2— ö ö E— —— + ——— E**** 2—2—2——— * — ————————————— E ö * * — * * ö *——— — ——— V. 2 6 + her + Leen, ge —H 7—— —0 2 H.. 1—9 F.— A◻le,, 0 en, a, . C 2790 , la, 22—— . elers̃e, e a Z, . H,,, — Pe, 4——1395 4. 2 7.,. , ,. 1— 7 — 7 3515 ga o — F. 2 7 . 2 auuur Al. 2— + h... fNe.—d Wittenbergisches BiI nebst Goäoebeten und Andachtoͤuͤbungen re. herausgegeben D. Carl Christian Tittmann. Vierte Auflage. πι⁰νι⁰ν⁰⁰ι⁰π0m:tUι⁷π⁰⁰π⁰⁰π⁷πmmnan Wittenberg, im Verlage des Kirchen-Aerariums, 1828. Vortede. Vie hiesige Stadt ist in der ganzen eban. ä gelischen Christenheit die erste gewe⸗ sen, die eine Sammlung deutscher Gesaͤnge gehabt und oͤffentlich gebraucht hat. Ein Vorzug, den sie, wie so viele andere, ih⸗ rem Luther verdankt, und der unter denselben gewiß nicht einer der geringsten ist, zumal da sie dadurch der Christenheit zu oͤffentlichen gottesdienstlichen Liedersammlungen das Bei⸗ spiel gegeben hat. Sie mußte daher auch bil⸗ lig in unsern Zeiten nicht die letzte seyn, die ein verbessertes, den gegenwaͤrtigen Umstaͤn⸗ den angemessenes Gesangbuch erhielt. Ich ha⸗ be dazu, nachdem bereits laͤnger, als vor Jah⸗ resfrist, die Exemplarien der letzten Ausgabe dom Jahre 1779 saͤmmtlich vergriffen waren, 1* und IV Vorrede. und man ausdruͤcklich ein verbessertes Gesang⸗ buch verlangte, um so viel williger die Hand geboten, nicht nur weil die Verbesserung der gewoͤhnlichen Gesangbuͤcher ein, ich mag bei⸗ nahe sagen, allgemein anerkanntes, dringen⸗ des Beduͤrfniß unsrer Zeiten ist, und der An⸗ hang neuer Lieder bei der letzten Ausgabe mit so vieler lobenswuͤrdiger Willigkeit aufgenom⸗ men ward, sondern auch weil die hiesige Stadt von der Reformation an jederzeit ihr eigen⸗ thuͤmliches Gesangbuch gehabt hat, und ich mir bei der neuen Herausgabe desselben kein weiteres Recht anzumaaßen noͤthig hatte, als das, von Luthern an, alle meine Amtsvorgaͤn⸗ ger, namentlich Calov, Loͤscher, Wernsdorf, Abicht und Hofmann, ohne den mindesten Widerspruch, ausgeuͤbt haben. Der Augen⸗ schein lehrt es, wenn man die von ihnen be⸗ sorgten Gesangbuͤcher vergleicht, wie sie durch Zusaͤtze und Weglassungen von ihnen jedesmal veraͤndert und nach und nach so vermehrt wor⸗ den sind, daß die Anzahl der Gesaͤnge von 8 zu 40, 189, 463, 600, 916, bis zuletzt auf 1 1000 100 mein nera denk ist, Liede fůgt liche gebet gabe bar stimt Hoft und insg bish Dar ersch ich lore eine wor esang⸗ Hand ng der ig bei⸗ ingen⸗ er An⸗ he mit jenom⸗ Stadt eigen⸗ nd ich n kein e, als orgaͤn⸗ isdorf, ndesten Augen⸗ ien be⸗ durch hesmal t wor⸗ don 8 tt auf 1000 Vorrede. V 1000 angewachsen ist. Besonders aber hat mein vorletzter Amtsvorfahr, der seelige Ge⸗ neralsuperintendens D. Hofmann, dessen An⸗ denken unserer Gemeinde noch immer werth ist, im Jahre 1742 nicht nur uͤber 300 neue Lieder der vorhergehenden Ausgabe hinzuge⸗ fuͤgt, sondern ihr auch sogar durch eine gaͤnz⸗ liche Umaͤnderung eine ganz neue Gestalt ge⸗ geben. Und seine Arbeit ist, wie seine Aus⸗ gabe des Leipziger Gesangbuchs, damals dank⸗ bar aufgenommen worden. Ueberwiegende Gruͤnde haben mich be⸗ stimmt, die Anlage des bisher gewoͤhnlichen Hofmannischen Gesangbuchs beizubehalten, und die aus demselben aufgenommenen Lieder insgesammt/ bis auf einige sehr wenige, in ihrer bisherigen Stelle unveraͤndert stehen zu lassen. Dadurch ist mir zwar nicht allein die Arbeit sehr erschwert worden, sondern sie hat auch/ wie ich gern gestehe, an Vollkommenheit das ver⸗ loren, was viele neue Gesangbuͤcher durch eine zweckmaͤßigere Anordnung des Inhalts ge⸗ wonnen haben. Inzwischen war es unter ge⸗ gen⸗ VI Vorrede. genwaͤrtigen Umstaͤnden anders nicht moͤglich. Die alten, guten und bisher beim öffentli⸗ chen Gottesdienste gewoͤhnlichen Gesaͤnge sind insgesammt beibehalten, und nur hier und da, wo es ganz unumgaͤnglich nothwendig war, und, wie ich hoffe, auf eine minder merkliche Weise, in einzelnen Worten und Ausdruͤk⸗ ken verbessert worden, daß ich gewiß nicht den Vorwurf befuͤrchte, zu viel gebessert zu haben, vielleicht weit eher diesen, daß noch zu wenig gebessert worden ist. Um nicht ein bekanntes Lied wegzulassen, ist lieber gleich daneben, oder wo sich sonst ein schicklicher Platz fand, eine Verbesserung desselben ein⸗ geruͤkt, und um deßwillen in dem erstern wenig oder gar nichts geaͤndert worden, ob es gleich einer großen Aenderung bedurft haͤt⸗ te. Mit diesen kleinen Verbesserungen wer⸗ den nunmehr mehrere alte Lieder, die seit vie⸗ len Jahren nicht oͤffentlich gesungen worden sind und gesungen werden durften, mit al⸗ lem Rechte wieder gebraucht werden koͤnnen. Sollte ja etwa eine merklichere Veraͤnderung vor⸗ vork diese ser r klane sind gebli duͤrft gen diese hand zum saͤng hat, Hert bere ande melt Luth Vat ursp jener Ind nehn Vorrede. ́II vorkommen: so werden diejenigen, die sih dieser neuen Ausgabe bedienen, nur etwas lei⸗ ser mitsingen duͤrfen, und so wird aller Miß⸗ ö klang leicht vermieden werden. Unter andern sind die Lutherischen Lieder ganz unveraͤndert geblieben; ob es gleich so strafbar nicht seyn duͤrfte, auch diesen die noͤthigen Verbesserun⸗ gen zu geben, da nicht allein Luther selbst sich dieses Recht bei manchen zu seiner Zeit vor⸗ handenen Liedern angemaaßet, und nicht selten/ zumal in den von ihm deutsch uͤbersetzten Ge⸗ saͤngen, einen ganz andern Sinn untergelegt hat, wie z. B. in dem bekannten Lobgesange: Herr Gott, dich loben wir ꝛc., sondern auch bereits ehedem schon seine eigenen Lieder von andern veraͤndert, zum Theil auch verstuͤm⸗ melt worden sind, ob sie gleich noch immer fuͤr Luthers Lieder gelten, wie das Lied: Gott der Vater wohn' uns bei, und der Glaube/ der urspruͤnglich aus 4 Versen besteht, so wie jenes 3 von einander verschiedene Verse hatte. Indessen wird es dem groͤßten Theile ange⸗ nehmer seyn, daß sie ganz unveraͤndert beibe⸗ hal⸗ VIII Vorrede. halten worden sind. Nur einem und dem an⸗ dern ist eine Nachahmung an die Seite gesetzt worden, die auch als eine Erklaͤrung des Ori⸗ ginals dienen kann. Da aber in dem bisherigen Gesangbuche eine sehr betraͤchtliche Anzahl ganz veralteter, zum Theil auch lateinischer, Lieder enthalten war, die seit langen Jahren ganz und gar nicht mehr gesungen worden sind, und entwe⸗ der wegen ihrer Laͤnge und ganz unbekannten Melodie, oder wegen ihres allzu niedrigen und der erhabnen Wuͤrde der Religion und des Gottesdienstes nicht angemessenen Ausdrucks, der doch bei einer so heiligen und ehrwuͤrdi⸗ gen Sache ganz gewiß nicht gleichguͤltig ist, oder auch wegen halb wahrer, von leichtsinni⸗ gen Gemuͤthern zur Entheiligung goͤttlicher Lehren leicht zu mißdeutender, zum Theil auch sogar irriger Gedanken, nicht gesungen wer⸗ den konnten; so ist deren Stelle mit neuen ersetzt worden, so wie ebenfalls die besten Lie⸗ der aus dem bisher gewoͤhnlichen, von dem seligen Herrn Generalsuperintendens D. Hirt be⸗ besor den hat. daß! gutes darf wird. word ich g schen die mann le Lic ist es dem der, wohl sehen sich f ausm zur wie Vorrede. IX besorgten Anhange hier mit aufgenommen wor⸗ den sind, wo man sie also kuͤnftig zu suchen hat. Wobei ich versichert zu seyn glaube, daß man nicht leicht auch nur ein einziges altes gutes Lied vermissen, dagegen aber viele, ich darf es wohl sagen, sehr gute Gesaͤnge finden wird. Es ist zwar dadurch das Buch staͤrker worden als es geschehen seyn wuͤrde, wenn ich ganz freie Hand gehabt haͤtte. Inzwi⸗ schen ist es dennoch schwaͤcher, nicht nur als die Hirtische, sondern auch selbst als die Hof⸗ mannische Ausgabe, ob es gleich gerade so vie⸗ le Lieder enthaͤlt, als diese. Auf solche Weise ist es noch immer das alte Gesangbuch, in⸗ dem es alle die alten, bis her gewoͤhnlichen Lie⸗ der, sogar in ihren Nummern, enthaͤlt; wie⸗ wohl man es auch in sofern als ein neues an⸗ sehen koͤnnte, weil es so viele neue Gesaͤnge in sich fasset, die leicht ein eignes Gesangbuch ausmachen moͤchten. Diese kann man voritzt zur Privatandacht gebrauchen, wozu man, wie ich hoffe, hierinne reiche Veranlassung fin⸗ X Vorrede. finden wird, bis sie mit der Zeit oͤffentlich gesungen werden koͤnnen. Bei dem allen bin ich mit so uͤberlegter, mir nur immer moͤglicher Sorgfalt und Ge⸗ wissenhaftigkeit zu Werke gegangen, die mich vor Gott/ und, wie ich mit Zuversicht hoffe, vor einem jeden billigen Richter, von aller Ver⸗ besserungssucht gaͤnzlich frei sprechen wird; habe die Urtheile erfahrner Maͤnner benutzt, und alles vor Gott und mit Gott/ zu seiner Ehre, zur Verherrlichung Jesu, zur Befdr⸗ derung eines vernuͤnftigen Gottesdienstes und der zeitlichen und ewigen Gluͤckseligkeit aller, die dieses Buch gebrauchen werden, gethan, daß ich das demuͤthige und freudige Vertrauen zu Gott und unserm Heilande, Jesu Christo/ habe, er werde diese in der besten, heilsam⸗ sten Absicht unternommene Arbeit durch seine alles regierende, weise und gnaͤdige Vorsehung beguͤnstigen, zu der hiesigen mir so theuern Gemeinde aber, die meine Sorgfalt fuͤr ihr zeitliches und ewiges Wohl aus einer vieljaͤh⸗ rigen Amtsfuͤhrung kennet, die angenehme und zu⸗ zuber itzt 1 nicht von aus de eit gen gegen so w von saͤnge und, de vo Prive kuͤnft Verse durch giebt, Heilg wuͤrd gelege kuͤnft ken, entlich enutzt, seiner Befoͤr⸗ 3 und aller, ethan, trauen ᷓhristo/ eilsam⸗ h seine sehung heuern fuͤr ihr bieljaͤh⸗ ne und au⸗ Vorrede. XI zuderlaͤßige Hoffnung hege, sie werde solche itzt und noch mehr kuͤnftig, wenn ich auch nicht mehr seyn werde, als einen Beweis da⸗ von mit dem liebesvollen Herzen aufnehmen, aus welchem alles geflossen ist; und ich wuͤr⸗ de ein sehr großes, und nach allen Aeußerun⸗ gen gegen mich sehr ungerechtes Mißtrauen gegen ihre Liebe und ihr Vertrauen zu mir, so wie gegen ihre Einsichten und Kenntnisse von dem Werthe guter, herzerhebender Ge⸗ saͤnge verrathen, wenn ich das nicht hoffen, und, wenn ich nicht glauben wollte, sie wer⸗ de vor der Hand die neuen Gesaͤnge bei ihrem Privatgottesdienste fleißig gebrauchen, und kuͤnftig mit neuem Eifer den gottesdienstlichen Versammlungen beiwohnen, worinne wir durch die besten Gesaͤnge, die es gegenwaͤrtig giebt, Gott den Vater, und unsern erhabenen Heiland, Jesum Christum, und seinen Geist wuͤrdig verehren, und uns in allen unsern An⸗ gelegenheiten in Absicht auf dieses und das zu⸗ kuͤnftige Leben gemeinschaftlich erwecken, staͤr⸗ ken, beruhigen und troͤsten koͤnnen. Gott segne XII Vorrede. segne sie/ die mir so werthe Gemeinde/ und alle Gemeinden, die sich dieses Gesangbuchs bedienen/ mit zeitlichem, geistlichem und ewi⸗ gem Guten, und gebe nach seiner großen Barm⸗ herzigkeit/ daß sie sich jederzeit, so wie sie ehe⸗ dem der ganzen christlichen Welt durch das Licht der Wahrheit vorgeleuchtet hat, durch Weisheit und Glauben und exemplarische Tu⸗ gend vor andern auszeichne, und in dem Be⸗ kenntnisse und in der Ausubung der reinen Leh⸗ re Jesu Christi erhalten werde, so lange sein Name unter den Menschen auf Erden verherr⸗ lichet wird. Ihm, dem Vater, und dem Sohne und dem heiligen Geiste sey Ehre in Ewigkeit! Geschrieben zu Wittenberg, im Monat Februar des Jahres 1788. D. Carl Christian Tittmann. nn. Vorerinnerung zur vierten Auflage Desser neue Abdruck unseres Wittenbergischen Gesangbuchs durfte nicht laͤnger verschoben wer⸗ den; und/ weil sich dazu kein Verleger bei uns finden wollte, mußte der Verlag aus dem Ver⸗ moͤgen der Kirche selbst bestritten, und dessen Besorgung dem Herrn Vorsteher und Ver⸗ walter dieses Vermoͤgens uͤbertragen werden. Dieß ist nun geschehen; und so erscheint die Sammlung von Kirchenliedern fuͤr die hiesige Gemeinde, welche mein seeliger Vorfahr, D. Tittmann, nachheriger Kirchenrath zu Dres⸗ den, vor vierzig Jahren veranstaltete und her⸗ ausgab, und die nachher zweimal wiederum abgedruckt worden ist, jetzt zum vierten Male. Sie XIV Vorrede. Sie ist unveraͤndert geblieben und wie bisher mit Beibehaltung der Seitenzahl und der Lie⸗ dernummern buchstaͤblich wiederholt worden. Da es einer Hauptveraͤnderung, wie sie zu der ge⸗ dachten Zeit noͤthig worden war, jetzt nicht mehr bedurfte: so hielt man es fuͤr rathsam, auch alle kleinere Abaͤnderungen und Verbesse⸗ rungen einzelner Stellen zu unterlassen, uͤber⸗ haupt alles zu entfernen, was dem ferneren Ge⸗ brauche der aͤlteren Ausgaben, die noch in so bielen Haͤnden sind, ohne Noth Abbruch thun wuͤrde. Die einzige Litaney, die wegen der er⸗ folgten Regierungsveraͤnderung ohnedieß nicht ganz dieselbe bleiben konnte, macht hier eine Aus⸗ nahme; man hat ihr um das Ermuͤdende zu ent⸗ fernen und eine aus harrende gemuͤthliche Theil⸗ nahme zu erleichtern, eine neue Gestalt zu ge⸗ ben gesucht. Die Veraͤnderung im Dresdner Gesangbuche ist zwar nur wenig benutzt, vielmehr die einfache Sprache des alten herzlichen und kraͤf⸗ tigen Gesangs moͤglichst beibehalten, aber das Ganze in ein Singen der Gemeinde und ein Spre⸗ Spr verth uͤbun von ⸗ Geme des N innert auch l cher d koͤnnel starke eigent die ihn ganz k chen. noch d Liederd durch! ren Co 2 zeugen, bisher er Lie⸗ n. Da der ge⸗ nicht thsam, rbesse⸗ uͤber⸗ n Ge⸗ in so thun der er⸗ nicht Aus⸗ Uent⸗ Theil⸗ u ge⸗ adner mehr kraͤf⸗ das id ein Spre⸗ Vorrede. DIXV Sprechen des Predigers vor dem Pulte, also vertheilt worden, daß das erstere diese Andachts⸗ uͤbung beginnt und beschließt, in der Mitte aber von Zeit zu Zeit nur die herzliche Theilnahme der Gemeinde an dem ausdruͤckt, woran die Worte des Predigers jetzt im Zusammenhange kraͤftiger⸗ innert haben.— Diese veraͤnderte Litaney ist auch besonders abgedruckt, um in die Gesangbü⸗ cher der aͤlteren Ausgaben eingelegt werden zu koͤnnen. Eines Anhangs bedarf diese an sich schon starke und an guten Liedern reiche Sammlung eigentlich gar nicht. Zur Befriedigung derer, die ihn dennoch gewuͤnscht haben, wird daher ein ganz kleiner Anhang, fuͤr den gesorgt ist, hinrei⸗ chen. Uebrigens empfiehlt sich diese Ausgabe noch dadurch, daß im Register die Namen der Liederdichter, so weit sie auszumitteln waren, durch die thaͤtige Beihuͤlfe meiner verehrten Her⸗ ren Collegen, noch hinzu gekommen sind. Wir haben uns hier, wie auch Fremde be⸗ zeugen, eines in Ansehung des aͤußern Vortrags ver⸗ XVI Vorrede. verbesserten Kirchgesangs zu erfreuen; Dant *J...... sey es der Leitung, die er seit mehreren Jahren erhielt, und die bisher noch nie ermuͤdete. Moͤge Gott diese aͤußere Bildung und Besserung seg⸗ nen, und sie durch Erleichterung und Foͤrderung frommer Gefuͤhle je laͤnger je mehr in Erhebung der Gemuͤther zur Gesi nd 20 Sohnes rn lassen! Wittenberg/ im Monat Man 1608. Abermal is Ich bleib' n Ich Gott, ch Gott u Ich Gott, lch Gott, Ich Gott, (lch Herr, »D ent Ladwih Meͤsth lch hoͤchster lch koͤnnt' i lch sieh ihr lch unsre 9 lch was so (ch wenner Ü(ch wie frei Ich wie ist Üch! wie ni lllein Gott Ullein zu di Ulle Mensch alllen Mens ö ö llen, wele Aller meine Alles ist an S.— 3 Dank 938 Jahren Regiser . Moͤge der Gesaͤnge nach den Seiten. ung seg⸗ A Seite. Verfasser. oͤrderung Abermal ist eins dahin von der Zeiten 122 J. Rist. rhebung Üch bleib' mit deiner Gnade 413 Stegmann⸗ Sohnes[ch Gott, erhoͤr mein Seufzen und 614 Schechsius. ohne Ach Gott und Herr, wie groß und 289 P. Gerhard⸗ Ilch Gott, verlaß mich nicht! 526 Franke. 828. lch Gott, was ist der Menschen Gluͤck! 712 J. F. Muder. Ich Gott, wie manches Herzeleid. 378 M. Moller. Ilch Herr, lehre mich bedenken,. 730 B. Schmolke. ch.(ch hoͤchster Gott, verleihe miir,. 480 J. Rist. ich könnt' ich doch mit deinen Gliedern 339 J. Herrmann. lch sieh ihn dulden, bluten, sterben! 165 J. A. Hermes. Ich unsre Noth ist groß!. 613 v. Stoͤcken. ch was soll ich Suͤnder machen? 291 J. Flittner. lch wenn werd' ich von der Suͤnde, 327 B. Muͤnter. Ich wie freu ich mich zu sterben! 722 B. Schmolke. lch wie ist der Menschen Liebe„ 643 B. Muͤnter. Üch! wie nichtig, ach! wie fluͤchtig 705 M. Franke. Üllein Gott in der Hoͤh' sey Ehr'. 75 J. Spangenberg. Allein zu dir, Herr Jesu Christ,. 292 J. Schneesing. Ulle Menschen muͤssen sterben, 702 J. G. Albinus. Allen Menschen und auch mir 557 C. F. Weiße. Allen, welche nicht vergeben, 581 B. Muͤnter. Aller meiner Bruͤder Rechte, 567 J. A. Cramer. Alles ist an Gottes Segen 468 J. Kohlroß. 1 Allgegen⸗ Register. Allgegenwaͤrtiger, ich schwöre Allguͤtiger, allein bei dir Alliebender, du schufst mein Herz. Allmaͤchtiger, der seinen Thron · Allmaͤchtiger, ich hebe mein Aug' Allmaͤchtig großer Gott Also hat Gott die Welt geliebt, daß er Also hat Gott die Welt geliebt! das preise Amen! Lob und Preis und Staͤrke Am Kreuz erblaht, ‚„ Anbetungswuͤrd ger Gott. An dich, mein Gott, zu denken, An Gott will ich gedenken! Auch diesen Tag hab' ich vollbracht Auf, auf! ihr Reichsgenossen! Auf, Christen, auf, und freuet euch! Auf, Christen, laßt uns unsern Gott Auf, Christen, preist mit mir den · Auf deine Weisheit schauen, Auf dich, Gott voll Guͤte, Auf dich, o Vater, schauen unsre. Aufersteh'n, ja aufersteh'n wirst du Auf Gott ich mich verlassel Auf Gott, und nicht auf meinen Rath⸗ Auf meinen lieben Gott Auf, mein Herz, ermanne dich, Auf, schicke dich, recht feierlich Auf, Seele, preise den Erretter, Aus deiner milden Segenshand, * ** Seite. Verfasser. 817 490 J. S. Dietrich. 559 J. S. Dietrich. 265 F. W. Zachariaͤ. 17 Neander. 825 106 Hacker. 82 P. Gerhard. 213 C. C. Sturm. 188 C. F. Neander. 440 J. J. Rambach. 520 B. Schmolke. 519 B. Schmolke. 66 C. C. Sturm. 84 J. Rist. 222 J. S. Dietrich. 14² Dietrich. 434 V. E. Loͤscher. 652 J. F. Muder. 623 Ehrenfr. Liebich. 41 J. A. Cramer. 210⁰0 Klopstock. 627 619 Gellert. 615 S. Weingaͤrtner. 666 nach Schmolke. 98 Gellert. 598 Stresow. 766 H. E. Heeren. Aus der T Aus einem Aus Erde Aus Gnad Aus irdisch Aus meine Aus tiefer Barmherzie Bedenke, 2 Bedenk', o Befiehl den Befiehl du Begluͤckt, b Begrabt der Besitz' ich 1 Bester Trof Betet an, i Betet an! Bewahre m Bei dir, o Bringt Got ringt Pre Thrist, alles Ihrist, aus hriste, du Lhristen, sin rfasser. Dietrich. Dietrich. zachariäͤ. hard. ßturm. eander. dambach. molke. molke. turm. Dietrich. oͤscher. Nuder. Liebich. Lramer. 5— ingaͤrtner. chmolke. . Heeren. Register. Seite. Verfasser. Aus der Tiefe rufe ich, 616 G. C. Schwaͤnlein. Aus einem tief vor dir gebeugten. 311 J. A. Cramer. Aus Erde ward mein Leib erbaut, 792 J. A. Cramer. Aus Gnaden soll ich selig werden, 332 Chr. L. Schwaͤdt. Aus irdischem Getuͤmmeol.. 8²⁵ Aus meines Herzens Grunde J. Mathesius. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir, 292 1nie B Barmherzigkeit ist unsre Pflicht,. 562 J. VB. V. Breithaupt. Bedenke, Mensch, das Ende, 718 B. Schmolke. Bedenk', o meine Seele, 778 J. A. Cramer. Befiehl dem Hoͤchsten deine Wege,. 621 Henr. Cath. v. Gersdorf. Befiehl du deine Wege 459 P. Gerhard. Begluͤckt, begluͤckt ist, wer auf Erden 787 J. A. Cramer. Begrabt den Leib in seine Gruft,. 740 Klopstock. Besitz' ich nur ein ruhiges Gewissen, 790 Gellert. Bester Trost im Leide, 382 Frank u. Neander. Betet an, ihr Menschen, bringet. 262 J. A. Cramer. Betet an! Laßt uns lobsingen, 428 J. A. Cramer. Bewahre mich, Herr, daß der Wahn 483 Dietrich. Bei dir, o Hoͤchster, Gnade haben, 782 Dietrich. Bringt Gott, ihr Christen, Preis und 609 W. A. Teller. ringt Preis und Ruhm dem Heiland 205 Dietrich. C Ihrist, alles, was dich kraͤnkeet, 620 L. S. Neander. hrist, aus deinem Herzen. 664 A. Schlegel. riste, du Lamm Gottes,. 148 Luther. Hristen, singt aus Herzensgrund!. 41 Selneccer. 2 1.5 Christ Register. Selte. Verfasser. 5 Christ fuhr gen HDimmel. 218 Chr. Sotius.—15 Volk. Christ ist erstanden„„ 194 Luther. Dein 425 Christus, Christus tröstet mich 217 Dem Tode Christus, der ist mein Leben, 691 Sim. Graf. Der am K Christus ist erstanden, frei von 194 Luther. Der beste 8 Christus ist erstanden! keine Todesbanden 209 Chr. F. Neander. Der du all Der du, d D Der du die Damit ich schon hier auf der Erde 493 J. A. Cramer. Der du die Dank dem milden Vater! Dank! 44 J. A. Cramer. Der du du Dank, ewig Dank sey deiner Liebe, 356 Dietrich. Der du kar Dank sey Gott in der Hoͤhe, 11 J. Muͤhlmann.* dulun Dank itzt dem Herrn und allezeit! 44 Nic. Herrmann. Der du 1 Das alte Jahr ist nun entfloh'n, 119 J. Schmidt. Der Das alte Jahr vergangen ist, 120 Steuerlein.—. Freud Das Amt der Lehrer, Herr, ist dein; 584 J. A. Cramer. D. 935 Das Gluͤck des Erdenlebens. 807 Dietrich. Wer Aerds Das Grab zerbricht, und Gottes Sohn 202 Cronegk. Der Herr Das Jahr, das nun vergangen ist 119 Steuerlein. Der Here Das walt Gott, die Morgenroͤthe 15 Chr. Scriver. Wer Leste Das walt Gott Vater und Gott Sohn, 20 Martin Bohemus. Der bch Das walt mein Gott, Vater und. 7 Basil. Foͤrtsch. Der Mor9 Das Ziel von meinen Tagen. 19 Ch. E. C. v. d. Rlde 2 3 Deines Gottes freue dich,. 783 Ramler. Der Spött ö 5 Dein Heil hat heut', Volk Gottes, sich 137 J. A. Schlegel. Ber Tag i i* 2 0 Dan Henl⸗ 0 Obrist, nicht zu 80 Gellert Der znsre Dein ist auch meine Jugendzeit,. 7⁴4⁷7 Der Woll Dein Reich, o Gott, ist herrlich; ewig 454 J. A. Cramer. Des Leibes 7²27 Dietrich. Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit, —p—:::::::. Register. Seite. Verfasser. — Dein Volk, o Herr, singt frohen Dank 417 H. E. Heeren. Dein Wort, o Hoͤchster, ist vollkommen, 275 Cramer u. Dietrich. Dem Tode kann ich nicht entfliehen, 710 J. Chr. Grot. raf. Der am Kreuz ist meine Liebe, 175 J. Weuger Der beste Freund ist in dem Himmel, 400 B. Schmolke. Neander. Der du alle deine Werke.„ 10 Chr. Fr. Neander. Der du, dem Tode nahh 576 B. Muͤnter. Der du die Liebe selber bist, 375 Hiller u. Dietrich. Lramer. Der du die wahre Tugend schenkst, 502. Lantier. Der du durch deiner Allmacht Hand 267 J. H. Röding. —⁰ Der du kamst, der Voͤlker Heil,. 79 Jac. F. Schmidt. ů Der du uns als Vater liebest, 6 235 Bruhn. n Der du zu Gott erhoͤhet bist, 220 J. A. Cramer. 50 0 Der erste Tag des Jahrs erscheint, 129 Weigel u. Liebich. 1591 Der Freuden Fuͤll' ist, Gott, bei dir, 804 H. E. Heeren. Lraner. Der Herr, der aller Enden 363 P. Gerhard. Der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! 134 Klopstock. Der Herr ist Gott, und keiner mehr! 441 J. A. Cramer. Der Herr ist mein getreuer Hirt, 362 Wolfg. Mosel. lein. ů 5 Der Herr verlaͤßt die Seinen nicht! 485 . Der letzte Ahiter Tage. 734 B. Muͤnter. Förtsch. Der hohe 48 dunkelt sich; 597 Lavater. C. v. d 9Der Morgen koͤmmt und meine Klage 37 Sturm. '„Der schoͤnen Sonne Licht und Pracht 58 Scriver. — Der Spoͤtter Heere ruͤsten sicͥh,. 420 B. Muͤnter. Schlegel. Der Tag ist wieder hin! 63 Gellert. Der unsre Menschheit an sich nahm, 796 G. B. Funk. Der Wollust Reiz zu widerstreben, 550 Gellert. Cramer. Des Leibes warten, und ihn naͤhren, 543 J. S. Dietrich. h. Des Register. Dieß sind die Rechte, welche Gott Seite Verfasser. Des Morgens, wenn ich fruͤh aufsteh',, 28 Dir sey m Des Todes Grau'n, des Grabes. 736 Spalding. Dir sey P Dich, Allguͤtiger, zu lieben, 511 J. Chr. Grot. Dir trau' Dich bet' ich an, erstandner Held, 197 Neander. Dir, Vater Dich bet' ich an, Herr Jesu Christ, 392 Sturm. Dir zu leb Dich, dich, mein Gott, will ich. 17 Dietrich. Dort haͤng Dich, Hoͤchster, ehrerbietig scheuen, 521 B. Schmolke. Du bester Dich ruf' ich an, Gott, laß mich stets 494 Cramer. Du bist's, Dich ruf' ich an, Herr Jesu Christ. 464 Du, deinet Dich seh' ich wieder, Morgenlicht, 13 Neander⸗ Du, der d Die Bahn ist rauh, auf der ich hier 674 B. Muͤnter. Dus, der di Die Erd' ist, Jesu Christe, dein, 146 Cramer. Du dreimal Die Feinde deines Kreuzes droh'n, 421 B. Muͤnter. Du faͤhrst Die helle Sonne strahlt herfuͤr;. 15 Jac. Herrmann. Du fuͤhlst, Die hier vor deinem Antlitz steh'n, 341 J. G. Lindner. Du gabst n Die Hoffnung naher Ewigkeit.. 673 E. L. F. v. d. Reck Du Geist 1 Die Menschen moͤgen herrschen oder 593 Cramer. Du gingst, Die Morgenstund' ist da, dich will ich 21 J. Reichenwalde. Du, Gott, Die neue Woche geht nun an, 40 E. Neumeister. Du, Gott, Die Sonne stand verfinstert, 191 B. Muͤnter. Du hast, m Dieß ist der Tag, an welchem deine 69 Sturm. Du hast ur Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; 112 Gellert. Du, Herr, 271 Cramer nach Luthe, Du, Herr, 553 J. H. Hayecker. Du, Herr 7⁴4 Gellert. Du, hoͤchste 284 Craßelius u. Dietrich Du klagst 254 Cramer und Mayer Du laͤssest! 645 Muͤnter. Du, meiner 337 Cramer. Durch Adat D Die Zunge die vernehmlich spricht, Dir dank' ich fuͤr mein Leben.. Dir, dir, o Hoͤchster, will ich singen; Dir, Gott, sey Preis und Dank. Dir hab' ich mich ergeben, Dir, Herr und Vater dienen wir, Register. erfasser. Seite. Verfasser. Dir sey mein ganzes Leben, 650 E. Liebich. Dir sey Preis! Ich lebe wieder,. 32 Muͤnter. Grot. Dir trau' ich, Gott, und wanke nicht, 626 J. J. Eschenburg. ö Dir, Vater; dir, mein Heil, o Sohn; 34 Dir zu leben, dir zu sterben, 140 Cramer. Dort haͤngt, durch viele Leiden. 170 Cramer. nolke. Du bester Trost der Armen,„ 611 B. F. Hiller. Du bist's, dem Ehr' und Ruhm. 454 Gellert. Du, deines Vaters Ebenbild, 391 Rambach u. Dietrich. Du, der du deinen Sohn... 822v. Hippel. iter. Du, der du ins Verborgne siehst, 48 Du dreimal großer Gott,. 251 Joh. M. Lange. iter. Du faͤhrst gen Himmel, Jesu Christ, 218 J. Hoffmann. rrmann. Du fuͤhlst, o Christ, das Leiden,. 67² Gellert. indner. Du gabst mir, Vater, dieses Leben 75⁵3 Weiße. v. d. Reck Du Geist des Vaters, Geist des. 22/E. Liebich. Du gingst, o Heiland, hin fuͤr uns zu 364 Cramer. enwalde. Du, Gott, bist uͤber alles Herr;. 532 Zollikofer. neister. Du, Gott, du bist der Herr der Zeit 130 Dietrich. iter. Du hast, mein Vater und mein Gott, 639 E. Neumeister. Du hast uns nur kurze Zeit 760 Muͤnter. Du, Herr, bist meine Zuversicht, 633 Sturm. nach Luthe, Du, Herr, hast aus Barmherzigkeit, 349 B. F. Koͤhler. hayecker. Du, Herr und Schoͤpfer der Natur, 595 Dietrich. Du, hoͤchste Langmuth, du, 523 P. Busch. u. Dietrich Du klagst und fuͤhlest die Beschwerden 683 Gellert. und Mayer Du läss'st den Tag mich wieder sehn, 746 Du, meiner Seele Leben„ 931 W. Naumann. Durch Adams Suͤnde wurden wir 329 Sprengler. Durch Register. Durch Freuden und durch Plagen, Du siehst, o Mensch, wie immerfort Du sorgst, o Gott! was helfen bange Du Stern aus Jacob, Gottes Sohn, Du, Vater, wollst mir geben, Du weinest um Jerusalem,. Du willst es, Herr, mein Gott, E Eine feste Burg ist unser Gott,. Ein Herz, o Gott, in Kreuz und Leid Ein Kindelein so loͤbelich. Ein Kind ist heute uns gebohr'n,. Ein Lamm geht hin und traͤgt die. Ein ruhiges Gewissen laß, Herr, mich Eins ist noth! Ach, Herr, dieß Eine Einst rief der Herr vor dem Erblassen: Einst selig dort zu werden,. Einst weinte fuͤr Jerusalm. Ein Wunderkind, das Jesus heißt, Entehre nicht, mein Herz, mit Klagen Entflohen sind auch dieses Tages Erbarm' dich, Herr! mein schwaches Erfuͤlle, Heiland, selbst mein Herz Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort, Erhalt' uns, Herr, die Obrigkeit, Erhebe vom Geraͤusch der Welt, Erhebt den Herrn, ihr Frommen!. Erhoͤh'ter Jesu, Gottes Sohn, Seite Verfasser. 125 J. W. Sacer. 711 Sim. Dach. 654 Chr. S. Uller. 136 Abr. Klesel. 492 293 Joh. Heermann. 534 J. S. Dietrich. 41²2 Luther. 657 Gellert. 98 Luther. 108 Freilinghausen. 155 P. Gerhard. 789 Gellert. 512 J. H. Schroͤter. 183 C. C. Sturm. 754 Funk. 399 J. Heermann, 98 Luther. 654 B. F. Koͤhler. 54 C. F. Neander. srinnre die ir ist ersta ir koͤmmt, er koͤmmt, kr lebt, er krloͤser, ein Ermuntert Ermuntreed Ermuntre! Ermuntre Erwachet, Es eilt der Es hat uns Es ist gew Es ist noch Es ist nun Es ist volll Es ist volll Es werde Es wolle Es woll' u Es zieht, 325 J. F. Freih. v. Croneglés zuͤchtigt 153 Gellert. 411 Luther. 586 Dietrich. 159 Daniel Schiebeler. 92 Schirmer. 795 Ulber. Erinni Ewiger, er Ewig, o I Fern sey n Fest glaub Register. sser. Seite. Verfasser. acer. krinnre dich, mein Geist, erfreut,‚. 195 Gellert. . ir ist erstanden, Jesus Christ.. 206 B. Muͤnter. ller. ir koͤmmt, er koͤmmt, der starke Held, 91 D. Schiebeler. r kömmt, er koͤmmt zum Weltgericht, 797 Dietrich. er lebt, er lebt! o Christenheit,. 211 J. G. Lindner. mann. krloͤser, einst im Staube„ 153 J. H. Tode. etrich. Ermuntert euch, erquickte Glieder,. 24 E. Neumeister. Ermuntre dich, Herz, Muth und. 29 Dilher. Ermuntre dich, mein Geist, du mußt 19 Gerh. v. Hemessen. Ermuntre dich, mein schwacher Geist, 99 Joh. Rist. Erwachet, Harf und Psalter, 33 J. A. Cramer. Es eilt der letzte von den Tagen.. 758 Neander. sen. Es hat uns heißen treten,. 12 G. Neumann. d. Es ist gewiß ein koͤstlich's Ding,. 679 G. J. Wolf. Es ist noch eine Ruh' vorhanden 814 Dietrich. hroͤter. Es ist nun aus mit meinem Leben! 707 Magn. Dan. Omeis. rm. Es ist vollbracht! So ruft am Kreuze 186 Dietrich. Es ist vollbracht! Vergiß ja nicht, 187 J. E. Schmidt. mnn, Es werde Gott von dir erhoben,. 266 J. A. Kramer. Es wolle Gott uns gnaͤdig seyn, 413 Luther. ler. Es woll' uns Gott genaͤdig seyn,, 414 Luther. nder. Es zieht, o Gott, ein Kriegeswetter 607 Borchward. v. CroneglEs zuͤchtigt deine Hand,„ 605 Bruhn. Ewiger, erbarme dich. 285 von Luther verdeutscht. Ewig, o Jesu, wird dein Wort 416 Dietrich. hiebeler. F Fern sey mein Leben jederzeit. 568 Heeren. Fest glaub' ich, daß, was mir geschieht, 655 Schlegel. Erinni Flieht Register. Seite. Verfasser. Flieht von mir, ihr bangen Sorgen! Freiwillig hast du dargebracht Freue dich, o meine Seele!n. Froͤhlich laßt uns Gott lobsingen! Froͤhlich soll mein Herze springen,. Frohlockend dank ich, Vater, dir,. Frohlockt dem Herrn! Bringt Lob und Fuͤr alle Guͤte sey gepreist. Fuͤr mich, o Jesu, bist du auch. Fuͤr unsern Naͤchsten beten wir,. Fuͤrwahr, du bist, o Gott, verborgen! G Gedanke, der uns Leben giebt,. Geduldiger Herr Jesu Christ, Geht hin, ihr glaͤubigen Gedanken, Geist vom Vater und vom Sohne, Gelobet sey der Herr, mein Gott,. Gelobet seyst du, Gottes Sohn,. Gelobet seyst du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist, und uns. Gelobet seyst du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von Gelobet seyst du, Jesu Ehrist, von aller Gelobt, gelobt seyst du mit Freuden, Gelobt seyst du, Herr, unser Gott! Getrost und freudig geh' ich hin,. Geweiht zum Christenthume. Gieb, daß ich deines Sohnes Lehre 684 Liebich. 209 Gellert. 810 Graf. 100 102 P. Gerhard. 72 J. A. Cramer. 210 Schiebeler. 48 Gellert. zieb, Gott, zieb, Gott, zieb, Gott. hieb, Gott, zieb, Jesu, zieb ihm, Bieb mir ei Bieb mir, e 179 Freilinghausen u. Diczieb Reu 1 561 J. A. Cramer. Bott, deine 640 Franke u. Dietrich. Bott, deiner 143 Gellert. 182 Joh. Angelus. 808 Herrmann. Bott, deiner Zott, dem Bott, der d Bott, der d Bott, der d 241 Hofmann u. Dietricott, der v 442 Joh. Olearius. 105 G. B. Funk. 104 Luther. 103 Luther. 114 Sturm. 610 Stresow. 357 Rist u. Dietrich. 138 Neander. 288 Neander. 472 B. Schmolke. Bott, der 2 Bott der X Bott, der r Bott des 4 Gott, desser Bott, dir g Bott, dir v Bott, du et Gott, du h Gott, durck Gott, duen Gottes So Gii Register. asser. Seite. Verfasser. zieb, Gott, daß ich der Wahrheit 570 J. A. Cramer. zieb, Gott, daß jeder meiner Triebe 549 zieb, Gott, voll Lieb und Guͤte 560 Heeren. zieb, Gott, wenn ich dir diene, 539 Gellert. d. hieb, Jesu, Sanftmuth mir ins Herz, 577 Maukisch u. Schlegel. mer. zieb ihm, o Vater, Gluͤck und Kraͤfte 585 Dav. Sams. Georgii. Bieb mir ein froͤhlich's Herz, 544 Erdm. Neumeister. Bieb mir, o Gott, ein Herz, 554 Gellert. isen u. Dichieb Reu und Leidzz: 322 Basedow. mer. Bott, deine Guͤte reicht so weit. 283 Gellert. Dietrich. Bott, deinen heiligen Befehlen. 525 J. C. Groot. Bott, deiner Staͤrke freue sich. 587 J. A. Cramer. Zott, dem ich lebe, deß ich bin,. 141 Sturm. Bott, der das Licht entstehen hieß, 29 Neander. lus. Bott, der du mich als Vater liebst, 509 Neumeister. Bott, der du Schmerz und Freuden 728 Lavater. 1. Dietrichdott, der vaͤterlich uns liebt, 314 C. Elis. C. v. d. Recke. rius. Bott, der Vater, wohn' uns bei,. 2⁴4 Luther. ink. Bott der Wahrheit! dessen Treue 634 J. J. Rambach. Bott, der wird's wohl machen,. 469 E. Stockmann. Bott des Himmels und der Erden, 8 H. Alberti. Gott, dessen starke Hand die Welt 450 Sturm. Bott, dir gefaͤllt kein gottlos Wesen; 310 Dietrich. Bott, dir vertrau'n, ist meine Pflicht, 636 J. F. Seidel. Bott, du erforschest mich;. 538 Weigel. ietrich. GBott, du hast durch deinen Sohn 238 Neumann. Gott, durch welchen alle Dinge. 784 J. J. Eschenburg. Gott, du weiss'st es, wie ich sinne 497 J. C. Olearius. lke. Gottes Sohn ist kommen! Dankt ihm, 89 B. Muͤnter. Gott Register. Gottes Sohn ist kommen: ruͤhmet Gott faͤhret auf gen Himmel Gott hab' ich alles heimgestellt;. Gott, heilger Geist, Schoͤpfer, Herr, Gott, hilf mir, daß ich Buße thue, Gott, ich darf zu dir mich nah'n, Gott, immer groß an weiser Huld, Gott ist die Liebe selbst, Gott ist mein Hort,.** Gott ist mein Lied!. Gott ist's, der das Vermogen schafft, Gott ist und bleibt getreu: Gott lebet noch! Drum sorg' ich nicht. Gott lebet noch! Seele, was Gott Lob! Der Tag ist nun beschlossen, Gott Lob! Mein Jesus macht mich rein, Gott, mein Herze Dank dir sendet, Gott, o Mensch, gab dir das Leben, Gott, Schoͤpfer, Stifter heil' ger Eh', Gott sey Dank in aller Welt!. Gott sey gelobet und gebenedeiet, daß er Gott sey gelobet und gebenedeiet, der uns Gott sey Lob! Der Tag ist kommen, Gott, sey mir gnaͤdig! Gnaͤdig sey mir Gott sey Preis und Dank gebracht! Gott sey uns gnaͤdig und barmherzig, Gott sorgt fuͤr mich! was will ich Gott sorgt fuͤr uns! O singt ihm Dank, Seite. Verfasser. 85 M. Weiß. HBott, unse 225 G. W. Sacer. Bott, unse 694 J. Pappus. HBott, unse 242 G. B. Funk. Bott, Vat 322 G. Adolph. Bott, Vat 25²2 Cramer. Bott, vor 671 J. C. Grot. Hott, wer 239 J. P. Uz. Bott, wo 270 Gellert. Großer G 455 Gellert. Großer S 757 Sal. Liscow. Groß ist 662 J. C. Wilhelmi. Froß ist, 638 Maurit. Cramer. Guter Hir 660 J. F. Zihn. Gut und 55 Erdm. Neumeister. 139 J. Olearius. 338 Aemil. Jul. Graͤfn Habe dein Schwarzburg. Halt' im 688 Sturm. Heiland, 590 J. A. Schlegel. 87 H. Held. Helft Go 359 Luther(veräͤnd.) Helft mir 360 Luther(unveraͤnd.) Herr, all 338 A. J. Gr. z. SchwanHerr, an 294 J. A. Cramer. Herr, au 78 J. A. Cramer. Herr, au 78 Luther. Herr, der 637 J. C. Wetzel. Herr, dei 767 W. A. Teller. Herr, dei Register. fasser. Seite. Verfasser. Bott, unserm Gott, allein sey Ehr', 74 Dietrich. acer. gott, unserm Gott, sey Lob 78 J. A. Cramer. — Bott, unser Vater, der du bist. 29 C. F. Weiße. nk. Bott, Vater, sende deinen Geist.,. 229 P. Gerhard. . HBott, Vater, Sohn und Geist, du bist 249 J. Gesenius u. Cramer. Bott, vor dessen Angesichte„ 324 Zimmermann. ot. Bott, wer bei deinem Namen schwoͤret, 582 Jungheim. Bott, wo ist Weh, wo Elend auf der 317 J. A. Cramer. Großer Gott, an dessen Segen 469 Kohlroß u. Dietrich. Großer Schöpfer, froͤhlich treten. 96 5 10 Groß ist des Hoͤchsten Guͤte! 256 C. F. Neander. lhelmi. Groß ist, ihr Eltern, eure Pflicht! 591 J. A. Cramer. ramer. Guter Hirte, Jesu Christ. 358 n. Gut und heilig ist dein Wille, 533 C. Muͤnter. umeister. 18.* . Graͤfin Habe deine Lust am Herrn!. 518 B. Schmolke. zburg. Halt' im Gedaͤchtniß Jesum Christ, 348 C. Guͤnther u. Dietrich. Heiland, den uns Gott verhieß, 108 Luther a. d. Latein u. hlegel. Dietrich. Helft Gottes Guͤt' uns preisen! 121 P. Eber(veraͤnd.) raͤnd.) Helft mir Gottes Guͤte preisen,. 121 Paul Eber. nveraͤnd.) Herr, allerhoͤchster Gottt. 495 Dietrich. 3. Schwan Herr, an dir hab' ich gesuͤndigt!. 298 Neander. amer. Herr, auf dich will ich fest hoffen, 486 Martin Geier. amer. Herr, auf Erden muß ich leiden, 224 C. Neumann veraͤnd.) Herr, deine Kirche danket dir;. 416 J. M. Uhlig. bel. Herr, deine Langmuth ist sehr groß;: 603 Mich. Widemann. eller. Herr, dein Erbarmen kann.. 597 Freihr. v. Gersdorf. Herr, Register. Seite. Verfasser. ů Herr, deine Recht' und dein' Gebot', 272 Senicke u. Kuͤster. herr Jesu Herr, denk' an mich! wie oft hab' ich 192 Sturm. derr Jesu Herr, der du mir das Leben. 48 Gellert. Herr der Zeit und Ewigkeit!„ 761 Olearius u. Heerenderr Jesu Herr, dir gelob' ich neue Treue,. 340 Sturm. derr, laß Herr, du bist meine Zuversicht! 406 Sturm. derr, mac Herr, du erforschest michh. 447 J. A. Cramer. derr, meir Herr, du hast in deinem Reich. 267 C. Neumann. derr, meit Herr, du wollst sie vollbereiten. 345 Klopstock. perr, meir Herr, es gescheh dein Willel. 677 Freihr. v. Cronegk, err, meit Herr, es ist von meinem Leben. 47 C. Neumann. 24—.— Herr Gott, dich loben wir! Herr Gott, derr, ohn wir danken dir! Dich, Gott Vater, 243 Luther a. d. Latein, derr, staͤr Herr Gott, dich loben wir! Herr Gott, derr und wir danken dir! Von Ewigkeit 426 Luther u. Zollikofer, Herr Gott, du kennest meine Tage, 732 v. Senft. derr und Herr Gott, nun sey gepreiset!;. 42 Selneccer. derr und Herr Himmels und der Erden, 25 C. Neumann. perr, unse Herr hoͤre mein Gebet 818 perr, unse Herr, ich bin dein Eigenthum;. 763 Muͤnter. derr, unse Herr, ich hab' aus deiner Treu 762 Dietrich. derr, wel— Herr, ich habe mißgehandelt!. 295 J. Franke. derr, wel. Herr, ich hoff' je, du Detdes. die 414 Aug. Herzog zu Euderr wenr ö sen⸗Weißenfels. derr, wie Herr, ich will mit Danken kommen! 204 Heermann. herr, wir Herr Jesu Christ, dich zu uns wend', 76 Wilh. Herzog z. Sachsherzlich lie Herr Jesu Christ, du hoͤchstes Gut, 296 Ringwald. herzliebster herz, sey Herr Jesu Christe, deine Pein, 171 Josua Arndt. „** 7„ Herr Nesu Christ, mein höchstes Gut, 395 Erdm. Neumeister, deut', Chr Hen Register. fasser. Seite. Verfasser. Kuͤster. zerr Jesu Christ, wahr'r Mensch und 157 Paul Eber. derr Jesu, gieb uns deinen Geist, 76 Wilhelm II. Herzog z. Sachsen Weimar. u. Heerenderr Jesu, Gnaden sonne!. 385 Gotter. derr, laß nach eitler Ehre. 541 Heeren. derr, mache meine Seele stille!. 6⁴8 Dietrich. mer. derr, mein Erloͤser, nur von dir 384 Neander. nn. derr, meiner Seele großen Werth, 535 Dietrich. perr, meines Lebens Kraft und Staͤͤrke! 749 Rehberger. Cronegk, derr, mein Gott, lehre mich 64 Aem. Jul. Graͤsin zu mu..R Schwarzburg. derr, ohne Glauben kann kein Mensch 483 P. Busch. d. Latein. derr, starke mich, dein Leiden zu 151 Gellert. ö derr und Gott, o Vater von Ewigkeit! 74 nach d. Latein. Koͤnig Zollikofer Roberts v. Frankreich. derr und Richter aller Welt! 728 Dietrich. derr und Vater, ich, dein Kind,. 305 Neander. nn. perr, unser Gott, laß nicht zu. 425 Heermann. derr, unser Gott! Wie manche Noth 573 Heeren. derr, unser Herrscher, freudig sey 5 derr, welch ein wichtiges Geschäfte 592 Heeren. ö derr, welch Heil kann ich erringen! 330 Klopstock. og zu Euderr wenn ich nur dich haben werde: 517 Schmolke u Dietrich. ißenfels. derr, wie du willst, so schick's mit mir, 467 Melissander. derr, wir singen deiner Ehre. 328 Eschenburg. og 3. Sachsherzlich lieb hab' ich dich, o Herr, 475 Mart. Schelling. herzliebster Jesu, was hast du. 158 Heermann. dt. derz, sey getreu in deinem Glauben 500 J. M. Schumann. umeister. heut', Christen, ist der Tag des Herrn! 70 N. Selneccer. Hen Heut' Register. Seite. Verfasser. Heut' triumphiret Gottes Sohn! 198 Basil. Förtsch. Ich danke Hier bin ich, Jesu, zu erfuͤllen, 351 D. Bruhn. Ich denk Hier ist nur mein Uebungsstand;: 718 B. Muͤnter. Ich eile n Hier ruht der Held, der dich, o Welt, 190 J. F. Muder. Ich freue Hier sind wir, dich zu ehren, 97 J. M. Uhlig. Ich freue Hier sind wir, Gott, und flehn um 77 J. A. Eramer. Ich freue Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! 680 N. Selneccer. Ich freue Hilf, Herr Jesu, laß gelingen,. 127 Ludw. Betul. Ich fuͤhle. Hilf, Jesu, daß ich meinen Naͤchsten 565 G. Hoffmann— Ich geh' Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach 528 Heermann. Ich habe Hin an dein Kreuz zu treten, 166 Funk. Ich habe, Hinunter ist der Sonnenschein, 53 Heermann. Ich hab' Höchster, denk' ich an die Guͤte,. 306 Fabricius u. DletritIch hab' Hosianna! Davids Sohhs 93 B. Schmolke. Ich halte Ich komn ö Ich komn Ja, durch Glauben und Vertrauen 147 Ich komn Jauchzet all', ihr Frommen! Er ist nun 90 J. A. Schlegel. Ich komm Jauchzet Jesu! Jauchz't, ihr Choͤre! 193 G. B. Funk. Ich komm Ja, zur Stille will ich fliehen, 774 Cramer. Ich lasse Ich, armer Mensch, ich, armer. 301 Christoph Titius, Ich, armer Mensch, ich komm zu dir, 315 J. Heermann. Ich lege Ich bin ein Pilger in der Zeitt„ 706 C. Liebich. Ich, meit Ich bin, o Herr, in deiner Macht! 724 M. S. Dach⸗ Ich preise Ich bin vergnuͤgt nach Gottes Willen, 470 Andr. Tug. Ich ruf Ich dank' dir, Menschenhuͤter, 4 J. Kohlroß, sonst HIch singe Witzstadt. Ich singe Ich danke dir demuͤthiglich. 477 P, Gerhard. Ich steh' Ich danke dir, durch deinen Sohn, 5 M. Praͤtorius, Ich sterbe Register. asser. Seite. Verfasser. tsch. Ich danke dir fuͤr deinen Todd 155 J. Angelus u. Bruhn. . Ich denk' an dein Gerichten. 798 B. Schmolke. r. Ich eile meinem Grabe zu!.„ 693 J. F. Muder. der. Ich freue mich! Denn Jesus lebet; 215 B. Schmolke. ̃lig. Ich freue mich der frohen Zeit,. 802 Petr. Busch. amer. Ich freue mich in dir, ‚ ö 104 C. F. Neander. cer. Ich freue mich, mein Gott, in dir! 258 D. Liscovius. ul. Ich fuͤhle, daß ich sterblich bin;. 754 J. P. Uz. ann. Ich geh' einst ohne Beben 722 Sturm. Ich habe Gott, und habe gnung! 657 B. Schmolle. Ich habe, Herr, entlastet von der 364 ö Ich hab' in Gottes Herz und Sinn 462 P. Gerhardt. u. Dletrii Ich hab' in guten Stunden 659 Gellert. oͤlke. Ich halte Gott in allem stille; 487 L. W. Cranz. Ich komme, Heil der Welt, zu dir; 299 Sturm. Ich komme, Herr, und suche dich, 346 Gellert. Ich komme vor dein Angesicht, du 7⁴8⁸ hlegel. Ich komme vor dein Angesicht. Verwirf 283 Gellert. nk. Ich komm' itzt, eingéeladen. 344 ö Ich lasse Gott in allem walten;. 488 Aem. Jul. Graͤsin zu Titius, ͤ Schwarzb. ann. Ich lege mich in Gottes Hand.. 503 B. Schmolke. Ich, mein Erbarmer! bitte dichh.. 729 J. C. Lavater. Dach. Ich preise dich, d Herr, mein Heil! 352 J. S. Dietrich. g9. Ich ruf' zu dir, Herr Jesu Christ, 466 D. P. Speratus ß5, sonst HIch singe dir mit Herz und Mund, 443 P. Gerhardt. t. Ich singe, meiner Seele Lust, 431 Neander. rd. Ich steh' mit einem Fuß im Grabe! 738 B. Schmolke. orius, Ich sterbe taͤglich, und mein Leben 695 B. Schmolke. 2 Ich — V Register. Ich weiß, an wen mein Glaub' sich Ich weiß, daß mein Erloͤser lebt, das Ich weiß, daß mein Erlöser lebe! Wer Ich weiß, mein Gott, daß all mein Ich weiß und bin's gewiß,. Ich weiß von keinen Plagen, Ich will dich lieben meine. Ich will dich noch im Tod' erheben, Ich will im Sterben und im Leben Ich will in meiner Einsamkeit Ich will mit Danken kommen Ich will, o Jesu, dich und deinen Tod Ich will vor allen Dingen, Jesu, deine Passion„. Jesu, deine tiefe Wunden, Jesu, der du meine Seele Jesu, dich, dich laß ich nicht! Jesu, Freund der Menschenkinder, Jesu Guͤte hat kein Endn. Jesu, Jesu, staͤrke mich. Jesu, meine Freude, meines Jesu, meiner Seele Leben Jesu, meines Herzens Freud', 4 Jesu, meines Lebens Leben, . Jesus Christus, Gottes Sohn, Jesus Christus sprach: bewahre„ Seite. Verfasser 404 Sturm. ö us Chri os. Gehant. fa dun jesus ist m 207 derselbe. jesus kbmn 465 derselbe. ö jesus lebt 386 B. Muͤnter. + sesus, mein 407 E. G. Woltersdorf Heeren. 3²7 Scheffler. 403 J. J. Eschenburg. 489 B. Schmolke. 819„ 446 P. Gerhardt.. G 350 P. Busch. jesus, meit esus nimn immer muͤ 38 Sturm. atten m 149 P. Stockmann. u aller m 160 J. Heermann. in Gottes 302 J. Rist. 2—39919 in unserm 355 J. C. Lavater. In unsern 31 Aem. Jul. Graͤfin sst einst au Schwanzb. st Gott fi 391 Sturm. 381 J. Franke. 828 Scriver. einen hat 388 J. Flittner. ein Lehrer 169 J. Rist od. F. E. Hmmmst du burg. ö onig, dem 377 J. F. Muder. omm bete *(„ 1 5 179 J. A. Cramer. Nemm, 5u Register. asser jesus Christus, unser Heiland,. — jesus ist mein Leben, jesus kömmt, von allem Boͤsen. jesus lebt, mit ihm auch ich. 33 jesus, meine Zuversicht, lebt! Und ich oltersdorf jesus, meine Zuversicht, und mein chenburg. jesus nimmt die Suͤnder an! olke. jesus selbst, mein Licht, mein Leben, . ihr Christen, wachet, werdet nie. immer muͤsse, Gott, dein Rath. in allen meinen Thaten n. ä ba in aller meiner Nocthkhh. ann. in Gottes Rath ergebenn. in unserm Kummer kommen wir hater. „ in unsern Noͤthen fallen wir raͤfin.; ö . Graf st einst auch meine Stunde da, ab. st Gott fuͤr mich: so trete. e. K einen hat Gott verlassen,. ein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. 5. F. C Hommst du, koͤmmst du, Licht der onig, dem kein Koͤnig gleichet!„ omm betend oft und mit Vergnuͤgen, amer. Nomm, du werthes Losegeld, . uder. Seite. Verfasser. 199 Luther. 359 813 Muͤnter. 197 Gellert. 200 Luise Hnr. Kurfuͤrstin v. Brandnb. u. C. Ziegler. 199 Luise Henr. Kurfuͤrstin von Brandenburg. 326 E. Neumeister od. M. G. Hoffmann. 504 O. J. Olearius. 167 J. A. Cramer. 646 D. G. v. Hemessen. 459 P. Flemming. 616 S. Weingaͤrtner. 697 Neander u. Valer. Her⸗ berger. 595 C. H. Zimmermann. 612 D. C. Zimmermann. 721 Nicol. Herrmann. 624 P. Gerhardt. 618 D. A. Keßler. 370 J. Rambach u. Bruhn. 95 E. C. Homburg u. Uz. 376 J. Rambach. 281 Gellert(u. Dietrich). 94 D. J. Olearius. 2. Komm Register. Seite. Verfasser. Komm, Gott, Schoͤpfer, komm, Komm, heiliger Geist, Herre Gott! Komm nur, angenehmer Tod, Komm, Seele, Jesu Leiden. Kommt her, Muͤhsel'ge, kommt zu Kommt, kommt, den Herrn zu preisen! Kommt, laßt uns Gott lobsingen, Kommt, Menschenkinder, ruͤhmt und Kommt, und laßt euch Jesum lehren! Kommt, und laßt uns niederfallen! Kommt wieder aus der finstern Gruft! Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit!. L Lasset ab, ihr meine Lieben, Lasset uns mit Jesu ziehen! Laß mich dein seyn und bleiben,. Laß mich doch nicht, o Gott, den Laß mich doch, o mein Gott, die Buße Laß mich, o Gott, gewissenhaft. Laß mich, o Herr, in allen Dingen Laßt Gott uns preisen, dankbar uns Laßt uns, die wir Christen sind,. Laßt uns mit ehrfurchtsvollem Dank Lebt Christus, was bin ich betruͤbt? Lehre mich, Herr, recht bedenken, Liebreicher Gott, dein Segenswort Liebster Gott, wenn werd' ich sterben? Liebster Jesu, sey willkommen, 231 von Luther verdeuebster Jesu 231 Luther. ebster Vate 715 E. Liebich. b, Ehre, 180 H. Elmenhorst. bet Gott! 393 J. Heermann u. Wb, Preis: 435 J. A. Cramer. b, Preis 599 C. F. D. Schubab sey dem 432 V. E. Löscher. b sey Gott 478 P. Gerhardt. bsinge, me 438 J. A. Cramer. bsinge, Se 214 V. E. Loͤscher. bsinget Go 74 Robert Koͤnig v. uͤbsinget G. deutsch v. Spangenbsinget Ge bsingt, ihr 742 J. Herrmann. bsingt in 394 S. v. Birken. bsingt, lol 420 N. Selneccer. bsingt, lo 770 Gellert. bt Gott, 320 derselbe. bt Gott er 769 J. H. Haͤvecker, 509 G. J. Zollikofer, 26 P. Gerhardt. kache dich, 107 Urb. Langhanns, kach's mit 109 J. C. Kraft. dag doch d 201 J. Heermann. dan lobt 490 J. A. Freylinghaustein⸗ Auge 599 C. G. Jentsch. Rein Auge 709 C. Neumann. Rein bester 94 S. Grosser. Lebe Register. fasser. Seite. Verfasser. r verdeuebster Jesu, wir sind hier, 76 Tob. Claußnitzer. bster Vater, ich, dein Kind 303 C. Titius. b, Ehre, Preis und Dank sey dir, 144 P. F. Hiller. ühorst. bet Gott! Denn Jesus lebet! 195 Sturm. ann u. Vb, Preis und Dank sey dir, 614 J. A. Cramer. amer. b, Preis und Ehre bringen wir, 26 G. B. Funk. „Schubub sey dem allerhoͤchsten Gotrt!— 88 M. Weiß. scher. b sey Gott, der den Morgen 30 Funk. udt. bsinge, meine Seele, dem 211 C. F. Neander. amer. bsinge, Seel', und sage. 6²2 scher. bsinget Gott! Dank, Preis und Ehr' 276 B. Crasselius u. Teller. önig v. Fubsinget Gott! Er schuf die Welt, 451 B. Muͤnter. Spangeulbsinget Gott, und betet an! 255 Cramer. bsingt, ihr Voͤlker, preist den Sohn! 221 derselbe. nann. bsingt in seinem Heiligthum 418 J. F. Muder. irken. bsingt, lobsinget! Gottes Sohn 115 J. A. Cramer. leccer. bsingt, lobsingt Gott!. 43 N. Selneccer. bt Gott, ihr Christen allzugleich 107 N. Herrmann. bt Gott mit Schall,„ 453 Corn. Becker. aͤvecker. Zollikofer, M hardt. kache dich, mein Geist, bereit!. 531 J. B. Freystein. ighanns. each's mit mir, Gott, nach deiner 696 J. H. Schein. raft. dag doch der Spoͤtter Heer 387 Gellert. mann. an lobt dich in der Stille, 259 J. Neander. eylinghausdein⸗ Augen schließ ich itzt. 57 Löwenstern. hentsch. kein Auge sieht, o Gott, nach dir! 635 D.C. Becker u. Dietrich. Rein bester Trost in diesem Loben 1 J. B. Muͤller. keine Lebenszeit verstreicht,—— 688 Gellert. L Meinen nann. sser. Register. Seite. Verfasser. Meinen Jesum laß ich nicht, meine 365 D. J. F. Mayer. Nein Jesus Meinen Jesum laß ich nicht! Weil er 380 M. C. Kaymann, Nein Leben Meinen Jesum will ich lieben,. 529 A. Kreutzberg. Nein Leben Mein Erloͤser, auch fuͤr mich 161 Sturm. Mein Leib Mein Erloͤser, der du mich. 289 Dietrich. Rein Leib Mein erster Wunsch, mein innigstes 36 C. F. Neander. Nein lieber Mein erst Geschaͤft sey Preis und 9 Gellert. Mein Loos Meine Seele erhebt den Herrn,. 259 Symphor. Pollio. Nein Schu Meine Seele, laß es gehen, 6⁴² ö Mein Vater Meine Seele lobsinget dem Herrn; 353 C. F. Neander. Menschen i Meine Seel', ermuntre dich! 188 J. C. Schade. Nensch ged Mein ganzer Geist, Gott, wird entzuͤckt, 803 J. S, Dietrich. Mich selbst Mein Geist erstaunt, Allmaͤchtiger, 253 Zachariaͤ. Nir nach, Mein Glaub' ist meines Lebens Ruh', 405 B. Muͤnter. Mir soll ni Mein Gott, auch dieser neue Morgen 14 Neumann. Mit dir ge Mein Gott, das Herze bring' ich dir 318 J. C. Schade. Mit Freud Mein Gott, du weiss'st am allerbesten 635 Cic. Israel Claudenbeit Fried' Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich 726 B. Schmolke. Mit frohlie Mein Gott, nach deinen Lehren. 565 J. C. Grot. Mit Gott Mein Gott, nun ist es wieder Morgen! 14 C. Neumann. Mit meine Mein Heiland, deine Groͤße 145 J. J. Rambach. Mit Sing Mein Heiland, laß mich deinen Geist 152 Gellert. Mitten wi 4* Mein Heiland lebt! Er hat die Macht 806 Dietrich. Mein Heiland, wenn mein Geist 812 Klopstock. Mein Herz, warum betruͤbst du dich? 641 E. Neumeister. Nach dir, Mein Jesu, dem die Seraphinen, 507 W. C. Deßler. Nach einer Mein Jesus ist mein Leben, 690 Simon Graf. Nach mein Mein Jesus lebt; mag ich doch sterben! 208 B. Schmolke. Nacht und Mein Jesus liebet mich; 3 410 derselbe. A* mu Register. fasser. Selte. Verfasser. Mayer. Rein Jesus stirbt, was soll ich leben? 176 B. Schmolke. ymann, Nein Leben ist ein Uebungsstand, 738 Campe u. Zollikofer. herg. Nein Leben steht in Gottes Hand; 714 C. F. Neander. Rein Leib ist dein Geschenkkk 545 J. A. Cramer. Rein Leib soll, Gott, dein Tempel 547 derselbe. mder. Rein lieber Gott, gedenke meiner 524 E. Neumeister. Rein Loos in dieser Welt. 776 Pollio. Mein Schutz ist Gott! Ihn laß ich 656 C. F. Neander. Nein Vater und mein Gott 486 J. Angelus u. Dietrich. inder. Menschen ist's gesetzt zu sterben⸗ 703 Dietrich. hade. Rensch gedenk an deinen 832 J. A. Schlegel. ietrich. Mich selbst muß ich bezwingen,. 549 J. C. Grot. Nir nach, spricht Christus, unser 390 J. Angelus. er. Mir soll nicht vor dem Tode grau'n, 723 E. Liebich. Mit dir geh' ich an mein Geschaͤfte, 757 Muder. hade. Mit Freuden, Gott, lobsing' ich dir! 744 J. A. Cramer. IClaudeheit Fried'ꝰ und Freud' ich fahr dahin, 138 Luther. ke. Mit fröͤhlichem Gemuͤthe 260 J. A. Schlegel. ot. Mit Gott will ichs anfangen, 27 C. Neumann. ann. Mit meinem Gott geh' ich zur Ruh', 62 umbach. Mit Singen dich zu loben,. 261 E. Liebich. Mitten wir im Leben sind. 697 Luther. N eister. dach dir, o Herr, verlanget mich! 678 P. Gerhardt. seßler. Nach einer Pruͤfung kurzer Tage 815 Gellert. zraf. Nach meiner Seelenseligkeit 536 J. S. Dietrich. olke. Nacht und Stille schließen wieder 53 J. Frank. Nein, murren will ich nicht, 684 J. F. Feddersen. 9 Nicht Re gister. Sette. Vorfasser. Nicht alle koͤnnen herrschen; diele 594 J. A. Cramer. Nun so wi Richt, daß ich's schon ergriffen hͤtte, 498 Gellert. Nun wir Nicht um ein fluͤchtig's Gut der Zeit; 468 C. F. Neander. Nur unbett eie bist du, Höchster, von uns fern; 448 Sturm. eie kann mein Herz dich, Jesu, gnug 369 H. E. Heeren. ie will ich wieder fluchen, 580 Gellert. O allerscho Nimmt Gott, dem wir vertrauen, 644 J. A. Cramer. O Christe, Nimm von uns, Herr, du treuer 305 B. Ringwald od. Mau Christen! „Moller. O Christ, Nimm von uns, Herr, wir fleh'n dich 606 M. Moller u. Fedderst daß doe och bin ich ein Gast der Erde! 700 Sturm. O daß vor Noch immer wechseln ordentlich. 453 J. A. Cramer. O du aller Roch laͤßt der Herr mich leben!. 18 Neander. O du dreie Noch leb' ich! Ob ich morgen lebe, 692 Lindner(v. Hippel), O Freude Run bitten wir den heil'gen Geist 232 Luther. Oft klagt RNun danket alle Gott, 43 M. Rinckart. O Gott, e Run danket all, und bringet Ehr', 444 P. Gerhardt. O Gott, Nun, Gott Lob! es ist vollbracht 77 Claußnitzer. O Gott, d Run jauchzet all', ihr Frommen,. 86 Mich. Schirmer. O Gott, Run ist es alles wohl gemacht!. 185 Schlegel u. Dietrich O Gottes Nun ist es Tag! Mit frommen Dank 34 Sturm. O Gottes Nun koͤmmt das neue Kirchenjahr! 95 J. Olearius. O Gott, Run lasset uns den Leib begrab'n, 741 Mich. Weiß. O Gott, Nun laßt dem Gott der Heere. 45 M. L. Helmbold. O Gott, Nun laßt uns geh'n und treten. 128 P. Gerhardt. O Gott u eun lobe, meine Seele,. 427 J. Poliander. O Gott, Nun ruhen alle Waͤlder 49 P. Gerhardt. O großer Nun sich der Tag geendet hat,. 50 J. Fr. Herzog. O Haupt Nun sinkt die Sonne nieder, 56 Junkheim Cermineg O heil'ge 1 Register. ser. Selke. Verfasser. er. Run so will ich denn mein**.. 82 ů RNun wir sind auch dießmal satt, 46 E. Neumeister. der. Nur unbetruͤbt, gequaͤltes Herze! 653 B. Schmolke. en. O O allerschoͤnster Freudentag! 212 Joh. Job. ler. O Christe, Eingeborner,** 14²2 Elisabeth Creutzigerin. dod. MatDO Christenheit, sey hoch erfreut!. 111 C. Fugger(veraͤnd.) O Christ, erhebe Herz und Sinn! 779 Liebich. „Feddersu daß doch bei der reichen Aerndte 600 Liebich u. Dietrich. O daß von meinen Lebenstagen 764 Niemeyer. er. O du allerbeste Freude, 232 P. Gerhard. O du dreiein'ger Gott, 701 J. Lossenius. Hippel), O Freude der Erlosten, 401 E. Liebich. Oft klagt dein Herz, wie schwer es sey 505 Gellert. . O Gott, aus deinen Werken 447 E. Liebich. t. O Gott, der du mein Schoͤpfer bist, 481 J. A. Cramer. O Gott, du bist die Liebe,. 256 Lange u. Dietrich. mer. O Gott, du frommer Gott, 457 J. Heermann. Dietrich O Gottes Lamm! unschuldig. 173 N. Decius. O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, 277 Breithaupt. O Gott, ich will dir danken, 6 B. Ringwald. O Gott, mein Schöopfer, edler Fuͤrst, 529 P. Gerhard. ibold. O Gott, mein Schoͤpfer, Herr der 583 Heeren. t. O Gott und Herr! wie groß 290 C. F. Weiße. r. O Gott, von dem wir alles haben, 445 C. Neumann. . O großer Gott, du reines Wesen, 239 J. C. Olearius. og. O Haupt voll Blut und Wunden, 162 P. Gerhard. hermuthl) O heil'ger Geist, kehr' bei uns ein 234 Mich. Schirmer. Nus O heilige Register. O heilige Dreifaltigkeit. O Herr, dein seligmachend Wort O Herr, ich, armer Mensch, ich, O Herr, mein Gott, durch den ich bin O Herr, mein Gott, ich weiß es wohl, O hilf, Christe, Gottes Sohn!. Ohne Rast und unverweilt, O Jesu Christe, Gottes Sohn,. O Jesu Christ, mein Leben, O Jesu Christ, wie froͤhlich ist. O Jesu, du mein Braͤutigam, O Jesu, Jesu, Gottes Sohn., O Jesu, Jesu, hoͤchstes Gut, O Jesu, Licht und Heil der Welt, O Jesu, meine Wonne,* O Jesu, mir zum Segen, O Jesu, wahrer Froͤmmigkeit O Koͤnig aller Frommen, O Koͤnig, dessen Majestaͤt O Lamm Gottes! unschuldig, O Mensch, gedenk' ans Ende, O preiset, preist den Herrn O ruͤhmt euch eurer Weisheit nicht, O Seele, schaue Jesum an!— O Traurigkeit, o Herzeleid! O Vater der Barmherzigkeit, O welch ein Segen ist ein Freund, O welch ein unschaͤtzbares Gut Seite. Verfasser. 25 Gesenius od. Bohemu O Welt, 423 Gesenius. O wie se 300 Titius(veraͤnd.) O wie u 644 Gellert. O wie v 725 Heermann. 149 Mich. Weiß. 759 Schlegel. Preise E 172 Heermann u. Dietric Preis ih 395 Preis se 116 P. Gerhard u. Dietrih Preis se 343 Heermann. Preis ur 526 derselbe. 297 Ringwald, Neander! Dietrich. Quelle d 415 Dietrich. 361 J. Rist. 192 P. Gerhardt. Schaff' 372 Dietrich. Schaff's 133 Boͤhme u. Cramer. Schatz 307 V. E. Loͤscher. Schicke 173 Nicol. Decius. Schlage 720 B. Schmolke. Schmer 834 Koͤthe. 542 Heeren. Schn 508 Hoffmann. Schoͤn 164 J. Rist. Schon 308 Denicke u. Neander. Schon 574 J. A. Cramer. Schon 787 Rist und Dietrich. Schůz O Well Register. sser. ö ö Seite. Verfasser. . Bohemy O Welt, sieh hier dein Leben 149 P. Gerhardt. O wie selig seyd ihr doch, ihr. 74 Simon Dach. aͤnd.) O wie unaussprechlich selig 602 Schmolke u. Dietrich. O wie vermag ich immermehr · 126 L. Korthold. b. P Preise Gott, mein ganz Gemuͤthe 436 Erdm. Neumeister. u. Dietrih Preis ihm! Er schuf, und er erhaͤlt 247 Klopstock. Preis sey dem Vater! Preis sey dem 245 derselbe. u. Dietrih Preis sey dir, meinem Gott, gebracht, 60 Preis und Lob und Herrlichkeit. 368 E. Liebich. Neander! 2 Quelle der Vollkommenheiten. 516 B. Muͤnter. S t. Schaff' in mir, Gott, ein reines Herze, 504 Schaff's mit mir, Gott, nach deinem 514 Cramer. Schatz uͤber alle Schaͤtze360 M. Schalling. er. Schicke dich, erloͤste Seelrji, 345 Franke u. Dietrich. us. Schlage, Jesu, an mein Herzz 319 Megander. ke. Schmerz und Klage fuͤllt das Land, 596 H. Cath. Frfr. v. Gers⸗ dorf. Schoͤn bist du, o Weltgebaͤude!„ 777 Franke u. Kappenberg. Schoͤn ist die Tugend, mein Verlangen 498 J. A. Cramer. Schon hier ist selig und vergnuͤgt, 785 Heeren. Reander. Schon ist der Tag von Gott bestimmt, 799 Dietrich. ier. Schon wieder ist von unsrer Zeit 118 Schlegel. ietrich. Schuͤtz', Herr, die Deinen, die nach 422 Dietrich. O Welt Schwerer Schwerer Anfang, herrlich's Ende, Schwing' dich auf zu deinem Gott. Seele, geh' auf Golgatha Seele, mache dich bereit! Seele, sey in Gott erfreut Seele, sey zufrieden! Was dir Gott Seh'n wir nur Truͤbsal um uns her, Register. Sehr groß, Herr, ist die Huld,. Selig, Gott, sind die, die nun Selig sind des Himmels Erben, Sey froͤhlich alles weit und breit, Sey getreu bis an das Ende, Sey hochgepriesen, Herr, fuͤr deine * Sey innig, o mein Geist, erfreut! Sey Lob und Ehr' dem höͤchsten Gut, Sey mir, o Tag des Herrn, gegruͤßt! Sey mir tausendmal gegruͤßet, Sey, Seele, ruhig, unverzagt! Sey zufrieden, mein Gemuͤthe! Sichrer Mensch, noch ist es Zeit, So fliehen unsre Tage hin! So gehst du nun, mein Jesu, hin, So gieb denn, fromm bemuͤhte Schaar, So gingst du einst, beraubet aller So hoff' ich denn mit festem Muth So jemand spricht: ich liebe Gott, Soll dein verderbtes Herz. Sollten Menschen, meine Bruͤder, * Seite. 250 617 P. Gerhardt. 177 B. Schmolke. 530 833 665 B. Schmolke. 604 Eberus u. Neander. 420 Heeren. 737 Klopstock. 739 derselbe. 203 P. Gerhardt. 500 Praͤtorius. 164 Freylinghausen, Spal⸗ ding u. Paulmann. 717 Dietrich. 429 Schuͤtz. 213 Joh. Job(veraͤnd.) 163 P. Gerhardt. 666 Helmbold u. Dietrich. 651 B. Schmolke. 71²2 Sturm. 59 Neander. 173 Christoph Wagner. 740 H. Jul. Tode. Verfasser. 184 Ehrenfr. Liebich. 408 Gellert. 558 Gellert u. Junkhein. 268 Gellert. 578 J. A. Cramer. Sollt' Sollt' es Sollt' ick Sollt' ie Sollt' ic Sollt' ick Sollt' ick Sorge, So tret' So wah So wie So wird So wird Staͤrke, Staͤrke Staͤrke, Standha Sterben Stets n Straf n Such', Tag, de Lausend Theuer Theuer, Tretet Register. r. Seite. Verfasser. Sollt' es gleich bisweilen scheinen, 645 C. Tltius. Sollt' ich dir, mein Gott, nicht trauen? 687 Joh. Olearlus. · Sollt' ich dir untreu werden 824 v. Hardenberg. Sollt' ich itzt noch, da mir schon 397 B. Muͤnter. Sollt' ich meinem Gott nicht singen? 436 P. Gerhardt. ö Sollt' ich meinem Gott nicht trauen? 686 Joh. Olearius. ander. Sorge, Vater, sorge du. 6518 Ludaͤmil. Elisab. Graͤfin zu Schwarzb. Rudolst. So tret' ich demnach an, 548 J. H. v. Hippen. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, 309 Joh. Herrmann. So wie du bist, so warst du schon, 661 B. Muͤnter. So wird die Woche denn beschlossen! 67 Hoffmann u. Cramer. „Spal⸗ So wird die Woche nun beschlossen, 66 desgleichen. mann. Staͤrke, die zu dieser Zeit,.„731 Klopstock. Staͤrke, Gott, mich in dem Glauben, 793 Cramer. Staͤrke, Mittler, staͤrke sie, 342 B. Muͤnter. and.) Standhaft sey, o Gott, mein Wille 552 J. A. Cramer. Sterben fuͤhret uns zum Leben. 732 Adam Heinr. Lackmann. zietrich. Stets warst du meine Zuversicht, 749 Feddersen. Straf mich nicht in deinem Zorn, 310 Joh. Georg AWintis. Such', wer da will, ein ander Ziel, 91 Georg Binn ner. T „ Tag, der Erleuchtung uns gebracht, 228 Schlegel. Tausend Jahre sind vor dir 123 B. Muͤnter. heim. Theuer sey mir allezeit, 371 Heeren. Theuer, wie mein eignes Leben,„ 555 J. A. Cramer. Tretet her zum Tisch des Herrn,. 344 J. G. Muͤller. Solltꝰ Treu Register. Treu ist Gott! Nimm's doch zu Herzen, 663 Muder. Tugend ist der Seele Leben, Ueber aller Himmel Heere. Um als ein Christ zu leben,. Um Erbarmen flehen wirr. Um Gnade fuͤr die Suͤnderwelt. Umsonst, umsonst verhuͤllst du dich, Unerforschlich sey mir immer* Unsern Gott, den Gott der Ehre, Unser Wandel ist im Himmel Unsre muͤden Augenlieder Unwiederbringlich schnell entflieh'n V Vater, den mein Herz verehret,. Vater unser im Himmelreich. Verbittre dir dein Leben nicht, Vergangen ist auch diese Nacht; Verzage, Volk der Christen, nicht! Viel zu gering bin ich, o Herr, Voller Ehrfurcht, Dank und Freuden, Voll Freud' und frommer Dankbegier Voll Zuversicht und kindlich frein. Vom Geraͤusch der Welt geschieden, Vom Grab', an dem wir wallen, Vom Himmel komm' ich her zu euch; 109 Luther(sehr veruͤnd.) Vom Himmel ward der Engel Schaar 110 desgleichen. Seite. Verfasser. Von dir l 496 Dietrich. Von dir i Von dir, Von Furck 219 B. Muͤnter. Von ganze 461 J. A. Cramer. Von Gott 608 derselbe. Von Herz 181 Sturm. Vorbild en 491 J. A. Cramer. Vor deine 675⁵ derselbe. 439 Schlegel. 831 Froͤbing. Wach auf 52 Franke. Wachet ar 68 Neander. Wachet ar Wachet ar Warum b 780 Lavater. Warum e 278 Luther. Warum se Warum v 579 J. C. Baͤßler. ö 23 Bose od. J. F. Moͤcksil Warum u 134 Muder. Warum u 768 Niemeyer. Was bin i 347 B. Muͤnter u. Dietrich Was frag 449 Neander. Was Got: 27 Was Gott 408 J. J. Eschenburg. Was— 113 Sturm. Was ist Was ist en1 Was ist's Von Register. sser. ö Seite. Verfasser. Von dir beschuͤtzet, wach' ich auf. 39 T. G. Heym. Von dir in diese Welt gerufen, 569 J. A. Cramer. Von dir, o Vater, nimmt mein Herz 675 Lavater. Von Furcht dahin gerissen 168 B. Muͤnter Von ganzem Herzen lieb' ich dich, 398 Mart. Schalling. ner. Von Gott will ich nicht lassen; 628 Nic. Herrmann. Von Herzen lieb' ich dich, o Herr, 47⁴ Vorbild wahrer Menschenliebe, 373 Frank u. Neander. jer. Vor deinen Thron tret' ich hiermit, 35 Just. Gesenius. Wach auf, mein Herz, und singe 6 P. Ger hardt. Wachet auf! ruft einst die Stimme, 800 Nicolai u. Klopstock. Wachet auf! ruft euch die Stimme 320 1 Wachet auf vom Schlaf, ihr Suͤnder! 794 Funk. n Warum betruͤbst du dich, mein Herz. 680 Hans Sachs u. Schlegel. Warum erbebst du, meine Seele, 722 Schiebeler. Hi ö Warum sollt' ich mich denn graͤmen? 630 P. Gerhardt. . Warum verkennst du deinen Gott, 668 Mude. F. Mocksl Warum willst du doch fuͤr Morgen, 682 Laurentius Laurenti. Warum willst du draußen stehen? 79 P. Gerhardt. Was bin ich, Gott, vor dir, ich Staub? 751 J. A. Cramert „Dietrich Was frag' ich nach der Welt, 473 M. Pfefferkorn. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es 629 Sam. Rodigast. Was Gott thut, das ist wohlgethan! So 602 B. Schmolke. burg. Was hilft es mir, ein Christ zu seyn, 389 Weiße. ö Was ist mein Stand, mein Gluͤck, 540 Gellert. veraͤnd) Was ist mein zeitlich's Leden, 752 Dietrich.* Was ist's, daß ich mich quaͤle? 659 Gellert. 9— 3 Von Was Register. Seite Was mein Gott will, gescheh' all'zeit; 474 Markgr. Albrecht Wer bin Was soll ich aͤngstlich klagen, Was soll ich trostlos sorgen? Was waͤr' ich oͤhne dich Weine nicht! Gott lebet noch, Welch hohes Beispiel gaͤbst du mir, Wem Gott Gesundheit hier verleiht, Wenn Christus seine Kirche schuͤßt, Wenn dein herzliebster Sohn, o Gott, der Gedanke mich erschreckt, Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn du des Naͤchsten Ehr? einst in meinem Grabe einst mein sterbend Auge br ich am Fuße deines Throns ich ein gut Gewissen habe: ich einst von jenem Schlummer, ich, o Schoͤpfer, deine Macht, icht, Wenn ich vor meinen Schoͤpfer trete, Wenn, Jesu, meine Pilgerzeit Wenn meine Suͤnd'n mich kraͤnken, Wenn mein Stuͤndlein vorhanden Wenn Menschenhuͤlfe dir gebricht: Wenn mich die Suͤnden kraͤnken: Wenn sich, o Gott, mein Geist zu dir ist, Wenn wir in hoͤchsten Nothen seyn, Wenn wir unsern Lauf vollenden; Wenn wird, o Gott, die Wonne der Wer arm und duͤrftig ist, o Herr, Verfasser. Brandenburg. Werde mi 4% Sturm. Wer des 669 Joh. Gottl. Krah. er gehor 830 v. Hardenberg. Wer Gott 650 B. Schmolke. Wer Gott 374 J. J. Rambach. Wer hbhe 77⁵ Kuͤster. Wer Jesu 41²2 Gellert. Wer ist w 312 Joh. Heermann. Wer leben 216 Muder. Wer nur 572 Paulmann. Wer, o m 804 Heeren. Wer rief 720 B. Muͤnter. Wer sich 817 Wer weiß 788 Weiße und Dietrich 21 Klopstock. Wer will 430 Gellert. Wer zaͤhl 2 Fr. v. d. Recke. Wie begn 716 Cramer. Wie ein 17½ Just. Gesenius.(ie slend 698 Nicol. Herrmann. Iie getre 623 Joh. Arndt. Wie Gott 178 J. Gesenius(veraͤnd Wie Got 71 J. A. Cramer. Wie grol 581 Paul Eberus. Wie grof 264 J. A. Cramer. Wie grof 823 ö ——— Wie grof 685 J. A. Cramer. Win Wie herr Register. fasser. Seite. Verfasser. Albrecht er bin ich? Welche wicht'ge Frage! 537 Dietrich. nburg. Werde munter, mein Gemuͤthe! 50 Joh. Rist. Wer des Lebens Guͤter hat, 5683 J. Z. L. Junkheim. tl. Krah Wer gehorcht, der thu's mit Lust! 588 J. A. Cramer. berg. Wer Gottes Wege geht. 7585 Gellert. Als⸗ Wer Gott vertraut, hat wohl O 632 Selneccer. ambach. Wer hbher durch Geburt schon ist, 772 J. A. Cramer. Wer Jesu Wort nicht haͤlt, und spricht: 387 Gellert. Wer ist wohl, wie du, Stifter. 354 J. A. Freylinghausen. rmann. Wer leben will, und gluͤcklich, der 575 J. A. Cramer. Wer nur den lieben Gott laͤßt walten, 631 Georg Neumark. Wer, o mein Gott, durch dich geboren, 335 B. Muͤnter. Wer rief die Sonn' und schuf den 124 Gellert. Wer sich auf seine Schwachheit steu'rt, 513 B. W. Marperger. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! 699 Pfefferkorn u. Aemilie er. dd Dietrich J. Graͤfin z. Schwarzb. Wer will Gottes Auserwaͤhlte,. 409 Runge u. Cramer. * Wer zaͤhlt der Engel Heere, 263 J. A. Cramer. Recke. Wie begnadigt seyd ihr doch, ihr. 336 Dach u. Cramer. feniun. Wie ein Geschwaͤß des Tags verfießt 60 J. A. Cramer. Irmanm Wie fleucht dahin V. Menschen Zeit! 721 Joach. Neander. Wie getrost und heiter, 402 C. F. Neander. Wie Gott mich fuͤhrt, so will ich geh'n! 647 Lampertus Gedike. anr. e Gott will! Also will ich sagen; 542 B. Schmolke. Wie groß ist des Allmacht'gen Guͤte! 456 Gellert. 130 Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! 764 Cramer. amer. Wie groß ist unsre Seligkeit,. 781 Schmidt u. Dietrich. Wie groß, wie angebetet ist. 367 J. A. Cramer. amer. Win Wie herrlich, Jesu, starker Held, 226 8 u. Dietrich. Wie Register. Seite. Perfasser. Wie herrlich strahlt der Morgenstern! 383 Phil. Nicolai. Wo flieh' Wie ist es moͤglich, hoͤchstes Licht, 452 P. Gerhardt. Wie mannigfaltig sind die Gaben, 773 J. A. Cramer. Wohlauf, Wie sanft seh'n wir den Frommen. 735 C. F. Weiße. Wohlauf, Wie schnell ist doch ein Jahr vergangen! 131 Wohl dem Wie schnell ist mir der Tag entfloh'n, 61 K. G. Kuͤttner. Wohl dem Wie schnell verfließen sie, wie schnell, 708 Elisa v. d. Recke. Wohl dem Wie schoͤn ist Gottes Welt,. 766 J. A. Cramer. Wohl den Wie selig lebt ein MenschR.. 566 Gellert. Wohl den Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! 689 Gellert. Wohl den Wie soll ich dich empfangen, 81 ↄP. Gerhard. Wohl den Wie theuer, Gott, ist deine Guͤte, 323 J. F. Bahrdt. Wohl dir Wie wird mir dann, o dann mir seyn, 811 Klopstock. Wohl eue Will mich, o Gott, hienieden 676 Lavater. Wohl un Willst du der Weisheit Quelle kennen? 522 Zollikofer. Wohlzuth ö Wir bitten Gott, den heil'gen Geist, 242 Luther u. Spalding. Wo soll Wir Christenleut' hab'n itzo Freud', 111 Casp. Fugger. Wir danken dir, Herr Jesu Christ. 175 Christoph. Fischer. Wir danken froͤhlich dirr. 46 J. A. Cramer. Zeuch eit Wir erscheinen hier vor dir, 77 deyselbe. Zu deine Wirf, bloͤder Sinn, den Kummer hin! 106 J. J. Rambach. Zur Arb Wir freuen uns, Herr Jesu Christ. 223 N. Selneccer. Zur Gre Wir fuͤhlen dich zwar; aber wir„ 247 Klopstock. Zu unser Wir glauben all' an einen Gott,. 276 Luther. x Zweierlei Wir kommen, Helfer, dir Gesang 612 Chr. v. Breitenau. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, 273 J. Gesenius. Wir singen, Herr, von deinen Segen 601 Hofmann u. Dietrich Wo deine Lehrer, Gott, dein Wort 69 J. A. Cramer. Register. asser. Seite. Verfasser. olai. Wo flieh' ich Armer hin, 314 Heermann, Neander u. rdt. ü Dietrich. mer. Wohlauf, mein Herz, verlaß die Welt, 139 Schlegel. ße. Wohlauf, mein Herz, zu Gott 1 J. Olearius. Wohl dem, dem seine Missethat 333 J. A. Cramer. ttner. Wohl dem, der beßre Schaͤtze liebt. 771 Gellert. Recke. Wohl dem, der Gott zum Freunde hat, 546 C. Gerber. mer. Wohl dem, der mit stillem Herzen 649 J. A. Schlegel. Wohl dem, der richtig wandelt, 571 Bruhn. Wohl dem, der sich auf seinen Gott 496 J. C. Ruben. d. Wohl dem Menschen, der nicht 424 P. Gerhardt. rdt. Wohl dir, o Landmann! Denn dein 589 J. A. Cramer. Wohl euch, ihr Glaͤubigen, wohl euch! 334 derselbe. Wohl uns, wenn wir, o Geist des 2⁴0⁰ derselbe. Wohlzuthun und mitzutheilen,. 564 J. C. Paulmann. Spalding. Wo soll ich fliehen hin, ů 312 J. Heermann. ger. Fischer 3 mer. Zeuch ein zu deinen Thoren, 236 P. Gerhardt. Zu deinem Preis und Ruhm erwacht, 10 Dietrich. mbach. Zur Arbeit, nicht zum Muͤßiggang, 755 E. S. J. Borchward. er. Zur Grabesruh' entschliefest d, 187 Rist u. Dietrich. Zu unserm Besten wendet 55 Chr. Fr. Neander. Zweierlei bitt' ich von dir,. 476 P. Gerhard. reitenau. 3* 8. 1. Dietrich mer. schwinge, und Gebe mel dringe ten heißt, Sohn sof vor seinen 2. Deit dir befohl dein Heile vor ihn ge der Troͤsten Muth un drum muß gewiß erhe 3. Da Herz, das sagen; sei kes Wort, Zagen; n duͤnkt, k hand doch so viel No A. Kom dig her, in ——,, I. Ermunterung zum Gebete. 1 Mel. O Gott, du frommer Gott. Soblauf, mein Herz, zu Gott durch Andacht dich auf⸗ schwinge, daß dein Wunsch und Gebet hinauf zum Him⸗ mel dringe, weil Gott dich be⸗ ten heißt, weil dich sein lieber Sohn so freudig treten heißt vor seinen Gnadenthron; 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat, zu beten; dein Heiland ists, der dich vor ihn getrost heißt treten; der Troͤster ists, der floͤßt dir Muth und Hoffnung ein; drum muß auch dein Gebet gewiß erhoͤret seyn. 3. Da siehst du Gottes Herz, das dir nichts kann ver⸗ sagen; sein Wort, sein theu⸗ tes Wort, vertreibt ja alles gagen; was dir unmoͤglich duͤnkt, kann seine Vater⸗ hand doch geben, die von dir so viel Noth abgewandt. 4. Komm nur, komm freu⸗ dig her, in Jesu Christi Na⸗ men; sprich: lieber Vater, hilf, ich bin dein Kind; sprich: Amen; ich weiß, es wird ge⸗ schehn, du wirst mich lassen nicht; du wirst, du willst, du kannst thun, was dein Wort verspricht. 2: Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Menn bester Trost in die⸗ sem Leben ist ein Gebet zu meinem Gott; dies kann mir Kraft in Schwachheit ge⸗ ben, Geduld und Muth in je⸗ der Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz, ein ru⸗ higes, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt, wenn bey der Menge meiner Suͤn⸗ den mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts troͤster mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich, um des Ge⸗ wissens willen; ein Spott der Lasterhaften seyn; so bet ich demuthsvoll im Stillen zu A meinem 2 Ermunterung meinem Gott. Er hoͤrt mein Schreyn, nimmt vaͤterlich sich meiner an, und staͤrkt mich auf der Tugendbahn. A. Ich will mich nie zu raͤchen suchen, wenn mich ein Feind zu kraͤnken sucht; und dem will ich nicht wieder flu⸗ chen, der mir aus Unverstande flucht. Statt Rache sey mir ein Gebet, das Gott fuͤr ihn um Gnade fleht. 5. Und wenn ein Kum⸗ mer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann; dann ruf ich Gott, der mich erhoͤret, um Trost in diesem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entde— cket, den verwirft er nicht. 6. Ruf ich ihn an bey dem Geschaͤfte des Standes, den er mir verlieh; so fleh ich nie umsonst um Kraͤfte; der Gott der Staͤrke giebt mir sie. Er giebt aus vaͤterlicher Huld mir Segen, Klugheit und Geduld. 7. Wenn, eine boͤse Lust zu daͤmpfen, mir Schwachem Muth und Kraft gebricht; zum Gebete. Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft, bezwing ich jede Lei— denschaft. 8. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bei nie— mand Huͤlfe finden kann; so ruf ich Gott doch nicht ver— gebens um seinen Trost und Beistand an, der, wenn die Sprache mir vergeht, doch meine Seufzer noch versteht. 3. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. W'n ich vor meinen ö Schoͤpfer trete, und hier, in heilger Einsamkeit, zu ihm aus voller Seele bete, was fuͤhl ich da fuͤr Seligkeit! Ganz werd ich Geist, und alles flieht, was mich zur Erde niederzieht. 2. Dann lach ich jener falschen Freuden, durch die, in ihrer Flitterpracht, die Menschen, die sich drum be— neiden, die Welt zu ihren Sklaven macht, und fuͤhlen Gott gefaͤllig seyn, das, das ist wahre Freud allein. 3. Dann weichen auch dann bitt ich Gott; er hilft die schwersten Sorgen, das mir kaͤmpfen, und giebt mir das mich baͤngste Leiden, druͤckt; *6 und gensti Leben nem 2 preiset erwei deinen 2. Gnad Nacht Schad bewack ich mi Leben! ben; a 5. ren mii k; und Gottes ede Lei⸗ letzten bei nie⸗ inn; so cht ver⸗ ost und henn die t, doch Hdersteht. Gott ꝛc. meinen e, und samkeit, Seele da fuͤr erd ich ht, was zieht. h jener irch die, Ht, die rum be⸗ u ihren d fuͤhlen has, das n. en auch en, das as mich druͤckt; Morgenlieder. 3 druͤckt; ich weiß, sie sind dem nicht verborgen, der in des Herzens Tiefen blickt. Der seinen Kindern Gutes giebt, bleibt Vater, wenn er sie betruͤbt. 4. Ja, das Gebet giebt Kraft im Leiden, erhoͤht zur Tugend unsern Geist, und hilft uns alles, alles mei⸗ den, was uns der Tugend sonst entreißt. Nur muͤssen unsre Bitten rein, und eines Christen wuͤrdig seyn. 5. Drum bitt ich nicht in meinen Leiden: o Vater, nimm du sie von mir! Auch bitt ich nicht in meinen Freu⸗ den: erhalte, Schoͤpfer, diese mir! Nur um ein Gott ergebnes Herz bet ich in Freuden und im Schmerz. II. Morgenlieder. 4. A* meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Mor⸗ genstunde; ja, Herr, mein Lebenlang will ich vor dei— nem Thron anbetend oft dich preisen, dir Ehr und Ruhm erweisen, durch Christum, deinen Sohn. 2. Du hast aus lauter Gnaden mich auch in dieser Nacht vor Krankheit und vor Schaden, vor Noth und Tod bewacht. Wie oft verging ich mich an dir in meinem Leben! Du wollest mir verge— ben; ach darum bitt ich dich! 5. Du wollest auch bewah⸗ ren mich, Vater, diesen Tag, vor schreckenden Gefahren, vor Suͤnden und vor Schmach, vor Feuer, Was⸗ sersnoth, vor Krankheit und vor Schande, Untreu am Vaterlande, vor boͤsem schnellen Tod. 4. Die Seele, Leib und Leben, Gut, Ehr und all das Mein will ich dir uͤbergeben; es ist ja alles dein; und dein Geschenk und Gab sind Freunde und Verwandte, Geschwister und Bekannte, und alles, was ich hab. 5. Dein guter Engel blei⸗ be bei mir und schuͤtze mich; denn dein bin ich, und glaͤube an deinen Sohn und dich. Damit der Satan nie mir A 2 schade — P.....— * ö ö Morgenlieder. schade, noch die Suͤnde mich dort oben. Auch ferner mir taͤusch und uͤberwinde, so hilf gewaͤhr, warum ich dich will und zaͤhme sie. bitten, und was dein Will 6. Gott will ich lassen mag seyn; leit mich in dei⸗ rathen; er segne Stadt und nen Sitten, und brich den Land; er segne meine Tha⸗ Willen mein. ten, Beruf, Geschaͤft und 5. Daß ich, Herr, nicht Stand. Er trägt die ganze abweiche von deiner rechten Welt. Mein Geist, mein Bahn, mich nicht zum Boͤ⸗ Leib, mein Leben sey Gott, sen neigez so fͤhre du mich an. dem Herrn, ergeben; er Erhalt mich durch dein Guͤte, machs, wies ihm gefaͤllt. das bitt ich herzlich dich; vor 7. Darauf so sprech ich Suͤnden mich behuͤte; denn, Amen! und zweifle nicht dar⸗ Herr, ich trau auf dich. an, mein Flehn in Jesu Na⸗ 4. Den Glauben mir men nimmt Gott in Gnaden verleihe an Jesum, deinen an; drauf streck ich aus mein Sohn; die Suͤnde mir ver⸗ Hand, greif an das Werk zeihe durch ihn, den Gnaden⸗ mit Freuden, und achte keine thron. Du wirst mirs nicht Leiden in mein'm Beruf und versagen, wie du verheis⸗ Stand. ä sen hast; die Suͤnd hat er 3 getragen, befreit mich von der Last. Ich dank dir, Menschen⸗ 5. Die Hoffnung wollst huͤter, daß du in dieser du geben, die nicht zu Schan⸗ Racht mich, Freunde, Hab den macht, ein liebreich christ— und Guͤter so gnaͤdig hast be⸗ lich Leben; gieb, daß ich wacht. Es hatte mich umfan⸗ immer tracht, wie Jesus gen Gefahr und gar der Tod; Christ zu wandeln, nicht. daß ich daraus entgangen, suche blos das Mein; ge— halfst du mir, Herr und Gott. wissenhaft zu handeln, soll 2. Anbetend will ich lo⸗ mein Bestreben seyn. ben dich, mit der Engel 6. Dein Wort laß mich Heer im Himmel hoch bekennen vor dieser argen Welt, rner mir dich will in Will in dei⸗ rich den r, nicht rechten um Boͤ⸗ mich an. n Guͤte, ich; vor ; denn, ich. en mir deinen mir ver⸗ Snaden⸗ rs nicht verheis⸗ 0 hat er ich von g wollst Schan⸗ ch christ⸗ daß ich Jesus „ nicht. in; ge⸗ ln, soll aß mich rargen Welt, Morgenlieder. 5 Welt, mich deinen Diener nennen, nicht sehn auf Gut und Geld und was mich moͤcht ableiten von deiner Wahrheit. Nie soll mich von dir was scheiden, so laͤng' ich lebe hie. 7. Laß mich den Tag voll⸗ enden zu Lob dem Namen dein, mich nichts von dir ab⸗ wenden, ans End bestaͤndig seyn! Behuͤt mir Leib und Le— ben, dazu die Fruͤcht im Land; was du mir hast gegeben, das steht in deiner Hand. 8. Herr Christ, dir Lob ich sage fuͤr deine Wohlthat all, die du mir alle Tage er⸗ zeigst hast uͤberall. Dein'n Namen will ich preisen, der du allein bist gut; dich, Jesu, wuͤrdig preisen, das giebt mir Freud und Muth. 9. Dein ist allein die Eh⸗ re, dein ist allein der Ruhm; erhalt uns deine Lehre, schuͤtz uns, dein Eigenthum! Laß uns in Fried entschlafen, mit Gnaden zu uns eil! Gieb uns des Glaubens Waffen, und zeig uns, Herr, dein Heil! 6. SIch danke dir durch deinen Sohn, o Gott, fuͤr dei⸗ ne Guͤte, fuͤr deinen Schutz von deinem Thron; dein freut sich mein Gemuͤthe. 2. Ich bitte dich von Herzensgrund, du wollest mir vergeben all' Suͤnd und Fehl von jeder Stund aus meinem ganzen Leben. 5. Du wollest mich auch diesen Tag in deinem Schutz erhalten, und, daß kein Feind mir schaden mag, mit deiner Gnade walten. ö 4. Regier mich nach dem Willen dein, laß mich in Suͤnd nicht fallen, auf daß dir moͤg das Leben mein und all mein Thun gefallen. 5. Denn ich befehle Geist und Leib in deine Vaterhaͤn⸗ de; in aller Noth, Herr, bey mir bleib, mir deine Huͤlfe sende. 6. Erfahrung sagts, es ist in Noth der Menschen Schutz vergebens; drum steh mir bei, o treuer Gott, du Retter meines Lebens. 7. Allein Gott in der Hoͤh sey Preis, samt seinem eingen Sohne, ———3 **......eer— 6 Sohne, dem heilgen Geiste gleicherweis. Gott herrscht im Himmelsthrone. 8. Er herrschet so gewal⸗ tiglich vom Anfang bis zum Ende. Gott Vater, Sohn, und heilger Geist, gieb mir ein selig Ende. 7. Wo auf, mein Herz, und singe dem Schoͤ⸗ pfer aller Dinge, dem Geber aller Guͤter, dem treuen Menschenhuͤter. 2. Heut, als die dunkeln Schaͤtten mich ganz umge⸗ ben hatten, bedecktest du mich Armen mit goͤttlichem Erbarmen. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege! Trotz dem, der dich betruͤge; schlaf wohl, laß dir nicht grauen; du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht nun sehen, von Noth bin ich befreyet, dein Schutz hat mich verneuet. 5. Du willst ein Opfer haben. Hier bring ich meine Gaben: mein dankendes Ge⸗ muͤthe lobfinget deiner Guͤte. Morgenlieder. 6. Das wirst du nicht verschmaͤhen; du kannst ins Herze sehen, weißt, daß ich mich zur Gabe dir ganz geopfert habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir, und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Haͤnden trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen; den Anfang, Mit⸗ tel, Ende, ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich be— schuͤtte, mein Herz sey deine Huͤtte, dein Wort sey meine Speise auf meiner Pilger— reise. 8. Mel. Aus meines Herzens Grunde. O Gott, ich will dir dan— ken, daß du durch deine Guͤt, bei allee Menschen Wanken, mich diese Nacht behuͤt't. Du schuͤtztest, Va— ter, mich. Und ich, ich schlief in Frieden. Schuͤtz ferner mich hienieden durch Chri— stum maͤchtiglich. 2. Ja, schütze mich auch heute vor unverdientem Spott mem Macht, von mir in guter lich mick dem Hit Nel. Ich ein Pi eb ihn, err hoͤr bsing Ve. M Ne Ma Wried scherhe ihe fuͤ 5· Wé on mir nicht ist ins aß ich ganz nun rk man r mich seinen neinen Beste „Mit⸗ „ zum ich be⸗ y deine )Dmeine Pilger⸗ Grunde. ir dan⸗ ch deine enschen Nacht t, Va⸗ schlief ferner Chri⸗ ich auch entem Spott Morgenlieder. 9 inem Wort; sey und blei⸗ Leben zu bewahren? Wer e du auch heute mein Be⸗ staͤrkt mein Blut in seinem schuͤtzer und mein Hort. Fleiß, und schuͤtzt mich vor Nirgends, als von dir allein Gefahren? kann ich recht bewahret seyn. 4. Wer lehrt das Auge 6. Meinen Leib und meine seine Pflicht, sich sicher zu Seele, samt den Sinnen und bedecken? Wer ruft dem Verstand, großer Gott, ich Tag und seinem Licht, die dir befehle unter deine starke Seele zu erwecken? Hand. Herr, mein Schild, 5. Du bist es, Herr und mein Ehr und Ruhm, segne Gott der Welt, und dein ist mich, dein Eigenthum! unser Leben. Du bist es, 7. Deinen Engel zu mir der es uns erhaͤlt, und mirs sende, welcher aller Feinde itzt neu gegeben. Macht, List und Anschlaͤg 6. Gelobet seyst du, Gott von mir wende, und mich halt der Macht, gelobt sey deine in guter Acht, der auch end⸗ Treue, daß ich nach einer lich mich zur Ruh trage nach sanften Nacht mich dieses dem Himmel zu. Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf 11. mir ruhn, mich deine Wege Nel. Ich danke dir durch deinen ꝛc. wallen; und lehre du mich Men erst Geschaͤft sey selber thun nach deinem Preis und Dank; er⸗ Wohlgefallen. b ihn, meine Seele! Der 8. Nimm meines Lebens err hoͤrt deinen Lobgesang; gnaͤdig wahr; auf dich hofft bsing ihm, meine Seele! meine Seele. Sey mir ein he. Mich selbst zu schuͤtzen, Retter in Gefahr, ein Vater, Ne Macht,llag ich, und schlief wenn ich fehle. Frieden. Wer schafft die g. Gieb mir ein Herz voll jcherheit der Nacht, und Zuversicht, erfuͤllt mit Lieb the fuͤr die Muͤden? und Ruhe, ein weises Herz, 6. Wer wacht, wenn ich das seine Pflicht erkenn und In mir nichts weiß, mein willig thue; 10. Daß 10 10. Daß ich als ein ge⸗ treuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, zuͤch⸗ tig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Naͤch⸗ sten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Gluͤck derLebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit; wenn du gebeutst, beschließe. 12. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. u deinem Preis und Ruhm erwacht, bring ich dir Ruhm und Preis, dir, Gott, der durch die Ruh der Nacht uns zu erquicken weiß. 2. O Vater, deine Guͤ⸗ tigkeit ist alle Morgen neu. Du thust uns wohl von Zeit zu Zeit; und groß ist deine Treu. 3. Itzt schenkst du mir zu meinem Heil von neuem ei⸗ nen Tag. Gieb, daß ich da⸗ von jedes Theil mit Weis⸗ heit nutzen mag. Morgenlisder⸗ 4. Die Zeit, in deiner Furcht vollbracht, bringt ewi— gen Gewinn. So fließe vor dir, Gott der Macht, auch dieser Tag mir hin! 5. Gieb, daß ich fern vom Muͤßiggang, in meinem Stande treu, und, wem ich kann, mein Lebenlang bereit zu dienen sey. 6. In allem, was ich denk und thu, sey dein Gebot vor mir; und wenn ich von Ge⸗ schaͤften ruh, so sey mein Herz bey dir. Was du mir zum Vergnuͤgen giebst, vermeht in mir die Lust, ganz dein zu seyn, der du mich liebst, und so viel Guts mir thust. 8. Wenn Sorg und Kum— mer mich befaͤllt; so laß mich auf dich schaun, und deinen Vorsicht, Herr der Weltl, mit frohem Muthe traun. 9. An deiner Gnade gnüge mir! Sie ist mein bestes Theil, mein Trost und meine Zuflucht hier, und dol mein volles Heil. 13. Mel. Gott des Himmels und der er du alle deine Werk— D liebtest, Gott, vosn Ewig Ewig Huld nahe Guͤt 1 jedem 2. siehst mich; wohne vaͤterl neuem her Le z. Staub dir em Kumn lich fre durch die ses 4. mernis dich, e die Fir gen son ge raul meiner da nur ich vo! mein 8 der erh 6. deiner ngtewi⸗ ieße vor )t, auch fern vom neinem wem ich ng bereit ich denk ebot vor von Ge⸗ ey mein tir zum vermeht z dein zu bst, und Ist. nd Kum⸗ laß mich d deiner * Welt, traun. Gnade ist mein Trost und und doli 5 und der L ie Werkt ti, vol Ewig durch Christum hab auch ich Morgenlieder. Ewigkeit, du bist auch mie Schwachen, Huld und Staͤrke ihnen nahe in der Zeit. Deine Guͤt und deine Treu ist mit jedem Morgen neu. 2. Unter vielen Millionen siehst du liebreich auch auf mich; sicher laͤssest du mich wohnen, und beschirmst mich vaͤterlich. Dafuͤr preist mit neuem Dank dich mein fruͤ⸗ her Lobgesang. 35. Darf ich, Erd und Staub, es wagen, froh zu dir empor zu sehn, meinen Kummer dir zu klaͤgen, kind⸗ lich frey dich anzuflehn? Ja, 11 leite mich mit deinen Segnungen. Ich er⸗ gebe mich auch heute deinen weisen Fuͤgungen. Herr, mich sieht dein Vaterblick; o wie groß ist dieß mein Gluͤck! 14. Mel. Ich dank dir, Menschenhuͤter ꝛc. D sey Gott in der Hoͤ—⸗ he, in dieser Morgen⸗ stund, durch den ich itzt auf⸗ stehe vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest ge⸗ bunden mit Finsterniß die Nacht; ich hab sie uͤberwun— den durch Gott, der mich bewacht. 2. Dich will ich glaͤubig bitten, o Schutzherr Israel, du wollst treulich behuͤten den Tag mein Leib und Seel; allschristlich Obrigkeiten, die Lehrer und Gemein, in die⸗ sen boͤsen Zeiten, laß dir em⸗ pfohlen seyn. 5. Erhalt durch deine Guͤte uns bei der reinen Lehr, vor Irrthum uns behüte, streit fuͤrdein Wort und Ehr, daß wir dich all zusammen mein Richter nun erscheint, loben in einem Geist, spre⸗ der erhabne Menschenfreund. chend: des Herren Mamen 6. Staͤrke du mich sey groß und hoch gepreist! 4. Dem dieses Zutraun gegen dich. 4. Du laͤßt meine Kuͤm⸗ mernisse, im Vertraun auf dich, entfliehn. So entflohn die Finsternisse, da die Mor⸗ gen sonn erschien. Keine Sor— ge raube mir meine Freudig⸗ keit zu dir! 6. Du gewaͤhrst mir neue Stunden zur Vollbringung meiner Pflicht. Werd ich da nur treu befunden; so bin ich voll Zuversicht, wenn 12 4. Dem Leibe gieb dar⸗ neben Nahrung und guten Fried, gesund und maͤßig Le⸗ ben, dazu ein froh Gemuͤth, daß wir in allen Staͤnden die wahre Froͤmmigkeit recht lieben, Fleiß drauf wenden als rechte Christenleut. 5. Gieb deinen milden Segen, daß wir auf dein Geheiß stets gehn auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß, daß jedermann seinNe⸗ tze auswerf, und auf dein Wort den Trost mit Petro setze; so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Eh⸗ ren, und der Gemein zu Nutz, das will der Spoͤtter wehren mit List und großem Trutz. Doch kann ers nicht vollbrin⸗ gen, weil du, Herr Jesu Christ, regierst in allen Din⸗ gen, und unser Beistand bist. 7. Wir sind ja deine Re⸗ ben; der Weinstock selbst bist ken ein frommes, du, daran wir wachsen, leben, und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben, und wachsen immer mehr, laß deinen Geist uns treiben zu Werken deiner Ehr. Morgenlieder. 15. 7 Mel. Ich dank dir, Menschenhuͤter nr. E hat uns heißen treten, o Gott, dein lieber Sohn, mit herzlichen Gebeten vor deinen hohen Thron, und uns mit theurem Amen Er⸗ hoͤrung zugesagt, wenn nur in seinem Namen man bit⸗ tet, fleht und klagt. 2. Darauf komm ich ge⸗ gangen, in dieser Morgen⸗ stund, ach laß mich doch er⸗ langen, was ich aus Herzens⸗ grund von dir, mein Gott, begehre im Namen Jesu Christ, und gnaͤdig mir ge⸗ waͤhre, was seelennuͤtzlich ist 3. Nicht bitt ich, mir zu geben aus deiner Vaterhand Geld, Gut und langes Leben, nicht Ehr und hohen Stand; denndieses ist nur nichtig, und lauter Eitelkeit, vergaͤnglich, schwach und fluͤchtig, und schwindet mit der Zeit. 4. Ich bitte, mir zu schen⸗ keusches Herz, mag denken auf luͤderlichen Scherz, das stets mit Liebe flammet zu dir, Gott, Him⸗ mel an, und alle Lust verdam⸗ met der lastervollen Bahn. 5. Her⸗ das nimmermehr 5. winn Kraf ge S Wiff Thun gefaͤll Welt ohne 6. len, E Geld, len, faͤllt. erst s allgen schon folgt schenhuͤter u. en treten, her Sohn, beten vor on, und Amen Er⸗ wenn nur man bit⸗ * m ich ge⸗ Morgen⸗ h doch er— Herzens— ein Gott, en Jesu g mir ge⸗ Huͤtzlich ist , mir zu Zaterhand zes Leben, n Stand; ichtig, und rganglich, tig, und Zeit. r zu schen⸗ keusches umermehr üderlichen mit Liebe ott, Him⸗ t verdam⸗ Bahn. 5. Her⸗ Morgenlieder. 9 5. Hernach laß mich ge— winnen, nach deiner großen Kraft, Kunst, Weisheit, klu⸗ ge Sinnen, Verstand und Wissenschaft, daß all mein Thun und Handel dir moͤg gefaͤllig seyn, laß vor der Welt mein'n Wandel seyn ohne falschen Schein. 6. So wird von jenen al⸗ len, Stand, Leben, Ehr und Geld, auf meine Seite fal⸗ len, wenn dir es, Gott, ge⸗ faͤllt. Man muß die Seel erst schmuͤcken; so wirst du allgemach den Leib auch schon begluͤcken. Gluͤck folgt der Tugend nach. 16. Mel. Wie schoͤn leuchtet der ꝛc. Die seh ich wieder, Mor— genlicht, und freue mich der frommen Pflicht, dem Hoͤchsten Lob zu singen. Ich steh, entbrannt von Dank— begier, in tiefer Demuth, Gott, vor dir, mein Herz dir darzubringen. Schoͤp fer, Vater, deine Treue ruͤhrt aufs neue mein Gemuͤthe. Froh empfind ich deine Guͤte. 2. Von ganzem Herzen dank ich dir fuͤr deine Gnade, 15 die du mir auch diese Nacht erwiesen. Zu meinem Le⸗ ben setzest du itzt einen neuen Tag hinzu. Sey hoch da⸗ fuͤr gepriesen! Durch dich bin ich; und ich merke neue Staͤrke. Dich erhebe meine Zunge, weil ich lebe! 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Suͤnd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe; daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nuͤtzen mich bemuͤhe. Pruͤfe, siehe, wie ichs meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ. O Herr, verleih, daß ich des Namens wuͤrdig sey! Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein irrend Schaaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade! Staͤrk mich, daß ich stets mich uͤbe, deine Liebe zu betrachten, uͤber alles dich zu achten. 5. Auch im Geraͤusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall ich hier. Einst nimmst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und hoͤhern Leben. Auf dich hoff ich. Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. 17. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. ein Gott, nun ist es wie⸗ der Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen alle meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin, und ich seh wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat; wo ich nur immer aͤlter werde, zum Tode reifer, der sich naht. O Gott, von dessen Brodt ich zehr, wenn ich dir doch recht nuͤtze waͤr! 3. Ohn Zweifel siehst du mich aufstehen; regier mich auch in dieser Welt. Ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen; mach alles so, wie dirs gefaͤllt. Schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich todt und lebend seyn. 4. Vergieb mir, Vater, Morgenlieder. alle Suͤnden, die ich mit aus dem Bette bring, und laß vor dir mich Gnade finden, erhoͤre, was ich bet und sing. Denn wenn ich nur bei dir wohl steh; so acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sa⸗ chen rathen; ich bin mir sel— ber nicht genug. Behuͤte mich vor Missethaten, vor boͤser Menschen List und Trug. Laß mich den Tag wohl legen an, und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behuͤte mir mein Leib und Leben, Verwandte, Freunde, Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut. Hilf, daß ich al— les wohl verricht. Du wirst es thun, ich zweifle nicht. 18. Mel. Wer nur den lieben Gott n. Mein Gott, auch dieser M neue Morgen verkuͤn⸗ digt deine Gnade mir. Mil⸗ mir erwachen meine Sorgen, jedoch auch mein Vertraun zu dir. Ich werfe meinen Kummer hin auf dich, durch den ich leb und bin. 2. Ich 2: auf der sich m ich, zu so man geh. tzet ur doch de 3³ mein H zu thr Es ge Willen aller 2 in dein ich tod 4. alle St nichter mich zu um me an. fleh ich ja auch 5. 5 chen re ich mir mich vo ser Me Fuͤhr di Bahn; sey wo 6. Seel u mit aus und laß finden, ind sing. bei dir ich gar len Sa⸗ mir sel⸗ Behuͤte en, vor ist und den Tag d Gutes n. tein Leib wandte, d Gut, lSegen and das iß ich al— Du wirst nicht. n Gott e. h dieser verkuͤn⸗ ir. Sorgen, Zertraun meinen h, durch 2. Ich Mit,. Morgenlieder. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo alles Wohl sich mischt mit Weh, und ich, zu groͤßerer Beschwerde, so manchen Fehltritt noch be— geh. Gott, der mich schuͤ— tzet und ernaͤhrt, waͤr ich doch deiner Liebe werth! 3. Laß den Entschluß mein Herz erfuͤllen, stets gern zu thun, was dir gefaͤllt. Es gehe mir nach deinem Willen, o weiser Herrscher aller Welt. Schließ mich in deine Vorsicht ein, so bin ich todt und lebend dein. 4. Vergieb mir, Vater, alle Suͤnde, vergieb, was ich nicht recht gethan. Nimm mich zu deinem Gnadenkinde um meines Mittlers willen an. In seinem Namen fleh ich dich, er litt und starb ja auch fuͤr mich. 5. Hilf du in allen Sa⸗ chen rathen; denn wo waͤr ich mir selber gnug? Behuͤte mich vor Missethaten, vor boͤ— ser Menschen List und Trug. Fuͤhr du mich selbst auf ebner Bahn; und was ich thu, sey wohlgethan! 6. Bewahre mir Leib, Seel und Leben, Verwand⸗ 15 te, Freunde, Ehr und Gut. Willst du mir Kreuz zu tra⸗ gen geben; so staͤrke mich mit Trost und Muth. Und willst du mich mit Gluͤck erfreun; so laß mich dir auch dank— bar seyn. Dis helle Sonne strahlt herfuͤr; froͤhlich vom Schlaf aufstehen wir. Gott Lob! der die verfloßne Nacht so vaͤterlich uns hat bewacht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behuͤt vor Suͤnd und Schand durch deine Guͤt; laß ferner deine starke Macht uns treulich schuͤtzen Tag und Nacht. 5. Hilf, daß gehorsam le— ben wir, nie, Hoͤchster, wider⸗ streben dir, vor Augen haben dein Gebot in allem Thun, in Gluͤck und Noth. 4. Laß unser Werk gera⸗ then wohl, das jeglicher aus— richten soll, daß unsre Arbeit, Muͤh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. 20. Mel. Freu dich sehr, o meine ꝛc. as walt Gott! Die Mor⸗ D genroͤthe treibet weg die schwarze 16 schwarze Nacht, und der Tag ruͤckt an die Staͤte, welcher alles munter macht. Drum so muntre dich auch auf, o mein Herz, und denke drauf, wie du Gott willst Dank darbringen, seiner Guͤte Lob besingen. 2. Gott, ich komm an die⸗ sem Morgen froͤhlich vor dein Angesicht, und dein vaͤterli⸗ ches Sorgen ist mein Lied und Lobgedicht. Du warst diese Nacht mit mir. Auch den Tag befehl ich dir. Leite mich in deiner Liebe, staͤrk in mir die guten Triebe. 3. Laß mich heute wohl erwaäͤgen, was erfordert meine Pflicht. Was derselben laͤuft entgegen, laß mich ja beginnen nicht. Gieb, daß die Gelegenheit zu der Suͤnd ich kluͤglich meid, und, ge⸗ reizt, sie zu begehen, ernstlich woͤge widerstehen. 4. Doch, wenn ich was unternaͤhme, daraus, Vater, deine Ehr und des Naͤchsten Nutzen kaͤme, das mir selber heilsam waͤr; so befoͤrdre sol⸗ ches Werk, gieb dazu mir Kraft und Staͤrk. All mein Arbeit muß gedeihen, Morgenlieder. wenn du mir wirst Huͤlf verleihen. 5. Wird ein Fehl mich uͤbereilen; ach so hilf mir wie⸗ der auf; laß mich nicht dabei verweilen, steigt die boͤse Lust herauf. Schenke Hoffnung und Geduld, rette mich durch deine Huld, wenn ich komm in Noth und Leiden. Gieb mir dann auch wieder Freuden. 6. Wird mir etwas an⸗ gedichtet, redet man mir Uebels nach; dir, Herr, der da alles richtet, ich befehle meine Sach! Laß mich meiden nur die That, und mich stehn in deiner Gnad. Denn ein gut Gewissen machet, daß man der Verlaͤumdung lachet. 5. Legtest du an diesem Tage mich etwa aufs Kran— kenbett; dann hilf mir in mei⸗ ner Plage. Lenk auf meine Grabesstaͤtt und auf jene Ewigkeit meinen Sinn. Laß in der Zeit mich dem Tod entgegen sehen; trachten, vor dir zu bestehen. 8. Hierauf will ich mit Vergnuͤgen meine Arbeit fangen an; du, Gott Vater, wirst es fuͤgen, daß sie wohl gerathen kann. Jesu Christe, segne segne! Ja da großer End u Mel. A A llm mei Preis und sanfter dank i deiner sie bit heitert 3. 8 len, ie Was len? Gieb, Gott, mich daß di 4. Freu st Huͤlf hl mich mir wie⸗ ht dabei oͤse Lust voffnung ich durch ch komm Hieb mir euden. was an⸗ an mir r, der da ylemeine iden nur stehn in mein gut haß man achet. 1i diesem 8 Kran⸗ ir in mei⸗ uf meine ruf jene inn. Laß hem Tod hten, vor ich mit Arbeik et Vater, sie wohl Christe, segne Morgenlieder. segne du, heilger Geist, sprich Ja dazu. Herr, in deinem großen Namen sey mein End und Anfang! Amen. 24. Mel. Aus meines Herzensgrunde ꝛc. A.n ich hebe mein Aug empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafuͤr! Herr, deine Huld ist groß; und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß. 2. Daß nicht im tiefen Schlummer des Lebens Tocht verlischt, und daß mich, frey vom Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt; dieß dank ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch sie bin ich aufs neue mit heiterm Muth erwacht. 3. Beschuͤtzer unsrer See— len, ich traue stets auf dich. Was soll ich fuͤr mich waͤh⸗ len? O waͤhle du fuͤr mich! Gieb, was mir nuͤtzlich ist. Gott, dem ich alles danke, mich staͤrke der Gedanke, daß du stets um mich bist. 4. Er staͤrke mich, mit Freuden zu thun, was dir 17 gefaͤllt, er troͤste mich im Lei⸗ den; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich ziehn, helf er mein Herz be⸗ wahren, helf er mir die Ge— fahren der Suͤnde sehn und fliehn. 5. Begluͤcke du die Mei⸗ nen nach deiner Guͤtigkeit. Verlaß der Armen keinen; wend alles Herzeleid. Du willst zwar gern erfreun, eilst allen beizustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefaͤllig seyn. 6. Gott, dem ich angehoͤ⸗ re, dein Friede ruh auf mir. Mein Seufzen, meine Zaͤhre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe oder lebe; so bin ich ewig dein. 2⁴. Mel. Dir, dir, o Hoͤchster will ich ꝛe. Dich, dich, mein Gott, will ich erheben! Du warst mein Schirm in der verfloßnen Nacht; erquick⸗ test mich, erhieltst mein Le⸗ ben. Ich lebe noch, und bin vergnuͤgt erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so ge⸗ B denkst, 18 denkst, und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch uͤber mir ist deine Guͤte noch immerfort, mit jedem Morgen, neu. Mit innig dankendem Gemuͤthe fuͤhl ich die Groͤße deiner Vatertreu. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun; auch er soll dir zum Dienst geheiligt seyn. 3. Vor deinen Augen will ich wandeln, und treu⸗ lich thun, was dir, mein Gott, gefaͤllt, gewissenhaft in allem handeln, und standhaft fliehn die schnoͤde Lust der Welt. O staͤrke selbst mit deiner Huͤlfe mich! Denn was vermag ich Schwacher, ohne dich? 4. Laß diesen Tag mich so vollbringen, daß ich ihn ohne Reu beschließen kann! Mein Vorsatz wird, er wird gelingen; treibt nur dein Geist mich zum Vollbrin⸗ gen an. Auch dieser Theil von meiner Uebungszeit sey mir Gewinn noch fuͤr die Ewigkeit! 5. Gieb mir auch heute, Morgenlieder. das sich auf deine Vorsicht stuͤtzet, und dir vertraut, auch in dem groͤßten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht, und du versaͤumst gewiß mein Bestes nicht. 6. In diesem kindlichen Vertrauen will ich getrost an mein Geschaͤfte gehn, auf deinen sichern Beystand bauen und deiner Fuͤgung still entgegen sehn. Ich weiß, du fuͤhrst mich auf der rechten Bahn, und nimmst mich einst gewiß zu Eh⸗ ren an. 23. Mel. Christus, der ist mein Leben. Noch läßt der Herr mich leben! Mit froͤhlichem Gemuͤth eil ich, ihn zu erhe— ben. Er hoͤrt mein fruͤhes Lied 2. Zu ihm entzuͤckt mich wieder der Morgensonne Pracht. Ich falle vor ihm nieder, der sie und mich ge⸗ macht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich was mir nuͤtzet. Vor allem dir vergelten, was du an aber gieb ein ruhigs Herz, mir gethan? 4. Wirst 10. trachte faͤllt; als all 11. erwaͤg Vorsicht iut, auch ßchmerz. nir zum ht, und iß mein ndlichen getrost ehn, auf ystand Fuͤgung 1. Ich auf der nimmst zu Eh⸗ ein Leben. err mich oͤhlichem zu erhe⸗ thesLied. ickt mich nsonne vor ihm mich ge— her aller dich auch soll ich du an 4. Wirst Morgenlieder. 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur Vertraͤuen, nur Liebe, Gott, von mir. 5. Dein sey mein ganzes Leben! Mein Herz sey ewig dein! Dir will ich Ehre ge— ben, und deiner Huld mich freun. 6. O Tilger meiner Suͤn⸗ den, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnaͤ⸗ dig bist. 7. Dir hab ich mich erge— ben. Ich freue mich in dir. Erfreuender als Leben ist deine Guͤte mir. 8. Sie fuͤhre mich auch heute auf deinem Tugend⸗— pfad. Du ewig Weiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 9. Nur dieß laß mich er⸗ flehen: gieb mir ein weises Herz! auf dich laß stets mich sehen, in Freuden, wie im Schmerz. 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir ge— faͤllt; daß ich es hoͤher achte, als allen Ruhm der Welt; 11. Daß ich mein Heil erwaͤge, im Stillen oft bey 10 mir, mit Ehrfurcht sagen moͤge: Gott sieht mich, Gott ist hier! 12. Daß ich dich stets er⸗ hebe, und, koͤmmt mein Tod, mich dir mit Freudigkeit er⸗ gebe. Das, Herr, ver⸗ leihe mir! 24. Mel. Ich danke dir durch ꝛc. Ermuntre dich, mein Geist, du mußt zu Gottes Throne treten! Genieße fruͤh die fromme Lust, den Schoͤ⸗ pfer anzubeten. 2. Er, er hat mich zu rechter Zeit aus nichts ans Licht gezogen, und hat mein Gluͤck von Ewigkeit allguͤ⸗ tig abgewogen. 5. Gelobt, mein Gotrt, sey deine Treu, gelobt sey deine Guͤte! Auch heut wird sie mir wieder neu. Froh dankt dir mein Gemuͤthe. 4. Vom suͤßen Schlaf, o Herr, erquickt, fuͤhl ich die Kraft der Sonne; und abermals seh ich entzuͤckt der Schoͤpfung Pracht und Wonne. 5. O Vater, nimm dich meiner an, auf allen meinen B 2 Wegen, 20 Morgenlieder. Wegen, erhalte mich auf ebner Bahn, und gieb mir deinen Segen. 6. Erinnre mich an meine Pflicht, an mein Berufsge⸗ schaͤfte; gieb mir dazu der Weisheit Licht, und neue Geisteskraͤfte. 7. Herr, laß mein Herz, zu aller Zeit, auf deine Vor⸗ sicht bauen, in aller Noth, mit Freudigkeit und kindli⸗ chem Vertrauen. 8. Dir ist bekannt, Herr, was mich kraͤnkt, du kennest meine Sorgen, und was mein Herz nur wuͤnscht und denkt, ist dir, Gott, unver⸗ borgen. 9. Laß weislich mich die Uebungszeit zu meinem Heil verwenden. Du for⸗ derst in der Ewigkeit sie einst von meinen Haͤnden. 10. Behuͤte, Herr, und segne mich. Und was du mir beschieden, erhalte mir auch vaͤterlich, und gieb mir dei⸗ nen Frieden. 25. Mel. Die helle Sonne leucht ꝛe. Dar walt Gott Vater Dund Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmels⸗ thron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen fruͤh in rechter An⸗ dacht meine Knie, und ruf zu dir mit heller Stimm, dein Ohren neig, mein Wort vernimm. 5. Ich ruͤhm von Herzen deine Guͤt, weil du mich gnaͤ⸗ dig hast behuͤt't, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut; dein Allmacht mir zur Seite steh, und schuͤtze mich, wohin ich geh. 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier, und mich mit seinen Gaben zier; er fuͤhr mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gieb, daß ich meine Werk und Pflicht mit Freu⸗ den diesen Tag verricht, zu deinem Lob und meinem Nutz, und meinem Naͤchsten thue Guts. 7. Hilf, daß ich zu regie— ren ren m ren, Lippet Leib; mir tr beschn sen ni 95 allez Scha Verfo Feind Schu 10. Einge mir k beh uͤ Tod, Huͤlf nmels⸗ „eh die s Licht r steht. diesen er An⸗ nd ruf 5timm, 1Wort ich bitt nimm ag in nir zur e mich, mein r, und en zier; rechter Guts meine t Freu⸗ cht, zu neinem aͤchsten regie⸗ ren Morgenlieder. 21 ren wiß mein Augen, Oh⸗ ren, Haͤnd und Fuͤß, mein Lippen, Mund und ganzen Leib; die boͤsen Luͤste von mir treib. 8. Bewahr mein Herz vor Suͤnd und Schand, daß ich, vom Uebel abgewandt, die Seel mit Suͤnden nicht beschwer, und mein Gewis⸗ sen nicht versehr. 9. Behuͤt mich heut und allezeit vor Schaden, Schand und Herzeleid. Verfolget mich ein schlauer Feind; so sey du, Herr, mein Schutz und Freund. 10. Mein'n Aus⸗ und Eingang heut bewahr, daß mir kein Uebel wiederfahr, behuͤte mich vor schnellem Tod, und hilf mir, wo mir Huͤlf ist noth! 26. Mel. Werde munter mein ꝛe. Won ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh, und, von dieses Lebens Kummer frey, den schoͤnern Morgen seh; o dann wach ich an— ders auf. Schon am Ziel ist dann mein Laͤuf. Traͤume sind an deinem Morgen, gros⸗ ser Tag, des Pilgers Sorgen. 2. Gieb, daß keiner mei⸗ ner Tage, Vater meiner Le⸗ benszeit, einstens dir, dem Richter, sage, er sey ganz von mir entweiht. Auch noch itzt bin ich erwacht. Dank sey deiner Guͤt und Macht! Laß mich heilig und im Segen, diesen Tag zuruͤcke legen. 5. Daß ich nicht erschro⸗ cken stehe, wenn mein letzter Tag erscheint, wenn zum dunkeln Thal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des To⸗ des Pein; laß mein End ihm lehrreich seyn, daß ich ihn zum Himmel weise, und den Herrn des Todes preise. 27. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛ6. D ist da, dich will ich loben, o Gott, mein Vater in dem Himmel oben. Was du fuͤr Gnade sters mir thust bewei⸗ sen, will ich nun preisen. 2. Du hast mich an das Tagslicht lassen kommen, auch durch die Tauf in dein Reich aufgenommen, und las⸗ sest 3⁴ Morgenlieder. sest mich durch deinen Sohn 3. Hilf, daß ich bleib, wie entbinden von Schuld und zusteht frommen Christen, Suͤnden. rein von der Welt und ih⸗ 3. Du giebst mir deinen ren Sundenluͤsten; daß ich guten Geist darneben, daß er auch meinen eignen boͤsen mich lehr und fuͤhr in mei⸗ Willen nicht moͤg erfuͤllen. nem Leben, damit ich lern 9. Herr, laß in deinen auf dich alleine schauen, und Schutz seyn eingeschlossen dir vertrauen. drr, Ganege Aen, pwer „Ou hast mich allzeit der, Hausgenossen, und wa väterlich Inaheen, was ach ich sonst—15 milde bedurft, mir immerzu besche⸗ Gabe auf Erden habe. ö„Die Obrigkeit erhalt ret; und, wenn mich Roth„ 7 Fieh Trie und Ungluͤck hat beruͤhret, bey gutem Standez gieb Frie bald draus gefuͤhret. + Der u zen Lande; behuͤt uns aller⸗ 5. So hast du auch durch seits, o Herr, aus Gnaden deine Engelschaaren mich las⸗ oor Schand und Schaden. sen heut in dieser Nacht be 11. Du wollest auch an wahren, daß mich kein Leid, diesem Tag mich staͤrken kein Unfall hat erschrecket, durch deine Kraft in meines noch aufgewecket. Amtes Werken, auf daß 6. O Herr, mit meinem ich moͤge in denselben allen Munde und Gemuͤthe erzaͤhl dir wohlgefallen. und ruͤhm ich solche große 12. Zuletzt verleih, wenn Guͤte, die ich empfangen hab ich aus diesem Leiden, es sey an allen Enden aus deinen heut oder morgen, werd ab⸗ Haͤnden. scheiden, daß ich auf Christi 7. Ich bitt, du wollest Tod mag froͤhlich sterben, über mir fort walten, und den Himmel erben. mich auch heute diesen Tag 13. So bin ich denn an erhalten, daß der Versucher Seel und Leib genesen, und nicht durch List und Pfeile reich genug auf dieser Welt mich uͤbereile. gewesen, und dort hab Keche rechte rechte. uͤberwi 14. ter, de und hei Himme nach d Gott, waͤhre! schen,1 Freund dankt noch le Gott s 5.— bes, di ihn an des Lei hat Ge * dir daf dankba ib, wie risten, nd ih⸗ aß ich boͤsen illen. deinen hlossen „Bruͤ⸗ ud was milde de. erhalt b Frie⸗ m gan⸗ 8 aller⸗ znaden meines if daß n allen „wenn es sey erd ab⸗ Christi terben, enn an n, und r Welt ich das rechte Morgenlieder. 25 rechte Kleinod funden, hier schlummert' ich, beschirmt uberwunden. 14. Das hilf mir, Va⸗ ter, der du mit dem Sohne und heilgem Geist regierst im Himmelsthrone; was ich, nach deinem Wink, mein Gott, begehre, du mir ge⸗ waͤhre! 28. Mel. Nun sich der Tag geendet hat ꝛc. Vergangen ist auch diese Nacht, ein neuer Tag erscheint. Wir ruhten sanft; wer hat gewacht? Gott, unser Herr und Freund. 2. Erwacht, ihr Men— schen, und erhebt Gott, euren Freund und Herrn! Kommt, dankt ihm, dankt, daß ihr noch lebt; wie schuͤtzt euch Gott so gern! 5. Bewohner meines Lei⸗ bes, du, mein Geist, o bet ihn an! Erquickt hat dich des Leibes Ruh; und das hat Gott gethan. 4. Wie dank ich, Vater, dir dafuͤr? Ach koͤnnt ich dankbar seyn! Ich gebe Leib und Seele dir, und ewig sey sie dein! 5. In deinem Schutze durch deine Macht; kein Un⸗ fall traf und schreckte mich; ich ward von dir bewacht. 6. Wie manche mir ver⸗ borgne Noth entfernte deine Hand! Auch einen boͤsen schnellen Tod hat sie von mir gewandt. 7. O Vater, Vater, ha⸗ be Dank fuͤr deine Lieb und Treu; verleih, daß ich mein Lebenlang dir herzlich dank— bar sey. 8. Gedenk auch heute, Herr, an mich. Wenn sich Gefahren nahn; so nimm dich meiner vaͤterlich um Jesu willen an. 9. Und du, mein Jesu, gieb mir Kraft, steh deinem Freunde bey, damit ich fromm, gewissenhaft und ohne Tadel sey. 10. Erhoͤre, Jesu, meine Bitt, und sieh mich Schwa— chen an. Erhalte meine Tritt und Schritt auf deiner ebnen Bahn. 11. Entferne, Heiland, mein Gemuͤth von aller Ei— telkeit; denn der ist, der auf dich nur sieht, schon selig in der Zeit. 12. Im 24 12. Im Glauben erst, und dann im Schaun wird er es ewig seyn. So will ich denn mich dir vertraun, um ewig mich zu freun. 15. Sey du nur mein, und treib mich an zu jeder guten That; und ewig selig ruf ich dann; wohl dem, der Jesum hat! 14. Nun dann so fang ich meine Werk in Je su Namen an; er gebe mir Gedeihn und Staͤrk, daß ich sie enden kann. ö 29. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. G euch, erquickte Glieder, die dunkeln Schatten sind vorbei. Der liebe Morgen zeigt sich wie— der, und machet Gottes Guͤte neu, die mich in dieser Nacht bedeckt, und nun zur Arbeit aufgeweckt. 2. Gott Lob und Dank, daß ohne Schaden die Zeit der Ruh ist hingebracht, und daß der Reichthum seiner Gnaden den frohen Morgen— segen macht. Ich bin ver— gnuͤgt, ich bin erquickt, und Morgenlieder. warte, was Gott heute schickt. 3. Sein guter Geist wird mich regieren, der leite mich auf ebner Bahn, und helfe mir mein Werk vollfuͤhren; in seinem Namen fang ichs an. Sein Segen wird mein Sonnenschein, und seine Huld mein Schatten seyn. 4. Mein Gott, so laß dich gnaͤdig finden, dir hab ich alles heimgestellt. Ach nur behuͤte mich vor Suͤnden! Doch, wenn das Fleisch aus Schwachheit faͤllt; so richte mich durch Jesum auf und segne meinen Lebenslauf. 5. Weil jeder Tag von unsern Tagen auch seine Plage mit sich fuͤhrt; mein Gott, so laß mich nicht ver— zagen, wenn mich ein Kreuz und Ungluͤck ruͤhrt; fuͤhr mich durch deine Huld her⸗ aus, so wird das Leid mit Freuden aus. 6. Nun Seel und Leib sey dir ergeben, wo alles gut und gluͤcklich steht. Und wenn der Rest von meinem Leben mit diesem Tag zu Ende geht; so machest du durch Christi Christi letzten 7.— mich in und Un deiner rauben tes De im Sir was me mich ve Mel. Kor O mir kraͤ loͤser, h werth, heute ist wird ite mich id helfe fuͤhren; ng ichs d mein id seine seyn. laß dich hab ich lch nur unden! sch aus o richte uf und auf. ig von seine ;mein cht ver⸗ Kreuz 3 fuͤhr ild her⸗ eid mit Leib sey gut und d wenn n Leben Ende durch Christi Morgenlieder. Christi Blut auch meinen letzten Abschied gut. 7. Wohlan, deß troͤst ich mich im Glauben, im Gluͤck und Ungluͤck bin ich dein; aus deiner Hand kann mich nichts rauben. Drum soll mein ste— tes Denkmal seyn, das mir im Sinn und Herzen liegt: was mein Gott fuͤgt, macht mich vergnuͤgt. 30. Mel. Kommt Menschenkinder, ruͤhmt. O heilige Dreyfaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, an diesem Tag mir Beistand leist. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Boͤses wiederfahr, und mich die Suͤnde nicht verletz, noch mich in Schand und Schaden ee. 5. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Soh⸗ nes Weisheit mich erquick, des heilgen Geistes Gnaͤden— schein muß meines Herzens Freude seyn. 4. Mein Schoͤpfer, steh mir kraͤftig bey, o mein Er⸗ loͤser, hilf mir frey, o Troͤster werth, weich nicht von mir, 25 mein Herz mit deinen Gaͤ⸗ ben zier. 5. Herr, segne und behuͤte mich, erleuchte mich, Herr, gnaͤdiglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht, und dei⸗ nen Frieden auf mich richt. 31. Mel. Aus meines Herzens Grunde— err Himmels und der Er⸗ den, du Gott von Ewig— keit, der Tag und Nacht laͤßt werden aufunterschiednezeit, wie wunderbar hast du den Wechsel unsrer Stunden in deinem Rath erfunden, und schenkst uns Fried und Ruh. 2. Du kannst in allen Laͤndern, wenn deine Stunde schlaͤgt, den großen Himmel aͤndern, der Mond und Sonne traͤgt; und maͤchst, wie dirs gefaͤllt, ob wir gleich nicht drum sorgen, des Abends und am Morgen ganz eine neue Welt. 5. Bald geht die Sonne nieder, es koͤmmt die finstre Nacht, verschließt die Au— genlieder, auf ihre Ruh be— dacht; bald wird es wie— der Tag, da schoͤpfet alles Leben, was vor dem Schlaf erge⸗ 26 ergeben und halb erstor⸗ ben lag. 4. Nun, Herr, dieß alte Wunder behaͤlt noch seinen Lauf. Die Sonne gehtitzun⸗ der bey Gut und Boͤsen auf. Das thut die große Treu und Allmacht deiner Haͤnde, die wird bis an das Ende noch alle Morgen neu. 5. Du hast mir Leib und Leben behuͤtet vor Gefahr, und heute neu gegeben, was gestern meine war; da wir doch in der Nacht, wie einer, der begraben, fuͤr nichts ge⸗ sorget haben, noch an uns selbst gedacht. 6. Ich steh mit neuen Kraͤften, als wie vom Tode, auf, und geh in den Ge⸗ schaͤften den schon gewohnten Lauf. Die ganze Welt wird Licht, damit ich koͤnne sehen, was heute wird geschehen, und was ich selbst verricht. 7. O Vater aller Guͤte, dir dank ich, weil ich kann, dir trag ich mein Gemuͤthe zum Morgenopfer an. Ich bin dein Eigenthu*m. Du wirst mir auch begegnen, und meine Werke segnen zu dei⸗ nes Nahmes Ruhm. Morgenlieder. 32. Mel. Danket dem Herren ꝛe. . bar uns beweisen! Laßt uns mit Freuden seinem Namen singen und Lob und Dank zu seinem Throne bringen! Gott sey gelobet! 2. Er hat das Leben uns allein gegeben. Er wars allein, ders vaͤterlich bedeckte, er, der von unserm Schlaf uns auferweckte. Gott sey gelobet! 5. Daß unsre Sinnen neue Kraft gewinnen; daß wir noch Haͤnd und Fuͤß und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Gott sey gelobet! 4. Daß Feuerflammen uns nicht allzusammen ver— zehrten; daß sie unsrer Haͤu— ser schonten, das macht, daß wir in seinem Schatten wohnten. Gott sey gelobet! 5. Kein Grimm von Raͤu⸗ bern hat an unsern Leibern, an Ehr und Guͤtern feindlich uns verletzet; dawider hat sein Allmacht sich gesetzet. Gott sey gelobet! 6. Ach treuer Huͤter, Ge⸗ ber aller Guͤter, du wollest ferner ferner Tag un sicht erh Vater. 7. O du auch Wege, und uͤbe stehen. 6. H alles Bi verricht und wo gieb du uns‚, 2 9. Ri wir ja deiner fromm; Zukun Erden. 10. men,‚, a die sich dahin b allen E Gott set Mel. V Mit ge schweig Nacht! der Tag ren ꝛc. n, dank⸗ Laßt seinem Lob und Throne elobet! den uns r wars Hdedeckte, Morgenlieder. ferner uͤber unser Leben bey Tag und Nacht dein Ange— sicht erheben. Erhoͤr uns, Vater. 7. O Vater, leite, leite du auch heute uns deine Wege, laß uns sicher gehen und uͤberall in deiner Gnaͤde stehen. Erhoͤr uns, Vater! 8. Hilf uns mit Freuden alles Boͤse meiden; lehr uns Schlaf verrichten heilige Geschaͤfte; Zott sey Hinnen n; daß uͤß und und wo wir schwach sind, da gieb du uns Kraͤfte. Erhoͤr uns, Vater! 9. Ruͤhr unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit 27 mein Geist, zu ruhn, erkenne Gottes Guͤte, und richte dein Gemuͤthe, viel Gutes heut zu thun. 2. Herr, dir ist nicht ver⸗ borgen, daß wir noch Suͤn⸗ der sind, und daß man alle Morgen auf Erden Kummer findt. Erhalt mein Herze rein, wend alle mein Ver⸗ derben, und soll ich heute sterben, so laß es selig seyn. 3. Was selig ist und nuͤtze, gieb mir von deinem Thron, Gott Vater, mich beschuͤtze durch Christum, deinen Sohn, wie er mir ben wir deinen Strafen, sondern selbst verheißt. Herr, segne Zegen. lammen nen ver⸗ er Haͤu⸗ cht, daß hatten zelobet! on Raͤu⸗ zeibern, eindlich der hat gesetzet. ter, Ge⸗ wollest ferner fromm zu werden vor deiner und behuͤte, laß leuchten Zukunft uns bemuͤhn auf deine Guͤte, und gieb mir Erden. Erhoͤr uns, Vater! 10. Herr, du wirst kom⸗ men, alle deine Frommen, die sich bekehrten, gnaͤdig dahin bringen, wo wir mit allen Engeln ewig singen: Gott sey gelobet! * Mel. Von Gott will ich nicht ꝛc. it Gott will ichs anfan⸗ gen, mein Loblied schweige nicht, nachdem die Nacht vergangen, und nun der Tag anbricht, hoͤr auf, deinen Geist. 4. Ja, Vater, der du allen die Sonne scheinen laͤßt, dein goͤttlich Wohlgefallen steht alle Tage fest; erbarme dich auch heut der Frommen und der Boͤsen! sie alle zu erloͤsen bist du, o Gott, bereit. 34. Mel. Das walt mein Gott ꝛc. Vol Zuversicht und kind— lich frey komm ich aufs neu, Gott, vor dein Ange⸗ sicht. 28 sicht. Ich preise dich und freue mich deiner Vatertreue beym neuen Morgenlicht. 2. Allmaͤchtiger, wen deine Macht schuͤtzt und bewacht, wie sicher ruhet der! Getrost, wenns um ihn stuͤrmet, ruht er, von dir beschirmet; und froh erwachet er. ů 3. Ja, Guͤtigster, froh steh ich hier itzt auch vor dir! Du schuͤtzest mich, o Herr, daß mich kein Unfall toͤdte. Mit jeder Morgenroͤthe stellst du mein Leben her. 4. Du Heiligster, ach rechnest du mir Suͤnde zu; wo blieb ich Straucheln— der? Des Mittlers der Er⸗ loͤsten, deß will ich mich ge— troͤsten; auch mich begna— digt er. 5. Barmherzigster, wie vaͤterlich ertraͤgst du mich, fehl ich gleichl oft und sehr! Ihm, der sich hingegeben fuͤr mich, ihm will ich leben, und nie der Suͤnde mehr. 6. Allwissender, ich trau auf dich, du kennest mich; der Trost, wie suͤß ist er! Uns, wenn wir leiden muͤs⸗ sen, von dir gesehn zu wissen; was ist erquickender! Morgenlieder. 7. Und, Weisester, du wogst uns dar, was heilsam war; was sorgt ein Sterb— licher, dem sein Geschick ver— borgen? Dich, Vater, laß ich sorgen, dich, meines Le— bens Herr. 35. Di Morgens, wenn ich fruͤh aufsteh, des Abends, wenn zu Bett ich geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich, o Jesu, din befehl ich mich. 2. Erbarm dich, Jesu gnaͤdig mein; so kann ich ruhn und sicher seyn mit Leih und Seele, Hab und Gut; ein Segensquell ist mir dein Blut. 5. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heil— ger Tod die Suͤnd hinnahm. Drum ich wach oder schlaft ein, wirst du, Herr, allzeil bei mir seyn. 4. Dein Engel mir stett halte Wacht, darum ich Noth und Tod nicht achtz denn wo ich bin, bist du beh mir, mein Gluͤck und Kreus koͤmmt auch von dir. 5. Im Tod und Leben bin ich deit meine itzt und sie zu d Mel. W G⁰⁴5 he sund ert und fr neuen sey mei weiht! 2. S winde r Staub Hauch ein Tod ich noch 5. 1 mich fre wiederr Hand. wohin e dern dei 4. 2 vergelte bet ich k dir mein voll D. verwirf ner, ni 5. O ster, du heilsam Sterb⸗ chick ver⸗ iter, laß eines Le— wenn ich h, Bett ich Augen, zesu, dit Jesi kann ich mit Leib ind Gut; mir dein r Christ dein heil— vinnahm. er schlafe r, allzeit mir stett rum ich cht acht ist du beh nd Kreuz eben bin Morgenlieder. 29 ich dein; dir, Herr, dir meine Seel allein befehl ich itzt und auch im Tod; nimm sie zu dir, o treuer Gott! 36. Mel. Warum betruͤbst du dich ꝛc. Gen der das Licht entste— hen hieß, und mich ge— sund erwachen ließ, sey Preis und froher Dank! Des es neuen Morgens Heiterkeit sey meinem Gott zuerst ge⸗ weiht! 2. Sieh, Herr, ich unter⸗ winde mich, mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Haͤuch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier. Daß ich noch lebe, dank ich dir. 5. Und jedes Gut, deß ich mich freu, empfang ich itzo wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wun⸗ dern deiner Huld entzuͤckt. 4. Dich, dem ich nichts vergelten kann, dich, Vater, bet ich kindlich an. Ich opfre dir mein Herz. Ein Herz, voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Hocherhab— ner, nicht. 5. O du, den meine Seele preist, erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Chri⸗ stenpflicht; er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 6. Ein gut Gewissen sey mein Theil! Dieß wirk in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blumen kleidest du mit Pracht, naͤhrst jeden Vogel, Gott der Macht! Bin ich nicht mehr, denn sie? Ich werfe meine Sorg auf dich; du, mein Erbar⸗ mer, sorgst fuͤr mich. 37. Mel. Warum betruͤbst du dich ꝛc. CE dich, Herz, Muth und Sinn! Es ist die stille Nacht dahin, der Tag bricht nunmehr an. Bring, meine Seel, zur Morgenstund dem Herrn ein dankbar Herz und Mund. 2. Ach wie viel tausend Ungemach, Verfolgung Schrecken, Noth und Schmach, die dir der Feind bestellt, hat Gott von dir schon 30 Morgenlieder. schon abgewendt! Wohl 38 dem, der es nur recht erkennt! 3. Ach Herr, ich bin ja Mel. Valet will ich dir geben ꝛn. zu gering, daß du erzeigst mir Nob sey Gott, der den Mor— solche Ding, die ich nie hab d gen uns sendet nach der verdient. Gott, ohne deine Nacht; der, wenn wir ohn große Gü, waͤr ich geblie⸗Sorgen entschlummern, fur ben unshüt t. 4. NRa. gerr, ich seh, daß nichts, als Gnad, bey dir stets Statt gefunden hat, der ich genieße wohl. Ach laß auch nichts, denn Lob und Dank, bey mir seyn all mein Le⸗ benlang! 5. Laß mich hinbringen diesen Tag, wie es dein heil⸗ ger Will vermag. Halt mich in deinem Schutz. Laß im⸗ mer mir vor Augen seyn die letzte Stund des Lebens mein. 6. Damit ich ja nicht mit Bedacht in schwere Suͤnde werd gebracht, den Tod mich warnen laß. Dir ich befehle Sinn und Muth, den Leib, die Seele, Hab und Gut. 7. Wohlan! an mein'n Beruf ich geh, und anders nichts ich mich verseh zu mei⸗ nem lieben Gott, als daß umschraͤnke mich sein Schutz; so biet ich selbst dem Satan Trutz. ..eννπππι½ uns wacht; der uns im Schlaf erquicket, und unsie Kraft erneut; Gott, der dil Erde schmuͤcket, und was ei schuf, erfreut! 2. Ihn preist der Engel— heere frohlockender Gesang, Auf, singt in ihre Choͤre, in ihrer Jubel Dank! Ertoͤ⸗ net, Harf und Psalter, ins Lied der Seraphim, dem Schoͤpfer, dem Erhalter Lobsingt, lobsinget ihm! 3. Von dir ist mir gege⸗ ben, Herr, was ich hab und bin; und dieß mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz ver— schwunden, der Wohlfahrt kurze Zeit; doch haͤngt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 4. Dieß reize meine Seele zum Fleiß im Guten an, daß ich nichts denk und waͤh⸗ le, was dir mißfallen kann. Dann kann ich nicht verder⸗ ben; ben; i Tod; sterben Gott! E. L 5 2 ich wer selbste einst w laß mi dieser! lich mi ich we 6. thum es in u und 2 Ihr L Schme auf Er rein, e den, ge 7. Freude Loos; den de groß.? bens, schon bens,! 86. ermuͤde nicht! Friede sicht. geben u. den Mor⸗ nach deir wir ohne nern, fuͤr uns im nd unsre „der dit d was ei r Engel— Gesang, Choͤre, in Ertoͤ⸗ ilter, ins m, dem halterl ihm! nir gege⸗ hab und n irdisch um Tode ganz ver— zohlfaͤhrt aͤngt an das Heil ne Seele sten an, und waͤh⸗ en kann. k verder⸗ ben; Morgenlieder. 31 ben; ich fuͤrchte nicht den streite! Des Sieges Lohn ist Tod; nicht werd ich ewig nah. Getrost! Vielleicht ist sterben, nein, ewig leben, heute des Kampfes Ende da. Gott! 39. 5. O suͤßer hoher Glaube, Pel. Gott des Himmels und ꝛc. ich werde nicht vergehn, und Desu Guͤte hat kein Ende, selbst erweckt vom Staube V sie ist alle Morgen neu. einst wieder auferstehn! Dieß Das beweisen Jesu Haͤnde, laß mich nie vergessen; und die da schaffen, o der Treu! dieser Hoffnung voll laß taͤg⸗ daß ich leb, doch ich nicht hier, lich mich ermessen, was einst sondern Christus lebt in mir; ich werden soll. 2. Jesu Haͤnde, die da 6. Sollt ich nach Reich⸗ sorgen, daß auf eine gute thum trachten? Nie komm Nacht folget itzt ein guter es in mein Herz. Nach Ehr Morgen, da man sieht, wie und Wollust schmachten? Gottes Macht mich, die Ihr Lohn ist Reu und Meinen, Hab und Gut, hat Schmerz. Hienieden schon beschuͤtzt durch Jesu Blut. auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes wer⸗ den, ganz ihm geheiligt seyn. 7. Zwar dieses Lebens Freuden sind nicht stets unser Loos; doch ist in unsern Lei— den des Herrn Erbarmung groß. Wir leiden nicht verge— bens, und schaun von ferne schon die Wonne jenes Le— bens, der Ueberwinder Lohn. 8. Getrost, mein Geist, ermuͤde in deinem Kampfe nicht! Dich staͤrket Gottes Friede mit Kraft und Zuver— sicht. Ermuntre dich und 5. Jesu, dir sey Dank gegeben fuͤr die Treue deiner Haͤnd, fuͤr die Gnade, fuͤr das Leben, und was sie mir zugewendt. Ach zieh von mir bis ins Grab, diese deine Haͤnd nicht ab! 4. Sie sinds ja, darein ge⸗ graben steht mein Nam mit deinem Blut, die mich selbst bereitet haben, mich gekroͤnt mit Himmelsgut; ja, sie sinds, die bis anitzt mich ver⸗ sorget und beschuͤtzt. 5. Laß sie weiter mich um⸗ fassen, weil ich ihrer eigen bin laß 32 laß sie mich, mich sie, nicht lassen. Dieses ist und bleibt mein Sinn: Suͤnde, dir entsage ich; Jesu, dir ergeb ich mich. 6. Ja, nimm mich in deine Haͤnde, schließ mich in des Vaters Herz und in deine Huld behende, in dein Leiden, Tod und Schmerz, in des hoͤchsten Troͤsters Hand schließ mich, und die mir verwandt. 5. Ach! mit Segen ob mir walte; im Gebete staͤrke mich; in dem Glauben mich erhalte, und daß Gott ge⸗ falle ich. Laß mich, deines Geistes voll, leben, leiden, sterben wohl. 8. Mach mich los von meinen Suͤnden, laß mich einen gnaͤdgen Gott und ein gut Gewissen finden; wend ab Schrecken, Angst und Noth; steh mir bey, damit ja hier nichts Verdamm⸗ lichs sey an mir. 9. Sey du alles mir in allen, meine Huͤlfe, was ich thu, mein Stab, wenn ich bin gefallen, mein Schutz, wenn ich geh zur Ruh, mei⸗ ne Freude, wenn ich wach, Morgenlieder. mein Arzt, wenn ich krank und schwach. 10. Sey mein Leben, weil ich lebe, und verbleibe ja bey mir, wenn ich meinen Geist aufgebe, den ich dir befehle hier. Mach ihn alles Lei— dens los, nimm ihn auf in deinen Schooß. 11. Ich indeß bin vol Vergnuͤgen, halt es fuͤr die groͤßte Freud, daß in deinen Armen liegen ich, die Mei— nen, Land und Leut. Ich leb oder sterbe nu, weiß ich, daß ich in dir ruh. 40. Mel. Gott des Himmels und ꝛe. D. sey Preis! Ich lebe wieder, Vater, und be— sinne mich! Mit mir wa⸗ chen meine Lieder, und erhe— ben dankbar dich. Denn dein Aug hat in der Nacht uͤber mich, dein Kind, ge— wacht. 2. Wenn ich einst vollen⸗ det habe diese meine Pilger⸗ zeit, ruh ich auch also im Gra⸗ be, ruhe fuͤr die Ewigkeil— Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber 5. wieder mit n meine reiner Morge ich nick verkla, zum meinet dort u 6. vergeb ich bin ein Tk jeden wache nuͤtzt e 6. auch mein! nach dieses freun. gieb n Geleg Mel. I E ktel h krank en, weil be ja bey n Geist befehle lles Lei⸗ n auf in bin voll fuͤr dit n deinen die Mei— H. Ich weiß ich, Is und ꝛe. Ich lebe und be⸗ mir wa⸗ ind erhe— Denn r Nacht ind, ge— st vollen⸗ e Pilger— im Gra⸗ wigkeit. en Nacht von dit 3. Aber Morgenlieder. 3. Aber ich erwach auch wieder, und mein Lobgesang mit mir; dann erschallen meine Lieder maͤchtiger und reiner dir. Ewig wird der 33 macht. Dankt, danket dem Erhalter, dem Huͤter in der Nacht! Erwachet, ihn zu lo⸗ ben! Gott hat den Tag ge⸗ macht. Der Huͤter sey er⸗ Morgen seyn! Ewig schlaf hoben, der Huͤter in der ich nicht mehr ein! 4. Wach auch uͤber meine Tage, Vater, meine Zuver⸗ sicht, daß mich keiner einst verklage, wenn du koͤmmst zum Weltgericht; daß ich meiner Pflicht hier treu, und dort unerschrocken sey. 5. Keinen Tag zaͤhlst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, jeden richtest du. Lehr mich wachen, das mir nie unge⸗ nuͤtzt ein Tag entflieh. 6. Heute leb ich; laß auch heute nicht umsonst mein Leben seyn. Laß mich, nach vollbrachtem Streite, dieses Tages auch mich freun. Recht zu handeln, gieb mir heut Staͤrke, Lust, Gelegenheit. Mel. Ich dank dir, Menschenhuͤter ꝛc. Erwacher Harf und Psal⸗ ter! Gott hat den Tag ge⸗ Nacht. 2. Daß sie ihm danken muͤsse, verhuͤllt er seine Welt in seine Finsternisse, wie in ein sichres Zelt. Dann floͤßt er, uns verborgen, geheime Kraft uns ein, durch seinen Glanz im Morgen sichtbarer uns zu seyn. 5. Die Frommen schlum⸗ mern, muͤde von ihrer Tage Muͤh, und ihres Vaters Friede umringt und staͤrket sie; ob er sich bessern moͤchte, bedeckt der Langmuth Arm durch viele Todesnaͤchte der Suͤnder sichern Schwarm. 4. Erwacht zu seinemRuh⸗ me, ihr Frommen, aus der Nacht, zu seinem Eigenthu⸗ me geschaffen und bewacht! Ihr abgefallnen Kinder, hoͤrt ihren Lobgesang! Und Buße, Buß, ihr Suͤnder, sey euer Morgendank. 5. So weit die Himmel gehen, geht, Vater, deine Treu. Ich will sie, Gott C erhoͤ⸗ 34 erhoͤhen; denn taͤglich wird sie neu. Von dem wir alles haben, mein Schutz, mein Heil, mein Licht, Quell aller guten Gaben, Gott, wen er⸗ freust du nicht! 6. Ich bin durch deine Liebe, du Liebe, was ich bin. Nimm jeden meiner Triebe zu deinem Opfer hin. Was soll ich, Herr, dir geben? Mich ganz und ohne Zwang. Ein dir geheiligt Leben sey ewig, Gott, mein Dank. 42. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛe. N.n ist es Tag! Mit frommen Dank verlaß ich Bett und Ruh. Herr, hoͤre meinen Lobgesang. Mein erstes Wort bist du. 2. Wie hat der Schlum⸗ mer mich erquickt! Ich fuͤhle neuen Muth. Vor Tau⸗ senden bin ich begluͤckt, die nicht so sanft geruht. 3. Mein neues Leben dank ich dir, dir die verjuͤng⸗ te Kraft. Denn beydes, Vater, hast du mir durch deine Huld verschafft. 4. Ich nehms aus dei⸗ nen Haͤnden hin mit froher Morgenlieder. Dankbarkeit. Herr, was ich habe, was ich bin, sey ewig dir geweiht. 5. Mein ganzes Leben preise dich! Dein soll mein Herz sich freun. Nur, bester Vater, lehre mich, fromm und dir treu zu seyn. 6. Der Erdenluͤste Eitel⸗ keit beruͤcke nie mein Herz. Gieb Klugheit bei der Froͤh— lichkeit und Maͤßigung im Schmerz. 7. Kurz ist der Eitelkeit Genuß, die mir die Welt ver— sprach; und Reue, Mar⸗ ter und Verdruß folgt ihren Freuden nach. g. Ich, schwacher Pilger in der Zeit, will ihre Luͤste fliehn; nur um das Heil der Ewigkeit soll sich mein Geist bemuͤhn. 9. Dann wird es niemals mich gereun, daß ich den Tag durchlebt; ich werde froh und selig seyn, wenn man mich einst begraͤbt. 43. Mel. Kommt, Menschenkinder, ruͤhmt. D Vater, dir, mein Heil, o Sohn, dir, du der Frommen Trost und Lohn, Lohn, Heilig ser Ta 2. und C vaͤterli deine und P 0 — meine mich d o Jesu o herrs. in mir! 4 8 Schoͤpf dein, o seyn; Freund Fuͤhrer, 5. H mich! H mich; dein An deine G Mel. Komi Ve dich der doch dei von mir Men sche „ was in, sey Leben llmein „bester fromm Eitel⸗ Herz. Froͤh⸗ ing im itelkeit elt ver⸗ Mar⸗ t ihren Pilger e Luͤste heil der 1 Geist iemals en Tag e froh n man „ruͤhmt. mein hir, du st und Lohn, ö Ver deinen Thron tret ich dein Mittleramt, Morgenlieder. ö 35⁵ Lohn, o Geist der wahren 2. Gott Vater, wie bist Heiligkeit, dir sey auch die- du so mild, hast mich ge⸗ ser Tag geweiht! macht nach deinem Bild; 2. Nimm Seele, Leib durch dich bin, web und lebe und Ehr und Gut in deine ich, vergehen muͤßt ich ohne vaͤterliche Hut, daß ich durch dich. ö deine Gnade frey von Suͤnd 3. Errettet hast du mich und Plag und Schanden sey. gar oft, ganz wunderbar 5. Vergieb mir, Vater, und unverhofft, da nur ein meine Schuld, und segne Schritt, ja, nur ein Haar mich durch deine Huld; mir zwischen Tod und Le⸗ o Jesu, bilde mich nach dir; ben war. o herrsche, Geist des Herrn, 4. Verstand und Ehr hab in mir! ich von dir, des Lebens Noth⸗ 4. Laß, Gott, mein durft giebst du mir, dazu Schoͤpfer, laß mich dein, auch einen treuen Freund, dein, o Gott, mein Erloͤser, der's treu im Gluͤck und Un⸗ seyn; sey nie von deinem gluͤck meynt. Freunde fern, o Gott, mein 5. Gott Sohn, du hast Fuͤhrer, Geist des Herrn. mich durch dein Blut erloͤset 5. Herr, segne und behuͤte von der Hoͤllenglut, hast das michl Herr, leite und regiere Gesetz fuͤr mich erfuͤllt, da⸗ mich; Herr, heb auf mich mit des Vaters Zorn dein Angesicht, entzeuch mir gestillt. deine Gnade nicht. 6. Wenn mich die Suͤnde 44 hart verklagt, mein Herz schon vor Verdammung Mel. Kommt, Menschenkinder, kommt. zagt, alsdann brauchst du dein. daß mich hiermit, o Gott, und der Vater nicht verdammt. dich demuͤthig bitt, wend 7. Du bist mein' Fuͤr⸗ doch dein gnaͤdig Angesicht sprach allezeit! mein Heil, vdon mir, dem schwachen mein Trost und meine Menschen, nicht! Freud; ich kann durch dein C 2 Ver⸗ 36 Verdienst allein hier ruhig und dort selig seyn. 8. Gott, heilger Geist, du hoͤchste Kraft, deß Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich alles dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sacra⸗ ment behalt, auch lieb bis an mein End; 10. Daß ich zur Pruͤ⸗ fungszeit besteh, und nicht in Truͤbsal untergeh; daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freuden uͤberwind. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Andachts⸗ stund, fuͤr alle Guͤte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat. 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib uͤber mir heut ausgespannt. Mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schutz ich dir befehl. 15. Hilf, daß ich sey von Herzen fromm, damit mein ganzes Christenthum auf⸗ richtig und rechtschaffen sey, Morgenlieder. nicht Augenschein und Heu⸗ cheley. 14. Erlaß mir meine Suͤn⸗ denschuld, und hab, o Gott, mit mir Geduld; zuͤnd in mit Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gieb. 15. Ein selig Ende mir bescher, am jzuͤngsten Tag er— weck mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Amen, Amen, erhoͤre mich! 45. Mein erster Wunsch, mein Uinnigstes Bestreben ist, Herr, mein Gott, dich wuͤr⸗ dig zu erheben. Unendlich groß ist deine Vatertreu, mit jedem Tag ist deine Guͤte neu. 2. Die Sonn enthuͤll den Schauplatz deiner Wer— ke, und alles zeugt von deiner Huld und Staͤrke. Sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd ist dein, und du regierst dieß Ganze⸗ Vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh ich, wie groß sich deine Guͤte zeigt; sie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und 4. mich! kest an Der di du sor wie ve dankvo dir daf 5. gedenk den. laß mit Ihm, big F ichs, d nen de 6. kindlic dich all schauer mein 9 starker immeri 1 ich hie Faͤllt ling ar du, H bens kennst mein 5 3. mir Ki gieben d Heu⸗ e Suͤn⸗ o Gott, uͤnd in ieb, zu ig gieb. ide mir Tag er⸗ daß ich Amen, h, mein eben ist, ich wuͤr⸗ nendlich reu, mit uͤte neu. enthuͤllt er Wer⸗ n deiner Sie, die aufbahn in, und eis. in, und Ganze. bis auf Morgenlieder. 4. Und sie umfaßt auch mich! Du, Hoͤchster, den— kest an mich, den Staub! Der du die Himmel lenkest, du sorgst fuͤr mich! Gott, wie vergelt ich dir? Ein dankvoll Herz, das bring ich dir dafuͤr. 5. Nimms gnaͤdig an; gedenk nicht meiner Suͤn⸗ den. Durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Ihm, welcher nie ein glaͤu⸗ big Flehn verwarf, dank ichs, daß ich dich Vater nen⸗ nen darf. 6. So will ich denn mit kindlichem Vertrauen auf dich allein, so lang ich lebe, schauen; du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 7. Du weiß'st, wie laͤng ich hier noch wallen werde. Faͤllt ohne dich kein Sper⸗ ling auf die Erde; so nimmst du, Herr, auch meines Le⸗ bens wahr; mit Namen kennst du mich, und zaͤhlst mein Haar. 8. Mein Heiland, gieb mir Kraft zum neuen Leben; gieb mir den Muth, dem 37 Beispiel nachzustreben, das du uns, Jesu, hinterlassen hast; dein Joch ist sanft und leicht ist deine Last. 9. Dein Auge sieht die Schwaͤchen meiner Seele; verwirf mich nicht, erbarm dich, wenn ich fehle. Zu dir hinauf fleht meine Seele stets, und du vernimmsts, Erhoͤrer des Gebets. 46 Fuͤr Kranke. Mel. Wer nur den lieben Gokt ꝛc— D. Morgen koͤmmt! Und meine Plage wird itzt mit diesem Morgen neu. Wie traurig eilen meine Tage der bangen Pilger⸗ schaft vorbey! Der Sonne neugeschenktes Licht erheitert meine Seele nicht. ö 2. So traurig, als die Abendstunden, ist dieser neue Tag fuͤr mich. Die Quaal, die ich bisher empfunden, verneuet mit demselben sich. Ich hoffte Lindrung meiner Pein, doch meine Hoffnung traf nicht ein. 3. Noch immer bin ich auf der Erde, wo mich Ge⸗ fahr 38 fahr und Noth umringt, und taͤglich haͤrtere Beschwerde zu Klagen und zu Thraͤnen zwingt; noch immer fleh ich unerhoͤrt um Labung, die mein Herz begehrt. 4. Herr, eile doch, mir bey— zustehen! Verlaß den schwa— chen Pilger nicht! Mein Va— ter, neige, auf mein Flehen, zu mir dein freundlich Angesicht. Gieb mir Geduld, und bey dem Schmerz ein hoffend und zufriednes Herz. 5. Mir ist mein Schick⸗ sal noch verborgen, das die— sen Tag mich treffen soll; doch ich bin ohne Gram und Sorgen; du, Vater, kennst mein wahres Wohl, und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig und ge⸗ recht und gut. 6. Soll ich die Last noch laͤnger tragen; ich halte dei⸗ ner Fuͤgung still. Dein Will geschehe! will ich sa— gen; Herr, wie du willst, nicht, wie ich will! So laß mich, Vater, in der Pein, ge⸗ duldig, wie mein Jesus seyn! 7. Hab ich des Tages Last empfunden; so ruͤckt der Abend doch herbey. Dann Morgenlieder. hab ich ewig uͤberwunden, und bin von aller Truͤbsal frey; und du giebst mir, o Gottessohn, den theur erworbnen Gnadenlohn. 8. Gestaͤrkt durch diesen hohen Glauben, tret ich auf meinen Lebenspfad. Herr, staͤrke, staͤrke meinen Glau— ben, auch dann, wenn sich der, Tod mir naht. Viel— leicht erscheint er heut. Wohl mir! Dir lebt' ich; und dann sterb ich dir. 47. Fuͤr die Jugend. Mel. Wach auf, mein Herz, und ꝛe. Ich will vor allen Dingen, mein Schoͤpfer, dir lob— singenz denn du hast mir mein Leben von neuem itzt gegeben. 2. Mich hat kein Leid ge⸗ wecket, dein Schutz hat mich bedecket. Ich seh erfreut die Meinen, und deine Sonne scheinen. 5. Mit dankendem Ge⸗ muͤthe erheb ich deine Guͤte, mein Vater, dir gefalle der Dank, den ich dir lalle. 4. O Gott, deß ich mich freue, dir sei auch itzt aufsneue mein mein g zum E 3. daß sie und sch mit V Tugen 6. Leben geben, Gefahr bewahr 8 * Mel. Ni Ven ar Herr d mit P auf, zu 2. Lobges preisen Seele, und fr. 5. um mi Wald, freund Erhalt 4—3 dieser? und K hunden, Trubsal st mir, theur 'hn. diesen ich auf Herr, Glau⸗ enn sich Viel⸗ heut. t“ ich; * d. „ und ꝛe. dingen, dir lob⸗ ꝛst mir em itzt eid ge— at mich eut die Sonne m Ge⸗ Guͤte, lle der mein Morgenlieder. mein ganzes Herz und Leben zum Eigenthum ergeben. 5. Bewahre meine Seele, daß sie nichts Boͤses waͤhle; und schmuͤcke meine Jugend mit Weisheit, Gnad und Tugend. 6. Was ich zu diesem Leben bedarf, wirst du mir geben, und heut auch vor Gefahren mich vaͤterlich bewahren. 48. Fuͤr Landleute. Mel. Nun sich die Nacht geendet ꝛc. Von dir beschuͤtzet, wach ich auf, Gott., Schoͤpfer, Herr der Welt! Du fuͤhrst mit Pracht die Sonn her— auf, zu schmuͤcken unser Feld. 2. Der Voͤgel fruͤher Lobgesang weckt, Gott zu preisen, mich. Auf, meine Seele, bring ihm Dank, und freue seiner dich! 3. Wie schoͤn ist alles um mich her, der Garten, Wald, die Flur! Wie freundlich bist du, guͤtigster Erhalter der Natur! 4. Fuͤr deinen Schutz in dieser Nacht, fuͤr Leben, Ruh und Kraft, preis ich itzt dan⸗ 39 kend deine Macht, die neues Leben schafft. 5. Fuͤr diesen schoͤnen Morgen dank ich, Vater, dank ich dir. Du hoͤrest meinen Lobgesang, bist gnaͤ⸗ dig fuͤr und fuͤr. 6. Mit dir fang ich mein Tagewerk auch heute froͤh— lich an; verleih dazu Ge⸗ deihn, und staͤrk mich auf der Tugendbahn. 7. Erhalte mir, wenns dir gefaͤllt, Gott, das, was du mir gabst, die Frau, die du mir zugesellt, die Kinder, die du gabst. 8. Auch meine Nachbarn neben mir laß dir empfohlen seyn. Dein Friede muͤsse herrschen hier, dein Segen uns erfreun. 9. Den Armen, den der Hungerplagt, ach, speis und traͤnk ihn, Gott! Hoͤr auch, wenn der Verlaßne klagt, und fuͤhr ihn aus der Noth. 10. Sollt' auch zu unsern Huͤtten heut sich herbe Truͤb— sal nahn; so laß uns mit Gelassenheit von dir sie neh— men an. 11. Du hilfst und du er⸗ rettest gern, bist bey uns in der 40 der Noth; wir traun auf dich, Herr aller Herrn, im Leben und im Tod. 49. Beym Anfange einer Woche. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛe. Die neue Woche geht nun an, und ist schon ein⸗ getreten. Wach auf, mein Herz, und denke dran, daß du zu Gott sollst beten, und ihm dabey fuͤr seine Treu mit Danken und mit Singen ein Morgenopfer bringen. 2. Wie viele Wochen hab ich schon im Leben ange⸗ fangen! Und doch ist keine noch davon erlebet und ver— gangen, in welcher nicht Trost, Heil und Licht und Freude mich erquicket, die mir mein Gott geschicket. 3. Das Kreuz und Leiden dieser Zeit, so oft es mir be⸗ gegnet, hat er durch viel Zu⸗ friedenheit gemildert und ge⸗ segnet; so, daß er nie in Angst und Muͤh mich trost⸗ los laͤssen stehen, noch drin⸗ nen untergehen. 4. Ach! fallen mir die Suͤnden ein; was wird in so viel Wochen fuͤr Schuld Morgenlieder. nicht aufgehaͤufet seyn! Und doch, was ich verbrochen, hat er dabey, auf Buß und Reu, durch Christum mir verziehen, und Gnad und Huld verliehen. 5. Nun, treuer Gott, ich danke dir, ich danke dir von Herzen. Zwar meine Schwachheit machet mir Bekuͤmmerniß und Schmer⸗ zen, daß meine Pflicht dich also nicht kann loben, wie ich sollte, und gern dich loben wollte; 6. Jedoch durch Chri⸗ stum wirst du dir es wohlge⸗ fallen lassen! Durch Chri⸗ stum will' ich ferner mir die gute Hoffnung fassen, daß du mich wirst, mein Lebens⸗ furst, bey allen meinen Wer⸗ ken in dieser Woche staͤrken. 7. Nun, Aus⸗ und Ein⸗ gang sey begluͤckt an Seel⸗ und Leibessegen. Bring mir, was meinen Geist er⸗ quickt, durch deine Gnad entgegen. das Beste seyn, das ich mir zum Ergoͤtzen zeitlebens wer⸗ de setzen. 8. Doch aber, soll sich meine Zeit mit dieser Woche schlie— Dieß soll allein schließe die En Tod ve und m weder L Tod un 9. V Mel. Arr d un Hand: du sieh jedem dich pr 0 2.* deinem deine 1 genieß ben hi eimpfat yn! Und brochen, zuß und um mir ad und Gott, anke dir r meine et mir Schmer⸗ icht dich „wie ich h loben Chri⸗ wohlge⸗ ch Chri— mir die en, daß Lebens⸗ en Wer⸗ staͤrken. nd Ein⸗ n Seel⸗ Bring Zeist er⸗ e Gnad ll allein ich mir us wer⸗ soll sich Woche schlie— und mich soll ewiglich, soll heilsam stehen. Tischlieder. 4¹ schließen; ey nun, so wird wunderlich in dieser Woche die Ewigkeit mir auch den gehen; es kann doch anders Tod versuͤßen. Denn dich nicht um mich, als gut und Denn was weder Lust, noch Leiden, noch Gott fuͤgt, wird mich ver— Tod und Leben scheiden. 9. Wohlan, so mags gleich gnuͤgt bey allen meinen Sa⸗ chen, und endlich selig machen. III. Tischlieder. 50, Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. uf dich, o Vater, schauen unsre Blicke, daß deine Hand uns vaͤterlich erquicke; du siehsts, und giebst auch jedem seine Speise, daß er dich preise. 