister g. 167141756. Finsternisse, ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein Mel. Wer nur den lieben Gott läßt befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu walten. Mel. 3. Blut besprengt. Weich, eitle 204 Ich bin getauft auf Welt, du Sünde, weich! Gott . deinen Namen, hört es, ich entsage euch. Gott Vater, Sohn und heilger„Laß diesen Vorsatz nimmer Geist, ich bin gezählt zu dei⸗ wanken, Gott Vater, Sohn und nem Samen, zum Volk, das dir heilger Geist! Halt mich in dei⸗ geheiligt heißt; ich bin in Chri⸗ nes Bundes Schranken, bis mich Rind ater, rucht reuer villst guter urcht rsam rei⸗ m zu t ich chnö⸗ f dei⸗ Bund er ich nicht „dein nn ich Gott, Herz rich zu Besitz sei in nicht, irst der nit dir var ein yit Jesu „ eitle Gott nimmer hn und in dei⸗ bis mich Tauf⸗ und Ko dein Wille sterben heißt. dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. nfirmationslieder. 117 So leballe Flecken tilgt und lauter Wun⸗ ich dir, so sterb ich dir, so lob ich der thut. Schließ die verirrte Seele in deine Wundenhöhle, daß sie von Zorn und Sünde Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. und Vater, 205. G'um dieses Kind von unsern Wmen, jetzund hier wahre Freiheit finde. Ich bin voll Sünden ohne dich, mein Heiland, wasche mich! 3. Mein Tröster, gieb mir Kraft, wenn sich Versuchung zeigt, re⸗ nimm es auf in deinen Bund giere meinen Geist, wenn er zur und erzeig ihm dein Erbarmen, daß es alle Lebenstage deiner Kindschaft Zeichen trage. 2. Wasche es mit deinem Blut, treuer Jesu, von den Sünden, laß in seiner Taufe F geerbten Fluch verschwinden und sein Leben auf der Erden deinem Vorbild ähnlich werden. 3. Und du, werter heilger Geist, schenk ihm deine Gnadenkräfte, treibe, wie dein Bund verheißt, selbst in ihm das Heilsgeschäfte, daß es stets an Jesu Lebe ein lebendig Gliedmaß bleibe. Joh. Jak. Spreng g. 1699 4 1768. Bei der Konfirmation. Eigene Melodie. 20 6 Mein Schöpfer, steh 0 mir bei, sei mei⸗ nes Lebens Licht; dein Auge leite2 mich, bis mir mein Auge bricht. Der leg ich Herz und Glieder vor dir zum Opfer nieder und widme meine Kräfte für dich und dein Geschäfte. Du willst, daß ich der Deine sei, mein Schöpfer, steh mir bei! 2. Mein Heiland, wasche mich mit deinem reinen Blut, das lut den Wan Welt sich neigt. Lehr mich den Sohn erkennen, ihn meinen Herren nennen, sein Gnaden⸗ wort verstehen, auf seinen Wegen gehen. Du bist, der alles Gute mein Tröster, Kraft! 4. Gott Vater, Sohn und Geist, dir bin ich, was ich bin. Ach drücke selbst dein Bild recht tief in meinen Sinn, erwähle mein Gemüte zum Tempel deiner Güte, verkläre an mir Armen dein gnadenreich Erbarmen! Wohl mir, wenn du der meine heißt, Gott Vater, Sohn und Geist! Joh. Jak. Rambach g. 1693 1 1735. Konfirmationslied, wie es die Gemeinde singt. Mel. Komm, heiliger Geist, Herre Gott. 207 Epar⸗ o Gott, das heiße Flehn der Kinder, die hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf sie hernieder, denn dein sind sie, sind Christi Glieder. Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt, erfülle sie mit deinen Gaben, laß sie gieb mir Euns mit dir Gemeinschaft haben, er⸗ barme dich, erbarme dich! Wie es die Konfirmanden singen. Erhör, o Gott, das heiße Flehn von uns, die wir hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf uns heenieder, denn dein sind wir, sind Christi Glieder. Gieb uns, Gott Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort ver⸗ heißt, erfüll uns du mit deinen Gaben, laß uns mit dir Gemein⸗ schaft haben, erbarme dich, er— barme dich! Elieser Küster g. 1732 1 1799. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 208 Be dir, Jesu, will ö* ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn, nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 21. Könnt ichs irgend besser haben als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? Tauf⸗ und Konfirmationslieder. 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht an⸗ gehören, der sein Leben für mich gab, sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich so in Freude wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Dei⸗ nes Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, wenn es nun will Abend werden, und die Nacht herniedersteigt. Lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprechend: Sohn, hier gehts zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt. 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, graut mir vor dem kalten Tod als dem kühlen, scharfen Wehen vor dem Himmelsmor⸗ genrot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hin⸗ über, wie man nach der Heimat reist. K. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. 119 XV. Abendmahlslieder. Eigene Melodie. 2 0 9 Qesus Christus, unser „Heiland, der von uns den Gotteszorn wandt, durch das bittre Leiden sein half er uns aus der Hölle Pein. 2. Daß wir nimmer des ver⸗ gessen, läßt er seinen Leib uns essen mit dem Brot und uns zu gut auch trinken mit dem Wein sein Blut. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl Acht auf sein Sachen; wer unwürdig hin⸗ zugeht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollst Gott den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt speisen und für deine Missethat in den Tod sein Sohn geben hat. 5. Du sollst glauben und nicht wanken, daß es Speise sei den Kranken, deren Herz von Sün⸗ den schwer und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit;“) ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn.„ d. i. in Seelennot. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starken not, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was konnt dich zu sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Her⸗ zensgrunde und bekennst es mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel erquickt. ö 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: deinen Nächsten sollst du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. Martin Luther g. 1483 1 1546. Is. 6. Eigene Melodie. (Qesaia dem Prophe⸗ 210. V ten das uh daß er im Geist den Herren sitzen sah auf einem hohen Thron, in hellem Glanz. Seines Kleides Saum den Chor füllet ganz. Es standen zween Seraph bei ihm daran, sechs Flügel sah er einen jeden habn. Mit zween verbargen sie ihr Antlitz klar, mit zween bedeckten sie die Füße gar und mit den andern zween sie flogen frei. Gen ander riefen sie mit großem Schrei: Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, erwerben, was braucht ich für Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, 12⁰ Sein Ehr die ganze Welt er⸗ füllet hat. Von dem Schrei zittert Schwell und Balken gar, das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel war. Martin Luther g. 1483 4 1546. Mel. Gott sei gelobet und gebenedeiet. 211 err Jesu Christe, 2 mein getreuer Hirte, komm, mit Gnaden mich bewirte. Bei dir alleine find ich Heil und Leben, was mir fehlt, kannst du mir geben. Kyrieleison! Dein arm Schäflein wollest du weiden auf Israels Bergen mit Freuden und zum frischen Wasser führn, da das Leben her thut rührn. Kyrieleison! 2. All andre Speis und Trank ist ganz vergebens, du bist selbst das Brot des Lebens, kein Hun⸗ ger plaget den, der von dir isset, alles Jammers er vergisset. Kyri⸗ eleison! Du bist die lebendige Quelle, zu dir ich mein Herz⸗ krüglein stelle; laß mit Trost es fließen voll, so wird meiner Seele wohl. Kyrieleison! 3. Laß mich recht trauren über meine Sünde, doch den Glauben auch anzünde, den wahren Glau⸗ ben, mit dem ich dich fasse, mich auf dein Verdienst verlasse. Kyri⸗ eleison! Gieb mir ein recht buß⸗ fertig Herze, daß ich mit der Sünde nicht scherze noch durch meine Sicherheit mich bring um die Seligkeit. Kyrieleison! 4. Heftig beschweret find ich mein Gewissen; ach laß reichen Abendmahlslieder. Trost drein fließen aus deinen Wunden, welche du empfangen, da du bist am Kreuz gehangen Kyrieleison! Wenn mein Herz damit wird gerühret, wirds von Stund an still und gezieret durch dein Blut mit Glauben schon, kann in dir vor Gott bestehn. Kyrieleison! 5. Der b'darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Begier er nach ihm fraget. O süßer Jesu, schau, wie tiefe Wanden werden auch in mir gefunden! Kyrieleison! Du bist ja der Arzt, den ich rufe, auf den mit Ver⸗ langen ich hoffe. Hilf, o wahrer Mensch und Gott, hilfst du nicht, so bin ich tot. Kyrieleison! 6B. Du rufest alle, Herr, zu dir in Gnaden, die mühselig und be⸗ laden; all ihre Missethat willst du verzeihen, ihrer Bürden sie befreien. Kyrieleison! Ach komm selbst, leg an deine Hände und die schwere Last von mir wende, mache mich von Sünden frei, dir zu dienen Kraft verleih! Kyri⸗ eleison! 7. Mein Geist und Herze wollst du zu dir neigen, nimm mich dir, gieb mich dir eigen! Du bist der Weinstock, ich bin deine Rebe, nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyrieleison! Ach in mir find ich eitel Sünden, in dir müssen sie bald verschwinden; in mir sind ich Höllenpein, in dir muß ich selig sein. Kyrieleison! S8. Komm, meine Freude, komm, du schönste Krone, Jesu, komm — un, Hhn. den gier ßer den en! Tzt, der⸗ hrer du on! dir be⸗ illst sie mm und nde, dir yri⸗ Herze mm gen! bin dich, Ach „ in den; dir son! mm, ‚mm Abendmahlslieder. 121 und in mir wohne! In mir will ich dich mit Gebet oft grüßen, ja mit Lieb und Glauben küssen. Kyrieleison! Bringe mit, was alle Welt erfreut: deiner Liebe süße Lieblichkeit, deine Sanftmut und Geduld, die Frucht deiner Gnad und Huld. Kyrieleison! 9. Dies sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Le⸗ benssaft erteilen, daß ich aus mir nun all Untugend reiße, dir zu dienen mich befleiße. Kyri⸗ eleison! In dir hab ich alles, was ich soll, deiner Gnade Brünn⸗ lein ist stets voll. Laß mich ewig sein in dir und bleib ewig auch in mir! Kyrieleison! Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Eigene Melodie. Jesu, du mein 21²2. O Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last, 2. Ich komm zu deinem Abend⸗ mahl, verderbt durch manchen Sündenfall; ich bin krank, un⸗ rein, nackt und bloß, blind und arm; ach mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht; du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich, in meiner Schwachheit heile mich, was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein! 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glau⸗ benskerz, mein Armut in Reich⸗ tum verkehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das wahre Him⸗ melsbrot, dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glau⸗ ben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr! 8. Gieb, was mir nütz an Seel und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib, komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für! 9. Hilf, daß durch dieses Mah⸗ les Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sün⸗ denschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind, den guten Vorsatz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir! 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt, ach laß mich meine Tag in Ruh und Friede christ⸗ lich bringen zu, 12. Bis du mich, o du Lebens⸗ fürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewig⸗ lich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. 122 Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 213 He˙/ Jesu, dir sei Preis und Dank für diese Seelenspeis und Trank, damit du uns begabet; im Brot und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zu gut und unsre Herzen labet, daß wir nun dir in dem allen wohl gefallen, heilig leben; sol⸗ ches wollest du uns geben! 2. Du kehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel, dir Wohnung da zu machen; drum uns ein solches Herz verleih, das von der Weltlieb ledig sei und allen eitlen Sachen. treibe unser Sinnen und Be⸗ ginnen, daß wir trachten, alles Irdsche zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein wertes Nacht⸗ mahl zum Gericht; ein jeder recht bedenke, daß er mit diesem Lebensbrot im Glauben stille seine Not; der Fels des Heils uns tränke,«) züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. 1 Cor. 10, 4. 4. O daß wir solche Seligkeit erwarten möchten allezeit in Hoff⸗ nung und Vertrauen, und fol⸗ gends aus dem Jammerthal ge⸗ Bleibe, Abendmahlslieder. Sohn, giebs durch dein bitter Leiden! Dasselbe, weil wir leben hier, laß uns betrachten für und für, all Böses darum meiden! Amen, Amen, hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, hilf uns fröhlich überwinden! V. 1, 3, 4 Bernh. Derschow g. 1591 + 1639, V. 2 u. 5 Han. Gsb. 1657 Eigene Melodie, oder Herr Jesu Christ, du höchstes Gut 214 Di Lebensbrot, Herr 2 Jesu Christ, kann dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben, so bitt ich dich demütiglich, du wollest so bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 2. Auf grüner Aue wollest du mich diesen Tag, Herr, leiten, den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sündlich, matt und krank, doch laß mich deinen Gnadentrank aus deinem Becher schmecken! 3. Du angenehmes Himmels⸗ brot, du wollest mir verzeihen, daß ich in meiner Seelennot zu dir muß kläglich schreien. Dein Glaubens⸗ rock bedecke mich, auf daß ich möge würdiglich an deiner Tafel sitzen. langen in den Himmelssaal, da 4. Tilg allen Haß und Bitter⸗ wir Gott werden schauen tröst⸗ keit, o Herr, aus meinem Herzen, an⸗ llich, köstlich, uns als Gäste auf laß mich die Sünd in dieser Zeit her das beste bei ihm laben und bereuen ja mit Schmerzen! Des He ganz volle Gnüge haben. neuen Bundes Osterlamm, du dic 5. Das gieb du uns von dei⸗ meiner Seele Bräutigam, laß Hi ö nem Thron, o Jesu Christe, Gottes mich dich recht genießen! He Abendmahlslieder. 123 5. Zwar bin ich deiner Gunst. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, nicht wert, als der ich jetzt erscheine deinem Bräutigam entgegen, der mit Sünden allzuviel beschwert, da mit dem Gnadenhammer die schmerzlich ich beweine. In klopft an deine Herzenskammer. solcher Trübsal tröstet mich, Herr Offn ihm bald die Geistespforten, Jesu, daß du gnädiglich der Sün⸗red ihn an mit schönen Worten: der dich erbarmest. Komm, mein Heil, laß dich um⸗ 6. Ich bin ein Mensch, krank fassen, von dir kann ich nimmer von der Sünd, laß deine Hand lassen. mich heilen! Erleuchte mich, denn 3. Zwar in Kaufung teurer ich bin blind, du kannst mir Gnad Waaren pflegt man sonst kein erteilen. Ich bin verdammt, er⸗Geld zu sparen; aber du willst für barme dich! Ich bin verloren, rette die Gaben deiner Huld kein Geld mich und hilf aus lauter Gnade! nicht haben,) weil in allen Berg⸗ 7. Mein Bräutigam, komm her werksgründen kein solch Kleinod zu mir und wohn in meiner Seele, ist zu finden, das den Trank in daß sie dich liebe für und für und diesen Schalen und dies Manna sich mit dir vermähle. Ach laß kann bezahlen.) Jes. 55, 1. doch deine Süßigkeit für meine 4. Ach wie hungert mein Ge⸗ Seele sein bereit, und stille ihren müte, Menschenfreund, nach dei— Jammer! ner Güte; ach wie pfleg ich oft 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu mit Thränen mich nach deiner Christ, komm, selbst dich mir zu Kost zu sehnen; ach wie pfleget schenken! O Blut, das du ver⸗mich zu dürsten nach dem Trank gossen bist, komm eiligst, mich zu des Lebensfürsten, wünsche, daß tränken! Ich bleib in dir, du er als der meine mich durch sich bleibst in mir, drum wirst. Gott vereine! ner Seele Zier, mich einst auch 5.Beides, Zittern und Ergetzen, auferwecken. will mich in Bewegung setzen; das Johann Rist g. 1607 f 1667. Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich Eigene Melodie. früh vermerke, Herr, die Größe 215 Soh dich, o deiner Stärke. Ist auch wohl ein 2 liebe Seele, laß Mensch zu finden, der dein All— die dunkle Sündenhöhle, komm macht sollt ergründen? ans helle Licht gegangen, fange 6. Nein, Vernunft die muß herrlich an zu prangen; denn der hier weichen, kann dies Wunder Herr voll Heil und Gnaden will nicht erreichen, daß dies Brot dich jetzt zu Gaste laden; der den nie wird verzehret, ob es gleich immel kann verwalten, will jetzt viel Tausend nähret, und daß erberg in dir halten. mit dem Saft der Reben uns 12⁴4 wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen die⸗ ser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise! 8. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her⸗ getrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unver⸗ drossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mag dein Gast im Himmel werden. Johann Franck g. 1618 1 1677. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. eine Seele, laß 216. M dich finden auf der wahren Glaubensbahn, dich mit Christo zu verbinden; thu ihm auf, er klopfet an. Den die Himmel nicht umfassen, will in dir sich nieder lassen, Jesus will im Brot und Wein wesentlich zugegen sein. Abendmahlslieder. 2. O geheimnisvolle Weise, die kein Menschenwitz ermißt! Hier giebt sich ein Lamm zur Speise, das der Erzhirt selber ist; hier will zu der Gäste Leben sich der Wirt zur Speise geben, und zum Opfer stellt sich hier selbst der Hohepriester für. 3. O wie hungert nach den Seelen selbst das wahre Lebens⸗ brot! Selig, die dies Brot er⸗ wählen für des Geistes Hungers⸗ not! Seht, an dieser heilgen Stelle lechzet selbst die Lebens⸗ quelle nach der armen Sünder Heil. Jesus ist ihr bestes Teil. 4. Sieh, o Mensch, den Schatz der Gnade, den dir Jesus auf⸗ gethan; rühre nicht die Bundes⸗ lade mit verwegnen Händen an! Soll nicht Gottes Grimm er⸗ wachen und dich gar zu nichte machen, armer Sünder, so tritt du zitternd und mit Furcht herzu! 5. Jesu, mache meine Sinnen und mein ganzes Herze rein, laß jetzt deine Wunden rinnen, senke tief mein Herz hinein! Komm, du König aller Ehren, eile, bei mir einzukehren unter meines Herzens Dach, obs gleich niedrig, arm und schwach. 6. Jesu, laß mich Gnade finden und vertreib mir alles Weh, laß die purpurroten Sünden weißer sein als Woll und Schnee! Komm, mein Herz voll Glauben, Hoffen, Lieb und Sehnsucht steht dir offen, laß dein Herz, das ewig rein, und mein Herz Ein Herze sein! Salomo Franck g. 1659 4 1725. *— — Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 6 err Jesu Christ, 217. 9 du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke, schenk uns dein schönes Ehren⸗ kleid durch deines Geistes Stärke! Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende blei⸗ ben; laß Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. 17²⁴. Eigene Melodie. ein Jesu, der du 218. M vor dem Schei⸗ den in deiner letzten Trauer⸗ nacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament ver⸗ macht, es preisen gläubige Gemüter dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl ge⸗ nießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu; man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen ver⸗ neuern sich in unserm Herzen. Abendmahlslieder. 12⁵ 3. Es wird dem zagenden Gewissen ein neues Siegel aufge⸗ drückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Das Band wird fester zu⸗ gezogen, das dich und uns zu⸗ sammenfügt; die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie neue Stützen kriegt; wir werden mehr in solchen Stun⸗ den mit dir zu Einem Geist ver⸗ bunden. 5. Dies Brot kann wahre Nah⸗ rung geben, dies Blut erquicket unsern Geist; es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt; wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele sein; der Geist muß mehr zusammen⸗ fließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, das schwachheitvoll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, ja daß du uns ein ewig Leben nach die⸗ sem kurzen werdest geben. gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser e Geist verpflegt! Dies Mahl ist ö 8. O teures Lamm, so edle ö Gaben hast du in dieses Mahl — ö unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel Zungen zu dessen Ruhm geschäftig sein. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich vollkommner loben. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. (Qach komme, Herr, 219. X und uche dic, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten; ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder, du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist voll⸗ bracht! Du hast mein Heil verdienet, du hast für mich dich dargestellt, Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Abendmahlslieder. Sohn, die Schuld ist dir ver— geben, du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Her⸗ zen leben. 48. Dein ist das Glück der Seligkeit, bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rau— ben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte brin⸗ gen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu er⸗ füllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 220 He du wollst uns vorbereiten zu deines Mahles Seligkeiten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollem Herzen nahen und sprich uns los von Sünd und Tod! Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig sein. Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abend⸗ mahl bei dir. Nach Fr. Gottl. Klopstock g. 17241 1803 Nach dem Abendmahle. Eigene Melodie. 221 Ge sei gelobet und 1. gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit sei⸗ nem Fleische und mit seinem Blute; das gieb uns, Herr Gott, zu gute! Kyrieleison! Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam, und das heilige Blut hilf uns, Herr, aus aller Not! Kyrieleison! 2. Den heilgen Leib hat er für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte konnte er uns schenken, dabei wir sein solln gedenken. Kyrieleison! Herr, dein Lieb so groß dich g'zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that und bezahlt unsre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyri⸗ eleison! 3. Gott geb uns allen seiner Gnade Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyri⸗ eleison! Herr, dein heilig Geist uns nimmer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison! Martin Luther g. 1483 4 1546. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. ie wohl hast du 222. Wĩ gelabet, o lieb⸗ ster Jesu, deinen Gast, ja mich so reich begabet, daß ich jetzt Abendmahlslieder. dersame Speise, o süßer Lebens⸗ trank, o Liebmahl, das ich preise mit einem Lobgesang, indem es hat erquicket mein Leben, Herz und Mut; mein Geist der hat erblicket das allerhöchste Gut. 2. Du hast mich jetzt geführet, o Herr, in deinen Gnadensaal, daselbst hab ich berühret dein edlen Güter allzumal; da hast du mir gegeben umsonst und mildig⸗ lich das werte Brot zum Leben, das sehr erquicket mich; du hast mir zugelassen, daß ich den See⸗ lenwein im Glauben möchte fassen und dir vermählet sein. 3. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit; du hast mir vollgemessen den edlen Kelch, der mich erfreut. Ach Gott, du hast erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jetzt sich neiget mein Herz vor Liebesbrunst. Du hast mich lassen schmecken das köst⸗ mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd und Tod. 4. So lang ich leb auf Erden, o liebster Jesu, preis ich dich, daß du mich lässest werden gesättigt von dir und durch dich. Du hast mich selbst getränket mit deinem teuren Blut und dich zu mir ge⸗ lenket, o unvergleichlichs Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat der nim⸗ mer kann verderben, mein Trost, Schutz, Hülf und Rat. 5. Wie kann ichs aber fassen, 127 fühle Freud und Rast. O wun⸗ lich Himmelsbrot; hinfort kann Herr Jesu, daß du mit Begier 128 dich hast so tief gelassen vom Himmelssaal herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge besuchest deinen Knecht; ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und recht, das gläubig dir ver⸗ traue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlitz schaue dort in der Ewigkeit. 6. Du bists, der ewig bleibet, ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet; Herr, ich bin arm, und du bist reich. Du bist sehr groß von Güte, kein Unrecht gilt bei dir; ich, sündhaft von Gemüte, kann fehlen für und für. Doch kommest du hernieder und nimmst dich meiner an; was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? 7. Ein Herz durch Reu zer⸗ schlagen, ein Herz, das ganz zer⸗ knirschet ist, das, weiß ich, wird behagen, mein Heiland, dir zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten; demnach ich emsig bin, nach deiner Gunst zu trachten; nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner Zungen, denn billig wird jetzund dein teurer Ruhm besungen, Herr Gott, durch meinen Mund. 8. Wohl mir, ich bin versehen mit Himmelspeis und Lebens⸗ trank; nun will ich rüstig stehen, zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr hin, du Welt⸗ getümmel, du bist ein eitler Tand, ich seufze nach dem Him⸗ mel, dem rechten Vaterland. Fahr hin, dort werd ich leben IP ..; Abendmahlslieder. ohn Unglück und Verdruß; mein Gott, du wirst mir geben der Wohllust Überfluß. Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. Jesu meine 225. O Wonne, du meiner Seele Sonne, du Freund⸗ lichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmelsüß Ergetzen und diese teuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dir es danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, der du so viel empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank ich für dein Sehnen und heiß vergoßnen Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß michs nicht ver⸗ gessen, daß du mir zugemessen die kräftge Himmelspeise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich annoch empfinde, aus Abendmahlslieder. meinem Fleische treiben und Vor der Abendmahlsfeier kräftig in mir bleiben. eines Kranken. 10. Nun bin ich los gezählet Mel. Vater unser im Himmelreich. von Sünden und vermählet mit u deinen Füßen dir, mein liebstes Leben. Wos 225. liege ich, mein kannst du Werters geben? Jesu, blicke doch auf mich! Du 11. Laß, Schönster, meine bist der Arzt und Wundermann, Seele doch stets in dieser Höhle der allezeit erretten kann; drum, des Leites mit Verlangen an bin ich gleich von Hülfe bloß, so deiner Liebe hangen! ist doch mein Vertrauen groß. 12. Laß mich die Sünde mei⸗ 2. Mein Trost und meines den, laß mich geduldig leiden, Herzens Teil, mach erstlich meine laß mich mit Andacht beten und Seele heil, besprenge sie mit von der Welt abtreten! deinem Blut und mache mein 13. Nun kann ich nicht ver⸗ Berbrechen gut, und dann gieb, derben; drauf will ich selig sterben nach vergebner Schuld, bei meiner und freudig auferstehen, o Jesu, Schwachheit auch Geduld! dich zu sehen. 3. Berühre mich mit deiner Johann Rist g. 1607 f 1667. Hand, die so viel Böses abge⸗ 7— wandt. Dein Leib mich speise, Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. da ich krank, dein Blut sei mei⸗ 22 4 D Jesu, dir!. ner Seele Trank! Ich will, wie Ach sind wirs Lazarus, allein, auch wenn ich wert, daß so viel Heil uns wider⸗ krank, der Deine sein. fährt, du unser so gedenkest? 4 Wenns meiner Seele selig Erst bis zum Tod am Kreuz uns ist, so heile mich, Herr Jesu liebst, nun solch ein Pfand der Christ; soll sterben aber besser Lieb uns giebst, ach dich so ganz sein, wohl mir, auf Jesum schlaf uns schenkest? Heil uns! Heil ich ein. Mach du es, Jesu, uns! Wir empfinden, rein von durch dein Blut mit mir an Sünden, Gottes Frieden. Mehr Leib und Seele gut. noch ist uns dort beschieden. Christ. Heinr. Zeibich g. 1677 1748. Maria. BoREDEEEEH C. Lieder vom christlichen Leben. XVI. Buß⸗ und Beichilieder. Eigene Melodie. 22 6 Vater, allmäch⸗ tiger Gott, zu dir schreien wir in der Not: Durch deine große Barmherzig⸗ keit erbarm dich über uns! Christe, wollst uns erhören, für uns bist du geboren von Erbarm dich über uns! Vergieb uns all unsre Sünde, hilf uns in der letzten Stunde, für uns bist du gestorben. Erbarm dich über uns! O heilger Geist, wollst uns geben, dich allzeit herzlich zu lieben und nach deinem Willen zu leben. Erbarm dich über uns! Alikirchl. Deutsch d. J. Spangenberg g. 148⁴ 14550. Eigene Melodie. 22 7. NM Hare Gott, al unsre Sünd und„Masechat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in deinem Dienft erfunden werden. 2. Erbarm dich, erbarm dich, er⸗ barm dich deines Volks, o Christe, das du erlöset hast mit deinem teuren, heilgen Blute. 3. Erhör uns, erhör uns, er⸗ höre unsre Bitt, Gott Vater, Schöpfer aller Dinge, hilf uns und sei uns gnädig! 4. Erhör uns, erhör uns, er⸗ höre unsre Bitt, o Christe, aller Welt Heiland, bitt für uns und sei uns gnädig! 5. Erhör uns, erhör uns, er⸗ höre unsre Bitt, Gott heilger Geist, du einger Tröster, erleucht uns und sei uns gnädig! Chor. 6. So wahr ich lebe, spricht Gott der Herre, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Amen. Altkirchlich. Psalm 130. Eigene Melodie. us tiefer Not schrei 228. A ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen, dein gnädig Ohren kehr zu mir und GE 83 Buß⸗ und Beichtlieder. 131 meiner Bitt sie öffne! Denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan, Das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die wer kann, Herr, vor dir bleiben? Nacht und wieder an den Mor⸗ 2. Bei dir gilt nichts denn gen, doch soll mein Herz an Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann, des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gottes harre! 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. die mir zusagt sein wertes Wort. Martin Luther g. 1483 T 1546. Die Litanei. Eigene Melodie. Erster Chor: Zweiter Chor: 229. Kire Eleison!“*) Christe, Eleison! Kyrie, Eleison! Christe, Erhöre uns! Herr.) Erbarme dich. Herr Gott Vater im Himmel, Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Herr Gott heiliger Geist, Sei uns gnädig, Sei uns gnädig, Vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Ubel Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! 8 Verschon uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! deinen Worte geben, Erster Chor: Vor des Teufels Trug und List, vor bösem schnellen Tod, vor Pestilenz und teurer Zeit Vor Krieg und Blutvergießen, vor Aufruͤhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuer⸗ und Wassersnot, vor dem ewigen Tod Durch deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt In unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht Wir armen Sünder bitten: Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle ihre Diener, Wächter und At im heilsamen ort und heiligen Leben erhalten, Allen Rotten und Argernissen wehren, alle Irrige und Verführte wieder⸗ bringen, den Satan unter unsere Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Geist und Kraft zum — Ahenden E Buß⸗ und Beichtlieder. Zweiter Chor: Behüt uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! all Al un un tt! ott! . tl lieber ott! ott! Buß⸗ und Beichtlieder. 133 Erster Chor: allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten Friede und Eintracht geben, unserm Kaiser und König steten Sieg wider deine Feinde gönnen, und ihn mit allen seinen Ge⸗ waltigen leiten und schützen, unsere e und Ge⸗ unsern Rat meinde segnen und behüten, Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hülfe erscheinen, allen Schwangern und Säugen⸗ den fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Witwen und Waisen vertei⸗ digen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und bewahren,*) Zweiter Chor: Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! ) unsere Deiche, Dämme und Schleusen in deine gnädige Obhut nehmen (für Gemeinden, welche am Wasser wohnen) und dieses Bergwerk gnädiglich erhalten und segnen(für die Gemeinden auf dem Harz). Abendmalelre bil Riů dun mit trau zIu Dan getü Tan mel, Fahl Erster Chor: und uns gnädiglich erhören, Jesu Christe„Gottes Sohn, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, ö O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, 4 du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Christe, Kyrie, Christe, Buß⸗ und Beichtlieder. Zweiter Chor: Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Verleih uns steten Fried! Erhöre uns! Eleison! Eleison! Beide Chöre zu sammen⸗ Kyrie, Eleison! Amen. Altkirchlich. Deutsch durch Martin Luther g. 1483 f 1546. Eigene Melodie. 2 30. Dre Adams Fall ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen, das⸗ selb Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht konnten g'nesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, darein die Schlang Eva bezwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, daß sie ist ab⸗ gefallen von Gottes Wort, das sie veracht, dadurch sie in uns Nallen bracht hat den Tod, so war ja not, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, der Gna⸗ den Thron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewigs Tods gestorben, also hat Gott durch Christi Tod verneut, was war verdorben. 4. So er uns denn sein Sohn geschenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, getöt, gen Himm'l ge⸗ fahren, dadurch wir sein von S HKHGS SSVE t! t! 1546. Gna⸗ ichten emde hnet, (d in d wie sind hat neut, Sohn onoch Kreuz ge⸗ von Tod und Pein erlöst, so wir ver⸗ trauen auf diesen Hort, des Vaters Wort: wem wollt vor Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rat und ewigs Wort, den er uns hat ge⸗ geben zu einem Schutz, daß wir mit Trutz an ihn fest sollen glauben; darum uns bald kein Macht noch G'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Men⸗ schen sucht und nicht bei Gott dem Herren; denn wer ihm will ein andres Ziel ohn diesen Trö⸗ ster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft auf Gott und dem vertraut, wird nimmermehr zu schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zuhanden viel Unfalls hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost; er hilft sein'n Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilges Wort aus meinem Mund, so Buß⸗ und Beichtlieder. 9. Mein'n Füßen ist dein heil ges Wort ein Leuchte nah und sterne in uns aufgeht, so bald ver⸗ steht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist denen verheißt, die Hoffnung darauf haben. Lazarus Spengler g. 1479 T 1534. Mel. 1. 2 31 A· tiefer Not laßt 0 uns zu Gott bitten, daß er durch seine Gnad uns woll vom Übel freien und alle Sünd und Missethat, die unser Fleisch begangen hat, uns väterlich verzeihen; 2. Und sprechen: Vater, sieh doch an uns Armen und Elen⸗ den, sehr übel haben wir gethan mit Herzen, Mund und Händen; und die in Christo, deinem Sohn, zur Seligkeit vollenden. 3. Zwar unsre Schuld ist groß und schwer, von uns nicht aus⸗ zurechen; doch deiner Gnade ist viel mehr, die kein Mensch kann aussprechen; die suchen und be⸗ gehren wir, hoffend, du wirst es, Herr, an dir nicht lassen uns gebrechen. wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld; denn in dein Huld setz ich all mein Ver⸗ trauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. Gnad erwerb und sich darin be⸗ wahre: so hilf uns nun, o Herre Gott, damit uns nicht der ewge Tod in Sünden widerfahre. ferne, ein Licht, das mir den Weg weist fort; so dieser Morgen⸗ Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. von ganzem Herzen schreien, verleih uns, daß wir Buße thun 4. Du willst nicht, daß der Sünder sterb und in Verdamm⸗r nis fahre, sondern daß er mehr Abendmahlal——— 5. Vergieb, vergieb und hab Geduld mit uns Armen und Schwachen, laß deinen Sohn all unsre Schuld durch sein Ver⸗ dienst gut machen! Nimm unsrer Seele eben wahr, daß ihr kein Schaden widerfahr, wollst gnädig sie bewachen! 6. Wenn du nun vor Gerichte gehn und mit uns wolltest rech⸗ ten, wie würden wir vor dir be⸗ stehn, und wer würd uns ver⸗ fechten? OHerr, sieh uns barm⸗ herzig an und hilf uns wieder auf die Bahn zur Pforte der Gerechten! 7. Wir opfern uns dir arm und bloß, durch Reue tief ge⸗ schlagen; o nimm uns auf in deinen Schoß und laß uns nicht verzagen! O hilf, daß wir ge⸗ trost und frei, ohn arge List und Heuchelei dein Joch zum Ende tragen. 8. Sprich uns durch deine Boten zu, gieb Zeugnis dem Gewissen, stell unser Herz durch sie zu Ruh, thu uns durch sie zu wissen, wie Christus vor dein'm Angesicht all unsre Sachen hab geschlicht; des Trosts laß uns genießen! 9. Erhalt in unsers Herzens Grund dein Wort, den edlen Samen, und hilf, daß wir den neuen Bund in deines Sohnes Namen vollenden mit Beständig⸗ keit und so der Kron der Herrlich⸗ keit versichert werden. Amen. Böhmische Brüder. 136 Buß⸗ und Beichtlieder. Eigene Melodie 232 llein zu dir, Herr 0 Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch ge⸗ born, der mir aus Nöten helfen kann: Ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab. 2. Mein Sünd sind schwer und übergroß und reuen mich von Herzen; derselben mach mich quitt und los durch deinen Tod und Schmerzen und zeig mich dei⸗ nem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sündenlast; Herr, halt mir fest, wes du dich mir ver⸗ sprochen hast. 3. Gieb mir nach dein'r Barm⸗ herzigkeit den wahren Christen⸗ glauben, auf daß ich deine Süßig⸗ keit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hülf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, sein'm liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem werten heilgen Geist, der uns sein Hülfe allzeit leist, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und vollends in der Ewigkeit. Johann Schneesing 1567. Herr mein rund von quitt und dei⸗ gnug d ich halt ver⸗ arm⸗ isten⸗ üßig⸗ „ vor und mich. mir ufels chsten Büte, bsten hüte, ilgen llzeit sein ds in 1567. 2 Chranika 20. Eigene Melodie. enn wir in höch⸗ 233. W sten Wüter fein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat, 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen ins⸗ gemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und flehen um Begna⸗ digung und aller Strafen Linde⸗ rung, 4. Die du verheißest gnädiglich all denen, die drum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Für⸗ sprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn ver⸗ lassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünde groß, sprich uns davon aus Gnade los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freude dan⸗ ken dir, gehorsam sein nach dei⸗ nem Wort, dich allzeit preisen hie und dort. Buß⸗ und Beichtlieder. 137 Mel. Herzlich thut mich verlangen. 234 sch Gott, ich muß dirs klagen, daß ich so elend bin: Mein Herz will mir verzagen, mein Sünd liegt mir im Sinn; ich kann ihr nicht vergessen, sie ist zu groß und schwer, sie hat mich ganz besessen, sie kränkt und quält mich sehr. 2. In Sünd bin ich empfan⸗ gen, in Sünden auch geborn, viel Sünd hab ich begangen, darum bin ich verlorn. Ich kann nicht freudig werden, den Him⸗ mel anzusehn, und schäme mich, auf Erden vor dir, mein Gott, zu stehn. 3. Nun sollt ich ja vertrauen dein'm Sohne Jesu Christ, auf sein Verdienst fest bauen, weil er mein Fürsprach ist. Doch schreckt mich mein Gewissen, das zweifelt immerdar und spricht, dich werd verdrießen, daß ich die Sünd nicht spar. 4. Ich wollt auch herzlich gerne bessern das Leben mein, mit Werk, Wort und Geberden fromm und gehorsam sein; ich kanns so nicht vollbringen, wie ichs oft hab bedacht, ich laß mich davon dringen durch Satans List und Macht. 5. Was soll ich denn nun machen? Wie kann ich doch be⸗ stehn? Ich fall der Höll in Rachen, wenn ich dir will ent⸗ gehn. Herr, zu dir komm ich wieder und such Barmherzigkeit, ich falle vor dir nieder, mein Paul Eber g. 1511 1 1569. Sünde ist mir leid. SS— 6. Du hast dein Sohn gegeben für aller Menschen Sünd, daß jedermann sollt leben, der an ihn glauben könnt. Will gleich mein Herz nicht trauen, so glaub ich dennoch fest; hilf du meinem Un⸗ glauben, dein Hülfe ist die best. 7. Ich bin nicht wert der Güte, die du an mir gethan, daß für mich mit sein'm Blute bezahlt dein lieber Sohn; bedarf es doch notwendig und glaub dem Worte dein, das mir zusagt beständig: Wer glaubt, wird selig sein. 8. So wahr, als ich selbst lebe, sprichst du, mein Herr und Gott, ungern ich übergebe den Sünder in den Tod; ich will, daß er umkehre und ewig leb bei mir. Darum komm ich, mein Herre, ich komm wieder zu dir. 9. Mit deinem heilgen Geiste den schwachen Glauben mehr, mir Hülf und Beistand leiste zu deines Namens Ehr. Leit mich auf deinem Stege, vor aller Sünd und Schand, vors Teufels Strick und Wege bewahr mich deine Hand! 10. Segne mein Leib und Leben, auch mein Beruf und Werk, was du mir hast gegeben, behüt durch deine Stärk! Erhör, o Herr, mein Schreien und mein furchtsames Wort, daß ich mich dein kann freuen, verachten Satans Mord. 11. Zuletzt laß mich abscheiden mit einem selgen End und nimm D‚De———— Buß⸗ und Beichtlieder. preisen mit steter Dankbarkeit; du wirst mir Gnad erweisen und helfn in Ewigkeit. Hann. Gsb. 1646 nach einem ält. Liede. Mel. Vater unser im Himmelreich. 23 5 imm von uns, 0 Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben all⸗ zumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid! 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns ge⸗ ben wolltst nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Ret⸗ tung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer That, wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei! 4. Gedenk an deins Sohns bittern Tod, sieh an sein heilgen Wunden rot! Die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barm⸗ herzigkeit. 5. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne unsre Stadt aus diesem Leiden mein Seel in und Land; gieb uns allzeit dein deine Händ! Dafür will ich dich heiligs Wort, behüt vors Teu⸗ ckeit; und Liede. eich. uns, reuer und nden all⸗ und Feur bösen und du, 3ge⸗ hun, gehn, dir h die Ret⸗ 3 an straf That, Güte fern ohns ilgen für und uns arm⸗ chten Stadt dein Teu⸗ Buß⸗ und fels List und Mord; verleih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller g. 1547 + 1606. Eigene Melodie. 236 95 Jesu Christ, 0 du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, sieh doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Her⸗ zen, dieweil du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh and ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag' begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja ich weiß weder aus noch ein und müßte stracks verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht und neu beginnt zu springen; dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zer⸗ knirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in mei⸗ nem Sinn, wie ich zuvor ge⸗ klaget, auch ein betrübter Sün⸗ der bin, den sein Gewissen naget, Beichtlieder. 139 und gerne möcht im Blute dein von Sünden abgewaschen sein, wie David*) und Manasse,“) 2 Sam. 12, 13. 2 Chron. 33, 13. 6. So komm ich auch zu dir allhie in meiner Not geschritten und thu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Ver⸗ zeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. O Herr, vergieb, vergieb mirs doch um deines Namens willen und thu in mir das schwere Joch der Uebertretung stillen, daß sich mein Herz zu⸗ frieden geb und dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem Ge⸗ horsam. 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit dei⸗ nen Wunden, tröst mich mit dei⸗ nem Todesschweiß in meiner letz⸗ ten Stunden und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im rechten Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten! Barthol. Ringwald g. 1530 1 1598. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 237 V'r G'richt, Herr — Jesu, steh ich hie, zu dir beug ich meins Her⸗ zens Knie, kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und viele Missethat mich hier und dort verdammet hat. Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, weil ich in wahrer Reu und Buß RLAL H—. 140 Buß⸗ und an dich gläub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, des dank ich dir, des dank ich dir, ich will mich bessern, hilf du mir! Hannov. Gsb. 1646. Eigene Melodie. ch Gott und Herr, 238.A wie noß und schwer sind mein begangnen Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende und wollt los sein des Elends mein, würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins G'richt, dein Sohn hat mich versühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr hie fort, nur schone dort und laß mich hier wohl büßen! 5. Gieb, Herr, Geduld, vergiß die Schuld, gieb ein gehorsam Herze, laß mich ja nicht, wies oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen! 6. Handle mit mir, wies dünket dir, durch dein Gnad will ichs leiden; wollst mich nur nicht dort ewiglich von deiner Liebe scheiden! 7. Gleichwie sich fein ein Vögelein in hohle Bäum ver⸗ stecket, wenns trüb hergeht, die Beichtlieder. Luft unstät Menschen und Vieh erschrecket, 8. Also, Wunden; wenn Sünd und Tod mich bracht in Not, hab ich mich drein gefunden. 9. Darin ich bleib; ob Seel und Leib hie von einander schei⸗ den, so werd ich dort bei dir, mein Hort, sein in ewigen Freuden. 10. Ehre sei nun Gott Vater, Sohn und heilgem Geist zu⸗ sammen! Ich zweifle nicht, weil Christus spricht: Wer glaubt, wird selig. Amen. V. 1—6 Rutilius g. 1550 1 1618. V. 7—10 Joh. Groß g. 1564 4 1654. Mel. Vater unser im Himmelreich. o wahr ich lebe, 239. Sppricht den Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Men⸗ schenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar mit einem teuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicher⸗ heit, denk nicht: Zur Buß ist noch wohl Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd; wenn ich des Lebens müde werd, alsdann Herr Christ, mein Zuflucht ist die Höhle deiner will wird 4. stets Barn Gnad seiner Seele wird 5. von u zusag du bi du m verbo 6. dich! änder gesun ja we stirbe und 2. mir, zu di blick, hinri jeder, bereit Vieh mein deiner d Tod mich Seel schei⸗ i dir, wigen Vater, t zu⸗ „weil laubt, 1618. 1654. lreich. lebe, Gott, nders mein rvon seiner e mit Men⸗ ht in st du Gott r mit „ dem zicher⸗ uß ist Ierst un ich sdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist wohl stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit, doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod, zusagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, ja wohl gar tot. So du nun stirbest ohne Buß, dein Seel und Leib dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße thu den Augen⸗ blick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann g. 1585 T 1647. Mel. Auf meinen lieben Gott. o soll ich fliehen 240. W hin, weil ich beschweret bin mit viel und gro⸗ ßen Sünden? Wo kann ich Ret⸗ tung finden? Wenn alle Welt her käme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu, voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt Buß⸗ und Beichtlieder. 14¹ mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte, laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil ge⸗ funden. 4. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zu gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde und ihrer nicht gedenke, ins Meer sie tief ver⸗ senke! 5. Du bist der, der mich tröst, weil du mich selbst erlöst; was ich gesündigt habe, hast du ver⸗ scharrt im Grabe; da hast du es verschlossen, da wirds auch blei⸗ ben müssen. 6. Ist meine Bosheit groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Blut auffasse und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich über⸗ winde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen; mit dir kann ich sie schlagen. Dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trutz bald schweigen. Ahondinabta 9. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stärk und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt kann reine, ja gar aus Teufels Rachen frei, los und selig machen. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben, denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 11. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Glied⸗ maß ewig bleibe. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 2 41 reuer Gott, ich 2 muß dir klagen meines Herzens Jammerstand, ob dir wohl sind meine Plagen besser als mir selbst bekannt; große Schwachheit ich bei mir in Anfechtung oftmals spür, wenn der Satan allen Glauben will aus meinem Herzen rauben. 2. Du, Gott, dem nichts ist verborgen, weißt, daß ich nichts von mir hab, nichts von allen meinen Sorgen; alles ist, Herr, deine Gab. Was ich Gutes find an mir, das hab ich allein von dir; auch den Glauben mir und allen giebst du, wie dirs mag gefallen. 3. O mein Gott, vor den ich trete jetzt in meiner großen Not, Buß⸗ und Beichtlieder. höre, wie ich sehnlich bete, laß mich werden nicht zu Spott, mach zunicht des Teufels Werk, meinen schwachen Glauben stärk, daß ich nimmermehr verzage, Christum stets im Herzen trage. 4. Jesu, du Brunn aller Gna⸗ den, der du niemand von dir stößt, der mit Schwachheit ist be⸗ laden, sondern deine Jünger tröst, sollt ihr Glaube auch so klein wie ein kleines Senfkorn sein, wolltst du sie doch würdig schätzen, große Berge zu versetzen. 5. Laß mich Gnade vor dir finden, der ich bin voll Trau⸗ rigkeit. Hilf du mir selbst über⸗ winden, so oft ich muß in den Streit; meinen Glauben täglich mehr, deines Geistes Schwert verehr, damit ich den Feind kann schlagen, alle Pfeile von mir jagen. 6. Heilger Geist ins Himmels Throne, gleicher Gott von Ewig⸗ keit mit dem Vater und dem Sohne, der Betrübten Trost und Freud, der du in mir an⸗ gezündt, so viel ich an Glauben find, über mir mit Gnade walte, ferner deine Gab erhalte! 7. Deine Hülfe zu mir sende, o du edler Herzensgast, und das gute Werk vollende, das du an⸗ gefangen hast. Blas das kleine Fünklein auf, bis ich nach voll⸗ brachtem Lauf allen Auserwähl⸗ ten gleiche und des Glaubens Ziel erreiche. 8. Gott, groß über alle Götter, heilige Dreieinigkeit, außer dir „laß Spott, Werk, stärk, rzage, trage. Gna⸗ n dir ist be⸗ tröst, n wie volltst große r dir Trau⸗ über⸗ n den täglich chwert Feind e von nmels Ewig⸗ dem Trost ir an⸗ lauben walte, sende, id das zu an⸗ kleine h voll⸗ rwähl⸗ zubens Bötter, er dir ist kein Erretter, tritt mir selbst zur rechten Seit, wenn der Feind die Pfeil abdrückt, meine Schwach⸗ heit mir aufrückt, mir will allen Trost verschlingen und mich in Verzweiflung bringen. 9. Zeuch du mich aus seinen Stricken, die er mir geleget hat, laß ihm fehlen seine Tücken, drauf er sinnet früh und spat. Gieb Kraft, daß ich allen Strauß ritterlich mög stehen aus, und so oft ich noch muß kämpfen, hilf mir meine Feinde dämpfen! 10. Reiche deinem schwachen Kinde, das auf matten Füßen steht, deine Gnadenhand ge⸗ schwinde, bis die Angst vorüber geht. Wie die Jugend gängle mich, daß der Feind nicht rühme sich, er hätt ein solch Herz ge⸗ fället, das auf dich sein Hoff⸗ nung stellet. 11. Du bist meine Hülf, mein Leben, mein Fels, meine Zuver⸗ I sicht, dem ich Leib und Seel ergeben; Gott, mein Gott, ver⸗ zeuch doch nicht! Eile, mir zu stehen bei, brich des Feindes Pfeil entzwei, laß ihn selbst zu⸗ rücke prallen und mit Schimpf zur Hölle fallen! 12. Ich will alle meine Tage rühmen deine starke Hand, daß du meine Plag und Klage hast so herzlich abgewandt. Nicht nur in der Sterblichkeit soll dein Ruhm sein ausgebreit, ich wills auch hernach erweisen und dort ewiglich dich preisen. Joh. Heermann g. 1585 T 1647. Buß⸗ und Beichtlieder. 143 Eigene Melodie, oder Jesu, meines Lebens Leben. 2 42(Qesu, der du meine N Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teu⸗ fels finstern Höhle und der schwe⸗ ren Sündennot kräftiglich her⸗ ausgerissen und mich solches lassen wissen durch dein ange⸗ nehmes Wort, sei doch jetzt, o Gott, mein Hort! 2. Herr, ich muß es ja beken⸗ nen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler sein; mein Gemüt ist ganz zer⸗ rissen durch der Sünden Schmerz und Pein, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergieb mir, was verborgen, rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. 4. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen mei⸗ ner Seligkeit zu gut, und die⸗ weil du so zerschlagen hast die Sünd am Kreuz getragen, ei so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 5. Wenn ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach so wollest du mich retten und dich meiner nehmen Ibendmabl —— an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmerzen, du, Herr, kennest meine Pein. Es ist nichts in meinem Herzen als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, mit Leid vermenget, durch dein teures Blut besprenget, so am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 7. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Treu er⸗ füllen, was du selber hast ge⸗ sagt: daß auf dieser weiten Erden keiner je verloren werden, son⸗ dern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verder⸗ ben nicht! Du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Johann Rist g. 1607 1 1667. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. frommer und ge⸗ 243.O0 treuer Gott, 10 hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich: das ist mir leid und reuet mich. 2. Du aber, o mein gnädger Gott, hast nicht Gefalln an Buß⸗ und Beichtlieder. meinem Tod, und ist dein herz⸗ liches Begehrn, daß ich soll Buß thun, mich bekehrn. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm, hilf mir durch Christi bittern Tod und heilige fünf Wunden rot! 4. Ja, Herr, ich bitt durch Jesum Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: Laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit! 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach dei⸗ nem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. 1643. Nach Johann Leon. Nel. Ach Gott, vom Himmel sieh darein. 244 Vater der Barm⸗ herzigkeit, ich falle dir zu Fuße, verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße. Was ich be⸗ gangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte! 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weis⸗ heit schaffe Rat, worin es mir sonst fehlet; gieb Willen, Mittel, Kräft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. —2 am trage meir Gott dich sieh 4 Blut ben gut, Bitt im 3 wie 5. Licht wenr ficht, wank nimu lust, Herz 6. komn kämp Trotz Sieg Kran herz⸗ soll Bater rzu hristi fünf durch 1 gut deine zelten deine chuld, Kind Zünd. 9 dei⸗ leben mög u der Leon. darein. zarm⸗ „ich den thut ch be⸗ ) mir große macht „was Weis⸗ mir Eittel, h mit e und Buß⸗ und 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen ge⸗ tragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, sieh an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Ster⸗ ben mir kommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht müß verderben. Bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust an⸗ ficht, laß mich von dir nicht wanken! Verleih, daß nun doch nimmermehr Begierd nach Wol⸗ lust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trotz und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. David Denicke g. 1603 1680. Mel. Vater unser im Himmelreich. zott Vater, denk 245. G an Christi Tod, sieh an deins Sohnes Wunden rot, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Löse⸗ geld; des trösten wir uns alle⸗ zeit und hoffen auf Barmher⸗ zigkeit. Beichtlieder. 14⁵ 2. Den König leit mit deiner Hand, beschütz und segne unser Land, gieb überall dein heilig Wort, wend ab Pest, Teurung, Krieg und Mord, all denen, die in Nöten sein, mit Rettung, Hülf und Trost erschein! 3. Amen, dies alles werde wahr, erhör und hilf uns immer⸗ dar, o Vater in dem höchsten Thron, durch Christum deinen eingen Sohn, daß du, dein Sohn und beider Geist in allem von uns werd gepreist. ö Hannoversches Gsb. 1657. Eigene Melodie. ö err, ich habe miß⸗ 246.5 gehandelt, ja mich drückt der Sünden Last, ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? du wirst allenthalben sein; wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur be⸗ kennen, Herr, ich habe mißge⸗ than, darf mich nicht dein Kind mehr nennen. Ach nimm mich zu Gnaden an, laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht ganz entzünden! 4»w. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen, weiten Meer, dennoch würd es sprechen. ESinnen, was Böses ich vor dir Thränenbronnen käm ein starker Abendi AhHAHH ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszu⸗ 5. Wein', ach wein' jetzt um die Wette, meiner beiden Au⸗ gen Bach! O daß ich gnug Zäh⸗ ren hätte zu betrauern meine Schmach! O daß aus dem Strom geronnen! 6. Dir will ich die Last auf⸗ binden, wirf sie in die tiefste See, wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß als Schnee, laß den guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Franck g. 1618 1 1677. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 247 ch will von meiner 2 Missethat zum Herren mich bekehren; du wollest selbst mir Hülf und Rat hiezu, o Gott, bescheren und deines guten Geistes Kraft, der neue Gunde in uns schafft, aus nade mir gewähren! 2. Ein Mensch kann von Na⸗ tur doch nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn deines Geistes Licht blind, taub, ja tot in Sünden, verkehrt ist Will, Verstand und Thun. Des großen Jammers wollst du nun, o Vater, mich entbinden! 3. Klopf durch Erkenntnis bei mir an und führ mir wohl zu Buß-⸗ und Beichtlieder. gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand, du hast mich über⸗ laden mit Ehr, Gesundheit, Ruh und Brot, du machst, daß mir noch keine Not bis hieher köͤnnen schaden. 5. Hast auch in Christo mich erwählt tief aus der Hölle Flu⸗ ten, daß niemals mir es hat ge⸗ fehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus großer Treu ge⸗ stäupt mit Vaterruten. 6. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich be⸗ flissen? Nein, eines andern zeihet mich mein Herz und mein Gewissen; darin ist leider nichts gesund, an allen Orten ist es wund, vom Sündenwurm ge⸗ bissen. 7. Die Thorheit meiner jungen Jahr und alle schnöden Sachen verklagen mich zu offenbar; was soll ich Armer machen? Sie stellen, Herr, mir vors Gesicht dein unerträglich Zorngericht und deiner Hölle Rachen. 8. Bisher hab ich in Sicher⸗ heit ganz unbesorgt geschlafen, gesagt: Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld gethan; du kannst mein Herz der Herr mit seinen Schafen. imer leine änen mich einer ik ich iber⸗ Ruh mir nnen mich Flu⸗ it ge⸗ uten; „hast u ge⸗ auch h be⸗ udern mein nichts ist es ge⸗ ingen achen was Sie zesicht t und zicher⸗ lafen, Zeit, rafen, chuld zeduld fen. Buß⸗ und Beichtlieder. 147 9. Dies alles jetzt zugleich er⸗ wacht, mein Herz will mir zer⸗ springen; ich sehe deines Don⸗ ners Macht, dein Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 10. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh in deine Wun⸗ den; laß mich da eingeschlossen sein und bleiben alle Stunden; dir ist ja, o du Gotteslamm, all meine Schuld am Kreuzes⸗ stamm zu tragen aufgebunden. 11. Dies stelle deinem Vater für, daß er sein Herze lenke und gnädig sich kehr her zu mir, nicht meiner Sünden denke, auf daß er meine Sündenlast, die du auf dich genommen hast, ins tiefe Meer versenke. 12. Hierauf will ich zu jeder Sünden, ach Herr, laß mich Gnade finden! 2. Weil du heißest alle kom⸗ men, die beladen sind, zu dir, bin ich auch nicht ausgenommen noch gewiesen von der Thür dei⸗ ner Gnade, sondern du willst und wirst mich noch dazu von den Sünden, die mich drücken, ganz entbinden und erquicken. 3. Dein Wort bleibet unge⸗ brochen, das du einmal hast ge⸗ redt; nun hast du, o Gott, ge⸗ sprochen: Such mein Antlitz im Gebet. Darum komm ich auch vor dich, such dein Antlitz; ach laß mich bei dir Trost und Gnade finden, sprich mich los von mei⸗ nen Sünden! 4. Sieh die Handschrift, die ich gebe dir in deine Händ, o Gott! Drin sprichst du: So wahr ich lebe, ich will nicht des Sünders Zeit mit Ernst und Sorgfalt Tod, sondern daß er sich bekehr meiden der bösen Lüste Eitelkeit von den Sünden und begehr ewig⸗ und lieber alles leiden, denn daß lich mit mir zu leben, so will ich ich Sünd aus Vorsatz thu; ach die Sünd vergeben. Herr, gieb du stets Kraft dazu, 5. Nun wohlan, du wirst nicht bis ich einst werd abscheiden. lügen, ich halt mich an deine V. 1—10 Luise Henriette Kurfürstin Wort, will darauf in Demut von Brandenburg(2) g. 1627 1 1667, biegen meine Knie an diesem Ort V. 11 u. 12 Lüneb. Gsb. 1661. und bekennen meine Sünd; ich bin das verlorne Kind, das vom Mel. Werde munter, mein Gemüte. Teufel oft verblendet deine Güter 2 48 O Schöpfer aller hat verschwendet. Dinge, höre, höre 6. Weiter will ich nichts mehr mein Gebet, das ich jetzo vor sagen und allein an meine Brust dich bringe, weil mein Herz in mit dem armen Zöllner schlagen: Angsten steht. Meine Sünden Gott, es ist dir wohl bewußt, daß ängsten mich, darum komm ich ich hab gesündigt dir, aber sei auch vor dich und bekenne meine doch gnädig mir, ich fall dir in Abendin ahHμH 148⁸ Buß⸗ und Beichtlieder. deine Arme, ach Herr, meiner dich erbarme! 7. Ich verleugne nicht die Sünden, ich verleugne nicht die Schuld; aber laß mich Gnade finden, trage, Herr, mit mir Ge⸗ duld! Alles, was ich schuldig bin, zahlt mein Jesus, nimm nur hin die Bezahlung meines Bürgen, der sich ließ für mich erwürgen. 8. Nun, o Vater aller Gnaden, siehe dessen Leiden an! Dieser hat ersetzt den Schaden und für mich genug gethan; durch ihn bin ich ganz erlöst, dessen ich mich gänz⸗ lich tröst, weil in seinen tiefen wer im Glauben Buße thut. Ach Wunden ich nun Fried und Ruh gefunden. 9. Ich will auch hierauf genie⸗ ßen, Jesu, deinen Leib und Blut meiner Seele und Gewissen zur Erquickung und zu gut. Gieb, auf deine Gütigkeit setzen meine Zuversicht, denn so du, Herr, dein Gericht ließest ohne Gnad ergehen, würd es übel um mich stehen. 3. Aber, Herr, nach deiner Lehre willst du keines Sünders Tod, sondern daß er sich bekehre und frei werde seiner Not. Dieser Trost erquicket mich, als der ich auch ängstiglich Reu und Leid bei mir empfinde über meine schwere Sünde. 4. Denke, daß dein Sohn auf Erden drum vergossen hat sein Blut, auf daß könne selig werden, sein Kreuz und Dornenkron bring ich hier vor deinen Thron, seinen Tod und Blutvergießen laß mich Armen auch genießen. 5. Zwar ich sollte längst sein daß würdig ich genieß dich, o kommen, da es noch war rechte Herr, und schmeck, wie süß und Zeit, doch ist dadurch nichts be⸗ wie freundlich du bist denen, die nommen deiner großen Gütigkeit. sich nach dir herzlich sehnen. Keine Buße ist zu spät, wenn Christoph Tietze g. 1641 4 1703. sie nur von Herzen geht, darum wird dir auch mein Flehen jetzo Mel. Werde munter, mein Gemüte. noch zu Herzen gehen. 2 49 V laß mich 6. Großer Gott, voll Lieb und 0 Gnade finden, Treue, laß durch Jesu Wunden tröste meinen blöden Sinn, der doch meine späte Buß und Reue ich wegen meiner Sünden so vor dir etwas gelten noch! Denke betrübt und traurig bin. Siehe, doch nicht weiter dran, was ich mein Gott, wie ich hier jetzt habe mißgethan, laß mein arges vor deiner Gnadenthür mit dem Sündenleben mir aus Gnade Zöllner schamrot stehe und dich sein vergeben! um Vergebung flehe. 7. Wirst du nun mir armen 2. Du bist heilig, ich hingegen Sünder, o mein Gott, barm⸗ bin voll Ungerechtigkeit, muß herzig sein und in die Zahl mich bloß aufs Bitten legen und deiner Kinder wiederum mich arum jetzo und inden Reue Denke is ich arges znade rmen darm⸗ Zahl mich Buß⸗ und nehmen ein, so will ich von Herzen dich dafür preisen ewig⸗ lich. Namen wollst du mich erhören! Amen. Christ. Gensch v. Breitenau g. 1638 + 1732. Pfalm 6. Eigene Melodie. Drum in Jesu Christi Beichtlieder. 149 armen Seele in der Schwer⸗ mutshöhle? 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten; nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel, weich, Hölle, fleuch! Was mich vor ge⸗ kränket, hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie 250 traf mich nicht in deinem Zorn, großer Gott, verschone! Ach laß mich nicht sein verlorn, nach Ver⸗ dienst nicht lohne! Hat die Sünd dich entzündt, laß um Christi willen deinen Zorn sich stillen! auch Christo gleicherweis, der all⸗ zeit zu loben, heilger Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Joh. Ge. Albinus g. 1624 1 1679. Eigene Melodie. 2. Herr, wer denkt im Tode ieh, hier bin ich, dein? Wer dankt in der Höllen? 251. S Ehrenkönig, lege Rette mich aus jener Pein der mich vor deinen Thron, schwache verdammten Seelen, daß ich dir Thränen, kindlich Sehnen bring für und für dort an jenem Tage, ich dir, du Menschensohn. Laß höchster Gott, Lob sage. dich finden, laß dich finden von 3. Zeig mir deine Vaterhuld, mir, der ich Asch und Thon. stärk mit Trost mich Schwachen! 2. Sieh doch auf mich, Herr, Ach Herr, hab mit mir Geduld, ich bitt dich, lenke mich nach dei⸗ wollst gesund mich machen, heil nem Sinn! Dich alleine ich nur die Seel mit dem Ol deiner meine, dein erkaufter Erb ich großen Gnaden, wend ab allen bin. Laß dich finden, laß dich Schaden! finden, gieb dich mir und nimm 4. Ach sieh mein Gebeine an, mich hin! wie sie all erstarren; meine Seele 3. Ich begehre nichts, o Herre, gar nicht kann deiner Hülfe har⸗ als nur deine freie Gnad, die ren; ich verschmacht, Tag und du giebest, den du liebest und Nacht muß mein Lager fließen der dich liebt in der That. Laß von den Thränengüssen. dich finden, laß dich finden, der 5. Ach ich bin so müd und hat alles, wer dich hat. matt von den schweren Plagen, 4. Dieser Zeiten Eitelkeiten, mein Herz ist der Seufzer satt, Reichtum, Wollust, Ehr und die nach Hülfe fragen. Wie so Freud sind nur Schmerzen mei⸗ lang machst du bang meiner nem Herzen, welches sucht die Abendmable Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander g. 1640 4 1680. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 252 G, des Zepter, 2 Stuhl und Krone herrschet über alle Welt, der du deinem Herzenssohne eine Hochzeit hast bestellt, dir sei Dank ohn End und Zahl, daß zu die⸗ sem Liebesmahl von der breiten Sündenstraßen du mich auch hast lladen lassen. ö 2. Herr, wer bin ich? Und hingegen wer bist du? Was deine Pracht? Ich dem Wurm gleich aan den Wegen, du der König %großer Macht; ich Staub, Erde, Eischwach, voll Not, du der Herr b. Gott Zebaoth; ich ein Scherz je und Spiel der Zeiten, du der ve. Herr der Ewigkeiten. u 3. Ich grundbös und ganz ni verdorben, du die höchste Hei⸗ Olligkeit; ich verfinstert und er⸗ bil storben, du des Lebens Licht und Rui. Freud; ich ein armes Sünden⸗ du. find, lahm und sprachlos, taub und blind, du das Wesen aller mit Wesen, ganz vollkommen, aus⸗ tral erlesen. ————. zu 4. Und doch lässest du mich aan laͤden zu dem großen Hochzeit⸗ getü mahl. O der übergroßen Gna⸗ den: ich soll in des Himmels Saal mit dem lieben Gottes⸗ lamm, meiner Seele Bräutigam, bei der Engel Chor und Reihen 150 Buß⸗ und Beichtlieder. 5. Wen nun dürstet, soll sich laben mit dem Quell, der ewig fleußt, wen nun hungert, der soll haben Brots genug für seinen Geist. O ein angenehmer Ort, da sich Gottes Herz und Wort seiner Braut und Hochzeitgästen giebt als Speis und Trank zum besten! 6. O du großer Herr und König, der du rufst: Kommt, kommt herbei! ich bin zu gering und wenig aller deiner Lieb und Treu; ach ich kann dir nimmer⸗ sehr, wie ich schuldig bin und sollte, wie ich auch wohl gerne wollte. 7. Zeuch du mich, dein Mahl zu schmecken, aus der finstern Erdenkluft, laß mein Ohr die Stimme wecken, die so hell und liebreich ruft: Komm, o Mensch, komm eilend, komm zu dem Lebensquell und Strom! Komm zum Brot, davon zu zehren und den Geist damit zu nähren. 8. Offne, Herr, mir doch die Ohren zu dem Ruf, der also klingt, der zu deinen Freuden⸗ thoren, o Jerusalem, mich bringt; laß den, den du teur erkauft und auf dich selbst hast getauft, ja nicht in der Thoren Reihen sich der eitlen Weltlust freuen! 9. Laß das eitle Weltgetümmel, diese Dämpfe, die bald fliehn, von des Lammes Mahl im Him⸗ mel, das stets bleibt, mich nicht abziehn! Kleide, Jesu, in der Zeit mich in Ewigkeit erfreuen! mich mit deinem Hochzeitskleid, mehr danken gnug und also s0 ewig soll inen Ort, Vort isten zum und umt, ring und mer⸗ also und jerne Nahl stern die und nsch, dem omm hren hren. 9die also iden⸗ ingt; und 0 sich imel, iehn, Him⸗ nicht Zeit kleid, daß ich deine Hochzeitsehren möge feiern ohn Aufhören. Heinr. Georg Neuß g. 1654 4 1716. YPfalm 51, 12—14. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 253 chaff in mir, Gott, ein reines Herz,/ mein Herz ist ganz verderbet; es fühlet von der Sünde Schmerz, die ihm ist angeerbet und die es noch thut ohne Scheu. Ach mache, daß es wieder sei, wie du es erst erschaffen. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, der wie du sei gesinnet, der stets dir anhang allermeist und was du willst, beginnet. Gieb, daß er hasse Fleisch und Blut, und Glauben übe in Demut, Zucht, Sanftmut, Hoff⸗ nung, Liebe. 3. Verwirf von deinem Ange⸗ sicht, ob ich es gleich verdienet, mich, allerliebster Vater, nicht, weil Jesus dich versühnet; laß nimmer, nimmer, nimmermehr mich dein Kind also fallen sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, damit er mich nicht nehme dir, und ich stets dein verbleibe; beherrschet mein Herz, Sinn und Mut der heilge Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergieb die Sün⸗ den; wenn meine Seele suchet dich, so laß dich von ihr finden und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Hülfe ist trotz Sünde, Tod und Teufel. 6. Dein freudger Geist erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, damit nicht das Verzweiflungs⸗ joch verderbe meine Seele. Sei meine Freude du allein, ach laß mich deine Freude sein und führe mich zur Freude! Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.⸗Rudolstadt g. 1640 f 1672. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. ch was sind wir 254. A ohne Jesus? dürftig, jämmerlich und arm; ach was sind wir? voller Elend. Ach Herr Jesu, dich erbarm! Laß dich unsre Not bewegen, die wir dir vor Augen legen. 2. Wir sind nichts ohn dich, Herr Jesu, hier ist lauter Finster⸗ nis; dazu quälet uns gar heftig jener giftge Schlangenbiß; dieses Gift steigt zu dem Herzen und verursacht stete Schmerzen. 2 dieser Stell; mein Gewissen ist erwachet, und der Abgrund flammt und krachet. 4. Ohne dich, herzliebster Jesu, kommt man nicht durch diese Welt; sie hat fast auf allen er Wegen unsern Füßen Netz ge⸗ stellt, sie kann trotzen, sie kann heucheln und hält uns mit ihrem Schmeicheln. ——— 3. Ach ohn dich, getreuer Jesu, schreckt der Teufel und die Höll, die Verdammnis macht mich zittern, da ich steh auf 128 Abendma blal 152 Buß⸗ und 5. Ach wie kraftlos, Herzens⸗ jesu, richten sich die Kranken auf; unsre Macht ist lauter Ohn⸗ macht in dem müden Lebens⸗ lauf. Denn man sieht uns, da wir wallen, öfters straucheln, oft⸗ mals fallen. 6. Darum stärk uns, liebster Jesu, sei in Finsternis das Licht, öffne unsre Herzensaugen, zeig dein freundlich Angesicht! Strahl, oD Sonn, mit Lebensblicken, so wird sich das Herz erquicken. ö 7. Tritt den Satan, starker Jesu, unter unsern schwachen Fuß, keomm zu deiner Braut gegangen, biet ihr deinen Friedensgruß, daß sie Himmelsfreud verspüre und kein Leid sie mehr berühre. so 8. Faß uns an, o süßer Jesu, führ uns durch die Pilgerstraß, b. daß wir auf den rechten Wegen je gehen fort ohn Unterlaß; laß ve uns meiden alle Stricke und ng nicht wieder sehn zurücke! 9. Laß den Geist der Kraft, * Har Jesu, geben unserm Geiste Kraft, daß wir brünstig dir Ri. nachwandeln nach der Liebe Eigenschaft; ach Herr, mach uns selber tüchtig, so ist unser Leben richtig. ö 10. Dann wird Lob und Dank, Heerr Jesu, schallen aus des Herzens Grund; dann wird alles jubilieren, und dir singen Herz und Mund; dann wird auf der ganzen Erden Jesus hoch gelobet werden. Peter Lackmann 1 1713. Beichtlieder. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die dessen Schuld. 255. Majestät weit König, über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig; ich armer Wurm vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöll⸗ ner that, beschämet und von ferne, ich suche deine Hülf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne; doch weil ich voller Fehler bin und, wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Ge⸗ wissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sün⸗ der, der für die Welt genug ge⸗ than, durch den wir Gottes Kin⸗ der im gläubigen Vertrauen sind, der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja gutthätig. Ich t die ssen weit und dem imel voll groß mer als zott, fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben! Du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe thätig! Und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Ster⸗ ben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich bös oder gut, gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todes⸗ bahn, mein Jesu, selbst bei⸗ rätig! Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letz⸗ ten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Valent. Ernst Löscher g. 1673 1 1749. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. ir liegen hier zu 256. W deinen Füßen, ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Ge⸗ wissen, wie sehr dein Zorn ent⸗ brennet sei. Das Maß der Sün⸗ den ist erfüllt, ach weh uns, wenn du strafen willt. 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder, wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die unge⸗ ratnen Kinder, die auf verkehrten wenn uns Pest und Schwert und Hunger längst schon aufgezehrt. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht. Ach geh nicht mit uns ins Gericht! 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht; nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich doch erbarmen wirst. Ach hast du noch ein Vaterherz, so siehe doch auf unsern Schmerz! 5. Der Mittler steht ja in der Mitten, wir schaun zu seinen Wunden auf; er hat für unsre Schuld gelitten und leistet dir die Zahlung drauf. Verbirgst du deinen Gnadenschein, so muß sein Blut verloren sein. 6. Das teure Blut von dei⸗ nem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 7. Ach laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne. Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Pla⸗ gen los! ö 8. Steck ein das Schwert, das Wegen gehn. Kein Wunder, EEE ——— —— — * Abend 0 — Buß⸗ und solche Zeit entstehn, daß man dein Wort uns teuer macht, und unser Herz dabei verschmacht. 9. Gieb Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit, laß Lieb und Treu sich stetig küssen und fördre die Ge⸗ rechtigkeit, krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut! 10. So wollen wir dir Opfer bringen, dein eigen sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein er⸗ löstes Israel stimmt in den Jubel Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 257 dir, Herr Jesu, 0 komme ich, nach⸗ dem du so gar freundlich mich zu dir hast heißen kommen. Mich drücket meiner Sünden Last, sie läßt mir keine Ruh noch Rast; würd sie mir nicht benommen, so müßt darunter ich vergehn, ich könnte nicht vor Gott bestehn, vor dem die Himmel selbst nicht rein, ich müßt ein Kind des Todes sein. Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, erquicke mich und laß mich nicht! 2. Das Sündenjoch ist mir zu schwer, es drückt mein Herze all⸗ zusehr, du, Herr, wollst es zer⸗ brechen! Gedenke, daß du diese Last darum für mich getragen hast, damit nicht möchte rächen Beichtlieder. der Vater, was ich hab verschuldt, vielmehr, daß seine Gnad und Huld mir Armen wieder würd Wunden heil, Herr Jesu Christ, und für mich bitt, und für mich bitt, wenn Satan wider mich auftritt. 3. Zu dir steht meine Zuver⸗ sicht, ich weiß von keinem Helfer nicht ohn dich, o Arzt der Sün⸗ der. All andre Helfer sind zu schlecht, du bist allein vor Gott gerecht, des Todes Überwinder, die Freistatt und der sichre Ort, das feste Schloß, der Schild und Hort, der Mittler und der Gna⸗ denthron, des Vaters Herz und liebster Sohn. Herr Jesu Christ, das glaube ich, das glaube ich, ach stärk in solchem Glauben mich! 4. Hinfort will ich nun jeder⸗ zeit auf mich zu nehmen sein bereit dein Joch, die sanfte Bürde; darunter find ich Fried und Ruh, ich wachs und nehm im Guten zu. Und ob ich drunter würde aus Schwachheit, die dir ist bekannt, ermüden, wird doch deine Hand mir immer wieder helfen auf, um zu vollenden mei⸗ nen Lauf. Herr Jesu Christ, durch dich allein, durch dich allein kann ich hier und dort selig sein. J. Anast. Freylinghausen g.167071739. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 258. D.dch ur duue komm, bring dein armes Herz zu Teil. Mach mich durch deine ———ι Buß⸗ herbei! Komm, falle ihm doch bald zu Fuße und zeig ihm deiner Seele Reu, die das Gesetz in uns erregt, wenn man Leid über Sünde trägt. 2. Dein Jesus ruft dich auch zum Glauben durchs süße Evan⸗ gelium und will aus Gnade dir erlauben, zu werden ganz sein Eigentum, daß du nun durch sein wertes Wort sollst selig werden hier und dort. 3. So säubre, Jesu, meine Sinnen und schaff in mir das Herze rein, laß mich von neuem nur beginnen, was dir, mein Jesu, lieb kann sein, und hilf, daß ich nach deinem Sinn recht gläubig und auch heilig bin. 1734. Eigene Melodie. 259 A˖ dir allein, an 2 dir hab ich ge⸗ sündigt und übel oft vor dir ge⸗ than; du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt, sieh, Gott, auch meinen Jammer an! 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang ent⸗ fernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir und Beichtlieder. 1⁵⁵ der Barmherzigkeit! Erfreue mich um deines Namens willen, du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre mich dein heilig Recht, mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schutz, mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. us einem tief vor 260. A dir gebeugten Sunde ruf ich zu dir in meinen ündenschmerzen: O mache mich, Gott, meines Kummers ledig und sei mir gnädig! 2. Beschämt erkenn und fühl ich meine Sünden, laß, Vater, mich Erbarmung vor dir finden! Willst du auf Schuld und Über⸗ tretung sehen, wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben, du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; uns soll die Größe deiner Liebe lehren dich treu zu ehren. nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld! Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, du Gott der Lang⸗ mut und Geduld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater 4. Verzeihe mir in Christo meine Fehle, dein harrt im Glau⸗ ben meine müde Seele; laß Trost r und Ruh um des Versöhners willen mein Herz erfüllen! 5. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen hoff ich auf dich, 4 AI r —* Buß⸗ und o stille meine Sorgen! Du schen⸗ kest ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden. 6. Ja hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade, sie ist viel größer als dein Seelenschade, und endlich wird sie dich von allem Bösen gewiß erlösen. Nach Frdr. K. v. Moser g. 1723 + 798, von Joh. Sam. Diterich. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 261 ch erhebe mein Gemüte sehn⸗ suchtsvoll, mein Gott, zu dir, denn ich kenne deine Güte, o wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich vergebens, nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir, daß ich nicht mehr irren möge; führe du mich selbst zu dir! Gott, du siehest mein Vertrauen; sicher kann ich auf dich bauen, deine Vatertreue ist ewig, wie du sel⸗ ber bist. 3. Ach gedenke an die Sün⸗ den meiner Jugendjahre nicht, Beichtlieder. laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen. O so höre denn auch mich, meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben, seine Seele ist dir wert. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mit⸗ ten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht um⸗ kehrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergiebt, die sich flehend zu dir wenden über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Ge⸗ müte, welchem du die Sünden⸗ last liebreich abgenommen hast. 6. Dir will ich mich denn er⸗ geben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr über⸗ winden! Ach bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! Nach J Kasp. Lavater g. 1741 1 1801, von Joh. Sam. Diterich. XVII. Lieder vom Glauben und non der Rechtfertigung. Eigene Melodie. 262 Ni freut euch, liebe Christen g'mein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getroft und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar teur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt' mich be⸗ sessen. 3. Mein guten Werk die galten nicht, es war mit ihn'n ver⸗ dorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Hölle mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewig⸗ keit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen. Er wandt zu mir das Vaterherz; es war bei ihm fürwahr kein Scherz, sein Bestes ließ ers kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hie, zu er⸗ barmen; fahr hin, meins Her⸗ zens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben! 6. Der Sohn dem Vater g'hor⸗ sam ward; er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein und zart, er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner arm Gestalt; den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelin⸗ gen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut; das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein; da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren, mich erkennen wohl, und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen —j—p...————— 4 0 ö 4 Ehren. Und hüt dich vor der N V —— — —— —— 158 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz! Das laß ich dir zur Letze.)) zum Abschied. Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. ö ir glauben all 263. Wẽ an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, Römer 3. 23— 28. Eigene Melodie. 264 3 ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte, die Werk die helfen nimmermehr, sie kön⸗ nen nicht behüten; der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat gnug für uns all gethan, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott im G'setz geboten allem Unfall will er wehren, kein — ......e IIH keit. daß wir seine Kinder werden. hat, da man es nicht konnt halten, Er will uns allzeit ernähren, Leib erhub sich Zorn und große Not und Seel auch wohl bewahren; vor Gott 10 mannifaltez vom . Fleisch wollt nicht heraus der Leid soll uns widerfahren. Er Geist, vom Gẽsetz etsordert aller⸗ sorget für uns, hüt und wacht, meist; es war mit uns ver⸗ es steht alles in seiner Macht. koren. 2. Wir glauben auch an Jesum 3. Es war ein falscher Wahn Christ, seinen Sohn und unsern dabei: Gott hätt sein Gsetz drum Herren, der ewig bei dem Vater geben, als ob wir könnten selber ist, gleicher Gott von Macht und frei nach seinem Willen leben. Ehren, von Maria der Jung⸗VSo ist es nur ein Spiegel zart, frauen ist ein wahrer Mensch der uns zeigt an die sündig Art geboren durch den heilgen. Geist in unserm Fleisch verborgen. im Glauben; für uns, die wir 4. Nicht möglich war, dieselbig warn verloren, am Kreuz gestor⸗Art aus eignen Kräften lassen; ben und vom Tod wieder aufer⸗wiewohl es oft versuchet ward, standen durch Gott. doch mehrt sich Sünd ohn Maßen 3. Wir glauben an den heilgen denn Gleißners Werk Gott hoch it. Geist, Gott mit Vater und de verdammt, und jedem Fleisch der Sohne, der aller Blöden Tröster Sünde Schand allzeit war an⸗ heißt und mit Gaben zieret geboren. schöne, die ganz Christenheit auf 5. Doch mußt das G'setz er⸗ Erden hält in einem Sinn gar füllet sein, sonst wärn wir all eben; hie all Sünd vergeben verdorben. Drum schickt Gott werden; das Fleisch soll auch seinen Sohn herein, der selber wieder leben; nach diesem Elend Mensch ist worden; das ganz ist bereit uns ein Leben in Ewig⸗ Gesetz hat er erfüllt, damit seins Amen. Vaters Zorn gestillt, der über Martin Luther g. 1483 f 1546. uns ging alle. 6. ist di so let des Nicht mein Leber zahle 7 trag, trüge Men nimi mich ist d nicht 8. alleit der Sche lasse wohl die Gott 9. G'se G'w lium Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 159 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte. Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du hast für mich be⸗ zahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel 11. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das geschehen soll zu Freud, setzt Gott kein g'wisse Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List; des solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt trag, dein Wort kann nicht be- er nicht, laß dich es nicht er⸗ trügen. Nun sagst du, daß kein schrecken, denn wo er ist am Mensch verzag(das wirst du besten mit, da will ers nicht nimmer lügen): Wer glaubt an entdecken. Sein Wort laß dir mich und wird getauft, demselben gewisser sein, und ob dein Fleisch ist der Himm'l erkauft, daß er spräch lauter Nein, so laß doch nicht werd verloren. dir nicht grauen. 8. Er ist gerecht vor Gott 13. Sei Lob und Ehr mit allein, der diesen Glauben fasset; hohem Preis um dieser Gutthat der Glaub giebt aus von ihm den willen Gott Vater, Sohn und Schein, so er die Werk nicht heilgem Geist! Der woll mit lasset; mit Gott der Glaub ist Gnad erfüllen, was er in uns an⸗ wohl daran, dem Nächsten wird g'fangen hat, zu Ehren seiner die Lieb Guts thun, bist du aus Majestät, daß heilig werd sein Gott geboren. Name. 9. Es wird die Sünd durchs 14. Sein Reich zukomm, sein G'setz erkannt und schlägt das Will auf Erd g'scheh wie im Him⸗ G'wissen nieder; das Evange-melsthrone, das täglich Brot lium kommt zu Hand und stärkt ja heut uns werd; wollst unsrer den Sünder wieder. Es spricht: Schuld verschonen, als wir auch Nur kreuch zum Kreuz herzu, im unsern Schuldnern thun, laß G'setz ist weder Rast noch Ruh uns nicht in Versuchung stehn, mit allen seinen Werken. lös uns vom Übel! Amen. 10. Die Werk die kommen Paul Speratus g. 1484 4 1554. g'wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das nicht rechter Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. Glaube wär, wolltst ihn der ärn meiner Sünd Werk berauben. Doch macht 265. W auch noch so viel, allein der Glaub gerecht; die dennoch ich nicht verzagen will, Werk die sind des Nächsten Christ will ich lassen walten; der Knecht, dabei wirn Glauben alle Sünd weg nimmt und trägt, merken. der wird mich auch erhalten. — 160 2. Sein tröstlich Wort hab ich in die Pein um meiner Sünde gehört, damit hat er mein Herz willen. gerührt; wer glaubet seinem 2. Jetzt aber hab ich Ruh und Sohne, der wird verloren wer⸗Rast, darf nimmermehr verzagen, den nicht, empfängt der Freuden weil er die schwere Sündenlast Krone. für mich hat selbst getragen. Er 3. Es traure, wer da trauren hat mit dir versöhnet mich, da will, mein Herz aufspringt vor er am Kreuz ließ töten sich, auf Freude viel, kein Leid kann mich daß ich selig würde. nicht rühren; kein Unfall mich 3. Drum ist getrost mein Herz abwenden soll von Christo, mei⸗ und Mut mit kindlichem Ver⸗ nem Herren. trauen; auf dies sein rosen⸗ 4. O Jesu Christ, mein Herr farbnes Blut will ich mein Hoff⸗ und Gott, dir trauen hilft allein nung bauen, das er für mich aus Not, hilf meinem schwachen vergossen hat, gewaschen ab die Glauben, so kann mich auch der Missethat und mir das Heil bittre Tod aus deiner Hand erworben. nicht rauben. 4. In seinem Blut erquick ich 5. Frisch und fröhlich, mein mich und komm zu dir mit liebe Seel, dir ist beschert das Freuden; ich suche Gnad demü⸗ ewge Heil, dein' Feind sind all tiglich, von dir soll mich nichts gedämpfeti Den Streit der nicht scheiden. Was mir erworben hat verlieren kann, der in dem Glau⸗ dein Sohn durch seinen Tod und ben kämpfet. Marterkron, kann mir kein Teufel 6.6. Dank sei dir, Gott, in Ewig⸗ rauben. ö keit, o Vater der Barmherzigkeit, 5. Nichts hilft mir die Gerech⸗ samt Christo, meinem Herren! tigkeit, die vom Gesetz herrühret, Dein Lob ich allzeit preisen will, wer sich in eignem Werk erfreut, stets deinen Namen ehren. wird jämmerlich verführet. Des Aus dem Niederdeutschen des Herren Jesu Werk allein das H. Wepse, um 1580. machts, daß ich kann selig sein, der ichs mit Glauben fasse. Mel. Ach Gott vom Himmel sieh darein, 6. Gott Vater, der du alle oder Es ist gewißlich an der Zeit. Schuld auf deinen Sohn geleget, enn dein herz⸗Herr Jesu, dessen Lieb und Huld WA 266. Wé liebster Sohn, all meine Sinde träget, oeil⸗ 0 Gott, nicht wär auf Erden ger Geist, des Gnad und Kraft keommen und hätt, da ich in allein das Gute in mir schafft, Sünden tot, mein Fleisch nicht laß mich ans End beharren! angenommen, so müßt ich armes V. 1—5 Joh. Heermann g. 1585 71647, Wiürmelein zur Hölle wandern V. 6. Hannov. Gsb. 1652. gem Sür hast erlöf kann 5 vor Sche Sche nde und gen, last Er da auf Herz Ber⸗ sen⸗ Hoff⸗ mich die Heil k ich mit mü⸗ ichts hat und eufel rech⸗ ihret, freut, Des das sein, alle leget, Huld heil⸗ Kraft pafft, 1647, 165². Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 161 Eigene Melodie. 26 7 Her ich bekenn von 0 Herzensgrund, auch mit dem Mund, nichts soll mich davon wenden, daß nie⸗ mand sonst mein Heiland ist als Jesus Christ, der wahre Gott ohn Ende, der mir zu gut mein Fleisch und Blut genommen an, drum er nicht kann mich armen Sünder hassen. 2. Geborn ist er ein kleines Kind für meine Sünd, in Win⸗ deln eingehüllet; die Jugend mit Mühseligkeit, Armut und Leid ist worden ganz erfüllet; er hat gewacht, sich matt ge— macht; er ward gestäupt, sein heilig Haupt mit Dornen scharf gekrönet. 3. Er ward ans Kreuzesholz gehenkt, mit Gall getränkt und fiel in Todesbanden; doch wie⸗ derum am dritten Tag nach seiner Plag ist er vom Tod erstanden, mit Herrlichkeit zur Himmelsfreud gegangen ein, frei aller Pein, gesetzt zu deiner Rechten. 4. So schaue deinen Sohn doch an, was er gethan, laß Gnad in ihm mich finden! Du hast mich Armen nicht veracht, ganz frei gemacht von meinen schweren Sünden. Durchs Sohnes Tod hast du aus Not den Knecht erlöst; wer sich des tröst, den kannst du nicht verdammen. 5. Der treue Hirt jetzt kommt vor dich und träget mich, sein Schaf, auf seinem Rücken, das Schaf, das ganz verirret war, ging mit Gefahr, es war in Satans Stricken; das hat er bracht aus eigner Macht, wie du begehrt, zu deiner Herd, zur Herde der Gerechten. 6. Mich, den die Welt ganz listiglich von dir zu sich mit ihrer Lust gezogen, bringt jetzt dein Sohn in deinen Schoß von Sünden los, aus Lieb hierzu be⸗ wogen. Ich, der sich weit durch Eitelleit von deiner Gnad ent⸗ fernet hat, ich bin jetzt wieder kommen. 7. Was Satanas mit bösem Sinn geraubet hin und von dir weggetrieben, das bringt dein Sohn zu deiner Herd aufs neu bekehrt, zu denen, die dich lieben. Er stellet dir jetzt wieder für dein Kind, das sich muthwillig⸗ lich von bir verlaufen hatte. 8. Also hab ich nun Gnad, o Gott, durch Christi Tod, den er für mich erduldet. Und ob ich wohl bei mir befind, daß meine Sünd all Höllenpein verschuldet, so hab ich doch die Hoffnung noch durch deinen Sohn, den Gnadenthron: ich werd nicht sein verloren. 9. Die Thür zum schönen Pa⸗ radies hat er gewiß durch sein Blut aufgeschlossen, das aus den Wunden mildiglich am Kreuze sich mit Strömen hat ergossen. Ich glaube fest, daß du nicht läßt, o frommer Gott, in Angst und Not, der dies mit Glauben fasset. Joh. Heermann g. 1585 1 1647. Abenda e ⁷⁷ 16² Eigene Melodie. 5 é Lieder vom Glauben und ö 26 Occh glaub an Einen 2& Gott allein, der Himmel nebst der Erden aus nichts hat lassen werden, der auch mich selbst aus lauter Gnad zu seinem Dienst erschaffen hat, mir Leib und Seel gegeben, Sinn und Vernunft daneben. Duyurch seine Weisheit, Macht ö und Güt all sein Geschöpfe er behüt. Er ist mein Vater und mein Gott, der mir zu Hülfe kommt in Not, mich schützet und ernähret. 2. Ich glaube auch an Jesum Christ, der Gott vom Vater ewig ist und dann ein Mensch geboren, daß ich nicht würd verloren; der mir des Vaters Huld erwarb, je Wam Stamm des Kreuzes für mich starb, fuhr zu der Hölle nieder, stund auf vom Tode wieder. uUVnd zu vollenden seinen Lauf, il. fuhr er zum Himmelsthron hin⸗ aauf; von da er kommen wird einmal, daß er die Menschen richte all, die Lebenden und iToten. 3. Ich glaub auch an den heil⸗ gen Geist, der gleich ist wahrer Gott und heißt ein Lehrer unsrer Sinnen, der ewig ohn Beginnen vom Vater und vom Sohn aus⸗ geht, der den Betrübten hier bei⸗ steht, daß sie Vergebung finden von allen ihren Sünden. R Ich glaube, daß erhalten werd Nein allgemeine Kirch auf Erd, Gab. Fleisch vom Grab werd aufer⸗ alle Dinge groß und klein, den stehn zum Leben. von der Rechtfertigung. ei der stets bleib des Geistes Ich glaub, daß dieses Justus Gesenius g. 1601 1 1673, oder David Denicke g. 1603 4 1680. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Gottes Sohn, 2 6 9 O Herr Jesu Christ, daß man recht könne gläuben, nicht jedermannes Ding so ist, noch standhaft zu verbleiben. Drum hilf du mir von oben her, des wahren Glaubens mich ge⸗ währ und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Jesu Christe, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich gelobet und gepreist in dem drei⸗ eingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gna⸗ denheil die wahr Erkenntnis fin⸗ den, wie der nur an dir habe Teil, dem du vergiebst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mirs gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem Wort, es wohl ins Herze fasse, daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse, daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünde bin beschwert, dein Kreuztod zugerechnet. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen ... tes ses fer⸗ 37³j 580. eit. hn, rist, ben, ist, ben. her, ge⸗ urre. nich, ich, 5ohn auch leich drei⸗ Yna⸗ fin⸗ Teil, uden. mirs der rheit einem fasse, erfort „ daß wenn hwert, „ laß so du deinen Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 163* Wunden ich bleib allzeit einge⸗ schlossen und durch den Glauben auch die Welt und was dieselb am höchsten hält, allzeit für Scha⸗ den achte. 6. Wär auch mein Glaube noch so klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Gnad mich stärke, die das zerstoßne Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht aus⸗ löschet in den Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sei lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich immer stärken, daß er sei fruchtbar für und für und reich an guten Werken, daß er sei thätig durch die Lieb, mit Freude und Ge⸗ duld sich üb, dem Nächsten fort zu dienen. 9. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich übe gute Ritterschaft, zu dir allein mich wende in mei⸗ ner letzten Stund und Not, des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligkeit, erlange. 10. Herr Jesu, der du ange⸗ zündt das Fünklein in mir Schwachen: was sich vom Glau⸗ ben in mir findt, das wollst du stärker machen. Was du gefan⸗ gen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen. ö David Denicke g. 1603 4 1680. Röm. 8. Mel. Valet will ich dir geben. 270 Ost Gott für mich, * X. so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mir gänzlich günstig sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und schönes Licht. Wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem Sternensitz, ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuerhitz. 5. Der, der hat ausgelöschet, was mit sich führt den Tod; der ists, der mich rein wäschet, macht 123 Abendu —ν̈ ——— f 164 schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem ver⸗ bindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein hohe schwere Last zu leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Pla⸗ gen die sind sein täglichs Brot. Scherz; kein Urteil mich er⸗ schrecket, kein Unheil mich be⸗ trübt, decket mein Heiland, der mi liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im vertreibet Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin; giebt Segen und Gedeihen dem, was Kraft. ug sich Furcht so seufzt und spricht er Worte du Grunde ersiehet seine Lust. mil 9. Sein Geist spricht meinem der bei ihm suchet Ruh; un was es geglaubet hat. gleich fall und sterbe, mein Himmel nicht. weil mich mit Flügeln g ch Gott will ich lassen sorgen, dem Herzen, regiert mir meinen Sinn, h . er in mir schafft, hilft mir das e Abba schreien aus aller meiner 4 8. Und wenn an meinem Orte und Schrecken findt, bil die unaussprechlich sind mir zwar RI und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens trah Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, 10. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich fällt doch Muß ich Dauch gleich hier feuchten mit 12. Das ist mir nicht verbor⸗ en, doch bin ich unverzagt; ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich ab, an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt die mag zer⸗ brechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst und Fährlichkeit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. d 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht trau⸗ rig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnen⸗ schein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. 7 * Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 165 Mel. Es ist das Heil uns kommen her. die Gnade hoch, . bekennet Jesum 4. Er hofft in Zuversicht, was durch Christum, ders erworben; Gott im Wort zusaget; drum kein Werk erwirbt das Himmel⸗ muß der Zweifel fort, die Schwer⸗ recht, weil alls an uns verdorben. mut wird verjaget; sieh, wie der Doch ist ohn Lieb der Glaube tot; Glaube bringt die Hoffnung an drum willst du meiden ewge Not, den Tag, hält Sturm und Wet⸗ so glaub, thu Buß, üb Liebe! 2. Die Liebe sei des Nächsten ter aus, besteht im Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Knecht, die thu aus gutem Her⸗Lieb, weil man aus Gottes Hän⸗ zen. Dabei nun glaube recht und den nimmt alle Dinge an, nicht schlecht, daß bloß durch Christi zürnet, thut nicht schänden; denn Schmerzen und seinen Tod du alles uns zu Nutz und Besten seist gerecht, und flieh, zu sein ist gemeint, der Sünde Knecht. uns all bekehren! Christoph Runge g. 1619 1 1681 2 Cor. 13, 5. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. 272 Voracher euch doch selbst, ob ihr im Glauben stehet, ob Christus in euch ist, ob ihr ihm auch nach⸗ gehet in Demut und Geduld, in Sanftmut, Freundlichkeit, in Lieb dem Nächsten stets zu dienen seid bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gesinnt, erneuert Herz und Mut, macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben und thut in Einfalt es dem Nächsten wie⸗ drum dringt die Gott woll Liebe durch auf Freunde und auf Feind. er giebt uns in dem Sohne sein eingebornes Kind wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott gethan, thun wir dem Nächsten eben; droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir; in Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenkron. 8. Setzt uns Gott auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen, der Glaube bringt Ge⸗ duld, erleichtert alle Plagen; statt Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Not von Gott ein Ziel gesteckt. der geben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preist er 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen wie 6. Wir waren Gottes Feind, zu einem Gnadenthrone, setzt Liebe gegen Haß. Wer gläubig dies erkennt, SSSIIIIAIIAIAIAIAIII ......‚ L 165 auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen, verzaget an sich selbst, erkennet sich für nichts, sucht bloß in Christo Kraft, im Ursprung alles Lichts. 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn, jflieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht in Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet, denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk; sieh, ob du auch so thust. 12. O Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben; wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon Naus. Du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus! Joach. Just. Breithaupt g. 1658 1 1732. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh. i% Och bin getrost und 1 2 7 3. une much wel ich hab Jesum funden; ich lieg und schlafe sicherlich in seinem Schoß und Wunden. Dies ist der Ort, allwo mich nicht Sünd, Tod und Hölle schrecket, weil mir in Christo nichts gebricht, und seine Macht mich decket. 2. Er spricht zu mir: Ich bin Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. hinwieder, ich mache dich frei aller Pein, drum singe Frie⸗ denslieder. Ich fülle dich mit meiner Freud und kröne dich mit Wonne, dich schmückt mein schö⸗ nes Unschuldskleid viel schöner, als die Sonne. 3. Was will mich nun von Christi Huld und seiner Liebe scheiden? Verklagt mich meine Sündenschuld, so faß ich Christi Leiden; dies stellet mich in Sicherheit und stillet mein Ge⸗ wissen; so krieg ich Fried und Freudigkeit zum Schild und sanften Kissen. 4. Hab Dank, o Jesu, Gottes⸗ sohn, der du den Frieden brin⸗ gest, der du den höchsten All⸗ machtsthron verlässest und be⸗ zwingest, was uns den teuren Frieden stört. Laß mich zum Tempel werden, wo nichts als Fried und Freud einkehrt, sei selbst mein Fried auf Erden! 14 Mel. Valet will ich dir geben. zottlob, ich bin 274. G im Glauben, wer will mir Eintrag thun? Wenn Höll und Satan schnau⸗ ben, so kann ich sicher ruhn. Mich schrecket kein Getümmel, kein Fall, der sonst verletzt; mein Wandel ist im Himmel, mein Glaube fest gesetzt. 2. Fragt jemand nach dem Grunde, dem bin ich allezeit mit Herzen und mit Munde zur Rechenschaft bereit. Der ganz dein, und du bist mein Grund, auf den ich baue, ist —. dem llezeit dunde Der e, ist Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Christus ganz allein, und weil ich dem vertraue, so muß ich selig sein. 3. Auf mein Verdienst und Werke vertrau und bau ich nicht, im Herren hab ich Stärke und feste Zuversicht. Was mir den Tod verschuldet und mich in Not gebracht, dafür hat er ge⸗ duldet und mich gerecht gemacht. 4. Dies bleibet meine Freude, wenn ich in Angsten bin; ja risse mich noch heute ein schneller Tod dahin, so laß ich mir nicht grauen, dieweil mein Glaube spricht: Geh, eile, Gott zu schauen, dein Hoffen trüget nicht. 5. Drum will ich nimmer wanken, mein Heiland, halte mich! Erhalte die Gedanken, wenn Furcht und Schrecken sich zu meinem Fall verbinden, wenn die Verfolgung blitzt, Gefahr und Not sich finden, und sich die Höll erhitzt. 6. Wenn ich sodann am schwächsten, wiewohl nicht trost⸗ los-bin, so sei du mir am näch⸗ sten und stärke meinen Sinn, daß ich dabei gelassen und voller Mutes sei, mich als ein Christ zu fassen; hilf, Herr, und steh mir beil 7. Ich will dich feste halten, wenn Trübsalshitze sticht; und wenn ich werd erkalten, so laß ich dich doch nicht. spricht meinem Geiste Trost und Erquickung ein, Herr, stärke mich und leiste mir Kraft, dir treu zu sein! Dein Geist 8. Nun, Herr, du giebst den Willen, verleihe mir zugleich auch Kräfte zum Erfüllen, so bin ich ewig reich. Drum reiche mir die Hände, so bleib ich unver⸗ letzt und bis zum Lebensende im Glauben festgesetzt. Martin Günther um 1720. Eigene Melodie, eicht, ihr Berge, 275⁵. Wĩ fallt ihr Hügel, brechet, alle Felsen, ein: Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein. Laß die Welt zu wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort ver⸗ sprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat voll⸗ bracht. Er, die Wahrheit, trü⸗ get nicht, was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck er⸗ reichen, bis sie mich zufrieden stellt. Gott ist fromm und gut und treu, ob die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Ver⸗ sprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich ver⸗ stellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, 167 oder Gott des Himmels und der Erden. Trümmern gehn, Gottes Gnade 168 I LHi dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt gleich Lärmen macht; ihre Liebe mag erkalten, ich bin bei ihm wert geacht, und wenn Höll und Ab⸗ grund brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Er⸗ barmer, so hat er sich selbst ge⸗ nennt; das ist Trost, so werd ich Armer nimmermehr von ihm ge⸗ trennt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun es bleibt mein ganz Vertrauen auf ihn ankerfest ge⸗ richt; auf ihn will ich Felsen bauen, denn ich weiß, daß es ge⸗ schicht. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 276 OQcch bin gewiß in meinem Glau⸗ ben, der mich in Christum ein⸗ verleibt. Wer kann mir dieses Kleinod rauben, das mir sein Blut und Tod verschreibt? Sein teures Wort bekräftigt dies, drum sagt mein Glaub: Ich bin gewiß. 2. Ich bin gewiß in meiner Liebe, die nur an meinem Jesu klebt, daß, wenn ich mich im Lieben übe, mein Jesus in dem Herzen lebt. Sein Lieben ist mein Paradies, er liebet mich, ich bin gewiß. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 3. Ich bin gewiß in meinem Leben, daß Jesu Gnade bei mir ist; die hilft mir allen Kummer heben. Wenn sich mein Herz an seines schließt, so acht ich keiner Hindernis, Gott sorgt für mich, ich bin gewiß. 4. Ich bin gewiß in meinem Leiden; kein Engel und kein Fürstentum mag mich von mei⸗ nem Jesu scheiden, er ist mein Heil, mein Teil, mein Ruhm. So schadet mir kein Schlangen⸗ biß, Geduld sagt doch: Ich bin gewiß. 5. Ich bin gewiß in meinem Hoffen; was gegenwärtig ist, vergeht, mein künftig Erbteil steht mir offen, dahin sich auch mein Geist erhöht. Die Hoff⸗ nung macht die Wermut süß, weil sie stets singt: Ich bin gewiß. 6. Ich bin gewiß in meinem Sterben, daß mich der Tod nicht töten kann. Nach ihm macht mich mein Gott zum Erben von dem beglückten Kanaan. Ein ander Leben folgt auf dies: Mein Jesus lebt, ich bin gewiß. 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, bis aus dem Glauben Schauen wird; es soll mich nichts von Jesu reißen, ich bin sein Schaf, er ist mein Hirt. In Ewigkeit folgt hier kein Riß, die Losung bleibt: Ich bin gewiß. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 91 Qch weiß, an w 277. V ich glaube: Mein Lieder vom Glauben und v Jesus ist des Glaubens Grund Saget doch bei dessen Wort ich bleibe, und welche von das bekennet Herz und Mund. auf verkehrte Vernunft darf hier nichts sagen, Hier ist, sie sei auch noch so klug; Fleisch und Blut will fragen, folg in Glaubenslehren der lich heilgen Schrift allein; was diese die mich läßt hören, muß unbe⸗ trüglich sein. 2. Herr, stärke mir den Glau⸗ ben, denn Satan trachtet Nacht und Tag, wie er dies Kleinod rauben und um mein Heil mich bringen mag. Wenn deine Hand mich führet, so werd ich sicher gehn; wenn mich dein Geist re⸗ gieret, wirds selig um mich stehn. Ach segne mein Ver⸗ trauen und bleib mit mir ver⸗ eint, so laß ich mir nicht grauen und fürchte keinen Feind. ist, nim 4 aus 3. Laß mich im Glauben leben! 5. Soll auch Verfolgung, Angst und und Pein mich auf der Welt um⸗ geben, so laß mich treu im Glauben sein! Im Glauben laß mich sterben, wenn sich mein Leben erben, das mir verheißen Mut aufgethan: ünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren Jesus, der uns nie suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Kommet alle, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht mein Heiland, Gnade zur Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. Lauf beschließt, und mich das 6. J 83 on der Rechtfertigung. 169 dies Trostwort allen, der rechten Bahn n Weg verfallen. was sie retten kann: wer Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; der fällt in Selbstbetrug. Ich doch h at er in seinem Worte eid⸗ sich dazu erklärt. Sehet nur, Gnadenpforte ist hier völlig Jesus nimmt die suchet es ein treuer Hirte; vergißt, Jesus mt die Sünder an. kommet her, Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. Ich Betrübter komme hier bekenne meine Sünden; laß, mich bei dir bin ganz getrostes ch ob die Sünden blutrot ist. Nimm mich in deine Hände wären, müßten sie kraft deines bei Leb⸗ und Sterbenszeit, so 1 Blts dennoch sich in schneeweiß des Glaubens Ende der Seele Seligkeit. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. nicht; Mel. 2. 278. kehren, da ich gläubig sprechen kann: Erdmann Neumeister g. 16711 1756. der an. 7. Mein Gewissen schreckt mich Jesus nimmt die Sün⸗ will mich das Gesetz ver⸗ klagen, der mich frei und ledig Qesus nimmt die spricht, hat die Schulden abge⸗ N Sünder an. tragen, daß mich nichts ver⸗ NUEUEN 9 S rrrrrrnrr 17⁰ dammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an, mich hat er auch ange⸗ nommen und den Himmel auf⸗ gethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister g. 1671 +17⁵6. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 279 Och habe nun den 2 Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll ge⸗ holfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein, des⸗ wegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod ver⸗ schlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da fin⸗ det kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläu⸗ Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. getrost vertraun und, wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unend⸗ liche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre wegge⸗ rissen, was Seel und Leib er⸗ quicken kann, soll ich von kei⸗ nem Troste wissen und scheine völlig ausgethan, ist die Erret⸗ tung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigrrit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Din⸗ gen mühen muß, werd ich da⸗ durch oft sehr zerstreut, so hoff ich doch Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit be⸗ merken, so fällt wohl alles Rüh⸗ men hin, doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barm⸗ herzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbar⸗ men ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barm⸗ herzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich den⸗ ken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! big senken, dem will ich mich Joh. Andr. Rothe g. 1688 4 1758. — Rüh⸗ ieser Am⸗ essen bar⸗ nein nur Lieb rm⸗ will die den⸗ inge sing 758. 1 Eigene Melodie. 280. H don bleen Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen, Herr, wer kann das fassen! 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nie⸗ der,) welche doch immer noch neue Schuld erreget, wenn sie kaum geleget.) Ps. 7, 14. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thrä⸗ nen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 17¹ du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl re⸗ gieret und mit Ruhm den Zep⸗ ter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 281 wge Liebe, mein * Gemüte wa⸗ get einen kühnen Blick in den Abgrund deiner Güte, send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finster⸗ nis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich beweget hast und aus einem reinen Triebe den erwünschten Schluß gefaßt, der im Fluch versenkten Welt durch ein teures Lösegeld und des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 3. O ein Ratschluß voll Er⸗ barmen, voller Huld und Freund⸗ lichkeit, der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hülfe beut. Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, Schmerz rührt dein Herz, und daß sich der darinnen übe, der SUN sssset —— ——. — ...... =S — 9 —— — am Segen Anteil nimmt. Wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Diesen Glauben anzuzün⸗ den, der ein Werk des Himmels heißt, lässest du dich willig fin⸗ den, deinen teuren, guten Geist denen, die gebeuget stehn, die ihr Unvermögen sehn und zum Thron der Gnade eilen, gern und willig mitzuteilen. 6. Wo du nun vorher gesehen, daß ein Mensch auf dieser Erd deinem Geist nicht widerstehen noch sein Werk verhindern werd, sondern ohne Heuchelschein werd im Glauben feste sein, diesen hast du auserwählet und den Deinen zugezählet. 7. Du hast niemand zum Ver⸗ derben ohne Grund in Bann gethan; die in ihren Sünden sterben, die sind selber schuld daran. Wer nicht glaubt an dei⸗ nen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn, sein mutwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 8. Liebe, dir sei Lob gesungen für den höchst gerechten Schluß, den die Schar verklärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunet hört und umsonst sich unterwindet, wie sie dessen Tief ergründet. 9. Liebe, laß mich dahin stre⸗ ben, meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, daß ich auf dem Himmelswege. 10. Laß mich meinen Namen schauen in dem Buch des Lebens stehn, dann so werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn. Keine Kreatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können noch von deiner Liebe trennen. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735 Eigene Melodie. ein Heiland 282. M 557 die Sünder an, die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgends Ruh und Rettung finden. De⸗ nen die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel sein, den'n Moses schon den Stab ge⸗ brochen und sie der Hölle zuge⸗ sprochen, wird diese Freistatt aufgethan: mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden, ihn drang der Sün⸗ der Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und schmeckte den verdienten Tod; nun, da er denn sein eigen Leben zur teuren Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: Er nimmt die Sün⸗ der an. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 173 daß 3. Nun ist sein aufgethaner ewig treu; und wie er unter raft Schoß ein sichres Schloß ge⸗ Schmach und Leiden, so ist er afft, jagter Seelen; er spricht sie von auf dem Thron der Freuden töge, dem Urteil los und tilget bald den Sündern liebreich zugethan. ge. ihr ängstlich Quälen. Es wird Mein Heiland nimmt die Sün⸗ men ihr ganzes Sündenheer ins un⸗ der an. bens ergründlich tiefe Meer durch 7. So komme denn, wer ohne seinen Tod und Blut versenket Sünder heißt, und wen sein egen und ihnen Gottes Geist geschenket. Sündengreul betrübet, zu dem, nich, der freudig Abba rufen kann. der keinen von sich weist, der einer Mein Heiland nimmt die Sün⸗sich gebeugt zu ihm begiebet. von der an. Wie? willst du dir im Lichte 4. So bringt er sie dem Vater stehn und ohne Not verloren 1735 hin in seinen starken Liebes⸗gehn? willst du der Sünde län⸗ armen; das neiget denn den ger dienen, da dich zu retten Vatersinn zu lauter ewigem Er⸗er erschienen? O nein, verlaß land barmen. Er nimmt sie an an die Sündenbahn! Mein Heiland die Kindes Statt; ja alles, was er nimmt die Sünder an. Last ist und hat, wird ihnen eigen 8. Komm nur mühselig und kein übergeben, und selbst die Thür gebückt, komm nur, so gut du ends zum ewgen Leben wird ihnen weißt zu kommen. Wenn gleich De⸗ fröhlich aufgethan. Mein Hei⸗ die Last dich niederdrückt, du „die land nimmt die Sünder an. wirst auch kriechend angenommen. sein, 5. O solltest du sein Herze Sieh, wie sein Herz dir offen ge⸗ sehn, wie sichs nach armen Sün⸗steht und wie er dir entgegen uge⸗ dern sehnet, sowohl wenn sie geht! Wie lang hat er mit vie⸗ istatt noch irre gehn als wenn ihr lem Flehen sich brünstig nach mmt Auge vor ihm thränet! Wie dir umgesehen! So komm denn, streckt er sich nach Zöllnern aus, armer Wurm, heran! Mein iches wie eilt er in Zachäi Haus, wie Heiland nimmt die Sünder an. hron sanft stillt er der Magdalenen 9. Sprich nicht: Ich habs zu Sün⸗ den milden Fluß erpreßter Thrä-grob gemacht, ich hab die Güter ihrer nen und denkt nicht, was sie seiner Gnade zu lang und schänd⸗ Er sonst gethan! Mein Heiland lich durchgebracht, er hat mich und 0 nimmt die Sünder an. oft umsonst geladen. Wofern Tod; 6. Wie freundlich blickt er Pe⸗ dus nur jetzt redlich meinst und eben trum an, ob er gleich noch so tief deinen Fall mit Ernst beweinst, zeben gefallen! Nun, dies hat er nicht so soll ihm nichts die Hände than, nur gethan, da er auf Erden binden du sollst auch jetzt Zün⸗ mußte wallen, nein, er ist immer noch Gnade finden, er hilft, einerlei, gerecht und fromm und wenn sonst nichts helfen kann. — E— EEE nicht gleich heut die offnen Gna⸗ ——.—.—?· Rechtfertigung. Mein Heiland nimmt die Sün⸗hier mußt du dir nun Hütten der an. 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben denpforten schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu! Wer seiner Seele heut verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 11. Ja zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder, erfüll mit sehnen⸗ der Begier auch uns und alle Adamskinder, zeig uns bei un⸗ serm Seelenschmerz dein aufge⸗ schloßnes Liebesherz! Und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder sagen kann: Gott Lob, auch mich nimmt Jesus an! Leop. Franz Fried. Lehr g. 1709 4 1744. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund d.Seele. 283 o hab ich nun den Fels er⸗ reichet, worauf mein matter Glaube ruht. Ein Fels, der keinen Stürmen weichet, ein Fels, an dem die wilde Flut, und wärs die ganze Macht der Höllen, entkräftet muß zurücke prellen, schließt mich in seine Schutzwehr ein. Mein Herz, bauen, Wohnhaus sein. hier muß dein ewig 2. Mich warf die Menge mei⸗ ner Sünden als ein erbostes Meer herum, ich ward ein traurig Spiel den Winden und des Verderbens Eigentum, mir drohte mein befleckt Gewissen mit ewig bangen Finsternissen und einem vollen Maß der Not, ich schwamm auf diesen wilden Wellen verzagend an dem Rand der Höllen und rang mit Leben und dem Tod. 3. Doch mitten in den Todes⸗ nöten erblickte Jesus meinen Schmerz, ihm drang mein thränenvolles Beten in sein er⸗ barmend Mutterherz. Er zeigte mir die offnen Wunden, die er als Mittler hat empfunden; er rief: Erlöster, eil herzu, komm, komm, dies sind die Felsenritzen, die dich vor Fluch und Hölle schützen, eil, Seele, eil, hier findst du Ruh. 4. Nun laß die Tiefen immer brausen, seid, Wind und Meer, nur ungestüm, laß selbst des Todes Fluten rauschen, ver⸗ dopple, Satan, deinen Grimm! Ihr werdet mich nicht viel er⸗ schrecken, mein Fels weiß mich schon zu bedecken auch in der allerschlimmsten Zeit. Laß alle Berge untergehen, mir bleibt mein Felsen ewig stehen und wird die Thür zur Seligkeit. verbanne Furcht und Grauen, Leop. Franz Fried. Lehr g. 1709 1 1744. —— itten ewig mei⸗ ostes ein und mir issen issen Not, ilden stand deben odes⸗ einen mein u er⸗ zeigte ie er er omm, itzen, Hölle findst mmer Meer, t des ver⸗ imm! el er⸗ Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Eypheser 2, 8. 9. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 284. Ai saig neder Herz, glaubst dus, oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd geberden? Ists Wahr⸗ heit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnade ist der Him⸗ mel dein. 2. Aus Gnaden! Merk dies Wort: Aus Gnaden, so oft dich deine Sünde plagt, so oft du immer bist beladen, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnade an. 3. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist: Gnade durch des Sohnes Blut. 4. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei! Dann, wenn der Sünder sich bekehret, so lernt er erst, was Gnade sei; beim Sünd⸗ gen scheint die Gnad gering, dem Glauben ists ein Wunderding. 5. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter größter Angst und Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 6. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl. Ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. Christ. Ludw. Scheidt g. 1709 7 1761. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. zeht hin, ihr gläu⸗ 285. G bigen Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit, er⸗ hebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit, erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, da hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen einge⸗ bornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht' er mir zum Gnadenthron, in dessen Blute sollt ich rein, ge⸗ heiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kin⸗ dern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte empor zu dieser Quelle steigt, von welcher sich —.8— — — —— dieser Zeit, der Glaube schwingt ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu ge⸗ ringe der herzlichen Barmherzig⸗ keit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat die⸗ ses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Du lässest auch vom Gut der Erden mir, was du willst nach deinem Sinn, jedoch weit mehr zu Teile werden, als ich im kleinsten würdig bin. Mein Herz zerfließt, wenn es bedenkt, wie treulich mich dein Auge lenkt. 11. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. sich durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und gelobtes Land. 12. O sollt ich dich nicht ewig lieben, der du mich unaufhörlich liebst? Sollt ich mit Undank dich betrüben, da du mir Fried und Freude giebst? Verließ ich dich, o Menschenfreund, so wär ich selbst mein ärgster Feind. 13. Ach könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön als, höchster Vater, dich erhöhn. 14. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im hö⸗ hern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfr. Herrmann g. 170771791. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 286 o ist ein solcher 0 Gott, wie du? du schaffft den Müden süße Ruh, Ruh, die nicht zu ergründen. Ein Abgrund der Barmherzigkeit ver⸗ schlingt ein Meer voll Herzeleid; du Herr, vergiebst die Sünden. Jesu, du, du läßt dich würgen, als den Bürgen, aller Sünden mich auf ewig zu entbinden. 2. Herr, unsere Gerechtigkeit, wie hoch wird dessen Geist er⸗ sieht zeigt mein ewig zrlich dank Fried 5 ich wär nur blied Erd mein 8 ist als, Es mein 1hö⸗ eunde reist; dieser der 1701. nstern. olcher edu? Ruh, Ein t ver⸗ eleid; nden. irgen, inden n. igkeit, st er⸗ Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 177 freut, der dich im Glauben kennet! Du bist sein Schmuck, die Gottespracht, die ihn voll⸗ kommen herrlich macht, die ihm das Herz entbrennet. Laß mich ewig, Himmels⸗ ⸗Sonne, Seelen⸗ wonne, dich genießen und in dei⸗ nem Lob zerfließen. 3. Holdselig süßer Friedefürst, wie hat dich nach dem Heil ge⸗ dürst der abgewichnen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar, verbindest, was getrennet war, Gott und verdammte Sünder. Freude! beide werden eines; un⸗ gemeines Werk der Güte! Jesu, du bist unser Friede. 4. O süßes Lamm, dein treuer Sinn nimmt Schuld und Strafe von mir hin, sie liegt auf deinem Rücken. Du blutest an des Kreu⸗ zes Pfahl, da muß dich unerhörte Qual nach Leib und Seele drücken; diese süße Flut der Gna⸗ den heilt den Schaden, durch die Wunden hab ich Heil und Frieden funden. 5. Mitleidender Immanuel, es ist mein Leben, Leib und Seel voll Mängel und Gebrechen; doch ist dein Herz auch voller Gnad, willst weder Sünd noch Missethat am armen Staube rächen; deine reine Mutterliebe steht im Triebe, hier im Leben täglich reichlich zu vergeben. 6. Die Gnade führt das Regi⸗ ment, sie macht der Sklaverei ein End, besiegt Gesetz und Sünden; drum willst du frei und fröhlich sein, laß Jesum und die Gnade ein, so kannst du überwinden; all dein Selbstpein, Kümmer⸗ nisse, Finsternisse, Sündenwerke weichen vor der Gnade Stärke. 7. Gieb, Jesu, Blut und Wasser her und nimm dadurch je mehr und mehr die Schlacken recht herunter! Du hast mich dir, Immanuel, gar teur erkauft mit Leib und Seel, zum Preise deiner Wunder. Kleiner, reiner muß ich werden noch auf Erden, bis ich droben dich kann ohne Sünden loben. J.Ludw. Konr. Allendorf g. 169371773. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 287 Sẽ hoff ich denn 2 mit festem Mut auf Gottes Gnad und Christi Blut, ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaus⸗ sprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Teil, Teil an dem Himmel haben! Im Herzen durch den Glauben rein dich lieben und ver⸗ sichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zu— friedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr mein Hort, den Glauben an dein gött⸗ lich Wort, um deines Namens DPDPDPDPD 222222 E 178 Lieder vom Glauben und willen, laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 288(Occh weiß, an wen 2 mein Glaub sich hält, kein Feind soll mir ihn rau⸗ ben. Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glau⸗ ben, dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbteil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit, lang ist der Tag des Sieges. Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. O Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigen⸗ tum, du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu, drum eile ich ihm freudig zu, du reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit ver— geht und währt nur kurze Zeit; im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht er⸗ schienen, was jene beßre Welt ge⸗ von der Rechtfertigung. währt, wo wir Gott heilig die⸗ du si nen. Dann, wenn mein Auge Nicht⸗ nicht mehr weint, und mein Er⸗ entfli lösungstag erscheint, dann werd Hand ichs froh empfinden. 3. 6. Im Dunkeln seh ich hier Herze mein Heil, dort ist mein Antlitz wählẽ heiter; hier ist die Sünde noch böse mein Teil, dort fühl ich sie nicht hehle weiter. Hier ist mein Wert mir fest noch verhüllt, dort wird er sicht⸗ väter bar, wenn dein Bild mich, Gott, 4. vollkommen schmücket. keit 7. Zu diesem Glück bin ich und erkauft, o Herr, durch deine Lei⸗ singe den; auf deinen Tod bin ich es u getauft; wer will mich von dir imm scheiden? Du zeichnest mich in 5. Ich kämpfe für die deine Hand. Herr, du bist mir, zu ich dir bekannk. Mein sind des voll Himmels Freuden. du 8. Wie groß ist meine Herr⸗ du lichkeit! Empfinde sie, o Seele, Sch vom Tand der Erde unentweiht Tro erhebe Gott, o Seele! Der Erde 6 glänzend Nichts vergeht, nur des Gerechten Ruhm besteht durch 199 alle Ewigkeiten. nier Nach Christ. Chr. Sturm g.17407 1786. daß Mel. Machsmitmir, Gott,n.deiner ut. un⸗ 2 89 ie bist du, Höchster, „Yvon uns fern, du nas wirkst an allen Enden. Wo ich n nur bin, Herr aller Herrn, bin Kr. ich in deinen Händen. Durch del dich nur leb und athme ich, denn I deine Rechte schützet mich. 1 2. Was ich gedenke, Gott, weißt Na du, du prüfest meine Seele, du siehst es, wenn ich Gutes th * ich hier Antlitz bin ich von dir e Herr⸗ d Seele, itweiht er Erde nur des durch 071786. iner Güt. öchster, ern, du Wo ich n, bin Durch „ denn „weißt le, du 8 thu, Lieder vom Glauben un du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Du merkst es, wenn des Herzens Rat verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt ver— hehlet, so weißt du sie und stra⸗ fest mich zu meiner Beßrung väterlich. 4. Wenn ich in stiller Einsam⸗ keit mein Herz an dich ergebe und über deine Huld erfreut lob⸗ singend dich erhebe, so hörst du 17 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 290. Mafmr barmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunder⸗ baren, mein stolzes Herz hats nicht begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein, Gott hat mich mit ihm selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns mich d von der Rechtfertigung. ei Wo k iesg*7 es und stehst mir bei, daß ich dir rein. Wo kam dies her? warum immer treuer sei. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mitleid, Vater, zählest 25.5 ich kann es nur Erbarmung wägest meinen du die Thränen, die ich weine; du siehst und Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle, daß ich dein heilig Auge scheu und fromm zu leben eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wan⸗ deln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und beßre meinen Geist. Nach C. C. Sturm von David Bruhn g. 1727 4 1782. geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barm⸗ herzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein ein⸗ zig Rühmen sein; auf dies Er⸗ barmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbar⸗ men nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir! Da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Phil. Friedr. Hiller g. 1699 f 1769. 128 WbendmbsdasS — — =. S Uunnd sehr prächtig erhaben. 180⁰ Mel. Valet will ich dir geben. 291 Och weiß, woran ich Jlaube, ich weiß, was fest besteht, wann alles hier im Staube wie Sand und Staub verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen prellt. 2. Ich weiß, was ewig dauret, ich weiß, was nimmer läßt, mit Diamanten mauret mirs Gott im Herzen fest, ja recht mit Edelsteinen von allerbester Art hat Gott der Herr den Seinen des Herzens Burg verwahrt. 3. Ich kenne wohl die Steine, die stolze Herzenswehr, sie fun⸗ keln ja mit Scheine wie Sterne schön und hehr; die Steine sind die Worte, die Worte hell und rein, wodurch die schwächsten Jesuslieder. 4. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut, er heißt der Fürst der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Engel dienen: Ich weiß und kenne ihn. 5. Das ist das Licht der Höhe, das ist der Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der dia⸗ manten ist, der nimmermehr kann wanken, der Heiland und der Hort, die Leuchte der Ge⸗ danken, die leuchten hier und dort. 6. So weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erdenstaube nicht mit als Staub verweht; ich weiß, was in dem Grauen des Todes ewig bleibt und selbst auf Erdenauen schon Himmelsblumen treibt. Orte gar feste können sein. Ernst Moritz Arndt g. 1769 4 1860. XVIII. Sesuslieder. Pfalm 45. Eigene Melodie. ie schön leucht uns 292. W der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse! Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, hast mir mein Herz besessen. Lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und 2. O meines Herzens werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Mit Freude rühm ich deine Ehr, deins heilgen Wortes süße Lehr ist über Milch und Honig. Herzlich will ich dich drum preisen und erweisen, daß man merke in mir deines Geistes Stärke. 3. Geuß sehr tief in mein Herz ehrlich, reich von Gaben, hoch hinein, o du mein Herr und Gott allein, die Flamme deiner — 2— Ie 2 Liebe, daß ich in dir nun immer bleib, und mich kein Zufall von dir treib, nichts kränke noch betrübe. In dir laß mir ohn Aufhören sich vermehren Lieb und Freude, daß der Tod uns selbst nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit dei⸗ nem Angesicht mich gnädig thust anblicken; o Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Tröst mich freundlich, hilf mir Armen mit Erbarmen, hilf in Gnaden, auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Schatz, ich seine Braut, kein Unglück mich betrübet. Ei ja, ei ja, himm⸗ lisch Leben wird er geben mir dort oben, ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Singt unserm Gotte oft und viel und laßt andächtig Saitenspiel ganz freudenreich er⸗ schallen, dem liebsten Jesu nur allein, dem wunderschönen Bräut⸗ gam mein, zu Ehren und Ge⸗ fallen. Singet, springet, jubi⸗ lieret, triumphieret, dankt dem EEre groß ist der König der hren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich auch zu Jesuslieder. 181 seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, deiner wart ich mit Verlangen. Nach Phil. Nicolai g. 1556 4 1608. Eigene Melodie. 293 Qn dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesus Christ! Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist; hilfest von Schanden, rettest von Ban⸗ den; wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben, Halleluja! Zu deiner Güte steht unser Gemüte, an dir wir kleben im Tod und Leben, nichts kann uns scheiden. Halleluja! 2. Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; du hasts in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not. Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle zu dieser Stunde, Halleluja! Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort oben mit Herz und Munde. Halleluja! Joh. Lindemann(2) + um 1630. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens 294. O Jesu süß, wer dein gedenkt, des Herz mit Freude wird ge— tränkt, doch süßer über alles ist, wo du, o Jesu, selber bist. +.—. EELTSI 18² 2. Jesu, der Herzen Freud und Wonn, des Lebens Brunn, du wahre Sonn, dir gleichet nichts auf dieser Erd, in dir ist, was man je begehrt. 3. Dein Lieb, o süßer Jesu Christ, des Herzens beste Labung ist; sie machet satt, doch ohn Verdruß, der Hunger wächst im Überfluß. 4. O Jesu, meine Süßigkeit, du Trost der Seel, die zu dir schreit, die heißen Thränen suchen dich, das Herz zu dir schreit inniglich. 5. Ja wo ich bin auf Erden hier, so wollt ich, Jesus wär bei mir; Freud über Freud, wenn ich ihn fänd, selig, wenn ich ihn halten könnt! 6. In dir mein Herz hat seine Lust, Herr, mein Begierd ist dir bewußt, auf dich ist all mein Ruhm gestellt, Jesu, du Heiland aller Welt. 7. Du Brunnquell der Barm⸗ herzigkeit, dein Glanz erstreckt sich weit und breit, der Traurig⸗ keit Gewölk vertreib, das Licht der Glorie bei uns bleib! 8 Dein Lob im Himmel hoch erklingt, kein Chor ist, der nicht von dir singt; Jesus erfreut die ganze Welt, die er bei Gott zu Fried gestellt. 9. Jesus in Fried regieren thut, der übertrifft all zeitlich Gutz der Fried bewahr mein Herz und Sinn, so lang ich hier auf Erden bin. Jesuslieder. 10. Und wenn ich ende meinen Lauf, so hole mich zu dir hinauf, Jesu, daß ich da Fried und Freud bei dir genieß in Ewigkeit. 11. Jesu, erhöre meine Bitt, Jesu, verschmäh mein Seufzen nicht, Jesu, mein Hoffnung steht zu dir, o Jesu, Jesu, hilf du mir! 1612. Nach Bernhard v. Clairvaux: Jesu dulcis memoria. Psalm 65, 10. Eigene Melodie. 295 Lebensbrünnlein 2 tief und groß, entsprungen aus des Vaters Schoß, ein wahrer Gott ohn Ende, der du dich uns hast offen⸗ bart in unsre Menschheit, rein und zart, dein lieb Herz zu uns wende! Denn wie ein Hirsch nach frischer Quell, so schreit zu dir mein arme Seel aus dieser Welt Elende. 2. O Lebensbrünnlein, durch dein Wort hast du dich uns an allem Ort ergossn mit reichen Gaben, voll Wahrheit und gött⸗ licher Gnad, die uns erscheinen früh und spat, das matte Herz zu laben. O frischer Quell, o Brünnelein, erquick und laß die Seele mein in dir das Leben haben! 3. Wie ein Blümlein im dürren Land, durch Sommerhitz sehr erquicken, also wenn mein Herz in der Not verschmacht, hält sichs an seinem Gott und läßt sich ausgebrannt, vom Tau sich thut„ nicht ersticken; ja wie ein grüner erdrücken. 4. O Lebensbrünnlein, Jesu Christ, dein Güte unerschöpflich ist, niemand kann sie ermessen; darum mir auch nichts mangeln wird, wenn mich versorgt der treue Hirt, der mir mein Herz besessen. Mit seinem Evangelio macht er mein Herz im Leib so froh, daß ich sein nicht vergesse. 5. O Lebensbrünnlein tief und weit, du stillest Durst in Ewig⸗ keit und läßt niemand verderben. Gieb mir, der ich aus deiner Füll mit rechtem Glauben schöpfen will, Trost wider Tod und Sterben, daß ich blüh wie ein Röselein zu Saron?) und durch dich allein das ewge Le⸗ ben erbe. ) Jesaia 35, 2. Hohelied 2, 1. 2. 6. Mein Herz ist brünstig mir und heiß nach dem himmlischen Paradeis, des ich hoff zu ge⸗ nießen. Denn ich weiß, wenn ich dahin komm, da wird ein ewger Freudenstrom ohn Maßen sich ergießen. Freu dich, mein Seel, und wenn gleich Gott dich kommen läßt in Angst und Not, so laß dichs nicht verdrießen. 7. All unser Leid auf dieser Erd ist nicht im allerg'ringsten wert, wenn wir das recht be⸗ denken, der übergroßen Herr⸗ lichkeit und wunderschönen Him⸗ melsfreud, die Christus uns wird schenken. Da, da wird er uns all⸗ zu Tag entzündt, Jesuslieder. 183 zugleich in seines lieben Vaters Palmenbaum unter der Last ihm machet Raum, lässet sichs nicht Speis und Trank, mein Ruhm, Reich mit ewger Wonne tränken. 8. Gott selbst wird sein mein mein Lied, mein Lobgesang, mein Lust und Wohlgefallen; mein Reichtum, Zierd und werte Kron, mein Klarheit, Licht und helle Sonn, in ewger Freud zu wal⸗ len; ja daß ichs sag mit einem Wort, was mir Gott wird be⸗ scheren dort: Er wird sein alls in allen. 9. Hüpf auf, mein Herz, spring, tanz und sing, in deinem Gott sei guter Ding, der Himmel steht dir offen. Laß dich Schwer⸗ mut nicht nehmen ein, denn auch die liebsten Kinder sein allzeit das Kreuz hat troffen. Drum sei ge⸗ trost und gläube fest, daß du noch hast das allerbest in jener Welt zu hoffen. Joh. Mühlmann g. 1573 4 1613. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 296 Jesu, Jesu, Gottes Sohn, mein Bru⸗ der und mein Gnadenthron, mein Schatz, mein Freud und Wonne, du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen, nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag ....— 152 je mehr ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Süßig⸗ keit, die jetzt gerühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und geschmücket vor dein'm Throne mit der schönen Lebenskrone. Joh. Heermann g. 1585 1 1647. lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Belt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht besinne, kann mich ohn dich gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe; die tröst, wenn ich mich betrübe. ö 4. Denn wer dich liebt, den ———— Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. 297 A5 Jesu, dessen Treu im Him⸗ mel und auf Erden durch keines Menschen Mund kann gnug ge⸗ liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll auf Erd, wenn ihn gleich Herrlichkeit bei dir und von dir dein Nam, der süße Jesusnam, ganz das Kreuz verzehrt, soll er priesen werden, ich danke dir, 06doch dein genießen. In Glück daß du, ein wahrer Mensch ge— 5 je ewig nach dem Leide große Freude born/ hast von mir abgewandt, u ve wird er finden, alles Trauren daß ich nicht bin verlorn. nah muß verschwinden. 2. Vornehmlich wird in mir 0 nill 5. Kein Ohr hat jemals dies all Herzensangst gestillet, wenn gehört, kein Mensch gesehen noch mich dein süßer Nam mit seinem bil gelehrt, es kanns niemand be⸗WTrost erfüllet. Kein Trost so N Ral schreiben, was denen dort für lieblich ist, als den mir giebt du ist bereit, die in der Liebe bleiben. du Fürst aus Davids Stamm! mit Gründlich läßt sich nicht er⸗ 3. O Jesu, höͤchster Schatz, tranll reichen noch vergleichen den Welt⸗ du kannst nur Freude bringen, es kann nichts lieblicher als Jesu schätzen dies, was uns dort wird ergetzen. Name klingen. Ich kann nicht 6. Drum laß ich billig dies traurig sein, weil Jesus heißt so allein, o Jesu, meine Sorge sein, viel als Heiland oder Held, der daß ich dich herzlich liebe, daß selig machen will. ich in dem, was dir gefällt und 4. Wenn Satan sich bei mir mir dein klares Wort vermeldt, mit Anfechtung will regen, so ist aus Liebe mich stets übe, bis ich mir Jesu Nam zum Trost, Schutz, A Jesuslieder. 18⁵ Fried und Segen, zur Weisheit und Arznei in aller Angst und Not, daß ich nicht fürchten darf den Teufel und den Tod. 5. Daß ich ein Zornkind bin, das macht die schnöde Sünde, dein Jesusnam macht mich zu einem Gnadenkinde, er nimmt von mir hinweg die Schuld und Missethat, bringt mir die Selig⸗ keit und deines Vaters Gnad. 6. Ei nun so heilge mich, der ich bin ganz beflecket, der heilge Jesusnam, der alle Sünde decket; er kehre ab den Fluch, den Segen zu mir wend, sei meine Stärk, dadurch sich alle Schwachheit end. 7. Er sei mein Licht, das mich in Finsternis erleuchte; er sei des Himmels Tau, der mich in Hitz anfeuchte; er sei mein Schirm und Schild, mein Schatten, Schloß und Hut, mein Reichtum, Ehr und Ruhm, er sei mein höchstes Gut. 8. Er sei mein Himmelsweg, die Wahrheit und das Leben und wolle mir zuletzt aus Gnaden dieses geben, daß ich alsdann in ihm dies Leben schließe wohl, wenn meine Sterbenszeit und Stunde kommen soll. 9. Inmittelst helf er mir, so lang ich hier noch wandle, daß ich in meinem Thun treu und aufrichtig handle; er steh mir all⸗ zeit bei mit seines Geistes Gab, wenn ich in meinem Amt was zu verrichten hab. 10. Jesu, in deinem Nam bin ich heut aufgestanden, in ihm vollbring ich heut, was mir kommt unter Handen. In deinem Na⸗ men ist der Anfang schon ge⸗ macht, das Mittel und der Schluß wird auch durch ihn vollbracht. 11. Dir leb ich und in dir, in dir will ich auch sterben; Herr, sterben will ich dir; in dir will ich ererben das ewge Himmel⸗ reich, das du erworben mir; von dir verkläͤrt will ich dir dienen für und für. Hannov. Gsb. 1648, nach Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Eigene Melodie, oder Auf dich hab ich gehoffet, Herr. ein schönste Zier 298. Mennd Klänod bit auf Erden du, Herr Jesu Christ, dich will ich lassen walten und allezeit in Lieb und Leid in mei⸗ nem Herzen halten. 2. Dein Lieb und Treu vor allem geht, kein Ding auf Erd so fest besteht, solchs muß man frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, ach schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhie auf Erden! 16392 V 4 zmir mein Leiden tragen! Hilf Eigene Melodie, oder Es ist gewißlich an der Zeit. uch wer da will 299. S ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen; sein Wort ist wahr, sein' Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu über⸗ winden. 2. Such wer da will Nothelfer viel, die uns doch nichts er⸗ worben, hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil be⸗ gehret! Er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben, laß mich doch nicht von it deinem Licht durch Eitelkeit ver⸗ treiben, bleib du mein Preis, dein Wort mich speis, bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, üan dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Aͤngesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen! Weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf Jesuslieder. mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig dir Lob fagen. Georg Weissel g. 1590 4 1635. Eigene Melodie. 300 Qesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier, ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß die Erde zittern, laß die Welt erschüttern, mir steht Jesus bei. Ob es itzt gleich kracht und blitzt, obgleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trotz dem alten Drachen, Trotz dem Todesrachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht, Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergetzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, muß ich gleich viel leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du * ö 80 ö 1 1 0 i 2 Jesuslieder. 187. nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, o Stolz und Pracht, dir sei ganz, o Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lie⸗ ben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hie Spott und Hohn, den⸗ noch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franck g. 1618 4 1677. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. Jesu Christ, mein 301. O schönstes Licht, der du in deiner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann noch zählen, gieb, daß mein Herz dich wie⸗ derum mit Lieben und Verlangen mög umfangen und als dein Eigentum nur einzig an dir hangen. 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner Seel als deine Liebe wohne; gieb, daß ich deine Lieb erwähl als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, daß all mein Mut und Sinn in deiner Liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön ist, Jesu, deine Liebe! Wenn diese steht, kann nichts entstehn, das meinen Geist be⸗ .:eem trübe. Drum laß nichts Andres denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren. 4. Mein Heiland, du bist mir zu Lieb in Not und Tod gegangen und hast am Kreuz als wie ein Dieb und Mörder da gehangen, verhöhnt, verspeit und sehr ver⸗ wundt. Ach laß mich deine Wun⸗ den alle Stunden mit Lieb im Herzensgrund auch schmerzen und verwunden. 5. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir ge— zogen; eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon ge— wogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, mich diese Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 6. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren und, wo ich etwa irre geh, als⸗ bald zurechte führen; laß sie mir allzeit guten Rat und gute Werke lehren, steuren, wehren der Sünd, und nach der That bald wieder mich bekehren. 7. Laß sie sein meine Freud im Leid, in Schwachheit mein Vermögen; und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, daß ich getrost und frei mög in dein Reich eingehen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. 302. M u uign weil er sich für mich gegeben, so eerfordert meine Pflicht, kletten⸗ weis an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen wei⸗ schen, laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen: wenn des Lebens Faden bricht, Umeinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen —————————— e....——— nicht, wenn ich nun dahin ge⸗ 10 langet, wo vor seinem Angesicht vol meiner Väter Glaube pranget. nil nen Jesum laß ich nicht. O 5. Nicht nach Welt, nach Him⸗ bil) mel nicht meine Seel sich wünscht Rih und sehnet, Jesum wünscht sie dull und sein Licht, der mich hat mit ö Gott versohner mich befreiet vom i Gericht; meinen Jesum laß ich na nicht. zu 6. Jesum laß ich nicht von Dal mir, geh ihm ewig an der Sei⸗ getü ten; Christus läßt mich für Tan und für zu dem Lebensbächlen mel/ leiten. Selig, wer mit mir so Fahl spricht: Meinen Jesum laß lich nicht. W II Christian Keymann g. 1607 4 1662. Jesuslieder. no Mich erfreut sein Angesicht, mei⸗⸗ M Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 30 3 ch sagt mir nichts 2 von Gold und Schätzen, von Pracht und Schön— heit dieser Welt; es kann mich ja kein Ding ergetzen, das mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, in dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Fleisches Schönheit dauert nicht, die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschen⸗ hände zugericht. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine acht zerstören, sein Reich ver⸗ geht nicht mit der Zeit, sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewig⸗ keit. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen, sein allerschönstes An⸗ gesicht und was von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über alls er⸗ heben und seiner Klarheit machen gleich, er kann mir so viel Schätze baan daß ich werd unerschöpflich —— reich. Ein jeder liebe, was er von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists will, ich liebe Jesum, der mein desusli ieder. 189 Ziel. durch dich geschehn, daß ich dich 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, so lang ich wandre in der Zeit, so wird er mirs lendlich) hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat doch wohl gewähren im Reiche Licht gebracht; ich danke dir, du seiner Herrlichkeit. ich billig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. Johann Scheffler g. 1624 1 1677. Eigene Melodie, Drum thu Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich (wieder) machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr oder, wenn man die eingeklammerten irre gehn, laß meinen Fuß in Worte mitsingt, Wer nur den lieben Gott l. w. Mel. 1. deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn, erleucht mir Leib und Seele ganz, du lewig! starker 304 Ich will dich lieben, N meine Stärke, ich Himmelsglanz! will dich lieben, meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier, ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir(der Todl das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund, ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint, ich will dich lieben, Gotteslamm, als meinen [Seelen! Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so spät er⸗ kennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein ge⸗ nennet, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät(dich hab! geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und hast wiederbracht, Liebe, dir ergeb fand dich nicht; ich hatte mich ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Gieb meinen Augen süße Thränen, gieb meinem Herzen heilge Brunst, laß meine Seele sich gewöhnen zu üben in der Liebe Kunst, laß meinen Geist, Sinn und Verstand stets sein zu dir allein gewandt! 8. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, ich will dich lieben ohne Lohne auch in der allergrößten Not, ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir[der Tod] das Herze bricht. Johann Scheffler g. 1624 f 1677. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 8 iebe, die du mich 305. L zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall ä——— — (30: weil er erforde weis ar meines meinen 4. J nicht, langet, meiner Mich e nen Je 5. N mel ni und se und sei Gott v. Gericht nicht. 8. und gestorben in der Zeit, Liebe, und Seligkeit, ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich bloß Lergeben mir zum Heil und See⸗ 306. ii Herzens 00. Freud, dir will 2. Liebe, die du mich erkoren, eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten die mir hat erstritten ewge Lust Liebe, dir ergeb 4. Liebe, die du Kraft und lenhort, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herze hat dahin, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben 2960 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt, Liebe, die das Lösgeld giebet und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir er⸗ geb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub der Herrlichkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler g. 1624 4 1677. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. . meiner Seele Leben, meines Jesuslieder. ich mich ganz ergeben jetzo und in Ewigkeit; meinen Gott will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich um⸗ fangen, als mich erst die Welt empfing; dir bin ich schon an⸗ gehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schoß hat mich aufgenommen, wenn mein Herz nur zu dir kommen. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Gemüt, so ich etwa ausgetreten, daß ich wieder käm mit Beten. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 4. Ja in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 5. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf. Ist es, daß ich mich betrübe, tröst sie mich in meinem Lauf. Bin ich arm, giebt sie mir Güter; haßt man mich, ist sie mein Hüter. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 6. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; o und t will aller dein, keines h um⸗ Welt n an⸗ rbrust t mich Herz bin h will wilden deine b und Bemüt, aß ich ch bin ch will Leben führt; geben, egiert; et, hat ůch bin h will deine r auf. tröst zin ich haßt züter. mein, r das elegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe,‚ Jesu, gieb, was nützet mir. Gieb wo man meine Seel hinträgt: dich mir, Herr Jesu mild, nimm zu dir, Jesu, in die Freude; mich dir! Herr, wie du willt! Trotz, daß mich was von dir 4. Und vollbringe deinen scheide. Ich bin dein, und du bist Willen in, durch und an mir, mein, ich will keines andern sein. mein Gott, deinen Willen laß er⸗ 7. Drum ich sterbe oder lebe, füllen mich im Leben, Freud und bleib ich doch dein Eigentum, an Not, sterben als dein Ebenbild, dich ich mich ganz ergebe, du bist Herr, wann, wo und wie du willt. meiner Seele Ruhm, meine Zu⸗ 5. Sei auch, Jesu, stets ge⸗ versicht und Freude, meine Sü⸗ priesen, daß du dich und viel ßigkeit im Leide. Ich bin dein, dazu mir geschenket und erwiesen, und du bist mein, ich will keines daß ich fröhlich singe nu: Mir andern sein. geschehe, Gott, mein Schild, wie 8. Höre, Jesu, noch ein Flehen, du willt! Herr, wie du willt! schlag mir diese Bitt nicht ab: Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Wenn mein Augen nicht mehr Schwarzburg-Rudolstadt, g. 1640 sehen, wenn ich keine Kraft mehr +1672. hab, mit dem Mund was vorzu⸗ tragen, laß mich doch zuletzt noch Mel. Gott des Himmels und der Erden. sagen: Ich bin dein, und du bist 308 Miae Lebens beste mein, ich will keines andern sein. 0 Freude ist der Nach Christ. Scriver g. 16294 1693. Himmel, Gottes Thron; meiner Seele Trost und Weide ist mein tel. Gott des Himmels und der Erden. Jesus, Gottes Sohn. Was mein 30 Qesus, Jesus, nichts Herze recht erfreut, ist in jener 0 als Jesus soll Herrlichkeit. mein Wunsch sein und mein Ziel. 2. Andre mögen sich erquicken Jetzund mach ich ein Verbündnis, an den Gütern dieser Welt, ich daß ich will, was Jesus will; will nach dem Himmel blicken denn mein Herz mit ihm erfüllt und zu Jesu sein gesellt; denn rufet nun: Herr, wie du willt! der Erde Gut vergeht, Jesus 2. Einer ist es, dem ich lebe, und sein Reich besteht. den ich liebe früh und spat: 3. Reicher kann ich nirgends Jesus ist es, dem ich gebe, was werden, als ich schon in Jesu er mir gegeben hat. Ich bin in bin; alle Schätze dieser Erden dein Blut verhüllt, führe mich, sind ein schnöder Angstgewinn. Herr, wie du willt! Jesus ist das rechte Gut, das 3. Scheinet was, es sei mein der Seele sanfte thut. Glücke, und ist doch zuwider dir, 4. Glänzet gleich das Welt⸗ ach so nimm es bald zurücke, gepränge, ist es lieblich anzu⸗ ———.— a Jesuslieder. 191 V.. ————— schehn; plötzlich pfleget aus zu sein dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, die mein Jesus inne hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt; es vergeht zu keiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Rost und Motten, Raub und Feuer schaden auch der Freude nicht, die mein Jesus, mein Getreuer, und sein Himmel mir verspricht. Dort ist alles abge⸗ than, was die Seele kränken kann. 7. Einen Tag bei Jesu sitzen, ist viel besser, als die Welt tau⸗ send Jahr in Freuden nützen; Herren rechter Hand bleibt ein auserwählter Stand. 8. Trinken, essen, tanzen, springen labet meine Seele nicht, aber nach dem Himmel ringen und auf Jesum sein gericht, ist der Seele schönste Zier, geht auch aller Freude für. 9. Ach so gönne mir die Freude, mich in den Himmel ein! Eigene Melodie. aber ewig sein gestellt zu des Jesu, die dein Himmel hegt; sei gefunden, wo mich n du selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt, und in wider mich zusammen, du bist 10 dir recht froh zu sein, nimm mein Heil. Salomo Liscow g. 1640 4 1689. Jesuslieder. sehn, währt es doch nicht in die Laänge, und ist bald damit ge⸗ Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus der Schwer⸗ mutshöhle und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Traurens scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget wer— den, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Fein⸗ din heißen, es sei also; ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir ver— gnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglücks⸗ wellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh zu deinen heilgen Wun⸗ den; da hab ich schon den Ort kein Fluch⸗ Tritt alles strahl treffen kann. Wer will ver⸗ dammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreu⸗ zeswüsten, ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus : Wie wohl ist mir, 309. W o Freund der den Wolkenbrüsten und labest Fer Jesuslieder. aus dem Felsen mich.*) Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen; genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß: Wen du mit Ehr willst zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab.) 1 Cor. 10, 2—4. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verlässest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn er aus mördervollen Hecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unum⸗ schränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich er⸗ freuen. O reicher Trost: Mein Freund ist mein! Wolfg. Christ. Deßler g. 1660 4 1722. Eigene Melodie. 310 Sobausier Herr Jesu, Herr⸗ scher aller Enden, Gottes und Marien Sohn, dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud und Kron! 193 2. Schön sind die Wälder, noch schöner die Felder in der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonne, noch schöner der Monde und die Sterne allzumal; Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner als all die Engel im Himmelssaal. 4. Alle die Schönheit Himmels und der Erde ist nur gegen ihn wie Schein, keiner auf Erden lieber kann werden als der schönste Jesus mein. 16952 Eigene Melodie. 311. Se, Cds Lamm, habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünde Schlamm, Jesu, Gottes Lamm! 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; wenn du freund⸗ lich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu er⸗ setzen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht, salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will 12 19⁴ ich ehren und in ihr dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gieb. 7. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nim⸗ mermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 8. Hier durch Spott und Hchn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott ö und Hohn. 9. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich über⸗ winde und in deinem Sieg em⸗ pfinde, wie so ritterlich du ge⸗ kämpft für mich. 10. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum, in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werte Himmelsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese g 1620 fT 1701 Ev. Tur. 10, 42. 1 Cor. 1, 30. Eigene Melodie 312 Eirs ist not, ach 2 Herr, dies Eine lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und 45 kein 2—2—5— Ver⸗ Jesuslieder. gnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, so werd ich mit Einem in allem ergetzt. 2. Seele, willst du dieses fin⸗ den, suchs bei keiner Kreatur, laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur! Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendige Teil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller An⸗ dacht niederließ: ihr Herze ent⸗ brannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wolte belehren, ihr Alles war gänzlich in Iefum versenkt, und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 4 Also ist auch mein Verlan⸗ gen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir! Ob viel auch umkehrten zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen, denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch i führet Ach wenn ich nur Jein V 6665 kenne und weiß, so hab ßesten nnoch dein Geist. cht in öchste liegt. mein nken und zu ist, sum * ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein rosenfarbes Blut. Die höchste Gerechtig— keit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum gött⸗ lichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller ver⸗ gänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt! 8. Ja was soll ich mehr verlangen? Mich beströmt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergetzt, weil auf eine frische Weide mein Jesuslieder. 19⁵ erquickt, als wenn ich dich, Jesu,‚ im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, alleine sollst mein Ein und Auls sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelsch ein! Sieh, ob ich auf bösem, betrüg⸗ lichen Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege, gieb, daß ich nichts achte, nicht ö Leben noch Tod, und Jesum ge winne: dies Eine ist not. Joh. Heinr. Schröder g. 16677 1699. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. L ein Jesu, süße 313. M Seelenlust, L ist nichts außer dir bewußt, wenn du mein Herz erquickest, dieweil dein Blick so lieblich ist, daß man auch seiner selbst vergißt, wenn du den Geis entzückest, daß ich in dich aus dem Triebe reiner Liebe von der Erde über mich gezogen werde. ö 2. Was hatt ich doch für Trost und Licht, als ich dein holdes Angesicht, mein Jesu, noch nicht kannte? Wie blind und thöricht ging ich hin, da mein verkehrter Fleischessinn von Weltbegierden brannte, bis mir von dir Licht und Leben ward gegeben, dich zu kennen, herzlich gegen dich zu brennen. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wär ihr schlechtes Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßes kann also mein Herze er⸗ laben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts is, das—.— mich 455—8 BDlendwert sei, wodurchr wir Fröhlichsein ein herrlic es Ver⸗ gnügen. Allein wie eilend gehts vorbei, da sieht man, daß esk ——— 196 betrügen. Drum muß Jesus mit den Schätzen mich ergetzen, die bestehen, wenn die Weltlust muß vergehen. 4. Wer Jesum fest im Glauben hält, der hat die Kraft der andern Welt hier allbereit zu schmecken. Pflegt Jesus gleich zu mancher Zeit bei großer Herzenstraurig⸗ keit sein Antlitz zu verdecken, ist doch sein Joch sanft und feiner, als wenn einer auf dem Bette dieser Welt zu schlafen hätte. 5. So weiß ich auch aus dei⸗ nem Wort, daß du dich, liebster Seelenhort, nicht ewiglich ver⸗ steckest*); du thust vor mir die Augen zu, auf daß du desto ——— Jesuslieder. laben, Jesum haben, stets er⸗ blicken und ihn in die Arme drücken. 8. Allein, du holder Menschen⸗ sohn, ich kenne deine Liebe schon, wenn uns die Dornen stechen; dein Herz, das mich in Trauren setzt und sich verschließt, muß doch zuletzt vor lauter Liebe brechen; drum füllt und quillt in mein Herze nach dem Schmerze deine Süße, die ich noch allhier genieße. 9. Du salbest mich mit Freu⸗ denöl, so daß sich öfters Leib und Seel recht inniglich erfreuen. Ich weiß wohl, daß du mich be⸗ trübst, ich weiß auch, was du ————— größre Ruh hernach in mir er⸗ denen giebst, die sich davor nicht weckest, wenn ich treulich als ein scheuen. Drum gieb den Trieb, Rebe an dir klebe auch im Leide, unabwendig und beständig treu nicht nur in der süßen Freude. zu bleiben und recht fest an dich Jesaia 54, 7. 8. Joh. 14, 18.19 zu gläuben. und 16, 16—22. I00. Der Glaub ist eine starke 6. Derhalben soll mich keine Hand und hält dich als ein Not, mein Jesu, wär es auch festes Band, ach stärke meinen der Tod, von deinem Dienst ab⸗ pfinden, so will ich doch zufrieden Glauben! Im Glauben kann dich niemand mir, im Glauben kann mich niemand dir, o starker Jesu, rauben, weil ich fröhlich Welt und Drachen kann ver⸗ bin stille, ists dein Wille mich lachen und die Sünden durch zu kränken, du wirst meiner doch den Glauben überwinden. gedenken. Joh. Christ. Lange g. 1669 4 1756. 7. Und sollt ich auch, mein Hort, in mir dein süßes Manna nicht allhier in dieser Zeit em⸗ schrecken. Ich weiß, daß mich dein Herze liebt, darum so geh ich unbetrübt mit dir durch Dorn und Hecken. Plage, schlage, ich Mel. Seelenbräutigam. 314 Wer ist wohl, wie 0 du, Jesu, süße Ruh? Unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! sein und werde deinen Gnaden⸗ schein in jenem Leben finden, da man stets kann, sich zu —— — ———— ———— 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zu⸗ gedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu Schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Zepter will ich küssen, ich will sitzen dir zu Füßen, wie Maria thät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Gewinn, gieb mir dei⸗ nen Sinn! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze, und mich nicht in Jesuslieder. 197 seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinet⸗ willen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit geleiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Joh. Anast. Freylinghausen g. 1670 + 1739. 2 Cimoth. 2. 8. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 315 9⁰³ im Gedächtnis 2 Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden; ver⸗ giß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut, dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum: ja gar am Kreuz gestorben is und 4ä68 hat Eitt Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Not, dank ihm für diese Liebe! * 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage. Be⸗ denke, daß er Fried gemacht, sein Unnschuld Leben wieder bracht, dank ihm für diese Liebe! 4.. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten cen Himmel aufgefahren ist, die bleiben allezeit und sehen seine Aeben dank ihm für diese liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Ieommte der einst wird wieder⸗ kommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenom⸗ mien. O denke, daß du da be⸗ tehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben assen und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß defsen ich in aller Pot mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther g. 1650 f 1704. Stätt dir zu bereiten, da du sollst ö Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 4 ö Mel. 2. 316. Sungen ———————— 23 186 Jesuslieder. und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott auf⸗ schwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben: eil zur Lebensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, so das finstre Reich gebieret, laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 5. Ach es ist ja schlecht genug, daß du sonst viel Zeit verdorben mit nichtswürdigem Gesuch, da⸗ bei du fast bist erstorben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 6. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken, Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohl⸗ gefällt und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 8. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist ge⸗ Jesuslieder. boren, darum liege nicht im Tod, bist du nicht zum Reich erkoren? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen, laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 10. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich i in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Majestät Schwachen,‚ immerdar vor Augen schweben, laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 12. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen, glaube, daß sein Liebeswill stillen Drum such Jesum und sein Licht, alles werde dein Verlangen. andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf g. 1683 4 1754. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 317 Lbe die nicht aus⸗ zusprechen! Jesus hebt, was schwach, empor. Seine Hand will nicht zerbrechen das zerstoßne Glaubensrohr, seine uld verschmähet nicht meines laubens schwaches Licht, das nur einem Döchtlein gleichet, das kaum glimmt und fast erbleichet. stark in Schwachheit sei, daß ich 1909 2. Ob ich gleich mit Petro sinken), giebt mir Jesus doch die Hand und die süßen Liebes⸗ winke, er erkennt den schwachen Stand. Wie ein Vaterherz ge⸗ sinnt gegen sein noch kleines Kind, so trägt Gott auch mit Erbarmen schwache Kinder auf den Armen. Matth. 14, 30. 3. Beut mein Hirte nicht den Rücken seinem schwachen Schäf⸗ lein an? Kranke Seelen zu er⸗ quicken tritt er auf die Todes⸗ bahn. Selbst die höchste Kraft ver⸗ scmacht da sie ruft: Es ist voll⸗ brach, daß ich Schwacher möge siegen in den letzten Todeszügen. 4. Jesu, starke Kraft der stärke mich, denn ich bin schwach. Du, 10 kannst mich stärker machen, h höre doch mein seufzend Ach! Hebe du das schwache Rohr meites Glaubens selbst empor, daß es bei den Sturm der Sünde um dein Kreuz sich feste winde. 5. Feuchte mit dem Gnadenöle meines Glaubens Döchtlein an in der Lampe meiner Seele auf der dunkeln Todesbahn! Stehe mir, o Allmacht, bei, daß ich dich, bis ich erkalte, fest mit schwachen Händen halte. Salomo Franck g. 1659 4 1725. Psalm 73, 23—28. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 318. err Jesu Christ, mein höchstes Gut, mein Seelens catz mein ö ——.— — „ ———— Lem Rat, bei dir. werden. 0⁰ Herzensmut und aller Sinne Freude, ich bleibe dennoch stets an dir; so ist auch nichts, das dich von mir und unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lebenslauf und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht; ich e dir, so irr ich wich. Du leitest mich nach dei⸗ der andres nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach mit Begier, ach mit Begier wünsch ich zu sein, mein Gott, 3. Mein Alles ist auf dich gericht; hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch Inicht auf Erden sein, denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir ist. Hedihrr 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten, dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil und meines Herzens Trost und Teil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, ich k hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Drum halt ich mich getrost zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zu— versicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und auch im Leide. Dein Thun soll alles und allein in meinem Herz und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn. Ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, komm, mein Schatz, und nimm mich auf! Erdmann Neumeister g. 1671 7 1756. Eigene Melodie, oder Ach erkennet, liebste Seelen. 319. 5 will mich mit dir verloben, süßer Icqu, V allein wirst von mir aus Lieb erhoben, und ich bin nun gänzlich dein. Zwar die Welt wird mich stets hassen, denn sie hasset dich zugleich; kann ich aber dich umfassen, so bin ich vergnügt und reich. ——— 2. Alles soll mir Ekel machen, was zur Eitelkeit gehört, und in allen meinen Sachen werde Jesus nur geehrt. Sollt ich Jesum denn nicht lieben, der mich vor der Welt erwählt? Sollt ich Jesum noch betrüben, der mich ihm schon zugezählt? 3. Nein, die ganze Welt soll wissen, daß ihr Thun mir nicht gefällt, alles andre will ich missen, weil er mich in Armen hält. Seine Lieb hat mich ge⸗ fangen, und ich will die Frei⸗ heit nicht, denn mein sehn⸗ liches Berlangen ist allein auf ihn gericht. 4. O wie lang hab ich ver⸗ zogen, wie lang hab ich dich veracht! O wie oft ward ich be— trogen und von dir hinwegge— bracht! Aber nun soll uns nichts scheiden, nicht das Leben, nicht der Tod, nicht das Kreuz, nicht Schmach und Leiden, weder Un⸗ glück, Schmerz noch Not. 5. Stärke du mir meinen Willen wider meiner Feinde List, denn du mußt in mir erfüllen, was dem Fleisch unmöglich ist; laß mich nicht mehr von dir wanken, ach wo soll ich auch sonst hin? weil ich nicht nur in Gedanken, sondern wirklich bei dir bin. 6. So sei tausendmal gegrüßet, Jesu, meine süße Lust! Sei auch tausendmal geküsset, sei du mir allein bewußt, sei mein Wunsch und mein Verlangen, sei mein Jesuslieder. 201 meiner Seele Prangen, sei mein Alles hier und dort! Ph. Balth. Sinold g. 1657 1 1742. Mel. Seelenbräutigam. 320. 40 geh voran auf der Lebensbahn, und wir woden nicht verweilen dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vater⸗ land! 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen, denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden, richte unsern Sinn auf das Ende hin! 4. Ordne unsern Gang, Lieb⸗ ster, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nötge Pflege! Thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf! Nik. Ludw. v. Zinzendorf g. 1700 4 1760. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 2. 321 G ten der zur Rechten seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnade schützt, den auf dem er⸗ habnen Throne, in der königlichen Krone, alles Heer der Ewigkeit mit verhülltem Antlitz scheut, 2. Dein Geschäft auf dieser Bräutigam und Hort, sei du Erden und dein Opfer ist voll⸗ * denkest du mit vieler Lust. lagen, hast du dich vor Gott bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken ach da zielt dein Bitten hin. Tagen, da die Sünden aller 20 ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Ge⸗ schäfte in dem obern Heiligtum, die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen, nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen trägest du auf deiner Brust*), und an den gerechten Samen Du vertrittst, die an dich gläuben, daß sie dir vereinigt bleiben, und bittst in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. ) 2 Mos. 39, 14. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch die⸗ nen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend lohne, daß er ändre ihren Sinn, 6. Zwar in deines Fleisches Welt dir auf deinen Schultern gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen; o mit welcher Nie— drigkeit batest du zur selben Zeit! 7. Aber nun wird deine Bitte Jesuslieder. bracht, was vollendet sollen wer⸗ den, das ist gänzlich ausgemacht. Da du bist für uns gestorben, in der vollkommnen Hütte?) die verklärte Menschheit sitzt. Nun kannst du des Satans Klagen majestätisch nieder schlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut.) Hebr. 9, 11. 8. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar und vertrittst nunmehr mit Freuden deine teur erlöste Schar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 9. Großer Mittler, sei ge⸗ priesen, daß du in dem Heiligtum so viel Treu an uns bewiesen, dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten, sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 322 eiland, deine Men⸗ schenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O der ungemeinen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Uber seine Feinde weinen, jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in n der Allmacht unterstützt, da andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder, das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu sich locken, war mit Schwächung deiner Kräfte dein gewöhnliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Er⸗ barmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar teures Leben in den ärgsten Tod ge⸗ geben, da du in der Sünder Orden aller Schmerzen Ziel ge⸗ worden und, den Segen zu er⸗ werben, als ein Fluch hast wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Schlagen andrer Schmach und Last zu tra⸗ gen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Demut war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knech te einem sündlichen Ge⸗ schlechte diese war gleich wie die Jesuslieder. 20³ Tauben ohne Falsch, voll Tren und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret, durch Vorsichtigkeit be⸗ wahret. 8. Komm, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken! Du hast das Gesetz erfüllet und desselben Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen! Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe! Joh. Jak. Rambach g. 1693 1 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 2 önig, dem kein 323. K König gleichet, dessen Ruhm kein Mund er⸗ reichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Zepter führet, dem das Recht ge⸗ hört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Voll⸗ kommenheiten krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde nebst der ungezählten Herde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäl⸗ dern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum ge⸗ geben; Tiere, Menschen, Gei⸗ ster scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Gren⸗ zen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt epter erwählen, die durchs und Schmerzen, laß mich deinen schen dir zur Seiten! ö 324. Mrdde mir h drein, ich muß von hinnen eilen, 204 des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herrscher du in dreien Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Überfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bür⸗ ger haben; du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust Schutz genießen, laß mich dich im Glauben küssen, ehren, fürch⸗ ten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herr⸗ Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. ich muß bei meinem Jesu sein. Was soll ich hier verweilen, w ö Jesuslieder. deines Mundes nach dem Recht 2. Mein Herzensfreund, dich laß ich nicht, ich kann nichts Bessers haben, in dir ist Freude, Trost und Licht, du kannst voll⸗ kommen laben. Nichts ist, das mir Vergnügen giebt, als wenn mich Jesus herzlich liebt. 3. Du, du bist mein, und ich bin dein, wir sind in eins ver⸗ bunden; dies gute Teil hab ich allein durch deine heilgen Wun— den. Du bist mein Fels, der mich nicht läßt, auf dir ruht meine Seele fest. 4. Herr Jesu, ohne dich muß mir die Welt zur Hölle werden; ich habe, hang ich nur an dir, den Himmel schon auf Erden. Es quillt mein Lebenstrank von dir, das Lebensmanna giebst du mir. 5. O selge Stunde, da man dich kann recht ins Herze schlie— ßen! Wie läßt du da so süßiglich Heil, Gnad und Friede fließen! So oft das Herze nach dir blickt, wird es mit Himmelslust erquickt. 6. Das schwerste Kreuz wird leicht und klein, denn du selbst hilfst es tragen; du richtest es zum besten ein, kannst nicht von Herzen plagen. Dein Ruten⸗ streich ist voller Huld, du for⸗ derst von uns nur Geduld. 7. Führst du mich nun gleich wunderlich, mein Freund, durch Leid und Freude, weiß ich den⸗ noch, daß alles mich von deiner Lieb nicht scheide. Es führet mich dein Wunderpfad zu dir, J. Ludw. Konr. Allendorfg. 169371773. in meines Vaters Stadt. Mel Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 325 Hae von unend⸗ „lichem Erbarmen, du unergründlich Liebesmeer, ich danke dir mit andern Armen, mit einem ganzen Sündenheer für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. 2. Für dein so allgemein Er⸗ lösen, für die Bezahlung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, weil doch des Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes heißt; für die Befestigung darin dankt dir mein neugeschaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Ver⸗ sprechen, daß deine Gnade ewig sei; wenn Berge bersten, Hügel brechen, steht doch dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine teuren Sakra⸗ mente als Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift: für diese Gnaden in der Zeit, dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 6. Ja Mund und Herze soll dir danken, doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanken und Jesuslieder. 20⁵ gründe mich auf diesen Grund! Erhalte nur durch deine Treu mich bis ans Ende auch dabei! 7. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich, dir zum Lobe, sein; versichere mein Herz dar⸗ neben, es reiße keine Lust noch Pein mich von der Liebe Gottes hin, weil ich in Jesu Christo bin. 8. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich von der Liebe scheiden, die da in Christo Jesu ist. Ja Amen, Vater aller Treu, zähl mich den Auserwählten bei! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 4 1769. Eph. I, 2I. 22. Eigene Melodie, oder Alles ist an Gottes Segen. 3 2 6) beht us König, alles wird ihm unter⸗ thänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewal⸗ ten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit.* 3. Engel und erhabne Thro⸗ nen, die beim ewgen Lichte wohnen, nichts ist gegen Jesum groß. Alle Namen hier auf Erden, wie sie auch vergöttert 206 4. Gott ist Herr; der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner, nur der Sohn der ist ihm gleich. Dessen Stuhl ist un⸗ umstößlich, dessen Leben unauf⸗ Rüten dessen Reich ein ewig ei 5. Gleicher Macht und gleicher Ehren sitzt er unter lichten Chö⸗ ren über allen Cherubim. In der Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld, es folgen Freuden, nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Jauchz ihm, Menge heilger * Knechte, rühmt, vollendete Ge— rechte, und du Schar, die Pal⸗ men trägt, und du Blutvolk in der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottes⸗ ö harfen schlägt! 9. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin. Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unterthänig! Ehret, liebet, lobet ihn! Jesuslieder. Eigene Melodie. QOch bete an di 3 2 FV. Macht endiede die sich in Jesu offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so zart gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und tief gezogen neigt sich mein Alles auch zu dir, du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich und ich dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists, dich muß ich haben; ich fühls, ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Ruhplatz ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Ver⸗ gnügen, drum folg ich deinen selgen Zügen. 4. Für dich sei ganz mein Herz und Leben, mein süßer Gott, und all mein Gut; für dich hast du mirs nur gegeben, in dir es nur und selig ruht. Hersteller meines schweren Falles, für dich sei ewig Herz und alles! 5. Ehr sei dem hohen Jesus⸗ namen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Selgen Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! 6. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 328 Dis Jesum laß ich 0 ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlich spricht: Nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein, du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Him⸗ mel werden. 2. Dich Jesum laß ich ewig nicht, ich halte dich im Glau— ben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir nie⸗ Jesuslieder. 207 des Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit, bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich Jesum laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken. Und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: Mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Schutz, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich g. 1713 4 1780. Eigene Melodie. 329 A mein Herr Jesu, „dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dank— bar wird. mand nehmen. 3. Dich Jesum laß ich ewig nicht, aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Ge⸗ richt und büßtest für mich Ar⸗ men. Aus Dankbarkeit will ich erfreut um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich Jesum laß ich ewig nicht, du stärkest mich von oben. Zu dir steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, du eilst zu mir; wenn duldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, stilln mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich Jesum laß ich ewig nicht, das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Glie⸗ 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, aber unsre Seele kanns schon du kannst dich offenbaren, auch ungesehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und gewahren, Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, ge⸗ und trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. fühlbar gnug 5. Ach gieb an deinem kost⸗ baren Heil uns alle Tage voll⸗ kommnen Teil und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner bluti⸗ gen Todsgestalt, ja die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu sehen sein! 7. Ein herzlichs Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blutbespren⸗ gung aus deinen Wunden erhalt uns solche zu allen Stunden bei Freud und Leid! 8. So werden wir bis in Himml hinein mit dir vergnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen: wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durch⸗ grabne Hand, die soviel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor g. 1723 4 1801. Eigene Melodie. 330. W er mein nur ist, Wann mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von eide, fuhle nichts als Andacht, Lieb und Freude. Jesuslieder. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an mei⸗ nem Wanderstabe treugesinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erweichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt, und des Himmels reiche Gabe meinen Blick nach oben hält; hingesenkt im Schauen, kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedr. v. Hardenberg g. 1772 T 1801. Mel. Herzlich thut mich verlangen. enn alle untreu 331. Wĩ werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz; drum geb ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter wei⸗ nen, daß du gestorben bist, und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen hast du so viel gethan, der Welt das Heil errungen, doch keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu; die treuste Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; o lasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. Friedr. v. Hardenberg g. 1772 1 1801. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 332 tark ist meines Jesu Hand, und er wird mich ewig fassen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmut oft Gefahr, fürcht ich auch zu unter⸗ liegen, Christus beut den Arm mir dar, Christus hilft der Ohn⸗ macht siegen. Daß mich Gottes eld verficht, das ist meine Dwerfeht 3. Wenn der Kläger mich ver⸗ klagt, Christus hat mich schon vertreten; wenn er mich zu sichten wagt, hat Christus für mich gebeten. Daß mein Bürge für mich spricht, das ist meine Jesuslieder. 209 4. Würd es Nacht vor meinem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte und mit ungewissem Tritt ohne Licht verzagen müßte, Chri⸗ stus ist mein Stab und Licht, das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Miß⸗ geschick leben oder ängstlich kla⸗ gen, ohne Halt ist all ihr Glück, wahrlich sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, das ist meine Zuversicht. 6. Will mein Herr durch sanfte Zucht mich nach seinemn Bild gestalten, o so will ich ohne Flucht seiner Hand nur stiller halten. Dann erschreckt ö mich kein Gericht, das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts, sollt ich ihn mit Klein⸗ mut schmähen? Mein Erbarmer selbst versprichts, sollt ich ihm sein Wort verdrehen? Nein, er läßt mich ewig nicht, das ist meine Zuversicht. Karl Bernh. Garve g. 1763 1 1841. Eigene Melodie. 333 Labt mich gehn, laßt 0 mich gehn, daß ich Jesum möge sehn! Meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonn, die durch die Wolken bricht! O wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Zuversicht. Angesicht! — dir zu leben, dem Nächsten nütz zu sein, dein Wort zu halten mand Gott, du kannst es mir wohl mich ewig reuen. 210 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 3. Ach wie schön, ach wie Gassen! Herr mein Gott, ich schön ist der Engel Lobgetön! kanns nicht fassen, was das wird Hätt ich Flügel, hätt ich Flü⸗für Wonne sein. gel, flög ich über Thal und 5. Paradies, Paradies, wie Hiügel heute noch nach Zions ist deine Frucht so süß! Unter Höhn. deinen Lebensbäumen wird uns ö 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, als ob wir träumen. Bring sein, wenn ich zieh in Salem uns, Herr, ins Paradies! ein, in die Stadt der goldnen Gust Fror Ludw. Knak g. 1806 74 1878. XIX. Lieder vom christlichen Leben und Mandel. Ein Lied zu bitten um dieser Stund, schaff mir ein Glauben, Hoffnung, Liebe neues Leben! Dein Wort mein und ein seliges Ende. Speis laß allweg sein, damit ö mein Seel zu nähren, mich zu Eigene Melodie. wehren, wenn Unglück schlägt 334 Och ruf zu dir, Herr herein, das mich bald möcht „. Jesu Christ, ich verkehren. bitt, erhör mein Klagen, verleih 4. Laß mich kein Lust noch mir Gnad zu dieser Frist, laß Furcht von dir in dieser Welt mich doch nicht verzagen! Den abwenden, beständig sein ans rechten Glauben, Herr, ich End gieb mir, du hasts allein in mein, den wollest du mir geben, Händen; und wem dus giebst, der hats umsonst, es mag nie⸗ erwerben noch ererben eben. durch Werke deine Gnad, die 2. Ich bitt noch mehr, o Herre uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und geben, daß ich nicht wieder werd widerstreb, hilf, o Herr Christ, zu Spott: die Hoffnung gieb dem Schwachen! An deiner Gnad daneben, voraus wenn ich muß allein ich kleb, du kannst mich .Vhie davon, daß ich dir mög ver⸗ stärker machen. Kommt nun trauen und nicht bauen auf all Anfechtung her, so wehr, daß mein eigen Thun; sonst wirds sie mich nicht umstoße. Du kannst machen, daß mirs nicht 3. Verleih, daß ich aus Her⸗bringt Gefahr; ich weiß, du lzensgrund den Feinden mög ver⸗wirsts nicht lassen. geben, verzeih mir auch zu Johann Agricola g. 1492 f 1566. 30 Soh nun, ihr Ma ich h 2 Bür träg der H treul Hülf Him 3 hie früh Wa das gut, Wil 4 seli die Ev. Matth. II, 28. Eigene Melodie. 335 Konn her zu mir, 0 spricht Gottes Sohn, all die ihr seid beschweret nun, mit Sünden hart beladen, ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, ich will euch geben, was ich hab, will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist süß, mein Bürd gering; wer mirs nach⸗ trägt, in dem Beding wird er der Höll entweichen; ich will ihm treulich helfen tragn, mit meiner Hülf wird er erjagn das ewge Himmelreiche. 3. Was ich gethan und g'litten hie in meinem Leben spat und früh, das sollt ihr auch erfüllen. Was ihr gedenkt, ja redt und thut, das wird euch alles recht und gut, wenns g'schieht nach Gottes Willen. 4. Gern wollt die Welt auch selig sein, wenn nur nicht wär die schwere Pein, die alle Chri⸗ sten leiden; nun aber kanns Lieder vom christlichen Leben und Wandel. die Blumen auf dem Feld, also wird auch die schöne Welt in einem Nu verderben. 7. Die Welt erzittert ob dem Tod; liegt einer in der letzten Not, dann will er gleich fromm werden; der schaffet dies, der andre das, sein'r armen Seel er ganz vergaß, dieweil er lebt' auf Erden. 8. Und wenn er nicht mehr leben kann, hebt eine große Klag er an, will sich nun Gott erge⸗ ben; ich fürcht fürwahr, die gött⸗ lich Gnad, die er allzeit ver⸗ spottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben. 9. Dem Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Jungen nicht sein stolzer Mut, er muß aus diesem Maien; wenn einer hätt die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld, doch muß er an den Reihen. 2— 10. Dem G'lehrten hilft doch ö nicht sein Kunst, die weltlich Pracht ist gar umsonst, wir nicht anders sein, darum ergieb müssen alle sterben. Wer sich in dich nur darein, willst ewge Pein Christo nicht bereit, weil er lebt du meiden. 5. All Kreatur bezeuget das; was lebt in Wasser, Luft und Gras, sein Leiden kanns nicht Wer denn in Gottes meiden. in der Gnadenzeit, ewig muß der verderben. 11. Höret und merkt, ihr lie⸗ ben Kind, die jetzo Gott ergeben sind: Laßt euch die Müh nicht Nam nicht will, der muß zuletzt reuen, halt't stets am heilgen des Teufels Ziel mit schwerem Gotteswort, das ist eur Trost G'wissen leiden. und höchster Hort, Gott wird 6. Heut ist der Mensch schön, euch schon erfreuen. sch jung und schlank, sieh, morgen ist er schwach und krank, bald muß 12. Nicht Übel ihr um Übel 14²⁷ * gebt! Schaut, daß ihr hie un⸗ st er auch gar sterben; gleich wie schuldig lebt, laßt euch die Welt Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Inoch ewiglich zu Spotte. nur äffen, gebt Gott die Rach bitt ich dich: Erhalte mich in und alle Ehr, den engen Steig deiner Treu, Herr Gotte! ö 3. geht immer her! Gott wird die 2. Dein gnädig Ohr neig her De Welt schon strafen. zu mir, erhör mein Bitt, thu bitt, 13. Wenn es ging nach des dich herfür, eil bald, mich zu 1 fern Fleisches Mut in Gunst, Ge⸗erretten! In Angst und Weh Die sundheit, großem Gut, würdt ihr ich lieg und steh, hilf mir aus. nich gar bald erkalten; darum schickt meinen Nöten! frag Gott die Trübsal her, damit eur 3. Mein Gott und Schirmer, kan Fleisch gezüchtigt wär, zu ewger steh mir bei, sei meine Burg, glei Freud erhalten. darin ich frei und ritterlich mög dock 14. Ist bitter euch das Kreuz streiten wider mein? Feind, der.⸗ unt und schwer, gedenkt, wie heiß die gar viel seind an mir auf beiden ö mic Hölle wär, darein die Welt thut Seiten. Hei rennen, mit Leib und Seel muß 4. Du bist mein Stärk, mein 150 leidend sein ohn Unterlaß die Fels, mein Hort, mein Schild, ö He ewge Pein und kann doch nicht mein Kraft, sagt mir dein Wort, ö Ri verbrennen. mein Hülf, mein Heil, mein ö G 15. Ihr aber sollt nach dieser Leben, mein starker Gott in S Zeit mit Christo haben ewge aller Not; wer kann mir wider⸗ Freud; dahin sollt ihr gedenken. streben? 0 Kein Mann lebt, der aussprechen 5. Mir hat die Welt trüglich 3— kann die Wonne und den ewgen gericht mit Lügen und durch äe Lohn, den euch der Herr wird falsch Gedicht viel Netz und i schenken. heimlich Stricke; Herr, nimm ö‚ S 16. Und was der ewig gütge mein wahr in der Gefahr, hüt ö in Gott in seinem Wort versprochen mich vor falscher Tücke! 0 phat, geschworn bei seinem Na⸗ 6. Herr, meinen Geist befehl J men, das hält und giebt er ich dir, mein Gott, mein Gott, 1 gewiß fürwahr. Der helf uns zu weich nicht von mir, nimm mich nU der Engel Schar durch Jesum in deine Hände! O wahrer Gott, Christum! Amen. 1530. aus aller Not hilf mir am letzten ö Ende! u — 7. Lob, Preis und Ehr und 9 Hi e 32 Herrlichkeit sei Gott Vater und 0 Eigene Melodie. Sohn bereit, dem heilgen Geist 33 6 AI dich hab ich ge⸗(mit Namen! Die göttlich Kraft +„hoffet, Herr, hilf, mach uns sieghaft durch Jesum daß ich nicht zu Schanden werd Christum! Amen. Das Adam Reusner g. 1496 f um 1575. ꝑISCRCRSSe:?:??eeee Eigene Melodie. 33 7. erzlich lieb hab ich dich, o Herr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Hüunuel frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nt und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot! 3. Ach Herr, laß deine Enge⸗ lein an meinem End die Seele mein in Abrahams Schoß tra⸗ gen, den Leib in sein'm Schlaf⸗ lämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 213 mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling g. 1532 1 1608. Mel. Aus 97191 195 ahin ich zu dir. 338. 9³⁵ wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben, allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben! Er⸗ halt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gieb mir Ge⸗* duld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu ver⸗ leih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte, behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit, wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß s gescheh mit Freu⸗ den. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o Herr, ein seligs End gieb mir durch Jesum Christum! Amen Caspar Bienemann g. 1540 1 1591. Eigene Melodie, oder* Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. 3 3 9 ‚ 9˙5, Hilf, daß nach dir von Herzen mich ver ö lange und ich dich suche mitsssff ———ͤ— — ä—— 21⁴4 mit Freude dich in meiner Angst bald finde; gieb mir den Sinn, daß ich forthin meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Schmerz mich deiner Gnad ergebe, hab täglich ein zerknirsch⸗ tes Herz, in wahrer Buße lebe, vor dir erschein, herzlich bewein all meine Missethaten, die Hände fein laß milde sein, dem Dürf⸗ tigen zu raten. 3. Die Lust des Fleisches dämpf in mir, daß sie nicht überwinde; rechtschaffne Lieb und Lust zu dir in meinem Sinn anzünde, daß ich in Not bis in den Tod dich und dein Wort bekenne, und mich kein Trutz noch Eigennutz von deiner Wahr⸗ heit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanft⸗ mut ziere, auch alle Hoffart von mir nimm und mich zur Demut führe! Was sich noch findt von alter Sünd durch deinen Geist 4 ausfege, gieb, daß allzeit Trost, Fried und Freud sich in mir Armen rege. 5. Den Glauben stärk, die Lieb erhalt, die Hoffnung mache feste, daß ich von dir nicht wanke bald, Beständigkeit ists Beste; den Mund bewahr, daß nicht Gefahr durch ihn mir werd er⸗ wecket; gieb Brot dem Leib, doch daß er bleib von Wollust unbe⸗ flecket. 6. Gieb, daß ich treu und Ifleißig sei in dem, was mir ge⸗ Lieder vom christlichen Leben und Wandel. bühret, daß ich auch nicht durch Heuchelei und Ehrgeiz werd ver⸗ führet. Leichtfertigkeit, Haß, Zank und Neid laß in mir nicht ver⸗ bleiben, verstockten Sinn und Diebsgewinn wollst du fern von mir treiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rat, von falscher Meinung trete, dem Armen helfe mit der That, für Freund und Feind stets bete, dien jedermann, so viel ich kann, das Böse haß und meide nach deinem Wort an allem Ort, bis ich von dannen scheide. Joh. Heermann g. 1585 T 1647 Eigene Melodie. 3 40 Gott, du frommer 0 Gott, du Brunn⸗ quell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein un⸗ verletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll; und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützlich Wort aus mei⸗ nem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck, ohn Ver⸗ druß! Lieder vom christlichen 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gieb einen Hel ldenmut, das Kr euz hilf selber tragen! Gieb, daß ich mei⸗ nen Feind mit Sanftmut über⸗ wind, und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Ge⸗ duld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, daß ich mit Ehren mer all meine grauen Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden, dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken, laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön ver⸗ klärt zum auserwählten Hauf!d Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Ev. Matth. 5. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Gott mit Thränen stehn. Diese Leben und Wandel. 215 ren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören zu der rechten Christen Zahl, die bekennen mit dem Mund, glau⸗ ben fest von Herzensgrund und bemühen sich daneben, guts zu thun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demut haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd allein gepreist, danken dem auch für und für, denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird noch zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauren findt, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd, die deshalben traurig gehn, oft vor sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die Eaurn Herzen, da man Sanftmut spüren kann, welche Hhn und Trutz verschmierz en, weichen gerne jedermann, die nicht suchen eigne Sh und befehlen Gott Sach. Diese will der Herr so schi ützn, daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich stre⸗ ben nach Gerechtigkeit und Treu daß an ihr rem Thun und Leben nicht Gewalt noch Unrecht sei die da lieben gleich und recht sind aufrichtig, fromm und scllachs Geiz, Betrug und Unrecht hasse 341. Km dern 100 ———3—3——— lassen. Die wird Gott satt—1 V wieder Barmherzigkeit erlangen. welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen die da stiften Fried und Ruh, raten allerseits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden ewig mit den Ehrenkronen. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 6. Selig sind, die aus Erbar⸗ men sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behülflich sind mit Rat, auch wo möglich mit der That, werden Hülf empfangen und 7. Selig sind, die funden wer⸗ den reines Herzens jederzeit, die in Werk, Wort und Geberden lie⸗ ben Zucht und Heiligkeit. Diese, Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Friede machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht verschul⸗ den und gerecht befunden sein. Ob des Kreuzes gleich ist viel, setzet Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, aus Gnaden fähig werd. Gieb, daß ich solcher Seligkeiten auch daß ich mich acht gering, meine Klag oft vor dich bring, Sanft⸗ ut auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe; diene, immer hab ein reines Herz, die in Unfried stehn, ver⸗ sühne, dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Hannov. Gsb. 1648 nach Joh. Heermann g. 1585 1 1647. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 3 42 treuer Heiland, 0 Jesu Christ, der du auch mir geboren, ja auch für mich gestorben bist, laß doch nicht sein verloren an mir das groß Erlösungswerk, vielmehr gieb Gnade, Kraft und Stärk, inbrünstig dir zu danken! 2. Gieb Gnade, daß ich dich hinfort als meinen Heiland liebe, dir lebe und in deinem Wort mich treu und fleißig übe. Und wie du, Herr, gestorben bist, so hilf mir auch, zu jeder Frist den Sünden abzusterben. 3. Du standest von den Toten auf, brachst durch des Grabes Thüren; drum laß mich einen neuen Lauf voll Geist und Tugend führen, laß mich von Sünden auf⸗ erstehn, in deinen heilgen Wegen gehn und dir zu Ehren leben! 4. Laß hier in deinem Reiche mich dir treu, beständig dienen, in guten Werken fruchtbarlich stets wachsen, blühn und grünen, bis du nach meinem Pilgrims⸗ lauf mich nimmst in deinen Himmel auf, wo du zur Rechten 11. Daß ich Armen helf und sitzest. 16332 — r-e„N* Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 217 Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Pfalm 118. 343 La uns mit Jesu Mel. Werde munter, mein Gemüte. ziehen, seinem Vor⸗ 3 4 4 ilf uns, Herr, in ö bild folgen nach, in der Welt der allen Dingen, Welt entfliehen auf der Bahn, daß wir unser Amt und Werk die er uns brach, immerfort zum wohl anfangen und vollbringen, ke. Himmel reisen, irdisch noch schon gieb uns Weisheit, Kraft und himmlisch sein, glauben recht und Stärk! Ohne deine Hülf und 17. leben fein, in der Lieb den Glau⸗ Gunst ist all unser Werk um⸗ ben weisen. Treuer Jesu, bleib sonst; hilf uns, Herr, in allen bei mir, gehe vor, ich folge dir. Dingen und laß alles wohl ge⸗ d 2. Lasset uns mit Jesu leiden, lingen! Leide in der letzten Todesnot, I— er seinem Vorbild werden gleich; 2. Hilf uns, Herr, an allen ch nach dem Leide folgen Freuden, Orten, wo wir dein bedürftig ch Armut hier macht dorten reich, sein, brich der Hölle Macht und 8 Thränensaat die erntet Lachen, Pforten und gieb deinem Häufe⸗ Hoffnung tröstet mit Geduld; es lein, deiner armen Christenheit, , kann leichtlich Gottes Huld aus Liebe, Fried und Einigkeit! Hilf dem Regen Sonne machen. Jesu, uns, Herr, in allen Dingen und ch +* hier leid ich mit dir, dort teil laß alles wohl gelingen! e/ deine Freud mit mir! 3. Hilf uns, Herr, in allen ch 3. Lasset uns mit Jesu sterben; Nöten, aller Trübsal und Ge⸗ I 1 sein Tod uns vom andern Tod fahr, laß uns keine Drangsal f rettet und vom Seelverderben, töten, nimm doch unser also n von der ewiglichen Not. Laßt wahr, daß Kreuz, Elend und uns töten, weil wir leben, unser Verdruß uns zum Besten dienen n Fleisch, ihm sterben ab, so wird muß. Hilf uns, Herr, in allen 8 er uns aus dem Grab in das Dingen und laß alles wohl ge⸗ n Himmelsleben heben. Jesu, sterb lingen! ich, sterb ich dir, daß ich lebe für 4. Hilf uns, Herr, aus allem n — . — — —. — — — S — — r N * —— — 1 E: — 35— 2 — 2 — — b — — Sigism. v. Birken g. 1626 T 1681. 218 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. nicht! O Herr Jesu, deine Hand 3. Sei getreu in deiner Lieb⸗ leist uns Hülfe und Beistand, gegen Gott, der dich geliebt; auch daß wir nach vollbrachtem Ringen die Lieb am Nächsten übe, wenn Lob und Dank dir ewig singen. er dich gleich oft betrübt. Denke, Nach Martin Rinckart g. 1585 f1649. wie dein Heiland that, als er Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. ben fest an Jesum Christ, der Huns zu helfn ein Meister ist wie er sich selbst thut nennen. deinem Wort immerfort zu Namen; daß uns dein guter Geist regier, auf ebner Bahn zum Himmel führ durch Jesum Christum. Amen. Samuel Zehner g. 1594 4 1635. gottselig Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 8 ei getren bis an II 346. das Ende, da⸗ mit keine Qual und Not dich von deinem Jesu wende, sei ihm treu bis in den Tod! Ach das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glau⸗ ben, laß dir dessen festen Grund 6Hja nicht aus dem Herzen rauben, halte treulich deinen Bund, den Sein Herz durchs Wasserbad fest mit Gott geschlossen hat. Ewig ist der Mensch verloren, der ihm Itreulos hat geschworen. bußfertiglich erkennen und glau⸗ für die Feinde bat; du mußt, soll dir Gott vergeben, auch ver⸗ ö zeihn und liebreich leben. 345. Aun denn Guad, 4. Sei getreu in deinem Leiden daß wir all Sind und Missethat and laß dich kein Engemach⸗keine Not von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld; selig ist, 2. Hilf, daß wir auch nach leben Ehren deinem wer willig träget, was sein Gott ihm auferleget. 5. Hat dich Kreuz und Not be⸗ — und Gott hilft nicht also⸗ fort, bleibe treu in deinem Hoffen, traue fest auf Gottes Wort! Hoff auf Jesum festiglich, sein Herz bricht ihm gegen dich, seine Hülf ist schon vorhanden; Hoffnung machet nie zu Schanden. ö 6. Sei getreu in allen Sachen, in dem Anfang, Mittel, Schluß, fürchte Gott und laß ihn machen, hüte dich vor Joabs Kuß), such in allem Gottes Ruhm, führ ein wahres Christentum, sei zwar klug in deinem Glauben und doch ohne Falsch wie Tauben! *) 2 Sam. 20, 9. 7. Sei getreu in Todesstunden, halt dich glaubensvoll an Gott, flieh getrost in Christi Wunden, sei getreu bis in den Tod! Wer mit Jesu gläubig ringt, ihn wie Jakob hält und zwingt, dem will er in jenem Leben seine Freuden⸗ krone geben. — —— Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 219 ebe 8. Nun wohlan, ich bleib im liegt er da, und hat sein Fuß such Leiden, Glauben, Lieb und Hoff⸗ vergeblich sich bemühet. un nung fest, ich bin treu bis an 6. Drum, lieber Vater, der du ke, das Scheiden; Jesus, der mich Kron und Zepter trägst in dei⸗ er 0 nicht verläßt, ist, den meine nem Thron und aus den Wolken ßt, Seele liebt, dem sie sich im Kreuz blitzest, vernimm mein Wort und ergiebt; ihm befehl ich meine Sachen, denn ich weiß, er wirds wohl machen. Nach Benj. Prätorius g. 157114 1668. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. 347 Qch weiß, mein 4/. Gott, daß all mein Thun und Werk in dei⸗ nem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen; was du regierst, das geht und steht auf rechten, guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen höre mich vom Stuhle, da du sitzest. 7. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 8. Gieb mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen; sei du mein Freund und treuer Rat, was recht ist, zu er⸗ füllen. 9. Prüf alles wohl, und was mir gut, das gieb mir ein; was 11* 1 ilf in 56 ne ·6 188 Fleisch und Blut erwählet, das 0 2. R d. verwehre! Der höchste Zweck, das ö ö lic 9930 0 225. c 0 beste Teil sei deine Lieb und Ehre! n, Hadrihr allein, daß Menschenrat 10. Was dir gefällt, das laß 5„ 0—.— auch mir, o meiner Seele Sonn n, 3. Oft denkt der Mensch in und Zier, gefallen und belieben; ch seinem Mut, dies oder jenes sei was dir zuwider, laß mich nicht n ihm gut, und ist doch weit ge⸗ in Werk und That verüben! r ehlet; oft sieht er auch für 11. Ists Werk von dir, so hilf schädlich an, was doch Gott selbstzu Glück, ists Menschenthun, so erwählet. treib zurück und ändre meine 9. 4. So fängt auch mancher Sinnen! Was du nicht wirkst, „ weise Mann ein gutes Werk pflegt von ihm selbst in kurzem , zwar fröhlich an und bringts zu zerrinnen. „ doch nicht zum Stande; er baut 12. Sollt aber dein und unser r ein Schloß und festes Haus, doch Feind an dem, was dein Herz x e nur auf lauterm Sande. gut gemeint, beginnen sich zu 5. Wie mancher ist in seinem rächen, ist das mein Trost, daß Sinn fast über Berg und Spitzen seinen Zorn du leichtlich könnest hin, und eh er sichs versiehet, so brechen. 13. Tritt zu mir zu und mache leicht, was mir sonst fast un⸗ möglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst an⸗ gefangen hast durch Weisheit dei⸗ ner Hände. 14. Ist ja der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, da ihn sonst vor graut, mit tapfrem Mut be⸗ zwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 16. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge. So hilf nur, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt g. 1607 1676. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. 348. Shattsenen Bund, o Mensch, in deinem Leben, leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben! Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinenn Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keinen Wind des Kreuzes dich abkehren! Ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr begehren? Dies höchste Gut macht rechten Mut; kann seine Huld dir wer⸗ den, nichts Bessers ist, mein lieber Christ, im Himmel noch auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Ju⸗ gend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebens⸗ lauf von seiner Liebe scheiden! Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrau⸗ ben; was er verspricht, das bricht er nicht; das sollst du kühnlich glauben. 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darein er dich gesetzet; wenn er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der dich verletzet? Wer seine Gnad zur Brustwehr hat, kein Teufel kann ihm schaden; steht diese Wehr um einen her, dem bleibet wohl geraten. 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen, steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen! Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 33Ecckeg 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; schweben. Ich bin der Weg, ich streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht! Wär je der Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß beizeit nur wieder aufzustehen. 7. Sei Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts abwenden! Er wird und kann in aller Not dir treuen Beistand senden. Und käm auch gleich das höllisch Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Him⸗ mel dir aufsetzen; da wirst du dich fort ewiglich in seiner Treu ergetzen. Michael Franck g. 1609 4 1667. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. ir nach, spricht 349. M Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle! Nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugend⸗ Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 221 folget mir, soll nicht im Finstern weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demü⸗ tigkeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fließt zu jeder Zeit von süßem Sanftmutsble; mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn! 4. Ich zeig euch, das was schädlich ist zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seele Fels und Hort und führ euch zu der Him⸗ melspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, wenn er den Feldherrn an sieht gehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlie⸗ ren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott ein⸗ führen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, ge⸗ trost und gern in allem Leiden stehen. Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. leben; wer zu mir kommt und Johann Scheffler g. 1624 4 1677. 222 Eigene Melodie. 350 lles ist an Gottes 5 Segen und an seiner Gnad gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher er⸗ nähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderlich ge⸗ führet und noch leitet und re⸗ gieret, wird forthin mein Helfer sein. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was Vergnügung pflegt zu bringen und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad er⸗ geben und ihm alles heim⸗ gestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu er⸗ füllen, es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschrei⸗ ben, wie Gott will, so muß es bleiben, wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben, ich verlasse mich auf ihn; ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 1676. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Matth. 26, 41. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 351. Ma bere wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Ver⸗ suchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag fin⸗ den, weils ihm sonst ein Leich⸗ tes ist, dich zu überwinden; und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sieh, damit nie viel von falschen Brü⸗ dern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich,“ für dein Fleisch und Herze, da⸗ mit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmei. cheln. 8. 30 wenn e langet wollen unsern Fleisch überwi⸗ 9⁴ uns se wenn Sohn er wil Gunst glauber 10. dar we die A immer Zeit i Gott v vernich 35 Lebens Wonn nach d meiner Zorn. mein Hereit, dich rhofft 8 List Ver⸗ t auf denn lange dem inden dich hten; Licht denn einer aben. tans fin⸗ Zgeich⸗ den; liebt, n sie t die binge ieder Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und be⸗ strickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er ver⸗ langet unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen, denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immer⸗ gar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten. Denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burch. Freystein 4 1720. Eigene Melodie. 352 H Jesu, Gnaden⸗ 0 sonne, wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen, mein zott, versag mirs nicht! 2. Vergieb mir meine Sünden ad wirf sie hinter dich, laß allen Zorn verschwinden und hilf mir nnädiglich, laß deine Friedens⸗ gaben mein armes Herze laben, ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis, Herr, durch dein heilig Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahr⸗ heit bleibe zu Trutz der Höllen⸗ pfort. 5. Mit deiner Kraft mich rüste zu kreuzgen mein Begier und alle bösen Lüste, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innrem Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut, denn das sind Gnaden⸗ werke, die dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gna⸗ den, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu! Gieb, daß ich deinen Willen gedenke zu erfüllen, und steh mir kräftig bei! Ludw. Andr. Gotter g. 1661 4 1735. ———— Mhil. 2, 12. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. chaffet, schaffet, 353. Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit, bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög ge⸗ schehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und nach dessen Neigung gehen, sondern was Gott will und thut, das muß ewig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in allen übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach zu be⸗ kennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnaden⸗ kraft nur allein das Gute schafft, ja daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht und die Sünde in sich dämpfet, selig, wer die Welt ver⸗ schmäht. Unter Christi Kreuzes⸗ schmach jaget man dem Frieden nach, wer den Himmel will er⸗ erben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg, wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen hat bei Christen keine Statt, fleischlich reden, thun und lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen, er ists, der des Geistes Ol und nach dem es ihm beliebt Wollen und Vollbringen giebt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sün⸗ denglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod danieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab, was euch ärgert, senkt ins Grab*) und denkt oftmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte! ) Matth. 5, 30. 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht, gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, daß ich so in Jesu Namen meinen Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Glaubenskampf vollführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter g. 1661 4 1735. Eigene Melodie. 0 ieh, wie liebli 354. S und wie sei ists, wenn Brüder friedlich sein, wenn ihr Thun einträchtig ist, ohne Falschheit, Trug und List. 2. Diesen ja verheißt der Herr reichen Segen nach Begehr und das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 3. Aber ach, wie ist die Lieb so verloschen, daß kein Trieb mehr auf Erden wird gespürt, der des andern Herze rührt. 4. Jedermann lebt für sich hin in der Welt nach seinem Sinn, denkt an keinen andern nicht; wo bleibt da die Liebespflicht? 5. O Herr Jesu, Gottes Sohn, schaue doch von deinem Thron, schaue die Zerstreuung an, die ein Mensch nicht bessern kann. 6. Sammle, großer Menschen⸗ hirt, alles, was sich hat verirrt, laß in deinem Gnadenschein alles ganz vereinigt sein! 7. Gieß den Balsam deiner Kraft, der dem Herzen Leben schafft, tief in unser Herz hinein, strahl in uns den Freudenschein! 8. Bind zusammen Herz und 225 deine Hand das geweihte Bru⸗ derband! 9. So wie Vater, Sohn und Geist drei und doch nur eines heißt, wird vereinigt ganz und gar deine ganze Liebesschar. 10. Was für Freude, was für Lust wird ihr da nicht sein be⸗ wußt! Was sie wünschet und begehrt, wird von Gott ihr selbst gewährt. 11. Alles, was bisher ver⸗ wundt, wird mit Lob aus Einem Mund preisen Gottes Liebes⸗ macht, wenn er alls in eins gebracht. 12. Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei dem Höchsten allezeit, der, wie er ist drei in ein, uns in ihm läßt eines sein. V. 1—2 Mich. Müller g. 1673 1704. V. 3—12 J. Christ. Nehring 1 1736. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 355. Eipansf mir, schließ zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür, ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus! 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend An⸗ gesicht erleuchten mein Herz und Herz, laß uns trennen keinen Schmerz, knüpfe selbst durch *ee—.— Gemüt, o Brunnen unerschöpf⸗ ter Güt! ———— 226 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich, gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand! 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir er⸗ geben bin. Heinr. Georg Neuß g. 1654 4 1716. Eigene Melodie. 356 3 kostet viel, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben, denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immer⸗ dar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich Ein Kampf wohl ausgericht, das machts noch nicht. wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich sein, so lieblich im Geüchte, dieweil ihn da die wesentliche Pracht so schön ge— macht. 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn und es mit Gott zu Einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? 6. Da giebt sich ihm die Weisheit ganz, die es hier stets als Mutter hat gespüret,*) sie krönet es mit ihrem Perlen⸗ kranz und wird als Braut der Seele zugeführet. Die Heimlich⸗ keit wird da ganz offenbar, die in ihr war.“) ) Spr. 8, 1. 31.) 1 Cor. 2, 9. 10. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die ihren Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht der Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh, die Gnade aber macht, daß mans nicht acht. 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht i m großen Lichte; wie 7. Was Gott genießt, genießt es auch, was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben; der Him⸗ mel steht bereit ihm zum Ge⸗ brauch, wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein als Gott allein. 8. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsternis zu reißen. Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn,“) wie wohl wirds thun!) Offenb. 14, 13. Christ. Friedr. Richter g. 167641711. —— NIEEN — * 9 —— eretteetee———————3——*— Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. 357 8 ist nicht schwer, 2 ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich im⸗ merdar in Christi Tod zu geben, doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kind⸗ lein sein, du darsst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein', das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr, es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, die Unlust schafft in dir dein eigner Wille. Drum übergieb nicht Not. 4. Wirf nur getrost den Kum⸗ mer hin, der nur dein Herz ver⸗ geblich schwächt und plaget; er⸗ wecke nur zum Glauben deinen Sinn, dein schwaches Herze sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an! so ists gethan. ö 5. Faß nur dein Herze in Ge⸗ duld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so ist dein Fehl und kindliches Versehn als nicht geschehn. 227 6. Laß nur dein Herz im Glau⸗ ben ruhn, wenn dich wird Nacht und Finsternis bedecken; dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun; vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken, ja, siehst du endlich ferner keine 1 Spur, so glaube nur! 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn, und wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ so selig ist. 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die süße Ruh, in Friede sollst du vor dem Vater schweben. und Last wirf nur getrost und ihn willig in den Tod, so hats kühn allein auf ihn. wenn Furcht und Weh naget; Die Sorg Christ. Friedr. Richter g. 16761 1711. Eigene Melodie. 3 58 H² legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht sei⸗ nen Ursprung wieder; laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armut sein gericht! 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, laß mich in deinem Tode sterben; o könnte doch in deiner Pein die Eigenheit er⸗ tötet sein! ö ö 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen mit der Gelassenheit er⸗ füͤllen, brich der Natur Gewalt IIIIR — entzwei und mache meinen Wil⸗ len frei. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe, nur ist von der Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden, der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch im⸗ mer treu geblieben; ich weiß ge⸗ wiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus solchen Netzen ziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröh⸗ lich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 228 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. — 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich schon die süße Beute und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christ. Friedr. Richter g. 167641711. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 359 Menn lieber Gott, 0 gedenke meiner im besten jetzt und allezeit, denn außer dir ist nirgend keiner, der mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zu⸗ versicht und sagt mir: Du ver⸗ gißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache mir die Himmelslehre zu Saft und Kraft im Christentum, daß so dein Same wohl geling und hundertfältig Früchte bring. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke stets in Gnaden drauf! Weil ich in Christo vor dich trete, so schließ dein Herz und Ohren auf, doch gieb mir nichts als dies allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich 10. Drum will die Sorge mei⸗ ner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen; ach drücke tief in selig bin. gedenke und mich in deinen Ab⸗ grund senke, so werd ich von dir angeblickt, und mein Herz wird von dir erquickt. meinen Sinn, daß ich in dir schon 11. Wenn ich mit Ernst hieran falle, und wirf mich nicht im Zorne hin! Weil ich wie andre Menschen alle im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand! 5. Gedenke meiner, wenn ich leide! Wen hab ich sonft, als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und · •— es— 8 — 1 —OSR HE ee N Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 2²29 Tröster könnte sein? Und hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn Welt und Teufel böse thut. 6. Gedenke meiner auch in allen, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohl⸗ gefallen in meinem ganzen Leben an! Denn giebst du mir, was dir gefällt, so ists um mich recht gut bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe, und wenn mich alle Welt vergißt; versetze mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist. Denn bliebst du nicht im Himmel mein, so wollt ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts be⸗ trüben, in deine Hände hast du mich zu Heil und Segen ange⸗ schrieben; drum sieht die Hoff⸗ nung bloß auf dich und denkt, im Glauben ungekränkt, daß Gott im besten meiner denkt. Erdmann Neumeister g. 167171756. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 360 Enm mich, o ewigs Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein! 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sünden⸗ wust, ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust als was du willst, will, ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll! 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, Angesicht. Joh. Friedr. Ruopp 1 1708. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 361 Libsir Jesu, der du * mich selber durch dein Blut erkaufet, und auf dessen Namen ich als ein Christe bin getaufet, laß mich deinen Geist regieren, solchen Namen recht zu führen. 2. Laß mich meiner Taufe Bund ernstlich immerdar betrach⸗ ten, laß mich doch von Herzens⸗ grund Satan, Welt und Fleisch verachten, laß hingegen stets mich üben, Gott und Menschen recht zu lieben. 3. Laß mich, Herr, den schma⸗ len Weg durch die enge Pforte gehen, laß auf deines Wortes Steg einzig meine Augen sehen, gieb Geduld in Kreuz und Leiden, daß sie nie mich von dir scheiden. 4. Komm, vermähle selber dich, liebster Jesu, meiner Seelen, gönne, daß auf ewig ich dich zu meiner Lust mag wählen, gieb, daß keine Trübsalsfluten löschen unsrer Liebe Gluten. 5. Laß mich hier in dieser Welt als ein wahrer Christe leben und sodann, wenn dirs Gehorsam leist und nichts sonst, aufgeben, auch im Himmel zu o ewigs Licht, von Angesicht zu gefällt, christlich meinen Geist — 230 den Frommen und den wahren Christen kommen. 6. Ehre, Glücke, Kunst und Ruhm laß ich dieser Welt da⸗ hinten, aber nur mein Christen⸗ tum werde ich dort wiederfinden, wo mit schönen Ehrenkronen Gott will wahren Christen lohnen. Hnr. Jon. Wehrenberg g. 1651 1 1713. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. üstet euch, ihr 362. R Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan selbst hat eur begehrt; wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir be⸗ halten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, die ihr seid Chriften, und stehet in des Her⸗ ren Kraft! Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Rittüt 4ü Gott Lob, Lieder vom christlichen Leben und Wandel. wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus denen Überwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir ge⸗ treu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends 4 1721. Eigene Melodie. 363. inge recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan wider⸗ aset werde weder matt noch weich! 3. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 4. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 5. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das beste, Rück⸗ — 4664 ein 666 36 V. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 231 6. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit, bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg⸗ und Sicherheit! 7. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, Halt von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu gut. 8. Denkt bei jedem Augen⸗ blicke, obs vielleicht der letzte sei, bringt die Lamen ins Geschicke, holt stets neues Ol herbei! 9. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 10. Eile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willt, mach dich los von allen Ketten, fleuch wie ein gejagtes Wild! 11. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar*) ein, eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein!) 1 Mose 19, 2. 23. 12. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborg⸗ nen Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 13. Eile, zähle Tag und Stun⸗ den, bis dein Bräutgam kommt und winkt und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 14. Eile, lauf ihm doch ent⸗ gegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit nun mein Hüttlein abzulegen, mich dürst nach der Ewigkeit. Joh. Jos. Winckler g. 1670 4 1722. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. 36 4 ch Gott, verlaß 2 mich nicht, gieb mir die Gnadenhände, ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Selig keit, sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz, ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen, ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gieb mir den guten Geist, gieb Glaubens⸗ zuversicht, sei meine Stärk und Kraft, ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzens⸗ grunde, ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde! Wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir, ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, ach laß dich doch bewegen, ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt, ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich bleibe dir ergeben; hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Not und Tod, ach Gott, verlaß mich nicht! ö‚ Salomo Franck(2) g. 1659 4 1725. 232 Mel. O du Liebe meiner Liebe. 365. Hel und Herz ver⸗ eint zusammen, sucht in Gottes Herzen Ruh! Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht, und wir der Sch hein, er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euren Bund, schwöret unsrem überwinder Lieb und Treu von Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie ihr ihn beetrübet, wenn ihr selbst euch Eintrag thut. Halleluja! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist. 5. Ach du holder Freund, ver⸗ eine deine dir geweihte Schar, daß sie sich so herzlich meine, wies dein letzter Wille war; ja du selbst im Wesen bist, alles, verbinde in der Wahrheit, die Lieder vom christlichen Leben und Wandel. was von deiner Klarheit in der That erleuchtet ist. 6. So wird dein Gebet erfüllet, daß der Vater alle die, welche du in dich verhüllet, auch in seine Liebe zieh, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern er— freun. 7. Liebe, hast du uns geboten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten trägen Geister lebensvoll, zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von Einem Stamme, stehen auch für Einen Mann. 8. Laß uns so vereinigt wer⸗ den, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein; also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nik. Ludw. v. Zinzendorf g.1700 1760. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. 3 6 6 H• Einfalt, Gnadenwun⸗ der, tiefste Weisheit, größte Kraft, schönste Zierde, Liebeszunder, Werk, das Gott alleine schafft! 2. Alle Freiheit geht in Ban⸗ den, aller Reichtum ist nur Wind, alle Schönheit wird zu Schanden, wenn wir ohne Ein⸗ falt sind. 3. Wenn wir in der Einfalt stehen, ist es in der Seele licht; 2....—..— Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 233 aber wenn wir doppelt sehen, so vergeht uns das Gesicht. 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, eine kluge Ritterschaft, die auf ihrem schmalen Pfade nicht nach dem und jenem gafft. 5. Einfalt denkt nur auf das Eine, in dem alles andre steht; Einfalt hängt sich ganz alleine an den ewigen Magnet. 6. Einfalt quillt aus Jesu Wunden mit dem teuren Got⸗ tesblut; wer sie da nicht hat gefunden, der ist fern von die⸗ sem Gut. 7. Wer nur hat, was Jesus giebet, wer nur lebt aus seiner Füll, wer nur will, was ihm beliebet, wer nur kann, was Jesus will; 8. Wer nur geht auf seinem Pfade, wer nur sieht bei seinem Licht, wer nur stets verlangt nach Gnade und mag alles andre nicht; 9. Wer ihn so mit Inbrunst liebet, daß er seiner selbst ver⸗ gißt, wer sich nur um ihn betrü⸗ bet und in ihm nur fröhlich ist; 10. Wer allein auf Jesum trauet, wer in Jesu alles findt: der ist auf den Fels erbauet und ein seligs Gnadenkind. A. G. Spangenberg g. 1704 1 1792. V. 4 von N. L. v. Zinzendorf. Eigene Melodie. rn mit dem du Freundschaft aufge⸗ richtet, das, als es ward auf dich getauft, sich zu des Satans Haß verpflichtet, sieht, wie es selbst sich nicht beschirmen kann, und rufet dich um Sieg und Beistand an. 2. Du hast der Schlange Kopf zerstört, ihr Gift gedämpft, ihr Reich bezwungen; es hat dein; Tod den Tod verheert und ihn in frohem Sieg verschlungen, die Schuld getilgt, die freche Welt besiegt, daß nun der Feind zu. deinen Füßen liegt. 3. Doch weil hier noch die Probezeit, hast du ihm so viel Macht gelassen, daß er uns kann durch Kampf und Streit, bei unserm Fleisch und Blute fassen. Es stimmt die Welt, als die ihm folgt, mit ein; hier ist es Not, auf seiner Hut zu sein. 4. Mit so viel Feinden finden wir, o Herr, uns überall umge⸗ ben. Der eine reizt und schmei⸗ chelt hier, dort droht ein andrer unserm Leben, ja allesamt sind sie darauf bedacht, daß unser Geist werd um sein Heil gebracht. 5. Wer ist hier tüchtig zu be⸗ stehn und über Lust und Furcht zu siegen? Soll es durch unsre Kraft geschehn, so werden wir bald unterliegen. Die Feinde sind zu listig, stark und groß, wir aber stehn von Macht und Weisheit bloß. 6. Doch was uns fehlt, das finden wir, erwürgtes Lamm, in deinen Schätzen; dein Beistand ist uns gut dafür, daß uns kein Satan kann verletzen; du ziehest uns mit Kraft und Weisheit an, * daß deine Güt noch auf mich daß unser Geist weit überwinden kann. 7. Gieb nur, daß wir nicht träge sein noch selbst die Waffen niederlegen; flöß uns die Kraft des Glaubens ein, damit wir mutig streiten mögen; bewahre uns vor weicher Zärtlichkeit, wenn Fleisch und Blut sich vor dem Kreuze scheut. 38. So wollen wir, wenn nach dem Streit die frohen Sieges⸗ lieder klingen, in jener stillen Ewigkeit, o Heiland, deinen Ruhm besingen, wenn du den Tod, den letzten Feind, besiegt, und alles nun zu deinen Füßen liegt. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 368 H² bin ich, Herr, 0 du rufest mir, du ziehest mich, ich folge dir. Du forderst von mir Herz und Sinn, mein Schöpfer, nimm, ach nimm es hin! 2. Ich hab oft deinen Wink verschmäht, es ist mir leid, ich komme spät; doch ist mir lieb, armen Sünder sieht. 3. Ich wag es aber länger nicht, zu unterlassen meine Pflicht, ich komme, Herr, voll Reu und Buß; ach aber, ach wie wankt mein Fuß! 4. Es geht mir, wie es Petro ging: dort kommt ein Sturm, Lieder vom christlichen Leben und Wandel. die starke Hand, so wird das Sinken abgewandt. 5. Du riefest mich, nun ruf ich dir. Mein Heiland, komm zu Hülfe mir! Mein matter Fuß kann nirgend fort, ach trage mich an Stell und Ort! 6. Flößt du mir Matten Kräfte ein, so werd ich künftig stärker sein, so folg ich dir, mein Herr und Gott, durch Flut und Glut, durch Not und Tod. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. 0 ieb mir ein from⸗ 369. G mes Herz, du Geber aller Gaben! Das soll mein Reichtum sein, den ich be⸗ höchster Ruhm, mein Schmuck und schönste Pracht, denn fromm sein wird bei Gott und Engeln hoch geacht. 2. Gieb mir ein frommes Herz in allem meinem Denken, wenn sich mein eitler Sinn auch will zum Bösen lenken. Ach schrecke mich doch ab von der Gottlosen Weg und führe mich, o Gott, den rechten Himmelssteg! 3. Gieb mir ein frommes Herz, das sich nicht läßt verführen, laß deinen guten Geist dasselbe kräf⸗ tig rühren! Herr, laß mich nimi⸗ mermehr auf böses Beispiel sehn, vielmehr mit aller Treu in Christi Stapfen gehn! 4. Gieb mir ein frommes Herz, wenn ich viel Böses höre, daß ich sink, ich sink. Ach reiche mir die Gewohnheit nicht mich auch gehr zu haben, das ist mein Ss 8 SSCSSV Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 235 zuletzt bethöre; schließ meine Ohren zu, gieb deinem Worte Kraft, das sagt, du forderst auch von Worten Rechenschaft. 5. Gieb mir ein frommes Herz, wenn ich die Welt betrachte, daß ich die Eitelkeit und Sündenlust verachte. Es muß die schnöde Welt mit ihrer Lust vergehn, den Frommen aber bleibt der Himmel offen stehn. 6. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich fromm sei und bleibe und nur, was dir gefällt, in meinem Leben treibe. Heut fromm sein, morgen bös, und so in Wankelmut bald Guts, bald Böses thun, stürzt in die Höllenglut. 7. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich nicht von dir weiche und nicht der schnöden Welt in ihren Sünden gleiche. Ich will von ihrem Thun mich sondern gänzlich ab und in der Gottesfurcht beharren bis ins Grab. 8. Gieb mir ein frommes Herz, so wird mirs auch wohl gehen; du wirst mein Beistand sein, wenn Unglückswinde wehen. Den Frommen ist ja Gnad und Hülfe zugesagt, wenn die verdiente Straf der Bösen Rotte plagt. 9. Gieb mir ein frommes Herz, so kann ich selig sterben und als ein Gotteskind das Himmelreich ererben. Im Himmel wird ja einst die Frömmigkeit gekrönt, die auf der Erden nur von Bösen wird verhöhnt. 10. Gieb mir ein frommes Herz! Wenn du mir das wirst geben, so will ich dankbar sein in meinem ganzen Leben, so wird mein Herz und Sinn sich lenken himmelwärts. Drum bitt ich noch einmal: Gieb mir ein frommes Herz! Joh. Friedr. Starck g. 1680 1 1756. Eigene Melodie. Vaterherz, o 3 70. O Licht, o Leben, o treuer Hirt, Immanuel, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret meine Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren; so geh nun mit mir aus und ein und leite mich nach allen Tritten! Ich geh, ach hör, o Herr, mein Bitten, für mich nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat; drum sei in groß und kleinen Dingen mir immer selber Rat und That. Du willst dich meiner gar nicht schämen, ich kann dich ja zu allem nehmen, du willst mir selber alles sein; so sollst du denn in allen Sachen den An⸗ fang und das Ende machen, dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du gängelst mich, ich kann nicht gleiten. Dein Wort muß ewig feste stehn; du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein An⸗ gesicht soll vor mir gehn, ja deine Güt und dein Erbarmen soll mich umfangen und um⸗ armen. O daß ich nur recht kind⸗ lich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. 4. O daß ich auch im Kleinsten merke auf deine Weisheit, Güt und Treu, damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weis⸗ heit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; sonst lauf ich vor, da lauf ich an. Drum mach im Besten mich ge⸗ lassen, nichts ohne dich mir an⸗ zumaßen; was du nur thust, ist wohlgethan. 5. Ach mach einmal mich treu und stille, daß ich dir immer folgen kann; nur dein, nur dein vollkommner Wille sei mir hier Schranke, Lauf und Bahn! Laß mich nichts mehr für mich ver⸗ langen, ja laß mir nichts am Herzen hangen als deines großen Namens Ruhm; der sei allein mein Ziel auf Erden; ach laß mirs nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 6. Laß mich in dir den Vater preisen, wie er die Liebe selber ist; laß deinen Geist mir klärlich mir bist. Ach offenbare deine und Lob nur spür. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 7. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Herr und Bräutgam bist. Was dir sich nicht will ganz ergeben und was nicht deines Willens ist, das strafe bald in dem Gewissen, laß Blut und Wasser auf mich fließen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden und dann das Heil der armen Herden, nach einer reinen Lieb im Geist! 8. So lob und lieb ich in der Stille und ruh als Kind in dei⸗ nem Schoß. Das Schäflein trinkt aus deiner Fülle, die Braut steht aller Sorgen bloß; sie sorget nur allein in allen, dir, ihrem Bräut⸗ gam, zu gefallen, sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit! Karl Heinr. v. Bogatzky g. 1690 1 1774. 1 Petri 1, 4. 5. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. 371. ByremrSte weisen, wie du von ihm geschenkt Liebe und wirke doch die heißen Triebe der wahren Gegenlieb in mir, durchdringe dadurch Herz Schlingen, Netz und Stricken, und Sinnen, daß ich hinfort mein damit der Feind sucht zu berücken, ganz Beginnen in deiner Lieb wenn mich nicht Gottes Macht durch deine Macht zur Seligkeit; hier giebts noch mördervolle Höh⸗ len, von außen Furcht, von innen Streit, viel tausend Mängel und Gebrechen, die Mut und Glau⸗ ben können schwächen. Gewiß ich würde noch gefällt bei so viel erhält. * 2. Der Schutz steht nicht in meinen Händen noch in der Kreaturen Macht, zu dir, zu dir will ich mich wenden, dein Aug und Herz hat auf mich acht. Wie du mir nun das Heil er⸗ worben, da du für mich am Kreuz gestorben, so mußt du wahrlich auch allein vor aller Macht der lnnn Knni mich zu der Seligkeit bewahren und mir mein Schild und Sonne sein. 3. Mein Vater, du hast mir das Erbe von Ewigkeit ja zu⸗ bereit; ach sorge, daß ich nicht verderbe durch schnöde, träge Sicherheit, was du dem Glau⸗ ben beigeleget. Wenn Feindes List und Macht sich reget, mir das geschenkte gute Teil aus Herz und Händen sucht zu bringen, so laß mich wachen, beten, ringen, ja wache selber für mein Heil! 4. Immanuel, in deine Hände ergeb ich mich mit Leib und Seel; mein A und O, Anfang und Ende, du bist mein Teil, das ich erwähl; du bist im stand, mich zu erhalten und so in dei⸗ ner Macht zu walten, daß Fein⸗ des Macht zu schanden wird. Er muß trotz allem Grimm und Hassen dein Schaf dir in den Händen lassen; du, du, Jehova, bist mein Hirt. 5. Dein Geist, der ewig bei uns bleibet, dein Geist, der alle Dinge schafft, dein Geist, der uns belebt und treibet, ist unser mit der Salbungskraft. Er ist der Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 237 Mahlschatz, Pfand und Siegel, ein starker Beistand, Schloß und Riegel, die Wehr und Mauer, so uns schützt, ein Quell, der auf die Dürren fließet, den Traurigen das Leid versüßet, und der die Schwachen unterstützt. 6. Ist Gottes Macht da zum Bewahren, so lach der Sünd und Hölle Macht! Du wirst zu deinem Heil erfahren, wenn alles stürmet, blitzt und kracht, wie Gottes Wort dich nicht betrüget, wie seine Hand gewaltig sieget; verzage nur an eigner Kraft! Wirst du mit deinem Unver⸗ mögen in Gottes Macht dich gläubig legen, so übst du gute Ritterschaft. 7. Auf jenes Kleinod mußt du schauen, das Kleinod deiner Seligkeit, und hör nicht auf, ihm zu vertrauen, der täglich dir die Hände beut; du wirst wahrhaf⸗ tig überwinden und endlich alles, alles finden, Gerechtigkeit und Heiligkeit, verklärt bei Gott und Engeln wohnen, in höchster Ehr mit Christo thronen, voll Lob, voll Licht, voll Fried und Freud. J.Ludw. Konr. Allendorf g. 1693 71773. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. ommt, Kinder, 372. K laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wü⸗ stenei; kommt, stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. ‚ 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir ken⸗ nen ja den Treuen, der uns ge⸗ rufen hat; kommt, folgt und trauet dem, ein jeder sein Ge⸗ sichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem! 3. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit. Er selbst will bei uns stehen in je⸗ dem sauren Tritt; er will uns machen Mut, mit süßen Sonnen⸗ blicken uns locken und erquicken; ach ja, wir habens gut. 4. Ein jeder munter eile, wir sind vom Ziel noch fern. Schaut auf die Feuersäule,“) die Gegen⸗ wart des Herrn! Das Aug nur eingekehrt, da uns die Liebe win⸗ ket und den, der folgt und sinket, den wahren Ausgang lehrt. )2 Mose 13, 21. 5. Kommt, Kinder, laßt uns wandern, wir gehen Hand an Hand, eins freuet sich am andern in diesem wilden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten;“) die Engel uns begleiten als unsre Brüderlein. 1 Mose 45, 24. 6. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu, man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh! Kommt, bindet fester an, ein jeder sei der Kleinste, doch auch wohl gern der Reinste, auf unsrer Liebesbahn! 7. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg kürzt immer ab; ein Tag der folgt dem an⸗ dern, bald fällt das Fleisch ins —————— ——— Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Grab; nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! 8. Es wird nicht lang mehr währen, halt't noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds thun! 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens wert, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten, es soll nur Jesus sein. 10. O Freund, den wir er⸗ lesen, o allvergnügend Gut, o ewigbleibend Wesen, wie reizest du den Mut! Wir freuen uns in dir, du unsre Wonn und Leben, worin wir ewig schweben, du unsre ganze Zier! Gerh. Terstegen g. 1697 1 1769. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 373 G' deine Güte • reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Über⸗ ————. fluß und Schätze dieser Erden, laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden; gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu er⸗ kennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren, des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Ze⸗ baoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. o jemand spricht, 374. S ich liebe—7 und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 239 die Gott durch seines Sohnes Blut so Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen, ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Er⸗ erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. E eh hin nach Gottes 375. G Wilen u De⸗ mut und Vertraun, lern das Gebot erfüllen, sein großes Feld zu baun. Frag nach der Ernte nicht, du darfst den Lohn nicht messen, mußt Freud und Lust vergessen, nur sehn auf deine Pflicht. 2. Willst du nur sein geborgen und vor der Welt geehrt, so Gut. Ich sollte Brüder hassen, 5. Was ich den Frommen hier löser, an, als hätt ichs ihm kannst du nicht besorgen, was hoch erkaufen lassen?* deinem Herrn gehört; sieht je⸗ mand auf Gewinn, sucht Schätze nur auf Erden, um glücklicher zu weroen, der hat den Lohn dahin. 3. Doch hast du deine Gaben dem Dienst des Herrn geweiht, so wirst du Augen haben zu sehn, was er gebeut. Das thue ö still und gern, du darfst nicht zandernd wählen, nicht rechnen Mund nicht zählen; er ruft, du folgst dem Herrn. 4. Nur frisch an allen Enden die Arbeit angefaßt! Mit un⸗ verdroßnen Händen sei wirksam Rohne Rast! Das ist der rechte Mut. Streu aus den edlen Samen und wirk in Gottes Namen, so keimt und wächst des gut. Lieder vom Gebete. Eigene Melodie. o nimm denn 376. S meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende, und ewiglich! allein nicht gehen, nicht einen Schritt; wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit! 2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz; laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind, es wird die Augen schließen und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis Julie Hausmann. Joh. Friedr. Möller g. 1789 + 1861. Eigene Melodie. 37 7 Von unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brü⸗ der sein und dich rufen an und willst das Beten von uns habn, gieb, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben a heiliglich, nach deinem Namen d würdiglich. Behüt uns, Herr, H— E XX. Lieder vom Gebete. vor falscher Lehr, das arm, ver⸗ führte Volk bekehr! 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit, der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei, des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich, gieb uns Ge⸗ sein in Lieb und Leid, wehr Ich mag an mein selig Ende, und ewiglich! ihm dein Kirch erhalt! V 4. Dein Will gescheh, Herr duld in Leidenszeit, gehorsam Lieder vom Gebete. und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brot und was man braucht zur Leibesnot, behüt uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Friede stehn, der Sorg und Geizes müssig gehn. 6. All unsre Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit! 7. Führ uns, Herr, in Ver⸗ suchung nicht! Wenn uns der böse Geist anficht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst und durch des heilgen Geistes Trost! 8. Von allem Übel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not, bescher uns auch ein seligs End, nimm unsre Seel in deine Händ! 9. Amen, das ist, es werde wahr, stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiemit gebeten habn auf dein Wort, in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. 241 Mel. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit. 378 BVater, unser 0 Gott, es ist unmöglich auszusinnen, wie du recht anzurufen bist, man kanns nicht eins beginnen. Deshalben geuß, wie du verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes, 2. Daß er bei dir uns kräftig⸗ lich mit Seufzen mög vertreten, so oft wir kommen, Herr, vor dich zu danken und zu beten. Laß nicht nur plappern unsern Mund, hilf, daß zu dir aus Herzens⸗ grund, o großer Gott, wir rufen. 3. Zeuch unser Herz zu dir hin⸗ auf im Beten und im Singen und thu uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, das dir gefalle, wenn allda das Herz ist mit den Lippen nah und nicht von dir entfernet. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns immer richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Denk'n und Dichten. Gieb uns des Glaubens Zuversicht, daß wir die Bitte zweifeln nicht durch Christum zu erhalten. 5. Maf daß wir keine Zeit und Maß im Beten dir vor⸗ schreiben, anhalten ohne Unter⸗ laß, bei dem allein auch bleiben, was dein Will ist, was deine Ehr und unsre Wohlfahrt uns noch mehr befördert hier und ewig. 6. Laß uns im Herzen und Gemüt auf unsre Werk nicht Martin Luther g. 1483 4 1546. bauen, auf deine unaussprechlich dalle Wolken dringe, weil dich Güt laß einzig uns vertrauen. Ob wir es gleich nicht würdig sein, wollst du aus lauter Gnad allein uns doch die Bitt gewähren! 7. Du, Vater, weißt, was uns gebricht, so lang wir sind im Leben; es ist dir auch verborgen nicht, in was Gefahr wir schwe⸗ ben. Um Beistand flehen wir dich an, dein Vaterherze uns nicht kann verlassen, deine Kinder. 1 8. Wir haben ja die Freudig⸗ keit in Jesu Christ empfangen, der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlangen. Drum slaß hier und an allem End uns (stets aufheben heilge Händ, zu dir gen Himmel schreien! 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt 1werd, dein Reich laß zu uns kom⸗ demen, dein Will geschehe auch auf Erd, gieb Brot, Fried, Nutz und Frommen, all unsre Sünden uns verzeih, steh uns in der Versuchung Vbei, erlös uns von dem Ubel! i 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen. d Erhör und hilf uns immerdar Eum Jesu Christi willen, denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, Lieder vom Gebete. Gott beten heißt, weil dich sein lieber Sohn so freudig treten heißt vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat zu beten; dein Bruder ists, der dich vor ihn ge⸗ trost heißt treten; der werte Tröster ists, der dir die Wort giebt ein: drum muß auch dein Gebet gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, das dir nichts kann versagen. Sein Mund, sein teures Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dich unmöglich deucht, kann seine Vaterhand noch geben, die von dir so viel Not abgewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen, sprich: Lieber Vater, hilf, ich bin dein Kind, sprich Amen! Ich weiß, es wird geschehn, du wirst mich lassen nicht, du wirst, du willst, du kannst thun, was dein Wort verspricht. Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 3 80 Wern dich Unglück 0 hat betreten, wenn du steckst in Angst und fK die Macht und Ehre. I David Denicke g. 1603 1 1680, p oder Justus Gesenius g. 1601 1 1673. b HMel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. 9 ohl auf, mein 379. Wĩ Herz, zu Gott n dein Andacht fröhlich bringe, daß a dein Wunsch und Gebet durch Not, mußt du fleißig zu Gott beten, beten hilft in Not und Tod, daß du Gottes Angesicht auch im Kreuz auf dich gericht kannst aus seinem Wort erblicken und dein Herz mit Trost er⸗ quicken. 2. Keiner wird jemals zu⸗ schanden, der sich seinem Gott vertraut; kommt dir gleich viel in ten on. dir ein ge⸗ rte ort ein rz, jen. as ine von Lieder vom Gebete. Not zuhanden, hast du auf ihn wohl gebaut. Obs gleich scheint, als hört er nicht, weiß er doch, Ey. Zoh. 16, 23— 30. Eigene Melodie. ir, dir, Jehova, was dir gebricht; deine Not mußt 381. D will ich singen, du ihm klagen und in keiner Not verzagen. 3. Rufen, schrein, anklopfen, beten ist der Christen beste Kunst, allzeit freudig vor ihn treten findet Hülfe, Gnad und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, ist der allerbeste Mann; der wird allzeit Rettung finden, kein Feind wird ihn überwinden. 4. Lerne Gottes Weise merken, die er bei den Seinen hält; er will ihren Glauben stärken, wenn sie Unglück überfällt. Unser Gott der lebt ja noch, schweigt er gleich, so hört er doch. Schrei getrost, du mußt nicht zagen, dein Gott kann dir nichts ver⸗ sagen. 5. Laß dich Gottes Wort regie⸗ ren, merke, was die Wahrheit lehrt, Satan wird dich nicht verführen, der die ganze Welt verkehrt. Gottes Wahrheit ist dein Licht, dein Schutz, Trost und Zuversicht. Trau nur Gott, der kann nicht lügen, bet, du wirst gewiß obsiegen. 6. Lob sei Gott für seine Gnade! Seine große Güt und Treu macht, daß mir kein Feind nicht schade, sie ist alle Morgen neu. Drum will ich mein Leben⸗ lang immer sagen Lob und Dank meinem Gott in allen Dingen, fröhlich Halleluja singen. denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lie⸗ lig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir, dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Her⸗ zen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Sin⸗ men sing im höhern Chor. vertreten mit Seufzern, die ganz Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lie⸗ ber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heil⸗ gen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor Joh. Olearius g. 1611 1 1684. heißer Lieb, daß mirs die Bitte 16* V der bringen, ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefäl⸗ gen recht gethan, so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an, so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psal⸗ 4. Denn der kann mich bei dir unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt WSRNDAA—— 244 nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Wibllen eingericht und wird ge⸗ wiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dit Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die giebst du und thust überschweng⸗ lich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthol. Crasselius g. 1667 4 1724. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. ende, Vater, dei⸗ 382. S nen Geist, da ich vor dein Antlitz trete, daß, wie du mich selber heißt, ich im Geist und Wahrheit bete. Lehre mich, dich recht erkennen und dich Abba, Vater nennen. 2. Süßer Jesu, hilf du mir, daß ich bet in deinem Namen, daß, was Gott verheißt in dir, mir auch werde Ja und Amen. Lieder vom Gebete. sehen dich zur Rechten Gottes stehen! 3. Heilger Geist, erleuchte mich und entzünde mein Verlangen, daß ich Gottes Huld durch dich voller Inbrunst mög empfangen. Brich die Trägheit, zieh die Sin⸗ nen aus der Welt zu dir von hinnen! 4. Heilige Dreieinigkeit, Ur⸗ sprung aller guten Gaben, laß mich wahre Freudigkeit und im Herzen Zeugnis haben, daß du stets nach deinem Willen wollest meine Bitt erfüllen. Joh. Herm. Schrader g. 16841 1737. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. etgemeinde, heilge 383.5 dich mit dem heilgen Ole, Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele, laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen! 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Rauch sei es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet, und da ist Jesus Christ Priester und Versühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet Einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen, was wirds Sprich für mich und laß mich ** —⁸A — 60 S S SSS 8— Zuversicht, mein Hoffnung und Kreuz- und Trostlieder. thun, wenn sie nun alle vor ihn sehe; treten und zusammen beten? 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen, wie muß das erschallen! 6. O der unerkannten Macht von der Heilgen Beten, ohne das wird nichts vollbracht so in Freud als Nöten; Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde so zum End der Feinde. 7. O so betet alle drauf, betet immer wieder, heilge Hände hebet auf, heiligt eure Glieder, heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget, betet, daß es dringet! 8. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret 2⁴⁵ stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen! 9. Eure Bitten, die ihr thut zu Gott von der Erden, sollen eine heilge Glut des Altares wer⸗ den. Aber eur eignes Feur lasset weit von dannen von der heilgen Pfannen*). )3 Mos. 9, 23. 24; 10, 1. 2. 10. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und das ist der Heilgen Kunst: bitten, wie ers liebet, daß gescheh je und je, wie ers vorgenommen auf sein endlichs Kommen. 11. Dies Verlangen muß vor⸗ her in der Seele glimmen, so macht aus dem Bitten er Donner, Blitz und Stimmen; die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben. Chr. Karl Ludw. v. Pfeil g. 17127 1784. XXI. Kreuz⸗ und Crostlieder. Eigene Melodie. 384. W. g'scheh allzeit, sein Will der ist der beste. Zu helfen ist er dem bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, und tröst die Welt ohn Maßen; wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er Wé nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost und mein Leben; was mein Gott will daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben. ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet. Er hüt und wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum, muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes illen zu meinem Gott, wanns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden, Sein Wort —— D S. SE E R 0 I d Kreuz⸗ und du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir über⸗ wunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen, hilf und auch wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt. Drauf sprech ich fröhlich: Amen. Albrecht der Jüngere, Markgraf z. Brandenburg⸗Kulmbachle) g. 1522 1 1557. Eigene Melodie. arum betrübst 385. Wĩ du dich, mein erz, bekümmerst dich und trägest chmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding er⸗ schaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß auch wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, der mir beisteht in aller Not! 3. Weil du mein Gott und Vater bist, wirst du dein Kind verlassen nicht, du väterliches Herz. Ich bin ein armer Erden⸗ kloß, auf Erden weiß ich keinen Trost. 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd veracht, so weiß ich und glaub festiglich, wer dir vertraut, dem mangelts nicht. Trostlieder. 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich, als du gewesen ewiglich, mein Traun steht ganz zu dir. Mach mich an meiner Seele reich, so hab genug ich ewiglich. 6. Zeitlich Ehr will ich gern entbehrn, wollst mir das Ewge nur gewährn, das du erworben hast durch deinen herben bittern Tod; das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 7. Alles, was ist auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christ, o Gottes Sohn, daß du mir solches kund gethan durch dein göttliches Wort. Verleih mir auch Bestän⸗ digkeit zu meiner Seele Seligkeit! 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt für alle dein erzeigt Wohl⸗ that; ich bitt demütiglich: Laß mich nicht von dein'm Angesicht verstoßen werden ewiglich! 1565 Eigene Melodie. on Gott will ich 386. Vuchtlasen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand, den Abend und den Morgen thut er mich wohl ver⸗ sorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; hilft mir in aller Not, errett von SꝗHRCPRPPD‚D‚DD 2—————..—3 Erb des Herren; daran muß Kreuz⸗ und Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es kann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er schaffs, wies ihm gefällt. 4. Es thut ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, ja, seinen lieben Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret, lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welchs er uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt; sonst verdirbt alle Zeit, die man zu⸗ bringt auf Erden. Wir sollen selig werden und bleibn in Ewigkeit, 6. Auch wenn die Welt ver⸗ gehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd begraben; wenn wir ge⸗ schlafen haben, will uns er⸗ wecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren, geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, Trostlieder. listge Art. 8. Darum ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, die aller Freude voll dieselb ohn einigs Ende, dieweil fahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle er⸗ worben uns und Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glau⸗ ben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Eigene Melodie, ganz fest allzeit thu setzen, Herr Jesu Christ, mein Trost du bist nieder. Und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr Teufel schaden. rein und zart, ein Kind und uns nicht irren des Teufels Ludwig Helmbold g. 1532 1 1598. ich Christum kenne, mir wider⸗ oder Was mein Gott will, das g'scheh. er Gott vertraut, 387. Wĩ hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden, wer ö sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich in Todes Not und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zu⸗ wider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt dar⸗ mir ganz und gar nicht Tod noch 3. Dein tröst ich mich ganz ö sicherlich, denn du kannst mirs SSSS ö S 2⁴8⁸ Gott, wohl geben, was mir ist not, getreuer Gott, in dies'm und jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele! Ach höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen! V. 1. Joach. Magdeburg g. 1525 nach 1583. V. 2 u. 3 später. Mel. Vater unser im Himmelreich. 388. A Gott, wie man⸗ ches Herzeleid begegnet mir zu dieser Zeit; der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zum Himmel wandern soll; wie schwer doch lässet Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wen⸗ den hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hülf und Rat allzeit gewiß gefunden hat; niemand jemals verlassen ist, der hat ge⸗ traut auf Jesum Christ. 3. Du bist der große Wunder⸗ mann, das zeigt dein Amt und dein Person. Welch Wunderding hat man erfahrn, daß du, mein bist Mensch geborn und führest uns durch deinen Tod ganz wunderlich aus aller Not. 4. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein. Es kann kein Trauren sein so schwer, 2— süßer Nam erfreut viel mehr; kein Elend kann so bitter sein, dein süßer Trost der linderts fein. Kreuz⸗ und Trostlieder. 5. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfrenen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 6. Kein beßre Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ; ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahr⸗ heit bleibt mir ewig fest, du bist mein rechter treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 7. Jesu, mein Freund, mein Ehr und Ruhm, meins Herzens Schatz und mein Reichtum, ich kanns doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam erfreuen kann; wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wirds erfahren mit der That. 8. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, so wollt den Tod ich wünschen her, ja daß ich nie geboren wär; denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist gewiß lebendig tot. 9. Jesu, du edler Bräutgam wert, mein höchste Zier auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergetz weit über alle güldnen Schätz; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. 10. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir; wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist — bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sei. 11. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum besten allezeit, hilf mir, mein Sach recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. 12. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt, erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier, o mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller(2) g. 1547 4 1606. Eigene Melodie. —2 uf meinen lieben h 389. A Gott trau ich in Angst und Not. Der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten, mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd an⸗ ficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem thu ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, mir hast Kreuz⸗ und sein. das kommt allein von Gott; ich das Heil erworben, führ uns alle zugleiche zum ewgen Himmel⸗ reiche! 5. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wol⸗ lest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. Sigismund Weingärtner um 1600. Eigene Melodie, oder Herzlich thut mich verlangen. 8 einen hat Gott 390. K verlassen, der ihm vertraut allzeit; ob ihn darum viel hassen, so bringts ihm doch kein Leid. Gott will die Seinen schützen, zuletzt erheben hoch, geben, was ihnen nützet hie zeitlich und auch dort. 2. Allein ichs Gott heimstelle, er machs, wies ihm gefällt, zu Nutze meiner Seele. In dieser argen Welt ist doch nur Not und Leiden, und muß auch also sein, denn die zeitliche Freude bringt uns in ewge Pein. 3. Treulich will ich Gott bitten und nehmen zum Beistand in allen meinen Nöten, ihm beßr als mir bekannt; wie könnt er mich denn lassen, der treu Not⸗ helfer mein? Ja wenn die Not am größten, so will er bei mir 4. All Unglück und all Glücke weiche nicht zurücke und fleh in meiner Not. Um G'duld thu ich stets bitten in allm Anliegen Trostlieder. 249 die mich bisher gequälet hat. mein, er wird mich wohl behüten und mein Nothelfer sein. 5. Reichtum und alle Schätze, was sonst der Welt gefällt, drauf ich mein Sinn nicht setze in dieser argen Welt. Ein Schatz ist mir im Himmel, der Jesus Christus heißt; er ist üb'r alle Schätze, schenkt uns den heilgen Geist. 6. Ihn hab ich eingeschlossen in meines Herzens Schrein. Sein Blut hat er vergossen für mich arms Würmelein, mich damit zu erlösen aus ewger Angst und Pein; wie könnt auf dieser Erde ö doch größre Liebe sein? 7. Nun sollt ich mich erzeigen dankbar für solche Gnad: ich geb mich Gott zu eigen mit allem, was ich hab. Wie ers will weiter machen, sei ihm alls heimgestellt; ich b'fehl ihm all mein Sachen, er machs, wies ihm gefällt. 8. Amen, nun will ich schließen Ldies schlichte Liedelein. Herr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Erben sein, so hab ich alls auf Erden, was mich erfreuet schon, im Himmel soll mir werden die ewge Gnadenkron. 1611. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 991. D.euder, Pen Jesu, lichte Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren; wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, so wäscht du ab aus lauter Gnad die Missethat, Kreuz- und Trostlieder. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Thränen ich mich wend; da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt; wer damit seine Sünde netzt, den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Thrä⸗ nenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten man⸗ chen Strauß, sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Frist, Herr Jesu Christ: in Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Thränen mein; ich weiß, sie sind gezählet; und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, so oft be⸗ wegen sie auch dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz, drum hilfst du mir mit Lust. 5. Wer jetzund säet Thränen aus, hält in Geduld Gott stille, wird fröhlich sein in deinem Haus, wo Freude ist die Fülle, ja solche Freude, die kein Mann mit seiner Zung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid wird wer⸗ den dort zu lauter Freud. 6. Für diese Thränen dank ich dir, daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir ins Himmels Throne. Wenn du mich holen wirst hinauf Kreuz⸗ und Trostlieder. 251 zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Thränen für und für. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. as willst du 392. W dich betrüben, o meine liebe Seel? Thu den nur herzlich lieben, der heißt Immanuel. Vertrau dich ihm allein, er wird gut alles machen und fördern deine Sachen, wie dirs wird selig sein. 2. Denn Gott verlässet keinen, der sich auf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm ver⸗ trauen fest. Läßt sichs an wunder⸗ lich, so laß dir doch nicht grauen; mit Freude wirst du schauen, wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen getrost mit frischem Mut, mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nütz und gut. Denn was Gott mand forttreiben, es muß zurücke bleiben. Was Gott will, das geschicht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, dem sei es heimgestellt; nach nichts mehr sonst ich strebe denn nur, was ihm gefällt. Sein Will ist mein Begier; der ist und bleibt der beste, das glaub ich steif und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir! Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 393 Qn allen meinen 2 X Thaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl ge⸗ lingen, mir selber geben Rat und That. 2. Nichts ist es spat und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in haben will, das kann niemand seine Vatergunst. verhindern aus allen Menschen⸗ kindern, so viel ihr sind im Spiel. 4. Wenn auch gleich aus der 3. Es kann mir nichts ge⸗ schehen, als was er hat versehen und was mir selig ist; ich nehm Höllen der Satan selber sich dir es, wie ers giebet, was ihm von wollt entgegenstellen und unter⸗mir beliebet, dasselbe hab auch treten dich, so muß er doch mit ich erkiest. Spott von seinen Ränken lassen, 4. Ich traue seiner Gnaden, womit er dich will fassen, denn die mich vor allem Schaden, vor dein Werk fördert Gott. allem Uebel schützt; leb ich nach 5. Er richts zu seinen Ehren seinen Sätzen, so wird mich und deiner Seligkeit. Solls sein, nichts verletzen und nichts mir kein Mensch kanns stören, wenns fehlen, was mir nützt. ihm wär noch so leid. Will 5. Er wolle meiner Sünden Gott es aber nicht, so kanns nie⸗ in Gnaden mich entbinden, durch⸗ ———— S. E re S in gehe, dein Vater in der Höhe Kreuz⸗ und Trostlieder. streichen meine Schuld; er wird 12. Er wird zu diesen Reisen auf mein Verbrechen nicht stracks gewünschten Fortgang weisen, das Urteil sprechen und haben wohl helfen hin und her, Ge⸗ noch mit mir Geduld. sundheit, Heil und Leben, Zeit, 6. Leg ich mich späte nieder, Wind und Wetter geben und erwach ich frühe wieder, lieg alles, was ich sonst begehr. oder zieh ich fort, in Schwach⸗ 13. Sein Engel, der getreue, heit und in Banden und was macht meine Feinde scheue, tritt mir stößt zu handen, so tröstet zwischen mich und sie; durch allzeit mich sein Wort. seinen Zug, den frommen, sind 7. Hat er es denn beschlossen, wir so weit nun kommen und so will ich unverdrossen an mein wissen selber fast nicht wie. Verhängnis gehn; kein Unfall 14. Gefällt es seiner Güte, unter allen wird mir zu harte und sagt mir mein Gemüte nicht fallen, mit Gott will ich ihn was Vergeblichs zu, so werd ich überstehn. Gott noch preisen mit manchen 8. Ihm hab ich mich ergeben schönen Weisen daheim in mei⸗ zu sterben und zu leben, sobald ner stillen Ruh. er mir gebeut; es sei heut 15. Indes wird er den Meinen oder morgen, dafür laß ich ihn mit Segen auch erscheinen, ihr sorgen, er weiß allein die rechte Schutz wie meiner sein, wird Zeit. beiderseits gewähren, was unser 9. So sei nun, Seele, deine Wunsch und Zähren ihn bitten und traue dem alleine, der dich werden überein. geschaffen hat. Es gehe, wie es Paul Fleming g. 1609 4 1640 der weiß zu allen Sachen Rat. Mel. Herr, ich bekenn von Herzensgrund. ö ag ich denn nicht Auf der Reise. 394. M von Angst und 10. Ich zieh in ferne Lande, Pein befreiet sein, muß noch im zu nützen einem Stande, an den Unglück schweben, so weiß ich er mich bestellt; sein Segen wird doch, daß meine Schuld durch m mich lassen, was gut und recht Gottes Huld in Christo ist ver⸗ ist, fassen, zu dienen treulich geben. Gott ist nicht weit, ein bi seiner Welt. kleine Zeit tritt er was fern, 11. Bin ich in wilder Wüste, doch rettet gern, die seinem Wort so bin ich doch bei Christo, nachleben. und Christus ist bei mir; der 2. Der Menschen Hülf in Helfer in Gefahren der kann meiner Sach ist viel zu schwach, mich doch bewahren, wie dorten darinnen Rat zu finden; der so auch sicher hier. Trost des Höchsten ist der best Kreuz⸗ und Trostlieder. und bleibet fest, das Zeitliche muß schwinden. Das ewge Gut macht rechten Mut; dabei ich bleib, wag Gut und Leib; Gott helf mir überwinden! 3. Allein zu dir mein Hoff⸗ nung ist, Herr Jesu Christ, du wirst mir stehn zur Seiten und sehen auf das Unglück mein, als wär es dein, wenns wider mich thut streiten. Ich bitte dich, er⸗ löse mich. Herr, wie du willt, du bist mein Schild und wirst mich wohl begleiten. Hannov. Gsb. 1646 nach einem sch ältern Liede. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir, oder Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. 395 Qch hab in Gottes . Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. an Leib und Seel gezieret; es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Ma⸗ ßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig iene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil be⸗ schweret, hast spat und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 6. Fürwahr, der dich geschaffen mein Gott ists, der mich zugericht, Ich bin ein Sohn des, der den hat und ihm zur Ehr erbauet, Thron des Himmels aufgezogen; der hat schon längst in seinem ob er gleich schlägt und Kreuz Rat ersehen und beschauet aus auflegt, bleibt doch sein Herz wahrer Treu, was dienlich sei gewogen. dir und den Deinen allen; laß 2. Das kann mir fehlen nim⸗ ihm doch zu, daß er nur thu mermehr, mein Vater muß mich nach seinem Wohlgefallen. lieben. Wenn er mich auch gleich 7. Wenns Gott gefällt, so wirft ins Meer, so will er mich muß es sein, es wird dich letzt nur üben und mein Gemüt in erfreuen; was du jetzt nennest seiner Güt gewöhnen fest zu Kreuz und Pein, wird dir zum stehen; halt ich denn stand, weiß Trost gedeihen. Wart in Ge⸗ seine Hand mich wieder zu er⸗duld, die Gnad und Huld wird höhen. sich doch endlich finden; all Angst 3. Ich bin ja von mir selber und Qual wird auf einmal gleich nicht entsprungen noch formieret, wie ein Dampf verschwinden. 253 ½ 44 + 25⁴ * S F—2—2* S. EE — K 8. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände; nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nutz entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 9.Willst du mir geben Sonnen⸗ schein, so nehm ichs an mit Freu⸗ den; solls aber Kreuz und Un⸗ glück sein, will ichs geduldig lei⸗ den. Soll mir allhier des Le⸗ bens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende keh⸗ ren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Eigene Melodie. icht so traurig, 396. N nicht so sehr, meine Seele, sei betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr nicht so viel wie andern giebt. Nimm fürlieb mit deinem Gott! Hast du Gott, so hats nicht not. 2. Du noch sonst ein Menschen⸗ kind habt ein Recht in dieser Welt; alle, die geschaffen sind, sind nur Gäst im fremden Zelt; Gott ist Herr in seinem Haus, wie er will, so teilt er aus. Kreuz⸗- und Trostlieder. 3. Bist du doch darum nicht hier, daß du Erden haben sollt; schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold; da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn End, Ehr ohne Neid. 4. Der ist albern, der sich kränkt um ein Hand voll Eitelkeit, wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständigkeit. Bleibt der Centner dein Gewinn, fahr der Heller immer hin! 5. Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter hält: keines mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt; alles bleibet hinter dir, wenn du trittst ins Grabes Thür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut das schwindet nicht. 7. Ach wie bist du doch so blind und im Denken unbedacht! Augen hast du, Menschenkind, und hast doch noch nie betracht deiner Augen helles Glas: siehe, welch ein Schatz ist das! 8. Zähle deine Finger her und der andern Glieder Zahl: keins ist, das dir unwert wär, ehrst und liebst sie allzumal; keines gäbst du weg um Gold, wenn man dirs abnehmen wollt. 9. Nun so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wie viel Gutes alle Stund dir von oben wird beschert; du hast nicht sollt; „da, a ist ohn ränkt venn hätze der der „die eines du eibet ins ährt, Ilut, „ist ngut ngut 9 so acht! kind, racht siehe, her ʒahl: wär, mal; rold, vollt. rund ehrt, dir hast mehr als Sand am Meer und willst doch noch immer mehr. 10. Wüßte der im Himmel Rreuz⸗ und Trostlieder. 255 Eigene Melodie. 397. Wmen lebt, daß dir wäre nütz und gut, grämen? Hab ich doch Christum wonach so begierig strebt dein noch, wer will mir den nehmen? verblendet Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht lassen unerfreut. 11. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu; wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei; ist dirs gut, so geht ers ein, ists dein Schade, spricht er nein. 12. Unterdessen trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel schmückt es speist, ziert und herrlich aus, ja erwählet dir zum Heil dich zu seinem Gut und Teil. 13. Ei so richte dich empor, du betrübtes Angesicht, laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht! Das be⸗ halt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 14. Setze als ein Himmels⸗ sohn deinem Willen Maß und Ziel, rühre stets vor Gottes Thron deines Dankens Saiten⸗ spiel, weil dir schon gegeben ist mehr noch, als du würdig bist. 15. Führe deines Lebens Lauf allzeit Gottes eingedenk; wie es kommt, nimm alles auf als ein G wohlbedacht Geschenk! Geht dirs widrig, laß es gehn, Gott und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. sich lassen schauen. Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum ver⸗ zagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt, sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen, ott, mein Heil, wird in Eil sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets Wollt ihn — SSN S A .——— 25⁵6 verschwinden. Kreuz⸗ und Trostlieder. auch der Tod aufreiben, soll der Schwermutshöhle? Merkst du Mut dennoch gut und fein stille nicht des Satans List? Er will bleiben. durch sein Kämpfen deinen Trost, 8. Kann uns doch kein Tod den Jesus Christ dir erworben, nicht töten, sondern reißt unsern dämpfen. Geist aus viel tausend Nöten, 2. Schüttle deinen Kopf und schließt das Thor der bittern sprich: Fleuch, du alte Schlange! Leiden und macht Bahn, da man Was erneust du deinen Stich, kann gehn zu Himmelsfrenden. machst mir angst und bange? 9. Allda will in süßen Schätzen Ist dir doch der Kopf zerknickt, ich mein Herz auf den Schmerz und ich bin durchs Leiden meines ewiglich ergetzen; hier ist kein Heilands dir entrückt in den recht Gut zu finden; was die Saal der Freuden. Welt in sich hält, muß im Nu 3. Wirfst du mir mein Sünd⸗ gen für? Wo hat Gott be⸗ 10. Was sind dieses Lebens fohlen, daß mein Urteil ich bei Güter? Eine Hand voller Sand, dir über mich soll holen? Wer Kummer der Gemüter. Dort, hat dir die Macht geschenkt, dort sind die edlen Gaben, da andre zu verdammen, der du mein Hirt, Christus, wird mich selbst doch liegst versenkt in der ohn Ende laben. Hölle Flammen? 11. Herr, mein Hirt, Brunn 4. Hab ich was nicht recht ge⸗ aller Freuden, du bist mein, ich than, ist mirs leid von Herzen; bin dein, niemand kann uns dahingegen nehm ich an Christi scheiden. Ich bin dein, weil du Blut und Schmerzen; denn das dein Leben und dein Blut mir ist das Lösegeld meiner Misse⸗ zu gut in den Tod gegeben; thaten, bring ich dies vor Gottes 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich, und ich dich leiblich werd umfangen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie, oder Christus, der uns selig macht. chwing dich auf 39 8. S zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott in der Thron, ist mir wohl geraten. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 6. Stürme Teufel und der Tod; was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge .—— du vill ost, hen, und ige! tich, 9 ickt, nes den nd⸗ be⸗ bei Wer nkt, du der ge⸗ en; risti das isse⸗ ttes 4. lein one, da nem eind wor len. der en? Not der elbst wge Kreuz⸗ und Trostlieder. 297 Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 7. Schreie, tolle Welt, es sei mir Gott nicht gewogen. Es ist lauter Täuscherei und im Grund erlogen; wäre Gott mir gram und feind, würd er seine Gaben, die mein eigen worden seind, wohl behalten haben. 8. Denn was ist im Himmels⸗ zelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Für wen brennt das Sternenlicht? Wozu ist ge⸗ geben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? 9. Ich bin Gottes, Gott ist mein, wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von ge⸗ liebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 10. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die ge⸗ deihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd auf was Guts will ziehen? 11. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen; wer hie zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat vollkommne Lust dort in Christi Garten(dem er einig recht be⸗ wußt) endlich zu gewarten. 12. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen; denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 13. Ei so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr, gieb dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr! Er wird helfen. Amen. Paul Gerhardt g. 1607 7 1676. Psalm 37, 5. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 300. Hige u was dein Herze kränkt der aller⸗ treusten Pflege des, der den Him⸗ mel lenkt; der Wollen, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege fin⸗ den, da dein Fuß gehen kann. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl er⸗ gehn, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll be⸗ stehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. S 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Ar⸗ i beit darf nicht ruhn, wenn du, hli was deinen Kindern ersprießlich Iin sei ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hie wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er ihm vor⸗ genommen und was er haben will, das muß doch endlich kom⸗ men zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der⸗Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon er⸗ blicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regi⸗ mente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunder⸗ barem Rat das Werk hinaus⸗ geführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt —. 2 —.—— Kreuz⸗ und Trostlieder. begeben; und, solltst du für und für in Angst und Nöten schwe⸗ ben, so frag er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron; Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Not! Stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. Dingen, die Gott der Höchst bringen? Du fährst mit deinem Witz und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin und denkst: mit mir werden? Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 400. Dde waßt n wohl, was strebst du denn nach alleine soll und kann zu Werke Wie wills auf Erden doch endlich 2. Es ist umsonst. Du wirst nem Sinn er deiner sich fürwahr mit allem deinem Dich⸗ ten ar Haar und d gend deiner zen st kürzef 3. Gott gedeil auf Himi Leben fröhli wird lich( 4. deine Wer Sche Hüll und und wied Glie 5. über wie vor Bro ür und schwe⸗ ch dir. finden, st, so da dus wird der so keinem st. nd der davon eschreie Gott nen in u singst er dein r, mach Stärk ind laß t deiner in sein, iß zum + 1676. chwacher Mensch, ißt du n nach Höchst Werke deinem o viel denkst: endlich u wirst Dich⸗ Kreuz⸗ und ten auch nicht ein einges kleinstes Haar in aller Welt ausrichten, und dient dein Gram sonst nir⸗ gend zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmer⸗ zen stürzest und selbst das Leben kürzest. 3. Willst du was thun, was Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen auf den Held, den Erd und Himmel scheuet, und gieb dein Leben, Thun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand, so wird er deinen Sachen ein fröh⸗ lich Ende machen. 4. Durch wessen Kunst steht dein Gebein in ordentlicher Fülle? Wer gab den Augen Licht und Schein, dem Leibe Haut und Hülle? Wer zog die Adern hie und dort ein jed an ihre Stell und Ort? Wer setzte hin und wieder so viel und schöne Glieder? 5. Heb auf dein Haupt, schau überall hier unten und dort oben, wie Gottes Sorg auf allen Fall vor dir sich hab erhoben. Dein Brot, dein Wasser und dein Kleid war eher noch als du bereit; die Milch, die du erst nahmest, war auch schon, da du kamest. 6. Und dennoch soll dein An⸗ gesicht dein ganzes Leben führen; du traust und gläubest weiter nicht, als was dein Augen spüren. Was du beginnst, da soll allein dein Kopf dein Licht und Meister sein; was der nicht auserkoren, das hältst du als verloren. Trostlieder. 259 7. Nun siehe doch, wie viel und oft ist schändlich umgeschlagen, was du gewiß und fest gehofft mit Händen zu erjagen. Hin⸗ gegen wie so manches mal ist das geschehn, was überall kein Mensch, kein Rat, kein Sinnen ihm hat ersinnen können. 8. Wie oft bist du in große Not durch eignen Willen kommen, da dein verblendter Sinn den Tod fürs Leben angenommen; und hätte Gott dein Werk und That ergehen lassen nach dem Rat, in dem dus angefangen, du wärst zu Grunde gangen. 9. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir ver⸗ wirren, erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüt und die so reine Vatergüt, in der uns armen Sünder er trägt als seine Kinder. 10. Ach wie so oftmal schweigt er still und thut doch, was uns nützet, da unterdessen unser Will und Herz in Ang⸗ sten sitzet, sucht hier und da und findet nichts, will sehn und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden und kann den Weg nicht finden. 11. Gott aber geht gerade fort auf seinen weisen Wegen, er geht und bringt uns an den Ort, da Wind und Sturm sich legen. Hernachmals, wenn das Werk geschehn, so kann alsdann der Mensch erst sehn, was der, 4⁴ SHr EEE S Kreuz⸗ und so ihn regieret, in seinem Rat geführet. 12. Drum, liebes Herz, sei wohlgemut und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes vorzunehmen; er kanns nicht lassen, glaube mir; sein Innerstes ist mir und dir und uns hier allzusammen voll all⸗ ö zusüßer Flammen. 13. Thu als sein Kind und lege dich in deines Vaters Arme, bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme, so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlgehaltnem Rin⸗ gen aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt g. 1607 T 1676. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. 401 Ar treuer Gott, 0 barmherzigs Herz, des Güte sich nicht endet, ich weiß, daß mir dies Kreuz und Schmerz dein Vaterherze sendet. Ja, Herr, ich weiß, daß diese Last du mir aus Lieb erteilet hast und gar aus keinem Hasse. 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch: wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebst, den stäupst du auch, schickst Trauren vor den Freuden; führst uns zur Hölle, thust uns weh und führst uns wieder in die Höh; und so geht eins ums ander. 3. Das hat, Herr, dein ge⸗ liebter Sohn selbst wohl er⸗ Trostlieder. fahrn auf Erden, denn eh er kam zum Ehrenthron, mußt er gekreuzigt werden; er ging durch Trübsal, Angst und Not, ja durch den herben, bittern Tod drang er zur Himmelsfreude. 4. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwider streben? Er ist der Spiegel der Geduld, und wer sich sehnt nach seiner Huld, der muß ihm ähn⸗ lich werden. 5. Ach liebster Vater, wie so schwer ists der Vernunft zu gläuben, daß du demselben, den du sehr schlägst, solltest günstig bleiben! Wie macht doch Kreuz so lange Zeit, wie schwerlich will sich Lieb und Leid zusammen lassen reimen. 6. Was ich nicht kann, das gieb du mir, o höchstes Gut der Frommen, gieb, daß mir nicht des Glaubens Zier durch Trüb⸗ sal werd entnommen. Erhalte mich, o starker Hort, befestge mich in deinem Wort, behüte mich vor Murren! 7. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten, hilf, daß ich unverdrossen sei zum Rufen, Seufzen, Beten. So lang ein Herze hofft und gläubt und im Gebet beständig bleibt, so lang ists unbezwungen. 8. Ach Jesu, der du worden bist mein Heil mit deinem Blute, du weißt gar wohl, was Kreuze ist, und wie dem sei zu mute, V plagt; drum wirst du, was mein Herze klagt, gar gern zu Herzen fassen. 9. Ich weiß, du wirst in deinem Sinn mit mir Mit⸗ leiden haben und mich, wie ichs jetzt dürftig bin, mit Gnad und Hülfe laben. Ach stärke meine schwache Hand, ach heil und bring in bessern Stand das Straucheln meiner Füße! 10. Sprich meiner Seel ein Herze zu und tröste mich aufs beste, denn du bist ja der Mü⸗ den Ruh, der Schwachen Turm und Veste, ein Schatten vor der Sonnen Hitz, ein Hütte, da ich sicher sitz im Sturm und Ungewitter. 11. Und weil ich ja nach deinem Rat hie soll ein wenig leiden, so laß mich auch in Kreuz- und Trostlieder. den Kreuz und großes Unglück mein Weinen lauter Wein, mein Achzen lauter Jauchzen sein. Das glaub ich, hilf mir! Amen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. 402 Gird dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens, in ihm ruht aller Freude Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zu⸗ frieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden, ungefärbtes, treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat deiner Gnad als wie ein Schäf⸗er. 5 Häͤnden. Gieb dich zu⸗ lein weiden, daß ich im Glau⸗ frieden! ben die Geduld und durch Ge⸗ duld die edle Huld nach schwerer Prob erhalte. 12. O heilger Geist, du Freu⸗ denöl, das Gott vom Himmel schicket, erfreue mich, gieb meiner Seel, was Mark und Bein er⸗ quicket! Du bist der Geist der Herrlichkeit, weißt, was für Freud und Seligkeit mein in dem Himmel warte. 13. Daselbst wirst du in ewger Lust aufs süßte mit mir handeln, mein Kreuz, das dir und mir bewußt, in Freud und Ehre wandeln. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gieb dich zufrieden! 4. Wenn gar kein einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu be⸗ Da wird nehmen. Gieb dich zufrieden! ITITITI HN A IFIIIII keine Mittel, wo ich such, ist Kreuz⸗ und 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten einher gingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand, voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden! 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körn⸗ lein weiset, der Schaf und Rin⸗ der in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich eingen füllen, den Gichrd dir zur Notdurft stillen. ieb dich zufrieden! 9. Sprich nicht: Ich sehe nichts zum Besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, zufrieden! Trostlieder. 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man ge⸗ wisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gieb dich zufrieden! 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Len⸗ den bis in das Grab, da wird sichs enden. Gieb dich zufrieden! 14. Es ist ein Ruhetag vor⸗ handen, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herspringen und aus der uns wohl zu führen. Gieb dich doih uns sämtlich bringen. Gieb dich zufrieden! x ö 15. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. er nur den lieben 40 3. W Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schwe⸗ ren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissen⸗ heit es fügt; Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freu⸗ denstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drang⸗ salshitze, daß du von Gott ver⸗ ———......— N Kreuz⸗ und Trostlieder. 263 lassen seist, und daß Gott der K stetem Glücke speist; die Folge⸗ zeit verändert viel und setzet jeg⸗ lichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald er⸗ höhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Got⸗ tes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Him⸗ mels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark g. 1621 1 1681. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. 404 Wé ie mein getreuer 0 Vater will in allen diesen Sachen, so halt ich ihm auch gerne still und laß es ihn nur machen. Gott weiß wohl, was mir nütz und gut, und wird aus väterlichem Mut für meine Wohlfahrt wachen. 2. Ob ich gleich denke dies und das, was ich doch soll beginnen, und gräme mich ohn Unterlaß mit hochbetrübten Sinnen, so kann ich durch mein Herzeleid der großen Widerwärtigkeit doch nie was abgewinnen. 3. Drum laß ichs gehen, wie es geht, und sende meine Thrä⸗ nen vor Gottes hohe Majestät mit bitterm Herzenssehnen. Gott im Schoße sitze,‚ der sich mit Hr wird doch wiederum einmal nach dieser schweren Herzensqual der Gütigleit erwähnen. 4. Indessen leid ich mit Ge⸗ duld, bis Gott sich wiederfinde, denn alles dies hab ich verschuldt mit meiner großen Sünde. Ich weiß, Gott wird mich wunderbar erretten aus der Angstgefahr, was ich jetzt nicht ergründe. 5. Wird mich mein Gott, mein Seelenlicht, vom Zweifel nur befreien und nur des Glaubens Zuversicht mir gnädiglich ver⸗ lleihen, so muß mir dieses große Leid samt aller Widerwärtigkeit doch endlich wohl gedeihen. Georg Neumark g. 1621 1 1681. Eigene Melodie. 405. S n als wenn Gott verlaß die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; leiden, ei so frag ich nichts dar⸗ hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel, er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich ge⸗ trösten, wenn die Not am aller⸗ größten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. Laß die Welt nur immer neiden; will sie mich nicht länger Kreuz⸗ und Trostlieder. nach, Gott ist Richter meiner Sach. 6. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Him⸗ mel bleiben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem andern abe; legt man mich gleich in das Grab, ach Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tietze g. 1641 4 1703. Eigene Melodie. 406 V dich Gott, du 0 Verlaßner, still dein Sorgen, deine Qual und deine Not ist dem Höchsten un⸗ verborgen, hilft er heut nicht, hilft er morgen. Laß dich Gott! 2. Halt Gott still, denn er brauchet Liebesschläge, wodurch er dich bessern will, daß sich Kindesfurcht errege. Traue seiner Vaterpflege, halt Gott still! 3. Gott ist nah, wenn er dir entfernet scheinet; ist nicht gleich die Rettung da, ist es dir zum Nutz gemeinet; er hilft, wenn du gnug geweinet. Gott ist nah. 4. Gott ist dein, so du ihm dich nur ergiebest; deine Pein wird Freude sein, wenn du ihn vor allem liebest und mit Unmut nicht betrübest. Gott ist dein. 5. Lehr Gott nicht, wie und wann er dich soll hören. Sein Aug steht auf dich gericht. Währt dein Kreuz lang, laß es währen, endlich wird es sich doch kehren. Lehr Gott nicht! IIIJIIIJ—JI—I— * Kreuz- und Trostlieder. 255 ö 6. Liebst du Gott, wandelst treu auf seinen Wegen, wird kein Kreuz, kein Not, kein Tod dein Vertrauen niederlegen. Alles dienet dir zum Segen, liebst du Gott. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig⸗ Wolfenbüttel g. 1633 1 1714. Eigene Melodie. 407 Woes Gott thut, 0 das ist wohl⸗ gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen, er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mir nt an seiner Huld und hab Geduld, er wird mein Un⸗ glück wenden, es steht in seinen Herden 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken; er als ein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich er⸗ scheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergetzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich ver⸗ bleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten, drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast g. 1649 4 1708. Eigene Melodie. as mich auf die⸗ 40 8. W' ser Welt betrübt, das währet kurze Zeit, was aber meine Seele liebt, das bleibt in Ewigkeit. Drum fahr, o Welt, mit Ehr und Geld und deiner Wollast hin, in Kreuz und Spott kann mir mein Gott erquicken Mut und Sinn. ö 2. Die Thorenfreude dieser Welt, wie süß sie immer lacht, hat schleunig ihr Gesicht verstellt und den in Leid gebracht, der wer aber traut auf sie baut; allein auf Gottes Treu, der siehet schon die Himmelskron und freut sich ohne Reu. 3. Mein Jesus bleibet meine Freud, was frag ich nach der Welt? Welt ist nur Furcht und Traurigkeit, die endlich selbst zer⸗ fällt. Ich bin ja schon mit Gottes Sohn im Glauben hier vertraut, 2— HE.-.... .92 266 ARrenze Wund Trostlieder. der droben sitzt und hier beschützt sein auserwählte Braut. 4. Ach Jesu, töt in mir die Welt und meinen alten Sinn, der sich dir stets entgegenstellt; Herr, nimm mich selber hin und binde mich ganz festiglich an dich, o Herr, mein Hort, so irr ich nicht in deinem Licht bis an die Himmelspfort. Joh. Jak. Schütz g. 1640 4 1690. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 409. 9 0 ergebe mich dem Willen meines Gottes ganz I gar; der wird wohl an mir erfüllen, was mir nützet immerdar. Siehe, höchster Gott, hernieder, was ich lege vor dich hin, Herz, Gedanken, Mut und Sinn, mich und alle meine Glieder; mache daraus, was du willt, was du willt, mein Gott und Schild! 2. Ach ich kenne dich ja eben, daß du selbst mein Vater bist; ich kenn auch mein liebstes Leben, das allein ist Jesus Christ; und weiß einen treuen Führer, der den rechten Weg mir weist, der ist Gott, der heilge Geist. Hab ich denn nun zum Regierer dich, o du dreieinger Gott, so erschreckt mich keine Not. 3. Und wie könnt ich doch ver⸗ zagen, ging es noch so wunder⸗ lich, da ich kann bis heute sagen, daß Gott wohl geführet mich. Soll ich denn erleben morgen, ei so lebet Gott auch noch, bei dem ich versichert doch, daß er sein Kind wohl versorgen und sein Schäflein führen wird, weil er Vater ist und Hirt. 4. Ginge mir es, wie ich wollte, stünd es wohl gar selten gut, wenn mein Wunsch geschehen sollte, da er Gott mißfallen thut; ach wie würde mein Verderben ich erwählen gar zu oft, wenn was Gutes ich gehofft; darum will ich mich bewerben, meinem Gott zu halten still. Mir geschehe, was Gott will. 5. Was Gott will, geschehe immer; was ich will und schäd⸗ lich ist, das laß ja geschehen nimmer, Gott, der du so gütig bist; und weil dir mein Unver⸗ mögen, was du willst zu thun, bekannt, ach so laß doch deine Hand meiner Schwachheit Kraft beilegen, daß ich könne folgen dir. Was du willst, geschehe mir. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.⸗Rudolstadt g. 1640 4 1672. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 4 1 0 Wordennsng⸗ herrlichs Ende, wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus. Wunderweislich ist sein Raten, wunderherrlich seine Thaten, und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch: Es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen, ihm und dir zur Herr⸗ lichkeit. Ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet, Friede folget nach dem Streit. — e E— 5658808 80 —2——..—.—— E““* Kreuz⸗ und 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wasser⸗ güssen, und du spürst nicht seinen Fuß:*) so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß.) Ps. 77, 20. 4. Kein Besinnen kann ersin⸗ nen, wo man könne Hülf ge⸗ winnen, die Vernunft ist hier zu blind; ihre halb gebrochnen Augen nicht in das Verborgne taugen, dem sie allzublöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er ange⸗ fangen, lassen so ein End erlan⸗ gen, daß es wunderherrlich sei. 6. Drum so laß dir nimmer grauen, lerne deinem Gott ver⸗ trauen, sei getrost und gutes Muts! Er fürwahr, er wird es führen, daß dus wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Guts. 7. Du wirst an den Fingern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst be⸗ kennen müssen: Wunderanfang, herrlichs End! H. A. Stockfleth geb. 1643 4 1708. Mel. Jesu, meine Freude. eine Seel ist stille 411. M zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wies Gott füget, nimmt an, wie es Trostlieder. geht. Geht es nur dem Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten, und mag keinen leiden, der ihr rede ein; von der Welt, Ehr, Lust und Geld, wornach so viel sind be⸗ flissen, mag sie gar nichts wissen. treue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergiebt. Er allein, mich ergebe und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, Brust; sie Hoffen; träget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld kommt das Beste. an die Freuden. 267 3. Nein, ach nein, nur Einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus der ges er soll es sein, dem ich wieder Schoß! Lerne ihm vertrauen, so Geist. Wer sich weiß in Gott zu was sie kränket, tief in Jesu wird stark durch was sie je betroffen, und Glauben feste; am End* 6. Amen, es geschiehet; wer ö zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kin⸗ dern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gekoste Leiden, und gehn Joh. Kasp. Schade g. 1666 4 1698. ö 412. Gel ist und bleibt * getreu, sein Herze brricht von Lieben, pflegt er gleich öftermal die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie stand⸗ bleibt getreu. von Last und Banden frei, wenn iläßt aus trüber Nacht die Freu⸗ Kreuzessturm im Augenblick vor⸗ — α π wird der Trübsal doch ein solches Rateng und Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. 268 haft die Geduld; Gott ist und 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schwe⸗ ren Plagen. Er braucht die Ruten oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu; er weiß, was wir vermögen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen. Er macht sein Israel große Not entsteht; Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen, er densterne scheinen. Es geht der bei; sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübsals⸗ glut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu, der Lebensbecher folgt; Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und vleibt getreu. Laß alle Wetter krachen, Gott Ende machen, daß alles Kreuz Trostlieder. und Not dir ewig nützlich sei. So liebt der Höchste dich. Gott ist und bleibt getreu. 1695. Eigene Melodie. 413. S führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, ja selig und doch meistens wunderlich. Wie könn⸗ test du es böse mit uns meinen, da deine Treu nicht kann verleug⸗ nen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; da pflegt es wunderseltsam aus⸗ zusehn, doch triumphiert zuletzt dein hoher Rat. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Gesetzen, so die Vernunft und gute Meinung stellt. Den Zweifelsknoten kann dein Schwert verletzen und lösen auf, nach dem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei; was sich entgegensetzt, muß sinken hin; ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Un⸗ wege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, teilt dein Ver⸗ stand in Ost und Westen aus; was mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein; ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein, dein Geist bei Toten Krait“ und Leben schafft. Kreuz⸗ und 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, so hast dus schon aus deinem Buch ge⸗ than; wem aber niemand will dies Zeugnis weisen, den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sün⸗ dern, sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sei?ꝰ Wer kann der tiefsten Weisheit Ab⸗ grund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm kann dir nicht taugen, du giebst die Kraft durch deines Geistes Trieb. Die besten Werke brin⸗ gen dir kein Lob: sie sind ver⸗ steckt, der Blinde geht vorbei, wer Augen hat, sieht sie doch nicht so frei; die Sachen sind zu fein, der Sinn zu grob. 6. O Herrscher, sei von uns gebenedeiet, der du uns tötest und lebendig machst. Wenn uns dein Geist der Weisheit Schatz verleihet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt?) bei uns, wir spielen mit; bei uns zu wohnen ist dir lauter Lust, die reget sich in deiner Vaterbrust und gängelt uns mit zartem Kinderschritt. ) Sprüche 8, 30. 31. 7. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, bald fährest du mit uns ganz säuberlich. Ge⸗ schiehts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, so weist die Zucht Trostlieder. 269 uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin, du küssest uns, wir sagen Beßrung zu; drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh und hält im Zaum den ausge⸗ schweiften Sinn. 8. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, die Ohn⸗ macht und der Sinne Unver⸗ stand; man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, wie es um schwache Kinder sei bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, brauchst Vater⸗ recht und zeigest Muttertreu; wo niemand meint, daß etwas deine sei, da hegst du selbst dein Schäflein je und je. 9. Also gehst du nicht die ge⸗ meinen Wege, dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne hast; wer meint, er habe deinen Rat gefaßt, der wird am End ein andres oft gewahr. 10. O Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gieb mir der Klugheit scharfen Unterscheid, dadurch Natur von Gnad man unterscheidet, das eigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht, brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt, erweck die Lust, die sich nur dir ergiebt und tadelt nie dein heimliches Gericht. W 270 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg, so wollst du die Befestung niederbrechen, daß ihre Höh sich nur bei Zeiten leg. Kein fremdes Feuer sich in mir anzünd, das ich vor dich in Thorheit bringen möcht“*) und dir wohl gar so zu gefallen dächt. Ach selig, wer dein Licht ergreift und findt! 3 Mos. 10, 1. 12. So zieh mich denn hinein in deinen Willen und trag und heg und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüste überwind! Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein, dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir, ich brenne nun nach dir in Liebsbegier, wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freuden⸗ quell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfried Arnold g. 1666 1 1714. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 414, M A Gottes Herz und Hände und erwartet ruhiglich seiner Wege Kreuz- und Trostlieder. Ziel und Ende, liegt fein stille, nackt und bloß in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden. Was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kann krän⸗ ken. Sorgen hört dem Schöpfer zu, meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden. Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht, auch alsdann, wenn er will töten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden. Also hab ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer, voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jos. Winckler g. 1670 4 1722. Mel. Wer nur den 4 Gott läßt walten. Mel. 1 41 5 Bohl dem Herren deine Wege und mache dich von Sorgen los, ver⸗ Kreuz⸗ und traue seiner Vaterpflege, vor ihm ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur hast raten lassen, da hat er alles wohl ge⸗ macht; denn was dein Denken nicht kann fassen, das hat er längst zuvor bedacht; wie dirs sein Rat hat ausersehn, so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebens⸗ tage so manches Kummers sein befreit, wie leicht wird alle Not und Plage dir werden hier in dieser Zeit, wenn du nichts wünschest in der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. 4. Dir wirds an keinem Gute fehlen, wenn du dein Herz ge⸗ wöhnst und lehrst, nur Gottes Willen zu erwählen, und deinem eignen Willen wehrst, den stets sein eigne Wahl betreugt, so gut ihm oft sein Wollen deucht. 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, mein Jesu, daß ich sei vergnügt mit allem, was dein Gnadenwille mit mir und mei⸗ nem Leben fügt. Nur nimm dich meiner Seele an, so hab ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thusts; sie ist die deine und kostet dir dein teüres Blut; behalt sie dir nur schön und reine, laß dies dein mir vertrautes Gut nur einzig meine Sorge sein, so trifft mein ganzes Wünschen ein. 7. Indes sei stets, mein Heil, gepriesen für alle Sorgfalt, die du Trostlieder. 271 mir, noch eh ich war, schon hast erwiesen, da du, mein süßer Jesu, dir zum Eigentum mich hast erwählt und deinen Schafen zu⸗ gezählt. 8. Dir sei auch ewig Lob ge⸗ geben, daß du so unermüdet hast für mich gesorgt in meinem Leben. So lang ich bin der Erde Gast, ist alles liebreich, nütz und gut, was deine Schickung mit mir thut. 9. Dort werd ich deiner Liebe Thaten erst preisen in Voll⸗ kommenheit, wenn nun mein Hoffen ist geraten, daß ich kann in der Seligkeit erkennen, wie dein Wille mir so gut gewesen für und für. Henr. Kath. v. Gersdorf g. 1648 11726. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 416 n Gott will ich ge⸗ 0 denken, denn er gedenkt an mich. Wenn mich die Sorgen kränken, so hebt mein Herze sich zu meinem Gott em⸗ por; bald weichen alle Schmer⸗ zen, denn er stellt meinem Herzen nichts als Vergnügen vor. 2. Denk ich an seine Liebe, wie werd ich doch entzückt, daß wenn es noch so trübe, mir gleich die Sonne blickt. Da kommt mir immer ein: Er hat sich hoch ver⸗ messen, er will mich nicht ver⸗ gessen. Wie könnt ich traurig sein? 3. Denk ich an seine Güte, die alle Morgen neu, so freut sich mein Gemüte bei solcher ———— — I e 4.— —————— S: SHhνν- Ge ern Kreuz⸗ und Vatertreu; die Last werf ich auf ihn, so wird die Arbeit süße, wenn ich den Schweiß vergieße, denn Gott ist mein Gewinn. 4. Denk ich an sein Erbarmen: er schenket mir sein Kind, o Gnade für mich Armen! Heißt das nicht treu gesinnt? Gott ist in Christo mein; Gott müßte Jesum hassen, wenn er mich wollte lassen, das kann unmög⸗ lich sein. 5. Drum will ich an Gott denken, die Welt mag immerhin den Sinn aufs Eitle lenken, hier ist ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein im Herzen und im Munde, so kann mir keine Stunde allhier zu lange sein. 6. An Gott will ich gedenken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so geh ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt, doch glaub ich dieses feste, Gott denket mein Naufs beste, wo sein Gedächt⸗ nis ist. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. eine nicht, Gott 417. W lebet noch, du betrübte Seele! Drückt dich gleich ein hartes Joch in der Trauerhöhle, nur Geduld, Got⸗ tes Huld läßt oft nach dem Weinen auch die Sonne scheinen. 2. Weine nicht, Gott denkt an dich, ob dus gleich nicht denkest. Oftermals verbirgt er sich, wenn du dich sehr kränkest, da die Welt Trostlieder. eh zerfällt, eh er dich wird hassen, oder gar verlassen. 3. Weine nicht, Gott siehet dich, scheint er gleich verstecket. Wenn du nur geduldiglich seinen Kelch geschmecket, reichet er Labsal her und giebt nach dem Leiden wie⸗ der Trost und Freuden. 4. Weine nicht, Gott höret dich, wenn dein Herz nur girret.“) Hast du dich gleich wunderlich in der Not verwirret, ruf ihn an, denn er kann deinen Unglückswellen Ziel und Grenzen stellen.„ Jes. 38, 14. 5. Weine nicht, Gott liebet dich, wenn die Welt betrübet und so manchen Schlangenstich dei⸗ nem Herzen giebet. Nichts be⸗ trübt, den Gott liebt; will gleich alles krachen, Gott kann fröhlich machen. 6. Weine nicht, Gott sorgt für dich, ei, was kann dir fehlen? Was willst du dich stetiglich mit den Sorgen quälen? Wirf auf ihn alles hin, er wird deine Sachen gut und besser machen. 7. Weine nicht, Gott tröstet dich nach den Thränengüssen; end⸗ lich wird der Kummer sich ganz verlieren müssen. Durch den Tod stirbt die Not, und wenn der erscheinet, hast du ausgeweinet. Nach Benj. Schmolck g. 1672 71737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 418 Qe größer Kreuz, je näher Himmel. Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Bei Sündenlust und Weltge⸗ assen, dich, Wenn Kelch ul her wie⸗ t dich, Hast nder nn er Ziel 38,14. liebet t und 9Kdei⸗ 8 be⸗ gleich öhlich gt für hlen? h mit ef auf deine achen. et dich end⸗ ganz n Tod n der beinet. 417³7. tt läßt uz, je mmel. Gott. deltge⸗ Kreuz⸗ und Trostlieder. 273 tümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, je stärker Glaube. Die Palme wächset bei der Last, die Süßigkeit fleußt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Am Kreuze wächset uns der Mut, wie Perlen in gesalzner Flut. 3. Je größer Kreuz, je mehr Gebete. Geriebne Kräuter riechen wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 4. Je größer Kreuz, je lieber Sterben. Man freut sich recht auf seinen Tod, denn man ent⸗ gehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphiert. 5. Je größer Kreuz, je schöner Krone, die Gottes Schatz uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Überwinder Scheitel trägt. Ach dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 6. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmolck g. 1672 f 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott. Mel. 3. 419 Odcch weiß, es kann X. mir nichts ge⸗ schehen in meiner ganzen Le⸗ bensfrist, als was des Höchsten Rat versehen, und was mir nütz und selig ist. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 2. Du leitest mich bei meiner Rechten und führest mich durch Wohl und Weh, du bist mein Licht in Trübsalsnächten, mein Leitstern auf der wilden See. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 3. Du magst mich küssen oder schlagen, ich weiß doch, daß du Vater bist; dein Herze kann mir nichts versagen, was hier und dort mir selig ist. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. ö 4. Drum soll mein Herze stand⸗ haft stehen, ob mancher Wind des Kreuzes weht; es kann mir nie⸗ mals übel gehen, wenn es nach Gottes Willen geht. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 5. Mein Gott, dir bleib ih ganz ergeben, Herr, leite mich auf rechter Bahn und nimm mich einst nach diesem Leben mit Gnaden und mit Ehren an! Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. Salomo Frank g. 1659 1 1725. V I. AE———— . SehngS ——5*³——7——— S ——— —— 274 Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. ie Gott mich ö 420. W führt, so will ich gehn ohn alles Eigenwählen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt vor Schritt in kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit, stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Hän⸗ den. Wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehren, wenden, sei ihm hiermit ganz heimgestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat be⸗ dacht, eh er mich an das Licht ge⸗ bracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir wider⸗ fahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Kreuz⸗ und Trostlieder. Hecken. Von vornen läßt sich Gott nicht sehn, zuletzt wird ers aufdecken,) wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl ge⸗ führet hat. Dies sei mein Glau⸗ bensanker.) 2 Mose 33, 23. Lampertus Gedicke g. 1683 4 1735. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 421 ein Herz, gieb dich zufrieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram! Die Not, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm! 2. Mit Sorgen und mit Zagen und unmutsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stille⸗ sein und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen; oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, ab⸗ gewischt; wenns bei uns heißt: Wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen, nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein; nach rauhen Wintertagen muß uns der Lenz behagen: er führt in öll und Himmel ein. 5. Indes ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollts auch nur ein Quentlein sein. Kreuz⸗ und 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, sondern Ruten sinds, damit Gott zum Guten die Seinigen hie⸗ nieden schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm mißbehagt, den alten Menschen schwächen, den Eigen⸗ willen brechen, die Lust ertöten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöten auch lassen, ja gar töten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gieb dich ganz zu⸗ frieden, mein Herz, und bleib ge⸗ schieden von Sorge, Furcht und Leid! Vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen in die Herrlichkeit. J.Anast. Freylinghausen g.1670 11739. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 42 2. Wdeten Treut Trostlieder. 275 unsre Hoffnung stützt und hält, ich bekenne und bereue, daß mich Zweifelmut befällt. Ach wie hängt mein Herz an Dingen, die mich nicht zur Ruhe bringen; ach wie leicht vergeß ich dein, wenn mein Trost soll sichtbar sein. 2. Ach vergieb mir diese Sünde, nimm die Strafe von mir hin, schenke deinem armen Kinde, Vater, einen andern Sinn, den nicht falsche Hoff⸗ nung bindet, die wie dünner Reif verschwindet, die wie leich⸗ ter Rauch verfleucht und das Herz zur Erde zeucht. 3. Laß mich eitle Sorgen mei⸗ den, weil du für mich sorgst und wachst und im Trauren wie in Freuden dich um mich zur Mauer machst. Laß, Herr, auf dein Wort mich hoffen, das noch all⸗ zeit eingetroffen; Hoffnung, die auf Gott nicht baut, wird zuletzt beschämt geschaut. 4. Laß den Anker meiner Seelen unter aller Stürme Wut nur dein Herz zum Grund er⸗ wählen, da er fest und sicher ruht, so wird sich kein Zweifel wagen, mir mein Schifflein umzuschla⸗ gen; ich werd unbeweglich stehn, wenn selbst Berge untergehn. 5. Laß mein Herz versichert werden, daß dein Wort wahr⸗ haftig sei, o so werd ich auf der Erden vieler Sorg und Unruh frei, so werd ich im Glauben beten und erhöret von dir treten, so wankt meine Zuversicht, so wankt meine Hoffnung nicht. 1 45 4 ö 4 RA. A. Kreuz⸗ und 6. Meine Hoffnung darf ich gründen, Vater, auf des Sohnes Tod; sein Verdienst das läßt mich finden Grund und Trost in meiner Not; durch sein siegreich Auferstehen kann ich neu geboren gehen als ein Bürger jener Welt, wenn der Erdenbau zerfällt. 7. Da mein Haupt sich aufge⸗ schwungen und auf Gottes Thron gesetzt, so bin ich mit durchge⸗ drungen und den Engeln gleich MWS ANes.I —8DSS SS S geschätzt. Ich besitz ein ewig Leben, das er selber mir gegeben; ich bin in der Hoffnung schon mit versetzt auf seinen Thron. 8. Ich bin nur ein Gast auf Erden, oben ist mein Vaterland; wird die Welt zerstöret werden, so geht an mein Ehrenstand. Ich erwarte nur der Stunden, da ich von der Sünd entbunden meinen Heiland werde sehn und vor ihm verkläret stehn. 9. Unterdessen laß mich hoffen auch in Trübsal auf dein Licht, laß mich sehn den Himmel offen, so schreckt Tod und Grab mich nicht. Laß mich voller Trost und Freuden aus dem Thal der Thränen scheiden und was ich gehofft allhier, mich dort schauen, Herr, bei dir. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 4423. A n 8 8 will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Trostlieder. Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, be⸗ stimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe ver⸗ läßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herr⸗ lichkeit? Wie bald ist sie ver⸗ schwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists über⸗ wunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern; seid fröhlich ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. du ewig dich. Was kann mir Kreuz⸗ und Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 424 Wo ists, daß ich * mich quäle? Harr seiner, meine Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nützet, Gott weiß es, und Gott schützet, er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden, die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig wie mein Geist besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir gewähret, Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schätzet, sei, Herr mein Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott, so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott. 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst Trostlieder. 277 widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Mel. Was Gottthut, das ist wohlgethan. er Herr ist meine 425.D Zuversicht, mein einzger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott, auf sein Gebot wird seine Seele stille, ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunder⸗ werke. Herr, groß von Rat und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk voll⸗ enden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not um⸗ giebt, doch deinen Trost ge⸗ nießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz, der Sünder eitles Dichten pflegst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Trost ver⸗ schwindet, wenn der Gerechte in der Not das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoff⸗ nung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn, verflucht, wer —— erj„ ö einen Vater, welcher mir, was von Gott weichet. Dein Heiland starb; er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln. Gott hilft, wenn Christen freu⸗ denleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zu⸗ versicht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmäch⸗ tiger, verlassen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Nach Christ. Chr. Sturm g.1740 11786. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 426 Ddih Gottes freue dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren dräuen? Ists nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, Kreuz⸗ und Trostlieder. mir nützt, gewähret, der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket und mit Himmels⸗ wonne dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich fürcht und liebe, wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüte seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuver⸗ sicht auf zum Himmel blicken, meine Leiden fühl ich nicht, wie sie mich auch drücken, Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz ich dann, wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: Mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt wert, du gabst mir das Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rat in die Welt gekommen, alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterb⸗ lichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. RIEE racht ittler einen gelten! 8. Gieb mir nur, so lang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr mein Gott, gefalle. Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sei mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 9. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben, rüste selbst mich wider sie mit ent⸗ schloßnem Glauben! Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Balthasar Münter g. 1735 4 1793. Mel. Was Gottthut, das ist wohlgethan. 6 ei stille, müdge⸗ 42 7. S quältes Herz, das nur am Kummer klebet, richt die Gedanken himmelwärts, hin, wo dein Vater lebet! Zuletzt ver⸗ zagt, wer immer klagt. In Gott sollst du dich fassen; er kann dich nicht verlassen. 2. Sei stille, sinne nicht zu weit, was willst du dir ersinnen? Was wirst du mit Vermessenheit je gegen Gott gewinnen? Du bist ja Staub; ermann dich, glaub: Gott hat es schon versehen, auch was wir nicht verstehen. 3. Sei stille, such bei Menschen nicht, was Menschen nicht ver⸗ mögen; halt fest an Gott mit Zuversicht, darauf liegt aller Segen. Folg seinem Rat, geh seinen Pfad, laß dir den Herrn der Welten weit über Menschen Kreuz⸗ und Trostlieder. an um seines Namens willen. 4. Sei stille, hast du lang ge⸗ weint und wirds noch immer trüber, sag nicht: Weil mir kein Licht erscheint, die Hülfe ist vor⸗ über. O harre fort, du hast sein Wort; er wird, so ists verheißen, dich noch aus allem reißen. 5. Sei stille, laß der Zweifel Macht nicht immer dich besiegen, laß Gottes Wahrheit in der Nacht des Kummers überwiegen! Du suchest Ruh? Die hinderst du, so lang dich Zweifel quälen; nur Glaube stillt die Seelen. 6. Sei stille, endlich mit dem Tod muß alle Sorge schweigen; dann wird sich von dem Stand der Not der rechte Anblick zeigen; da, da erscheint, wie gut gemeint die Leidensproben waren. Herr, laß michs froh erfahren! Joh. Gottfr. Schöner g. 1749 1 1818. Pfalm 23. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 428 Dir Herr ist mein getreuer Hirt, mir wird kein Gutes fehlen; der N Hüter, der nicht schläft noch irrt, kann mir nur Heil erwählen. Er weidet mich auf grüner Au, die Speise giebt vom Lebenstau des Geistes seiner Gnade. 2. Er führet mich zum reinen Quell, der mein Gemüt beglücket, zum Wasser, welches frisch und hell den schwachen Mut erquicket. Er leitet mich auf rechter Bahn, er nimmt sich meines Ganges *———— 3. Und ob ich wall im finstern Thal, fürcht ich doch keinen Schaden; sein Auge wachet überall, ich bin der Sorg ent⸗ laden. Sein Stab und Stecken trösten mich, auf seine Treu und Macht kann ich gar ruhig mich verlassen. 4». Du machst mir einen Tisch bereit im Auge meiner Feinde, verscheuchest Angst und Traurig⸗ keit, sprichst freundlich zu dem Freunde; du salbst mein Haupt mit Ol, du schenkst mir voll den Becher ein und lenkst zum Him⸗ mel hin mein Sehnen. 5. Ja Gutes und Barmher⸗ i zigkeit wird lebenslang mir wer⸗ g den; ich bleib im Haus des 1 Herrn die Zeit, die ich noch leb 0 6 —2————— ———— L..rr auf Erden. Und ist des Lebens Wallfahrt aus, dann trägt mich in sein Vaterhaus der Flügel n treuer Liebe. Joh. Friedr. v. Meyer g. 1772 4 1848. — —.— Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 429. J Qn Angsten ruf ich, Herre, dich, die uFluten gehen über mich, mit meiner Not bin ich allein; hilf, Herr, erhöre du mein Schreini Kyrieleisl) 2.. Du hast den Himmel aus⸗ gespannt und hältst die Erd in deiner Hand, den Sperling achtst du nicht gering; hilf, daß die Höll mich nicht bezwing! (Kyrieleis!) 3. Zu deinem Fuß die Sün⸗ — ———595—9———— Kreuz⸗ und 2 derin goß ihre Salb mit Weinen Trostlieder. hin; Herr, ewger Gott, barm⸗ herzger Hort, sprich auch zu mir ein Friedenswort!(Kyrieleis!) 4. Der Jünger zu versinken dacht, da auf dem Meer du gingst in Macht; laß deine Hand mich fassen, Gott, und mach den Feind an mir zu Spott! (Kyrieleis!) 5. Laß sehen, Gott, die Wasser dich,&) laß sie dich schaun und ängsten sich, mein Herr, mein Heil zu aller Frist, der du für mich gestorben bist! 9 70, 17 G. Chr. Adolf v. Harleß 1306 11879. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. 430 I. steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben, nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben; und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihm, und wen er hält, wird wohlbehalten bleiben. 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, und Wunder sollen schauen, die sich auf sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen. Er hats gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir machen will, ist alles mir ge⸗ legen; ich halte ihm im Glauben still und hoff auf seinen Segen; denn was er thut, ist immer gut, und wer von ihm behütet ruht, ist sicher allerwegen. Kreuz⸗ und 4. Ja wenns am schlimmsten mit mir steht, freu ich mich seiner Pflege; ich weiß, die Wege, die er geht, sind lauter Wunder⸗ wege. Was böse scheint, ist gut gemeint, er ist doch nimmermehr mein Feind und giebt nur Lie⸗ besschläge. 5. Und meines Glaubens Un⸗ terpfand ist, was er selbst ver⸗ heißen: daß nichts mich seiner starken Hand soll je und je ent⸗ reißen. Was er verspricht, das bricht er nicht. Er bleibet meine Zuversicht, ich will ihn ewig preisen. C. J. Phil. Spitta g. 1801 4 1859. Eigene Melodie. 431 Hyar meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach. In allen Stürmen, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott. 2. Harre meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott! Joh. Friedr. Räder g. 1815 4 1872. In Krankheit. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Trostlieder. 281 heut an diesem Tage letztmals mit Gebet erschein und dir meine Not vortrage, ach so richte meine Sinnen zu den hohen Himmels⸗ zinnen! 2. Tausend und viel tausend mal sei du, Vater, hoch gepriesen, daß in deiner Kinder Zahl du mir eine Stell gewiesen, daß ich dich hab lernen kennen und in Christo Vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sei deines großen Namens Ehre, deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre! Ich will dich dort ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Reich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kommen, mich berufen und zu dir aus des Satans Macht ge⸗ nommen; Jesus hat mir Heil und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. 5. Darum wart ich mit Begier ganz getrost aufs Reich der Ehren, nichts durchaus mehr ist allhier, das mich soll davon abkehren; komm, o König, laß erscheinen, was ich wünsch und all die Deinen. 6. Deinem Willen thu ich mich ganz zu einem Opfer geben. Hab ich hier nicht völliglich nach demselben können leben, so werd ich doch dort erfüllen mit den Engeln deinen Willen. 7. Täglich Brot und allerlei, was zu meinem Stand gehöret, 432 Listr Vater, soll hast du, Vater, mild und treu es sein, daß ich mir zeitlebens auch bescheret; —— **————————— ————.—— 8 1 HSEE F SSS S 282 Kreuz⸗ und nun du Himmelsbrot willst geben, laß ich gern dies arme Leben. 8. Bleiben gleich die Meinen hier, die mich länger möchten sehen, weiß ich doch, daß nur bei dir steht ihr Weh und Wohl⸗ ergehen. Ich befehle deiner Güte, was mir lieget im Gemüte. 9. Nur, o Vater, laß du mir alle Schulden sein vergeben, daß ich rein und frei zu dir fahr aus diesem Sündenleben. Jesus hat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht, wie du, Vater, hast ge⸗ heißen; aller Zorn und Rach entweicht, ich will lauter Lieb erweisen, weil du, Gott, so viel erlassen, will ich Mensch auch niemand hassen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, tobet heftig Sünd und Hölle, daß sie mir die Himmels⸗ ruh raub und meinen Glauben fälle, so steh du auf meiner Sei⸗ ten, die Versuchung zu hestreiten. 12. Mach mich alles Ubels los, gieb der Sündennot ein Ende! Ich ergebe ganz und bloß mich in deine Vaterhände; wollest mich von allem Bösen, wie du weißt und kannst, erlösen. 13. An dem allen zweifl ich nicht, denn du bist der Auwerscht könig; zu dir ist die Zuversicht, Welt und Höll ist dir zu wenig, deine Kraft wird ewig stehen, deine Herrschaft nie vergehen. Veit L. v. Seckendorf g. 1626 4 1692. Trostlieder. Eigene Melodie. zott, den ich als 433. G Liebe kenne, der da Krankheit auf mich legst und des Leidens Flamm erregst, daß ich davon hitz und brenne, brenne doch das Böse ab, das den Geist bisher gehindert, das der Liebe Regung mindert, die ich öfters von dir hab. 2. In der Schwachheit sei du kräftig, in dem Schmerze sei mir süß, schaffe, daß ich dich ge⸗ nieß, wenn die Krankheit streng und heftig. Denn was jetzt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körper jetzt beschweret, hat die Liebe selbst erregt. 3. Leiden ist jetzt mein Ge⸗ schäfte, andres kann ich jetzt nicht thun, als nur in dem Lei⸗ den ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Ge⸗ winnst, das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille, Leiden ist mein Gottes⸗ dienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an, denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden. Auch die Labung, die man mir zu des Leibes Notdurft giebet, kommt von dir, der mich ge⸗ liebet, alles kommt, mein Gott, von dir. 5. Laß nur nicht den Geist ermüden bei des Leibes Mattig⸗ keit, daß er sich zu aller Zeit in dich senk in Lieb und Frie⸗ Kreuz⸗ und den. Laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seele Auf⸗ fahrt hindern und die Ruhe in mir mindern, unterstütze du das Herz! 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, ganz in Ruh mit Freundlichkeit, sanfte mit Gehor⸗ samkeit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird errettet von den Sünden, so den Körper oft entzünden, und an seinem Geist erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben und dem Kreuze meinen Leib; gieb, daß ich mit Freude bleib an dich völlig übergeben. Dann so weiß ich festiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben, denn die Liebe reinigt mich. Christ. Friedr. Richter g. 1676 4 1711. Mel. Auf meinen lieben Gott. Och trau auf meinen 434.J Gott in aller Angst und Not; hat mich viel Kreuz betroffen, will ich doch auf ihn hoffen, er wird mir Hülfe senden und alles Elend wenden. 2. Ist gleich mein Leib voll Schmerz, und ängstet sich mein Herz, will es vor Leid und Plagen fast ganz in mir ver⸗ zagen, wird Gott nach seinem Willen doch alles wieder stillen. 3. Hält schon die Schwachheit an, daß ich daher nicht kann das Haus des Herren schauen und mich daselbst erbauen, soll Trostlieder. mir mein Lager dienen, mit Gott mich zu versühnen. 4. Mein Gott, du hörtest mich so oft und gnädiglich, ach hör mein Flehn und Sehnen, zähl jetzt auch meine Thränen und kehre dies mein Leiden in Trost und süße Freuden! 5. Dies bitt ich, dies geschicht; und kommt die Rettung nicht in diesem Weltgetümmel, so gieb mir nur den Himmel, wo lauter Licht und Sonne, wo stete Freud und Wonne. 6. Nun mach es auf der Welt, mein Gott, wie dirs gefällt. Hilf mir aus allen Nöten, und wirst du mich auch töten, will ich im Tod und Leben mich dir doch ganz ergeben. 1735⁵. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Qch hab in guten 435. Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl, so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja Herr, ich bin ein Sün⸗ der, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. ————————————————— +———— A eHr RKS=. 284 Kreuz⸗ und 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade ver⸗ trau ich deiner Gnade, du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld ver⸗ ehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Morgenlied eines Kranken. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 436 G Lob und Dank, die Nacht ist hin, es kommt der liebe Morgen; auf, schwacher Geist und matter Sinn, dir ist ja unverborgen, wie du die finstre Schmerzens⸗ nacht in Gottes Schutze zuge⸗ bracht und glücklich überstanden. 2. Als ich mich zu der Ruh gelegt, war ich mit Schmerz um⸗ geben; ich sprach, durch Schmerz und Furcht bewegt: Werd ich auch morgen leben? Die fast verdorrte Zunge frug, so oft die Viertelstunde schlug: Wann wird der Tag erscheinen? Trostlieder. 3. Gott hat mir mein Gebet gewährt, ich kann das Licht noch sehen. Drum will ich ihn, der mich erhört, mit Dank und Preis erhöhen und flehn, daß er es diesen Tag mit mir und meinem Kreuze mag nach seinem Willen machen. 4. Leb ich nicht fröhlich, frisch, gesund, bin ich dennoch zufrieden; hat schon der Schmerz mein Herz verwundt, will ich doch nicht ermüden; ich trage dieses harte Joch auch diesen Tag und weiter noch, so lang es Gott beliebet. 5. Mein Elend ist um Tag und Nacht nun gleichwohl kürzer worden; Gott, der mich so getreu bewacht, wird nebst der Engel Orden auch heute mit und bei mir sein und Hülfe, Rat und Trost verleihn, er weiß wohl, was mich drücket. 6. Ihm will ich meinen schwachen Geist und kranken Leib befehlen; was Jesus, der mein Helfer heißt, erwählt, will ich auch wählen; so geht es mir im Leben wohl, und wenn ich heute sterben soll, kann mir der Tod nicht schaden. 7. Ich bin ja, Herr, dein liebes Kind und werd es ewig bleiben, kein Schmerzenssturm, kein Kreuzeswind soll mich von Jesu treiben. Ach bleib bei mir bis an mein End und nimm die Seel in deine Händ, so bin ich wohl versorget. 17³31. * * ů— 4—.. enSs E — S=. AIE A—&= E E —44— 28⁵ Eigene Melodie. zu rlösen das menschlich Ge⸗ ö er s 43 7 9⁵⁰ Gott, dich schlecht. einem 2 loben wir, Du hast dem Tod zerstört sein Gillen Herr Gott, wir danken dir. Macht ö Dich Vater in Ewigkeit und all Christen zum Himme frisch ehrt die Welt weit und breit. bracht. ö ö seden⸗ All Engel und Himmels Heer Du sitzt zur Rechten Gottes erz und was dienet deiner Ehr, gleich ö ö nicht auch Cherubim und Seraphim mit aller Ehr ins Vaters Reich. 169½½½ harte singen immer mit hoher Stimm: Ein Richter du zukünftig bist.. weiter Heilig ist unser Gott, all des, was tot und lebend ist.. bet heilig ist unser Gott. 4. Nun hilf uns, Herr, den. Ta Heilig ist unser Gott, Dienern dein, Rirzer der Herre Zebaoth! die mit dein'm teurn Blut: eiren 2. Dein göttlich Macht und erlöset sein, En el Herrlichkeit laß uns im Himmel haben teil§ 5 bei geht über Himmel und Erde Halk den Heiligen in ewigem weit. eil! woht Der heiligen zwölf Boten Zahl Hilf deinem Volk, Herr Jesu 1 ö und die lieben Propheten all, rist, 544 seinen die teuren Märtrer allzumal und segne, das dein Erbteil ist, 1 anken loben dich, Herr, mit großem wart und pfleg ihr zu aller Zeit der Schall. ö ö und heb sie hoch in Ewigkeit! 8 will Die ganze werte Christenheit 5. Täglich, Herr Gott, wir 4 3 mir rühmt dich auf Erden alle Zeit. loben dich m ich Dich, Gott Vater im höchsten und ehrn dein Namen stetiglich. T der Thron, Behüt uns heut, o treuer Gott deinen rechten und eingen Sohn, vor aller Sünd und Miss ethat! dein den heiligen Geist und Tröster Sei uns gnädig, o Herre Gott, ewig wert sei uns gnädig in aller Not! türm mit rechtem Dienst sie lobt und Zeig uns deine Barmherzigkeit, pon ehrt. wie unsre Hoffnung zu dir steht. umir Chrst. König der Ehren, Jesu Auf dich hoffen wir, lieber ů rist, Herr, n 19 Gott Vaters ewiger Sohn du in Schanden laß uns nimmer⸗ 731 bist; mehr! Amen. 2 der Jungfrau Leib nicht hast Martin Luther g. 1483 f 1546. Nach dem Latein. Le deum laudamus. 4 verschmäht, XXII. Lob⸗ und ZDanklieder. ... —.—— ———— EHE K 8 äW‚ISSiSSSSSSSSSS 286 Lob⸗ und Ysalm 103. Eigene Melodie. 43 8 un lob, mein Seel, 2 den Nalten was in mir ist, den Namen sein! Sein Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Kön'g schafft Recht, behütet die Leidenden im Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Ge⸗ richt, dazu sein Güt ohn Maßen, es mangelt an Erbarmung nicht. Sein Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold. Sein Güt ist hoch erhaben ob den'n, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie sich ein Vat'r erbarmet ob seiner jungen Kindlein klein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Geschlechte und weiß, wir sind nur Staub, gleich⸗ wie das Gras von Rechte, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da, also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner lieben G'meine, die Danklieder. seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich; ihr starken Engel waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilig Wort; mein Seel soll auch ver⸗ mehren sein Lob an allem Ort. 5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! Der woll in uns vermehren, was er aus Gnade uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen, uns ganz verlaßn auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, daß unser Herz und Sinn ihm allezeit anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen, wir werdens erlangen, glaub'n wir von Herzensgrund V. 1—4 Joh. Gramann g. 14877 1541. Mel. Nun freut euch, liebe Christen 439. 85 gläubig Herz, gebenedei und gieb Lob deinem Herren! Ge⸗ denk, daß er dein Vater sei, welchen du stets sollst ehren, die⸗ weil du keine Stund ohn ihn mit aller Sorg in deinem Sinn dein Leben kannst ernähren. 2. Er ists, der dich von Herzen liebt und sein Gut mit dir teilet, dir deine Missethat vergiebt und deine Wunden heilet, dich waff⸗ net zum geistlichen Krieg, daß dir der Feind nicht oben lieg und deinen Schatz zerteile. 3. Er ist barmherzig und sehr gut den Armen und Elenden, steht in seiner Furcht bereit, die die sich von allem Übermut zu rscht arken und eilig ver⸗ Ort. mit und uns nade fest rlaßn ihn und ngen. tund: ngen, rund 1541. hristen Herz, i und Ge⸗ +.sei, „die⸗ uihn Sinn n. herzen teilet, t und waff⸗ „ daß nlieg sehr enden, iut zu Lob⸗ und seiner Wahrheit wenden; er nimmt sie als ein Vater auf und giebt, daß sie den rechten Lauf zur Seligkeit vollenden. 4. Wie sich ein treuer Vater zeigt und Guts thut seinen Kin⸗ dern, also hat sich auch Gott ge⸗ neigt zu uns, den armen Sün⸗ dern; er hat uns lieb und ist uns hold, vergiebt uns gnädig, alle Schuld, macht uns zu Über⸗ windern. 5. Er giebt uns seinen guten Geist, verneuet unsre Her⸗ zen, daß wir vollbringen, was er heißt, wenns auch das Fleisch mag schmerzen; er hilft uns hie mit Gnad und Heil, verheißt uns auch ein herrlich Teil von seinen ewgen Schätzen. 6. Nach unsrer Ungerechtigkeit hat er uns nicht vergolten, viel⸗ mehr erzeigt Barmherzigkeit, da wir verderben sollten; mit seiner Gnad und Gütigkeit ist uns und allen er bereit, die ihn von Herzen lieben. 7. Was Gott nun angefangen hat, das will er auch vollenden. Nur geben wir uns seiner Gnad, opfern uns seinen Händen und thun daneben unsern Fleiß, hoffend, er werd zu seinem Preis all unsern Wandel wenden! 8. O Vater, steh uns gnädig bei, weil wir sind im Elende, daß unser Thun aufrichtig sei und nehm ein selig Ende. O leucht uns mit dein'm hellen Wort, daß uns an diesem dunklen Ort Danklieder. 9. O Gott, nimm an zu Lob und Dank, was wir in Einfalt singen, und laß dein Wort mit freiem Klang durch unsre Her⸗ zen dringen! O hilf, daß wir mit deiner Kraft durch eine gute Ritterschaft des Lebens Kron erringen. Böhmische Brüder. Eigene Melodie. 440 Nen laßt uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein gegeben; die⸗ selben zu bewahren, thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung giebt er dem Leibe; die Seele muß auch bleiben, wie⸗ wohl tödliche Wunden sind kom⸗ men von der Sünde. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben, Christus, für uns gestorben; der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Un⸗ fall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben, im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß sie uns fort behüte, die Großen mit den Kleinen; du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahr⸗ kein falscher Schein verblende. heit, gieb ewigliche Freiheit, zu ——————L——— ReHES SS • WSRHASSSSS ——— Lob⸗ und Danklieder. 288 preisen deinen Namen durch Je⸗ sum Christum. Amen. Ludwig Helmbold g. 1532 4 1598. Pfalm 103. Eigene Melodie. 4 41. O meine Seel, du sollst den Herren preisen, was in mir ist, das muß ihm Ehr erweisen, auf, auf, mein Herz, und mache dich bereit! Vergiß ja nicht, vergiß nicht, mein Gemüte, was dir der Herr für wunderbare Güte erwiesen hat die ganze Lebenszeit. 2. Denn er hat dich von Sünden losgesprochen und denkt nicht mehr, was du bisher ver⸗ brochen, er machet dich von Schwachheit heil und rein. Es hat der Herr dein Leben vom Ver⸗ derben erlöst, daß du nicht ewig müssest sterben, dein Gott will dir forthin barmherzig sein. 3. Er krönet dich mit Gnad und mildem Segen, will deinen Mund mit reicher Fülle pflegen, er machet dich von seinen Gütern satt, daß du mit Lust darüber dich erfreuest und deine Kraft gleich Adlern gar verneuest, weil er mit Heil dich überschüttet hat. 4. Der Herr läßt Recht den⸗ selben widerfahren, die vor be⸗ drängt und unterdrücket waren; er hat sein Thun dem Mose kund gethan und seine Recht Israel wissen lassen; er ist voll Güt und f will nicht immer hassen noch ewig⸗ 5. Der Herr ist fromm, barm⸗ herzig und sanftmütig, voll Gnad und Gunst, geduldig, treu und gütig, er handelt nicht mit uns nach unsrer Schuld, vergilt auch nicht nach unsern schweren Sün⸗ den. So weit die Höh des Him⸗ mels ist zu finden hier von der Erd, so weit reicht seine Huld. 6. So weit der Grund sich scheidet von der Festen, so weit der Ost ablieget von dem Westen, so weit läßt er die Sünden von uns sein. Sein Gnadenblick muß über die stets walten, die ihn mit Furcht für ihren Helfer halten, und rettet sie aus ihrer Not und Pein. 7. Wie unter uns ein Vaterherz Erbarmen mit Kindern hat, so thut der Herr uns Armen, es bei. Er kennet ja uns dürftgen Erdentöpfe,“) ihm ist bewußt, daß dieses sein Geschöpfe ein leich⸗ ter Staub und schwaches Werk⸗ zeug sei.) Klag. Jer. 4, 2. 8. Ein Mensch muß stets des Lebens End erwarten, er ist wie Gras, wie eine Blum im Gar⸗ ten, die sich sehr schön und lieb⸗ daß man die Stätt auch nicht mehr finden kann. ö‚ 9. Des Herren Gnad ist aber überschwänglich, währt für und ür und bleibet unvergänglich; auf Kindeskind wird seine Güt lich mit Grimm uns sehen an. gebracht bei denen, die den stehet Gott den Frommen kräftig lich lässet an: wenn aber nur der Wind darüber fähret, ist ihre Zier hinweg und so verzehret, barm⸗ Gnad u und it uns t auch Sün⸗ Him⸗ on der Huld. ud sich o weit Vesten, en von henblick n, die Helfer 5 ihrer iterherz zat, so en, es kräftig ürftgen ißt, daß leich⸗ Werk⸗ zer. 4, 2. ets des ist wie u Gar⸗ id lieb⸗ er nur ist ihre rzehret, h nicht ist aber ür und inglich; ie Güt ie den Lob⸗ und Gottesbund stets üben und sein Befehl von ganzem Herzen lieben und sein Gebot zu halten sind bedacht. 10. Es ist sein Stuhl im Himmel zubereitet, sein Herr⸗ schaft ist um diese Welt gebrei⸗ tet, sein Reich und Thron um⸗ schließt den Erdenkreis. Ihr Engel lobt, lobt ihn, ihr starken Helden, die ihr sein Thun und Willen an müßt melden, lobt unsern Gott und sagt ihm Ruhm und Preis! 11. Lobt unsern Gott, ihr alle seine Scharen, die ihr ihm dient und hin und her müßt fahren auf sein Geheiß; lobt ihn an jedem Ort, an dem er herrscht; lobt ihn, ihr seine Werke, rühmt seine Kraft, rühmt seiner Allmacht Stärke; lob ihn, mein Herz, o lob ihn fort und fort! 12. Gott Vater, Sohn und Geist, sei stets gepriesen für alle Güt, die du an mir erwiesen von Kindheit an bis jetzt auf diese Zeit. Herr, steh mir bei, laß deine Gnad sich mehren, so will ich drum dir danken und dich ehren auf Erden hier und dort in Ewigkeit. V. 1—11 Joh. Franck g. 16187 1677. V. 12 Hannov. Gsb. 1657. Hirach 50, 24. Eigene Melodie. 442. Nn ger Danklieder. 289 allen Enden, der uns von Mut⸗ terleib und Kindesbeinen an un⸗ zählig viel zu gut und noch jetz⸗ und gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höch⸗ sten Himmelsthrone, dem drei⸗ mal Einen Gott, als es ur⸗ sprünglich war und ist und blei⸗ ben wird jetzund und immerdar. Martin Rinkart g. 1586 1 1649. 4 43 N danket alle Gott mit Her⸗ zen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden, der lebend uns er⸗ hält von Mutterleibe an und thut uns alles Guts, mehr als man zählen kann. 2. Es wolle unser Gott ein fröhlich Herz uns geben, er lasse uns, sein Volk, in Frieden immer leben forthin zu unsrer Zeit, daß seine Gnad und Treu bei uns und unserm Land all⸗ weg beständig sei. 3. Der große, starke Gott woll uns von allem Bösen und was uns schaden kann gewaltiglich er⸗ lösen, er schütz und rette uns, er zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und helf uns allezeit, so lang er uns allhier das Leben noch verleiht. *——————— —22— ˙— REeHE S ꝑ‚SISSSSSSISSSSS wie vergelt ichs dir? Ach bleibe 4. Gott Vater, dir sei Preis hier und im Himmel oben, Gott Sohn, Herr Jesu Christ, wir wollen dich stets loben, Gott heilger Geist, dein Ruhm er⸗ schalle mehr und mehr, o Herr, dreieinger Gott, dir sei Lob, Preis und Ehr! Hannoversches Gsb. 1657. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. an lobt dich in 444. M der Stille, du hocherhabner Zions⸗Gott, des Rühmens ist die Fülle vor dir, o Herr Gott Zebaoth. Du bist doch, Herr, auf Erden der From⸗ men Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die unaufhörlich schreien: Gelobt sei der Gott Israel!“) Sein Name sei gepriesen, der große Wunder thut und der auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut. Nun, das ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb und niemals von ihm scheide, so lang ich leb und schweb. ) Ps. 40, 17. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht, denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rist g. 1607 4 1667. Hirach 50, 24. Eigene Melodie, oder Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 4 45 N danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und fingt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut; 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld ver⸗ giebt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn in unserm Volk und Land, er gebe Glück zu unserm Thun und Heil zu allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. überall terleibe ilt, und n kann, lt; ich hoch Muts, ild ver⸗ Guts. rröhlich Sinn Furcht, Meeres nruhn nd, er in und id Güt i, was t, gar alles thun, du hältst die Wach der dich gemacht. Lob⸗ und Danklieder. sei er stets unser Heil, und wenn sicher ruhn. wir scheiden von der Erd, ver⸗ 8. Du nährest uns von Jahr zu bleib er unser Teil. Jahr, bleibst immer fromm und 9. Er drücke, wenn das Herze treu und stehst uns, wenn wir in bricht, uns unsre Augen zu und Gefahr geraten, treulich bei. zeig uns drauf sein Angesicht dort 9. Du strafst uns Sünder mit in der ewgen Ruh. Geduld und schlägst nicht allzu⸗ Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. sehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Eigene Melodie, oder Meer. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 10. Wenn unser Herze seufzt 446 Qch singe dir mit und schreit, wirst du gar leicht Herz und Mund, erweicht und giebst uns, was Herr, meines Herzens Lust, ich uns hoch erfreut und dir zu sing und mach auf Erden kund, Ehren reicht. was mir von dir bewußt.. Du zählst, wie oft ein 2. Ich weiß, daß du der Brunn Christe wein, und was sein Kum⸗ der Gnad und ewge Quelle seist, mer sei; kein Zähr⸗ und Thrän⸗ daraus uns allen früh und spat lein ist so klein, du hebst und viel Heil und Gutes fleußt. legst es bei. ö 3. Was sind wir doch? Was 12. Du füllst des Lebens Man⸗ haben wir auf dieser ganzen Erd, gel aus mit dem, was ewig das uns, o Vater, nicht von dir steht, und führst uns in des allein gegeben werd? Himmels Haus, wenn uns die 4. Wer hat das schöne Him⸗Erd entgeht. melszelt hoch über uns gesetzt? 13. Wohlauf, mein Herze, sing Wer ist es, der uns unser Feld und spring und habe guten Mut, ö mit Tau und Regen netztꝰ dein Gott, der Ursprung aller 5. Wer wärmet uns in Kält Ding, ist selbst und bleibt dein und Frost? Wer schützt uns vor Gut. dem Wind? Wer macht es, daß 14. Er ist dein Schatz, dein man Ol und Most zu seinen Erb und Teil, dein Glanz und Zeiten findt? Freudenlicht, dein Schirm und 6. Wer giebt uns Leben und Schild, dein Hülf und Heil, Geblüt? Wer hält mit seiner schafft Ruh und läßt dich nicht. Hand den güldnen, werten, edlen 15. Was kränkst du dich in Fried in unserm Vaterlandꝰ deinem Sinn und grämst dich 7. Ach Herr, mein Gott, das Tag und Nacht? Nimm deine kommt von dir, du, du mußt Sorg und wirf sie hin auf den, 291WW 8. So lange dieses Leben währt, an unsrer Thür und läßt un ** 2* Aeeeerre ——.— —— ————— e Ee.— —— — ̃IDIRSRSIRIAISEEEEEE—.—— 1 — — ————.4 — ———————.— 8 * 292 Lob⸗ und Danklieder. 16. Hat er dich nicht von Ju⸗Brunnen, wie will doch mein gend auf versorget und ernährt? schwacher Geist, ob er sich gleich Wie manches schweren Unglücks hoch befleißt, deine Tief er⸗ Lauf hat er zurückgekehrt! gründen können? Alles Ding 17. Er hat noch niemals was währt seine Zeit, Gottes Lieb in versehn in seinem Regiment, Ewigkeit. nein, was er thut und läßt ge⸗ 4. Seinen Geist, den edlen schehn, das nimmt ein gutes End. Führer, giebt er mir in seinem 18. Ei nun, so laß ihn ferner Wort, daß er werde mein Re⸗ thun und red ihm nicht darein, gierer durch die Welt zur Him⸗ so wirst du hier im Frieden ruhn melspfort, daß er mir mein und ewig fröhlich sein. Herz erfülle mit dem hellen Paul Gerhardt g. 16071 1676. Glaubenslicht, das des Todes Macht zerbricht und die Hölle Eigene Melodie. selbst macht stille. Alles Ding 447 S ich meinem währt seine Zeit, Gottes Lieb 2 Gott nicht sin⸗ in Ewigkeit. gen? Sollt ich ihm nicht dankbar 5. Meiner Seele Wohlergehen sein? Denn ich seh in allen hat er ja recht wohl bedacht; Dingen, wie so gut ers mit mir will dem Leibe Not zustehen, mein. Ist doch nichts als lauter nimmt ers gleichfalls wohl in Lieben, das sein treues Herze acht. Wenn mein Können, mein üben. Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich Alles Ding währt seine 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt also⸗ bald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du ungegründter Sorgen Gemüt, daß ich alle liebe Mor⸗ Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein und ermuntert mein 8—3——— ö ö E- Lob⸗ und gen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan hergeführt, die mich doch mein Lebetage nie⸗ mals noch bisher gerührt; Got⸗ tes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzu⸗ richten war gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus den Bahnen weicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille. Danklieder. 293 stehn. Wenn der Winter ausge⸗ schneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, er⸗ freuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu um⸗ fangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt g. 1607 T 1676. Mel. Nun danket alle Gott. 448. G men Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augen⸗ blick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Not Rat. Trost und Gäls 2 29⁴4 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet, gelobet sei der 11 des Namen heilig heißt, ott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist! 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig, Heilig singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit. Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Joh. Olearius g. 1611 14 1684. Mel. Es ist das Heil uns kommen her, oder Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ. 449. Stendagsenu, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die Fns an allen Orten hören. 2. Es danken dir die Himmels⸗ heer, o Herrscher aller Thronen,‚ Lob- und Danklieder. 4. Ich rief zum Herrn in mei⸗ ner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nim⸗ mer nicht von seinem Volk ge⸗ schieden, er bleibet ihre Zuver⸗ sicht, ihr Segen, Heil und Frie⸗ den. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf er⸗ mangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Überfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgend finden Ruh. Gebt unserm Gott die der mein Gemüte mit seinem 7. 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren, man soll, Gott, deinen Lobgesang Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen preisen deine Schöpfermacht, die nennt, gebt unserm Gott die alles also wohl bedacht. Gebt Ehre, ihr, die ihr Gottes Macht unserm Gott die Ehre! bekennt, gebt unserm Gott die 3. Was unser Gott geschaffen Ehre! Die falschen Götzen macht hat, das will er auch erhalten, zu Spott, der Herr ist Gott, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich. Gebt Hel Anserm Ga 1e E der Herr ist Gott.“) Gebt unserm Gott die Ehre! 91 Kön. 18, 39. 9. So kommet vor sein Ange⸗ sicht mit jauchzenvollem Sprin⸗ E allet Zie gelobte Pflicht. mei⸗ mm nein ließ ank, ach Gebt im⸗ ge⸗ wer⸗ rrie⸗ eitet her. 4 er⸗ Welt der Abst, enen uden die eben hren, sang Nein mein Gebt mmen die Eacht t die nacht Sott, serm 8, 39. Inge⸗ prin⸗ flicht Lob- und Danklieder. 295 und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jak. Schütz g. 1640 1 1690. Eigene Melodie. 450 Lbe den Herren, 0 den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lob⸗ gesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses ver⸗ spüret? Eigene Melodie. 451. Wng, Henscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Deine Vatergüte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß die Zunge singen, laß die Stimme klingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten mehr als aller Menschen Staaten, großes Licht der Sonne, schieße deine Strah⸗ len, die das große Rund be⸗ malen, lobet gern, Mond und Stern, seid bereit zu ehren einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glau⸗ benslieder! Was den Odem 3. Lobe den Herren, der künst⸗ holet, jauchze, preise, klinge! lich und fein dich bereitet, der Wirf dich in den Staub dar⸗ dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen nieder! Er ist Gott Zebaoth, er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Stand sichtbar gesegnet, der aus Jesum liebet, Halleluja singe, dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. welcher Christum nennet, sich Dente daran, von Herzen ihm ergiebet. O was der Allmächtige kann, der wohl dir! Glaube mir: Endlich dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abra⸗ hams Samen! Er ist dein Licht, oder Nun freut euch, liebe Christen Seele, vergiß es ja nicht, Lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander g. 1650 T1 1680. wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander g. 1650 f 1680. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr, g'mein. 452. B Gon gebrch durch jeine große Güte bis. 296 Lob⸗ und hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte, bis hieher hat er mich geleit, bis hieher hat er mich erfreut, bis 40 mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank für die bisherge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue. In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat große Ding gethan an mir und mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuer Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilfi mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, hilf mir im Leben, Tod und Not, durch Christi Schmerzen, Blut und Tod, hilf mir, wie du geholfen. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt g. 1637 1 1706. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. omit soll ich dich 453. W wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Ge⸗ müte, daß ich deine Wunder⸗ macht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; ßer König, Dank R denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausendtausendmal sei dir, gro⸗ Danklieder. 3. Vater, wenn mein Herz be⸗ dentet, wie dich meine Sünden⸗ schuld⸗ oft betrübet, oft gekränket, und wie deine Lieb und Huld mich aus Langmut doch getragen, so muß ich beschämet sagen: Tausendtausendmal sei dir, gro⸗ ßer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden noch den Grund hier zu ergründen. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sünden Höhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgesöhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausendtau⸗ sendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Ver⸗ langen möcht an deinem Willen hangen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Wie ein Vater nimmt und giebet, nachdems Kindern nütz⸗ lich ist, so hast du mich auch ge⸗ liebe Herr mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenom⸗ men, wenns auch gleich aufs höchste kommen. Tausendtau⸗ sendmal sei dir, großer König, Dank dafür! Lob⸗ und 8. Mich hast du auf Adlers⸗ flügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich. Wenn schien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hülf ich innen. Tausendtausendmal sei dir, gro⸗ ßer König, Dank dafür! 9. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit, und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 10. Tausendmal sei dir gesun⸗ gen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen. Ach laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten! Da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. Ludw. Andr. Gotter g. 1661 1 1735. Eigene Melodie. daß ich tausend 454. L Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit in die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein Danklieder. 297 jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes meines Herren Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld un⸗ säglich gnädige Geduld. 7. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal ge⸗ spürt, daß du mich unter vieler Plage durch Not und Trübsal hast geführt, denn in der grö⸗ ßesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freude in deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leide nicht triumphie⸗ rend einher gehn?. Un Lob⸗ und auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, wenn ich wie deine Engel bin. Da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Johann Mentzer g. 1658 4 1734. Eigene Melodie. 4 55 Lel et uns den Herren preisen und ver⸗ mehren seinen Ruhm, stimmet an die süßen Weisen, die ihr seid sein Eigentum. Ewig währet sein Erbarmen, ewig will er uns umarmen mit der süßen Liebeshuld, nicht gedenken unsrer Schuld. Preiset ewig seinen Namen, die ihr seid von Abrams Samen, rühmet ewig seine Werke, gebet ihm Lob, Ehr und Stärke! 2. Ehe noch ein Mensch ge⸗ boren, hat er uns zuvor erkannt und in Christo auserkoren, seine Huld uns zugewandt. Selbst der Himmel und die Erden müssen uns zu Dienste werden, weil wir durch sein liebstes Kind seine Kinder worden sind. Ewig solche Aade währet. EEE Danklieder. ihm bescheret; ewig wollen wir uns üben, über alles ihn zu lieben. 3. Ja wir wollen nun mit Freuden zu dem lieben Vater gehn, uns an seiner Liebe weiden, wie die thun, die vor ihm stehn, heilig, heilig, heilig singen. Halleluja soll erklingen unserm Gotte und dem Lamm, unserm holden Bräutigam. Lasset seinen Ruhm erschallen und erzählt sein Werk vor allen, daß er ewig uns erwählet und zu seinem Volk gezählet. 4. Lernet euren Jesum kennen, der euch teur erkaufet hat, lernet ihn fein lieblich nennen euren Bruder, Freund und Rat, euren starken Held im Streiten, eure Lust in Fröhlichkeiten, euren Trost und euer Heil, euer aller⸗ bestes Teil. Ewig solche Güte währet, die euch durch ihn wider⸗ fähret; ewig soll das Lob er⸗ klingen, das wir ihm zu Ehren singen. 5. Tretet nur getrost zum Throne, da der Gnadenstuhl zu sehn; es kann euch von Gottes Sohne nichts als Lieb und Huld geschehn. Er erwartet mit Ver⸗ langen, bis er könne uns um⸗ fangen und das allerhöchste Gut uns mitteilen durch sein Blut. Große Gnad ist da zu finden, er will sich mit uns verbinden, und soll niemals etwas können uns von seiner Liebe trennen. 6. Er hat nunmehr selbst die Ale seiner Gottheit aufgethau, wir n zu mit Vater iden, tehn, ngen. üserm serm einen sein ewig inem nen, ernet uren uren eure uren uler⸗ Güte ider⸗ er⸗ hren zum stuhl ottes Huld Ver⸗ um⸗ Gut Blut. —— und es ist sein ernster Wille, daß nun komme jedermann. Keiner soll sich hiebei schämen, sondern Gnad um Gnade nehmen; wer ein hungrig Herze hat, wird aus seiner Fülle satt. Ewig solche Fülle währet, die uns so viel Guts bescheret; Wonne, die uns ewig tränket, wird uns daraus eingeschenket. 7. Nun, du Liebster, unser Lallen, damit wir dir dankbar sein, laß dir gnädig wohlgefallen, bis wir alle insgemein ewig deine Gütigkeiten mit gesamtem Lob ausbreiten, da wir werden Gloria singen und Halleluja. Preis, Ehr, Ruhm, Dank, Macht und Stärke und was rühmet seine Werle werde unserm Gott gegeben! Laßt uns ihm zu Ehren leben! Chr. Jakob Koitsch g. 1671 1 1735. Eigene Melodie. 456 ch erkennet, liebste Seelen, unsers Gottes Gütigkeit, helfet seinen Ruhm erzählen, die ihr sein Lob⸗ und Danklieder. 299 gaben, die der arme Mensch genießt. 3. Wer ist, der ihn hat ver⸗ bunden, dich zu schaffen, Men⸗ schenkind?ꝰ Wer, daß wir zu diesen Stunden frisch, gesund und fröhlich sind? Wer giebt uns die Leibeskräfte, das Ver⸗ mögen, den Verstand, zu ver⸗ richten die Geschäfte? Nichts denn Gottes Gnadenhand. 4. Ferner will er noch er⸗ halten, was er uns gegeben hat; seine Gnade läßt er walten über alle früh und spat; er will uns vor allem Schrecken, vor des Satans Trug und List unter seinem Schutz bedecken, da man recht gesichert ist. 5. Lasset darum, liebste Seelen, laßt uns alle, groß und klein, ihm den besten Dank erwählen, welcher heißt: gehorsam sein. Lobet sein allweises Fügen, rüh⸗ met alles, was er schickt; wer sich läßt daran genügen, bleibet immerfort beglückt. Friedr. Konr. Hiller g. 1662 4 1726. Geschöpfe seid. Euch gebühret Mel. Es ist das Heil uns kommen her, Dank zu geben dem, der euch oder Allein Gott in der Höh sei Ehr. viel Guts gethan und sich euer noch daneben nimmt mit solcher Treue an. 2. Denket, da wir gar nichts waren, hat er uns zu was ge⸗ macht, er hat uns von Jahr zu Jahren wunderbarlich fort ge⸗ bracht. Nichts ist, was wir an uns haben, das nicht ihm fließt: 457. ringt her dem ö Herren Lob und Ehr aus freudigem Gemüte, ein jeder Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte. Ach lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Not, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott aben und rühmet alle⸗ Wunderwerke ihn früh und spat, ig alles wos Lob⸗ und die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält; drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns er⸗ schaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben, der uns durch seine Engel schützt und täglich giebet, was uns nützt; drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben und uns die selge Lebenskron durch seinen Tod er⸗ worben, der worden ist der Hölle Gift, der Frieden hat mit Gott gestift; drum danket seinem Nanien! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben ange⸗ zündet und alles Gute noch ver⸗ heißt, uns stärket, kräftigt, grün⸗ det, der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort; drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch dies gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält; drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Se⸗ raphim nebst Fürstentum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und preist Danklieder. nur Odem hat, das danke seinem Namen! Cyriacus Günther g. 1650 4 1704. Pfalm 146. Eigene Melodie. 458 Lobe den Herren, 0 o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel ge⸗ geben hat, werde gepriesen früh und spat: Halleluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre An⸗ schläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Halle⸗ luja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hülfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glau⸗ ben sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden und was darinnen ist gemacht; alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halle⸗ luja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Un⸗ Et Liden er ist dihnen einem 1704. erren, Seele! Tod; Srden inem Ige⸗ früh luja! schen, ehren An⸗ wenn einen densch Gott halle er zu Gott Blau⸗ und hrist. stand und a! Meer nnen ktlich uns Lob⸗ und Danklieder. Recht verschafft; er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft; die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt die tief ge⸗ beuget gehn; wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Trutz, Witwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen ver⸗ kehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Hait⸗ Halleluja, Halleluja! J. D. Herrnschmidt g. 1675 4 1723. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 459. chwing dich auf, mein ganz Ge⸗ Hungrigen will 301¹ Rat und That lebenslang er⸗ wiesen hat. 2. Herr Gott Vater, lauter Segen trieft von deiner milden Hand, den du mir hast aller⸗ wegen, wie ich wünsche, zuge⸗ wandt; aus wie viel Bekümmer⸗ nissen hast du mich, mein Gott, gerissen! Tausendtausendmal sei dir, treuer Bater, Dank dafür! 3. O Herr Jesu, Heil und Leben ist in deinem Blute mein, alle Sünden sind vergeben, und ich bin gerecht und rein; ja du willst in meiner Seelen deine Wohnung dir erwählen. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, liebster Heiland, Dank dafür! 4. Heilger Geist, an deinen Gaben spür ich keinen Mangel nicht; und was wollt ich größers haben als dies gnadenvolle Licht, daß ich weiß, an wen ich gläube, und ein Gotteskind verbleibe. Tausendtausendmal sei dir, werter Tröster, Dank dafür! 