2. Du segnest uns nach deinem Wohlgefallen, thust deine milde Hand auf, und giebst allen, was noth ist; keiner fleht, o Herr des Le⸗ bens, zu dir vergebens. 3. Auch, wenn wir essen oder trinken, muͤssen wir dir zur Ehre, Gott, mit Dank genießen, was mir zum Le⸗ ben hier von deinen Gaben empfangen haben. 4. Laß, Vater, dieß uns keinen Tag vergessen; laß uns mit Dank und Maͤßig⸗ keit stets essen, damit wir leben, und durch deinen Se— gen satt werden moͤgen. 54. Cbristen, singt aus Her⸗ zensgrund, singet Gott mit eurem Mund, der uns so viel Guͤt beweist, vaͤterlich uns alle speist; Gott, der Vieh und Voͤgel naͤhrt, hat auch gnaͤdig uns beschert das, was wir anitzt verzehrt. 2. Er, der Herr, ver⸗ langt mit Recht, daß ein jeder frommerKnecht es erkenn, wie er uns liebt, und uns alles Gute 4² Gute giebt, auch von Flei⸗ sche, Bein und Haut kuͤnst⸗ lich unsern Leib erbaut, daß man seine Allmacht schaut. 3. Mit des Lebens erster Kraft wird uns Nahrung schon verschafft. An der muͤt⸗ terlichen Brust findet sie das Kind mit Lust. Und mit wel⸗ cher Freundlichkeit hat uns Gott nachher erfreut, in der ganzen Lebenszeit! 4. Gott versorget und er⸗ naͤhrt, was nur lebet auf der Erd; Thau und Regen macht sie naß, daß dem Vieh auch wachse Gras. Reich⸗ lich giebt er Trank und Brodt, was uns nuͤtzt, was uns ist noth, was vergnuͤgt, das schaffet Gott. 5. Was nur durch die Luͤfte faͤhrt, was nur Berg und 2 Durd elder was durch Wald und Felder laͤuft, was die tiefe Fluth begreift, was man kaum zu zaͤhlen weiß, dient ja zu des Menschen Speis, ihm zum Nutz und Gott zum Preis. 6. Geoßer Gott, wir bit⸗ ten dich, ach, regier uns gnaͤ⸗ diglich, daß wir solches recht verstehn, stets auf deinen Tischlieder. Wegen gehn, christlich hal⸗ ten rechte Maaß„fliehen Sorgen, Neid 105 Haß, ehren dich ohn Unterlaß. 7. Gott, durch Jesum singen wir, danken, danken, Vater, dir, daß du reichlich uns gespeist, deine Lieb an uns beweist! Gieb Gedei⸗ hen auch dazu und Gesund— heit; schenke du unserm Leibe Kraft und Ruh. 52. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne ꝛe. err Gott, nun sey geprei— set! Wir sagen frohen Dank. Du hast uns wohl ge— speiset, gegeben guten Trank. Laß deine Mild uns merken, wollst unsern Glauben staͤr— ken, daß du seyst unser Gott. 2. Du wollest immer naͤhren, Herr, unsern Leib und Geist, uns ganz zu dir bekehren; durch Christum Huͤlf uns leist, daß wir das Boͤse meiden, stark seyn in al⸗ lembeiden, undleben ewiglich. 3. O Vater aller From⸗ men, verherrlichet seyst du, dein Reich laß zu uns kom⸗ men, Gehorsam gieb dazu, naͤhr uns, vergieb die Suͤn⸗ de, de, kein erloͤs au un d * He Haͤnden, thut an 1 der uns Kindes! viel zu g gethan. 2. De woll uns immer fr len Fried seiner Gi fort, und krloͤsen h 3. Lol Hott, d Sohne, geich, i throne! Hott, de ind ist 1 lob itzt u Lobsingt VLobsir denn er Es ist se hott zu lich hal— fliehen d Haß, laß. Jesum danken, reichlich Lieb an Gedei⸗ ĩZesund⸗ m Leibe sonne ꝛe. geprei⸗ frohen vohl ge— Trank. nerken, n staͤr⸗ r Gott. mmer n Leib zu dir hristum vir das n in al⸗ viglich. From⸗ yst du, s kom⸗ dazu, Suͤn⸗ de, Tischlieder. de, kein Arges uns entzuͤnde, erloͤs aus aller Noth. 53. un danket alle Gott, mit Herzen, Mund und Haͤnden, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindes Beinen an unzaͤhlich viel zu gut und noch itzund gethan. 2. Der ewigreiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer froͤhlich Herz und ed—⸗ len Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth krloͤsen hier und dort. 5. Lob, Ehr und Preis sey Hort, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beyden eich, im hohen Himmels⸗ throne! Lob dem dreyeingen gott, der ewig, ewig war, ind ist und bleiben wird! lob itzt und immerdar! 54. Lobsingt, lobsingt Gott! Lobsingt, lobsingt Gott! denn er ist sehr freundlich. es ist sehr koͤstlich, unsern hott zu loben ,: schoͤn ists 4³ und lieblich, Gottes Lob zu hoͤren. Gott sey gelobet! 2. Singt geg'n einan⸗ der:„ unserm Gott mit Danken; lobt ihn von Her— zen, unsern Gott, den Wer⸗ then:,: denn er ist maͤchtig und von großer Staͤrke. Gott sey gelobet! 3. Er kann den Himmel:/: mit Wolken bedecken; giebt Thau und Regen, wenn er will, auf Erdenꝛ/ laͤßt wach— sen Gras und Nahrung auf den Bergen. Gott sey gelobet! 4. Der allem Fleischeꝛ,: giebet seine Speise, dem Vieh sein Futter, vaͤterlicher Wei— se:,: den jungen Raben, die am Morgen rufen. Gott sey gelobet! 5. Kein Wohlgefallen:,: hat er an der Staͤrke, noch an der Macht der Stolzen dieser Erde:,: Er hat Ge⸗ falln an denen, die ihm trauen. Gott sey gelobet! 6. So dankt dem Schoͤ⸗ pfer:,: Schoͤpfer aller Din⸗ ge, von ihm sehn alles Gute wir entspringen:,: Mit Speis und Freuden fuͤllt er unsre Herzen. Gott sey ge⸗ lobet! 7.— 4⁴ 7. O Jesu Christe:, Sohn des Allerhoͤchsten, gieb du die Gnade allen frommen Christen:,: daß sie dein'n Namen ewig preisen. Amen. Gott sey gelobet! 55. Mel. Christen, singt aus Herzensgr. 8 ank dem milden Vater! Dank! Unser froher Lobgesang ruͤhme den, den alles preist, der uns segnet, der uns speist. Wie er Thier, und Voͤgel naͤhrt, hat er al⸗ les uns gewaͤhrt, was den Leib erhaͤlt und naͤhrt. 2. Gott zu loben, saͤumet nicht! Es ist Seligkeit und Pflicht, zu empfinden, wie er liebt, wie viel Gutes er uns giebt, wie er unser Le⸗ ben schuͤtzt, auch dem Leibe, was ihm nuͤtzt, darreicht, und ihn unterstuͤtzt. 5. Dieser, aus Gebein und Haut wunderbar von ihm erbaut, hatte, sicher vor Gefahr, als er kaum geboh— ren war, eh es noch die Seele wußt', an der treuen Mutter⸗ brust Ruhe, Nahrung und auch Lust. 4. Dankvoll schaut um Tischlieder. euch umher! Gott erfuͤllet Land und Meer; willig wachst, auf sein Gebot, aus der Erde Wein und Brodt; Flur und Gaͤrten bluͤhen euch, Berg und Thaͤler sind so reich; Menschen, und fuͤr wen? Fuͤr euch. 5. Unser Vater, der uns liebt, der uns, was uns gut ist, giebt, gab auch itzt uns Speis und Trank. Lobt den Vater, sagt ihm Dank! Aller Segen koͤmmt vom Herrn. Daͤnkt ihm, und gehorcht ihm gern, liebt ihn, freuet euch des Herrn. 6. Danken, danken wol— len wir dir, o milder Vater, dir; dir zu dienen, Gott, uns freun, willig auch zur Arbeit seyn; bis in deiner Seligkeit, nach durchlebter Pilgerzeit, uns dein An⸗— schaun selbst erfreut. 56. itzt dem Herrn und allezeit; denn groß ist seine Freundlichkeit. Er ists, der alles Fleisch erhaͤlt, weil sein Geschoͤpf ihm wohl⸗ gefallt. 2. Wenn ᷓSIRSRSPSDPDRSRSRSRSRSRSRSRSRSDSESESSSSEEE............‚...‚..— 2. 2 Antlitz Thau d waͤchset Gras; ohn Un 3. hand, lem Lat jederme naht zu — starken und M Freud ihm v ihn ho 5.* uns ge reich u deine in Ew 6. 2 frucht bau gr Theur und e zu alle 7. Vater unser hier a sen di erfuͤllet willig dot, aus Brodt; bluͤhen aler sind und fuͤr der uns uns gut itzt uns dobt den Dank! it vom n, und ebt ihn, 1. en wol— Vater, Gott, iuch zur t deiner chlebter in An⸗ rrn und groß ist Er ists, lt, weil u wohl— Wenn Tischlieder. 2. Wenn uͤber uns sein Antlitz leucht, der Reg'n und Thau die Erd befeucht, dann waͤchset alles Laub und Gras; sein Werk treibt er ohn Unterlaß. 3. Eroͤffnet er die Vater⸗ hand, so waͤchset Fuͤll in al⸗ lem Land, daß sich deß freuet jedermann; kein Mangel naht zu uns heran. 4. Er hat nicht Lust am starken Held, nicht Pracht und Macht ihm wohlgefaͤllt; Freud ists ihm, wenn man ihm vertraut; wer auf ihn hofft, hat wohl gebaut. 5. Mit Recht wird er von uns gepreist, daß er so lieb— reich uns gespeist. O Vater, deine Guͤtigkeit erheben wir in Ewigkeit. 6. Ach, Herr, gieb uns ein fruchtbar Jahr, den Korn⸗ bau gnaͤdig uns bewahr; vor Theurung, Hunger, Seuch und Streit behuͤt uns, Herr, zu aller Zeit. 7. Gott, der du unser Vater bist, weil Christus unser Bruder ist, wir trauen hier allein auf dich und prei— sen dich einst ewiglich. 4⁵5 57. Mel. Wach auf, mein Herz, und ꝛe. NI laßt dem Gott der Heere uns danken und die Ehre ihm geben fuͤr die Gaben, die wir empfangen haben. Leib, Seele, Kraft und Leben hat uns der Herr ge— geben; er ists, der sie be⸗ wahret, und keinen Segen sparet. 3. Dem Leibe giebt er Speise, nach eines Vaters Weise; und unsrer Seele Wunden hat seine Hand ver⸗ bunden. 4. Ein Arzt ist uns gege⸗ ben, der selber ist das Leben; und uns hat ers erworben, da er fuͤr uns gestorben. 5. Sein Wort, sein' Tauf, sein Nachtmahl, dient wider allen Unfall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns ver⸗ geben die Suͤnd, geschenkt das Leben; im Himmel solln wir haben, o Gott, noch groͤßre Gaben. 7. Wir bitten deine Guͤ⸗ te, daß sie hinfort behuͤte die Großen 46 Tischlieder. Großen mit den Kleinen, du den Armen; gieb, daß uͤber dein Hü kannsts nicht boͤse meynen. ihren Stand wir auch christ: Zuͤhr u 3. Erhalt uns in der lich uns erbarmen, daß wir uns da Wahrheit, gieb ewigliche ihnen einen Segen nach Freiheit, zu preisen deinen Vermoͤgen reichen moͤgen. Namen, durch Jesum 5. Ach! du wollest im⸗ Christum! Amen. merfort uns die rechte Speise 58 geben, Gott, dein theures—. 8. werthes Wort; so wird un⸗ n Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. sre Seele leben, bis wir 77. N. wir sind auch dieß— himmlisch Manna speisen, ahin. + mal satt, da uns Gott und dich dorten ewig preisen. und vergnuͤgt gespeiset, und ver— 20 ö 59 gnuͤgt getraͤnket hat; seine 29. Guͤte sey gepreiset! Gott Mel. Nun danket alle Gott ꝛc. wird ferner unserm Leben Wi danken froͤhlich dir, gewesen selber a recht ge ů roͤhlie Inen Speis und Trank nach fuͤr alle deine Gaben, Eudem Nothdurft geben. die wir, o Vater, itzt von dir 3— 2. Mache deine Vater⸗ empfangen haben. Gesund— Hes fin treu, so am Abend, wie am heit giebst du uns, und Rah⸗ ö 4 allen he Morgen, gegen deine Kinder rung, die erfreut, hier einen e neu, die dich lassen fuͤr sich frohen Muth, dort deine 815 1 sorgen, und in allen ihren Seligkeit. ing ich Werken sich aus deinem 2. Laß nie undankbar nicht Segen staͤrken. ens, wie gut du bist, ver, merken 5. Laß den Wunsch nicht kennen; von wahrer Dank— Went leer von dir, ja, wir trinken, barkeit laß unser Herz ent⸗ sehlen! oder essen, ach! so wirke stets, brennen. Mach uns gehor⸗ ten 2 daß wir deiner Liebe nicht sam; mach in unserm Stand Gnaden vergessen, die uns alle Tage uns treu, daß unser Wandel, Geduld naͤhret, und viel taͤusend Gott, dir wohlgefaͤllig sey. Schade Guts bescheret. 3. Wenn deine Huld uns en; Se 4. Reiche deine milde schon auf Erden so begluͤcket; Bater Hand, liebster Vater, auch wie wird uns seyn, wenn uns dein haß uͤber ch christ— daß wir en nach oͤgen. lest im⸗ eSpeise theures zird un⸗ bis wir speisen, preisen. Bott ꝛc. ich dir, Gaben, von dir zesund⸗ d Nah⸗ »reinen deine ankbar „ ver⸗ Dank⸗ rz ent⸗ gehor⸗ Stand- zandel, sey. ld uns luͤcket; in uns dein Ab dein Himmel einst entzuͤet! Fuͤhr uns dahin, und laß uns da dein Antlitz sehn; endlieder⸗ 47 dann wird dich unser Dank auch wuͤrdiger erhoͤhn. IV. Abendlieder. 60. Mel. Werde munter mein ꝛe. Heek es ist von meinem Leben wiederum ein Tag —— Lehre mich nun Ach⸗ tung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, wo ich was nicht recht gethan, und hilf mir in meinen Sachen ein gesegnet Ende machen. 2. Freilich wirst du man— ches finden, das dir nicht ge— fallen hat; ach, nur allzuviele Suͤnden in Gedanken, Wort und That! O wie oft ver⸗ ging ich mich, o mein Gott, nicht wider dich! Wer kann merken, wer kann zaͤhlen, wenn, wo und wie oft wir fehlen! 3. Aber, o du Gott voll Gnaden, habe noch mit mir Geduld! Heile meiner Seele Schaden, tilge meiner Suͤn⸗ den Schuld! Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so gelob ich, dei⸗ nen Willen kuͤnftig treuer zu erfuͤllen. 4. Heilige du mein Ge⸗ muͤthe, daß mein Schlaf nicht suͤndlich sey; steh mit deiner großen Guͤte auch in dieser Nacht mir bey. Schuͤtze gnaͤdig Haus und Ort vor 15 Feuer, Mord, daß ich und die lieben Meinen morgen nicht im Ungluͤck weinen. 5. Steure allen boͤsen Leuten, die im Finstern Ar⸗ ges thun. Wollen sie sich gleich bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn; so zerstoͤre du den Rath, hindre jede boͤse That; wend auch alles andre Schrecken, das uns mag vom Schlaf erwecken. 6. Herr, dein Licht geht nimmer unter, wenn es bey uns Abend wird, und du bleibest ewig munter, unser Huͤter, unser Hirt; der auch in 48 in der finstern Nacht uͤber seine Heerde wacht; darum hilf uns, deinen Schaafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich dann gesund erwachen, und dir stets erge⸗ ben seyn, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein. Hast du aber meinen Tod diese Nacht beschlossen, Gott; so befehle ich am En⸗ de Leib und Seel in deine Haͤnde. 61. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. err, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe; wie viel hat sie an mir gethan! 2. Mit dankendem Gemuͤ⸗ the freu ich mich deiner Guͤ⸗ te; ich freue mich in dir. Du gabst mir Kraft und Staͤrke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn; auf deine Guͤte hoffen, Abendlieder. im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Him⸗ mel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh ent— gegen; dein Name sey ge⸗ preist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Haͤn⸗ de befehl ich, Vater, mei— nen Geist. ist, was mein Le und wa was ich Tag, ist 4. Lieb und und Sch vergieb Und koͤn gebaoth inden. un rx —Viel und Feld 62. Zuͤr alle Guͤte sey gepreist, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich mei— ner herzlich an, hast Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewaͤhret, hast vaͤter⸗ lich mein Haus und mich be—⸗ schuͤtzet und genaͤhret. 3. Herr, dein Wuschte de Welt. Sinnen, beginner pfer wol 2.— blieben? vertriebe ges Fein dre Son meine VY meinem 5. D gangen, brangen berklaͤrt! wird mich offen, is des wen ich mich im tt, mein Schuld i dir in m Him⸗ deinem uh ent⸗ sey ge— nd mein ne Haͤn⸗ r, mei— Abendlieder. 49 ist, was ich bin, mein Geist, aus meiner Gruft zur Se⸗ mein Leib und jeder Sinn, ligkeit. und was ich Gutes habe; 4. Wie ich mich itzt ent⸗ was ich vermag bis diesen kleide; so werd ich, wenn ich Tag, ist alles deine Gabe. scheide, dieß Kleid der Sterb⸗ 4. Sey auch, nach deiner lichkeit ausziehen; doch da— Lieb und Macht, mein Schutz gegen wird Christus mir an— und Schirm in dieser Nacht; legen Unsterblichkeit und bergieb mir meine Suͤnden. Herrlichkeit. Und koͤmmt mein Tod, Herr 5. Das Haupt, die Fuͤß gebaoth; so laß mich Guade und Haͤnde sind froh, daß sinden. nun zum Ende die Arbeit kommen sey; Herz, freu dich, 63. du sollst werden vom Elend dieser Erden und vonder Last Non ruhen alle Waͤlder, der Suͤnde frey. Vieh, Menschen, Staͤdt, 6. Nun geht, ihr matten und Felder; es ruht die muͤ⸗Glieder, geht hin, und legt gepreist, ohn und bin ich um den ng, den ich mei⸗ Großes .*• nir mein st vaͤter— mich be— t. Zeschenk i0 de Welt. Ihr aber, meine euch nieder, der Ruhe ihr Sinnen, auf! auf! ihr sollt begehrt. Es kommen Stund beginnen, was eurem Schoͤ⸗ und Zeiten, da man euch wird pfer wohlgefaͤllt. bereiten zur Ruh ein Bette 2. Wo bist du, Sonne, in der Erd. hlieben? Die Nacht hat dich 7. Mein' Augen sind ver— bertrieben, die Nacht, des Ta⸗ drossen, bald, bald sind sie ge⸗ hes Feind. Es sey! Ein an⸗ schlossen; wer schuͤtzt dann dre Sonne, mein Jesus, Leib und Seel? Nimm du meine Wonne, gar hell in sie auf zu Gnaden, beschirme meinem Herzen scheint. sie vor Schaden, du Hirt 5. Der Tag ist nun ver⸗ und Waͤchter Israel. gangen, die goldnen Sterne 3. Breit uͤber mich auch brangen in ihrer Herrlichkeit: heute, o Jesu, meine Freude, berklaͤrt werd ich auch stehen, die Fluͤgel deiner Macht. wird mich Gott heißen gehen, 8 mich ein Unfall schrek— ken; 50 ken; so wirst du mich bedek— ken mit deiner Huld in die⸗ ser Nacht. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, euch muͤsse nichts betruͤben, kein Unfall, noch Gefahr. Gott laß euch ruhig schlafen, stell seine maͤchtgen Waffen ums Bett euch, sei⸗ ner Engel Schaar! 64. NII sich der Tag geendet hat, die Sonne nicht mehr scheint, schläͤft alles, was sich abgemat't, und was zuvor geweint. 2. Nur du, Herr, bleibest, wie du bist, du schlaͤfst und schlummerst nicht; die Fin— sterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 5. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser fin⸗ stern Nacht, und schenke mir genaͤdiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Wend ab der Feinde Wuͤtherey durch deiner En— gel Schaar; so bin ich aller Sorgen frey, und bringt mir nichts Gefahr. 5. Zwar fuͤhl ich wohl der Suͤnden Schuld, die Abendlieder. mich bey dir klagt an. Ach, aber deines Sohnes Huld hat gnug fuͤr mich gethan. 6. Den setz ich dir zum Buͤrgen ein, wenn ich muß vor Gericht. Ich kann ja nicht verlohren seyn in solcher Zuversicht. 7. Drauf thu ich meine Augen zu, und schlafe froͤhlich ein. Mein Gott wacht itzt in meiner Ruh; wer wollte traurig seyn! 3. Weicht, nichtige Ge— danken, hin, wo ihr habt eu— ren Lauf; ich baue itzt in mei— nem Sinn Gott einen Tem⸗ pel auf. 9. Soll diese Nacht die letzte seyn in diesem Erden— thal; so fuͤhr mich, Herr, im Himmel ein, zur Auser⸗ waͤhlten Zahl. 10. Und also leb und sterb ich dir, dir, meinem Herrn und Gott; im Tod und Le⸗ ben hilf du mir aus aller Angst und Noth. 65. Werde munter, mein Ge⸗ O muͤthe! Auf, ihr Sin⸗ nen, saget ihr, sagt, was that des Hoͤchsten Guͤte heute heute Hat er! Macht, bewacht Abend! und Eh 2. L gesunge herzigke Werk mich vo Suͤnder treulich fahr hin unbesch 3. K ausrech Wunde ner kar dein deiner! sie hat Ziel. vollend deiner 4. vergan, Nacht der S uns all mir, o Licht st mein ke ich glei Ach, Huld han. ir zum h muß ann ja solcher meine roͤhlich cht itzt wollte e Ge⸗ abt eu⸗ in mei⸗ n Tem⸗ cht die Erden⸗ Herr, Auser⸗ ꝛd sterb Herrn und Le⸗ s aller Abendlieder. heute wiederum an mir? Hat er nicht, voll Huld und Macht, mich den ganzen Tag bewacht, daß ich noch am Abend lebe, und ihm Preis und Ehre gebe? 2. Lob und Dank sey dir gesungen, Vater der Barm⸗ herzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen; daß du mich vor allem Leid, und vor Suͤndenmancher Art so ge⸗ treulich hast bewahrt, die Ge— fahr hinweggetrieben, daß ich unbeschaͤdigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ausrechnen deine Guͤt und Wunderthat, ja, kein Red⸗ ner kann aussprechen, was dein Hand erwiesen hat; deiner Wohlthat ist zu viel, sie hat weder Maas noch Ziel. Jeder Tag, den ich vollende, ist ein Wunder deiner Haͤnde. 4. Dieser Tag ist nun vergangen und die dunkle Nacht bricht an; es ist hin der Sonne Prangen, so uns all erfreuen kann. Stehe mir, o Vater, bey, daß dein Licht stets vor mir sey, und mein kaltes Herz erhitze, ob ich gleich im Finstern sitze. 51 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Suͤnd und Mis⸗ sethat, die mein schwaches Herz beladen, und so oft ver— fuͤhret hat. Stehe mir, Erbarmer, bey, und zur Beßrung Kraft verleih; du, du kannst alleine retten, strafe nicht mein Uebertreten! 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein' Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel groͤßer, als die Suͤnde, die ich stets an mir befinde. 7. O du Licht der from⸗ men Seelen, o du Glanz der Herrlichkeit, dir will ich mich ganz befehlen, diese Nacht und allezeit. Bleibe du mein Schutz und Hirt, da es nun⸗ mehr dunkel wird. Alles um mich her wird truͤbe, troͤste mich mit deiner Liebe. 8. Wenn mein' Augen schon sich schließen, und er⸗ muͤdet schlafen ein; muß mein Herz dennoch geflissen, und auf dich gerichtet seyn. Mei— ner Seele mit Begier traͤu⸗ me stets, o Gott, von dir, D 2 daß 52 daß ich fest an dir bekleibe, und auch schlafend dein ver⸗ bleibe. 9. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, suͤße Ruh; alles Uebel laß ver⸗ schwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Muth und Blut, all die Meinen, Haab und Gut, Freunde, Feinde, Hausge⸗ nossen, sind in deinen Schutz geschlossen. 10. Ach, bewahre mich vor Schrecken, schuͤtze mich vor Ueberfall. Laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krieges Schall; wend ab Feuer, Wassersnoth, Pest und boͤ⸗ sen schnellen Tod; laß mich nicht in Suͤnden sterben, noch an Seel und Leib ver⸗ derben. 11. O du großer Gott, erhoͤre, was dein Kind gebe⸗ ten hat; Je su, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rath; mein Hort, du werther Geist, der du Freund und Troͤster heiß'st, hoͤre doch mein sehnlich Flehen. Amen, ja, es soll geschehen! * Abendlieder. 66. Mel. Werde munter mern ꝛc. 1 nsre muͤden Augenlieder schließen sich itzt schlaͤfrig zu, und des Leibes matte Glieder sehnen sich nach ih⸗ rer Ruh; denn die dunkel— volle Nacht hat des hellen Tages Pracht nun mit Finsterniß bedecket und der Sterne Glanz erwecket. 2. Doch, bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob an dem, der dich erschaffen, du dich nicht vergangen hast? Thu, ach thu in Zeiten Buß, geh, und falle ihm zu Fuß, und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Herr, es ist dir unver⸗ holen, ob ich diesen Tag voll— bracht so, wie du es mir be⸗ fohlen, ob ich habe recht be— dacht meines Amtes Ziel und Zweck, oder habe deinen Weg schaͤndlich, o mein und Gott, verlassen, bin gefolgt der Suͤnden Straßen. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad erlangen, gieb mir nicht verdientenLohn zlaß mich dei⸗ ne Huld umfangen, sieh auf dei⸗ deinen le mich gen nimm de hat fuͤr mein' Un 5. Lo dir nicht schlaf i gieb mi Und bin voll; so mir zu fuͤr, b. komm, unser? schert; sre Sch Gnad nicht à hilf un Noͤther Mel. Kor inu se der Na uns, res Lich Finster en 2c. nlieder hlaͤfrig matte ach ih⸗ dunkel⸗ hellen n mit nd der t. eh du meines m, der h nicht su, ach h, und nd bitt den dich den. unver⸗ ag voll⸗ mir be⸗ echt be— iel und einen o mein gefolgt mich ir nicht lich dei⸗ sieh auf dei⸗ Abendlieder. deinen lieben Sohn, der fuͤr mich genug gethan. Vater, nimm den Buͤrgen an; dieser hat fuͤr mich erduldet, was mein' Unart hat verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken; durch dich schlaf ich sanft und wohl; gieb mir heilige Gedanken. Und bin ich gleich Schlafes voll; so laß doch den Geist in mir zu dir wachen fuͤr und fuͤr, bis die Morgenroͤth aufgehet, und man von dem Bett aufstehet. 6. Vater, droben in der Hoͤhe, stets sey uns dein Name werth, dein Reich komm, dein Will geschehe; unser Brodt werd uns be⸗ schert; und vergieb uns un⸗ sre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld; laß uns nicht Versuchung toͤdten, hilf uns, Herr, aus allen Noͤthen. * Mel. Kommt, Menschenkinder, ruͤhmt. ist der Sonnen⸗ schein, die Finsterniß der Nacht bricht ein. Leucht uns, Herr Christ, du wah⸗ res Licht; so wandeln wir im Finstern nicht. 53 2. Dir sey Dank, daß du uns den Tag vor mancher Angst, vor mancher Plag, durch deine Allmacht hast behuͤt't, aus Gnad und un⸗ verdienter Guͤt. 3. Was wir gesuͤndigt wider dich, das, Herr, ver⸗ zeih uns gnaͤdiglich, und rechn' es unsrer Seel nicht zu; laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Nach deiner großen Lieb und Macht beschuͤtz auch uns in dieser Nacht; vor Schrecken, Angst und Feuersnoth behuͤt uns, o du treuer Gott. 68. Mel. Werde munter mein ꝛc. Nide Stille schließen wieder unsre muͤden Augen zu; die von Arbeit matten Glieder sehnen sich nach Schlaf und Ruh. Aber du, versaͤume nicht, mei⸗ ne Seele, deine Pflicht, dich zu Gott noch zu erheben, sei⸗ nem Schutz dich zu ergeben. 2. Pruͤfe dich vor ihm, o Seele! Nuͤtztest du auch dei— ne Zeit? Waͤrst du, wenn er dirs befoͤhle, vors Gericht zu 54 zu gehn bereit? Ach erwaͤg es! Eins ist noth! Denk an ihn und an den Tod! Denn allein in diesem Leben kann und will dein Gott ver⸗ geben. 5. Herr, ich muß es dir gestehen, oft vergaß ich mei⸗ ne Pflicht. Ach, du hasts, du hasts gesehen; aber schon⸗ und richte nicht! Mein Vertrauen gruͤndet sich nur auf deinen Sohn und dich, der du auch die Suͤnder lie⸗ best, lieber wohlthust, als betruͤbest. 4. Richter uͤber Tod und Leben, du willst nicht des Suͤnders Tod; willst die groͤßte Schuld vergeben de— nen, die dich suchen, Gott! Ach, ich komm und suche dich; Herr, mein Mittler spricht fuͤr mich. Darum laß mich Gnade finden, und ver⸗ gieb mir meine Suͤnden. 5. Leb ich morgen, o so leite meinen Gang auf deine Bahn; nimm dich dann, daß ich nicht gleite, maͤchtig meiner Schwachheit an. Gieb zu meiner Pilgrim⸗ schaft deinen Schutz und deine Kraft. Froͤhlich geb ich Abendlieder. dann am Ende meinen Geist in deine Haͤnde. 69. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛc. Ertode sind auch dieses Tages Stunden, an dem wir noch des Lebens Gluͤck empfunden! Mit fro⸗ hem Dank will ich dich, Herr, erheben, durch den wir leben! 2. Des Lebens Muͤh und Elend zu versuͤßen, gabst du uns, Gott, viel Freuden zu genießen. Und welche Guͤ— ter schenkst du unsern Seelenl Wer kann sie zaͤhlen? 3. Noch immer laͤss'st du uns Erbarmung finden. Du handelst nicht mit uns nach unsern Suͤnden. Wir haͤu⸗ fen Schuld auf Schuld. Du laͤss'st uns leben, und willst vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! Prüͤf unser Herz! Es flehet dir voll Reue. Du wollest uns mit deiner Gnade fuͤllen, um Christi willen. 5. Uns wohlthun, ist, o Gott, fuͤr dich Vergnuͤgen! Dein Aufsehn schuͤtzt uns, wenn wir huͤlflos liegen. Du wachst, wachst, von Fin nichts u 6. V letzte Te unser E schlumn weckst di ergeben 1.— zur Ru wir erfr wieder; kindlich deine E Mel. N. u u: Ge sendete zu, huͤl ten, er ten im durch d 2.— erzaͤhle Groͤße meinen froh d Gott, 35· reitet, leitet, Geist às 20. dieses „ an bens it fro⸗ Herr, leben! h und bst du den zu e Guͤ⸗ eelenl sst du . Du nach haͤu⸗ chuld. „ und d wir, Pruͤf ir voll us mit „ um ist, o Hgen! uns, n. Du vachst, Abendlieder. wachst, wenn wir, umhuͤllt von Finsternissen, von uns nichts wissen. 6. War dies fuͤr uns der letzte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todes⸗ schlummer werden; dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ewgen Leben. 7. So legen wir getrost zur Ruh uns nieder. Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder; so preisen wir mit kindlichem Gemuͤthe, Herr, deine Guͤte. 70. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 3 unserm Besten wendet Gott alles. Liebreich sendet er auch die Nacht uns zu, huͤllt uns in stille Schat⸗ ten, erquicket dann die Mat⸗ ten im sichern Schlummer, durch die Ruh. 2. In unermeßner Ferne erzaͤhlen tausend Sterne die Groͤße seiner Macht. Fall, meine Seele, nieder! Erhebe froh dich wieder zu deinem Gott, der dich bewacht! 3. Er, der den Mond be⸗ reitet, die Sterne zaͤhlt und leitet, ist auch von mir nicht 55 fern. Zu seines Himmels Hoͤhe blick ich empor, und flehe; denn meine Huͤlfe koͤmmt vom Herrn. 4. Wer bin ich? Staub und Suͤnder! Doch, Vater aller Kinder, auch mich erhoͤ— rest du. Wenn stillgeweinte Zaͤhren dir meine Reu erklaͤ— ren; so ruft dein Sohn mir Gnade zu. 5. Mein Herz vergesse nimmer der Vaterhuld, die immer mich traͤgt, mich nie vergißt; und meine Seele preise den Hoͤchsten, der so weise, so guͤtig, als allmaͤch⸗ tig ist! 71. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Ge• Lob! Der Tag ist nun beschlossen; die Ruhe⸗ stunde stellt sich ein! Viel Gutes hab ich heut genossen; Gott muß dafuͤr gepriesen seyn. An Gott und an sein Lob gedacht, bringt eine rechte gute Nacht. 2. Des Leibes Arbeit geht zum Ende, die Seele nimmt das Ihre vor. Mein Gott, ich hebe Herz und Haͤnde durch Christum froh zu die empor 56 Abendlieder. empor. Weil ich dich Vater schuͤtzt mich in der dunkeln nennen kann; so nimm mein Nacht. kindlichs Opfer an. 7. Wohlan, ich will der 5. Der Tag verstreichet Ruh genießen! Soll diese ohne Plagen, der Abend Nacht die letzte seyn, da ich bricht vergnuͤgt herein. Muß mein Leben muß beschließenz mancher uͤber Ungluͤck kla⸗ so trifft mein eignes Wuͤn⸗ gen; so kann ich gutes Mu⸗ schen ein. Das Leben ist mir thes seyn. Dein Aufsehn kein Gewinn, als bis ich erst schuͤtzt mich vaͤterlich, und gestorben bin. deine Liebe kroͤnet mich. 8. So geb ich mich in deine 4. Nun, Gott, vom Grun⸗Haͤnde. Ich leb und ster⸗ de meiner Seelen stimm ich be, wie du willt. Ich weiß, ein Lob⸗ und Danklied an. daß aus dem Lebensende des Gern wollt ich alles das er⸗ rechten Lebens Anfang quillt. zaͤhlen, was deine Hand an So schlaf ich nun auf Jesum mir gethan. Doch, großer ein; so muß mein Schlaf Gott, unzaͤhlich ist, was Seel gesegnet seyn. und Leib von dir genießt. 5. Ach, nur vergieb mir 72. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. alle Suͤnde! Mein Jesus nahm die Schuld auf sich. Nun sinkt die Sonne nie⸗ der, die holde Nacht Darum in diesem deinem Kinde, getreuer Gott, erbar⸗ me dich! Ich weiß, du gehest mit mir nicht um seinetwillen ins Gericht. 6. Drauf schlaf ich unter deiner Liebe, und, was mir lieb, befehl ich dir. Siehts um mein Lager schwarz und truͤ⸗ be; bricht doch dein Gnaden⸗ glanz herfuͤr, der Nacht und Dunkel lichte macht und koͤmmt wieder, und mit ihr Schlaf und Ruh; sie schenkt uns neue Kraͤfte, beschließt des Tags Geschaͤfte, und druͤckt die muͤden Augen zu. 2. Noch wach ich, und erzaͤhle, mit tiefgeruͤhrter Seele, was Gott an mir ge⸗ than. Mit dankendem Ge⸗ muͤthe lobsing ich seiner Guͤte. Er Er hoͤrt sied an. 3. Vi Gabe, d habe, die Er ist de mein S Behuͤter schlumm 4. Er den, und Erden it heit. D Stille n ner Fuͤlle Herrlich 5. E Ferne d derwerk pfung d vergelte Herr der mir Arn 7. 2 mein Le mirs ge fuͤr mi Abendlieder. 57 unkeln Er hoͤrt mein frommes Lob⸗ auf meinen Wegen so man⸗ lied an. cher reiche Segen? Gott Hill der 5. Von ihm koͤmmt jede ists, der alles wohl gemacht. diese Gabe, das Leben, das ich 8. Gott, groß von Macht da ich habe, die Ruhe dieser Nacht. und Treue, itzt, da ich dein ließenz Er ist der Quell der Guͤter, mich freue, wird auch die Wuͤn⸗ mein Schutzherr, mein Nacht mir Licht. Leg ich ist mir Behuͤter, der, wenn ich die muͤden Glieder in deinem ich erst schlummre, fuͤr mich wacht. Namen nieder; so wachest 4. Er laßt es finster wer⸗ du. Ich sorge nicht. udeine den, und huͤllt den Kreis der 9. Soll mir der Schlaf d ster⸗ Erden in schwarze Dunkel⸗ zum Leben verneute Kraͤfte weiß, heit. Doch, auch in dunkler geben; so schlaf ich froͤhlich de des Stille wohnt Gott mit sei⸗ ein. Soll er mein Leben quillt. ner Fuͤlle, und zeigt mir seine enden; so wird mich Gott Jesum Herrlichkeit. vollenden, mein Gott auch Schlaf 5. Er fuͤhrt aus dunkler noch im Tode seyn. Ferne den Mond und tau⸗ send Sterne mit Majestaͤt 75. herauf. Sie leuchten ihm zur Ehre hoch uͤber Erd und Mein Augen schließ ich jetzt der ꝛc. Meere, und seine Hand lenkt in Gottes Namen zu, e nie⸗ ihren Lauf. indem der muͤde Leib begeh⸗ Nacht 6. Voll Majestaͤt und ret seine Ruh; weiß aber nit ihr Staͤrke stehn lauter Wun⸗ nicht, ob ich den Morgen chenkt derwerke in dein er Schoͤ⸗ werd erleben; es koͤnnte mich hließt pfung da. Wie kann ich dirs vielleicht der Tod noch heut und vergelten? Du, Gott und umgeben. en zu. Herr der Welten, warst auch 2. Drum sag ich dir, o und mir Armen heute nah. Gott, von Herzen Lob und ihrter 7. Woher mein Gluͤck, Dank, ich will auch solches sir ge⸗ mein Leben? Gott ists, der thun hinfort mein Lebenlang, n Ge⸗ mirs gegeben; Gott ists, der weil du mich diesen Tag hast Guͤte. fuͤr mich wacht. Woher wollen so bewahren, daß mir kein Er 58 Abendlieder. kein Ungluͤcksfall hat koͤnnen und bring ein Lied hervor, laß widerfahren. deine Augen, Herz und Sinn, 5. Hilf mir auch diese auf Jesum seyn gerichtet hin. Nacht und richt mein Herz 2. Der Schlaf zwar herr— zu dir, daß keine boͤse Lust schet in der Nacht bei Men⸗ durch Traͤume mich beruͤhr; schen und bei Thieren; doch auch deinen Engel mir an einer ist, der droben wacht, meine Seite setze, auf daß bey dem kein Schlaf zu spuͤh⸗ kein Ungemach, kein Schrek- ren. Es schlummert, Jesu, ken mich verletze. nicht dein Aug, auf mich ge— 4. Wenn dann am Mor⸗- richt't; drum soll mein Herz gen ich das Tagelicht erblick; auch wachend seyn, sich deiner so gieb, daß ich auch mich zu Lieb und Wohlthat freun! deinem Lobe schick. Ihr 3. Verschmaͤhe nicht dieß Sorgen weichet hin! Du schlechte Lied, das ich dir, aber, Herr, verleihe den Glie⸗Jesu, singe; in meinem Her⸗ dern ihre Ruh, daß mir der zen wohnt dein Fried, aus Schlaf gedeihe. rieb und Dank ichs bringe. 5. Doch wenn in dieser Ich bringe, was ich kann, Nacht mein Ende kaͤm her⸗ ach, nimm es gnaͤdig an; es bey; so hilf, daß ich in dir, ist doch herzlich gut gemeynt, o Jesu, wacker sey, auf daß o Jesu, meiner Seelen ich seliglich und sanft von hin-Freund. nen scheide; dann fuͤhre mei⸗ 4. Mit dir will ich zu ne Seel hinauf zur Him⸗WBette gehn, dir will ich mich melsfreude. befehlen, du wirst, mein Schutzherr, auf mich sehn, 74. zum Besten meiner Seelen. Di. schoͤnen Sonne Licht Ich fuͤrchte keine Noth, ja. und Pracht hat nun den selbst auch nicht den Tod. Lauf vollfuͤhret; die Welt hat Denn, wer mit Jesu schla— sich zur Ruh gemacht; thu, fen geht, mit Freuden wie⸗ Mensch, was dir gebuͤhret, der aufersteht. tritt zu dem Himmelschor, 5. So will ich denn nun schlafen schlafen Armen. deine A Hoffen d hoff auf mer bey! Allmacht hat das 6. N mein A Herr, m so vieln bewegt, Verlang Nacht v dacht: d bist mei und blei 7. N dich zur sanft u Augen das ist( schließt Herr J wird de gemacht gute N Mel. Nur * 9 nicht 1 Abendlieder. 59 vor, laß schlafen ein, Jesu, in deinen der Muͤden Troͤsterin, eilt dSinn, tet hin. ar herr⸗ i Men⸗ n; doch wacht, ju spuͤh⸗ „Jesu, nich ge⸗ in Herz h deiner freun! cht dieß ich dir, m Her⸗ d, aus bringe. )kann, an; es meynt, deelen Seelen. 1Tod. u schla⸗ en wie⸗ un nun schlafen Armen. Mein Trost soll wieder zu uns her. deine Aufsicht seyn, mein 2. Nur du, Herr, blei— Hoffen dein Erbarmen. Ich best, wie du bist; du schlaͤfst hoff auf deine Treu, die im⸗ und schlummerst nicht; die mer bey uns neu. Herr, deine Finsterniß. die uns um⸗ Allmacht mich bewacht und schließt, ist deinem Augedicht. hat das Mein in guter Acht. 5. Dir uͤbergeb ich voll 6. Moͤcht heut, so oft Vertraun mich auch in die⸗ mein Ader schlaͤgt, dich, ser Nacht. Und wovor Herr, mein Geist umfangen, sollte mir denn graun? Mich so vielmahl sich mein Herz schuͤtzet deine Macht. bewegt, nach dir seyn mein 4. Hab ich an deiner Verlangen! O wuͤrde diese Gnade nur noch Theil, Nacht von mir oft dieß ge⸗ o Herr, mein Gott; so dacht: du, Jesu, Jesu, du fuͤrcht ich keine Kreatur und bist mein, und ich bin auch scheue nicht den Tod. und bleibe dein! 5. Zwar ich erkenne mei⸗ 7. Nun, matter Leib, gieb ne Schuld, mit Reue fuͤhl dich zur Ruh, und schlafe ich sie; doch, mein Versoͤh⸗ sanft und stille, ihr muͤden ner, deine Huld, wie trost— Augen schließt euch zu, denn voll ist mir die! das ist Gottes Wille. Doch 6. Ich eil im Glauben schließt auch dieß mit ein: zu dir hin, und weiß, wie Herr Jesu, ich'bin dein; so sicher ich im Schatten dei— wird der Schluß recht wohl ner Gnade bin; du wachest gemacht. Gieb, Jesu, eine uͤber mich. gute Nacht. 7. Flieht, finstre Sor⸗ gen, weit von mir! Herr 75. Jesu, du allein sey mein Ge⸗ Mel. Nun sich der Tag geendet hat ꝛc. danke; weihe dir mein Herz Sẽ fliehen unsre Tage zum Tempel ein. hin! Auch dieser ist 8. Ist dieß vielleicht die Die Nacht, letzte Nacht in meiner Pil⸗ nicht mehr. gerzeit: 6⁰0 Abendlieder. gerzeit; so fuͤhre mich durch deine Macht zum Licht der Schlaf, vor dir; wie Gras, Ewigkeit. so bluͤhn und welken wir. 9. Ich lebe dir, ich sterbe Du forderst uns vor dein dir, dein bin ich auch im Gericht; vor dir besteht kein Tod! Du, mein Erretter, Suͤnder nicht. bist bei mir, und hilsst aus 6. Verzeihe dann nach aller Noth. deiner Huld auch mir, Er⸗ barmer, meine Schuld; 76. schenk mir an Jesu Christo Mel. Kommk, Menschenkinder, ruͤhmt. Theil, und deine Gnade sey Wi ein Geschwaͤtz des mein Heil. Tags verfließt die 7. Gieb du die wahre Zeit, die mir verliehen ist; Weisheit mir, daß ich nichts sie rauscht vorbey schnell, wie fuͤrchte außer dir; so schlaf ein Bach; und dein Gericht, ich mit dem Troste ein: ich Gott, folgt ihr nach. sey im Tod und Leben dein. 2. Die Ewigkeit, die 8. Und fuͤrchte nicht, von Ewigkeit ergreift mich nach dir bewacht, des Todes durchlebter Zeit; ich sey als⸗ Schlaf, des Grabes Nacht. dann auch, was ich sey, ein Du, Gott, bist meine Suͤnder, oder Gott getreu. Zuversicht, und laͤss'st mich 3. Da wall ich hin; da auch im Tode nicht! wartet mein das Anschaun Gottes, oder Pein. Ach 77. Gott, mein Heil und mein Mel. Der schoͤnen Sonne Licht ꝛc. Vertraun, laß mich dein Praebracht. meinem Gott, herrlich Antlitz schaun. gebracht, itzt da der Tag 4. Du traͤufelst auf die sich neiget; itzt, da des Fir⸗ Muͤden Ruh; und wenn mamentes Pracht von deiner wir schlafen, wachest du. Allmacht zeuget. Dich, Herr, Doch wie viel Seelen wal⸗ lobt jeder Stern, und ruft: len nicht im Schlummer hin auf, lobt den Herrn! Er⸗ vor dein Gericht! heb dich, Seele, lob erfreut den 5. Wir sind nur, wie ein den Hert der Zeit 2. meßlich Macht du der 2 jedes de goͤttlichr du Tag was du bot, un nem Ge 3. V Gott, n taͤglich dien ich les Gut ist es bl. dich los Herz be allein i 4. 6 nun ve Gnade dem ni schuͤtzte gabst n allem, mir du klar, d und H 5. 6 Ruhed frohen wie ein Gras, en wir. or dein eht kein nwnach r, Er⸗ Schuld; Christo ade sey wahre h nichts o schlaf in: ich dein. ht, von Todes Nacht. meine st mich Licht ꝛe. n Gott, her Tag es Fir⸗ deiner „Herr, d ruft: Er⸗ erfreut den Abendlieder. den Herrn des Himmels und der Zeit. 2. Wie groß, wie uner⸗ meßlich ist, Gott, deine Macht und Staͤrke! Daß du der Allerhoͤchste bist, sagt jedes deiner Werke. Mit zoͤttlichweiser Macht regierst du Tag und Nacht; das, was du schufst, thut dein Ge⸗ bot, und dienet dir, dir, sei⸗ nem Gott. 3. Was bin ich, großer Gott, vor dir, daß du mich taͤglich liebest? Womit ver⸗ dien ichs, daß du mir so vie⸗ les Gute giebest? Erbarmen ist es bloß; reiß, Seele, reiß dich los vom Eiteln, das das Herz beschwert; Gott, Gott allein ist liebenswerth. 4. Es ward der Tag, der 61 Nun, da dein Auge wacht, so schlaf ich ohne Sorgen. Ich wach und schlafe dir; du, Herr, bist stets bey mir. Ach, Gott, du, meine Zu⸗ versicht, verlaß mich auch im Tode nicht! 78. Mel. Ich danke dir durch ꝛe. Wit schnell ist mir der Lag entflohn, den ich durchlebet habe! Vollendet ist nun wieder schon ein neuer Schritt zum Grabe. 2. Herr, lehre mich die Flucht der Zeit mit stillem Ernst bedenken, wenn in des Lebens Eitelkeit mein Herz sich will versenken. 3. Damit ich jeden Abend nun vergeht, durch dich zum mich in Zukunft froͤmmer Gnadentage; dein und Helfer war. 5. Gieb, nach der sanften Ruh der Nacht, mir einen frohen Morgen. Du thusts. Arm, dem niemand widersteht, be⸗ schuͤtzte mich vor Plage. Du gabst mir, was ich bat; bey allem, was ich that, ward mir durch Gluͤck und Segen klar, daß Gott mein Freund finde; so toͤdte selbst, das bitt ich dich, in mir die Macht der Suͤnde. 4. Mit Glauben, der sich thaͤtig weist, schmuͤck, Hoͤch⸗ ster, meine Seele; und war⸗ ne mich durch deinen Geist, so oft ich strauchelnd fehle. 5. Dir dank ich, Vater, fuͤr die Huld, die du mir heut erwiesen. Du traͤgst mich, 6² Abendlieder. mich, Suͤnder, mit Geduld; Kraͤfte, und fuͤhrtest mich an sey hoch von mir gepriesen. deiner Hand. 6. Sieh ferner mich in 4. Zwar strauchl' ich oft Gnaden an; vergieb mir und gleite; ich weiß, mein meine Suͤnden, und laß mich Gott, auch heute sind mei⸗ auf der Tugendbahn der ner Fehler viel. Doch du Seele Frieden finden. hast mich geleitet, und wenn 7. Wenn meine matten mein Fuß gegleitet, doch nicht Glieder nun vom Schlaf ge-gestattet, daß ich siel. fesselt liegen; so laß mich sanft 5. Stets bist du hoch zu und sicher ruhn, bis Nacht loben. Von deiner Liebe und Schlaf verfliegen. Proben zeugt nicht der Tag allein. Gott, deine Liebe 79. wollte, die stille Nacht auch Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. sollte fuͤr mich reich an Er— quickung seyn. L ee 6. Ich darf nicht aͤngst— auch an diesem Tage dein lich beben; denn mir be⸗ Gott dir wohlgethan. Ja, wahrt mein Leben der selbst, dankend fall ich nieder, und der mir es gab. Bis ich bringe meine Lieder. O Va⸗ödie Wallfahrt schließe, dort ter, nimm sie gnaͤdig an. seines Lichts genieße, ziehter 2. Dein ists, daß ich noch von mir die Hand nicht ab. lebe, itzt deine Treu erhebe, 7. Nun, Vater, ich be— mich deiner Liebe freu. Du fehle dir Haabe, Leib und gabst mir Speis und Freu⸗Seele, und schlaf in sichrer den, bewahrtest mich vor Lei⸗Ruh. Ich trau auf deine den, und standst mit deiner Gnade. Was ist wohl, das Kraft mir bey. mir schade? 5. Du lenktest Thun und mein Schutz bist du. Dichten, da mir bei meinen ‚ Pflichten so manches wider⸗ Mel. Fuͤr alle Guͤte sey gepreist ꝛe. stand. Zu jeglichem Ge⸗ Meir meinem Gott geh schaͤfte verliehst du Lust und ich zur Ruh, und thu im Allmaͤchtiger,; im Frie denn Go fuͤr mich und Na wohne. 2. H befehl ie nein Ge mir, un Herrlich Vat'ru heilgen die goͤtt U: Lebens bracht! vergebe allem C gestreb nur mi gelebt? 2. Herrn mich an ich oft 5, mein nd mei⸗ Doch du id wenn och nicht hoch zu r Liebe der Tag e Liebe cht auch an Er⸗ t aͤngst⸗ nir be⸗ selbst Bis ich je, dort zieht er epreist ꝛ. tt geh ind thu im Abendlieder. im Fried mein' Augen zu; denn Gott imHimmelsthrone fuͤr mich stets wacht, bey Tag und Nacht, auf daß ich sicher wohne. 2. Herr, meinen Geist befehl ich dir. Mein Gott, nein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Haͤnde, o treuer Gott, aus aller Noth hilf mir an mei⸗ nem Ende. 3. Anbetung, Ehr und Herrlichkeit sey dir, Gott Vat'r und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen; die goͤttlich' Kraft mach uns sieghaft, durch Jesum Chri— stum. Amen. 84. Prüfung am Abend. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛe. Di Tag ist wieder hin! Und diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn ver— bracht! Verstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nach⸗ gestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht, gelebt? 2. Hab in der Furcht des Herrn ich ihn auch angefan— 6³ gen? Mit Dank und mit Ge⸗ bet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschoͤpf von Gott der Tugend mich zu weihn, und zuͤchtig und gerecht, und Gottes Freund zu seyn? 3. Hab ich in meinem Stand mich redlich, treu bewiesen; durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen Gott, gepriesen; mir und der Welt genuͤtzt, und jedem wohlgethan, weil es der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eignes Herz regie⸗ ret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott ge⸗ ruhret? Erfreut' ich mich des Herrn, der unser Flehn be— merkt? Und hab ich im Ver⸗ traun auf ihn mein Herz gestaͤrkt? 5. Dacht ich bei dem Genuß der Guͤter dieser Er⸗ den an den Allmaͤchtigen, durch den sie sind und wer— den? Verehrt' ich ihn allein? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Gluͤck mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz 6⁴4 Abendlieder. Herz des Umgangs suͤße 10. Ja, du verzeihest Nächst Stunden? Fuͤhlt ich der dem, den seine Suͤnden kraͤn⸗ Freundschaft Gluͤck, sprach ken; du liebst Barmherzig⸗ ich, was ich empfunden? keit, und wirst auch mir sie War auch mein Ernst noch schenken. Auch diese Nacht sanft, mein Scherz noch bist du der Waͤchter uͤber unschuldsvoll; Und hab ich mir. Leb ich, so leb ich dir; nichts geredt, das ich be⸗«sterb ich, so sterb ich dir. reuen soll? 7. Hab ich die Meinigen 82. durch Sorgfalt mir ver⸗ pflichtet, sie durch mein Bei⸗ Desgleichen. spiel still zum Guten unter⸗ Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛ. richtet? War zu des Mit⸗ Gerr, mein Gott, lehre leids Pflicht mein Herz nicht mich stets meine Tage zu bequem? Ein Gluͤck, das zaͤhlen, auf daß ich weiser andre traf, war dieß mir werd, und huͤte mich, zu feh⸗ angenehm? len. Ein Theil ist wieder itzt 8. War mir der Fehltritt von meinem Leben hin, und leid, so bald ich ihn began- meinem Tode ich schon wie— gen? Bestritt ich auch in der naͤher bin. mir ein unerlaubt Verlan⸗ 2. Ich soll von Wort und gen? Und wenn in dieser Werk, von meinem ganzen Nacht Gott uͤber mich ge⸗Leben, ja, von Gedanken beut, bin ich, vor ihm zu selbst dir Rechenschaft einst stehn, auch willig und bereit? geben. Ach, darum will ich 9. Gott, der du alles selbst mich richten, und mit weiß'st, was koͤnnt ich dir ver⸗Fleiß mich pruͤfen uͤber das, heelen? Ich fuͤhle taͤglich was mein Gewissen weiß. noch die Schwachheit mei⸗ 3. Hast betend du den ner Seelen. Vergieb durch Tag und dankend angefan⸗ Christi Tod mir die verletzte gen, o Seele? Hast du stets Pflicht; vergieb, und gehe dem Guten angehaͤngen? du mit' mir nicht ins Gericht. Vor allem Gott geliebt, 0. Naͤch⸗ Warst! und kei 4. H stets zu dern? Hlohst den St deinen? Geschw sein W sein Ge 5. und D empfan eitler E Blieb f 7. 2 del keu nen S Vertra Bitten und fr Abendlieder. erzeihest Rachsten gleich als dich? en kraͤn⸗ nherzig⸗ mir sie se Nacht er uͤber ich dir; dir. r Gokt ꝛc. „lehre e Tage weiser „zu feh⸗ ieder itzt in, und on wie⸗ zort und ganzen edanken Ift einst will ich ind mit der das, veiß. du den ngefan⸗ du stets angen? bt, den Naͤch⸗ Warst du unstraͤflich, fromm und keinem aͤrgerlich? 4. Hieltst du dich heute stets zu Gott und seinen Kin— dern? Flohst du die Welt? Flohst du den Umgang mit den Suͤndern? Entweihte deinen Mund kein suͤndliches Geschwaͤtz? War deine Lust sein Wort? Bewahrt'st du sein Gesetz. 5. Hast du mit Freud und Dank das viele Gut' empfangen? Dem Geiz und eitler Ehr nicht heute ange— hangen? Die dir Gott vor— gesetzt, geliebet und geehrt, und deines Naͤchsten Fehl zum Besten hingekehrt? 6. Betruͤbtest keinen du? Blieb stets bei Andrer Freu— den dein Herz vom Neide frey? Litt es in ihren Lei⸗ den? Warst du versoͤhnlich? Warst der Guͤte Gottes Bild, mitleidig, huͤlfreich, sanft und gegen Arme mild? 5. War Herz und Wan⸗ del keusch? Warst du in dei⸗ nen Sitten demuͤthig, voll Vertraun, getrost in deinen Bitten? In Hoffnung fest und froh, in Noth geduldig 65 auch, nicht in dem Gluͤcke stolz, und maͤßig im Ge— brauch? 8. Benutztest du die Zeit? die dir verliehnen Gaben? Gewannst du? oder ward dein Pfund von dir vergra⸗ ben? Wie? warst du im⸗ mer Gott zur Rechenschaft bereit? Und stuͤrbst du itzt, gewiß von deiner Seligkeit? 9. Doch, wer kann wis⸗ sen, Herr, wie oft, wie viel er fehle? Verzeihe mir, der ich aufs neue das erwaͤhle, was gut und christlich ist, was dir, o Gott, gefaͤllt; ver⸗ zeih durch Jesum mir; er trug die Schuld der Welt. 10. Ach, lehre selbst mich thun nach deinem Wohlge⸗ fallen! Laß mich nie wissent⸗ lich in eine Suͤnde fallen! Regier' und fuͤhre mich, daß ich in Gluͤck und Noth dich stets vor Augen hab, und halte dein Gebot. 11. Im Schlafe sey mein Schutz, im Wachen meine Staͤrke! Nun sey mir jeder Tag ein Tag voll guter Werke, ein Tag, der dir gefaͤllt! Wie selig bin ich dann, wenn ich nun jedes Tags 66 Tags vor dir mich freuen kann! 5 83. Abendlied eines Kranken. Mel. Nun sich der Tag geendet ꝛe. A' diesen Tag hab ich vollbracht mit aller sei⸗ ner Noth! Nur deiner Va⸗ terlieb und Macht verdank ich es, o Gott! 2. Wärst du nicht mei⸗ nes Lebens Kraft, mein Ret⸗ ter und mein Heil; so wuͤrd! in meiner Pilgerschaft kein Trost mir je zu Theil. 3. Ach, ohne dich, Allguͤ⸗ tiger, verging ich in der Noth; von Freudigkeit und Hoffnung leer waͤr ohne dich mein Tod. 4. Doch welche Freude fuͤhlt mein Herz! Du bist, du bleibst mein Gott. Dein Wort versuͤßt mir jeden Schmerz, und lindert jede Noth. 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertraun, auch schlafend bin ich dein. Vor keinemUnfall soll mir graun; du wirst mein Helfer seyn. 6. Und sollt, o Vater, diese Nacht des Leidens letzte seyn; Abendlieder. wohl mir! Dann ist mein Lauf vollbracht, vollbracht des Lebens Pein! 84. Am Schlusse der Woche. Mel. Wer nur den lieben Gott a, So wird die Woche nun beschlossen, da sich die Nacht zur Ruhe neigt! Und gleichwohl ist kein Tag ver— flossen, der nicht von Gottes Gnade zeugt; denn er hat mich nach seiner Macht an Leib und Seele wohl bedacht. 2. Wer weiß, was mir nicht fuͤr Gefahren mehr als zu nah gewesen sind! Vor Truͤbsal, in der Andre wa⸗ ren, bewahrte Gott mich, wie ein Kind. Er ist es, der mit seiner Hut fuͤr unser Gluͤck das Beste thut. 3. Jedoch, mit was fuͤr einem Leben hab ich den treuen Gott belohnt! Er hat mir Zeit genug gegeben, er hat der Schwachheit noch verschont. Allein je mehr die Gnad' gewinnt; je mehr hab ich den Tod verdient. 4. Gott, ich bekenne mei— ne Suͤnde; nimm mich um Jesu Willen an, daß ich durch durch ih mich de kann. Gnaden ders S= 5—— Woch' neue Lel Ehrist, auf dei steh, de Suͤnder kuͤnftig 6. 2 sen Leut nur Si mich die so gieb, entfernt veracht' dienstba S Lob besi Zungeer ne dan Tag un wegt. Himmel ewge 9 st mein llbracht Zoche. Gott ꝛe, he nun sich die t! Und ag ver⸗ Gottes er hat acht an bedacht. das mir iehr als Vor dre wa⸗ t mich, t es, der r unser k. vas fuͤr ich den Er hat ben, er it noch je mehr je mehr hient. ine mei⸗ nich um daß ich durch Abendlieder. durch ihn Vergebung finde, mich deiner Gnads troͤsten kann. Itzt scheinet noch die Gnadenzeit zu eines Suͤn⸗ ders Seligkeit. 5. Laß mich die neue Woch' erblicken, daß ich ins neue Leben geh, und, als ein Christ, in allen Stuͤcken auf deinen Willen fest be⸗ steh, daß immer mehr von Suͤnden frey ich werd', und kuͤnftig froͤmmer sey. 6. Behuͤte mich vor boͤ— sen Leuten, bey denen man nur Suͤnden lernt. Will mich die boͤse Lust bestreiten; so gieb, daß sich mein Geist entfernt, und alle Suͤßigkeit veracht't, die uns der Hoͤlle dienstbar macht. 7. So will ich denn dein Lob besingen, so lange sich die Zunge regt, zu deinem Thro⸗ ne dankend dringen, weil Tag und Nacht die Zeit be⸗ wegt. Einst hilf mir in den Himmel ein; da wird ein' ewge Ruhe seyn. 85. Desgleichen. Wer nur den lieben Gott ꝛc. do wird die Woche denn beschlossen! Noch im⸗ Mel. 67 mer leb ich, Gott, durch dich, und mir ist nicht ein Tag ver⸗ flossen, du schuͤtztest, du be⸗ gluͤcktest mich, bewahrtest Seele, Leib und Haus, und halfst aus mancher Noth mir aus. 2. Wer weiß, wie viele schwere Leiden, wie manche Stuͤrme naͤher schon, als ich es glaubte, doch in Freu⸗ den verwandelt wurden, oder flohn, weil du, mir laͤnger wohlzuthun, den Stuͤrmen noch gebotst zu ruhn. 5. Allein, was hab ich dir gegeben? Ein dankbarHerz? Ein freudig Lob? Ein from⸗ mes tugendvolles Leben, das durch Gehorsam dich erhob? Ach, Gott, ich sehe meine Schuld; wie unwerth bin ich deiner Huld! 4. Wie unwerth bin ich deiner Treue! Ich fuͤhl es tiefgebeugt vor dir. Ver⸗ wirf nicht, Vater, meine Reue! Vergieb um Jesu willen mir, und nimm mich, Undankbaren, an, den deine Huld nur retten kann. 5. Soll ich noch laͤnger auf der Erde dein Pilger seyn; so hilf mir, Herr, daß E 2 meine 68 Abendlieder. meine Seele froͤmmer werde, denn deine Huld war raͤg⸗ mein Leben taͤglich heiliger; lich neu. daß ich im Glauben fest und 3. Wenn unser Herz, von treu, und eifrig im Gehor⸗WSchuld befreit, sich mancher sam sey. guten That erfreut; weß 6. Laß deinen guten Geist war die Kraft? Wer gab mich leiten; laß, wie du for⸗Gedeihn? Dir, Herr, ge— derst, stets durch ihn mich buͤhrt der Ruhm allein. aller Luͤste Reiz bestreiten, 4. Oft fehlten wir, und mich der Verfuͤhrer Wege merktens nicht. Verzeih uns fliehn, nicht achten auf den die verletzte Pflicht! Du siehst, Ruf der Welt, und willig Erbarmer, unsre Reu; um thun, was dir gefaͤllt. 7. Laß morgen mich dein Lob besingen, und jeden Tag, den du mir giebst, nur deinen Willen froh vollbringen, mit allen Frommen, die du liebst. Einst fuͤhre mich zum Himmel ein; da wird mein beßrer Sabbath seyn. 86. Desgleichen. Mel. Kommt Menschenkinder, ruͤhmt. nwiederbringlich schnell entfliehn die Tage, die uns Gott geliehn. Die Woche koͤmmt, und eilt da⸗ von. Vergangen ist auch diese schon! 2. Dank sey dir, ewig treuer Gott, fuͤr deinen Bei⸗ stand in der Noth, fuͤr tau⸗ send Proben deiner Treu; Christi Willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets naͤher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zugezaͤhlt; die letzte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht ge— schickt dazu; daß nicht, in⸗ dem wir sicher sind, der Tod uns unbereitet find'. 5. Ist einst die Zahl der Stunden voll, die unser Loos entscheiden soll; so fuͤhr uns aus der Uebungszeit zu dei⸗ ner frohen Ewigkeit. 83. Da sind wir unsers Heils gewiß; da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier. Du ewges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht! V. Sonn⸗ Mel. Her, ieß D che Gott, anzubet Gebet 1 ehren, 2.J allein gern, n freuet; durch Erde er heit, lehren ar taͤg⸗ rz, von mancher weß er gab r, ge⸗ n. r, und eih uns u siehst, eu; um ns freil it dem s naͤher Du hast t; die rhehlt. Lebens, recht ge— cht, in⸗ der Tod Zahl der ser Loos uͤhr uns zu dei⸗ unsers wechseln iß nicht u ewges r Gott, Sonn⸗ V. Sonnta 87. Mel. Herzliebster Jesu, was hast ꝛe. Diei ist der Tag, an wel⸗ chem deine Frommen, Gott, in dein Haus, dich anzubeten, kommen, mit Lob, Gebet und Dank dich zu ver⸗ ehren, dein Wort zu hoͤren. 2. Ja, dieser Tag sey dir allein geweihet; ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet; gieb, daß er mir durch kein Geraͤusch der Erde entrissen werde. 3. Dein Lob, verkuͤndigt durch des Himmels Lieder, erschall in deiner Christen Tempeln wieder! Laß aller Lob, laß das Gebet von allen dir wohlgefallen. 4. Ich freue mich, die Stäte zu begruͤßen, wo Durstigen des Lebens Baͤ⸗ che fließen, wo Heil verkuͤn⸗ digt wird fuͤr deine Kinder, und selbst fuͤr Suͤnder! 5. Mich lockt die Welt umsonst zu ihren Freuden; mein Geist soll sich auf deinen Auen weiden. Die Wahr⸗ heit, die uns deine Boten lehren, die will ich hoͤren. 6⁹ gslieder. 6. Ich nahe mich mit red⸗ lichem Gemuͤthe, nicht mit den Lippen blos, zu deiner Guͤte. Denn, was ein ernst⸗ liches Gebet begehret, das wird gewaͤhret. 7. Gott, welch ein Gluͤck versprichst du deinen Kin⸗ dern! Dieß lehre mich, damit ich von den Suͤndern, von ihrem eitlen Gluͤcke mich ent⸗ ferne, und fromm seyn lerne. 8. Dein Tag erinnre mich an deine Liebe, damit mein Glaͤube sich im Guten uͤbe; erinnremich, daß Jesus starb, vom Boͤsen mich zu erloͤsen. 9. Dich preis' ich, unsers Todes Ueberwinder! Du hast an diesem Tage fuͤr die Suͤnder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. 10. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erde; gieb, daß er immer heiliger mir werde! Lob sey, Erloͤser, deinem großen Namen auf ewig! Amen. 88. Mel. Herzliebster Jesu, was hast ꝛc. W' deine Lehrer, Gott, dein Wort uns leh⸗ ren, 70 ren, da will ich dich mit Jesu Juͤngern ehren; gieb, daß ich da mich zu des La⸗ sters Hasse entzuͤnden lasse. 2. Wohl mir, wenn ich alsdann fuͤr meine Bruͤder ein heiligs Beispiel bin, und diese wieder fuͤr mich ein Beispiel werden, dir mit ihnen getreu zu dienen! 5. Wenn wir dich da mit einem Munde loben; wie fuͤhlen wir uns dann zu dir erhoben! Ein neuer Eifer, was du willst, zu waͤhlen, belebt die Seelen. 4. Wie staͤrkt mich da zum schnellern Tugendlaͤufe, nicht die Erinnerung an mei⸗ ne Taufe, wenn ich erwaͤge, wem ich angehoͤre, wen ich verehre! 5. Mit seinem Himmel will der Herr der Welten der Tugend edle Muͤhe mir vergelten; will, was nur er hat, mir zum Lohne geben, ein ewig Leben! 6. Ich, Sünder, soll durch ihn geheiligt werdenz ich soll, vereint mit seinem Sohn auf Erden, einst sterben, wie er starb, und auferstehen, dich, Gott, zu sehen. Sonntagslieder. 5. Ich soll, zum Ziele sichrer mich zu nahen, hier seinen Leib, und hier sein Blut empfahen, in Truͤb⸗ sal Trost, zu jedem guten Werke Licht, Muth und Staͤrke. 8. Wie könnt ich denn auf deinen Wegen wanken! Wie noch in Werken, oder in Gedanken, den Herrn ver⸗ leugnen, deß ich mich getroͤ⸗ ste, der mich erloͤste! 9. Nur muͤß' ich, mich zu sichern vor Gefahren, treu deiner Lehren Ruͤhrungen bewahren! So wird mein Herz, o Gott, bereits auf Erden dein Tempel werden. 89. Mel. Lebt Christus, was bin ich ꝛe. Hen Christen, ist der Tag des Herrn! Ge⸗ schaͤft und Muͤh sey von euch fern! Kommt vor des Hoͤch⸗ sten Angesicht, und freuet euch in seinem Licht. Gelobt sey Gott! 2. Kommt, betet euren Schoͤpfer an, und ruͤhmt, was er an euch gethan! Ihn preisen, ist der Christen Amt; drum preist und lobt ihn ihn alh sey Got 3.9 heit, K aus nick Himmel und all haͤlt. 4. U vollbrae schen a nach se Weishe fuͤllt. 5. C Dank; seine C schuͤtzet manche kehrt. 6. 2 Jesus erstand Groͤße ben an Gelobt 7. Erden deinem Truͤbse treu b 3 Dank! 1 Ziele n, hier er sein Truͤb⸗ guten h und h denn zanken! „ oder rrn ver⸗ getroͤ— „mich en, treu jrungen d mein its auf herden. bin ich ꝛe. )freuet Gelobt t euren ruͤhmt, gethan! Christen ind lobt ihn Sonntagslieder. 7¹ ihn allesammt. Gelobt sey Gott! z. Rühmt seine Weis⸗ heit, Kraft und Rath, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt und alles, was sie in sich haͤlt. Gelobt sey Gott! 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Men⸗ schen auch gemacht, den er nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand er⸗ fuͤlt. Gelobt sey Gott! 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, wie er durch seine Guͤt allein uns taͤglich schuͤtzet und ernaͤhrt, und manches Ungluͤck von uns kehrt. Gelobt sey Gott! 6. Denkt auch, daß heute Jesus Christ vom Tode auf⸗ erstanden ist, und durch die Groͤße seiner Macht das Le— ben an das Licht gebracht. Gelobt sey Gott! 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen hast zu deinem Preis, und auch in Truͤbsal und Gefahr uns treu bewahrt von Jahr zu Jahr. Gelobt sey Gott! 6. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du fuͤr und fuͤr durch deine Weisheit, Guͤt und Macht gethan, geordnet und voll⸗ bracht. Gelobt sey Gott! 9. Du Sieger uͤber Tod und Grab, der sich fuͤr uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat wuͤrdig seyn, und mache uns von Suͤnden rein. Gelobt sey Gott! 10. Laß deiner Auferste⸗ hung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Trost erfreun, einst ewig, Herr, bei dir zu seyn. Gelobt sey Gott! 11. O heilger Geist, laß uns dein Wort so hoͤren heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub', Lieb und Hoffnung reichlich mehr'. Gelobt sey Gott! 12. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzeuch uns deine Gnade nicht; sey un⸗ ser Trost in aller Noth; staͤrk uns im Leben und im Tod. Gelobt sey Gott! 90. Mel. Herzliebster Jesu, was hast ie. W's sich, o Gott, mein Geist zu dir erhebet, dich suchet, dich zu finden, sich 7² sich bestrebet; so muͤß er nie an Eitelkeiten denken; dich muͤß er denken! 2. Sey du, mein Schoͤ⸗ pfer, wenn ich dich betrachte, mein einziger Gedanke! Herr, ich schmachte, dich recht zu kennen, und nach deinen Lehren dich zu ver⸗ ehren. 3. Was ist im Himmel, Hoͤchster, was auf Erden, das, so wie du, verdien' erkannt zu werden? Nichts ist, das meinen Durst nach Heil so stille, als deine Fuͤlle. 4. Dich kennen, sey die erste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und verborgen; so willst du doch, wenn wir dein Licht nicht hassen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Guͤt und Staͤrke; auch hast du uns, sey hoch dafuͤr geprie— sen! selbst unterwiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren, wenn wir den Weg, den sie uns fuͤhren sollen, nur wandeln wollen. Sonntagslieder. 7. Zu diesem mir so seli— gen Geschaͤfte erheb und staͤrke meiner Seele Kraͤfte! Gieb, wenn ich dich in dei— nem Worte hoͤre, daß nichts mich stoͤre! 8. Ach, mein Verstand ist traͤg, ist leicht zerstreuet, und irrt, weil er den Ernst des Denkens scheuet, dir, Gott, entrissen, eh ichs inne werde, zuruͤck zur Erde. 9. Auch taͤuscht oft Stolz ihn, macht ihn leicht ver⸗ messen, verfuͤhrt ihn, seiner Grenzen zu vergessen; will mehr, als deine Lehren uns vergoͤnnen, von dir erkennen. 10. Steh mir denn bei, und leite meine Seele, daß sie den Weg zur Wahrheit nicht verfehle. Verleih ihr, daß sie nicht so leicht ermuͤ— de, Ernst, Lust und Friede. 11. Dann werd ich im⸗ mer besser dich erkennen, dann taͤglich mehr von deiner Lieb entbrennen, dir gern gehorchen, froͤhlich dich er⸗ heben, dir ewig leben. Mel. Sey Lob u. Ehr dem hoͤchsten ꝛc. zrohlockend dank ich, Va— ter, dir am Tage deiner Ehre; Ehre; giebst de mich W auch ich Jesum, mich, zu 2. 7 o Gott, Finste mehr H dem G Dieß H Heiligtl Evange setz verk 3. 2 ren wir Hirten, fernt v zu Wa keiner, Schma deine dich se 4. C durch d waͤre. und be und Al weiser goͤnnt' nicht, wurde 5. so seli— eb und Träͤfte! in dei⸗ nichts erstand streuet, Ernst , dix, s inne de. Stolz )t ver⸗ seiner ; will en uns ennen. un bei, e, daß ahrheit eih ihr, ermuͤ⸗ Friede. ich im⸗ ennen, deiner r gern hich er⸗ R. oͤchsten ꝛe. „ Va⸗ deiner Ehre; Sonntagslieder. Ehre; denn deinen Geist giebst du auch mir, daß er mich Weisheit lehre, damit auch ich, erleuchtet, dich und Jesum, deinen Sohn, und mich, zu meinemHeil erkenne. 2. Wir sind von dir, o Gott, belehrt in unsern Finsternissen; sind nicht mehr Heiden, sind bekehrt, dem Goͤtzendienst entrissen. Dieß Haus ist, Gott, dein Heiligthum; hier wird dein Evangelium, hier dein Ge⸗ setz verkuͤndigt. 3. Ach! wie so elend wa⸗ ren wir, als wir, wie ohne Hirten, verlohren und ent— fernt von dir, von Wahn zu Wahn noch irrten; als keiner, der Vernunft zur Schmach, wie laut auch deine Schoͤpfung sprach, dich sehn und finden konnte! 4. Gewiß war keiner, daß durch dich die Welt erschaffen waͤre. Das Laster herrscht', und baute sich selbst Tempel und Altaͤre. Und sah, wer weiser war, auch Licht; er goͤnnt' es doch den Armen nicht, die immer blinder wurden. 5. Nun ist die Welt, 75 dein Heiligthum, durch dei⸗ nen Sohn entsuͤndigt; nun wird den Armen auch dein Ruhm, dein heiligs Wort verkuͤndigt. Wo Christen⸗ tempel sind, da schallt, mit seligmachender Gewalt, die Stimme deines Sohnes. 6. Wem Weisheit fehlt, wem Licht gebricht, der kom— me her und hoͤre, und seine Seele werde Licht durch sei— nes Gottes Lehre! Wer in der Suͤnde Sklaverei sich elend fuͤhlt, der werde frei durch Jesu Christi Gnade! 7. O heilig sey die Staͤte mir, wohin, o Gott, die Frommen mit Dank und Lust und Lehrbegier, dich an⸗ zubeten, kommen! Ich liebe sie, und walle gern zum Hause Gottes, meines Herrn, mit ihnen anzubeten. 8. Da fuͤhl ich, durch den frommen Dank, womit dich Christen loben, durch ihren heiligen Gesang, zum Him⸗ mel mich erhoben. Da hoͤr ich, Gott, die Engel schon und alle Seligen am Thron ihr heilig! heilig! rufen. 9. Da seh ich meines Glaubens Preis an deinem Throne 74 Throne prangen, und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod anerlangen gestaͤrkt durch deines Wortes Kraft zur Treu in meiner Pil⸗ grimschaft, zum Wandel hier im Dinmel 10. Da fuͤhl ich immer mehr mein Herz von dei⸗ ner Lieb entbrennen, und seufze: laß nicht Gluͤck noch Schmerz von dir, mein Gott, mich trennen! Wie schwer die Last ist; fuͤhl ich doch, sie werde leicht, und sanft dein Joch, weil mich dein Trost erquicket. 22: Mel. Kyrie, Gott Vater in ꝛe. H err und Gott, o Vater, O von Ewigkeit, groß bist du durch Barmherzigkeit; aller Dinge Schoͤpfer und Beherrscher, erbarm dich uͤber uns! 2. Christe, Trost aller Welt, zum Suͤndentilger uns dargestellt! O Jesu, Gottes Gottes, unser Retter, hoch auf der Gottheit Thron, brünstig flehen wir hinauf zu dir: erbarm dich uͤber uns! 3. Herr und Gott, heil⸗ Sonntagslieder. ger Geist du, gieb uns Kraft und daß wir einst durch den Tod mit Heldenmuth entfliehn der Erde Noth. uͤber uns! 93. KöS Gott Vater in Ewigkeit groß ist deine Barmherzigkeit, Trost und Seelenruh, Erbarm dich aller Ding ein Schoͤpfer und Regierer! Eleison. 2. Christe, aller Welt Trost, uns Suͤnder allein du hast erloͤst, o Jesu, Got⸗ wohlzutl Rath i Erhebet 2. Jc ben dich muͤthe. aͤnderlic mit Guͤ ist deine geschieh Wohlu — Höchste Eingebe tes Sohn, unser Mittler bist in dem hoͤchsten Thron, dir schreien wir aus Herzens Begier! Eleison. 5. Kyrie, Gott heilger Geist, troͤst', staͤrk uns im Glaͤuben aͤllermeist, daß wir am letzten End froͤhlich ab— scheiden aus diesem Elend! Eleison. 94. Mel. Allein Gott in der Hoͤh' sey ꝛe. Ger unserm Gott allein sey Ehr, und Dank sey seiner Gnaͤde! Er sorget, daß uns nimmermehr Ge⸗— fahr und Unfall schade. Uns wohl⸗ zu Gott zur Re nen. Herr un Leben u deinen verlaß hier u selig. llein Eh ne Gne Kraft enruh, n Tod ehn der m dich ter in deine Ding gierer! Welt allein „Got⸗ ler bist n, zu erzens heilger ns im aß wir ch ab⸗ lend! sey ꝛe. allein nk sey orget, r Ge⸗ Uns wohl⸗ Sonntagslieder. wohlzuthun ist er bereit, sein Rath ist unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Ja, Vater, wir erhe⸗ ben dich mit freudigem Ge⸗ muͤthe. Du herrschest unver⸗ aͤnderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und stets geschieht, was du bedacht. Wohluns, daß du regierest! 3. O Jesu Christ, des Hoͤchsten Sohn, dich, seinen Eingebohrnen, dich sandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlohr— nen. Du, unser Mittler, Herr und Gott, hilf uns im Leben und im Tod; erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, beßre, troͤste, die Jesus Christ durch seinen Tod von Suͤnd und Tod erloͤste. Auf deinen Beistand hoffen wir; verlaß uns nicht; so sind wir hier und einst auch ewig selig. 95. llein Gott in der Hoͤh sey Ehr, und Dank fuͤr sei⸗ ne Gnade, darum, daß nun 75 und nimmermehr uns ruͤh— ren kann ein Schade; ein'n Wohlgefall'n Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich, fuͤr deine Ehr wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken; ganz uner⸗ meß'n ist deine Macht, fort geschieht, was dein Will hat bedacht; wohluns des feinen Herren! 5. O Jesu Christ, Sohn eingebohrn deines himmli⸗ schen Vaters, Versoͤhner der'r, die war'n verlohrn, du Stiller unsers Haders; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt' in unsrer Noth, erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du hoͤchstes Gut, du allerheil⸗ samster Troͤster, vor's Teu⸗ fels G'walt fortan behuͤt, die Jesus Christus erloͤset durch große Marter und bittern Tod, abwend all unsern Jammer und Noth; dazu wir uns verlassen. 96. 96. err Jesu Christ, dich zu Huns wend, dein'n heilgen Geist du zu uns send; mit Huͤlf und Gnad er uns re⸗ gier, und uns den Weg zur Wahrheit fuͤhr. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit' das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr', staͤrk den Verstand, daß uns dein Nam' werd wohl bekannt. Sonntagslieder. Verstand ist mit Finsterniß umhuͤllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hel— lem Licht erfuͤllet; Gutes denken und begehren kannst du uns allein gewaͤhren. 3. O du Glanz der Herr— lichkeit, Licht vom Licht aus Gott gebohren, mach uns allesammt bereit, oͤffne unser Herz und Ohren; unser Hoͤ⸗ ren, Bitten, Singen, laß, Herr Jesu, wohl gelingen! ö lobt un Sohn, und ew sich, G mel uͤbe Mel. Li ir di 5. Bis wir singen mit W Gottes Heer: heilig, hei— 98. 33. 8 lig ist Gott der Herr! Mel. Herr Jesu Christ, dich zu 4 o Gott und schauen dich von Ange⸗ Hae Jesu, gieb uns dei⸗ wahren sicht in ewger Freud und nen Geist, den uns dein laß der selgem Licht. goͤttlichs Wort verheißt. Segen 4. Ehr sey dem Vater Gieb Huͤlf und Gnade, leit auch L und dem Sohn, dem heil⸗ und fuͤhr uns auf der Wahr⸗ Staͤrke gen Geist in einem Thron, heit Bahn zu dir. Werke. der heiligen Dreieinigkeit sey 2. Von Andacht sey das Lob und Preis in Ewigkeit. Herz belebt, wenn unser sich du Mund dein Lob erhebt; gieb ů 97. uns mehr Glauben, mehr zurch⸗ 5515 Jesu, wir sind hier Verstand, und mache dich was 5 dich und dein Wort anzu-Muns recht bekannt. durch hoͤren; lenke Sinnen und 5. Bis mit den Engeln Himm Begier auf die suͤßen Him⸗ jeder Christ singt: heilig melslehren, daß das Herz heilig, heilig ist Gott, unser * itzt von der Erde ganz zu dir Gott! und ihn entzuͤckt in Mel.& ö gezogen werde— seiner Herrlichkeit erblickt. ier 4. Lobt Gott den Vater, f 2. Unser Wissen und lobt Sonntagslieder. usterniß lobt und preist des Vaters deines Sohn, und seinen Geist; nit hel und ewig jauchz' und freue Gutes sich, Gott, Erd und Him⸗ kannst mel uͤber dich! ren. r Herr— Laeie 99. 515 ö Miel. Liebster Jesu, wir sind ꝛe. 10 uns ir erscheinen hier vor e unser dir, dich, 0 Vater, zu ser Hoͤ⸗ verehren, und in deinem Tem⸗ n, laß, pel hier auf dein heiligs Wort ingen! zu hoͤren, von der Welt uns zu entfernen, und der Wahr⸗ heit Weg zu lernen. uch zn te 2. Gieb uns deinen Geist, ins dei. Gott, und durch ihn den us dein wahren Glauben; nimmer erheißt. laß der Laͤstrer Spott dieses e leit Segens uns berauben. Gieb Wahr⸗ auch Licht und Muth und Staͤrke uns zu jedem guten Werke. Aunter 5. Hilf, daß alle Suͤnder ; gieb sich durch dein Wort zu dir mehr bekehren, und wir alle, Gott, he dich durch dich gern vollbringen, was wir hoͤren, alle fromm Engeln durch dich auf Erden, all' im Hheilig Himmel selig werden! uͤckt in Mel. Herr Jesu Christ, dich zu ꝛc. blickt. ier sind wir, Gott, und — 00 flehn um Licht, ver⸗ lobt 77 weigre deinen Geist uns nicht; laß uns dein heiligs Wort verstehn, und freudig seine Wege gehn! 2. Erleuchte deine Lehrer nun, und ihre Hoͤrer; lehr uns thun nach deinem Wohlgefallen, Gott! Denn du, o Herr, bist unser Gott. 3. Daß wir im Glaͤu⸗ ben stark, und frey von aller Suͤnd und Heucheley, dir dienen unsre Lebenszeit in Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Erhoͤr uns; unser Lobgesang gefalle dir, und unser Dank, bis wir vor deinem Throne stehn, und dann vollkommen dich erhoͤhn! 101. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. un, Gott Lob! Es ist voll⸗ Ebracht Singen, Beten, Lehren, Hoͤren. Gott hat al⸗ les wohl gemacht; drum laßt uns ihn froͤhlich ehren. Un⸗ ser Gott sey hoch gepriesen, daß sein Wort uns unter⸗ wiesen. 2. Unser Gottesdienst ist aus; jeder geh, gekroͤnt mit 6 78 Segen, aus dem Tempel in Sonntagslieder. der Suͤnde Lust bewahren; sein Haus, wandle stets auf daß wir nie von ihm uns Gottes Wegen, daß sein Geist uns stets, wie heute, auf der Bahn zum Himmel leite. 3. Unsern Ausgang segne Gott, unsernEingang woller segnen, segnen unser taͤglich Brodt, unser Thun und Las⸗ sen segnen, segnen uns auch, wenn wir sterben, daß wir dann den Himmel erben. 402. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛe. ott sey Preis und Dank G gebracht! Denn nun haben wir vernommen, was die Suͤnder selig macht, Gottes Wort, den Trost der Frommen; Lehren, die zu guten Werken unsern schwa⸗ chen Glauben staͤrken. 2. Unser Gott erhoͤrt Ge⸗ bet, giebt uns seinen Vater⸗ Wegen. ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen! 3. Seine Liebe muͤsse sich immer mehr uns offenbaren, und die Seinen vaͤterlich vor trennen, ihn bis in den Tod bekennen. 4. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang, unsre Werke; segne jeden in der Noth mit Geduld, mit Trost und Staͤrke, daß wir, seines Sohnes Erben, ihm nur leben, ihm auch sterben. 2 103. G˙r sey uns gnaͤdig und barmherzig, und geb uns seinen goͤttlichen Segen! 2. Er laß uͤber uns sein Antlitz leuchten, daß wir auf Erden erkennen seine Wege! 5. Es segne uns Gott, unser Gott! Es segne uns Gott, und geb uns seinen Frieden! Amen. 104 Mel. Nun danket alle Gott ꝛc. Ge unserm Gott, sey Lob fuͤr seines Wortes Lehren! Den Suͤndern rief er zu, sich ernstlich zu bekeh⸗ ren; Betruͤbten gab er Trost, den Schwachen Muth und Kraft, und Lust zur Heiligung, in ihrer Pil— grimschaft. 2. Er 2 Wort, Staͤrke, zu Fruͤ daß jed in den T thaͤtiger sey. er d Do-e Elend staunt That he 2. 0 gepreist heilgen ein Me gleich, 3. 0 Throne des Va dich, ne ein Hel hahren; m uns en Tod g segne 3„ unsre in der it Trost „seines m nur en. oig und nd geb Segen! is sein wir auf Wege! Gott, ne uns seinen zott ꝛc. 1 sey Wortes rn rief bekeh⸗ gab er uchen ud Lust er Pil⸗ 2. Er Adventslieder. 79 2. Er segne nun sein Wort, durch seines Geistes Staͤrke, um Jesu willen stets zu Fruͤchten guter Werke, daß jedes Glaube Gott bis in den Tod getreu, und immer thaͤtiger durch wahre Liebe sey. 3. Gieb, Gott, daß wir dich stets und kindlich fuͤrch⸗ ten moͤgen, daheim und in der Welt, auf allen unsern Wegen! Dein Segen sey mit uns, den uns dein Wort ver⸗ heißt, dein Fried in Ewigkeit, o Vater, Sohn und Geist! VI. Adventslieder. 105. Daꝰ du kamst, der Voͤlker Heil, nahmst an unserm Elend Theil; alle Welt er— staunt und ruͤhmt: diese That hat Gott geziemt! 2. Gottes Allmacht sey gepreist! Er wirkt durch den heilgen Geist, daß du wirst ein Menschenkind, und uns gleich, doch ohne Sünd. 3. Gingst von deinem Throne aus, und verließ'st des Vaters Haus, freutest dich, nach Gottes Rath, wie ein Held, zu gehn den Pfad. 4. Dein Lauf kam vom Vater her, und zum Vater kehrte er; du fuhrst zu der Erd hinab, dann zu Gott aus deinem Grab. 5. Der du bist dem Va⸗ ter gleich, herrsche durch dein geistlich Reich; schenk uns deine Gotteskraft, welche alles Gute schafft. 6. Licht der Welt, du schienst mit Macht, und ver— triebst des Irrthums Nacht; gieb, daß wir uns dessen freun, dir, dem Lichte, folg⸗ sam seyn. 7. Lob sey Gott, der dich gesandt! Lob dir, der uns ihm verband! Lob dem Geist, der uns erneut! Lob sey Gott in Ewigkeit! 106. Mel. Werde munter, mein ꝛe. W willst du draußen stehen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bey mir einzu⸗ 80 einzugehen, wohlgefallen; sey nicht fern! Du, mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, Heiland, hilf du meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind die Suͤnde, die mir oftmals Tag und Nacht, da ich deren so viel finde, Sorge, Furcht und Schrecken macht. O das harte Suͤndenjoch! Was be— ruhiget mir doch mein Ge— wissen, das mir schlaͤget und mein Innerstes beweget! 5. Sieh, wie Satan seine Luͤgen noch in diese Schrecken mischt, als muͤßt' ich, gleich ihm, nun liegen in der Glut, die nie verlischt. Weh mir! Zu noch groͤßerm Schmerz wird mein schon zerrißnes Herz durch das folternde Gewissen immer heftiger zerrissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern, wenn ich so beaͤngstigt bin, bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends ganz dahin; da ist Freude, die betruͤbt, Trost, der nicht Erquickung giebt, Hel—⸗ Adventslieder. fer, die mir Unlust machen, Freunde, die wohl meiner lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos waͤr. Hab ich Ho— heit, die ist fluͤchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein' Hand voll armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie werth? Was ist, das mich heut erfreuet, und nicht mor— gen schon gereuet? 6. Aller wahre Trost im Leide ruht in dir, Herr Jesu Christ. Du allein giebst solche Freude, die ganz rein und laͤuter ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Auge bricht; laß mich nur an dir erquicken, Jesu, komm, mich zu begluͤcken. 7. Freu dich, Herz, du bist erhoͤret, Jesus ziehet bey dir ein; sein Gang ist zu dir ge— kehret, heiß' ihn nur willkom— men seyn, und bereite dich ihm zu, er verspricht dir Heil und Ruh; oͤffne dich ihm, meine Seele, klag ihm, was dich druͤck und quaͤle. 8. Was du Boͤses hast be⸗ gangen, das ist alles abge— schafft; Gottes Liebe nimmt gefan⸗ gefange Macht Sieg b was B will wid zu laute 9. A Fromm schaͤdlic Christu es treu Bleibst treu, i dabei, geln dr werdest Mel. Ich Wiz ich dir, langen, auch m lehre, n nach de das, H 2. C Palmer hin; ic men e Sinn; dir geb Preis, nachen, meiner armer was ist jas mich ht mor⸗ rost im rr Jesu giebst unz rein hte mir ir mein ich nur Jesu, uͤcken. „du bist bey dir dir ge⸗ hillkom⸗ ite dich dir Heil ch ihm, m, was hast be⸗ s abge⸗ nimmt gefan⸗ Adventslieder. gefangen deiner Suͤnden Macht und Kraft. Christi Sieg behaͤlt das Feld, und was Boͤses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Gluͤck und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir boͤs' und schaͤdlich scheint, weil dich Christus angenommen, und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nun wieder treu, ists gewiß, und bleibt dabei, daß du mit den En⸗ geln droben ihn dort ewig werdest loben. 107. Mel. Ich dank dir, Menschenhüͤter ꝛc. Wie soll ich dich empfan— gen, und wie begegn' ich dir, o aller Welt Ver⸗ langen, der du kamst einst auch mir. O Jesu, Jesu, lehre, wie ich, Erloͤster, dich nach deinem Willen ehre; das, Heiland, lehre mich. 2. Einst streute man dir Palmen und gruͤne Zweige hin; ich aber will mit Psal⸗ men ermuntern meinen Sinn; mein Herz will ich dir geben zu deinem Lob und Preis, dir stets zu Ehren F 81 leben, so gut ich kann und weiß. 3. Was hast du unter⸗ lassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele saßen in ihrem groͤßten Leid? Mir war das Reich genom⸗ men, wo Fried und Freude lacht; du aber bist gekom— men, und hast es wieder bracht. 4. Ich lag in schweren Banden; du kamst, und macht'st mich los. Ich war bedeckt mit Schanden; du kamst, und macht st mich groß, und hubst mich hoch zu Eh⸗ ren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht laͤßt ver⸗ zehren, wie Erdenreichthum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Him⸗ melsthron, als dein unendlich Lieben, womit du, Gottes Sohn, die Welt in ihren Plagen und ihrer Jammer⸗ last, die kein Mensch kann aussagen, so fest umfangen hast. ö 6. Das schreibt in eure Herzen, Betruͤbte, klagt nicht mehr! Zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein 82 Adventslieder. keln Helfer waͤr'! O sehet Huld im Angesichte dem, der auf! Ihr habet den besten ihn liebt und sucht. Komm Helfer nah, der eure Seele dann, ach! komm, o Sonne, labet, der treue Freund ist da! und fuͤhr uns aus der Zeit zu 7. Ihr duͤrft euch nicht jenes Lebens Wonne, zur bemuͤhen, noch sorgen Tag ewgen Seligkeit! und Nacht, wie ihr ihn wol— 108. let ziehen mit eures Armes Macht. Er koͤmmt, er Mel. Ermuntre dich, mein schw. ꝛc. koͤmmt mit Willen, ist vol⸗ A hat Gott die Welt ge⸗ ler Lieb und Lust, all' Angst liebt! Das preise, wer und Noth zu stillen, die ihm es hoͤret, die Welt, die Gott an euch bewußt. so hoch betruͤbt, hat Gott so 8. Auch duͤrft ihr nicht hoch geehret, daß er sein'n ein⸗ erschrecken vor eurer Suͤn⸗ gebohrnen Sohn, sein'n ein⸗ denschuld; er koͤmmt, sie zu gen Schatz, die ein'ge Kron, bedecken, und traͤgt sie mit sein ein ges Herz und Leben nes Leb ich Wo fuͤr Lo dein tre Wie he geschehr chem nit dein V net mir Graͤmer Geduld. Er koͤmmt, buß⸗ fertgen Suͤndern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern ver⸗ bleib ihr Erb und Theil. 9. Was zagt ihr denn, wennFeinde euch, Gotteskin⸗ dern, draͤun? Vertrauet eu⸗ rem Freunde, der, der wird sie zerstreun. Er koͤmmt, er koͤmmt, ein Koͤnig, dem wahrlich alle Feind' auf Er⸗ den viel zu wenig zum Wi⸗ derstande seynd. 10. Er koͤmmt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der euch flucht, mit ganz willig hingegeben. 2. Ach! wie muß doch ein ein'ges Kind bei uns hier auf der Erden, an welchem man doch Boͤses find't, so hoch ge⸗ schonet werden! Wie hitzt, wie brennt der Vatersinn, wie giebt, wie schenkt er al— les hin, eh, als er an das Schenken des Einigen will denken. 3. Gott aber giebt aus treuem Muth und frommen milden Herzen sein ein'ges Kind, sein schoͤnstes Gut, in mehr als tausend Schmer⸗ zen; er giebt es in den Tod hinein. ke, wie schlecht sten wol was dui deines e treten si 6. T meinst e schenkin nes Sob es allen daß sie hand dar wandt, ken, fest 7. Al ne Schu m, der Komm Sonne, Zeit zu , zur schw. ꝛe. zelt ge— e, wer e Gott Zott so n'n ein⸗ 'n ein⸗ Kron, Leben n. och ein ier auf m man och ge⸗ e hitzt, ersinn, t er al⸗ an das en will bt aus ommen ein'ges ut, in ochmer⸗ en Tod hinein. Adventslieder. hinein. Warum? Daß wir durch seine Pein Erloͤsung Trost und Gaben des ewgen Lebens haben. 4. Ach! mein Gott, mei⸗ nes Lebens Grund, wo soll ich Worte finden? Mit was fuͤr Lobe soll mein Mund dein treues Herz ergruͤnden? Wie hat doch koͤnnen dieß geschehn? Hast du von man— chem nicht gesehn, daß er fuͤr dein Verschonen dir schaͤnd— lich wuͤrde lohnen? 5. Das Herz im Leibe wei— net mir fuͤr großem Leid und Graͤmen, wenn ich beden— ke, wie nach dir wir uns so schlecht bequemen. Die mei— sten wollen deiner nicht, und was du ihnen zugericht durch deines Sohnes Buͤßen, das treten sie mit Fuͤßen. 6. Du, frommer Vater, meinst es gut mit allen Men⸗ schenkindern, du ordnest dei— nes Sohnes Blut, und reichst es allen Suͤndern; willst, daß sie mit der Glaubens— hand das, was du ihnen zuge⸗ wandt, sich voͤllig zu erquik⸗ ken, fest in ihr Herze druͤcken. 7. An dir, o Gott, ist kei⸗ ne Schuld, du, du hast nichts 8 verschlafen. Nein! der Ver⸗ schmaͤher deiner Huld ist Ur⸗ sach deiner Strafen, weil er den Sohn, der ihm so klar und nah ans Herz gestellet war, auch einzig helfen sollte, durchaus nicht haben wollte. 8. Ich fliehe der Veraͤch⸗ ter Schaar, und bleibe bei dem Sohne; dem geb ich mich, deß bin ich gar, und er ist meine Krone. Hab ich den Sohn, was will ich mehr? Sein Leiden ist mir Schmuck und Ehr, sein' Angst gedeiht zur Freude, sein Tod zur Seelenweide. 9. Ich freue mich, so oft und viel ich dieses Sohns ge⸗ denke; dieß ist mein Lied und Saitenspiel, wenn ich mich heimlich kraͤnke. Wenn mei⸗ ne Suͤnd und Missethat will groͤßer seyn, als Gottes Gnad, und wenn mir meinen Glauben mein eignes Herz will rauben. 10. Ey, sprech ich, war mir Gott geneigt, da wir noch Feinde waren; so wird er ja, der kein Recht beugt, nicht feindlich mit mir fahren an⸗ itzo, da ich ihm versuͤhnt, da, was ich Boͤses je verdient, sein F 2 Sohn, 84 Sohn, der nichts verschuldet, am Kreuz fuͤr mich erduldet. 11. Fehlts hie und da; ey, unverzagt! Laß Sorg und Kummer schwinden! Der mir das Groͤßte nicht versagt, wird Rath zum Kleinen fin⸗ den. Hat Gott mir seinen Sohn geschenkt, und fuͤr mich in den Tod gesenkt, wie sollt' er, laßt uns denken, mit ihm nicht alles schenken? 12. Ich bin gewiß, und sterbe drauf, nach meines Gottes Willen; mein Leid und ganzer Lebenslauf wird sich noch froͤhlich stillen. Hier hab ich Gott und Gottes Sohn, und dort, bei Gottes hohem Thron, da wird fuͤr⸗ wahr mein Leben in ewgen Freuden schweben! 109. Mel. Aus meines Herzens ꝛc. A auf! ihr Reichsgenos⸗ sen, der Koͤnig koͤmmt heran; empfahet unverdros⸗ sen den großen Wunder⸗ mann! Ihr Christen, geht herfuͤr, laßt uns vor al⸗ len Dingen ihm Preis und Ehre singen mit heili ger Begier! 100 Adventslieder. 2. Auf! ihr betrübten Herzen, der Koͤnig ist euch nah; hinweg all' Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da! Seht, wie so man⸗ cher Ort hoͤchst troͤstlich ist zu nennen, da wir ihn finden koͤnnen im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf! auf! ihr Viel⸗ geplagten, der Koͤnig ist nicht fern; seyd froͤhlich, ihr Ver⸗ zagten, seyd froͤhlich in dem Herrn! Der Herr will in der Noth mit reichem Trost euch speisen, er will euch Huͤlf erweisen, erloͤsen selbst vom Tod. 4. Erschreckt, ihr frechen Suͤnder, der Koͤnig merket drauf, wenn ihr, verlohrne Kinder, in vollem Lasterlauf auf Arges seyd bedacht; ihr thut es ohne Sorgen; doch nichts ist ihm verborgen; er giebt auf alles Acht. 5. Seyd fromm, ihr Un⸗ terthanen, der Koͤnig ist ge⸗, recht, laßt uns den Weg ihm bahnen, als sein erwaͤhlt Ge⸗ schlecht. Fuͤrwahr, er meint es gut; drum lasset uns die Plagen, die er uns schickt, ertra⸗ ertrage nem M 6. U und Fle ben hin zu samn Gewin fruͤher? genome sie kom der No 7.0 Armen, euch, e barmen und rei gedacht ernaͤhre nur be seiner! 8. K troffen, nicht di fen mit Von il Er laf die Se seinꝰ H ö 98 betruͤb mit M Herzge laͤngst kein' A truͤbten ist euch gst und lfer ist so man⸗ tlich ist finden l, Tauf r Viel⸗ ist nicht or Ver⸗ in dem will in u Trost il euch n selbst frechen merket rlohrne sterlauf ht; ihr 1; doch gen; er ihr Un⸗ g ist ge⸗ Zeg ihm ihlt Ge⸗ r meint uns die schick, ertra⸗ Adventslieder. ertragen, mit unerschrock⸗ nem Muth. 6. Und wenn gleich Krieg und Flammen uns alles rau⸗ ben hin. Geduld! weil ihm zusammen gehoͤrt doch der Gewinn. Wenn gleich ein fruͤher Tod uns, die uns lieb, genommen; wohlan, so sind sie kommen ins Leben aus der Noth. 7. Getrost in Gott, ihr Armen, der Koͤnig sorgt fuͤr euch, er will durch sein Er⸗ barmen euch machen groß und reich; der an ein Thier gedacht, der wird auch euch ernaͤhren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 8. Hat manche Noth uns troffen, gnug, er verlaͤßt doch nicht die, so auf ihn stets hof⸗ fen mit fester Zuversicht. Von ihm koͤmmt alles her. Er laͤsset auch im Sterben die Seinen nicht verderben, sein' Hand ist nie zu schwer. 9. Frisch auf! ihr Hoch⸗ betruͤbten, der Koͤnig koͤmmt mit Macht; an uns, sein' Herzgeliebten, hat er schon laͤngst gedacht. Uns wird kein' Angst und Pein in die⸗ 85 sem Leben schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden laͤßt seine Kinder seyn. 10. So eilt mit schnellen Schritten, den Koͤnig zu erhoͤhn; folgt ihm auf seinen Tritten, worauf ihr ihn seht gehn. Auf, tretet all heran, den Heiland zu begruͤßen, der alle Noth versuͤßen, und uns erloͤsen kann. 11. Der Koͤnig will be⸗ denken die, die er herzlich liebt, mit koͤstlichen Geschen⸗ ken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad und Wort. Ja, Koͤnig, hoch er⸗ hoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 12. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, wirst darum arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du gehst den Suͤndern nach. Drum wollen wir uns freun, uns jauchzend zu dir schwingen, dir Preis und Ehre singen, dir ewig dankbar seyn. 110. Geltes Sohn ist kommen, ruͤhmet all' ihr From⸗ men, hier auf diese Erden, uns gleich an Geberden, daß er werben. 86 Adventslieder. er von der Sünde helfe und den auferstehn auf Erden, werben entbinde. und zu seinen Fuͤßen sich hin⸗ hem M 2. Er koͤmmt auch noch stellen muͤssen. 5. K heute, und belehrt die Leute, 8. Da wird er sie schei⸗ ne such daß sie sich von Suͤnden zur den! Unnennbare Freuden im hoh Buß sollen finden, von Irr⸗ schmecken alle Frommen! ihm se thum und Thorheit treten zu Aber Boͤse kommen dahin, will hi der Wahrheit. wo sie muͤssen ihr' Untugend Majest 3. Die sich sein nicht schaͤ⸗ buͤßen. des Be men, seinen Dienst anneh⸗ 9. Ey nun, Jesu, leite den ga men, durch ein recht Ver⸗ uns, weil es noch heute, daß 4. 8 trauen auf sein Leiden bauen, wir stets auf Erden fromm den, n. denen wird zum Leben ihre erfunden werden, wachen, wenn i Suͤnd vergeben. beten, ringen, einst ins Leben und ge 4. Er will ihnen schenken, dringen. die zu seiner zu gedenken, selber sich weil d zur Speise, seiner Lieb' zum 111. nach se Preise, da sie sein genießen Mel. Aus meines Herzens ꝛ. tet, die froh in dem Gewissen. No'n jauchzet all, ihr Fron 5. 5. Die an ihn fest glaͤu⸗ Emen, in dieser Gnaden⸗ leiten, ben und bestaͤndig bleiben, zeit, weil unser Heil gekom⸗ Christ ihm, dem Herrn, in allen men, der Herr der Herrlich ligkeitt trachten zu gefallen, werden keit, zwar ohne Glanz und ist imn einst mit Freuden aus der Pracht, doch maͤchtig, zu bleibt! Welt hinscheiden. verheeren, und gaͤnzlich zu in der 6. Denn bald und behen⸗ zerstoͤren der Suͤnde Reich du bist de eilt ihr Lauf zu Ende; da und Macht. 6. wird er vom Boͤsen ihre 2. Er koͤmmt in unsre erschei Seel erloͤsen, und sie zu sich Huͤtten, will unser Helfer, keit, u fuͤhren, vor den Engeln seyn, und stellt sich in die verkeh zieren. Mitten fuͤr uns zum Opfer Du b— 7. Endlich wird er kom⸗ ein. Er bringt kein zeitlich drum men, freuet euch, ihr From⸗ Gut; er will uns durch sein tig, n men; und die Todten wer⸗ Sterben ein ewigs Gluͤck er. tig au Erden, ich hin⸗ eschei⸗ preuden nmen! dahin, tugend „ leite te, daß fromm vachen, s Leben ens 20. From⸗ znaden⸗ gekom⸗ Herrlich— inz und ig, zu zlich zu Reich unsre Helfer, in die Opfer zeitlich rch sein luͤck er⸗ werben. Adventslieder. werben. Lobt ihn mit fro⸗ hem Muth. 5. Kein Zepter, keine Kro⸗ ne sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt; er will hie seine Macht und Majestat verhuͤllen, bis er des Vaters Willen im Lei⸗ den ganz vollbracht. 4. Bewohner dieser Er⸗ den, nehmt diesen Koͤnig an, wenn ihr wollt selig werden, und geht die rechte Bahn, die zu dem Himmel fuͤhrt, weil der, der ihn verachtet, nach seinem Heil nicht trach⸗ tet, die Seligkeit verliert. 5. Drum wollest du uns leiten, o Mittler, Jesu Christ! Wer deiner Se⸗ ligkeiten Besitzer worden ist, ist immer wohlgemuth, und bleibt getrosten Herzens, auch in der Zeit des Schmerzens; du bist sein hoͤchstes Gut. 6. Einst, einst wirst du erscheinen in deiner Herrlich— keit, und alles unser Weinen 85 112. Mel. Der bu kamst der Voͤlker ꝛc. ott sey Dank in aller Welt, der sein Wort beständig haͤlt, der der Suͤn⸗ der Trost und Rath in die Welt gesendet hat! 2. Was der alten Vater Schaar hoͤchster Wun sch und Sehnen war, und, was je geprophezeiht, ist erfuͤllt mit Herrlichkeit. 3. Un sre Huͤlf, und unser Lohn, unser Heil, Mariens Sohn, dieser ewig maͤchtge Held, hat sich treu⸗ lich eingestellt. 4. Sey willkommen, o mein Heil! Dir sey Ehre, o mein Theil! Richte du auch eine Bahn dir in mei⸗ nem Herzen an. 5. Zeuch, o Ehrenkoͤnig, ein, es gehoͤret dir allein; mach es, wie du gern es thust, rein von aller Suͤn⸗ denlust. 6. Und gleichwie dein' verkehrn in ewge Freud. Ankunft war Huͤlf und Du bists, der helfen kann; Rettung aus Gefahr; also drum mache mich stets fer⸗ sey auch jederzeit deine Huͤlfe tig, mich deiner stets gewaͤr⸗ mir bereit. tig auf meiner Lebensbahn. 7. Troͤste, troͤste meinen Sinn, 88 Sinn, wenn ich schwach und zaghaft bin; wenn mir nie⸗ mand helfen kann, hilf und nimm dich meiner an. 8. Steh mir in Versu⸗ chung bei, daß ich, aller Suͤnde frei, dir im Glau⸗ ben um und an selig bleibe zugethan. 9. Und einst, wenn du, Lebensfuͤrst, praͤchtig wieder⸗ kommen wirst, froh dir moͤg' entgegen sehn, und gerecht vor dir bestehn. 113. Mel. Vom Himmel komm' ich ꝛ0. Qob sey dem allerhoͤchsten Gott! Erbarmend sah er unsre Noth, und sandte sei⸗ nen liebsten Sohn zu uns vom hohen Himmelsthron. 2. Ihn sandt er, unser Heil zu seyn; uns von der Suͤnde zu befrein; mit Licht und Kraft uns beizustehn, und uns zum Himmel zu erhoͤhn. 5. Ogroße Gnad und Guͤ⸗ tigkeit! Otiefe Lieb und Mil— digkeit! Gott thut ein Werk, das ihm kein Mann, kein En⸗ gel selbst verdanken kann. 4. Der Schoͤpfer al— ler Creatur nimmt an die Adventslieder. menschliche Natur; wird al⸗ lerding den Bruͤdern gleich, damit er werd erbarmungs⸗ reich. ö 5. Des Vaters Sohn von Ewigkeit wird Mensch in aller Niedrigkeit; und laͤßt selbst bis zum Tod und Grab zu unsrer Rettung sich herab. 6. Was ist der Mensch, was ist sein Thun, daß Gott fuͤr ihn giebt seinen Sohn? Darf unsrer wohl das hoͤch— ste Gut, daß es so unserthal⸗ ben thut? 7. O weh dem Volk, das dich veracht't, der Gnade sich unfaͤhig macht, des Sohnes Gottes Ruf nicht hoͤrt, sich so von seinem Heil abkehrt! 8. O Mensch! daß du es nicht verstehst, und deinem Herrn entgegen gehst, den Gott zum Helfer dir be— stimmt, und der sich treulich dein annimmt. 9. O nimm ihn doch mit Freuden an, bereit ihm dei⸗ nes Herzens Bahn, auf daß er komm in dein Gemuͤth, und du genießest seiner Guͤt! 10. Ergieb ihm Herz, Sinn und Vernunft, in die⸗ ser ser gne und fol, Unschul 11. so ist er vor jen beruͤhrt 14. ihn ge erfuͤlle sey vo der un nen ist Mel. ott D men, d daß er Heil z² zird al⸗ gleich, nungs⸗ Sohn Mensch ; und od und dettung Rensch, ß Gott Sohn? s hoͤch⸗ serthal— lk, das ade sich Zohnes t, sich bkehrt! 6du es deinem „ den ir be⸗ reulich och mit m dei⸗ iuf daß emuͤth, r Guͤt! ö Herz, in die⸗ ser Adventslieder. 89 ser gnadenreich'n Zukunft, nung nahm! Mensch, wie und folge seiner Heiligkeit in wir, erschien er hier, der zur Unschuld und Gerechtigkeit. Schoͤpfung sprach: ent⸗ 11. Wo du dieß thust, stehe! der einst spricht: ver⸗ so ist er dein, bewahret dich gehe! vor jener Pein. Wo nicht, 2. Laßt uns niederfallen, ach! so verschließ'st du dir danken, daß er allen Freund muthwillig selbst des Him⸗ und Bruder ist! Gott, auf mels Thuͤr. seinem Throne, liebt uns in 12. Sein' erste Ankunft dem Sohne, Bruͤder Jesu auf der Erd war in sanftmuͤ- Christ! Welch ein Heil, thiger Geberd; die andre am Sohne Theil, Theil, wird, zu großer Pein der durch seiner Zukunft Gaben, Suͤnder, majestaͤtisch seyn. an Gott selbst zu haben! 13. Die aber fest an 3. Keine Macht der Lei⸗ Christo stehn, die werden den kann uns von ihm schei⸗ dann zur Freud eingehn; den; er bleibt ewig treu! zur Freude sie mein Jesus Dort wird er vom Boͤsen fuͤhrt, daß sie kein Uebel mehr gaͤnzlich uns erloͤsen; hier beruͤhrt. steht er uns bei! Unser 14. Gelobt sey Gott, der Freund, mit Gott vereint, ihn gesandt! Sein Ruhm kann nicht seine Bruͤder has⸗ erfuͤlle jedes Land! Gelobt sen, noch sie huͤlflos lassen! sey von uns Jesus Christ, 4. Wenn wir einst ermuͤ⸗ der uns zum Heil erschie⸗ den, fuͤhrt er uns in Frieden nen ist! zu des Grabes Nacht. Un⸗ sre todten Glieder giebt die 114. Erde wieder, ihm, der sie be⸗ Mel. Jesu, meine Freude ie. wacht. Jesus ruft uns aus Ge Sohn ist kommen! der Gruft; er, der selbst den Dankt ihm, seine From⸗ Tod einst schmeckte, den auch men, dankt ihm, daß er kam, Staub bedeckte. daß er hier auf Erden, unser 5. Auf dem Richterthrone Heil zu werden, seine Woh⸗ werden wir im Sohne un⸗ sern 90 sern Retter schaun. Heil und ewigs Leben wird er al—⸗ len geben, die noch dann ihm traun. Er ward hier ver⸗ sucht, wie wir; uͤberschweng— lich wird er lohnen, und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr Suͤn⸗ der, werdet Gottes Kinder, werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr Frommen, seyd, wie er, vollkommen, bleibet sei⸗ ner werth! Preiset ihn, daß er erschien, daß er sich fuͤr euch gegeben, durch ein goͤtt⸗ lichs Leben! 115. Mel. Gotkes Sohn ist kommen ꝛc. Wauchzet all, ihr From⸗ men! Er ist nun gekom⸗ men, der da kommen sollte, und uns helfen wollte; Gottes Auserkohrner, selbst sein Eingebohrner. 2. Dessen Wink und Willen Engel froh erfuͤllen, der ist, selbst zu dienen, nun im Fleisch erschienen; der die Welt hieß werden, wird ein Knecht auf Erden. Adventslieder. der, aus der Hoͤh hernieder, kehrst dann, uns zum Gluͤcke, in die Hoͤh zuruͤcke. 4. Ach, wohl allen denen, die nach dir sich sehnen, dich im Glauben fassen, niemals von dir laͤssen, deiner nie sich schaͤmen, dein Kreuz auf sich nehmen. 5. Du, Herr, dem sie die⸗ nen, wohnst und lebst in ih⸗ nen; bildest ihre Sitten; giebst, was sie dich bitten, weißst auch in Gefahren wohl sie zu bewahren. 6. Und, wenn sie einst scheiden, bringt aus allen Leiden ihrer Wallfahrt Ende sie in deine Hände, daß da ihrer Seele nun kein Gutes fehle. 7. Muß der Leib verwe⸗ sen; er auch wird genesen, sich zu neuem Leben aus dem Grab erheben. Denn einst koͤmmst du wieder feierlich hernieder. 8. Jauchzet all, ihr From⸗ men! Er wird wiederkom⸗ men, majestaͤtisch, praͤchtig, herrlich, groß, allmaͤchtig, 3. Daß wir nicht ver⸗Welten zu vernichten, alles derben, koͤmmst du, um zu sterben, Heiland deiner Bruͤ⸗ Fleisch zu richten. 9. Wenn nun vom Ge⸗ tuͤmmel tümmel Himmel hallet, schallet, ket, un 20. 8 get, jan sehn ge Richte freun si vor dir 11. gegen! Segen aber F sie zus ewig zu 12. staͤrken ken im Lehr ur dann 9 auch kr Mel. L r Ei sta lich ho zerstret des To rnieder, Glüͤcke, idenen, n, dich niemals nie sich uz auf sie die⸗ st in ih⸗ Sitten; bitten, en wohl ie einst s allen lfahrt vaͤnde, un kein verwe⸗ enesen, us dem in einst feierlich From⸗ herkom⸗ aͤchtig, aͤchtig, „alles m Ge⸗ uͤmmel Adventslieder. 91 täͤmmel Erde, Meer und Der Heiland ists! Lob⸗ Himmel furchtbar wieder⸗ singe Welt! Dir wird dein hallet, Gottes Stimm' er⸗ Heil gebracht. schallet, die Lebendgen schrek. 5. Dir, der du kamest, ket, und die Todten wecket; singen wir Anbetung, Preis 20. Wenn nun alles kla⸗ und Dank! In Ewigkeit er⸗ get, jammert, heulet, zaget; schalle dir Anbetung, Preis sehn getrost die Deinen, und Dank! Richter, dich erscheinen, freun sich, dich zu sehen, und 117. vor dir zu stehen. Mel. Dir Herr und Vater ꝛc. 11. Eilt dem Herrn ent⸗ Si wer da will, ein an⸗ gegen! Er bringt ewgen der Ziel, die Seligkeit Segen allen Gotteskindern; zu finden. Mein Herz allein aber Fluch den Suͤndern, bedacht soll seyn, auf Chri⸗ sie zu Quaal und Flammen stum sich zu gruͤnden. Sein ewig zu verdammen. Wort ist wahr, sein Werk 12. Herr, du wollst uns ist klar, sein heilger Mund staͤrken; selbst zu guten Wer⸗ hat Kraft und Grund, all⸗ ken immer fert'ger machen! Feind zu uͤberwinden. Lehr uns beten, wachen, daß 2. Such, wer da will, dann Preis und Segen uns sich Helfer viel, die uns doch auch kroͤnen moͤgen. nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, 146. bei dem niemand verdorben! Mel. Lobt Gott, ihr Christen ee. Uns wird das Heil durch ihn zr koͤmmt, er koͤmmt, der zu Theil, uns macht gerecht starke Held, voll goͤtt⸗ der treue Knecht, der fuͤr lich hoher Macht; sein Arm uns ist gestorben. zerstreut, sein Blick erhellt—5. Ach! sucht doch den, des Todes Mitternacht. laßt alles stehn, die ihr das 2. Wer koͤmmt, wer Heil begehret; er ist der koͤmmt? Wer ist der Held Herr, und keiner mehr, der voll goͤttlich hoher Macht? euch das Heil gewaͤhret. Sucht 92 Sucht alle Seund aus Her⸗ zensgrund ihn nur allein; wie wohl wird seyn dem, der ihn herzlich ehret! 4. Du, Herr, mein Heil, du sollst mein Theil, mein Ein und Alles bleiben. Ach, laß mich nicht von deinem Licht die Eitelkeit vertreiben! Bleib du mein Preis, dein Wort mich speis. Bleib du mein' Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glaͤuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein' hoͤchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach mancher Klag einst ewig dir Lob sagen. 118. Mel. Aus meines Herzens Gr. ꝛc. Ed den Herrn, ihr Frommen! Er haͤlt, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Voͤlker Menschenkinder, Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstoͤßt, hat uns zum Heil und Leben selbst Adventslieder. seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erloͤst. 2. Erloͤst! O welche Gnade hat uns der Hert erzeigt! Der uns betroffne Schade, der uns so tief ge⸗ beugt, ist nun nicht unheil⸗ bar. Von Suͤnden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. 35. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsge⸗ stalt. Voll Muͤhe und Be⸗ schwerden war hier sein Auf⸗ enthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durchs To⸗ kommer uns die noch g Denn d 6.— ben. 3 hast du Gieb Theil! seyn, n dann fe unsre ewig fr Mel. Me 975 desleiden sein großes Werk gezoger vollbracht. den Th 4. Er hat's vollbracht. send E O, bringet Gott euren Lob: Palmei gesang! Erloͤste Menschen, er Einz singet dem Mittler ewig 2. H Dank! Wo niemand hel⸗ grüßt, fen kann, da hilft er gern entgege aus Gnaden, heilt unsrer schon g Seele Schaden. O, nehmt Fuͤßen ihn glaͤubig an! nen Tl 5. Du, Freund der uns wi verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Suͤnder, sey unsre Zuversicht! Drum kom⸗ e 5. fuͤrst, Streit bringe durch welche Herr etroffne tief ge⸗ unheil⸗ nund ung zu Sohn us auf chtsge⸗ nd Be⸗ in Auf⸗ gebnen ch mit hs To⸗ Werk bracht. in Lob⸗ nschen, ewig id hel⸗ r gern unsrer nehmt Adventslieder. kommen wir zu dir. Hilf uns die Macht der Suͤnden noch gluͤcklich uͤberwinden. Denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Le⸗ ben. Zu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben. Gieb uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam seyn, was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun. 119. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ꝛc. ostanna! Davids Sohn H koͤmmt auf Erden ein⸗ gezogen. Ach! bereitet ihm den Thron, setzt ihm tau— send Ehrenbogen. Streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna! sey ge⸗ gruͤßt, komm, wir gehen dir entgegen. Unser Herz ist schon geruͤst, will sich dir zu Fuͤßen legen. Zeuch zu dei— nen Thoren ein! Du sollst d der derwirf Dein uͤnder, Drum kom⸗ uns willkommen seyn. 5. Hosianna! Friedens⸗ fuͤrst, Ehrenkoͤnig, Held im Streite! Alles, was du bringen wirst, das ist unsre 9⁵ Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhoͤht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, wir sind deine Reichsgenos— sen, die du dir erwaͤhlet hast. Ach! so laß uns unverdrossen deinem Zepter dienstbar seyn, herrsche du in uns allein! 5. Hosianna! komme bald, laß uns deine Sanft⸗ muth kuͤssen. Wollte gleich die Knechtsgestalt deine Maͤ⸗ jestäͤt verschließen, ey, so ken⸗ nen wir doch schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei, o Herr! hilf, laß wohl gelin— gen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Juͤnger an, der dir nicht ge⸗ horchen kann. 7. Ho sianna! laß uns hier an den Oelberg dich be— gleiten, bis wir einstens fuͤr und fuͤr dir ein Palmenlied bereiten, dort ist unser Beth— phage, Hosianna in der Hoͤh! 8. Hosianna! nah und fern, eile, bei uns einzuge⸗ hen, du Gesegneter des Herrn, warum willst du draͤußen stehen? Hosianna! bist —————— bw“ 94 Adventslieder. bist du da? Ja, du koͤmmst. Halleluja! 121. Mel. Alle Menschen muͤssen ꝛe. 120. LS Jesu! sey willkom⸗ Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ꝛc. omm, du werthes Loͤse⸗Welt, da du nicht wirst an— geld, dessen alle Voͤlker genommen, da man dich ver— hoffen; komm, o Heiland aͤchtlich haͤlt. Ich, ich will aller Welt, unsre Herzen dich nicht verscherzen, wohne stehen offen; du, des Geistes nur in meinem Herzen. Du Schmuck und Zier, komm bist mein, und ich will dein, wir warten mit Begier! allerliebster Jesu, seyn. 2. Zeuch auch in mein 2. Zwar du koͤmmst 942 27 zu Herz hinein, o du Koͤnig al⸗ uns nicht praͤchtig, aber ich Wohmung feyn; bitde wüch bin schon vergnuͤgt; du bist zus n 100 denno ächti nach deinen Lehren, daß ich e werd an Tugend reich, dei⸗ mick ünder ö nem heilgen Bilde gleich. ich, Suͤnder, was mich, ů Schwachen, kann gerecht ö ö ondner, i Jnr 0 um, Mottn n ö mein, und ich will dein ꝛc. von dir, Herr, schweigen? ö Nein, so viel ich immer kann, 5. Dein so armes Kum⸗ will ich Ehre dir erzeigen, und merleben soll mein Reich⸗ im Glauben dein Verdienst thum allzeit seyn; dir, nur mir zueignen zum Gewinnst. dir, bin ich ergeben, und ver— „Preis sey dir, o Got⸗ traue dir allein, daß du mir tes Sohn! Hilf, Herr, laß in jenem Leben wirst die Eh⸗ es wohl gelingen; laß dein renkrone geben. Du bist Zepter, Reich und Kron uns mein, und ich will dein ꝛc. viel Heil und Segen brin⸗ 4. Will dich alle Welt gen; daß in Ewigkeit besteh: gleich meiden, dennoch find Preis sey dir, Herr in ich mich zu dir, dich und der Hoͤh! mich soll niemand scheiden, mein men hier in dieser boͤsen hast mir alles zugefuͤgt, was mein E stets m glaͤuben verbleib Welt an Unterpf meinen in jener Herrli Du bist dein, ꝛc 6. NR dir offer land, I mein V laß mich tilge du so kann chen: d ich will Jesu, Mel. Ach oͤmm WLich du koͤmt nicht, n uns geb Trost im Herz ste dich zur issen ꝛe. oillkom⸗ boͤsen irst an⸗ dich ver⸗ ich will „wohne n. Du ill dein, n. mst zu ber ich du bist aͤchtig, t, was s mich, gerecht Du bist in ꝛc. Kum⸗ Reich— „ nur nd ver⸗ du mir ie Eh⸗ u bist ꝛc. Welt ch find und eiden, mein Adventslieder. mein Erloͤser, ich will dir stets mit fester Hoffnung glaͤuben, todt und lebend dein verbleiben. Du bist mein, und ich will dein, ꝛc. 5. Deine Schmach und alle Schande, so dir diese Welt anthut, dienet mir zum Unterpfande, und versichert meinen Muth, daß du mir in jenem Leben Preis und Herrlichkeit wirst geben. Du bist mein, und ich will dein, ꝛc. 6. Nun, mein Herze steht dir offen, zeuch, mein Hei— land, bei mir ein; kroͤne mein Vertraun und Hoffen, laß mich ganz dein eigen seyn; tilge du all mein Verbrechen, so kann ich mit Freuden spre⸗ chen: du bist mein, und ich will dein, allerliebster Jesu, seyn. 422. Mel. Ach, was soll ich Suͤnder ꝛc. Kemnast du, koͤmmst du, WLicht der Heiden! Ja, du koͤmmst, und faͤumest nicht, weil du weiß'st, was uns gebricht. O du starker Trost im Leiden, Jesu, mein Herz stehet dir offen, nahe dich zu mir! 9⁵5 2. Ja, du bist bereits zu⸗ gegen, du Weltheiland, Got⸗ tes Sohn, meine Seele spuͤh⸗ ret schon deinen gnadenvollen Segen, deiner Lehre Gottes⸗ kraft, die mir Heil und Se⸗ gen schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe; Jesu, nimm mein Fle⸗ hen hin; schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in dei⸗ nem Dienste uͤbe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kraͤften nicht. 4. Jesu, rege mein Ge⸗ muͤthe, daß ich nicht nur mit dem Mund, daß ich dich aus Herzensgrund innig preise fuͤr die Guͤte, die du mir, o Seelengast, lebenslang er⸗ wiesen hast. 5. Laß durch deines Gei⸗ stes Gaben, Glauben, Liebe und Geduld, und Bereneng meiner Schuld, mich zu ir ganz seyn erhaben! Denn, o Jesu, sing ich dir ewig Preis und Dank dafuͤr. 123. Zum Anfange des Kirchenjahrs. Mel. Vom Himmel komm ich ꝛe. un koͤmmt das neue Kir⸗ hchenjahr! Deß freuet sich der 96 der Christen Schaar; dein Koͤnig koͤmmt, drum freue dich, Volk der Erloͤsten, ewiglich. 2. Wir hoͤren noch das Gnadenwort, das Wort des Heils, vom Anfang fort, das uns den Weg zum Leben weist. Gott sey fuͤr seine Huld gepreist! 5. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben staͤrkt und mehrt, das bringe Fruͤchte, daß wir dir Lob und Preis singen fuͤr und fuͤr. 12⁴4. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛe. Gher Schoͤpfer, froͤhlich treten wir das Kirchen⸗ jahr heut an. Dankbar wol— len wir anbeten, daß du uns so wohl gethan, weil uns dei⸗ ne Hand gewaͤhrte das, was Leib und Seele naͤhrte. 2. Gieb noch ferner Wohl— ergehen; laß dein theuer wer⸗ thes Wort unbewegt, wie Berge, stehen; sey du unser Hirt und Hort. Denn an dir und deinem Segen ist vor allen uns gelegen. 5. Sakramente, Wort — ss“s“s“c“sc—ers Adveneslieder. und Lehrer, goͤnn uns unver⸗ faͤlscht und rein; mach die Lehrer und die Hoͤrer reich an Segen und Gedeihn. Hilf, daß wir, dich anzubeten, oft und gern dein Haus betreten. 4. Die da Gottes Kin⸗ der worden durch das Bad der heilgen Tauf, die erhalt in diesem Orden; andre nimm in Gnaden auf; daß wir alle dir gefallen, und ge⸗ wiß zum Himmel wallen. 5. Wenn wir hier voll Inbrunst beten und in christ⸗ licher Gemein vor dein hei— ligs Antlitz treten; laß dein Ohr uns offen seyn, und auch das geheimste Flehen zu dir durch die Wolken gehen. 6. Die dein Abendmahl empfangen, diese laß zu jeder Zeit Kraft und Staͤrk und Muth erlangen zu des Lebens Heiligkeit. Laß es ihnen hier auf Erden jener Freu⸗ den Vorschmack werden. 7. Die noch Kreuz und Leiden druͤcken, laß dein Evan⸗ gelium staͤrken, troͤsten und erquicken, mehre aller Chri⸗ stenthum, daß die Hoͤrer hier auf Erden saͤmmtlich wahre Thaͤter werden. 8. Die 8. uns en froͤhlich deinen zu der Darna gen, d dringer 9. erhalte breit; Segen Christe auf der dort sel 101 Saame Eigent großen Ehre,? und do heilig,‚ Beim 2 Mel. Hee re gehoͤrer lobsing Dank z 2. 3 Ehre d Unver⸗ ach die er reich n. Hilf, ten, oft etreten. 5s Kin⸗ s Bad eHerhalt andre f; daß und ge⸗ len. er voll nchrist⸗ ein hei⸗ aß dein ud auch zu dir en. ndmahl zu jeder irk und Lebens s ihnen Freu⸗ en. uz und nEvan⸗ en und r Chri⸗ rer hier wahre 8. Die Adventslieder. 8. Die dies Jahr bei uns entschlafen, haß einst froͤhlich auferstehn, und mit deinen frommen Schaafen zu der Himmelsfreude gehn! Darnach laß uns alle rin⸗ gen, durch die enge Pforte dringen. 9. Nun, Allmaͤchtiger, erhalte deine Kirche weit und breit; Friede, Schutz und Segen walte uͤber deine Christenheit; gieb, daß alle auf der Erden hier bekehrt, dort selig werden! 10. So wird der gerechte Saamen, als dein theures Eigenthum, Hoͤchster, deinem großen Namen Dank und Ehre, Preis und Ruhm hier und dort einst ewig bringen, heilig, heilig, heilig singen. 125. Beim Beschlusse des Kirchen⸗ jahres. Mel. Wach auf, mein Herz ꝛe. Hee sind wir, dich zu eh⸗ ren, dich, dem wir an⸗ gehoͤren, dir, Vater, zu lobsingen, dir Preis und Dank zu bringen. 2. Noch leuchtet dir zur Ehre der Offenbarung Leh⸗ 27 re, dies Licht von dir bereitet, das uns zum Leben leitet. 3. Noch hast du uns ver⸗ schonet, nach Suͤnden nicht gelohnet, mit Langmuth uns getragen, erhoͤrt Gebet und Klagen. 4. Du hast mit Straf⸗ gerichten die Schaͤnder ih⸗ rer Pflichten noch nicht ver⸗ derben wollen, weil sie sich bessern sollen. 5. Du duldest uns auf Erden; wir sollen froͤmmer werden, und, was wir sehn und hoͤren, soll uns zu dir bekehren. 6. Herr, Gott von großer Treue, wir preisen dich. Erfreue uns noch mit dei⸗ nem Lichte, fuͤhr uns nicht zum Gerichte. 7. Wir preisen dein Er⸗ barmen; vergieb, o Gott, uns Armen, du wollest laͤn⸗ ger schonen, nicht nach Ver⸗ dienst uns lohnen. 83. Wir wollen, voll Vertrauen, auf deine Guͤte schauen; dein heilsam Wort recht lernen, vom Boͤsen uns entfernen. 9. Hilf uns zu allen Zei⸗ ten, laß uns dein Auge lei⸗ G ten. 98 Weihnach ————2n3nnnnpp't'ͤß'‚.. tslieder. ten. Getreu sey jeder Leh⸗ dem Stande; Nach uͤber⸗ rer, und folgsam jeder Hoͤrer. wundnen Leiden gieb uns des 10. Dein Friede wohn Himmels Freuden. im Lande; gieb Segen je⸗ doch n spiel n 5. Bruͤde tes So VII. Weihn 126. Eir Kindelein so loͤbelich ist uns gebohren heute, von einer Jungfrau saͤuber⸗ lich, zu Trost uns armen Leuten. Waͤr' uns das Kind⸗ lein nicht gebohrn; so waͤr'n wir allzumal verlohrn. Das Heil ist unser aller. Ey, du suͤßer Jesu Christ, der du Mensch gebohren bist, behuͤt uns vor der Hoͤlle! Ein Wunderkind, das Jesus heißt, ist uns geboh⸗ ren heute, zum Trost, zur Lust fuͤr unsern Geist, zu al⸗ ler Menschen Freude. Waͤr' uns nicht dieses Kind ge⸗ bohrn; so waͤr'n wir insge⸗ sammt verlohrn! Nun ist Heil fuͤr uns alle. Ey, du holder Jesu Christ, der du Mensch gebohren bist, wehr' ewgem Ungluͤcksfalle. 2 achtslieder. 127. Mel. Wir Christenleut ꝛc. A, schicke dich, recht feier⸗ lich des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb ist der Dank, der Lob⸗ gesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb, erhoͤhen. 2. Sprich dankbar froh: also, also hat Gott die Welt durch seinen Sohn geliebet! O, wer bin ich, daß er auch mich durch seinen Sohn so uͤber alles liebet! 5. Er, unser Freund, mit uns vereint, zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren; er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Li eb als Mensch zu offenbaren. ö 4. An ihm nimm Theill Er ist das Heil; thu taͤglich Buß, und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr, Herr, spricht, und doch traͤnke in ihre erfreur denken G. Held, und all auf E heit pr aller K werden 2 Er hilf ihn ehr troͤsten. Gelobt euch de ihm, i zrmu cher Verlan Welt, mit Fr Dieß i er kam sen an uͤber⸗ uns des t 4c. ht feier⸗ ds Fest egehen! der Lob⸗ dir ihn, rhoͤhen. r froh: ie Welt eliebet! er auch dohn so nd, mit da wir ren; er Gottes eb als ꝛ. Theill taͤglich seinen n nicht, ht, und doch Weihnachtslieder. 99 doch nicht sucht, sein Bei⸗ theures Leben fuͤr uns dahin spiel nachzuahmen. zu geben. 5. Aus Dank will ich in 2. Willkommen, Jesu, Bruͤdern dich, dich, Got⸗ Gottes Lamm, du Koͤnig al⸗ tes Sohn, bekleiden, speisen, ler Ehren, mein Freund bis traͤnken; der Frommen Herz zu dem Kreuzesstamm, ich in ihrem Schmerz mit Trost will dein Lob vermehren; erfreun, und dein dabei ge- ich will dir all mein Leben⸗ denken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! Die Christen⸗ heit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, und wer ihn ehrt, den wird sein Name troͤsten. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! Freut euch des Herrn, und jaͤuchzt ihm, ihr Erloͤsten! 128. G dich, mein schwaͤ⸗ cher Geist, und trage groß Verlangen, das Heil der Welt, das Jesus heißt, mit Freuden zu empfangen. Dieß ist die Nacht, darinn er kam, und menschlich We⸗ sen an sich nahm, um sein so lang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verlohren, fuͤr uns bist Mensch gebohren. 5. O großer Gott, wie konnt es seyn, dein Himmel⸗ reich zu lassen, zu gehen in die Welt hinein, wo nichts, denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Koͤnigreich, die Freudenpracht, ja, dein er⸗ wuͤnschtes Leben, fuͤr deine Feind' hingeben? 4. Die Welt, mit der du dich vereint, war arm und voller Schanden, noch hast du es so wohl gemeint, am Kreuz, in Todesbanden! Ist sie doch nichts, denn Fluch und Tod, in Finsterniß und Suͤndennoth; noch darfst du ihrentwegen dein Zepter von dir legen! 5. Du Fuͤrst des Frie⸗ dens, Herr der Welt, du G 2 Bild 100 Bild des Unsichtbaren, du weiser Rath und starker Held, du sprachst, und Wel⸗ ten waren. Sohn Gottes, o wie hast du dich so tief er⸗ niedrigt auch fuͤr mich! Wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 6. Ogroße That, er⸗ wuͤnschte Nacht, von En⸗ geln selbst besungen! Du hast den Mittler uns ge⸗ bracht, der uns das Heil er⸗ rungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf und alles haͤlt, der Freund der Menschenkinder, des To⸗ des Ueberwinder. 7. O du, den uns der Vater gab, ihn Mensch fuͤr uns ließ werden, mein Bru⸗ der, den ich lieber hab, als alle Schaͤtz auf Erden, komm, Bester, in mein Herz hinein, komm, laß es deine Wohnung seyn; ich will in heilgen Freuden dir einen Sitz bereiten. 8. Was soll ich dir, mein groͤßter Freund, fuͤr deine Treue geben? Du bists, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben! Herr, was ich hab, und was Weihnachtslieder. ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin. Dich will ich ohn Aufhoͤren mit Leib und Geist verehren. 9. Lob, Preis und Dank, Herr, Jesu Christ, sey dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist, und hast die Welt bezwungen; hilf, daß ich deine Guͤtigkeit stets preis' in dieser Gnaden— zeit, und moͤg' hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. 429. Mel. Warum sollt ich mich denn n. G bn laßt uns Gott, lobsingen! Hocherfreut laßt uns heut ihm Anbetung bringen! Jeder, der sonst war verlohren, freue sich in⸗ niglich! Christus ist ge⸗ bohren! 2. Gottes Sohn ist Mensch gebohren, fuͤr die Welt, fuͤr die Welt, die da war verlohrenz er, der Schoͤ⸗ pfer aller Wesen, stieg her⸗ ab bis ins Grab, Suͤnder! zu erloͤsen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dieß ist gewiß: Gott kann uns nicht hassen! Koͤmmt der der Se ben zu nicht d 5 fen ho Mensc errette groß Mense Gnade seine? 6. innre Betet thraͤne Liebe dir zum ch will nit Leib Dank, dir von u mein t, und Hungen; uͤtigkeit znaden⸗ ach dort loben. h denn u. Gott, herfreut ubetung 'r sonst sich in⸗ ö ist ge⸗ ohn ist fuͤr die „die da r Schoͤ⸗ ieg her⸗ Suͤnder · zottes Aber tt kann Koͤmmt der 101 Weihnachtslieder. der Sohn aus freien Trie⸗ kein Erloͤster zage! Bringet ben zu uns her; wie sollt' er ihm an seinem Feste Preis nicht die Menschen lieben? und Ehr! Wisset, er waͤhlt 4. Wenn er uns verwor- fuͤr euch das Beste. fen haͤtte; naͤhm' er dann 9. Er verlaͤßt euch nicht, Menschheit an, daß er uns ihr Schwachen; mehr, als errette? Deß soll sich der ihr, liebt er hier euch be⸗ Erdkreis freuen! Zum Ge⸗0gluͤckt zu machen. Eure klei⸗ richt koͤmmt er nicht, sondern ne Zeit der Leiden und der zum Verzeihen! muͤh, was ist sie gegen ewge 5. Ja, er will fuͤr unsre Freuden? Schulden Armuth, Noth, 10. Jesu, du nahmst Schmerz und Tod goͤttlich meine Buͤrde gern auf dich, groß erdulden! Lernt den daß auch ich frei und selig Menschenfreunderkennenl wuͤrde. Wer kann deine Gnadenreich will er euch Lieb ergruͤnden? Ewig soll seine Bruͤder nennen. freudenvoll sie mein Herz 6. Dankt ihm, der das empfinden. innre Sehnen sehen kann! 11. Dir, mein goͤttlicher Betet an! Opfert Freuden⸗ Befreier, folg ich nach, ob⸗ thraͤnen! Liebt ihn, der von wohl schwach, doch um so Liebe brennet! Traut dem viel treuer. Du bist meines Herrn, der euch gern seine Lebens Leben; reich durch Bruͤder nennet! dich, will ich mich ewig dir 7. Wenn euch eure Suͤn⸗ ergeben. den kraͤnken; eilt herzu, su⸗ 12. Dir will ich mein chet Ruh; er will sie euch Leben weihen, mich in dir, schenken. Schaut auf ihn fuͤr und fuͤr, mein Erloͤser, mit Glaubensblicken! Zit⸗ freuen. Keine Kreatur, kein tert nicht, denn er spricht: Leiden, keine Noth, nicht ich will euch erquicken. der Tod soll von dir mich 8. Druͤckt euch hier so scheiden. manche Plage; euren 13. Werd ich einst im Schmerz fuͤhlt sein Herz; Tod erkalten; so will 1c mi 102 Weihnachtslieder. mich an dich, Jesu, glaͤu⸗ alles hemmt, was uns will euch fů big halten. Und dann wollst betruͤben? hinfort du mich erheben aus der Zeit 5. Haͤtte vor dem Men⸗ ruͤhren zu der Freud in des Him⸗ schenorden unser Heil einen 10. mels Leben. Graͤul, waͤr' er nicht Mensch schwert worden. Haͤtt' er Lust zu un⸗ pfind't 130. serm Schaden, ey, so wuͤrd' wissens Mel. Warum sollt' ich mich denn. Un sre Buͤrd er nicht auf sich chthz zroͤhlich soll mein Herze laden! nicht! Firigen, zu der Zeit, b0 6. Er nimmt auf sich, will eur für Freud alle Engel singen; was auf Erden wir gethan, XX. Erd und Himmel, nimm zu giebt sich an, unser Freund, elende; Ohren, alle Luft schaͤllt und zu werden; unser Freund, hier! ruft: Christus ist gebohren! der fuͤr uns stirbet, und bei Eure k 2. Heute ging aus seiner 161 rher Tod, Leben und de Weruen date e dhn. Dun e ast poh. i elt reißt aus alle 9 Jammer. Gott ward Stunde mich und dich hin umfan densch, dir, Mensch, zu gute, zu sich, spricht mit holdem ne Zier Gottes Kind, das verbindt Munde; werfet von euch, gen. sich mit unserm Blute. meine Brüder, was euch ben L ö quaͤlt; was euch fehlt, bring mich di 3. Sollt' uns Gott nun ö können h ieh ich alles wieder. den ge hassen, der uns giebe, g. Ey, so kommt, und laßt 15. was er liebt uͤber alle Maa⸗ ich r. 266 as uns laufen, stellt euch ein, mich ni ßen? Gott giebt, unserm Leid 3 ö groß und klein, eilt mit gro: nahmst zu wehren, seinen Sohn aus Lieb dein dem Thr iner M ßen Haufen. Liebt den, der inen und Ei dent n seiner Macht von Liebe brennet, unsern ist an 91t Herrn, der uns gern seine durch! kehr Sollte von uns seyn ge⸗ Bruͤder nennet. frei vo ehret, der sein Reich und zu⸗ g. Die ihr schwebt in gro⸗ 14. gleich sich selbst uns verehret? ßen Leiden; sehet, hier ist die netwill Sollt uns Gottes Sohn Thuͤr zu den wahren Freu⸗ hier, nicht lieben, der itzt koͤmmt, den. Faßt ihn wohl, er wird stillen. euch us will Men⸗ lKeinen Mensch tzu un⸗ wuͤrd' auf sich sech zethan, Freund, reund, ind bei Leben ch jede ch hin holdem euch, euch bring ndilaßt ch ein, it gro⸗ n, der unsern seine n gro⸗ ist die Freu⸗ rwird * euch Weihnachtslieder. euch fuͤhren an den Ort, da hinfort euch kein Leid wird ruͤhren! 10. Wer sich fuͤhlt be⸗ schwert im Herzen, wer em⸗ pfind't seine Suͤnd und Ge⸗ wissensschmerzen, sey getrost! Er will beglücken! Zage nicht! denn er spricht: ich will euch erquicken. 11. Die ihr arm seyd und elende; mehr, als ihr, litt er hier! Sehet auf sein Ende! Eure kleine Zeit der Leiden und der Muͤh, was ist sie gegen ewge Freuden! 12. O mein Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, mei⸗ ne Zier, unverruͤckt anhan⸗ gen. Du bist meines Le⸗ bens Leben, nun kann ich mich durch dich wohl zufrie⸗ den geben. 15. Meine Schuld kann mich nicht druͤcken; denn du 105 ich dich schließen; nur durch dich, Herr, kann ich Ruh und Trost genießen! 15. Ich will disch mit Fleiß bewahren; ich will dir leben hier; mit dir einst hin⸗ fahren; mit dir will ich end⸗ lich schweben voller Freud, ohne Zeit, dort im andern Leben. 131. G'bet seyst du, Je su Christ, daß du Mensch gebohren bist von einer Jung⸗ frau, das ist wahr, deß freuet sich der Engel Schaar, so hilft uns Gott. 2. Des ew'gen Vaters einig's Kind itzt man in der Krippe find't; in unser ar⸗ mes Fleisch und Blut ver⸗ kleidet sich das ewge Gut, so hilft uns Gott. 5. Den aller Welt Kreis nahmst, als du kamst, sie auf nie beschloß, der liegt in Ma⸗ deinen Ruͤcken. Kein Fluch ist an mir zu finden; denn durch dich, Herr, bin ich frei von meinen Suͤnden. 14. Ich bin frei um dei⸗ rien Schooß. Er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhaͤlt allein, so hilft uns Gott. A. Das ew'ge Licht geht netwillen, du giebst mir alles da herein, giebt der Welt hier, was den Geist kann ein'n neuen Schein, es leucht stillen. In mein Herz will wohl mitten in der Nacht, und 104 Weihnachtslieder. und uns des Lichtes Kinder freundlich bei uns ein, wird macht, so hilft uns Gott. gar ein kleines Kind, und 5. Der Sohn des Vaters, will mein Jesus seyn. Gott von Art, ein Gast in der 3. Wie lieblich klingt es Welt hie ward, und fuͤhrt uns mir! wie schallt es in die Oh⸗ aus dem Jammerthal, er ren! Es ruft der Engel Heer: macht uns Erben in sein'm der Heiland ist gebohren, der Saal, so hilft uns Gott. Heiland aller Welt! Wer 6. Er ist aufErden kommen Jesum recht erkennt, der arm, daß er unsrer sich er⸗ stirbt nicht, wenn er stirbt, barm, uns in demHimmel ma⸗ wenn er ihn glaͤubig nennt. che reich, und seinen liebenen⸗ 4. Wohlan, so will ich geln gleich, so hilft uns Gott. mich an diesen Jesum hal⸗ 7. Das hat er alles uns ten, und sollte gleich die gethan, sein' groß Lieb zu zei⸗Welt in tausend Stuͤcke gen an, deß freu sich alle spalten. O Jesu, dir, nur dir, Christenheit, und dank ihm dir leb ich ganz allein, auf deß in Ewigkeit, so hilft uns dich, allein auf dich, o Jesu, Gott. schlaf ich ein. 132. Mel. Nun danket alle Gott ꝛe. 133. Ich freue mich in dir, und G seyst du, Je su heiße dich willkommen, Christ, daß du Mensch mein liebster Jesu, du, du gebohren bist, und uns zu hast dir vorgenommen, du Gute wardst wie wir; Preis willst mein Bruder seyn! sey, o Welterloͤser, dir! ach! wie ein suͤßer Ton, wie So hilft uns Gott! troͤstlich ist das Wort: Gott 2. Des ewgen Vaters schenkt uns seinen Sohn! ein' ger Sohn kam herab von 2. Gott senkt die Maje⸗ seinem Thron; in unser ar⸗ staͤt, sein unbegreiflichs We⸗ mes Fleisch und Blut ver— sen, in eines Menschen Leib; huͤllte sich das hoͤchste Gut. nun muß die Welt genesen; So hilft uns Gott. der allerhoͤchste Gott spricht 3. Fuͤr uns erniedrigt, ö arm arm un riens des Li So hil 5 ters,2 auch D uns, 6 erhoͤht Gotte uns G 6. blos u sich er mache seines So hi 7. gethar gethar Christ ihm i uns Mel. C 6⁵ ,„ wird d, und ingt es die Oh⸗ ö IHeer: en, der Wer , der stirbt, iennt. vill ich m hal⸗ ich die Stuͤcke nur dir,‚ n, auf o Jesu, Je su Mensch uns zu Preis „ dir. Vaters ab von ser ar⸗ it ver⸗ e Gut. edrigt, arm Weihnachtslieder. arm und blos lag er in Ma⸗ riens Schoos; er ward ein Kind, er, der die Welt durch seine Kraft allein er⸗ haͤlt. So hilft uns Gott! 4. Das ewge Licht brach nun herein, unsre Schatten zu zerstreun, der, der nach einer langen Nacht uns zu des Lichtes Kindern macht. So hilft uns Gott! 5. Der Sohn des Va⸗ ters, Mensch und Gott, litt auch Duͤrftigkeit und Spott; uns, Gaͤst' auf Erden, uns erhoͤht der Sohn zu Erben Gottes. Seht! So hilft uns Gott! 6. Er koͤmmt zur Erde blos und arm, daß er unsrer sich erbarm, und uns auch mache groß und reich, und seines Vaters Engeln gleich. So hilft uns Gott! 7. Das hat er alles uns gethan, uns aus Liebe nur gethan! Deß freue sich die Christenheit, und dank es ihm in Ewigkeit! So hilft uns Gott! 134. Mel. Gelobet seyst du, Jesu Christ ꝛc. Gecbes seyst du, Gottes Sohn, der du auf der 105 Allmacht Thron itzt herr— schest und einst warst, wie wir, Anbetung, Preis und Dank sey dir! Gelobt sey Gott! 2. Dich, unsern Heiland, unsern Herrn, sahn die Vaͤ⸗ ter schon von fern; du, aller Voͤlker Trost und Licht, du warst auch ihre Zuversicht. Gelobt sey Gott! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an uͤber die, so nie ihn sahn; auf die, so Finsterniß umgab, glanzt Gottes Wahrheit nun her⸗ ab. Gelobt sey Gott! 4. Durch den die Welt einst worden ist, der einst richtet, Jesus Christ, der Schoͤpfung Herr, koͤmmt in sein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Ge⸗ lobt sey Gott! 5. Jauchzt, Himmell Erde, freue dich! Gott ver— soͤhnt die Welt mit sich; Uns, Adams suͤndiges Ge⸗ schlecht, entsuͤndigt er, macht uns gerecht! Gelobt sey Gott! 6. Gelobet seyst du, Jesu Christ, daß du Mensch ge⸗ bohren bist! Dir ist der Erd⸗ kreis 106 kreis unterthan, dich beten alle Engel an! Gelobt sey Gott! 135. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛe. A0 hat Gott die Welt ge⸗ liebt, daß er, aus freiem Trieb, uns seinen Sohn zum Heiland giebt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungs⸗ voller Rath schon in derEwig— keit zu unserm Heil beschlos⸗ sen hat, vollfuͤhrt er in der Zeit. 3. Er, aller Men schen hoͤchstes Gut, der alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sduͤnden, an. 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir; du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? Ist Gott mit mir, wer ist denn wider mich? Suͤnden kraͤnken? Weihnachtslieder. nung, Leben, Trostund Licht, das hab ich nun an dir. 7. Dein Mangel wird zum Reichthum mir; dein Leiden stillt mein Leid; in dir, Erniedrigter, in dir er⸗ lang ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sey Gott! Ge⸗ lobt sein Sohn, durch den er Gnad' erweist! Lobt, En⸗ gel, ihn vor seinem Thron! Erheb ihn auch, mein Geist! 136. Mel. Wir Christenleut ꝛc. W'1 bloͤder Sinn, den ö Kummer hin! Gott ‚ die So ist fuͤr dich; was will dich ferner kraͤnken? Halleluja! Sein Sohn ist da! Wie sollt er uns mit ihm nicht alles schenken? 2. Schlaͤgt dir das Herz fuͤr Angst und Schmerz; empfindest du, wie sehr die Dein 5. Du Sohn des Al⸗- Heil ist hier; wie? sollte dir lerhoͤchsten, wirst auch mir nicht Gott mit ihm auch Rath, Kraft und Held, mein Gnad und Friede schenken? Vater und mein Friedefuͤrst, so, wie das Heil der Welt. 6. Was mir zur Selig⸗ keit gebricht, das, Herr, er⸗ warbst du mir; Versoͤh⸗ mangelhaft, schaͤmt an deine Schwaͤche denken? Er, der dir giebt das, was er liebt, wird dir 3. Ist deine Kraft zu mußt du be⸗ * mit mit ihr Nothdt 6. 2 Meer d ken. D luja! mit ihn Laße sind preisen einges weisen. 2. 6 Jamnu Knecht in des und sel d Licht, ir. Ilwird ; dein eid; in dir er⸗ t! Ge⸗ ch den st, En⸗ Thron! Geist! 2c. u, den Gott ill dich leluja! zie sollt t alles Herz merzz hr die Dein Ite dir auch nken? ft zu u be⸗ wache giebt rd dir mit Weihnachtslieder. mit ihm zur Tugend Kraͤfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um gluͤcklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlauen Raͤnken? Erschrick nur nicht! Gott ist dein Licht; Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir, bald da, bald hier; sorgst du, wer dich noch speisen wird und traͤnken? O fasse Muth! Das hoͤchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Wirf, bloͤder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigkeit versen⸗ ken. Dein Heil ist da. Halle— luja! Wie sollt uns Gott mit ihm nicht alles schenken? 137. Laßt uns, die wir Christen sind, Gott mit Freuden preisen, der uns durch sein einges Kind Gnade will er⸗ weisen. 2. Er koͤmmt in das Jammerthal, wird ein Knecht auf Erden, daß wir in des Himmels Saal groß und selig werden. 107 3. Er wird arm, wir werden reich, reich an ewgen Guͤtern; er wird aller Din⸗ ge gleich uns, uns seinen Bruͤdern. 4. Jesu Christ, nimm un⸗ srer wahr, durch dein'n heil⸗ gen Namen, gieb uns ein gut neues Jahr, neuen Segen! Amen. 138. obt Gott, ihr Christen all⸗ zugleich vor seinem hoͤch⸗ sten Thron, der uns auf⸗ schließt sein Himmelreich, und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er koͤmmt aus seines Vaters Schooß, und wird ein kleines Kind; er liegt dort arm, istelend, bloß, wie arme Kinder sind. 5. Er aͤußert sich all sein'r Gewalt, wird niedrig und gering, und nimmt an sich des Knechts Gestalt, der Schoͤpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mut⸗ ter Brust, nimmt seiner Bruͤder Kost; er, aller Him⸗ mel Lob und Lust; er, aller Menschen Trost! 5. Aus Davids Stamm er kommen sollt', zu der ge⸗ setzten 108 Weihnachtslieder. setzten Zeit, durch welchen Gott errichten wollt' sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit wunderbar, Fleisch uns und Blut nimmt er an, und giebt uns ewge Guͤter dar, uns zu Gott hinan. 7. Er wird ein Kn und ich ein Herr, das ein Wechsel seyn! koͤnnte er doch freundli der theure Jesus, seyn? hebt echt, mag Wie cher, 8. So schloß er wieder uns die Thuͤr zum Paradiese auf. Lob, Ehr und Preis sey Gott dafuͤr! Singt zu Gott hinauf! 139. Eir Kind ist heute gebohrn, uns gebo uns, die wir sonsten w verlohrn. Lobt Gott, Gott, den Herrn! 2. Es lieget in der Kr hie, Krippe hie; sein Koͤ froh uns hen, aͤr'n lobt ippe nig⸗ reich vergehet nie. Lobt Gott, lobt Gott, den Herrn! 3. Die frommen Hi rten auf dem Feld, auf dem Feld, erkannten ihn, das Heil der Welt. Lobt Gott, Gott, den Herrn! lobt 4. Die Morgenländer brachten dar, brachten dar, was ihres Land's Geschenke war. Lobt Gott, lobt Gott, den Herrn! 5. Maria hat durch Got— tes Macht, Gottes Macht, den Heiland in die Welt ge⸗ bracht. Lobt Gott, lobt Gott, den Herrn! 6. Er ward ein wahres Menschenkind, Menschen⸗ kind, doch ohne alle Schuld und Suͤnd. Lobt Gott, lobt Gott, den Herrn! 7. Damit er uns ihm machte gleich, machte gleich, uns wiederbraͤcht' zu Gottes Reich. Lobt Gott, lobt Gott, den Herrn! 8. Für solche gnadenrei— che Zeit, reiche Zeit, sey Gott gelobt in Ewigkeit. Lobt Gott, lobt Gott, den Herrn! 140. Mel. Der du kamst der Voͤlker ꝛe. eiland, den uns Gott ver— hieß, den der Himmel jauchzend pries, als du Sterb“. lichen zum Dienst huldreich auf der Erd erschienst. 2. Wie dein Nam, ist auch dein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren 1* vo Himme lig in Suͤnde Licht u 4.0 ters Kr verscha und ů5 o Herr, 5—— keit! A ruͤhmt That set hat 6 uns k⸗ uͤberne erwor unser 7. dich;! Und di hilf ur Mel. S Lse let Lieb chem! Fest b nländer ten dar, eschenke bt Gott, ich Got— Macht, VBelt ge⸗ t, lobt wahres enschen Schuld Gott/ n1 s ihm e gleich, Gottes t, lobt adenrei⸗ ey Gott t. Lobt Herrn! zoͤlker ꝛe. ott ver⸗ Himmel Sterb⸗. uldreich 1. im, ist su, wir, ndank⸗ voll Weihnachtslieder. voll und erfreut deine große Guͤtigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel haͤlt, du kamst wil— lig in die Welt, uns von Suͤnden zu befrein; unser Licht und Trost zu seyn. 4. Stark in deines Va⸗ ters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Huͤlf entbloͤßt, sind, o Herr, durch dich erloͤst. 5. Preis sey dir in Ewig— keit! Auf, die ihr erloͤset seyd, ruͤhmt den, der mit Lehr und That euch vom Tod erloͤ— set hat! 6. Der du liebreich zu uns kamst, unsre Rettung uͤbernahmst, dein uns theu'r erworbnes Heil sey auf ewig un ser Theil. 7. Unsre Seele trau auf Herzen ehrt, dich; unser Leben preise dich! Und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefaͤllt! 141. Mel. Sey Lob und Ehr dem hoͤchsten ꝛc. Lse uns mit ehrfurchtsvol— lem Dank den Gott der Lieb erhoͤhen, mit feierli— chem Lobgesang des Heilands Fest begehen! Preis sey dem 109 Vater, der ihn gab! Preis sey dem Sohn; Er kam her⸗ ab, und ward das Heil der Menschen. 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schaͤtzt und lieb gewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil, und werd ihm gleich gesinnetl Wer nicht, wie er, gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, ist nicht ein Christ. Der Herr er— kennt die Seinen. 3. In Duͤrftgen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, speisen, traͤnken! Ja, laßt uns frohe Geber seyn, und sein dabei gedenken. Was ihr den Seinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan. Und er, er wills vergelten. 4. Wer ihn mit treuem den wird sein Name troͤsten. Vertrauet ihm, der Flehn erhoͤrt, lob⸗ singt ihm, ihr Erloͤsten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschen— freundlichkeit. Dir, dir sey ewig Ehre! 142. V'• Himmel komm ich her zu euch; erschreckt nicht, 110 Weihnachtslieder. nicht, bebt nicht, freuet euch! arm und Knechten gleich, 8. Sprach Gottes Engel, und nimmst meine Schuld und sich mi erhob des Vaters und des Straf auf dich, gehorsam bis Suͤnd Sohnes Lob. zum Tod fuͤr mich. Got 2. Ein Kind ist euch zur 8. Du achtest nicht der Fleisch Welt gebohrn, zu eurem Fuͤrsten Pracht, nicht ihre und er Heile auserkohrn, giebt sich Hoheit, Ehr und Macht; 4. in Noth und Schmach hin⸗ willst lieber lassen dich ver⸗ wahre ein, um euer Heil und Trost schmaͤhn, als uns von Gott nie m zu seyn. verlassen sehn. Laßt 3 5. Es ist der Herr, der 9. Ach, liebster Heiland, drohn Christ, und Gott; er will Jesu Christ, der du fuͤr mich ist Go euch retten aus der Noth; gebohren bist, vergessen will 5— er, er begluͤckt und segnet ich nimmer dich; von Her⸗ versich euch, und fuͤhrt euch selbst zen lieb ich, Jesu, dich. laͤßt e ins Himmelreich. 10. Ich will mich deiner ein ge 4. Er bringt euch alle ewig freun, mich ewig dei. Trotz, Seligkeit, die Gott der Va⸗ nem Dienste weihn, und wil⸗ den ke ter hat bereit, daß ihr mit lig ehren dein Gebot, gehor⸗ 6. uns im Himmelreich sollt sam dir bis in den Tod. chen leben. Menschen, freuet euch! 143. gleiche 5. Ja, Christen, laßt uns Mel. Vom Himmel komm ich ꝛc. siegt; froͤhlich seyn, uns mit den V' Himmel ward der Streit Hirten seiner freun, und sehn, Engel Schaar des die St wie Gott so hoch uns liebt, Nachts den Hirten offenbar, der seinen eingen Sohn uns und große Freude that ihr giebt! Mund mit laͤutem Jubel Wi 6. Ach, Herr, der du die ihnen kund. Welt erschufst, die Engel fol⸗ 2. Geht eilend hin, ge⸗ Trost gen, wenn du rufst, der Him⸗ bohren ist in Davids Stadt gebohr mel Heere dienen dir; und der Herr, der Christ, des Va- sich def du erniedrigst dich zu mir! ters eingebohrner Sohn, der soll ni— 5. Du bist so maͤchtig, Suͤnder Heil, der Frommen 2.0 bist so reich, und wirst nun Lohn. 5. Seyd gleich, ld und sam bis cht der cht ihre Macht; ich ver⸗ 'n Gott heiland, uͤr mich sen will n Her⸗ ch. deiner dig dei⸗ nd wil⸗ gehor⸗ d * ich ꝛe. d der r des fenbar, hat ihr Jubel 1, ge⸗ Stadt es Va⸗ yn, der mmen Seyd Weihnachtslieder. 8. Seyd froͤhlich, daß er sich mit euch vereinigt, ohne Suͤnd euch gleich; selbst Gott; doch euch durch Fleisch und Blut verwandt, und euer hoͤchstes Gut. 4. Ihr habt mit euch den wahren Gott! Euch schrecke nie mehr Suͤnd und Tod! Laßt Teufel, Welt und Hoͤlle drohn! Ein Mensch, wie ihr, ist Gottes Sohn. 5. Auf ihn setzt eure Zu⸗ versicht, und seyd gewiß, er laͤßt euch nicht! Fiel auch ein ganzes Heer euch an: Trotz, daß euch einer scha— den kann! 6. Ihr seyd nun goͤttli— chen Geschlechts und mit uns gleichen Buͤrgerrechts; ihr siegt; nur stehet fest im Streit; euch bleibt zuletzt die Seligkeit. 144. Wiꝛ Christenleut hab'n itzo Freud, weil uns zu Trost ist Christus Mensch gebohren; hat uns erloͤst, wer sich deß troͤst, und glaͤubet fest, soll nicht werden verlohren. 2. Ein' Wunderfreud! Gott selbst wird heut von 111 Maria ein wahrer Mensch gebohren: Ein' Jungfrau zart sein' Mutter ward, von Gott dem Herren selbst da— zu erkohren. 5. Die Suͤnd macht Leid, Christus bringt Freud, weil er zu uns in diese Welt ist kommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth, wer ist, der uns, als Christen, kann ver⸗ dammen? 4. Drum sag ich Dank mit dem Gesang Christo, dem Herrn, der uns zu gut Mensch worden, daß wir durch ihn nun all los sind der Suͤnden Last und un⸗ traͤglichen Buͤrden. 5. Halleluja, gelobt sey Gott, singen wir all' aus un⸗ sers Herzens Grunde. Denn Gott hat heut gemacht solch Freud, der wir vergessen solln zu keiner Stunde. 145. Mel. Wir Christenleut ꝛe. O Christenheit, sey hoch erfreut! Das Heil der Welt, der Mittler ist geboh⸗ ren! Nimm freudig Theil an seinem Heil; wer an ihn glaubt, wird nimmermehr verlohren.— 2. O 112 2. O große That! Nach Gottes Rath hat sich sein ewger Sohn fuͤr uns ge⸗ geben. Ein Menschenkind, doch ohne Suͤnd, ward er fuͤr uns, und bracht' uns Heil und Leben. 5. Er, er befreit uns von dem Leid, das durch der Suͤn⸗ de Macht auf uns gekom⸗ men. Mit uns ist Gott nun in der Noth! Frohlockt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank. Du wurdest Mensch, damit wir selig wuͤrden; du machst uns groß, und ewig los vom Fluch der Suͤnd und ihren schweren Buͤrden. 5. Gelobt sey Gott! Auf unsre Noth sah er mit Huͤlfe mitleidsvoll hernieder. O Christenheit, preis' ihn er⸗ freut! Des Hoͤchsten Sohn bringt das Verlohrne wieder. 146. Mel. Vom Himmel komm ich ꝛe. Di ist der Tag, den Gott gemacht; sein werdꝰ in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Weihnachtslieder. Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Voͤlker haben dein Wb bis daß die Zeit erfuͤllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 5. Wenn ich dieß Wun⸗ der fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er z betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Suͤnder Gnad erhaͤlt, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Sleisch, und wirst uns Heil. 5. Dein Koͤnig, Zion, koͤmmt zu dir. Ich komm, im Buche steht von mir: Gott, deinen Willen thu ich gern. Gelobt sey, der da koͤmmt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch gebohren wirst, Immanuel und Friedefuͤrst, auf den die Vaͤter hoffend sahn, dich,‚ Gott, Meßias, bet ich an. 7. Du, unser Heil und hoͤchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst ö unser Freund und Bruder hier, ind auf haben die Zeit sandte ron das seinen Wun⸗ ht mein still; er ßt, daß h ist. uͤnder rigst du nimmst üschheit Ileisch, ö Zion, komm, umir: thu ich der da Mensch manuel den die dich, an. eil und est dich „ wirst Bruder hier, Weihnachtslieder. hier, und Gottes Kinder wer⸗ den wir. 8. Gedanke voller Maje⸗ staͤt! Du bist es, der das Herz erhoͤht. Gedanke vol— ler Seligkeit! Du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Suͤnde fiel die Welt. Ein Mitt⸗ ler ists, der sie erhaͤlt. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schuͤtzt, der in des Va⸗ ters Schooße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Je— sum Christ im Himmel und auf Erden ist! 147. Mel. Nun lobe, meine Seele ꝛc. om Grab, an dem wir wallen, soll, Jesu Christ, mein Lobgesang em— por zum Himmel schallen! Dir opfre jede Seele Dank! Und jeder der Gebohrnen er— 113 freu' sich, Mensch zu seyn! Und jeder der Verlohrnen ruͤhm' es, erloͤst zu seyn! Uns ist das Kind gegeben, geboh⸗ ren uns der Sohn! Mit ihm erscheint das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns nie⸗ derfallen vor unserm Mittler, Jesus Christ, und danken, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er, gleich der Morgensonne, mit ihrem ersten Strahl, verbreitet Licht und Wonne und Leben uͤberall! Durch ihn koͤmmt Heil und Gnade auf unsre Welt herab. Er segnet un⸗ sre Pfade durchs Leben bis zum Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitge— nossen der Suͤnde und der Sterblichkeit! Nicht laͤnger ist verschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu un—⸗ srer Erd hernieder kam Got— tes ew'ger Sohn. Nun hebt er seine Bruͤder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Suͤnder, und der Verlohrnen Hort. Nun sind sie Gottes Kinder, und Gottes Erben dort. 4. O du, dem itzt die Menge 114 Menge der Engel und Ver⸗ klaͤrten singt, vernimm die Lobgesaͤnge, die dir dein Volk im Staube bringt. Auch du warst einst auf Erden, was deine Bruͤder sind, ein Dul⸗ der der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das wer⸗ den einst deine Bruͤder seyn, wenn sie, entruͤckt der Er⸗ den, sich deines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbuͤrger dort erhoͤht; nah sind wir dann dem Throne, und schauen deine Majestaͤt. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir; weit uͤber Sonn' und Sterne erhaben, jaͤuchzen wir. Und dann durch jede Sphaͤre schallt unser Lobge— sang: dem Ewigen sey Ehre, dem Welterloͤser Dank! 148. Mel. Ermuntre dich, mein ꝛc. G'cbet seyst du, Jesu Christ, von aller Men⸗ schen Zungen, von jedem, der noch sterblich ist, noch nicht den Lohn errungen, gelobet Weihnachtslieder. seyst du von der Schaar, die einst, wie wir, auch sterb⸗ lich war, und nun, der Last entbunden, auf ewig uͤber⸗ wunden!— 2. In dieser hoͤhern Bruͤ⸗ der Dank soll unser Loblied schallen. Auch schwacher Menschen Lobgesang laͤss'st du dir wohlgefallen. Noch schauen wir, ach! nur von fern, die hohe Seligkeit des Herrn, wozu nach diesem Leben du dort uns wirst er⸗ heben. 3. Doch bald, bald sind wir auch, wie sie, zum Le⸗ ben durchgedrungen! Balds ist, nach kurzer Tage Muͤh, das Kleinod uns errungen! Dann singen wir dir, Jesu Christ, daß du ein Mensch gebohren bist, in deiner En— gel Choͤre Anbetung, Preis und Ehre. 4. Hier soll, so lang noch Sterblichkeit und Suͤnden uns beschweren, durch unsre ganze Pilgerzeit dich unser, Dank verehren. Doch mehr preis' unser Leben dich, und unser Geist bestrebe sich, dir, der zum Heil erschienen, in Heiligkeit zu dienen. 5. Du + aar, die ch sterb⸗ der Last ig uͤber · * rn Bruͤ⸗ Loblied hwacher 9 lässest Noch nur von keit des diesem wirst er · ald sind zum Le⸗ Balds e Muͤh, rungen! r,‚, Jesu Mensch ner En⸗ „Preis ng noch Suͤnden h unsre h unser⸗ ch mehr h, und ch, dir, nen, in 5. Du — Weihnachtslieder. 5. Du kamst von deiner Allmacht Thron auf unsre Erd hernieder, wardst arm und schwach, ein Menschen— sohn zur Rettung deiner Bruͤder. Wer wollte dir nicht ganz sich weihn! Ja, Welterloͤser, wir sind dein; und jeder der Erloͤsten soll deiner sich getroͤsten. 6. Was waͤren wir, Herr, waͤrst du nicht fuͤr uns ein Mensch gebohren? Ach, ohne Trost und Zuversicht, durch unsre Schuld verloh— ren! Doch nun, da du, o Jesu Christ, in unserm Fleisch erschienen bist, ist diese Welt der Suͤnder die Welt der Gotteskinder. 7. Schon hier, erhabner Gottessohn, sind wir durch Hoffnung selig. Die Freuden, die uns dort am Thron erwarten, sind un— zaͤhlig. Dir, der sie gna— denvoll erwarb, der fuͤr uns Mensch ward, fuͤr uns starb, sey, mit der Engel Heere, An⸗ betung, Preis und Ehre. 0 115 Fall an schon zum Heiland uns verheißen ward, wird nun im Fleisch uns offen⸗ bart; er wird ein Mensch. 2. Welch Wunder seiner Huld und Macht! So hat Gott an uns gedacht! Er, der Verlohrnen Heil und Freund, der Eingebohrne selbst erscheint, und wirdein Mensch. 5.: Er sah das Elend sei⸗ ner Welt, die der Suͤnde Graͤul entstellt. Wer kann sie retten? Moͤglich ists selbst Engeln nicht! Doch er beschließts; er wird ein Mensch. 4. Die Welt, getaͤuscht durch Trug und Wahn, be⸗ tet ihren Gott nicht an. Sie ist ein Goͤtzentempel. Wer macht sie zum Tempel Gottes? Er! Er wird ein Mensch. 5. Unwissenheit und Blindheit faͤllt auch auf Ju⸗ da's hellre Welt. Ach! wer wird Zion nun befreyn? Der Sohn! Der will sein Retter seyn, und wird ein Mel. Gelobet seyst du, Jesu Christ ꝛe. Mensch. Leblnge, lobsinget! Gottes 6. Das Laster herrscht, Sohn, welcher von dem die Tugend fleucht, alle H 2 Froͤm⸗ 116 Froͤmmigkeit entweicht! Da koͤmmt und wehrt noch ihrer Flucht der Herr, der nun sein Volk besucht. Der wird ein Mensch. 7. Den Suͤndern drohet das Gebot Rache hier und nach dem Tod; sie koͤnnen nicht dem Herrn entfliehn. Doch ihr Verderben jam⸗ mert ihn: Er wird ein Mensch. 8. Gott kann vergeben; aber wer ist auch heiliger, als er? Er will mit uns versoͤhnet seyn. Wer kann versoͤhnen? Gott allein! Sein Sohn wird Mensch. 9. Seht, leiden koͤnnen von Natur wir nur; ster⸗ ben wir auch nur. Um nun zu fuͤhlen unsre Noth, um selbst zu leiden unsern Tod, wird er ein Mensch. 10. Ach, Menschen, Men⸗ schen, betet an! Betet Je⸗ sum Christum an! Ihn, wel⸗ cher eurer nie vergißt, weil er auch Mensch geworden ist, ein Mensch, wie wir! 11. Und werdet heilig nun durch ihn, wie der Sohn, der nur erschien, daß wir auch, weil er sich uns schenkt, Weihnachtslieder. uns ihm ergaͤben; und be⸗ denkt: er ward ein Mensch! 150. Mel. Wir Christenleut ꝛe. O Jesu Christ, wie froͤh— lich ist mein Geist, der sich bei deiner Krippe wei— det! Hie ist der Ort, hie liegt das Wort mit unserm Fleisch persoͤnlich angekleidet. 2. Dem Meer und Wind gehorsam sind, giebt sich zum Dienst, und wird ein Knecht der Suͤnder. Du, Gottes Sohn, traͤgst Spott und Hohn, schwach, wie alle Menschen⸗ kinder. 5. Du, hoͤchstes Gut, hebst unser Blut auf deinen Thron, hoch uͤber alle Hoͤhen. Du, maͤcht'ger Held, koͤmmst in die Welt, wirst eins mit uns, die wie ein Dampfvergehen. 4. Was kann uns nun zuwider thun der Seelen⸗ feind mit allem Gift und Gallen? Was wirft er mir⸗ und andern fuͤr, daß Adam ist, und wir mit ihm, ge⸗ fallen? 5. Weich', arger Feind! Dort ist mein Freund, mein Fleisch * wirst arm und — Fleis dem du ge aus ßer C 6. wird Himer Scha denqr Teufe Reich 7⁵ wer 1 Mutl betruͤ dich i Enge mehr, ligkeit 9. gen d Erd, ken. frage Angst 10. geht e Weh, d Wind sich zum Knecht Gottes ött und m und enschen⸗ ut, hebst Thron, 1. Du, nmst in nit uns, rgehen. is nun Seelen⸗ ift und er mir ⸗ Adam m, ge⸗ Feind! „mein Fleisch Weihnachtslieder. Fleisch und Blut, hoch in dem Himmel droben. Was du gefaͤllt, das hat der Held aus Jacobs Stamm zu gro— ßer Ehr erhoben. 6. Sein Licht und Heil wird mir zu Theil; der Himmelsschatz bringt allen Schaͤden wieder; der Freu— denquell, Immanuel, schlaͤgt Teufel, Hoͤll und all ihr Reich darnieder. 7. Drum, frommer Christ, wer du auch bist, sey gutes Muths, und laß dich nicht betruͤben. Weil Gottes Kind dich ihm verbindt; so kanns nicht anders seyn, Gott muß dich lieben. 8. Gedenke doch, wie herrlich hoch er uͤber allen Jammer dich gefuͤhret! Der Engel Heer ist selbst nicht mehr, als eben du, mit Se⸗ ligkeit gezieret. 9. Du siehest ja vor Au— gen da dein Fleisch und Blut Erd, Luft und Wolken len⸗ ken. Was will doch sich, ich frage dich, erheben, dich in Angst und Noth zu senken? 10. Dein bloͤder Sinn geht oft dahin, ruft Ach und Weh, laͤßt allen Trost ver⸗ 117 schwinden; komm her, und richt' dein Angesicht zu Jesu hin, da, da wirst du es finden. 11. Wirst du geplagt; sey unverzagt! Dein Bruder wird dein Ungluͤck nicht ver⸗ schmaͤhen. Sein Herz ist weich und gnadenreich, kann unser Leid nicht ohne Mit⸗ leid sehen. 12. Tritt zu ihm zu, such Huͤlf und Ruh; er wird's so machen, daß du ihm wirst danken. Er kennt dein Herz, weiß deinen Schmerz, ver⸗ steht wohl, wie zu Muthe sey den Kranken. 15. Denn eben ihn gab Gott dahin, des Kreuzes Schmach am Leibe selbst zu tragen, daß seine Pein ihm moͤchte seyn ein' unverruckt' Erinnrung unsrer Plagen. 14. Mit einem Wort, er ist die Pfort zu dieses und des andern Lebens Freu⸗ den; er macht behend ein seligs End an alle dem, was fromme Herzen leiden. 15. Laß aller Welt ihr Gut und Geld, und siehe nur, daß dieser Schatz dir⸗ bleibe 118 bleibe. Neujahrslieder. Wer den hier fest und kroͤnt er dort an Seel haͤlt und nicht laͤßt, den ehrt und Leibe. VIII. 151. Mel. Nun sich der Tag geendet hat ꝛc. SScon wieder ist von un⸗ srer Zeit ein Lebensjaͤhr dahin! So eilend fliehn zur Ewigkeit der Menschen Tage hin! 2. Ach! unaufhaltsam fliehen sie, und ich bemerk es kaum. Des ganzen Lebens Trost und Muͤh ist nur ein kurzer Traum. 3. Und doch ist dieser Traum ein Theil von mei⸗ ner Uebungszeit, fruchtbar an Elend und an Heil fuͤr Welt und Ewigkeit. 4. Wohl mir, wenn jeder Augenblick zum Segen mir verschwand, wenn ich Ge⸗ wissensruh und Gluͤck durch gute Thaten fand! 5. Dann koͤnnt' ich ohne Schaam und Quaal itzt vor dem Richter stehn, und hei⸗ ter die durchlebte Zahl der Stunden uͤbersehn. Neujahrslieder. 6. Sey gnaͤdig uns! Denn, wer vermag, Herr, zu bestehn vor dir? Ach! pruͤftest du nur einen Tagz wo, Richter, waͤren wir? 7. Laͤngst waͤren wir vor dir nicht mehr, der Erde laͤngst entruͤckt. Nie haͤt— ten wir die Wiederkehr des neuen Jahrs erblickt. 8. Doch Dank sey deiner Vaterhuld! Noch sind und leben wir. O Gott voll Langmuth und Geduld, wir leben! Dank sey dir! 9. Wir leben; doch itzt naͤher schon dem Ziel der kurzen Bahn; und naͤher taͤglich ruͤckt der Lohn der Ewigkeit heran! 10. Herr, lehr uns un⸗ ser bestes Theil, des Lebens Zweck, verstehn; zeig uns den sichern Weg zum Heil, und staͤrk uns, ihn zu gehn! 11. Dann werden wir uns immerdar, Gott, deiner Guͤte freun, und jedem wird V dieß dieß n gedeil n Seel g uns! „Herr, ?Ach! n Tagz wir? wir vor Erde ie haͤt⸗ ehr des )deiner nd und tt voll ld, wir och itzt iel der naͤher 'hhn der ins un⸗ Lebens ig uns n Heil, mgehn! en wir deiner m wird dieß V Neujahrslieder. dieß neue Jahr zur Ewigkeit gedeihn. 152. Mel. Vom Himmel komm' ich ꝛc. Den alte Jahr ist nun ent⸗ flohn; wir leben in dem neuen schon. Dank's dem, o Volk, der gnaͤdig ist, daß du noch hier versammelt bist. 2. Wie mancher, der im alten Jahr noch frisch und froͤhlich um uns war, sank, ehe wir's vermeinten, hin, des Grabes Erde decket ihn! 5. O Schauplatz der Vergaͤnglichkeit! O pfeil— geschwinde Flucht der Zeit! Doch flieht die Zeit; so troͤst ich mich: mein Gram, mein Elend endigt sich. 4. Auch komm ich durch die Flucht der Zeit dir naͤ— her, Himmelsseligkeit! Gott Lob! Der Menschen Ungemach folgt mir nicht in den Himmel nach. 5. Im Staube beug ich mich vor dir, du hast dieß 119 Freundesblick auf mein und meines Naͤchsten Gluͤck; du haͤlfst bisher in aller Noth, und gabst uns unser taͤglich Brodt. 7. Behuͤt uns auch im neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr; uns treffe keiner Seuche Wuth, kein fressend Feuer, keine Fluth! 3. Entferne jeden Un⸗ gluͤcksfall, gieb Heil und Wohlfahrt uͤberall! Und bricht ein Kreuz von dir her⸗ ein; so laß es uns recht nuͤtz⸗ lich seyn. 9. Ja, segn' uns, Herr, in dieser Zeit, und fuͤhr' uns dann zur Herrlichkeit; da sagen wir dir ewig Dank, da preist dich unser Lob⸗ gesang. 153. Mel. Vom Himmel komm' ich ꝛc. D. Jahr, das nun ver⸗ gangen ist, das danken wir dir, Jesu Christ; du Jahr, o Hoͤchster, mir mit hast uns schon so manches liebesvoller Vaterhand Jahr bewahrt vor Elend mehr, als ich werth bin, zu⸗ und Gefahr. gewandt. 2. Wir, Gottes einge⸗ 6. Sieh ferner, Herr, mit bohrner Sohn, wir nahn uns 6 + 0 * * * G I NI“ ö „ V * 120 Neujahrslieder. uns bittend deinem Thron: erbarmend segn' uns allezeit, und deine ganze Christenheit. 5. Erhalt uns, unser Heil und Hort, zum Unterricht und Trost dein Wort; erhalt uns, deinem Dienste treu, von Sund und Aberglauben frei. 4. Hilf uns den Lastern widerstehn, und deine Wege freudig gehn; bestrafe, Herr, durch dein Gericht des alten Jahres Suͤnden nicht. 5. Gieb uns zu unsrer Pilgrimschaft, was wir be— duͤrfen, Licht und Kraft, und laß dieß Jahr, das wir dir weihn, ein gnadenreiches Jahr uns seyn. 6. Laß fromm uns leben, selig einst uns sterben, und, wenn du erscheinst, vom Tod uns froͤhlich auferstehn, und dein verherrlicht Antlitz sehn. 7. Dann danken, dann frohlocken wir mit allen En⸗ geln ewig dir! Erhoͤr uns, Jesu, laß uns dein im Le⸗ ben und im Tode seyn! 154. Mel. Vom Himmel komm' ich ꝛc. D alte Jahr vergangen ist. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so viel Gefahr so gnaͤ⸗ dig hast behuͤt't dieß Jahr. 2. Wir bitten dich, den ew'gen Sohn des Vaters in dem hoͤchsten Thron, du wollest deine Christenheit be⸗ wahren ferner allezeit. 5. Entzieh uns nicht dein heilsam Wort, welch's ist der Seelen Trost und Hort; vor falscher Lehr', Abgoͤtte— rei, behuͤt uns, Herr, und steh uns bei! 4. Hilf, daß wir fliehn der Suͤnden Bahn, recht fromm zu werden fangen an; der Suͤnd des alten Jahrs nicht denk, ein gna— denreich neu Jahr uns schenk! 5. Christlich zu leben, seliglich zu sterben, Herr, verleih. Durch dich laß uns dereinst froh auferstehn, mit dir zur Seligkeit ein⸗ gehn! 6. Dann danken, dann frohlocken wir mit allen Engeln ewig dir! O Jesu, unsern Glauben mehr', zu deines Namens Lob und Ehr! 155. Mel. Her ö x insget ander dankb zu der thut e uns w ist da. 2. tracht Gnad daß du so gnaͤ⸗ Jahr. „ den Vaters yn, du heit be⸗ ht dein chis ist Hort; ogoͤtte— „ und fliehn recht fangen alten gna⸗ r uns eben, Herr, h laß estehn, t ein⸗ dann allen Jesu, rꝰ‚„ zu und 155. Neujahrslieder. 155. Mel. Aus meines Herzens Gr. ꝛc. Hen mir Gott's Guͤte preisen, ihr Christen insgemein, mit G'sang und andern Weisen, ihm allzeit dankbar seyn, vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr thut enden, die Sonn sich zu uns wenden; das neue Jahr ist da. 2. Laßt ernstlich uns be⸗ trachten des Ew'gen reiche Gnad', und so gering nicht achten sein' unzaͤhlich Wohl— that; uns fuͤhren zu Gemuͤth, wie er dieß Jahr gegeben die Nothdurft diesem Leben, und uns vor Leid behuͤt't. 3. Lehramt, Schul, Kirch erhalten in gutem Fried und Ruh, Nahrung fuͤr Jung und Alten bescheret auch da— zu; er hat mit milder Hand sein' Guͤter ausgespendet, Verwuͤstung abgewendet von dieser Stadt und Land. 4. Er hat unsrer verscho— net, nach vaͤterlicher Gnad'. Ach! haͤtt er uns gelohnet nach unsrer Missethat mit gleicher Straf und Pein; wir waͤren laͤngst gestorben, 121 in mancher Noth verdorben, wir, die wir Suͤnder seyn. 5. Nach Vaters Art und Treuen er uns so gnaͤdig ist. Wenn wir die Suͤnd be⸗ reuen, glauben an Jesum Christ, ohn alle Heuchelei; will er die Suͤnd vergeben, lindern die Straf darneben, stehn uns in Noͤthen bei. 6. All' solch' dein' Guͤt wir preisen, Vater im Himmelsthron, die du uns thust beweisen durch Chri— stum, deinen Sohn, und bit⸗ ten ferner dich, gieb Heil zum neuen Jahre, vor allem Leid bewahre, und naͤhr' uns mildiglich. 156. Mel. Aus meines Herzens Gr. ꝛc. elft Gottes Guͤt uns prei⸗ sen! Denn Gott ermuͤ⸗ det nicht, die Treue zu be— weisen, die uns sein Wort verspricht. Schon endet sich ein Jahr von unserm Leben wieder, und Gott ist, o ihr Bruͤder, noch immer, was er war! 2. Noch immer reich an Guͤte, laͤngmuͤthig, voll Ge— duld! duld! Mit dankbarem Ge⸗ muͤthe betrachtet seine Huld. Er war's, der unser Land, der unser Leben schuͤtzte; er gab uns, was uns nuͤtzte, mit im⸗ mer milder Hand. 3. Er hat die Kirch er— halten, und fuͤr den Unter⸗ richt der Jugend und der Alten der Offenbarung Licht. Der uns ernaͤhret hat, ward nie des Wohlthuns muͤde, und Ueberfluß und Friede be— gluͤckten Land und Stadt. 4. Er, der als Gott be— lohnte, was gut ist, trug voll Huld die Irrenden, und schonte die Suͤnder mit Ge— duld. Uns traf noch kein Ge— richt. Wir waͤren laͤngst ge— storben, in mancher Noth ver— dorben; erhielte er uns nicht. 5. Mit vaͤterlicher Treue nimmt er sich unsrer an, wenn wir mit wahrer Reue uns Jesu glaͤubig nahn. Er will, was wir bereun, umsonst und gern vergeben, und auch zum bessern Leben uns Hulf und Kraft verleihn. 6. Sey, Vater, sey ge⸗ priesen! Du hast so lange schon als Vater dich be— wiesen, durch Christum dei⸗ Neujahrslieder. nen Sohn. Wir bitten glaͤubig dich: gieb Heil zum neuen Jahre! Gott, hilf uns; Gott, bewahre; Gott, segn⸗ uns vaͤterlich! 157. Mel. Christen, singt aus Herzensgr. ꝛc. Nnn ist eins dahin von der Zeiten Anbeginn! Abermahl ist dieses Jahr, wie wir selber, wandelbar. So vergehn die Jahre bald! Un⸗ vermerkt der Mensch wird alt, und des Todes Ruf erschallt! 2. Gott sey Lob, daß aber— mahl eins dahin ist von der Zahl unsrer Jahre, die wir sehn schneller, als den Rauch, vergehn, da von unsrer Pil— grimschaft wieder eins ist hin⸗ gerafft, durch so schneller Zeiten Kraft. 5. Herr, wie groß ist deine Guͤt! Ach, wie fromm ist dein Gemuͤth! Hast du doch zu Tag und Nacht dieses Jahr an uns gedacht; da wir, doch nur Staub und Koth, nichts verdienet, als den Tod, ja, sogar der Hoͤlle Noth. 4. Herr, dein Nachtmahl, Tauf und Wort hast du noch an unserm Ort rein erhal⸗ ten, ten, 1 ten Fr mildig unser reichli und l. Mel. Tau bitten il zum f uns; segn⸗ nsgr. ꝛc. dahin eginn! or, wie „So d! Un⸗ ird alt, challt! ßaber⸗ on der ie wir Rauch, er Pil⸗ ist hin⸗ eller oth. tmahl, u noch erhal— ten, Neujahrslieder. ten, und dazu den gewuͤnsch⸗ ten Fried und Ruh uns so mildiglich beschert; ja, was unser Herz begehrt, hast du reichlich uns gewaͤhrt. 5. Billig sagen wir dir Dank fuͤr die Kleidung, Speis' und Trank, für Ge⸗ sundheit, Ehr und Gut. Lob, sey dir, daß weder Glut, noch das Wasser, noch der Wind, uns, die wir so straͤf⸗ lich sind, hat verderbt so gar geschwind! 6. Zwar du hast uns las⸗ sen sehn, was den Suͤndern muß geschehn; aber deine Guͤt und Treu wird doch alle Morgen neu. Ach! regier' uns Herz und Sinn, daß wir itzt, zum Anbeginn, le— gen alle Bosheit hin. 7. Gute Nacht, vergang— nes Jahr, sammt der Truͤbsal und Gefahr! Gute Nacht, du Sündenkleid! Decke mich, o Froͤmmigkeit! Hol— der Jesu, fuͤhre mich in dem neuen gnaͤdiglich, daß ich lieb und lobe dich. 158. Mel. Gott der Vater wohn' ꝛc. Dausend Jahre sind vor Ddir, wie einer unsrer 125 Tage; und zum Tode reif sind wir am ersten unsrer Tage. Du nur bleibest, wie du bist. Du heißest uns entstehen, und deine Werke sehen; du rufst, und wir ver⸗ gehen! Aller Zeiten Dauer ist ein Punkt in deinem Le⸗ ben; und Ewigkeiten geben kein Maaß von deinemLeben. Ewig waͤrst du, du allein; und wirst von nun an ewig seyn. 2. Mit dir unveraͤnderlich ist deine Guͤt und Staͤrke. Du erbarmst dich vaͤterlich der Menschen, deiner Werke. Du bist unsre Zuversicht! du saͤttigst uns mit Segen auf unsers Lebens Wegen, daß wir dich lieben moͤgen. Herr, wir sehn dein Ange— sicht, auch sterbend noch, voll Gnade. Selbst auf des Todes Pfade folgt uns noch deine Gnade. Sicher ruhn wir unsre Zeit; dann weckst du uns zur Ewigkeit. 5. Auch das Jahr, du Ewiger, das wir vollendet haben, wie erfuͤllt kam es daher mit deiner Guͤte Ga⸗ ben! Wie gesegnet war sein Lauf! Wir sahn, wie deine Treue 124 Treue sich, wohlzuthun, er⸗ freue; sich jeden Tag erneue! Un ser Dank stieg zu dir auf. Wir durften in den Noͤthen des Lebens vor dich treten, und kindlich zu dir beten. Und du hast mit treuer Hand, was uns nicht gut war, abgewandt. 4. Freudig, Gott, begin⸗ nen wir dieß neue Jahr des Lebens. Niemals noch ver— trauten dir wir, Sterbliche, vergebens. Auch vergebens dießmal nicht! Wir werden es erfahren. Du wirst uns, Gott, bewahren vor Unfall und Gefahren. Gott, du wirst dein Angesicht mild uͤber uns erheben. Was noͤthig ist zum Leben, wirst du uns alles geben. Dankbar lehr' es uns empfahn, und unserm Ziel getrost uns nahn! 5. Die schon an dem Ziele stehn der Pilgerschaft auf Erden, lehre freudig zu dir gehn, wenn sie gerufen werden! Fuͤhre selbst sie durch den Tod! Versoͤhnt in deinem Sohne, gieb ihnen, vor dem Throne, des bessern Lebens Krone! Ewig gnadenreicher Gott, Neujahrslieder. du wollst uns alle leiten, durch diese Nacht der Zeiten, ins Licht der Ewigkeiten! Herr der Ewigkeiten, dir, dir le— ben und dir sterben wir! 159. Mel. Sey Lob und Ehr dem hoͤchsten ꝛe. W'r rief die Sonn' und schuf den Mond, um Tag und Jahr zu geben? Gott, welcher unsrer noch verschont, uns noch erhaͤlt im Leben! Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns seine Guͤt und Macht voll frohen Danks erheben! 2. Herr, der da ist und der da war, von dankerfuͤll— ten Zungen sey dir, fuͤr das verfloßne Jahr, ein heiligs Lied gesungen; fuͤr Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, fuͤr Fried und Ruh, fuͤr jede That, die uns durch dich gelungen! 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet seyn, das du uns neu gegeben! Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schuͤtzest uns, und du ver⸗ mehrst der Menschen Gluͤck, wenn wenn Reiche 4. dir ge und F det mi so dul Nur st Herz, in Ne Gluͤck 5. terlich der! nen d ten G jeder dich, Rath nieder 6. Geree Stuh gend unser Treu dieß, verlei Sohr Mel. IJ Di „durch n, ins Herr dir le⸗ ir! chsten ꝛe. nꝰ und d, um zeben? r noch erhaͤlt Jahre, laßt Macht eben! st und erfuͤll⸗ uͤr das heiligs Leben, und Ruh, durch Jahr u uns h uns in, in Du u ver⸗ Gluͤck, wenn * Neujahrslieder. wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. A. Gieb mir, wofern es dir gefaͤllt, des Lebens Ruh und Freuden! Doch, scha— det mir das Gluͤck der Welt; so duld ich Kreuz und Leiden. Nur staͤrke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5.P Hilf deinem Volke vaͤ⸗ terlich in diesem Jahre wie⸗ der! Erbarme der Verlaß— nen dich, und der bedraͤng— ten Glieder! Gieb Gluͤck zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fuͤrsten nieder! 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tu⸗ gend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sey; dieß, lieber Vater, dieß verleih in Christo, deinem Sohne! 160. Mel. Ich dank dir, Menschenhuͤter ꝛe. Dne Freuden und durch Plagen, durch Truͤbsal 125 und durch Gluͤck, durch Hoff⸗ nung und durch Klagen, durch Sturm und Sonnen⸗ blick bin ich hindurch ge— drungen, dieß Jahr ist hin— gelegt; dir, Gott, sey Lob gesungen, mein Herz ist froh bewegt! 2. Der du mich hast er⸗ bauet, durch dich besteht mein Heil; dir ist mein Gluͤck ver⸗ trauet, du bist und bleibst mein Theil; du hast mich wohl erhalten, mein bester Trost bist du, dich laß ich ferner walten, koͤmmt Noth und Angst herzu. 5. Mein Gott, du ew'ge Liebe, was du willst, will auch ich; gieb, daß ich nichts ver⸗ uͤbe, was irgend wider dich. Dir ist mein Sinn ergeben. Du wollst mir Kraft ver— leihn, Herr, durch mein gan⸗ zes Leben dein Eigenthum zu seyn. 4. Nach dir soll ich mich schicken; und, Herr, ich will's auch thun. Soll mich die Armuth druͤcken? Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? Wie du willst, schick's mit mir. Soll ich 120 ich Verachtung tragen? Ja, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen sitzen? Mein Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Aengsten schwi— tzen? Mein Heiland, wie du willt. Soll ich auch Krank— heit leiden? Ich will gehor— sam seyn. Soll ich von dan⸗ nen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 6. Soll ich zum Himmel dringen? Gar gern, o Gott, nein Licht. Soll mich die Hoͤll verschlingen? Ach! die— ses willst du nicht. Ich hat— te zwar verdienet mit Recht den ew'gen Tod; bin aber nun versuͤhnet durch deines Sohnes Tod. 7. Heut ist das Jahr be— schlossen; Herr, deine Huld sey heut auf mich neu ausge— gossen; mein Herz werd auch verneut. Laß ich die alten Suͤnden; so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden. Dein Wort ver⸗ spricht es mir. 161. Mel. Wie herrlich strahlt ꝛe. O wie vermag ich immer⸗ mehr dich gnug zu prei⸗ Neujahrslieder. sen, Gott, mein Herr, fuͤr deine große Guͤte, die du mir in dem ganzen Jahr, das nun zuruͤckgeleget war, er⸗ wiesen! Mein Gemuͤthe muß sich froͤhlich dir zu Eh— ren lassen hoͤren, und mit V Singen dir sein schuldigs Opfer bringen. 2. Wer bin ich doch, was ist mein Haus? Du halfst uns stets so gnaͤdig aus, wenn wir in Noͤthen waren. Gott, schadete uns je etwas? Viel— mehr hast du ohn Unterlaß uns lassen froh erfahren, wie sich reichlich deine Treue stets verneue, wenn man bau⸗ et auf dich, Herr, und dir ver⸗ trauet. 3. Wie groß auch sonst war, guͤt'ger Gott, so man⸗ ches Christen Angst und Noth in unserm Vaterlan— de; so hat doch deine starke Hand von uns das Uebel abgewandt, und im ver⸗ gnuͤgten Stande deine Gna⸗ de uns erhalten. Drum die Alten samt den Jungen ehren dich mit Herz und Zungen. 4. Und o! daß wir doch, Vater, dir Dank sagen koͤnnten nach Gebuͤhr fuͤr deinen — deine deine deine unser wer u ben di Laller gefall 5. und( keiner len Z nach zem H Loben wir, zu di oben loben Mel. W Hei Jahr Kraft gehn mich darne Neue ben u den g 2. der C er, fuͤr du mir „ das ar, er⸗ nuthe zu Eh⸗ nd mit V guldigs h, was halfst „wenn Gott, Viel⸗ nterlaß ihren, e Treue an bau⸗ dir ver⸗ sonst o man⸗ st und terlan⸗ starke Uebel nver⸗ e Gna⸗ um die nehren ugen. r doch, sagen hr fuͤr deinen — Neujahrslieder. deinen reichen Segen, fuͤr deine milde Guͤtigkeit, fuͤr deine Gaben aller Zeit auf unsern Lebenswegen! Doch wer mag, Herr, sattsam lo— ben dich dort oben? Laß dieß Lallen, als ein Opfer, dir gefallen. 5. Sey ferner unser Herr und Gott, verlaß uns ja in keiner Noth, hilf uns zu al— len Zeiten! So bleiben wir nach Moͤglichkeit von gan— zem Herzen stets bereit, dein Lob weit auszubreiten; bis wir, von hier aufgenommen, zu dir kommen, und dort oben ewiglich dich werden loben. 162. Mel. Werde munter, mein Gemuͤthe ꝛc. H1 Herr Jesu, laß ge⸗ lingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kraft mir bringen, stets zu gehn auf rechter Bahn. Laß mich dir befohlen seyn, und darneben all das Mein! Neues Gluͤck und neues Le— ben wollst du mir aus Gna— den geben. 2. Laß dieß seyn ein Jahr der Gnade, tilge alle meine 127 Suͤnd; hilf, daß sie mir nimmer schade, sondern ich Verzeihung find'. Herr, durch deine Gnad verleih, daß ich herzlich sie bereu. Niemand sonst, als du, mein Leben, kann die Suͤnde mir vergeben. 3. Troͤste mich mit dei⸗ ner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, wenn ich mich hier oft betrübe, und voll Angst und Zagen bin. Wenn ich schlafe oder wach; sieh du, Herr, auf meine Sach; staͤrke mich in meinen Noͤthen, daß mich Suͤnd und Tod nicht toͤdten. 4. Herr, du wollest Gna⸗ de geben, daß dieß Jahr mir heilig sey, und ich christlich moͤge leben, ohne Falsch und Heuchelei; ich auch meinen Naͤchsten lieb und denselben nicht betruͤb, damit ich all⸗ hier auf Erden moͤge taͤglich besser werden. 5. Jesu, laß mich froͤhlich enden dieses angefangne Jahr; trag mich stets auf deinen Haͤnden, sey mein Helfer in Gefahr. Steh mir bei in aller Noth; auch verlaß mich nicht im Tod; freudig 128 freudig will ich dich umfas⸗ sen, wenn ich soll die Welt verlassen. 163. Mel. Wach auf, mein Herz, und ꝛc. NI laßt uns geh'n und treten mit Danken und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben! 2. Wir geh'n dahin und wandern von einem Jahr' zum andern; wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen. 5. Durch so viel' Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die oft die Welt bedecken. 4. Denn, wie von treuen Muͤttern in schweren Unge— wittern die Kinder hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden; 5. Also auch, und nicht minder, laͤßt Gott ihm seine Kinder, wenn Truͤbsalswet— ter blitzen, in seinem Schoo— ße sitzen. 6. Ach! Huͤter unsers Le⸗ bens, fuͤrwahr! es ist ver⸗ gebens mit unserm Thun Neujahrslieder. und Machen, wo nicht dein' Augen wachen. 7. Gelobt sey deine Treue, die alle Morgen neue! Lob deinen starken Haͤnden, die allen Jammer wenden! 8. Bleib ferner, wie wir bitten, o Vater, bleib auch mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden! 9. Gieb mir und allen denen, die sich nach Huͤlfe sehnen, in unsern bangen Schmerzen gelaßne, frohe Herzen! 10. Verschließ des Jam— mers Pforten, und laß an allen Orten, wo Menschen Blut vergießen, des Frie— dens Stroͤme fließen! 11. Gieb deinen milden Segen zu allen unsern We— gen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen! 12. Sey der Verlaßnen Vater; der Irrenden Bera— ther; der Unversorgten Ga⸗ be; der Armen Guth und Haabe! 15. Hilf gnaͤdig allen Kranken; gieb froͤhliche Ge— danken den kummervollen Seelen, Seele muth 14. das m nem Tuger Himm 15. geben Leben bewal Jahre Mel. De ewig und N zum schenk 2. betrae der v denk Huld; Suͤnd 5. ter, Pflich Won gen l Gott 4. cht dein te Treue, ue! Lob en, die en! wie wir eib auch reuz und n unsrer d allen h Huͤlfe bangen 0 frohe 's Jam⸗ laß an tenschen es Frie⸗ n! milden 'rn We⸗ nd auch sensonne rlaßnen n Bera⸗ ten Ga⸗ ith und g allen iche Ge⸗ ervollen Seelen, Neujahrslieder. Seelen, die sich mit Schwer⸗ muth quaͤlen! 14. Und endlich, was das meiste, fuͤll uns mit dei⸗ nem Geiste, der uns mit Tugend ziere, und so zum Himmel fuͤhre! 15. Das alles wollst du geben, du Herr von unserm Leben. So segn' uns, so bewahre, so hilf im neuen Jahre! 164. Mel. Vom Himmel komm' ich ꝛe. D. erste Tag des Jahrs erscheint, das mir mein ewig treuer Freund, der Zeit und Menschen weislich lenkt, zum Zeichen seiner Gnade schenkt. 2. Auf, mein Gemuͤth, betrachte heut die Wunder der vergangnen Zeit! Ge⸗ denk an deines Schoͤpfers Huld; doch auch an deine Suͤndenschuld. 5. Mein Herz, o Va⸗ ter, ist bereit zur frommen Pflicht der Dankbarkeit. Wo nehm ich das Vollbrin⸗ gen her? Ein Dank fuͤr Gott ist mir zu schwer. 4. Allmaͤchtiger, wer ist 129 dir gleich? Wer ist, wie du, an Gnade reich? Du giebst mir Lust, du liebest treu, und deine Gnad ist taͤglich neu. 5. Die Zeit, das edle Gut, verstreicht, der Mensch wird kraftlos und erbleicht; zuletzt faͤllt auch der Welt— bau ein; doch du wirst ewig guͤtig seyn. 6. Du hast mit vaͤterli⸗ cher Hand mir taͤglich Gaben zugewandt; du hast mich bis hieher ernaͤhrt, mir Kleider, Speis' und Trank beschert. 7. Du hast mir Leiden zugeschickt; doch auch mein Herz mit Trost erquickt; dein' Allmacht hat bei Tag und Nacht Leib, Seel und Haus und Gut bewacht. 8. O Seele, woher koͤmmt mir das, daß mir mein Gott ohn Unterlaß sein Vaterherz so klar ent⸗ deckt, und mich durch Huld zum Dank erweckt? 9. Ich opfre meinen Le⸗ benslauf, dir, Gott, aufs neu mit Freuden auf; zeuch mich mit neuen Kraͤften an, daß ich dir heilig dienen kann. 10. Regiere mich durch Q IJ deinen 13⁰ Neujahrslieder. deinen Geist, und gieb, so begegnen; mit jedem Mor⸗ lang es heute heißt, gieb gen wird sie neu, mit Wohl⸗ Gnade, daß ich jeden Tag that uns zu segnen. Ich recht fromm und christlich kenne keinen Augenblick, in leben mag. 11. Doch, wenn nach deinem weisen Rath mein Lauf dieß Jahr ein Ende hat; so laß durch Jesu Tod und Pein den letzten Tag den besten seyn. 165. Mel. Sey Lob und Ehr dem ꝛe. Di Gott, du bist der Herr der Zeit und auch der Ewigkeiten! Laß mich auch itzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin! Wem dank ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad und Guͤte! 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, dir will ich mich ergeben. Dir, den kein Wechsel treffen kann, ver⸗ trau ich froh mein Leben. Wir bluͤhen und vergehn durch dich; nur du bist un⸗ veraͤnderlich, du warst, und bist, und bleibest. 3. Herr, ewig waͤhret deine Treu, uns gnaͤdig zu dem von ihr nicht Gluͤck auf Gluͤck mir zugeflossen waͤre. 4. Du hast auch im ver— floßnen Jahr mich vaͤterlich geleitet; und, wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Huͤlf und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis' ich dich! Aufs neue, Gott, er⸗ geb ich mich ganz deiner wei— sen Fuͤhrung. 5. Vergieb mir die ge⸗ haͤufte Schuld von den ver— floßnen Tagen; und laß mich deine Vaterhuld durch Chri— stum ferner tragen! Laßmich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln! Laß taͤglich mich gewissenhaft mit mir und an⸗ dern handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhoͤchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dieß lehre mich, die Lust der Welt zu fliehen. Um beßre Freu⸗ Frer Geist Den wand Vater laß m 8. meine auszu Bahn ger X Tage! meine kein 2 W. Schon fanger Jesu unsre 2. erste S mit He gut, w Ich bi lebe no 3. vom n meines alle N wir we seyn! m Mor⸗ t Wohl⸗ u. Ich lick, in luͤck auf n waͤre. im ver⸗ baͤterlich in mein ar, mir bereitet. hreis' ich zott, er— ner wei⸗ die ge— den ver⸗ laß mich ch Chri— Laß mich n, und ch thun fallen. ist und recht zu ich mich und an⸗ n Geist h, dich— t, und ben. ergeht; Lust der nbeßre Freu⸗ Neujahrslieder. Freuden muͤsse sich mein Geist schon itzt bemuͤhen! Den Engeln bin ich ja ver⸗ wandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten! 8. O lehre selbst mich, meine Zeit recht weislich auszukaufen! Laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil⸗ ger Vorsicht laufen. Der Tage Last erleichtre mir; bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter stoͤret, 16. Wie schnell ist doch ein Jahr vergangenl Schon wieder eins ist ange⸗ fangen in deinem Namen, Jesu Christ, der du stets unsre Huͤlfe bist. 2. Den ersten Tag, die erste Stunde, erheb ich dich mit Herz und Munde. Wie gut, wie gnaͤdig bist du doch! Ich bin, mein Gott, und lebe noch! 3. Ich lebe heute, wie vom neuen; ich will mich meines Gottes freuen, und alle Menschen laͤd ich ein: wir wollen unsers Gottes seyn! 13¹ 4. Er hat das Daseyn uns gegeben; nur ihm gehoͤ⸗ ret unser Leben. Sein ist die Kraft, und sein die Zeit. Ihm sey auch unser Thun geweiht! 5. Er sey, bei dem Ge⸗ brauch der Kraͤfte, der End⸗ zweck nuͤtzlicher Geschaͤfte! Das, was ein jeder wirken kann, sey gern fuͤr seinen Ruhm gethan. 6. O staͤrke, Vater, mein Bestreben, aufs neue mei⸗ ner Pflicht zu leben! Voll⸗ fuͤhre du, was ich nicht kann; stets fuͤhre mich auf ebner Bahn. 7. Und, wank ich, oder sink ich nieder; so richte du, o Vater, wieder mit deiner Hand mich, Schwachen, auf, und leite taͤglichmeinen Lauf. 8. Laß deinen Geist zu allen kommen; vermehre stets die Zahl der Frommen; sie sey der Zahl der Jahre gleich; so herrlich mehre sich dein Reich! 9. Ach, segne jedes deiner Kinder! Mach unsers Elends taͤglich minder! Bedecke du mit treuer Hand den Fuͤrsten und das Vaterland! J 2 10. Laß 132 10. Laß alle, die die Welt regieren, mit Weisheit ihre Zepter fuͤhren! Ihr Thun sey nur Gerechtigkeit; nur Friede, was ihr Mund ge⸗ beut! 11. Laß treue Hirten, fromme Heerden, ein Herz und eine Seele werden; laß jene weise Fuͤhrer seyn, und alle, Jesu, dir sich weihn! 12. Die Aeltern, die dir heute flehen, laß Freud an ihren Kindern sehen! Und mach durch deines Geistes Kraft sie alle weis' und tu⸗ gendhaft! 15. Ach, sende, Vater, deinen Segen dem Juͤng⸗ ling und dem Greis entge⸗ gen! Laß alle deinen Geist empfahn; nimm, Gott, dich aller Schwachen an. 14. Erhoͤre das Gebet der Deinen! umsonst das Elend weinen! Send' eilend Jedem Huͤlf und Rath, der keinen Freund und Helfer hat! 15. Dann fuͤhre mich Laß nicht Neujahrslieder. durch Angst und Schmer⸗ zen; ich folge dir mit fro⸗ hem Herzen. Bist du mein Freund, o hoͤchstes Gut; so wird mein Glaube Helden⸗ muth. 16. Dann setz ich, Jesu, dir zum Preise, mit Freu⸗ den meine Pilgerreise, gelei— tet durch dein Gnadenwort, durch alle Dunkelheiten fort. 17. Dann kann kein Un⸗ fall mich erschrecken. Gott kann, und Gott will mich bedecken; kaͤm' auch mein Gluͤck hier in Gefahr; waͤr auch dieß Jahr mein To⸗ desjahr. 18. O Vater, deiner Vatertreue, empfehl ich Leib und Seel aufs neue! Du schenkest mir, ich zweifle nicht, Licht, Trieb und Kraft zu jeder Pflicht. 19. Die Sonne gehet auf und nieder; ein Jahr vergeht; ein Jahr koͤmmt wieder; nur du, der allge⸗ nugsam ist, nur du bleibst ewig, der du bist! IX. Aufs men 2 deinen dir zu Gott u was si du au ihre E glaͤubi 3. Heider Gott an den sich ni euch, nem L fuͤr Ad ins Ge —2* 2 Leben ters 2 Schmer⸗ nit fro⸗ du mein Zut; so Helden⸗ „ Jesu, it Freu⸗ e, gelei⸗ enwort, ten fort. ein Un⸗ Gott ill mich ha mein rz war ein To⸗ deiner ofehl ich s neue! 9 zweifle 1d Kraft se gehet in Jahr koͤmmt er allge— bleibst X. Aufs 135 IX. Aufs hohe Neujahr. 167. Mel. Ich dank dir, Menschenhuͤter ꝛc. O Koͤnig aller Frommen, o Jesu, Davids Sohn, du bist zu uns gekommen! Im Himmel ist dein Thron; doch willst du, daß die Er⸗ de, zum Reiche dir geweiht, auch wieder heilig werde, ein Reich der Froͤmmigkeit. 2. Vom Morgen kom⸗ men Zeugen, gefuͤhrt durch deinen Stern, die Knie vor dir zu beugen, dir, ihrem Gott und Herrn; sie opfern, was sie haben, wie niedrig du auch bist, mit Freuden ihre Gaben, ihr Herz, das glaͤubig ist. 3. Die Erstlinge der Heiden thun freudig, was Gott spricht, und aͤrgern an dem Leiden des Koͤniges sich nicht. Ach, aͤrgert euch, ihr Suͤnder, an sei⸗ nem Leiden nicht! Er ging fuͤr Adams Kinder erniedrigt ins Gericht. 4. Wenn er fuͤr uns sein Leben(das will des Va⸗ ters Rath) zum Opfer hingegeben, und uns versoͤh⸗ net hat; dann spricht der Herr zum Sohne: Sohn, herrsche nun mit mir, und sitz auf meinem Throne; der Erdkreis diene dir. 5. Der Herr giebt ihm zur Beute die Starken; ruͤ⸗ sten gleich die Voͤlker sich zum Streite; sein, sein ist doch das Reich! Er herrscht, weil er sein Leben fuͤr uns, die er vertrat, zum Opfer hingegeben, fuͤr uns gelit⸗ ten hat. 6. Er herrscht von einem Meere zum andern; Tau⸗ send stehn bereit zu seiner Ehre; bereit, ihn zu erhoͤhn. Frohlocket ihm, ihr Heiden, daß ihr berufen seyd zu seines Reiches Freuden, zu seiner Seligkeit! 7. Seht, auf des Vaters Throne regiert er! Betet an! Bleibt alle Gottes Soh⸗ ne mit Freuden unterthan! Durch Wahrheit und durch Gnade regieret er sein Reich. Was ist wohl, das euch schade? Getrost, er sorgt fuͤr euch! 8. Wir 134 Aufs hohe Neujahr. 8. Wir wollen dich erhe-Bahn, nach seinem Wort! ben; dir, Jesu, opfern wir Gelobt sey Gott! mit Freuden unser Leben; 5. Er spricht! und schafft sein Dienst gebuͤhret dir! zum Heiligthum sich erloͤste Ach, du beriefst die Heiden Seelen um, die Seelen, die zur Seligkeit des Herrn, zu sich ganz ihm weihn, macht deines Himmels Freuden; sie vor Gott gerecht und rein, wer preiset dich nicht gern! durch Christi Tod. 6. Vor Gott! Durch 168. Christi Tod! O Heill Mel. Gelobet seyst du, Jesu ꝛ«. O du meines Mittlers Heil! Dair Herr ist Gott! Der Einst schlummr' ich auch, Herr ist Gott! Jesu und erbe dich! Einst ruft Christi Mittlertod, der uns mein Herr und Gott auch mie Gott versoͤhnet hat, mich! Gelobt sey Gott! war keines bloßen Menschen That. Der Herr ist Gott! 169. 2. Der Herr ist Gott! Mel. Wie herrlich strahlt ꝛe. der Herr ist Gott! Er be⸗ Werzage, Volk der Chri⸗ zwang den ew'gen Tod; er sten, nicht! Die Heiden kam von seines Himmels sehen auch sein Licht, und Thron, als er erniedrigt finden den Erretter. Des ward, der Sohn, des Hoͤch- wahren Gottes Sohn und sten Sohn. Ruhm stuͤrzt aller Goͤtzen 3. Gott ist der Herr! Saͤulen um, die Bilder fal Gott ist der Herr! Ewig, scher Goͤtter. Gott wird ewig ist auch er! Ihn beten selbst Hirt seiner Heerde; selbst die Engel an, dem und die Erde sieht voll Freu⸗ Sohne Gottes unterthan, den, Gott selbst seine Heerde wenn er gebeut! weiden. 4. Er sprach; da ging die 2. Der Gottheit Fuͤll Welt hervor! Wonnevoll wohnt in dir; durch dich, stieg sie empor! Noch spricht mein Heil, koͤmmt Gott zu er; und sie eilet fort auf ihrer mir, und schenkt mir 11 Liebe, Liebe. wie 1 wirst wie ie bliebe mein hoch Heila 3. die W Welt die F gang erscha men, Wort! schafft erloͤste len, die macht nd rein, Durch Heill s Heil! Nauch, ust ruft tt auch ott! ahlt ꝛc. 'r Chri⸗ Heiden t, und Des hn und Goͤtzen ilder fal⸗ tt wird Heerde; oll Freu⸗ e Heerde it Fuͤlle rch dich, Gott zu nir sein Liebe— Aufs hohe Neujahr. Liebe. Wie dank ich dir, wie preis' ich dich! Du wirst mir gleich, ein Mensch, wie ich, daß ich nicht huͤlflos bliebe. Dankvoll, Herr, soll mein Gemuͤthe deine Guͤte hoch erheben! Du, mein Heiland, bist mein Leben. 3. Es deckte Finsterniß die Welt; du hast die finstre Welt erhellt; deß freuen sich die Frommen. Vom Auf⸗ gang bis zum Niedergang erschallt der Voͤlker Lobge— sang, die, anzubeten, kom⸗ men. Wie blind, Herr, sind, die dich hassen, sich nicht las⸗ sen Gott belehren, sich zum Vater zu bekehren! 4. Ein Herz, das deine Wahrheit liebt, und sich dir willig uͤbergiebt, das kannst du nicht verschmaͤhen. Wer seine Hoffnung auf dich setzt, und sich an deinem Wort ergoͤtzt, der soll dich selbst einst sehen. Dein Licht ist nicht bei dem Sünder; dei⸗ ne Kinder sind die From⸗ men, welche glaͤubig zu dir kommen. 5. Mein Glaube sey mein Dankaltar; hier bring ich 135 mich zum Opfer dar, dir, der Verlaßnen Troͤster. Ich bete dich in Demuth an; wer ist, der mich verdam⸗ men kann? Ich bin ja dein Erloͤster. Von dir stroͤmt mir Gnadenfuͤlle, Ruh und Stille; Licht und Seger find ich, Herr, auf deinen Wegen. 6. Dir will ich ewig dankbar seyn; mich glaͤubig deiner Liebe freun, und im⸗ mer dein gedenken. Mein Weihrauch sey Gebet und Flehn; hin auf dein Bei⸗ spiel will ich fehn, wenn hier mich Leiden kraͤnken. Hab' ich wenig Gold im Leben hin⸗ zugeben; voll Erbarmen dien' ich, wie ich kann, den Armen. 7. Versichre mich durch deinen Geist, daß du fuͤr mich erhoͤhet seyst, den Him⸗ mel mir zu geben! Mich, bin ich meines Heils gewiß, soll keine Macht der Finsterniß abschrecken, dir zu leben. Fuͤr mich kann ich nichts vollbringen; hilf mir ringen, Freund der Seelen! Ich will deinen Ruhm erzaͤhlen. 17⁰. 156 170. Mel. Wie herrlich strahlt ꝛe. D Stern aus Jacob, Gottes Sohn, mein Koͤnig und mein Gnaden— thron, du hast des Vaters Guͤte zum selig großen Neuenjahr gemacht den Heiden offenbar; das prei— set mein Gemuͤt he; dein Heil zu Theil lassen werden uns auf Erden. Hier und droben kann man dich nicht gnugsam loben. 2. Ich sitz im Schatten dieser Welt, da alles trau⸗ ervoll bestellt, und lebe in der Ferne. Doch leuchtest du, Herr, in mein Herz bei meinem dunklen Seelen⸗ schmerz mit deinem Gnaden⸗ sterne. Dieß Licht kann nicht untergehen, muß beste— hen auch im Sterben, laͤßt im Tode nicht verderben. 5. So leuchte mir, mein Seelenlicht, daß mich die Aufs hohe Neujahr. seh ich, will nicht wanken, all Gedanken zu dir wenden, se⸗ lig meinen Lauf zu enden. 4. Indessen sucht mein Herz nur dich, kann nicht zu⸗ frieden stellen sich, bis dich es, Jesu, findet. Gen Himmel nur steht stets mein Sinn, zu ziehen mit den Sel'gen hin; da sich mein Herz ver⸗ bindet, Leiden, Freuden nicht zu achten, bloß zu trachten, dich zu haben, zu genießen deiner Gaben. 5. Vor deinem Throne liegt mein Herz und brin⸗ get Myrrhen, Reu und Schmerz fuͤr die begangnen Suͤnden; drauf mein Ge⸗ bet, der Weihrauch, liegt, der wider Tod und Hoͤlle siegt; die Andacht laß entzuͤnden, daß ich taͤglich alle Sinnen und Beginnen, ja mein Le⸗ ben, dir kann froͤhlich uͤber⸗ geben. 6. Das Gold des Glau⸗ bens ist in mir, so gegen dir Welt ja blende nicht; auf glaͤnzt fuͤr und fuͤr, wird von dein Wort laß mich sehen; bis nach der Freude dieser Welt mein Herz dein Va⸗ terland erhaͤlt, in Gottes Stadt zu gehen. Auf dich dir hoch gehalten, das bring ich dir aus reiner Lieb, durch deines guten Geistes Trieb. Laß mich fest an dir halten, daß ich froͤhlich kehr zuruͤcke zu zu den den fo freude Mel. Se ein — angefa ist, au kreis sey dir Die 8 Voͤlk zuerst 2. seinem Freud selber Heider bohrn. ken, all' den, se⸗ uden. yt mein nicht zu⸗ dich es, Himmel Sinn, Sel'gen erz ver⸗ den nicht rachten, zenießen Throne d brin⸗ eu und gzangnen in Ge⸗ iegt, der le siegt; zuͤnden, Sinnen nein Le⸗ ch uͤber⸗ Glau⸗ egen dir ird von s bring d„ durch Trieb. halten, zuruͤcke zu Aufs hohe Neujahr. zu dem Gluͤcke, wo auf Lei⸗ den folgen ew'ge Himmels⸗ freuden. 174. Mel. Sey Lob und Ehr dem hoͤchsten ꝛc. D Heil hat heut, Volk Gottes, sich zu naͤhern angefangen; ein helles Licht ist, auch fuͤr dich, dem Erd⸗ kreis aufgegangen. Dieß sey dir stets ein Freudentag! Die Nacht, die auf den Voͤlkern lag, durchbrach zuerst sein Schimmer. 2. Kaum sandte Gott mit seinem Sohn der Erde große Freuden; so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Zu ihrem neuge⸗ bohrnen Herrn muß sie ein wunderbarer Stern aus fer⸗ nen Landen fuͤhren. 3. Der vor'gen Zeit denkt, Christen, doch! Heil euch! Sie ist verschwunden. Was war't ihr, eh der Herr euch noch, eh ihr noch ihn gefunden? Fragt euch nur selbst, was waret ihr? 167 O werthes Volk, erwecket dir dein vorig's Bild nicht Grauen? 4. Ein Volk, mit Gott ganz unbekannt, von seinem Heil entfernet, das, von dem Guten abgewandt, nur Boͤses thun gelernet; das todten Stein, geschnitztes Holz, wohl gar auf seine Blindheit stolz, als seine Goͤtter ehrte. 5. Du gingst in Schand und Laster hin, wie jede Lust dich fuͤhrte. Wenn ja noch den verkehrten Sinn einst das Gewissen ruͤhrte; so konnte da doch aus der Noth, die die Natur schon Suͤndern droht, dir nichts den Ausweg zeigen. 6. Begluͤckter Tag, der alle Macht der Finsterniß entwendet, daran uns Gott, nach langer Nacht, sein Licht und Heil gesendet, da Gott in dir, Imma⸗ nuel, mit deinem Volke Israel nun auch die Heiden dankten! X. Aufs 138 X. Aufs Fest der Reinigung Mariaͤ. 172. Mel. Mit Fried und Freud ꝛe. G'rel und freudig geh ich hin, nach Gottes Willen. Der Gott, dem ich ergeben bin, wird erfuͤl⸗ len, was er mir verheißen hat! Der Tod ist mir ein Schlummer. 2. Erbarmend sprach der Herr zu mir: dir ist verge— ben! Mein Heil, mein Friede sey mit dir, du sollst leben! Sey getrost; denn du bist mein, ich habe dich erloͤset! 3. Dieß ist mein Trost: ich bin erloͤst; dein Freund und Erbe. Ich weiß, daß du mich nicht verstoͤß st, wenn ich sterbe. Du hast vom Tod mich befreit, und ihm die Macht genommen. 4. Du bist mein Fels; auf dich allein will ich ver⸗ trauen. Ich sehne mich bei dir zu seyn, und zu schauen dich in deiner Herrlichkeit, dich ewig anzubeten. 5. Im letzten Schlum⸗ mer soll der Tod mich nur entkleiden. Dann komm, o Tag, bestimmt von Gott, Tag der Freuden! Ganz un⸗ sterblich, wonnevoll fall ich vor ihm dann nieder! 173. Mit Fried und Freud ich fahr dahin, in Gottes Willen, getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille, wie Gott mir verhei— ßen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr'r Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, hast sehen lahn, und machst bekannt, daß er sey das Leb'n und Heil, in Noth und auch im Sterben. 3. Den hast du allen vor⸗ gestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden, durch dein theuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und seligs Licht fuͤr die Heiden, zu erleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden; er ist dein's Volks Israel det Preis, Ehr, Freud und Wonne. 174. Mel. 2 G'r m len me buͤßt, kann i Todeer drum nicht a mein! 2. Es lel setz erf durchf der Se das ist te groͤ als de z. Suͤnd Verdi ich, einst ben; ligkei ihm Unsch A. Fried meon ßen, mein riaͤ. zanz un⸗ lfall ich * zreud ich Gottes nir mein inft und r verhei⸗ ist mein Christus, yn, der du mich, yn, und iß er sey in Noth u. llen vor⸗ Gnaden, ie ganze „durch n Wort, len. deil und Heiden, h kennen n; er ist ael det ud und ö 174. Aufs Fest der Reinigung Mariaͤ. 174. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. Izott Lob! Mein Jesus macht mich rein von al⸗ len meinen Suͤnden; was er buͤßt, muß bezahlet seyn, nun kann ich Gnade finden; dem Tode nimmt er seine Macht, drum seine Schrecken ich nicht acht'; denn Jesus ist mein Leben. 2. Was traur' ich denn? Es lebt ja der, der das Ge⸗ setz erfuͤllte, durch seinen Tod, durch seine Lehr, den Schmerz der Seele stillte. Was er hat, das ist alles mein. Wie koͤnn⸗ te groͤßrer Reichthum seyn, als der, den er mir schenket? 3. Macht Jesus mich von Suͤnden rein, durch sein Verdienst und Sterben, daß ich, befreit von aller Pein, einst kann den Himmel er⸗ 159 ich einst meine Augen zu; so wird mein Tod mir Schlaf und Ruh, ich seh des Him⸗ mels Freude. 5. Wie werd ich dann so froͤhlich seyn, wenn ich die Welt verlasse, wenn Got⸗ tes Engel mich hinein gefuͤhrt zur Lebensstraße! Wenn ich erblickt die Ewigkeit, wenn ich erlangt die Seligkeit, die mir mein Gott bereitet! 6. Hilf, Gott, daß ich sey stets bereit, laß nichts von dir mich wenden, bring mich zu deiner Herrlichkeit, hilf selig mir vollenden, erloͤse mich aus aller Noth; Herr, hilf mir durch dein Blut und Tod, wie du verheißen. Amen. * 175. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛe. W'ehsauf, mein Herz, ver⸗ ö laß die Welt, dem, ben; so troͤst't mich seine Hei⸗ der fuͤr dich sich dargestellt, ligkeit, mich, der sein Herz nun dich auch darzustellen! ihm ernstlich weiht; sein' Er ist das Licht; drum sey Unschuld ist mein Leben. gewiß, er werd' auch deine 4. So kann ich auch mit Finsterniß durch seinen Fried und Freud, wie Si⸗ Glanz erhellen. meon, mein Leben beschlie⸗ 2. Ja, du sollst ihm sein ßen, frei von allem Leid, mich Tempel seyn! Er selbst meinem Gott ergeben. Thu macht dich von Suͤnden rein; 1 4⁰0 rein; und hat hier Lust zu wohnen. Doch, finstres Herz, auf! Werde licht! Denn Jesus wohnt in Her⸗ zen nicht, die noch der Luͤste schonen. 5. Was nur dem Fleische wohlgefaͤllt, das opfre die verkehrte Welt dem Satan, ihrem Gotte! Sie erndtet Schaden blos fuͤr Muͤh. Fuͤr ihren Suͤndendienst wird sie einst ewiglich zu Spotte. 4. Doch wer begehret Gottes Sohn, vom Geist erweckt, wie Simeon, zu seinem Heil zu haben; Gott fuͤrchtet; sich der Welt ent⸗ woͤhnt; aus ihr sich nach dem Himmel sehnt; der opfert rechte Gaben. 5. Wer auf das Wort der Wahrheit baut; im Glauben seinen Heiland schaut; der kann im Friede fahren. Der Heiland haͤlt, was er verspricht. Er wird sich ihm in seinem Licht dort herrlich offenbaren. 6. Herr, mache mich gerecht und rein, und laß Aufs Fest der Reinigung Mariaͤ. wann dirs gefaͤllt, in Friede wirst aus dieser Welt in deine Wonn' erheben. 176. Mel. Alle Menschen muͤssen sterben ꝛe. Dir zu leben, dir zu ster⸗ ben, ewig, Vater, dein zu seyn, und mit deines Him⸗ mels Erben deiner Wonne mich zu freun; einst mit ru⸗ higem Gewissen dieß mein Auge, Gott, zu schließen: diese Gnade wuͤnsch ich mir; die erbitt ich mir von dir! 2. Daß ich's koͤnne; laß mich streben, frei von Suͤnd und glaubensvoll, und ge⸗ recht vor dir zu leben, auszu⸗ richten, was ich soll! Dieß zu thun, gieb Licht und Staͤr⸗ ke, daß im Fleiße guter Wer⸗ ke ich bestaͤndig, dir getreu, jeder Tugend Vorbild sey! 3. Allen will ich nuͤtzlich werden; ungehorsam keiner Pflicht; nie ein Aergerniß auf Erden, auch nach mei— nem Tode nicht! lange nach dem Sterben durch sein Beispiel zu ver⸗ mich stets voll Glaubens derben, sie zu reizen, dich zu seyn, mich stets im Geiste fliehn; welch ein Fluch! leben! Bis du auch mich, Wie fuͤrcht' ich ihn! 4. Aber Seelen 4. Sege wuͤnsch der Ti Tod e nach il nen, ei mal ih es sey, und tr zu seyt einst z Gereck Suͤnd mit e und si wo ich 6 ich ve Zwist ge, 1 zur Ur weil i— mein? Hab' stellt; der V 7. blicken duͤrfet voll Vater 1 Friede Velt in I. sterben ꝛe. zu ster⸗ er, dein es Him⸗ Wonne mit ru⸗ ß mein ließen: ich mir; dir! ne; laß Suͤnd und ge⸗ auszu⸗ Dieß d Staͤr⸗ er Wer⸗ getreu, d sey! nutzlich t keiner rgerniß ich mei⸗ Seelen Sterben zu ver⸗ dich zu Fluch! 4. Aber Aufs Fest der Reinigung Mariaͤ. 4. Aber, welch ein hoher Segen,(o wie sehnlich wuͤnsch' ich den!) ist es, auf der Tugend Wegen seinem Tod entgegen gehn! Auch nach ihm noch Bruͤdern die⸗ nen, ein Beweis, ein Denk⸗ mal ihnen, welche Seligkeit es sey, Gott zu folgen, gern und treu! 5. Dieß begehr' ich: will auf Erden immer streben, gut zu seyn; solch ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun; das den Suͤnder reiz' und locke, da— mit er sich nicht verstocke, und sich sehne, Gott, dahin, wo ich ewig selig bin. 6. Daß auch das, was ich verlasse, Erben nicht zu Zwist und Streit reizen moͤ—⸗ ge, nicht zum Hasse, noch zur Ungerechtigkeit, will ich, weil ich lebe, sorgen; denn mein Tod ist mir verborgen. Hab' ich so mein Haus be— stellt; scheid' ich freudig von der Welt. 7. In den letzten Augen⸗ blicken nicht mehr sorgen duͤrfen; dann sagen koͤnnen voll Entzuͤcken: Vater, Vater, nimm mich an, der 141¹ ich dir nur meine Seele, und die Meinigen befehle; kom⸗ me! Welch ein Ende! Gott! Gieb mir einen solchen Tod! / 177. Mel. Mit Fried und Freud ich ze. Gel dem ich lebe, deß ich bin, dem einst ich ster— be, getrost und freudig geh ich hin; denn zum Erbe, das dort aufbehalten ist, fuͤhrt mich der Weg des Todes. 2. Ihn werd ich schauen, dem ich hier geglaubet habe. So hohe Freuden gab er mir schon am Grabe! Wie wird dann, o dann mir seyn, wenn ich ihn schauen werde! 5. Mich schrecke nicht des Todes Quaal, der Graͤber Grauen! Der letzte Weg durchs dunkle Thal fuͤhrt zum Schauen. Nun geh ich in Frieden hin, wenn Gott mich ruft zum Grabe! 4. Gieb mir den Glaͤu⸗ ben Simeons und Jacobs Freuden! Laß mich beim Anblick jenes Lohns froͤhlich scheiden! Segne, Herr, be— huͤte mich! Herr, gieb mir deinen Frieden! XI. Aufs 142 IX. Aufs Fest der Verkuͤndigung Mariaͤ. 178. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne ꝛe. D Christe, Eingebohrner, gelobt von Ewigkeit! Des Vaters Auserkohrner, gepriesen in der Zeit! Eins mit dem hoͤchsten Wesen bist du, wie du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit! 2. Fuͤr uns ein Mensch gebohren zur laͤngst bestimm⸗ ten Zeit, hast du uns auser⸗ kohren, erloͤst zur Seligkeit. Du nahmst die Macht dem Tove, Tode; weckst uns zum Le⸗ ben auf. 3. Laß uns dich staͤrker lieben; erkennen mehr dein Heil, und uns im Glauben uͤben; an dir stets haben Theil; daß wir hier moͤgen schmecken dein' Huld; wollst uns erwecken, zu duͤrsten stets nach dir. 4. Du bist's, deß Schoͤ⸗ pfershaͤnde die Welt hervor— gebracht, regierst vom End' zu Ende mit Kraft und eig⸗ ner Macht. Das Herz zu dir hinneige, daß kein Ge⸗ dem schauervollen dank' aufsteige, der uns von dir abwend'. 5. Erneur' uns, ew'ge Guͤte, erweck uns durch dein Wort; vor Missethat behuͤ— bez pfort! Schon hier auf die⸗ ser Erden laß, Herr, uns himmlisch werden; im Geiste bei dir seyn. 179. Mel. Sey Lvob und Ehr dem hoͤchsten ꝛe A*, Christen, laßt uns unsern Gott mit fro⸗ hem Daͤnk erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile noͤthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungs— voll bereitet. 2. Nach seinem gnaden⸗ vollen Rath kam er, sein Sohn, aufErden, von unsrer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er ward's; und hat sein Werk vollbracht; und sich nach kurzer Grabesnacht zum Himmel aufgeschwungen. 3. Wo I fuͤhr uns zur Lebens⸗ 8. Herrsck sein Ue des M starb Suͤnde uns nu der Er ew'gen 4. 8 Herr s unser uns, a Liebste Preis uns tl Sohn, bis zun 5. uns ve nen He Reich, Heil u er so als er starb. trauen. 6. anvert! me hoͤre huͤlfe b sam e Weg der We ng uns von „ ew'ge irch dein at behuͤ⸗ Lebens⸗ auf die⸗ rr, uns m Geiste I hoͤchsten ꝛe. ißt uns mit fro⸗ Er hat m Tod, 3leben. e noͤthig is durch emungs⸗ gnaden⸗ er, sein n unsrer that ein en. Er in Werk ch nach het zum 1gen. 5. Wo Aufs Fest der Verkuͤndigung Mariaͤ. 35. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein Ueberwinder! Des To⸗ des Macht hinweg zu thun, starb er, das Heil der Suͤnder. Gebrochen ist uns nun die Bahn, die, von der Erd uns himmelan, zur ew'gen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er giebt fuͤr uns, aus freiem Trieb, sein Liebstes und sein Groͤßtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in sei⸗ nen Haͤnden. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er fuͤr uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen. 6. O, laßt uns ihm uns anvertraun, auf seine Stim— me hoͤren; auf seine Mittlers— huͤlfe baun; ihn mit Gehor— sam ehren! Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man frie— 14⁵ devoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub an ihn, auch mit der That, in unsern Herzen wohne! So haben wir an seinem Heil, zur Freude fuͤr uns, ewig Theil; so preisen wir dich ewig! 180. Mel. Ich danke dir durch ꝛc. Gdage⸗ der uns Leben giebt, wer kann dich ganz ausdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken! 2. Hoch uͤber die Ver⸗ nunft erhoͤht, umringt von Finsternissen, fuͤllst du mein Herz mit Majestaͤt, und stil⸗ lest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ih— ren Bau, ergruͤnden; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Waͤrm' em⸗ pfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergruͤnden; allein das Goͤtt— liche — 4⁴ liche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht mei⸗ ne Schuld getragen; nicht Gott und mein Erloͤser ist; so werd ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn; so werd ich irren muͤssen, und, wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Zweifel rauben; ich fuͤhle seine Goͤttlichkeit, und halte fest am Glauben. 8. Ich bin dein ew'ges Eigenthum, durch dich des Himmels Erbe; dieß, Sohn des Hoͤchsten, ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Du giebst mir deinen Geist, das Pfand, im Glau⸗ ben mich zu staͤrken, und bil⸗ dest mich durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich deinen Willen gern, mit reinem Herzen, thue; so fuͤhl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried und Ruhe. Aufs Fest der Verkuͤndigung Mariaͤ. 11. Und wenn mich mei⸗ ne Suͤnde kraͤnkt, und ich zu dir, Herr, trete; weiß ich, daß dein Herz mein ge⸗ denkt, und thut, warun ich bete. 12. Ich weiß, daß du mein Heiland, lebst, und mich einst aus der Erde erweckst, und zu dem Reich erhebst, da ich dich schauen werde. 15. Kann unsre Lieb' im Glauben hier fuͤr dich je— mals erkalten? Dieß ist dit Lieb', o Herr, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfuͤll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne!— 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt;(laß mich noch sterbend denken!) wi sollt' uns der, der ihn ge— schenkt, mit ihm nicht alles schenken! 184. Mel. Ein Lamm geht hin ꝛe. Lab, Ehre, Preis und Dank sey dir, o Jesu, unserLeben Preiswuͤrdig bist du fuͤr und fuͤr; fuͤrzer heben? ward, herrlie Sohn, Dein i lichkeit weit 1 turen 2. 8 durch Himm Wer h schafft Engel Herr, ganzen du bis was si ist, u in sich im Me 3. 1 uns zu gekomt ser Fle land, der er zu rette wardst den. nichts starbst ein Het nich mei⸗ und ich weiß ich, nein ge⸗ warum daß du, und mich erweckst, erhebst, werde. Lieb' im dich je⸗ eß ist die dir, dein halten. Herz mit t ich dich „daß ich der Welt is seinen laß mich en!) wi Rihn ge⸗ icht alles hin ꝛe. ind Dank serLeben fuͤr und fuͤr Aufs Fest der Verkuͤndigung Mariaͤ. fuͤr; wer kann dich gnug er⸗ heben? Eh' noch die Welt ward, warst du schon groß, herrlich, und des Hoͤchsten Sohn, ein Erbe seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herr⸗ lichkeit, und du beherrschest weit und breit der Krea⸗ turen Heere. 2. Dein sind sie. Denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns ver⸗ schafft? Wer sprach zum Engel: werde? Du bist der Herr, durch welchen Gott der ganzen Welt zu seyn gebot; du bist's, der alles traͤget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. 5. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen, hast willig un⸗ ser Fleisch und Blut, o Hei⸗ land, angenommen. Aus der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was verloren war, wardst du ein Fluch auf Er⸗ den. O Huld, die sonst 145 4. Du wardst es uns, und bist es noch itzt auf der Himmel Throne; nimmst liebreich weg der Suͤnde Josch mit ihrem schnoͤden Lohne; suchst, die ihr die⸗ nen, zu befrein; beschwerter Herzen Trost zu seyn, ist deines Herzens Freude. Du giebst den Muͤden See⸗ lenruh; und wer dich liebt, den staͤrkest du, daß nichts von dir ihn scheide. 5. Du hoͤrst der Deini⸗ gen Gebet, und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Wir sind nunmehr dein Eigenthum. Herr, dir sey ewig Dank und Ruhm, fuͤr alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin; gieb, daß ich mich so lang' ich bin, in deinem Lobe uͤbe. 182. Mel. Nun lobe, meine Seele ꝛc. M'en Heiland, deine Groͤße geht uͤber alle nichts gleiches hat! Du Himmel weit! Wer ist, der starbst fuͤr unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du K bist 146 bist derErstgebohrne vor aller Kreatur; kamst zwar fuͤr uns Verlohrne in menschli— cher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit. Eh noch die Welt geworden, hatt'st du schon Herrlichkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind auf dein kraͤft'ges Wort gemacht. Auf dein allmaͤchtig: Werde! ent⸗ stand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch un⸗ Aufs Fest der Verkuͤndigung Mariaͤ. geben, wenn deine Stimme ruft. 4. Wie herrlich ist dein Name schon itzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist des Frommen Saame, der glaͤu— big dir zu Fuͤßen faͤllt. Dich preisen Seraphinen, erhab, ner Menschensohn! Mi Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schaͤmen Werth bist du, Preis unn Ruhm auch, Herr, von un ser Meister; auch uns schuf zu nehmen, uns, deinem Ei— deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch eh'r erkannt. Ein Erbe uͤber alles! Das ist dein ew'ger Ruhm; drum jam⸗ mert dich des Falles von dei— nem Eigenthum. z. Du traͤgest alle Dinge durch deiner Allmacht star⸗ kes Wort; das Große und Geringe geht bloß durch dei— nen Willen fort. Sohn Gottes, du regierest den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Zepter fuͤhrest, geschieht, was dir gefaͤllt. Bei dir steht Tod und Le⸗ ben. Drum wird einst jede Gruft die Todten wieder⸗ genthum. 5. Sohn Gottes, ich vey ehre und bete dich voll De muth an. Beschaͤme und bekehre die, die dir noch nich zugethan, die deinem Won nicht glauben, und dir, des fuͤr sie litt, die schuld'ge Ehr rauben; theil' ihnen Gnad mit, dich glaͤubig zu erkennen Laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen Dein Ruhm fuͤll' jedes Landl 183. Mel. Sey dob und Ehr dem hoͤchsten y⸗ ie Erd ist, Jesu Christe dein; dein, wer auf Erden Erden sich d dein, Du se Welt, und er beherr 2. wen z der E zu de darf Der, sich b wird, Herrn durch lebt; will, s was b fromm glaubi erlaub Gotte 4. mit Le Verla Seger len NY machst werth der ge Erloͤst Stimme ist dein Herr, in hreist des der glaͤu⸗ llt. Dich ,„‚ erhab⸗ 1Mi en, stehl n. Wer haͤmen! Hreis und von ung inem Ei— „ich ver⸗ voll De aͤme und noch nich em Worl dir, der d'ge Ehrx n Gnad erkennen, erkannt, trennen, des Landl n hoͤchsten n Christe, wer au Erden Aufs Fest der Verkuͤndigung Mariaͤ. Erden wohnet! Dein muͤsse sich der Himmel freun; dein, wer auf Erden wohnet! Du schufst, du rettetest die Welt, dein Arm regieret und erhaͤlt die Welt, die du beherrschest. 2. Wen nimmst du an, wen zaͤhlest du zum Volke der Erloͤsten? Wem eignest zu dein Leiden zu? Wer darf sich deiner troͤsten? Der, der zu dir, o Heiland, sich bekehrt und glaͤubig wird, und dich als seinen Herrn verehret. 3. Und wer, gereinigt durch dein Blut, unschuldig lebt; zu uͤben, was Gott will, strebet, und nicht thut, was boͤse Luͤste lieben; wer fromm ist; wandelt, wie er glaubt; sich keine Missethat erlaubt, getreu der Gnade Gottes. 4. Wer, auch umringt mit Leiden, gern erfuͤllet dein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vol⸗ len Maaß empfangen; den machst du deiner Herrschaft werth; der ist dein Erbe, der gehoͤrt zum Volke der Erloͤsten. 147 5. Kommt, Suͤn der, kommt in Jesu Reichz kommt, eilt, ihm zu begeg⸗ nen! Empfangt den Koͤnig; er will euch vergeben, will euch segnen! Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! Der Himmel Him⸗ mel ist sein Thronz sein Fußtritt ist die Erde. 6. Kommt willig, willig in sein Reich; kommt, eilt, ihm zu begegnen! Empfangt den Koͤnig; er will euch mit seinem Himmel segnen! Wer, fragt ihr, dieser Koͤnig sey? Der Sohn, der, seinem Worte treu, den Himmel giebt den Frommen. 184. Mel. Werde munter, mein Gemuͤthe ꝛe. QWa, durch Glauben und V Vertrauen bin ich mei— nes Gluͤcks gewiß; wandle froh und ohne Grauen, auch in Nacht und Finsterniß. Gott, der mein Vertrauen heischt, ist mein Fuͤhrer, der nicht taͤuscht; und auf allen seinen Wegen wartet meiner Heil und Segen. 2. Immer hat zu seinem Preise er sein gnaͤdigs Wort K 2 erfuͤllt. 148 erfuͤll. Er ist maͤchtig; er ist weise; wie ein Vater gut und mild. Alles, was er mir gebeut, dient zu meiner Seligkeit; und ich weiß, daß er aus Guͤte, nur, was schaden kann, verbiete. 3. Kann ich's auch nicht uͤberschauen, wie er mich be⸗ gluͤcken wird; will ich den⸗ noch dem vertrauen, der nicht irren kann, noch irrt. Spricht er: folge! will ich gehn, und auf seinen Pfad nur sehn, ruhig und in heitrer Stille; weiß ich nur: es ist sein Wille. 4. Will er Opfer; Kin⸗ der muͤssen folgen. Und ich will auch gern zur Verleug— nung mich entschließen; denn ich kenne meinen Herrn. Schmerzlich sey es, oder schwer, was er fordert; for⸗ Aufs Fest der Verkuͤndigung Mariaͤ. dert er doch nur,(und dies muß mich troͤsten) was er will, zu meinem Besten. 5. Nacht verhuͤll' ihn; dennoch bleibet Gott mit auch unsichtbar Licht. Abraham hat ihm geglaͤu— bet, und mit voller Zuver— sicht. Gott befiehlt: verlaß dein Haus! und sein Abra— ham geht aus, hin, wohin sein Wort ihn sandte, in ein Land, das er nicht kannte. 6. Ja, der Herr ist's, der die Frommen aus der Angs zu reißen weiß. Abram Pruͤfung ist vollkommen groß und herrlich auch deir Preis. Gottes Wort: ich bin dein Schild und dein Lohn! ist ganz erfuͤllt. Groß und herrlich ward sein Na— me, und der Voͤlker Hei sein Saame. XII. Passionslieder. 185. Cae du Lamm Gottes, der du trugst die Suͤn⸗ Gottes, der du trugst die Suͤnde der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm de der Welt, erbarm' dich Gottes, der du trugst di un ser! 2. Christe, Suͤnde der Welt, gieb unt du Lamm deinen Frieden! Amen. 186. tres Le untert denz 1 Ursach ken, de schwac schenke Mel. Sesu, mit Wund sind n Meine wenn dem H aus G 2. todt ut hilf m. Siehe mich z suͤhnt. Seelet du ve mir da Mel. —— 459— und dies was er osten. il' ihn; ott mit Licht. geglaͤu⸗ r Zuver⸗ t: verlaß in Abra⸗— „ wohin te, in ein kannte. ist's, der der Angs Übrams kommen auch dei zort: ich und dein ÜUt. Groß sein Na⸗ lker Hei trugst die erbarm u Lamu rugst di—e gieb unt men. 186 Passionslieder. 186. D hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bit⸗ tres Leiden, daß wir, dir stets unterthan, all Untugend mei⸗ den; deinen Tod und sein' Ursach fruchtbarlich beden— ken, dafuͤr, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken! 87. Mel. O hilf, Christe, Gottes ꝛc. Hesu, deine Passion bringt mir lauter Freude, deine Wunden, Kron' und Hohn sind mein Trost im Leide. Meine Seel' auf Rosen geht, wenn ich dran gedenke; in dem Himmel eine Staͤt' mir aus Gnaden schenke! 2. Jesu, der du warest todt und nun lebst ohn Ende, hilf mir in der letzten Noth! Siehe, Herr, ich wende mich zu dir, der mich ver— suͤhnt. Trauter Freund der Seelen, gieb mir nur, was du verdient. Was kann mir dann fehlen! 188. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. Welt, sieh' hier dein Leben am Stamm des 149 Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fuͤrst der Ehren laͤßt willig sich beschweren mit Schlaͤ⸗ gen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her, und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes uͤberfuͤllt; aus seinem edlen Herzen, fuͤr unerhoͤrten Schmerzen, ein Seufzer nach dem andern quillt. 5. Wer hat dich so ge⸗ schlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so uͤbel zuge— richt't? Du bist ja nicht ein Suͤnder, wie andre Men⸗ schenkinder; von Missetha⸗ ten weiß'st du nicht. 4. Ich, ich, und meine Suͤnden, die sich wie Koͤrn⸗ lein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir er⸗ reget das Elend, das dich schlaͤget, und das betruͤbte Narterheer. 5. Ich bin's, ich sollte buͤßen, von Gott einst wei⸗ chen muͤssen, geh'n in die Pein der Hoͤll. Die Geis⸗ seln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du 16⁰0 6. Du nimmst auf deinen Ruͤcken die Lasten, so mich druͤcken, viel schwerer, als ein Stein; du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen; dein Schmerz muß mir ein Labsal seyn. 7. Du setzest dich zum Buͤrgen; ja, laͤssest dich er⸗ wuͤrgen fuͤr mich und meine Schuld. Mir laͤssest du dich kroͤnen mit Dornen, die dich hoͤhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Du springst ins To⸗ des Rachen, mich frei und los zu machen von solchem Ungeheu'r. Was ich ge⸗ suͤndigt habe, vergraͤbst du in dem Grabe. O unerhoͤrtes Liebesfeu'r! 9. Ich bin, mein Heil, verbunden, all' Augenblick und Stunden, dir uͤber alles sehr. Was Leib und Seel' vermoͤgen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 10. Nur kann ich nicht viel geben in diesem armen Leben. Eins aber will ich thun. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele Passionslieder. scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich will's vor Augen setzen, mich stets daran ergoͤz— zen, ich sey auch, wo ich sey; es soll mir seyn ein Spiegel der Unschuld, und ein Siegel von deiner großen Lieb und Treu. 12. Wie heftig unsre Suͤn⸗ den die Angst der Seel entzuͤnden; was Frevlern wird geschehn; wie scharf der Suͤnde Ruthen, wie grausam ihre Fluthen, will ich aus deinem Leiden sehn. 13. Ich will daraus stu— diren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem sanftem Muth, und wie ich die soll lieben, die mich so sehr be— truͤben mit Werken, so die Bosheit thut. 14. Wenn boͤse Zungen stechen, mir Glimpf und Na— men brechen; so will ich zaͤh⸗ men mich. Das Unrecht will ich dulden, dem Naͤchsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 15. Ich will den Welt— sinn schlagen ans Kreuz, und dem 2⁴ dem en Fleisch Augen fliehn v immer 16. dein S tausend flossen Ende in Haͤnde gen Ri Mel. He err de in das senken aller S zu erloͤ 2.— Mense den, Kreu an un und ze tragen 3. welch Sinn ken n meinem r Augen n ergoͤz⸗ ich sey; Spiegel Siegel ieb und re Suͤn⸗ Seel Frevlern scharf n, wie »n, will n sehn. aus stu⸗ Herz soll inftem die soll sehr be⸗ so die Zungen und Na⸗ ich zaͤh⸗ echt will Nächsten erzeihen 1 Welt⸗ auz, und dem 2⁴ Passionslieder. dem entsagen, was meinem Fleisch geluͤst't; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer moͤglich ist. 16. Dein Seufzen und dein Sehnen, und die viel tausend Thraͤnen, die dir ge⸗ flossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Haͤnde begleiten zu der ew'⸗ gen Ruh. 189. Mel. Herzliebster Jesu, was hast ꝛc. err, staͤrke mich, dein Lei⸗ den zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu ver⸗ senken, die dich bewog, von aller Schuld des Boͤsen uns zu erlösen! 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Er⸗ den, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Suͤnde tragen; 3. Welch wundervoll, welch heiliges Geschafte! Sinn ich' ihm nach; so sin⸗ ken meine Krafte; mein 151 Herz erbebt; ich seh, und ich empfinde den Fluch der Suͤnde. 4. Gott ist gerecht, ein Raͤcher alles Boͤsen. Gott ist die Lieb', und laͤßt die Welt erloͤsen. Dieß kann mein Geist, mit Schrecken und Entzuͤcken, am Kreuz erblicken. 5. Dieß schlaͤgt den Stolz und mein Verdienst darnie⸗ der, dieß beugt mich tief, und doch erhebt's mich wieder; lehrt mich mein Gluͤck, macht mich aus Gottes Fein⸗ de zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Tod ich glaube, ich liege hier vor dir gebuͤckt im Staube, verliere mich, mit dankendem Gemuͤthe, in dei⸗ ner Guͤte. 5. Sie uͤbersteigt die menschlichen Gedanken: Al⸗ lein sollt' ich darum im Glau⸗ ben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unter⸗ winden, Gott zu ergruͤnden? g. Das Groͤßt' in Gott ist, Gnad' und Lieb' erwei⸗ sen; uns koͤmmt es zu, sie demuthsvoll zu preisen; zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns 15² uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen, fuͤr das Erbarmen, das du mir er⸗ wiesen, da du, mein Heiland, auch fuͤr mich dein Leben da⸗ hin gegeben. 10. Du liebtest mich. Ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen uͤben. O gieb zu diesem seligen Geschaͤfte stets neue Kraͤfte! 190. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛo. Men Heiland, laß mich deinen Geist stets leh⸗ ren, dein Kreuz durch meinen Glauben so zu ehren, daß ich in Froͤmmigkeit und Naͤch⸗ stenliebe mich taͤglich uͤbe. 2. Das Gute thun, das Boͤse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heiligs Leiden. Kann ich nur eine Suͤnde mir erlauben, und doch auch glauben? 5. Da du dich selbst fuͤr mich dahin gegeben; wie koͤnnt' ich noch nach meinem Willen leben, und nicht viel⸗ Passionslieder. mehr, weil ich dir angehoͤre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnes Herzens werden; da du so viel fuͤr uns, die wir's ver⸗ schuldet, liebreich erduldet? 5. Fuͤr welche du dein Leben selbst gelassen, wie koͤnnt' ich sie, sie, meine Bruͤ⸗ der, hassen? Und nicht, wie du, wenn sie mich untertre— ten, fuͤr sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, wenn man mich schilt, nicht raͤchend wieder schelten. Du, Heiliger, du, Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank fuͤr deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott giebt uns die Kraft, in deinem Namen, dir nach⸗ zuahmen. 8. Unendlich's Gluͤckl Du littest uns zu gute. Ich bin versoͤhnt mit deinem theu— ren Blute. Du hast mein Heil, da du fuͤr mich gestor⸗ ben, am Kreuz erworben. 9. So 9. S selig hi wird m Krone ich dor umgebe 10. der Tu Glaube ben we mein erstrebe 11. Herz n schrecke Wort werd ic Werke 12. mich n ken; se wieder Kreuz, den 2 Fried' Mel. O Eo mi bedecke Gla Suͤnd Ringe igehoͤre, „wenn „wenn zelaßnes a du so ir's ver⸗ duldet? dein e'n, wie ne Bruͤ⸗ cht, wie ntertre⸗ n? gt Haß rgelten, „ nicht en. Du, ur und schaltst Herz, Herzen, e deines Und raft, in r nach⸗ luͤckl e. Ich m theu⸗ st mein gestor⸗ rben. 9. So Passionslieder. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben! So werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben! 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kaͤmpf', im Glau⸗ ben wach' und bete; so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lockt boͤse Lust mein Herz mit ihrem Reize; so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt, im Laufe guter Werke; so sey mir's Staͤrke! 12. Wenn endlich, Herr, mich meine Suͤnden kraͤn⸗ ken; so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken. Dein Kreuz, dieß sey, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude! 191. Mel. O Lamm Gottes unschuldig ꝛc. Elöser⸗ einst im Staube mit Blut und Thraͤnen bedecket, dein troͤste sich mein Glaube, wenn Tod und Suͤnde mich schrecket. Dein Ringen, Seufzen, Klagen, 155 dein Todeskampf, dein Za⸗ gen sey meine Ruhe, Herr Jesu! 2. Du littest ganz un⸗ schuldig von Frevlern Schmaͤhung und Schmer⸗ zen; und trugst sie doch ge⸗ duldig mit sanftem versoͤhn⸗ lichem Herzen. Dein Bild muͤß' uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du zu lieben, Herr Jesu. ö 3. Am Kreuze hingst du unschuldig, fuͤr unsre Suͤnde verschmachtet! Dein Ster⸗ ben mach uns geduldig, wenn uns die Welt verachtet. Es schreck uns ab von Suͤnden; es muͤß' uns dir verbinden zu innigem Danke, Herr Jesu! 192. Mel. Ein Lamm geht lhin ꝛe. Erfule, Heiland,‚ selbst mein Herz mit Dank und Ehrfurchtstriebe. Ich denk' an deines Leidens Schmerz, das Opfer deiner Liebe. Dein Kreuz sey mir gebenedeit. Welch' Wun⸗ der der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wenn hab' ich dieß genug bedacht, und dich aus aller meiner —.—.... — 5 DD...— 154 Passions lieder. meiner Macht genug dafuͤr Schlachtbank fuͤhret. Frei⸗ gepriesen? 2. Rath, Kraft und Frie⸗ defuͤrst und Held, in Fleisch und Blut gekleidet, wirst du das Opfer fuͤr die Welt, und deine Seele leidet. Du ringst mit Angst und Todes⸗ noth, und gehst doch willig in den Tod; o Liebe sonder Ende! Du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und giebst mit goͤttlicher Geduld dich in der Suͤnder Haͤnde! 3. Du traͤgst der Misse⸗ thaͤter Lohn, und hattest nie gesuͤndigt, du, der Gerechte, Gottes Sohn. So wars vor⸗ her verkündigt. Die blinde Schaar begehrt dein Blut; du duldest, goͤttlich groß, die Wuth, um Seelen zu erret⸗ ten. Warum verlaͤss'st du mich, mein Gott! rufst du in deiner Todesnoth, damit wir Friede haͤtten. 4. Ein Opfer nach des Ew'gen Rath, belegt mit un⸗ sern Plagen, um deines Vol⸗ kes Missethat gemartert und geschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Un⸗ schuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur willig, als der Helden Held, stirbst du, aus Liebe fuͤr die Welt, den Tod, der uns gebuͤhret. 5. Du neigst dein Haupt; es ist vollbracht! Du stirbst; die Felsen beben! Du sinkst dahin ins Grabes Nacht, damit wir ewig leben. Was ist der Mensch, den du be⸗ freit? O waͤr' ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden! Und deine Liebe dringe mich, daß ich dich wieder lieb', und dich nie kreuzige mit Suͤnden. 6. Welch Warten einer ew'gen Pein fuͤr die, die dich verachten; die, solcher Gna⸗ de werth zu seyn, nach keinem Glauben trachten; fuͤr die, die dein Verdienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmaͤhn, und deinen Tod verhoͤhnen! Wer dich nicht liebt, koͤmmt ins Gericht; wer nicht dein Wort haͤlt, liebt dich nicht; ihm hilft nicht dein Versoͤhnen. 7. Du hast's gesagt, du wirst die Kraft zur Heili⸗ gung mir schenken. Dein Blut ist's, das mir Trost verschafft, verscha Suͤnde im Eif mich ir stets vi den. ein Se Stab Schild Trost a Mel. Her ITo d Plager land, ten, he Verdie ein Tr seyn, den kr 42 Huld, get, de ner S Kreuz dich zu Trost i daß u schreck 3. Dienst und Frei⸗ u Held, fuͤr die der uns Haupt; stirbst; )u sinkst Nacht, Was du be⸗ ch ganz r, laß Und ich, daß und dich uden. n einer die dich er Gna⸗ okeinem fuͤr die, gestehn, Laster en Tod ch nicht Hericht; rt haͤlt, m hilft igt, du Heili⸗ Dein r Trost schafft, Passionslieder. verschafft, wenn mich die Suͤnden kraͤnken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb und Demuth stets vor dir erfunden wer— den. Dein Heil sey mir ein Schirm in Noth, mein Stab in Schwachheit, Schild im Tod, mein letzter Trost auf Erden. 193. Mel. Herr Jesu Christ, du hoͤchstes ꝛc. Ich daͤnke dir fuͤr deinen Tod und die gehaͤuften Plagen, die du, mein Hei— land, mich aus Noth zu ret⸗ ten, hast ertragen. Laß das Verdienst von deiner Pein ein Trost fuͤr meine Seele seyn, wenn mich die Suͤn⸗— den kraͤnken. 2. Ich danke dir fuͤr deine Huld, die du auch mir erzei⸗ get, da du zur Tilgung mei⸗ ner Schuld dein Haupt am Kreuz geneiget. O wende dich zu mir, mein Gott, mit Trost in meiner letzten Noth, daß mich der Tod nicht schrecke! 3. Erhalt in deinem Dienst mich treu, bis Leib und Seele scheiden, daß 155 nicht an mir vergeblich sey dein goͤttlich großes Leiden. Und wenn mein Lauf vollen⸗ det ist; so nimm mich dahin, wo du bist, auf daß ich bei dir lebe. 194. Enn Lamm geht hin, und traͤgt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; geht hin, und traͤget mit Ge⸗ duld die Suͤnden aller Suͤn⸗ der; es geht dahin, wird matt und krank, folgt willig nach zur Wuͤrgebank, be⸗ raubet aller Freuden; es dul⸗ det willig Hohn und Spott, Angst, Wunden, Strie⸗ men, Kreuz und Tod, und spricht: ich will's gern leiden! 2. Dieß Lamm ist der er⸗ habne Freund und Heiland unsrer Seelen; denn den hat Gott zum Suͤndenfeind und Soͤhner wollen waͤhlen: Geh,(sprach Gott) Sohn, und nimm dich an der Kin⸗ der, die ich ausgethan, zu fuͤhlen Straf und Ruthen; die Straf ist schwer, das Elend groß, du kannst und sollst sie machen los, durch Sterben und durch Bluten. 8˙ Ja, —.—. —.—.— 156 5. Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, leg' auf, ich will's gern tragenz; mein Wollen haͤngt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb! O Liebesmacht! Du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abdrin⸗ gen! O Liebe! Liebe! du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen! A. Ich sehe an dem Kreu⸗ zesstamm, o Liebe, dich er⸗ gießen! Er laͤßt sich toͤdten als ein Lamm! Seht, Herz und Adern fließen; das Herze mit der Seufzer Kraft, die Adern mit dem edeln Saft des gnadenreichen Blutes. O holder Freund, was soll ich dir erweisen dafuͤr, daß du mir erzeigest so viel Gutes? 5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen! Dich will ich stets, gleich wie du mich, mit treuer Lieb umfassen! Du sollst seyn meines Herzens Licht, und, wenn mein Herz im Tode bricht, sollst du mein Leben bleiben. Ich will mich dir, mein hoͤchster Ruhm, Passionslieder. hiermit zu deinemEigenthum bestaͤndiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Guͤtigkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freu⸗ denopfer bringen. Mein ganzes Leben soll nun dir und deinem Namen fuͤr und fuͤr in Dankbarkeit verfließen; und, was du mir zu gut ge⸗ than, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Ge⸗ daͤchtniß schließen. 7. Auf, auf, mein Herz, dich zu erfreun! Du sollst ge— wuͤrdigt werden der Schaͤ— tze, die viel groͤßer seyn, als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schaͤtzen die⸗ ser Welt, und allem, was der Welt gefaͤllt! Ich hab' ein bessers funden. Mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist, was fuͤr mich geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 8. Das soll und will ich mir zu Nutz zu allen Zeiten nachen. Im Streite soll es sein mein Schutz; in Trau⸗ rigkeit mein Lacchen; in Froͤhlichkeit mein Saiten⸗ spiel; und, wenn mir nichts mehr schmecken will; soll mich mich d Im D Quell, mein E faͤhrt'« 9. 2 Todes ja mei der Tr kann n Setzt Schwe bei dir dem R wenn t mein e du ihn Anker. 10. treten Freud selig und L mir di cher ie des h und d traut, ich ge Seite er zenthum iben. deiner cht und bst auch n Freu⸗ Mein dir und und fuͤr fließenz gut ge⸗ stets, so ein Ge⸗ n Herz, ollst ge— Schaͤ⸗ eyn, als Erden. zen die⸗ was der hab' ein mgroßer Christ, ossen ist zunden. will ich Zeiten e soll es u Trau⸗ nʒ„in Saiten⸗ r nichts soll mich Passionslieder. mich dieß Manna speisen. Im Durste soll es seyn mein Quell, in Einsamkeit stets mein Gesell, und mein Ge⸗ faͤhrt' auf Reisen. 9. Was schadet mir des Todes Gift! Dein Blut ist ja mein Leben. Wenn mich der Truͤbsal Hitze trifft; so kann mir's Schatten geben. Setzt mir der Schmerz der Schwermuth zu; so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker. Und wenn des Kreuzes Ungestuͤm mein Schifflein treibet; bist du ihm im Sturm ein fester Anker. 10. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden; so werde ich ganz selig seyn durch deinen Tod und Leiden. Dann giebst du mir die Ehrenkron', in wel⸗ cher ich will vor den Thron des hoͤchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anver⸗ traut, auf den im Leben ich gebaut, geschmuͤckt zur Seite stehen. 195. Her Jesu Christ, wahr'r Mensch und Gott, der 157 du litt'st Marter, Angst und Spott, fuͤr mich am Kreuz auch endlich starbst, mir dei⸗ nes Vaters Huld erwarbst. 2. Ich bitt, um deiner Lei⸗ den Pein wollst du mir, Suͤn⸗ der, gnaͤdig seyn! Wenn ich einst komm in Sterbens⸗ noth, und ringen werde mit dem Tod. 3. Wenn mir vergehet mein Gesicht, und meine Ohren hoͤren nicht; wenn meine Zunge nicht mehr spricht, und mir vor Angst mein Herze bricht. 4. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, und mir all menschlich'Huͤlf zerrinnt; so komm, o Jesu, mir be⸗ hend zu Huͤlf, erleichtre mir mein End'. 5. Und fuͤhr mich aus dem Jammerthal; verkuͤrze mir des Todes Quaal! Ver⸗ zagten Muth, Herr, von mir treib, mit deinem Geiste bei mir bleib! ö 6. Wenn sich die Seel vom Leibe trennt; so nimm sie, Herr, in deine Haͤnd! Der Leib hab in der Erde Ruh', bis einst der juͤngst' Tag naht herzu. 7. Ein — —j A 158 Passionslieder. 7. Ein froͤhlichs Aufstehn mir verleih; am juͤngsten Ge⸗ richt mein Retter sey, und meiner Suͤnden nicht ge⸗ denk, aus Gnaden mir das Leben schenk, 8. Wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: fuͤrwahr, fuͤr⸗ wahr, euch sage ich, wer mein Wort haͤlt, und glaͤubt an mich, 9. Der wird nicht kom⸗ men ins Gericht, den Tod auf ewig schmecken nicht; und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt; 10. Vielmehr will ich mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band, und zu mir nehmen in mein Reich, da soll er denn mit mir zugleich 11. In Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnaͤdiglich! Ach, Herr, ver⸗ gieb all' unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, 12. Bis unser Stuͤndlein koͤmmt herbei, auch unser Glaub stets wacker sey, dein'm Wort zu trauen festig⸗ lich, bis wir entschlafen se— liglich. 196. erzliebster Jesu, was hast du verbrochen, daß man des Todes Urtheil dir gespro— chen? Was ist die Schuld! Du bist in Missethaten ja nie gerathen. 2. Du wirst verspeit, ge— schlagen und verhoͤhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekroͤnet, gegei— ßelt, und, von Schmerzen schon entkraͤftet, ans Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Achl meine Suͤnden haben dich geschlagen! Ich, ach! Herr Jesu, habe das verschuldet, was du erduldet! 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet fuͤr die Schaafe. Die Schuld bezahlt der Herr, er, der Gerechte, fuͤr seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wan⸗ delt; der Boͤse lebt, der wi⸗ der Gott mißhandelt! Der Mensch verwirkt den Tod, und ist eutgangen; er wird gefangen. 6. Ich 6. Leib er an un nichts haͤtten fen, m 7. ohn a gebrac straße! Welt und di 8. zu allen gnugse breit 9. Sinne was di verglei dir de im W'é 10. das d ich des und zo mein mit al 11. steht i Kreuz heften was hast daß man gespro— Schuld? jaten ja deit, ge⸗ et, mit unz zur gegei⸗ hmerzen 5 Kreuz Ursach 2 Achl en dich 51 Hert schuldet, arlich ist Der gute Schaafe, hlt der te, fuͤr stirbt, ig wan⸗ der wi⸗ t! Der n Tod, er wird 6. Ich Passionslieder. 6. Ich war an Seel und Leib entstellt durch Suͤnden; an uns, Verbrechern, war nichts Guts zu finden. Das haͤtten wir, von Gott verwor— fen, muͤssen auf ewig buͤßen. 7. O große Liebe! Lieb' ohn alle Maaße, die dich gebracht auf diese Marter— straße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden! 8. O großer Koͤnig, groß zu allen Zeiten! Wie kann ich gnugsam solche Treu aus⸗ breiten? Kein menschlich Herze mag ihm das ausden— ken, was dir zu schenken. 9. Ich kann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, mit was doch dein Erbarmen zu vergleichen! Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme, wenn ich des Fleisches Luͤste daͤmpf und zaͤhme, daß sie aufs neu mein Herze nicht entzuͤnden mit alten Suͤnden. 11. Weil aber dieß nicht steht in eignen Kraͤften, dem Kreuze die Begierden anzu— heften: so gieb mir deinen 159 Geist, der mich regiere, zum Guten fuͤhre. 12. Alsdann werd ich recht deine Huld betrachten, aus Lieb' zu dir die Lust der Welt nichts achten. Ich werde mich bemuͤhen, deinen Willen stets zu erfuͤllen. 13. Ich werde dir zu Eh⸗ ren alles wagen, kein Kreuz nicht aͤchten, keine Schmach, noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von To⸗ desschmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dieß alles, ob's fuͤr schlecht gleich ist zu schaͤtzen, wirst du es doch nicht gar bei Seite setzen; in Gnaden wirst du dieß von mir an⸗ nehmen, dich mein nicht schaͤmen. 15. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone; da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Mel. Ein Lamm geht hin ꝛe. Erbele vom Geraͤusch der Welt, mein Geist, der Andacht 160 Andacht Fluͤgel, hin, wo die Wuth ihr Opfer haͤlt, zu jenem Leidenshuͤgel! Ihr Himmel! Welch ein Mensch ist das! Wie druͤckt ihn sei⸗ ner Feinde Haß, mit boshaft wilden Freuden! Er, der die Todten auferweckt, er muß, mit Wunden uͤberdeckt, den Tod der Moͤrder leiden! 2. Geduldig siehet er sein Blut in vollen Stroͤmen fließen; fleht fuͤr die Hasser, die voll Wuth es im Tri⸗ umph vergießen. Schau'! itzt umhuͤllt ihn finstre Nacht! Er ruft, er ruft: Es ist vollbracht! Nun senkt sein Haupt sich nieder. O meine Seele, freue dich; dir gab, der hier am Kreuz erblich, das Recht zum Him⸗ mel wieder! ö 3. Er, er hat deine Mis⸗ sethat, den Fluch fuͤr dich getragen. O Seele deine Suͤnde hat den Frommen so zerschlagen! Durch ihn nimmt dich der Vater an. Die Wunder seiner Suͤte kann kein sterblich's Lied er⸗ heben. Doch hoͤrt er unsre Lieder gern. Anbetung, Preis und Ruhm dem Passionslieder. Herrn, der uns sein Heil gegeben! 198. Mel. Freue dich, o meine Seele ꝛr— Wesu, deine tiefe Wunden, deine Quaal und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Fauͤllt mir etwas Arges ein; denk ich bald an deine Pein, die er⸗ werd dich toͤt laubet meinem Herzen, mit der Suͤnde nicht zu scherzen. 2. Will sich denn in Wol⸗ lust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut; so gedenk ich an dein Leiden, bald wird alles wieder gut. Koͤmmt ein Zweifel, und setzt mir heftig zu; halt ich mir fuͤr deine Gnad' und Gnaden⸗ zeichen; bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze fuͤhren auf die breite Wollustbahn, da nichts ist als Jubiliren; alsdann schau ich emsig an deiner Marter Zentnerlast, die du ausge— standen hast; so kann ich dir treu verbleiben, alle boͤse Lust vertreiben. 4. Ja, fuͤr alles, was mich kraͤnket, geben deine Wunden Kraft. Kraft. ein sich Lebens Suͤßig bittre! Heil et fuͤr mie 5. 2 Vertra Zuvers werd' i ich an get min Heil;! geben und Le 6. nem H ler Guͤt keine letzten Ich ve welch' mich? ne Wu lich uͤbe Mel. O M. I zum Lei ein Heil e Seele u. Bunden, d bittrer u allen Tugend, aͤllt mir henk ich die er werd ö dich toͤdtet er mich nicht; daß n, mit cherzen. in Wol⸗ rderbtes gedenk ald wird Koͤmmt etzt mit mir fuͤt znaden⸗ er von lt mein e breite ichts ist in schau Marter ausge— mich dir oͤse Lust as mich Bunden Kraft. Passionslieder. 161 Kraft. Wenn mein Herz hin⸗ Liebe, dich aller deiner Freu⸗ ein sich senket, find' ich neuen den; littest Bande, Schmerz Lebenssaft. Deines Trostes und Hohn; sahst den Tod Suͤßigkeit wend't in mir das bittre Leid; denn du hast mir Heil erworben, da du bist fuͤr mich gestorben. 5. Auf dich setz' ich mein Vertraueu, du bist meine Zuversicht; auch den Tod werd' ich nicht schauen, durch ich an dir habe Theil, brin⸗ get mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Heil und Leben. 6. Hab' ich dich in mei⸗ nem Herzen, du Brunn al— ler Guͤtigkeit; so empfind' ich keine Schmerzen, auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich; welch' Feind kann verletzen mich? Wer sich legt in dei⸗ ne Wunden, der hat gluͤck⸗ lich uͤberwunden. 199. Mel. O hilf, Christe, Gottes ꝛc. Me'ln Erloͤser, auch fuͤr Lmich gingst du hin zum Leiden, und begabst, aus von ferne; doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte. Als die Stund' er⸗ schienen war, gingst du froh zum Tode. Muthig uͤber— gabst du dich in der Feinde Haͤnde, und bliebst unver⸗ aͤnderlich standhaft bis ans »nde. 5. Lehre mich, wie du, so still und getrost zu leiden, und, wenn es dein Rath einst will, willig zu verscheiden. Staͤrke mich, wenn ich ein⸗ mal sterbend zu dir flehe, daß ich durch das Todesthal ohne Schrecken gehe. 4. Dank, o Jesu! Dank sey dir fuͤr dein schweres Lei⸗ den! Denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod' ich nicht ewig sterbe. Denn ich bin versoͤhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. L 200. 162 200. Besiehl du deine Wege ꝛe. Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn! O Haupt, zu Spott gebunden mit ei— ner Dornenkron! O Haupt, sonst schoͤn gekroͤnet mit hoͤch⸗ ster Ehr' und Zier, itzt aber hoͤchst verhoͤhnet, gepriesen sey von mir! 2. Dein edles Angesichte, vor dem dein Feind einst faͤllt in jenem Weltgerichte, wie ist es so entstellt! Wie ist es so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schaͤnd⸗ lich zugericht't? 5. Die Farbe deiner Wangen, und deiner Lippen Pracht, ist hin, und ganz ver⸗ gangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenom⸗ men, hat alles hingerafft; und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, war alles meine Last; ich, ich hab' es ver⸗ schuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich, Armer, der Tod verdienet Mel. Passionslieder. hat; von dir, o meln Erbar⸗ mer! erfleh ich Huͤlf und Rath. Huͤter; mein Hirte, nimm mich an! von dir, Quell al⸗ ler Guͤter, ist mir viel Guts gethan. Du, du hast mich gelabet mit deines Wortes Kost; dein Geist hat mich begabet mit reichem Him— melstrost. 6. Ich will auf dich stets sehen; verstoße du mich nicht! von dir will ich nie gehen, ob dir dein Herz auch bricht. Seh' ich dein Haupt erblassen im letzten Todes⸗— streit; so will ich dich um— fassen, dich, meine Seligkeit. 7. Es dient zu meinen Freuden, mein Herz wird Trostes voll, wenn ich in dei— nem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach! koͤnnt' ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben; wie wohl ge— schaͤhe mir! 8. Ich danke dir von Her⸗ zen, o Jesu, liebster Freund! fuͤr deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeintl Ach! gieb, daß ich mich halte 5. Erkenne mich, mein halte z daß, w dir mei leiden; fuͤr baͤngste wird se den Ac Angst1 10. Schild noth, Bilde, Tod. blicken bensvo erquick der stir Mel. Fr Se g i je gelie gebuͤße betruͤb doch so glaube an den meine 2. trauen Erbar⸗ f und „mein nimm uell al⸗ Guts ist mich Wortes it mich Him⸗ ch stets u mich ich nie erz auch Haupt Todes⸗ ch um⸗ ligkeit. meinen rz wird in dei⸗ il, mich int' ich, deinem ben von, ohl ge— on Her⸗ Freund! merzen. emeintl ch mich halte Passionslieder. halte zu dir mit Gegentreu, daß, wenn ich einst erkalte, in dir mein Ende sey! 9. Wenn ich einmal soll scheiden; so scheide nicht von mir! wenn ich den Tod soll leiden; so tritt du denn her⸗ fuͤr! und wenn am aller⸗ baͤngsten mir um mein Herz wird seyn; so reiß mich aus den Aengsten, kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde in meiner Todes⸗ noth, und laß mich sehn im Bilde, wie du besiegt den Tod. Da will ich nach dir blicken; da will ich glaͤu— bensvoll mein Herz an dir erquicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! 201. Mel. Freue dich, o meine Seele ꝛc. Se mir tausendmal ge— gruͤßet, der mich je und je geliebt,‚ Jesu, der du selbst gebuͤßet das, womit ich dich betruͤbt! Ach! wie ist mir doch so wohl, wenn ich falle glaubensvoll hin vors Kreuz, an dem du stirbest, und um meine Seele wirbest. 2. Ich umfaͤnge mit Ver⸗ trauen deiner heil'gen Wun⸗ 163 den Zahl; will mit Zuver⸗ sicht anschauen, Heiland, deine Naͤgelmal. O, wer kann doch, Lebensfuͤrst! den so sehr nach uns geduͤrst, dei⸗ ne Liebe, dein Verlangen voͤl⸗ lig fassen und umfangen! 5. Heile mich, o Heil der Seelen! der ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quaͤlen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall ge⸗ bracht, und den ich mir selbst gemacht. Wird, o Arzt! dein Blut mich netzen; wird sich all mein Jammer setzen. 4. Schreibe deine heil⸗ gen Wunden, Jesu, in mein Herz hinein; laß sie mir zu allen Stunden werth und unvergessen seyn! Du, du bist mein hoͤchstes Gut, drauf mein ganzes Gluͤck beruht. Laß, Herr, durch dein Blut⸗ vergießen Huld und Gnade auf mich fließen. 5. Diese Gnade will ich halten, so fest ich nur immer kann. Schaue meiner Haͤn⸗ de Falten, mein Entschließen, gnaͤdig an! Der du starbst am Kreuzesbaum, ach, gieb L2 laß meiner Bitte Raum; sprich 164 Passionslieder. laß alles Trauren schwin⸗ Kein banger Zweifel muͤsse den; ich, ich tilge deine ihn mir rauben! Er muͤsse Suͤnden. mich zum Fleiß in guten Werken bestaͤndig staͤrken! 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkuͤhnen, dei Suͤnde, die dich toͤdtete, zu dienen; so koͤnnt' ich mich mit den von dir Erloͤsten nicht deiner troͤsten. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst unsrer Suͤnden Schmerzen. verbunden; nur dir, mein O welch ein Herz gleicht dei-Heiland, sey mein ganzes nem edlen Herzen! Du lie⸗Leben zum Dienst ergeben! ßest unsre Schuld an dir be⸗ 3. Nichts soll mich je von 202. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. So hochgepriesen, Herr, fuͤr deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleids— vollen Triebe, fuͤr eine Welt voll Suͤnder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fuͤrwahr, du trugest strafen, uns Heil zu schaffen. deiner Liebe scheiden! Ich 3. Laß dieses Heils auch bleibe dein, bis du mich dort mich theilhaftig werden! wirst weiden, wo deine Liebe Was hab ich sonst fuͤr mit dankvollen Zungen stets sichern Trost auf Erden? wird besungen. Was giebt mir sonst wohl sichern Grund zur Freude, 203. wenn ich einst scheide? O Traurigkeit! o Herze⸗ 4. Du bist, mein Hei⸗ leid! Ist das nicht zu land, auch fuͤr mich gestor⸗ beklagen? Gottes eingebohr— ben. Was du der Welt ner Sohn wird ins Grab durch deinen Tod erworben, getragen! das hast du, von Barmher— zigkeit geleitet, auch mir be⸗ Herr ist todt! am Kreuz ist reitet. er gestorben! hat daͤdurch 5. Erhalte selbst mein das Himmelreich uns aus Herz bei diesem Glauben! Lieb erworben. 3. O 3. O deine S richtet, that deit 4. A starb G liegt's welches fuͤr dich — 6. O Gnade Vertrau dein hei rung sch O 7 Christ,! ket, wied keit wir! 8. und Ru Thraͤnen bis ins sehnen! 2. O große Noth! Der Mel. Dir, ch, si Aan, Seele, el muͤsse r muͤsse guten irken! ich nun nen, der tete, zu ich mich ploͤsten in, der den auf Dienst „mein ganzes geben! je von Ich ich dort ne Liebe en stets Herze⸗ licht zu gebohr— Grab 1 Der reuz ist adurch is aus 3. 0 Passionslieder. 3. O Menschenkind! nur deine Suͤnd' hat dieses ange⸗ richtet, da durch deine Misse⸗ that dein Heil war vernichtet! 4. Am Kreuzesstamm starb Gottes Lamm! Dort liegt's mit Blut beflossen, welches er so mildiglich auch fuͤr dich vergossen. 5. O suͤßer Mund! O Glaubensgrund! Wie bist du so zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen! 6. O lieblich's Bild, von Gnade mild, o aller Welt Vertrauen! Niemand kann dein heißes Blut ohne Ruͤh⸗ cung schauen! 7. O selig ist ein jeder Christ, der dieses recht beden— ket, wie der Herr der Herrlich— keit wird ins Grab gesenket! 8. O Jesu, du, mein Huͤlf' und Ruh'! ich bitte dich mit Thraͤnen, hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir moͤge sehnen! 204. Mel. Dir, dir, o Hoͤchster, will ich ꝛc. A* sieh' ihn dulden, blu⸗ ten, sterben! O meine Seele, sag' ihm frommen 165 Dank! Sieh' Gottes ein'gen Sohn und Erben, wie maͤch⸗ tig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan? Der so, wie er, fuͤr Suͤnder ster⸗ ben kann? 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o Herr, und welche Lasten druͤckten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! Und ach! es floß zum Heil und Trost fuͤr mich; und ruft noch heute mir ermunternd zu, daß du mich liebst, du treuer Heiland, du! 3. So sollt' es seyn! Du mußtest leiden; dein Tod macht mir des Vaters Liebe kund. Er wird fuͤr mich ein Quell der Freuden, ein Sie⸗ gel auf den ew'gen Friedens⸗ bund. So wahr dich Gott fuͤr mich zum Opfer giebt; so wahr ist es, daß er mich herzlich liebt! 4. Dein bin ich nun, und Gottes Erbe; ich sehe in sein Vaterherz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe; kann ich unmoͤg⸗ lich je verlohren seyn. Wenn Sonn' und Mond und Erde un⸗ 166 Passionslieder. untergehn; so bleibt mir schliefst auch einst im Grab', schwebe Gottes Gnade ewig stehn. o Seelenfreund! Mag sie Schuld 5. Ja, mir zum Trost, doch meine Asche decken, die kode ne und dir zur Ehre, gereicht Erde, wenn des Todes Racht 5.8 dein ganzer Kampf, dein erscheint! Der Gott, der dir Sünde Kreuzestod; bestaͤtigt istnun das Leben wieder gab, waͤlzt gesicht deine Lehre; ich baue fest einstens auch den Stein von kinder darauf in jeder Noth. Un⸗ meinem Grab'. richt. schuldig littest du; doch 9. Nimm hin den Dank des Pe Preis und Ruhm ist auch fuͤr deine Plagen, mein Quaale im Kampf der Unschuld Retter, den die treuste Liebe befrein Eigenthum. bringt! Dort will ich dirs„A. 6. Herr, dieß dein Bei⸗ noch besser sagen, wenn dich beecher spiel soll mich lehren, des Le⸗ mein Geist im Engelchor be— Schult bens Unschuld sey mein Eh singt. Dann stimmen all den R renkleid. Gern will ich deine Sel'gen froͤhlich ein; der Gnad Stimme hoͤren, und gerne ganze Himmel soll dann nun de thun, was mir dein Wort Zeuge seyn! haßt, gebeut. Die Dankbarkeit des 3 dringt innigst mich dazu; 205. Zornes wer hat es mehr um mich Mel. Wenn meine Suͤnd'n mich un 5. verdient, als du? Ain an dein Kreuz zu tre⸗ Bamde et re 7. Nie will ich mich am ten, in deinem Leiden Feinde raͤchen; auch dieß dich voll Glauben anzubeten, so viel lern' ich, mein Heiland, hier Versoͤhner, staͤrke mich! Laß Rettu von dir; nie Gottes Schik⸗ mich, mit Zittern und Ver, seiner kung widersprechen, waͤr' traun, wie du dich fuͤr die seine gleich sein Pfad itzt noch so Suͤnder hin in den Tod euer K dunkel mir. Auf Dornen gabst, schaun! gingst du selbst zum Ziele 2. Wie ist des Bestens⸗ o Spe bin; ich folge dir, weil ich Seele bis in den Tod be. ler sch dein Juͤnger bin. truͤbt! So bruͤnstig, meint Rette 8. Was fuͤrcht ich noch Seele, hat Jesus dich ge⸗ Geber des Todes Schrecken? Du liebt! In heißen Aengsten was x schwebt Grab', Nag sie ken, die s Nacht „der dir b, waͤlzt tein von n Dank „ mein ste Liebe ich dirs enn dich chor be⸗ nen all n; die Idann n mich z zu tre⸗ Leiden zubeten, ch! Laß ud Ver⸗ fuͤr die en Tod Besten Tod be⸗ „ meine dich ge⸗ lengsten schwebt Passionslieder. schwebt er da, mit unsrer Schuld beladen, dem Opfer⸗ tode nah. 3. Fallt nieder! bebt, ihr Suͤnder! verhullt das An⸗ gesicht! Itzt ist fuͤr Adams⸗ kinder der Mittler im Ge— richt. Er leidet unsers To⸗ des Pein, fuͤhlt unnennbare Quaalen, uns Menschen zu befrein. 4. So liebt er uns, Ver⸗ brecher; so groß ist unsre Schuld! Gott ist der Suͤn⸗ den Raͤcher, und Gott ist Gnad und Huld! Wer nun der Suͤnden Graͤu'l nicht haßt, haͤuft, auf den Tag des Zornes, sich selbst des Zornes Last. 5. Ach, Suͤnder! nehmt's zu Herzen; bekehrt euch, wer⸗ det rein! Der Preis fuͤr so viel Schmerzen soll eure Rettung seyn. O, nehmt an seiner Gnade Theil; erkennet seine Liebe; verwerft nicht euer Heil! 6. Vernehmt's auch ihr, o Spoͤtter! die ihr den Mitt⸗ ler schmaͤht. Er ist auch euer Retter! Hoͤrt fuͤr euch sein Gebet: sie wissen's nicht, was sie begehn; vergieb, 167 o Vater, ihnen, wenn einst sie zu dir flehn! 5. Ihr, eurer Bruͤder Feinde, o schlagt an eure Brust! Seyd aller Men⸗ schen Freunde; verdammt der Rache Lust; vergeltet euern Hassern nie! Den Feinden, die euch fluchen, vergebt, und segnet sie! 3. Noch waͤhren seine Quaalen; noch trinkterohne Rast des Zornes volle Scha⸗ len; traͤgt unsrer Suͤnden Last, und fuͤhlt fuͤr uns des Todes Noth; und nun er⸗ greift den Muͤden der fuͤrch⸗ terlichste Tod. 9. Vor seines Todes Schrecken verlischt der Sonne Licht! die Engel Gottes decken ihr bebend Angesicht! Run sinkt er in die Todesnacht! Erbarm', o Gott, dich unsrer! Er stirbt! Es ist vollbracht! 206. ö Mel. Herzliebster Jesu, was hast 6 Uhr Christen, wachet, wer⸗ 40. det nie vermessen! Des Fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Bestandigkeit und Sicher⸗ 168 Passionslieder. Sicherheit vor Suͤnden auf Schwachheit; eingedenk des Gott zu gruͤnden. Falles der bessern Juͤnger, 2. Wie gleich sind dann streb' er sein Vertrauen auf die feurigsten Entschluͤsse dich zu bauen. den Morgennebeln, die durch 8. Laß deinen Geist uns, Finsternisse schnell in die Hoͤ⸗ Herr, zur Seite treten; er he schimmern und vergehen, lehre uns, stets wachen, kaͤm⸗ wie sie entstehen! pfen, beten; so werden wir 5.: Die Juͤnger staͤrken in in Schwachheit nicht erlie⸗ der Truͤbsal Stunde mit gen; wir werden siegen. Wachen und Gebet sich nicht im Bunde, sind sicher und 207. entschlafen selbst fuͤr Kum⸗ Mel. Wenn meine Suͤnd' mich ꝛc. mer in tiefem Schlummer. Ven Furcht dahin gerissen, 4. Der ihn verraͤth, ist O’verleugnet Petrus dich. da; der Herr will sterben. Bald straft ihn sein Gewis⸗ Wie fuͤrchten sie, mit Jesu sen; da weint er bitterlich. zu verderben! Wo ist ihr Dein Blick, o Jesu, ruͤhrt Muth, bis in den Tod mit sein Herz; er fleht zu dir um Freuden fuͤr ihn zu leiden? Gnade, und du stillst seinen 5. Uneingedenk des Hir⸗ Schmerz. ten, fliehn die Schaafe; er 2. Wie wuchs nun dei⸗ wird verlassen; er, der un⸗ nem Zeugen Bestaͤndigkeit sre Strafe so willig duldet, und Muth! Furcht konnt' daß nur seine Heerde gerettet ihn nie mehr beugen; auch werde. floß fuͤr dich sein Blut. Dich, 6. Welch eine Liebe! Jesu, seinen Herrn und seinen Gott, welche Treue! Du leidest, verherrlichte sein Leben, ver— daß der Mensch sich deiner herrlichte sein Tod. freue! Ach, laß uns nie mit 5. Betruͤbt ist meine zweifelnden Gedanken im Seele, erfuͤllt mit Reu und Glauben wanken! Schmerz! Was hilft's, daß 7. Wer dich bekennt, der ichs verheele? Durchschaust fuͤrchte, Jesu, alles von sei⸗du doch mein Herz! Beken⸗ nen laß oft hab vergieb, 38 mens S ten; we hoͤhnte, ihren H dann se schaͤmte seyn, ui Spott, 5. D Leben f. so willi. segnen dankbar ich, daf Suͤnde denn dick 6. Je pfinde Schuld. Suͤnde Huld!( Petrum Gnade empfahn ö 7. Reue de neu'n; Treue di weihn! nen, He Ren enk des huͤnger, ien auf st uns, en; er u, kaͤm⸗ den wir t erlie⸗ en. mich ꝛe. erissen, is dich. Gewis⸗ terlich. ruͤhrt dir um seinen n dei⸗ digkeit konnt' auch Passionslieder. nen laß mich's, Jesu, dir: oft hab ich dich verleugnet; vergieb, vergieb es mir! 4. Wenn deines Na⸗ mens Spoͤtter dich schmaͤh— ten; wenn ihr Spott dich hoͤhnte, Welterretter, dich, ihren Herrn und Gott; dann schwieg ich zaghaft, schaͤmte mich, ein Christ zu seyn, und scheute mehr ihren Spott, als dich. 5. Du hast, o Herr, dein Leben fuͤr meine Seeligkeit so willig hingegeben, zu segnen so bereit. Wie un⸗ dankbar, wie schwach war ich, daß ich den Haß der Suͤnder mehr fuͤrchtete, denn dich! 6. Ich seh' itzt, ich em⸗ pfinde die Groͤße dieser Schuld. Vergieb auch diese Suͤnde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Dich, Petrum an; laß eine gleiche 1Gott, Gnade mich, o mein Heil, „ ver⸗ empfahn! 7. Laß mich bei meiner meine Reue den Bund mit dir er⸗ u und neu'n; Standhaftigkeit und 3, daß Treue dir, mein Versoͤhner, scchaust weihn! Zeken⸗ Dich zu verleug⸗ nen, Herr, mein Gott, das Ren 169 fuͤrchte meine Seele weit mehr, als Quaal und Tod. 8. Bewahr' ich deine Gnade, folg' ich dir standhaft nach; wer ist dann, der mir schade? Was fuͤrcht' ich Hohn und Schmach? Die Spoͤtter moͤgen mich ver⸗ schmaͤhn! Sie werden mich mit Ehre von dir verherrlicht sehn. 9. Nichts soll von dir mich trennen; dich will ich frei und gern vor aller Welt bekennen, dich, meinen Gott und Herrn! Denn vor dem Vater im Gericht verleug— nest du, o Richter, den, der dir treu ist, nicht. 208. Mel. Alle Menschen muͤssen ꝛe. Wesu, meines Lebens Leben! Jesu, meines Todes Tod! der du dich fuͤr mich gegeben in die tiefste Seelen⸗ noth, in das aͤußerste Ver⸗ derben, nur, daß ich nicht moͤchte sterben! Tausend⸗ tausend mal sey dir, liebster Jesu, Dank dafuͤr. 2. Du, ach! du hast aus⸗ gestanden, Laͤsterreden, Spott und Hohn, Speichel, Schlaͤ⸗ ge, 17⁰ ge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich, Armen, zu erretten von des Teufels Suͤndenketten. Tau send⸗tausendmal sey dir, liebster ꝛc. 3. Du hast lassen Wun⸗ den schlagen, dich erbaͤrmlich richten zu, um zu heilen mei⸗ ne Plagen; um zu setzen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen! Tau⸗ send⸗tausendmal ꝛc. 4. Man hat dich sehr hart verhoͤhnet, und mit großem Schimpf belegt; ja, mit Dornen gar gekroͤnet! Was hat dich dazu bewegt? Daß du moͤchtest mich ergoͤz⸗ zen, mir die Ehrenkron aufsez⸗ zen. Tausend⸗tausendmal ꝛc. 5. Du hast wollen seyn geschlagen, zu befreien mich von Pein; faͤlschlich lassen dich anklagen, daß ich koͤnnte sicher seyn; daß ich moͤchte trostreich prangen, hast du ohne Trost gehangen. Tausend⸗tausendmal ꝛc. 6. Du hast dich in Noth gestecket, hast gelitten mit Geduld; gar den herben Tod geschmecket, um zu buͤßen, Passionslieder. meine Schuld; daß ich wuͤr de los gezaͤhlet, hast du wol len seyn gequaͤlet. Tausend tausendmal sey dir ꝛc. 7. Deine Demuth ha gebuͤßet meinen Stolz un Uebermuth, dein Tod meines Tod versüßet; es kommt al les mir zu gut. Dein Ver spotten, dein Verspeien muf zu Ehren mir gedeihen Tausend⸗tausendmal ꝛc. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, fuͤr gesammt Noth, fuͤr die Wunden, fi die Schmerzen, fuͤr den hen ben bittern Tod, fuͤr dei Zittern, fuͤr dein Zagen, fi dein taͤusendfaches Plageh fuͤr dein Ach und schwen Pein will ich ewig dant bar seyn. 209. Mel. Wenn mein Stuͤndlein a. D haͤngt, durch viel Leiden schon gemartel und entkraͤftet, der Herr del Himmels, Gottes Sohn, fuͤr uns ans Kreuz gehefteth Er fleht! Gott schweigt! Bedeckt mit Spott fleht er; verlaͤssen, selbst von Gott, dem ewig guten Vater! 2. O — 2. welch e dringt Verwu lich's H ders S der, de schuld fließt! und tre 3. 6 wie Go verhoͤhr er uns Tod vei seine H ben, wi und seg 4. immer liebst,e nen St zu mich flamme Dank‚, mein 6 ner Lie 5. geld m gen; L der W Segen und T ich wuͤr du wol Tausend c. uth ha tolz um dmeinen ommt al⸗ ein Ver eien muf deihen U 2c. e dir von esammt den, fiü⸗ den hen fuͤr dein igen, fü⸗ Plageh schwen g danuk idlein ae. ich viel emartell Herr det Sohn, gehefteth chweigt! fleht er; n Gott, er! 2. O Passionslieder. 2. O welch ein Leiden! welch ein Schmerz! Wem dringt er nicht zu Herzen? Verwunden doch ein mensch— lich's Herz selbst eines Suͤn⸗ ders Schmerzen! Hier leidet der, der ewig ist! Die Un⸗ schuld selbst! Ihr Thraͤnen fließt! Zerschmilz, o Herz, und traure! 3. Er, der so heilig ist, wie Gott, traͤgt Fesseln, wird verhoͤhnet, und blutet, weil er uns mit Gott durch seinen Tod versoͤhnet. Er, der uns seine Huld erwirbt, muß ster⸗ ben, will es auch, und stirbt, und segnet seine Feinde. 4. O moͤcht' ich, Heiland, immer mehr, wie sehr du liebst, empfinden! Send' ei⸗ nen Strahl der Liebe her, da⸗ zu mich zu entzuͤnden! Ent⸗ flamme mich zu Lieb' und Dank, und froͤhlich preise mein Gesang die Groͤße dei⸗ ner Liebe! 5. O, laß dieß hohe Loͤse— geld mich taͤglich mehr erwaͤ⸗ gen; gedenken im Geraͤusch der Welt an deines Todes Segen! Dein Schmerz und Tod erinnre mich, und 171 rufe laut: er litt fuͤr dich, so viel fuͤr dich am Kreuze! 6. Ach, meine Suͤnden quaͤlten dich! Gieb, daß ich sie bereue, damit ich meines Heiles mich mit frommer Ehrfurcht freue! Stets sey das Laster mir verhaßt, weil du mich dir erkaͤufet hast so theuer, dir zum Preise. . Ich bin nun dein! O, gieb mir Kraft, nur dir allein zu leben, und laß mich stets ge⸗ wissenhaft, dir zu gefallen, streben; dir leben, der du mir erwarbstein ewigs Leben, der du starbst, damit ich se⸗ lig wuͤrde. 8. Dir, mein Versoͤhner, Jesu, dir sey ewig Dank und Ehre! Gieb, daß ich ewig dir dafuͤr zum Opfer ange⸗ hoͤre! Bin ich durch deinen Tod nur dein; getrost kann ich im Tode seyn, getrost einst im Gerichte! 210. Mel. Aus tiefer Noth schrei ꝛe. H err Jesu Christe, deine H Pein, dein Gott ver— soͤhnend Leiden, laß meiner Seele heilig seyn, der Suͤnde Lust zu meiden! Laß mich an 172 an deine große Noth, an deine Martern, deinen Tod, so lang ich lebe, denken. 2. Was du, o Herr, er⸗ duldet hast, so viele schwere Plagen, der mir gedrohten Strafen Last, hast du fuͤr mich getragen. Ach, treuer Jesu, schone mein! laß meine Schuld getilget seyn; fuͤr Recht ergeh nun Gnade! 3. Dein Kampf am Oel⸗ berg dort, dein Tod, erinnre mein Gewissen, was dein Gesetz dem Laster droht; was Suͤnder leiden muͤssen. Das lehre mich, und allezeit sey mir verhaßt, was Gott ver— beut, durch deinen Tod am Kreuze. I. Fuͤr mich erniedrigt, Gottes Sohn, hast du, mit Angst umfangen, am Kreuze huͤlflos und voll Hohn, und ohne Trost gehangen. So hast du unsre Missethat ge— tilgt, und nach des Vaters Rath auch meine Schuld versoͤhnet. 5. Dir sey mein ganzes Herz geweiht! Dir will ich hier lobsingen! Einst wirst du mich zur Seligkeit durch deine Leiden bringen. Mit Passionslieder. allen Frommen stimm' ich dann dir noch ein beßres Loblied an, das Loblied der Erloͤsten. 6. Herr Jesu, deine Quaal und Pein, dein bit— res schweres Leiden laß meine letzte Zuflucht seyn, wenn Leib und Seele schei— den! Hilf dann, das ich durch deinen Tod erloͤst aus aller meiner Noth, getrost und selig sterbe. 211. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r ꝛc. O Jesu Christe, Gottes Sohn, du herrschest auf der Gottheit Thron! Ach, laß auch mich mit dir zugleich ein Erbe seyn in dei— nem Reich! 2. Was huͤlf' uns deine Angst und Noth, dein Leiden und dein Kreuzestod, wenn ich nicht einst der Seligkeit genießen sollt' in Ewigkeit? 5. Warum, o Jesu, un⸗ ser Heil, warum ward Tod und Grab dein Theil, wenn uns nicht deine Kreuzesnoth erloͤsen sollte von dem Tod? 4. Darum, o Jesu, steh mir bei; mir deinen Trost und und H den nick Lat die Kreuzes erfunde du war O V schuldig nen Fri Go dig um' ich beßres lied der deine in bit⸗ en laß t seyn, e schei— das ich oͤst aus getrost ahr'r ꝛe. Gottes rrschest Thron! mit dir in dei⸗ deine Leiden wenn eligkeit gkeit? u, un⸗ d Tod wenn esnoth Tod? „ steh Trost und Passionslieder. und Huͤlf verleih'; verlaß den nicht, Herr Jesu Christ, der durch dein Blut erloͤ—⸗ set ist! 5. Im Friede laß mich schlafen ein, dein werd ich auch im Tode seyn; ein se⸗ lig's Ende mir bescher', dein Antlitz laß mich sehen, Herr! 6. Ich bitt' durch deine Leidenspein, laß dieß mein stetes Wuͤnschen seyn! So will ich loben allezeit dich, Herr und Gott, in Ewigkeit. 212. O Lamm Gottes, unschul— dig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wie sehr du warst verachtet! All' Suͤnd' hast du getragen, sonst muͤßten wir verzagen. Erbarm' dich unsrer, o Jesu! O Lamm Gottes, un⸗ schuldig ꝛc. Erbarm' dich unsrer, o Jesu! O Lamm Gottes, un⸗ schuldig ꝛc. Gieb uns dei— nen Frieden, o Jesu! 213. — Gottes Lamm, unschul⸗ dig fuͤr uns am Kreuze 175 verschmachtet, und stets be⸗ funden geduldig, von aller Welt verachtet! Du hast die Schuld getragen, daß wir nicht duͤrften verzagen. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! 214. Mel. Was mein Gott will, gescheh', Sẽ gehst du nun, mein Jesu, hin, den Tod fuͤr mich zu leiden; fuͤr mich, der ich ein Suͤnder bin, der dich betruͤbt in Freuden. Wohlan, fahr' fort, du edler Hort! Mein' Augen sollen fließen; gleich einem See, mit Ach und Weh, in Thraͤ⸗ nen sich ergießen. 2. Ach Suͤnde, rtoͤdtlich's Schlangengift! wie weit kannst du es bringen! Dein Lohn, der Fluch, mich itzt betrifft, in Tod will er mich zwingen. Itzt koͤmmt die Nacht der Suͤnden Macht, fremd' Schuld muß ich ab⸗ tragen! Betracht es recht, du Suͤndenknecht! Nun darfst du nicht verzagen. 5. Ich, ich, Herr Jesu, sollte zwar der Suͤnden Strafe leiden, an Leib und Seele immerdar; und ewig aller 174 Passionslieder. aller Freuden beraubet seyn des heil' gen Kreuzes, auf dich und leiden Pein; so nimmst genommen hast. du hin die Schulden. Dein 2. O Wunder ohne Maa⸗ Blut und Tod bringt mich ßen, wer es betrachtet rechtt vor Gott; ich soll nicht ewig Es hat sich martern lassen der dulden. Binn 75 Knecht' 65 Ja, liebe Seel', ich buͤß hat sich selbst der wahre Gott die Sehuld, die du 936— fuͤr mich, verlohrnen—. sollen buͤßen! Erkenne daraus schen, gegeben in den Tod. meine Huld, die ich dich laß 5˙ Was kann mir denn genießen! Ich wahl denFluch, un le den Sün den weil ich dich such, vom Fluche große Zahl? Ich bin be zu befreien. Denk meiner Gott in Gnaden; die Lieb, durch deren Trieb dir Schuld ist allzumahl bezahl Segen angedeihen! durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf 5. Was kann fuͤr solche fü Liebe dir, Herr Jesu, ich fuͤrchten der Hoͤlle Quaa und Glut. wohl geben? Ich weiß und Duum sag' ich dir voh finde nichts an mir; doch Herzen, itzt und mein leben, will, weil ich werd' leben, lang, fur solche Pein um mich einzig dir, Herr, nach Schmerzen, o Jesu, Lol Gebuͤhr zu dienen ganz ver⸗ und Dank, fuͤr deine Noth schreiben, auch nach der Zeit und Angstgeschrei, fuͤr deil in Ewigkeit dein Diener unschuldigs Sterben, fuͤr dei seyn und bleiben. ne Lieb und Treu. 2⁴½. 5. Herr, laß dein bittres enn meine Suͤnd'n mich ö kraͤnken, o mein Herr Jesu Christ; so laß mich wohl bedenken, wie du ge— storben bist, und alle meine Suͤndenlast, am Stamm fuͤr, mit allem Ernst zu mei mir nie komme aus den Sinn, wie viel es dich geko⸗— stet, daß ich erloͤset bin. 6. Mein Kreuz und mei— ne Leiden mich reizen fuͤr und den die suͤndliche Begier, daß ne Plag Schmae mir ged o mein uͤben, w und mei gern die Eigenn. und, u aus reir 8. La den mick meinen deß ver auf deir du wer! daß ich Mel. He fuͤr uns hast un Blut v recht un 2. Mensch deine 2 Noth, auf dich e Maa⸗ t recht issen det t?! Es hre Gott n Men⸗ Tod. ir denn uͤnden bin bei n; die bezahlt s Blut, hra dars Quag dir voh in leben Hein und u, Loh ne Noth fuͤr dein fuͤr dei⸗ u bittres fuͤr und t zu mei gier, daß us dem ich geko⸗ bin. und mei⸗ ne Passionslieder. ne Plagen, soll's auch seyn Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen! Gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt, und folge dem Exempel, das du mir vorgestellt! 7. Laß mich an andern uͤben, was du an mir gethan, und meinen Naͤchsten lieben, gern dienen jedermann, ohn' Eigennutz und Heuchelschein, und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wun⸗ den mich troͤsten kraͤftiglich in meinen letzten Stunden, und deß versichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. 246. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r ꝛc. Wi danken dir, Herr Jesu Christ, daß du fuͤr uns gestorben bist, und hast uns durch dein theures Blut vor Gott gemacht ge— recht und gut; 2. Und bitten, wahrer Mensch und Gott, durch deine Wunden, Angst und Noth, erloͤs' uns von dem 475 ew'gen Tod, und troͤst' uns in der letzten Noth! 5. Behuͤt' uns auch vor Suͤnd und Schand, und reich uns deine Allmachts⸗ hand; laß uns im Kreuz geduldig seyn, uns troͤsten dei⸗ ner schweren Peinz 4. Und schoͤpfen draus die Zuversicht, du werdest uns verlassen nicht, vielmehr ganz treulich bei uns stehn, bis wir durchs Kreuz ins Leben gehn. 217. Mel. Werde munter, mein Gemuͤthe. er am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ. Weg, ihr schnoͤden Suͤndentriebe, Sa⸗ tan, Welt und Fleischesluͤst'! Eure Lieb ist nicht von Gott; eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn, mich uͤbe. 2. Der am Kreuz ist mei⸗ ne Liebe. Frevler, was be⸗ fremdet's dich, daß ich mich im Glauben uͤbe? Jesus gab sich selbst fuͤr mich. So ward er mein Friedeschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, ꝛc. 5. Der 176 3. Der am Kreuz ist mei⸗ ne Liebe. Suͤnde, du ver⸗ lierst den Reiz! Weh mir, wenn ich den betruͤbe, der, statt meiner, starb am Kreuz! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? Trnaͤt' ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ꝛc. 4. Der am Kreuz ist mei⸗ ne Liebe. Schweig, Gewissen! nichts klagt an. Gott preist seine Liebestriebe, und die Straf ist abgethan. Schau, wie dein Versoͤhner stirbt, und dir Gottes Huld er⸗ wirbt! Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ꝛe. 5. Der am Kreuz ist mei⸗ ne Liebe. Drum, Tyranne, foltre, stoß! Hunger, Bloͤße, Suͤndentriebe, nichts macht mich von Jesu los; nicht Ge⸗ walt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fuͤrstenthum. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ꝛc. 6. Der am Kreuz ist mei⸗ ne Liebe. Nun, o Tod, bist du mein Freund. Wenn ich, wie ein Staub, zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint; da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Braͤutigam. Passionslieder. Der am Kreuz ist meine Lie⸗ be, dem ich treu zu seyn, mich uͤbe. 218. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛr. Meus Je sus stirbt, was sol ich leben? Mein Haupt erblaßt, wo bleibt sein Glied! Ach! soll ich ihm den Geis nicht geben, da itzt sein Geis von dannen zieht? Ach! ja, ich sterbe nun mit dir, mein Jesus, lebe du in mir! 2. Mein Jesus stirbt, di Augen brechen! Ach! nimn den letzten Blick von mir Sein Mund verschmachtl was soll ich sprechen? Mein letztes Wort ist: Jesus hier! Ach! Je su, Jesu, laß mich nicht, wenn mir der Tod das Herze bricht! 5. Mein Jesus neigt sein Haupt zur Erden. Welt, gute Nacht! Ich scheide mit. Soll Jesus eine Leiche wer— den; was scheu' ich denn den letzten Tritt? Sein Tod, das Wort aus seinem Mund, versuͤßt mir meine Todes⸗ stund'. 4. Mein Jesus wird ins Grab versenket! O! legt ihn in in mei daß me ket, da ben bit Grabse Tod au Mel. J SI 0 Kreuze dich de Buße empfind du meh 2. S merbild Himme Blut 1 daß ihr gen! fuͤr Ni selbst d 3. Schuld verschuf großer fuͤr mie nicht ve dich ant 4. lamm, be! Sck eine Lie⸗ zu seyn, uGott nꝛr. was sol n Haupt n Glied! en Geis ein Geis Ach! ja, ir, mein ir! irbt, die nimmn on mirl ymacht/ ? Mein Jesus Jes enn mir richt! eigt sein Welt, eide mit. iche wer⸗ denn den Tod, das Mund, Todes⸗ wird ins legt ihn in Passionslieder. in mein Herze hin! Und, daß man immer dran geden⸗ ket, daß ich mit ihm gestor⸗ ben bin; so setzt mir diese Grabschrift bei, daß Jesu Tod auch mein Tod sey. 219. Mel. Jesu, meine Zuversicht ꝛc. S᷑le, geh' auf Golgatha hin zu deines Jesu Kreuze, und bedenke, was dich da fuͤr ein Trieb zur Buße reize! Willst du un⸗ empfindlich seyn? Oso waͤr'st du mehr, als Stein!: 2. Schaue doch das Jam⸗ merbild zwischen Erd' und Himmel hangen; wie das Blut in Stroͤmen quillt, daß ihm alle Kraft entgan⸗ gen! Ach! was duldet er fuͤr Noth! Ja, er duldet selbst den Tod! 5. O Lamm Gottes, ohne Schuld, alles das hatt' ich verschuldet! und du hast aus großer Huld Pein und Tod fuͤr mich erduldet; daß ich nicht verlohren bin, giebst du dich ans Kreuz dahin! 4. Unbeflecktes Gottes⸗ lamm, ich verehre deine Lie— be! Schau von deines Kreu⸗ 7—..7 zes Stamm, wie ich mich um mich betruͤbe! Ich bin schuldig; aller Schmerz, der dich trifft, durchbohrt mein Herz. 5. Ich kann nimmer, nim⸗ mermehr diese Plagen dir vergeltenl Du verbindest mich zu sehr, schenkst mir mehr als tausend Welten. Was ich habe, Herr, ist dein! Ach, wie soll ich dankbar seyn! 6. Nun, ich weiß noch was fuͤr dich. Ich soll dir mein Herz ergeben. Und dieß soll bestaͤndiglich ganz nach dei— nem Willen leben. Wie du mein, so will ich dein, le⸗ bend, leidend, sterbend seyn. 7. Laß mich nur vor dir bestehn, oͤffne mir die Gna⸗ denthuͤre! Dahin will ich be⸗ tend gehn, wenn ich Kreuz und Noth verspuͤre, bis du den, der nach dir duͤrst't, gna⸗ denvoll erquicken wirst. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmaͤhen; laß mich dich, du hoͤchstes Gut, immer vor den Augen sehen! Fuͤhr in allem Kreuze mich wunderlich, nur seliglich! 9. Endlich, laß mich meine Noth 178 Noth freudig sterbend uͤber⸗ winden! Nirgends muͤsse mich der Tod, als in deinen Wunden finden! Wer sich dich zur Zuflucht macht, spricht getrost: es ist voll⸗ bracht! 220. Mel. Wenn meine Suͤnd'n mich ꝛe. enn mich die Suͤnden kraͤnken; so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubens⸗ voll bedenken, wie du gestor⸗ ben bist, und Rettung von der Schuldenlast uns, den verlohrnen Suͤndern, am Kreuz erworben hast. 2. O wundervolle Liebe! Bedenk's, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr fuͤr seinen Knecht! Selbst seinen eignen Sohn gab Gott, fuͤr mich verlohr⸗ nen Menschen, in Marter, Schmach und Tod! 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Suͤndern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden; durch Jesu Mittlerstod bin ich von diesem Fluch befreit, und darf nicht aͤngstlich fuͤrchten Gericht und Ewigkeit. Passionslieder. 4. Drum sag ich dir von Herzen, itzt und mein Leben⸗ lang, fuͤr deine Todesschmer⸗ zen, Erloͤser, Lob und Dank! Hilf, daß ich doͤr fuͤr deine Treu auf ewig ganz erge— ben und thaͤtig dankbar sey 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir suͤndlich ist. Nie komm es mir aus meinem Sinn, wie viel es din gekostet, daß ich erloͤset bin 6. Mein Kreuz und mes ne Plagen, und waͤr's aut Schmach und Spott, hil mir geduldig tragen! Laf nur, mein Herr und Gott mich fliehen jede Lust der Welt, und dem Exempel fol⸗ gen, das du mir vorgestellt 7. Laß mich an andern uͤben, was du an mir gethan selbst meine Feinde lieben gern dienen jedermann, ohn Eigennutz und Heuchelei und wie du mir's erwiesen aus wahrer Lieb und Treu. 8. In meinen letzten Stun⸗ den erquicke mich dein Tod daß ich, mit dir verbunden, besieg' auch diese Noth! Di bist es, Herr, auf den ich trau trau! im To schau! Mel. He FTuͤrt O au du der Tod er ja, vo tet, au 2. Herz kein b mir il mich; Werke 3. noch fre Suͤnde dienen! Heilan ben hei Mel. V Wesus wa hilf mit ne Her Sieh, i derben ten, ste dir von Leben⸗ schmer⸗ Dank! ir deine 1z erge⸗ bar sey bittres als ein ernst zu suͤndlich mir aus iel es dit set bin ind mei— r's auch tt, hil n! Laf id Gott, Lust dei npel foß rgestellt andern gethan lieben nn, ohn euchelei, rwiesen, d9 Treu. en Stun⸗ ein Tod bunden, oth! Du den ich trau Passionslieder. trau! Stark' meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau! 224. Mel. Herzliebster Jesu, was hast ꝛc. JTuͤr mich, o Jesu, bist du 8 auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu gelei⸗ tet, auch mir bereitet! 2. O, staͤrke selbst mein Herz in diesem Glauben; kein banger Zweifel muͤsse mir ihn rauben; er muͤsse mich zum Fleiß in guten Werken bestaͤndig staͤrken! 3. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkuͤhnen, der Suͤnde, die dich toͤdtete, zu dienen? Nein! dir, mein Heiland, seymein ganzes Le⸗ ben heilig ergeben! 222. Mel. Wachet auf, ruft einst ꝛc. Wesus Christus sprach: be— wahre mich, Vater! hilf mir, offenbare nun dei⸗ ne Herelichkeit an mir! Sieh, ich will itzt, vom Ver⸗ derben die Suͤnder zu erret⸗ ten, sterben. Du willst ein 179 Opfer; ich bin hier! J hab's gelobet, dich will ich versoͤhnen; ich, ich will lei⸗ den den Tod, den Tod, den dein Gebot den abgefallnen Suͤndern droht. 2. Alle Suͤnder laß auf Erden nun durch mein Lei⸗ den selig werden; ihr Heil, ihr Leben, sey mein Lohn! Weil fuͤr Suͤnder ich mein Leben dir opfre, wollest du vergeben; du bist mein Va⸗ ter, ich dein Sohn. Du hast geschworen: ich soll sie erloͤsen; dich, dich versoͤhnen; so laß sie mein, laß sie auch dein, laß die Versoͤhnten selig seyn. 5. Vater Jesu, sey erho⸗ ben! Dich sollen alle Suͤn⸗ der loben; du hast ihm, was er bat, gewaͤhrt. Er voll— brachte die Er loͤsungz du hast im Staube der Verwe— sung den Sohn bewahrt, und ihn verklaͤrt. Du scho⸗ nest, du vergiebst! Um seinet⸗ willen liebst du die Suͤnder. Wer glaubt, hat Theil an seinem Heil, und ist des Sohnes Erb und Theil. 4. Ruͤhmen sollen's die Erloͤsten, sich sein und seiner M 2 Gnade 18⁰ Passionslieder. Gnade troͤsten, die fest und unbeweglich steht; sollen ihn vor Augen haben! Er ist ge— storben und begraben, und auferstanden, und erhoͤht. Der Sohn erfuͤllte gern fuͤr uns den Rath des Herrn, und vertraut ihm. Auf Fel⸗ sen baut, wer Gott vertraut, allein auf seine Rechte schaut. 5. Nicht im Grabe bleibt sein Leben; sein Leib war in den Tod gegeben, nicht aber der Verwesung Raub. Nunmehr soll kein Grab uns schrecken; der Auferstandne kann erwecken, erwecken un⸗ srer Leiber Staub. Ent⸗ 4. Dieß weiß'st du, mein schlummre froͤhlich, Christ! Gemuͤthe; komm, eile Jesi Denn Jesus Christus ist zu! In seiner Mittlergute auferstanden! In Ewigkeit, ist meine Rast und Ruh⸗ o Christ, erfreut dich deines Sein Sterben ist mein Le⸗ Gottes Seligkeit. ben, sein' Angst erwirbt 10 eil. m will ich mi 223. Ib ergeben; er ist und bleibt Mel. Besiehl du deine Wege ꝛc. mein Theil. Kaun Seele, Jesu Leiden 5. Er hat fuͤr mich ent⸗ soll mein' Ergoͤtzung seynl richtet die Schuld, so ich ge— daran will ich mich weiden; macht. Wie sehr bin ich ver⸗ da senk ich mich hinein! Ich will sonst nichts mehr wissen, als meinen Jesum Christ, und lieber alles missen, als daß mein Herz ihn mißt. gangen ins Elend mir zu gut, verrathen und gefangen, ge— geißelt bis aufs Blut, ge— schlagen und verhoͤhnet, ver⸗ speiet und verlacht, mit Dor⸗ nenkranz gekroͤnet, und gar ans Kreuz gebracht. 3. Die Haͤnde sind durch⸗ graben mit Naͤgeln und die Fuͤß. Es konnte ihn nichts laben, als er sich martern ließ. Da hing er ausge— dehnet, die Zunge klebt' am Gaum! der sich nach mir ge— sehnet, der stirbt am Kreu— zesbaum! ne Nacht ist nun in Licht ver⸗ kehret, durch meines Heilands Tod. Weil ihn der Tod ver⸗ sehret, entgeh ich aller Roth. 6. Wenn 2. Mein Heiland ist ge⸗ pflichtet zum Danke! Mein 6. bedächt ein S Dank du gefü dich im Jesum nieman wider i 7. D mein J im Ge dein 2 schafft, schmecke Held, Schreck der We 8. Jc wissen, und Pei beflissen Mein ben dur Gunst. lieben, i Mel. Her 1 m G der Heil! von frec Dir bl ist ge⸗ zu gut, en, ge⸗ ut, ge⸗ et, ver⸗ it Dor⸗ und gar hdurch⸗ und die n nichts nmartern ausge⸗ lebt' am mir ge⸗ 1 Kͤreu⸗ 4, mein le Jesu tlerguͤte Ruh, iein Le⸗ irbt mit ch mich d bleibt lich ent⸗ o ich ge— ich ver⸗ Mei⸗ icht ver⸗ deilands Tod ver⸗ •r Moth. Wenn Passionslieder. 6. Wenn du dieß nicht bedächtest, so waͤr'st du wie ein Stein; wenn du nicht Dank ihm braͤchtest, wuͤrd'st du gefuͤhllos seyn. Verlasse dich im Glauben auf deinen Jesum Christ! Den soll dir niemand rauben, der dir zu⸗ wider ist. 7. Du aber, o mein Leben! mein Jesu, gieb mir Kraft, im Geist mich zu erheben, dein Blut, das Gnade schafft, in seiner Frucht zu schmecken! Erhalte du, mein Held, mich vor des Todes Schrecken, vor Suͤnden und der Welt. 8. Ich kann nichts bessers wissen, als dich, dein Kreuz und Pein. Die Seele bleibt beflissen, ergeben dir zu seyn. Mein Herz wird angetrie— ben durch Jesu Gnad und Gunst. Dich, Jesu, herzlich lieben, ist meine beste Kunst. 224. Mel. Herzlich lieb hab ich dich ꝛe. U* Gnade fuͤr die Suͤn⸗ derwelt rufst du, mein Heil! am Kreuz gequaͤlt von frecher Suͤnder Rotten. Dir blutet das bedrangte 181 Herz, wenn dich, bei delnem herben Schmerz, die Boͤse⸗ wichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg, auf den zuruͤck, den diese Schaar in dir ent— ehrt; rufst, daß es Erd' und Himmel hoͤrt: vergieb, o Gott! und fuͤhre nicht sie ins Gericht! das, was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Moͤrder so ertraͤget! Ihr, die ihr euren Heiland ehrt, fuͤhlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget! Er hat, durch segnendes Gebet, auch uns ein ewig's Heil er⸗ fleht. Er sagt auch uns, zu unsrer Ruh, Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ! gelobt seyst du fuͤr deinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott! 3. Daß Gott mit Lang⸗ muth und Geduld, auch selbst bei sehr gehaͤufter Schuld, der Suͤnder dennoch scho— net; daß er so liebreich ih⸗ rer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß 182 daß ich noch froͤhlich sagen kann: auch mich, mich, Suͤn⸗ der, nimmt Gott an! hast du, durch deines Fuͤrspruchs Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu Christ! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis an den Tod! 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil meiner Suͤnden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o dann versichre mich aufs neu, du stehest mir als Mitt⸗ ler bei, der meine Schuld bedecket. Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich; sey du mir nur nicht fuͤrchterlich! Und schließt sich meine Pil⸗ grimschaft; so staͤrke mich mit neuer Kraft. Herr Jesu Christ! der letzte Kampf wird mir versuͤßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften liebesvol⸗ len Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, floͤß, Herr, in meine Seele! Gieb, daß, bei der Verfolgung Schmerz, ich dir des Fein⸗ des hartes Herz und meine Sach' empfehle! Besaͤnf⸗ Passionslieder. tige mein reges Blut; und flammt des Zornes wilde Glut mein Herz zur Rach⸗ begierde an: o so erinnre mich daran, Herr Je su Christ, wie du am Kreuz, durch dein Gebet, selbst dei— nen Moͤrdern Gnad' erfleht! 6. Mich troͤste dein Ver⸗ soͤhnungstod! Es bilde mich dein Geist, mein Gott! daß ich dir aͤhnlich werde! O zeuch mich, du erhoͤh'ter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Him⸗ mel von der Erde! Du bist uns alles, dort und hier. Zeuch dir uns nach, so lau⸗ fen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fuͤr⸗ bitt' ewig freun. Herr Jesu Christ! wie selig ist, wie se⸗ lig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! 225. Mel. Machs mit mir, Gott ꝛc. Geeiger Herr Jesi Christ, der du all Angst und Plagen, all' Un⸗ gemach zu jeder Frist so wil⸗ lig hast ertragen; verleih mir auch zur Leidenszeit Ge⸗ duld, verfolg o Herr aͤhnlich nehmli bei, da dig sey 4. Lo und P Plagen verspot und ge o Herr so, wie 5. c ohn' K Freude du in d bist du Wer ni und P nicht s t; und wilde Rach⸗ erinnre Je su Kreuz, bst dei⸗ erfleht! nVer⸗ de mich Gott! werde! hoͤh'ter If vom n Him⸗ Du bist d hier. so lau⸗ vir uns er Fuͤr⸗ rr Jesu wie se⸗ dem du Bott ꝛc. Jesu du all⸗ all' Un⸗ so wil⸗ verleih zeit Ge— duld, Passionslieder. duld, Muth und Stand⸗ haftigkeit. 2. Du hast gelitten, daß auch ich dir folgen soll mit Freuden, und gleich wie du, Herr, williglich, geduldig, standhaft leiden. Ach! moͤcht' ich doch in Kreuz und Pein geduldig, wie du, Jesu, seyn! 3. Ich wuͤnsche mir von Herzensgrund, sollt' ich verfolget werden, daß ich, o Herr, zu jeder Stund dir aͤhnlich seyz auf Erden. Vor— nehmlich wuͤnsch ich auch da⸗ bei, daß ich, wie du, gedul⸗ dig sey. 4. Laß kommen alles Kreuz und Pein, laß kommen alle Plagen, laß mich veracht't, verspottet seyn, verwundet und geschlagen; laß nur, o Herr! in aller Pein mich so, wie du, geduldig seyn! 5. Ich weiß, man kann ohn' Kreuz und Leid zur Freude nicht gelangen, weil du in deine Herrlichkeit selbst bist durchs Kreuz gegangen. Wer nicht mit dir leid't Kreuz und Pein, soll auch mit dir nicht selig seyn. 183 226. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Errß rief der Herr vor dem Erblassen: mein Gott! mein Gott! ach haͤtt'st du mich noch itzt beim Lebens⸗ schluß verlassen? Nein! Va⸗ ter, nein! ich trau auf dich! Laß mich, denn groß ist mei⸗ ne Pein, vom Kreuze bald im Himmel seyn. 2. Verlaß, o Vater! mei⸗ ne Seele auch nicht, wenn Noth und Tod mich schreckt! Dieß Wort, Herr, sey, wenn ich mich quaͤle, was in mir Muth und Trost er⸗ weckt. Du weißt es wohl, was mir gebricht; verlaß, verlaß mich Armen nicht! 5. Verlaß mich nicht in meinem Leben; wirf mir des Lebens Nothdurft zu! Laß mich nach wahrer Tugend streben; hilf, daß ich nie— mals Boͤses thu! Mein Le⸗ ben sey aufrichtig, schlecht, gottselig, zuͤchtig und gerecht. 4. Verlaß mich nicht in meinem Leiden; laß mich kein Kreuz von deiner Huld und deiner Vaterliebe scheiden! gieb Leidenskraft, Muth 184 Muth und Geduld! Die Hoffnung jener Seligkeit versuͤße mir das groͤßte Leid! 5. Verlaß mich nicht in meinem Sterben! wenn einst mein Lebenslauf vollbracht; reiß meine Seel aus dem Verderben, nimm meinem Tode seine Macht, und fuͤhre mich durch Jesu Hand zu dir in jenes beßre Land! 6. Verlaß mich nicht in meinem Grabe! erwecke mich durch deinen Sohn, wenn ich genug geschlafen habe! hilf mir vor Christi Richterthron; und laß mich drauf verklaͤrt und schoͤn mit Leib und Seel in Himmel gehn. 7. Alsdann will ich dir Ehre bringen, und mit der frohen Himmelsschaar ein unaufhoͤrlich's Danklied sin⸗ gen, daß du auf Erden im⸗ merdar mich aus der schwer⸗ sten Sorgenlast erloͤst, und nie verlaͤssen hast. 2²7. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. S gingst du einst, berau⸗ bet aller Freuden, fuͤr deine Feinde Schmach und Passionslieder. Tod zu leiden! Du gingst, o Jesu, deines Vaters Wil⸗ len treu zu erfuͤllen. 2. Du, der Erbarmer aller Menschenkinder, gingst ins Gericht vor Gott hin, fuͤr die Suͤnder. Nur un⸗ sre Schuld und Last muß, Herr, dich druͤcken, uns zu begluͤcken. ö 5. Du ließest dich, um aus des Todes Noͤthen uns zu befrein, verhoͤhnen, mar⸗ tern, toͤdten. Du wurdest, als ein Fluch, ans Kreuz ge— schlagen, ins Grab getragen, 4. Herr, der du dich fuͤr uns dahin gegeben, und un⸗ ser Heil mehr liebtest, als dein Leben, Lamm Gottes, das du Aller Schuld getra⸗ gen, ich kann nicht zagen. 5. Dein Tod vertilget alle meine Flecken; er schuͤtzet mich vor des Gerichtes Schrecken; er staͤrket mich, die Welt, mich und die Suͤnden zu uͤberwinden. 6. Werd' ich dereinst im letzten Kampf erzittern; wird meinen Geist des Grabes Furcht erschuͤttern; dann laß dein Leiden, Hoffnung derEr⸗ loͤsten, mich maͤchtig troͤsten. 228. Erde k verhuͤll und P 3 aufged sten; Todten Wie s der Go 2W90 tur sich du, me pfinde aus E Jesus 5. es woh und H Vereh Grab stirb d gingst, 5s Wil⸗ armer gingst tt hin, Ur un⸗ t muß, uns zu h, um sen uns „‚ mar⸗ Hurdest, 'euz ge⸗ tragen, ich fuͤr ind un⸗ st, als Bottes, getra⸗ igen. ertilget schuͤtzet troͤsten. 228. Passionslieder. 2²8. Non ist es alles wohl ge⸗ 0 macht. Mein Jesus ruft: es ist vollbracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit keiner gleicht, der Herr der Herrlich keit erbleicht! Was Wunder, daß die Erde kracht, und dicke Nacht verhuͤllt der Sonne Glanz und Pracht! 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt; die Felsen ber⸗ sten; alles schreckt; der Todten Graͤber oͤffnen sich! Wie sichtbarlich zeigt hier der Gottheit Finger sich! 4. Weil denn die Krea⸗ tur sich regt; so werd' auch du, mein Herz, bewegt! Em⸗ pfinde reuvoll deine Schuld! aus Gnad und Huld starb Jesus auch fuͤr deine Schuld. 5. Sein Tod(o, nimm es wohl in Acht!) hat Trost und Heil auch dir gebracht. Verehre den, der bis zum Grab sich fuͤr dich gab, und stirb dem Suͤndenleben ab. 185 6. Ja, Vater, unter Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist kein Zweifel, deine Huldtilgt meine Schuld, und tragt forthin mit mir Geduld. 7. Hin auf sein Kreuz will ich stets sehn und dank⸗ voll seine Treu erhoͤhn; Trost soll er mir im Ster⸗ ben seyn, mich dann erfreun. So schlaf ich sanft und selig ein. 8. Und dient' ich nun der Suͤnde noch? Fern sey von mir ihr schnoͤdes Joch! Auf, Seele, daß du dich erhebst, nur Jesu lebst; ihm zu ge⸗ fallen, dich bestrebst! 9. Ertoͤdte selbst in mei⸗ ner Brust, mein Heiland, jede boͤse Lust; dein Tod, der mir das Leben schafft, verleih mir Kraft im Kampf mit meiner Leidenschaft! 10. Gestaͤrkt von dir, be⸗ sieg ich sie, und scheue dabei keine Muͤh. Ich setze, freu⸗ dig auf dein Wort, den Kampf hier fort, und volle Ruh' erwart' ich dort. 11. Wie dank ich dir, Herr Jesu Christ, daß du fuͤr mich gestorben bist! Dich preis' 186 preis' ich hier schon hocher⸗ freut; doch nach der Zeit, noch froher in der Ewigkeit. 229. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. zs ist vollbracht! So ruft am Kreuze des ster⸗ benden Erloͤsers Mund. O Wort voll Trost und Le⸗ ben, reize zur Freude meines Herzensgrund! Was Gott auch mir zum Heil ersehn, ist(ihm sey ewig Preis!) geschehn. 2. Mein Jesus stirbt! Die Felsen beben; der Son⸗ ne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Le⸗ ben; der Frommen Graͤber oͤffnen sich; der Vorhang reißt; die Erde kracht; der Welt Versoͤhnung ist voll⸗ bracht! z. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du haͤst den Fluch hinwegge— wendet, der auf der Welt voll Suͤnder lag; und uns die Bahn durchs Todes Nacht zur frohen Ewigkeit emacht. 4. O, hilf mir, Herr, nun Passionslieder. auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt! laß nach der Heiligung mich rin⸗ gen, dazu dein Tod mir Kraft gewaͤhrt. O, staͤrke mich dazu mit Macht, daß meine Beßrung werd voll— bracht! 5. Du litt'st so viel zu mei⸗ nem Leben. Wie? sollt' ich nicht voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu erge⸗ ben? Sollt ich dabei fuͤr Schmach mich scheun? Dein Juͤnger seyn, dein Ei⸗ genthum, sey meines Her⸗ zens Freud und Ruhm. 6. Soll ich, bei dir er⸗ gebnem Herzen, auch hier durch maͤnche Truͤbsal gehn, und hat mein Gott gehaͤufte Schmerzen zu meiner Pruͤ— fung ausersehn; so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst vollendet seyn. 7. Fuͤhl' ich zuletzt des Todes Schmerzen; so staͤrke mich in solcher Last, und mach' es lebhaft meinem Her⸗ zen, daß du den Tod besie⸗ get hast. So geh ich froh zur Grabesnacht mit dem Triumph: es ist vollbracht! 25⁰. Mel. Leb E⸗ ist jaer Wort, da er stirbt, erwirbt 2. 0 Vaters Wort keines vollend Es ist r 3. C komme sen Bl er geth an, al. gethan 4. Dur ich ew' das Le dem T stimmt 5.( giß ja Wort, Folgei dann: Leben s wahre t! laß ich rin⸗ od mir „staͤrke ot, daß rd voll⸗ zu mei⸗ sollt' ich „ mich u erge⸗ bei fuͤr scheun? dein Ei⸗ es Her⸗ m. dir er⸗ ich hier U gehn, zehäufte »r Pruͤ⸗ laß die rfreun: ollendet etzt des so staͤrke t, und em Her⸗ d besie⸗ ich froh it dem lbracht! 230⁰. Passionslieder. 230. Mel. Lebt Christus, was bin ich ꝛe. s ist vollbracht! Vergiß ja nicht, mein Herz, dieß Wort, das Christus spricht, da er fuͤr dich am Kreuze stirbt, und dir die Seligkeit erwirbt. Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht des Vaters Rath, und was sein Wort verkuͤndigt hat; was keines Engels Kraft vermag, vollendet dieser große Tag. Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Voll⸗ kommen ist das Opfer, des— sen Blut hier fließt. Was er gethan hat, nimmt Gott an, als haͤtten wir es selbst gethan. Es ist vollbracht. 4. Es ist vollbracht! Durch ihn befreit, erwart' ich ew'ge Seligkeit. Mir ist das Leben(denn er nimmt dem Tode seine Macht) be⸗ stimmt. Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Ver⸗ giß ja nicht, mein Herz, das Wort, das Jesus spricht! Folg ihm; im Tode ruft er dann: ich nehme dich zum Leben an. Es ist vollbracht! 187 231. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid ꝛe. Dur Grabesruh entschlie— fest du, der du fuͤr uns gestorben, und am Kreuz uns schmerzenvoll ew'ges Heil er⸗ worben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich den Sterblichen hielt dich einst das Grab umgeben. 3. Doch, Heil sey mir! Du konntest hier nicht die Verwesung sehen. Bald hieß dich des Hoͤchsten Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfuͤrst, auch mich einst auferwecken. Sollte denn mein glaͤubig's Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frie⸗ den liegen. Denn durch dei⸗ nen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Ihr, die die Welt ge⸗ fesselt haͤlt, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff! durch Christum einst meines Leib's Erloͤsung. 7. Nein, nichts verdirbt; selbst 188 selbst das, was stirbt, der Leib, wird auferstehen, und, zu Himmelsglanz verklaͤrt, aus dem Grabe gehen. 8. So sink' ins Grab, mein Leib, hinab! Ich will mich drum nicht kraͤnken, son⸗ Passionslieder. daß du dein Leben, mein Ver⸗ soͤhner, goͤttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Hoͤchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erfin⸗ der meines Heils wird mir's dern, Jesu, mir zum Trost einst erklaͤren. an dein Grab gedenken. 2. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid ꝛc. m Kreuz erblaßt, der Marter Last, der To⸗ desquaalen muͤde, findet mein Erloͤser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz! und, Herr, was kann ich sagen? nur an meine Brust kann ich tief geruͤhret schlagen. 3. Du schuͤtzest mich; und uͤber dich gehn aller Truͤbsal Wetter. Sterben wolltest du fuͤr mich, einziger Erretter! 4. Du hast's gethan! Dich bet ich an, du Koͤnig der Erloͤsten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getroͤsten. 5. Es ist vollbracht! rief'st du mit Macht. Du zeigst, 7. Allmaͤchtig rief er, der entschlief, den Todten. Sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfuͤrst sich den To— desbanden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln, ohne Grauen. Denn durch dich, Erloͤser, ist's mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich. Er⸗ forsche mich, und siehe, wie ich's meine. Ja, du siehest's, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein; so werde mein in Ewigkeit ver⸗ gessen. Herr, ich will, so laͤng' ich bin, deine Lieb er⸗ messen. 233. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. eine Seel', ermuntre dich! deines Jesu Lieb' bedenke, wie er fuͤr dich et bet sic dacht l⸗ große Jesu f 2. 0 tessohr gehefte Schme tend, tet! Er wunde Huld + 3² Pein le, un seyn, faͤlle, Suͤnde Gnade 4. gestillt und R recht e ist kein kein 8 drauf, den, d in Ver⸗ i habest at! Des ich in Erfin⸗ d mir's er, der n. Sie chwingt den To⸗ hal will andeln, n durch mir der . Er⸗ he, wie iehest's, Dank ein; so eit ver⸗ vill, so Lieb er⸗ sind ꝛc. muntre Passionslieder. bet sich, darauf deine An⸗ dacht lenke! Ach! erwaͤg die große Treue, und dich deines Jesu freue! 2. Sieh, der wahre Got— tessohn ist fuͤr dich ans Kreuz geheftet! hier haͤngt er voll Schmach und Hohn, blu— tend, schmerzenvoll, entkraͤf⸗ tet! Er laͤßt sich fuͤr dich ver⸗ wunden! Wo wird groͤßre Huld gefunden? 35. Da du solltest große Pein ewig leiden in der Hoͤl⸗ le, und von Gott verstoßen seyn, wegen vieler Suͤnden⸗ faͤlle, traͤget Jesus deine Suͤnden, daß du koͤnntest Gnade finden. 4. Durch sein Leiden ist gestillt deiner Suͤnden Straf' und Rache. Er hat das Ge⸗ setz erfuͤllt; gut gemacht die boͤse Sache; Suͤnde, Teu⸗ fel, Tod bezwungen, und den Himmel dir errungen. 5. Was zu thun? o liebes Herz! Wie sollst du dich 189 6. Ich kann nimmer, nim⸗ mermehr das Geringste nur vergelten, er verbindet mich zu sehr; meine Traͤgheit muß ich schelten, daß ich ihn so schlecht geliebet, und mit Suͤnden oft betruͤbet. 7. Was geschehen, soll nun nicht hinfort mehr von mir geschehen; mein Schluß sey nun fest gericht't, einen andern Weg zu gehen, darauf ich nur Jesum suche, und, was ihn betruͤbt, verfluche. 8. Weg, ihr Suͤnden, fern von mir! Euch kann ich an mir nicht leiden! eurent⸗ wegen muͤßt' ich hier und dort von dem ewig scheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine Gnade, kein Vergeben. 9. Du, mein Jesu! du, mein Heil! dir will ich mich ganz verschreiben, daß ich dir, als meinem Theil, ewig will getreu verbleiben, dir zu le— ben, dir zu leiden, dir zu ster⸗ ben, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollst recht anstellen? Jesu Leiden es seyn, den ich mir zum ist kein Scherz; seine Liebe Zweck gesetzet. Wie du mein, kein Verstellen. Denke so will ich dein bleiben stets drauf, was dir oblieget gegen und unverletzet; was du den, der fuͤr dich sieget. liebst, will ich auch lieben; was 190 was dich kraͤnkt, soll mich betruͤben. 11. Was du willst, das sey mein Will', dein Wort meines Herzens Spiegel. Wenn du schlaͤgest, halt ich still. Dein Geist bleibt mein Pfand, mein Siegel, daß ich soll den Himmel erben; dar⸗ auf kann ich froͤhlich sterben. 12. Nun, so bleibt es fest dabei, Jesus solles seyn und bleiben, dem ich lebe, deß ich sey. Nichts soll mich von Jesu treiben! Du wirst, Jesu, mich nicht lassen; ewig will ich dich umfassen. 