5. Ach daß alle meine Glieder lauter Zungen möchten sein, daß ich mich durch Lobelieder könnte recht in Gott erfreun, und daß lauter Preis und Ehre so ein süßes Opfer wäre, das ihm würde Tag und Nacht tausend⸗ tausendmal gebracht. 6. Doch du wirst mein müte, und geh in den Himmel schwaches Lallen, o Gott Vater, ein, denn es muß des Höchsten Sohn und Geist, dir auch Güͤte hier und dort gepriesen lassen wohl gefallen, das dich sein. Ach mit tausendtausend hier auf Erden preist, bis ich malen kann ich ihm das nicht dich im Himmel oben mit den bezahlen, was er mir durch 4668495 werde 5⸗ Ja da Lob- und Danklieder. lob und preis ich dich ewig, 7. Drum preise, mein Gemüte, der; g ewig, ewiglich. die wunderbare Güte, die dir bins 2 Erdmann Neumeister g. 1671 4 1756. von Gott geschicht. Im Leben mütt und im Sterben läßt sie dich Gna Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 460. A preise Gottes Güte, die je und nicht verderben, denn Gott ver⸗ läßt die Seinen nicht. Erdmann Neumeister g. 1671 4 1756. —4 ewig währt, die alles hat zu geben, was man im ganzen Leben zum Segen wünschet und begehrt. 2. Gott hat sie lassen walten und mich dadurch erhalten von Mutterleibe an. Ich spüre sie noch täglich, daß also mir un⸗ Eigene Melodie. ie Himmel rüh⸗ 461. D men des Ewigen Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort, ihn rühmt der Erd⸗ kreis, ihn preisen die Meere; ver⸗ nimm, o Mensch, ihr göttlich säglich viel Gutes wird durch sie Wort! sich gethan. 2. Wer trägt der Himmel un⸗ 3. Gott macht sie alle Morgen zählbare Sterne? Wer führt die sein se durch väterlich Versorgen an Leib Sonn aus ihrem Zelt? Sie in 1 und Seele neu. Er lässet sie des⸗ kommt und leuchtet und lacht uns 3 gleichen bei Nacht nicht von mir von ferne und läuft den Weg Kra weichen, daß sie mein Schild gleich als ein Held. Der und Sonne sei. 3. Vernimms und siehe die Got 4. Sie fördert meine Werke, Wunder der Werke, die die Natur mein daß ich mit Freude merke, wie dir aufgestellt! Verkündigt Weis⸗ ö 4 Gott mir freundlich ist. Kein heit und Ordnung und Stärke Feit Kummer darf mich stechen noch dir nicht den Herrn, den Herrn kind mein Vergnügen brechen, weil der Welt? ö half sie mich in die Arme schließt. 4. Kannst du der Wesen un⸗ und 5. Wenn durch betrüͤbte Tage zählbare Heere, den kleinsten Her manch Kreuz und manche Plage Staub fühllos beschaun? Durch 5 mir an die Seele tritt, so ist sie wen ist alles? O gieb ihm die tiger auch zugegen und bringet Trost Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst umf und Segen aus meines Gottes du vertraun. dem Liebe mit. 5. Mein ist die Kraft, mein istt Gne 6. Ja wenn die Not am größ⸗Himmel und Erde, an meinen 0 6 ten, so folgt, daß man am besten Werken kennst du mich. Ich bins, so, die Güte Gottes spürt. Zuletzt und werde sein, der ich sein werde, sein muß doch erscheinen, daß Gottes dein Gott und Vater ewiglich. Ach Hand die Seinen zwar wunder⸗ 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Got iNflich, doch selig führt. Weisheit und Güte, ein Gott nich ι Fi i r, r urere 1 — 2... Lob⸗- und Danklieder. 303 der Ordnung und dein Heil; ich 7. Er half und wird mich bins, mich liebe von ganzem Ge⸗ ferner erlösen, er hilft, der Herr müte und nimm an meiner ist fromm und gut. Er hilft aus Gnade Teil! der Versuchung zum Bösen und Chr. F. Gellert g. 1715 f 1769. giebt mir zu der Tugend Mut. S8. Dir dank ich für die Prü⸗ Eigene Melodie. fung der Leiden, die du mir 46². u bists, dem liebreich zugeschickt, dir dank ich Ruhm und für die häufigern Freuden, wo⸗ Ehre gebühret, und Ruhm und mit mich deine Hand beglückt. Ehre bring ich dir. Du, Herr, 9. Dir dank ich für die Güter hast stets mein Schicksal regie⸗ der Erden, für die Geschenke ret, und deine Hand war über deiner Treu. Dir dank ich, denn mir. du hießest sie werden, und deine 2. Wenn Not zu meiner Hütte Güt ist täglich neu. sich nahte, so hörte Gott der 10. Dir dank ich für das Herr mein Flehn und ließ nach Wunder der Güte: selbst deinen seinem gnädigen Rate mich nicht Sohn gabst du für mich. Von in 3. Not vergehn. ganzer Seel und ganzem Gemüte, Ich sank in Schmerz und von allen Kräften preis ich dich. Kaunthei danieder und rief: O 11. Erhebt ihn ewig, göttliche Herr, errette mich! Da half mir Werke! Die Erd ist voll der Gott, der mächtige, wieder, und Huld des Herrn. Sein, sein ist mein Gebein erfreute sich. Ruhm und Weisheit und Stärke, 4. Wenn mich der Haß des er hilft und er errettet gern. Feindes betrübte, klagt ich Gott 12. Er hilft; des Abends wäh⸗ kindlich meinen Schmerz. Er ret die Klage, des Morgens die half, daß ich nicht Rache verübte, Zufriedenheit. Nach einer Prü⸗ und stärkte durch Geduld mein fung weniger Tage erhebt er uns Herz. zur Seligkeit. 5. Wenn ich verirrt vom rich. 13. Vergiß nicht deines Gottes, tigen Pfade mit Sünde mich o Seele, vergiß nicht, was er umfangen sah, rief ich zu ihm, dir gethan. Verehr und halte dem Vater der Gnade, und seine seine Befehle und bet ihn durch Gnade war mir nah. Gehorsam an! 6. Um Trost war meine Seele Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. so bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: Eigene Melodie. Ach Herr, wie so lange? und ott ist mein Lied, Gott verließ den Schwachen 463. G er ist der Gott nicht. der Stärke, Herr 60 sein Nam. 30⁴4 Lob⸗ und Danklieder. und groß sind seine Werke, und immerdar soll deines Namens ö alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schel⸗ ten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerech⸗ tigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zei⸗ ten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Him⸗ mel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest, ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, Ehre, dein Lob in Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? meinem den lassen, Schöpfers Macht. ner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. ohne deinen Willen, sollt ich stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trutz. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 464. Waar Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich von Bewundrung voll nicht, wie ich dich erheben soll, mein ich das Gott nicht zugehöre. Herr, Gott, mein Herr und Vater. * mein Herz nicht mit dem Troste Ein jeder Staub, den du hast wer⸗ verkündigt seines 12. Der kleinste Halm ist dei⸗ 14. Kein Sperling fällt, Herr, will Gott mein Retter werden, Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. — ———— 2**..—.*— Namens meinem acht von Ein ast wer⸗ seines ist dei⸗ Du Luft hal und ied und d, führst n, und rn und pfangen t, Herr, ollt ich 1 Troste d mein Schutz, werden, Himmel te selbst 1 1769. men her. ich, o chöpfer, t deiner ür alle so weiß [ nicht, „ mein zater. ** Lob⸗ und 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke: Der Himmel, prächtig ausge⸗ schmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterneꝰ? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar be⸗ reitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu er⸗ kennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Danklieder. 30⁵ Eigene Melodie. 465 ie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhär⸗ tetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Lang⸗ mut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück ge⸗ nießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du er⸗ schaffen bist, wo du mit Herr⸗ lichkeit umgeben Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein: sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz ge⸗ schrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Näch⸗ sten gleich als mich. .hennnnnn: 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille, ich soll vollkom⸗ men sein, wie er. Indem ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. Lob⸗ und Danklieder. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein, sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn, sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. t und lugen guten u dir zur leite und n die ks! 1769. FH D. Lieder für besondere Stände, Zeiten und Verhältnisse. XXVIII. Morgen⸗, Lisch⸗ und Abendlieder. a. Morgenlieder. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her 466 teht auf, ihr lieben Kinder⸗ lein, der Morgenstern mit hellem Schein läßt sich frei sehn gleich⸗ wie ein Held und leuchtet in die ganze Welt. 2. Willkommen sei, du schöner Stern! Du bringst uns Chri⸗ stum, unsern Herrn, der unser lieber Heiland ist; darum du hoch zu loben bist. 3. Ihr Kinder sollt bei diesem Stern erkennen Christum, unsern Herrn, Marien Sohn, den treuen Hort; der leuchtet uns mit sei⸗ nem Wort. 4. Gotts Wort, du bist der Morgenstern, wir können dein gar nicht entbehrn, du mußt uns leuchten immerdar, sonst sitzen wir im Finstern gar. 5. Leucht uns mit deinem Glänzen klar und Jesum Chri⸗ stum offenbar, treib aus der Finsternis Gewalt, daß nicht die Lieb in uns erkalt. 6. Willkommen sei, du lieber Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag; leucht uns in unsre Herzen fein mit deinem hellen Himmelsschein! 7. O Jesu Christ, wir warten dein: dein heiligs Wort leucht' uns so fein! Am End der Welt bleib nicht lang aus und führ uns in deins Vaters Haus! 8. Du bist die liebe Sonne klar; wer an dich gläubt, der ist fürwahr ein Kind der ewgen Seligkeit, die deinen Christen ist bereit. 9. Wir danken dir, wir loben dich hie zeitlich und dort ewig⸗ lich für deine groß Barmherzig⸗ keit von nun an bis in Ewigkeit. Erasmus Alberus g. um 15007 1553 Mel Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 467 Di helle Sonn leucht jetzt her⸗ für, fröhlich vom Schlaf auf⸗ stehen wir; Gott Lob, der uns heut diese Nacht behüt hat vor des Teufels Macht! 30⁸ 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt! Laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wäch⸗ ter sein! 3. Daß unser Herz in G'horsam leb, dein'm Wort und Willn nicht widerstreb, daß wir dich stets vor Augen habn in allem, das wir fangen an. 4. Laß unser Werk geraten wohl, das ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Niklas Hermann 1 1561. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 468„Dien u aufsten 0 ich früh aufsteh, und abends, wenn zu Bett ich geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich, Herr Jesu, dir befehl ich mich. 2. In den heilgen fünf Wun⸗ den dein da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut, mein Schutz ist nur dein heilges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd hinnahm, drum, ich wach oder schlafe ein, wollst du, Herr, allzeit bei mir sein! 4. Dein' Engel mir stets halten Wacht, drum ich Tod, Teufel, Höll nicht acht, denn wo ich bin, bist du bei mir, mein Glück und Kreuz kommt alls von dir. 5. Ich leb od'r sterb, so bin ich dein, darum ich dir die Seele Morgenlieder. mein befehl jetzund und auch im Tod, nimm sie zu dir, o treuer Gott! 1583. Eigene Melodie. ö 469.A Je 0 0 dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum, unsern Herren, dein eingebornen Sohn, 2. Daß du mich hast aus Gna⸗ den in der vergangnen Nacht vor G'fahr und allem Schaden be⸗ hütet und bewacht. Ich bitt de⸗ mütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnot, vor Ar⸗ mut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellen Tod. 4. Mein Leib, mein Seel, mein Leben, mein Ehr und Gut be⸗ wahr! Dir will ich übergeben jetzund und immerdar als dein Geschenk und Gab mein Eltern und Verwandten, Gefreundte und Bekannten und alles, was ich hab. 5. Dein' Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammerthal sein Tück an mir nicht übe, nicht Leib und ö auch u dir, 1583. herzens sag ich dieser uLeben Thron, Ehren Herren, 5 Gna⸗ acht vor den be⸗ bitt de⸗ n Sünd n Leben behüten g vors n, vor ich, vor dor Ar⸗ n, vor n, vor el, mein Gut be⸗ bergeben als dein Eltern dte und ich hab. 5 auch icht von rtreiben, Morgenlieder. Seel betrübe und mich nicht bring zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, denn er all Ding vermag. Er segne meine Thaten, mein Vor⸗ nehmen und Sach! Ihm hab ich heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben und was er mir sonst geben; er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen ihm wohl⸗ gefallen lan. Und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott beschieden in mein'm Beruf und Stand. 1592. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 470 2.3 walt Gott 0 Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist ins Himmels Thron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Mor⸗ gen früh in rechter Andacht meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm, dein Ohren neig, mein Red vernimm! 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zu⸗ gebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefährten sein! 309 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit schönen Gaben zier, er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gieb Gnad, daß ich mein Werk und Pflicht mit Freude diesen Tag verricht zu deinem Lob und meinem Nutz und meinem Nächsten thue Guts. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich vom Ubel abgewandt mein Seel mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Mein'n Aus⸗ und Ein⸗ gang heut bewahr, daß mir nichts Übels widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hülf ist not. Martin Behm g. 1557 1 1622. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens 471. Oe heilige Dreifal⸗ tigkeit, o hoch⸗ gelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist! 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, daß mich der Satan nicht verletz noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Güte mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins fin⸗ stern Herzens Schrein! 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei, o mein Erlöser, bei 31⁰ mir sei, o Tröster wert, weich nicht von mir, mein Herz mit deinen Gaben zier! 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich, Herr, gnä⸗ diglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt! Nach Martin Behm g. 1557 4 1622. Eigene Melodie, oder Herzlich thut mich verlangen. 472 D. Hye zu d der Höhe zu dieser Morgenstund, durch den ich wiedr aufstehe vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest ge⸗ bunden mit Finsternis die Nacht, ich hab sie überwunden durch Gott, der mich bewacht. 2. Wiedrum thu ich dich bitten, o Schutzherr Israel, du wollst treulich behüten den Tag mein Leib und Seel. All christlich Obrigkeiten, auch Schule und Gemein in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein! 3. Erhalt uns durch dein Güte bei deiner reinen Lehr, vor Ketzerei behüte, streit für dein Wort und Ehr, daß wir und unser Same hinfort in einem Geist bekennen: Herr, dein Name sei groß und hochgepreist! 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried, ge⸗ sund und mäßig Leben, dazu ein froh Gemüt, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben und Fleiß drauf wenden, als rechte Christenleut. Morgenlieder. 5. Gieb mildiglich dein Se⸗ gen, daß wir nach dein'm Ge⸗ heiß nur gehn auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß, daß jeder seine Netze auswerf und auf dein Wort sein Trost mit Petro setze; so geht die Arbeit fort. und der Gemein zu Nutz, das will der Satan wehren mit List und großem Trutz; doch kann ers nicht vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrschest in allen Dingen und unser Beistand bist. 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachsn und leben und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben und wachsen immer mehr; dein guter Geist uns treibe zu Werken deiner Ehr! Joh. Mühlmann g. 1573 4 1613. Eigene Melodie. ott des Himmels 473. G und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält, 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 6. Was dir gereicht zu Ehren Se⸗ Ge⸗ Begen, b5, daß und t mit rbeit Ehren 5, das it List kann il du, erschest unser Reben, t du, en und . daß achsen Geist r Ehr! 1 1613. mmels Erden, Geist, t läßt d uns Hand ꝛen ist rvon dieser „Not et und ꝛeindes vorden Morgenlieder. 311 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn, o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hülf und Rat ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort! Nirgends als von dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert g. 1604 4 1651. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. or deinen Thron 474. V tret ich Hienal o Gott, und dich demütig bitt: Wend doch dein gnädig An⸗ gesicht von mir blutarmen Sün⸗ der nicht! 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht nach deinem Eben⸗ bild; in dir web, schweb und lebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderbar und unver⸗ hofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Lebens Notdurft giebst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich in Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllenglut, das schwer Gesetz für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt und mir mein armes Herz verzagt, alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein Fürsprach allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud, ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, des Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich alles dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sakrament behalt und lieb bis an mein End; 10. Daß ich fest in Anfech⸗ tung steh und nicht in Trübsal ün — 31² en untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freude — überwind. 11. Drum danke ich mit Herz 4 und Mund dir, Gott, in dieser Morgenstund für alle Güte, pr Treu und Gnad, die meine en Seel empfangen hat, ge 12. Und bitt, daß deine zu Gnadenhand bleib über mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel WM in deinen Schutz ich dir befehl. 13. Hilf, daß ich sei von Her⸗ äe zen fromm, damit mein ganzes Christentum aufrichtig und recht⸗ schaffen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. I4. Erlaß mir meine Sün⸗ denschuld und hab mit deinem Knecht Geduld, zünd in mir Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gieb! 1I5. Ein selig Ende mir bescher, am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewig⸗ lich. Amen, Amen, erhöre mich! Bodo v. Hodenberg(2) g. 1604 4 1650. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. in ach auf, mein 475. Wĩ Herz, und singe und dem Schöpfer aller Dinge, dem Liel Geber aller Güter, dem from⸗ men Menschenhüter. 2. Heint*), als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben muf hatten, hat Satan mein begehret, Gott aber hats gewehret. ch,*) heute Nacht. 3. Ja, Vater, als er suchte, Morgenlieder. daß er mir schaden möchte, lag ich in deinem Schoße, dein Flügel mich umschlosse. 4. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Trotz dem, der dich betrüge! Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 5. Dein Wort das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen, von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich verneuet. 6. Du willst ein Opfer haben: hie bring ich meine Gaben, mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen, du kannst ins Herze sehen, denn du weißt, daß zur Gabe ich ja nichts Bessers habe. 8. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 9. Sprich ja zu meinen Tha⸗ ten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende! 10. Mich segne, mich behüte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. 476 L den Herren „ alle, die ihn fürchten, laßt uns mit Freude seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar brin⸗ gen. Lobet den Herren! *F.—.—.....s=r 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den Herren! 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 4. Daß Feuerflammen uns nicht allzusammen mit unsern Häusern unversehns gefressen, das machts, daß wir in seinem Schoß gesessen. Lobet den Herren! 5. Daß Dieb und Räuber unser Gut und Leiber nicht angetast und grausamlich verletzet, da— wider hat sein Engel sich gesetzet. Lobet den Herren! 6. O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schwe⸗ ben. Lobet den Herren! 7. Gieb, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unverhindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 8. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen, lehr uns ver⸗ richten heilige Geschäfte, und wo wir schwach sind, da gieb du uns Kräfte! Lobet den Herren! 9. Richt unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu wer⸗ den vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! Morgenlieder. 313 10. Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig singen. Lobet den Herren! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. 47 7 ½ güldne Sonne 2 voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzer⸗ quickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Ver⸗ mögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter, dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergetzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und meh⸗ ren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. — 30² Qah *N—.— 2 lo en 31⁴ Morgenlieder. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn! Laster und Schande, des bösen Feinds Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke, laß mich auf deinen Geboten bestehn! 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, un⸗ christliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus! 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn; alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das werden, was sie ge⸗ wesen vor ihrem Entstehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken, seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone, laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abgewandt! Sonsten regiere mich, lenke und führe, wie dirs gefället, ich habe ge⸗ stellet alles in deine Beliebung und Hand. —— 10. Willst du mir geben, wo⸗ mit mein Leben ich kann er⸗ nähren, so laß mich hören all⸗ zeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig mei⸗ nem Gebeine, das weißt du alleine, nie hast die Deinen zu sehr du betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und seliger Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Herzlich ihut mich verlangen. ie Nacht ist nun 478. D vergangen, der helle Tag bricht an, die Sonn hat angefangen zu laufen ihre Bahn; mein Herz soll auch auf⸗ steigen, und alles, was ich bin, sich zu der Erde neigen aus demutsvollem Sinn. 2. Die Himmel all erzählen des höchsten Gottes Ehr; das Haus der frommen Seelen und aller Engel Heer weist uns durch so viel Sterne die überschöne Pracht, auf daß wir hier von ferne dahin auch sein bedacht. 3. Mein Gott, laß mich ver⸗ achten, was irdisch, eitel ist, und nach dem Himmel trachten in dieser Lebensfrist, laß mich den Tag hinbringen in der Gott⸗ seligkeit und ritterlich durchdrin⸗ gen zur ewgen Himmelsfreud! Georg Ph. Harsdörfer g. 1607 4 1658. Mel. Auf meinen lieben Gott. 479. Sꝰ tret ich demnach an, so gut ich immer kann, mein Amt, Beruf und Wesen, dazu mich Gott er⸗ lesen; der wird mir seinen Segen auch wissen beizulegen. 2. Dir, Vater, sag ich Dank, daß du mein Lebenlang so reichlich mich ernähret und manche Gnad bescheret; laß deine Güt und Gaben mich heute ferner laben! 3. Ach mein Herr Jesu Christ, der du mein Helfer bist, ach segne meine Werke, mich selbst vom Himmel stärke, damit ich deinen Willen in allem mög erfüllen. 4. Behüte Seel und Leib und alles von mir treib, was meine Nahrung hindert und deinen Segen mindert; ja laß in Fried und Freuden mich dann von hinnen scheiden! Joh. Heinr. von Hippen um 1676. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 480. Nassderahnd Morgenlieder. was für neue Plag mir heute“ noch begegnen mag; doch weiß ich, daß mich träget mein from⸗ mer Gott in seiner Hut, daß mir die Last nicht Sch aden thut. 2. Zwar meine Burd ist täglich neu, doch ist mein Gott auch täglich treu, der träget meine Sorgen. Vor abends keiner recht vernimmt, was ihm den Tag all ist bestimmt; es bahnt ein! jeder Morgen mir einen frischen Weg zur Pein, der kann mit Gott erstiegen sein. 3. Wie wenig hab ich oft gedacht, daß so würd sein zu End gebracht die saure Tages⸗ bürde; doch hab ich abends wohl gespürt, daß du mich, höchster Gott, geführt, daß mich dein Schein und Würde geleitet, mir geleuchtet hat auf meinen Weg und Kreuzespfad. 4. Weil ich denn des versichert bin, was traurest du, verzagter Sinn, die Bürd auf dich zu legen? Trag, was du kannst, Gott träget mit; der Herr der Welt der strauchelt nicht, bei ihm ist lauter Segen. Mit ihm geh ich denn frisch daran und scheue nicht die Leidensbahn. 5. So ist getrost mein frischer Mut, wenn ich mich in des Höchsten Hut kann 918 Perithert sehen; doch daß ich des versichert sei, muß ich von Sünden leben frei und Gottes Wege gehen; mein Gott geht nimmer meinen geh dem sauren Tage zu, wie Steg, wo ich nicht wandle seinen mir ist auferleget. Nicht weiß ich, Weg. 30². lol ew hinein, wandte sein; da sind sie wohl beschlossen. Ich lege meine arme 481. mir zu thun gebühret, mit Gott wird alles wohl gethan und glück⸗ lich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, ist allent⸗ halben recht und gut und kann uns auch gedeihen. 316 6. Drum, liebster Gott, leit meinen Fuß, daß ich dir folg in wahrer Buß, und läutre mich von Sünden! So kann ich als ein kühner Held bestreiten diese böse Welt, mit dir sie überwinden; so tret ich mutig an den Tag und scheue nicht, was kommen mag. 7. Ich leg auf dich, mein Gott und Herr, was mir zu tragen wird zu schwer, die Last, die mich ge⸗ bogen. Ich lege meine Würd und Stand in deine große Allmachts⸗ hand, die du mir nie entzogen; mit der hast du von Jugend auf geleitet meinen Lebenslauf. 8. Ich leg in deinen Schoß die meine Blutsver⸗ Seel in Jesu sichre Wunden⸗ höhl; du wirst sie nicht verstoßen, wenn sie vom Leibe scheidt der Tod. Ich leg mich ganz in dich, mein Gott. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig⸗ Wolfenbüttel g. 1633 1 1714. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Qn Gottes Namen N fang ich an, was 2. Gott ist, der das Vermö⸗ gen schafft, was Gutes zu voll⸗ bringen, er giebt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk Lah D Morgenlieder. gelingen; ist er mit uns und sein Gedeihn, so muß der Zug gesegnet sein zum reichen Überflusse. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, der wird gar leichtlich reich gemacht durch Gottes mil⸗ den Segen. Da wird der From⸗ me immer satt, daß er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt und Land und füllet sie mit Freude. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken, laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken, gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu,‚ ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müssiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden; hilf, daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Hei⸗ land, dir, hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gieb, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange. Salomo Liscow g. 1640 f 1689 sein gnet eiche nen lich ril⸗ om⸗ iner Brot nen sie Welt nen sie ihre sie esu, nen tade ken, izu, hu, nen en, fen en; reu ind eib ner ei⸗ ide it, eit Morgenlieder. Eigene Melodie. orgenglanz der 482. M Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht! 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar! 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Ach du Aufgang aus der Höh, gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth g. 16364 1689. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 7 as walte Gott, 483. D der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es glück⸗ lich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert von Gott spricht: Das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kan.. ich nichts, wo Gott nicht giebet, da gebrichts; Gott giebt ud thut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein ö dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meie'x Das walte ner Arbeit stets: Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mirs zu jeder.· Stund, drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat, er giebt und nimmt, machts, wie er will, drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und giebt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten 31⁷* Kraft und Stärk; mein Herz; sucht Gottes Angesicht, drum auch mein Mund mit Freude 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in. Gottes Händ; er gebe, was mir. nützlich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! Vaterbrauch thut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte — Lob⸗ und Danklisdon Morgenlieder. dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebes⸗ + Gott! kraft, da hast du meinen Geist, 4 0. Ohn Gott nichts glnct und darinnen welst du dich vertle den! 1— seine Gunst, nichts hilft Ver⸗ren allermeist! iist di awi stand, Witz oder Kunst; mit 4. Da sei denn auch mein Leib die 7 0 Gott gehts fort, gerät auch wohl, zum Tempel dir ergeben, zur zerrit 9e daß ich kann sagen glaubensvoll: Wohnung und zum Haus. Ach bin? zun Das walte Gott! allerliebstes Leben, ach wohn, ach 2. müii 11. Teilt Gott was mit aus leb in mir, beweg und rege mich, der Mi Gütigkeit, so acht ich keiner so hat Geist, Seel und Leib mit Seel nocl Feinde Neid; laß hassen, wers dir vereinigt sich. finste s 10 nicht lassen kann, ich stimme 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Liebe eth doch mit Freude an: Das walte Kleider angeleget: laß meiner Lauf 9 3* Gott! Seele sein dein Bildnis einge⸗ 3. dur 12. Thu ich denn was mit präget im güldnen Glaubens⸗ Bun und Gottes Rat, der mir beistehet schmuck, in der Gerechtigkeit, schein glei früh und spat, dann alles wohl so allen Seelen ist das rechte muß weins geraten muß, drum sprech ich Ehrenkleid. erme und nochmals zum Beschluß: Das 6. Mein Jesu, schmücke mich bist. 441 walte Gott! mit Weisheit und mit Liebe, mit 4. daß 11 Johann Betichius g. 1650 7 1722. Keuschheit, mit Geduld durch nom Got⸗ deines Geistes Triebe, auch mit ich Kum 1 Mel. O Gott, e„n sihes der 423 uih w Hhgschmüͤt— — Jesu, süßes an, so in ich wohlgeschmückt ersch sie n 484. O Acht, nun ist und köstlich angethan. Red 5 die Nacht vergangen, nun hat 7. Gieb, daß mir diesen Tag 5 mani dein Gnadenglanz aufs neue stets vor den Augen schwebe, Lebe mir mich umfangen, nun ist, was an daß dein Allgegenwart mich wie und auch“mir ist, vom Schlafe aufgeweckt die Luft umgebe, auf daß mein muf und n und hat nun in Begier zu dir ganzes Thun durch Herz, durch quic Liebe n sich ausgestreckt. Sinn und Mund dich lobe innig⸗ sein 3561 Was soll ich dir denn nun, lich, mein Gott, zu aller Stund. 6 Len 0 Cmein Gott, für Opfer schenken? 8. Ach segne, was ich thu, ja Aug die(4 h Ich will mich ganz und gar in rede und gedenke; durch deines Kla u deine Gnad einsenken mit Leib, Geistes Kraft es also führ und sein ö mit Seel, mit Geist heut diesen lenke, daß alles nur gescheh—erse gl ganzen Tag; das soll mein Opfer zu deines Namens Ruhm und sein b sein, weil ich sonst nichts vermag. daß ich unverrückt verbleib dein u. 3. Drum siehe da, mein Gott, Eigentum. die da hast du meine Seele, sie sei Foachim Lange g. 1670 f 1744. An D⁰ν innig⸗ Stund. hu, ja deines hr und gescheh m und ib dein + 1744. Eigene Melodie. 485 üter, wird die Nacht der Sün⸗ den nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden licht doch werden; Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Er⸗ scheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht ent⸗ nommen, da du kommen, aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben, Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und er⸗ quicken, Jesus muß die Sonne sein. 6. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 7. Jesu, gieb gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Angen an! Denn das ist die Morgenlieder. 319 größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christ. Friedr. Richter g. 1676 1 1711. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 486 Ermumittt euch, er⸗ quickte Glieder, die dunkeln Schatten sind vorbei; der liebe Morgen zeigt sich wieder und machet Gottes Güte neu, die mich in dieser Nacht bedeckt und nun zur Arbeit aufgeweckt. 2. Gott Lob, der mich vor allem Schaden bei meiner stillen Ruh bewacht, daß mich der Reichtum seiner Gnaden zu seinem Preise tüchtig macht; ich bin vergnügt, ich bin erquickt und warte, was Gott heute schickt. 3. Sein guter Geist wird mich regieren, der leite mich auf ebner Bahn und helfe mir mein Werk vollführen, in seinem Namen fang ichs an; sein Segen wird mein Sonnenschein und seine Huld mein Schatten sein. 4. Mein Gott, so laß dich gnä⸗ dig finden, dir hab ich alles heimgestellt, ach nur behüte mich vor Sünden! Doch wenn das Fleisch aus Schwachheit fällt, so richte mich durch Jesum auf und sei du selbst mein Lebenslauf! 5. Weil jeglicher von unsern Tagen auch seine Plage mit sich führt, mein Gott, so laß mich nicht verzagen, wenn mich ein Kreuz und Unglück rührt. Deck mich durch deine Gnadenhand, so wird es glücklich abgewandt. — —.... 6. Nun, Seel und Leib sei dir ergeben, bei dem sie wohl ver⸗ wahret stehn; und soll der Rest von meinem Leben noch diesen Tag zu Ende gehn, so mache du durch Christi Blut auch meinen LIetzten Abschied gut! 7. Wohlan, des tröst ich mich im Glauben: Im Glück und Un⸗ glück bin ich dein, aus deiner Hand kann mich nichts rauben. Drum soll mein stetes Denkmal sein, das mir im Sinn und Herzen liegt: fügt, macht mich vergnügt. Erdmann Neumeister g. 1671 4 1756. Was mein Gott Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 48 7. D a en Herz, du sollst ein Opfer bringen, laß deine Flügel himmelwärts sich nach den Wolken schwingen! Denn Gottes Treu ist wieder neu, er hat dir Licht und Leben von neuem jetzt gegeben. 2. Bring deines Weihrauchs Wohlgeruch vor deines Schöpfers Throne, komm, bitte Segen für den Fluch in Christo seinem Sohne! Die Gnadenthür ist offen hier, so lasse denn dein Beten zu Gottes Herzen treten. 3. Du Sonne der Gerechtig⸗ keit, vertreib die Nacht der Sünden und laß an diesem Morgen heut viel Gnadentau mich finden! Hast du die Nacht mich wohl bewacht, so sei auch nun am Tage ein Schutz vor aller Plage!— nlieder. 4. Das Gute wende du zu mir, das Böse laß mich fliehen und deine Hand mich für und für nur nach dem Himmel ziehen! Gieb Rat und That so früh als spat zu allen meinen Werken, laß deinen Geist mich stärken! 5. Ich werfe meine Last auf dich, ach, hilf sie treulich tragen, machs wie du willst, nur seliglich, ich will es auf dich wagen. Kein Kreuz ist mir zu schwer bei dir. Es thut mir deine Rute auch heute was zu gute. 6. Du bist mein Gott, das weiß ich wohl, laß mich nur dein verbleiben und was ich heute wirken soll, zu deinen Ehren treiben! Dein Segen blüh durch meine Müh, Schweiß vergieße, er nicht um⸗ sonst mir fließe. 7. Laß auch die Meinen diesen Tag dein Gnadenauge leiten! Und weil ich gar nicht wissen mag das Ende meiner Zeiten, so gieb, daß ich mich stetiglich des letzten Tages freue und meine Schuld bereue. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 488 Gu du Licht, das ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsternis vertreibet, der du bleibest, wie du bist, ich verlasse meine Ruh. Rufe: Werde licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht ver⸗ kläret werde. ihrmHiπιπìπ⁰D¹muiur daß, wenn ich 1737. emüte. „ das „ das 5 die du rlasse licht! Nacht ver⸗ 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf, gieb ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf, laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, der ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt, ach erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild, sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke und befördre meine Pflicht, bleibe meiner Schwachheit Stärke, mei⸗ nes Lebens Kraft und Licht, laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre sein, hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich bald zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht heller als der Sonnenschein, schön, unsterb⸗ lich, engelrein; laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Salomo Franck g. 1659 4 1725. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 489 ang dein Werk mit * Jesu an, Jesus hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Morgenlieder. auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen! 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu be⸗ streiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten, er wird dich vor ihrer List schützen und behüten. Setz nur das Ver⸗ trauen dein in sein Allmachts⸗ hände und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben! All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in dei⸗ nem Namen, laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf Amen. Um 1720 Eigene Melodie. 490 Jesu, meines Lebens Licht, Steh mit Jesu morgens nun ist die Nacht vergangen; V mein Geistesaug zu dir sich richt, ö dein Anblick zu empfangen. Morgenlieder. 2. Du hast, da ich nicht sorgen Mel. O Jesu, meines Lebens Licht konnt, mich vor Gefahr bedecket ein erst Gefühl und auch vor andern mich gesund 491. M sei Preis und nun aus dem Schlaf erwecket. Dank, erheb ihn, meine Seele! 3. Mein Leben schenkst du mir Der Herr hört deinen Lobgesang, aufs neu, es sei auch dir ver⸗ lobsing ihm, meine Seele! schrieben, mit neuem Ernst, mit 2. Mich selbst zu schützen ohne neuer Treu dich diesen Tag zu Macht lag ich und schlief in lieben. Frieden. Wer schafft die Sicher⸗ 4. Dir, Jesu, ich mich ganz heit der Nacht und Ruhe für die befehl: im Geiste dich verkläre, Müden? dein Werkzeug nur sei meine 3. Wer lehrt das Auge seine Seel, den Leib bewahr und nähre! Pflicht, sich sicher zu bedecken? 5. Durchdring mit deinem Wer ruft dem Tag und seinem Lebenssaft Herz, Sinne und Licht, die Seele zu erwecken? Gedanken, dekleide mich mit 4. Du bist es, Herr und Gott deiner Kraft, in Proben nicht der Welt, und dein ist unser zu wanken. Leben. Du bist es, der es uns 6. Mein treuer Hirte, sei mir erhält und mirs jetzt neu ge⸗ nah, steh immer mir zur Seiten, geben. und wenn ich irre, wollst du ja 5. Gelobet seist du, Gott der mich wieder zu dir leiten. Macht, gelobt sei deine Treue, 7. Sei du alleine meine Lust, daß ich nach einer sanften Nacht mein Schatz, mein Trost und mich dieses Tags erfreue. Leben! Kein andres Teil sei 6. Laß deinen Segen auf mir mir bewußt, dir bin ich ganz ruhn, mich deine Wege wallen ergeben. und lehre du mich selber thun 8. Zeig mir in jedem Augen⸗ nach deinem Wohlgefallen. blick, wie ich dir soll gefallen, 7. Nimm meines Lebens gnädig zeuch mich vom Bösen stets zu⸗ wahr, auf dich hofft meine Seele, rück, regiere mich in allen! sei mir ein Retter in Gefahr, 9. Gieb, daß ich meinen Wan⸗ ein Vater, wenn ich fehle. del führ im Geist, in deinem 8. Gieb mir ein Herz voll Zu⸗ Lichte, und als ein Fremdling versicht, erfüllt mit Lieb und lebe hier vor deinem Angesichte. Ruhe, ein weises Herz, das 10. Ach halt mich fest mit seine Pflicht erkenn und willig deiner Hand, daß ich nicht uch 29. noch weiche, zeuch weiter durch 9. Daß ich als ein getreuer der Liebe Band, bis ich mein Knecht nach deinem Reiche strebe, Ziel erreiche. gottselig, züchtig und gerecht durch Gerh. Terstegen g. 1697 1 1769. deine Gnade lebe; 4 DHϰ2ꝰU Treue, Nacht uf mir wallen rathun n. gnädig Seele, Gefahr, E. oll Zu⸗ eb und z, das willig getreuer e strebe, ht durch 10. Daß ich dem Nächsten bei⸗ zustehn nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 11. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht ge⸗ nieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Kommt und laßt uns Christum ehren. rüh am Morgen 492. NI gehet und vor allen Thüren stehet, klopfet an, wo man geflehet: Herr Jesu, unser Gast! Tischlieder. 2. Nun so lasset ihn nicht dorten, thut ihm auf des Her⸗ zens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns blei⸗ ben, alle Feinde von uns trei⸗ ben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grüner Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reich⸗ tum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen! Jesus wird heut mit uns gehen Komm, und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. b. Tischlieder. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. esegn uns, Herr, 493. G die Gaben Dein die Speis laß unsre Nahrung sein, hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd. 2. Doch dies zeitliche Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein, dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. 3. Drum gieb uns beides, Herre Gott! Hilf endlich auch aus aller Not! So preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewigkeit. 1561. Vor dem Essen. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 494 Wie danken Gott für seine Gabn, die wir von ihm empfangen habn, und bitten unsern lieben Herrn, er woll uns allzeit mehr beschern, 2. Und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Herr, du wollst uns gebn nach dieser Zeit das ewge Lebn! Nach dem Essen. 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns'r Gast 9e- 1 gobttlich Licht! bösen 1 wesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Not, du bist das rechte Lebensbrot. 1589. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 495. Swene Aine tröste die betrübten Sünder, Abendlieder. sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Nach Joh. Heermann g. 1585 K 1647. C. Abendlieder. Eigene Melodie. er du bist drei 496. D in Einigkeit, ein wahrer Gott von Ewigkeit, die Sonn mit dem Tag von uns weicht, laß leuchten uns dein 2. Des Morgens, Gott, dich loben wir, des Abends auch beten vor dir; unser armes Lied rühmet dich jetzund, immer und ewiglich. 3. Gott Vater dem sei ewig Ehr, Gott Sohn, der ist der einge Herr, und dem Tröster, dem heilgen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. Martin Luther g. 1483 f 1546, nach dem Lateinischen Olux beata, trinitas. Eigene Melodie. 497. Colt e dir die Nacht nicht bleiben mag, du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach lieber Herr, behüt uns ö Binen in dieser Nacht vorm eind und laß uns in dir ) heute Nacht. 3. Ob schon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein, halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teu⸗ sels List, der stets nach unsrer Seele tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein teures Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. 6. Befiehl dem Engel, daß er komm und uns bewach, dein Eigentum, gieb uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns ein. Du heilige Dreieinigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus g. um 1500 1553, nach dem Lateinischen Christe, qui lux es et dies. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 498 H Som ist der Sonne Schein, —— v——5 die finstre Nacht bricht stark erbtes teures zaters t hat. aß er dein lieben Satan amen i uns igkeit, 155⁵³, ui lux Wort. t der chein, stark herein, leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern tappen nicht! 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väter⸗ licher Güt. 3. Womit wir, Herr, erzürnet dich, dasselb verzeih uns gnädig⸗ lich und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns mit Fried und Ruh! 4. Die Engel dein zur Wach bestell, daß uns der bose Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heint,“) o lieber Gott!) heute Nacht. Niklas Herman 1 1561. Eigene Melodie, oder Herzliebster Jesu. ie Nacht ist kom⸗ 499. D men, drin wir ruhen sollen; Gott walts zu Frommen nach sein'm Wohl⸗ gefallen, daß wir uns legen, durch sein G'leit und Segen der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister, halt die Nachtwach gern, sei selbst unser Schutzherr, schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich auf⸗ wachen und von dir nicht wanken. Laß uns mit Züchten unser Thun und Dichten zu dein'm Preis richten! Abendlieder. 32⁵ 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Betrübten! Pfleg auch der Kinder, sei selbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder! 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zu⸗ komme, dein Will werd be⸗ weiset; frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben, erlös unn! Amen. 285 Böhmische Brüder. Mel. Herr Jesu Licht meins Lebens i cht. ir danken dir, 500. Wĩ Herr Jesu Christ, daß du unser Erlöser bist und schützest uns vor aller G'fahr durch deiner lieben Engel Schar. 2. Wir gehn nun hin zu unsrer Ruh; ach rechn es unsrer Seel nicht zu, was leider wir gefündigt. habn, vergieb uns alls, o Gottes Sohn! ö 3. Dein' Engel laß stets uGm uns sein, die allzeit uns be⸗ wachen fein, daß Satan habe noch bei Nacht. 4. Vor Feur, vor Seel⸗ und ein uns, deine lieben Kinderlein! sind ja dein, erlöst durch dein fünf Wunden rein; dir leben wir, dir sterben wir, dein Kinder sind wir für und für. 6. Amen, Amen zu guter Nacht, der Engel Gottes uns keine Macht an uns bei Tag,, Leibesnot behüt uns, lieber Herre Gott, in deinem Nam laß schlafen 5. Es g'scheh, was mag, wir! 326 Abendlieder. ö bewacht. Gott Lob und Dank in that, die mein armes Herz 10 Ebwigkeit, wir gehn zur Ruh beladen und so sehr vergiftet Scht ohn alles Leid. hat; treib des Satans List und fall, ö Nitol. Selnecker g. 1532 4 1592. Tück, Gott, durch deine Kraft aufn 14 E du alleine kannst mich ges II Eigene Melodie. retten, strafe nicht mein Über⸗ in 4 erde munter, treten! n I 501. W̃ mein Gemüte, 6. Bin ich gleich von dir ge⸗ in und ihr Sinne, geht herfür, daß wichen, stell ich mich doch wieder und uhr preiset Gottes Güte, die er ein; hat uns doch dein Sohn 1 hat gethan an mir, als er mich verglichen durch sein Angst und was den ganzen Tag vor so mancher Todespein. Ich verleugne nicht den ischweren Plag, vor Betrübnis, die Schuld, aber deine Gnad mei Schand und Schaden treu be⸗ und Huld ist viel größer als die Hor hütet hat in Gnaden. Sünde, die ich stets in mir Fre ö 2. Lob und Dank sei dir ge⸗ befinde. doch jsungen, Vater der Barmherzigkeit, 7. O du Licht der frommen Am daß mir ist mein Werk arlungen Serten, o du Glanz der Ewig⸗ * daß du mich vor allem Leid und keit, dir will ich mich ganz be⸗* vor Sünden mancher Art so fehlen diese Nacht und allezeit; Me getreulich hast bewahrt, auch die bleibe doch, mein Gott, bei mir, 5 Feind hinweg getrieben, daß ich weil es nunmehr dunkel schier; urbeschädigt blieben. tröste mich mit deiner Liebe, daß ö Me * 3. Keine Klugheit kann ver⸗kein Unfall mich betrübe. es stehen deine Güt und Wunder⸗ 8. Wenn mein Augen schon abe 1 sthat, ja kein Menschenkind kann sich schließen und ermüdet schlafen ihr ö sehen, was dein Hand erwiesen ein, muß mein Herz dennoch Sd ö hat. Deiner Wohlthat ist zu viel, geflissen und auf dich gerichtet 2 issie hat weder Maß noch— Meiner Seele mit Begier Di Herr, du hast mich so geführet, träume stets, o Gott, von dir, die daß kein Unfall mich berühret. daß ich rein an Seel und Leibe fah XII 4. Dieser Tag ist nun ver⸗ und auch schlafend dein verbleibe. Je gangen, die betrübte Nacht bricht 9. Laß mich diese Nacht em⸗ in 14 an; es ist hin der Sonne Pran⸗ pfinden eine sanft und süße DIIgen, so uns all erfreuen kann. Ruh, alles Ubel laß verschwin⸗ die 1 Stehe mir, o Vater, bei, daß den, decke mich mit Segen zu! bla I dein Glanz stets vor mir sei Leib und Seele, Mut und Blut, ich IIA und mir auch im Finstern scheine, Weib und Kinder“*), Hab und hei denn ich hoff auf dich alleine. Gut, Freunde, Feind und Haus⸗ ö die iil 5. Herr, verzeihe mir aus genossen sein in deinen Schutz 4 Gnaden alle Sünd und Misse⸗ geschlossen.) all die Meinen. leg ——,“ νπ⁷⁰π⁰n9in ιπι⁷ιέ—⁵9mjä. teinen. 10. Ach bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Über⸗ fall, laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krie⸗ ges Schall, wend ab Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod, laß mich nicht in Sünden sterben noch an Leib und Seel verderben! 11. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat, Jesu, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schutz und Rat! Und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlichs Flehen! Amen, ja es soll geschehen. Johann Rist g. 1607 1 1667. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. un ruhen alle 502. N Wälder, Vieh, Menschen, Stadt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sterne prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, Abendlieder. mein Gott aus 503. Dund hrendien 327 das Bild der Sterblichkeit, die ich zieh aus; dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glie⸗ der, geht hin und legt euch nie⸗ der, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn ver⸗ drossen, im Nu sind sie ge⸗ schlossen; wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein. 1 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben ein“ Unfall noch Gefahr; Gott laß euch selig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schar! Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. gewendet und, was sie soll, auf 328 diesen Tag vollendet; die dunkle Nacht dringt allenthalben zu, bringt Menschen, Vieh und alle Welt zur Ruh. 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage, daß du mich heut vor aller Not und Plage durch deine Gnad und hochgelobte Macht hast unverletzt und frei hindurch gebracht. 3. Vergieb, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet, laß alle Schuld durch deinen Gnaden⸗ schein in Ewigkeit bei dir er⸗ loschen sein! 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft fein sanft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben Engel Scharen mich vor der Maacht der Finsternis bewahren, auf daß ich vor der List und Tyrannei der argen Feind im Schlafe sicher sei. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabes strecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns hast den großen Tag bestimmt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. 1648. —— Abendlieder. Eigene Melodie. 50 4. D lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet, die Welt hat sich zur Ruh ge⸗ macht; thu, Seel, was dir ge⸗ bühret, tritt an die Himmels⸗ thür und bring ein Lied herfür, laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin! 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und gebet eure Strahlen, ihr macht die Nacht des Lichtes voll; doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schutz, mein Schatz und Eigentum. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Tieren; doch Einer ist, der oben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, Jesu, nicht dein Aug, auf mich gericht, drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies schlichte Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seele Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen, mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, ———dm...... nimm es gnädig an! Es ist doch du wirst, mein Schutzherr, auf auch selber nicht den Tod; denn —3——— wer mit Jesu schlafen geht, mit Freude wieder aufersteht. 6. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall möcht rufen überall: Ach Jesu, Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein. 7. Nun, matter Leib, gieb dich zur Ruh und schlafe sanft und stille, ihr müden Augen schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So wird der Schluß recht wohl gemacht. Nun Jesu, Jesu, gute Nacht! Christian Scriver g. 1629 4 1693. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. 50 5 Dẽ Tag ist hin, 0 mein Jesu, bei mir bleibe! O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe, geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen, dir sei die Ehr, daß alles wohl ge⸗ lungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständig⸗ keit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzens⸗ kündiger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. Abendlieder. 329 4. Vergieb es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen. Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, da ist die Hand: du mein, und ich bin dein. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, zu mei⸗ nem Trost dein sieghaft Schwert umgürte, bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen! O Lebenssonn, erquicke meinen Sinn! Dich laß ich nicht, mein Fels. Der Tag ist hin. Joachim Neander g. 1650 f 1680. Eigene Melodie. 506 Non sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht! 4. Zwar fühl ich wohl der V ö Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; ach aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Den setz ich dir zum Bür⸗ gen ein, wenn ich muß vors Gericht; ich kann ja nicht ver⸗ loren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein, mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken hin, wo ihr habt euren Lauf, ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl! 9. Und also leb und sterb ich dir, mein Gott, Herr Zebaoth, im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Joh. Friedr. Hertzog g. 1647 4 1699. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. 507. Mech c u Nh und thu in Fried mein Augen zu, denn Gott im Himmelsthrone über mich wacht bei Tag und Nacht, schafft, daß ich sicher wohne. 2. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, der du allein mein Helfer bist, laß mich kein Leid erfahren, durch deinen Schutz vors Teu⸗ fels Trutz dein Engel mich be⸗ wahren! 3. Befiehl, o Herr, den En⸗ geln dein, daß sie stets um und bei uns sein; all Ubel von uns Ende! Abendlieder. 4. Herr, meinen Geist befehl wende, Gott heilger Geist, dein Hülf uns leist an unserm letzten ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 5. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum! Amen. Nach C. Becker u. Adam Reusner. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel.2. 508 0 Jesu, wache * du, denn jetzt geh ich einzuschlafen. Gieb mir und den Meinen Ruh, bleib, o Hirt, Thüren selber zu, treuer Jesu, wache du! 2. Treuer Jesu, weiche nicht, sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft mit der Nacht einbricht, uns mit Ach und Weh erwecken. Bleib bei uns, o nicht! 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und kein Feind uns solchen raube, deine Hülfe mach uns frei, treuer Jesu, steh uns bei! 4. Treuer Jesu, kommt es nun einst einmal mit mir zum Ster⸗ ben, so bring mich zu deiner Ruh, mache mich zum Himmels⸗ erben, schließ mir selbst die Augen zu, treuer Jesu, meine Ruhl bei deinen Schafen, schließ die Gnadenlicht, treuer Jesu, weiche 5. Treuer Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die Meinen! Bricht dereinst der Tag herfür, da du selber wirst erscheinen, ach so führ uns insgemein, treuer Jesu, zu dir ein! 1697. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 509 H*³ es ist von mei⸗ nem Leben wie⸗ derum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mirs auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat, denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und vom Morgen bis jetzund pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gna⸗ den, habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, doch vergieb mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde die⸗ sen Abend neu, so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei, decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei! Lösche Feur und Lichter aus und be⸗ wahre sonst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht in Unglück müsse weinen. Abendlieder. 331 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun; sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und ver⸗ hindere die That! Wend auch alles andre Schrecken, das der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird, denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund er⸗ wachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein, oder hast du, lieber Gott, heut be⸗ stimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann g. 1648 4 1715. Mel. O Traurigkeit. er Tag ist hin; 510. D mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da; sei du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen, treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen! 3. Der Sonne Licht uns jetzt gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne! . Still der süßen Ruhe pflegen; ohn Abwechselung heilig, heilig 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finsternis zu mindern; ach daß nichts Ver⸗ änderlichs meinen Lauf möcht hindern! ö 5. Das Sternenheer zu Gottes Ehr am blauen Himmel flimmert; wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert! 6. Was sich geregt, zuvor bewegt, ruht jetzt von seinen Werken; laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken! 7. Ein jeder will bei solcher laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen! 8. Halt du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geist berühre, sende deiner Engel Schar, die mein Bette ziere. 9. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte wei⸗ chen? Wenn der Tag an⸗ brechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 10. Alsdann wird nicht der Sonne Licht Jerusalem ver⸗ lieren, denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 11. Halleluja! Ei wär ich da, da alles lieblich klinget, da man singet. 12. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, laß mich dahin ge⸗ langen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. J. Anast. Freylinghausen g.16701739. Abendlieder. Mel. Jesu, meine Freude. 5 1 1 irte deiner Schafe, der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von dei⸗ nen Scharen um und um be⸗ wahren! 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vater⸗ huld, ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergieb die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon durch die tief geschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben, sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen ein! Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kam⸗ mer und laß allen Jammer ferne von uns sein! Sei du Schloß und Riegel, unter deinen Flügel nimm dein Küchlein ein, decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken noch der Satan schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch hast du be⸗ schlossen, daß mein Ziel ver⸗ flossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; lieg ich nur in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. — πνπ⁰π⁰ι⁰hncumu.— armen Sorgen ich bei hieden, Kam⸗ rferne Schloß Flügel ecke zu wird noch Bette ie bald du be⸗ ver⸗ esnot, lieg sterb 6. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du! Gute Nacht! nimm mich in Acht! Und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. un sich der Tag 512. N geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, er⸗ leuchte und entzünde mich! 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein, die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein! 3. Daß du mich stets um⸗ giebest, daß du mich herzlich lie⸗ best und rufst zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesent⸗ lich, so reine, laß früh und spat mir wichtig sein! 4. Ein Tag der sagt dem an⸗ dern, mein Leben sei ein Wan⸗ dern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit so schöne, mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Mel. Mein Herz und Seel den Herren Abendlieder. hoch erhebet. 513 Dẽ Abend kommt, die Sonne sich verdecket, und alles sich zur Ruh und Stille strecket; o meine Seel, 333 merk auf, wo bleibest du? In Gottes Schoß, sonst nirgend findst du Ruh. 2. Der Wandersmann legt sich ermüdet nieder, das Vöglein fleugt nach seinem Nestchen wie⸗ der, das Schäflein auch in seinen Stall kehrt ein, laß mich in dich, mein Gott, gekehret sein! 3. Ach sammle selbst Begier⸗ den und Gedanken, die noch so leicht aus Schwachheit von dir wanken; mein Ruheplatz und Heimat, thu dich auf, daß ich in dich von allem andern lauf. 4. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, bewahrt, verschont, gestärket und geweidet; ich bins nicht wert, daß du so gut und treu; mein Alles dir zum Dank ergeben sei. 5. Vergieb es, Herr, wo ich mich heut verirret und mich zu viel durch dies und das verwirret; es ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 6. Da nun der Leib sein Tages⸗ werk vollendet, mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. 7. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget, mein Geist vor dir, o Majestät, sich beuget; ins Heiligtum, ins Dunkle kehr ich ein, Herr, rede du, laß mich ganz stille sein! 8. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket, mein Wille 33⁴4 sich in dich gelassen senket; Be⸗ gierden, schweigt! Vernunft und Sinne, still! Mein müder Geist im Herren ruhen will. 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben, laß nicht den Geist zerstreut in Unruh schweben, mein treuer Hirt, führ mich in dich hinein, in dir, mit dir kann ich vergnüget sein. 10. Im Finstern sei des Gei⸗ stes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne, deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich er⸗ reich die volle Sabbathsruh. Gerh. Terstegen g. 1697 f 1769. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 514 H8 der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu ge⸗ ringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Be⸗ fehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich b in bei —......—. Abendlieder. dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen: dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Eigene Melodie, oder O Welt, ich muß dich lassen. er Mond ist auf⸗ 515. D gegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar, der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und ver⸗ gessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß uns dein Heil schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freunl Laß uns einfältig werden und .— lassen. st auf⸗ „ die n am Wald t, und weiße stille ille so eine Tages ver⸗ d dort sehen 1. So 1, die unsre kinder wissen innen viele von Heil iglichs freunl und vor dir hier auf Erden wie Kin⸗ der fromm und fröhlich sein! 6. Wollst endlich sonder Grä⸗ men aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod, und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder! Kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch! Matthias Claudius g. 1740 4 1815. Mel. Vater unser im Himmelreich. 516 V'dendet hat der Tag die Bahn, sein Licht der Abend ausgethan, und überall die dunkle Nacht die Zeit der Ruhe hergebracht. O reicher Gott, nun segne du uns diese Nacht zu guter Ruh! 2. Was du uns Gutes hast beschert, wie du uns heut ver⸗ sorgt, ernährt, in aller Fährlich⸗ keit beschützt, uns zugewendet, was uns nützt: wir danken dafür inniglich, und Herz und Lippen preisen dich. 3. Was aber Übels wir gethan, das rechn aus Gnaden uns nicht an; wir klagen dirs mit Reu und Schmerz und zeichnen un⸗ ser Haus und Herz mit deines lieben Sohnes Blut zu Glau⸗ benstrost und Glaubensmut. 4. Nun gieb uns Ruhe, die er⸗ quickt, nach der das müde Auge blickt; des Wächters Hut und Abendlieder. 33⁵ Wachsamkeit, der Thor und Rie⸗ gel Festigkeit, das Lager weich und warm und dicht, das alles giebt die Ruhe nicht. 5. Hältst du nicht selbst im Herzen auf der Sorgen und Gedanken Lauf, so fährt es auf⸗ geregt einher wie ein von Sturm bewegtes Meer, und manche Stunde stiller Nacht wird ruhe⸗ suchend hingebracht. 6. Drum bring du unser Herz zur Ruh und schließ uns bald die Augen zu, mit deiner Güte decke uns, zu rechter Zeit er⸗ wecke uns! Dann sei dir unser Dank gebracht für dein Geschenk, die gute Nacht. K. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. Am Schlusse der Woche. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 517 Se ist die Woche 0 nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht. Wie sich dein Segensquell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin ergießt und unerschöpflich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, ich lobe dich, so hoch ich kann, ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochen⸗ tagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gabst du auch die Kraft 518 err, höre, Herr, erhöre, breit Berufs⸗ und Standeslieder. zum Tragen. Zudem, es ist voll Heil und Frucht in deiner Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich auch dafür. 4. Nur etwas bitt ich über alles, ach du versagst mir solches nicht: Gedenke keines Sünden⸗ falles, weil mich mein Jesus auf⸗ gericht, mein Jesus, der die Misse⸗ that auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nie gebrochen, und brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünde leid, nicht ster⸗ ben, sondern gnadenvoll als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an die⸗ sem Segen und will also den Wochenschluß vergnügt und froh zurücke legen, da der Trost mich ergetzen muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoff⸗ nung selig sein. 7. Doch da mein Leben zuge⸗ nommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der letz⸗ ten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja, da teilt dein Wort und Haus den erst und besten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir künftge Woche giebst. Du wirst es in der That erweisen, daß du mich je und immer liebst und leitest mich nach deinem Rat, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister g. 167141756. Am Sonntag Abend siehe Nr. 20. 21. Siehe auch Nr. 528. 531 bis 534. XXIVV. Berufs⸗ und Standeslieder. Für die drei Hauptstände. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. deines Namens Ehre an allen Orten aus, behüte die drei Stände durch deiner Allmacht Hände, schütz Kirche, Obrigkeit und Haus! 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen ———— zu unsrer Seelen Nutz! Be⸗ wahr vor allen Rotten, die dei⸗ ner Wahrheit spotten, biet allen deinen Feinden Trutz! 3. Gieb du getreue Lehrer und unverdroßne Hörer, die beide Thäter sein; auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen flie⸗ ßen und ernte reiche Früchte ein! 4. Gieb unserm König Glücke, laß deine Gnadenblicke auf den Gesalbten gehn, schütz ihn au zuge⸗ der näher letz⸗ 3—— ir in früh vieder zonne neuen t dein und oraus inftge es in mich leitest Leid 17⁵6. 0. A. 34. Berufs⸗ und Standeslieder. seinem Throne und lasse seine Krone allzeit in vollem Glanze stehn! 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen, und segne beide, Herrn und Knecht! 6. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, treib Sturm und Hagel ab, bewahr des Landes Früchte und mache nicht zunichte, was deine milde Hand uns gab. 7. Gieb uns den lieben Friede, mach alle Feinde müde, verleih gesunde Luft, laß keine teuren Zeiten in unsre Grenzen schrei⸗ ten, daß man nach Brot ver⸗ gebens ruft. 8. Die Hungrigen erquicke und bringe die zurücke, die sonst ver⸗ irret gehn! Die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hülfe flehn. 9. Sei Vater aller Kinder, der Schwangern ihr Entbinder, gieb Säugenden Gedeihn, zieh unsre zarte Jugend zur Frömmigkeit und Tugend, daß sich die Eltern ihrer freun. 10. Komm als ein Arzt der Kranken, und die im Glauben wanken, laß nicht zugrunde gehn! Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stütze, die Reisenden beschütze, die Ster⸗ 337 benden begleit mit deinen Engel⸗ scharen, daß sie im Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst er⸗ füllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsers Jesu Namen, so ist ge⸗ wiß der Wunsch gewährt. Benjamin Schmolck g. 1672 +1737. Fürbitte für den König und die Obrigkeit. Eigene Melodie. 519 Vellaß uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten! Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. 2. Gieb unserm Könige und aller Obrigkeit Fried und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottselig⸗ keit und Ehrbarkeit. Amen. V. 1 Martin Luther g. 1483 1546. V. 2 Johann Walther 4 1570. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. heilige Dreieinig⸗ 520.O keit, erhalt 118 unsre Obrigkeit, die deine treue Vaterhand gesetzet selbst in die⸗ sen Stand. 2. Dein guter Geist sie leit und führ und segne ihr Thun für und für, daß sie voll Weisheit und Verstand regiere christlich Leut und Land, Schmerz, Siege! Doch du thust mehr als wir verstehn, kannst mehr ge⸗ währen als wir flehn, bebsser, was uns nützt, als wir: wir überlassen ganz uns dir. 338 3. Damit wir führen unter ihr ein still geruhig Leben hier und dermaleinst mit ihr, mein Hort, bestehen wohl im Himmel dort. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt g. 1637 1 1706. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. en König schütze 521. Doenn Macht! Er, der für unsre Wohlfahrt wacht, ist uns von dir gegeben. Du, der in ihm so viel uns giebt, schenk ihm, der väterlich uns Berufs⸗ und liebt, das frohste, längste Leben! Gott, schütt auf ihn und auf sein Haus die besten deiner Segen aus, laß seiner Räte Thun ge⸗ deihn, Recht, Ordnung, Treu das Land erfreun! Herr unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand! 2. Vernimm der Leidenden Gebet, dem, der zu dir im Elend fleht, hilf, daß er nicht erliege. Gieß Trost in jedes wunde Herz, die Kranken lab in ihrem hilf Sterbenden zum weißt Herr unser Gott, Leid der Prüfungszeit führ uns durch alles zu deiner Herrlichkeit! Am Geburtstage des Landesherrn. Mel. Nun danket alle Gott. 522. P rd —.:Dĩì.t Standeslieder. dessen Schirm und Schatten wir bis zur Stund allhier viel Heil zu schmecken hatten, der auch zu jeder Frist allmächtig nah und fern ein Herr und Helfer ist des Königs, unsers Herrn. 2. Du hast ihm lebenslang den Odem treu bewahret und auf manch strengem Gang dich huldvoll offenbaret; du hast in seiner Hand das Zepter stark gemacht und unser Vaterland mit reichem Gut bedacht. 3. Du wollest deinen Geist auf seine Stirne legen, der klar ihn unterweist, des hohen Amts zu pflegen; du wollst Gerechtig⸗ keit und milder Gnade Lust ihm stellen an die Seit, ihm pflanzen in die Brust. 4. Du wollest allezeit in Zucht und Frömmigkeit in ihm dem Lande schenken, auf daß er Vorbild sei von jeder Tugend⸗ art und Hülf und Schutz ver⸗ leih, wo man den Glauben wahrt. 5. Du wollest seine Treu ver⸗ gelten durch die Treue, womit ihn täglich neu ein gutes Volk erfreue, daß dein Gebot im Bund von ihm und uns gescheh, und seines Thrones Grund in 7658 Herzen steh. O segne, was wir flehn an Aim Jahresfeste, und gieb zum Wohlergehn ihm deiner Gaben beste! Gieb, daß ers nie vergißt noch wir, wie du so —— deinem Gleis ihn lenken und —1 S S SHHN ko gern ein Herr und Helfer bist des Königs, unsers Herrn. Karl G. Grüneisen g. 1802 4 1878. Für den Hausstand, für Eheleute und Eltern. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. 52 3 Lei dich, Herr Jesu „Christ, durch mein Gebet bewegen, komm in mein Haus und Herz und bringe mir den Segen! All Arbeit, Müh und Kunst ohn dich nichts richtet aus, wo du mit Gnade bist, kommt Segen in das Haus. Joh. Heermann g. 1585 T 1647. Mel. Wieschön leucht u. d. Morgenstern. ie schön ists doch, 524. WS Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und unverrückt bei⸗ sammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Srurm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Vor allem giebt er seine Gnad, in deren Schoß er früh Berufs⸗ und Standeslieder. 339 erkorn, daß aus dir ward her⸗ und spat sein Hochgeliebten heget; da spannt sein Arm sich täglich aus, da faßt er uns und unser Haus, gleich als ein Vater pfleget; da muß ein Fuß nach dem andern gehn und wandern, bis sie kommen in das Zelt und. Sitz der Frommen. ö 4. Der Mann wird einem Baume gleich, an Asten schön, an Zweigen reich, das Weib gleich einem Reben, der seine Träublein trägt und nährt und sich je mehr! und mehr vermehrt mit Früch⸗ ten, die da leben. Wohl dir, O Zier, Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein bei seinem Throne. I 5. Dich, dich hat er ihm aus⸗ ausgeborn das Volk, das sein Reich bauet; sein Wunderwerk geht immerfort, und seines Mun⸗ des starkes Wort macht, daß dein Auge schauet schöne Söhne, Töchter züchtig, die fein tüchtig nähn und spinnen und mit Kunst die Zeit gewinnen. 6. Sei gutes Muts! wir sind es nicht, die diesen Orden auf⸗ gericht, es ist ein höhrer Vater· der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir ge⸗ denken, wird er wohl und weis⸗ lich lenken. 7. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen; König wird behende daß die Angst sich wende. herzu! Noöten Ruh, in Angsten Trost sich in Geduld ergiebt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Schweige, beuge dich ein wenig, unser machen, 8. Wohl her, mein König, nah Gieb Rat in Kreuz, in und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis und danken alle deinen Willen zu erfüllen, dei⸗ nen Namen ewig loben werden. Amen. beide, bis wir bei dir, Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. ohl einem Haus, ö 525. W da Jesus Christ allein das All in allem ist. Ja wenn er nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind in Einem Glau⸗ benssinn verbindt, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottes⸗ dienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk Berufs⸗ und lässet schießen; jedennoch, wer Standeslieder. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart. 6. Wohl, wenn die Eltern und Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück. Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hocherfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: Wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn. Chr. Karl Ludw. v. Pfeil g. 174271784. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 52 6 Och und mein Haus, N wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gieb deinen Segen auch darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausge⸗ meine mach aus allen! Dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen! Es leucht uns wie das Sonnen⸗ licht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. und Gottes Wort. gläubig sind und wenn sie Kind Reiche gleiche Seelenspeise auch — ...—ꝛ;.— — — —— zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde, laß uns in Liebe alle⸗ zeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demut sanft und linde! Liebe übe jede Seele, keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte! Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit kindlichem Gemüte, selig, fröh⸗ lich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen, dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Giebst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste! Denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir aller⸗ meist, daß in dem Haus kein andrer Geist als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohl bestellt, der gute Zucht und Ord⸗ nung hält, der alles liebreich ziere. Sende, sende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. K. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. Berufs⸗ und Standeslieder. Eigene Melodie. 527 selig Haus, wo 0 man dich aufge⸗ nommen, du wahrer Seelen⸗ freund, Herr Jesus Christ, wo unter allen Gästen, die da kom⸗ men, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir ent⸗ gegen schlagen, und aller Augen freudig auf dich sehn, wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in Einer, in deiner Liebe Eines Geistes sind, als beide Eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen, in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen Tag. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen de Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutter⸗ liebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland du. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in Einem Eifer brennen, daß es nach dei⸗ nem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausge⸗ nossen, in Demut willig und in. 342 Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt; o selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich ge⸗ sendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. K. J. Phil. Spitta g. 1801 4 1859. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 528. Nudis Aitdeain, * und thu dein Auglein zu, denn (Gott der will dein Vater sein, drum schlaf in guter Ruh! 2. Dein Vater ist der liebe Gott und wills auch ewig sein, der Leib und Seel gegeben hat dir durch die Eltern dein. 3. Er schenkt dir seinen lieben Sohn, den schenkt er in den Tod; der kam auf Erd vom Himmelsthron, half dir aus aller Not. 4. Er schickt dir seine Engelein zu Hütern Tag und Nacht, daß sie bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht. 5. Dem Vater und der Mutter dein befiehlt er dich mit Fleiß, daß sie dir treue Pfleger sein, „3ziehn dich zu Gottes Preis. 6. Das liebe Jesulein will sein ö dein liebes Brüderlein, drum Berufs⸗ und Standeslieder. schlaf, du liebes Kindelein, so wirst du selig sein. 7. Der heilge Geist der segne dich, bewahr dich alle Zeit, sein heilger Nam behüte dich, schütz dich vor allem Leid! 8. So nimm du recht an Gnade zu, an Alter und Ver⸗ stand, und halte deine Kindes⸗ ruh in Jesu Schoß und Hand! Nach Joh. Mathesius g. 15044 1565. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 529 Qhr Eltern, hört, N was Christus spricht: Den Kindern sollt ihr wehren nicht, sondern sie lassen zu mir nahn, daß meine Hand sie segnen kann. 2. Er nimmt sie auf ins Him⸗ melreich, und was ist dem auf Erden gleich? Mit aller Welt Lust, Gut und Ehr hats bald ein End und ists nichts mehr. 3. Das Himmelreich kein Ende nimmt, darein uns Jesus Chri⸗ stus bringt durch seine Lehr, dazu er will, daß man die Kinder senden soll. 4. Gehorchet ihm und bringt sie her, daß man von Jugend auf sie lehr in Kirchen und in Schulen wohl, wie man Gott recht erkennen soll. 5. Habt ihr sie lieb mit treuem Sinn, so führet sie zu Jesu hin; wer dies nicht thut, ist ihnen feind, wie hoch er sie zu lieben meint. 6. Was hilft den Kindern nur viel Geld und Acker viel in jedem 2—5½98 Berufs⸗ und Standeslieder. 343 Feld? Wer sie von Gott recht chem Heil sich an Geld und Gut ö lehren läßt, der thut für sie das Allerbest. Nach Ludw. Helmbold 1532 4 1598. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 530. S'eme doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an! Ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan und durch deines Sohnes Blut gleich⸗ wohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und beraten. 2. Sie sind dir von Kindes⸗ beinen und von ihrer ersten ergetze, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 6. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, 11. ihr Fuß nicht möge gleiten. Laß sie ihre Lebensjahr in der Tagend bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins kühle Grab Deseiten und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben hier und wo es dir gefällt was zu deinen Ehren geben, so laß!“ Stund zugeworfen als die Dei⸗ in der ganzen Welt ihnen, wo nen,*) und durch deinen Gnaden⸗ sie immer gehn, deine Furcht bund hast du sie in ihrer Tauf vor Augen stehn, daß sie dich im väterlich genommen auf, daß sie, Thun und Lassen stets in ihre wenn sie sollten sterben, wären Herzen fassen. deines Reiches Erben.) Ps.22, 11. 8. Endlich wenn die Zeit ver⸗ 3. Du hast sie bisher ernähret flossen, daß sie diese Lebenszeit und so manchem Unglücksfall haben ehrlich hier genossen und mehr als väterlich gewehret, der ste in die Ewigkeit ihren Eintritt sie hier und überall hätte leicht⸗ sollen thun, so laß alle Schmer⸗ lich umgestürzt, ja das Leben zen ruhn und laß sie in ihrem abgekürzt; aber deine Vatertreue Sterben glaubensvoll den Him⸗- bleibt bei ihnen täglich neue. mel erben. 4. Sollt ich nicht für solche 9. Gönne mir die große Güte immer dir verpflichtet sein Freude, daß am lieben jüngsten. und mit dankbarem Gemüte sol⸗Tag nach so vielem Kreuz und chen Glücks⸗ und Segensschein Leide ich mit Jauchzen sagen“ rühmen und vor jedermann deine mag: Liebster Vater, ich bin hier Wohlthat zeigen an, ach so und die Kinder, die du mir hast! müßt ich ganz vermessen Gottes, in jener Welt bescheret. Ewig sei meines Heils, vergessen. tißh Nam geehret! 5. Sammeln andre große Ludw. Heinr. Schloser g. 1663 4 1723. Schuätze, daß ihr Haus in sol⸗ Für Kinder. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 531 ch lieber Gott, be⸗ hüte mich und meine Eltern gnädiglich, auch mein Geschwister vor Gefahr mit deinem starken Arm bewahr! 2. Und alle, die uns sind ver⸗ Hand! Behüte mich vor aller Sünd, hilf, daß ich werd ein frommes Kind. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 532.N en Che, der du einst hier gewesen bist ein freundliches und frommes Kind, ohn alle Schuld, ohn alle Sünd. 2. Wir Kinder bitten Eines nur, versags nicht, Herr, der Kreatur: Hilf uns in deinem Willen ruhn, lehr uns nach dei⸗ nem Vorbild thun! 3. Gieb deinen Geist in unsre Brust, hilf lernen uns mit Kin⸗ deslust, damit wir legen rechten Grund und ewig stehn in dei⸗— nem Bund. Eigene Melodie. 533 Weled Jin Scaf ö 0 lein bin, freu ich mich nur immerhin über : mpieinen guten Hirten, der mich schön weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. wandt, beschütz durch deine rechte Standeslieder. 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab un⸗ aussprechlich süße Weide, daß ich keinen Hunger leide; und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunngquell hin. 3. Sollt ich nun nicht fröhlich sein, da ich sein bin und er mein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja, mein Glück ist groß! Henr. Luise v. Hayn g. 1724 1 1782. Eigene Melodie. 534 Mie bin ich, 9 geh zur Ruh, schließe beide Auglein zu; Vater, laß die Augen dein über meinem Bette sein! 2. Hab ich Unrecht heut gethan, sieh es, lieber Gott, nicht an, deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand, alle Menschen groß und klein sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu, laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn! 1817. Luise Hensel g. 1798 4 1876. Für Witwen. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. 53 5 ichts Betrübters ist 0 auf Erden, nichts kann so zu Herzen gehn, als wenn arme Witwen werden, wenn ver⸗ — EEEEII!I!I Berufs⸗ und Standeslieder. 34⁵ laßne Waisen stehn ohne Vater, ohne Mut, ohne Freunde, ohne Gut. Witwen sind verlaßne Frauen, wer thut auf die Waisen schauen? 2. Witwen sind in Gottes Ar⸗ men, Waisen sind in Gottes Schoß; ihrer will er sich erbar— men, wär die Not auch noch so groß. Ein solch ungerechter Mann tastet Gottes Augen an, der die armen Waisen drücket und der Witwen Herz bestricket. 3. Wenn sie bleiben in den Schranken, darein Gott sie hat gestellt, und von seiner Treu nicht wanken, weil er sich zu ihnen hält, sollen sie im Himmels⸗ schloß werden alles Kummers los. Da soll nicht mehr, wie auf Erden, Witwennot gehöret werden. Michael Hunold g. 1621 1 1672. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 536. A ener sen der Witwen Flehen, sieht ihre Thränen an; in jedem Schmerz und Leide ist Gott mir Trost und Freude, mein Fels, den ich umfassen kann. 2. Wie viel, die in der Kam⸗ mer dir klagten ihren Jammer, o Gott, erhörtest du! Dein väter⸗ licher Segen hielt sie; auf ihren Wegen war Friede, Sicherheit und Ruh. 3. Wo seit viel tausend Jahren betrübte Witwen waren, die hast du treu gepflegt, wenn sie dich nicht verließen und gläubig dir zu Füßen des Kummers schwere Last gelegt. 4. In dir will ich mich stärken, dein Aug wird auf mich merken, und auf mein Flehn dein Ohr. Bei Tag und Nacht mit Flehen will, Herr, vor dir ich stehen und seufzen still zu dir empor. 5. Ich will mein Joch nun tragen; dir, Vater, darf ich sagen, was ja mein Herz bedrückt; bist du nicht in der Nähe, du, den ich zwar nicht sehe, und den mein Glaube doch erblickt? 6. Mit Ernst und frohen Mutes will ich nach Kräften gutes vor deinen Augen thun, will mich der Welt entziehen, Lärm, Tand und Thorheit fliehen und nur in deinem Schoße ruhn. 7. Dann eilen meine Tage mit jeder Not und Plage leicht wie ein Traum dahin; dann leg ich froh die Glieder aufs Sterbe⸗ bette nieder, wenn ich zum Him⸗ mel reifer bin. 8. Fort auf dem Dornenpfade! Mich tröst des Heilands Gnade, er träget meine Not. Nicht ewig werd ich weinen, ich komme zu den Meinen, bald seh ich sie bei meinem Gott. 9.(Kommt her, ihr meine Waisen, den Herrn mit mir zu preisen, der uns erhalten kann. Dir, Gott, will ich sie bilden; schau, Herr, mit deiner milden Erbarmung deine Schäflein an!) Nach J. K. Lavater g. 1741 1 1801. Für den Bergmann. Bei der Einfahrt. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 537 Gun der du Berg 0 und Hügel selbst festgesetzet hast, worin du als im Spiegel mir armen Erdengast zeigst deine Gütigkeit, du Schö⸗ pfer aller Dinge, hör, was ich jetzo singe, mein Herz ist dir geweiht. 2. Dir, Herr, bring ich vor allen mein Morgenopfer hier, ach laß es dir gefallen! Lob, Preis und Dank sei dir, daß du in dieser Nacht auf mein demütig Bitten in meiner armen Hütten mich so getreu bewacht. 3. Nun will ich wieder gehen in meinen Arbeitsschacht, wozu du mich ersehen, eh ich ans Licht gebracht. Ich will von Herzen gern, so lang die Kräfte grünen, dir, mein Gott, treulich dienen, und meinem Landesherrn. 4. Vergieb mir meine Sünden, die ich bisher gethan, und laß mich Gnade finden, schau Christi Wunden an! Ach schenk mir deinen Geist, damit ich deinen Willen mag jederzeit erfüllen so, wie dein Wort mich heißt. 5. O Herr, wenn ich einfahre, gieb, daß mein Herz bedenkt, wie bald man von der Bahre mich so ins Grab versenkt, bis du, mein Lebensfürst, einst meines Leibes Glieder aus dunklen Grüften wie⸗ der zu Tage führen wirst. 6. Wenn ich mein Werk be⸗ ginne bei meiner Arbeitsschicht, Berufs⸗ und so lenke Herz und Sinne auf deines Wortes Licht! Laß mich so Tag als Nacht nach solchen Schätzen graben, die nichts vom Eitlen haben, das Sorg und Kum⸗ mer macht. 7. Herr, segne die Gewerken und gieb Gedeihen hier, laß deine Kraft mich stärken zur Arbeit für und für! Veredle Gäng und Kluft durch deinen milden Segen, mit stetigem Vermögen in jeder Fahrt und Gruft! 8. Laß deiner Engel Scharen stets meine Wächter sein, die mich, dein Kind, bewahren, wenn ich fahr an und ein. Laß keine Fahrt eingehn, laß keinen Bau ein⸗ brechen, hilf, daß in allen Zechen wir deinen Segen sehn. 9. Zuletzt laß mich stets denken an jene Himmelsstadt, wo man ohn Sorg und Kränken dich selbst und alles hat. Da darf ich wei⸗ ter nicht nach eitlen Schätzen gra⸗ ben, da werd ich alles haben, was mir allhie gebricht. Nach der Ausfahrt. Mel. Jesu, meine Freude. — nädigster Erbar⸗ 538. G mer, zu dir komm ich Armer nach voll⸗ brachter Fahrt. Du hast heut aus Gnaden mich vor allem Schaden als dein Kind bewahrt. Keine Not, kein Leid, kein Tod hat, o Vater, mich berühret, weil du mich geführet. ιιϰι⁰ͥ˙i3⁰žꝛe. auf mich lchen vom dum⸗ erken deine t für Kluft mit Fahrt haren mich, n ich Fahrt ein⸗ echen„ enken man selbst wei⸗ gra⸗ was Berufs⸗ und Standeslieder. 2. O wie war mein Leben von Gefahr umgeben in der tiefen Kluft! Wetter, Bruch und Wände drohten mir das Ende in der finstern Gruft. Doch du hast bei aller Last deinen Schutz an mir erneuet und mich nun befreiet. 3. Herr, auf meinen Wegen hab ich deinen Segen überall gespürt. Du hast meine Tritte und all meine Schritte gnädig⸗ lich regiert. Nun kann ich mit Freude dich, meinen Hort und Helfer, preisen und dir Dank erweisen. 4. Ja dich will ich loben hier und einst dort oben und mich deiner freun. Stets soll mein Gemüte für die große Güte fromm und dankbar sein. Doch, mein Licht, verlaß mich nicht, schütze ferner Leib und Seele, die ich dir befehle. Bei Bergfesten. Mel. Auf dich hab ich gehoffet. Bergwerks⸗ 539. O schöpfer, höch— ster Gott, allmächtiger Herr Zebaoth, sei von uns hoch ge— priesen! Zu aller Stund, aus Herzensgrund sei dir Lob, Ehr erwiesen! 347 3. Die Gäng thust du veredlen gar und lässest auch noch immer⸗ dar Erz wachsen in der Erden; dein göttlich Kraft stets Mittel schafft, daß wir erhalten werden. 4. O reicher Gott, wir bitten dich, segn unser Bergwerk mil⸗ diglich, gieb Notdurft diesem Leben! Dein Vaterherz woll uns gut Erz, auch reichlich Wasser geben! 5. Dein reines Wort bei uns erhalt, behüt die Bergleut jung und alt, thu reich Ausbeut be⸗ scheren! So wollen wir auch danken dir und deinen Namen ehren. Matthäus Wieser um 1658. Mel. Wieschön leucht u. d. Morgenstern. it Freude will 540. M ich heben an, den höchsten Gott, so viel ich kann, zu loben und zu ehren. Auf, auf, ihr christlichen Berg⸗ leut, rühmt Gottes groß All⸗ mächtigkeit, helft mir sein Lob vermehren! Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 2. Zuvörderst lasset uns mit Fleiß dem Herren sagen Dank und Preis, daß er uns hat ge⸗ schenket sein reines Wort, das 2. Dein Allmacht ist doch höchste Gut, das Leib und Seel lobenswert, du hast geschaffen erquicken thut, so oft man sein in der Erd nach deinem Wohl- gedenket. Fröhlich, lieblich jubi⸗ gefallen und schenkst uns frei lieret, triumphieret, singet alle Gold, Silber, Blei, auch allerlei und lobt Gott mit großem Metallen. Schalle! 3. Glück, Heil und Segen mannigfalt, Nahrung dazu für Jung und Alt hat er nach Not⸗ durft geben. Sein Gnade währet immerdar; sie hat nun lange Zeit und Jahr gefristet unser Leben. Fröhlich, lieblich jubilieret, trium⸗ phieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 4. Wenn wir ausfahren oder ein, sendt er uns seine Engelein, die himmlischen Heerscharen, und thut denselbigen Befehl, sie sollen unser Leib und Seel vor allem Leid bewahren. Fröhlich, lieb⸗ lich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 5. Herr Jesu Christ, du edler Hort, erhalt uns nur dein reines Wort, drum wir dich herzlich bitten. Thu auf dein reiche milde Hand und segne unser Berufs⸗ und Standeslieder. Geist dazu, daß er fristet unser Leben und verleiht uns Fried und Ruh. 2. Lob und Dank solln wir er⸗ weisen der heilgen Dreieinigkeit und des Herren Namen preisen, der uns treulich Hülfe leiht; in dem Himmel hoch dort oben sin⸗ gen ihm die Engel fein, hier auf Erden solln Gott loben all, die seine Diener sein. 3. Brot und Wein wächst aus der Erde und der Menschen Herz erfreut, daß uns allen sichtbar werde seine Güt und Freundlich⸗ keit; Gold und Silber, Erz und Steine haut man aus den Ber⸗ gen viel, davon leben Groß und Kleine, wer sich redlich nähren will. 4. Tief wir Bergleut sind verborgen in den Schächten tief und lang, trauen Gott und wolln nicht sorgen, loben laut ihn mit ganzes Land, all Bergwerk und Schmelzhütten! Hilf, Herr, be⸗Gesang, Schlägl und Eisen führn iäscher Glück auf Erden, bis wir in Händen, das soll unsre Nah⸗ werden zu dir kommen, in den rung sein, Gott woll uns sein Himmel aufgenommen. Engel senden, fröhlich fahrn wir aus 25 ein. 900 14 Wazen müssen wir ö Mel. Ach erkennet, liebste Seelen. 1 im das edle Wrcwer mein dent 5 41 Tur euch sehr, uns tief unter Klüft begeben, darr * W ihr Bergleut alle, hauen Erz aus festem Stein; die de ihr rechte Christen seid, lobet Glück und Segn bedürfen alle, 5 Oott mit vollem Schalle, danket ei, das geb uns Gott mit Freud, und ö seiner Gütigkeit, daß er uns sein daß wir loben ihn mit Schalle Gn Wort gegeben und den heilgen hier und dort in Ewigkeit. 1737. schn ö ö du x—— aus unser ed und wir er⸗ inigkeit Hreisen, iht; in en sin⸗ ier auf all, die hst aus n Herz ichtbar ndlich⸗ rz und u Ber⸗ ß und nähren t sind en tief „wolln yn mit führn e Nah⸗ 1s sein rn wir r das k'nein, egeben, Stein; n alle, Freud, Schalle 17³7. 349 XXV. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Bei Krieg und Frieden. Eigene Melodie. 5 42. Di Friedefürst, Herr Jesu Christ, wahr Mensch und wah⸗ rer Gott, ein starker Nothelfer du bist im Leben und im Tod. Drum wir allein im Namen dein zu deinem Vater schreien. 2. Recht große Not uns stößet an von Krieg und Ungemach, daraus uns niemand helfen kann denn du, drum führ die Sach! Den Vater bitt, daß er ja nicht im Zorn mit uns woll fahren. 3. Gedenk, Herr, jetzo an dein Amt, daß du ein Fried⸗ fürst bist, und hilf uns gnädig allesamt jetzo zu dieser Frist. Laß uns hinfort dein göttlich Wort im Fried noch länger schallen! 4. Verdienet habn wir alles wohl und leidens mit Geduld; doch größer deine Gnad sein soll denn unsre Sünd und Schuld; darum vergieb nach deiner Lieb, die du fest zu uns trägest. 5. Erleucht doch unsern Sinn und Herz durch den Geist deiner Gnad, daß wir damit nicht trei⸗ ben Scherz, der unfrer Seele schad. O Jesu Christ, allein du bist, der solchs wohl kann ausrichten. Jakob Ebert g. 1549 4 1615. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 5 43 Her unser Gott, * laß nicht zu schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zu schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen; ach kehre dich mit Gnade zu uns Armen, laß dichs erbarmen! 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde! Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde, sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ists, auf Menschenhülfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das be⸗ drängte kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Mel. Da Christus geboren war. 5 4 4 reuer Wächter Israel, des sich freuet meine Seel, der du weißest alles Leid deiner armen Christen⸗ ———— Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. heit, o du Wächter, der du nicht mit uns in aller Not, neben uns daß schläfst noch schlummerst, zu uns und in uns Gott, Gott für uns Spf ů richt dein hülfreiches Angesicht! zu aller Zeit, Trutz dem, der Me 2. Schau, wie große Not und uns thu ein Leid! Gottes Straf nun Qual trifft dein Volk jetzt über⸗ist ihm bereit. vor I all; täglich wird der Trübsal 8. Deines Vaters starker Arm, Lied ö mehr. Hilf, ach hilf, schütz deine komm und unser dich erbarm! Erh Lehr! Wir verderben, wir ver⸗Laß jetzt sehen deine Macht, Got gehn, nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, hast ver⸗ söhnt uns durch dein Blut, aus⸗ gelöscht der Hölle Glut, wieder⸗ bracht das höchste Gut, 4. Sitzt auch heut ins Vaters Reich, ihm an Macht und Ehre gleich, unser einger Gna⸗ denthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadenthür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigentum, dein Erbarmen hat kein End, deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hülfe leist! Hilf mit deiner starken Hand, Men⸗ schenhülf hat sich gewandt. Eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau und mit Zittern sie anschau. 7. Treuer Hort Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott drauf wir hoffen Tag und Nacht, unsrer Feinde Schar zertrenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 9. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft, deine Christen traun auf dich, auf dich traun sie festiglich. Laß sie werden nicht zu schand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch all bekannt. 10. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 11. Jesu, wahrer Friedens⸗ fürst, der der Schlange hat zer⸗ knirscht ihren Kopf durch seinen Tod, wiederbracht den Fried bei Gott, gieb uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 545. GReen edle Fried⸗ und Freudenwort, uns runs der Straf Arm, arm! dacht, Racht, renn, aller Rraft, schaft, dich, Laß bleib sind und euern hwert macht gar ischen Krieg dens⸗ zer⸗ einen Fried ieden Volk reisen 1647. erren. in ist das wort, Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 351 daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel her⸗ vor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2 Wir haben nichts verdienet als schwere Straf und großen Zorn, weil stets noch bei uns grünet der freche, schnöde Sün⸗ dendorn. Wir sind fürwahr ge⸗ schlagen mit harter, scharfer Rut, und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Sei tausendmal willkommen, du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für From⸗ men dein Beiunswohnen in sich hab. In dir hat Gott ver⸗ senket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz hinein als ihr zerstörten Schlöͤsser und Städte voller Schutt und Stein, ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Haid, ihr Gräber voller Leichen und blutgen Hel⸗ denschweiß, der Helden, deren gleichen auf Erden man nicht weiß. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Thränen⸗ bach aus beiden Augen rinnen, geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher gesendet, das hast du ausgelacht; nun hat er sich gewendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Drin⸗ gen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutesthun. 6. Ach laß dich doch erwecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als das harte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknes Muts, der Friede, den er giebet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt g. 1607 1676. Mel. Nun danket alle Gott. 546 Hen Gott, dich • loben wir, re⸗ gier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Glut in unsern Herzen glimmen! Komm, komm, o edle Flamm, ach komm zu uns allhier, so singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rüh⸗ men deine Macht mit herzlichem Gemüte. Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Krieges⸗ last entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in vielen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herz⸗ licher Begier: Gott Lob, wir sind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir. 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert zerbrochen und zer⸗ schlagen. Der Strick ist nun entzwei, darum so singen wir mit Herzen, Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir. 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht ganz hast weggeraffet; es hat die Vater⸗ hand uns deine Gnadenthür jetzt wieder aufgethan: Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den edlen Fürstenstamm und dessen grüne Reiser bisher er⸗ halten hast; gieb ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt Es steiget unser Lied bis an des Himmels Thür und und bitten, du wollst geben, daß tönt mit großem Schall: Herr wir auch künftig stets in stolzer sing: Herr Gott, wir danken dir. Geist fruchtbar zu sein: die ——..— 8. Herr Gott, wir danken dir Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfüll jetzt nach Begier, o Vater, unsern Wunsch! Herr Gott, wir danken dir. Johann Franck g. 1618 4 1677. Jahreszeiten. Mel. Valet will ich dir geben. 547. Wen a lauter Gottes Güt, daß sich die Menschen freuen, grünt und blüht. Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud. 2. Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein! Die Blüt zur Frucht vermehre, laß sie ersprießlich sein! Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß, drum wollst du widerwenden Meltau, Frost, Reif und Schloß! 3. Herr, laß die Sonne blicken ins finstre Herze mein, damit sichs möge schicken fröhlich im Geist zu sein, die größte Lust zu haben allein an deinem Wort, das mich im Kreuz kann weil alles laben und weist des Himmels Pfort. 4. Mein Arbeit hilf vollbrin⸗ gen zu Lob dem Namen dein, und laß mir wohl gelingen imm —.— ken dir n, daß stolzer 5mit t nach zunsch! ir. + 1677. ben. ist der 1maus sich die alles ꝛer sieht ust auf in hört ott mit id Ehre 1% Die e, laß steht in tht und ulst du Frost, blicken damit lich im te Lust deinem z kann immels ollbrin⸗ n dein, gen im n: die Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Blümlein laß aufgehen von Tugend mancherlei, damit ich mög bestehen und nicht ver⸗ werflich sei. Martin Behm g. 1577 1 1622. Eigene Melodie. eh aus, mein 548. G Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommer⸗ zeit an deines Gottes Gaben, schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narcissen und die Tulipan die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleugt aus seiner Kluft“) und macht sich in die Wälder; die hochbe⸗ gabte Nachtigall ergetzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder.) Jerem. 48, 28. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras ge⸗ sprungen. ö 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom 353 Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bienen⸗ schar fleugt hin und her, sucht hie und dar ihr edle Honigspeise; des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön und läßt du uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden, was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden? 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein? Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit einge⸗ stimmtem Mund und Stimm ihr Halleluja singen? 11. O wär ich da! O stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! so wollt ich nach der und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. mel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gieb, daß der Sommer Raum, daß ich dir werd ein möge bleiben. deis und laß mich bis zur ö keinem mehr hier und dort ewig dienen. 354 Engel Weis erhöhen deines Na⸗ mens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch gleichwohl will ich,f weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht ganz stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem 13. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Him⸗ deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubens⸗ frücht erziehe. ö 14. Mach in mir deinem Geiste guter Baum, und laß mich wohl bekleiben.“) Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gar⸗ tens schöne Blum und Pflanze ) fest wurzeln. 15. Erwähle mich zum Para⸗ letzten Reis an Leib und Seele grünen, so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten Paul Gerhardt 1607 4 1676. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 549. Gade Seuhtngszet Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 2. Mein Gott, gieb mir bei dieser Freud des Herzens wahre Dankbarkeit, daß ich dir diene ür und für und sing dir fröh⸗ lich dort und hier. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 1 1684. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 550 GSom die schöne Sommerzeit ist da, die mir mein Herz erfreut, Laub und Gras steht in voller Pracht, weil Gott hat alles wohl gemacht. Halleluja! 2. Mein Gott, laß mich die Erntefreud erinnern meiner Herrlichkeit, wenn kommt der letzte Sommertag, daß man dir ewig singen mag. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 5 51 Geen die Herbst⸗ 0 zeit zeiget sich, Gott segnet das Land mildiglich; was Nahrung bringt, was uns erfreut, das schenkt uns Gott zu dieser Zeit. Halleluja! 2. Mein Gott, laß deine Güt und Gnad mich dankbar finden früh und spat, gieb mir, was hier mein Herz erfreut, gieb mir dort deine Seligkeit! Halleluja! Joh. Olearius g. 1614 4 1684. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. da sich die ganze Welt erneut, es grünt, es blüht, es singt und springt, daß Gottes Lob und ngt. Halleluja! 552. GWtanzet bringt uns die werte Weihnachtsfreud, das Jahr geht aus, die Freud Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse 35⁵ ist da, das Licht, das neue Jahr und Feind, es wird die ganze ist da. Halleluja! Welt erleucht, mit Tau und 2. Mein Gott, gieb mir das Regen auch befeucht. wahre Licht! Wenn mir gleich 2. Du machst die Berg und tja! Licht und Freud gebricht, sei du Auen naß und läßt drauf wach⸗ 1684. mein Trost, mein Licht und sen Laub und Gras, damit die Freud, daß ich dir sing in Tiere mannigfalt im Feld sich Tag. Ewigkeit. Halleluja! nähren und im Wald. chöne Joh. Olearius g. 1611 f 1684. 3. Uns Menschen giebst dwu it ist Brot und Wein, daß unser Herz freut, Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. kann fröhlich sein; du machst, ö poller 5 53 F'᷑inen euch der schö⸗daß es die Erde bring, und unsfre wohl 0 nen Erde, denn Arbeit uns geling. sie ist wohl wert der Freud. O 4. Wir bitten deine Gnad und ‚— mich was hat für Herrlichkeiten unser Güt: Dein eigne Wohlthat un teiner Gott da ausgestreut! behüt, die Frücht der Erden der 2. Und doch ist sie seiner Füße uns bewahr und gieb uns ein dir reichgeschmückter Schemel nur, gesegnet Jahr! ja! ist nur eine schön begabte wun⸗ 5. Ein fruchtbar Wetter uns 1684. derreiche Kreatur. bescher, Frost, Hagel, Mißwachs 3. Freuet euch an Mond und von uns kehr! Wind, Regen, Ta Sonne und den Sternen allzu⸗Tau und Sonnenschein muß b 5 mal, wie sie wandeln, wie sie deinem Wort gehorsam sein. Lscch leuchten über unserm Erdenthal. 6. Wiewohl sich Sünde bei glich; 4. Und doch sind sie nur uns findt, denk, daß wir deine 3uns Geschöpfeé von des höchsten Kinder sind, und thu auf dein Gott Gottes Hand, hingesät auf milde Hand, dein Fußstapff seines Thrones weites, glän⸗ segne unfer Land! zendes Gewand. e Güt 5. Wenn am Schemel seiner Um Sonnenschein. 6.— Füße und am Thron schon 7. Den Himmel mach von mir solcher Schein, o was muß an Wolken rein, auf daß die Sonn elujal seinem Herzen erst für Glanz beständig schein und bald er 4 und Wonne sein! wärme und aufricht, was sonst 2— 95 K. J. Phil. Spitta g. 1801 f 1859. perdirbt und wird zu nicht. Tag. Zur Hagelfeier. Um Regen. kalte Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 8. O Gott, erhöre unsre Bitt„ bringt 5 5 4 O Vater, deine und teil uns milden Regen mit, freud, 0 Sonne scheint daß wir genießen deine Gab, und Freud auf Bös und Fromme, Freund auch das Vieh sein Futter hab. I 5. O Herr, gieb uns ein 356 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 9. Wenn deine Gnad das Jahr 6. Du unser lieber Vater bist, denn krönt, sind wir mit deinem weil Christus unser Bruder ist; Gut belehnt; thu aber dieses drum trauen wir allein auf dich noch dazu und gieb Gesundheit, und wolln dich preisen ewiglich. Fried und Ruh! Niklas Herman 4 1561. 10. Bei dir steht alles, Herr, allein, wir wolln dir treu und Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. dankbar sein und deines großen 556 Das Land wollst Namens Ehr dafür ausbreiten 2 du bedenken mit mehr und mehr. deinem Segen reich und sein Nach Niklas Herman i 1561. Gepflügtes tränken, mit Regen ö machen weich; laß sein Gewächs Mel Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. es geben zur Notdurft diesem 555 Biiorr uns, Herr, Leben! Wir wolln dir dank⸗ 2 das täglich Brot, bar sein. vor Teurung und vor Hungers⸗ Vincentius Schmuck g. 1565 T 1628. not behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höch⸗ Beim Gewitter. ten Thron! 70 Mel. Auf meinen lieben Gott. 2. O Herr, thu auf dein milde.. Gat mach uns dein Gnad und 5 57. Ein f Ment Herh * 7 Hüt bekannt, ernähr uns, deine ö Si ů 1 zu Gott hinauf! Fall ihm ge⸗ Kinderlein, der du speist alle schwind zu Fuße durch wahre Vögelein. R Reu und Buße, damit gleich 3. Erhörst du doch der Raben deine Sünden durch Christi Tod Stimm, drum unsre Bitt, Herr, verschwinden. 34 Sdpfer bil dand allen Bih 2. Herr, der du gut und fromm, du Schöpfer bist und allem Vieh zu dir ich gläubig komm, bitt mir sein Futter giebst. aus dein Erbarmen, hab Chri⸗ 4. Gedenk nicht unsrer Misse⸗ stum auf den Armen; um dessent⸗ that und Sünd, die dich erzürnet willen schone, mir nicht nach hhat; laß scheinen dein Barm⸗Sünden lohne! herzigkeit, daß wir dich lobn in 3. Durch Christi teures Blut Ebwigkeit. en mir ein Herz und Mut, das sich nicht knechtisch scheue, fruchtbars Jahr, den lieben das vielmehr deiner Treue in Kornbau uns bewahr, vor Teu⸗ allem kindlich traue und auf dein rung, Hunger, Seuch und Helfen baue. Streit behüt uns, Herr, In 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz ergeben sein; dein omm, t mir Chri⸗ ssent⸗ nach Blut Mut, cheue, ie in fdein was dein Flügel wird uns decken, verjagen alles Schrecken und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan, verlaß uns nicht, bleib unsre Zuversicht und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns sich üben! So wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt g. 1637 4 1706. Nach dem Gewitter. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. 558 H6 Gott, nun sei gepriesen, daß du zu dieser Zeit uns Schutz und Schirm erwiesen in der Gefähr⸗ lichkeit des Donners, der uns schreckte, des Blitzes, der sich streckte auf unser Hof und Haus. 2. Wir haben klar gesehen, Herr, deine große Macht, vor dir kann nichts bestehen; denn wenn dein Donner kracht, und sich dein Blitz entzündet, ach Gott, ach so befindet sich alles in Gefahr. 3. Das Wetter ist vergangen, vorbei ist die Gefahr, wir haben Schutz empfangen durch Gott, der bei uns war; Haus, Hof, Gut, Leib und Leben, und was er sonst gegeben, blieb uns ganz unversehrt. 4. So voller Güt und Gnaden ist der getreue Gott, der uns Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. gieb Regen und den Segen dein großer Not; drum wir ihn herz⸗ lich loben, sein Ruhm sei hoch erhoben, so weit der Erdkreis geht. ö 5. Laßt uns uns fertig machen, daß, wenn der jüngste Tag mit Donnern und mit Krachen viel⸗ leicht bald kommen mag, wir alle so bestehen, daß wir mit Gott eingehen zur ewgen Selig⸗ keit. 1719. Bei anhaltender Dürre. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. 5 59 A Herre, du ge⸗ 2 rechter Gott, wir habens wohl verdienet mit unsrer Sünd und Missethat, daß unser Feld nicht grünet, daß Vieh und Menschen traurig sein. Wenn du zuschließt den Himmel dein, dann müssen wir ver⸗ schmachten. 2. Herr, unsre Sünd erkennen wir, die wollst du uns verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Hülf thu uns verleihen; um deines Namens willn allein, Herr, unser Gott und Tröster! 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund! Um deines Namens willen bitten wir dich von Herzensgrund, thu unsre Not doch stillen vom Himmel mit dem Regen dein! Dein ist der Himmel ja allein, ohn dich kann es nicht regnen. 4. Es steht in keines andern bewahrt vor Schaden in so sehr Hand, daß er sollt Regen geben; 358 den Himmel hast du ausgespannt, darinnen du willst schweben. All⸗ mächtig ist der Name dein, solchs kannst du alles thun allein, Herr, unser Gott und Tröster. Um 1592. Bei anhaltender Nässe. Miel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 5. Gieb uns von deinem Him⸗ melssaal dein klares Licht und Sonne und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. Mich. Schirmer g. 1606 A 1673. Am Erntedankfest. Eigene Melodie. un preiset alle 5 6 0* Taemawent unt 5 61. Gottes Barm⸗ Wolken thust bedecken, der du herzigkeit, lob ihn mit Schalle, imgleichen kannst behend das werteste Christenheit! Er läßt Sonnenlicht erwecken, halt doch dich freundlich zu sich laden, mit vielem Regen ein und gieb freue dich, Israel, seiner Gnaden! uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und alles 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, zu Fuß ihm fällt. Viel breit, die Früchte leiden Schaden, tausend Engel um ihn schweben, weil sie von vieler Feuchtigkeit Psalter und Harfen ihm Ehre und Nässe sind beladen; dein geben. Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und 3. Wohl auf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen ater. will fast ganz verschwinden. Weide stellet euch willig ein! 3. Das machet unsre Misse⸗Da läßt er uns sein Wort ver⸗ that und ganz verkehrtes Leben, künden, machet uns ledig von so deinen Zorn entzündet hat, allen Sünden. daß wir in Nöten schweben; Herr, 4. Er giebet Speise reichlich wir bekennen unsre Schuld: weil und überall, nach Vaters Weise wir die Buße nicht gewollt, so sättigt er allzumal; er schaffet muß der Himmel weinen. früh und späten Regen, füllet . Doch denke wieder an die uns alle mit seinem Segen. Treu, die du uns hast ver⸗ 5. Drum preis und chre seine sprochen, und wohne uns in Barmherzigkeit, sein Lob ver⸗ Gnade bei, die wir dich kind⸗ mehre, werteste Christenheit! Uns .„Wie hält so hart sich soll hinfort kein Unfall schade lich suchen Wie hält f hinf nfall schaden, dieser Zeit dein Herz und sanfte frene dich, Israel, seiner Gnadenl Freundlichkeit; du bist ja unser Matthäus Apelles v. Löwenstern 9. 1594 1 1648. 2 en. e seine bver⸗ t! Uns chaden, naden! wenstern Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 359 6. Wir wollens auch keinmal 562 O Gott, von dem vergessen, was uns dein Segen wir alles haben, träget ein; ein jeder Bissen, den die Welt ist ein sehr großes wir essen, soll deines Namens Haus, du aber teilest deine Ga⸗ Denkmal sein, und Herz und ben recht wie ein Vater drinnen Mund soll lebenslang für unsre aus. ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir Doch muß fehlen, zu Tische gehn? die Notdurft keinem Dein Segen macht uns Nahrung sagen Dank. alle reich, ach lieber Gott, wer Kaspar Neumann g. 1648 4 1715. Nach der Ernte. Mel. Von Gott will ich nicht lassen, oder Aus meines Herzens Grunde. ie Ernt ist nun zu denn du weißt allen dorzastehn 5 0J. D Ende, der Segen und schaffest, daß Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener all⸗ zumal. 4. Und also wächst des Men⸗ schen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich vielfältger Weise, was an⸗ fangs schien als wär es tot, bis zu der Ernte Jung und Alt er⸗ langet seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder ist hier gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, und ein jedes eingebracht, woraus Gott alle Stände satt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebeswerken, drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft uns ohne Bitte gethan, was uns gefällt; die immer noch ge⸗ schont, ob wir gleich gottlos leben, die Fried und Ruh gegeben, daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen hat böses Thun verderbt, den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr gethan aus unver⸗ dienter Güte, als Mund, Herz und Gemüte nach Würden rüh⸗ men kann. 4. Er hat sein Herz geneiget, dein Erbarmen hat kein Ziel, uns Sünder zu erfreun, genng⸗ denn immer wird uns mehr sam sich bezeuget durch Tau und beschert, als wir zusammen alle Sonnenschein. Wards aber nicht wert. geacht, so hat er sich verborgen 360 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. und durch verborgne Sorgen Bei reichlicher Ernte. in de 5 30 uns gebracht. Mel. Ach erkennet, liebste Seelen.—— O allerliebster Vater, du err, die Erde ist 1—0 0 hast viel Dank verdient, du 564. gesegnet von—— mildester Berater machst, daß Wohlthun deiner Hand, Güt B uns Segen grünt. Wohlan, und Milde hat geregnet, dein dich loben wir für abgewandten Geschenk bedeckt das Land. Auf——— Schaden, für viel und große den Hügeln, in den Gründen 56 Gnaden; Herr Gott, wir dan⸗ ist dein Segen ausgestreut; unser ken dir. Warten ist gekrönet, unser Herz getha 6. Zum Danken kommt das hast du erfreut. dann Bitten? Du wollest, frommer 2. Aller Augen sind erhoben, nnnd Gott, vor Feuer uns behüten Herr, auf dich zu jeder Stund, 75 und aller andern Not, gieb daß du Speise giebst von oben 1.0 friedensvolle Zeit, erhalte deine und versorgest jeden Mund. werd Gaben, daß wir uns damit Und du öffnest deine Hände, 99 laben, regier die Obrigkeit! dein Vermögen wird nicht matt, wohl 7. Besonders laß gedeihen deine Hülfe, Gnad und Spende im 6 dein reines, wahres Wort, daß machet alle froh und satt. wohl wir uns dessen freuen, und auch 3. Gnädig hast du ausgegossen leber an unserm Ort dies gute deines üÜberflusses Horn, ließest er u Samkoörnlein verlangte Früchte Gras und Kräuter sprossen, müf bringe, und wir in allem Dinge ließest wachsen Frucht und Korn. 3 recht fromme Leute sein. Mächtig hast du abgewehret, geth 8. Gieb, daß zu dir uns Schaden, Unfall und Gefahr, Seg lenket, was du zum Unter⸗ und das Gut steht unversehret, kanr halt des Leibes hast geschenket, und gesegnet ist das Jahr. lege daß wir dich mannigfalt in 4. Herr, wir haben solche Güte will deinen Gaben sehn, mit Herzen, nicht verdient, die du gethan. Gün Mund und Leben dir Dank Unser Wissen und Gemüte klagt 4 und Ehre geben. O laß es uns vieler Sünden an. Herr, geth doch geschehn! verleih, daß deine Gnade jetzt Wit 9. Kommt unser Lebensende, an unsre Seelen rührt, daß der Hut so nimm du unsern Geist in Reichtum deiner Milde unser zu deine Vaterhände, wo er der Herz zur Buße führt. nich Ruh geneußt, wo ihm kein Leid 5. Hilf, daß wir dies Gut der bei bewußt; so ernten wir mit Freu⸗ Erden treu verwalten immerfort; und den, nach ausgestandnem Leiden alles soll geheiligt werden durch die Garben voller Lust. Gebet und Gottes Wort. Alles, wo ist gesüt tra was wir gutes wirken, Gottfried Tollmann um 172⁵. egossen ließest rossen, Korn. wehret, Befahr, rsehret, r. je Güte gethan. te klagt Herr, de jetzt daß der unser But der ierfort; ndurch Alles, st gesät in deinen Schoß, und du wirst die Ernte senden unaussprechlich reich und groß. Chr. Rud. Heinr. Puchta g. 18084 1858. Bei sparsamer Ernte. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. as Gott thut, 565. Wé das ist wohl gethan, so denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwärts, ob wir gleich oft auf Erden bei Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Er zeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen; weil er allein der Schatz will sein, so nimmt er andre Güter und bessert die Gemüter. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Es geh nach seinem Willen. Läßt sich es auch zum Hunger an, weiß er ihn doch zu stillen, obgleich das Feld nicht viel enthält. Man kann bei wenig Brocken satt werden und frohlocken. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Das Feld mag traurig stehen, wir gehn getrost Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 361 auf seiner Bahn und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenskraft, es nennt uns Gottes Erben, wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan, so wollen wir stets schließen. Ist gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ists genung zur Sättigung, wenn Gott das Wenge segnet und uns mit Huld begegnet. Nach Benj. Schmolck g. 1672 4 1737. Auf Reisen. Eigene Melodie, oder Dies sind die heilgen zehn Gebot. 56 Qn Gottes Namen X fahren wir, sein heilger Engel geh uns für wie dem Volk in Agypten⸗Land, das entging Pharaonis Hand. Kyri⸗ eleis! 2. Herr, du wollst unser G'leitsmann sein und mit uns gehen aus und ein und zeigen alle Steig und Steg, wehre dem Unfall auf dem Weg! Kyrieleis! 3. So wird kein Berg noch tiefes Thal, kein Waßr uns irren überall; fröhlich kommn wir an unsern Ort, wenn du uns gnädig hilfest fort. Kyrieleis! 4. War Christ, du bist der rechte Weg zum Himmel und der einge Steg; hilf uns Pilgrim ins Vaterland, weil du dein Blut hast dran gewandt. Kyrieleis! Niklas Herman 1 1561. 3062 Eigene Melodie. 567 Bii du gleich ferne von Bekannten, was schadets, da dir früh und spät ein Heer von glänzenden Trabanten umher um deinen Wagen steht? 2. Was schadets, wenn die Freunde scheiden, und kein Ge⸗ fährte mit dir geht, da dich die Engel selbst begleiten, und Jesus dir zur Seite steht? 3. Die finstre Nacht darf dich nicht schrecken, die über Land und Meere fällt; will gleich die Sonne sich verstecken, dein Jesus ist das Licht der Welt. 4 Er, der die Sonne selbst formieret, bedarf des fremden Lichtes nicht; wenn dessen weise Hand dich führet, ist dir die Nacht auch selbst ein Licht. 5. Ich weile hier im fremden Lande, allein in Gottes Eigen⸗ tum; find ich gleich lauter Un⸗ bekannte, so kennt mich doch mein höchster Ruhm. 6. Mein Hort, in dem mein Herz versenket, zeigt mir sein holdes Angesicht und spricht: Mein Kind, sei ungekränket, dein treuer Vater läßt dich nicht. Siehe auch Nr. 393, V. 10 bis 15. Bei Sturm und Wassersnot. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 568 Woan wir in Wassersnöten sein, so rufen wir zu dir allein, o treuer Gott, und bitten dich: Hilf uns doch jetzo gnädiglich! —— Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 2. Der Sturmwind braust und saust gar sehr, das Meer bewegt und schlägt noch mehr, das Wasser steiget in die Höh und dräuet uns bei voller See. 3. Die Deiche sind gar nicht imstand, zu schützen unser festes Land, wo nicht, o Gott, dein All⸗ machtshand befestigt unser Land und Stand. 4. Drum steur und wehr, o Vater, ab, daß nicht das Meer werd unser Grab; verhüte, daß durch deinen Grimm wir nicht im Wasser kommen um! 5. Dein Schutz sei unser Damm und Deich, so sind be⸗ schützet Arm und Reich; dein Schutz halt aller Orten Wach, sonst ist verloren unsre Sach. 6. Sieh, Herr, nicht unsre Sünden an, und was der Mensch versehen kann, durch Jesum laß uns gnädig nach die Sünd und alles Ungemach! 7. Des Wassers schreckliche Gewalt in Gnaden hemm und rett uns bald! So soll dich preisen Kindeskind, wir auch, wenn wir erlöset sind. Christian von Stöcken g. 1633 4 1684 Eigene Melodie. 569 Wie mit grimm⸗ gem Unverstand Wellen sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land vor des Sturmwinds Schlägen! Einer ————.——.— ist, der in der Nacht, Einer ist komm zu uns auf die See —.— der uns bewacht: Christ Kyrie?), 2*) Her:.. Wenn 3. Not, l Sollt ie Well 6 d und ckliche uund dich auch, 1684 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 2. Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Steuer bricht, wo nun Rettung finden? Wo sonst als nur bei dem Herrn? Seht ihr nicht den Abendstern? Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 3. Einst, in meiner letzten Not, laß mich nicht versinken! Sollt ich von dem bittern Strom Well auf Welle trinken, reiche mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubenshand! Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 4. Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen, loben dich mit Herz und Mund, loben dich zu jeder Stund. Christ Kyrie, ja dir gehorcht die See! Joh. Daniel Falk g. 1768 4 1826. E. Lieder von den letzten Dingen. XXVI. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Eigene Melodie. Oudch wollt, 57 2 daheime wär und aller Welt Trost hätt nicht mehr. 2. Ich mein, daheim im Him⸗ melreich, da ich Gott schaue ewiglich. 3. Wohlauf, mein Seel, und richt dich dar, dort wartet dein der Engel Schar. 4. Denn alle Welt ist dir zu klein, du kommest denn erst wie⸗ der heim. 5. Daheim ist Leben ohne Tod, und ganze Freud ohn alle Not. 6. Da ist Gesundheit ohne Weh und währet heut und je und je. 7. Da sind doch tausend Jahr wie heut, und nichts, das dich verdrießt und reut. 8. Wohlauf, mein Herz und all mein Mut, und such das Gut ob allem Gut! 9. Was das nicht ist, das schätz gar klein und sehn dich allzeit wieder heim. 10. Du hast doch hie kein Blei⸗ ben nicht, obs morgen oder heut geschicht. ——..————.1— daß ich kann sein, so fleuch der Welt viel falschen Schein! 12. Bereu dein Sünd und beßre dich, als wolltst du heut gen Himmelreich. 13. Ade, Welt, Gott gesegne dich! Ich fahr dahin gen Him— melreich. Nach Heinrich v. Laufenberg um 1430. Eigene Melodie. itten wir im Le⸗ 571. M ben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hülfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, er⸗ i zürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not! Kyri⸗ eleison!(Erbarm dich unser.) 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und Barmh großes! heiliger barmhe Gott, vor der eleison! 3. Y unsre solln u wir mi 11. Da es denn anders nicht H err C ist dein für die Herre& heiliger du ewi entfalle bens T barm d im Le⸗ id mit suchn aß wir ist du, t unsre T+, er⸗ e Gott, st du, t dein stellt mit großen Gnaden, m 1430. ö Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Hölle Glut! Kyri⸗ eleison!(Erbarm dich unser.) 3. Mitten in der Hölle Angst unsre Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glau⸗ bens Trost! Kyrieleison!(Er⸗ barm dich unser.) Martin Luther g. 1483 4 1546. Nach demLateinischen Notkers des ältern Media vita in morte sumus. Ev. Luc. 2, 29—32. Eigene Melodie. it Fried und 572. M Freud ich fahr dahin in Gottes Wille, getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat: der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Hei⸗ land, den du mich, Herr, hast seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selge Licht für die Heiden, zu er⸗ leuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. Gemeinde. 57 3 Nen laßt uns den Leib begraben und daran kein Zweifel haben, er werd am jüngsten Tag aufstehn und unverweslich hervorgehn. 2. Erd ist er und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gotts Posaune wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhie aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu ein'm selgen End. Er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet doch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis an sehen lan und g'macht bekannt, daß er mir das Leben sei und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vorge⸗ zu jüngsten Tag, an welchem ihn Gott verklären und ewge Freude wird gewähren. 6. Hie ist er in Angst gewesen, dort aber wird er genesen, in 365 ewiger Freud und Wonne leuch⸗ ten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen und gehn all heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß, denn der Tod kommt uns gleicher Weis. Böhmische Brüder. Chor. 1. So traget mich nun immer hin, da ich so lang verwahret bin, bis Gott, mein treuer Seelenhirt, mich wieder auferwecken wird. 2. Ja freilich durch den Tod ich werd zu Asche wieder und zu Erd, doch wird das schwache Fleisch und Bein von meinem Gott verwahret sein. 3. Mein Leib bleibt hie der Würmer Spott, die Seele lebt bei ihrem Gott, der sie durch sein so bittres Leid erlöset hat zur Seligkeit. 4. Was mich für Trübsal hat verletzt, wird nun in höchste Lust versetzt; die Welt ist nur ein Jammerthal, dort ist ein rechter Freudensaal. 5. Wenn alle Welt zu Trüm⸗ mern bricht, und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verkläret stehn und in das Himmelreich eingehn. 6. Wie manche Widerwärtigkeit hatt ich bei meiner Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt als aller Auserwählten Lust. 7. So laßt mich denn in sanfter Ruh und geht nach eurer Woh⸗ nung zu, ein jeder denke Tag für Tag, wie er auch selig werden mag. Gemeinde und Chor. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns hat durth sein Blut erlöst vons Teufels G'walt und ewger Pein. Ihm sei Lob, Preis und Ehr allein! Georg Neumark. V. 8. Martin Luthen —.—ß—— Eigene Melodie. Welt, ich muß di 574.0 lassen, ich sh dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein Geist will ih aufgeben, dazu mein Leib und L. ben setzen in Gottes gnädge Hand 2. Mein Zeit ist nun vollendes, der Tod das Leben endet, Ster⸗ ben ist mein Gewinn; kein Blät ben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud fahr ich dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei, wil ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Ver⸗ trauen, sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd kann mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gna⸗ den umsonst durch Christi Blut Kein Werk kommt mir zu From⸗ men, so ich will zu ihm kommen allein der christlich Glaube gut 6. Ich bin ein unnütz Knechti, mein Thun ist viel zu schlecht, denn d das er er mit mein'n 2 ben, wie er ich nic thut m sich vo 8.2 O We du mi zu Gi Gnad du au hristus t durch allein! n Luther. nuß dich ch faht 8 ewge will ic und Le⸗ ge Hand. ollendet, t, Ster⸗ in Blei⸗ 5 Ewge ried und betrogen gezogen rei, will sondern daß mir i. ein Ver⸗ will ich Jesum estorben, en, mein ist. nir nicht 15 Gna⸗ sti Blut. From⸗ ommen; ube gut. Knechte, schleht Teufels Ihm das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich ster⸗ ben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit; hie kann ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein Seele sich vom Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hinnen. O Welt, thu dich besinnen, denn du mußt auch hernach; thu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren, im Glauben sei du auch nicht schwach! 9. Die Zeit ist schon vorhan⸗ den, hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wa⸗ chen, sonst all irdischen Sachen sollst du gutwillig geben dran. 10. Das schenk ich dir am Ende: Ade, zu Gott dich wende! u ihm steht mein Begehr. Dut dich vor Pein und Schmer⸗ zen, nimm mein Abschied zu Herzen! Meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Johann Hesse g. 1490 T 1547. Eigene Melodie. 575. W lein vorhanden ist, und soll hinfahrn mein Straße, so g'leit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hülf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren! WSterder und Begräbnislieder. denn daß ich ihm bezahl damit 367 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen, denn ihr sind viel wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen, gedenken will ich an dein Tod, Herr Jesu, und dein Wunden rot, die wer⸗ den mich erhalten. 3. Ich in ein Glied an dei⸗ nem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmer⸗ zen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, ein ewigs Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Tods Furcht kann sie vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin, drum fahr ich hin mit Freuden. 5. Ich fahr dahin zu Jesu Christ, mein Arm thu ich aus⸗ strecken; so schlaf ich ein und ruhe fein, kein Mensch kann mich aufwecken denn Jesus Christus, Gottes Sohn; der wird die Him⸗ melsthür aufthun, mich führn zum ewgen Leben. V. 1—4 Niklas Herman 7 1561. V. 5 1574. Mel. Vater unser im Himmelreich. 57 6. err Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und Sterbe⸗ mir deins Vaters Huld erwarbst, ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir ver⸗ geht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zer⸗ bricht, 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt und mir all mensch⸗ lich Hülf zerrinnt: so komm, o Herr Christ, mir behend zu Hülf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammerthal, ver⸗ kürz mir auch des Todes Qual! 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt. So nimm sie, Herr, in deine Händ! Der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis sich der jüngst Tag naht herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn ver⸗ leih, am jüngsten G'richt mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnade mir das Leben schenk! Wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und ewig den Tod schmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum ganz verdirbt; und Begräbnislieder. 7. Sondern ich will mit starker Band und zu mir nehmen in mein Reich; da soll er denn mit mir zugleich in Freude leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach Herr, vergieb all unsre trauen festiglich, bis wir ent⸗ schlafen seliglich. Paul Eber g. 1511 4 1569. Mel. Vater unser im Himmelreich. 7 QOnn Christi Wunden 577. 8 schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein, Christi Blut und Gerechtigkeit das ist mein Schmuck und Ehren⸗ kleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud fahr ich dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du führest mich, ins ewge Leben wandre ich mit Christi Blut ge⸗ reinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber(2) g. 1511 1 1569. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 57 8 Her auf mit Trau⸗ ren und Klagen, ob dem Tod soll niemand zagen; er ist gestorben als ein Leben ist. Hand ihn reißen aus des Todes ——— Schuld! Hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sei, dein'm Wort zu Christ, sein Tod ein Gang zum 2. wird grabe er is ruhet alls Mut bald Kraf 4. bein fein Leber der 5. Erd unwe schön Fruc 6 Erde Scho Leid,‚ 7. hier sein' Herz durc 8. beder erwe denke seine 9. Tag Zusc und schar Nach dentit starker Todes nen in denn Freude ilf uns unsre warten ündlein Glaub Bort zu ir ent⸗ +1569. ielreich. Wunden ein, die n rein, chtigkeit Ehren⸗ r Gott Himmel ud fahr ind ich in Tod, e Leben lut ge⸗ „stärk + 1569. ö egraben. Trau⸗ lagen, iemand ls ein g zum ö Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 369 2. Der Sarg und Grab drum Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. wird geziert, der Leib ehrlich be⸗ Qch armer Men graben wird, damit wir glaubn, 579.. gar nihn er ist nicht tot, er schläft und bin, Gotts Sohn allein ist mein ruhet sanft in Gott. Gewinn; daß er Mensch worden, 3. Wohl scheints, es sei nun ist mein Trost, er hat mich durch alls dahin, weil er da liegt ohn sein Blut erlöst. Mut und Sinn; doch soll ihm 2. O Gott Vater, regier du bald kehren wieder Lebn und mich mit deinem Geiste stetig⸗ Kraft in alle Glieder. lich, laß deinen Sohn, mein 4. Bald werden diese Toten⸗ Trost und Lebn, allzeit in mei⸗ bein erwarmen und sich fügen nem Herzen schwebn! fein zusammen mit Kraft und 3. Und wenn die Stund vor⸗ Leben, Gott wirds herrlich wie⸗(handen ist, nimm mich zu dir, der geben. Herr Jesu Christ, denn ich bin 5. Ein Weizenkörnlein in der dein, und du bist mein, wie gern Erd liegt erst ganz tot, dürr und wollt ich bald bei dir sein! unwert, doch kommts hervor gar. 4. Herr Jesu Christe, hilf du schön und zart und bringt viel mir, daß ich ein Zweiglein bleib Frucht nach seiner Art. an dir und nachmals mit dir 6. Der Leib gemacht vom aufersteh, zu deiner Herrlichkeit Erdenkloß soll liegen in der Erde eingeh. Schoß und soll da ruhen ohne— Möier 1547½ 1096 Leid, bis daß er wieder aufersteht. Nuh denr Lateiniihen 7. Der Seele Haus sollt chondilsun, mllamisernoisglart. hier sein, die blies Gott mit sein'm n M drein, ein edles 55. Melodie. erz, recht Mut und Sinn war sch hab mein Sach 20 die Gabe Christi drin. 580. Gott heimgestellt, 8. Den Körper nun die Erd er machs mit mir, wies ihm ge⸗ bedeckt, bis ihn Gott wieder auf⸗fällt; ich will, soll ich hier länger erweckt, der seins Geschöpfs ge⸗lebn, nicht widerstrebn, seinm denken wird, welchs war nach Willn thu ich mich ganz ergebn. seinem Bild formiert. 2. Mein Zeit und Stund ist, 9. Ach daß nun käm der selge wann Gott will; ich schreib ihm Tag, da Christus nach seiner nicht vor Maß noch Ziel. Es Zusag hervor wird bringen ganz sind gezählt all Härlein mein, und gar, was in der Erd ver⸗ beid groß und klein, fällt keines scharret war. 1561. ohn den i sein.. Rach dem Latein. des Aurelius Pru⸗ 3. Es ist allhie ein Jammer⸗ D worstn teen Auereie thal, Angst, Not und Trübsal 37⁰* Sterbe⸗ und Begräbnislieder. überall; des Bleibens ist ein kleine Zeit, Mühseligkeit, und, wers bedenkt, ein steter Streit. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenkloß, von Mutterleib her nackt und bloß, er bringt nichts mit auf diese Welt, kein Gut noch Geld, nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft kein Reichtum, Geld noch Gut, kein Kunst noch Gunst noch stolzer Mut; fürn Tod kein Kraut gewachsen ist, mein frommer Christ, alles, was lebet, sterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark, und liegen morgen tot im Sarg; heut blühn wir wie die Rosen rot, bald krank und tot; ist allenthalben Müh und Not. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, wohl aus den Augen und dem Sinn; die Welt ver⸗ gisset unser bald, ob jung, ob alt, auch unsrer Ehren mannig⸗ alt. 8. Ach Herr, lehr uns bedenken wohl, daß wir sind sterblich all⸗ zumal, auch wir allhie kein Blei⸗ bens habn; müssn all davon, ge⸗ lehrt, reich, jung, alt oder schön. 9. Das macht die Sünd, du treuer Gott, dadurch ist kommn der bittre Tod, der nimmt und frißt all Menschenkind, wie er sie findt, fragt nicht, wes Stands und Ehrn sie sind. 10. Ich hab hier wenig guter Tag, mein täglich Brot ist Müh und Klag. Wenn mein Gott will, so will ich mit hinfahrn in Fried; sterbn ist mein G'winn und schadt mir nicht. 11. Und ob mich schon mein Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht, ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein liebsten Sohn ge⸗ geben hat. 12. Derselbe mein Herr Jesus Christ für all mein Sünd ge⸗ storben ist und auferstanden mir zu gut, der Hölle Glut gelöscht mit seinem teuren Blut. 13. Dem leb und sterb ich alle⸗ zeit, von ihm der Tod selbst mich nicht scheidt. Ich leb od'r sterb, so bin ich sein, er ist allein der einig Trost und Helfer mein. 14. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in allem Kreuz und Traurigkeit. Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 15. Mein lieben Gott von An⸗ gesicht werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht, in ewger Freud und Seligkeit, die mir bereit; ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! 16. O Jesu Christe, Gottes Sohn, der du für uns hast gnug gethan, ach schließ mich in die Wunden dein, du bist allein der einig Trost und Helfer mein. 17. Amen, mein lieber from⸗ mer Gott, bescher uns alln ein selgen Tod! Hilf, daß wir mögen allzugleich in deinem Reich bald mit dir leben ewiglich. Hrn in b'winn mein lill ich „ daß ich in 1 ge⸗ Jesus id ge⸗ n mir gelöscht h alle⸗ st mich sterb, in der ein. ost zu 3 und daß ich e Klag leinem on An⸗ dran Freud bereit; igkeit! Gottes tgnug in die in der ein. from⸗ ln ein mögen bald 1599 Sterbe⸗ und B Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. ö 581 ilf, Helfer, hilf in Angst und Not, erbarm dich mein, du treuer Gott! Ich bin ja doch dein liebes Kind trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott mein Herr. Wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ, du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des freu ich mich von Her— zen fein, bin gutes Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein Wort. Hilf, Helfer, hilf, du treuer Hort! 1596. Eigene Melodie. 582 Hwan thut mich 0 verlangen nach einem selgen End, weil ich hie bin umfangen mit Trübsal und Elend. Ich hab Lust abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll, es hat dein Blut gekostet; drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein selges Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; des freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn. ö 37¹1 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, doch auferwecket werden durch Chri⸗ stum schön verklärt, wird leuch⸗ ten als die Sonne und leben ohne Not in Himmelsfreud und Wonne; was schadt mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu bleiben länger hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte, es währt nur kurze Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, was mir und ihn'n bringt Leide, doch tröst mir meinen Mut, daß wir in größern Freu⸗ den zusammen werden kommn, und bleiben ungeschieden im himmelischen Thron. 7. Ob ich auch hinterlasse be⸗ trübte Waiselein, dern Not mich über Maße jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er wird sie wohl versorgen, retten aus aller Not. 8. Was thut ihr so sehr zagen, ihr armen Waiselein? Sollt euch Gott Hülf versagen, der speist die Raben klein? From⸗ mer Witwen und Waisen ist er der Vater treu, er kann und will sie speisen; das glaubt ohn alle Scheu. 9. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauret egräbnislieder. 37² nicht allzu sehre über den Ab⸗ schied mein! Beständig bleibt im Glauben! Wir werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein: Gieb mir ein seligs Ende, send mir die Engel dein, führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast durch dein Leiden und Sterben und blutiges Ver⸗ dienst. 14. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist! Hilf mir ritter⸗ lich ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll g. 1563 4 1621. Philipper 1, 21. Eigene Melodie. 58 3 hristus der ist mein 0 Leben, und Ster⸗ ben mein Gewinn; ihm hab ich mich ergeben, mit Freud fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mag zu ihm kom⸗ men und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not, durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus, wenn ich nicht mehr kann sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! . Sterbe⸗ und Begräbnislieder. +* 5. Mein Herz, Sinn und Ge⸗ danken zergehn schon als ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht. 6. Drum laß mich an dir kleben wie eine Klett am Kleid, und ewig bei dir leben in deiner Seligkeit! 7. Fein selig, sanft und stille, gleich als vom süßen Ton, schlaf ich, weils Gottes Wille, mein Trost ist Gottes Sohn. 8. Ich sing im Himmelsthrone ihm nun Lob, Ehr und Preis, wo ich nun ewig wohne in jenem Paradeis. 1609. Nach dem Hannov. Gsb. Eigene Melodie. 58 4 Hen Jesu Christ, meins Lebens Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himmlisch Para⸗ deis; da ist mein rechtes Vater⸗ land, woran du hast dein Blut gewandt. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat, allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein, dein Blutschweiß mich tröst und erquick, mach mich frei durch dein Band und Strick!k nd Ge⸗ u Licht, wanken, gebricht. an dir Kleid, deiner d stille, „schlaf „mein Sthrone Preis, jenem ov. Gsb. Christ, Lebens Trost, den bin ickt mich schwere )Para⸗ Vater⸗ n Blut in Herz wenig Seele ol mich rch das letzten iß mich lich frei ö ick! * —. 5. Dein Backenstreich und Ruten frisch der Sünden Strie⸗ men mir abwisch, dein Hohn und Spott, dein Dornenkron, laß sein mein Ehr, mein Freud und Wonn! 6. Dein Durst und Gallen⸗ trank mich lab, wenn ich sonst keine Stärkung hab, dein Angst⸗ geschrei komm mir zu gut, bewahr mich vor der Hölle Glut! 7. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in mei⸗ nem Herzen schrei, hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden blind. 8. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herze bricht, behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 9. Dein Kreuz laß sein mein Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heilges Grab, die reinen Grabetücher dein laß meinen Sterbekittel sein! 10. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mein letzte Heim⸗ fahrt bau; thu mir die Himmels⸗ thür weit auf, wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. 11. Am jüngsten Tag erweck mein Leib, hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht treffe dein Gericht, welchs das erschreck⸗ lich Urteil spricht. 12. Alsdann mein Leib ver⸗ neure ganz, daß er leucht wie der Sonne Glanz und ähnlich sei dein'm klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 373 13. Wie werd ich dann so fröhlich sein, werd singen mit den Engeln dein und mit der Auserwählten Schar dein Antlitz schauen ewig klar! Martin Behm g. 1557 1 1622. Eigene Melodie. Talet will ich dir 585. V geben, an urde falsche Welt, dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier, da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Her⸗ zen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon, ver— kürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut, laß selig mich abscheiden, setz mich in dein Erbgut! 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Er⸗ schein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deiner offnen Seit, rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit! Der ist wohl hie gewesen, wer kommt ins himmlisch Schloß; ewig ist der genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 37⁴ 5. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel gar feste ins schöne Bündelein der, die im Himmel grünen und vor dir leben frei, so will ich ewig rüh⸗ men, daß dein Herz treue sei. Valerius Herberger g. 1562 4 1627. Eigene Melodie. 586 Hich Gott, nun 0 schleuß den Him⸗ mel auf, mein Zeit zum End sich neiget; ich hab vollendet meinen Lauf, des sich mein Seel sehr freuet. Hab gnug gelitten, mich müd gestritten, schick mich fein zu zur ewgen Ruh, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 2. Wie du mir, Herr, befohlen hast, hab ich mit wahrem Glau⸗ ben mein lieben Heiland auf⸗ gefaßt in mein Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen, will frisch eingehen vom Thränen⸗ thal zum Freudensaal, laß fah⸗ ren, was auf Erden, will lieber selig werden. 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon im Frieden zu dir fahren, befiehl mich Christo, deinem Sohn! Der wird mich wohl bewahren, wird mich recht führen, im Himmel zieren mit Ehr und Kron; fahr drauf davon, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Eigene Melodie. 587. Füman ale und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jam⸗ merthal. Aus der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich ge⸗ rufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daß sich ende seine Bahn, so hab ich ge— wünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornenspitzen gar, also auch die Christen gehen stets in Angsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist all⸗ hier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag; wenn wir nur geboren werden, findt sich Jammer gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröt her⸗ leuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher schleichet, Müh sich findt Tobias Kiel g. 1584 4 1627. an allem End. ö Unsre Thräne 2 Seele, Qual, dein Jam⸗ Angst in die ehöret, et. ich ge⸗ teinem Kreuz If aus it ein ende ch ge⸗ enden Rosen n gar, n stets Wie ud der st all⸗ if voll id und )und unsre einem st und unsre boren gnug her⸗ von mmer findt ränen ehr, O * Sterbe- und Begräbnislieder. 37⁵ sind das Brot, so wir essen früh dein Herre, ruft aus diesem Jam⸗ und spat; wenn die Sonn nicht merthal. Seine Freud und Herr⸗ mehr thut scheinen, ist auch lauter lichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, Klag und Weinen. mit den Engeln jubilieren und 6. Drum, Herr Christ, du auf ewig triumphieren. 1620. Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jetzund Mel. Herzlich thut mich verlangen. nicht ferne, weil dein Blut mich 588 Ochh hab mich Gott hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried 0 ergeben, dem und Freud mög von hinnen fah- liebsten Vater mein; hier ist kein ren heut, ach sei du mein Licht Immerleben, es muß geschieden und Straße, mich mit Beistand sein. nicht verlasse. schaden, er ist nur mein Gewinn, 7. In dein Seite will ich fliehen in Gottes Fried und Gnaden bei dem bittern Todesgang, durch fahr ich mit Freud dahin. dein Wunden will ich ziehen in 2. Mein Weg geht jetzt vor⸗ das himmlisch Vaterland. In über; o Welt, was acht ich dein? das schöne Paradeis, drein der Der Himmel ist mir lieber, da Schächer that sein Reis, wirst muß ich trachten ein, mich nicht du mich, Herr Christ, einführen zu sehr beladen, weil ich weg⸗ und mit ewger Klarheit zieren. fertig bin, in Gottes Fried 8. Ob mir schon die Augen und Gnaden fahr ich mit Freud brechen, das Gehör auch ganz dahin. verschwindt, meine Zung nicht 3. Ach selge Freud und mehr kann sprechen, mein Ver⸗Wonne hat mir der Herr be⸗ stand sich nicht besinnt, bist du reit, da Christus ist die Sonne, doch mein Licht und Hort, Leben,‚ Leben und Seligkeit. Was kann Weg und Himmelspfort, du wirst mir doch nun schaden, weil ich Der Tod kann mir nich selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 9. Laß dein Engel mit mir fahren auf Elias Wagen rot, meine Seele wohl bewahren, wie einst Lazarum im Tod. Laß sie ruhn in deinem Schoß und er— fülle sie mit Trost, bis der Leib kommt aus der Erden und sie beid vereinigt werden. 10. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in acht, in Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach! V. 1. Johann Leon, V. 2—4 Joh. Siegfried g. 1564 1 1637. ö 376 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Eigene Melodie. Mel. Herr, ich bekenn von Herzensgrund. wann 1608 achs mit mir, ein Lauf, Gott du, 589. M Gott, nach 590. M Lob, l bald 2. ö deiner Güt, hilf mir in meinem vollbracht, Welt, gute Nacht, wir allei Leiden! Ruf ich dich an, versag müssen uns nun scheiden. In Pein mirs nicht! Wenn meine Seel Jesu Namen sanft und still ich beizr zwꝛ.l/l scheiden, so nimm sie, Herr, wandern will zur Seligkeit mit melr in deine Händ! Ist alles gut,. Freuden. In dieser Welt war mein wenn gut das End. mir bestellt nur Angst und Not, und 2. Gern will ich folgen, liebster zuletzt der Tod, jetzt endet sich aehn Herr, du wirst mirs nicht ver⸗mein Leiden. 59—1— derben. Ach du bist doch von 2. In Jesu Namen schlaf ich 35 m/ir nicht fern, wenn ich gleich ein, er führt allein mich aus bier muß sterben, verlassen meine dem Tod ins Leben; sein an dem liebsten Freund, die's mit mir Kreuz vergoßnes Blut kommt Her herzlich gut gemeint. mir zu gut, macht fröhlich mich i 38. Ruht doch der Leib sanft daneben. Der edle Saft bringt urn in der Erd, die Seel zu dir sich rechte Kraft, stärkt mir mein die schwinget, in deine Hand sie Herz in Todesschmerz, kann Sat unversehrt durch Tod ins Leben Freud und Wonne geben. setzt dringet. Hier ist doch nur ein 3. In Jesu Namen fahr ich ö. Thränenthal, Angst, Not, Müh, hin, denn mein Gewinn ist und Arbeit überall. Christus, wenn ich sterbe. Ich scho 4. Tod, Teufel, Höll, die weiß, daß er mich nicht verläßt, Urt Welt, die Sünd mir können und glaube fest: Im Tod ich Ges nichts mehr schaden, an dir, nicht verderbe, mir ist bereit in setz⸗ ö o Herr, ich Rettung find, ich Cwigkeit von Gottes Sohn die hin * tröst mich deiner Gnaden. Dein Ehrenkron, das rechte Him— mii Neinger Sohn aus Lieb und melserbe. nid Huld für mich bezahlt hat alle Georg Werner g. 1589 4 1653. ö ö Schuld. ‚ an . 5. Was wollt ich denn lang Eigene Melodie. dir trraurig sein, weil ich so wohl Qch bin ja, Herr, in gie be'stehe, bekleidt mit Christi Un⸗ 591. N deiner Macht du des schuld rein wie eine Braut her- hast mich an dies Licht gebracht, gel gehe? Gehab dich wohl, du du unterhältst mir auch das wo schnöde Welt, bei Gott zu leben Leben; du kennest meiner Mon⸗ da⸗ mir gefällt. den Zahl, weißt, wann ich diesem da Jioh. Herm. Schein g. 1587 4 1630. Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und grund. Gott bald t, wir Dn ill ich t mit t war Not, et sich laf ich haus n dem ommt mich bringt mein kann ihr ich in ist Ich erläßt, od ich eit in )n die Him⸗ 1653. rr, in ht, du racht, das Mon⸗ diesem gute e und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode rin⸗ gen, wenn aller Sinne Kraft gebricht? Thust du es, Gott mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor mir in großer Hitz, ohn Kraft, ohn Zier, mit höchster Herzensangst befallen, Gehör und Rede nehmen ab, die Augen werden mir ein Grab, doch kränkt die Sünde mich vor allen, des Satans Anklag hat nicht Ruh, setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton und seh auch den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein Gewissensbuch, da aber des Ge⸗ setzes Fluch mich Sündenkind hinab zur Höllen. Wer hilft mir nun in dieser Not, wo du nicht, Gott, du Todes Tod? 5. Der Teufel hat nicht Macht an mir, ich habe bloß gesündigt dir, dir, der du Missethat ver⸗ giebest. Was maßt sich Satan dessen an, der kein Gesetz mir geben kann, nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin, ich weiß, daß ich des Herren bin. 6. Herr Jesu, ich, dein teures Gut, bezeugs mit deinem eignen Sterbe- und Begräbnislieder. 377⁷7 Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was giebest du mich fremder Hand und hast so viel an mich gewandt? 7 Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du lässest mich, dein wahres Teil, zu tief in deinen Wunden sitzen. Hie lach ich aller Macht und Not, es mag Gesetz, Höll oder Tod auf mich her donnern oder blitzen. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach g. 1605 4 1659. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 225 ie Herrlichkeit der 592.D Erden muß Rauch und Asche werden, kein Fels, kein Erz kann stehn. Dies, was uns kann ergetzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leich⸗ ter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als schlechte Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben, der immer um muß schweben, als nur ein Schattenbild der Zeit? 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich ach— ten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen, und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier gethan. 4. Es hilft kein weises Wissen, wir werden hingerissen ohn einen Unterschied. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 5. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nützen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 6. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 7. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unvergänglich sein? Es mag vom Totenreihen kein Zepter dich befreien, kein Pur⸗ pur, Gold noch edler Stein. 8. Wie eine Rose blühet, wenn man die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns abfällt, 9. So wachsen wir auf Erden und denken groß zu werden und schmerz- und sorgenfrei, doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 11. Auf, Herz, wach und be⸗ denke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein. Was Sterbe- und Begräbnislieder. du zuvor genossen, ist als ein Strom verschossen, und wessen wird das Künftge sein? 12. Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre und geh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 13. Wohl dem, der auf ihn trauet, er hat recht fest gebauet. Und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nim⸗ mermehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius g. 1616 4 1664. Eigene Melodie. 593 A wie flüchtig, ach 2 wie nichtig ist des Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröh⸗ lichkeiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet!— — 5. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Glücke! Wie sich eine Kugel drehet, die bald da, bald dorten stehet, so ist unser Glücke, sehet! ö 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Ehre! Über den, dem man hat müssen heut die Hände höflich küssen, geht man morgen gar mit Füßen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Wissen! Der das Wort konnt prächtig führen und vernünftig discu⸗ rieren, muß bald allen Witz verlieren. ö 8. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Dich⸗ ten! Der, so Kunst hat lieb gewonnen und manch schönes Werk ersonnen, ist dem Tode nicht entronnen. 9. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Pran⸗ gen! Der in Purpur hoch ver— messen ist als wie ein Gott ge⸗ sessen, dessen wird im Tod ver⸗— gessen. 10. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist des Menschen Herr⸗ schen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, muß zuletzt aus Un⸗ vermögen in dem Grab ernie— drigt liegen. 11. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut ent⸗ stehen, dadurch, eh wir uns ver⸗ sehen, alles muß zu Trümmern Sterbe- und Begräbnislieder. gehen. 12. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und ver⸗ gehen; wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Michael Franck g. 1609 7 1667. Eigene Melodie. 594. 9 Friede, lebens⸗ satt und müde, deinen Diener fahren zu den Himmelsscharen II selig und im Stillen, doch nach deinem Willen! 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben; Christus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Heiden, das uns setzt in Freuden. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, ritterlich ge— kämpfet, manchen Feind ge⸗ dämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. 4. Thränen muß ich lassen, weinen ohne Maßen, schwere Gänge laufen mit der Christen Wau u über Sünde klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden, Gott will mich erlösen bald von allem Bösen; es soll besser wer⸗ den, als es war auf Erden. 6. Frieden werd ich finden, ledig sein von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr müssen streiten; mich soll ganz umgeben himmlisch Freudenleben. err, nun laß in: 38⁰ 7. Mir ist beigeleget, wo man Zepter träget, eine schöne Krone schon zum Gnadenlohne; da werd ich ergetzet und zur Ruh gesetzet. 8. Mein Erlöser lebet und mich selber hebet aus des Todes Kammer; da liegt aller Jammer. Fröhlich, ohne Schrecken, will er mich aufwecken. 9. Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Toten werden erstehn von der Erden; Christum werd ich schauen, darauf kann ich trauen. 10. Christo will ich singen, Lob und Ehre bringen, rühmen seine Güte mit Seel und Ge⸗ müte, preisen seinen Namen ohn Aufhören. Amen. David Behme g. 1605 4 1657. Mfalm 119, 19. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 595 Qch bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand, der Him⸗ mel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis ich aus und abe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen Sterbe- und Begräbnislieder. hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuld, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt am guten Rat; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben als solche große Leut? Es muß ja durch⸗ gedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich sten wird. 7. Mein Heimat ist dort dro⸗ ben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, von meiner Jugend an als Müh auch alles hebt und leget, nach⸗ und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen dems ihm wohlgefällt. 8. Zu dem steht mein Ver⸗ ohn alle Maße mein Vater trö⸗ 9. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selges Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft! 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich aus⸗ gehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, du, meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nebst andern leuchten soll. 12. Da will ich immer woh⸗ nen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. 596. Wn unde Sterbe⸗ und Begräbnislieder. will nach dem Himmel zu; da wird sein der rechte Friede und die stolze Seelenruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts 381 denn lauter Eitelkeit, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 2. Wenn ich werde dahin kom⸗ men, bin ich aller Krankheit los und der Traurigkeit entnommen, ruhe sanft in Gottes Schoß. In der Welt ist Angst und Not, endlich gar der bittre Tod; aber dort ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 3. Was ist doch der Erde Freude? Nebel, Dampf und Herzeleid; hier auf dieser schwar— zen Heide sind die Laster aus⸗ gestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit, in dem Himmel alle⸗ zeit Friede, Ruh und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne sin⸗ get Gottes auserwählte Schar, Heilig, heilig, heilig klinget in dem Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn und ein steter Jammerton; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, keine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Not, Sorgen und der bittre Tod, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 6. Nun, es wird dennoch ge⸗ schehen, daß ich auch in kurzer Zeit meinen Heiland werde sehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei uns ist lauter Not, Müh und Furcht, zuletzt der Tod; aber 597. ders werden neu. dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 7. O wer nur dahin gelanget, wo jetzund der schöne Chor in vergüldten Kronen pranget und die Stimme schwingt empor! Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Thun ist Eitel⸗ keit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr, drinnen ich mich kann besprechen mit dem Schön⸗ sten für und für? Welt, du hast nur Sturm und Streit, lauter Qual und Traurigkeit; aber dort iist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 9. Jetzt will ich mich fertig machen, daß mein Thun vor Gott besteh, daß, wenn alles wird zerkrachen, es heißt: Komme! und nicht: Geh! Welt, bei dir ist Angstgeschrei, Sorge, Furcht und Heuchelei, in dem Himmel alle⸗ zeit Friede, Ruh und Seligkeit. Joh. Georg Albinus g. 1624 + 1679. Eigene Melodie. Ulle Menschen müs⸗ sen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es an⸗ Dieser Leib der muß verwesen, wenn er an⸗ ders soll genesen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Kben, weil es meinem Gott be⸗ liebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn, er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freud dahin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreieinigkeit. 4. Da wird sein das Freuden⸗ leben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor sei⸗ nem Thron; da die Seraphinen prangen und das hohe Lied an⸗ fangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen sitzet der zwölf Boten Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle From— men hingefahren; da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der gro⸗ ßen Freud und Wonne, jetzund gehet auf die Sonne, jetzund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag! 7 Ach ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit, jetzo werd 21 wol So Ta⸗ eh & No in läu es zur Lu bey ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der güldnen Ehrenkrone, stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Joh. Georg Albinus g. 1624 1 1679. Mel. Ich hab mein Sach Gott heim⸗ gestellt. Sterbe- und Begräbnislieder. ie fleucht dahin 598. W' der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewig⸗ keit! Wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt hievon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht be— steht, gleichwie ihr dieses täg⸗ lich seht. 3. Nur du, Jehova, bleibest mir das, was du bist, ich traue dir; laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. ö 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn, gieb, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu, bedenk es nu, du kommst sonst nicht Lust, mir ist das höchste Gut Fällen: bewußt, das such ich nur, das so schicks mit mir! Mein Gott, zur wahren Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Narren bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. Joachim Neander g. 1650 1 1680. Eigene Melodie. 599 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach wie ge— schwinde und behende kann kom⸗ men meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Herr, wie du willst, ö Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 10. Ich habe Christi Leib ge⸗ ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer mir die Welt, gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jefu zu, darein ich mich festgläubig winde; das giebt mir recht er⸗ Mein Mein Gott, ich Christi Blut: Machs nur mit wünschte Ruh. gessen, ich hab sein Blut ge⸗ trunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Gott, ich bitt Blut: Ende gut! 11. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt, ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Gott, ich bitt durch bitt durch Christi Blut: Machs meinem Ende gut! nur mit meinem Ende gut! 7. Ich weiß, in Jesu und Wunden hab ich mir recht und wohl gebett; da find ich Trost in Todesstunden und alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 12. Ich leb indes in dir ver⸗ Blut gnüget und sterb ohn alle Küm⸗ mernis. Mir gnüget, wie mein 36—16 es füget; ich glaub und bin des ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. AmilieJuliane, Gräfinzu Schwarzburg⸗ Rudolstadt g. 1637 7 1706. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 6 0 0 Maeue kommt, 5 mein Sterben ist vorhanden, ich werde frei von dieses Leibes Banden. Wie soll ich aber wohl und selig sterben, dein Reich ererben? 2. Wie du, mein Jesus, bist am Kreuz gestorben und hast da⸗ durch das Leben uns erworben, so laß auf deinen Tod mich auch abscheiden zu deinen Frenden. 3. Und was du noch zuletzt hast ausgesprochen und deines Vaters ———— 75— Mein durch Christi Machs nur mit meinem 2—— * die se ich de b ge⸗ t ge⸗ st du bleib Mein Christi einem dD heut mirs und „ mit gmückt. durch ir mit ir ver⸗ Küm⸗ mein nd bin deine machst ut. lrzburg⸗ 6. hast du kommt, rben ist ei von zie soll terben, 3, bist ast da⸗ horben, ch auch iden. tzt hast Vaters Herz damit gebrochen, das will ich dir, indem die Augen brechen, getrost nachsprechen. 4. Vergieb, o Vater, denen, die mich hassen, die wider mich Neid, Eifer ausgelassen; vergieb doch, weil die Feinde nicht verstehen, was sie begehen. 5. Vergieb auch mir, o Vater, meine Sünde und was ich jetzt noch Böses an mir finde; Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 38⁵5 Gott, du wirst mich nicht ver⸗ lassen, dieweil du selbst von Gott verlassen hingest und mich um⸗ fingest. 12. Mein Herze dürstet nach dir und ich ächze, ich seufze nach dem Himmel, ach ich lechze nach dir, nach dir mit großem Durst, ich Armer, du mein Erbarmer! 13. Ach laß mich nicht in mei⸗ ich bin ner Not versinken, laß mich die von Fleisch und Blut oft übereilet Kraft aus deinen Wunden trin⸗ von dir geteilet. 6. Ich hab, o Jesu, Seele, Leib ken, ich dürste wie ein Hirsch, laß dich erblicken mich zu er⸗ und Leben in meinem Testament quicken! dir übergeben, du wirst die Mei⸗ nen auch heut oder morgen hier wohl versorgen. 7. Ich übergebe sie zu deinen Handen, behüte sie vor Sünden, Schmach und Schanden; du wirst, o Vater, diesen meinen Willen an mir erfüllen. 8. Drauf wendet sich mein Herz von dieser Erden. Dein Paradies das soll mir eigen werden, dein Paradies, das schöne, das wird heute mir stehn zur Beute. 9. Ach Jesu, zeige mir jetzt deine Güte, gieb mir ein him⸗ meldringendes Gemüte, daß ich ergreife dort zum Gnadenlohne die schöne Krone. 10. Zwar Hölle, Teufel fangen an zu quälen und streben mir nach meiner armen Seelen, weil ich dein Wort in dieser Sünden⸗ hütten hab überschritten. ö 11. Ich aber will die Seufzer tiefer fassen: Mein Gott, mein 14. Jetzt kommt der Trost, mein Herz hat sich gelabet, Jesu, mit deinem Blut bin ich begabet; es ist vollbracht, was übrig ist ge⸗ wesen, ich bin genesen. 15. Nun ist vollbracht mein Leiden, Kreuz und Jammer; mein schwacher Leib schläft sanft in seiner Kammer und wartet nur, bis Jesus diese Glieder mir giebet wieder. 16. Ich gebe dir den Geist in deine Hände, o Jesu, löse nun des Leibes Bande! Ich bleibe dir, ich sterbe deinem Namen. Jesu, sprich Amen! Michael Hunold g. 1621 1 1672. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. Och sterbe täglich, 601. N 99 mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Sterbe⸗ und Tod kommt her; ach wer nu immer fertig wär! 2. Ein Mensch, der sich mit Geist. Verschließen meine Lippen Sünden träget, ist immer reif sich, so schreie Jesu Blut für zu Sarg und Grab; der Apfel, mich. der den Wurm schon heget, fallt 8. Kann ich nicht segnen mehr endlich unversehens ab. Der alte die Meinen, so segne du sie, Bund schließt keinen aus, mein Herr, für mich, und wenn. sie Leib ist auch ein Totenhaus. 3. Es kann vor abend anders ster, so erbarme dich und lasse werden, als es am Morgen mit der Verlaßnen Schrein durch mir war; den einen Fuß hab deinen Trost erhörlich sein! der Totenbahr. Ein einzger zum Herzen, so schließe mir den Schritt ist nur dahin, wo ich Himmel auf, verkürze mir des der Würmer Speise bin. 4. Es schickt der Tod nicht zu dir hinauf, so wird mein Ab⸗ immer Boten, er kommet o unangemeldt und fordert uns dennoch selig sein. ins Land der Toten. Wohl dem, Benjamin Schmolck g. 16721 17³3⁷ der Haus und Herz bestellt, denn ewig Unglück oder Glück hängt Eigene Melodie. nur an Einem Augenblick. 5. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in dein Hand, wie lange du mir Frist empor! Als ein Adler fleug gegeben, das ist und bleibt mir behende! Jesu Hände öffnen unbekannt. Hilf, daß ich jeden schon das Perlenthor. Ab⸗ 2. Laßt mich gehen, laßt mich Glockenschlag an meinen schied denken mag. 6. Ein einzger Schlag kann des Lammes Thron nebst dem alles enden, wenn Fall und T beisammen sein. Doch schlage dienen mit dem reinsten Jubelton. nur mit Vaterhänden und schließ 3. Löse, erstgeborner Bruder, in Christi Tod mich ein, daß, doch die Ruder meines Schiff⸗ wenn der Leib zu Boden fällt, leins, laß mich ein in den sichern die Seel an Jesu Kreuz f hält. 7. Vielleicht kann ich kein 4. Nichts soll mir am Herzen Wort mehr sagen, wenn Au Mund und Ohr sich schlen Begräbnislieder. * drum bet ich bei gesunden Tagen: ö Herr, ich befehl dir meinen * bittre Thränen weinen, o Trö⸗ ich auf Erden, den andern auf 9. Dringt mir der letzte Stoß Todes Schmerzen und hole mich ft schied keine Pein, zwar eilig, 2 nter Lilien jener Freuden sollst er du weiden, Seele, schwinge dich laufen zu dem Haufen derer, die od Chor der Seraphinen schon be⸗ ich Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. ge, kleben, süßes Leben, was die ßt, Erde in sich hält. Sollt ich in der X Nein 9. Glar Glar Nach in d hinn mach Mur durd men auf getre muß Tod meii aufe 8 lobe herz zum hole J. L. agen: teinen lippen t für mehr u sie, nn sie Trö⸗ d lasse durch n! Stoß tir den tir des le mich in Ab⸗ eilig, 1 1737. n jener sollst ige dich rfleug öffnen ßt mich erer, die bst dem hon be⸗ ubelton. Bruder, Schiff⸗ u sichern Schafen, sein. 1 Herzen was die t ich in Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 387 der Wüste weilen und nicht eilen? Hoffnung und Versicherung, viel Nein, ich eil ins Himmelszelt. schöner aufzustehn. 5. Herzensheiland, laß den 4. Verbirg dich unserm Ange⸗ Glauben mir nichts rauben, sicht im kühlen Erdenschoß! Du Glauben, der durch alles dringt. hast das deine ausgericht, em⸗ Nach dir sehnt sich meine Seele pfängst ein selig Los. in der Höhle, bis sie sich von 5. Wir wissen, daß der Bräuti⸗ hinnen schwingt. gam, der ewig treue Hirt, dich, 6. O wie bald kannst du es sein schon hier geliebtes Lamm, machen, daß mit Lachen unser auch dort nicht lassen wird. Mund erfüllet sei, du kannst. 6. Er führe seine ganze Herd, durch des Todes Thüren träu- die sich zu ihm gesellt und die mend führen und machst uns ihm ist so teur und wert, auch auf einmal frei. vollends durch die Welt! 7. Du hast Sünd und rir getragen, Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Tod, dein Stachel liegt danieder, 604 eine Lebens⸗ meine Glieder werden fröhlich 0 zeit verstreicht, auferstehn. stündlich eil ich zu dem Grabe; 8. Gotteslamm, dich will ich wenig Tage sind vielleicht, die loben hier und droben mit der ich noch zu leben habe. Denk, herzlichsten Begier. Du hast dich o Mensch, an deinen Tod, säume zum ewgen Leben mir gegeben, nicht, denn eins ist not. hole mich, mein Gott, zu dir! 2. Lebe, wie du, wenn du J. Ludw. Konr.Allendorf g.169341773. stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier er⸗ Mel. Nun sich der Tag geendet hat. wirbst, Würden, die dir Men⸗ schen gaben, nichts wird dich im 603 Eisant so sanft ent Tod erfreun, diese Güter sind 0 schliefest du nach nicht dein manchem schweren Stand und liegst nun da in süßer Ruh in(ieht, nur ein rul iges Gewissen 7 A deines Heilands Hand. das der wahre Glaube giebt,. 2. Sein Leiden hat dich frei dir deinen Tod versüßen. Dieses gemacht von aller Angst und Herz, von Gott erneut, ist des Pein, sein letztes Wort: Es ist Todes Freudigkeit. vollbracht, das singt dich lieb⸗ 4. Daß du dieses Herz er⸗ lich ein. wirbst, fürchte Gott und bet und 3. Du läßt dich zur Verwande⸗ wache! Sorge nicht, wie früh du lung in dies Gefilde sän mit stirbst, deine Zeit ist Gottes 3. Nur ein Herz, das Jesum Sterbe⸗ und Sache. Lern nicht nur, den Tod nicht scheun, lern auch, seiner dich erfreun. 5. Überwind ihn durch Ver⸗ traun, sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem mei⸗ nen Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht, nahm dem Tode seine Macht. 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein ver⸗ senken, sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! Lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 60 5 Go nun hin und 0 grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde, von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab, meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wan⸗ derstab hin, wo alles Irdsche endet, lege selbst mich nun hin⸗ ein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, Begräbnislieder. Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden werden Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr erbleichet ganz. 6. Ihr, die nun in Trauren geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben nieder⸗ weht, tröstet froh des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irr⸗ tum will, aus den Schatten, aus den Schemenn*), aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. ) Wesenlose Bilder. Ps. 39, 7. 8. Weinet nicht: mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden and ich habe auch mein Teil in den warmen Herzens⸗ wunden, woraus einst sein from⸗ mes Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht: mein Erlöser lebt; hoch vom finstern Erden⸗ staube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre laß mich nun in Frieden scheiden! nicht! Ernst Moritz Arndt g 1769 4 1860. 1 hohl, eiden, eitel d. Nacht, liebe eurer weite planz, uren lieben ieder⸗ Herrn dem kann in ich schied Irr⸗ atten, dem uins . süßes b ich mein zens⸗ rom⸗ Welt löser rden⸗ nung held, Liebe zittre 1860. + — Mel. Christus der ist mein Leben. 606. A'u leund säen Thränensaat, des lieben Pilgers Hülle, der ausgepilgert at. 2. Er ist nun angekommen, wir pilgern noch dahin; er ist nun angenommen, der Tod war ihm Gewinn. 3. Er schaut nun, was wir glauben, er hat nun, was uns fehlt, ihm kann der Feind nichts rauben, der uns versucht und quält. 4. Ihn hat nun als den Sei⸗ nen der Herr dem Leid entrückt, und während wir hier weinen, ist er so hoch beglückt. 5. Er trägt die Lebenskrone und hebt die Palm empor und singt vor Gottes Throne ein Lied im höhern Chor. 6. Wir armen Pilger gehen hier noch im Thal umher, bis wir ihn wiedersehen und selig sind wie er. K. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. Siehe auch Nr. 432 bis 436. Beim Tode der Ehefrau. Mel. Wenn mein Stündlein vor⸗ handen ist. 607. An Lunel mein Leben nun beschließen, die⸗ weil der Tod von meiner Seit so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein, des muß ich jetzt beraubet sein. Sterbe- und Begräbnislieder. 389 die sie mir hat zu jeder Zeit in Freud und auch in Schmerzen erwiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar ver⸗ schwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: Die best ist doch getraute Treu, die muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr mir geht ein schar⸗ fes Schwert jetzund durch meine Seele, die abzuscheiden oft be— gehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, Herre Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich in Leid verzagen. 5. O treugeliebtes, selges Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst möcht wenden. Ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz ge⸗ wandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Trübsal, Weh und Not kann dich jetzund verletzen. Im Himmel thut der fromme Gott mit Liebe dich er⸗ getzen. Die Seele schaut mit Lust und Freud die heilige Drei⸗ faltigkeit mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Le⸗ ben, ich aber komm hinauf zu Wer kann mein Elend wenden? dir. Da werd ich mit dir schwe⸗ 2. Wenn ich an ihre Freund⸗⸗ ö lichkeit gedenk in meinem Herzen, ben in höchster Freude, Wonn und Lust, die deine Seele täg⸗ lich kost, drauf ich mich herzlich freue. 8. O wie mit großer Freu⸗ digkeit wolln wir einander ken⸗ nen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach welche Freude wird dann sein, wenn ich die, die ich jetzt bewein, mit Freude werd umfangen! 9. Dies will ich stets in mei⸗ nem Leid mir zu Gemüte führen, erwarten in Geduld die Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes steh bei mir und mich durch seinen Geist regier zu seines Namens Ehre! Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Tod und Begräbnis von Kindern. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 608. Geut wo die Stund ist kommen, da ich werd aufgenommen ins schöne Paradeis. Ihr Eltern dürft nicht klagen, mit Freude sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis! 2. Kurz ist mein irdisch Leben, ein bessers wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben, mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt s disem 5 Sterbe- und Begräbnislieder. Ein———n und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Him⸗ mels Ehrensaal. 4. Wie öfters wird verführet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmigkeit! Die Welt voll List und Tücke legt heimlich ihre Stricke, bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 5. Ihr Netze mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir thun kein Leid. Denn wer kann den verletzen, den Christus jetzt wird setzen ins Schloß vollkommner Sicherheit? 6. Zuvor bracht ich euch Freu— de, jetzt, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz. Doch wenn ihrs recht betrachtet und was Gott thut, hoch achtet, wird ssich bald lindern aller Schmerz. 7. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er kennet jedermann. jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und was er thut, ist wohlgethan. 8. Wenn ihr mich werdet fin⸗ den vor Gott, frei aller Sünden, in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn, 9. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergiebt. 10. Ade, nun seid gesegneti Was 2235965. r⸗ 0 Nichts ist M.— ell und Him⸗ rführet en ins et, wird 'chmerz. tunden, iden, er chts ist er nicht thut, ist det fin⸗ Sünden, d tragen en und en Lob freuen, sen, daß 'hl dem, inket zu Geduld zjesegnetl net, ist spüret Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 39¹ andern auch geschehn, viel müs- den bald, wer selig stirbt, ist sens noch erfahren. Nun, Gott gnugsam alt. woll euch bewahren! Dort wollen 8. Drum legt die Hand auf wir uns wiedersehn. euren Mund und seht auf Gott, Joh. Heermann g. 1585 4 1647. der euch verwundt, der euch zu ů heilen ist bereit, wenns dienet Mel. Herr Jesu Cheist, meins Lebens eurer Seligkeit. ö Licht. 9. An jenem Tag wir werden 609 N lieg ich armes gehn, da vor Gott Groß und 0 Würmelein und Kleine stehn, zur himmelischen ruh in meinem Kämmerlein, ich Christtagsfreud mit höchster Ehr bin durch einen sanften Tod ent⸗ und Herrlichkeit. 1 gangen aller Angst und Not. Mich. Schirmer g. 1606 4 16792. 2. Was schadet mirs, daß mein Gebein muß in das Grab Mel. Ermuntre dich, mein schwacher verscharret sein? Mein Seele Geist. schwebet ohne Leid in Himmels⸗ 610 D bist zwar mein glanz und Herrlichkeit. und bleibest mein, 3. In solchem Schmuck, in(wer will mir anders sagen?) solcher Zier prang ich vor Gottes doch bist du nicht nur mein Thron allhier; mein Jesus ist allein, der Herr von ewgen all meine Lust, mein Labsal, Tagen der hat das meiste Recht meine beste Kost. an dir, der fordert und erhebt 4. Was frag ich nun nach von mir dich, o mein Sohn, jener Welt? Mein Jesus hier mein Wille, mein Herz und mich küßt und hält, in ihm er⸗Wunsches Fülle. freu ich mich allein, ohn ihn 2. Ach gält es wünschen, kann ich nicht fröhlich sein. wollt ich dich, du Sternlein 5. Mit Weinen war ich erst meiner Seelen, vor allem Welt⸗ geborn, zum Jauchzen bin ich gut williglich mir wünschen un auserkorn; ich singe mit der erwählen. Ich wollte sagen: Engelschar das ewig neue Ju-WBleib bei mir, du sollst sein beljahr. meines Hauses Zier, an dir will 6. Nichts Liebers meine Zunge ich mein Lieben bis in mein singt, nichts reiner meinen Ohren Sterben üben. klingt, nichts Süßers meinem 3. So sagt mein Herz und Herzen ist, als mein herzliebster meint es gut, Gott aber meints Jesus Christ. noch besser. Groß ist die Lieb in 7. Drum, liebe Eltern, höret meinem Mut, in Gott ist sie auf zu klagen meinen kurzen noch größer. Ich bin ein Vater( Lauf; ich bin vollkommen wor- und nichts mehr, Gott ist der VV Väter Haupt und Ehr, ein Quell, da Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron Iim Himmel solle leben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht ver⸗ schwindt, Gott spricht: Will⸗ komm, du liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger, als wir den⸗ keen! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Man⸗ gel, kein Versehn, bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nim⸗ mermehr betrübet. 6. Wir Menschen sind ja auch bedacht die Unsrigen zu zieren; wir gehn und sorgen Tag und Nacht, wie wir sie wollen führen in einen feinen, selgen Stand, und ist doch selten so bewandt mit dem, wohin sie kommen, als wirs uns vorgenommen. 7. Wie manches junges, from⸗ mes Blut wird jämmerlich ver⸗ führet durch bös Exempel, daß es thut, was Christen nicht ge⸗ büghret. Zorn zu Lohn, auf Erden nichts als Spott und Hohn, der Vater Da hats denn Gottes muß mit Grämen sich seines Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun nicht an meinem Sohn erwarten; der steht vor Gottes Angesicht Sterbe⸗ und Begräbnislieder. und geht in Christi Garten, hat Freude, die ihn recht erfreut, und ruht von allem Herzeleid; er sieht und hört die Scharen, die uns allhier bewahren. 9. Er sieht und hört der Engel Mund, sein Mündlein hilft selbst singen; weiß alle Weisheit aus dem Grund und redt von solchen Dingen, die unser keiner noch nicht weiß, die auch durch unsern Fleiß und Schweiß wir, weil wir sind auf Erden, nicht ausstudieren werden. 10. Ach sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist: ich weiß, ich würde müssen vor Freude Thränen gießen. 11. Ich würde sprechen: Bleib allhier, nun will ich nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! nein, sondern: Komm, du Wagen Elias, hole mich geschwind und bring mich dahin, da mein Kind und so viel liebe Seelen so schöne Ding erzählen! 12. Nun es sei ja und bleib also, ich will dich nicht mehr weinen; du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Son⸗ nen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh; hier leb und bleib nun immerzu, ich will, wills Gott, mit andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt g. 1607 T 1676. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 611 Sẽ hab ich obge— 2 sieget, mein Lauf ist nun vollbracht, ich bin gar wohl vergnüget, zu tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lieben, thut nicht so ängstig⸗ lich! Was wollt ihr euch be— trüben? Stehts doch sehr gut um mich. 2. Denkt, Vater, wie viel Sor⸗ gen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann widerfahren, das fürchtet, wer es liebt. Den Kummer könnt ihr sparen, drum seid nicht so betrübt. 3. Ach Mutter, laßt die Zäh⸗ ren, stellt euer Klagen ein, des Höchsten sein Begehren das muß erfüllet sein. Warum ihr jetzo weinet und gar zu kläglich thut, das ist sehr wohl gemeinet: Gott machet alles gut. 4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reis hinleget und kommet glücklich an; die Freude, die empfindet ein Schiffer, wenn sich schier ein sichrer Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Her— zen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand; da trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. Sterbe- und Begräbnislieder. 393 6. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegs⸗ mann prangt. Aus jenem Him⸗ melslenzen hat meine Seel er⸗ langt die ewig grüne Krone; die werte Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 7. Doch netzet ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir, euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier; des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 8. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit, will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott, nimms, du hast das Recht, bei dir steht Tod und Leben, der Mensch ist Gottes Knecht. 9. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsern schwachen Stand; daß es sobald geschehen, thut Gottes Vaterhand. Gott wird das Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu jung, wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. (Nachruf der Betrübten.) 10. Fahr wohl, o liebe Seele, genieß der süßen Lust! Uns in der Trauerhöhle ist nichts hievon bewußt. Wann wird doch ange⸗ langen desselben Tages Schein, daß du uns wirst empfangen? O möcht er heute sein! Gottfr. Wilh. Sacer g. 1635 1 1699. Eigene Melodie. 612 euch hin, mein 0 Kind, denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich, doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind, der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir jetzt wieder fortzuziehn. Zeuch hin, Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind, im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Angsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind, hin⸗ auf in Gottes Schul, da Gott selbst Lehrer ist, da lauter Lust, da du vor Gottes Stuhl beim Gott der Engel bist. Da kannst du deinem Jesu singen, die Him⸗ melslieder lassen klingen. Zeuch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind, wir folgen alle nach, so bald es Gott Sterbe⸗ und Begräbnislieder.—4 befiehlt. Du eilest fort, eh sich das Ungemach in deine Jahre spielt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide, wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 6. Zeuch hin, mein Kind, die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seele ist entbunden, du hast im Herren überwunden. Zeuch hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann g. 1658 4 1712. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. enn kleine Him⸗ 613. Wĩ welerden in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein, sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Chri⸗ stum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und blei⸗ best bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. I Johann Andreas Rothe g. 1688 41758. in nur hoben, Taufe Chri⸗ ch bei ollt es sie zu Rinde! winde. Du blei⸗ ewig 117⁵8. 0 Eigene Melodie. 61 4 Qesus, meine Zuver⸗ 8 sicht und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich; soll ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm ver⸗ bunden, meine starke Glaubens⸗ hand wird in ihm gelegt befun⸗ den, daß mich auch kein Todes⸗ bann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche wer⸗ den; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, ken⸗ nen, ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe bren⸗ nen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein ab⸗ gethan. 6. Was hie kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herr⸗ XXVII. Lieder von der Auferstehung. lich gehen; irdisch werd ich aus⸗ gesät, himmlisch werd ich auf⸗ erstehen; hie geh ich natürlich! ein, dort da werd ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch er⸗ freut, Jesus trägt euch, meine Glieder! Traurigkeit! Sterbt ihr, Chri⸗ stus ruft euch wieder, wann die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erden⸗ kluft, lacht des Todes und der Höllen, denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zug sellen.“) Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß.) 1 Thess. 4, 17. 9. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüften diese Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze daß hinein, wo ihr ewig win zu sein. Luise Henriette, Kurfürstin von Bran⸗ denburg(2) g. 1627 4 1667. Mel. Wachet auf, ruft uns die Sae 61⁵ 8 mag dies Haus⸗ das aus der Er⸗ ö den, nur immerhin zerbroch werden, ein andres Haus w uns erbaut. Gott selbst 1. diesen Bau vollführen, mi Gebt nicht statt der ewger Himmelsklarheit zieren, dran man nichts Unvollkommnes schaut. Hinweg, was irdisch heißt! Mein Herz und ganzer an jenem selgen Frendenort. 2. Da wird kein Vorhang an⸗ getroffen, das Allerheiligste steht offen; o seligste Zufriedenheit! Hier, wo sich Fried und Freude küssen, giebt süße Wonne zu genießen die heiligste Dreieinig⸗ keeiit. Es naht uns freundlich hier der Engel schöne Zier, alle Frommen umfassen sich recht brüderlich; o Herz und Seele, freue dich! 3. Hier ist nur lauter Licht und Freude, hier kleidet uns 1 nur weiße Seide der allerrein⸗ sten Heiligkeit; wir tragen lauter ö güldne Kronen, wir sitzen hier auf güldnen Thronen, hier wech— selt sich gar keine Zeit. Hör auf, mein blöder Sinn, wo willst du endlich hin? Stille, stille! Geh ruhig ein, wo Gott allein wird alles und in allem sein. Jakob Baumgarten g. 1668 1722. ö Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Lieder von der Auferstehung. Geist fleugt von hinnen, ergreift dies Wort und ist schon dort 2. Ach käme bald der Tag her⸗ an, der Tag, dran mein Er⸗ lösung, der Tag, an dem ich hoffen kann die Freiheit und Genesung; da Engeln gleich im Engelreich ich werd ein Leben haben, wo Loben, Lieben, Laben. 3. Ich weiß durch meinen Je⸗ sum Christ, an den ich herzlich gläube, der meine Auferstehung ist, daß ich im Tod nicht bleibe, und dieser Tag mir nicht sein mag ein Tag der Schmach und Schmerzen, wie den verruchten Herzen. 4. Ich hoffe dann den Gna⸗ denlohn durch Christum zu er— langen und vor des Allerhöchsten Thron im schönsten Schmuck zu prangen. Komm, süße Zeit! Herr, mich bereit, daß sie mich mög erquicken und ewiglich be⸗ glücken. Peter Busch g. 1682 1 1744. Eigene Melodie. 617 M.nrsechn, ja auf⸗ * erstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht 616 Och freue mich der * N frohen Zeit, da und sammelt Garben uns ein, ich soll auferstehen und Gott in uns ein, die starben. Halleluja! schönster Herrlichkeit und meinen Heiland sehen, da ich soll sein in der Gemein der auserwählten Frommen und zu den Vätern kommen. 3. Tag des Danks, der Freu⸗ denthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wenn ich im Gra⸗ be genug geschlummert habe, er⸗ weckst du mich. — Lieder vom Gerichte. 4. Wie den Träumenden wirds 5. Ach ins Allerheiligste führt dann uns sein. Mit Jesu gehn mich mein Mittler dann. Lebt wir ein zu seinen Freuden. Der ich im Heiligtume zu seines müden Pilger Leiden sind dann Namens Ruhme! Halleluja! nicht mehr. Eigene Melodie. 618 Tu des Zorns, o Tag 0 voll Grauen, da die Welt den Herrn soll schauen, nach dem Wort, dem wir vertrauen! 2. Zittern in der Erde Grün⸗K den wird des Richters Nahn ver⸗ künden, der die Herzen will er⸗ gründen. 3. Wunderbar Posaunenhallen wird durch jedes Grab erschallen, auf, zum Throne! rufend allen. 4. Erd und Tod wird sehn mit Beben das Geschöpf der Gruft entschweben, Antwort seinem Herrn zu geben. 5. Und ein Buch wird sich ent⸗ falten, drin die Schuld der Welt enthalten, über die Gericht zu halten. 6. Wenn er nun sitzt auf dem Throne, kommt alsbald vor Gottes Sohne alles zu verdien⸗ tem Lohne. 7. Was soll dann ich Armer sagen? wer mich zu vertreten wagen, wo selbst die Gerechten zagen? 8. Furchtbar hoch erhabner König, Quell der Liebe, Heiland gnädig, mach du mich der Sün⸗ den ledig. XXVIII. Lieder vom Gerichte. Fr. Gottl. Klopstock g. 1724 1 1803. 9. Jesu, deiner Lieb gedenke, daß du für mich kamst, bedenke, darum einst mir Gnade schenke! 10. Bist voll Schmerz mich suchen gangen, hast für mich am reuz gehangen, nicht umsonst sei Tod und Bangen. 11. Richter der gerechten Rache, deiner Huld mich teilhaft mache, eh der Tag des Zorns erwache. 12. Gleich Verworfnen fühl ich Bangen, Schuld macht glühen Gnad erlangen! 13. Du, der lossprach einst Marien und dem Schächer hast verziehen, hast auch Hoffnung mir verliehen. 14. Gar unwürdig ist mein Flehen, laß du, Heiland, Gnad mich sehen, nicht ins ewge Feuer gehen! 15. Von den Böcken wollst mich scheiden, zu den Schafen mich geleiten, stelln zu deiner rechten Seiten. 16. Ruf, wenn in die ewgen Flammen sinken, die du willst verdammen, mit den Deinen mich zusammen! 17. Sieh, nach dir streck ich die Hände, zum Zerknirschten, meine Wangen; mein Gebet laß Herr, dich wende, o gieb mir ein selges Ende! ö 18. Tag voll Thränen, wo mit Grauen Gott die Kreatur soll schauen, auferstehend aus dem Grabe! Nimm die Schuld, Herr, allen abe! Frommer Jesu, Hei⸗ land du, schenke alln die ewge Ruh! Aus dem Lateinischen des Thomas von Celand um 1250: Dies irae, dies ia. Übersetzung von Bunsen. Eigene Melodie. zacht auf, ihr 619. Wĩ Christen al wacht auf und seid bereit in diesem Jammerthale, wacht auf, es ist schon Zeit! Der Herr wird nun bald kommen und zum Gerichte gehn, die Sünd'r wird er verdammen; wer wird vor ihm bestehn? 2. Geld, Gut kann da nicht raten, es hilft nicht hoher Mut, du mußt es kurz verlassen, wenn kommt der bittre Tod. Bist du gleich schön von Farben, bist du gleich jung und reich, Gott kann dich bald verderben im Augen⸗ blick der Zeit. 3. Darum ihr Christen alle, die hier beisammen seid, laßt euren Hochmut fallen und wartet auf die Zeit! Wollt ihr bei Jesu leben, so sucht das ewge Gut, er wirds euch reichlich geben und helfen aus der Not. 4. Gotts Wort ist uns gegeben aus groß'r Barnüherzigkeit, daß wir darnach solln leben und Lieder vom Gerichte. machen uns bereit. So laßt uns das nun fassen und halten fest daran; wolln wir das nun verlassen, so ists mit uns gethan. 5. Ach wär der nicht geboren, der Gottes Wort veracht! Es ist mit ihm verloren, er wandert ganz in Nacht, voll Laster und voll Schande und spottet mit Gotts Wort; o weh, die Höllen⸗ bande erwarten ihn schon dort. „6. Der Armen Not und Grä⸗ men laßt euch zu Herzen gehn, daß sie euch nicht beschämen, wenn ihr vor G'richt sollt stehn. Denn wer den Armen giebet, erlangt den Gnadenlohn; den, der sie hier betrübet, verdammt einst Gottes Sohn. 1545. Nach dem hannov. Gsb. 1648. Eigene Melodie. 620 s ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Fromme. Da wird das Lachen werden teur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus*) davon schreibet. 2 Petri 3,. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende, darauf bald werden auferstehn all Toten gar behende; die aber noch das Leben habn, die wird der Herr von Stunde an ver⸗ wandeln und verneuen. 3. Darnach wird man ablesen bald ein Buch, darin geschrieben, laßt alten nun han. oren, 6s ist uidert und mit bllen⸗ dort. Grä⸗ gehn, men, tehn. iebet, den, ummt 1648. W Leder vom Gerichte. was alle Menschen, jung und alt, Eu. Matth. 25. auf Erden habn getrieben; da Eigene Melodie. denn gewiß ein jedermann War6 achet auf! ruft hören, was er hat gethan in 21. Was die Stimme seinem ganzen Leben. der Wächter sehr hoch auf der 4. O weh demselben, welcher Zinne, wach auf, du Stadt Je⸗ hat des Herren Wort verachtet rusalem! Mitternacht heißt diese und nur auf Erden früh und spat Stunde! Sie rufen uns mit nach großem Gut getrachtet! Er hellem Munde: wird fürwahr gar schlecht bestehn klugen Jungfrauen? Wohlauf, und mit dem Satan müssen gehn der Bräutgam kömmt, steht auf, von Christo in die Hölle. die Lampen nehmt! Hallelujal 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit Pacht euch bereit zu der Hoch⸗ von wegen deiner Wunden, 1n achut ihr müsset ihm entgegen ich im Buch der Seligkeit werd dennt, huntzeint funden. Daran ich„2. Zion Ler⸗ die Wächter denn auch zweifle nicht, denn du singen, das Herz thut ihr vor hast ja den Feind gericht und Freude springen, sie wachet und meine Schuld bezahlet. Wir folgen all zum Freudensaal und halten du Richter groß, und mach uns hald in Gnaden los von allem Übel! Amen. ö Barthol. Ringwald g. 1530 + 1598. Nach dem Lateinischen Dies Irae, dies illa. den Zeit die haben bald ein Ende; Eigene Melodie. Ich weiß ein lieb⸗ 622. N Uich Kitelirl, da ist alls Leid zergangen; im Himmelreich ist Freude viel ohn Endesziel, dahin soll uns ver⸗ langen. 2. Weil uns Gott durch die Gnade sein wollt lieblich dahin weisen, so steh auf, edle Seele mein, tracht da hinein, sein Lob sollst immer preisen. 3. Der Winter kalt, der Sün⸗ kehr dich zu Gott, der dir verzeiht; darum ihn bitt mit Herzen und mit Händen! 4. Schlaf oder wach, lieg oder geh, so steh allzeit in Sorgen, bitt Gott, daß er dir gebe Reu all Tage neu den Abend und den Morgen. 5. Aus Herzen tief andächtig⸗ lich sollst du mit Reue sprechen: XXIX. Lieder vom ewigen Leben. mitten ein. gäst! Hilf Gott, daß wir nicht schlafen, in Sünden schlummern fest, bald habn in unsern Hän⸗ den die Lampen, Ol und Licht und uns nicht müssen wenden von deinem Angesicht. 2. Da werden wir mit Freu⸗ den den Heiland schauen an, der durch sein Blut und Leiden den Himmel aufgethan, die lieben Patriarchen, Propheten allzu⸗ mal, die Märtrer und Apostel bei ihm in großer Zahl. 3. Die werden uns annehmen als ihre Brüderlein, sich unser gar nicht schämen, uns mengen Wir werden alle treten zur Rechten Jesu Christ, als unsern Gott anbeten, der unsers Fleisches ist. 4. Gott wird sich zu uns kehren, ein'm jeden setzen auf ein güldne Kron der Ehren und herzen freundlich drauf, wird Ach reicher Gott vom Himmel⸗Uuns an sein Brust drücken aus reeich, nun wollst du dich an Lieb ganz väterlich, an Leib und meiner Sünd nicht rächen! Seel uns schmücken mit Gaben 6. Ich weiß, daß Gott ist also mildiglich. gut, daß er dir Gnad will geben, kehrst du von Sünden deinen MMut. Wer also thut, der kommt 623. rufen: Kommt all, ihr Hochzeit⸗ ins ewge Leben. Nach Heinrich v. Laufenberg um 1430. Mel. Valet will ich dir geben. er Bräutgam wird bald C 3.....3.5 5. Da wird man hören klingen das rechte Saitenspiel, die Mu⸗ sikkunst wird bringen in Gott der Freuden viel, die Engel werden singen, all Heilgen Gotts zugleich, mit himmelischen Zun⸗ gen ewig in Gottes Reich. 6. Er wird uns fröhlich leiten ins ewge Paradeis, die Hochzeit zubereiten zu seinem Lob und —.—————ẽ—ñ——— — igen Mu⸗ Bott ngel otts un⸗ iten zeit und ‚ Lieder vom ewigen Leben. 40¹ Preis; da wird sein Freud und grüßet mir, thu auf der Gnade Wonne in rechter Lieb und Treu Pfort! Wie große Zeit hat mich aus Gottes Schatz und Bronne verlangt nach dir, eh ich bin und ewig werden neu. kommen fort aus jenem bösen 7. Also wird Gott erlösen uns Leben, aus jener Nichtigkeit, und gar von aller Not, vom Teufel, Gott mir hat gegeben das Erb allem Bösen, von Trübsal, Angst der Ewigkeit. und Spott, von Trauren, Weh 5. Was für ein Volk, was für und Klagen, von Kranlheit, ein edle Schar kommt dort ge⸗ Schmerz und Leid, von Schwer- zogen schon? Was in der Welt mut, Sorg und Zagen, von von Auserwählten war, seh ich, aller bösen Zeit. die beste Kron, die Jesus mir, Nach Johann Walther 4 1570. der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in Eigene Melodie. meinem Thränenland. 62 4 Qerusalem, du hoch⸗ 6. Propheten groß und Pa⸗ gebaute Stadt, triarchen hoch, auch Christen wollt Gott, ich wär in dir! insgemein, die weiland dort Mein sehnlich Herz so groß trugen des Kreuzes Joch und Verlangen hat und ist nicht der Tyrannen Pein, schau ich in mehr bei mir. Weit über Berg Ehren schweben, in Freiheit und Thale, weit über blaches überall, mit Klarheit hell um⸗ Feld schwingt es sich über alle geben, mit sonnenlichtem Strahl. und eilt aus dieser Welt. 7. Wenn dann zuletzt ich an⸗ 2. O schöner Tag und noch gelanget bin im schönen Para⸗ viel schönre Stund, wann wirst deis, von höchster Freud erfüllet du kommen schier, da ich mit wird der Sinn, der Mund von Lust, mit freiem Freudenmund Lob und Preis. Das Halleluja die Seele geb von mir in Gottes reine singt man in Heiligkeit, treue Hände zum auserwählten das Hosianna feine ohne End in Pfand, daß sie mit Heil an⸗Ewigkeit, lände in jenem Vaterland? 8. Mit Jubelklang, mit In⸗ 3. Im Augenblick wird sie er⸗ stenmenten schön, mit Chören heben sich bis an das Firma⸗ ohne Zahl, daß von dem Schall ment, wenn sie verläßt so sanft, und von dem süßen Ton sich regt so wunderlich die Stätt der Ele⸗ der Freudensaal, mit hundert ment, fährt auf Elias Wagen tausend Zungen, mit Stimmen mit heilger Engelschar, die sie noch viel mehr, wie von Anfang in Händen tragen, umgeben ganz gesungen das große Himmels⸗ und gar. heer. 4. O Ehrenburg, sei nun ge⸗ Joh. Matth. Meyfart g. 1590 4 1642. 2 Eigene Melodie. 625. O Fiom. men, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid ent⸗ angen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man doch hier wie im Kerker leben, da nur Sorge, Fiurcht und Schrecken schweben; was wir hie kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer, kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen, ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen, euch wird gesungen, was durch keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, sich den Jam⸗ mer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der from⸗ men Seelen Freud und Wonne. Simon Dach g. 1605 4 1659. Eigene Melodie. 626. O Oomeer 6 Schwert, das durch die Seele —— bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ebwigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, Lieder vom ewigen Leben. wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird auf⸗ gehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja wie mein Heiland selber spricht, aus ihr ist kein Erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang, o ewig, ewig ist zu lang, hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum, wenn ich diese laͤnge Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen; nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen; auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. Ach nimm dies wohl zu Herzen und merk auf dies, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, und beßre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag: wer weiß doch, wie man sterben mag? 6. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Hs E—FÆ SS. —..—„.— ʃ˖-˖“'es— DI kein daß lebt. ller Zeit uf⸗ hat und ab and kein mir ng, zen. acht cht, gen; breit it. u so ösen der den ange dies auf ist vom dich, bald ist ran ohn der wie ner⸗ die nder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Trau⸗ rigkeit nicht, wo ich mich hin⸗ wende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Johann Rist g. 1607 f 1667. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 627. o Anfang sonder Ende! O Ewig⸗ keit, Freud ohne Leid, ich weiß wort, das mich erquicket fort vor Herzensfröhlichkeit gar nichts und fort, o Anfang sonder Ende! mehr vom Elende, das sonst in O Emigkeit, Freud ohne Leid, diesem Leben plagt, weil mir die ich weiß von keiner Traurigkeit, Ewigkeit behagt. wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gieb mir solchen Sinn Welt, die endlich mit der Zeit beharrlich, bis ich komm dahin. 2. Kein Herrlichkeit ist in der nicht fällt und gänzlich muß ver⸗ gehen; die Ewigkeit nur hat kein—.— Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, bleibt unverändert stehen, ja wie der heilge Petrus spricht, ihr Erbe das verwelket nicht.“) dir hilft aus aller Not, der dir Petr. 1, 4. 3. O Ewigkeit, du währest lauter Gnad und Huld, der d lang! Wenn mir auf Erden hier Gerechtigkeit, Gnade, Trost gleich ist bang, weiß ich, daß dies und Heiligkeit und dort giebt die aufhöret. Drum, wenn ich diese Seligkeit. lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die gar nichts mehr zerstöret, so acht ich alles Leiden nicht, das kaum den Augenblick anficht. 4. Im Himmel lebt der Chri⸗ sten Schar bei Gott viel tausend⸗ tausend Jahr und werden des nicht müde. Sie stimmen mit den Engeln ein, sie sehen stets Lieder vom ewigen Leben. Cwigkeit, du stets pfleget nach zu streben! Ich Freudenwort, will der Welt vergessen ganz, mich das mich erquicket fort und fort, sehnen nach des Himmels Glanz. 4⁰3 der Gottheit Schein, sie haben güldnen Friede, da Christus giebt, wie er verheißt, das Man⸗ na, das die Engel speist.* 5. Ach wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Be⸗ gier, du überselges Leben. Wann werd ich doch einmal dahin ge⸗ langen, wo mein schwacher Sinn 6. O Ewigkeit, du Freuden⸗ Kaspar Heunisch g. 1620 4 1690. 0 Mel. Da Christus geboren war. 628. Ler Gon e alle Sündenschuld schenkt aus 2. Da ist Leben, Fried und Freud, da ist Ehr und Herr⸗ lichkeit, da ist deines Vaters Haus, da ist alles Weinen aus; hast du dort in Ewigkeit. 3. Da will dein Gott alles sein, da wird Gott, dein Freudene. schein, Leib und Seel verneuen ganz gleich dem schönen Son⸗ nenglanz; da ist Gott dein Trost und Schild, der dein Herz mit Freude füllt, weil du bist sein er 4. Dir, Herr, zu Lob, Ehr und ** will ich meinen Lobgesang häfröhlich singen immerdar mit der Auserwählten Schar, wenn mein Leib und Seel erfreut in Fdes Himmels Herrlichkeit wohnen wpwird in Ewigkeit. ul Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Mel. Valet will ich dir geben. 6 2 9. dammen, Rin Feurer Lampen Schein, der Abend ist gekommen, die finstre Nacht abricht ein. Es hat sich auf⸗ Ingemachet der Bräutigam mit EPracht; auf, betet, kämpft und kwachet, bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig gund füllet sie mit Ol und seid fdes Heils gewärtig, bereitet Leib nund Seel! Die Wächter Zions Ischreien: Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm im Reihen und isingt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum rohen Engelchor! Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen, der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen, der Lieder vom ewigen Leben. schönste Frühlingsschein verheißt Erquickungszeiten; die Abend⸗ röte zeigt den schönen Tag von weiten, vor dem das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freu⸗ digen Geberden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freu⸗ denstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwun⸗ den, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und K Klagen in Freu⸗ de sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphie⸗ ren in eurer Siegeskron. +. Hier sind die Siegespalmen, hier ist das weiße Kleid, Hhier stehn die Weizenhalmen im Frie⸗ den nach dem Streit und nach den Wintertagen, hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen, hier schenkt man Freudenwein. 8. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf, geh auf, Rn Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit, wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungs⸗ zeit. Laurentius Laurenti 1660 4 1722. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 630. wie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel sein! Droben ernten rden, freu⸗ nicht aupt ngs⸗ 17²2². wir unzählig unsre Freuden⸗ garben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen, dort ist Tag und keine Nacht, wo man nach den Thränen lacht. 2. Es ist doch um dieses Leben nur ein jämmerliches Thun, und die Not, die uns umgeben, lässet uns gar selten ruhn. Von dem Abend bis zum Morgen kämpfen wir mit lauter Sorgen, und die überhäufte Not heißet unser täg⸗ lich Brot. 3. Ach wer sollte sich nicht sehnen, bald in Zion dort zu stehn und aus diesem Thal der Thränen in den Freudenort zu gehn, wo das Kreuze sich in Palmen, unser Klagelied in Psal⸗ men, unsre Last in Lust ver⸗ kehrt, und das Jauchzen ewig währt! 4. Da wird unser Aug er⸗ blicken, was ganz unvergleichlich ist; da wird unsern Mund er⸗ quicken, was aus Gottes Herzen fließt; da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann ver⸗ mehren; da empfindet unser Herz lauter Wohllust ohne Schmerz. 5. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird da das Lobgetöne seiner Engel uns erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen, wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! kommen, daß ich Gottes Antlitz Lieder vom ewigen Leben. schau? Werd ich nicht bal aufgenommen in den schöne Himmelsbau, dessen Grund de Perlen gleichet, dessen Glanz di Sonne weichet, dessen wunder volle Pracht alles Gold beschäme macht? 7. Nun, ich sterbe vor Verlan gen, o du großer Lebensfü laß mich bald dahin gelangen Unterdessen laß auf Erden scho das allerschönste fällt. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 631. 9 Bahn, wir sin Gäste nur auf Erden, bis wi hin nach Kanaan durch die Wüst terland. 2. Himmelan schwing dich mein Geist, denn du bist ei Zweck erlesen. erleuchter Sinn kehrt in seine Ursprung hin. deine himmlische Begier muf ihr erstes Nichts zerfällt. kommen werden. Hier ist unsei Pilgrimstand, droben unser Va⸗ 3. Himmelan! Die Welt kann dir nur geborgte Güter geben nach solchen Schätzen streben, di uns bleiben, wenn die Welt iß 4. Himmelan! Ich muß mei 6. Ach wann werd ich dahin Herz auch bei meinem Schatz haben, denn es kann mich ander wo du mich recht trösten wirst mein Herze himmlisch werden bis mein Los in jener Welt auff Benjamin Schmolck g. 1672 7 1737 immelan geht unsro⸗ himmlisch Wesen und kannst das was irdisch heißt, nicht zu deinem Ein von Gott V wärts kein so großer Reichtum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk an ihn. 5. Himmelan! ruft er mir n zu, wenn ich ihn im Worte höre; Cdas weist mir den Ort der Ruh, 9wo ich einmal hingehöre. Wenn ich dieses Wort bewahrt, halt ich Jeine Himmelfahrt. ö 6. Himmelan! denk ich allzeit, ö ö wenn er mir die Tafel decket, und nmein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Vach der Kost im Jammerthal 0 Lfolgt des Lammes Hochzeitmahl. 7. Himmelan! Mein Glaube LZeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon auf⸗ zwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne, denn ihr Licht ist bviel zu klein gegen jenen Glanz uund Schein. 8. Himmelan wird mich der Dod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig jolgen kann. 9. Himmelan! ach himmelan! das soll meine Losung bleiben, ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Him⸗ maelan nur steht mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. BPenjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Offenb. Zoh. 7, 9—17. Mel. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel. 632 Woi sind die vor 0 Gottes Throne? Lieder vom ewigen Leben. Träget jeder eine Krone, glänzen II Was ist das für eine Schar? 0 wie die Sterne klar, Halleluja; 2 singen all, loben Gott mit hohem He Schall. ö 2. Wer sind die, so Palmen He tragen wie ein Sieger in der m Hand, welcher seinen Feind ge⸗ de schlagen, hingestrecket in den hi⸗ Sand? Welcher Streit und D. welcher Krieg hat gezeuget die— sen Sieg? sie 3. Wer sind die in reiner V Seide, welche ist Gerechtigkeit,) li angethan mit weißem Kleide, ül das bestäubet keine Zeit und N veraltet nimmermehr? Wo sind tr diese kommen her?) Off. 19, 8. 4. Es sind die, so wohl ge— F rungen für des großen Gottes al Ehr, haben Welt und Tod be⸗ N zwungen, folgend nicht dem sünd⸗ ö 96 gen Heer, die erlanget auf den ¶. Krieg durch des Lammes Blut n den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten, V Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott; nun kt hat dieser Kampf ein End, Gott 2 hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines— Stammes, der uns Huld und Heil gebracht, haben in dem 9 Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmückt ö mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschie⸗ ö nen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel ge⸗ ——.— itten nun HBott ines und dem ider jückt im hie⸗ dem reit ge⸗ —— opfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus,‚ mein Gebet ich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit! 9. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt, laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 10. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ahnlich sind, und auch ich der Not entnommen als dein dir getreues Kind dann genahet zu dem Thron nehme den verheiß— nen Lohn. 11. Welches Wort faßt diese Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leucht auch wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theobald Schenk 4 1727. Hebr. 4, 9. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. 633 E ist noch eine Ruh 0 vorhanden, auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Ban⸗ den, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das Lieder vom ewigen Leben. 407 seinem Stuhle weiden, wirf hin. die Last und eil herzu! Bald ist der schöne Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet, so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott aus⸗ erkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns“ schon bestimmt. Das Gottes⸗ lamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket weit und breit: Ihr mü⸗ den Seelen und ihr frommen, ver⸗ säumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr mat⸗ ten Seelen, die manche Last und Bürde drückt, eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr traurig und gebückt! Ihr habt des Tages Last getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein; ihr seid mein Volk, gezeugt von oben, ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kran⸗ ken laben und einen müden Wan⸗ dersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben und sanfte darauf ruhen kann, wenn dieser sich darf“ niedersetzen, an einem frischen Trunk ergetzen, wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden; es ist noch eine Ruh erfunden, da man auf ewig stille liegt. ö 5. Da wird man Freudengar⸗ dich mit Freuden dort wird vor ben bringen, denn unsre Thrä⸗ 18 l beim Brünnlein uns erfrischen, wird uns nicht mehr f Laumm ist seinem Volke nah, es Jesus Christus, laß mich streben will selbst über ihnen wohnen dir zu leben, dir zu sterben, deines Miüden, legt euch dem Lamm in seinen Schoß! Ach Flügel sprechlich trösten. 408 Lieder vom ewigen Leben. nensaat ist aus. O welch ein zu freun, in ihm entschlafen Jubel wird erklingen und süßer werde, von keiner Sünde mehr Ton im Vaterhaus! Schmerz, entweiht, entladen von der Sterb⸗ Seufzen, Leid, Tod und derglei⸗lichkeit, nicht mehr der Mensch chen wird müssen fliehn und von von Erde! Freu dich, Seele, uns weichen. Wir werden auch stärke, tröste dich, Erlöste, mit das Lamm dort sehn, es wird dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. die Thränen von den Augen 2. Ich freue mich und bebe wischen; wer weiß, was sonst doch: so drückt mich meines 0 noch soll geschehn? Elends Joch, der Fluch der * 6. Kein Durst noch Hunger Sünde nieder. Der Herr erleich⸗ wird uns schwächen, denn die Er-⸗tert mir mein Joch, es stärkt quickungszeit ist da; die Sonne durch ihn mein Herz sich doch, techen, das glaubt und erhebt sich wieder. und ihre Treue wohl belohnen Vaters Reich zu erben. mit Licht und Trost, mit Ehr und 3. Verachte denn des Todes Preis. Es werden die Gebeine Graun, mein Geist, er ist ein grünen. Der große Sabbath ist Weg zum Schaun, der Weg im erschienen, da man von keiner finstern Thale. Er sei dir nicht Arbeit weiß. mehr fürchterlich, ins Allerhei⸗ 7. Da ruhen wir und sind im ligste führt dich der Weg im los. Ach fasset dieses Wort, ihr unvergänglich, überschwänglich; die Erlösten wird sie unaus⸗ her, wir müssen eilen und uns 4. Herr, Herr, ich weiß die nicht länger hier verweilen, dort Stunde nicht, die mich, wenn wartet schon die frohe Schar! nun mein Auge bricht, zu deinen Fort, fort, mein Geist, zum Toten sammelt. Vielleicht um— Jubilieren! Begürte dich zum giebt mich ihre Nacht, eh ich dies Triumphieren! Auf, auf, es Flehen noch vollbracht, mein kommt das Ruhejahr! Lob dir ausgestammelt. Vater, Joh. Sigism. Kunth g. 1700 4 1779. Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen, jetzo, Vater, * Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. deinen Händen. 634 Wie wird mir dann, 5. Vielleicht sind meiner Tage 0 o dann mir sein, viel, ich bin vielleicht noch fern wenn ich, mich ganz des Herrn . vom Ziel, an dem die Krone Frieden und leben ewig sorgen⸗finstern Thale. Gottes Ruh ist Lieder vom ewigen Leben. schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit wird sie erst spät zertrümmert, laß mich, Vater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde, von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mit⸗ genoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig singen wir dir, bringen Preis und Ehre dir, der war und sein wird, Ehre! Fr. Gottl. Klopstock g. 1724 1 1803. Mel. Christus der ist mein Leben. 635 lsch wär ich schon 9 dort droben, mein Heiland, wär ich da, wo dich die Scharen loben, und säng Halleluja! 2. Wo wir dein Antlitz schauen, da sehn ich mich hinein, da will ich Hütten bauen, denn dort ist gut zu sein. 3. Da werd ich alles sehen, den großen Schöpfungsrat, was durch dein Blut geschehen, und deines Geistes That. 4. Da feiern die Gerechten, die ungezählte Schar, mit allen deinen Knechten das große Ju⸗ beljahr. 5. Mit göttlich süßen Weisen wird mein verklärter Mund dich ohne Sünde preisen, du meines Lebens Grund! 409 6. Da werden meine Thränen ein Meer voll Freude sein. Ach stille bald mein Sehnen und hole mich hinein! E. G. Woltersdorf g. 1725 + 1761. Eigene Melodie. 636 J́ hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hin⸗ gegeben. 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn; du bist all⸗ mächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur ich bin sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug ge⸗ reinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Er⸗ müden will ich ihr näher gehn und ihre hellen goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Tim. Hermes g. 1738 1 1821. 410 Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 637 9* ich bin dein 0 Eigentum, dein ist auch mein Leben, mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du es gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechenschaft dann gerufen werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Wel⸗ ten; du, du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemiß⸗ braucht habe. Wehe mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet. 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben, möcht ich immer meiner Pflicht treu zu bleiben streben, daß ich nie thöricht sie außer Augen setze, nie sie frech verletze. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft nur was gut ist wählen. Gieb, daß ich ernst⸗ lich mich täglich und auch heute darauf vorbereite. 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe. Wenn der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade Lieder vom ewigen Leben. such und finde. Rufe du dann mir zu: Such in mir dein Leben, dann ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Gerichts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonne⸗ voll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben. Balthasar Münter g. 1735 4 1793. Eigene Melodie. 6 38 n nur him⸗ melan soll der Wandel gehn. Was die From⸗ men wünschen, kann dort erst ganz geschehn, auf Erden nicht; Freude wechselt hier mit Leid. Richt hinauf zur Herrlichkeit dein Angesicht! 2. Himmelan schwing deinen Geist jeden Morgen auf! Kurz, ach kurz ist, wie du weißt, unser Pilgerlauf. Fleh täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, —.—— präg ins Herz mir den Beruf, mach mich getreu! 3. Himmelan hat er dein Ziel selbst hinaufgestellt. Sorg nicht mutlos, nicht zu viel um den Tand der Welt! Flieh diesen Sinn! Nur was du dem Him⸗ mel lebst, dir von Schätzen dort erstrebst, das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb dich gleich, wenn dich Kummer drückt, weil dein Vater treu und reich stünd⸗ lich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben, in dem Land des Lichts, weiß man von den Sorgen nichts, sei himmlisch frohl nlir irme * en dort gleich, t, weil stünd⸗ 3 quält Land 'n den h frohl erichts men zu Lichts W 5. Himmelan wallt neben dir alles Volk des Herrn, trägt im immelsvorschmack hier seine Lasten gern. O schließ dich an! Kämpfe drauf, wie sichs gebührt, denke: auch durch Leiden führt die Himmelsbahn. 6. Himmelan ging Jesus Christ mitten durch die Schmach; eil, weil du sein Jünger bist, seinem Vorbild nach! Er litt und schwieg; halt dich fest an Gott wie er, statt zu klagen bete mehr, erkämpf den Sieg! 7. Himmelan führt seine Hand durch die Wüste dich, ziehet dich im Prüfungsstand näher hin zu sich im Himmelssinn. Von der Weltlust freier stets und mit ihm vertrauter, gehts zum Him⸗ mel hin. Lieder vom ewigen Leben. 41¹1 8. Himmelan führt dich zu⸗ letzt selbst die Todesnacht. Seis, daß sie dir sterbend jetzt kurze Schrecken macht, harr aus, harr aus! Auf die Nacht wirds ewig hell, nach dem Tod erblickst du schnell des Vaters Haus. 9. Halleluja! Himmelan steig dein Dank schon hier! Einst wirst du mit Scharen nahn, und Gott naht zu dir in Ewigkeit. Aller Jammer ist vorbei, alles preist verklärt und neu in Ewigkeit. 10. Halleluja singst auch du, wenn du Jesum siehst, unter Jubel ein zur Ruh in den Himmel ziehst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, hilft dir aus zu diesem Sieg. Gelobt sei er! Joh. Gottfr. Schöner g. 1749 4 1818 Verzeichnis der Dichter. Agricola, Johann(Schnitter, Magister Grickel), Mitverfasser des Interim, g. 1492 zu Eisleben, 4 1566 als Hofprediger zu Berlin. 334. Albert, Heinrich, g. 1604 zu Lobenstein im Vogtlande, 4 1651() alz Organist zu Königsberg i. Pr. 473. Alberus, Erasmus, g. um 1500 in der Wetterau, 4 1553 nach bewegtem Leben als Superintendent zu Neubrandenburg in Mecklbg. 466. 497. Albinus, Johann Georg, g. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, 1 1670. als Pfarrer zu Naumburg. 250. 596. 597. Albrecht(Alcibiades), Markgraf von Brandenburg⸗Kulmbach, g. 1522 zu Ansbach, 1 1557 zu Pforzheim in Baden. 384. Allendorf, Joh. Ludw. Konrad, g. 1693 zu Johbach bei Marburg, + 1773 als Pastor und Scholarch zu Halle. 286. 324. 371. 602. Altenburg, Michael, g. 1584 zu Alach bei Erfurt, 4 1640 als Pastor zu Erfurt. 171. Amilie Juliane, Gemahlin des Grafen Albrecht Anton zu Schwarzburg⸗ Rudolstadt, geb. Gräfin von Barby, g. 1637, 4 1706. 452. 520. 557. 5909. Angelus Silesius siehe Scheffler. Anna Sophia, Landgräfin zu Hessen-Darmstadt, g. 1638, 4 1683 als Abtissin des Stifts Quedlinburg. 187. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, g. 1633, regierender Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel seit 1685, trat 1710 öffentlich zur römischen Kirche über, 4 1714 zu Salzdahlum. 406. 480. Arends, Wilh. Erasmus, 4 1721 als Pastor zu Halberstadt. 362. Arndt, Ernst Moritz, g. 1769 zu Schoritz auf Rügen, 1860 als Professor emer. der Geschichte zu Bonn. 57. 291. 605. Arnold, Gottfried, g. 1666 zu Annaberg im Königreich Sachsen, Professor zu Gießen, 4 1714 als Pastor und Inspektor zu Perleberg. 413. Baum garten, Jakob, g. 1668 zu Wolmirstedt bei Magdeburg, Inspektor des Pä agogiums in Halle, 4 1722 als Pastor zu Berlin. 615. Verzeichnis der Dichter. Becker, Cornelius, g. 1561 zu Leipzig, 4 1604 als Professor der Theologie und Pastor daselbst. 200. 507. Behm, Martin(Behemb, Bohemius), g. 1557 zu Lauban in der Ober⸗ Lausitz, 1622 als Pastor prim. daselbst. 66. 470. 471. 547. 584. Behme, David, g. 1605 zu Bernstadt in Schlesien, 4 1657 als Olsnischer Hofprediger und Konsistorialrat daselbst. 594. Betichius, Johann, g. 1650 zu Steckby in Anhalt⸗Zerbst, 4 1722 als Diakonus zu Zerbst. 483. Bienemann, Kaspar(Melissander), g. 1540 zu Nürnberg, 4 1591 als Generalsuperintendent zu Altenburg. 338. von Birken, Sigismund(Betulius), g. 1626 zu Wildstein bei Eger, 1 1681 als Privatgelehrter in Nürnberg. 89. 343. von Bogatzky, Karl Heinrich, g. 1690 zu Jankowe in Schlesien, 4 1774. Naals Privatmann im Waisenhause zu Halle. 178. 370. Böhmische oder Mährische Brüder. Ihre Lieder(zum Teil aus dem Böhmischen übersetzt) gaben Michael Weiße(T 1540 in Neutomischl)⸗ im Jahre 1531 und Joh. Horn(4 1547 zu Jungbunzlau) im Jahre 1544 heraus. 76. 231. 439. 499. 573. Bonn, Hermann, g. um 1504 zu Quakenbrück in Hannover, 4 1548 als Superintendent zu Lübeck. 77. Bornschürer, Johann, g. 1625 zu Schmalkalden, 4 1677 als Dekan zu Thann in Mittelfranken. 201. Böschenstain, Johann, g. 1472 zu Eßlingen in Würtemberg, 1 1540 als Lehrer der hebräischen Sprache zu Augsburg. 81. Breithaupt, Joachim Justus, g. 1658 zu Northeim in Hannover, 4 1732 zu Halle als Professor der Theologie, Generalsuperintendent und Abt des Klosters Bergen bei Magdeburg. 272. Bruhn, David, g. 1727 zu Memel, 4 1782 als Pastor zu Berlin. 289. von Bunsen, Christian Karl Josias, g. 1791 zu Korbach, Preuß. Gesandter in Rom und London, 4 in Bonn 1860. Gab 1833 ein Allgemeines evangelisches Gesang⸗ und Gebetbuch heraus. 618. Busch, Peter, g. 1682 zu Lübeck, Pastor zu Hildesheim, 1 1744 als Pastor an der Kreuzkirche zu Hannover. Herausg. des Hildesheimschen Gesang⸗ buchs von 1719(Liederkerns). 99. 616. Chiomusus siehe Schneesing. Claudius, Matthias, der Wandsbecker Bote, g. 1740 zu Reinfeld bei Lübeck, 4 1815 als Bankrevisor zu Altona. 515. Clausnitzer, Tobias, g. 1618 od. 1619 zu Thum bei Annaberg, 4 1684 als kurpfälzischer Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. 6. 92. Crasselius, Bartholomäus, g. 1667 zu Wernsdorf im Königreich Sachsen, + 1724 als Pfarrer zu Düsseldorf. 381. Verzeichnis der Dichter. Creutzberg, Amadeus, Schriftstellername für Sinold. Dach, Simon, g. 1605 zu Memel, 4 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg i. Pr. 591. 625. Decius, Nicolaus(Hovesch?), Mönch im Kloster Steterburg bei Braun⸗ schweig, 1523 evang. Prediger in Stettin, 4 1541 daselbst. 75. 149. Denicke, David, g. 1603 in Zittau im Königreich Sachsen, 4 1680 als Kammer⸗ und Konsistorialrat in Hannover, gab in Gemeinschaft mit Gesenius das(New ordentlich) hannöversche Gesangbuch von 1646, 1648, 1652, 1657 ꝛc. heraus. 1. 161. 188. 244. 268. 269. 378. Derschow, Bernhard, g. 1591 zu Königsberg i. Pr., 4 1639 als Professor der Theologie, Konsistorialrat und Oberpfarrer daselbst. 213. Deßler, Wolfgang Christoph, g. 1660 zu Nürnberg, 4 1722 als Konrektor der Schule zum heil. Geist daselbst. 309. Diterich, Johann Samuel, g. 1721 zu Berlin, 4 1797 als Oberkonsisto⸗ rialrat und Pastor daselbst. Herausgeber der Lieder für den öffentlichen Gottesdienst, Berlin 1765, in welchem Buche er die Kirchenlieder auf das Willkürlichste umarbeitete. 146. 260. 261. Drese, Adam, g. 1620 zu Weimar(2), 4 1701 als fürstlich Schwarzburgischer Kapellmeister zu Arnstadt in Thüringen, 311. Eber, Paul, g. 1511 zu Kitzingen in Unterfranken, Freund Luthers, 1 1569 als Generalsuperintendent und Professor der Theologie zu Wittenberg. 58. 233. 576. 577. Ebert, Jakob, g. 1549 zu Sprottau in Schlesien, 4 1615 als Professor der Theologie zu Frankfurt a. O. 542. Eleonore, Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg, g. 1835. 65. Fabricius, Friedrich, g. 1642 zu Stettin, 4 1703 als Pastor das. 31. 134. Falk, Johannes Daniel, g. 1768 zu Danzig, 4 1826 als Legationsrat zu Weimar. 569. Fischer, siehe Vischer. ö Fleming, Paul, g. 1609 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, 4 1640 als Doktor der Medicin zu Hamburg. 393. Förtsch, Basilius, g. zu Rosla in Thüringen, 1 1619 als Pfarrer zu Gumperda in Sachsen-Altenburg. 111. Franck, Johann, g. 1618 zu Guben in der Niederlausitz, 4 1677 als Bürgermeister daselbst. 4. 156. 157. 215. 246. 300. 441. 546. Franck, Michael, g. 1609 zu Schleusingen in Thüringen, 1 1667 als Lehrer an der Stadtschule zu Koburg. 348. 593. Franck, Salomo, g. 1659 zu Weimar, 1 1725 als Oberkonsistorialsekretär daselbst. 103. 216. 317. 364. 419. 488. Francke, August Hermann, g. 1663 zu Lübeck, Begründer der Franckeschen Stiftungen in Halle, 141727 als Professor der Theologie u. Pastor zu Halle. 62. SCWSWSCETETESS——— auf das urgischer „+ 1569 ittenberg. Professor . 31. 134. nsrat zu 1 1640 zrrer zu 677 als 667 als Isekretͤr nckeschen alle. 62. Gerhardt, Paulus, g. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 16511657 Verzeichnis der Dichter. 4¹⁵ Freylinghausen, Johann Anastasius, g. 1670 zu Gandersheim in Braun⸗ schweig, Schwiegersohn Franckes, 4 1739 als Pastor und Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 257. 314. 421. 510. Freystein, Johann Burchard, 4 1720 als Hof⸗ u. Justizrat zu Dresden. 351. Funk, Gottfried Benedikt, g. 1734 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, 1 1814 als Konsistorialrat und Rektor des Domgymnasiums zu Mag⸗ deburg. 124. Garve, Karl Bernhard, g. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, bis 1836 Prediger der Brüdergemeinde zu Neusatz a. d. O. 1841 zu Herrnhut. 181. 198. 332. Gedicke, Lampertus, g. 1683 zu Gardelegen in der Altmark, 4 1735 als Feldprobst zu Berlin. 420. Gellert, Christian Fürchtegott, g. 1715 zu Hainichen im sächsischen Erz⸗ gebirge, 4 1769 als außerordentlicher Professor der Dichtkunst, Bered⸗ samkeit und Moral zu Leipzig. 56. 123. 197. 219. 259. 287. 373. 374. 423. 424. 435. 461. 462. 463. 464. 465. 491. 514. 604. 0 Gensch von Breitenau, Christoph, g. 1638 zu Naumburg, Hofrat des Herzogs von Plön und dänischer Geheimrat, 4 1732 als Privatmann zu Lübeck. 249. Probst zu Mittenwalde in Brandenburg, 16571667 Diakonus zu Berlin, 11676 als Archidiakonus zu Lübben. 27. 28. 47. 48. 49. 50. 61. 85. 86. 87. 88. 116. 142. 151. 270. 301. 347. 395. 396. 397. 398. 399. 400. 401. 402. 445. 446. 447. 475. 476. 477. 502. 524. 545. 548. 595. 610. von Gersdorf, Henriette Katharina, g. von Friesen, g. 1648 zu Sulz⸗ bach, Gemahlin des kursächsischen Geheimrats v. G. in Dresden, Groß⸗ mutter Zinzendorfs, 4 1726 zu Großhennersdorf bei Herrnhut. 177. 415. Gesenius, Justus, g. 1601 zu Esbeck in Hannover, 4 1673 als Oberhof⸗ prediger und Generalsuperintendent zu Hannover(siehe Denicke.) 88. 268. 378. Gigas siehe Heune. Gotter, Ludwig Andreas, g. 1661 zu Gotha, 4 1735 als Hof⸗ und Assistenzrat daselbst. 153. 352. 353. 453. Gramann, Johann(Poliander), g. 1487 zu Neustadt in Baiern, Freund Luthers, 4 1541 als Pastor zu Königsberg i. Pr. 438. Gregor, Christian, g. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, 4 1801 als Bischof der Brüdergemeinde zu Berthelsdorf. Herausgeber des Brüdergesangbuchs von 1778. 329. Groß, Johann(Major), g. 1564 zu Reinstedt in Thüringen, 4 1654 als Professor der Theologie zu Jena. 238. Grüneisen, Karl Georg, g. 1802 zu Stuttgart, 4 1878 daselbst als Hofprediger und Oberkonsistorialrat. 522. 4¹ Verzeichnis der Dichter. Gryphius, Andreas, g. 1616 zu Großglogau in Schlesien, 4 1664 als Land⸗ schaftssyndikus daselbst. 592. Günther, Cyriacus, g. 1650 zu Goldbach bei Gotha, 4 1704 als Lehrer am Gymnasium zu Gotha. 315. 457. Günther, Martin, g. um 1690 im sächsischen Erzgebirge, Hauslehrer bei Löscher, seit 1721 Pfarrer zu Klingenmünster in der bayr. Pfalz. 274. von Hardenberg, Triedrich Leopold, Freiherr(Novalis), g. 1772 auf Gut Wiederstedt im Mansfeldischen, 4 1801 als Assessor zu Weißenfels. 126. 330. 331. von Harleß, Gottfried Christoph Adolf, g. 1806 zu Nürnberg, Professor der Theologie zu Erlangen und Leipzig, zuletzt Präsident des protestant. Oberkonsistoriums in München, 4 1879 daselbst. 429. Harsdörfer, Georg Philipp, g. 1607 zu Nürnberg, 1 1658 als Ratsherr daselbst. 478. Hartmann, Thomas, war 1604 Diakonus zu Eisleben. 110. Hausmann, Julie, lebt in Petersburg. 376. von Hayn, Henriette Luise, g. 1724 zu Idstein in Nassau, 4 1782 als Oberin der ledigen Schwestern zu Herrnhut. 533. Hecker, Heinrich Cornelius, g. 1699 zu Hamburg, 4 1743 als Pfarrer zu Meuselwitz bei Altenburg. 194. Heermann, Johann, g. 1585 zu Raudten im Fürstentum Wohlau in Schlesien, Pastor zu Köben in Schlesien, i 1647 zu Lissa in Posen. 79. 80. 112. 159. 172. 173. 211. 212. 239. 240. 241. 266. 267. 296. 297. 339. 340. 341. 391. 392. 495. 523. 531. 543. 544. 607. 608. Heinrich v. Laufenberg, Priester zu Freiburg im Breisgau, dichtete 1415 bis 1453 viele geistliche Lieder. 570. 622. Held, Henrich, g. zu Guhrau in Schlesien, um 1650 Sachwalter daselbst. 30.143. Helder, Bartholomäus, g. zu Gotha, 4 1635 als Pfarrer zu Remstedt bei Gotha. 155. Helmbold, Ludwig, g. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, 4 1598 als Superintendent und Pfarrer daselbst. 386. 440. 529. Hensel, Luise, g. 1798 zu Linum bei Fehrbellin, Tochter eines evangelischen Pfarrers, trat 1818 zur römischen Kirche über, Erzieherin, zu Pader⸗ born 1876. 534(gedichtet 1847). Herberger, Valerius, g. 1562 zu Fraustadt in Posen, 1 1627 als Pfarrer daselbst. 585. Herman, Niklas, 4 1561 in hohem Alter als Kantor zu Joachimsthal in Böhmen. 41. 109. 467. 498. 554. 555. 566. 575. Hermes, Johann Timotheus, g. 1738 zu Petznik bei Stargard in Pommern, 4 1821 als Oberkonsistorialrat, Superintendent und Pastor prim. zu Breslau. 636. 1772 auf Weißenfels. Professor protestant. 3 Ratsherr 1782 als ls Pfarrer Wohlau in in Posen. 267. 296. 608. ichtete 1415 bst. 30.143. u Remstedt T 1598 als vangelischen zu Pader⸗ als Pfarrer bachimsthal Pommern, r prim. zu Verzeichnis der Dichter. 417 Herrmann, Johann Gottfried, g. 1707 zu Altijeßnitz bei Bitterfeld, 1 1791 als Oberhofprediger und Oberkonsistorialrat zu Dresden. 285. Herrnschmidt, Johann Daniel, g. 1675 zu Bopfingen in Würtemberg, 4 1723 als Professor der Theologie und Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 458. Hertzog, Johann Friedrich, g. 1647 zu Dresden, 4 1699 als Rechts⸗ anwalt daselbst. 506. Hesse, Johann, g. 1490 zu Nürnberg, 4 1547 als Pfarrer zu Breslau. 574. Heune, Johann(Gigas), g, 1514 zu Nordhausen, 4 1581 als Pastor zu Schweidnitz in Schlesien. 579. Heunisch, Kaspar, g. 1620 zu Schweinfurt in Unterfranken, 4 1690 als Superintendent daselbst. 627. Heyden, Sebald, g. 1494(2) zu Nürnberg, 4 1561 als Rektor der Sebalds⸗ schule daselbst. 82. Hiller, Friedrich Konrad, g. 1662 zu Unteröwisheim bei Bruchsal, 1 1726 als Kanzleiadvokat zu Stuttgart. 456. Hiller, Philipp Friedrich, g. 1699 zu Mühlhausen in Würtemberg, 1 1769 als Pfarrer zu Steinheim am Aalbuch in Würtemberg, 1751 verlor er seine Stimme. 15. 164. 290. 325. 326. von Hippen, Johann Heinrich, g. zu Wohlau in Schlesien, 4 1676 als Limburgischer(in Schlesien) Rat und Hofmarschall. 479. von Hodenberg, Bodo, g. 1604, 4 1650 als Landdrost zu Osterode a. H. 474. Hoffmann, Gottfried, g. 1658 zu Plagwitz bei Löwenberg in Schlesien, 41712 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im Königreich Sachsen. 146. 612. Hom burg, Ernst Christoph, g. 1605 zu Mühla bei Eisenach, 4 1681 als Rechtskonsulent zu Naumburg. 29. 90. 133. Horn siehe Böhmische Brüder. Huber, Konrad(Huober), g. 1507 zu Bergzabern im Elsaß, 1 1577 als Diakonus zu Straßburg. 186. Hunold, Michael, g. 1621 zu Leißnig im Königreich Sachsen, 1672 als Archidiakonus zu Rochlitz a. d. Mulde. 535. 600. Keymann, Christian, g. 1607 zu Pankraz in Böhmen, 4 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im Königreich Sachsen. 43. 302. Kiel, Tobias, g. 1584 zu Ballstedt bei Gotha, 4 1627 als Pfarrer daselbst. 586. Klesel, Abraham, g. 1636 zu Fraustadt in Posen, 4 1702 als Oberpfarrer zu Jauer in Schlesien. 95. Klopstock, Friedrich Gottlieb, g. 1724 zu Quedlinburg, 4 1803 als badi⸗ scher Hofrat und dänischer Legationsrat zu Hamburg. 20. 617. 634. Knak, Gustav Friedrich Ludwig, g. 1806 zu Berlin, 4 1878 als Pastor zu Berlin in Dünnow bei Stolpmünde. 333. Verzeichnis der Dichter. Knapp, Albert, g. 1798 zu Tübingen, 1 1864 als Stadtpfarrer zu Stutt⸗ gart. 100. 179. 180. Knoll, Christoph, g. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, 4 1621 als Diakonus zu Sprottau in Schlesien. 582. Knorr von Rosenroth, Christian, g. 1636 zu Altraudten in Schlesien, + 1689 als Geheimrat und Kanzleidirektor zu Sulzbach in der bayr, Oberpfalz. 482. Koitsch, Christian Jakob, g. 1671 zu Meißen, Inspektor am Pädagogium zu Halle, 4 1735 als Rektor zu Elbing. 455. Krause, Jonathan, g. 1701 zu Hirschberg in Schlesien, 4 1762 als Super⸗ intendent zu Liegnitz. 12. Krummacher, Friedrich Adolf, g. 1768 zu Tecklenburg in Westphalen, 1 1845 als reform. Pastor emerit. zu Bremen. 182. Kunth, Johann Sigismund, g. 1700 zu Liegnitz, 1779 als Superin⸗ tendent zu Baruth in der Oberlausitz. 633. Küster, Elieser Gottlieb, g. 1732 zu Watzum im Braunschweigischen, 1 1790 als Pastor und Generalsuperintendent zu Braunschweig. 207. Lackmann, Peter, Schüler A. H. Franckes, 1 1713 als Oberpfarrer zu Oldenburg in Holstein. 354. Lange, Joachim, g. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, 1744 alz Professor der Theologie zu Halle. 484. Lange, Johann Christian, g. 1669 zu Leipzig, Professor in Gießen, 1 1750 als Generalsuperintendent zu Idstein in Nassau. 313. Laufenberg siehe Heinrich. Laurenti, Laurentius(Lorenz Lorenzen), g. 1660 zu Husum, 1 172² als Musikdirektor und Kantor zu Bremen. 53. 119. 629. Lavater, Johann Kaspar, g. 1741 zu Zürich, 4 1801 als reform. Prediger daselbst. 125. 261. 536. Lehr, Leopold Franz Friedrich, g. 1709 zu Kronberg bei Frankfurt a. M, 4 1744 in Magdeburg als Diakonus an der luth. Kirche zu Köthen, 282. 283. Leon, Johann, g. zu Ohrdruf in Thüringen, 1 1597 als Pastor zu Wölsiz bei Ohrdruf. 243. 580. 588. Liebich, Ehrenfried, g. 1713 zu Probsthain bei Liegnitz, 4 1780 als Pastor zu Lomnitz bei Hirschberg in Schlesien. 147. 328. Lindemann, Johann, 1580—1630 Kantor zu Gotha. Er soll aus der Familie der Mutter Luthers stammen. 293. Liscow, Salomo, g. 1640 zu Niemitzsch in der Lausitz, 1 1689 als Dia⸗ konus zu Wurzen im Königreich Sachsen. 308. 481. Löscher, Valentin Ernst, g. 1673 zu Sondershausen, 1749 als Ober⸗ konsistorialrat und Superintendent zu Dresden. 255. n Schlesien, der bayr, Pädagogium als Super⸗ Westphalen, chen, 4 1700 erpfarrer zu 1 1744 al eßen, 4 1750 + 1722 als rm. Prediger nkfurt a. M, zu Köthen, or zu Wölsiz 30 als Pastor soll aus der 89 als Dia⸗ 9 als Ober⸗ r zu Stutt⸗ 5Diakonus 3Superin⸗ Verzeichnis der Dichter. 419 von Löwenstern, Matthäus Apelles, g. 1594 zu polnisch Neustadt bei Oppeln in Schlesien, 4 1648 als kaiserlicher Rat zu Breslau. 174. 561. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg-Rudolstadt, g. 1640, 1 1672 als Braut des Grafen Christian Wilhelm von Schwarzburg⸗ Sondershausen. 253. 307. 409. Luise Henriette, Tochter des Prinzen Heinrich Friedrich von Oranien, g. 1627 im Haag, Gemahlin des großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 1 1667 zu Berlin. Es ist zweifelhaft, ob die ihr zugeschriebenen vier Lieder von ihr verfaßt sind. 247. 614. Luther, Martin, g. 10. Nov. 1483 zu Eisleben, 1am 18. Februar 1546 daselbst. 37. 38. 39. 107. 108. 137. 138. 139. 148. 165. 166. 167. 168. 169. 185. 199. 209. 210. 221. 228. 229. 262. 263. 377. 437. 496. 519. 571. 572. 573. Magdeburg, Joachim, g. 1525 zu Gardelegen in der Altmark, nach 1583 als Prediger im Oesterreichischen. 387. Major siehe Groß. Mathesius, Johann, g. 1504 zu Rochlitz im Königreich Sachsen, als Student Luthers Haus- und Tischgenosse, 4 1565 als Pastor zu Joachimsthal. 528. Melissander siehe Bienemann. Mentzer, Johann, g. 1658 zu Jahma in der Lausitz, 4 1734 als Pastor zu Kemnitz bei Bernstadt in der Lausitz. 454. von Meyer, Johann Friedrich, g. 1772 zu Frankfurt a. M., 18⁴9 als Bürgermeister daselbst. 428. Meyfart, Johann Matthäus, g. 1590 zu Walwinkel im Gothaischen, 1 1642 als Professor der Theologie und Pastor zu Erfurt. 624. Moller, Martin, g. 1547 zu Kropstädt bei Wittenberg, 4 1606 als Pastor prim. zu Görlitz in der Lausitz. 235. 388. 579. Möller, Johann Friedrich, g. 1789 zu Erfurt, 4 1861 als General⸗ superintendent und Konsistorialdirektor zu Magdeburg. 375. von Moser, Friedrich Karl, Freiherr, g. 1723 zu Stuttgart, Hessen⸗ Darmstädtischer Minister, 4 1798 als Privatmann zu Ludwigsburg. 260. Mühlmann, Johann, g. 1573 zu Pegau bei Leipzig, 1 1613 als Professor der Theologie und Archidiakonus zu Leipzig. 295. 472. Müller, Michael, g. 1673 zu Blankenburg a. Harz, 1 1704 als Kandidat der Theologie zu Schaubeck in Würtemberg. 354. Münter, Balthasar, g. 1735 zu Lübeck, 4 1793 als Pastor an der deutschen Kirche zu Kopenhagen. 4236. 637. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich, g. 1624 zu Halle, 1685 als Pastor zu Koburg. 52. Neander, Joachim, g. 1650 zu Bremen, 4 1680 als reform. Diakonus daselbst. 2351. 450. 451. 505. 598. — 42⁰ Verzeichnis der Dichter. Nehring, Johann Christian, g. zu Gotha, Inspektor am Waisenhause zu Halle, 4 1736 als Pastor zu Morl bei Halle. 354. Neumann, Kaspar, g. 1648 zu Breslau, 4 1715 als Kircheninspektor und Pastor prim. daselbst. 8. 20. 509. 562. Neumann, Gottfried, g. um 1688, 4 1782 als Mitglied der Brüder⸗ gemeinde. 603. Neumark, Georg, g. 1621 zu Langensalza in Thüringen, 7 1681 als Bibliothekar und Archivsekretär zu Weimar. 403. 404. 573. Neumeister, Erdmann, g. 1671 zu üchteritz bei Weißenfels, z 175⁵6 als Hauptpastor zu Hamburg. 70. 203. 277. 278. 348. 359. 459. 460. 486. 517 Neunherz, Johann, g. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, 4 1737 als Oberpfarrer zu Hirschberg. 122. Neuß, Heinrich Georg, g. 1654 zu Elbingerode im Harz, 4 1716 als Konsistorialrat und Superintendent zu Wernigerode. 252. 355. Nicolai, Philipp, g. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, 4 1608 als Hauptpastor zu Hamburg. 292. 621. Novalis siehe Hardenberg. Olearius, Johann, g. 1611 zu Halle, Generalsuperintendent zu Weißenfels. 448. 549. 550. 551. 552. 628. Pauli, Joachim, g. um 1636 zu Wilsnack in der Mittelmark, 1674 Haus⸗ lehrer zu Berlin. 175. Pfeiffer, Christoph, g. 1689 zu Ols, 1 1758 als Pastor zu Stolz bi Frankenstein in Schlesien. 63. von Pfeil, Christoph Karl Ludwig, g. 1712 zu Grünstadt in der bahr. Pfalz, würtembergischer geh. Legationsrat, 1784 als preuß. Geheimrat und Minister zu Deufstetten im Ansbachschen. 72. 383. 525. Poliander siehe Gramann. Prätorius, Benjamin, g. + 1684 als Oberhofprediger und 7. 2. 51. 69. 91. 189. 379. 380. 1571 zu Weißenfels, lebte noch 1668 als Pastor zu Lissa bei Delitzsch in der Provinz Sachsen. 346. Puchta, Christian Rudolf Heinrich, g. 1808 zu Kadolzburg in Mittel— franken, 1 1858 als Pastor zu Augsburg. 21. 564. Räder, g. 1815 zu Elberfeld, 1 1872–daselbst als Handlungsgehülfe. 431. Rambach, Johann Jakob, g. 1693 in Halle, 1 1735 als Professor der Theologie und Superintendent zu Gießen. 33. 195. 204. 206. 218. 280. 281. 321. 322. 323. 367. 368. 422. Reimann, Georg, g. 1570 zu Leobschütz in Schlesien, 1 1615 als Pro⸗ fessor der Beredsamkeit zu Königsberg in Preußen. 162. Reusner, Adam(Reißner), g. 1496 zu Mindelheim, Geheimsekretät Georgs von Frundsberg, ein Anhänger Schwenkfeldts, um 1575 in seiner Vaterstadt. 336. 507. hause zu pktor und Brüder⸗ 1681 alz 17⁵6§ alz 486.517 1737 als 1716 als 1608 als ediger und 379. 380. 674 Haus⸗ Stolz bei 1 der bahr. Geheimrat 1668 als in Mittel⸗ ehülfe. 431. rofessor der . 218. 280, 5 als Pro⸗ heimsekretät im 1575 in Verzeichnis der Dichter. 42¹ Richter, Christian Friedrich, g. 1676 zu Sorau in der Lausitz, 4 1711 als Arzt des Waisenhauses zu Halle. 54. 356. 357. 358. 433. 485. Ringwald, Bartholomäus, g. 1530 zu Frankfurt a. d. Oder, 4 1598 als Pfarrer zu Langenfeld in der Neumark. 236. 620. Rinkart, Martin, g. 1586 zu Eilenburg in der Provinz Sachsen, 4 1649 als Archidiakonus daselbst. 344. 442. Rist, Johann, g. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, 1 1667 als Pastor zu Wedel an der Elbe in Holstein. 24. 46. 60. 68. 102. 113. 130. 131. 214. 222. 223. 242. 444. 501. 626. Rodigast, Samuel, g. 1649 zu Gröben bei Jena, 4 1708 als Rektor am grauen Kloster zu Berlin. 407. Rothe, Johann Andreas, g. 1688 zu Lissa bei Görlitz in der Lausitz, Pfarrer zu Berthelsdorf, 4 1758 als lutherischer Pastor zu Thommendorf in der Lausitz. 279. 613. Rückert, Friedrich, g. 1789 zu Schweinfurt am Main, Professor in Erlangen und Berlin, 4 1866 als preußischer Geheimrat zu Neuseß bei Koburg. 35. Runge, Christoph, g. 1619 zu Berlin, Buchdrucker, 4 1681 daselbst. 271. Ruopp, Johann Friedrich, g. zu Straßburg, 4 1708 als Adjunkt der theologischen Fakultät zu Halle. 360. Rutilius, Martin, g. 1550 zu Düben in der Provinz Sachsen, 1 1618 als Diakonus zu Weimar. 238. Sacer, Gottfried Wilhelm, g. 1635 zu Naumburg, 4 1699 als Kammer⸗ advokat zu Wolfenbüttel. 117. 611. Schade, Johann Kaspar, g. 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, 1698 als Diakonus zu Berlin. 96. 411. Schalling, Martin, g. 1532 zu Straßburg, 4 1608 als Pastor zu Nürn⸗ berg. 337. Scheffler, Johann(Angelus Silesius), g. 1624 zu Breslau, Leibarzt des Herzogs von Ols, trat 1653 zur römischen Kirche über, geistlicher Rat des Fürstbischofs, 4 1677 im Kloster St. Matthias zu Breslau. 303. 304. 305. 349. Scheidt, Christian Ludwig, g. 1709 zu Waldenburg bei Schwäbisch⸗ Hall in Würtemberg, 4 1761 als Hofrat und Bibliothekar zu Hannover. 284. Schein, Johann Hermann, g. 1586 zu Grünhain bei Zwickau im Königreich Sachsen, 4 1630 als Musikdirektor zu Leipzig. 589. Schenck, Hartmann, g. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, 4 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. 19. Schenk, Heinrich Theobald, Stadtpfarrer in Gießen, 4 1727. 632. Schirmer, Michael, g. 1606 zu Leipzig, 4 1673 als Konrector am Gym⸗ nasium zum grauen Kloster zu Berlin. 25. 115. 141. 560. 609. 2⁰ ESE2ee H ESens Gebete. Seite 1. Um Geist und Gnade recht zu beten.. I. Gebete zum 335 dasn 2— 10. Morgengebete 0 1 Lischeneee 4 13 21. Abendgebet II. Dankgebete. Verdenabet⸗ Fürbitten. Gebete für die Früchte des Feldes und den Bergbau. 2. 2. Dantchet 4 24. Zum Beginn der Arbeit 8 25. Um Gottes Segen in Haus und Beruf 26. Gebet christlicher Eheleute.. 27. Gebet der Eltern für ihre Kinder. 20 28. Gebet nach der 5 eines Kindes, 9 0 von Gevattern an beten 29. Schulgebete 30. Gebet eines Konfirmanden 5. Zür die Lirche 23 52. Für die Obrigkeiitt 26 33. Für die Früchte des Feldes 34. Um den lieben Sonnenschen 27 35. Um einen fruchtbaren Regeen 28 96. Beim Anfang der CInrte 28 37. Dankgebet nach der Ernte.. 22 38. Um göttlichen Segen zum Bergwerk · III. Gebete in allerlei Not. 9 um Geduld in Leidenszeiitt 31 40. In Alifechtungeenn 3332 Dn Lrieg⸗Zeiten 3333 Gebete. 43. Bei großem Ungewitter. 44. Bei Sturm und Wasserfluten 45. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten 46. Um tägliche Bereitschaft zum Sterben. 47. Gebet für ein krankes Kind—0 48. Gebete eines Kranken. 49. Dankgebet eines Genesenden. 50. Um Geduld in langwieriger Krankh eit. Gottes Wort für Kranke 0 51. Morgengebet eines Kranken 52. Abendgebet eines Kranken 53. Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben sch ickt 54. Gebete der Umstehenden für den Sterbenden. Sprüche, dem Sterbenden Wiäutenen Abschiedssegen 55. Gebet nach dem Tode eines Kindleins 56. An Behrübnistagen IV. Beicht⸗ und Wos 57— 63. An Beichttagen. 64— 72. An Abendmahlstagen Seite 34⁴ 35⁵ 36 3⁰ 37⁷ 37⁷ 39 39 —⁰ 41 4² 42 43 43 44 —4 4⁵ 46 5² V. Gebete für Feste und Wohenteddierdez der Kirgh 73— 85. Gebete für die Feste 99. 2 S des Kirchenjahrs. 58 86. An Buß⸗ und Bettagen 87. 88. Für Betstunden 89. Für Bibelstunden Kollekten. 1—48. Für bestimmte Tage und Zeiten. 49— 83. Allgemeine Kollekten 12— Versikel 6⁷ 6 7⁰ 71 2 90 Gebete. Herr, thu meine Lippen auf! 1. Um Geist und Gnade vecht zu beten. ewiger, barmherziger Gott, du Vater unsers Herrn Jesu „Christi, weil wir nicht wissen noch begreifen können, was und wie wir beten sollen, du aber überschwenglich thun kannst über alles, was wir bitten oder verstehen, so schreien wir zu dir: Gieß über uns aus nach deiner Verheißung den Geist der Gnade und des Gebets, der uns bei dir vertrete mit unaus⸗ sprechlichem Seufzen, auf daß wir dich mit Mund und Herzen andächtig in rechtem Ernst anrufen und dir ein angenehmes Lobopfer bringen mögen. Herr, thu unsre Lippen auf, daß unser Mund deinen Ruhm verkündige. Erwecke unsere Seele und Gemüt, daß wir uns nicht nur mit unserm Munde zu dir nahen und dich allein mit den Lippen ehren, aber das Herz ferne von dir sei, sondern verleih uns Gnade, daß wir als die rechtschaffenen Anbeter dich im Geiste und in der Wahrheit, ohne andere und fremde Gedanken, anrufen mit herzlicher Aufmerkung unseres Gemütes, ohne Heuchelei und Ehrgeiz, und daß wir nichts von dir begehren als nur allein, was dein göttlicher Wille, dein Lob und Ehre, dazu unserer Seelen Seligkeit ist. Verleih auch, daß wir alles dasjenige, was wir von dir bitten, mit starkem Glauben und gewisser Zuversicht von deiner milden Güte zu erlangen, ungezweifelt hoffen, auch dir hierin nicht Zeit, Ziel oder Maß der Hülfe setzen, sondern uns deinem gnädigen Willen, der allewege der beste ist, in allen Dingen mit starker Hoffnung und Geduld in Demut unserer Herzen gänzlich unterwerfen. Dazu gieb Gnade, daß wir vor dir liegen mit unserm Gebet nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barm⸗ herzigkeit und in dem Namen deines lieben Sohnes Jesu Christi, in welchem wir Freudigkeit haben, vor deinen Gnadenstuhl zu treten und dich mit kindlicher Zuversicht unsern lieben Vater zu nennen. Stärke uns auch, daß wir vom Beten nicht abgeschreckt werden um unserer Unwürdigkeit willen. So hilf nun, du hei⸗ liger Gott, daß wir an allen Orten aufheben heilige Hände, ohne Zorn und Zweifel, und emsiglich anhalten mit Flehen, mit Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, damit 6 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. wir nach deiner Verheißung und deinem gnädigen Wohlgefallen allerlei zeitliche und himmlische Gaben empfangen in Christo Jesu, unserm Herrn, der da lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Morgengebete. Fülle uns frühe mit deiner Gnade. 2. Luthers Morgensegen. Do walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Him⸗ mels und der Erde. Und an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. ö Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dei Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmeh also auch auf Erden. Unser täglich Brot gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leih und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. B Geis alle emp die Tag daß aufg und Wir Eva wir uns unse dein aller und Ger Her, Flei rufe Tag endl zune Eng Ewi dure prei nack und Ric und Fül uns lgefallen Christo Amen. men. fer Him⸗ 1, unsern hren von kreuziget, u dritten el, sitzend udannen ten. he Kirche, ferstehung derde dein Himmel, ite. Und huldigern. uns von und die Christum, 1 Schaden tich diesen r all mein einen Leib Engel seh e. Amen. J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 7 3. Morgengebet am Sonntag. 9 armherziger, getreuer Gott, du ewiger Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste regierest in Ewigkeit, wir sagen dir Lob und Dank für alle Wohlthaten, die wir ohne Unterlaß von deiner milden Güte empfangen, daß du uns die ganze Zeit unsers Lebens, wie auch die vergangene Nacht, so väterlich behütet und uns den heutigen Tag gesund hast lassen erleben. Insonderheit danken wir dir, daß du bei uns das helle Licht deines Evangeliums hast lassen aufgehen, bei welchem wir dich und deinen Willen recht erkennen und lernen mögen, wie wir christlich leben und selig sterben sollen. Wir bitten dich, gütiger Gott, du wollest solch Gnadenlicht des Evangeliums uns und unsern Nachkommen erhalten; und damit wir dein angenehmes Volk sein und bleiben können, so vergieb uns alle unsere Sünde und Missethaten um deines lieben Sohnes, unsers Heilandes Jesu Christi willen, und heilige uns durch deinen heiligen Geist je länger je mehr, daß wir der Welt und allen weltlichen Lüsten von Herzen entsagen und unsere Freude und Lust darin suchen, daß wir dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Offne unsere Ohren und Herzen, daß wir dein heiliges Wort mit Freuden hören, mit Fleiß erwägen und in reinem Herzen behalten, dich getrost an⸗ rufen und nicht allein diesen Tag, sondern auch alle übrigen Tage unsers Lebens von allen bösen Werken feiern, bis wir endlich zu dem ewigen Sabbathtag gelangen, da wir mit Engel⸗ zungen und=herzen deine großen Thaten mit allen Auserwählten, Engeln und Menschen, rühmen und preisen werden in alle Ewigkeit. Amen. 4. Noch ein Morgengebet am Sonntag. err, unser Gott, heilig und unbegreiflich, der du das Licht scheinen lässest aus der Finsternis, der du uns erquickt hast durch nächtlichen Schlaf und wieder erweckt, deinen Ruhm zu preisen und deine Gnade anzurufen, nimm jetzt an von uns nach deiner grundlosen Barmherzigkeit das Opfer unserer Anbetung und unsers Dankes und gewähre uns alle heilsamen Bitten. Richte uns zu, o Herr, zu Kindern des Lichts und des Tages und zu Erben deiner ewigen Güter. Gedenke, Herr, nach der Fülle deiner Erbarmungen deines ganzen Volks, aller, die mit uns beten, und aller unserer Mitchristen, die zu Lande oder zu I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. wunderbaren Namen ewig rühmen mögen. Amen. 5. Morgengebet am Montag. narmherziger, mildreichster Gott und Vater, in dieser Morgen⸗ stunde erscheine ich vor dem Throne deiner göttlichen Güte mit herzlichem Danke, daß du nach zurückgelegter finsterer Nacht mich abermals gesund und frisch hast aufstehen lassen. O Vater, deine Hand hat mich geschützet, daß mich der Satan nach seinem Willen nicht hat betrüben oder beschädigen können. Damit nun ferner mein Mund deines Ruhmes und deines Preises täglich voll sei, so vergieb mir alle meine Sünde und thu mit wohl. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend noch meiner Meer oder wo sonst in deinem weiten Reich deiner Gnade un) Hülfe bedürfen, und schütte über sie und uns alle aus den Reichtum deiner Barmherzigkeit, auf daß wir, erlöset nach Seel und Leib, unverrückt in festem Glauben, deinen heiligen und mich Übertretung, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit und um deiner Güte willen, und regiere mich heute, diese an heit gehende Woche und die ganze Zeit meines Lebens, daß ich in allem meinem Vornehmen deinem Worte folge. Behüte mich, liebster Vater, vor der Versuchung des Satans und meines Fein eigenen Fleisches und Blutes, daß ich nichts Übels thue noch Gna wider dich sündige. Laß deine heiligen Engel mich auf allen meinen Wegen behüten, daß ich vor allem Schaden väterlich bewahrt werde. Denn dir, o Gott, übergebe ich meinen Leib O und Seele(mein Haus und Hof, mein Weib und Kind und alle die Meinen). Behüte, schütze und erhalte mich, daß sich! Nack kein Übel zu mir nahe. Sei du mein Schild und Schirm geha segne meinen Eingang und Ausgang und verlaß nicht, die deinen hast Namen kennen. Tröste alle Betrübte und Kranke. Hilf allen dich Notleidenden und Verlassenen. Und wenn auch eine trübe Pgleie Unglückswolke nach deinem Willen über mich kommen sollte, so gieb mir Geduld und Rat. Gesegne auch, liebster Vater, heutt und die ganze Woche über meine Arbeit und Nahrung und die Werke meines Berufs, daß meine Mühe und Arbeit nicht ver⸗ loren sei. Laß mich stets an dich gedenken, dich in meinem Herzen behalten und deine Furcht vor Augen haben, daß ich christlich lebe und selig sterbe. Das verleihe mir um Jesh Christi, deines lieben Sohnes willen. Amen. ide und us den ch Seel gen und Norgen⸗ en Güte er Nacht sen. O tan nach Damit Preises thu mit 9 meiner herzigkeit ziese an⸗ iß ich in üte mich, meines hue noch zuf allen väterlich inen Leib Rind und daß sich Schirm, ie deinen Bilf allen ine trübe sollte, so ter, heutt g und die nicht ver⸗ meinem „daß ich um Jesu J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 2 6. Morgengebet am Dienstag. G'Sn seist du, o Gott, mein Schöpfer, gelobet seist du, o Gott, mein Heiland, gelobet seist du, o Gott, mein höchster Tröster, der du mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz bist und mich die vergangene Nacht wiederum vor allen geistlichen und leiblichen Feinden so väterlich bewahret hast. Ich bitte dich demütiglich, du wollest auch diesen Tag deine Güte über mich ausstrecken und mich mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, auch vor Sünden und allem Übel gnädiglich behüten. Umgieb mich, o Herr, rings mit deinem Schilde, daß der böse Feind und seine Werkzeuge mir keinen Schaden zufügen können. Erhalte mich in deiner Furcht, daß ich nicht sündige, sondern dich herz⸗ lich liebe und dein Knecht(deine Magd) sei ewiglich. Verleih mir auch deine Gnade, daß ich die Werke meines Berufes treulich und fleißig ausrichte. Gieb dein Gedeihen zu meinem Amt und Stand, segne mein Brot und Wasser und richte all mein Vor⸗ haben, Thun und Arbeit zu deinem Lob, auch zu meiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt. Wende von mir alle bösen Krankheiten und was mir an Seel und Leib schädlich sein mag. Insonder⸗ heit aber behüte mich vor einem bösen, schnellen Tode und vor allerlei Herzeleid. Dein heiliger Geist weiche nur nicht von mir. Dein guter Engel sei allezeit zwischen mir und allen meinen Feinden, daß sie keine Hand an mich legen können. Deine Gnade und Segen sei ewiglich ob mir. Amen. 7. Morgengebet am Mittwoch. Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens, ich danke dir von Grund meiner Seele, daß du auch in dieser vergangenen Nacht die Hand deiner vaäͤterlichen Barmherzigkeit über mich gehalten, mich durch den Schutz deiner heiligen Engel behütet hast und mich zu deinem Lobe wieder aufstehen lassen. Ich bitte dich durch Christum, deinen Sohn, laß mich dir diesen Tag zu gleicher Gnade, Liebe und Fürsorge befohlen sein. Regiere mein Herz, Sinn und Gedanken, Worte und Werke durch deinen werten und heiligen Geist, daß ich nichts Ubels thue. Leite mich auf ebner Bahn und laß mein Herz deinen Tempel und Woh⸗ nung sein. Ach Herr, allmächtiger Gott, du bist mein Vater, ich dein Kind; verlaß mich nicht, denn auf dich bin ich geworfen aus Mutterleibe, mein Heil steht allein bei dir. In deinem Namen, o Vater, fange ich alles an, gieb, daß ich mein Werk in deiner Kraft vollbringe, für deinen väterlichen Beistand dir 10— J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. danke, mit dem, was mir deine Güte verliehen hat, mich kind⸗ lich begnügen lasse und nicht nach mehr oder nach Verbotenem trachte. Zeuch mich von der Welt und ihrer Lust ab, ich begehre ihrer nicht. Sei du mir nur, mein Gott, nicht schrecklich in der Not, denn wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Ahet. und Erde. Du bist mir werter, als alle Schätze der elt. Ach gieb, daß ich dich, du süße Liebe, nimmermehr ver⸗ lasse. Bleibe diesen Tag und allezeit bei mir. Nimm dich auch nach deiner großen Liebe aller Armen und Notleidenden, aller Bekümmerten und Trostlosen, aller Verlornen und Irrenden, insonderheit deiner verlorenen Schafe aus dem Hause Israel an, sei das ewige Heil deiner Kirche und laß auch mich in der⸗ selben ein wahres und lebendiges Glied sein, daß, wenn ich auz diesem Leben scheiden soll, ich zu dir in den Himmel aufgehoben werde. Ach Vater, erhöre mich und gewähre mich meines Gebets, in dem Namen deines Sohnes Jesu. Amen. 8. Morgengebet am Donnerstag. Wi loben, preisen und rühmen dich, wir danken dir, du Got unserer Väter, daß du uns aus dem Schatten der Nacht herausgeführt und uns von neuem das Licht des Tages hafz sehen lassen. Zu deiner Güte flehen wir: Sei gnädig über unsere Missethat und nimm an unser Gebet nach der Fülle deinen Erbarmung. Denn du bist unsere Zuflucht für und für, barm⸗ herziger, allmächtiger Gott. Laß scheinen in unsere Herzen dii wahrhaftige Sonne deiner Gerechtigkeit, erleuchte unsern Verstand und behüte unsere Sinne, auf daß wir als am Tage ehrbar wandeln den Weg deiner Gebote und auch dermaleinst im ewigen Freudenlichte dich selig schauen mögen. Amen. 9. Morgengebet am Sreitag. err Jesu, deine Liebe ist in der vergangenen Nacht mein Schild und Schirm gewesen. Ich danke dir für alle dein Güte, die du an mir armen und elenden Menschen so gnädiz bewiesen, und bitte dich, zeige mir auch heute diesen Tag dein Gestalt, denn sie ist lieblich. Erfreue die Seele deines Kinde⸗ mit deiner heiligen Gegenwart. Stärke mich mit dem Beistandt deines werten heiligen Geistes. Vergieb mir alle meine Sünd und Missethat, mit welcher ich bisher wider dich und deine heilih Liebe mißgehandelt habe, und regiere heute und allezeit mei ganzes Leben und meine Werke, daß ich nichts Böses thue, nichih rich kind⸗ erbotenem ch begehre ich in der ichts nach chätze der mehr ver⸗ dich auch den, aller Irrenden, Israel an, h in der⸗ in ich aus aufgehoben es Gebets, r, du Gotl der Nacht Tages hast nädig über rülle deiner für, barm⸗ Herzen dis n Verstand age ehrbar im ewigen Nacht mein r alle dein so gnädiz Tag dein ines Kinden m Beistand eine Sünd deine heilig llezeit meit thue, nicht J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 11 Gutes unterlasse. Herr Jesu, stärke meinen Glauben, mehre meine Liebe zu dir und gieb mir ein festes Vertrauen zu deinem heiligen Versöhnungsblute. Zeuch mich nach dir, so werde ich den Weg deiner Gebote nimmermehr vergessen. Herr Jesu, der du an dem heutigen Tage deinen heiligen Leib in das Grab hast legen lassen, ach gieb mir deine Gnade, daß ich meine Sünde tief vergrabe und sie nimmermehr über mich herrschen lasse. Sei mit mir in allen meinen Verrichtungen, laß sie wohl geraten, wenn sie in dir gethan sind. Erbarme dich auch aller, die dir anhangen, und gieb einem jeden sein täglich Brot und verlaß deine Gemeine nicht, deren Erzhirte du bist. Gieb uns ferner die Süßigkeit deiner heiligen Liebe zu genießen, und wenn wir endlich am Ende unseres Lebens den Weg des Todes gehen sollen, so laß deinen Tod unser Leben und dein heiliges Grab unsere Ruhe sein, daß wir durch den Tod zum Leben eingehen. Erhöre uns, o Jesu, um deines Namens und um deiner Liebe willen. Amen. 10. Morgengebet am Sonnabend. err Gott, himmlischer Vater, in dieser Morgenstunde befehle ich dir meinen Leib und meine Seele in deine liebreiche Regierung, in deinen mächtigen Schutz, in deine väterliche Auf⸗ sicht und Treue. Laß mir und den lieben Meinigen heute nichts Übels begegnen und keine Plage unserm Hause sich nahen. Laß deinen heiligen Geist uns kräftig regieren und unser Herz zum kindlichen Gehorsam lenken, daß wir von den Wegen der wahren Gottseligkeit nicht abweichen. Segne mich heute an Leib und Seele, segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine Haushaltung und Nahrung. Laß mir in allen meinen Geschäften ¶ und Vornehmen dein himmlisches Licht leuchten, deine Kraft mich stärken, deine Liebe mich dringen, daß ich in Gerechtigkeit wandle, meinen Taufbund stets vor Augen habe und meinem Nächsten mit aufrichtiger Liebe begegne. Gieb, daß ich die Zeit, die ich noch zu leben habe, wohl und christlich anwende, zu deines herr⸗ lichen Namens Ehre, meines Nächsten Dienst und meiner selbst Besserung. Gieb mir auch die Gnade, daß ich mich meiner/ Sterblichkeit stets erinnere und meine Gedanken allezeit aus dem Zeitlichen in das Himmlische und Ewige richte. Und wenn ich dann meinen Lauf vollendet und das Ziel, welches du mir in Gnaden gesetzt, erreicht habe, so verleih mir nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi willen ein sanftes, fröhliches und seliges Ende. Amen. ö I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Tischgebete. 11. Vor dem! Essen. ö AS Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre ö Speise zu seiner Zeit. Du thust deine Hand auf und sättigest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch ö Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 12. Nach dem Efsen. Doawi dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Abendgebete. Herr, bleibe bei uns, denn der Tag hat sich geneiget. 13. Luthers Abendsegen. ö D' walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. ö Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. Und an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. à Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden. Unser täglich Brot gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern — nen ihre sättigest se deine u, durch te währet Hristum, best und eiget. Amen. Himmels n, unsern oren von zekreuziget, itten Tage sitzend zur dannen er n. iche Kirche, uferstehung werde dein n Himmel, eute. Und chuldigern J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 13 ö Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem ö Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädig⸗ lich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 14. Abendgebet am Sonntag. err, allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich danke dir herz⸗ lich, daß du mich heute so gnädig behütet und Gnade ver⸗ lijehen hast, dein Wort zu hören, deinen Namen anzurufen und auch der leiblichen Ruhe und Erquickung zu genießen. Herr, wie groß ist deine Güte, die du uns armen Menschen erweisest. Ver⸗ gieb mir, o lieber Vater, alle meine Sünde um Christi willen und regiere mich durch deinen heiligen Geist, daß ich dem, was ich heute aus deinem heiligen Worte gelernt, in beständigem Glauben, gottseligem Leben und fröhlicher Geduld fleißig und von Herzen nachkomme. Und gleichwie dein lieber Sohn, mein einiger Heiland Jesus Christus, an diesem Tage fröhlich von den Toten auf⸗ erstanden ist, also verleih mir Gnade, in einem neuen Leben vor dir zu wandeln. Ich bitte dich auch, lieber Vater, du wollest diese Nacht in deinen väterlichen Schutz nehmen meinen Leib und Seele und alles, was du mir gegeben hast, daß der böse Feind und seine Werkzeuge keine Macht an mir finden. Dein heiliger Geist erleuchte mich, daß ich dein nimmermehr vergesse. Deine allmächtige Hand erhalte mich. Dein heiliger Engel beschütze mich. Deine väterliche Güte segne und erquicke mich, damit ich morgen gesund und mit Freuden aufstehen und dir nach deinem Willen dienen möge. Und wenn ich im zeitlichen Tode werde entschlafen sein, so gieb durch die Auferstehung Jesu Christi, daß ich an jenem Tage fröhlich aus dem Tode wiederum hervorgehen möge zur ewigen Herrlichkeit. Amen. ö 15. Koch ein Abendgebet am Sonntag. G'aune seist du, o Gott, allmächtiger Herrscher, der du den Tag erleuchtest durch dein Sonnenlicht und die Nacht durch feurige Strahlen erhellst, der du uns gnädig die Bahn des Tages hast durchwandeln lassen und uns zur stillen Nacht gebracht. Höre auf unser Gebet und auf das Gebet deines ganzen Volkes, und vergieb uns all unsere wissentlichen und unwissentlichen Über⸗ tretungen. Nimm an unsere Abendgebete und schütte aus über uns, dein Erbe, die Fülle deiner Barmherzigkeit und deiner Siege. Umschirme uns mit den heiligen Engeln, rüste uns mit den Waffen der Gerechtigkeit, umschanze uns mit deiner Wahrheit, bewache uns mit deiner Macht, rette uns vor allem Unfall und allen Nachstellungen des Widersachers und gieb Gnade, daß wir diesen Abend und diese Nacht, so wie alle Tage unsers Lebens, untadelig, heilig, friedlich, von Sünde, Anstoß und Schrecken frei verleben mögen. Denn bei dir ist Erbarmung und Erlösung, Herr, dreieiniger Gott, und dir bringen wir Ruhm und Preis, jetzt und in Ewigkeit. Amen. 16. Abendgebet am Montag. (lmächtiger, treuer Gott, ich danke dir, daß du mich und die Meinigen diesen Tag über väterlich behütet und alles Unglück gnädiglich von uns abgewendet hast. Ich will mich nun in deinem Namen zur Ruhe begeben und auf meinem Lager unter deinem Schutze sanft entschlafen. Verzeih mir doch, lieber Vater, alle meine Sünden und Fehltritte, mit denen ich dich diesen Tag wissentlich oder unwissentlich beleidigt und erzürnt habe. Gieb mir eine ruhige Nacht und einen stillen Schlaf, daß ich nicht erschreckt werde. Du Hüter Israels, der du weder schläfst noch schlummerst, wache über mich. Bleibe bei mir, denn es ist Abend worden, und der Tag hat sich geneiget. Sei du in Finsternis meiner Seele helles Licht, daß ich mich, ob ich schon im Finstern schlafe, doch nicht fürchte. Laß meine Seele in dir ruhen, und ob mich der Tod erschleichen wollte, so erhalte mein Herz und meinen Geist, daß ich zu dir wache und dein sei im Leben und im Tode. Ich befehle dir auch all die Meinen, meine Freunde und Nachbarn, dazu auch Haus und Hof. Gieb, o treuer Vater, eine stille, ruhige Nacht auch allen denen, die in Kümmernis, Krankheit, Herzeleid, Not und Anfechtung sind, die ohne deine wunderbare Hand vor Leibes und der Seele Schmerzen den Schlaf nicht finden. Behüte uns vor allem Übel. Wecke mich frühe sanft auf zu deines Namens Ehre und lehre mich deinen Willen thun nach deinem Wohlgefallen. Und wenn ich an meinem letzten Ende meine Augen zuschließe und selig in deiner Gnade einschlafe, so erwecke mich am Tage der Auferstehung alles Fleisches fröhlich zum ewigen Leben. Amen. t. Höre kes, und en Über⸗ aus über er Siege. mit den Wahrheit, ifall und daß wir 3Lebens, ecken frei Erlösung, id Preis, )und die 8 Unglück in deinem er deinem ater, alle esen Tag be. Gieb ich nicht läfst noch ist Abend Finsternis Finstern u, und ob ud meinen im Tode. Nachbarn, lle, ruhige Herzeleid, Hand vor 1. Behüte 8 Namens hlgefallen. hließe und Tage der 1. Amen. J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 15 17. Abenodͤgebet am Dienstag. Anich harre ewiger Gott, wie freundlich bist du denen, die auf dich harren, und der Seele, die nach dir fraget. Wie hast du mich diesen Tag so gnädiglich angesehen, der ich doch alles Guten unwürdig bin, hast nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Missethat. Das danke ich dir von ganzem Herzen. O Herr, laß dir angenehm sein, was ich diesen Tag in deinem Namen gethan habe; vergieb mir, was ich wider deinen göttlichen Willen gesündigt habe. Laß in mir nicht verlöschen das Licht des Glaubens und deiner Er⸗ kenntnis, laß nicht mich überfallen die grausame Finsternis der Unwissenheit, des Unglaubens und der Verzweiflung, behüte mich vor der ewigen Nacht. Herr, bleibe bei mir, denn der Tag hat sich geneiget, und es ist niemand, der mich in der Finsternis er⸗ halten möge, denn du allein, mein Gott. Hilf uns, so wir wachen, daß wir in Christo wachen; behüte uns, so wir schlafen, daß wir in Frieden ruhen. Suche heim und regiere dieses Haus und vertreibe davon alle Schrecken des Feindes und laß deine heiligen Engel darin wohnen. Dein heiliger Segen bleibe über uns durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 18. Abendgebet am Mittwoch. IOch sage dir Dank, du wahres, ewiges Licht, daß du mich in dem Glanze deiner göttlichen Gnade und deines Geistes in dieses natürlichen Tages Schein vor schweren Sünden behütet hast. Laß nun, o Gott, der du die Nacht dem gebrechlichen Leibe zur Ruhe verordnet hast, meine mühselige, sündige Seele in dir ruhen und Frieden haben vor aller List und jeglichem Anlauf des bösen Geistes. Meine Sinne und Gedanken laß samt Händen und Füßen feiern, schweigen und stille sein zu dir, der du den Deinen gegenwärtig und unvergessen bist auch im tiefen Schlafe. Laß ja nicht mein träges Fleisch die arme Seele über⸗ wältigen, daß sie dein vergesse des Nachts. Dir befehle ich meinen Geist, o Hirte, zu treuen Händen; du hast ihn erlöset, Herr, du treuer Gott. Laß mich von dir nicht sinken, wache über mich, schirme mich mit deinen Flügeln. Wenn Tag und Nacht sich scheiden, so wecke mich und verleih mir wieder das Licht, darin ich hie wandeln und bei dir dort ewig wohnen möchte. Höre und erhöre mich, der du nicht schläfst noch schlummerst, durch Jesum Christum. Amen. J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 19. Abendgebet am Donnerstag. Hen Gott Vater, voll Gnade und Güte, der du Barmherzigkeit erweisest bis in das tausendste Glied, wie soll ich deinem Namen genugsam Ehre und Ruhm geben, daß du mich so herz⸗ lich geliebt und diesen Tag ohne allen Schaden und Gefahr hast hinbringen lassen. Ach Vater, nimm an meiner Statt das voll⸗ kommene Opfer deines liebsten Sohnes Jesu Christi an und sei mir um seinetwillen auch ferner gnädig und barmherzig, denn ohne dich, mein Gott, bin ich in der Finsternis dieser Nacht ver⸗ loren. Du aber bist mein Licht und starker Hort, nimm mich in deine Gnadenarme, o Gott, der du verheißen, meiner nimmer⸗ mehr zu vergessen. Vergieb mir meine Sünden und schaffe in mir einen neuen, freudigen Geist, daß ich allezeit in kindlichem Vertrauen zu dir rufe: Abba, lieber Vater! Deiner väterlichen Fürsorge übergebe ich auch diese Nacht meinen Leib, Seele und all das Meine. Wache über mich, daß ich vor allem Leid be⸗ hütet in deiner Gnade wieder erwache und dich preise. Tröste auch in dieser Nacht alle Bekümmerten und Betrübten und laß allen, die den Namen deines Sohnes Jesu in wahrem Glauben anrufen, Hülfe widerfahren. Und weil der Schlaf ein Vorbott des Todes ist, so verleih mir, o gütiger Vater, deine Gnade und den Beistand deines Geistes, daß ich mich also bereite, daß ich am Ende meiner Tage zur ewigen Ruhe des Himmels auf⸗ genommen werde. Erhöre mich und erbarme dich mein, o Gott, um der kräftigen Fürbitte deines Sohnes Jesu willen. Amen. 20. Abendgebet am Freitag. O Herr Jesu Christe, du geduldiges Gotteslamm und heiliges Sühnopfer für all meine Sünde, ja nicht allein für meine, sondern auch für der ganzen Welt Simde, dir danke ich abermal von Grund meines Herzens, daß du nich an Leib und Seele durch deinen Schutz diesen Tag so väterr ch behütet hast. Dich bitte ich, du wollest mir alle meine Sünden, so ich heute diesen Tag aus Schwachheit meiner verderbten Natur und Anreizung des bösen Geistes gethan habe, welche mein Hez und Gewissen sehr beschweren und drücken, gnädiglich verzeihen und vergeben. Und weil ich mich nun zur Ruh und Schlaf will laederlegen, wollest du deine Gnade über mich ausbreiten, daß ich darunter in Fried und Ruh diese Nacht mit dem Leibe schlafen, mit du Seele aber allezeit zu dir wachen möge. Laß mich also deiner herrlichen Zukunft zum jüngsten Gericht wahrnehmen und mil herzl dir s dem II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 17 herzlichem Seufzen auf dich warten, bis ich dermaleinst gar zu rzigkeit dir selig von hinnen fahre. Dazu hilf mir, treuer Heiland, mit deinem dem Vater und heiligen Geiste hochgelobet in Ewigkeit. Amen. . 2. Abendgebet am Sonnabend. voll Bund Daut Gott und Vater, ich sage dir von Herzen Lob und sei und Dank, daß du dich meiner die Zeit meines Lebens so 3, denn väterlich angenommen und mich diesen Tag über und sonderlich icht ver⸗ die ganze Woche bis auf diese Stunde vor allem Unglück Leibes im mich und der Seele gnädig behütet hast. Ich bitte dich ferner, du nimmer⸗ wollest alle meine Sünden, die ich heut und die ganze Woche haffe in wider dich und meinen Nächsten wissentlich und unwissentlich ndlichem gethan, durch deine Gnade, welche alle bußfertigen Sünder bei terlichen dir haben, zudecken und ihrer nimmermehr gedenken. Hilf gnädig⸗ eele und lich, daß ich aus der alten Woche in ein neu christlich Leben Leid be⸗ trete, dir und allen Auserwählten im Himmel gefallen möge, Tröste und laß mich diese angehende Nacht in deine gnädigen Arme und laß befohlen sein, daß ich sicher ruhen und schlafen, frisch und gesund Glauben zu deinem ferneren Lob wieder aufstehen möge; und wenn mein Vorbote Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, nade und denn ich bin dein und du bist mein, wie gern wollt ich bald bei „daß ich dir sein. Amen. iels auf⸗ „ o Gott Amen. II. Dankgebete. Berufsgebete. Türbitten. Gebete für die Trüchte des Teldes und den Bergbau. d heiliges 5 ür meine, Meine Rede müsse ihm wohl gefallen. Ich freue mich ch abermal des Herrn. und Soil 2. Dantjagung für Gottes Wohlthaten ast. Dich aWun eute diesen Eiger. allmächtiger Gott, du bist mein Leben, meine Wohl⸗ Anreizung fahrt, meine Seligkeit, ich aber bin ein Staub der Erde „Gewissen und unterwinde mich, vor deinem Angesicht allhier zu stehen und ergeben. dich zu loben. Verwirf mein armes Lobgebet nicht, o Herr, und derlegen. nimm mein Dankopfer in Christo Jesu gnädig an. h darunter Du hast mich von Anfang meines Lebens bis auf diese n, mit den] Stunde an Leib und Seele gespeist und ernährt. Du hast mich also deiner vor unzählbaren Gefährlichkeiten Leibes und der Seele bewahrt nK und mi oder daraus errettet. Du hast mich mit Langmut getragen, zum 2 fröhlich sein könnte. Wie soll ich dir, o mein Gott und Vater, für alle deine Treue und Barmherzigkeit danken? Wie soll ich dir danken, Herr Jesu, der du mit deinem Verdienste, mit Leben und voller Genüge, ja mit dir selber den armen Sünder speisest und trän⸗ kest? Ich vermag allewege nichts Gutes, wie sollte ich danken können? Gieb du selbst, o Herr, mir in meine Hände, was ich bin und habe, und verleih mir alsdann, daß ich zum schwachen Danke dir wieder übergebe und opfere, was ich bin und habe, und mein Opfer von deinem Altare nicht wieder raube, so lange ich lebe. Dein heiliger Wille allein werde in mir, an mir, durch mich in allen Dingen vollbracht und mein Leben zu deinem Preis vollführt, so lange es noch währt. Das hilf mir nach deiner großen Liebe. Amen. 23. Noch ein Dankgebet. Mein Gott und Herr, ich sage dir Lob und Dank, daß du ö mich nach deinem Ebenbilde geschaffen, durch das teure Blut deines Sohnes erlöst, durch die Taufe in die Zahl deiner Kinder aufgenommen und mit dem Sakramente des Leibes und Blutes Christi mannigmal erquicket hast. Ich sage dir Dank, du treuer Gott, daß du mir von meiner Jugend auf bis auf diese Stunde so viele Sünden zu gute gehalten und auf meine Buße gewartet.“ mich so manches Mal aus großen Nöten errettet, an Leib und Seele behütet und mir Gesundheit, Friede und Wohlfahrt die Zeit meines Lebens verliehen hast. Ich bitte ferner, du wollest mich in solcher deiner Gnade und Gütigkeit erhalten, alles, was dir zuwider ist, von mir abthun und vor allem Ubel und Unfall mich behüten. Laß mich mein Leben nach deinem Willen und Wohlgefallen vollenden und endlich mit Freuden zu deiner Herr⸗ lichkeit kommen. Das bitte ich dich, du treuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi. Amen. 24. Sum Beginn der Arbeit. mich gesetzet hast, getrost angreifen und nach deiner Ga —*—p)dmmm‚‚‚‚‚ͤ— 4 wiger, barmherziger Gott, ich will nun wieder frisch an meine Arbeit gehen und die Werke meines Berufes, darein ei Weise has alles meinen m Tode Seligkeit lle deine danken, id voller nd trän⸗ h danken was ich schwachen nd habe, so lange an mir, udeinem mir nach „ daß du ure Blut er Kinder d Blutes du treuer e Stunde gewartet, Leib und fahrt die u wollest les, was ud Unfall llen und ner Herr⸗ nd Vater frisch an 3, darein ier Gabe II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 19 ausrichten, meinem Nächsten dadurch zu dienen und mein Brot zu erwerben. Darum bitte ich dich herzlich, du wollest mir zu solchem Werk nach deiner gnadenreichen Verheißung Weisheit und Verstand, Heil und Segen, auch Gesundheit verleihen, damit ich es nicht allein wohl anfangen, sondern auch durch deine väterliche Hülfe in deinem Namen nützlich vollführen und meines Amtes jederzeit in deiner Furcht mit reinem Gewissen treulich warten möge. Dir befehle ich meine Werke; laß meine Anschläge fort⸗ gehen und laß mir gelingen, was ich mir in deinem Namen vornehme, daß das Licht auf meinem Wege immer scheine, dir zu Lob und Preis, mir und den Meinen, auch meinem Nächsten zur Wohlfahrt und Frommen, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. O Herr Jesu, in deinem Namen und auf dein Wort will ich mein Netz auswerfen. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Amen. 25. Um Gottes Segen in Baus und Beruf. allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, dieweil du mit Worten und Werken genugsam bewiesen hast, daß du als ein getreuer Vater für uns sorgest, und hast uns gnädiglich zu Kindern angenommen und einem jeden seinen Beruf gegeben, darinnen er dir und dem Nächsten dienen soll, so bitten wir dich von Herzen, lieber Vater, gieb Gnade, daß wir unsers Berufes fleißig wahrnehmen und im Gehorsam als deine treuen Kinder allezeit erfunden werden. Fördere die Werke unsers Haushaltens also, daß wir ja unsere Herzen nicht an die Güter dieser Welt hängen noch jemand dadurch Argernis geben, sondern laß uns alle zeitlichen Güter und Gaben, so wir durch deinen Segen empfangen haben, in stillem Wesen mit täglicher Dank⸗ sagung genießen und gebrauchen. Wollest auch von uns abwenden allen Müßiggang, unnötige Sorge der Nahrung und alles, was dir mißfällt, und bei uns und in uns fördern alles, was dir wohlgefällt, auf daß wir in all unserm Thun deinem Befehle nachgehen und alle Sorge und Anliegen aus rechtem Glauben auf dich werfen. Denn du weißt alles, was uns mangelt und not ist; das wollest du uns gnädiglich verleihen. Amen. 26. Gebet christlicher Lheleute. armherziger, gnädiger Gott, lieber Vater, du hast uns nach deinem gnädigen Willen und göttlicher Vorsehung in den heiligen Ehestand gesetzt, daß wir nach deiner Ordnung darin II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. leben sollen. Darum trösten wir uns auch deines Segens, da dein Wort sagt: Wer eine Ehefrau findet, der findet was Gutes und bekommt Segen vom Herrn. Ach lieber Gott, laß uns ja in deiner göttlichen Furcht bei einander leben. Laß uns vor allen Dingen dein Wort lieb haben, daß wir sein mögen wie ein Baum am Wasser gepflanzet, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Laß uns mit einander in Frieden und Einigkeit leben und unsern Ehestand in Zucht und Ehrbarkeit führen, daß dein Segen bei uns wohne, und wir einen ehrlichen Namen haben mögen. Gieb Gnade, daß wir unsere Kinder in der Furcht und Ermahnung zu deinen göttlichen Ehren auferziehen, daß du aus ihrem Munde dir ein Lob bereiten mögest. Gieb ihnen ein gehorsames Herz, daß es ihnen möge wohl gehen und sie lange leben auf Erden. Gieb uns auch das tägliche Brot und segne unsere Nahrung. Und wenn du uns ja, lieber Gott, Kreuz und Trübsal zusenden willst, so gieb uns Geduld, daß wir uns gehorsamlich deiner väterlichen Züchtigung unterwerfen, und mache es gnädig mit uns. Fallen wir, so wirf uns nicht weg, sondern halt uns bei der Hand und richte uns wieder auf. Lindere uns unser Kreuz und tröste uns wieder und verlaß uns nicht in unserer Not. Gieb auch, daß wir das Zeitliche nicht lieber haben denn das Ewige; wir haben ja nichts in die Welt gebracht, werden auch nichts mit hinaus bringen. Laß uns nachjagen dem Glauben und der Liebe und ergreifen das ewige Leben, dazu wir berufen sind. Gott der Vater segne uns und behüte uns. Gott der Sohn erleuchte sein Angesicht über uns und sei uns gnädig. Gott der heilige Geist erhebe sein Angesicht auf uns und gehe uns Friede. Die heilige Dreieinigkeit bewahre unsern Eingang und Ausgang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 2. Gebet der Eltern für ihre Rinder. Gerlneat lieber Gott und Vater, Schöpfer und Erhalter aller Kreaturen, wir danken dir von Herzen für die Kinder, die du uns durch deinen Segen gegeben hast, und bitten dich herzlich, weil du gesagt hast, du wollest deinen heiligen Geist geben allen. die dich darum bitten, begnade auch unsere armen Kinder mit deinem heiligen Geiste, der in ihnen die wahre Furcht Gottes anzünde, welche der Weisheit Anfang ist. Beselige sie mit deiner wahren Erkenntnis, laß sie in dem wahren seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit aufwachsen und darin bis ans Ende ns, da Gutes uns ja ns vor gen wie nget zu ins mit Shestand wohne, Gnade, ideinen dir ein daß es Gieb jJ. Und zusenden h deiner idig mit uns bei er Kreuz rer Not. enn das den auch Glauben berufen Gott der gnädig. und gebe Eingang Uter aller inder, die herzlh, ben allen, inder mit ht Gottes mit deiner Glauben ans Ende II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 21 verharren. Gieb ihnen ein gläubiges, gehorsames, demütiges Herz, auch Weisheit und Verstand, daß sie wachsen und zunehmen an Alter und Gnade bei dir und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines göttlichen Wortes, daß sie seien andächtig im Gebet und Gottesdienst, ehrerbietig gegen die Diener des Wortes und gegen jedermann, schamhaftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, glückselig in Verrichtungen ihres Berufes, verständig in Sachen, richtig in allen Dingen, sanft⸗ mütig und freundlich gegen alle Menschen. Behüte sie vor allen Argernissen dieser Welt, sei ihr Schutz in allerlei Gefahr, daß sie nicht plötzlich umkommen. Laß uns ja nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich vermehret und die Zahl der Gläubigen groß werde, daß sie auch im Himmel um deinen Tisch her sitzen mögen als die himmlischen Olzweige und dich mit allen Aus⸗ erwählten ehren, loben und preisen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Darauf bete den 127. und 128. Psalm. 28. Gebet nach der Taufe eines Rindes, auch von Gevattern Zu beten. llmächtiger, ewiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du der rechte Vater bist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, wir sagen dir von Herzen Lob und Dank, daß du dieses Kind uns geschenkt und ihm verliehen hast, daß es durch die heilige Taufe zum ewigen Leben wiedergeboren und deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, ein⸗ verleibt worden ist. Wir bitten dich demütig, du wollest dieses Kind, welches nunmehr dein Kind und Erbe geworden ist, bei der empfangenen Taufgnade bewahren, damit es nach allem deinem Wohlgefallen zur Ehre deines Namens treulich auferzogen werde, im wahren Glauben bis zum seligen Ende beständig verbleibe und endlich das verheißene Erbteil im Himmel mit allen Heiligen empfange, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 29. Schulgebete. 1. Luthers Morgensegen siehe Gebet 2. 2. Lieber Herr und Gott, der du deinem Volke im Gesetz befohlen hast: Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken, laß auch uns in unserer Arbeit deinen heiligen Willen erkennen und alle unsere Werke mit Fleiß und Treue verrichten. 4 Weil aber ohne deinen Segen Mühe u so bitten wir dich, laß dein himmlisches Gedeihen auf unsere Arbeit reichlich herabfließen gleich dem Morgentau, der das dürre Land befeuchtet. Laß uns unsere Geschäfte in deinem Namen anfangen und in stiller Hoffnung auf deine Hülfe glücklich hinaus⸗ führen, dir zur Ehre, uns zur Freude und den Menschen zum Wohlgefallen. Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände, ja das Werk unserer Hände wollest du fördern. Amen. 3. Abba, lieber Vater, dir sei Lob und Dank gesagt, daß du uns diesen Tag hast gesund erleben lassen und uns wieder die Gnade verleihst, gemeinsam deinen Namen anzurufen. Dein lieber Sohn hat versprochen, daß er mitten unter denen sein wolle, die in seinem Namen versammelt sind. Laß auch jetzt seine gnädige Verheißung an uns erfüllt werden. Weil du aber nur denen nahe bist, die dich fürchten, so gieb eine kindliche Furcht vor deiner heiligen Majestät in unsere Herzen. Erleuchte unsern Verstand und lenke unsern Willen zum Gehorsam, daß dir all unser Thun und Lassen wohlgefalle. Laß uns wachsen an Weisheit, Alter und Gnade bei dir und den Menschen nach dem Exempel deines heiligen Kindes Jesu. Amen. 4. In deinem Namen, lieber himmlischer Vater, schicken wir uns jetzt wieder an, die Arbeit unsers Berufes auszurichten und zu lehren und zu lernen, was uns befohlen ist. Sende dazu dein Licht und deine Wahrheit und gieb uns erleuchtete Augen unsers Verstandes. Vor allen Dingen aber laß deine Furcht unserer Weisheit Anfang und deinen Geist unser aller Lehrer und Leiter sein. Mache unsere Herzen zu einem tiefen, weichen und reinen Lande und laß guten Samen darauf fallen, daß er darin wurzele und aufgehe und Frucht bringe zum ewigen Leben. Amen. lichen Weg, und du schauest auf alle unsere Gänge. Du er⸗ nd Arbeit vergeblich ist, 5. Allgegenwärtiger Gott, deine Augen sehen auf eines jeg⸗ kennest unser Herz, und es ist alles bloß und aufgedeckt vor deinen Augen. Vor dir ist auch die Finsternis licht, und die Nacht leuchtet wie der helle Tag. Gieb uns doch einen tiefen Eindruck davon in unser Herz, daß wir allezeit vor deinen heiligen Augen offenbar sind, damit wir uns vor der Sünde fürchten lernen und vor deinem Angesichte wandeln. Schaffe in uns ein reines Herz, tilge alle heimliche Unlauterkeit aus unserm Leben und mache uns aufrichtig vor dir und den Menschen. Den A lich ist, unsere 8 dürre Namen hinaus⸗ en zum fördere wollest daß du eder die Dein ien sein uch jetzt du aber kindliche Erleuchte am, daß wachsen hen nach icken wir hten und nde dazu te Augen e Furcht r Lehrer „weichen „„‚ daß er en Leben. ines jeg⸗ Du er⸗ deckt vor und die ien tiefen n heiligen ten lernen ein reines eben und Den Auf⸗ „Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 23 richtigen lässest du es gelingen und beschirmest die Frommen. Das erfülle an uns nach deiner Barmherzigkeit. Amen. 6. Wir danken dir, Herr Gott, für alle deine Wohlthat, die du uns erzeiget hast, daß du uns zu vernünftigen Menschen ge⸗ schaffen hast und hast uns erlöset durch das unschuldige Blut deines lieben Sohnes und durch dein Wort und deinen Geist zum ewigen Leben berufen. Wir bitten dich, lieber Vater, verleih uns deine Gnade, dein heiliges Wort wohl zu lernen, christlich zu leben und selig zu sterben, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 7. Herr, leite uns in deiner Wahrheit und lehre uns, denn du bist der Gott, der uns hilft; täglich harren wir dein. Ge⸗ denke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. Gedenke nicht der Sünden unserer Jugend noch unserer Übertretung, gedenke aber unser nach deiner Barm⸗ herzigkeit um deiner Güte willen. Lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist unser Gott; dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Und dein Friede, der höher ist denn alle Ver⸗ nunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christo Jesu. Amen. 8. Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, daß du den Schlummer der Nacht von uns verscheucht und uns wieder ver⸗ sammelt hast, unsere Hände zu dir aufzuheben. Laß uns nun die Arbeit des Tages mit Freuden angreifen und die Gabe, welche du einem jeden verliehen hast, mit Treue und Demut ge⸗ brauchen. Gieb uns ein sehendes Auge, ein hörendes Ohr und ein waches Gewissen. Fülle uns frühe mit deiner Gnade und segne die Werke unserer Hände. Deinem heiligen Namen sei Ruhm und Preis jetzt und in Ewigkeit. Amen. 9. Herr Jesu Christe, der du die Kinder zu dir zu bringen befohlen und sie in dein Reich aufzunehmen verheißen hast, wir danken dir, daß du uns in der heiligen Taufe zu dir gezogen und mit den Gütern deines Reiches gesegnet hast. Laß uns nun bei dir bleiben und als lebendige, grünende und fruchtbare Reben an dir, dem rechten Weinstock, erfunden werden. Vollführe das gute Werk, das du in uns angefangen hast, und behalte uns in der Aufsicht deiner Liebe und unter der Zucht deines Geistes, daß wir geschickt werden, dir hier in deinem Reiche zu dienen, und einst nach wohl vollbrachtem Leben auf Erden den Eingang finden zu deinem ewigen Reiche. Amen. 10. Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, für die große Gnade, daß du dein heiliges Wort uns gegeben hast. Drücke 2⁴ II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. es ein und versiegele es in unsern Herzen, daß wir danach thun, leben und sterben. Laß uns in deiner Erkenntnis wachsen und zunehmen, dich, ewiger Gott, anrufen, loben, ehren und preisen und alles, was wir thun und lassen, nach deinen heiligen Geboten anstellen, damit wir hier allezeit als gehorsame Kinder erfunden und zuletzt des ewigen Lebens, das uns durch Jesum Christum erworben ist, teilhaftig werden mögen. Amen. 11.(Am Schlusse der Woche.) Allmächtiger Gott, lieber himmlischer Vater, da wir ohne deines heiligen Geistes Licht und Gnade nichts vermögen, so bitten wir dich, du wollest unsern Ver⸗ stand erleuchten, unser Gedächtnis stärken und unsern Willen regie⸗ ö ren und heiligen, daß wir alles, was wir lesen und hören, recht verstehen, was wir verstehen, wohl behalten, und was wir behalten, wohl anwenden und in ein christliches Leben verwandeln. Befestige du selbst alles, was wir gehört und gelernt haben, und bestätige das Gute, das du in uns angefangen hast, zu deines Namens Lob und Preis um Jesu Christi, unsers Heilandes, willen. Amen. 12.(Zum Schlusse der Schule.) Lob und Dank sei dir, du Gott aller Gnade und Barmherzigkeit, daß du uns bis hieher geholfen hast. Dein Aufsehen hat unsern Odem bewahrt, du hast uns Gesundheit, Kraft und Freudigkeit zu unserm Werke gegeben, und was an unserer Arbeit nicht vergeblich gewesen, das danken wir allein deiner Güte. Wir sind zu geringe aller Barm⸗ herzigkeit und aller Treue, die du an uns gethan hast. Tilge alle unsere Sünde und Übertretung um Jesu Christi willen. Herr, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeih uns auch die verborgenen Fehler und laß keinen ein böses Gewissen und un⸗ vergebene Schuld mit sich hinwegnehmen. Behalte uns in deiner Gnade, erhalte uns ein fröhliches Herz, laß uns unter einander durch das Band des Friedens und durch herzliche Liebe verbunden bleiben.(Laß deinen Segen die begleiten, welche von uns scheiden; laß ihn auch bei uns bleiben, die wir erfrischt und gestärkt unser Werk wieder aufzunehmen gedenken.) Behüte unsern Ausgang und Eingang von nun an bis zu ewigen Zeiten. Amen. 30. Gebet eines Ronfirmanden. 1. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, daß du mich durch ö die heilige Taufe in den Bund der Gnade und des Friedens aufgenommen, in deinem Worte mich unterwiesen und nun diese Zeit mich hast erleben lassen, in der ich zu meiner Konfirmation mich bereiten und rüsten soll. Hilf, lieber Vater, daß diese Zeit thun, n und preisen eiligen Kinder Jesum lieber ht und n Ver⸗ regie⸗ „ recht halten, efestige estätige ns Lob Amen. ank sei ins bis ewahrt, Werke m, das Barm⸗ Tilge willen. uch die nd un⸗ deiner inander bunden cheiden; t unser ing und ch durch Friedens un diese rmation iese Zeit II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 2⁵ eine heilige und gesegnete Zeit und ein geistlicher Frühling für mich werde. Mache mich völliger im kindlichen Gehorsam, andächtig im Gebet, eifrig zu deinem Wort, treu in meiner Arbeit, friedsam und ehrerbietig gegen jedermann. Bewahre mich und alle, die mit mir auf dem Wege sind, vor Argernis und allem leichtfertigen Wesen. Laß uns wachsen in deiner Erkenntnis und stark werden durch deinen Geist an dem inwendigen Men⸗ schen, daß wir am Tage unserer Konfirmation ein gutes Bekennt⸗ nis thun und würdig zu deinem Tische kommen mögen. Amen. 2. Herr Gott, himmlischer Vater, weil dein lieber Sohn ver⸗ sprochen hat, daß du deinen heiligen Geist denen geben wollest, die dich darum bitten, so bitten wir dich herzlich in dem Namen Jesu Christi, deines geliebten Sohnes, du wollest uns deinen heiligen Geist geben, daß er uns in alle Wahrheit leite, uns zu allem Guten antreibe, regiere und führe. Heilige uns durch den⸗ selben durch und durch und erfülle uns mit seinen Heiligungs⸗ gaben, damit wir als deine Kinder wandeln, Christo angehören und deine Rechte halten mögen, um der teuren Verheißung und Fürbitte deines geliebten Sohnes Jesu Christi willen. Amen. 31. Für die Rirche. Vater aller Barmherzigkeit, der du dir eine heilige Gemeine und Kirche auf Erden durch dein Wort und heiligen Geist sammelst und erhältst, wir bitten dich, du wollest deine kleine Herde, das arme Häuflein, so dein Wort durch deine Gnade angenommen hat, ehret und befördert, bei der rechten, erkannten, reinen und allein seligmachenden Lehre, auch bei dem rechten Gebrauche der heiligen Sakramente wider alle Pforten der Hölle, wider alles Wüten und Toben des leidigen Teufels, wider alle Bosheit und Tyrannei der argen Welt beständig und fest erhalten. Erhalte dein Schifflein samt deinen Christen mitten auf dem ungestümen Meere, unter allen Wellen und Wasserwogen, daß es nicht sinke noch untergehe. Laß deine liebe Kirche fest und unbeweglich auf dem Grundfels stehen, darauf sie gebauet ist. O Gott Zebaoth, wende dich doch, schaue vom Himmel und siehe an und suche heim deinen Weinstock und halte ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzt hat, und den du dir festiglich erwählt hast, auf daß sein Gewächs ausgebreitet und seine Zweige groß werden. Nimm uns, deine Schafe, in deinen Schutz, daß uns niemand aus deiner Hand reiße. Behüte uns vor allen den⸗ jenigen, welche die Vertilgung der rechten Lehre und die Auf⸗ — II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. richtung und Bestätigung der schändlichen Abgötterei suchen. Laß dein liebes Wort, das helle und unwandelbare Licht, so uns jetzt scheint, nicht unterdrückt oder ausgelöscht werden, sondern thu Hülfe durch deinen großen und ausgestreckten Arm und erhalte deine Kirche und Gemeine unter so viel Anstößen in der Welt, auf daß du unter uns hier auf Erden auch ein Volk habest, das dich erkenne, ehre und anbete und deinem heiligen Namen mit reinem Herzen diene. Ach Herr, schone deines Volkes und laß uns nicht entgelten unsere Sünden, der du die Missethat vor⸗ mals vergeben hast deinem Volke und alle ihre Sünde bedeckt, der du vormals hast allen deinen Zorn aufgehoben und dich gewendet von dem Grimme deines Zorns, tröste uns, Gott unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns. Be⸗ schütze deine Christenheit, welche sich auf dich allein verläßt, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen. Sei und bleibe du mitten Hunter uns und weiche nicht von deiner Gemeine. Thu solches um deines Namens willen, daß derselbe nicht entheiliget werde, ja thu es um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, willen. Amen. 32. Für die Obrigkeit. err aller Herren und König aller Könige, du Herrscher über den ganzen Erdenkreis, der du alle Obrigkeit eingesetzet und gesaget hast durch deinen werten Apostel: Es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott, und wer der Obrigkeit widerstrebet, der wider⸗ strebet Gottes Ordnung, laß uns die Obrigkeit für deine Ord⸗ nung erkennen, dieselbe fürchten, lieben und ehren. Gieb Gnade, daß wir durch sie mit Gerechtigkeit regiert werden und unter ihrem Schutz ein stilles, geruhiges Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Und weil du, lieber Vater, der Könige Herzen in deiner Hand hast und leitest dieselben wie Wasserbäche, so regiere auch unsere liebe Obrigkeit mit deinem heiligen Geist, daß sie vor allen Dingen Gottes Wort lieb haben, ihre Thore weit machen und die Thüren in der Welt hoch, daß in ihren Landen der König der Ehren einziehe. Gieb ihnen deine himmlische Weisheit, die um deinen Thron ist, durch welche die Könige regieren und die Ratsherren das Recht setzen. Laß sie das Geschrei der Armen hören und Recht und Gerechtigkeit handhaben. Laß sie fürstliche Gedanken haben und darüber halten. Gieb ihnen die Liebe der Gerechtigkeit, beständigen Mut und Tapferkeit wider alle Ungerechtigkeit, glücklichen Fortgang ihrer Anschläge, getreue, verständige, klage Räte, 7 gesundes und langes 1. Laß ns jetzt n thu erhalte Welt, st, das en mit nd laß at vor⸗ bedeckt, id dich „Gott 3. Bez daß die mitten hes um de, ja Amen. er über zet und brigkeit, wider⸗ e Ord⸗ Gnade, d unter in aller er, der hen wie deinem haben, och, daß ihnen h welche n. Laß echtigkeit halten. eut und ng ihrer 5langes II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 27 Leben. Behüte sie vor Heuchlern und Schmeichlern, vor Kriegen und Blutvergießen. Schütze sie durch deine heiligen Engel. Segne das ganze Land, und schaffe unsern Grenzen Friede, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 33. ᷓFür die Srüchte des Feldes.(Am Tage der Bagelfeier.) err, allmächtiger Gott, ein König Himmels und der Erde, der du durch deine überschwengliche Güte den ganzen Erd⸗ boden mit allerlei Früchten zierest und erfüllest, von welchen Menschen und Vieh ihre Nahrung haben, wir bitten dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest unser Land segnen, daß es seine Früchte und Vermögen gebe, sintemal wir von uns selber nicht ein Körnlein aus der Erde hervorbringen oder dem⸗ selben helfen können, wo du nicht das Gedeihen giebst. Darum verleih den lieben Früchten eine gnädige Witterung, daß sie wachsen und wohl geraten. Behüte sie vor Hagel und Unge⸗ witter, vor Verheerung, vor allem Ungeziefer und Schaden. Laß das Land nicht feiern in deinem Zorne, laß es nicht wüste liegen und unfruchtbar bleiben. Schließ den Himmel in deinem Grimme um unserer Sünde willen nicht zu, daß er nicht wie Eisen, und die Erde so hart wie Erz werde, sondern gieb uns Früh⸗ und Spatregen, dazu fruchtbare Zeiten, suche das Land heim und wässere es und mache es sehr reich. Deine Brünnlein haben Wassers die Fülle, so laß denn unser Getreide wohl geraten und baue selbst das Land, tränke seine Furchen und segne sein Ge⸗ wächs und kröne das Jahr mit deinem Gut. Laß dir, lieber Gott, den Samen und alle Früchte des ganzen Erdreichs in deinen gnädigen Schutz befohlen sein. Behüte uns vor Mißwachs, Teurung, Hunger und Kummer. Siehe, wir bekennen unsere Sünde mit reuigem Herzen und schreien zu dir, unserm Gott, du wollest hören im Himmel, in dem Sitze, da du wohnest, und gnädig sein der Sünde deines Volkes und uns nicht mit leib⸗ licher Nahrung verlassen, sondern unser Leben erhalten und uns mit aller Notdurft versorgen, auf daß wir in allen Dingen deine göttliche Kraft und milde Hand mit Danksagung erkennen und dich preisen, der du uns an Leib und Seele hier zeitlich uns dort ewiglich reichlich ernährest. Amen. 34. Um den lieben Sonnenschein. Als ider barmherziger Gott, himmlischer Vater, wir haben es mit unsern Sünden wohl verschuldet, daß du uns jetzt mit vielem überflüssigen Regen und betrübtem nassen Wetter 28 I. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. strafest und heimsuchst. Aber hilf doch um deines Namens willen und laß die liebe Sonne wiederum scheinen und leuchten, damit sich die notleidenden Früchte erholen, und wir solchen deinen Segen zu unserer Notdurft wohl einbringen und mit Danksagung in Frieden genießen mögen. Unsere Hoffnung und Hülfe, unser Trost und unsere Zuflucht ist und bleibt in dir, der Himmel und Erde gemacht hat. Hilf uns, o Gott unsers Heils. Amen. 35. Um einen fruchtbaren Regen. As himmlischer Vater, allmächtiger Gott, du hast in deinem Worte gesagt, wenn wir dir nicht gehorchen, so willst du den Himmel wie Eisen und die Erde wie Erz machen, daß es nicht regnen soll, noch die Früchte auf dem Lande gedeihen. Wiederum aber hast du verheißen, wenn wir dir gehorchen, dich lieben und Ddir von ganzem Herzen dienen, so wollest du unserm Lande Regen geben zu seiner Zeit. Nun sehen wir leider mit Schmerzen, daß die lieben Früchte, die du aus deiner milden Hand bescheret hast, von der Sonnenhitze hart austrocknen und schier keinen Saft mehr haben, weil die fruchtbaren Regen ausbleiben. Solches alles haben wir mit unsern vielfältigen Sünden als eine Strafe und Rute wohl verdient und wären wohl wert, daß du uns nicht ein Körnlein ließest aus der Erde wachsen. Nun wissen wir kein annder Mittel, mit welchem wir deinen Zorn könnten stillen und die brennende Hitze abwenden, denn daß wir mit einem ernsten, gläubigen Gebet, welches die Wollen durchdringt und vor dein Angesicht kommt, auch bei dir viel ausrichtet, dir in die Rute fallen.q Bitten deshalb deine unendliche Barmherzigkeit, du wollest den Himmel wieder aufschließen und einen lieblichen, fruchtbaren Regen bescheren,(wie denn Elias auch mit seinem Gebete erlangte, daß es regnete,) damit die Früchte der Erde erfrischt und erquickt werden, und wir sie mit Dankbarkeit einernten, zur Erhaltung unsers zeitlichen Lebens fruchtbarlich gebrauchen und in deinem Segen vom Himmel an Leib und Seele erhalten werden und dich hie zeitlich und dort ewiglich loben und preisen mögen. Amen. 36. Beim Anfang der Ernte. llmächtiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du fröhlich machst, was da webet, beide des Morgens und des Abends, bauest selbst das Land und segnest sein Gewächs: wir danken dir, daß du auch dieses Jahr unser Land heimgesucht hast und das Getreide wohl geraten lassen. Wir wollen nun. willen damit deinen sagung „unser iel und ien. deinem du den S nicht ůederum hen und Regen en, daß et hast, ft mehr 8 alles afe und 1s nicht wir kein len und ernsten, hor dein ie Rute wollest chtbaren erlangte, erquickt rhaltung deinem und dich Amen. isti, der ens und hewächs: mgesucht llen nun II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 29 deinen Segen einsammeln und bitten dich herzlich, du wollest uns dazu gute und bequeme Witterung verleihen, das Angesicht der Erde fröhlich machen und deine liebe Sonne scheinen lassen, damit unsere Früchte, vor allem Schaden behütet und zu ihrer Voll⸗ kommenheit gebracht, von uns in gutem Frieden fein trocken eingesammelt, mit Danksagung aus deiner milden Hand ange⸗ nommen und zur Notdurft unsers Leibes in guter Gesundheit genossen werden. Du weißt, lieber Vater, daß wir des täglichen Brotes und deines Erdsegens hoch bedürfen, weil du es so geordnet, daß der Mensch vom Brote lebe und sein Herz damit stärke. Darum so gönne uns auch für dieses Jahr deinen gezeigten Segen, und wie du angefangen hast, uns zu segnen, so segne uns noch ferner, gieb uns unsere Speise zu deiner Zeit, thu deine milde Hand auf und sättige uns mit deinem Gut. Herr, du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Höre auch jetzt unser Gebet und vernimm unser Schreien, auf daß wir dein väterliches Herz erkennen und dich für deine Wohlthat loben und preisen, so lange wir leben. Dazu hilf uns, du frommer Gott, und gieb uns, was wir für uns selber nicht vermögen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 37. Dankgebet nach der Ernte. err Gott Himmels und der Erde, du bedeckest den Himmel mit Wolken, giebst Regen auf Erden und machest sie fruchtbar, daß sie giebt Samen zu säen und Brot zu essen; du erfüllest die Herzen mit Speise und Freude und giebst uns allerlei Gutes reichlich zu genießen. Du hast verheißen: So lange die Erde steht, soll nicht aufhören Samen und Ernte, und dieses dein Wort hast du, gnädiger Gott, auch an uns in diesem Jahre kräftiglich erfüllt. Unsern Samen haben wir auf Hoffnung ausgesäet, und siehe, nun ernten wir durch deinen Segen reichlich ein. Für solche deine Gnade und Wohlthat danken wir dir heute in deinem Hause mit allem deinem Volke und sagen: Nun danket alle Gott, der große Dinge thut an allen Enden, der uns vom Mutterleibe an lebendig erhält und thut uns alles Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott! Dank sei dir, o treuer Gott, daß du unsern Saaten Regen und Sonnenschein verliehen, uns die Ernte so treulich behütet und uns und unsern Kindern wieder für ein Jahr Brot gegeben hast. Bewahre nun ferner, lieber Gott, was du gegeben hast, und gieb Gnade, daß ——.— —— zurückgehalten und doinen Segen entzogen, daß unsere Arbeit an 30 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. haltung und dir zu Lob und Preis. Hilf, daß wir als deine Kinder dich stets vor Augen haben und züchtig, gerecht und gott⸗ selig leben in dieser Welt, einst aber wie reife Garben heim⸗ gelobet sei Gott in alle Ewigkeit! Amen. 38. Um göttlichen Segen zum Bergwerk. Hand un Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, in deiner Hand ist, was die Erde bringt, und die Höhen der Berge sind auch dein. Groß sind deine Werke, die Erde füllest du mit Gütern und lässest auch der Berge Gründe nicht leer. Wir sagen deiner Majestät Lob und Preis, daß du diesen unsern Ort mit dem edlen Bergsegen begnadigt, die Gebirge mit fündigen Klüften und Gängen veredelt und(bei den bisherigen schweren Zeiten) den lieben Bergbau noch gnädig erhalten hast. In⸗ sonderheit danken wir deiner Barmherzigkeit, daß du in dem ver⸗ schweren Unglücksfällen uns wieder gnädig angesehen), alles in gutem Stande erhalten und das tägliche Brot mildiglich beschert hast. Für diese großen unverdienten Wohlthaten bringen wir heute deinem Namen das Opfer unserer Lippen und rühmen deine Allmacht und Güte mit fröhlichem Munde und dankbarem Herzen. Weil wir aber, lieber Gott und Vater, leider oft un⸗ dankbar gewesen, deine Gaben nicht gebührlich erkannt und ge⸗ achtet, dieselben auch nicht zu deinen Ehren und zu Nutzen unsers Naächsten angewandt, sondern vielmehr oft mißbraucht haben, so hast du zur gerechten Strafe oftmals deine Gaben und Schätze vielen Orten verloren und vergeblich gewesen. Nun, lieber himm⸗ lischer Vater, wir bitten dich, gedenke nicht unserer Sünden, geholt und am jüngsten Tage durch deine heiligen Engel als guter Weizen in deine Scheuern gesammelt werden; so wollen wir dir mit allen Heiligen ein ewiges Dankopfer bringen und sagen: Hoch gangenen Jahre viel Unglück väterlich abgewendet(nach den wir es anwenden uns und unsern dürftigen Nächsten zur Er⸗ sondern gedenke deiner vorigen Güte und Gnade, die von der Welt her gewesen ist. Gieb uns deinen Geist, daß wir nicht bloß mit Worten unsere Missethat bekennen, sondern auch durch seine Hülfe zu wirklicher und thätiger Bußfertigkeit und Besserung des Lebens schreiten mögen. Erhebe du durch deine allmächtige Hand, die kräftig allenthalben wirkt, dieses unser Bergwerk immer· mehr und mehr; thu deine milde Hand auf, beschere gute An⸗ brüche, reich Erz und Silber, und laß durch deinen Segen die zur Er⸗ deine id gott⸗ uheim⸗ ls guter wir dir 1: Hoch n deiner r Berge du mit Wir ern Ort ündigen schweren t. In⸗ em ver⸗ ach den alles in beschert gen wir rühmen nkbarem oft un⸗ und ge⸗ n unsers aben, so Schätze rbeit an r himm⸗ Sünden, der Welt bloß mit ich seine zesserung mächtige k immer zute An⸗ zegen die III. Gebete in allerlei Not. 31 herrlichen Gaben, die du uns durch schöne Anbrüche zeigst, dauernd sein, daß wir alle dadurch unser täglich Brot haben mögen. Be⸗ hüte uns vor Feuersbrünsten, vor ansteckenden Krankheiten, vor Wassermangel und schädlichen Wasserfluten. Behüte unsere Berg⸗ leute bei ihrem Ein⸗ und Ausfahren, wache über unsere Pochwerke und Hütten und über alle, die darin arbeiten. Laß ihre Arbeit gedeihn, daß jedermann sich deiner väterlichen Güte und gnädigen Hülfe erfreue und die Werke seines Berufs mit Lust verrichte. Schenke den Oberen Weisheit und Liebe, Kraft und Treue. Segne unsere Schulen, daß die Weisheit in ihnen gesucht werde wie Silber und erforscht wie die Schätze, auf daß unsere Kinder deine Furcht und Erkenntnis finden. Vor allen Dingen aber laß den edlen Schatz deines reinen Worts und Sakraments bei uns bleiben und segne uns mit den unvergänglichen Gütern deines Reiches, daß wir allesamt endlich unsere Ausfahrt aus den dunklen Gängen dieser Erde mit Freuden halten und dich ewig loben und preisen, durch Christum, unsern Herrn. Amen. III. Gebete in allerlei Rot. Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen, aber deine Tröstungen ergetzten meine Seele. 39. Um Geduld in Leidenszeit. Alnenein gütiger Gott, der du bist eine Stärke der Schwa⸗ chen, ein Trost der Betrübten, eine Zuflucht der Verlassenen, eine Hülfe der Angefochtenen, ein Leben der Sterbenden, ein Gott der Geduld und alles Trostes, du siehest, wie schwach, blöde und verzagt wir sind, und daß wir im Kreuze ohne deine göttliche Hülfe und Beistand nicht bestehen können. Deswegen rufe ich zu dir, wenn du mir Krankheit oder sonst Wider⸗ wärtigkeit nach deinem göttlichen Willen und Wohlgefallen zuschickest, du wollest mich darunter fest im Glauben und beständig in der Geduld erhalten. Verleih mir Gnade, daß ich deine väterliche Hand und Züchtigung mit sanftem Geiste und stillem Herzen ertragen möge. Gieb mir Geduld in Leidenszeit, welche mir hoch von nöten ist, und lehre mich, daß ich dir, meinem Gott, stille halte, wenn es mir übel gehet, damit ich die Trübsal ———— — 8 8— —————— —————— III. Gebete in allerlei Not. nicht achte für ein Zeichen deiner Ungnade und in meinem Herzen nicht etwa wider dich murre oder sonst ungeduldig werde, sondern laß mich erkennen, daß, welchen du, Herr, lieb hast, denselben du auch züchtigest zu seiner Besserung; denn die Trübsal bringt Geduld, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zu schanden werden, und selig ist der Mann, den du, Gott, züchtigest. Darum soll sich niemand weigern der Züchtigung des Allmächtigen, denn du verletzest und verbindest, du zerschmeißest, und deine Hand heilet. Aus sechs Trübsalen wirst du mich erretten, und in der siebenten wird mich kein Übel rühren. So hilf nun, ewiger, barmherziger Gott, daß ich meine Seele mit Geduld fasse und in gewisser Hoffnung unabgewendet stets an dir bleibe, auf daß ich mit kindlicher Zuversicht dein väterliches Herz, unter dem Kreuze verborgen, erkennen möge, mit allerlei Kraft mächtig gestärkt werde nach der großen Macht deiner Herrlichkeit, und mit aller Geduld und Langmut in aller Anfechtung und Widerwärtigkeit gewappnet stehe und fröhlich mit dankbarem Gemüte in aller Not samt allen deinen Gläubigen dich preisen möge; auf daß, wie ich mit Christo Jesu, deinem lieben Sohne, allhier leide, also auch mit ihm zur ewigen Herrlichkeit erhoben werde. Amen. 40. In Anfechtungen. O Jesu Christe, du mächtiger Herr und einiger Helfer, der du dich um unsertwillen und uns zu gut hast lassen ver⸗ suchen, auf daß du den Teufel überwändest, wir bitten dich, rüste uns mit geistlichen Waffen, damit wir bestehen können unter dem Schilde des Glaubens gegen die listigen Anläufe des Teufels; mach uns stark in der Macht deiner göttlichen Stärke, daß wir der Welt obsiegen; hilf uns das Fleisch durch Fasten und Beten betäuben und im Zaum halten, damit wir unum⸗ gestoßen in deinem Dienste bleiben und als christliche Ritter uns wehren mit dem geistlichen Schwerte deines Wortes und endlich die Krone des Lebens davon bringen, welche um deiner Barmherzigkeit willen. Amen. mein Herr Jesu Christe, ich bitte dich du uns geben wirst von Grund meines Herzens, sprich mir diese Himmelsfreude allezeit in mein Herz und schreib sie an mit der goldenen Schrift des Glaubens in mein Gemüt, daß du mein Jesus, mein Heiland, mein Helfer, mein Erlöser, mein Gott und Herr seiest, damit ich als ein meinem gwerde, eb hast, Trübsal Jbringt n, und soll sich enn du d heilet. iebenten iherziger gewisser ich mit t Kreuze gestärkt nit aller bärtigkeit in aller auf daß, ier leide, . Amen. Ifer, der ssen ver⸗ tten dich, 1 können läufe des 1 Stärke, ch Fasten ir unum⸗ titter uns id endlich eben wirst id meines tin mein Glaubens in Helfer, h als ein III. Gebete in allerlei Not. 33 Kind Gottes und Erbe des ewigen Lebens in diesem Elend dich, den Brunnquell aller Freude und Trostes, allezeit in meinem Herzen trage, auf daß ich alle Anfechtung und Widerwärtigkeit mit fröhlicher Geduld überwinde, dem Teufel mit fröhlichem Glauben widerstehe, mit fröhlicher Zuversicht bete, alle Mühseligkeit meines Berufs mit Freuden dulde und einmal, wenn du willst, in fröhlicher Hoffnung ein seliges Ende nehmen möge. Amen. 41. In Kriegszeiten. eiliger und barmherziger Gott, erzeige uns deine Gnade und hilf uns. Schwere Wetter steigen auf, Kriegsgeschrei ist rings um uns her. Ach daß wir unter dem Toben der Völker deine Stimme hörten und deinen Geist uns strafen ließen! Mit Langmut hast du uns geschont und Geduld mit uns gehabt, aber wir sind über deine Güte um so sicherer geworden, haben deine Wohlthaten mißbraucht, dein Wort vergessen, haben viel wider einander gemurrt, aber wenig für einander gebetet, haben mit unserer Weisheit, unserm Vermögen und Werk Götzendienst getrieben, statt auf dich allein unsere Hoffnung zu setzen. Aber nun kommen wir wieder zu dir, Herr, unser Gott. Laß uns eins werden in Erkenntnis unserer Sünde, daß wir auch eins werden im Vertrauen auf deine Erbarmung. Nimm von uns, Herr, jegliche Verschuldung, um Christi willen vergieb uns unsere Sünde. Deine Gnade sei unser Trost, dein Friede unsere Kampfesrüstung. Sei eine feurige Mauer um unser Vaterland her und erzeige dich herrlich darinnen. Wächst die Not, so mache die Liebe brennender, daß sie rastlos einhergehe und den Verwundeten und Kranken Pflege bringe, den Armen und Hun⸗ gernden Obdach und Speise. Knüpfe durch die Trübsal neue Bruderbande, führe uns durch Kampf und Sieg zu neuen Siegen deines Reiches und laß über unserm deutschen Vaterlande einen Frieden aufgehn, der deines Namens Ehre ist. Herr Gott, sei uns gnädig und erbarme dich über uns, erhöre unser Gebet um Jesu Christi willen. Amen. 42. In teurer Seit. ch Herr, du großer und gewaltiger Gott, reich über alle, die dich anrufen, wir bekennen dir von Grund unserer Herzen, daß wir die Teurung und Hungersnot, die uns betroffen, mit unsern vielfältigen Sünden wohl verdient haben. Du, Herr, hast dich nicht unbezeugt gelassen, sondern uns viel Gutes gethan und bisher fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt 34 III. Gebete in allerlei Not. mit Speise und Freude. Wir aber haben für solche deine Wohl— thaten dir nicht gedankt noch gedient. Darum, o gerechter Gott, hast du uns billig solchen Segen entzogen und den Stab des Brotes zerbrochen. Ach Herr, sei uns gnädig und vergieb uns unsere Sünden um Jesu Christi willen. Thu deine milde Hand auf und sättige uns wieder nach deinem Wohlgefallen. Suche das Land heim und wässere es und mache es fruchtbar, deine Brünnlein, Herr, haben ja Wassers die Fülle. Laß das Getreide wohl geraten, baue das Land und segne sein Gewächs, kröne das Jahr mit deinem Gute. Gott, der du rufen kannst dem, das nicht ist, daß es sei; der du dem Vieh sein Futter giebst, den jungen Raben, die dich anrufen laß doch uns Menschen, die wir nach deinem Ebenbilde geschaffen, auf deinen Namen ge⸗ tauft, ja mit dem teuren Blute Jesu Christi, deines Sohnes, erkauft sind, nicht verschmachten. Erquicke uns doch wieder, denn unser aller Augen sehen auf dich. Herr Jesu, dich hat ja des Voltes gejammert, das nur etliche Tage bei dir verharrt und Hunger gelitten hatte, so laß dich doch auch unser Elend jammern, die wir jetzt Teurung und Kummer leiden. Hebe doch wieder an zu segnen die Hände deiner Knechte, denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich. Verleih auch uns allen wahre, herzliche Buße und regiere uns durch deinen Geist, daß wir deint väterliche Güte besser erkennen und deine Gaben und Wohlthaten mit größerer Dankbarkeit gebrauchen. Vor allen Dingen aber speise uns mit dem geistlichen Brote deines heiligen Wortes zu unserer Seligkeit und laß uns trachten nach dem, was droben ist, da Christus ist, damit wir dermaleinst mit ihm seiner himm⸗ lischen Güter genießen mögen in alle Ewigkeit. Amen. 43. Bei großem Ungewitter. du großer und erschrecklicher Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fähres wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blitzen auslässest, wir armen Menschen müßten ja in einem Augenblich verderben, wenn du deine Donnerstrahlen auf uns gehen ließest. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und beben, wenn du zornig bift. Herr, wir sehen und hören deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschreck lichen Prasseln deines Donners. Ach gedenke nicht unserer Sünden und Missethaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem ne Wohl⸗ hter Gott, Stab des rgieb uns ilde Hand 1I. Suche ar, deine Getreide 98, kröne nnst dem, ter giebst, Menschen, tamen ge⸗ Sohnes, eder, denn hat ja des harrt und jammern, och wieder du, Herr, len wahre, wir deine Wohlthaten ingen aber Wortes zu das droben ner himm⸗ n. winde und lken fährest und Blitzen Augenblicke hen ließest. der Berge sehen und m erschreck cht unserer um deines mit deinem III. Gebete in allerlei Not. 35 Wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen Donnerschlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus, Hof, Vieh und die lieben Früchte auf dem Felde. Behüte uns vor grausamen Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Klein⸗ mütigkeit und ungläubige Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoffnung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Ungewitter vorüber gehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines grimmigen Zorns, womit du die Gottlosen dermaleinst in das höllische Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, samt deinem Sohne Jesu Christo und dem heiligen Geiste, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mögen. Amen. 44. Bei Sturm und Wasserfluten. Allmächtiger, großer und starker Gott, der du Himmel und Erde in deiner Hand hast, sieh doch an unsere große Not und Gefahr, darin wir jetzt schweben. Du hast die Winde mit Ungestüm ausgehen lassen und die Wasserfluten daher rauschen, daß uns bange ist, und unsere Herzen wollen verzagen. Ach halt ein, du Gott aller Güte und Barmherzigkeit, vergieb uns unsere Sünden und Missethat, um unsers Mittlers und Fürsprechers Jesu Christi willen. Laß vor dich kommen das Seufzen der Bedrängten, behüte die Schiffe und alle, die auf dem Meere fahren, mache unsere Dämme und Deiche fest, bewache unsere Häuser und Habe, laß die Gefahr und Angst gnädig vorübergehn. Du hast einst Noah in der großen Flut wunderbar erhalten und nachher den Regenbogen als Gnadenzeichen in die Wolken gesetzt, mache auch diesmal den verheerenden Fluten ein Ende und thu ein Zeichen an uns, daß es uns wohl gehe. Du hast dich Elias nach Sturm, Feuer und Erdbeben in stillem, sanftem Sausen offenbart, laß auch jetzt den Sturm sich wieder legen und erquicke unsere bangen Herzen mit friedlicher Stille, daß wir deine Nähe merken. Herr Fesu Christe, du bist der Mann, dem Wind und Meer gehorchen muß, stille das Brausen des Windes und das Toben der Wellen. Sprich nur Ein Wort, so ist uns geholfen, so wollen wir dir danken um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkinder thust, und deinen Namen preisen hie zeitlich und dort ewiglich. Amen. * 2———— — 8* 3 III. Gebete in allerlei Not. 45. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten. A Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Güte und Treue, wir erkennen deinen gerechten Zorn, welchen wir mit unsern Sünden wider uns erweckt haben. Ach schone unser, lieber Vater, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sünde nach deiner großen Barm⸗ herzigkeit. Wende deine Plage von uns, daß wir nicht ver⸗ schmachten von der Strafe deiner Hand. Wende dich, o Herr, und errette uns. Hilf uns um deiner Güte willen. Heile, Herr, alle Schwachen und Kranken. Sei bei ihnen in der Not. Reiße sie heraus und zeige ihnen dein Heil. Nimm dich ihrer Seelen herzlich an und vergieb ihnen alle ihre Sünde. Lehre uns hiebei alle bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden und mit Furcht und Zittern unsere Seligkeit schaffen. Laß uns, wenn unser Stündlein kommt, an deinem Worte festhalten, in Frieden hinfahren und den Tod nicht sehen ewiglich. Erhört uns, erhöre uns, erhöre unsere Bitte, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Darnach lies Psalm 90. 91. 46. Am tägliche Bereitschaft zum Sterben. ch lieber Gott und Herr, ich lebe und weiß nicht wie lange, ich muß sterben, und weiß nicht wann; du, mein himm⸗ lischer Vater, weißt es. Wohlan, soll dieser Tag(oder diese Nacht und Stunde) die letzte meines Lebens sein, Herr, so geschehe dein Wille, der ja allezeit und allewege der beste ist. Nach dem⸗ selben deinem heiligen Willen laß mich allezeit bereit sein, in wahrem Glauben an meinen Erlöser Jesum Christum zu lehen und zu sterben. Allein, mein frommer Gott, gewähre mich dieser Bitte, daß ich nicht plötzlich in meinen Sünden sterben und ver⸗ derben möge. Stelle sie mir in diesem Leben zu meiner Be⸗ kehrung unter Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage u meiner Verdammnis vorgestellet und zugerechnet werden moͤgen. Verleih mir, daß ich noch in der Gnadenzeit meine mannih⸗ faltigen schweren Sünden erkenne, bekenne, sie von Herzen berent, einen festen Vorsatz fasse, mein Leben zu bessern, und auch Ver⸗ gebung derselben von dir erlange. Alsdann, mein Gott, geschehe dein heiliger Wille; laß mich sterben, wann es dir gefällt, nut gieb mir ein sanftes und vernünftiges Ende. Barmherzihtt Gott wolle seinen Heila versid den, unser und Seuf, diese! ich m el des K des 8 du ar dich dein und ab vi wohl daß ihm deine aus ewige führe nicht, und treue: uns deine selig Güte und n wir mit ne unser, ti willen. nicht in ädig nach en Barm⸗ nicht ver⸗ „ 0 Hert, eile, Herr, ot. Reiße rer Seelen uns hiebei ug werden Laß uns, halten, in 9. Erhöre Sohn und wie lange, ein himm⸗ diese Nacht so geschehe Nach dem⸗ it sein, in m zu leben mich dieser n und ver⸗ meiner Be⸗ en Tage zu den mögen. ie mannig⸗ rzen bereue, d auch Ver⸗ ott, geschehe gefällt, nut zarmherzigln III. Gebete in allerlei Not. 37 Gott und Vater, der du bei deinem Leben geschworen hast, du wollest nicht den Tod des Gottlosen, sondern daß er sich von seinem bösen Wesen bekehre und lebe, Gott Sohn, der Welt Heiland, der du alle, die an dich glauben, bei deiner Wahrheit versichert hast, was sie den Vater in deinem Namen bitten wer⸗ den, das wolle er ihnen geben, Gott heiliger Geist, der du unserer Schwachheit aufhilfft und wenn wir nicht wissen, was und wie wir erhörlich beten sollen, uns mit unaussprechlichem Seufzen vertrittst, erbarme dich über mich armen Sünder und laß diese meine Bitte ja, amen und erhört sein. In deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Amen. 47. Gebet für ein krankes Rind. err Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, erbarme dich unser und dieses kranken Kindleins. Du hast einst das Kind des Königischen gesund gemacht, da sein Vater dich bat, und hast des Jairus Töchterlein vom Tode aufgeweckt; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Du guter Hirte, nimm dich in Gnaden dieses deines elenden Schäfleins an. Es ist ja dein Eigentum. Du hast es in der heiligen Taufe angenommen und zu den Deinen hinzugethan; so ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was dein ist. Herr, unser Heiland, wir möchten wohl dies Kindlein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger lebe, so schenke es uns noch einmal und verleih ihm wieder Kraft und Gesundheit, so wollen wir dich loben für deine Treue und Gnade. Hast du aber beschlossen, dies Kindlein aus dieser argen und sündhaften Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwählten heimzu⸗ führen, so geschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, das du uns auflegen willst. Stärke nur unsern Glauben und gieb uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gefalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser. An dein Herz und in deine Hände legen wir dies Kindlein, so ists wohlgeborgen und selig in Zeit und Ewigkeit. Amen. 48. Gebete eines Rranken. 1. O Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und lässest niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen, ich bitte dich in meinen großen Nöten und ———— ——* ——— —— —.:.— 38 III. Gebete in allerlei Not. Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden. Stürkt mich, daß ich es mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: Erbarme dich über mich sündigen Menschen, vergieb mir alle meine Übertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. Erhalte mich im wahren Glauben bis an mein Ende. O Gott heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Not. Leite mich aus diesem Jammerthale in das rechte Vaterland. Amen. 2. Herr Jesu Christe, du hast deinen Boten zu mir geschickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Siehe, mein Herr, ich erkenne deinen gnädigen Willen, bin gehorsam und bekehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten, nämlich mein armes Gebet und mein Seufzen. O Herr, nimm mein Flehen an und laß meine Seufzer vor dich kommen. Gefällt dirs, mein Erlöser, und ist mirs gut und selig, daß ich leben soll, wohl, so richte mich auf und hilf, daß es ein neues, gesundes, christliches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dirs nicht, daß ich lebe, sondern soll dies das Ende sein, wohl, so sei es ein seliges Ende. So komm, Herr Jesu, bald und nimm meine Seele in deine Hände. Amen. 3. O allmächtiger, starker Gott, der du bist gnädig und barm⸗ herzig, geduldig und von großer Güte und Treue, vergiebest Sünde und Missethat, zu dir rufe ich, du wollest mir alle meine Sünde aus Gnade verzeihen und meine Seele wider alle An⸗ fechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hülfe und stehe mir bei, daß der Glaube in mir nicht wanke, die Hoffnung nicht verzage, die Liebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinke. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß mich in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. An diesen Heiland glaube ich und auf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zu schanden werden, denn du bist meine Hülfe und Stärke. Siehe mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit und wende zu mir deine väterliche Huld, durch Jesum Christum deinen Sohn, der mit seinem heiligen Leiden und Sterben uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amen. deine armen großer mein wieder über du m du m tigt, Um 7 Seele Gute Lebele dich, meine erhör nahe zersch herzli um auf mich Besch mich endli halte Gott selig möge und Dir, alle Stärke deiner dendigen ten hast ich aus ündigen ich in wahren wahrer erzlichen d weiche 3diesem geschick, rmahnen Willen, ich sende nd mein 5ß meine „und ist mich auf ei bis an soll dies o komm, Amen. ud barm⸗ vergiebest Ulle meine alle An⸗ und stehe ung nicht hheit vor Stündlein zen haben und auf 1 werden, mit den väterliche it seinem erworben II. Gebele in allerlei Not.— 49. Dankgebet eines Genesenden. err, mein Gott, mein Trost, mein Erretter, mein einiger Nothelfer, dir danke ich von Grund meines Herzens für deine unaussprechlichen, vielfältigen Wohlthaten, die du mir armen Sünder erzeiget hast, sonderlich aber, daß du in meiner großen Not, Krankheit und Elend mich in Gnaden angesehen, mein Herz gestärkt, mein Gebet erhört und mir so väterlich wiederum aufgeholfen hast. Ich danke dir, Herr, daß du zornig über mich gewesen bist, und dein Zorn sich so gewendet hat, daß du mich nun wiederum tröstest. Ach wie gut ist mir es, daß du mich gedemütigt hast. Du hast, o lieber Vater, mich gezüch⸗ tigt, damit ich nicht mit der gottlosen Welt verdammt werde. Um Trost war mir sehr bange, aber, Herr, du hast dich meiner Seele herzlich angenommen, wie soll ich dir vergelten all das Gute, das du an mir gethan hast? Ich will dir danken mein Lebelang und deinen Ruhm verkündigen für und für. Da ich dich, Herr, suchte, antwortetest du mir und errettetest mich aus meiner Not. Du verlässest die nicht, die dich suchen. Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Du bist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilfst denen, die zerschlagene Gemüter haben. Ach mein Gott, verleihe mir eine herzliche, beständige Buße durch die Kraft des heiligen Geistes um Jesu Christi willen, damit ich hinfort nicht mehr sündige, auf daß mir nicht etwas Argeres widerfahre, sondern daß ich mich mein Lebelang vor solcher Betrübnis meiner Seele hüte. Beschütze mich auch hinfort durch deine heiligen Engel, daß sie mich bewahren auf allen meinen Wegen. Und dieweil ich doch endlich dieses Leben werde gesegnen und sterben müssen, so er⸗ halte und vermehre in mir den wahren seligmachenden Glauben, Gottesfurcht, Geduld und Trost, damit ich ritterlich kämpfen, selig überwinden und fröhlich in dein himmlisches Reich eingehen möge, dich, o Vater aller Barmherzigkeit, samt deinem Sohne und heiligem Geist, den einigen wahren Gott, ewiglich zu preisen. Dir, o allerhöchster Gott, sei Lob, Ehre und Dank gesagt in alle Ewigkeit. Amen. 50. Um Geduld in langwieriger Rrankheit. O Herr Jesu Christe, der du in den Tagen deines Fleisches in höchster Geduld all dein Elend ausgestanden und uns unsere Seelen mit Geduld zu fassen befohlen hast, du siehst mein betrübtes Elend, hörst mein Seufzen, das ich auf meinem Angst⸗ ——— — 88— — , le it lager ausgieße. Du weißt, wie meine Schwachheit und Gebrech⸗ lichkeit so groß und heftig ist. Wie soll ich aber thun, du frommer Herr? Keine Arznei weiß ich als das Kräutlein Ge⸗ duld. Dieweil aber dasselbe nicht wächst in dem ungebauten Garten meines Fleisches und Blutes, denn der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach, so stärke du mich mit dem Geiste der Gnade und des Trostes, gieb mir Geduld in Leidens⸗ zeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, damit ich wider deine Gerichte nicht murre, sondern mit Freuden ein Halleluja darein singe und gewiß dafür halte, du wollest mitten unter deinen Zuchtruten gedenken deiner väterlichen Barmherzigkeit, mich züch⸗ tigen, aber mit Maße, mich strafen, aber nicht in deinem Zorn, mich töten, aber wieder lebendig machen, mir eine Last auflegen, aber wiederum aushelfen. Du bist ja der Gott, der da hilft, und der Herr Herr, der vom Tode errettet, hochgelobt in Ewig⸗ keit. Amen. Sprüche aus Gottes Wort für Rranke. Bange Seufzer: Deine große herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich.(Jes. 63, 15.) Ach du Herr, wie lange?(Psalm 6, 4.) Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?(Röm. 7, 24.) Demütigung vor Gott: Ach Herr, unsere Missethaten habens ja verdient.(Jer. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?(Psalm 130, 3.) Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.(Dan. 9, 18.) Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.(1 Joh. 1, 7). Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit sein, aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.(Hebr. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb i ßhaben.(Jac. 1, 12.) 1 krank und lassen Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ö ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselbigen vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Hände hab ich dich ge⸗ ebrech⸗ n, du in Ge⸗ ebauten t zwar it dem eidens⸗ deine darein deinen 9 züch⸗ Zorn, Iflegen, hilft, Ewig⸗ rzigkeit rr, wie erlösen sethaten Sünde rliegen sondern ti, des . 17½0 Freude, en eine geübet fechtung one des ihn lieb in Weib ber den will ich dich ge⸗ III. Gebete in allerlei Not. 41 zeichnet.(Jes. 49, 15. 16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.(Hebr. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.(Jer. 31, 3.) Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.(Joh. 7, 37. 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. (2 Cor. 12, 9.) Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.(Offenb. 2, 10.) Auch können folgende längere Abschnitte göttlichen Wortes von dem Kranken gelesen oder ihm vorgelesen werden: 1 Petr. 5, 6—11. Psalm 130. Psalm 25. Psalm 42. Psalm 63, 2—9. Psalm 91. Klagelieder 3, 22—42. Röm. 8, 18—27. Röm. 8, 28—39. 1 Petr. 1, 3—9. Psalm 126. Offenb. 7, 9—17. 51. Morgengebet eines Rranken. O du getreuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du mich armen kranken Menschen diese Nacht über so gnädig erhalten, gestärket und das erquickende Tageslicht wieder hast sehen und erleben lassen. Gelobt sei deine Gnade und Barmherzigkeit, welche über mich waltet, so hoch der Himmel über der Erde ist. Ich bitte dich, vergieb mir alle meine Sünde, verneure, vermehre deine Liebe und Treue diesen Morgen und allezeit an mir armen Menschen und laß deine Güte nicht von mir weichen. Tröste und stärke mich mit deinem heiligen Geiste, daß ich in allem nach deinem Willen leben und leiden möge. Ach Herr, verlaß mich nun und nimmermehr mit deinem Schutze. Laß aufhören die böse Zeit; wenn es, lieber Herr und Gott, dein Wille ist, so mache meinen schwachen Leib gesund, oder bringe mich bald und seliglich aus diesem Elende zu deiner ewigen Herrlichkeit durch das bittere Leiden und Sterben und durch die siegreiche Auferstehung Jesu Christi, deines lieben Sohnes, welcher als unser Mittler alle unsere Krankheit getragen, unsere Schmerzen auf sich geladen und uns durch seine Wunden geheilet hat. Nun, ich befehle dir nochmals meinen Leib, Seele und alles, was du mir gegeben, in deinen väterlichen Schutz; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Der Segen, Schutz und Kraft Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes sei über, in und bei mir ietzt und in alle Ewigkeit. Amen. —— III. Gebete in allerlei Not. 52. Abendgebet eines Rranken. eiliger Herr und Gott, barmherziger himmlischer Vater, ich danke dir, daß du mir bis hieher so gnädig geholfen und mich nun abermals einen beschwerlichen Krankheitstag in diesem Elend hast zurücklegen lassen. Ich bitte dich von Grund des erzens, vergieb mir um Christi, meines höchsten Seelen⸗Arztes und Heilandes willen, alle meine Sünde und hilf mir Kranken auch durch diese bevorstehende Nacht hindurch mit deiner Gnade, Kraft und Trost. Mein Leib will sich zur Ruhe legen, ach dieselbe gönne mir gnädiglich zur Erquickung dieses meines schwachen Leibes. Behüte mich vor der ewigen Nacht um der Angst⸗ und Jammernacht Jesu Christi willen und laß mich das liebe Tageslicht wiederum erfreulich sehen, auch dermaleinst den Glanz des ewigen Tages in himmlischer Herrlichkeit unaufhörlich schauen. Indessen, weil ich meiner selbst nicht pflegen kann, so lege die Wacht deiner heiligen Engel zu mir, über meine Seele und Leib und alles, was du mir gegeben, daß mir kein Feind noch Unfall schade. Herr Gott Vater, erbarme dich diese Nacht über dein armes Geschöpf. Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, siehe gnädiglich an deinen Diener und erkauftes Gut. Herr Gott heiliger Geist, tröste und führe mich seliglich in diesem und nach diesem zu dem ewigen Leben. Deine Gnade und Wahrheit, o du heilige Dreifaltigkeit, walte über mich in Ewigkeit. Amen. 53. Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben schickt. dich hoffe ich, du bist meine Hülfe und mein Gott. O Christe, die Sünde der Welt, der du mich mit deinem Blute gewaschen und gereinigt hast, ich bitte dich durch dein bitteres Leiden, son⸗ Todes empfunden hast: Erbarme dich über meine arme Seele bei ihrem Ausgange und führe sie zum ewigen Leben. O Gott Leben. So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Gei O Vater aller Gnade, erbarme dich über meine arme Seele. Vergieb mir alle meine Sünde, die ich leider wider dich gethan habe. Verachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin. Laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und geschaffen hast, denn auf wahrer Heiland, der du bist das Lamm Gottes, welches da trägt derlich aber durch die Schmerzen, die du zu der Stunde deines heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Feindes, stärke meinen Glauben, daß ich festiglich glaube eine Vergebung der Sünden und ein ewiges III. Gebete in allerlei Not. 43 in deine Hände. Du treuer Gott, du hast mich erlöset, der du er, ich lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Ausen 54. Gebete der Umstehenden für den Sterbenden. d des Aumd Ster gütiger Gott, der du unser Leben erhältst im Tod Arztes und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen der ranken Barmherzigkeit wenden zu diesem kranken Menschen und ihn Bnade, erquicken an Leib und Seele und ihm alle seine Sünden aus n, ach Gnaden vergeben. Nimm an das Opfer des unschuldigen Todes meines Jesu Christi, deines lieben Sohnes, für die Bezahlung seiner um der Missethat. Er ist ja auch auf desselbigen Namen getauft und ich das mit desselbigen Blut gewaschen und gereinigt. So errette ilin ust den nun von des Leibes Qual und Pein. Verkürze ihm seine fhörlich Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und ö ann, so wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glau⸗ e Seele ben ritterlich kämpfe und überwinde. Verleihe ihm eine selige Feind Heimfahrt zum ewigen Leben. Schicke deine heiligen Engel her, e Nacht daß sie ihn begleiten zur Versammlung aller Auserwählten, in f heiland, Christo Jesu, unserm Herrn. Amen. rr Gott Herr Jesu Christe, der du allein bist die Thür zum ewigen nd nach Leben, daß, wer durch dich eingeht, selig werden mag, wir rheit, o bitten dich von Herzen, du wollest solche Gnadenthür diesem Amen. Dahinsterbenden aufthun und ihn aus der Anfechtung der Sünde und des Teufels List und Macht bald erlösen. Ach Herr, hilf ihm, daß er im finstern Thale und Schatten des Todes nicht — e Seele. irre gehe noch verderbe, sondern du, als ein getreuer Hirte, nimm der dich auf dieses verlorene Schaf und deinen Knecht, laß ihm dein schmähe Wort in seinem Herzen leuchten, stehe ihm in aller Not bei und en nicht zeige ihm dein Heil, laß ihn nicht entfallen aus des rechten enn auf Glaubens Trost, nimm seine Seele in deine Hände und pflege Christe, ihrer mit Gnaden, auf daß sie keine Qual anrühre, und gieb. da trägt also ihm das ewige Leben. Amen. waschen en, 5 Sprüche, dem Sterbenden zuzusprechen. 1 de deines Ol ich schon wanderte im finstern Thale, fürchte ich kein n⸗ ne Seele glück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten( O Gott mich. Psalm 23, 4. ider alle Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. daß ich Phil. 1, 21.„ n ewiges Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset, ich habe dich e nen Geist bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, 1. it schon wissen, daß du es wohl meinest, da du mit ihm aus diesem uns stille in deinen heiligen Willen zu fügen. So hilf du selbst wir deinen Rat ehren und preisen, auch wenn wir ihn nicht Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aus⸗ helfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewig— daß keit zu Ewigkeit! Amen. 2 Tim. 4, 18. öů ren Herr, ich warte auf dein Heil. 1 Mos. 49, 18.* 5 In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die 320 Welt überwunden. Joh. 16, 33. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott, sei nicht ferne von mir. Eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. Psalm 38, 22. 23. B ö Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Leid Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren ie werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3, 16. Lebe Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. Leit 10 Vater, in deine Hände befehl ich meinen Geist, du hast mich amt eerlöset, Herr, du trener Gott. Psalm 31, 6. wir ö Herr Jesu, nimm meinen Geist auf. Ap.⸗Gesch. 7, 58. Tag Abschiedssegen. ni V Dẽ' allmächtige Gott stärke dich, wider alle Anfechtung ritter⸗ Wil lich zu kämpfen und im wahren Glauben bis ans Ende zu Tra verharren! Der Herr Jesus Christus sei mit dir und begleite uns dich in das ewige Leben und verleihe dir am jüngsten Tage eine verl fröhliche Auferstehung! Amen, Amen, Amen. Erb ö 4 55. Gebet nach dem Tode eines Rindleins. ö Her err Jesu Christe, du ewiger Gott und Heiland, der du so ö an freundlich der Kindlein dich angenommen und sie zu dir und gerufen und gesegnet hast, wir zweifeln nicht, daß du auch dieses Jes unser liebes Kindlein zu dir in deine ewige Freude gerufen und mit Leben und Seligkeit gesegnet habest. Aber, Herr, unser Gott und Heiland, unsre Seele ist betrübt, und wir tragen Leid, weil du unser liebes Kind so frühe dahingenommen. Wenn wir ö bösen Leben geeilet, so will es uns doch fast schwer werden, uns durch deinen heiligen Geist und stärke unsern Glauben, daß verstehen. Wir danken dir, daß du unser liebes Kindlein in der heiligen Taufe zu deinem Kinde angenommen, es zum ewigen Leben wiedergeboren und ihm das Erbe des Himmels zuge⸗ sprochen hast. Darum sind wir der guten Zuversicht, daß es —P—'—— III. Gebete in allerlei Not. nunmehr in deinem Frieden und in der ewigen Ruhe ist. Hilf, lieber Herr, daß wir umkehren und werden wie die Kinder, auf daß auch wir dereinst mit Freuden einschlafen und zur ewigen RMluyuhe der Heiligen gelangen mögen durch deine ewige Gnade be die und Barmherzigkeit. Amen. aus⸗ Ewig⸗ 56. An Begräbnistagen. 25. armherziger, gnädiger Gott, der du nach deinem unerforsch⸗ ö lichen, aber gewißlich gnädigen Ratschluß uns mit schwerem rloren Leid heimgesucht hast, wir sagen dir Lob und Dank, daß dWui 2 uns auch deine heiligen Tröstungen darreichest im Worte des Lebens. So sind wir nun nicht wie die andern, die keine Hoff/ Rurn nung haben, sondern wir wissen es, daß du unsere sterblichen Leiber zur Herrlichkeit und zum ewigen Leben auferwecken willst t mich am jüngsten Tage. Dessen getrösten wir uns auch heute, da 58 wir ein edles Samenkorn in deinen heiligen Acker legen auf den Tag der Auferstehung. Ach Herr, deine Wege sind wunderbar, wer kann sie verstehen? Deine Gerichte sind heilig und hoch, wer darf darüber murren? Du hast alles wohlgemacht, und dein ritter⸗ Wille ist gut und gnädig, auch wenn du uns heimsuchst mit ide zu(Trauer und Herzeleid. Darum wollen wir stille sein und dir Hegleite unsere Sache befehlen. Tröste uns, Gott, unser Heiland, und ze eineverlaß uns nicht in unserm Leide. Du bist uns nahe, und dein Herzens Trost und unser Teil. Gieb, daß uns nichts von dir und deiner Liebe scheide. In deine Hände befehlen wir uns ganz und gar. Erbarme dich unser und sei uns gnädig jetzt a und im letzten Stündlein und am Tage des Gerichts, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Darnach lies 1 Thess. 4, 13—18. Offenb. 7, 9—17. / Erbarmen hat noch kein Ende. Bleibe bei uns und sei unsers r r I du so zu dir dieses n und r Gott d, wei. n wir ů diesm verden, selbst n, daß u nicht in der ewigen zuge⸗ daß es Se— 46 IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. IV. Veicht⸗ und Abendmahlsgebete. So wir unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergiebt und reiniget uns von aller Untugend. Biblische Abschnitte, deren je etliche an Beichttagen zu lesen und zu betrachten: Psalm 32. 51. 130. Jes. 55, 111. Jer. 2, 13. 3, 12. 8 Matth. 5. Luc. 15. Luc. 18, 9—14. Eph. 4, 22—5, 9. Hebr. 10, 19—27. Offenb. 3, 14—22. 57. Um rechtschaffene Buße. nädiger und barmherziger Gott, du bist geduldig, von großer Güte und Treue, du berufest uns täglich durch die Gnaden⸗ predigt deines Wortes zur christlichen Bekehrung; du lässest in deinem Namen allen Menschen Buße und Vergebung der Sünden verkündigen. Dazu hast du auch nach deiner Langmut und unaus⸗ sprechlichen Barmherzigkeit Geduld mit uns, indem du die Sünder nicht auf frischer That in ihren übertretungen plötzlich überfällst, dieselben mit deinem gerechten Zorn und Gerichte zu strafen; sondern du giebst Raum und Frist zur Bekehrung, also, daß niemand über dich zu klagen hat und dich beschuldigen kann. Denn es ist ja nicht dein Wille, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre und das ewige Leben habe. O lieber Gott, du weißt unsers Fleisches Trägheit und des Herzens Härtigkeit, daß wir durch die Erbschuld dermaßen verderbt und so tief in die Sünde gefallen sind, daß wir von uns selber nicht aufstehen oder wiederkehren können. Darum bitte ich dich durch die Wunden Jesu Christi, unsers Herrn: Bekehre du mich, so werde ich bekehrt; heile du mich, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen. Entsündige mich, daß ich rein werde, wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. O lieber Gott, siehe mich so gnädig an, wie du angesehen hast die bußfertige Sünderin, als sie zu deinen Füen lag und herzlich über ihre Missethat weinte, und wie den Zöllner im Tempel, als er an seine Brust schlug und um Gnade bat. Ver⸗ leih mir ernstliche Reue und Leid über meine Sünde, auch einen wahren Glauben mit rechter Zuversicht auf deine Gnade, dazu großer naden⸗ sest in zünden maus⸗ Zünder rfällst, trafen; 5„F daß kann. werde, Leben it und rmaßen hir von Darum Herrn: werde ch, daß in mir, Geist. heiligen an, wie Füßen Zöllner t. Ver⸗ ch einen de, dazu IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 47 würdige Früchte der Buße. Laß mich die Zeit meiner Heim⸗ suchung erkennen und den Reichtum deiner Güte nicht verachten, auf daß ich die angenehme Zeit und den Tag des Heils nicht versäume, daß ich meine Buße nicht von einem Tage auf den andern noch auf das letzte Stündlein spare, sondern jetzt diesen Tag mich zu dir bekehre. Amen. 58. Um wahre Erkenntnis der Sünde. O heiliger und gerechter Gott, barmherziger Vater, ich bekenne und beklage dir meine angeborne Blindheit, daß ich meine Sünde nicht so vollkommen erkenne noch so herzlich bereue, als es wohl sein sollte. Ach Herr, du stellest unsere unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesichte. Gieb mir die Größe und Mannig⸗ faltigkeit meiner Sünden zu erkennen, stelle sie mir in diesem Leben unter die Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage unter die Augen gestellt und ich dadurch vor Engeln und Men⸗ schen zu schanden werden möge. Ach Herr, du siehest und weißt meines Herzens Härtigkeit, die mir angeboren ist; nimm dieselbe von mir hinweg und erweiche mein Herz durch dein heiliges Wort, daß ich meine Sünde inniglich bereuen möge. O Herr Jesu, der du dein heiliges Blut am Stamme des Kreuzes ver⸗ gossen hast, auf daß du mein Herz dadurch erweichen möchtest, laß dieses dein heiliges Blut und teures Leiden an mir nicht ver⸗ loren sein. Du treuer Lehrer hast in den Tagen deines Fleisches gerufen: Thut Buße! du wollest jetzo auch kräftiglich in mein Herz rufen: Thu Buße und bereue deine Sünde! Du stehest vor der Thür meines Herzens und klopfest an, ach gieb Gnade, daß ich deine Stimme höre, daß ich nicht mein Herz verschließe, sondern die Thür aufthue. O heiliger Geist, du ewiges himm⸗ lisches Licht, erleuchte mein finsteres Herz, daß ich in deinem Lichte die Finsternis meiner Sünden erkennen und herzlich bereuen möge. Amen. 59. Bekenntnis der Sünde vor Gott. err Jesu Christe, du einiger Arzt der Kranken, du Genesung der verwundeten Gewissen, der du in der Fülle der Zeit auf Erden gekommen bist, nicht die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße zu rufen, wir armen, vom Stachel der Sünde tödlich verwundeten Menschen kommen zu dir in Zuversicht auf deine unaussprechliche Güte und Liebe, welche du an uns bis in den bittern Tod des Kreuzes gewendet hast. O du, von dem Vater uns zaghaften, erschrockenen Sündern zum Gnadenstuhle auf- ———— — 8 —* t, le it —— π—— *+. 48 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. gerichtet, vor dein Angesicht bringen wir unser sündiges Herz. In uns wohnt das heimliche Laster des Unglaubens, der Eigenliebe, des Ungehorsams wider deinen heiligen Willen, der Verachtung deiner ewigen Güter. Wie hängt das Herz so fest an dieser Welt und ihren vergänglichen Gütern! Welch eine große Sorge wenden wir auf dieses arme Leben und unser sterbliches Fleisch! Darin stehen wir ganz vertieft und vergessen der geistlichen Güter und Gaben. Dazu gilt uns unsere Blindheit für Licht, und wollen in nichts vor dir Unrecht haben. Kalt sind wir und ohne deinen heiligen Geist, ohne Gerechtigkeit, Friede und Freude, ohne Demut, ohne Furcht und Schrecken vor deinen gerechten Gerichten. Ver⸗ achtung deiner Herrlichkeit, Undank gegen deine zahllosen Wohl⸗ thaten ist all unser Leben. Wir bekennen dir nun diese mannigfaltigen, ungestümen Wellen der bösen Begierde. Wir geben uns schuldig aller Früchte des bösen Baumes, unsers Herzens, von dem dein Mund mit Wahr⸗ heit gesprochen hat, daß nur böse Gedanken und Werke von ihm kommen. Du kennst den bösen Baum, alle seine Wurzeln und Aste und Früchte, unser arges Herz mit allen seinen Krümmungen und Winkeln. Nimm uns wieder in deine schaffenden, allmäch⸗ tigen Hände; gieb uns ein neues Herz, daß wir nicht ewig Dornen und Sisteln tragen. Fülle uns bald mit deiner Gnade, welche besser ist als Leben. Laß durch Gnade unsere Sünde bedeckt, unsern Geist zu deiner Liebe und Furcht erneut werden. Laß ihn deiner Gnade Herrlichkeit preisen im Lande der Lebendigen und im Thale des Todes und in der Menge der Seligen und Auserwählten! Amen. 60. Um vergebung der Sünde. err, du hast gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinaus stoßen. Auf solche deine Verheißung komme ich zu dir und glaube festiglich, ich werde nicht hinaus gestoßen werden. Ich komme aber, weil ich mühselig und beladen bin. Es drückt und beschweret mich der Sünden Last, welche ich in demütiger Beichte vor deinem Angesicht niederlege. Ach Vater, ich habe gefündigt in den Himmel und vor dir, ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Kind heiße. Ich mag nicht alle meine Sünden erzählen, es gereuet mich, daß ich sie begangen habe; ich schäme mich, viel Worte davon zu machen. Dies eine sage ich, daß ich viel und große Strafe verdienet habe, welche ich mit meinen Kräften nicht abwenden kann. Du aber bist gnädig und barm⸗ herzig uve Erla aus Geh ins 6 beschr an de der darun geschl mir würdi regier ins X die O zum im H Mein den Gott, bleibe Al du he meine dersel nebst sündh men Sünd empfa Begie einen wohl irren Glaul Amen 3. In nliebe, ichtung r Welt venden Darin er und wollen deinen Demut, Ver⸗ Wohl⸗ Wellen yte des Wahr⸗ on ihm In und nungen llmäch⸗ Dornen welche bedeckt, Laß endigen en und ch nicht ich zu werden. drückt mütiger ch habe ht mehr Sünden schäme daß ich meinen barm⸗ ———— IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 49 herzig und von großer Güte. Darum trete ich mit gläubiger Erlah mi zu deinem Gnadenstuhle und begehre demütiglich Gnade. rrlaß mir, o Gott, was ich dir schuldig bin, ich kann nicht zahlen aus Unvermögen, du aber kannst es mir erlassen aus Gnade. Geh nicht, ach geh nicht mit deinem Knechte(mit deiner Magd) ins Gericht. Rechne mir die Sünden nicht zu, die mein Gewissen beschweren, und verzeih mir auch die verborgenen Fehler. Siehe an das Blut deines Sohnes, dasselbe ist vergossen für die Sünde der Welt. Ich bin auch in der Welt und bin ein Sünder, darum ist es auch für mich vergossen. Ach Herr, du hast mich geschlagen, verbinde mich, du hast mich zerrissen, heile mich. Gieb mir Glauben und Beständigkeit, daß ich an deinem Tische ein würdiger Gast sei und in der Gottseligkeit zunehme. Führe und regiere mich hinfort, daß ich das Gute, so ich mir vorgenommen, ins Werk richten möge. Beuge das Herz zur Gottesfurcht, öffne die Ohren zur fleißigen Aufmerkung deines Wortes, die Lippen zum Lobe deines Namens. Segne meine Arbeit, verleih Frieden im Hause und öffentlich, wende ab die Argernisse, behüte die Meinen und regiere all unser Thun, daß es dir angenehm und den Gläubigen heilsam sein möge. Höre mein Seufzen, o mein Gott, ja erhöre es, daß ich in dir und du in mir sein und bleiben mögest. Amen. 61. Gebet, wenn man zur Beichte geht. llmächtiger, ewiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du dem Donner deines heiligen Wortes Kraft giebst, du hast mir mein Herz mit deinem Gesetze gerührt, daß ich nun meine Sünden erkenne, bereue und nach der gnädigen Vergebung derselben ein herzliches Verlangen habe. Darum hast du auch nebst dem gepredigten Worte geordnet, daß ich armer, verderbter, sündhafter Mensch zum Reichtum deiner himmlischen Gnade kom⸗ men und Vergebung suchen soll. So gehe ich nun hin, meine Sünde dir zu bekennen, dagegen Trost und Absolution zu empfangen; bitte deswegen, du wollest in mir eine rechte Andacht, Begierde und Verlangen nach deiner Gnade anzünden und mir einen festen Glauben an deine Verheißung geben, daß, ob ich wohl schwach und verzagt bin, ich mich dennoch solches nicht irren lasse, sondern die Vergebung der Sünden mit starkem Glauben ergreife und dadurch zum rechten Vaterlande komme. Amen. X——— 62. Etliche Beichten. 1. Ich armer Sünder bekenne mich Gott, meinem himm⸗ lischen Vater, daß ich leider schwer und mannigfaltig gesündigt habe, nicht allein mit äußerlichen groben Sünden, sondern viel mehr mit innerlicher angeborener Blindheit, Unglauben, Zwei⸗ felung, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiß, heimlichem Neid, Haß und Mißgunst, auch andern Sünden; daß ich auf mancherlei Weise, mit Gedanken, mit Geberden, Worten und Werken die allerheiligsten Gebote Gottes übertreten habe, wie das mein Herr und Gott an mir erkennt und ich leider so vollkommen nicht erkennen kann. Also reuen sie mich und sind mir leid, und begehre von Herzen Gnade von Gott durch seinen lieben Sohn, Jesum Christum, und bitte, daß er 910 seinen heiligen Geist zur Besserung meines Lebens mitteilen wolle. 2. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missethat, damit ich dich jemals erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich durch deine grundlose Barm⸗ herzigkeit und durch das unschuldige bittre Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, du wolles mir armen sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein. Ich will mich durch deine Gnade hinfort bessern. Amen. 3. Ich armer sündiger Mensch bekenne und klage meinem lieben Gott, daß ich in Sünden empfangen und geboren bin, also daß in mir von Natur nichts Gutes, sondern eitel Sünde wohnt, und daß dieselbe angeborne Sünde mich leider oft zu Falle bringt in wirkliche Sünde, mit Gedanken, Worten und Werken, wider die erste und wider die andere Tafel des Gesetzes Gottes. Ich erkenne und bekenne auch, daß ich den bösen Lüsten meines Fleisches nicht mit allem Fleiß widerstrebe, sondern leider die Sünde oft in mir herrschen lasse und dadurch den heiligen Geist betrübe. Ja, wenn ich gleich einen guten Vorsatz habe, hanget mir doch das Böse an, daß ich zum Guten unwilli), kalt, faul und überdrüssig bin; der Glaube ist schwach, die Liebe ist kalt. Ich erkenne aber und weiß auch, daß der Sünden Sold ist Gottes Zorn und der ewige Tod. Derhalben gereuen mich meine Sünden und sind mir leid; allein das klage ich, daß ih dieselben, wenn ich sie gleich erkenne, mir nicht lasse so leid sein, der himm⸗ gesündigt dern viel „ Zwei⸗ n, Geiz, Sünden; Geberden, übertreten t und ich sie mich von Gott e, daß er mitteilen „ elender, Missethat, und ewig leid und ose Barm⸗ d Sterben du wollest erzig sein. nen. ze meinem boren bin, tel Sünde ider oft zu zorten und es Gesetzes ösen Lüsten dern leider en heiligen orsatz habe, n unwillig, h, die Liebe inden Sold reuen mih ich, daß ich so leid sein, IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 51 wie es mein lieber Gott von mir haben will. Weil aber Jesus Christus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, und mein frommer, treuer Gott spricht: So wahr ich lebe, will ich nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe; so kehre und wende ich mich in wahrer Buße durch rechten Glauben zu meinem lieben Mittler und Erlöser, Jesu Christo, und bitte dich, du mein himmlischer Vater, du wollest mir aus Gnaden um desselben deines lieben Sohnes willen alle meine Sünde vergeben und wollest durch deinen heiligen Geist wahre Buße, rechten Glauben und beständige Besserung in mir anzün⸗ den, stärken, mehren und erhalten. Amen. 4. Vor Gericht, Herr Jesu, steh ich hie, Zu dir beug ich meins Herzens Knie, Kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und viele Missethat Mich hier und dort verdammet hat. Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein Macht mich von allen Sünden rein, Weil ich in wahrer Reu und Buß An dich gläub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, Des dank ich dir, Ich will mich bessern, hilf du mir! Amen. 63. Danksagung nach der Absolution. (ch will den Herrn loben allezeit, sein Lob soll immerdar in X meinem Munde sein. Denn da ich den Herrn suchte, ant⸗ wortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Er hat meine Seele beim Leben erhalten, er hat meine Traurigkeit in Freude verwandelt, er hat meine Finsternis licht gemacht. Darum freue ich mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster. Laß mich noch ferner vor deinen Augen Gnade finden. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandele in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Lehre mich thun nach deinem Wohl⸗ gefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten. Rüste mich aus mit Kraft aus der Höhe und mache meine Wege ohne Wandel, damit ich Glauben 4• ——— — 88 — , ie it 52 IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. und gut Gewissen behalte und in deiner Gnade bleiben möge. Das bitte ich um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, meines einigen Erlösers und Heilandes willen. Amen. 2 und Nach dir, Herr, verlanget mich. Treu HAN Biblische Abschnitte für Abendmahlstage: n ppan 23. Psaln. 111. Joh. 6, 48. 5S. Joh m. nicht II Röm. 8, 31—39. 1 Cor. 11, 23—32. Offenbarung 22.ͤ komn 9 64. Morgengebet am Abendmahlstage. Ee Aden Ern und barmherziger Gott und Vater, ich danke dir Glar von Grund meines Herzens für deinen Schutz und Schirm und in dieser Nacht und für den frohen Morgen, welchen du mich diese⸗ erleben lässest. Gelobt sei deine Barmherzigkeit, die alle Morgen die neu ist und mich heute zu deinem Hause, zu deinem Altare beruft getro und einladet. deine O Herr, weil ich nun mit den Haufen, die da feiern, zu allen deinem Abendmahle kommen will, so bereite du mich selbst dazu. uns Willst du eine reine Wohnung in mir finden, so reinige und welch heilige selbst meinen Leib und Seele. Leite mich mit deinen welch Augen, führe mich mit deiner Hand zum Reichtum deiner Güte, Sün tröste mich mit deinem Angesichte. Wie der Hirsch schreiet nach spene frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, nach dir. Erhalte dies mich in beständiger Andacht, bewahre mich vor bösen Gedanken, deine nimm mich in deinen besonderen Gnadenschutz und weiche nicht zünd von mir. Heiliger Jesu, vereinige du dich an diesem Tage mit meinem hre Leibe und mit meiner Seele. Speise mich mit deinem Leibe, Tisch tränke mich mit deinem Blute, auf daß mein schwacher Glaube gestärkt und ich deiner Gnade, der Vergebung meiner Sünden nn und der ewigen Seligkeit versichert werde, daß ich als ein würdiger Gast an deinem Tische erscheine. Nun, Herr Gott Vater, sei mein Schutz und Beistand. Herr Jesu, sei meiner Seele Speise, Licht und Leben. Und du, Herr Gott heiliger Geist, erleuchte mich und erhalte mich in der wahren Heiligung, daß ich in dem Stande der Gnade, in welchen ich heute aufs neue trete, Zeit meines Lebens verbleiben möge. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Deinem heiligen Win sei Lob, Ehre und Dank gesagt immer und ewiglich. men. 553— möge. meines 1—4. anke dir Schirm du mich Morgen re beruft iern, zu ost dazu. nige und t deinen er Güte, eiet nach Erhalte zedanken, iche nicht meinem m Leibe, Glaube Sünden würdiger id. Herr du, Herr ha in der n welchen en möge. 1 heiligen ewiglich. IV. Beicht-⸗ und Abendmahlsgebete. 53 65. Gebet vor dem heiligen Abendmahle. err Jesu Christe, ewiger Gottessohn, du hast in deiner wahren Menschheit für uns den Tod erlitten und uns von Sünden und der ewigen Verdammnis erlöset; und damit wir solcher deiner Treue nimmermehr vergessen mögen, hast du in dem letzten Abend⸗ mahl uns ein ewiges Gedächtnis des aufgerichteten neuen Bundes gestiftet, darinnen der Sünde der Gläubigen nun und in Ewigkeit nicht mehr soll gedacht werden. Wir armen, elenden Menschen kommen zu dir, dem Brunnen aller Gnade und Barmherzigkeit, und bitten dich, tilge unsere Sünden, reinige und erquicke unsere Seelen und laß uns mit wahrer Reue und Leid, in festem Glauben, mit heiliger Ehrerbietung deinen allerheiligsten Leib und dein Blut zu unserer Seligkeit empfangen. Hilf, daß durch dieses Geheimnis des neuen Testamentes der Glaube gemehrt, die Hoffnung gestärkt, die Liebe entzündet, das schwache Gewissen getröͤstet, alle Anfechtungen überwunden, und wir in unserm Herzen deiner göttlichen Huld und ewigwährenden Erlösung unserer Seelen allenthalben versichert und versiegelt werden. O gütiger Herr, gieb uns erleuchtete Augen unsers Verstandes, daß wir erkennen mögen, welches da sei der Reichtum deines herrlichen Abendmahls, in welchem du uns nebst deinem Leibe und Blute Vergebung der Sünden, wahre Gerechtigkeit und alle himmlischen Güter aus⸗ spendest, auf daß wir mit herzlicher Begierde und Verlangen dies heilige Sakrament würdig empfahen, deine Süßigkeit schmecken, deine Liebe empfinden und durch dieselbe wiederum gegen dich ent⸗ zündet werden. Nimm von uns weg alles, was dir mißfällt und uns hindert oder von dir wendet, und gieb uns, was uns zu dir kehret und fördert, damit wir der Frucht dieses heilbringenden Tisches teilhaftig, unsere hungrigen und durstigen Seelen allhier gespeist und getränkt werden, und wir nach dieser Zeit auch in jenem Leben das himmlische Brot mit dir ewiglich essen. Amen. 66. Im Binzugehen. Gott Vater im Himmel, erbarme dich über mich und sei mir gnädig, deinem Kinde, welches anjetzt mit kindlicher Furcht zu deinem heiligen Altar kommt. Laß mich deiner himm⸗ lischen Mahlzeit genießen, wie du sie mir bereitet hast, nämlich zu meiner Seele Seligkeit. O Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über mich und laß mich anjetzt bei deinem heiligen Abendmahl ein dir ange⸗ 8 — it, ie lit ——— —— 54 N. B Herzen, laß eicht⸗ und Abendmahlsgebete. nehmer Gast sein. Gieb mir, was du verheißen hast, und laß mich nehmen, was mir von dir beschieden ist, jenes nach deiner Wahrheit und dieses zu meiner Gerechtigkeit. O Gott heiliger Geist, erbarme dich über mich und verleihe mir deine Gnade, daß ich dieses heilige Sakrament würdig empfange, damit meinen schwachen Glauben stärke, mein kaltes Herz mit Liebe entzünde, mein blödes Gewissen tröste, meine Hoffnung erfrische, mein sündhaftes Leben bessere und darauf selig werde. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Amen. O Herr Jesu Christe, ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein sündiges Herz, du weißt aber und erkennst meine große Armut und Not, darum ich von Herzen begehre deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu stärken meine arme Seele. Sprich sie an mit Einem Wort, so wird sie gesund. Amen. ch lasse dich nicht, du segnest mich denn. 67. Seufzer bei dem Empfange des gesegneten Brotes. Sẽ mir willkommen, Herr Jesu Christe, mit der edlen Speise deines allerheiligsten Leibes, den du mir jetzt im Sakramente des Altars mit dem gesegneten Brote zu essen giebst, wie du ihn für mich in den bittern Tod des Kreuzes gegeben hast zur Vergebung meiner Sünde; das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Herr Jesu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. 68. Seufzer bei dem Empfange des gesegneten Relches. Sẽer mir willkommen, Herr Jesu Christe, mit dem edlen Tranke deines allerheiligsten Blutes, das du mir jetzt im Sakramente des Altars mit dem gesegneten Weine zu trinken giebst, wie du es am Kreuze vergossen hast zur Vergebung meiner Sünden; das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Herr Jesu Christe, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. 69. wenn man nach empfangenem Leibe und Blute Ehristi wieder an seinen Platz getreten. err Jesu Christe, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzt abermal so gnädig an deinem Tische mit deinem Leibe und Blute gespeist und getränkt hast, und bitte dich von mir solches gedeihen zur Stärkung meines Glaubens, ö zur 2 sichere land. d laß deiner erleihe vürdig kaltes meine darauf Amen. gehest meine deiner arme Amen. Speise amente vie du ast zur deihen. e mich Tranke amente wie du ünden; ewahre ieder haß du deinem ch von ubens, W. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. zur Besserung meines Lebens, zum Schirm meiner Seele und zu sicherer Geleitung aus diesem Jammerthal in das ewige Vater⸗ land. Bleibe in mir, daß ich ewiglich bleibe in dir. Amen. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen, Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit Liebesarmen fassen; Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollst du mein Herze bleiben, Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. 70. Danksagung nach dem heiligen Abendmahle. zreundlicher, liebreicher Herr Jesu Christe, dir sage ich von Herzen Dank, daß du mich mit der köstlichen und teuren Speise und Trank deines heiligen Leibes und Blutes erquickt hast. Ach, wer bin ich, daß du mich Unwürdigen gewürdigt hast, von deinem Tische zu essen? Ich danke dir für alle deine Liebe und Treue, für deine Menschwerdung, für dein holdseliges Evangelium, für deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, für dein heiliges Leiden, für die Bezahlung meiner Schuld, für die Versöhnung deines himmlischen Vaters, für die Heiligung durch den heiligen Geist, für das ewige Leben. Aller dieser Wohl⸗ thaten hast du mich durch den Glauben teilhaftig gemacht und durch das hohe, teure Pfand deines Leibes und Blutes im Sakra⸗ ment versichert. Gieb, daß ich deiner großen Liebe nimmermehr vergesse, deines heiligen Todes stetiglich gedenke. Dein Leib und Blut heilige und segne meinen Leib und Seele und behüte mich vor allen Sünden. Ach mein Erlöser und Seligmacher, lebe du in mir, und ich in dir. Vertreib aus meinem Herzen alle Untugend, behalte und besitze du allein das Haus meines Herzens. Schmücke und ziere meine Seele mit geistlichem Schmuck, mit starkem Glauben, feuriger Liebe, brennender Hoffnung, mit edler Demut, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, holdseliger Sanftmut, sehnlichem Verlangen nach dir allein und nach dem ewigen Leben, daß du bei mir und in mir, und ich bei dir und in dir ewig bleibe, von dir rede, singe und sage, ohne Unterlaß an dich gedenke, daß ich möge in diesem Glauben einschlafen, am jüngsten Tage fröhlich auferstehen und in die ewige Freude eingehen. Amen. ——— IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 71. Um neuen Gehorsam. un, mein Heiland, in deiner Kraft will ich hingehen, und was noch üdrig ist im Fleische zu leben, nach deinem Willen zubringen. Weil es aber nicht in eines Menschen Kraft stehet, 0 wie er wandele und seinen Gang richte, so gieb du mir das Vollbringen. Regiere mich durch deinen heiligen Geist, laß deine Güte und Treue mich allewege behüten. Laß mich empfinden, daß du durch den Glauben in mir wohnest, durch die Liebe in mir lebest und durch die Hoffnung mich täglich stärkest. Gieb, daß ich ohne Heuchelei in Sanftmut und Demut beständig einher⸗ gehe, damit dein Leben an mir offenbar werde. Gieb mir alle Tage neue Kraft, daß ich mich verleugne, die Welt verschmähe, dein Kreuz auf mich nehme und dir beständig nachfolge. Gieb mir Mut und Stärke, daß ich meinen Feinden getrost widerstrebe, die Werke des Teufels in mir beständig töte, auch die Welt und was in der Welt ist, als Augenlust, Fleischeslust und hoffärtiges Wesen mutig untertrete. Laß mich in allen Stücken an dir, meinem Haupte, wachsen und fruchtbar sein in allen guten Werken. Vollführe du selbst das gute Werk, welches du in mir angefangen hast. Bleibe in mir und laß mich in dir bleiben, laß mich in deiner Liebe und Erkenntnis zunehmen, daß ich im Glauben bleibe, einen guten Kampf kämpfe und in das ewige Leben dringe, wo Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich ist, da ich denn mit allen Auserwählten vor deinem Throne stehen und singen werde: Lob, Preis und Dank und Weisheit und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 72. Abendgebet am Abendmahlstage. llmächtiger, ewiger Gott, der du allewege unsere Schwachheit ganz väterlich bedenkest und daher neben andern unzählbaren Wohlthaten, die du uns erzeigest, auch die Nacht zur notwendigen Ruhe unsers müden Leibes gnädiglich verordnet hast, ich bitte dich von Herzen, verzeihe mir und allen denen, welche du heute mit himmlischer Speise und Trank begnadigt hast, alles, wodurch wir deiner himmlischen Güte nach unserer großen Schwachheit aufs neue unwert geworden sind. Gieb uns, Herr, ein ernstlich Mißfallen aller unserer sündlichen Gebrechlichkeiten, entzünde in uns durch deinen heiligen Geist eine unauslöschliche Begierde nach der täglichen Besserung. Verleihe nun, o Herr und getreuer Bater, eine stille und ruhige Nacht in deinem Frieden mir und ———————— EELLILBLDIIN V. aullen besor Herz Wac Gem wach unse dem und bewr unset mit wo Seli mahl V. W „ und Willen ir das deine finden, ebe in Gieb, einher⸗ ir alle hmähe, Gieb rstrebe, lt und ärtiges n dir, Verken. fangen nich in lauben dringe, Rechten deinem ik und wigkeit achheit lbaren ndigen )bitte heute odurch achheit nstlich ude in gierde treuer rund stehet, ö besondere Gabe und Erhörung dieser Bitte vor Krankheit, Kummer, Herzeleid, Anfechtungen oder Leibesschmerzen nicht schlafen könnten. Wache du über uns, du getreuer Vater, erleuchte die Augen unsers Gemütes, daß wir nicht im Tode der Sünden entschlafen, sondern wachen im lebendigen Glauben, welcher allezeit in der Lampe unsers Herzens brenne und seine notwendige Nahrung habe von dem Ole deines heiligen Geistes, auf daß, wenn du kommst und anklopfest zu der Stunde, die uns verborgen, dir aber allein bewußt ist, wir dich ohne Verzug mit aller Freude einlassen, dir, unserm geliebten Bräutigam, fröhlich entgegengehen und dann mit dir eingelassen werden in deinen himmlischen Freudensaal, wo du dich mit allen Gläubigen in ewiger Liebe, Freude und Seligkeit vereinigen und erfreuen wirst bei deinem ewigen Abend⸗ mahle. Amen. V. Gebete für Leste und Wochengottesdienste der Nirche. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar. 73. Auf Aoͤvent. O Herr Christe, heut freuet sich billig die ganze werte Christen⸗ heit, weil sie deinen heiligen Advent festlich begeht. Die liebe Kirche jauchzt als deine Braut, weil du, ihr lieber himm⸗ lischer Bräutigam, zu ihr kommst. Wir irrenden Schäflein froh⸗ locken, daß du, o Hirt und Bischof unserer Seelen, mitten unter uns deine gnädige Gegenwart sehen lässest. Wir Kranken freuen uns, weil du uns besuchest, o heilsamer Arzt aller Menschen. Wir Armen jubeln, weil du, obwohl ein reicher Herr, dennoch so brüderlich mit großen, herrlichen Geschenken bei uns einkehrst. Ach Herr, weiche nicht von uns mit deiner Gnade, laß uns die Zeit deiner gnädigen Heimsuchung dankbar erkennen und deine Zukunft stets gnadenreich und heilsam sein. Komm täglich zu uns, in unsere Kirchen, in unsere Schulen, auf unsere Rat⸗ häuser und in unsere Wohnungen, mit deinem reinen Wort, mit deinen heiligen Sakramenten, mit deiner Weisheit, mit Beistand, Glück, Segen und Gnade. Ja, weil du bereits in unsere Herzen gekommen bist, so laß uns dich nie wieder verlieren und nimmer V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 57 allen freudenmüden Menschen, sowie auch denen, die ohne deine WN 8 88— h 4 1 9 5. Hi — 58 V. Gebete für Feste und ö Menschen ein Wohlgefallen. Amen. **EEEE—— Wochengottesdienste der Kirche. ohne Trost erfunden werden. Endlich weil du einmal kommen wirst zu richten die Lebendigen und die Toten, so regiere uns, daß wir uns bereiten und unsern Lauf also beschließen, daß wir deine Zukunft mit Freuden erwarten und dich nicht als einen gestrengen Richter, sondern als einen freundlichen Erlöser an⸗ schauen und Erben deines Reiches werden mögen. Amen. 74. Am Ehristfeste. O allmächtiger Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unserer Herzen, daß du aus lauter Wohlgefallen und aus unaussprechlicher Liebe deinen eingeborenen Sohn Jesum Christum, den Glanz deiner Herrlichkeit und das Ebenbild deines Wesens, in diese Welt gesandt hast, welcher unser armes Fleisch und Blut an sich genommen, auf daß er uns von Sünden, Tod, Teufel und Hölle erlösete und mit sich in das Reich der ewigen Seligkeit versetzte. Gelobet sei deine herzliche Barmherzigkeit immer und ewiglich. Erfülle nun an diesem Feste unser aller Herzen mit deiner Gnade, daß wir deine große Liebe und Barm⸗ herzigkeit erkennen, nicht uns, sondern dir leben, dir vertrauen, dich lieben und loben unser Lebenlang. Erhalte bei uns und unsern Nachkommen dein heiliges, seligmachendes Wort, sende treue Diener in deine Ernte. Wir bitten auch für alle Men⸗ schen, insonderheit aber für unsere christliche Obrigkeit. Regiere sie durch deinen Geist, daß sie zuvörderst und vor allen Dingen bei ihrer Regierung, so viel an ihnen ist, das Reich unsers einigen, ewigen Königs Jesu Christi befördere und ausbreite und ja ihren Stand und Wandel auf dieser Welt also führe, daß sie dermaleinst mit ihm und allen Auserwählten im Himmelreiche in alle Ewigkeit herrschen möge. Siehe deine arme, bedrängte Kirche und kleine Herde in Gnaden an, komm ihr zu Hülfe und errette sie aus den großen Nöten, die sie betroffen haben. Tröste sie, Herr, durch deinen Geist, auf daß sie sich deiner Güte erfreuen und deinen Namen ewig preisen möge. Laß heute in den Herzen aller Angefochtenen, Kranken, Verfolgten, Witwen, Waisen und aller andern, so in Not und Trübsal stecken, eine tröstliche Christ⸗ freude aufgehen. Auch die, welche deinen Sohn Jesum Christum noch nicht erkennen, bringe an das Licht deiner Wahrheit, damit sie samt uns und allen Auserwählten, Engeln und Menschen, dich loben und im wahren Glauben und mit herzlicher Freudigkeit singen mögen: Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den M. W verflo Güte, kein unser uns und hast daß f Leben Weis Ruhe Leben Leib Stad Gelol geseg durch Rege mit freun seid errett Isra und Amet A dieser Nam Güte Dein heilit tägli erfül Ungl Du von fallen zesum deines leisch Tod, wigen zigkeit aller Barm⸗ rauen, 5 und sende Men⸗ tegiere Dingen unsers te und daß sie iche in Kirche errette te sie, freuen Herzen nund Christ⸗ ristum damit , dich singen d den 75. Sum Schlußse des Jahres. Woi danken dir, Herr Zebaoth, du Gott Israels, wir danken dir für alle deine Güte und deine Wunder, die du dies verflossene Jahr hindurch an uns gethan hast. Es ist deine Güte, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, du hast alle unsere Sünde hinter dich geworfen, unsere Gebrechen geheilt, unser Leben vom Verderben erlöst und uns gekrönt mit Gnade und Barmherzigkeit; Kirche und Schule und Haus hast du gesegnet und vor allem Übel behütet. Du hast uns Lehrer gegeben zur Gerechtigkeit und uns sagen lassen, daß sich ein jeglicher von seinem bösen Wesen bekehre und sein Leben bessere. Du hast unserer christlichen Obrigkeit Gnade und Weisheit verliehen, daß wir unter ihrem Regiment in stiller Ruhe und gutem Frieden, wie Christen gebühret, haben unser Leben vollführen mögen. Du hast uns viel Gutes gethan an Leib und Seele, an Weib und Kind, an Hab und Gut, in der Stadt und auf dem Felde, daß wir nicht alles erzählen können. Gelobet sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum, der uns so viel Gutes gethan, vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freuden. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Saget, die ihr erlöset seid durch den Herrn, die er aus der Not erlöset hat, die er errettee aus ihren Angsten: Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk sage Amen und lobe den Herrn. Gelobet sei der Herr ewiglich. Amen. Amen. 76. Am Neujahrstage. llmächtiger, ewiger Gott, barmherziger, lieber Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgrimschaft in diesem irdischen Leben zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach Herr und Gott, wie groß ist deine Güte, die du uns bisher aus väterlichem Herzen bewiesen hast. Dein heiliges Wort hast du uns samt dem rechten Gebrauch der heiligen Sakramente rein erhalten, friedliches Regiment beschert, täglich Nahrung gegeben, unsere Herzen mit Speise und Freude erfüllt, allerlei Seuchen, Pestilenz, feindlichen Unfall und viel Unglück in dieser betrübten Zeit von uns gnädiglich abgewendet. Du hast uns zwar gezüchtigt um unserer vielfältigen Sünden V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 59 ———— —— E 60 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. willen, aber deine Gnade hast du nicht von uns gewendet. Für solche deine Barmherzigkeit sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich demütiglich: Rechne uns nicht zu unsere vorige und alte Sünde, womit wir dich so oft erzürnt haben, sondern ver⸗ gieb sie uns um unsers Herrn Jesu willen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit und Missethat in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus⸗ und den neuen an⸗ ö ziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, lieber Vater, uns aufs neue zu segnen. Gieb uns neugeborene Herzen, erneuere deine väterliche Liebe und Treue an uns, gieb heiligen Mut und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid und wohlverdiente Strafen, und weil keine Stunde noch Augenblick vergeht, da wir ohne deinen Schutz nicht in groß Elend geraten könnten, so halte deine Gnadenhand väterlich über uns. Barmherziger Gott und Vater, erhöre unser Gebet, erbarme dich aller Menschen, erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger, erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre, stärke alle treuen Regenten, fördere guten Rat und That; segne Väter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde; bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, wende ab Pest und Teurung; steure dem Grimme des Teufels; sende uns deine heiligen Engel; kröne das Jahr mit deinem Gut; gieb Frieden im Lande, unserm Herzen Freude, unserm Leibe Gesundheit, unserer Stadt (Gemeinde) Einigkeit; benedeie unsere Nahrung, fördere das Werk unserer Hände, nähre treue Arbeiter; bekehre die Sünder, kräftige die Frommen, bringe zurecht die Irrigen; schütze Witwen und Waisen, tröste die Elenden, erfreue die Traurigen, pflege der Kranken, hilf den Hülflosen, errette die Bedrängten, sei bei den Sterbenden. Durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Heiland und Erlöser. Amen. 77. Am Seste der Erscheinung Christi. err, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, wir danken deiner göttlichen Majestät, daß du den Weisen aus dem Morgenlande deinen heiligen und eingeborenen Sohn Jesum Christum hast offenbart und daß du auch uns arme Heiden durch den Stern deines seligmachenden Wortes zu seiner heil⸗ samen Erkenntnis hast kommen lassen. Lob, Ehre, Preis und Dank sei dir, barmherziger, gütiger Gott, für diese und alle deine großen Wohlthaten. Wir bitten dich herzlich, regiere uns mit deinem heiligen Geiste, daß wir trotz aller Hinderungen WM. deinen und er des Lit Schein wir ei und se meinde und er daß al Wahrh Gnade bringe komme heißen Sohn, 1. dern d himml hast, Angst Erhalt gieb u dankbe durch Liebe bestän daß u Seligl 2. von§ dein bist. um u gekreu andäc Herze getröf gewaf bild Stadt das ider, twen flege bei ohn, nken dem sum iden heil⸗ und alle uns gen deinen Sohn, unsern Heiland und Seligmacher, suchen, finden und erkennen, anbeten, dienen und ehren. Laß uns im Glanze des Lichtes, das die ganze Welt erleuchtet, unsere Füße nach dem Scheine des leuchtenden Sternes, deines Wortes, richten, daß wir ein neu christlich Leben beständig führen mögen. Regiere und segne unsere liebe Obrigkeit und die ganze christliche Ge— meinde. Tröste alle betrübte, mit dem Tode ringende Herzen, und erfülle sie mit deiner Himmelsfreude. Und weil du willst, daß allen Menschen geholfen werde und alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, so bitten wir dich: Laß das Licht deiner Gnade leuchten über alle, die noch in Finsternis wandeln, und bringe deine zerstreuten Kinder zusammen, auf daß dein Reich komme und Eine Herde und Ein Hirte werde, wie du uns ver⸗ heißen und vertröstet hast durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 78. Pasüonsgebete. 1. O Herr Jesus Christus, der du uns armen verlorenen Sün⸗ dern durch dein heiliges, unschuldiges Leiden Gnade bei deinem himmlischen Vater erworben und das ewige Leben wieder gebracht hast, wir danken dir aus Herzensgrund für deine Liebe, deine Angst und Not und deinen seligmachenden Tod und bitten dich: Erhalte uns ewig in der Liebe und im Lobe deines Leidens, und gieb uns Gnade, die ewige Wohlthat der teuren Erlösung mit dankbarem Herzen zu erkennen und zu preisen. Laß uns da⸗ durch im Glauben stärker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe heißer, in der Geduld getroster, im Gehorsam williger und beständiger werden und unsern Sünden absterben. Hilf auch, daß wir an unserm Ende deines blutigen Todes uns zur ewigen Seligkeit freuen und trösten, o Herr Jesus Christus. Amen. 2. Herr Jesus Christus, du Lamm Gottes, wir danken dir von Herzen, daß du der Welt Sünde getragen hast und durch dein Leiden und deinen Tod das Sühnopfer für uns geworden bist. Du hast dich in der Sünder Hände hingegeben und bist um unsertwillen verspottet, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und gekreuzigt worden. Ach verleih uns Gnade, daß wir durch die andächtige Betrachtung deines heiligen Leidens und Todes von Herzen gedemütigt, unter allen Anfechtungen im Leben und Sterben getröstet und zu dem Kampfe wider Sünde und Welt mächtig gewaffnet werden. Du hast uns, o liebster Heiland, ein Vor⸗ bild gelassen, daß wir sollen nachfolgen deinen Fußstapfen. Gieb, V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 61 ——— 88 daß wir im Aufsehen auf dich, den Anfänger und Vollender unsers Glaubens, laufen durch Geduld in dem Kampfe, der uns verordnet ist, auch einst des Glaubens Ende, der Seelen Seligkeit, davonbringen und dich für deine unaussprechliche Liebe loben und preisen immer und ewiglich. Amen. Am Gründonnerstage siehe Gebet 65. 79. Am Rarfreitage. Woi danken dir, Herr Jesu Christe, wahrer Gott und Mensch, daß du uns arme Sünder nnd verdammte Menschen ohne alle unsre Werke, Verdienst und Würdigkeit durch dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset hast. O Herr Jesu Christe, wie groß ist dein Leiden, wie schwer ist deine Pein, wie viel ist deiner Marter, wie tief sind deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist dein Tod! Wie unaussprechlich ist deine Liebe, womit du uns deinem himmlischen Vater versöhnt hast, da du am Olberge blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzt, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und daselbst, von allen deinen Jüngern verlassen, in die Hände der Sünder dich willig für uns ergeben, die dich hart gebunden und von einem ungerechten Richter zu dem andern unbarmherzig geführt haben; daselbst bist du fälschlich verklagt, verurteilt und verspeit, verhöhnt und mit Fäusten in das Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen, gegeißelt und mit Dornen gekrönt; du warest der allerverachtetste und unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, also, daß es auch ein heidnisch Herz erbarmet hat zu sagen: Sehet, welch ein Mensch! Du bist wegen unsrer Missethaten unter die Übelthäter gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in deinem höͤchsten Durst mit Essig und Galle getränkt, und mit großen Schmerzen hast du deinen Geist aufgegeben, auf daß du unsre Schuld be⸗ zahltest und wir durch deine Wunden geheilt würden. O Herr Jesu Christe, für alle diese deine Marter und Pein sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich: Laß dein heiliges, bittres Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gieb, daß wir uns desselben jederzeit von Herzen trösten und rühmen, auch dasselbe also begehn und betrachten, daß alle bösen Lüste in uns aus⸗ gelöscht und gedämpft, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtig⸗ keit leben und deinem Vorbilde nach —— 1— 62 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. folgen, in deine Fußstapfen W. treten Gewi teuret ieb 6 Maje ein& dir a Ster! gesche in en gewa des der erstat auf bleib soller Lob Jesu erstel alle das uns und Leibe Erze Grãa werd samt änden chsten ierzen d be⸗ Herr wir ittres uns sselbe aus⸗ t und chtig⸗ apfen treten, das Übel mit Geduld ertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Das verleih uns, Herr Jesu, um deines heiligen, teuren Verdienstes willen. Amen. 80. Am Gsterfeste. Lr Herr Jesus Christus, du allmächtiger Gott und starker Siegesfürst, der du die Bande des Todes zerrissen, in großer Majestät und Herrlichkeit aus deinem Grabe auferstanden und ein Erstling worden bist unter denen, die da schlafen, wir danken dir an diesem deinem großen Ehrentage für dein heiliges Leiden, Sterben und Auferstehung, denn es ist alles uns zu gute geschehen. Du hast die Pforten der Hölle zerbrochen, damit wir in ewiger Freiheit aus⸗ und eingehen mögen. Du hast uns mit gewaltiger Hand ausgeführt aus dem Gefängnis und dem Reiche des Todes, dem du seine Macht genommen, und hast uns von der ewigen Dienstbarkeit erlöset. Du bist von den Toten auf⸗ erstanden und mit Macht hervorgedrungen als unser Haupt und Hirt, auf daß wir als deine Glieder und Schafe auch nicht im Grabe bleiben, sondern durch dich zur ewigen Herrlichkeit auferstehen sollen. Darum rufen wir heute mit fröhlichem Munde: Gott sei Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Auch bitten wir dich: Laß deine heilige Auf⸗ erstehung allezeit uns trösten, daß wir festiglich glauben, du habest alle unsere Sünden in deinem Grabe tief verborgen, daß sie vor das Angesicht des himmlischen Vaters nicht mehr kommen noch uns beschämen werden. Hilf uns auch endlich alle Todesnot und Schmerzen durch den freudigen Trost der Auferstehung unserer Leiber kräftig überwinden, und wenn du durch die Stimme des Erzengels rufen wirst: Stehet auf, ihr Toten! so öffne unsere Gräber und laß uns dir mit Freuden entgegen gehen. Dann werden wir dein heiliges Angesicht fröhlich anschauen und dich samt dem Vater und heiligen Geist in Ewigkeit preisen. Amen. 81. Am Seste der Bimmelfahrt Ehristi. err Jesus Christus, allmächtiger Herr und Gott, wir danken dir, daß du nach erhaltenem Sieg wider alle deine Feinde deine fröhliche Himmelfahrt mit großer Majestät, mit Triumph und Jubel der heiligen Engel gehalten und dich zur Rechten deines himmlischen Vaters gesetzt hast. So hat dein Kreuz und Leiden ein seliges Ende genommen, du bist durch den Tod zu deiner ewigen Herrlichkeit eingegangen. Lieber Heiland, du bist am Ufer, wir sind noch auf dem wilden Meere; du bist im i SS 8 ——— 6⁴ Siege, wir sind noch im Streit. Gieb uns doch deine Gnade, daß wir mit unsern Herzen und Gedanken dir nachsehen, auf daß unser Herz sei, wo unser Schatz ist. Laß uns alles Welt⸗ liche mit Fuͤßen treten, damit wir uns mit herzlichem Gebete, Seufzen und Flügeln des wahren Glaubens zu dir in die Höhe schwingen können. Wir glauben und trösten uns festiglich, du werdest uns als deine Glieder nicht hier im Elend lassen, sondern endlich, wenn wir unsern Lauf vollendet und im wahren Glauben beschlossen haben, uns auch zu dir nehmen. Denn du hast ja deinen himmlischen Vater vor deinem heiligen Leiden so inbrünstig gebeten und gesagt: Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast. Und weil du nicht allein zu deinem, sondern auch zu unserm Vater aufgehoben bist und deinen Jüngern und uns verheißen hast: Ich will wieder kommen und euch zu mir nehmen, daß ihr seid, wo ich bin, so erfülle deine tröstliche Zusage, lieber Erlöser, und hole uns bald zu dir, denn uns verlangt von Herzen nach dir. Wie gerne wollten wir bei dir in unserm himmlischen Vaterlande sein, wie viel lieber * wollten wir das, als länger in dieser elenden Pilgrimschaft wallen. Gerne wollten wir unsere irdischen Hütten ablegen. Denn wir sehnen uns nach unsrer Behausung, die im Himmel ist, und daß das Sterbliche vom Leben verschlungen würde und wir da⸗ heim wären bei dir. Bis aber unsere Stunde kommt, wollen wir mit unserm Gemüt in den Himmel dringen und mit dem Verlangen daheim sein bei dir, der du bist unsers Herzens Freud und Wonne, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 82. Am Pfüngstfeste. Wi loben und preisen dich, lieber himmlischer Vater, daß du deine Verheißung erfüllt, deinen heiligen Geist über alles Fleisch ausgegossen, deinen Himmel aufgethan und uns mit geist⸗ lichem Segen in himmlischen Gütern gesegnet hast. Nun hast du alles gethan, du Gott aller Gnade und Vater der Barm⸗ herzigkeit, was du dir vorgenommen, und deine großen Werke auf Erden vollendet, die deines Namens Ehre sind und unser ewiges Heil. Du hast den Namen deines lieben Sohnes verklärt und deine Liebe in unsere Herzen ausgegossen. Ja du willst selbst in uns wohnen, willst unser Gott sein, und wir sollen dein Volk sein. Hochgelobt sei dein heiliger Name! Erhöre nun heute die Gebete deines Volkes. Tröste uns wieder mit deiner Hülfe und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Halte im Bar dir festi Tau de reinen Thaten die Fül Geist 6 Werke möge, X über ur und laf Laß de Elenden und die in groß allen d würdig, allen H Lob un und der und vor err un Sohnes wir ehr in dir und bi von un gnädige du Sol schen, um uns bis zun ewigen pöhe du bern ben ja stig die lein und men fülle dir, wir eber llen. wir und da⸗ llen dem reud du illes eist⸗ hast rm⸗ erke nser lärt illst llen iun ner alte V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 65 im Bau den Weinstock, den deine Rechte gepflanzt hat, den du dir festiglich erwählt hast, und tränke ihn mit dem himmlischen Tau deines Segens. Laß deine Gemeinde bleiben bei deinem reinen Wort und öffne wieder ihren Mund, daß sie deine großen Thaten preise. Thu die Thore deines Reiches weit auf und laß die Fülle der Heiden zu ihnen eingehen. Regiere mit deinem Geist alle christliche Obrigkeit, richte nach deinem Willen die Werke ihrer Hände und leite sie auf rechtem Wege, daß sie thun möge, was dir wohlgefällig und deinem Volke heilsam ist. Gieß über unsere Häuser den Geist der Gnade und des Gebetes aus und laß die Leuchte deines heiligen Wortes darin nicht verlöschen. Laß deinen Geist, den Geist des Trostes und der Kraft, die Elenden erquicken, die Traurigen trösten, die Schwachen stärken und die aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen vertreten, die in großer Anfechtung nicht mehr beten können. Vollende an uns allen das gute Werk, das du angefangen hast, und mache uns würdig, dein ewiges Reich zu erlangen, da die große Schar aus allen Heiden und Völkern und Sprachen dir mit neuen Zungen Lob und Dank sagt ewiglich. Dir samt deinem lieben Sohne und dem heiligen Geiste sei Ehre in der Gemeinde zu aller Zeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 83. Am Seste der heiligen Dreieinigkeit. err Gott, allmächtiger Vater, der du die Welt so hochherzlich und unaussprechlich geliebt hast, daß du auch deines einigen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahin gegeben, wir ehren und loben deine Majestät, und unser Herz freut sich in dir über alles, was du uns an Leib und Seele gethan hast, und bitten dich, du wollest dein väterliches Herz nimmermehr von uns wenden und um Christi willen, deines Geliebten, unser gnädiger Vater in Ewigkeit sein und bleiben.— O Jesu Christe, du Sohn des lebendigen Gottes, du treuer Heiland aller Men⸗ schen, wir danken dir auch für deine inbrünstige Liebe, daß du um unserer Seligkeit willen deinen himmlischen Thron verlassen, bis zum Tode am Kreuz dich erniedrigt und uns den Weg zum ewigen Leben wieder eröffnet hast.— O Gott heiliger Geist, du werter Tröster und Lehrer der ganzen Christenheit, dich loben wir auch und danken dir für alle deine geistlichen Wohlthaten, mit denen du deine Kirche zierst und schmückst, in allen An⸗ fechtungen und Nöten uns herzlich tröstest, und bitten dich, du wollest uns mit deiner Gnade ferner überschatten und erleuchten.— —————— 2— V 66 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. O du heilige Dreieinigkeit, weil in deiner Erkenntnis unsere Seligkeit steht, so erhalte uns fest darin, daß wir dich als unsern Gott allezeit recht ehren, loben und preisen. Verlaß uns nicht, deine armen Kreaturen, und stärke uns in unserer Pilgerschaft. Laß einem jeden, der deine Hülfe anruft, den Reichtum deiner Erbarmung kund werden. Breite deine Gnade aus über unser ganzes Land, nimm in deinen allmächtigen Schutz und Schirm den Kaiser, unsern König, und sein Haus; baue und festige deine Kirche auf dem Fels der Wahrheit und laß sie unbeweglich stehn wider den Trotz der Welt, ja wider die Pforten der Hölle. Verleih uns durch deine Kraft, daß wir das Geheimnis deines Wesens nicht allein mit dem Munde, sondern auch mit der That und Wahrheit ehren, daß wir uns dir zum Eigentum übergeben, in dir leben und sterben und dermaleinst mit Freuden erscheinen vor dem Thron deiner ewigen Majestät und Herrlichkeit. Amen. 84. Am Seste der Engel oder Michaelis. 9 llmächtiger Gott, ein Herr Himmels und der Erde, der du alles geschaffen hast, beide das Sichtbare und das Unsicht⸗ bare, die Thronen und die Herrschaften, wir sagen dir Lob und Dank, daß du die himmlischen Heerscharen, die heiligen Engel, verordnet und ausgesandt hast zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit. Wir bitten dich, du wollest ihnen Befehl thun, daß sie uns behüten auf allen unsern Wegen, daß sie uns auf den Händen tragen und wir unsern Fuß nicht an einen Stein stoßen. Treibe von uns alle bösen Mächte der Finsternis und laß uns deine heiligen Engel allezeit begleiten, schützen und mächtiglich erretten. Laß durch ihren Dienst Stadt und Land, Haus und Hof, Weib und Kind und alles, was wir haben, vor allem Unfall bewahrt werden. Gieb uns wahre Buße in unsere Herzen, daß sich die Engel im Himmel über uns freuen. Zünde in uns an ein brünstiges Gebet und Lob deines Namens, daß wir der Engel Amt verrichten und mit ihnen anbeten und rufen: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! Gieb uns aber auch Gnade, daß wir ihnen nachfolgen im Gehorsam gegen deinen heiligen Willen und freudig, wie sie, deine Befehle ausrichten. Und wenn wir aus diesem zeitlichen Leben scheiden sollen, so laß unsere Seelen von den Engeln in Abrahams Schoß getragen werden und mache uns ihnen gleich am Tage der Auferstehung, daß wir mit ihnen dich ewig loben und preisen mögen. Amen. V. llm de fängni werten großes den B aller 2 setzt, mehr z zur B dem H Gutes. der sei die der heit w hast u wirrur und er Fried Gottes bei ur haben, recht Gott, in alle ar 0 elender daß u gehand Sünde den er S und d du die Gefall brünst wolles einged wahre über Lob mit Herr auch einen chten. 0 laß ragen hung, men. eingedenk sein deiner grun 85. Am Reformationsfeste. Aluachtigen und grundgütiger Gott, wir danken dir von Herzen, daß du deiner Kirche dich gnädiglich angenommen, das Ge⸗ fängnis deines Volkes gewendet und am Abend der Welt unserm werten Vaterlande durch dein teures Rüstzeug Martin Luther ein großes Licht angezündet hast. In deines Geistes Kraft hat er den Brunnen Israels gereinigt, die seligmachende Wahrheit von aller Verführung abgesondert, die heilige Schrift deutlich über⸗ setzt, den Stand der lieben Obrigkeit gerettet und viel Gutes mehr zu deiner Ehre und deiner lieben Gemeinde Erbauung und zur Beruhigung der geängstigten Gewissen ausgerichtet. Danket dem Herrn Zebaoth, daß er so gnädig ist und thut immerdar Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott, der sein Wort giebt mit großen Scharen Evangelisten, und alle, die den Herrn fürchten, sollen sagen: Seine Gnade und Wahr⸗ heit waltet über uns in Ewigkeit. Nun, du treuer Gott, du hast uns bisher wider so manche Gefahr, Verfolgung und Ver⸗ wirrung in diesem Licht gnädig erhalten, so bewahre es ferner und erhalte den Heilsbrunnen der allein seligmachenden Lehre in Fried und Ruhe bei uns und unsern Kindern, daß die Stadt Gottes fein lustig bleibe mit ihren Brünnlein. Erwecke auch bei uns allen wahre Gottseligkeit, daß wir behalten, was wir haben, und unsern Schatz nicht durch Undank verscherzen, sondern recht evangelisch, desselben würdig leben und dort dich ewigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist, loben und preisen mögen in alle Ewigkeit. Amen. 86. An öffentlichen Buß⸗ und Bettagen. armherziger, ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, du Herr Himmels und der Erde, wir armen, elenden Sünder bekennen vor deinem allerheiligsten Angesichte, daß wir leider mit unsern Vätern gesündigt, daß wir miß⸗ gehandelt und gottlos gewesen mit unsern vielfältigen schweren Sünden, auch deinen gerechten Zorn und allerlei Strafen, ja den endlichen Untergang wohl verdient haben. Solche unsere begangenen Sünden reuen uns von Herzen, und dieweil du unser aller Vater und liebreicher Gott bist, der du dich also erklärt hast: So wahr als ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, so fliehen wir zu deiner in⸗ brünstigen und herzlichen Barmherzigkeit, demütig bittend, du wollest aller unserer Übertretung nicht gedenken, sondern vielmehr dlosen Güte und Barmherzigkeit. Ach V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 67 ————— — ͥ—T—— 68 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Vater und Herr, strafe uns nicht in deinem Zorn, züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, verstoße uns nicht von deinem Angesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein. Erweise uns deine wunderliche Güte, du Heiland derer, die auf dich hoffen, und laß unser Angesicht nicht zu schanden werden. Ach Herr, Gott Zebaoth, sei du unser Gott, mache dich auf zu richten und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden, zerbrich die Pfeile aller Feinde deines allerheiligsten Wortes und Namens, laß ihre Hände sinken, laß sie beschließen einen Rat und nichts daraus werden, und zerstreue die Völker, die da gerne kriegen. Gestatte ja nicht, o treuer Vater, daß dein Weinberg, den du unter uns gepflanzt hast, verwüstet werde. Stehe auf, Herr, und hilf uns mit deiner starken Hand und allmächtigen Arm, thu wohl diesen und allen andern Landen, in welchen du mit deinem Worte deine Wohnung hast. O lieber Herr und Gott, sei und bleibe du bei und unter uns, stärke und erweitere dein Reich, das du aufgerichtet hast, denn es ist dein Werk. Erhalte uns und unsere Nachkommen bei reiner, gesunder Lehre und bei gewünschtem Landfrieden. Verschone uns, o treuer Gott und Vater, mit Krieg, Aufruhr und Empörung, mit Pestilenz und andern gefährlichen Seuchen. Wende ab Teurung, Mißwachs, schädliches Wetter und alle andern Plagen. Sei uns gnädig, zeige uns deine Barmherzigkeit, Gott, unser Heil. Erleuchte unsere Herzen, daß wir rechtschaffene, wahre Buße thun, alle wissentlichen und vorsätzlichen Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben und also dem wohlverdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Das alles wollest du thun, o treuer, barmherziger Vater, um des teuren, werten Verdienstes und der kräftigen Fürbitte willen deines lieben Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regieret in gleicher Majestät und Ehre, wahrer Gott und Mensch, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 87. Gebet für die wöchentlichen Betstunden. Am Montag. B.Ruch an Gott und Vater, nachdem wir abermals eine Woche zurück gelegt und in eine neue eingetreten sind, so danken wir dir für alle erwiesenen Wohlthaten. Du hast dein Wort und Sakrament unter uns rein und lauter erhalten, uns Ruhe und Friede, auch tägliche Nahrung bescheret. Du hast — V. uns de helfen antrete von H Woche so ist und V woche Leiden genieße Sünde einen über u und b. auchen und al That und se Friede Beruf unsere Gott, du un deinen deiner lich hi gehend Gedul ertrag von 1 Tod seliges 2—— imm Herrli heilige O grund che. e uns rstoße 5 gar eiland cht zu Gott, sngten ligsten Hließen GBölker, aß dein werde. d und en, in lieber stärke es ist reiner, e uns, örung, ude ab Plagen. „unser wahre fliehen ts vor zeitlich Vater, zürbitte welcher gleicher obt in 8 eine 1d, so st dein „uns u hast V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 69 uns der vorigen Woche Tage und Plage gnädig überwinden helfen und lässest uns diese Woche mit Gesundheit und Freuden antreten. Für solche und alle andern Gutthaten sagen wir dir von Herzen Lob und Dank. Weil wir aber in der vergangenen Woche wider dich, Herr unser Gott, vielfältig gesündigt haben, so ist uns solches herzlich leid, und bitten wir alle um Gnade und Vergebung. Laß uns der heiligen Leidens- und Marter⸗ woche deines lieben Sohnes und dessen, was er uns durch sein Leiden, Kreuz und Tod' in derselben erworben hat, heilsamlich genießen. Gieb, daß wir aus der alten Woche keine alten Sünden mit in die neue nehmen. Gieb uns neue Herzen und einen neuen gewissen Geist. Laß deine Gnade alle Morgen über uns neu aufgehen und erhalte uns bei deinem reinen Worte und bei dem rechten Gebrauche der heiligen Sakramente. Stärke auch mit Kraft aus der Höhe unsere gnädigste Landesherrschaft und alle christlichen Obrigkeiten. Fördere guten Rat und nützliche That und wende Krieg, Pest, Teurung, Feuersbrunst, Wassersnot und sonst alles Herzeleid in Gnaden von uns ab. Gieb uns Friede und Gesundheit, auch Glück und Heil zu unser aller Beruf und Stande. Und weil wir nun mit der neuen Woche unsere Amts⸗ und Berufsarbeit wieder antreten, so fange, o Gott, von neuem an, uns zu segnen. Laß uns das Werk, dazu du uns beschieden hast, mit Freude angreifen und führe durch deinen Segen alles, was wir in deinem Namen anfangen, zu deiner Ehre, zu unserer und unsers Nächsten Wohlfahrt glück⸗ lich hinaus. Gefällt es dir aber, lieber Vater, uns in der an⸗ gehenden Woche mit Kreuz und Trübsal heimzusuchen, so gieb Geduld und mache uns das Kreuz nicht schwerer, als wir es ertragen können. Hast du endlich über einen oder den andern von uns beschlossen, ihn in dieser Woche durch den zeitlichen Tod aus dieser Welt abzufordern, so gieb demselben hier ein seliges Ende, daß er dort ewig bei dir sei, und wir zuletzt ins⸗ gesamt, nach aller Mühe und Arbeit auf Erden, bei dir im Himmel einen Sabbath nach dem andern in ewiger Freude und errlichkeit feiern mögen. Das verleihe uns, o Gott, in des heiligen Geistes Kraft durch Jesum Christum. Amen. 88. Loch ein Gebet für Betstunden. Herr, allmächtiger,‚ barmherziger Vater, wir armen Sünder kommen vor dein heilig Angesicht und sagen dir aus Herzens⸗ grund für alle deine Wohlthaten billig Lob und Dank, daß du „ 70 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. uns zu deinem Ebenbild erschaffen und nach deiner großen Barm⸗ herzigkeit wiedergeboren und in deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, der Hoffnung nach zu Erben der ewigen, himmlischen Güter angenommen, auch bisher an Leib und Seele gnädiglich erhalten hast. Wir bitten dich ferner demütiglich, du wollest uns alle unsere Sünden und Missethaten durch das teure Verdienst deines Sohnes Jesu Christi vergeben und um seiner vollgültigen Fürbitte willen alle wohlverdienten Haus⸗ und Land⸗ plagen gnädiglich mildern und abwenden und deinen heiligen Geist verleihen, daß wir uns forthin in unserm Beruf und allem Vornehmen durch denselben auf ebener Bahn führen und regieren lassen, damit wir dich, o Gott, stets vor Augen haben und kindlich fürchten, hingegen die Sünde mit allem Ernste meiden, das liebe Kreuz mit christlicher Geduld hinnehmen und gehor⸗ samlich leiden. Wir befehlen dir auch weiter, o getreuer, allmäch⸗ tiger Vater, die ganze Christenheit auf Erden, alle hohen christ⸗ lichen Häupter, desgleichen unsere Obrigkeit, unsere getreuen Lehrer und alle gottseligen Hausväter samt ihren Angehörigen. Behüte unser liebes Vaterland vor Krieg, Mißwachs, Hunger, Seuchen und Krankheiten, vor Feuers⸗ und Wassersnöten. Auch laß dir, o milder Vater, die Früchte auf dem Lande und unsere ganze Nahrung wohl befohlen sein. Die wollest du segnen und uns gedeihen lassen, den Armen Brots genug, den Kranken Geduld und Gesundheit geben, den Sündern Gnade zur Besserung ihres Lebens, uns und allen Christgläubigen Barmherzigkeit und nach diesem vergänglichen das ewige selige Leben schenken und mitteilen durch Jesum Christum, unsern Herrn und Heiland. Amen. 89. Sür kirchliche Bibelstunden. Avesprachen und gnädigster Gott, du hast in deinem Wort versprochen, daß du wollest zu uns kommen und uns segnen an dem Orte, da du deines Namens Gedächtnis stiften würdest. Gedächtnis nun zu halten von deinem allerheiligsten Namen sind wir auch allhie versammelt. Darum bitten wir dich herzlich und demütig, du wollest mitten unter uns sein, du wollest uns segnen und zu diesem deinem Dienst geschickt und tüchtig machen. Vergieb uns zu dem Ende, himmlischer Vater, alle unsere Sünden, Übelthaten, Fehler und Schwachheiten um Jesu Christi und seiner blutigen, volllommenen Aussöhnung willen, und heilige uns täglich mehr und mehr, der Sünde und Welt abzusterben. Schenke uns deinen heiligen Geist mit reichem Maß, damit dein göttliches Wort bestän⸗ wande bewegr zurück Kräfte Herz Wahr! gehe d jeglich zur Et Sohn ieb d6 mit 2 Jesun er Sohn daß Sünd Tode uns führet erkenn verack rechte selber ganze id uns Heduld ihres d nach itteilen mn. Wort segnen ürdest. n sind ch und t uns iachen. ünden, seiner täglich e uns tliches Jesum Christum, unsern Herrn. 9*⁴⁷ Gott, himmlischer Vater, Sohn Christum zu einem Messias verordnet und Wort von uns möge recht gelehrt, andächtig gehört, in einem beständig guten Herzen bewahrt und in ein christlich Leben ver⸗ wandelt werden. Heilige unsere Gedanken, reinige unsere Gemüts⸗ bewegungen, sammle alle unsere verstreuten Sinne aus der Welt zurück hieher vor dein göttlich Angesicht, daß wir Worte und Kräfte des Lebens empfangen. Rühre auch den Mund und das Herz deines unwürdigen Dieners, das Wort der himmlischen Wahrheit mit aller Freudigkeit und Geisteskraft auszureden, und gehe du von Seele zu Seele in der Gemeinde unter uns, einen jeglichen aufzuwecken zum Stande rechtschaffener Bekehrung und zur Erhaltung der gewünschten Seligkeit. Alles um deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi willen. Amen. Nollekten. Für bestimmte Tage und Zeiten. Auf Aoͤvent. 1. ieber Herr Gott, wecke uns auf, daß wir bereit sein, wenn dein Sohn kommt, ihn mit Freuden zu empfangen und dir mit reinem Herzen zu dienen, durch denselben deinen Sohn, Amen. 2 wir danken dir von ganzem Sündern zu Trost deinen gesandt hast, Herzen, daß du uns armen daß er als ein gerechter König und Heiland sein Volk von Sünden erlösen und aus Tode erretten sollte. des Teufels Tyrannei und ewigem Wir bitten dich von Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also erleuchten, regieren und führen, daß wir diesen gerechten König und Heiland wahrhaftig erkennen, an ihm allein halten, uns an seiner geringen Gestalt, verachtetem Worte und Reiche rechten Vertrauen auf ihn ewig selben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. nicht ärgern, sondern in einem selig werden mögen, durch den⸗ —— Kollekten. 3. ir bitten dich, lieber Herr Gott, du wollest unsere Herzen durch deiner Gnaden Heimsuchung reinigen, daß dein Sohn, wenn er zu uns kommt, eine bereite Wohnung finde, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am vorabend des Ehristfestes. 4 Lit Herr Gott, der du diese geweihte Nacht im Glanz des wahren Lichts hast scheinen lassen, verleih, daß wir dort im Himmel der Freuden jenes Lichtes inne werden, dessen Geheimnisse du uns hier auf Erden offenbart hast, durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, der da ist das wahrhaftige Licht und mit dir lebt und herrschet, wahrer Gott, immer und ewiglich. Amen. Am Ehristfeste. 20 ilf, lieber Herr Gott, daß wir der heiligen Geburt deines lieben Sohnes teilhaftig werden und von unserer sündlichen Geburt erledigt in der neuen Geburt dir dienen, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 6. err Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine große Gnade und Barmherzigkeit, daß du deinen eingeborenen Sohn in unser Fleisch hast kommen lassen und durch ihn uns von Sünden und ewigem Tode gnädiglich geholfen. Wir bitten dich herzgründlich, erleuchte unsere Herzen durch deinen heiligen Geist, daß wir dir für solche deine Gnade dankbar sein und derselbigen uns in aller Anfechtung trösten und endlich ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 7 err Gott, der du uns mit dem jährlichen Gedächtnis unserer Erlösung erfreuest, gieb, daß wir deinen eingebornen Sohn, den wir nun fröhlich als einen Erlöser empfangen, auch bei seiner Ankunft zum Gericht in sicherem Frieden schauen mögen, unsern Herrn Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. serer Sohn, seiner nsern und Kollekten. 73 Am Neujahrstage. 8. Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine — väterliche Gnade, daß du dich der armen Sünder ange⸗ nommen und deinen Sohn Christum ihnen zu gut unter das Gesetz gethan hast, daß er mit seinem vollkommenen Gehorsam deinen gerechten Zorn stillen und unsern Ungehorsam heilen möchte. Wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen Geist unsere Herzen also erleuchten, daß wir uns solches Gehorsams wider unsere Sünde und das böse Gewissen trösten können und durch die Hülfe des heiligen Geistes auch anfangen, gehorsame Kinder zu werden, und endlich die ewige Seligkeit erlangen mögen, durch denselben deinen Sohn, Christum Jesum, unsern Herrn. Amen. 2. Aeher, ewiger Gott, von dem alle gute und vollkommene Gabe herabkommt, wir danken dir für alle deine Wohlthat, die du uns im vergangenen Jahre beides geistlich und leiblich hast erzeiget; und bitten deine Barmherzigkeit, du wollest uns nun wiederum ein glückseliges und freudenreiches Jahr bescheren, vor Unglück und Gefahr uns gnädiglich behüten und mit deinem göttlichen Segen erfüllen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Seste der Erscheinung Christi. 10. err Gott, himmlischer Vater, der du deinen eingeborenen Sohn Jesum Christum durch die Erscheinung eines Sterns den Heiden offenbart und uns auch in diesen letzten Zeiten durch das selige Licht deines göttlichen Wortes zu der Erkenntnis deines lieben Sohnes hast kommen lassen, wir bitten von ganzem Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also begnaden und begaben, daß wir nach solchem Lichte deiner Wahrheit immerdar wandeln, uns mit ganzer Zuversicht unseres Heilandes allezeit erfreuen und also zur ewigen Seligkeit erhalten werden, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 11. err Gott, himmlischer Vater, der du an diesem Tage deinen eingeborenen Sohn Jesum Christum den Heiden durch Lei⸗ tung des Sternes offenbart hast, verleih uns gnädiglich, daß ο + + TSollekten. wir dem seligen Lichte der Heiden immerdar nachwandeln und ö endlich alle zur Anschauung lichkeit gelangen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. deiner göttlichen Majestät und Herr⸗ Für die Weihnachts⸗ und Epiphaniaszeit. 12. Aumt dem ewiger Gott, wir bitten dich, verleih uns, die wir mit dem gnadenreichen Lichte deines neugeborenen Sohnes Jesu Christi begnadigt sind, daß wir auch mit der That voll⸗ bringen, was wir im Herzen glauben und mit dem Munde bekennen, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 18. err Gott, himmlischer Vater, der du aus väterlicher Liebe gegen uns arme Sünder deinen Sohn uns geschenkt hast, daß wir an ihn glauben und durch den Glauben sollen selig. werden, wir bitten dich, gieb deinen heiligen Geist in unsere Herzen, daß wir in solchem Glauben bis an unser Ende beharren und ewig selig werden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 14. Aums denn gütiger Gott, barmherziger Vater, erleuchte über uns dein väterliches Angesicht und stärke in uns die Er⸗ kenntnis deiner Barmherzigkeit, die du uns in deinem lieben Sohne bewiesen hast, auf daß wir, zu deinem Lobe entzündet, mit allem himmlischen Heer in allen unsern Worten und Werken dich rühmen und preisen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Seste der Darstellung Jesu im Tempel. 15. err Gott, himmlischer Vater, der du deinen Sohn uns zum Heilande bereitet hast, daß er der Heiden Licht und Israels Preis sein sollte, wir bitten dich, erleuchte unsere Herzen, daß wir deine Gnade und väterlichen Willen in ihm erkennen, auch Hülfe und Schutz wider die Sünde, Verdammnis und den leidigen Satan an ihm haben und endlich ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 16. V Herr Jesu Christ, der du bist das wahre Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen, wir bitten dich, erleuchte unser Herz mit deinen Gnaden, auf daß N Kollekten.—.455 1m und wir dich mit dem heiligen Simeon als unsern Heiland erkennen Herr⸗ und nach dieser Welt Dunkelheit bei dir in himmlischer Klarheit istum, ewiglich bleiben, der du lebst und herrschest mit dem Vater und heiligen Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Feste der Verkündigung Mariä. ie wir 17. ö ohnes err Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine un⸗ voll⸗ aussprechliche Gnade, daß du uns arme Sünder so gnädig Runde bedacht, deinen Sohn in unser Fleisch geschickt und ihn um istum, unsertwillen Mensch hast werden lassen. Wir bitten dich von ganzem Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist Gnade verleihen, daß wir uns seiner Menschwerdung, seines Leidens und Liebe Sterbens trösten, ihn für unsern Herrn und ewigen König hast.—erkennen und annehmen und durch ihn mit dir und dem heiligen„ —„Geiste ewig leben und selig werden mögen. Amen. x unsere 1 5535. In der Fastenzeit. f Sohn, ö 18. 5 ö A Wochti. ewiger Herr Gott, der du für uns hast deinen über Sohn des Kreuzes Pein lassen leiden, auf daß du von uns eEr⸗ des Feindes Gewalt triebest, verleih uns, also zu begehen und lieben zu danken seinem Leiden, daß wir dadurch der Sünden Vergebung t, mit und vom ewigen Tode Erlösung erlangen, durch denselben deinen n dich Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Imen. 11 19. Buntrdeeh ewiger Gott, der du deines einigen Sohnes nicht verschont hast, sondern ihn für uns alle dahin gegeben, 14 daß er unsere Sünde am Kreuze tragen sollte, verleih uns, daß unser Herz in solchem Glauben nimmermehr erschrecke noch ver⸗ h daß zage, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern ur den Herrn. Amen. 10 6 durhh err Gott, der du allezeit Lust hast zur Barmherzigkeit und. gerne verschonest, nimm an unser bußfertig Gebet und mache die, so in Banden der Sünde liegen, los und ledig nach deiner elches milden Güte, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, 1 wir welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ie *. Ewigkeit. Amen. it 76 Kolleten. 21. err Gott, himmlischer Vater, der du aus väterlicher Gnade deines eingeborenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn in den Tod und an das Kreuz hinan gegeben hast, wir bitten dich, gieb deinen heiligen Geist in unsere Herzen, daß wir solcher Gnade uns herzlich trösten, vor Sünden ferner uns hüten, und was du zu leiden schickest, geduldig tragen mögen, auf daß wir durch ihn mit dir ewig leben. Amen. 22. wollest gnädiglich sehen auf dies dein Volk und Hausgesinde, Heu Gott, Vater aller Barmherzigkeit, wir bitten dich, du umy welches willen dein lieber Sohn Jesus Christus sich nicht geweigert hat, übergeben zu werden in die Hände der Sünder und zu dulden die schmähliche Pein des Kreuzes, der mit dir lebt und herrschet wahrer Gott in Einigkeit des heiligen Geistes ewiglich. Amen. 23. Hem Jesu, unsere Ruhe und Leben, wir danken dir, daß du unsere Sünde mit dir in dein Grab genommen und darin begraben und uns durch deinen neuen Sabbath im Grabe ewige Ruhe erworben hast. Hilf, daß wir dein Grab für unserer Sünden Kerker erkennen und uns vor unserm Grabe nicht fürchten, sondern in deiner Erkenntnis gern und willig in unser Ruhekämmerlein schlafen gehen, der du mit deinem heiligen Leibe all unsere Gräber weihest und heiligest, hochgelobet in Ebwigkeit. Amen. Am Gründonnerstage, auch sonst bei der Seier des heiligen Abendmahls. 24⁴. O Herr Jesu Christe, der du uns hier in dem wunderbaren Sakramente ein Gedächtnis deines Leidens gelassen hast, wir bitten dich, gieb uns Gnade, daß wir das heilige Geheimnis deines Leibes und Blutes so ehren und handeln, daß wir deine Erlösung in uns täglich fruchtbarlich empfinden, der du mit dem Vater und dem heiligen Geist lebest und regierest, wahrer Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. nade in dich, lcher und wir du nde, nicht nder dir istes du arin wige serer nicht in ligen tin aren wir nnis deine dem Bott, Kollekten. 237 25. ir danken dir, allmächtiger Herr Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe hast erquicket, und bitten deine Barm⸗ herzigkeit, daß du uns solches gedeihen lassest zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 26. llmächtiger Gott, ewiger Vater, ein König der Ehren und ein Herr Himmels und der Erde, dir sei Lob, Ehre und Preis, daß du uns würdig geachtet hast, zu diesem Reichtum deiner Gnade und seligen Speise zu kommen. Wir bitten dich, lieber Vater, du wollest uns deinen heiligen Geist verleihen, auf daß wir mit Herz und Gemüte, was droben ist im Himmel, suchen und auch gnädiglich finden, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Osterfeste. 27. llmächtiger Gott, wir bitten dich, verleih uns, die wir das Fest der Auferstehung unsers Herrn feiern, daß wir durch Erneuerung deines heiligen Geistes vom Tode der Seelen auf⸗ erstehn, auf daß wir mit dir ewiglich leben, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 28. llmächtiger Gott, himmlischer Vater, der du durch den Tod deines Sohnes die Sünde und den Tod zunichte gemacht und durch sein Auferstehen Unschuld und ewiges Leben wieder⸗ gebracht hast, auf daß wir, von der Gewalt des Teufels erlöset, in deinem Reiche leben, verleih uns, daß wir solches von ganzem Herzen glauben und, in solchem Glauben beständig, dich allezeit loben und dir danken, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 29. err Gott, himmlischer Vater, der du deinen eingeborenen Sohn um unserer Sünde willen dahin gegeben und um unserer Gerechtigkeit willen wieder auferwecket hast, hilf, daß wir als Glieder seines Leibes an ihm, unserm Haupte und Lebens⸗ fürsten, fest hangen und dermaleinst in der herrlichen Auferstehung der Gerechten an jenem Tage mit Freudigkeit vor ihm erscheinen — T S S 78 Kollekten. ein sieghafter Uberwinder aller seiner und unserer Feinde mit dir und dem heiligen Geiste in Ewigkeit lebet und herrschet. Amen. Sür die Sreudenzeit. 30. AAllmächtiger Gott, der du uns durch deinen Sohn eröffnet hast den Zugang zum ewigen Leben und durch das Geheimnis seiner fröhlichen Auferstehung der ganzen Welt Heil verliehen, wir bitten dich, du wollest unsere Begierde zur schönen Ewigkeit erwecken und uns die himmlische Gabe der vollkommenen Freiheit verleihen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 94. ieber Herr Gott, der du durch die Erniedrigung deines Sohnes die Welt vom tiefen Falle aufgerichtet hast, gieb deinen Gläubigen allzeit fröhlichen Mut, auf daß sie, von den Schrecken des ewigen Todes errettet, der unvergänglichen Freuden teilhaftig werden, durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 32. Herr Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen mit einerlei Sinn erfüllest, verleih deinem Volke, das zu lieben, was du befiehlst, das zu begehren, was du verheißest, auf daß bei dem eitlen Treiben dieser Welt unsere Herzen droben haften, wo die wahren Freuden sind, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Seste der Bimmelfahrt. 33. Alleit d Gott, wir bitten dich, verleih, daß unser Sinn allezeit dahin stehe, wohin der Herr dieses Festes mit Ruhm und Preis ist eingegangen, und daß wir dort, wohin wir hier im Glauben trachten, unsern ewigen Aufenthalt finden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, der in Einigkeit des heiligen Geistes mit dir lebet und herrschet in Ewigkeit. Amen. und mit ihm in sein ewiges Reich eingehen mögen, da er als Kollekten. 7090 34 err Jesu Christe, du Sohn des allerhöchsten Gottes, der du nun forthin nicht mehr auf Erden arm und elend bist, sondern zur Rechten deines Vaters ein gewaltiger Herr über ö alles, was da ist im Himmel und auf Erden, alles auch erfüllest und regierest, wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist uns senden, fromme Kirchendiener geben, dieselbigen begaben und ffnet bei deinem Wort erhalten, dem Satan und allen Feinden deiner nis Kirche wehren und dein Reich gewaltiglich erhalten, bis daß alle ehen,„ Feinde zu deinen Füßen liegen, und wir auch durch dich die Nt* igkeit ö Sünde, den Tod und alles überwinden. Amen. eiheit 2 0 nsern Am pfjngstfeste. ö 35. hnes 9³⁸ Gott, lieber Vater, der du an diesem Tage deiner Gläubigen 1 emen. Herzen durch den heiligen Geist erleuchtet und gelehret hast, f ö ecken gieb uns, daß wir auch durch denselben Geist rechten Verstand n haftig haben und uns seines Trostes und seiner Kraft zu aller Zeit 5 ö Anen freuen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen.. gieret 36., O Herr Jesu Christe, du Sohn des allmächtigen Gottes, wir r bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist durch dein Wort r mit in unsere Herzen geben, daß derselbe uns allezeit nach deinem i ieben, heiligen Willen regiere und führe, in allerlei Unglück und An⸗ n ö f. daß fechtung tröste und in deiner Wahrheit wider allen Irrtum leite ö aften, und erhalte, auf daß wir im Glauben fest bestehen, in deiner stum, Liebe und guten Werken zunehmen und durch eine gewisse Hoffnung und deiner erworbenen und geschenkten Gnade ewig selig werden mögen, ö der du mit dem Vater und heiligen Geiste regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.* 37. Enider Gott, gnädiger Vater, der du deinen heiligen Geist und 5, Sinn ein neu Gesetz in unser Herz zu geben verheißen hast, wir iuhm bitten deine milde Güte, du wollest deine armen Kinder mit ö hier deinem Gnadengeist beseligen und unsere Herzen trösten und t,. durch erhalten, daß wir bei deinem Wort mit Freudigkeit beharren 6 ligen und dir in Geduld mit wahrer Anrufung allezeit dienen, durch it Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. t 80⁰ Kollekten. Am Seste der heiligen Dreieinigkeit. 98. (lmächtiger, ewiger Gott, der du uns gelehret hast, im rechten Glauben zu wissen und zu bekennen, daß du in dreien Personen gleicher Macht und Ehren ein einiger, ewiger Gott und dafür anzubeten bist, wir bitten dich, du wollest uns bei solchem Glauben allezeit fest erhalten wider alles, was uns dagegen mag anfechten, der du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Seste Johannis des Cäufers. 9 llmächtiger, ewiger Gott, verleih, daß dein Volk auf dem Wege des Heiles wandle und durch Gehorsam gegen das Wort des Vorläufers Johannes zu dem gelange, von dem er geweissagt hat, zu unserm Herrn Jesu Christo, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und herrschet in alle Ewigkeit. Amen. Am Seste der HBeimsuchung Mariä. Aaem u Gott, der du an der Jungfrau Maria große Dinge gethan und sie zur Mutter deines lieben Sohnes, unsers Herrn, gemacht, auf daß uns kund würde, wie du der Armen, Nichtigen und Verachteten dich gnädiglich annimmst, gieb, daß auch wir uns in aller Demut und Gelassenheit an dein Wort mit wahrem Glauben ergeben und also deines lieben Sohnes teilhaftig werden, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Michaelisfeste. 41. 9 llmächtiger, ewiger, barmherziger Gott, der du wunderbarer Weise der Engel und Menschen Dienste geordnet hast, wir bitten dich, verleih uns gnädiglich, daß unser Leben hier auf Erden behütet und beschirmt werde von denen, die deiner gött⸗ lichen Majestät allezeit beiwohnen im Himmel, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Am Reformationsfeste. 42. ir danken dir, allmächtiger Gott und Vater, daß du dich deiner Kirche väterlich erbarmt und dein lauteres Evangelium du wollest ha uns wieder geschenkt und er lten. Wir bitten dich, bei uns igkeit dem das em er und Amen. Dinge unsers rmen, „daß Wort ohnes lebet rbarer , wir r auf gött⸗ Jesum u dich zelium wollest AIWI——I————————————— Kollekten. 81 unser aller Herzen durch deinen heiligen Geist regieren, daß wir dem Evangelium allezeit treu und fest anhangen, aber auch nach demselben würdiglich wandeln und auf den Trost desselben leben und sterben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Für die Srüchte des Seldes.(Am Cage der Bagelfeier.) 43. err, allmächtiger Gott, der du alles, was da ist, regierest und nährest, ohne dessen Gnade nichts geschehen kann, gieb uns, deinen Kindern, lieber Vater, ein gnädiges Wetter, auf daß unser Land durch deinen Segen mit seinen Früchten erfüllet werde, und wir dich in allen deinen Wohlthaten erkennen und loben, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 44. Aoehie Gott, barmherziger Vater, der du durch deine göttliche Kraft alles hast erschaffen, und was da lebet und webet, sättigest nach deinem Wohlgefallen, wir bitten dich demü⸗ tiglich, du wollest unsere Felder mit deinem Segen krönen, und was du zu Nutzen der Menschen aus der Erde wachsen lässest, unter deinem Schirme und Schutz gnädiglich erhalten, auch dein Wort in unsere Herzen pflanzen, daß wir dir viele Früchte der Gerechtigkeit bringen, durch deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Erntedankfeste. 45. llmächtiger Gott, barmherziger Vater, der du deine milde Hand aufthust und sättigest alles, was da lebet, nach deinem Wohlgefallen, wir danken dir demütiglich, daß du die Felder gekrönet mit deinem Segen und die Früchte der Erde uns wiederum hast sammeln lassen; und bitten dich, segne und behüte auch die ewige Saat deines Wortes in unsern Herzen, auf daß wir in reichlichen Früchten der Gerechtigkeit die rechten Dankopfer dir allezeit darbringen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Bergfeste. 46. llmächtiger, ewiger Gott, himmlischer Vater, der du Berg und Thal, Klüfte und Gänge erschaffen und lässest Silber und Erz wachsen zur Notdurft der Menschen, wir bitten deine milde Güte, du wollest unser Bergwerk aus Gnaden segnen und uns T-————— Kollekten. nach deinem Willen gut Erz bescheren, auch deinen Geist und deines Worts und täglicher Notdurft seliglich gebrauchen und unserem Nächsten christlich damit dienen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. An Buß⸗ und Bettagen. 47. err Gott, himmlischer Vater, der du nicht Lust hast an der armen Sünder Tode, lässest sie auch nicht gerne verderben, sondern willst, daß sie bekehrt werden und leben, wir bitten dich herzlich, du wollest die wohlverdienten Strafen unserer Sünden gnädiglich abwenden, und uns hinfort zu bessern deine Barm⸗ herzigkeit mildiglich verleihen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 48. erschone Herr, verschone unserer Sünde; und wiewohl den Sündern ewige Strafe gebühret, so bitten wir doch von ganzem Herzen, laß uns alles zu einer zeitlichen, gnädigen Strafe und erträglichen Züchtigung kommen, was wir zum ewigen Ver⸗ derben gar wohl verdienet haben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Allgemeine Kollekten. Um den Segen des Wortes und vechten Gottesdienst. 49. Adeuen Herr Gott, wir bitten dich, gieb deiner Gemeinde deinen Geist und göttliche Weisheit, daß dein Wort unter uns laufe und wachse, mit aller Freudigkeit, wie sichs gebührt, gepre⸗ digt, und deine christliche Gemeinde dadurch gebessert werde, auf daß wir von aller Anfechtung unversehrt mit beständigem Glau⸗ ben dir dienen und im Bekenntnis deines Namens bis an unser Ende verharren, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 50. err Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen Geist uns also regieren und führen, daß wir mit ganzem Herzen dein Wort hören und annehmen und den Sabbath recht heiligen, damit wir durch dein Wort auch Gnade uns mitteilen, daß wirs zu deiner Ehre und Unterhaltung ES ** — +—„=—„„ e X& +* SSSFFE inde uns pre⸗ auf au⸗ user hn, V irch daß ind uch * Kollekten. 83 geheiligt werden, auf Jesum Christum, deinen Sohn, all unser Vertrauen und Hoffnung setzen und danach unser Leben nach deinem Wort auch bessern, vor allem Argernis uns behüten, bis wir durch deine Gnade in Christo ewig selig werden, durch den⸗ selben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. ö 22——0 Wii danken dir, Herr Gott, himmlischer Vater, von Grund unsers Herzens, daß du uns dein heiliges Evangelium gegeben und dein väterliches Herz hast erkennen lassen. Wir bitten deine grundlose Barmherzigkeit, du wollest solch selig Licht deines Wortes in uns gnädiglich erhalten und durch deinen heiligen Geist unsere Herzen also leiten und führen, daß wir nimmermehr davon abweichen, sondern fest daran halten und endlich dadurch selig werden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 52. V. Herr und Gott, stärke und behalte uns in deinem lieben reinen Wort, durch Jesum Christum, unsern Herrn, und hilf uns, daß wirs dankbarlich erkennen und kräftiglich mit guten Früchten bezeugen und zieren, dir zu Lob und Dank in Ewig⸗ keit. Amen. 53. Eruace, Herr, wir bitten dich, die Herzen deiner Gläubigen, auf daß sie die Frucht deines göttlichen Wortes immer völliger bringen und deiner Gnade Hülfe dabei immer reichlicher empfangen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Für die Rirche und die Mission. 54. llmächtiger, ewiger Gott, der du die ganze Christenheit durch deinen heiligen Geist heiligest und regierest, erhöre unser Gebet und gieb gnädiglich, daß sie mit allen ihren Gliedern in reinem Glauben, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, so dir gefällig ist, durch deine Gnade dir diene, um Jesu Christi, deines Sohnes, unsers Herrn und Heilandes, willen. Amen. 55. llmächtiger, ewiger Gott, der du allein große Wunder thust,‚ gieß aus den Geist deiner heilsamen Gnade über deine Diener und die Gemeinden, die ihnen befohlen sind, und damit 8⁴ Kollekten. sie dir in der Wahrheit wohlgefällig seien, so tränke sie allezeit mit dem Tau deines Segens, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 30 ALn en ewiger Gott und Vater, der du leuchten läßt das Licht deiner Wahrheit denen, die da irren, daß sie wieder auf den Weg der Gerechtigkeit kommen mögen, wir bitten dich, gieb Gnade allen Gläubigen, daß sie verachten, was deinem Namen entgegen ist, und annehmen, was ihm dienet, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 57. Ge unser Schild, schaue doch, siehe an das Reich deines Gesalbten, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, und verleih, daß vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang dein Name herrlich werde unter den Heiden und an allen Orten geopfert werde deinem Namen ein reines Opfer, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 58. err Gott, himmlischer Vater, der du willst, daß allen Men⸗ schen geholfen werde, und daß sie zur Erkenntnis der Wahr⸗ heit kommen, wir bitten deine milde Güte, sende die Boten deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen dein Heil allem Volke, das im Dunkeln wohnet, auf daß erfüllet werde das Wort deiner gnädigen Verheißung, daß die Heiden wandeln in deinem Lichte und die Könige im Glanze deiner Herrlichkeit, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Um Buße und vergebung der Zünden. 59. Aamand und barmherziger Gott, der du nicht willst, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre, gieb, daß wir aus deinem Worte allezeit unsere mannigfaltige Sünde von Herzen erkennen, auch in wahrhaftiger ‚ seliger Reue den Trost deines Geistes und Glaubens inniglich wieder ergreifen, auf daß wir in deinem Sohne gerecht und durch denselben selig werden, der du mit ihm und dem heiligen Geiste lebest und herrschest immer und ewiglich. Amen. ö 60. ö Wir bitten dich, Herr, huldreicher Gott, gieb deinen Gläubigen mildiglich Vergebung und Frieden, auf daß sie von allen Sünden gereinigt werden und dir mit getrostem Herzen dienen, wmDnr ——939——— Kollekten. 8⁵ durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. ö Um Geist, Glauben und göttliches Leben. 61. err Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist in unsere Herzen geben, uns in deiner Gnade ewig zu erhalten und in aller Anfechtung zu behüten; wollest auch allen Feinden deines Wortes, um deines Namens Ehre willen, wehren und deine arme Christenheit allenthalben gnädig befrieden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 62. err Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest uns den Geist der Wahrheit und des Friedens verleihen, auf daß wir von ganzem Herzen, was dir gefällt, erkennen und dem mit allen Kräften allein nachfolgen mögen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 63. Azechger Herr Gott, gieb uns den rechten, wahrhaftigen Glauben und mehre denselben täglich in uns; gieb uns auch Liebe und Hoffnung, damit wir dir und unserm Nächsten nach deinem Wohlgefallen mögen dienen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 64. err Gott, der du denen, die dich lieben, unsichtbare Güter bereitet hast, geuß deiner Liebe Brunst in unsere Herzen, auf daß wir dich in allem und über alles lieben und also deine Verheißung erlangen, die überschwenglich ist über alles, das wir bitten oder verstehen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret ö in Ewigkeit. Amen. 65. Herr, wir bitten, gieb uns allzeit gnädiglich einen Geist zu gedenken und zu thun, was recht ist, auf daß wir, die wir ohne dich nicht sein können, nach dir auch leben mögen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher —— dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. men. AS DDDeeeeeeEEEEEEeEeEExExE E xxxExEx=x==—* Kollekten. 66. Almmechihr Herr Gott, der du bist ein Beschützer aller, die auf dich hoffen, ohne welches Gnade niemand etwas vermag noch vor dir gilt, laß uns deine Barmherzigkeit reichlich wider⸗ fahren, auf daß wir durch dein heiliges Eingeben denken, was recht ist, und dasselbige auch durch deine Kraft vollbringen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 67⁷. Aunttlaß Herr Gott, himmlischer Vater, von dem wir ohne Unterlaß allerlei Gutes ganz überflüssig empfangen und noch täglich vor allem Übel gnädiglich behütet werden, wir bitten dich, laß uns solches alles durch deinen Geist mit ganzem Herzen in rechtem Glauben erkennen, auf daß wir deiner milden Güte und Barmherzigkeit hier und dort ewiglich danken und dich loben, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. ö 68. Ellmächtiger, ewiger Gott, ein Beschützer aller, die auf dich hoffen, mehre über uns deine Barmherzigkeit, auf daß, so du unser Regierer und Führer bist, wir dermaßen durch die Zeitlichen Güter wandeln, daß wir die ewigen nicht verlieren, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unsers Herrn, willen. Amen. 69. err Gott, der du deine Kraft und Herrlichkeit allermeist kund thust im Verschonen und Erbarmen, laß uns deine Barm⸗ herzigkeit reichlich widerfahren, daß wir laufen nach deiner Verheißung und also der himmlischen Güter teilhaftig werden, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Um Frieden und Segen. Sür die Obrigkeit. 70. err Gott, himmlischer Vater, der du heiligen Mut, guten —* Rat und rechte Werke schaffest, gieb deinen Dienern Frieden, welchen die Welt nicht kann geben, auf daß unsere Herzen an deinen Geboten hangen und wir unsere Zeit durch deinen Schutz still und sicher vor Feinden leben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. „HSKSHS ———/ GSII ‚.‚..— Kollekten. 71. wiger, allmächtiger Gott, ein Herr Himmels und der Erde, durch welches Geist alles regieret, durch welches Vorsehung alle Dinge geordnet werden, der du bist ein Gott des Friedens, von welchem alle Einigkeit zu uns kommt, wir bitten dich, du wollest uns alle unsere Sünde vergeben und uns mit deinem göttlichen Frieden und Einigkeit begnaden, damit wir dir in V. rechter Furcht dienen zu Lob und Preise deines Namens, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 72. allmächtiger Herr und Vater, der du durch dein ewiges göttliches Wort alle Dinge erschaffen hast, segnest und erhältst, wir bitten dich, daß du dein ewiges Wort, unsern Herrn Jesum Christum, uns wollest offenbaren und in unsere Herzen pflanzen, dadurch wir nach deiner Gnade würdig werden, deinen“ göttlichen Segen über alle Früchte der Erde und alles, was zur leiblichen Notdurft gehört, zu empfangen und zum Preise deines Namens und unsers Nächsten Dienst zu gebrauchen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 73. ö Aeelger Gott, du König aller Könige, der du die allerhöchste Gewalt hast über aller Menschen Königreiche und ordnest Herrschaft und Regiment im menschlichen Geschlechte, wir danken dir für deine gnädige Ordnung und für das weltliche Regiment und unsere liebe Obrigkeit, darunter du uns gesetzt hast, wie unter einen Baum, unter dessen Schatten wir Frieden und Ruhe haben, dein teures Wort zu hören und zu üben. Wir bitten dich, du wollest unsere liebe Obrigkeit selbst regieren, führen, bewahren und beschützen, und in gutem Frieden dein Licht und Wort bei uns erhalten, daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Um Crost und Stärke. 74. llmächtiger Gott und Vater, der du der Elenden Seufzen nicht verschmähst und der betrübten Herzen Verlangen nicht verachtest, siehe doch an unser Gebet, welches wir in unserer Not vor dich bringen, und erhöre uns gnädiglich, daß alles, was uns 87 N Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Kollekten. sowohl vom Teufel als von Menschen widerstrebt, zunichte und durch den Rat deiner Gütigkeit zerstört werde, auf daß wir, von aller Anfechtung unversehrt, dir in deiner Gemeine danken und dich allezeit loben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 75. err Gott, himmlischer Vater, du weißt, daß wir aus mensch⸗ ö licher Schwachheit in so mancher und großer Gefahr, die uns auf Erden befällt, ohne deinen Beistand nicht bleiben noch bestehen mögen; verleih uns, beides an Leib und Seele, Kräfte, daß wir alles, so uns um unserer Sünde willen quält und anficht, durch deine Hülfe überwinden und durch deine starke Hand davon gewaltig errettet werden, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 76. O allmächtiger, ewiger Gott, ein Trost der Traurigen und eine Stärke der Schwachen, laß vor dein Angesicht gnädiglich kommen die Bitte aller derer, so in Bekümmernis und Anfechtung zu dir seufzen und schreien, auf daß jedermann in der Not deine göttliche Hülfe empfinde und dich dafür ewiglich lobe und preise, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 77. llmächtiger, ewiger Gott, der du uns durch deinen Sohn Vergebung unserer Sünden, Gerechtigkeit und ewiges Leben verheißen hast, wir bitten dich, du wollest unsere Herzen durch deinen heiligen Geist also führen und erwecken, daß wir solche Hülfe durch tägliches Gebet, und sonderlich in aller Anfechtung, bei ihm suchen und durch festen Glauben auf seine Zusagung ö und auf sein Wort gewiß finden und erlangen, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 78. err Gott, himmlischer Vater, der du deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, in diese Welt gesandt hast, daß er des Teufels Tyrannei wehren und uns arme Menschen wider solchen argen Feind soll schützen, wir bitten dich, du wollest uns vor Sicherheit behüten und in aller Anfechtung durch deinen heiligen Geist, nach deinem Worte zu wandeln, gnädiglich er⸗ halten, daß wir bis an das Ende vor solchem Feinde befriedet hleiben und endlich selig werden mögen, durch denselben deinen —.— . 3— —— Um christliche Bereitschaft, seligen Cod und das ewige Leben. 79. err Gott, regiere unsere Herzen und Gedanken durch deinen heiligen Geist, daß wir allzeit denken an das Ende und an dein gerechtes Gericht, und erwecke uns dadurch zu einem gött⸗ lichen Leben in dieser Zeit, auf daß wir dort ewiglich mit dir bleiben mögen, durch unsern Herrn Jesum Christum, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 80. armherziger, ewiger Gott und Vater, der du uns in Christo Jesu zu einer lebendigen Hoffnung des ewigen Lebens berufen hast, verleih uns, daß wir durch deinen Geist die Welt und alle Lüste dieses Lebens bestreiten, unser Fleisch kreuzigen und töten und nach dem, was droben ist, am ersten trachten, bis wir im Glauben, Hoffnung und Geduld alles überwinden und vor deinem Angesichte gekrönt und ewiglich erfreuet werden, um Jesu Christi, unsers Seligmachers, willen. Amen. 81. err, allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, der du uns aus dieser sündigen und verkehrten Welt durch den Tod zu dir forderst und hinwegnimmst, auf daß wir nicht durch stetig Sündigen verderben, sondern zu dem Ewigen hindurchdringen, wir bitten dich, du wollest uns solches von Herzen lassen erkennen und glauben, auf daß wir uns unsers Abscheidens freuen und dem Berufe zu deinem Reiche gern und williglich folgen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 82². llmächtiger, ewiger Gott, der du durch deinen Sohn Ver⸗ gebung der Sünden und Rettung vor dem ewigen Tode zugesaget hast, wir bitten dich, stärke uns durch deinen heiligen Geist, daß wir in solchem Vertrauen auf deine Gnade durch Christum täglich zunehmen und die Hoffnung fest und gewiß behalten, daß wir nicht sterben, sondern entschlafen und am jüngsten Tage zum ewigen Leben erweckt werden sollen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 83. Herr Jesu Christe, der du bist die Auferstehung und das Leben und hast uns durch deinen Sieg eine ewige Gerechtig⸗ keit, Freude und Herrlichkeit erworben, wir bitten deine Güte, Kollekten. 89 Versikel. du wollest uns eine fröhliche Auferstehung des Lebens verleihen und uns in das ewige Paradies und Vaterland heimholen, der du von dem Tode bist erstanden und herrschest mit Vater und heiligem Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. S Versikel. Auf Moͤvent. Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja. Machet seine Steige richtig. Halleluja. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch, Halleluja. Daß der König der Ehren einziehe. Halleluja. Hosianna dem Sohne Davids, Halleluja. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Halleluja. Am Ehristfeste. Euch ist heute der Heiland geboren, Halleluja. Welcher ist Christus der Herr. Halleluja. Uns ist ein Kind geboren, Halleluja. Ein Sohn ist uns gegeben. Halleluja. Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Halleluja. Gott ist geoffenbaret im Fleisch. Halleluja. Also hat Gott die Welt geliebet, Halleluja. Daß er seinen eingebornen Sohn gab. Halleluja. Am Keuijahrstage. Jesus Christus gestern und heute, Halleluja. Und derselbe auch in Ewigkeit. Halleluja. Du Gott, du bist unsere Zuflucht für und für, Halleluja. u bist unser Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja. Am Feste der Erscheinung Ehristi. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen, Halleluja. Und ein Zepter aus Israel aufkommen. Halleluja. „Die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, Halleluja. Und die Könige im Glanze, der über dir aufgeht. Halleluja. .ꝗ EN 2— 12. 13. 14. 15. 16. 14. 18. 12. 20. 21. 22. 23 2⁴4 hoch, luja. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. Versikel. 9¹ Für die Weihnachts⸗ und Epiphaniaszeit. Das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, Halleluja. Und wir sahen seine Herrlichkeit. Halleluja. Singet dem Herrn ein neues Lied, Halleluja. Denn er thut Wunder. Halleluja. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. Bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, Halleluja. Und der Engel des Bundes, des ihr begehret. Halleluja. Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, Halleluja. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Halleluja. Auf Mariä verkündigung. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, Halleluja. Lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. Halleluja. Christus kommt her aus den Vätern nach dem Fleische, Halleluja. Welcher ist Gott über alles, gelobet in Ewigkeit. Halleluja. Für die Fastenzeit. Hilf uns, Herr, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen, Errette uns und vergieb uns unsere Sünde um deines Namens willen. Christus ist um unserer Missethat willen verwundet Und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, Und durch seine Wunden sind wir geheilet. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet, Sondern hat ihn für uns alle dahingegeben. Siehe, das ist Gottes Lamm, Welches der Welt Sünde trägt. Auf Gründonnerstag, auch sonst bei Abendmahlsfeiern. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, Der gnädige und barmherzige Herr. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja. Und seine Güte währet ewiglich. Halleluja. 39. Versikel. Am Ostepfeste und für die Freudenzeit. Der Herr ist auferstanden, Halleluja. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja. Christus ist um unserer Sünde willen dahingegeben, Huhehmn Und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket. Halleluja. Christus hat dem Tode die Macht genommen, Halleluja. Und Leben und unvergänglich Wesen an das Licht gebracht. Halleluja. „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Halleluja. Er wird mich hernach aus der Erde auferwecken. Halleluja. Christus, von den Toten auferweckt, stirbt hinfort nicht mehr, Halleluja. Der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Halleluja. Der Tod ist verschlungen in den Sieg, Halleluja. Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat. Halleluja. Alle Zungen sollen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, Halleluja. Zur Ehre Gottes des Vaters. Halleluja. Auf Ehristi Bimmelfahrt. Christus ist aufgefahren in die Höhe, Halleluja. Und hat den Menschen Gaben gegeben. Halleluja. 3. Trachtet nach dem, das droben ist, Halleluja. Da Christus ist, sitzend zur rechten Hand Gottes. Halleluja. Am Ppfjngstfeste. „„Ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch. Halleluja. Den Geist der Gnaden und des Gebets. Halleluja. „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, Halleluja. Und gieb mir einen neuen, gewissen Geist. Halleluja. „Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes, Halleluja. Unser Gott kommt und schweiget nicht. Halleluja. „Wir haben einen kindlichen Geist empfangen, Halleluja. Durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Halleluja. „Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen, Halleluja. Der Herr liebet die Thore Zions. Halleluja. Am Seste der heiligen Dreieinigkeit. Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist, Halleluja. Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja. 0. 40. 41. 42. 43. 44. ja. ehr, ja. uja. sei, lja. Hja. 40. 41. 42. 43. 44. 48. 49. 50. 51. 52. 53. Versikel. Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, Halleluja. Alle Lande sind seiner Ehre voll. Halleluja. Am Seste Johannis des Cäufers. Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, Halleluja. Der deinen Weg vor dir bereiten soll. Halleluja. Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, Halleluja. Denn er hat besucht und erlöset sein Volk. Halleluja. Auf Mariä Beimsuchung. Ich freue mich in dem Herrn, Halleluja. Und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott. Halleluja. Meine Seele erhebet den Herrn, Halleluja. Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Halleluja. Am Michaelisfeste. „Lobet den Herrn, ihr starken Engel, e Die ihr seinen Befehl ausrichtet. Halleluja. „Er hat seinen Engeln befohlen über dir, Halleluja. Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Halleluja. Am Reformationsfeste. Halt im Bau deine Gemeinde, die du gepflanzet hast, Halleluja. Die du dir festiglich erwählet hast. Halleluja. Dein Wort ist eine rechte Lehre, Halleluja. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich. Halleluja. An Buß⸗ und Bettagen, auch sonst um Buße und Vergebung der Sünden. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Gott, sei uns gnädig nach deiner Güte, Und tilge unsere Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Herr Gott Zebaoth, tröste uns, Laß leuchten dein Angesicht, so genesen wir. Verwirf uns nicht von deinem Angesicht, Und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinen Knechten, Vor dir ist kein Lebendiger gerecht. 3 Versikel. „Bekehre du uns, Herr, so werden wir bekehret, Hilf du uns, so ist uns geholfen. Barmherzig und gnädig ist der Herr, Halleluja. Geduldig und von großer Güte. Halleluja. Am Cage der Bagelfeier und am Erntedanktfeste. Daß unser Land sein Gewächs gebe. Halleluja. Aller Augen warten auf dich, Herr. Halleluja. Herr, erzeige uns deine Gnade und Güte, Halleluja. Und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Halleluja. „Das Land giebt sein Gewächs, Halleluja. Es segne uns Gott, unser Gott. Halleluja. „Du krönest das Jahr mit deinem Gut, Halleluja. Und deine Fußstapfen triefen von Fett. Halleluja. wort, Lehre, Gottesdienst. „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, Halleluja. Und ein Licht auf meinen Wegen. Halleluja. Herr, erhalte uns dein Wort, Halleluja. Dein Wort ist unsers Herzens Freude und Trost. Heiliger Vater, heilige uns in deiner Wahrheit, Dein Wort ist die Wahrheit. Halleluja. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Und den Ort, da deine Ehre wohnet. Halleluja. Dienet dem Herrn mit Freuden, Halleluja. Halleluja. Halleluja. Halleluja. Kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken. Halleluja. Rirche und Mission. Baue die Mauern zu Jerusalem. Halleluja. Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen, Thu wohl an Zion nach deiner Gnade, Halleluja. Und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern. Gott gedenket der Barmherzigkeit, Halleluja. Und hilft seinem Diener Israel auf. Halleluja. Halleluja. Und über die, so da wohnen in Finsternis, scheint es helle. ö Halleluja. —m:w),ñ; Das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, 78. alleluja. Halleluja. Halleluja. Halleluja. uja. nkindern. zes Licht, es helle. ö Lobet den Herrn, alle Der Name des Herrn sei gelobet und Preiset mit mir den Ich will den Herrn loben, so „Der Herr denket an uns und Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, Herr, laß Christum durch den Glauben in unsern Herzen Halleluja. „Herr, zeige uns deine Wege, Halleluja. Und lehre uns deine Steige. Halleluja. Bei dem Herrn findet man Hülfe, Halleluja. . Gott, „Bittet, so werdet ihr nehmen, Halleluja. Mein Herz freuet sich, Versikel. Heiden, Halleluja. Preiset ihn, alle Völker. Halleluja. Alle Könige werden ihn anbeten, Halleluja. Alle Heiden werden ihm dienen. Halleluja. Lob und Dank. gebenedeiet, Halleluja. Von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja. Herrn, Halleluja. Und lasset uns mit einander seinen Namen erhöhen. Halleluja. lange ich lebe, Halleluja. Und meinem Gott lobsingen, weil ich hier bin. Halleluja. Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten, Halleluja. Die Frommen sollen ihn schön preisen. Halleluja. segnet uns, Halleluja. Er segnet, die ihn fürchten, beide Kleine und Große. Halleluja. Um göttliche Regierung, Bülfe und Segen. Halleluja. Dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Halleluja. —2222—— wohnen, Halleluja. Und uns durch die Liebe fest gewurzelt und gegründet werden. Und deinen Segen über dein Volk. Halleluja. Hilf deinem Volke und segne dein Erbe. Halleluja. Weide sie und erhöhe sie ewiglich. Halleluja. gieb Fried in deinem Lande, Halleluja. Glück und Heil zu jedem Stande. Halleluja. Halleluja. In Kot und Crübsal. Rufe mich an in der Not, So will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. Ich hoffe darauf, daß du so gnädig bist. Halleluja. daß du so gerne hilfst. Halleluja. Daß eure Freude vollkommen sei. Versikel. Herr, du wollest deine Barmherzigkeit nicht von uns wenden, Laß deine Güte und Trene uns allewege behüten. 6. Das Verlangen der Elenden hörest du, Herr, Halleluja. Ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket. Halleluja. Tod und Sterben. Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Auf daß wir klug werden. Leben wir, so leben wir dem Herrn, Halleluja. Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Halleluja. In deine Hände befehle ich meinen Geist, Du hast mich erlöset, Herr, du getreuer Gott. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, Halleluja. Sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Halleluja. Gericht und ewiges Leben. „Siehe, der Herr kommt mit viel tausend Heiligen, Gericht zu halten über alle. „Siehe, es kommt der Herr, der Herrscher, Halleluja. Und in seiner Hand ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Halleluja. „Vor dir ist Freude die Fülle, Halleluja. Und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Halleluja. AQu luja. hnen d die eluja. Episteln und Evangelien, nebst den ö epistolischen und evangelischen Lektionen auf alle Sonn⸗ und Festtage, sowie die aus den vier Evangelisten zusammengezogene Geschichte von dem Leiden, Sterben und Auferstehen unsers HErrn Jesu Christi und die Beschreibung der Zerstörung gerusalems. Hildesheim. Druck und Verlag von Gebr. Gerstenberg. 1883. Epist Un aufzuste! glaubter uns abl Lasset u nicht in an den geil wer Evange * — 2 — setzten ih hieben 3 das vor gelobet Epistoli Jo von den Geistern treue 3 Erden; und hat demselb. mit den und wer das O, war, un Lektionar. 1. Advent. Vormittags. Epistel. Röm. 13, 11—14.(Die Stunde ist da, aufzustehen vom Schlaf.) Und weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf; sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glaubten; die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeikommen; so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis, und anlegen die Waffen des Lichtes. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet beil we 5 Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium. Matth. 21, 1—9.(Gelobt sei, der da kommt im Namen des HErrn.) Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage, an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der HErr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Pro⸗ pheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids; gelobet sei, der da kommt im Namen des HErrn: Hosianna in der Höhe! Epistolische Lektion. Offenb. Joh. 1, 4—8.(Der da ist, und der da war, und der da kommt.) Johannes den sieben Gemeinen in Asia: Gnade sei mit euch, und Friede von dem, der da ist, und der da war, und der da kommt, und von den sieben Geistern, die da sind vor seinem Stuhl, und von Jesu Christo, welcher ist der treue Zeuge und Erstgeborene von den Toten, und ein Fürst der Könige auf Erden; der uns geliebet hat und gewaschen von den Sünden mit seinem Blut, und hat uns zu Königen und Priestern gemacht vor Gott und seinem Vater; demselben sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Siehe er kommt mit den Wolken; es werden ihn sehen alle Augen, und die ihn gestochen haben; und werden heulen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der HErr, der da ist, und der da war, und der da kommt, der Allmächtige. Oder: Psalm 40, 6—18.(Im Buche ist von mir geschrieben.) HErr, mein Gott, groß sind deine Wunder, und deine Gedanken, die du an uns beweisest. Dir ist nichts gleich. Ich will sie verkündigen, und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Opfer und Speisopfer gefallen dir nicht, aber die Ohren hast du mir aufgethan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben. Deinen Willen, mein Gott, thue ich gerne, und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen. Ich will predigen die Gerech⸗ tigkeit in der großen Gemeine; siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen, HErr, das weißest du. Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich; ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeine. Du aber, HErr, wollest deine Barmherzigkeit von mir nicht wenden; laß deine Güte und Treue allwege mich behüten. Denn es hat mich umgeben Leiden ohne Zahl; es haben mich meine Sünden ergriffen, daß ich nicht sehen kann; ihrer ist mehr denn Haare auf meinem Haupt, und mein Herz hat mich verlassen. Laß dirs gefallen, HErr, daß du mich errettest; eile, HErr, mir zu helfen. Schämen müssen sich, und zu schanden werden, die mir nach meiner Seele stehen, daß sie die umbringen; zurück müssen sie fallen und zu schanden werden, die mir Übels gönnen. Sie müssen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: Da, da! Es müssen sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, müssen sagen allewege: Der HErr sei hochgelobt! Denn ich bin arm und elend, der HErr aber sorget für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verzeuch nicht. Evangelische Lektion. Luc. 17, 20—30.(Das Reich Gottes ist inwendig in euch.) Da er aber gefraget ward von den Pharisäern: Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Geberden; man wird auch nicht sagen: Siehe hie, oder da ist es. Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch. Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, daß ihr werdet begehren, zu sehen einen Tag des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. Und sie werden zu euch sagen: Siehe hie, siehe da. Gehet nicht hin, folget auch nicht. Denn wie der Blitz oben vom Himmel blitzet und leuchtet über alles, das unter dem Himmel ist, also wird des Menschen Sohn an seinem Tage sein. Zuvor aber muß er viel leiden, und verworfen werden von diesem Geschlechte. Und wie es geschah zu den Zeiten Noah, so wirds auch geschehen in den Tagen des Menschensohns. Sie aßen, sie tranken, sie freieten, sie ließen sich freien bis auf den Tag, da Noah in die Arche ging, und kam die Sindflut, und brachte sie alle um. Desselbigen gleichen, wie es geschah zu den Zeiten Lot. Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie baueten; an dem Tage aber, da Lot aus Sodoma ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und brachte sie alle um. Auf diese Weise wirds auch gehen an dem Tage, wenn des Menschen Sohn soll offenbart werden. ö Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 3, 1—15.(Die Weissagung nach dem Sündenfall.) Und die Schlange war listiger, denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HErr gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allerlei Bäumen im Garten? Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baums mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret es auch nicht an, daß ihr nicht sterbet. Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mit nichten des Todes sterben; sondern Gott weiß, daß welches Tages ihr davon esset, so werden eure Augen aufgethan, und werdet sein wie Gott, und wissen, was gut und böse ist. Und das Weib schauete an, daß von dem Baum gut zu essen wäre, und lieblich anzusehen, daß es ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte; und nahm von der Frucht, und aß, und gab ihrem Mann auch davon, und er aß. Da wurden ihrer beider Augen aufgethan und wurden gewahr, daß sie nacket waren; und flochten Feigenblätter zusammen und machten ihnen Schürze. Und sie hörten die Stimme Gottes des HErrn, der im Garten ging, da der Tag kühle geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesichte Gottes des HErrn, unter die ene im Garten. Und Gott der HErr rief Adam, und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörete deine Stimme im Garten, und fürchtete mich, denn ich bin nacket; darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat dirs gesagt, daß du nacket bist? hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellet hast, gab mir von dem Baum, und ich aß. Da sprach Gott der HErr zum Weibe: Warum hast du das gethan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich also, daß ich aß. Da sprach Gott der HErr zu der Schlange: Weil du solches gethan hast, seist du verflucht vor allem Vieh, und vor allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauch sollst du gehen und Erde essen dein Lebenlang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Lektion aus dem Neuen Testamente. Röm. 2, 12—24.(Du kannst dich nicht entschuldigen.) Welche ohne Gesetz gesündigt haben, die werden auch ohne Gesetz verloren werden; und welche am Gesetz gesündigt haben, die werden durchs Gesetz ver⸗ urteilt werden; sintemal vor Gott nicht die das Gesetz hören, gerecht sind, sondern die das Gesetz thun, werden gerecht sein. Denn so die Heiden, die das Gesetz nicht haben, und doch von Natur thun des Gesetzes Werk, dieselbigen, dieweil sie das Gesetz nicht haben, sind sie ihnen selbst ein Gesetz, damit, daß sie beweisen, des Gesetzes Werk sei beschrieben in ihrem Herzen, sintemal ihr Gewissen sie bezeuget, dazu auch die Gedanken, die sich unter einander verklagen oder entschuldigen, auf den Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesum Christ richten wird, laut meines Evangelii. Siehe aber zu, du heißest ein Jude, und verläßest dich auss Gesetz, und rühmest dich Gottes, und weißest seinen Willen; und weil du aus dem Gesetze unterrichtet bist, prüfest du, was das Beste zu thun sei, und vermissest dich, zu sein ein Leiter der Blinden, ein Licht derer, die in Finsternis sind, ein Züchtiger der Thörichten, ein Lehrer der Einfältigen, hast die Form, was zu wissen und recht ist im Gesetz. Nun lehrest du andere, und lehrest dich selber nicht. Du predigest, man solle nicht stehlen, und du stiehlst. Du sprichst, man solle nicht ehebrechen, und du brichst die Ehe. Dir greuelt vor den Götzen, und raubest Gott, was sein ist. Du rühmest dich des Gesetzes, und schändest Gott durch Ubertretung des Gesetzes. Denn eurethalben wird Gottes Namen gelästert unter den Heiden, als geschrieben stehet. —76.— 2. Advent. Vormittags. Epistel. Röm. 15, 1—13.(Die Verheißung, den Vätern geschehen.) Wir aber, die wir stark sind, sollen der Schwachen Gebrechlichkeit tragen und nicht Gefallen an uns selber haben. Es stelle sich aber ein jeglicher unter uns also, daß er seinem Nächsten gefalle zum Guten, zur Besserung. Denn auch Christus nicht an sich selber Gefallen hatte, sondern wie geschrieben stehet: die Schmache derer, die dich schmähen, sind über mich gefallen. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christo; auf daß ihr einmütiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers HErrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk. Und abermal: Lobet den HErrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Jesaias: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der auferstehen wird, zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium. Luc. 21, 25—36.(Werdet würdig zu stehen vor des Menschen Sohn.) Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen; und das Meer und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dies anfähet zu geschehen, so sehet auf und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichnis. Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume: wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen, und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Epistolische Lektion. Offenb. Joh. 2, 1—7.(Ich werde deinen Leuchter wegstoßen.) Und dem Engel der Gemeine zu Ephesus schreibe: Das saget, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben güldenen Leuchtern: Ich weiß deine Werke, und deine Arbeit, und deine Geduld, und daß du die Bösen nicht tragen kannst, und hast versucht die, so da sagen, sie seien Apostel, und sinds nicht, und hast sie Lügner erfunden; und verträgest, und hast Geduld, und um meines Namens willen si 8 U 6 n u d 1 d 9 1 2 0 ISSIey ——— AN arbeitest du, und bist nicht müde worden. Aber ich habe wider dich, daß du die erste Liebe verlässest. Gedenke, wovon du gefallen bist, und thu Buße, und thu die ersten Werke. Wo aber nicht, werde ich dir kommen bald, und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte, wo du nicht Buße thust. Aber das hast du, daß du die Werke der Nicolaiten hassest, welche ich auch hasse. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinen sagt: Wer über⸗ windet, dem will ich zu essen geben von dem Holz des Lebens, das im Paradies Gottes ist. Oder: Jes. 55, 1—13.(Kaufet ohne Geld und umsonst.) Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser; und die ihr nicht Geld habt, kommt her, kaufet und esset; kommt her und kaufet ohne Geld und umsonst beide Wein und Milch. Warum zählet ihr Geld dar, da kein Brot ist, und eure Arbeit, da ihr nicht satt von werden könnet? Höret mir doch zu, und esset das Gute; so wird eure Seele in Wollust fett werden. Neiget eure Ohren her, und kommt her zu mir; höret, so wird eure Seele leben: denn ich will mit euch einen ewigen Bund machen, nämlich die gewissen Gnaden Davids. Siehe, ich habe ihn den Leuten zum Zeugen gestellet, zum Fürsten und Gebieter den Völkern. Siehe, du wirst Heiden rufen, die du nicht kennest; und Heiden, die dich nicht kennen, werden zu dir laufen, um des HErrn willen, deines Gottes, und des Heiligen in Israel, der dich preise. Suchet den HErrn, weil er zu finden ist; rufet ihn an, weil er nahe ist. Der Gottlose lasse von seinem Wege, und der übelthäter seine Gedanken, und bekehre sich zum HErrn, so wird er sich sein erbarmen; und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HErr; sondern, so viel der Himmel höher ist, denn die Erde, so sind auch meine Wege höher, denn eure Wege, und meine Gedanken, denn eure Gedanken. Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt, und nicht wieder dahin kommt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und wachsend, daß sie giebt Samen zu säen, und Brot zu essen: also soll das Wort, so aus meinem Munde gehet, auch sein. Es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern thun, das mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ichs sende. Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden. Berge und Hügel sollen vor euch her frohlocken mit Ruhm, und alle Bäume auf dem Felde mit den Händen klappen. Es sollen Tannen für Hecken wachsen, und Myrten für Dornen; und dem HErrn soll ein Name und ewiges Zeichen sein, das nicht ausgerottet werde. Evangelische Lektion. Luc. 13, 18—30.(Wem ist das Reich Gottes gleich))—— Er sprach aber: Wem ist das Reich Gottes gleich, und wem soll ichs vergleichen? Es ist einem Senfkorn gleich, welches ein Mensch nahm, und warfs in seinen Garten; und es wuchs und ward ein großer Baum, und die Vögel des Himmels wohneten unter seinen Zweigen. Und abermal sprach er: Wem soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es ist einem Sauerteige gleich, welchen ein Weib nahm, und verbarg ihn unter drei Scheffel Mehls, bis daß es gar sauer ward. Und er ging durch Städte und Märkte, und lehrete, und nahm seinen Weg gen Jerusalem. Es sprach aber einer zu ihm: HErr, meinest du, daß wenige selig werden? Er aber sprach zu ihnen: Ringet darnach, daß ihr durch die enge Pforte eingehet; denn viele werden, das sage ich euch, dar⸗ nach trachten, wie sie hineinkommen, und werdens nicht thun können. Von dem an, wenn der Hauswirt aufgestanden ist, und die Thür verschlossen hat, da werdet ihr denn anfahen draußen zu stehen, und an die Thür klopfen, und sagen: HErr, HErr, thu uns auf. Und er wird antworten und zu euch sagen: Ich kenne euer nicht, wo ihr her seid. So werdet ihr denn anfahen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf den Gassen hast du uns gelehret. Und er wird sagen: Ich sage euch, ich kenne euer nicht, wo ihr her seid; weichet alle von mir, ihr Übelthäter. Da wird sein Heulen und Zähn⸗ klappen, wenn ihr sehen werdet Abraham und Isaak und Jakob und alle Pro⸗ pheten im Reich Gottes, euch aber hinausgestoßen. Und es werden kommen vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht und vom Mittage, die zu Tische sitzen werden im Reich Gottes. Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein; und find Erste, die werden die Letzten sein. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 9, 1—19.(Der Bund mit Noah.) Und Gott segnete Noah und seine Söhne, und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet die Erde. Eure Furcht und Schrecken sei über alle Tiere auf Erden, über alle Vögel unter dem Himmel, und über alles, was auf dem Erdboden kreucht; und alle Fische im Meer seien in eure Hände gegeben. Alles, was sich reget und lebet, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut hab ichs euch alles gegeben. Alleine esset das Fleisch nicht, das noch lebet in seinem Blut. Denn ich will auch eures Leibes Blut rächen, und wills an den Tieren rächen; und will des Menschen Leben rächen an einem jeglichen Menschen, als der sein Bruder ist. Wer Menschenblut vergeußt, des Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde ge⸗ macht. Seid fruchtbar und mehret euch, und reget euch auf Erden, daß euer viel drauf werden. Und Gott sagte zu Noah und seinen Söhnen mit ihm: Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf, und mit eurem Samen nach euch, und mit allem lebendigen Tier bei euch, von allem, das aus dem Kasten gegangen ist, waserlei Tiere es sind auf Erden. Und richte meinen Bund also mit euch auf, daß hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbet soll werden mit dem Wasser der Sindflut, und soll hinfort keine Sindflut mehr kommen, die die Erde verderbe. Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich gemacht habe zwischen mir und euch, und allem lebendigen Tier bei euch hin⸗ fort ewiglich: meinen Bogen hab ich gesetzt in die Wolken, der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. Und wenn es kommt, daß ich Wolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch, und allem lebendigen Tier in allerlei Fleisch, daß nicht mehr hinfort eine Sindflut komme, die alles Fleisch verderbe. Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, daß ich ihn ansehe, und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Tier in allem Fleisch, das auf Erden ist. Dasselbe sagte Gott auch zu Noah: Dies sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden. Die Söhne Noah, die aus dem Kasten gingen, sind diese: Sem, Ham, Japheth. Ham aber ist der Vater Canaans. Das sind die drei Söhne Noah, von denen ist alles Land besetzt. Lektion aus dem Neuen Testamente. Röm. 3, 1—18.(Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht Einer.) Was haben denn die Juden Vorteils? oder was nützet die Beschneidung? Zwar fast viel. Zum ersten, ihnen ist vertrauet, was Gott geredet hat. Daß aber etliche nicht glauben an dasselbige, was liegt daran? Sollte ihr Unglaube — 9— Gottes Glauben aufheben? Das sei ferne! Es bleibe vielmehr also, daß Gott sei wahrhaftig, und alle Menschen falsch; wie geschrieben steht: Auf daß du gerecht seiest in deinen Worten, und überwindest, wenn du gerichtet wirst. Ists aber also, daß unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit preiset, was wollen wir sagen? Ist denn Gott auch ungerecht, daß er darüber zürnet?(Ich rede also auf Menschen Weise.) Das sei ferne! Wie könnte sonst Gott die Welt richten? Denn so die Wahrheit Gottes durch meine Lüge herrlicher wird zu seinem Preis, warum sollte ich denn noch als ein Sünder gerichtet werden? Und nicht vielmehr also thun, wie wir gelästert werden, und wie etliche sprechen, daß wir sagen sollen: Lasset uns Ubel thun, auf daß Gutes daraus komme? Welcher Verdammnis ist ganz recht. Was sagen wir denn nun? haben wir einen Vorteil? Gar keinen. Denn wir haben droben beweiset, daß beide, Juden und Griechen, alle unter der Sünde sind. Wie denn geschrieben stehet: Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht Einer; da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage; sie sind alle abgewichen, und allesamt untüchtig worden; da ist nicht, der Gutes thue, auch nicht Einer. Ihr Schlund ist ein offen Grab; mit ihren Zungen handeln sie trüglich; Oiterngift ist unter ihren Lippen; ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit; ihre Füße sind eilend, Blut zu vergießen. In ihren Wegen ist eitel Unfall und Herzeleid; und den Weg des Friedens wissen sie nicht; es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen. 3. Advent. Vormittags. Epistel. 1. Cor. 4, 1—7.(Richtet nicht vor der Zeit.) Dafür halte uns jedermann, nän lich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ists ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt; aber darinnen bin ich nicht ge⸗ rechtfertigt; der HErr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der HErr komme, welcher auch wird an das Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Solches aber, lieben Brüder, habe ich auf mich und Apollo gedeutet, um euretwillen, daß ihr an uns lernet, daß niemand höher von sich halte, denn jetzt geschrieben ist; auf daß sich nicht einer wider den andern um jemands willen aufblase. Denn wer hat dich vorgezogen? was hast du aber, das du nicht empfangen hast? So du es aber empfangen hast, was rühmest du dich denn, als der es nicht empfangen hätte? Evangelium. Matth. 11, 2—10.(Bist du's, der da kommen soll 2) Da aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret; die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, und die Tauben hören, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volke von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste, zu sehen? wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her weht? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder —19— was seid ihr hinausgegangen zu sehen? wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistolische Lektion. Offenb. Joh. 3, 1—13.(Halte, was du hast.) Und dem Engel der Gemeine zu Sardes schreibe: Das saget, der die Geister Gottes hat, und die sieben Sterne: Ich weiß deine Werke; denn du hast den Namen, daß du lebest, und bist tot. Sei wacker und stärke das andere, das sterben will; denn ich habe deine Werke nicht völlig erfunden vor Gott. So gedenke nun, wie du empfangen und gehöret hast, und halt es, und thu Buße. So du nicht wirst wachen, werde ich über dich kommen, wie ein Dieb, und wirst nicht wissen, welche Stunde ich über dich kommen werde. Du hast auch wenig Namen zu Sardes, die nicht ihre Kleider besudelt haben; und sie werden mit mir wandeln in weißen Kleidern; denn sie sinds wert. Wer über⸗ windet, der soll mit weißen Kleidern angelegt werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinen sagt. Und dem Engel der Gemeine zu Phila⸗ delphia schreibe: Das saget der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der aufthut, und niemand zuschleußet; der zuschleußet, und niemand aufthut: Ich weiß deine Werke. Siehe ich habe vor dir gegeben eine offene Thür, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft, und hast mein Wort behalten, und hast meinen Namen nicht verleugnet. Siehe, ich werde geben aus Satanas Schule, die da sagen, sie sind Juden, und sinds nicht, sondern lügen. Siehe, ich will sie machen, daß sie kommen sollen und anbeten zu deinen Füßen, und erkennen, daß ich dich geliebet habe. Dieweil du hast behalten das Wort meiner Geduld, will ich auch dich behalten vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über der ganzen Welt Kreis, zu ver⸗ suchen, die da wohnen auf Erden. Siehe, ich komme bald. Halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme. Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und soll nicht mehr hinausgehen. Und will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes, und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Zder Oi herniederkommt, von meinem Gott, und meinen Namen, den euen. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinen saget. Oder: Haggai 2, 2—10.(Es soll kommen aller Heiden Trost.) Am ein und zwanzigsten Tage des siebenten Monden geschah des HErrn Wort durch den Propheten Haggai, und sprach: Sage zu Serubabel, dem Sohn Sealthiels, dem Fürsten Juda, und zu Josua, dem Sohn Jozadaks, dem Hohenpriester, und zum übrigen Volk, und sprich: Wer ist unter euch über⸗ blieben, der dies Haus in seiner vorigen Herrlichkeit gesehen hat? und wie sehet ihrs nun an? Ists nicht also, es dünlet euch nichts sein? Und nun, Seru⸗ babel, sei getrost, spricht der HErr; sei getrost, Josua, du Sohn Jozadaks, du Hoherpriester; sei getrost alles Volk im Lande, spricht der HErr Zebaoth. Nach dem Wort, da ich mit euch einen Bund machte, da ihr aus Egypten zoget, soll mein Geist unter euch bleiben. Fürchtet euch nicht. Denn so spricht der HErr Zebaoth: Es ist noch ein Kleines dahin, daß ich Himmel und Erde, und das Meer und das Trockene bewegen werde. Ja, alle Heiden will ich bewegen. Da soll dann kommen aller Heiden Trost; und ich will dies Haus voll Herrlichkeit machen, spricht der HErr Zebaoth. Denn mein ist beide Silber und Gold, spricht SSSII‚tL-eeee.YeS F ——1—f;A der HErr Zebaoth. Es soll die Herrlichkeit dieses letzten Hauses größer werden, denn des ersten gewesen ist, spricht der HErr Zebaoth; und ich will Friede geben an diesem Ort, spricht der HErr Zebaoth. Evangelische Lektion. Joh. 12, 21 5(Glaubet an das Licht, dieweil ihr es habet. Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, dieweil ihr das Licht habt, daß euch die Finsternisse nicht überfallen. Wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingehet. Glaubet an das Licht, dieweil ihrs habt, auf daß ihr des Lichtes Kinder seid. Solches redete Jesus, und ging weg und verbarg sich vor ihnen. Und ob er wohl solche Zeichen vor ihnen that, glaubten sie doch nicht an ihn; auf daß erfüllet würde der Spruch des Propheten Jesaia, den er sagt: HErr, wer glaubet unserm Predigen? und wem ist der Arm des HErrn offenbaret? Darum konnten sie nicht glauben; denn Jesaias sagt abermal: Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz ver⸗ stocket, daß sie mit den Augen nicht sehen, noch mit dem Herzen vernehmen und sich bekehren, und ich ihnen hülfe. Solches sagte Jesaias, da er seine Herrlichkeit sahe, und redete von ihm. Doch der Obersten glaubten viel an ihn; aber um der Pharisäer willen bekannten sie es nicht, daß sie nicht in den Bann gethan würden. Denn sie hatten lieber die Ehre bei den Menschen, denn die Ehre bei Gott. Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubet, der glaubet nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Und wer mich siehet, der siehet den, der mich gesandt hat. Ich bin kommen in die Welt, ein Licht, auf daß, wer an mich glaubet, nicht in der Finsternis bleibe. Und wer meine Worte höret, und glaubet nicht, den werde ich nicht richten; denn ich bin nicht kommen, daß ich die Welt richte, sondern daß ich die Welt selig mache. Wer mich verachtet, und nimmt meine Worte nicht auf, der hat schon, der ihn richtet; das Wort, welches ich geredet habe, das wird ihn richten am jüngsten Tage. Denn ich habe nicht von mir selber geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich thun und reden soll. Und ich weiß, daß sein Gebot ist das ewige Leben. Darum, das ich rede, das rede ich also, wie mir der Vater gesagt hat. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 22, 1—18.(Die Verheißung an Abraham.) Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham, und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hie bin ich. Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einigen Sohn, den du lieb hast, und gehe hin in das Land Morija; und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde. Da stund Abraham des Morgens frühe auf, und gürtete seinen Esel, und nahm mit sich zween Knaben, und seinen Sohn Isaak, und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging an den Ort, davon ihm Gott gesagt hatte. Am dritten Tage hub Abraham seine Augen auf, und sahe die Stätte von ferne; und sprach zu seinen Knaben: Bleibet ihr hie mit dem Esel; ich und der Knabe wollen dorthin gehen; und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen. Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer, und legte es auf seinen Sohn Isaak; er aber nahm das Feuer und Messer in seine Hand, und gingen die beide mit einander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hie bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird ihm ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beide mit einander. Und als sie kamen an die Stätte, die ihm — 42.— Gott sagte, bauete Abraham daselbst einen Altar, und legte das Holz drauf, und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz, und reckte seine Hand aus, und fassete das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete. Da rief ihm der Engel des HErrn vom Himmel, und sprach: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hie bin ich. Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben, und thu ihm nichts. Denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest, und hast deines einigen Sohnes nicht verschonet um meinetwillen. Da hub Abraham seine Augen auf, und sah einen Widder hinter ihm in der Hecke mit seinen Hörnern hangen; und ging hin, und nahm den Widder, und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt. Und Abraham hieß die Stätte: Der HErr siehet. Daher man noch heutiges Tages saget: Auf dem Berge, da der HErr siehet. Und der Engel des HErrn rief Abraham abermal vom Himmel und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HErr, dieweil du solches gethan hast, und hast deines einigen Sohns nicht verschonet, daß ich deinen Samen segnen und mehren will, wie die Sterne am Himmel, und wie den Sand am Ufer des Meers; und dein Same soll besitzen die Thore seiner Feinde! und durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden; darum, daß du meiner Stimme gehorchet hast. Lektion aus dem Neuen Testamente. Röm. 10, 18—11, 6.(Ich habe meine Hände ausgestreckt zu dem Volke, das sich nicht sagen läßt.) Ich sage aber: Haben sie es nicht gehöret? Zwar es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. Ich sage aber: Hat es Israel nicht erkannt? Der erste Moses spricht: Ich will euch eifern machen über dem, das nicht mein Volk ist; und über einem unverständigen Volk will ich euch erzürnen. Jesaias aber darf wohl so sagen: Ich bin erfunden von denen, die mich nicht gesucht haben, und bin erschienen denen, die nicht nach mir gefragt haben. Zu Israel aber spricht er: Den ganzen Tag habe ich meine Hände ausgestrecket zu dem Volk, das ihm nicht sagen läfset und widerspricht. So sage ich nun: Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn ich bin auch ein Israeliter, von dem Samen Abrahams, aus dem Geschlecht Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, welches er zuvor versehen hat. Oder wisset ihr nicht, was die Schrift sagt von Elia? wie er tritt vor Gott wider Israel, und + spricht: HErr, sie haben deine Propheten getötet, und haben deine Altäre aus⸗ gegraben; und ich bin allein überblieben, und sie stehen mir nach meinem Leben. Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? Ich habe mir lassen überbleiben sieben tausend Mann, die nicht haben ihre Kniee gebeuget vor dem Baal. Also gehets auch jetzt zu dieser Zeit mit diesen Überbliebenen nach der Wahl der Gnaden. Ists aber aus Gnaden, so ists nicht aus Verdienst der Werke; sonst würde Gnade nicht Gnade sein. Ists aber aus Verdienst der Werke, so ist die Gnade nichts; sonst wäre Verdienst nicht Verdienst. 4. Advent. Vormittags. Epistel. Phil. 4, 4—9.(Der HErr ist nahe.) Freuet euch in dem HErrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch. Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der HErr ist nahe. Sorget nichts; sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu! Weiter, lieben Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket —.— — —— —L ELꝰERER VSN — -- 5225 — 1— nach. Welches ihr auch gelernet, und empfangen, und gehöret, und gesehen habt an mir, das thut; so wird der HErr des Friedens mit euch sein. Evangelium. Joh. 1, 19—34.(Die Stimme des Predigers in der Wüste.) Und dies ist das Zeugnis Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des HErrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht wert bin, daß ich seine Schuh⸗ riemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenseit des Jordans, da Johannes taufete. Des andern Tages siehet Johannes Jesum zu ihm kommen, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Dieser ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir gewesen ist; denn er war eher denn ich. Und ich kannte ihn nicht; sondern auf daß er offenbar würde in Israel, darum bin ich kommen, zu taufen mit Wasser. Und Johannes zeugete und sprach: Ich sahe, daß der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel, und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte zu taufen mit Wasser, derselbige sprach zu mir: Ueber welchen du sehen wirst den Geist herabfahren, und auf ihm bleiben, derselbige ists, der mit dem Heiligen Geist taufet. Und ich sahe es, und zeugete, daß dieser ist Gottes Sohn. Epistolische Lektion. Offenb. Joh. 3, 14—22.(Ich stehe vor der Thür und klopfe an.) Und dem Engel der Gemeine zu Laodicea schreibe: Das saget Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Kreatur Gottes: Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach daß du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist, und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich, und habe gar satt, und darf nichts, und weißest nicht, daß du bist elend und jämmerlich, arm, blind und bloß. Ich rathe dir, daß du Gold von mir kaufest, das mit Feuer durchläutert ist, daß du reich werdest, und weiße Kleider, daß du dich anthust, und nicht offen⸗ baret werde die Schande deiner Blöße; und salbe deine Augen mit Augensalbe, daß du sehen mögest. Welche ich lieb habe, die strafe und züchtige ich. So sei nun fleißig und thu Buße. Siehe, ich stehe vor der Thür, und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird, und die Thür aufthun, zu dem werde ich eingehen, und das Abendmahl mit ihm halten, und er mit mir. Wer über⸗ windet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Stuhl zu sitzen; wie ich über⸗ wunden habe, und bin gesessen mit meinem Vater auf seinem Stuhl. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinen saget. Oder: Jerem. 23, 1—8.(Man wird ihn nennen, HErr, der unsere Gerechtigkeit ist.) Wehe euch Hirten, die ihr die Herde meiner Weide umbringet und zer⸗ streuet! spricht der HErr. Darum spricht der HErr, der Gott Israel, von den Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Herde zerstreuet, und verstoßen, * * V I. ö und nicht besucht. Siehe, ich will euch heimsuchen um eures bösen Wesens willen, — 14— spricht der HErr. Und ich will die Übrigen meiner Herde sammeln aus allen Ländern, dahin ich sie verstoßen habe; und will sie wieder bringen zu ihren Hürden, daß sie sollen wachsen und viel werden. Und ich will Hirten über sie setzen, die sie weiden sollen, daß sie sich nicht mehr sollen fürchten, noch erschrecken, nnoch heimgesucht werden, spricht der HErr. Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HErr, daß ich dem David ein gerecht Gewächs erwecken will; und soll ein König sein, der wohl regieren wird, und Recht und Gerechtigkeit auf Erden anrichten. Zu desselbigen Zeit soll Juda geholfen werden, und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, daß man ihn nennen wird: HErr, der unsere Gerech⸗ tigkeit ist. Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HErr, daß man nicht mehr sagen wird: So wahr der HErr lebt, der die Kinder Israel aus Egyptenland geführet hat; sondern: So wahr der HErr lebt, der den Samen des Hauses Israel hat herausgeführet, und gebracht aus dem Lande der Mitter⸗ nacht, und aus allen Landen, dahin ich sie verstoßen hatte, daß sie in ihrem Lande wohnen sollen. Evangelische Lektion. Matth. 11, 11—19.(Das Himmelreich leidet Gewalt.) Wahrlich, ich sage euch, unter allen, die von Weibern geboren sind, ist nicht aufkommen, der größer sei, denn Johannes, der Täufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer, denn er. Aber von den Tagen Johannis, des Täufers, bis hieher leidet das Himmelreich Gewalt; und die Gewalt thun, die reißen es zu sich. Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissaget bis auf Johannem. Und(so ihrs wollt annehmen) er ist Elias, der da soll zukünftig sein. Wer Ohren hat zu hören, der höre. Wem soll ich aber dies Geschlecht vergleichen? Es ist den Kindlein gleich, die an dem Markt sitzen und rufen gegen ihre Gesellen, und sprechen: Wir haben euch gepfiffen und ihr wolltet nicht tanzen; wir haben euch geklaget und ihr wolltet nicht weinen. Johannes ist kommen, haß nicht und trank nicht; so sagen sie: Er hat den Teufel. Des Menschen Sohn ist kommen, isset und trinket; so sagen sie: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und ein Weinsäufer, der Zöllner und der Sünder Geselle. Und die Weisheit muß sich rechtfertigen lassen von ihren Kindern. Nachmittags. aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 49, 8—12.(Jakobs Segen über Juda.) Juda, du bists, dich werden deine Brüder loben. Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Halse sein; vor dir werden deines Vaters Kinder sich neigen. Fuda ist ein junger Löwe. Du bist hoch kommen, mein Sohn, durch große Siege. Er hat niedergeknieet, und sich gelagert wie ein Löwe, und wie eine Löwin; wer will sich wider ihn auflehnen? Es wird das Zepter von Juda nicht entwendet werden, noch ein Meister von seinen Füßen, bis daß der Held komme; und dem⸗ selben werden die Völker anhangen. Er wird sein Füllen an den Weinstock inden, und seiner Eselin Sohn an den edlen Reben. Er wird sein Kleid in ein waschen, und seinen Mantel in Weinbeerblut. Seine Augen sind rötlicher, denn Wein, und seine Zähne weißer, denn Milch. Lektion aus dem Neuen Testamente. Röm. 11, 16—32.(Gott hat alles be⸗ schlossen unter den Unglauben, auf daß er sich aller erbarme.) — SSE und teilhaftig worden der Wurzel und des Safts im Oelbaum: so rühme dich nicht wider die Zweige. Rühmest du dich aber wider sie, so sollst du wissen, daß du die Wurzel nicht trägest, sondern die Wurzel träget dich. So sprichst du: Die Zweige sind zerbrochen, daß ich hineingepfropfet würde. Ist wohl geredet. Sie sind zerbrochen um ihres Unglaubens willen; du stehest aber durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich. Hat Gott der natürlichen Zweige nicht verschonet, daß er vielleicht dein auch nicht verschone. Darum schau die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst an denen, die gefallen sind, die Güte aber an dir, soferne du an der Güte bleibest; sonst wirst du auch abgehauen werden. Und jene, so sie nicht bleiben in dem Unglauben, werden sie eingepfropfet werden; Gott kann sie wohl wieder einpfropfen. Denn so du aus dem Olbaum, der von Natur wild war, bist ausgehauen, und wider die Natur in den guten Olbaum gepfropfet; wieviel mehr werden die natürlichen eingepfropfet in ihren eigenen Olbaum? Ich will euch nicht verhalten, lieben Brüder, dieses Geheimnis, auf daß ihr nicht stolz seid. Blindheit ist Israel eines Teils widerfahren, so lange, bis die Fülle der Heiden eingegangen sei, und also das ganze Israel selig werde; wie geschrieben stehet: Es wird kommen aus Zion, der da erlöse und abwende das gottlose Wesen von Jakob; und dies ist mein Testament mit ihnen, wenn ich ihre Sünden werde wegnehmen. Nach dem Evangelio halte ich sie für Feinde um euretwillen; aber nach der Wahl habe ich sie lieb um der Väter willen. Gottes Gaben und Berufung mögen ihn nicht gereuen. Denn gleicher Weise, wie auch ihr nicht habt geglaubet an Gott, nun aber habt ihr Barmherzigkeit Überkommen über ihrem Unglauben; also auch jene haben jetzt nicht wollen glauben an die Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, auf daß sie auch Barm⸗ herzigkeit überkommen. Denn Gott hat alles beschlossen unter den Unglauben, auf daß er sich aller erbarme. 1. Weihnacht. Vormittags. Epistel. Tit. 2, 11—14.(Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes.) Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes, Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigen⸗ tum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium. Luc. 2, 1—20.(CEuch ist heute der Heiland geboren.) Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schatzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jeder⸗ mann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem; darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war; auf daß 2. schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachis ihrer Herde. Und — 15— siehe, des HErrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HErrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HErr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HErr kund gethan hat. Und sie kamen eilend, und fanden beide, Mariam und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kind gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gefagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegete sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Epistolische Lektion. 1. Joh. 4, 1—6.(Die Liebe, die Gott zu uns hat.) Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viel falscher Propheten ausgegangen in die Welt. Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeglicher Geist, der da bekennet, daß Jesus Christus ist in das Fleisch kommen, der ist von Gott; und ein jeglicher Geist, der da nicht bekennet, daß Jesus Christus ist in das Fleisch kommen, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Wider⸗ christs, von welchem ihr habt gehöret, daß er kommen werde, und ist jetzt schon Ju in der Welt. Kindlein, ihr seid von Gott, und habt jene überwunden; denn gar der in euch ist, ist größer, denn der in der Welt ist. Sie sind von der pla Welt; darum reden sie von der Welt, und die Welt höret sie. Wir sind dar von Gott, und wer Gott erkennet, der höret uns; welcher nicht von Gott abe ist, der höret uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und Na den Geist des Irrtums. Ze Oder: Micha 4, 1—8.(Der HErr wird König über sie sein.) 91 In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des HErrn Haus stehet,— gewiß sein höher denn alle Berge, und über die Hügel erhaben sein. Und die 8 Völker werden herzu laufen, und viel Heiden werden gehen und sagen: Kommt, laßt uns hinauf zum Berge des HErrn gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege, und wir auf seiner Straße wandeln; ich denn aus Zion wird das Gesetz ausgehen, und des HErrn Wort aus Jerusalem. Er wird unter großen Völkern richten, und viel Heiden strafen, in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen, und ihre Spieße zu. Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben, di und werden nicht mehr kriegen lernen. Ein jeglicher wird unter seinem Wein⸗ 0 stock und Feigenbaum wohnen ohne Scheu; denn der Mund des HErrn Zebaoth hats geredet. Denn ein jeglich Volk wird wandeln im Namen seines Gottes; aber wir werden wandeln im Namen des HErrn, unsers Gottes, immer und ewiglich. Zur selbigen Zeit, spricht der HErr, will ich die Lahme versammeln und die Verstoßene zu Hause bringen, und die ich geplaget habe. Und will die Lahme machen, daß sie Erben haben soll, und die Verstoßene zum großen zu Volk machen; und der HErr wird König über sie sein auf dem Berge Zion, u euchtete ßürchtet rfahren HErr, pen das war da tt und tenschen prachen und die an hat. 8 Kind 5 Wort es kam, sa aber Hirten ret und hat.) Geister, gen in „Geist, ist von ĩist in Wider⸗ t schon ; denn on der ir sind n Gott ͤit und stehet, nd die ommt, Gottes ndeln; salem. fernen eße zu heben, Wein⸗ baoth ottes; und imeln will roßen Zion, — 17— von nun an bis in Ewigkeit. Und du Turm Eder, eine Feste der Tochter Zion, es wird deine güldene Rose kommen, die vorige Herrschaft, das König⸗ reich der Tochter Jerusalem. Evangelische Lektion. Matth. 1, 18—25.(Er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden.) Die Geburt Christi war aber also gethan. Als Maria, seine Mutter, dem Joseph vertrauet war, ehe er sie heimholete, erfand sich, daß sie schwanger war von dem Heiligen Geist. Joseph aber, ihr Mann, war fromm, und wollte sie nicht rügen, gedachte aber sie heimlich zu verlassen. Indem er aber also gedachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des HErrn im Traum und sprach: Joseph, du Sohn David, fürchte dich nicht, Mariam, dein Gemahl, zu dir zu nehmen; denn das in ihr geboren ist, das ist von dem Heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde, das der HErr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Immanuel heißen, das ist verdolmetschet, Gott mit uns. Da nun Joseph vom Schlaf erwachte, that er, wie ihm des HErrn Engel befohlen hatte, und nahm sein Gemahl zu sich. Und erkannte sie nicht, bis sie ihren ersten Sohn gebar, und hieß seinen Namen Jesus. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Micha 5, 1—4.(Er soll aus Beth⸗ lehem kommen.) Und du Bethlehem Ephrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, welches Aus⸗ gang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. Indes läßt er sie plagen bis auf die Zeit, daß die, so gebären soll, geboren habe; da werden dann die übrigen seiner Brüder wiederkommen zu den Kindern Israel. Er aber wird auftreten und weiden in Kraft des HErrn, und im Siege des Namens seines Gottes. Und sie werden wohnen; denn er wird zur selbigen Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist. Dazu werden wir auch Frieden haben vor dem Assur, der jetzt in unser Land gefallen ist, und unsere Häuser zertreten hat. Denn es werden sieben Hirten und acht Fürsten über ihn erwecket werden. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Tim. 3, 14—16.(Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis.) Solches schreibe ich dir, und hoffe, aufs schierste zu dir zu kommen. So ich aber verzöge, daß du wissest, wie du wandeln sollst in dem Hause Gottes, welches ist die Gemeine des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit. Und kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Gott ist offenbaret im Fleisch, gerechtfertiget im Geist, erschienen den Engeln, gepre⸗ diget den Heiden, geglaubet von der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. 2. Weihnacht. Vormittags. Epistel. Hebr. 1, 1—14.(Gott hat am letzten geredet durch den Sohn.) Nachdem vor Zeiten Gott manchmal und mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, * 2 r rr — 18— durch welchen er auch die Welt gemacht hat; welcher, fintemal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens, und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort, und hat gemacht die Reinigung unserer Sünden durch sich selbst, hat er sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe, so viel besser worden, denn die Engel, so gar viel einen höhern Namen er vor ihnen ererbet hat. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget? Und abermal: Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein. Und abermal, da er einführet den Erstgebornen in die Welt, spricht er: Und es sollen ihn alle Gottes Engel anbeten. Von den Engeln spricht er zwar: Er macht seine Engel Geister, und seine Diener Feuerflammen; aber von dem Sohn: Gott, dein Stuhl währet von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Zepter deines Reichs ist ein richtiges Zepter: du hast geliebet die Gerechtigkeit und gehasset die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, gesalbet dein Gott, mit dem Ole der Freuden über deine Genossen. Und: Du, HErr, hast von Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk; dieselbigen werden vergehen; du aber wirst bleiben; und sie werden alle veralten wie ein Kleid, und wie ein Gewand wirst du sie wandeln, und sie werden sich verwandeln; du aber bist derselbige, und deine Jahre werden nicht aufhören. Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst, um der willen, die ererben sollen die Seligkeit? Evangelium. Joh. 1, 1—18.(Das Wort ward Fleisch.) Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbige war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheinet in der Finsternis, und die Finsternisse habens nicht begriffen. Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Der⸗ selbige kam zum Zeugnis, daß er von dem Licht zeugete, auf daß sie alle durch ihn glaubeten. Er war nicht das Licht, sondern daß er zeugete von dem Licht. Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbige gemacht, und die Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben. Welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch, und wohnete unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater voller Gnade und Wahr⸗ heit. Johannes zeuget von ihm, rufet und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher denn ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mosen gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christum worden. Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündiget. Epistolische Lektion. Röm. 8, 28—39.(Wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken.) Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorfatz berufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde — 1— seines Sohnes, auf daß derselbige der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn hiezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben: wie sollt er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? da er Gott ist hie, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hie, n alle der gestorben ist, ja viel mehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten seine Gottes, und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Gott, Trübsal, oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fähr⸗ chs ist lichkeit, oder Schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen werden wir et die getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet für Schlachtschafe. Aber in dem u Ole allen überwinden wir weit, um des willen, der uns geliebet hat. Denn ich 9 die bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentum noch berden Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, Eleid, noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in hen Christo Jesu ist, unserm HErrn. 15 Oder: Jes. 49, 1—13.(Das Heil bis an der Welt Ende.) stbare Höret mir zu, ihr Inseln, und ihr Völker in der Ferne, merket auf. gkeit? Der HErr hat mir gerufen von Mutterleibe an; er hat meines Namens ge⸗ dacht, da ich noch in Mutterleibe war; und meinen Mund gemacht wie ein scharf Schwert, mit dem Schatten seiner Hand hat er mich bedeckt. Er hat Gott mich zum reinen Pfeil gemacht, und mich in seinen Köcher gesteckt; und sind spricht zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, durch welchen ich will gepreiset macht werden. Ich aber dachte, ich arbeitete vergeblich, und brächte meine Kraft schen. umsonst und unnützlich zu; wiewohl meine Sache des HErrn, und mein Amt Der= meines Gottes ist. Und nun spricht der HErr, der mich von Mutterleibe an 72— zu seinem Knechte bereitet hat, daß ich soll Jakob zu ihm bekehren, auf daß alle Israel nicht weggeraffet werde; darum bin ich vor dem HErrn herrlich, und 771 mein Gott ist meine Stärke, und spricht: Es ist ein Geringes, daß du mein chtet, Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten, und das Verwahrlosete in durch Israel wieder zu bringen; sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden tum, gemacht, daß du seiest mein Heil bis an der Welt Ende. So spricht der . HErr, der Erlöser Israel, sein Heiliger, zu der verachteten Seele, zu dem iben. Volk, des man Greuel hat, zu dem Knechte, der unter den Tyrannen ist: Do Könige sollen sehen und aufstehen, und Fürsten sollen anbeten um des HErrn Vort willen, der treu ist, um des Heiligen in Israel willen, der dich erwählet 8 hat. So spricht der HErr: Ich habe dich erhöret zur gnädigen Zeit, und ahr⸗ habe dir am Tage des Heils geholfen; und habe dich behütet und zum dem Bund unter das Volk gestellet, daß du das Land aufrichtest, und die ver⸗ 13.—5 störten Erbe einnehmest; zu sagen den Gefangenen: Gehet heraus; und zu nade denen in Finsternis: Kommt hervor; daß sie am Wege sich weiden, und und auf allen Hügeln ihre Weide haben. Sie werden weder hungern noch dürsten, hen. sie wird keine Hitze noch Sonne stechen; denn ihr Erbarmer wird sie führen, iget. und wird sie an die Wasserquellen leiten. Ich will alle meine Berge zum nicht Wege machen, und meine Pfade sollen gebahnet sein. Siehe, diese werden von ferne kommen, und siehe, jene von Mitternacht, und diese vom Meer, sten und diese vom Lande Sinim. Jauchzet, ihr Himmel, freue dich, Erde, lobet, hen ihr Berge, mit Jauchzen; denn der HErr hat sein Volk getröstet, und er⸗ ilde barmet sich seiner Elenden. 2* S S Seen n ———— Evangelische Lektion. Joh. 6, 32—39.(Das Brot vom Himmel.) Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, Moses hat euch nicht Brot vom Himmel gegeben; sondern mein Vater giebt euch das rechte Brot vom Himmel. Denn dies ist das Brot Gottes, das vom Himmel kommt, und giebt der Welt das Leben. Da sprachen sie zu ihm: HErr, gieb uns allewege solch Brot. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubet, den wird nimmermehr dürsten. Aber ich habs euch gesagt, daß ihr mich gesehen habt, und glaubet doch nicht. Alles, was mir mein Vater giebt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Denn ich bin vom Himmel kommen, nicht, daß ich meinen Willen thue, sondern des, der mich gesandt hat. Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, das er mir gegeben hat, sondern, daß ichs auferwecke am jüngsten Tage. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 2. Sam. 7, 1—13.(Der Tempelbau durch Davids Sohn.) Da nun der König in seinem Hause saß, und der HErr ihm Ruhe ge⸗ geben hatte von allen seinen Feinden umher; sprach er zu dem Propheten Nathan: Siehe, ich wohne in einem Cedern⸗Hause, und die Lade Gottes wohnet unter den Teppichen. Nathan sprach zu dem Könige: Gehe hin, alles, was du in deinem Herzen hast, das thue; denn der HErr ist mit dir. Des Nachts aber kam das Wort des HErrn zu Nathan, und sprach: Gehe hin, und sage zu meinem Knechte David: So spricht der HErr: Solltest du mir ein Haus bauen, daß ich darinnen wohnete? Hab ich doch in keinem Hause gewohnet, seit dem Tage, da ich die Kinder Israel aus Agypten führete, bis auf diesen Tag; sondern ich habe gewandelt in der Hütte und Wohnung. Wo ich mit allen Kindern Israel hinwandelte, hab ich auch je geredet mit irgend der Stämme Israel einem, denen ich befohlen habe, mein Volk Israel zu weiden, und gesagt: Warum bauet ihr mir nicht ein Cedern⸗ Haus? So sollst du nun sagen zu meinem Knechte David: So spricht der HErr Zebaoth: Ich habe dich genommen von den Schafhürden, daß du sein solltest ein Fürst über mein Volk Israel; und bin mit dir gewesen, wo du hingegangen bist, und habe alle deine Feinde vor dir ausgerottet, und habe dir einen großen Namen gemacht, wie der Name der Großen auf Erden. Und ich will meinem Volk Israel einen Ort setzen, und will es pflanzen, daß es daselbst wohne, und es nicht mehr in der Irre gehe, und es die Kinder der Bosheit nicht mehr drängen, wie vorhin, und seit der Zeit ich Richter über mein Volk Israel verordnet habe; und will dir Ruhe geben von allen deinen Feinden. Und der HErr verkündigt dir, daß der HErr dir ein Haus machen will. Wenn nun deine Zeit hin ist, daß du mit deinen Vätern schlafen liegest, will ich deinen Samen nach dir erwecken, der von deinem Leibe kommen soll, dem will ich sein Reich bestätigen. Der soll meinem aualech ein Haus bauen, und ich will den Stuhl seines Königreichs bestätigen ewiglich. Lektion aus dem Neuen Testamente. Hebr. 2, 3—18.(Er mußte aller⸗ dinge seinen Brüdern gleich werden.) Wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten? welche, nachdem sie erstlich gepredigt ist durch den HErrn, ist sie auf uns kommen, durch die, so es gehöret haben; und Gott hat ihr Zeugnis gegeben — 21— mit Zeichen, Wundern und mancherlei Kräften, und mit Austeilung des Heiligen Geistes nach seinem Willen. Denn er hat nicht den Engeln unter⸗ gethan die zukünftige Welt, davon wir reden. Es bezeugt aber einer an einem Ort und spricht: Was ist der Mensch, daß du sein gedenkest, und des Menschen Sohn, daß du ihn heimsuchest? Du hast ihn eine kleine Zeit der Engel mangeln lassen; mit Preis und Ehren hast du ihn gekrönet, und hast ihn gesetzt über die Werke deiner Hände; alles hast du unterthan zu seinen Füßen. In dem, daß er ihm hat alles unterthan, hat er nichts gelassen, das ihm nicht unterthan sei; jetzt aber sehen wir noch nicht, daß ihm alles unterthan sei. Den aber, der eine kleine Zeit der Engel gemangelt hat, sehen wir, daß es Jesus ist, durch Leiden des Todes gekrönet mit Preis und Ehren, auf daß er von Gottes Gnaden für alle den Tod schmeckete. Denn es ziemete dem, um des willen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, der da viel Kinder hat zur Herrlichkeit geführet, daß er den Herzog ihrer Seligkeit durch Leiden vollkommen machte. Sintemal sie alle von einem kommen, beide der da heiliget und die da geheiliget werden. Darum schämet er sich auch nicht, sie Brüder zu heißen, und spricht: Ich will verkündigen deinen Namen meinen Brüdern und mitten in der Gemeine dir Lob singen. Und abermal: Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen. Und abermal: Siehe da, ich und die Kinder, welche mir Gott gegeben hat. Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist ers gleichermaßen teilhaftig worden, auf daß er durch den Tod die Macht nehme dem, der des Todes Gewalt hatte. das ist dem Teufel, und erlösete die, so durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mußten. Denn er nimmt nirgend die Engel an sich, sondern den Samen Abrahams nimmt er an sich. Daher mußte er aller Dinge seinen Brüdern gleich werden, auf daß er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu versöhnen die Sünde des Volks. Denn darinnen er gelitten hat und versucht ist, kann er helfen denen, die versucht werden. Sonntag nach Weihnacht. Vormittags. Epistel. Apgsch. 6, 8—15 und 7, 54—59.(Und steinigten Stephanum.) Stephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da stunden etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner, und der Cyrener, und der Alexanderer, und derer, die aus Cilicia und Asia waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht wider zu stehen der Weisheit und dem Geiste, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret Lästerworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Altesten und die Schriftgelehrten, und traten herzu, und rissen ihn hin, und führeten ihn vor den Rat; und stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rat saßen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Da sie solches höreten, gings ihnen durchs Geit und bissen die Zähne zusammen über ihn. Als er aber voll Heiligen Geistes war, sahe er auf gen Himmel, und sahe die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmeten einmütiglich en e wenn ihr mich kennetet, so kennetet ihr auch meinen Vater. zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus. Und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: HErr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er kniete aber nieder, und schrie laut: HErr, be⸗ halte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Evangelium. Matth. 23, 34—39.(Ihr habt nicht gewollt.) Darum siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und derselbigen werdet ihr etliche töten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels bis aufs Blut Zacharias, Barachiä Sohn, welchen ihr getötet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigest, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht ge⸗ wollt. Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden, denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei, der da kommt im Namen des HErrn! Epistolische Lektion. Judä 17—25.(Erbauet euch auf euern allerheiligsten Glauben.) Ihr aber, meine Lieben, erinnert euch der Worte, die zuvor gesagt sind von den Aposteln unsers HErrn Jesu Christi; da sie euch sagten, daß zu der letzten Zeit werden Spötter sein, die nach ihren eigenen Lüsten des gottlosen Wesens wandeln. Diese sind, die da Rotten machen, Fleischliche, die keinen Geist haben. Ihr aber, meine Lieben, erbauet euch auf euern allerheiligsten Glauben, durch den Heiligen Geist, und betet, und behaltet euch in der Liebe Gottes, und wartet auf die Barmherzigkeit unsers HErrn Jesu Christi zum ewigen Leben. Und haltet diesen Unterschied, daß ihr euch etlicher erbarmet, etliche aber mit Furcht selig machet, und rücket sie aus dem Feuer; und hasset den befleckten Rock des Fleisches. Dem aber, der euch kann behüten ohne Fehl, und stellen vor das Angesicht seiner Herrlichkeit unsträflich mit Freuden, dem Gott, der allein weise ist, unserm Heilande, sei Ehre und Majestät, und Gewalt, und Macht, nun und zu aller Ewigkeit! Amen. Evangelische Lektion. Joh. 8, 12—19.(Ich bin das Licht der Welt.) Da redete Jesus abermal zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolget, der wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du zeugest von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: So ich von mir selbst zeugen würde, so ist mein Zeugnis wahr; denn ich weiß, von wannen ich kommen bin, und wo ich hingehe; ihr aber wisset nicht, von wannen ich komme, und wo ich hingehe. Ihr richtet nach dem Fleisch; ich richte niemand. So ich aber richte, so ist mein Ge⸗ richt recht; denn ich bin nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. Auch stehet in eucem Gesetze geschrieben, daß zweier Menschen Zeugnis wahr sei. Ich bins, der ich von mir selbst zeuge; und der Vater, der mich gesandt hat, zeuget auch von mir. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennet weder mich, noch meinen Vater; — 23— Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jes. 12.(Der HErr ist meine Stärke und mein Heil.) Zu derselbigen Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, HErr, daß du zornig bist gewesen über mich, und dein Zorn sich gewendet hat, und tröstest mich. Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher, und fürchte mich nicht; denn Gott der HErr ist meine Stärke, und mein Psalm, und ist mein Heil. Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus dem Heilsbrunnen. Und werdet sagen zur selbigen Zeit: Danket dem HErrn, predigt seinen Namen, macht kund unter den Völkern sein Thun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist. Lobsinget dem HErrn, denn er hat sich herrlich beweiset; solches sei kund in allen Landen. Jauchze und rühme, du Einwohnerin zu Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Cor. 1, 3—20.(Alle Gottes Ver⸗ heißungen sind in ihm Ja und Amen.) Gelobet sei Gott und der Vater unsers HErrn Jesu Christi, der Vater der Barmherzigkeit, und Gott alles Trostes, der uns tröstet in aller unserer Trübsal, daß wir auch trösten können, die da sind in allerlei Trübsal, mit dem Trost, damit wir getröstet werden von Gott. Denn gleichwie wir des Leidens Christi viel haben, also werden wir auch reichlich getröstet durch Christum. Wir haben aber Trübsal oder Trost, so geschieht es euch zu gut. Ists Trübsal, so geschieht es euch zu Trost und Heil; welches Heil beweiset sich, so ihr leidet mit Geduld, dermaßen, wie wir leiden. Ists Trost, so geschieht es euch auch zu Trost und Heil. Und stehet unsere Hoffnung fest für euch, dieweil wir wissen, daß, wie ihr des Leidens teilhaftig seid, so werdet ihr auch des Trostes teilhaftig sein. Denn wir wollen euch nicht verhalten, lieben Brüder, unsere Trübsal, die uns in Asien widerfahren ist, da wir Über die Maße beschweret waren, und über Macht, also, daß wir uns auch des Lebens erwegten, und bei uns beschlossen hatten, wir müßten sterben. Das geschah aber darum, daß wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst stellen, sondern auf Gott, der die Toten auferwecket, welcher uns von solchem Tode erlöset hat, und noch täglich erlöset; und hoffen auf ihn, er werde uns auch hinfort erlösen, durch Hülfe eurer Fürbitte für uns; auf daß über uns für die Gabe, die uns gegeben ist, durch viel Personen viel Danks geschehe. Denn unser Ruhm ist der, nämlich das Zeugnis unsers Gewissens, daß wir in Einfältigkeit und göttlicher Lauterkeit, nicht in fleischlicher Weisheit, son⸗ dern in der Gnade Gottes auf der Welt gewandelt haben, allermeist aber bei euch. Denn wir schreiben euch nichts anders, denn das ihr leset und auch befindet. Ich hoffe aber, ihr werdet uns auch bis ans Ende also befinden, gleichwie ihr uns zum Teil befunden habt. Denn wir sind euer Ruhm, gleichwie auch ihr unser Ruhm seid auf des HErrn Jesu Tag. Und auf solch Vertrauen gedachte ich jenes Mal zu euch zu kommen, auf daß ihr abermal eine Wohlthat empfinget, und ich durch euch in Macedonien reisete, und wiederum aus Macedonien zu euch käme, und von euch geleitet würde in Judäam. Hab ich aber einer Leichtfertigkeit gebrauchet, da ich solches gedachte? oder sind meine Anschläge fleischlich? Nicht also, sondern bei mir ist Ja Ja, und Nein ist Nein. Aber, o ein treuer Gott, daß unser Wort an euch nicht Ja und Nein gewesen ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns geprediget ist, durch mich und Silvanum und Timotheum, der war nicht Ja und Nein, sondern es warf! — 24— Ja in ihm. Denn alle Gottes Verheißungen sind Ja in ihm, und find Amen in ihm, Gott zu Lobe durch uns. Neujahr. Vormittags. Epistel. Gal. 3, 23—4, 7.(Ihr seid allzumal Einer in Christo.) Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz ver⸗ wahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christo Jesu, denn wie viel eurer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen, und nach der Verheißung Erben. Ich sage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hie kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. Evangelinm. Luc. 2, 21.(Da ward sein Name genannt Jesus.) Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Epistolische Lektion. Psalm 33.(Singet dem HErrn ein neues Lied.) Freuet euch des HErrn, ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn schön preisen. Danket dem HErrn mit Harfen und lobsinget ihm auf dem Psalter von zehn Saiten. Singet ihm ein neues Lied, macht es gut auf Saiten⸗ spiel mit Schalle. Denn des HErrn Wort ist wahrhaftig, und was er zu⸗ sagt, das hält er gewiß. Er liebet Gerechtigkeit und Gericht. Die Erde ist voll der Güte des HErrn. Der Himmel ist durchs Wort des HErrn gemacht, und all sein Heer durch den Geist seines Mundes. Er hält das Wasser im Meere zusammen, wie in einem Schlauch, und legt die Tiefe ins Verborgene. Alle Welt fürchte den HErrn, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnet. Denn so er spricht, so geschiehts, so er gebeut, so stehts da. Der HErr macht zu nichte der Heiden Rat und wendet die Gedanken der Völker. Aber der Rat des HErrn bleibet ewiglich, seines Herzens Ge⸗ danken für und für. Wohl dem Volk, des der HErr ein Gott ist; das Volk, das er zum Erbe erwählet hat. Der HErr schauet vom Himmel, und siehet aller Menschen Kinder. Von seinem festen Thron siehet er auf alle, die auf Erden wohnen. Er lenket ihnen allen das Herz, er merket auf alle ihre Werke. Einem Könige hilft nicht seine große Macht, ein Riese wird nicht errettet durch seine große Kraft. Rosse helfen auch nicht, und ihre große Stärke errettet nicht. Siehe, des HErrn Auge siehet auf die, so ihn fürchten, S...—— ——33——— sind — 25— die auf seine Güte hoffen, daß er ihre Seele errette vom Tode und ernähre sie in der Teurung. Unsere Seele harret auf den HErrn, er ist unsere Hülfe und Schild. Denn unser Herz freuet sich sein, und wir trauen auf hoßen heiligen Namen. Deine Güte, HErr, sei über uns, wie wir auf dich offen. Evangelische Lektion. Luc. 4, 16—21.(Das angenehme Jahr des HErrn.) Und er kam gen Nazareth, da er erzogen war, und ging in die Schule nach seiner Gewohnheit am Sabbathtage, und stund auf und wollte lesen. Da ward ihm das Buch des Propheten Jesaias gereicht. Und da er das Buch herumwarf, fand er den Ort, da geschrieben stehet: Der Geist des HErrn ist bei mir, derhalben er mich gesalbet hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zerstoßenen Herzen, zu predigen den Gefangenen, daß sie los sein sollen, und den Blinden das Gesicht, und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, und zu predigen das angenehme Jahr des HErrn. Und als er das Buch zuthat, gab ers dem Diener und setzte sich. Und aller Augen, die in der Schule waren, sahen auf ihn. Und er fing an zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erfüllet vor euren Ohren. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 67.(Es wolle Gott uns gnädig sein.) Gott sei uns gnädig, und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten. Sela. Daß wir auf Erden erkennen seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Leute recht richtest, und regierest die Leute auf Erden. Sela. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. Das Land giebt sein Gewächs. Es segne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Tim. 6, 13—19.(Die Hoffnung auf den lebendigen Gott.) Ich gebiete dir vor Gott, der alle Dinge lebendig macht, und vor Christo Jesu, der unter Pontio Pilato bezeuget hat ein gut Bekenntnis, daß du haltest das Gebot ohne Flecken, untadelig, bis auf die Erscheinung unsers HErrn Jesu Christi, welche wird zeigen zu seiner Zeit der Selige und allein Gewaltige, der König aller Könige, und HErr aller Herren; der allein Un⸗ sterblichkeit hat; der da wohnet in einem Lichte, da niemand zukommen kann; welchen kein Mensch gesehen hat noch sehen kann; dem sei Ehre und ewiges Reich! Amen. Den Reichen von dieser Welt gebeut, daß sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den ungewissen Reichtum, sondern auf den lebendigen Gott, der uns dargiebt reichlich allerlei zu genießen; daß sie Gutes thun, reich werden an guten Werken, gerne geben, behülflich seien, Schätze sammeln, ihnen selbst einen guten Grund aufs Zukünftige, daß sie ergreifen das ewige Leben Epiphanias. Vormittags. Epistel. Tit. 3, 3—8.(Die Freundlichkeit Gottes, unsers Heilandes.) Denn wir waren auch weiland unweise, ungehorsam, irrig, dienend den Lüsten und mancherlei Wollüsten, und wandelten in Bosheit und Neid, und hasseten uns unter einander. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leut⸗ — 26— seligkeit Gottes, unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christ, unsern „Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist je gewißlich war. Solches will ich, daß du fest lehrest, auf daß die, so an Gott gläubig sind worden, in einem Stand guter Werke funden werden. Solches ist gut und nütze den Menschen. Oder: Jes. 60, 1—6.(Dein Licht kommt.) Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, und die Herr⸗ lichkeit des HErrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich, und Dunkel die Völker; aber über dir gehet auf der HErr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanze, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher: Diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seite er⸗ zogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des HErrn Lob verkündigen. Evangelium. Matth. 2, 1—12.(Die Weisen vom Morgenlande.) Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodis, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem; und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein HErr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernete mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre; und weisete sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihrs findet, so saget mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stund oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an und thaten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Epistolische Lektion. Ephes. 2, 1—12(Ihr waret ohne Gott in der Welt.) Und auch euch, da ihr tot waret durch Übertretungen und Sünden, in welchen ihr weiland gewandelt habt nach dem Lauf dieser Welt, und nach e b 0 0 — 21.— dem Fürsten, der in der Luft herrschet, nämlich nach dem Geist, der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens; unter welchen wir auch alle weiland unsern Wandel gehabt haben in den Lüsten unsers Fleisches, und thaten den Willen des Fleisches und der Vernunft, und waren auch Kinder des Zorns von Natur, gleichwie auch die andern. Aber Gott, der da reich ist von Barmherzigkeit, durch seine große Liebe, damit er uns geliebet hat, da wir tot waren in den Sünden, hat er uns samt Christo lebendig gemacht(denn aus Gnade seid ihr selig worden), und hat uns samt ihm auferwecket und samt ihm in das himmlische Wesen gesetzet in Christo Jesu. Denn aus Gnade seid ihr selig worden durch den Glauben; und dasselbige nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken, auf daß sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, daß wir darinnen wandeln sollen. Darum gedenket daran, daß ihr, die ihr weiland nach dem Fleische Heiden gewesen seid, und die Vorhaut genannt wurdet von denen, die genannt sind die Beschneidung nach dem Fleisch, die mit der Hand geschieht, daß ihr zu derselbigen Zeit waret ohne Christum, fremde und außer der Bürgerschaft Israel, und fremde von den Testamenten der Verheißung; daher ihr keine Hoffnung hattet, und waret ohne Gott in der Welt. Oder: Jes. 42, 1—12.(Er wird das Recht unter die Heiden bringen.) Siehe, das ist mein Knecht, ich erhalte ihn; und mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben, er wird das Recht unter die Heiden bringen. Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. Das zer⸗ stoßene Rohr wird er nicht zerbrechen, und das glimmende Docht wird er nicht auslöschen. Er wird das Recht wahrhaftiglich halten lehren. Er wird nicht mürrisch noch greulich sein, auf daß er auf Erden das Recht anrichte; und die Inseln werden auf sein Gesetz warten. So spricht Gott, der HErr, der die Himmel schaffet und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächse, der dem Volk, so drauf ist, den Odem giebt, und den Geist denen, die drauf gehen: Ich, der HErr, habe dir gerufen mit Gerechtigkeit, und habe dich bei deiner Hand gefasset, und habe dich behütet, und habe dich zum Bund unter das Volk gegeben, zum Licht der Heiden; daß du sollst öffnen die Augen der Blinden, und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen, und die da sitzen in Finsternis, aus dem Kerker. Ich, der HErr, das ist mein Name; und will meine Ehre keinem andern geben, noch meinen Ruhm den Götzen. Siehe, was kommen soll, verkündige ich zuvor, und verkündige Neues; ehe denn es aufgehet, lasse ichs euch hören. Singet dem HErrn ein neues Lied, sein Ruhm ist an der Welt Ende; die im Meer fahren, und was drinnen ist, die Inseln, und die drinnen wohnen. Rufet laut, ihr Wüsten, und die Städte drinnen, samt den Dörfern, da Kedar wohnet. Es jauchzen, die in Felsen wohnen, und rufen von den Höhen der Berge. Lasset sie dem HErrn die Ehre geben, und seinen Ruhm in den Inseln verkündigen. Evangelische Lektion. Matth. 3, 13—17.(Die Stimme vom Himmel.) Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johanne, daß er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrete ihm und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und du kommest zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß jetzt also sein; also gebühret es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ ers ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser; und siehe, da that sich der Himmel auf über ihm. Und Johannes sah den Geist Gottes, gleich als eine Taube, herab fahren und über ihn kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Könige 19, 1—18.(Elias auf Horeb.) Und Ahab sagte Isebel an alles, was Elia gethan hatte, und wie er hätte alle Propheten Baals mit dem Schwert erwürget. Da sandte Isebel einen Boten zu Elia, und ließ ihm sagen: Die Götter thun mir dies und das, wo ich nicht morgen um diese Zeit deiner Seele thue, wie dieser Seelen einer. Da er das sahe, machte er sich auf und ging, wo er hin wollte und kam gen Berseba in Juda, und ließ seinen Knaben daselbst. Er aber ging hin in die Wüste eine Tagreise, und kam hinein, und setzte sich unter eine Wachholder, und bat, daß seine Seele stürbe, und sprach: Es ist genug, so nimm nun, HErr, meine Seele; ich bin nicht besser, denn meine Bäter. Und legte sich, und schlief unter der Wachholder. Und siehe, der Engel rührete ihn, und sprach zu ihm: Stehe auf, und iß. Und er sahe sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstet Brot und eine Kanne mit Wasser. Und da er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. Und der Engel des HErrn kam zum andernmal wieder, und rührete ihn, und sprach: Stehe auf, und iß; denn du hast einen großen Weg vor dir. Und er stund auf, und aß, und trank, und ging durch Kraft derselben Speise vierzig Tage und vierzig Nächte, bis an den Berg Gottes Horeb; und kam daselbst in eine Höhle, und blieb daselbst über Nacht. Und siehe, das Wort des HErrn kam zu ihm, und sprach zu ihm: Was machst du hie, Elia? Er sprach: Ich habe geeifert um den HErrn, den Gott Zebaoth; denn die Kinder Israel haben deinen Bund verlassen, und deine Altäre zerbrochen, und deine Pro⸗ pheten mit dem Schwert erwürget; und ich bin allein überblieben, und sie stehen darnach, daß sie mir mein Leben nehmen. Er sprach: Gehe heraus, und tritt auf den Berg vor den HErrn. Und siehe, der HErr ging vorüber, und ein großer starker Wind, der die Berge zerriß, und die Felsen zerbrach, vor dem HErrn her; der HErr aber war nicht im Winde. Nach dem Winde aber kam ein Erdbeben; aber der HErr war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HErr war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein still sanftes Sausen. Da das Elia hörete, verhüllete er sein Antlitz mit seinem Mantel, und ging heraus, und trat in die Thür der Höhle. Und siehe, da kam eine Stimme zu ihm, und sprach: Was hast du hie zu thun, Elig? Er sprach: Ich habe um den HErrn, den Gott Zebaoth, geeifert; denn die Kinder Israel haben deinen Bund verlassen, deine Altäre zerbrochen, deine Propheten mit dem Schwert erwürget; und ich bin allein überblieben, und sie stehen darnach, daß sie mir das Leben nehmen. Aber der HErr sprach zu ihm: Gehe wiederum deines Weges durch die Wüste gen Damaskus; und gehe hinein, und salbe Hasael zum Könige über Syrien, und Jehu, den Sohn Nimsi, zum Könige über Israel, und Elisa, den Sohn Saphats, von Abel Mehola, zum Propheten an deine Statt. Und soll ge⸗ schehen, daß, wer dem Schwert Hasaels entrinnet, den soll Jehu töten, und wer dem Schwert Jehu entrinnet, den soll Elisa töten. Und ich will lassen Überbleiben sieben tausend in Israel, nämlich alle Kniee, die sich nicht ge⸗ beuget haben vor Baal, und allen Mund, der ihn nicht geküsset hat. ——————————————— Lektio — 25— Lektion aus dem Neuen Testamente. Col. 1, 19—29.(Das von der Welt her verborgene Geheimnis gepredigt unter aller Kreatur.) Denn es ist das Wohlgefallen gewesen, daß in ihm alle Fülle wohnen sollte, und alles durch ihn versöhnet würde zu ihm selbst, es sei auf Erden oder im Himmel, damit, daß er Frieden machte durch das Blut an seinem Kreuz durch sich selbst. Und euch, die ihr weiland Fremde und Feinde waret durch die Vernunft in bösen Werken; nun aber hat er euch versöhnet mit dem Leibe seines Fleisches durch den Tod, auf daß er euch darstellete heilig und unsträflich und ohne Tadel vor ihm selbst; so ihr anders bleibet im Glauben gegründet und feste, und unbeweglich von der Hoffnung des Evangelii, welches ihr gehöret habt, welches gepredigt ist unter aller Kreatur, die unter dem Himmel ist, welches ich, Paulus, Diener worden bin. Nun freue ich mich in meinem Leiden, das ich für euch leide, und erstatte an meinem Fleisch, was noch mangelt an Trübsalen in Christo für seinen Leib, welcher ist die Gemeine; welcher ich ein Diener worden bin, nach dem göttlichen Predigtamt, das mir gegeben ist unter euch, daß ich das Wort Gottes reichlich predigen soll; nämlich das Geheimnis, das verborgen gewesen ist von der Welt her, und von den Zeiten her, nun aber offenbaret ist seinen Heiligen; welchen Gott gewollt hat kund thun, welcher da sei der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Heiden, welches ist Christus in euch, der da ist die Hoffnung der Herrlichkeit; den wir verkündigen, und vermahnen alle Menschen, und lehren alle Menschen mit aller Weisheit, auf daß wir darstellen einen jeglichen Menschen vollkommen in Christo Jesu; daran ich auch arbeite und ringe nach der Wirkung des, der in mir kräftiglich wirket. 1. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Röm. 12, 1—6.(Das Opfer, das da lebendig ist.) Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohl⸗ gefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebührt zu halten; sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgeteilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in Einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäft haben; also sind wir viele Ein Leib in Christo; aber unter einander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium. Luc. 2, 41—52.(Ich muß sein in dem, das meines Vaters ist.) Und seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da de Tage vollendet waren, und sie wieder nach Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise, und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem, und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten — 90.—— unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragete. Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsatzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Epistolische Lektion. 1. Cor. 1, 20—31.(Was thöricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählet.) Wo sind die Klugen? wo sind die Schriftgelehrten? wo sind die Welt⸗ weisen? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Thorheit gemacht? Denn dieweil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch thörichte Predigt selig zu machen die, so daran glauben. Sintemal die Juden Zeichen fordern, und die Griechen nach Weisheit fragen. Wir aber predigen den gekreuzigten Christ, den Juden ein Argernis, und den Griechen eine Thorheit. Denen aber, die berufen sind, beide, Juden und Griechen, predigen wir Christum, göttliche Kraft und gött⸗ liche Weisheit. Denn die göttliche Thorheit ist weiser, denn die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, denn die Menschen sind. Sehet an, lieben Brüder, euren Beruf; nicht viel Weise nach dem Fleisch, nicht viel Gewaltige, nicht viel Edle sind berufen; sondern was thöricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, daß er die Weisen zu schanden machte; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, daß er zu schanden machte, was stark ist; und das Unedle vor der Welt, und das Verachtete hat Gott erwählet, und das da nichts ist, daß er zu nichte machte, was etwas ist; auf daß sich vor ihm kein Fleisch rühme. Von welchem auch ihr herkommt in Christo Jesu, welcher uns gemacht ist von Gott zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, auf daß(wie geschrieben stehet), wer sich rühmet, der rühme sich des HErrn. Evangelische Lektion. Joh. 1, 35—51.(Kommt und sehet es.) Des andern Tags stund abermal Johannes, und zween seiner Jünger. Und als er sahe Jesum wandeln, sprach er: Siehe, das ist Gottes Lamm. Und zween seiner Jünger höreten ihn reden, und folgeten Jesu nach. Jesus aber wandte sich um, und sahe sie nachfolgen, und sprach zu ihnen: Was suchet ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi(das ist verdolmetscht: Meister), wo bist du zur Herberge? Er sprach zu ihnen: Kommt und sehet es. Sie kamen und sahens, und blieben denselbigen Tag bei ihm; es war aber um die zehnte Stunde. Einer aus den zween, die von Johanne höreten, und Jesu nachfolgeten, war Andreas, der Bruder Simonis Petri. Derselbige findet am ersten seinen Bruder Simon, und spricht zu ihm: Wir haben den Messias funden(welches ist verdolmetscht: der Gesalbte). Und führete ihn zu Jesu. Da ihn Jesus sahe, sprach er: Du bist Simon, Jonas Sohn; du sollst Kephas heißen(das wird verdolmetscht: ein Fels). Des andern Tags wollte Jesus wieder in Galiläam ziehen, und findet Philippum und spricht zu ihm: Folge mir nach. Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt Andreas und Petrus. Philippus findet Nathanael, und spricht zu ihm: Wir haben den funden, von welchem Moses im Gesetz, und die e t — 31— Propheten geschrieben haben, Jesum, Josephs Sohn von Nazareth. Und Nathangel sprach zu ihm: Was kann von Nazareth Gutes kommen? Phi⸗ lippus spricht zu ihm: Komm und siehe es. Jesus sahe Nathanael zu sich kommen, und spricht von ihm: Siehe, ein rechter Israeliter, in welchem kein Falsch ist. Nathanael spricht zu ihm: Woher kennest du mich? Jesus ant⸗ wortete und sprach zu ihm: Ehe denn dir Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warest, sahe ich dich. Nathanael antwortet und spricht zu ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel. Jesus ant⸗ wortete und sprach zu ihm: Du glaubest, weil ich dir gesagt habe, daß ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum; du wirst noch Größeres denn das sehen. Und spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen, und die Engel Gottes hinauf und herab fahren auf des Menschen Sohn. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 122.(Ins Haus des HErrn nach Jerusalem.) Ich freue mich des, das mir geredet ist, daß wir werden ins Haus des HErrn gehen; und daß unsere Füße werden stehen in deinen Thoren, Jeru⸗ salem. Jerusalem ist gebauet, daß es eine Stadt sei, da man zufammen kommen soll, da die Stämme hinaufgehen sollen, nämlich die Stamme des HErrn, zu predigen dem Volk Israel, zu danken dem Namen des HErrn. Denn daselbst sitzen die Stühle zum Gericht, die Stühle des Hauses Davids. Wünschet Jerusalem Glück: Es müsse wohl gehen denen, die dich lieben. Es müsse Friede sein inwendig in deinen Mauern, und Glück in deinen Palästen. Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Friede wünschen. Um des Hauses willen des HErrn, unsers Gottes, will ich dein Bestes suchen. Lektion aus dem Neuen Testamente. Hebr. 3, 1—14.(Moses ein Knecht in seinem Hause, Christus ein Sohn über sein Haus.) Derhalben, ihr heiligen Brüder, die ihr mit berufen seid durch den himmlischen Beruf, nehmet wahr des Apostels und Hohenpriesters, den wir bekennen, Christi Jesu, der da treu ist dem, der ihn gemacht hat(wie auch Moses) in seinem ganzen Hause. Dieser aber ist größerer Ehre wert, denn Moses, nachdem der eine größere Ehre am Hause hat, der es bereitet, denn das Haus. Denn ein jeglich Haus wird von jemand bereitet; der aber alles bereitet, das ist Gott. Und Moses zwar war treu in seinem ganzen Hause, als ein Knecht, zum Zeugnis des, das gesagt sollte werden; Christus aber, als ein Sohn über sein Haus; welches Haus sind wir, so wir anders das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung bis ans Ende fest behalten. Darum, wie der Heilige Geist spricht: Heute, so ihr hören werdet seine Stimme, so verstocket eure Herzen nicht, als geschah in der Verbitterung, am Tage der Versuchung in der Wüste; da mich eure Väter versuchten; sie prüften mich, und sahen meine Werke vierzig Jahr lang; darum ich entrüstet ward über dies Geschlecht, und sprach: Immerdar irren sie mit dem Herzen; aber sie wußten meine Wege nicht; daß ich auch schwur in meinem Zorn, sie sollten zu meiner Ruhe nicht kommen. Sehet zu, lieben Brüder, daß nicht jemand unter euch ein arges, ungläubiges Herz habe, das da abtrete von dem leben⸗ digen Gott; sondern ermahnet euch selbst alle Tage, so lange es heute heißt, daß nicht jemand unter euch verstocket werde durch Betrug der Sünde. Denn wir sind Christi teilhaftig worden, so wir anders das angefangene Wesen bis ans Ende fest behalten. =-— — 32— 2. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Röm. 12, 6—16.(Mancherlei Gnadengaben in mancherlei Erweisungen.) Und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Er⸗ mahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er ein⸗ fältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. Übet jemand Barmherzigkeit, so thu ers mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geiste. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Notdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium. Joh. 2, 1—11.(Das erste Zeichen seiner Herrlichkeit.) Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und ingen in je einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die asserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringets dem Speisemeister. Und sie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam(die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpft hatten), rufet der Speisemeister dem Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offen⸗ barte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Epistolische Leltion. 1. Cor. 2.(Die Beweisung des Geistes und der Kraft.) Und ich, lieben Brüder, da ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten, oder hoher Weisheit, euch zu verkündigen die göttliche Predigt. Denn ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, ohn allein Jesum Christum, den Gekreuzigten. Und ich war bei euch mit Schwachheit, und mit Furcht, und mit großem Zittern. Und mein Wort und meine Predigt war nicht in vernünftigen Reden menschlicher Weisheit, sondern in Beweisung des Geistes und der Kraft; auf daß euer Glaube bestehe nicht auf Menschen Weisheit, sondern auf Gottes Kraft. Da wir aber von reden, das ist dennoch Weisheit bei den Vollkommenen; nicht eine Weisheit dieser Welt, auch nicht der Obersten dieser Welt, welche vergehen; sondern wir reden von der heimlichen, verborgenen Weisheit Gottes, welche Gott verordnet hat vor der Welt zu unserer Herrlichkeit, welche keiner von den Obersten dieser Welt erkannt hat; denn wo sie die erkannt hätten, hätten sie den HErrn der Herr⸗ — 35— lichkeit nicht gekreuziget. Sondern wie geschrieben stehet: Das kein Auge gesehen hat, und kein Ohr gehöret hat, und in keines Menschen Herz kommen ist, das Gott bereitet hat denen, die ihn lieben; uns aber hat es Gott offen⸗ baret durch seinen Geist. Denn der Geist erforschet alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, ohne der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also auch weiß niemand, was in Gott ist, ohne der Geist Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist. Welches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Heilige Geist lehret, und richten geistliche Sachen geistlich. Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Thorheit, und kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich gerichtet sein. Der Geistliche aber richtet alles und wird von niemand gerichtet. Denn wer hat des HErrn Sinn erkannt? oder wer will ihn unterweisen? Wir aber haben Christi Sinn. Evangelische Lektion. Joh. 3, 22—36.(Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.) Darnach kam Jesus und seine Jünger in das jüdische Land, und hatte daselbst sein Wesen mit ihnen, und taufete. Johannes aber taufete auch noch zu Enon, nahe bei Salim, denn es war viel Wassers daselbst; und sie kamen dahin, und ließen sich taufen. Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis gelegt. Da erhub sich eine Frage unter den Jüngern Johannis samt den Juden über die Reinigung. Und kamen zu Johanne und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir war jenseit des Jordans, von dem du zeugetest, siehe, der taufet, und jedermann kommt zu ihm. Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, es werde ihm denn gegeben vom Himmel. Ihr selbst seid meine Zeugen, daß ich gesagt habe, ich sei nicht Christus, sondern vor ihm her gesandt. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund aber des Bräutigams stehet und höret ihm zu, und freuet sich hoch über des Bräutigams Stimme. Dieselbige meine Freude ist nun erfüllet. Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen. Der von oben her kommt, ist über alle. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde, und redet von der Erde; der vom Himmel kommt, der ist über alle, und zeuget, was er gesehen und gehöret hat; und sein Zeugnis nimmt niemand an. Wer es aber an⸗ nimmt, der versiegelt es, daß Gott wahrhaftig sei. Denn welchen Gott gesandt hat, der redet Gottes Wort; denn Gott giebt den Geist nicht nach dem Maß. Der Vater hat den Sohn lieb und hat ihm alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben; wer dem Sohn nicht glaubet, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm. Lektion aus dem Alten Testamente. 5. Mos. 18, 15—22.(Ich will meine Worte in seinen Mund legen.) Einen Propheten, wie mich, wird der HErr, dein Gott, dir erwecken, aus dir und aus deinen Brüdern, dem sollt ihr gehorchen. Wie du denn von dem HErrn, deinem Gott, gebeten hast zu Horeb, am Tage der Ver⸗ sammlung, und sprachest: Ich will fort nicht mehr hören die Stimme des HErrn, meines Gottes, und das große Feuer nicht mehr sehen, daß ich nicht sterbe. Und der HErr sprach zu mir: Sie haben wohl geredet. Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern, und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm 3 S — 34— gebieten werde. Und wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen reden wird, von dem will ichs fordern. Doch wenn ein Prophet vermessen ist zu reden in meinem Namen, das ich ihm nicht geboten habe zu reden, und welcher redet in dem Namen anderer Götter, derselbe Prophet soll sterben. Ob du aber in deinem Herzen sagen würdest: Wie kann ich merken, welches Wort der HErr nicht geredet hat? Wenn der Prophet redet in dem Namen des HErrn, und wird nichts draus, und kommt nicht, das ist das Wort, das der HErr nicht geredet hat; der Prophet hat es aus Ver⸗ messenheit geredet, darum scheue dich nicht vor ihm. Lektion aus dem Neuen Testamente. Gal. 1, 6—16.(Ich habe es von keinem Menschen gelernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi.) Mich wundert, daß ihr euch so bald abwenden lasset von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, auf ein ander Evangelium; so doch kein anders ist; ohne daß etliche sind, die euch verwirren, und wollen das Evan⸗ gelium Christi verkehren. Aber so auch wir, oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders, denn das wir euch gepredigt haben, der sei verflucht. Wie wir jetzt gesagt haben, so sagen wir auch abermal: So jemand euch Evangelium prediget anders, denn das ihr empfangen habt, der sei verflucht. Predige ich denn jetzt Menschen, oder Gott zu Dienst? oder gedenk ich Menschen gefällig zu sein? Wenn ich den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht. Ich thue euch aber kund, lieben Brüder, daß das Evangelium, das von mir geprediget ist, nicht menschlich ist. Denn ich hab es von keinem Menschen empfangen noch gelernet, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi. Denn ihr habt ja wohl gehöret meinen Wandel weiland im Judentum; wie ich über die Maße die Gemeine Gottes verfolgte, und verstörete sie, und nahm zu im Judentum über viele meines gleichen in meinem Geschlecht, und eiserte über die Maße um das väterliche Gesetz. Da es aber Gott wohlgefiel, der mich von meiner Mutter Leibe hat ausgesondert und berufen durch seine Gnade, daß er seinen Sohn offenbarete in mir, daß ich ihn durchs Evangelium verkündigen sollte unter den Heiden: alsobald fuhr ich zu, und besprach mich nicht darüber mit Fleisch und Blut. 3. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Röm. 12, 17—21.(Die alles berwindende Macht der Liebe.) Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn; denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der HErr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse Überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium. Matth. 8, 1—13.(Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.) Da er aber vom Berge herab ging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: HErr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührete ihn an und sprach: Ich wills thun; sei gereiniget. Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sags niemand; 2—2—. H——.————————— —⏑π sonder Moses naum, Knecht zu ih wortet gehest; bin ei knechte Komm Da da nachfo nicht vom Aber hinau beide Darr geliu denn die& wird wie Gott Ung Den ihne Kra näm habe als — 35— sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugnis über sie. Da aber Jesus einging zu Caper⸗ naum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn, und sprach: HErr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann ant⸗ aoonere und sprach: HErr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegs⸗ knechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so geht er; und zum andern: Komm her, so kommt er; und zu meinem Knecht: Thu das, so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachsolgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht funden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zur selbigen Stunde. Epistolische Lektion. Röm. 1, 13—25.(Das Evangelium eine Kraft Gottes, selig zu machen.) Ich will euch aber nicht verhalten, lieben Brüder, daß ich mir oft habe vorgesetzt, zu euch zu kommen(bin aber verhindert bisher), daß ich auch unter euch Frucht schaffete, gleichwie unter andern Heiden. Ich bin ein Schuldner, beide der Griechen und der Ungriechen, beide der Weisen und der Unweisen. Darum, so viel an mir ist, bin ich geneigt, auch euch zu Rom das Evan⸗ gelium zu predigen. Denn ich schäme mich des Evangelii von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich, und auch die Griechen. Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie denn geschrieben stehet: Der Gerechte wird seines Glaubens leben. Denn Gottes Zorn vom Himmel wird offenbaret über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit aufhalten. Denn daß man weiß, daß Gott sei, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart, damit, daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt; also, daß sie keine Ents schuldigung haben; dieweil sie wußten, daß ein Gott ist, und haben ihn nicht gepreiset als einen Gott, noch gedanket, sondern sind in ihrem Dichten eitel worden, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren worden; und haben verwandelt die Herrlichkeit des un⸗ vergänglichen Gottes in ein Bild, gleich dem vergänglichen Menschen, und der Vögel, und der vierfüßigen, und der kriechenden Tiere. Darum hat sie auch Gott dahingegeben in ihres Herzens Gelüste, in Unreinigkeit, zu schänden ihre eigenen Leiber an ihnen selbst, die Gottes Wahrheit haben ver⸗ wandelt in die Lüge, und haben geehret und gedienet dem Geschöpfe mehr, denn dem Schöpfer, der da gelobet ist in Ewigkeit. Amen. Evangelische Lektion. Joh. 4, 5—26.(Ich sehe, daß du ein Prophet bist.) Da kam er in eine Stadt Samariä, die heißt Sichar, nahe bei dem Dörflein, das Jakob seinem Sohn Joseph gab. Es war aber daselbst Jakobs Brunnen. Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also auf Wun — 35— den Brunnen; und es war um die sechste Stunde. Da kommt ein Weib von Samaria, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gieb mir zu trinken. Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, daß sie Speise kaufeten. Berge angebetet; und ihr saget, zu Jerusalem sei die Stätte, da man an⸗ beten solle. Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Zeit, denn das Heil kommt von den Juden. Aber es kommt die Zeit, und ist schon jetzt, daß die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit; denn der Vater will auch haben, die ihn also anbeten. Gott ist ein Geist; und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Spricht das Weib zu ihm: Ich weiß, daß Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn derselbige kommen wird, so wird ers uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bins, der mit dir redet. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jes. 61, 1—7.(Der Geist des HErrn hat mich gesalbet.) Der Geist des HErrn HErrn ist über mir, darum hat mich der HErr gesalbet. Er hat mich gesandt, den Elenden zu predigen, die zerbrochenen Gebun zu verbinden; zu predigen den Gefangenen eine Erledigung, den ebundenen eine Offnung; zu predigen ein gnädiges Jahr des HErrn, und einen Tag der Rache unsers Gottes; zu trösten alle Traurigen; zu schaffen den Traurigen zu Zion, daß ihnen Schmuck für Asche, und Freudenöl für Traurigkeit, und schöne Kleider für einen betrübten Geist gegeben werden; daß sie genannt werden Bäume der Gerechtigkeit, Pflanzen des HErrn, zum Preise. Sie werden die alten Wüstungen bauen, und, was vorzeiten zer⸗ störet ist, aufbringen; sie werden die verwüsteten Städte, so für und für zerstöret gelegen sind, verneuen. Fremde werden stehen, und eure Herde weiden; und Ausländer werden eure Ackerleute und Weingärtner sein. Ihr aber sollt Priester des HErrn heißen, und man wird euch Diener unsers Gottes nennen; und werdet der Heiden Güter essen, und über ihrer Herr⸗ —— ⁰ι⁰⁰⁰%mmng,- E 28„Fłf“: 32 Weib trinken. aufeten. mir zu Juden Dsprach zu dir Wasser. chöpfest, u mehr, er hat ete und r redet. HErrn HErr ochenen g, den n, und schaffen töl für erden; u, zum n zer⸗ id für Herde . Ihr unsers Herr⸗ — 37— lichkeit euch rühmen. Für eure Schmach soll Zwiefältiges kommen, und für die Schande sollen sie fröhlich sein auf ihren Ackern. Denn sie sollen Zwie⸗ fältiges besitzen in ihrem Lande, sie sollen ewige Freude haben. Lektion aus dem Reuen Testamente. 1. Tim. 6, 1—5.(Bleibe bei den heilsamen Worten unsers HErrn Jesu Christi.) Die Knechte, so unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehren wert halten, auf daß nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde. Welche aber gläubige Herren haben, sollen dieselbigen nicht verachten(mit dem Schein), daß sie Brüder sind; sondern sollen vielmehr dienstbar sein, dieweil sie gläubig und geliebt und der Wohlthat teilhaftig sind. Solches lehre und ermahne. So jemand anders lehret, und bleibet nicht bei den heilsamen Worten unsers HErrn Jesu Christi und bei der Lehre von der Gottseligkeit; der ist verdüstert, und weiß nichts, sondern ist seuchtig in Fragen und Wort⸗ kriegen, aus welchen entspringet Neid, Hader, Lästerung, böser Argwohn, Schulgezänke solcher Menschen, die zerrüttete Sinne haben und der Wahr⸗ heit beraubt sind, die da meinen, Gottseligkeit sei ein Gewerbe. Thue dich von solchen. 4. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Röm. 13, 1—10.(Die alles vollbringende Macht der Liebe.) Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil em⸗ pfahen. Denn die Gewaltigen sind nicht den guten Werken, sondern den bösen zu fürchten. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so thue Gutes; so wirst du Lob von derselbigen haben; denn sie ist Gottes Dienerin dir zu gut. Thust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. So seid nun aus Not unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben; denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun jedermann was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebührt, Zoll, dem der Zoll gebührt, Furcht, dem die Furcht gebührt, Ehre, dem die Ehre gebührt. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; dich soll nichts gelüsten; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesen Worten verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium. Matth. 8, 23—27.(Die allgebietende Macht des HErrn.) Und er trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: HErr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stund auf und bedräuete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? ¶ I — 4 58— Epistolische Lektion. Röm. 7, 6—25.(Das Gesetz ist geistlich, ich aber bin fleischlich.) Nun aber sind wir vom Gesetz los, und ihm abgestorben, das uns ge⸗ fangen hielt, also daß wir dienen sollen im neuen Wesen des Geistes, und nicht im alten Wesen des Buchstabens. Was wollen wir denn nun sagen? ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht, ohne durchs Gesetz. Denn ich wußte nichts von der Lust, wo das Gesetz nicht hätte gesagt: Laß dich nicht gelüsten. Da nahm aber die Sünde Ur⸗ sach am Gebot, und erregte in mir allerlei Lust. Denn ohne das Gesetz war die Sünde tot. Ich aber lebte etwa ohne Gesetz. Da aber das Gebot kam, ward die Sünde wieder lebendig. Ich aber starb; und es befand sich, daß das Gebot mir zum Tode gereichte, das mir doch zum Leben gegeben war. Denn die Sünde nahm Ursach am Gebot, und betrog mich, und tötete mich durch dasselbige Gebot. Das Gesetz ist je heilig, und das Gebot ist heilig, recht und gut. Ist denn, das da gut ist, mir ein Tod worden? Das sei ferne! Aber die Sünde, auf daß sie erscheine, wie sie Sünde ist, hat sie mir durch das Gute den Tod gewirket, auf daß die Sünde würde Überaus sündig durchs Gebot. Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich thue; denn ich thue nicht, das ich will, sondern das ich hasse, das thue ich. So ich aber das thue, das ich nicht will; so willige ich, daß das Gesetz gut sei. So thue nun ich dasselbige nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnet. Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, wohnet nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das thue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das thue ich. So ich aber thue, das ich nicht will, so thue ich dasselbige nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnet. So finde ich in mir nun ein Gesetz, der ich will das Gute thun, daß mir das Böse anhanget. Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein ander Gesetz in meinen Gliedern, das da wider⸗ streitet dem Gesetz in meinem Gemüte, und nimmt mich gefangen in der Sünde Gesetz, welches ist in meinen Gliedern. Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes? Ich danke Gott durch Jesum Christ, unsern HErrn. So diene ich nun mit dem Gemüte dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleische dem Gesetze der Sünde. Evangelische Lektion. Joh. 4, 27—42.(ieser ist Christus, der Welt Heiland.) Und über dem kamen seine Jünger, und es nahm sie Wunder, daß er mit dem Weibe redete. Doch sprach niemand: Was fragst du? oder, was redest du mit ihr? Da ließ das Weib ihren Krug stehen, und ging hin in die Stadt, und spricht zu den Leuten; Kommet, sehet einen Menschen, der mir gesagt hat alles, was ich gethan habe, ob er nicht Christus sei? Da gingen sie aus der Stadt, und kamen zu ihm. Indes aber ermahneten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iß. Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, da wisset ihr nicht von. Da sprachen die Jünger unter einander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, daß ich thue den Willen des, der mich gesandt hat, und vol⸗ lende sein Werk. Saget ihr nicht selber es sind noch vier Monden, so kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebet eure Augen auf, und sehet in das Feld; denn es ist schon weiß zur Ernte, und wer da schneidet, der empfähet Lohn, und sammelt Frucht zum ewigen Leben, auf daß sich miteinander sreuen, der da säet, und der da schneidet. Denn hie ist der Spruch wahr: ———35‚53353535‚3‚35353—I—————— ber bin ns ge⸗ 3, und sagen? d nicht, Gesetz de Ur⸗ Gesetz Gebot d sich, egeben h, und Gebot orden? ide ist, würde eistlich nicht, se, das 5 das die in leische, Gute ondern h nicht vohnet. rir das ndigen wider⸗ in der „wer Jesum Gesetz eiland.) — 39— Dieser säet, der andere schneidet. Ich habe euch gesandt zu schneiden, daß ihr nicht habt gearbeitet; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit kommen. Es glaubten aber an ihn viel der Samariter aus derselbigen Stadt um des Weibes Rede willen, welches da zeugete: Er hat mir gesagt alles, was ich gethan habe. Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, daß er bei ihnen bliebe; und er blieb zween Tage da. Und viel mehr glaubeten um seines Wortes willen, und sprachen zum Weibe: Wir glauben nun fort nicht um deiner Rede willen; wir haben selber gehöret und erkannt, daß dieser ist wahrlich Christus, der Welt Heiland. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 93(Die Größe des HErrn über großen Wassern.) Der HErr ist König und herrlich geschmückt; der HErr ist geschmückt und hat ein Reich angefangen, soweit die Welt ist, und zugerichtet, daß es bleiben soll. Von dem an stehet dein Stuhl fest; du bist ewig. HErr, die Wasser⸗ ströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brausen, die Wasserströme erheben empor die Wellen, die Wasserwogen im Meer sind groß, und brausen greulich; der HErr aber ist noch größer in der Höhe. Dein Wort ist eine rechte Lehre. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Cor. 4, 9—20.(Das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in Kraft.) Ich halte aber, Gott habe uns Apostel für die Allergeringsten darge⸗ stellet, als dem Tode übergeben. Denn wir sind ein Schauspiel worden der Welt, und den Engeln, und den Menschen. Wir sind Narren um Christi willen, ihr aber seid klug in Christo; wir schwach, ihr aber stark; ihr herr⸗ lich, wir aber verachtet. Bis auf diese Stunde leiden wir Hunger und Durst, und sind nackt, und werden geschlagen, und haben keine gewisse Stätte, und arbeiten, und wirken mit unsern eigenen Händen. Man schilt uns, so segnen wir; man verfolgt uns, so dulden wirs; man lästert uns, so flehen wir. Wir sind stets als ein Fluch der Welt, und ein Fegopfer aller Leute. Nicht schreibe ich solches, daß ich euch beschäme, sondern ich vermahne euch, als meine lieben Kinder. Denn ob ihr gleich zehn tausend Zuchtmeister hättet in Christo, so habt ihr doch nicht viel Väter. Denn ich habe euch gezeuget in Christo Jesu durch das Evangelium. Darum ermahne ich euch, seid meine Nachfolger. Aus derselben Ursache habe ich Timotheum zu euch gesandt, welcher ist mein lieber und getreuer Sohn in dem HErrn, daß er euch er⸗ innere meiner Wege, die da in Christo sind, gleichwie ich an allen Enden in allen Gemeinen lehre. Es blähen sich etliche auf, als würde ich nicht zu euch kommen. Ich aber will gar kürzlich zu euch kommen, so der HErr will, und erlernen nicht die Worte der Aufgeblasenen, sondern die Kraft. Denn das Reich Gottes stehet nicht in Worten, sondern in Kraft. 5. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Col. 3, 12—4, 1.(Das Band der Vollkommenheit.) So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld, und ver⸗ trage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. — 40— Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit. Lehret und ermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem HErrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des HErrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Ihr Weiber, seid unterthan euren Männern in dem HErrn, wie sichs gebührt. Ihr Männer, liebet eure Weiber, und seid nicht bitter gegen sie. Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist dem HErrn gefällig. Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, auf daß sie nicht scheu werden. Ihr Knechte, seid gehorsam in allen Dingen euren leiblichen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Einfältigkeit des Herzens und mit Gottesfurcht. Alles, was ihr thut, das thut von Herzen, als dem HErrn, und nicht den Menschen; und wisset, daß ihr von dem HErrn empfahen werdet die Vergeltung des Erbes; denn ihr dienet dem HErrn Christo. Wer aber Unrecht thut, der wird empfahen, was er Unrecht gethan hat; und gilt kein Ansehen der Person. Ihr Herren, was recht und gleich ist, das beweiset den Knechten, und wisset, daß ihr auch einen HErrn im Himmel habt. Evangelium. Matth. 13,24—30 und 36—43.(Langmut und Weisheit des HErrn.) Er legte ihnen ein ander Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausgäten? Er aber sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zur Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuren. Da ließ Jesus das Volk von sich und kam heim Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns dieses Gleichnis vom Unkraͤut auf dem Acker. Er antwortete und sprach zu ihnen: des Menschen Sohn ists, der da guten Samen säet. Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder der Bosheit. Der Feind, der sie säet, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel. Gleichwie man nun das Unkraut ausgätet und mit Feuer verbrennet, so wirds auch am Ende dieser Welt gehen. Des Menschen Sohn wird seine Engel senden; und sie werden sammeln aus seinem Reich alle Argernisse und die da Unrecht thun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zähnklappen. Dann werden die Gerechten leuchten, wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat zu hören, der höre. Epistolische Lektion. Röm. 8, 1—11.(Wer Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.) So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christo Jesu sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Denn das —ppppp—— r. IEnynneEr — 41— Gesetz des Geistes, der da lebendig macht in Christo Jesu, hat mich frei ge⸗ berufen macht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn das dem Gesetz I ter euch unmöglich war(sintemal es durch das Fleisch geschwächet ward), das Rat N bst mit Gott, und sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündlichen Fleisches, und ver⸗ get dem dammte die Sünde im Fleisch durch Sünde. Auf daß die Gerechtigkeit, vom enheit. per mit Gesetz erfordert, in uns erfüllet würde, die wir nun nicht nach dem Fleische t Gott„ wandeln, sondern nach dem Geist. Denn die da fleischlich sind, die sind ern in fleischlich gesinnet; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnet. Aber nd seid fleischlich gesinnet sein, ist der Tod; und geistlich gesinnet sein, ist Leben und pingen; Friede. Denn fleischlich gesinnet sein, ist eine Feindschaft wider Gott, sintemal K nicht, es dem Gesetze Gottes nicht unterthan ist; denn es vermag es auch nicht. Dingen Die aber fleischlich sind, mögen Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht chen zu fleischlich, sondern geistlich, so anders Gottes Geist in euch wohnet. Wer Alles, aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. So aber Christus in euch ist, nschen; so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen; der Geist aber ist das Leben ng des um der Gerechtigkeit willen. So nun der Geist des, der Jesum von den ut, der Toten auferwecket hat, in euch wohnet, so wird auch derselbige, der Christum erson. von den Toten auferwecket hat, eure sterblichen Leiber lebendig machen, um wisset, des willen, daß sein Geist in euch wohnet. Evangelische Lektion. Joh. 5, 1—18.(Mein Vater wirket bisher, und ich bareig wirke auch.) 0 cber Darnach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf gen Jerusalem. eizen Es ist aber zu Jerusalem bei dem Schafhause ein Teich, der heißt auf a fand Ebräisch Bethesda, und hat fünf Hallen, in welchen lagen viel Kranke, rachen: Blinde, Lahme, Dürre; die warteten, wenn sich das Wasser bewegte. Denn hat er ein Engel fuhr herab zu seiner Zeit in den Teich, und bewegte das Wasser. . Da Welcher nun der erste, nachdem das Wasser beweget war, hineinstieg, der gäten? ward gesund, mit welcherlei Seuche er behaftet war. Es war aber ein raufet, Mensch daselbst acht und dreißig Jahr krank gelegen. Da Jesus denselbigen ö ö is zur sahe liegen, und vernahm, daß er so lang gelegen war, spricht er zu ihm: mmelt Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: HErr, ich habe* aber keinen Menschen, wenn das Wasser sich beweget, der mich in den Teich* Kvon lasse; und wenn ich komme, so steiget ein anderer vor mir hinein. Jesu: Deute spricht zu ihm: Stehe auf, nimm dein Bette, und gehe hin. Und alsbald sprach ward der Mensch gesund, und nahm sein Bette und ging hin. Es war Acker aber desselbigen Tages der Sabbath. Da sprachen die Juden zu dem, nkraut der gesund war worden: Es ist heute Sabbath; es ziemt dir nicht, Die das Bette zu tragen. Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der ichwie sprach zu mir: Nimm dein Bette, und gehe hin. Da fragten sie ihn: Wer auch ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bette, und gehe hin? Der uden: aber gesund war worden, wußte nicht, wer er war; denn Jesus war gewichen,- nrecht da so viel Volks an dem Ort war. Darnach fand ihn Jesus im Tempel, und 6 und sprach zu ihm: Siehe zu, du bist gesund worden; sündige hinfort ihres nicht mehr, daß dir nicht etwas Argeres widerfahre. Der Mensch ging hin, und verkündigte es den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe. Darum verfolgten die Juden Jesum, und suchten ihn zu töten, daß er solches gethan hatte auf den Sabbath. Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirket bisher, und ich wirke auch. Darum trachteten ihm die Juden nun viel mehr sind, nach, daß sie ihn töteten, daß er nicht allein den Sabbath brach, sondern sagte auch, Gott sei sein Vater, und machte sich selbst Gotte gleich. 19 —— ————— S.S ti gethan haben die Kraft und Zukunft unsers HErrn Jesu Christi; sondern — 42— Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jerem. 24.(Gesicht von guten und bösen Feigen.) Siehe, der HErr zeigte mir zween Feigenkörbe, gestellt vor den Tempel des HErrn, nachdem der König zu Babel, Nebucad Nezar hatte weggeführt Jechanja, den Sohn Jojakims, den König Juda, samt den Fürsten Juda, Zimmerleute und Schmiede von Jerusalem, und gen Babel gebracht. In dem einen Korbe waren sehr gute Feigen, wie die ersten reifen Feigen sind; im andern Korbe waren sehr böse Feigen, daß man sie nicht essen konnte, so böse waren sie. Und der HErr sprach zu mir: Jeremia, was siehest du? Ich sprach: Feigen; die guten Feigen sind sehr gut; und die bösen sind sehr böse, daß man sie nicht essen kann, so böse sind sie. Da geschah des HErrn Wort zu mir, und sprach: So spricht der HErr, der Gott Israel: Gleichwie diese Feigen gut sind, also will ich mich gnädiglich annehmen der Gefangenen aus Juda, welche ich habe aus dieser Stätte lassen ziehen in der Chaldäer Land; und will sie gnädiglich ansehen, und will sie wieder in dies Land bringen, und will sie bauen, und nicht abbrechen, ich will sie pflanzen und nicht ausraufen; und will ihnen ein Herz geben, daß sie mich kennen sollen, daß ich der HErr sei. Und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein; denn sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren. Aber wie die bösen Feigen so böse sind, daß man sie nicht essen kann, spricht der HErr; also will ich dahingeben Zedekia, den König Juda, samt seinen Fürsten und was übrig ist zu Jerusalem, und übrig in diesem Lande, und die in Agyptenland wohnen. Ich will ihnen Unglück zufügen, und sie in keinem Königreich auf Erden bleiben lassen; daß sie sollen zu schanden werden, zum Sprüchwort, zur Fabel und zum Fluch an allen Orten, dahin ich sie verstoßen werde. Und will Schwert, Hunger und Pestilenz unter sie schicken, bis sie umkommen von dem Lande, das ich ihnen und ihren Vätern gegeben habe. Lektion aus dem Reuen Testamente. 1. Joh. 5, 14—21.(Es ist etliche Sünde nicht zum Tode.) Und das ist die Freudigkeit, die wir haben zu ihm, daß, so wir etwas bitten nach seinem Willen, so höret er uns. Und so wir wissen, daß er uns höret, was wir bitten, so wissen wir, daß wir die Bitte haben, die wir von ihm gebeten haben. So jemand siehet seinen Bruder sündigen, eine Sünde nicht zum Tode, der mag bitten; so wird er geben das Leben denen, die da sündigen nicht zum Tode. Es ist eine Sünde zum Tode; dafür sage ich nicht, daß jemand bitte. Alle Untugend ist Sünde; und es ist etliche Sünde nicht zum Tode. Wir wissen, daß wer von Gott geboren ist, der sündiget nicht; sondern wer von Gott geboren ist, der bewahret sich, und der Arge wird ihn nicht antasten. Wir wissen, daß wir von Gott sind; und die ganze Welt liegt im Argen. Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes kommen ist, und hat uns einen Sinn gegeben, daß wir erkennen den Wahrhaftigen, und sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesu Christo. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Kindlein, hütet euch vor den Abgöttern. Amen. 6. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. 2. Petri 1, 16—21.(Das feste prophetische Wort.) Denn wir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund SS SIIIIII‚ s Ern SD. ten und keinem zum stoßen bis sie habe. etliche etwas r uns r von zünde hie da ge ich ünde diget Arge zanze und id in ftige men. — 45— wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen; da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohl⸗ gefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes pro⸗ phetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr drauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche, und der Morgen⸗ stern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung; denn es ist noch nie keine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem Heiligen Geist. Evangelium. Matth. 17, 1—9. Cesus verklärt, Moses und Elias mit ihm redend.) Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jacobum und Johannem, seinen Bruder, und führete ste beiseits auf einen hohen Berg. Und ward verkläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: HErr, hie ist gut sein; willst du, so wollen wir hie drei Hütten machen, dir eine, Mosi eine, und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie niemand, denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist. Epistolische Lektion. Röm. 10, 1—17.(Christus ist des Gesetzes Ende.) Lieben Brüder, meines Herzens Wunsch ist, und flehe auch zu Gott für Israel, daß sie selig werden. Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie eifern um Gott, aber mit Unverstand. Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor Gott gilt, und trachten ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten, und sind also der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, nicht unterthan. Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubet, der ist gerecht. Moses schreibt wohl von der Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt: Welcher Mensch dies thut, der wird darinnen leben. Aber die Gerechtigkeit aus dem Glauben spricht also: Sprich nicht in deinem Herzen: Wer will hinauf gen Himmel fahren?(Das ist nicht anders, denn Christum herab holen.) Oder, wer will hinab in die Tiefe fahren?(Das ist nicht anders, denn Christum von den Toten holen.) Aber was sagt sie? Das Wort ist dir nahe, nämlich in deinem Munde, und in deinem Herzen. Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesum, daß er der HErr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten auferwecket hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubet, so wird man gerecht; und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubet, wird nicht zu schan⸗ den werden. Es ist hie kein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist aller zumal Ein HErr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des HErrn wird anrufen, soll selig werden. Wie sollen sie aber — 44— anrufen, an den sie nicht glauben? wie sollen sie aber glauben, von dem sie nichts gehöret haben? wie sollen sie aber hören ohne Prediger? wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen. Aber sie sind nicht alle dem Evangelio gehorsam. Denn Jesaias spricht: HErr, wer glaubet unserm Predigen? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Evangelische Lektion. Joh 5, 31—47.(Moses hat von mir geschrieben.) So ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr. Ein anderer ists, der von mir zeuget; und ich weiß, daß das Zeugnis wahr ist, das er von mir zeuget. Ihr schicktet zu Johanne, und er zeugete von der Wahrheit. Ich aber nehme nicht Zeugnis von Menschen; sondern solches sage ich, auf daß ihr selig werdet. Er war ein brennend und scheinend Licht, ihr aber wolltet eine kleine Weile fröhlich sein von seinem Licht. Ich aber habe ein größer Zeugnis, denn Johannis Zeugnis; denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, daß ich sie vollende, dieselbigen Werke, die ich thue, zeugen von mir, daß mich der Vater gesandt habe. Und der Vater, der mich gesandt hat, der selbige hat von mir gezeuget. Ihr habt nie weder seine Stimme gehöret, noch seine Gestalt gesehen. Und sein Wort sin habt ihr nicht in euch wohnend; denn ihr glaubet dem nicht, den er gesandt i5 hat. Suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben darinnen; und sie ists, die von mir zeuget. Und ihr wollt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben haben möchtet. Ich nehme nicht Ehre von Menschen. Aber ich kenne euch, daß ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. 0 Ich bin kommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmet mich nicht an. — 1 2. So ein anderer wird in seinem eigenen Namen kommen, den werdet ihr Isae ll. annehmen. Wie könnet ihr glauben, die ihr Ehre von einander nehmet? auf Und die Ehre, die von Gott allein ist, suchet ihr nicht. Ihr sollt nicht 43 I0 meinen, daß ich euch vor dem Vater verklagen werde. Es ist einer, der euch— Wlvertlagt, der Moses, auf welchen ihr hoffet. Wenn ihr Mosi glaubtet, so ah u glaubtet ihr auch mir, denn er hat von mir geschrieben. So ihr aber seinen de ö WI Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben? hei Niin . Nachmittags. aun Zektion aus dem Alten Testamente. 2. Mos. 3, 1—15.(Mosis Berufung.) sie 7. Mose aber hütete der Schafe Jethro, seines Schwähers, des Priesters sie F. in Midian, und trieb die Schafe hinter in die Wüste, und kam an den gel Berg Gottes Horeb. Und der Engel des HErrn erschien ihm in einer feurigen ihr El Flamme aus dem Busch. Und er sahe, daß der Busch mit Feuer brannte Di w und ward doch nicht verzehret. Und sprach: Ich will dahin, und besehen ga 1 dies große Gesicht, warum der Busch nicht verbrennet. Da aber der HErr vo sahe, daß er hinging zu sehen, rief ihm Gott aus dem Busch, und sprach: un i! Mose, Mose! Er antwortete: Hie bin ich. Er sprach: Tritt nicht herzu, zeuch au deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, da du auf stehest, ist vo ein heilig Land. Und sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der se Gott Abrahams, der Gott Isaaks, und der Gott Jakobs. Und Mose ver⸗. hüllete sein Angesicht, denn er fürchtete sich Gott anzuschauen. Und der HErr I. sprach: Ich habe gesehen das Elend meines Volks in Agypten, und habe w ihr Geschrei gehöret über die, so sie treiben; ich hab ihr Leid erkannt, und ö de bin hernieder gefahren, daß ich sie errette von der Agypter Hand, und sie v. —— sen vnr.. 52222222227 Wr.— fung.) esters den rigen mnte sehen Err rach: zeuch t, ist der ver⸗ Err habe und sie — 45 ů— ausführe aus diesem Lande, in ein gut und weit Land, in ein Land, dar⸗ innen Milch und Honig fleußt; nämlich an den Ort der Kananiter, Hethiter, Amoriter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter. Weil denn nun das Geschrei der Kinder Israel vor mich kommen ist, und hab auch dazu gesehen ihre Angst, wie sie die Agypter ängsten; so gehe nun hin, ich will dich zu Pharao senden, daß du mein Volk, die Kinder Israel, aus Agypten führest. Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, daß ich zu Pharao gehe, und führe die Kinder Israel aus Agypten? Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll dir das Zeichen sein, daß ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Agypten geführet hast, werdet ihr Gott opfern auf diesem Berge. Mose sprach ö zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israel komme, und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt; und sie mir sagen werden: Wie heißt sein Name? was soll ich ihnen sagen? Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: Also sollst du den Kindern Israel sagen: Ich werds sein, der hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: Der HErr, eurer Väter Gott, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name ewiglich, dabei soll man mein gedenken für und für. Lektion aus dem Neuen Testamente. Hebr. 11, 8—35.(Sie haben die Verheißung von ferne gesehen.) Durch den Glauben ward gehorsam Abraham, da er berufen ward, auszugehen in das Land, das er ererben sollte; und ging aus, und wußte nicht, wo er hinkäme. Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Lande, als in einem fremden, und wohnete in Hütten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselbigen Verheißung. Denn er wartete auf eine Stadt, die einen Grund hat, welcher Baumeister und Schöpfer Gott ist. Durch den Glauben empfing auch Sarah Kraft, daß sie schwanger ward, und gebar über die Zeit ihres Alters; denn sie achtete ihn treu, der es ver⸗ heißen hatte. Darum sind auch von Einem, wiewohl erstorbenes Leibes, viele geboren, wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Rande des Meeres, der unzählig ist. Diese alle sind gestorben im Glauben, und haben die Ver⸗ heißung nicht empfangen; sondern sie von ferne gesehen, und sich der ver⸗ tröstet, und wohl begnügen lassen, und bekannt, daß sie Gäste und Fremd⸗ linge auf Erden sind. Denn die solches sagen, die geben zu verstehen, daß sie ein Vaterland suchen. Und zwar, wo sie das gemeinet hätten, von welchem sie waren ausgezogen, hatten sie ja Zeit wieder umzukehren. Nun aber be⸗ gehren sie eines bessern, nämlich eines himmlischen Darum schämet sich Gott ihrer nicht, zu heißen ihr Gott; denn er hat ihnen eine Stadt zubereitet. Durch den Glauben opferte Abraham den Isaak, da er versucht ward, und gab dahin den Eingebornen, da er schon die Verheißung empfangen hatte; von welchem gesagt war: In Isaak wird dir dein Same geheißen werden; und dachte: Gott kann auch wohl von den Toten erwecken; daher er auch ihn zum Vorbilde wieder nahm. Durch den Glauben segnete Isaak von den zukünftigen Dingen den Jakob und Esau. Durch den Glauben segnete Jakob, da er starb, beide Söhne Josephs, und neigete sich gegen seines Zepters Spitze. Durch den Glauben redete Joseph vom Auszug der Kinder Israel, da er starb, und that Befehl von seinen Gebeinen. Durch den Glauben ward Moses, da er geboren war, drei Monden verborgen von seinen Eltern, darum, daß sie sahen, wie er ein schön Kind war; und fürchteten sich nicht vor des Königes Gebot. Durch den Glauben wollte Moses, da er groß — 46— ward, nicht mehr ein Sohn heißen der Tochter Pharao, und erwählete viel lieber mit dem Volk Gottes Ungemach zu leiden, denn die zeitliche Ergötzung der Sünde zu haben, und achtete die Schmach Christi für größeren Reich⸗ tum, denn die Schätze Agyptens; denn er sahe an die Belohnung. Durch den Glauben verließ er Agypten, und fürchtete nicht des Königs Grimm; denn er hielt sich an den, den er nicht sahe, als sähe er ihn. Durch den Glauben hielt er die Ostern und das Blutvergießen, auf daß, der die Erst⸗ geburten würgete, sie nicht träfe. Durch den Glauben gingen sie durch das rote Meer als durch trocken Land; welches die Egypter auch versuchten, und ersoffen. Durch den Glauben fielen die Mauern Jericho, da sie sieben Tage umhergegangen waren. Durch den Glauben ward die Hure Rahab nicht verloren mit den Ungläubigen, da sie die Kundschafter freundlich aufnahm. Und was soll ich mehr sagen? Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich sollte erzählen von Gideon, und Barak, und Simson, und Jephthah, und David, und Samuel, und den Propheten; welche haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit gewirket, die Verheißung erlanget, der Löwen Rachen verstopfet, des Feuers Kraft ausgelöscht, sind des Schwerts Schärfe entronnen, sind kräftig worden aus der Schwachheit, sind stark worden im Streit, haben der Fremden Heer darnieder gelegt. Die Weiber haben ihre Toten von der Auferstehung wieder genommen; die andern aber sind zerschlagen, und haben keine Erlösung angenommen, auf daß sie die Auferstehung, die besser ist, erlangeten. Am Sonntag Septuagesimä. Vormittags. Epistel. 1. Cor. 9, 24—27.(Einer ergreifet das Kleinod.) Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet; sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und felbst verwerflich werde. Evangelium. Matth. 19, 27—20, 16.(Die Letzten werden die Ersten, und die Ersten werden die Letzten sein.) Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles ver⸗ lassen und sind dir nachgefolget; was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlich⸗ keit, werdet ihr auch sitzen auf zwölf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israel. Und wer verläßt Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Acker, um meines Namens willen, der wirds hundertfältig nehmen und das ewige Leben ererben. Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Letzten, und die Letzten werden die Ersten sein. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde und sahe andere an dem Markt müssig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde und that gleich also. Um die eilfte Stunde ä.rrrtr.s,ᷣ EEπ. igreiche Rachen ronnen, ben der on der haben ser ist, en alle, et. Ein daß sie laufe ie Luft cht den n, und 5ver⸗ ach zu in der rrlich⸗ lechter r, oder wirds nd die Das beiter d um ging tehen, euch m die tunde — 47— aber ging er aus und sand andere müßig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hie den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Wein⸗ berg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern und gieb ihnen den Lohn und heb an an den Letzten bis zu den Ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfahen; und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie empfingen, murreten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen Letzten geben, gleichwie dir. Oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten, und die ewühlet Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind aus⸗ erwählet Epistolische Lektion. Phil. 1, 27—2, 4.(Wandelt würdiglich dem Evangelio.) Wandelt nur würdiglich dem Evangelio Christi, auf daß, ob ich komme und sehe euch, oder abwesend von euch höre, daß ihr stehet in Einem Geist und Einer Seele, und samt uns kämpfet für den Glauben des Evangelii, und euch in keinem Wege erschrecken lasset von den Widersachern, welches ist ein Anzeigen, ihnen der Verdammnis, euch aber der Seligkeit, und das⸗ selbige von Gott. Denn euch ist gegeben um Christi willen zu thun, daß ihr nicht allein an ihn glaubet, sondern auch um seinetwillen leidet, und habt denselbigen Kampf, welchen ihr an mir gesehen habt, und nun von mir höret. Ist nun bei euch Ermahnung in Christo, ist Trost der Liebe, ist Ge⸗ meinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so erfüllet meine Freude, daß ihr Eines Sinnes seid, gleiche Liebe habet, einmütig und einhellig seid; nichts thut durch Zank oder eitle Ehre, sondern durch Bemut achtet euch unter einander einer den andern höher, denn sich selbst; und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine, sondern auf das, das des andern ist. Evangelische Lektion. Luc. 9, 18—26.(Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst.) Und es begab sich, da er allein war und betete, und seine Jünger bei ihm, fragte er sie und sprach: Wer sagen die Leute, daß ich sei? Sie ant⸗ worteten und sprachen: Sie sagen, du seiest Johannes der Täufer; etliche aber, du seiest Elias; etliche aber, es sei der alten Propeten einer auferstanden. Er aber sprach zu ihnen: Wer saget ihr aber, daß ich sei? Da antwortete Petrus und sprach: Du bist der Christ Gottes. Und er bedräuete sie und gebot, daß sie das niemand sagten. Und sprach: Denn des Menschen Sohn muß noch viel leiden, und verworfen werden von den Altesten und Hohen⸗ priestern und Schriftgelehrten und getötet werden, und am dritten Tage auferstehen. Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der ver⸗ leugne sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich täglich, und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verlieret um meinetwillen, der wirds erhalten. Und was Nutz hätte der Mensch, ob er die ganze Welt gewönne, und verlöre sich selbst, oder be⸗ *—88 schädigte sich selbst? Wer sich aber mein und meiner Worte schämet, des wird sich des Menschen Sohn auch schämen, wenn er kommen wird in seiner Herr⸗ lichkeit und seines Vaters und der heiligen Engel. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 2. Mos. 19, 3—8.(Ihr sollt mir ein heilig Volk sein.) Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HErr rief ihm vom Berge, und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob, und verkündigen den Kindern Israel: Ihr habt gesehen, was ich den Agyptern gethan habe, und wie ich euch getragen habe auf Adlersflügeln, und hab euch zu mir gebracht. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen, und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein priesterlich Königreich und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israel sagen sollst. Mose kam und forderte die Altesten im Volk, und legte ihnen alle diese Worte vor, die der HErr geboten hatte. Und alles Volk antwortete zugleich, und sprachen: Alles, was der HErr geredet hat, wollen wir thun. Und Mose sagte die Rede des Volks dem HErrn wieder. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Thess. 1, 1—10.(Wir wissen, wie ihr auserwählet seid.) Paulus und Silvanus und Timotheus der Gemeine zu Thessalonich, in Gott dem Vater, und dem HErrn Jesu Christo. Gnade sei mit euch, und Friede von Gott, unserm Vater, und dem HErrn Jesu Christo. Wir danken Gott allezeit für euch alle, und gedenken euer in unserm Gebet ohn Unter⸗ laß; und denken an euer Werk im Glauben, und an eure Arbeit in der Liebe, und an eure Geduld in der Hoffnung, welche ist unser HErr Jesus Christus vor Gott und unserm Vater. Denn, lieben Brüder, von Gott ge⸗ liebet, wir wissen, wie ihr auserwählet seid; daß unser Evangelium ist bei euch gewesen, nicht allein im Wort, sondern beide in der Kraft und in dem Heiligen Geist, und in großer Gewißheit; wie ihr wisset, welcherlei wir ge⸗ wesen sind unter euch um euretwillen. Und ihr seid unsere Nachfolger worden und des HErrn, und habt das Wort aufgenommen unter vielen Trübsalen mit Freuden im Heiligen Geist; also daß ihr worden seid ein Vorbild allen Gläubigen in Macedonien und Achaja. Denn von euch ist auserschollen das Wort des HErrn, nicht allein in Macedonien und Achaja; sondern an allen Orten ist auch euer Glaube an Gott ausgebrochen, also, daß nicht not ist, euch etwas zu sagen. Denn sie selbst verkündigen von euch, was für einen Eingang wir zu euch gehabt haben, und wie ihr bekehret seid zu Gott von den Ab⸗ göttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott, und zu warten seines Sohnes vom Himmel, welchen er auferwecket hat von den Toten, Jesum, der uns von dem zukünftigen Zorn erlöset hat. Am Sonntag Sexagesimä. Vormittags. Epistel. 2 Cor. 12, 1—10.(Laß dir an meiner Gnade genügen.) Es ist mir ja das Rühmen nichts nütze; doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des HErrn. Ich kenne einen Menschen in Christo vor vierzehn Jahren(ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht; oder ..nnenwe⸗ m⁰ν⁰⁰Tt:mmnm. wird Herr⸗ mir ein Berge, en den e, und bracht. en, so rde ist Volk Mose Worte 9, und Mose en, wie seines zesum, ‚ uf die hristo oder — 29— ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ichs auch nicht; Gott weiß es); der⸗ selbige ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen(ob er in dem Leibe, oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es). Er ward entzückt in das Paradies, und hörete un⸗ aussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen; ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir fiehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir ge⸗ geben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satanas Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem HErrn ge⸗ flehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich gutes Muts in Schwachheiten, in Schmachen, in Nöten, in Verfolgungen, in Angsten, um Christi willen. Denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. Evangelium. Luc. 8, 4—15(Es ging ein Säemann aus, zu säen.) Da nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eilten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward ver⸗ treten, und die Vögel unterm Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrete es, darum daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und ersticktens. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichnis wäre? Er aber sprach: Euch ists gegeben, zu wissen das Geheimnis des Reiches Gottes; den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zur Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichtum und Wollust dieses Lebens und ersticken und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Epistolische Lektion. Phil. 1, 12—26.(Christus ist mein Leben.) Ich lasse euch aber wissen, lieben Brüder, daß, wie es um mich stehet, das ist nur mehr zur Förderung des Evangelii geraten, also daß meine Bande offen⸗ bar worden sind in Christo, in dem ganzen Richthause, und bei den andern allen, und viel Brüder in dem HErrn aus meinen Banden Zuversicht gewonnen, desto thürstiger worden sind, das Wort zu reden ohne Scheu. Etliche zwar predigen Christum auch um Haß und Haders willen; etliche aber aus guter Meinung. Jene verkündigen Christum aus Zank und nicht lauter; denn sie meinen, sie wollen eine Trübsal zuwenden meinen Banden; diese aber aus — 50— Liebe; denn sie wissen, daß ich zur Verantwortung des Evangelii hie liege. Was ist ihm aber denn? Daß nur Christus verkündiget werde allerlei Weise, es geschehe Zufalles oder rechter Weise; so freue ich mich doch darinnen, und will mich auch freuen. Denn ich weiß, daß mir dasselbige gelinget zur Seligkeit, durch euer Gebet, und durch Handreichung des Geistes Jesu Christi; wie ich endlich warte und hoffe, daß ich in keinerlei Stück zu schanden werde, sondern daß mit aller Freudigkeit, gleichwie sonst allezeit, also auch jetzt, Christus hoch gepreiset werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. Denn Christus der ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Sintemal aber im Fleisch leben dienet, mehr Frucht zu schaffen, so weiß ich nicht, welches ich erwählen soll. Denn es liegt mir beides hart an: Ich habe Lust abzuscheiden, und bei Christo zu sein, welches auch viel besser wäre; aber es ist nöliger im Fleisch bleiben um euretwillen. Und in guter Zuversicht weiß ich, daß ich bleiben, und bei euch allen sein werde, euch zur Förderung, und zur Freude des Glaubens, auf daß ihr euch sehr rühmen mögot in Christo Jesu an mir, durch meine Zukunft wieder zu euch. Evangelische Lektion. Joh. 11, 20—46.(Ich bin die Auferstehung und das Leben.) Als Martha nun hörete, daß Jesus kommt, gehet sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen. Da sprach Martha zu Jesu: HErr, wärest du hie gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben; aber ich weiß auch noch. daß, was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen. Martha spricht zu ihm: Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am jüngsten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe. Und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubest du das? Sie spricht zu ihm: HErr, ja, ich glaube, daß du bist Christus, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen ist. Und da sie das gesagt hatte, ging sie hin, und rief ihrer Schwester Maria heimlich und sprach: Der Meister ist da, und rufet dir. Dieselbige, als sie das hörete, stund sie eilend auf, und kam zu ihm. Denn Jesus war noch nicht in den Flecken kommen, sondern war noch an dem Ort, da ihm Martha war entgegenkommen. Die Juden, die bei ihr im Hause waren, und trösteten sie, da sie sahen Mariam, daß sie eilig aufstund, und hinausging, folgeten sie ihr nach und sprachen: Sie gehet hin zum Grabe, daß sie da⸗ selbst weine. Als nun Maria kam, da Jesus war, und sahe ihn, fiel sie zu seinen Füßen und sprach zu ihm: HErr, wärest du hie gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Als Jesus sie sahe weinen, und die Juden auch weinen, die mit ihr kamen, ergrimmete er im Geist, und betrübte sich selbst, und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprachen zu ihm: Herr, komm, und siehe es. Und Jesu gingen die Augen über. Da sprachen die Juden: Siehe, wie hat er ihn so lieb gehabt. Etliche aber unter ihnen sprachen: Konnte, der dem Blinden die Augen aufgethan hat, nicht verschaffen, daß auch dieser nicht stürbe? Jesus aber ergrimmete abermal in ihm selbst, und kam zum Grabe. Es war aber eine Kluft, und ein Stein darauf gelegt. Jesus sprach: Hebet den Stein ab. Spricht zu ihm Martha, die Schwester des Verstorbenen: Herr, er stinkt schon; denn er ist vier Tage gelegen. Jesus spricht zu ihr Hab ich dir nicht gesagt, so du glauben würdest, du solltest die Herrlichkeit Gottes sehen? Da huben sie den Stein ab, da der Verstorbene lag. Jesus aber hub seine Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhörest hast; doch ich weiß, daß du mich allezeit hörest; sondern um des liege. Ulerlei innen, ũet zur hristi; werde, jetzt, durch winn. eiß ich h habe ; aber ersicht erung, hristo ud das gegen; wärest noch. cht zu wohl, spricht aubet, mich, HErr, Welt wester bige, war àihm , und ging, ie da⸗ sie zu ruder einen, und „und Siehe, e, der nicht zrabe. Hebet enen: ihr: ichkeit Jesus mich des — 51— Volks willen, das umher stehet, sage ichs, daß sie glauben, du habest mich gesandt. Da er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazare, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern, an Füßen und Händen, und sein Angesicht verhüllet mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löset ihn auf, und lasset ihn gehen. Viel nun der Juden, die zu Maria kommen waren, und sahen, was Jesus that, glaubten an ihn. Etliche aber gingen hin zu den Pharisäern, und sagten ihnen, was Jesus gethan hatte. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Amos 8, 1—12.(Sie werden des HErrn Wort suchen und nicht finden.) Der HErr HErr zeigte mir ein Gesichte und siehe, da stund ein Korb mit Obst. Und er sprach: Was siehest du, Amos? Ich aber antwortete: Einen Korb mit Obst. Da sprach der Herr zu mir: Das Ende ist kommen Über mein Volk Israel, ich will ihm nicht mehr Übersehen. Und die Lieder in der Kirche sollen in ein Heulen verkehret werden zur selbigen Zeit, spricht der HErr HErr; es werden viel toter Leichname liegen an allen Orten, die man heimlich wegtragen wird. Höret dies, die ihr den Armen unterdrücket, und die Elenden im Lande verderbet und sprechet: Wann will denn der Neumond ein Ende haben, daß wir Getreide verkaufen, und der Sabbath, daß wir Korn feilhaben mögen, und den Epha ringern, und den Sekel steigern, und die Wage fälschen; auf daß wir die Armen um Geld, und die Dürftigen um ein Paar Schuhe unter uns bringen, und Spreu für Korn verkaufen? Der HErr hat geschworen wider die Hoffart Jakobs: Was gilts. ob ich solcher ihrer Werke ewig vergessen werde? Sollte nicht um solches willen das Land erbeben müssen, und alle Einwohner trauern? Ja, es soll ganz, wie mit einem Wasser, überlaufen werden, und weggeführet und über⸗ schwemmet werden, wie mit dem Fluß in Agypten. Zur selbigen Zeit, spricht der HErr, will ich die Sonne im Mittage untergehen lassen, und das Land am hellen Tage lassen finster werden. Ich will eure Feiertage in Trauern, und alle eure Lieder in Wehklagen verwandeln; ich will über alle Zenden den Sack bringen, und alle Köpfe kahl machen; und will ihnen ein Trauern schaffen, wie man über einen einigen Sohn hat; und sollen ein jämmerlich Ende nehmen. Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HErr HErr, daß ich einen Hunger ins Land schicken werde; nicht einen Hunger nach Brot, oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des HErrn zu hören, daß sie hin und her, von einem Meer zum andern, von Mitternacht gegen Morgen umlaufen, und des HErrn Wort suchen, und doch nicht finden werden. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Cor. 1, 23—2, 17.(Ein Geruch des Todes zum Tode, ein Geruch des Lebens zum Leben.) Ich rufe aber Gott an zum Zeugen auf meine Seele, daß ich euer ver⸗ schonet habe in dem, daß ich nicht wieder gen Corinth kommen bin. Nicht, daß wir Herren seien über euren Glauben, sondern wir sind Gehülfen eurer Freude; denn ihr stehet im Glauben. Ich dachte aber solches bei mir, daß ich nicht abermal in Traurigkeit zu euch käme. Denn so ich euch traurig mache, wer ist, der mich fröhlich mache, ohne der da von mir betrübet wird? Und dasselbige habe ich euch geschrieben, daß ich nicht, wenn ich käme, traurig sein müßte, über welche ich mich billig soll freuen; sintemal ich mich des zu euch allen versehe, daß meine Freude euer aller Freude sei. Denn ich schrieb euch in großer Trübsal und Angst des Herzens mit viel Thränen; nicht daß 4 u 124 sie 8 n E d n — 32— ihr solltet betrübet werden, sondern auf daß ihr die Liebe erkenntet, welche ich habe sonderlich zu euch. So aber jemand ein Betrübnis hat angerichtet, der hat nicht mich betrübet, ohne zum Teil, auf daß ich nicht euch alle beschwere. Es ist aber genug, daß derselbige von vielen also gestraft ist, daß ihr nun hinfort ihm desto mehr vergebet und tröstet, auf daß er nicht in allzu große Traurigkeit versinke Darum ermahne ich euch, daß ihr die Liebe an ihm beweiset. Denn darum habe ich euch auch geschrieben, daß ich erkennete, ob ihr rechtschaffen seid, gehorsam zu sein in allen Stücken. Welchem aber ihr etwas vergebet, dem vergebe ich auch. Denn auch ich, so ich etwas vergebe jemanden, das vergebe ich um euretwillen an Christus Statt; auf daß wir nicht übervorteilet werden vom Satan. Denn uns ist nicht unbewußt, was er im Sinn hat. Da ich aber gen Troas kam, zu predigen das Evangelium Christi, und mir eine Thür aufgethan war in dem Herrn, hatte ich keine Ruhe in meinem Geist, da ich Titum, meinen Bruder, nicht fand, sondern ich machte meinen Abschied mit ihnen, und fuhr aus in Macedonien. Aber Gott sei gedanket, der uns allezeit Sieg giebt in Christo, und offenbaret den Geruch seiner Erkenntnis durch uns an allen Orten. Denn wir sind Gott ein guter Geruch Christi, beide unter denen, die selig werden, und unter denen, die verloren werden, diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben. Und wer ist hiezu tüchtig? Denn wir sind nicht, wie etlicher viele, die das Wort Gottes verfälschen; sondern als aus Lauterkeit, und als aus Gott, vor Gott, reden wir in Christo. Am Sonntage Quinquagesimä oder Esto mihi. Vormittags. Epistel. 1. Cor. 13, 1—13.(Die Herrlichkeit der Liebe.) Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht; so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht; so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mirs nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich; die Liebe eifert nicht; die Liebe treibt nicht Mutwillen; sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig; sie suchet nicht das Ihre; sie lässet sich nicht erbittern; sie trachtet nicht nach Schaden. Sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit; sie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aushören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort, dann aber von Angesicht zu Angesichte. Jetzt erkenne ichs stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkennet bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Evangelium. Luc. 18, 31—43.(Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem.) Er nahm aber zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben 0 ch habe er hat hwere. r nun große nihm te, ob er ihr ergebe 5 wir „ was zelium keine ndern Aber et den Gott unter jenen Denn ndern m.) jehen ieben — 35— ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überant⸗ wortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschmäht und gespeiet werden; und sie werden ihn geißeln und töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keins, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Die aber vornean gingen, bedräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein. Jesus aber stund stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: HErr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend; dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, und folgete ihm nach, und preisete Gott. Und alles Volk, das solches sahe, lobete Gott. Epistolische Leltion. Röm. 5, 1—11.(Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz.) Nun wir denn sind gerecht worden durch den Glauben, so haben wir Friede mit Gott durch unsern HErrn Jesum Christ, durch welchen wir auch einen Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben soll. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen. daß Trübsal Geduld bringet: Geduld aber bringet Erfahrung; Erfahrung aber bringet Hoffnung; Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden. Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den Heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. Denn auch Christus, da wir noch schwach waren, nach der Zeit, ist für uns Gottlose gestorben. Nun stirbt kaum jemand um des Rechtes willen; um etwas Gutes willen dürfte vielleicht jemand sterben. Darum preiset Gott seine Liebe gegen uns, daß Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren. So werden wir je viel mehr durch ihn behalten werden vor dem Zorn, nachdem wir durch sein Blut gerecht worden sind. Denn so wir Gott versöhnet sind durch den Tod seines Sohns, da wir noch Feinde waren, vielmehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun versöhnet sind. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unsern HErrn Jesum Christ, durch welchen wir nun die Ver⸗ söhnung empfangen haben. Evangelische Lektion. Joh. 11, 47—12, 8.(Caiphas Rat und die Salbung Jesu durch Maria.) Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer einen Rat und sprachen: Was thun wir? dieser Mensch thut viel Zeichen. Lassen wir ihn also, so werden sie alle an ihn glauben. So kommen dann die Römer und nehmen uns Land und Leute. Einer aber unter ihnen, Caiphas, der desselben Jahrs Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts, bedenket auch nichts es ist uns besser, Ein Mensch sterbe für das Volk, denn daß das ganze Volk verderbe. Solches aber redete er nicht von sich selbst, sondern,‚ dieweil er desselbigen Jahres Hoherpriester war, weissagte er Denn Jesus sollte sterben für das Volk; und nicht für das Volk allein, sondern, daß er die Kinder Gottes, die zerstreuet waren, zusammen brüchte. Von dem Tage an rat⸗ schlagten sie, wie sie ihn töteten. Jesus aber wandelte nicht mehr frei unter den Juden, sondern ging von dannen in eine Gegend nahe bei der Wüste — 54— in eine Stadt, genannt Ephrem, und hatte sein Wesen daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern der Juden; und es gingen viele hinauf gen Jerusalem aus der Gegend, vor den Ostern, daß sie sich reinigten. Da stunden sie, und fragten nach Jesu, und redeten mit einander im Tempel: Was dünket euch, daß er nicht kommt auf das Fest? Es hatten aber die Hohenpriester und Pharisäer lassen ein Gebot ausgehen, so jemand wüßte, wo er wäre, daß ers anzeigete, daß sie ihn griffen. Sechs Tage vor den Ostern kam Jesus gen Bethania, da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferwecket hatte von den Toten. Daselbst machten sie ihm ein Abend⸗ mahl und Martha dienete; Lazarus aber war der einer, die mit ihm zu Tische saßen. Da nahm Maria ein Pfund Salbe von ungefälschter köstlicher Narde, und salbete die Füße Jesu, und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe. Da sprach seiner Jünger einer, Judas, Simonis Sohn, Ischariothes, der ihn hernach verriet: War⸗ um ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Groschen, und den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, daß er nach den Armen fragte; sondern er war ein Dieb, und hatte den Beutel, und trug, was gegeben ward. Da iprach Jesus: Laß sie mit Frieden. Solches hat sie behalten zum Tage meines Begräbnisses. Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jeremias 8, 4—12.(Mein Volk will das Recht des HErrn nicht wissen.) Darum sprich zu ihnen: So spricht der HErr: Wo ist jemand, so er sällt, der nicht gerne wieder aufstünde? Wo ist jemand, so er irre gehet, der nicht gerne wieder zurecht käme? Noch will ja dies Volk zu Jerusalem irre gehen für und für. Sie halten so hart an dem falschen Gottesdienst, daß sie sich nicht wollen abwenden lassen. Ich sehe und höre, daß sie nichts Rechtes lehren. Keiner ist, dem seine Bosheit leid wäre, und spräche: Was mache ich doch? Sie laufen alle ihren Lauf, wie ein grimmiger Hengst im Streit. Ein Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit; eine Turteltaube, Kranich und Schwalbe merken ihre Zeit, wenn sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HErrn nicht wissen. Wie möget ihr doch sagen: Wir wissen, was recht ist, und haben die heilige Schrift vor uns? Ists doch eitel Lügen, was die Schriftgelehrten setzen. Darum—— solche Lehrer zu schanden, erschreckt und gefangen werden; denn was können sie Gutes lehren, weil sie des HErrn Wort verwerfen? Darum will ich ihre Weiber den Fremden geben, und ihre Äcker denen, so sie verjagen werden. Denn sie geizen allesamt, beide Klein und Groß, und beide Priester und Propheten lehren falschen Gottesdienst, und trösten mein Volk in ihrem Unglück, daß sie es gering achten sollen, und sagen: Friede, Friede! und ist doch nicht Friede. Darum werden sie mit Schanden bestehen, daß sie solche Greuel treiben; wiewohl sie wollen ungeschändet sein, und wollen sich nicht schämen. Darum müssen sie fallen über einen Haufen, und wenn ich sie heimsuchen werde, sollen sie fallen, spricht der HErr. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Joh. 4, 7—15.(Darin stehet die Liebe, nicht, daß wir Gott geliebet haben.) Ihr Lieben, lasset uns unter einander lieb haben. denn die Liebe ist von Gott; und wer lieb hat, der ist von Gott geboren und kennet Gott. Wer nicht lieb hat, der kennet Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. Daran ist ——2——— πνπ⁰ινπιe.me. n 0 f a X 0 seinen viele rigten. mpel: er die wüßte, elchen helchen bend⸗ Tische Narde, das ünger War⸗ lrmen ndern . Da neines nicht erschienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben sollen. Darinnen stehet die Liebe, nicht, daß wir Gott geliebet haben, sondern daß er uns geliebet hat, und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott also geliebet, so sollen wir uns auch unter einander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. So wir uns unter einander lieben, so bleibet Gott in uns, und seine Liebe ist völlig in uns. Daran erkennen wir, daß wir in ihm bleiben und er in uns, daß er uns von seinem Geiste ge⸗ geben hat. Und wir haben gesehen und zeugen, daß der Vater den Sohn gesandt hat zum Heiland der Welt. Welcher nun bekennet, daß Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibet Gott und er in Gott. Am ersten Sonntage in den Fasten, genannt Invocavit. Vormittags. Epistel. 2. Cor. 6, 1—10.(In allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes.) Wir ermahnen aber euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit; jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Argernis geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Angsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Auf⸗ ruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, in dem Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Ge⸗ rechtigkeit, zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangelium. Matth. 4, 1—11.(Jesus ward vom Teufel versucht.) Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brote alleine, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellete ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Heb dich weg von mir, Satan; denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen HErrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da kraten die Engel zu ihm und dieneten ihm. — 55.— Epistolische Lektion. Hebr. 4, 14—5, 9.(Versucht allenthalben, doch ohne Sünde.) Dieweil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesum, den Sohn Gottes, der gen Himmel gefahren ist; so lasset uns halten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleiden haben mit unserer Schwachheit, sondern der versucht ist allenthalben gleich wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasset uns hinzutreten mit Freudigkeit zu dem Gnaden⸗ stuhl, auf daß wir Barmherzigkeit empfahen, und Gnade finden auf die Zeit, wenn uns Hülfe not sein wird. Denn ein jeglicher Hoherpriester, der aus den Menschen genommen wird, der wird gesetzt für die Menschen gegen Gott, auf daß er opfere Gaben und Opfer für die Sünden; der da könnte mit⸗ leiden über die so unwissend sind und irren, nachdem er auch selbst umgeben ist mit Schwachheit. Darum muß er auch, gleichwie für das Volk, also auch für sich selbst opfern für die Sünden. Und niemand nimmt ihm selbst die Ehre; sondern der auch berufen sei von Gott, gleichwie der Aaron. Also auch Christus hat sich nicht selbst in die Ehre gesetzt, daß er Hoherpriester würde, sondern der zu ihm gesagt hat: Du bist mein Sohn; heute habe ich dich gezeuget. Wie er auch am andern Ort spricht: Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks. Und er hat in den Tagen seines Fleisches Gebet und Flehen mit starkem Geschrei und Thränen ge⸗ opfert zu dem, der ihm von dem Tode konnte aushelfen; und ist auch er⸗ höret, darum, daß er Gott in Ehren hatte. Und wiewohl er Gottes Sohn war, hat er doch an dem, das er litt, Gehorsam gelernet. Und da er ist Seliaten ist er worden allen, die ihm gehorsam sind, eine Ursache zur ewigen Seligkeit. Evangelische Lektion. Luc. 22, 31—44.(Er rang mit dem Tode.) Der HErr aber sprach: Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehrt, daß er euch möchte sichten, wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dermaleinst dich be⸗ lehrest, so stärke deine Brüder. Er sprach aber zu ihm: HErr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petre, ich sage dir, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, verkaufe sein Kleid, und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Übelthäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber. Herr, siehe, hie sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. Und er ging hinaus nach seiner Ge⸗ wohnheit an den Olberg. Es folgeten ihm aber seine Jünger nach an den⸗ selbigen Ort. Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Stein⸗ wurf, und knieete nieder, betete, und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, und stärkte ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Bluts⸗ tropfen, die fielen auf die Erde. Iũ E be V ut L w — 57— Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jeremias 17, 5—14.(Verflucht ist, der Fleisch für seinen Arm häalt.) So spricht der HErr: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt, und hält Fleisch für seinen Arm, und mit seinem Herzen vom HErrn weicht. Der wird sein wie die Heide in der Wüste, und wird nicht sehen den zukünftigen Trost; sondern wird bleiben in der Dürre, in der Wüste, in einem unfruchtbaren Lande, da niemand wohnet. Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den HErrn verläßt, und der HErr seine Zuversicht ist. Der ist wie ein Baum am Wasser gepflanzet, und am Bach gewurzelt. Denn obgleich eine Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und sorget nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern er bringet ohne Aufhören Früchte. Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding: wer kann es ergründen? Ich der HErr kann das Herz ergründen, und die Nieren prüfen; und gebe einem jeglichen nach seinem Thun, nach den Früchten seiner Werke. Denn gleichwie ein Vogel, der sich üher Eier setzt und brütet sie nicht aus: also ist der, so unrecht Gut sammelt; denn er muß davon, wenn ers am wenigsten achtet, und muß doch zuletzt Spott dazu haben. Aber die Stätte unsers Heiligtums, nämlich der Thron göttlicher Ehre, ist allezeit fest geblieben. Denn, HErr, du bist die Hoffnung Israel. Alle, die dich verlassen, müssen zu schanden werden, und die Abtrünnigen müssen in die Erde geschrieben werden; denn sie verlassen den HErrn, die Quelle des lebendigen Wassers. Heile du mich, HErr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen: denn du bist mein Ruhm. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Joh. 3, 7—12.(Wer Sünde thut, der ist vom Teufel.) Kindlein, lasset euch niemand verführen. Wer recht thut, der ist gerecht, gleichwie er gerecht ist. Wer Sünde ihut, der ist vom Teufel, denn der Teufel fündiget von Anfang. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre. Wer aus Gott geboren ist, der thut nicht Sünde; denn sein Same bleibet bei ihm und kann nicht sündigen; denn er ist von Gott geboren. Daran wirds offenbar, welche die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels sind. Wer nicht recht thut, der ist nicht von Gott, und wer nicht seinen Bruder lieb hat. Denn das ist die Botschaft, die ihr gehöret habt von Anfang, daß wir uns unter einander lieben sollen. Nicht wie Cain, der von dem Argen war, und erwürgete seinen Bruder. Und warum erwürgete er ihn? Daß seine Werke böse waren, und seines Bruders gerecht. Am zweiten Sonntage in den Fasten, genannt Reminisecere. Vormittags. Epistel. 1. Thess. 4, 1—12.(Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung.) Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem HErrn Jesu(nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wandeln und Gott gefallen), daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Ge⸗ bote wir euch gegeben haben durch den HErrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greife, noch vervorteile seinen Bruder im Handel; denn der HErr ist ν — Den D˙ — 56— der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Wer nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen Heiligen Geist gegeben hat in euch. Von der brüderlichen Liebe aber ist nicht not euch zu schreiben; denn ihr seid selbst von Gott gelehret, euch unter einander zu lieben, und das thut ihr auch an allen Brüdern, die in ganz Macedonien sind. Wir ermahnen euch aber, lieben Brüder, daß ihr noch völliger werdet, und ringet darnach, daß ihr stille seid, und das Eure schaffet, und arbeitet mit euren eigenen Händen, wie wir euch geboten haben, auf daß ihr ehr⸗ barlich wandelt gegen die, die draußen sind, und ihres keines bedürfet. Evangelium. Matth. 15, 21—28.(Ja, HErr— aber doch!) Und Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend von Tyro und Sidon. Und fiehe ein cananäisch Weib ging aus derselben Grenze und schrie ihm nach und sprach: Ach HErr, du Sohn Davids, erbarm dich mein; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir; denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlorenen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: HErr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, HErr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herren Tisch fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistolische Lektion. Röm. 3, 19—31.(Wir werden ohne Verdienst gerecht.) Wir wissen aber, daß, was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, auf daß aller Mund verstopfet werde, und alle Welt Gott schuldig sei; darum daß kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm ge⸗ recht sein mag; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Nun aber ist ohne Zuthun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, ogffen⸗ baret und bezeuget durch das Gesetz und die Propheten. Ich sage aber von solcher Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesum Christ zu allen und auf alle, die da glauben. Denn es ist hie kein Unter⸗ schied; sie sind allzumal Sünder, und mangeln des Ruhmes, den sie an Gott haben sollten; und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade, durch die Erlösung, so durch Christum Jesum geschehen ist, welchen Gott hat vor⸗ gestellt zu einem Gnadenstuhl, durch den Glauben in seinem Blut, damit er die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt, darbiete, in dem, daß er Sünde ver⸗ giebt, welche bis anher geblieben war unter göttlicher Geduld; auf daß er zu diesen Zeiten darböte die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt; auf daß er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist des Glaubens an Jesum. Wo bleibt nun der Ruhm? Er ist aus. Durch welches Gesetz? durch der Werke Gesetz? Nicht also, sondern durch des Glaubens Gesetz. So halten wir es nun, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben. Oder ist Gott allein der Juden Gott? ist er nicht auch der Heiden Gott? Ja freilich auch der Heiden Gott. Sintemal es ist ein einiger Gott, der da gerecht macht die Beschneidung aus dem Glauben, und die Vorhaut durch den Glauben. Wie? heben wir oenn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! sondern wir richten das Gesetz auf. 2 8 Ge α. 82 „e— zaben. gung. seinen ht not ander onien erdet, beitet ehr⸗ — 5— Evangelische Lektion. Luc. 22, 45—62.(Und der HErr wandte sich und sahe Petrum an.) Und er stund auf von dem Gebet, und kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafen vor Traurigkeit; und sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Da er aber noch redete, siehe, die Schar; und einer von den Zwölfen, genannt Judas, ging vor ihnen her, und nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen. Jesus aber sprach zu ihm: Juda, verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: HErr, sollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Und einer aus ihnen schlug des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein recht Ohr ab. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen. Und er rührete sein Ohr an, und heilete ihn. Jesus aber sprach zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Altesten, die über ihn kommen waren: Ihr seid, als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen ausge⸗ gangen. Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen, und ihr habt keine Hand an mich gelegt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. Sie griffen ihn aber, und führeten ihn, und brachten ihn in des Hohen⸗ priesters Haus. Petrus aber folgete von ferne. Da zündeten sie ein Feuer an mitten im Palast, und setzten sich zusammen, und Petrus setzte sich unter sie. Da sahe ihn eine Magd sitzen bei dem Licht, und sahe eben auf ihn, und sprach zu ihm: Dieser war auch mit ihm. Er aber verleugnete ihn und sprach: Weib, ich kenne sein nicht. Und über eine kleine Weile sahe ihn ein anderer und sprach: Du bist auch der einer. Petrus aber sprach: Mensch, ich bins nicht. Und über eine Weile, bei einer Stunde, bekräftigte es ein anderer und sprach: Wahrlich, dieser war auch mit ihm; denn er ist ein Galiläer. Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagest. Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn. Und der HErr wandte sich und sahe Petrum an— Und Petrus gedachte an des HErrn Wort, das er zu ihm gesagt hatte: Ehe denn der Hahn krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus, und weinete bitterlich. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 130.(Aus der Tiefe rufe ich zu dir.) Aus der Tiefe rufe ich, HErr, zu dir HErr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So du willst, HErr, Sünde zurechnen, HErr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. Ich harre des HErrn, meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort. Meine Seele wartet auf den HErrn von einer Morgen⸗ wache bis zur andern. Israel hoffe auf den HErrn; denn bei dem HErrn ist die Gnade; und viel Erlösung bei ihm, und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden. gektion aus dem NReuen Testamente. 2. Cor. 7, 1—12.(Die göttliche Traurigkeit.) Dieweil wir nun solche Verheißung haben, meine Liebsten, o lasset uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen, und fortfahren mit der Heiligung in der Furcht Gottes. Fasset uns; wir haben niemand leid gethan; wir haben niemand verletzt; wir haben niemand ver⸗ vorteilet. Nicht sage ich solches, euch zu verdammen; denn ich habe droben zuvor gesagt, daß ihr in unserm Herzen seid, mit zu sterben und mit zu e de — 0— leben. Ich rede mit großer Freudigkeit zu euch; ich rühme viel von euch; ich bin erfüllet mit Trost; ich bin überschwänglich in Freuden, in aller unserer Trübsal. Denn da wir in Macedonien kamen, hatte unser Fleisch keine Ruhe; sondern allenthalben waren wir in Trübsal; auswendig Streit, inwendig Furcht. Aber Gott, der die Geringen tröstet, der tröstete uns durch die Zu⸗ kunft Titi. Nicht allein aber durch seine Zukunft, sondern auch durch den Trost, damit er getröstet war an euch, und verkündigte uns euer Verlangen, euer Weinen, euren Eifer um mich, also, daß ich mich noch mehr freuete. Denn daß ich euch durch den Brief habe traurig gemacht, reuet mich nicht. Und obs mich reuete, so ich aber sehe, daß der Brief eine kleine Weile euch be⸗ trübt hat; so freue ich mich doch nun, nicht darüber, daß ihr seid betrübt worden, sondern daß ihr seid betrübt worden zur Reue. Denn ihr seid göttlich betrübt worden, daß ihr von uns ja keinen Schaden irgend worinnen nehmet. Denn die göttliche Traurigkeit wirket zur Seligkeit eine Reue, die niemand gereuet; die Traurigkeit aber der Welt wirket den Tod. Siehe, dasselbige, daß ihr göttlich seid betrübt worden, welchen Fleiß hat es in euch gewirket, dazu Verantwortung, Zorn, Furcht, Verlangen, Eifer, Rache. Ihr habt euch beweiset in allen Stücken, daß ihr rein seid an der That. Darum, ob ich euch geschrieben habe, so ists doch nicht geschehen um des willen, der beleidiget hat, auch nicht um des willen, der beleidiget ist, sondern um des willen, daß euer Fleiß gegen uns offenbar würde bei euch vor Gott. Am dritten Sonntage in den Fasten, genannt Oeuli. Vormittags. Epistel. Ephes. 5, 1—9. Er hat sich selbst dargegeben für uns.) So seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet; auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger(welcher ist ein Götzen⸗ diener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem OErrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit, und Gerechtigkeit, und Wahrheit. Evangelium. Luc. 11, 14—28.(Er ward geschmäht.) Und er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, & euch; serer tuhe; endig Zu⸗ den ngen, euete. Und be⸗ trübt ttlich hmet. nand bige, irket, euch ich diget daß — — 34.— so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibt das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stär⸗ kerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und teilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet ers mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da; und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich ge⸗ tragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Epistolische Lektion. Hebr 12, 1—13.(Er achtete der Schande nicht.) Darum auch wir, dieweil wir solchen Haufen Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht, und lasset uns laufen durch Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist, und aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens; welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, erduldete er das Kreuz, und achtete der Schande nicht, und ist gesessen zur Rechten auf dem Stuhl Gottes. Gedenket an den, der ein solches Widersprechen von den Sündern wider sich erduldet hat, daß ihr nicht in eurem Mut matt werdet, und ablasset. Denn ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden über dem Kämpfen wider die Sünde; und habt bereits vergessen des Trostes, der zu euch redet als zu den Kindern: tein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn, und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst; denn welchen der HErr lieb hat, den züch⸗ tiget er; er stäupt aber einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. So ihr die Züchtigung erduldet, so erbeut sich euch Gott als Kindern; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtiget? Seid ihr aber ohne Züchtigung, welcher sie alle sind teilhaftig worden, so seid ihr Bastarde und nicht Kinder. Auch so wir haben unsere leiblichen Väter zu Züchtigern gehabt, und sie gescheuet; sollten wir denn nicht viel mehr unterthan sein dem geistlichen Vater, daß wir leben? Und jene zwar haben uns gezüchtiget wenig Tage nach ihrem Dünken; dieser aber zu Nutz, auf daß wir seine Heiligung er⸗ langen. Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit sein; aber darnach wird sie geben eine sriedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet find. Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Kniee, und thut gewissen Tritt mit euren Füßen, daß nicht jemand strauchele wie ein Lahmer, sondern vielmehr ge⸗ sund werde. Evangelische Lektion. Luc. 2, 63—71. Sie schlugen ihn ins Angesicht.) Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und schlugen ihn, verdecketen ihn, und schlugen ihn ins Angesichte, und fragten ihn und sprachen: Weissage, wer ists, der dich schlug? Und viel andere Lästerungen sagten sie wider ihn. Und als es Tag ward, sammelten sich die Altesten des Volks, die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und führeten ihn hinauf vor ihren Rath, und sprachen: Bist du Christus? sage es uns. Er sprach aber zu ihnen: Sage ichs euch, so glaubet ihrs nicht; frage ich aber, so — 52— antwortet ihr nicht, und lasset mich doch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget es, denn ich bins. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugnis? wir habens selbst gehöret aus seinem Munde. (Ob sie vielleicht Im Anfang des Königreichs Jojakims, des Sohns Josia, des Königs Juda, geschah dies Wort vom HErrn, und sprach: So spricht der HErr: Hause des Herrn, und predige allen Städten Juda, alle Worte, die ich dir hue nichts davon. Ob sie vielleicht hören Wandels willen. Und sprich zu ihnen: So spricht der HErr: Werdet ihr „daß ihr in meinem Gesetze wandelt, das ich euch ihr höret die Worte meiner Knechte, der Propheten, Und das ganze Volk sammelte sich im Hause des HErrn wider Jeremia. Da solches höreten die Fürsten Juda, gingen sie aus des Königs Hause hinauf die HErrn. Und hör aus des HErrn, und setzten sich vor das neue Thor des den Fürsten und allem Volk: Dieser Da zu allem Volk: Der HErr hat mich gesandt, daß ich solches gehöret habt, sollte weissagen wider dies Haus und wider dies bessert nun euer Wesen und Wandel, und gehorchet der Stimme des HErrn, wi eures Gottes; so wird den HErrn auch gereuen das Uebel, das er wider ihr möget es machen Pꝛ euch geredet hat. Siehe, ich bin in euren Händen; mit mir, wie es euch recht und gut dünkt. Doch sollt ihr wissen, wo ihr* mich tötet, so werdet ihr unschuldig Blut laden auf euch selbst, auf diese we Stadt und ihre Einwohner. Denn wahrlich, der HErr hat mich zu euch au gesandt, daß ich solches alles vor euren Ohren reden sollte. ni gektion aus dem Reuen Testamente. 2. Cor. 6, 11—18.(Wie stimmt 5 Christus mit Belial 2) ic O ahr Corinther, unser Mund hat sich zu euch aufgethan; unser Herz er ist getrost. Unserthalben dürft ihr euch nicht ängsten. Daß ihr euch aber di ängstet, das thut ihr aus herzlicher Meinung. Ich rede mit euch, als mit g6 meinen Kindern, daß ihr euch auch also gegen mich stellet, und seiet auch A getrost. Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was A keit für Genieß mit der Ungerechtigkeit? was hat das Licht für 0 hat die Gerechtig Ihr weiter ielleicht zönigs Err: Juda, ich dir hören t mich bösen het ihr heuch oheten, tet; so ot zum pheten ise des efohlen id das issagen Silo, vohne? a. Da hinauf . Und Dieser vie ihr en, und das ihr Dt. So Errn, wider machen wo ihr uf diese zu euch stimmt er Herz ich aber als mit iet auch nn was zicht für — 63— Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial? oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes für eine Gleiche mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht: Ich will in ihnen wohnen, und in ihnen wandeln, und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen, und sondert euch ab, spricht der HErr, und rühret kein Unreines an; so will ich euch annehmen, und euer Vater sein, und ihr sollet meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige HErr. Am vierten Sonntage in den Fasten, genannt Lätare. Vormittags. Epistel. Hebr. 9, 11—15.(Der sich selbst ohne Wandel Gott geopfert.) Christus aber ist kommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche, von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit; wieviel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohn allen Wandel durch den Heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfahen. Evangelium. Joh. 8, 46—59.(Wer unter euch kann mich einer Sünde zeihen?) Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht; denn ihr seid nicht von Gott Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, so jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sei euer Gott; und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe denn Abraham ward, bin ich. Da huben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. — 64— Epistolische Lektion. 1. Petri 1, 17—25.(Das teure Blut.) Und sintemal ihr den zum Vater anrufet, der ohne Ansehen der Person richtet nach eines jeglichen Werk, so führet euren Wandel, so lange ihr hie wallet, mit Furcht; und wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöset seid von eurem eiteln Wandel nach väterlicher Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lam⸗ mes; der zwar zuvor versehen ist, ehe der Welt Grund gelegt ward, aber offenbaret zu den letzten Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubet an Gott, der ihn auferwecket hat von den Toten, und ihm die Herrlichkeit gegeben, auf daß ihr Glauben und Hoffnung zu Gott haben möchtet. Und machet keusch eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit durch den Geist, zu ungefärbter Bruderliebe, und habt euch unter einander brünstig lieb aus reinem Herzen, als die da wiederum geboren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich bleibet. Denn alles Fleisch ist wie Gras, und alle Herrlichkeit der Menschen wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorret, und die Blume abgefallen: aber des HErrn Wort bleibet in Ewigkeit. Das ist das Wort, welches unter euch verkündiget ist. Evangelische Lektion. Matth. 27, 1—10.(Ich habe unschuldig Blut verraten.) Des Morgens aber hielten alle Hohepriester und die Altesten des Volks einen Rat über Jesum, daß sie ihn töteten. Und banden ihn, führeten ihn hin und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato. Da das sahe Judas, der ihn verraten hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte herwieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Altesten, und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, ging hin und erhängte sich selbst. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen; denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rat und kauften einen Töpfersacker darum, zum Begräbnis der Pilger. Daher ist derselbige Acker genennet der Blut⸗ acker bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silber⸗ linge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel; und haben sie gegeben um einen Töpfersacker, als mir der HErr befohlen hat. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Maleachi 2, 1—10.(Ihr Priester seid von dem Wege abgetreten.) Und nun, ihr Priester, dies Gebot gilt euch. Wo ihrs nicht höret noch zu Herzen nehmen werdet, daß ihr meinem Namen die Ehre gebet, spricht der HErr Zebaoth; so werde ich den Fluch unter euch schicken, und euren Segen verfluchen; ja verfluchen werde ich ihn, weil ihrs nicht wollet zu Herzen nehmen. Siehe, ich will schelten euch samt dem Samen, und den Koth eurer Feiertage euch ins Gesicht werfen, und soll an euch kleben bleiben. So werdet ihr dann erfahren, daß ich solch Gebot zu euch gesandt habe, daß es mein Bund sein sollte mit Levi, spricht der HErr Zebaoth. Denn mein Bund war mit ihm zum Leben und Frieden; und ich gab ihm die Furcht, daß er mich fürchtete und meinen Namen scheuete. Das Gesetz der Wahrheit war in seinem Munde, und ward kein Böses in seinen Lippen ———2222222 ArrL.sx— ISII n 2— Person ihr hie ber oder sondern n Lam⸗ d, aber glaubet rlichkeit t. Und zeist, zu ieb aus glichem, n Wort und alle rdorret, t. Das erraten.) 5 Volks ten ihn das sahe gereuete riestern ig Blut du zu. jin und ige und n es ist darum, Blut⸗ rch den Silber⸗ dindern HErr ster seid t höret gebet, n, und wollet ind den leiben. t habe, Denn ym die setz der Lippen 65— funden. Er wandelte vor mir friedsam und aufrichtig, und bekehrete viele von Sünden. Denn des Priesters Lippen sollen die Lehre bewahren, daß man aus seinem Munde das Gesetz suche; denn er ist ein Engel des HErrn Zebaoth. Ihr aber seid von dem Wege abgetreten, und ärgert viele im Gesetz, und habt den Bund Levi verbrochen, spricht der HErr Zebaoth. Darum hab ich auch euch gemacht, daß ihr verachtet und unwert seid vor dem ganzen Volk; weil ihr meine Wege nicht haltet, und sehet Personen an im Gesetze. Denn haben wir nicht alle Einen Vater? Hat uns nicht Ein Gott geschaffen? Warum verachten wir denn einer den andern, und entheiligen den Bund, mit unsern Vätern gemacht? Lektion aus dem Neuen Testamente. Hebr. 7, 11—28.(Der Hohepriester, der da ist heilig, von den Sündern abgesondert.) Ist nun die Vollkommenheit durch das levitische Priestertum geschehen (denn unter demselbigen hat das Volk das Gesetz empfangen), was ist denn weiter not zu sagen, daß ein anderer Priester aufkommen solle nach der Ordnung Melchisedeks, und nicht nach der Ordnung Aarons? Denn wo das Priestertum verändert wird, da muß auch das Gesetz verändert werden. Denn von dem solches gesagt ist, der ist von einem andern Geschlecht, aus welchem nie keiner des Altars gepfleget hat. Denn es ist ja offenbar, daß von Juda aufgegangen ist unser HErr; zu welchem Geschlecht Moses nichts geredet hat vom Priestertum Und es ist noch klärlicher, so nach der Weise Melchisedeks ein anderer Priester aufkommt, welcher nicht nach dem Gesetz des fleischlichen Gebots gemacht ist, sondern nach der Kraft des un⸗ endlichen Lebens. Denn er bezeuget: Du bist ein Priester ewiglich nach der Ordnung Melchisedeks. Denn damit wird das vorige Gesetz aufgehoben, darum, daß es zu schwach und nicht nütz war;(denn das Gesetz konnte nichts vollkommen machen,.) und wird eingeführet eine bessere Hoffnung, durch welche wir zu Gott nahen; und dazu, das viel ist, nicht ohne Eid. Denn jene sind ohne Eid Priester worden; dieser aber mit dem Eide, durch den, der zu ihm spricht: Der HErr hat geschworen, und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks. Also gar viel eines bessern Testaments Ausrichter ist Jesus worden. Und jener sind viel, die Priester wurden, darum, daß sie der Tod nicht bleiben ließ; dieser aber darum, daß er bleibet ewiglich, hat er ein unvergänglich Priestertum. Daher er auch selig machen kann immerdar, die durch ihn zu Gott kommen, und lebet immerdar, und bittet für sie. Denn einen solchen Hohenpriester sollten wir haben, der da wäre heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert, und höher, denn der Himmel ist; dem nicht täglich not wäre, wie jenen Hohenpriestern, zuerst für eigene Sünden Opfer zu thun, darnach für des Volks Sünden; denn das hat er gethan einmal, da er sich selbst opferte. Denn das Gesetz macht Menschen zu Hohenpriestern, die da Schwach⸗ heit haben; dieß Wort aber des Eides, das nach dem Gesetz gesagt ist, setzet den Sohn ewig und vollkommen. Auf das Fest der Verkündigung Mariä, so am Sonutage Judica gefeiert wird. Vormittags. Epistel. Jes 7, 10—15.(Den wird sie Immanuel heißen.) Und der HErr redete abermal zu Ahas, und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom HErrn, deinem Gott, es sei unten in der Hölle, oder droben in S ee e — 30— der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich wills nicht fordern, daß ich den HErrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause David: Ists euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der HErr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen, und Gutes zu erwählen. Evangelium. Luc. 1, 26—38.(Er wird groß sein.) Und im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David; und die Jung⸗ frau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seiest du, Holdselige; der HErr ist mit dir, du Gebenedeiete unter den Weibern. Da sie aber ihn sahe, erschrak sie über seiner Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott funden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der HErr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben. Und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen? sintemal ich von keinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. Epistolische Lektion. Röm. 5, 12—21.(Der andere Adam.) Derhalben, wie durch Einen Menschen die Sünde ist kommen in die Welt, und der Tod durch die Sünde, und ist also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, dieweil sie alle gesündiget haben; denn die Sünde war wohl in der Welt bis auf das Gesetz; aber wo kein Gesetz ist, da achtet man der Sünde nicht; sondern der Tod herrschte von Adam gn bis auf Mosen, auch über die, die nicht gesündiget haben mit gleicher Ubertretung wie Adam, welcher ist ein Bild des, der zukünftig war. Aber nicht hält sichs mit der Gabe, wie mit der Sünde. Denn so an Eines Sünde viele gestorben sind. so ist viel mehr Gottes Gnade und Gabe vielen reichlich widerfahren durch die Gnade des einigen Menschen, Jesu Christi. Und nicht ist die Gabe allein über Eine Sünde, wie durch des einigen Sünders einige Sünde alles Ver⸗ derben. Denn das Urteil ist kommen aus einer Sünde zur Verdammnis; die Gabe aber hilft auch aus vielen Sünden zur Gerechtigkeit. Denn so um des Einigen Sünde willen der Tod geherrschet hat durch den Einen; viel mehr werden die, so da empfahen die Fülle der Gnade und der Gabe zur Gerechtigkeit, herrschen im Leben, durch Einen. Jesum Christ. Wie nun durch Eines Sünde die Verdammnis über alle Menschen kommen ist; also ist auch durch Eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung des Lebens über alle Menschen kommen. Denn gleichwie durch Eines Menschen Ungehorsam viel Sünder worden sind; also auch durch Eines Gehorsam viel Gerechte. Das — Errn avid: neinen geben: wird Böses ott in trauet Jung⸗ grüßet ibern. ch ein Naria, en im Der HErr König Ende al ich Der d dich wird te, ist chsten st kein mir in die nschen wohl in der „auch Adam, it der sind, durch allein Ver⸗ mnis; nn so inen; Gabe enun also r alle n viel Das — 67— Gesetz aber ist neben einkommen, auf daß die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig worden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger worden; auf daß, gleichwie die Sünde geherrschet hat zu dem Tode, also auch herrsche die Gnade durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben, durch Jesum Christ, unsern HErrn. Evangelische Lektion. Matth. 27, 11—31.(Der dornengekrönte König.) Jesus aber stund vor dem Landpfleger; und der Landpfleger fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst es. Und da er verklagt ward von den Hohenpriestern und Altesten, ant⸗ wortete er nichts. Da sprach Pilatus zu ihm: Hörest du nicht, wie hart sie dich verklagen? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort, also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Auf das Fest aber hatte der Land⸗ pfleger die Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen los zu geben, welchen sie wollten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barabbas. Und da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, daß ich euch los gebe? Barabbam oder Jesum von dem gesagt wird, er sei Christus? Denn er wußte wohl, daß sie ihn aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und die Altesten überredeten das Volk, daß sie um Barabbas bitten sollten und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Sie sprachen: Barabbam. Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesu, von dem gesagt wird, er sei Christus? Sie sprachen alle: Laß ihn kreuzigen! Der Landpfleger sagte: Was hat er denn Übels gethan? Sie schrien aber noch mehr und sprachen: daß ihn kreuzigen! Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten: sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme Über uns und über unsere Kinder. Da gab er ihnen Barabbam los; aber Jesum ließ er geißeln und überantwortete ihn, daß er gekreuziget würde Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesum zu sich in das Richt⸗ haus und sammelten über ihn die ganze Schar. Und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an, und flochten eine Dornenkrone und setzten sie auf sein Haupt, und ein Rohr in seine rechte Hand, und beugten die Kniee vor ihm und spotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seiest du, der Juden König. Und speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt. Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 2.(Sie lehnen sich auf wider den Herrn und seinen Gesalbten.) Warum toben die Heiden, und die Leute reden so vergeblich? Die Könige im Lande lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen mit einander wider den HErrn und seinen Gesalbten: Lasset uns zerreißen ihre Bande, und von uns werfen ihre Seile. Aber der im Himmel wohnet, lachet ihrer, und der HErr spoitet ihrer. Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn, — 68— und mit seinem Grimm wird er sie schrecken. Aber ich habe meinen König eingesetzt, auf meinen heiligen Berg Zion. Ich will von einer solchen Weise predigen, daß der HErr zu mir gesagt hat: Bu bist mein Sohn, heute hab ich dich gezeuget: heische von mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben, und der Welt Ende zum Eigentum; du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen. So laßt euch nun weisen, ihr Könige, und laßt euch züchtigen, ihr Richter auf Erden. Dienet dem HErrn mit Furcht, und freuet euch mit Zittern. Küsset den Sohn, daß er nicht zürne und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald anbrennen. Aber wohl allen, die auf ihn trauen. Lektion aus dem Neuen Testamente. Col 2, 6—15.(Er hat die Gewaltigen Schau getragen.) Wie ihr nun angenommen habt den HErrn Christum Jesum, so wandelt in ihm, und seid gewurzelt und erbauet in ihm, und seid feste im Glauben, wie ihr gelehret seid, und seid in demselbigen reichlich dankbar. Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die Philosophie und lose Verführung nach der Menschen Lehre, und nach der Welt Satzungen, und nicht nach Christo. Denn in ihm wohnet die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; und ihr seid vollkommen in ihm, welcher ist das Haupt aller Fürstentümer und Obrig⸗ keit; in welchem ihr auch beschnitten seid mit der Beschneidung ohne Hände, durch Ablegung des sündlichen Leibes im Fleisch, nämlich mit der Beschnei⸗ dung Christi; in dem, daß ihr mit ihm begraben seid durch die Taufe; in welchem ihr auch seid auferstanden durch den Glauben, den Gott wirket, welcher ihn auferweckt hat von den Toten; und hat euch auch mit ihm lebendig gemacht, da ihr tot waret in den Sünden, und in der Vorhaut eures Fleisches und hat uns geschenket alle Sünden, und ausgetilget die Handschrift, so wider uns war, welche durch Satzungen entstund und uns entgegen war, und hat sie aus dem Mittel gethan, und an das Kreuz ge⸗ heftet; und hat ausgezogen die Fürstentümer und die Gewaltigen, und sie ßch seln. öffentlich, und einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst ö Am Sonntage Palmarum. Vormittags. Epistel. Phil. 2, 5—13.(Gehorsam bis zum Tode am Kreuz.) Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt ers nicht für einen Raub, Gotte gleich sein; sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden; ernie⸗ drigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Himmel, und auf Erden, und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der HErr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Also, meine Liebsten, wie ihr allezeit seid gehorsam gewesen, nicht allein in meiner Gegenwärtigkeit, sondern auch nun viel mehr in meinem Abwesen; schaffet, daß ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ists, der in euch wirket beide das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. —860— Evangelium. Jes. 53.(Um unserer Sünde willen zerschlagen.) Siehe, mein Knecht wird weislich thun, und wird erhöhet, und sehr hoch erhaben sein; daß sich viele über dir ärgern werden, weil seine Gestalt häßlicher ist, denn anderer Leute, und sein Ansehen, denn der Menschen⸗ kinder. Aber also wird er viel Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund gegen ihn zuhalten. Denn welchen nichts davon verkündiget ist, dieselben werdens mit Lust sehen; und die nichts davon gehöret haben, die werdens merken. Aber wer glaubt unserer Predigt? und wem wird der Arm des HErrn offenbaret? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis, und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der allerverachtetste und unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsere Krankheit, und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet, und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sahe auf seinen Weg; aber der HErr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer, und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volks geplagt war. Und er ist begraben wie die Gottlosen, und gestorben wie ein Reicher; wiewohl er niemand Unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der HErr wollte ihn also zer⸗ schlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben, und in die Länge leben, und des HErrn Vor⸗ nehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen, und die Fülle haben. Und durch sein Erkennt⸗ nis wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen; denn er trägt ihre Sünde. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben; und er soll die Starken zum Raube haben; darum, daß er sein Leben in Tod ge⸗ geben hat, und den Übelthätern gleich gerechnet ist, und er vieler Sünde getragen hat, und für die Übelthäter gebeten. Epistolische Lektion. Gal. 2, 16—21.(Ich bin mit Christo gekreuzigt.) Doch weil wir wissen, daß der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesum Christum: so glauben wir auch an Christum Jesum, auf daß wir gerecht werden durch den Glauben an Christum, und nicht durch des Gesetzes Werke; denn durch des Gesetzes Werke wird kein Fleisch gerecht. Sollten wir aber, die da suchen durch Christum gerecht zu werden, auch noch selbst Sünder erfunden werden; so wäre Christus ein Sündendiener. Das sei ferne! Wenn ich aber das, so ich zerbrochen habe, wiederum baue, so mache ich mich selbst zu einem Übertreter. Ich bin aber durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, auf daß ich Gotte lebe; ich bin mit Christo gekreuziget. Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohns Gottes, der mich geliebet hat, und sich selbst für— — —— Don — S S n mich dargegeben. Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn so durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben. Evangelische Lektion. Luc. 23, 26—38.(Sie führten ihn hin, daß er ge⸗ kreuzigt würde.) Und als sie ihn hinführeten, ergriffen sie einen, Simon von Kyrene, der kam vom Felde, und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. Es folgete ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klageten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst, und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfahen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns, und zu den Hügeln: Decket uns. Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführt zween andere Übelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte; kreuzigten sie ihn daselbst, und die Übelthäter mit ihm, einen zur Rechten, und einen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Und sie teileten seine Kleider, und warfen das Los darum. Und das Volk stund, und sahe zu, und die Obersten samt ihnen spotteten sein und sprachen: Er hat andern geholfen, er helfe ihm selber, ist er Christ, der Auserwählte Gottes. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig, und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. Es war auch oben über ihm ge⸗ schrieben die Überschrift, mit griechischen und lateinischen, und ebräischen Buchstaben: Dies ist der Juden König. Nachmittags. gektion aus dem Alten Testamente. Jeremias 18, 1—14.(Das Regen⸗ wasser verschießt nicht so bald, als mein Volk meiner vergißt.) Dies ist das Wort, das geschah vom HErrn zu Jeremia, und sprach: Mache dich auf und gehe hinab in des Töpfers Haus; daselbst will ich dich meine Worte hören lassen. Und ich ging hinab in des Töpfers Haus; und siehe, er arbeitete eben auf der Scheibe. Und der Topf, so er aus dem Thon wird nichts aus; wir wollen nach unsern Gedanken wandeln, und ein jeglicher thun nach Gedünken seines bösen Herzens. Darum spricht der HErr: Fragt ππππνπ⁰ο SSR —— durch n. er ge⸗ Ryrene, htrüge. lageten h: Ihr er euch nen, in ber, die werden hügeln: dürren daß sie a heißt , einen ihnen, er, und bersten er helfe hn auch n: Bist ihm ge⸗ räischen Regen⸗ sprach: ich dich 18; und m Thon andern sprach: el, wie Töpfers lich rede nd bin ich rede, 1. Und d pflan⸗ meiner hm ver⸗ Bürgern lück zu, seinem en: Da jeglicher Fragt doch unter den Heiden, wer hat je deßgleichen gehöret, daß die Jungfrau Israel so gar greulich Ding thut? Bleibt doch der Schnee länger auf den Steinen im Felde, wenns vom Libanon herab schneiet; und das Regenwasser verschießt nicht so bald, als mein Volk mein vergißt. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Tim. 1, 12—17.(Das teuer werte Wort.) Und ich danke unserm HErrn Christo Jesu, der mich stark gemacht, und treu geachtet hat, und gesetzt in das Amt, der ich zuvor war ein Lästerer, ein Verfolger und ein Schmäher; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren; denn ich habs unwissend gethan im Unglauben. Es ist aber desto reicher gewesen die Gnade unsers HErrn, samt dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu ist. Denn das ist je gewißlich wahr, und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus kommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin. Aber darum ist mir Barm⸗ herzigkeit widerfahren, auf daß an mir vornehmlich Jesus Christus erzeigete alle Geduld, zum Exempel denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen Könige, dem Unvergänglichen und Unsicht⸗ baren und allein Weisen, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen. Gründonnerstag. Vormittags. Epistel. 1. Cor. 11, 23—32.(Das ist mein Leib, das ist mein Blut.) Ich habe es von dem HErrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der HErr Jesus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankete, und brachs, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des HErrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot isset, oder von dem Kelch des HErrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des HErrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des HErrn. Darum sind auch so viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem HErrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammet werden. Evangelium. Joh. 13, 1—15.(Er liebte die Seinen bis ans Ende.) Vor dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriete, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war, und zu Gott ging: stund er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz, und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro; und der⸗ selbige sprach zu ihm: HErr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißest du jetzt nicht; du wirsts aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: HErr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein; aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe?— heißet mich Meister und HErr, und saget recht daran; denn ich bins auch. So nun ich, euer HErr und Meister, euch die Füße gewaschen habe; so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Epistolische Lektion. 1. Cor. 10, 14—21.(Viele Ein Leib.) Darum, meine Liebsten, fliehet von dem Götzendienst. Als mit den Klugen rede ich, richtet ihr, was ich sage. Der gesegnete Kelch, welchen wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn Ein Brot ists, so sind wir viele Ein Leib; dieweil wir alle Eines Brotes teil⸗ haftig sind. Sehet an den Israel nach dem Fleisch. Welche die Opfer essen, sind die nicht in der Gemeinschaft des Altars? Was soll ich denn nun sagen: Soll ich sagen, daß der Götze etwas sei? oder daß das Götzenopfer etwas sei? Aber ich sage, daß die Heiden, was sie opfern, das opfern sie den Teufeln, und nicht Gotte. Nun will ich nicht, daß ihr in der Teufel Gemeinschaft sein sollet. Ihr könnt nicht zugleich trinken des HErrn Kelch, und der Teufel Kelch; ihr könnt nicht zugleich teilhaͤftig sein des HErrn Tisches, und der Teufel Tisches. Evangelische Lektion. Joh. 6, 47—58.(Wer mich isset, wird leben.) Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubet, der hat das ewige Leben. Ich bin das Brot das Lebens. Eure Väter haben Manna gegessen in der Wüste, und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, auf daß, wer davon isset, nicht sterbe. Ich bin das leben⸗ dige Brot, vom Himmel kommen. Wer von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt. Da zanketen die Juden unter einander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohns, und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isset, und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist die rechte Speise, und mein Blut ist der rechte Trank. Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir, und ich in ihm. Wie mich gesandt hat der lebendige Vater, und ich lebe um des Vaters willen; also, wer mich isset, derselbige wird auch leben um meinetwillen. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommen ist, nicht wie eure Väter haben Manna gegessen, und sind gestorben. Wer dies Brot isset, der wird leben in Ewigkeit. d der⸗ Jesus ht; du ermehr 9. dich Simon Haupt. Füße Denn e rein. bte sich gethan nn ich aschen zeispiel it den en wir „ das n Ein 8 teil⸗ Opfer in nun nopfer ern sie Teufel Kelch, 5Errn en.) it das Ranna vom leben⸗ d, der mein en die sch zu werdet bt ihr er hat Denn Wer wihm. Zaters villen. Väter wird — 23— Charfreitag. Vormittags. Epistolische Lektion. 2. Cor. 5, 14—21. Casset euch versöhnen mit Gott.) Denn die Liebe Christi dringet uns also; sintemal wir halten, daß, so Einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für sie alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Darum von nun an kennen wir niemand nach dem Fleisch; und ob wir auch Christum gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr. Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu worden. Aber das alles von Gott, der uns mit ihm selber versöhnet hat durch Jesum Christ, und das Amt gegeben, das die Versöhnung prediget. Denn Gott war in Christo, und versöhnete die Welt mit ihm selber, und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu, und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt; denn Gott vermahnet durch uns. So bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Oder: Psalm 22.(Warum hast du mich verlassen?) Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich heule, aber meine Hülfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du nicht; und des Nachts schweige ich auch nicht. Aber du bist heilig, der du wohnest unter dem Lob Israels. Unsere Väter hofften auf dich, und da sie hofften, halfest du ihnen aus. Zu dir schrieen sie, und wurden errettet; sie hofften auf dich, und wurden nicht zu schanden. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks. Alle, die mich sehen, spotten mein, sperren das Maul auf, und schütteln den Kopf: Er klage es dem HErrn, der helfe ihm aus, und errette ihn, hat er Lust zu ihm. Denn du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du warest meine Zuversicht, da ich noch an meiner Mutter Brüsten war. Auf dich bin ich geworfen aus Mutterleibe; du bist mein Gott von meiner Mutter Leib an. Sei nicht ferne von mir; denn Angst ist nahe; denn es ist hie kein Helfer. Große Farren haben mich umgeben, fette Ochsen haben mich umringet; ihren Rachen sperren sie auf wider mich, wie ein brüllender und reißender Löwe. Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Gebeine haben sich zertrennet; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzen Wachs. Meine Kräfte sind vertrocknet wie ein Scherben, und meine Zunge klebet an meinem Gaumen; und du legest mich in des Todes Staub. Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat sich um mich gemacht; sie haben meine Hände und Füße durchgraben. Ich möchte alle meine Beine zählen. Sie aber schauen, und sehen ihre Lust an mir. Sie teilen meine Kleider unter sich, und werfen das Los um mein Gewand. Aber du, HErr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile mir zu helfen. Errette meine Seele vom Schwert, meine Einsame von den Hunden. Hilf mir aus dem Rachen des Löwen, und errette mich von den Einhörnern. Ich will deinen Namen predigen meinen Brüdern, ich will dich in der Gemeine rühmen. Rühmet den HErrn, die ihr ihn fürchtet; es ehre ihn aller Same Jakobs, und vor ihm scheue sich aller Same Israels. Denn er hat nicht verachtet noch ver⸗ schmähet das Elend des Armen, und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen, — 64— und da er zu ihm schrie, hörete ers. Dich will ich preisen in der großen Sel Gemeine; ich will meine Gelübde bezahlen vor denen, die ihn fürchten. Die Elenden sollen essen, daß sie satt werden; und die nach dem HErrn fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben. Es werde gedacht aller Welt Ende, daß sie sich zum HErrn bekehren, und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden. Denn der HErr hat ein Reich, und er herrschet unter den Heiden. Alle Fetten auf Erden werden essen und anbeten; vor ihm werden Kniee beugen alle, die im Staube liegen, und die, so kümmerlich leben. Er wird einen Samen haben, der ihm dienet; vom HErrn wird man verkündigen zu Kindskind. Sie werden kommen, und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird, daß ers thut. Evangelische Lektion. Luc. 23, 39—49.(Des HErrn Tod.) Aber der Übelthäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: e x Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, ö strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig darinnen; denn E wir empfahen, was unsere Thaten wert sind; dieser aber hat nichts Un⸗ IN geschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du „ai in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, isps heute wirst du mit mir im Paradies sein. Und es war um die sechste E Stunde, und es ward eine Finsternis über das ganze Land, bis an die Ire neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des a Tempels zerriß mitten entzwei. Und Jesus rief laut und sprach: Vater, ich se befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, verschied er. v Da aber der Hauptmann sahe, was da geschah, preisete er Gott und sprach: ih Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen. Und alles Volk, das dabei sw'i war und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sich an ihre Brust, Me jaund wandten wieder um. Es stunden aber alle seine Verwandten von ferne, Un list und die Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, und sahen auf ö das alles. vor Wl Nachmittags. 90 Lektion aus dem Alten Testamente. Micha 6, 1—8.(Was hab ich dir 10n I gethan mein Volk?) En Höret doch, was der HErr sagt: Mache dich auf; und schilt die Berge, au ö und laß die Hügel deine Stimme hören. Höret ihr Berge, wie der HErr Ge F strafen will, samt den starken Grundfesten der Erde; denn der HErr will gel sein Volk schelten, und will Israel strafen. Was hab ich dir gethan, mein Ui E Volk? und womit habe ich dich beleidiget? Das sage mir. Hab ich dich Zi doch aus Agyptenland geführet, und aus dem Diensthause erlöset, und vor fü w dir hergesandt Mosen, Aaron und Mirjam. Mein Volk, denke doch dran, E e was Balak, der König in Moab, vorhatte, und was ihm Bileam, der Sohn bi Beors, antwortete, von Sittim an bis gen Gilgal; daran ihr ja merken V solltet, wie der HErr euch alles Gute gethan hat. Womit soll ich den HErrn 6 + versöhnen? Mit Bücken vor dem hohen Gott? Soll ich mit Brandopferorn w. 4 und jährigen Kälbern ihn versöhnen? Meinest du, der Herr habe Gefallen al an viel tausend Widdern? oder am Ol, wenn es gleich unzählige Ströme voll wären? Oder soll ich meinen ersten Sohn für meine Übertretung geben? eu AIR oder meines Leibes Frucht für die Sünde meiner Seele? Es ist dir gesagt, ö ist Mensch, was gut ist, und was der HErr von dir fordert, nämlich Gottes d. Wort halten, und Liebe üben, und demütig sein vor deinem Gott. 10 ———777222222——————. großen n. Die fragen, t aller en alle errschet n; vor merlich d man htigkeit sprach: andere, der du denn s Un⸗ nn du ge dir, sechste an die 1 des er, i ied 0 sprach: dabe Brust, ferne, sahen ich dir Berge, HErr r will mein ch dich id vor dran, Sohn nerken Errn opfern efallen 'tröme geben? gesagt, Gottes Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Joh. 2, 1—6.(Er ist die Ver⸗ söhnung für unsere Sünden.) Meine Kindlein, solches schreibe ich euch, auf daß ihr nicht sündiget. Und ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christum, der gerecht ist. Und derselbige ist die Versöhnung für unsere Sünde; nicht allein aber für die unsere, sondern auch für der ganzen Welt. Und an dem merken wir, daß wir ihn kennen, so wir seine Gebote halten. Wer da sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in solchem ist keine Wahrheit. Wer aber sein Wort hält, in solchem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, daß wir in ihm sind. Wer da sagt, daß er in ihm bleibet, der soll auch wandeln, gleichwie er gewandelt hat. 1. Ostertag. Vormittags. Epistel. 1. Cor. 5, 6—8.(Wir haben auch ein Osterlamm.) Euer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bos⸗ heit und Schalkheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangelium. Marci 16, 1—8.(Er ist auferstanden.) Und da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jacobi und Salome Specerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht; ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden und ist nicht hie. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und sagts seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hin⸗ gehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entsetzen ankommen, und sagten niemand nichts; denn sie fürchteten sich. Epistolische Lektion. 1. Cor. 15, 12—28.(Der Erstling unter denen, die da schlafen.) So aber Christus geprediget wird, daß er sei von den Toten auferstanden; wie sagen denn etliche unter euch, die Auferstehung der Toten sei nichts? Ist aber die Auferstehung der Toten nichts, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist euer Glaube auch vergeblich. Wir würden aber auch erfunden falsche Zeugen Gottes, daß wir wider Gott gezeuget hätten, er hätte Christum auferwecket, den er nicht auferwecket hätte, fintemal die Toten nicht auferstehen. Denn so die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube eitel, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, so in Christo entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten, und der Erstling worden unter denen, die da schlafen. Sintemal durch einen Menschen der Tod, und durch einen Menschen die Auferstehung der Toten kommt. Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, also werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden. Ein jeglicher aber in seiner Auibirded Der Erstling Christus, darnach die Christo angehören, wenn er kommen wird; darnach das Ende, wenn er das Reich Gott und dem Vater über antworten wird, wenn er aufheben wird alle Herrschaft, und alle Obrigkeit und Gewalt. Er muß aber herrschen, bis daß er alle seine Feinde unter seine Füße lege. Der letzte Feind, der aufgehoben wird, ist der Tod. Denn er hat ihm alles unter seine Füße gethan. Wenn er aber sagt, daß es alles unterthan sei, ists offenbar, daß ausgenommen ist, der ihm alles unterthan hat. Wenn aber alles ihm unterthan sein wird, alsdann wird auch der Sohn selbst unterthan sein dem, der ihm alles unterthan hat, auf daß Gott sei alles in allen. Oder: Ezechiel 37, 9—14.(Ich will eure Gräber aufthun.) Und er sprach zu mir: Weissage zum Winde; weissage, du Menschen⸗ kind, und sprich zum Winde: So spricht der HErr HErr: Wind, komm herzu aus den vier Winden, und blase diese Getöteten an, daß sie wieder lebendig werden. Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam Odem in sie, und sie wurden wieder lebendig, und richteten sich auf ihre Füße. Und ihrer war ein sehr groß Heer. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, diese Beine sind das ganze Haus Israel. Siehe, jetzt sprechen sie: Unsere Beine sind verdorret, und unsere Hoffnung ist verloren, und ist aus mit uns. Darum weissage, und sprich zu ihnen: So spricht der HErr HErr: Siehe, ich will eure Gräber aufthun, und will euch, mein Volk, aus denselben heraus⸗ holen, und euch ins Land Israel bringen; und sollt erfahren, daß ich der HErr bin, wenn ich eure Gräber geöffnet, und euch, mein Volk, aus denselben gebracht habe. Und ich will meinen Geist in euch geben, daß ihr wieder leben sollt; und will euch in eurer Land setzen, und sollt erfahren, daß ich der HErr bin. Ich rede es, und thue es auch, spricht der HErr. Evangelische Lektion. Joh. 20, 1—10.(Das leere Grab.) An der Sabbather einem kommt Maria Magdalena frühe, da es noch finster war, zum Grabe, und siehet, daß der Stein vom Grabe hinweg war. Da läuft sie, und kommt zu Simon Petro, und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den HErrn weggenommen aus dem Grabe: und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Da ging Petrus und der andere Jünger hinaus, und kamen zum Grabe. Es liefen aber die zween mit einander, und der andere Jünger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam am ersten zum Grabe; gucket hinein, und siehet die Leinen geleget; er ging aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach, und ging hinein in das Grab, und siehet die Leinen geleget, und das Schweiß⸗ tuch, das Jesu um das Haupt gebunden war, nicht bei die Leinen geleget, sondern beiseits, eingewickelt, an einen sondern Ort. Da ging auch der andere Jünger hinein, der am ersten zum Grabe kam, und sahe, und glaubete es. Denn sie wußten die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müßte. Da gingen die Jünger wieder zusammen. SIll ⁰ιπ⁰ι⁰ìn... seine Lekt 135 ahe Buck noch seher aufz spric vom brech den erwi siebe Bue Buc vor Rär und Sie aus uns sein den war das und ist, ist, noch rloren. ndesten Toten, einen Toten Thristo Der arnach wenn muß letzte seine enbar, 3 ihm dem, ischen⸗ herzu bendig em in Und nkind, Unsere t uns. he, ich raus⸗ ch der selben vieder iß ich noch war. „den nmen ging liefen denn einen und i eget, ndere e. 1.. tehen Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 118, 14—29.(Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein worden.) Der HErr ist meine Macht, und mein Psalm, und ist mein Heil. Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten. Die Rechte des HErrn behält den Sieg; die Rechte des HErrn ist erhöhet; die Rechte des HErrn behält den Sieg. Ich werde nicht sterben, sondern leben, und des HErrn Werk verkündigen. Der HErr züchtiget mich wohl, aber er giebt mich dem Tode nicht. Thut mir auf die Thore der Gerechtigkeit, daß ich dahinein gehe und dem HErrn danke. Das ist das Thor des HErrn; die Gerechten werden dahinein gehen. Ich danke dir, daß du mich demütigest, und hilfst mir. Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein worden. Das ist vom HErrn geschehen, und ist ein Wunder vor unsern Augen. Dies ist der Tag, den der HErr macht; laßt uns freuen, und fröhlich drinnen sein. O HeErr, hilf, o HErr, laß wohl gelingen! Gelobet sei, der da kommt im Namen des HErrn. Wir segnen euch, die ihr vom Hause des HErrn seid. Der HErr ist Gott, der uns erleuchtet. Schmücket das Fest mit Maien, bis an die Hörner des Altars. Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen. Danket dem HErrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Lektion aus dem Neuen Testamente. Offenb. Joh. 5, 1—14.(Es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda.) Und ich sahe in der rechten Hand des, der auf dem Stuhl saß, ein Buch, geschrieben inwendig und auswendig, versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sahe einen starken Engel predigen mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzuthun, und seine Siegel zu brechen? Und niemand im Himmel, noch auf Erden, noch unter der Erde, konnte das Buch aufthun und drein sehen. Und ich weinete sehr, daß niemand würdig erfunden ward, das Buch aufzuthun und zu lesen, noch drein zu sehen. Und einer von den Altesten spricht zu mir: Weine nicht; siehe, es hat überwunden der Löwe, der da ist vom Geschlecht Juda, die Wurzel Davids, das Buch aufzuthun, und zu brechen seine sieben Siegel. Und ich sahe, und siehe, mitten im Stuhl und den vier Tieren, und mitten unter den Altesten stund ein Lamm, wie es erwürget wäre, und hatte sieben Hörner, und sieben Augen, welches sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande. Und es kam, und nahm das Buch aus der rechten Hand des, der auf dem Stuhle saß. Und da es das Buch nahm, da fielen die vier Tiere und die vier und zwanzig Altesten vor das Lamm, und hatten ein jeglicher Harfen und güldene Schalen voll Räuchwerks, welches sind die Gebete der Heiligen; und sangen ein neu Lied, und sprachen: Du bist würdig, zu nehm en das Buch, und aufzuthun seine Siegel; denn du bist erwürget, und hast uns Gott erkauft mit deinem Blut aus allerlei Geschlecht und Zungen und Volk und Heiden, und hast uns unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht, und wir werden Könige sein auf Erden. Und ich sahe, und hörete eine Stimme vieler Engel um den Stuhl, und um die Tiere, und um die Altesten her; und ihre Zahl war viel tausend mal tausend; und sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob. Und alle Kreatur, die im Himmel ist, und auf Erden und unter der Erde und im Meer, und alles, was drinnen ist, hörete ich sagen zu dem, der auf dem Stuhl saß, und zu dem Lamm: ————.— —————— — ν —. SDSPSPSIPIPITITITITIT 2 Serd — 78— Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier Tiere sprachen: Amen. Und die vier und zwanzig Altesten fielen nieder, und beteten an den, der da lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit. 2. Ostertag. Vormittags. Epistel. Apgsch. 10, 34—41.(Denselbigen hat Gott auferwecket.) Petrus aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkün⸗ digen lassen den Frieden durch Jesum Christum(welcher ist ein Herr über alles), die durchs ganze jüdische Land geschehen ist. und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte: wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem Heiligen Geiste und Kraft; der umher gezogen ist, und hat wohlgethan, und gesund gemacht alle, die vom Teufel über⸗ wältiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles des, das er gethan hat im züdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getötet und an ein Holz gehänget. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Toten. Evangelium. Luc. 24, 13—35.(Durch Leiden zur Herrlichkeit.) Und siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldwegs weit, des Name heißt Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen ge⸗ schehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammnis des Todes, und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Jrael erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern; die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht funden, kommen und sagen, sie haben ein Gesichte der Engel ge⸗ sehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fandens also, wie die Weiber sagten; aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. Mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen; und er stellete sich, als wollte er fürder gehen und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er — d,r. id die fielen über niläa, von ezogen über⸗ 5 des, 'en si et am uns, runken einen heißt Und Jesus „ daß Reden, hortete er den en ge⸗ ihm: Thaten rund uziget. heute etliche seinen jel ge⸗ Hrabe, Und edem, ,„ und oheten, nd sie lte er enn es in, bei hm er A — 43— das Brot, dankete und brachs, und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie stunden auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem, und fanden die Elfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der HErr ist wahrhaftig aufer⸗ standen, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot brach. Epistolische Lektion. 1. Cor. 15, 35—58.(Der Tod ist verschlungen in dem Sieg.) Möchte aber jemand sagen: Wie werden die Toten auferstehen? und mit welcherlei Leibe werden sie kommen? Du Narr, das du säest, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und das du säest, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloß Korn, nämlich Weizen, oder der andern eines. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeglichen von den Samen seinen eigenen Leib. Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch, sondern ein ander Fleisch ist der Menschen, ein anderes des Viehes, ein anderes der Fische, ein anderes der Vögel. Und es sind himmlische Körper, und irdische Körper. Aber eine andre Herrlichkeit haben die himmlischen, und eine andere die irdischen. Eine andere Klarheit hat die Sonne; eine andere Klarheit hat der Mond; eine andere Klarheit haben die Sterne; denn ein Stern übertrifft den andern nach der Klarheit. Also auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesäet verweslich, und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesäet in Unehre, und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesäet in Schwachheit, und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesäet ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Hat man einen natürlichen Leib, so hat man auch einen geistlichen Leib. Wie es geschrieben stehet: Der erste Mensch, Adam, ist gemacht ins natürliche Leben, und der letzte Adam ins geistliche Leben. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche, darnach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde, und irdisch; der andere Mensch ist der HErr vom Himmel. Welcherlei der irdische ist, solcherlei sind auch die irdischen; und welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, also werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. Davon sage ich euch, lieben Brüder, daß Fleisch und Blut nicht können das Reich Gottes ererben; auch wird das Verwesliche nicht erben das Unverwesliche. Sieh, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen; wir werden aber alle verwandelt werden; und dasselbige plötzlich in einem Augenblick zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muß anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche wird anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche wird anziehen die Unsterblichkeit; dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben stehet: Der Tod ist ver⸗ schlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Aber der Stachel des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat, durch unsern HErrn Jesum Christum. Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unbeweglich, und nehmet immer zu in dem Werk des HErrn, sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem HErrn. — 50— Oder: Jes. 25, 1—8.(Er wird den Tod verschlingen ewiglich.) HErr, du bist mein Gott; dich preise ich. Ich lobe deinen Namen, denn du thust Wunder. Deine Vornehmen von Altem her sind treu und wahrhaftig. Denn du machest die Stadt zum Steinhaufen; die feste Stadt, daß sie auf einem Haufen liegt; der Fremden Palast, daß nicht mehr eine Stadt sei, und nimmermehr gebauet werde. Darum ehret dich ein mächtig Volk, die Städte gewaltiger Heiden fürchten dich. Denn du bist der Geringen Stärke, der Armen Stärke in Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten, wie ein Ungewitter wider eine Wand. Du demütigest der Fremden Ungestüm, wie die Hitze in einem dürren Ort, daß die Hitze den Reben der Tyrannen verderbe, und die Wolke dennoch Schatten gebe. Und der HErr Zebaoth wird allen Völkern machen auf diesem Berge ein fett Mahl, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist. Und er wird auf diesem Berge das Hüllen weg thun, damit alle Völker verhüllet sind, und die Decke, damit alle Heiden zu⸗ gedeckt sind. Denn er wird den Tod verschlingen ewiglich. Und der HErr HErr wird die Thränen von allen Angesichten abwischen, und wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen; denn der HErr hats gesagt. Evangelische Lektion. Joh. 20, 11—18.(Was weinest du 7) Maria aber stund vor dem Grabe, und weinete draußen. Als sie nun weinete, guckte sie in das Grab; und siehet zween Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu den Häupten, den andern zu den Füßen, da sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und dieselbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen HErrn weggenommen; und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie die sich zurücke, und siehet Jesum stehen, und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? wen suchest du? Sie meinet, es sei der ber Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, alle wo hast du ihn hingeleget? so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: abel Maria! Da wandte sie sich um, und spricht zu ihm: Rabbuni, das heißt, kom Meister. Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an; denn ich bin noch euch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern, und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater, und zu eurem Vater, zu meinem Gott, und zu eurem Gott. Maria Magdalena kommt, und verkündiget den Ar Jüngern: Ich habe den HErrn gesehen, und solches hat er zu mir gesagt. Nachmittags. Epi Lektion aus dem alten Testamente. Psalm 16.(Du wirst nicht zugeben, daß dein Heiliger verwese.) Un Bewahre mich, Gott; denn ich traue auf dich. Ich habe gesagt zu dem 1 HErrn: Du bist ja der HErr, ich muß um deinetwillen leiden. Für dic wi Geialen. so auf Erden sind, und für die Herrlichen; an denen hab ich mein 901 efallen. Aber jene, die einem andern nacheilen, werden groß Herzeleid 90 2 en, denn hrhaftig. sie auf tadt sei, Bolk, die Stärke, Schatten der eine dürren dennoch fdiesem ark, von len weg iden zu⸗ r HErr zufheben agt. sie nun dleidern eichnam weinest und ich ndte sie Spricht sei der ge mir, zu ihr: heißt, n noch n, und meinem get den sagt. zugeben, u dem ür dice h mein rzeleid ihren mein bliche, jeraten Errn wohl auch 31—— mein Fleisch wird sicher liegen. Denn du wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen, und nicht zugeben, daß dein Heiliger verwese. Du thust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle, und lieblich Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 13, 26—41.(Er hat die Verwesung nicht gesehen.) Ihr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Geschlechtes Abraham, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht kenneten, noch die Stimme der Propheten,(welche auf alle Sabbather gelesen werden), haben sie dieselben mit ihrem Urteilen erfüllet. Und wiewohl sie keine Ur⸗ sache des Todes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu töten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holz, und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferwecket von den Toten. Und er ist erschienen viel Tage denen, die mit ihm hinauf von Galiläa gen Jerusalem gegangen waren; welche sind seine Zeugen an das Volk. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Vätern geschehen ist, daß Decht But Gott uns, ihren Kindern, erfüllet hat in dem, daß er Jesum auferwecket hat; wie denn im andern Psalm geschrieben stehet: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget. Daß er ihn aber hat von den Toten auferweckt, daß er fort nicht mehr soll verwesen, spricht er also: Ich will euch die Gnade, David verheißen, treulich halten. Darum spricht er auch am andern Ort: Du wirst es nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe. Denn David, da er zu seiner Zeit gedienet hatte dem Willen Gottes, ist er entschlafen, und zu seinen Vätern gethan, und hat die Verwesung gesehen. Den aber Gott auferweckt hat, der hat die Ver⸗ wesung nicht gesehen. So sei es nun euch kund, lieben Brüder, daß euch verkündiget wird Vergebung der Sünden durch diesen, und von dem allen, durch welches ihr nicht konntet im Gesetz Mosis gerecht werden. Wer aber an diesen glaubet, der ist gerecht. Sehet nun zu, daß nicht über euch komme, das in den Propheten gesagt ist: Sehet, ihr Verächter, und verwundert euch, und werdet zu nichte; denn ich thue ein Werk zu euren Zeiten, welches ihr nicht glauben werdet, so es euch jemand erzählen wird. Am ersten Sonntage nach Ostern, genannt Quasimodogeniti. Vormittags. Epistel. 1. Joh. 5, 1—13.(Was von Gott geboren ist, überwindet die Welt.) Wer da glaubet, daß Jesus sei der Christ, der ist von Gott geboren. Und wer da liebet den, der ihn geboren hat, der liebet auch den, der von ihm geboren ist. Daran erkennen wir, daß wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben, und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn([drei sind, die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort und der Heilige Geist; und diese drei sind Eins, und] drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist, und das Wasser und das Blut; und die drei sind e ———5⸗:˖:wĩ:?:⸗:⸗:⸗-⸗f — 82— beisammen. So wir der Menschen Zeugnis annehmen, so ist Gottes Zeug⸗ nis größer; denn Gottes Zeugnis ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solch Zeugnis bei ihm. Wer Gott nicht glaubet, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubet nicht dem Zeugnis, das Gott zeuget von seinem Sohne. Und das ist das Zeug⸗ nis, daß uns Gott das ewige Leben hat gegeben, und solches Leben ist in seinem Sohne. Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Solches hab ich euch ge⸗ schrieben, die ihr glaubet an den- Namen des Sohnes Gottes, auf daß ihr wisset, daß ihr das ewige Leben habet, und daß ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes. Evangelium. Joh. 20, 19—31.(Friede sei mit euch.) Am Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt, und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände, und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den HErrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und meine Hand in seine Seite, will ichs nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger drinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein, und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deinen Finger her, und siehe meine Hände; und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite; und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein HErr, und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben. Auch viel andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes; und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen. Epistolische Lektion. 1. Petri 1, 3—16.(Die lebendige Hoffnung.) Gelobet sei Gott, und der Vater unsers HErrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wieder geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem un⸗ vergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel, euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit(wo es sein soll) traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu Lobe, Preis und Ehre, wenn nun offen⸗ baret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, so werdet ihr euch sreuen 8 H ———28„9759 n die — 583— mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, und das Ende eures Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit; nach welcher Seligkeit haben gesucht und geforschet die Propheten, die von der zukünftigen Gnade auf euch geweissaget haben, und haben geforschet, auf welche und welcherlei Zeit deuteke der Geist Christi, der in ihnen war, und zuvor bezeuget hat die Leiden, die in Christo sind, und die Herrlichkeit darnach; welchen es offen⸗ baret ist. Denn sie habens nicht ihnen selbst, sondern uns dargethan, welches euch nun verkündiget ist durch die, so euch das Evangelium verkündiget haben, durch den Heiligen Geist vom Himmel gesandt, welches auch die Engel gelüstet zu schauen. Darum so begürtet die Lenden eures Gemütes, seid nüchtern, und setzet eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird durch die Offenbarung Jesu Christi, als gehorsame Kinder, und stellet euch nicht gleich wie vorhin, da ihr in Unwissenheit nach den Lüsten lebetet; sondern nach dem, der euch berufen hat, und heilig ist, seid auch ihr heilig in allem euren Wandel. Denn es stehet geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. Evangelische Lektion. Joh. 21, 1—19.(Simon Johanna, hast du mich lieb 2) Darnach offenbarte sich Jesus abermal den Jüngern an dem Meer bei Tiberias. Er offenbarte sich aber also. Es waren bei einander Simon Petrus und Thomas, der da heißet Zwilling, und Nathanael, von Cana in Galiläa, und die Söhne Zebedäi, und andere zween seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus, und traten in das Schiff alsbald, und in derselbigen Nacht fingen sie nichts. Da es aber jetzt Morgen war, stund Jesus am Ufer; aber die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie ant⸗ worteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten des Schiffs, so werdet ihr finden. Da warfen sie, und konntens nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Petro: Es ist der HErr. Da Simon Petrus hörete, daß es der HErr war, gürtete er das Hemd um sich(denn er war nackend), und warf sich ins Meer. Die andern Jünger aber kamen auf dem Schiffe(denn sie waren nicht fern vom Lande, sondern bei zweihundert Ellen), und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun austraten auf das Land, sahen sie Kohlen geleget, und Fische darauf, und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. Simon Petrus stieg hinein, und zog das Netz auf das Land voll großer Fische, hundert und drei und funfzig. Und wiewohl ihrer so viel waren, zerriß doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl. Niemand aber unter den Jüngern durfte ihn fragen: Wer bist du? Denn sie wußten, daß es der Herr war. Da kommt Jesus, und nimmt das Brot, und giebts ihnen, desselbigen gleichen auch die Fische. Das ist nun das dritte Mal, daß Jesus offen⸗ baret ist seinen Jüngern, nachdem er von den Toten auferstanden ist. Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, HErr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andern Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, HErr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe. Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach 6 K ————— ——————————— P — 843— zu ihm: HErr, du weißest alle Dinge; du weißest, daß ich dich lieb habe Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten, und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber, zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Nachmittags Lektion aus dem Alten Testamente. Jes. 52, 1—10.(Die Füße der Boten auf den Bergen.) Mache dich auf, mache dich auf, Zion; zeuch deine Stärke an, schmücke dich herrlich, du heilige Stadt Jerusalem. Denn es wird hinfort kein Un⸗ beschnittener oder Unreiner in dir regieren. Mache dich aus dem Staube, stehe auf, du gefangene Jerusalem; mache dich los von den Banden deines Halses, du gefangene Tochter Zion. Denn also spricht der HErr: Ihr seid umsonst verkauft, ihr sollt auch ohne Geld gelöset werden. Denn so spricht der HErr HErr: Mein Volk zog am ersten hinab in Egypten, daß es daselbst ein Gast wäre; und Assur hat ihm ohn Ursach Gewalt gethan. Aber wie thut man mir jetzt allhie? spricht der HErr. Mein Volk wird umsonst ver⸗ führet! seine Herrscher machen eitel Heulen, spricht der HErr; und mein Name wird immer täglich gelästert. Darum soll mein Volk meinen Namen kennen zu derselbigen Zeit; denn siehe, ich will selbst reden. Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Boten, die da Friede verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen; die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König. Deine Wächter rufen laut mit ihrer Stimme, und rühmen mit einander; denn man wirds mit Augen sehen, wenn der HErr Zion bekehret. Lasset fröhlich sein, und mit einander rühmen das Wüste zu Jerusalem; denn der HErr hat sein Volk getröstet, und Jerusalem erlöset. Der HErr hat offenbaret seinen heiligen Arm, vor den Augen aller Heiden; daß aller Welt Ende siehet das Heil unsers Gottes. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Cor. 5, 1—10.(Das Haus, das ewig ist im Himmel.) Wir wissen aber, so unser irdisch Haus dieser Hütte zerbrochen wird, daß wir einen Bau haben von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist, im Himmel. Und über demselbigen sehnen wir uns auch nach unserer Behausung, die vom Himmel ist, und uns verlanget, daß wir damit überkleidet werden; so doch, wo wir bekleidet, und nicht bloß erfunden werden. Denn dieweil wir in der Hütte sind, sehnen wir uns, und sind beschweret; fintemal wir wollten lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden, auf daß das Sterbliche würde verschlungen von dem Leben. Der uns aber zu demselbigen bereitet, das ist Gott, der uns das Pfand, den Geist, gegeben hat. Wir sind aber getrost allezeit, und wissen, daß, dieweil wir im Leibe wohnen, so wallen wir dem HErrn. Denn wir wandeln im Glauben, und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost, und haben vielmehr Lust, außer dem Leibe zu wallen, und daheim zu sein bei dem HErrn. Darum fleißigen wir uns auch, wir sind daheim oder wallen, daß wir ihm wohl⸗ gefallen. Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfahe, nachdem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. ——m8—838—————— „ 7 VD habe ch sage du hin nd ein igte er raber Boten mücke n Un⸗ taube, deines r seid spricht aselbst r wie tver⸗ mein ennen d auf digen, ächter wirds und sein iligen Heil „ das wird, inden uns 3wir inden sind leidet Der den wir üben, Lust, mrum ohl⸗ risti, eben, — 85— Am zweiten Sonntage nach Ostern, genannt Misericordias Domini. Vormittags. Epistel. 1. Petri 2, 19—25.(Ihr waret wie die irrenden Schafe.) „Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Übel verträgt, und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Denn dazu seid ihr be⸗ rufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, das ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde ge⸗ than hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht dräuete, da er litt; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Evangelium. Joh. 10, 12—18.(Ich bin ein guter Hirte.) Ich bin ein guter Hirte; ein guter Hirte lässet sein Leben für seine Schafe. Ein Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verlässet die Schafe, und fleucht; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Mietling aber fleucht; denn er ist ein Mietling, und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und dieselben muß ich herführen, und'sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Herde und Ein Hirte werden. Darum liebet mich mein Vater, daß ich mein Leben lasse, auf daß ichs wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe es Macht zu lassen, und habe es Macht wieder zu nehmen. Solch Gebot habe ich empfangen von meinem Vater. Epistolische Lektion. Röm. 14, 6—13.(Wir sind des HErrn.) Welcher auf die Tage hält, der thuts dem HErrn; und welcher nichts darauf hält, der thuts auch dem HErrn. Welcher isset, der isset dem HErrn; denn er danket Gott; welcher nicht isset, der isset dem HErrn nicht, und danket Gott. Denn unser keiner lebt ihm selber, und keiner stirbt ihm selber. Leben wir, so leben wir dem HErrn; sterben wir, so sterben wir dem HErrn. Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des HErrn. Denn dazu ist Christus auch gestorben, und auferstanden, und wieder lebendig worden, daß er über Tote und Lebendige Herr sei. Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du anderer, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor dem Richtstuhl Christi dargestellet werden; nachdem geschrieben stehet: So wahr ich lebe, spricht der HErr, mir sollen alle Kniee gebeuget werden, und alle Zungen sollen Gott bekennen. So wird nun ein jeglicher für sich selbst Gott Rechenschaft geben. Darum lasset uns nicht d se einer den andern richten; sondern das richtet vielmehr, daß niemand einem Bruder einen Anstoß oder Argernis darstelle. 86—. Evangelische Lektion. Joh. 14, 1—14.(Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.) Und er sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In meines Vaters Hause sind viel Wohnungen. Wenns nicht so wäre, so wollt ich zu euch sagen, ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hinginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wiederkommen, und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas? HErr, wir wissen nicht, wo du hingehest; und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg, und die Wahrheit, und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kennetet, so kennetet ihr auch meinen Vater. Und von nun an kennet ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: HErr, zeige uns den Vater, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der siehet den Vater. Wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derselbige thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird größere, denn diese thun; denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geehret werde in dem Sohne. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Ezechiel 34, 11—16.(Ich will mich meiner Herde selbst annehmen.) Denn so spricht der HErr HErr: Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen. Wie ein Hirte seine Schafe suchet, wenn sie von seiner Herde verirret sind, also will ich meine Schafe suchen; und will sie erretten von allen Ortern, dahin sie zerstreuet waren, zur Zeit, da es trübe und finster war. Ich will sie von allen Völkern ausführen, und aus allen Ländern versammeln, und will sie in ihr Land führen; und will sie weiden auf den Bergen Israel, und in allen Auen, und auf den Angern des Landes. Ich will sie auf die beste Weide führen, und ihre Hürden werden auf den hohen Bergen in Israel stehen: daselbst werden sie in sanften Hürden liegen, und fette Weide haben auf den Bergen Israel. Ich will selbst meine Schafe weiden, und ich will sie lagern, spricht der HErr HErr. Ich will das Verlorne wiedersuchen, und das Verirrete wiederbringen, und das Verwundete verbinden, und des Schwachen warten; und was fett und stark ist, will ich behüten, und will ihrer pflegen, wie es recht ist. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Petri 4, 12—19.(Der Geist der Herrlichkeit in der Schmach.) Ihr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden,(die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet,) als widerführe euch etwas Selt⸗ sames; sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch, zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit, Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet über dem Namen Christi; denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei —.,. 22222277227——3 EE 7Z.. IISrrene heit und 5laubet se sind ch gehe ätte zu daß ihr wisset igehest; r Weg, h mich. iun an HErr, ige bin r siehet nicht, zu euch vohnet, Vater ihrlich, hthun, Vater. uf daß neinem ll mich Herde wenn ; und eit, da ,„ und id will Ungern ürden sanften h will HErr. ,„ und tt und eist der n,(die Selt⸗ ch, zur möget. denn ). Bei 0 — 57— ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepreiset. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder übelthäter oder der in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht; er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfahe das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns; was wills für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. Am dritten Sonntage nach Ostern, genannt Jubilate. Vormittags. Epistel. 1. Petri 2, 11—18.(Als die Fremdlinge und Pilgrime) Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime: enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten; und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch after⸗ reden, als von Übelthätern, eure guten Werke sehen, und Gott preisen, wenns nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des HErrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Haupt⸗ leuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Übelthäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun ö verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Evangelium. Joh. 16, 16—23.(Eure Freude soll Niemand von euch nehmen.) über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber üÜber ein Kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er saget zu uns, Über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er sagt, über ein Kleines? wir wissen nicht, was er redet. Da merkete Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe, über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich ich sage euch, ihr werdet weinen und heulen; aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist kommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen ö Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistolische Lektion. 1. Joh. 3, 1—6.(Wir werden ihn sehen, wie er ist.) Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget, daß wir Gottes Kinder sollen heißen. Darum kennet euch die Welt nicht; denn sie kennet ihn nicht. Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder, und ist noch nicht 2—— S Seren erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, daß wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und ein jeglicher, der solche Hoffnung hat zu ihm, der reiniget sich, gleichwie er auch rein ist. Wer Sünde thut, der thut auch Unrecht; und die Sünde ist das Unrecht. Und ihr wisset, daß er ist erschienen, auf daß er unsere Sünden wegnehme, und ist keine Sünde in ihm. Wer in ihm bleibet, der sündiget nicht; wer da fündiget, der hat ihn nicht gesehen, noch erkannt. Evangelische Lektion. Joh. 12, 20—26.(Die Zeit ist gekommen, daß des Menschen Sohn verkläret werde.) Es waren aber etliche Griechen unter denen, die hinauf kommen waren, daß sie anbeteten auf das Fest. Die traten zu Philippo, der von Bethsaida aus Galiläa war, baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten Jesum gerne sehen. Philippus kommt und sagts Andreas, und Philippus und Andreas sagtens weiter Jesu. Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist kommen, daß des Menschen Sohn verkläret werde. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß das Weizenkorn in die Erde falle und ersterbe, so bleibts allein; wo es aber erstirbt, so bringts viel Früchte. Wer sein Zeben lieb hat, der wirds verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasset, der wirds erhalten zum ewigen Leben. Wer mir dienen will, der solge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 23.(Der HErr ist mein Hirt.) Der HErr ist mein Hirt; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue, und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest por mir einen Tisch gegen meine Feinde. Du salbest mein Haupt mit Ol, und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Lebenlang, und ich werde bleiben im Hause des HErrn immerdar. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Tim. 1, 3—14.(Der heilige Ruf.) * — 83.— Apostel, und Lehrer der Heiden. Um welcher Sache willen ich solches leide, aber ich schäme michs nicht; denn ich weiß, an welchen ich glaube, und bin gewiß, daß er kann mir meine Beilage bewahren bis an jenen Tag. Halt an dem Vorbilde der heilsamen Worte, die du von mir gehört hast, vom Glauben und von der Liebe in Christo Jesu. Diese gute Beilage bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnet. Am vierten Sonntage nach Ostern, genannt Cantate. Vormittags. Epistel. Jac. 1, 12—21.(Gezeugt durch das Wort der Wahrheit.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er be⸗ währet ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben. Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von Gott versucht werde. Denn Gott ist nicht ein Versucher zum Bösen; er versuchet niemand. Sondern ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizet und gelocket wird. Darnach wenn die Lust em⸗ pfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert sie den Tod Irret nicht, lieben Brüder. Alle gute Gabe und alle voll⸗ kommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und Finsternis. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit; und nehmet das Wort an mit Sanft⸗ mut, das in euch gepflaͤnzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelinm. Joh. 16, 5—15.(Es ist euch gut, daß ich hingehe.) Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber ich sage euch die Wahrheit, es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet; um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnets jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird ers nehmen, und euch verkündigen. Alles was der Vater hat, das ist mein; darum hab ich gesagt: Er wirds von dem Meinem nehmen, und euch verkündigen. Epistolische Lektion. 2. Tim. 2, 8—13.(Sterben wir mit, so werden wir mit leben.) Halt im Gedächtnis Jesum Christum, der auferstanden ist von den Toten, aus dem Samen Davids, nach meinem Evangelio, über welchem ich mich leide bis an die Bande, als ein übelthäter; aber Gottes Wort ist nicht ge⸗ SS S e —. —99— bunden. Darum dulde ichs alles, um der Auserwählten willen, auf daß auch sie die Seligkeit erlangen in Christo Jesu mit ewiger Herrlichkeit. Das ist je gewißlich wahr: Sterben wir mit, so werden wir mit leben; dulden wir, so werden wir mit herrschen; verleugnen wir, so wird er uns auch ver⸗ leugnen; glauben wir nicht, so bleibet er treu; er kann sich selbst nicht leugnen. Evangelische Lektion. Joh. 6, 60—71.(Wollt ihr auch weggehen 7) Viel nun seiner Jünger, die das höreten, sprachen: Das ist eine harte Rede, wer kann sie hören? Da Jesus aber bei sich selbst merkete, daß seine Jünger darüber murreten, sprach er zu ihnen: Argert euch das? Wie, wenn ihr denn sehen werdet des Menschen Sohn auffahren dahin, da er zuvor war? Der Geist ists, der da lebendig macht? das Fleisch ist kein nütze. Die Worte, die ich rede, die sind Geist und sind Leben. Aber es sind etliche unter euch, die glauben nicht. Denn Jesus wußte von Anfang wohl, welche nicht glaubend waren, und welcher ihn verraten würde. Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt, niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben. Von dem an gingen seiner Jünger viel hinter sich, und wandelten hinfort nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: HErr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubet und erkannt, daß du bist Christus, der Sohn des leben⸗ digen Gottes. Jesus antwortete ihm: Hab ich nicht euch Zwölfe erwählet? und euer einer ist ein Teufel. Er redete aber von dem Juda Simon Ischa⸗ rioth; derselbige verriet ihn hernach, und war der Zwölfen einer. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jesaias 57, 11—21.(Er erquickt das Herz der Zerschlagenen.) Vor wem bist du so sorgfältig, und fürchtest also; so du doch mit Lügen umgehest, und denkest an mich nicht, und nimmst es nicht zu Herzen? Meinest du, ich werde allwege schweigen, daß du mich so gar nicht fürchtest? Ich will aber deine Gerechtigkeit anzeigen und deine Werke, daß sie dir kein nütze sein sollen. Wenn du rufen wirst, so laß dir deine Haufen helfen. Aber der Wind wird sie alle wegführen, und Eitelkeit wird sie wegnehmen. Aber wer auf mich trauet, wird das Leben erben, und meinen heiligen Berg besitzen, und wird sagen: Machet Bahn, machet Bahn, räumet den Weg, hebet die Anstöße aus dem Wege meines Volks. Denn also spricht der Hohe und Erhabene, der ewiglich wohnet, des Name heilig ist; der ich in der Höhe und im Heiligtum wohne, und bei denen, so zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf daß ich erquicke den Geist der Gedemütigten, und das Herz der Zerschlagenen: Ich will nicht immerdar hadern, und nicht ewiglich zürnen; sondern es soll von meinem Angesicht ein Geist weben, und ich will Odem machen. Ich war zornig über die Untugend ihres Geizes, und schlug sie, verbarg mich, und zürnete; da gingen sie hin und her im Wege ihres Herzens. Aber da ich ihre Wege ansahe, heilete ich sie, und leitete sie, und gab ihnen wieder Trost, und denen, die über jene Leide trugen. Ich will Frucht der Lippen schaffen, die da predigen: Friede, Friede, beide denen in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der HErr, und will sie heilen. Aber die Gottlosen sind wie ein ungestüm Meer, das nicht stille sein kann, und seine Wellen Kot und Unflat auswerfen. Die Gottlosen haben nicht Friede, spricht mein Gott. — muf daß t. Das dulden ich ver⸗ st nicht n2) ie harte iß seine „ wenn zuvor tze. Die etliche welche sprach: m denn hinter zu den Petrus: 8; und leben⸗ vählet? Ischa⸗ rickt das Lügen Meinest zch will he sein ber der Aber Berg et den spricht der ich n und itigten, , und weben, Geizes, her im e„ und rugen. beide vill sie le sein haben — 1— gektion aus dem Reuen Testamente. 2. Tim. 2, 14—23.(Der HErr kennet die Seinen.) Solches erinnere sie, und bezeuge vor dem HErrn, daß sie nicht um Worte zanken, welches nichts nütze ist, denn zu verkehren, die da zuhören. Befleißige dich Gott zu erzeigen einen rechtschaffenen, unsträflichen Arbeiter, der da recht teile das Wort der Wahrheit. Des ungeistlichen, losen Ge⸗ schwätzes entschlage dich; denn es hilft viel zum ungöttlichen Wesen. Und ihr Wort frißt um sich wie der Krebs, unter welchen ist Hymenäus und Philetus, welche der Wahrheit gefehlet haben, und sagen, die Auferstehung sei schon geschehen, und haben etlicher Glauben verkehret. Aber der feste Grund Gottes bestehet, und hat dieses Siegel: Der HErr kennet die Seinen, und: Es trete ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen Christi nennet. In einem großen Hause aber find nicht allein güldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und etliche zu Ehren, etliche aber zu Unehren. So nun jemand sich reiniget von solchen Leuten, der wird ein geheiliget Faß sein, zu den Ehren, dem Hausherrn bräuchlich, und zu allem guten Werk bereitet. Fleuch die Lüste der Jugend, jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden, mit allen, die den HErrn anrufen von reinem Herzen. Aber der thörichten und unnützen Fragen entschlage dich; denn du weißest, daß sie nur Zank gebären. Am fünften Sonntage nach Ostern, genannt Rogate. Vormittags Epistel. Jac. 1, 2—27.(Der reine und unbefleckte Gottesdienst.) Seid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund an davon, und vergisset, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter; derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, des Gottes⸗ dienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: Die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium. Joh. 16, 23—33. Bittet, so werdet ihr nehmen.) Wahrlich, wahrlich ich sage euch, so ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude voll⸗ kommen sei. Solches hab ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Bater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagest kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage. — —. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubet ihr. Siehe, es kommt die Stunde, und ist schon kommen, daß ihr zerstreuet werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich alleine lasset. Aber ich bin nicht alleine; denn der Vater ist bei mir. Solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mir Friede habet. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt Üüberwunden. Epistolische geltion. 1. Tim. 2, 1—6.(Fürbitte für alle Menschen.) So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gotiseligkeit und Ehrbarkeit. Denn solches ist gut, dazu auch an⸗ genehm vor Gott, unserm Heiland, welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist Ein Gott, und Ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit geprediget würde. Evangelische Lektion. Joh. 17, 1—11.(Ich bitte für die, die du mir ge⸗ geben hast.) Solches redete Jesus, und hub seine Augen auf gen Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist hie, daß du deinen Sohn verklärest, auf daß dich dein Sohn auch verkläre; gleichwie du ihm Macht hast gegeben über alles Fleisch, auf daß er das ewige Leben gebe allen, die du ihm ge⸗ geben hast. Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, daß du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen. Ich habe dich verkläret auf Erden, und vollendet das Werk, das du mir gegeben hast, daß ich thun sollte. Und nun verkläre mich du, Vater, bei dir selbst, mit der Klarheit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Ich habe deinen Namen offenbaret den Menschen die du mir von der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort behalten. Nun wissen sie, daß alles, was du mir gegeben hast, sei von dir. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, hab ich ihnen gegeben; und sie habens angenommen und erkannt wahrhaftig, daß ich von dir ausgegangen bin, und glauben, daß du mich gesandt hast. Ich bitte für sie, und bitte nicht für die Welt, sondern für die, so du mir gegeben hast; denn sie sind dein. Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verkläret. Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Beiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, daß sie eines seien, gleich⸗ wie wir. Nachmittags. gektion aus dem Alten Testamente. Psalm 102, 12—29.(Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen.) Meine Tage sind dahin, wie ein Schatten; und ich verdorre wie Gras. Du aber, HErr, bleibest ewiglich, und dein Gedächtnis für und für. Du twortete ommen, e lasset. habe ich abt ihr hen.) e Bitte, ige und mögen uch an⸗ geholfen n Gott, Mensch solches mir ge⸗ tel und auf daß en über hm ge⸗ u allein en. Ich gegeben r selbst, deinen en hast. n Wort von dir. und sie egangen nd bitte sie sind das ist r Welt; erhalte „gleich⸗ endet sich ie Gras. ir. Du daß du wollten nd Kalk en, und rscheinet in seiner Ehre. Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen, und verschmähet ihr Gebet nicht. Das werde geschrieben auf die Nachkommen; und das Volk, das geschaffen soll werden, wird den HErrn loben. Denn er schauet von seiner heiligen Höhe, und der HErr fiehet vom Himmel auf Erden, daß er das Seufzen des Gefangenen höre, und los mache die Kinder des Todes; auf daß sie zu Zion predigen den Namen des HErrn, und sein Lob zu Je⸗ rusalem; wenn die Völker zusammenkommen, und die Königreiche, dem HErrn zu dienen. Er demütiget auf dem Wege meine Kraft, und verkürzet meine Tage. Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage. Deine Jahre währen für und für. Du hast vorhin die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten, wie ein Gewand; sie werden verwandelt, wie ein Kleid, wenn du sie verwandeln wirst. Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Die Kinder deiner Knechte werden bleiben, und ihr Samen wird vor dir gedeihen. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Thefs. 5, 14—25.(Beten und danken.) Wir ermahnen euch aber, lieben Brüder, vermahnet die Ungezogenen, tröstet die Kleinmütigen, traget die Schwachen, seid geduldig gegen jeder⸗ mann. Sehet zu, daß niemand Böses mit Bösem jemand vergelte, sondern allezeit jaget dem Guten nach, beide unter einander und gegen jedermann. Seid allezeit fröhlich. Betet ohn Unterlaß. Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu an euch. Den Geist dämpfet nicht. Die Weissagung verachtet nicht. Prüfet aber alles, und das Gute behaltet. Meidet allen bösen Schein. Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist ganz, samt der Seele und Leib, müsse behalten werden unsträflich auf die Zukunft unsers HErrn Jesu Christi. Getreu ist er, der euch rufet, welcher wirds auch thun. Lieben Brüder, betet für uns. Himmelfahrt. Vormittags. Epistel. Apgsch. 1, 1—11.(Er ward aufgehoben zusehends.) Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle dem, das Jesus anfing, beide zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln(welche er hatte erwählet) durch den Heiligen Geist Befehl gethan hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte durch mancherlei Erweisung, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusa⸗ lem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret(sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem Heiligen Geiste getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammenkommen waren, fragten ihn und sprachen: HErr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Bater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird; und werdet meine aagn sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zu⸗ — — S e — 94— sehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahrend, siehe, da stunden bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium. Marci 16, 14—20.(Er ward aufgehoben gen Himmel.) Zuletzt, da die Elfe zu Tische saßen, offenbarete er sich und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden; und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird ver⸗ dammt werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tötliches trinken, wirds ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der HErr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sitzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der HErr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Epistolische Lektion. Hebr. 9, 24—10, 14.(Christus vor dem Angesichte Gottes für uns.) Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heilige, so mit Händen gemacht ist(welches ist ein Gegenbild des rechtschaffenen), sondern in den Himmel selbst, nun zu erscheinen vor dem Angesichte Gottes für uns. Auch nicht, daß er sich oftmals opfere, gleichwie der Hohepriester gehet alle Jahr in das Heilige mit fremdem Blut; sonst hätte er oft müssen leiden von Anfang der Welt her. Nun aber am Ende der Welt ist er einmal erschie⸗ nen, durch sein eigen Opfer die Sünde aufzuheben. Und wie den Menschen ist gesetzt, einmal zu sterben, darnach aber das Gericht: also ist Christus einmal geopfert, wegzunehmen vieler Sünden. Zum andern Mal aber wird er ohne Sünde erscheinen denen, die auf ihn warten, zur Seligkeit. Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht das Wesen der Güter selbst. Alle Jahr muß man opfern immer einerlei Opfer, und kann nicht, die da opfern, vollkommen machen. Sonst hätte das Opfern aufgehöret, wo die, so am Gottesdienst sind, kein Gewissen mehr hätten von den Sünden, wenn sie einmal gereiniget wären. Sondern es geschieht nur durch dieselbigen ein Gedächtnis der Sünden alle Jahr. Denn es ist un⸗ möglich, durch Ochsen⸗ und Bocksblut Sünden wegnehmen. Darum, da er in die Welt kommt, spricht er: Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; den Leib aber hast du mir zubereitet; Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht. Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch stehet vornehmlich von mir geschrieben, daß ich thun soll, Gott, deinen Willen. Droben, als als sie zween aliläa, uch ist bt gen nel.) t ihren denen, in alle et und d ver⸗ die da n, mit 'tliches Hände er mit rechten n, und [Igende igesichte enschen hristus r wird Denn Wesen „ und Opfern — 5— dienst pflege, und oftmals einerlei Opfer thue, welche nimmermehr können die Sünden abnehmen. Dieser aber, da er hat Ein Opfer für die Sünden geopfert, das ewiglich gilt, sitzt er nun zur Rechten Gottes, und wartet hin⸗ fort, bis daß seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden. Denn mit Einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiliget werden. Oder: Psalm 110.(Setze dich zu meiner Rechten.) Der HErr sprach zu meinem HErrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege. Der HErr wird das Zepter deines Reichs senden aus Zion. Herrsche unter deinen Feinden. Nach deinem Sieg wird dir dein Volk williglich opfern in heiligem Schmuck. Deine Kinder werden dir geboren, wie der Tau aus der Morgenröte. Der HErr hat geschworen, und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester ewiglich, nach der Weise Melchisedeks. Der HErr zu deiner Rechten wird zerschmeißen die Könige zur Zeit seines Zorns; Er wird richten unter den Heiden, er wird große Schlacht thun; er wird zerschmeißen das Haupt über große Lande. Er wird trinken vom Bach auf dem Wege; darum wird er das Haupt emporheben. Evangelische Lektion. Joh. 17, 12—26.(Run aber komme ich zu dir.) Dieweil ich bei ihnen war in der Welt, erhielt ich sie in deinem Namen. Die du mir gegeben hast, die habe ich bewahret, und ist keiner von ihnen verloren, ohne das verlorne Kind, daß die Schrift erfüllet würde. Nun aber komme ich zu dir, und rede solches in der Welt, auf daß sie in ihnen haben meine Freude vollkommen. Ich hab ihnen gegeben dein Wort, und die Welt hasset sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie denn auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, daß du sie von der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrest vor dem Übel. Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Gleichwie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt. Ich heilige mich selbst für sie, auf daß auch sie geheiliget seien in der Wahrheit. Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß sie alle eines seien, gleichwie du, Vater, in mir, und ich in dir; daß auch sie in uns eines seien, auf daß die Welt glaube, du habest mich gesandt. Und ich hab ihnen gegeben die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, daß sie Eines seien, gleichwie wir-Eines sind, ich in ihnen, und du in mir, auf daß sie vollkommen seien in Eines, und die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und liebest sie, gleichwie du mich liebest. Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebet, ehe denn die Welt gegründet wärd. Gerechter Vater, die Welt kennet dich nicht; ich aber kenne dich, und diese erkennen, daß du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kund gethan, und will ihnen kund thun, auf daß die Liebe, damit du mich liebest, sei in ihnen, und ich in ihnen. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 14, 14—20.(Priester und Rönig.) Als nun Abram hörete, daß sein Bruder gefangen war, wappnete er seine Knechte, drei hundert und achtzehn, in seinem Hause geboren, und jagte ihnen nach bis gen Dan; und teilete sich, fiel des Nachts über sie ——— — S e e — 95— mit seinen Knechten, und schlug sie, und jagte sie bis gen Hoba, die zur Linken der Stadt Damaskus liegt; und brachte alle Habe wieder, dazu auch Lot, seinen Bruder, mit seiner Habe, auch die Weiber und das Volk. Als er nun wiederkam von der Schlacht des Kedor Laomor, und der Könige mit ihm, ging ihm entgegen der König von Sodom in das Feld, das Königs⸗ thal heißet. Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein hervor. Und er war ein Priester Goktes des Höchsten. Und segnete ihn und sprach: Gesegnet seiest du, Abram, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde besitzt; und gelobet sei Gott der Höchste, der deine Feinde in deine Hand beschlossen hat Und demselben gab Abram den Zehnten von allerlei. gektion aus dem Reuen Telamente. 1. Petri 3, 15—22.(Ihm ist alles unterthan.) Heiliget aber Gott den HErrn in euren Herzen. Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung jedermann, der Grund fordert der Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmütigkeit und Furcht, und habt ein gut Gewissen, auf daß die, so von euch afterreden, als von Übelthätern, zu schanden werden, daß sie geschmähet haben euren guten Wandel in Christo. Denn es ist besser, so es Gottes Wille ist, daß ihr von Wohlthat wegen leidet, denn von Übelthat wegen. Sintemal auch Christus einmal für unsere Sünden gelitten hat, der Gerechte für die Ungerechten, auf daß er uns Gotte opferte; und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. In demselbigen ist er auch hingegangen, und hat geprediget den Geistern im Gefängnis, die etwa nicht glaubeten, da Gott einsmals harrete und Geduld hatte zu den Zeiten Noä, da man die Arche zurüstete, in welcher wenig, das ist, acht Seelen behalten wurden durchs Wasser; welches nun auch uns selig macht in der Taufe, die durch jenes bedeutet ist, nicht das Abthun des Unflats am Fleisch, sondern der Bund eines guten Gewissens mit Gott, durch die Auferstehung Jesu Christi, welcher ist zur Rechten Gottes in den Himmel gefahren, und sind ihm unterthan die Engel, und die Ge⸗ waltigen, und die Kräfte. Am sechsten Sonntage nach Ostern, genannt Exaudi. Vormittags. Epistel. 1. Petri 4, 8—11. 35 guten Haushalter der mancherlei Gnade ottes.) So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So jemand redet, daß ers rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß ers thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde durch Jesum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium. Joh. 15, 26—16, 4.(Der Geist der Wahrheit wird zeugen von mir.) Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde dom Bater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert 8 die zur u auch Als⸗ ige mit önigs⸗ Wein ete ihn el und deine llerlei. st alles bereit in euch wissen, handen Denn leidet, unsere r uns t nach jet den harrete velcher nun ht das vissens Gottes ꝛe Ge⸗ . Gnade aber ch der dienet guten de als nögen, durch igkeit! zeugen werde wird nfang rgert. 8 — 97— Sie werden euch in den Bann ihun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tötet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch. Epistolische Lektion. Col. 3, 1—11.(Suchet, was droben ist.) Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, das droben ist, und nicht nach dem, das auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott. Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in der Herrlichkeit. So tötet nun eure Glieder, die auf Erden sind, Hurerei, Unreinigkeit, schändliche Brunst, böse Lust, und den Geiz, welcher ist Ab⸗ götterei; um welcher willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens; in welchen auch ihr weiland gewandelt habt, da ihr drinnen lebetet. Nun aber leget alles ab von euch, den Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde. Lüget nicht unter einander; ziehet den alten Menschen mit seinen Werken aus; und ziehet den neuen an, der da verneuert wird zu der Erkenntnis, nach dem Ebenbilde des, der ihn geschaffen hat; da nicht ist Grieche, Jude, Beschneidung, Vorhaut, Un⸗ grieche, Scythe, Knecht, Freier, sonder alles und in allen Christus. Evangelische Lektion. Joh. 7, 28—39.(Ströme lebendigen Wassers.) Da rief Jesus im Tempel, lehrete und sprach: Ja, ihr kennet mich, und wisset, von wannen ich bin; und von mir selbst bin ich nicht kommen sondern es ist ein Wahrhaftiger, der mich gesandt hat, welchen ihr nicht kennet. Ich kenne ihn aber, denn ich bin von ihm, und er hat mich gesandt. Da suchten sie ihn zu greifen. Aber niemand legte die Hand an ihn; denn seine Stunde war noch nicht kommen. Aber viele vom Volk glaubten an ihn und sprachen: Wenn Christus kommen wird, wird er auch mehr Zeichen thun, denn dieser thut? Und es kam vor die Pharisäer, daß das Volk solches von ihm murmelte. Da sandten die Pharisäer und Hohenpriester Knechte aus, daß sie ihn griffen. Da sprach Jesus zu ihnen: Ich bin noch eine kleine Zeit bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat. Ihr werdet mich suchen, und nicht finden; und da ich bin, könnet ihr nicht hinkommen. Da sprachen die Juden unter einander: Wo will dieser hingehen, daß wir ihn nicht finden sollen? Will er unter die Griechen gehen, die hin und her zerstreuet liegen, und die Griechen lehren? Was ist das für eine Rede, daß er saget: Ihr werdet mich suchen, und nicht finden; und wo ich bin, da könnet ihr nicht hinkommen? Aber am letzten Tage des Festes, der am herrlichsten war, trat Jesus auf, rief und sprach: Wen da dürstet, der komme zu mir, und trinke. Wer an mich glaubet, wie die Schrift saget, von des Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, welchen empfahen sollten, die an ihn glaubten; denn der Heilige Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verkläret. Rachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 42.(Meine Seele dürstet nach Gott.) Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott Don S Seren — 0— Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Meine Thränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott? Wenn ich denn des inne werde, so schütte ich mein Herz heraus bei mir selbst, denn ich wollte gerne hingehen mit dem Haufen, und mit ihnen wallen zum Hause Gottes, mit Frohlocken und Danken, unter dem Haufen, die da feiern. Was betrübest du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht. Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir; darum gedenke ich an dich, im Lande am Jordan und Her⸗ monim, auf dem kleinen Berg. Deine Fluten rauschen daher, daß hie eine Tiefe und da eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich. Der HErr hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts singe ich ihm, und bete zu Gott meines Lebens. Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mein vergessen? Warum muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget? Es ist als ein Mord in meinen Beinen, daß mich meine Feinde schmähen, wenn sie täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott? Was betrübest du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist. Lektion aus dem Neuen Testamente. Jacobi 1, 2—11.