13. Ist bereits schon itzo hier solche Freud' und Ruh' zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein Jesu, recht verbinden; schenkst du schon so viel auf Erden; ey was will im Himmel wer⸗ den? 14. Was fuͤr Lust und Suͤßigkeit; was fuͤr Freud' und Jubiliren; was fuͤr Ruhe nach dem Streit; was fuͤr Ehre wird uns zieren? Ewig, ewig, werd ich loben, wenn ich einst zu dir erhoben. 15. Ach, ich freu mich alle Stund auf dieß freudenvolle Passionslie der. Leben; danke dir mit Herz und Mund; du, o Jesu! wirst es geben. Nur im Glauben laß mich's halten, deine Kraft in mir stets walten. 234. Mel. O Trauigkeit, o Herzeleid ꝛr. ier ruht der Held, der dich, o Welt, durch sei— nen Tod erworben! Er, des Vaters ew'ger Sohn, ist als Mensch gestorben! 2. O Suͤnder, dir zum Trost, liegt hier des Lebens Herr begraben! Deine Suͤnden sind es, die ihn ge— toͤdtet haben. 3. Ach! sollte nicht dein Angesicht von Thraͤnen uͤber⸗ fließen, da den Freund, der dich geliebt, Fels und Gruft verschließen? 4. Der sterbend siegt, dein Heiland, liegt erblaßt hier in der Erde, daß der Mensch durch seinen Tod einst un⸗ steeblich werde. 5. Du starbst fuͤr mich! Fuͤr uns hat dich des From⸗ men Grab bedecket. Suͤn⸗ der, kehrt beschaͤmt zuruͤck, zittert und erschrecket! 6. Fuͤr meine Schuld, o Herz o Herz dein 2 Augen mir zu 7. 0 eigner hier se wesun; auch w 8. der He Grabe und E seiner Erloͤse Gruft 10. fin stre Staub zur N uͤberw. es ist 2. nit Herz su! wirst Slauben ne Kraft erzeleid nꝛr ld, der urch sei⸗ Er, des hn, is n! dir zum Lebens Deine ihn ge⸗ cht dein en uͤber⸗ ind, der d Gruft gt, dein jt hier in Mensch inst un⸗ Passionslieder. o Herz voll Huld, hast du dein Blut vergossen; deine Augen, Herr, mein Heil! mir zum Trost geschlossen. 7. Es ist vollbracht! Aus eigner Macht ließ Christus hier sein Leben. Von Ver⸗ wesung frei, wird er's sich auch wiedergeben. 8. Bald, bald erwacht der Herr! Die Nacht des Grabes geht zu Ende. Tod und Stein entkraͤften nicht seiner Allmacht Haͤnde. 9. Geheiligt ist dein Grab, o Christ! Dich kann's nicht ewig decken. Des Erloͤsers Grab befreit deine Gruft vom Schrecken. 10. Sink nich hinab ins finstre Grab, und werde Staub, ich Armer; dann gedenke gnaͤdig mein, siegen⸗ der Erbarmer! 4 235. Mel. Christus, der ist mein Leben ꝛe. Die Sonne stand verfin— stert, der Mittag ward zur Nacht; nun hatt' er uͤberwunden, und sprach: es ist vollbracht! 2. Der Erde furchtbar 191 Beben hob das Gebuͤrg empor, und Todte Gottes gingen aus ihrem Grab her⸗ vor. 3. Den Todesuͤberwinder umgab des Grabes Nacht; und Gottes Engel jauchzten: er hat's, er hat's vollbracht! 4. Das Opfer fuͤr die Suͤnde ist dargebracht vor Gott! Er starb! Und Heil und Leben wird aller Welt sein Tod! 5. Nun wird kein Opfer wieder in Ewigkeit gebracht: der, den sein Volk erwuͤrgte, der hat es ganz vollbracht. 6. O du, der mich ver⸗ soͤhnte dem Richter aller Welt, du hast das Heil der Erde allmaͤchtig hergestellt! 7. Nun wohnt in ew'gem Frieden das menschliche Ge⸗ schlecht: und du regierst die Voͤlker mit Wahrheit und mit Recht. 8. Du koͤmmst und fuͤhrst die Deinen in deines Vaters Reich. Du machst an Heil und Wuͤrde sie deinen En⸗ geln gleich. 9. Wie herrlich ist dein Name! wie groß ist deine Macht! Preis dir und Dank 192 Passionslieder. Dank und Ehre, daß du kann deine Freundlichkeit, dein Werk vollbracht! deine Gnad' ermessen? 10. Laß mich dein Bei⸗ 4. Herr, denk an mich! spiel staͤrken, daß ich im Wie leicht kann ich in Suͤnd Glauben treu, und standhaft und Elend fallen! Laß mich in der Liebe, bis an mein stets an deiner Hand deine Ende sey!. Hent,d ö 2 11. Darf i den Tod 5· err, den mich noch üudten: Zers, mei⸗ Dann nahe sich die Stunde nes Lebens Kraft! Auch ich schwererLeiden. Bin ich dein; werd'uͤberwinden durch dich,“ was bermag, mich von dir ö zu scheiden? der Huͤlfe schafft 6. Herr, denk an mich! 12. Du führst mich hin Gestärkt durch dich, geh'i zum Ziele; Nanbrär ist 4160 Tod atgenen: b dann Lauf!. Dann und Grab wird mir durch nimmt in seine Haͤnde auch dich, Jesu Christ, zum mich dein Vater auf. Segen. 236 7. Herr, denk an mich! . Dann will ich dich fuͤr deine Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid ꝛe. Huld erheben wenn du mir H*⁵ denk an mich! Wie das Paradies wirst aus oft hab ich mit Sun Gnaden geben. den dich verachtet! Sieh die Seele gnaͤdig an, die nach 237 1* Huͤlfe Lar, deut ich! Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. 2. Herr, denk an mich: Jesu, mir zum Segen Es jammre un. Elend, O gehst du dem Tod 1 mein Erbarmer! Wenn du gegen, mit goͤttlich hohem meiner nicht gedenkst, ach! Sinn! Du gehst, daß ich was waͤr ich Armer! nicht sterbe, noch ewiglich 3. Herr, denk an mich! verderbe, zum allerschwersten Ach! ewiglich kannst du Tode hin. mich nicht vergessen. Wer 2. Mich hast du theur erwor⸗ erworb gestorb genthu zu erw Leib di gehorch 3. Leiden, scheider erfreun Pflichte terricht Tugend 4. mich le Hoͤchste was er nen eig nen, z Pflicht — groß, wi Er, de Bander aufersta lichkeit, 12 u mich! u Suͤnd aß mich d deine n mich! Stunde ich dein; von dir n mich! geh ich .Tod r durch t, zum n michl uͤr deine du mir irst aus zaͤlder ꝛe. Segen, Tod ent⸗ hohem daß ich ewiglich jwersten E theu'r erwor⸗ Passionslieder. 193 erworben, da du fuͤr mich 5. Als Christ will ich gestorben; ich bin dein Ei⸗ mich uͤben, die Feinde selbst genthum. Mich dankbar zu lieben, wie du, der fuͤr sie zu erweisen, soll Seel und bat. Ich will des Lebens Leib dich preisen; und dir Plagen getrost und willig gehorchen, sey mein Ruhm. kragen, und thun, wie mein 3. Es soll dein Tod und.—— ů9 ich wied Leiden, bis Leib und Seele sc sten** S 37 1 0. scheiden, mich troͤsten und So 0 115 e erfreun; er soll von meinen Shote vergelten; nie, wenn Pflichten mich taͤglich un⸗ 75 9— 115 IN terrichten, und Kraft zur 2 n dau Richen Tugend mir verleihn. seine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. 4. Dein Beispiel soll 7. Von Suͤnden will ich mich lehren: den Rath des lassen, und fortan alles has⸗ Hoͤchsten ehren, und thun, sen, was, Jesu, dir mißfaͤllt. was er gebeut. Nicht mei⸗Nur dir, Herr, will ich le⸗ nen eignen Willen, nur sei⸗ ben, so wirst du einst mir nen, zu erfuͤllen, ist meine geben die Freuden jener bes⸗ Pflicht und Seligkeit. sern Welt. XIII. Osterlieder. 238. im Grabe lag. Sein ist Mel. Wachet auf, ruft einst ꝛc. Gewalt und Macht! Preis Mauchzet Jesu! Jauchzt, ihm! Er hat's vollbracht. ihr Choͤre, singt Jesu Hallelujah! Er hat's voll— Christo Lob und Ehre! Wie bracht; er, der die Macht groß, wie herrlich ist seinag! des Todes und des Grabes r, der Held, zerriß die hat. Banden des Todes, und ist 2. Glorreich hat der Held azferstanden! er, der fuͤruns gerungen, hat maͤchtig Sa⸗ ͤ N tans 194 tans Reich bezwungen, von Todesketten uns befreit, Wir, von Gott gefallne Suͤnder, sind nun mit ihm versoͤhnt; sind Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir; entschlafen, Christo, dir; ruhn im Friede die kurze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Ob uns Graͤber gleich bedecken; wirst du doch un⸗ sern Staub erwecken, der du des Staubes Schoͤpfer bist. Du wirst unvergaͤnglichs Le⸗ ben und Kraft und Herrlich⸗ keit ihm geben, dem Staube, der dir heilig ist. Wir wer⸗ den ewig dein, gerecht und selig seyn. Hallelujah! Tod und Gericht erschreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Lob sey, Vater, deinem Namen! Gelobt sey Chri⸗ stus! Amen, Amen. Gelobt sey Vater, Sohn und Geist! Selbst von seinen Seraphi⸗ nen, die heiliger, als wir, ihm dienen, wird nie Jehova gnug gepreist. Doch ihr anbetend Chor lobsingt zu ihm empor: Heilig, heilig Osterlieder. ist ewig Gott! Er, unser Gott! Die Welt ist seiner Ehre voll. 239. ist erstanden, frei von Todesbanden! Deß wollen wir uns heute freun: und unser Trost soll Christus seyn. Gelobt sey Gott! 2. Sollt' er noch erstehen, muͤßten wir vergehen. Doch, da er nun erstanden ist; so preiset unsern Jesum Christ. Gelobt sey Gott! 3. Gelobt sey Gott! Ge— lobt sey Gott! Gelobt sey Gott! Jauchzt, daß der unser Trost nun ist, der von dem Tod erstanden ist. Gelobt sey Gott! 240. C ist erstanden von der Marter alle. Deß soll'n wir alle froh seyn, Christus will unser Trost seyn. Kyrie, eleison. 2. Waͤr' er nicht erstan⸗ den; so waͤr die Welt vergan⸗ gen. Seit, daß er erstanden ist, lob'n wir den Herrn Je— sum Christ. Kyrie, eleison. 3. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Deß soll'n n alle alle fro unser eleison. Mel. 2 obet lebe o erhel Majeste Suͤnder Raum! Gott Staub dein C zum D Dich/ die We den Si 2. dem Ler und ne Siege? Seyd i bes Kin Ueberw der fuͤr Was w Getrost Jesus l aller Ze uns ber „ unser t seiner en, frei nDeß efreun: Christus tt! rstehen, Doch, ist; so Christ. tt! Ge⸗ lobt sey er unser von dem Gelobt von der eß soll'n Christus Kyrie, t erstan⸗ vergan⸗ rstanden errn Je⸗ eleison. lelujah! oll'n wir alle Osterlieder. alle froh seyn, Christus will unser Trost seyn. Kyrie, elei son. 241. Mel. Wachet auf! ruft einst ꝛc. obet Gott! Denn Jesus lebet! Erloͤste Menschen, o erhebet des Welterloͤsers Majestaͤt! Hoͤrt's, betruͤbte Suͤnder! gebet der Freude Raum! denn Jesus lebet! Gott hat ihn aus dem Staub erhoͤht! O Seele, dein Gesang erschalle ihm zum Dank; ihm zur Ehre! Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behaͤlt. 2. Jesu Juͤnger, wehrt dem Leide! Lobsinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er erstritt! Seyd ihr gleich des Gra— bes Kinder; er ist des Todes Ueberwinder. Er herrscht, der fuͤr euch starb und litt! Was wollt ihr traurig seyn? Getrost koͤnnt ihr euch freun! Jesus lebet in Ewigkeit, zu aller Zeit bleibt er zur Huͤlfe uns bereit. 3. Tod, wo sind nun dei⸗ ne Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, 195 verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie verneut, zur Fruͤhlingszeit sich alles regt und alles freut. 4. O Erstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen ein⸗ hergehn, die dein Fuß betrat! Unerforschte Seligkeiten, die ewig waͤhren, sind die Beu⸗ ten, die uns dein Sieg er⸗ kaͤmpfet hat. Einst sind sie unser Theil; einst kroͤnet uns das Heil deines Lebens! Ge⸗ lobt sey Gott! Auch noch im Tod ist er und bleibet un⸗ ser Gott! 24². Mel. Lebt Christus, was bin ich ꝛc. E, dich, mein Geist, erfreut, des hohen Tags der Herrlichkeit! Halt' im Gedaͤchtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Gelobt sey Gott! 2. Schau uͤber dich, und bet ihn an! Er mißt den N 2 Ster⸗ 196 Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, s und ist dein Koͤnig, und dein Freund. Gelobt sey Gott! 3. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist, und der da war! Sein Name sey gebenedeyt, von nun an bis in Ewigkeit! Gelobt sey Gott! 4. O Glaube, der das Herz erhoͤht! Was ist der Erde Majestaͤt, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? Gelobt sey Gott! 5. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn; Herr, welche Herrlichkeit ist mein! Gelobt sey Gott! 6. Mein Herz erliegt froh unter ihr! Lieb und Ver⸗ wundrung kaͤmpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich,‚ Gott, auf mein Angesicht. Gelobt sey Gott! 7. Du, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst! Und du erfuͤllst einst mein Vertraun, in meinem Flei⸗ Osterlieder. ů sche dich zu schaun! Gelobt ey Gott! 8. Ich soll, wenn du, des Lebens Fuͤrst, in Wolken goͤttlich kommen wirst, er⸗ weckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn! Gelobt sey Gott! ů 9. Mit jener Schaar um deinen Thron, mit allen En⸗ geln, Gottes Sohn, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeitl Gelobt sey Gott! 10. Zu welchem Gluͤck, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auf— erstanden schon. Gelobt sey Gott! 11. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin; damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets ernen. Gelobt sey Gott! 12. Er ists, der alles in uns schafft, sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt' im Gedaͤchtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Gelobt sey Gott! 4 Mel. 3 HWesus ich deine e lebt, von der Dann Licht; versicht 2. IJ Reich 1 ben; m zugleich leben. verspri Zuversi 3.3 verzagt tes Ehr gesagt, bekehre Glaube ne Zuv 4. J ist mein ganzes zens w Luͤsten laͤßt de dieß ist 5. wiß, Gelobt du, des Wolken st, er: Grabe deiner obt sey jaar um llen En⸗ mit allen soll ich igkeitl Gluͤck, erhebt enthum Gottes uch auf⸗ elobt sey mir aus ch, mein 1; damit treu, zu erneu. alles in is Reich, Halt' im Christ, rstanden ott! 243. Osterlieder. 243. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. Gesus lebt, mit ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von dem Tode auferwecken. Dann umleuchtet mich sein Licht; dieß ist meine Zu⸗ versicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich uͤber alle Welt gege⸗ ben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfuͤllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, laͤstert ihn und Got— tes Ehre. Gnade hat er zu⸗ gesagt, daß der Suͤnder sich bekehre. Gott verwirft den Glauben nicht; dieß ist mei⸗ ne Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben! Reines Her⸗ zens will ich seyn, und den Luͤsten widerstreben. Er ver— laͤßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin ge⸗ wiß, nichts soll mich von 197 Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herr⸗ lichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Was fuͤr Trost in Todesnoth wird das meinem Herzen geben! Er verlaͤßt im Tode nicht. Dieß ist meine Zuversicht! 244. Mel. Lebt Christus, was bin ich ꝛc. Di bet' ich an, erstand⸗ ner Held, Erretter ei⸗ ner Suͤnderwelt! Du, unsre Zuflucht fuͤr und fuͤr, froh singet meine Seele dir. Lob⸗ singet Gott! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glaͤnzt Wahrheit, Heil und Majestaͤt. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. Lobsinget Gott! 5. Herr, meine Seele preiset dich. Erloͤst auf ewig hast du mich! So wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst, und wie⸗ dernahmst. Lobsinget Gott! 4. Wer ists, der mich ver— dam⸗ 198 dammen kann? Ich glaub' an dich, und sage dann: der Gott, durch denn die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. Lobsinget Gott! 5. Nun ist dies erste Le⸗ ben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab ich an deiner Gnade Theil. Lobsinget Gott! 6. Aus Liebe sprachst du: Erde, sey der Schauplatz mei⸗ ner Huld und Treu! Und ist nicht deine Huld und Treu auf deiner Erde taͤglich neu? Lobsinget Gott! 7. Zwar trifft noch man⸗ cher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir. Doch, du regierst! Und wir sind dein! Und ewig werden wir es seyn! Lobsinget Gott! 8. Ich weiß, daß mein Erloͤser lebt! O Trost, der meinen Geist erhebt! Ich seh', durch dich gestaͤrkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug' hinab. Lobsinget Gott! 9. Welch eine Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Da findet der verklaͤrte Christ, was Osterlieder. Sterblichen undenkbar ist. Lobsinget Gott! 10. Der du fuͤr unsre Seele wachst, sie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod' auf dich, Vollender, schaun! Lobsinget Gott! 245. Mel. Lebt Christus, was bin ich ꝛ0 —— triumphiret Gottes Sohn! Am dritten Tag erstand er schon mit großer Pracht und Herrlichkeit. Deß dank'n wir ihm in Ewigkeit. Hallelujah! 2. Dem Tode hat er sein Gewalt zerstoͤhrt, verheert ihm all' Gestalt; wie pflegt zu thun ein großer Held der seinen Feind gewaltig faͤllt. Hallelujaͤh! 3. O maͤchtiger Herr, Jesu Christ, der du der Suͤnder Heiland bist, fuͤhr uns durch deine Guͤtigkeit zu deiner Freud' und Herr⸗ lichkeit, Hallelujah! 4. Hier hat doch der oft Angst und Noth, der glaͤu⸗ bet, und haͤlt dein Gebot; er ist der Welt ein Hohn und Spott, Spott, schnoͤde 5.2 Feind gleicher Erleget dageg Freund 6. 2 Gott al uns in Bald is zeit; d Ewigke 7. hoͤch ster sto, sein heilgen Ewigke Hallelu; Wesus lan wand, Suͤnd' rie, ele goͤnnet. 32 Leben har ist. eunsre r ziehst, iß mich aun im llender, zott! bin ich ꝛc Gottes ten Tag großer lichkeit. hem in ah! er sein derheert e pflegt deld der ig faͤllt. Herr, du der „, fuͤhr uͤtigkeit d Herr ⸗ der oft er glaͤu⸗ ebot; er hn und Spott, Osterlieder. Spott, muß leiden oft ein'n schnoͤden Tod. Hallelujah! 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich wuͤthet noch so sehr. Erleget ist nun ja der Feind; dagegen ist Gott unser Freund. Hallelujah! 6. Drum danken wir Gott allzugleich, und sehnen uns ins Himmelreich. Bald ist zu End' die Pilger⸗ zeit; dann folgt die frohe Ewigkeit. Hallelujah! 7. Dem Vater in dem hoͤchsten Thron, und Chri⸗ sto, seinem lieben Sohn, dem heilgen Geiste gleicherweis in Ewigkeit sey Lob und Preis! Hallelujah! 246. Gesus Christus, unser Hei⸗ land, der den Tod uͤber⸗ wand, ist auferstanden, die Suͤnd' hat er gefangen. Ky⸗ rie, eleison. 2. Der ohn' Suͤnde war gebohren, trug fuͤr uns Got⸗ tes Zorn, hat uns versoͤhnet, daß uns Gott sein? Huld goͤnnet. Kyrie, eleison. 3. Tod, Suͤnd', Teufel, Leben und Gnad', all's in 199 Haͤnden er hat, er kann er⸗ retten alle, die zu ihm treten. Kyrie, eleison. 2⁴7. QWesus, meine Zuversicht, und mein Heiland ist im Leben! Dieses weiß ich; sollt' ich nicht darum mich zufrie⸗ den geben? Was die lange Todesnacht mir auch fuͤr Ge⸗ danken macht. ö 2. Jesus, er, mein Hei⸗ land, lebt! Ich werd' auch das Leben schauen, seyn, wo mein Erloͤser schwebt; war⸗ um sollte mir denn grauen? Laͤsset auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 120 3. Ich bin durch der Hoff⸗ nung Baͤnd zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch, und muß daher auch einmal zu Asche werden, das gesteh ich; doch wird er mich er— wecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn seyn werd' allezeit. 5. Dann 20⁰0 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich glaͤube; Gott wird werden angeschaut dann von mir in diesem Leibe; und in diesem Fleisch werd' ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Hei⸗ land, kennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir seyn abgethan. 7. Was hier krank ist, seufzt und fleh't, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesaͤ't, himmlisch werd ich auferste— hen; hier geh' ich natuͤrlich ein, nachmals werd' ich gei⸗ stig seyn. 8. Seyd getrost und hoch erfreut, Jesus traͤgt euch, mei⸗ ne Glieder! gebt nicht Statt der Traurigkeit! sterbt ihr; Christus ruft euch wieder, wenn dereinst die Stimm' erklingt, die auch durch die Graͤber dringt. 9. Lacht der finstern Er⸗ denkluft, lacht des Todes und der Hoͤllen! Denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Osterlieder. Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Ver⸗ druß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Luͤsten dieser Erden, und euch dem schon itzt ergebt, dem ihr beigefuͤgt wollt werden. Schickt das Herz nur da hinein, wo ihr ewig wuͤnscht zu seyn. 248. Gesus, meine Zuversicht, lebt! und ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich. Sollt' ich nicht mich im Tod ihm gern ergeben? Wie das Grab, das einst mich deckt, mein zu schwaches Herz auch schreckt. 2. Jesus, mein Erloͤser, lebt! leben werd' ich; werd ihn schauen; seyn, wo mein Erloͤser lebt! Warum sollte mir denn grauen? Nie ver⸗ laͤßt er den, der glaubt; er, er, seines Leibes Haupt! 3. Ich bin durch des Glau⸗ bens Band zu genau mit ihm verbunden; er, er staͤrkt mit seiner Hand mich auch in den letzten Stunden. Selbst im Tode bleib ich sein, ewig seiner mich zu freun. 4. Staub 4. S muß d Staube kenn ic wieder ich in ihn seyr 5. 2 dieser Leib ur Welt g zum be diesem Jesum 6. T len Lich kennen werd' i nen Re von de auf ew ——— seufzt! Dann d Ver⸗ m Fuß. in Geist u dieser n schon igefügt ickt das wo ihr dersicht, oll mit Heiß ich. im Tod' Vie das h deckt, erz auch Erloͤser, z werd vo mein m sollte Nie ver⸗ er, er, s Glau⸗ au mit er staͤrkt d mich tunden. ich sein, freun. Staub Osterlieder. 4. Staub bin ich, und muß daher wiederum zu Staube werden. Das er⸗ kenn ich; aber er weckt mich wieder aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn seyn moͤg' allezeit. 5. Dann wird mich, statt dieser Haut, ein verklaͤrter Leib umgeben, fuͤr die neue Welt gebaut, und geschickt zum bessern Leben; und in diesem Leib' seh ich meinen Jesum ewiglich. 6. Dann werd' ich im hel⸗ len Licht seine große Lieb' er⸗ kennen; und wie freudig werd' ich nicht dann ihn mei⸗ nen Retter nennen, wenn er von der Sterblichkeit nun auf ewig mich befreit! 7. Mich, der hier noch seufzt und fleh't, wird er herr⸗ lich dort erhoͤhen; irdisch wird mein Leib gesaͤ't, himm⸗ lisch wird er auferstehen; zum Verwesen faͤllt er ein, dort wird er unsterblich seyn. 8. Seyd getrost und hoch erfreut! Jesus kennt euch, sei⸗ ne Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit! sterbt ihr; Jesus ruft euch wieder, 201 wenn einst seine Stimm' er⸗ klingt, die durch alle Graͤber dringt. 9. Lacht der finstern Gra⸗ beskluft! Blickt hinauf ins beßre Leben! Dorthin wird euch aus der Gruft eures Jesu Macht erheben! Sieg⸗ reich schaut ihr dann umher; weinet dann, o dann nicht mehr! 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Luͤsten dieser Erden, und schon hier dem Heiland lebt, dem ihr dort sollt aͤhnlich werden! Schickt das Herz nur da hinein, wo ihr ewig wuͤnscht zu seyn. 249. Qebt Christus; was bin ich betruͤbt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt; und stuͤrb' auch alle Welt mir ab; gnug, daß ich ihn zum Freunde hab'. Hallelujah! 2. Er naͤhrt, er schuͤtzt, er troͤstet mich; sterb ich: so nimmt er mich zu sich; wo er itzt lebt, komm ich auch hin, weil ich mit ihm verei⸗ nigt bin. Haͤllelujah! 3. Durch seiner Auferste⸗ hung Kraft ist mir im Tode Trost 202 Osterlieder. Trost verschafft; durch ihn Alsdann nimm, nach voll— bin ich mit Gott versoͤhnt, brachtem Lauf, erstandner die Ungnad' ist ganz abge⸗ Heiland! nimm mich auf! lehnt. Hallelujah! Herr! nimm bei meinem 4. Mein Herz darf nicht Ende den Geist in deine entsetzen sich; Gott und die Hände! Engel lieben mich; die Freu⸗ 5. Mensch, willst du Gott de, die mir ist bereit, vertrei⸗ in seinem Reich nach deinem bet Furcht und Traurigkeit. Tode sehen; so mußt du, dei⸗ Hallelujah! nem Heiland gleich, von Tod⸗ 5.* Fuͤr diesen Trost, o gro⸗ ten auferstehen. Der lebt ßer Held, Herr Jesu, dankt nicht, den die Lust der Welt, dir alle Welt. Dort wollen den ihre Pracht gefesselt haͤlt; wir mit besserm Fleiß er⸗ nach Gott und Tugend stre⸗ heben deinen Ruhm und ben, nur das heißt wirklich Preis. Hallelujah! leben. 250. das Laster fliehst, dem Frev⸗ Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ꝛc. ler dich entziehest, und liebst De Grab zerbricht, und den Gott, den du nicht siehst, Gottes Sohn ver⸗ im Menschen, den du siehest! laͤßt der Todten Gruͤfte! es Als schon die nahe Stunde dringt ein lauter Jubelton kam, als der Erloͤser Ab— siegprangend durch die Luͤfte. schied nahm; so sprach er zu Du, den der Engel Loblied den Seinen: hoͤrt, Kinder, preist, entreiße, Vater, mei⸗ auf, zu weinen! nen Geist, daß er dir heilig 5. Ich geh zum Vater Ciden⸗ den Neigungen der in das Reich, das auch fuͤr rde! erlaubt mir nicht, mit dir geb' euch meinen Frieden! empor zu steigen, bis dieses Nicht geb' ich, wie die Welt Leibes Huͤtte bricht, bis sich ihn giebt. Daran, daß ihr mein Haͤupt wird neigen. einander liebt, daran will ich erken 4. Wohl dir, wenn du euch beschieden; geht! mei⸗ 2. Die Menschheit, Herr, nen Frieden laß' ich euch, ich erkenne zu nenr 6. Ibr Ch Heiland wer sei auch J Lobt er Stand von eu in dies euch G 25⁰ Meusc mir di man sie Glaube mich, weihn; sten nuͤ mir Ge lichem 5 6 ein Ch erblass mein von di segne laß m keit vi schwin ligl si ch voll— tandner ch auf! meinem n deine du Gott deinem du, dei⸗ on Tod⸗ her lebt r Welt, lt haͤlt; nd stre⸗ virklich enn du Frev⸗ d liebst siehst siehest! Stunde er Ab⸗ h er zu dinder, Vater ich fuͤr mei⸗ ich, ich ieden! Welt aß ihr will ich erken Osterlieder. 203 254. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. ey froͤhlich alles weit und breit, was vormals war verloren, weil nun der Herr der Herrlichkeit, den Gott selbst auserkohren zum Suͤn⸗ dentilger, der sein Blut am Kreuz vergossen uns zu gut, vom Tod ist auferstanden. 2. Wie schoͤn hast du durch deine Macht, ergrimm⸗ ter Feind des Lebens, den Herrn des Lebens umge⸗ bracht! Dein Grimm ist ganz vergebens. Im Grabe schlummerte der Sohn drei Tage lang; du glaubtest schon, er werd' im Staube bleiben. 3. Nein! nein! er traͤgt empor sein Haupt, ist maͤch⸗ tig durchgedrungen; hat, was mein Herz mit Freuden glaubt, dich in den Sieg ver⸗ schlungen! Nun nimmt der Herr sich unsrer an, daß je⸗ der deiner spotten kann, und spricht: wo ist dein Stachel? 4. Denn deine Macht ist nun dahin. Willst du mein Leben rauben? Selbst Ster⸗ ben ist nun ein Gewinn für alle, erkennen, ob ihr auch mein zu nennen. 6. So sprach der Herr. Ihr Christen, denkt an eures Heilands Liebe! Denkt, daß, wer seinen Naͤchsten kraͤnkt, auch Jesum selbst betruͤbe! Lobt euren Gott in jedem Stand! Die Zwietracht sey von euch verbannt! vergebt in diesem Leben; so wird euch Gott vergeben. 7. Erretter! Heiland! Menschenfreund! Erweck' in mir die Triebe, durch die man sich mit dir vereint, den Glauben und die Liebe! Lehr' mich, mein Leben dir nur weihn; laß mich dem Naͤch⸗ sten nuͤtzlich seyn! gieb selbst mir Geist und Kraͤfte zu jeg⸗ lichem Geschaͤfte! 8. So kann ich leben als ein Christ, und als ein Christ erblassen. Ich weiß, daß du mein Heiland bist; ich will von dir nicht lassen. Herr, segne mich! zu seiner Zeit laß mich zu deiner Ewig⸗ keit vom Grab' empor mich schwingen, und heilig! hei⸗ lig! singen. 204 alle, welche glauben. Denn Jesus spricht: ich leb, und ihr sollt mit mir leben fuͤr und für das hab ich euch erworben. 5. Der Tod hat keine Schrecken mehr; seyd froh! ihr duͤrft nicht beben! von mir entwaffnet fuͤhrt nun er zu einem bessern Leben. Ich bin sein Herr und euer Haͤupt; ihr lebt, wenn ihr an mich nur glaubt, als Glieder meines Leibes. 6. Ich uͤberwand der Hoͤlle Wuth; ihr Reich ist nun zerstoͤhret fuͤr den, der meinen Willen thurt und meine Worte hoͤret. Denn weil des Satans Macht und List zermalmt und überwun⸗ den ist, kann er ihm nichts mehr schaͤden. 7. Nun, Gott sey Dank! Er hat den Sieg durch Ehristum uns gegeben. Gewonnen ist, durch seinen Sieg, Unsterblichkeit und Le⸗ ben. Wir haben Frieden! Denn der Tod, Welt, Teu⸗ fel, Hoͤll' und was uns droht, ist alles überwunden. 252. Mel. Wachet auf! ruft einst ꝛc. Serr, ich will mit Danken kommen! Dir, du Er⸗ Osterlieder. retter deiner Frommen, dir, dir will ich mein Loblied weihn! Du hast bis zum Tod gekaͤmpfet, und sterbend meinen Feind gedaͤmpfet. Dein Sieg, du Siegesfuͤrst, ist mein! Lob, Preis und Dank sey dir! Du halfst vom Tode mir, Ueberwin⸗ der! Mein Lobgesang, mein heißer Dank, erhebt sich ewig, Gott, zu dir. 2. Betet ihn, den Ueber⸗ winder des Todes, betet ihn, ihr Suͤnder, in glaubensvol— ler Demuth an! werft euch mit mir vor ihm nieder, die er errettet, seine Bruͤder, und ruͤhmt's, was er an uns ge— than! Glaubt alle: sein Ge⸗ bot ist uns Befehl von Gott, Mitgenossen! Er stritt allein. Dringt mit ihm ein ins Al⸗ lerheiligste vor Gott! 3. Wenn wir unsern Tod einst schmecken; wo sind dann alle seine Schrecken? Wo ist sein Stachel? Was ist er? Allmacht wieder! Auch un⸗ sre Graͤber werden leer. Sein Eigenthum sind wir. Die Seinen laͤßt er hier nicht im Jesus lebt! und unsre Glieder belebt des Siegers im St⸗ ruft: v auf, E 11 der W Todten vorbrie Nacht! empfin Finster pfloͤtzlie Vollen sem Te nen! du vor in dein 5. bebet, und nu herrsch dein E dir ha Gewal Herrlie nem K lockt ih der fuͤr n, dir, Loblied is zum terbend ämpfet. esfuͤrst, »is und 1 halfst berwin⸗ 3, mein bt sich Ueber⸗ tet ihn, ensvol⸗ ft euch er, die er, und uns ge⸗ in Ge⸗ n Gott, hallein. ins Al⸗ m Tod d dann Wo Bas ist d unsre Siegers ich un⸗ r. Sein Die r nicht im Osterlieder. im Staube. Er koͤmmt und ruft: verlaßt die Gruft! steht auf, Entschlafne! folget mir! 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne! an dem uns, Todten, Gottes Sonne her⸗ vorbricht, nach der langen Nacht! O! was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsterniß verschwinden, und ploͤtzlich unser Aug' erwacht! Vollender, fuͤhre du uns die⸗ sem Tage zu, uns, die Dei⸗ nen! Die Todesbahn gingst du voran. Wir folgen dir in deine Ruh. 5. Held! vor dem die Hoͤlle bebet, der selbst den Tod sah und nun lebet, nun lebt und herrscht in Ewigkeit; dir hat dein Gott Sieg und Leben, dir hat er alles uͤbergeben, Gewalt, und Reich, und Herrlichkeit. An allem dei⸗ nem Heil hat dein Erloͤster Theil, durch den Glauben. Des Glaͤubens Licht ver— loͤsch uns nicht! So sehn wir ewiglich dein Heil. 253. ringt Preis und Ruhm dem Heiland dar, froh— lockt ihm, alle Frommen! Er, der fuͤr uns getoͤdtet war, ist 205 aller Angst entnommen! Sey gelobt, Herr Jesu Christ, daß du fuͤr uns gestorben bist und siegreich auferstan⸗ den! Sey hochgelobt! 2. Dein Leben in der Ma⸗ jestaͤt befestigt unsern Glau⸗ ben. Wer kann, da dich dein Gott erhoͤht, den gro— ßen Trost uns rauben, daß du von der Suͤnde Macht Befreiung hast ans Licht ge⸗ bracht, den Himmel uns ge⸗ oͤffnet? Gelobt seyst du! 3. Gott selbst, der dich dem Grab' entruͤckt, hat dei⸗ nen theuren Lehren der Wahrheit Siegel aufge⸗ drückt, dich, seinen Sohn zu ehren. Deines Todes hohen Werth hat er aufs herrlich⸗ ste erklaͤrt, da er dich aufer⸗ wecket. Gelobt sey Gott! 4. Erstandner, ich frohlo⸗ cke dir! Mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrschest, um auch mir dein ew'ges Heil zu geben, meiner Seele Trost zu seyn, zur Tu⸗ gend Kraft mir zu verleihn, und mich zu Gott zu fuͤhren. Gelobst seyst du! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu! Hilf, daß ich, frei 206 frey von Suͤnden, im Frie⸗ den Gottes moͤge Ruh fuͤr meine Seele finden! pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erloͤster wandle! Ge⸗ lobt seyst du! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorb⸗— ne zu erwecken. Du rufst einst, und der Graͤber Nacht wird uns nicht ewig decken. Wie du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auf⸗ erstehen. Gelobt seyst du! 7. Gieb nur, daß, weil ich hier noch bin, ich christ⸗ lich vor dir wandle, und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen denk' und hand⸗ le; daß ich, wenn ich auf⸗ ersteh, und dich, des Todes Sieger, seh, nicht angstvoll vor dir bebe. Gelobt seyst du. 8. Wo du, Herr, bist, soll auch dein Freund, mit Herrlichkeit umgeben, und ewiglich mit dir vereint, wie du verheißest, leben. Laß dieß Glüsck mein Erbtheil seyn; so werd' ich dein mich ewig freun, du Todesuͤber⸗ winder! Gelobt seyst du! Osterlieder. 254. Mel. Lebt Christus, was bin ꝛc. Er ist erstanden, Jesus Christ, der unser Trost und Helfer ist! er lebt! nicht mehr des Todes Raub! Er trat, der Sieger, auf den Staub! Frohlok⸗ ket ihm! 2. Freiwillig ging er in den Tod, und opferte sich auf vor Gott. Nun hat er gnug fuͤr uns gethan, und nahm sein Leben wieder an. Preis ihm und Dank! 5. Er hat erfullt was er verhieß, eh' er sein Leben fuͤr uns ließ: drei Tage sollen nicht vergehn; so werdet ihr mich lebend sehn! Er hat's erfuͤllt! ö 4. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, Glaͤubige, mit mir! Ich komme; meine Stimme ruft gewiß euch aus der Tod⸗ tengruft zur Herrlichkeit. 5. Er wird's erfuͤllen! Je⸗ sus Christ, der selbst vom Tod' erstanden ist; der Laza⸗ rum ins Leben rief, als er im Staub des Grabes schlief, erfüllt's gewiß! 6. Gelobt sey Gott! Ich werde werde! Grabe auf; u gewiß! Ewigk— 7.2 Grab fromme wachen Tod der vielmel Nicht d Glaube fromme komm' richt, zu mir 10. wenn d ser suͤn fuͤhreer einst in terland Mel. chen V ser Trost u bin ꝛe. esus unser st! er Todes Sieger, rohlok— g er in rte sich i hat er t, und der an. was er ben fuͤr sollen det ihr r hat's ach er, leben, Ich imme er Tod⸗ keit. n! Je⸗ st vom r Laza⸗ er im schlief, Ich werde Osterlieder. werde nun nur kurze Zeit im Grabe ruhn. Er weckt mich auf; und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 7. Auch fuͤhrt er nach des Grabes Ruh mir meine frommen Freunde zu. Er⸗ wachen werden wir zugleich, uns wiedersehn in seinem Reich! Gott, welch ein Tag! 8. Wie sollt' ich, Herr, den Tod denn scheun? Mich nicht vielmehr der Hinfahrt freun? Nicht deiner, der du mich er— schufst, gelassen warten, bis du rufst: entschlafe nun! 9. Gieb nur, daß ich im Glauben treu, und treu im frommen Wandel sey. So komm' ich nicht in dein Ge⸗ richt, wenn deine Stimme zu mir spricht: erwache nun! 10. Herr, rufe mich, wenn dir's gefaͤllt, aus die⸗ ser suͤndenvollen Welt, und fuͤhre mich an deiner Hand einst in mein himmlisch Va⸗ terland! Erhoͤre mich! 255. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛe. Ich weiß, daß mein Erloͤ⸗ ser lebt! Wer will den Trost mir rauben? Er lebt! 207 Und wer ihm widerstrebt, wird einst, beschaͤmt, es glau⸗ ben. Er lebt fuͤrwahr, der starke Held; sein Arm, der alle Feinde faͤllt, hat auch den Tod bezwungen. 2. Er lebt, deß ist mein Herz erfreut! ich darf vor dem nicht beben, der unsern Staub, wie Spreu, zer⸗ streut; mein Retter ist am Leben! senkt gleich der Tod einst mein Gebein in der Ver⸗ wesung Gruft hinein; kann er mich nicht zerstoͤren. 3. Mein Heiland lebet! und muß ich auch in den Staub mich strecken; so wird sein maͤcht'ger Wink doch mich vom Staube wie⸗ der wecken. Nicht ewig fes⸗ selt mich das Grab; bald werf ich seine Fesseln ab, erweckt vom kurzen Schlummer. 4. Dann giebt er, wie mein Glaub' ihm traut, mir diese meine Glieder, dieß Auge, das itzt um sich schaut, dieß Ohr, das hoͤret, wieder; und eben dieser Leib wird mein, allein verherrlicht, wie— der seyn; mein Geist wird ihn bewohnen. 5. Deun, was der Mensch hier 208 hier an sich traͤgt; das Fleisch, das ihn bekleidet; die Hand, der Fuß, den er bewegt; sein ganzer Koͤrper weidet zwar in dem Grab' der Wuͤrmer Heer; doch der Verwesung Raub wird er, der Sterbli— che, nicht bleiben. 6. Nein! alles wird ver⸗ neut erstehn dort aus der Gruft der Erden; was todt da lag, wird Gott erhoͤhn; stark wird das Schwache werden; was hier der Wuͤr⸗ mer Wuth verzehrt; was die Verwesung hier verheert, wird schoͤner wieder werden. 7. Das glaub' ich fest; mein Herz belebt das freu⸗ digste Vertrauen, den, der Osterlieder. 9. Trotz sey nun allem, was mir droht! nichts soll mich zitternd machen! Und waͤr's der Erde groͤßte Noth; Hohn kann ich ihr doch la— chen. Der Tod sey noch so fuͤrchterlich; er schreckt die Welt, nie schreckt er mich! Gott, mein Erloͤser, lebet! 256. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Men Jesus lebt; mag ich doch sterben. Hier ist mein Haupt und triumphirt! nun muß auch ich das Le⸗ ben erben, weil seine Macht der Tod verliert. Weg, Traurigkeit! Was klag' ich mehr? Mein Jesus lebt! vom Tod erstanden lebt, auf das Grab ist leer! ewig dort zu schauen. In diesem Leibe, den das Grab zu einem Raub der Wuͤr⸗ mer gab, werd' ich den Hei⸗ land schauen. 8. Sehn werd ich ihn in vollem Licht; durchdrungen von Entzuͤcken, werd' ich ihn dort von Angesicht zu Ange— sicht erblicken. Dann seh ich seine Herrlichkeit, und ehr' ihn bis in Ewigkeit; wie ich hier bin, kein Fremder. 2. Mein Jesus siegt; er hat bezwungen, was mir das Leben rauben kann; er hat mir Heil und Sieg errun⸗ gen, und ihm ist alles unter⸗ than! Der Holle tiefster Abgrund bebt! denn uͤberall schallt: Jesus lebt! 5. Mein Jesus lebt, das Grab ist offen; mit Freuden geh ich in die Gruft; auf seine Stimme will ich hof⸗ fen, die mich vom Tod' ins Leben Leben schallts leb, un! 4. N mein Le nicht s will ihn mich s freun, Himme sus ist Cbri Kei ten den euch, Errette 2. 2 ken ma ken! U mallem, hts soll Und e Noth; soch la— noch so eckt die r mich! lebet! Gott ꝛc. mag ich Hier ist mphirt! das Le⸗ »Macht Weg, lag' ich 8 lebtl egt; er mir das er hat errun⸗ unter⸗ tiefster uͤberall ot, das reuden t; auf 0 bof, od' ins Leben Osterlieder. Leben ruft. Wie lieblich schallt sie nicht schon hier: ich leb, und ihr lebt auch mit mir! 4. Mein Jesus bleibe denn mein Leben; der Tod soll mir nicht schrecklich seyn. Ich will ihm dienen, ihm ergeben, mich seiner Auferstehung freun, weil er auch mich zum Himmel hebt, so wahr er Je⸗ sus ist und lebt. 257. ist erstanden! Keine Todesbanden hiel— ten den Allmaͤchtigen. Freut euch, ihr Erloͤseten, eures Erretters! 2. Bei den Grabgedan— ken mag der Unchrist wan— ken! Unsre Hoffnung stehet fest, die auf Christum sich verlaͤßt. Er ist erstaͤnden! 5. Gelobt sey Gott! Ge— lobt sey Gott! Gelobt sey Gott! Ewig sollen wir uns sein, unsers Seligmachers freun! Dank dem Erbar⸗ mer! 258. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. Freiwillig hast du darge— bracht fuͤr uns, o Herr, 209 dein leben. Du hattest, es zu lassen, Macht; Macht, wieder dir zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du es willig in den Tod fuͤr deine Feinde gabest. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er kroͤnte dich mit Herrlichkeit, die Sterb— liche nicht fassen. Das Treuz, daran man dich erhoͤht, verwaͤndelt sich in Majestaͤt; denn du gingst aus dem Grabe. 3. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott; denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen maͤch⸗ tig's Wort auch ich einst ewig lebe. 4. Wir sind nun goͤttli⸗ chen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dieß ist die Hoffnung deines Knechts; in dieser will ich sterben. Wie du nun auf⸗ erstanden bist; so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. O 259. 210 259. Mel. Wie herrlich strahlt der ꝛc. zrohlockt dem Herrn! bringt Lob und Dank ihm, der des Todes Macht bezwang, und uns, den Staub, erhoͤhte! Der hohe Sieger uͤberwand. Nacht war um ihn, und sie ver⸗ schwand in helle Morgen⸗ roͤthe. Bebet! gebet, stolze Spoͤtter, unserm Retter Preis und Ehre! glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Preis ihm! Heil uns! Sein Grab ist leer. Fest stehet, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gespro⸗ chen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tem⸗ pel neu gebaut, den blinde Wuth zerbrochen. Seele, waͤhle ihn zum Fuͤhrer und Osterlieder. wird sich dann aufs neue sei⸗ ne Treue offenbaren. Vol⸗ les Heil wirst du erfahren. 260. Mel. Jesus Christus, unser Heiland ꝛc. Aln ja auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh; unsterb⸗ lich's Leben wird, der dich Gote dir geben! Frohlocke Gott! 2. Wieder aufzubluͤhn, werd' ich gesaͤet. Der Herr der Erndte geht und sammelt Garben uns ein, die starben. Gelobt sey Gott! 3. Tag des Danks! der Freudenthraͤnen Tag! Du, meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlum⸗ mert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Traͤumen⸗ Regierer deines Lebens! Auf den wird's dann uns seyn. ihn hoffst du nicht vergebens. 35. Zum hoͤhern Leben fuͤhrt er dich, und nimmt ge— wiß dich einst zu sich, faͤllt deine Huͤtte nieder. Das Grab empfaͤngt zwar dein Gebein, doch nicht auf ewig wird es seyn; verklaͤrt giebt er dir's wieder. Herrlich Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der muͤ⸗ den Pilger Leiden sind dann nicht mehr! 5. Ach! ins Allerheiligste ö fuͤhrt mich mein Mittler! dann leb ich im Heilig⸗ thume zu seines Namens Ruhme. Gelobt sey Er! 261. ö uns ein, schaue mein danke Himm danke, chem hoͤhert Schil ist dei ist dei 96. bebet: das 6 war, eue sei⸗ Vol⸗ hren. Heiland ꝛe. erstehn Staub, insterb⸗ er dich ohlocke ibluͤhn, er Herr ammelt us ein, hGott! s! der 1 Du, Wenn schlum— u mich. aͤumen⸗ 8s seyn. ein zu er muͤ⸗ d dann heiligste Nittler! Heilig⸗ damens Er! 261. ö Osterlieder. 261. Mel. Nun lobe meine Seele ꝛc. Lobsinge, meine Seele, dem Welterloͤser! Bet ihn an! Lobsing ihm, und erzaͤh— le, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat fuͤr dich gerungen, durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen und sei⸗ ner Schrecken Heer. Er hat des Grabes Grauen geschwaͤcht, da er erstand. Nun laͤßt uns Gott einst schauen der Frommen Va⸗ terland! 2. Froh fuͤhrte seine Son⸗ ne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versoͤhner, auf. Ge⸗ danke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Ge— danke, der im Leiden mit rei⸗ chem Trost belebt! Des hoͤhern Lebens Quelle, mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hoͤlle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund er⸗ bebet; die Waͤchter fliehn, das Grab ist leer! Der todt war, sieh, er lebet! Er lebt, 211 und stirbt hinfort nicht mehr! Die schwachen Juͤnger wan⸗ ken; er staͤrkt die Wanken⸗ den. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstan⸗ denen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt; die Goͤtzen⸗ tempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb fuͤr mich, und lebt! 262. Mel. Lebt Christus, was bin ich ꝛe. Er lebt, er lebt! O Chri⸗ stenheit, Heil dir in Zeit und Ewigkeit! Das Grab ist leer, der Sieg ist sein, und wir, Erloͤser, wir sind dein! Gelobt sey Gott! 2. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Wie kann 2 das 212 Osterlieder. das Grab uns Schaden Sonne, mein Jesus, durch thun? Er sitzt auf seines sein Grab durchbrach, zu Vaters Thron, zu unserm meines Herzens Wonne! Trost, des Menschen Sohn! Ach! laß deiner Klarheit Gelobt sey Gott! 3. Die bangen Zweifel gerichtet seyn, damit ich froͤh— sind zerstreut. Wir sehn lich singe: Hallelujah! des Siegers Herrlichkeit, 2. Nun weiß ich, meine der seine Feinde uͤberwand; Seligkeit kann niemand mir der starb, und wieder aufer⸗ absprechen. Ich kann mit stand. Gelobt sey Gott! meinem Jesu heut durch Tod 4. Gelobt, gelobt sey Je⸗ und Hoͤlle brechen. Mit des sus Christ, daß er vom Tod' Israelis Heer will ich auch erstanden ist! Lob sey dem durch das todte Meer hin in Herrn der Herrlichkeit von mein Erbtheil reisen. Halle— Schein doch auch auf mich Ewigkeit zu Ewigkeit! Ge⸗ lobt sey Gott! 5. Auf diesen Felsen will ich baun. Er lebt! Dieß staͤr⸗ ket mein Vertraun. Auf sei⸗ nem Thron denkt er an mich, und sorget fuͤr mich bruͤder⸗ lich. Gelobt sey Gott! 6. Bei aller Leiden Unge⸗ stuͤm sey dieß mein Trost: ich leb in ihm! das Haupt lujah! 3. Weg, Satan, weg! weg, Fleischeslust! weg, suͤnd⸗ liches Aegypten! mein Ca⸗ naan ist mir bewußt, bei Jesu, dem Geliebten. Ach! mein Schatz, verleihe mir, daß dieß mein Herz stets ruh in dir, und von der Erde fliehe. Hallelujah! 4. Mein Heiland, weil laͤßt seine Glieder nicht; dieß du lebest mir; so hilf, daß ich bleibe meine Zuversicht! Ge⸗ dir lebe! gieb, daß ich mich lobt sey Gott! nun fuͤr und fuͤr mit ganzem Ernst bestrebe, aufzustehn 263. vom Suͤndengrab', daͤmit Mel. Bringt Preis und Ruhm ꝛe. ich alles lege ab, was mich O allerschoͤnster Freuden⸗ und dich kann trennen. Hal⸗ tag! o Tag, da meine lelujah! 5. Und 5. 1 standen einst ar da me Freud' Indeß Mein hier in Hallelu Mel. X 4 Lebens aufgeg rigen umleue nun, H abzusp kann j Wuͤste gefuͤhr Gelobt 3. ich ger pten; Herrn meine nd mir un mit ch Tod Nit des h auch hin in Halle— weg! suͤnd⸗ in Ca⸗ „ bei „Ach! e mir, ts ruh Erde weil daß ich mich anzem ustehn damit mich Hal⸗ „Und Osterlieder. 215 5. Und, weil du aufer⸗ liebten. Herr, zum Laufe standen bist, laß mich auch giebst du Kraft, daß ich nach einst aufstehen, und dorthin, meiner Pilgerschaft in deinen da mein Erbtheil ist, mit Huͤtten wohne. Gelobt sey Freud' und Wonne gehen. Gott! Indeß ist mein Herz bei dir. 4. Du, mein Erloͤser, le⸗ Mein Jesu, bringe mich von best mir; hilf, daß ich dir hier in deine Himmelsfreude. auch lebe; daß ich zum Ei⸗ Hallelujah! genthume dir mich voͤllig uͤbergebe! Was von dir mich 264. trennen will, das haß ich, daß Mel. Bringt Preis und Ruhm z6. ich sanft und still entschlaf' So mir, o Tag des Herrn! und ewig lebe. Gelobt sey gegruͤßt, an dem des Gott! Lebens Sonne uns wieder 5. Denn, weil du aufer⸗ aufgegangen ist, den Trau⸗ standen bist, werd' ich auch rigen zur Wonne! Mich auferstehen, und wohnen, wo umleuchtet auch ihr Licht, mein Erbtheil ist, dich und daß meine bange Seele nicht den Vater sehen. Hier schon in Traurigkeit versinke. Ge⸗ sey mein Herz bei dir! doch lobt sey Gott! fuͤhre mich einst, Herr, von 2. Wer darf, durch Chri⸗ hierzu deines Himmels Freu⸗ sti Tod befreit, an Gottes den! Gelobt sey Gott! Huld verzagen? Wer darf nun, Heil und Seligkeit mir 265. abzusprechen, wagen? Ich Mel. Wachet auf, ruft einst ꝛc. kann jede rauhe Bahn, in Lob und Preis und Wuͤsten auch, nach Canaan, Staͤrke sey dem Vol⸗ gefuͤhrt von Jesu, wandeln lender seiner Werke, dem Gelobt sey Gott! Todesuͤberwinder Dank! 3. O, diese Welt verlaß Singt dem auferstandnen ich gern, wie Israel Aegy⸗ Helden! und alle Himmel, pten; ich eile hin zu meinem alle Welten, und dieser Erd⸗ Herrn, zu Jesu, dem Ge⸗ kreis sey Gesang! Ihm, der vom 214 vom Tod erstand, ihm, der einst uͤberwand, Preis und Ehre! Sein ist die Macht! Er hat's vollbracht! Die Welt ist seiner Ehre voll! 2. Ja, du Land der Graͤ⸗ ber, Erde, empor aus deinem Staube! werde ein Land des Lebens und des Lichts! Er, der siegreich auferstan— den, befreit dich von des To⸗ des Banden, und von den Quaalen des Gerichts. Heil dir! das Grab ist leer! des Abgrunds Schrecken⸗ heer ist bezwungen! des Todes Nacht, der Hoͤlle Macht, der Graͤber Grauen ist besiegt! 5. Was vermag, uns zu erschuͤttern? Der Hoͤlle Sklaven moͤgen zittern vor ihm, der ewig, ewig lebt! wir, des Auferstandnen Bruͤder, wir Christen, seines Leibes Glieder, wir freun uns deß, der ewig lebt. Fuͤr uns sank er in Tod; fuͤr uns entruͤckte Gott ihn dem Gra⸗ be. Empoͤrer bebt! der Sieger lebt! Er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr! 4. Unser Herz darf nun Osterlieder. zweifelnden Gedanken besiegt des Glaubens Zuversicht! wie ein Fels des Herrn im Meere, steht unerschuͤttert Jesu Lehre, umglaͤnzt mit Seligkeit und Licht. Der Himmel Bau zerfaͤllt, die Herrlichkeit der Welt wird verschwinden; doch fort und fort steht Jesu Wort; bleibt Trost und Heil in Ewigkeit. 5. Doch auch wir, wir werden bleiben! mag doch des Koͤrpers Staub zerstaͤu⸗ ben! verzehre, Moder, mein Gebein! Jesus lebt! und meine Glieder belebt einst seine Allmacht wieder; wie er, werd'ich unsterblich seyn. In der Verwesung Grab dringt dann sein Ruf hinab; und ich lebe; und ich bin sein, auf ewig sein! Wie wird mir dann, o dann mir seyn! 266. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. ommt wieder aus der fin⸗ stern Gruft, ihr Gott schoͤpft ergebne Sinnen! neuen Muth und frische Lust, blickt hin nach Zions Zin⸗ nen! Denn Jesus, der im nicht wanken; die bangen Grabe lag, hat, als ein Held, am am drit Reich b 2. 2 Herz u seiner den ew' gruͤnde er hat d Macht, derbrac lich's 2 5. N aͤhnlich zusamun auferst. Volk der M und n⸗ band z sitzet. 4. Christ druͤckt haͤuft getrost durch brach, maͤcht mehr! besiegt rsicht! rn im uüttert t mit Der „ die twird rt und bleibt igkeit. „ wir 3 doch erstaͤu⸗ „mein und t einst ; wie h seyn. Grab hinab; in sein, e wird seyn! ein ꝛc. der fin⸗ Gott schoͤpft )e Lust,‚ s Zin⸗ der im u Held, am Osterlieder. am dritten Tag des Todes Reich besieget. 2. Auf! Danket ihm mit Herz und Mund am Tage seiner Freuden! Er hat den ew'gen Gnadenbund ge⸗ gruͤndet durch sein Leiden; er hat dem Tod entwandt die Macht, das Leben aber wie— derbracht und unvergaͤng— lich's Wesen. 3. Nun tritt, was Christo ahnlich ist, in Glaubenskraft zusammen. Da Christus auferstanden ist; wer will sein Volk verdammen? hier ist der Mann, der uͤberwand, und nach zerrißnem Todes⸗ band zur Rechten Gottes sitzet. 4. Du oft geplagtes Christenheer, vergiß, was druͤckt und naget! Gesetzt, es haͤuft sich mehr und mehr; getrost auf den gewaget, der durch des Grabes Siegel brach, und zu dem Tode maͤchtig sprach: wo ist nun⸗ mehr dein Stachel? 5. Doch, Christi Sieg ist gut dafuͤr, der lehrt uns uͤber⸗ winden, und oͤffnet Riegel, Schloß und Thuͤr. Trotz Tod und Grab und Suͤn⸗ 215 deu! Der große Sieger naht heran; ihm, ihm ist al⸗ les unterthan. Wo bleibt die Macht des Grabes? 6. Zum Siegel solcher Seligkeit giebt uns der Herr zu essen die Speise der Un⸗ sterblichkeit, nie seiner zu ver⸗ gessen; sein theures Blut uns heilsam traͤnkt, das er in seinem Nachtmahl schenkt. O edler Osterseegen! 7. Gott, unserm Gott, sey Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben; der das, was hin ins Sterben sank, hat wiederbracht zum Leben! Der Sieg ist unser; Jesus lebt, der uns zur Herrlichkeit erhebt. Gott sey dafuͤr ge⸗ lobet! 267. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. ach freue mich, denn Jesus —. lebet; mich schrecken weder Tod noch Grab, da der sein siegreich's Haupt erhebet, der in den Tod fuͤr mich sich gab. Der Sie⸗ ger selbst verkuͤndigt's mir: ich leb', und ihr lebt auch mit mir! 2. Der Tod liegt nun zu meinen 216 Osterlieder. meinen Fuͤßen; der Fuͤrst fest an dich, den Auferstand⸗ lich's W des Lebens stirbt nicht mehr. Er weiß die Graͤber aufzu— schließen; er starb, nun aber lebet er. Der Sieger selbst verkuͤndigt's mir: ich leb, und ihr lebt auch mit mir! 5. Das Haupt belebet seine Glieder. Wer fuͤrchtet denn noch Tod und Grab? Des Lebens Sonne leuchtet wieder, und leuchtet in mein Grab hinab. Der Sieger selbst verkuͤndigt's mir: ich leb, und ihr lebt auch mit mir! 4. Wo sind, o Tod, nun deine Schrecken? Ich fuͤrchte nichts, von ihm bedeckt! Er wird vom Tode mich erwek— ken; er hat sich selbst vom Tod erweckt. Weil Jesus lebt, so leben wir. Ich, spricht er, leb'; ihr lebt mit mir! 268. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. Wern der Gedanke mich erschreckt, daß dieser Leib aus Erde, entseelt, mit Erd' und Staub bedeckt, selbst Erd' und Asche werde; dann, mein Erloͤser, troͤste mich die Wahrheit, daß ich nen, glaube. Sott! 3 2. Der Tod zerstoͤre mein mehr Gr Gebein! du hast ihn doch bezwungen; hast mir durch deines Todes Pein Unsterb⸗— lichkeit errungen. Nun hoff' ich, weil Gott aus der Gruft ins Leben meinen Leib einst ruft, der erst zu Staub ver⸗ weset. 5. Hab' ich oft auf der Erde nichts, als Arbeit Muͤh' und Leiden; getrost! ein Schimmer deines Lichts entdeckt mir ew'ge Freuden. Dein Auferstehn macht mich gewiß; zerstreut des Grabes Finsterniß; verheißt mirAuf⸗ erstehung. 4. Du konntest, durch der Gottheit Macht, aus deinem Grabe gehen, und aus der kurzen Todesnacht zum Trost mir auferstehen. Zum Sie⸗ gel der Gerechtigkeit liegt nun der Stein vom Grabe weit, der Tod zu deinen Fuͤßen. 5. Ich lebe! Friede sey mit euch! Ich leb', und ihr sollt leben! Mir ist die Macht, mir ist das Reich des Va⸗ dich lebe 6. Heiland wird er Leib, d verlacht len; e Stimm cher aue Leibe C 7. M ich dich, schauen deine K Haus d Zu mei dann di sehen k Herzen 8. 2 Huld m Lichte g mein 2 Haupt Zen. euch! Auferst sing' il ters uͤbergeben! Welch herr⸗ lich's Osterlieder. rstand⸗ lich's Wort, mein Herr und Wott! Nun fuͤrcht' ich nicht e mein mehr Grab und Tod! ich sehe u doch durch nusterb⸗ n hoff Gruft b einst ib ver⸗ uf der rbeit jetrost! Lichts euden. st mich rabes ir Auf⸗ rch der heinem us der Trost Sie⸗ liegt Grabe deinen ey mit r sollt Nacht, Va⸗ herr⸗ lich's zen. dich lebendig. 6. Ich weiß gewiß, mein Heiland lebt! Auch mich wird er erwecken! Mein Leib, den er so hoch erhebt, verlacht des Todes Schrek— ken; erwacht, wenn seine Stimme ruft; geht herrli— cher aus seiner Gruft, dem Leibe Christi aͤhnlich. 7. Mit diesen Augen werd' ich dich, Gott, mein Erloͤser, schauen. Dann, dann wird deine Hand fuͤr mich ein Haus des Friedens bauen. Zu meiner Freude schau ich dann dich, den ich hier nicht sehen kann, und doch von Herzen liebe. 8. Dann werd' ich deiner Huld mich freun, in deinem Lichte glaͤnzen; dann wirst du mein Vollender seyn, mein Haupt mit Wonn' umkraͤn⸗ O Christen, heiligt euch! bedenkt, was Jesu Auferstehung schenkt! Lob— sing' ihm, meine Seele! 217 269. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛe. Cuu“ Christus troͤstet mich, ihm verdank ich Heil und Leben; denn er hat ja selber sich in den Tod fuͤr mich gegeben, mich vom Tode zu befrein, Heil und Leben mir zu seyn. 2. Mich erschrecket keine Noth; hat er doch den Tod bezwungen. Wer nur glaübt, ist durch den Tod schon zum Leben durchge— drungen. Tod und Zukunft, und Gericht, moͤgen drohn! ich zittre nicht! 3. Gott sey hochgelobt! Ich weiß, mein Erloͤser ist im Leben. Er wird mir zu seinem Preis ewig's Heil und Leben geben. Selig werd' ich auferstehn, Gottes An⸗ gesicht zu sehn! 4. Ich ergreife, Jesu, dich, daß ich glaub' und uͤberwin⸗ de, und kein schnelles Ende mich, in der Suͤnde schlum⸗ mern, finde. Ewig stirbt, wer aus der Nacht seiner Suͤn⸗ den nicht erwacht. 5. Herr, verbinde dich mit mir, wie ein Bruder; Herr, 218 Herr, dein Leben muͤsse, wie dein Leiden, mir Kraft und Trost und Leben geben! Himmelfahrtslieder. Deines Heils will ich mich freun. Segne mich! denn ich bin dein. XIV. Himmelfahrtslieder. 270. Cbrist fuhr gen Himmel! wen sandt' er uns her⸗ nieder? den Troͤster, den heilgen Geist, zum Troste seiner Christenheit. Kyrie, eleison!(Herr, sey uns gnaͤdig!) 2. Hallelujah!:,: ,: Deß soll'n wir alle froh seyn, Christus will unser Trost seyn! Kyrie, eleison!(Herr, sey uns gnaͤdig!) 271. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. D. faͤhrst gen Himmel, Jesu Christ, die Staͤte zu bereiten, auf daß ich bleibe, wo du bist, bei dir zu allen Zeiten. Du faͤhrst, mein Heiland, in die Hoͤh', daß ich dir nach zum Vater geh', und ewig mit dir lebe. 2. Du faͤhrst, mein Jesu, Wolken an, und dringst durch alle Himmel, damit ich dir nachfolgen kann aus diesem Weltgetuͤmmel. Du bist, mein Jesu, aus dem Leid' gegangen in die hoͤch⸗ ste Freud', daß Freud' und Trost ich habe. 3. Wo Jesus ist, da komm ich hin; bei Jesu werd' ich bleiben. Drum steht zu Jesu stets mein Sinn, nichts soll von ihm mich trei⸗ ben. Duld' ich auch schon hier manche Noth; so werd! ich doch nach meinen Tod bei Jesu recht erquicket. 4. So zage nicht, du, meine Seel', in Kummer und Ge⸗ fahren, daß dich nichts allzu— schmerzlich quaͤl; du wirst nach wenig Jahren gelan⸗ gen aus dem Jammerthal hin in den schoͤnen Himmels⸗ saal; da wird dich Jesus troͤsten. 272. Mel. W eber erh Thron d un srer S der dick du, da endet, kommen Suͤnder Licht e Ehre se sehen n Herrlick 2. 2 denwill zu erfuͤ horsam Sohn, dir geb Lohne, keit! herrlich höͤh'ter ihr Fr ihm n⸗ Schm dient, 3. oͤsten, zu troͤ dir dei dringst damit un aus l. Du us dem e hoͤch⸗ dꝰ und ist, da Jesu Drum Sinn, ich trei⸗ schon o werd' 'n Tod et. „meine nd Ge⸗ 8 allzu⸗ 1 wirst, gelan⸗ nerthal keit! sprach Gott. Himmelfahrtslieder. 272. Mel. Wachet auf! ruft uns ꝛc. 219 auch uns im Leiden mit Trost erfuͤllt, und zu den Freuden der bessern Welt den Weg * aller Himmel Heere uns weist. Er leitet uns die erhobst du dich zum Thron der Ehre, Vollender un srer Seligkeit! hin zu dem, der dich gesendet, gingst du, da hier dein Werk voll⸗ endet, mit goͤttlicher Voll⸗ kommenheit. Du hast die Suͤndenwelt mit deinem Licht erhellt. Preis und Ehre sey, Jesu, dir! froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 2. Deines Vaters Gna⸗ denwillen auf Erden voͤllig zu erfuͤllen, ward'st du ge⸗ horsam bis zum Tod. Sitze, Sohn, auf meinem Throne! dir geb' ich meine Welt zum Lohne, und meine Herrlich⸗ Wie herrlich ist dein Lohn! Er— hoͤh'ter, Gottes Sohn! Ihr, ihr Frommen, folgt treu ihm nach durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. 3. Deine traurenden Er— loͤsten, o Herr, zu staͤrken und zu troͤsten, kam uͤber sie von dir dein Geist. Er ist's, der Dann Bahn, auf der dich wan⸗ deln sahn deine Freunde. Auch wir empfahn auf die⸗ ser Bahn dereinst, wie du, die Kron' am Ziel. 4. Uns die Staͤte zu be⸗ reiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herr⸗ lich wirst du wiederkommen, und zu dir alle deine From⸗ men versammeln in dieß Va⸗ terland. Geweiht hast du uns Gott und dir durch dei⸗ nen Tod. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben ewiglich. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wiedersehn auf Erden in aller Majestaͤt des Herrn! Das wird seyn ein Tag des Lebens fuͤr uns, und nicht ein Tag des Bebens. Dann schaun wir dich nicht mehr von fern. Dann sehn wir hoch erfreut, ganz deine Herrlichkeit. Welterloͤser! fuͤhrest du der Wonn uns 220 uns zu, Ewigkeit. 273. Mel. Lebt Christus, was bin ꝛe. Der du zu Gott erhoͤhet bist, du fuhr st zum Himmel, Jesu Christl O Gott mit uns! dir dan⸗ ken wir! staͤrk uns mit Heil und Kraft von dir! Gelobt sey Gott! 2. Daß unser Heiland, die bei dir ist in Gottes Sohn, erhoben auf des Vaters Thron, fuͤr uns, o Vater, sorgt, das preist der Frommen dankerfuͤllter Geist. Gelobt sey Gott! 5. Ihm sind die Himmel unterthan; ihn beten selbst die Engel an; er lebt und herrscht, dem Vater gleich, und hat, wie er, ein ewig's Reich. Gelobt sey Gott! 4. Er hat der Suͤnder Heil vollbracht; denn er be— zwang der Suͤnde Macht; bezwang den Tod, und uns beschuͤtzt er, der zur Rechten Gottes sitzt. Gelobt sey Gott! 5. Er hat gesiegt, wir sie⸗ gen mit! wer will verdam⸗ men? Er vertritt! es klage, wer nur will, uns an; er Himmelfahrtslieder. nimmt sich seiner Bruͤder an. Gelobt sey Gott! 6. Er selbst ist unser hoͤch⸗ stes Gut; denn er erwarb uns durch sein Blut des Vaters Gnad', und gab den Geist, der uns zum Leben unterweist. Gelobt sey Gott! 7. Wohl dem, der nur auf ihn vertraut, sein Heil auf diesen Felsen baut! O Suͤnde, wir entsagen dir! Dem Herrn des Himmels dienen wir. Gelobt sey Gott! 8. Er leitet uns, und un⸗ ser ist dein Reich, dein Him⸗ mel, Jesu Christ! Dann werden, durch den Glauben dein, wir deines Ruhms uns ewig freun. Gelobt sey Gott! 9. Du hast die Menschen nicht verschmaͤht; hast uns erloͤst und bist erhoͤht. Er— hoͤre nun auf deinem Thron uns, deine Bruͤder, Gottes Sohn! Erhoͤr' uns, Gott! 10. Erhalt' uns deine Leh⸗ re; gieb zu allem Guten Kraft und Trieb; gieb in Versu⸗ chung Sicherheit, im Leiden Muth und Festigkeit! Erhoͤr uns Gott! ie venn du loͤmmst! Laß uns stehn, ui uns sehn 12. 8 den Tod auchzen haß du Christ, ben bist. Mel. Lol Lebsi den und Ru nieder, k! Denn er 2.— gesang! erhob, schen, e volles L 5.— preisen; ner Ma Jesu Kreuz: 4. 7 hang re schallt; Fels s 11. Herr, deran. 4 hoͤch⸗ erwarb ut des ab den Leben yGott! jer nur n Heil baut! en dir! immels bt sey nd un⸗ n Him⸗ Dann lauben ns uns y Gott!l enschen ist uns Er⸗ Thron Gottes Gott! ne Leh⸗ n Kraft Versu⸗ Leiden Erhoͤr' Herr, Himmelfahrtslieder. 11. Herr, nimm uns an, benn du, Gericht zu halten, loͤmmst! verstoß uns nicht! Laß uns zu deiner Rechten ehn, und deine Herrlichkeit uns sehn! Erhoͤr' uns, Gott! 12. Dann fuͤrchten wir den Tod nicht mehr, und auchzen, wie derEngel Heer, haß du der Herr, o Je su Christ, daß du so hoch erha⸗ ben bist. Gelobt sey Gott! 27⁴4. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. Lebsinge ihr Voͤlker, preist den Sohn! bringt Ehr' und Ruhm ihm her! fallt nieder, kniet vor seinen Thron! Denn er ist's wuͤrdig! Er! 2. Den aller Engel Lob— gesang noch, eh' ihr war't, erhob, dem jauchze, Men⸗ schen, euer Dank ein jubel⸗ volles Lob! 3. Ihn soll der Suͤnder preisen; soll frohlocken sei— ner Macht! Die Stimme Jesu Christi scholl vom Kreuz: es ist vollbracht! 4. Des Tempels Vor⸗ hang reißt entzwei. Sie schallt; die Erd' erbebt; der Fels stuͤrzt ein. Auf ihr 221 Geschrei erwacht der Todt' und lebt! 5. Die Stimme schallet durch die Welt zu jeder Na⸗ tion, und jeder Goͤtzentempel faͤllt, und jeder Goͤtterthron! 6. Die Stimme Jesu geht mit Macht; der Suͤn⸗ der hoͤrt und bebt! Er hoͤrt: es sey sein Heil vollbracht; er hoͤrt's, und glaubt, und lebt! 5. Die Stimme Je s u ladet euch, ihr, die ihr elend seyd, zu sich in seiner Wahr⸗ heit Reich, belehrt euch, und erfreut. 8. Auf ihr gewaltiges Ge⸗ bot giebt, wenn er koͤmmt, das Meer, das Grab, der Abgrund, und der Tod die Todten Gottes her! 9. Sie stuͤrzet dann, ihr Suͤnder, euch tief in den Pfuhl hinab; euch, From⸗ me, rufet sie ins Reich, das ihm der Vater gab. 10. Ihm sey ihr ewig Lob geweiht! Erloͤste, freuet euch! Von Ewigkeit zu Ewigkeit waͤhrt eures Koͤ⸗ nigs Reich. 11. Ein voller Strom der Wonne fließt von seinem ö Throne 222 Himmelfahrtslieder. Throne her. Lobsingt dem Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. du, verk Koͤnig! wuͤrdig ist des Lobsinget ihm, lobsinget ihm Erhoͤr'i froh'sten Lobes Er! 275. Mel. Lebt Christus was bin ich ꝛc. A re auf, und freuet euch! Der Herr faͤhrt auf zu seinem Reich! Er triumphirt! lobsinget ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm! Lobsinget ihm! 2. Sein Werk auf Er⸗ den ist vollbracht; zerstoͤrt hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott ver— soͤhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekroͤnt. Lobsinget ihm! 5. Weit uͤber alle Him⸗ mel weit geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm die⸗ nen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit lauter Stimm! Lobsinget ihm! 4. Sein sind die Voͤlker aller Welt. Er herrscht mit Macht und Gnadꝰ', als Held; er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beu⸗ gen muß. Lobsinget ihm! 5. Beschirmer seiner Christenheit ist er in alle mit froher Stimm! Lobsin⸗ get ihm! 6. Ja, Heiland, wir er⸗ heben dich; und unsre Her⸗ zen freuen sich der Herrlich— keit und Majestaͤt, dazu dich Gott, dein Gort erhoͤht. Gelobt seyst du! 7. Wohl nun auch uns! Denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unsrer huͤlfreich an; was ist, das uns gebrechen kann? Gelobt seyst du! ö 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du Theil am Segen, den du uns er⸗ warbst, da du fuͤr uns am Kreuze starbst. Gelobt seyst du! 9. Wir freuen uns, nach dieser Zeit bei dir zu seyn in Ewigkeit. Nach treu voll⸗ brachtem Glaubenslauf nimmst du uns in den Him⸗ mel auf. Gelobt seyst du! 10. O zeuch uns immer mehr zu dir! hilf uns mit eifrigster Begier nach dem nur trachten, was da ist, wo du, 11.2 Herrlich serer Pr zu leben wir dere schaun. 12. uns ew Mensch⸗ dann sir Ruhm e ligthum Mel. Leb ir W'i du erhe O du, preist, ben un seyst di 2.* Himme Freund du schaͤ srer nie unsre à seyst di 3. dein is Haupt. iget ihm Lobsin⸗ wir er⸗ sre Her⸗ Hderrlich— azu dich erhoͤht. ch uns! dzir steht ind dein du dich was ist, kann? dand ist an dich vu Theil uns er⸗ uns am Gelobt s, nach seyn in eu voll⸗ islauf n Him⸗ t du! immer ins mit ch dem ist, wo du, Himmelfahrtslieder. 225 du, verklaͤrter Heiland, bist! ist an Majestaͤt dir gleich? Erhoͤr' uns, Herr! Mensch, Engel, jede Krea⸗ 11. Dein Eingang in die tur ist dein, Beherrscher der Herrlichkeit staͤck uns in un⸗ Natur! Gelobt seyst du! srer Pruͤfungszeit, nur dir 4. Umsonst, umsonst em⸗ u leben, dir zu traun, bis poͤren sich, Herr, deine Has⸗ vir dereinst dein Antlitz ser wider dich; dein Thron schaun. Erhoͤr' uns, Herr! steht fest, und wanket nicht, 12. Dann werden wir wenn gleich der Frevler wi⸗ uns ewig dein, du groͤßter derspricht. Gelobt seyst du! Menschenfreund, erfreun; 5. Du, unser triumphi⸗ dann singen wir von deinem rend Haupt, wie selig ist, Ruhm ein neues Lied im Hei⸗ wer an dich glaubt! Du bist ligthum. Gelobt seyst du! sein Licht, sein Trost, sein — Theil, sein starker Schutz, 276. sein ew'ges Heil. Gelobt Mel. Lebt Christus, was bin ich ze. seyst du! W'r freuen uns, Herr 6. Herr, unsre Herzen Jesu Christ, daß traun auf dich; dein freuet du erhoͤht gen Himmel bist. unsre Seele sich. Du, der O du, den unser Loblied du huldreich an uns denkst, preist, staͤrk auch im Glau⸗ und gern uns deinen Segen ben unsern Geist! Gelobt schenkst. Gelobt seyst du! seyst du! 7. Was uns begluͤckt, ist 2. Du sitzest auf der dir bekannt, und alles ist in Himmel Thron, als unser deiner Hand. Von keinem Freund, als Menschensohn; deiner Freunde fern, bemerkst du schaͤmst auch da dich un⸗ du ihn, und hilfst ihm gern. srer nicht. Drum bist du Gelobt seyst du! unsre Zuversicht. Gelobt g. Blick' uns auch an mit seyst du! Freundlichkeit vom Throne 3. Dein ist die Macht; deiner Herrlichkeit! Hilf dein ist das Reich. Wer unserm schwachen Saamt auf, ·L—D:s:U'vVDMt 224 Himmelfahrtslieder. auf, und kroͤne unsern Le⸗ winn, soll mich dieß zur Erde benslauf! Gelobt seyst du! ziehn, da ich annoch uͤberm 9. Gen Himmel faͤhrst Grabe eine groͤßre Hoffnung du auf als Held. Als Herrn habe? und Richter aller Welt 3. Zeuch die Sinnen von wird dich dereinst der Erd⸗ der Erde uͤber alles Eitle hin, kreis sehn. Hilf, daß wir daß ich mit dir himmlisch dann vor dir bestehn! Gelobt werde, ob ich gleich noch sterb— seyst du! lich bin; und laß meine Le⸗ 10. Dann triumphirt der benszeit heilig seyn ver Ewig— Glaub'an dich; dann jauch- keit, und mich einst dahin zen wir dir ewiglich. Hilf gelangen, wo du bist voran uns dazu, Herr Jesu Christ, gegangen! der du erhoͤht gen Himmel 4. Dir ist alles uͤberge— bist! Gelobt seyst du! ben; steh, o Herr, den Dei⸗ nen bei; gieb, daß christlich 277. unser Leben, selig unser Ster⸗ Mel. Freue dich, o meine ꝛic. ben sey! Dort belohnst du err, auf Erden muß ich das Vertraun deiner Glaͤu— leiden, kummervoll ist bigen durch Schaun, und meine Zeit; doch erwarten verwandelst ihre Leiden in mich nicht Freuden einer rei⸗ unendlich große Freuden. nen Seligkeit? gingst du 5. Dort bereite meine nicht zu Gott fuͤr mich? Staͤte mir in deines Va⸗ nicht zum Himmel, daß ich ters Haus; rufst du fruͤhe dich, daß ich deines Geistes oder spaͤte mich aus dieser Gaben moͤchte schon auf Er⸗Welt heraus. Herr, der den haben? Weg dahin bist du. Dort⸗ 2. Laß mir deinen Geist hin bringe mich zur Ruh! zuruͤcke; zeuch durch ihn nimm an meinem Lebens⸗ mein Herz zu dir! Wenn ende meinen Geist in deine ich nach dem Himmel blik⸗ Haͤnde! kez o so oͤffn' ihn gnaͤdig mirn! 6. Koͤm mst du endlich Wollust, Ehrsucht und Ge⸗Mglorreich wieder, einst am Inde Ende di meine 0 sung itzt verklaͤr' im Him mehr ve aͤhnlich Mel. Aus Ger me ton, u tuͤmmel thron. Gott!l Freude Leiden, Noth! 2. 2 nomme Prach alle Fr frei ger sum eit Heere, Ehre s erfreun 5. Pfade, hoͤhn, Gnade mel ge ur Erde Kuͤberm offnung nen von itle hin, mmlisch ch sterb⸗ eine Le⸗ r Ewig⸗ t dahin st voran uͤberge⸗ en Dei⸗ hristlich er Ster⸗ hnst du Glaͤu⸗ „ und iden in iden. emeine s Va⸗ u fruͤhe dieser r, der Dort— Ruh! Lebens⸗ n deine endlich nst am Inde Himmelfahrtslieder. Ende dieserZeit; oso sammle meine Glieder, die Verwe⸗ sung itzt zerstreut; heil'ge und verklaͤr' sie ganz, daß der Leib im Himmelsglanz, dann nicht mehr von Staub und Erde, aͤhnlich deinem Leibe werde. 278. Mel. Aus meines Herzens Grunde ꝛc. Ge faͤhret auf gen Him⸗ mel mit frohem Jubel— ton, mit jauchzendem Ge⸗ tuͤmmel zu seinem Ehren⸗ thron. Lobsingt, lobsinget Gott! lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Helfer in den Leiden, dem Retter aus der Noth! 2. Der Herr wird aufge⸗ nommen in koͤniglicher Pracht. Deß freun sich alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Je⸗ sum ein des Himmels laute Heere, die seiner Pracht und Ehre sich, gleich als wir, erfreun. 3. Wir wissen nun die Pfade, die uns zu Gott er⸗ hoͤhn, und wie durch seine Gnade auch wir zum Him⸗ mel gehn. Der Heiland 225 geht voran; will uns nicht nach sich lassen; er zeiget uns die Straßen; er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Heiland macht uns Platz. Wir gehen von der Erden dorthin, wo un⸗ ser Schatz. Auf, Freunde Jesu! auf! Wo Jesus hin⸗ gegangen, dahin sey das Ver⸗ laͤngen, dahin sey euer Lauf. 5. Laßt uns zum Himmel dringen mit herzlicher Be— gier! laßt uns mit Freuden singen: dich, Jesu, suchen wir! dich, o du Gottessohn! dich, Weg! dich, wahres Leben! dem alle Macht gege⸗ ben ist auf des Himmels Thron! 6. Weg, Welt, mit dei⸗ nen Schaͤtzen! trugvolle eitle Welt! Dein Tand kann nicht ergoͤtzen. Was un⸗ serm Geist gefaͤllt, ist Jesus, unser Preis; er, er ist unsre Freude, der Seelen Trost und Weide; er, er bleibt unser Preis. ö 7. Wann soll es doch geschehen? Wann koͤmmt die sel'ge Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herr⸗ lichkeit? 226 lichkeit? Ein froher Tag wird's seyn, da wir den Herrn erblicken. Dann gehn wir mit Entzuͤcken in seinen Himmel ein. 279. Mel. Wie herrlich strahlt der ꝛc. Wi herrlich, Jesu, starker Held, du Retter einer Suͤnderwelt, hat sich dein Kreuz geendet! nach uͤber⸗ standnem Leidenslauf faͤhrst du verklaͤrt zum Vater auf, der dich zu uns gesendet. Ewig trifft dich nun kein Lei⸗ den; voller Freuden lebst du droben, uͤber alles hoch er⸗ hoben. 2. Dir dienen alle Sera⸗ phim; und wir vereinen Herz und Stimm'“, mit ih⸗ nen dich zu loben, weil du dein großes Werk vollbracht, nach uͤberstandner Leidens⸗ nacht gen Himmel dich erho⸗ ben. Preis dir, daß wir schon auf Erden koͤnnen wer⸗ den Gottes Kinder, und des Todes Ueberwinder! z. Du, du bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder. Nur von dir koͤmmt auf uns Heil und Himmelfahrtslieder. Leben. Was unsern Seelen Nutzen schafft, Licht, Friede, Freude, Tugendkraft, wird uns von dir gegeben. Laß doch dein Joch gern uns tra⸗ gen, und entsagen allen Suͤn⸗ den, daß wir hier schon Ruhe finden! 4. Zeuch unsre Herzen ganz zu dir! Hilf, daß vor allen Dingen wir nach dei— nem Reiche trachten! Mach uns von allen Suͤnden rein, und floͤß uns Muth und Ei⸗ fer ein, das Eitle zu verach⸗ ten! Jede Unart hilf uns meiden, und mit Freuden unser Leben deinem Dienste ganz ergeben! 5. Sey unser Schutz und unser Hort, und troͤst' uns durch dein heilsam Wort, wenn hier uns Truͤbsal draͤn⸗ get. Nur da ist Wonne, wo du bist; die Freude, die man hier genießt, ist noch mit Leid vermenget. Von dir koͤmmt hier Trost in Her⸗ zen; laß in Schmerzen uns schon offen deinen Himmel sehn und hoffen! 6. Du bist uns, Sterbli⸗ chen, zu gut, nach theuer hier vergoßnem Blut, zur Freude einge⸗ eingega zeuch au wir, na zur Fre Mel. Nur u Oe ner Ma Throns Gnade Glaube det, ac 2. 2 Geist v glaͤubig haft! n len gut Demut Keusch uns, 3.5 daß wi richte, fliehn! recht er sern He nen! 4. huͤlfre Seelen Friede, „ wird Laß ins tra⸗ n Suͤn⸗ n Ruhe Herzen daß vor ich dei⸗ Mach en rein, ind Ei⸗ verach⸗ ilf uns Freuden Dienste hutz und öst' uns Wort, al drän⸗ Wonne, ide, die ist noch Von in Her⸗ en uns Himmel Sterbli⸗ uer hier Freude einge⸗ Pfingstlieder. eingegangen. Zeuch, Jesu, zeuch auch uns dir nach, daß wir, nach kurzem Ungemach, zur Freude auch gelangen. 227 Dafuͤr soll dir von uns allen Dank erschallen. Ohn' Auf⸗ hoͤren wollen wir dich, Hei⸗ land, ehren. XV. Pfingstlieder. 280. Mel. Nun bitten wir den heil'gen ꝛe. Da Geist des Vaters, Geist des Sohns, Ei⸗ ner Macht mit beiden, Eines Throns, Geist, den Jesu Gnade zu uns sendet, der den Glauben anfaͤngt und vollen⸗ det, ach, hilf uns, Herr! 2. Du Geist der Gnade, Geist voll Kraft, mach' uns glaͤubig, mach' uns tugend— haft! wirk' in unsern See⸗ len gute Triebe, schenk' uns Demuth, Sanftmuth, steh uns, Schwachen, bei! O gieb, daß die Suͤnder sich bekehren; daß wir alle thun nach Jesu Lehren! Ach, hilf uns, Herr! 5. Erhalt uns Jesu Lehre rein! laß uns seines Wor⸗ tes Thaͤter seyn! schenk uns treue Hirten, daß die Heerde, Jesu Heerde, nie verfuͤhret werde! Ach, hilf uns, Herr! 6. Verlaß uns, hoͤchster Troͤster, nicht; troͤste, troͤst uns, wenn uns Trost ge⸗ bricht! Laß uns Jesu Gna⸗ Keuschheit, Liebe! Ach, hilf de Freude geben; fuͤhr' einst, uns, Herr! 3. Zeig' uns den Sohn, daß wir durch ihn dem Ge⸗ richte, das uns droht, ent⸗ wenn wir sterben, uns zum Leben! Ach, hilf uns, Herr! 7. Komm, Geist des Herrn, in unser Herz; zeuch fliehn! Lehr' uns seine Liebe es zu dir, zeuch es himmel⸗ recht erkennen, und ihn un⸗ waͤrts; laß uns alles Eitle sern Herrn und Heiland nen- nicht mehr achten, nach dem nen! Ach, hilf uns, Herr! Reiche Gottes lehr' uns 4. Sey, wo wir wandeln, trachten! Ach, hilf uns, huͤlfreich; sey unser Fuͤhrer, Herr! 2 8. Gieb, 8. Gieb, Geist des Frie⸗ dens, Einigkeit! ChristiGlie⸗ der trenne nie ein Streit! gieb, daß Fried' und Liebe stets sich kuͤssen, und laß die Verfolgten Schutz genießen! Ach, hilf uns, Herr! 9. Sey unser Schirm zur Zeit der Noth; wende von uns, was Verderben droht! Steh' in schweren Kaͤmpfen uns zur Seite, daß, wer kämpfet, auch stets siegreich streite! Ach, hilf uns, Herr! 10. Laß, Geist der Heili⸗ gung, uns rein, deine Tem⸗ pel, Gottes Tempel, seyn, daß wir weise, heilig schon auf Erden, ruhig, froͤhlich und dann selig werden! Ach, hilf uns, Herr! 281. Mel. Komm, heil'ger Geist ꝛc. Tag, der Erleuchtung uns &L gebracht! Tag, den uns unser Gott gemacht! Mit Inbrunst sey von allen Zun⸗ gen, zu Gottes ew'gen Preis, besungen! Die Erde lag von Nacht umhuͤllt, mit Wahn und Goͤtzendienst erfuͤllt. Du hast den dicken Finsternissen, Pfingstlieder. nach langer Nacht, die Erd entrissen. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! 2. Tag, der du heitrer itzt erscheinst, als da du mit Gewittern einst den fin⸗ stern Sinai bedecktest, das Volk durch Donnerstimmen schrecktest; der du ein Se⸗ genstag itzt bist, du Segens⸗ tag, sey uns gegruͤßt! Wir jauchzen dankbar dir entge⸗ gen! Fuͤr uns auch bist du reich an Segen. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! 3. Ein Sturmwind braust, und machet Bahn, und kuͤndigt den Geist Got⸗ tes an; er ist mit allem sei⸗ nen Segen bald selber sicht⸗ barlich zugegen. In Feuer⸗ flammen laͤßt er sich auf sie; gleich stimmet feierlich ihr Mund in lautes Lob zusam⸗ men. O himmlisch Lob! 0 Wunderflammen! Gelobt seyGott! Gelobt sey Gott! 4. O majestaͤtischer Be⸗ ruf! Der uns den Mund zur Rede schuf, lehrt schnell in fremden Sprachen reden; Beredtsamkeit giebt er den Bloͤden; Verfolgten giebt er Freudigkeit, Verzagten Uner⸗ Unersch nend si den au rern w Gott! 5. gehn sii uͤberall Verfol⸗ Das, Gotte bestürn Spott stark di Grimn tes, u ten G Gott! 6. der HK bauet Nun k unter diene Entfe lernt aufs nen S durch nen. lobt 7. dauer Gott ie Erd' Gott! heitrer da du sen fin⸗ t, das timmen in Se⸗ degens⸗ Wir entge⸗ bist du obt sey 'tt! wind Bahn, st Got⸗ em sei⸗ er sicht⸗ Feuer⸗ auf sie; ich ihr zu sam⸗ Lob! o Gelobt Gott! er Be⸗ und zur hnell in reden; er den n giebt rzagten Uner⸗ Pfingstlieder. Erstau⸗Schaaren von Evangelisten. Auf! ruͤhme, danke, Volk Unerschrockenheit. nend sieht der Kreis der Er⸗ den auf einmal sie zu Leh⸗ der Christen! wie sein Wort verheißt, der Sohn vom Vater beider Geist, und dessen milde Gna⸗ dengaben sollst du in reicher rern werden. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! 5. Gesandt von Jesu gehn sie gern, und sammeln uͤberall dem Herrn selbst aus Verfolgern neue Juͤnger. Das, wahrlich! das ist Gottes Finger! Umsonst bestuͤrmt sie Grimm und Spott! Sie siegen dennoch, stark durch Gott, trotz alles Grimms, trotz alles Spot⸗ tes, und wirken große Tha⸗ ten Gottes. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! 6. Der Herr mit euch! der Herr mit euch! Ihr bauet ihm sein weites Reich. Run herrscht der Herr auch unter Heiden; und Voͤlker dienen ihm mit Freuden. Entfesselt von Abgoͤtterey, lernt nun die weis're Welt aufs neu den langst vergeß⸗ nen Schoͤpfer kennen, ja, ihn durch Christum Vater nen⸗ nen. Gelobt sey Gott! Ge⸗ lobt sey Gott! 7. Die theuren Segen dauern fort. Gelobt sey Gott! Er gab sein Wort mit 229 Dir sendet, Fuͤlle haben. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! 282. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. ott Vater, sende deinen Geist, den uns dein Sohn erbitten heißt, aus dei⸗ nes Himmels Hoͤhen. Wir bitten, wie er uns gelehrt; laß, Vater, uns nicht un⸗ erhoͤrt von deinem Throne gehen! 2. Kein Mensch, der dei⸗ nen Geist begehrt, ist dieser edlen Gabe werth; bei uns ist kein Verdienen. Um Huld und Gnade flehen wir; denn darum starb dein Sohn, mit dir die Suͤnder zu versuͤhnen. 3. Es jammert deinen Vatersinn, daß ich so tief gefallen bin, verderbt von Adams Falle. Denn mit der Suͤnde herrscht der Tod, den des Gesetzes Urtheil droht, nun uͤber mich und alle. 4. Wir 230 Pfingstlieder. 4. Wir suchen aber, Herr, von allem Kummer frei, von dein Heil, und sind gewiß, allem, was uns kraͤnket. Er daß wir dein Theil durch ists, der, wenn ein Wetter Christum ewig bleiben; wir, blitzt, doch alles, weil er uns die durch seinen Tod und Blut beschuͤtzt, zu unserm Besten des Himmels Erb' und hoͤch⸗ stes Gut zu haben, treulich glaͤuben. 5. Doch dieser Glaub ist auch dein Werk; durch dei⸗ nes guten Geistes Staͤrk' wir Staͤrk' und Kraft empfahen. Gaͤb' uns dein guter Geist ihn nicht; wie koͤnnten wir mit Zuversicht zu deiner Gnade nahen! 6. Dein Geist erwecket und erhaͤlt den Glauben, welcher dir gefaͤllt, und staͤr⸗ ket ihn zum Siege, daß er in keinem Kampf, o Gott, durch Zweifel, durch Ge⸗ fahr, durch Spott der Fein⸗ de unterliege. 7. Wo Gottes Geist ist, ist auch Sieg; durch ihn ge⸗ winnen wir im Krieg; die Feinde sind gerichtet. Was schadet uns ihr Widerstand? Erhebt nur Gottes Geist die Hand; so ist ihr Grimm zer⸗ nichtet. 8. Er reißt der Suͤnde Band entzwei, lenket. 9. Er macht uns unsers Heils gewiß, ist unser Licht in Finsterniß, fuͤhrt uns als seine Schaafe. Er sorgt, daß keiner, wer ihn hoͤrt, nach⸗ laͤßig werde, noch bethoͤrt, wo Wachen noth ist, schlafe. 10. Er lehret Ehrfurcht vor dem Herrn, liebt Red— lichkeit, und wohnet gern in frommen keuschen Seelen. Er treibt uns, statt der Lust der Welt, die eiteln Seelen nur gefaͤllt, der Tugend Gluͤck zu waͤhlen. 11. Er bleibet seinen Frommen treu; er steht uns auch im Tode bey, im letzten schwersten Streite, daß er aus aller Noth uns dann, wo uns kein Mensch mehr helfen kann, zur Wonne Gottes leite. 12. Nun, Herr und Va⸗ ter aller Guͤt', hoͤr' unsern Wunsch, gieb ins Gemuͤth uns allen diese Gabe; daß macht uns jeder deinen guten Geist, bis er er am preist, dom ko schaff! zen ne Gesche jeglich 2. heit, Wahl Dem zu, dr des He 3. Verste Lieb in ter fr Tugen Schm 4. das CE Himm das l Gemuͤ stets land. 'ei, von ket. Er Wetter ler uns Besten unsers er Licht uns als gt, daß „ nach⸗ ört, wo afe. yrfurcht 't Red⸗ gern in Seelen. der Lust Seelen ugend seinen eht uns letzten daß er dann, mehr onne ud Va⸗ unsern zemuͤth ; daß ist, bis er Pfingstlieder. er am Throne, Gott, dich preist, zu seinemFuͤhrer habe! 283. domm, Gott Schoͤpfer, komm, heil'ger Geist, h schaff deiner Menschen Her⸗ zen neu! du kennest dein Geschoͤpf und weiß'st, wie jeglichem zu helfen sey. 2. Du Geist der Weis⸗ heit, leite du uns zu der Wahl des besten Theils! Dem Himmel fuͤhr' uns alle zu, du Fuͤhrer auf der Bahn des Heils! 3. Hilf uns! Gieb dem Verstande Licht, gieb wahre Lieb in unser Herz, zum Va⸗ ter frohe Zuversicht, zur Tugend Kraft, und Trost im Schmerz! 4. Des Lebens Wort, das Gottes Sohn vom Himmel uns herabgebracht, das leuchte jeder Nation durch deiner Leitung sanfte Macht. 5. Verein'ge deine Chri— stenheit durch deines sel'gen Friedens Band; lenk' ihr 231 6. Gott, unsern Gott, und Jesum Christ recht ken⸗ nen, dieses ist der Quell, aus welchem ew'ges Leben fließt; mach' diese Kenntniß in uns ell. 7. Lob sey dem Vater! Lob dem Sohn! Lob dir, o Troͤster, heil'ger Geist! Einst singen wir vor deinem Thron ein Lied, das wuͤrdi⸗ ger dich preist! 284. K'nen⸗ heiliger Geist, Herre Gott, erfuͤll mit deiner Gnaden Gut deiner Glaͤubigen Herz, Muth und Sinn, dein bruͤnstig Lieb ent⸗ zuͤnd in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammlet hast das Volk aus aller Welt Zungen. Das sey dir, Herr, zu Lob ge⸗ sungen! Hallelujah! Hallel. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr' uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behuͤt' vor fremder Gemuth schon in der Zeit Lehr', daß wir nicht Meister stets auf das ew'ge Vater⸗ land. suchen mehr, denn Jesum Christ mit rechtem Glauben, und 25² Pfingstlieder. und ihm aus ganzer Macht auf einem Sinne bleiben. vertrauen! Hall. Hall. Kyrie, eleison. 3. Du heilige Brunst, 4. Du hoͤchster Troͤster in suͤßer Trost, nun hilf uns, aller Roth, hilf, daß wir nicht froͤhlich und getrost in dei⸗ fuͤrchten Schaͤnde noch Tod, nem Dienst bestaͤndig blei⸗ daß in uns die Sinne nicht ben, die Truͤbsal uns nicht abtreiben! O Herr, durch dein' Kraft uns bereit, und staͤrk' des Fleisches Bloͤdig⸗ keit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen! Hall. Hallel. 285. NII bitten wir den heil'gen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behuͤte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus die⸗ sem Elende. Kyrie, eleison. 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr' uns Jesum Christum erkennen allein, daß wir an ihm blei⸗ ben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zu dem rech⸗ ten Vaterland. Kyrie, eleison. 3. Du suͤße Liebe, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen ein⸗ ander lieben, und im Friede verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrie, eleison. 286. Freue dich, o meine Seele nꝛn. du allerbeste Freude, o du allerschoͤnstes Licht, du mein Troͤster, wenn ich leide, selbst im Tode Trost und Licht; du, mein Fuͤhrer, Geist des Herrn, sey mein Helfer; sey nicht fern! du Erhalter aller Dinge, hoͤre, hoͤre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch sich wuͤnschen kann. Wenn ich, Geist des Herrn, dich habe, dich nurz was gebricht mir dann? Weihe meine Seele dir, dir zum Tempel; komm zu mir, daß der Vater mit Mel. dem Sohne gern in meinem Herzen wohne. 3. Du traͤufst, als ein milder Regen, aus des Him⸗ mels Schooß herab, edelster von von all Gott“ Fleuß o Geist verheiß Kraft Willen schaust Grund dir's n mir g Weisk Gnad' gefalle 5. dich f und h gegen Hoffa List. denqu rein u hen, mir,! 6. betruͤ sanft bleib thust Gute bleiben. roͤster in wir nicht och Tod, ne nicht r Feind rklagen. e Seele ꝛr. reude, tes Licht, venn ich de Trost Fuͤhrer, ey mein ern! du e, hoͤre, die beste nsch sich Zenn ich, ich habe, richt mir ie Seele komm ater mit meinem als ein des Him⸗ edelster von Pfingstlieder. von allen Segen, die uns zum Zorne bin, gieb mir Gott durch Christum gab. deinen edlen Sinn, daß ich Fleuß denn auch auf mich, Freund und Feindeliebe, kei⸗ o Geist, den der Vater mir nen, den du liebst, betruͤbe! verheißt; laß mich deine 7. Du, du machst mein Kraft durchdringen, deinen Herz zufrieden, wenn der Willen zu vollbringen! Menschen Trost gebricht. 4. Du bist weise, voll Bleib' ich von dir ungeschie⸗ Verstandes, was geheim ist, den; ey, so fehlt's an Trost ist dir kund, Herr, du zaͤhlst mir nicht. Sey nur du mein den Staub des Sandes, Eigenthum; ich versprech schaust bis auf des Meeres hinwiederum, hier und dort Grund. Ach, verborgen ist all mein Vermoͤgen dir zu dir's nicht, was ich bin, was Ehren anzulegen. mir gebricht; drum gieb 8. Heil'ger Geist, ich, ich Weisheit, gieb uns allen entsage dem, was deinen Gnad' und Trieb, Gott zu Ruhm dir nimmt; bis ans gefallen. Ende meiner Tage sey mein 5. Du bist heilig, laͤss'st Herz nur dir bestimmt! Was dich finden, wo man rein der Satan will und sucht, und heilig ist; fleuchst hin⸗ will ich achten als verflucht, gegen Schand und Suͤnden, ich will seinen schnoͤden We⸗ Hoffart, Geiz, Betrug und gen mich mit Ernst zuwider List. Mache mich, o Gna⸗- legen. denquell! durch dich heilig, 9. Nur allein, daß du rein und hell; laß mich flie⸗ mich staͤrkest, und mir treu⸗ 2535 hen, was du fliehest; gieb lich stehest bei! Hilf, mein mir, was du gerne siehest! Helfer, wo du merkest, daß 6. Ob wir dich gleich oft mir Huͤlfe noͤthig sey. Nimm betruͤben; bist du dennoch den eitlen irdschen Sinn sanften Muths. Immer ganz aus meiner Seele hin, bleibst du treu im Lieben, daß sie nun sich ganz erneue thust uns Boͤsen taͤglich und mein Gott sich meiner Guts. Wenn ich schnell freue! 10. Sey 254 Pfingstlieder. 10. Sey mein Retter, sen, Guts dem Naͤchsten zu halt' mich eben! Wenn ich erweisen. strauchle, sey mein Stab! 3. Steh' uns stets bei mit Wenn ich sterbe, sey mein deinem Rath, und fuͤhr' uns Leben! Nie erschrecke mich selbst den rechten Pfad, weil das Grab! Wenn ich wie⸗ wir den Weg nicht wissen; der aufersteh; o so hilf, daß gieb uns Bestaͤndigkeit, daß ich eingeh, ganz befreit von wir getreu dir bleiben fuͤr und allen Leiden, zu den ew'gen fuͤr, auch wenn wir leiden Himmelsfreuden! muͤssen! schaue, baue, was zerrissen, und beflissen, dir 287. zu trauen, und auf deine Mel. Wie hervlich strahlt der ꝛe. Kraft zu bauen. ̃ ö heil'ger Geist, kehr bei 4. Laß uns empfinden dei⸗ O. ne Kraft zum Kampf mit uns ein, und laß uns 54 deine Wohnung seyn! o jeder Leidenschaft, daruͤber komm, der Seelen Sonne! Hevr Zn Prnwu⸗** 9 16 Du Himmelslicht, laß deinen——— mntden Schuc Schein bei uns und in uns aneh 186— e kraͤftig seyn, zu steter Freud 0* n sirrd auf Erden und Wonne! Daß wir in Laß dich reichlich auf uns dir recht zu leben uns erge⸗ nieder, daß wir wieder Trost ben, und mik Beten oft des⸗ empfinden, alles Uebel uͤber⸗ I 38 winden! halben vor dich treten. 5. Ostarker Fels und Le⸗ 2. Du Quell, draus alle benshort, laß stets dein him⸗ Weisheit fließt, in fromme melsuͤßes Wort in unsern Seelen sich ergießt, laß deinen Herzen brennen, daß wir uns Trost uns hoͤren, daß wir in moͤgen nimmermehr von dei⸗ Glaubenseinigkeit auch an⸗ ner weisheitsreichengehr'und dre in der Christenheit dein deiner Liebe trennen! Fließe, wahres Zeugniß lehren! Hoͤ⸗ gieße deine Guͤte ins Gemuͤ⸗ re, lehre, Herz und Sinnen the, daß wir koͤnnen Christum zu gewinnen, dich zu prei⸗ unsern Heiland—ů—900 6. Du 6. D senke d kraͤftigl deine Li ergeben stets mi sich dari kein S Fried 1 geben, hig lebe N Heiligk Lebens stes S bleiben keit, d ihre fe re, fuͤh Begin wir Hi chsten zu 8 bei mit uhr' uns ad, weil wissen; eit, daß fuͤr und r leiden ie, was sen, dir if deine den dei⸗ npf mit daruͤber d unter chutz Trutz, Erden! uf uns er Trost el uͤber⸗ und Le⸗ in him⸗ un sern vir uns on dei⸗ hr'und Fließe, Gemuͤ⸗ ristum en. 6. Du Pfingstlieder. 6. Du Geist des Friedens, senke dich in unsre Seelen kraͤftiglich, und schenk uns deine Liebe, daß unser Herz ergeben sey dem Naͤchsten stets mit Lieb und Treu, und sich darinnen uͤbe! KeinReid, kein Streit uns betruͤbe, Fried und Liebe wollst du geben, daß wir froh und ru⸗ hig leben! 7. Gieb, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit; sey unsers Gei⸗ stes Staͤrke! laß uns stets bleiben unbewußt die Eitel⸗ keit, der Sinnen Lust, und ihre schnoͤden Werke! ruͤh⸗ re, fuͤhre unsre Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden! 288. Mel. Freue dich, o meine Seele ꝛc. D. du uns als Vater lie⸗ best, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja um ihn uns bitten heiß'st, demuthsvoll fleh' ich vor dir: Vater, send' ihn auch zu mir, daß er mei⸗ nen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe! 255⁵ 2. Ohne ihn fehlt mei⸗ nem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt ge⸗ weiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 8 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit aͤch⸗ ter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen; stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kraͤftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme hoͤre! 4. Ew'ge Quelle wahrer Guͤter, hochgelobter Got⸗ tesgeist, der du menschli⸗ che Gemuͤther besserst, und mit Trost erfreust! nach dem Gluͤck verlangt auch mich, ich ergebe mich an dich; mache mich, zu Got⸗ tes Preise, heilig und zum Himmel weise! 5. Fulle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein hoͤchstes Gut, uͤber alles moͤge lieben; daß ich mit ge⸗ trostem 236 Pfingstlieder. trostem Muth seiner Vater⸗ ner Seelen nicht an Trost huld mich freu', und mit wah⸗ rer Kindestreu stets vor sei⸗ nen Augen wandle und recht⸗ schaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth uͤbe, und mir's rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedens⸗ band knüpfen kann; wenn meine Hand, zur Erleich⸗ trung der Beschwerden, kann dem Naͤchsten nuͤtzlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen; die verborgne Fehler sehn; sie voll Demuth Gott bekennen, und ihn um Ver⸗ gebung flehn; mache taͤglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu; zu dem Heili⸗ gungsgeschaͤfte gieb mir im⸗ mer neue Kraͤfte! 8. Wenn der Anblick mei⸗ ner Suͤnden mein Gewissen niederschlaͤgt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt; wenn mein Aug' in Noͤthen weint, und Gott nicht zu hoͤren und Staͤrkung fehlen! 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnaden werk in mir; selbst den Trieb hast du entzuͤndet, daß mich err verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein sel'ges Ende herrlich sich an mir vollende. 289. Mel. Aus meines Herzens ꝛc. seuch ein zu deinen Tho— 3 ren, sey meines Herzens Gast, der du, da ich geboh— ren, mich neu gebohren hastl O hochgeliebter Gei st des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich em⸗ pfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Suͤnden Huͤlf und Erret⸗ tung schafft. Veredle meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr' und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin! 3. Ich glich dem wilden Reben! du hast mich gut ge⸗ macht. Der Tod durchdrang scheint; o dann laß es mei⸗ mein Leben; du hast mich frei gemacht, gemacht estickt, w keib un Heiland wahren Priester zum Koͤ Gott sch 5—— lehret, soll; d ret, ur voll; e es steig zu dem uns all— 6. 2 Freudet du nicht Leiden Licht. mit de mir au ew'gen keit, betruͤb Pfingstlieder. an Trost gemacht, und seine Macht n! zutes in Gnaden⸗ den Trieb daß mich ach dir. in Wort ug fort, es Ende hollende. zens ꝛc. en Tho⸗ Herzens h geboh⸗ en hastl ni st des Sohnes, Thrones, reist! nich em⸗ en deine uns von Erret⸗ »meinen reinem Dienste dig bin!“ wilden gut ge⸗ chdrang mich frei gemacht, erstickt, mit Jesu Tod und Blute, als mit dem hoͤchsten Gute, das uns im Tod er⸗ guickt. 4. Du gleichest heil'gem Oele, womit gesalbet ist mein eeib und meine Seele dem Heiland Jesu Christ zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, zum Koͤnig, den in Noͤthen Gott schuͤtzt vom Heiligthum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhoͤ— ret, und macht uns segens⸗ voll; es steiget Himmel an, es steigt hinan zum Throne, zu dem, der in dem Sohne uns allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, und Trauren liebst du nicht; erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. O wie so oft hast du mit deinem suͤßen Worte mir aufgethan die Pforte der ew'gen Himmelsruh! 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Einig⸗ keit, willst nicht, daß uns betruͤbe Zorn, Zank, Haß, 237 Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflam⸗ men sich wieder thun zusam⸗ men, die voller Zwietracht seynd. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenher⸗ zen wenden, wie dir es wohl gefaͤllt; so gieb doch deine Gnad' zum Fried' und Lie⸗ besbanden, verknuͤpf in al⸗ len Landen, was sich getren⸗ net hat. 9. Erhebe dich, und steure dem Herzleid auf der Erd', bring wieder, und erneure die Wohlfahrt deiner Heerd. Laß bluͤhn durch deine Hut die Laͤnder, so verheeret, die Kirchen, so zerstoͤret durch Krieg und Feuersglut. 10. Beschirm' die Poli⸗ zeien; bau unsers Fuͤrsten Thron, daß er und wir ge— deihen; schmuͤck, als mit einer Kron', die Alten mit Ver⸗ stand, mit Froͤmmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land! 11. Erfuͤlle die Gemuͤther mit reiner Glaubenszier, die Haͤuser 238 Haͤuser und die Guͤter mit Seegen fuͤr und fuͤr! Ver⸗ treib' den boͤsen Geist, der dir sich widersetzet, und, was dein Herz ergoͤtzet, aus un⸗ sern Herzen reißt. 12. Richt' unser ganzes Leben nach deinem heil'gen Sinn; und, wenn wir's sollen geben ins Todes Staub dahin, wenn's mit uns hier wird aus; so hilf uns froͤhlich sterben, und nach dem Tod ererben des ew'gen Lebens Haus! 290. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛe. G² du hast durch deinen Sohn mich von Ewig⸗ keit erwaͤhlet, sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet, und gieb mir des Geistes Ga⸗ ben; durch sie werd' ich alles haben. 2. Bin ich noch in Suͤn⸗ den todt, und zum Guten ganz verlohren; heil'ger Geist, mein Herr und Gott, mache du mich neugebohren; rette mich von dem Verder⸗ ben, laß mich nicht in Suͤn⸗ den sterben! Pfingstlieder. 3. Treibe weg die finstre Nacht falscher irriger Ge⸗ danken; wenn die Welt mich irre macht, halte die Vernunft in Schranken, daß ich anders nicht, als gerne, von dir, Herr, die Weisheit lerne. 4. Was mein Herz nur thut und tracht't, ist von Jugend auf nur boͤse. Aber hilf, daß deine Macht mich auch von mir selbst erloͤse, und zu allen guten Dingen gieb mir Wollen und Voll⸗ bringen! ö 5. Schaffe mir ein reines Herz, daß ich stets an Gott gedenke, und mich oft mit Reu und Schmerz uͤber meine Suͤnden kraͤnke; doch nach den betruͤbten Stun⸗ den troͤste mich durch Jesu Wunden! 6. Pflanze du mich selbst in ihn, als ein Glied an sei⸗ nem Leibe. Und, wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, und als eine gute RebeFruͤchte bring, und in ihm lebe! 7. Glaube, Lieb' und Hoff⸗ nung sey stets die Zierde mei⸗ ner Seele; in Versuchung steh teh' mir das Bes Ddemut und Gei leiden! 8. H ind wol und gut heten, w neine L lich leber dein hir keben! Mel. N Gotei dem aus dem ersten Ur bleibet der Lieb chen kei Christo 2.— Welt, se men schi Sohn zi men, u drum se ertraͤget Kreuzes 3. 2 sind von e finstre er Ge⸗ Welt alte die ranken, )3t, als rr, die erz nur ist von Aber ht mich erloͤse, Dingen d Voll⸗ n reines in Gott oft mit z uͤber e; doch Stun⸗ h Jesu ch selbst Han sei⸗ henn ich nir, daß und als bring', 1d Hoff⸗ rde mei⸗ suchung steh Pfingst teh' mir bei, daß ich stets das Beste waͤhle! Gieb mir demuth in den Freuden, und Geduld und Muth im leiden! 8. Hilf mir reden recht ind wohl, nur was wahr ind gut ist, sagen; hilf mir beten, wie ich soll; hilf mir neine Leiden tragen, christ⸗ ich leben, selig sterben, und dein himmlisch Reich einst eben! 294. Mel. Nun danket alle Gott ꝛc. Gyris die Liebe selbst, von dem die Liebesgaben, als aus dem schoͤnsten Quell, den ersten Ursprung haben. Der bleibet fest in Gott, wer in der Liebe bleibt, und wel— chen keine Macht von Jesu Christo treibt. 2. Der Vater liebt die Welt, sein vaͤterlich's Erbar— men schickt den geliebten Sohn zu uns verlaßnen Ar⸗ men, und dieser liebet uns; drum scheut er keine Noth, ertraͤget williglich sogar den Kreuzestod. 3. Wie reiche Stroͤme sind von deiner Huld geflos⸗ lieder. 2539 sen! Die Liebe Gottes ist in unser Herz gegossen; der werthe heil'ge Geist nimmt selbst die Seele ein, so, daß wir nun sein Haus und Tem⸗ pel worden seyn. 4. Nun, wer den Heiland liebt, der haͤlt sein Wort in Ehren, und so verspricht der Herr bei ihm selbst einzukeh⸗ ren. Was muß fuͤr Freud und Lust, die goͤttlich ist, ent⸗ stehn: mit Vater, Sohn und Geist, wir in Verbin⸗ dung stehn! 5. Gott heil'ger Geist, lehr uns die Liebe Jesu kennen, laß unsre Herzen stets in rei⸗ ner Liebe brennen, und end⸗ lich fuͤhr uns dort in jenes Le⸗ ben ein, wo unsre Liebe wird in dir vollkommen seyn. 292. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. O großer Gott, du reines Wesen, der du die reinen Herzen dir zu deiner Wohnung auserlesen, ach, schaff ein neues Herz in mir, ein Herz, das von der argen Welt sich rein und unbefleckt ehaͤlt! 2. Vor allem mache mein Gemuͤ⸗ 240 Gemuͤthe durch ungefaͤrbte Buße rein, und laß es, Herr, durch deine Guͤte und Christi Blut gewaschen seyn. Dann mache mich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit! 5. Regiere mich mit dei⸗ nem Geiste, der mein getreuer Beistand sey, und mir er⸗ wünschte Huͤlfe leiste; Gott stehe mir aus Gnaden bei, und gieb mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und willig heißt! A. Doch, weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht, und stoß mich, wegen meiner Werke, ja nicht von deinem Angesicht; laß mich hier in der Gnaͤde stehn, und dort in deinen Himmel gehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir, und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Bei⸗ stand fuͤr und fuͤr! So fuͤhre du mich durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit! 293. Mel. Kommt, Menschenkinder ꝛc. Wo'n uns, wenn wir o Geist des Herrn, Pfingstlieder. bekehrt und glaͤubig sind, und gern auch heilig wuͤrden; willig nun, was unser Gott gebeut, zu thun! 2. Allein des Glaubens erste Kraft, wie klein ist die! wie mangelhaft, durch tau⸗ sendfache Hinderung, der Anfang unsrer Heiligung! 3. Der Hang zur Suͤnd' in unsrer Brust; gewohnter Laster Reiz und Lust; und rohe Süuͤnder, ach! wenn die uns reizen, was vermoͤ— gen sie! 4. Der Kampf der Tu⸗ gend ist so schwer! Achl Selbstverleugnung fordert der; Beherrschung unsrer Sinnlichkeit, und Muth, der selbst den Spott nicht scheut. 5. Anhalten sollen wir, und nie Verfuͤhrern folgen, und, wenn sie sanft schmei⸗ cheln, oder furchtbar draͤun, doch fest und unbeweglich seyn. 6. Wie leicht, wie leicht erlaͤgen wir, wenn wir, o Geist von Gott, bei dir nicht Huͤlfe faͤnden; waͤr'st du nicht der Schwaͤchen Kraft und Zuversicht! 7. H Den 7. D bekehrst wenn er gut zu treu nu 8. 2 ihm R Wahl d Licht;; Pilgrin Muth, 9. W' heit aur bilff Er, we laͤßt, ni und wi 10. ling zu und uͤb erkaͤmp jeder P 11. Fromm den To ihrem ⸗ bens K Mel 6 S Troͤster Gottes ind, und vuͤrden; er Gott laubens ist die! rch tau⸗ g, der igung! Suͤnd wohnter t; und wenn vermoͤ⸗ der Tu⸗ Achl fordert unsrer Muth, tt nicht n wir, folgen, schmei⸗ rdraͤun, eweglich ie leicht wir, o dir nicht aͤr'st du aft 4 Gottes Throne huͤlfreich auf dng neige. 7. Den Pfingstlieder. 7. Den du erleuchtest und bekehrst, versaͤumst du nie, wenn er nur erst sich, redlich, gut zu seyn, entschließt, ge⸗ treu nur auch im Kleinen ist. 8. Du giebst ihm, wenn ihm Ratrh gebricht, zur Wahl des Besten stets mehr Licht; zum Kampf in seiner Pilgrimschaft stets groͤßern Muth, und auch mehr Kraft. 9. Wankt er aus Schwach⸗ heit auch im Lauf, und faͤllt, so hilfst du schnell ihm auf. Er, weil er sich auf dich ver⸗ laͤßt, nimmt zu an Weisheit, und wird fest. 10. So waͤchst der Juͤng⸗ ling zu dem Mann, der stehn und uͤberwinden kann, bis er erkaͤmpft, was er begehrt, in jeder Pruͤfung mehr bewaͤhrt. 11. So stehst du allen Frommen bey, daß sie, bis in den Tod getreu, sich sich er ihrem Ziele nahn, des Glau⸗ bens Kleinod zu empfahn. 294. Mel. Freue dich, o meine ꝛe. Ge vom Vater und vom Sohne, der du unser Troͤster bist, und von unsers 241 uns Schwache siehst, stehe du mir maͤchtig bei, daß ich Gott ergeben sey; daß mein ganzes Herz auf Erden moͤg' ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir seyn; wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahr⸗ heit mich erfreun! Lenke kraͤftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin! Lehrst du mich was recht ist waͤhlen, werd' ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich uͤber alles treu meinen Gott und Vater liebe; daß mir nichts so wich⸗ tig sey, als in seiner Huld zu stehn! Seinen Namen zu erhoͤhn, seinen Willen zu vollbringen, muͤssemir durch dich gelingen! 4. Staͤrke mich, wenn zu der Suͤnde mein Gemuͤth versuchet wird, daß sie mich nicht uͤberwinde; hab' ich irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich, unter Reu' und Schmerz, mich vor Gott daruͤber beu⸗ ge, und den Sinn zur Beß⸗ 5. Reize 7 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Huͤlfe noͤthig ist, zu dem Gnaden⸗ stuhl zu treten; gieb, daß ich auf Jesum Christ, als auf meinen Mittler, schau;, und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad', auf mein Verlangen, von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Lei⸗ den stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Fuͤh⸗ rung folgsam sey! Gieb mir ein gelaßnes Herz; laß mich selbst im Todes schmerz deines Trostes Kraft em⸗ pfinden, alles gluͤcklich uͤber⸗ winden. 295. Mel. Komm, heiliger Geist ꝛc. ott, heiliger Geist, Schoͤpfer, Herr, erfuͤll uns, o Barmherziger! Wir wollen unser Herz dir geben; o lehre, heilig uns leben! Ruͤst' uns mit Staͤrke, Muth und Kraft, du, der das Gute in uns schafft, daß nicht die Lockungen der Sün⸗ den uns, Christi Juͤnger, Pfingstlieder. uͤberwinden! Wir traun auf dich, wir traun auf dich! 2. Du heiliges Licht, starker Hort, laß uns der Wahrheit helles Wort auf dieses Lebens Pfaden leiten, daß unsre Fuͤße nicht glei— ten! treib fern von uns des Irrthums Nacht, laß siegen deiner Wahrheit Macht; daß Jesus Christ der ganzen Erde bekannt und angebetet werde! O hilf da— zu! O hilf dazu! 3. Laß freudiger Geist, voll Vertraun, in Noth auf deine Huͤlf' uns schaun; Lehr' uns, wenn wir zum Vater treten, mit froher Zuversicht beten! Mach' uns durch dei⸗ ne Kraft bereit zum Sterben und zur Ewigkeit, daß wir mit frohem Muthe ringen, und durch den Tod ins Le⸗ ben dringen! Erhoͤre uns! Erhoͤre uns! 296. Mel. Nun bitten wir den heil'gen ꝛc. Wir bitten Gott, den heilgen Geist, welchen Jesus Christus uns verheißt, daß er uns behuͤte vor fal— scher Lehre; alle, die im Irr⸗ Jrrthun barm' di 2. 2 heit und durch d gendhaf glauben land, d zum re Erbarm 5. D Einigke XVI Ehret b: All' En Und w Auch . Singe O Heilig Heilig Heilig d tun auf dich! i cht, us der 'ort auf d leiten, 9t glei— n uns t, laß ahrheit Christ int und hilf da⸗ Geist, oth auf 3 Lehr' Vater versicht rch dei⸗ terben daß wir ringen, ins Le⸗ e uns! eil'gen ꝛe. „ den velchen rheißt, or fal⸗ die im Irr⸗ Auf das Irrthum sind, bekehre! Er⸗ barm' dich, Herr! 2. Ja, Geist der Weis⸗ heir ind der Hraft, mach uns durch d dein Wort a tu⸗ gendhaft; hilf, daß wir ihm glauben, dem treuen Hei⸗ land, der uns bringen will zum rechten Vaterland. 25—5 dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb' und Cinigt eit, Was uns allesam̃t Fest der heil. Dreieinigkeit. 243 dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihen, und nicht gern be⸗ truͤben! Erbarm' dich, Herr! 4. Du hoͤchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fuͤrchten Grab noch Tod; laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach' uns frei von allen Plagen! Erbarm' dich Herr! XVI. 297. He rr Gott, dich loben wir! ——0 Herr Gott, wir danken dir! Dich, Gott Vater, in Ewigkeit, Ehret die W Zelt weit und breit. All' Engel und Himmelsheer, Und was dienet deiner Ehr; Auch Cherubim und Se⸗ raphim Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth! Auf das Fest der heil Dreieinigkeit. Dein' goͤttlich' Macht und Herrlichkeit Geht uͤber Himmel und Er⸗ den weit. Der heiligen zwoͤlf Bothen Zahl, Und die lieben Propheten all', Die theuren Maͤrt'rer all⸗ zumal, Loben dich, Herr, ßem Schall, Die ganze werthe Christen⸗ heit Ruͤhmt dich auf Erden alle⸗ zeit. Dich, Gott Vater, im hoͤchsten Thron, Deinen rechten und ein'gen Sohn, 2 Den mit gro⸗ 244 Auf das Fest der heil. Dreieinigkeit. Den heil'gen Geist und Troͤ: Wart und pfleg' ihr zu aller sen gan ster werth Zeit, rechtene Mit rechtem Dienst sie lobt Und heb' sie hoch in Ewigkeit! Teufels und ehrt. Taͤglich, Herr Gott, wir Gottes Du Koͤnig der Ehren, Jesu loben dich, Amen, Christ! Und ehren dein'n Namen ste⸗ gen wir Gott Vaters ewiger Sohn tiglich. 2. 3 du bist, Behuͤt uns heut, o treuer uns bei Der Jungfrau'n Leib nicht Gott! verderb hast verschmaͤht, Vor aller Suͤnd' und Misse⸗ 5. 2 Zu erloͤsen das menschlich' that! wohn' Geschlecht. Sey uns gnaͤdig, o Herr nicht v⸗ Du hast dem Tod zerstoͤhrt und Gott! sein' Macht, Sey uns gnaͤdig in aller Mel. Und all' Christen zum Him⸗ Noth! IKrei mel bracht; Erzeig' uns dein' Barmher⸗ Pi Du sitzst zur Rechten Gottes zigkeit, Und N gleich, Wie unsre Hoffnung zu dir Aufll Mit aller Ehr', ins Vaters steht! und ni Reich; Auf dich hoffen wir, lieber niederf Ein Richter du zukuͤnftig bist Herr, ger die Alles, was todt und lebend ist. In Schanden laß uns nim⸗ sen! Nun hilf uns, Herr, den mermehr! Amen. Wesen Dienern dein, 298 2. Die mit dein'm Blut erloͤset 499. Selig seyn! 6³⁰6 der Vater, wohn'uns Herr Laß uns im Himmel haben bei, und laß uns nicht Groß Theil, verderben; mach' uns aller herrlit Mit den Heil'gen im ew'gen Suͤnden frei, und hilf uns sich, Heil! ů selig sterben! Vor dem Teu⸗ dein Hilf deinem Volk, Herr fel uns bewahr', halt' uns bei uͤberse Jesu Christ, festem Glauben, und auf dich les, Und segne, was dein Erb⸗ laß uns bauen, aus Herzens⸗ 5. theil ist; grund vertrauen, dir uns las. Wese sen zu aller vigkeit! t, wir nen ste⸗ treuer Misse⸗ o Herr u aller irmher⸗ zu dir lieber nim⸗ n. hn'uns 8 nicht is aller ilf uns m Teu⸗ uns bei luf dich erzens⸗ ins las⸗ sen Auf das Fest der heil. Dreieinigkeit. 246 sen ganz und gar, mit allen dich meine Seele; dann rechtenChristen, entfliehn des wuͤnsch ich, in dem freudigen Teufels Listen, mit Waffen Erschrecken, Fluͤgel, mich zu Gottes uns ruͤsten! Amen, decken; die Engel thun's im Amen, das sey wahr, so sin⸗ freudigen Erschrecken. Hei⸗ gen wir Hallelujah! lig, ach, heilig! Denn du bist 2. Jesus Christus, wohn' heilig! uns bei, und laß uns nicht 4. Die schon den Herrn verderben! ꝛc. sehn, ihn, der erwuͤrgt ward, 3. Der heil'ge Geist, der schon vom Anbeginne, sie wohn' uns bei, und laß uns werfen, vor dem wundervol⸗ nicht verderben! ꝛc. len Sohne ihre Ehrenkrone . anbetend nieder vor des Men⸗ Mel. Lobet den Herren ꝛc. schen Sohne. Heilig, ach, reis sey dem Vater! heilig! Denn er ist heilig! P Preis sey dem Sohne! 5. Moͤchte mein Leben Und Preis sey dem Geiste! Jubel und Dank seyn, Lob Auf! laßt vor ihm uns knien und Preis und Dank seyn! und niederfallen, knien und O moͤcht' ich, wie ich duͤrst, niederfallen! Laßt freudi⸗ ihn preisen koͤnnen; ganz von ger die hoͤhern Lieder schal⸗Liebe brennen! So meinen len! Ehre dir! Preis dir! Herrn und meinen Gott ihn Wesen der Wesen! nennen, so wie sein Zeuge, 2. Wunderbar bist du; der ihn fuͤr todt hielt! Seligkeit bist du; Herr, 6. Selig sind jene, welche Herr, heißt dein Name! nicht schauen, aber dennoch Groß, theuer, schrecklich, glauben! Der Zeuge sahe herrlich, unvergaͤnglich, herr⸗ seiner Wunden Maale. Ach, lich, unvergaͤnglich ist all wie dein Entzuͤcken, der du dein Thun, Herr, Herr, und sie sahst; so stark sey das Ent⸗ uͤberschwenglich uͤber das al⸗ zuͤcken meines Vertrauens les, was wir begreifen. auf den Erstandnen! 5. Denkt dich, o Erster, 7. Welches Erstaunen Wesen der Wesen, denkt wird mich ergreifen, wenn nun 246 nun meine Blicke einst nach dem Tode dort ihn werden schauen! Dann wird mein Vertrauen ganz Wonne! Was bist du, des Todes Grauen; wenn ich auf ein⸗ mal, frei von dir, Gott seh'? 8. Nur ein verflogner naͤchtlicher Traum war mir des Todes Schrecken; der letzte Schweiß des Streiters, den nicht Leiden, selbst des Todes Leiden, von dir, Voll⸗ ender seines Glaubens, schei⸗ den. Mittler, dir leb ich! Amen! dir sterb ich! 9. Darum ich lebe, oder ich sterbe; so bin ich doch Christi. Anbetend laßt uns knien und niederfallen, knien und niederfallen; laßt freu⸗ diger die Jubellieder schallen! Ehre dir! Dank dir! Preis dir, Erbarmer! 300. Mel. Komm, heiliger Geist ꝛc. Qob, Preis und Ehre brin⸗ gen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir! Dein Ruhm soll unter uns erschal⸗ Auf das Fest der heil. Dreieinigkeit. ewig dankbar seyn! ihm, Christen, unsre Bruͤ⸗ der, fallt vor dem Gott der Lobsingt Liebe nieder, und betet an, und betet an! 2. Er hieß uns lebenl Wir sind sein! Du bist die Lieb', und wir sind dein! Wie groß und viel sind deine Werke, du Gott der Macht und der Staͤrke! Dein ist der Erdkreis, und in dir, o Hoͤchster, sind und leben wir! Du, Herr, erschufst der Engel Heere! Uns auch erschufst du, dir zur Ehre; uns Sterbliche, uns Sterb⸗ liche. 3. Herr, du gedenkst nicht unsrer Schuld, und traͤgst uns Suͤnder mit Geduld auf deinen vaͤterlichen Armen, mit liebevollem Erbarmen; verkuͤrzest unsre Uebungszeit, und fuͤhrest uns zur Selig⸗ keit. Du uͤberschuͤttest uns mit Freuden, und schickst zu unserm Heil uns Leiden; Du Gnaͤdiger! Du Gnaͤdi⸗ ger! 4. Lob, Preis und Ehre, len! Laß unser Lob dir gefal⸗Christe, dir! Verlohrne len! Laßt, Menschen, seiner Sünder waren wir; du bist Lieb uns freun, und ewig, am Kreuz fuͤr uns gestorben, Hast hast ew ben. X an dich suchun soll, k Suͤnde und Le keit, i 5. 0 des He vonCh dir un Finste hast n Mach ren Li uns le und melse durch 6. bring Soh Esen den! let w begn Zuv ster, sey Am Ser obsingt e Bru⸗ jott der tet an, ebenl bist die )dein! d deine Macht dein ist in dir, leben eschufft is auch Ehre; Sterb⸗ st nicht raͤgst ild auf rmen, irmen; gszeit, Selig⸗ est uns ickst zu eiden; 5naͤdi⸗ Ehre, lohrne Ju bist orben, hast suchung treu dir bleibt, der soll, Auf das Fest der heil. Dreieinigkeit. 247 Mel. Kommt, Menschenkinder ꝛc. P ihm! Er schuf, und er erhaͤlt sie, seine wun⸗ — befreit vom Fluch der dervolle Welt. Du sprachst; Suͤnden, Erbarmung, Ruh da wurden, Herr, auch und Leben finden, in Ewig⸗ wir. Wir leben und wir keit, in Ewigkeit. sterben dir! 5. Gelobet seyst du, Geist 2. Preis ihm! Er liebt des Herrn! Wir waren einst von Ewigkeit; wird fuͤr uns vonChristo fern, entfernt von Mensch; stirbt, in der Zeit. dir und von dem Leben, mit Erloͤst, erloͤst hast du uns dir. Finsternissen umgeben. Du Dir leben und dir sterben wir! hast durch deines Wortes 3. Preis ihm! Er fuͤhrt Macht auch uns zum wah⸗ des Himmels Bahn, er fuͤhrt ren Licht gebracht; du lehrst den schmalen Weg hinan. uns leben, lehrst uns sterben, Geheiliget hast du uns dir! und weihest uns zu Him⸗ Dit leben und dir sterben wir! melserben durch Christi Tod,. Singt Psalter! Freuden⸗ durch Christi Tod. thraͤnen, fließt! Denn heilig, 6. Lob, Preis und Ehre heilig, heilig ist Gott, unser bringen 9—8 Gott, Vater, Gott! Dir, Höchster, dir, dir Sohn und Geist, nur dir! leben und dir sterben wir! Es muͤsse jedes Land auf Er⸗ 30²2 den mit deinem Ruhm erfuͤl⸗ let werden! Wie selig, wie Mel. Komm, heiliger Geist ꝛc. hast ewig's Heil uns erwor⸗ ben. Wer zu dir flieht, nur an dich glaͤubt, und in Ver⸗ begnadigt ist ein Volk, deß ir fuͤhlen dich zwar; Zuversicht du bist! O Hoͤch⸗ aber wir erstaunen, ster, deinem großen Ramen Ewiger, vor dir, wenn wir, sey ewig Ruhm und Ehre! dich naͤher zu erkennen, von Amen! Sey, Gott, gelobt! frommer Sehnsucht entbren⸗ Sey, Gott, gelobt! nen. Wir schaun ins Heilig⸗ thum hinein, und sehn: du 248 du warst! seyn! du bist! Auf das Fest der heil. Dreieinigkeit. wirst chen Gedanken, in welch' je Der Mensch war Geister versanken! Wir wa— nicht! Du sprachst: er wer⸗ gen uns nicht in dein Meer, de! Da wurden wir; und wurden Erde. Unendlicher, Unendlicher! 2. Der Mensch ward Erd' und auch ein Geist; er ist es, der dich kennt, dich preist. Nur selig, wenn, von dir entzuͤndet, er seinen Schoͤpfer empfindet! Schau, Seele, dich mit Ehrfurcht an! Der dich allein vernich⸗ ten kann, Gluͤckselige, schuf dich unsterblich; schuf dich, ihn einst zu schaun, unsterb⸗ lich! Begnadigte! Begna⸗ digte! 3. Eh' seines Willens Allmachtsruf die Himmel und die Geister schuf, da wa⸗ ren wir schon die Geliebten, durch Jesum, seinen Gelieb⸗ ten. Vor unserm Gott ist keine Zeit; bestimmt ward er von Ewigkeit fuͤr uns, der Sohn, der Eingebohrne! Und wir, wir waren schon Erkohrne, von Ewigkeit, von Ewigkeit! 4· Ibt ward er ein Mensch! Suͤß bist du, o unsrer Seele beste Ruh, vor allen goͤttli⸗ und stammeln mit der Him⸗ mel Heer: unendlich's Heil hat er erworben! am Kreuz, am Kreuz ist er gestorben! Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! ö ö pfer! G pfer! G 7. O yopfertest se heil Staub men, Gott! n un ser thr 5. Wir glaͤuben an ihn, dir um durch den Geist, des Vaters und des Sohnes Geist; kein menschlich's Werk ist unser Glauben! Du kannst ihn, Tod, uns nicht rauben! Durch ihn empfing der Maͤr⸗ tyrer auch Wunder; doch die Lieb' ist mehr, als selber Wunder sind, die Liebe zu unsern Bruͤdern, und die Liebe zum Ewigen, zum Ewigen. 6. Wir blicken durch ihn auf zum Lohn, bereit fuͤr uns an Gottes Thron, wenn wir aus ganzer Seele ringen, uns ganz dem Eiteln ent⸗ schwingen. Zwar sinken wir; doch stehn wir auf, und lauf⸗ fen wieder unsern Lauf. Du lehrst uns, Jesum wieder finden, und endlich voͤllig uͤberwinden! Geist, Schoͤ⸗ pfer! Du bist bist gew der We endlicher Mel. E zott, Gei den wir die Wel allen ih Unbegre Herr, ir und dei 2. Wi an, dul was wa wer kan ermesser von En zeugt, nem Eb lch' je ir wa⸗ Meer, Him⸗ Heil dreuz, örben! bt sey iihn, zaters z kein unser t ihn, uben! Maͤr⸗ doch selber be zu dq die zum hihn r uns nwir igen, ent⸗ wir; lauf⸗ Du ieder oͤllig choͤ⸗ pfer! Auf das Fest der heil. Dreieinigkeit. pfer! Gott! Geist, Schoͤ⸗ pfer! Gott! 7. O der du uns schufst; yopfertest fuͤr Suͤnder dich; se heiligtest! Hinab in Staub blick' auf uns Ar⸗ men, Herr, Herr, Herr! Gott! mit Erbarmen! Hoͤr' un ser thraänenvoll Gebet, das dir um ewig's Leben fleht! Du bist! wirst seyn! Du bist gewesen! Unendlicher! der Wesen Wesen! Un⸗ endlicher! Unendlicher! 303. Mel. Sey Lob und Ehr dem ꝛe. zott, Vater, Sohn und Geist, du bist der Gott, den wir verehren, durch den die Welt erschaffen ist, mit allen ihren Heeren! Dich, Unbegreiflichen, erhebt, wer, Herr, in deinen Reichen lebt, und deine Groͤß' empfindet. 2. Wir beten dich, o Vater, an, du Ursprung alles dessen, was war, und ist, und wird; von unsrer Schuld, wer kann, wie groß du bist, Tode zu erretten, daß wir zu ermessen? Dein ist der Sohn deines Vaters Huld Ver⸗ von Ewigkeit; von dir er⸗ zeugt, vor aller Zeit, zu dei⸗ nem Ebenbilde. 249 3. Er ist dein eingebohr⸗ ner Sohn, hat deine Macht und Staͤrke; hat deine Herr⸗ schaft, deinen Thron, thut alle deine Werke! Denn was nur Erd' und Himmel faßt, das alles, alles, Vater, hast du nur durch ihn er⸗ schaffen. 4. Durch ihn erhaͤltst du und regierst nach deinem Wohlgefallen, was du er⸗ schufst; durch ihn vollfuͤhrst du auch dein Werk in allen. Du hast uns vor der Welt dir schon durch deinen hoch⸗ geliebten Sohn zum Eigen⸗ thum erwaͤhlet. 5. Dich preisen wir, o Je⸗ su Christ; dich, Gottes Ein⸗ gebohrnen; dich, der du un⸗ ser Schoͤpfer bist; dich, Ret⸗ ter der Verlohrnen! Gott. warst du, wie's dein Vater ist; warst auch so selig, den⸗ noch bist du Mensch fuͤr uns geworden. 6. Das ward'st du, uns vom traun und Zugang haͤtten. Du, der du uns zum Heile starbst, standst auf, und giebst, 250 giebst, was du erwarbst, uns nun von deinem Throne. 7. Du bist, o Geist, der Gnade Pfand, vom Vater und vom Sohne; auch Gott, vom Vater uns gesandt, und von des Sohnes Throne, uns zu erleuchten; unser Herz zu heiligen; und jeden Schmerz zu lindern; uns zu leiten. 8. Durch dich ist unsre Hoffnung fest; du linderst alle Schmerzen; und wenn uns alle Welt verlaͤßt, bleibst du in unsern Herzen. stets! Und naht der Tod her⸗ an, so laß auf Jesum Chri⸗ stum dann uns froh und selig sterben! 9. Sey, o Gott Vater, Sohn und Geist, fuͤr deine Huld erhoben! Wer dein Bekenner ist und heißt, muß immerdar dich loben! Herr, heilig, heilig, heilig ist dein Name! So lobsingt der Christ auf Erden, so im Himmel! 304. Ueber die Epistel aufs Fest Tri⸗ nitatis Roͤm. XI. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛe. (Schwerer Anfang, herr⸗ lich's Ende, wo die Auf das Fest der heil. Dreieinigkeit. wundervollen Haͤnde Gottes fuͤhren ein und aus! Wun⸗ derbarlich ist sein Rathen, wunderbar sind seine Tha— ten, willst hinaus? 2. Gottes Weg ist in den Fluͤssen, und in großen Was— serguͤssen, und du spuͤhrst nicht seinen Fuß! So auch in dem Meer der Sorgen haͤlt Gott seinen Weg verbor⸗ gen, daß man sich verwun⸗ dern muß. 3. Gott muß man in allen Hilf Sachen, weil er alles wohl kann machen, End' und An⸗ fang geben frei; er wird, was er angefangen, lassen so ein End' erlangen, daß es gut und herrlich sey. 4. Gehet er mit dir im Schrecken durch die Dor⸗ nen, durch die Hecken, uͤber Stock und uͤber Stein, Berg und Thal und Felsenkluͤften, Feuer, Wasser, ja in Luͤften, und was mehr kann schreck⸗ lich seyn! 5. Ey! so lasse dir nicht grauen; lerne deinem Gott vertrauen; sey getrost und gu⸗ tes Muths! er, fuͤrwahr, er wird es fuͤhren, daß du wirst am. und du sprichst: wo am End thuꝰ lau Mel. O u O de diene singt di phinen du Hel aller He Zebaot 2. dir Lob mein fr gnaͤdig hoͤchster Sonn', und un 3* Mensck andre“ macht an sich der lol Natur Gewoͤl 4. E den tro du fuͤh Leib ur rest da sern 2 Gottes Wun⸗ Rathen, ne Tha⸗ st: st in den en Was⸗ rstnicht auch in zen haͤlt verbor⸗ verwun⸗ in allen es wohl und An⸗ r wird, lassen so iß es gut dir im ie Dor⸗ en, uͤber n, Berg ikluͤften, Luͤften, schreck⸗ dir nicht m Gott tund gu⸗ vahr, et du wirst am. wo Auf das Fest der heil. Dreieinigkeit. am Ende spuͤhren, wie er dir thu' lauter Guts. 305. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛe. 231 zu gering, was deine Treue thut! 5. Mein Heiland, Got⸗ tes Sohn, du Tilger unsrer Suͤnden, mein Jesu! deine D dreimal großer Gott, Huld kann kein Verstand er⸗ dem Erd' und Himmel dienen, dem heilig, heilig singt die Schaar der Sera⸗ phinen; du hoͤchste Majestaͤt, du Helfer in der Noth, du aller Herren Herr, Jehovah Zebaoth! 2. Dich bet ich itzo an, dir Lob und Dank zu lallen; mein frohes Dankgebet laß gnaͤdig dir gefallen, du aller⸗ hoͤchstes Gut und gnadenvolle Sonn', du aller Gaben Meer, und unerschoͤpfter Brunn! z. Mein Schoͤpfer! Mensch und Vieh, und alles andre Wesen, laͤßt deiner All⸗ macht Pracht ganz klaͤrlich an sich lesen; ein jedes Wun⸗ der lobt, Herr, dich in der Natur, Stern, Element, Gewoͤlk' und alle Kreatur. 4. Es muß dich jedermann, den treuen Vater, preisen; du fuͤhrest wunderbar, willst Leib und Seele speisen, erhoͤ⸗ rest das Gebet, erfrischest un⸗ sern Muth; wir sind viel gruͤnden. Dank, Preis und Ehre bringt dir, als dem wah— ren Christ, das menschliche Geschlecht, das nun erloͤset ist. 6. Du wurdest Mensch fuͤr uns, und tratest in die Mitten, trugst unsre Suͤn⸗ denschuld, hast bis zum Tod gelitten; durch diesen deinen Tod erwarbst du uns das Heil, damit wir selbst an Gott nun koͤnnten nehmen Theil. 7. OHerr, Gott, heil' ger Geist, du Geist voll reiner Flammen! durchs Evange⸗ lium bringst du das Volk zu⸗ sammen, das Christum kennt und ehrt; du machest alles licht, giebst Kraft und Staͤrk und Trost, damit uns nichts gebricht. 8. Ach, allerhoͤchster Trost und bester Weisheitslehrer, Erleuchter, Heiliger, Regie⸗ rer und Bekehrer! du theilst die Gaben aus, erfuͤllest uns mit Kraft, die dem Verder⸗ ben 25² ben wehrt, und Gutes in uns schafft. 9. Gott Vater, Sohn und Geist, Ein Gott, und Eins in Dreien, gepriesne Auf das Fest der heil. Dreieinigkeit. alle? Herr, Jehova Zebaoth, sey hochgelobt, Gott, unser Gott! 2. Sohn, ich darf zu dir mich nah'n, Gott, Ebenbild XV Mel. Lo Men me Majestaͤt, auf! stets zu bene⸗ des Vaters! Tief im Stau⸗ die Gne deien; laß auf der rechten be bet' ich an, disch ein gen mich, n Bahn uns allezeit bestehn, Sohn des Vaters! Mensch. so unvei und durch ein selig's End' zu gewordner, der du bist, und 2. D unserm Erb' eingehn! seyn wirst, der du warest, hoch er 10. Laß, o dreiein'ger Wa, vor offenbarest der Hüte v Gott, dein Gnadenantlitz Welt, vor der du warest! heißer · 2 leuchten! Dein edler Se⸗ Herr, wer gleichet die? Wen wie esr gensthau woll' unser Herz ist, wie du, Gote über alle? 3. Ale befeuchten! Wir hoffen fest Daß jeder dir gefalle, ver⸗ ter Sch II He soͤhntest du uns alle. Sohn, horgen auf dich, du laͤss'st uns nicht hoch gen, im Tod! Froh beten wir dich Halgbe⸗ 86 aoth, 1Gioten du fr an! Gelobt, gelobt sey Gott! gelobt, Herr, unser Gott! mich* 3. Geist des Vaters und„4. 306. des Sohns, du kenn'st die lichen E Mel. Gott, der Vater, wohn ꝛc. Tiefen Gottes! Siegel un⸗ ren ist. zott, ich darf zu dir mich sers Gnaͤdenlohns, mach'uns 0 welch nah'n, ich, ein Erloͤster zu Tempeln Gottes! Geist als ein Christi! Tief im Staube der Heiligung, du bist vom 5. 3 bet' ich an dich, Vater Jesu Vater uns gegeben; damit Brust; Christi! Unsichtbarer, der wir ewig leben, und ewig ihn test du du bist, und seyn wirst, der erheben! Heilig, heilig, hei⸗ A des du warest; du schufest, du lig ist der Vater mit dem Ohr erb bewahrest die Welt, vor der Sohne, der Geist, auf einem 6. 2 du warest! Herr, wer glei-Throne mit ihm und sei⸗ ling, v chet dir? Wer ist, wie du, nem Sohne! Einiger, Herr gend m Gott uͤber alle, daß alles dir Zebaoth, sey hochgelobt, hoͤchst gefalle, in allem und durch Gott, unser Gott! Rath d XVII. 7. D ebaoth, „ unser fzu dir benbild Stau⸗ ein'gen Nensch— st, und warest, rest der warest! ?Wer er alle? „ver⸗ Sohn, Hhoch⸗ Gott! rs und n'st die gel un⸗ üch'uns Geist st vom damit vig ihn g, hei⸗ it dem Feinem 253 XVII. Aufs Fest Johannis des Taͤufers. 307. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. Mein Geist erstaunt, All⸗ maͤchtiger! wenn er die Gnade denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Guͤte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 5. Als ich noch in der Mut⸗ ter Schoos, in Nacht ver⸗ borgen, schlief; bestimmtest du fuͤr mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du waͤhlst des Sterb⸗— lichen Geschick, eh' er geboh— ren ist. Und so ward ich, (o welch ein Gluͤck!) schon als ein Kind, ein Christ. 5. Noch schlief ich an der Brust; und schon entfern⸗ und meine Wehr vor Un⸗ gluͤck und Gefahr; und vor dem Laster, das noch mehr, als sie, zu fuͤrchten war. 8. Ich sah', von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt; und deine Gnad' erquickte mich, wenn Suͤnden mich gekraͤnkt. 9. Von Freudenstrahlen glaͤnzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Gluͤck des Lebens Trost mir giebst. 10. Und welche Wohl⸗ that, Herr, ist nicht dieß Herz, das fuͤhlen kann! dieß Herz, ganz dein, das dank⸗ bar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als, Hoͤchster, dir zum Preis; ich will dein hohes Lob erhoͤhn, so gut ich test du Gefahr, und neigtest kann und weiß. zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich, als Juͤng⸗ 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth, trau' ich allein auf dich. Durch dich ling, von dem Pfad der Tu⸗ gestaͤrkt, ist selbst der Tod gend mich verirrt; hat mich mir nicht mehr fuͤrchterlich. hoͤchst liebreich, Herr, dein 15. Wenn krachend einst Rath darauf zuruͤckgefuͤhrt. der Bau der Welt erzittert 7. Du warst mein Schutz und ud sei⸗ „Herr gelobt, XVII. 254 Aufs Fe und erbebt: will ich den prei⸗ sen, der mich haͤlt, zur Ewig⸗ keit erhebt. 14. Dich, der mich, bei der Welten Sturz, mit starkem Arm erhob! Selbst Ewigkeiten sind zu kurz, o Hoͤchster, fuͤr dein Lob! 308. Mel. Eine feste Burg ist unser ꝛc. 8 ir, Gott, sey Preis und Dank gebracht, dir, Schoͤpfer und Erhalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schoͤpfer, mein Erhalter! Du erbauest mir diesen Leib, und dir dank' ich jeden Sinn! und alles, was ich bin, verkuͤndigt dei⸗ ne Groͤße. 2. Dieß Haupt, der Sin⸗ ne Quell, die Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, zur Deck' umher gespannt, der Nerven fein Gewebe, Ader und Gebein, alle Glieder freun, Schoͤpfer, deiner sich, und alle preisen dich in deiner Weisheit Gute! 3. Wie biegsam, wie ge⸗ lenkvoll schließt sich Glied an Glied zusammen, die, welche st Johannis des Taͤufers. leugnen, daß du bist, die ler, die Spoͤtter zu an preise Wie so schoͤn sie sind! wie sie 7. D sich geschwind regen, wenn ich preise ich will, und thaͤtig oder still die Sinr der Seele Wink erwarten! und ausr 4. Ach, haͤttest du mein ge, oder Auge nicht so meisterlich be-Vater, reitet; was nuͤtzte mir der freun! Sonne Licht, ihr Glanz, herrliche vor mir verbreitet? Ach, um⸗ o Gott, sonst erhellt bliebe deine Welt mir mit ihrer Pracht, dem Schimmer deiner Mel. S. Macht, in dunkle Nacht Lobsing verhuͤllet! LVan! E 5. Ich jauchze, daß ich singe, e sehen kann, und hoͤren und jauchzen empfinden, und reden! Be⸗ pfer alle ten will ich an, Gott sehn wie schoͤ und Gott empfinden! toͤne, herrlich, mein Gesang, toͤne Preis alle sein fleug zu ihm 2. M und Dank! empor! auch hoͤre gern, dig sein mein Ohr, der Schoͤpfung ihren H Jubellieder! wie viel 6. Wer, wer regiert des strahlt si Blutes Lauf, des Herzens Das Au gleiche Schlaͤge? bewegt die satt; sie Lung' und schwellt sie auf hen hat damit ich leben moͤge? Gott Wunder der alles thut! Ja, mein 5. N ganzes Blut freut, o Schoͤ Aug' al pfer, sich! Es walle schnel⸗ fuͤr die ler, st, die immen! wie sie „wenn der still arten! u mein lich be⸗ nir der Glanz, Aufs Fest Johan ler, dich und deine Macht zu preisen! 7. Dich, Schoͤpfer, will ich preisen! Dich, wenn ich die Sinnen brauche, geh, lieg und ausruh, oder mich bewe⸗ ge, oder hauche! Laß sich, Vater, dein alle Glieder eunt Ewig, ewig sey dieß herrliche Gebaͤu, mein Leib, ch, um⸗ Gott, dein Tempel! deine Pracht, deiner Nacht daß ich ren und n! Be⸗ et sehn koͤne, Preis zu ihm e gern, oͤpfung ert des Herzens degt die sie auf ?Gott „ mein Schoͤ⸗ schnel⸗ ler, 309. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛc. Qobsinget Gott, und betet Lan! Es dank', es ruͤhm', es singe, es jauchze, wer nur jauchzen kann, dem Schoͤ⸗ pfer aller Dinge! Wie groß, wie schoͤn ist seine Kraft! wie herrlich, wie untadelhaft sind alle seine Werke! 2. Wie schoͤn, wie wuͤr⸗ dig seiner Macht, mit allen iheen Heeren die Himmel! wie viel Licht und Pracht be— strahlt sie, ihm zu Ehren! Das Auge sieht sich nimmer satt; sieht, was es auch gese⸗ hen hat, doch immer neue Wunder! 5. Nicht Wunder fuͤr das Aug' allein; auch Wunder fuͤr die Seele! damit es ihr, nis des Taͤufers. 255 sich zu erfreun, an keiner Schoͤnheit fehle. Wie kunst⸗ vollaͤndert Gott sie ab! Dem mangelt, was er andern gab; und jedes ist doch herrlich! 4. Wo ist ein Gras; wo nur ein Blatt, ein Staͤub⸗ lein auf der Erde, wodurch, o Mensch, nicht Gottes Rath und Kraft verherrlicht werde? O wie ist seine Macht so reich! was aber deiner Traͤg⸗ heit gleich, daß du's nicht siehst, nicht fuͤhlest? 5. Gab seine Macht, die Schoͤpferinn, zum Fuͤhrer deines Lebens, dir deinen Geist, so manchen Sinn, so viel Gefuͤhl vergebens? Fuͤr wen, fuͤr wen, als dich, er⸗ schafft, erhaͤlt und schmuͤcket seine Kraft so viele große Werke? 6. Dein Gott bedarf nichts; seine Hand, die seine Schoͤpfung schmuͤckte, gab dir Empfindung, dir Ver⸗ stand, damit er dich begluͤck⸗ te. Willst du, o Mensch, nicht gluͤcklich seyn? will sich nicht deine Seele freun, nicht immer froher werden? 7. O warum suchest du dein Gluͤck in eitlen Phanta⸗ seien? 256 Aufs Fest Johannis des Täufers. seien? Wirf auf die Schoͤ⸗ wandelt es in Freude, ver⸗ dankerf pfung deinen Blick; da will suͤßet selbst den Tod. ohne al er dich erfreuen. Nimm hin 2. Und meine Lippen Guͤtig die Freuden deines Herrn; schwiegen? Ich selbst ver⸗ Himme genieße sie; er giebt so gern; sagte mir das himmlische Barmh nur ihr Genuß reut nimmer. Vergnuͤgen, Gott, lobzusin⸗ mit Wé gen dir: Nein, Herr, von was du dener Blaß die Cehnrsucht dernen Snkseo heron ghn nach Vergnuͤgen. Er schuf r De 16 0 1 auch Quellen, die voll Lust seude 1 19 5 ich karne 2. U stets fließen, nie versiegen. ö 9 werth icd Sa erschuff Gieb nur auf seine Wunder 5 27 bleibt llen Zei⸗ Welt, Acht; denn seine segensvolle i n en 96 en Zei. Entzück Macht schafft alle wahre n dein milder atersinn. in sich Ich hoffe stets auf dich, ü Freuden! Du wirst in Kuͤmmernissen re 5 9. Dir wohlzuthun, das mir wohl zu helfen wissen; gehoben ist ihr Ziel; laß dich zum dir uͤberlaß ich mich. terland Dank erwecken! O haͤtt' ich 4. Ja, deine Huld ist heben, doch genug Gefuͤhl, wie gut groͤßer, als es der Mensch herab, er ist, zu schmecken! Ist sei⸗ versteht; dein Rath unend—⸗ sein Leb ner Wohnung Vorhof schon lich besser, als was sein ne 4ab so schoͤn; wie wird mich einst Wunsch erfleht. Herr, m. sein Thron, wie wird er ne Zuversicht, dirlfroh mich 5. 2 selbst entzuͤcken! zu ergeben, dich dankbar zu Gnade! erheben, sey meine liebste Huld, 310. Pflicht. dem Si Mel. Aus meines Herzens Grunde ꝛe. uns vol 311. Du lock roß ist des Hoͤchsten Guͤte! Wer sie nicht Mel. Nun lobe, meine Seele ꝛc. Und fall achtete, welch fuͤhllos Herz Gott, du bist die Liebe Reue dit verriethe der Unerkenntliche! uns wohlzuthun ist dei⸗ die Be Sie rettet uns aus Noth, ne Lust. Drum preist mit schenkest erquicket uns im Leide, ver⸗ frohem Triebe dich I Trost ar dank⸗ de, ver⸗ . ippen bst ver⸗ nmlische obzusin⸗ er, von er Mor⸗ nAbend Hgesang. 9 ferner h's auch llen Zei⸗ ütersinn. fdich, iernissen wissen; vuld ist Mensch Dunend⸗ das sein rr, mei⸗ roh mich ikbar zu e liebste Auf das Fest Johannis des Taͤufers. dankerfuͤllte Brust. Ganz ohne alle Grenzen ist deine Guͤtigkeit! So weit die Himmel glaͤnzen, uͤbst du Barmherzigkeit. Du siehst mit Wohlgefallen auf das, was du gemacht; und hast auch uns, uns allen, viel Gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu begluͤcken, erschufst du uns und deine Welt, die hier schon zum Entzuͤcken so viele Wunder in sich haͤlt. Noch groͤß'rer Guͤte Proben hat fuͤr uns deine Hand im Himmel auf⸗ gehoben, der Wonne Va⸗ terland. Dahin uns zu er⸗ heben, sandt'st du den Sohn herab, der huldreich selbst sein Leben fuͤr uns, Verlohr⸗ ne, gab. 35. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, als du? Auch auf dem Suͤndenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße. 257 kilgest aus Erbarmen die ganze Suͤndenschuld. 4. Mit jedem neuen Mor⸗ gen ist immer deine Guͤte neu; selbst unserm Wunsch und Sorgen koͤmmst du zu⸗ vor mit Vatertreu. Du, Ursprung aller Gaben, du weiß'st, was uns gebricht; und was wir noͤthig haben, versagst du keinem nicht. Wie sind doch unsre Tage von deinem Wohlthun voll! Selbst ihre Last und Plage lenkst du zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zu⸗ erst geliebt, und bist stets treu geblieben; wie viel wir wider dich veruͤbt. Mit Gnaden uns zu segnen, ist ewig deine Lust; mit Dank dir zu begegnen, sey stets auch unsre Lust! Zu ehren deinen Willen; uns selbst zum Gluͤck und Heil, ihn freudig zu erfuͤllen, sey un⸗ ser bestes Theil! 6. Wer hier auf seinen Seele ꝛc. Und fallen wir gebeugt voll Wegen dein Wort vor Au⸗ ie Liebe, n ist dei⸗ Reue dir zu Fuße, voll Reu', die Beßrung zeugt; so gen hat und haͤlt, den setzest du zum Segen schon hier, reist mit schenkest du uns, Armen, auch noch mehr in jener Welt. ) unsie Trost an deiner Huld, und Du schaff'st ihm selbst aus dank⸗ * Leiden 266 Auf das Fest Marid Heimsuchung. Leiden den herelichsten Ge⸗Guͤte!l mich ihrer stets zu winn, und fuͤhrest ihn zu freun, laß, Gott, auch mein Freuden, die ewig waͤhren, Gemuͤthe voll Liebe zu dir hin. Wie groß ist deine seyn! XVIII. Auf das Fest Maria Heimsuchung 312. Beste mit mir meint; wo Mel. Ich weiß, mein Gokt, ꝛr. in dir! Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du,. Herr, bist mein, und ich bin Lerdae g u niche dein; was mangelt meiner Herz; drum frag ich nicht Seelen? nach allem Tand der Erde. . D st mich vor der Herr, ohne dich ist nichts 2. Du hast mich vor der für mich, das mir erfreu⸗ Welt erwaͤhlt, und deinen lich werde. Kindern zugezählt; nie wirst 6. Du segnest mich, wenn du mein vergessen! Du liebst man mir flucht; und wer mir mein Wohl, hast gnaden⸗sauch zu schaden sucht, dem voll mein Gluͤck mir zuge⸗ wird's doch nicht gelingen. 9 geling messen. ö Seilbst was mich kränkt, das 3. Du traͤgst mich lieb⸗ muß, gelenkt von dir, mir reich mit Geduld, vergiebst. Segen bringen. durch Christum mir die 7. Auf deiner Huld allein Schuld, wenn ich aus beruht mein ganzes Gluͤck, Huͤgel weichen. 5. In Finsterniß bist du Schwachheit fehle. An mein hoͤchstes Gut! in dir seinem Heil' hab' auch ich leb' ich zufrieden. So dort, Theil; dieß troͤstet meine als hier, Herr, bleiben wir Seele. in Liebe ungeschieden. 4. An dir hab' ich den 8. Du willst mein ew'ges treuen Freund, der es aufs Wohlergeh'n; einst werd 0 dich find' ich deines gleichen? 2 I. Dy 70 Ich freue mich, mein Gott, Mit deiner Treu stehst du Du bist mein mir bei, wenn Berg und 2. Elend werden alle Kir 3. E mir get ist, und 4. U zigkeit und fuͤr fuͤrchten 5. E seinem“ die hoff Herzens 6. Er gen vom herzigker Verehre Auf das Fest Marià Heimsuchung. 259 ets zu dich noch naͤher sehn, du Ur⸗ 9. Wie er gered'r bat zu bmein sprung wahrer Freuden! An den Vätern, Abraham und zu dir dir wird sich dann ewiglich seinem Saamen ewiglich. mein ganzes Herze weiden. 10. Lob und Preis sey — 313.— dem Vater, und dem ö ohn', und dem heiligen hung Meiae Seele erhebt den Gewen beilig t; wo Herrn, und mein 11. Wie es war im An⸗ achen“ Geist freuet sich Gortes, fang, itzt und immerdar, und 5 hst du meines Heilandes! 9 und 2. Oenn er hat meln von Ewigkeit zu Ewigkeie. bist Elend angesehen; siehe, es Amen. ist du werden mich selig preisen V tTmein alle Kindeskind! 314. h nicht 5. Er hat große Ding' an Mel. Nun lobe; neine Eele re. Erde. mir gethan, der da maͤchtig Mon lobt dich in der Orie nichts ist, und deß Name heilig ist. le; e d rn erfreu⸗ 4. Und seine Barmher⸗ Gebet, o Gott! Aus deiner zigkeit waͤhret immer fuͤr Segensfülle fließt alle Frend wenn und fuͤr, bei denen, die ihn und Hülf in Noth. Nur ver mir fuͤrchten.— bist Herr auf Erden, der „ dem 5. Er übet Gewalt mit Frommmen Zuversicht; in lingen. seinem Arm, und zerstreuet, Trübsal und Beschwerden kt, das die hoffaͤttig sind in ihres lass st du die Deinen nicht. r, mir Herzens Sinn. Drum soll dich freudig ehren 6. Er stoͤßet die Gewalti⸗ mein Mund—0 jedermann, d allein gen vom Stuhle, und erhe⸗ und deinen Ruhm vermeh⸗ Gluͤck, bet die Elenden. ren, so lang' er lallen kann. in dir 7. Die Hungrigen fuͤllet 2. Es muͤsse dein sich o dort, ermit Guͤtern, und laͤsset die freuen, wer deiner Guͤte den wir Reichen leer. Groͤße kennt, und deinem 8. Er denket der Barm⸗Dienst sich weihen, wer ew'ges herzigkeit, und hilft seinen Jesu Christi Namen nennt! Hꝛerd' ich Verehrern auf. Hoch seyst du stets gepriesen! dich R 2 Du 260 Du bist's, der Wunder thut, und hast auch mir erwiesen, was mir ist nuͤtz und gut. Drum geb ich mich mit Freuden dir zum Gehorsam hin. Nichts soll mich von dir scheiden, so lang ich hier noch bin. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht. Wenn Schwache zu dir kamen, hast du mit Huld an sie ge⸗ dacht. Auch mir half deine Gnade. Herr, wie vergelt' ich's dir? Bleib' auf des Le⸗ benspfade noch fernerhin mit mir! So will ich dich erhe— ben, dich, der so gern erfreut und dir zur Ehre leben hier und in Ewigkeit. 315. Mel. Nun lobe, meine Seele ꝛc. Mo froͤhlichem Gemuͤthe N dankt, die ihr Christo angehoͤrt; dankt Gott, daß seine Guͤte, so wie sein Le⸗ ben, ewig waͤhrt! Nach so viel tausend Jahren, die, durch sie, alle reich an frohen Segen waren, bleibt sie sich immer gleich. Nie hoͤrt sie auf, zu sorgen, und sorget Auf das Fest Marià Heimsuchung. immer treu; sie wird mit je⸗ dem Morgen an den Geschoͤ⸗ pfen neu. 2. Sie reicht durch Erd und Himmel, um, was da lebet, zu erfreun. Welch froͤhliches Gewimmel in ih— rem milden Sonnenschein! Vor ihren heitern Strahlen, wo sie hervorbricht, fliehn auch bange finstre Quaalen, wie leichte Wolken hin. Wer zaͤhlt die Millionen, die sie erwaͤrmt und naͤhrt? So weit nur Wesen woh⸗ nen, hat sie auch sich verklaͤrt. 3. Suͤß ist das Licht der Sonne, das taͤglich jedes Aug' entzuͤckt; weit suͤßer ist die Wonne, womit uns Gottes Guͤt' erquickt. Er⸗ freulich ist das Leben, und schauervoll der Tod; doch besser noch, als Leben, ist deine Guͤte, Gott! Wie ist sie uns so theuer! Sie, sie verlaͤßt uns nie! Was ist wohl milder, treuer und troͤ⸗ stender, als sie? 4. Zu ihrem Lob erwecke vor allen du, dein Herz, o Christ! Komm her, und sieh und schmecke, wie freund— lich Gott, dein Vater, ist! Auf! Auf! dein f und d Innb Von se treu si Tag de Nacht 5. loben? alles ge droben Gewuͤr viel Ki eine le⸗ Spure Und w stets f. ist auch von ih Mel. A Mo ů bereit. oben n digkeit opfre? mein mir's Lobgef 2. 6 der de mit je⸗ Seschoͤ⸗ h Erd vas da Welch in ih⸗ ischein! rahlen, fliehn uaalen, hin. llionen, naͤhrt? unwoh⸗ erklaͤrt. icht der h jedes uͤßer ist it uns . Er n, und doch den, ist Wie ist Sie, sie Vas ist ind troͤ⸗ erwecke Herz, r, und freund⸗ er, ist! Auf! Auf das Fest Mariâ Heimsuchung. Auf! seinen Ruhm erzaͤhle dein frommes Saitenspiel, und deine ganze Seele sey Innbrunst und Gefuͤhl! Von seiner Guͤte sage, wie treu sie fuͤr uns wacht, ein Tag dem andern Tage, die Nacht der naͤchsten Nacht. 5. Wer wollte sie nicht loben? Sie, die doch allen alles gab, vom hohen Seraph droben, bis zu des Staubs Gewuͤrm hinab. Von so viel Kreaturen laͤßt sie nicht eine leer; und ihres Segens Spuren verbreitet sie umher. Und wie sie von Entzuͤcken stets fuͤr den Himmel quoll, ist auch, wohin wir blicken, von ihr der Erdkreis voll. 316. Mel. Aus meines Herzens Gr. ꝛc. Mit Singen dich zu loben, ist, Gott, mein Herz bereit. Gieb selbst dazu von oben mir Kraft und Freu⸗ digkeit. Auf, Seel', und opfre Dank! O waͤre doch mein Leben dem Gott, der mir's gegeben, ein steter Lobgesang! 2. Es freun sich deine Kin⸗ der des Reichthums deiner 261 Huld; auch deinen Feind, den Suͤnder, ertraͤgst du mit Geduld. Treu willst du, daß der Christ begluͤcket auf der Erde, und einst dort selig werde, wo du selbst selig bist. 3. Mein Gott, wie große Dinge hast du an mir ge⸗ than! Mein Herz ist zu ge⸗ ringe, mit dem ich danken kann. Du liebst mich vaͤter⸗ lich; mit ewig großer Treue, die alle Morgen neue, er⸗ barmst du meiner dich. 4. Du thust, mich zu be⸗ gluͤcken, das, was du mit mir thust; aus deinen Va⸗ terblicken stroͤmt in die Seele Lust; du bist in Noth mein Schutz, im Finstern meine Sonne, im Kummer meine Wonne; du thust mir im⸗ mer Guts. 5. Drum, frohes Herz, bekenne, daß Gott die Liebe sey! Sey dankbar und ent⸗ brenne in Gegenlieb und Treu! Vertrau' ihm, hang' ihm an! Den Trost laß dir nicht rauben! begluͤckt ist, wer im Glauben ihn Vater nennen kann! 262 XIX. Auf das Fest Michaelis. 317. Mel. Wachet auf! ruft einst ꝛc. B'rel an, ihr Menschen, bringet dem Hoͤchsten Ruhm und Preis! lobsinget Gott, unserm Schoͤp fer; betet an! Zahllos sind der Geister Schaaren, die, eh' noch wir geschaffen waren, vor ihm schon standen, und ihn sahn. Ihr Heer, um⸗ strahlt vom Licht, bedeckt das Angesicht vor dem Schoͤpfer! Voll Preis und Dank toͤnt ihr Gesang durch alle Himmel Gottes hin. 2. Tausend sind es, und zehntausend, und mehr noch als zehnmal zehntausend, die seiner Groͤße Ruhm erhoͤhn! Heilig, heilig ist Gott! ru⸗ fen sie, tief anbetend, an den Stufen des hohen Throns, um den sie stehn. So weit er herrscht, so weit geht seine Herrlichkeit! jauchzen alle. Wer ist, wie er? frohlockt ihr Heer: wie Gott, der uns geschaffen hat? 3. Sie, die nicht beim tiefen Falle des ersten Moͤr⸗ ders fielen, alle, vollbringen seinen Willen gern. Seht ihr Beispiel, folgt, ihr Frommen! Sie alle, heilig und vollkommen, gehorchen wonnevoll dem Herrn! Sie thun, was er gebeut, und ihre Herrlichkeit ist Gehor⸗ sam! Sie weilen nie,‚ er sende sie, wohin sein Wink sie senden will. 4. Winden gleich, und gleich den Blitzen, gehn sie vom Thron aus, segnen, schuͤtzen, und strafen, wie es Gott gebeut; lagern sich um Gottes Kinder, und foͤrdern gern das Heil der Suͤnder, und freun sich ihrer Selig⸗ keit! Sie dienen, Jesu, dir, frohlocken laut, wenn wir uns bekehren; wenn unser Dank den Lobgesang der Himmel hier schon wieder⸗ hallt. 5. Gott, mit allen diesen Heeren soll, wer hier heilig wird, dich ehren, einst ewig sich mit ihnen freun; soll, erloͤst durch dein Erbarmen, zu dir gebracht auf ihren Ar⸗ men, einst selig, wie die—0 ge gel seyr Mensck zu Goꝛ Throne auch Er litz sein 6. 2 vollkon tes! C seinen Laßt si alle, d dem F seiner uns! allen E tes! J ser Da alle Hi Mel. er 2 ö Ehre, schufst nen M fuͤllen, wenn 2. 6 den F in sei freun, ringey Seht t, ihr heilig horchen Sie „ und Gehor⸗ ie, er Wink „und ehn sie egnen, wie es sich um oͤrdern uͤnder, Selig⸗ u, dir, in wir unser ig der vieder⸗ diesen heilig st ewig soll, armen, en Ar⸗ die En⸗ gel Auf das Fest Michaelis. gel seyn! Vernehmt's, ihr Menschen, hoͤrt! Wer sich zu Gott bekehrt, wird am Throne, in seinem Reich auch Engeln gleich, das Ant⸗ litz seines Gottes schaun! 6. Werdet heilig! Seyd vollkommen, wie Engel Got⸗ tes! Gott wird kommen mit seinen Engeln zum Gericht! Laßt sie jauchzen, daß wir alle, dann aufgerichtet von dem Falle, Gott sehn und seiner Wonne Licht! Heil uns! Wir beten dann mit allen Engeln an, Engel Got— tes! Ihr Lobgesang und un⸗ ser Dank hallt dann durch alle Himmel hin. 318. Mek. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛw. Wẽr zaͤhlt der Engel Hee— re, die du, zu deiner Ehre, o Herr der Welten, schufst? Sie frenn sich, dei⸗ nen Willen gehorsam zu er⸗ fuͤllen, wie Flammen schnell, wenn du sie rufst. 2. Sie eilen, in Gefahren den Frommen zu bewahren, in seiner Pilgerzeit. Sie freun, an deinem Throne, 265 sich einst auch seiner Krone, wie ihrer eignen Seligkeit. 3. Bekehren, Gott, sich Suͤnder, und werden deine Kinder, die dir dein Sohn gewinnt; dann jauchzen ihre Lieder, daß ihre neuen Bruͤ⸗ der, dem Fluch entrissen, se⸗ lig sind. 4. Sie jauchzen deinem Sohne, daß du sie ihm zum Lohne fuͤr seine Leiden giebst; daß du sie traͤgst und leitest, zum Himmel vorbereitest, und zaͤrtlich, wie ein Vater, liebst. 5. In solcher Gei ster Choͤren dich ewig zu vereh⸗ ren, welch eine Seligkeit! Wer wird sie einst empfin⸗ den? Der, der, entwoͤhnt von Suͤnden, sich ihnen gleich zu werden freut. 6. Ich zittre nicht; ich schaue auf dich nur; dir ver⸗ traue, Gott, meines Heils, ich mich; vergnuͤgt, daß einst mit Engeln ich, heilig, rein von Maͤngeln, dein Antlitz schaue; Vater, dich! 5. Wenn duzu ihren Lie⸗ dern, zu meinen hoͤhern Bruͤ⸗ dern, vor deinen Thron mich rufst; empor will ich mich schwin⸗ 211 schwingen, und Dank und Preis dir singen, daß du fuͤr mich auch Engel schufst! 8. Sie, uͤber mich erho⸗ ben, sie lehren, dich zu loben, mich ihren hoͤhern Dank. Inͤ deinem Heiligthume wird dann, zu deinem Ruh⸗ me, der ganze Himmel ein Gesang! 319. Mel. Alle Menschen muͤssen ꝛe. Wenn wir unsern Lauf vollenden; wenn wir unsre Seele nun uͤbergeben deinen Haͤnden; bald in dei⸗ nem Schooße ruhn: eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu seyn; ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden an⸗ genommen, hoffen, Vater, voll Vertraun, auch, wie sie, mit allen Frommen deine Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmuͤcken, gleiche Wonn' uns dann entzuͤcken; wir erhoben in dein Reich, wer⸗ den deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Er⸗ loͤsten, dieser Wonne, dich Auf das Fest Michaelis. zu sehn, duͤrfen wir im Tod' Wege gehn; wenn wir rin⸗ gen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, ö Mel. Allm 2 standhaft in der Heiligkeit, dir zu dienen stets bereit; 4. Wenn wir vor Be⸗ gierde brennen, und, den En⸗ geln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, im⸗ mer heiliger zu seyn; wenn Gott, uns troͤsten, wenn wir deine wir huͤlfreich gern mit ihnen unsern schwaͤchern Bruͤdern dienen; wenn, ohn' allen Ei⸗ gennutz, wir ihr Beistand sind, ihr Schutz. 5. Welch ein Heil, Gott! schon auf Erden Engeln an Vollkommenheit immer aͤhnlicher zu werden; aͤhn— lich einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eitlen Traͤumen dieses große Heil versaͤumen! lehr' uns deine Wege gehn, einst, wie sie, dich auch zu sehn! 6. Wenn wir unsern Lauf vollenden; wenn wir unsre „Seele nun übergeben dei— nen Haͤnden; bald in deinem Schooße ruhn: eilen wir aus allen Leiden hin zu dei⸗ ner Engel Freuden, ewig, Gott, deiner hoch er der Er! Staub 2. D und wi Engel werd' Raub, leben. 3.— Wie ar Herr d der Me groß!! den! gabst d Vernut der Erk in mein Kraft, winden m Todꝰ vir rin⸗ deinen herden, Auf das Fest Michaelis Gott, bei dir zu seyn; ewig rdeine ligkeit, eitz r Be⸗ en En⸗ immer n, im⸗ wenn tihnen ruͤdern len Ei⸗ eistand Gott! zeln an immer Naͤhn⸗ t! Laß aͤumen deiner uns zu freun. 320. Mel. Ich danke dir durch ꝛc. Allmächtiger, der seinen Thron im Himmel hoch erhoͤhet, o hoͤre mich, der Erde Sohn, der dir im Staube flehet! 2. Du schufst mich, Staub; und willst mich, Staub, zum Engel einst erheben. Hier werd' ich der Verwesung Raub, um ewig dort zu leben. 3. Was ist der Mensch? Wie arm, wie blos ist er, der Herr der Erden! Was ist der Mensch? Wie frei, wie groß! Unsterblich soll er wer⸗ umen! gehn, uuch zu n Lauf unsre n dei⸗ deinem n wir zu dei⸗ ewig, Gott, den! 4. Welch ein Geschenk gabst du mir nicht, da du Vernunft mir schenktest, und der Erkenntniß goͤttlich's Licht in meine Seele senktest! 5. Verleih' mir doch die Wissenschaft, mein wahres Gluͤck zu finden, und gieb mir Willen, Muth und Kraft, mich selbst zu uͤber⸗ winden! 265 6. Gieb Kraft, die Lust der Suͤnde nie der Tugend vorzuziehen; laß mich, voll Abscheu gegen sie, stets ihre Wege fliehen! 7. Gieb mir ein mitleids⸗ volles Herz, wenn meine Bruͤder leiden; und laß an meines Feindes Schmerz sich nie mein Auge weiden! 8. Im Gluͤcke Furcht, im Ungluͤck Muth, ist's, was ich von dir flehe. Was du, mein Schoͤpfer, willst, ist gut; und was du willst, ge⸗ schehe! 9. Laß mich mein Brodt durch deine Gunst und mei⸗ nen Fleiß erwerben; und lehre mich die große Kunst, getrost und wohl zu sterben! 10. O bu, vor dem der Engel kniet, den Seraphim umringen! Durch Erd' und Himmel schallt das Lied, des deine Frommen singen. 11. Anbetend beug' auch ich mein Knie; du hast den Staub erhoben! Heil nir! Ich bin ein Geist, wie sie; der Mensch auch darf dich loben. ö 321. 266 324. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. z6s werde Gott von dir E erhoben, von dir, der All⸗ macht Werk, mein Geist! Sollt' ich nicht meinen Va⸗ ter loben, den jedes seiner Werke preist? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu seyn, und seiner Liebe mich zu freun? 2. Schoͤn ist der sonnen⸗ reiche Himmel, den er zu sei⸗ nem Stuhle waͤhlt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt. Nur mir, dem Werke seiner Hand, gab er Gefuͤhl, gab er Verstand. 3. Anmuthig, praͤchtig, zum Entzuͤcken ist seine ganze Koͤrperwelt! wer zaͤhlt die Reize, die sie schmuͤcken? Was ich nur sehe, das ge⸗ faͤllt; und doch kann ich nie ganz, wie schoͤn, wie wun⸗ dervoll sie sey, verstehn. 4. Fuͤr Engel nur, und nur fuͤ'Seelen, die Gott zur En⸗ gelvuͤrd' erhob, sind sie so herilich; sie erzahlen nur Geistern meines Schoͤpfers Lob. O Seele, jauchze, daß sein Ruf auch dich zu einem Geiste schuf! Auf das Fest Michaelts, 35. Ich, Gott, kann den⸗ ken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken taͤusendfacher Art. Ach, strebt' ich, alle dir zu weihn; wie selig koͤnnt' ich hier schon seyn! wie es mir gefaͤllt; die Welt empfinden, mich empfinden; mich unterscheiden von der zu tausend Thaten Welt; hab' ich Kraft; die giebt mir Gott, der alles schafft. 7. Wie feurig duͤrstet meine Seele nach Lust und Ruh' und Seligkeit! Nur daß ich oft betrogen waͤhle, was, Beus errungen ist, mich reu't. Doch das ist meiner Thorheit Schuld, ist blos ein Misbrauch deiner Huld. g. Begabt mit wunder⸗ vollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, solll' ich, nen, dich nur; und nichts gebraͤche mir. Ach, moͤchte meine Seele dein, mit allen ihren Kraͤften, seyn! 9. Gott, meine Lust sey, dich o Gott, dich lieb gewin⸗ dich zu der Vi deiner nen, n Seligke Herz! wenn d ö kann? 6. Ich kann sie sammeln und verbinden, und trennen, Mel.( er d m Wesen schon, mit Guͤ du erhaͤ mein E dir gebr und Ge hab', h dir war stand, Gesicht mir feh deiner! 5. 2 deinem Gefahr auf me fall m un den⸗ il ich zu ürch die Sinne, her Art. dir zu int' ich immeln ennen, e Welt finden; on der Thaten ebt mir deiner Under⸗ reiheit, „ sollt' gewin⸗ nichts moͤchte it allen ist sey, dich ich hier; mir das Leben; und was ich fall mich bewahren. Auf das Fest Michaelis. dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu bren⸗ nen, mein Lob und meine Seligkeit! Nimm hin mein Herz! Was fehlt mir dann, wenn dieß sich deiner freuen kann? 32². Mel. Sey Lob und Ehr dem ꝛe. er du, durch deiner All⸗ macht Hand, mein Wesen mir bereitet, und da schon, eh' ich dich gekannt, mit Guͤte mich geleitet; der du erhaͤltst, was du gemacht, mein Schoͤpfer, Dank sey dir gebracht fuͤr deine Macht und Guͤte! 2. Zu meinem Gluͤcke leb' dein Wort gab hab', hab' ich von dir. Von dir ward mir gegeben Ver⸗ stand, Geschmack, Gehoͤr, Gesicht, Geruch, Gefuͤhl; mir fehlt es nicht an Proben deiner Liebe. 3. Du leitest mich nach deinem Rath bei drohenden Gefahren; dein Engel muß auf meinem Pfad vor Un⸗ Zu 267 meinem Dienst war alles da, schon eh' ich diese Welt noch sah. Wie groß ist dei⸗ ne Guͤte! ö 4. Nie ist der Mensch, der Staub, es werth, Herr, daß du sein gedenkest; daß du, da er dich oft entehrt, ihm so viel Gutes schenkest. O saͤhe doch der Mensch dieß ein! Moͤcht' er dafür dir dankbar seyn, und dir zum Dieust sich weihen! 5. Herr, lehre du mich, wie ich soll, fuͤr deine Huld dich preisen, und ewig, dei⸗ ner Liebe voll, gehorsam mich beweisen! Du bist mein Heil, mein Trost, mein Gott! Dir treu zu seyn bis in den Tod, sey meines Her⸗ zens Freude! 323. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ꝛe. H err, du hast in deinem H Reich große Schaaren hei'ger Engel. Diesen bin ich noch nicht gleich; denn ich bin itzt noch voll Maͤngel. Ach, wenn werd' ich auch so rein, wie die guten Engel seyn! Mich beschwert noch 2. Fleisck Fleisch ‚‚..‚‚ R⁰ w—— 7 601 5 N ö . * 400 ö 4 n 268 Auf das Fest Michaelis. Fleisch und Blut; hilf, Herr, fahr; voll Gefahr ist unser daß ich heilig werde! gieb Leben! Sende deiner Engel mir einen Engelmuth, daß ich Schaar, daß sie uns mit hier schon auf der Erde, als Schutz umgeben; wo wir dein Erbe und dein Kind, allzeit himmlisch sey gesinnt! 3. Mache mir dein Werk bekannt, durch des heil'gen Geistes Gabe, daß ich Weisheit und Verstand, wie ein Engel Gottes, habe! bis wir einst in jenem Licht voͤllig sehn dein Angesicht. 4. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden! o so laß uns darauf sehn, daß wir dir ge⸗ horsam werden, und verleih, daß ich dabei deiner Engel Mitknecht sey! 5. Unsre Welt ist voll Ge⸗ gehen aus und ein, laß sie unsre Waͤchter seyn! 6. Mach' es, wie mit La⸗ zaro, wenn ich kuͤnftig wer⸗ de sterben; und damit ich eben so moͤge Trost und Freude erben, laß die Engel mich zur Ruh tragen nach dem Himmel zu! 7. Laß uns dann vor dei⸗ nem Stuhl bei den Auser⸗ wahlten stehen; wenn die Boͤsen in den Pfuhl der Verdammniß muͤssen gehen. Mache mich in deinem Reich ewig deinen Engeln gleich! XX. Vom Worte Gottes. 324. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛe. Sel dein verderbtes Herz Gott, dein Gott, gerufen den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthaͤlt! 2. Merk' auf, als ob dich zur Heiligung genesen, haͤtte; merk' auf, als ob er Christ, so versaͤume nicht, selbst zu dir vom Himmel das Wort des Herrn zu le⸗ red'te! So lies; mit Ehr⸗ sen; bedenke, daß dieß Wort furcht lies, mit Lust, und mit das Heil der ganzen Welt, Vertraun, und mit dem from⸗ frommet zu erbar 3. Sp vor den falte, gi bot fuͤr te, und emp find die Wu Wort v 4. C Gott, lassen. lig's B es fasse verlang Weishe sie redl Gewisse 5. schaft, schaͤfter Geist m ten! Tags, keit, un Herrn, geweih 6. 27 Spruc Gluͤcke dein H zuruͤcke Geist, t unser Engel us mit 5o wir 400 sie mit La⸗ ig wer⸗ nit ich st und Vom Worte Gottes. 269 frommen Ernst, in Gott dich ihn zum wahren Edelmuth, zu erbaun! 3. Sprich fromm: o Gott! vor dem ich meine Haͤnde falte, gieb, daß ich dein Ge⸗ bot fuͤr dein Wort ewig hal— te, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Gesetz, am Wort vom Kreuze sehn! Engel Gott, kann dich nicht irren nnach or dei⸗ ö es fassen, so viel dein Heil Auser⸗ un die 9lder gehen. einem Engeln schaft, und ledig von Ge⸗ k, den lt! ob dich 4. Er, lassen. Lies, Christ, sein hei⸗ lig's Buch; lies oft, du wirst verlangt. Gott ist's, der Weisheit giebt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Lies, frei von Leiden⸗ schaͤften, und sammle deinen zerufen mob er himmel t Ehr⸗ ind mit it dem from⸗ Geist mit allen seinen Kraͤf— ten! Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiter⸗ keit, und dann der Tag des Herrn, der sey der Schrift geweiht! 6. Ruͤhrt dich ein starker Spruch; so ruf ihn, dir zum Gluͤcke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft, zuruͤcke; empfinde seinen Geist, und staͤrke dich durch aller Wahrheit b das Gute zu vollziehn! 5. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift ge⸗ beut! Dann wirst du inne werden, die Lehre sey von Gott, die dir verkuͤndigt ist; und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam ist. 8. Spricht sie geheimniß⸗ voll; so laß dich dieß nicht schrecken! Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklaͤrt; so glaube, was er spricht, nicht, was dein Witz begehrt! 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schaͤmen, ist Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschoͤpfe Pflicht; und weise Demuth ist's, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, from⸗ mer Christ, durch keine Zwei⸗ fel kraͤnken! Hier bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort 27⁰ Vom Worte Gottes. Dort waͤchst, mit deinem Kraͤfte schmecken! Laß kei⸗ Gluͤck, dein Licht in Ewig⸗ nen Spott, o Herr, mein keit; dort ist die Zeit des Gott! mich von dem Glau⸗ Schauns, und hier des ben schrecken! Glaubens Zeit. 3. Wo haͤtt' ich Licht; 11. Verehre stets die wofern mich nicht dein Wort Schrift! Und siehst du die Wahrheit lehrte? Gott, Dunkelheiten: so laß dich ohne sie verstuͤnd' ich nie, wie deinen Freund, der mehr, als ich dich wuͤrdig ehrte. du, sieht, leiten. Ein for⸗ 4. Dein Wort ekklaͤrt schender Verstand, der sich der Seele Werth, Unsterb⸗ der Schrift geweiht, ein an⸗ lichkeit und Leben; daß diese gefochtnes Herz, hebtmanche Zeit zur Ewigkeit mir sey Dunkelheit. von dir gegeben. 12. Halt' fest an Gottes 5. Den ew'gen Rath: die Wort! es ist dein Gluͤck Missethat der Suͤnder zu auf Erden, und wird, so versuͤhnen, den kennt' ich wahr Gott ist! dein Gluͤck im nicht; waͤr' mir dieß Licht Himmel werden. Verachte nicht durch dein Wort er⸗ christlich groß des Bibelfein⸗ schienen. des Spott! Die Lehre, die 6. Nun darf mein Herz er schmaͤht, bleibt doch das in Reu' und Schmerz der Wort aus Gott. Suͤnden nicht verzagen; nein! du verzeihst, lehrst 325. meinen Geist, im Glauben: Mel. Ach Gott und Herr ꝛce. Vater! sagen. Gere ist mein Hort, und 7. Mich zu erneu'n, mich auf sein Wort soll dir zu weihn, ist meines Heils meine Seele trauen! Ich Geschaͤfte. Durch meine wandle hier, mein Gott, vor Muͤh' vermag ich's nie; dein dir im Glauben, nicht im Wort giebt mir die Kraͤfte. Schauen. 8. Herr, unser Hort, laß 2. Dein Wort ist wahr; uns dieß Wort! Denn du laß immerdar mich seine hast's uns gegeben. Es sey mein mein T und Kr Mel. Le Di4h neben en Gott, te; mir will dei 6.9 Sabba auch ri Denk' Last du bast!& 5.2 ehre ge gefaͤllt wenn si aß kei⸗ „mein Glau⸗ Licht; n Wort Gott, ie, wie erklaͤrt nsterb⸗ iß diese mir sey h: die der zu ut ich 3Licht 'rt er⸗ 1 Herz rz der agen; lehrst uben: „mich Heils meine dein aͤfte. t, laß un du Es sey mein Vom Worte Sottes. mein Theil, es sey mir Heil, und Kraft zum ew'gen Leben! 326. Mel. Lebt Christus, was bin ich ꝛc. D sind die Rechte, wel⸗ che Gott den Kindern Abrahams gebot. Aus fin⸗ stern Wolken sprach er sie zu Israel vom Sinai. So sprach der Herr: 2. Ich, Gott, gebiete, Jakob, dir: Verehre keinen neben mir, und habe keinen Gott, als mich; mich fuͤrch⸗ tez mir vertraue dich! Das will dein Gott! 5. Mein Name sey dir heilig! sprich nicht Laͤster⸗ worte wider mich! mit tiefer Ehrfurcht nenn' ihn nur, und halte deines Mundes Schwur! Das will dein Gott! 4. Auch heilig sey mein Sabbath dir! dein Knecht auch ruh' und diene mir! Denk' an Aegypten, welcher Last du da fast unterlegen hast! Das will dein Gott! 5. Den Vater ehr', und ehre gern die Mutter! das gefaͤllt dem Herrn; nimm, wenn sie schwach, dich ihrer 27¹ an, und lange wirst du leben dann. Das will dein Gott! 6. Du sollst nicht toͤdten, und dich scheu'n vor Haß und Zorn! die Rach' ist mein! Wem Suͤnden ich erlassen soll, der thu' auch seinen Feinden wohl! Das will dein Gott! ö 7. Die Ehe halte keusch und rein! auch selbst dein Herz soll heilig seyn! Dein Leib und Geist sey mir ge⸗ weiht; dein Ruhm sey Zucht und Maͤßigkeit! Das will dein Gott! 8. Mit Unrecht mehre nicht dein Gut! Verflucht ist der, der Unrecht thut! Be⸗ truͤge nie, und wuchre nicht! den Armen zu erfreun, ist Pflicht! Das will dein Gott! 9. Du sollst kein falscher Zeuge seyn, und Luͤgen und Verleumdung scheu'n! Des Naͤchsten Unschuld rette du, und seine Schwaͤche decke zu! Das will dein Gott! 10. Des Naͤchsten Haus begehre nie; auch nicht sein Weib, Knecht, Magd und Vieh! Goͤnn' ihm sein Gluͤck, und flieh' den Neid, wenn meine Huld auch ihn erfreut. 272 erfreut. Das will dein Gott! 11. Dieß sind die Rechte, welche Gott den Kindern Abrahams gebot. Uns lehrt, was heilig ist und gut der Sohn des Herrn; wohl dem, der's thut! wohl dem, der's thut! 12. Dazu hilf du, Herr Jesu Christ! Hilf, der du unser Heiland bist! mach' uns durch deines Geistes Kraft selbst glaͤubig, fromm und tugendhaft! Erhoͤr' uns, Herr! 3²27. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. err, deine Recht' und dein' Gebot, darnach wir sol— len leben, wollst du im Gluͤck und in der Noth ins Herz mir selber geben, daß ich zum Guten willig sey, und ohne Falsch und Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau', allein dich fuͤrcht' und liebe, und nicht auf Men⸗ schenhuͤlfe bau', noch mich darum betruͤbe! Laß großer Leute Gnad' und Gunst, Ge⸗ walt, Macht, Reichthum, Vom Worte Gottes. Witz und Kunst mir nicht zum Abgott werden! 3. Hilf, daß ich deines Namens Bund aus deinem Wort erkenne, auch niemals dich mit meinem Mund ohn' Herzensandacht nenne; daß ich bedenke Tag vor Tag, wie stark mich meine Tauf⸗ zusag' zum Dienste dir ver⸗ bindet! 4. Am Tage deiner heil⸗ gen Ruh laß mich fruͤh vor dich treten, daß ich ihn christ⸗ lich bringe zu mit Danken und mit Beten, und habe meine Lust an dir, dein Wort gern hoͤr˖, und dir dafuͤr mein dankbar Opfer bringe! 5. Die Eltern, sammt der Obrigkeit, die vorgesetzt mir werden, laß mich jaehren al⸗ lezeit, daß mir's wohlgeh' auf Erden! fuͤr ihre Sorg' und Treu' laß mich, selbst wenn sie werden wunderlich, Lieb', Ehr' und Dank erweisen! 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach', aus Zorn und Feindschaft, uͤbe! den, der mich kraͤnkt mit Hohn und Schmach, dennoch von Her⸗ zen liebe! sein Gluͤck und Wohlfahrt jedem goͤnn', schau,, schau,, koͤnn', Freud 7.U sterniß meider Lustser Quaal in mi Herz, Wort anderr 8.4 redlich ke sch Geiz nichts me, meiner Gieb, tigkeit jederze Luͤgen e nicht deines deinem ßiemals id ohn' e; daß r Tag, Tauf⸗ ir ver⸗ r heil⸗ uͤh vor christ⸗ Janken d habe ꝛ1Wort rmein 3. imt der ßt mir ren al⸗ eh' auf g und wenn Lieb', sen! immer jederzeit am Laͤstern und am Vom Worte Gottes. 27³ schau', ob ich jemand dienen woll st du mit gewaͤhren; koͤnn', und dann es thu' mit doch, daß es niemand schaͤd⸗ Freuden. lich sey, ich auch ein ruhig's 7. Unreine Werk' der Fin⸗ Herz dabei, und deine Gnad' sterniß laß mich mein Lebtag behalte! meiden, daß ich nicht fuͤr die 11. Ach! Herr, ich woll⸗ Lustseuch' muͤß der Hoͤlle te ja dein Recht und deinen Quaal dort leiden; schaff' heil'gen Willen, wie mir in mir, Gott, ein reines gebuͤhrt, als deinem Knecht, Herz, daß ich schandbare ohn Mangel gern erfuͤllen; Wort und Scherz, nebst so fuͤhl' ich doch, was mir andern Suͤnden, fliehe! 8. Verleih, daß ich mich redlich naͤhr', und boͤser Raͤn⸗ ke schaͤme, mein Herz vom Geiz und Unrecht kehr', nichts durch Gewalt hinneh⸗ me, und von der Arbeit meiner Haͤnd', was uͤbrig ist, auf Arme wend', und nicht auf Pracht und Hoffart! 9. Hilf, daß ich, meines Naͤchsten Glimpf zu retten, mich befleiße, von ihm abwen⸗ de Schmach und Schimpf, doch Boͤses nicht gut heiße! Gieb, daß ich lieb' Aufrich⸗ tigkeit; und Abscheu habe Luͤgen! 10. Laß mich des Naͤch⸗ sten Haus und Gut nicht wuͤnschen und begehren; was aber mir vonnoͤthen thut, das gebricht, und wie ich das geringste nicht vermag aus eignen Kraͤften. 12. Drum gieb du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad' und Staͤrke; verleih, o Jesu, Gottes Sohn, daß ich thu rechte Werke; o heil⸗ ger Geist, hilf, daß ich dich von ganzem Herzen, und als mich, den Naͤchsten treulich liebe. 328. Mel. Sey Lob und Ehr' dem 2c. Wir Menschen, sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untuͤchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissen und verstehen's nicht, wo uns dein goͤttlich's S Wort 27⁴4 Vom Worte Gottes. Wort und Licht den Weg nicht lassen; daß wir nicht zu dir nicht zeiget. 2. Von jeher hast du ausgesandt Propheten, deine Knechte; sie machten in der Welt bekannt dein Heil und deine Rechte. Zuletzt ist selbst dein eigner Sohn, o Vater, von des Himmels Thron gekommen, uns zu lehren. 3. Fuͤr solches Heil sey, Herr, gepreist! Laß uns da⸗ bei verbleiben, und gieb uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte glaͤuben; daß wir's annehmen jederzeit mit Ehrfurcht, Treu' und Wil⸗ ligkeit, als Gottes, nicht der Menschen! 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott uns nicht vom Wort abwende; denn du bist ein gerechter Gott, und strafstegewiß am Ende. Er⸗ weck' uns durch der Wahr⸗ heit Kraft, und, was sie Gutes in uns schafft, das laß uns treu bewahren! 65. Herr, oͤffne du Ver⸗ stand und Herz, daß wir dein Wort recht fassen; in Lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz es aus der Acht Hoͤrer nur allein; nein! auch desselben Thaͤter seyn; Frucht hundertfaͤltig bringen! 6. Der Saame kann * nicht fruchtbar seyn, ver⸗ streut auf harten Wegen. Er, hingesaͤ't auf Fels und Stein, gedeiht zu keinem Segen; er kann nicht wur⸗ zeln; er verdorrt: so hilft dem Hoͤrer nicht dein Wort, wenn er's nicht standhaft glaͤubet. 7. Drum mache du uns alle gleich dem fruchtbar'n, guten Lande, daß wir, an guten Werken reich, in un⸗ serm Amt und Stande das thun, was uns dein Wort gebeut, und, frei vom Dienst der Eitelkeit, des Glaubens Kraft beweisen! 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, der Suͤnder Weg vermeiden! Gieb, daß wir halten fest an dir, im Wohl⸗ stand, wie im Leiden! Rott aus, was dir, Herr, nicht gefaͤllt; hilf uns die Sorgen dieser Welt und boͤse Luͤste daͤmpfen! 9. Erhalt' uns dein Wort klar und rein, und laß es unsern unserr unsern daß n Kraft, aller 9 ben ur auf die 10. ner Eh ausbre uns de moͤg' u Geist, laß in fort Lie und Gl uns un giebt d Fromm Unterri achtsam mit Gel 2. C unsern? Irrthur fuͤllt m keinem o3t wur⸗ so hilft Wort, idhaft du uns ytbar'n, ir, an in un⸗ de das Wort Dienst aubens eil wir er Weg aß wir Wohl⸗ Rott' nicht Sorgen e Luͤste uWort laß es unsern Vom Worte Gottes. unsern Fuͤßen ein Licht au unsern Wegen seyn; hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth; daß wir im Le⸗ ben und im Tod bestaͤndig auf dich trauen. 10. Es muͤsse sich zu dei⸗ ner Ehr', Gott Vater, weit ausbreiten! Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' erleuchten moͤg' und leiten! O heil'ger Geist, dein goͤttlich's Wort laß in uns wirken immer⸗ fort Lieb'“, Hoffnung, Trost und Glauben! 329. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Dein Wort, o Hoͤchster, ist vollkommen; es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es giebt dem Suͤnder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hoͤrt, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß; es ru fuͤlt mit Freuden, bringt S 2 f uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Hoͤchster, was du bist, und was dir wohlgefaͤllig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben; lehrt, wie viel Gut's du denen giebst, die dein Gebot mit Freuden uͤben, und wie du vaͤterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund ver⸗ spricht, bleibt ewig wahr; du luͤgest nicht. 4. Gott, dieß dein theures Wort ist besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Gold; sein Werth ist koͤst⸗ licher und groͤßer, als alles noch so feine Gold. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß uns denn mit Lust betrachten die Wahr⸗ heit, die dein Wort uns lehrt; laß folgsam uns auf alles achten, was es von uns zu thun begehrt! Dann fließen Trost und Seelen⸗ h' auch uns aus deinem Worte zu. XXI. Vom Gebete. 330. Die ganze Christenheie auf Erden haͤlt in einem Sinn Witr gläͤuben all' an einen gar eben; hier all' Suͤnd'; Gott, Schoͤpfer Him⸗övergeben werden, das Fleisch mels und der Erden, der sich zum Vater gegeben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernaͤhren, Leib und Seel' auch wohl bewaͤh⸗ ren, allem Unfall will er weh⸗ ren, kein Leid soll uns wi⸗ soll uns wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. 331. Mel. Wie herrlich strahlt der ee. obsinget Gotrt! Dank, derfahren, er sorget fuͤr uns, Preis und Ehr' sey un⸗ huͤtet und wacht, es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glaͤuben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herrn, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Eh⸗ ren. Von Maria, der Jung⸗ frauen, ist ein wahrer Mensch gebohren, durch den heilgen Geist im Glauben, fuͤr uns, die wir waren verlohren, am Kreuze gestorben, und von dem Tod' wieder auferstan⸗ den ist durch Gott. 3. Wir glaͤuben an den heil'gen Geist, Gott mit Va⸗ ter und dem Sohne, der aller Bloͤden Troͤster heißt, uns mit Gaben zieret schone. serm Gott je mehr und mehr, fuͤr alle seine Wer⸗ ke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er, und herrschet weit und breit mit Weisheit, Guͤt' und Staͤrke, Singet, bringet frohe Lie— der! fallet nieder! Gott ist herrlich, unaussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sey von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen! Du, Mittler zwischen uns, und Gott, hast durch Ge⸗ horsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Hei— lig, selig ist die Freundschast und Gemeinschaft aller From⸗ von un Kraft machst rein;! siegreie unsern staͤrk' u im Leir der Tu und di das is hilf au glaͤube zugehoͤ 2. weise! erkenn Herzer meiner Hilf, Lob di deinen nen V heic ßauf u Sinn Suͤnd'⸗ s Fleisch n; nach reit uns t. Amen. lt der ꝛc. Dank, sey un⸗ ehr und e Wer⸗ eit zu. er, und breit mit. Staͤrke. ohe Lie— Gott prechlich Dank/ sey von nthum, sungenl hen und, rch Ge⸗ od das n. Hei⸗ noschaft ft aller From⸗ Vom Gebete. Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! Du Geist des Herrn, sey nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszuruͤsten! Du machst uns glaͤubig, weise, rein; hilfst uns getrost und siegreich seyn im Streit mit unsern Luͤsten. Leit uns; staͤrk' uns, in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. 332. Mel. Sey Lob und Ehr dem hoͤchsten ꝛc. DO Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, daß man an dich recht glaͤube, der du das Heil der Suͤnder bist, und dir stets treu verbleibe, das ist dein Werk; drum hilf auch mir, daß ich recht glaͤube, daß ich dir auf ewig zugehoͤre! 2. Ja, lehr' und unter⸗ weise mich, den Vater recht erkennen, gieb Kraft, von 277 6. Auch lehre mich, daß der nur Heil durch deine Gnade finde; nur der am Himmel habe Theil, dem du vergiebst die Suͤnde; daß ich dich suche; denn wer ist der Weg zu Gott? Du bist, du bist die Wahrheit und das Leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem Wort, und dieß ins Herz recht fasse; daß ich mich glaͤubig immerfort auf dein Verdienst verlasse; auf daß mein Glaube jederzeit mir werde zur Gerechtigkeit vom Vater zugerechnet. 5. Und dieser Glaube troͤste sich des Bluts, das du vergossest, weil du, fuͤr mich zu sterben, dich aus lauter Huld entschlossest. Es sey ihm jede Lust der Welt und alles, was nicht dir gefaͤllt, ein Graͤu'l, den er verschmaͤhet! 6 6. Ist meines Glaubens Herzen, Jesu, dich, dich Eifer klein und schwach zu meinen Herrn zu nennen! guten Werken; so wollest Hilf, daß ich, wenn mein du ihm Kraft verleihn, und Lob dich preist, mit dir auch seinen Eifer staͤrken! Du deinen guten Geist, wie dei⸗ wollest nicht ein glimmend nen Vater, ehre! Licht erloͤschen lassen; nicht 278 nicht ein schwaches Rohr zerstoßen! 7. Hilf, daß ich wach' und eifrig sey, den Glauben zu bewahren; ein gut Ge⸗ wissen gieb dabei, und Hoff⸗ nung in Gefahren! Mein Leben sey nur dir geweiht, erfuͤllet mit Gerechtigkeit und allen ihren Fruͤchten. 8. Auch selbst in jeder Truͤbsal laß mein Herz zu guten Werken, zu aller La⸗ ster Flucht und Haß durch deinen Geist sich staͤrken; damit mein Glaube, durch die Lieb'ꝰ, in Wohlthun und Geduld sich uͤb', und stets vollkommner werde! 9. Stets wohn' in mir, und gieb mir Kraft, dich ewig treu zu lieben, und hier in dieser Pilgrimschaft im Guten mich zu uͤben; daß ich in meiner letzten Noth des Glaubens Ziel, durch deinen Tod, die Seligkeit, erlange. 10. Du hast, o Jesu, selbst in mir den Glauben angezuͤndet. Erhalt' ihn! Ich vertraue dir; du hast mein Heil gegruͤndet. Hier lehr' und troͤste mich dein Vom Gebete. Wort; und einst, mein Heiland, folge dort das Schaͤuen auf den Glauben. Vater unser im Himmel⸗ reich, der du uns alle heißest gleich Bruͤder seyn, und dich rufen an, und willst das Beten von uns hab'n, gieb, daß nicht bet' al⸗ lein der Mund; hilf, daß es geh' von Herzensgrund! 2. Geheilig't werd' der Namen dein; dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen wuͤrdiglich! Behuͤt' uns, Herr, vor fal⸗ scher Lehr', das arm' ver⸗ fuͤhrte Volk bekehr' 3. Es komm' dein Reich zu diel»Zeit, und dort her⸗ nach in Ewigkeit; der heil' ge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß' Gewalt zerbrich, vor ihm dein' Kirch' erhalt'! ö 4. Dein Will' gescheh, Herr Gott, zugleich auf Er— den, wie im Himmelreich! Gieb uns Geduld in Leidens⸗ zeit, gehorsam seyn in Lieb und und Le allem wider 5· ö taͤglich darf zi uns, Streit vor th gutem Sorg' gehn! Einig 7. Vers uns d zur li Hand Wide fest u durch Trost 8. erloͤs Tage ew'ge der le „mein ort das auben. Himmel⸗ ins alle er seyn, n, und on uns t bet' al⸗ daß es nd! rd' der Bort bei daß wir „ nach diglich! vor fal⸗ m' ver⸗ n Reich ort her⸗ rheil'ge bei mit icherlei; ꝛd groß or ihm zescheh', auf Er⸗ lelreich! eidens⸗ in Lieb' und Vom Gebete. und Leid! Wehr' und steur' allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut! 5. Gieb uns heut unser taͤglich Brodt, und was man darf zur Leibesnoth; behuͤt' uns, Herr, vor Krieg und Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg' und Geizes muͤßig gehn! 6. All' unsre Schuld ver⸗ gieb uns, Herr, daß sie uns nicht betruͤben mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr' Schuld und Fehl vergeben gern! zu dienen mach' uns all' bereit in rechter Lieb und Einigkeit!“ 7. Fuͤhr' uns, Herr, in Versuchung nicht; wenn uns der boͤse Geist anficht, zur linken und zur rechten Hand, hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl geruͤst't, und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns erloͤs', es sind die Zeit und Tage boͤs'z erloͤs' uns von dem ew'gen Tod, und troͤst uns in der letzten Noth, bescher' uns —7 all'n ein seligs End, nimm unsre Seel' in deine Haͤnd'. 9. Amen, das ist, es wer⸗ de wahr, staͤrk unsern Glau⸗ ben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiemit gebeten hab'nz auf dein Wort in dem Namen dein, so sprechen wir das Amen fein. 334. ö Mel. Sey Lob und Ehr dem ꝛc. Gol, unser Vater, der du bist im Himmel. hoch erhoͤhet, und schauest, was auf Erden ist, und hoͤrst, wer zu dir flehet! Verwirf, Gott! unsre Zudersicht! das Flehen deiner Kinder nicht, wenn sie voll Inbrunst beten. 2. Dem Namen, der da heilig ist, laß uns die Ehre geben; wie groß und wun⸗ derbar du bist, mit Freudig⸗ keit erheben; dich, deine Weisheit, Macht und Treu erkennen, und ohn' Heuchelei dir und dem Naͤchsten dienen! 5. Laß uns in deinem Gnadenreich des heil'gen Geistes Gaben, dein Wort, durch dessen Kraft zugleich auch Lieb und Hoffnang bur ö en! 280 Vom Gebete. ben! Des Satans Reich und was uns lockt zu Sün⸗ zerstoͤre du; erhalte deine den; daß Wollust, Ehrsucht Kirch' in Ruh', im Guten, oder Geiz, durch ihren gleiß⸗ dir zur Ehre! nerischen Reiz uns dennoch 4. Gleich als im Himmel, nie bethoͤren! so gescheh' dein Will' auch 3. Von allem Uebel, aller auf der Erde, daß dir kein Noth erloͤs' uns deine Gna⸗ Wille widersteh', das Fleisch de, daß uns im Leben und bezaͤhmet werde! ein ruhigs Herz, daß jederzeit, hier schon manches Leid; so Verleih' im Tod der Suͤnde Macht uns unter Freud' und Leid nicht schade! Bedraͤngt uns was du willst, uns gefalle! 5. Auch gieb uns unser taͤglich's Brodt! Die Arbeit unsrer Haͤnde begluͤck', und gieb, daß keiner, Gott, sein Glück durch Mißbrauch schaͤnde! Gieb unsern Obern Fried' und Heil, uns, jedem sein bescheiden Theil; und daran laß uns gnuͤgen! unsre Schuld, in unserm ganzen Leben! Hilf, daß mit Lieb' und mit Geduld wir andern auch vergeben! laß uns doch mit Freudigkeit des Glaubens Ziel erreichen! 9. Dieß alles, Vater, werde wahr; du wollest es erfuͤllen! Erhoͤr' und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen! Denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. 6. Vergieb uns gnaͤdig 335. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Dein Heil⸗ o Christ, nicht zu verscherzen, sey wach Straf' uns nicht nach Ge⸗ und nuͤchtern zum Gebet! rechtigkeit! und laß uns Un⸗ Ein Flehn aus reinem guten recht, Haß und Neid nicht Herzen hat Gott, dein Va⸗ an dem Naͤchsten ahnden! eer, nie verschmaͤht. Er ist die 7. In der Versuchung Liebe selbst, und hoͤrt, was gieb uns Staͤrk', und hilf seiner Kinder Herz begehrt. uns uͤberwinden das Fleisch, 2. Erhebe dich zu seinen die Welt, des Satans Werk, Hoͤhen mit Dank und hen oft was dir dir zu und thr ö flehst, Fle⸗ und ve 3.— geehrt Gebet Der H und de eines? will bi wenn e 4. 6 tet, daf Gebete Wer st ten sche Gottes o, wi stehn, Wegel 5. nem G lich kei und sei klaͤren, nicht; und s Daͤm schaft. 6. Hoͤchst Suͤn⸗ ;rsucht gleiß⸗ ennoch „aller Gna⸗ nund Macht gt uns id; so digkeit ichen! Vater, est es ilf uns Christi Herr, eit zu „ die ott ꝛe. Vom Gebete. 281 hen oft und gern! Er laͤsset, Vertraun, daß Gott uns was dir nuͤtzt, geschehen; ist, dir zu helfen, niemals fern, und thut, so du nur zu ihm flehst, mehr, als du bittest und verstehst. 5. Welch Gluͤck, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden bedarf der eines Menschen Flehn? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. 4. Sagt Gott nicht: bit⸗ tet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu be⸗ ten schaͤmet, der schaͤmt sich Gottes Freund zu seyn. Und o, wie wuͤrd' es um dich stehn, wenn er dich deinen Weg ließ gehn! 5. Sein Gluͤck von sei⸗ nem Gott begehren, ist wahr⸗ lich keine schwere Pflicht; und seine Wuͤnsche Gott er⸗ klaͤren, gereuet sicher niemals nicht; es giebt uns Muth, und staͤrkt die Kraft zur Daͤmpfung jeder Leiden⸗ schaft. 6. Sich in der Furcht des Hoͤchsten staͤrken, in dem liebt, im Fleiß zu allen gu⸗ ten Werken; ist diese Pflicht fuͤr dich betruͤbt? so triffst du nichts auf Erden an, das deinen Geist erfreuen kann. 7. Gott, laß mich nicht mein Heil verscherzen! gieb Lust und Kraft mir zum Ge⸗ bet! und wenn mein Mund, aus gutem Herzen, zu dir um Huͤlf' und Gnade fleht; so hoͤre mich von deinem Thron, durch Jesum Chri⸗ stum, deinen Sohn! 336. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Kemm betend oft und mit Vergnuͤgen, o Christ, vor Gottes Angesicht! Laß keine Traͤgheit dich besie⸗ gen in der Erfuͤllung dieser Pflicht! O, uͤbe sie, zu Got⸗ tes Preis und deinem Heil, mit treuem Fleiß! 7 2. Bet' oft in Einfalt dei⸗ ner Seelen; Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Wie koͤnnen dir die Worte fehlen, wenn nur dein Herz dich beten heißt? Der Glaub' an Gott und seinen Sohn ruͤhrt 282 ruͤhrt ihn, nicht leerer Wor⸗ te Ton. 3. Bet oft zu Gott, und schmeck' in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist; bet oft zu Gott, und fuͤhl' im Leiden, wie treulich er das Leid versuͤßt. Gott hoͤrt's, Gott ist's, der Huͤlfe schafft; er giebt den Muͤden Trost und Kraft. 4. Bet oft, und, heiter im Gemuͤthe, schau' dich an seinen Wundern satt; schau' auf den Ernst, schau' auf die Guͤte, womit er dich geleitet hat. Oft irrtest du, er trug Geduld; erkenn' und preise seine Huld! 5. Bet oft, durchschau' mit frohem Muthe die herz⸗ liche Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuren Blute uns vom Verderben hat befreit; und eigne dir zu deiner Ruh' und Heiligung sein Opfer zu! 6. Bet oft; Gott wohnt an jeder Staͤte; in keiner minder oder mehr. Denk' nicht, wenn ich mit Vielen bete, so find' ich eh' bei Gott Gehoͤr. Ist nur dein Wunsch gerecht und gut; so Vom Gebete. sey gewiß, daß Gott ihn thut. 7. Doch saͤume nicht, in den Gemeinen auch oͤffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Bruͤdern, zu er⸗ hoͤhn. Fuͤhl' der vereinten Andacht Werth, die deine eigne staͤrkt und naͤhrt. 8. Bet oft zu Gott fuͤr deine Bruͤder, fuͤr alle Men⸗ schen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glie⸗ der; ein Glied davon ist selbst dein Feind. Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, Liebe ist. 9. Bet oft; so wirst du Glaͤuben halten, dich pruͤfen und das Boͤse scheun, an Lieb' und Eifer nicht erkalten, und reich an guten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh' sagst du, Gott, dem, der bittet, zu. 10. Dieß reize mich, vor dich zu treten, mit Lob und Dank, mit Wunsch und Flehn; doch meine Fehler bei dem Beten wollst du, mein Vater, uͤbersehn, weil mich, der dir zur Rechten sige der selbst die sitzt, di terstuͤtzt Mel. 4 6 ott, wW ken geh Barme uns bei ne Bu Hort, merk ar ich will 2. Ueberfl ser Erd ich hab Gnade nur W/ dich, C gesand erkenne 0 35 und R schen Namer nur ni wahrer Pflicht nem A Freund 4. 6 Herr u tt ihn cht, in entlich seinen einen, zu er⸗ einten deine tt fuͤr Men⸗ denn Glie⸗ on ist Solch fließt, ost. die irst du pruͤfen n, an kalten, Berken Kraft st du, t, zu. h, vor obund und Fehler st du, „weil echten sigt Vom Gebete. 303 sitzt, durch seine Gnade un— terstuͤtzt. 337. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛe. Gore, deine Guͤte reicht so weit, so weit die Wol⸗ ken gehen; du kroͤnst uns mit Barmherzigkeit, und eilst, uns beizustehen. Herr, mei⸗ ne Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten! 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schaͤtze die— ser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden! Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen! 5. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Men⸗ schen ruͤhren. Des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor dei⸗ nem Angesicht, und frommer Freunde Liebe! 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Gluͤk⸗ ke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben! In deiner Hand steht mei⸗ ne Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! 338. Mel. Vor deinen Thron tret' ꝛc. ch komme vor dein Ange⸗ sicht. Verwirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergieb mir alle meine Schuld, du, Gott der Gnade und Geduld! 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig's Herz mein Leben lang. 5. Sey mein Beschuͤtzer in Gefahr! Ich harre dei⸗ ner immerdar. Ist wohl ein Uebel, daß mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir em⸗ pfing ich den Verstand; er⸗ halt' ihn mir, o Herr, mein Hort, und staͤrk' ihn durch dein goͤttlich's Wort! 5. Laß, deines Namens mich 284 mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen seyn! Laß, meines Glaͤubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thaͤtig seyn! 6. Das ist mein Gluͤck, was du mich lehrst; das sey mein Gluͤck, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sey. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Guͤtern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefaͤllt; gieb deinem Knecht ein maͤßig's Theil, zu seinem Fleiße Gluͤck und Heil! 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß; so laß mich maͤßig im Genuß, und, duͤrft'ge Bruͤder zu erfreun, mich einen frohen Geber seyn! 10. Gieb mir Gesundheit, und verleih, daß ich sie nuͤtz', und dankbar sey, und nie, aus Liebe gegen sie, mich zaghaft einer Pflicht entzieh! 11. Erwecke mir stets ei⸗ Vom Gebete. nen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint; mit mir in deiner Furcht sich uͤbt, mir Rath und Trost und Beispiel giebt! 12. Bestimmst du mir ein laͤng'res Ziel, und werden meiner Tage viel; so laß, Gott meine Zuversicht! ver⸗ laß mich auch im Alter nicht! 15. Und wird sich einst mein Ende nahn; so nimm dich meiner herzlich an, und sey, durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! 339. Dir⸗ dir, o Hoͤchster, will ich singen! wer ist an Huld und Macht so reich, als du? Vor dich will ich mein Flehen bringen; ach, gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß es gescheh' im Namen Jesu Christ, so wie es dir allein gefaͤllig ist. 2. Zieh', Vater, mich zu deinem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zu dir zieh'; gieb, daß dein Geist stets in mir wohne, damit ich alles, was dir mißfaͤllt, flieh'; von deiner Gnad' und Huld Huld! sen mi 3.0 che Gi Geist! preist! the me hast at dein E zu dir Himm 4. zu dir zern, sind; glaͤub get m und e Herrlt mir: Edi Ewig Herr Herr Herr Sey eu mit neint; ht sich Trost ir ein erden „laß, ver⸗ nicht! einst nimm „ und heinen mein Vom Gebete. Huld versichert sey, und des⸗ sen mich im Innersten erfreu! 3. Erzeige, Gott, mir sol⸗ che Guͤte, so betꝰ ich dich im Geist und Wahrheit an; so preist mit dankbarem Gemuͤ⸗ the mein Mund, wie viel du hast an mir gethan; so hebt dein Geist mein Herz empor zu dir; so hab' ich schon des Himmels Vorschmack hier. 4. Dein Geist treibt mich, zu dir zu treten mit Seuf⸗ zern, die mir unaussprechlich sind; nur er lehrt mich recht glaͤubig beten, und uͤberzeu⸗ get mich, ich sey dein Kind, und einst auch Erbe deiner Herrlichkeit. Er ist's, der in mir: lieber Vater! schreit. 286 5. Und weil ich dich zum Vater habe; so bin ich vol— ler Teost und Freudigkeit. Ich weiß es, jede gute Ga⸗ be, die hier mir nuͤtzt und ewig mich erfreut, die giebst du, und thust uͤberschweng— lich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr'. 6. Wohl mir! Ich bitt' in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst ver⸗ tritt. Durch ihn ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, den dei⸗ ne Huld so hoch erfreut! Preis dir dafuͤr, itzt und in Ewigkeit! 340. (Die Gemeinde singt:) Eviges, erbarme dich! err, Herr, Gott, erbarme dich! J Ewiger, erbarme dich! Herr Gott Vater im Himmel, Erbarm dich uͤber uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Erbarm dich uͤber uns! Herr Gott heiliger Geist, Erbarm dich uͤber uns! Sey uns gnaͤdig! Verschon uns, lieber Herr und Gott! Sey 286 Vom Gebete. Sey uns gnaͤdig! Hilf uns, lieber Herr und Gott! Der Prediger spricht: Vor allen Saden, 0 Vor allem Irrsal, Vor allem Uebel, Vor des Teufels Trug und List, Vor boͤsem schnellen Tod, Vor Pestilenz und theurer Zeit, Vor Krieg und Blut, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, Vor Feuer und Wassersnoth, Vor dem ewigen Tod, (Die Gemeinde singt:) Behuͤt uns lieber Herr und Gott! (Prediger:) Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heilig's Auferstehn und Himmelfahrt, In unsrer letzten Noth, Am juͤngsten Gericht, (Gemeinde:) Hilf uns lieber Herr und Gott! Wir armen Suͤnder bitten: Du wollest uns erhoͤren, lieber Herr und Gott, Und deine heilige christliche Kirche regieren und fuͤhren! (Prediger:) Alle Bischoͤfe, Pfarrherren und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, Allen Rotten und Aergernissen wehren, Alle Irrige und Verfuͤhrte wiederbringen, Den Satan unter unsre Fuͤße treten, Treue Treue Deine Allen Aller? Unsern 20 Die F Und u Erhoͤr' O Jes C O du E reue Vom Gebete. 287 Treue Arbeiter in deine Erndte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betruͤbten und Bloͤden helfen und sie troͤsten, (Gemeinde:) Erhoͤr' uns lieber Herr und Gott! (Prediger:) Allen Fuͤrsten und Voͤlkern Fried' und Eintracht geben, Unsern Koͤnig mit Kraft aus der Hoͤhe maͤchtiglich aus⸗ ruͤsten und bei langem Leben vaͤterlich erhalten, Ihm Sieg im Kampf fuͤr unsre Wohlfahrt geben, Unsre Herrschaft mit allen ihren Gewaltigen leiten und schuͤtzen, Unsrer Obrigkeit und Gemeinde helfen und sie behuͤten, (Gemeinde:) Erhoͤr' uns lieber Herr und Gott! (Prediger:) Allen, so in Noth und Gefahr sind, mit Huͤlf' erscheinen, Allen Schwaͤngern und Saͤugern froͤhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangene los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Laͤsterern vergeben und sie bekehren, Die Fruͤchte auf dem Lande geben und bewahren, Und uns gnaͤdiglich erhoͤren, (Gemeinde:) Erhoͤr' uns lieber Herr und Gott! O Jesu Christ, Gottes Sohn! Erbarm' dich uͤber uns! O du Gotteslamm, das der Welt Suͤnde traͤgt, Erbarm' dich uͤber uns! 5 286 Von der heiligen Taufe. O du Gotteslamm, das der Welt Suͤnde traͤgt, Erbarm' dich uͤber uns! O du Gotteslamm, das der Welt Suͤnde traͤgt, Verleih uns steten Fried! Herr, Herr, erhoͤre uns! Ewiger, erbarme dich! Herr, Herr, erbarme dich! Ewiger, erbarme dich! Amen. XXII. Von der heiligen Taufe. 344. und brachst uns, aus Erbar⸗ ö men, die Bahn zu seinem Mel. Nun lobe, meine Seele ꝛc.* zeweiht zum Christen⸗ Heil. Du schafftest unsern 6 thume, sind wir auch Seelen fruͤh schon Gelegen⸗ heit, zu kennen und zu waͤh⸗ dir, o Gott, geweiht, nur 2599 dir zum Preis und Ruhme len den Weg der Seligkeit. zu fuͤhren unsre Lebenszeit; 3. Herr, auch fuͤr diese uns deiner Vaterliebe durch Guͤte gebuͤhrt dir unser Lob⸗ Christum zu erfreun; und gesang. Mit freudigem Ge⸗ deines Geistes Triebe gehor⸗ muͤthe bringt unser Herz dir sam stets zu seyn; damit wir Preis und Dank, daß du schon auf Erden, noch mehr uns durch die Taufe zu Chri⸗ in jener Welt, des Gluͤcks sten hast geweiht, und uns theilhaftig werden, das nur zum Tugendlaufe mit dei⸗ der Christ erhaͤlt. nem Licht' erfreut. Gieb, daß —% wir oft ermessen, was uns Guade au uns von jeher, denn Were deifeichte. u Gott, gethan! Auf diesem nn n nie 1 die dir Pilgerpfade fing kaum sich gelobte Pflicht! unsre Wallfahrt an; so 4. Ja, hilf du selbst uns gabst du schon uns, Armen, allen in deinem Willen stets am Reiche Christi Theil; beruhn, und, dir zum Wohl⸗ gefallen, gefalle nes Le in die bisher wir br leih' u beste d durch an der unverg Mel. Mei erkauf auch i Wort mich zi das, n —— XXV 9! Ac meine ist nien in dies 9e, fe. Erbar⸗ seinem unsern zelegen⸗ zu waͤh⸗ ligkeit. ir diese ser Lob⸗ jem Ge⸗ Herz dir daß du zu Chri⸗ nd uns nit dei⸗ ieb, daß as uns t, und Hdie dir lbst uns en stets Wohl⸗ efallen, Von der heiligen Taufe. gefallen, nach deines Soh⸗ 289 2. Laß mich oft mit Acht⸗ nes Lehre thun! Du wirst samkeit meiner Taufe Bund in diesem Leben, wie du bisher gethan, uns, was wir brauchen, geben. Ver⸗ leih' uns auch nur dann die beste deiner Gaben, daß wir durch Jesum Christ Theil an dem Erbe haben, das unvergaͤnglich ist. 27 342. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. Mein Erloͤser, der du mich dir zum Eigenthum erkaufet, als dein Juͤnger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. O, erwecke mich zum Fleiße, recht zu seyn das, was ich heiße! betrachten, und nur das zu jeder Zeit fuͤr mein groͤßtes Wohlsein achten, daß ich, Jesu, deinen Willen treu⸗ lich suche zu erfuͤllen! 5. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zuruͤcke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Gluͤcke. Davon ist, auch nach dem Sterben, ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich denn, wie dir's gefaͤllt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Juͤnger leben, daß ich einst auch, wann ich sterbe, das verheißne Leben erbe! XXIII. Von der Buße und Besserung. 343. Ab Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Suͤnden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief' ich gleich weit, voll Bangigkeit, bis an des Erd— reichs Enden, befreit zu seyn der Angst und Pein; wuͤrd' ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh'ich, verstoß' mich nicht, wie ich's wohl hab' verdienet; geh' mit mir nicht, Gott, ins Gericht! dein Sohn hat mich ver⸗ suͤhnet. 14 4. Soll's ja so seyn, daß Straf' und Pein auf Suͤnde folgen 290 folgen muͤssen; so fahr' hier fort, doch schone dort, und laß nur hier mich buͤßen! 5. Gieb, Herr, Geduld; vergieb die Schuld; schenk ein gehorsam Herze, daß ich ja nicht, wie's oft geschicht, mein Heil murrend ver⸗ scherze. 6. Sonst mach's mit mir, wie's duͤnket dir; ich will es gerne leiden. Nur wollst du mich dort ewiglich von dir, o Gott, nicht scheiden! 7. Gleichwie sich fein ein Voͤgelein in hohle Baͤum' verstecket, wenn's truͤb' her⸗ geht, die Luft unstet, Men⸗ schen und Vieh erschrecket; 8. Also, Herr Christ, mein' Zuflucht ist die Hoͤh— le deiner Wunden; wenn Suͤnd' und Tod mich bracht in Noth, hab' ich mich drein gefunden. 9. Darin ich bleib', wenn Seel' und Leib sich einst im Tode scheiden. So werd' ich dort bei dir, mein Hort, seyn in den ew'gen Freuden. 10. Ehre sey nun Gott Vater, Sohn, und heil' gem Geist zusammen! Ich zweif⸗ le nicht, weil Cher i st us Von der Buße und Besserung. spricht: wer glaͤubt, wird selig. Amen! 344. Mel. Ach Gott und Herr ꝛe. D Gott und Herr! wie groß und schwer, wie groß sind meine Suͤnden! Wie druͤckt mich doch des Elends Joch! Wo kann ich Huͤlfe finden? 2. Wohin ich flieh', ver⸗ folgen sie mit ihrer Schuld mich, Armen! In dieser Noth kenn' ich, o Gott, kein Heil, als dein Erbarmen. 3. Ich flieh' zu dir! Ach, Herr, hilf mir, hab' ich's gleich nicht verdienet! Ver— wirf mich nicht einst im Gericht! Dein Sohn hat mich versuͤhnet. 4. Herr, schone noch! Und soll ich doch fuͤr meine Suͤnden leiden; so sey es hier; entzeuch nur mir nicht deines Himmels Freuden! 5. Das thust du nicht; mit Zuversicht kann es mein Glaube hoffen. Durch Christi Tod steht ja, mein Gott, auch mir der Him— mel offen. 6. Herr Jesu, du schaffst Trost und Ruh, der du fuͤr mich mich ar zu gut, Gnade du mir Himm 8.( Dein dort, zweifle spricht lig we A˖, n soll ick Gewis beginn Dieß meiner 2. Suͤnd betruͤb er mick sich g. man spricht ich nie 3. Kreuz „ wird r e. r! wie , wie zuͤnden! och des kann ich eh', ver⸗ Schuld n dieser ott, kein rmen. ir! Ach, ab' ich's t! Ver⸗ inst im ohn hat de noch! ir meine sey es nir nicht uden! u nicht; es mein Durch, „ mein er Him⸗ schafff du füͤr mich Von der Buße mich auch starbest, auch mir zu gut, mit deinem Blut, der Gnade Trost erwarbest. 7. Dieß staͤrket mich. Und ob auch sich einst Leib und Seele scheiden; so schenkst du mir alsdann bei dir des Himmels ew'ge Freuden. 8. Gott, dir sey Ruhm! Dein Eigenthum bleib' ich dort, wie auf Erden. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, soll se⸗ lig werden. 345. Ac! was soll ich Suͤnder machen? Ach! was soll ich fangen an? Mein Gewissen klagt mich an; es beginnt nun aufzuwachen. Dieß ist meine Zuversicht: meinen Jesum laß ich nicht! 2. Zwar es haben meine Suͤnden meinen Jesum oft betruͤbt; doch weiß ich, daß er mich liebt, und laͤßt stets sich gnaͤdig finden, wenn man Beßrung ihm ver⸗ spricht. Meinen Jesum laß ich nicht! 5. Obgleich schweres Kreuz und Leiden, so bei und Besserung. 291 Christen oft entsteht, dann auch uͤber mich ergeht; soll's mich doch von ihm nicht scheiden. Auf ihn ist mein Herz gericht't; meinen Je⸗ sum laß ich nicht! 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben nichts, als nur ein Nebel, ist, denn wir sind zu jeder Frist mit dem Tode hier umgeben, doch, ob's auch noch heut geschicht; laß ich meinen Jesum nicht. 5. Sterb' ich bald; wohl— an! ich habe von der Welt Beschwerlichkeit Ruhe bis zur vollen Freud', und weiß, daß im finstern Grabe Jesus ist mein helles Licht. Mei⸗ nen Jesum laß ich nicht! 6. Durch ihn werd' ich wieder leben; er wird mich zur rechten Zeit wecken zu der Seligkeit, und sie mir aus Gnaden geben; muß ich schon erst vor's Gericht. Meinen Jesum laß ich nicht! 7. Du, o Jesu! sollst mein bleiben, bis ich kom⸗ me an den Ort, den ver⸗ heißt dein goͤttlich's Wort; da wirst du auch einverleiben meine Seele deinem Licht. Meinen Jesum laß ich nicht! —8 2 346. 29² 346. llein zu dir, Herr Jesu Christ, steht mein Ver⸗ traun auf Erden! Ich weiß, daß du mein kroͤster bist; kein Trost kann sonst mir werden. Von Anbeginn ist nichts erkohr'n, auf Erden war kein Mensch gebohr'n, der mir aus Noͤthen helfen kann; dich ruf' ich an; du bist's, der helfen will und kann. 2. Zwar meine Suͤnd' ist schwer und groß; doch reut sie mich von Herzen. Er⸗ barme dich, und sprich mich los, durch deines Todes Schmerzen! Nimmst du dich meiner gnaͤdig an, der du fuͤr mich genug gethan; so werd' ich los der Suͤnden⸗ last. Mein Glaube faßt, Herr, was du mir verspro⸗ chen hast. 5. Gieb mir, Herr, aus Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, und laß, durch deine Guͤtigkeit, kein Elend mir ihn rauben; daß ich vor allem liebe dich, und meinen Naͤchsten, gleich als mich. An meinem Ende Von der Buße und Besserung. Huͤlf' mir send', damit be⸗ hend' des Todes Furcht sich von mir wend'. 4. Ehr' sey Gott auf dem hoͤchsten Thron, dem Vater aller Guͤte, und Jesu Chri⸗ sto, seinem Sohn, der allzeit uns behuͤte, und Gott dem heiligen Geiste, der uns sein Huͤlf'allzeit leiste, damit wir ihm gefaͤllig seyn, hier in der Zeit, und einstens in der Ewigkeit. 347. Ars tiefer Noth schrei ich zu dir, Herr Gott, er⸗ hoͤr' mein Rufen, dein gnaͤ— dig's Ohr neig' her zu mir, und meiner Bitt' es oͤffne. Denn so du willst das sehen an, was Suͤnd' und unrecht ist gethan; wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad' und Gunst, die Suͤnde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben.“ Vor dir sich niemand ruͤh⸗ men kann, es muß sich fuͤrch⸗ ten jedermann, und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen hoffen dienst! mein H seiner zusagt das ist! Hort; harren 4 in die an den mein K verzwe gen. rechter Geist seines 6.— den vit mehr( zu helf groß a Er ist der Is seinen mit be⸗ rcht sich auf dem uVater su Chri⸗ r allzeit ott dem ns sein' imit wir hier in s in der chrei ich ott, er⸗ in gnaͤ⸗ nir, und Denn hen an, recht ist err, vor nichts, nst, die z es ist umsonst Leben.“ nd ruͤh⸗ Hfürch— )deiner jott will hoffen Von der Buße hoffen ich, auf mein Ver⸗ dienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich, und seiner Guͤte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort, das ist mein Trost und treuer Hort; deß will ich allzeit arren. 4. Und ob es waͤhrt bis in die Nacht, und wieder an den Morgen; doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sor⸗ gen. So thut der Fromme rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gottes harret. 5. Ob bei uns ist der Suͤn⸗ den viel; bei Gott ist viel⸗ mehr Gnade. Sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sey der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erloͤsen wird aus seinen Suͤnden allen. 348. Mel. Allein zu dir, Herr ꝛc. Hu weinest um Jerusa⸗ lem, Herr Jesu, heiße Zaͤhren; bezeugst, es sey dir angenehm, wenn Suͤnder sich bekehren. Wenn reuig ich vor dir erschein', und ger⸗ und Besserung. 295 ne will gebessert seyn; so til⸗ gest du aus lauter Gnad' die Missethat, die mich bisher gequaͤlet hat. 2. Wenn des Gerichtes Zorn entbrennt von wegen meiner Suͤnde; zu deinen Thraͤnen ich mich wend', und da Erquickung finde. Vor Gott sind sie sehr hoch ge— schaͤtzt; wer sie zu seinem Troste setzt, den blickt Gott an mit Guͤtigkeit, zu jeder Zeit, die sein betrübtes Herz erfreut. 5. Hier muß ich auch im Thraͤnenhaus, fuͤr großer Angst, oft weinen; die Welt preßt mir viel Seufzer aus; sie kraͤnket stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, faͤngt sie nur Streit und Unruh' an. Dieß troͤ⸗ stet mich zu aller Frist, Herr Jesu Christ, in Noth du auch gewesen bist. 4. Du zaͤhlst die Thraͤ⸗ nen, die ich wein'; ich weiß, sie sind gezaͤhlet. Und ob sie nicht zu zaͤhlen seyn; dir den⸗ noch keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, so oft auch sie bewegen dich, daß du dich mein erbarmen mußt, 294 Von der Buße mußt, wie dir bewußt, der du mir allzeit Huͤlfe thust. 5. Wer itzo saͤet Thraͤ⸗ nen aus, haͤlt in Geduld Gott stille, wird froͤhlich seyn in deinem Haus, wo Freude ist die Fuͤlle; ja, sol⸗ che Freude, die kein Mann mit seiner Zung' aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit; mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lauter Freud'. 6. Fuͤr diese Thraͤnen dank' ich dir, daß du die Freuden⸗ krone, Herr Jesu, auch er⸗ worben mir, bei dir im Him⸗ melsthrone. Wenn du mich und Besserung. vergieb und heile alle die Ge⸗ brechen, die mich beflecken; mich der Straf'entlade, nach deiner Gnade! 3. An dir, an dir allein hab' ich gesuͤndigt! O laß die Gnade, die dein Wort ver⸗ kuͤndigt, wenn Suͤnden uns von ganzem Herzen reuen, auch mich erfreuen! 4. Ja, Richter, deine Drohungen beweisen, daß du gerecht bist; deine Stra⸗ fen preisen dich, daß du rein seyst, heilig, der Verbrecher furchtbarer Raͤcher. 5. Du liebst ein reines, heiliges Gewissen. Ach! gieb fuͤhren wirst einmal hinauf es; laß in meinen Finster⸗ in deinen Freudensaal; dann will ich recht lobsingen dir, du hoͤchste Zier, fuͤr deine Thraͤnen fuͤr und fuͤr. 349. Mel. Herzllebster Jesu, was hast ꝛce. zott, sey mir gnaͤdig! gnaͤdig sey mir Ar⸗ men! bei dir, bei dir allein nissen mich deine Wahr⸗ heit, Huld und Gnade se⸗ hen, mich nicht vergehen! 6. Schaff' in mir, Hoͤch⸗ ster, eine reine Seele; ein neues Herz, das deine Wege wahle! befoͤrdere und staͤr— ke mein Bestreben, nur dir zu leben! 5. Verwirf mich nicht von find' ich Erbarmen! Du hast deinem Angesichte! gieb dei⸗ ein Vaterherz; du liebst das nen Geist, daß er mich un⸗ Leben; du willst vergeben. terrichte! gieb ihn, daß er 2. Vergieb auch mir, auf deiner Wahrheit Wege o Vater, die Verbrechen; mich leiten moͤge! 8. Er⸗ keine 4 terstuͤt 9. ich din die S: ren; 1 reizen, zu erf 10. barme Wie f Her Herz, ernstli fluchet 11. das wi ches H ste lab Seeler schmac achten Hern d Suͤnd den NY mir ge ich, vi die Ge⸗ eflecken; de, nach ir allein laß die zort ver— iden uns 1 reuen, é„ deine n, daß ie Stra⸗ du rein erbrecher reines, lch! gieb Finster⸗ Wahr⸗ znade se⸗ ele; ein ne Wege ind staäͤr⸗ nur dir icht von gieb dei⸗ nich un⸗ „daß er it Wege 8. Er⸗ Von der Buße 8. Erquicke mich in mei⸗ ner Seele Leiden mit deiner Huͤlfe; gieb den Geist der Freuden, damit er, weil ich keine Kraft besitze, mich un⸗ terstuͤtze! 9. Mit neuer Treue will ich dich verehren; ich will die Suͤnder deine Wege leh⸗ ren; mein Beispiel soll sie reizen, deinen Willen gern zu erfuͤllen. 10. O hoͤre, Gote, er⸗ barmend auf mein Flehen! Wie solltest du ein reuend Herz verschmaͤhen! ein Herz, das dich im Glauben ernstlich suchet, der Suͤnde fluchet! 11. Ein reuevolles Herz das willst du haben; ein sol⸗ ches Herz willst du mit Tro— ste laben. Du willst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht ver⸗ achten. 350. Henu, ich habe mißgehan⸗ delt; ja mich druͤckt der Suͤnden Last. Ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast. Itztwuͤnsch' ich, voll Furcht und Schrek⸗ und Besserung. 29⁵ ken: moͤchten Huͤgel mich bedecken! 2. Doch, wie koͤnnt' ich dir entfliehen? Du wirst allenthalben seyn. Wollt' ich uͤber See gleich ziehen; stieg' ich in die Gruft hinein; haͤtt ich Fluͤgel, gleich den Win⸗ den; dennoch wuͤrdest du mich finden. ö 5. Nein! ich will es dir bekennen: unrecht hab' ich, Herr, gethan; darf mich nicht dein Kind mehr nen⸗ nen; ach, nimm mich zu Gnaden an! Laß Verge⸗ bung meiner Suͤnden mich bei dir, Erbarmer, finden! 4. Koͤnnt' ein Mensch den Sand gleich zaͤhlen an dem weiten Mittelmeer; dennoch wuͤrd' es ihm wohl fehlen, daß er meiner Suͤnden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 5. Fließ', ach! fließ' itzt um die Wette, meiner bei⸗ den Augen Bach! O, daß ich gnug Zaͤhren haͤtte, zu betrauren meine Schmach! O, daß aus dem Thraͤnen⸗ brunnen kaͤm' ein starker Strom gerunnen! 6. Ach, daß doch die streng⸗ sten 296 sten Fluthen uͤberschwemm⸗ ten mein Gesicht, und die Augen moͤchten bluten, weil mir Wasser sonst gebricht! Ach! daß sie, wie Meeres⸗ wellen, moͤchten in die Hoͤhe schwellen! 7. Aber, Christe, dein Erdulden, dein fuͤr mich ver⸗ goßnes Blut, tilget meiner Suͤnde Schulden, loͤschet meiner Strafen Glut; drum wollst du, mein' Angst zu stillen, mich mit Ruh' und Trost erfuͤllen! 8. Dir will ich die Last aufbinden, wirf sie in die tiefe See, wasche mich von mei⸗ nen Suͤnden, mache mich so weiß, als Schnee; laß den guten Geist mich trei⸗ ben, lebenslang dir treu zu bleiben! 351. Herr Jesu Christ, du hoͤch⸗ stes Gut, du Brunn⸗ quell aller Gnaden! sieh doch, wie ich in meinem Muth mit Schmerzen bin beladen, und in mir hab' der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich, armen Suͤnder, schrecken. 2. Erbarm' dich mein in Von der Buße und Besserung. solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebuͤßet hast am Kreuz mit Todesschmerzen; auf daß ich nicht, mit großem Weh, in meinen Suͤnden untergeh', noch ewiglich ver⸗ zage. 5. Fuͤrwahr, koͤmmt mir das alles ein, was ich je hab' begangen; so faͤllt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein; würd' ewiglich verlohren seyn, wenn ich dein Wort nicht haͤtte. 4. Ja, Herr, dein heil⸗ sam Wort verschafft mir wieder Trost, und bringet dem muͤden Herzen neue Kraft, daß es voll Freuden singet; dieweil es alle Gnad' verheißt denen, die mit zer⸗ knirschtem Geist zu dir, Herr Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betruͤbter Suͤnder bin, den sein Gewis— sen naget, und moͤchte gern, durch deine Pein, von Suͤn⸗ denschuld befreiet seyn, wie David und Manasse. 6. So 6. S dir allh schritte gebeug Herzen gieb m mein L Erden 7.2 vergie! Name mir d Ueber mein K dir hit eifrige 8.6 Freud deiner und 2 meine nimm gefaͤll aus Ause 9. gen lire, lichke phire nach auf d hilft ste aus veil du Kreuz auf großem Zuͤnden lich ver⸗ mt mir je hab⸗ nir auf und bin n; ja, och ein; rlohren ꝛ1 Wort in heil⸗ fft mir bringet mneue Freuden e Gnadꝰ mit zer⸗ ir, Herr denn in ch zuvor etruͤbter Gewis⸗ hte gern, on Suͤn⸗ yn, wie se. 6. So Von der Buße und Besserung. 6. So komm' ich auch zu 352. dir allhie in meiner Noth ge— schritten, und will dich, mit Mel. Herr Jesu Christ, du hochstes ꝛe. gebeugtem Knie, von ganzem Jesu, Jesu, hoͤchstes Herzen bitten: vergieb, ver⸗ Gut, du Zuflucht der gieb mir gnaͤdiglich, was ich Erloͤsten! ich komme, mit ge⸗ mein Lebtag wider dich auf beugtem Muth, zu dir, mich Erden hab' begangen! dein zu troͤsten; durch dich 7. Ach! Herr, mein Gott, zum Vater mich zu nah'n, vergieb mir's doch! umdeines von ihm Vergebung zu em⸗ Namens willen woll'st du in pfah'n, und Kraft zum neuen mir das schwere Joch der Leben. Uebertretung stillen, daß sich 2. Wie druͤckt mich mei⸗ mein Herz zufrieden geb', und ner Suͤnden Last! Nimm dir hinfort zu Ehren leb', in du sie mir vom Herzen, der eifrigem Gehorsam! du auch mich erloͤset hast, er⸗ 8. Staͤrk' mich mit deinem loͤst mit Todes schmerzen; daß Freudengeist, heil' mich mit nicht mein Herz vor Angst deinen Wunden, dein Blut und Weh bei der Empfin⸗ und Tod mir Huͤlfe leist' in dung ganz vergeh', wie sehr meinen letzten Stunden; und ich mich verschuldet! nimm mich dann, wenn dir's 5. Fuͤrwahr, denk' ich mit gefaͤllt, in wahrem Glauben Ernst zuruͤck an mein ge⸗ aus der Welt, zu deinen fuͤhrtes Leben, an das von Auserwaͤhlten! mir verscherzte Gluͤck; was soll dann Trost mir geben? 9. Auf daß ich in der ew'⸗Ich finde ihn bei dir allein, gen Freud' dir sing' und jubi⸗ und wuͤrde ganz verlohren lire, preis' ewig deine Herr⸗ seyn, wenn ich dein Wort lichkeit, und froͤhlich trium⸗ nicht haͤtte. phire. Erhoͤr' mein' Bitt“' 4. Dieß ewigtheure Wort nach deinem Wort; nimm verspricht ja allen Gnad' und auf dein Kind, o treuer Hort; Leben, die sich von neuem ih⸗ hilfmir, o Jesu! Amen. rer Pflicht und ihrem Gott erge⸗ 297 298 Von der Buße ergeben, und nun, vom Suͤn⸗ denjoch befreit, mit ganzer Herzenswilligkeit treu deine Wege wandeln. 5. Du rufst den Suͤn⸗ dern liebreich zu: ihr Reu⸗ erfuͤllten alle, kommt her zu mir, ich schaff' euch Ruh, und richt' euch auf vom Fal⸗ le; mein Joch ist sanft, leicht meine Last, nehmt willig sie auf euch, und faßt die Hoff⸗ nung, Ruh zu finden. 6. Herr, dieser Zuruf troͤst' auch mich bei des Gewissens Schrecken; du siehst es, ich vertrau auf dich, laß seine Kraft mich schmecken! Vergieb, o du, der gern ver⸗ giebt, das Unrecht, welches ich veruͤbt; tilg' es durch deine Gnade! 7. Wie groß ist diese Seligkeit, sein Herz vor dir zu stillen, und dann zu thun auch seyn bereit, Herr, deines Vaters Willen! O leite mich auf dieser Bahn, auf der du selbst einst giengst vor⸗ an, die Staͤt' uns zu be⸗ reiten. 8. Staͤrk' auch mit deinem Freudengeist mich in den letz⸗ ten Stunden, wenn sich und Besserung. mein Geist der Erd' entreißt, von Suͤnden ganz entbun⸗ den. Und nimm mich so, wann dir's gefaͤllt, im wah⸗ ren Glauben aus der Welt, zu deinen Auserwaͤhlten. 353. Mel. Herr, ich habe mißgehandelk ꝛe. Her an dir hab' ich ge⸗ suͤndigt! Dein gerechter Urtheilsspruch, Allerheilig⸗ ster, verkuͤndigt jedem Uebel⸗ thaͤter Fluch. Und was kann vor deinen Schrecken, Rich⸗ ter aller Welt, mich decken? 2. Kann ich deinem Arm entfliehen? Du bist allene⸗ halben nah. Floͤh' ich, dir mich zu entziehen, himmelan, so bist du da; stuͤrzt' ich in die Tiefe nieder, deine Rechte faßt mich wieder. 5. Herr, ich flieh' in dei⸗ ne Haͤnde; außer dir ist kei⸗ ne Ruh. Dein Erbarmen hat kein Ende; wer ist gnaͤ⸗ diger, als du? Du bist Gott, und kannst vergeben; ach, vergieb, und laß mich leben! 4. Groß sind meine Suͤn⸗ denschulden, ihre Last ist mir zu schwer! Ja, wenn, laͤn⸗ ger mich zu dulden, deine Lang⸗ 5•2 kläͤren rung; Herzit um de nen ei dich, 6. dein mich dein 2 heilet Muth was: dein ntreißt, entbun⸗ lich so, n wah⸗ r Welt, ten. andelt ꝛc. ich ge⸗ erechter rheilig⸗ Uebel⸗ is kann „Rich⸗ decken? m Arm allene⸗ ich, dir melan, ich in Rechte in dei⸗ ist kei⸗ harmen st gnaͤ⸗ )u bist geben; mich Suͤn⸗ ist mir „ laͤn⸗ deine Lang⸗ Von der Buße und Besserung. Langmuth muͤde waͤr'; muͤßt ich, wuͤrdest dunurwinken, in des Todes Nacht versinken. 5. Mich fuͤr straflos zu er⸗ klaͤren, reichet nicht Bedau⸗ rung zu. Und zerfloͤß' mein Herzin Zaͤhren; faͤnd' ich dar⸗ um doch nicht Ruh. Koͤn⸗ nen eines Sünders Thraͤnen dich, o Heiliger, versoͤhnen? 6. Herr, mein Heiland, dein Erbarmen, dein fuͤr mich vergoßnes Blut, und dein Tod erloͤst mich, Armen, heilet mich, und giebt mir Muth; dein Verdienst ist's, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von mei⸗ nen Suͤnden, schaff' ein rei⸗ nes Herz in mir, laß bei dir mich Ruhe finden, zieh mich immer mehr zu dir! Dank⸗ bar will ich mich bestreben, mein Erloͤser, dir zu leben. 354. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ꝛc. J komme, Heil der Welt, O zu dir; erbarmend rufst du ja auch mir, Vergebung zu empfangen. Die Suͤn⸗ denlast ist mir zu schwer; o laß mein Herz von Trost 299 nicht leer, laß es zur Ruh gelangen! Sieh an den tief⸗ gebeugten Geist, der auch dich, Welterloͤser, preist! Wer troͤstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Suͤnden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost, mein Licht, mein Trost, mein Licht! Verwirf mein sehnlich's Flehen nicht! 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir; dein Antlitz neige du zu mir, und sey mir Suͤnder gnaͤdig! Wenn mein Ver⸗ gehn um Rache schreit; so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten hast, du trugst auch meiner Suͤnden Last, als du zum Heil der Suͤnder starbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Befreie mich durch deinen Tod! 3. Du, du bist meine Zu⸗ versicht! Durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schwe⸗ ren Lohn der Suͤnden; durch dich kann ich dem Fluch ent⸗ gehn, und mich mit Gott ver⸗ einigt sehn; durch dich das Leben 300 Von der Buße Leben finden. Dein Tod ist der Verlohrnen Heil; gieb mir an seinem Segen Theil; er sey auch mir Beruhigung, erwecke mich zur Besserung! Herr Jesu Christ, ich hoff! auf dich, ich hoff' auf dich! In dieser Hoffnung staͤrke mich! 4. Mein ganzes Leben preise dich! Erloͤst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Bin ich nur dein: so fehlt mir nichts; nichts einst am Tage des Gerichts; nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland ent⸗ zeuch mir niemals deine Hand; zu allem Guten staͤr⸗ ke mich, und laß mich siegen einst durch dich! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Hilf mir zum Leben durch den Tod! 90. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Herr, ich, armer Mensch, ich, Suͤnder, steh' hier vor deinem Angesicht! Erbarmer aller Menschenkinder, Gott, geh mit mir nicht ins Ge⸗ und Besserung. richt! Bin ich es gleich vor dir nicht werth, daß mir noch Gnade widerfaͤhrt. 2. Um Trost ist meiner Seele bange; die Last ge⸗ haͤufter Missethat liegt schwer auf mir, die mich so lange von dir, mein Gott, entfernet hat. Weß troͤst ich mich, ich, Schuldiger? als deiner nur, Barmherzigster! 5. Soll ich an deiner Huld verzagen? Ich, dein Geschoͤpf? Das willst du nicht. Du, der du mich bis itzt ertragen, bleibst ewig mei⸗ ne Zuversicht. Du, Gott, durch den ich leb' und bin, giebst mich nicht dem Ver⸗ derben hin. 4. Du siehst die Folgen meiner Suͤnden; und denk' ich: wer vertilget die? so laͤssest du mich Ruhe finden, und sprichst: ich, ich vertilge sie! Du schenkest mir an Jesu Heil, zur Stillung mei⸗ ner Unruh, Theil. 5. Auch mir hat er das Gluͤck erworben, getrost zu dir empor zu sehn; auch ich soll, da er ist gestorben, durch ihn Begnadigung erflehn, bei dir, dem Gott, der gern ver⸗ vergiel als be 6. 0 dir ist v Gewif will m beben; ger, a Gnade und se rung? 7. bin er sagt's Trost, mehre Sinn, traun begna Mel. 2 Ych, m vor de Gott! linder ins G erbart Erbat 2 angst meine ich vor ir noch meiner ast ge⸗ schwer lange tfernet ch, ich, ꝛer nur, deiner „dein llst du sich bis ig mei⸗ Gott, d bin, 1 Ver⸗ Folgen d denk' ie? so finden, Hertilge nir an g mei⸗ er das rost zu uwch ich „durch rflehn, r gern ver⸗ Von der Buße vergiebe, und lieber segnet, als betruͤbt. 6. Sprich denn zu mir: dir ist vergeben! und stille des Gewissens Schmerz. Und will mein zaghaft Herz noch beben; so sprich du kraͤft'— ger, als mein Herz. Dein Gnadenwort mach' alles gut, und schenke selbst zur Beß⸗ rung Muth! 7. Ich zweifle nicht, ich bin erhoͤret; mein Glaube sagt's mir, daß ich's bin. Der Trost, der sich im Herzen mehret, der nene dir geweihte Sinn, mein kindliches Ver⸗ traun auf dich bezeugen's, du begnadigst mich. 356. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. ch, armer Mensch, ich, ar⸗ mer Suͤnder, steh' hier vor deinem Angesicht! Ach, Gott! ach, Gott! verfahr'ge⸗ linder, und geh' mit mir nicht ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, uͤber mich! 2. Wie ist mir doch so angst und bange von wegen meiner großen Suͤnd'! Hilf, und Besserung. daß ich deine Gnad' erlan⸗ ge, ich armes und verlohrnes Kind! Erbarme dich, erbar⸗ me dich, Gott, mein Erbar⸗ mer, uͤber mich! . Hoͤr', ach! erhoͤr mein seufzend Schreien, du aller⸗ liebstes Vaterherz, eil', mir die Suͤnden zu verzeihen, zu lindern meinen Seelen⸗ schmerz! Erbarme dich ꝛc. 4. Ach, soll ich gar vergeb⸗ lich klagen! Hoͤrst du denn nicht? Ach! hoͤrst du nicht? Wie kannst du Gnade mir versagen, die mir dein theu⸗ res Wort verspricht? Er⸗ barme dich ꝛc. 5. Wahr ist es, uͤbel steht der Schade, den niemand hei⸗ len kann, als du. Ach! aber, Vater, Gnade, Gnade! deck' gnaͤdig meine Suͤnden zu! Erbarme dich ꝛe. 6. Nicht, wie ich hab' ver⸗ schuldet, lohne, und hand le nicht nach meiner Suͤnd'! O treuer Vater, schone, scho⸗ ne! Erkenne mich noch fuͤr dein Kind! Erbarme ꝛc. 7. Sprich nur ein Wort; so werd'ich leben. Nur dieses Wort istmein Begehr: geh' hin, die Suͤnd' ist dir verge⸗ ben, 30¹1 302 Von der Buße ben, nur suͤndige hinfortnicht mehr! Erbarme dich ꝛc. 8. Ich zweifle nicht, ich bin erhoͤret, erhoͤret bin ich zweifelsfrei, weil sich der Trost im Herzen mehret; drum will ich enden mein Geschrei. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, uͤber mich! 357. Mel. Alle Menschen muͤssen ꝛr. Hesu, der du meine Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Elends tiefster Hoͤhle, aus der allergroͤßten Noth, maͤchtiglich herausge⸗ rissen, und mich solches lassen wissen durch dein angeneh⸗ mes Wort, sey auch itzt, o Gott, mein Hort! 2. Treulich, wie ein guter Hirte sein Schaaf suchet, suchtest du durch der Suͤnde Reiz Verirrte, die der Hoͤlle eilten zu. Und so rufest du nicht minder alle hochbetruͤb⸗ te Suͤnder von der Suͤnde noch zur Buß', daß auch ich, Herr, kommen muß. 5. Ach, ich war ein Kind der Sunden! ach, ich irrte weit und breit! es war nichts und Besserung. an mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit. Immer dir zu widerstreben, und der Suͤnde nur zu leben; das, wie es dir wohl bewußt, war mein Hang und meine Lust. 4. Herr, ich muß es ja be⸗ kennen, viele Maͤngel sind an mir. Das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich mei⸗ ner Seele fuͤr; aber Fleisch und Blut zu zwingen, und das Gute zu vollbringen, fol— get oft nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu' ich wohl. 5. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler sind. Mein Gemuͤth ist ganz zerrissen durch den Schmerz, den ich empfind', und mein Herz ist matt von Sorgen. Ach, vergieb mir, was verborgen! Rechne nicht die Missethat, welche Straf' verdienet hat! 6. Jesu, du hast weg⸗ genommen unsre Suͤnden durch dein Blut; laß es auch, Erloͤser, kommen meiner Seligkeit zu gut! Und die— weil du so zerschlagen hast die Suͤnd' am Kreuz getragen; mache denn mich voͤllig frei, daß ich ganz dein eigen sey. 7. Wenn 7. Hoͤhl Furcht der Di welch Streit mich n kaͤmpfte Jesu, mich ja 8. Wund ne Pei empfut und S 9. 2 soll tre entflie lest du meiner allein, ren, d darfel linken nochen 10. Schm meine meinet als nur imer dir ind der 1; das, ißt, war se Lust. es ja be⸗ sind an vas wir ich mei⸗ Fleisch n, und gen, fol⸗ olz was ch wohl. ch kann Imeiner Gemuͤth irch den npfind', iatt von eb mir, ne nicht Straf' st weg⸗ Suͤnden es auch, meiner Ind die⸗ hast die tragen; lig frei, en sey. Wenn Von der Buße und Besserung. 7. Wenn auch oft der Hoͤlle Schrecken neue Furcht und Bangigkeit in der Drangsal mir erwecken; welch ein harter, banger Streit! Dann, Herr, laß mich nicht erliegen! hilf mir kaͤmpfen! hilf mir siegen! Jesu, meine Zuversicht, laß mich ja verzagen nicht! 8. Deine Leiden, deine Wunden, deine Quaalen, dei⸗ ne Pein, die du fuͤr die Welt empfunden, laß mir Trost und Staͤrkung seyn; deine Schmach und Dornenkrone staͤrke mich in Schmach und Hohne; und dein Angst⸗ schweiß, Schmerz und Tod troͤste mich in jeder Noth! 9. Wenn ich vor Gericht soll treten, dem kein Mensch entfliehen kann; ach! so wol⸗ lest du mich retten, und dich meiner nehmen an! Du allein, Herr, kannst es weh— ren, daß ich nicht den Fluch darf hoͤren: ihr, zu meiner linken Hand, seyd von mir noch nie erkannt! 10. Du bemerkest meine Schmerzen; du erkennest meine Pein; es ist nichts in meinem Herzen, als dein her⸗ 30⁵5 ber Tod allein. Dieß mein Herz mit Leid vermenget, das dein theures Blut be⸗ sprenget, so auch mir vergos⸗ sen ist, geb' ich dir, Herr Jesu Christ. 11. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Ge⸗ wissen, das mich nagt; deine Treue wird erfuͤllen, was du selber hast gesagt, daß auf dieser weiten Erde keiner je verlohren werde, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 12. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht! Du, du kannst mich staͤrker machen, wenn mich Suͤnd' und Tod anficht. Deiner Guͤte will ich trauen, bis ich froͤhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit, in der frohen Ewigkeit. 358. Mel. O hilf, Christe, Gottes ꝛe. eiebster Vater, ich, dein Kind, komm zu dir geeilet, weil ich sonsten niemand find', der mich, Armen, heilet. Mei⸗ ne Wunden sind sehr groß; groß sind meine Suͤnden; mach 30⁴4 Von der Buße mach' mich von denselben los, laß mich Gnade finden. 2. Fuͤhrst du vaͤterlich Geschlecht, und hast Vater⸗ sitten; ey, so hab' ich Kindes⸗ recht, und darf kindlich bit⸗ ten. Denn, den Kindern steht es frei, Vaͤter anzuflehen. Vater, deine Vaterstreu laß mich Armen sehen! 5. Liebster Vater, willst du dich Vater lassen nennen; ey, so laß an dir auch mich Vaterssinn erkennen. Denn das waͤre viel zu schlecht, blos den Namen fuͤhren, und nicht thun nach Vaters⸗ recht, was sich will gebuͤhren. 4. Nun, so nimm dich meiner an, wie die Vaͤter pflegen. Ich will gehn die beßre Bahn; laß dich, Herr, bewegen! Meine Suͤnden bringen Schmerz, die ich je begangen; ach! du liebstes Vaterherz, laß mich Gnad' erlangen! 5. Hast du doch in deinem Wort Gnade mir ver⸗ sprochen. Laß mich an die Gnadenpfort' nicht vergeb— lich pochen! Laß der matten Seufzer Fleh'n durch die Wolken dringen, und von und Besserung. deinen Himmelshoͤh'n mir die Gnade bringen. 6. Ich laß doch nicht eher ab, bis du mir gewaͤhret Gnade, die ich von dir hab inniglich begehret. Segne mich, ich lasse dich eher nicht; ich hange, wie die Klett am Kleid, bis ich von dir Gnad erlange. 5. Du bist Gott, und hei— ßest gut, weil du Gutthat uͤbest, und, gleichwie ein Vater thut, deine Kinder liebest. Dieser Gutthat laß mich auch, Vater, stets ge⸗ nießen; laß auf mich, nach deinem Brauch, deine Gna⸗ de fließen! 8. Ach! verzeih mir, ach! vergieb, was ich mißgehan— delt, weil ich nach dem Suͤndentrieb oftermals ge— wandelt. Mir der Suͤnden Strafe schenk', Herr, durch Jesu Wunden; meiner Maͤngel nicht gedenk', laß sie seyn verschwunden! 9. Klaͤgt mich mein Ge— wissen an, und will mich ver⸗ dammen; will mich auf der Lebensbahn Suͤndenlust ent⸗ flammen; o so denke mit Geduld, daß ich Staub und Asche, Asche, meiner rein w Mel. Va imt re Str die wi Zahl v mal; l theurer Feu'r 2. boͤsen! Gnade Denn Suͤnde von dei muß d gehn, 2 vor dir 3. 2 durch! mit Tr beweis Gnad', unsrer deiner Strafe 4. 7 nicht er der Va h'n mir icht eher zewaͤhret dir hab Segne er nicht Klett am ir Gnad und hei⸗ Gutthat jwie ein Kinder kthat laß stets ge⸗ h, nach ne Gna⸗ mir, ach! ißgehan⸗ üch dem nals ge— Suͤnden r, durch meiner „laß si iein Ge⸗ nich ver⸗ auf der lust ent⸗ nke mit aub und Asche, Von der Buße Asche, und daß mich von meiner Schuld Jesu Blut rein wasche. 359. Mel. Vater unser im Himmelreich ꝛc. Nimm von uns, Herr, du treuer Gott, die schwe— re Straf' und große Noth, die wir mit Suͤnden ohne Zahl verdienet haben allzu— mal; behuͤt' vor Krieg und theurer Zeit, vor Seuchen, Feu'r und anderm Leid. 2. Erbarm' dich deiner boͤsen Knecht', wir flehn um Gnade, nicht um Recht. Denn giebst du, Herr, der Suͤnde Lohn, und sprichst von deinem Richterthron; so muß die ganze Welt ver— gehn, und kann kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach! Herr und Gott, durch deine Treu' steh' uns mit Trost und Rettung bei; beweis' an uns dein' große Gnad', vergelt' uns nicht nach unsrer That; wohn' uns mit deiner Guͤte bei, daß deine Strafe ferne sey! 4. Warum sollst du uns nicht erfreun, und unser mil⸗ und Besserung. 305 doch wohl, du großer Gott, daß wir nichts sind, als Erd' und Koth; es ist ja deinem Angesicht all unser Fehl ver⸗ borgen nicht. 6. Die Suͤnde hat uns all' entstellt; noch immer reizt die Lust der Welt; und un⸗ ser eignes Fleisch und Blut, uns zu verfuͤhren, niemals ruht. Solch Elend kennst du, Herr, allein; ach! laß es dir befohlen seyn! 6. Gedenk an deines Sohnes Tod; sieh' an sein' heilge Kreuzesnoth; die ist ja fuͤr die ganze Welt ein goͤtt⸗ lich kostbar Loͤsegeld; deß troͤsten wir uns allezeit, und hoffen auf Barmherzigkeit. 7. Leit' uns mit deiner Vaterhand, und segne unsre Stadt und Land! Gieb allzeit uns dein heilges Wort, der Seelen Freude, Trost und Hort! Du wollst ein selig's End' verleihn, auf daß wir ewig bei dir seyn! 360. Mel. O hilf, Christe, Gottes ꝛe. err und Vater, ich, dein Kind, falle vor dir nie⸗ der Vater seyn? Weiß'st du der! Du weiß'st, was wir V Men⸗ 306 Von der Buße Menschen sind, und erbarmst dich wieder. Groß ist mei⸗ ne Suͤndenschuld, die mich innigst reuet; groͤßer deine Vaterhuld, die mich noch erfreuet. 2. Zwar bin ich's nicht werth, zu dir kindlich auf⸗ zusehen. Doch du bleibst ein Vater mir; du ver⸗ nimmst mein Flehen; kennst mein Innres; siehest mich, wenn ich vor dir weine; und vergiebst mir vaͤterlich, wenn ich's redlich meine. 5. Dieß, dieß soll in jedem Schmerz mein Vertraun erwecken. Vor der Suͤnde soll mein Herz, nicht vor dir, erschrecken. Trauen will ich, Vater, dir; stets die Suͤnde hassen; nie vergessen, daß du mir so viel Schuld erlassen. 4. Preis sey dem Allguͤti⸗ gen, der mein Seufzen ken⸗ net! der dem Gnade Suchen⸗ den freien Zutritt goͤnnet! Sing' es, Seele, vor dem Herrn; fleuß von Freuden uͤber! Gott, dein Gott, ver⸗ stoͤßt nicht gern; er begna⸗ digt lieber. 5. Ewig bist du so ge⸗ sinnt, Schoͤpfer meiner und Besserung. Seele! Auch wenn ich, dein strauchelnd Kind, noch aus Schwachheit fehle: so ge— denkst du, der du weiß'st, daß mein Herz dich ehret, meiner Schwachheit, und verzeihst dem, der wiederkehret. 361. Mel. Freue dich, o meine Seele ꝛe. oͤchster, denk' ich an die Guͤte, die du mir bisher erzeigt; o, so wird mein ganz Gemuͤthe von Beschaͤmung tief gebeugt, daß ich dich gering geschaͤtzt, haͤufig dein Gebot verletzt, und dich, der mich so geliebet, doch so oft und schwer betruͤbet. 2. Alle meine Seelen⸗ kräfte, meine Glieder, sind j dein, und sie sollen zum Ge— schaͤfte deines Dienstes fertig seyn; doch hab' ich der Ei— telkeit unbedachtsam sie ge— weiht; ja, zum schnoͤden Dienst der Suͤnden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen uͤber mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du mein Herze frei! Meine Huͤlfe Huͤlse⸗ mir ni gleichn messen Dank 4.— Gnade de flieh von de Seele ne Guͤ Buße; ihrem f selbst n 5. J den, be vor dir Gnade dein O gieb, m mich n fuͤhre pfade e der Gn 6. aufs ne gebeugt terhuld troͤstend Was d erwarb, der star im Gew gen, gei ch, dein och aus so ge⸗ 5 st, daß „meiner derzeihst . Seele ꝛ. Han die ir bisher ein ganz haͤmung ich dich fig dein dich, der ch so oft Seelen⸗ r, sind ja zum Ge⸗ es fertig der Ei⸗ 1 sie ge⸗ schnoͤden ließ ich n. har jeden o Vater, manchen machtest Meine Huͤlft Von der Buße Huͤlsekam von dir, was mir nuͤtzte, gabst du mir; gleichwohl hab' ich, so ver— messen, den dir schuld'gen Dank vergessen. 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt' ich ja die Suͤn⸗ de fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemuͤhn! Dei— ne Guͤte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Suͤn⸗ den, beuge mich, mein Gott, vor dir! Laß bei dir mich Gnade finden; neige, Herr, dein Ohr zu mir! ach, ver⸗ gieb, was ich gethan, nimm mich noch erbarmend an, fuͤhre mich vom Suͤnden— pfade auf den sel'gen Weg der Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich aufs neue. Gieb, daß mein gebeugter Geist deiner Va⸗ terhuld sich freue, die dein troͤstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, als er fuͤr die Suͤn⸗ der starb, Fried' und Freude im Gewissen, laß mich, Reui⸗ gen, genießen. und Besserung. 307 7. Staͤrke selbst in meiner Seele den Entschluß: mich dir zu weihn! gieb, daß mir's an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu seyn! Stehe mir stets maͤch⸗ tig bei, mache du mich selbst recht treu! Dich zu lieben; dir zu leben, sey mein herz⸗ liches Bestreben. 362. Mel. Ein Lamm geht hin ꝛc. O Koͤnig, dessen Majestaͤt weit uͤber alles steiget, dem Erd und Meer zu Dien⸗ ste steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthaͤtig; ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu dei⸗ nerEhr': Gott, sey mir, Suͤn⸗ der, gnaͤdig! 2. Hier steh' ich, wie der Zoͤllner that, beschaͤmet und von ferne, ichsuche deine Huͤlf' und Rath; o Herr, du hilfst ja gerne. Doch, weil ich vol⸗ ler Fehler bin, und, wo ich mich nur wende hin, im Gu⸗ ten so unthaͤtig; so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, U 2 du 50⁰ Von der Buße du allerreinstes Licht! Gott, sey mir, Suͤnder, gnaͤdig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchaͤngsten mein Gewissen; drum schlag' ich reuig an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Ich bin, o Vater, ja nicht werth, daß ich noch wandle auf der Erd'; doch, weil du winkst, so bet' ich mit ganz zerknirschtem bangen Geist, der gleichwohl dich noch Va⸗ ter heißt: Gott, sey mir, Suͤnder, gnaͤdig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Heiland aller Suͤnder, der auch fuͤr mich genug gethan, durch den wir deine Kinder im glaͤubi⸗ gen Vertraͤuen sind, der ist's, bei dem ich Ruhe find'; er ist ja stets gutthaͤtig. Ich fasse ihn, und laß ihn nicht, bis, Gott, dein Herz mitleidig bricht. Gott, sey mir, Suͤn⸗ der, gnaͤdig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; Du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach! heilige mich ganz und gar, mach' meinen Glauben immerdar und Besserung. durch wahre Liebe thaͤtigl Und will es nicht fort, wie es soll; so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sey mir, Suͤnder, gnaͤdig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf dei— ner Gnade. Mir geh' es uͤbel oder gut; gieb nur, daß mir's nicht schade! Koͤmmt denn die letzte Stunde an; so sey mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst beiraͤthig! Und, wenn ich nicht mehr sprechen kann; so nimm den letzten Seufzer an! Gott, sey mir, Suͤnder gnaͤdig! 363. Mel. Herr Jesu Christ, du hoͤchstes u. O Vater der Barmher— zigkeit, ich falle dir zu Fuße, sey gnaͤdig dem, der in der Zeit noch thut recht— schaffne Buße. Was ich begangen wider dich, vergieh mir alles vaͤterlich, nach dei— ner großen Guͤte! 2. Du Geber wahrer Seelenruh, nimm von mir, was mich quaͤlet; durch deine Gnade wirke du, woran es mir noch fehlet! Gieb mit n den Geist der Heiligung, 30 ͤ Gott, Seelen deinen 4. 8 theurer vom V es denn Leben! halten! der Re munge zuruͤcke thaͤtig! rt, wie die mein sey mir, nd mein auf dei⸗ es uͤbel aß mir's mt denn so sey yn, mein g! Und, sprechen n letzten sey mir, hoͤchstes u. zarmher⸗ le dir zu hem, der ut recht⸗ Was ich „vergieb nach dei— wahrer von mir, rch deine voran es zieb mit ing, daß g/ 10 Von der Buße ich in meiner Besserung es taͤglich weiter bringe! 3. Und du, o Jesu, der du dich fuͤr uns dahin gegeben, du hast, aus freier Huld, auch mich erloͤst zum ew'gen Leben. Mein Seligmacher und mein Gott, erbarm' dich meiner Seelennoth, und gieb mir deinen Frieden! 4. Fuͤr Suͤnder floß dein theures Blut, zur Rettung vom Verderben. So komm' es denn auch mir zu gut, im Leben und im Sterben! Es halte von Verschuldungen der Reichthum der Erbar— mungen des Hoͤchsten mich zuruͤcke! 5. Geist Gottes, du, der Seelen Licht, Regierer der Gedanken, erinnre mich ans Weltgericht, wenn ja mein Herz will wanken; damit ich jedes Laster flieh'“, und Ehr— sucht, Geiz und Wollust nie mein Herz beflecken moͤge! 6. Und schlaͤgt die letzte Stunde mir; so hilf mir uͤberwinden! Laß meine See⸗ le Trost bei dir, du Gott des Trostes finden! Beleh⸗ re mich, daß Schmerz und Noth, der Krankheit Last, und Besserung. 5og und selbst der Tod, mich doch zum Leben fuͤhren. 364. Mel. Vater unser im Himmekreich ꝛc. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Suͤnders Tod; mein Wunsch und Wille ist viel— mehr, daß er vom Boͤsen sich bekehr'; daß er rechtschaf⸗ fen beßre sich, und lebe mit mir ewiglich. 2. Dieß Wort bedenk', o Menschenkind! verzweifle nicht in deiner Suͤnd'! Hier findest du Trost, Heil und Gnad', die Gott dir zugesa⸗ get hat, und zwar durch einen theuern Eid. O selig, wem die Suͤnd' ist leid! 5. Doch huͤte dich vor Sicherheit! denk nicht: zur Buß' ist's immer Zeit; ich will erst froͤhlich seyn aufErd', wenn ich des Lebens muͤde werd', alsdann will ich bekeh⸗ ren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es: Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade suͤndigt hin, faͤhrt fort in seinem boͤsen inn, 310 Sinn, und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. Gnad' hat dir zugesa— get Gott, durch Jesu Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir kund; verborgen ist die Todesstund'. 6. Heut lebst du, heut be— kehre dichleh'morgenkoͤmmt, kann's aͤndern sich. Wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen krank, ja wohl gar todt. So du nun ohne Beß⸗ rung stirbst, mit Leib und Seel' du dort verdirbst. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf weichet weit! du mir, daß ich alsbald mich nahe dir; zur Beßrung jeden Augenblick nuͤtz', ehe mich der Tod hinruͤck'; damit ich heut und jederzeit zu meinem Hin⸗ gang sey bereit! 365. S. mich nicht in dei⸗ nem Zorn, großer Gott, verschone! Ach, laß mich nicht seyn verlohr'n, nach Verdienst nicht lohne; Ach, vergieb mir aus Lieb', was Von der Buße und Besserung. ich hab' begangen; laß mich Gnad' erlangen! 2. Herr, ich will dir dank⸗ bar seyn, dich zum Ziel er⸗ waͤhlen. Rette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir fuͤr und fuͤr, dort an jenem Tage, hoͤchster Gott, Lob sage. 3. Zeig' mir deine Vater—⸗ huld; staͤrk' mit Trost mich Schwachen! Ach, Herr, hab' mit mir Geduld, mich gerecht zu machen; heile mich kraͤftiglich; dein Sohn, Gott der Gnaden, starb fuͤr meinen Schaden. 4. Weicht, ihr Feinde, Gott erhoͤrt mein Beten; und ich kann mit Freudigkeit vor sein Ant⸗ litz treten. Suͤnde weich! Weltlust fleuch! Jesu, al⸗ le Suͤnden hilf mir uͤber— winden! 366. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Gore, dir gefaͤllt kein gott/ los Wesen; wer boͤs ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Suͤnden mich genesen, und schaff' ein reines Herz in mir; ein Herz/ gangne ster Be Christu den, u Wahrh forthin und de ben we 5. Gedat Vorsat mein se 4. C Hülfel Kraͤfte mit kit dir bis So sier Welt, wohlge 5— Verbir Seele, dein A iß mich r dank⸗ Ziel er⸗ ch aus immten fuͤr und Tage, ige. Vater⸗ st mich Herr, „mich heile Sohn, arb fuͤr Feinde, erhoͤrt ch kann ein Ant⸗ weich! su, al⸗ ruͤber⸗ Gott ꝛe. in gott⸗ er boͤsé vor dir. Suͤnden haff' ein 1 ein Herz, Von der Buße Herz, das sich vom Sinn' der Welt entfernt, und un⸗ befleckt erhaͤlt. 2. Laß mich auf die be⸗ gangnen Suͤnden mit innig⸗ ster Beschaͤmung sehn; durch Christum vor dir Gnade fin⸗ den, und auf den Weg der Wahrheit gehn! Ich will forthin das Unrecht scheun, und deinem Dienst mein Le⸗ ben weihn. 3. O staͤrke mich in den Gedanken! gieb meinem Vorsatz Festigkeit! Und will mein schwaches Herze wan— ken; sohilfder Unentschlossen— heit! Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm dei— nen Geist nur nicht von mir! 4. Gieb, daß er stets mir Huͤlfe leiste, und Muth und Kraͤfte mir verleih; daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sey! So sieg' ich uͤber Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefaͤllt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht! Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht; und mache und Besserung. 511 in Bekuͤmmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß! 6. Erquicke mich mit dei⸗ nen Freuden, schaff' ein ge⸗ trostes Herz in mir; und staͤrke mich in allen Leiden mit froher Zuversicht zu dir, bis, nach vollbrachter Ue— bungszeit, mich ungestoͤrte Ruh' erfreut. 367. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛc. Aꝛ einem tief vor dir ge⸗ beugten Herzen ruf' ich zu dir in meinen Suͤnden⸗ schmerzen. O mache mich, Gott, meines Kummers le⸗ dig, und sey mir gnaͤdig! 2. Beschaͤmt erkennꝰ und fuͤhl'ichmeine Suͤnden. Laß, Vater, mich Erbarmung vor dir finden! Willst du auf Schuld und Uebertretung sehen; wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es zu vergeben. Du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; uns soll die Groͤße deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir, Herr, alle meine Fehle! Dein har⸗ ret, Vater, meine muͤde Seele! 312 Von der Buße und Besserung. Seele! Laß Trost und Ruh, 3. Drum ist getrost mein um des Versoͤhners willen, Herz und Muth, mit kindli— mein Herz erfuͤllen! chem Vertrauen. Auf dieß 5. Vom Abend an, bis sein unschaͤtzbares Blut will an den fruͤhen Morgen, hoff' ich mein' Hoffnung bauen, ich auf dich; o stille meine das er fuͤr mich vergossen Sorgen! Du schenkest ja hat, zur Tilgung meiner Beladenen und Muͤden gern Missethat, das Heil mir zu deinen Frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade! Viel groͤßer ist sie, als dein Seelenschaͤde; und endlich wird sie dich von allem Boͤ⸗ sen herrlich erloͤsen. 368. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛe. Weun dein herzliebster Sohn, o Gott, nicht waͤr' auf Erden kommen, und haͤtte sich in unsrer Noth nicht unsrer angenommen; so muͤßte ich verlohren seyn, und gehen in die ew'ge Pein, um meiner Suͤnde willen. 2. Itzt aber hab' ich Ruh und Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Suͤndenlast fuͤr mich hat selbst getragen. Er hat mit dir versoͤhnet mich, da er am erwerben. 4. Auf seinen Tod verlaß ich mich, und komm' zu dir mit Freuden, ich suche Gnad demuͤthiglich; von dir soll mich nichts scheiden. Was mir erworben hat dein Sohn, durch seinen Tod und Mar⸗ terkron', das soll mir nie— mand rauben. ö 5. Gott, diese Wohlthat reize mich, gerecht und fromm zu leben! Erloͤste Jesu muͤs⸗ sen sich dem Heiland ganz ergeben. Sie sollen durch sein Werk allein, im Himmel ewig selig seyn. Das laßt uns dankbar fassen! Mel. Auf meinen lieben Gott ze. We soll ich fliehen hin, weil ich beschweret bin Kreuz ließ toͤdten sich, auf mit viel und großen Suͤn⸗ daß ich selig wuͤrde. den? Wo kann ich Rettung finden! finden? herkaͤm wegnaͤl 2.— auf de flieht n zu dein du au Trost d Kind, die ge decken schreck erduld schuld A. dig's! Fluth nen S Trost nicht sie tie 5. troͤsi't erloͤst habe, Grab versch mich 6. so wo wenn mich ost mein t kindli⸗ luf dieß „lut will bauen, ergossen meiner mir zu d verlaß 1' zu dir 3e Gnadꝰ dir soll Was n Sohn, ud Mar⸗ nir nie⸗ Zohlthat d fromm esu muͤs⸗ 1d ganz n durch Himmel 1—8 laßt Gott ze. hen hin, heret bin nSuͤn⸗ Rettung finden? Von der Buße und Besserung. 515 sinden? Wenn alle Welt Wer sich zu dir nur findet, all⸗ herkaͤme, mein Angst sie nicht Angst dem bald verschwindet. wegnaͤhme.. Mir mangelt zwar noch 2. O Jesu, voller Gnad', viel; doch, was ich haben auf dein Gebot und Rath will, ist alles mir zu gute flieht mein betruͤbt Gemuͤthe erkauft mit deinem Blute, zu deiner großen Guͤte; laß damit ich uͤberwinde Tod, du auf mein Gewissen den Teufel, Hoͤll' und Suͤnde. Trost der Gnade fließen! 8. Wenn aller Feinde 5. Ich, ein betruͤbtes Heer mir ganz entgegen waͤr'; Kind, werf'alle meine Suͤnd, darf ich doch nicht verzagen, die ganz mein Haupt ber mit dir kann ich sie schlagen. Rares, un mich so heftig Auf dich darf ich nur zeigen; schrecken, auf dich, der du so muß ihr Toben schweigen. erduldet, was alle Welt ver⸗ ö 7 9. Dein heil'ges theures schuldet. Blut, das du, der Welt zu 4. Durch dein unschul gut, am Kreuze hast vergos— dig's Blut, die segensreiche ö— 4·—. sen, ist auch fuͤr mich geflos⸗ urrnn, in sen/ kann aus des Abgrunds nen Suͤnden, und laß mich ö ö Trost empfinden; und ihrer 2 5 die ganze Welt frei machen. nicht mehr denke, ins Meer 10. Darum allein auf sie tief versenke! ö ö 5. Du bist der, der mich dich, Herr Christ, verlaß ich mich. So kann ich nicht troͤs't, weil du mich hast ö erloͤst; was ich gesuͤndigt verderben, dein Reich werd' ich ererben; denn du hast habe, hast du im tiefen 10 Grabe durch deinen Tod mir's erworben, da du fuͤr mich gestorben. verschlossen, dein Blut fuͤr mich vergossen. 11. Fuͤhr' nur mein Herz 6. Ist meine Suͤnde groß; und Sinn durch deinen so werd' ich ihr'r doch los, Geist dahin, daß ich moͤg' alles meiden, was mich von wenn ich dich glaͤubig fasse, mich ganz auf dich verlasse. dir kann scheiden, und ich an deinem 314 deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. 370. Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛc. Wẽ flieh' ich Armer hin, da ich beschweret bin von dem Gefuͤhl der Suͤn⸗ den? Wo soll ich Rettung finden? Wer wird sich mein erbarmen? Wer schaffet Trost mir Armen? 2. Du, mein Herr Jesu, du, du rufst mir gnaͤdig zu. Mit hoffendem Gemuͤthe flieh' ich zu deiner Guͤte; du hilfst beladnen Seelen, die dich zum Helfer waͤhlen. 3. Ich traue froh auf dich. Dein Blut floß auch fuͤr mich; du rettest mich von Suͤnden, laͤss'st mich den Frieden finden, den der hat, der dich liebet, und den die Welt nicht giebet. 4. Wie groß die Suͤnde sey; du machst von ihr mich frei, wenn ich dein Wort recht fasse, mich fest darauf verlasse. Du sprichst: dir ist vergeben! So fuͤhl' ich neues Leben. 5. Zwar viel noch man⸗ gelt mir; doch, Guͤtigster, Von der Buße und Besserung. von dir koͤmmt jede gute Ga⸗ be, die ich noch noͤthig habe. Du wirst mich unterstuͤtzen, und in Versuchung schuͤtzen. 6. Wie unerschrocken ruht das Herz in deiner Hut! Du hast ja selbst ver— heißen, nichts solle mich ent⸗ reißen dir, dem ich angehoͤre; folg' ich nur deiner Lehre. 5. Der du mein Herz gewannst, Gedanken lesen kannst, vor dem ich dankbar weine, du siehest, wie ich's meine; du siehest mein Be⸗ streben, dirwuͤrdigerzuleben. 8. Herr, deß ich ewig bin, gieb mir den festen Sinn, das alles stets zu meiden, was mich von dir kann scheiden; so leb' ich dir, und erbe den Himmel, wenn ich sterbe. L Mel. O hilf, Christe, Gottes ꝛc. Gort, der vaͤterlich uns liebt, Vater aller Gna⸗ den! sieh, zu dir, der gern vergiebt, komm' ich schuld⸗ beladen. Ja, du nimmst die Suͤnder an, wenn mit fro⸗ hen Zaͤhren wahrer Reu' sie dir sich nahn, und zu dir bekehreu. 2. Herr, wandel ich gefe handelt ne Sch Reue, in mir: Alsdar Schoͤp 4. 8 ohne d Willen zu schn zu erfi nes G Herzer den W auch v Mel. Ich, ko betruͤb der gn kenne Suͤnd den ich ute Ga⸗ ig habe. 'stuͤtzen, chuͤtzen. Hrocken deiner bst ver⸗ ich ent⸗ gehoͤre; ehre. Herz ulesen ankbar ie ich's in Be⸗ uleben. zig bin, nn, das „was heiden; be den rbe. sttes ꝛc. h uns Gna⸗ regern schuld— mst die it fro⸗ eu' sie zu dir Herr, Von der Buße und Besserung. 315 2. Herr, ich hab den Weg Jugend an bin ich die Bahn verfehlt, den dein Sohn ge⸗ wandelt, oft und viel hab' ich gefehlt, nicht, wie er ge— handelt. Ich erkenne mei— ne Schuld; voll der tiefsten Reue, fleh' ich auf zu deiner Huld: Vater, ach, verzeihe! 3. Leite mich nach deinem Rath, laß mich deinen Wil⸗ len, so wie's unser Heiland that, treu und froh erfuͤllen! Regt sich Schwachheit noch in mir; staͤrke meine Seele! Alsdann leb' ich ewig dir, Schoͤpfer meiner Seele! 4. Doch, was kann ich ohne dich, auch beim besten Willen? Ach! zu schwach, zu schwach bin ich, ganz ihn zu erfuͤllen! Drum laß dei⸗ nes Geistes Kraft stets mein Herz regieren; und er, der den Willen schafft, helf ihn auch vollfuͤhren. 372. Mel. Was mein Gott will ꝛc. Ich, armer Mensch, ich komm' zu dir mit hoͤchst⸗ betruͤbtemHerzen; dir, Gott, der gnaͤdig fuͤr und fuͤr, be⸗ kenne ich mit Schmerzen die Suͤnden all', und jeden Fall, den ich je hab' begangen. Von des Lasters oft gegangen. 2. Die Suͤnden, die ich hab' gethan, kann ich unmoͤg⸗ lich zaͤhlen; doch ich sie auch nicht bergen kann, weil sie mich heftig quaͤlen. Dein liebster Sohn hat mich da⸗ von durch seinen Tod ent⸗ bunden; und doch hab' ich oftlassen mich von ihnen neu verwunden. 3. So ist auch mein' Un⸗ dankbarkeit sehr groß, bis diese Stunde; ich habe dir nicht allezeit gedankt von Herzensgrunde fuͤr deine, Treu, die taͤglich neu, fuͤr dei⸗ ne Lieb' und Guͤte, die ich an mir gar reichlich spuͤrꝰ, am Leib' und am Gemuͤthe. 4. Vornehmlich hast du mit Geduld viel Jahre mein verschonet, und mir nicht, wie ich doch verschuld't, un⸗ gnaͤdig stets gelohnet; hast fort und fort, o hoͤchster Hort, dich meiner ange⸗ nommen; hast nichts ge⸗ spart, nach deiner Art, daß ich zu dir moͤcht' kommen. 5. Mit deinem Wort hast du gar oft an mein Herz an⸗ geschlagen, auf meine Besse⸗ rung 316 Von der Buße und Besserung. rung gehofft, dein Heil mir werth, daß mich die Erd' angetragen; hast fruͤh und traͤgt, naͤhrt, und auf sich spat, durch viele Gnad', zur duldet. Buße mich bewogen, auch 9. Unwerth bin ich, daß mit Truͤbsal, Angst, Noth man mich nennt ein Werk und Quaal, zu dir hinauf von dir geschaffen! werth gezogen. bin ich, daß all' Element zur 6. Dennoch, wie ich nicht Strafe mich hinraffen. So leugnen kann, wenn du gleich weit hat's bracht der Suͤn⸗ angeklopfet, hab' ich das Herz den Macht, ich muß es frei nicht aufgethan, die Ohren gestehen! Wo du siehst an, zugestopfet, mit Unbedacht was ich gethan; so ist's um dieß ganz veracht't, den Ruͤk⸗amich geschehen! ken dir gekehret. Doch hast 10. O Vater voll Barm— du mich so gnaͤdiglich gedul⸗ herzigkeit! ich falle dir zu det, nicht verzehret. 7. Du konntest mir mit gutem Recht das Leben gleich verkuͤrzen, und mich, als einen boͤsen Knecht, hinab zur Hoͤlle stuͤrzen, da ohne Scheu, ohn' Leid und Reu, in Suͤnden ich verweilet; dennoch gabst du mir Raum und Ruh, hast mich nicht uͤbereilet. 8. Wenn alles dieß mein Herz bedenkt; in Stuͤcken moͤcht's zerspringen, die gro⸗ ße Sicherheit mich kraͤnkt, will Mark und Bein durch⸗ dringen; kein' Hoͤllenpein so groß mag seyn, ich habe sie verschuldet; ich bin nicht Fuße; verwirf den nicht, der zu dir schreit, und thut recht⸗ schaffne Buße! Dein An⸗ gesicht mit Gnaden richt auf mich betruͤbten Suͤn⸗ der! Gieb einen Blick, der mich erquick'; so wird mein Angst bald minder. 11. Eroͤffne mir dein freundlich's Herz, den Quell der Gnad' und Liebe; ver⸗ gieb die Suͤnd', heil' meinen Schmerz; hilf, daß ich mich stets uͤbe in dem, was dir gefaͤllt an mir, und alles Boͤse meide, bis ich hinfahr zur Engelschaar, wo nichts, denn lauter Freude. 575.• Mel. H ott, Ei das vor bohren der nich Freude 2. 5 Juͤngli gehorse gut un wir mi fuͤr Gl 3• lich, z ben, di ren Fi wande Heil ut gegen? 4. Lust ar jede L. wenn, den T. de stet. 5. um al schuͤtte wuͤstet Segen Tagen ie Erd' auf sich , daß 1 Werk werth ient zur n. So Suͤn⸗ es frei ehst an, st's um Barm⸗ dir zu cht, der it recht⸗ in An⸗ richt Suͤn⸗ ick, der d mein' dein Quell ver⸗ meinen ch mich Das dir d alles infahr nichts, 575.• Von der Buße und Besserung. 373. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. Gete, wo ist Weh, wo Elend auf der Erde, das von der Suͤnde nicht ge⸗ bohren werde? Wer seufzt, der nicht fuͤr einer Thorheit Freude wehklag' und leide? 2. O waͤren wir, vom Juͤngling bis zum Greise, gehorsam deinem Willen, gut und weise; was wuͤrden wir mit freudigem Gewissen fuͤr Gluͤck genießen! 5. Denn schoͤn und herr⸗ lich, zahllos sind die Ga— ben, die wir von dir zu wah⸗ ren Freuden haben. Wo wandeln nicht der Tugend Heil und Segen von dir ent⸗ gegen? 517 6. Wenn koͤnnen Suͤnder froh zum Himmel schauen? an dich gedenken, ohne Furcht und Grauen? an Tod und Grab, und an ein ewig's Leben? und nicht er⸗ beben? 7. Die Lust zum Boͤsen fesselt sie, und wuͤthet; sie lei⸗ den selbst durch das, was sie gebietet, um neidisch zu ver⸗ wandeln andrer Freuden in Gram und Leiden. 8. Wenn koͤnnen wir dich, Gott, genug erheben, daß du uns fuͤhren willst den Weg zum Leben, uns heili⸗ gen, und staͤrken, alle Suͤn⸗ den zu uͤberwinden? 9. Heil uns, daß uns dein Sohn mit dir versoͤhnte; uns 4. Wie wuͤrde jede wahre Licht gab; uns der Suͤnde Lust auf Erden erhoͤht, und jede Last erleichtert werden, wenn, Herr, dein Mensch den Taͤuschungen der Suͤn⸗ de stets widerstuͤnde! 5. Doch, ach! sie herrscht, um alles zu zerruͤtten; er⸗ schuͤttert Thronen und ver— wuͤstet Huͤtten; truͤbt jedes Segens Quell; droht allen Tagen mit neuen Plagen. Dienst entwoͤhnte; Lust gab, und Trieb, auf deiner Bahn zu wandeln, und recht zu handeln! 10. Laß uns denn immer mehr geheiligt werden; dir stets gehorsam, dir getreu, auf Erden thun, was du willst, bis wir, zu dir erho⸗ ben, dich ewig loben! I.. 1 I I. 8¹8 374. Mel. Nun sich der Tag geendet c. Mein Gott, das Herze bring'ich dir zur Gabe, zum Geschenk'; du forderst dieses ja von mir, deß bin ich eingedenk. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und werth; du findest anders auch nicht Ruh, im Himmel und auf Erd'. 5. Nun du, mein Vater, nimm es an, mein Herz, ver⸗ acht' es nicht; ich geb's, so gut ich's geben kann; kehr' zu mir dein Gesicht! 4. Zwar ist es voller Suͤn⸗ denwust, und voller Eitelkeit, des Guten aber unbewußt, der wahren Froͤmmigkeit. 5. Doch aber steht es nun in Reu, erkennt sein'n Ue⸗ belstand, und traͤget itzo vor dem Scheu, daran's zuvor Lust fand. 6. Hier faͤllt und lieget es zu Fuß, und schreit: nur schlage zu! Zerknirsch, o Va⸗ ter, daß ich Buß' rechtschaf⸗ fen vor dir thu! 7. Zermalme meine Haͤr⸗ tigkeit; erweiche meinen Von der Buße und Besserung. Sinn, daß ich in Seufzer, Reu und Leid, und Thraͤ— nen ganz zerrinn'. 8. Dann rein'ge mich, Herr Jesu Christ, von Suͤnden, durch dein Blut; ich glaub', daß du gekreuzigt bist, der Welt und mir zu gut. 9. Staͤrk' meine schwa⸗ che Glaubenshand, zu fassen auf dein Blut, als der Ver⸗ gebung Unterpfand, das alles machet gut. 10. Schenk' mir, nach deiner Jesushuld, Gerech— tigkeit und Heil; erlaß mir meine Suͤndenschuld, und meiner Strafe Theil! 11. In dich wollst du mich kleiden ein, dein'Unschuld zie⸗ henan, daß ich, von allen Suͤnden rein, vor Gott be— stehen kann! 12. Gott heil'ger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein, ergieß, um Jesu willen, dich tief in mein Herz hinein! 15. Dein goͤttlich's Licht schuͤt' in mich aus, und Brunst der reinen bieb' loͤsch Finsterniß, Haß, Falschheit aus, schenk' mir stets deinen Trieb! 14. Hilf, 14. stets get nem Ge ten nich List, M 125 Herzen Geduld nur nich deine H 16. Herzen erweise sey Au Werk, 47. Herzen ohn' 2 Wort' nieman 18. Herzen Sanft. von alle Fall ar 19. Herzen Heuche zes Ch gefaͤlli 20. zum T hier in Seufzer, d Thraͤ⸗ e mich, t, von Blut; kreuzigt zu gut. schwa⸗ u fassen er Ver⸗ „ das „nach Gerech— aß mir „ und du mich Auld zie⸗ n allen ott be⸗ Geist, in die ergieß, tief in 8 Licht und loͤsch schheit deinen „Hilf, Von der Buße 14. Hilf, daß ich bleibe stets getreu im Glauben mei— nem Gott, daß mich im Gu⸗ ten nicht mach' scheu der Welt eist, Macht und Spott! 15. Hilf, daß ich sey von Herzen fest in Hoffen und Geduld; daß, wenn du mich nur nicht verlaͤss'st, mich troͤste deine Huld. 16. Hilf, daß ich sey von Herzen rein im Lieben, und erweis', daß mein Thun nicht sey Augenschein, durchs Werk, zu deinem Preis! 17. Hilf, daß ich sey von Herzen schlecht, aufrichtig, ohn' Betrug; daß meine Wort' und Werke recht, und niemand schelt' ohn' Fug! 18. Hilf, daß ich sey von Herzen klein, Demuth und Sanftmuth halt'; daß ich, von aller Weltlieb' rein, vom Fall aufstehe bald! 19. Hilf, daß ich sey von Herzen fromm, ohn' alle Heuchelei, damit mein gan⸗ zes Christenthum dir wohl— gefaͤllig sey! 20. Nimm gar, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es und Besserung. 519 auch dein Wohnhaus seyn in jener Ewigkeit! 21. Dir geb' ich's ganz zu eigen hin, gebrauch's, wie dir's gefaͤllt; ich weiß, daß ich der Deine bin, der Dei⸗ ne, nicht der Welt. 22. Drum soll sie nun und nimmermehr dieß rich⸗ ten aus bei mir! sie lock und droh' auch noch so sehr, daß ich soll dienen ihr. 23. In Ewigkeit geschieht das nicht, du falsche boͤse Welt! Gar wenig mich, Gott Lob! ansicht dein glaͤn⸗ zend Gut und Geld. 24. Weg Welt! weg Suͤnd! dir geb ich nicht mein Herz! Nur, Jesu! dir ist dieß Geschenke zugericht't; behalt' es fuͤr und fuͤr! 375. Mel. O hilf, Christe, Gottes ꝛc. , Jesu, an mein Herz, ruͤhre mein Ge⸗ wissen, damit aus der Suͤn⸗ den Schmerz heiße Thraͤ— nen fließen! Blicke mich, wie Petrum, an, daß ich in mich schlaͤge; daß ich reu⸗ voll denke dran, und doch nicht verzage! 2. Weck' DPPPFFFI— —.....‚‚‚‚‚rerreeeeeee.et..eteee. 320 Von der Buße und Besserung. 2. Weck mich durch Fluches Macht, Gericht und verschi den Glockenschall aus dem Holl ergreift euch sonst. Wort Schlaf der Sünden! Laß 2. Ach! wir hoͤren deine ich sor fuͤr meiner Schulden Zahl Stimme, Barmherziger! wahre mich Erbarmung finden, und der Liebe Stimme, die uns ner S nimm mich zu Gnaden auf; ins neue Leben ruft. Angst⸗ verschit meinen Glauben staͤrke, daß voll liegen wir, und schauen nen At mein ganzer Lebenslauf sey auf unsern Tod zuruͤck mit 2. 2 voll Tugendwerke! Grauen. Entreiß uns, Herr, nichts, 3. Dein Tod, der uns ganz unsrer Gruft! Schau diene, Leben schafft, sey mein Trost her! Noch beben wir, noch seyn, im Leiden, meiner Seele zagen wir vor dir. Welche kuͤhne. Staͤrk' und Kraft; so sterb' Liebe! Du starbst; dein Blut thu', d ich mit Freuden. In der floß uns zu gut. O welch ein beut, Stunde letzter Noth wollst Dank gebuͤhret dir! mir sel du mein gedenken, und ein 3. Daß der Suͤnder sich ligkeit. selig's End' im Tod mir, o bekehre, das willst du, Hei⸗ 5. Jesu, schenken! land! Preis und Ehre sey so gieb — dir, Begnaͤdiger, dafuͤr! den. 376. Laß uns eilen, noch auf Er⸗ lein ha Mel. Wachet auf, ruft einst ꝛe. den dein heilig's Eigenthum schieder Wocher auf! ruft euch die zu werden, dir nur zu leben, gehorch Stimme des Sohns, Jesu, dir! Laß unsre Her, Theil; des Weltversoͤhners Stim⸗ zen rein; ach! laß uns stand⸗ berlaͤßt me: wacht, Seelen, wacht haft seyn! Wir sind Erde! Heil. vom Schlummer auf! Todt Daß nicht auch wir vergehn 4. 2 seyd ihr, todt durch Ver⸗ vor dir, wenn du zum Welt, denn, brechen. Hoͤrt endlich mei⸗ gerichte koͤmmst. sen? X ne Donner sprechen, und 377. ist, bef kommt aus eurem Grab Wider den Aufschub der Was n herauf! Belastet vom Ge— Besserung. der T richt, lagt ihr, vernahmt Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. seyn? mich nicht, todte Seelen! Laß mich doch, o mein lich me Erwacht! Erwacht! Des Gott, die Buße nicht allein. ver⸗ icht und nst. n deine erziger! die uns Angst⸗ schauen uͤck mit elch ein der sich „ Hei⸗ hre sey dafuͤr! auf Er⸗ enthum leben, re Her⸗ stand⸗ Erde! dergehn Welt⸗ der Gott ꝛc. mein enicht ver⸗ Von der Buße verschieben, die mir dein Wort gebeut. Wie koͤnnt' ich sonst mich lieben? Ist wahre Besserung nicht mei⸗ ner Seele Gluͤck? O wer verschiebt sein Heil gern ei⸗ nen Augenblick? 2. Du, Gott, gewinnest nichts, wenn ich dir kindlich diene, und, deiner werth zu seyn, im Glauben mich er⸗ kuͤhne. Wenn ich das Gute thu', das mir dein Wort ge⸗ beut, wem dien' ich? Rur mir selbst und meiner Se⸗ ligkeit. 5. So suͤß ein Laster ist, so giebt's doch keinen Frie⸗ den. Der Tugend nur al— lein hast du dieß Gluͤck be⸗ schieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwaͤhlt das beste Theil; wer dich, o Gott, verlaͤßt, verlaͤßt sein eignes Heil. 4. Was weigre ich mich denn, das Laster zu verlas⸗ sen? Weil es mein Ungluͤck ist, befiehlst du es zu hassen. Was weigre ich mich denn, der Tugend Freund zu seyn? Weil sie mich gluͤck⸗ lich macht, befiehlst du sie allein. und Besserung. 321 5. Die Buße fuͤhrt mich nicht in eine Welt voll Lei⸗ den. Sie fuͤhret mich viel— mehr, o Gott, zu deinen Freuden, macht meine Seele rein, fuͤllt mich mit Zuver⸗ sicht, giebt Weisheit und Verstand, und Muth zu meiner Pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, sein eignes Herzibe⸗ kaͤmpfen, Begierden wider⸗— stehn, und seine Luͤste daͤm⸗ pfen. Doch bleibt's ja meine Pflicht; und diese Schwie⸗ rigkeit, die heute mich er⸗ schreckt, wird schwerer durch die Zeit. 7. Je oͤftrer ich vollbring', was Fleisch und Blut be⸗ fohlen; je staͤrker wird der Hang, die That zu wie⸗ derholen. Scheu' ich mich heute nicht, o Herr, dein Feind zu seyn; um wie viel weniger werd' ich mich mor⸗ gen scheun! 8. Du reichst ja Kraͤfte dar, uns selber zu besiegen. Der Sieg, so schwer er ist, bringt goͤttliches Vergnuͤ⸗ gen. Geht er im Anfang gleich nur noch sehr langsam fort; so bist du, Gott, mir nah' 322 Von der Buße und Besserung. nah', und staͤrkst mich durch spaͤt ist dann die Buße! Itzt dein Wort. am Tage seines Heils fall' er 9. Wie schnell kann nicht dir zu Fuße. der Tod mich dieser Welt 4. Erbarme dich, Gott, entruͤcken! Und Buß' ist ja vaͤterlich, um deines Soh⸗ kein Werk von wenig Au⸗ nes willen! Hilf uns deiner genblicken. Ein Seufzer, Gnade Ruf gern und fruͤh Gott, zu dir, ein Wunsch erfuͤllen! nach Besserung, und Angst— auf Missethat, ist noch nicht 379. Heiligung. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. 10. So gieb denn, weil Go, hilf mir, daß ich ich noch, Herr, deine Stim⸗ Buße thue, weil noch me hoͤre, daß ich mich unge⸗mich deine Stimme lockt. saͤumt von allem Boͤsen keh⸗Bewahre mich vor falscher re; so darf ich nicht dereinst, Ruhe, die unfer Herz so zu meiner groͤßten Pein, leicht verstockt; wenn du mein hier versaͤumtes Glück, nicht das Gewissen ruͤhrst, wiewohl zu spaͤt, bereun. und zum Gefuͤhl der Suͤn⸗ 0 den fuͤhrst. 378. 2. Du willst, nach deiner Wel. Himaun. großen Guͤte, nichteines einz⸗ GieZd Reu und Leid, gieb gen Suͤnders Tod; drum Traurigkeit, dem, wel⸗ giebst du oft noch dem Ge⸗ cher frevelnd suͤndigt; Strafe muͤthe Gefuͤhl von seiner werd' ihm und Gericht hier Suͤndennoth. Wohl dem, zum Heil verkuͤndigt! der deine Stimme hoͤrt, und 2. Gott, stoͤre du die eitle redlich sich zu dir bekehrt! Ruh deß, der dein Wort 5. Den, den befreist du nicht achtet, und nach Welt⸗ vom Verderben; nimmst sei⸗ lust, Ehr' und Gold, nicht ne Buße gnaͤdig an; machst. nach Tugend, trachtet. ihn zu deinem Kind und Er⸗ 3. Wenn schon der Tod ben, daß er frohlockend ruͤh— mit Rach' uns droht; wie men kann: wie groß ist Got tes tes V meinet 4. denn v Kraft Vom verschr deine E Weg zu mich in meiner streben, rechtigk daß me dendien e! Itzt fall' er Goͤtt, Soh⸗ deiner id fruͤh Gott ꝛc. daß ich il noch e lockt. falscher derz so un du ruͤhrst, Suͤn⸗ h deiner ies einz⸗ drum em Ge⸗ seiner dem, ort, und ehrt! reist du umst sei⸗ machsti und Er⸗ nd ruͤh⸗ ist Got⸗ tes Von der Buße und Besserung. 325 dann schon hier! Wie selig einst, mein Gott, bei dir! tes Vaterhuld! Er tilget meiner Suͤnden Schuld! 4. Sollt' ich die Guͤte denn verachten, die mir noch Wal. ger 4.—.— Gott Kraft zur Beßrung reicht? I ů 4 Vom Troste leer, muß der Wie Tener Gort, ist verschmachten, von welchem Miss⸗ 34898 acgeh die alle deine Gnade weicht; sie aber Misse hat vergie t, sobald weicht von dem zuletzt, der ein reuendes Gemuͤthe die frevelhaft gering sie schaͤzt. Akeanr. die es sonst geliebt, erkennt, verdammt und ernst⸗ Enade Latuntg daß deiner lich haßt, und Sanescht in Here se ac,Solt, zum Mittler faßt! 51 ed s ln iseh! 2. Doch laß mich ja nicht B 51 1 stets mich vor sicher werden, weil du so erstockung, vor Sicher⸗ reich an Gnade bist. Wi heit und Heuchelei; denn furz ist meine Zeit auf Er⸗ 6576 trifft der Fluch, und den, die mir zum Heil ge Seasen 9.—— folgt die ben ist! Gieb, daß se mir ach. ichti 2. recht wichtig sey; daß ich sie 6. 2 bessern ist der meiner Deun weip⸗ Weg zum Leben; laß denn. Zwar deine Gnade zu mich in der Gnadenzeit nach verdienen, sind Reu und Beß⸗ Eher Beßrung ernstlich rung viel zu klein. Doch, darf 10 en/ nachjagen der Ge⸗ sich auch ein Mensch erkůh⸗ E dafuͤr sorgen, nen, zu glauben, dir versoͤhnt 30 mein Geist dem Suͤn⸗zu seyn, wenn er noch liebt endienste sich entreißt. was dir mißfaͤllt, und nicht Wemioe mir dazu die dein Wort von Herzen haͤlt? Gnade, die uns von diesem 4. Nie kannst du dem die Joch befreit, und leite selbst Schuld erlassen, der fre⸗ mich auf dem Pfade der velnd Schuld auf Schulden chuistlichen Rechtschaffen⸗ haͤuft. Der kann kein Herz heit! Wie gluͤcklich bin ich zu Jesu fassen, der zwar 4 2 32⁴ Von der Buße und Besserung. auf sein Verdienst sich steift, Lichte stets die reinste Wahr⸗ doch in der Sünde noch be⸗ heit guillt! Deines Na⸗ harrt, dafuͤr er selbst ein mens Heiligkeit werde stets Opfer ward. von uns gescheut; laß sie uns 5. Drum fall' ich dir, doch kraͤftig dringen, nach mein Gott, zu Fuͤßen, vergieb der Heiligung zu ringen! mir gnaͤdig meine Schuld, 2. Heilig ist dein ganzes und heile mein verwundt Ge⸗ Wesen, und kein Boͤses ist wissen, mit Trost an deiner an dir; ewig bist du so ge— Vaterhuld! Ich will mit wesen, und so bleibst du für Ernst die Suͤnden scheun, und fuͤr. Was dein Wille und willig dir gehorsam seyn. waͤhlt und thut, ist unstraͤf 6. Daß mit Gerechtig⸗ lich, recht und gut, undmit keit auch Staͤrke durch Chri deines Armes Stärke wirkst stum mir geschenket sey, will du stets vollkommne Werke, ich durch Uebung guter Werke beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie dringe stets und leite mich! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Mis⸗ sethat vergiebst;(9 8 hassen, was du mir vergeben; das ö ö lieben, was du selber liebst! icht Snade an kann vor dir Laß, Vater, mein Gewis⸗ nicht Gnade finden. sen rein, und heilig meinen 4. O, so laß uns nicht der Wandel seyn! scherzen, was dein Rath un ö zugedacht. Schaff' in uns, deine Kinder deinem Bilde aͤhnlich seyn.) Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund; Uebelthaͤtern bist du feind. Wer beharrt in 381. Gott, reine Herzen; toͤdt in Mel. Freue dich, o meine ꝛc. uns der Suͤnden Macht! Gode dessen Angesichte Unsre Schwachheit ist vor nur ein reiner Wandel dir; wie so leichte fallen gilt, ew'ges Licht, aus dessen wir! Und wer kann h zaͤhlen, 3. Herr, du willst, daß zaͤhlen Seeler 5. 1 erloͤs Sohn vom 8 sern ge wie du uns de er unse zu alle 6. gierde weiht; groͤßte ne Her deinem zu dei wirst d heben, lig leb ganzes oͤses ist i so ge⸗ t du fuͤr Wille unstraͤf⸗ und mit e wirkst Werke. st, daß n Bilde besteht r; denn n rein. rommen ern bist harrt in vor dir icht ver⸗ dath uns in uns, toͤdt' in Macht! ist vol te fallen n sie all zaͤhlen, Von der Buße zaͤhlen, die Gebrechen unsrer Seelen? 5. Uns von Suͤnden zu erloͤsen, gabst du deinen Sohn dahin. O, so reinige vom Boͤsen durch ihn un⸗ sern ganzen Sinn; gieb uns, wie du selbst verheiß'st, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten fuͤhre! 6. Keiner suͤndlichen Be⸗ gierde bleibe unser Herz ge⸗ weiht; unsers Wandels groͤßte Zierde sey rechtschaff⸗ ne Heiligkeit! Mach' uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die er⸗ heben, die im Glauben hei— lig leben. 382. Mel. Ein Lamm geht hin ꝛc. rbarm' dich, Herr! mein schwaches Herz, geneigt zu Eitelkeiten, laͤßt, bald durch Freude, bald durch 325 zu der wahren Ruh, daß ich recht feste Tritte thu', und nur das Gute waͤhle! 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner ei⸗ gung wanken! Staͤrk mei⸗ nen ungewissen Sinn zu festeren Gedanken! Wenn von der Lust zur Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit; wie will ich dir lob⸗ singen! Mich ganz zu dei⸗ nem Dienst zu weihn, soll stets mein ernster Wille seyn. Gieb dazu das Vollbringen! 3. Auch wenn ich auf der Tugend Pfad' bisweilen gleitend walle; so unterstuͤtze deine Gnad' mich vor dem nahen Falle! Wenn boͤse Lust in mir aufsteigt, und ich zum Weichen bin geneigt; so lenke meinen Willen, erhe— be meinen schwachen Muth, daß ich der Leidenschaften Wuth, durch dich, Herr, moͤge stillen! 4. Mein Gott! mein Gott! und Besserung. Schmerz, sich auf den Irr⸗ gedenke nicht der Suͤnden weg leiten. Gleich einem meiner Jugend! Wie hart Rohr, vom Wind bewegt, schien mir oft meine Pflicht! wankt auch, von Leidenschaft Wie rauh die Bahn der erregt, oft meine schwache Tugend! Und doch trugst Seele. Wann komm' ich du mich mit Geduld; laß, Vater, 326 Vater, laß mich diese Huld nicht undankbar verachten! Dir folgen ist mein wahres Heil; o laß mich's, als mein bestes Theil, auch immer⸗ fort betrachten! 5. Ich bin ein Mensch; du kennest mich. Wie schwach sind meine Kraͤfte! Doch meine Seele hofft auf dich; du wirst zu dem Ge⸗ schaͤfte der Heiligung mir Kraft verleihn, mein Herz je mehr und mehr erneun, vor dir gerecht zu leben. Ich aber will hier in der Zeit, und einst in der Vollkommenheit, Herr, deine Kraft erheben. 383. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. W 9 nimmt die Suͤnder an! Sagt doch dieses Trostwort allen, die, fern von der rechten Bahn, auf verkehrten Wegen wallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Suͤnder an! 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in sei⸗ nem Worte er sich gnaͤden⸗ reich erklaͤrt, und des ew'gen Lebens Pforte allen wieder aufgethan. die Suͤnder an! Von der Buße und Besserung. Jesus nimmt 3. Wenn ein Schaaf ver⸗ lohren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte; zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Suͤnder an! 4. Kommet alle, kommet her! kommet, ihr betruͤbten Suͤnder! Jesus rufet euch, und er macht aus Suͤndern Gottes Kinder. Auf! laßt uns zu ihm uns nahn! Je⸗ sus nimmt die Suͤnder an! 5. Ich, Betruͤbter, kom⸗ me hier, und bekenne meine Suͤnden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dieß Wort mich troͤsten kann: Jesus nimmt die Suͤnder an! 6. Ja, dieß macht mir Muth zu Gott! Ist die Menge meiner Suͤnden groß; macht doch dein Mitt⸗ lertod, daß ich nun Verge⸗ bung finden, und voll Glau⸗ bens sprechen kann: Jesus nimmt die Suͤnder an! 7. Nun verdammt mein Herz mich nicht; wollt' es mich auch gleich verklagen! Der Der m spricht, Schuld nichts Jesus! 38. 7 der an, genomt mel au zu ihn sterben sus nin Mel. Abb S Vater, ganz si wohl. nicht, nen, k entwoͤl noch, sucht; 0 0 Stund die W gnug d das d waͤhrt hieniel innern nimmt af ver⸗ kreuer ins nie ich das m die nimmt ommet ruͤbten t euch, uͤndern laßt 11 Je⸗ er an! „kom⸗ eameine eiland, de und aß dieß kann: der an! cht mir Ist die Zuünden n Mitt⸗ Verge⸗ UGlau⸗ n! t mein ollt' es klagen! Der Jesus Von der Buße Der mir einst das Urtheil spricht, hat auch meine Schuld getragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Suͤnder an! 8. Jesus nimmt die Suͤn⸗ der an, mich hat er auch an⸗ genommen, und den Him⸗ mel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und auch sterbend ruͤhmen kann: Je⸗ sus nimmt die Suͤnder an! 384. Mel. Alle Menschen muͤssen ꝛe. Abb wenn werd'ich von der Suͤnde, Gott, mein Vater, voͤllig frei, daß ich ganz sie uͤberwinde, ganz dir wohlgefaͤllig sey? Noch nicht, ich gesteh's mit Thraͤ⸗ nen, kann ich mich von ihr entwoͤhnen; noch, zu oft noch, regt sie sich, und ver⸗ sucht zum Boͤsen mich. 2. In der Andacht sel'gen Stunden, wo mein Geist die Wahrheit hoͤrt, hab' ich gnug das Gluͤck empfunden, das die Froͤmmigkeit ge⸗ waͤhrt; habe nichts so sehr hienieden mir gewuͤnscht, als innern Frieden, als ein Herz, und Besserung. 327 dir ganz geweiht, als der Tugend Seligkeit. 3. Voll von heiligen Ent⸗ schluͤssen, schwur ich dann, dir treu zu seyn, und mit wachsamem Gewissen meiner Unschuld mich zu freun; wil⸗ lig wollt' ich da mein Leben dir, mein Gott, zum Dienst ergeben, aller Suͤnde wider⸗ stehn, standhaft deine Wege gehn. 4. Aber, ach! zu schnell empoͤret sich der Leidenschaf⸗ ten Macht; die verdunkelt, schwaͤcht und stoͤret, was ich sonst so gut bedacht. Ploͤtzli⸗ che Versuchungszeiten, Bei⸗ spiel, Reiz der Eitelkeiten, deren Schwarm mich stets umringt; das ist's, was zum Fall mich bringt. 5. O, ich Armer! dem zur Treue feste Seelenstaͤrke fehlt, den so oft aufricht'ge Reue, und so oft doch frucht⸗ los, quaͤlt! Ach! wer wird mich ganz vom Boͤsen, von des Todes Leib erloͤsen! Ich Elender! Wer befreit ganz mich von der Suͤndlichkeit? 6. Du verzeihst, Gott, die Gebrechen meiner suͤn⸗ digen Natur. Nicht die Schwach⸗ 5²⁸ Schwachheit wirst du raͤ⸗ chen; boͤsen Vorsatz strafst du nur. Haͤtt' ich nicht den Trost; ich wuͤrde unter mei⸗ ner Fehler Buͤrde ganz er⸗ liegen, und mich dein, hoͤch⸗ stes Gut, nie koͤnnen freun. 7. Stellet mir denn hier auf Erden lebenslang die Suͤnde nach; kann ich nicht vollkommen werden; bin und bleib' ich immer schwach; o, so segne mein Bestreben, Von der Begnadigung durch Christum. so gerecht ich kann, zu leben, daß ich doch von Heuchelei und von Bosheit ferne sey! 8. Wenn ich falle, laß mich's merken; laß mich stre⸗ ben, aufzustehn! eile, mich, dein Kind, zu staͤrken! lehre selbst mich, fester gehn! war⸗ ne mich! sey mein Begleiter! taͤglich fuͤhre, Gott, mich weiter! bis ich in der Ewig⸗ keit dringe zur Vollkom⸗ menheit. XXIV. Von der Begnadigung durch Christum. 385. Mel. Wachet auf, ruft einst ꝛc. err, wir singen deiner Ehre; erbarm' dich unsrer und erhoͤre, nimm gnaͤdig unser Loblied an! Herr, wir danken voll Ent⸗ zuͤcken! Wo ist ein Gott, der so begluͤcken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhoͤhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe! schon vor der Zeit, in Ewig⸗ keit, war Gott die Liebe, wird sie seyn. 2. Um zu dir uns zu er⸗ heben, hauchst du in unsre Brust das Leben, und schen⸗ kest uns der Erde Gluͤck. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben, und schenkest uns des Himmels Gluͤck. Du giebst das Leben, Gott! du sendest uns den Tod nur zum Segen; bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend, schaffest du. 5. Als wir, von der Suͤn⸗ de Plagen gequaͤlt, in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes Todes: deiner da war Gnade übergin be Blie ruͤck; v ihrer N erwach sehn. 4. Y lieder! Sohn Mensck der To Tod be Lied w Uns se Gott! versoͤhr toͤnt,‚ leben, euchelei te sey! e, laß ich stre⸗ „mich, 1! lehre war⸗ gleiter! „ mich Ewig⸗ ollkom— urch zu er⸗ u unsre d schen⸗ Gluͤck. rheben, Brust kest uns bevoll; t unser r Suͤn⸗ unserm icht des Todes Von der Begnadigung durch Christum. Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade; da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns uͤberging. Da rief der Lie⸗ be Blick ins Leben uns zu⸗ ruͤck; von der Suͤnde, von ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubel⸗ lieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Suͤn⸗ der Tod. Christus hat den Tod bezwungen; ein neues Lied werd' ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott! Wir sind mit ihm versoͤhnt! ihr Lobgesaͤnge toͤnt, toͤnt zum Himmel! Erschallt schon hier; einst knieen wir an seinem Thron, und beten an! 386. Mel. Was mein Gott will ꝛe. Dirrch Adams Suͤnde wurden wir auch sterb⸗ lich, straf bar, Suͤnder; ver⸗ giftet und verderbt von ihr; denn wir sind Adams Kin⸗ der. Ach! haͤtte Gott nicht 329 unsre Noth mitleidig ange⸗ sehen; wir truͤgen noch der Suͤnde Joch, und muͤßten einst vergehen. 2. So weit hat's nun die Suͤnd' gebracht! Seit je⸗ nem schweren Falle herrscht, durch der Suͤnde Fluch und Macht, der Tod itzt uͤber alle. In solcher Noth verhieß uns Gott, selbst seinen Sohn zu geben, daß wir, erneut zur Seligkeit, noch moͤchten wie⸗ der leben. 3. Wie wir, durch eine fremde Schuld, durch Adam, alle sterben; so hilft uns eine fremde Huld, durch Christum, vom Verderben. Ward uͤberall, durch Adams Fall, der erste Fluch verkuͤn⸗ digt, so hat uns Gott, durch Christi Tod, versoͤhnet und entsuͤndigt. 4. Gott hat uns sei⸗ nen Sohn geschenkt, als wir noch Feinde waren, die Huld, womit er unsrer denkt, an uns zu offenbaren. Der starb, erstand, fuhr auf, und sandt'uns seines Geistes Ga⸗ ben. Wer ihn zum Haupt erwaͤhlt und glaubt, soll einst den Himmel haben. 5. Er, 330 Von der Begnaͤdigung durch Christum. 5. Er, der an unsre Stelle trat, zum Opfer dargege⸗ ben, er ist das Licht, er ist der Pfand zur Wahrheit und zum Leben. Sein Schutz umgiebt die, die er liebt, wenn sie nur freudig glauben; die er bewacht, kann keine Macht aus seiner Hand ihm rauben. 6. O wie undankbar, wie verrucht ist der, der ihn ver⸗ achtet, sein Heil allein bei Menschen sucht, und Got⸗ tes Trost nicht achtet! Wer in der Moͤth, die ihn bedroht, sucht Helfer blos auf Erden, der muß in Zeit und Ewig⸗ keit vor ihm zu Schanden werden. 5. Wohl dem, der stets ihm fest vertraut! Sein Schutz wird ihn bedecken. Und wer auf diesen Felsen baut, wo⸗ vor darf der erschrecken? In Angst und Muͤh' hab' ich noch nie den Menschen sehen fal⸗ len, der sich nur fest auf ihn verlaͤßt; Gott hilft den Seinen allen. 8. Du wollest nie, das bitt' ich dich, dein heilig's Wort mir nehmen, noch wegen meiner Suͤnden mich und mein Vertraun beschaͤ— men! Erlaß die Schuld! Auf deine Huld setz' ich all mein Vertrauen; denn wer sich fest auf dich verlaͤßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Damit ich glaub', und immerfort nur dir gefaͤllen lerne; so leuchte mir dein heilig's Wort, gleich einem Morgensterne! Belehrt von dir, verstehen wir den Werth der hohen Gaben, die Got⸗ tes Geist uns hoffen heißt, weil wir zum Heil dich haben. 387. Mel. Wachet auf, ruft einst ꝛe. Herr⸗ welch Heil kann ich erringen! In welche Hoͤh'n darf ich mich schwin⸗ gen! mein Wandel soll im Himmel seyn! O du Wort voll heil'gen Bebens; voll Wonne; Wort des ew'gen Lebens: im Himmel soll mein Wandel seyn! Ich sink' erstaunend hin; em⸗ pfinde, wer ich bin, wer ich seyn kann! Ich trage noch des Todes Joch; im Him⸗ mel soll mein Wandel seyn! 2. Schwing * 2. S diese Hoͤ Lichte G versoͤhnt dem goͤ wirst du blicken, Gotther Erdkrei du ersch Lichte; nem At Vaters Wahrh strahlst zu, hast's v thums dunkle 4. 2 Stille ganz ii deß ist ihr inn freudig Sch a beschaͤ⸗ Schuld! ich all nn wer ißt, dei chauen. b', und gefallen ir dein einem hrt von Werth ie Got⸗ heißt, il dich Von der Begnadigung durch Christum. 2. Schwing dich denn in diese Hoͤhen, und lern' im Lichte Gottes sehen, wer du, versoͤhnte Seele, bist! Mit dem goͤttlichsten Entzuͤcken wirst du in diesem Licht er⸗ blicken, wer, Seele, dein Versoͤhner ist. Du, durch sein Opfer rein, und stark dich ihm zu weihn, siehst in Jesu des Vaters Sohn, des Glaubens Lohn, ihn, un⸗ sern Herrn, und unsern Gott. 3. Wort vom Anfang! Wunderbarer! O du, der Gottheit Offenbarer! Den Erdkreis deckte Dunkelheit; einst ꝛc. ann ich welche schwin⸗ soll im 1 Wort 8; voll ew'gen ꝛel soll Sc ; em⸗ wer ich ge noch uHim⸗ Iseyn! schwing du erschienst, du Licht vom Lichte; wir schaun in dei⸗ nem Angesichte nun deines Vaters Herrlichkeit. Nicht Wahrheit nur; auch Ruh, strahlst du uns, Gottmensch, zu, Seelenfrieden! Du hast's vollbracht! Des Irr⸗ thums Nacht, der Suͤnde dunkle Nacht, ist hin! 4. Wenn die Seel' in tiefe Stille versunken ist; wenn ganz ihr Wille der Wille deß ist, der sie liebt; wenn ihr inniges Vertrauen, ihr freudig's Hoffen fast zum Schauen empor steigt; 331 wenn sie wieder liebt, und nun wahrhaftig weiß, dein Kampf und Todesschweiß, Gottversoͤhner! dein Blut am Kreuz, dein Tod am Kreuz versoͤhn', o Herr! ver⸗ soͤhn' auch sie: 5. O dann ist ihr schon gegeben der Himmelssinn und ewig's Leben; im Him⸗ mel ist ihr Wandel dann! Stark, den Streit des Herrn zu streiten, sieht sie die Krone schon von weiten; die Kron' am Ziel, und betet an: Preis, Ehr', und Staͤrk', und Kraft sey dem, der uns er⸗ schafft, ihm zu leben! Fuͤr uns verbuͤrgt bist du; er⸗ wuͤrgt! Anbetung, Ruhm und Dank sey dir! 6. Preis sey dem, der auf dem Throne der Himmel sitzt! Preis sey⸗ dem Sohne! Gott und dem Sohne Preis und Dank! Weisheit sind, und Gnad', und Staͤrke, Herr, Herr, und Wunder deine Werke. Dir und dem Sohn sey Preis und Dank! Wie strahlt dein Angesicht von Huld! Doch im Gericht bist du heilig! Lobsingt dem Herrn, die ihr dem Herrn gestor⸗ 332 gestorben seyd, und sterben sollt. 388. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. A Gnaden soll ich selig werden, und nicht durch meiner Werke Werth. Welch Heil, daß Gott mich schon auf Erden fuͤr seiner Gnade Kind erklaͤrt! Dur meinen Heiland soll ich rein, aus Gnaden ewig selig seyn. 2. Aus Gnaden! Denn wer kann verdienen, was Suͤndern Gottes Sohn er⸗ warb, als er fuͤr Gottes Ruhm, und ihnen zum Be⸗ sten, zur Versoͤhnung, starb? Nahm er nicht aller Suͤn⸗ den Schuld auf sich allein, und blos aus Huld? 5. Aus Gnaden trug er ja auf Erden der Strafen Gottes ganze Last. Was trieb ihn, Mensch, dein Freund zu werden? Sprich, weß du dich zu ruͤhmen hast? Bracht' er sich nicht zum Opfer dar, als jeder Gottes Feind noch war? 4. Aus Gnaden that er's freut euch, Suͤnder! Wenn ihr nur wahre Buße thut Heiligen dich loben, Von der Begnadigung durch Christum. und glaubt; so seyd ihr Got⸗ tes Kinder; ihm wohlgefaͤllig durch sein Blut. Welch Heil, das Gott uns geben kann! Aus Gnaden nimmt er Suͤnder an. 5. Aus Gnaden! Aber, Suͤnder, huͤte dich vor dem Mißbrauch seiner Huld, und haͤufe nicht, weil seine Guͤte ch so wundervoll ist, Schuld auf Schuld! Denn, wer auf sie zu freveln wagt, dem ist ihr Trost und Heil versagt. 6. Ergreif mich denn mit Vaterarmen; Gott! rette mich; gieb Glauben; gieb auch Heiligkeit; durch dein Erbarmen, zu allen Pflich— ten Kraft und Trieb, daß meine Seele dir getreu im Glauben, bis zum Tode, seyl 7. Aus Gnaden hilf mir ringen, streiten, und uͤber⸗ winden; tritt herzu, wenn meine matten Fuͤße gleiten, und decke meine Maͤngel zul Denn du belohnst den Glau⸗ ben auch, der Gnade redli— chen Gebrauch. 8. Aus Gnaden einst von dir erhoben in deinen Him⸗ mel, will ich dann mit allen mehr als als icht Dann und rei ewig de Mel. He W. se Gnade er zu i schuldle 2. 8 darf de Gott er seyn; giebt, ler Hu 3. U Vater ter lieb licher nem H 4. verwar in seit zeichne fuͤr ih Macht 5. maͤcht und 6 fernt ihr Got⸗ lgefaͤllig Welch s geben nimmt Aber, vor dem Ald, und ne Guͤte Schuld wer auf dem ist ersagt. senn mit rette n; gieb ch dein Pflich⸗ b, daß treu im ode, sey! hilf mit 'd uͤber⸗ „wenn gleiten, ugel zul n Glau; de redli⸗ inst von en Him⸗ nit allen „mehr als Von der Begnadigung durch Christum. 353⁵ als ich hier dich preisen kann. keit, und bringet ihn in Si⸗ Dann bin ich ganz gerecht cherheit. und rein, und ewig selig, ewig dein. 389. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r ꝛe. Wobl dem, dem seine Mis⸗ sethat vergeben ist, der Gnade hat; den Gott, weil er zu ihm sich kehrt, fuͤr schuldlos und gerecht erklaͤrt! 2. Welch eines Heils darf der sich freun! Denn Gott will selbst sein Vater seyn; er, wenn er ihm ver⸗ giebt, nimmt dann mit vol⸗ ler Huld zum Kind ihn an. Z. Und liebt ihn mehr, als Vater; mehr, als eine Mut⸗ ter liebt, liebt er, liebt zaͤrt⸗ licher und treuer, ihn zu sei⸗ nem Himmel zu erziehn. 4. Sieht uͤberall und un⸗ verwandt auf ihn, und haͤlt in seiner Hand ihn einge⸗ zeichnet, sorgt und wacht fuͤr ihn, mit seiner ganzen Macht. 5. Er nimmt sich seiner maͤchtig an, wenn Unfall und Gefahr sich nahn, ent⸗ fernt sie voll Barmherzig⸗ 6. Er lehrt ihn vaͤterlich; er zeigt ihm, was ihm heil⸗ sam ist, und neigt sein Herz dazu, und staͤrkt und pflegt den Schwachen, den er schont und traͤgt: 5. Daß er zum Juͤngling und zum Mann erwachse, der selbst wandeln kann. Und strauchelt er denn auch im Lauf; o wie so gern hilft er ihm auf! 8. Er brauchet Streng' und Ernst und Zucht, dann, wenn sein Kind nicht will, und sucht, was er zu seinem Besten waͤhlt; gewarnt ist, und doch wieder fehlt. 9. Der Hochbegluͤckte darf auch kuͤhn zu seinem Vater nah'n, um ihn um Nachsicht anzuflehn, um Licht, um Kraft zur Uebung seiner Pflicht. 10. Und was er bittet, wird gewaͤhrt, weil er's mit Zuversicht begehrt. So wallt er, selbst in Finsterniß ge— trost, und seines Ziels gewiß. 11. Frei, wie ein Erbe Gottes, geht der Pilgrim auch durch Sturm, und steht 334 steht, an dessen Hand, der Welten traͤgt, wenn alles einstuͤrzt, unbewegt. 12. Die Engel sehn von ferne schon den Frommen nahen hin zum Thron, wo sein Erloͤser, den er liebt, sein Erb' ihm, seinen Himmel giebt. 390. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. Wobl euch, ihr Glaͤubi⸗ gen, wohl euch, daß ihr dem Herrn nur lebt! Daß ihr, an guten Werken reich zu werden, euch bestrebt! 2. Wohl euch, wohl euch, daß ihr mit Lust die Rechte Gottes lernt, und, eures Vorzugs euch bewußt, von Suͤnden euch entfernt! 3. Daß ihr dem folgt, was er gebeut, und, weil ihr's koͤnnet, itzt Licht, Kraft, Gelegenheit und Zeit zu ed⸗ len Werken nuͤtzt; 4. Daß ihr die Selbst⸗ verleugnung nicht, der Tu⸗ gend Kampf nicht scheut; auch, wenn sie schwer ist, doch der Pflicht getreu zu seyn, euch freutz Von der Begnadigung durch Christum. gend ihr Verfolgung oder Spott, ihr recht thut, ohne Ruhmbegier, schent als Gott. 6. Wohl dem, der Glau⸗ ben hat und übt, und alles Gute blos um seines Gottes willen liebt! Wohl ihm! Sein Lohn ist groß! 7. Wird nicht der Held stets muthiger, wenn er ge⸗ sieget hat? immer herrlicher durch jede gute That? 8. Wo wohnet die Zu⸗ friedenheit, wo wahre Ruh und Lust, als bei der wah⸗ und keinen Wird er nicht ren Heiligkeit, als in des Frommen Brust? 9. Wenn er ein traurend Herz erquickt; sieht das nicht Jesus an, der Herr, der ihn so hoch begluͤckt, als haͤtt' er's Ihm gethan? 10. Die Erndt' ist reicher, als die Saat, die hier sein Glaube saͤ't. Ihm folget jede gute That, wenn er zum Vater geht. 11. Zu duͤrftig ist die ganze Welt dem, der, der Suͤnd entflohn, fest an dem Unsichtbaren haͤll t. Der Daß, littet fuͤr die Tu⸗ Himmel ist sein Lohn. 5 9 12. Der 12. Throne du fron ganze H geh' ein, 13. Du strit ist scho nun da und sei Mel. Wé W. d. neues pfaͤngt, erkohre und goͤt lich leb Kind, 215 Zinster Suͤnde digt, von S frei, si vereint keinen 3. 2 dir ver eigner alles a ig oder t, ohne keinen r Glau⸗ nd alles Gottes hlihm! er Held n er ge⸗ er nicht rch jede die Zu⸗ re Ruh er wah⸗ in des aurend Von der Begnadigung durch Christum. 12. Der oͤffnet sich; vom Throne schallt's: geh' ein, du frommer Knecht! Der ganze Himmel wiederhallt's: geh' ein, du frommer Knecht! 13. Geh' ein! Geh' ein! Du strittest gern; die Kron' ist schon bereit. Empfahe nun das Reich des Herrn, und seine Seligkeit! 391. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Wer, o mein Gott! durch dich gebohren, ein neues Herz von dir em⸗ pfaͤngt, zum Eigenthume dir erkohren, der Suͤnd' entsagt und goͤttlich denkt, und goͤtt⸗ lich lebt; wie selig ist dein Kind, dein Eigenthum, der Christ! 2. Befreit aus seinen Finsternissen und von der Suͤnde Sklaverei; begna⸗ digt, ruhig im Gewissen, von Strafe des Gesetzes frei, sieht er in dir, mit dir vereint, den Vater nur, und keinen Feind; 3. Darf alles, Gott, von dir verlangen, was ihm dein eigner Sohn erwarb; wird alles auch von dir empfan⸗ 35⁵ gen, weil der zu seinem Heile starb; Licht, wo er's braucht, und Muth und Kraft zum Kampfe seiner Pilgrim⸗ schaft; 4. Zum sichern Siege dei⸗ ne Staͤrke, und deinen Geist der Heiligung zu einem je⸗ den guten Werke; im Lei⸗ den Trost und Linderung; und selbst in seiner Pruͤ⸗ fungszeit den Vorschmack jener Herrlichkeit. 5. In seinem kindlichen Gebete ist er der frohen Zu⸗ versicht, daß als dein Kind er vor dich trete; und du be⸗ schaͤmst dein Kind auch nicht; ja, deine Vaterhuld gewaͤhrt ihm immer mehr, als er begehrt. 6. Bereit, zu helfen und zu troͤsten, lenkst du mit vaͤ⸗ terlicher Huld, was nur ge⸗ schieht, zu seinem Besten, und hast, wenn er auch fehlt, Geduld; hilfst gern von sei⸗ nem Fall ihm auf, und foͤr⸗ derst seiner Tugend Lauf. 7. Er wandelt gern auf deinen Wegen; liebt alle Menschen bruͤderlich. Was er nur thut, wird Heil und Segen; auch freut er dei⸗ nes 3⁵56 nes Beifalls sich. Mag doch der Suͤnder ihn ver⸗ schmaͤhn; er wird von dir, o Gott, gesehn. 8. Er, sicher, daß er selig werde, zufrieden hier mit sei⸗ nem Loos, ist fuͤr die eitle Lust der Erde zu selig schon, zu reich und groß; und seine Wuͤnsche, Gott, begraͤnzt kein Gluͤck der Welt, wie sehr es glaͤnzt. 9. Er sieht den Tod von ferne kommen, und zittert nicht; es ist sein Freund. Von dir zum Erben ange⸗ nommen, frohlockt der Christ, wenn er erscheint. Er endet froͤhlich seinen Lauf, und schwinget sich zu dir hinauf. 10. Wie selig, wer, durch dich gebohren, ein neues Herz von dir empfaͤngt, und, dir zum Eigenthum erkohren, der Suͤnd' entsagt, und goͤttlich denkt, und goͤttlichlebt! Wie selig ist, dein Kind, dein Ei⸗ genthum, der Christ! 392. Mel. O wie selig seyd ihr doch ꝛc. Wie begnaͤdigt seyd ihr doch, ihr Frommen! Von der Begnadigung durch Christum. Gott hat euren Glauben an⸗ genommen; er hat vergeben. Freut euch; eures Glaubens sollt ihr leben! 2. Furcht und Angst mag sichre Suͤnder schrecken. Wohl euch, daß euch Jesu Fluͤgel decken! Ihr duͤrft nicht zagen; denn er selbst hat euren Fluch getragen. 3. Laßt die Welt sich ohne Gott betruͤben; laßt sich graͤmen, die die Erde liebenl Denn eure Leiden, die ihr noch empfindet, werden Freuden. 4. Noth und Truͤbsal koͤnnen euch nicht schaden; unser Herr gedenkt an euch in Gnaden; er will euch uͤben, ihn, wie Jesus liebte, treu zu lieben. 5. Elend sind, die keine Hoffnung haben! Aber ihr erwartet ew'ge Gaben; ihr hofft, zu sterben, und, was Jesus euch erwarb, zu erben. 6. Also kann euch selbst der Tod nicht schrecken; eure Leiber wird ja Gott erwek— ken. Euch darfnicht grauen, hin in Lieben, mer; i euer Si erstehen 8. X Richt kommt! das Her ne Kner stehn zu + 9. werdet hat erse tet! M Die be nicht ve 10. det ihr i Mittler Durch ihr Hei funden. 11.0 ches He dein He stocken! kommer Gnader in die offne Gruft hinab zu schauen. 7. Denn er spricht: geht hin üben an⸗ 'rgeben. laubens gst mag hrecken. ch Jesu r duͤrft r selbst ragen. ich ohne ißt sich liebenl die ihr werden Truͤbsal chaden; an euch ch uͤben, treu zu ie keine lber ihr en; ihr d, was u erben. elbst der z eure erwek⸗ grauen, inab zu t: geht hin Von der Begnadigung durch Christum. hin in eure Kammer, meine Lieben, ruht von eurem Jam⸗ mer; ihr sollt mich sehen; euer Staub soll herrlich auf— erstehen! 8. Wenn nun wird des Richters Ruf erschallen: kommt! so wird euch nicht das Herz entfallen; denn sei⸗ ne Knechte, seine Frommen stehn zu seiner Rechte. 9. Freut euch! denn ihr werdet nicht gerichtet; ewig hat er eure Schuld vernich⸗ tet! Wer will verdammen? Die beharren, kann Gott nicht verdammen. 10. Preis und Ehre wer⸗ det ihr ihm bringen, und dem Mittler ewig dort lobsingen. Durch seine Wunden habt ihr Heil und Seligkeit ge— funden. 11. Suͤnder! laß ein sol⸗ ches Heil dich locken, doch dein Herz nicht laͤnger zu ver⸗ stocken! Dann darfst du kommen, und wirst auch zu Gnaden angenommen. 357 393. Dir, Herr und Vater, die⸗ nen wir mit freudigem Gemuͤthe, und opfern Dank und Ehre dir, fuͤr deine Macht und Guͤte. Ach! wir sind Suͤnder; aber du rufst freundlich allen Suͤndern zu, an deinen Sohn zu glauben. 2. Wir glauben, Gott, an deinen Sohn. Vergieb uns unsre Suͤnden; vergieb uns; laß vor deinem Thron uns Gnad' und Huͤlfe finden! Wir, dein gefallenes Ge⸗ schlecht, wir wuͤnschen, heilig und gerecht durch deine Kraft zu werden. 5. Gewaͤhr' uns deinen guten Geist, dein Wort recht zu verstehen! Wem er den Weg zum Leben weist, der kann nicht irre gehen. Er leit' uns deine gute Bahn; so nimmst du uns zu Ehren an, wenn wir getreu dir bleiben. 35⁰ XXV. Vom heili 394. Morgenlied eines christlschen Lomma⸗ nicanten. Mel. Freue dich, o meine ꝛe. Gert sey Lob, der Tag ist kommen, da sich Jesus mir vertraut, da ich, aller Schuld entnommen, werd' in Gottes Huld geschaut! Gott sey Lob, daß mir bereit't ist so große Seligkeit, da mir Gott zum ew'gen Leben will durch Jesum alles geben! 2. Gott, ich komm' an diesem Morgen, als dein lie⸗ bendKind, zu dir, leg'in deine Vaterssorgen mich mit Leib und Seele hier. Gott, mein Vater, sorg' fuͤr mich, daß ich heute wuͤrdiglich bei des Hei— lands Mahl erscheine, und mit ihm mich ganz vereine! 3. Jesu, laß das Wort mich hoͤren von Vergebung meiner Schuld, und mein Herz zu dir hinkehren; durch das Beispiel deiner Huld mich zur Naͤchstenliebe fuͤhr', mich bei deinem Mahl regier, daß ich deinen Tod, dein Lei⸗ gen Abendmahle. den dir verdank' zu allen Zeiten. 4. Heil'ger Geist, den ich umfasse, bleibe heut und stets bei mir, mich mit Beistand nicht verlasse, sondern hilf, daß selighier, mirzum Nutzen, Gott zum Preis', ich genieß' die Seelenspeis', und nun desto froͤmmer lebe, freudiger den Geist aufgebe. 5. Nun, ich lieg' dir, Gott, zu Fuͤßen; Gottes Liebe schmuͤcke mich; meines Jesu Blutvergießen mache wuͤr⸗ dig mich durch sich; hilf mir drauf, du Vaterherz, hilf mir, Jesu Tod und Schmerz, hilf mir, Troͤster, heut auf Erden, werden! daß ich moͤge selig 28*9 395. Abendlied⸗ eines Communicanten. Mel. Werde munter, mein ꝛe. Gelt mein Herze Dank dir sendet, weil mit Wohlthun dieser fangen und vollendet, so daß ich mit Jauchzen sag': Tag ange⸗ ich bin, Suͤndenangst, dich los, ruh ruh' it ich bit den, st 2. 8 Leben, und 2 Blut; Jesus gen To einst it mich weckt! 3. C Freude labt, g schenke mich Tod u ner all mit Lei dir fort 4— der Se tiglich, erwaͤhl beßre! nen Ge ganzen meinen getrost 5. 0 deine E noch, mit Th Es u allen den ich nd stets eistand en hilf, Nutzen, genieß d nun eudiger „Gott, Liebe Jesu wuͤr⸗ zilf mir 3/ bilf chmerz, ut auf ze selig d nten. in ꝛe. Dank il mit ange⸗ Vom heiligen Abendmahle. ruh' in Jesu Gnadenschooß; ich bin Jesu Freund gewor⸗ den, stehe unter seinemOrden. 2. Nun hab' ich das ew'ge Leben, weil mir ist im Brodt und Wein Jesu Leib und Blut gegeben; ich bin Jesu, Jesus mein; sterb' des ew'⸗ gen Todes nicht; komme nicht einst ins Gericht; er reißt mich aus aller Plage und weckt mich am juͤngsten Tage. 3. Gott, der du zu meiner Freude mich gestaͤrkt, ge⸗ labt, getroͤst, liebvoll mir ge⸗ schenket heute das, womit du mich erloͤst; meines Jesu Tod und Blut machet fer— ner alles gut, daß ich mich mit Leib und Seele gaͤnzlich dir forthin befehle. 