(Himmlischer Sinn.) Meine lieben Brüder, achtet es eitel Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtung fallet, und wisset, daß euer Glaube, so er rechtschaffen ist, Geduld wirket. Die Geduld aber soll fest bleiben bis ans Ende, auf daß ihr seid vollkommen und ganz, und keinen Mangel habet. So aber jemand unter euch Weisheit mangelt, der bitte von Gott, der da giebt einfältiglich jeder⸗ mann, und rücket es niemand auf; so wird sie ihm gegeben werden. Er bitte aber im Glauben, und zweifle nicht; denn wer da zweifelt, der ist gleich wie die Meereswoge, die vom Winde getrieben und gewebet wird. Solcher Mensch denke nicht, daß er etwas von dem HErrn empfahen werde. Ein Zweifler ist unbeständig in allen seinen Wegen. Ein Bruder aber, der niedrig ist, rühme sich seiner Höhe; und wer da reich ist, rühme sich seiner Niedrigkeit; denn wie eine Blume des Grases wird er vergehen. Die Sonne gehet auf mit der Hitze, und das Gras verwelket, und die Blume fällt ab, und Men schöne Gestalt verdirbet; also wird der Reiche in seiner Habe verwelken. 1. Pfingsttag. Vormittags. Epistel. Apgsch. 2, 1—18.(Sie wurden alle voll des Heiligen Geistes) DIII— — 59— Meine ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther, und Meder, r sagt: und Clamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien, und in Judäa und mein Cappadocien, Pontus und Asien, Phrygien und Pamphylien, Egypten und daufen, an den Enden der Libyen bei Cyrene, und Ausländer von Rom, Juden und danten. Judengenossen, Creter und Araber; wir hören sie mit unsern Zungen die Seele,/, großen Thaten Gottes reden. Sie entsatzten sich aber alle, und wurden irre, m noch—uͤnd sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber meine hattens ihren Spott und sprachen: Sie find voll süßes Weins. Da trat d Her⸗ Petrus auf mit den Elfen, hub auf seine Stimme, und redete zu ihnen: ie eine Ihr Juden, lieben Männer, und alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das gehen sei euch kund gethan, und lasset meine Worte zu euren Ohren eingehen. Nachts Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet, sintemal es ist die dritte neinem Stunde am Tage. Sondern das ists, das durch den Propheten Joel zuvor gehen, gesagt ist: Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, ich will Beinen, ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Wo ist Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge Auech Gesichte sehen, und eure nruhig Altesten sollen Träume haben; und auf meine Knechte, und auf meine Mägde meines will ich in denselbigen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Sinn.) icherlei Evangelium. Joh. 14, 15—31.(Ich will euch nicht Waisen lassen.) Geduld Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote. Und ich will den Vater bitten, hr seid und er soll euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich, „unter den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfahen; denn sie jeder⸗ siehet ihn nicht, und kennet ihn nicht. Ihr aber kennet ihn; denn er bleibet n. Er bei euch, und wird in euch sein. Ich will euch nicht Waisen lassen; ich t gleich komme zu euch. Es ist noch um ein Kleines, so wird mich die Welt nicht Solcher mehr sehen; ihr aber sollt mich sehen denn ich lebe, und ihr sollt auch leben. Ein An demselbigen Tage werdet ihr ertennen, daß ich in meinem Vater bin, r, de; und ihr in mir, und ich in euch. Wer meine Gebote hat, und hält sie, der seiner ists, der mich liebet. Wer mich aber liebet, der wird von meinem Vater Sonne geliebet werden, und ich werde ihn lieben, und mich ihm offenbaren. Spricht illt ab, zu ihm Judas, nicht der Isharioth: HErr, was ists, daß du uns willst dich Habe offenbaren, und nicht der Welt? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr 1es öret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches 99 hab ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, nmütig der Heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der⸗ eines selbige wirds euch alles lehren, und euch erinnern alles des, das ich euch d man gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. zte sich Richt gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte Heistes, sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe, ich gehe hin, und ihnen komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß waren ich gesagt habe, ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. t. Da Und nun hab ichs euch gesagt, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es nun stürzt; geschehen wird, daß ihr glaubet Ich werde hinfort mehr nicht viel mit euch ie ent⸗ reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber Siehe, daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir r denn der Bater geboten hat; stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. S P een — 100— Epistolische Lektion. Ephes. 1, 3—23.(Das Haupt der Gemeine über alles.) Gelobet sei Gott und der Vater unsers HErrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe; und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst durch Jesum Christ, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lob seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten; an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, welche uns reichlich wider⸗ fahren ist, durch allerlei Weisheit und Klugheit; und hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Wohlgefallen, und hat dasselbige hervorgebracht durch ihn, daß es geprediget würde, da die Zeit erfüllet war, auf daß alle Dinge zusammen verfasset würden in Christo, beide das im Himmel und auch auf Erden ist, durch ihn selbst; durch welchen wir auch zum Erbteil kommen sind, die wir zuvor verordnet sind nach dem Vorsatz des, der alle Dinge wirket nach dem Rat seines Willens; auf daß wir etwas seien zu Lob seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christum hoffen; durch welchen auch ihr gehöret habt das Wort der Wahrheit, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit; durch welchen ihr auch, da ihr glaubetet, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geist der Verheißung, welcher ist das Pfand unsers Erbes zu unserer Erlösung, daß wir sein Eigentum würden zu Lob seiner Herrlichkeit. Darum auch ich, nachdem ich gehöret habe von dem Glauben bei euch an den HErrn Jesum, und von eurer Liebe zu allen Heiligen, höre ich nicht auf zu danken für euch, und gedenke euer in meinem Gebet, daß der Gott unsers HErrn Jesu Christi, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung, zu seiner selbst Erkenntnis, und erleuchtete Augen eures Verständnisses, daß ihr erkennen möget, welche da sei die Hoffnung eures Berufs, und welcher sei der Reich⸗ tum seines herrlichen Erbes an seinen Heiligen, und welche da sei die über⸗ schwengliche Größe seiner Kraft an uns, die wir glauben, nach der Wirkung seiner mächtigen Stärke, welche er gewirket hat in Christo, da er ihn von den Toten auferwecket hat und gesetzt zu seiner Rechten im Himmel, über alle Fürstentümer, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen; und hat alle Dinge unter seine Füße gethan, und hat ihn gesetzt zum Haupt der Gemeine über alles, welche da ist sein Leib, nämlich die Fülle des, der alles in allen erfüllet. Oder: Hes. 36, 2—28.(Ich will euch einen neuen Geist geben.) Darum sollst du zum Hause Israel sagen: So spricht der HErr HErr: Ich thue es nicht um euretwillen, ihr vom Hause Israel; sondern um meines heiligen Namens willen, welchen ihr entheiliget habt unter den Heiden, zu welchen ihr kommen seid. Denn ich will meinen großen Namen, der durch euch vor den Heiden entheiliget ist, den ihr unter denselben entheiliget habt, heilig machen. Und die Heiden sollen erfahren, daß ich der HErr sei, spricht der HErr HErr, wenn ich mich vor ihnen an euch erzeige, daß ich heilig sei. Denn ich will euch aus den Heiden holen, und euch aus allen Landen versammeln und wieder in euer Land führen. Und will rein Wasser über euch sprengen, daß ihr rein werdet von aller eurer Unreinigkeit; und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neu Herz, und einen neuen Geist in euch geben; und will das steinerne Herz — 101— r alles.) aus eurem Fleisch wegnehmen, und euch ein fleischern Herz geben. Ich will er uns meinen Geist in euch geben, und will solche Leute aus euch machen, die in 1 durch meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und darnach thun. Und r Welt ihr sollet wohnen im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe; und sollet ihm in mein Volk sein, und ich will euer Gott sein. ichen Evangelische Lektion. Joh. 15, 1—7.(Ich bin ein rechter Weinstock.) en: An Ich bin ein rechter Weinstock, und mein Vater ein Weingärtner. Einen gebung jeglichen Reben an mir, der nicht Frucht bringet, wird er wegnehmen; und wider⸗ einen jeglichen, der da Frucht bringet, wird er reinigen, daß er mehr Frucht lassen bringe. Ihr seid jetzt rein um des Worts willen, das ich zu euch geredet sselbige habe. Bleibt in mir, und ich in euch. Gleichwie der Rebe kann keine Frucht et war bringen von ihm selber, er bleibe denn am Weinstock; also auch ihr nicht, das int ihr bleibet denn an mir. Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer ir auch in mir bleibet, und ich in ihm, der bringet viel Frucht; denn ohne mich Vorsatz könnt ihr nichts thun. Wer nicht in mir bleibet, der wird weggeworfen, aß wir wie ein Rebe, und verdorret, und man sammelt sie, und wirft sie ins Feuer, hoffen; und muß brennen. So ihr in mir bleibet, und meine Worte in euch bleiben, ich das werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. mbetet, cher ist Nachmittags. würden Lektion aus dem Alten Testamente. Jesaias 62.(Die Herrlichkeit des be klen neuen Jerusalems.) Keinenr x Um Zion willen, so will ich nicht schweigen, und um Jerusalem willen, lichkeit so will ich nicht innehalten, bis daß ihre Gerechtigkeit aufgehe wie ein Glanz, selbst und ihr Heil entbrenne wie eine Fackel; daß die Heiden sehen deine Ge⸗ ennen rechtigkeit, und alle Könige deine Herrlichkeit; und du sollst mit einem neuen Reich⸗ Namen genannt werden, welchen des HErrn Mund nennen wird. Und du eüber⸗ wirst sein eine schöne Krone in der Hand des HErrn, und ein königlicher zirkun Hut in der Hand deines Gottes. Man soll dich nicht mehr die Verlassene, n pon noch dein Land eine Wüstung heißen; sondern du sollst meine Lust an ihr, über und dein Land lieber Buhle heißen; denn der Herr hat Lust an dir, und ut ma dein Land hat einen lieben Buhlen. Denn, wie ein lieber Buhle einen 4; und Buhlen lieb hat, so werden dich deine Kinder lieb haben; und wie sich upt der ein Bräutigam freuet über der Braut, so wird sich dein Gott über dir er alles freuen. O Jerusalem, ich will Wächter auf deine Mauern bestellen, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nimmer stille schweigen sollen, und die des HErrn gedenken sollen, auf daß bei euch kein Schweigen sei; und ihr von ihm nicht schweiget, bis daß Jerusalem gefertiget und gesetzt HErr: werde zum Lobe auf Erden. Der HErr hat geschworen bei seiner Rechten, rn um und bei dem Arm seiner Macht: Ich will dein Getreide nicht mehr deinen Heiden, Feinden zu essen geben, noch deinen Most, daran du gearbeitet hast, die n, der Fremden trinken lassen. Sondern die, so es einsammeln, sollens auch essen heiliget und den HErrn rühmen; und die ihn einbringen, sollen ihn trinken in den Zrr sei, Vorhöfen meines Heiligtums. Gehet hin, gehet hin durch die Thore, bereitet daß ich dem Bolk den Weg; machet Bahn, machet Bahn, räumet die Steine auf, s allen werfet ein Panier auf über die Völker. Siehe, der HErr lässet sich hören, llrein bis an der Welt Ende. Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt; nigleit; siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine 12 Desr50 ist vor ihm. Man wird in neu sie nennen das heilige Volk, die Erlöseten des HErrn; und dich wird man e Herz heißen die besuchte und unverlassene Stadt. . —. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 8, 14—25.(Sie beteten über sie um den Heiligen Geist.) Da aber die Apostel höreten zu Jerusalem, daß Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrum und Johannem. Welche, da sie hinab kamen, beteten sie über sie, daß sie den Heiligen Geist empfingen.(Denn er war noch auf keinen gefallen, sondern waren allein getauft in dem Namen Christi Jesu.) Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den Heiligen Geist. Da aber Simon sahe, daß der Heilige Geist gegeben ward, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an,‚ und sprach: Gebt mir auch die Macht, daß, so ich jemand die Hände auflege, derselbige den Heiligen Geist empfahe. Petrus aber sprach zu ihm: Daß du verdammet werdest mit deinem Gelde, daß du meinest, Gottes Gabe werde durch Geld erlanget. Du wirst weder Teil noch Anfall haben an diesem Wort; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott. Darum thu Buße für diese deine Bosheit, und bitte Gott, ob dir vergeben werden möchte der Tück deines Herzens. Denn ich sehe, daß du bist voll bitterer Galle, und verknüpft mit Ungerechtigkeit. Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den HErrn für mich, daß der keines über mich komme, davon ihr gesagt habt. Sie aber, da sie bezeuget und geredet hatten das Wort des HErrn, wandten sie wieder um gen Jerusalem, und predigten das Evangelium vielen samaritischen Flecken. 2. Pfingsttag. Vormittags. Epistel. Apgsch. 10, 42—48.(Der Heilige Geist fiel auf alle, die dem Worte zuhöreten.) Und er hat uns geboten, zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der oten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn lauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese orte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro kommen waren, ent⸗ satzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes aus⸗ gegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getaufet werden, die den Heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl, sie zu taufen in dem Namen des HErrn. Evangelium. Joh. 3, 16—21.(Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet.) Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaͤubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht. daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsternis mehr, denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie find in Gott gethan. FFre ten über s Wort hannem. en Geist n allein auf sie, daß der „ bot er jemand us aber daß du der Teil tschaffen HBott, ob ehe, daß itwortete nes über geredet em, und em Worte jen, daß n. Von an ihn och diese en. Und en, ent⸗ tes aus⸗ ind Gott wehren, n haben, Errn. gerichtet.) ohn gab, as ewige Belt, daß Wer an ist schon Sohnes amen ist, denn ihre umt nicht aber die werden; — 103— Epistolische Lektion. Ephes. 2, 13—22.(Die Behausung Gottes im Geist.) Nun aber, die ihr in Christo Jesu seid, und weiland ferne gewesen, seid nun nahe worden durch das Blut Christi. Denn er ist unser Friede, der aus beiden Eines hat gemacht, und hat abgebrochen den Zaun, der da⸗ zwischen war, in dem, daß er durch sein Fleisch wegnahm die Feindschaft, nämlich das Gesetz, so in Geboten gestellet war; auf daß er aus zweien Einen neuen Menschen in ihm selber schaffete, und Friede machete, und daß er beide versöhnete mit Gott in Einem Leibe, durch das Kreuz, und hat die Feindschaft getötet durch sich selbst; und ist kommen, hat verkündiget im Evangelio den Frieden, euch, die ihr ferne waret, und denen, die nahe waren; denn durch ihn haben wir den Zugang alle beide in Einem Geiste zum Bater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Prophet und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist; auf welchem der ganze Bau in einander gefüget, wächset zu einem heiligen Tempel in dem HErrn, auf welchem auch ihr mit erbauet werdet, zu einer Behausung Gottes im Geist. Oder: Jer. 31, 31—34.(Ich will mein Gesetz in ihren Sinn schreiben.) Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HErr, da will ich mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen. Nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern machte, da ich sie bei der Hand nahm, daß ich sie aus Egyptenland führete; welchen Bund sie nicht gehalten haben, und ich sie zwingen mußte, spricht der HErr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Jsrael machen will nach dieser Zeit, spricht der HErr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein. Und wird keiner den andern, noch ein Bruder den andern lehren und sagen: Erkenne den HErrn; sondern sie sollen mich alle kennen, beide Klein und Groß, spricht der HErr. Denn ich will ihnen ihre Missethat vergeben, und ihrer Sünde nimmer mehr gedenken. Evangelische Lektion. Joh. 15, 8—16.(Ich sage hinfort nicht, daß ihr Knechte seid.) Darinnen wird mein Vater geehret, daß ihr viel Frucht bringet, und werdet meine Jünger. Gleichwie mich mein Vater liebet, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe. So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote halte, und bleibe in seiner Liebe. Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe, und eure Freude vollkommen werde. Das ist mein Gebot, daß ihr euch unter einander liebet, Beben 16 ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe, denn die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, so ihr thut, was ich euch gebiete. Ich sage hinfort nicht, daß ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr thut. Euch aber habe ich gesagt, daß ihr Freunde seid; denn alles, was ich habe von meinem Vater gehöret, hab ich euch kund gethan. Ihr habt mich nicht erwählet, sondern ich habe euch erwählet, und gesetzt, daß ihr hingehet, und Frucht bringet, und eure Frucht bleibe; auf daß, so ihr den Vater bittet in meinem Namen, daß ers euch gebe. U 8 —. Fn — 104— Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jes. 54, 7—13.(Der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen.) Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen; aber mit großer Barm⸗ herzigkeit will ich dich sammeln. Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig von dir verborgen; aber mit ewiger Gnade will ich mich dein erbarmen, spricht der HErr, dein Erlöser. Denn solches soll mir sein, wie das Wasser Noah, da ich schwur, daß die Wasser Noah sollten nicht mehr über den Erdboden gehen. Also hab ich geschworen, daß ich nicht über dich zürnen, noch dich schelten will. Denn es sollen wohl Berge weichen, und Hügel hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HErr, dein Erbarmer. Du Elende, über die alle Wetter gehen, und du Trostlose! Siehe, ich will deine Steine wie einen Schmuck legen, und will deinen Grund mit Saphiren legen; und deine Fenster aus Krystallen machen, und deine Thore von Rubinen, und alle deine Grenzen von erwählten Steinen; und alle deine Kinder gelehrt vom HErrn, und großen Frieden deinen Kindern. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 19, 1—8.(Habt ihr den Heiligen Geist empfangen?) Es geschah aber, da Apollo zu Corinth war, daß Paulus durchwandelte die obern Länder, und kam gen Ephesus, und fand etliche Jünger; zu denen sprach er: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, da ihr gläubig worden seid? Sie sprachen zu ihm: Wir haben auch nie gehört, ob ein Heiliger Geist sei. Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft? Sie sprachen: Auf Johannis Taufe. Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße, und sagte dem Volk, daß sie sollten glauben an den, der nach ihm kommen sollte, das ist, an Jesum, daß der Christus sei. Da sie das höreten, ließen sie sich taufen auf den Namen des HErrn Jesu. Und da Paulus die Hände auf sie legete, kam der Heilige Geist auf sie, und redeten mit Zungen, und weissageten. Und alle der Männer waren bei zwölfen. Er ging aber in die Schule, und predigte frei drei Monden lang, lehrete, und beredete sie von dem Reich Gottes. Trinitatis. Vormittags. Epistel. Röm. 11, 33—36.(Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge.) O welch eine Tiefe des Reichtums, beide der Weisheit und Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des HErrn Sinn erkannt? oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Evangelium. Joh. 3, 1—15.(Geburt aus dem Wasser und Geist.) Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Ricodemus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer, von Gott kommen denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich — C meines Barm⸗ genblick will ich oll mir en nicht ht über veichen, uind der zarmer. ch will id mit deine nd alle en. ihr den mdelte denen vorden eiliger Sie zetauft en an us sei. Jesu. uf sie, waren onden — — 105— Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fähret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen: Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißest das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben; und ihr nehmet unser Zeugnis nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel herniederkommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der WMüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistolische Lektion. Apgsch. 2, 33—47.(Die Getauften.) Nun er durch die Rechte Gottes erhöhet ist, und empfangen hat die Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater, hat er ausgegossen dies, das ihr sehet und höret. Denn David ist nicht gen Himmel gefahren. Er spricht aber: Der HErr hat gesagt zu meinem HErrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße. So wisse nun das ganze Haus Israel gewiß, daß Gott diesen Jesum, den ihr gekreuziget habt, zu einem Herrn und Christ gemacht hat. Da. aber das höreten, gings ihnen durchs Herz, und sprachen zu Petro, und zu den andern Aposteln: Ihr Männer, lieben Brüder, was sollen wir thun? Petrus sprach zu ihnen: Thut Buße, und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfahen die Gabe des Heiligen Geistes. Denn euer und eurer Kinder ist diese Verheißung, und aller, die ferne sind, welche Gott, unser HErr, herzurufen wird. Auch mit viel andern Worten bezeugete er, und ermahnete, und sprach: Lasset euch helfen von diesen unartigen Leuten. Die nun sein Wort gerne annahmen, ließen sich taufen, und wurden hinzugethan an dem Tage bei drei tausend Seelen. Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre, und in der Gemeinschaft, und im Brotbrechen, und im Gebet. Es kam auch alle Seelen Furcht an; und geschahen viel Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig waren worden, waren bei einander, und hielten alle Dinge gemein. Ihre Güter und Habe verkauften sie, und teilten sie aus unter alle, nachdem jedermann not war. Und sie waren täglich, und stets bei einander einmütig im Tempel, und brachen das Brot hin und her in Häusern, nahmen die Speise, und lobeten Gott mit Freuden und einfältigem Herzen, und hatten Gnade bei dem ganzen Volk. Der HErr aber that hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeine. Oder: Jes. 48, 10—22.(Ich bin der Erste, dazu auch der Letzte.) Siehe, ich will dich läutern, aber nicht wie Silber; sondern ich will dich auserwählt machen im Ofen des Elendes. Um meinet willen, ja um — 106— denn ich will meine Ehre keinem andern lassen. Höre mir Israel, Leae EE 2. 3 4 3 88Z.8 2 2 8 3 2 8 2 — 8* + 8⁰ .2 2 9 8 E. 3— S E 27 E. 9 3 8 83.8 N 22 3 —.—8 S 8 8. —5— 8 —π —.— 3 — e g —— beweisen. Ich, ja ich hab es gesagt, ich hab ihm gerufen; ich will ihn auch kommen lassen, und sein Weg soll ihm gelingen. Tretet her zu mir, und höret dies; ich habs nicht im Verborgenen zuvor geredet. Von der Zeit an, da es geredet wird, bin ich da; und nun sendet mich der HErr HErr und sein Geist. So spricht der HErr, dein Erlöser, der Heilige in Israel: Ich bin der HErr, dein Gott, der dich lehret, was nützlich ist, und leite dich auf 4 dem Wege, den du gehest. O, daß du auf meine Gebote merktest; so würde * dein Friede sein wie ein Wasserstrom, und deine Gerechtigkeit wie Meeres⸗ *— wellen; und dein Same würde sein wie Sand, und das Gewächse deines Leibes wie desselbigen Kies, des Name nicht würde ausgerottet noch vertilget E vor mir. Gehet aus von Babel, fliehet von den Chaldäern mit fröhlichem — Schall; verkündiget und lasset solches hören, bringet es aus bis an der Welt Ni Ende. Sprechet: Der HErr hat seinen Knecht Jalob erlöset. Sie hatten keinen Durst, da er sie leitete in der Wüste; er ließ ihnen Wasser aus Felsen — fließen; er riß den Fels, daß Wasser heraus rann. Aber die Gottlosen, re spricht der HErr, haben keinen Frieden. se Evangelische Lektion. Matth. 28, 18—20.(Der Name des Dreieinigen.) v Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben ihg, alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohns und des Heiligen ah Geistes; und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ist. ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende. —— S See I HMAI Nachmittags. I Lektion aus dem Alten Testamente. Jes. 6, 1—8.(Heilig, heilig, heilig ist der HErr Zebaoth.) un ö Des Jahrs, da der König Usia starb, sahe ich den HErrn sitzen auf einem F hohen und erhabenen Stuhl; und sein Saum füllete den Tempel. Seraphim 27 stunden über ihm, ein jeglicher hatte sechs Flügel; mit zween deckten sie ihr tr. ö Antlitz, mit zween deckten sie ihre Füße, und mit zween flogen sie. Und einer rief zum andern, und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HErr Zebaoth, 2 alle Lande sind seiner Ehre voll! daß die Überschwellen bebeten von der de Stimme ihres Rufens, und das Haus ward voll Rauchs. Da sprach ich: Wehe mir, ich vergehe: denn ich bin unreiner Lippen, und wohne unter ö einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den HErrn ö Zebaoth, gesehen, mit meinen Augen. Da flog der Seraphim einer zu mir, und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom l * Altar nahm; und rührete meinen Mund, und sprach: Siehe, hiemit sind ö 6 deine Lippen gerühret, daß deine Missethat von dir genommen werde, und u deine Sünde versöhnet sei. Und ich hörete die Stimme des HErrn, und er ft sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hie f Hertilget hlichem er Welt hatten Felsen 'ttlosen, nigen.) gegeben ret alle Heiligen d siehe, heilig ist — 107— Sektion aus dem Neuen Eureuers 2. Cor. 13, 1—13.(Der apostolische ruß.) Komme ich zum dritten Mal zu euch, so soll in zweier oder dreier Zeugen Munde bestehen allerlei Sache. Ich habs euch zuvor gesagt, und sage es euch zuvor, als gegenwärtig, zum andern Mal, und schreibe es nun im Abwesen denen, die zuvor gesündigt haben, und den andern allen: wenn ich abermal komme, so will ich nicht schonen. Sintemal ihr suchet, daß ihr einmal gewahr werdet des, der in mir redet, nämlich Christi, welcher unter euch nicht schwach ist, sondern ist mächtig unter euch. Und ob er wohl ge⸗ kreuziget ist in der Schwachheit, so lebet er doch in der Kraft Gottes. Und ob wir auch schwach sind in ihm, so leben wir doch mit ihm in der Kraft Gottes unter euch. Versuchet euch selbst, ob ihr im Glauben seid; prüfet euch selbst. Oder erkennet ihr euch selbst nicht, daß Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, daß ihr untüchtig seid. Ich hoffe aber, ihr erkennet, daß wir nicht untüchtig sind. Ich bitte aber Gott, daß ihr nichts Übels thut; nicht auf daß wir tüchtig gesehen werden, sondern, auf daß ihr das Gute thut, und wir die Untüchtigen seien. Denn wir können nichts wider die Wahr⸗ heit, sondern für die Wahrheit. Wir freuen uns aber, wenn wir schwach sind, und ihr mächtig seid. Und dasselbige wünschen wir auch, nämlich eure Vollkommenheit. Derhalben ich auch solches abwesend schreibe, auf daß ich nicht, wenn ich gegenwärtig bin, Schärfe brauchen müsse nach der Macht, welche mir der HErr, zu bessern, und nicht zu verderben, gegeben hat. Zu⸗ letzt, lieben Brüder, freuet euch, seid vollkommen, tröstet euch, habt einerlei Sinn, seid friedsam; so wird Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Grüßet euch unter einander mit dem heiligen Kuß. Es grüßen euch alle Heiligen. Die Gnade unsers HErrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen. 1. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Joh. 4, 16—21. Golt ist die Liebe.) Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium. Luc. 16, 19—31.(Er lebte alle Tage herrlich und in Freuden.) Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köst⸗ licher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrete, sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als ——— —— eren — 108— er nun in der Hölle und in der Qual war, hub er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoß, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarum, daß er das Außerste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das Alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, könnten nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüberfahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten auferstünde. Epistolische Lektion. Apgsch. 4, 32—37.(Keiner sagte von seinen Gütern, daß sie sein wären.) Der Menge aber der Gläubigen war Ein Herz und Eine Seele; auch keiner sagte von seinen Gütern, daß sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemein. Und mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugnis von der Auferstehung des HErrn Jesu, und war große Gnade bei ihnen allen. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wie viel ihrer waren, die da Acker oder Häuser hatten, verkauften sie dieselben, und brachten das Geld des verkauften Guts, und legtens zu der Apostel Füßen; und man gab einem jeglichen, was ihm not war. Joses aber, mit dem Zunamen von den Aposteln genannt Barnabas(das heißet ein Sohn des Trostes), vom Geschlecht ein Levit aus Cypern, der hatte einen Acker, und verkaufte ihn, und brachte das Geld, und legte es zu der Apostel Füßen. Evangelische Lektion. Matth. 5, 1—10.(Selig sind die Armen.) Da er aber das Volk sahe, ging er auf einen Berg und setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Und er that seinen Mund auf, lehrete sie und sprach: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr. Nachmittags. geltion aus dem Alten Testamente. 5. Moses 6, 1—15.(Du sollst den HErrn, deinen Gott, lieb haben.) Dies sind aber die Gesetze und Gebote und Rechte, die der HErr, euer Gott, geboten hat, daß ihr sie lernen und thun sollt im Lande, dahin ihr — 7* * f, und sprach: ußerste leide daß du en hat iniget. estiget, — 109— Israel, du sollst hören und behalten, daß du es thust, daß dirs wohl gehe, und sehr vermehret werdest; wie der HErr, deiner Väter Gott, dir geredet hat, ein Land, da Milch und Honig innen fleußt. Höre, Israel, der HErr, unser Gott, ist ein einiger HErr. Und du sollst den HErrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allem Vermögen. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen. Und sollst sie deinen Kindern schärfen, und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest, oder auf dem Wege gehest, wenn du dich niederlegest, oder aufstehest; und sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sollen dir ein Denkmal vor deinen Augen sein; und sollst sie über deines Hauses Pfosten schreiben, und an die Thore. Wenn dich nun der HErr, dein Gott, in das Land bringen wird, das er deinen Vätern, Abraham, Isaak und Jakob, geschworen hat, dir zu geben, große und feine Städte, die du nicht gebauet hast, und Häuser alles Guts voll, die du nicht gefüllet hast, und ausgehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen hast, und Weinberge und Olberge, die du nicht ge⸗ pflanzet hast, daß du essest und satt wirst; so hüte dich, daß du nicht des HErrn vergessest, der dich aus Agyptenland, aus dem Diensthause, geführet hat; sondern sollst den HErrn, deinen Gott, fürchten und ihm dienen, und bei seinem Namen schwören. Und sollt nicht andern Göttern nachfolgen, der Völker, die um euch her find. Denn der HErr, dein Gott, ist ein eifriger Gott unter dir; daß nicht der Zorn des HErrn, deines Gottes, über dich er⸗ grimme, und vertilge dich von der Erde. Lektion aus dem Neuen Testamente. Jakobi 5, 1—7.(Euer Reichtum ist verfaulet.) Wohlan nun, ihr Reichen, weinet und heulet über euer Elend, das über euch kommen wird. Euer Reichtum ist verfaulet; eure Kleider sind motten⸗ fräßig worden. Euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird euch zum Zeugnis sein, und wird euer Fleisch fressen, wie ein Feuer. Ihr habt euch Schätze gesammelt an den letzten Tagen. Siehe, der Arbeiter Lohn, die euer Land eingeerntet haben, und von euch abgebrochen ist, das schreiet; und das Rufen der Ernter ist kommen vor die Ohren des HErrn Zebaoth. Ihr habt wohlgelebet auf Erden, und eure Wollust gehabt, und eure Herzen geweidet, als auf einen Schlachttag. Ihr habt verurteilet den Gerechten, und getötet, und er hat nicht widerstanden. So seid nun geduldig, lieben Brüder, bis auf die Zukunft des HErrn. Siehe, ein Ackermann wartet auf die köst⸗ liche Frucht der Erde, und ist geduldig darüber, bis daß er empfahe den Morgenregen und Abendregen. 2. Sonutag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Joh. 3, 13—24.(Wer in ihm bleibet.) Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Totschläger; und ihr wisset, daß ein Totschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, LE. i — 110— thun, was vor ihm gefällig ist. Und das ist sein Gebot, daß wir glauben an den Namen seines Sohns Jesu Christi, und lieben uns unter einander, wie er uns ein Gebot gegeben hat. Und wer seine Gebote hält, der bleibet in ihm, und er in ihm. Und daran erkennen wir, daß er in uns bleibet, an dem Geist, den er uns gegeben hat. Evangelium. Matth. 2, 1—14.(Die königliche Hochzeit.) Und Jesus antwortete und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist diet bereit; aber die Gäste waren es nicht wert. Darum gehet hin auf ie Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute. Und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen; und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereinkommen und hast doch kein hoch⸗ zeitlich Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen; denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Oder: Luc. 14. 16—24.(Das große Abendmahl.) Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein groß Abend⸗ mahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinaus gehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, ent⸗ schuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen; darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe Hen und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die , wie lieben hrheit. unser größer unser wir e, und lauben tander, bleibet Hleibet, ihnen Sohne vochzeit Knechte Hereitet, kommet seinen Tnechte, g, und Stadt t; aber n, und auf die Und die esehen; n, und n hoch⸗ seinen äußerste ele sind Abend⸗ nde des it. Und rach zu besehen; be fünf ch, ent⸗ darum nHerrn e: Gehe nen und Herr, es Und der an die — 111— Zäune, und nötige sie, herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abend⸗ mahl schmecken wird. Epistolische Lektion. Apgsch. 5, 1—11.(Die Gemeine der Lebendigen.) Ein Mann aber mit Namen Ananias, samt seinem Weibe Sapphira, verkaufte seine Güter, und entwandte etwas vom Gelde mit Wissen seines Weibes, und brachte eines Teils, und legte es zu der Apostel Füßen. Petrus aber sprach: Anania, warum hat der Satan dein Herz erfüllet, daß du dem Hei⸗ ligen Geist lügest, und entwendest etwas vom Gelde des Ackers? Hättest du ihn doch wohl mögen behalten, da du ihn hattest; und da er verkauft war, war es auch in deiner Gewalt. Warum hast du denn solches in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern Gotte gelogen. Da Ananias aber diese Worte hörete, fiel er nieder, und gab den Geist auf. Und es kam eine große Furcht über alle, die dies höreten. Es stunden aber die Jüng⸗ linge auf, und thaten ihn beiseit, und trugen ihn hinaus, und begruben ihn. Und es begab sich über eine Weile, bei dreien Stunden, kam sein Weib hin⸗ ein, und wußte nicht, was geschehen war. Aber Petrus antwortete ihr: Sage mir, habt ihr den Acker so theuer verkauft? Sie sprach: Ja, so theuer. Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr denn eins worden, zu versuchen den Geist des HErrn? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Thür, und werden dich hinaustragen. Und alsbald fiel sie zu seinen Füßen, und gab den Geist auf. Da kamen die Jünglinge und fanden sie tot, trugen sie hinaus, und begruben sie bei ihrem Mann. Und es kam eine große Furcht über die ganze Gemeine, und über alle, die solches höreten. Evangelische Lektion. Matth. 5, 27—41.(Das Gesetz im Reiche Gottes.) Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansiehet, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. Argert dich aber dein rechtes Auge, so reiß es aus und wirfs von dir. Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Argert dich deine rechte Hand, so haue sie ab, und wirf sie von dir. Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Es ist auch gesagt: Wer sich von seinem Weibe scheidet, der soll ihr geben einen Scheidebrief. Ich aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet(es sei denn um Ehebruch), der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine abgeschiedene freiet, der bricht die Ehe. Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst keinen falschen Eid thun und sollst Gott deinen Eid halten. Ich aber sage euch, daß ihr allerdinge nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Stuhl; noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel; noch bei Jeru⸗ salem, denn sie ist eines großen Königs Stadt. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einiges Haar weiß oder schwarz zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein; was darüber ist, das ist vom UÜUbel. Ihr habt gehört, daß da gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem übel; sondern so dir jemand einen Streich giebt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar. Und so jemand mit dir rechten will, und deinen Rock nehmen, dem laß auch den Mantel. Und so dich iemand nötiget eine Meile, so gehe mit ihm zwo. — 114— Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Sprüche Sal. 9, 1—11.(Das Gast⸗ mahl der Weisheit.) Die Weisheit bauete ihr Haus, und hieb sieben Säulen, schlachtete ihr Vieh, und trug ihren Wein auf, und bereitete ihren Tisch, und sandte ihre Dirnen aus, zu laden oben auf die Paläste der Stadt: Wer albern ist, der mache sich hieher. Und zum Narren sprach sie: Kommt, zehret von meinem Brot, und trinket des Weins, den ich schenke; verlasset das alberne Wesen, so werdet ihr leben; und gehet auf dem Wege des Verstandes. Wer den Spötter züchtiget, der muß Schande auf sich nehmen; und wer den Gott⸗ losen strafet, der muß gehöhnet werden. Strafe den Spötter nicht, er hasser dich; strafe den Weisen, der wird dich lieben. Gieb dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zu⸗ nehmen. Der Weisheit Anfang ist des HErrn Furcht; und der Verstand lehret, was heilig ist. Denn durch mich wird deiner Tage viel werden, und werden dir der Jahre des Lebens mehr werden. Lektion aus dem Neuen Testamente. Jakobi 2, 1—13.(Die, welche durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden.) Lieben Brüder, haltet nicht dafür, daß der Glaube an Jesum Christum, unsern HErrn der Herrlichkeit, Ansehen der Person leide. Denn so in eure Versammlung käme ein Mann mit einem güldenen Ringe und mit einem herrlichen Kleide; es käme aber auch ein Armer in einem unsaubern Kleide; und ihr sähet auf den, der das herrliche Kleid träget, und sprächet zu ihm: Setze du dich her aufs beste; und sprächet zu dem Armen: Stehe du dort, oder setze dich her zu meinen Füßen; und bedenket es nicht recht; sondern ihr werdet Richter, und machet bösen Unterschied: höret zu, meine lieben Brüder, hat nicht Gott erwählet die Armen auf dieser Welt, die am Glauben reich sind, und Erben des Reichs, welches er verheißen hat denen, die ihn lieb haben? Ihr aber habt dem Armen aieher gethan. Sind nicht die Reichen die, die Gewalt an euch üben, und ziehen euch vor Gerichte? Verlästern sie nicht den guten Namen, davon ihr genannt seid? So ihr das königliche Gesetz vollendet nach der Schrift: Liebe deinen Nächsten als dich selbst, so thut ihr wohl. So ihr aber die Person ansehet, thut ihr Sünde, und werdet gestraft vom Gesetz als die Übertreter. Denn so jemand das ganze Gesetz hält, und sündiget an Einem, der ists ganz schuldig. Denn der da gesagt hat: Du sollst nicht ehebrechen, der hat auch gesagt: Du sollst nicht töten. So du nun nicht ehebrichst, tötest aber, bist du ein Übertreter des Gesetzes. Also redet, und also thut, als die da sollen durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden. Es wird aber ein unbarmherzig Gericht über den gehen, der nicht Barmherzigkeit gethan hat; und die Barmherzigkeit rühmet sich wider das Gericht. 3. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Petri 5, 5—11.(Der Teufel sucht, welchen er verschlinge.) Allesamt seid unter einander unterthan, und haltet fest an der Demut. Denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen giebt er Gnade. So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgen werfet auf ihn; denn er sorget für euch. Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher R Ü..II‚. nn. 82—3—3—3—3——————kpß‚ßPvP(pjꝛ⅛ß7— Gast⸗ te ihr e ihre st, der teinem Wesen, er den Gott⸗ hasset wird re zu⸗ rstand i, und edurch istum, neure einem rubern hrächet Stehe recht; meine ie am denen, nicht richte? yr das dich zünde, d das in der sollst rtreter etz der über zigkeit e.) hemut. znade. erhöhe euch. umher — 113— wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet feste im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium. Luc. 15, 1—10.(Jesus nimmt die Sünder an.) Es naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlornen, bis daß ers finde? Und wenn ers funden hat, so legt ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf funden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht be⸗ dürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch, sage 2 be wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der uße thut. Epistolische Lektion. Apgsch. 3, 1—16.(Im Namen Jesu Christi stehe auf und wandle.) Petrus aber und Johannes gingen mit einander hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, da man pflegte zu beten. Und es war ein Mann, lahm von Mutterleibe, der ließ sich tragen; und sie setzten ihn täglich vor des Tempels Thür, die da heißet die schöne, daß er bettelte das Almosen von denen, die in den Tempel gingen. Da er nun sahe Petrum und Johannem, daß sie wollten zum Tempel hinein gehen, bat er um ein Almosen. Petrus aber sahe ihn an mit Johanne, und sprach: Siehe uns an. Und er sahe sie an, wartete, daß er etwas von ihnen empfinge. Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir; im Namen Jesu Christi von Nazareth stehe auf und wandele. Und griff ihn bei der rechten Hand, und richtete ihn auf. Alsobald stunden seine Schenkel und Knöchel feste; sprang auf, konnte gehen und stehen, und ging mit ihnen in den Tempel, wandelte und sprang, und lobete Gott. Und es sahe ihn alles Volk wandeln, und Gott loben. Sie kannten ihn auch, daß ers war, der um das Almosen gesessen hatte vor der schönen Thür des Tempels; und sie wurden voll Wunderns und Entsetzens über dem, was ihm widerfahren war. Als aber dieser Lahme, der nun gesund war, sich zu Petro und Johanne hielt, lief alles Volk zu ihnen in die Halle, die da heißet Salomonis, und wunderten sich. Als Petrus das sahe, antwortete er dem Volk: Ihr Männer von Israel, was wundert ihr euch darüber? oder was sehet ihr auf uns, als hätten wir diesen wandeln gemacht durch unsere eigene Kraft oder Ver⸗ dienst? Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat sein Kind Jesum verkläret, welchen ihr überantwortet und ver⸗ ———— — 14— leugnet habt vor Pilato, da derselbe urteilete, ihn los zu lassen. Ihr aber verleugnetet den Heiligen und Gerechten, und batet, daß man euch den Mörder schenkte; aber den Fürsten des Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott auferwecket von den Toten; des sind wir Zeugen. Und durch den Glauben an seinen Namen hat er an diesem, den ihr sehet und kennet, be⸗ stätiget seinen Namen; und der Glaube durch ihn hat diesem gegeben diese Gesundheit vor euren Augen. Evangelische Lektion. Joh. 5, 19—26.(Der Sohn macht lebendig, welche er will.) Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von ihm selber thun, denn was er siehet den Vater thun; denn was derselbige thut, das thut gleich auch der Sohn. Der Vater aber hat den Sohn lieb, und zeiget ihm alles, was er thut; und wird ihm noch größere Werke zeigen, daß ihr euch verwundern werdet. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und machet sie lebendig; also auch der Sohn machet lebendig, welche er will. Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn gegeben, auf daß sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort höret, und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben, und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hin⸗ durch gedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, es kommt die Stunde, und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohns Gottes hören; und die sie hören werden, die werden leben. Denn wie der Vater das Leben hat in ihm selber; also hat er dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in ihm selber. Lektion aus dem Alten Testamente. Josua 24, 14—27.(Erwählet euch, So fürchtet nu und lasset fahren die Götter, denen eure Väter gedienet haben, jenseit des dem Gott, dem eure Väter gedienet haben jenseit des Wassers, oder den Göttern der Amoriter, in welcher Land ihr wohnet. Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen. Da antwortete das Volk und sprach: Das sei ferne von uns, daß wir den HErrn verlassen, und andern Göttern dienen! Denn der HErr, unser Gott, hat uns und unsere Väter aus Agyptenland geführet, aus dem Diensthause, und hat vor unsern Augen solche große Zeichen zum Volk: Ihr könnet dem HErrn nicht dienen; denn er ist ein heiliger Gott, ein eifriger Gott, der eurer Übertretung und Sünde nicht schonen wird. Wenn ihr aber den HErrn⸗ verlasset, und einem fremden Goit dienet, so wird er sich wenden, und euch plagen, und euch umbringen, nachdem er euch Gutes gethan hat. Das Volk aber sprach zu Josua: Nicht also, sondern wir wollen dem HErrn dienen. Da sprach Josua zum Volk: Ihr seid Zeugen über euch, daß ihr den HErrn euch erwählet habt, daß ihr ihm dienet. Und sie sprachen: Ja. So thut nun von euch die fremden Götter, die unter euch sind, und r aber ch den en hat ch den et, be⸗ n diese welche ch sage et den Der d wird in wie Sohn ondern ehren, Vater mein Leben, n hin⸗ tunde, Gottes Vater ben zu et euch, haffen, it des nicht, wollet; er den mein : Das hienen! enland Zeichen d, und estoßen Darum sprach r Gott, wird. o wird Gutes wollen r euch, rachen: d, und — 115— neiget euer Herz zu dem HErrn, dem Gott Israel. Und das Volk sprach zu Josua: Wir wollen dem HErrn, unserm Gott, dienen, und seiner Stimme gehorchen. Also machte Josua desselben Tages einen Bund mit dem Volk, und legte ihnen Gesetze und Rechte vor zu Sichem. Und Josua schrieb dies alles ins Gesetzbuch Gottes, und nahm einen großen Stein und richtete ihn auf daselbst unter einer Eiche, die bei dem Heiligtum des HErrn war. Und sprach zum ganzen Volk: Siehe, dieser Stein soll Zeuge sein zwischen uns, denn er hat gehöret alle Rede des HErrn, die er mit uns geredet hat; und soll ein Zeuge über euch sein, daß ihr euren Gott nicht verleugnet. Lektion aus dem Neuen Testamente. Jakobi 2, 14—23.(Der Glaube, der tot ist an ihm selber.) Was hilfts, lieben Brüder, so jemand sagt, er habe den Glauben, und hat doch die Werke nicht? Kann auch der Glaube ihn selig machen? So aber ein Bruder oder Schwester bloß wäre, und Mangel hätte der täglichen Nahrung; und jemand unter euch spräche zu ihnen: Gott berate euch, wärmet euch, und sättiget euch; gäbet ihnen aber nicht, was des Leibes Notdurft ist: was hülfe sie das? Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an ihm selber. Aber es möchte jemand sagen: Du hast den Glauben, und ich habe die Werke; zeige mir deinen Glauben mit deinen Werken, so will ich auch meinen Glauben dir zeigen mit meinen Werken. Du glaubest, daß ein einiger Gott ist: du thust wohl daran, die Teufel glaubens auch, und zittern. Willst du aber wissen, du eitler Mensch, daß der Glaube ohne Werke tot sei? Ist nicht Abraham, unser Vater, durch die Werke gerecht worden, da er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehest du, daß der Glaube mit gewirket hat an seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen worden. Und ist die Schrift erfüllet, die da spricht: Abraham hat Gott geglaubet, und ist ihm zur Gerechtigkeit ge⸗ rechnet, und ist ein Freund Gottes geheißen. 4. Sonutag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Röm. 8, 18—27.(Die neue Kreatur.) Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohn ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Denn wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man siehet, ist nicht Hoffnung: denn wie kann man des hoffen, das man siehet? So wir aber des hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein durch Ge⸗ duld. Desselbigen gleichen auch der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sichs gebühret, sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefällt. — E SSSE — 116— Evangelium. Luc. 6, 3142.(Die Kinder des Allerhöchsten.) Und wie ihr wollet, daß euch die Leute thun sollen, also thut ihnen gleich auch ihr. Und so ihr liebet, die euch lieben, was Danks habt ihr davon? denn die Sünder lieben auch ihre Liebhaber. Und wenn ihr euren Wohlthätern wohlthut, was Danks habt ihr davon? denn die Sünder thun dasselbige auch. Und wenn ihr leihet, von denen ihr hoffet zu nehmen; was Danks habt ihr davon? denn die Sünder leihen den Sündern auch, auf daß sie Gleiches wieder nehmen. Doch aber liebet eure Feinde; thut wohl und leihet, daß ihr nichts dafür hoffet: so wird euer Lohn groß sein, und werdet Kinder des Allerhöchsten sein. Denn er ist gütig über die Undankbaren und Boshaftigen. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Ver⸗ dammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und über⸗ flüssig Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zeuch zuvor den Balken aus deinem Auge und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistolische Lektion. Apgsch. 4, 8—31.(Alle redeten das Wort Gottes mit Freudigkeit.) Petrus, voll des Heiligen Geistes, sprach zu ihnen: Ihr Obersten des Volks, und ihr Altesten von Israel; so wir heute werden gerichtet über dieser Wohlthat an dem kranken Menschen, durch welche er ist gesund worden: so sei euch und allem Volk von Israel kund gethan, daß in dem Namen Jesu Christi von Nazareth, welchen ihr gekreuziget habt, den Gott von den Toten auferwecket hat, stehet dieser allhie vor euch gesund. Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein worden ist. Und ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden. Sie sahen aber an die Freudigkeit Petri und Johannis, und verwunderten sich; denn sie waren gewiß, daß es un⸗ gelehrte Leute und Laien waren, und kannten sie auch wohl, daß sie mit Jesu gewesen waren. Sie sahen aber den Menschen, der gesund war worden, dräuen, daß sie hinfort keinem Menschen von diesem Namen sagen. Und riefen ihnen, und geboten ihnen, daß sie sich allerdinge nicht hören ließen, noch lehreten in dem Namen Jesu. Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Richtet ihr selbst, obs vor Gott recht sei, daß wir euch mehr gehorchen, denn Gott. Wir könnens ja nicht lassen, daß wir nicht reden sollten, was wir gesehen und gehöret haben. Aber sie dräueten ihnen, t ihnen abt ihr r euren er thun n; was ich, auf It wohl ‚5 sein, tber die ich euer t. Ver⸗ ird euch id über⸗ „ da ihr leichnis: sie nicht Meister; 8 fiehest deinem Bruder: und du h zuvor tter aus sttes mit sten des tet über worden: Namen von den ist der Und ist gegeben, eit Petri es un⸗ sie mit worden, sie hin⸗ n: Was hehen, ist leugnen. ch sie be⸗ n. Und 1 ließen, tworteten daß wir wir nicht in ihnen, — 117— und ließen sie gehen, und fanden nicht, wie sie sie peinigten, um des Volks willen; denn sie lobeten alle Gott über dem, das geschehen war. Denn der Mensch war über vierzig Jahr alt, an welchem dies Zeichen der Gesundheit geschehen war. Und als man sie hatte lassen gehen, kamen sie zu den Ihren, und verkündigten ihnen, was die Hohenpriester und Altesten zu ihnen gesagt hatten. Da sie das höreten, huben sie ihre Stimme auf einmütiglich zu Gott, und sprachen: HErr, der du bist der Gott, der Himmel und Erde, und das Meer, und alles, was drinnen ist, gemacht hat; der du durch den Mund Davids, deines Knechts, gesagt hast: Warum empören sich die Heiden, und die Völker nehmen vor, das umsonst ist? Die Könige der Erde treten zu⸗ sammen, und die Fürsten versammeln sich zu Haufe wider den HErrn, und wider seinen Christ. Wahrlich ja, sie haben sich versammelt über dein hei⸗ liges Kind Jesum, welchen du gesalbet hast, Herodes und Pontius Pilatus, mit den Heiden und dem Volk Israel; zu thun, was deine Hand und dein Rat zuvor bedacht hat, das geschehen sollte. Und nun, HErr, siehe an ihr Dräuen, und gieb deinen Knechten, mit allerlei Freudigkeit zu reden dein Wort, und strecke deine Hand aus, daß Gesundheit, und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Kindes Jesu. Und da sie gebetet hatten, bewegete sich die Stätte, da sie versammelt waren; und wurden alle des Heiligen Geistes voll, und redeten das Wort Gottes mit Freudigkeit. Evangelische Lektion. Matth. 5, 11—16.(Ihr seid das Licht der Welt.) Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übels wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost, es wird euch im Himmel wohl belohnet werden. Denn also haben sie verfolget die Propheten, die vor euch gewesen sind. Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man falzen? Es ist zu nichts hinfort nütze, denn daß man es hinausschütte und lasse es die Leute zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es mag die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. Also lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euern Vater im Himmel preisen. Nachmittags. Lelktion aus dem Alten Testamente. 1. Samuelis 3, 1—19.(Es ist der HErr, er thue, was ihm wohl gefällt.) Und da Samuel, der Knabe, dem HErrn dienete unter Eli, war des HErrn Wort teuer zu derselben Zeit, und war wenig Weissagung. Und es begab sich, zur selben Zeit lag Eli an seinem Ort, und seine Augen fingen an dunkel zu werden, daß er nicht sehen konnte. Und Samuel hatte sich geleget im Tempel des HErrn, da die Lade Gottes war, ehe denn die Lampe Gottes verlosch. Und der HErr rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hie bin ich. Und lief zu Eli, und sprach: Siehe, hie bin ich, du hast mir gerufen. Er aber sprach: Ich habe dir nicht gerufen; gehe wieder hin, und lege dich schlafen. Und er ging hin, und legte sich schlafen. Der HErr rief abermal: Samuel! Und Samuel stund auf, und ging zu Eli, und sprach: Siehe, hie bin ich, du hast mir gerufen. Er aber sprach: Ich habe dir nicht gerufen, mein Sohn; gehe wieder hin, und lege dich schlafen. Aber Samuel kannte den HErrn noch nicht, und des HErrn Wort war ihm noch —. SEEE 2 S S erd äwWCRCRCRCRCRTRTRTRTRTTRT — 118— nicht offenbaret. Und der HErr rief Samuel aber zum drittenmal. Und er stund auf, und ging zu Eli, und sprach: Siehe, hie bin ich, du hast mir gerufen. Da merkte Eli, daß der HErr dem Knaben rief; und sprach zu ihm: Gehe wieder hin, und lege dich schlafen; und so dir gerufen wird, so sprich: Rede, HErr; denn dein Knecht höret. Samuel ging hin, und legte sich an seinen Ort. Da kam der HErr, und trat dahin, und rief wie vor⸗ mals: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht höret. Und der HErr sprach zu Samuel: Siehe, ich thue ein Ding in Israel, daß, wer das hören wird, dem werden seine beide Ohren gellen. An dem Tage will ich erwecken über Eli, was ich wider sein Haus geredet habe; ich wills anfahen und vollenden. Denn ich habs ihm angesagt, daß ich Richter sein will über sein Haus ewiglich, um der Missethat willen, daß er wußte, wie seine Kinder sich schändlich hielten, und hätte nicht einmal sauer dazu gesehen. Darum hab ich dem Hause Eli geschworen, daß diese Missethat des Hauses Eli soll nicht versöhnet werden, weder mit Opfer, noch mit Speis⸗ opfer ewiglich. Und Samuel lag bis an den Morgen, und that die Thür auf am Hause des HErrn. Samuel aber fürchtete sich, das Gesicht Eli an⸗ zusagen. Da rief ihm Eli, und sprach: Samuel, mein Sohn! Er antwortete: Siehe, hie bin ich. Er sprach: Was ist das Wort, das dir gesagt ist? Ver⸗ schweige mir nichts. Gott thue dir dies und das, wo du mir etwas ver⸗ schweigest, das dir gesagt ist. Da sagte es ihm Samuel alles an, und verschwieg ihm nichts. Er aber sprach: Es ist der HErr; er thue, was ihm wohlgefällt. Samuel aber nahm zu, und der HErr war mit ihm, und fiel keines unter allen seinen Worten auf die Erde. Leltion aus dem Neuen Testamente. 2. Petri 1, 2—15.(Thut Fleiß, euren Beruf und Erwählung fest zu machen.) Gott gebe euch viel Gnade und Friede durch die Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, unsers HErrn; nachdem allerlei seiner göttlichen Kraft (was zum Leben und göttlichen Wandel dienet) uns geschenkt ist, durch die Erkenntnis des, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend; durch welche uns die teuren und allergrößesten Verheißungen geschenket sind, nämlich, daß ihr durch dasselbige teilhaftig werdet der göttlichen Natur, so ihr fliehet die vergängliche Lust der Welt: so wendet allen euren Fleiß dar⸗ an, und reichet dar in eurem Glauben Tugend, und in der Tugend Be⸗ scheidenheit, und in der Bescheidenheit Mäßigkeit, und in der Mäßigkeit Geduld, und in der Geduld Gottseligkeit, und in der Gottseligkeit brüderliche Liebe, und in der brüderlichen Liebe gemeine Liebe. Denn wo solches reich⸗ lich bei euch ist, wirds euch nicht faul noch unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unsers HErrn Jesu Christi. Welcher aber solches nicht hat, der ist blind, und tappet mit der Hand, und vergißt der Reinigung seiner vorigen Sünden. Darum, lieben Brüder, thut desto mehr Fleiß, euren Beruf und Erwählung fest zu machen. Denn wo ihr solches thut, werdet ihr nicht straucheln. Und also wird euch reichlich dargereicht werden der Eingang zu dem ewigen Reich unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi. Darum will ichs nicht lassen, euch allezeit solches zu erinnern; wiewohl ihrs wisset, und gestärkt seid in der gegenwärtigen Wahrheit. Denn ich achte es billig sein, so lange ich in dieser Hütte bin, euch zu erwecken und zu erinnern. Denn ich weiß, daß ich meine Hütte bald ablegen muß, wie mir denn auch unser HErr Jesus Christus eröffnet hat. Ich will aber Fleiß thun, daß ihr allenthalben habet nach meinem Abschied, solches in Gedächtnis zu halten. Und er ast mir zach zu hird, so d legte ie vor⸗ Knecht Israel, n dem be; ich Richter wußte, rdazu hat des Speis⸗ e Thür Fli an⸗ bortete: Ver⸗ 8 ver⸗ schwieg lgefällt. 3 unter 5, euren Gottes Kraft irch die ugend; et sind, mur, so iß dar⸗ nd Be⸗ äßigkeit derliche 8 reich⸗ in der hat, der vorigen uf und r nicht zang zu im will et, und ig sein, Denn * HErr thalben — 119— 5. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Petri 3, 8—15.(Heiligt Gott den HErrn in euren Herzen.) Endlich aber seid allesamt gleich gesinnet, mitleidig, brüderlich, barm⸗ herzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes; er suche Friede, und jage ihm nach. Denn die Augen des HErrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des HErrn siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den HErrn in euren Herzen. Evangelium. Luc. 5, 1—11.(Petri Fischzug.) Es begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stund am See Genezareth, und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze: trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich, und lehrete das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zer⸗ riß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiff waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sanken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: HErr, gehe von mir hinaus; ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten; desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande, und verließen alles und folgeten ihm nach. Epistolische Lektion. Apgsch. 5, 17—42.(Sie waren fröhlich, daß sie würdig gewesen der Schmach um Christi willen.) Es stund aber auf der Hohepriester, und alle, die mit ihm waren, welches ist die Sekte der Sadducäer, und wurden voll Eifers, und legten die Hände an die Apostel, und warfen sie in das gemeine Gefängnis. Aber der Engel des HErrn that in der Nacht die Thür des Gefängnisses auf, und führete sie heraus und sprach: Gehet hin, und tretet auf, und redet im Tempel zum Volk alle Worte dieses Lebens. Da sie das gehört hatten, gingen sie frühe in den Tempel, und lehreten. Der Hohepriester aber kam, und die mit ihm waren, und riefen zusammen den Rat, und alle Altesten der Kinder von Israel, und sandten hin zum Gefängnis, sie zu holen. Die Diener aber kamen dar, und fanden sie nicht im Gefängnis, kamen wieder, und verkün⸗ digten, und sprachen: Das Gefängnis fanden wir verschlossen mit allem e Fleiß, und die Hüter außen stehen vor den Thüren; aber da wir aufthaten, fanden wir niemand drinnen. Da diese Rede höreten der Hohepriester und der Hauptmann des Tempels und andere Hohepriester, wurden sie über ihnen betreten, was doch das werden wollte. Da kam einer dar, der ver⸗ kündigte ihnen: Siehe, die Männer, die ihr ins Gefängnis geworfen habt, sind im Tempel, stehen und lehren das Volk. Da ging hin der Hauptmann mit den Dienern, und holeten sie, nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten sich vor dem Volk, daß sie nicht gesteiniget würden. Und als sie sie brachten, stelleten sie sie vor den Rat. Und der Hohepriester fragte sie, und sprach: Haben wir euch nicht mit Ernst geboten, daß ihr nicht solltet lehren in diesem Namen? Und sehet, ihr habt Jerusalem erfüllet mit eurer Lehre, und wollet dieses Menschen Blut über uns führen. Petrus aber antwortete, und die Apostel, und sprachen: Man muß Gott mehr gehorchen, denn den Menschen. Der Gott unserer Väter hat Jesum auferwecket, welchen ihr erwürget habt, und an das Holz gehänget. Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöhet zu einem Fürsten und Heiland, zu geben Israel Buße und Vergebung der Sünden. Und wir sind seine Zeugen über diese Worte, und der Heilige Geist, welchen Gott gegeben hat denen, die ihm gehorchen. Da sie das höreten. gings ihnen durchs Herz, und dachten sie zu töten. Da stund aber auf im Rat ein Pharisäer, mit Namen Gamaliel, ein Schriftgelehrter, wohl gehalten vor allem Volk, und hieß die Apostel ein wenig hinaus thun, und sprach zu ihnen: Ihr Männer von Israel, nehmet euer selbst wahr an diesen Menschen, was ihr thun sollet. Vor diesen Tagen stand auf Theudas, und gab vor, er wäre etwas, und hingen an ihm eine Zahl Männer, bei vier⸗ hundert; der ist erschlagen, und alle, die ihm zufielen, sind zerstreuet, und zu nicht worden. Darnach stund auf Judas aus Galiläa in den Tagen der Schätzung, und machte viel Volks abfällig ihm nach; und der ist auch umkommen, und alle die ihm zufielen, sind zerstreuet. Und nun sage ich euch: Lasset ab von diesen Menschen und lasset sie fahren. Ist der Rat oder das Werk aus den Menschen, so wirds untergehen; ists aber aus Gott, so könnet ihrs nicht dämpfen; auf daß ihr nicht erfunden werdet, als die wider Gott streiten wollen. Da fielen sie ihm zu; und riefen den Aposteln, stäupten sie, und geboten ihnen, sie sollten nicht reden in dem Namen Jesu, und ließen sie gehen. Sie gingen aber fröhlich von des Rats Angesichte, daß sie würdig gewesen waren, um seines Namens willen Schmach zu leiden; und höreten nicht auf, alle Tage im Tempel und hin und her in Häusern zu lehren, und zu predigen das Evangelium von Jesu Christo. Evangelische Leltion. Luc. 7, 36—50.(Viel Liebe, wo viel Vergebung.) Es bat ihn aber der Pharisäer einer, daß er mit ihm äße. Und er ging hinein in des Pharisäers Haus, und setzte sich zu Tisch. Und siehe, ein Weib war in der Stadt, die war eine Sünderin. Da die vernahm, daß er zu Tische saß in des Pharisäers Hause, brachte sie ein Glas mit Salben, und trat hinten zu seinen Füßen und weinete, und fing an, seine Füße zu netzen mit Thränen, und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küssete seine Füße, und salbete sie mit Salben. Da aber das der Pharisäer sahe, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte er, wer und welch ein Weib das ist, die ihn anrühret; denn sie ist eine Sünderin. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sage an. Es hatte ein Wucherer zween Schuldner. Einer war schuldig fünfhundert Groschen, der andere funfzig. Da sie aber nicht hatten zu bezahlen, schenkte ers beiden. .nnik .enm Sage an, welcher unter denen wird ihn am meisten lieben? Simon ant⸗ wortete und sprach: Ich achte, dem er am meisten geschenket hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht gerichtet. Und er wandte sich zu dem Weibe, und sprach zu Simon: Siehest du dies Weib? Ich bin kommen in dein Haus, du hast mir nicht Wasser gegeben zu meinen Füßen; diese aber hat meine Füße mit Thränen genetzet, und mit den Haaren ihres Haupts ge⸗ trocknet. Du hast mir keinen Kuß gegeben; diese aber nachdem sie herein⸗ kommen ist, hat sie nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Ole gesalbet; sie aber hat meine Füße mit Salben gesalbet. Derhalben sage ich dir: Ihr sind viele Sünden vergeben; denn sie hat viel geliebet; welchem aber wenig vergeben wird, der liebet wenig. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben. Da fingen an, die mit ihm zu Tische saßen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch die Sünden vergiebt? Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dir geholfen; gehe hin mit Frieden. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1 Samuelis 16, 1—13.(Der HErr siehet das Herz an.) Und der HErr sprach zu Samuel: Wie lange trägst du Leide um Saul, den ich verworfen habe, daß er nicht König sei über Israel? Fülle dein Horn mit Ol, und gehe hin, ich will dich senden zu dem Bethlehemiter Isai; denn unter seinen Söhnen hab ich mir einen König ersehen. Samuel aber sprach: Wie soll ich hingehen? Saul wirds erfahren, und mich erwürgen. Der HErr sprach: Nimm ein Kalb von den Rindern zu dir, und sprich: Ich bin kommen, dem HErrn zu opfern. Und sollst Isai zum Opfer laden; da will ich dir weisen, was du thun sollst, daß du mir salbest, welchen ich dir sagen werde. Samuel that, wie ihm der HErr gesagt hatte, und kam gen Bethlehem. Da entsatzten sich die Altesten der Stadt, und gingen ihm entgegen und sprachen: Ists Friede, daß du kommest? Er sprach: Ja, ich bin kommen, dem HErrn zu opfern; heiliget euch, und kommet mit mir zum Opfer. Und er heiligte den Isai und seine Söhne, und lud sie zum Opfer. Da sie nun hereinkamen, sahe er den Eliab an, und gedachte, ob der vor dem HErrn sei sein Gesalbter. Aber der HErr sprach zu Samuel: Siehe nicht an seine Gestalt, noch seine große Person; ich habe ihn verworfen. Denn es gehet nicht, wie ein Mensch siehet. Ein Mensch siehet, was vor Augen ist, der HErr aber siehet das Herz an. Da rief Isai dem Abinadab, und ließ ihn vor Samuel übergehen. Und er sprach: Diesen hat der HErr auch nicht erwählet. Da ließ Isai vorüber gehen Samma. Er aber sprach: Diesen hat der HErr auch nicht erwählet. Da ließ Isai seine sieben Söhne vor Samuel übergehen. Aber Samuel sprach zu Isai: Der HErr hat der keinen erwählet. Und Samuel sprach zu Isai: Sind das die Knaben alle? Er aber sprach: Es ist noch übrig der kleinste; und siehe, er hütet der Schafe. Da sprach Samuel zu Isai: Sende hin, und laß ihn holen; denn wir ö werden uns nicht setzen, bis er hieher komme. Da sandte er hin, und ließ ihn holen. Und er war bräunlicht, mit schönen Augen und guter Gestalt. Und der HErr sprach: Auf und salbe ihn; denn der ists. Da nahm Samuel sein Olhorn, und salbete ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des HErrn gerieth über David von dem Tage an und fürder. Samuel aber machte sich auf, und ging gen Rama. ů — Ser 3 8 —.—. gektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 9, 32—43.(Petri Wunderwerk.) Es geschah aber, da Petrus durchzog allenthalben, daß er auch zu den Heiligen kam, die zu Lydda wohneten. Daselbst fand er einen Mann mit Ramen Aneas, acht Jahre lang auf dem Bette gelegen, der war gichtbrüchig. Und Petrus sprach zu ihm: Anea, Jesus Christus macht dich gesund; stehe auf, und bette dir selber. Und alsobald stund er auf. Und es sahen ihn alle, die zu Lydda und zu Sarona wohneten; die bekehreten sich zu dem HErrn. Zu Joppe aber war eine Jüngerin, mit Namen Tabea(welches verdolmetschet heißt eine Rehe), die war voll guter Werke und Almosen, die sie that. Es begab sich aber zu derselbigen Zeit, daß sie krank ward, und starb. Da wuschen sie dieselbige, und legten sie auf den Söller. Nun aber Lydda nahe bei Joppen ist, da die Jünger höreten, daß Petrus daselbst war, sandten sie zween Männer zu ihm, und ermahneten ihn, daß er sichs nicht ließe verdrießen, zu ihnen zu kommen. Petrus aber stund auf, und kam mit ihnen. Und als er darkommen war, führeten sie ihn hinauf auf den Sbller, und traten um ihn alle Witwen, weineten, und zeigten ihm die Röcke und Kleider, welche die Rehe machte, weil sie bei ihnen war. Und da Petrus sie alle hinaus getrieben hatte, knieete er nieder, betete, und wandte sich zu dem Leichnam, und sprach: Tabea, stehe auf! Und sie that ihre Augen auf; und da sie Petrum sahe, setzte sie sich wieder. Er aber gab ihr die Hand, und richtete sie auf und rief den Heiligen, und den Witwen, und stellete sie lebendig dar. Und es ward kund durch ganz Joppen, und viele wurden gläubig an den HErrn. Und es geschah, daß er lange Zeit zu Joppe blieb bei einem Simon, der ein Gerber war. 6. Sountag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Röm. 6, 3—14.(Wir sind in Christi Tod getauft.) Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Toten erwecket, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einem Mal; das er aber lebet, das lebet er Gotte. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gotte in Christo Jesu, unserm HErrn. So lasset nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, ihm Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten. Auch begebet nicht der Sünde eure Glieder zu Waffen der Ungerechtigkeit, sondern begebet euch selbst Gott, als die da aus den Toten lebendig sind, und eure Glieder Gotte zu Waffen der Gerechtigkeit. Denn die Sünde wird nicht herrschen 962. 5 at⸗ euch, sintemal ihr nicht unter dem Gesetze seid, sondern unter er Gnade. — — verk.) den mit ichig. stehe ihn dem lches „die und aber war, nicht kam den 1 die Und indte ihre gab wen, und Zeit die die oten zeben e, so unser höre, r ist u, so istus, rihn rben altet risto urem gebet gebet ieder schen inter 124— Evangelium. Matth. 5, 17—26.(Die Gerechtigkeit, die besser als die der Pharisäer.) Ihr sollt nicht wähnen, daß ich kommen bin, das Gesetz oder die Pro⸗ pheten aufzulösen. Ich bin nicht kommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch: Wahrlich, bis daß Himmel und Erde vergehe, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe, noch ein Tüttel vom Gesetz, bis daß es alles geschehe. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöset und lehret die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber thut und lehret, der wird groß heißen im Himmelreich. Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt ge⸗ höret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn du deine Gabe auf den Altar opferst und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder; und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfährtig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus zommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Epistolische Lektion. Apgsch. 8, 26—38.(Der Kämmerer aus Mohrenland.) Aber der Engel des HErrn redete zu Philippo und sprach: Stehe auf und gehe gegen Mittag, auf die Straße, die von Jerusalem hinabgehet gen Gaza, die da wüste ist. Und er stund auf, und ging hin. Und siehe, ein Mann aus Mohrenland, ein Kämmerer und Gewaltiger der Königin Candaces in Mohrenland, welcher war über alle ihre Schatzkammer, der war kommen gen Jerusalem, anzubeten, und zog wieder heim, und saß auf seinem Wagen, und las den Propheten Jesaiam. Der Geist aber sprach zu Philippo: G.ehe hinzu, und mache dich bei diesen Wagen. Da lief Philippus hinzu, und hörete, daß er den Propheten Jesaiam las, und sprach: Verstehest du auch, was du liesest? Er aber sprach: Wie kann ich, so mich nicht jemand anleitet? Und ermahnete Philippum, daß er aufträte, und setzte sich bei ihn. Der Inhalt aber der Schrift, die er las, war dieser: Er ist wie ein Schaf, zur Schlachtung geführet, und still wie ein Lamm vor seinem Scherer; also hat er nicht aufgethan seinen Mund; in seiner Niedrigkeit ist sein Gericht erhaben; wer wird aber seines Lebens Länge ausreden? denn sein Leben ist von der Erde weggenommen. Da antwortete der Kämmerer Philippo und sprach: Ich bitte dich, von wem redet der Prophet solches? Von ihm selber, oder von jemand anders? Philippus aber that seinen Mund auf, und fing von dieser Schrift an, und predigte ihm das Evangelium von— Jesu. Und als sie zogen der Straße nach, kamen sie an ein Wasser; und der Kämmerer sprach: Siehe, da ist Wasser, was hinderts, daß ich mich taufen lasse? Philippus aber sprach: Glaubest du von ganzem Herzen, so mags wohl sein. Er antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus Gottes Sohn ist. Und er hieß den Wagen halten, und stiegen hinab in das Wasser, beide Philippus und der Kämmerer; und er taufete ihn. ——— ů —p— und rette mich von deiner Hand. Als nun David solche Worte zu Saul Evangelische Lektion. Marci 4, 26—32.(Der Same geht auf und wächst.) Und er sprach: Das Reich Gottes hat sich also, als wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft, und schläft und stehet auf Nacht und Tag, und der Same gehet auf und wächset, daß ers nicht weiß. Denn die Erde bringt von ihr selbst zum ersten das Gras, darnach die Ahren, darnach den vollen Weizen in den Ahren. Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schicket er bald die Sichel hin; denn die Ernte ist da. Und er sprach: Wem wollen wir das Reich Gottes vergleichen? und durch welch Gleichnis wollen wir es vorbilden? Gleichwie ein Senfkorn, wenn das gesäet wird aufs Land, so ists das kleinste unter allen Samen auf Erden. Und wenn es gesäet ist, so nimmt es zu, und wird größer denn alle Kohlkräuter, und gewinnet große Zweige, also daß die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können. Nachmittags. Leltion aus dem Alten Testamente. 1. Sam. 24, 1—20.(Liebe für Haß.) Und David zog hinauf von dannen, und blieb in der Burg Engedi. Da nun Saul wieder kam von den Philistern, ward ihm gesagt: Siehe, David ist in der Wüste Engedi. Und Saul nahm drei tausend junger Mannschaft aus ganz Israel, und zog hin, David samt seinen Männern zu suchen, auf den Felsen der Gemsen. Und da er kam zu den Schafhürden am Wege, war daselbst eine Höhle, und Saul ging hinein, seine Füße zu decken. David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle. Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, davon der HErr dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in deine Hände geben, daß du mit ihm thust, was dir gefällt. Und David stund auf, und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls. Aber darnach schlug ihm sein Herz, daß er den Zipfel Saul hatte abgeschnitten, und sprach zu senen Männern: Das lasse der HErr ferne von mir sein, daß ich das thun sollte, und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten des HErrn; denn er ist der Gesalbte des HErrn, und David weisete seine Männer von sich mit Worten, und ließ sie nicht wider Saul sich auflehnen. Da aber Saul sich aufmachte aus der Höhle, und ging auf dem Wege; machte sich darnach David auch auf, und ging aus der Höhle, und rief Saul hinten nach und sprach: Mein Erde König. Saul sahe hinter sich. Und David neigte sein Antlitz zur Erde, und betete an; und sprach zu Saul: Warum gehorchest du Menschen Wort, die da sagen: David suchet dein Unglück? Siehe, heutiges Tages sehen deine Augen, daß dich der HErr heute hat in meine Hand gegeben in der Höhle, und es ward gesagt, daß ich dich sollte erwürgen. Aber es ward dein verschonet, denn ich sprach: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen, denn er ist der Gesalbte des HErrn. Mein Vater, siehe doch den Zipfel von deinem Rock in meiner Hand, daß ich dich nicht erwürgen wollte, da ich den Zipfel von deinem Rock schnitt. Erkenne und siehe, daß nichts Böses in meiner Hand ist, noch keine Übertretung. Ich habe auch an dir nicht gesündiget; und du jagest meine Seele, daß du sie wegnehmest. Der HErr wird Richter sein zwischen mir und dir, und mich an dir rächen; aber meine Hand soll nicht über dir sein. Wie man sagt nach dem alten Sprüchwort: Von Gottlosen kommt Untugend. Aber meine Hand soll nicht über dir sein. Wem zeuchst du nach, König von Israel? Wem jagest du nach? Einem toten Hunde, einem einigen Floh? Der HErr sei Richter, und richte zwischen mir und dir, und sehe drein, und führe meine Sache aus, wRNNTNT— son ihr geh rech abe ihr Kne Sch zu alse heil von ihr abe x— 12— ichst.) hatte ausgeredet, sprach Saul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn ensch David? Und Saul hub auf seine Stimme, und weinete, und sprach zu und David: Du bist gerechter, denn ich. Du hast mir Gutes beweiset, ich aber ringt habe dir Böses beweiset. Und du hast mir heute angezeiget, wie du Gutes ollen an mir gethan hast, daß mich der HErr hatte in deine Hände beschlossen, et er und du mich doch nicht erwürget hast. Wie sollte jemand seinen Feind ollen finden, und ihn lassen einen guten Weg gehen? Der HErr vergelte dir Gutes ir es für diesen Tag, das du an mir gethan hast. „ so Lektion aus dem Reuen Testamente. Gal. 3, 1—12.(Die mit des Gesetzes st, so Werken umgehen.) uthn O ihr unverständigen Galater, wer hat euch bezaubert, daß ihr der Wahrheit nicht gehorchet? welchen Christus Jesus vor die Augen gemalet war, und jetzt unter euch gekreuziget ist. Das will ich allein von euch lernen: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke, oder durch die Haß.) Predigt vom Glauben? Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr an⸗ igedi. gefangen, wollt ihrs denn nun im Fleisch vollenden? Habt ihr denn so viel diehe, umsonst erlitten? Ists anders umsonst. Der euch nun den Geist reichet, inger und thut solche Thaten unter euch, thut ers durch des Gesetzes Werke, oder rn zu durch die Predigt vom Glauben? Gleichwie Abraham hat Gott geglaubet, ürden und ist ihm gerechnet zur Gerechtigkeit. So erkennet ihr ja nun, daß, die e zu des Glaubens sind, das sind Abrahams Kinder. Die Schrift aber hat es Da zuvor ersehen, daß Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum nder ‚ verkündigte sie dem Abraham: In dir sollen alle Heiden gesegnet werden. jeben, Also werden nun, die des Glaubens sind, gesegnet mit dem gläubigen chnitt Abraham. Denn die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Herz, Fluch. Denn es stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der nicht bleibet nern: in alle dem, das geschrieben stehet in dem Buch des Gesetzes, daß ers thue. neine Daß aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn t der der Gerechte wird seines Glaubens leben. Das Gesetz aber ist nicht des orten, Glaubens; sondern der Mensch, der es thut, wird dadurch leben. nachte auch Mein 7. Sonntag nach Trinitatis. uchen Vormittags. 9185 Epistel. Röm. 6, 45—23.(Die Gabe Gottes ist das ewige Leben.) en in Wie nun? sollen wir sündigen, dieweil wir nicht unter dem Gesetz, ward sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne! Wisset ihr nicht, welchem leinen ihr euch begebet zu Knechten in Gehorsam, des Knechte seid ihr, dem ihr doch gehorsam seid, es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Ge⸗ ürgen rechtigkeit? Gott sei aber gedanket, daß ihr Knechte der Sünde gewesen seid, daß aber nun gehorsam worden von Herzen dem Vorbilde der Lehre, welchem auch ihr ergeben seid. Denn nun ihr frei worden seid von der Sünde, seid ihr mest. Knechte worden der Gerechtigkeit. Ich muß menschlich davon reden um der ichen; Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt alten zu Dienste der Unreinigkeit und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, nicht also begebet auch nun eure Glieder zu Dienste der Gerechtigkeit, daß sie st du heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei und von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher aus, ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr Saul aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure 4 . n 5 ti 1 4 14 B . Iiß D 45 Ia 45 5 I ih 14 I II — — 120— Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm HErrn. Evangelium. Marci 8, 1—9.(Mich jammert des Volks, sie haben nichts zu essen.) Zu der Zeit, da viel Volks da war und hatten nicht zu essen; rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks; denn sie haben nun drei Tage bei mir beharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne kommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hie in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte 19 Wie viel habt ihr Brots? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volke, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote, und dankete, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankete, und hieß dieselbigen auch vor⸗ tragen. Sie aßen aber und wurden satt, und huben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei vier tausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. Epistolische Lektion. Apgsch. 9, 1—19.(Um Christi willen habe ich alles für Schaden geachtet.) Saulus aber schnaubete noch mit Dräuen und Morden wider die Jünger des HErrn, und ging zum Hohenpriester, und bat ihn um Briefe gen Damascus an die Schulen, auf daß, so er etliche dieses Wegs fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führete gen Jerusalem. Und da er auf dem Wege war, und nahe bei Damascus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde, und hörete eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Er aber sprach: HErr, wer bist du? Der HErr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel löcken. Und er sprach mit Zittern und Zagen: HErr, was willst du, daß ich thun soll? Der HErr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe in die Stadt; da wird man dir sagen, was du thun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, stunden und waren erstarret; denn sie höreten eine Stimme, und sahen niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sahe er niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand, und führeten ihn gen Damascus. Und war drei Tage nicht sehend, und aß nicht, und trank nicht. Es war aber ein Jünger zu Damascus, mit Namen Ananias; zu dem sprach der HErr im Gesichte: Anania! Und er sprach: Hie bin ich, HErr. Der HErr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe hin in die Gasse, die da heißet die richtige, und frage in dem Hause Juda nach Saulo, mit Namen von Tarsen; denn siehe er betet, und hat gesehen im Gesichte einen Mann, mit Namen Ananias, zu ihm hinein kommen, und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Ananias aber antwortete: HErr, ich habe von vielen gehöret von diesem Manne, wie viel Übels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerusalem; und er hat allhie Macht von den Hohenpriestern, zu binden alle, die deinen Namen anrufen. Der HErr sprach zu ihm: Gehe hin; denn dieser ist mir ein auserwählt Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Heiden, und vor den Königen, und vor den Kindern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Ananias ging hin, und kam in das Haus, und legte die Hände 22.3.2———ẽdMD........//dei⸗:;; sich etlich riefe amen von mens ände — 127— auf ihn, und sprach: Lieber Bruder Saul, der HErr hat mich gesandt(der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamest), daß du wieder sehend und mit dem Heiligen Geist erfüllet werdest. Und alsobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und ward wieder sehend, und stund auf, ließ sich taufen, und nahm Speise zu sich, und stärkete sich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Damascus. Evangelische Lektion. Matth. 19, 16—26.(Verkaufe, was du hast.) Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes thun, daß ich das ewige Leben möge haben? Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut, denn der einige Gott. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. Da sprach er zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis geben. Ehre Vater und Mutter. Und du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf; was fehlet mir noch? Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und giebs den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach. Da der Jüngling das Wort hörete, ging er betrübt von ihm; denn er hatte viel Güter. Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch, ein Reicher wird schwerlich ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Da das seine Jünger höreten, entsatzten sie sich sehr und sprachen: Je, wer kann denn selig werden? Jesus aber sahe sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ists unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Könige 3, 5—14.(Du wollest deinem Knechte ein gehorsames Herz geben.) Und der HErr erschien Salomo zu Gibeon im Traum des Nachts, und Gott sprach: Bitte, was ich dir geben soll. Salomo sprach: Du hast an meinem Vater David, deinem Knechte, große Barmherzigkeit gethan; wie er denn vor dir gewandelt hat in Wahrheit und Gerechtigkeit, und mit richtigem Herzen vor dir; und hast ihm diese große Barmherzigkeit gehalten, und ihm einen Sohn gegeben, der auf seinem Stuhl säße, wie es denn jetzt gehet. Nun HErr, mein Gott, du hast deinen Knecht zum Könige gemacht, an meines Vaters David Statt. So bin ich ein kleiner Knabe, weiß nicht weder meinen Ausgang noch Eingang. Und dein Knecht ist unter dem Volk, das du erwählet hast, so groß, daß es niemand zählen noch beschreiben kann, vor der Menge. So wollest du deinem Knechte geben ein gehorsam Herz, daß er dein Volk richten möge, und verstehen, was gut und böse ist. Denn wer vermag dies dein mächtig Volk zu richten? Das gefiel dem Herrn wohl, daß Salomo um ein solches bat. Und Gott sprach zu ihm: Weil du solches bittest, und bittest nicht um langes Leben, noch um Reichtum, noch um deiner Feinde Seele, sondern um Verstand, Gericht zu hören; siehe, so habe ich gethan nach deinen Worten. Siehe, ich habe dir ein weises und verständiges Herz gegeben, daß deines gleichen vor dir nicht gewesen ist, und nach dir nicht aufkommen wird. Dazu, das du nicht gebeten hast, hab ich dir auch gegeben, nämlich Reichtum und Ehre, daß deines gleichen keiner N — SSen — 128— unter den Königen ist zu deinen Zeiten. Und so du wirst in meinen Wegen wandeln, daß du hältst meine Sitten und Gebote, wie dein Vater David gewandelt hat; so will ich dir geben ein langes Leben. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 10, 1—33.(Bekehrung des Hauptmanns Cornelius.) Es war aber ein Mann zu Cäsarien, mit Namen Cornelius, ein Haupt⸗ mann von der Schar, die da heißt die welsche, gottselig und gottesfürchtig, samt seinem ganzen Hause, und gab dem Volk viel Almosen, und betete immer zu Gott. Der sahe in einem Gesichte offenbarlich, um die neunte Stunde am Tage, einen Engel Gottes zu ihm eingehen, der sprach zu ihm: Corneli! Er aber sahe ihn an, erschrak, und sprach: Herr, was ists? Er aber sprach zu ihm: Dein Gebet und deine Almosen sind hinaufkommen ins Gedächtnis vor Gott. Und nun sende Männer gen Joppen, und laß fordern Simon, mit dem Zunamen Petrus, welcher ist zur Herberge bei einem Gerber, Simon, des Haus am Meer liegt; der wird dir sagen, was du thun sollst. Und da der Engel, der mit Cornelio redete, hinweggegangen war, rief er zween seiner Hausknechte, und einen gottesfürchtigen Kriegsknecht, von denen, die auf ihn warteten, und erzählete es ihnen alles, und sandte sie gen Joppen. Des andern Tages, da diese auf dem Wege waren, und nahe zur Stadt kamen, stieg Petrus hinauf auf den Söller, zu beten, um die sechste Stunde. Und als er hungrig ward, wollte er anbeißen. Da sie ihm aber zubereiteten, ward er entzückt, und sahe den Himmel aufgethan, und herniederfahren zu ihm ein Gefäße, wie ein groß leinen Tuch, an vier Zipfeln gebunden, und ward niedergelassen auf die Erde; darinnen waren allerlei vierfüßige Tiere der Erde, und wilde Tiere, und Gewürme, und Vögel des Himmels. Und geschah eine Stimme zu ihm: Stehe auf, Petre, schlachte und iß. Petrus aber sprach: O nein, HErr; denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen. Und die Stimme sprach zum andern Mal zu ihm: Was Gott gereiniget hat, das mache du nicht gemein. Und das geschah zu drei Malen; und das Gefäße ward wieder aufgenommen gen Himmel. Als aber Petrus sich in ihm selbst bekümmerte, was das Gesichte wäre, das er gesehen hatte, siehe, da fragten die Männer, von Cornelio gesandt, nach dem Hause Simonis, und stunden an der Thür, riefen, und forscheten, ob Simon, mit dem Zunamen Petrus, allda zur Herberge wäre? Indem aber Petrus sich besinnet über dem Gesichte, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich; aber stehe auf, steige hinab, und zeuch mit ihnen, und zweifle nichts; denn ich habe sie ge⸗ sandt. Da stieg Petrus hinab zu den Männern, die von Cornelio zu ihm gesandt waren, und sprach: Siehe, ich bins, den ihr suchet; was ist die Sache, darum ihr hie seid? Sie aber sprachen: Cornelius, der Hauptmann, ein frommer und gottesfürchtiger Mann, und gutes Gerüchts bei dem ganzen Volk der Juden, hat einen Befehl empfangen vom heiligen Engel, daß er dich sollte fordern lassen in sein Haus, und Worte von dir hören. Da rief er ihnen hinein, und beherbergete sie. Des andern Tages zog Petrus aus mit ihnen, und etliche Brüder von Joppen gingen mit ihm. Und des andern Tages kamen sie ein gen Cäsarien. Cornelius aber wartete auf sie, und rief usammen seine Verwandten und Freunde; und als Petrus hineinkam, ging ihm Cornelius entgegen, und fiel zu seinen Füßen, und betete ihn an. Petrus aber richtete ihn auf, und sprach: Stehe auf; ich bin auch ein Mensch. Und als er sich mit ihm besprochen hatte, ging er hinein, und fand ihrer viel, die zusammen kommen waren. Und er sprach zu ihnen: Ihr wisset, wie es ein ungewohnet Ding ist einem jüdischen Mann, sich zu thun oder zu kommen Weg wand führet Prop reißer Trau jeglick arge Baur Frück Früch HErr im H haber Nam getha alle! sie, d bauet die 2 einen zegen havid g des zupt⸗ chtig, betete eunte ihm: Er ins rdern rber, sollst. ef er enen, ppen. Stadt unde. teten, ihm ward Erde, eine rach: essen. hat, efäße selbst ügten nden trus, ichte, auf, e ge⸗ ihm t die ann, nzen ß er Wrief aus dern rief ging trus Und viel, e es men — zu einem Fremdling; aber Gott hat mir gezeiget, keinen Menschen gemein oder unrein zu heißen. Darum habe ich mich nicht geweigert, zu kommen, als ich bin hergefordert. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt lassen fordern. Cornelius sprach: Ich habe vier Tage gefastet bis an diese Stunde, und um die neunte Stunde betete ich in meinem Hause. Und siehe, da trat ein Mann vor mich in einem hellen Kleide, und sprach: Corneli, dein Gebet ist erhöret, und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott. So sende nun gen Joppen, und laß her rufen einen, Simon, mit dem Zu⸗ namen Petrus, welcher ist zur Herberge in dem Hause des Gerbers Simon an dem Meer; der wird dir, wenn er kommt, sagen. Da sandte ich von Stund an zu dir. Und du hast wohl gethan, daß du kommen bist. Nun sind wir alle hie gegenwärtig vor Gott, zu hören alles, was dir von Gott befohlen ist. 3. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Röm. 8, 12—17.(Die Kinder Gottes.) So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater. Derselbige Geist gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium. Matth. 7, 13—29.(Von den falschen Propheten.) Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführet; und ihrer sind viel, die darauf wandeln. Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben führet; und wenig ist ihrer, die ihn finden. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HErr. HErr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: HErr, HErr, haben wir nicht in deinem Namen geweissaget? haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werze ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Übelthäter. Darum, wer diese meine Rede höret und thut sie, den vergleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Fels bauete. Da nun ein Platzregen fiel, und ein Gewässer kam, und weheten die Winde und stießen an das Haus; fiel es doch nicht, denn es war auf einen Fels gegründet. Und wer diese meine Rede höret und thut sie nicht, IIIi Sere*——— 2 — 130— der ist einem thörichten Mann gleich, der sein Haus auf den Sand bauete. Da nun ein Platzregen fiel, und kam ein Gewässer, und weheten die Winde und stießen an das Haus; da fiel es und that einen großen Fall. Und es begab sich, da Jesus diese Rede vollendet hatte, entsatzte sich das Volk über seiner Lehre. Denn er predigte gewaltig, und nicht wie die Schriftgelehrten. Epistolische Lektion. Apgsch. 16, 16—36.(Was soll ich thun, daß ich selig werde?) Es geschah aber, da wir zu dem Gebet gingen, daß eine Magd uns begegnete, die hatte einen Wahrsagergeist, und trug ihren Herren viel Genieß zu mit Wahrsagen. Dieselbige folgte allenthalben Paulo und uns nach, schrie und sprach: Diese Menschen sind Knechte Gottes, des Allerhöchsten, die euch den Weg der Seligkeit verkündigen. Solches that sie manchen Tag. Paulo aber that das wehe, und wandte sich um, und sprach zu dem Geiste: Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi, daß du von ihr ausfahrest. Und er fuhr aus zu derselbigen Stunde. Da aber ihre Herren sahen, daß die Hoffnung ihres Genießes war ausgefahren, nahmen sie Paulum und Silan, zogen sie auf den Markt vor die Obersten, und führeten sie zu den Hauptleuten, und sprachen: Diese Menschen machen unsere Stadt irre, und sind Juden; und verkündigen eine Weise, welche uns nicht ziemet anzunehmen, noch zu thun, weil wir Römer sind. Und das Volk ward erregt wider sie; und die Hauptleute ließen ihnen die Kleider abreißen, und hießen sie stäupen. Und da sie sie wohl gestäupet hatten, warfen sie sie ins Gefängnis, und geboten dem Kerkermeister, daß er sie wohl bewahrete. Der nahm solch Gebot an, und warf sie in das innerste Gefängnis, und legte ihre Füße in den Stock. Um die Mitternacht aber beteten Paulus, und Silas, und lo⸗ beten Gott. Und es höreten sie die Gefangenen. Schnell aber ward ein großes Erdbeben, also, daß sich bewegeten die Grundfesten des Gefängnisses. Und von Stund an wurden alle Thüren aufgethan und aller Bande los. Als aber der Kerkermeister aus dem Schlafe fuhr, und sahe die Thüren des Gefängnisses aufgethan, zog er das Schwert aus, und wollte sich selbst er⸗ würgen; denn er meinete, die Gefangenen wären entflohen. Paulus aber rief laut, und sprach: Thu dir nichts Übels; denn wir sind alle hie. Er forderte aber ein Licht, und sprang hinein, und ward zitternd, und fiel Paulo und Sila zu den Füßen, und führete sie heraus, und sprach: Lieben Herren, was soll ich thun, daß ich selig werde? Sie sprachen: Glaube an den HErrn Jesum Christum, so wirst du und dein Haus selig. Und sagten ihm das Wort des HErrn, und allen, die in seinem Hause waren. Und er nahm sie zu sich in derselbigen Stunde der Nacht, und wusch ihnen die Striemen ab, und er ließ sich taufen, und alle die Seinen alsobald. Und führete sie in sein Haus, und setzte ihnen einen Tisch, und freuete sich mit seinem ganzen Hause, daß er an Gott gläubig worden war. Und da es Tag ward, sandten die Hauptleute Stadtdiener, und sprachen: Laß die Menschen gehen. Und der Kerkermeister verkündigte diese Rede Paulo: Die Hauptleute haben hergesandt, daß ihr los sein sollt. Nun ziehet aus, und gehet hin mit Frieden. Evangelische Lektion. Matth. 10, 32—42.(Ich will ihn bekennen vor meinem himmlischen Vater.) Darum, wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Men⸗ schen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Ihr ννιινπππν sollt bin komu ihre Fein mehr Toch sein Wer um auf; Wer Pro recht Geri Jün bleib Lekti phete Gesit lästet nach euch geseh Sieh Ung nicht bauete. Winde ind es k über ehrten. ch selig d uns Benieß nach, in, die Tag. Geiste: ahrest. n, daß meinem kennen Men⸗ Ihr — 131— sollt nicht wähnen, daß ich kommen sei, Friede zu senden auf Erden. Ich bin nicht kommen, Friede zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin kommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater, und die Tochter wider ihre Mutter, und die Schnur wider ihre Schwieger. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt, denn mich, der ist mein nicht wert. Und wer Sohn oder Tochter mehr liebt, denn mich, der ist mein nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist mein nicht wert. Wer sein Leben findet, der wirds verlieren; und wer sein Leben verlieret um meinetwillen, der wirds finden. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt in eines Propheten Namen, der wird eines Propheten Lohn empfahen. Wer einen Gerechten aufnimmt in eines Ge⸗ rechten Namen, der wird eines Gerechten Lohn empfahen. Und wer dieser Geringsten einen nur mit einem Becher kaltes Wassers tränket, in eines Jüngers Namen; wahrlich, ich sage euch, es wird ihm nicht unbelohnet bleiben. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jerem. 23, 16—32.(Die falschen Propheten.) So spricht der HErr Zebaoth: Gehorchet nicht den Worten der Pro⸗ pheten, so euch weissagen. Sie betrügen euch; denn sie predigen ihres Herzens Gesicht, und nicht aus des HErrn Munde. Sie sagen denen, die mich lästern: Der HErr hats gesagt, es wird euch wohl gehen. Und allen, die nach ihres Herzens Dünkel wandeln, sagen sie: Es wird kein Unglück über euch kommen. Denn wer ist im Rat des HErrn gestanden, der sein Wort gesehen und gehöret habe? Wer hat sein Wort vernommen und gehöret? Siehe, es wird ein Wetter des HErrn mit Grimm kommen, und ein schrecklich Ungewitter den Gottlosen auf den Kopf fallen. Und des HErrn Zorn wird nicht nachlassen, bis er thue und ausrichte, was er im Sinn hat; hernach werdet ihrs wohl erfahren. Ich sandte die Propheten nicht, noch liefen sie; ich redete nicht zu ihnen, noch weissagten sie. Denn wo sie bei meinem Rat blieben, und hätten meine Worte meinem Volk geprediget, so hätten sie dasselbe von ihrem bösen Wesen und von ihrem bösen Leben bekehret. Bin ich nicht ein Gott, der nahe ist, spricht der HErr, und nicht ein Gott, der ferne sei? Meinest du, daß sich jemand so heimlich verbergen könne, daß ich ihn nicht sehe? spricht der HErr. Bin ichs nicht, der Himmel und Erde füllet? spricht der HErr. Ich höre es wohl, daß die Propheten pre⸗ digen, und falsch weissagen in meinem Namen, und sprechen: Mir hat geträumet, mir hat geträumet. Wann wollen doch die Propheten aufhören, die falsch weissagen und ihres Herzens Trügerei weissagen, und wollen, daß mein Volk meines Namens vergesse über ihren Träumen, die einer dem andern predigt; gleichwie ihre Väter meines Namens vergaßen über dem Baal? Ein Prophet, der Träume hat, der predige Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen? spricht der HErr. Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HErr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt? Darum siehe, ich will an die Propheten, spricht der HErr, die mein Wort stehlen einer dem andern. Siehe, ich will an die Propheten, spricht der Herr, die ihr eigen Wort führen und sprechen: Er hats gesagt. Siehe, ich will an die, so falsche Träume weissagen, spricht der HErr, und predigen dieselben, und verführen —W.....* Feresn — 132— mein Volk mit ihren Lügen und losen Theidingen; so ich sie doch nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe, und sie auch diesem Volk nichts nütze sind, spricht der HErr. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 12, 1—17.(Die Befreiung aus dem Kerker.) Um dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an ekliche von der Gemeine, zu peinigen. Er tötete aber Jacobum, Johannis Bruder, mit dem Schwert. Und da er sahe, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort. und fing Petrum auch Es waren aber eben die Tage der süßen Brote. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängnis und überantwortete ihn vier Vierteilen Kriegsknechten, ihn zu bewahren. und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gesängnis ge⸗ halten; aber die Gemeine betete ohn Aushören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsknechten, gebunden mit zwo Ketten. und die Hüter vor der Thür hüteten des Gefängnisses. Und siehe. der Engel des HErrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach; und schlug Petrum an die Seite, und weckte ihn auf, und sprach: Stehe behende auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und thu deine Schuhe an. Und er that also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich, und folge mir nach. Und er ging hinaus. und folgte ihm, und wußte nicht, daß ihm wahrhaftig solches geschähe durch den Engel; sondern es däuchte ihn, er sähe ein Gesichte. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut, und kamen zu der eisernen Thür, welche zur Stadt führet; die that sich ihnen von ihr selber auf, und traten hinaus, und gingen hin eine Gasse lang; und alsobald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu ihm selber kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der HErr seinen Engel gesandt hat, und mich errettet aus der Hand Herodis, und von allem Warten des jüdischen Volks. Und als er sich besinnet, kam er vor das Haus Maria, der Mutter Johannis, der mit dem Zunamen Marcus hieß, da viele bei einander waren, und beteten. Als aber Petrus an die Thür klopfete des Thores, trat hervor eine Magd zu horchen, mit RNamen Rhode. Und als sie Petri Stimme erkannte, that sie das Thor nicht auf vor Freuden, lief aber hinein. und verkündigte es ihnen, Petrus stünde vor dem Thor. Sie aber sprachen zu ihr: Du bist unsinnig. Sie aber bestund darauf, es wäre also. Sie sprachen: Es ist sein Engel. Petrus aber klopfete weiter an. Da sie aber aufthaten, sahen sie ihn, und entsatzten sich. Er aber winkete ihnen mit der Hand, zu schweigen, und erzählte ihnen, wie ihn der HErr hätte aus dem Gefängnis geführet, und sprach: Verkün⸗ diget dies Jacobo und den Brüdern. Und ging hinaus, und zog an einen andern Ort. 9. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Cor. 10, 1—13.(Das ist geschehen uns zum Vorbild und zur Warnung.) Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mosen getauft mit der Wolle und mit dem Meer; und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen; und haben alle einerlei geistlichen Trank üdnᷣrmin nicht nichts reiung e von ruder, fort. Brote. le ihn h den is ge⸗ ud da ischen r der haher, „und ihm dthu einen ihm, ngel; h die Stadt und Und ß der odis, kam amen etrus mit Thor etrus Sie etrus atzten hnen, rkün⸗ einen d zur zäter und aben rank — 133— getrunken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohlgefallen; denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden; als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder, zu essen und zu trinken, und stund auf, zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf Einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich lässet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihrs könnet ertragen. Evangelium. Luc. 16, 1—12.(Die Klugheit des ungerechten Haushalters.) Er sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thu Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem exsten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Oles. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich, und schreib flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichtes in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht. So ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer will euch das Wahrhaftige vertrauen? Und so ihr in dem Fremden nicht treu seid, wer will euch geben dasjenige, das euer ist? Epistolische Lektion. Apgsch. 17, 16—34.(Das Gericht über alle durch einen Mann, in welchem ers beschlossen hat.) Da aber Paulus ihrer zu Athen wartete, ergrimmete sein Geist in ihm, da er sahe die Stadt so gar abgöttisch. Und er redete zwar zu den Juden und Gottesfürchtigen in der Schule, auch auf dem Markt alle Tage zu denen, die sich herzu fanden. Etliche aber der Epikurer und Stoiker Philosophen zankten mit ihm; und etliche sprachen: Was will dieser Lotterbube sagen? Etliche aber: Es siehet, als wollte er neue Götter verkündigen. Das machte, er hatte das Evangelium von Jesu, und von der Auferstehung ihnen ver⸗ ——ß————————— See ere — 134— kündigt. Sie nahmen ihn aber, und führeten ihn auf den Richtplatz, und sprachen: Können wir auch erfahren, was das für eine neue Lehre sei, die du lehrest? Denn du bringest etwas Neues vor unsere Ohren; so wollten wir gerne wissen, was das sei. Die Athener aber alle, auch die Ausländer und Gäste, waren gerichtet auf nichts anders, denn etwas Neues zu sagen oder zu hören. Paulus aber stund mitten auf dem Richtplatz, und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe euch, daß ihr in allen Stücken allzu abergläubig seid. Ich bin herdurch gegangen, und habe gesehen eure Gottesdienste, und fand einen Altar, darauf war geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch denselbigen, dem ihr unwissend Gottesdienst thut. Gott, der die Welt gemacht hat, und alles, was drinnen ist, sintemal er ein HErr ist Himmels und der Erden, wohnet er nicht in Tempeln mit Händen ge⸗ macht. Sein wird auch nicht von Menschenhänden gepfleget, als der jemandes bedürfe; so er selber jedermann Leben und Odem allenthalben giebt, und hat gemacht, daß von einem Blut aller Menschen Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat Ziel gesetzt, zuvor versehen, wie lang und weit sie wohnen sollen; daß sie den HErrn suchen sollten, ob sie doch ihn fühlen und finden möchten. Und zwar, er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns; denn in ihm leben, weben, und sind wir; als auch etliche Poeten bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. So wir denn göttliches Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den güldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Gedanken gemacht. Und zwar hat Gott die Zeit der Unwissenheit übersehen; nun aber gebeut er allen Menschen an allen Enden, Buße zu thun; darum, daß er einen Tag gesetzt hat, auf welchen er richten will den Kreis des Erdbodens mit Gerechtigkeit, durch einen Mann, in welchem ers beschlossen hat, und jedermann vorhält den Glauben, nachdem er ihn hat von den Toten auferweckt. Da sie höreten die Auferstehung der Toten, da hattens etliche ihren Spott; etliche aber sprachen: Wir wollen dich davon weiter hören. Also ging Paulus von ihnen. Etliche Männer aber hingen ihm an, und wurden gläubig; unter welchen war Dionysius, einer aus dem Rat, und ein Weib, mit Namen Damaris, und andere mit ihnen. Evangelische Lektion. Matth. 13, 44—52.(Der eine Schatz und allerlei Gattung.) Abermal ist gleich das Himmelreich einem verborgenen Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand und verbarg ihn, und ging hin vor Freuden über demselbigen und verkaufte alles, was er hatte, und kanfte den Acker. Aber⸗ mal ist gleich das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte. Und da er eine köstliche Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte dieselbige. Abermal ist gleich das Himmelreich einem Netz, das ins Meer geworfen ist, damit man allerlei Gattung fähet. Wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen und lesen die guten in ein Gefäße zusammen; aber die faulen werfen sie weg. Also wird es auch am Ende der Welt gehen. Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden Und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähnklappen sein. Und Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr das alles verstanden? Sie sprachen: Ja, HErr. Da sprach er: Darum, ein jeglicher Schriftgelehrter, zum Himmelreich gelehrt, ist gleich einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorträgt. e.r........ und i‚ die nwir und oder Ihr äubig und Nun Gott, HErr nge⸗ mdes und anzen weit ühlen unter n bei liches enen, Und allen gesetzt gkeit, rhält reten aber von unter amen llerlei Acker, über Aber⸗ uchte. was inem Benn n die wird die rofen h zu Da lreich Altes — 135— Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Sprüche Salomonis 16, 1—9. (Befiehl dem HErrn deine Werke.) Der Mensch setzt ihm wohl vor im Herzen; aber vom HErrn kommt, was die Zunge reden soll. Einen jeglichen dünken seine Wege rein sein; aber allein der HErr macht das Herz gewiß. Befiehl dem HErrn deine Werke, so werden deine Anschläge fortgehen. Der HErr macht alles um sein selbst willen, auch den Gottlosen zum bösen Tage. Ein stolz Herz ist dem HErrn ein Greuel, und wird nicht ungestraft bleiben, wenn sie sich gleich alle an einander hängen. Durch Güte und Treue wird Missethat versöhnet; und durch die Furcht des HErrn meidet man das Böse. Wenn jemands Wege dem HErrn wohlgefallen, so macht er auch seine Feinde mit ihm zu⸗ frieden. Es ist besser wenig mit Gerechtigkeit, denn viel Einkommens mit Unrecht. Des Menschen Herz schlägt seinen Weg an, aber der HErr allein giebt, daß er fortgehe. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Thess. 3, 1—13.(Mit stillem Wesen arbeiten.) Weiter, lieben Brüder, betet für uns, daß das Wort des HErrn laufe und gepreiset werde, wie bei euch; und daß wir erlöset werden von den unartigen und argen Menschen. Denn der Glaube ist nicht jedermanns Ding. Aber der HErr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Argen. Wir versehen uns aber zu euch in dem HErrn, daß ihr thut und thun werdet, was wir euch gebieten. Der HErr aber richte eure Herzen zu der Liebe Gottes und zu der Geduld Christi. Wir gebieten euch aber, lieben Brüder, in dem Namen unsers HErrn Jesu Christi, daß ihr euch entziehet von allem Bruder, der da unordentlich wandelt, und nicht nach der Satzung, die er von uns empfangen hat. Denn ihr wisset, wie ihr uns sollt nachfolgen. Denn wir sind nicht unordentlich unter euch gewesen; haben auch nicht umsonst das Brot genommen von jemand, sondern mit Arbeit und Mühe Tag und Nacht haben wir gewirket, daß wir nicht jemand unter euch beschwerlich wären. Nicht darum, daß wir des nicht Macht haben, sondern daß wir uns selbst zum Vorbilde euch geben, uns nachzufolgen. Und da wir bei euch waren, geboten wir euch solches, daß, so jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen. Denn wir hören, daß etliche unter euch wandeln unordentlich, und arbeiten nichts, sondern treihen Vorwitz. Solchen aber gebieten wir, und ermahnen sie, durch unsern HErrn Jesum Christ, daß sie mit stillem Wesen arbeiten, und ihr eigen Brot essen. Ihr aber, lieben Brüder, werdet nicht verdrossen, Gutes zu thun. 10. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Cor. 12, 1—12.(Alles wirket derselbige einige Geist.) Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht ver⸗ halten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführt wurdgl. Darum thu ich euch kund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen HErrn heißen, ohne durch den Heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Amter; aber es ist Ein HErr. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist Ein SE — ——— VNeresn —— ——————— 2277777777—7 Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntnis, nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube, in dem⸗ selbigen Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen in demselbigen Geist; einem andern, Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist, und teilet einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Denn gleichwie Ein Leib ist, und hat doch viel Glieder; alle Glieder aber Eines Leibes, wiewohl ihrer viel sind, sind sie doch Ein Leib: also auch Christus. Evangelium. Luc. 19, 41—48.(Der Herr weinet über Jerusalem.) Und als er nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ists vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriéster und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten. Und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. Epistolische Lektion. Apgsch. 20, 17—38.(Ich befehle euch Gott und dem Wort seiner Gnade.) Aber von Miletus sandte er gen Ephesus, und ließ fordern die Altesten von der Gemeine. Als aber die zu ihm kamen, sprach er zu ihnen: Ihr wisset von dem ersten Tage an, da ich bin in Asiam kommen, wie ich allezeit bin bei euch gewesen, und dem HErrn gedienet mit aller Demut, und mit viel Thränen und Anfechtungen, die mir sind widerfahren von den Juden, so mir nachstelleten; wie ich nichts verhalten habe, das da nützlich ist, daß ich euch nicht verkündiget hätte, und euch gelehret öffentlich und sonderlich; und habe bezeuget, beide den Juden und Griechen, die Buße zu Gott, und den Glauben an unsern HErrn Jesum Christum. Und nun siehe, ich, im Geist gebunden, fahre hin gen Jerusalem, weiß nicht, was mir daselbst be⸗ gegnen wird, ohne, daß der Heilige Geist in allen Städten bezeuget und spricht: Bande und Trübsal warten mein daselbst. Aber ich achte der keines; ich halte mein Leben auch nicht selbst teuer; auf daß ich vollende meinen Lauf mit Freuden, und das Amt, das ich empfangen habe von dem HErrn Jesu, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes. Und nun siehe, ich weiß, daß ihr mein Angesicht nicht mehr sehen werdet, alle die, durch welche ich gezogen bin, und geprediget habe das Reich Gottes. Darum zeuge ich euch an diesem heutigen Tage, daß ich rein bin von aller Blut; denn ich habe euch nichts verhalten, daß ich nicht verkündiget hätte alle den Rat Gottes. So habt nun Acht auf euch selbst, und auf die ganze Herde, unter welche euch der Heilige Geist gesetzet hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeine Gottes, welche er durch sein eigen Blut erworben hat. Denn das weiß ich, daß nach meinem — 137— Abschied werden unter euch kommen greuliche Wölfe, die die Herde nicht verschonen werden. Auch aus euch selbst werden aufstehen Männer, die da verkehrte Lehren reden, die Jünger an sich zu ziehen. Darum seid wacker und denket daran, daß ich nicht abgelassen habe drei Jahr, Tag und Nacht einen jeg⸗ lichen mit Thränen zu vermahnen. Und nun, lieben Brüder, ich befehle euch Gott, und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und zu geben das Erbe unter allen, die geheiliget werden. Ich habe euer keines Silber, noch Gold, noch Kleid begehrt. Denn ihr wisset selber, daß mir diese Hände zu meiner Noidurft, und derer, die mit mir gewesen sind, ge⸗ dienet haben. Ich habe es euch alles gezeiget, daß man also arbeiten müsse, und die Schwachen aufnehmen, und gedenken an das Wort des HErrn Jesu, das er gesagt hat: Geben ist seliger, denn nehmen. Und als er solches ge⸗ sagt, knieete er nieder, und betete mit ihnen allen. Es ward aber viel Weinens unter ihnen allen, und fielen Paulo um den Hals, und küsseten ihn, am allermeisten betrübt über dem Wort, das er sagte, sie würden sein Angesicht nicht mehr sehen. Und geleiteten ihn in das Schiff. Evangelische Lektion. Luc. 12, 49—56.(Wie prüfet ihr diese Zeit nicht?) Ich bin kommen, daß ich ein Feuer anzünde auf Erden; was wollt ich lieber, denn es brennete schon! Aber ich muß mich zuvor taufen lassen mit einer Taufe; und wie ist mir so bange, bis sie vollendet werde! Meinet ihr, daß ich herkommen bin, Friede zu bringen auf Erden? Ich sage nein, son⸗ dern Zwietracht. Denn von nun an werden fünf in einem Hause uneins sein; drei wider zwei, und zwei wider drei. Es wird sein der Vater wider den Sohn, und der Sohn wider den Vater; die Mutter wider die Tochter, und die Tochter wider die Mutter; die Schwieger wider die Schnur, und die Schnur wider die Schwieger. Er sprach aber zu dem Volk: Wenn ihr eine Wolke sehet aufgehen vom Abend, so sprecht ihr bald, es kommt ein Regen; und es geschiehet also. Und wenn ihr sehet den Südwind wehen, so sprecht ihr, es wird heiß werden; und es geschiehet also. Ihr Heuchler, die Gestalt der Erde und des Himmels könnt ihr prüfen: wie prüfet ihr aber diese Zeit nicht? Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jerem. 7, 1—15.(Ich rufe euch, und ihr wollet nicht antworten.) Dies ist das Wort, welches geschah zu Jeremia vom HErrn, und sprach: Tritt ins Thor im Hause des HErrn, und predige daselbst dies Wort, und sprich: Höret des HErrn Wort, ihr alle von Juda, die ihr zu diesen Thoren eingehet, den HErrn anzubeten. So spricht der HErr Zebaoth, der Gott Israel: Bessert euer Leben und Wesen, so will ich bei euch wohnen, an diesem Ort. Verlasset euch nicht auf die Lügen, wenn sie sagen: Hie ist des HErrn Tempel, hie ist des HErrn Tempel, hie ist des HErrn Tempel! Sondern bessert euer Leben und Wesen, daß ihr recht thut einer gegen den andern; und den Fremdlingen, Waisen und Wittwen keine Gewalt thut, und nicht unschuldig Blut vergießet an diesem Ort; und folget nicht nach anderen Göttern zu eurem eigenen Schaden; so will ich immer und ewiglich bei euch wohnen an diesem Ort, im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe. Aber nun verlasset ihr euch auf Lügen, die kein nütze sind. Daneben seid ihr Diebe, Mörder, Ehebrecher und Meineidige, und räuchert dem Baal, und folget fremden Göttern nach, die ihr nicht kennet. Darnach kommt ihr denn und tretet vor mich in diesem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, — 158— und sprechet: Es hat keine Not mit uns, weil wir solche Greuel thun. Haltet 1 ihr denn dies Haus, das nach meinem Ramen genannt ist, für eine Mörder⸗ grube? Siehe, ich sehe es wohl, spricht der HErr. Gehet hin an meinen V Ort zu Silo, da vorhin mein Name gewohnet hat, und schauet, was ich x daselbst geihan habe um der Bosheit willen meines Volks Israel. Weil u ihr denn alle solche Stücke treibet, spricht der HErr, und ich stets euch pre⸗ 8 digen lasse, und ihr wollt nicht hören, ich rufe euch, und ihr wollt nicht 0 antworten: so will ich dem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, darauf ihr euch verlasset, und dem Ort, den ich euren Vätern gegeben habe, 8 eben thun, wie ich Silo gethan habe. Und ich will euch von meinem Ange⸗ 11 sicht wegwerfen, wie ich weggeworfen habe alle eure Brüder, den ganzen n Samen Ephraim. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 14, 8—20.(Vergötterung und D Steinigung des Apostels.) n Und es war ein Mann zu Lystra, der mußte sitzen; denn er hatte böse Füße, und war lahm von Mutterleibe, der noch nie gewandelt hatte. Der 6 hörete Paulum reden. Und als er ihn ansahe, und merkte, daß er glaubete, ö ihm möchte geholfen werden, sprach er mit lauter Stimme: Stehe aufrichtig as auf deine Füße. Und er sprang auf, und wandelte. Da aber das Volk Iist sahe, was Paulus gethan hatte, huben sie ihre Stimme auf und sprachen auf Lycaonisch: Die Götter sind den Menschen gleich worden, und zu uns 10 hernieder kommen. Und nenneten Barnabam Jupiter, und Paulum Mer⸗ U curius, dieweil er das Wort führete. Der Priester aber Jupiters, der vor ö ihrer Stadt war, brachte Ochsen und Kränze vor das Thor, und wollte ch opfern, samt dem Volk. Da das die Apostel, Barnabas und Paulus, höreten, ig zerrissen sie ihre Kleider, und sprangen unter das Volk, schrieen, und sprachen· nüg Ihr Männer, was machet ihr da? Wir sind auch sterbliche Menschen, gleich⸗ wir af wie ihr, und predigen euch das Evangelium, daß ihr euch bekehren sollt von hab ist diesem falschen zu dem lebendigen Gott, welcher gemacht hat Himmel, und in ui Erde, und das Meer, und alles, was drinnen ist; der in vergangenen Zeiten ver 4 hat lassen alle Heiden wandeln ihre eigenen Wege; und zwar hat er sich ein selbst nicht unbezeuget gelassen, hat uns viel Gutes gethan, und vom Himmel irr⸗ 1 ů Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, unsere Herzen erfüllet mit Speise und met + Freuden. Und da sie das sagten, stilleten sie kaum das Volk, daß sie ihnen Gl Wiien nicht opferten. Es kamen aber dahin Juden von Antiochia und Iconien, des und überredeten das Volk, und steinigten Paulum, und schleiften ihn zur bek Stadt hinaus; meineten, er wäre gestorben. Da ihn aber die Jünger ö umringeten, stund er auf, und ging in die Stadt. Und auf den andern Lag ging er aus mit Barnaba gen Derben. 6 U. Sonntag nach Trinitatis. 55. Vormittags. 10 0 ö Epistel. 1. Cor. 15, 1—10.(Richt ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.:JFT¶ all 60 ö Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch ver⸗ di de ündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch ein EeNsteehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget 4 habe, so ihrs behalten habt, es wäre denn, daß ihrs umsonst geglaubet ö 2 ö hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen isth habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und r daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der u m,en.l...........ꝗ nien, zur ünger idern r ist.) ver⸗ auch diget mubet ngen und der — 139— Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen; darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf ein Mal, deren noch viel leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln; am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes ver⸗ folget habe. Aber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen; sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium. Luc. 18, 9—14.(Pharisäer und Zöllner.) Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solch Gleichnis: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stund und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner; ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stund von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet den. Epistolische Lektion. 1. Tim. 6, 6—12.(Großer Gewinn.) Es ist aber ein großer Gewinn, wer gottselig ist, und lässet ihm ge⸗ nügen. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum offenbar ist, wir werden auch nichts hinausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so lasset uns begnügen. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke, und viel thörichter und schädlicher Lüste, welche versenken die Menschen ins Verderben und Verdammnis. Denn Geiz ist eine Wurzel alles Übels, welches hat etliche gelüstet, und sind vom Glauben irre gegangen, und machen ihnen selbst viel Schmerzen. Aber, du Gottes⸗ mensch, fleuch solches; jage aber nach der Gerechtigkeit, der Gottseligkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut; kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, dazu du auch berufen bist, und bekannt hast ein gut Bekenntnis vor vielen Zeugen. Evangelische Lektion. Marci 12, 41—44.(Das Scherflein der Wittwe.) Und Jesus setzte sich gegen den Gotteskasten und schauete, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten. Und viel Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Wittwe, und legte zwei Scherflein ein; die machen einen Heller. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Wittwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt, denn alle, die eingelegt haben. Denn sie haben alle von ihrem Übrigen eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles, was sie hatte, ihre ganze Nahrung, eingelegt. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Daniel 9, 8—19.(Auf deine große Barmherzigkeit.) Ja, HErr, wir, unsere Könige, unsere Fürsten und unsere Väter müssen uns schämen, daß wir uns an dir versündiget haben. Dein aber, HErr, unser — 140— Gott, ist die Barmherzigkeit und Vergebung. Denn wir sind abtrünnig worden, und gehorchten nicht der Stimme des HErrn, unsres Gottes, daß wir gewandelt hätten in seinem Gesetz, welches er uns vorlegte durch seine Knechte, die Propheten; sondern das ganze Israel übertrat dein Gesetz und wichen ab, daß sie deiner Stimme nicht gehorchten. Daher trifft uns auch der Fluch und Schwur, der geschrieben stehet im Gesetz Mose, des Knechtes Gottes, daß wir an ihm gesündiget haben. Und er hat seine Worte gehalten, die er geredet hat wider uns und unsere Richter, die uns richten sollten, daß er solch groß Unglück über uns hat gehen lassen, daß desgleichen unter allem Himmel nicht geschehen ist, wie über Jerusalem geschehen ist. Gleichwie es geschrieben stehet im Gesetz Mose, so ist alle dies große Unglück über uns gegangen. So beteten wir auch nicht vor dem HErrn, unserm Gott, daß wir uns von den Sünden bekehreten, und deine Wahrheit vernähmen. Darum ist der HErr auch wacker gewesen mit diesem Unglück, und hat es über uns gehen lassen. Denn der HErr, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er thut; denn wir gehorchten seiner Stimme nicht. Und nun, HErr unser Gott, der du dein Volk aus Agyptenland geführet hast mit starker Hand, und hast dir einen Namen gemacht, wie er jetzt ist, wir haben ja gesündiget, und sind leider gottlos gewesen. Ach HErr, um aller deiner Gerechtigkeit willen wende ab deinen Zorn und Grimm von deiner Stadt Jeru⸗ salem und deinem heiligen Berge. Denn um unserer Sünde willen und um unserer Väter Missethat willen trägt Jerusalem und dein Volk Schmach bei allen, die um uns her sind. Und nun, unser Gott, höre das Gebet deines Knechtes und sein Flehen, und siehe gnädiglich an dein Heiligtum, das verstöret ist, um des HErrn willen. Neige deine Ohren, mein Gott, und höre, thue deine Augen auf, und siehe, wie wir verstört sind, und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barm⸗ herzigkeit. Ach HErr, höre, ach HErr, sei gnädig, ach HErr, merke auf, und thue es, und verzeuch nicht, um dein selbst willen, mein Gott; denn deine Stadt und dein Volk ist nach deinem Namen genannt. Lektion aus dem Reuen Testamente. Apgsch. 15, 4—22.(Der Herzens⸗ kündiger zeugete über sie.) Da sie aber darkamen gen Jerusalem, wurden sie empfangen von der Gemeine, und von den Aposteln, und von den Altesten. Und sie verkündigten, wie viel Gott mit ihnen gethan hatte. Da traten auf etliche von der Phari⸗ säer Sekte, die gläubig waren worden, und sprachen: Man muß sie beschnei⸗ den, und gebieten, zu halten das Gesetz Mosis. Aber die Apostel und die Altesten kamen zusammen, diese Rede zu besehen. Da man sich aber lange gezanket hatte, stund Petrus auf, und sprach zu ihnen: Ihr Männer, lieben Brüder, ihr wisset, daß Gott lang vor dieser Zeit unter uns erwählet hat, daß durch meinen Mund die Heiden das Wort des Evangelii höreten, und glaubten. Und Gott, der Herzenskündiger, zeugete über sie, und gab ihnen den Heiligen Geist, gleichwie auch uns. Und machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, und reinigte ihre Herzen durch den Glauben. Was versucht ihr denn nun Gott mit Auflegen des Jochs auf der Jünger Hälse, welches weder unsere Väter, noch wir haben mögen tragen? Sondern wir glauben durch die Gnade des HErrn Jesu Christi selig zu werden, gleicher Weise wie auch sie. Da schwieg die ganze Menge stille, und höreten zu Paulo und Barnaba, die da erzähleten, wie große Zeichen und Wunder Gott durch sie gethan hatte unter den Heiden. Darnach, als sie geschwiegen hatten, ant⸗ 8— r SS A ihnen schied Was älse, wir eicher aulo durch ant⸗ —1 1— wortete Jacobus, und sprach: Ihr Männer, lieben Brüder, höret mir zu. Simon hat erzählt, wie aufs erste Gott heimgesucht hat und angenommen ein Volk aus den Heiden zu seinem Namen. Und da stimmen mit der Propheten Reden, als da geschrieben stehet: Darnach will ich wieder kommen, und will wieder bauen die Hütte Davids, die zerfallen ist, und ihre Lücken will ich wieder bauen, und will sie aufrichten; auf daß, was übrig ist von Menschen, nach dem HErrn frage, dazu alle Heiden, über welche mein Name genennet ist, spricht der HErr, der das alles thut. Gott sind alle seine Werke bewußt von der Welt her. Darum beschließe ich, daß man denen, so aus den Heiden zu Gott sich bekehren, nicht Unruhe mache; sondern schreibe ihnen, daß sie sich enthalten von Unsauberkeit der Abgötter, und von Hurerei, und vom Erstickten, und vom Blut. Denn Moses hat von langen Zeiten her in allen Städten, die ihn predigen, und wird alle Sabbathertage in den Schulen gelesen. Und es däuchte gut die Apostel und Altesten, samt der ganzen Gemeine, aus ihnen Männer zu erwählen, und zu senden gen Antiochiam mit Paulo und Barnaba, nämlich Judam, mit dem Zunamen Barsabas, und Silan, welche Männer Lehrer waren unter den Brüdern. 12. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 2. Cor. 3, 4—9.(Das Amt des Geistes.) Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott. Welcher auch uns tüchtig ge⸗ macht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet; aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tötet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis um der Klarheit willen seines Angesichtes, die doch auf⸗ höret: wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammnis prediget, Klarheit hat; viel mehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Evangelium. Marci 7, 31—-37.(Hephatha!) Und da er wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spützete, und rührete seine Zunge. Und sahe auf gen Himmel, feufzete und sprach zu ihm: Hephatha, das ist, thu dich auf! Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie follten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maße und sprachen: Er hat alles wohl ge⸗ macht; die Tauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend. Epistolische Lektion. Jac. 3.(Heiligung der Zunge.) Lieben Brüder, unterwinde sich nicht jedermann, Lehrer zu sein; und wisset, daß wir desto mehr Urteil empfahen werden. Denn wir fehlen alle mannigfaltiglich. Wer aber auch in keinem Wort fehlet, der ist ein voll⸗ kommener Mann, und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten. Siehe, — e e — 142— die Pferde halten wir in Zäumen, daß sie uns gehorchen, und lenken den anzen Leib. Siehe, die Schiffe, ob sie wohl so groß sind, und von starken Winden getrieben werden, werden sie doch gelenkt mit einem kleinen Ruder, wo der hin will, der es regieret. Also ist auch die Zunge ein klein Glied. und richtet große Dinge an. Siehe, ein klein Feuer, welch einen Wald zündets an! Und die Zunge ist auch ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Also ist die Zunge unter unsern Gliedern, und befleckt den ganzen Leib, und zündet an allen unsern Wandel, wenn sie von der Hölle entzündet ist. Denn alle Natur der Tiere und der Vögel und der Schlangen und der Meer⸗ wunder werden gezähmet, und sind gezähmet von der menschlichen Natur; aber die Zunge kann kein Mensch zähmen, das unruhige Übel, voll tötliches Gifts. Durch sie loben wir Gott den Vater, und durch sie fluchen wir den Menschen, nach dem Bilde Gottes gemacht. Aus Einem Munde gehet Loben und Fluchen. Es soll nicht, lieben Brüder, also sein. Quillet auch ein Brunnen aus Einem Loche süß und bitter? Kann auch, lieben Brüder, ein Feigenbaum Ol, oder ein Weinstock Feigen tragen? Also kann auch ein Brunnen nicht salzig und süße Wasser geben. Wer ist weise und klug unter euch? Der erzeige mit seinem guten Wandel seine Werke, in der Sanftmut und Weisheit. Habt ihr aber bittern Neid und Zank in eurem Herzen, so rühmet euch nicht, und lüget nicht wider die Wahrheit. Denn das ist nicht die Weisheit, die von oben herab kommt, sondern irdisch, menschlich und teufelisch. Denn wo Reid und Zank ist, da ist Unordnung und eitel böse Ding. Die Weisheit aber von oben her ist aufs erste keusch, darnach fried⸗ sam, gelinde, lässet ihr sagen, voll Barmherzigkeit und guter Früchte, un⸗ parteiisch, ohn Heuchelei. Die Frucht aber der Gerechtigkeit wird gesäet im Frieden denen, die den Frieden halten. Evangelische Lektion. Joh. 8, 37—45.(Ihr könnet mein Wort nicht hören.) Ich weiß wohl, daß ihr Abrahams Samen seid aber ihr suchet mich zu töten; denn meine Rede fähet nicht unter euch. Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; so thut ihr, was ihr von eurem Vater gesehen habt. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so thätet ihr Abrahams Werke. Nun aber suchet ihr mich zu töten, einen solchen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehöret habe; das hat Abraham nicht gethan. Ihr thut eures Vaters Werke. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren; wir haben Einen Vater, Gott. Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebetet ihr mich; denn ich bin ausgegangen, und komme von Gott; denn ich bin nicht von mir selber kommen, sondern er hat mich gesandt. Warum kennet ihr denn meine Sprache nicht? denn ihr könnt ja mein Wort nicht hören. Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollet ihr thun. Der⸗ selbige ist ein Mörder von Anfang, und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lügen redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner, und ein Vater derselbigen. Ich aber, weil ich die Wahrheit sage, so glaubet ihr mir nicht. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 62.(Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft.) Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Denn er ist mein Hort, **i„.nridhirvihii;vh.hiinituy::uuuuuiunurn meine Hülfe, mein Schutz, daß mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist. uftmut zen, so st nicht hören.) et mich ich von gesehen Vater itet ihr nschen, e; das chen sie „Gott. ; denn on mir i meine id von Der⸗ ihrheit; redet er n. Ich stille zu n Hort, er ist. — 143— Wie lange stellet ihr alle Einem nach, daß ihr ihn erwürget, als eine han⸗ gende Wand und zerrissene Mauer? Sie denken nur, wie sie ihn dämpfen, fleißigen sich der Lüge, geben gute Worte, aber im Herzen fluchen sie. Sela. Aber meine Seele harret nur auf Gott; denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Hort, meine Hülfe, und mein Schutz, daß ich nicht fallen werde. Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke; meine Zu⸗ versicht ist auf Gott. Hoffet auf ihn allezeit, lieben Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsere Zuversicht. Sela. Aber Menschen sind doch ja nichts, große Leute fehlen auch; sie wägen weniger, denn nichts, so viel ihrer ist. Verlasset euch nicht auf Unrecht und Frevel, haltet euch nicht zu solchem, das nichts ist; fällt euch Reichtum zu, so hänget das Herz nicht dran. Gott hat Ein Wort geredet, das habe ich etlichemal gehöret, daß Gott allein mächtig ist. Und du, HErr, bist gnädig, und bezahlest einem jeglichen, wie ers verdienet. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 16, 9—15.(Der HErr thal ihr das Herz auf.) Und Paulo erschien ein Gesichte bei der Nacht; das war ein Mann aus Macedonien, der stund, und bat ihn, und sprach: Komm hernieder in Mace⸗ donien, und hilf uns. Als er aber das Gesichte gesehen hatte, da trachteten wir alsobald zu reisen zu Macedonien, gewiß, daß uns der Herr dahin be⸗ rufen hätte, ihnen das Evangelium zu predigen. Da fuhren wir aus von Troas, und stracks Laufs kamen wir gen Samothracien, des andern Tages gen Neapolis, und von dannen gen Philippen, welches ist die Hauptstadt des Landes Macedonien, und eine Freistadt. Wir hatten aber in dieser Stadt unser Wesen etliche Tage. Des Tages der Sabbather gingen wir hinaus vor die Stadt an das Wasser, da man pflegte zu beten, und setzten uns, und redeten zu den Weibern, die da zusammen kamen. Und ein gottesfürchtig Weib, mit Namen Lydia, eine Purpurkrämerin, aus der Stadt der Thyatirer, hörete zu; welcher that der HErr das Herz auf, daß sie darauf Acht hatte, was von Paulo geredet ward. Als sie aber, und ihr Haus getauft ward, ermahnete sie uns und sprach: So ihr mich achtet, daß ich gläubig bin an dem HErrn, so kommet in mein Haus, und bleibet allda. Und sie zwang uns. 13. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Gal. 3, 13—22.(Das Gesetz kann nicht lebendig machen.) Christus aber hat uns erlöset von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns,(denn es stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der am Holz hänget,.) auf daß der Segen Abrahams unter die Heiden käme in Christo Jesu, und wir also den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht: durch die Samen, als durch viele, sondern als durch Einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon, das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durchs Gesetz aufhören, welches ge⸗ geben ist über vier hundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung ge⸗ Se — 144— geben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von dem Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelinm. Luc. 10, 23—42.(Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet.) Und er wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Pro⸗ pheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und habens nicht gesehen; und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stund ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach: Wie stehet im Gesetz geschrieben? wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen 5Errn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüte, und deinen Nächsten, als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb tot liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab zog; und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Sama⸗ riter aber reisete, und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß drein Ol und Wein, und hub ihn auf sein Tier, und führete ihn in die Herberge, und pflegete sein. Des andern Tages reisete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirt, und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Es begab sich aber, da sie wandelten, ging er in einen Markt. Da war ein Weib, mit Namen Martha, die nahm ihn auf in ihr Haus. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich zu Jesu Füßen und hörete seiner Rede zu. Martha aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: HErr, fragst du nicht darnach, daß mich meine Schwester lässet allein dienen? Sage ihr doch, daß sie es auch angreife. Zesus aber ant⸗ wortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du hast viel Sorge und Mühe, Eines aber ist Not. Maria hat das gute Teil erwählet; das soll nicht von ihr genommen werden. Epistolische Lektion. 1. Petri 2, 1—10.(Das auserwählte Geschlecht.) So leget nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alles Afterreden; und seid begierig nach der vernünftigen lautern Milch, als die jeht gebornen Kindlein, auf daß ihr durch dieselbige zunehmet; so ihr IEE ander komn aber digen tum, Darr Eckste werd ist de ist, e dem das das euch weilg in G Evar und ein ich n sprac Er a wollt sie ih Wir von ein u meine bleibe Lektit nehme an V Was 3der den eines wider wäre g aus e, auf geben as ihr Selig Pro⸗ sehen; stund iß ich Gesetz deinen äften, aber Er mein ging n ihn liegen. hinab ch ein dama⸗ sein, Wein, flegete , und was Belcher unter that. ab sich b, mit wester, de zu. hinzu lässet rant⸗ Mühe, ht von echt.) d Neid Milch, so ihr — 145— anders geschmecket habt, daß der HErr freundlich ist, zu welchem ihr kommen seid als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber bei Gott ist er auserwählet und köstlich. Und auch ihr, als die leben⸗ digen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause, und zum heiligen Priester⸗ tum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesum Christum. Darum stehet in der Schrift: Siehe da, ich lege einen auserwählten köstlichen Eckstein in Zion; und wer an ihn glaubet, der soll nicht zu schanden werden. Euch nun, die ihr glaubet, ist er köstlich; den Ungläubigen aber ist der Stein, den die Bauleute verworfen haben, und zum Eckstein worden ist, ein Stein des Anstoßens, und ein Fels der Argernis; die sich stoßen an dem Wort, und glauben nicht daran, darauf sie gesetzt sind. Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; die ihr weiland nicht ein Volk waret, nun aber Gottes Volk seid, und weiland nicht in Gnaden waret, nun aber in Gnaden seid. Evangelische Lektion. Joh. 9, 24—41.(Die Blinden werden sehend, und die Sehenden werden blind.) Da riefen sie zum andern Mal dem Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre; wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete und sprach: Ist er ein Sünder, das weiß ich nicht; Eines weiß ich wohl, daß ich blind war und bin nun sehend. Da sprachen sie wieder zu ihm: Was that er dir? wie that er deine Augen auf? Er antwortete ihnen: Ich habs euch jetzt gesagt, habt ihrs nicht gehöret? was wollt ihrs abermal hören? wollt ihr auch seine Jünger werden? Da fluchten sie ihm und sprachen: Du bist sein Jünger; wir aber sind Mosis Jünger. Wir wissen, daß Gott mit Mose geredet hat; diesen aber wissen wir nicht von wannen er ist. Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Das ist ein wunderlich Ding, daß ihr nicht wisset, von wannen er sei; und er hat meine Augen aufgethan. Wir wissen aber, daß Gott die Sünder nicht höret; sondern so jemand gottesfürchtig ist, und thut seinen Willen, den höret er. Von der Welt an ists nicht erhöret, daß jemand einem gebornen Blinden die Augen aufgethan habe. Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts thun. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden ge⸗ boren, und lehrest uns? Und stießen ihn hinaus. Es kam vor Jesum, daß sie ihn ausgestoßen hatten. Und da er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubest du an den Sohn Gottes? Er antwortete und sprach: HErr, welcher ists, auf daß ich an ihn glaube? Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ists. Er aber sprach: HErr, ich glaube; und betete ihn an. Und Jesus sprach: Ich bin zum Gerichte auf diese Welt kommen, auf daß, die da nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden. Und solches höreten etliche der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind wir denn auch blind? Jesus sprach zu ihnen: Wäret ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; nun ihr aber sprechet, wir sind sehend, bleibet eure Sünde. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Sprüche Salom. 4, 4—27.(Ich win dich den Weg der Weisheit führen.) Und er lehrete mich und sprach: Laß dein Herz meine Worte auf⸗ nehmen, halte meine Gebote, so wirst du leben. Nimm an Weisheit, nimm an Verstand: veraiß nicht und weiche nicht von der Rede meines Mundes. Ii — 146— VBerlaß sie nicht, so wird sie dich behalten; liebe sie, so wird sie dich behüten. Denn der Weisheit Anfang ist, wenn man sie gerne höret, und die Klugheit lieber hat, denn alle Güter. Achte sie hoch, so wird sie dich erhöhen, und wird dich zu Ehren machen, wo du sie herzest. Sie wird dein Haupt schön schmücken, und wird dich zieren mit einer hübschen Krone. So höre, mein Kind, und nimm an meine Rede; so werden deiner Jahre viel werden. Ich will dich den Weg der Weisheit führen, ich will dich auf rechter Bahn leiten, daß, wenn du gehest, dein Gang dir nicht sauer werde, und wenn du läufst, daß du dich nicht anstoßest. Fasse die Zucht, laß nicht davon; bewahre sie, denn sie ist dein Leben. Komm nicht auf der Gottlosen Pfad, und tritt nicht auf den Weg der Bösen. Laß ihn fahren, und gehe nicht drinnen; weiche von ihm, und gehe vorüber. Denn sie schlafen nicht, sie haben denn übel gethan; und sie ruhen nicht, sie haben denn Schaden gethan. Denn sie nähren sich von gottlosem Brot, und trinken vom Wein des Frevels. Aber der Gerechten Pfad glänzet wie ein Licht, das da fortgeht, und leuchtet bis auf den vollen Tag. Der Gottlosen Weg aber ist wie Dunkel, und wissen nicht, wo sie fallen werden. Mein Sohn, merke auf mein Wort, und neige dein Ohr zu meiner Rede. Laß sie nicht von deinen Augen fahren. behalte sie in deinem Herzen. Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und gesund ihrem ganzen Leibe. Behüte dein Herz mit allem Fleiß; denn daraus gehet das Leben. Thu von dir den verkehrten Mund, und laß das Lästermaul ferne von dir sein. Laß deine Augen stracks vor sich sehen, und deine Augenlider richtig vor dir hinsehen. Laß deinen Fuß gleich vor sich gehen, so gehest du gewiß. Wanke weder zur Rechten noch zur Linken; wende deinen Fuß vom Bösen. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 18, 1—18.(Rede und schweige nicht.) Darnach schied Paulus von Athen, und kam gen Korinth; und fand einen Juden, mit Namen Aquila, der Geburt aus Ponto, welcher war neulich aus Welschland kommen, samt seinem Weibe Priscilla, darum, daß der Kaiser Claudius geboten hatte allen Juden, zu weichen aus Rom. Zu den⸗ selbigen ging er ein; und dieweil er gleiches Handwerks war, blieb er bei ihnen, und arbeitete; sie waren aber des Handwerks Teppichmacher. Und er lehrete in der Schule auf alle Sabbather, und beredete beide, Juden und Griechen. Da aber Silas und Timotheus aus Macedonien kamen, drang Paulum der Geist, zu bezeugen den Juden Jesum, daß er der Christ sei. Da sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus, und sprach zu ihnen: Euer Blut sei über euer Haupt. Ich gehe von nun an rein zu den Heiden. Und machte sich von dannen, und kam in ein Haus eines, mit Namen Just, der gottesfürchtig war, und desselbigen Haus war zunächst an der Schule. Crispus aber, der Oberste der Schule, glaubte an den HErrn mit seinem ganzen Hause; und viel Korinther, die zuhöreten, wurden gläubig und ließen sich taufen. Es sprach aber der HErr durch ein Gesichte in der Nacht zu Paulo: Fürchte dich nicht, sondern rede, und schweige nicht. Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein groß Volk in dieser Stadt. Er saß aber daselbst ein Jahr und sechs Monden, und lehrete sie das Wort Gottes. Da aber Gallion Zandvogt war in Achaja, empöreten sich die Juden einmütiglich wider Paulum, und führeten ihn vor den Richtstuhl, und sprachen: Dieser überredet die ö Leute, Gott zu dienen dem Gesetze zuwider. Da aber Paulus wollte den Mund aufthun, sprach Gallion zu den Juden: Wenn es ein Frevel oder ———......᷑⸗-—— — Sch Fra euch triel Obe nah er s ihm er l denn das u, und or sich wende und d fand neulich aß der u den⸗ er bei Ind en und drang rist sei. 3, und an rein eines, zunächst an den wurden Gefichte je nicht. schaden; in Jahr Gallion zaulum, det die Üte den zel oder 4 Schalkheit wäre, lieben Juden, so hörete ich euch billig; weil es aber eine Frage ist von der Lehre, und von den Worten, und von dem Gesetze unter euch, so sehet ihr selber zu; ich gedenke darüber nicht Richter zu sein. Und trieb sie von dem Richtstuhl. Da ergriffen alle Griechen Sosthenem, den Obersten der Schule, und schlugen ihn vor dem Richtstuhl; und Gallion nahm sichs nicht an. Paulus aber blieb noch lange daselbst; darnach machte er seinen Abschied mit den Brüdern, und wollte in Syrien schiffen, und mit ihm Priseilla und Aquila. Und er beschor sein Haupt zu Kenchrea; denn er hatte ein Gelübde. 14. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Gal. 5, 16—24.(Die Frucht des Geistes.) Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen; von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht aber des Geistet ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanft⸗ mut, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. Evangelium. Luc. 17, 11—19.(Wo sind aber die neun?) Und es begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galiläam. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die stunden von ferne, und erhuben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es»eschah, va sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber untier ihnen, da er sahe, daß er gesund worden war, kehrete er um, und preisete Gott mit lauter Stimme, und siel auf sein Angesicht zu seinen Füßen, und dankete ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehrete und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. Epistolische Lektion. 2. Cor. 4.(Der Schatz in irdenen Gefäßen.) Darum, dieweil wir ein solch Amt haben, nachdem uns Barmherzigkeit widerfahren ist, so werden wir nicht müde; sondern meiden auch heimliche Schande, und gehen nicht mit Schalkheit um, fälschen auch nicht Gottes Wort, sondern mit Offenbarung der Wahrheit, und beweisen uns wohl gegen aller Menschen Gewissen vor Gott. Ist nun unser Evangelium verdeckt, so ists in denen, die verloren werden, verdeckt, bei welchen der Gott dieser Welt der Ungläubigen Sinn verblendet hat, daß sie nicht sehen das helle Licht des Evangelii von der Klarheit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes. Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesum Christ, daß er sei der HErr, wir aber eure Knechte um Jesu willen. Denn Gott, der da hieß das 10* — 148— Licht aus der Finsterniß hervor leuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, daß(durch uns) entstünde die Erleuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christi. Wir haben aber solchen Schatz in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwängliche Kraft sei Gottes, und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübsal; aber wir ängsten uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Berfolgung; aber wir werden nicht verlassen. Wir werden untergedrückt! aber wir kommen nicht um; und tragen um allezeit das Sterben des HErrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des HErrn Jesu an unserm Leibe offenbar werde. Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, auf daß auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleische. Darum so ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. Dieweil wir aber denselbigen Geist des Glaubens haben(nach dem geschrieben stehet: Ich glaube, darum rede ich): so glauben wir auch; darum so reden wir auch, und wissen, daß der, so den HErrn Jesum hat auferweckt, wird uns auch auferwecken durch Jesum, und wird uns darstellen samt euch. Denn es geschiehet alles um euretwillen, auf daß die überschwängliche Gnade durch vieler Danksagen Gott reichlich preise. Darum werden wir nicht müde; sondern ob unser äußerlicher Mensch verweset, so wird doch der innerliche von Tag zu Tag verneuert. Denn unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Maße wichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig. Evangelische Lektion. Matth. 20, 20—28.(WNicht sich dienen lassen, sondern dienen.) Da trat zu ihm die Mutter der Kinder Zebedäi mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und bat etwas von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sitzen in deinem Reiche, einen zu deiner Rechten, und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken, den ich krinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken, und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden aber das Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben, stehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. Da das die Zehn höreten, wurden sie un⸗ willig über die zween Brüder. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisset, daß die weltlichen Fürsten herrschen, und die Oberherren haben Ge⸗ walt. So soll es nicht sein unter euch, sondern, so jemand will unter euch gewaltig sein, der sei euer Diener. Und wer da will der Vornehmste sein, der sei euer Knecht. Gleichwie des Menschen Sohn ist nicht kommen, daß er ihm dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 63, 2—9.(Daß ich dich mit fröhlichem Munde loben sollte.) Gott, du bist mein Gott, frühe wache ich zu dir; es dürstet meine Seele nach dir, mein Fleisch verlanget nach dir, in einem trockenen und dürren Lande, da kein Wasser ist. Daselbst sehe ich nach dir in deinem Heiligtum, — WDNNC N* zöge Brü wied in in der jaben Kraft rwir eiden rückt! Errn iserm den werde uns, Abens uben Errn wird f daß arum et, so übsal, chtige fdas htbar ondern „ fiel willst einem Aber et ihr t der nd er Taufe, en zu en es e un⸗ : Ihr n Ge⸗ euch sein, daß er ösung ch mit Seele ürren gtum, — wollte gerne schauen deine Macht und Ehre. Denn deine Güte ist besser, denn Leben. Meine Lippen preisen dich. Daselbst wollt ich dich gerne loben mein Lebenlang, und meine Hände in deinem Namen aufheben. Das wäre meines Herzens Freud und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben sollte. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel rühme ich. Meine Seele hanget an dir; deine rechte Hand erhält mich. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 21, 3—19.(Des HErrn Wille geschehe.) Als wir aber Cypern ansichtig wurden, ließen wir sie zur linken Hand, und schifften in Syrien, und kamen an zu Tyro; denn daselbst sollte das Schiff die Ware niederlegen. Und als wir Jünger fanden, blieben wir da⸗ selbst sieben Tage. Die sagten Paulo durch den Geist, er solle nicht hinauf gen Jerusalem ziehen. Und es geschah, da wir die Tage zugebracht hatten, zogen wir aus, und wandelten. Und sie geleiteten uns alle, mit Weib und Kindern, bis hinaus vor die Stadt, und knieeten nieder am Ufer, und beteten. Und als wir einander gesegneten, traten wir ins Schiff; jene aber wandten sich wieder zu den Ihren. Wir aber vollzogen die Schifffahrt von Tyro, und kamen gen Ptolemais, und grüßten die Brüder, und blieben einen Tag bei ihnen. Des andern Tages zogen wir aus, die wir um Paulo waren, und kamen gen Cäsarien, und gingen in das Haus Philippi, des Evangelisten, der einer von den Sieben war, und blieben bei ihm. Der⸗ selbige hatte vier Töchter, die waren Jungfrauen, und weissageten. Und als wir mehr Tage da blieben, reisete herab ein Prophet aus Judäa, mit Namen Agabus, und kam zu uns. Der nahm den Gürtel Pauli, und band seine Hände und Füße, und sprach: Das saget der Heilige Geist: Den Mann, des der Gürtel ist, werden die Juden also binden zu Jerusalem, und über⸗ antworten in der Heiden Hände. Als wir aber solches höreten, baten wir ihn, und die desselbigen Orts waren, daß er nicht hinauf gen Jerusalem zöge. Paulus aber antwortete: Was machet ihr, daß ihr weinet und brechet mir mein Herz? Denn ich bin bereit, nicht allein mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben zu Jerusalem, um des Namens willen des HErrn Jesu. Da er aber sich nicht überreden ließ, schwiegen wir, und sprachen: Des HErrn Wille geschehe. Und nach denselbigen Tagen entledigten wir uns, und zogen hinauf gen Jerusalem. Es kamen aber mit uns auch etliche Jünger von Cäsarien, und führeten uns zu einem, mit Namen Mnason aus Cypern, der ein alter Jünger war, bei dem wir herbergen sollten. Da wir nun gen Jerusalem kamen, nahmen uns die Brüder gerne auf. Des andern Tages aber ging Paulus mit uns ein zu Jacobo, und kamen die Altesten alle dahin. Und als er sie gegrüßet hatte, erzählete er eins nach dem andern, was Gott gethan hatte unter den Heiden durch sein Amt. 15. Sountag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Gal. 5, 25—6, 10.(Was der Mensch säet, das wird er ernten.) So wir im Geist leben, lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf — 1⁵0— dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand lässet dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein selbst Werk; und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht; Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohn Auf⸗ hören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an jeder⸗ mann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium. Matth. 6, 19—34.(Sorget nicht für euer Leben.) Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen, und da die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen, und da die Diebe nicht nachgraben noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge ein Schalk ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn aber das Licht, das in dir ist, Finsternis ist; wie groß muß dann die Finsternis selber sein! Niemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird einen hassen und den andern lieben; oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euern Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in ihre Scheunen; und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht be⸗ kleidet gewesen ist, als derselbigen eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollt er das nicht viel mehr euch thun, o ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? was werden wir trinken? womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistolische Leltion. 2. Cor. 8, 1—15.(Durch seine Armut sind wir reich.) Ich thue euch kund, lieben Brüder, die Gnade Gottes, die in den Ge⸗ meinen in Macedonien gegeben ist. Denn ihre Freude war da überschwänglich, da sie durch viel Trübsal bewähret wurden. Und wiewohl sie sehr arm waren, haben sie doch reichlich gegeben in aller Einfältigkeit. Denn nach allem Bermögen(das zeuge ich) und über Vermögen waren sie selbst willig, +¶.-. Last, nken, aber wen, Der „der was von wird und Auf⸗ eder⸗ und euch da a ist ältig chalk dir rand dern önnt nicht Leib, und imel und tehr, ob auet nen be⸗ dem rfen rum wir die rfet. * und fleheten uns mit vielem Ermahnen, daß wir aufnähmen die Wohlihat und Gemeinschaft der Handreichung, die da geschieht den Heiligen. Und nicht, wie wir hofften, sondern ergaben sich selbst zuerst dem HErrn, und darnach uns, durch den Willen Gottes, daß wir mußten Titum ermahnen, auf daß er, wie er zuvor hatte angefangen, also auch unter euch solche Wohlthat ausrichtete. Aber gleichwie ihr in allen Stücken reich seid, im Glauben und im Wort und in der Erkenntnis und in allerlei Fleiß und in eurer Liebe zu uns; also schaffet, daß ihr auch in dieser Wohlthat reich seid. Nicht sage ich, daß ich etwas gebiete; sondern dieweil andere so fleißig sind, versuche ich auch eure Liebe, ob sie rechter Art sei. Denn ihr wisset die Gnade unsers HErrn Jesu Christi, daß, ob er wohl reich ist, ward er doch arm um euretwillen, auf daß ihr durch seine Armut reich würdet. Und mein Wohlmeinen hierinnen gebe ich. Denn solches ist euch nützlich, die ihr angefangen habt vor dem Jahre her, nicht allein das Thun, sondern auch das Wollen. Nun aber vollbringet auch das Thun, auf daß, gleichwie da ist ein geneigt Gemüte zu wollen, so sei auch da ein geneigt Gemüte zu thun, von dem, das ihr habt. Denn so einer willig ist, so ist er angenehm, nach dem er hat, nicht, nach dem er nicht hat. Nicht geschieht das der Meinung, daß die andern Ruhe haben, und ihr Trübsal; sondern daß es gleich sei. So diene euer Überfluß ihrem Mangel, diese(teure) Zeit lang, auf daß auch ihr Überschwang hernach diene eurem Mangel, und geschehe, das gleich ist. Wie geschrieben stehet: Der viel sammelte, hatte nicht Über⸗ fluß; und der wenig sammelte, hatte nicht Mangel. Evangelische Lektion. Luc. 12, 15—23.(Der reiche Narr.) Und sprach zu ihnen: Sehet zu, und hütet euch vor dem Geiz; denn niemand lebet davon, daß er viel Güter hat. Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, des Feld hatte wohl getragen. Und er gedachte bei ihm selbst und sprach: Was soll ich thun? ich habe nicht, da ich meine Früchte hin sammle. Und sprach: Das will ich thun; ich will meine Scheunen abbrechen, und größere bauen, und will drein sammeln alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter. Und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat auf viel Jahre; habe nun Ruhe, iß, trink und habe guten Mut. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wes wirds sein, das du bereitet hast? Also gehet es, wer ihm Schätze sammelt, und ist nicht reich in Gott. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen sollet; auch nicht für euern Leib, was ihr anthun sollet. Das Leben ist mehr denn die Speise; und der Leib mehr, denn die Kleidung. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Könige 17, 1—16.(Ich habe den Raben geboten, daß sie dich versorgen.) Und es sprach Elia, der Thisbiter, aus den Bürgern Gileads, zu Ahab: So wahr der HErr, der Gott Israels, lebt, vor dem ich stehe, es soll diese Jahre weder Thau noch Regen kommen, ich sage es denn. Und das Wort des HErrn kam zu ihm, und sprach: Gehe weg von hinnen, und wende dich gegen Morgen, und verbirg dich am Bach Crith, der gegen den Jordan fleußt; und sollst vom Bach trinken; und ich habe den Raben geboten, daß sie dich daselbst sollen versorgen. Er aber ging hin, und that nach dem Wort des Errn, und ging weg und setzte sich am Bach Crith, der gegen den Jordan fleußt. Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch des Morgens und des Abends, und er trank des Bachs. Und es geschah nach etlichen Tagen, daß der Bach vertrocknete; denn es war kein Regen im Lande. Da kam das Wort des HErrn zu ihm, und sprach: Mache dich auf und gehe gen Zarpath, welche bei Zidon liegt, und bleibe daselbst; denn ich habe daselbst einer Wittwe geboten, daß sie dich versorge. Und er machte sich auf, und ging gen Zarpath. Und da er kam an die Thür der Stadt, siehe, da war eine Witiwe und las Holz auf. Und er rief ihr, und sprach: Hole mir ein wenig Wasser im Gefäße, daß ich trinke. Da sie aber hinging zu holen, rief er ihr und sprach: Bringe mir auch einen Bissen Brots mit. Sie sprach: So wahr der HErr, dein Gott, lebet, ich habe nichts Gebacknes, ohne eine Handvoll Mehls im Cad und ein wenig Ol im Kruge. Und siehe, ich habe ein Holz oder zwei aufgelesen, und gehe hinein und will mir und meinem Sohn zurichten, daß wir essen und sterben. Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, gehe hin und mache es, wie du gesagt hast; doch mache mir am ersten ein kleines Gebacknes davon und bringe mirs heraus, dir aber und deinem Sohne sollst du darnach auch machen. Denn also spricht der HErr, der Gott Israel: Das Mehl im Cad soll nicht verzehret werden, und dem Olkrug soll nichts mangeln, bis auf den Tag, da der HErr regnen lassen wird auf Erden. Sie ging hin, und machte, wie Elia gesagt hatte. Und er aß, und sie auch, und ihr Haus, eine Zeit lang. Das Mehl im Cad ward nicht verzehret, und dem Olkrug mangelte nichts, nach dem Wort des HErrn, das er geredet hatte durch Elia. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 21, 40—22, 22.(Pauli Verantwortung vor dem Volke zu Jerusalem.) Als er aber ihm erlaubte, trat Paulus auf die Stufen, und winkte dem Volk mit der Hand. Da nun eine große Stille ward, redete er zu ihnen auf Ebräisch, und sprach: Ihr Männer, lieben Brüder und Väter, höret mein Verantworten an euch. Da sie aber höreten, daß er auf Ebräisch zu ihnen redete, wurden sie noch stiller. Und er sprach: Ich bin ein jüdischer Mann, geboren zu Tarsen in Cilicien, und erzogen in dieser Stadt zu den Füßen Gamaliels, gelehret mit allem Fleiß im väterlichen Gesetz, und war ein Eiferer um Gott, gleichwie ihr alle seid heutiges Tages. Und habe diesen Weg verfolget bis an den Tod. Ich band sie, und überantwortete sie ins Gefängnis, beide Mann und Weib; wie mir auch der Hohepriester und der ganze Haufe der Altesten Zeugnis gibt, von welchen ich Briefe nahm an die Brüder, und reisete gen Damascus, daß ich, die daselbst waren, gebunden führete gen Jerusalem, daß sie gepeiniget würden. Es geschah aber, da ich hinzog, und nahe bei Damascus kam, um den Mittag, um⸗ blickte mich schnell ein groß Licht vom Himmel. Und ich fiel zum Erdboden, und hörete eine Stimme, die sprach zu mir: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Ich antwortete aber: HErr, wer bist du? Und er sprach zu mir: Ich bin Jesus von Nazareth, den du verfolgest. Die aber mit mir waren, sahen das Licht, und erschraken; die Stimme aber des, der mit mir redete, höreten sie nicht. Ich sprach aber: HErr, was soll ich thun? Der HErr aber sprach zu mir: Stehe auf und gehe gen Damascus; da wird man dir sagen von allem, das dir zu thun verordnet ist. Als ich aber vor Klarheit dieses Lichtes nicht sehen konnte, ward ich bei der Hand geleitet von denen, die mit mir waren, und kam gen Damascus. Es war aber ein gottes⸗ fürchtiger Mann nach dem Gesetz, Ananias, der ein gut Gerüchte hatte bei allen Juden, die daselbst wohneten. Der kam zu mir, und trat bei unter und das schaff tüme faltig bewe Freu Dar: die mein Vate 135— mir, und sprach zu mir: Saul, lieber Bruder, siehe auf. Und ich sahe ihn an zu derselbigen Stunde. Er aber sprach: Gott unserer Väter hat dich verordnet, daß du seinen Willen erkennen solltest, und sehen den Gerechten, und hören die Stimme aus seinem Munde. Denn du wirst sein Zeuge zu allen Menschen sein des, das du gesehen und gehöret hast. Und nun, was verzeuchst du? Stehe auf, und laß dich taufen, und abwaschen deine Sünden, und rufe an den Namen des HErrn. Es geschah aber, da ich wieder gen Jerusalem kam, und betete im Tempel, daß ich entzückt ward, und sahe ihn. Da sprach er zu mir: Eile, und mache dich behend von Jerusalem hinaus; denn sie werden nicht aufnehmen dein Zeugnis von mir. Und ich sprach: 5Err, sie wissen selbst, daß ich gefangen legte, und stäupte die, so an dich glaubten, in den Schulen hin und wieder; und da das Blut Stephani, deines Zeugen, vergossen ward, stund ich auch daneben, und hatte Wohl⸗ gefallen an seinem Tode, und verwahrete denen die Kleider, die ihn töteten. Und er sprach zu mir: Gehe hin; denn ich will dich ferne unter die Heiden senden. Sie höreten ihm aber zu bis auf dies Wort, und huben ihre Stimme auf, und sprachen: Hinweg mit solchem von der Erde; denn es ist nicht billig, daß er leben soll. 16. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Ephes. 3, 8—21.(Die Liebe, die alle Erkenntnis übersteigt.) Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist gegeben diese Gnade, unter den Heiden zu verkündigen den unausforschlichen Reichtum Christi; und zu erleuchten jedermann, welche da sei die Gemeinschaft des Geheimnisses, das von der Welt her in Gott verborgen gewesen ist, der alle Dinge ge⸗ schaffen hat durch Jesum Christ, auf daß jetzt kund würde den Fürsten⸗ tümern und Herrschaften in dem Himmel, an der Gemeine, die mannig⸗ faltige Weisheit Gottes, nach dem Vorsatz von der Welt her, welche er beweiset hat in Christo Jesu, unserm HErrn; durch welchen wir haben Freudigkeit und Zugang in aller Zuversicht, durch den Glauben an ihn. Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers HErrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohne! durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium. Luc. 7, 11—17.(Weine nicht!) Und es begab sich darnach. daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viel mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter; und sie war eine Wittwe, und ,.. — 154— viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der HErr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht. Und trat hinzu, und rührete den Sarg an; und die Träger stunden. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Tote richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und preiseten Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Epistolische Lektion. Hebr. 12, 14—24.(Ihr seid gekommen, zu der Stadt des lebendigen Gottes.) Jaget nach dem Frieden gegen jedermann, und der Heiligung, ohne welche wird niemand den HErrn sehen. Und sehet darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume; daß nicht etwa eine bittere, Wurzel aufwachse, und Unfrieden anrichte, und viele durch dieselbige verunreiniget werden; daß nicht jemand sei ein Hurer, oder ein Gottloser, wie Esau, der um einer Speise willen seine Erstgeburt verkaufte. Wisset aber, daß er hernach, da er den Segen ererben wollte, verworfen ist, denn er fand keinen Raum zur Buße, wiewohl er sie mit Thränen suchte. Denn ihr seid nicht kommen zu dem Berge, den man anrühren konnte, und mit Feuer brannte, noch zu dem Dunkel und Finsternis, und Ungewitter; noch zu dem Hall der Posaune, und zur Stimme der Worte, welcher sich weigerten, die sie höreten, daß ihnen das Wort ja nicht gesagt würde. Denn sie mochtens nicht ertragen, was da gesagt ward. Und wenn ein Tier den Berg anrührete, sollte es gesteiniget oder mit einem Geschoß erschossen werden. Und also erschrecklich war das Gesichte, daß Moses sprach: Ich bin erschrocken und zittere. Sondern ihr seid kommen zu dem Berge Zion, und zu der Stadt des lebendigen Gottes, zu dem himmlischen Jerusalem, und zu der Menge vieler tausend Engel, und zu der Gemeine der Erstgebornen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der voll⸗ kommenen Gerechten, und zu dem Mittler des neuen Testaments, Jesu, und zu dem Blut der Besprengung, das da besser redet, denn Abels. Evangelische Lektion. Luc. 9, 46—56.(Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid 7) Es kam auch ein Gedanke unter sie, welcher unter ihnen der Größeste wäre? Da aber Jesus den Gedanken ihres Herzens sahe, ergriff er ein Kind und stellete es neben sich, und sprach zu ihnen: Wer das Kind aufnimmt in Imeinem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Welcher aber der Kleinste ist unter euch allen, der wird groß sein. Da antwortete Johannes und sprach: Meister, wir sahen einen, der trieb die Teufel aus in deinem Namen, und wir wehreten ihm; denn er folget dir nicht mit uns. Und Jesus sprach zu ihm: Wehret ihm nicht; denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns. Es begab sich aber, da die Zeit erfüllet war, daß er sollte von hinnen genommen werden, wandte er sein Angesicht, stracks gen Jerusalem zu wandeln. Und er sandte Boten vor ihm hin; die gingen hin, und kamen in einen Markt der Samariter, daß sie ihm Herberge bestelleten. Und sie nahmen ihn nicht an, darum daß er sein Angesicht gewendet hatte, zu wandeln gen Jerusalem. Da aber das seine Jünger Jacobus und Johannes sahen, sprachen sie: 5Err, willst du, so wollen wir sagen, daß Feuer vom Himmel falle und verzehre sie, wie Elias that? Jesus aber wandie sich, und bedräuete sie und — sprac Sohr erhal Lelti Züch zersch errett rung Hand nicht Hune fürch und wirst besor viel im 2 Lekti Brüd dieser stund Gott nach umhe sprac es st aber Phat säer, und merte und ling, in zu furcht uns von r. Stadt ohne mand und daß einer „ da n zur en zu ch zu aune, daß agen, lte es ecklich ndern digen usend rieben voll⸗ und Heistes ößeste Kind mt in immt — +* — 155— sprach: Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Des Menschen Sohn ist nicht kommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erhalten. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Hiob 5, 17—26.(Weigere dich der Züchtigung des Allmächtigen nicht.) Siehe, selig ist der Mensch, den Gott strafet; darum weigere dich der Züchtigung des Allmächtigen nicht. Denn er verletzet, und verbindet; er zerschmeißet, und seine Hand heilet. Aus sechs Trübsalen wird er dich erretten, und in der siebenten wird dich kein ÜUbel rühren. In der Teue⸗ rung wird er dich vom Tod erlösen, und im Kriege von des Schwerts Hand. Er wird dich verbergen vor der Geißel der Zunge daß du dich nicht fürchtest vor dem Verderben, wenn es kommt. Im Verderben und Hunger wirst du lachen, und dich vor den wilden Tieren im Lande nicht fürchten. Sondern dein Bund wird sein mit den Steinen auf dem Felde, und die wilden Tiere auf dem Lande werden Friede mit dir halten; und wirst erfahren, daß deine Hütte Friede hat; und wirst deine Behausung besorgen, und nicht sündigen; und wirst erfahren, daß deines Samens wird viel werden, und deine Nachkommen wie das Gras auf Erden; und wirst im Alter zu Grabe kommen, wie Garben eingeführet werden zu seiner Zeit. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 23, 1—17.(Pauli Verant⸗ wortung vor dem Rat zu Jerusalem.) Paulus aber sahe den Rat an, und sprach: Ihr Männer, lieben Brüder, ich habe mit allem guten Gewissen gewandelt vor Gott bis auf diesen Tag. Der Hohepriester aber, Ananias, befahl denen, die um ihn stunden, daß sie ihn aufs Maul schlügen. Da sprach Paulus zu ihm: Gott wird dich schlagen, du getünchte Wand. Sitzest du, und richtest mich nach dem Gesetze, und heißest mich schlagen wider das Gesetz? Die aber umher stunden, sprachen: Schiltst du den Hohenpriester Gottes? Und Paulus sprach: Lieben Brüder, ich wußt es nicht, daß er der Hohepriester ist. Denn es stehet geschieben: Dem Obersten deines Volks sollst du nicht fluchen. Als aber Paulus wußte, daß ein Teil Sadducäer war, und das andere Teil Pharisäer, rief er im Rat: Ihr Männer, lieben Brüder, ich bin ein Phari⸗ säer, und eines Pharisäers Sohn; ich werde angeklagt um der Hoffnung und Auferstehung willen der Toten. Da er aber das sagte, ward ein Aufruhr unter den Pharisäern und Sadducäern, und die Menge zerspaltete sich. Denn die Sadducäer sagen, es sei keine Auferstehung, noch Engel, noch Geist; die Pharisäer aber bekennen beides. Es ward aber ein groß Geschrei. Und die Schriftgelehrten, der Pharisäer Teil, stunden auf, stritten und sprachen: Wir finden nichts Arges an diesem Menschen; hat aber ein Geist oder ein Engel mit ihm geredet, so können wir mit Gott nicht streiten. Da aber der Aufruhr groß ward, besorgte sich der oberste Hauptmann, sie möchten Paulum zerreißen, und hieß das Kriegsvolk hinabgehen, und ihn von ihnen reißen, und in das Lager führen. Des andern Tages aber in der Nacht stund der HErr bei ihm, und sprach: Sei getrost, Paule; denn wie du von mir zu Jerusalem gezeuget hast, also mußt du auch zu Rom zeugen. Da es aber Tag ward, schlugen sich etliche Juden zusammen, und verbanneten sich, weder zu essen noch zu trinken, bis daß sie Paulum ge⸗ tötet hätten. Ihrer aber waren mehr denn vierzig, die solchen Bund machten. Die traten zu den Hohenpriestern und Altesten, und sprachen: Wir haben ——— — 156— uns hart verbannet, nichts anzubeißen, bis wir Paulum getötet haben. So thut nun kund dem Oberhauptmann, und dem Rat, daß er ihn morgen zu euch führe, als wollet ihr ihn bas verhören; wir aber sind bereit, ihn zu töten, ehe denn er vor euch kommt. Da aber Paulus Schwester Sohn den Anschlag hörete, kam er dar, und ging in das Lager, und verkündigte es Paulo. Paulus aber rief zu sich einen von den Unterhauptleuten, und sprach: Diesen Jüngling führe hin zu dem Oberhauptmann; denn er hat ihm etwas zu sagen. 17. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Ephes. 4, 1—6.(Ein Leib und Ein Geist.) So ermahne nun euch ich Gefangener in dem HErrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebührt eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein HErr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater(unser) aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. Evangelium. Luc. 14, 1—11.(Sabbathsleben in Liebe und Demut.) Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Phari⸗ säer, auf einen Sabbath das Brot zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus ant⸗ wortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, und sprach: Ists auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er grif ihn an, und heilete ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszeucht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleich⸗ nis zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwähleten obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht obenan, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem; und du müssest dann mit Scham untenan sitzen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich untenan, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haber vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Epistolische Lektion. Hebr. 6, 1—15.(Daß ihr nicht träge werdet!) Darum wollen wir die Lehre vom Anfang christliches Lebens jetzt lassen, und zur Vollkommenheit fahren; nicht abermal Grund legen von Buße der toten Werke, vom Glauben an Gott, von der Taufe, von der Lehre, vom Händeauflegen, von der Toten Auferstehung und vom ewigen Gerichte. Und das wollen wir thun, so es Gott anders zulässet. Denn es ist unmöglich, daß die, so einmal erleuchtet sind, und geschmeckt haben die himmlische Gabe, und teilhaftig worden sind des Heiligen Geistes, und geschmeckt haben das gütige Wort Gottes, und die Kräfte der zukünftigen Welt, wo sie abfallen, und wiederum ihnen selbst den Sohn Gottes kreuzigen, und für Spott halten, singe dank herrl und Erde des und mitt über HEr ewig Leki und Par spro Tho I. So jen zu hn zu n den gte es „ und er hat ndelt, Demut Liebe, d des nerlei Gott „und t.) hari⸗ Und ant⸗ Ists griff prach innen d sie leich⸗ und setze laden dir: ndern wenn Dann wer riget, 9 assen, e der vom Und glich, Habe, das ulen, Ulten, — — 57— daß sie sollten wiederum erneuert werden zur Buße. Denn die Erde, die den Regen trinket, der oft über sie kommt, und bequem Kraut träget denen, die sie bauen, empfähet Segen von Gott. Welche aber Dornen und Disteln träget, die ist untüchtig und dem Fluch nahe, welche man zuletzt verbrennet. Wir versehen uns aber, ihr Liebsten, Besseres zu euch, und daß die Seligkeit näher sei, ob wir wohl also reden. Denn Gott ist nicht ungerecht, daß er vergesse eures Werks und Arbeit der Liebe, die ihr beweiset habt an seinem Namen, da ihr den Heiligen dienetet und noch dienet. Wir begehren aber, daß euer jeglicher denselbigen Fleiß beweise, die Hoffnung fest zu halten bis ans Ende, daß ihr nicht träge werdet, sondern Rachfolger derer, die durch den Glauben und Geduld ererben die Verheißungen. Denn als Gott Abraham verhieß, da er bei keinem Größeren zu schwören hatte, schwur er bei sich selbst, und sprach: Wahrlich, ich will dich segnen und vermehren. Und also trug er Geduld, und erlangte die Verheißung. Evangelische Lektion. Luc. 9, 57—62.(Ungeteilte Nachsolge des HErrn.) Und sie gingen in einen andern Markt. Es begab sich aber, da sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wo du hingehest. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege. Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach. Der sprach aber: HErr, erlaube mir, daß ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Aber Jesus sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben; gehe du aber hin, und verkündige das Reich Gottes. Und ein anderer sprach: HErr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, daß ich einen Abschied mache mit denen, die in meinem Hause sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug leget, und siehet zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Pfalm 138.(Der HErr siehet auf das Niedrige.) Ich danke dir von ganzem Herzen, vor den Göttern will ich dir lob⸗ singen. Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempel, und deinem Namen danken um deine Güte und Treue; denn du hast deinen Namen über alles herrlich gemacht durch dein Wort. Wenn ich dich anrufe, so erhöre mich, und gib meiner Seele große Kraft. Es danken dir, HErr, alle Könige auf Erden, daß sie hören das Wort deines Mundes, und singen auf den Wegen des HErrn, daß die Ehre des HErrn groß sei. Denn der HErr ist hoch, und siehet auf das Niedrige, und kennet den Stolzen von ferne. Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickest du mich, und streckest deine Hand über den Zorn meiner Feinde, und hilfst mir mit deiner Rechten. Der HErr wirds ein Ende machen um meinet willen. HErr, deine Güte ist ewig. Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 24, 1—25.(Paulus vor dem Landpfleger Felix.) über fünf Tage zog hinab der Hohepriester Ananias mit den Altesten, und mit dem Redner Tertullus; die erschienen vor dem Landpfleger wider Paulum. Da er aber berufen ward, fing an Tertullus zu verklagen, und sprach: Daß wir in großem Frieden leben unter dir, und viel redlicher Thaten diesem Volk widerfahren durch deine Vorsichtigkeit, allertheuerster — 358— Felix, n wir an allewege und allenthalben mit aller Dankbarkeit. Auf d nicht zu lange aufhalte, bitte ich dich, du wollest uns kürzlich Gelindigkeit. Wir haben diesen Mann funden schädli tallen Juden auf dem ganzen Erdboden, der auch versuchet hat, d wollten ihn gerichtet unterkam das, redeten auch dazu und sprachen, es hielte sich also. Paulus aber, da ihm der Landpfleger winkete zu reden, antwortete: Dieweil ich weiß, daß du in diesem Volk nun viel Jahre ein Richter bist, will ich unerschrocken mich ver⸗ antworten. Denn du kannst erkennen, daß nicht mehr denn zwölf Tage sind, daß ich bin hinauf gen Jerusalem kommen, anzubeten. Auch haben sie mich nicht funden im Tempel mit jemand reden, oder einen Aufruhr machen im Volk, noch in den Schulen, noch in den Städten. Sie können mir auch nicht beibringen des sie mich verklagen. Das bekenne ich aber dir, daß ich nach diesem Wege, den sie eine Sekte heißen, diene also dem Gott meiner Väter, daß ich glaube allem, was geschrieben stehet im Gesetze, und in den Propheten; und habe die Hoffnung zu Gott, auf welche auch sie selbst warten, nämlich daß zukünftig sei die Auferstehung der Toten, beide der Gerechten und Ungerechten. In demselbigen aber übe ich mich, zu haben ein unverletzt Gewissen allenthalben, beide gegen Gott und den Menschen. Aber nach vielen Jahren bin ich kommen, und habe ein Almosen gebracht meinem Volk und Opfer. Darüber fanden sie mich. daß ich mich reinigen ließ im Tempel ohn allen Rumor und Getümmel. Das waren aber etliche Juden aus Asia, welche sollten hie sein vor dir, und mich verklagen, so sie etwas zu mir hätten. Oder laß diese selbst sagen, ob sie etwas Unrechtes an mir funden haben, dieweil ich stehe vor dem Rat, ohne um des einigen Worts willen, da ich unter ihnen stund, und rief: Über der Auferstehung der Toten werde ich von euch heute angeklaget. Da aber Felix solches hörete, zog er sie auf; denn er wußte fast wohl um diesen Weg, und sprach: Wenn Lysias, der Hauptmann, herabkommt, so will ich mich eures Dinges erkundigen. Er befahl aber dem Unterhauptmann. Paulum zu behalten, und lassen Ruhe haben, und niemand von den Seinen wehren, ihm zu dienen, oder zu ihm zu kommen. Nach etlichen Tagen aber kam Felix mit seinem Weibe Drusilla, die eine Jüdin war, und forderte Paulum, und hörete ihn von dem Glauben an Christum. Da aber Paulus redete von der Gerechtigkeit, und von der Keuschheit, und von dem zukünftigen Gerichte, erschrak Felir, und antwortete: Gehe hin auf dies Mal; wenn ich gelegene Zeit habe, will ich dich her lassen rufen. 13. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Cor. 1, 4—9.(Durch Christum reich an allen Stücken.) Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre, und in aller Erkenntnis, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also daß ihr keinen Mangel habt an —— Epist bespr am Hoff lasset und pfleg ihr harkeit. est uns funden boden, jet hat, erichtet m das, ß seine willst, n aber da ihm du in ch ver⸗ f Tage haben lufruhr können ch aber (so dem Gesetze, he auch n, beide u haben enschen. gebracht reinigen r etliche u, so sie nrechtes einigen rstehung solches sprach: Dinges hehalten, ihm zu elix mit m, und von der Gerichte, gelegene ken.) ottes, die Stücken e Predigt habt an — 39— irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers HErrn Jesu Christi; welcher auch wird euch fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers HErrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohns Jesu Christi, unsers HErrn. Evangelinm. Matth. 22 34—-46.(Das vornehmste Gebot und der vornehmste Glaubensartikel.) Da aber die Pharisäer höreten, daß er den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schrift⸗ gelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen HErrn von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei ein⸗ ander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünket euch um Christo? wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen HErrn, da er sagt: Der HErr hat gesagt zu meinem HErrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David ihn einen HErrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistolische Lektion. Hebr. 10, 22—39.(Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.) So lasset uns hinzugehen mit wahrhaftigem Herzen, in völligem Glauben, besprenget in unsern Herzen, und los von dem bösen Gewissen, und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser; und lasset uns halten an dem Bekenntnis der Hoffnung, und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat. Und lasset uns unter einander unser selbst wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken; und nicht verlassen unsere Versammlung, wie etliche pflegen, sondern unter einander ermahnen; und das so viel mehr, so viel ihr sehet, daß sich der Tag nahet. Denn so wir mutwillig sündigen, nach⸗ dem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, Baden wir fürder kein ander Opfer mehr für die Sünden, sondern ein schrecklich Warten des Gerichis und des Feuereifers, der die Widerwärtigen verzehren wird. Wenn jemand das Gesetz Mosis bricht, der muß sterben ohne Barmherzigkeit, durch zween oder drei Zeugen. Wie viel, meinet ihr, ärgere Sirafe wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt, und das Blut des Testa⸗ ments unrein achtet, durch welches er geheiliget ist, und den Geist der Gnaden schmähet? Denn wir wissen den, der da sagte: Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der HErr. Und abermal: Der HErr wird sein Volk richten. Schrecklich ists, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Gedenket aber an die vorigen Tage, in welchen ihr, erleuchtet, erduldet habt einen großen Kampf des Leidens; zum Teil selbst durch Schmach und Trübsal ein Schauspiel worden; zum Teil Gemeinschaft gehabt mit denen, denen es also gehet. Denn ihr habt mit meinen Banden Mitleiden gehabt, und den Raub eurer Güter mit Freuden erduldet, als die ihr wisset daß ihr bei euch selbst eine bessere und bleibende Habe im Himmel habt. Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber ist euch not, auf daß ihr den Willen Gottes thut, und die Verheißung ——— — 160— empfahet. Denn noch über eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und nicht verziehen. Der Gerechte aber wird des Glaubens leben. Wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele kein Gefallen haben. Wir aber sind nicht von denen, die da weichen und verdammt werden, sondern von denen, die da glauben und die Seele erretten. Evangelische Leltion. Matth. 12, Gan(Die Lästerung wider den Heiligen heist.) Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung wider den Geist wird den Menschen nicht vergeben. Und wer etwas redet wider des Menschen Sohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet wider den Heiligen Geist, dem wirds nicht vergeben, weder in dieser, noch in jener Welt. Setzet entweder einen guten Baum, so wird die Frucht gut; oder setzet einen faulen Baum, so wird die Frucht faul; denn an der Frucht erkennet man den Baum. Ihr Otterngezüchte, wie könnet ihr Gutes reden, dieweil ihr böse seid? Wes das Herz voll ist, des gehet der Mund über. Ein guter Mensch bringet Gutes hervor aus seinem guten Schatz des Herzens, und ein böser Mensch bringet Böses hervor aus seinem bösen Schatz. Ich sage euch aber, daß die Menschen müssen Rechenschaft geben am jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben. Aus deinen Worten wirst du gerechtfertiget werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Klagel. Jerem. 3, 22—40. (Ein jeglicher murre wider seine Sünde.) Die Güte des HErrn ist, daß wir nicht gar aus sind; seine Barm⸗ herzigkeit hat noch kein Ende; sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der HErr ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen. Denn der HErr ist freundlich dem, der auf ihn harret, und der Seele, die nach ihm fraget. Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hülfe des HErrn hoffen. Es ist ein köstlich Ding einem Manne, daß er das Joch in seiner Jugend trage; daß ein Verlassener ge⸗ duldig sei, wenn ihn etwas überfällt; und seinen Mund in den Staub stecke, und der Hoffnung erwarte; und lasse sich auf die Backen schlagen, und ihm viel Schmach anlegen. Denn der HErr verstößt nicht ewiglich; sondern er betrübet wohl, und erbarmet sich wieder nach seiner großen Güte. Denn er nicht von Herzen die Menschen plaget und betrübet; als wollt er alle die Gefangenen auf Erden gar unter seine Füße zertreten und eines Mannes Recht vor dem Allerhöchsten beugen lassen, und eines Menschen Sache ver⸗ kehren lassen, gleich als sähe es der HErr nicht. Wer darf denn sagen, daß solches geschehe ohne des HErrn Befehl, und daß weder Böses noch Gutes komme aus dem Munde des Allerhöchsten? Wie murren denn die Leute im Leben also? Ein jeglicher murre wider seine Sünde. Und laßt uns forschen und suchen unser Wesen, und uns zum HErrn bekehren. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 26 13—32.(Paulus vor dem König Agrippa.) Mitten am Tage, lieber König, sahe ich auf dem Wege, daß ein Licht vom Himmel, heller denn der Sonne Glanz, mich und die mit mir reiseten, umleuchtete. Da wir aber alle zur Erde niederfielen, hörete ich eine Stimme wie n stand durch welch reini ihr ein Wan Erne an, der da zubens efallen dammt heiligen it mir terung d den Sohn, t, dem tweder Zaum, Ohr das Gutes ringet uschen nützen ertiget 10. zarm⸗ deine n will zarret, g sein einem er ge⸗ stecke, dihm rn er nn er le die annes ver⸗ sagen, noch in die laßt 16 vor Licht seten, imme — 161— reden zu mir, die sprach auf Ebräisch: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Es wird dir schwer sein, wider den Stachel zu löcken. Ich aber sprach: HErr, wer bist du? Er sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest; aber stehe auf, und tritt auf deine Füße. Denn dazu bin ich dir erschienen, daß ich dich ordene zum Diener und Zeugen des, das du gesehen hast, und das ich dir noch will erscheinen lassen. Und will dich erretten von dem Volk, und von den Heiden, unter welche ich dich jetzt sende, aufzuthun ihre Augen, daß sie sich bekehren von der Finsternis zu dem Licht, und von der Gewalt des Satans zu Gott, zu empfahen Vergebung der Sünden und das Erbe samt denen, die geheiliget werden, durch den Glauben an mich. Daher, lieber König Agrippa, war ich der himmlischen Erscheinung nicht ungläubig, sondern verkündigte zuerst denen zu Damascus, und zu Jerusalem, und in alle Gegend jüdisches Landes, auch den Heiden, daß sie Buße thäten, und sich bekehreten zu Gott, und thäten rechtschaffene Werke der Buße. Um deswillen haben mich die Juden im Tempel gegriffen, und unterstunden, mich zu töten. Aber durch Hülfe Gottes ist es mir gelungen, und stehe bis auf diesen Tag, und zeuge beide dem Kleinen und Großen; und sage nichts außer dem, das die Propheten gesagt haben, daß es geschehen sollte, und Moses: daß Christus sollte leiden, und der Erste sein aus der Auferstehung von den Toten, und verkündigen ein Licht dem Volk und den Heiden. Da er aber solches zur Verantwortung gab, sprach Festus mit lauter Stimme: Paule, du rasest; die große Kunst macht dich rafend. Er aber sprach: Mein theurer Feste, ich rase nicht, sondern ich rede wahre und vernünftige Worte. Denn der König weiß solches wohl, zu welchem ich freudig rede. Denn ich achte, ihm sei der keines nicht verborgen; denn solches ist nicht im Winkel geschehen. Glaubest du, König Agrippa, den Propheten? Ich weiß, daß du glaubest. Agrippa aber sprach zu Paulo: Es fehlet nicht viel, du Überredest mich, daß ich ein Christ würde. Paulus aber sprach: Ich wünschte vor Gott, es fehlte an viel oder an wenig, daß nicht alleine du, sondern alle, die mich heute hören, solche würden, wie ich bin, ausgenommen diese Bande. Und da er das gesagt, stund der König auf und der Landpfleger und Bernice und die mit ihnen saßen, und entwichen beiseits, redeten mit einander, und sprachen: Dieser Mensch hat nichts gethan, das des Todes oder der Bande wert sei. Agrippas aber sprach zu Festo: Dieser Mensch hätte können los⸗ gegeben werden, wenn er sich nicht auf den Kaiser berufen hätte. 19. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Ephes. 4, 17—32.(Das rechtschaffene Wesen in Christo.) So sage ich nun, und zeuge in dem HErrn, daß ihr nicht mehr wandelt, wie die andern Heiden wandeln in der Eitelkeit ihres Sinnes, welcher Ver⸗ stand verfinstert ist, und sind entfremdet von dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, so in ihnen ist, durch die Blindheit ihres Herzens; welche ruchlos sind, und ergeben sich der Unzucht, und treiben allerlei Un⸗ reinigkeit samt dem Geiz. Ihr aber habt Christum nicht also gelernet; so ihr anders von ihm gehöret habt, und in ihm gelehret seid, wie in Jesu ein rechtschaffen Wesen ist. So leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts; und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. ————— nnennn SS RRRRA — 162— Darum leget die Lüge ab, und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet, und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht Über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern ar⸗ beite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe, zu geben dem Dürftigen. Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern was nützlich zur Besserung ist, da es not thut, daß es holdselig sei zu hören. Und betrübet nicht den Heiligen Geist Gottes, damit ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung. Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung sei ferne von euch, samt aller Bosheit. Seid aber unter ein⸗ ander freundlich, herzlich, und vergebet einer dem andern, gleichwie Gott euch vergeben hat in Christo. Evangelium. Matth. 9, 1—8.(Dem Gichtbrüchigen wird Vergebung und Heilung.) Da trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er zu dem Gicht⸗ brüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, heb dein Bette auf und gehe heim. Und er stund auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwun⸗ derte es sich und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Epistolische Lektion. Col. 4, 2—9.(Haltet an am Gebet.) Haltet an am Gebet, und wachet in demselbigen mit Danksagung; und betet zugleich auch für uns, auf daß Gott uns die Thür des Worts auf⸗ thue, zu reden des Geheimnis Christi, darum ich auch gebunden bin; auf daß ich dasselbige offenbare, wie ich soll reden. Wandelt weislich gegen die, die draußen sind, und schicket euch in die Zeit. Eure Rede sei allezeit lieblich, und mit Salz gewürzet, daß ihr wisset, wie ihr einem jeglichen antworten sollet. Wie es um mich stehet, wird euch alles kund thun Tychicus, der liebe Bruder und getreue Diener und Mitknecht in dem HErrn; welchen ich habe darum zu euch gesandt, daß er erfahre, wie es sich mit euch hält, und daß er eure Herzen ermahne, samt Onesimo, dem getreuen und lieben Bruder, Bant von den Euren ist. Alles, wie es hie zustehet, werden sie euch kund thun. Evangelische Lektion. Luc. 18, 1—8.(Sollte Gott nicht retten seine Aus⸗ erwählten 7) Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, daß man allezeit beten, und nicht laß werden sollte; und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott, und scheuete sich vor keinem Menschen. Es war aber eine Wittwe in derselbigen Stadt, die kam zu ihm und sprach: Rette mich von meinem Widersacher. Und er wollte lange nicht. Darnach aber dachte er bei sich selbst: Ob ich mich schon vor Gott nicht fürchte, noch vor keinem Menschen scheue; dieweil aber mir diese Wittwe so viel Mühe macht, will ich sie retten auf daß sie nicht zuletzt kzomme, und übertäube mich. Da sprach der HErr: Höret hie, was der ungerechte Richter sagt. „y.ᷣ—.— 2.———ßv7— inem diget nicht ar⸗ zeben dern ören. Hauf schrei ein⸗ euch und seine 3. auf zicht⸗ Und ästert hr so nden isset, eben, gehe wun⸗ hat. und auf⸗ auf die, blich, orten liebe habe daß uder, kund Aus⸗ O * — 163— Sollte aber Gott nicht auch retten seine Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte Geduld darüber haben? Ich sage euch: Er wird sie erretten in einer Kürze. Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinest du, daß er auch werde Glauben finden auf Erden? Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Hosea 14, 2—10.(Bekehre dich, JIsrael, zu dem HErrn.) Bekehre dich, Israel, zu dem HErrn, deinem Gott; denn du bist gefallen um deiner Missethat willen. Nehmet diese Worte mit euch, und bekehret euch zum HErrn, und sprechet zu ihm: Vergib uns alle Sünde, und thue uns wohl, so wollen wir opfern die Farren unserer Lippen. Assur soll uns nicht helfen, und wollen nicht mehr auf Rossen reiten, auch nicht mehr sagen zu den Werken unserer Hände: Ihr seid unser Gott; sondern laß die Waisen bei dir Gnade finden. So will ich ihr Abtreten wieder heilen, gerne will ich sie lieben; dann soll mein Zorn sich von ihnen wenden. Ich will Israel wie ein Thau sein, daß er soll blühen wie eine Rose; und seine Wurzeln sollen ausschlagen wie Libanon; und seine Zweige sich ausbreiten, daß er sei so schön als ein Olbaum; und soll so guten Geruch geben wie Libanon. Und sollen wieder unter seinem Schatten sitzen; von Korn sollen sie sich nähren, und blühen wie ein Weinstock; sein Gedächtnis soll sein wie der Wein am Libanon. Ephraim, was sollen mir weiter die Götzen? Ich will ihn erhören und führen; ich will sein wie eine grünende Tanne; an mir soll man deine Frucht finden. Wer ist weise, der dies verstehe, und klug, der dies merke? Denn die Wege des HErrn sind richtig, und die Gerechten wandeln drinnen; aber die Übertreter fallen drinnen. Lektion aus dem Neuen Testamente. Röm. 14, 14—23.(Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.) Ich weiß, und bins gewiß in dem HErrn Jesu, daß nichts gemein ist an ihm selbst; ohne der es rechnet für gemein, demselbigen ists gemein. So aber dein Bruder über deiner Speise betrübet wird, so wandelst du schon nicht nach der Liebe. Lieber, verderbe den nicht mit deiner Speise, um welches willen Christus gestorben ist. Darum schaffet, daß euer Schatz nicht verlästert werde. Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geiste. Wer darinnen Christo dienet, der ist Gott gefällig und den Menschen wert. Darum lasset uns dem nachstreben, das zum Frieden dienet, und was zur Besserung unter einander dienet. Lieber, verstöre nicht um der Speise willen Gottes Werk. Es ist zwar alles rein; aber es ist nicht gut dem, der es isset mit einem Anstoß seines Gewissens. Es ist besser, du essest kein Fleisch, und trinkest keinen Wein oder das, daran sich dein Bruder stößet, oder ärgert, oder schwach wird. Hast du den Glauben, so habe ihn bei dir selbst vor Gott.f Selig ist, der sich selbst kein Gewissen macht in dem, das er annimmt. Wer aber darüber zweifelt, und isset doch, der ist verdammt; denn es gehet nicht aus dem Glauben. Was aber nicht aus dem Glauben gehet, das ist Sünde. 20. Sonntag nach Trinitatis(Reformationsfest). Vormittags. Epistel. Ephes. 5, 8—21.(Alles wird offenbar, wenn es vom Lichte gestraft wird.) Denn ihr waret weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem HErrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist — 164— allerlei Gütigkeit, und Gerechtigkeit, und Wahrheit. Und prüfet, was da sei wohlgefällig dem HErrn. Und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; strafet sie aber vielmehr. Denn was heimlich von ihnen geschieht, das ist auch schändlich zu sagen. Das alles aber wird offen⸗ bar, wenn es vom Licht gestraft wird. Denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum spricht er: Wache auf, der du schläfest, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten. So sehet nun zu, wie ihr vor⸗ sichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit; denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unver⸗ ständig, sondern verständig, was da sei des HErrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget; sondern werdet voll Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lobsängen und geistlichen Liedern; singet und spielet dem HErrn in eurem Herzen; und saget Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater, in dem Namen unseres HErrn Jesu Christi; und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Oder: Gal. 5, 1—15.(Bestehet in der Freiheit.) So bestehet nun in der Freiheit, damit uns Christus befreiet hat, und lasset euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen. Siehe, ich Paulus sage euch: Wo ihr euch beschneiden lasset, so ist euch Christus kein nütze. Ich zeuge abermal einem jeden, der sich beschneiden läßt, daß er noch das ganze Gesetz schuldig ist zu thun. Ihr habt Christum verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen. Wir aber warten im Geist durch den Glauben der Gerechtigkeit, der man hoffen muß. Denn in Christo Jesu gilt weder Beschneidung noch Vorhaut etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe thätig ist. Ihr liefet fein. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? Solch Überreden ist nicht von dem, der euch berufen hat. Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig. Ich versehe mich zu euch in dem HErrn, ihr werdet nicht anders gesinnet sein. Wer euch aber irre macht, der wird sein Urteil tragen, er sei, wer er wolle. Ich aber, lieben Brüder, so ich die Beschneidung noch predige, warum leide ich denn Verfolgung? So hätte das Argernis des Kreuzes aufgehöret. Wollte Gott, daß sie auch ausgerottet würden, die euch verstören. Ihr aber, lieben Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein sehet zu, daß ihr durch die Freiheit dem Fleisch nicht Raum gebet; sondern durch die Liebe diene einer dem andern. Denn alle Gesetze werden in Einem Wort erfüllet, in dem: Liebe deinen Nächsten als dich selbst. So ihr euch aber unter einander beißet und fresset, so sehet zu, daß ihr nicht unter einander verzehret werdet. Evangelium. Psalm 119, 29—52.(Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen.) Wende von mir den falschen Weg, und gönne mir dein Gesetz. Ich habe den Weg der Wahrheit erwählet, deine Rechte hab ich vor mich gestellet. Ich hange an deinen Zeugnissen; HErr, laß mich nicht zu schanden werden. Wenn du mein Herz tröstest, so laufe ich den Weg deiner Gebote. Zeige mir HErr, den Weg deiner Rechte, daß ich sie bewahre bis ans Ende. Unterweise mich, daß ich bewahre dein Gesetz, und halte es von ganzem Herzen. Führe mich auf dem Steige deiner Gebote; denn ich habe Lust dazu. Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen, und nicht zum Geiz. Wende meine Augen ab, daß sie nicht sehen nach unnützer Lehre; sondern erquicke mich auf deinem Wege. Laß deinen Knecht dein Gebot festiglich für dein Wort halten, daß ich dich fürchte. Wende von mir die Schmach, die ich scheue; denn deine Rechte sind lieblich. Siehe, — 165— ich begehre deiner Befehle, erquicke mich mit deiner Gerechtigkeit. HErr, laß mir deine Gnade widerfahren, deine Hülfe nach deinem Wort, daß ich antworten möge meinem Lästerer, denn ich verlasse mich auf dein Wort. Und nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit; denn ich hoffe auf deine Rechte. Ich will dein Gesetz halten allewege, immer und ewiglich. Und ich wandle fröhlich; denn ich suche deine Befehle. Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen, und schäme mich nicht, und habe Lust an deinen Geboten, und sind mir lieb, und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten, die mir lieb sind; und rede von deinen Rechten. Gedenke deinem Knechte an dein Wort, auf welches du mich lässest hoffen. Das ist mein Trost in meinem Elende; denn dein Wort erquicket mich. Die Stolzen haben ihren Spott an mir; dennoch weiche ich nicht von deinem Gesetz. HErr, wenn ich gedenke, wie du von der Welt her gerichtet hast, so werde ich getröstet. Epistolische Lektion. 1. Cor. 3.(Einen andern Grund kann niemand legen.) Und ich, lieben Brüder, konnte nicht mit euch reden als mit Geistlichen, sondern als mit Fleischlichen, wie mit jungen Kindern in Christo. Milch habe ich euch zu trinken gegeben, und nicht Speise; denn ihr konntet noch nicht; auch könnt ihr noch jetzt nicht, dieweil ihr noch fleischlich seid. Denn sintemal Eifer und Zank und Zwietracht unter euch sind; seid ihr denn nicht fleischlich, und wandelt nach menschlicher Weise? Denn so einer sagt: Ich bin Paulisch; der andere aber: Ich bin Apollisch; seid ihr denn nicht fleischlich? Wer ist nun Paulus? wer ist Apollo? Diener sind sie; durch welche ihr seid gläubig worden; und dasselbige, wie der HErr einem jeg⸗ lichen gegeben hat. Ich habe gepflanzet, Apollo hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. So ist nun weder der da pflanzet, noch der da begeußt, etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. Der aber pflanzet, und der da begeußt, ist einer wie der andere. Ein jeglicher aber wird seinen Lohn empfahen nach seiner Arbeit. Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerwerk, und Gottes Gebäu. Ich von Gottes Gnaden, die mir. —gegeben ist, habe den Grund gelegt, als ein weiser Baumeister; ein anderer bauet darauf. Ein jeglicher aber sehe zu, wie er darauf baue. Einen andern Grund kann zwar niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christ. So aber jemand auf diesen Grund bauet Gold, Silber, Edelsteine, Hotz, Heu, Stoppeln; so wird eines jeglichen Werk offenbar werden; der Tag wirds klar machen. Denn es wird durchs Feuer offenbar werden, und welcherlei eines jeglichen Werk sei, wird das Feuer bewähren. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebauet hat; so wird er Lohn empfahen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er des Schaden leiden; er selbst aber wird selig werden, so doch, als durchs Feuer. Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid, und der Geist Gottes in euch wohnet? So jemand den Tempel Gottes verderbet, den wird Gott verderben, denn der Tempel Gottes ist heilig; der seid ihr. Niemand betrüge sich selbst. Welcher sich unter euch dünkt weise sein, der werde ein Narr in dieser Welt, daß er möge weise sein. Denn dieser Welt Weisheit ist Thorheit bei Gott. Denn es stehet geschrieben: Die Weisen erhaschet er in ihrer Klugheit. Und abermal: Der HErr weiß der Weisen Gedanken, daß sie eitel sind. Darum rühme sich niemand eines Menschen. Es ist alles euer; es sei Paulus oder Apollo, es sei Kephas oder die Welt, es sei das Leben oder der Tod, es sei das Gegenwärtige oder das Zukünftige; alles ist euer. Ihr aber seid Christi; Christus aber ist Gottes. — 166— Evangelische Lektion. Matth. 11, 20—30.(Kommt zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid.) Da fing er an die Städte zu schelten, in welchen am meisten seiner Thaten geschehen waren, und hatten sich doch nicht gebessert: Wehe dir, Cho⸗ razin, wehe dir, Bethsaida! wären solche Thaten zu Tyro und Sidon geschehen, als bei euch geschehen sind; sie hätten vorzeiten im Sack und in der Asche Buße gethan. Doch ich sage euch: Es wird Tyro und Sidon erträglicher ergehen am jüngsten Gerichte, denn euch. Und du, Capernaum, die du bist erhaben bis an den Himmel, du wirst bis in die Hölle hinunter gestoßen werden. Denn so zu Sodom die Thaten geschehen wären, die bei dir ge⸗ schehen sind; sie stünde noch heutiges Tages. Doch ich sage euch: Es wird der Sodomer Land träglicher ergehen am jüngsten Gerichte, denn dir. Zu derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen ver⸗ borgen hast, und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn, denn nur der Vater; und niemand kennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch, und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Pfalm 46.(Der HErr ist bei ihr drinnen.) Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hülfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge, und die Berge mitten ins Meer sänken, wenn gleich das Meer wütete und wallete, und von seinem Ungestüm die Berge einfielen; Sela. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünn⸗ lein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie wohl bleiben; Gott hilft ihr frühe. Die Heiden müssen verzagen, und die Königreiche fallen; das Erdreich muß vergehen, wenn er sich hören läßt. Der HErr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. Sela. Kommt her, und schauet die Werke des HErrn, der auf Erden solch Zerstören anrichtet; der den Kriegen steuert in aller Welt; der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt, und Wagen mit Feuer verbrennt. Seid stille, und erkennet, daß ich Gott bin. Ich will Ehre einlegen unter den Heiden, ich will Ehre einlegen auf Erden. Der HErr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Cor. 7, 20—31.(Frei in Christo.) Ein jeglicher bleibe in dem Ruf, darinnen er berufen ist. Bist du ein Knecht berufen, sorge dir nicht; doch, kannst du frei werden, so brauche des viel lieber. Denn wer ein Knecht berufen ist in dem HErrn, der ist ein Gefreiter des HErrn; desselbigen gleichen, wer ein Freier berufen ist, der ist ein Knecht Christi. Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht der Menschen Knechte. Ein jeglicher lieben Brüder, worinnen er berufen ist, darinnen bleibe er bei Gott. Von den Jungfrauen aber habe ich kein Gebot des HErrn; ich sage aber meine Meinung, als ich Barmherzigkeit erlanget habe ———————ε— SRSNNIA 0 — 167— von dem HErrn, treu zu sein. So meine ich nun, solches sei gut, um der gegenwärtigen Not willen, daß es dem Menschen gut sei, also zu sein. Bist du an ein Weib gebunden, so suche nicht los zu werden; bist du aber los vom Weibe, so suche kein Weib. So du aber freiest, sündigest du nicht; und so eine Jungfrau freiet, sündiget sie nicht; doch werden solche leibliche Trübsal haben. Ich verschone euch aber gerne. Das sage ich aber, lieben Brüder, die Zeit ist kurz. Weiter ist das die Meinung: die da Weiber haben, daß sie seien, als hätten sie keine; und die da weinen, als weineten sie nicht; und die sich freuen, als freueten sie sich nicht; und die da kaufen, als besäßen sie es nicht; und die dieser Welt brauchen, daß sie derselbigen nicht mißbrauchen; denn das Wesen dieser Welt vergehet. 21. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Ephes. 6, 10—20.(Des Christen Waffenrüstung.) Zuletzt, meine Brüder, seid stark in dem HErrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber, ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösewichtes; und nehmet den Helm des Heils, und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Und betet stets in allem Anliegen, mit Bitten und Flehen im Geist, und wachet dazu mit allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen, und für mich, auf daß mir gegeben werde das Wort mit freudigem Aufthun meines Mundes, daß ich möge kund machen das Geheimnis des Evangelii, welches Bote ich bin in der Kette, auf daß ich darinnen freudig handeln möge, und reden, wie sichs gebührt. Evangelium. Joh. 4, 47—54.(Er glaubte mit seinem ganzen Hause.) Und es war ein Königischer, des Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinabkäme und hülfe seinem Sohn; denn er war totkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: HErr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubete dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkete der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubete mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläam kam. — 168— Epistolische Lektion. Ephes. 6, 1—9.(Die christliche Haustafel.) Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem HErrn; denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter; das ist das erste Gebot, das Verheißung hat: auf daß dirs wohl gehe und du lange lebest auf Erden. Und ihr Bäter, reizet eure Kinder nicht zu Zorn, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum HErrn. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren, mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo; nicht mit Dienst allein vor den Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen, mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem HErrn dienet, und nicht den Menschen; und wisset, was ein jeglicher Gutes thun wird, das wird er von dem HErrn empfahen, er sei ein Knecht oder ein Freier. Und ihr Herren, thut auch dasselbige gegen sie, und lasset das Dräuen, und wisset, daß auch euer HErr im Himmel ist, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Evangelische Lektion. Luc. 19, 1—10.(Ich muß heute in deinem Hause einkehren.) Und er zog hinein, und ging durch Jericho. Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, der war ein Oberster der Zöllner, und war reich; und begehrte Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volk; denn er war klein von Person. Und er lief vornhin, und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe; denn allda sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an dieselbige Stätte, sahe er auf, und ward sein gewahr, und sprach zu ihm: Zachäe, steig eilend hernieder; denn ich muß heute zu deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder, und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murreten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrete. Zachäus aber trat dar, und sprach zu dem HErrn: Siehe, HErr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist. Denn des Menschen Sohn ist kommen, zu suchen und selig zu machen, das ver⸗ loren ist. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 2. Sam. 7, 17—29.(Wer bin ich, HErr, und was ist mein Haus.) Da Nathan alle diese Worte und alle dies Gesichte David gesagt hatte, kam David, der König, und blieb vor dem HErrn, und sprach: Wer bin ich, HErr, HErr, und was ist mein Haus, daß du mich bis hieher gebracht hast? Dazu hast du das zu wenig geachtet, HErr, HErr, sondern hast dem Hause deines Knechtes noch von fernem Zukünftigen geredet. Das ist eine Weise eines Menschen, der Gott der HErr ist. Und was soll David mehr reden mit dir? Du erkennest deinen Knecht, HErr, HErr. Um deines Wortes willen und nach deinem Herzen hast du solche große Dinge alle gethan, daß du sie deinem Knechte kund thätest. Darum bist du auch groß geachtet, HErr Gott; denn es ist keiner wie du, und ist kein Gott, denn du, nach allem, das wir mit unseren Ohren gehöret haben. Denn wo ist ein Volk auf Erden, wie dein Volk Israel, um welches willen Gott ist hingegangen, ihm ein Volk zu erlösen, und ihm einen Namen zu machen, und solch große und schreckliche Dinge zu thun auf deinem Lande vor deinem Volk, welches du dir erlöset hast von Egypten, von den Heiden und ihren Göttern? Und du hast dir dein Volk Israel zubereitet, dir zum Volk in Ewigkeit; und DPDPDIDIIiIiIIIIIeeeeeeeeeeeeeeer H P—...—. 9 ö — thue eure dess Wer dent euch — 169— du, HErr, bist ihr Gott worden. So bekräftige nun, HErr Gott, das Wort in Ewigkeit, das du über deinen Knecht, und über sein Haus geredet hast; und thue, wie du geredet hast: so wird dein Name groß werden in Ewig⸗ keit, daß man wird sagen: Der HErr Zebaoth ist der Gott über Is⸗ rael. Und das Haus deines Knechts David wird bestehen vor dir. Denn du, HErr Zebaoth, du Gott Israel, hast das Ohr deines Knechts geöffnet, und gesagt: Ich will dir ein Haus bauen. Darum hat dein Knecht sein Herz funden, daß er dies Gebet zu dir betet. Nun, HErr, HErr, du bist Gott, und deine Worte werden Wahrheit sein. Du hast solches Gut über deinen Knecht geredet. So hebe nun an, und segne das Haus deines Knechts, daß er ewiglich vor dir sei: denn du, HErr, HErr, hasts geredet, und mit deinem Segen wird deines Knechts Haus gesegnet werden ewiglich. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Cor. 12, 12—27.(So ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit.) Denn gleichwie Ein Leib ist, und hat doch viel Glieder; alle Glieder aber Eines Leibes, wiewohl ihrer viel sind, sind sie doch Ein Leib: also auch Christus. Denn wir sind, durch Einen Geist, alle zu Einem Leibe ge⸗ tauft, wir seien Juden oder Griechen, Knechte oder Freie; und sind alle zu Einem Geist getränket. Denn auch der Leib ist nicht Ein Glied, sondern viele. So aber der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum bin ich des Leibes Glied nicht; sollt er um deswillen nicht des Leibes Glied sein? Und so das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht des Leibes Glied; sollt es um deswillen nicht des Leibes Glied sein? Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? So er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruch? Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, ein jegliches sonderlich am Leibe, wie er gewollt hat. So aber alle Glieder Ein Glied wären, wo bliebe der Leib? Nun aber sind der Glieder viel, aber der Leib ist Einer. Es kann das Auge nicht sagen zu der Hand: Ich bedarf dein nicht; oder wiederum das Haupt zu den Füßen: Ich bedarf euer nicht. Sondern viel mehr, die Glieder des Leibes, die uns dünken die schwächsten sein, sind die nötigsten; und die uns dünken die unehrlichsten sein, denselbigen legen wir am meisten Ehre an; und die uns übel anstehen, die schmücket man am meisten. Denn die uns wohl anstehen, die bedürfens nicht. Aber Gott hat den Leib also vermenget, und dem dürftigen Glied am meisten Ehre gegeben, auf daß nicht eine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder für einander gleich sorgen. Und so Ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und so ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit. Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil. 22. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Phil. 1, 3—11.(Erfüllt sein mit Früchten der Gerechtigkeit.) Ich danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke,(welches ich allezeit thue in alle meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden,) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher; und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wirds auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von, euch allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängnis, darin ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade — 170— teilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen ver⸗ langet von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntnis und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und un⸗ anstößig, bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen(in euch) zu Ehre und Lobe Gottes. Evangelium. Matth. 18, 21—35.(Der Schallsknecht.) Da trat Petrus zu ihm und sprach: HErr, wie oft muß ich denn meinem Bruder, der an mir sündiget, vergeben? Ists genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebenzigmal siebenmal. Dar⸗ um ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da ers nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir; ich will dirs alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus und fand einen seiner Mit⸗ knechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an und würgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir; ich will dirs alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du dich denn nicht auch erbarmen Über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er be⸗ zahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Epistolische Lektion. Hebr. 13, 1—21.(Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde.) Bleibet fest in der brüderlichen Liebe. Gastfrei zu sein vergesset nicht; denn durch dasselbige haben etliche, ohn ihr Wissen, Engel beherberget. Ge⸗ denket der Gebundenen, als die Mitgebundenen, und derer, die Trübsal⸗ leiden, als die ihr auch noch im Leibe lebet. Die Ehe soll ehrlich gehalten werden bei allen, und das Ehebette unbefleckt; die Hurer aber und Ehebrecher wird Gott richten. Der Wandel sei ohne Geiz; und lasset euch begnügen an dem, das da ist. Denn er hat gesagt: Ich will dich nicht verlassen, noch versäumen. Also, daß wir dürfen sagen: Der HErr ist mein Helfer, und will mich nicht fürchten; was sollte mir ein Mensch thun? Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben, welcher Ende schauet an, und folget ihrem Glauben nach. Jesus Christus, gestern und heute, und derselbe auch in Ewigkeit. Lasset euch nicht mit mancherlei und fremden Lehren umtreiben; denn es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisen, davon keinen Nutz haben, so damit umgehen. Wir haben einen Altar, davon nicht Macht haben, zu essen, die der Hütte pflegen. Denn welcher Tiere Blut getragen wird ——ͤ——7742422‚———— I 4 —.— durch den Hohenpriester in das Heilige für die Sünde, derselbigen Leichname werden verbrannt außer dem Lager. Darum auch Jesus, auf daß er heiligte das Volk durch sein eigen Blut, hat er gelitten außen vor dem Thor. So lasset uns nun zu ihm hinausgehen, außer dem Lager, und seine Schmach tragen. Denn wir haben hie keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. So lasset uns nun opfern, durch ihn, das Lobopfer Gott alle⸗ zeit, das ist, die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Wohl zu thun und mitzuteilen vergesset nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie das mit Freuden thun, und nicht mit Seufzen; denn das ist euch nicht gut. Betet für uns. Unser Trost ist der, daß wir ein gut Gewissen haben, und fleißigen uns, guten Wandel zu führen bei allen. Ich ermahne euch aber zum Überfluß, solches zu thun, auf daß ich aufs schierste wieder zu euch komme. Gott aber des Friedens, der von den Toten ausgeführet hat den großen Hirten der Schafe, durch das Blut des ewigen Testaments, unsern HErrn Jesum, der mache euch fertig in allem guten Werk, zu thun seinen Willen, und schaffe in euch, was vor ihm gefällig ist, durch Jesum Christ; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelische Lektion. Joh. 8, 23—36.(Bleibet an meiner Rede.) Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben herab; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. So hab ich euch gesagt, daß ihr sterben werdet in euren Sünden; denn so ihr nicht glaubet, daß ich es sei, so werdet ihr sterben in euren Sünden. Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Erstlich der, der ich mit euch rede. Ich habe viel von euch zu reden, und zu richten; aber der mich gesandt hat, der ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehöret habe, das rede ich vor der Welt. Sie vernahmen aber nicht, daß er ihnen von dem Vater sagete. Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr des Menschen Sohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, daß ich es sei, und nichts von mir selber thue, sondern wie mich mein Vater gelehret hat, so rede ich. Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Der Vater läßt mich nicht allein; denn ich thue allezeit, was ihm gefällt. Da er solches redete, glaubten viele an ihn. Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger, und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Da ant⸗ worteten sie ihm: Wir sind Abrahams Samen, sind nie kein Mal jemands Knechte gewesen; wie sprichst du denn: Ihr sollt frei werden? Jesus ant⸗ wortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer Sünde thut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht aber bleibet nicht ewiglich im Hause; der Sohn bleibet ewiglich. So euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr recht frei. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Spr. Salom. 2, 1—15.(Gott läßt es dem Aufrichtigen gelingen.) Mein Kind, willst du meine Rede annehmen, und meine Gebote bei dir behalten: so laß dein Ohr auf Weisheit Acht haben, und neige dein Herz mit Fleiß dazu. Denn so du mit Fleiß darnach rufest, und darum betest, so du sie suchest, wie Silber, und forschest sie, wie die Schätze; alsdann wirst du die Furcht des HErrn vernehmen, und Gottes Erkenntnis finden. .— — 22— Denn der HErr gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Verstand. Er läßts den Aufrichtigen gelingen, und beschirmet die Frommen, und behütet die, so recht thun, und bewahret den Weg seiner Heiligen. Dann wirst du verstehen Gerechtigkeit und Recht, und Frömmigkeit, und allen guten Weg. Wo die Weisheit dir zu Herzen gehet, daß du gerne lernest, so wird dich guter Rat bewahren, und Verstand wird dich behüten, daß du nicht geratest auf den Weg der Bösen, noch unter die verkehrten Schwätzer, die da verlassen die rechte Bahn, und gehen finstere Wege, die sich freuen Böses zu thun, und sind fröhlich in ihrem bösen, verkehrten Wesen, welche ihren Weg verkehren, und folgen ihrem Abwege. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Cor. 9, 13—23.(Frei von jeder⸗ mann und jedermanns Knecht.) Wisset ihr nicht, daß, die da opfern, essen vom Opfer? und die des Altars pflegen, genießen des Altars? Also hat auch der HErr befohlen, daß, die das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelio nähren. Ich aber habe der keines gebraucht. Ich schreibe auch nicht darum davon, daß es mit mir also sollte gehalten werden. Es wäre mir lieber, ich stürbe, denn daß mir jemand meinen Ruhm sollte zunicht machen. Denn daß ich das Evangelium predige, darf ich mich nicht rühmen; denn ich muß es thun. Und wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte. Thue ichs gerne, so wird mir gelohnet; thu ichs aber ungerne, so ist mir das Amt doch be⸗ fohlen. Was ist denn nun mein Lohn? Nämlich, daß ich predige das Evangelium Christi, und thue dasselbige frei umsonst, auf daß ich nicht meiner Freiheit mißbrauche am Evangelio. Denn wiewohl ich frei bin von jedermann, hab ich mich doch selbst jedermann zum Knechte gemacht, auf daß ich ihrer viel gewinne. Den Juden bin ich worden als ein Jude, auf daß ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich worden als unter dem Gesetz, auf daß ich die, so unter dem Gesetz sind, ge⸗ winne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich als ohne Gesetz worden,(so ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern bin in dem Gesetz Christi), auf daß ich die, so ohne Gesetz sind, gewinne, Den Schwachen bin ich worden als ein Schwacher, auf daß ich die Schwachen gewinne. Ich bin jedermann allerlei worden, auf daß ich allenthalben ja etliche selig mache. Solches aber thue ich um des Evangelii willen, auf daß ich sein teilhaftig werde. 23. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Phil. 3, 8—21.(Ergriffen sein von Christo.) Denn ich achte es alles für Schaden gegen der überschwenglichen Er⸗ kenntnis Christi Jesu, meines HErrn, um welches willen ich alles habe für Schaden gerechnet, und achte es für Dreck, auf daß ich Christum gewinne, und in ihm erfunden werde, daß ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz, sondern die durch den Glauben an Christum kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird, zu erkennen ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, daß ich seinem Tode ähnlich werde, damit ich entgegenkomme zur Aufer⸗ stehung der Toten. Nicht, daß ichs schon ergriffen habe, oder schon voll⸗ kommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ichs auch ergreifen möchte, nachdem ich von Christo Jesu ergriffen bin. Meine Brüder, ich schätze mich selbst .— —— 0 sieber ihnen der 2 sind von bin! aber das Epif seine ist u jene geher — 782— noch nicht, daß ichs ergriffen habe. Eines aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich zu dem, was da vorne ist; und jage nach dem vorgestreckten Ziel, nach dem Kleinod, welches vorhält die himmlische Be⸗ rufung Gottes in Christo Jesu. Wie viel nun unser vollkommen sind, die lasset uns also gesinnet sein, und sollt ihr sonst etwas halten, das lasset euch Gott offenbaren; doch so ferne, daß wir nach einer Regel, darein wir ge⸗ kommen sind, wandeln, und gleich gesinnet seien. Folget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdamm⸗ nis, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des HErrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium. Matth. 22, 15—33.(Gebet Gott, was Gottes ist.) Da gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre Jünger, samt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach niemand; denn du achtest nicht das An⸗ sehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? ists recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zins⸗ münze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Überschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn und gingen davon. An demselbigen Tage traten zu ihm die Sadducäer, die da halten, es sei kein Auferstehen, und fragten ihn, und sprachen: Meister, Moses hat gesagt: So einer stirbt und hat nicht Kinder, so soll sein Bruder sein Weib freien und seinem Bruder Samen erwecken. Nun sind bei uns gewesen sieben Brüder. Der erste freiete und starb; und dieweil er nicht Samen hatte, ließ er sein Weib seinem Bruder. Desselbigen gleichen der andere und der dritte, bis an den siebenten. Zuletzt nach allen starb auch das Weib. Nun in der Auferstehung, wessen Weib wird sie sein unter den sieben? Sie haben sie ja alle gehabt. Jesus aber antwortete, und sprach zu ihnen: Ihr irret und wisset die Schrift nicht, noch die Kraft Gottes. In der Auferstehung werden sie weder freien, noch sich freien lassen; sondern sie sind gleich wie die Engel Gottes im Himmel. Habt ihr aber nicht gelesen von der Toten Auferstehung, das euch gesagt ist von Gott, da er spricht: Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs? Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Und da solches das Volk hörete, entsatzten sie sich über seiner Lehre. Epistolische Lektion. Hebr. 4, 1—13.(Lasset uns Fleiß anthun, einzukommen zu seiner Ruhe.) So lasset uns nun fürchten, daß wir die Verheißung, einzukommen zu seiner Ruhe, nicht versäumen, und unser keiner dahinten bleibe. Denn es ist uns auch verkündiget, gleichwie jenen; aber das Wort der Predigt half jene nichts, da nicht glaubeten die, so es höreten. Denn wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe, wie er spricht: Daß ich schwur in meinem Zorn, sis — 4— sollten zu meiner Ruhe nicht kommen. Und zwar, da die Werke von An⸗ beginn der Welt waren gemacht, sprach er an einem Ort von dem siebenten Tage also: Und Gott ruhete am siebenten Tage von allen seinen Werken. Und hier an diesem Ort abermal: Sie sollen nicht kommen zu meiner Ruhe. Nachdem es nun noch vorhanden ist, daß etliche sollen zu derselbigen kommen, und die, denen es zuerst verkündiget ist, sind nicht dazu kommen, um des Unglaubens willen, bestimmte er abermal einen Tag nach solcher langen Zeit, und sagte durch David: Heute, wie gesagt ist, heute, so ihr seine Stimme hören werdei, so verstocket eure Herzen nicht. Denn so Josua sie hätte zur Ruhe gebracht, würde er nicht hernach von einem andern Tage gesagt haben. Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volk Gottes. Denn wer zu seiner Ruhe kommen ist, der ruhet auch von seinen Werken, gleichwie Gott von seinen. So lasset uns nun Fleiß thun, einzukommen zu dieser Ruhe, auf daß nicht jemand falle in dasselbige Exempel des Unglaubens. Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidig Schwert, und durchdringet, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und ist keine Kreatur vor ihm unsichtbar, es ist aber alles blos und entdeckt vor seinen Augen; von dem reden wir. Evangelische Lektion. Luc. 13, 1—9.(Er suchte Frucht am Feigenbaume und fand sie nicht.) Es waren aber zu derselbigen Zeit etliche dabei, die verkündigten ihm pon den Galiläern, welcher Blut Pilatus samt ihrem Opfer vermischt hatte. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder gewesen sind, dieweil sie das erlitten haben? Ich sage: Nein; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen. Oder meinet ihr, daß die achtzehn, auf welche der Turm in Siloah fiel, und erschlug sie, seien schuldig gewesen vor allen Menschen, die zu Jerusalem wohnen? Ich sage: Nein; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen. Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberge; und kam, und suchte Frucht darauf, und fand sie nicht. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahr lang alle Jahr kommen, und habe Frucht gesucht auf diesem Feigenbaum, und finde sie nicht; haue ihn ab, was hindert er das Land? Er aber antwortete, und sprach zu ihm: Herr, laß ihn noch dies Jahr, bis daß ich um ihn grabe und bedünge ihn, ob er wollte Frucht bringen; wo nicht, so haue ihn darnach ab. Nachmittags. Sektion aus dem Alten Testamente. Psalm 126.(Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten.) Wenn der HErr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens, und unsere Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Heiden: Der HErr hat Großes an ihnen gethan. Der HErr hat Großes an uns gethan; des sind wir fröhlich. Die wende unser Gefängnis, wie du die Wasser gegen Mittag trocknest. ie mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen, und tragen edlen Samen, und kommen mit Freuden, und bringen ihre Garben. i, — 115— gektion aus dem Neuen Testamente. 1. Tim. 4, 1—11.(Die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze.) Der Geist aber saget deutlich, daß in den letzten Zeiten werden etliche dom Glauben abtreten, und anhangen den verführerischen Geistern und Lehren der Teufel; durch die, so in Gleißnerei Lügenredner sind, und Brandmal in ihrem Gewissen haben, und verbieten ehelich zu werden, und zu meiden die Speisen, die Gott geschaffen hat, zu nehmen mit Danksagung, den Gläu⸗ bigen und denen, die die Wahrheit erkennen. Denn alle Kreatur Gottes ist gut, und nichts verwerflich, das mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiliget durch das Wort Gottes und Gebet. Wenn du den Brüdern solches vorhältst, so wirst du ein guter Diener Jesu Christi sein, auferzogen in den Worten des Glaubens und der guten Lehre, bei welcher du immerdar ewesen bist. Der ungeistlichen aber und altvettelischen Fabeln entschlage dich. Rde dich selbst aber an der Gottseligkeit. Denn die leibliche übung ist wenig nütz; aber die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütz und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens. Das ist je gewißlich wahr, und ein teuer wertes Wort. Denn dahin arbeiten wir auch, und werden geschmähet, daß wir auf den lebendigen Gott gehoffet haben, welcher ist der Heiland aller Menschen, sonderlich aber der Gläubigen. Solches gebeut und lehre. 24. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Col. 1, 9—14.(Er hat uns tüchtig gemacht zum Erbteil der Heiligen im Lichte.) Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntnis seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand, daß ihr wandelt würdiglich dem HErrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntnis Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmütigkeit mit Freudigkeit, und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbieil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis, und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Evangelium. Matth. 9, 18—26.(Lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig.) Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: HErr, meine Tochter ist jetzt gestorben: aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stund auf, und folgete ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahr den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möcht ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sahe sie, und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir ge⸗ holfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet; denn das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft, und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stund das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. —— Epistolische Lektion. Jac. 4.(So seid nun Gott unterthänig.) Woher kommt Streit und Krieg unter euch? Kommts nicht daher, aus euren Wollüsten, die da streiten in euren Gliedern? Ihr seid begierig, und erlanget es damit nicht; ihr hasset und neidet, und gewinnet damit nichts; ihr streitet und krieget; ihr habt nicht, darum, daß ihr nicht bittet; ihr bittet, und krieget nicht, darum, daß ihr übel bittet, nämlich dahin, daß ihrs mit euren Wollüsten verzehret. Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisset ihr nicht, daß der Welt Freundschaft Gottes Feindschaft ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein. Oder lasset ihr euch dünken, die Schrift sage umsonst: Den Geist, der in euch wohnet, gelüstet wider den Haß? Und gibt reichlich Gnade; sintemal die Schrift saget: Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So seid nun Gott unterthänig. Widerstehet dem Teufel, so fleucht er von euch. Nahet euch zu Gott, so nahet er sich zu euch Reiniget die Hände, ihr Sünder, und machet eure Herzen keusch, ihr Wankelmütigen. Seid elend, und traget Leide, und weinet; euer Lachen verkehre sich in Weinen, und eure Freude in Trau⸗ rigkeit. Demütiget euch vor Gott, so wird er euch erhöhen. Afterredet nicht unter einander, lieben Brüder. Wer seinem Bruder afterredet, und urteilet seinen Bruder, der afterredet dem Gesetz und urteilet das Gesetz. Urteilest du aber das Gesetz, so bist du nicht ein Thäter des Gesetzes, sondern ein Richter. Es ist ein einiger Gesetzgeber, der kann selig machen und ver⸗ dammen. Wer bist du, der du einen andern urteilest? Wohlan, die ihr nun saget: Heute oder morgen wollen wir gehen in die oder die Stadt, und wollen ein Jahr da liegen, und handtieren, und gewinnen; die ihr nicht wisset, was morgen sein wird. Denn was ist euer Leben? Ein Dampf ists, der eine kleine Zeit währet, darnach aber verschwindet er. Dafür ihr sagen solltet: So der HErr will, und wir leben, wollen wir dies oder das thun. Nun aber rühmet ihr euch in eurem Hochmut. Aller solcher Ruhm ist böse Denn wer da weiß, Gutes zu thun, und thuts nicht, dem ists Sünde. Evangelische Lektion. Joh. 10, 22—30.(Niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen.) Es war aber Kirchweihe zu Jerusalem, und war Winter. Und Jesus wandelte im Tempel, in der Halle Salomonis. Da umringeten ihn die Juden, und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seelen auf? bist du Christ, so sage es uns frei heraus. Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet nicht. Die Werke, die ich thue in meines Vaters Namen, die zeugen von mir. Aber ihr glaubet nicht; denn ihr seid meiner Schafe nicht, als ich euch gesagt habe. Denn meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen. Der Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer denn alles; und niemand kann sie mir aus meines Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eines. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Pred. Salom. 7, 3—9.(Das Herz des Weisen ist im Klaghause.) Es ist besser in das Klaghaus gehen, denn in das Trinkhaus; in jenem ist das Ende aller Menschen, und der Lebendige nimmts zu Herzen. Es ist Trauern besser, denn Lachen; denn durch Trauern wird das Herz gebessert. IDSꝗSSSiiiee‚eeeeeSSSSSSSSSeeeeee E.rDurd Das Freu der unten Weis bessen Lekti Zeite geizig ungei räter habe Und schlei und zur 6 und es si werde man meine meine zu J⸗ mich müsse wirds Epist P schlaf haben also Denn und 1 die de Stim Himn wir l in de Err ist du das l Lande r, aus „ und nichts; bittet, s mit set ihr Freund n, die r den rstehet Gott t euch „und Leide, Trau⸗ nicht rteilet rteilest n ein ver⸗ ie Hr und nicht ists, sagen thun. t böse meiner Jesus n die 2 bist habe neines r seid hören ihnen mand n hat, Hand 3 Herz jenem Es ist bessert. — 17— Das Herz der Weisen ist im Klaghause, und das Herz der Narren im Hause der Freuden. Es ist besser hören das Schelten des Weisen, denn hören den Gesang der Narren. Denn das Lachen des Narren ist wie das Krachen der Dornen unter den Töpfen; und das ist auch eitel. Ein Widerspenstiger macht einen Weisen unwillig, und verderbt ein mildes Herz. Das Ende eines Dinges ist besser, denn sein Anfang. Ein geduldiger Geist ist besser, denn ein hoher Geist. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Tim. 3, 1—13.(Alle, die gottselig leben wollen in Christo, müssen Verfolgung leiden.) Das sollst du aber wissen, daß in den letzten Tagen werden greuliche Zeiten kommen. Denn es werden Menschen sein, die von sich selbst halten, geizig, ruhmredig, hoffärtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, ungeistlich, störrig, unversöhnlich, Schänder, unkeusch, wild, ungütig, Ver⸗ räter, Freveler, aufgeblasen, die mehr lieben Wollust, denn Gott, die da haben den Schein eines gottseligen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie. Und solche meide. Aus denselbigen sind, die hin und her in die Häuser schleichen, und führen die Weiblein gefangen, die mit Sünden beladen sind, und mit mancherlei Lüsten fahren, lernen immerdar, und können nimmer zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Gleicher Weise aber, wie Jannes und Jambres Mosi widerstunden, also widerstehen auch diese der Wahrheit; es sind Menschen von zerrütteten Sinnen, untüchtig zum Glauben. Aber sie werdens die Länge nicht treiben denn ihre Thorheit wird offenbar werdenzjeder⸗ mann, gleichwie auch jener war. Du aber hast erfahren meine Lehre, meine Weise, meine Meinung, meinen Glauben, meine Langmut, meine Liebe, meine Geduld, meine Verfolgung, meine Leiden, welche mir widerfahren sind zu Antiochien, zu Iconien, zu Lystra, welche Verfolgung ich da ertrug; und aus allen hat mich der HErr erlöset. Und alle, die gottselig leben wollen in Christo Jesu, müssen Verfolgung leiden. Mit den bösen Menschen aber und verführerischen wirds je länger je ärger, verführen und werden verführet. 25. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Thess. 4, 13—18.(Gott wird, die da entschlafen sind, durch Jesum mit ihm führen.) Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist; also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des HErrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des HErrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der HErr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hiernieder kommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem HErrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Errn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evangelium. Matth. 24, 15—28.(Ich habe es euch zuvor gesagt.) Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte(wer das lieset, der merke darauf); alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus — 178— seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird alsdann ein groß Trübsal sein, als nicht gewesen ist von Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig, aber um der Aus⸗ erwählten willen werden die Tage verkürzt. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hie ist Christus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrtum(wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habs euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubt nicht. Denn gleich wie der Blitz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang; also wird auch sein die Zukunft des Menschensohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Epistolische Lektion. 1. Joh. 2, 12—29.(Wer den Willen Gottes thut, der bleibet in Ewigkeit.) Lieben Kindlein, ich schreibe euch, daß euch die Sünden vergeben werden durch seinen Namen. Ich schreibe euch Vätern; denn ihr kennet den, der von Anfang ist. Ich schreibe euch Jünglingen; denn ihr habt den Bösewicht überwunden. Ich schreibe euch Kindern; denn ihr kennet den Vater. habe euch Vätern geschrieben, daß ihr den kennet, der von Anfang ist. Ich habe euch Jünglingen geschrieben, daß ihr stark seid, und das Wort Gottes bei euch bleibet, und den Bösewicht überwunden habt. Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist(nämlich des Fleisches Lust, und der Augen Lust, und hoffärtiges Leben), ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes thut, der bleibet in Ewigkeit. Kinder, es ist die letzte Stunde; und wie ihr gehöret habt, daß der Widerchrist kommt, und nun sind viel Widerchristen worden; daher erkennen wir, daß die letzte Stunde ist. Sie sind von uns ausgegangen; aber sie waren nicht von uns. Denn wo sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber auf daß sie offenbar würden, daß sie nicht alle von uns sind. Und ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und wisset alles. Ich hab euch nicht geschrieben, als wüßtet ihr die Wahrheit nicht; sondern ihr wisset sie, und wisset, daß keine Lüge aus der Wahrheit kommt. Wer ist ein Lügner, ohne der da leugnet, daß Jesus der Christ sei? Das ist der Wider⸗ christ, der den Vater und den Sohn leugnet. Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht. Was ihr nun gehöret habt von Anfang, das bleibe bei euch So bei euch bleibet, was ihr von Anfang gehöret habt; so werdet ihr auch bei dem Sohn und Vater bleiben. Und das ist die Ver⸗ heißung, die er uns verheißen hat, das ewige Leben. Solches hab ich euch geschrieben von denen, die euch verführen. Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibet bei euch, und dürfet nicht, daß euch jemand lehre, sondern wie euch die Salbung allerlei lehret, so ists wahr und ist keine Lüge; und wie sie euch gelehret hat, so bleibet bei demselbigen. Und nun, Kindlein, bleibet bei ihm, auf daß, wenn er offenbaret wird, daß wir Freudigkeit haben, und nicht zu schanden werden vor ihm in seiner Zu⸗ kunft. So ihr wisset, daß er gerecht ist, so erkennet auch, daß, wer recht thut, der ist von ihm geboren. 2321 habe meit vor Sie ruhe wes t um, zu der bbath. t von diese Aus⸗ h wird Denn zunder ich die sie zu siehe, et vom ukunft * jut, der werden ich euch ihr von jemand und ist 1. Und daß wir ner Zu⸗ her recht 0— Evangelische Lektion. Matth. 10, 16—28.(Wer bis an das Ende beharret, der wird selig.) Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; darum seid klug wie die Schlangen, und ohne Falsch wie die Tauben. Hütet euch aber vor den Menschen, denn sie werden euch überantworten vor ihre Rathhäuser und werden euch geißeln in ihren Schulen. Und man wird euch vor Fürsten und Könige führen um meinetwillen, zum Zeugnis über sie und über die Heiden. Wenn sie euch nun überantworten werden, so sorget nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tod überantworten, und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören wider ihre Eltern und ihnen zum Tode helfen. Und müsset gehasset werden von jedermann um meines Namens willen. Wer aber bis an das Ende beharret, der wird selig. Wenn sie euch aber in einer Stadt verfolgen, so fliehet in eine andere. Wahrlich, ich sage euch, ihr werdet die Städte Israels nicht ausrichten, bis des Menschen Sohn kommt. Der Jünger ist nicht über seinen Meister, noch der Knecht über den Herrn. Es ist dem Jünger genug, daß er sei wie sein Meister, und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub geheißen; wieviel mehr werden sie seine Hausgenossen also heißen? Darum fürchtet euch nicht vor ihnen. Es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und ist nichts heimlich, das man nicht wissen werde. Was ich euch sage in der Finster⸗ nis, das redet im Licht; und was ihr höret in das Ohr, das prediget auf den Dächern. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht mögen töten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Hölle. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 39.(Wie gar nichts sind alle Menschen.) Ich habe mir vorgesetzt, ich will mich hüten, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund zäumen, weil ich muß den Gott⸗ losen so vor mir sehen. Ich bin verstummet und still, und schweige der Freuden, und muß mein Leid in mich fressen. Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe, und wenn ich dran gedenke, werde ich entzündet; ich rede mit meiner Zunge. Aber, HErr, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sela. Sie gehen daher wie ein Schemen. und machen ihnen viel vergeblicher Un⸗ ruhe; sie sammeln, und wissen nicht, wer es kriegen wird. Nun, HErr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Errette mich von aller meiner Sünde, und laß mich nicht den Narren ein Spott werden. Ich will schweigen, und meinen Mund nicht aufthun; du wirsts wohl machen. Wende deine Plage von mir; denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand. Wenn du einen züchtigest um der Sünde willen, so wird seine Schöne ver⸗ zehret, wie von Motten. Ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen! Sela. Höre mein Gebet, HErr, und vernimm mein Schreien, und schweige nicht über meinen Thränen; denn ich bin beide dein Pilgrim und dein Bürger, wie alle meine Väter. Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe denn ich hinfahre, und nicht mehr hie sei. — 180— gektion aus dem Neuen Testamente. 2. Thess. 2, 1—17.(Gott wird ihnen kräftige Irrtümer senden.) Aber der Zukunft halben unsers HErrn Jesu Christi und unserer Ver⸗ sammlung zu ihm bitten wir euch, lieben Brüder, daß ihr euch nicht bald bewegen lasset von eurem Sinn, noch erschrecken, weder durch Geist, noch durch Wort, noch durch Briefe, als von uns gesandt, daß der Tag Christi vorhanden sei. Lasset euch niemand verführen in keinerlei Weise. Denn er kommt nicht, es sei denn, daß zuvor der Abfall komme und offenbaret werde der Mensch der Sünde, und das Kind des Verderbens; der da ist ein Wider⸗ wärtiger, und sich überhebet über alles, das Gott oder Gottesdienst heißet, also daß er sich setzt in den Tempel Gottes, als ein Gott, und giebt sich vor, er sei Gott. Gedenket ihr nicht daran, daß ich euch solches sagte, da ich noch bei euch war? Und was es noch aufhält, wisset ihr, daß er offenbaret werde zu seiner Zeit. Denn es reget sich schon bereits die Bosheit heimlich, ohne daß, der es jetzt aufhält, muß hinweg gethan werden. Und alsdann wird der Boshaftige offenbaret werden, welchen der HErr umbringen wird mit dem Geist seines Mundes, und wird sein ein Ende machen durch die Er⸗ scheinung seiner Zukunft, des, welches Zukunft geschieht nach der Wirkung des Satans, mit allerlei lügenhaften Kräften, und Zeichen und Wundern, und mit allerlei Verführung zur Ungerechtigkeit unter denen, die verloren werden, dafür daß sie die Liebe zur Wahrheit nicht haben angenommen, daß sie selig würden. Darum wird ihnen Gott kräftige Irrtümer senden, daß sie glauben der Lüge; auf daß gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glauben, sondern haben Lust an der Ungerechtigkeit. Wir aber sollen Gott danken allezeit um euch, geliebte Brüder von dem HErrn, daß euch Gott erwählet hat von Anfang zur Seligkeit, in der Heiligung des Geistes, und im Glauben der Wahrheit, darein er euch berufen hat durch unser Evangelium, zum herrlichen Eigentum unsers HErrn Jesu Christi. So stehet nun, lieben Brüder, und haltet an den Satzungen, die ihr gelehret seid, es sei durch unser Wort oder Epistel. Er aber, unser HErr Jesus Christus, und Gott und unser Vater, der uns hat geliebet, und gegeben einen ewigen Trost, und eine gute Hoffnung, durch Gnade, der ermahne eure Herzen, und stärke euch in allerlei Lehre und gutem Werk. 26. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 2. Thess. 1, 3—10.(Er wird herrlich erscheinen mit seinen Heiligen.) Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinen Gottes, von eurer Geduld und Glauben in allen euren Ver⸗ folgungen und Trübsalen, die ihr duldet; welches anzeiget, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen; euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der HErr Jesus wird offenbart werden vom Himmel, samt den Engeln seiner Kraft, und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers HErrn Jesu Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Angesichte des HErrn, und von seiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar d ihnen r Ver⸗ t bald t, noch Christi enn er werde Wider⸗ heißet, ich vor, ch noch werde „Mohne wird n, daß n, daß ahrheit — E jelehret Jesus jegeben mahne eiligen.) billig unter unter n Ver⸗ tt recht m ihr en, die t uns, „samt er die, ingelio derben enn er derbar — 181— mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugnis an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. Evangelium. Matth. 25, 31—46.(Vor ihm werden versammelt werden alle Völker.) Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet; und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Rommt her, 6* Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch be⸗ reitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: HErr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeiset? oder durstig und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? oder nacket und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank und ge⸗ fangen gesehen, und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: HErr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nacket, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. Epistolische Lektion. Jac. 5, 7—20.(Seid geduldig bis auf die Zukunft des HErrn.) So seid nun geduldig, lieben Brüder, bis auf die Zukunft des HErrn. Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde, und ist geduldig darüber, bis daß er empfahe den Morgenregen und Abendregen. Seid ihr auch geduldig, und stärket eure Herzen; denn die Zukunft des HErrn ist nahe. Seufzet nicht wider einander, lieben Brüder, auf daß ihr nicht verdammet werdet. Siehe, der Richter ist vor der Thür. Nehmet, meine lieben Brüder, zum Exempel des Leidens und der Geduld die Pro⸗ pheten, die zu euch geredet haben in dem Namen des HErrn. Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Die Geduld Hiobs habt ihr gehöret, und das Ende des HErrn habt ihr gesehen; denn der HErr ist barmherzig und ein Erbarmer. Vor allen Dingen aber, meine Brüder, schwöret nicht, weder bei dem Himmel, noch bei der Erde, noch mit keinem andern Eide. Es sei aber euer Wort: Ja, das ja ist; und: Nein, das nein ist, auf daß ihr nicht in Heuchelei fallet. Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand gutes Muts, der singe Psalmen. Ist jemand krank, der rufe zu sich die Altesten der — Dᷣ— 21— — 182— Gemeine, und lasse sie über sich beten, und salben mit Ol in dem Namen des 5Errn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der HErr wird ihn aufrichten; und so er hat Sünden gethan, werden sie ihm vergeben sein. Bekenne einer dem andern seine Sünden, und betet für einander, daß ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Elias war ein Mensch, gleichwie wir; und er betete ein Gebet, daß es nicht regnen sollte; und es regnete nicht auf Erden drei Jahr und sechs Monden. Und er betete abermal, und der Himmel gab den Regen, und die Erde brachte ihre Frucht. Lieben Brüder, so jemand unter euch irren würde von der Wahrheit, und jemand bekehrete ihn, der soll wissen, daß, wer den Sünder bekehret hat von dem Irrtum seines Weges, der hat einer Seele vom Tode geholfen, und wird bedecken die Menge der Sünden. Evangelische Lektion. Luc. 19, 11—27.(Die anvertrauten Centner.) Da sie nun zuhöreten, sagte er weiter ein Gleichnis, darum daß er ö nahe bei Jerusalem war, und sie meineten, das Reich Gottes sollte alsbald offenbart werden; und sprach: Ein Edler zog fern in ein Land, daß er ein E Reich einnähme und dann wiederkäme. Dieser forderte zehn seiner Knechte, und gab ihnen zehn Pfund, und sprach zu ihnen: Handelt, bis daß ich wieder⸗ komme. Seine Bürger aber waren ihm feind, und schickten Botschaft nach ihm, und ließen ihm sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche. Und es begab sich, da er wiederkam, nachdem er das Reich eingenommen hatte, ließ er dieselbigen Knechte fordern, welchen er das Geld gegeben hatte, daß er wüßte, was ein jeglicher gehandelt hätte. Da trat herzu der erste und sprach: Herr, dein Pfund hat zehn Pfund erworben. Und er sprach zu ihm: Ei du frommer Knecht, dieweil du bist im geringsten treu ge⸗ wesen, sollst du Macht haben über zehn Städte. Der andere kam auch und sprach: Herr, dein Psund hat fünf Pfund getragen. Zu dem sprach er auch: Und du sollst sein über fünf Städte. Und der dritte kam und sprach: Herr, siehe da, hie ist dein Pfund, welches ich habe im Schweißtuch be⸗ ö halten; ich fürchtete mich vor dir, denn du bist ein harter Mann; du nimmst, Ex das du nicht gelegt hast, und erntest, das du nicht gesäet hast. Er sprach zu ihm: Aus deinem Munde richte ich dich, du Schalk. Wußtest du, daß Sp ich ein harter Mann bin, nehme, das ich nicht gelegt habe, und ernte, das Ve ich nicht gesäet habe; warum hast du denn mein Geld nicht in die Wechsel⸗ ble bank gegeben? und wenn ich kommen wäre, hätte ichs mit Wucher erfordert. wil Und er sprach zu denen, die dabei stunden: Nehmet das Pfund von ihm, die und gebets dem, der zehn Pfund hat. Und sie sprachen zu ihm: Herr, hat wa er doch zehn Pfund. Ich sage euch aber: Wer da hat, dem wird gegeben Al werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, da das er hat. Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie der herrschen sollte, bringet her, und erwürget sie vor mir. 55 Nachmittags. B. Lektion aus dem Alten Testamente. Maleachi 3, 13—18.(Ihr sollt sehen, ver was für ein Unterschied sei zwischen Gerechten und Gottlosen.) de Ihr redet hart wider mich, spricht der HErr. So sprechet ihr: Was Hi reden wir wider dich? Damit, daß ihr saget: Es ist umsonst, daß man H Gott dienet; und was nützt es, daß wir sein Gebot halten, und hart Leben S bor dem HErrn Zebaoth führen? Darum preisen wir die Verächter; denn W die Gottlosen nehmen zu, sie versuchen Gott, und gehet ihnen alles wohl de hinaus. Aber die Gottesfürchtigen trösten sich unter einander also: Der El —696———————— DSDSDD e N. L....— N en des nd der ie ihm et für wenn te ein i Jahr Regen, h irren „daß, t einer n. er.) daß er ilsbald er ein rnechte, vieder⸗ st nach errsche. ommen hatte, r erste sprach eu ge⸗ ch und rach er sprach: uch be⸗ limmst, prach u, daß te, das HBechsel⸗ fordert. n ihm, rr, hat gegeben verden, iber sie t sehen, Was ß man t Leben ; denn 5 wohl : Der — 183— HErr merket es und hört es; und ist vor ihm ein Denkzettel, geschrieben für die, so den HErrn fürchten, und an seinen Namen gedenken. Sie sollen, spricht der HErr Zebaoth, des Tages, den ich machen will, mein Eigentum sein; und ich will ihrer schonen, wie ein Mann seines Sohnes schonet, der ihm dienet. Und ihr sollt dagegen wiederum sehen, was für ein Unterschied sei zwischen dem Gerechten und Gottlosen, und zwischen dem, der Gott dienet, und dem, der ihm nicht dienet. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Cor. 9, 6—15.(Wer da saͤet im Segen, der wird auch ernten im Segen.) Ich meine aber das: Wer da kärglich säet, der wird auch kärglich ernten; und wer da säet im Segen, der wird auch ernten im Segen. Ein jeglicher nach seiner Willkür, nicht mit Unwillen, oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Gott aber kann machen, daß allerlei Gnade unter euch reichlich sei, daß ihr in allen Dingen volle Genüge habet, und reich seid zu allerlei guten Werken. Wie geschrieben stehet: Er hat ausgestreuet und gegeben den Armen; seine Gerechtigkeit bleibet in Ewigkeit. Der aber Samen reichet dem Säemann, der wird ja auch das Brot reichen zur Speise, und wird vermehren euren Samen, und wachsen lassen das Gewächse eurer Gerechtigkeit; daß ihr reich seid in allen Dingen mit aller Einfältigkeit, welche wirket durch uns Danksagung Gotte. Denn die Handreichung dieser Steuer erfüllet nicht allein den Mangel der Heiligen, sondern ist auch über⸗ schwenglich darinnen, daß viele Gott danken für diesen unsern treuen Dienst, und preisen Gott über eurem unterthänigen Bekenntnis des Evangelii Christi, und über eurer einfältigen Steuer an sie und an alle, und über ihrem Gebet für euch, welche verlanget nach euch, um der überschwenglichen Gnade Gottes willen in euch. Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe. 27. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 2.Petri 3,3—14.(Wir warten eines neuen Himmels und einer neuen Erde.) Und wisset das aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es am Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Mut⸗ willens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vorzeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sindflut verderbet. Also auch der Himmel jetzund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammnis der gottlosen Menschen. Eines aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem HErrn ist wie tausend Jahr, und tausend Jahr wie Ein Tag. Der HErr verzeucht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des HErrn Tag kommen, als ein Dieb in der Nacht; in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die drinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet, und eilet zu der Zukunft des Tages des HErrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels, — 184— und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet; so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. Evangelium. Matth. 25, 1—13(Siehe der Bräutigam kommt.) Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren thöricht, und fünf waren klug. Die thörichten nahmen ihre Lampen; aber sie nahmen nicht Ol mit sich. Die klugen aber nahmen Otl in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm entgegen. Da stunden die Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Ole; denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen, und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche. Gehet aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräu⸗ tigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Thür ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thu uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Epistolische Lektion. Offenb Joh. 21, 1—8.(Das neue Jerusalem.) Und ich sahe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. Und ich, Johannes, sahe die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Mann. Und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen; und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß. Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von dem Brunn des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wirds alles ererben; und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. Den Verzagten aber und Ungläubigen und Greulichen und Totschlägern und Hurern und Zauberern und Abgöttischen und allen Lügnern, deren Teil wird sein in dem Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennet; welches ist der andere Tod. Evangelische Lektion. Luc. 12, 35—46.(Qasset eure Lichter brennen.) Lasset eure Lenden umgürtet sein, und eure Lichter brennen; und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wenn er aufbrechen wird von der Hochzeit, auf daß, wenn er kommt und anklopft, sie ihm bald aufthun. Selig sind die Knechte, die der Herr, so er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch, er wird sich aufschürzen, und wird sie zu Tisch setzen, und vor ihnen gehen, und ihnen dienen. Und so er kommt in der andern Wache, und in der dritten Wache, und wirds also finden, selig sind diese Knechte. Das sollt ihr aber wissen, wenn ein Hausherr wüßte, zu —ñj—————————————Ʒ E ohnet. 5, daß e ihre r fünf ahmen ahmen tigam t aber gegen. Die denn Nicht ämern Bräu⸗ und nund hrlich,‚ weder m.) in der mehr. Gott ihrem Siehe ohnen, rd ihr und nerzen Stuhl — 185— welcher Stunde der Dieb käme, so wachte er und ließe nicht in sein Haus brechen. Darum seid ihr auch bereit; denn des Menschen Sohn wird kommen zu der Stunde, da ihr nicht meinet. Petrus aber sprach zu ihm: HErr, sagest du dies Gleichnis zu uns, oder auch zu allen? Der HErr aber sprach: Wie ein groß Ding ists um einen treuen und klugen Haushalter, welchen der Herr setzt über sein Gesinde, daß er ihnen zu rechter Zeit ihre Gebühr gebe? Selig ist der Knecht, welchen sein Herr findet also thun, wenn er kommt. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen. So aber derselbige Knecht in seinem Herzen sagen wird: Mein Herr verzeucht zu kommen; und fähet an, zu schlagen Knechte und Mägde, auch zu essen und zu trinken und sich voll zu saufen: so wird desselben Knechtes Herr kommen an dem Tage, da er sichs nicht versiehet, und zu der Stunde, die er nicht weiß, und wird ihn zerscheitern, und wird ihm seinen Lohn geben mit den Ungläubigen Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jes.65,12—19.(Verwerfung und Erwählung.) Wohlan, ich will euch zählen zum Schwert, daß ihr euch alle bücken müsset zur Schlacht, darum, daß ich rief, und ihr antwortetet nicht, daß ich redete, und ihr höretet nicht; sondern thatet, was mir übel gefiel, und erwähletet, das mir nicht gefiel. Darum spricht der HErr HErr also. Siehe, meine Knechte sollen essen, ihr aber sollt hungern; siehe, meine Knechte sollen trinken, ihr aber sollt dürsten; siehe, meine Knechte sollen fröhlich sein, ihr aber sollt zu schanden werden; siehe, meine Knechte sollen vor gutem Mut jauchzen, ihr aber sollt vor Herzeleid schreien und vor Jammer heulen, und sollt euren Namen lassen meinen Auserwählten zum Schwur; und der HErr HErr wird dich töten, und seine Knechte mit einem andern Namen nennen; daß, welcher sich segnen wird auf Erden, der wird sich in dem rechten Gott segnen; und welcher schwören wird auf Erden, der wird bei dem rechten Gott schwören; denn der vorigen Angst ist vergessen, und sind von meinen Augen verborgen. Denn siehe, ich will einen neuen Him⸗ mel und eine neue Erde schaffen: daß man der vorigen nicht mehr gedenken wird, noch zu Herzen nehmen. Sondern sie werden sich ewiglich freuen und fröhlich sein über dem, das ich schaffe. Denn siehe, ich will Jerusalem schaffen zur Wonne, und ihr Volk zur Freude. Und ich will fröhlich sein über Jerusalem, und mich freuen über mein Volk; und soll nicht mehr drinnen gehöret werden die Stimme des Weinens, noch die Stimme des Klagens. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Tim. 4, 1—8.(Ich habe einen guten Kampf gekämpft.) So bezeuge ich nun vor Gott und dem HErrn Jesu Christo, der da zukünftig ist, zu richten die Lebendigen und die Toten, mit seiner Erscheinung und mit seinem Reich: Predige das Wort, halt an, es sei zu rechter Zeit, oder zur Unzeit; strafe, dräue, ermahne mit aller Geduld und Lehre. Denn es wird eine Zeit sein, da sie die heilsame Lehre nicht leiden werden, sondern nach ihren eigenen Lüsten werden sie ihnen selbst Lehrer aufladen, nachdem ihnen die Ohren jücken; und werden die Ohren von der Wahr⸗ heit wenden, und sich zu den Fabeln kehren. Du aber sei nüchtern allent⸗ halben, leide dich, thu das Werk eines evangelischen Predigers, richte dein Amt redlich aus. Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Abscheidens ist vorhanden. Ich habe einen guten Kampf gekämpfet; ich habe den Lauf vollendet; ich habe Glauben gehalten. Hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der HErr an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird, nicht mir aber allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben. Fest der Darstellung Jesu im Tempel. Vormittags. Epistel. Maleachi 3, 1—5.(Bald wird kommen zu seinem Tempel der HErr, den ihr suchet.) Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der HErr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, des ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der HErr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmieds, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern, wie Gold und Silber. Dann werden sie dem HErrn Speis⸗ opfer bringen in Gerechtigkeit; und wird dem HErrn wohlgefallen das Speisopfer Juda und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Und ich will zu euch kommen und euch strafen, und ein schneller Zeuge sein wider die Zauberer, Ehebrecher und Meineidigen, und wider die, so Gewalt und Unrecht thun den Tagelöhnern, Witwen und Waisen, und den Fremdling drücken, und mich nicht fürchten, spricht der HErr Zebaoth. Evangelium. Luc. 2, 2—40.(Dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel.) Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mosis kamen, brachten sie ihn gen Jerusalem, daß sie ihn darstelleten dem HErrn;(wie denn geschrieben stehet in dem Gesetz des HErrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem HErrn geheiliget heißen) und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist im Gesetz des HErrn, ein Paar Turteltauben, oder zwo junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort worden von dem Heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des HErrn gesehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Gesetz; da nahm er ihn auf seine Arme, und lobete Gott, und sprach: HErr, nun lässest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Israel. Und sein Vater und Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie und sprach 1 Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und uferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird, (und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen) auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Asser; die war wohl betaget, und hatte gelebt sieben Jahr mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft; und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch —————————— DSDSDDDDDDIDIIIiIeeeeDDDDDD..chdt;, ́ Tage, Nallen, r HErr, dereiten suchet, cht der nögen? die das d sitzen einigen Speis⸗ en das zahren. ige sein Gewalt mdling und kamen, ;(wie in, das daß sie Paar war zu m und e Geist n Geist, HErrn da die thäten, ne, und Frieden gesehen, Heiden, nderten sprach all und n wird, Herzen a, eine d hatte nd war Tempel, at auch — 187— hinzu zu derselbigen Stunde, und preisete den HErrn, und redete von ihm zu allen, die da auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetz des HErrn, kehrten sie wieder in Galiläam zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit; und Gottes Gnade war bei ihm. Epistolische Lektion. 1. Joh. 1, 1—10.(Das Leben ist erschienen.) Das da von Anfang war, das wir gehöret haben, das wir gesehen haben mit unsern Augen, das wir beschauet haben, und unsere Hände be⸗ tastet haben, vom Wort des Lebens,(und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen, und zeugen, und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, welches war bei dem Vater, und ist uns erschienen;) was wir gesehen und gehöret haben, das verkündigen wir euch, auf daß auch ihr mit uns Gemeinschaft habet, und unsere Gemeinschaft sei mit dem Vater und mit seinem Sohn, Jesu Christo. Und solches schreiben wir euch, auf daß eure Freude völlig sei. Und das ist die Verkündigung, die wir von ihm gehöret haben, und euch verkündigen, daß Gott ein Licht ist, und in ihm ist keine Finsternis. So wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis; so lügen wir, und thun nicht die Wahrheit. So wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist; so haben wir Gemein⸗ schaft unter einander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohns, macht uns rein von aller Sünde. So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergiebt und reiniget uns von aller Untugend. So wir sagen, wir haben nicht gesündiget, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. Evangelische Lektion. Matth. 21, 33—45.(Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen.) Höret ein ander Gleichnis: Es war ein Hausvater, der pflanzte einen Weinberg und führte einen Zaun darum, und grub eine Kelter darinnen, und baute einen Turm, und that ihn den Weingärtnern aus und zog über Land. Da nun herbeikam die Zeit der Früchte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, daß sie seine Früchte empfingen. Da nahmen die Weingärtner seine Knechte; einen stäupten sie, den andern töteten sie, den dritten steinigten sie. Abermal sandte er andere Knechte, mehr denn der ersten waren; und sie thaten ihnen gleich also. Darnach sandte er seinen Sohn zu ihnen, und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen. Da aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie unter einander: Das ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten, und sein Erbgut an uns bringen. Und sie nahmen ihn, und stießen ihn zum Wein⸗ berge hinaus und töteten ihn. Wenn nun der Herr des Weinbergs kommen wird, was wird er diesen Weingärtnern thun? Sie sprachen zu ihm: Er wird die Bösewichte übel umbringen und seinen Weinberg andern Wein⸗ gärtnern austhun, die ihm die Früchte zu rechter Zeit geben. Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift: Der Stein, den die Bau⸗ leute verworfen haben, der ist zum Eckstein worden. Von dem HErrn ist das geschehen, und es ist wunderbarlich vor unsern Augen? Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und den Heiden gegeben werden, die seine Früchte bringen. Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf welchen aber er fällt, den wird er zermalmen. Und da die Hohenpriester und Pharisäer seine Gleichnisse höreten, vernahmen sie, daß er von ihnen redete. ..— 22 nne. — 188— Nachmittags. Zektion aus dem Alten Testamente. Jesaias 2, 2—5.(Von Zion geht das Gesetz aus und das Wort des HErrn von Jerusalem.) Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HErrn Haus ist, gewiß sein, höher denn alle Berge, und über alle Hügel erhaben werden; und werden alle Heiden dazu laufen, und viel Völker hingehen, und sagen: Kommt, laßt uns auf den Berg des HErrn gehen, zum Hause des Gottes Jakob, daß er uns lehre seine Wege, und wir wandeln auf seinen Steigen. Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen, und des HErrn Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden, und strafen viel Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen, und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben, und werden fort nicht mehr kriegen lernen. Kommet ihr nun vom Hause Jakob, laßt uns wandeln im Licht des HErrn. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Joh. 2, 7—11.(Das wahre Licht scheinet jetzt.) Brüder, ich schreibe euch nicht ein neu Gebot, sondern das alte Gebot, das ihr habt von Anfang gehabt. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr von Anfang gehöret habt. Wiederum ein neu Gebot schreibe ich euch, das da wahrhaftig ist bei ihm und bei euch; denn die Finsternis ist vergangen, und das wahre Licht scheinet jetzt. Wer da sagt, er sei im Licht, und hasset seinen Bruder, der ist noch in der Finsternis. Wer seinen Bruder liebet, der bleibet im Licht, und ist kein Argernis bei ihm. Wer aber seinen Bruder hasset, der ist in der Finsternis, und wandelt in der Finsternis, und weiß nicht, wo er hingehet; denn die Finsternisse haben seine Augen verblendet. TFest Johannis des Täufers. Vormittags. Epistel. Jes. 40, 1—8.(Eine Stimme eines Predigers in der Wüste.) Tröstet, tröstet, mein Volk, spricht euer Gott; redet mit Jerusalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat, denn ihre Missethat ist vergeben; denn sie hat Zwiefältiges empfangen von der Hand des HErrn um alle ihre Sünde Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem HErrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thale sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel sollen geniedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckericht ist, soll schlicht werden; denn die Herrlichkeit des HErrn soll offenbaret werden; und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des HErrn Mund redet. Es spricht eine Stimme: Predige! Und er sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Heu, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Heu verdorret, die Blume verwelket; denn des HErrn Geist bläset drein. Ja, das Volk ist das Heu Das Heu ver⸗ dorret, die Blume verwelket; aber das Wort unsers Gottes bleibet ewiglich. Evangelium. Luc. 1, 57—80.(Du Kindlein wirst vor dem HErrn hergehen.) Und Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundten höreten, daß der HErr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich, am achten Tage kamen sie, zu beschneiden das Kindlein, und hießen ihn, nach seinem Vater, Zacharias. Aber seine Mutter antwortete „und ortete — 189— und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen. Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete und lobete Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn; und diese Geschichte ward alle ruchtbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es höreten, nahmens zu Herzen und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des HErrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des Heiligen Geistes voll, weissagete, und sprach: Gelobet sei der HErr, der Gott Israels; denn er hat besucht und erlöset sein Volk; und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David; als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten: Daß er uns errettete von unsern Feinden, und von der Hand aller, die uns hassen, und die Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund. und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem HErrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest, und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geist; und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. Epistolische Lektion. Jes. 40, 9—31.(Siehe, da ist euer Gott.) Zion, du Predigerin, steig auf einen hohen Berg. Jerusalem, du Pre⸗ digerin, hebe deine Stimme auf mit Macht, heb auf, und fürchte dich nicht; sage den Städten Juda: Siehe, da ist euer Gott. Denn siehe, der Err 5Err kommt gewaltiglich; und sein Arm wird herrschen. Siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Vergeltung ist vor ihm. Er wird seine Herde weiden, wie ein Hirte; er wird die Lämmer in seine Arme sammeln, und in seinem Busen tragen, und die Schafmütter führen. Wer misset die Wasser mit der Faust, und fasset den Himmel mit der Spanne, und begreift die Erde mit einem Dreiling, und wieget die Berge mit einem Gewicht, und die Hügel mit einer Wage? Wer unterrichtet den Geist des HErrn, und welcher Rat⸗ geber unterweiset ihn? Wen fragt er um Rat, der ihm Verstand gebe, und lehre ihn den Weg des Rechts, und lehre ihn die Erkenntnis, und unter⸗ weise ihn den Weg des Verstandes? Siehe, die Heiden sind geachtet wie ein Tropfen, so im Eimer bleibt, und wie ein Scherflein, so in der Wage bleibet. Siehe, die Inseln sind wie ein Stäublein. Der Libanon wäre zu geringe zum Feuer, und seine Tiere zu geringe zum Brandopfer. Alle Heiden sind vor ihm nichts, und wie ein Nichtiges und Eiteles geachtet. Wem wollt ihr denn Gott nachbilden? Oder was für ein Gleichnis wollt ihr ihm zurichten? Der Meister geußt wohl ein Bild, und der Goldschmied übergüldet es und macht silberne Ketten dran. Desgleichen wer eine arme Hebe vermag, der wählet ein Holz, das nicht fault; und sucht einen klugen Meister dazu, der ein Bild fertige, das beständig sei. Wisset ihr nicht? Höret ihr nicht? Ists euch nicht vormals verkündiget? Habt ihrs nicht verstanden von Anbeginn — 190— der Erde? Er sitzt über dem Kreis der Erde; und die drauf wohnen, sind wie Heuschrecken. Der den Himmel ausdehnet wie ein dünn Fell, und breitet sie aus wie eine Hütte, da man innen wohnet; der die Fürsten zunichte macht, und die Richter auf Erden eitel macht, als hätte ihr Stamm weder Pflanzen noch Samen noch Wurzel in der Erde, daß sie, wo ein Wind unter sie wehet, verdorren, und sie ein Windwirbel wie Stoppeln wegführet. Wem wollt ihr denn mich nachbilden, dem ich gleich sei? spricht der Heilige. Hebet eure Augen in die Höhe, und sehet. Wer hat solche Dinge geschaffen, und führet ihr Heer bei der Zahl heraus? Der sie alle mit Namen rufet; sein Vermögen und starke Kraft ist so groß, daß nicht an Einem fehlen kann. Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagest: Mein Weg ist dem HErrn verborgen, und mein Recht gehet vor meinem Gott über? Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HErr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt; sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Die Knaben werden müde und matt, und die Jünglinge fallen. Aber die auf den HErrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen, und nicht matt werden, daß sie wandeln, und nicht müde werden. Evangelische Lektion. Marci 6, 17—29.(Johannis Enthauptung.) Er aber, Herodes, hatte ausgesandt, und Johannem gegriffen und ins Gefängnis gelegt, um Herodias willen, seines Bruders Philippi Weib; denn er hatte sie gefreiet. Johannes aber sprach zu Herode: Es ist nicht recht, daß du deines Bruders Weib habest. Herodias aber stellete ihm nach, und wollte ihn töten, und konnte nicht. Herodes aber fürchtete Johannem; denn er wußte, daß er ein frommer und heiliger Mann war; und verwahrete ihn, und gehorchte ihm in vielen Sachen, und hörete ihn gerne. Und es kam ein gelegener Tag, daß Herodes auf seinen Jahrestag ein Abendmahl gab den Obersten und Hauptleuten und Vornehmsten in Galiläa. Da trat hinein die Tochter der Herodias und tanzete, und gefiel wohl dem Herodi und denen, die am Tisch saßen. Da sprach der König zum Mägdlein: Bitte von mir, was du willst, ich will dirs geben. Und schwur ihr einen Eid: Was du wirst von mir bitten, will ich dir geben, bis an die Hälfte meines König⸗ reichs. Sie ging hinaus, und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich bitten? Die sprach: Das Haupt Johannis, des Täufers. Und sie ging bald hinein mit Eile zum Könige, bat und sprach: Ich will, daß du mir gebest jetzt sobald auf einer Schüssel das Haupt Johannis des Täufers. Der König ward betrübt; doch um des Eides willen und derer, die am Tische saßen, wollte er sie nicht lassen eine Fehlbitte thun. Und bald schickte hin der König den Henker, und hieß sein Haupt herbringen. Der ging hin, und enthauptete ihn im Gefängnis. Und trug her sein Haupt auf einer Schüssel, und gabs dem Mägdlein, und das Mägdlein gabs ihrer Mutter. Und da das seine Jünger höreten, kamen sie, und nahmen seinen Leib, und legten ihn in ein Grab. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Maleachi 4, 4—6.(Ich will euch senden den Propheten Elia.) Gedenket des Gesetzes Mose, meines Knechts, das ich ihm befohlen habe, auf dem Berge Horeb an das ganze Israel, samt den Geboten und Rechten. Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe denn da komme der große und schreckliche Tag des HErrn. Der soll das Herz der Väter bekehren ————'.—........m,/— ,„ sind breitet macht, lanzen wehet, wollt et eure führet mögen arum Errn nicht? Erde ch. Er naben 5Errn daß sie erden. .) id ins ; denn recht, 5„ und ; denn te ihn, im ein ib den hinein di und te von Was Rönig⸗ Hzitten? hinein st jetzt König saßen, König huptete gabs seine Grab. ill euch habe, echten. ne der kehren — 191— zu den Kindern, und das Herz der Kinder zu ihren Vätern; daß ich nicht komme, und das Erdreich mit dem Bann schlage. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Cor. 6, 9—20.(Preiset Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste.) Wisset ihr nicht, daß die Ungerechten werden das Reich Gottes nicht ererben? Lasset euch nicht verführen: weder die Hurer, noch die Abgöttischen, noch die Ehebrecher, noch die Weichlinge, noch die Knabenschänder, noch die Diebe, noch die Geizigen, noch die Trunkenbolde, noch die Lästerer, noch die Räuber werden das Reich Gottes ererben. Und solche sind euer etliche ge⸗ wesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiliget, ihr seid gerecht worden durch den Namen des HErrn Jesu, und durch den Geist unsers Gottes Ich hab es alles Macht; es frommet aber nicht alles. Ich hab es alles Macht; es soll mich aber nichts gefangen nehmen. Die Speise dem Bauche, und der Bauch der Speise; aber Gott wird diesen und jene hinrichten. Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem HErrn, und der HErr dem Leibe. Gott aber hat den HErrn auferwecket, und wird uns auch auferwecken durch seine Kraft. Wisset ihr nicht, daß eure Leiber Christi Glieder sind? Soll ich nun die Glieder Christi nehmen, und Hurenglieder draus machen? Das sei ferne! Oder wisset ihr nicht, daß, wer an der Hure hanget, der ist Ein Leib mit ihr? Denn sie werden(spricht er) zwei in Einem Fleische sein. Wer aber dem HErrn anhanget, der ist Ein Geist mit ihm. Fliehet die Hurerei. Alle Sünden, die der Mensch thut, sind außer seinem Leibe; wer aber huret, der sündiget an seinem eigenen Leibe. Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst? Denn ihr seid teuer erkauft. Darum so preiset Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes. Fest der Heimsuchung Mariä. Vormittags. Epistel. Jes. 11, 1—5.(Es wird eine Rute aufgehen von dem Stamm Isai.) Und es wird eine Rute aufgehen von dem Stamm Isai, und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen; auf welchem wird ruhen der Geist des 5Errn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rats und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HErrn. Und sein Riechen wird sein in der Furcht des HErrn. Er wird nicht richten, nach dem seine Augen sehen, noch strafen, nach dem seine Ohren hören; sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen, und mit Gericht strafen die Elenden im Lande; und wird mit dem Stabe seines Mundes die Erde schlagen, und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein, und der Glaube der Gurt seiner Rieren. Evangelium. Luc. 1, 39—56.(Selig bist du, die du geglaubt hast.) Maria aber stund auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge endelich zu der Stadt Judä, und kam in das Haus Zacharias, und grüßete Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörete, hüpfete das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des Heiligen Geistes voll, und rief laut und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines HErrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörete, hüpfete mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubet hast; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem HErrn. Und Maria sprach Meine Seele erhebet den HErrn, 12— und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und läßt die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf; wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr bei drei Monden, darnach kehrete sie wiederum heim. Epistolische Lektion. Psalm 145.(Mein Mund soll des HErrn Lob sagen.) Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deinen Namen rühmen immer und ewiglich. Der HErr ist groß und sehr löblich, und seine Größe ist unaussprechlich. Kindskinder werden deine Werke preisen, und von deiner Gewalt sagen. Ich will reden von deiner herrlichen schönen Pracht, und von deinen Wundern; daß man solle reden von deinen herrlichen Thaten, und I.NN daß man erzähle deine Herrlichkeit; daß man preise deine große Güte, und * deine Gerechtigkeit rühme. Gnädig und barmherzig ist der HErr, geduldig * und von großer Güte. Der HErr ist allen gütig, und erbarmet sich aller st —* seiner Werke. Es sollen dir danken, HErr, alle deine Werke, und deine Heili r6 Heiligen dich loben, und die Ehre deines Königreichs rühmen, und von deiner Heili ö Gewalt reden, daß den Menschenkindern deine Gewalt kund werde, und die habe ssch ehrliche Pracht deines Königreichs. Dein Reich ist ein ewiges Reich, und Knech 0 deine Herrschaft währet für und für. Der HErr erhält alle, die da fallen, soll i n. und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind. Aller Augen warten auf dich; Lekti + und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine Hand auf, U und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Der HErr ist gerecht in allen seinen Wegen, und heilig in allen seinen Werken. Der HErr ist nahe das * allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er thut, was die Wand m Gottesfürchtigen begehren, und höret ihr Schreien, und hilft ihnen. Der Jesut ö HErr behütet alle, die ihn lieben; und wird vertilgen alle Gottlosen. Mein und 4 ö Mund soll des HErrn Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen erarb V Namen immer und ewiglich. nicht 0 Evangelische Lektion. Matth. 12, 46—50.(Wer den Willen thut meines bleib 4 Vaters im Himmel, derselbige ist mein Bruder, Schwester und Mutter.) ö und 0 Da er noch also zu dem Volk redete, siehe, da stunden seine Mutter und auch ii seine Brüder draußen, die wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: V4 Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen, und wollen mit dir w reden. Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer sel ist meine Mutter? und wer sind meine Brüder? Und reckte die Hand aus bi über seine Jünger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter und meine x Brüder. Denn wer den Willen thut meines Vaters im Himmel, derselbe Euyif P ist mein Bruder, Schwester und Mutter. Nachmittags.. Mur Lektion auf dem Alten Testamente. Psalm 89, 2—22.(Ich habe Daid. höre 94 49 ů meinem Knecht, geschworen.) ö einc Ich will singen von der Gnade des HErrn ewiglich, und seine Wahr⸗ mir, 0 heit verkündigen mit meinem Munde für und für, und sage also: Daß eine anla — Pꝑ‚ꝑIiqiD‚D‚D‚iti‚i‚t‚teeeeeieeeeee——————; at die selig der da vähret seinem stößet füllet zigkeit ätern, i drei sagen.) loben ihmen Größe deiner d von und „und uldig aller deine deiner id die und allen, dich; auf, cht in nahe die Der Mein iligen neines 9) rund ihm: it dir Wer aus meine rselbe david, zahr⸗ eine — 193— ewige Gnade wird aufgehen, und du wirst deine Wahrheit treulich halten im Himmel. Ich habe einen Bund gemacht mit meinem Auserwählten, ich habe David, meinem Knechte, geschworen: Ich will dir ewiglich Samen ver⸗ schaffen, und deinen Stuhl bauen für und für. Sela. Und die Himmel werden, HErr, deine Wunder preisen, und deine Wahrheit in der Gemeine der Heiligen. Denn wer mag in den Wolken dem SeErrn gleich gelten, und gleich sein unter den Kindern der Götter dem HErrn? Gott ist fast mächtig in der Sammlung der Heiligen, und wunderbarlich über alle, die um ihn sind. HErr, Gott Zebaoth, wer ist wie du, ein mächtiger Gott? Und deine Wahrheit ist um dich her. Du herrschest über das ungestüme Meer; du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben. Du schlägst Rahab zu Tode; du zerstreuest deine Feinde mit deinem starken Arm. Himmel und Erde ist dein; du hast gegründet den Erdboden, und was drinnen ist. Mitternacht und Mittag hast du geschaffen; Thabor und Hermon jauchzen in deinem Namen. Du hast einen gewaltigen Arm; stark ist deine Hand. und hoch ist deine Rechte. Gerechtigkeit und Gericht ist deines Stuhls Festung. Gnade und Wahrheit sind vor deinem Angesichte. Wohl dem Volk, das jauchzen kann. HErr, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln; sie werden über deinem Namen täglich fröhlich sein, und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein. Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke, und durch deine Gnade wirst du unser Horn erhöhen. Denn der HErr ist unser Schild; und der Heilige in Israel ist unser König. Dazumal redetest du im Gesicht zu deinem Heiligen, und sprachest: Ich habe einen Held erwecket, der helfen soll, ich habe erhöhet einen Auserwählten aus dem Volk; ich hahe funden meinen Knecht David, ich habe ihn gesalbet mit meinem heiligen Ole. Meine Hand soll ihn erhalten, und mein Arm soll ihn stärken. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Joh. 6—11.(Wer in der Lehre Christi bleibet, der hat beide, den Vater und den Sohn.) Und das ist die Liebe, daß wir wandeln nach seinem Gebot. Das ist das Gebot, wie ihr gehöret habt von Anfang, auf daß ihr daselbst innen wandelt. Denn viel Verführer sind in die Welt kommen, die nicht bekennen Jesum Christ, daß er in das Fleisch kommen ist. Dieser ist der Verführer und der Widerchrist. Sehet euch vor, daß wir nicht verlieren, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfahen. Wer übertritt und bleibet nicht in der Lehre Christi, der hat keinen Gott; wer in der Lehre Christi bleibet, der hat beide, den Vater und den Sohn. So jemand zu euch kommt, und bringet diese Lehre nicht, den nehmet nicht zu Hause, und grüßet ihn auch nicht. Denn wer ihn grüßet, der macht sich teilhaftig seiner bösen Werke. Fest der Engel oder Michaelis. Vormittags. Epistel. Psalm 34.(Der Engel des HErrn lagert sich um die her, die ihn fürchten.) Ich will den HErrn loben alle Zeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Meine Seele soll sich rühmen des HErrn, daß die Elenden hören, und sich freuen. Preiset mit mir den HErrn, und zt uns mit einander seinen Namen erhöhen. Da ich den HErrn suchte, antwortete er mir, und errettete mich aus aller meiner Furcht. Welche ihn ansehen und anlaufen, deren Angesicht wird nicht zu schanden. Da dieser Elende rief, — 194— hörete der HErr, und half ihm aus allen seinen Nͤöten. Der Engel des Errn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus. Schmecket und sehet, wie freundlich der HErr ist. Wohl dem, der auf ihn trauet. Fürchtet den HErrn, ihr seine Heiligen; denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. Die Reichen müssen darben und hungern; aber die den HErrn suchen, haben keinen Mangel an irgend einem Gut. Kommt her, Kinder, höret mir zu; ich will euch die Furcht des HErrn lehren. Wer ist, der gut Leben begehrt, und gerne gute Tage hätte? Behüte deine Zunge vor Bösem, und deine Lippen, daß sie nicht falsch reden. Laß vom Bösen, und thue Gutes; suche Friede und jage ihm nach. Die Augen des HErrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Schreien; das Antlitz aber des HErrn stehet über die, so Böses thun, daß er ihr Gedächtnis ausrotte von der Erde. Wenn die(Gerechten) schreien, so höret der HErr, und errettet sie aus all ihrer Not. Der HErr ist nahe bei denen, die zerbrochenes Herzens sind, und hilft denen, die zerschlagen Gemüt haben. Der Gerechte muß viel leiden; aber der HErr hilft ihm aus dem allen. Er bewahret ihm alle seine Gebeine, daß deren nicht eins zerbrochen wird. Den Gottlosen wird das Unglück töten; und die den Gerechten hassen, werden Schuld haben. Der HErr erlöset die Seele seiner Knechte; und alle, die auf ihn trauen, werden keine Schuld haben. Evangelium. Matth. 18, 1—11.(Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.) Zu derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu, und sprachen: Wer ist doch der Größeste im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich und stellete das mitten unter sie, und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst niedriget, wie dies Kind, der ist der Größeste im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget, und er ersäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist. Weh der Welt der Argernis halben. Es muß ja Argernis kommen; doch weh dem Menschen, durch welchen Argernis kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwo Hände oder zween Füße habest und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus, und wirfs von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch, ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist kommen, selig zu machen, das verloren ist. Epistolische Lektion. Psalm 103.(Lobet den HErrn, ihr seine Engel.) Lobe den HErrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den HErrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barm⸗ herzigkeit. Der deinen Mund fröhlich machet, und du wieder jung wirst, wie ein Adler. Der HErr schaffet Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden. Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Thun. —...———..‚‚“‚“““sessss“s“Ess SSS.. F—J— ingel des Schmecket n trauet. en keinen n HErrn Kinder, „der gut 1 Bösem, und thue sehen auf aber des rotte von d errettet Herzens muß viel alle seine Wwird das en. Der ,‚ werden llezeit das en: Wer nd stellete enn, daß nicht ins d, der ist immt in eringsten i seinen ist. Weh doch weh and oder ist dir daß du geworfen. 3 ist dir en habest t jemand Himmel Menschen Engel.) heiligen dir Gutes zebrechen, d Barm⸗ ng wirst, e Unrecht in Thun — 195— Barmherzig und gnädig ist der HErr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. So ferne der Morgen ist vom Abend, lässet er unsere Übertretung von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der HErr über die, so ihn fürchten. Denn er kennet, was für ein Gemächte wir sind; er gedenket daran, daß wir Staub sind. Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras er blühet wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. Die Gnade aber des 5Errn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten; und seine Gerechtigkeit auf Kindskind, bei denen, die seinen Bund halten, und gedenken an seine Gebote, daß sie darnach thun. Der HErr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrschet über alles. Lobet den HErrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Worts. Lobet den HErrn, alle seine Heerschaaren, seine Diener, die ihr seinen Willen thut. Lobet den HErrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft. Lobe den HErrn, meine Seele. Evangelische Lektion. Luc. 10, 16—20.(Freuet euch, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind.) Wer euch höret, der höret mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat. Die Siebenzig aber kamen wieder mit Freuden, und sprachen: HErr, es find uns auch die Teufel unterthan in deinem Namen. Er sprach aber zu ihnen: Ich sahe wohl den Satanas vom Himmel fallen, als einen Blitz. Sehet, ich habe euch Macht gegeben, zu treken auf Schlangen und Skorpionen, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch beschädigen. Doch darin freuet euch nicht, daß euch die Geister unterthan sind; freuet euch aber, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind. Nachmittags. Zektion aus dem Alten Testamente. Psalm 91.(Er hat seinen Engeln befohlen über dir.) Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt, und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HErrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn er errettet mich vom Strick des Jägers, und von der schädlichen Pestilenz. Er wird dich mit seinen Fittigen decken, und deine Zuversicht wird sein unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, daß du nicht erschrecken müssest vor dem Grauen des Nachts, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittag ver⸗ derbet. Ob tausend fallen zu deiner Seite, und zehn tausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. Ja, du wirst mit deinen Augen deine Lust sehen, und schauen, wie es den Gottlosen vergolten wird. Denn der HErr ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht. Es wird dir kein Übels begegnen, und keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen. Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen, daß sie dich auf den Händen tragen, und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Auf den Löwen und Ottern wirst du gehen und treten auf den jungen Löwen und Drachen. Er begehrt mein, so will 22 —...———— — 38— ich ihm aushelfen; er kennet meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er rufet mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen, und zu Ehren machen; ich will ihn sättigen mit langem Zeben, und will ihm zeigen mein Heil. Lektion aus dem Reuen Testamente. Offenb. Joh. 7, 9—17.(Die große Schar vor dem Stuhle Gottes.) Darnach sahe ich, und siehe, eine große Schar, welche niemand zählen konnte, aus allen Heiden und Völkern und Sprachen, vor dem Stuhl stehend und vor dem Lamm, angethan mit weißen Kleidern, und Palmen in ihren Händen, schrieen mit großer Stimme, und sprachen: Heil sei dem, der auf dem Stiuhl sitzt, unserm Gott, und dem Lamm. Und alle Engel stunden um den Stuhl und um die Altesten und um die vier Tiere, und fielen vor dem Stuhl auf ihr Angesicht, und beteten Gott an, und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Und es antwortete der Altesten einer und sprach zu mir: Wer sind diese, mit den weißen Kleidern angethan? und woher sind sie kommen? Und ich sprach zu ihm: HErr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sinds, die kommen sind aus großer Trübsal, und haben ihre Kleider gewaschen, und haben ihre Kleider helle gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Stuhl Gottes, und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Und der auf dem Stuhl sitzt, wird über ihnen wohnen. Sie wird nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne, oder irgend eine Hitze. Denn das Lamm mitten im Stuhl wird sie weiden, und leiten zu den lebendigen Wasserbrunnen; und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen. Bußtag um Michaelis. Vormittags. Epistolische Lektion. Röm. 2, 1—11.(Verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmütigkeit?) Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du bist, der da richtet; denn worinnen du einen andern richtest, verdammst du dich selbst; sintemal du eben dasselbige thust, das du richtest. Denn wir wissen, daß Gottes Urteil ist recht über die, so solches thun. Denkest du aber, o Mensch, der du richtest die, so solches thun, und thust auch dasselbige, daß du dem Urteil Gottes entrinnen werdest? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmütigkeit? Weißest du nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet? Du aber nach deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufest dir selbst den Zorn auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, welcher geben wird einem jeglichen nach seinen Werken; nämlich Preis und Ehre und unvergängliches Wesen denen, die mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben; aber denen, die da änkisch sind, und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber dem Ungerechten, Angnade und Zorn; Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses thun, vornehmlich der Juden, und auch der Griechen; Preis aber und Ehre und Friede allen denen, die da Gutes thun, vornehmlich den Juden, und auch den Griechen. Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott. Evangelische Lektion. Luc. 15, 11—32.(Der verlorene Sohn.) Und er sprach: Ein Mensch hatte zween Söhne. Und der jüngste unter ihnen sprach zum Vater: Gieb mir, Vater, das Teil der Güter, das mir L. — schützen. Not, ich t langem Die große d zählen stehend in ihren der auf stunden ielen vor Amen, d Stärke itwortete Kleidern „Err, du 5großer der helle Gottes, m Stuhl dürsten; Denn das bendigen Augen. ner Güte, bist, der ch selbst; ssen, daß Mensch, du dem n seiner tes Güte n Herzen nbarung ich seinen die mit n, die da zerechten, schen, die eis aber 1 Juden, n.) ste unter das mir 197— gehört. und er teilete ihnen das Gut. Und nicht lang darnach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen, und zog ferne über Land; und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen. Da er nun alle das Seine verzehret hatte, ward eine große Teuerung durch dasselbige ganze Land, und er fing an zu darben. Und ging hin, und hängete sich an einen Bürger desselbigen Landes, der schickte ihn auf seinen Acker, der Säue zu hüten. Und er be⸗ gehrete, seinen Bauch zu füllen mit Träbern, die die Säue aßen; und nie⸗ mand gab sie ihm. Da schlug er in sich und sprach: wie viel Taglöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger. Ich will mich aufmachen, und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Bater, ich habe gesündiget in den Himmel und vor dir, ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich als einen deiner Taglöhner. Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sahe ihn sein Vater, und jammerte ihn, lief und siel ihm um seinen Hals und küssete ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündiget in den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und thut ihn an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand, und Schuhe an seine Füße; und bringet ein gemästet Kalb her und schlachtet es; lasset uns essen und fröhlich sein. Denn dieser mein Sohn war tot, und ist wieder lebendig worden; er war verloren, und ist funden worden. Und fingen an, fröhlich zu sein. Aber der älteste Sohn war auf dem Felde; und als er nahe zum Hause kam, hörete er das Gesänge und den Reigen; und rief zu sich der Knechte einen, und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist kommen, und dein Vater hat ein gemästet Kalb geschlachtet, daß er ihn gesund wieder hat. Da ward er zornig, und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. Er antwortete aber und sprach zum Vater: Siehe, so viel Jahre diene ich dir, und habe dein Gebot noch nie über⸗ treten; und du hast mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Run aber dieser dein Sohn kommen ist, der sein Gut mit Huren verschlungen hat, hast du ihm ein gemästet Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und gutes Muts sein; denn dieser dein Bruder war tot, und ist wieder lebendig worden; er war ver⸗ loren, und ist wiederfunden. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Hiob 22, 22—30.(Wirst du dich betehren zu dem Allmächtigen, so wirst du gebauet werden.) Höre das Gesetz von seinem Munde, und fasse seine Rede in dein Herz. Wirst du dich bekehren zu dem Allmächtigen, so wirst du gebauet werden; und Unrecht ferne von deiner Hütte thun, so wirst du für Erde Gold geben, und für die Felsen güldene Bäche; und der Allmächtige wird dein Gold sein, und Silber wird dir zugehäuft werden. Dann wirst du deine Lust haben an dem Allmächtigen, und dein Antlitz zu Gott ausheben. So wirst du ihn bitten, und er wird dich hören; und wirst deine Gelübde bezahlen. Was du wirst vornehmen, wird er dir lassen gelingen; und das Licht wird auf deinem Wege scheinen. Denn die sich demütigen, die erhöhet er; und wer seine Augen niederschlägt, der wird genesen. Und der Unschuldige wird errettet werden; er wird aber errettet um seiner Hände Reinigkeit willen. — 8s— Zektion aus dem Reuen Testamente. 2. Tim. 3, 14—17.(Die Unter⸗ weisung zur Seligkeit.) Du aber bleibe in dem, was du gelernet hast und dir vertrauet ist; sintemal du weißest, von wem du gelernet hast. Und weil du von Kind auf die heilige Schrift weißest, kann dich dieselbige unterweisen zur Selig⸗ keit durch den Glauben an Christo Jesu. Denn alle Schrift von Gott ein⸗ gegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt. Bußtag vor Weihnacht. Vormittags. Epistolische Lektion. Hesek. 11, 14—21.(Sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein.) Da geschah des HErrn Wort zu mir, und sprach: Du Menschenkind, deine Brüder und nahen Freunde und das ganze Haus Israel, so noch zu Jerusalem wohnen, sprechen wohl unter einander: Jene sind vom HErrn ferne weggeflohen, aber wir haben das Land innen. Darum sprich du: So spricht der HErr HErr: Ja, ich habe sie ferne weg unter die Heiden lassen treiben, und in die Länder zerstreuet; doch will ich bald ihr Heiland sein in den Ländern, dahin sie kommen sind. Darum sprich: So sagt der HErr 5Err: Ich will euch sammeln aus den Völkern, und will euch sammeln aus den Ländern, dahin ihr zerstreuet seid; und will euch das Land Israel geben. Da sollen sie kommen, und alle Scheuel und Greuel daraus weg⸗ thun. Und will euch ein einträchtig Herz geben, und einen neuen Geist in euch geben; und will das steinerne Herz wegnehmen aus eurem Leibe, und ein fleischern Herz geben, auf daß sie in meinen Sitten wandeln, und meine Rechte halten und darnach thun. Und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein. Denen aber, so nach ihres Herzens Scheueln und Greueln wandeln, will ich ihr Thun auf ihren Kopf werfen, spricht der HErr HErr. Evangelische Lektion. Luc. 3, 2—17(Johannes predigt die Taufe der Buße.) Da Hannas und Caiphas Hohepriester waren, da geschah der Befehl Gottes zu Johannes, Zacharias Sohn, in der Wüste. Und er kam in alle Gegend um den Jordan, und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden; wie geschrieben stehet in dem Buch der Reden Jesaias, des Propheten, der da sagt: Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des HErrn, und machet seine Steige richtig! Alle Thale sollen voll werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedriget werden; und was krumm ist, soll richtig werden, und was uneben ist, soll schlichter Weg werden. Und alles Fleisch wird den Heiland Gottes sehen. Da sprach er zu dem Volk, das hinausging, daß es sich von ihm taufen ließe: Ihr Ottern⸗ gezüchte, wer hat denn euch geweiset, daß ihr dem zukünftigen Zorn ent⸗ rinnen werdet? Sehet zu, thut rechtschaffene Früchte der Buße, und nehmet euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; welcher Baum nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und in das Feuer geworfen. Und das Volk fragete ihn und sprach: Was sollen wir denn thun? Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zween Röcke hat, der gebe dem, der keinen hat; und wer Speise hat, thue auch also. Es kamen auch die Zöllner, daß sie sich taufen ließen, ie Unter⸗ rauet ist; on Kind r Selig⸗ Bott ein⸗ gung in m guten n, so will schenkind, noch zu n HErrn du: So en lassen and sein der HErr neln aus d Jsrael aus weg⸗ Geist in eibe, und nd meine will ich Greueln rr HErr. der Buße.) er Befehl m in alle zergebung aias, des er Wüste: lle Thale den; und hter Weg sprach er r Ottern⸗ zorn ent⸗ d nehmet sjage euch: ist schon e Früchte sk fragete sprach zu er Speise en ließen, — 199— und sprachen zu ihm: Meister, was sollen wir denn thun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, denn gesetzt ist. Da fragten ihn auch die Kriegs⸗ leute, und sprachen: Was sollen denn wir thun? Und er sprach zu ihnen: Thut niemand Gewalt noch Unrecht, und lasset euch begnügen an eurem Solde. Als aber das Volk im Wahn war, und dachten alle in ihrem Herzen von Johanne, ob er vielleicht Christus wäre; antwortete Johannes und sprach zu ihnen: Ich taufe euch mit Wasser, es lommt aber ein Stärkerer nach mir, dem ich nicht genugsam bin, daß ich die Riemen seiner Schuhe auflöse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen; in desselbigen Hand ist die Wursschaufel, und er wird seine Tenne fegen, und wird den Weizen in seine Scheuer sammeln, und die Spreu wird er mit ewigem Feuer verbrennen. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Hosea 11, 1—9.(Mein Volk ist müde sich zu mir zu kehren.) Da Israel jung war, hatte ich ihn lieb, und rief ihm, meinem Sohn, aus Agypten. Aber wenn man ihnen jetzt ruft, so wenden sie sich davon, und opfern den Baalim, und räuchern den Bildern. Ich nahm Ephraim bei seinen Armen, und leitete ihn; aber sie merktens nicht, wie ich ihnen half. Ich ließ sie ein menschlich Joch ziehen, und in Seilen der Liebe gehen, und half ihnen das Joch an ihrem Halse tragen, und gab ihnen Futter, daß er sich ja nicht wieder sollte in Agyptenland kehren. So ist nun Assur ihr König worden; denn sie wollen sich nicht bekehren. Darum soll das Schwert über ihre Städte kommen, und soll ihre Riegel aufreiben und fressen, um ihres Vornehmens willen. Mein Volk ist müde, sich zu mir zu kehren; und wie man ihnen prediget, so richtet sich keiner auf. Was soll ich aus dir machen, Ephraim? Soll ich dich schützen, Israel? Soll ich nicht billig ein Adama aus dir machen, und dich wie Zeboim zurichten! Aber mein Herz ist anderes Sinnes, meine Barmherzigkeit ist zu brünstig, daß ich nicht thun will nach meinem grimmigen Zorn, noch mich kehren, Ephraim gar zu verderben; denn ich bin Gott und nicht ein Mensch, und bin der Heilige unter dir; ich will aber nicht in die Stadt kommen. Lektion aus dem RNeuen Testamente. 1. Thess. 2, 10—16.(Daß ihr würdiglich wandelt vor Gott.) Des seid ihr Zeugen, und Gott, wie heilig, und gerecht, und unsträf⸗ lich wir bei euch, die ihr gläubig waret, gewesen sind. Wie ihr denn wisset, daß wir, als ein Vater seine Kinder, einen jeglichen unter euch ermahnet und getröstet, und bezeuget haben, daß ihr wandeln solltet würdiglich vor Gott, der euch berufen hat zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit. Darum auch wir ohn Unterlaß Gott danken, daß ihr, da ihr empfinget von uns das Wort göttlicher Predigt, nahmet ihrs auf, nicht als Menschenwort, son⸗ dern(wie es wahrhaftig ist) als Gottes Wort; welcher auch wirket in euch, die ihr glaubet. Denn ihr seid Nachfolger worden, lieben Brüder, der Ge⸗ meinen Gottes in Judäa, in Christo Jesu, daß ihr eben dasselbige erlitten habt von euren Blutsfreunden, das jene von den Juden; welche auch den OErrn Jesum getötet haben und ihre eigenen Propheten, und haben uns verfolget, und gefallen Gott nicht, und sind allen Menschen wider; wehren uns zu sagen den Heiden, damit sie selig würden, auf daß sie ihre Sünden erfüllen allewege; denn der Zorn ist schon endlich über sie kommen. — 200— Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Auferstehung unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi, aus den vier Evangelisten zusammengezogen. Erste Abteilung. Das Leiden Jesu am Olberge. Da Zesus und seine Jünger,(nach dem Genuß des Osterlamms und der Einsetzung des heiligen Abendmahls), den Lobgesang gesprochen hatten, ging er hinaus, nach seiner Gewohnheit, über den Bach Kidron, an den Olberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir, denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläam. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, so wollte ich dich nicht ver leugnen. Desselbigengleichen sagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verriet, wußte den Ort auch, denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Setzet euch hier, bis daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum und Jakobum und Johannem, die zween Söhne Zebedäi, und fing an zu trauern, zu zittern und zu zagen, und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hier, wachet mit mir, und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf, und knieete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde, und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelchs; doch nicht, was ich will, sondern was du willst. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon, schläfst du? vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andern Mal ging er hin, betete und sprach: Mein Vater, ist es nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und er kam, und fand sie abermal schlafen, denn ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, und ging abermal hin und betete zum dritten Mal und redete dieselbigen Worte. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er stund auf vom Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit, und sprach zu ihnen: Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Es ist genug. Sehet, die Stunde ist kommen und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände; stehet auf, und lasset uns gehen, siehe der mich verrät, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechkung fallet. De XRXR.. ö hatte risäer mit! wußt Wen zu ih Als Bode Jesur sei; würd hast. Welc alsob und komm trater 3u ih Petrr Kneck Jesu“ Petri der könnt Enge ich d sein des zu ei fahen und die? ihn nach, linge nahn Caip Caip für Hohe bis rief etr lamms prochen on, an esus zu 3 stehet Herde ingehen ie auch Jesus nn der redete ch nicht da war er ihn st mit daß ich m und zittern in den chtung nieder, wäre, r alles n was sprach it mir r Geist r hin, ch von , und vußten al hin Und er sein ind sie en und Sohn n, siehe fallet. ö Und alsbald, da er noch redete, kam Judas, der Zwölfen einer, da er hatte zu sich genommen die Schar und Diener der Hohenpriester und Pha⸗ risäer, der Altesten und Schriftgelehrten, ging vor ihnen her und kam dahin mit Fackeln, Lampen, mit Schwertern und mit Stangen. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verriet, stund auch bei ihnen Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ichs sei; suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast. Der Verräter aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ists, den greifet und führet ihn gewiß. Und alsobald trat er zu Jesu, ihn zu küssen, und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi, und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? Juda, verrätest du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie 3u ihm: HErr sollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es aus und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein recht Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen. Und zu Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide, denn wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Und rührete sein Ohr an und heilete ihn. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Haupileuten des Tempels und den Altesten, die über ihn kommen waren: Ihr seid als zu einem Mörder mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen mich zu fahen; bin ich doch täglich bei euch gewesen und habe gelehret im Tempel, und ihr habet keine Hand an mich geleget. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis, auf daß die Schrift erfüllet werde. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand gekleidet auf der bloßen Haut, und die Jüng⸗ linge griffen ihn; er aber ließ die Leinwand fahren und flohe bloß von ihnen Zweite Abteilung. Das Leiden Jesu vor dem geistlichen Gerichte. Die Schar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesum und banden ihn, führeten ihn aufs erste zu Hannas, der war Caiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Caiphas, der den Juden riet, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führeten ihn zu dem Hohenpriester Caiphas, dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Altesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgete Jesu von ferne, und ein anderer Jünger bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbe Jünger war dem Hohen⸗ riester bekannt und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stund draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, 202— der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin und führte Petrum hinein. Es hatten aber die Knechte und Diener ein Kohlfeuer gemacht danieden mitten im Palast, denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber setzte sich mitten unter sie und wärmete sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Aber der Hohepriester fragete Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt, ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zu⸗ sammenkommen und habe nichts im Verborgenen geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe, siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei stunden, Jesu einen Backenstreich und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Jesus ant⸗ wortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es Unrecht sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Caiphas. Die Hohenpriester aber und die Altesten und der ganze Rat suchten falsch Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn zum Tode brächten, und fanden keines, wiewohl viele falsche Zeugen herzutraten; denn ihre Zeugnisse stim⸗ meten nicht überein. Zuletzt traten herzu zween falsche Zeugen und sprachen: Wir haben gehöret, daß er sagte: Ich kann und will den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Ihr Zeugnis stimmete aber noch nicht überein. Und der Hohepriester stund auf unter sie und fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermal, und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn des hochgelobten Gottes? Jesus sprach: Du sagest es, ich bin es; doch sage ich euch: von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert, was bedürfen wir weiter Zeug⸗ nis? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehöret, was dünket euch? Sie aber verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn und speieten ihn in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten, etliche aber verdeckten ihn, und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ists, der dich schlug? Und viel andere Lästerung sagten sie wider ihn. Simon Petrus aber war,(wie vorhin erzählt worden,) draußen im Palast; da kam des Hohenpriesters Mägde eine, die Thürhüterin, und da sie Petrum unter den Knechten bei dem Feuer sahe, schauete sie ihn an und sprach zu ihm: Und du warst auch mit dem Jesu aus Galiläa. Er aber verleugnete vor ihnen allen und sprach: Weib, ich bins nicht, ich kenne ihn nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest. Und er ging hinaus in den Vor⸗ hof; und der Hahn krähete. Und als er zur Thür hinausging, sahe ihn nebst der vorigen auch eine andere Magd, die sprachen zu denen, die dabei stunden: Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermal und sprach: Mensch, ich bins nicht, und schwur dazu: Ich kenne des Menschen nicht. Und über eine kleine Weile bei einer Stunde bekräftigte es ein anderer, mit denen, die dabei stunden, und sprachen: Wahrlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Galiläer IUIIAMMMMM.... hüterin ner ein ürmeten daß er m seine zelt, ich den zu⸗ gest du geredet solches nstreich 1s ant⸗ habe ich bunden suchten fanden se stim⸗ rachen: tes, der bauen, ch nicht m und Jesus priester n Gott, Gottes? run an aft und r seine Zeug⸗ t euch? chuldig. ihn in jn, und Christe, der ihn. zen im und da an und ir aber nne ihn n Vor⸗ ihe ihn e dabei hen sie ch: Du ch bins ie kleine tunden, zaliläer — 233— und deine Sprache verrät dich. Spricht des Hohenpriesters Knechte einer, ein Gefreundeter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne des Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andern Mal. Und der HErr wandte sich um und sahe Petrum an. Da gedachte Petrus an das Wort Jesu, das er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen; und er ging hinaus und weinete bitterlich. Des Morgens aber versammelten sich alle Hohenpriester, Schriftgelehrten und die Altesten des Volks, dazu der ganze Rat, und hielten einen Rat über Jesum, daß sie ihn töteten. Und führeten ihn hinauf vor ihren Rat, und sprachen: Bist du Christus? sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ich es euch, so glaubet ihrs nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich dennoch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er aber sprach zu ihnen: Ihr sagets, denn ich bins. Sie aber sprachen: Was dürfen wir weiter Zeugnis? Wir habens selber gehöret aus seinem Munde. Dritte Abteilung. Das Leiden Jesu vor dem weltlichen Gerichte. Und der ganze Haufe stund auf, und banden Jesum, führeten ihn von Caipha vor das Richthaus und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato. Und es war noch frühe. Da das sahe Judas, der ihn verraten hatte, daß er verdammet war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte herwieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Altesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, ging hin und erhenkete sich selbst; und ist mitten entzwei geborsten und sein Eingeweide ausgeschüttet. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rat, und kauften eines Töpfers Acker darum zum Begräbnis der Pilger. Und es ist kund worden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache Akeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist ersüllet, das gesaget ist durch den Propheten Jeremiam, der da spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel, und haben sie gegeben um einen Töpfers⸗ acker, als mir der HErr befohlen hat. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht un⸗ rein würden, sondern die Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übelthäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten. Auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. Da fingen an die Hohenpriester und Altesten, ihn hart zu verklagen und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet und verbeut, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht: Er sei Christus, ein König. Da 24— ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief Jesum und fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus aber stund vor dem Land⸗ pfleger und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gesaget? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortei, was hast du ge⸗ than? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde. Aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus ant⸗ wortete: Du sagest es, ich bin ein König; ich bin dazu geboren und auf die Welt kommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll; wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und die Hohenpriester und Altesten beschuldigten ihn hart, er aber antwortete nichts. Da fragte ihn Pilatus abermal und sprach: Antwortest du nichts? Hörest du nicht, wie hart sie dich verklagen? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hieher. Da aber Pilatus Galiläam hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodis Obrigkeit gehörete, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten stunden und ver⸗ klagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und ver⸗ spottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander; denn zuvor waren sie einander feind. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir bracht, als der das Volk abwendet; und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem Menschen der Sachen keine, die ihr ihn beschuldiget, Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn bracht, das des Todes wert sei; darum will ich ihn züchtigen und losgeben. Auf das Osterfest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volke einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barrabas, welcher war um eines Aufruhrs, der in der Stadt geschahe, und um eines Mords willen in das Gefängnis geworfen. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thät, wie er pflegete. Und da sie versammelt warrn, sprach Pilatus zu ihnen: Ihr habet eine Gewohnheit, daß ich euch einen losgebe auf Ostern; welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe, Barrabam oder Jesum, den König der Juden, von dem gesagt wird: Er sei Christus? Denn er wußte wohl, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und Altesten überredeten und reizten das Volt, daß sie um Barrabas bitten sollten und Jesum umbrächten. Da antwortete S——— —3—3..D‚‚“‚“‚3‚“.“.“..—. πονννν⁰ Richt legte und und du, d nahm ihn l Also er sp und Pila finde Geset Soh und bist Rede kreuz keine daru an 1 spra wer auf aber Und aber ich e Kön fragte Land⸗ es dir Dein du ge⸗ e mein ich den hannen. 5 ant⸗ ud auf ahrheit hrheit? icht zu Iltesten Zilatus art sie so daß rachen: ganzen wäre? rsandte war. längst würde te ihm d ver⸗ d ver⸗ Bilato. denn rund diesen habe die ihr t, und n will dem zu der rabas, eines fund sprach osgebe esum, un er n. d ließ habe Volt, ortete 1 — 205— nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollet ihr unter diesen zween, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barrabam los. Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte Jesum loslassen und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, von dem gesagt wird: Er sei Christus, und den ihr beschuldiget, er sei ein König der Juden? Sie schrieen abermal: Kreuzige, kreuzige ihn. Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat er denn Übels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie lagen ihm an mit großem Geschrei und forderten, daß er gekreuzigt würde, und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, gedachte er dem Volke genug zu thun, und urteilete, daß ihre Bitte geschehe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem Volke und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten; sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder. Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängnis geworfen, um welchen sie baten: aber Jesum ließ er geißeln und überantwortete ihn, daß er ge⸗ kreuziget würde. Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesum zu sich in das Richthaus, und riefen zusammen die ganze Schar, und zogen ihn dus und legten ihm einen Purpurmantel an, und flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand, und beugeten die Kniee vor ihm, spotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seist du, der Juden König! und gaben ihm Backenstreiche, speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt. Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die DBiener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und kreuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch mehr. und ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich los zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hats größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn los ließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich selbst zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus, und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißet Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in Ostern, um die sechste Stunde Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, kreuzige ihn. Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da überantwortete er ihn, daß er gekreuziget würde — 205— Vierte Abteilung. Die Kreuzigung und der Tod Jesu. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum,(den sie verspottet hatten.) zogen ihm den Mantel aus und zogen ihm seine eigenen Kleider an, und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten; und er trug sein Kreuz. Und indenr sie hinausgingen, funden sie einen Menschen, der vorüberging, von Cyrene, mit Ramen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater Alexandri und Ruffi war; den zwangen sie und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. Es folgete ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klageten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet üÜber euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfahen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführet zween andere Übelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißt auf hebräisch Golgatha, das ist verdeutschet Schädelstätte, und sie gaben ihm Myrrhen in Wein zu trinken; und da ers schmeckte, wollte ers nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn daselbst und die zween übelthäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken, Jesum aber mitten inne. Da ward die Schrift erfüllet, die da saget: Er ist unter die Übelthäter gerechnet. Jesus aber sprach: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Pilatus aber schrieb eine Überschrift und setzte sie auf das Kreuz, oben b zu seinem Haupt, als die Ursache seines Todes Es war aber geschrieben: hatt Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese überschrift lasen viele Vat Juden, denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. And es war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Sprache.—— Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreib nicht: Der Juden König, sondern daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Grd Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. schl Und die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen seine I10 Kleider und machten vier Teile, einem jeglichen Kriegsknechte ein Teil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch ihn und durch. Da sprachen sie unter einander: Laßt uns den nicht zerteilen, ber sondern darum losen, wes er sein soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die. da saget: Sie haben meine Kleider unter sich geteilet und haben über meinen un Rock das Loos geworfen. Solches thaten die Kriegsknechte. Und sie saßen allda da und hüteten sein. Es war aber um die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. ab Und das Volk stund und sahe zu. Die aber vorübergingen, lästerten 196 ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst kle du den Tempel und bauest ihn in dreien Tagen; hilf dir selber! Bist du 36 ö Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuz. Desgleichen auch die Hohenpriester 96 verspotteten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und AÄltesten, samt dem Volke, und sprachen: Er hat andern geholfen und kann ihm selber 91 14 nicht helfen. Ist er Christ, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, 9 so helfe er ihm selber, und steige nun vom Kreuz, auf daß wirs sehen und w i glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüstet es ihn, denn 1 er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Es verspotteten ihn auch die Kriegs⸗ ke ⁰⁰eνπ⁰⁰⁰⁰⁰,j⁊+ /: ...... u) zogen führeten ndeni sie rene, mit nd Rufft tachtrüge. iber, die nen und n weinet kommen, ie Leiber, Dann d zu den was will 5 sie mit da heißt aben ihm t trinken. hm, einen ward die t. Jesus hun. euz, oben schrieben: isen viele uziget ist. Sprache. icht: Der n König. ieben. men seine Leil, dazu rket durch zerteilen, schrift, die er meinen aßen allda kreuzigten. lästerten zerbrichst Bist du henpriester sten, samt hm selber te Gottes, sehen und ihn, denn ie Kriegs⸗ — 201:— knechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. Aber der Übelthäter einer, die da gehenket waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafete ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig drinnen, denn wir empfahen, was unsere Thaten wert sind, dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: HErr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Es stund aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe das ist dein Sohn. Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe das ist deine Mutter. Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Und von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land bis an die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, Lama Asabthani, das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da stunden, da sie das höreten, sprachen sie: Siehe, er rufet den Elias. Darnach als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürstet. Da stund ein Gefäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr von Mop und hielts ihm dar zum Munde und tränkete ihn, und sprach mit den andern: Halt, laß sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und abermal rief er laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigete er das Haupt und gab seinen Geist auf. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus, und die Erde erbebete und die Felsen zerrissen und die Gräber thaten sich auf und stunden auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stund gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahrten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben und was da geschah, erschraken sie sehr und preiseten Gott und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch und Gottes Sohn gewesen. Und alles Volk, das dabei war und zusah, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es stunden aber alle seine Verwandten von ferne und viele Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, unter welchen war Maria Magdalena und Maria, des kleinen Jakobs und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, und viele andere, die mit ihm gen Jerusalem gegangen waren und hatten ihm gedienet, und sahen das alles. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben den Sabbath über,(denn desselbigen Sabbaths Tag war groß) baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem Ersten die Beine und dem Andern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine RIIEE 2——————————— ee 2 — d² — 208— nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, de hat es bezeuget, und sein Zeugnis ist wahr, und derselbige weiß, daß er di Wahrheit saget, auf daß auch ihr glaubet; denn solches ist geschehen, da die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und aberma spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben Fünfte Abteilung. Das Begräbnis Jesu. Darnach am Abend, weil es der Rüsttag war, welcher ist der Vor⸗ sabbath, kam ein reicher Mann von Arimathia, der Stadt der Juden, mit Namen Joseph, der war ein Ratsherr, ein guter frommer Mann, welcher auch auf das Reich Gottes wartete; der hatte nicht gewilliget in ihren Rat und Handel, denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vo den Juden. Der wagte es und ging zu Pilato, und bat, daß er möcht abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon tot war, und rief den Hauptmann und fragte ihn: ob er längst gestorben wäre? Und als er es erkundet von dem Hauptmann, befahl er, man sollte Joseph den Leichnam Jesu geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu kommen war, und brachte Myrrhen und Aloe unter einander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu und wickelten ihn in eine reine Leinwand, und banden ihn in leinene Tücher mit Specereien, wie die Juden pflegten zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten und in dem Garten ein men Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen in einen Felsen hauen, in welches niemand je geleget war. Daselbst hin legten sie Jesum um des Rüsttages willen der Juden, dieweil der Sabbath anbrach und das Grab nahe war, und wälzeten einen großen Stein vor die Thür des Grabes, und gingen davon. Es waren aber allda Maria Magdalena, und Maria Joses und die Weiber, die mit Jesu kommen waren aus Galiläa, die folgeten nach, setzten sich gegen das Grab, und beschaueten, wohin und wie sein Leib' geleget ward. Sie kehreten aber um und bereiteten Specerei und Salben; und den Sabbath über waren sie stille nach dem Gesetz. Des andern Tages, der da folgte nach dem Rüsttage, kamen die Hohen⸗ priester und Pharisäer sämtlich zu Pilato und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebie: Ich will nach Dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn, und sagen zu dem Volke: Er ist auferstanden von den Toten, und werde der letzte Betrug ärger denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habet ihr die Hüter, gehet hin und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin und verwahrten das Grab mit Hütern, und versiegelten den Stein. Sechste Abteilung. Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu. Zur Ersparung des Raums ist das in den Evangelien hievon Enthaltene nur dem Inhalte nach angeführt; das Übrige aber in harmonischer Ordnung ausführlich beigefügt worden. Als die im vorigen Abschnitt benannten gottseligen Weiber und etliche mit ihnen an dem ersten Sabbather(d. i. Wochentage) mit dem Anbruch des 2 Spece seiner Bestü Siehe der S und Sie l wo in da durch solche Siehe x Mag' aber denn geleg ging tuch, sonde Wun am e Schr. die J bathe Teuf Jüne dem Grah den selbie haber geleg steher — 209— 1 Speer, des Tages sich nach dem Grabe Jesu begaben, um ihn mit den zubereiteten hat, der Specereien zu salben, wird noch vor ihrer Ankunft das Grab Jesu, bei 5 er die seiner Auferstehung, unter einem Erdbeben, durch einen Engel, zur großen hen, daß Bestürzung der Hüter eröffnet. abermal n haben. Siehe das Evangelium am 1. Ostertage, vergl. mit Matth. 28 und Lue. 24, 1. Unter ihnen kommt Maria Magdalena zu dem Grabe und siehet, daß der Stein vom Grabe hinweg war. Da läuft sie, kommt zu Simon Petro und dem andern Jünger, welchen Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: der Vor⸗ Sie haben den HErrn weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, den, mit wo sie ihn hingelegt haben. welcher Auch die übrigen Weiber sehen den Stein abgewälzet, und gehen hinein hren Rat in das Grab, wo sie den Leib Jesu nicht finden; aber zu verschiedenen Malen urcht von durch Engel die Versicherung seiner Auferstehung und den Auftrag erhalten, r möchte solche seinen Jüngern zu verkündigen. edorben Siehe das Evangelium des 1. Ostertages, vergl. mit Matth. 28 und Luc. 24, 2—11. zan sollte Unterdessen ging Petrus und der andere Jünger auf die von der Maria Magdalena erhaltene Nachricht hinaus und kamen zum Grabe. Es liefen mus, der aber die zween mit einander, und der andere Jünger lief zuvor, schneller und Aloe denn Petrus, und kam zuerst zum Grabe, guckt hinein und siehet die Leinen am Jesu geleget, er ging aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach und e Tücher ging hinein in das Grab, und siehet die Leinen gelegt und das Schweiß⸗ ran der ztuch, das Jesus um das Haupt gebunden war, nicht bei die Leinen gelegt, in neues sondern beiseits eingewickelt an einen besonderen Ort; und es nahm ihn auen, in Wunder, wie das zuginge. Da ging auch der andere Jünger hinein, der um des am ersten zum Grabe kam, und sah Und glaubete es. Denn sie wußten die as Grab Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müßte. Da gingen bes, und die Jünger wieder zusammen. ia Joses, Jesus aber, da er auferstanden war, früh am ersten Tage der Sab⸗ folgeten bather, erschien er am ersten der Maria Magdalena, von welcher er sieben wie sein Teufel ausgetrieben hatte. Diese Maria nämlich(die Petro und dem andern erei und Jünger gefolget und bei deren Weggehen zurück geblieben war) stand vor dem Grabe und weinte draußen. Als sie nun weinete, guckte sie in das e Hohen⸗ Grab und siehet zween Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zum Haupte und ir haben den andern zu Füßen, da sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und die⸗ ich dreien selbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie ebis an haben meinen HErrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hin⸗ ihn, und gelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück und siehet Jesum der letzte stehen, und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was t ihr die weinest du? wen suchest du? Sie meinet, es sei der Gärtner, und spricht hin und zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hin⸗ gelegt, so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria. Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni, das heißet Meister. Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott —— lich und zu eurem Gott. Maria Magdalena kommt und verkündiget den usfüͤhrli Jüngern, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weineten: Ich habe den HErrn gesehen, und solches hat er zu mir gesagt. Und nd etliche dieselbigen, da sie höreten, daß er lebte und wäre ihr erschienen, glaubeten, Anbruch sie nicht. — 210— Gleich nach dieser ersten Erscheinung des HErrn Jesu geschah die zweite den übrigen Weibern, als sie auf dem Wege waren, um die Verkündigung der Engel den Jüngern anzuzeigen. Zu welcher Zeit auch die Hüter des Grabes den Hohenpriestern von demjenigen, was geschehen war, Nachricht bringen; aber von selbigen durch Bestechung zur Verfälschung der Wahrheit verleitet werden. Jesus offenbarte sich hierauf noch an dem Tage seiner Auferstehung den zween Jüngern, die nach Emmaus gingen. Nach dem Evangelio des zweiten Ostertages, wo zugleich die nach 1. Cor. 15, 5 dem Petro besonders geschehene Erscheinung erwähnet wird. Und am Abend desselbigen Tages seinen versammelten Jüngern, Siehe den ersten Teil des Evangelii am ersten Sonntage nach Ostern, vergl. mit Mare. 16, 14, Luc. 24, 36—44. denen er acht Tage darauf im Beisein des Thomas zum andern Male erscheinet. Siehe den andern Teil des Evangelii am ersten Sonntage nach Ostern. Darnach offenbarete sich Jesus abermals den Jüngern an dem Meer bei Tiberias. Er offenbarete sich aber also: Es waren bei einander Simon Petrus und Thomas, der da heißet Zwilling, und Nathanael von Cana in Galiläa und die Söhne Zebedäi und andere zween seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und traten in das Schiff alsobald; und in derselbigen Nacht fingen sie nichts. Da es aber jetzt Morgen war, stund Jesus am Ufer, aber die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten des Schiffs, so werdet ihr finden. Da warfen sie, und konntens nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Petro: Es ist der HErr. Da Simon Petrus hörete, daß es der HErr war, gürtete er das Hemd um sich(denn er war nacket) und warf sich ins Meer. Die andern Jünger kamen auf dem Schiffe,(denn sie waren nicht fern vom Lande, sondern bei zweihundert Ellen) und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun austraten auf das Land, sahen sie Kohlen gelegt und Fische darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz aufs Land voll großer Fische, hundert drei und funßzig. Und wiewohl ihrer so viel waren, zerriß doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl. Niemand aber unter den Jüngern durfte ihn fragen: wer bist du? denn sie wußtens, daß es der HErr war. Da kommt Jesus, und nimmt das Brot, und giebts ihnen, desselbigengleichen auch die Fische. Das ist nun das dritte Mal, daß Jesus offenbaret ist seinen Jüngern, nachdem er von den Toten auferstanden ist. Nachdem sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja HErr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andern Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja HErr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe. Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum e zweite digung ter des achricht ahrheit stehung — 211— dritten Mal zu ihm sagte, hast du mich lieb? und sprach zu ihm: HErr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe. Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Da du jünger warest, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um, und sahe den Jünger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war, und gesagt hatte: HErr, wer ists, der dich verrät? Da Petrus diesen sahe, spricht er zu Jesu: HErr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: Er stirbt nicht, sondern: so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben. Und wir wissen, daß sein Zeug⸗ nis wahrhaftig ist. Hierauf erfolgete die Offenbarung des Erlösers auf einem Berge in Galiläa. Nach Matth. 28, vergl. mit dem Evangelium am Himmelfahrtstage. Wohin auch wahrscheinlich die nach 1. Cor. 15, v. 6. mehr denn fünfhundert Brüdern widerfahrene Erscheinung gehöret. Nach selbiger ist er gesehen worden von Jakobo; darnach von allen Aposteln, Siehe die Epistel am 11. Sonntage nach Trinitatis. bei seiner Himmelfahrt. Er führte sie nämlich hinaus bis gen Bethania, und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr gen Himmel. Sie aber beteten ihn an, und kehrten wieder gen Jerusalem mit großer Freude, und waren allewege im Tempel, preiseten und lobeten Gott. Siehe auch das Evangelium und die Epistel am Himmelfahrtstage. Und in Ansehung der dem Paulo nach der vorhin angezogenen Epistel geschehenen sehr merkwürdigen Offenbarung Apostelgesch. Cap. 9. Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. Als das vormals von Gott so außerordentlich begnadigte Volk der Juden das Maß seiner gehäuften Sünden durch die Verwerfung und Kreu⸗ zigung des unter ihnen erschienenen Heilandes der Welt erfüllet hatte; so näherte sich dasselbe demjenigen erschrecklichen Strafgerichte immer merklicher, welches durch die Propheten und den mitleidigen Erlöser selbst mit Thränen zuvor verkündiget war, und in der gänzlichen Zerstörung Jerusalems und des ganzen jüdischen Reichs der Welt ein belehrendes Denkmal vor Augen legte, wie schwer der Zorn Gottes gegen beharrliche Verächter seiner Gnade, und wie groß insonderheit die Verschuldung sei, die üt t Volk — 212— durch die Vergießung des unschuldigen und heiligen Blutes Jesu Christi auf sich geladen. Josephus erzählet verschiedene vor dem Ausbruche dieser Gerichte Gottes hergegangene Zeichen; allein die sicherste und nächste Anzeige davon war wohl das sich in dem jüdischen Reich immer weiter ausbreitende gänzliche Verderben. Man verließ nun völlig die heiligen Gesetze Gottes, setzte die ganze Religion nur in eine abergläubische Beobachtung äußerlicher Gebräuche und überließ sich mit einem frechen Leichtsinn allen Lastern. Daher nahmen Unordnungen und Spaltungen in allen Ständen immer mehr überhand; Jerusalem und das ganze Land ward mit Räubern und Mördern angefüllet, und die ganze Nation beschleunigte ihren Untergang durch ihre eigene Zerrüttung mehr, als die Gewalt der Römer. Diese beherrschten seit den Zeiten Jesu Christi das jüdische Land durch Landpfleger, welche durch Geiz und Härte das römische Joch den Juden noch unerträglicher machten. Gessius Florus, der zuletzt diese Stelle ver⸗ waltete, übertraf hierin alle seine Vorgänger. Er beförderte alle Unord⸗ nungen, auch selbst die öffentlichen Räubereien, wenn er nur seine uner⸗ sättliche Gewinnsucht dabei befriedigen konnte; vergriff sich sogar an dem Schatz des Tempels, und war recht geflissen, das Volk immer mehr wider die Römer aufzubringen. Hieraus entstanden in mehreren Gegenden des Landes sehr blutige Empörungen, und Florus ließ selbst bei einem Auf⸗ stande in Jerusalem über 3000 Juden erschlagen und viele der Angesehensten geißeln und kreuzigen. Die Juden suchten zwar in diesen Bedrängnissen bei dem syrischen Statthalter Cestius Gallus Hülfe; allein Florus wußte nicht nur solche zu vereiteln, sondern auch die Unruhen also zu vermehren, daß endlich Cestius genötigt ward, mit einem Heere anzurücken. Nach vielen Verwüstungen drang er mit selbigem in Jerusalem, schloß die Juden in dem innern Teile der Stadt und dem Tempel ein, und würde dem Kriege ein Ende gemacht haben, wenn nicht die Juden schwereren Gerichten wären aufbehalten gewesen. So aber verleitete Florus den Cestius durch List und Verräterei zur Verzögerung, die Juden gewannen Zeit zur Gegenwehr und nötigten sogar den syrischen Statthalter mit einem sehr beträchtlichen Verlust zum Abzuge. Dieser anscheinende Vorteil vermehrte ihnen zu ihrem Unglück den Mut. Die damals fast allgemeine Erwartung eines irdischen Erretters und mächtigen Beherrschers stärkte ihre eitle Hoffnung, sich von der Beherrschung der Römer zu befreien, und der Krieg wider selbige ward mit großer Heftigkeit beschlossen. Man machte dazu überall die stärksten Zurüstungen, wählte in Jerusalem den Joseph, einen Sohn Gorions, nebst dem Hohenpriester Ananus, in Idumäa den Eleazar und in Galiläa Josephum, einen sehr verständigen und tapfern Mann, der diese Geschichte hinterlassen hat, zu Anführern, und fing die Feindseligkeiten in verschiedenen Gegenden, doch mehrenteils mit sehr großem Verlust an; wie denn allein vor der Stadt Ascalon über 18,006 Juden ihr Leben einbüßten. Die Christen hingegen waren der Warnung ihres Heilandes eingedenk, und setzten sich durch ihre Flucht in die benachbarte Stadt Pella in Sicherheit. Als der römische Kaiser Nero diesen allgemeinen Aufstand der jüdischen Nation erfuhr, trug er dem Vespasianus, einem sehr erfahrenen Feldherrn, den Krieg wider die Juden auf, der nebst seinem Sohne, dem Titus, mit einem zahlreichen Heere den Anfang desselben in Galiläa machte. Josephus hatte daselbst 100,000 Mann versammelt; allein der Schrecken zerstreuete solche sogleich bei der Ankunft der Römer, und Josephus ward genötigt, Christi Gottes nᷓ war inzliche tzte die Hräuche ahmen rhand; efüllet, eigene durch Juden le ver⸗ Mord⸗ uner⸗ n dem wider en des Auf⸗ hensten gnissen wußte tehren, vielen den in Kriege wären st und r und Berlust ihrem dischen ch von ward ärksten „nebst aliläa schichte edenen allein gedenk, lla in dischen herrn, 8, mit sephus treuete nötigt, mit dem Rest seiner Truppen sich in die Festung Jotapata zu werfen, welche nach einer tapfern Vertheidigung erobert und 40,000 Juden dabei erschlagen wurden. Josephus geriet selbst in die Gefangenschaft der Römer; erhielt aber durch die Fürsprache des Titus, und weil er dem Vespasian die künftige Gelangung zur kaiserlichen Würde vorhersagte, sein Leben, und nach der Erfüllung dieser seiner Vermutung auch die Freiheit. Vespasian bemächtigte sich gar bald des ganzen Galiläa, wobei viele Tausende er⸗ schlagen, oder als Leibeigene verkauft, oder sonst in eine elende Sklaverei geführet wurden. In Jerusalem und den übrigen Gegenden des jüdischen Landes häufte sich gleichfalls Aufruhr und Elend. Die Partei derer, die auf den Krieg drangen, verübte gegen diejenigen, die zum Frieden rieten, die äußersten Gewaltthätigkeiten. Mit ihnen verband sich unter der Anführung des Eleazar eine andere Art von Räubern, die Zeloten oder Eiferer genannt wurden, weil sie unter dem Vorgeben eines besondern Eifers für Religion und Freiheit die größten Grausamkeiten begingen, und Plünderung und Mord breiteten sich allenthalben aus. Der Hohepriester Ananus suchte in Jerusalem dieser bösen Rotte Einhalt zu thun; als aber Johannes von Giscala, ein sehr berüchtigter Bösewicht, nach Jerusalem kam und die Zeloten daselbst auf seine Seite brachte, auch 20,000 Idumäer in die Stadt zog, so ward die Partei des Ananus überwältiget, und dieser Hohepriester, den Josephus als einen der besten Männer der damaligen Zeit beschreibet, nebst 12000 der vornehmsten Einwohner getötet. Vespasianus eroberte in dem folgenden Jahre unter vielem Blutvergießen die um Jerusalem liegenden festen Orter, und näherte sich darauf dieser Hauptstadt des jüdischen Landes. Sein Heer verlangte, daß er solche, bei der darin herrschenden Uneinigkeit, unverzüglich angreifen möchte; allein der römische Feldherr hielt ratsamer, einem Volke, das sich selbst aufrieb und welches Gott, wie er sagte, in die Hände der Römer geben würde, zur eigenen Beförderung seines Unterganges längern Raum zu lassen. Der Tod des Nero und die darauf folgenden öfteren Veränderungen mit dem römischen Kaisertum, verzögerten die Belagerung noch weiter; und als Vespasian selbst zum Kaiser erwählt ward, begab er sich nach Rom und überließ die Fortsetzung des Krieges dem Titus. Die durch die unerhörten Grausamkeiten des Johannes und der Zeloten äußerst beängstigten Einwohner in Jerusalem hatten in dieser Zeit ein neues Heer von Räubern, unter einem Anführer Namens Simon, in die Stadt gelassen, um durch sie von jenen Ungeheuern befreiet zu werden; allein diese abermalige Verblendung vergrößerte nur ihr Elend. Denn dieser Simon, der bereits in Idumäa die fürchterlichsten Verwüstungen angerichtet, übertraf annoch den Johannes an Grausamkeit und Blutbegierde, zwang denselben, sich in den Tempel zurück zu ziehen, und da auch dessen Partei sich trennte und ein Teil derselben unter dem Eleazar den innern Tempel behauptete, so bekriegten diese drei räuberischen Haufen sich unter einander auf das heftigste, opferten eine große Menge der Einwohner ihrer Wut auf, verdarben durch Raub und Brand den in der Stadt befindlichen Vorrat der Lebens⸗ mittel und legten dadurch den Grund zu der bald nachher erfolgenden er⸗ schrecklichen Hungersnot. Bei einer solchen Verfassung rückte Titus im siebenzigsten Jahre nach Christi Geburt, im Anfange des Aprils, mit seinem wohlgerüsteten Heere und in Begleitung des Josephus vor die Stadt Jerusalem. Selbige war mit einer dreifachen sehr starken Mauer und vielen Türmen versehen, und — 214— faßte außer dem sehr befestigten Tempel, die Burg Antonia und andere feste Schlösser in sich. Die Feier des Osterfestes hatte auch damals eine ungewöhnliche Menge Juden in derselben versammelt, wodurch sowohl die Hungersnot desto geschwinder vermehret, als auch der auf der ganzen Nation ruhende Fluch um so deutlicher offenbar wurde. Bei dem Anfange der Belagerung vereinigten sich zwar die drei aufrührerischen Rotten zum tapfern Widerstande gegen die Römer, fügten ihnen durch heftige Ausfälle vielen Schaden zu, und setzten bei einem derselben selbst den Titus in die äußerste Gefahr. Allein jene Vereinigung dauerte nicht lange. Johannes überwältigte durch List und Gewalt die Partei des Eleazar und bemächtigte sich unter vielem Blutvergießen des ganzen Tempels. Die Vertheidigung der Stadt war also zwischen ihm und dem Simon geteilet, die aber gleichfalls nicht aufhörten, sich unter einander zu bekriegen, so bald nur die Römer ihnen einige Ruhe ließen. Nachdem Titus den Juden vergeblich den Frieden anbieten lassen, ward die Belagerung mit großem Eifer fortgesetzt, und gegen das Ende des Aprils die erste Mauer und fünf Tage nachher die andere eingenommen, und obwohl die Juden sich der letzten wieder bemächtigten, ward solche doch nach einer dreitägigen Bestürmung mit einer großen Niederlage der Juden völlig be⸗ hauptet. Wenige Tage nachher ward der Angriff auf die Burg Antonia Delanert Titus ließ nach seiner gütigen und mitleidigen Gesinnung die elagerten abermals durch den Josephus zur Übergabe ermahnen; allein ob dieser gleich durch eine sehr nachdrückliche Rede und mit Thränen sie zu bewegen suchte, so wurden doch alle Vorstellungen nur mit Schimpfworten und sogar mit Pfeilen erwidert. Viele Einwohner suchten indes durch die Flucht ihre Errettung und erhielten auch solche, wenn sie der Wachsamkeit und den Schwertern der Besatzung zu entgehen vermochten, durch die Gelin⸗ digkeit des Titus. Die aber in die Hände der Römer sielen, wurden in so großer Menge in dem Angesichte der Stadt gekreuziget, daß nach Josephi Ausdruck es zuletzt an Raum und Holz zu Kreuzen mangelte. Ein gewiß sehr merkwürdiger Anblick vor einer Stadt, deren Einwohner die Kreuzigung Christi dem Pilatus mit der größten Wut abgedrungen hatten. Titus ließ inzwischen diese Grausamkeit zu, um zu versuchen, ob vielleicht die Furcht vor einer gleichen Bestrafung die Hartnäckigkeit der Belagerten überwinden möchte. Aber so wenig dieses, als die bereits sehr zunehmende Hungersnot, noch auch die wiederholten Warnungen des römischen Feldherrn, die Stadt, den Tempel und ihr eigenes Leben zu retten, vermochten etwas bei diesen gänzlich Verstockten auszurichten; sie erklärten vielmehr dem Titus selbst mit untermengter Verschmähung, daß sie lieber sterben, als sich ergeben wollten, und beriefen sich dabei frech auf den Schutz Gottes, dessen Verächter sie doch waren. Die Fortsetzung ihrer verzweiflungsvollen Gegenwehr nötigte endlich den Titus, die Stadt mit einer Mauer völlig einzuschließen. Hierdurch ward dasjenige aufs genaueste erfüllet, was Christus vorher geweissaget, und die erschreckliche Hungersnot, nebst allem damit verbundenen äußersten Elend, nahm nun völlig überhand. Ausgezehrte Menschen suchten bei tausenden vergeblich ihre Erhaltung. Die bewaffneten Räuber fielen in die Häuser, bemächtigten sich aller Nahrungsmittel, und quälten mit den entsetzlichsten Martern alle und jede, auf welche nur der Verdacht einiger Verbergung fiel. Die Eltern rissen ihren Kindern, und diese ihren Eltern und Geschwistern den letzten Bissen aus dem Munde. Viele, die diesem Jammer durch die Flucht zu den Römern zu entrinnen suchten, wurden von den Soldaten in , andere 1s eine ohl die Nation ige der tapfern vielen iußerste ältigte unter Stadt 8 nicht ihnen „ward Aprils obwohl einer lig be⸗ ntonia ng die lein ob sie zu worten rch die amkeit Gelin⸗ in so zosephi gewiß zigung is ließ Furcht vinden ersnot, Stadt, diesen bst mit ollten, ter sie endlich rdurch issaget, zersten senden äuser, ichsten ig fiel. vistern ich die ten in — 215— der Vermutung, daß sie Gold verschlungen, lebendig aufgeschnitten. Man suchte durch die unnatürlichsten Mittel die Stillung des Hungers, und eine bemittelte Mutter, die durch diese Plage zur äußersten Verzweiflung gebracht war, schlachtete und kochte ihr eigenes Kind, und bot, da sie einen Teil desselben verzehret, den grausamen Kriegsknechten die andere Hälfte dar. Alle Straßen waren mit Leichen bedeckt, und das Sterben war so häufig, daß vom 14. April bis zum 1. Julius 115,880 Leichen zu einem Thore hinausgebracht und 600,000 über die Mauer geworfen wurden. Titus ward durch diese erschrecklichen Umstände äußerst gerührt, und bezeugte mit gen Himmel gehobenen Händen, daß er an diesen unnatürlichen Grausamkeiten unschuldig sei, und solche unerhörte Greuel unter den Trümmern der Stadt begraben werden müßten. Nachdem die Burg Antonia unter vielem Blutvergießen erobert und völlig niedergerissen war, mußte nun auch der sowohl durch seine Lage als die stärksten Mauern ausnehmend feste Tempel angegriffen werden, zu welcher Zeit denn auch das tägliche Opfer in demselben aufhörte. Titus, der für dieses herrliche Gebäude und für den Gottesdienst der Juden eine bewun⸗ dernswürdige Ehrerbietung äußerte, ließ sich dessen Erhaltung mit der äußersten Sorgfalt angelegen sein, und ermüdete nicht, sowohl in eigener Person als durch den Josephus den Johannes mit seinem gottlosen Haufen durch wiederholte, rührende Vorstellungen zu bewegen, daß sie durch ihren fort⸗ gesetzten Frevel das Heiligtum Gottes nicht entweihen, vielmehr durch eine endliche Ubergabe es dem nahen Untergange entreißen möchten, versprach ihnen auch die ungestörte Fortsetzung ihres Gottesdienstes. Allein diese Bösewichter verschmäheten dieses alles, besetzten die Thore des Tempels mit Kriegs⸗ maschinen, und machten denselben durch Raub und Blutvergießen, nach Christi Worten, nun völlig zur Mördergrube. Daher sah sich Titus endlich genötiget, die äußerste Gewalt zu gebrauchen, und nach verschiedenen abge⸗ schlagenen Stürmen an die Thore desselben Feuer legen zu lassen, welches denn alle bedeckten Gänge um den Tempel ergriff. Er gab zwar sogleich den Befehl, das Feuer zu löschen, um das noch unversehrte Hauptgebäude des Tempels zu erhalten, aber keine menschliche Vorsicht vermochte den Rat⸗ schluß Gottes zu verhindern. Ein heftiger Ausfall der Juden zog das Gefecht in die Nähe des Tempels, und ein römischer Soldat warf aus eigenem Antriebe, oder vielmehr von einer höhern Hand geleitet, einen feurigen Brand in ein Fenster der an den Tempel gebaueten Zimmer. Sogleich breitete sich das Feuer in diesem Nebengebäude aus. Titus eilte alsbald den Brand zu löschen, aber seine Befehle wurden nicht vernommen. Die römischen Legionen drangen wütend auf den Tempel zu, unterhielten die immer weiter um sich greifenden Flammen, und erfüllten alles mit Blut und Leichen. Titus begab sich mit einigen seiner Heerführer selbst in den Tempel, besah dessen Heiligtum und die darin befindlichen Geräte, und fand, daß die Pracht alle Nachrichten davon weit überträfe. Er erneuerte die eifrigsten Bemühungen, dieses Innere des Tempels zu retten, aber vergeblich; der ganze Tempel ward, wie Josephus bemerkt, an eben dem Tage, da der erste von den Babyloniern verbrannt worden, durch die Flammen völlig verzehret. Ein allgemeiner Raub und die blutigste Niederlage verbreitete sich ohne einiges Verschonen in dem ganzen Raum des Tempels. Die römischen Soldaten pflanzten an das östliche Thor desselben ihre Krieges⸗ zeichen, brachten daselbst ihre heidnischen Opfer und riefen den Titus als Sieger aus. Eine Anzahl Priester, so auf einer Mauer des Tempels ihre Sicherheit gesucht, flehete vergeblich um ihr Leben; Titus antwortete, die — 216— Zeit der Begnadigung sei geendet, und sie mußten nunmehr mit ihrem Tempel umkommen. Die Aufrührer hatten sich inzwischen mit gewaffneter Hand den Weg aus dem Tempel geöffnet und verlangten eine Unterredung mit dem Titus. Dieser erbot sich, ihnen das Leben zu schenken, wenn sie sogleich die Waffen niederlegen und sich ergeben würden; als sie sich aber dessen, unter der Vor⸗ schützung eines Eides, weigerten und einen freien Abzug verlangten, versagte er ihnen alle Gnade, übergab die untere Stadt der Plünderung und dem Feuer, und griff den noch übrigen obern Teil derselben an, in welchen sich die sämmtlichen Aufrührer unter dem Simon und Johannes gezogen hatten. Sobald die römischen Maschinen auch hier die Mauer durchbrochen, überfiel diese Hartnäckigen die mutloseste Verwirrung. Voll Furcht und Schrecken verließen sie die von ihnen besetzten sehr festen Türme, versuchten vergeblich durch die römischen Verschanzungen zu entkommen, und verbargen sich endlich in unterirdische Höhlen. Die Römer bemächtigten sich also auch der ganzen obern Stadt, plünderten selbige und zündeten sie nach der entsetzlichsten Niederlage unter den Einwohnern mit Feuer an. Dieses geschahe am 8. September des Jahres 70 nach Christi Geburt. Als Titus in die nun völlig eroberte Stadt ging, und die ungemeine Festigkeit ihrer Mauern und Türme bewunderte, brach er in dieses ihm rühmliche Geständnis aus: Wir haben mit Gottes Beistand Krieg geführet; es ist Gott, der die Juden aus diesen Festungen herausgetrieben hat, denn was würden menschliche Hände und Maschinen gegen solche Türme vermögen? Gleich nach der Eroberung wurden die noch übrigen Aufrührer sämtlich getötet. Die ansehnlichsten Jünglinge wurden zum Triumphe des Titus, die übrigen Gefangenen aber zu den römischen Schauspielen oder zu schweren Arbeiten bestimmt; die, so unter 17 Jahren, wurden verkauft. Die Zahl aller in dem ganzen Kriege Gefangenen rechnet Josephus auf 97,000, und der in der Belagerung Umgekommenen auf 1,/100,000, außer der großen Menge, die sonst in diesem Kriege ihr Leben verloren, und macht jene große Anzahl aus der unter dem Cestius berechneten Zahl der Osterlämmer begreiflich. Simon und Johannes gerieten aus ihren Höhlen auch endlich in die Hände der Römer. Sie wurden gleichfalls zum Triumph des Titus aufbehalten, und nach selbigem der erste zum Tode, der andere aber zeitlebens zum Gefängnis verurtheilet. Die sämmtlichen überbleibsel der Stadt, außer dreien Türmen und einem Teil der Mauer, wurden auf Titi Befehl dem Erdboden gleich gemacht. Jerusalem wurde also nach Christi Weissagung völlig geschleifet. Wenn nun diese merkwürdige Geschichte, nebst der ganz sonderbaren Erhaltung der jüdischen Nation bei ihrer großen Zerstreuung, die Göttlichkeit der Lehre Jesu ausnehmend bestätiget, so muß einem jeden, der solche be⸗ kennet, bei einer mitleidigen Erwägung dieser Gerichte Gottes, jene Warnung des Apostels stets wichtig bleiben: Sei nicht stolz, sondern fürchte dich. Hat Gott der natürlichen Zweige nicht verschonet, daß er vielleicht dein auch nicht verschone. Darum schaue die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst an denen, die gefallen sind; die Güte aber an dir, soferne du an der Güte bleibest, sonst wirst du auch abgehauen werden. ihrem Weg Titus. Baffen Vor⸗ rsagte dem n sich zatten. berfiel recken zeblich ndlich anzen ichsten je am meine ihm ühret; denn ögen? mtlich Titus, weren Zahl und roßen große iflich. Hände alten, zum einem nacht. baren ichkeit e be⸗ mung Hat nicht st an Güte —NI —