4. Jesu, bester Freund der Seele, reize du mich kraͤf⸗ 359 letzten Lebenszeit, daß ich Christi Leib und Blut hab' genossen mir zu gut, und hilf, daß ich dessen Staͤrke stets, und auch im Tode, merke! 6. Der Herr, der mich speist zum Leben, segne und behuͤte mich! Der Herr, der zur Speis' sich geben, der er⸗ leuchte mich durch sich! Der Herr, der mich fuͤhrt zur Speis', geb' mir Friede ihm zum Preis', und erquick' an Seel und Muthe mich mit Jesu Leib und Blute. 396 + Abendmahlslied eines Kranken. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Ab. koͤnnt' ich doch mit dei⸗ nen Gliedern im Tem⸗ tiglich, daß ich dich zum Ziel pel, Jesu, dich erhoͤhn, und erwaͤhle, und mit Ernste freudenvoll mit meinen Bruͤ— beßre mich; hilf durch dei⸗ dern das Denkmal deines nen Geist du mir; mach' im Tod's begehn! Doch weil ganzen Leben hier, und in mich Noth und Krankheit meinen letzten Stunden mich plagt, ist diese Freude mir getrost durch deine Wunden. versagt. 5. Heil'ger Geist, durch 2. Sieh', hier auf mei⸗ deine Gnade, hilf mir ferner nem Krankenbette feir' ich noch, wie heut; troͤste mich dein Abendmahl allein. mit That und Rathe in der Doch, Herr, ich weiß, an V 2 jeder 340 Vom heiligen jeder Staͤte hast du verhei⸗ ßen, nah' zu seyn. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund. 5. Um Trost ist meinem Herzen bange. Ich suche, Herr, dein Angesicht. Wie lange schon, ach, Gott! wie lange ruf ich! Und du erhoͤrst mich nicht. Ach, staͤrke bei des Leibes Schmerz mein banges und verzagtes Herz! 4. Vielleicht, o Herr, er⸗ quickt mich heute zum letzten⸗ mal dein Leib und Blut. Noch einmal gieb dem Her— zen Freude, und der verzag⸗ ten Seele Muth. Noch einmal fleh' ich: hoͤre mich! Am Rand' des Grabes hoͤre mich! 5. Laß das Gedaͤchtniß deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft verleihn! Laß es die Quelle hoͤh'rer Freuden und deines Him⸗ mels Vorschmack seyn! Dein Leiden, dein Versoͤh⸗ nungstod erquicke mich in meiner Noth! 6. Ich seh', ich seh' den Himmel offen, ich fuͤhle meine Seligkeit. Was Abendmahle. kannst du, Seele, groͤß'res hoffen, als was dir hier dein Gott verleiht? Nun komm' ein neues Leiden her; mein Herz mehr. 7. Und naht der Tod mit seinen Schrecken! ich bin getrost und zage nicht. Vom Tode wirst du mich erwecken, ich komme nicht in dein Ge⸗ richt. Ich bin getrost. Dein Leib und Blut giebt mir im Tode Trost und Muth. 397. Bei der ersten Communion. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Herre dir gelob' ich neue Treue, und neuen Fleiß im Christenthum. Dir, Jesu, geb' ich mich auf's neue zu deinem ew'gen Eigenthum. Von deinem guten Geist al— lein will ich hinfort gelei⸗ tet seyn. 2. Nimm hier, o Gott, von deinem Kindedentheuern Eid der Treue hin. Versu⸗ chet mich hinfort die Suͤnde; so will ich ihre Netze fliehn, will jung mich schon der Tu⸗ gend weihn. Sieh', dieser Tag soll Zeuge seyn! erbebt davor nicht 5. Hab 3 Wort in der zwar chen, v Boͤsen denk'i gnaͤdig treulot guten Scheit den, ke entziel Weich hoͤrt es 5 mein er in Wuͤrd brecher wissen Gott! o/ so ge 6.— mein mein mein 2 und de sey;! merda und w oͤß'res er dein komm' mein nicht od mit habin Vom vecken, in Ge⸗ Dein mir im . nion. Gott ꝛc. ) neue Fleiß „Jesu, eue zu ithum. eist al⸗ gelei⸗ Gott, heuern Versu⸗ Zuͤndez fliehn, er Tu⸗ dieser Hab Vom heiligen Abendmahle. 3. Hab' ich schon oft das Wort gebrochen, das ich dir in der Taufe gab; hab' ich zwar Beßrung oft verspro—⸗ chen, und ließ doch nicht vom Boͤsen ab; Herr, reuvoll denk' ich nun daran, nimm gndig dieß Versprechen an! 4. Nie will ich wieder treulos werden, nie deine guten Wege fliehn; kein Scheingut, keine Lust der Er⸗ den, kein Ungluͤck soll mich dir entziehn! Weich', eitle Welt! Weich', Suͤnde, weich'! Gott hoͤrt es, itzt entsag' ich euch. 5. Ja, ja, Gott hoͤret mein Versprechen; tief sieht er in mein Herz hinein. Wuͤrd' ich, was ich gelobet, brechen; so wuͤrde mein Ge⸗ wissen schrein. Und kuͤrzte Gott mir dann mein Ziel; o, so geschaͤh' mir nicht zu viel. 6. Regiere du, o Gott, mein Leben, und mache selbst mein Herz dir treu, daß dir mein Wandel ganz ergeben, und deinem Willen folgsam sey; denn ohne dich ist im⸗ merdar mein Herz verkehrt und wandelbar. 7. Einst werd' ich, Herr, vor deinem Throne mich die⸗ 54 1 ses Tags des Bundes freun; geschmuͤckt mit jener Sieges⸗ krone werd' ich dann ewig selig seyn. O welch ein Heil! Wie freu ich mich! Herr, nimm mich hin; dein, dein bin ich! 398. Confirmationslied. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛe. Die hier vor deinem Ant⸗ litz stehn, sind Jesu Christi Glieder. Blick', wenn vereint wir fuͤr sie flehn, erbarmend auf sie nieder! Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben. 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn und seine heil'⸗ gen Lehren. Ist Freude, Gott, vor deinem Thron, wenn Suͤnder sich bekehren; wiegroß ist unsreFreude nun, da diese ihr Geluͤbde thun, dir treulich anzuhangen! 5. O, laß sie nimmer zum Gericht dein heilig's Mahl empfahen! Laß sie in Glau⸗ benszuversicht stets deinem Tisch sich nahen. Dieß staͤrke sie in aller Noth; dieß reiz' 542 Vom heiligen reiz' sie, Jesu Christi Tod zu 4. 800 durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bei dem edlen Lauf die falsche Welt entgegen; hilf ihrem schwa⸗ chen Glauben auf; und wenn sich Luͤste regen, laß sie hinauf auf Jesum sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmaͤhn, beharren bis ans Ende. 5. Zeig', Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuern Seelen, die itzt mit dir auf alle Zeit im Glau⸗ ben sich vermaͤhlen, und dir sich ganz zum Dienste weihn; laß ewig sie die Deinen seyn! Erhalt' sie in der Wahrheit! 399. Desgleichen. Mel. Mitten wir im Leben ꝛe. Steerke, Mittler, staͤrke sie,‚ deine Theu'rerloͤsten! Laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich troͤsten! Wach' uͤber ihre Seelen! Sie stehn und schwoͤren alle dir! Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger, Schoͤ⸗ pfer, Gott! Heiliger, 0 Gott! Heiliger, Gott,‚, L eh⸗ Abendmahle. rer und Troͤster! Dreieini⸗ ger Gott! Laß sie nie verges⸗ sen ihren theuern, großen Eid bei deinem Namen! 2. Ach! wie viele schwu⸗ ren auch, fest an dir zu hal⸗ ten! Aber treulos ließen sie ihre Lieb' erkalten; Verder⸗ ben ward ihr Ende. Bestaͤn⸗ dig laß dir diese seyn, die sich itzt dir schwoͤrend weihn! Heiliger, Schoͤpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Troͤster! Dreieiniger Gott! Staͤrke sie, die Deinen, im Vertraun auf Jesu Tod und wabre⸗ Tu ꝛigend. 3. Loc Ken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Luͤ⸗ sten; ach! du wollest sie mit Kraft aus der Hoͤhe ruͤsten! Laß streiten sie und siegen! Die Triebe zu verbotner Lust daͤmpfe fruͤh in ihrer Brust! Heiliger, Schoͤpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Troͤster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde, alle Hasser ihres Heils weit uͤber⸗ winden! 4. In der Todesnoth laß sie, deine Theu'rerloͤsten, daß ihr ihr Gla unaus Zaͤhl f Einst ͤ gung m hnen 2. Abendt manche meines steht, wirf m 3. 2 Seelen ten Tr rechtsch den S Kraft 4. bitt' i eieini⸗ Herges⸗ en Eid schwu⸗ u hal⸗ sen sie erder⸗ estaͤn⸗ , die veihn! Gott! Gott! er und Gott! n, im d und un die ·n Luͤ⸗ sie mit uͤsten! iegen! er Lust Brust! Gott! Gott! er und Gott! alle cuͤber⸗ th laß „ daß ihr Vom heiligen Abendmahle. ihr Glaube standhaft bleib', unaussprechlich troͤsten! Zaͤhl' sie zu deinen Todten! Einst führe sie mit uns zu⸗ gleich in dein unvergaͤnglichs Reich. Heiliger, Schoͤpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Leh⸗ rer und Troͤster! Dreieini⸗ ger Gott! Laß sie nie verges⸗ sen ihren theuern, großen Eid bei deinem Namen! 400. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r ꝛe. —O Jesu, du mein Braͤuti⸗ gam, der du aus Lieb' am Kreuzesstamm, zur Til⸗ gung meiner Sündenlast, den 5— Tod erduldet hast! Ich komm' zu deinem Wenbmahl, gebeugt durch manchen Sündenfall; doch meines Herzens Zuversicht steht, Herr, zu dir. Ver⸗ wirf mich nicht! 3. Du bist der Arzt, der Seelen heilt, den Reuerfuͤll— ten Trost ertheilt, und zur rechtschaffnen Heiligkeit den Schwachen Muth und Kraft verleiht. 4. Darum, Herr Jesu, bitt' ich dich/ von meinen 345 Suͤnden heile mich! Mach in mir das Gewissen rein, und laß mich ganz dein eigen seyn! 5. Erleuchte durch dein Wort mein h und richt' es zu dir himmelwaͤrts, daß glaͤubensvoll und dankbar⸗ lich ich deiner Lieb' erinnre mich. 6. Gieb, daß ich's mir zum Heile thu', zur Foͤr⸗ d'rung meiner Seelenruh, zur Staͤrkung in der Heili⸗ gung, zur wahren Lebens⸗ besserung! 5 Tilg' alle Laster aus in mir, mein Herz mit Glaub' und Liebe zier', und, was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz' in mir zu deiner Ehr'! 8. Gieb mir, was meiner Seele nützt, und mich vor dem Verderben schuͤtzt! Du bist mein Heil; laß mich mit dir vereinigt bleiben fuͤr und fur. 9. Du bist's, der in uns Gutes schafft. Ach! staͤrke mich darzu mit Kraft! da⸗ mit ich 8 luͤcklich Welt und Suͤnd' im Glauben an 625 uͤberwind'. 10. Dein freue meine Seele 544 Seele sich! Mein ganzes Le⸗ ben preise dich! Den guten Vorsatz, den ich hier erneure, mache fest in mir! 11. Gieb, daß ich treu sey meiner Pflicht, und mich nach So bring'ich ehristlichund in Ruh deinem Willen richt'! auf Erden meine Tage zu. 12. Bis du mich, o du Lebensfuͤrst, in deinen Him⸗ mel nehmen wirst, daß ich da bei dir ewiglich an deiner Guͤte freue mich. 401. . komm' itzt, eingeladen zum Tische deiner Gna⸗ den, mein Heiland, Jesu Christ! laß wuͤrdig mich hintreten, dich glaubensvoll anbeten, der du so gnaͤdig bist. 2. Ich, Herr, ich bin ein Suͤnder, wie alle Menschen⸗ kinder; doch reu't mich meine Suͤnd'. Der du fuͤr mich gelitten, erhoͤre du mein Bit⸗ ten, damit ich Gnade find'. 5. Ich will vom Boͤsen kehren; hilf allem Unfall wehren, vergieb mir meine Schuld! Du bist für mich Vom heiligen Abendmahle. erworben; drum habe doch Geduld! 4. Du hast durch deine Wunden Erloͤsung einst er⸗ funden; dadurch werd' ich getroͤst't. Hilf mir in deinem Namen, o Jesu! und sprich: Amen, du Suͤnder bist erloͤst. 5. Drauf will ich nun empfangen mit glaͤubigem Verlangen den wahren Leib und Blut, so fuͤr mich ist gegeben. Hilf, daß mir's sey das Leben, und meiner Seele gut! 402. Mel. Straf' mich nicht in deinem ꝛe. Fretet her zum Tisch des Herrn, ihr Communi⸗ canten, eure Herzen seyn nicht fern, Jesu Anverwand⸗ ten! Mit Andacht nehmt in Acht, was er euch wird ge⸗ ben, zu dem ew'gen Leben. 2. Kommt in wahrer Reu und Leid uͤber eure Suͤnden, Demuth und Gottseligkeit lasset bei euch finden, schlagt die Brust, der bewußt, was ihr haͤbt verbrochen, eh' es wird gerochen! 5. Geht heran schoͤn an— gestorben, hast mir das Heil gethan mit dem Glaubens⸗ kleide kleide! Gott an Nehmt Weis'etr gossen fi 4. trinkt v Weine; euch bri ne. 2 in Not Kinder Suͤnder 5.— Gut, men, Ü und B kommer ich, He⸗ hochgel Mel. 2 H rei les Sel unter i Leben z o Soh hen, d Suͤnd' erloͤst 1 Christeé lich. Vom heiligen Abendmahle. 545 he doch kleide! Solche Gaͤste stehn deinen Hoͤh'n von fern der deine Nehmt die Speis', gleicher inst er⸗ Weis' trinkt sein Blut, ver⸗ ew'gen Leben! Nehmt hin rd' ich gossen fuͤr euch Tischgenossen! und trinkt zum ew gen Leben! deinem 4. So ihr wuͤrdig eßt und Gott an, sie sind seine Freude. Ueberwinder Lohn! 2. Nehmt und eßt zum Die Gnade Jesu sey mit sprich: trinkt von dem Brodt und euch! Nehmt und eßt zum terloͤst. Weine; solches Sacrament ew'gen Leben; nehmt hin und hanun euch bringt Lebenstrost allei⸗ ubigem ne. Danket Gott, liebt en Leib in Noth, lebt als fromme nich ist Kinder, werdet nicht mehr mir's Suͤnder! meiner 5. Jesu, Jesu, hoͤchstes Gut, Koͤnig aller From—⸗ men, laß doch deinen Leib und Blut in mein Herze einem. kommen seliglich, das bitt' sch des ich, Herr, in deinem Namen, n hochgelobet! Amen. nseyn rwand⸗ 403. hmt in Mel. Wachet auf, ruft einst ꝛc. ird ge⸗ Her⸗ du wollst sie vollbe— Leben. reiten zu deines Mah— er Reu les Seligkeiten! Sey mitten uͤnden, unter ihnen, Gott! Leben, ligkeit Leben zu empfahen, laß sie, schlagt o Sohn, sich wuͤrdig na— t, was hen, durch dich befreit von eh' es Suͤnd' und Tod! Sie sind erloͤst und rein; sind, Jesu oͤn an. Christe, dein; sind unsterb— ubens. lich. Laß, laß sie seh'n in kleidey trinkt zum ew'gen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eure Seele sey bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter kroͤnt! 404. Sdbicke dich, erloͤste See⸗ le, glaͤubig, nach des Herrn Befehle, seinen Mitt⸗ lerstod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern! Auch fuͤr dich hat er sein Leben in den baͤngsten Tod gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohl⸗ fahrt zu bereiten. 2. Zum Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen. Eil' ihm de⸗ muthsvoll entgegen, und nimm Theil an seinem Se⸗ gen! Komm getrost, es ist sein Wille; 346 Vom heiligen Abendmahle. Wille; komm' und schoͤpf' und ew'ges Leben wirst du Suͤnden aus seiner Fuͤlle neuen Muth und neue Triebe zur Vereh⸗ rung seiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Glaubensstaͤr⸗ kung zu empfangen, der du huldreich deinen Frieden ster⸗ bend auch mir hast beschie⸗ den. Hier fall' ich zu dei⸗ nen Fuͤßen; laß mich wuͤr⸗ dig doch genießen deines Mahls, der Seelenspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 4. O, wie sehnt sich mein Gemuͤthe, Menschenfreund nach deiner Guͤte. Ewig wahret deine Treue, und du siehst mein Herz voll Reue. Seh so wollst du meinen Zaͤhren deine Troͤstung auch gewaͤhren, meiner Suͤnden nicht gedenken, und mir dei⸗ nen Frieden schenken! 5. Ja, ich hoff' auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld—.— und mit neuer Kraft zum Werke meiner Heiligung mich staͤr— ke. Was du, da du fuͤr uns starbest, jedem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh mir gewiß auch geben. Ruh' un! 6. Deiner will ich stets hen der mich freuen, ganz mich dei⸗ 2. D nem Dienste weihen, nur sichtlich nach deinem Willen leben, Heil der und dich dankbar froh erhe⸗ Schulder ben. Deine Huld ist uner⸗ wir sind meßlich! Herr, sie sey mir Ich denk unvergef Hlich, daß ich dich Macht, auf al le Weise herzlich lieb' es ist ve und thaͤtig preise! mir He 7. Du, dem die verklaͤr⸗ mich haf ten Schaaren, die, wie ich, Mit sich auch Schwache waren, ewig Welt, de Dank und Jubel singen, 3. S daß sie hier dein Heil em⸗ Herz, in „pfingen, laß auch mich einst éne Suͤn dahin kommen, daß ich mich seinem nit allen Frommen ewig Gnad' deiner Huld erfreue, und dir Er hoͤrt meine Jubel weihe! Flehn, 4 und gluͤ 405. die Sch Mel. Ein Lamm geht hin ꝛe. soll ich J komme, Herr, und starb, Osuche dich, muͤhselig und Heil ern beladen. O, mein Erbar⸗ Herzen mer, wuͤrd'ge mich des Tro⸗ 4. Je stes deiner Gnaden! Ich ist dein liege hier vor deinem Thron, treu erf Sohne Gottes und des Men⸗ durch d schen Sohn, mich deiner zu zu dies getroͤsten. Ich fuͤhle meiner mich vo Suͤn irst du N. h stets ich dei⸗ „ nur leben, 5 erhe⸗ uner⸗ ey mir h dich ch lieb' er klaͤr⸗ zie ich, „ewig singen, il em⸗ hemich ewig ind dir ö Vom heiligen Abendmahle. Sünden Muͤh; ich suche Ruh' und finde sie im Glau⸗ ben der Erloͤsten. 2. Dich bet' ich zuver⸗ söhtlich an. Du bist das Dal der Suͤnder; hast ihre Schulden abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Welt Macht, und an das Wort: es ist vollbracht! Du hast mir Heil erworben. Fuͤr mich hast du dich dargestellt. Mit sich versoͤhnte Gott die „da du fuͤr sie gestorben. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget mei⸗ 0 einst ne Suͤnden, und laͤßt bei seinem Mahle hier mich Gnad' um Gnade finden. Er hoͤrt der Reue sehnlichs dlehn, will gern mich frei und glücklich fehn, will mir n ꝛc. „ und ig und Erbar⸗ Tro⸗ V ner zu neiner Suͤn⸗ ist dein Gebot; treu erfüllen. durch deinen Tod die Kraft die Schuld vergeben. Nur soll ich dem, er fuͤr mich starb, Heil erwarb, und mir so großes von 30nden Herzen leben. 4. Ja, Herr, mein Gluͤck ich will es zu diesem Willen! Laß mich von nun an eifrig seyn, Verleihe mir 5⁴⁷7 mein ganzes Leben dir zu weihn, und deine Huld zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung, durch eine wahre Besserung, mir und der Welt beweisen! 406. Mel. Freue dich, o meine ꝛc. MVoller Ehrfurcht, Dank O sund Freuden komm' ich, Herr, auf dein Gebot, zu dem Denkmal deiner Lei⸗ den, und gedenk' an deinen Tod. Mittler, der du fuͤr uns starbst, und ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben, sey mein eifrigstes Bestreben! 2. Ich emp find' es itzt aufs neue, was ich dir, Herr, schuldig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich nir zum Besten hin; wie⸗ sest mir den Weg zu Gott, und ertrugst den schwersten Tod, mir im Leben und im Sterben sichre Troͤstung zu erwerben. z. Durch dich ist zu Got⸗ tes Gnade freier Zutritt, und die Kraft, auf der Tugend sel'gem Pfade fest einher zu gehn, verschafft. Und du rufst 348 Vom heiligen Abendmahle. rufst aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich und wandle immerfort mit hier Theil an deinem Se⸗ gen nehme, und mich deiner niemals schaͤme. 4. Sollt' ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfahn? Nicht zur Beß⸗ rung meines Lebens mich zu deinem Tische nah'n? Ja, Friede! mit neuem Ernst will ich 8. Ewig will ich dir es mich vor Suͤnden scheun, danken, daß du so barmher⸗ und dich, durch ein dir ge⸗ zig bist; daß auch, wenn wir heiligt Leben, mit vermehr-Schwache wanken, deine tem Fleiß erheben. Treu' bestaͤndig ist. Herr, 5. Diesen Vorsatz, den ich hoff' es froh und fest, daß ich habe, thaͤtig dankbar dir sie mich auch nicht verlaͤßt. zu seyn, praͤg' ihn, Jesu, bis Zu des Himmels Seligkei— zum Grabe tief in meine ten wird sie mich gewiß auch Seele ein! Gieb mir Kraft, leiten. ihn zu vollziehn! Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn koͤnnte bei mir schwaͤchen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! 6. Laß mich uͤber alles schaͤtzen dein mir theu'r er⸗ worbnes Heil, und nie aus Heiland dir zu werden! Ver⸗ den Augen setzen, wie nur giß sein nicht! Denn dir zu der daran hat Theil, der auf gut verband er sich mit Fleisch deine Stimme hoͤrt, mit Ge⸗- und Blut. Dank ihm füͤr horsam dich verehrt, und in diese Liebe! deinem Dienst auf Erden 2. Halt' im Gedaͤchtniß immer besser sucht zu werden. Jesum Christ! Er hat 10 dich wird ja mein Glaube schwach, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermuͤ⸗ de! So erquicke mich dein 407. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛe. H im Gedaͤchtniß Je— sum Christ, o Seele, der auf Erden vom Him⸗ melsthron gekommen ist, ein 7. Geh mir, wo ich bin dich gelit gestorber Huͤlfe nach, daß ich als Heil erf ein Christ stets handle; und hon der“ er dir o, so hilf mir liebreich auf, Dank ih 3. H Jesum dem Tod zur Rech hat von aus der nacht 2 Licht gel fuͤr dies 4. He Jesum einst wie ten, wa Suͤnder Drum s bestehst, Himmel zu dank 5. J land, di dem Her genliebe ich leb Abendm des Gl. daß ich diene! ich bin ort mit ich als sle; und schwach, ich auf, endlauf ermuͤ⸗ ich dein dir es armher⸗ enn wir deine Herr, est, daß verläßt. deligkei— iß auch dem ꝛ. niß Je⸗ Seele, Him⸗ ist, ein 1! Ver⸗ dir zu Fleisch hm fuͤr Jesum Vom heiligen Abendmahle. dich gelitten, und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Errettung von der Suͤndennoth erwarb ee dir durch seinen Tod. Dank ihm fuͤr diese Liebe! 3. Halt' im Gedaͤchtniß Jesum Christ! Der von dem Tod erstanden, und nun zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden und aus der dunkeln Grabes— nacht Befreiung an das Licht gebracht. Dank ihm fuͤr diese Liebe! 4. Halt' im Gedaͤchtniß Christ! Er wird einst wieder kommen, zu rich— ten, was auf Erden ist, die Suͤnder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 5. Ja, Herr, mein Hei⸗ land, dich will ich nicht aus dem Herzen lassen; mit Ge— genliebe will ich dich, so lang“ ich lebꝰ umfassen. Dein Abendmahl vermehr' in mir des Glaubens Kraft, auf aͤchtniß hat fuͤr dich daß ich dir mit steter Treue diene! — 408. Mel. Ein Lamm geht hin ꝛc. Du. Herr, hast aus Barmherzigkeit, zum Denkmal deiner Gnaden, das ganze Volk der Chri— stenheit wohlthaͤtig eingela— den. Du rufst: Muͤhsel'ge, kommt zu mir! Ich komme, Heiland; ja, zu dir erheb' ich meine Seele. Entzeuch mir deine Gnade nicht! sey auch mein Trost, mein Heil, mein Licht! Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich ver⸗ mag zu zaͤhlen. Ich fuͤhl' es wohl, und leide sehr vor Un⸗ ruh' meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Trost' mich nicht; du siehest meine Reue. Erbarmer, nimm sie gnaͤdigan; du bist's, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Troste sehn' ich mich, gebuͤckt vor dir im Staube! Dein troͤst' ich mich, und nur auf dich, Erloͤser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht ver⸗ schmaͤhn, 3550 schmaͤhn, versprichst, den Schwachen beizustehn, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirst ein glaͤubig's Herz voll Reu, auch meines nicht verachten. 4. Regiere nur auch kuͤnf⸗ tig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Ver⸗ traun auf dich, nach deinem Willen wandle! Gieb, daß aus Dank fuͤr deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld, ich dir auf Erden lebe; bis ich dereinst in deinem Reich, verklaͤrt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. 409. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛe. Och will, o Jesu, dich und deinen Tod bekennen. O laß mein ganzes Herz von Dank und Lieb' entbrennen! Ich komme glaubensvoll, mich deinem Mahl zu nah'n; ich will itzt deinen Leib, ich will dein Blut empfah'n. 2. Laß diese Schaͤtze mich mit innigem Verlangen von deiner Gnade nun zu mei⸗ nem Heil empfangen! Laß mir dieß hohe Mahl von dei⸗ Vom heiligen Abendmahle. ner Angst und Pein, von dei ner Lieb' und Treu' ein ruͤh⸗ rend Denkmal seyn! 5. Aus Liebe kamst du, Herr, sogar dein theures Leben fuͤr meine Seligkeit zum Opfer darzugeben. Du starbst, und schenktest mir ein un schaͤtzbares Gut, aus Liebe deinen Leib, aus Liebe selbst dein Blut. 4. Ach, moͤcht' ich dich dafuͤr auch wieder herzlich lieben, und jede Stunde mich, nur dich zu lieben, uͤben! Dich nur, und, Va⸗ ter, dich, daß du so sehr mich liebst, und meine Schulden mir durch deinen Sohn ver⸗ giebst. 5. Dir, Heiland, will ich mich, dir Seele, Leib und Leben, und alles, was ich bin, zum Opfer wiederge— ben. Nimm alles, o mein Herr, zum Eigenthume hin, der ich so theuer dir zum Dienst erkaufet bin! 6. Laß gleiche Liebe mich an meinem Naͤchsten uͤben! Laß mich, wie du mich liebst, selbst meine Feinde lieben! Du hast uns alle ja zu Ei⸗ nem Leib' getauft, und alle durch durch! Sinn ö essen at dein Fl nie ver. uns Ei Glieder sind, ve uns fre 8. Le uns an und, f deinem Gieb de uns all und ein unsrer! mir gen Uebung deines Licht! 2. Et Gewisse troͤstlich Vom heiligen von del durch dein Blut zu Einem ein ruͤh Sinn erkauft. mst du, theures Heligkeit en. Du tmir ein us Liebe be selbst ich dich herzlich Stunde lieben, d, Va⸗ hr mich chulden hn ver⸗ will ich eib und was ich iederge⸗ o mein me hin, ir zum zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. be mich uͤben! h liebst, lieben! zu Ei⸗ ind alle durch 7. Wir trinken Einen Kelch, dein heiligs Blut; wir essen auch nur Ein Brodt, dein Fleisch. Das laß uns nie vergessen! Laß, Gott, uns Einen Leib und Christi Glieder seyn, und, daß wir's sind, vor dir auch bruͤderlich uns freun. 8. Laß stets als Glieder uns an einem Leibe leben, und, so vereinigt, uns nach deinem Himmel streben! Gieb dazu durch dein Mahl uns allen Lust und Kraft, und einst die Seligkeit nach unsrer Pilgrimschaft! 410. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 9 bin ich, Jesu, zu er⸗ fuͤllen, was du, in dei⸗ ner Leidensnacht, nach dei⸗ nem gnaͤdenvollen Willen, Verleih' zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und d Licht! 2. Es werde mir fuͤr mein Gewissen dein Mahl ein troͤstlichs Unterpfand, daß ich, Abendmahle. 3551 der Suͤndenschuld entrissen, durch dich bei Gott Verge⸗ bung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil, und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, womit du un⸗ ser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleids⸗ triebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! O gieb von deinem Todesschmerz itzt neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Suͤnde scheuen, fuͤr welche du, dich opfernd, starbst; mit schnoͤdem Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie füͤhre mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht! 5. Ich uͤbergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwoͤre dir bestaͤnd'ge Treue vor deinem Tische feietlich. Dein eigen will ich ewig 2255 Du starbst fuͤr mich; drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spoͤttern schaͤmen des. Dienstes, den man dir er⸗ weist; nie mich zu einem Schritt 352 Schritt bequemen, den mein Gewissen suͤndlich heißt. O floͤße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn! 7. Laß mich mit Ernst den Naͤchsten lieben, und wenn er straͤuchelnd sich ver— sieht, Versoͤhnlichkeit und Sanftmuth uͤben! Nie komm' es mir aus dem Ge⸗ muͤth, welch eine schwere Suͤndenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine See⸗ le ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube Vom heiligen Abendmahle. Todesleiden. Hab' ich an ihren Fruͤchten Theil; was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch fuͤr mich, o gieb, daß meine Seel e sich deß ewig freuen moͤge. 2. Du laͤssest mich in dei⸗ nem Tod das wahre Leben finden; Erloösung aus der groͤßten Noth, Vergebung aller Suͤnden, Gewissens⸗ ruh', zur Beßrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, der du am Kreuze starbest. 5. Dein Abendmahl ist mich dein allmaͤcht'ger Ruf mir ein Pfand von dieser erhebt, wenn du dich, großer großen Guͤte. Wie viel Lebensfuͤrst, den Voͤlkern hast du an mich gewandt! sichtbar zeigen wirst. O staͤrke mein Gemuͤthe 9. Gebeugt lieg' ich zu dei- zum glaͤubigen Vertraun nen Fuͤßen, mit Dank und auf dich, daß ich, so laͤng' ich Lob, Gebet und Flehn. Laß lebe, mich an deine Gnade auf mich neue Gnade flie⸗ halte. ßen, mein Heiland! laß es 4. Ich fuͤhle, Herr, voll doch geschehn, daß mir, zur Reu' und Schmerz, die Last Staͤrkung meiner Treu, dein von meinen Suͤnden. Laß Abendmahl gesegnet sey! mein vor dir gebeugtes Herz 411 den großen Trost empfinden, daß du, nach deines Vaters Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛc. Huld, auch mir Vergebung Ich preise dich, o Herr, meiner Schuld auf Buße mein Heil, fuͤr deine hast erworben. 5. Der 5. dein ewig u flaͤrke auf al nur da gefaͤllt, Lust de uͤberwi 6. 2 herzigk ermesse zu kei mag ve aͤchter nem D dir zur 7. L großen Augen Hinder Bahn; heiligs die ein zu dein 8. 8 du dich ben; d cke mick zu sti mich d werd' i ruͤckt; Leben! ich an ; was reuden? en flaͤrke mich mit neuer Kraft er auch ß meine freuen Rin dei⸗ eLeben us der gebung vissens⸗ Kraft, „ auch du am iahl ist dieser die viel wandt! muͤthe ertraun ang' ich Gnade r, voll die Last Laß s Herz finden, Vaters gebung Buße 3. Der Vom heiligen 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen! Er auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefaͤllt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu uͤberwinden! 6. Wie soll ich die Barm⸗ herzigkeit, die du mir thust, ermessen! Gieb, daß ich sie zu keiner Zeit undankbar mag vergessen; daß ich aus aͤchter Gegentreu ganz dei⸗ nem Dienst ergeben sey, und dir zur Ehre lebe! 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen; nimm alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heiligs Vorbild weist, und die einst den erloͤsten Geist zu deiner Freude fuͤhret! 8. Zu meinem Heile hast du dich fuͤr mich dahin gege⸗ ben; dein Abendmahl erwe— cke mich, mit Ernst darnach zu streben! Herr mache mich dazu geschickt! Und werd' ich einst der Welt ent⸗ ruͤckt; so sey dein Tod mein Leben! Abendmahle. 4 12. Mel. Meine Seele erhebt den ꝛc. Meine Seele lobsinget dem 4 Herrn; Jesum preis' ich von ganzem Gemuͤthe. O wer kennt ihn, und preist ihn nicht gern? Ewig waͤhrt des Erhabenen Guͤte! 2. Tief erniedriget ging er einher, unser Mittler und himmlischer Lehrer. Jedes Leidenden Helfer war er, jedes Flehenden milder Er⸗ hoͤrer. 5. Seligmachen war im⸗ mer der Zweck seines goͤttli⸗ chen treuen Bestrebens. Er, er zeigte zum Heil uns den Weg, haͤtte Worte des ewigen Lebens. 4. Huldvoll opfert' er sich fuͤr uns auf, bis er unsre Befreiung vollendet. Seg⸗ nend fuhr er zum Vater hinauf, der uns ihn zum Er⸗ retter gesendet. 5. Hier hat unser Erbar⸗ mer und Hort uns ein theu⸗ res Vermaͤchtniß gelassen, sein heiliges Abendmahl, sein Wort. Selig, die es erwaͤgen und fassen! 6. Voll Erbarmungen 3 schaut 354 schaut er herab, denkt dran, was er den Seinen verheis⸗ sen: sie soll keine Veraͤn⸗ drung, kein Grab, seiner schuͤtzenden Allmacht ent⸗ reißen. 7. Ihn, der keines Erloͤ⸗ sten vergißt, soll mein ewi⸗ ges Loblied erheben. Herz, empfind' es, wie guͤtig er ist! Preis' ihn, Seele, durch christliches Leben! 413. Wer ist wohl, wie du, Stifter wahrer Ruh? Jesu, Freund der Menschen⸗ kinder, Retter der verlohr⸗ nen Suͤnder! Licht und See⸗ lenruh fließt von dir uns zu. 2. Herr der Herrlichkeit, zur bestimmten Zeit kamst du uns zum Heil auf Erden, warst zur Duldung der Be⸗ schwerden unsrer Niedrigkeit großmuthsvoll bereit. 5. Tiefe Schmach und Noth, selbst den Kreuzestod, hast, zur Tilgung unsrer Schulden, du als Mittler wollen dulden; hast durch deinen Tod uns versoͤhnt mit Gott. Vom heiligen Abendmahle. 4. Keine Furcht der Welt schreckte dich, o Held! To⸗ desnacht hast du bezwungen, und ein ew'ges Heil errun⸗ gen fuͤr die suͤnd'ge Welt, durch dein Loͤsegeld. 5. Deine Majestaͤt, Koͤ⸗ nig und Prophet, will ich demuthsvoll verehren, und auf deine Stimme hoͤren; denn dein Reich besteht, wenn die Welt vergeht. 6. Laß mich dir zum Ruhm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen handeln, und mit Freuden dir nachwandeln! Wahres Christenthum sey mein bester Ruhm! 7. Zeuch zu dir mein Herz; laß in Freud' und Schmerz mich an deine Treue denken! Und, wenn Noth und Furcht mich kraͤnken; o so gieb im Schmerz Muth und Trost ins Herz! 8. Bilde mich nach dir, daß ich eifrig hier mich in wahrer Sanftmuth uͤbe, und, wie du, die Demuth Stolz und Rachbe⸗ liebe; gier herrsche nie in mir! 9. Neiget sich mein Sinn zu dem Eiteln hin; o, dann warne warne nicht ih meinen hin! 10. auf, d nichts halte, erkalte! hilf mit 11. staͤrke n mich we voll V treten, Streit freut. 12. Nacht, Macht, schrecke Schild solcher mich A⸗ er Welt dl To⸗ zungen, errun⸗ Welt, it, Koͤ⸗ will ich , und hoͤren; besteht, ht. ir zum nthum, ꝛissen reuden Bahres n bester uHerz; chmerz enken! Furcht zieb im Trost ch dir, ich in h uͤbe, emuth achbe⸗ Sinn dann warne Vom heiligen Abendmahle. warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel verfehle; lenke meinen Sinn auf das Ew'ge in! ö 10. Wecke stets mich auf, daß in meinem Lauf nichts von dir zuruͤck mich halte, und mein Eifer nicht erkalte! In dem Tugendlauf hilf mir Schwachen auf! 11. In Versuchungszeit staͤrke mich zum Streit! Laß mich wachen und mit Beten voll Vertrauen vor Gott treten, bis nach Kampf und Streit mich der Sieg er⸗ freut. 12. Will der Truͤbsal Racht, und der Menschen Macht, meine bange Seele schrecken; muͤsse mich dein Schild bedecken! Hab' in solcher Nacht huldreich auf mich Acht! 15. Einen edeln Muth, daß ich irdisch Gut, willig, mein eignes Leben, mag ums Guten willen geben; solchen weisen Muth gieb mir, hoͤchstes Gut! 14. Soll's zum Sterben gehn; laß mich auf dich sehn! Bleib' mir huͤlfreich dann zur Seiten, mich durch's 85⁵ Todesthal zu leiten, bis ich einst dich seh', dir zur Rech⸗ ten steh'. 414. Mel. Schicke dich, erloͤste Seele 20 Itsa Freund der Men⸗ schenkinder, der du dich zum Heil der Suͤnder, von des Himmels hohen Freuden zu den baͤngsten Todesleiden willig hast herabgelassen, wer kann dein Erbarmen fassen? Tief geruͤhrt von sol⸗ cher Guͤte, preist dich dank⸗ voll mein Gemuͤthe. 2. Herr, du hast auch mir bereitet, was zum wah⸗ ren Wohl mich leitet; Licht, den Weg des Heils zu fin⸗ den; Trost bei dem Gefüͤhl der Suͤnden; Kraft, der Beßrung nachzujagen; Muth, des Lebens Last zu tragen; und die Hoffnung bessrer Zeiten, in dem Reich der Ewigkeiten. 3. Ja, du willst mit dei⸗ ner Gnade selbst mich auf des Lebens Pfade, zum Ge⸗ nuß der Seligkeiten, die du mir erworben, leiten. Du, du willst mich bessern, troͤ⸗ sten, und zum Erbtheil der 3 2 Erloͤ⸗ 56 Vom heiligen Erloͤsten, zu des Himmels Herrlichkeiten, folg' ich dir nur, vollbereiten. 4. Nun so sey der Bund erneuet! Ganz sey dir mein Herz geweihet! taͤglich will ich mich bestreben, nur nach deinem Wort zu leben; was du liebst, will ich auch lieben; ernstlich mich im Guten uͤben; was du hassest, will ich hassen, stets von dir mich leiten lassen! 5. Doch, ich fuͤhle meine Abendmahle. heben, wenn du mich im hoͤ— hern Leben zu den Freuden deiner Frommen, Herr, ich hoff es, laͤssest kommen! Da, da wird mich nichts mehr stoͤren, dich aufs in⸗ nigste zu ehren; da, da werd ich, frei von Suͤnden, dei⸗ nen Frieden ganz empfinden. 415. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Daul, ewig Dank sey dei⸗ ner Liebe, erhoͤhter Schwaͤche. Jesu, was ich Mittler, Jesu Christ! Gieb, dir verspreche, ach! wie leicht daß ich deinen Willen uͤbe, ist das gebrochen! Schneller der du fuͤr mich gestorben oft, als ich's versprochen! bist; und laß die Groͤße dei⸗ Darum staͤrk' in mir die ner Pein mir immer in Ge⸗ Triebe dankbeflißner Ge⸗ danken seyn! genliebe, daß ich, bis ich einst 2. Wie kann ich dich ge⸗ erkalte, treu dir sey, und nug erheben? Ich, der ich Glauben halte! Zorn und Tod verdient; ich 6. Hilf mir wider alles soll nicht sterben, sondern le— streiten, was von dir mich ben, weil du mich selbst mit will ableiten! Auch den Gott versuͤhnt. Du, der staͤrksten Reiz zu Suünden Gerechte, starbst fuͤr mich. hilf mir gluͤcklich uͤberwin⸗ Wie preis' ich, Herr, wie den; daß ich hier stets im preis' ich dich? Gewissen deinen Frieden 3. Heil mir! Mir ward mag genießen, und dereinst das Brodt gebrochen, ich auch uͤberm Grabe Theil trank, Herr, deines Bundes an deinem Segen habe. Wein. Voll Freude hab' 7. O wie will ich dich er⸗ ich dir versprochen, dir, treu— ster gut get Liebe n mir ben nen G und m verleiht 5. uͤberwi zu jede mich v verlaß nicht; goßnes Todesk. 6. Spott! re, Gu mich, H scheider mich er bleibest mich de Mel. Her Gebol ser unsers im hoͤ⸗ 5reuden Herr, ömmen! nichts ufs in⸗ a werd' n, dei⸗ „finden. Gott ꝛc. sey dei⸗ rhoͤhter Gieb, en uͤbe, estorben oͤße dei⸗ in Ge⸗ dich ge⸗ der ich ent; ich dern le⸗ lbst mit u, der r mich. r, wie r ward en, ich Bundes de hab' r, treu⸗ ster Vom heiligen Abendmahle. 357 ster Jesu, treu zu seyn. Ich uns das Heil erworben. schwoͤr' es nun noch einmal Wie hoch hast du auch mich dir! Schenk' du nur deine geliebt! Er, der uns ew'ges Guͤte mir! Leben giebt, ist auch fuͤr 4. Laß, Herr, mich dank-⸗ mich gestorben. Mein gan⸗ bar stets ermessen die mir zu zes Herz frohlockt in mir; gut getragne Last, und deiner o Vater, ich lobsinge dir! Liebe nie vergessen, die du an Gieb, daß ich jeden Tag mir bewiesen hast! Laß mei⸗ aufs neu mich deiner Vater⸗ nen Glauben thaͤtig seyn, huld erfreu! Gott, meines und mir zum Guten Kraft Heils, sey ewig mein, sey verleihn! ewig mein, und laß mich dir 5. Hilf mir das Boͤse stets dankbar seyn! uͤberwinden, und staͤrke mich 2. Voll froher Ehrfurcht zu jeder Pflicht; bewahre beug' ich mich vor dir, Sohn mich vor neuen Suͤnden; Gottes, der du dich fuͤr mich verlaß mich in Versuchung hast hingegeben. Es komme nicht; und dein fuͤr mich ver⸗ goßnes Blut schenk' mir im Todeskampfe Muth! 6. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Eh— re, Gut und Lust der Welt, mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhaͤlt. Du bist und bleibest ewig mein; o laß mich deiner wuͤrdig seyn! 416. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ꝛc. Gelobt seyst du, Herr, un⸗ ser Gott! Gelobt fuͤr unsers Mittlers Tod, der mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin; dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ew'ge Kraft hat deine Liebe mir verschafft, was mich vor dem Verderben schuͤtzt, was meinem Geiste ewig nuͤtzt. Herr Jesu Christ, wie liebst du mich! Wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich! 3. Mit Innbrunstfleh'ich, Herr, zu dir, befoͤrdre du doch selbst in mir ein glaͤubi— ges Gemuͤthe! Mich duͤrstet, gleich dem duͤrren Land', bei deiner 8⁵68 deiner Liebe Unterpfand, nach deiner großen Guͤte. Ich fuͤhle wohl, was mir ge⸗ bricht; o staͤrke meine Zu⸗ versicht, daß du auch mein Versoͤhner seyst, und mich vom ew'gen Tod befrei'st! Herr, dieser Trost sey fest in mir, sey festin mir! So dien' ich voller Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. dieses Heils Gewinn ich eif⸗ rig richte meinen Sinn, mein Streben und mein Flehen! Zeuch mich, mein Heiland ganz zu dir; ja, durch den Glauben wohn' in mir! So nimmt in mir die Seelenruh' und meines Herzens Beß⸗ rung zu. Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht, ver⸗ laß mich nicht! So komm' ich einst nicht ins Gericht. 5. Du oͤffnest deinen Himmel mir. Der Freu⸗ den Fuͤlle ist bei dir; auch ich soll sie genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgrimschaft zu fuͤhren, zu beschließen, daß mir dein Wort stets heilig Vom heiligen Abendmahle. sey; daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu', was dir gefaͤllt, und dich auch ehre vor der Welt! O Herr, mein Heil, sey stets mit mir, sey stets mit mir! So komm ich einst gewiß zu dir. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛe. Gyter Hirte, Jesu Christ, dir sey Lob und Dank Gieb, daß auf gegeben, fuͤr dein theures Abendmahl, das uns dient zum Himmelsleben, und bei dem Gefuͤhl der Suͤnden uns laͤßt Trost und Staͤrke finden. 2. Dazu sind wir dieses⸗ mal, Jesu, auch allhier er⸗ schienen. O, laß uns dein Abendmahl zu des Glau⸗ bens Staͤrkung dienen, und dein heil'ges bittres Leidenitzt verkuͤndigen mit Freuden! 5. Ach, Herr J e sin, schenke du uns des guten Geistes Gaben, daß wir alle⸗ samt dazu moͤgen rechte Her⸗ zen haben, dich mit Glauben zu empfangen, dir in Liebe anzuhangen! 4. Schaff' uns neu durch deinen Geist, daß wir alles Boͤse Boͤse! Lehr' himml Ach/ Namer su! Ai Mel. Hesue mi Herz eir Freude de, ke und he mich, druͤcket 2. 6 haͤlt mi cher sei seinen? stern N tritt an mir se wird, Schrec bedecke ewig n durchst den Tod en thu', ud dich Welt! sey stets it mir! gewiß sind ꝛe. Christ, d Dank theures is dient und bei den uns finden. dieses⸗ hier er— ns dein Glau⸗ »n, und idenitzt üden! Jesu, guten vir alle⸗ )te Her⸗ lauben in Liebe u durch ir alles Boͤse Vom heiligen Abendmahle. Boͤse lassen, und was deine Lehr' uns heißt, und was himmlisch ist, recht fassen! Ach, gieb es durch deinen Namen, Jesu, liebster Je⸗ su! Amen. 418. Mel. Jesu, meine Freude. 4½ ist mein Leben, will mir alles geben, was das Herz erfreut. Keine wahre Freude mangelt seiner Wei⸗ de, keine Seligkeit. Voll und hell ist seine Quell', die mich, wenn mich Truͤbsal druͤcket, staͤrket und erquicket. 2. Er, daß ich nicht falle, haͤlt mich; und ich walle si⸗ cher seine Bahn. Folgsam seinen Rechten, stoͤßt in fin⸗ stern Naͤchten nie mein Fuß⸗ tritt an. Schreckt und droht mir selbst der Tod; mich wird, auch bei Furcht und Schrecken, Herr, dein Arm bedecken. 3. Ich, bei meinem Freun⸗ de,‚ fuͤrchte keine Feinde, ich, von ihm beschuͤtzt. Darb' ich; er hat Gaben, giebt mir, mich zu laben, was mir ewig nuͤtzt. Trost und Lust durchstroͤmt die Brust; denn 559 ich bete nie vergebens, zu dem Herrn des Lebens. 4. Seine Lieb' und Gnade folgt mir auf dem Pfade sei⸗ nes Beispiels hier. Wenn ich ihn vollende, reichet er am Ende seine Krone mir. Ich, verneut zur Seligkeit, bin dann ewig mit den From⸗ men herrlich und vollkom⸗ men. 419. Gort sey gelobet und gebe— nedeyet, daß er selber uns erfreuet mit seines Soh⸗ nes Leib' und seinem Blute! Das komm' uns, Herr Gott, zu gute! Gott, sey uns gnaͤdig! 2. Du wardst, denn alle waren wir verlohren, fuͤr uns wahrer Mensch geboh— ren. Dein Leib, dein Blut mach' uns gerecht auf Erden; laß uns ewig selig werden! Gott, sey uns gnaͤdig! 5. Dein Leichnam ward fuͤr uns dahin gegeben, in den Tod hin, uns zum Leben. Nicht groͤßre Guͤte konntest du uns schenken, deiner dank— voll zu gedenken. Gott, sey uns gnaͤdig! 4. Nur 360 Vom heiligen Abendmahle. 4. Nur deine Liebe konnte Herr, aus aller Noth. Ky⸗ Hochste dich bewegen, Leib und Blut, zu unserm Segen, Gott dar⸗ zubringen, ihm uns zu ver⸗ soͤhnen, und mit Gnad' und Huld zu kroͤnen. Gott sey uns gnaͤdig! 5. Gott geb' uns allen Friede, Heil und Gnade, daß wir wandeln seine Pfa⸗ de, in rechter Lieb' und bruͤ⸗ derlicher Treue, daß auch Er uns einst erfreue. Gott sey uns gnaͤdig! 6. Herr, segn' uns stets mit deinem guten Geiste, daß er stets uns Beistand leiste, damit wir all' in Fried und Eintracht leben, bis wir uns zu dir erheben! Gott sey uns gnaͤdig! 420. Gort sey gelobet und gebe— nedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Flei— sche und mit seinem Blute! Das gieb uns, Herr Gott, zu gute! Kyrie, eleison! 2. Herr, durch deinen hei⸗ ligen Leichnam, der von dei— ner Mutter Maria kam, und das heilige Blut, hilf uns, rie, eleison! 3. Der heil'ge Leichnam ist fuͤr uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben; nicht groͤßre Guͤte koͤnnte er uns schenken, dabei wir sein soll'n gedenken. Kyrie, eleison! 4. Herr, dein' Lieb' so groß dich gezwungen hat, daß dein Blut an uns groß' Wunder that, Schuld, daß uns Gott ist worden huld. Kyrie, eleison! 5. Gott geb' uns allen sei⸗ nen Gnadensegen, daß wir gehn auf seinen Wegen, in rechter Lieb' und bruͤderlicher Treue, daß uns die Speis' nicht gereue. Kyrie, eleison! 6. Herr, dein'n heil'gen Geist uns immer laß, der uns geb' zu halten rechte Maaß, daß dein' arme Christenheit leb' in Fried und Einigkeit. Kyrie, eleison! 421. Mel. Ich dank' dir, Menschenhuͤter ꝛc. Sobag uͤber alle Schaͤtze, o Jesu, bester Schatz, an dem ich mich ergoͤtze, hier hab' ich einen Platz in mei⸗ nem treuen Herzen dir, Hoͤch⸗ und bezahlet unsre * durch meinen 2. Freude melsbr kann w lennotl stillen, zeit erf Trost u 3* blicken scht, quicken Freude dich zu leid; ve ben, is 4.L o Jesu du mir nem Le dig leid Pein v den, 1 seyn. 5. 2 ergeben fuͤr, im ben, n im Tri als, Je und Fr jaͤmme * Ky⸗ nam ist 1 Tod, ; nicht er uns in soll'n leison! so groß aß dein Bunder unsre ott ist leison! len sei⸗ aß wir zen, in erlicher Speis' leison! heil'gen her uns Maaß, tenheit tigkeit. * huͤter ꝛc. 'chaͤtze, Schatz, e, hier n mei⸗ 1 dir, Hoͤch⸗ Freudenlicht! Vom heiligen Abendmahle. Hoͤchster, zugetheilt, weil du durch deine Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach, Freude meiner Freuden, du wahres Him⸗ melsbrodt, damit ich mich kann weiden, das meine See⸗ lennoth ganz kraͤftiglich kann stillen, und mich in Leidens⸗ zeit erfreulich uͤberfuͤllen mit Trost und Suͤßigkeit! 3. Laß mich im Geist er⸗ blicken dein freundlichs Ange— sicht, mein Herz stets zu er— quicken, komm, komm, mein Denn ohne dich zu leben, ist lauter Herze⸗ leid; vor deinen Augen schwe— ben, ist wahre Seligkeit. 4. O reiche Lebensquelle, o Jesu, suͤße Ruh! Schickst du mir Trauerfaͤlle in mei⸗ nem Leben zu; will ich gedul⸗ dig leiden, und soll mich keine Pein von deiner Liebe schei— den, noch mir beschwerlich seyn. 5. Mein Herz bleibt dir ergeben, dir immer fuͤr und fuͤr, im Sterben und im Le⸗ ben, will lieber hier mit dir im Truͤbsalsfeuer schwitzen, als, Jesu, ohne dich in Gluͤck und Freuden sitzen, am Geiste jaͤmmerlich. 361 6. O Herrlichkeit der Er⸗ den, dich mag und will ich nicht! Mein Geist will him̃⸗ lisch werden, und ist dahin gericht't, wo Jesus wird ge⸗ schauet, da sehn' ch mich hin⸗ ein, wo Jesus Hütten bauet; dort, dort ist gun zu seyn! 7. Nun, Jesu, mein Ver⸗ gnuͤgen, nimm miich dereinst zu dir; hilf mir, den Tod be⸗ siegen, komm danm, der Seele Zier, und setze miich aus Gna⸗ den in deine Freudenstadt! So kann mir niemand scha⸗ den; so bin ich reich und satt! 42². Mel. Wach auf, miein Herz ꝛc. O Jesu, meine Wonne, du meiner Seele Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schaͤtzen dieß himmlische Er— goͤtzen, und diese theure Ga⸗ ben, die mich gestaͤrket haben? 3. Wie soll ich's dir ver⸗ danken, o Herr, daß du mich, Kranken, gespeiset und ge⸗ traͤnket, und selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Her— zen, fuͤr alle deine Schmer⸗ zen, 362 zen, fuͤr deine Schlaͤgs und Wunden, hie du fuͤr mich empfunden. 5. Dir dank' ich fuͤr dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank' ich fuͤr dein Sehnen, und deine heiße Thraͤnen. 6. Dir drank' ich fuͤr dein Lieben, dæs standhaft ist ge⸗ blieben; dir dank' ich fuͤr dein Sterbien, das mich dein Reich laͤßt erben. 7. Iht sichmecket mein Ge⸗ muͤthe, Herr, deine große Guͤte, die mit so großen Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich's nicht vergessen, vielmehr mit Dank ermessen, nyas durch die Him⸗ melsspeise mir deine Huld erweise. 9. Du wollest, Herr, die Sünde, die ich noch an mir finde, aus meinem Herzen treiben, und kraͤftig in mir bleiben! 10. Ich bin ja losgezaͤhlet von Suͤnden, und vermaͤh⸗ let mit dir, mein liebstes Le⸗ ben! Was kannst du meh⸗ rers geben? 11. O daß sich meine Vom heiligen Abendmahle. Seele dich stets zur Freude waͤhle, mit brünstigem Ver⸗ langen allein an dir zu haͤn⸗ gen! 12. Laß mich die Wollust meiden; laß mich geduldig leiden; laß mich mit Andacht beten, und von der Welt ab⸗ treten! 13. Im Handeln, Wan⸗ deln, Essen, laß nimmer mich vergessen, wie trefflich ich be⸗ gluͤcket, ja, himmlisch bin erquicket! 14. So kann ich nicht verderben; ich werd' einst se⸗ lig sterben, und froͤhlich auf⸗ erstehen, um, Jesu, dich zu sehen. 423. Mel. Allein Gott in der Hoͤh' 6. Der Herr ist mein getreuer Hirt, dem ich mich ganz vertraue. Zur Weid' er meine Seele fuhrt auf schoͤ⸗ ner, gruͤnen Aue; zum fri⸗ schen Wasser fuͤhrt er mich, den Geist zu laben kraͤftig⸗ lich, durch's sel'ge Wort der Gnade. 2. Er leitet mich auf rech⸗ ter Bahn, von seines Na⸗ mens wegen. Geht gleich viel viel Tr Todes grauet mein tt mir; mich tr 3. mir ber me flie ein, laͤ sich au Die zigkeit allezeit bleibe. Mel. Der d Haͤnde gen Ge und Hi 2.0 be, feh be; de Fuͤlle und sti 5. Freu weider schen in schr 4. Freude m Ver⸗ zu han⸗ Wollust eduldig Indacht Zelt ab⸗ Wan⸗ ier mich h ich be⸗ sch bin nicht einst se⸗ ch auf⸗ dich zu Hoͤh' ie. etreuer mich zeid' er f schoͤ im fri⸗ mich, raͤftig⸗ ort der frech⸗ 5 Na⸗ gleich viel Vom heiligen Abendmahle. viel Truͤbsal mir heran, aufs Todes finstern Stegen; so grauet mich doch nicht dafuͤr, mein treuer Hirt ist stets bei mir; sein maͤcht'ger Schutz mich troͤstet. 3. Den Tisch der Seel' er mir bereit't, laͤßt Gnadenstroͤ⸗ me fließen, schenkt mir voll ein, laͤßt Fried' und Freud' sich auf mein Herz ergießen. Die Guͤte und Barmher⸗ zigkeit, sie folgen mir hier allezeit; in seinem Schutz' ich bleibe. 424. Mel. Wach' auf, mein Herz ꝛc. Der Herr, der aller En⸗ den regiert mit seinen Haͤnden, der Brunn der ew'⸗ gen Guͤter, der ist mein Hirt' und Huͤter. 2. So lang ich diesen ha⸗ be, fehlt mir's an keiner Ga⸗ be; der Reichthum seiner Fuͤlle macht mich vergnuͤgt und stille. 3. Er lasset mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, fuͤhrt mich zu fri⸗ schen Quellen, schafft Rath in schweren Faͤllen. 4. Wenn meine Seele za⸗ 365 get, und sich mit Sorgen pla⸗ get, weiß er sie zu erquicken, aus aller Noth zu ruͤcken. 5. Er lenkt mein Thun und Lassen, fuͤhrt mich auf rechte Straßen, laͤßt Furcht und Angst sich stillen, um seines Namens willen. 6. Und muß ich gleich vor andern im finstern Thale wandern; fuͤrcht' ich doch kei⸗ ne Tuͤcke, bin frei vor Un⸗ geluͤcke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, wirst mich beschuͤz⸗ zen, leiten. Dein Schutz wird mich bedecken vor aller Feinde Schrecken. 8. Du setzest mich zum Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen er⸗ weckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mit Freu⸗ denoͤle mich; fuͤllest meine Seele, bei Durst auf wuͤster Straße, mit vollgeschenktem Maaße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gu⸗ tes Muthes, voll Lust, voll Freud' und Lachen, so lang' ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener bleiben, 364 Vom heiligen Abendmahle. bleiben und dein Lob herrlich winder, will ich streiten. treiben, im Hause, da du Nach dem Kampfe gieb die wohnest, und fromm seyn Krone mir, deinem Streiter, wohl belohnest. deine Seligkeiten, die Un⸗ 12. Ich will dich hier auf sterblichkeit zum Lohne, Erden, und dort, da wir dich Herr, mein Vergelter! werden selbst schau'n, im Himmel droben, hoch ruͤh⸗ 426. men, preisen, loben. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛc. 4⁷ Di gingst, o Heiland, hin, 425. fuͤr uns zu leiden, er⸗ Mel. Gott sey gelobet ꝛc. warbst uns allen deine Him⸗ 3⁰ habe, Herr, entlastet melsfreuden, und starbst von der Buͤrde meiner vom Fluche, und von al⸗ Suͤnde, deinem Namen lem Boͤsen uns zu erloͤsen. mich ganz geheiligt. Wuͤrde 2. Deß sollen deine Juͤn⸗ auch That und Amen, mein Einem Brodt und Opfer treuer Heiland! essen; von Einem Kelche trin⸗ die Eit der St kenntni ist, ni tragen? keit, der deine C Schwa machen —— der, be ö ö und irr nur, ach! wuͤrde mein Geluͤbd' ger nie vergessen, die wir von 2. Es ruft, es seufzet ken, alle Bruͤder, und deine meine ganze Seele um die Glieder. Kraft, es zu erfuͤlen, damit 5. Dein heiligs Mahl ge⸗ ich standhaft deine Wege bietet den Gemeinen, durch waͤhle; ungetaͤuscht nur dei⸗-Einen Geist mit dir sich zu nem Willen, nicht Luͤsten vereinen, daß unter Einem folge. Hirten Eine Heerde aus Al— 3. Ruf' mir aus deinem len werde. Himmel: uͤberwinde! Luͤste 4. Wir sind mit Einem taͤuschen und verderben; ich Opfer Gott erkaufet; wir kroͤne dich, wenn ich getreu alle sind auf Einen Tod ge⸗ dich finde! Heil den Kaͤm⸗ taufet, daß jeder nun mit pfern, die mir sterben! Sie gleichem Ernst und Triebe werden leben. den andern liebe. 4. Mit dir, du Ueber⸗ 5. Wie darf denn die, die Sch w wuͤrden auf Erd in volle ihr Mi schmuͤck 10. 0 wer irr in der eiten. zieb die treiter, die Un⸗ Lohne, 2 was ꝛc. id, hin, en, er⸗ e Him⸗ tarbst von al⸗ loͤsen. e Juͤn⸗ Opfer he trin⸗ Vom heiligen Abendmahle. die Einen Herrn bekennen, der Streit: wer mehr Er⸗ kenntniß habe, trennen? und Herzen, die sich eines Hei— lands freuen, zum Haß ent⸗ zweien? 6. Soll denn, wer stark ist, nicht die Schwaͤchern tragen? Soll er der Einig— keit, der Liebh entsagen? Und deine Güte schonte doch der Schwachen, sie stark zu machen! 7. Wenn wir, wie Bruͤ⸗ der, bei einander wohnten, ö und irrt ein Bruder, seiner vir von d deine ahl ge⸗ durch sich zu Einem us Al⸗ Einem wir od ge⸗ n mit Triebe 1 die, die Schwaͤche schonten; wie wuͤrden wir dir aͤhnlich schon auf Erden, wie selig werden! 8. Der danke, wer mehr Licht hat; er sey weise, nicht sich nur zu gefallen; dir zum Preise sey er's den Bruͤdern, und, an Einsicht groͤßer, sey er auch besser! 9. Er wisse, daß die Wahrheit, gleich der Son— ne, erst Morgenroͤth' ist, eh' in voller Wonne sie, wenn ihr Mittagsglanz die Erde schmuͤcket, das Aug' entzuͤcket. 10. Er liebe mehr, damit, wer irrt, aus Liebe sich freier in der Wahrheit Pruͤfung 365 uͤbe, und gern zum Lichte, frei vom Bruderhasse, sich leiten lasse. 11. Auch dazu muͤsse dei⸗ ne Lieb' uns bringen! Du wollest, Herr, dieß große Werk vollbringen, daß unter Einem Hirten Eine Heerde aus Allen werde. 427. Meinen Jesum laß ich nicht, meine Seel' ist nun genesen, selig istdas heut⸗ ge Licht, da ich Jesu Gast ge⸗ wesen! Drum ruft itzt mein Herz, und spricht: meinen Jesum laß ich nicht! 2. Meinen Jesum laß ich nicht, weil er mich so bruͤn⸗— stig liebet; weil er mich so hoch verpflich't und sich mir zu eigen giebet, und sich ewig mir verspricht. Meinen Jesum laß ich nicht! 3. Herr, dein Leib und theures Blut, das im Nachtmahl ich genossen, staͤrktmich; dieses edle Gut, sagt mir's, daß mich nichts verstoßen kann von Gottes Angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht! 4. Wohl mir, daß mich nichts nichts mehr druͤckt! ach, wie wohlist mir geschehen! Mei⸗ ne Seel' ist ganz entzuͤckt, weil ich, Jesu, dich gesehen. 2* Jesu, meine Zuversicht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! 5.• schreckt' mich sehr; doch mein Jesus hat erfuͤllet, was mir mangelt, daß nunmehr mein Gewissen ist gestillet. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht! 6. Dich, o Jesu, laß ich nicht, weil du trugst auf dei⸗ nem Ruͤcken meine Suͤnd' und das Gericht, das mich, Armen, sollte druͤcken. Wenn mich meine Suͤnd' anficht, laß ich dich, mein Jesu, nicht. 5. Meinen Jesum laß ich nicht, er ist ja mein Bruder worden. Trotz, daß Welt und Satan spricht, ich sey noch in ihrem Orden! Nein, nein! Jesus ist mein Licht! Dich, mein Jesu, laß ich nicht! 8. Mein Gewissen, stille dich! Denn die Handschrift ist zerrissen. Jesus, der so jaͤmmerlich ward gemartert und zerschmissen, der befreit mich im Gericht. Meinen Je⸗ sum laß ich nicht! Neine Schwachheit Vom heiligen Abendmahle. 9. Kommt, ihr Feinde, sprecht mir Hohn! fragt: ob ich sey Gottes Erbe? Frei⸗ lich, Jesus, Gottes Sohn, bleibt mein Erbtheil, wenn Trotz, wer mir ich sterbe. dieß Gut abspricht! Mei⸗ nen Jesum laß ich nicht! 10. Tod, dein Stachel ist entzwei, Christus ist zum Gift dir worden; ewig bin ich von dir frei, weil du mich nicht kaͤnnst ermorden. Trotz, daß mich dein Sta⸗ chel sticht, weil ich Jesum lasse nicht! 11. Hoͤlle, schweig'! Denn deine Glut ist nun voͤllig ausgeloͤschet! Jesus ist es, dessen Blut mich ganz rein von Suͤnden waͤschet, und mich frei von Strafe spricht. Meinen Jesum laß ich nicht! 12. Jesus ist und bleibet mein, er hat sich mit mir ver⸗ bundenz ist mein Freund, und ich bin sein; bin erloͤst durch seine Wunden. Dankbar ihm mein Herz verspricht: meinen Jesum laß ich nicht! 15. Laß mich auch, mein Jesu, nicht, wenn es mit mir geht zum Ende! Wenn mir Sinn und Herze bricht, Je⸗ su, su, nim nen Ge Ach, m nicht! 14. l gewiß, XVI thal Lob 1 Mel. W' W. ke Heiland wie the Welch L sterniß u wie zerri thums 2 mest, hoͤ Glaube Stumm ken. 2. N ren's, d keten; di sind sie? wo die Macht, dienstes Schatten Feinde, agt: ob Frei⸗ Sohn, „wenn ver mir Mei⸗ cht! achel ist st zum vig bin deil du norden. n Sta⸗ Jesum Denn voͤllig ist es, nz rein „ und spricht. Hnicht! bleibet ir ver⸗ id, und t durch ankbar pricht: nicht! „mein nit mir in mir t/ Je⸗ su, Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten ꝛc. su, nimm in deine Haͤnde mei⸗ nen Geist, mein Lebenslicht! Ach, mein Jesu, laß mich nicht! 14. Und deß bin ich auch gewiß, weil mein Jesus mir ——m————— *———— 367 verheißen, aus des Todes Finsterniß mich mit starker Hand zu reißen. Drum auch meine Seele spricht: Amen, Jesum laß ich nicht! XXVI. Von Jesu Christo, seinen Wohl. thaten, und den Verpflichtungen gegen ihn. 428. Lob und Anbetung Jesu. Mel. Wie herrlich strahlt der ꝛe. Wie groß, wie angebe— tet ist dein Nam e, Heiland, Jesu Chri st‚ wie echeuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Fin⸗ sterniß mit dir der Welt auf! wie zerriß, wie floh des Irr⸗ thums Wolke! Als du ka⸗ mest, hoͤrten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu dan⸗ ken. 2. Nur Schwache wa⸗ ren's, die dein Licht verbrei⸗ teten; die Weisen nicht. Wo sind sie? wo die Hohen? und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Goͤtzen⸗ dienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht! List nicht! deine Ga⸗ ben, Mittler, haben dich verklaͤret, und den Weg zu Gott gelehret. 5. Wir werden deinen Ruhm erhoͤhn, wir werden deine Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden; genießen, was du uns er⸗ warbst, als du fuͤr uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, daß wir, Suͤnder, Gottes Kinder werden sol⸗ len, wenn wir an dich glau⸗ ben wollen! 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entaͤußert, eine kurze Zeit fuͤr uns von Gott verlassen. Und nun, mit Ehr' und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die, versoͤhnt, der Suͤnden Greuel hassen. Ihnen willst du Heil und Leben 368 Leben gerne geben, und uns allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Untergang erschallet dir der Lobgesang erretteter Gerech— ten. Unzaͤhlbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein wuͤrdig's Loblied braͤchten. Ihrer mehr noch, Jesu, wer⸗ den schon auf Erden, dir lobsingen, Preis und Dank, und Ruhm, dir bringen. 6. Wie groß, wie ange⸗ betet ist dein Name, Hei⸗ land, Jesu Christ! Wie herrlich bei den Deinen! Fuͤhrst du uns einst zu deiner Ruh; o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig muͤsse dir zur Ehre, ihrer Choͤre Lob erschallen, durch die Him— mel wiederhallen. 429. Mittleramt Jesu. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ꝛc. Poach und Lob und Herr⸗ lichkeit sey, Erloͤser, dir gegeben! Preis sey dir in dieser Zeit, Preis und Lob im ewgen Leben! Menschen, Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten ꝛe. Engel,‚ Seraphim, groß ist Jesus, jauchzet ihm! 2. Ihr Erloͤseten des Herrn, preiset ihn, lobsingt ihm herrlich! Alle Suͤnden trug er gern, keine Last ward ihm beschwerlich; fuͤr die Welt, die strafbar war, gab der Heiligste sich dar. 3. Er, der Herrscher, stieg vom Thron, und kam als ein Knecht auf Erden. Du bist würdig, Gottessohn, ewig hochgelobt zu werden. Freund, der froh sein Blut vergoß, werd' und bleib' mir ewig groß! 4. Seele, Jesus sey dein giebet! Seele ewig li sey die sanften 7. N erfreun Hre, seyn, i und Eh o Heila alles zur 8. A fest, an allen! 5 verlaͤßt! derben f Theil! Treu ist er fuͤr dich gestorben, er hat Gnade, Trost und Heil, und den Himmel dir erworben; al— les, alles ist nun dein! Wie kannst du gnug dankbar seyn! 5. Fuͤr die Leiden ohne noch? E Zahl, fuͤr die Leibs⸗ und Seelenschmerzen, und fuͤr deine Todesquaal dank' ich dir mit treuem Herzen. Treu dank' ich, doch mangelhaft; gieb zu besserm Dank mir Kraft! 6. Welche Liebe, daß fuͤr mich Gottes Sohn sein Leben giebet! Seele f sum laß 9. 2 reich un tes Kin liebt mi daß ich sterben dann fuͤ Mel. He Wie ka NS bist der groß ist en des lobsingt Suͤnden ist ward fuͤr die ar, gab er, stieg am als n. essohn, Du verden. n Blut eib' mir sey dein fuͤr dich Gnaͤde, nd den en; al⸗ n! Wie ar seyn! nohne 8⸗ und ind fuͤr ink' i n. Treu zelhaft; ni mir daß fuͤr n Leben bist der Weg, die Wahrheit A giebet! Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, ꝛc. giebet! Hilf, daß meine Seele dich redlich, bruͤnstig, ewig liebet! Frohe Tugend sey die Frucht von der Liebe sanften Zucht. 7. Nichts soll mich so sehr erfreun, als daß ich dir ange⸗ hoͤre, Jesum ehren; Jesu seyn, ist des Christen Trost und Ehre. Wenn ich dein, o Heiland, bin; wird mir alles zum Gewinn. 8. An dir, Jesu, halt' ich fest, an dir, Treuester von allen! Wehe dem, der dich verlaͤßt! Er muß ins Ver⸗ derben fallen. Meine ganze Seele spricht: meinen Je⸗ sum laß ich nicht! 9. Durch dich bin ich reich und hoch, ich bin Got⸗ tes Kind und Erbe. Gott liebt mich, was fehlt mir noch? Eins fehlt nun noch— daß ich sterbe. Auch gut sterben hilfst du mir, und dann fuͤhrst du mich zu dir! 430. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛc. Noe kann mein Herz dich, Jesu, gnug erheben; du 589 und das Leben. Was ich zu meinem Heile noͤthig ha⸗ be, ist deine Gabe. 2. Du Gottes Sohn, trat'st in der Menschen Orden, und bist fuͤr mich ein solcher Mitt⸗ ler worden, daß ich, der Noth, die mich beschwert, entnom⸗ men, zu Gott kann kommen. 5. Du machst, daß mir aus deiner Gnadenfuͤlle Heil uͤber Heil fuͤr meine Seele quille. Nichts kann ich mir zu meinem Heil erdenken; du willst es schenken. 4. Mir fehlte Licht, die Wahrheit zu erkennen, Gott anzubeten, Vater ihn zu nen⸗ nen; du aber bist zum Lichte mir erschienen, Gott recht zu dienen. 5. Vor deinem Glanz entfliehn die Todesschatten, die mich Verblendeten um⸗ geben hatten; geleitet in Er⸗ kenntniß deiner Wahrheit, umgiebt mich Klarheit. 6. Es hatten mir die Schulden meiner Suͤnden den Weg verschlossen, Got⸗ tes Huld zu finden, und lie⸗ ßen mir's an wahrem Troste fehlen zur Ruh der Seelen. 7. Dieß große Elend hast a + du 37⁰ du weggenommen, bist mir der Weg, zu Gottes Huld zu kommen; dein Opfer schafft mir der Vergebung Freuden, und Trost im Leiden. 8. Die ew'ge Zukunft war vor mir verhuͤllet; kein Strahl der Hoffnung, wel— che Seelen fuͤllet, die sich un⸗ sterblich fuͤhlen, schien dem Herzen in Todesschmerzen. nach der Zeit zum Himmel mich erheben, mir ew'ges Gluͤck fuͤr meinen Geist ge⸗ waͤhren, den Leib verklaͤren. 10. Nun ich verehre dei⸗ ne große Guͤte, mit tiefge⸗ ruͤhrtem dankbarem Gemuͤ— the. In Himmelswonne preis' ich deinen Namen einst besser. Amen. 431. Mel. Vater unser im Himmelreich ꝛc. Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich bist du, sowohl durch Wort, als That, der schwachen Men⸗ schen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten ꝛe. Herr Jesu, dein, und lo⸗— bet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Suͤnden⸗ schuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sey dir Dank und Ruhm, Herr, fuͤr dein Evaͤngelium! 3. Du sahest, in der Gott— heit Licht, mit aufgeklaͤrtem 9. Du aber, großer Mitt⸗Angesicht, was, nach des ler, bist mein Leben, willst Hoͤchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch dei— nen Mund das Kuͤnftige den Menschen kund. 4. Dieß und die Wun⸗ der deiner Hand sind uns ein goͤttlich's Unterpfand, was man aus deinem Mund' ge⸗ hoͤrt, sey Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwaͤche mir der Frevler Spott den Glauben an dieß Wort von Gott! 5. Du lehretest durch Wort und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heil'gen Wandel an. daß ich auf dieser Bahn, ge— Treu d sey! 6. dem d soͤhnur Du u Lehrer Heil Begl Kraft Nutzen 7 deinem gen me dest, heißt, guten Wahrst zum 6 Kraͤfte 8. 2 ihn aue zu der! Eigend Gieb, Herr, staͤrkt von dir, mit steter Treu mit ich mich be hell'res Mel. Lie To e H deine L mit Fol nd lo⸗ 8, von iachtest it, wie ünden⸗ werden vig sey Herr, r Gott⸗ laͤrtem ch des h, die en hat; rch dei⸗ ige den Wun⸗ Kraͤfte giebt. uns ein „ was ind' ge⸗ die uns hwaͤche 'tt den ort von durch Man Tugend heil'gen Herr, n, ge⸗ Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, ꝛc. Treu dir nachzufolgen, eifrig sey! 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Ver⸗ soͤhnung predigt, stammt; Du machst, durch treuer Lehrer Mund, noch itzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nutzen schafft! 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinen Sie⸗ gen maͤchtig fort. Du sen— dest, wie dein Mund ver— heißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und 8. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit fuͤhr', vom Eigenduͤnkel mich befrei, da— mit ich dir gehorsam sey; bis mich bei dir in Ewigkeit ein hell'res Licht dereinst erfreut. 432. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier ꝛc. Treu E euer sey mir allezeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre. Gieb, daß ich steter mit Folg samkeit treulich ihre 37 Vorschris ehre; dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen darauf baue! 2. Nur bei deiner Wahr⸗ heit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen, und, nach sei⸗ nem heil'gen Willen, unsre Pflichten treu erfuͤllen. 3. Was die Weisen die⸗ ser Welt vor dir nicht erfor⸗ schet haben, das hast du ins Licht gestellt, und durch dei⸗ nes Geistes Gaben bringst du es in unsre Seelen, daß wir Heil und Leben waͤhlen. 4. Du entdeckst uns un⸗ sre Schuld, und der Suͤnde großen Schaden, aber auch des Hoͤchsten Huld, und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer Suͤn— den gnaͤdige Vergebung fin⸗ den. 5. Huldreich rufest du uns zu: kommt zu mir, be⸗ schwerte Seelen, es soll euch zu eurer Ruh nicht an Troste bei mir fehlen; wollt ihr an⸗ ders von mir lernen, euch von Suͤnden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausendZeü⸗ Asa 2 gen, 57² gen. die zu deines Mamens Ruhm dearbar ihre Kniee brugen, daß du noch dein Wort erfuͤllest, und der Seele Kummer stillest. 7. O nimm gnaͤdig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe! Hoͤre meinen Lobgesang, den ich hocherfreut dir singe! Du, du heilst auch mich aus Gna⸗ den von der Suͤnde großem Schaden. 8. Koͤstlicher, als Gold, sey mir, was dein goͤttlich's Wort mich lehret! Dank, ja ewig Dank sey dir, fuͤr den Trost, den du gewaͤhret! Werdẽ ich einst zu dir erhoben; will ich wuͤrdiger dich loben. 9. Stets, so lang' ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln; taͤglich mit erneu⸗ tem Sinn nur nach deinem Willen handeln. So nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen hoͤ⸗ hern Freuden. X22 Leben und HBeispiel Jesu. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach ꝛc. O Jesu, wahrer Froͤm⸗ — migkeit vollkommenstes Von Jesu Chrtsto, seinen Wohlthaten 26. Exempel! Dein Herz, dem Vater ganz geweiht, war jeder Tugend Tempel; dein Wandel, rein von aller Schuld, Gott werth, und wuͤrdig seiner Huld. 2. Wer war wohl eifri— ger, als du, zu thun des Va⸗ ters Willen? Dir war es Ruhm und Seelenruh, ihn war, ihn zu preisen, deineLust. 3. Wenn je dein Auge Frevler sah, warst du voll edler Schmerzen; doch, wenn des Vaters Wort ge⸗ schah, quoll Freud' aus dei⸗ nem Herzen. ihn sah stets dein Auge hin. 4. Ihn ehrtest du mit Wort und That, vor aller Welt, mit Freuden. warst bereit, nach seinem Rath, zum Heil fuͤr uns zu Wie er die Liebe leiden. selber ist; so warst du's auch, Herr Jesu Christ! 5. Du zeigtest, daß die groͤßte Noth dieh nicht zum Murren reize; ward'st Gott ab gehoͤrsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Auch An ihm nur hing dein ganzer Sinn; auf Du Auch sicht ai gericht 6. blieb d alles S war, i die sich was du ö Gott k treulich zu erfuͤllen; dir keines Eigenruhms bewußt, Flehn. . von ihr seiner? und dir tesknec so wuͤr! dir aͤhn m8. H pel mir setze, 1 sinnt gl les schẽ nen W in sein Mel. Se z, dem war dein aller „ und eifri⸗ es Va⸗ var es „ ihn ewußt, neLust. Auge ùu voll doch, ort ge⸗ us dei⸗ m nur u; auf e hin. u mit r aller Du seinem uns zu Liebe auch, aß die t zum Gott d, ja dreuze. Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten ꝛc. Auch da war deine Zuver⸗ 37³ Tod dahin zu geben. Wo sicht auf ihn allein, und fest ist jemand, der die Groͤße dei⸗ gericht't. 6. Von ihm verlassen, blieb dein Herz an ihm, trotz alles Spottes. Dein Hoffen war, im baͤngsten Schmerz, die sichre Hulfe Gottes. Und was du hofftest, ist geschehn; Gott hoͤrte deiner Stimme ᷣXNXII Flehn. 5. Mit Ehr' und Preis von ihm gekroͤnt, lebst du zu seiner Rechten voll Majestaͤt, und dir ertoͤnt von allen Got⸗— tesknechten das Lob, deß du so würdig bist. O selig, wer dir aͤhnlich ist! 8. Hilf, daß ich dein Exem⸗ pel mir, o Herr, zum Muster setze, und meinen Gott, ge⸗ sinnt gleich dir, weit uͤber al⸗ les schaͤtze, mit Freuden sei⸗ nen Willen thu', und ganz in seiner Fuͤgung ruh'. 434. Mel. Schicke dich, erloͤste Seele ꝛc. Vorbild wahrer Menschen⸗ Wliebe, Jesu, deines Mit⸗ leids Triebe zogen dich her⸗ ab auf Erden, der Verlohr⸗ nen Heil zu werden, und fuͤr — sie sogar dein Leben in den Au eu ner Liebzund Huld ermesse! 2. Ohne Vortheil zu be⸗ gehren, sich in andrer Dienst verzehren; jedem gerne Guts erzeigen; zu Beleidigungen schweigen; auch an Feinden Wohlthun uͤben; das heißt, Menschen goͤttlich lieben. Und wie voll von solcher Guͤte war, Erloͤser, dein Gemuͤthe! 3. Odu Zuflucht der Elen⸗ den, wer hat nicht von dei⸗ nen Haͤnden, auf sein redli⸗ ches Verlangen, Huͤlfe, Ruh' und Trost empfangen? O wie pflegtest du zu eilen, das Erbetnezu ertheilen! Freude war dir's, Seligkeiten schon auf Erden auszubreiten. 4. Menschenseelen zu be⸗ gluͤcken; Reuerfuͤllte zu er⸗ quicken; Unverstaͤnd'ge zu be⸗ lehren; Abgewichne zu bekeh⸗ ren; Suͤnder, die sich selbst verstocken, liebreich zu dir hinzulocken, war dein taͤgli⸗ ches Geschaͤfte, selbst mit Schwaͤchung deiner Kraͤfte. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, von uns, Armen,‚, Gottes Strafe 374 Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten ꝛe. Strafe abzuwenden, unter frecher Moͤrder Haͤnden, Angst und unerhoͤrte Schmerzen littest mit gelaß⸗ nem Herzen; als ein Misse⸗ thaͤter starbest, und uns ew'— ges Heil erwarbest! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuch und Geduld zu uͤben; Haß mit Haß nicht zu vergelten; deine Schmaͤher nicht zu schelten; allen freundlich zu begegnen; die dich laͤsterten, zu segnen; deine Moͤrder zu vertreten, und fuͤr sie zu Gott zu beten. 7. Demuth war, bei Spott und Hohne, deiner Tugend Schmuck und Kro⸗ ne; nie hast du nach Ruhm getrachtet, noch auf Men⸗ schenhaß geachtet. Deines Vaters heil'gen Willen mit Gehorsam zu erfuͤllen, uns zum Himmel zu erheben, war der Zweck von deinem 5 0 mich, Herr, zu mei⸗ mem Segen deinen Wandel oft erwaͤgen! Laß mich in der Angst der Suͤnden Trost und Huͤlfe- bei dir finden! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschen⸗ liebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde aͤhnlich werden! 435. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach ꝛe. Welch hohes Beispiel gabst du mir, mein Hei— land, durch dein Leben! Sollt ich nicht gern und mit Be⸗ gier, dir nachzuahmen, stre— ben? und nicht den Weg, den du betrat'st, auch gehn, und das thun, was du that'st? 2. Dein Herz war voller Heiligkeit, so rein, wie deine Lehre; dein Thun Lieb' und Rechtschaffenheit; dein End⸗ zweck Gottes Ehre, fuͤr uns allhier Zufriedenheit, dort einst ew'ge Seligkeit. 3. Darum entaͤußertest du dich, und stiegst vom Him⸗ mel nieder; ward'st Mensch, ein armer Mensch, wie ich, und meine schwachen Bruͤ— der; der Bosheit Raub, der Leute Spott; in deinem Wandel, gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt er⸗ schienest du, zu Herren uns zu machen; den Kranken gabst du Trost und Ruh, und warst stark in den Schwa⸗ chen; und sethat, Freund Vaters selbst fi gehorse ehrte s. 6. hast In hinterl net sey Thun sprichst auf die und the Kraft! Heil e— Jünge faͤlschli mit ich auch a spiel s Mel. ö Dẽr u segnest Feind lichkei rmehr Bilde nach ꝛe. ispiel in Hei⸗ Sollt it Be⸗ , stre⸗ eg, den , und t'st? voller e deine b' und n End⸗ uͤr uns „ und keit. test du Him⸗ densch, die ich, Bruͤ⸗ ib, der heinem zott. alt er⸗ n uns ranken h, und öchwa⸗ chen; Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, ꝛc. 375 chen; du trugst die Leiden mit Geduld, und trugst sie sonder eigne Schuld. 5. Ein Opfer unsrer Mis⸗ sethat, liebst du uns doch als Freunde; erfuͤllst fuͤr uns des Vaters Rath, und bittest selbst fuͤr Feinde. Du ward'st gehorsam bis zum Tod, und ehrtest auch im Tode Gott. 6. Dieß große Beispiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gesin⸗ net sey gleich dir, in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich; komm, folge mir, und thu', wie ich! 5. Ich komme, Herr! gieb Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne; dein wahrer Juͤnger sey, und nicht mich faͤlschlich nur so nenne; da— mit ich, deiner Lehre treu, auch andern selbst ein Bei— spiel sey. 436. Mel. Ein Lamm geht hin ꝛe. Dẽr du die Liebe selber bist, und gern die Menschen segnest, ja selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Freund⸗ lichkeit begegnest, o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich doch, mein Heiland, hier, wie du gewandelt, wan⸗ deln! Die koͤnnen keine Chri⸗ sten seyn, die sich nicht andrer Wohlfahrt freun, und men⸗ schenfeindlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war fuͤr die Menschen Segen; dir folg⸗ ten Lieb und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit; dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Er barmen; du uͤbernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Armen. 3. Auch itzt noch, auf der Himmel Thron, bist du das Heil der Suͤnder; auch da bleibst du, o Gottes Sohn, ein Freund der Menschenkin⸗ der. Du schaffst den Dei⸗ nen wahre Ruh, und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten; du hoͤrst der Seufzenden Gebet, und brauchest deine Majestaͤt, nur Segen auszubreiten. 4. O laß in meiner Pil⸗ grimschaft mich auf dein Bor⸗ 376 Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, ꝛc. Vorbild sehen! Erfuͤlle mich mit Lust und Kraft, dem Naͤchsten beizustehen, be⸗ truͤbter Herzen Trost zu seyn, mich mit den Froͤhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen, und dem, der mir sein Herz vertraut, die Red⸗ lichkeit, auf die er baut, nicht treulos zu versagen! 5. Laß mich mit bruͤderli⸗ cher Huld des Naͤchsten Fehler decken, durch Sanft⸗ muth, Mitleid und Geduld zur Beßrung ihn erwecken; und suͤndiget er gegen mich, so freue meine Seele sich, ihm willig zu vergeben. So werd' ich dich, Herr Jesu Christ, der du die Liebe selber bist, aufs wuͤrdigste erheben. 437. Koͤnigliches Amt Jesu. Mel. Schicke dich, erloͤste ꝛc. Konig, dem kein Koͤnig glei⸗ chet, dessen Ruhm kein Lob erreichet! Ebenbild von Gottes Wesen! Der, zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt' offenbaren, als das Bild des Unsichtbaren! Dir gehoͤrt das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne. 2. Himmel, Erde, Luft und Meere muͤssen stets zu deiner Ehre dir, Herr, zu Ge⸗ bote stehen, und dein Wille muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir uͤbergeben, und vor deinem maͤcht'gen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. Graͤnzen sieht man deine Siege glaͤnzen, wo viel tau⸗ send treue Seelen dich zu ih⸗ rem Haupt erwaͤhlen, die nach deiner Vorschrift leben, dir nur zu gefallen streben, alles gern fuͤr dich verlassen und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren hoͤrt man stets dein Lob vermehren, von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklaͤrtes Antlitz schau⸗ en, die dich unermuͤdet prei⸗ sen, und dir Ehr' und Dienst erweisen. 5. Herr, in allen diesen Reichen ist dir niemand zu vergleichen, an dem Ueber⸗ fluß der Schaͤtze, an der Ord⸗ Ordnur Untertl Regim gnadig den Si genieße 3. In des Gnadenreiches Gnade ich im mich it will mi leidet beresch Mel. L Mesut S Erden ew'gen wir, zi als G Fluch suͤndlie Fluch 2. Majest Leiden Gott e Freud große „ Luft tets zu zu Ge⸗ Wille ch und u, alles nd vor schelten n gel, reiches deine iel tau⸗ zu ih⸗ n, die leben, treben, rlassen Inrecht deiner dein n dem te, von Hte, die rrauen ö schau⸗ et prei⸗ Dienst diesen and zu Ueber⸗ an der Ord⸗ Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten ꝛc. Ordnung der Gesetze, an der Unterthanen Menge, an des Regimentes Laͤnge, an Be⸗ gnadigung der Freunde, an den Siegen uͤber Feinde. 6. Herrsche auch in mei⸗ nem Herzen uͤber Zorn, Furcht, Lust und Schmer⸗ zen! Laß mich deinen Schutz genießen, auf mich deine Gnade fließen! Dich will ich im Glauben lieben, und mich im Gehorsam uͤben, will mit kaͤmpfen, will mit leiden, bis ich einst mit herrsch' in Freuden. 438. Mel. O hilf, Christe, Gottes ꝛe. Wesus Christus, Goͤttes Sohn, kam zu uns auf Erden, von des Himmels ew'gem Thron, Mensch, wie wir, zu werden. Er ertrug, als Gottes Knecht, allen Fluch des Boͤsen, Adams sundliches Geschlecht vom Fluch zu erlöͤsen. 2. Nun herrscht er, voll Majestaͤt, nach vollbrachtem Leiden, als der Held, von Gott erhoͤht, und regiert mit Freuden weisheitsvoll das große Wiier das ihm Gott 577 gegeben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. 3. Ehrfurcht und Gehor⸗ sam soll 00 der Mensch be⸗ zeigen; alier Knie sich de⸗ muthsvoll vor dem Mittler beugen; froh soll jede Nation und mit Dank bekennen, daß des Allerhoͤchsten Sohn sey der Herr zu nennen. 4. Wer den Sohn ehrt, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben. Ist des Vaters Macht und Reich ihm nicht uͤbergeben? Wer zu Jesu: Herr! Herr! spricht, und doch Böses uͤbet, der kennt Gott, den Vater, nicht, der nur Fromme liebet. 5.— liebe dich mein Herz, goͤttlicher Erbarmer! Denn durch deinen Todes⸗ schmerz leb' und sieg' ich Ar⸗ mer. Du kennst, treuer Seelenfreund, unsre Jam⸗ merstunden, und, wie ein Verlaßner weint, hast du selbst empfunden. 6. Du, den in der Nie⸗ drigkeit Rothund Angstum⸗ Wezrbt kannst nun in der Herr lichkeie Mitleid mit uns haben“ Jene Seelenangst, die 578 die du hier fuͤr uns getragen, ist die Quelle unsrer Ruh, lindert unsre Plagen. 7. Wenn Gebet und Angstgeschrei zu dem Him⸗ mel dringen; eilst du mit⸗ leidsvoll herbei, hilfst den Sieg erringen. Da wird uns dein Angesicht goͤttlich's Licht und Leben, daß wir, schreckt uns dein Gericht, nicht, als Suͤnder, beben. 8. Du kannst, bei Zu⸗ friedenheit, aus dem Staub erhoͤhen. Wenn dein All⸗ machtswink gebeut, muß die Nacht vergehen. O, wie weicht da alles Leid, wo du gnaͤdig wohnest, und mit Glaubensfreudigkeit Glaͤu— bige belohnest! 9. Jesu, weiche nicht von mir; reiche mir die Haͤnde, daß auch ich den Weg zu dir einst begluͤckt vollende! Laß, weil ich auf Erden bin, und mit Suͤnd' umgeben, deinen liebesvollen Sinn meinen Geist beleben! 10. Lehre in der Todes⸗ nacht, wenn die Augen bre⸗ chen, mich dein Wort: es ist vollbracht! ohne Schrek⸗ ken sprechen. Dann hilf, Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, daß ihr Vaterland meine Seel' erblicke, und sie in des Vaters Hand ew'ge Wonn' erquicke! 439. Verpflichtungen gegen den Erloͤser. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r Mensch. A Gott, wie maͤnches * Weg ist truͤbsalvoll, den ich zum Himmel wandeln soll. 2. Wie schwerlich laͤßt doch Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ew'gen Gut! Herzeleid begegnet mir hier in der Zeit! Der schmale Wo soll ich mich denn wen⸗ den hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. — 3ꝛ Herr ur kann m 6. 6 seyn so Nam' Kein C seyn; d uns erf 7— gleich v du doc acht'. so hab' mich er 8. 2 Leib ur mir thi Hoͤll? Erden Bei dir mein Herz Trost, Huͤlf und Rath all⸗ zeit gewiß gefunden hat; nie⸗ mand jemals verlassen ist, der dir vertraut hat, Jesu Christ. 4. Dich, Heiland, bet' ich freudig an. Was hast du nicht fuͤr uns gethan? Fuͤr uns, dieohne dich verlohr'n,‚ bist du, Sohn Gottes, Mensch gebohr'n! 5. Du fuͤhrest uns durch deinen Tod einst maͤchtiglich aus aller Noth. O du, mein Herr Herr J 9. 2 nicht ve bleibt! der ret ewig m 10.3 und 9 Schatz kann's an, wi freuen 11. im Her, fahren und den Verpflichtungen gegen ihn. 5 meine Herr und Gott, allein, wer e in des Wonn“ seyn so schwer; dein großer n den 'r Mensch. nanches iet mir schmale den ich n soll. ch laͤßt lut sich n Gut! in wen⸗ rr Jesu, Oen nn ath all⸗ Herr Jesu Christ. at; nie⸗ sen ist, „Jesu bet' ich hast du ? Fuͤr clohr'n,‚ ottes, s durch htiglich 1, mein Herr so hab' ich wohl, kann mich außer dir erfreun? 6. Es kann kein Trauren Nam' erfreut doch mehr! Kein Elend mag so bitter seyn; dein Trost kann allzeit uns erfreun. 7. Ob mir mein Leben gleich verschmacht't; soweiß'st du doch, daß ich's nicht acht', Wenn ich dich hab', was ewig mich erfreuen soll. 8. Dein bin ich ja mit Leib und Seel'; was kann mir thun Suͤnd', Tod und Holl? Kein' beßre Treu'auf Erden ist, denn nur bei dir, 9. Ich weiß, daß du mich nicht verlaͤß'st, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest; du bist der rechte treue Hirt, der ewig mich behuͤten wird. 10. O Jesu, meine Freud' und Ruhm, des Herzens Schatz und Eigenthum, ich kann's nicht gnugsam zeigen an, wie hoch dein Nam' er⸗ freuen kann. 11. Wer Glaub und Lieb' im Herzen hat, der wird's er⸗ fahren in der That. Zu ster⸗ 79 ben, Jesu, wuͤnscht' ich mir; haͤtt' ich nicht meine Lust an dir! 12. Ja, koͤnnt' ich mich nicht deiner freun; so moͤcht! ich nicht gebohren seyn! Wer kennet dich, wer liebt dich, Herr, und wird nicht im⸗ mer seliger? 13. O Jesu, meiner Liebe werth, mein hoͤchster Trost auf dieser Erd'! an dir allein ich mich ergoͤtz', weit uͤber alle goldne Schatz'. 14. So oft ich nur gedenk' an dich, so freut mein ganz Gemuͤthe sich; wenn ich mein Hoffaung stell' zu dir, so fuͤhl' ich Freud' und Trost in mir. 15. Wenn ich in Noͤthen bet' und sing'; so wird mein Herz recht guter Ding. Dein guter Geist bezeuget frei, daß dieß des Himmels Vorschmack sey. 16. Drum trag' ich, weil ich lebe noch, dir froͤhlich nach des Kreuzes Joch; mein Gott, mach' mich darzu be⸗ reit, es dient zum Besten allezeit. 17. Hilf mir mein Werk recht greifen an, daß ich den Lauf vollenden kann; hilf mir 380 mir bezwingen Fleisch und Blut, daß es nicht Suͤnde liebt und chut! 16. Erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb'und sterb' ich dir allein. Du bist mein Trost, hoͤr' mein Be gier/ mein Heiland, ach⸗ waͤr' ich bei dir! M Jesum laß ich nicht! Weil er sich fuͤr mich gegeben;. erfor⸗ dert meine Pflicht, kletten⸗ weis an imt zu kleben. Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht! 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben. Ihm hab ich voll Zu⸗ versicht, Dls bin und hab' ergeben. Alles ist auf ihn gericht't; meinen Jesum laß ich nicht! 3. Laß vergehen das Ge⸗ sicht, Hoͤren, Schmecken, Füͤhlen weichen; laß das letz⸗ te Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen! Wenn der Lebensfaden bricht; meinen Jesum laß ich nicht! J8. Ich werd' ihn auch las⸗ sen nicht, wenn ich nun da⸗ Mesu, Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, hin gelanget, wo vor seinem Angesicht frommer Christen Glaube pranget. Mich er⸗ freut sein Angesicht; meinen Jesum laß ich nicht! 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht, meine Seele wuͤnscht und stoͤhnet; Jesum wuͤnscht sie, und sein Licht, zum Ei hin in d meine 3 Jesu, l 5. W verlischt sich entf. sal meh der mich hat mit Gott ver⸗ soöhnet, der mich frei macht vom Gericht; meinen Je⸗ sum laß ich nicht! 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh' ihm ewig an der Seiten; Christus laͤßt mich fuͤr und fuͤr zu dem Lebens⸗ baͤchlein leiten. der mit mir spricht: meinen Jesum laͤß ich nicht! 4⁴4. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ꝛce. dich, dich laß ich nicht! Du hast dich fuͤr mich gegeben. barkeit und Pflicht treiben mich, nur dir zu leben. Du bist meines Lebens Licht! Dich, mein Jesu, laß ich nicht! 2. Du, du bist und bleibs mein Ruhm, bis an meines Lebens Ende; dir geb' ich Liebe, Dank⸗ nen mir matte K ich dich, 4. D nie, he Blicken Lebens mich ere mir dor Selig ist, mein Jũ 5. N den ist's Wuͤnsch du nur! ganz er Reich Licht, d ich 6„ 32 0 fest mich so die ihr i raubt er Selig, spricht: zum laß icher seinem Christen Nich er⸗ meinen lt, nach Seele Je sum 1 Licht, und den Verpflichtungen gegen ihn. 582 zum Eigenthum ganz mich hin in deine Haͤnde. Du bist meine Zuversicht; dich, mein Jesu, laß ich nicht! 5. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang und Lippen sich entfaͤrben, mich kein Lab— sal mehr erfrischt, alle Sin⸗ ott ver⸗ matt ich dich, mein Jesu, nicht! i macht jen. Je⸗ 9 nicht gan der ßie mich mir dort dein Licht; dich, mein Jesu, laß ich nicht! Lebens⸗ elig ist, meinen ) nicht ꝛr. laß ich dich fuͤr Dank⸗ treiben 1. Du Licht! laß. ich bleibst meines jeb' ich nen mir ersterben, und das matte Herz nun bricht; laß 4. Dort auch lasse ich dich nie, hange stets an deinen Blicken; denn nach dieses Lebens Muͤh' willst du ewig mich erquicken. Ewig strahlt 5. Nichts auf dieser Er⸗ den ist's, was des Herzens Wuͤnsche stillet; du, o Jesu, du nur bist's, du nur, der sie ganz erfuͤllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm, und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! 6. Dich, mein Jesu halt' ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt! Ihr be⸗ raubt euch ew'ger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: dich, mein Jesu, zum laß ich nicht! 442. Mesu, meine Freude, mei⸗ nes Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach, wie lang', ach lange, ist dem Her⸗ zen bange! Ihm verlangt nach dir! Gottes Sohn, du, meine Kron, außer dir soll mir auf Erden sonst nichts liebers werden. ö 2. Unter deinen Schir⸗ men bin ich vor den Stuͤr⸗ men aller Feinde frei. Laß den Weltbau sinken, laß den Tod mir winken; mir steht Jesus bei! Ob es itzt gleich kracht und blitzt, obgleich Suͤnd' und Hoͤlle schrecken; Jesus will mich decken. 5. Trotz der Gruft der Erden, wo ich Staub soll werden! Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe; ich steh' hier, und singe in gar sichrer Ruh! Gottes Macht haͤlt mich in Acht; Jesus laͤßt mich uͤber⸗ winden, und den Himmel finden. 4. Weg mit allen Schaͤ⸗ tzen, du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust! weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht 382 nicht hoͤren, bleibt mir unbe⸗ wußt! Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod, soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o We⸗ sen, das die Welt erlesen, mir gefaͤllst du nicht! Gute Nacht, ihr Suͤnden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, du Stolz und Pracht, dir sey ganz, du Lasterleben, gute Nacht gegeben! 6. Weicht, ihr Trauer— geister! denn mein Freuden⸗ meister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betruͤben lau⸗ ter Freude seyn. Duld' ich schon hier Spott und Hohn; dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. 443. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. ester Trost im Leide, Je⸗ su, meine Freude, mei⸗ nes Herzens Theil! Deine Mittlertreue macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heil. Hab' ich dich; wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht gluͤcklich werden. Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, 2. Unter deinem Schirme koͤnnen keine Stuͤrme mir er⸗ schrecklich seyn. Laßt auch Felsen splittern! Laßt den Erdkreis zittern, und den Einsturz draͤun! Was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, krachen, bliz⸗ zen! Jesus will mich schuͤtzen. 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stim⸗ me; Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen; Jesus laͤßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht; freudig, daß ich Jesum sehe, blick' ich auf zur Hoͤhe. 4. Wer ist, der den Glau⸗ ben meinem Herzen rauben, ihn erschuͤttern kann? Bei der Feinde Toben stimm' ich, Gott zu loben, Freudenlie⸗ der an. Mich bewacht des Mittlers Macht, die kann selbst der Feinde Wuͤthen Fried und Ruh gebieten. 5. Lockt nur, Gold und Schaͤtze! Ehre sey der Goͤtze der betrognen Welt! Mich sollt ihr nicht blenden; nicht von dem mich wenden, der mich treu erhaͤlt. Elend, Noth, Kreuz, Schmach 20 od Mich s⸗ nie mel het fern Stolz, ihr bese euch wi 7. Zagen! Klagen Jeden, was er letzt er viel An auch it bleibst W. 2 ein G Herrn! achten? die Na bring Licht,‚ d schmach Jesu, i Schirme mir er⸗ ßt auch aßt den ind den as ist's sich her en, bliz⸗ chuͤtzen. uch im Stim⸗ Mag nich das us laͤßt ckt nicht freudig,‚ lick' ich Glau⸗ rauben, ?Bei um' ich, üdenlie⸗ icht des ie kann Buͤthen eten. ldund r Goͤtze Mich nicht en, der Elend, üuch und Tod und den Verpflichtungen gegen ihn. Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Weich, des Eitlen Lie⸗ be! Weicht, des Fleisches Triebe! Thoren taͤuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr Suͤnden, nie mehr willig finden, flie⸗ het fern von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmaͤhsucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen; euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg und Zagen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betruͤbet, noch zu⸗ letzt erfreun. Hab' ich hie viel Angst und Muͤh; Jesu, auch im baͤngsten Leide, bleibst du meine Freude. D. Wie herrlich strahlt der Morgenstern! Owelch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, fuͤhrt 585 zur Wahrheit und zum Le⸗ ben. Wer kann dich genug erheben? 2. Du, hier mein Trost, und dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer Koͤnig! Von ganzem Her⸗ zen preis' ich dich! Hab' ich dein Heil, so ruͤhret mich das Gluͤck der Erde wenig. Zu dir komm ich. Wahrlich, keiner troͤstet deiner sich ver⸗ gebens, wenn er dich sucht, Herr des Lebens! 3. Durch dich nur kann ich selig seyn. Odruͤcke tief ins Herz mir ein Empfindung deiner Liebe; damit ich ganz dein eigen sey, aus Weltsinn deinen Dienst nicht scheu', und dein Gebot gern uͤbe! Nach dir, nach dir, den ich fasse, und nicht lasse, ewig waͤhle, duͤrstet meine ganze Seele! 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoff⸗ nung, daß dein Angesicht ich einstens soll erblicken. Du kannst indeß durch deine Kraft, die Ruh in muͤden Seelen schafft, mich staͤrken, mich erquicken. Troͤste du mich 684 Von Jesu Christo, mich, Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis' ich dich? Von Ewig⸗ keit her hast du mich durch deinen Sohn geliebet; dein eint, er ist mein Bruder und mein Freund; was ist's, das mich betruͤbet? Seele, waͤhle ihn, den Besten, ihn, den Groͤßten, dir zum Freun⸗ de; und dann fuͤrchte keine Feinde! 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm muͤsse froher Lobgesang mit jedem Tag erschallen; dem, der fuͤr uns gestorben ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefal— len. Toͤnet, toͤnet Jubellie⸗ der, schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Du schließest selig meinen Lauf; du weckst mich auch vom Tode auf; des klopf' ich in die Haͤnde! Ewig werd' ich, seinen Wohlthaten, Herr, dort oben hoch dich lo⸗ ben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antlitz schaue. 445. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu ꝛe. von dir kann ich mir Huͤlf' erflehen. Vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Des Helfer, beizustehen! wahren Glaubens Kraft und Licht, das selige Bestreben, dir zu leben, und Muth zu dieser Pflicht, das wollest du mir geben. 2. Du hast dein goͤttli⸗ ches Gebot mir tief ins Herz geschrieben. Von ganzer Seele soll ich Gott; wie mich, den Naͤchsten lieben. Wenn ich nach deinem Worte thu'; so hab' ich schon hienieden großen Frieden. Und welches Heil hast du dem Frommen dort beschie⸗ den! 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, kein Weltgluͤck dir entreißen; denn du hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Doch koͤnn⸗ ten wohl durch ihre Muͤh sie, solche zu verdienen, sich erkuͤh— nen? Herr, mein Erloͤser, nur Sohn hat mich mit dir ver⸗ mich, auf dei vertrat freuder schauer 5. J strauch des Se dich in kannst In jer mich be finden, dann zi lem uͤb Mel. K err der laß Leb ne, die mein b und m Dieß nicht! dich lo⸗ enn ich ihnen. ie. Jesu ꝛe. ch mir rnimm r,‚ mein Des aft und treben, duth zu llest du goͤttli— 5 Herz ganzer 3 wie lieben. einem h schon eden. ast du e schie⸗ und den Verpflichtungen gegen ihn. nen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst sie 4. Freund meiner Seele, du bist ihr ein Weinstock; nur Leiden tgluͤck u hast reuen koͤnn⸗ ih sie erkuͤh— sie dein Rebe. Zeuch sie dir nach, daß sie zu dir sich von der Welt erhebe! Ja, laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort freudenvoll dein Antlitz ewig schauen. 5. Ich kaͤmpf', ermatt' und strauchle oft. Erbarme dich des Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft; du kannst mich maͤchtig machen. In jeder Kuͤmmerniß laß mich bei dir, Herr, Zuflucht finden, Trost empfinden, und dann zuletzt durch dich in al⸗ lem uͤberwinden. 446. Mel. Herr Christ, der ein'ge ꝛe. Her Jesu, Gnadensonne, des wahren Lebens Licht, laß Leben, Licht und Won⸗ ne, die allen Kummer bricht, mein banges Herz erfreuen, und meinen Geist erneuen. nen? Dieß Gluͤck versag' mir nicht! ö uns schafft. B b 385 2. Vergieb mir meine Suͤnden, und laß mich, Herr, durch dich der Gnade Trost empfinden. Verleihe gnaͤdiglich, daß deines Frie⸗ dens Gabe mein Herz erquick' und labe. Erbarmer, hoͤre mich! 5. Bewahre meine Seele vor jedem boͤsen Rath, daß ich, was recht ist, waͤhle, und daß ich in der That mich dir zum Dienst ergebe, und dem zu Ehren lebe, der mich erschaffen hat. 4. Befoͤrdre dein Erkennt⸗ niß in mir, mein Seelenhort, und oͤffne mein Verstaͤndniß durch dein belehrend Wort; damit ich an dich glaube, nichts Boͤses mir erlaube, sey selig hier und dort. 5. Ach, zuͤnde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und, dir zum Wohlgefallen, bestaͤndig moͤ⸗ ge wallen auf rechter Tu— gendbahn. 6. Du giebst den Schwa⸗ chen Staͤrke. Verleih' auch mir die Kraft zu jedem gu⸗ ten Werke, die dein Geist in Mein eigenes Bestre⸗ 386 Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, Bestreben ist ohne Geist und meine Seele, Herr, nach dir Leben; ist viel zu mangel⸗ und deinem Reiche trachten! haft. G Aen mir 5 Welt Ich hoff' auf deine Gelegenheit zur Suͤnde Gunde, ich poff auf deine giebt, zur Eitelkeit und zu Treu. Auf deiner Wahr⸗ verbotner Freude; so däͤm⸗ heit Pfade mach immer mehr pfe W in meiner Brust die mich neu. Damit ich deinen aufgeregte boͤse Lust, daß ich Willen aufrichtig moͤg' er⸗ sie kandpaft. meide! fuͤllen z so steh mir kraͤftig bei. 5. Ich moͤchte sonst, durch sie verfuͤhrt, die Suͤnde, die 447. den Tod gebiehrt, mich über⸗ Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. eilen lassen; mich dann aus ch weiß und bin's gewiß, Süͤndenlust vergehn, und daß ich erloͤst bin, Got⸗ deiner Wahrheit widerstehn, tes 26Dn durch dich vom ibr helles Licht gar hassen. schnoͤden Dienst der Suͤnde. nichts mich mehr erfreun, die End Se Welt mir truͤb' und traurig 2. In dieser so verderbten seyn, mein Leben eine Buͤrde. Zeit des Leichtsinns und der„. Nach deinem Himmel Sicherheit wach uͤber mei⸗ wuͤrd' ich nicht, mit Freud nen Glauben! Du Freund und Trost im Angesicht, mit der Menschen, wache du, daß Seelenwollust sehen; fuͤrihn keine Zweifel meine Ruh und paͤtt' ich dann keinen Sinn; meinen Trost mir rauben! dann wär'die frohe Hoffnung 3. Den Spott der Frev⸗ hin, zu ihm einst einzugehen. ler uͤber dich und deinen Tod 3. Gewissensschrecken wuͤr⸗ am Kreuz laß mich, wie er's den mich, der ich vom Pfad' verdient, verachten. Mit des Guten wich, schon hier desto staͤrkerer Begier laß zur Quaal ergreifen, und peini— 6. Wenn meine Freudig⸗ Gelobt sey Gott, ich bin's ge⸗ keit zu dir, mein Glaub' und wiß! Hilf, mein Erretter, mein Hoffnungmir, o Gott, daß ich dieß bis an mein entrissen wuͤrde; so wuͤrde peinige der W= mir mit 9.— Kreuze mir un mich so halt' n anzune ist Tho nicht v tet sein 2. sten E im Se Kraft nicht! sen: iach dir achten! e'mWelt uͤͤnde und zu o daͤm⸗ ust die daß ich „durch de, die h uͤber⸗ nn aus „ und rstehn,‚ ssen. reudig⸗ ub' und „Gott, wuͤrde un, die traurig Buͤrde. himmel Freud )t, mit fuͤr ihn Sinn; ffnung gehen. n wuͤr⸗ Pfad' n hier und peini— und den Verpflichtungen gegen ihn. 387 peinigende Furcht vor dir, der Himmel Thron verlassen, der Welten Richter, sich in die Thaten Gottes thun, als mir mit jedem Tage haͤufen. eingebohrner Sohn, und 9. Der du für mich am dann am Kreuz empfahn der Kreuze starbst und Hoffnung Missethaͤter Lohn. mir und Trost erwarbst, laß 4. Doch kann mein Herz mich so tief nicht fallen! Er⸗gar wohl der Wahrheit halt' mir meines Glaubens Kraft empfinden, die meinen Ruh, und meinen Wandel Geist belebt, mich reiniget lenke du nach deinem Wohl- von Suͤnden; doch hab' ich, gefallen. Herr, durch dich Gerechtigkeit und Heil, und an der Selig⸗ 448. keit der GottversoͤhntenTheil. Mel. Nun danket alle Gott ꝛe. 5. Dieß muͤsse meine Lust Mas doch der Spoͤtter an dir, o Herr erwecken! Zu Heer sich deines Na- schwach, den ganzen Rath mens schaͤmen; ich freue der Gottheit zu entdecken, mich, dein Heil, Herr Jesu, nehm' ich dein großes Heil anzunehmen. Dein Kreuz mit Dank und Freuden an, ist Thorheit nur dem, der es und folge dir getreu auf ebner nicht versteht, und keiner spot⸗ Tugendbahn. tet sein, der GottesWegegeht. 6. Herr, deine Ewigkeit 2. Du kamst, des Hoͤch⸗ wird mir mehr Licht gewaͤh⸗ sten Sohn, im Leben und ren, und deine große Lieb' im im Sterben uns Weisheit, Schauen mir erklaͤren. Un⸗ Kraft und Trost und Gnade endlich ist mein Heil! O zu erwerben. Du wardst Glaube, der erfreut! Gelo⸗ der Welt ein Licht; und folg' bet sey der Herr, gelobt in ich seinem Schein, wie weise Ewigkeit! bin ich dann! Wie selig werd' ich seyn! 449. z. Ich kann hier freilich Mel. Mach's mit mir, Gott, nach ꝛe. nicht das große Wunder fas⸗ er Jesu Wort nicht sen: gesandt vom Ewigen, haͤlt, und spricht: ich B b 2 glaub 388 glaub an ihn! der heuchelt; in dem ist Gottes Liebe nicht, wie sehr er sich auch schmei⸗ chelt. Wer aber sein Wort glaubt und haͤlt, der liebt ihn so, wie's ihm gefaͤllt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen; je hoͤher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht al⸗ lein; staͤrkt auch das Herz, und macht es rein. 5. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Got⸗ tes Kinder! Wer solche Hoff⸗ nung zu ihm hat, der flieht den Pfad der Suͤnder; folgt Christi Beispiel, als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehor⸗ sam uͤbe. Wer seinen Wil⸗ len thut, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein immer thaͤtigs Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Seraphim, Gott zu ge⸗ Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, horchen, treibet. Gott ist die Lieb'! An seinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. 450. Jese⸗ meines Herzens Jesu! Freud', suͤßer Meiner Seele Seligkeit, suͤßer Jesu! Des Gemuͤ— thes Sicherheit, suͤßer Jesul Jesu! suͤßer Jesu! 2. Tausendmal gedenk ich dein, mein Erloͤser, und be⸗ gehre dich allein, mein Er— loͤser; sehne mich, bei dir zu seyn, mein Erloͤser; Jesu, mein Erloͤser! 3. Weide mich und mach Himmelsspeisel Traͤnke mich, mein Herz ist mit satt, matt, Seelenweide! Sey du meine Ruhestatt, Ruh der Seelen! Jesu, Ruh der Seelen! I. Nichts ist lieblichers, als du, liebste Liebe! Nichts ist freundlichers, als du, mil— de Liebe! Auch nichts suͤßers ist, als du, suͤße Liebe! Jesu, suͤße Liebe! 5. Ich bin krank, komm, staͤrke mich, meine Staͤrke! Ich bin matt, erquicke mich, suͤßer Jesu! Wenn ich sterb; sterb'ꝰ; Troͤster Troͤster Mel. W. christli fromm wande Wenn ruf, z Gott mich b mich er blos, und gi 2. an Je Mund mein und ic Wenn Welt gen ho be? R Suͤnd Fleisch und T 35. bin ie Christ ich vor und den Verpflichtungen gegen ihn. 589 t ist die sterb'; so troͤste mich, du mein Herrn und Heiland uenne, eil hat Troͤster! Jesu, du mein als der, der in der Finsterniß heil. Troͤster! des Irrthums tappt, noch — ungewiß, ob er auch richtig 451. wandle! Warum ließ mein rzens WMel. Ein Lamm geht hin ꝛc. Erloͤser hier ein Beispiel sei⸗ Jesu! Wos hilft es mir, ein Christ nes Wandels mir, wenn ich gkeit, zu seyn, wenn ich nicht darnach nicht handle? Gemuͤ⸗ christlich lebe, nicht heilig, 4 Und ach! wo find' ich Jesul fromm, gerecht und rein zu Trost und Ruh, wenn mich wandeln, mich bestrebe? das Leiden druͤcket, und mein denk ich Wenn ich dem seligen Be⸗ Gewissen noch dazu die Suͤn— und be⸗ ruf, zu welchem mich mein den mir vorruͤcket? Wo find' in Er⸗ Gott erschuf, nicht wuͤrdig ich Trost in meiner Noth, idir zu mich beweise, und den, der wenn mir der schauervolle Jesu, mich erloͤset hat, in Worten Tod das finstre Grab auf⸗ blos, nicht durch die That decket? Wenn alle meine d mach und gute Werke, preise? Suͤnden sich auf einmal sspeise!l 2. Was hilft der Glaub zeigen, und dann mich die derz ist an Jesum Christ, den ich im Furcht der Hoͤlle schrecket? Sey Munde fuͤhre, wenn nicht 5. Weh mir! Was hilft „ Ruh mein Herz rechtschaffen ist, es mir einst dort, erweckt duh der und ich die Frucht verliere? aus meinem Grabe, daß ich Wenn mich die Eitelkeit der an Christum und sein Wort lichers, Welt mit ihrer Lust gefan⸗ zum Schein geglaubet habe? Nichts gen haͤlt, ich ihre Fesseln lie-Was hilft der Glaube, wel—⸗ u, mil⸗ be? Wenn ich, verfuͤhrt vom cher nicht vermag, uns stets suͤßers Suͤndenreiz, Zorn, Hoffart, zu jeder Pflicht zu reizen und Jesu, Fleischesluͤste, Geiz in Werk zu staͤrken? Der Glaube und Thaten uͤbe? giebt mir Seligkeit; doch komm, 3. Weit strafenswuͤrd'ger zeugt er auch Rechtschaf— Staͤrkel bin ich dann, ich, der ich fenheit und Fleiß in guten e mich, Christum kenne, weiß, was Werken. un ich ich von ihm hoffen kann, ihn 6. Herr, deiner ewig werth zu 390 Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, zu seyn, hilf, daß ich christ⸗ und voller Mitleidstriebe; handel lich lebe, und vor dir heilig, selbst deinen Feinden wand⸗ kaͤmpft fromm und rein zu wandeln, test du großmuͤthig Huͤlf' und des er mich bestrebe! Gieb mir Er⸗ Wohlthat zu. davon. kenntniß, Kraft und Muth, 4. Dein Beispiel lehrt, damit ich Suͤnde, Fleisch was schaͤdlich ist, mit weiser und Blut im Glaͤuben uͤber⸗Vorsicht fliehen; es lehret Mel.“ winde, daß ich, nach wohl mich, mein Herz der List und 9.27 durchlebter Zeit, den Lohn Heuchelei entziehen. O wohl wi in jener Ewigkeit, den du mir, wenn ich deinem Sinn gen!! verheißen, finde. stets und in Wahrheit aͤhn⸗ zet sich — lich bin! verzag 452. 5. Du gingst als Fuͤhrer es, ie Mel. Mach's mit mir, Gott ꝛc, einst voran, stehst mir auch ich au Mir nach, spricht Chri⸗ noch zur Seite; du kaͤmpf⸗ 2. stus, unser Held; mir test selbst, und brachst die gen st nach, mir nach, ihr Christen! Bahn, staͤrkst nun auch. Schn Verleugnet euch, besiegt die mich im Streite. Wie willig Welt mit ihren schnoͤden Luͤ⸗ koͤnnt' ich denn noch zaghaft doched sten; gebt ihren Reizungen seyn, und mich, dir nachzu⸗ nehme nicht nach, erduldet lieber folgen, scheun? weiget Ungemach! 6. Wer hier sein Gluͤck ger; i 2. Ja, Herr, dein Vor⸗ zu finden meint, wird's ohne 3 bild leuchtet mir zu einem dich verlieren; wer's bei dii deine heil'gen Leben. Wem soll zu verlieren scheint, den wirst ohne. ich auch wohl sonst, als dir du dazu fuͤhren. Wer dich litten zu folgen, mich bestreben? als seinen Herrn verehrt, und standl Du zeigst den Weg zum dir nicht folgt, ist dein nichht was wahren Wohl, und wie ich werth. suß ut richtig wandeln soll. 7. So will ich denn dir, A. 5. Dein Herz, voll Gott⸗meinem Herrn, getreu und endlie ergebenheit, war auch voll froh nachwandeln, und in Kreu Menschenliebe, vollDemuth, dem Kampf der Tu gend Aller Sanftmuth, Freundlichkeit, gern, so standhaft, wie du, fuͤr han⸗ * ztriebe; wand⸗ iuf' und lIlehrt, weiser lehret List und O wohl n Sinn eit aͤhn⸗ s ohne bei dir en wirst der dich rt, und in nicht nn dir, eu und und in ugend wie du, han⸗ V ö und den Verpflichtungen gegen ihn. handeln. Denn wer nicht kaͤmpft, traͤgt auch die Kron des ew'gen Lebens nicht davon. 453. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. I5 Jesu, staͤrke mich, willig jede Noth zu tra⸗ gen! Ach, mein Herz entsez⸗ zet sich, wuͤrd' auch ohne dich verzagen. Doch ich weiß es, ich bin dein; dir muß ich auch aͤhnlich seyn. 2. Wer dir nachzufol⸗ gen strebt, muß sich deiner Schmach nicht schaͤmen; willig seyn, wie er auch bebt, doch dein Kreuz auf sich zu nehmen. Wer sich dessen weigert, ist nicht dein Juͤn⸗ ger; ist kein Christ. 3. Sanft wird endlich deine Last, wenn ich still und ohne Klage, weil auch du ge⸗ litten hast, was du auflegst, standhaft trage. Dann wird, was erst schrecklich deucht, suͤß und angenehm, und leicht. 4. Ach! viel mehr, un⸗ endlich mehr, als ich je von Kreuz empfinde, littst du, Allerheiligster, fuͤr die Welt, fuͤr meine Suͤnde. Ohne 3591 Zahl war deine Noth, un⸗ aussprechlich schwer dein Tod. 5. Durch dein Kreuz er⸗ warbst du mir Kraft und Muth in meinen Leiden. Nun kann, Jesu, mich von dir keine Pein, kein Tod nicht scheiden. Werd' ich zaghaft; staͤrket sich mein er⸗ schrocknes Herz durch dich. 6. Herr, du hast nach deinem Streit dich zu Gott empor geschwungen. Mein ist deine Herrlichkeit; mir ist Sieg von dir errungen. Wer, wie du, mein Jesu, hier kaͤmpft, der siegt der⸗ einst mit dir. 7. Nein, ich fliehe nicht dein Kreuz; sieh, ich nehm's aus deinen Haͤnden. Mich soll nie der Luͤste Reiz, nie die Truͤbsal von dir wenden. Gern trag ich, wiewohl noch schwach, dir dein Kreuz, mein Jesu, nach. 454. Mel. Mach's mit mir, Gott ꝛc⸗ Du, deines Vaters Eben⸗ bild, ihm gleich an Menschenliebe, du warst, o Jesu, ganz erfullt mit Gott geweih⸗ 392 Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, geweihtem Triebe. Er war du, den Willen deines Va⸗ dein Ziel, dein hoͤchstes Gut; ters thu'! ihm folgtest du mit Helden⸗ +• muth. ö 43. 2. Du warst mit ihm ein Mel. Ein Lamm geht hin ꝛe. Sinn, ein Herz; sein Wille Diob bet ich an, Herr Je⸗ war dein Wille; du ehrtest auch im herbsten Schmerz Menschenkinder, der du so ihn mit zufriedner Stille. reich an Gnade bist, so zaͤrt⸗ Selbst auf der allerrauhsten lich gegen Suͤnder! Du bist Bahn sahst du ihn noch als des Bloͤden Zuversicht. Nie Vater an. wendest du dein Angesicht 3. Du suchtest nichts, als von des Bedraͤngten Flehen. sein Gebot vollkommen zu Du siehst mit gnadenvollem erfuͤllen, und unterwarfst Blick auf ihn in seiner Noth dich bis zum Tod ganz dei⸗ zuruͤck, und eilst, ihm bei⸗ nes Vaters Willen. Dein zustehen. Hauptgeschaft war das 2. Dein Leben in der⸗ su Christ, du Heil der allein, Vollender seines Sterblichkeit war fuͤr die Raths zu seyn. Menschen Segen. Dir 4. Zum Kreuze gingst du folgten Lieb und Freundlich⸗ ruhig hin, uns Gnade zu er⸗ keit auf allen deinen Wegen. werben; bereit, mit goͤttlich Wohin du gingst, ging großem Sinn zum Heil der Wohlthun mit. Dein Welt zu sterben, warst du Wort, dein Werk und jeden zur tiefsten Schmach gefaßt, Schritt begleitete Erbar— und trugst der schwersten men. Du uͤbernahmst die Leiden Last. schwere Pein, uns vom Ver⸗ 5. Herr, lehre mich, dein derben zu befrein, und starbst Eigenthum, nach deiner Tu⸗zum Heil uns Armen. gend streben. Dir gleichge⸗ 8. Auch itzt noch, auf der sinnt seyn, sey mein Ruhm, Himmels Thron bist du der und Wonne, so zu leben. Trost der Suͤnder. Auch O hilf, daß ich so gern, wie da bleibst du, o Gottes Sohn, Sohn, schenki Deine Verirr rechter borst bet, Majes zubrei 4. gersch⸗ bild se Lust u sten b Herzer mit de mit 2 Mein terlich neige Flehe besser gluͤckt Lohn s Va⸗ in 2c. rr Je⸗ heil der du so o zaͤrt⸗ Du bist t. Nie gesicht Flehen. vollem Noth m bei⸗ in der ür die Dir ndlichm⸗ Begen. ging Dein jeden Erbar⸗ ist die u Ver⸗ starbst iuf der pu der Auch ottes Sohn, und den Verpflichtungen gegen ihn. Sohn, ein Freund der Men⸗ 456. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. Verirrten suchest du, auf Kommt her, Muͤhsel'ge, rechten Weg zu leiten. Du kommt zu mir, spricht hoͤrst der Seufzenden Ge⸗Gottes Sohn, o kommt, bet, und brauchest deine seyd ihr mit Suͤnden gleich 3895 schenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh, und die Majestaͤt, nur Segen aus⸗ beladen! Kommt her, ich bin zubreiten. 4. O laß in meiner Pil⸗ gerschaft mich auf dein Vor⸗ bild sehen, erfuͤlle mich mit Lust und Kraft, dem Naͤch— sten beizustehen, betruͤbter Herzen Trost zu seyn, mich mit den Froͤhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen! Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Redlichkeit und Treue nicht versagen! 5. Laß mich mit bruͤder⸗ licher Huld den Straucheln⸗ den erwecken, durch Sanft⸗ muth, Mitleid und Geduld des Naͤchsten Fehler decken. Mein Antlitz sey nie fuͤrch⸗ terlich, und meine Seele neige sich zu des Bedraͤngten Flehen; so wird mich in der bessern Welt, die nur Be— gluͤckte in sich haͤlt, der Liebe Lohn erhoͤhen. der gute Hirt, der euer Herz erquicken wird! Ich, Arzt, heil' euren Schaden. 2. Wie lange saͤumet ihr euch noch? Kommt her, und uͤbernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren! Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so sanft und so demuͤ⸗ thig bin; Mich muͤßt ihr bil⸗ lig hoͤren. 5. Sanft ist mein Joch; leicht meine Last. O wer sein wahres Gluͤck nicht haßt, wird sich dazu bequemen. Ich schenk' ihm Ruh, und wie er sich nicht meiner schaͤ⸗ met, werd' auch ich einst sei⸗ ner mich nicht schaͤmen. 4. Nun, Jesu, mich ver⸗ langt nach dir! Zeuch uns dir nach, so laufen wir. Dir will ich mich ergeben. Ich weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir kein Retter ist. Bei dir ist Heil und Leben. 5.· Laß 394 Von Jesu Christo, 5. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wahrer De⸗ muth jedermann zu dienen fertig stehen. Laß mich, wie du, sanftmuͤthig seyn, Belei⸗ digungen gern verzeihn, und Fehler uͤbersehen. 6. Ach! bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage! Sprich meiner Seele troͤst⸗ lich zu, und bringe mich zur waͤhren Ruh, am Ende mei⸗ ner Tage. 457. Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛe. asset uns mit Jesu ziehen! Wer ihn liebet, folgt ihm nach; geht, dem Argen zu entfliehen, gern die Bahn, die er uns brach. Starker Glaube sey uns eigen, der fuͤhrt auf den Himmelspfad; doch der Glaube zeige That! Bruderliebe muß er zeigen. Bleib', o Jesu, stets bei mir; geh' voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu lei⸗ den! Wer ihn liebet, wird ihm gleich. Nach der Truͤb⸗ sal folgen Freuden, auf die seinen Wohlthaten, Schmach das Ehrenreich. Thraͤnensaat belohnt mit La⸗ chen, stolzes Heil kroͤnt die Geduld. Gottes Allmacht, Gottes Huld kann aus Bliz⸗ zen Sonnen machen. Mit dir, Jesu, leid' ich hier; dort ergoͤtz' ich mich mit dir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben! Sein Tod schuͤtzt vorm andern Tod, schuͤtzt die Seele vor Verderben, und befreit von ew'ger Noth. Toͤdten wir das Fleisch hie— nieden, sterben wir den Luͤ⸗ sten ab; so entgehn wir einst dem Grab', und empfinden Gottes Frieden. Herr, im Tode trau' ich dir; nicht im Grabe bleib ich hier. 4. Lasset uns mit Jesu le⸗ ben! Er stand von den Tod⸗ ten auf, ward mit Preis und Kraft umgeben, nahm zum Vater seinen Lauf. Ei, was kann der Tod mich schrecken? Denn das Haupt der Chri⸗ stenheit wird gewiß zur Herr⸗ lichkeit seine Glieder aufer⸗ wecken. Dir, o Jesu, leb' ich hier; ach! einst leb' ich auch bei dir. 45⁵⁶ * — nnreich. mit La⸗ oͤnt die [(macht, 5 Bliz⸗ Mit r; dort . t Jesu schuͤtzt uͤtzt die , und Noth. sch hie— en Luͤ⸗ ir einst ofinden rr, im icht im — zesu le⸗ n Tod⸗ is und n zum i, was 2 — und den Verpflichtungen gegen ihn. 395 458. 5. So werd' ich bis ans Ende nur deine Wege gehn; Mel. Herr Jesu, Gnadensonne ꝛe. wenn ich den Lauf vollende, O Jesu Christ, mein Le⸗ dich und den Vater sehn; zu den, du meine Zuver⸗ deiner Wonn' erhoben, dich, sicht! Dir hab ich mich er⸗Jesu, ewig loben, und deine geben; verlaß, verlaß mich Treu erhoͤhn. nicht! Gieb Kraͤfte, deinen Willen mit Eifer zu er⸗ 459. fuͤllen; denn das ist meine Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, ꝛe. Pflicht. HDerr Jesu Christ, mein 2. Gieb, daß ich dich nur hoͤchstes Gut, du ma⸗ liebe, und, rein von Heuche⸗ chest meinem Herzen Muth, lei, nie wieder dich betruͤbe, schaffst meiner Seele Freu⸗ dir stets geheiligt sey! Mit de. Und darum bleib ich stets brüͤnstigem Verlangen will an dir. Was ist, o Herr, das ich an dir nur hangen, dir mich von dir und deiner Liebe selbst im Leiden treu. scheide? Du machst mir dei⸗ 3. Dich will ich stets be⸗ nen Weg bekannt, haͤltst mich kennen, auch wenn die Welt bei meiner rechten Hand, re⸗ mir droht. Nichts soll von gierst und fuͤhrst den Lebens⸗ dir mich trennen, nicht Leben lauf, hilsst gnaͤdig meiner oder Tod. Auf dich nur will Schwachheit auf. Herr Je— ich schauen, voll Hoffnung su Christ! Herr Jesu Christ! und Bertrauen, auch in der du bist mein Licht! Ich fol⸗ groͤßten Noth. ge dir, so irr' ich nicht. 4. Will mich die Welt 2. Du leitest mich nach verfuͤhren: so warne mich deinem Rath, der anders vor ihr; laß sie mein Herz nichts beschlossen hat, als nicht ruͤhren, und bleibe stetes was mir Segen bringet. in mir. So werd' ich, Herr, Geht's gleich zu Zeiten wun⸗ auf Erden, dir immer treuer derlich; so weiß ich dennoch, werden, durch nichts getrennt daß durch dich der Ausgang von dir. wohl gelinget. Nach saurem Gang 396 Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, Gang auf rauher Bahn zens Trost und Theil. Ich nimmst du mich dort mit werde doch durch dich allein Ehren an, du schenkest mir ganz herrlich, ewig selig seyn. nach allem Leid die Krone Herr Jesu Christ! Herr der Gerechtigkeit. Herr Je⸗WJesu Christ! ich hoffe fest, su Christ! Herr Jesu Christ! daß deine Kraft mich nicht ach, mit Begier sehnt sich verlaͤßt. mein Herz, zu seyn bei dir! 5. Wer von dir weicht, 5. Mir glaͤnzt dein suͤßes nicht in der Welt getreu dir Freudenlicht. Hab' ich nur ist, nicht Glauben haͤlt, muß dich; so frag' ich nicht nach freilich einst verderben, und allem Gut der Erden. Und kann, weil er die Lust und waͤr“ der Himmel ohne Pracht der Welt sich hier dich! so koͤnnte keine Lust fuͤr zum Himmel macht, den mich in tausend Himmeln Himmel dort nicht erben. werden. Waͤrst du nicht Wer gottlos ist, und aͤrger⸗ schon auf Erden mein; moͤcht' lich in Suͤnden lebt, nicht ich auch nicht auf Erden seyn; glaͤubt an dich, mit dem gehst denn auch die ganze weite du einst ins Gericht, wenn Welt hat nichts, das außer dein Vergeltungstag an— dir gefaͤllt. Herr Jesu Christ! bricht. Herr Jesu Ehrist! Herr Jesu Christ! wo du Herr Jesu Christ! bin ich nicht bist, ist nichts, das mir dir treu; sprichst du mich im erfreulich ist. Gerichte frei. 4. Und sollte mir durch 6. Nun, Herr, ich halte Kreuz und Noth, durch Mar⸗ämich zu dir; du aber haͤltst ter, durch Gewalt und Tod, mein Leben selbst verschmach⸗ ten; dieß alles wird zu dei⸗ ner Ehr', wenn's mir auch noch so bitter waͤr'ꝰ, mein Glaͤube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Her⸗ dich auch zu mir; und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zer⸗ bricht, in noch so großem Lei⸗ de. Ich will mich deiner Gnade freun, dir folgsam, dir gehorsam seyn, will dir in in Not so wer schaun Herr te drau Gott, Mel. ol se nen,‚,! Sohn, nen? Zeiten und n keit de 2. dir m Mittla Lehrer noch wehre nicht verdri Vertr goͤnne Ich Kallein g seyn. Herr se fest, nicht weicht, reu dir „ muß 1, und st und h hier „ den erben. aͤrger⸗ nicht gehst wenn an⸗ Christ! in ich ich im halte haͤltst d das setze dich, t zer⸗ m Lei⸗ deiner gsam, ill dir in und den Verpflichtungen gegen ihn. in Noth und Tod vertraun; so werd' ich dort dich ewig schaun. Herr Jesu Christ! Herr Jesu Christ! ich war⸗ te drauf. Komm, Herr, mein Gott, und nimm mich auf! 460. Mel. O hilf, Christe, Gottes ꝛc. ollt' ich itzt noch, da mir schon deine Guͤt' erschie⸗ nen, dich verlassen, Gottes Sohn, und der Suͤnde die⸗ nen? Mit den Luͤsten dieser Zeit wieder mich beflecken, und nicht mehr die Suͤßig⸗ keit deiner Liebe schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir meine Rüh gefunden; Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Suͤnder, hassen, und mein Recht an deinem Tod wie⸗ der fahren lassen? 5. Nein, ich bin und bleib' ein Christ, halt' auf deine Lehren, lasse mir nicht Macht noch List meinen Glauben wehren. Fielen tausend ab; nicht ich! mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch goͤnnen muͤssen. 397 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Muͤden, den Bedraͤngten Trost und Ruh, Suͤndern Gottes Frieden? Giebt sie mir die Zuversicht, daß ich, trotz dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwar⸗ ten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott einst die Voͤlker stehen, und das Leben und den Tod ihm zur Seite se⸗ hen? wenn der Sichre nun zu spaͤt aus dem Schlaf er⸗ wachet, und der Spoͤtter, der hier schmaͤht, glaubt und nicht mehr lachet? 6. O wie thoͤricht, wenn ich mich noch verfuͤhren ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße! Daich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gruͤnde, daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Truͤbsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt und Suͤnd, und Eitelkeit, und des Fleisches Triebe, alles uͤber— wind' 398 Von Jesu Christo, wind' ich weit, Herr, durch deine Liebe. 464. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, ꝛe. Non ganzem Herzen lieb' V ich dich, mein Heiland; denn du liebtest mich, eh' ich dich lieben konnte. Schon hast du meiner, Herr, ge⸗ dacht, eh'deine weisheitsvolle Macht der Schoͤpfung Werk begonnte. Und sahst du gleich, ich wuͤrde dein unwuͤrdig und ein Suͤnder seyn, durch mei⸗ ner Vaͤter Fall entweiht, be⸗ raubt der ersten Heiligkeit; doch sollt' ich dein; ich, Jesu Christe, sollte dein; ich, Suͤnder, sollte selig seyn. 2. Ach, moͤcht' ich, o mein Schild und Heil, dir, hier mein Trost, und dort mein Theil, nun wuͤrdig danken koͤnnen! Laß gegen dich, wie du verdienst, mich, weil du mir zum Heil erschienst, in heißer Lieb' entbrennen. Erhaben uͤber allen Dank, weit uͤber meinen Lobgesang, bedarfst du, meine Zuversicht, mein Lob zu deiner Groͤße nicht. Doch flamme Dank, dir, Jesu Christe, flamme seinen Wohlthaten, Dank! hoch flamm' empor mein Lobgesang! 35. Des Todes Band' umfingen mich. Du sahst, und du erbarmtest dich, als ich vergehen wollte. Du, du beschlossest, ob ich zwar des Fluchs, des Todes wuͤrdig war, daß ich nicht sterben sollte. Dich kannt' ich nicht, und rief dir nicht; doch wandtest du dein Angesicht mitleidensvoll herab zu mir, und schwurst Erloͤsungz schwurst bei dir: ich will den Tod, ich will der Abgefall— nen Tod erdulden, der den Suͤndern droht. 4. Du kamst; doch da zerflossen nicht die Wolken unter dir in Licht, dem Kom⸗ menden zu Ehren. Die Berge wurden nicht erregt, in ihren Gruͤnden nicht be⸗ wegt; du kamst nicht zu zer⸗ stoͤren. Dich kuͤndigte kein Sturmwind an; kein fres⸗— send Feuer ging voran; kein Donner donnert', und kein Blitz schoß durch die Him— mel, deinen Sitz. Du kamst zur Welt, zur Rettung der gefallnen Welt, still, wie der Thau der Naͤchte faͤllt. 5. Ein 5.0 tig, ur und ni erschie mich, dich! Bande entkett der Hü her, 1 Elend gleich, dein 8 Tod. gefalln besiegt Mel. A Eins let Zaͤhre sey an der sie bricht Schm volles mer uͤl kraͤnkt Beßru 2. 6 mit G nen S noch, empor Band' sahst, h, als Du, du zar des vuͤrdig sterben nicht, doch gesicht jùu mir, sungz ill den gefall⸗ er den ch da Bolken Kom⸗ Die erregt, ht be⸗ zu zer⸗ te kein 1 fres⸗ kein d kein Him⸗ kamst 1g der vie der Ein und den Verpflichtungen gegen ihn. 399 5. Ein Mensch, nicht maͤch⸗ tig, und nicht reich, ach! arm und niedrig, Knechten gleich, erschienst du, mich zu retten; mich, ewig, ewig preis' ich dich! von meines Todes Banden mich mitleidig zu entketten. Du reichtest mir der Huͤlfe Hand vom Kreuze her, und ich empfand mein Elend und mein Heil zu⸗ gleich, vom Fluch erloͤset in dein Reich. Du starbst den Tod. Du starbst der Ab⸗ gefallnen Tod. Besiegt, besiegt ist nun der Tod! 462. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu ꝛe. Einst weinte fuͤr Jerusa⸗ lem der Heiland heiße Zaͤhren; zum Zeugniß, ihm sey angenehm, wenn Suͤn— der sich bekehren. Ihm bricht von tiefempfundnem Schmerz sein goͤttlich liebe— volles Herz, da es den Jam— mer uͤberdenkt, der Suͤnder kraͤnkt, die keine Zucht zur Beßrung lenkt. 2. Schon lange trug Gott mit Geduld dieß Volk in sei— nen Suͤnden, und ließ es noch, voll Gnad und Huld, der Strafen Aufschub finden. Run siehet er in hellem Licht das laͤngstgedrohte Straf⸗ gericht, das dieses Volk ver⸗ schuldet hat, wie es sich naht in Wettern uͤber Land und Stadt. 3. Voll Wehmuth blickt er noch umher, sieht Suͤnder ewig sterben. Dieß schmer⸗ zet ihn unendlich mehr, als zeitliches Verderben. O, was empfindet doch sein Herz! Wie thraͤnt sein Aug vom herben Schmerz! Aus die⸗ sen Thraͤnen, Suͤnder, wißt, daß Jesus Christ der Suͤn⸗ der treuer Lehrer ist. 4. Erkennet eure Gna⸗ denzeit, und fallt in wahrer Buße dem Gotte der Barm⸗ herzigkeit, der euch noch lockt, zu Fuße! Der Heiland ist dann euer Freund, wenn ihr im Glauben zu ihm weint. Aus seinen Thraͤnen, Suͤn⸗ der, wißt, daß Jesus Christ ein treuer Hoherpriester ist. 5. Die Thraͤnen, die er einst geweint, die reden noch fuͤr Seelen, die, ihren Suͤn⸗ den ernstlich feind, ihn zum Erretter waͤhlen. Sehr hoch sind sie vor Gott ge— schatzt. 40⁰ Von Jesu Christo, schaͤtzt. Wer sie zu seinem Troste setzt, der wird, wenn er voll Traurigkeit sein Thun bereut, mit Gnad und Heil von Gott erfreut. 6. Der aber haͤuft sich zum Gericht des Zornes schwere Plagen, der in der Zeit der Gnade nicht lernt ernstlich in sich schlagen. Der Heiland ist zum Herrn erhoͤht, koͤmmt einst in gro⸗ ßer Majestaͤt, als der ver⸗— klaͤrte Menschensohn, vom Himmelsthron, giebt Frev-— lern den verdienten Lohn. 7. Herr, unser Mittler, hier und dort kroͤn' uns mit deinem Segen! Hilf auch, daß wir, nach deinem Wort, den großen Trost erwaͤgen: daß, druͤckt uns hier noch manche Last, du himmlisch Mitleid mit uns hast. O Herr, dieß komme uns zu gut, und geb' uns Muth! Denn schwach ist unser Fleisch und Blut. 8. Laß, wenn wir in der Pruͤfungszeit allhier in Truͤbsal weinen, uns deine große Freundlichkeit zu un⸗ serm Trost erscheinen. Ge⸗ danke, der das Herz erhoͤht: seinen Wohlthaten, Daß du in Gottes Maje⸗ staͤt, nach Noth und Kampf im Himmel bist, Herr Jesu Christ, und huͤlfreich auf uns Arme siehst! 463. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Der beste Freund ist in dem Himmel, auf Er⸗ den sind die Freunde rar. Denn bei dem falschen Welt⸗ getuͤmmel ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab' ichs immer so gemeint: mein Je⸗ sus ist der beste Freund. 2. Die Menschen sind wie eine Wiege; mein Jesus ste⸗ het felsenfest, daß, wenn ich gleich darnieder liege, mich seine Freundschaft doch nicht laͤßt. Er ist's, der mit mir lacht und weint; mein Jesus ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am mei⸗ sten nuͤtzen kann. Und scheinet denn das Gluͤcke truͤbe; so steht die Freundschaft hinten an. Doch hier ist es nicht so gemeint; mein Jesus ist mein bester Freund. 4. Er laͤßt sich selber fuͤr mich toͤdten, vergießt fuͤr mich SSS...... mich mir b sprich gut; was ist de 5. sein Freu bin s mich Freu ein. recht ist de 6. ne 8F zu w hund kruͤm Haat und! sus i Gluͤc Mel. O kann o wi selig zen Gott ꝛc. ist in uf Er⸗ he rar. Welt⸗ eit oft b' ichs in Je⸗ d. ind wie sus ste⸗ enn ich „ mich h nicht nit mir Jesus kaufet n mei⸗ cheinet hez so hinten nicht sus ist er fuͤr jt fuͤr mich ö ——————— und den Verpflichtungen gegen ihn. mich sein eignes Blut; ersteht mir bei in allen Noͤthen; er spricht fuͤr meine Schulden gut; er hat mir niemals was verneint; mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze giebet; mein Freund, der mein, und ich bin sein; mein Freund, der mich bestaͤndig liebet; mein Freund bis in das Grab hin⸗ ein. Ach! hab'ich's nun nicht recht gemeint: mein Jesus ist der beste Freund? 6. Behalte, Welt, dir dei⸗ ne Freunde! sie sind doch gar zu wandelbar! Und haͤtt' ich hundert tausend Feinde; so kruͤmmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund, und nimmer Feind; mein Je⸗ sus ist der beste Freund. V 464. Gluͤckseligkeit durch Christum. Mel. Ich dank' dir, Menschenhuͤter ꝛc. O Freude der Erloͤsten, o Jesu, daß ich mich kann deiner Liebe troͤsten, o wie begluͤckt bin ich! Wie selig! Alle Leiden der kur⸗ zen Pilgerzeit verschwinden V. —40⁴ vor den Freuden der nahen Ewigkeit. 2. Komm, wohn' in mei⸗ nem Herzen; verbinde dich mit mir! Denn mit wie gro⸗ ßen Schmerzen erkaͤuftest du es dir! Dir muͤß' es angehoͤ⸗ ren mit allem, was es ist; dich uͤber alles ehren, der du sein Retter bist! 3. Wer kann mein Herz begluͤcken, als deine Huld allein? Wer selbst im Tod erquicken? Wer da mein Troͤster seyn? Dir will ich mich ergeben. Bei dir ist Sicherheit vor jeder Noth; ist Leben; ist Trost und Se⸗ ligkeit. 4. Nie muͤß' ich trostlos klagen! Giebst du auch, Je⸗ su, mir hier manche Last zu tragen; ich hange doch an dir! Ich will geduldig lei⸗ den; von dir, mein Herr und Gott, von dir soll mich nichts scheiden, kein Gluͤck, kein Schmerz, kein Spott! 5. O Herrlichkeit der Er⸗ de, vergebens lockst du mich! Wenn ich nur selig werde; wie gern entbehr' ich dich! Wo Jesus Huͤtten bauet; da, da ist's gut zu seyn. Ce Wenn 402 Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, Wenn ihn mein Aug' einst mein Erloͤser lebt! Ich weiß,‚ schauet; wie will ich dann mich freun! 6. Sey denn in jedem Leide, im Tode sey mit mir! Und komm, omeine Freude! und fuͤhre mich zu dir! Wenn mich kein Leid mehr ruͤhren, kein Tod mehr toͤdten kann; wie werd' ich triumphiren! Wie selig bin ich dann! 465. Mel. Jesu, meine Freude ꝛe. Wie getrost und heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Der du, die dir trau⸗ en, fuͤhrst zu gruͤnen Auen, und so gern erfreust! Nie⸗ mals wird bei dir, mein Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu' ich mich, zu leben. Was du willst, ist gut. Nichts vermag ich, Schwacher; du, mein Seligmacher, ruͤstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und faͤllt, wenn Gericht und Hoͤlle schrecken; wirst du mich bedecken. 5. Ich kann ohne Grauen Graͤber vor mir schauen; wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frev⸗ lers Herz erschuͤttern; ich darf nicht erzittern! 4. Auch in mir ist Suͤn⸗ de; doch ich uͤberwinde sie gestaͤrkt durch dich. Sink ich oft noch nieder; du er⸗ hebst mich wieder, du begna⸗ digst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld. Nie laͤssest du betruͤbten Seelen dein Erbarmen sehlen. ö 5. Daß ich Gott erkenne, froh ihn Vater nenne, und mich ewig sein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoff⸗ nung habe, dank ich dir al⸗ lein. Daß dein Geist mich unterweist, und mich fuͤhrt auf deinem Pfade, dank ich deiner Gnade. 6. Wuͤrdig dir zu leben, dieß sey mein Bestreben, mei⸗ ne Lust und Pflicht! Was die Welt vergnüͤget, o mein Gott, das gnuͤget meiner Seele nicht. Hab' ich dich; wie gern will ich das, wor⸗ nach die Eiteln trachten, reich in dir, verachten. 7. Macht * h weiß, ß, daß ch sein g, dein Frev⸗ n; ich Suͤn⸗ inde sie Sink du er⸗ begna⸗ Huld e laͤssest na dein kenne, e, und ch hier Hoff. dir al⸗ st mich fuͤhrt ank ich leben, „ mei⸗ Was ãmein neiner dich; wor⸗ chten, Nacht und den Verpflichtungen gegen ihn. 7. Macht ein Gut der Er⸗ de, daß ich gluͤcklich werde, durch Zufriedenheit; Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethoͤren, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 8. Deinen hohen Frieden schmeck' ich schon hienieden; und was hoff' ich dort? Un⸗ begraͤnzte Zeiten voller Se⸗ ligkeiten hoff' ich. Auf dein Wort sind sie mein, durch dich allein. Bleib'ich dir ge— treu im Glauben; wer kann sie mir rauben? 9. Voll von deiner Guͤte jauchzet mein Gemuͤthe, Gott, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden staͤrke mich im Leiden! weiche nicht von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen! 466. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛce. OIch will dich noch im Tod erheben, selbst noch am Grabe dank' ich dir. Zum Segen gabst du mir mein 4* wirst auch noch dann Leben, und auch zum Segen nimmst du's mir. Mein Le⸗ ben sucht' ich dir zu weihn; drum bleib' ich auch im Tode dein. 2. Gott, welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd' entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonenderErbarmung siehst! Allmaͤchtiger, in dein Gericht gehst du mit mir, Erloͤsten, nicht. 3. Der Leib wird schwach, die ird'sche Huͤtte, in der mein Geist hier wohnt, zerfaͤllt; schon gehen meine muͤden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getrost und zage nicht; denn Jesus ist mein Heil und Licht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du fuͤr mich, Erloͤser, starbst? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir er⸗ warbst. Wie du ihn gingst, will ich ihn gehn; wie du, werd' ich auch auferstehn. 5. Laß auch das Grab in seiner Naͤhe mir noch die letz⸗ ten Schrecken draͤun; du, Herr, auf den ich hoffend C˙2 mein 4⁰⁰⁴ mein Retter seyn. So nah' dem Lohn', den Gott ver⸗ spricht, so nah' am Ziele sink ich nicht! 6. Ich will dich noch im Tod erheben, selbst noch am Grabe preis' ich dich; denn ewig werd' ich bei dir leben. Wie segnest du, mein Hei⸗ land, mich! Fuͤr mich ist selbst der Tod Gewinn. Wohl mir, daß ich erloͤset bin! 467. Mel. Herr Jesu Christ, du hoͤchstes ꝛc. Ich weiß, an wen mein Glaub' sich halt, kein Feind soll mir ihn rauben! Als Buͤrger einer bessern Welt leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Haͤnden. ꝛ. Mein Leben ist ein kur⸗ zer Streit, und herrlich ist die Krone. Das Gluͤck der ganzen Ewigkeit wird mir zum frohen Lohne. Der du fuͤr mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd' ich bedeckt. Was kann mir denn nun schaden? Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, 5. O Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein bester Trost auf Erden; in jener Welt mein Eigenthum. Was kann mir groͤßers werden? Von fern glaͤnzt mir mein Kleinod zu; du schaffst mir nach dem Streite Ruh, und reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von diesem Weltgetuͤmmel auf dich, auf meiner Seele Gluͤck, auf Ewigkeit und Himmel! Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und waͤhrt nur kurze Zeit; im Himmel sey mein Wandel! 5. Itzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewaͤhrt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, und mein Erloͤsungstag erscheint, dann werd' ich's froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh' ich hier mein Heil; dort seh' ich's klar und heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort hebt mein Geist sich weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhuͤllt; dort dort dein komnu 7. ich e⸗ deine bin ie dir m nestr bin! kann mels 8. Herrñ o Se Erde Gott glaͤnz nur d steht st mein bester n jener 1. Was erden? rmein sfst mir h, und 'ne. meines diesem ich, auf 2 lichkeit ir kurze y mein dieser ir noch s jene t, wo dienen. Auge d mein t, dann nden. seh' ich h'ich's ist die mein Geist t mein rhuͤllt; dort „ auf I Die und den Verpflichtungen gegen ihn. dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich einst voll⸗ kommen schmuͤcket. 7. Zu diesem Gluͤck bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft, wer will von dir mich scheiden? Du zeich⸗ nest mich in deine Hand; ich bin dir, Herr, du mir be⸗ kannt. Mein sind des Him⸗ mels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glaͤnzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Gluͤck be⸗ steht durch alle Ewigkeiten. 68. Mel. O Ewigkeit, du ꝛc. Mein Glaub' ist meines Lebens Ruh, und fuͤhrt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gieb mir, Herr, Bestaͤndigkeit, daß diesen Trost der Sterb⸗ lichkeit nichts meiner Seele raube! Tief praͤg' es meinem Herzen ein, welch Gluͤck es sey, ein Christ zu seyn! 2. Du hast dem sterbli— chen Geschlecht zu deiner 4⁰⁵ Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr Asch' und Staub; nicht mehr des To⸗ des ew'ger Raub; du bist fuͤr mich gestorben. Mir, der ich dein Erloͤster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erloͤst, und bin ein Christ; mein Herz ist ru⸗ hig, und vergißt die Schmer⸗ zen dieses Lebens. Ich dul⸗ de, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens; Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh. 4. Was seyd ihr, Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh' entge⸗ gen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 6. Bin ich gleich schwach; so trag' ich doch nicht mehr der Suͤnde schaͤndlich's Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir suͤße Pflicht. Und wenn ich gleich hienie⸗ 4⁰ hienieden nicht ganz frei von Fehlern werde; so ist mein Trost: Gott hat Geduld, und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod fuͤr mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, gerissen. Dir, dir verdank' ich meine Ruh; du heilest meine Wunden, du; du stillest mein Gewis— sen. Und fall'ich noch in mei⸗ nem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sey Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner Heiligung; ich spuͤre taͤglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fuͤhle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank sey dir, Vater, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium fest glauben, Liebe uͤben. Es macht mich ruhig, und er— freut, fuͤhrt mich zur wah⸗ ren Seligkeit; wie sollt' ich es nicht lieben! Erhalte stets mein Herz dabei; so preis' ich ewig deine Treu. Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, 469. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach ꝛc. Herr, du bist meine Zuver⸗ sicht! Du lebst; ich werd' auch leben. Du wirst mir, was dein Wort ver⸗ spricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Juͤnger koͤmmt nicht ins Gericht! Dieß staͤr⸗ ket meine Zuversicht. 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, den Saamen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Ernd— te mich erfreuen. Ich leide und verzage nicht; denn du bist meine Zuversicht. 5. Hier trag' ich deine sanfte Last, und fuͤhle meine Wuͤrde; haͤlt auch die Welt, die sie nicht faßt, sie gleich fuͤr schwere Buͤrde. Den Frevler trifft einst dein Ge⸗ richt; und dann siegt meine Zuversicht. 4. Sink immerhin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Nur hier bin ich des Todes Raub; dort werd' ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 6. Herr, 6. dank' Gruf aus du le Iche nicht Zuve 6. staͤrk. Trost zen dich den. sen, seyn ber! von mich 3 tmals ꝛamen rd der Ernd⸗ leide un du deine meine Welt, gleich Den n Ge⸗ meine mein t wird ir hier Raub; leben. Trosts meine Herr, und den Verpflichtungen gegen ihn. 5. Herr, diesen Segen dank' ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab' herfuͤr; du lebst und ich soll leben. Ich glaub' es dir, und zweifle nicht; dein Wort ist meine Zuversicht. 6. In diesem Glauben staͤrke mich; laß mich den Trost empfinden, den gro⸗ zen Trost, daß ich durch dich den Tod kann uͤberwin⸗ den. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bist meine Zuversicht. 470. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. J weiß von keinen Pla⸗ gen, die mir bisher das Tragen des Joches Jesu macht. Die Last, die er auf⸗ leget, ist sanft dem, der sie traͤget, wie sein holdsel'ger Mund gesagt. 2. Er hat noch nie ver⸗ gessen, mir reichlich zuzumes⸗ sen, was mir kann heilsam seyn. Koͤmmt auch ein truͤ⸗ ber Morgen; so weiß er doch, von Sorgen durch seine Huld mich zu befrein. 5. Aus seinem holden 4⁰⁷ Herzen quillt mir in meinen Schmerzen des Trostes Ue⸗ berfluß. Ich spuͤre oft mit Freuden, daß manche Last der Leiden zu meinem Besten dienen muß. 4. Ja, es wird Wahrheit bleiben, daß, die sich dir ver⸗ schreiben, o Jesu, selig sind. Die Welt mag das nicht fassen! Mein Herz soll dich nicht lassen; es weiß, was es bei dir gewinnt. 5. Ach, nimm zu deinem Ruhme, mich hin zum Ei⸗ genthume! Mein Heiland, sey gepreist! Du liebest un⸗ vergleichlich; du segnest mich so reichlich; dein freuet sich mein Leib und Geist. 6. Du kroͤnest mich mit Gnade, und reichst auf dunk⸗ lem Pfade voll Huld mir deine Hand. Laß ich daran mich leiten; so wird mein Fuß nicht gleiten; Gefahr und Fall wird abgewandt. 7. O moͤcht' ich's recht er⸗ waͤgen, was du zu meinem Segen von jeher schon ge— than; und alles wohl be— merken, was mir in deinen Werken zur Glaubensstaͤr⸗ kung dienen kann! 8. O 4⁰g 8. O moͤcht' ich's heller se⸗ hen, und klaͤrer noch verste⸗ hen, wie hoch du mich ge⸗ liebt! Dann wuͤrden deine Lehren, zu deines Namens Ehren, mit groͤßter Treu von mir geuͤbt. 9. Ich lob' indeß mit Freu⸗ den, auch unterm Druck der Leiden, die Groͤße deiner Huld. Dir sey mein ganzes Leben zum Dienste hingege⸗ ben; mein Herz in froͤhli⸗ cher Geduld. ä 10. In Hoffnung werd' ich siegen; im Kampf nicht unterliegen, der mir verord⸗ net ist. Du wirst nach die⸗ sem Leben zum Himmel mich erheben, wo du, Herr, mein Erloͤser, bist. 474. Mel. Schicke dich, erloͤste ꝛc. Vem Geraͤusch der Welt geschieden, schmeck' ich des Erloͤsers Frieden, und die Freude, schon auf Erden, Gott, mit dir vereint zu wer⸗ den. Ich seh' diese Welt der Suͤnden unter meinem Fuß verschwinden, und das Gluͤck von jenem Leben deu entzuͤck⸗ ten Geist umgeben. Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, 2. Gott, was achten weise Christen doch den Reiz von eitlen Luͤsten! Was den Glanz der eitlen Freuden! Was des Lebens kurze Lei⸗ den! Was durchstroͤmt sie fuͤr Entzuͤcken, wenn sie dei⸗ nen Lohn erblicken, uͤber sich, an deinem Throne, deiner treuen Streiter Krone! 3. Elend mag nun auf mich stuͤrmen; Gottes Huld wird mich beschirmen. Kurz sind dieser Wallfahrt Pfa⸗ de; ewig waͤhrt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zaͤhren will ich Got⸗ tes Rath verehren, unter kei⸗ ner Plage sinken, gern den Kelch der Leiden trinken. 4. Du hast selbst der Men⸗ schen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen; hast den schwersten Kampf gestritten; tausendfach mein Leid gelit⸗ ten. Laß mich deine Kraft beleben, wenn die matten Haͤnde beben; laß sie mir den Sieg gewaͤhren; trockne meine baͤngen Zaͤhren! 472. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. hoff' ich denn mit fe⸗ 0 S sten Muth auf Gottes Gnad' 6 dein nes ihn seyn; Herz Trost Mel W Got⸗ er kei⸗ naden en. Men⸗ „voll st den itten; gelit⸗ Kraft iatten e mir rockne richt ꝛe. it fe⸗ zottes naͤd' 6 und den Verpflichtungen gegen ihn. Gnad' und Christi Blut; ich hoff' ein ewigs Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Se— ligkeit durch seinen Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein un⸗ aussprechlichs Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel ha⸗ ben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben, und versichert seyn von dei⸗ nes Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt goͤttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren; es spricht uns Trost im Elend zu, ver⸗ suͤßet uns des Lebens Ruh, und staͤrkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein goͤttlichs Wort, um dei⸗ nes Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden seyn; ihn taͤglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Trost erfuͤllen! 473. Mel. Alle Menschen muͤssen ꝛe. Wer will Gottes Auser⸗ waͤhlte, die er, um ihr 409 Gott zu seyn, selbst zu seinen Kindern zaͤhlte, der erlaßnen Schulden zeihn? Er erklaͤrt sie fuͤr Gerechte, nennt sie Freunde, nicht mehr Knechte. Wer kann sie verdammen? sie? Der gerecht macht, Gott ist hie! 2. Hier ist Christus, der gestorben; Christus, der er⸗ wecket ist; der allein fuͤr uns gestorben, und fuͤr uns erwe⸗ cket ist. Waren wir gleich seine Feinde; haben wir ihn doch zum Freunde. Der zur Rechten Gottes sitzt, liebt und segnet uns noch itzt. 5. Keine Freude, Gott, kein Leiden, keines Menschen Tyrannei muß uns je von Jesu scheiden, keiner Suͤnde Schmeichelei. Staͤrke dei⸗ ner Kinder Herzen, daß sie weder Schmach noch Schmerzen; daß sie, treu und fromm zu seyn, Hunger, Bloͤß' und Schwerdt nie scheun! 4. Hilf uns allen stand⸗ haft glauben, laß nicht Leben oder Tod uns die Liebe Jesu rauben; nichts von dir uns trennen, Gott! Nichts, wie herrlich oder praͤchtig, oder hoch, 41⁰0 hoch, und groß und maͤchtig, oder furchtbar es auch sey, mach' uns Jesu ungetreu. 5. Alles koͤnnen wir ent⸗ behren; Mangel und Ver⸗ lust ist klein, wenn wir dir nur angehoͤren, und gewiß sind, dein zu seyn. Alles wirst du uns ersetzen; und mit welchen reichen Schaͤ⸗ tzen! Muͤssen wir nicht selig seyn? Alle Himmel, Herr, sind dein! 474. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛe. Mein Jesus liebet mich; J 1Paunt ich Keint wie koͤnnt' ich Jesum hassen? Er liebt mich so ge⸗ treu; wie koͤnnt' ich ihn ver⸗ lassen? Das sey mein Bund mit ihm: mein Heiland soll allein mein auserwaͤhlter Freund, er soll mir alles seyn. 2. Als ich sein Feind noch war, ist er fuͤr mich gestor⸗ ben, und hat das Leben mir durch seinen Tod erworben. Was ich nicht konnte thun, hat er fuͤr mich gethan; ob ich gleich seine Huld ihm nie vergelten kann. 5. Er hatte mich erloͤst; doch liebt' ich noch die Suͤn⸗ Von Jesu Christo, seinen Wohlthaten, den, und wollte mich noch nicht zu seiner Heerde finden. Allein, der treue Hirt ging mir so lange nach, bis mein so hartes Herz sein Ruf voll Liebe brach. 4. Die Suͤnde druͤckte nich; ich war mit Angst umfangen; er ließ mich Ruh und Rast durch sein Ver— dienst erlangen. Er spricht mich gnädig noch von allen Strafen frei, und in Ver⸗ suchungen steht er mir maͤch⸗ tig bei. 5. Ihm darf ich jede Noth, die mich belastet, kla⸗ gen. Wo Menschenhuͤlfe fehlt, laͤßt er mich nicht ver⸗ zagen; er hoͤrt mich, sieht auf mich mit Lieb' und Freund⸗ lichkeit, und n. nuͤtz lich ist, hilft er auch allezeit. 6. Haͤlt er zuweilen. sein Angesicht verborgen; umringen mich alsdann viel kummervolle Sorgen; so laͤßt er mich doch bald sein Antlitz wieder sehn; fuͤhlt meinen Schmerz, und laͤßt mich nie vergebens 4 7. Bin ich am Ziele denn, am Ende meiner Ta⸗ ge; fo machet er mich frei von von ge; 1 Wont welch— meine 8. Leibee werde einsti de. 2 klaͤrt! noch inden. t ging mein uf voll ruͤckte Angst 9Ruh Ver⸗ spricht allen Ver⸗ maͤch⸗ )jede t, kla⸗ nhuͤlfe ht ver⸗ eht auf reund⸗ S nuͤtz⸗ llezeit. nauch orgen; in viel 3 0 d sein fuͤhlt d laͤßt lehn. Ziele ler Ta⸗ ch frei von und den Verpflichtungen gegen ihn. von aller Noth und Pla⸗ ge; und ewig, ewig ist die Wonn' und Herrlichkeit, mit welcher Jesus mich nach meinem Kampf erfreut. 8. Ich weiß es, daß mein Leib einst Staub und Asche werde; doch er erweckt auch einst ihn wieder aus der Er— de. Dann soll er schoͤn ver— klaͤrt in seinen Himmel gehn, 4⁴ und ihn von Angesicht zu Angesichte sehn. 9. So liebt mein Heiland mich; ich will ihn wieder lie⸗ ben. In dem, was ihm ge⸗ faͤllt, will ich mich taͤglich uben. Ich will auch treu ihm seyn; sein ewig Eigen⸗ thum. Mein Jesus liebet mich; das sey mein hoͤchster Ruhm. XXVII. Von der christlichen Kirche, und derselben Reformation. 475. Erbalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steur' des Pabsts und Tuͤrken Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, stuͤrzen wol— len von seinem Thron. 2. Beweis' dein' Macht, Herr Jesu Christ, der du ein. Herr aller Herren bist, beschirm' dein' arme Chri— stenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gott heil'ger Geist, du Troͤster werth, gieb dein'm — letzten Noth, g'leit uns ins Leben aus dem Tod. 4. Ihr' Anschlaͤg', Herr, zunichte mach', laß sie treffen die boͤse Sach', und stuͤrz' sie in die Grub' hinein, die sie machen den Christen dein. 5. So werden sie erken⸗ nen doch, daß du unser Herr Gott lebest noch, und hilfst gewaltig deiner Schaar, die sich auf dich verlassen gar. 6. Verleih⸗ uns Frieden gnaͤdiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten, es ist doch ja kein andrer nicht, der fuͤr uns Volk einerlei Sinn auf koͤnnte streiten, denn du, un⸗ Erd, steh bei uns in der ser Gott, alleine. 7. Gieb 412 5. Gieb unserm Fuͤrsten, und aller Obrigkeit, Fried und gut Regiment, daß wir unter ihnenein geruhiges und stilles Leben fuͤhren moͤgen, in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. 476. Eine feste Burg ist unser Gott, eine gute Wehr und Waffen! er hilft uns frei aus aller Noth, die uns itzt hat betroffen. Der alte boͤse Feind, mit Ernst er's itzt meint, groß' Macht und viel' List sein' grausam' Ruͤstung ist, auf Erden ist nicht sein's gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist Von der christlichen Kirche, gen. Der Fuͤrste dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht't, ein Woͤrtlein kann ihn faͤllen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, und kein'n Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit sei⸗ nem Geist und Gaben. Neh⸗ men sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib; laß fahren dahin! sie haben's keinen Gewinn! das Reich Gottes muß uns bleiben! 477. Mel. Eine feste Burg ist unser ꝛe. WMenn Christus seine Kir⸗ — che schuͤtzt, so mag die — nichts gethan, wir sind gar Hoͤlle wuͤthen; er, der zur bald verlohren. Es streit't Rechten Gottes sitzt, hat fuͤr uns der rechte Mann, Macht, ihr zu gebieten. Er den Gott hat selbst erkohren. ist mit Huͤlfe nah'; wenn er Fragst du, wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herre Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 5. Und wenn die Welt voll Teufel waͤr', und wollt' uns gar verschlingen; so fuͤcchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelin⸗ gebeut, steht's da. Er schuͤ⸗ ßet seinen Ruhm, und haͤlk das Christenthum. Mag doch die Hoͤlle wuͤthen! 2. Gott sieht die Fuͤrsten auf dem Thron sich wider ihn empoͤren; denn den Ge⸗ salbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schaͤmen sich des Worts des Hei⸗ dieser stellt, das „ Eein en. sollen Dank ei uns it sei⸗ Neh⸗ Gut, laß iben's Reich n! ser ꝛe. Kir⸗ ag die er zur hat Er nn er schůͤ⸗ haͤlt Mag ürsten wider u Ge⸗ „den Sie des Hei⸗ und derselben Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott. Sie moͤgen sich empoͤren! 5. Der Frevler mag die Wahrheit schmaͤhn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr wi⸗ derstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sey Je⸗ sus Christ! Wer hier sein Juͤnger ist, sein Wort von Herzen haͤlt, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! De Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be⸗ decken. Der Herr, der starke Gott, haͤlt uͤber sein Ge⸗ bot, giebt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns denn erschrecken? 478. Isch! bleib mit deiner Gna⸗ de bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des boͤsen Feindes List. 2. Ach! bleib mit deinem Worte bey uns, Erloͤser Reformation⸗ 413 werth, daß uns beid' hier und dorte sey Guͤt' und Heil beschert. 3. Ach! bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht; die Wahrheit in uns pflanze, damit wir irren nicht! 4. Ach! bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein Gnad' und all's Vermoͤgen in uns reichlich vermehr'. 6. Ach! bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch faͤll' die boͤse Welt. 6. Ach! bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott! Bestaͤndigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! 479. Es wolle Gott uns gnaͤdig seyn, und seinen Segen geben! Es leuchte stets mit hellem Schein sein Wort der Welt zum Leben, daß Gottes Will' und Werk' er⸗ kannt, und auf der ganzen Erde der Name Jesu noch, genannt, sein Heil verkuͤn⸗ digt werde, und jeder sich bekehre! ö 2. So 4•4 2. So preise dich, Gott, gleich als wir, auch alles Volk der Heiden! Der gan⸗ ze Weltkreis jauchze dir, und singe dir mit Freuden! Du, der du Herr der Erde bist, willst selbst der Suͤnde steuern. Dein Wort, das Kraft und Leben ist, soll uns dir ganz erneuern, im Glaͤu⸗ Len dir zu dienen. Wer Glauben nur im Herden hat, bringt Frucht in guten Thaten. Laß deines Wortes reiche Saat bei uns auch wohl gerathen! Segn' uns, Gott Vater, und Gott Sohn, samt Gott dem heil'gen Geiste, daß alle Welt vor deinem Thron dir Dank und Ehre leiste! Und alle Welt sprech: Amen! 480. Es woll' uns Gott genaͤdig seyn, und seinen Segen geben, sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ew'gen Leben, daß wir erken⸗ nen seine Werk', was ihm geliebt auf Erden, und Jesus Christus Heil und Staͤrk' bekannt den Heiden werden, und sie zu Gott bekehren. Von der christlichen Kirche, 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden uͤber⸗ alle, und alle Welt, die freue sich, und sing' mit großem Schaͤlle, daß du auf Erden Richter bist, und laͤss'st die Suͤnd' nicht walten. Dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 5. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in gu⸗ ten Thaten, das Land bringt Frucht, und bessert sich, dein Wort ist wohl gerathen. Uns segne Vater, und der Sohn, uns segne Gott der heil'ge Geist, dem alle Welt die 0 thut, vor ihm sich fuͤrch⸗ te allermeist. Nun sprecht von Herzen Amen! 484. Herr, ich hoff' je, du wer⸗ dest die in keiner Noth Berlasseu, die dein Wort recht, als treue Knecht, ins Herz mit Glaͤuben fassen; giebst Seligkeit nach dieser Zeit, und laͤss'st sie nicht ver⸗ derben. O Herr, durch dich, bitt' ich, laß mich getrost und selig sterben! 48². 4 t, und uͤber⸗ e freue zroßem Erden s'st die Dein Weide halten, allen. t, und in gu⸗ bringt h, dein 1. Uns Sohn, heil'ge elt die ö fuͤrch⸗ sprecht u wer⸗ Noth Wort ht, ins fassen; dieser ht ver⸗ durch getrost 48². — und derselben waͤren! Mach' alle Herzen rein und neu; laß alle sich bekehren! Gieb uns Wis⸗ senschaft, Glaube, Lieb' und Kraft; gieb Entschluß und Muth, zu wagen Ehr' und Blut, zum Preise deiner Lehren! 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt'uns Ruh' und Frieden! Laß uns, gestaͤrket durch dein Wort, im Guten nie ermuͤden! Mache leicht, was druͤckt; gieb uns, was begluͤckt! Nach der Pruͤfungszeit ruf' uns zur Seligkeit, zu deines Him⸗ mels Freuden! 6. Herr, deine Kirche streitet noch; hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, muͤsse doch kein Kaͤmpfer unterliegen! Hoͤr' ihr kindlichs Flehn; eil', ihr beizustehn, daß sie stand⸗ ö haft sey, stets deiner Wahr⸗ heit treu! Hilf deiner Kirche siegen! 485. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛc. Dein Volk, o Herr, singt Namens Ehre. 4 frohen Dank zu deines Es stimm' Reformation. 4¹⁷½ auch unser Lobgesang in alle heil'ge Choͤre, die heut in dei⸗ nem Heiligthum, zu deines großen Namens Ruhm, dir Jubellieder singen. 2. Dieß ist ein Tag, von dir gemacht. Von dir, Herr, ist's geschehen, daß wir, frei von des Irrthums Nacht, das Licht der Wahrheit se— hen; daß wir, von Men⸗ schentand befreit, dir, wie dein eignes Wort gebeut, rechtschaffen dienen koͤnnen. 5. O welche Wohlthat, Gott, ist dieß, so uns ist widerfahren! Es lag dein Wort in Finsterniß, seit mehr als tausend Jahren. Du hast, trotz aller Feinde Macht, es wieder an das Licht gebracht. Wir freu'n uns dieser Gnade. 4. Du laͤssest hier im Hei⸗ ligthum dein lautres Wort uns hoͤren; zu unsrem Heil, zu deinem Ruhm, laͤss'st du es reichlich lehren. In unsern Haͤusern ist es auch uns frei zum taglichen Gebrauch. Lehr dieses Gluͤck uns schaͤz⸗ zen! 5. Es leuchtet uns, o Herr, dein Licht, wenn wir zusam⸗ Dd men⸗ 4•8 mentreten, daß wir vor dei⸗ nem Angesicht, nach deinem Willen, beten. Dir, dir singt unsre Christenheit; es herrscht Verstand, Erbau⸗ lichkeit in unsern heil' gen Liedern. 6. Befreiet von dem knechtschen Joch der mensch⸗ lichen Gebote, das die Gewis⸗ sen niederbog, tyrannisch sie bedrohte, dient nun, nach dei⸗ nem Licht und Recht, dir, als dein Kind, als Christi Knecht, ein jeder, der dich fuͤrchtet. 7. In unsern Schulen bildet man Verstand und Herz der Jugend. Man fuͤhrt nach deinem Wort sie an zur Wahrheit und zur Tugend. Das Ansehn un⸗ srer Obrigkeit bleibt unge— kraͤnkt; und Sicherheit, und Ruh, und Ord nung herrschen. 8. Es findet unsre Seele Ruh vor deinem Gnaden⸗ throne, nah'n wir im Glau⸗ ben nur hinzu in Christo, dei⸗ nem Sohne. Er segnet uns mit Heil von dir; aus seiner Fuͤlle nehmen wir; er nur ist unser Helfer. 9. So koͤnnen wir bei dei⸗ nem Licht ein frohes Leben Von der christlichen Kirche, fuͤhren, wenn wir nach unsers Wandels Pflicht nur deine Lehre zieren. Und bricht einst unser Tod herein; so spricht dein Geist den Trost uns ein: von nun an seyd ihr selig! 10. So gluͤcklich hast du uns gemacht durch deines Wortes Lehre. Dir, Herr, sey ewig Dank gebracht, dir Ruhm, Preis, Lob und Ehre! Dir jauchzet unser Herz und Mund! Es mach' auch un⸗— ser Leben kund, daß wir dich dankhar preisen. 486. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛe. KLobsingt in seinem Heilig⸗ thum dem Herrn, durch den wir leben! Er hat, zu seines Namens Ruhm, der Welt sein Wort gegeben. Sein Wort, das klug und weise macht, hat unser Gote ans Licht gebracht, und wun⸗ derbar erhalten. 2. Es war mit Unverstand und Nacht der Erdkreis ganz bedecket, und Gottes Stim⸗ me ward verlacht, die doch zur Buße wecket. Des Hoͤchsten Reich war unbe— kannt; kanr nutz Weg 3. Wel Gott land verke Man reren Geld tiefer 4. seufz er si koͤmn baut Arm Den: lautr Saci 5. und e nen H Wah thum gen Heils Licht ein 2 6. verge und Gott ch unsers ur deine dbricht rein; so en Trost an seyd hast du h deines r, Herr, acht, dir nd Ehre! Herz und auch un⸗ wir dich dem ꝛc. Heilig⸗ , durch hat, zu ym, der gegeben. lug und ser Gott nd wun⸗ verstand eis ganz s Stim⸗ die doch Des r unbe⸗ kannt; und derselben kannt; was List und Eigen⸗ nutz erfand, das hieß der Weg zum Leben. 3. Dem Irrthum gab die Welt Gehoͤr, nicht dem, was Gott uns lehret. Der Hei⸗— land ward je mehr und mehr verkannt, gekraͤnkt, entehret. Man lief dem blinden Fuͤh⸗ rer nach, der Seelenheil fuͤr Geld versprach, und Seelen tiefer stuͤrzte. 4. Die Heil'gen Gottes seufzten laut: wenn wird er sich erbarmen? Wenn koͤmmt der Held, der Zion baut? Wenn rettet er die Armen? Erloͤser, komm! Denn es ist Zeit; es ist dein lautres Wort entweiht, dein Sacrament zerrissen! 5. Der Herr erschien, und gab sein Wort durch sei— nen Knecht uns wieder. Die Wahrheit drang den Irr⸗ thum fort, und schlug die Luͤ⸗ gen nieder. Der Weg des Heils ward neu entdeckt, das Licht im Finstern aufgesteckt; ein Wunder unsern Augen. 6. Des Hoͤchsten Wort vergehet nicht, ob's Welt und Satan hassen. Der Gott des Lichtes kann sein Reformation. 419 Licht bald wieder scheinen lassen. Ein Werkzeug, von der Welt verlacht, kann schnell des Aberglaubens Macht, wenn Gott gebeut, zerstoͤren. 7. Dank dir, der du dein Volk erkauft, daß uns dein Wort erfreuet! Du hast das Unkraut ausgerauft, und maͤchtig uns befreiet. Dein Evangelium erquickt die Herzen, die ihr Elend druͤckt, schenkt Suͤndern Gnad' und Leben. 8. Es ist das Licht in Finsterniß; giebt Rath und Trost im Leiden. Es macht des Frommen Gang gewiß, und segnet ihn mit Freuden. Bewahr' uns, Herr, mit maͤcht'ger Hand, dein Wort, das Gluͤck fuͤr unser Land, den Reichthum unsrer Seelen. 9. Der Menschen groͤßte Weisheit sey, Herr, dieß dein Wort recht ehren, und sich zu dir, von Luͤsten frei, aus Herzensgrund bekehren. Wer frech sich wider dich empoͤrt, soll nie, was uns dein Zeugniß lehrt, soll nie dein Wort uns rauben. Did 2 10. Dein 420 1½ 10. Dein Evangelium behaͤle den Sieg, und lehre uns siegen. Denn deine Rechte, Herr der Welt, laͤßt es nicht unterliegen. Geist schreib' es in unsern Geist, dann sagt sein Zeug— niß uns, du seyst, durch Chri⸗ stum unser Vater. 487. Mel. Nun danket alle Gotk. Seor groß, Herr, ist die Huld, die du an uns erwiesen. Sey dafuͤr innig⸗ lich gelobet und gepriesen! O pflanz' dein Wort in uns, daß es je mehr und mehr recht' reiche Fruͤchte bring' zu deines Namens Ehr'! 2. Im Glanze deines Lichts laß uns hienieden wal⸗ len, zu unserm wahren Heil, und dir zum Wohlgefallen! Breit'deine Lehre aus; schuͤtz deine Christenheit, und fuͤhr' uns allesaͤmt zum Licht der Ewigkeit! 488. Mel. Befiehl du deine Wege ꝛc. Qaß mich dein seyn und blei⸗ ben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts Dein, Von der christlichen Kirche, treiben, halt' mich bei reiner Lehr'! Ach! Herr, laß mich nicht wanken, gieb mir Be⸗ staͤndigkeit! Dafuͤr will ich dir danken in alle Ewigkeit. 1t 489. Mel. Eine feste Burg ist unser ꝛc. De Spoͤtter Heere ruͤsten sich, dein Zion zu zerstoͤ⸗ ren. Sieh' unsre Schmach, mit der wir dich und deine Wahrheit ehren! Bitter ist ihr Spott! Ach! wann wer⸗ den, Gott, die dein Wort so schmaͤhn, das sie doch nicht verstehn, zu dir sich endlich sammlen! 2. Stolz fragen sie: war⸗ um doch wir auf Jesu Wort uns gruͤnden? Ob's auch ge⸗ wiß sey, daß wir hier den Weg zum Leben finden? Moͤchten sie's doch sehn, und es ganz verstehn, was fuͤr Weisheit ist im Worte Jesu Christ, und welche Gottesstaͤrke! 3. O schmeckt und seht die Freundlichkeit des un— sichtbaren Gottes! Ergreift mit uns die Seligkeit, und schaͤmt euch eures Spottes! Sehet, wie er liebt, und wie er vergiebt! dergie den Y rohsten 4. x gen, Schm zeugte was Saat, und fr Erndt Herr, die G 5. denmr den? fuͤr eu baren Gott und se im Lic sicht, euch l 6. dein E Wahr Wort der ut versch nung Gott, pfind bens 7. i reiner 6 mich mir Be⸗ will ich igkeit. unser ꝛc. ruͤsten zerstoͤ⸗ chmach, d deine itter ist in wer⸗ Wort ch nicht endlich : war⸗ Wort nuch ge⸗ ier den finden? n, und oas fuͤr Worte welche id seht es un⸗ Ergreift it, und pottes! d wie er rgiebt! und derselben Reformation. dergiebt! wie er Besserung, den Weg der Heiligung, die rohsten Suͤnder lehret! 4. Dieß zeugten jene Zeu⸗ gen, Gott, voll Muth in Schmach und Banden; sie zeugten es durch ihren Tod, was sie gewiß empfanden. Saat, die du gesaͤ't! Reif und fruchtbar steht laͤngst die Erndte schon. Der Erndte Herr, dein Sohn, wird bald die Garben sammlen. 5. Wer ruͤstete mit Hel⸗ denmuth euch wider eure Lei⸗ den? Wer lohnt euch nun fuͤr euer Blut mit unnenn⸗ baren Freuden? Ihr habt Gott vertraut; nun steht ihr und schaut auf dem Thron⸗ im Licht' den Gott von Ange⸗ sicht, der durch sein Wort . lehrte. 6. Auch wir, dein Volk, dein Eigenthum, sind deiner Wahrheit Zeugen. Dein Wort schafft auch uns Suͤu⸗ der um; wie koͤnnten wir's verschweigen! Unsre Hoff⸗ nung ist fest auf Jesum Christ. Gott, versoͤhnt mit dir, em⸗ pfinden taͤglich wir des Glau⸗ bens Kraft und Wahrheit. 7. Durch eures Wandels 421 Heiligkeit ehrt, Christen, diesen Glauden! atei, arer kann euch die Seligkeit, kann euren Trost euch rauben! Durch des Wortes Kraft werdet tugendhaft! Und dann lacht der Welt, die euch fuͤr Thoren haͤlt. Gott wird es sehn und richten! 8. Wenn so der Spoͤtter euer Licht ehrwuͤrdig leuch⸗ ten siehet, erfuͤlle Schaam sein Angesiche, daß er die Wahrheit fliehet. Deines Wortes Glanz, Gott, er— leuchtzihn ganz! Sehnsucht, fromm zu seyn, und deiner sich zu freun, erfuͤlle seine Seele! Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛe. Die Feinde deines Kreu⸗ zes drohn, dein Reich, Herr, zu verwuͤsten. Du aber, Mittler, Gottessohn, beschützest deine Christen. Dein Thron h s ewig⸗ lich; vergeblich wird sich wider dich die ganze Hoͤlle waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenk indern. Drum konnt' auch keine Macht der Welt, 422 Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dir koͤnnen deine Hasser nie dein Erbe rauben; selbst durch sie wird es ver⸗ groͤßert werden. 3. Weit wollst du deine Herrschaft noch in deiner Welt verbreiten, und unter deinem sanften Joch die Voͤl⸗ ker alle leiten! Vom Auf⸗ gang bis zum Niedergang bring' alle Welt dir Preis und Dank, und glaub' an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, die dich schmaͤhn, die frevelnd sich empoͤren, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren! Lehr' sie mit uns gen Himmel schaun, und, unerschuͤttert im Vertraun, auf deine Zukunft warten! 5. Uns, deine Christen, wollest du fest in der Wahr⸗ heit gruͤnden, daß wir fuͤr unsre Seelen Ruh' in deiner Gnade finden! Mach' unsers Glaubens uns gewiß! Vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr' uns, weil wir leben! 6. Ein reines Herz schaff' in uns, Herr, ein Herz nach deinem Willen, und lehre Von der christlichen Kirche, taͤglich fertiger uns dein Ge⸗ setz erfuͤllen; gehorsam deiner Vorschrift seyn, und dann uns deiner Gnade freun, sey unser Heil auf Erden! 7. So wird dein Volk dir unterthan, und lernt die Sunde meiden, und du fuͤhrst es auf ebner Bahn zu dei⸗ nes Reiches Freuden. Und herrlich wird in dieser Zeit, noch herrlicher in Ewigkeit, dein großer Name werden. 8. Voll Zuversicht erwar⸗ ten dich, Beherrscher, deine Frommen. Der Tag ist nah', deß freun sie sich, da du wirst wiederkommen. Den Suͤndern koͤmmst du zum Gericht'; uns segnet dann dein Angesicht mit Wonne der Gerechten. 491. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. SHutz, Herr, die Deinen, die nach dir sich nen⸗ nen, und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen! Laß dei⸗ nen Haͤnden, wie du selbst verheißen, nichts sieentreißenl 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werdenl Mach' ihre Siege 2f au auf E Weis ren, 5• Herr, Fuͤhre selbst endlie nieder 4. dein frohlo loben, kelt bl an all satzun bens dacht trauet ungegn stum ein Ge⸗ nu deiner d dann un, sey n! u Volk ernt die U fuͤhrst zu dei⸗ . Und er Zeit, wigkeit, erden. terwar⸗ r, deine Tag ist „da du Den du zum et dann Wonne was 10. Deinen, ch nen⸗ su, vor Laß dei⸗ u selbst treißen zahrheit werden! errlicher auf und derselben auf Erden! Gieb Muth und Weisheit denen, die sie leh⸗ ren, dein Reich zu mehren! 5. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Fuͤhre die Deinen, wie du selbst versprochen, fuͤhre sie endlich aus dem Kampf hie— nieden, zum ew'gen Frieden! 4. Ewig, o Heiland, sey dein Nam' erhoben! Ewig frohlockend muͤsse dich einst loben, o du Beschirmer dei⸗ ner schwachen Heerde, Him⸗ mel und Erde! 492. Mel. Was mein Gott will, das ꝛc. O Herr, dein seligmachend Wort ist lang' verdun⸗ kelt blieben, da sie fast nichts an allem Ort, als Menschen⸗ satzung, trieben. Des Glaͤu⸗ bens Kraft ward nicht ge⸗ dacht, wie man dir fest soll trauen, und, alles andern ungeacht, allein auf Chri⸗ stum bauen. 2. Die Heil'gen wurden immerdar zur Fuͤrbitt' herge⸗ zaͤhlet, und endlich uͤberdieß noch gar, zu helfen, auser⸗ waͤhlet; da du doch, Gott, Reformation. 42 und auf Erden, der nur im Namen Jesu Christ will angerufen werden. 3. Im Nachtmahl Chri⸗ sti Leib und Blut ist einge⸗ setzt, zu geben mit Brodt und Wein, koͤmmt uns zu gut, staͤrkt uns zum ew' gen Leben; ein Opfer ward's hernach genennt, das Brodt herum⸗ getragen; das heil'ge Blut im Sacrament den Laien zu versagen. 4. Die Werke, die man da befahl, hatt' Eigennutz er⸗ funden, der Aberglaub' ward allemal aufs strengste einge⸗ bunden; was aber du gebo⸗ ten hast, das war nicht noth, zu wissen, wenn man nur sonst, die Menschenlast zu tragen, war beflissen. 5. Dieß zu erlangen, ist die List vornehmlich die ge⸗ wesen: die Schrift, die doch die Richtschnur ist, hat man nicht duͤrfen lesen. So waren viele zu der Zeit gar leichtlich zu betruͤgen; sie wußten nicht den Unterscheid der Wahr⸗ heit und der Luͤgen. 6. Drauf hat man viel nach eignem Sinn zum Got⸗ der Helfer bist im Himmel tesdienst erdichtet, denselben auch 4²4 auch blos auf Gewinn und Gleißnerei gerichtet; des Hoͤchsten Wort blieb unbe⸗ kannt, man konnt' es selten hoͤren. So mußte sich der Menschentand von Tag zu Tag vermehren. 7. Und hatte man das schwere Joch gleich lange Zeit getragen; so blieb man doch im Zweifel noch, und konnte keiner sagen, ob er da⸗ mit genug gethan, den Him⸗ mel zu erwerben; und, trat die letzte Noth heran, mußt er im Zweifel sterben. 8. Dir, Herr, sey ewig Preis und Ehr', daß wir zur Wahrheit kommen, und daß du durch die reine Lehr' die Blindheit weggenommen! Wir wissen, wer auf Chri⸗ stum traut, dem wird das ew'ge Leben; wenn er auf ihn im Glauben schaut, ist ihm die Schuld vergeben. 9. Er thut drauf durch des Hoͤchsten Gnad' und dessen Geistes Staͤrke, was Gott zu thun befohlen hat, als rechte gute Werke; daß er in Fried, Geduld und Freud', in Keuschheit, De⸗ Von der christlichen Kirche, muth, Liebe, in Sanftmuth und Bescheidenheit, ohn Heuchelei sich uͤbe. 10. So viel sagt uns des Hoͤchsten Mund, wobei wir feste bleiben; wir lassen uns von diesem Grund auch kei⸗ nen Engel treiben. Nun wird von uns die große Guͤt', die Gott an uns bewiesen, allzeit mit dankendem Ge⸗ muͤth erkannt und hoch ge⸗ priesen. 11. O Herr, in Gnaden doch bekehr', die noch den Irr⸗ weg gehen, und denen maͤch⸗ tig steur' und wehr', die dir, Gott, widerstehen! Laß nie⸗ mand zu, daß er dein Wort und seinen Lauf moͤg'hindern. Erhalt' es lauter fort und fort; nach uns auch unsern Kindern! 493. Mel. Werde munter, mein ꝛe. Wobl dem Menschen, der nicht wandelt in gottlo⸗ ser Leute Rath! Wohl dem, der nichtunrecht handelt, noch betritt der Suͤnder Pfad; der der Spoͤtter Freundschaft fleucht, und von ihren Ses⸗ seln seln w und el vom 2. Lust 1 des He als ar und J Desser bluͤht, den m sen ar sche 3 3·2 gruͤne sich uͤl ihmdi te gie den al gestal seiner muß: 4. erfreu ander Spre Win Wo d eicht't ser ni liebt boͤshi ftmuth ohn us des bei wir sen uns ich kei⸗ Nun e Guͤt', wiesen, n Ge⸗ och ge⸗ znaden en Irr⸗ maͤch⸗ die dir, aß nie⸗ 1 Wort indern. et und unsern in ꝛe. n, der gottlo⸗ ldem, lt, noch Pfad; dschaft n Ses⸗ seln und derselben seln weicht, der hingegen liebt undehret, was uns Gott vom Himmel lehret! 2. Wohl dem, der mit Lust und Freude das Gesetz des Hoͤchsten treibt, und hier, als auf suͤßer Weide, Tag und Nacht bestaͤndig bleibt! Dessen Segen waͤchst und bluͤht, wie ein Palmbaum, den man sieht bei den Fluͤs⸗ sen an den Seiten seine fri⸗ sche Zweig' ausbreiten. 5. Also, sag ich, wird auch gruͤnen, wer in Gottes Wort sich uͤbt; Luft und Erde wird ihm dienen, daß erreife Fruͤch⸗ te giebt; seine Blaͤtter wer⸗ den alt, und doch niemals un⸗ gestalt; Gott giebt Gluͤck zu seinen Thaten; was er macht, muß wohl gerathen. 4. Aber,‚ wen die Suͤnd' erfreuet, mit dem geht's viel anders zu; er wird, wie die Spreu, zerstreuet, von dem Wind im schnellen Nu. Reformation. 494. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛc. Her, un ser Gott, laß nicht zu Schanden werden die, so in ihren Noͤthen und Beschwerden mit frommem Flehn auf deine Huͤlfe hof⸗ fen. Dein Ohr sey offen! 2. Du machst zu Schan⸗ den alle, die dich hassen, die sich voll Stolz auf ihre Macht verlassen. Ach! wende doch mit helfendem Erbar⸗ men dich zu uns, Armen! 5. Sey unser Beistand wider unsre Feinde! Sprichst du ein Wort; so werden sie bald Freunde. Ach! sprich's, daß sie die Waffen, uns zum Segen, schnell niederlegen! 4. Lehr' uns von ganzem Herzen dir vertrauen! Ver⸗ gebens ist's, auf Menschen⸗ huͤlfebauen. Mit dirnurkann man Thaten thun und kaͤm⸗ pfen, die Feinde daͤmpfen. 5. Du bist der Held, der Wo der Herr sein Haͤuflein sie kann untertreten, und alle, eicht't, da bleibt kein Gottlo⸗ die bedraͤngt sind, maͤchtig ser nicht. Summa: Gott retten. Wir traun auf dich; liebt alle Frommen, und wer wir flehn in Jesu Namen: boͤs'ist, muß umkommen. hilf, Helfer! Amen. XXVIII. 426 495. Hes Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir dan⸗ ken dir! Von Ewigkeit zu Ewigkeit preist alles deine Herrlichkeit. Der Kreatu— ren großes Heer verkuͤndigt deines Namens Ehr'. Die Engel, deine Seraphim, lob⸗ singen dir mit hoher Stimm': heilig ist unser Gott! hei⸗ lig ist unser Gott! heilig ist unser Gott, der Herr, Herr Zebaoth! Weit, uͤber alle Himmel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehr⸗ ten, der Apostel Schaar, der Lehre Jesu Maͤrtyrer, sie preisen ewig dich, o Herr! Am Grabe noch, noch in der Zeit, preist dich auch deine Christenheit; dich, Vater, auf der Himmel Thron! dich, Jesu Christ, des Va⸗ ters Sohn! und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Suͤn⸗ dern neues Leben schafft! Du Herr der Ehren, Je⸗ su Christ, des Vaters ew'ger Sohn du bist! Du wardst XXVIII. Lob⸗ und Dankgesaͤnge. ein Mensch, doch suͤndenrein, die Welt von Suͤnden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht; zum Him⸗ mel hast du uns gebracht. Nun herrschest du ins Va⸗ ters Reich, an Majestaͤt und Macht ihm gleich. Im Grabe laͤssest du uns nicht, du koͤmmst, du koͤmmst, und haͤltst Gericht. O der fuͤr uns geblutet hat, erwuͤrgt fuͤr unsre Mis⸗ sethat, einst sey im Himmel ew'ges Heil mit allen From⸗ men unser Theil! Hilf dei⸗ nem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit' uns durch unsre Uebungszeit bis zu der fro⸗ hen Ewigkeit! Taͤglich, Herr Gott, wir loben dich; dir heiligt unsre Seele sich. Vor al⸗ ler Ungerechtigkeit behuͤt' uns itzt und allezeit! Sey gnaͤ⸗ dig uns, o treuer Gott! sey gnädig uns in aller Noth! Wenn wir zu dir um Huͤlfe schrein, laß dein Erbarmen uns erfreun! Auf dich steht unsre Zuversicht; verlaß rettet dich in reicher juͤngt Der HK gluͤcke nem barmu uns in nach r Gnad hat m Wohl die,! fern d unsre 5. men, los sd . enrein, den zu nahmst n Him⸗ ebracht. us Va⸗ taͤt und Im 3 nicht, st, und zeblutet re Mis⸗ Himmel From⸗ ilf dei⸗ Christ, erbtheil unsre der fro⸗ Gott, heiligt Zor al⸗ uͤt' uns ey gnaͤ⸗ Gott! n aller zu dir iß dein n! Auf ersicht; verlaß Lob⸗ und Dankgesaͤnge. verlaß uns auch im Tode nicht! Amen! 496. Nun lobe, meine Seele, Ewas in mir ist, des Hoͤchsten Treu'! Auf! sei⸗ ne Guͤt' erzaͤhle! Denn sie ist alle Morgen neu. Die Suͤnd' hat er vergeben. Ist deine Schwachheit groß; so rettet er dein Leben; nimmt dich in seinen Schooß, mit reichem Trost erquicket; ver⸗ juͤngt dich, Adlern gleich. Der Herr schafft Recht, be— gluͤcket, was seufzt in sei⸗ nem Reich. 2. Er hat uns wissen las⸗ sen sein heiligs Recht und sein Gericht; sein' Huld ist ohne Maaßen, es mangelt an Er⸗ barmung nicht. Er schuͤtzt uns in Gefahren; straft nicht nach unsrer Schuld; pflegt Gnade nicht zu sparen; er hat mit uns Geduld. Sein Wohlthun ist so labend fuͤr die, die fuͤrchten ihn. So fern der Ost vom Abend, ist unsre Schuld dahin! 5. Wie Vaͤter sich erbar— men, wenn ihre Kinder huͤlf⸗ los schrein; so will der Herr 4²⁷ uns, Armen, die wir ihn fuͤrchten, Vater seyn. Er kennet unsre Schwaͤche; er weiß, wir sind wie Staub, wie Gras auf duͤrrer Flaͤche, wie Blumen, fallend Laub! Kaum, daß die Winde we⸗ hen; so ist es nicht mehr da. So wird der Mensch ver⸗ gehen; sein Endẽ ist stets ihm nah'. 4. Nur Gottes Gnad' alleine steht fest, und bleibt in Ewigkeit! Sie kroͤnet die Gemeine, die treu sich seinem Dienste weiht; euch, die ihr Glaͤuben haltet! Er herrscht im Himmelreich. Ihr star⸗ ken Engel waltet des Lobes, dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren, und treibt sein heiligs Wort! Mein Geist soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 5. Sey Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! der woll' in uns vermehren, was er aus Gnaden uns ver⸗ heißt, daß wir ihm fest ver⸗ trauen, verlassen uns auf ihn; auf ihn von Herzen bauen; mit unserm Muth und Sinn ihm freudig stets anhan⸗ 420 anhangen, ihn ehr'n zu jeder Stund'. Herr, laß es uns erlaͤngen! Wit flehn aus Herzensgrund! 4097. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. Betet an! Laßt uns lobsin⸗ gen, und Ruhm und Dank dem Schoͤpfer brin— gen, dem Allerhoͤchsten Ehr' und Macht! Betet an! Er hat geschaffen! Frohlockt, frohlockt! Er hat geschaf⸗ fen! Ihm werde Lob und Preis gebracht! Die Engel sind durch ihn! Die Men⸗ schen sind durch ihn! Preis dem Schoͤpfer! Er schuf die Welr, die er erhaͤlt; es ruͤhm' und preis' ihn seine Welt! 2. Er verließ die erste Stille, die Welt zu schaf⸗ fen; was sein Wille aus freier Huld beschloß, ge⸗ schah. Er gebot allmaͤch— tig: werde! Da ward der Himmel, stand die Erde zum Preise seiner Guͤte da. Der Allmacht erster Sohn, der Engel, jauchzte schon: Preis dem Schoͤpfer! Doch schien noch nicht der Welt sein Lob⸗ und Dankgesänge. Licht. Er sprach: es sey! Da ward das Licht. 3. Oben woͤlbt er seinen Himmel aus Wasser; un⸗ ter seinem Himmel wird jede Wolk' ein hangend Meer. Wasser deckt der Erde Hoͤ— hen; es flieht auf sein all⸗ maͤchtig Wehen, und uͤber⸗ stroͤmet sie nicht mehr. So bricht er seinen Lauf; ent⸗ huͤllet steigt herauf Gottes Erde, sein Eigenthum, sein Preis und Ruhm, und sei⸗ nes Sohnes Eigenthum. 4. Er gebeut; der Erde Felder, und Huͤgel, Thaͤler, Berg' und Waͤlder, blüͤhn fruchtvoll durch sein Wort voll Macht. Seine Sonn' in hoher Ferne regiert den Tag; und Mond und Ster⸗ ne regieren stiller in der Nacht. Er spricht; da fuͤllt das Meer ein tausendfaͤltigs Heer. Preis dem Schoͤpfer! Auch singt und ruft das Volk der Luft zum Schoͤ⸗ pfer, der's zum Leben ruft. 5. Menschen, fragt auf dem Gefilde das Vieh nur; fragt nur: wer dem Wilde die Fesseln aufgeloͤset hat? Fragt: wer gab den Wuͤste⸗ neien neien Furch Herr, und 2 Scha was i jauchz der He Schoͤf 6. bringe und si habne sprach fen, e uns g ward, es ist er ist l dem S Gott! Es ist Gott! 7. singen dem S Allerh Macht uns e hat er werde bracht von di zen wi s sey! seinen un⸗ rd jede Meer. e Hoͤ⸗ in all⸗ wuͤber⸗ r. So ;ent⸗ Gottes u, sein nd sei⸗ um. r Erde Thaͤler, blühn Wort Sonn' rt den »Ster⸗ in der da fuͤllt faͤltigs hoͤpfer! ft das Schoͤ⸗ ruft. gt auf h nur; Wilde t hat? Wuͤste⸗ neien Lob⸗ und Dankgesaͤnge. neien zum Herrn, der Thiere Furcht, den Leuen? Der Herr, so groß durch Rath und That! Das Roß, das Schaaf, der Stier, Herr! was ist nicht von dir? Alles jauchze: der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Er ist der Schoͤpfer! Er ist Gott! 6. Tiefer betet an, und bringet der Lobgesaͤnge mehr, und singet gewaltigern, er⸗ habnern Dank! Laßt uns, sprach Er, Menschen schaf⸗ fen, ein Bild von uns, nach uns geschaffen! Und Adam ward, erstaunt' und sang: es ist mein Schoͤpfer Gott! er ist der ein'ge Gott! Preis dem Schoͤpfer! Der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Es ist kein andrer Herr, als Gott! 341 7. Ewig wollen wir lob— singen, und Ruhm und Dank dem Schoͤpfer bringen, dem Allerhoͤchsten Ehr' und Macht! Denn er hat auch uns erschaffen; unsterblich hat er uns erschaffen. Ihm werde Lob und Preis ge— bracht! Wir sind, o Gott! von dir; frohlockend jauch⸗ zen wir: Preis dem Schoͤ⸗ 4²9 pfer! Er schuf die Welt, die er erhaͤlt; es ruͤhm', es preis' ihn seine Welt! 498. Sey Lob und Ehr' dem hoͤchsten Gut, dem Va⸗ ter aller Guͤte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemuͤthe mit seinem reichen Trost er⸗ fuͤllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt un⸗ serm Gott die Ehre! 2. Es danket dir des Him⸗ mels Heer, Beherrscher al⸗ ler Thronen! Und die auf Erden, Luft und Meer, in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schoͤpfers⸗ macht, die uns und sie her⸗ vorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Was unser Gott ge⸗ schaffen hat, das will er auch erhalten, daruͤber will er fruͤh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Koͤnigreich ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: ach, Gott! vernimm mein Weinen! Da 45⁰ Da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Trost erscheinen. Drum dank', ach, Gottldrum dank' ich dir. Ach, danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist nah', und niemals nicht von seinem Volk geschieden, er ist der Frommen Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhaͤnden leitet er die Seinen immer hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Huͤlfe mangeln muß, die sonst die Welt erzeiget; so koͤmmt, so hilft der Ueberfluß, der Schoͤ⸗ pfer selbst, und neiget die Vatersaugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Ich will dich all' mein Leben lang, o Gott! von nun an ehren; man soll, o Gott! den Lobgesang an allen Orten hoͤren. Mein ganzes Herz ermuntre sich; mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Lob⸗ und Dankgesaͤnge. Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Goͤtzen macht zu Spott; der Herr ist Gottl der Herr ist Gott! Gebt un⸗ serm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, ihm Dank und Preis zu bringen! Bezah⸗ let die gelobte Pflicht, und laßt uns froͤhlich singen: der Herr hat alles wohl bedacht, und alles, alles recht ge— macht! Gebt unserm Gott die Ehre! 499. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛc. Wenn ich, o Schoͤpfer, deine Macht, die Weis⸗ heit deiner Wege, die Liebe, die fuͤr alle wacht, anbetend uͤberlege; so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wo⸗ hin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Him⸗ mel praͤchtig ausgeschmuͤckt, preist dich, du Gott der Staͤrke! Wer hat die Sonn' an ihm erhoͤht? Wer klei⸗ det nem S ruft d Prach hat E unsern 5. den de bar be ein Ge dich z t, gebt re! Die icht zu t Gott!l zebt un⸗ vor sein nkund Bezah⸗ 3t, und en: der bedacht, echt ge⸗ m Gott dem ꝛc. Gopfer e Weis⸗ e Liebe, nbetend ch, von cht, wie „mein Vater! ht, wo⸗ Wunder r Him⸗ hmuͤckt, ott der »Sonn' zer klei⸗ det Lob⸗ und Dankgesaͤnge. det sie mit Majestaͤt? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Er⸗ de auf, mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Guͤte reicht so weit, so weit die Wolken reichen! 4. Dich predigt Son⸗ nenschein und Sturm; dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der ge⸗ ringste Wurm, bringt mei⸗ nem Schoͤpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schoͤpfer Ehrel 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder⸗ bar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schoͤpfung Ruhm und Preis, ist sich ein taͤglicher Beweis von deiner Guͤt' und Groͤße. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Na⸗ men! Gott, unser Vater, 45¹ sey gepreist, und alle Welt sag' Amen! Und alle Welt ehr' ihren Herrn, und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? 500. Mel. Nun sich der Tag geendet ꝛe. Ich singe, meiner Seele Lust, vor dir, Herr, hocherfreut; ich sing' aus dankerfuͤllter Brust von dei⸗ ner Guͤtigkeit. 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß sei⸗ ner du gedenkst? Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug' entzuͤckt? Wer hat mit goͤtt⸗ lichmilder Hand den Erd⸗ kreis ausgeschmuͤckt? 4. Wer kleidet Huͤgel, Thal und Au', und ziert mit Pracht den Hain? traͤnkt sie mit Regen und mit Thau, und giebt zur Saat Gedeihn? 5. Wer fuͤhrt die Sonn' in ihrer Pracht mit jedem Tag' uns zu? Wer spricht zum Mond in dunkler Nacht: dem Menschen leuchte du! 6. Wer 4⁵² 6. Wer kroͤnt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? Wer liebet uns unwandelbar, auch wann sein Donner draͤut? 7. Wer sichert uns vor der Gefahr, die uns von ferne droht? Wer rettet oft so wunderbar aus gegenwaͤrt'⸗ ger Noth? 8. Durchdenke deinen Lebenslauf, oMensch! Wer half bisher? Wer war von deiner Jugend auf dein Hel⸗ fer? Sage, wer? 9. Herr, unser Herrscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Volk, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! 10. Wie groß ist deine Huld und Treu! Du zaͤh⸗ lest unser Haar, stehst uns allgegenwaͤrtig bei, in jeg⸗ licher Gefahr. 11. Uns, Sünder, traͤgst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist, und reu't uns unsre Suͤndenschuld; du siehst es, und verzeihst. 12. Ja, deine Guͤte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Rab', Erhalter, schreit zu dir; du naͤhrest ihn. Lob- und Dankgesaͤnge. 13. Und ruͤhrte dich, o Menschenfreund nicht eines Christen Schmerz? Die stillste Zaͤhre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. 14. Weh' dem, der an dem Herrn verzagt, und sei⸗ ne Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 15. Er liebt dich mehr, als du verstehst; ist, Seele, dir nicht fern, und eilt, zu helfen, eh' du flehst. Ver⸗ traue nur dem Herrn! 16. Er schaut herab von seiner Hoͤh' auf den, der nie⸗ drig ist. Erhebe dich, Un⸗ sterbliche, zu ihm, von dem du bist. 17. Lobsing' ihm, bet'ihn ewig an mit frommer Zu⸗ versicht! Wie viel hat er an dir gethan! Seele, nicht! 501. Kewme, Menschenkinder, ruͤhmt und preist Gott Vater, Sohn und heil'gen Geist, die allerhoͤchste Ma⸗ jestaͤt, vor welcher Augen ihr itzt steht! 2. Ihr⸗ Vergiß es, 2.0 dig an sie kan stimm nicht 5. werth und d Tag v nicht k 4. 5 Amt, geflam einst wir un 5. Argen Falsch zwar! viel, u Ziel. 6. und d dran, gut ge 8. ich, o k eines Die weint, Herz. der an ind sei⸗ enschen sagt: icht! mehr, 11 ab von der nie⸗ „ Un⸗ on dem bet' ihn er Zu⸗ it er an iß es, kinder, t Gott eil'gen e Ma⸗ Augen Lob⸗ und Dankgesaͤnge. 2. Ihr Lippen, hebet freu⸗ dig an, die Zunge folge, was sie kann, Verstand und Wille stimmen ein, das Herz soll nicht entfernet seyn. 5. Er ist es, ja, er ist es werth, der Koͤnig Himmels und der Erd', daß nicht ein Tag voruͤber geh', da man nicht dankbar vor ihm steh'. 4. Dieß ist der Engel edles Amt, die Gottes Feuer an⸗ geflammt; und wollen wir einst Engel seyn, so schicken wir uns bald darein. 5. Die Welt, die gar im Argen liegt, und uns durch Falschheit oft betruͤgt, haͤlt zwar von Gottes Lob nicht viel, weil Eigenlob ihr eitles Ziel. 6. Wir selbst, die wir noch irdisch sind, sind oft nicht dankbar genug gesinnt; vergessen Gottes Ruhm gar sehr; die Klagelieder hoͤrt man mehr. 7. Denn unser unver⸗ gnuͤgtes Herz macht ohne Noth sich manchen Schmerz, und denkt indeß gar wenig dran, was Gott ihm hat zu gut gethan. 8. Doch, Herr, es soll 45⁵ nun besser gehn, weil Mund und Augen offen stehn, im Schmuck des Glaubens bringen wir die Opfer unsrer Lippen dir.— 9. Nimm an den schwa⸗ chen Preis und Ruhm, von deinem Volk und Eigen⸗ thum, hoͤr' unserm Lied in Gnaͤden zu, du treuer Gott und Vater, du! 10. Als Schoͤpfer sollst du seyn gepreist, so lange man uns Menschen heißt. Du giebst das Leben, naͤhrst uns wohl, und machst uns deines Segens voll. 11. Herr Jesu, Heiland aller Welt, vor dir man bil⸗ lig niederfaͤllt; denn was du, Herr, an uns gethan, ist mehr, als man verdanken kann. 12. Dein Ruhm soll auch unendlich seyn, o Geist, der bei uns kehret ein, wie dei⸗ ne uns erzeigte Treu; dein Trieb ist alle Morgen neu. 13. Nimm an das Lob in dieser Zeit, o heiligste Drei⸗ einigkeit! Verschmaͤhe nicht der Deinen Lied, und schenk' uns Segen, Heil und Fried. 14. Wann koͤmmt dieZeit, wann koͤmmt der Tag, da Se man 4⁵⁴ man, befreit von aller Plag', dir tausend Halleluja bringt und heilig, heilig, heilig singt! 502. Mel. Kommt, Menschenkinder ꝛe. Aufi Christen, preist mit mir den Herrn! Wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklaͤrt! Wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! Sein gan⸗ zer Nam' ist Ruhm; Un⸗ endlichkeit sein Eigenthum! Dieß grenzenlose Meer von Licht durchschauet selbst der Engel nicht. 5. Ja, eure Lust sey, ihn erböhn! Solch Lob ist heil⸗ sam, lieblich, schoͤn, schaͤrft den Verstand, erhebe das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. 4. Wie wird der Geist hinauf ihm dafuͤr? gen Himmel hingeruͤckt; mit Herz voll Dankbegier, seinem hocherhabnen Freund, ganz in seiner Liebe brennt, mit Gott, stets inniger dadurch entzuͤckt; vereint! 5. Welch ein so herrli⸗ cher Beruf, zu dem Gott mit mir den Herrn! selbst die Engel schuf! Welch preist nicht milde Geber gernd eine theure suͤße Pflicht, Lob⸗ und Dankgesaͤnge. die uns so reichen Lohn waͤhrt verspricht! Dank 6. Ja, Pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, ihr, denen er Verstand geschenkt! Die Mel. Ehre des Verstandes ist, daß Ken ihr den Ew'gen kennt und 1 wißt. Rath 7. Pflichtist es, daß ihr den 6 ihn besingt, die ihr von ihm der kei ein Herz empfingt, das sich Der K zu Gott mit Innbrunst nahn, wer und seine Groͤße fuͤhlen kann. Wer 8. Auch euer Mund, so die al oft er spricht, erinnert euch dehnen an diese Pflicht. Die Spra- weiter che dankt ihr ihm allein; und sprich wolltet nicht voll Rühmens aus il seyn? 2. 9. Wer ist Wuabange flamm als Er? Denn welche Gabe Wasse sollt' uns der nicht schenken, Wolk der so sehr uns liebt, daß er ihre S auch seinen Sohn uns giebt! Er ru 10. Was gebet ihr nun das 2 Ist nicht ein des K das tern; Er wi das Einz'ge, was ihr geben Gebuͤr koͤnnt? spricht 11. Auf! Christen, preist den; Wer mel sch 3. 22 9 0 wie viel er uns gey Well waͤhrt! Lohn „ daß denen Die ist, daß it und daß iht on ihm as sich st nahn, nkann. ind, so rt euch Spra⸗ n; und ühmens aͤtiger, e Gabe henken, daß er/ s giebtl ihr nun icht ein r, das brennt, r geben „ preist Wer er gern? uns ge⸗ waͤhrt! Lob⸗ und Dankgesaͤnge. waͤhrt! Wer ist, wie er, des Dankes werth? 503. Mel. Nun lobe, meine Seele ꝛc. Kemme, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß von That; den Guͤtigen, den Weisen, der keinen seines gleichen hat! Der Herr thut große Werke; wer hindert seine Kraft? Wer seines Armes Staͤrke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, die weiten Himmel aus. Er spricht; so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will; die Sonnen flammen; auch draͤngt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schlaͤuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern; das Meer wird ungestuͤm; des Himmels Saͤulen zit⸗ tern; die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blitze zuͤnden Gebuͤrg' an; sie vergehn. Er spricht, und ruft den Win⸗ den; schnell wird sein Him⸗ mel schoͤn. 3. Nur er gebeut den Wellen: hieher! nicht 45⁵ weiter! legt euch hie! Er legt in Felsen Quellen, sie rieseln und versiegen nie. Er fuͤllt auch Wuͤsteneien mit seinen Wundern an, heißt Thiere da sich freuen, wo nie⸗ mand wohnen kann. Wer kann die Sterne fuͤhren? Wer weiß, als er allein, die Himmel zu regieren? O wag's nicht, stolz zu seyn! 4. Kannst du mit deiner Stimme, o Stolzer! don⸗ nern, wie Gott thut? Streu' aus von deinem Grimme Verderben und der Blitze Glut! Leg' auch Gewalt an; zeige dich maͤchtig, wie der Herr; schau' an die Hoͤhen, beuge, versenke sie, wie Er! Was ruͤhmen denn die Tho⸗ ren mit ihrer Staͤrke sich? O Staub, aus Staub ge⸗ bohren, nur Gottes ruͤhme dich! 5. Herr, dein ist alle Staͤrke, und alle Huͤlfe, Gott, ist dein! Das preisen deine Werke, die deiner Kraft al⸗ lein sich freun. Wir auch erfreun uns ihrer; ihr Lob sey unsre Pflicht! O Vater, o Regierer, wen haͤlt, wen schuͤtzt sie nicht? Du lebst, Ee 2 du 4⁵ du wirkst in allen; dir, dir vertrauen wir, Erhalter! Wer kann fallen, geleitet, Hert, von dir? 504. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. reise Gott, mein ganz Gemuͤthe, und erzaͤhle seine Treu'! Seine Liebe, sei⸗ ne Guͤte macht er alle Mor⸗ gen neu, und aus allen seinen Werken laͤßt sich lauter Se⸗ gen merken. 2. Was die Augen nur erblicken, und wohin die Sinne gehn, laͤßt auch in den kleinsten Stuͤcken mir ein deutlichs Denkmal sehn, welches Gottes Guͤte preiset, und sie mir zum Troste weiset. 5. Wo ist so ein Gott zu finden, als wie du, mein Vater, bist? Der bei Mil⸗ lionen Suͤnden gnaͤdig und barmherzig ist; der von Her⸗ zen nicht betruͤbet, und auch, wenn er schlaͤgt, noch liebet? 4. Ist das Kreuz zu Zeiten bitter; muß dein Trost viel suͤßer seyn. Schlaͤgt auch manches Ungewitter mit dem groͤßten Schrecken ein; ey, Lob⸗ und Daunkgesänge. so laͤssest du den Deinen doch die Gnadensonne scheinen. 5. Sollte denn fuͤr frohem Muthe unser Mund nicht uͤbergehn? Herr, du thust uns mehr zu gute, als wir bitten und verstehn, daß wir alles weder nennen, noch ge⸗ nug verdanken koͤnnen. 6. Wenn jedoch von Chri⸗ sti wegen dir das Herz gefal⸗ len kann; ach, so nimms fuͤr deinen Segen, als ein dank⸗ bar Opfer, an. Ja, du willst vor allen Gaben dieß am al⸗ lerliebsten haben. 7. Nun dir sag' ich Lob und Ehre, Vater, Sohn, und heil'ger Geist! Segne ferner und beschere, was mir gut und selig heißt; bis ich dir in jenem Leben Ruhm und Preis kann ewig geben. 505. ollt' ich meinem Gott nicht singen? Sollt' ich ihm nicht dankbar seyn? Denn ich seh' in allen Din⸗ gen, wie so gut er's mit mir mein'. Ist doch nichts, als lauter Lieben, das sein treues Herz bewegt, das ohn' Ende hebt und traͤgt, die in seinem Dienst Dien währe Lieb' i 2. sieder streckt und un sten A meiner ergruͤn währer 4. len Fi seinem de mei „Welt daß er mit de Licht, ken bri en doch inen. frohem „nicht 1thust us wir haß wir ꝛoch ge— n. n Chri⸗ zgefal⸗ ims fuͤr u dank⸗ u willst am al⸗ ich Lob Sohn, Segne das mir bis ich Ruhm geben. Gott ollt' ich seyn? u Din⸗ mit mir ts, als treues ꝛ' Ende seinem Dienst ergruͤnden koͤnnen? „Welt Lob⸗ und Dankgesaͤnge. Dienst sich uͤben. Alles währet seine Zeit; Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Ge⸗ fieder uͤber seine Jungen streckt; also hat auch hin und wieder mich des Hoͤch⸗ sten Arm bedeckt, schon in meiner Mutter Leibe, da er mir mein Wesen gab, und das Leben, das ich hab', und noch diese Stunde treibe. Alles waͤhret seine ꝛc. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer. Nein, er giebt ihn fuͤr mich hin, daß er werde mein Befreier, mich durch seinen Tod gewinn', Goͤttlich ist die Huld zu nen⸗ nen! Wird denn wohl mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, ihre Tief' Alles waͤhret seine ꝛc. 4. Seinen Geist, den ed⸗ len Fuͤhrer, giebt er mir in seinem Wort, daß er wer⸗ de mein Regierer durch die zur Himmelspfort; daß er meine Seel' erfuͤlle mit des Glaubens hellem Licht, das des Todes Schat⸗ ten bricht, und das bange 4⁵⁷ Herz macht stille. Alles waͤhret seine Zeit ꝛc. 5. Meiner Seele Wohl⸗ ergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth zustehen, nimmt er's gleichfalls wohl in Acht. Wenn mein Koͤnnen, mein Vermoͤgen, nichts vermag, nichts helfen kann; koͤmmt mein Gott, und hebet an, seine Kraft mir beizulegen. Alles waͤhret seine ꝛc. 6. Himmel, Erd', und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug' hinkehre, find' ich, was mich naͤhrt und haͤlt; Thiere, Krauter und Getraide, in den Gruͤnden, auf der Hoͤh', in den Buͤschen, in der See; uͤberall ist meine Weide. Alles waͤhret seine ꝛc. 5. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen, und ermuntert mein Gemuͤth, daß ich froh an jedem Morgen schaue neue Lieb' und Güt'. Waͤre mein Gott nicht gewesen, haͤtte mich sein Angesicht nicht ge⸗ leitet; waͤr' ich nicht aus so mancher Noth genesen. Al⸗ kes waͤhret ꝛc. 8. Wie Lob⸗ und Dankgesange. 6. Wie so manche schwere stenkreuz hat seine Maaße, Plage wird von Feinden her⸗ und muß endlich stille stehn. gefuͤhrt, die mich doch mein Wenn der Winter ausge⸗ Lebetage wenig noch bisher schneiet, tritt der schoͤne beruͤhrt! Gottes Huͤlfe, die Sommer ein; also wird er sendet, hat das Boͤse, das auch nach der Pein, wer's der Feind anzurichten war erwarten kann, erfreuet, gemeint, in die Ferne wegge⸗Alles waͤhret seine ꝛc. wendet. Alles waͤhret ꝛc. 12. Weil denn weder 9. Wie ein Vater seinem Ziel, noch Ende sich in Got⸗ Kinde niemals ganz sein Herz tes Liebe find't; so erheb' ich entzeucht, ob es gleich, ver⸗ Herz und Haͤnde zu dir, fuͤhrt zur Suͤnde, von dem Vater, als dein Kind; bitte rechten Wege weicht; also wollst mir Gnade geben, dich haͤlt auch mein Verbrechen aus aller meiner Macht zu mir mein frommer Gott zu erheben Tag und Nacht, hier gut, will mein Fehlen mit in meinem ganzen Leben; bis der Ruth', und nicht mit dem ich dich, nach dieser Zeit, lob Schwerdte, raͤchen. Alles und lieb' in Ewigkeit. waͤhret seine ꝛe. 10. Seine Strafen, seine Schlage, ob es mir gleich nicht so scheint, sind doch, wenn ich's recht erwaͤge, Zei⸗ chen, daß er als mein Freund, der mich liebet, mein geden⸗ ke, und mich von der schnoͤ⸗ den Welt, die uns hart ge⸗ fangen haͤlt, durch das Kreuz hin zu sich lenke. Alles waͤh⸗ ret seine ꝛc. 11. Das weiß ich fuͤr⸗ wahr, und lasse mir's nicht aus dem Sinne gehn: Chri⸗ 506. Mel. Wachet auf! ruft einst ꝛe. Kd und laßt uns nie⸗ derfallen, erstaunen, ruͤh⸗ men, daß uns allen der Herr anbetungswuͤrdig ist. Sagt, ihr Engel; sagt, ihr From⸗ men: Erschaffer, Herr, du bist vollkommen; du warst, du bleibest, der du bist! Noch eh'der Himmel war, den dei— ne Macht gebahr, eh' die Erde, warst du, ihr Herr, und herrlicher, als dich, wer endlich ist, sich denkt. 2. Alles, 2 wollte pfung seiner ob's er Welt, jeden Allwif allmaͤe gut ur Reich Welte 580 gluͤcke mel! uͤber Ihner erschu waren ten ga ein Re sich gl Und d nur, ten w 4.8 Willer fuͤllen das b⸗ sind vi begluͤt men, will, Ewigl Naaße, estehn. ausge⸗ schoͤne wird wer's reuek. * *0 weder in Got⸗ heb' ich zu dir, o; bitte en, dich acht zu cht, hier en; bis eit, lob 25 einst 26. uns nie⸗ ꝛen, ruͤh⸗ der Herr Sagt, r From⸗ err, du u warst, t! Noch den dei⸗ Lob⸗ und Dankgesaͤnge: 2. Alles, was er schaffen wollte, was nach der Schoͤ⸗ pfung werden sollte, sah' er in seiner Moͤglichkeit; sah's, als ob's erschaffen waͤre, sah' jede Welt, sah' ihre Heere, und jeden Geist, den er erfreut. Allwissend war der Herr! allmaͤchtig war der Herr! gut und heilig! Auch ohne Reich bedurft' er euch, ihr Welten, nicht zur Seligkeit. 5. Er erschuf, uns zu be— gluͤcken, euch, Erd' und Him⸗ mel! Euch zu schmuͤcken, floß uͤber euch sein Licht herab! Ihnen sich zu offenbaren, erschuf er Geister; zahllos waren die, denen er die Wel⸗ ten gab. Nun hat der Herr ein Reich, noch immer selbst sich gleich, unaussprechlich! Und die Natur verkuͤndigt nur, was er vor allen Wel— ten war. ö 4. Alles will und muß den Willen des Allgewaltigen er— fuͤllen; was er verordnet, das besteht. Seine Wege sind vollkommen. Er schuͤtzt, begluͤckt, und liebt die From— men, und wer ihm trotzen will, vergeht. Er haͤlt in Ewigkeit, was er verheißt, 49 und draͤut nicht dergebens. Bebt, Suͤnder, bebt! Der Herr Herr lebt! Gerechte, jauchzt! Der Herr Herr lebt! 5. Leben wird er; seyn ein Raͤcher euch, widerspenstige Verbrecher; der Frommen Vater im Gericht. Dunkel sind noch seine Pfade; einst aber Heiligkeit und Gnade, und alle seine Thaten Licht. Lobsingt, lobsinget Gott! dem Herrn Herrn, unserm Gott! Ihm, der seyn wird! Im Heiligthum erschallt sein Ruhm schon itzt, und kuͤnftig noch weit mehr. 507. Mel. Wachet auf, rufk einst 0. Ehre, besingen seiner En⸗ gel Choͤre: der Herr ist groß, sein Nam' ist hoch! Werd' auch du voll seines Ruhmes, Volk Gottes, Volk des Eigenthumes; ob du schon Staub bist, preis' ihn doch! Ein dankbares Gelall ist ihm ein suͤßer Schall. Lobt den Hoͤchsten! Der, reich an Guͤt', aufs NRiedre sieht, verschmaͤht nicht schwacher Menschen Lied. 2. Hoͤch⸗ Ursen Gott, den Gott der 440 Lob⸗ und Dankgesaͤnge. 2. Hoͤchster, deiner All⸗ wohnen, du kennst und uͤber⸗ die ge macht gleichet auch deine schauest sie; und jedem thei⸗ Mach Gnade, und sie reichet durch lest du sein Maaß mit Weis⸗ unmo aller Himmel Himmel hin. heit zu. Lobt den Hoͤchsten! 447* Nie hast du dein Wort ge⸗Mein Gott, durch dich ent- Herr; brochen. Selbst Hoffnung stand auch ich, und du re. sind, deß, das du versprochen, ist gierst mich vaͤterlich. dir; mehr, als einer Welt Ge⸗ toͤdten winn. Eh' Erd' und Him⸗ 508. gest, mel wap, warst du unwan⸗ Wesen und Eigenschaften erhoͤht delbar. Lobt den Hoͤchsten! Gottes, willst, Ihn, ihn erhoͤht! Sein Mel. Nun danket alle Gott ꝛc. stehn. Wort besteht, wenn Erd' und Aubecungswürd ger Gott, 6. Himmel schon vergeht. mit Ehrfurcht stets ü Wer 6. Einst erschuf er, sich nennen, du bist unendlich sehen zur Ehre, von Sonnen un⸗ mehr, als wir begreifen koͤn. reicht zaͤhlbare Heere; auch die, nen. O floͤße meinem Geist hen, die uns straͤhlt, und erquickt. die tiefste Demuth ein, und Huld Um die Sonnen hieß er Er⸗ laß mich stets vor dir voll blickst den, auch die, die uns ernaͤh⸗ Ehrerbietung seyn! lebt, ret, werden; und herrlich 2. Du riefst dem, das 6. hat er sie geschmuͤckt. Er nicht war, um Lust und Se⸗ dich n sprach, und es geschah; die ligkeitenaufsmannigfaltigste wird Welt stand fertig da. Lobt um dich her auszubreiten. Vor den Hoͤchsten! Er will, er Die Liebe bist du selbstz der di spricht's! Er schafft aus Verstand und Rath sind unser nichts, der Herr, der Vater dein, und du gebrauchst sie dann alles Lichts. gern, zu segnen, zu erfreun. herrli 4. Herr, von dem wir 3. Du sprichst, und es 7. alle Gaben aus deines geschieht. Auf dein allmaͤch⸗ itzt di Reichthums Fuͤlle haben, tigs: werde, entstand dein sunge du, Herr, vergissest unsrer nie. großes Werk, der Himmel ein L. Du schufst alle Millionen, und die Erde. Mit deinem gen! die auf dem weiten Erdkreis kraͤft gen Wort tragst du dereit die d uͤber⸗ m ethei⸗ tWeis⸗ chsten! ich ent⸗ du re⸗ aften zott ꝛc. Gott, tets zu ztendlich en koͤn⸗ m Geist n, und dir voll 1, das nd Se⸗ faltigste breiten, selbst; üh sind uchst sie rfreun. und es lllmaͤch⸗ ꝛd dein Himmel deinem gst du die Lob⸗ und Dankgesaͤnge. die ganze Welt, und deine Macht vollfuͤhrt, was uns unmoͤglich faͤllt. 4. Du bist der Herren Herr; der Erde Majestaͤten sind, Hoͤchster, Staub vor dir; auch Geister kannst du toͤdten. Wen du erniedri⸗ gest, Gott, wer kann den erhoͤhn? Wen du erhoͤhen willst, deß Hoheit muß be⸗ stehn. 6. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblichs Auge reicht bis zu den Lichteshoͤ⸗ hen, von welchen du mit Huld auf deine Schoͤpfung blickst, und alles, was da lebt, erfreuest und begluͤckst. 6. Ja, hier erkennen wir dich nur sehr unvollkommen; wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der dich, Unendlicher, noch unserm Blick verschließt; dann sehn wir heller ein, wie herrlich, Gott, du bist. 7. Indeß sey auch schon itzt dein Ruhm von uns be⸗ sungen! Verschmaͤhe nicht ein Lob von ungeuͤbten Zun⸗ gen! Dort soll, wenn wir dereinst in hellerm Licht dich 44¹ sehn, auch staͤrker unser Lied dich, großer Gott, erhoͤhn. 509. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛe. Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkom⸗ men? Der Herr ist groß! Sein Nam' ist groß! Er ist unendlich, graͤnzenlos in sei⸗ nem ganzen Wesen! 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht ver⸗ gebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer sei⸗ nes Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh' noch die Erde war, war er, noch eher, als die Himmel. 5. Des Ew'gen Thron umgiebt ein Licht, das ihn vor uns verhuͤllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfuͤllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen, und nur offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo waͤren wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet haͤtte? Er kennt uns;z kennet, was er schaͤfft, der Wesen ganze 44² ganze Kette. Weisheit und Verstand, und Kraft und Staͤrke; sei⸗ ne Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht naͤh'? Ist er nicht fern?? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen moͤge? Umsonst huͤllt ihr in Finster⸗ niß, was ihr beginnt; er sieht's gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schuͤtzt den Welt⸗ bau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwaͤr— tig breitet sich dein Fittig uͤber alle! Du bist voll Freund⸗ lichkeit und Huld, barmher⸗ zig, gnaͤdig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner! 7. Unstraͤflich bist du, hei⸗ lig, gut, und reiner, als die Sonne! Wohl dem, der dei⸗ nen Willen thut! Denn du vergiltst mit Wonne! Du hastUnsterblichkeit allein; bist selig, wirst es ewig seyn; hast Freuden, Gott, die Fuͤlle! 8. Du nur bist wuͤrdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, Lob⸗ und Dankgesange. Bei ihm ist ihr, alle seine Heere! Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? 510. Mel. Nun danket alle Gott ꝛe. Gelcbet sey der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schoͤpfer, der mir hat den Leib und Geist gegeben; mein Vater, der mich schuͤtzt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir gethan! 2. Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich fuͤr mich ge— geben; der mich erloͤset hat mit seinem theuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhoͤchste Gut! 3. Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn ge— geben; der mir mein Herz er⸗ quickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Huͤlfe schafft! 4. Gelobet sey der Herr, mein mein 6 den alle und mi Heilig herzlie ganze bet se Ewigt Mel. J 9 Herze mach' mir v Der keiner gleich? errlich, Zott ꝛe. r‚ mein t, mein E, der d Geist er, der terleibe lick viel ö r Herr, („ mein liebster nich ge— oͤset hat Blut, schenkt r Herr, t, mein werther ohn ge— Herz er— ot neue r Noth Huͤlfe r Herr, mein Lob⸗ und Dankgesaͤnge. mein Gott, der ewig lebet, den alles lobt und preist, was durch ihn lebt und webet! Gelobet sey der Herr, deß Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn, und Gott der werthe Geist! 5. Dem wir das Heilig itzt mit Freuden lassen klingen, und mit der Engelschaar das Heilig, Heilig! singen, den herzlich lobt uud preist die ganze Christenheit! Gelo— bet sey mein Gott in alle Ewigkeit! 511. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛe. Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing', und mach' auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad' und ew'ge Quelle bist, daraus uns al⸗ len fruͤh und spat viel Heil und Gutes fließt. 5. Was sind wir doch? was haben wir auf dieser ganzen Erd', das uns, o Va⸗ ter, nicht von dir allein ge⸗ geben werd'? 4. Wer hat das schoͤne Himmelszelt hoch uͤber uns 443 gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kaͤlt' und Frost? Wer schuͤtz uns vor dem Wind?? Wer macht es, daß man Oel und Most zu seinen Zeiten find't? 6. Wer giebt uns Leben und Gebluͤt? Wer haͤlt mit seiner Hand den guͤldnen, werthen, edlen Fried in un⸗ serm Vaterland? 7. Ach, Herr, mein Gott, das koͤmmt von dir! Du, du mußt alles thun; du haͤltst die Wach' an unsrer Thuͤr, und laͤss'st uns sicher ruhn. 8. Du naͤhrest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treulich bei. g. Du traͤgst uns, Suͤnder, mit Geduld, und schlaͤgst nie allzu sehr; ja, endlich nimmst du unsre Schuld, und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herz auch seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht, und giebst uns, was uns hoch erfreut, zu Ehren dir gereicht. 11. Du 4⁴⁰⁴ι 11. Ou zaͤhlst, wie oft und laͤßt geschehn, das nimmt Lob⸗ und Dankgesaͤnge. ein Christe wein'“, und was ein gutes End'. sein Kummer sey; und keine 18. Ey nun, so laß ihn Zaͤhre ist so klein, du hebst ferner thun, und red' ihm und legst sie bei. 12. Du fuͤllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und fuͤhrst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd' entgeht. 13. Wohl auf, mein Herz, sey froh und sing', und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut! 14. Er ist dein Schatz, dein Erb' und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein' Huͤlf' und Heil, schafft Rath, und laͤßt dich nicht. 15. Was kraͤnkst du dich in deinem Sinn, und graͤmst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg', und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernaͤhrt? Wie manchen schweren Ungluͤckslauf hat er zuruͤck gekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regi⸗ ment; nein! was er thut nicht darein! So wirst du hier in Frieden ruhn, und ewig froͤhlich seyn. 512. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. MVun danket all', und brin⸗ get Ehr', ihr Menschen in der Welt, Gott, dessen Lob der Engel Heer im Him⸗ mel stets vermeld't. 2. Ermuntert euch, und singt mit Schall' Gott, un⸗ serm hoͤchsten Gut, der seine Wunder uͤberall, und große Dinge, thut. 3. Der uns von Mutter⸗ leibe an frisch und gesund er⸗ haͤlt, und, wo kein Mensch uns helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betruͤbt, doch bleibet gutes Muths, die Straf er⸗ laͤßt, die Schuld vergiebt, und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein froͤhlichs Herz, erfrische Geist und Sinn, und werf' all' Angst, Furcht, gehn; bemuͤh stehn! 8. waͤhrt, und bl von de ser Tl 9.( Herz ei nen a macht ist, He 2. nimmt laß ihn d' ihm irst du ,„ und Asten ꝛe. d brin⸗ enschen dessen n Him⸗ 5„ und te, un⸗ er seine )Ugroße Nutter⸗ und er⸗ Mensch felbst n gleich bleibet raf' er⸗ St Guts. oͤhlichs st und Angst, Furcht, Lob⸗ und Furcht, Sorg' und Schmerz ins Meeres Tiefe hin! 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland; er gebe Glück zu unserm Thun, und Heil in allem Stand! 7. Er lasse seine Lieb' und Guͤt' um, bei und mit uns gehn; was aber aͤngstet und bemuͤht, gar ferne von uns stehn! 8. So lange dieses Leben waͤhrt, sey er stets unser Heil, und bleib' auch, wenn wir von der Erd' abscheiden, un⸗ ser Theil! 9. Er druͤcke, wenn das Herz einst bricht, uns unsre Augen zu, und zeig' uns drauf sein Angesicht dort in der ew'gen Ruh! 513. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. O Gott, von dem wir al⸗ les haben, der ganze Weltkreis ist dein Haus; du aber theilest deine Gaben recht, wie ein Vater, drin⸗ nen aus. Dein Segen macht uns alle reich; was ist, Herr, deiner Guͤte gleich? 2. Wer kann die Men⸗ Dankgesänge. 445 schen alle zaͤhlen, die stets bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Nothdurft keinem fehlen, denn du weiß st allen vorzustehn, und deine milde Vaterhand giebt Nahrung fuͤr ein jedes Land. 5. Du machst, daß man auf Hoffnung saͤet, undend⸗ lich auch der Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet; die Wolke, die das Land begießt; des Him⸗ mels Thau, der Sonnen Strahl, sind deine Diener allzumal. 4. Und also waͤchst des Menschen Speise, der Acker reichet ihm das Brodt; es mehret sich vielfaͤlt'ger Wei⸗ se, was anfangs schien, als waͤr' es todt, bis in der Ernd⸗ te Jung und Alt erlanget sei⸗ nen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer kann es g'nug bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, kann nie⸗ mand schenken, und dein Er⸗ barmen hat kein Ziel. Denn im̃er wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle werth. 6. Nie, Vater, wollen wir's vergessen: dein Segen brin⸗ 4⁴⁶ bringet alles ein! Ein jeder Bissen, den wir essen, soll deiner Guͤte Denkmal seyn; und Herz und Mund soll lebenslang fuͤr unsre Nah— rung sagen Dank. 514. Mel. Aus meines Herzensgrunde ꝛc. „ch will mit Danken kom— men in den gemeinen Rath der rechten wahren Frommen, die Gottes Rath und That mit frohem Lob' erhoͤhn, zu denen will ich tre⸗ ten, da soll mein Dank und Beten von ganzem Herzen gehn. 2. Groß ist der Herr und maͤchtig, groß ist auch, was er macht! Wer aufmerkt, und andaͤchtig nimmt seine Werk' in Acht, hat eitel Lust daran. Was seine Weis⸗ heit setzet und ordnet, das er⸗ goͤtzet, und ist sehr wohl ge— than. z. Sein Heil und große Guͤte steht fest und unbewegt. Damit auch dem Gemuͤthe, von Pflicht und Dank erregt, dieselbe nicht entweich hat er, der Gott der Wunder, ein Denkmal seiner Wunder ge⸗ stift't in seinem Reich. Lob⸗ und Dankgesaͤnge. 4. Gott ist voll Gnad' und Gaben, giebt Kost aus mil— der Hand, die Seinen wohl zu laben, die ihm allein be— kannt, denkt stets an seinen Bund, macht denen, die er weiden will mit des Him⸗ mels Freuden, der Allmacht Thaten kund. 5. Das Wirken seiner Haͤnde, und was er uns ge⸗ beut, das hat ein gutes En⸗ de; bringt Trost und rechte Freud'; ist Wahrheit, die nicht truͤgt. Gott leitet sei⸗ ne Knechte in seinem Wort und Rechte, das uͤber alles siegt. 6. Nichts ist, das ihn gereue, was uns sein Mund verspricht. Er giebt mit Va— tertreue, was unser Ungluͤck bricht; macht freudig, unver⸗ zagt, und eilt, uns zu erloͤ— sen vom Schmerz und allem Boͤsen, das seine Kinder plagt. 7. Sein Wort ist wohl ge— gruͤndet; Erfahrung macht es klar. Wozu er sich ver⸗ bindet, das bleibet fest und wahr, und wird ihm gar nicht schwer. Der Name, den er fuͤhret, ist heilig und? gezie⸗ geziere Ehr. 8. 5 sten gi⸗ Grund Gott seinem ist der daß in Furch nad' und aus mil⸗ en wohl llein be⸗ u seinen „ die et 5 Him⸗ lllmacht seiner uns ge⸗ tes En⸗ d rechte it, die ꝛeitet sei⸗ n Wort der alles as ihn Mund nit Va⸗ Ungluͤck „unver⸗ zu erloͤ⸗ d allem Kinder vohl ge⸗ 3macht ich ver⸗ est und m gar Name, lig und gezie⸗ Lob⸗ und Dankgesaͤnge. gezieret mit großem Lob' und Ehr'. 8. Die Furcht des Hoͤch⸗ sten giebet den ersten, besten Grund zur Weisheit, die Gott liebet, und ruͤhmt mit seinem Mund. O wie klug ist der Sinn, der diesen Weg 447⁷ 5. Du bist's, Gott! Dei⸗ ne Werke erzaͤhlen deine Staͤrke und deine weise Guͤte dem achtsamen Gemuͤthe. 6. Das Wuͤrmchen in dem Staube, die bunte Raup' am Laube, das Gras, die schlanken Halmen sind verstehet, und fleißig darauf deines Ruhmes Psalmen. gehet! Deß Lob faͤllt nim⸗ mer hin. 515. Mel. Wach' auf, mein Herz ꝛe. Gott, aus deinen Wer⸗ ken kann ich dein Da⸗ sein merken; in allen Krea⸗ turen find' ich der Gottheit Spuren. 2. Das große Weltge⸗ baͤude, dein Ruhm und mei⸗ ne Freude, ruft in viel tau⸗ send Choͤren: Gott ist, Gott mußt du ehren! 5. Wer sprach es, daß die Erde, und daß der Himmel werde? Wer sprach es, daß im Meere des Wassers Sammlung waͤre? 4. Wer ließ in jenen Hoͤ⸗ hen das Sternenheer entste— hen? Wer hieß des Don⸗ ners Bruͤllen die Welt mit Furcht erfuͤllen? 7. Herr, du bist hoch er⸗ hoben, und ewig hoch zu lo⸗ ben; wenn auch der Thoren Rotten dich leugnen und verspotten. 8. Laß alle, die dich ken⸗ nen, und dich mit Ehrfurcht nennen, und die dir fest ver⸗ trauen, dein gnaͤdigs Antlitz schauen. 516. Allwissenheit. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. Heer, du erforschest mich, dir bin ich unverbor⸗ gen; du kennst mein ganzes Thun, und alle meine Sor⸗ gen; was meine Seele denkt, war dir bereits be— kannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was 448 Lob⸗ und Dankgesaͤnge. was ich thu'; du ordnest, du deß ich bin und bleibe. Ich beschließest, was mir begeg⸗ danke dir, daß du mich wun⸗ nen soll. Erstaunt seh' ich derbar gemacht, und meiner, auf dich! Wie groß ist dein eh' ich war, schon vaͤterlich Verstand! Wie wunderbar fuͤr mich! z. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo koͤnnt' ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Fuͤhr' ich gen Himmel auf; so bist du, Hoͤchster, da. Fuͤhr' ich zur Tief hinab; auch hier bist du mir nahẽ. 4. Naͤhm' ich auch, schnell zu flieh'n, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fern⸗ sten Meer blieb' ich dir nicht verborgen. Auch da um⸗ schloͤsse mich doch deine All⸗ machtshand. Denn du bist uͤberall, und dein ist jedes Land. 5. Wollt' ich in Finster⸗ niß mich deinem Aug ent⸗ ziehen; so sucht' ich doch um⸗ sonst auch da dir zu entflie⸗ hen. Die dickste Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glaͤnzt, wie der Tag, vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon uͤber mir, in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, gedacht. 5. Du kanntest mein Ge⸗ bein, eh' ich an's Licht gekom⸗ men, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen; dein Auge sah' mich schon, eh' ich bereitet war, und mei⸗ ner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was fuͤr Erkenntnisse, fuͤr koͤstliche Gedanken! Un⸗ zaͤhlbar sind sie mir; denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schoͤpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhoͤhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und pruͤfe, wie ich's meine; ob ich der wirklich bin, der ich zu seyn mir schei⸗ ne. Sieh', ob mein Fuß vielleicht sich einem Irrweg naht, und halte mich zuruͤck auf ebnem, sicherm Pfad'. 517. Allenthalbengegenwart. Mel. Mach's mit döͤch Gott ꝛc. Nie bist du, Hoͤchster, von uns fern; du wirkst an allen allen bin, K ich in Durch me ich schuͤtzet 2. 2 ßest du Seele. ich Gu wenn nichts! fliehn, Hand 3 Einsan dich ert Huld e erhebe; stehst 1 immer 4. 5 des He Wege auch eit Welt v e. Ich ch wun⸗ meiner, äterlich ein Ge⸗ gekom⸗ eln erst ömmen; schon, nd mei⸗ ir schon ntnisse, n! Un⸗ denn n. Mit ets auf sehn, Lob, so . „ mein vie ich's wirklich ir schei⸗ in Fuß Irrweg zuruͤck Pfad', 5ark. Bott ꝛc. irkst an allen Lob und Dankgesaͤnge. allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Haͤnden. Durch dich nur leb' und ath⸗ me ich; denn deine Rechte schuͤtzet mich. 2. Was ich gedenke, wei⸗ ßest du; du pruͤfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu'; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug'ent⸗ fliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und, uͤber deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe; so siehst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sey. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege waͤhlet. Und bleibt auch eine boͤse That vor aller Welt verheelet; so weiß'st du sie, und strafest mich zu mei⸗ ner Beßrung vaͤterlich. 5. Du hoͤrest meinen Seufzern zu, daß Huͤlfe mir erscheine. Voll Mitleid, Vater, zaͤhlest du die Thraͤ⸗ nen, die ich weine. siehst und waͤgest meinen 449 Schmerz, und staͤrkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O druͤck', Allgegenwaͤr⸗ tiger, dieß tief in meine Seelel daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zu⸗ flucht waͤhle; daß ich dein heiligs Auge scheu, und, dir zu dienen, eifrig sey. 7. Laß uͤberall gewissen⸗ haft nach deinem Wort mich handeln, und staͤrke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Herr, du bist um mich; o verleih, daß dieß mir Trost und War⸗ nung sey! 518. Schoͤpfung. Mel. Warum betruͤbst du dich ꝛe. Vel Freud' und frommer Dankbegier erheb' ich meinen Geist zu dir, mein Vater und mein Gott! Wie froh und heiter machet mich der himmlische Gedank' an dich! 2. Mein Aug' erblickt die stolze Pracht der Werke dei⸗ ner weisen Macht. Du riefst, da wurden sie; und Erd' und Du Himmel sind noch heut ein Spiegel deiner Herrlichkeit. Ff 3. Da 4⁵⁰ Lob⸗ und Dankgesaͤnge. 3. Da freuet sich, Allguͤ⸗ tiger, ein zahllos Heer Leben⸗ diger der milden Vaterhuld, die neu an jedem Morgen ist, nnd auch des Wurmes nicht vergißt. 4. Da stellest du, durch den ich bin, mich unter deine Wunder hin, zum froͤhli⸗ chen Genuß. Was ist der Mensch, Herr, deß du dich so gnaͤdig annimmst? Was bin ich? 5. Den Menschen kroͤnte deine Hand, dich zu erken⸗ nen, mit Verstand; sie bilde⸗ te dieß Herz, das dankbar froh empfinden kann, wie viel sein Gott an ihm gethan. 6. Und welche sel'ge Hoff⸗ nungen schenkst du nicht den Erloͤseten, du Stifter unsers Heils! Versuͤßt wird jedes Leid durch sie, und leicht der Tugend edle Muͤh'. 7. Ihr will ich, deiner werth zu seyn, die theuren Lebensstunden weihn, die mir noch uͤbrig sind. Viel hoͤhre Freuden hab' ich dann, als diese Welt mir geben kann. 519. Mel. Wie herrlich strahlt der ꝛc. ott, dessen starke Hand die Welt erschaffen hat und noch erhaͤlt, ich sehe dei⸗ ne Guͤte; ich sehe sie, und werd' entzuͤckt, wohin auch nur mein Auge blickt. So bald ich mein Gemuͤthe auf dich, Schoͤpfer, achtsam len— ke, und dich denke, find' ich, Armer, dich als Vater und Erbarmer. 2. Seh' ich, so weit mein Auge reicht, gen Himmel; so entdeck' ich leicht die Spuren deiner Guͤte. Der Him⸗ melslichter Lauf und Pracht, ein Sternenheer, das du ge— macht, erwecket mein Gemuͤ— the, großer Schoͤpfer, dich zu singen, dir zu bringen Ehr und Staͤrke. Groß sind dei— ner Allmacht Werke! 35. In Un gewittern, Sturm und Wind, die dei— nes Thrones Diener sind, entdeck' ich deine Guͤte, Das Feuer, wie der Wasser Grund, macht deine große Liebe kund. Mit froͤhlichen Gemuͤthe will ich taͤglich dar⸗ auf achten, und betrachten deine Werke, ruͤhmen deine Huld und Staͤrke. 4. Dein Erdreich, Gott, das jedermann giebt Brodt und Kleider, seh' ich an, und schme⸗ schmee spuͤre, Feld'u in alle dir zeu ringe im Gr 5. Welt u der He große mich ir Gute meine dir in zu lebe Bestre Mel. Zobsin L die platz st ihm, d freudig ist die laut, vertrar und eh seine K Morge ewig, 2. 2 alles le sehe dei⸗ sie, und hin auch k. YO üthe auf sam len⸗ find'ich, ater und deit mein nmel; so Spuren r Him⸗ Pracht 6 du ge⸗ Gemuͤ er, dich gen Ehr sind dei⸗ ittern, die dei⸗ ter sind, Guͤte. »Wasser ne große oͤhlichen lich dar⸗ trachten en deine „Gott, t Brodt an, und schme⸗ Lob⸗ und Dankgesaͤnge. schmecke deine Guͤte. Ich spuͤre, fuͤhl' und hoͤre sie im Feld'und Wald'; ich sehe sie in aller Fluren Bluͤthe. Von dir zeugen alle Dinge, so ge— ringe sie mir scheinen, wie im Großen, so im Kleinen. 5. O zeuch mich uͤber Welt und Zeit zu dir, o Herr der Herrlichkeit, durch deine große Liebe! Auf dich laß mich in allem sehn, fuͤr jedes Gute dich erhoͤhn! Belebe meine Triebe, o mein Vater, dir in allem zu gefallen; dir zu leben, sey mein einziges Bestreben! 520. Mel. Ein Lamm geht hin ꝛc. Kobsinget Gott! Er schuf die Welt zum Schau⸗ 4⁵ ben bliebe, schufst du, o Gott, der Himmel Heer und unsre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie; Unend⸗ licher, du ließest sie zu ihrem Heile werden. Du aber saͤttigest dich nun mit Won— ne, allen wohlzuthun im Himmel und auf Erden. 5. Kein Mensch, kein En⸗ gel selbst ermißt die Groͤße deiner Segen, wie guͤtig deine Weisheit ist in allen ihren Wegen. Gott, deine Guͤte reicht so weit, als dei— nes Reichs Unendlichkeit; so weit, Herr, als dein Leben. Ach, was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub' hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben! 4. O Vater, welchem kei⸗ platz seiner Guͤte. Lobsingt ner gleicht, an Liebe, wie an ihm, der sie noch erhaͤlt, mit Staͤrke! Kein Dank, kein freudigem Gemuͤthe! Gott Lobgesang erreicht die Wun— ist die Liebe! Ruͤhmt es der deiner Werke. Doch ist laut, Geschoͤpfe, die ihr ihm dieß angenehmer Dank, dir ist vertraut, die ihr ihn kennt es mehr, als Lobgesang, wenn und ehret! Ruͤhmt es, daß ich dich thaͤtig liebe, und gern seine Guͤtigkeit mit jedem in meiner Lebenszeit Erbar⸗ Morgen sich erneu't, und men und Wohlthaͤtigkeit an ewig, ewig waͤhret. andern Menschen uͤbe. 2. Daß außer dir nicht 5. Du bist die Liebe! alles leer von Freud' und Le⸗ Dank sey dir, daß ich dich 8 Ff2 so 4⁵² so erkenne, und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Vater nenne. Auch ich will gerne liebreich seyn; will gluͤcklich machen; will erfreun; will helfen und dir gleichen. Von diesem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang' ich lebe, weichen! 521. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛe. Wie ist es moͤglich, hoͤch⸗ stes Licht, o Gott, vor dessen Angesicht doch alles muß erblassen, daß dir, du allerhoͤchstes Gut, zu wider⸗ streben, Herz und Muth ich, Suͤnder, sollte fassen! 2. Was bin ich mehr, als Erd' und Staub? Ist nicht mein Leib, wie Gras und Laub? Was taugt mein ir⸗ disch Leben? Was kann ich, wenn ich alles kann? Was hab' und trag' ich um und an, als was du mir gegeben? 3. Ich bin vor dir ein ar⸗ mer Wurm; ein Halm, den nur ein kleiner Sturm gar leicht hinweg kann treiben. Wenn deine Hand, die alles traͤgt, mich nur ein wenig Lob⸗ und Dankgesaͤnge. trifft und schlaͤgt; so weiß ich nicht zu bleiben. 4. Herr, ich bin nichts; du aber bist der Herr, der alles hat und ist; in dir be— steht mein Wesen. Wo du mit deiner Hand mich schreckst, und nicht mit Huld und Gnade deckst; so kann ich nicht genesen. 5. Du bist getreu, ich un⸗ gerecht; du fromm, ich gleich dem boͤsen Knecht, und muß mich wahrlich schaͤmen, daß ich, bei solchem schnoͤden Stand, aus deiner milden Vaterhand ein ein'ges Gut soll nehmen. 6. Ich habe ja von Ju⸗ gend an, was dir zuwider, oft gethan; bin suͤndenvol gebohren. Und wo du nicht durch deine Treu mich selbst von Suͤnden machtest freiz so waͤr' ich ganz verlohren. 7. Drum sey das Ruͤh⸗ men fern von mir: was dit gebuͤhrt, das geb ich dir; di bist allein zu ehren. Ach, laß, Herr Jesu, meinen Geist, und was aus meinem Geistt fleußt, zu dir sich allzeit kehren 8. Auch wenn ich glei was wohl gemacht, so hab ichs ich's d bracht sprung fuͤr El Heilan und Lo Mel. 2 obt Voͤl nicht f erfreut von He er versp sein V ben. N Herzen Lob un Erhal Mel. Li ten ab, ergießet Gott, 2 milde K stets ge du fuͤllst ch Guͤtern 3.* weiß ich nichts; rr, der dir be— Wo id mich it Huld so kann ich un⸗ ch gleich nd muß en, daß chnoͤden milden zes Gut von Ju⸗ zuwider, ndenvol du nicht ich selbst est freiz ohren. is Ruͤh⸗ was dit dir; di Ich, laß, 1 Geist, m Geiste t kehren h gleich so hah ichs Lob⸗ und Dankgesaͤnge. ich's doch nicht selbst voll⸗ bracht; aus dir ist es ent⸗ sprungen. Dir sey auch da⸗ fuͤr Ehr' und Dank, mein Heiland, all mein lebenlang, und Lob und Preis gesungen! 522. Mel. Wer Gott vertraut, hat ꝛe. Loor Gott mit Schall, ihr Voͤlker all'! Er ist von uns nicht ferne:,: Sein' Huld erfreut in Ewigkeit; er hilft von Herzen gerne:„: Was er verspricht, das truͤget nicht, sein Wort wird ewig blei— ben. Mit frohem Mund, von Herzensgrund, laßt stets sein Lob uns treiben lꝛ/: 523. Erhaltung und Regierung. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. Noech immer wechseln or— dentlich des Jahres Zei— ten ab, und fruͤh und spaͤt ergießet sich dein Regen, Gott, herab. ö 2. Noch oͤffnest du die milde Hand, Herr, wie du stets gethan; du segnest, und du fuͤllst das Land mit deinen Guͤtern an. 3. Von deinem Himmel 453 Hoͤchster, traͤuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf, und bluͤht, und reift, und saͤttigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet giebt der Baum, wenn einer Schatten sucht, ihm unter seinen Zweigen Raum, Er⸗ frischung und auch Frucht. 5. Wie froͤhlich laͤchelt jede Flur! Es fließt, sich im⸗ mer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist uner— schoͤpflich reich. 6. Wem stroͤmt sie nicht, von dir erfuͤllt, Lust und Er— quickung zu? Werist so gut, so treu, so mild, so vaͤter⸗ lich, wie du? 7. Herr, ohne dich ver— gingen wir, und wir verdien— ten's auch; und dennoch le— ben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Nicht einem mangelt deine Huld! Wem strahlet nicht dein Licht? Mit wel— cher Langmuth und Geduld verschonst du unsrer nicht! 9. O betet, Menschen be⸗ tet an! Erwaͤgt's und denket nun: was hat Gott schon an uns gethan! Was wird er nicht noch thun! 45⁵⁴4 Lob⸗ und Dankgesaͤnge. „Dir dank' ich es, daß —4. die Natur mich naͤhrt und Mel. Lobt Gott, thr Christen. mich erfreut. Ich schmeck D bist's, dem Ehr' und in jeder Creatur, Gott, deine Ruhm gebuͤhrt; und Freundlichkeit. das, Herr, bring ich dir. 8. Ich danke dir fuͤr dei⸗ Mein Schicksal hast du stets nen Sohn, der mir zum regiert, und stets warst du Heile starb, und der zu dei⸗ mit mir. nem Gnadenthron den Zu⸗ 2. Wenn Angst und Noth tritt mir erwarb. sich mir genaht; so hoͤrtest 9. Wie sehr liebt Gott du mein Flehn, und ließest der Menschen Wohl! Er⸗ mich, nach deinem Rath, heb' ihn, Volk des Herrn! Huͤlf' und Errettung sehn. Die Erd'ist seiner Guͤte voll! 5. Wenn ich in Schmerz Er hilft und rettet gern! und Krankheit sank, und rief: 10. Er hilft und laͤßt die Herr, rette mich! so halfst Traurigkeit bald vor uns du mir. Mit welchem Dank, uͤbergehn; will uns, nach mein Gott, erheb' ich dich! kurzer Pruͤfungszeit, zu ew⸗ 4. Betruͤbte mich des gem Gluͤck erhoͤhn. Feindes Haß; so klagt' ich 11. Vergiß nicht, Seele, dir den Schmerz. Du halfst deinen Gott; nicht, was er mir, daß ich ihn vergaß, und dir gethan! Verehr' und gabst Geduld ins Herz. halte sein Gebot, und be— 5. Wenn ich den richt'gen ihn ewig an! Pfad verlohr, und mich ver⸗ schuldet sah'; rief ich zu dir, 525. mein Gott, empor, und Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. Gnade war mir nah'— Dein Reich, o Gott, is 6. Herr, fuͤr die Leiden herrlich. Ewig waͤhren dank'ich dir, dadurch du mich dein Reich und deine Macht, geuͤbt, und fuͤr die Freuden, die wir verehren, und ewih welche mir dein milder Se⸗ wird von aller Voͤlker Zun⸗ gen giebt. gen dein Lob elunen 2. Del 8. alle, w ste hilft len; ist gen, di schuͤtte 5.7 deinem lebt, und gi duͤrfen bens d 36. tes stre haft s und w seinen rechtet ihm b. 7. die iht Betrt verfol 3, daß yrt und schmeck' t, deine fuͤr dei⸗ ir zum zu dei⸗ en Zu⸗ t Gott ISEr⸗ Herrn! ite volll ern! laͤßt die or uns 8, nach „zu ew' Seele, was er hr‘ und und bet was ꝛc. zott, is waͤhren Macht/ ind ewig er Zun⸗ gen. 2. Der Lod⸗ und Dankgesaͤnge. 4⁵⁵ 2. Der Herr bewahret Schanden mache, mit sei⸗ alle, welche fallen; der Hoͤch⸗ ner Rache. ste hilft den Unterdruͤckten al⸗ 8. Auf ewig will ich sei⸗ len; ist stets bereit, mit Se⸗ nen Namen loben. Von gen, die ihn bitten, zu uͤber⸗ allen Menschen werde Gott schuͤtten. erhoben! Was lebet, muͤs⸗ 3. Nach dir, Gott, schauen se, Herr, zu allen Zeiten aller Wesen Blicke, daß dei⸗ dein Lob verbreiten! ne Hand sie vaͤterlich erquik⸗— ke. Du giebst auch einem 526. jeden seine Speise, daß er Gott ist mein Lied! Er ist dich preise. der Gott der Staͤrke! 4. Herr, du erhaͤltst mit Groß ist sein Nam', und deinem Wohlgefallen was groß sind seine Werke, und lebt, thust deine Hand auf, alle Himmel sein Gebiet. und giebst allen, was sie be⸗ 2. Er will und spricht's; duͤrfen; keiner sucht verge⸗ so sind und leben Welten. bens dich, Quell des Lebens! Und er gebeut; so fallen 65. In allen Wegen Got⸗ durch sein Schelten die Him⸗ tes strahlet Gnade; untadel⸗ mel wieder in ihr Nichts. haft sind alle seine Pfade; 3. Licht ist sein Kleid, und was er thut, gereicht zu und seine Wahl das Beste. seinem Preise, ist gut und Er herrscht als Gott, und weise. seines Thrones Veste ist 6. Der Herr ist nahe de-Wahrheit und Gerechtig⸗ nen, die ihn bitten; die ernst⸗ keit. lich ihn um seine Huͤlfe bit⸗ 4. Unendlich reich, ein ten; er thut, was die Ge⸗Meer voll Seligkeiten, ohn' rechten, die ihn ehren, von Anfang Gott, und Gott in ihm begehren. ew'gen Zeiten! Herr aller 7. Der Herr behuͤtet alle, Welt, wer ist dir gleich? die ihn lieben; die aber, die 5. Was ist und war im Betrug und Frevel uͤben, Himmel, Erd' und Meere, verfolgt er, daß er sie zu das kennet Gott, und seiner Werke 45⁶ Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich; schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah', du sitzest oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel floͤ⸗ hest; so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt, mir gnaͤdig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; schrieb Lob⸗ und Dankgesaͤnge. Auen, Thal und Huͤgel, ihr seyd sein Loblied und sein Psalm. 15. Du traͤnkst das Land, fuͤhrst uns auf gruͤne Wei⸗ den; und Nacht und Tag, und Korn und Wein, und Freuden, empfaͤngen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling faͤllt, Herr, ohne deinen Willen. Sollt' ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben haͤlt? 15. Ist Gott mein Schutz; will Gott mein Retter wer⸗ den; so frag' ich nichts nach auf sein Buch, wie lang' ich Himmel und nach Erden, leben sollte, da ich noch un⸗ und biete selbst der Hoͤle bereitet war. 0 Trutz. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht ange⸗ 527. hoͤre. Herr, immerdar soll Wie groß ist des Allmaͤcht⸗ deines Namens Ehre, dein gen Guͤte! Ist der ein Lob in meinem Munde seyn. Mensch, den sie nicht ruͤhrt? 11. Wer kann die Pracht Der mit verhaͤrtetem Gemuͤ⸗ von deinen Wundern fassen? the den Dank erstickt, der Ein jeder Staub, den du hast ihm gebuͤhrt? Nein, seine werden lassen, verkuͤndigt Liebe zu ermessen, sey ewig seines Schoͤpfers Macht. meine groͤßte Pflicht! Der 12. Der kleinste Halm Herr hat mein noch nie ver⸗ ist deiner Weisheit Spiegel! gessen; vergiß, mein Herz, Du, Luft und Meer, ihr, auch seiner nicht! 2. Wer 1 genieß Arm/ 30 in jene du ers mit H Gott e ist! 2 diesen tes Guͤ darum damit! 4. 1 ich nich nicht v fen, i Weg, gehn? X Oe jel, ihr nd sein 3Land, Wei⸗ d Tag, n, und wir aus g faͤllt, Willen. z nicht n, daß Leben Schutz; er wer⸗ ts nach Erden, Hoͤlle Imächt⸗ der ein ruͤhrt? Gemuͤ⸗ Et, der „seine ey ewig t! Der nie ver⸗ Herz, 2. Wer Lob⸗ und Dankgesaͤnge. 4⁵⁵ 2. Wer hat mich wun⸗ ins Herz geschrieben; sein derbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer staͤrkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer laͤßt mich so viel Guts genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? 5. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, fuͤr welches du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Got⸗ tes Guͤte sind sie dein. Sieh', darum mußtecChristus leiden, damit du koͤnntest selig seyn. 4. Und diesen Gott sollt' Wort bestaͤrkt ihn ewiglich: Gott soll ich uͤber alles lie— ben und meinen Naͤchsten so, wie mich. 5. Dieß ist mein Dank; dieß ist sein Wille: ich soll ganz Liebe seyn, wie er. So lang' ich dieß Gebot erfuͤlle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in mei⸗ ner Seele; so treibt sie mich zu jeder Pflicht. Und ob ich schon aus Schwachheit fehle; herrscht doch in mir die Suͤn⸗ de nicht. 6. O Gott, laß deine Guͤt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! sie staͤrk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie troͤste mich zur Zeit der ich nicht ehren, und seine Guͤte Schmerzen; sie leite mich zur nicht verstehn? Er sollte ru⸗Zeit des Gluͤcks; und sie be⸗ fen, ich nicht hoͤren? Den sieg' in meinem Herzen die Weg, den er mir zeigt, nicht Furcht des letzten Augen⸗ gehn? Sein Will' ist mir blicks! XXIX. Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 528. ohn' den nichts ist, was ist, D Sa du frommer Gott, von dem wir alles haben, ge⸗ du Geber aller Gaben, sundenLeib gieb mir, und daß in 458 Vom christlichen in solchemLeib ein'unverletzte Seel und rein Gewissen bleib! 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun ge⸗ buͤhret, wozu mich dein Be— fehl in meinem Stande fuͤh⸗ ret; gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll; und wenn ich's thu'; so gieb, daß es gerathe wohl! 5. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnuͤtzes Wort aus mei⸗ nem Munde gehen! Und, wenn in meinem Stand' ich reden soll und muß; so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Verdruß! 4. Find't sich Gefaͤhrlich⸗ keit; so laß mich nicht verza⸗ gen, gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth uͤberwind', und, wenn ich Raths bedarf, auch guten Rath erfind'! 5. Laß mich mit jeder⸗ mann in Fried' und Freund⸗ schaft leben, so weit es christ⸗ lich ist! Willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld; so gieb auch dieß dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sey! Leben uͤberhaupt. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben hoͤher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen; so gieb Geduld; vor Suͤnd' und Schanden mich bewahr', damit ich tragen mag mit Ehren graues Haar! 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abschei— den, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib die Staͤte goͤnn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh' an ihrer Seite hab'! 8. Wenn du an jenem Tag die Todten wirst erwecken; so wollst du deine Hand zu mei⸗ nem Grab' ausstrecken! Laß hoͤren deine Stimm', und meinen Leib weck' auf, und fuͤhr' ihn schoͤn verklaͤrt zun auserwaͤhlten Hauf. 9. Gott Vater, dir seh Preis hier und im Himmel oben! Gott Sohn, Hert Jesu Christ, dich will ich allzeit loben! Gott heil'ger Geist, dein Ruhm erschalle mehr und mehr! O Herr, dreiein ger Gott, dir sey Lob Preis und Ehr'! ö 529• Mel. n al ich der all muß zr sie wol ben sei 2. ser Welt dringen, en Tritt )ringen; r Suͤnd' hewahr', iag mit meinem abschei— m zu dir reuden; e goͤnn n Grab, Ruh' an em Tag' cken; so )zu mei⸗ en! Laß n'ꝰ, und uf, und laͤrt zum dir seh Himme u, Hern will ich heil'gei erschallt O Herr, sey Lob 529• Vom christlichen Leben uͤberhaupt. E 529. noch mit mir Geduld. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 6. Leg' ich mich spaͤte nie⸗ Qn allen meinen Thaten laß der, erwach' ich fruͤhe wieder, ich den Hoͤchsten rathen, es sey hier oder dort, in der alles kann und hat; er Schwachheit und in Ban⸗ muß zu allen Dingen, damit den und was mir koͤmmt vor⸗ sie wohl gelingen, selbst ge- handen; so troͤstet mich sein 45⁵59 Urtheil sprechen; er hat ja ben seinen Rath und That. 2. Nichts ist es spaͤt und fruͤhe mit aller meiner Muͤ⸗ he, umsonst ist Sorg' und Kunst; er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stell's in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts ge⸗ schehen, als, was er hat erse— hen, und was mir selig ist; ich nehm' es, wie ers giebet, was ihm von mir beliebet, das hab' ich willig aucherkiest. 4. Ich traue seiner Gna⸗ de, die mich auf seinem Pfa⸗ de vor allem Uebel schuͤtzt. Leb' ich nach seinen Saͤtzen; so wird mich nichts verletzen; nichts fehlen, was mir ewig nuͤtzt. 5. Er wolle meiner Suͤn⸗ den in Gnaden mich entbin⸗ den, und tilgen meine Schuld! Er wird auf mein Verbrechen nicht schnell das theures Wort. 7. Hat er es denn beschlos— sen, so will ich unverdrossen an mein Verhaͤngniß gehn. Kein Unfaͤll unter allen wird mir zu harte fallen, ich werd' ihn endlich uͤberstehn. 8. Ihm hab' ich mich er⸗ geben, zu sterben und zu leben, so, wie er mir gebeut; es sey heut, oder morgen, da⸗ fur laß ich ihn sorgen, er weiß die allerbeste Zeit. 9. So sey nun, Seele, seine, und traue ihm alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, dein Va⸗ ter in der Hoͤhe, weiß doch zu allen Sachen Rath. 530. Befiehl du deine Wege, und was dein Herzinur kraͤnkt, der allertreusten Pfle⸗ ge deß, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Win⸗ den Vom christlichen den giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Serrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohl ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Graͤmen, und selbst gemachter Pein, laͤßt Gott sich gar nichts neh⸗ men; es muß erbeten seyn. 5. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sey, oder schade dem sterblichen Gebluͤt; und was dein Rach erlesen, und fuͤr das Beste haͤlt, bringst du zum Stand und Wesen, wie dir es wohl gefaͤllt. 4. Weg hast du allerwe⸗ gen, an Mitteln fehlt dir's nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann nie⸗ mand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprieß⸗ lich ist, willst thun. 5. Und obgleich Welt und Teufel dir wollten wider⸗ stehn; so wird doch ohne 46⁰0 Leben uͤberhaupt. Zweifel des Hoͤchsten Rath geschehn. Was er sich vor— genommen, und was er ha⸗ ben will, das muß doch end⸗ lich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff', o bedraͤngte See⸗ le, hoff' und sey unverzagt! Gott wird dich aus der Hoͤhle, da dich der Kummer plaͤgt, mit großer Gnade ruͤk⸗ ken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn' der schoͤnsten Freud', 7. Auf, auf! gieb deinem Schmerze gute Nacht! laß fahren, was das Herze betruͤbt und trau⸗ rig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles fuͤh⸗ ren soll; Gott sitzt im Regi⸗ mente, und fuͤhret alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten! Erist ein weiser Fuͤrst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebuͤhret, mit wunderbarem Rath das Werk hinaus gefuͤhret, das dich bekuͤmmert hat. 9. Er wird zwar eine Wei— le mit seinem Trost verziehn, und thun an seinem Theile, als haͤtt' in seinem Sinn' er deiner und Sorgen deiner du fuͤr Noͤthe nichts 10. finden, bleibst binden glaͤubf erloͤsen Last, sen bis 11. der T traͤgst Danke und E dir ei Siegs du sir ihm, t 12 mach' Noth, Haͤnde Tod u ge und So ge wiß zu Mel. m m n Rath ich vor⸗ ĩ er ha⸗ och end⸗ u Zweck te See⸗ Herzagt! us der ummer ade ruͤk⸗ e Zeit, cken die Freud'. deinem Sorgen n, was d trau⸗ u doch es fuͤh⸗ Regi⸗ 3 wohl. un und r Fuͤrst halten, wirst, uͤhret, th das t, das e Wei⸗ rziehn, Theile, inn' er deiner Vom christlichen Leben uͤberhaupt. deiner sich begeben; als sollst du fuͤr und fuͤr in Angst und Noͤthen schweben; als fragẽ er nichts nach dir; 10. Wird's aber sich be⸗ finden, daß du ihm treu ver⸗ bleibst; so wird er dich ent— binden, da du's am mindsten glaͤubst; er wird dein Herz' erloͤsen von der so schweren Last, die du zu keinem Boͤ⸗ sen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! du hast und traͤgst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron'! Gott giebt dir einst die Palmen des Siegs in deine Hand; und du singst Freudenpsalmen ihm, der dein Leid gewandt. 12. Mach' End', o Herr, mach' Ende mit aller unsrer Noth, staͤrk' unsre Fuͤß' und Haͤnde, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pfle— ge und Treu' empfohlen seyn! So gehen unsre Wege ge— wiß zum Himmel ein. 531. Mel. Besiehl du deine Wege ꝛe. U* als ein Christ zu leben, muß ich die Suͤnde 461 scheun, und mich mitErnst be⸗ streben, rechtschaffen fromm zu seyn; muß Gottes Wege wandeln, selbst auch beim Haß der Welt; nach seiner Vorschrift handeln, und thun, was Gott gefaͤllt. 2. Zeitlebens muß ich rin⸗ gen; muß stets gewissenhaft die Welt und mich bezwin⸗ gen, und jede Leidenschaft; muß, daß ich überrwinde, auf Gottes Huͤlfe sehn, und je⸗ den Reiz zur Suͤnde mit ih⸗ rer Lust verschmaͤhn. 5. Der Sinne Taͤusche— reien muß ich behutsam fliehn, und mich den Schmei⸗ cheleien der Eigenlieb' ent⸗ ziehn; muß standhaft in Ge⸗ fahren, die uͤberall mir draͤun, den Glauben treu bewahren, und unanstoͤßig seyn. 4. Wie schwer ist dieß Ge⸗ schaͤfte der waͤhren Besse— rung! Wie schwach sind mei⸗ ne Kraͤfte zu meiner Heili⸗ gung! Doch, sollt' ich darum zagen? Nein, Vater, nein! mit dir will ich den Kampf doch wagen; sey du nur stets mit mir! 5. Verleih zu diesem Werke mir nur durch dei⸗ nen 462 Vom christlichen nen Geist die Weisheit und die Staͤrke, die mir dein Wort verheißt! Durch ihn gieb meiner Seele die Ein⸗ sicht und die Kraft, daß ich kein Scheingut waͤhle, das nur Verderben schafft. 6. Werd' ich im Guten traͤge, so staͤrke mich zum Lauf; fall' ich auf meinem Wege, so hilf mir wieder auf, und mache jedes Laster, deß sich der Suͤnder freut, mir immer mehr verhaßter in seiner Schaͤndlichkeit! 7. Ja, zeige mir am Throne der Herrlichkeit des Sohns der Ueberwinder Krone, das Kleinod meines Lohns, die Wonne der Erloͤsten, womit der gute Hirt, der fuͤr uns starb, mich troͤsten und ewig kroͤnen wird! 8. So kann ich alle Suͤn⸗ den, mich selbst, die Welt, den Tod, und alles uͤberwin⸗ den, was mir Verderben droht. liegen; ich dring' ins Reich des Lichts; ich bin gewiß, zu siegen. Dein Wort, mein Gott, verspricht's. Ich werde nicht er⸗ Leben uͤberhaupt. 532. Mel. Was mein Gott will, das u. J* hab' in Gottes Her und Sinn mein Hern und Sinn ergeben. Wat Boͤse scheint, ist mir Ge⸗ winn; der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn deß, der den Thron des Himmels aufgezogen. Ob er gleich schlaͤgt und Kreuz auflegt; bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer; so will er mich nur uͤben, und mein Gemuͤth' in seiner Guͤt' gewoͤhnen, fest zu steben. Halt' ich den Stand; weiß seine Hand, mich wieder zu erhoͤhen. 5. Ich bin ja von mit selber nicht entsprungen, noch formiret; Gott ist es, der mich zugericht't, an Leib und Seel' gezieret; der Seele Sitz mit Sinn und Wiß, den Leib mit Fleisch und Bei— nen. Wer so viel thut, deß Herz und Muth kann's nim⸗ mer boͤse meinen. 4. Woher wollt' ich den Auf⸗ 6. du nie und 2 mit ei Gluͤck U, das u. es Her in Herz Was nir Ge⸗ ist mein ohn deß, Himmels r gleich auflegt; ewogen. r fehlen Vater Wenn er irft ins nich nur muͤth' in en, fest ich den Hand, en. „on mir zen, noch es, der ꝛeib und Seele d Witz, nd Bei⸗ zut, deß n's nim⸗ ich den Auf⸗ Vom christlichen Aufenthalt auf dieser Welt erlangen? Ich waͤre laͤng⸗ stens todt und kalt, wo mich nicht Gott umfangen mit sei⸗ nem Arm, der alles warm, gesund und froͤhlich machet. Was er nicht haͤlt, das bricht und faͤllt; was er er⸗ freut, das lachet. 5. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn' alle Maaͤßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun, und auch zu lassen; Er weiß, wenn Freud', er weiß, wenn Leid, uns, seinen Kin⸗ dern, diene; und was er thut, ist alles gut, ob's noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, es sey mit einer großen Last dein Gluͤck und Heil beschweret; hast spaͤt und fruͤh viel Sorg' und Muͤh', an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 7. Fuͤrwahr, der dich ge— schaffen hat, und ihm zur Ehr' erbauet, der hat schon laͤngst in seinem Rath erse— hen und beschauet, aus wah⸗ Leben uͤberhaupt. rer Treu, was dienlich sey dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu' nach seinem Wohl⸗ gefallen. 8. Will's Gott; so kann's nicht anders seyn, es muß zuletzt erfreuen. Was du itzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart' in Geduld; die Gnad' und Huld wird sich doch end⸗ lich finden; all' Angst und Quaal wird auf einmal, gleichwie ein Dampf, ver⸗ schwinden. 9. Das Feld kann ohne Ungestuͤm uns keine Fruͤchte tragen. So faͤllt der Mensch, sein Wohl mit ihm, bei lau⸗ ter guten Tagen. Die Aloe bringt bittres Weh, macht gleichwohl rothe Wangen. So muß ein Herz durch Angst und Schmerz zu sei⸗ nem Heil gelangen. 10. Ey nun, mein Gott, so fall' ich dir getrost in dei⸗ ne Haͤnde! Nimm mich, und mach' es so mit mir, bis an mein Lebensende, wie du wohl weiß'st, daß meinem Geist dadurch sein Nutz ent⸗ stehe, und deine Ehr' je mehr und 4⁶⁴ und mehr sich durch sich selbst erhoͤhe. 11. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm' ich's an mit Freuden; soll's aber Kreuz und Ungluͤck seyn, will ich's geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thuͤr noch ferner offen stehen; wie du mich fuͤhrst, und fuͤhren wirst, so will ich gerne gehen. 12. Soll ich denn auch des Todes Weg, die finstre Straße, reisen; wohlan! so geh ich Bahn und Steg, den mir dein' Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig werde ehren. 533. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu ꝛe. Di ruf ich an, Herr Je⸗ su Christ, der du der Deinen Klagen vernimmst, und gern ihr Helfer bist: laß mich nie muthlos zagen! Gieb, daß, im wahren Glau— ben treu, ich dir mich ganz ergebe; dich erhebe; dem Nachsten nuͤtzlich sey; nach deiner Lehre lebe! 2. Vor eitler Selbstge⸗ Vom christlichen Leben uͤberhaupt. faͤligkeit bewahre meine Seele, damit ich nicht aus Sicherheit mein wahres Gluͤck verfehle! Gieb, daß ich meine Zuversicht auf dich nur moͤge bauen, dir ver⸗ trauen, auf meine Kraͤfte nicht, um ewig dich zu schauen. 3. Hilf, daß ich mei⸗ nen Feinden gern auch ihre Schuld erlasse, und, gleich⸗ gesinnt dir, meinem Herrn, sie nie verfolg' und hasse! Laß meinen Glaͤuben sich, mein Gott, durch deines Wortes Lehren stets vermehren, auch in Gefahr und Spott dich freudig zu verehren. 4. Laß weder Furcht noch Lust von dir mich, weil ich lebe, scheiden! Bestaͤndigkeit verleihe mir im Gluͤck und auch im Leiden! An guten Werken reich, werd' ich dann deinen Himmel erben, selig sterben, ob sie gleich nichts fuͤr mich verdienen, noch er⸗ werben. 5. Ich streit' und will dein Hilf, o Herr Juͤnger seyn. Christ, mir, Schwachen! Auf dich verlaß ich mich al— lein; du kannst mich staͤrker machen. mache mich nimm sie ha kannf land, meine icht aus vahres eb, daß auf dich dir ver⸗ Kraͤfte dich zu ch mei⸗ uch ihre ö gleich— Herrn, sse! Laß , mein Wortes en, auch ott dich cht noch weil ich ndigkeit uͤck und n guten ich dann n, selig nichts noch er— vill dein o Herr wachen! mich al⸗ staͤrker machen. Vom christlichen Leben üͤberhaupt. 466 machen. Wenn Suͤnde Haus, doch nur auf lauter mich versucht; will ich doch Sande. nimmer dich verlassen, will 5. Wie mancher ist in sei⸗ sie hassen. Du wirst, du nem Sinn' weit uͤber Berg' kannst auch mich, mein Hei⸗ und Spitzen hin, und eh' er land, nicht verlassen. sich's versiehet, so liegt er da 8 und hat sein Fuß vergebli 534. sich bemuͤhet. Icheweiß, mein Gott, daß 6. Drum, hoͤchster Va⸗ all' mein Thun und ter, der du Kron' und Zepter Werk auf deinem Willen traͤgst im Himmelsthron', ruhn, von dir koͤmmt Gluͤck und aus den Wolken blitzest, und Segen; was duregierst, vernimm mein Wort, und das geht und steht auf rech⸗ hoͤre mich vom Stuhle, da ten guten Wegen. du sitzest! 2. Es steht in keines Men⸗ 7. Verleihe mir das edle schen Macht, daß sein Rath Licht, das sich von deinem werd' ins Werk gebracht, er Angesicht in fromme Seelen seines Glucks sich freue; des strecket, und da der rechten Hoͤchsten Rath, der macht's Weisheit Kraft durch deine allein, daß Menschenrath Kraft erwecket. gedeihe. 6. Gieb e Verstand 3. Oft denkt der Mensch anichtendund beaufmei in seinem Muth, dieß oder je⸗ nem Ei IHHen! ö genwillen! Sey du nes sey ihm gut, und ist doch mein Freund und treuer weit gefehlet; oft sieht er auch Rath, was gut ist zu er⸗ fuͤr schaͤdlich an, was doch fuͤllen! Gott selbst erwaͤhlet. 9. Pruͤf' alles wohl, und, 4. So faͤngt auch oft ein was mir gut, das gieb mir weiser Mann ein gutes Werk ein; was Fleisch und Blut er⸗ mit Freuden an, und bringt's waͤhlet, das verwehre! Der doch nicht zu Stande; er hoͤchste Zweck, das beste Theil, baut ein Schloß und festes sey deine Lieb' und Ehre. Gg 10. Was 466 Vom christlichen 10. Was dir gefaͤllt, das laß auch mir, o meiner See⸗ le Sonn' und Zier, gefallen und belieben; was dir zuwi⸗ der, laß mich nicht im Werk und That veruͤben. 11. Ist's Werk von dir, so hilf zu Gluͤck; ist's Men⸗ schenthun, so treib's zuruͤck, und aͤndre meine Sinnen! Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst in kurzem zu zerrinnen. 12. Sollt' aber dein und un ser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu raͤchen; ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich koͤnnest brechen. 15. Tritt du zu mir, und mache leicht, was mir sonst fast unmoͤglich deucht, und bring'zum guten Ende, was du selbst angefangen hast durch Weisheit deinerHaͤnde. 14. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bit⸗ tern Sorgen treten; so treib' mich nur, ohn' Unterlaß zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet, dir vertraut, wird alles das, wo⸗ vor ihm graͤut, mit tapferm Leben uͤberhaupt. Muth bezwingen, sein Sor⸗ genstein wird in der Eil in tausend Stuͤcken springen. 16. Der Weg zum Gu⸗ ten ist fast wild, mit Dorn und Hecken angefuͤllt; doch wer ihn freudig gehet, wird endlich, Herr, durch dei— nen Geist, zur Freud' und Wonn' erhoͤhet. 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind, was ich bei mir nicht hab' und findẽ', hast du in voller Gnuͤge. So hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt' und herrlich siege. 18. Dein soll seyn aller Ruhm und Ehr'; ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor dei— nem Volk und aller Welt, so lang' ich leb', erzaͤhlen. 535. Ich ruf zu dir, Herr Jes Christ, ich bitt', erhr mein Klagen; verleih' mit Gnad' zu jeder Frist, laß mich doch nie verzagen! Den rechten Weg, o Herr, ich mein'. Du wollest Kraft mii geben, dir zu leben, dem Naͤchsten nuͤtz zu seyn, dem Guten nachzustreben. 2. Iq 2. Herr mir n doch laß vorau davon trauet meine kann i 8. Herzer moͤg'r auch z mir ei Wor seyn,k ren, 1 Ungluͤ mich b 4. Furcht Welte staͤndie hast's« wem d aus H. ererben Werke uns gi 5. und wi Christ, in Sor⸗ Eil in ingen. im Gu⸗ it Dorn t; doch , wird ich dei⸗ ud' und Vater, ich bei ndꝰ, hast So hilf Stand ch siege. yn aller will dein ehr aus vor dei⸗ Welt, ählen. rr Jesu „erhor eihꝰ mit ist, laß n! Den. rr, ich raft mit n, dem n, dem 2. IH Vom christlichen 2. Ich bitt noch mehr, o Herr und Gott, du kannst es mir wohl geben, laß mich doch werden nie zu Spott, laß Hoffnung mich beleben, voraus, wenn ich muß hier davon, daß ich dir moͤg' ver⸗ trauen, und nicht bauen auf meiner Werke Lohn; sonst kann ich dich nicht schauen. 5. Verleih, daß ich aus Herzensgrund den Feinden moͤg' vergeben; verzeih' mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort laß meine Speise seyn, damit den Geist zu naͤh⸗ ren, und zu wehren, wenn Ungluͤck bricht herein, das mich bald moͤcht' abkehren. 4. Laß keine Lust noch Furcht von dir mich auf der Welt abwenden, daß ich be⸗ staͤndig sey, gieb mir; du hast's allein in Haͤnden. Und wem du's giebst, giebst du's aus Huld; es mag niemand ererben, noch erwerben, dur Werke deine Huld, die Muth uns giebt im Sterben. 5. Ich lieg' im Streit und widerstreb', hilf, o Herr Christ, mir, Schwachen; Leben uͤberhaupt. 467 durch deine Gnad' allein ich leb', du kannst mich staͤrker machen. Koͤmmt nun An⸗ fechtung; so bewahr', laß sie mich nicht umstoßen. Du kanst maaßen, daß mir's nicht bring' Gefahr. Ich weiß, du wirst's nicht lassen. 536. Mel. Dir, Herr und Vater, dienen ꝛc. err, wie du willst, so schick's mit mir im Le⸗ ben und im Sterben; allein zu dir steht mein Begier, Herr, laß mich nicht verder⸗ ben. Erhalt'mich nur in dei⸗ ner Huld, sonst, wie du willst, gieb mir Geduld; dein Will' ist stets der beste. 2. Zucht, Ehr' und Treu', verleih'mir, Herr, und Lust zu deinem Worte, behute mich vor falscher Lehr', und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit, wend' ab all' Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach ch deinem Rath von dieser Welt abscheiden; ach, so verleih' mir deine Gnad', daß es ge⸗ scheh' mit Freuden! Herr, Seel' und Leib befehl' ich dir, ein selig's Ende gieb du mir, Gg 2 durch 468 Vom christlichen Leben uͤberhaupt. durch Jesum Christum, 538. Amen. 537. Ales ist an Gottes Segen Mel. Nun sich der Tag geendet ꝛe. und an seiner Gnad' ge⸗ NIe ein fluͤchtigs Gut legen; uͤber alles Geld und der Zeit; ich fleh' um Gut. Wer auf Gott die deinen Geist, Gott, den zu Hoffnung setzet, der behaͤlt meiner Seligkeit dein theu⸗ ganz unverletzet einen freien res Wort verheißt. Heldenmuth. 2. Die Weisheit, die vom 2. Der mich hat bisher Himmel stammt, o Vater, ernaͤhret, und mir manches lehr' er mich; die Weisheit, Gluͤck bescheret, ist und die das Herz entflammt zur bleibet ewig mein. Der Liebe gegen dich! mich wunderbar gefuͤhret, 5. Dich lieben, Gott, ist und noch leitet und regieret, Seligkeit! Gern thun, was wird hinfort mein Helfer dir gefaͤllt, wirkt edlere Zu⸗ seyn. friedenheit, als alles Gluͤck 5. Viel bemuͤhen sich um der Welt. Sachen, die nur Sorg' und IA. Alsdann hab' ich Ver⸗ Unruh'machen, und ganz un⸗ traun zu dir; dann schenket bestaͤndig sind. Ich begehr, selbst dein Geist das freudige nach dem zu ringen, was mir Bewußtseyn mir, daß du mir kann Vergnuͤgen bringen, gnaͤdig seyst. und man hier gar selten findt. 5. Er leite mich zur Wahr⸗ 4. Hoffnung kann das heit hin; zur Tugend staͤrk' er Herz erquicken. Was ich michz beweise, wenn ich trau⸗ wuͤnsche, wird sich schicken, rig bin, auch mir als Troͤ⸗ so es anders Gott gefaͤllt⸗ ster sich. Meine Seele, Leib und Le⸗ 6. Er schaff' in mir ein ben, hab' ich seiner Gnad' er⸗ reines Herz, versiegle deine geben, und ihm alles heim⸗ Huld, und er bewaffne mich gestellt. im Schmerz mit Muth und 5. Er weiß schon nach sei⸗ mit Geduld! nem Willen mein Verlan⸗ gen gen zi seine nichts Gott ben, u bereit. 6. 6 leben; derstre auf ih das lat discher ein St Mel. Al 6² gelegen stes G dich sch Hoffnu getrost. 2. ernaͤhre gewaͤhr ewig m ter und Helfer durchm 3. um Sa und U vergaͤn Segen nad' ge⸗ eld und zott die behaͤlt u freien bisher nanches ist und Deir efuͤhret, regieret, Helfer sich um org' und ganz un⸗ begehr, was mit bringen, en findt, un das VBas ich schicken, gefaͤllt und Le⸗ znad'er⸗ es heim⸗ nach sei⸗ Verlan⸗ gen Vom christlichen Leben überhaupt. 469 gen zu erfuͤllen; es hat alles Nein! ich will nach Guͤtern seine Zeit. Ich hab' ihm streben, die mir wahre Ruhe nichts vorzuschreiben, wie geben, und im Tode nicht Gott will, so muß es blei⸗ entfliehn. ben, wenn Gott will, bin ich 4. Auch die Hoffnung bereit. kann erquicken. Was mir 6. Soll ich hier noch laͤnger gut ist, wirst du schicken; du leben; will ich ihm nicht wi⸗ bist Herr der ganzen Welt. derstreben, ich verlasse mich Dir will ich mich froh erge— auf ihn. Ist doch nichts, ben, Gluͤck und Truͤbsal, das laͤng' bestehet; alles Ir⸗Tod und Leben, alles sey dir dische vergehet, und faͤhrt, wie heimgestellt. ein Strom, dahin. 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen; o so wirst du 539. ihn erfuͤllen, und gewiß zu Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛe. rechter Zeit. Dir hab' ich Grcßer Gott, an dessen nichts vorzuschreiben; wie Segen alles, alles ist du willst, so soll es bleiben; gelegen, du bist unser hoͤch⸗ was du willst, ist Seligkeit. stes Gut! Ueber alles hoch 6. Soll ich hier noch laͤn— dich schaͤtzen, und auf dich die ger leben; o so wollst du Kraft Hoffnung setzen, giebt allein mir geben, mich um das nur getrosten Muth. zu bemuͤhn, was in Ewigkeit 2. Der du mich bisher bestehet; alles Irdische ver⸗ ernaͤhret, manche Freude mir gehet, und faͤhrt, wie ein gewaͤhret, bist und bleibest Strom, dahin. ewig mein! Du, mein Va⸗ 540. ter und Regierer, wirst mein Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. Helfer und mein Fuͤhrer ott, der wird's wohl ma⸗ durch mein ganzes Leben seyn. chen, dem ich meine Sa⸗ 5. Sollt'ich aͤngstlich mich chen allzeit heimgestellt. Er um Sachen, die nur Sorg' hat mich erkohren, eh' ich noch und Unruh' machen, und gebohren war auf dieser vergaͤnglich sind, bemuͤhn? Welt; hat mir auch, nach seinem —ẽ̃.—. 4 47⁰ Vom christlichen Leben uͤberhaupt. seinem Brauch, was von⸗SSchwachen ist er allezeit, noͤthen, stets gegeben, hier Wem hat's je gefehlet, der in diesem Leben. 2. Gott, der wird's wohl machen, der mir manches Lachen, Freud' und Lust ge⸗ schenkt; der mich nie verges⸗ sen; der mit Kleid und Essen taͤglich mich bedenkt. Auch, wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich druͤcket, hat er mich erquicket. 3. Gott, der wird's wohl machen! Laß das Wetter krachen, und die Stuͤrme gehn! Wenn mit großem Grausen alle Wellen brau⸗ sen; will er bei mir stehn. Gott ist da mit Huͤlfe nah'. Schlaͤgt dich Ungluͤck dich darnieder; Gott erhebt di wieder. 4. Gott, der wird's wohl machen! Er wird selber wachen uͤber deiner Noth. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen; ist der fromme Gott auf der Bahn, und nimmt dich an. Dann vergeht die Angst geschwin⸗ de, wie der Rauch vom Winde. 5. Gott, der wird's wohl machen! Maͤchtig in den sich hat erwaͤhlet Gott zum Trost im Leid! Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz, alles steht in seinen Haͤnden; Gott kann alles wenden. 6. Gott, der wird's wohl machen! Einst werd' ich er⸗ wachen, hin zu Christo nahn. Wenn sich meine Jahre en⸗ den mit der Bahre, fuͤhrt er himmelan. Denn sein Bund hat festen Grund: die da liegen in der Erden, soll'n erwecket werden. 7. Gott, der wird's wohl machen! sorgen wird er, wachen; helfen maͤchtiglich. Fuͤhrt er gleich die Seinen so, daß sie oft weinen; fuͤhrt er wunderlich; sey bereit zu Freud' und Leid! Gott be⸗ fiehl nur deine Sachen; Gott, der wird's wohl ma⸗ chen! 541. Mel. Wer nur der lieben Gott K. Ich bin vergnuͤgt nach Gottes Willen, und wie sein Rath es mit mir schicktz was helfen mir die Kummer⸗ grillen, dadurch man nur das Her Herz wer d freudi gnuͤgt 2. ich ar großet muß n denz! oft ge Gott schoͤne gnuͤgt 5· meine hohen hilft's ten, d halte manck denke ezeit, t, der tt zum ,‚ mein Hmerp aͤnden; en. wohl ich er⸗ o nahn. hre en⸗ fuͤhrt in sein nd: die n, soll'n 's wohl. ird er, tiglich. Seinen ; fuͤhet dereit zu zott be— achen; ohl ma⸗ n Gott N. ge nach und wie schicktz Hummer⸗ nur das Her Vom christlichen Herz erstickt? Drum selig, wer den Gram bestegt, und freudig spricht: ich bin ver⸗ Hnage⸗ Ich bin vergnuͤgt, hab' ich auf Erden auch schon so großen Reichthum nicht, und muß mir's lassen sauer wer⸗ den; muß dulden, 20 mir's oft gebricht. Ich denke: Gott hat's so gefüge O schoͤner Trost! Ich bin ver— gnuͤgt. 3. Ich bin vergnuͤgt, ob meine Zeiten schon nicht in hohen Ehren stehn. Was hilft's? Es sind nur Eitelkei⸗ ten, die, wie vom Wind' ein Rauch/ vergehn. Wer die⸗ sen traut, sich selbst betruͤgt. Gott ist mein Ruhm! Ich bin vergnuͤgt. 4. Ich bin vergnuͤgt, lacht schon das Gluͤcke mich hier nicht immer freundlich an, giebt mir dagegen saure Blik⸗ ke auf meiner trübsalsvol⸗ len Bahn; Geduld, Geduld! dieselbe siegt in aller Noth. Ich bin vergnuͤgt. 5. Ich bin vergnuͤgt, und halte stille, wenn mich gleich manche Truͤbsal druͤckt, und denke: das ist Gottes Wil⸗ Leben uͤberhaupt.—47¹ le, der mir das Kreuz hat zu⸗ geschickt. Und hat er mir es zugefuͤgt; so traͤgt er's mit. Ich bin vergnuͤgt. 6. Ich bin vergnuͤgt, wenn meiner spotten die falschen Freunde dieser Welt. Was schaͤden mir die argen Rot⸗ ten? Ein frommer Christ be⸗ haͤlt das Feld, wenn er sich nur geduldig schmiegt, und Demuth liebt. Ich bin vergnuͤgt. 7. Ich bin vergnügt in meinem Hoffen. Denn hilft Wl Gott nicht, wie ich will; so hat er schon den Scht luß getroffen; er weiß die beste Zeit und Ziel. Ich harr auf ihn; denn so be⸗ truͤgt die Hoffnung 5. Ich bin vergnuͤgt. 8. Ich bin vergnuͤgt, was Gott mir giebet aus seiner milden Vaterhand. Und ob er mich hierbei betruͤbet; bleibt mir doch seine Huld be— kannt. Sein wahres Wort, das nimmer luͤgt, verspricht mir dieß. Ich bin vergnuͤgt. 9. Ich bin vergnuͤgt in meinem Leben. Hab' ich, Betruͤbter, gleich nicht viel; so glaub' ich, daß mir's Gott kann 47² kann geben, und bleibet dieß allzeit mein Ziel: wer Gott vertraut, und hier sich schmiegt, den laͤßt er nicht. Ich bin vergnuͤgt. 10. Ich bin vergnuͤgt, wenn ich nur habe nach Nothdurft meinen Unter⸗ halt. Auch, wenn ich naͤher meinem Grabe, nun unver⸗ moͤgend, schwach und alt; bleibt dieß mein Trost, der nimmer truͤgt! Gott sorgt fuͤr mich. Ich bin vergnuͤgt. 11. Ich bin vergnuͤgt. Es wird mir geben der al⸗ lerhoͤchste Wun dergott ein froͤhlichs Herz, gesundes Leben, und was der armen Seele noth; das Uebrige, wie Gott es fuͤgt, so nehm' ich's an. Ich bin vergnuͤgt. 12. Ich bin vergnuͤgt, giebt mir am Ende mein Je⸗ sus einen sanften Tod, und nimmt zu sich in seine Haͤn⸗ de mein' arme Seel' hier aus der Noth; alsdann hab' ich die Welt besiegt; dort bin ich ganz in Gott vergnuͤgt. 542. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Gieb, daß ich deines Soh⸗ nes Lehre, mein Gott, Vom christlichen Leben uͤberhaupt. von Herzen folgsam sey, und kindlich dich nach ihr ver⸗ ehre, entfernt von aller Heu⸗ chelei. Zu meinem Heil und deinem Ruhm, hilf mir zum wahren Christenthum! 2. Entreiß mein Herz der Lust der Erde, daß ich, der ich unsterblich bin, zu deinem Bild' erneuert werde, und gieb mir meines Jesu Sinn! Denn wer davon entfernt noch ist, der ist nicht sein; der ist kein Christ. 3. Drum lenk', o Vater, meine Seele zur tiefen Ehr— furcht vor dir hin, daß ich nur, was du willst, erwaͤhle, und mir es rechne zum Ge⸗ winn, wenn ich das flieh, was dir mißfaͤllt, gefiel es auch der ganzen Welt. 4. Gieb mir zum Kampfe Muth und Kraͤfte, daß ich den Luͤsten widersteh', und in dem Heiligungsgeschaͤfte be⸗ staͤndig immer weiter gehz daß ich stets mehr von Feh— lern frei, im Herzen immer reiner sey! ö 5. Mach' in mir Glau⸗ ben, Hoffnung, Liebe recht fest, damit ich, dir getreu, in dem, was christlich ist, 2 mich uͤbe, uͤbe, Werke einst, die gre stenthi 6. dieser ruhigt ich, w zu dei lichkeit deinem wahre Mel. O W; Schaͤtz an dir goͤtzen! allein; keiten, y, und ᷣr ver⸗ r Heu⸗ eil und ir zum erz/der h, der deinem ,„ und Sinn! utfernt t sein; Vater, n Ehr⸗ daß ich waͤhle, m Ge⸗ flieh efiel es * Nampfe daß ich und in ifte be⸗ r gehz; n Feh⸗ immer Glau⸗ be recht b, mich uͤbe, Vom christlichen Leben uͤberhaupt. uͤbe, und reich an guten Werken sey, und erndte einst, voll deines Ruhms, die groͤßte Frucht des Chri— stenthums. 6. So hab' ich schon auf dieser Erde, was mich be⸗ ruhigt und erfreut; so komm? ich, wenn ich sterben werde, zu deines Himmels Herr⸗ lichkeit. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, o Gott, das wahre Christenthum! 543. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛe. Wos frag' ich nach der Welt, und allen ihren Schaͤtzen, wenn ich mich nur an dir, Herr Jesu, kann er⸗ goͤtzen! Dich hab' ich mir allein zur Freude vorgestellt, du, du bist meine Ruh; was frag' ich nach der Welt! 2. Die Welt ist wie ein Rauch, der in der Luft ver⸗ gehet, und einem Schatten gleich, der kurze Zeit beste— het. Mein Jesus aber bleibt, wenn alles bricht und faͤllt, er ist mein starker Fels; was frag' ich nach ꝛc. 5. Die Welt sucht Ehr' und Ruhm, des Lobes Eitel⸗ keiten, unddenket nicht daran, —47³ wie bald doch Menschen glei⸗ ten. Das aber, was mein Herz vor andern ruͤhmlich haͤlt, ist Jesus nur allein; was frag' ꝛc. 4. Die Welt sucht Geld und Gut, und kann nicht ruhn noch rasten; sie haͤuft, sich selbst zur Quaal, des Reichthums schwere Lasten. Ich hab' ein besser's Gut zu meinem Ziel gestellt; denn Jesus ist mein Schatz; was frag' ich nach ꝛe. 5. Die Welt bekuͤmmert sich, im Fall sie wird verach— tet, und wenn man ihr mit List nach ihrer Ehre trachtet; ich trage Christi Schmach, so lang' es ihm gefaͤllt. Wenn mich mein Jesus ehrt; was frag' ich nach ꝛc. 6. Die Welt kann ihre Lust nicht hoch genug erhe⸗ ben; sie moͤchte wohl dafuͤr selbst gar den Himmel geben. Ein andrer halt's mit ihr, der von sich selbst nichts haͤlt. Ich liebemeinen Gott; was frag' ich nach ꝛc. 7. Was frag' ich nach der Welt! Wie bald muß sie verschwinden! Ihr Ansehn kann durchaus den blassen Tod 474 Vom christlichen Tod nicht binden; die Guͤ⸗ ter muͤssen fort, und alle Lust verfaͤllt. Bleibt Jesus nur bei mir; was frag ich ꝛc. 8. Was frag' ich nach der Welt! Mein Jesus ist mein Leben, mein Schatz, mein Eigenthum, dem ich mich ganz ergeben, mein gan⸗ zes Himmelreich, und was mir sonst gefaͤllt. Drum sag' ich noch einmal: was frag' ich nach der Welt! 544. Woas mein Gott will, ge⸗ scheh allzeit, sein Wille ist der beste. Zu helfen dem er ist bereit, der an ihn glaͤu⸗ bet feste. Er hilft aus Noth, der treue Gott, und zuͤchti⸗ getmit Maaßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht, mein' Hoff⸗ nung, und mein Leben; dem, was Gott will, das mir ge⸗ schicht, will ich nicht wider⸗ streben. Sein Wort ist wahr, auch all mein Haar er selber hat gezaͤhlet. Er huͤt't und wacht, hat auf uns Leben uͤberhaupt. Acht, auf daß uns ja nichts fehlet. 5. Nun, muß ich einst von dieser Welt hingehn nach Gottes Willen, zu meinen Gott, wenn's ihm gefaͤllt; will ich mein Herz auch stil— len. Mein' arme Seel'ich Gott befehl in meinen letzten Stunden. Dein Sohn, o Gott, hat Grab und Tod fuͤr mich auch uͤberwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mir's nicht versagen: wenn mich der Schwermuth Geist anfichtz laß mich doch nicht verzagen. Hilf, steur' und wehr', ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, dem wird's gewaͤhrt, Drauf sprech' ich froͤhlich: Amen! 545. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich u. VPon Herzen lieb' ich dich, — o Herr! Ich bitte, laß mein Herz nicht leer von dei⸗ ner Gnade Gaben. Die Lust der Welt ersreut mich nicht, nach ihren Schaͤtzen frag' ich nicht, wenn ich nut dich kann haben! Wenn auch meinet ich esd Naͤchf wollst Laß, niß re Wankt sal st dulde Christ mein mir at 3. einst du, dir, f wird! bein laͤnge ten 2 im T du k richt. a nichts ich einst ehn nach meinem gefaͤllt; nuch stil⸗ ich Gott letzten Sohn, und Tod wunden. err, will rst mir's mich der anficht; erzagen. hr', ach u Ehren Ber das zewaͤhrt, froͤhlich: ich dich ich dich itte, laß von dei⸗ .. Die »ut mich Schaͤtzen iich nut Wenn auch Vom christlichen auch mein Herz im Tode bricht; bist du doch meine Zuversicht, mein Troͤster, der mich hat erloͤst, und auch im Tode nicht verstoͤßt. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, hilf mir im Leben und im Tod! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab' mein Geist, mein Leib und was ich hab' in meinem ganzen Leben. Daß ich es deinem Lobe weih', dem Naͤchsten damit nuͤtzlich sey, wollst du mir Gnade geben! Laß, Mittler, mein Erkennt⸗ niß rein, und heilig meinen Wandel seyn; in aller Truͤb⸗ sal staͤrke mich, daß ich sie dulde williglich! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, Leben uͤberhaupt. 47⁵ dich ohne Graun, getrost, als meinen Richter, schann! Herr Jesu Christ, erhoͤre mich, erhoͤre mich; so preis ich ewig, ewig dich. 546. Hetrzlich lieb hab' ich dich, o Herr, ich bitt', du wollst seyn von mir nicht fern mit deiner Huͤlf' und Gna⸗ den. Die ganze Welt er⸗ freut mich nicht, nach Him⸗ mel und Erden frag' ich nicht, wenn ich nur dich kann ha⸗ ben. Und wenn auch gleich das Herz mir bricht; bist du doch meine Zuversicht, mein Heil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erloͤst. Herr Jesu mein Herr und Gott, hilf Christ, mein Gott und Herr, mir auch in der letzten Noth! 35. Und wenn du mich einst sterben heiß'st; so fuͤhre du, Herr, meinen Geist zu dir, frei aller Plage. Dann wird mein Leib und mein Ge⸗ bein zwar Erde, doch nicht laͤnger, seyn, als bis zum letz⸗ ten Tage. Du laͤssest mich im Tode nicht; dü koͤmmst, du koͤmmst und haͤltst Ge⸗ richt. Ach, laß mich dann mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nim⸗ mermehr! 2. Es ist ja, Herr, dein Geschenk und Gab' mein Leib, Seel', und alles, was ich hab' in diesem armen Le⸗ ben. Damit ich's brauch zum Lobe dein, zum Nutz und Dienst des Naͤchsten mein, wollst du mir Gnade geben! Behuͤt' mich, Herr, vor falscher 47⁵ falscher Lehr', des Satans Mord und Luͤgen wehr'; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ich's trag' geduldig⸗ lich! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, troͤst' meine Seel' in Todesnoth! 5. Ach, Herr, laß dein' lieb'n Engelein am letzten End' die Seele mein in Abra⸗ hams Schooß tragen! den Leib in seinem Kaͤmmerlein, gar sanft, ohn' alle Quaal und Pein, ruhn bis am juͤng⸗ sten Tage! Alsdann vom Tod' erwecke mich, daß mei⸗ ne Augen sehen dich in aller Freud', o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnaden⸗ thron! Herr Jesu Christ, erhoͤre mich, erhoͤre mich! ich will dich preisen ewiglich! 547. Mel. Christen, singt aus Herzens ꝛc. D Iwelen bitt' ich von dir, zweierlei gewaͤhre mir, Herr, der alles reichlich giebt, was uns dient, und dir be⸗ liebt; gieb mein Bitten, das du weiß'st, eh' ich sterbꝰ, und sich mein Geist aus des Lei⸗ bes Banden reißt. Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 2. Gieb, daß ferne von mir sey Luͤgen und Abgoͤtte⸗ rei; Armuth, die die Maaße bricht, großen Reichthum gieb mir nicht! Allzu arm, und allzu reich ist nicht gut, stuͤrzt beides gleich unste Seel' ins Suͤndenreich. 3. Laß mich aber, o mein Heil, nehmen mein beschei— den Theil, und beschere mir zur Noth lebenslang mein taͤglichs Brodt. Wenig, wo ein froher Muth und ein gut Gewissen ruht, ist fuͤrwahr ein großes Gut. 4. Sonsten moͤcht' im Ue⸗ berfluß ich empfinden Ueber— druß, dich verleugnen, dir zum Spott fragen: wer ist Herr und Gott? Denn das Herz ist frechheitsvoll, weiß ost nicht, wenn ihm ist wohl, wie es sich erheben soll. 5. Wiederum, wenn's ste⸗ het blos, und die Armuth wird zu groß, wird es un⸗ treu, stiehlt und stellt nach des Naͤchsten Gut und Geld, thut Gewalt, braͤucht Raͤnk' und List, ist mit Unrecht aus⸗ geruͤst, fragt gar nicht, was christlich ist. 6. Ach, mein Gott, mein Schutz, Schut keines des sch des st Drum Fuͤll'n viel! will. Mel. J o daß d wende zur Fr die W 2. sein X uns zi erstick wird und e 3. ten ke nimm Orden gerech lig wo 4 Aug'! ses we merm ses Lin ew'gel ne von lbgoͤtte— Maaße ichthum u arm, cht gut, unsre ch. o mein beschei— ere mir g mein nig, wo ein gut uͤrwahr im Ue⸗ Ueber⸗ dir zum ist Herr as Herz deiß ost ohl, wie nn's ste⸗ Armuth es un⸗ Ült nach d Geld, t Raͤnk' cht aus⸗ ot, was t, mein Schut, Vom christlichen Leben uͤberhaupt. Schutz, mein Licht, dieser keines ziemt mir nicht; bei⸗ des schaͤndet deine Ehr', bei⸗ des stuͤrzt ins Hoͤllenmeer. Drum gieb mir aus deiner Fuͤll' nicht zu wenig, nicht zu viel! Dafuͤr ich dir danken will. 548. Mel. In dich hab' ich gehoffet, ꝛc. Ich danke dir demüthiglich, o Gott, mein Vater, daß du dich zu uns herabge⸗ wendet, und deinen Sohn, zur Freud' und Kron', uns in die Welt gesendet. 2. Er ist gekommen, hat sein Blut vergossen, und auch uns zu gut all' unsre Suͤnd' ersticket. Wer ihn nur faßt, wird aller Last benommen und erquicket. 5. Ich bitte, was ich bit⸗ ten kann, o liebster Vater, nimm mich an in diesen edlen Orden, der durch dieß Blut gerecht und gut und ewig se— lig worden. 4. Laß meines Glaubens Aug' und Hand ergreifen die— ses werthe Pfand, und nim⸗ mermehr verlieren; laß die⸗ ses Licht mein Angesicht zum ew'gen Lichte fuͤhren. 4⁵⁷ 5. Bereite meiner Seele Haus, wirf Thorheit, Irr⸗ thum, Bosheit aus, bau in mir deine Huͤtte, daß deine Guͤt' in mein Gemuͤth des Segens Stroͤme schuͤtte. 6. Wenn ich dich hab', ist alles mein, du kannstnichtoh— ne Gaben seyn; hast tausend Weg' und Weisen, dein' ar⸗ me Heerd' auf dieser Erd' zu naͤhren und zu speisen. 7. Gieb mir, daß ich an allem Ort verehre dich nach deinem Wort, und meinen Stand so fuͤhre, daß Glaub' und Treu' stets bei mir sey und all' mein Leben ziere. 8. Gieb mir ein gnuͤgsam Herz und Sinn! Es ist ein seliger Gewinn, in deiner Huld zu liegen, und, wenn Gott giebt, was ihm beliebt, sich lassen gerne gnuͤgen. 9. Das Wen'ge, das durch deine Gnad' ein Frommer und Gerechter hat, ist viel⸗ mals mehr geehret, als alles Geld, davon die Welt mit frechem Herzen zehret. 10. Die Frommen sind dir, Herr, bewußt, du bist ihr', und sie deine Lust, und werden nicht zu Schanden. Koͤmmt 478 Vom christlichen Koͤmmt theure Zeit; find't sich bereit ihr Brodt in allen Landen. 11. Gott hat den, der ihn fuͤrchtet, lieb; schafft, daß kein Unfall ihn betruͤb'; hat Lust zu seinen Wegen. Und wenn er faͤllt: steht Gott, und haͤlt ihn fest in seinem Segen. 12. Des Hochsten Auge sieht auf die, die auf ihn hof⸗ fen spaͤt und fruͤh, daß er sie schuͤtzz und rette aus aller Noth, wenn sie der Tod auch selbst verschlungen haͤtte. 15. Herr, du kannst nichts, als guͤtig seyn, du wollest dei⸗ ner Guͤte Schein uns und all denen goͤnnen, die sich mit Mund und Herzensgrund allein zu dir bekennen. 14. Insonderheit nimm wohl in Acht den Fuͤrsten, den du uns gemacht zu unsers Landes Krone; laß immerzu seyn Fried' und Ruh' auf sei⸗ nem Fuͤrstenthrone! 15. Halt' unser liebes Va⸗ terland in deinem Schutz mit starker Hand; behuͤt' uns all⸗ zusammen vor falscher Lehr' und Feindesheer, vor Pest und Feuerflammen! Leben uͤberhaupt. 16. Nimm all' der Mei⸗ nen gnaͤdig wahr, treib der Verfuͤhrer große Schaar von Jungen und von Alten, daß deine Heerd' hier zeitlich werd' und ewig dort erhalten 549. Mel. Freue dich, o meine ꝛc. Kemme, und laßt euch Jesum lehren! Kommt, und lernet allzumal, welche die sind, die gehoͤren zu der rechten Christen Zahl! Die ekennen mit dem Mund, glauben auch von Herzens⸗ grund, und bemuͤhen sich dar⸗ neben, Guts zu thun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demuth haben, und sind allzeit arm im Geist, die sich ruͤhmen keiner Gaben, daß Gott werd' allein gepreist, ihm auch danken fuͤr und fuͤr; denn das Himmel⸗ reich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schaͤtzen. 3. Selig sind, die Reue tragen, da sich goͤttlichs Trau⸗ ren find't, die beseufzen und beklagenihr'undaͤndrer Leute Suͤnd', die zu Gott um Gna⸗ de flehn, und auf bessern We⸗ gen spuͤren und T ne we nicht s befehlt Diese zen, d sitzen. 5% lich str und 2 Thun walt x da lieb sind ar schlech Unrech Gott ‚ 6. barmet der Ñi den Art sie Gor mit R mit de den H Barm 7½ werder er Mei⸗ treib der Schaar n Alten, r zeitlich rhalten ieine ꝛe. ßt euch Kommt, welche zu der 9l! Die Mund, Herzens⸗ sich dar⸗ so lang Demuth tarm im in keiner rd' allein nken fuͤr Himmel⸗ hird dort ich selbs ie Reue gs Trau⸗ zen und rer Leute im Gna⸗ ern We⸗ gen Vom christlichen Leben uͤberhaupt. gen gehn. Diese sollen noch auf Erden, und auch dort getroͤstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmuth spuͤren kann, welche Hohn und Trotz verschmerzen, ger⸗ ne weichen jedermann; die nicht suchen eigne Rach', und befehlen Gott die Sach'. Diese will der Herr so schuͤz⸗ zen, daß sie froh und ruhig sitzen. 5. Selig sind, die sehn⸗ lich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß in ihrem Thun und Leben nicht Ge⸗ walt noch Unrecht sey; die da lieben Gleich und Recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen. Die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Er⸗ barmen sich annehmen frem⸗ der Noth, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich fuͤr sie Gott; die behuͤlflich sind mit Rath auch, wo moͤglich, mit der That. Diese wer⸗ den Huͤlf' empfangen, und Barmherzigkeit erlaͤngen. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jeder⸗ 479 zeit, die im Werk, Wort und Geberden lieben Zucht und Heiligkeit; diese, welchen nicht gefaͤllt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Friede machen, und drauf sehn ohn' Unterlaß, daß man moͤg' in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stif⸗ ten Fried' und Ruh', rathen allerseits dazu, sich des Frie— deus selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die muͤssen dulden Schmach, Verfol⸗ gung, Angst und Pein, da sie es doch nicht verschulden, und gerecht erfunden seyn. Ob des Kreuzes gleich ist viel, setzet Gott doch Maaß und Ziel; und hernach wird er's belohnen ewiglich mit Ehren⸗ kronen. 10. Herr, regier' zu al⸗ len Zeiten meinen Wandel hier auf Erd', daß ich solcher Seligkeiten auch aus Gna⸗ den faͤhig werd'. Gieb, daß ich mich acht gering, meine Klag' oft vor dich bring', Sanfk⸗ muth 40⁰0 muth auch an Feinden uͤbe, die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich Armen helf' und diene; immer hab' ein rei⸗ nes Herz; die in Feindschaft stehn, versuͤhne; dir anhang' in Freud' und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub' an dei⸗ nen Sohn, und, durch dei⸗ nes Geistes Staͤrke, mich be⸗ fleiße rechter Werke! 550. Mel. Was mein Gott will, ꝛc. A„hoͤchster Gott, verlei⸗ he mir, daß ich nur dich begehre, mein ganzes Gluͤck nur such' in dir, und dich al⸗ lein verehre; daß ich, dein Kind, dich such' und find' in allem Kreuz und Leiden, daß keine Noth, noch selbst der Tod, mich jemals von dir scheiden. 2. Gieb meinem Herzen wahre Reu', und Thraͤnen meinen Augen, daß ich hin⸗ fort das Boͤse scheu, daß meine Werke taugen! Hilf, daß ich sey ohn' Heuchelei, ein Schutz und Trost der Armen, der jederzeit voll Vom christlichen Leben uͤberhaupt. Freundlichkeit sich ihrer moͤg erbarmen. 5. Loͤsch' aus in mir des Fleisches Lust, daß ich in dei— ner Liebe, nicht in der Well, empfinde Lust, und daß ich stets mich uͤbe nach deinen Wort an allem Ort in tu⸗ gendhaften Dingen; so wird mein Geist sich allermeist zu dir, Herr Jesu, schwingen. 4. Treib' aus von mir den stolzen Sinn, laß mich in Demuth leben; Neid, Rach und Zorn nimm von mir hin, so kann ich bald verge— ben. Wenn schon durch List mein Nebenchrist ins Elend mich getrieben; weiß ich doch wohl, daß man auch soll die aͤrgsten Feinde lieben. 5. Gieb mir, o Herr, nur dreierlei: erst einen festen Glauben, bei welchem rech⸗ te Treue sey, den List und Macht nicht rauben; daß ich mich ubꝰ in wahrer Lieb und hoff' auf deine Guͤte, die mich, o Gott, vor Schand und Spott, auch bis ins T Grab, behuͤte. 6. Nach vielem Reich⸗ thum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht—ę.—̈ ↄ 0 laß m der V achten nach h Name nach r ren D 7. und F sorgfaͤ mer m um Me Laß Jc lig seyt los ric so viel mit Lie Gemuͤt Uebun; mich b Grund dem N den: se sonst ge hen uͤb 9. C Arbeit zur Nor mit Eh rer moͤg mir des ch in dei⸗ er Welt, daß ich deinem t in tu⸗ so wird emeist zu wingen, mir den mich in d, Rach' bon mir ld verge— urch List s Elend ich doch soll die n. err, nut n festen em rech⸗ List und n; daß der Lieb Guͤte, Schand bis ins Reich⸗ ‚, en rachten; laß Vom christlichen laß mich die Lust und Pracht der Welt fuͤr eitle Schatten achten; auch nimmermehr nach hoher Ehr' und großem Namen streben; in allem nur nach rechter Spur der waͤh⸗ ren Demuth leben. 7. Die Falschheit, List und Heuchelei laß mich sorgfaͤltig fliehen, und nim⸗ mer mich durch Gleißnerei um Menschengunst bemuͤhen. Laß Ja und Nein mir hei⸗ lig seyn; laß mich nicht lieb⸗ los richten; bei jedermann, so viel ich kann, den Streit mit Liebe schlichten. 8. Herr, saͤubere von Eitelkeit mein suͤndliches Gemuͤthe, daß ich in dieser Uebungszeit vor boͤser Lust mich huͤte. Des Herzens Grund sey, wie der Mund, dem Naͤchsten nicht zu scha⸗ den: so werd' ich nicht, wie sonst geschicht, mit Schmaͤ⸗ hen uͤberladen. 9. Gieb, daß ich stets den Muͤßiggang, sammt aller Traͤgheit, hasse; dagegen, Herr, mein Lebenlang mein' Arbeit so verfasse, daß ich zur Noth mein taͤglichs Brod mit Ehren moͤg' erwerben, Leben uͤberhaupt. 481 und, wenn ich soll, einst sanft und wohl durch dich, Herr Jesu, sterben. 10. Ach, gieb mir deinen guten Geist, daß ich das La⸗ ster fliehe, und nur um das, was christlich heißt, von Her⸗ zen mich bemuͤhe: so wird kein Leid in dieser Zeit aus deiner Hand mich treiben, und dort werd' ich einst ewig⸗ lich bei dir, Herr Jesu, bleiben. 551. Erkenntniß Gottes und Glaube. Mel. Es woll' uns Gott genaͤdig ꝛc. Gott, der du mein Schoͤpfer bist, dem ich nur angehoͤre! Dich rich— tig zu erkennen, ist mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger durch dich zu seyn; dich immer mehr zu lieben; mich deiner immer mehr zu freun, laß mich, mich taͤglich uͤben, von dir stets mehr zu lernen. 2. Ich kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Be— streben, wie schwach ich auch bin, mich zu dir mit mei⸗ nem Geist' erheben. Nur laß mich auf den Unterricht Hh von 48² Vom christlichen Leben uͤberhaupt. von dir in deinen Werken, Thaten, der Seele Werth, und auch auf deines Wor⸗ tes Licht getreu und for⸗ schend merken, damit ich weiser werde! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du uns lehrest, wie du voll Weisheit, Macht und Huld uns jeden Tag ernaͤh⸗ rest; wie alles, schoͤn geord⸗ net, sich zum allgemeinen Segen vereinigt; wie so vaͤ⸗ terlich du uns auf tausend Wegen mit Lust und Heil begegnest. 4. Ich sehe dann, und seh' erfreut, stets immer mehr Beweise von deiner Groͤß' und Herrlichkeit, zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finster⸗ niß, die deiner Vorsicht Pfa⸗ de mir oft verbirgt; ich bin gewiß, daß Herrlichkeit und Gnade stets ihren Ausgang kroͤnen. 5. Und welchen Aufschluß giebt mir nicht vom Ziele meines Lebens dein Wort, das ewigs Heil verspricht! nie merk' ich drauf verge⸗ bens. Ich lerne dich, und deinen Sohn, und seiner Liebe der Tugend Lohn, die Ernd— ten ihrer Saaten daraus stets besser kennen. 6. So werd' ich stets er⸗ leuchteter; von Vorurtheilen freier; zum Guten immer williger, standhafter und getreuer. Mehr Weisheit, mehr Erkenntniß giebt, mehr Willigkeit zum Leiden, dein Wort, das meine Seele liebt; erhoͤhet meine Freu— den, und troͤstet mich im Kummer. 5. Gewaͤhrt der Morgen⸗ roͤthe Licht mir itzt schon so viel Wonne; wie viel ver⸗ schafft mir kuͤnftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann wirst du dich, mein Vater mir noch naͤher offenbaren; dann werd' ich noch weit meht von dir und deinem Rath erfahren, und ewig froh dich preisen. 8. O laß von heiliger Be⸗ gier mich immer mehr ent— brennen, dich, Gott, und dei— nen Sohn, schon hier stets besser zu erkennen, daß ich, von jedem Wahne frei, dich immer treuer liebe, dir im⸗ mer mehr gehorsam sey, und taͤglich taͤglic wuͤrdi Mel. O Her E stehen zu dit Fleher mir d an, in wohlg 2. du sey glaube das V den, de ihn me in Gei Werth, e Ernd⸗ daraus stets er⸗ rtheilen immer er und zeisheit, ot, mehr »n, dein Seele e Freu⸗ nich im Norgen⸗ schon so biel ver⸗ icht des Dann Vater nbarenz eit meht m Rath froh dich iger Be⸗ ehr ent⸗ und dei⸗ ier stett daß ich, rei, dich dir im. sey, und taͤglich Vom christlichen taͤglich mehr mich uͤbe, dich wuͤrdig zu verehren. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. err, ohne Glauben kann kein Mensch vor dir be⸗ stehen; drum wend' ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen. O zuͤnde selbst in mir den wahren Glauben an, in welchem ich allein dir wohlgefallen kann. 2. Laß mich, Gott, daß du seyst, mit Ueberzeugung glauben! Nichts muͤsse mir das Wort aus meinem Her⸗ zen rauben, daß du dem, der dich sucht, Gott, ein Vergelter seyst, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreust. 3. Wahrhaftig ist dein Wort. Gott, daß ich dar— auf traue, und meine Hoff⸗ nung fest auf deine Treue baue; gieb, daß ich dir im Gluͤck und Ungluͤck stets ge⸗ treu, und dem, was du ge⸗ beutst, von Herzen folg⸗ sam sey! ö 4. Auch hilf mir, daß ich den, den du gesandt, erkenne, ihn meinen Herrn und Gott in Geist und Wahrheit nen⸗ 9b2 Leben uͤberhaupt. 485 ne, und treu und redlich thu', was mich sein Wort gelehrt, daß ihn Herz, Mund und That als meinen Heiland ehrt! 5. Sein goͤttliches Ver⸗ dienst sey mir bestaͤndig theu⸗ er; es fuͤlle mich mit Trost; es mache mich stets freier vom schnoͤden Lasterdienst; es staͤrke mich mit Kraft, zu deines Namens Ruhm, in meiner Pilgrimschaft! 6. Wie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! Noch herrlicher wird einst mein Theil im Himmel wer⸗ den. Da werd' ich, was ich hier geglaubt, im Lichte schaun; und dann erfuͤllst du ganz mein kindliches Ver⸗ trau'n. 556. Verbindung des Glaubens und der Tugend. Mel. O Gott, mein Schoͤpfer, edler ꝛc. Bewahre mich, Herr, daß der Wahn nie mein Gemuͤth bethoͤre, als waͤr' es schon genug gethan, wenn dir nur aͤußre Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Er— innre mein Gewissen, wie in der 404 der Wahrheit und im Geist die dich verehren muͤssen, die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die, Herr! zu Jesu sagen, und nicht mit rechtem Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, laͤss'st du als deine Kinder, o Gott, in ew'gem Frieden ruhn, wenn heuchlerische Suͤnder von dir verstoßen werden. z. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heiligs Leben trennen; mich nicht fuͤr Jesu Juͤnger hie blos außerlich bekennen! Gieb, daß mein Glaube thaͤtig sey⸗ und Tugendfruͤchte bringe; daß ich, vom Suͤndendien⸗ ste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich handeln. O, laß in Freude wie im Schmerz mich richtig vor dir wandeln! Dein Wille sey mein Au⸗ genmerk; hilf selbst mir ihn vollbringen! Durch dich muß jedes gutes Werk, sollt' Vom christlichen Leben uͤberhaupt. es auch nicht gelingen, zum Segen mir gereichen. 5. Doch wenn ich aus Unwissenheit und Ueberei— lung fehle; so thu' an mir Barmherzigkeit, und richte meine Seele durch deine Gna⸗ de auf vom Fall. Erhalt'mich bei dem Einen, daß ich dich fuͤrchte uͤberall, bis ich einst, mit den Deinen, dir ohne Fehltritt diene. 554. Allgemeine Bitten. Mel. Wenn wir in hoͤchsten Noͤthen n der du ins Verborgne D siehst, auch itzt mit gegenwaͤrtig bist, mein Gott, nimm du dich meiner an, daß ich recht christlich leben kann! 2. Gieb mir ein kindli⸗ ches Gemuͤth', das ernstlich jede Sünde flieht, die Lust zum Boͤsen unterdruͤckt, und selbst im ersten Keim erstickt! 3. Du bist ganz heilig, bist ganz rein; und ich soll dir ja ähnlich seyn. Nicht nur die boͤse That entehrt; auch Lust dazu ist hassens— werth. 4. Vor dir bestehet im Gericht der Fromme nur; der der S ist Se du un 5. erfreu sichert in der schen Guutk raubt kein mir di zu dir. Vom christlichen Leben überhaupt. 485 n, zum der Suͤnder nicht. Und wo Er rroͤstet mich in aller Noth; ist Seelenruh' und Lust, wenn hilft mir im Leben und im ich aus du uns strafbar finden mußt? Tod. Drum bin ich voller Ueberei⸗ 5. Dich lieben, deiner sich Zuversicht, und zweifle nicht. an mi erfreun, und deiner Huld ver⸗Der Herr verlaͤßt die Sei⸗ d richte sichert seyn, das giebt schon nen nicht! ine Gna. in der Uebungszeit den Vor⸗ 2. Verlaͤßt mich Welt alt mich schmack jener Seligkeit. und Freund und Gut, und ich dich 6. Hilf mir zu diesem was sonst ist auf Erden; so ch einst, Gluͤck, mein Gott! Dann glaub' ich doch mit frohem ir ohne raubt im Leben und im Tod Muth: Gott wird mein kein aͤußerliches Schicksal Retter werden! Er wird mir die frohe Zuversicht mich weder hier noch dort zu dir. ö verlassen; wie er mir im en. 7. Dann nehm' ich voller Wort durch seinen eignen Röthen“ Dankbarkeit das Gute, das Sohn verspricht. Das truͤgt rborgne mich heut erfreut, und bleib' uns nicht! Der Herr ver⸗ it mi auch froher Hoffnung voll, laͤßt die Seinen nicht! in Got, wenn mich ein Leiden tref 3. Die Seinen hat er, an, daß fen soll. unser Herr, sehr oft aus n kann! 8. Dann seh' ich uͤber Noth gerissen; wie Daniel, kindl Welt und Zeit getrost in und andre mehr. Wohl uns, ernstlih jene Ewigkeit; bin froͤhlich daß wir es wissen! Der die Luf daß du hier mich schufst, und fromme Joseph kam in Moth, ickt, und einst zum bessern Leben auch Moses, David, Hiob, ersticktl rufst. Loth. Auf Gott war ihre heilig—— Zuversicht gaͤnzlich gericht't. ich sol—555. Der Herr verlaͤßt die Sei⸗ Nicht Mel. Allein zu dir, Herr Jesu ic. nen nicht! entehrt; Der Herr verlaͤßt die Sei⸗ 4. Nicht mehr begehr' ich, hassens⸗ nen nicht! So sag' ich Herr, mein Gott! Du rert⸗ voll Vertrauen. Und diese test vom Verderben! Ich ehet in Hoffnung taͤuscht mich nicht. halte mich an dein Gebot; ie 99 Auf ihn will ich fest bauen. so kann ich selig sterben. Leb' er ich 486 ich nur hier nach deinem Wort, so leb' ich einst bei dir auch dort. Und koͤmmst du dann zum Weltgericht, so zag' ich nicht. Der Herr verlaͤßt die Seinen nicht! 556. Mel. Freue dich, o meine Seele ꝛc. err, auf dich will ich fest hoffen, Gut's zu thun, verleihe mir! Deine Woh⸗ nung sey mir offen, redlich da zu dienen dir! An dir laß mich haben Lust! Weltlust sey mir unbewußt! Was mein Herz annoch verlanget, gieb mir, weil es dir an⸗ hanget. 2. Dir befehl' ich meine Wege, anf dich hoff' ich, Herr, mein Gott, zeige mir die rechten Stege, laß mich nirgends in der Noth! Alles wirst du machen gut; staͤr⸗ ke nur den schwachen Muth, daß ich dir sey ganz ergeben, und in dir recht moͤge leben! z. Herr, nach deinem Wohlgefallen. lehre mich thun immerdar; denn du bist mein Gott in allen, dein Geist meiner nehme wahr; fuͤhre mich auf ebner Bahn, leite stets mich himmelan; Vom christlichen Leben uͤberhaupt. ach, Herr, laß mich nim⸗ mer irren, noch des Satans List verwirren! 4. Lehre mich, Herr, wohl bedenken, daß es mit mir ha⸗ ben muß bald ein Ende, da sich's lenken wird zum Ziel, und da mein Fuß geht da— von aus dieser Zeit hin zur lautern Ewigkeit. Ach, laß mich, Herr, um dich schwe⸗ ben, ewig wohl bei dir zu leben! 557. Mel. O Gott, du frommer Gott n. ein Vater und mein, Gott, du Herr von meinem Leben, der du dein heilsam Wort zur Richt⸗ schnur mir gegeben, regiere doch mein Herz durch dei— nen guten Geist, daß ich den folgsam sey, was dieß dein Wort mich heißt! 2. Verleih', daß ich zuers nach waͤhrer Weisheit trach⸗ te, und kein vergaͤnglichs Gut mehr, als es werth ist, achte! Wer nach dem Ewigen mit weisem Eifer strebt, erfaͤhrt, daß er, zum Lohn, auch hier schon gluͤcklich lebt. 5. Gieb, daß ich von der 0 5 ch Welt ich nim⸗ Satans er, wohl t mir ha⸗ nde, da um Ziel, geht da⸗ hin zur Ach, laß h schwe⸗ i dir zu r Gott u. d mein, err von du dein Richt⸗ „regiere irch dei— ich dem ieß deih ch zuerst ꝛit trach⸗ ichs Gut t, achte! igen mit erfäͤhrt, nuch hier von der Welt Vom christlichen Welt mich unbefleckt erhal⸗ te, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich immer wach', im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegruͤndet sey! 4. Gieb, daß ich, als ein Christ, mich Christo aͤhnlich zeige, und achtsam mein Ge⸗ muͤth zu seiner Lehre neige! Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt. So wandl' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefaͤllt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb' und Guͤtigkeit auch an dem Naͤchsten uͤbe; laß ohne Uebermuth mich bei des Gluͤckes Schein, und ohne Ungeduld in truͤben Tagen seyn! 6. Nie muͤsse sich mein Herz des Fleisches Lust erge⸗ ben, und nie dem schnoͤden Geiz! Mein dir geweihtes Leben sey von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit! 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten; so unterstuͤtze mich, wenn Leben uͤberhaupt. 487 meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Huͤlfe bau'n, und auch, wenn sie verzeucht, dir doch getrost vertraun! 8. Erloͤse endlich mich von allen meinen Leiden! Und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden; o Vater, so verlaß, wenn meine Huͤtte bricht, mich Sterbenden mit Trost und froher Hoffnung nicht! 558. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Ich haͤlte Gott in allem stille; er liebet mich in Freud' und Schmerz. Wie gut ist Gottes Vaterwille, wie freundlich sein holdseligs Herz! Er ist mein Hort und meine Zier. Was Gott ge⸗ faͤllt, gefaͤllt«auch mir. 2. Mein Gott weiß al⸗ les wohl zu machen; er ist der ewig treue Freund; er laͤßt mich nach dem Weinen la— chen; was er nur thut, ist wohl gemeint. Sein Lieben waͤhret fuͤr und fuͤr. Was Gott gefaͤllt ꝛc. 3. Sein Wille bleibet mein Vergnuͤgen, so 6ch 488 Vom christlichen ich leb' auf dieser Welt. Was kann mein eigner Wille tuͤ⸗ gen, der oft nicht will, was Gott gefaͤllt! Ich denk' an meine Christgebuͤhr; was Gott gefaͤllt ꝛe. 4. Er will und wird mich ewig lieben; er weiß schon, was mir nuͤtzlich sey; er hat mich in die Hand geschrie⸗ ben aus lauter Vaterhuld und Treu. Weg, eigner Wille, weg mit dir! was Gott gefaͤllt ꝛc. 5. Gott will, daß mir ge⸗ holfen werde; er will der See⸗ le Seligkeit. Drum reiß' ich mich von dieser Erde durch wahre Gottgelassenheit. Sein Will' ergehe dort und hier! Was Gott gefaͤllt, ge⸗ faͤllt auch mir. 559. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Ich lasse Gott in allem walten! sein Wille bleibtmein bester Rath, dem will ich gerne stille halten, was er fuͤr mich beschlossen hat. Ich nehme dieß zur Richtschnur an: was Gott thut, das ist wohl gethan. 2. Er kennt die rechten Leben uͤberhaupt. Freudenstunden; inzwischen pruͤft er die Geduld. Und wenn er solche treu erfun⸗ den; so kroͤnt er uns mit sei⸗ ner Huld, die eher, als man sich's versieht, mit tausendfa⸗— cher Gnade bluͤht. 3. Was andre haben, kann ich leiden. Denn Gott hat's so fuͤr sie gefuͤgt. Wer fremdes Wohlsein will be⸗ neiden, ist mit sich selber miß⸗ vergnuͤgt. Ein reines Herz, ein froher Muth, gilt mehr als Gold und alles Gut. 4. Nur Gott befehl' ich mei⸗ ne Wege. Wo koͤnnte mit wohl besser seyn! In seiner treuen Hut und Pflege trifft alle Hoffnung selig ein. Er macht es wohl durch Rath und That, und mehr, als man gehoffet hat. 5. Wir muͤssen uns zu allem schicken! Denn alles koͤmmt von lieber Hand. Auch wenn uns Zentner Sorgen druͤcken, bleibt den⸗ noch dieser Trost bekannt: daß doch zuletzt der Ueber⸗ druß durch Gott zum Be⸗ sten dienen muß. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und kostet ihm ihm e kann lachen Kumn der tr verzie! mir ni muß l langsa Wer a es Lei! seine; 8. in alle Schlu mich ten, werder Gott! sie fest Mel. A Och V it Gott; was d ben, zum E gnuͤgt und n belieb zwischen ). Und t erfun⸗ mit sei⸗ als man usendfa⸗ haben, un Gott t. Wer will be⸗ ber miß⸗ es Herz, ilt mehr Zut. ich mei⸗ nte mir n seiner ge trifft in. Er h Rath hr, als uns zu in alles Hand. Zentner ibt den⸗ ekannt: Ueber⸗ m Be⸗ tt sehr „kostet ihm Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 489 ihm ein einzigs Wort: so 2. Wenn ich nur meinen kann ich nach dem Weinen Jesum habe; so hab' ich lachen; drum treib' ich allen mehr, als Gut und Geld. Kummer fort. Nicht ich, Denn Jesus ist die beste der treue Gott allein, soll Gabe fuͤr diese und fuͤr jene meines Gluͤckes Meister seyn! 7. Gesetzt, es muͤßte noch verziehen; was gut ist, koͤmmt mir nie zu spaͤt. Die Aloe muß langsam bluͤhen; was langsam sich erhebt, besteht. Wer alles zwingt, dem bringt es Leid. Ein jedes Ding hat seine Zeit. 8. Wohlan! Gott soll in allem walten, und dieser Schluß bestehet fest; ich will mich an die Hoffnung hal⸗ ten, die nicht zu Schanden werden laͤßt; sie wirft in Gott den Anker ein, so muß sie fest und sicher seyn. 560. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Hich will im Sterben und im Leben mit meinem Gott zufrieden seyn. Denn was des Hoͤchsten Haͤnde ge⸗ ben, das dient zum Segen, zum Erfreun. Ich bin ver⸗ gnuͤgt, wie Gott es giebt; und mir gefaͤllt, was ihm beliebt. Welt. Weg Geld, weg Gut, weg stolze Pracht! ich habe, was mich freudig macht! ä 5. Gnug, wenn mir Gott Gesundheit giebet, und so viel ich bedarf zur Noth! Gnug, wenn mich nur mein Heiland liebet, den Geist mir naͤhrt mit Lebensbrod, und mein Gewissen rein bewahrt, bis zu der Seele Himmelfahrt! 4. Wenn alles Ungluͤck sich empoͤret; wenn Mangel mich verzaget macht: so weiß ich, daß mich Gott ernaͤh⸗ ret, an dem ich hange Tag und Nacht. Drum soll kein Elend, bis ins Grab, von meinem Gote mich schei⸗ den ab. 5. Ich will mich stets zu Jesu halten in meiner gan⸗ zen Lebenszeit, und meinen Gott nur lassen walten in Wohlstand und in Trau⸗ rigkeit. Giebt mir Gott we⸗ nig, oder viel; Zufriedenheit bleibt doch mein Ziel. 561. 49⁰ Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 561. alles preist; und staͤrke, triff Mel. Nun sich der Tag geendet ꝛe. frohen Mucb den Gentn Allgäciger, allein bei 3. Erleichtre mir dein dir steht aller Menschen Lebens Last mit Trost den Heil. Nur du kannst seg⸗Ewigkeit, bis mich, was di nen; gieb auch mir an dei⸗ verheißen hast, vollkommm nem Segen Theil! Wonn', erfreut. 2. Erleuchte du mir den ö Verstand, mein Bestes ein⸗ 562. zusehn; und leite mich, an Mel. Freue dich, o meine Seele u. deiner Hand den Weg des Hehre mich, Herr, recht be⸗ Heils zu gehn! denken, was wahrhafte 3. Zeuch meine Seele Weisheit sey; meinen Fleiß ganz zu dir und deiner Liebe darauf zu lenken, stehe mit hin; und mehr sey deine Gna⸗ aus Gnaden bei! Denn die de mir, als irdischer Gewinn! Klugheit, so die Welt ohne 4. Laß mich die schnoͤde Grund fuͤr Weisheit haͤlt, Lust der Welt mit weiser foͤrdert nicht mein Wohler⸗ Vorsicht fliehn, und, nur gehen, und wird nie vor dit zu thun, was dir gefaͤllt, mit bestehen. Eifer mich bemuͤhn! 2. Weisheit ist's: wenn un⸗ 5. Zu einer jeden guten sre Seelen sich, Herr, deines That gewaͤhre mir Gedeihn; Wortes Licht nur allein zun und laß mich gern mit Huͤlf' Leitstern waͤhlen, und mit und Rath den Leidenden er⸗ fester Zuversicht diesem Licht freun! sich anvertraun; denn die 6. Was ich bedarf, so folgsam darauf schaun, ihre lange hier mein Leben dau⸗ Hoffnung darauf gruͤnden, ern soll, das, o mein Vater, werdenHeil undLeben finden. gieb du mir! Du willst und 5. Weisheit ist es: dar⸗ liebst mein Wohl. nach trachten, recht mit sich 5. Gieb mir ein immer bekannt zu seyn; sich nicht froͤhlichs Herz, das dich fuͤr schon vollkommen Dee un und de gern reuig eifrig strebet stolz e 4. stum e huld Stimt ner F Leidet fend ke, triff erz, zum zeist! mir des ost der was du lkommme e Seele u. recht be⸗ ahrhafte en Fleiß tehe mit Denn die zelt ohne eit haͤlt, Wohler⸗ evor dit benn un⸗ „deines lein zum und mit em Licht enn die in, ihre ruͤnden, finden. s: dar⸗ mit sich ch nicht üchten, und Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 49¹ und den Eigenduͤnkel scheun; 7. Weisheit ist es: stets gern auf seine Fehler sehn; bedenken, daß wir hier nur reuig sie vor Gott gestehn; Pilger sind; Wunsch und eifrig stets nach Beßrung Hoffnung dahin lenken, wo streben; und doch nie sich die Seele Ruhe find't; seine stolz erheben. 4. Weisheit ist es: Chri⸗ stum ehren; seiner Mittlers⸗ huld vertraun; so auf seine Stimme hoͤren, und auf sei⸗ nen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemuͤht, sei⸗ nem Bilde hier auf Erden immer aͤhnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es: alles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert, und sich huͤ⸗ ten vor den Freuden, die der Suͤndendienst gewaͤhrt; ei⸗ teln Ruhm, der bald ver⸗ bluͤht, Lust, die im Genuß schon flieht, nicht fuͤr waͤhre Wohlfahrt achten; nein! nach bessern Guͤtern trachten! 6. Weisheit ist es: Got⸗ tes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn, und auf seiner Wahr⸗ heit Pfade diesem Gluͤck ent⸗ gegen gehn; gern nach Got— tes Willen thun; froh in sei⸗ ner Fuͤgung ruhn, und, wenn Leiden uns beschweren, hof⸗ fend mit Geduld ihn ehren. Augen unverwandt nach dem ew'gen Vaterland rich⸗ ten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Hoͤchster, unser bestes Theil; die von ihr ge⸗ leitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit koͤmmt von dir; Gott, verleihe sie auch mir! Laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten. 563. Mel. Dir Herr und Vater ꝛc. Ursonst, um sonst verhuͤllst du dich, mein Herz, in Finsternisse. Was kann ich Gott verbergen? ich? das er nicht alles wisse? Versen— ke dich ins dunkle Grab; das Auge Gottes schaut hin⸗ ab, und kennet deine Tiefen. 2. Wo ist die Nacht der Einsamkeit, die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh' 492 Vom christlichen eh' ihr noch seyd, Gedanken meiner Seele! Eh' ich euch selbst empfinden kann, von eurer ersten Bildung an, bis ihr vollendet werdet. 5. Er kennet, er durch⸗ schauet euch, wenn ihr euch auch entziehet; bemerkt euch, wenn ihr, Strahlen gleich, schnell auffahrt, schnell ent⸗ fliehet. Vergebens wuͤnsch' ich: sterbt! vergeht! Ver⸗ gebens! Aufgezeichnet steht ihr all' in seinem Buche. 4. Der Herr gedenket eurer noch; Jahrhunderte verschwinden; ihr bleibet! Und ich traͤume doch, Ge⸗ danken seyn nicht Suͤnden? Sie muͤssen alle an das Licht, wenn Gott koͤmmt, daß er im Gericht der Herzen Rath enthuͤlle. 331 5. Dann wird das Sie⸗ gel seines Buchs vor aller Welt gebrochen; das Ur⸗ theil des verdienten Fluchs Gedanken selbst gesprochen. Wo ist die Nacht, die sie verhehlt? Der Richter hat⸗ te sie gezaͤhlt; nicht einer ist vergessen! 6. Seyd heilig, seyd von Leben uͤberhaupt. meiner Seele, daß, wenn gerichtet werden soll, nicht einer dann mich quaͤle! Seyd heilig! und dann fuͤrchtet nichts! Gott wird am Tage des Gerichts, gleich Thaten, euch belohnen. 5 64. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder u. Fu, Vater, wollst mir geben, was mich in die⸗ sem Leben zu jenem tuͤchtig macht: ein maͤßigs Gluͤck hienieden sey mir von dir be⸗ schieden, o du, der fuͤr mein Bestes wacht. 2. Ein dir geweihtes Her⸗ ze, das selbst im baͤngsten Schmerze dich dankbar ehrt und liebt, das im begluͤckten Leben dir, seinem Gott, erge⸗ ben, die Tugend treu und freudig uͤbt. 3. Ein Herz voll edler Triebe, voll wahrer Men⸗ schenliebe, entfernt von Haß und Neid; das nie den Naͤchsten kraͤnket, auf Ra⸗ che niemals denket, gern je⸗ dem dienet und verzeiht. 4. Ja, Herr, ein solch Gemuͤthe gieb mir nach dei— ner Guͤte, mir, der nur dar⸗ Gott nur voll, Gedanken um fleht! O staͤrk' mich, deinen deinen zu erf ter, di Um V laß, zu mich i empfal 2.— ihr ent Licht, taͤglich Und ta ne mick durch selbst s 8 5. lich flet Kraft und vi „wenn „ nicht Seyd fuͤrchtet im Tage Thaten, alder ꝛe. llst mit in die⸗ tuͤchtig Gluͤck dir be⸗ uͤr mein es Her⸗ aͤngsten dar ehrt gluͤckten t, erge⸗ eu und [ edler Men⸗ on Haß ie den uf Ra⸗ deinen Vom christlichen Leben uͤberhaupt. deinen Willen stets freudig zu erfuͤllen! Erhoͤr“, o Va⸗ ter, dieß Gebet! 565. Um Wachsthum und Staͤrke im Guten. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. 493 wer kann deiner Huld sich freuen, wenn er nicht jene haßt und fleucht? Herr, kei⸗ ner Luͤste Reiz und Wahn entferne mich von deiner Bahn! 5. Um mich zu sichern vor Damit ich schon hier auf Gefahren; so laß vor der der Erde im Guten im⸗ mer eifriger, stets weiser und stets besser werde; so leite du mich selbst, o Herr, und laß, zu wandeln deine Bahn, mich immer groͤßre Kraft empfahn. 2. Daß ich mich nie von ihr entferne, gieb mir dein Licht, und hilf, daß ich mich taͤglich besser kennen lerne! Und taͤusch'ich mich; so war— ne mich, daß nicht mein Herz durch Heuchelei und Stolz selbst sein Verfuͤhrer sey. 5. So oft ich zu dir ernst⸗ lich flehte, empfing ich neue Kraft von dir. Gieb dann zum Eifer im Gebete stets deines Geistes Antrieb mir! So werd' ich auch durch dich, o Herr, zum Guten immer tuͤchtiger. 4. Verbotner Luüste Schmeicheleien verblenden und verfuͤhren leicht; doch Zerstreuung mich mein leicht verfuͤhrtes Herz bewaͤhren, auf nichts mehr achten, als auf dich, auf deine Lehren, dein Gebot, auf dein Ge— richt, auf meinen Tod. 6. Auch laß mich taͤglich mein Gewissen vor dir erfor⸗ schen; laß es rein, vor selbst⸗ gesuchten Finsternissen gesi⸗ chert, immer wachsam seyn! Es zeige immer schneller mir, was recht und gut ist, Gott, vor dir! 7. Wenn ich mich des Entschlusses freue, nur dir zu folgen; o so gieb, daß ich den Vorsatz oft erneue: Gott sey mir uͤber alles lieb! und was dein Knecht von sich nicht hat, auch zum Ent⸗ schlusse selbst die That. 8. Zum Ziele schneller hinzueilen, laß nie mich mei— ne Uebungszeit mit dir und mit der Suͤnde theilen; und keine 494 keine Stunde werd' ent⸗ weiht; und keine, die ich nuͤz⸗ zen kann, klag' einst vor dir, o Gott, mich an! 9. Hilf mir zum nuͤtzlichen Geschaͤfte fuͤr meinen Naͤch— sten und fuͤr mich gebrau⸗ chen alle meine Kraͤfte, stets aus Gehorsam gegen dich. So werd' ich stets vollkom— ner hier, dir, Gott, zum Preis, zum Segen mir. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛc. Di ruf' ich an, Gott, laß mich stets auf Erden im Guten wachsen, stets voll⸗ kommner werden; verleihe mir zu diesem besten Werke selbst Licht und Staͤrke! 2. Dein Wort, ich moͤg' es lesen oder hoͤren, erhebe taͤglich mehr durch seine Leh— ren den traͤgen Geist, daß ich auf deinem Wege nie wanken moͤge! 3. Gieb, daß ich's ernstlich, gern und oft betrachte, und treu auf deiner Wahrheit Eindruck achte, und ihn auch oft erneure, vor Gefahren mich zu bewahren! 4. Gieb, daß ich's tief in Vom christlichen Leben uͤberhaupt. ich von ihm mich taͤglich lei⸗ ten lasse, und Haß und Ab⸗ scheu gegen jede Suͤnde stets mehr empfinde! 5. Hilf, daß ich, was mich ruͤhrt, was es verdam— met, was meiner Tugend Eifer mehr entflammet, was troͤstet und erquicket, oft be⸗ denke, wenn ich mich kraͤnke. 6. Daß ich, gestaͤrkt durch jede gute Ruͤhrung, und taͤg⸗ lich weiser unter deiner Fuͤh⸗ rung, stets naͤher, und be⸗ wahrt vor jedem Falle, zum Ziele walle! 7. Gieb auch, daß ich's be⸗ denke, wie so nahe du, Gott, mir seyst, damit ich Kraft empfahe, durch deine Gegen⸗ wart zu edlen Werken mein Herz zu staͤrken! 8. Auch sey mir Jesu Vorbild gegenwaͤrtig, daß ich zu allen guten Thaten fertig und willig sey, zu eh⸗ ren deinen Namen, ihm nachzuahmen! 9. Was ich von deinen Werken seh' und hoͤre, das diene mir zur Beßrung; das belehre, das treibe mich, was recht ist, nur zu waͤhlen, um mein Gedaͤchtniß fasse; daß nie zu fehlen! 10. Es 10. allen u der G einst d empfaͤn Krone 11. ter, toa im Gu treuer pfahn Werke Stäͤrke Mel. O — 8* vo ben, ist, du haben, in meit weil ich dir rech 0 ferne f 5. lich lei— und Ab⸗ nde stets 5„ was verdam⸗ Tugend iet, was oft be⸗ kraͤnke. kt durch und taͤg⸗ ler Fuͤh⸗ und be⸗ le, zum ich's be⸗ 1, Gott, )Kraft Gegen⸗ en mein r Jesu 3, daß Thaten zu eh⸗ ihm deinen re, das 19; das ch, was 'n, um 10. Es Vom christlichen Leben üͤberhaupt. 10. Es staͤrke mich zu allen meinen Pflichten stets der Gedanke: Gott wird einst dich richten; und einst empfaͤngt der Treue seine Krone vor Gottes Throne! 11. So werd' ich, Va⸗ ter, taͤglich mehr auf Erden im Guten wachsen, immer treuer werden, und so em⸗ pfahn zu meinem besten Werke mehr Licht, mehr Staͤrke. 567. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. Her, allerhoͤchster Gott, von dem wir alle Ga⸗ ben, und was uns nuͤtzlich ist, durch Flehn und Bitten haben, o sieh erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich nicht, wie ich will, dir recht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich; doch nur mit schwaͤ⸗ chem Glauben. Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoff— nung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein! Laß deine Huͤlfe doch von mir nicht ferne seyn! 3. O reiche du mir selbst 49⁵ aus Gnaden deine Haͤnde! Hilf meiner Schwachheit auf, daß mich nichts von dir wende! Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glau⸗ be noch sehr klein; so laß ihn doch bei mir in stetem Wachsthum seyn! 4. Gieb, daß die Zuver⸗ sicht in meinem Geist sich mehre! daß du mein Vater seyst, und ich dir angehoͤre; daß alle meine Schuld von dir vergeben sey; damit mein Herz sich dein, als sei⸗ nes Gottes, freu'. 5. Mach' diese Zuversicht in mir, o Gott, so kraͤftig, daß ich mein Lebenlang in deinem Dienst geschaͤftig, und stets beflissen sey, zu thun, was dir gefaͤllt! So hab' ich, Gott, in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst fuͤr deine Juͤnger batest, und wenn sie wanketen, beim Vater sie vertratest, ach! un⸗ terstuͤtz auch itzt mein sehn⸗ liches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht! 7. In deiner Mittlers⸗ hand ist Heil und aller Se⸗ gen. 496 Vom christlichen gen. Herr, unterstuͤtze mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seele Seligkeit, er⸗ lange, und dich preis' in alle Ewigkeit. 568. Mel. Mach's mit mir, Gott ꝛc. Wooldem, der sich auf sei⸗ nen Gott recht kindlich kann verlassen! Den mag gleich Suͤnde, Welt und Tod, und selbst die Hoͤlle, hassen; so bleibt er dennoch wohl vergnuͤgt, wenn er nur Gott zum Freunde kriegt. 2. Die boͤse Welt mag immerhin mich hier und da befeinden! Kann sich nur mein Gemuͤth und Sinn mit meinem Gott befreunden; so frag' ich nichts nach ihrem Haß. Ist Gott mein Freund; wer thut mir was? 5. Und hab' ich gleich dar⸗ uͤber oft viel Ungluͤck leiden muͤssen; so hat Gott dennoch unverhofft mich stets heraus— gerissen. Da lernt' ich erst, daß Gott allein der Menschen bester Freund muß seyn. 4. Ja, wenn gleich meiner Leben uͤberhaupt. in mir zusammen, treibt mich in Angst und Ungeduld, und will gleich hier verdam⸗ men; so fuͤrcht' ich doch die⸗ selbe nie; denn Gott, mein Freund, vertilget sie. 5. Dahero Trotz der Hoͤlle Heer, Trotz auch des Todes Rachen, Trotz aller Welt! Mich kann nicht mehr ihr Drohen traurig machen. Gott ist mein Schutz, mein' Huͤlf' und Rath. Wohl dem, der Gott zum Freunde hat! 569. Tu gend. Mel. Wachet auf! ruft einst ꝛc. Dugend ist der Seele Le⸗ Eben! Wie sollt' ich denn nach ihr nicht streben? Des groͤßten Eifers ist sie werth. Gott, du kennest mein Ver⸗ langen, dir und dem Guten anzuhangen, ist, was mein ganzes Herz begehrt. Ach, wuͤrde mir doch Kraft von dir dazu verschafft! O wie innig wuͤrd' ich mich freun, waͤr' ich ganz rein! Wer heilig ist, muß selig seyn! 2. Gott, du bist der Freu⸗ Suͤnden Schuld sich haͤuft den Fuͤlle! Denn dein Ver⸗ stand stand ist Or menhe stets Gute sind 3 tigkeit dir! hier R. dem L vollkor erfreut 3. A Falle b noch w noch o sam gn Oft bl— Schim densche fehl' ie druͤckt! Elende Schein Wann ten sey 4. mich sto Kraft z aller g Leitem heit; si Klarhe und hel treibt ngeduld, verdam⸗ doch die— , mein e. otz der uuch des 6 aller u nicht traurig st mein Ifꝰ und n, der hat! einst ꝛe. eele Le⸗ ch denn Des werth. in Ver⸗ Guten is mein Ach, ift von O wie freun, Wer seyn! r Freu⸗ u Ver⸗ stand Vom christlichen stand ist Licht, dein Wille ist Ordnung und Vollkom⸗ menheit. Du liebst mit stets gleicher Staͤrke das Gute nur, und deine Werke sind Wahrheit und Gerech— tigkeit. O bilde mich nach dir! So find' ich auch schon hier Ruh der Seele, bis, nach dem Leid der Pruͤfungszeit, vollkommne Wonne mich erfreut. 3. Ach, wie ausgesetzt dem Falle bin ich, so lang' ich hier noch walle! Zerstreut ist hier noch oft mein Sinn. Wach⸗ sam gnug bin ich nicht immer. Oft blendet mich ein falscher Schimmer, und oft reißt Lei⸗ denschaft mich hin. So fehl' ich haͤufig noch. Wie druͤckt mich dieses Joch! Ich, Elender! wann nimmt kein Schein mich taͤuschend ein? Wann werd' ich fest im Gu⸗ ten seyn? 4. Herr, du kannst dazu mich staͤrken. Von dir koͤmmt Kraft zu guten Werken, du, aller guten Gaben Quell! Leite mich nach deiner Wahr⸗ heit; sie leuchte mir, in voller Klarheit, bestaͤndig unbefleckt und hell! Wer sich auf dich Leben uͤberhaupt. 497 verlaͤßt, wird in der Tugend fest. Mein Erbarmer! Ich hoff auf dich; o mache mich im Guten unveraͤnderlich! 570. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛe. Gort, du weiß stes wie ich sinne stets auf meine Seligkeit, daß, was ich thu' und beginne, fruͤh und spat zu aller Zeit, mich vom Him⸗ mel ja nicht lenke, noch in die Verdammniß senke. 2. Ich versuche mich im Glauben, huͤte mich vor Heu— chelei. Jesum laß ich mir nicht rauben, und bekenn' ich ohne Scheu. Wer recht glaͤubt bis an sein Ende, koͤmmt zu Gott in seine Haͤnde. 5. Ich bemuͤhe mich, zu wandeln, wie es mein Ge⸗ wissen heißt, und in allen so zu handeln, daß mir nichts den Trost entreißt, daß ich, reuvoll, meiner Suͤnden soll bei Gott Vergebung finden. 4. Selig wuͤnsch' ich mir zu sterben, und bei Christo einst zu seyn; denn da werd' ich froͤhlich erben, was ich hier gehofft allein. Alle Noth Ji versuͤßt 698 versuͤßt das Leben, das mir Gott wird ewig geben. 5. Nun, o treuer Gott, vermehre mir den Trieb zur Seligkeit; wenn ich darum bete, hoͤre; laß dein Amen seyn bereit! Ewig, ewig se⸗ lig werden, ist mein groͤßter Wunsch auf Erden. 574. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Son ist die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth; mit aller Kraft ihr anzuhan⸗ gen, hat meine Seele oft be⸗ gehrt. Ach, koͤnnt'ich's, wie wuͤrd' ich mich freun! Wer heilig ist, muß selig seyn. 2. Gott ist der Seligkei⸗ ten Fuͤlle von Ewigkeit zu Ewigkeit. Denn sein Ver⸗ stand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkom⸗ menheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist im⸗ mer, was er thut. 3. Wie schnell umhuͤllen Finsternisse mich, wenn ich auch»rleuchtet bin! Dann fliehn die heiligsten Entschluͤs— se, den Morgennebeln gleich, dahin; bald waͤhl' ich, was Vom christlichen Leben uͤberhaupt. dem Herrn gefaͤllt, bald wie— der deinen Dienst, o Welt! 4. Ich Armer! Darum koͤmmt kein Friede in mein verschmachtetes Wie bin ich dieses Wech⸗ sels muͤde! Wann werd' ich fest im Guten seyn! Wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell! Sie leuchte mir in voller Klarheit, und mache mein Erkenntniß hell, daß nie der Suͤnde Taͤusche— rei mir, deinem Kinde, schaͤd ⸗ lich sey! 6. O bilde, Vater, meine Seele, nach deinem Willen bilde sie, daß ich das Gute stets erwaͤhle, das Boͤse im— mer ernstlich flieh'! Um diese Gaben bitt' ich dich. Gern, gern, ich weiß es, hoͤrst du mich. 97.. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Nibe, daß ich's schon er— griffen haͤtte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, Gebein rette, eifrig ohne sich ba 2.0 Leben das st sehe zi der, w noch kaͤmpft mals g wirden samkei und Ze Stolz 4. unsrer der Tri fuͤhlst, sucht g sie; do dein H. Reiz,! lust ode 9.— Eigenl ge Tug des Ne Triebe zald wie— 5Welt!l Darum in mein zebein. Wech— werd' ich Wann „allezeit „Gott, ist deine er guten leuchte it, und niß hell, Täaͤusche— schaͤde „meine Willen as Gute oͤse im— m diese Gern, oͤrst du Gott ꝛ. hon er⸗ ie beste hwach; Seele rette, Vom christlichen rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leben walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Naͤchster faͤllt, noch steht. Auch die be⸗ kaͤmpfte boͤse Lust stirbt nie⸗ mals ganz in unsrer Brust. 5. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend wird mit den Jahren Sitt⸗ samkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz fuͤr Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung unsrer Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fuͤhlst, wie Stolz und Ruhm⸗ sucht quaͤlen, und daͤmpfst sie; doch du wechselst nur; dein Herz fuͤhlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wol— lust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was andernstren⸗ ge Tugend scheint; der Trieb des Neids, der Schmaͤhsucht Triebe erweckten dir so man⸗ Leben uͤberhaupt. 499 chen Feind; du wirst behut⸗ sam, schraͤnkst dich ein, fliehst nicht die Schmaͤhsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Reize dich nicht ruͤhren, durch die der andern Tugend faͤllt: so werde nichts dein Herz ver⸗ fuͤhren; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, wel⸗ chen Stand und Gold nicht ruͤhrt, hat oft ein Blick, ein Wort verfuͤhrt. 7. Oft schlaͤft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; itzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh', dein Herz wallt auf, und draͤut, und schilt so lieb⸗ los und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entge⸗ gen; so regt sich unsre Lei⸗ denschaft. Wir werden im Geraͤusche schwach, und ge⸗ ben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch, opferst du, will's seine Liebe, Ji ꝛ ihm Vom christlichen ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zur Ruh und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu ent⸗ fliehn, bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; flieht's Unmuth auch und Muͤßiggang? 11. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? Liebst Maͤßigkeit; denn auch Ge⸗ duld? Du fuͤhlest deiner Freunde Leiden; vergiebst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12. Sey nicht vermessen! wach' und streite! denk' nicht, daß du schon gnug gethan! Dein Herz hat seine schwa⸗ che Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach' uͤberall! 8 50. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. erz, sey getreu in deinem Glauben, bleib'in dem⸗ 500 Leben uͤberhaupt. selben feste stehn, laß diesen Leitstern dir nicht rauben; sonst kannst du nicht in Him⸗— mel gehn. Halt' dich an Gott, sprich ohne Scheu: ich blei⸗ be Gott im Glauben treu. 2. Sey Gott getreu in deinem Leben; verlaß die breite Lasterbahn, sey stets der Froͤmmigkeit ergeben, dein Wandel gehe him⸗ melan. Dieß Wort sey ohne Heuchelei: ich bleibe Gott im Leben treu. 3. Sey Gott getreu in dei⸗ nem Leiden; der beste Trost. ist: nur Geduld! Das Lei⸗ den muß doch endlich schei— den; nur halt' dich fest an Gottes Huld, und sage dieß getrost dabei: Gott im Leiden treu. 4. Und dieß soll meine Lo⸗ sung bleiben, im Leben, Lei— den und im Tod. Nichts, nichts soll mich von Gott ver— treiben; so bin ich froͤhlich in der Noth; so leb' ich furcht⸗ und sorgenfrei, und bleibe meinem Gott getreu. 574. Mel. Freue dich, o meine Seele. Sey getreu bis an das En⸗ de, daure redlich aus den Kampfl ich bleibe Kamp te Sta und S das Lei werth dir Jä dort in 2.0 Glaub Glaub Spott staͤrke Bund der Ta wieder los uni eidig h 53. Liebe; geliebt nicht b dich ha dein H die Fe du vers anders 4. Leiden, gemach Jesu s mit W denn Ach! Schull diesen rauben; in Him⸗ in Gott, ich blei, treu. treu in laß die ey stets rgeben, e him⸗ ort sey bleibe u in dei⸗ te Trost. das Lei⸗ . sche⸗ fest an age dieß bleibe eine vo⸗ en, Lei⸗ Nichts, ott ver⸗ hlich in furcht⸗ bleibe . Seele 0. das En⸗ aus den Kampfl Vom christlichen Leben uͤberhaupt. Kampf! Leidest du gleich har⸗ te Staͤnde; kroͤnt doch Ehr' und Sieg den Kampf. Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dir Jesus einst will geben dort in jenem Freudenleben. 2. Sey getreu in deinem Glauben! Laß dir dieses Glaubens Grund nicht durch Spott und Zweifel rauben, staͤrke dich, und sag' den Bund, den du schlossest in der Tauf', deinem Gott nicht wieder auf! Der ist gott— los und verlohren, der mein⸗ eidig hat geschworen. 3. Sey getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt! Deinen Naͤchsten nicht betruͤbe; und wenn er dich hat betruͤbt, denke, wie dein Heiland that, da er fuͤr die Feinde bat. So mußt du versoͤhnlich leben, soll Gott anders dir vergeben. 4. Sey getreu in deinem Leiden, und laß dich kein Un⸗ gemach, keine Noth von Jesu scheiden, murre nicht mit Weh' und Ach! Hilft denn was die Ungeduld? Ach! sie haͤufet nur die Schuld! Der traͤgt leich⸗ ihm sein 501 ter, der das traͤget mit Ge⸗ duld, was Gott aufleget. 5. Sey getreu in deinem Hoffen! Hilft gleich Gott nicht, wie du willst, scheint sein Ohr nicht immer offen, daß du deinen Wunsch er⸗ fuͤllst; wisse, endlich koͤmmt die Zeit, da er seine Hand dir beut, wenn du lang' hast angeklopfet; denn sein Ohr ist nicht verstopfet. 6. Drum getreu, getreu aushalten mußt du deinem lieben Gott. Ihn mußt du nur lassen walten; denn er hilft in Noth und Tod. Rufe nur; er ist schon hier, sein Herz bricht ihm gegen dir; rufe nur, Gott ist vor⸗ handen; Hoffnung macht ja nicht zu Schanden. 7. Sey getreu in deinem Herzen, huͤte dich vor Joabs Kuß! denk' an Judas! Welche Sehmerzen bracht' Verraͤthergruß! Falschheit sey dein äͤrgster Feind, rede, wie dein Herz es meint! Sey zwar klug in deinem Glauben, und doch ohne Falsch, wie Tauben! 8. Sey getreu in allen Sachen! Ansang, Mittel und 502 Vom christlichen Leben uͤberhaupt. und das End' laß nur Gott mich scheu' vor jeder Sünde! in allen machen, auf daß al⸗Bewahre meinen Mund, ler Zweck sich wend' foͤrderst daß mir kein schluͤpfrigs Wort hin zu Gottes Ehr'; und du entfalle; vielmehr von mei⸗ selbsten noch vielmehr wirst nen Lippen dir manch' freu— auf guten Wegen gehen, von digs Lob erschalle, den Naͤch— der Suͤndenbahn abstehen. sten zu erbauen. 9. Sey getreu in deinem 3. Bewahre, Gott, mein Kaͤmpfen! Koͤmmt der aller⸗Ohr, daß ich nicht gern auf letzte Zug, laß nichts deinen Spoͤtter hoͤre, damit in mei⸗ Eifer daͤmpfen; dann hast nem Glauben mich kein fre— du auf ewig gnug. Wer im cher Thor bethoͤre. Hilf, Tode glaͤubig ringt, durch daß kein Witz der Laͤstersucht die enge Pforte dringt, der mir Ohr und Herz vergifte, hat eine Kron' ersieget, wel⸗ noch jemals, wie er tuͤckisch che alle Muͤh' aufwieget. sucht, durch mich Unfrieden 7 istifte, nie mich zur Schmaͤh⸗ 575. ö sucht reize. Mel. O Gott, mein Schoͤpfer, ꝛe. 4. Die Augen, Gott, be⸗ Der du die waͤhre Tugend wahre mir vor unverschaͤm— schenkst, Gott, Vater ten Blicken, und vor unzuͤch⸗ meines Lebens! Wo du tiger Begier, die Unschuld zu nicht Thun und Lassen lenkst; bestricken. Laß mich den so leb' ich hier vergebens. Schmuck der Sittsamkeit Denn wen dein Geist nicht weit uͤber alles schaͤtzen; was neu gebiert, der bleibt der reiner Engel Aug'erfreut, das Suͤnd' ergeben; und wen die sey auch mein Ergoͤtzen; was Suͤnde noch regiert, der ist du liebst, mein Bestreben! zum rechten Leben noch nicht 5. Behuͤte mich vor hindurch gedrungen. Schwelgerei, die stets das 2. Drum, Vater, neig' Herz beschweret, vor Trun⸗ dich vaͤterlich zu deinem kenheit, die ohne Scheu schwachen Kinde! Gieb mir Schandthaten uͤben lehret! ein frommes Herz, daß ich Die Lust, die blos den Leib er goͤtzt, und, Wort mei⸗ freu⸗ Naͤch⸗ mein n auf n mei⸗ n fre⸗ Hilf, rsucht gifte, clisc rieden maͤh⸗ t, be⸗ chaͤm⸗ zuͤch— uld zu den mkeit was t, das was hen! vor das run⸗ cheu hret! Leib goͤtzt, uͤnde! Vom christlichen Leben uͤberhaupt. ergoͤtzt, verderbt auch fromme Herzen; und was die Welt fuͤr Freude schaͤtzt, bringt Nachreu', Elend, Schmerzen und stuͤrzet ins Verderben. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hoͤrt, nichts lie⸗ ber spricht und denket, als was den Glauben staͤrkt und naͤhrt, und Lust zum Guten schenket; was mich zu jenem Leben bringt, wo man bei dir stets lebet, dein Lob mit allen Engeln singt, den Hei— land sieht, erhebet, und ihm sich aͤhnlich schauet. 576. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. Ich lege mich in Gottes Hand, mein Will' ist Gottes Wille, und was er mir hat zuerkannt, das leid' ich in der Stille. Viel besser ist zu aller Frist, des Hoͤchsten Hand ertragen, als nenschen lassen schlagen. 2. Ich ehre seine Vater⸗ hand; denn auch ihr Schlag ist Liebe. Wie waͤre mir sein Herz bekannt, wenn ich mich drum betruͤbe? Seh' ich denn nicht der Weisheit Licht, 505 dem tief in Finsternissen die Zweifel weichen muͤssen? 3. Ich traue meines Got⸗ tes Hand, wenn Menschen⸗ haͤnde sinken; sie ist mein be⸗ stes Unterpfand, wenn Berg' und Huͤgel sinken. Wenn sie mich haͤlt; so mag die Welt zu lauter Truͤmmern gehen, ich will dochfestestehen. 4. Ich halte meines Got⸗ tes Hand, und will sie stets umfassen; sie hat mein Elend ost gewandt, mich niemals ganz verlassen. Auf sein Ge⸗ bot wich selbst der Tod; und furchtlos fuͤr mich waren die schrecklichsten Gefahren. 5. Ich leb', wie meines Gottes Hand mir Bahn und Ziel bestimmet. Fließt gleich mein Leben unbekannt, ob's gar in Thraͤnen schwimmet; so fuͤhrt er mich doch selig⸗ lich. Nach Jahren schwer von Leide folgt meines Got⸗ tes Freude. 6. Ich sterb' in meines Gottes Hand, es sey heut oder morgen; sie fuͤhrt mich in mein Vaterland, da bin ich wohl geborgen. Nicht unbekannt ist Gottes Hand den Seelen der Gerech⸗ ten; 504 ten; der Herr hilft seinen Knechten. 7. Wohlan! Ich stell' in Gottes Hand, was er mir hat gegeben, mein Gluck und meinen Jammerstand, mein Sterben, und mein Leben. Wie Gott gebeut, will ich allzeit; er wird's zum Besten wenden; ich bin in seinen Haͤnden. 577. Mel. Ach, was soll ich Suͤnder ꝛc. Wesus selbst, mein Licht, mein Leben, Jesus, meiner Seele Zier, spricht: kommt alle, lernt von mir! Jesus, dem ich mich ergeben, Jesus, meine Seligkeit, lehrt mich selbst die Froͤmmigkeit. 2. Ach, wie ist mein Herz verderbet! Ach, wie blendet den Verstand oft der Suͤn⸗ de eitler Tand! Was von Adam angeerbet, suͤndlichs Wesen, Fleisch und Blut, kennen nicht das hoͤchste Gut. 3. Mein Gott, hilf du mir ausrotten alles Unkraut, Haß und Neid, Hochmuth, Un⸗ gerechtigkeit; laß mit Suͤn⸗ den mich nicht spotten, ma⸗ che mein Herz taͤglich neu, und von aller Bosheit frei! Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 4. Pflanz' in mein Herz daß und Gemuͤthe deine große Sch Freundlichkeit, die Geduld und Froͤmmigkeit, deine Lie⸗ be, deine Guͤte, Andacht, Treu' und Heiligkeit, Wahr⸗ heit und Gerechtigkeit! 5. Laß mich dir zu Ehren leben, zens Licht, Herr, mein Heil und Zuversicht! Laß mich dir allein ergeben, laß mich sterben dieser Welt, laß mich thun, was dir gefaͤllt! 6. Fuͤhre mich auf deinen Wegen, gieb mir deinen gu⸗ ten Geist, der mir Huͤlf' und Beistand leist'! deine Gnad'und Segen stets empfinden fruͤh und spat, seg⸗ ne Denken, Wort und That! 7. Bis ich endlich werde kommen aus der Unvollkom⸗ menheit zu des Himmels Herrlichkeit; da ich denn mit allen Frommen deine große Guͤtigkeit preisen will in Ewigkeit. 578. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. ScChaff in mir, Gott, ein reines Herze, und gieb mir einen guten Sinn, daß Jesu, meines Her⸗ Laß mich gebe doch direh 2. dein lene aus len Herz große eduld E Lie⸗ dacht, Bahr⸗ hren Her⸗ Heil mich mich mich einen nu gu⸗ und mich stets seg⸗ hat! herde kom⸗ mels imit roße in wählen mir Vom christlichen daß ich in Freuden und im Schmerze nur einzig dir er⸗ geben bin. Ach, sieh' mich doch in Gnaden an, daß ich dir heilig folgen kann! 2. Verwirf mich nicht von deiner Liebe, wenn ich zuwei— len elend bin; hingegen nimm aus heißem Triebe den Wil⸗ len fuͤr die Wirkung hin! Denn unter deiner Treu' und Huld erstirbt meiner Suͤnden Schuld. 5. Ich bin ein Mensch, drum kann ich fehlen; ach, gieb mir deinen guten Geist, daß er im Denken und Er— allzeit rechte Wege weist. Ich nehm' ihn gern und willig ein; so kann mein Herz sein Tempel seyn. 4. Nun Gott, mach's nur, wie dir's beliebet, ich bin ge— horsam und bereit; und wenn es was zu leiden giebet; so troͤste meine Furchtsamkeit! Wenn sich dein Geist im Herzen find't; so bin ich dein getreues Kind. 579. Mel. Was mein Gott will ꝛc. klagt dein Herz, wie ft O schwer es sey, hier als Leben uͤberhaupt. 505 ein zu wandeln, und taͤglich Gottes Willen treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend ko⸗ stet Muͤh', sie ist der Sieg der Luͤste; doch richte selbst, was waͤre sie, wenn sie nicht kaͤmpfen muͤßte? 2. Die, die sich ihrer La⸗ ster freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Luͤste daͤmpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, womit er kaͤmpft, verwan— delt sich in 2— den. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist An⸗ fangs steil, laͤßt nichts als Muͤhe blicken; doch weiter fort fuͤhrt er zum Heil, und endlich zum Entzuͤcken. 4. Nimm an, Gott haͤtt' es uns vergoͤnnt, nach un⸗ sers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Luͤste frei zu stillen; nimm an, er ließ den Undank 506 Vom christlichen Undank zu; den Frevel, dich zu kraͤnken, den Menschen⸗ haß; was wuͤrdest du von diesem Gotte denken? 5. Gott will, wir sollen gluͤcklich seyn, drum gab er Sie sind es, die das Herz erfreun; sie sind des Lebens Schaͤtze. Er spricht zu uns durch den Ver⸗ uns Gesetze. stand, er spricht durch das Gewissen, was wir, Geschoͤ⸗ pfe seiner Hand, fliehn oder waͤhlen muͤssen. 6. Ihm folgen, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, sie waͤhlen; ein Thier folgt Trieben der Natur; ein Mensch dem Licht der See⸗ len. Was ist des Geistes Eigenthum? was sein Be⸗ ruf auf Erden? Die Tu⸗ gend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig aͤhnlich werden. 7. Lern' nur Geschmack am Wort' des Herrn und seiner Gnade finden, und uͤbe dich getreu und gern, dein Herz zu uͤberwinden! Wer Kraͤfte hat, wird durch Ge⸗ brauch von Gott noch mehr bekommen; wer sie nicht brauchet, dem wird auch Leben uͤberhaupt. das, was er hat, genom⸗ men. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft; drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wenn gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet' oft! Gott muͤßte Gott nicht seyn, wenn er dich nicht erhoͤrte. 9. Dich staͤrket auf der Tugend Pfad das Beispiel sel'ger Geister; ihn zeigte dir, und ihn betrat er selbst, dein Herr und Meister. Laß dich nur nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern; der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkindern. 10. Sey stark, sey maͤnn⸗ lich allezeit, tritt oft an dei⸗ ne Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube haͤlt, wird neuen Muth dir geben; und Kraͤfte der zukuͤnft'gen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, sey unverzagt, wenn dir's nicht immer gluͤcket, wenn dich, nom⸗ durch iß es st es, das igen. einen Brod Gott wenn der ispiel e dir, dein dich pott ůern; uhm bei aͤnn⸗ dei⸗ mit f so nod, wird und Zelt, rist, dir's Henn ich, Vom christlichen Leben uͤberhaupt. dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwach⸗ heit druͤcket. Gott sieht nicht auf die That allein; er sieht auf deinen Willen. Ein goͤttliches Verdienst ist dein! Dieß muß dein Herze stillen. 580. YN ein Jesu, dem die Se⸗ raphinen, im Glanz der hoͤchsten Majestaͤt, selbst mit bedecktem Antlitz dienen, wenn dein Befehl an sie er⸗ geht, wie sollten bloͤde Flei— schesaugen, die der verhaßten Suͤnden Nacht mit ihrem Schatten truͤb' gemacht, dein helles Licht zu schauen, taugen! 2. Doch goͤnne meinen Glaubensblicken den Ein⸗ gang in dein Heiligthum, und laß mich deine Gnad' erquicken, zu meinem Heil, und deinem Ruhm! Reich' deinen Zepter meiner Seele, die sich, wie Esther, vor dir neigt, und ehrerbietig dir sich zeigt; sprich: ja, du bist's, die ich erwäͤhle. g. Sey gnaͤdig, Jesu, vol⸗ ler Guͤte, dem Herzen, das nach Gnade lechzt; hoͤr', wie die Zung' und das Gemüthe: Gott, sey mir Suͤnder gnaͤ⸗ dig! aͤchzt. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen; wie koͤnntest du entgegenseyn dem, den dein Blut von Schuld und Pein erloͤst, da es so reich geflossen? 4. Ich fall' in deine Gna⸗ denhaͤnde, und bitte mit dem Glaubenskuß: gerechter Koͤnig, wende, wende die Gnade zu der Herzensbuß'! Ich bin gerecht durch deine Wunden, es ist nichts Straͤflich's mehr an mir. Bin aber ich versoͤhnt mit dir; so bleib' ich auch mit dir verbunden. 5. Herr, daß mich deine Weisheit leite, so nimm ihr Licht nicht von mir weg; stell' deine Gnaͤde mir zur Seite, daß ich auf dir be⸗ liebtem Steg' bestaͤndig bis ans Ende wandle, damit ich auch zu dieser Zeit, in Lieb' und wahrer Heilig⸗ keit, nach deinem Wort und Willen handle! 6. Reich' mir die Waffen aus der Hoͤhe, und staͤrke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben sieg' und stehe, 508 Vom christlichen stehe, wenn Staͤrk' und List muth heißen kann, und was der Feinde wacht. So wird dein Gnadenreich auf Erden, das uns zu deiner Ehre fuͤhrt, und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen, erwaͤhl' es, Herr, zu deinem Thron! Hast du aus Lieb' ehmals verlassen des Himmels Pracht, und deine Kron'; so wuͤrd'ge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Tempel seyn, bis du, wenn un⸗ ser Bau faͤllt ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig' hinauf zu dir im Glauben, steig' du in Lieb' herab zu mir; laß mir nichts diese Freude rauben, erfuͤlle mich nur ganz mit dir! Ich Leben überhaupt. wir Sanftmuth nennen. Er stellt sich dir zum Muster dar; wie Jesus Christ gesinnet war, so sey du auch gesinnet! 2. Er war des großen Gottes Sohn, der Brunn⸗ quell aller Gute; doch senkt er sich von seinem Thron in menschliches Gebluͤte. Er prangte nicht mit der Ge⸗ walt; er ging in armer Knechtsgestalt; so sey du auch gesinnet! 5. Er sah'die ganzevebens⸗— zeit auf seines Vaters Wil— len, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfuͤllen. In allem, was er dacht' und that, verehrt' er seines Vaters Rath; so sey du auch gesinnet! 4. Sein ganzes Thun will dich fuͤrchten, lieben, eh⸗ bestand darin, daß er uns ren, so lang' in mir das Herz Menschen diente; er hielt ihm sich regt; und wenn dasselb' dieses fuͤr Gewinn, wenn auch nicht mehr schlaͤgt, sosoll unsre Wohlfahrt gruͤnte; er doch noch die Liebe waͤhren. nahm die groͤßten Suͤnder an, und hat den Feinden 581. Guts gethan; so sey du Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛe. auch gesinnet! Dan schaue Jesum an! 5. Das Boͤse sucht' er al⸗ Hier kannst du recht sobald mit Gutem zu ver⸗ erkennen, was wahre De⸗ gelten; man hoͤrte, wenn die Welt was Er dar; innet nnet! oßen unn⸗ senkt hron Er Ge⸗ rmer du zens⸗ Wil⸗ iden 9 zu 8 er tꝛer so hun uns ihm henn 3 er üder den du al⸗ ver⸗ üdie Zelt Vom christlichen Leben uͤberhaupt. Welt in schalt, ihn niemals wieder schelten; er gab es seinem Vater hin. So sanft war deines Jesu Sinn! So sey auch du gesinnet! 6. Nun, Seele, wenn der Hochmuth sich in dir gewaltig reget; so staͤrke Je⸗ su Beispiel dich! dann stehst du unbeweget. Ach, nimm doch dessen Wort in Acht! Er, er hat alles wohl ge— macht. So sey, wie er, gesinnet! 582. Mel. Dir, dir, o Hoͤchster ꝛe. Laß mich, o Herr, in allen Dingen auf deinen Wil⸗ len sehn und mich dir weihn; gieb selbst das Wollen und Vollbringen, und laß mein Herz dir ganz geheiligt seyn! Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist alles, was ich hab' und bin. 2. Gieb meinem Glauben Muth und Staͤrke; laß ihn durch Menschenliebe thaͤtig seyn, daß man an seinen Fruͤchten merke, er sey kein eitler Traum und falscher Schein. Er staͤrke mich in meiner Pilgrimschaft, und 509 gebe mir zum Kampf und Siege Kraft! 5. Laß mich, so lang' ich hier soll leben, auch an dem boͤsen Tage seyn vergnuͤgt, und deinem Willen mich er— geben, der mir zum Besten alles weislich fuͤgt. Gieb Furcht und Demuth, wenn du mich begluͤckst; Geduld und Trost, wenn du mir Truͤbsal schickst! 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen! So will ich einst, wenn ich den Lauf vollbracht, dir ewig Dank und Ehre bringen, dir, der du alles hast so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein, ganz dir geweiht, dein Lob verkuͤndigen in Ewigkeit. 583. Besondere Pflichten gegen Gott. Liebe zu Gett. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ꝛc. G. du mich als Va⸗ ter liebst, mit Wohl⸗ thun uͤberall' umgiebst, du Schoͤpfer wahrer Freuden! Bist du mein Freund, wie wohl ist mir! Ich bleibe dar⸗ um stets an dir; nichts soll von dir mich scheiden. Du fassest 510 fassest mich bei meiner Hand, machst mir den Weg des Heils bekannt, machst mei⸗ nen Gang darauf gewiß, und schaffst mir Licht in Fin⸗ sterniß. Ja, Herr, mein Gott, du bist mein Licht:,: folg' ich dir nur, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der nur fuͤr mich beschlossen hat, was auf mein Bestes gehet. Fuͤhrst du mich gleich oft wunder— bar; so macht es doch der Ausgang klar, daß stets dein Rath bestehet. Folg' ich dir auch auf rauher Bahn; so nimmst du mich mit Ehren an; und dann verkehrt sich alles Leid in Wonn' und in Zufriedenheit. Mein Herr und Gott! welch ein Ge⸗ winn:,: ist mir's, wenn ich dein Erbe bin! 3. Mein Herz ist ganz auf dich gericht't. Hab' ich nur dich; so frag' ich nicht nach Himmel und nach Er⸗ den. Waͤr' ich im Himmel ohne dich; so koͤnnte seine Pracht fuͤr mich nie recht er⸗ quickend werden. Koͤnnt' ich nicht dein schon hier mich Voim christlichen Leben uͤberhaupt. freun; so moͤcht' ich nicht auf Erden seyn. Denn außer dir ist doch kein Gut, das mei⸗ nem Wunsche Gnuͤge thut. Mein Herr und Gott, nur du allein:,: kannst mich aufs voͤlligste erfreun! 4. Auch in der allergroͤß⸗ ten Noth erquickst du mich; und wenn im Tod auch Seel' und Leib verschmachten; wie koͤnnte das mir schrecklich seyn? Mein Glaube lernt auch Todespein in deiner Huld verachten. Denn du, du bleibst auch dann mein Heil, mein Trost und mei⸗ nes Herzens Theil, und fuͤhrst mich uͤber Welt und Zeit zum Schauen deiner Herrlichkeit. So wahr du bist! Mein Herr und Gott:; du segnest mich selbst durch den Tod. 5. Nur, wer von dir weicht, und die Welt mehr liebt, als dich, nicht Glauben haͤlt, der stuͤrzt sich ins Ver⸗ derben. Weil er der Erde Lust und Pracht zu seinem Himmelreiche macht, kann er dein Reich nicht erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz Vom christlichen Leben uͤberhaupt. Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfaͤllt, koͤmmt nicht zu jener bessern Welt. Wer aber hier sein Herz dir giebt:,: wird ewig auch von dir geliebt. 6. Drum halt' ich mich getrost zu dir; du aber haͤltst dich auch zu mir; und das ist meine Freude. Dein Wort, o Hoͤchster, soll al— lein die Richtschnur meines Lebens seyn, mein Trost in allem Leide. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, bis einst sich in der Ewigkeit mein Herz ganz deiner Liebe freut. Gott meines Heils! Ich bleibe dein:,: laß deine Huld stets mit mir seyn! 584. Mel. Wachet auf, ruft einst ꝛc. Dich, Allguͤtiger, zu lieben, wie fuͤhlt sich nicht mein Herz getrieben, wenn es an deine Liebe denkt! Jede Lust, die wir genießen, soll unsre Wallfahrt uns versuͤßen, und wird uns, Herr, von dir geschenkt. Doch ein weit groͤßres Heil wird kuͤnftig uns zu Theil. Dort 511 im Himmel; da leben wir, o Herr, bei dir in voller Wonne fuͤr und fuͤr. 2. Deiner Huld mich zu erfreuen, und dir mein Le⸗ ben ganz zu weihen, sey stets mir angenehme Pflicht. Wie belohnest du mit Se⸗ gen die Frommen, die auf deinen Wegen einhergehn in der Wahrheit Licht! Wie viel gewinnen sie fuͤr ihres Kampfes Muͤh', sie, die Streiter, wenn nach der Zeit in Ewigkeit der Lohn der Treue sie erfreut! 5. Laß mit eifrigem Be⸗ streben mich deiner Liebe wuͤrdig leben, und dir, Herr, thaͤtig dankbar seyn! Hilf mir, alle Erdenfreuden, die suͤndlich sind, mit Ernst ver— meiden, und was dein Wort verbietet, scheun! Nie muͤß' ich Ehr' und Ruhm, nie zeit⸗ lichs Eigenthum dir vorzie— hen! Was nur der Welt, nicht dir, gefaͤllt, sey fern' von mir, Herr aller Welt! 4. Hilf mir auch in Lei⸗ denstagen, was du mir auf⸗ legst, gern ertragen, und Un⸗ geduld und Unmuth scheun. Hilf, wenn Freunde mich verlas⸗ Vom christlichen verlassen, und wenn mich 512 Widersacher hassen, aus Liebe, Gott, zu dir, ver⸗ zeihn. Ist gleich das Opfer schwer, das du verlangst, o Herr; so wird's dennoch, wie schwer's auch Len durch dich mir leicht, weil deine Hand die Kraft mir reicht. 585. Eins ist noth! Ach, Herr, dieß Eine lehre mich er⸗ kennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich quaͤlet und plaget, unddennochkein wah— res Vergnuͤgen erjaget. Er— lang' ich dieß Eine, das alles ersetzt; so werd' ich mit Ei⸗ nem in allem ergoͤtzt. 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei keiner Krea⸗ tur; laß, was irdisch ist, da⸗ hinten, schwing' dich uͤber die Natur! Wo Gott und die Menschheit in Einem verei⸗ net; wo alle vollkommene Fuͤlle erscheinet; da, da ist das beste nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. Leben uͤberhaupt. 3. Wie Maria war be⸗ flissen auf des Einigen Ge⸗ nieß, da sie sich zu Jesu Fuͤ⸗ ßen lehrbegierig niederließ; ihr Herze entbrannte, einzig zu hoͤren, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte beleh⸗ ren; ihr Alles war gaͤnzlich in Jesum versenkt, und wur⸗ de ihr Alles in Einem ge⸗ schenkt; 4. Also ist auch mein Ver⸗ langen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich dir anhangen, schenke dich zu eigen mir! Ob viel auch um⸗ kehrten zum groͤßesten Hau⸗ fen; so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen. Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht von Jesu geneußt! 5. Aller Weisheit hoͤchste Fuͤlle, Herr, in dir verbor— gen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in sol⸗ che Schranken fuͤgt, worin— nen die Demuth und Einfalt regieret, und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, fuͤhret. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab' ich der Weisheit vollkommenen Preis! 6. Nichts dieß See erwe erwe geme goͤtt! ben, land reiße Lust: mir 8. verle die 6 einm Hei Dal sung der entbt die 1 Uum⸗ Hau⸗ ch in dein und das zußt! schste rbor⸗ sich 1 sol⸗ orin⸗ ufalt der h ist, nur veiß, sheit 2 Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein hoͤchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein theures Mittlerblut. Die hoͤchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes ge⸗ storben; die Guͤter des Heils ich da habe erlangt, worin— nen mein Glaube in Ewig— keit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild erwacht. Du bist es, den ich erwaͤhle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum goͤttlichen Wandel und Le— ben, ist durch dich, mein Hei— land, mir alles gegeben. Ent⸗ reiße mich aller vergaͤnglichen Lust; dein Leben sey, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich bestroͤmt die Gnadenfluth. Du bist einmal eingegangen in das Heil'ge durch dein Blut. Da hast du die ew'ge Erloͤ⸗ sung erfunden, daß ich nun der Herrschaft der Suͤnde entbunden; dein Eingang ichts die voͤllige Freiheit mir 513 bringt, im kindlichen Geiste der Deine nun singt. 9. Volle Gnuͤge, Fried' und Freude, itzo meine Seel' ergoͤtzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt, Jesus, mich gesetzt. Nichts suͤßers kann also im Herzen mich la⸗ ben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt'. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles seyn. Pruͤf', erfahre wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf boͤsem betruͤglichen Ste— ge, und leite mich, Hoͤchster, auf ewige Wege! Gieb, daß ich hier alles nur achte fuͤr Koth, und Jesum ge⸗ winne! Dieß Eine ist noth! 586. Mel. Was mein Gott will ꝛc. Wer sich auf seine Schwachheit steu'rt, der bleibt in Suͤnden liegen; wer nicht Herz, Sinn und Muth erneu'rt, wird sich ge⸗ wiß betruͤgen. Des Him⸗ mels Weg, den schmalen Kk Steg 514 Steg hat er nie angetreten, Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 5. Hilf uns, er weiß auch nicht in Got⸗ Gottessohn, die Macht der tes Licht, was Kaͤmpfen sey und Beten. 2. Was oft die Welt nur Schwachheit heißt, ist ihrer Bosheit Staͤrke, und giebt nur falsche Ruh dem Geist, und mehrt die Suͤndenwerke. Auf, Seele, auf! richt' deinen Lauf zu dem, der dich will retten! Des Heilands Blick zieht dich zuruͤck aus deinen Suͤndenketten. 3. Der erste Schritt im Christeuthum heißt von der Suͤnd'uns scheiden. Bei ei⸗ nem wahren Glaubensruhm muß man die Weltlust mei⸗ den. Wenn Christi Geist die Seel' entreißt von ihren Todesbanden, so spuͤrt sie Kraft, die Jesus schafft, mit dem sie auferstanden. 4. Mein Heiland, foͤrdre selbst dein Werk, laß mich bekraͤftigt werden! es ist Ge⸗ rechtigkeit und Staͤrk' mein bestes Theil auf Erden. Du machst gerecht uns, dein Geschlecht, und willst zu⸗ gleich uns staͤrken, daß wir in dir des Glaubens Zier, die Macht der Gnade, merken. Suͤnde schwaͤchen! Laß uns in dir, o Gnadenthron, nicht mehr von Schwachheit spre⸗ chen, wenn deine Hand das theure Pfand des Geistes uns gegeben, dadurch wir, frei von Heuchelei, im Streit stets siegreich leben. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist; gieb Kraft, das Fleisch zu daͤmpfen! Gied Kraft, wenn Satans Macht und List uns schwaͤchen will im Kaͤmpfen; wenn uns die Welt viel Anstoß stellt, gieb Kraft, ihn zu vernichten! So wird in Noth, ja, selbst im Tod, uns deine Kraft auf⸗ richten. Mel. Wer weiß, wie nahe ꝛe. Scbaffes mit mir, Gott, nach deinem Willen; es bleibt dir alles heimgestellt. Du wirst mein Wuͤnschen schon erfuͤllen, wie's deiner Weisheit wohlgefaͤllt. Du bist mein Vater, du wirst mich versorgen; ja, das hoffe ich. 2. Richt' nur mein Herz zu o starker Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 515 zu dir gen Himmel, und zieh' Gott, dem Lebenshort; er es ab von dieser Welt! Gieb, hilft mir alles uͤberwin⸗ daß mir in dem Erdgetuͤm⸗ den mit seinem krafterfuͤllten mel das Ewige sey vorgestellt; Wort, das mir, wenn mich daß meine Seele sich befreit das Kreuz betruͤbt, das aller⸗ von aller Lust zur Eitelkeit! beste Labsal giebt. 5. Zu dir, mein Gott, 7. Ob mich gleich hier auf steht mein Vertrauen, du bist dieser Erden gar selten eine mein Schild, mein Schatz, Lust ergoͤtzt; wird's doch im mein Schutz. Auf dich, auf Himmel besser werden. dich, Herr, will ich bauen, Darauf die Hoffnung bleibt mit dir biet' ich dem Feinde gesetzt. Die ew'ge frohe Trutz. Ist Gott fuͤr mich, Seligkeit versuͤßet alle Bit⸗ und bleibet mein; wer mag terkeit. mir dann zuwider seyn? 8. Liebt mich mein Jesus, 4. Ich preise meiner Seele meine Freude, und bin ich Gluͤcke, Gett liebet mich mit seiner Hut vertraut; so weiß Vaterhuld; mich staͤrken Je⸗ ich, daß auf wuͤster Haide su Gnadenblicke, er trug am mein Hirte gnaͤdig auf mich Kreuz auch meine Schuld; schaut, von welchem, ist mein des heil'gen Geistes Licht und Herz beklemmt, die allerbeste Schein soll lebenslang mein Huͤlfe koͤmmt. Beistand seyn. 9. Du, liebster Gott, sollst 5. Es mag mich Noth und mein Vergnuͤgen im Leben Tod anfechten; ich bleib' auf und im Tode seyn. Des diesem Grunde stehn. Trifft Himmels Schaͤtze uͤberwie⸗ mich ein Kreuz; nach truͤben gen das beste Gold und Edel⸗ Naͤchten läͤßt er mich Trost stein; daraus nehm' ich mit auch wieder sehn. Tobt nur, Zuversicht, was mir in die⸗ ihr Wellen, schlagt herein! ser Welt gebricht. Gott wird mein fester Anker 10. Ich nehme Christi seyn. Tod und Wunden zu mei⸗ 6. Rath, Trost und Huͤlfe nem Lebenstroste an, darin ist zu finden bei meinem ich stets das Heil gefunden, Ke k 2 das 516 das ich sonst nirgends finden kann. Weich, Suͤnde, mit dem Todesstich! er, mein Erloͤser, heilet mich. 11. Nun, Gott, dir bleib ich ganz ergeben, steh mir mit deinem Geiste bei, und ma⸗ che mich in meinem Leben von wissentlichen Suͤnden freil sonst mach's mit mir gleich wunderlich, nur selig, darum bitt' ich dich. 588. Mel. Alle Menschen muͤssen sterben. 25 der Vollkommen⸗ heiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich! Und mit welchen Seligkeiten saͤttigt deine Liebe mich! Seel' und Leib mag mir ver⸗ schmachten; hab' ich dich, werd' ich's nicht achten; mir wird deine Lieb' allein mehr, als Erd' und Himmel, seyn. 2. Denk' ich deiner, wie erhebet meine Seele sich in mir! Wie getroͤstet, wie be⸗ lebet, fuͤhl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Guͤte, deine Staͤrke, wie entledigt er mein Herz von Bekuͤm⸗ merniß und Schmerz! Vom christlichen Leben überhaupt. 3. Floß aus deiner Se⸗ gensfuͤlle mir nicht so viel Wohlthat zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das machst du. Daß ich denke, daß ich waͤhle, dafuͤr dankt dir meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, und dich ihren Vater nennt. 4. Du erkauftest vom Verderben mich durch dei— nen Sohn, o Gott; ließest den Gerechten sterben; mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, hast du mir durch ihn gege⸗ ben, ewig deiner mich zu freun, und von dir geliebt zu seyn. 5. Sollt' ich dich nicht wieder lieben, der du mich zuerst geliebt? und mit mehr als Vatertrieben so unend⸗ lich mich geliebt? Koͤnnt' ich ruhig hier auf Erden ohne deine Liebe werden? ohne sie nach dieser Zeit wuͤrdig seyn der Seligkeit? 6. Heil mir, daß ich es empfinde, wie so liebenswerth du bist; daß mein Herz vom Haß der Suͤnde inniglich durchdrungen ist; daß auf dein dein zu er Du v mir d 7. vollk. kennt Vate lieb' soll. deine und an d komn Mel. He ich gr Himun ist ni erfrer bestes im T 2. der S mit 6 ö hellt mir z Nach Glan an de Se⸗ 5viel ich Willez nachst aß ich meine aß sie ihren vom 9 dei⸗ ließest mir Tod. leben, gege · ch zu iebtzu Vom christlichen Leben uͤberhaupt. dein Gebot ich achte, und es zu erfuͤllen trachte! Heil mir! Du verbirgest nicht einst vor mir dein Angesicht. 7. Noch lieb' ich dich un— vollkommen; meine Seel' er⸗ kennt es wohl. Dort im Vaterland der Frommen lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, ehren und erfuͤllen, und empfahn an deinem Thron der voll— kommnen Liebe Lohn. 589. Wer nur den lieben Gott ꝛe. err, wenn ich nur dich haben werde; so hab' ich gnug in Ewigkeit. Im Mel. nicht Himmel und auf dieser Erde i mich mehr inend⸗ nt' ich ohne Hne sie g seyn ich es werth z vom liglich 6 auf dein ist nichts, das mich, wie du, erfreut. Du bist mein aller— bestes Theil, im Leben und im Tod mein Heil. 2. Das ungezaͤhlte Heer der Sterne, von dir begabt mit Glanz und Pracht, er— hellt aus seiner weiten Ferne mir zwar die Dunkelheit der Nacht; doch aller Sterne Glanz und Licht reicht, Gott, an deine Gnade nicht. 3. Voll ist die Erde dei— 517 ner Guͤter. Ihr Reiz nimmt tausend Herzen ein, und blen⸗ det irdische Gemuͤther, nur ihres Erbes sich zu freun. Doch mehr, als Guͤter dieser Erd', ist deine Gnade, Gott, mir werth. 4. Wie mancher sucht in Ruhm und Ehre bei Men⸗ schenkindern nur sein Gluͤck, und sorgt, daß sich sein An⸗ seh'n mehre, mit jedem Tag und Augenblick. Jedoch, was hilft mir Ruhm und Welt, wenn dir mein Thun, o Gott, mißfaͤllt! 5. Nur du kannst mich mit dem begluͤcken, was recht und ewig mich erfreut; auch du nur kannst mich dem ent⸗ ruͤcken, was mir Gefahr und Elend draͤut. Kein Trost, kein Heil ist außer dir. Bist du mir hold, so gnuͤget mir. 6. Kann auch ein festres Band auf Erden, als zwi— schen Leib und Seele seyn? Doch muß es aufgeloͤst einst werden; und wer wird dann mein Herz erfreun? Wer sonst, als du, du Herr der Zeit, des Todes und der Ewigkeit? 7. Drum hilf du mir, mein 518 mein ganzes Leben vor allem deiner Liebe weihn; nach deinem Beifall einzig stre⸗ ben, und deinem Wink ge⸗ horsam seyn! Mir ist's der groͤßeste Gewinn, wenn ich bei dir in Gnaden bin. 590. Mel. Jesus, meine Zuverficht àu. Hab deine Lust am Herrn! Bei dem Heren ist Freud' und Lebenz und er wird, denn er giebt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wuͤnschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich ver⸗ kehret. Wisse, wer in seiner Brust Gott es Liebe fuͤhlt Vom christlichen Leben uͤberhaupt. nem Willen; suchet, ihn durch Wort und That un⸗ verdrossen zu erfuͤllen; und so trifft er alles an, was das Herz nur wuͤnschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir ew'ge Freude werden; und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wuͤnschen kann. 591 Mel. O hilf Christe, Gottes ꝛc. Serge, Vater, sorge du, leite meine Sorgen, und befoͤrdre meine Ruh heute so, wie morgen! Sorge für mich allezeit, sorge für das Meine, o du Gott der und naͤhret, findet stets auf Freundlichkeit, dir trau ich seiner Bahn, was ein From⸗ mer wuͤnschen kann. 5. Lust an Gott erfuͤllt mit Licht, wenn man Gott durchs Wort erkennet. Je⸗ der freut sich seiner Pflicht, wer von seiner Liebe brennet. Lust an ihm gewaͤhrt uns dann, was das Herz nut wuͤnschen kann. 4. Wer die Lust am Hoͤch⸗ sten hat, hat auch Lust an sei⸗ alleine. 2. Sorge, wenn der Tag anbricht, Herr, fuͤr Leib und Seele; gieb, daß ich mit Zuversicht sie dir anbefehle! Sorg', o Hoͤchster, fuͤr und fuͤr, auch fuͤr meine Sinne hilf, daß ich sie recht regier'; Boͤses nie beginne! z. Schenke, Herr, dein Wort uns auch bis an unser Ende, daß der Sakramente Brauch ihn b un⸗ und S das in. nicht g die ndu rd dir und dann, ischen os ꝛc. ze du, 'rgen, Ruh Sorge ge fur kt der au ich r Tag b und h mit fehle! r und zinnez gier'; dein unser mente zrauch Vom christlichen Leben ͤberhaupt. Brauch nie sich von uns wende! Schuͤtze du die Obrigkeit; Diener deines Wortes; segne Schulen, Land und Leut' jedes Stands und Ortes! 4. Segne, großer Men⸗ schenfreund, uns als deine Kinder, und begluͤcke Freund und Feind; bessere die Suͤn⸗ der! Segne unser taͤglichs Brod; blick', o Herr, auf alle, die dir trauen in der Noth; hilf mir, wenn ich falle! 6. Wache, wenn ich schließe zu meine Augenlieder; wa⸗ che, wenn ich von der Ruh mich erhebe wieder! Sorge fuͤr mein Amt und Stand, Denken, Reden, Dichten; laß die Arbeit meiner Hand gluͤcklich mich verrichten! 6. Sorge fuͤr mein Hab und Gut, daß mein guter Name bleibe, wenn mir Leid anthut der Veraͤchter Saa— me. Staͤrke mich, wenn Suͤnd' und Spott mich von dir will leitenz troͤste mich in Noth und Tod; hilf mir siegreich streiten! 5. Steh' mir bei, wenn mich ansicht Schwermuth 519 hier auf Erden; hilf mir, wenn ich vor Gericht soll ge⸗ fordert werden; decke meine Grabesstatt; sorg' inmeinem Leben; sorge, wenn mein Geist nun hat dir sich uͤber⸗ geben. R0 592. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Ar Gott will ich gedenken! Denn er gedenkt an mich. Wenn mich die Sorgen kraͤnken; so hebt mein Auge sich zu meinem Gott empor, Bald weichen alle Schmer⸗ zen, denn er stellt meinem Herzen nichts, als Vergnuͤ⸗ gen, vor. 2. Denk' ich an seine Liebe; wie werd' ich dann entzückt! daß, wenn es noch so truͤbe, mir doch die Sonne blickt. Da faͤllt mir immer ein: er hat sich hoch vermessen, er will mich nicht vergessen. Wie koͤnnt' ich traurig seyn! 3. Denk' ich an seine Guͤte, die alle Morgen neu; so freut sich mein Gemuͤthe bei sol⸗ cher Vatertreu. Die Last werf' ich auf ihn; so wird die Arbeit suͤße, wenn ich auch Schweiß 52⁰0 Schweiß vergieße; denn Gott ist mein Gewinn. 4. Denk' ich an sein Er⸗ barmen; er schenket mir sein Kind! O Gnade fuͤr mich Armen! Heißt das nicht treu gesinnt! Gott ist durch Christum mein; Gott muͤßte Jesum hassen, wenn er mich wollte lassen; das kann un⸗ moͤglich seyn! 5. Drum will an Gott ich denken, die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken; hier ist ein an⸗ drer Sinn. Ich trage Gott allein im Herzen und im Munde; so kann mir keine Stunde allhier zu lange seyn. 6. An Gott will ich geden⸗ ken, so laͤng'ich denken kann. Will man ins Grab mich senken; so geh' ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt. Doch glaub'ich die⸗ ses feste: Gott denket mein aufs Beste, wo sein Gedaͤcht⸗ niß ist. 593. Mel. Aus meines Herzens Grunde. A; dich, mein Gott, zu denken, ist Pflicht und Trost fuͤr mich. Wenn Vom christlichen Leben uͤberhaupt. Sorg' und Gram mich kraͤn⸗ ken; so sieht mein Aug' auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz; dann fliehn die bangen Sorgen, wie Ne— bel vor dem Morgen, und Ruh' erfuͤllt mein Herz. 2. Denk' ich an deine Lie⸗ be, wie werd' ich dann er⸗ freut! Dann fuͤhl' ich neue Triebe zur Dankbeflissenheit. mein Herz dir ganz zu weihn, dich freudig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Suͤn⸗— den mich zu scheun. 3. Du gabst mir aus Er⸗ barmen den Sohn, der fuͤr mich starb, und großmuths⸗ voll mir Armen die Selig— keit erwarb. O welch ein Gluͤck ist mein! Gott, wenn ich dieß erwaͤge, wie wird mein Herz so rege, dir ewig treu zu seyn! 4. Mit hoffendem Gemuͤ⸗ the denk' ich an deine Treu, und harre deiner Guͤte; sie ist mir taͤglich neu. Du un⸗ terstuͤtzest mich; auch wenn ich Schweiß vergieße, wird mir die Arbeit suͤße, seh' ich dabei auf dich. 5. Wie gut ist's, dein zu denken! Die Welt mag im⸗ merhin merl lenk win! Got Frer wen Trot 6 denk kant mich die? verg denk auch eing Vom christlichen Leben uͤberhaupt. merhin ihr Herz aufs Eitle lenken z wie schlecht ist ihr Ge— winn! Ich halte mich zu Gott. Dieß bringt mir wahre Freude; dieß staͤrkt mich, wenn ich leide, und ist mein Trost im Tod. 6. So will an Gott ich denken, so lang' ich denken kann! Wird man ins Grab mich senken; so geh ich zwar die Bahn, da mich die Welt vergißt; doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedenk mehr ist. 594. Ehrfurcht gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Dieh, Hoͤchster, ehrerbie— tig scheuen, ist unser Gluͤck und unsre Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heiligs Auge nicht. Drum floͤße, um mich dein zu freun, die wahre Kindes⸗ ehrfurcht ein! 521 erkannt! Denn wer noch Lust zur Suͤnde hat, liebt wahrlich dich nicht in der That. 5. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allge⸗ genwaͤrtig bist, und, das vor dir zu thun, mich schaͤme, was dir, mein Gott, zuwider ist! Der Beifall einer gan— zen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfaͤllt. A. Nie laß mich dein Ge⸗ richt vergessen; mich nie mit Suͤndern suͤndlich freun; nie muthlos, doch auch nie ver— messen und stolz in deinem Dienste seyn; nie fuͤhre mich zur Sicherheit der Reich— thum deiner Guͤtigkeit! 5. Laß mich mit weiser Vorsicht fliehen, was mich zu Suͤnden reizen kann, mich um ein reines Herz bemuͤhen, und nimm dich meiner huͤlf— reich an! So komm' ich in der Gnadenzeit durch dich zur wahren Seligkeit. 6. Erhalt' in mir ein gut 2. Sie leite mich auf Gewissen, das weder Spott meinen Wegen; sie sey mir Weisheit und Verstand, und treibe mich, das abzule⸗ gen, was ich als Unrecht hab' noch Truͤbsal scheu', und ma⸗ che von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei; Nie stoͤre Furcht und Lust 522 Lust der Welt er das zu thun, was dir gefaͤllt 7. Mit Ehrfurcht laß vor dir mich wandeln, und stets, ich sey auch wo ich sey, nach deiner Vorschrift redlich han⸗ deln, entfernt von aller Hia⸗ chelei! Wer dich von Her⸗ zen liebt und ehrt, nur der ist dir, o 555 werth. ö 8. In deiner Gnade laß mich sterben; so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd' ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn fuͤr mich sich gab. Wie werd' ich dann mich deiner freun! Wie se⸗ lig, ach, wie selig seyn! 595. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Will du der Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis' undklug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, voll— bringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' Gottes Groͤße recht empfinden, und fuͤhle deine MRichtigkeit; so wirst du nie dich unterwinden, mit Vom christlichen Leben überhaupt. thoͤrichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rath be⸗ schließt, der wunderbar, dord heilig ist. 5. Wirst du den Hoͤchj⸗ sten kindlich scheuen; so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft ver⸗ saͤumet hast. Wer Gott, als Zeugen, vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth ver⸗ leihn; wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was Unrecht ist, zu scheun. Denk' nur: vor sei⸗ nem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. 5. Den Hoͤchsten vor der Welt verehren, sowohl als in der Einsamkeit; auf des Gewissens Stimme hoͤren, und willig thun, was er ge⸗ beut; auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das thut, was ihn ehret, gern. 6. Laͤßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr ent⸗ fernst; die Furcht des Herrn wird dich schon staͤrken, daß du Vom christlichen Leden uͤberhaupt. du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem Hoͤchsten, wohlgefaͤllt, ist gluͤcklich, selbst beim Spott der Welt. 5. Sich stets vor dem Allmaͤcht'gen scheuen, giebt Kraft und Muth und Freu⸗ digkeit, wenn uns der Men⸗ schen stolzes Draͤuen, was Gott mißfaͤllt, zu thun, ge⸗ beut. Ist Gott mein Schutz, mein Heil und Licht; so beb' ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren; mich stets auf dich, den Hoͤchsten, seh'n! Laß sie mich hin zur Weisheit fuͤhren; so werd' ich niemals irre gehn. Wohl dem, der stets dich kindlich scheut! Dich fuͤrchten, Gott, ist Seligkeit. 596. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛe. D hoͤchste Langmuth du, Gott uͤber alle Goͤtter, o Jesu, schoͤnstes Bild der Sanftmuth, mein Erretter, von allem Haß und Zorn, pflanz' deine Sanftmuth ein in mein Herz und Gemuͤth, daß ich dein Bild mag seyn! 2. Das Feuer der Natur, 525 daß sich so leicht entzuͤndet, das daͤmpf' in mir dein Geist, o Jesu, so verschwindet die allzugroße Hitz'. Ach, dieses wilde Feu'r macht anders mich vor dir nur gar zum Ungeheu'r. 3. Ach, Gott! bebaͤcht' ich stets, wie sehr du stra⸗ fen koͤnntest mich schwaches Menschenkind, und mir doch Zeit vergoͤnntest zur Reu und Besserung, da du doch weit mehr Recht, mich zu versto⸗ ßen haͤtt'st, wie jenen boͤsen Knecht. 4. Was ist es denn wohl groß, daruͤber ich entbrenne? Wie, daß ich mich fuͤr schwach, den Naͤchsten nicht erkenne? Ist doch der Scha⸗ de nur oft klein an Ehr' und Gut, und jener Schade groß, den mir der Eifer thut. 5. Ach, lehre mich, mein Gott, wie ich mir selbst ver⸗ kuͤrze die kurze Lebenszeit, und in den Tod mich stuͤrze; Lehr' mich bedenken stets, wie du so guütig bist; wie niemals auch der Zorn thu', was vor Gott recht ist. 6. O daß ich weise waͤr! Den Zorn die Weisen stil⸗ len. 524 len. Aus einem Brunnen mag nicht suͤß und bitter quillen. Wie sollte denn mein Herz je hegen Bitterkeit, die Zung' erregen Haß, Unfrie— den, Zank und Streit! 7. Laß mich den Eigensinn hinfuͤhro doch ablegen, und Christi sanften Sinn anneh— men; da hingegen den Zun⸗ der meines Zorns, den Ehr— geiz daͤmpf' in mir, den Geiz und Eigennutz, auch eitle Rachbegier! 8. Laß mich das Feuer gleich in erster Gluth erstik— ken, laß diesen Satan mich durch Jesum unterdruͤcken; nie uͤber meinem Zorn die Sonne untergehn! So werd' ich dermaleinst das Land des Friedens sehn. 597. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Mein lieber Gott, gedenke meiner im Besten itzt und allezeit! Denn außer dir o Herr, ist keiner, der mich mit Rath und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht, und sagt mir, du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn Vom christlichen Leben uͤberhaupt. ich hoͤre dein suͤßes Evange— lium, und mache mir die Himmelslehre zu rechter Kraft im Christenthum, daß sie mir stets zu Her⸗ zen dring', und tausendfache Fruͤchte bring'. 5. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke doch in Weil ich Gnaden drauf! durch Christum vor dich tre— te; so schließ dein Vaterherz mir auf! Doch gieb mir nichts, als dieß allein, was mir kann gut und selig seyn. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht ungnaͤdig hin, weil ich, so lang' ich hier noch walle, im Guten oft so laͤssig bin. O foͤrdre meinen Gang und Stand durch Kraft und Staͤrke deiner Hand! 5. Gedenke meiner, wenn ich leide! Wen hab'ich sonst, als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Troͤster koͤnnte seyn? Und hab' ich dich; so lacht mein Muth, wenn alles noch so boͤse thut. 6. Gedenke meiner auch in allen, woran ich nicht ge— denken kann, und blicke mich mit mit nen gie fäͤll gut ich alle mie mei Me ge me Un we ree det vo Vom christlichen Leben uͤberhaupt. mit Wohlgefallen in mei⸗ nem ganzen Leben an! Denn giebst du mir, was dir ge⸗ faͤllt; so ist's um mich recht gut bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe! Und wenn mich alle Welt vergißt; so setze mich in jenes Erbe, wo du mein Theil und Leben bist. Denn bleibst du nicht im Himmel mein; so moͤcht' ich nie gebohren seyn! 38. Ich will mich uͤber nichts betruͤben; in deine Haͤnde hast du mich zum Heil und Segen angeschrie— ben. Drum steht die Hoff⸗ nung blos auf dich, und denkt im Glauben ungekraͤnkt, daß Gott im Besten meiner denkt. 598. Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Ger, deinen heiligen Be⸗ fehlen will ich mit Ernst gehorsam seyn, sie nur zu meiner Richtschnur waͤhlen, und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Willle ist ge— recht und gut. Wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam forderst du von allen, die dich zu kennen 525 faͤhig sind. Auch ich kann dir nur wohl gefallen, wenn ich, dir folgsam, als dein Kind, thu', was du willst, aus Lieb' und Dank, und nicht aus Sklavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o hilf mir, daß ich immerdar dir, Vater, so gehorchen lerne, als Jesus dir gehorsam war. Er war's auch unter Schmach und Noth; er war's selbst bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Ge⸗ setze mir immer gegenwaͤrtig seyn; laß mich, daß ich sie nie verletze, dich, den Allwis⸗ senden, stets scheun! Dein Joch ist sanft, leicht ist die Last, die du uns aufgeleget ast. 5. Sobald ich deine Stimme hoͤre; so mache du mich auch bereit, daß ich mit Folgsamkeit sie ehre, und thue, was sie mir gebeut! Ich soll nicht Hoͤrer nur al— lein, ich soll und will auch Thaͤter seyn. 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf ihren Lasterwegen an; so laß mich 526 mich fliehn, und sie vermei⸗ den! Was ist's, das sie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Pein; und die wird groß und schrecklich seyn! 7. Doch, wenn ich mich im Guten uͤbe, und deinen Willen treulich thu'; so bleib' ich, Gott, in deiner Liebe, und hab' in des Ge⸗ wissens Ruh den Himmel hier schon in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit. 599. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛe. Ab, Gott, verlaß mich nicht! Gieb mir die Gnadenhaͤnde; ach, fuhre mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Se⸗ ligkeit; sey du mein Lebens⸗ licht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz! Ach, Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wallen; ach, laß mich nimmermehr in Suͤnt' und Schande fallen! Gieb mir den guten Geist; gieb Glau⸗ benszuversicht; Vom christlichen Leben uͤberhaupt. Stark' und Kraft! Ach, Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf' aus Her⸗ zensgrunde! Ach, Hoͤchster, starke mich in jeder boͤsen Stunde! Wenn mich Ver⸗ suchung plagt, und meine Seel' ansicht: so weiche nicht von mir! Ach, Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ach, laß dich doch be⸗ wegen! Ach, Vater, kroͤne doch mit reichem Himmels se⸗ gen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefaͤllt! Ach, Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich bleibe dir ergeben. Hilf, daß ich, großer Gott, recht glaͤuben, christlich le⸗ ben, und selig sterben mag, zu sehn dein Angesicht! Hilf mir in Noth und Tod! Ach, Gott, verlaß mich nicht! 600. Mel. Wie herrlich strahlt der ꝛe. Jesu, Jesu, Gottes Sohn, mein Bruder und mein Gnadenthron, mein' sey meine hoͤchste Freud' und Wonne, du Vom christlichen du weiß'st es, Herr, ich rede wahr, vor dir ist alles son⸗ nenklar, ja klaͤrer, als die Sonne: herzlich lieb' ich mit Gefallen dich vor allen; v nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dieß ist mein Schmerz, dieß kranket mich, daß ich nicht gnug kaun lieben dich, wie ich dich lieben wollte; je mehr ich lieb'/ je mehr ich find', in Liebe gegen dich entzuͤnd't, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Guͤte ins Gemuͤthe reichlich fließen, und desLebens Muͤh versuͤßen. g. Durch deine Kraft treff' ich das Ziel, daß ich, so viel ich kann und will, dich allzeit lieben moͤge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud' und Geld, wenn ich es uͤberlege, kann mich ohn' dich gnugsam laben; nur die Gaben deiner Liebe troͤsten, wenn ich mich betruͤbe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, verschaffst dem Herzen Fried' und Ruh, er⸗ freuest sein Gewissen. Es geh' auf Erden, wie es will, laß seyn des Kreuzes noch so Leben uͤberhaupt. 5²7 viel, soll er doch dein genie⸗ ßen. Endlich ewig nach dem Leide große Freude wird er finden; alles Trauren muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat jemals dieß gehoͤrt, kein Mensch ge⸗ sehen, noch gelehrt, es laͤßt sich nicht beschreiben, was denen dort fuͤr Herrlichkeit bei dir und vor dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gruͤnd⸗ lich laͤßt sich nicht erreichen, noch vergleichen Erdenschaz— zen das, was uns dort wird ergoͤtzen. 6. Drum laß ich billig dieß allein, o Jesu, meine Sorge seyn, daß ich dich herzlich lie⸗ be; daß ich in dem, was dir gefaͤllt, und mir dein goͤttlichs Wort vorhaͤlt, aus Liebe mich stets uͤbe; bis ich end⸗ lich werd' abscheiden, und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd'ich deine Suͤ⸗ ßigkeit, des Himmels Freu⸗ den allezeit in reiner Liebe schmecken, und seh'n dein lieb⸗ reichs Angesicht mit unver⸗ wandtem Augenlicht, ohn' alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd' ich seyn er⸗ quicket 528 quicket und geschmuͤcket mit der Krone, Herr, vor deinem Himmelsthrone. 601. Mel. Was mein Gott will, das ꝛe. H5 mir, mein Gott, hilf, daß nach dir von Her— zen mich verlange; daß ich dich suche mit Begier, und standhaft dir anhange! Ver— leih', daß ich mit Freuden dich und deine Huͤlfe finde! Gieb mir den Sinn, daß ich forthin meid' alle Schand' und Suͤnde! 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Schmerz mich dei⸗ ner Gnad' ergebe; schaff' in mir ein gebessert Herz; gieb, daß ich heilig lebe; vor dir erschein', herzlich bewein' all meine Missethaten! Laß mich auch fein mildthaͤtig seyn, den Duͤrftigen zu rathen! 3. Die Lust des Fleisches daͤmpf' in mir, daß sie nicht uͤberwindez rechtschaffneLieb' und Lust zu dir durch deinen Geist entzuͤnde; daß ich in Noth, bis in den Tod, dich und dein Wort bekenne, mich auch kein Trutz, noch Eigen⸗ nutz, von deiner Wahrheit trenne! Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 4. Behuͤte mich vor Grimm und Zorn, mein Herz mit Sanftmuth ziere; reiß aus den schnoͤden Hoffahrtsdorn, zur Demuth mich anfuͤhre! Was noch von Suͤnd an mir sich find't, das hilf du mir ablegen; laß allezeit Trost, Fried' und Freud' sich in mir Armen regen! 5. Den Glauben staͤrk'; die Lieb erhalt; die Hoffnung ma⸗ che feste, daß ich von dir nicht wanke bald! Bestaͤndigkeit ists Beste. Den Mund be⸗ wahr', auf daß Gefahr durch ihn nicht werd' erwecket; ver⸗ sorg'den Leib, doch daß er bleib' von Geilheit unbeflecket. 6. Gieb, daß ich treu und fleißig sey in dem, was mir gebuͤhret; durch Ehrgeiz, Stolz und Heuchelei nicht werde je verfuͤhret! Streit— suͤchtigkeit, Haß, Zank und Neid laß nicht in mir ver⸗ bleiben; und Diebsgewinn wollst du von mir vertreiben! 5. Hilf, daß ich folge treuem Rath, und ab vom Irrthum trete; den Armen helfe mit der That; fuͤr Freund' und Feinde bete; dien' jedermann, so verstockten Sinn rimm mit aus dorn, uhre! d an If du lezeit sich die Herz nicht gma⸗ gkeit d be⸗ durch ver⸗ bleib' tund mir geiz, nicht treit⸗ und ver⸗ Sinn st du euem Vom christlichen so viel ich kann, das Boͤse haß' und meide an allem Ort, nach deinem Wort, bis ich von hinnen scheide. 602. Mel. Ach, was soll ich Suͤnder ꝛc. Meigen Jesum will ich lie⸗ ben, weil ich hier im Leben bin, ihm ergeb'ich Muth und Sinn, er bleibt mir in's geschrieben. Wenn mir alles schon gebricht; mei⸗ nen Jesum laß ich nicht! 2. Meinen Jesum will ich lieben, ob mich Angst und Un⸗ gluͤck plagt, ob mich mein Ge⸗ wissen nagt; nichts, ja, nichts kann mich betruͤben. Ob mich Suͤnd'und Tod anficht; mei⸗ nen Jesum laß ich nicht! 3. Meinen Jesum will ich lieben, meinem Jesu halt ich still, mir geschehe, was er will. Weil ich lebe, will ich uͤben treu und heilig diese Pflicht: meinen Jesum laß ich nicht! 4. Meinen Jesum will ich lieben, meinen Jesum halt' ich fest, ob mich alle Welt ver⸗ laͤßt. Wollt' auch aller Trost verstieben; ob mein Herz im Tode bricht; meinen Jesum laß ich nicht! Leben uͤberhaupt. 529 5. Meinen Jesum will ich lieben, bis er mich ins Grab hinstreckt! Und weil er mich einst erweckt; wird auf mei⸗ nen Sarg geschrieben: Je⸗ sus ist mein Heil und Licht. Meinen Jesum laß ich nicht! 603. Gott, mein Schoͤpfer, edler Fuͤrst und Vater meines Lebens, wo du mein Leben nicht regierst, so leb' ich hier vergebens; ja, ich bin dann lebendig todt, der Suͤn⸗ de ganz ergeben. Wer frech beharrt in Suͤndennoth, der hat das wahre Leben noch niemals recht gesehen. 2. Drum wende, Vater, deine Gnad' zu deinem schwa⸗ chen Kinde! Gieb allezeit mir Schen Rath, zu meiden Schand' und Suͤnde! Be⸗ huͤte meinen Mund, laß mir ja nimmermehr entfallen ein solches Wort, dadurch ich dir und denen, die mit wallen, mißfaͤllig sey und schade! 3. Bewahr', o Vater, mein Gehoͤr a lzeit auf dieser Erde vor allem, dadurch dei⸗ ne Ehr', dein Reichentheilige Ll werde! Vom christlichen werde! Laß der Verleum⸗ dung Gall und Gift doch nie mein Herz berüuͤhren! Denn wen der Lästrer Tuͤcke trifft, den pflegt sie zu ver⸗ fuͤhren zum Zanken und zu Schmaͤhen. V ö 4. Regiere meiner Augen Licht, daß sie nichts Arges treiben; ein unverschaͤmtes Angesicht laß ferne von mir bleiben; was ehrbar ist, was Zucht erhaͤlt; wornach die Engel trachten; was dir be⸗ liebt und wohlgefällt, das laß mich auch hoch achten, all Ueppigkeit verachten! 5. Gieb, daß ich mich nicht lasse ein zum Schlemmen und zum Prassen; laß deine Lust die mein'ge seyn, die an⸗ dre fliehn und hassen! Die Lust, die blos das Fleisch er⸗ goͤtzt, die zieht uns hin zur Hoͤllen, und was die Welt fuͤr Freude schaͤtzt, pflegt Seel' und Geist zu faͤllen, und ewiglich zu qualen. 6. Oselig, der den Geist stets naͤhrt, ihn stets zum Himmel lenket, der nichts mehr sucht, nichts mehr be⸗ gehrt, auf nichts so ernstlich denket, als was zu jenem Leben uͤberhaupt. Leben bringt, da man bei Gott stets lebet, und bei der Schaar, die froͤhlich singt, und in der Wonne schwebet, die keine Zeit aufhebet. 604. Mel. Straf' mich nicht in deinem ꝛe. Seele/ mache dich bereit, wache, fleh' und bete, daß dein Herz zur boͤsen Zeit nicht von Gott abtre— te! Ach, schon ist mancher Christ von Versuchungs⸗ stunden ploͤtzlich uͤberwun— den! 2. Auf dann, und ermun⸗ tre dich aus dem sichern Schlafe! Immer, glaub' es, zeiget sich bald darauf die Strafe. Der faͤllt leicht, dem es deucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Hoͤhe. 3. Wache! Denn hier hat der Christ noch von allen Sei— ten, was der Seele schaͤdlich ist, muthig zu bestreiten. Gott laͤßt zu, daß auch du, wenn du sorglos wallest, in Ver— suchung fallest. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be— zwinge, oder, wenn sie sich verstellt, listig an sich bringe! Wach' bei der ugt, bet, m ꝛc. reit, dete, oͤsen otre⸗ icher ugs⸗ ꝛun⸗ nun⸗ ern es, die icht, icher oͤhe. hat Sei⸗ dlich Hott enn Ver⸗ nicht be⸗ sich nge! zach' Vom christlichen Wach' und sieh', daß dich nie die Verfuͤhrer faͤllen, die dir Netze stellen! 5. Wach', und hab' auf dich wohl Acht; trau nicht deinem Herzen! Leicht kann, wer es nicht bewacht, Got⸗ tes Huld verscherzen. Ach, es ist voller List, weiß sich selbst zu heucheln, und mag gern sich schmeicheln. 6. Aber bet' auch stets da⸗ bei, bete bei dem Wachen! Das wird dich von Traͤg— heit frei und behutsam ma⸗ chen. Gott verleiht Mun⸗ terkeit auf dem rechten Pfade durch erbetne Gnade. 7. Nahe dich dann mit Gebet oft zu seinem Thro— ne! Wenn dein Herz nur glaͤubig fleht, hoͤrt er in dem Sohne. Er verheißt seinen Geist, mit ihm Kraft und Leben, auf dein Flehn zu geben. 8. Nun, so will ich im⸗ merdar wachen, flehn und beten, und vermehrt sich die Gefahr, immer bruͤnstger beten. In der Noth, in dem Tod werd' ich froh be— stehen; Gott wird mich er— hoͤhen. Leben uͤberhaupt. 605. Mel. Straf' mich nicht in deinem ꝛc. Mache dich, mein Geist, bereit, wache, flehꝰ und bete, daß dich nicht die boͤ⸗ se Zeit unverhofft betrete! Denn es ist Satans List uͤber viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Suͤndenschlafe! Denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth, ja der Tod moͤchte dich in Suͤnden unvermuthet finden. 5. Wache auf! sonst kann dich nicht unser Herr er— leuchten; wache! sonsten wird dein Licht dir noch fer⸗ ne deuchten. Denn Gott will fuͤr die Fuͤll' seiner Gnaden⸗ gaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Sa⸗ tans List nicht im Schlaf antreffe! Weiler drauf begie— rig ist, daß er so dich treffe. Doch Gott giebt, die erliebt, nicht in seine Strafen, wenn sie nur nicht schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be— zwinge, oder, wenn sie sich Li2 verstellt, 55¹ 532 verstellt, wieder an sich brin⸗ ge; wach' und sieh', damit nie viel' von falschen Bruͤdern unter deinen Gliedern! 6. Wache dazu auch fuͤr dich, fuͤr dein Fleisch und Herze, damit es nicht luͤder⸗ lich Gottes Huld verscherze; denn es ist voller List, und kann sich bald heucheln, und in Hoffart schmeicheln. 5. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen! Denn der Herr nur kann dich frei von dem allen machen, was dich druͤckt und bestrickt, daß du schlaͤfrig bleibest, und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten seyn, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrei'n, wenn wir wollen leben, und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Suͤnden, kraͤftig uͤberwinden. 9. Doch, wohl gut, es muß uns schon alles gluͤcklich ge⸗ hen, wenn wir ihn durch sei⸗ nen Sohn im Gebet anfle⸗ hen; denn er will uns mit Fuͤll' seiner Gunst beschuͤtten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns im⸗ merdar wachen, flehen, be— Vom christlichen Leben uͤberhaupt. ten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer naͤher treten. Denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten, und die Welt vernichten. 606. Mel. Nun sich der Tag geendet ꝛc. Do, Gott, bist uͤber alles Herr, Verstand und Huld sind dein. Wer sollte denn, Allguͤtiger, nicht gern dir folgsam seyn? 2. Was du gebeutst, ist recht und gut; ist fuͤr uns Seligkeit. Wohl dem, der deinen Willen thut, und, gut zu seyn, sich freut! z. Wer aber seine Pflicht vergißt, der bringt sich selbst in Noth; denn nur was boͤs' und schadlich ist, verbeutst du uns, o Gott! 4. Du bist, wenn du Ge⸗ setze giebst, nur Vater, nicht Tyrann; und treibst uns, blos, weil du uns liebst, dir zu gehorchen, an. 5. Nehm' ich auf mich dein sanftes Joch; so setz' ich meinen Lauf mit Freuden fort. Und fall' ich noch; so hilfst du selbst mir auf. 6, Mich Vom christlichen 6. Mich warnt dein Wort; es droht; verheißt; legt Heil und Tod mir vor. Und ich verschloͤsse deinem Geist undankbar Herz und Ohr? 7. Wie koͤnnte der, der dich nicht hoͤrt, dein Kind, o Vater, seyn? Nur die sind dieser Wuͤrde werth, die deinem Dienst sich weihn. 8. So sey dir denn mein Herz geweiht! Ich bin dein Eigenthum. Gieb diesem Willen Festigkeit! Dir fol— gen, sey mein Ruhm! 607. Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛe. Gue und heilig ist dein Wille, wie du selbst es bist, o Gott! Du gebeutst! In tiefer Stille hoͤrt die Schoͤpfung dein Gebot. Die im Himmel dir lobsin— gen, stehn um deinen Thron bereit, freuen sich der Selig— keit, deinen Willen zu voll—⸗ bringen; nur der Mensch erkennt's oft nicht fuͤr sein Gluͤck und seine Pflicht. 2. Dir gehorcht mit sanf⸗ ter Wonne sel'ger Geister zahllos Heer. Deine Veste, deine Sonne, Sturm und Leben uͤberhaupt. 535 Donner, Erd' und Meer, alles dienet deinem Willen; alles, Hoͤchster, was du schufst, eilt und draͤngt sich, wenn du rufst, dein Gebot stets zu erfuͤllen; nur der Mensch erkenntẽsoft nicht fuͤr sein Gluͤck und seine Pflicht. 3. Stolz empoͤrt sich mei⸗ ne Seele, Herr und Schoͤ— pfer, wider dich; deine goͤtt⸗ lichen Befehle wirft sie thoͤ— richt hinter sich; laͤßt sich nicht von dir regieren; kluͤg⸗ licher, nach ihrem Wahn, waͤhlt sie eine andre Bahn, die sie soll zum Heile fuͤhren, und geht mit verblendtem Sinn auf verkehrten We⸗ gen hin. 4. Laß es, Gott, uns doch empfinden, daß uns unser Herz verfuͤhrt; daß die eitle Lust der Sünden uns zuletzt den Tod gebiert! Mach' uns deinen Willen wichtig; fuͤhr' auf deine Bahn uns hin; lehr' uns jeden Irrweg fliehn! Denn dein Weg allein ist richtig. Mach' uns unsern Pflichten treu, daß der Wandel heilig sey! 5. So wird auch bei uns auf Erden, wie im Himmel, dein 554 dein Gebot dankbar ausge⸗ richtet werden, heiliger und großer Gott! Alle Werke deiner Haͤnde werden unter⸗ than dir seyn; alle deiner Huld sich freun bis an deiner Schoͤpfung Ende. Denn, der deinen Willen thut, hat allein es ewig gut. 608. Besondere Pflichten gegen uns selbst. Selbstliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott. Dꝛ willst es, Herr, mein Gott, daß ich mich sel⸗ ber liebe. Gieb, daß ich diese Pflicht nach deiner Vor— schrift uͤbe; und laß den sel'⸗ gen Trieb, mich meines Gluͤcks zu freun, den du mir eingepflanzt, nicht mein Verderben seyn! 2. Gieb, daß mein gan⸗ s Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in allem ich dein Auge kindlich scheue! Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was deinem heil'gen Rath, o Gott, entgegen ist. z. Kein schnoͤder Eigen⸗ nutz beherrsche meine Seele! Und wenn zu meinem Gluͤck Vom christlichen Leben uͤberhaupt. ich Weg' und Mittel waͤhle; so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun! 4. Dein Fluch trifft jedes Gluͤck, dabei die Tugend leidet; dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dieß schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Ge⸗ muͤth der Eitelkeiten Schim— mer! Die Welt mit ihrer Lust vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kur⸗ ze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergaͤng— lichs Gut ist's, was uns gluͤcklich macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewis⸗ sen, nur das kann uns allein des Lebens Last versuͤßen; das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns, aus der Zeit, zum großen Segen nach, bis in die Ewigkeit. 7. O selig, wer darnach mit heil'gem Eifer trachtet, und fuͤr sein groͤßtes Gluͤck, Gott, deine Gnade achtet! Der He; auf un, ehn des end cht, det. hut, icht. dieß Ge⸗ im⸗ hrer auf kur⸗ eitle aͤng⸗ uns ones wis⸗ llein 6en; Tod, Zeit, bis nach htet, luͤck, htet! Der Vom christlichen Leben überhaupt. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Ruh, und einst vollkommne Seligkeit. 8. Das sey mein Zweck, mein Fleiß; o segne mein Bemuͤhen! So wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. So lieb' ich recht mich so, wie dir es wohlgefaͤllt, und uͤber alles dich, mein Gott, und nicht die Welt. 609. Werth der Seele, und Sorge fuͤr dieselbe. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛe. Herr⸗ meiner Seele großen Werth, den mir dein theures Wort erklaͤrt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die Sorge fuͤr ihr Wohl, so unermuͤder, als ich soll, den groͤßten Eifer lenken! 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! hast du ihr zugedacht! Wie viel an sie gewendet! Du schufst sie, Gott, dein Bild zu seyn, und hast, es in ihr zu erneun, selbst deinen Sohn gesendet. 3. Zu groß fuͤr diese kurze Welch Gluͤck, 555 Zeit, bestimmt zum Gluͤck der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit zu groͤßerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 4. Mit großer Treue willst du sie, selbst durch des Lebens kurze Muͤh, zu diesem Ziele fuͤhren. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Vater— huld ihr ausersehn, verlieren! 5. Mit dir, o Gott, ver⸗ eint zu seyn, mich ewig dei— ner Huld zu freun, und dich zum Trost zu waͤhlen, das sey mein Fleiß und hoͤchster Zweck; laß mich dazu den rechten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen! 6. Wer boͤse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Suͤnden hasset; das seine Schuld vor dir bereut, und das zu deiner Guͤtigkeit durch Christum Hoffnung fasset! 7. In meiner ganzen Pil— grimschaft laß mich, gestaͤrkt durch deine Kraft, nach je— nem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, 556 stellt, und alle Guͤter dieser Welt wie nichts dagegen achten. 8. Wie selig werd' ich dann nicht seyn! Schon hier werd' ich mich deiner freun, und in dir ruhig leben; und du wirst, nach vollbrachter Zeit, auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. 610. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛe. No meiner Seelen Selig⸗ keit laß, Herr, mich eifrig ringen! Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicher⸗— heit verbringen? Wie wuͤrd' ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wuͤnscht einzugehn, muß reines Her⸗ zens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine man nicht mehr suͤnd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufst uns hier zur Heiligung. Drum laß au hier auf Erden des Geistes Vom christlichen Leben überhaupt. wahre Besserung mein Hauptgeschaäfte werden! Herr, staͤrke mir dazu den Trieb; nichts sey mir je so groß, so lieb, mich davon abzuwenden! 4. Gewoͤnn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefaͤllt, o Gott, daruͤber meiden; was huͤlfe mir's? Nie kann die Welt mit al⸗ lem, was sie in sich haͤlt, mir deine Gnad' ersetzen. 5. Was fuͤhrt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Wer kann mir Trost und Freudigkeit in Noth, im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Gluͤck! nur Friede Gottes und ein Blick auf je⸗ nes Lebens Freuden. mich Pflic stuͤtz mein hier dort Selbt Mel. W lehre Giel heit ich b 6. Nach diesem Kleinod, Suͤnden sehen, und wenn Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und, was mir daran hinderlich, mit ed⸗ lem Muth verachten! Daß ich auf deinen Wegen geh', und im Gericht dereinst be⸗ steh', sey meine groͤßte Sorgel 7. Doch, was vermag ch ich, wenn du nicht vor Traͤg⸗ und heit mich beschuͤtzest, mich nich bleil weit 2 dein mich Pre zuw liche als! ich 3 nack bin Her Ve sehi Jef nein den! den e so won die hren was uͤber ir's? t al⸗ lehre sie mich recht verstehn! mir zur rin kann gkeit ben? nicht riede if je⸗ nod, allen was ted⸗ Daß geh/ t be⸗ orgel mag raͤg⸗ und mich mich, Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 557 mich zur Treu in dieser und ob ich auch im Glauben Pflicht mit Kraͤften unter⸗ stuͤtzest? O staͤrke mich, mein Gott, dazu; so find' ich hier schon wahre Ruh', und dort das ew'ge Leben. 6114.1 Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Wer bin ich? Welche wicht'ge Frage! Gott, Gieb, daß ich mir die Wahr⸗ heit sage, um mich so, wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Haͤnden, du schufst Gott, zu deinem Preis; dazu mein Leben an⸗ zuwenden, das ist dein vaͤter— lichs Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, oͤffne selbst mir das Verstaͤndniß, recht einzu⸗ sehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh', Herzens Tiefen, selbst unergruͤndlich sind. Drum laß mich oft und ernst⸗ lich pruͤfen: ob ich sey Chri— sto gleich gesinnt? Befreie mich vom falschen Wahn, steh'? 4. Du kennest unsers die uns der auch den Kluͤgsten taͤu⸗ schen kann. 65. Wie kann der, der bei allem Wissen des Herzens Zustand sich verhehlt, auf wahre Beßrung seyn beflis⸗ sen, er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand. Drum mache mich mit mir bekannt! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Va⸗ ter, das entdecke mir! Hab' ich der Wahrheit Weg er⸗ waͤhlet; so gieb, daß ich ihn nicht verlier! Erleuchte mich mit deinem Licht; so taͤuschen mich Verfuͤhrer nicht. 7. Bin ich itzt von dem sichern Pfade, der mich zum Leben fuͤhrt, noch fern; so wecke mich durch deine Gna⸗ de, daß ich ihn ernstlich su⸗ chen lern'. Gieb mir zur Beß⸗ Vom christlichen Lust und Kraft; der beides in uns 368 Beßrung du bist's, schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug, und frei vom schnoͤden Selbstbetrug! 612. Mel. O Gott, Goc du erforschest mich; dir kann ich nichts ver⸗ hehlen; du siehest jede That; du kennst den Rath der See— len. Ich nahe mich zu dir, und fleh' in Demuth dich: entdecke mir mein Herz! du weiß'st, leicht tͤuscht es mich. w 2. Ich bin ein Christ, ge⸗ tauft, mein Gott, auf deinen Namen. Erfuͤllt' ich jede Pflicht des Christenthums, und kamen die Werke, die ich that, aus Glauben und aus Pflicht? Bin ich ein Heuchler 1. so kennt mich e nicht. 3. Hab' ich dich, Gott, ge⸗ liebt, und durch ein frommes du frommer Gokt ꝛc. Leben uͤberhaupt. Leben mich deinem Dienst geweiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein heil'— ges Wort gebessert und er— freut? War ich, was es be⸗ fiehlt, auch stets zu thun, bereit? 4. Vertraut' ich standhaft dir im Kummer, Gram und Leiden? Verdankt' ich dir mein Gluͤck? Blieb ich bei meinen Freuden der Tugend treu? War ich aufs Ewige bedacht? Und hab' ich jeden Tag zu meinem Heil voll⸗ bracht? 5. Gebraucht' ich meinen Geist mit allen seinen Kraͤf⸗ ten, den Willen und Ver⸗ stand zu nuͤtzlichen Geschaͤf— ten? Hab' ich fuͤr meinen Leib mit Weisheit stets ge— wacht? 1 genaͤhrt und angefacht? 6. Hab' ich die, die du mir zur Aufsicht anvertrauet, durch eignes Beispiel gern gebessert und erbauet? Sorgt' ich stets fuͤr ihr Wohl, fuͤr ihre Seligkeit? Und straft' ich ihr Vergehn unen und Freundlichkeit? 7. heit Geuz War ich voll Men⸗ Ind keine böse Lust Blieb 100 der Waͤhr⸗ Mens sich ir Trieb Noth Reize und dem( 8. that, ten? die m Bezn Zeigt Erre, mals 9. Trost theid Haͤrt leidit Vom christlichen Leben überhaupt. Dienst Menschenliebe? Und regten ganz sich in mir des Mitleids edle rheil⸗ Triebe bei meiner Bruͤder d er⸗ es be⸗ thun, dhaft n und h dir ch bei ügen wige jeden voll⸗ einen Kräf⸗ Ver⸗ schaͤf⸗ einen s ge⸗ Lust · u mir auet, gern uet? rihr keit? gehn keit? Zahr⸗ voll Men⸗ Noth? Floh' ich des Stolzes Reiz? Verschloß ich Aug' und Herz der Habsucht und dem Geiz? 8. Hab' ich, wie Jesus that, gesegnet, die mir fluch⸗ ten? Hab' ich auch die geliebt, die mir zu schaden suchten? Bezwang ich meinen Zorn? Zeigt' ich Versoͤhnlichkeit? Erregte Andrer Gluͤck nie⸗ mals in mir den Neid? 9. War ich der Unschuld Trost, und hab' ich sie ver⸗ theidigt? Hab' ich durch Haͤrte nie den Duͤrftigen be— leidigt? Brach ich den Hun⸗ grigen mein Brodt? Und that ich's gern? War Uebermuth und Trotz, und Herrschsucht, von mir fern? 10. Allwissender! wer kann, wie oft er fehlet, mer⸗ ken? Sey gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung ist bei dir. Laß ihren Trost auch mein, und mich dadurch ge⸗ staͤrkt zum Fleiß der Beß—⸗ rung seyn. 559 613. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. Gieb, Goͤtt, wenn ich dir diene, daß ich mich nicht erkuͤhne, daruͤber stolz zu seynl Wer kann bei seinen Wer⸗ ken, wie oft er fehlet, mer⸗ ken? Wer ist von Maͤngeln voͤllig rein? 2. Such' ich nur deinen Willen so eifrig zu erfuͤllen, als es dein Wort gebeut? Trag' ich der Tugend Buͤr— de, aus Kenntniß ihrer Wuͤr⸗ de, auch immer mit Zufrie⸗ denheit? 5. Entzieh' ich mich den Suͤnden auch stets aus rech⸗ ten Gruͤnden, aus wahrer Froͤmmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Fruͤchte deiner Liebe, nur Fruchte der Natur und Zeit. 4. Der Suͤnden meiner Jugend, der Maͤngel meiner Tugend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienen, rechten; so trifft sie alle dein Gericht. 5. Doch, wenn auch dir zur Ehre rein meine Tugend waͤrez weß ist dasEigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer 540 Vom christlichen Leben uͤberhaupt. Wer ließ in meinen Pflich⸗ um bewahre mich vor Stols ten mein Gluͤck mich sehn und Uebermuth! Wet und meinen Ruhm? 2. Wenn ich vielleicht 6. Wer gab mir, dich zu lie⸗ der Welt mehr, als mein He ben und dein Gebot zu uͤben, Naͤchster, nuͤtze, und wenn—4 die Lust und Freudigkeit? ich mehr Verstand, als er Gieb Wer staͤrkte meine Kraͤf⸗ besizt, besitze; bin ich drum lehre te im Heiligungsgeschaͤfte? mehr, als er? O beides die e Wer gab mir Muth und koͤmmt von dir, Verstand und Sieg im Streit? Hiceses uh und du er⸗ zum baͤltst es mir. 2. 7½. Du schaffst, daß ich dich 3. Wenn mir ein groͤßres Schi wähle; du russt mich, wenn Gluͤck nach deinem Rath be⸗ der 2 ich fehle, auf rechten Weg gegnet, und deine Guͤtigkeit nicht zuruͤck; du ziehst mich ab mich mehr, als andre, segnet; dir g von Suͤnden, und laß'st mich giebt diese deine Huld mir und Gnade finden, und giebst zu wohl zum Stolz ein Recht?, dami meiner Beßrung Gluͤck. Bin ich darum nicht auch, vom 8. Sollt' ich mich deß er⸗ was andre sind, dein Knecht? 3. heben, was du mir, Herr, ge⸗ 4. Wenn ich geehrt und Sche geben? Hab' ich zum Lohn groß in hohen Wuͤrden stehe, ser= ein Recht? Koͤnnt' ich auch und andre unter mir im klei⸗ mich alles uͤben, was du mir vor⸗ nern Gluͤcke sehe; wer machte telkei geschrieben; wer bin ich? sie gering, und wer erhoͤhte Thor Ein unnuͤtzer Knecht! mich? Ist nicht mein Naͤch im ster oft viel wuͤrdiger, als ich? hier; 614. 5. Wie koͤnnt' ich mich, A4. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. 0 Gott, des Guten uͤberhe⸗ leben Woadist mein Stand, mein ben? Was ich besitz', ist dein; verel Gluͤck, und jede gute von dir hab' ich mein Leben, nie e Gabe, Gott, der du alles und was ich Gutes thu', dazu Anse giebst, von dem ich alles ha- giebst du Gedeihn. Drum du m be? Es ist nicht mein, es ist laß mich ewig fern von Stolz ter, ein unverdientes Gut. Dar⸗ und Hochmuth seyn! vor 1 61⁵ Stolz elleicht 3mein wenn als er drum beides erstand du er⸗ roͤßres ith be⸗ tigkeit egnet; ld mir Recht?; auch, necht? t und stehe, n klei⸗ nachte hoͤhte Naͤch— s ich? mich, herhe— dein; eben, dazu Drum Stolz Vom christlichen 615. Mel. Wenn meine Suͤnd'n mich ꝛc. Herr, laß nach eitler Ehre mich niemals geizig seyn! Gieb, daß dein Geist mich lehre, der Ehre mich zu freun, die ewiglich vor dir besteht, und mit mir von der Erde zum Himmel uͤbergeht. 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Denn der ist doch nicht immer ein Mensch, der dir gefaͤllt, der Tittel, Rang und Wuͤrden hat; und wer damit sich bruͤstet, ist fern vom Tugendpfad. 3. Nicht im Besitz von Schaͤtzen und Guͤtern die⸗ ser Zeit laß meinen Ruhm mich setzen! sie sind doch Ei— telkeit; sind oftmals auch des Thoren Gluͤck; verlassen uns im Sterben, und bleiben hier zuruͤck. 4. Laß mich in Demuth leben, wenn mich die Welt verehrt; durch Stolz mich nie erheben, wenn sich mein Ansehn mehrt; und schenkst du mir der Erde Gut, o Va⸗ ter, so bewahre mich auch vor Uebermuth! 61⁵ Leben uͤberhaupt. 54¹ 5. Dich kennen! meine Pflichten mit Treu und Redlichkeit gewissenhaft ver⸗ richten, wie mir dein Wort gebeut, und uͤberall mein Christenthum nach Jesu Vorbild uͤben, das sey mein wahrer Ruhm! 6. Dein Beifall ist das Beste, was ich mir wuͤn⸗ schen kann. Wenn ich mich deß getroͤste; so hab' ich gnug daran, wenn mir es auch an Ruhm der Welt bei allen guten Thaten, die ich ver⸗ richte, fehlt. 7. Nie laß mich Ruhm erschmeicheln, der mir doch nicht gehoͤrtznie als ein Gleiß⸗ ner heucheln, den Menschen⸗ gunst bethoͤrt! Der Tugend meinen Fleiß zu weihn, und andrer Gluͤck zu foͤrdern, laß mein Bestreben seyn! 8. Auf dieser Bahn der Ehre erhalte meinen Gang durch deines Sohnes Lehre mein ganzes Leben lang! So werd' ich bei Verstaͤndigen das Gluͤck des guten Na⸗ mens mir gnug gesichert sehn. 9. Gieb mir, o Herr, die Gnaͤde, mich dieses Gluͤcks zu freun; leit mich auf rech⸗ tem ö 542 tem Pfade, ein solcher Mensch zu seyn, den einst die Ehren⸗— krone schmuͤckt, die ewig dei⸗ ne Frommen in jener Welt begluͤckt. 616. Mel. Nun sich der Tag geendet hat ꝛc. O ruͤhmt euch eurer Weis⸗ heit nicht, die ihr euch weisemeint! Wiss't, daß euch eurer Weisheit Licht einst nicht im Tode scheint. 2. O ruͤhmt euch eurer Staͤrke nicht, die itzt euch trotzig macht! Wiss't, daß es euch an Muth gebricht, sinkt ihr in Todesnacht. 3. O ruͤhmt euch eures Reichthums nicht, deß ihr euch itzo freut! Wiss't, daß er euch nicht Zuversicht in Todesnoth verleiht. 4. Sucht darinn euren wahren Ruhm, daß ihr Gott wiss't und kennt; daß ihr, sein Volk und Eigenthum, ihn glaͤubig Vater nennt. 5. Dieß ist es, was dem Herrn gefaͤllt. Bedenke dieß, o Christ! Er, er regiert in aller Welt. Wohl dem, deß Ruhm er ist! Vom christlichen Leben uͤberhaupt. — 617. Mel. Wer nur den lieben Gott u. Wie Gott will! Also will ich sagen; wie Gott will, also ist mein Ziel! Was sollt' ich mich mit Sorgen plagen? Sie helfen nichts, und schaden viel. Zudem, ich bin nicht selber mein; drum soll ich Gott gelassen seyn. 2. Wie Gott will, also will ich glaͤuben. Sein Wort betruͤgt mich nimmermehr. Das will ich mir ins Herze schreiben; so ist es nie vom Troste leer. Wer Gottes Wort zum Troste hat, den machet keine Truͤbsal matt. 5. Wie Gott will, also will ich leiden; denn ohne Leiden ist kein Christ. Ich will mich dessen gern beschei⸗ den; gnug, daß mir Gott doch gnaͤdig ist, so daß der bittre Kelch zuletzt mit suͤßer Freude mich ergoͤtzt. 4. Wie Gott will, also will ich hoffen. Wer weiß, wo noch das Gluͤck mir lacht? Sein treues Auge stehet of⸗ fen, das uͤber mich zum Se⸗ gen wacht, und den gewuͤnsch— ten ten best — will sen Go den mic Wi sich kan 6 will Leb— mir ben Hin Got fahr 7 will man wer ben legt. wo, zu ich x ot Wor trag Ot fort. — Gott ꝛc. so will Gott Was dorgen nichts, m, ich drum ayn. „ also Wort mehr. Herze E vom Bottes , den natt. „also ohne Ich eschei— Gott iß der suͤßer also weiß, lacht? et of⸗ Se⸗ insch⸗ ten Vom christlichen ten Ort schon sieht, wo mein bestaͤndigs Wohlsein bluͤht. 5. Wie Gott will, also will ich warten; denn Ro— sen bricht man mit der Zeit. Gott fuͤhrt mich endlich in den Garten, wo seine Gnade mich erfreut, und wo mein Wunsch, den ich gethan, sich in Vergnuͤgung weiden kann. 6. Wie Gott will, also will ich leben. So muß das Leben ruhig seyn. Will er mir hier nicht reichlich ge— ben; ei nun, so bleibt der Himmel mein. Ja, bleibet Gott nur mein Gewinn; so fahre alle Welt dahin! 7. Wie Gott will, also will ich sterben. Denn, wenn man mich zu Grabe traͤgt, werd' ich die Krone dort erer⸗ ben, die er mir ewig beige⸗ legt. So koͤmmt der Tod, wo, wenn und wie, mir nicht zu spaͤt, und nicht zu fruͤh. 8. Wie Gott will, sag' ich stets mit Freuden. Wie Gott will, glaͤub' ich auf sein Wort. Wie Gott will, trag ich alles Leiden. Wie Gott will, hoff' ich immer— fort. Wie Gott will, wart' Leben uͤberhaupt. 543 und leb' ich still; und sterb' auch endlich, wie Gott will. 618. Leibespflege. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Des Leibes warten, und ihn naͤhren, mißfaͤllt dir, Gott, mein Schoͤpfer, nicht; muthwillig seinen Bau ver⸗ sehren, ist wider die dir schuld— ge Pflicht. O mach' auch dieser Pflicht mich treu, und stehe mir mit Weisheit bei! 2. Sollt' ich mit Vorsatz das verletzen, was du so wun⸗ dervoll gemacht, und nicht vielmehr, es werth zu schaͤz⸗ zen, mit weisem Ernste seyn bedacht? Weß ist mein Leib? Ist er nicht dein? Wie duͤrft ich sein Zerstoͤrer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu be⸗ schuͤtzen, giebst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nuͤtzen, und zum Gebrauch giebst du Ver⸗ stand. Dir ist die Sorge nicht zu klein; wie sollte sie denn mir es seyn? 4. Gesunde Glieder, mun⸗ tre Kraͤfte, wie viel sind die, mein Gott, nicht werth! Wer taͤugt zu des Berufs Ge— schaͤfte, 5⁴⁴ schaͤfte, wenn Krankheit sei⸗ nen Leib beschwert? Gesund⸗ heit und ein froher Muth sind hier für uns das groͤßte Gut. 5. Drum gieb, daß ich mit Sorgfalt meide, was mei⸗ nes Koͤrpers Wohlsein stoͤrt; daß nicht, wenn ich je Krank⸗ heit leide, mein Geist den in⸗ nern Vorwurf hoͤrt: du selbst bist Stoͤrer deiner Ruh'; du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß, jeden Sinn und alle Glieder, mich, zu bewah— ren, achtsam seyn! Druͤckt mich die Last der Krankheit nieder; so floͤße selbst Ge⸗ duld mir ein! Gieb frohen Muth, und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih! 7. Doch gieb, daß ich nicht uͤbertreibe, was auf des Koͤr⸗ pers Pflege zielt; nein! stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gebot mir anbe⸗ fiehlt! Des Leibes Wohl laß nie allein das Ziel von meinen Sorgen seyn! 8. Mein groͤßter Fleiß auf dieser Erde sey meinem Geiste, Gott, geweiht, daß er zum Himmel weise werde, noch hier in dieser Uebungs⸗ Vom christlichen Leben uͤberhaupt. zeit! So wird sich Leib und Seele dein in alle Ewigkeit erfreun. 619. Mel. Nun danket alle Gott ꝛe. Giebm aiufröblichs Herz, du Geber aller Gaben, und laß mich meine Lust an deinem Worte haben! bin ich ganz vergnuͤgt; so ist kein Trauergeist, der deines Wortes Trost aus meiner Seele reißt. 2. Gieb mir ein froͤhlichs Herz im Wuͤnschen und Verlangen; laß meine Zu⸗ versicht an dir bestaͤndig han⸗ gen; und blicke mich mit Trost in meiner Hoffnung an, daß sie auf deine Huld sich freudig gruͤnden kann! 3. Gieb mir ein froͤhlichs Herz, so oft ich vor dich trete, und, durch des Geistes Trieb, zu dir, als Vater, bete! Doch deinem Willen bleibt mein Wille heimgestellt, gieb du nur, was mir nuͤtzt, und was dir wohlgefaͤllt. 4. Gieb mir ein froͤhlichs Herz bei Kuͤmmerniß und Sorgen! Du sorgest ja fuͤr mich, und dir ist unverbor⸗ gen, so b und igkeit tr ꝛc. Herz, aben, ust an so so ist heines neiner — fnung Huld nn! hlichs trete, Trieb, Doch mein eb du d was hlichs und ja fuͤr rbor⸗ gen, Vom christlichen gen, was meiner Seele gut, was meinem Leibe dientz du weiß'st die Mittel auch, wo⸗ durch mein Gluͤcke gruͤnt. 5. Gieb mir ein froͤhlichs Herz, wenn ich in Unschuld leide! Kraͤnkt mich die fal⸗ sche Welt mit unverdientem Neide; so bleib' ich doch ge⸗ trost. Du bist mein bester Freund, der's ewig treu und gut mit meiner Wohlfahrt meint. 6. Gieb mir ein froͤhlichs Herz bei schweren Trauer⸗ tagen, und laß mich mit Ge⸗ duld die Last derselben tragen! Auf Ungewitter folgt doch wieder Sonnenschein; so wird auch mir das Kreuz voll Frucht und Segen seyn. 7. Gieb mir ein froͤhlichs Herz, wenn ich auch endlich sterbe; der Tod ist mein Ge⸗ winn, weil ich das Leben er⸗ be. Im Himmel gehn doch erst die rechten Freuden an. Ach, daß ich heute nicht von hinnen scheiden kann! 8. Gieb mir ein froͤhlichs Herz! Das wirst du mir auch geben. In dieser Hoff⸗ nung fuͤhr' und schließ' ich auch mein Leben. Ich werfe Leben uͤberhaupt. 645⁵ Sorg und Gram und Trau⸗ ren hinterwaͤrts, und bitte noch einmal: gieb mir ein froͤhlichs Herz! ö 620. Mel. Herzliebster Jesu, was w. Mein Leib ist dein Geschenk, du hast sein Leben zum Dienste meiner Seele mir gegeben; ihn soll ich, Gott, erhalten; vor Gefahren auch ihn bewahren. 2. Ich soll ihn pflegen; soll zu edlen Werken durch Nahrung ihn, und auch durch Freude, staͤrken; soll ihn durch keine Weichlich⸗ keit entehren, nicht selbst zer⸗ stoͤren. ö 5. Du gabst ihn zum Genusse vieler Freuden, und auch zur Duldung ehren⸗ voller Leiden; damit ich, un⸗ ter ihrer edlen Buͤrde, einst sel'ger wuͤrde. 4. Ich soll ihn haͤrten, daß er Kraft gewinne, beherrschen maͤnnlich jede Lust der Sin⸗ ne, damit ich nicht der Tu⸗ gend Fleiß und Muͤhe ver⸗— zaͤrtelt fliehe. 5. Das will ich; seiner warten, ihn erquicken; doch soll er nie die Seele nieder⸗ Mm druͤcken 546 drücken zur Sinnlichkeit, zur Traͤgheit, zu den Luͤsten, der Schmach des Christen. 6. Unmaͤßigkeit und Voͤl⸗ lerei entehre nie seine Sinn' und Glieder; er beschwere den Geist nie; sey im Alter, in der Jugend, geweiht der Tugend! 7. Schleicht sich der Krankheit Giftin seine Glie⸗ der: so hilf, o Gott, mir zur Genesung wieder, wenn ich noch hier durch sein erneuert Leben dich kann erheben. 8. Gieb mir Geduld in allen seinen Schmerzen, daß ich voll Zuversicht in meinem Herzen auf deine Huͤlfe harr', und seine Plage gelas⸗ sen trage! 9. Zerstoͤr' ich ihn nur selbst nicht; o so werde er einst auch wieder, was er erst war, Erde. Er wird im Grabe schlummern, nicht vergehen, einst auferstehen. 10. Er soll zum Anschaun jener schoͤnen Sonne der bes⸗ sern Welt hervorgehn, und voll Wonne soll er empfin⸗ den, frei von allem Leiden, des Himmels Freuden. Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 621. Mel. Mach's mit mir Gott nach ꝛe. R zobl dem, der Gott zum Freunde hat, und ihn vor allen liebet! Der findet bei ihm Trost und Rath, wenn ihn die Welt betruͤbet. Denn Menschengunst faͤllt, wie ein Blatt; wohl dem, der Gott zum Freunde hat! 2. Wohl dem, der herz⸗ lich ist vergnuͤgt mit dem, was Gott bescheret, und Ungluͤck mit Geduld besiegt, wenn solches ihn beschweret! Er nimmt es an, wie Gott es fuͤgt; wohl dem, der herz⸗ lich ist vergnuͤgt! 3. Wohl dem, der fest sich haͤlt an Gott, wenn falsche Zungen stechen, und wenn Verachtung, Hohn und Spott ihm Glimpf und Namen brechen! Gott wird schon finden diese Rott'; wohl dem, der fest sich haͤlt an Gott! 4. Wohl dem, der in der Demuth bleibt, und flieht die Prahlereien der Welt, i die ihre Thorheit treibt mit Pracht und Schmeicheleien! Den Stolz und Hochmuth Gott zerstaͤubt; wohl dem, der in der Demuth bleibt! 5. Wohl nach ꝛe. t zum d ihn findet Rath, uͤbet. faͤllt, n, der herz⸗ dem, und siegt, oeret! Gott herz⸗ ö Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 5. Wohl dem, der nach dem Himmel tracht't, und taͤglich darnach ringet, und, ob er druͤber wird verlacht, dennoch bestaͤndig singet: Gott ist mein Trost, wenn ich verschmacht't. Wohl dem, der nach dem Himmel tracht't! 6. Wohl dem, der Je⸗ sum herzlich sucht, wenn ihn die Suͤnden druͤcken; wenn Schwermuth ihn und Zwei— felsucht versuchen zu beruͤk— ken! Hier Christi Tod und Glaubensfrucht! Wohl dem, der Jesum herzlich sucht! 7. Wohl dem, der Jesum glaͤubig haͤlt, auch in den letzten Stunden! Er hat, wenn er auch ploͤtzlich faͤllt, das rechte Ziel gefunden. Dieß ist ihm taͤglich vorge— stellt. Wohl dem, der Je⸗ sum glaͤubig haͤlt! 8. Nun, Jesu, du, du bleibest mein im Leben und im Sterben. Dein Leben, deine Todespein, laͤßt mich den Himmel erben. Dieß ist und bleibt mein Trost 5⁴7 622. Mel. Herr Jesu Christ, du hoͤchstes ꝛc. Mein Leib soll, Gott, dein Tempel seyn, mit al⸗ len seinen Gliedern; ihn soll ich dir zum Dienste weihn; zum Dienst auch meinen Bruͤdern. Gieb, daß ich dieß dein Heiligthum fuͤr sie, und, Herr, fuͤr deinen Ruhm, stets unbefleckt bewahre! 2. Gieb eine keusche Seele mir, daß ich mit meinem Leibe nie frevle; daß er im⸗ mer dir, o Gott, geheiligt bleibe; daß rein und keusch mein Auge sey, und sittsam, daß ich's immer frei zu dir erheben koͤnne! 5. Auch meine Lippen schaͤnde nie, was schaͤndlich ist, zu hoͤren; nie laß der Un⸗ schuld Rechte sie durch fre⸗ chen Scherz entehren! Be⸗ stimmt zum Opfer des Ge⸗ bets und deines Lobes, rede stets mein Mund, was nuͤtzt und bessert! 4. Mein Ohr laß dir nur offen seyn; taub bei der Wollust Bitten; mein Herz allein: o Jesu, du, du blei-⸗ und meine Sitten rein, wie best mein! Josephs Herz und Sitten; m 2 daß 548 daß ihrer Stimme Schmei⸗ chelei mir nicht, durch ihre Zauberei, der Unschuld Wuͤrde raube! 5. Denn, wo sie wandelt, haucht sie Gift. Welch Elend, das die Sklaven un⸗ heiliger Begierden trifft, in tausendfachen Strafen! Zu welcher Schande Tiefe sinkt, wer ihren Zauberbecher trinkt, verstrickt in ihren Netzen! 6. Ach! wo die Unschuld fleucht, da flieht der Tugend Ruh und Stille; da, wo der Wollust Flamme gluͤht, fehlt selbst der gute Wille. Sie wuͤthet, toͤdtet und ver⸗ heert mehr Segen, als das Schwerdt zerstoͤrt, als Pest und Glut zerstoͤren. 7. In seinem Taumel, Gott, vergißt der trunkene Verbrecher, daß du allgegen⸗ waͤrtig bist, ein Eiferer, ein Raͤcher; verstockt sich, und verfolgt mit Spott die Tu⸗ gend, hoͤhnt dein Wort, o Gott, und Jesum, den Erloͤser. 8. Und dieser Leib, den er entweiht, der wird einst auf⸗ erstehen. Dann wird er's in Vom christlichen Leben uͤberhaupt. der Ewigkeit, bedeckt mit Schande, sehen; wird selbst sich fluchen; auch wird er der Wollust Opfer um sich her ihm ewig fluchen hoͤren. 9. Heil dem, der deiner nie vergißt; nicht, Gott, dein Werk zerstoͤret; der immer reines Herzens ist; der dei— nen Tempel ehret! Heil dem! Auch er wird aufer⸗ stehn; wird, Herr, dein Antlitz ewig sehn, verklaͤrt, wie Jesus Christus. 623. Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛc. Se tret' ich demnach an, wie stark ich immer kann, mein' Arbeit, Thun und Wesen, dazu mich Gott erlesen; der wird mir seinen Segen auch wissen beizu— legen. 2. Dir, Vater, sag' ich Dank, daß du meinLebenlang so reichlich mich ernaͤhret, mir manches Gluͤck bescheret. Laß deine Guͤt' und Gaben mich auch noch ferner laben! 5. Ach, mein Herr Jesu Christ, der du mein Helfer bist, ach, segne meine Wer⸗ ke, und mich vom Himmel staͤrke, 2 t mit selbst ird er n scch oͤren. deiner t, dein immer er dei⸗ Heil aufer⸗ dein rklaͤrt, zott ꝛc. ch an, immer Thun Gott seinen beizu⸗ ag' ich »nlang et, mir cheret. Zaben laben! Jesu Helfer Wer⸗ immel taͤrke, Vom christlichen staͤrke, damit ich deinen Wil⸗ len in allen moͤg' erfuͤllen! 4. Behuͤte Seel' und Leib, und alles von mir treib', was meineArbeit hindert, und dei⸗ nen Segen mindert; und laß in Fried' und Freuden mich einst von hinnen scheiden! 6²4. Selbstbeherrschung. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Mich selbst muß ich be— zwingen, um dir, Gott, treu zu seyn; das Gute zu vollbringen, die Sündenlust zu scheu'n, muß ich mit edlem Muth mich auf den Kampf⸗ platz wagen; mir manchen Wunsch versagen, und jedes falsche Gut. 2. Ich soll kein Uebel flie⸗ hen, wenn mir's die Pflicht gebeut, mich ihm zu unter⸗ ziehen; soll mit Entschlossen⸗ heit auch, wo Gefahren sind, selbst die Gefahrnichtscheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Treu im Kampf gewinnt. 5. Wie schwer ist dieß Geschaͤfte der Selbstbeherr— schung mir! Wie schwach sind meine Kraͤfte! Wer unterstuͤtzt mich hier? Du, Leben uͤberhaupt. 549 Vater, kannst allein zum eif⸗ rigen Bestreben mir Muth und Kraͤfte geben, und mir den Sieg verleih'n. 4. Laß mich die Welt ver⸗ achten, wenn ihre Lust mich ruͤhrt, und nicht nach Guͤ⸗ tern schmachten, die man so leicht verliert; und jede Lei⸗ denschaft in ihrem Anfang daͤmpfen, und sie als Christ bekaͤmpfen, gestaͤrkt durch deine Kraft! 5. Beim starksten meiner Triebe laß mich behutsam seyn, und mich vorEigenliebe und ihrem Lobspruch scheun! Will Wollust, Zorn und Geiz mein schwaches Herz beruͤcken; so hilf sie unter⸗ druͤcken, besiegen ihren Reiz! 6. Auf dich will ich stets sehen; laß nur in diesem Streit mich selbst nicht hin⸗ tergehen; gieb mir Entschlos⸗ senheit, und unterstuͤtze mich, daß ich mein Herz bekaͤmpfe, die Macht der Luͤste daͤmpfe! So sieg' ich Gott, durch dich. 625. Keuschheit. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Gieb, Gott, daß jeder mei⸗ ner Triebe aufs Gute nur 55⁰ nur gerichtet sey; daß ich einem tugendhaften Herzen durch unerlaubte Liebe nie Zweideutigkeiten ernstlich meinen Christenstand ent⸗ scheu'! Laß alle meine Triebe weih'! Sie alle hab' ich, rein; nie schluͤpfrig meine Gott, von dir; zu meinem Reden seyn! Gluͤck gabst du sie mir. 2. Laß nie mich ihren 626. Zweck vergessen, noch das, Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. was mir ihr Mißbrauch Der Wollust Reiz zu wi⸗ draͤut, wenn ich voll Leicht⸗ sterstreben, o Christ, laß sinn und vermessen nicht steu⸗ deine Weisheit seyn! Be⸗ re meiner Sinnlichkeit, und wahre, liebst du Gluͤck und nicht, mißtrauisch gegen sie, Leben, dein Herz vor ihrem die erste kleinste Reizung flieh. Greuel rein! Vor ihrer 3. Laß mich mir keinen schnoͤden Lockung fliehn Schritt erlauben, der mich heißt, dem Verderben sich Vom christlichen Leben uͤberhaupt. vom Tugendwege fuͤhrt, und, meine Unschuld mir zu rau⸗ ben, mich hin zur schnoͤden Wollust fuͤhrt. Mein Herz, Gott, scheuche jeden Blick, der mir Gefahr droht, schnell zuruͤck! 4. Hilf mir des Umgangs Freude fliehen, wenn sie ver⸗ dorbne Luͤste naͤhrt, mich un⸗ verzuͤglich ihr entziehen, so schwer sie auch mein Herz entbehrt; unreiner Triebe bittre Frucht bewege mich zur schnellen Flucht! 5. Gieb, daß ich auch in meinen Scherzen, der Zucht und Sittsamkeit getreu, mit entziehn. 2. Die Wollust kuͤrzet un⸗ sre Tage; sie raubt dem Koͤr⸗ per seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Pla⸗ ge, sind Fruͤchte dieserLeiden— schaft. Der haßt sich selber, der sie liebt, und sich in ihre Fesseln giebt. 5. Sie raubt dem Geiste Muth und Staͤrke, schwaͤcht den Verstand, Licht; sie raubt den Eifer edler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht. Sie quaͤlt mit Reu' und Furcht und Schmerz und Angst das ihr ergebne Herz. 4. Der der Seele 2.— erzen lich riebe neine ott ꝛc. wi⸗ t, laß Be⸗ und hrem ihrer iehn ö sich t un⸗ Koͤr⸗ muth, Pla⸗ iden⸗ lber, ihrs jzeiste aͤcht Seele Eifer und Sie urcht t das Der Vom christlichen Leben überhaupt. 4. Der Mensch finkt unter ihrer Buͤrde zur Niedrig⸗ keit des Thiers herab; er schaͤndet und entehrt die Wuͤrde, die ihm sein weiser Schoͤpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Luͤsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor unserm Gott. Der Laster Sklav' entflieht ihm nicht; er fordert ihn vor sein Gericht. 6. Er wird den wiederum verderben, der seinen Tempel hier entweiht. Sein Him— melreich wird niemand erben, der sich vor boͤser Lust nicht scheut. Drum will ich ihre Reizung fliehn, und, keusch zu seyn, mich stets bemuͤhn. 5. Sey, aller Wollust Reiz zu wehren, o Mensch, ein Freund der Nuͤchternheit! Laß Speis' und Trank dich nie beschweren, und steure deiner Sinnlichkeit! Sey deiner Schwachheit dich be— wußt, und meid' oft selbst erlaͤubte Lust! 551 8. Sey, um die Wollust zu verhuͤten, stets schamhaft gegen deinen Leib; laß nicht dein Auge dir gebieten: flieh eitlen Scherz und Zeitver— treib! Des frechen Witz— lings freier Scherz ernie— drigt und verderbt dein Herz. 9. Entzieh' der Wollust ihre Kraͤfte im Schweiße dei⸗ nes Angesichts! Der Un⸗ schuld Schutzwehr sind Ge— schaͤfte; nichts thun, das Netz des Boͤsewichts. Bei Traͤgheit und bei Muͤßig⸗ gang besiegt uns jeder boͤse Hang. 10. Willst du der Wol⸗ lust Trieb bekaͤmpfen, eh' er die Freiheit dir verwehrt: so such' ihn fruͤh in dir zu daͤm⸗ pfen. Hat ihn dein Herz zu⸗ vor genaͤhrt, und du hast ihn nicht gleich erstickt: so wird er schwerlich unterdruͤckt. 11. Oft täuschen dich des Lasters Triebe, und du er⸗ blickst nicht die Gefahr; oft wird das unerlaubte Liebe, was anfangs nichts, als Freundschaft, war; ein laͤnger Umgang macht dich dreist, und du vergiss'st, was Unschuld heißt. 12. Dein —— ö 10 ö —. ..... S————— SSSSSS. FF——————— 7— —— /SDSDDiDiꝑiꝑñ(ñ‚‚i‚‚‚i‚ieiei‚iiee.—...— 562 Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 12. Dein fuͤhlend Herz Wollust Pfade! Und lockt wird sich's verzeihen, daß es dich schmeichelnd ihre Bahn; des Lasters Trieb ernaͤhrt; so rufe bruͤnstig Gott um es wird nur seinen Ausbruch Gnade und Weisheit in scheuen, weil dieser vor der Versuchung an. Erzittre vor Welt entehrt; die kleinen dem ersten Fall! Du faͤllst Fehler uͤbersehn, und so zu großen uͤbergehn. 15. Ist's Sünde nur, die That vollbringen? Ist, der's nicht thut, schon tugendhaft? Sollst du nicht auch den Trieb bezwingen? nicht auch den Wunsch der Leiden⸗ schaft? Soll blos dein aͤuß⸗ rer Wandel rein, soll's nicht auch deine Seele seyn? 14. Begierden sind es, die uns schaͤnden, und die verlez⸗ zen unsre Pflicht, auch ohne daß wir sie vollenden. Drum ruͤhme dich der Keuschheit nicht; es sey denn, daß du durch den Geist der Luͤste Herrschaft dich entreiß'st. 15. Denk' oft den maͤchti⸗ gen Gedanken: die Unschuld ist der Seele Gluͤck! er hal⸗ te, faͤngst du an zu wanken, dich noch von deinem Fall zuruͤck. Dir giebt dein gan⸗ zer Lebenslauf sie nicht zu⸗ ruͤck, giebst du sie auf. 16. Drum fliehe vor der gewiß mehr, als einmal. 6²2⁷7. Reinigkeit des Herzens. Mel. Freue dich, o meine Seele ꝛe. Otanbdafg sey, o Gott, mein Wille, zuͤchtig stets und keusch zu seyn; in der Unschuld heitern Stille deiner Gnade mich zu freun! Keine Freude dieser Welt, wenn sie noch so sehr gefaͤllt, laß mich wider mein Gy⸗ wissen wuͤnschen, suchen und genießen! 2. Weiß ich doch, daß dei⸗ ne Guͤte, die so mild und freundlich ist, niemals etwas uns verbiete, was das Leben uns versuͤßt. Bescheidenheit, Zucht und Ordnung im Genusse, Maͤ⸗ ßigung im Ueberflusse. 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, unser Alter darf sich freun. Auch die Freu⸗ de, Gott, ist Tugend; aber Uns zum Be⸗ sten nur gebeut dein Gesetz otille eun! Zelt, allt, Ge⸗ und dei⸗ und was eben Be⸗ esetz und Maͤ⸗ Vom christlichen Leben überhaupt. aber heilig muß sie seyn; heilig, daß sie nicht bethoͤrt und des Lebens Kraft zer⸗ stoͤrt; daß sie wilde Luͤste scheuet und die Seele nicht entweihet. 4. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keuschen Brust, toben nicht der Reue Schmerzen, wohnen wahre Ruh und Lust. Unbe⸗ herrschte Sinnlichkeit toͤdtet die Zufriedenheit; sie ver⸗ giftet alle Freuden, und ver⸗ wandelt sie in Leiden. 5. Sittsamkeit und Un⸗ schuld schmuͤcket mehr als Schoͤnheit; sie vermehrt jede Lust, die ans entzuͤcket, jedes Wohlstands Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell, und sie koͤnnen sicher trauen, einst dein Ant⸗ litz, Gott, zu schauen. 6. O, so hilf mir darnach streben, reines Herzens stets zu seyn, daß ich zuͤchtig moͤge leben, jede schnoͤde Wollust scheun! Schuͤtze vor Verfuͤh⸗ rung mich, und mein Herz ergebe sich keiner schandli⸗ chen Begierde! Heiligkeit sey meine Zierde! 555 7. Dann umfaͤht mich Heil und Segen; goͤttliche Zufriedenheit leitet mich auf meinen Wegen noch zu groͤß⸗ rer Seligkeit. Weih' ich, Gott, mein Herz nur dir; o dann werdẽ ich einst von hier mich zu deinem Throne schwingen, und mit Freuden Preis dir singen. 628. Gebrauch der Zunge. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛc. Die Zunge, die vernehm⸗ lich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbraͤuch' es nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie stuͤrzt in Ungluͤck; hilft in Noth; sie fluchet und sie lobet Gott; so gut ist sie; so boͤse! 2. Laß doch in meines Herzens Grund, Gott, deine Furcht stets wohnen! Ge⸗ wissenhaft wird dann mein Mund der Wahrheit Rechte schonen. Und, wohl dem, der von Schmeichelei, List, Laͤ⸗ stersucht, Verstellung frei, nicht mit den Lippen suͤndigt! 5. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein 55⁴4 Vom christlichen Leben uͤberhaupt. mein Thun sich lenken. Laß 7. Auch Luͤgen schaͤndet; dann auch, wenn ich reden bringt nur Muͤh'; ist eine soll, mich dieß mit Ernst Frucht der Hoͤlle. Lehr mich bedenken! Dein Lob, des es hassen, daß ich nie mich Naͤchsten Ehr' und Nutz, Luͤgnern zugeselle! Ihr Theil der Tugend Ruhm, der ist unaufhoͤrlichs Leid; die Unschuld Schutz, beschaͤft'ge aber haben ew'ge Freud', die meine Zunge! 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheil'ge Spoͤttereien verrathen ein verderbtes Herz; einst muß man sie bereuen. Drum schaff' in mir durch deinen Geist, daß dich vielmehr die Zunge preist, und deinen Namen heiligt! 5. Was zuͤchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet uͤberall der Christ; spricht, wenn es Nutzen bringet, und scheut den Zorn der Men⸗ schen nicht; doch Schweigen wird alsbald ihm Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 6. Weh' aber dem ver⸗ wegnen Mund, der Schwur und Fluch nicht scheuet! Wie wird des Herzens Leicht— sinn kund, und oft zu spaͤt bereuet! Ach! fluchen bringet Fluch und Noth, und, wenn nicht Buße folgt, den Tod. Laß dieß mich wohl bedenken! Treu und Wahrheit lieben. 629. Besondere Pflichten gegen Andere. Menschenliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛe. Gied mir, o Gott, ein Herz, das jeden Men⸗ schen liebet; bei seinem Wohl sich freut; bei seiner Noth betruͤbet; ein Herz, das Ei— gennutz und Neid und Haͤrte flieht, und sich um Andrer Gluͤck, wie um sein Gluͤck bemuͤht! 2. Seh' ich den Duͤrfti⸗ gen, so laß mich guͤtig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm huͤlfreich mitzutheilen; nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seyn, und mich geehrt zu seh'n; nein! Menschen zu erfreun. 5. Dieß sey mein Gottes⸗ dienst! Auch unbemerkt von ihnen, muͤß Andern stets mein Herz Nen⸗ Zohl Roth Ei⸗ aͤrte drer luͤck rfti⸗ ilen, ebst, len; rieb, eyn, h'n; eun. ttes⸗ von mein Herz Vom christlichen Leben überhaupt. Herz mit Rath und Huͤlfe dienen! Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohl⸗ that an; nein! was ich Bruͤ⸗ dern thu', das sey dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Dursti⸗ gen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrangte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Andre staͤrkt; nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Sucht wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten; so laß mich sorgsam seyn, der Bruͤder Zwist zu schlichten! Aus Schmaͤhsucht stoͤre nie mein Mund des Naͤchsten Ruh; er ruͤhme sein Ver⸗ dienst, deck' seine Fehler zu! 6. Die Rach' ist dein, o Gott! du sprichst: ich will vergelten! Drum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih'ꝰ, der mir zu schaden sucht; den liebe, der mich haßt; den segne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlichs Wohler— 55⁵5 gehen mit eingeschraͤnktem Blick bei meinem Naͤchsten sehen! Noch staͤrker muͤsse mich sein ewigs Gluͤck er⸗ freun, noch mehr sein See⸗ lenheilmir angelegen seyn! 8. Den, der im Glauben wankt, zu leiten und zu staͤr⸗ ken; den, der noch sicher ist bei seinen boͤsen Werken, von der verkehrten Bahn des La⸗ sters abzuziehen; dazu ver⸗ leih' mir Kraft, und segne mein Bemuͤhn! 9. O, heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe, durch deine Lieb' und Furcht, zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Naͤchsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen seyn! 630 Mel. Gott des Himmels und ꝛe. Fheuer, wie mein eignes Leben, guter Nam' und Eigenthum, sey mir, Men⸗ schen, euer Leben, euer Eigen⸗ thum und Ruhm, alles, was euch Gottes Rath gab, und noch bestimmet hat! 2. Strebt schoön in der Zeit der Jugend nach Ver⸗ diensten; diensten; werbt, gewinnt durch Geschaͤftigkeit und Tugend, die die besten Schaͤtze sind; werdet ange⸗ seh'n und reich; alles, alles goͤnn' ich euch! 5. Immer will ich, frei vom Neide, und vom Eigen⸗ nutze rein, eures Segens, eurer Freude, eures Gluͤcks und Ruhms mich freun; froh, daß unser Gott euch liebt, euch so mild und reich⸗ lich giebt. 4. Allen helfen; eifrig ihnen wohlthun, wie mein Heiland that; Schaden wehren; allen dienen, dem mit Huͤlfe, dem mit Rath; willig; jedes Unrechts Feind; aller Menschen wahrer Freund. 5. Lasset uns einander lie⸗ ben; gern einander gluͤcklich sehn; keinen kraͤnken und be⸗ truͤben, keinen druͤcken, keinen schmaͤhn; aller Zwietracht, alles Streits Feinde seyn! Denn Gott gebeut's. 6. Laßt uns halten Treu und Glauben; fliehn, was Andern schaͤdlich ist; Arm' und Schwache nicht berau⸗ Vom christlichen Leben uͤberhaupt. ben durch Betrug, Gewalt und List! Welch ein Graͤu'l vor Gott ist nicht falsches Maaß und falsch Gewicht! 5. Laßt uns nie, was wir versprechen, widerrufen, weil's uns reut; nie, was zu⸗ gesagt ist, brechen, oder schaͤn⸗ den unsern Eid; von Betrug und Tuͤcken rein, lieber arm, als treulos, seyn! 8. Hassen laßt uns alle Luͤgen, alle Schmaͤhsucht; jeder sey offenherzig und ver⸗ schwiegen; in der Freund⸗ schaft fest und treu; jeder nehme, wo er kann, der Ver⸗ leumdeten sich an! 9. Laßt uns Gutes gern belohnen, wie's uns unser Gott belohnt; und der Bruͤ⸗ der Fehler schonen, wie der Herr auch unsrer schont! Ach! er schont; mit welcher Huld, welcher Langmuth und Geduld! 10. Also laßt, von Gott getrieben, uns einander gern und treu, uns als seine Kin⸗ der lieben, ohne Zwang und Heuchelei! O wie selig wer⸗ den wir dann nicht werden dort und hier! 631. Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 631. Mek. Jesus, meine Zuversicht ꝛe. Aben Menschen und auch mir hat der Herr dieß vorgeschrieben: euren Naͤch— sten sollet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben! Christen, was Gott hier gebeut, sey uns heilig allezeit! 2. Wir sind Buͤrger Einer Welt; Kinder Eines Va⸗ ters; Bruͤder, die er huld— reich all' erhaͤlt; alle Eines Leibes Glieder, die sein wei— ser Allmachtsruf alle, sich zu dienen, schuf. 3. Eine sterbliche Natur auch. Eirs uns gegeben, und auch Eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein beßres Le⸗ ben, wenn wir nur in dieser Welt redlich thun, was ihm gefaͤllt. 4. Und wit sollten uns entzwei'n? lieblos uns ein⸗ ander hassen? und, zu un⸗ srer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Naͤch— sten ist, ist fuͤrwahr kein Ar kein Christ! Was wir auch aus Gottes Hand zum Voraus vor andern haben, Anseh'n, 5⁵57 Reichthum, hoher Stand, Leibeskraͤfte, Geistesgaben, alles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. ö 6. Selbst der Gaben Un⸗ terschied dient zum allgemei⸗ nen Besten, wenn nur jeder sich bemuͤht, von dem Klein⸗ sten bis zum Groͤßten, An⸗ dern, und nicht sich allein, nuͤtzlich, wie er kann, zu seyn. 7. Dein Erloͤser sagt es dir: wer hier der Geringsten einen pflegt, der thut es selber mir; denn ihr alle seyd die Meinen. Mancher, den die Welt verschmaͤht, ist bei Gott sehr hoch erhoͤht. 8. Darum gieb uns, Gott, ein Herz voll von wahrer Menschenliebe, das an And'⸗ rer Freud' und Schmerz An⸗ theil nehmꝰ und gern das uͤbe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn er⸗ klaͤrt. 9. Diesem großen Men⸗ schenfreund laßt uns alle aͤhn⸗ lich werden, daß wir, hier mit ihm vereint, nach vollbrach— tem Lauf auf Erden, einst auf ewig bei ihm seyn, seiner Lieb' uns ganz zu freun! ö 632. 632. Mel. Mach's mit mir Gott, nach ꝛc. Se jemand spricht: ich liebe Gott, und hass't doch seine Bruͤder, der treibt mit Gottes Worte Spott, und reißt es ganz darnieder. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Naͤchsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Guͤ⸗ ter hat, und sieht die Bruͤ⸗ der leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, laͤßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht, und hat dieviebe Gottes nicht. 3. Wer seines Naͤchsten Ehre schmaͤht, und gern sie schmaͤhen hoͤret; sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten keh— ret; nicht dem Verleumder widerspricht, der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz den Näͤchsten unterstuͤtzet, doch nur aus Stolz, aus Eigen⸗ nutz, aus Weichlichkeit ihm nuͤtzet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Naͤchsten nicht. 8 Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 5. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, ein Duͤrft'ger erst erscheinet; nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet; nicht guͤtig forscht, ob's ihm ge— bricht, der liebt auch seinen Naͤchsten nicht. 6. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Haͤrtꝰ und Vorwurf quaͤlet, und ohne Nachsicht straft und stuͤrmt, sobald sein Naͤchster fehlet; wie bleibt, bei seinem Unge— stuͤm, die Liebe Gottes wohl in ihm! 7. Wer fuͤr der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie duͤrftig machet, nur sorglos ihnen Gaben giebt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du ver⸗ magst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch, bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuuͤben, und wuͤnschest dir die Kraft dazu, und sorgst dafuͤr:so liebest du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir: so such' ihn zu bele⸗ ben. Sprich oft: Gott ist die men sten sieh als Vom christlichen die Lieb', und mir hat er sein Bild gegeben. Denk' oft: Gott, was ich bin, ist dein; sollt' ich, gleich dir, nicht guͤtig seyn? 10. Wir haben Einen Gott und Herrn; sind Eines Leibes Glieder; drum diene deinem Naͤchsten gern, denn wir sind alle Bruͤder. Gott schuf die Welt nicht blos fuͤr mich; mein Naͤchster ist sein Kind, wie ich. 11. Ein Heil ist unser al⸗ ler Gut. Ich sollte Bruͤder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkau— fen lassen? Daß Gott mich schuf, und mich versuͤhnt, hab' ich dieß mehr, als sie, verdient? 12. Du schenkst mir taͤg⸗ lich so viel Schuld, du, Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Bruͤdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lie— ben, denn du liebst? 15. Was ich den From⸗ men hier gethan, dem Klein⸗ sten auch von diesen, das sieht Er, mein Erloͤser, an, als haͤtt' ich's ihm erwiesen. Leben uͤberhaupt. 559 Und ich, ich sollt' ein Mensch noch seyn, und Gott in Bruͤ— dern nicht erfreun? 14. Ein unbarmherziges Gericht wird uͤber den erge— hen, der nicht barmherzig ist; der nicht die rettet, dieihn fle⸗ hen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist! 633. Theilnehmung und wider den Neid. Mel. Ich danke dir durch deinen ze. Alliebender, du schufst mein Herz bei meines Naͤchsten Freuden mich mit zu freun, und fuͤhlt er Schmerz, mit ihm auch mit zu leiden. 2. O laß mich diese heil' ge Pflicht nie aus den Augen setzen, und, waͤr's auch der Geringste, nicht gering sein Wohlsein schaͤtzen! 5. Nie reize mich ein fremdes Gluͤck zur Miß⸗ gunst und zum Neide; nie Andrer widriges Geschickzur schadenfrohen Freude! 4. Hilf mir vielmehr in Andrer Wohl, o Gott, mein eignes finden, und, wenn ich kann, 560 kann, auch wie ich soll, gern ihre Wohlfahrt gruͤnden! 5. Laß mich auch selber meinem Feind des Mitleids Thraͤne weihen, wenn er in seinem Ungluͤck weint; ihn gern mit Huͤlf' erfreuen! 6. Gott, welch ein seliger Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an lie⸗ bevollem Sinn dir lerne aͤhn⸗ lich werden! 7. Dein Beifall ist mir dann gewiß, und unter dei⸗ nem Segen geh' ich, dein Wort verspricht mir dieß, froh jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Vater, mir das Gluͤck des Himmels geben; ich werd' erfreut, belohnt von dir, in deinem Reiche leben. 634. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. Gieb, Gott voll Lieb' und Guͤte, den Trieb in mein Gemuͤthe: mich frem⸗ den Gluͤcks zu freun! Bei meines Naͤchsten Schmer⸗ zen laß fern von meinem Herzen der Bosheit wilde Freude seyn! Mißgunst daͤmpfen, Vom christlichen Leben uͤberhaupt. gehen mit Wohlgefallen se⸗ hen, gefaͤllt ja dir, mein Gott. Durch schadenfro⸗ hes Lachen dem Naͤchsten Kraͤnkung machen, ist teufe⸗ lischer Hohn und Spott. 3. Wer sich des Guten freuet, was deine Huld ver⸗ leihet, er find' es, wo er's find't, der ist nach deinem Bilde barmherzig, guͤtig, Casir und als ein wahrer Christ gesinnt. 4. Der Stolz, die Eigen⸗ liebe sind freilich maͤcht'ge Triebe, auf Andrer Wohl— ergehn, und auf die groͤßern Gaben, die sie von dir, Gott, haben, mit scheelen Augen hinzusehn. 5. Jedoch du hilfst mir kaͤmpfen, hilfst Neid und wenn ich nur wachsam bin. Und wenn ich auf dich sehe, und dich um Huͤlfe flehe, so hilfst du mir zum bessern Sinn. 6. Dein sind, o Gott, die Gaben, die ich und Andre haben; mit Weisheit haͤltst du Haus, und theilest unter allen nach freiem Wohlge⸗ fallen die Guͤter deines 2. Auf Andrer Wohler⸗ Hauses aus. 7. Beneidꝰ Vom christlichen 7. Beneid' ich meinen Naͤchsten; so greift dich selbst, den Hoͤchsten, mein Unmuth tadelnd an. Gott, welche schwere Suͤnde, wenn ich mich unterwinde, zu ta⸗ deln, was du hast gethan! 8. Ich Thor, ich selber quaͤle mit Unmuth meine Seele; herrscht Neid in mei⸗ ner Brust. Herr, mache mir dieß Laster je mehr und mehr verhaßter! Auch An⸗ drer Gluͤck sey meine Lust! 635. Fürbitte. Mel. Wenn wir in hoͤchsten ꝛc. 5 unsern Raͤchsten beten wir, o Vater, wie fuͤr uns, zu dir. Gieb, der du aller Vater bist, gieb jedem, was ihm selig ist! 2. Dir opfert unser Lob— gesang Anbetung, Ehre Preis und Dank, daß du auch unsre Bruͤder liebst, und ihnen so viel Gutes giebst. 3. Dank, daß du auch an sie gedenkst, den Eingebohr⸗ nen ihnen schenkst, zu dei⸗ nem Himmel sie auch schufst, zum Glauben sie, zur Tu⸗ gend rufst! Leben überhaupt. 561 4. Daß mit dem Gluͤck der Zeit sie auch durch seinen heiligen Gebrauch gesegnet sind; daß nach dem Tod auch sie dich sollen sehn, o Gott! 5. Deß freun wir uns, und danken dir, und beten bruͤnstig, Gott, zu dir: laß stets sie deine Kinder seyn, und. ewig deiner Huld sich freun! 6. Nimm ihrer vaͤterlich dich an, und leite sie auf dei⸗ ner Bahn, und mache sie fuͤr deinen Ruhm zu deinem Erb' und Eigenthum! 7. Verirrte fuͤhre, Herr, zuruͤck zu dir! zu ihrem wah⸗ ren Gluͤck, und den, der dich sich fuͤhren laͤßt, den mach im Glauben treu und fest! 8. Entreiß des Lasters Ty⸗ rannei die Suͤnder; mache, Gott, sie frei, daß sie nur deine Pfade gehn, und einst dein Vaterantlitz sehn! 9. Gieb allen einen frohen Muth! Bewahr' ihr Leben und ihr Gut, ihr Haus, ihr bestes Eigenthum, des guten Namens Gluͤck und Ruhm! 10. In ihrer Noth verlaß sie nie, und, sind sie traurig, troͤste sie! Gieb ihnen hier Nin Zufrie⸗ 562 Zufriedenheit, dort deines Himmels Seligkeit! 11. Wir all', einst deinen Engeln gleich, erhoͤhn, ver⸗ setzet in dein Reich, dich ewig; ewig danken wir, o unser aller Vater, dir! 636. Barmherzigkeit. Mel. Mach's mit mir, Gott ꝛc. Bormberzigkeie ist unsre Pflicht, wenn wir Be⸗ truͤbte sehen. Helf' ich, Gott, den Bedrangten nicht, wenn sie um Huͤlfe flehen; so kann ich mich des Ruhms nicht freun, Nachfolger meines Herrn zu seyn. 2. Kraͤnkt mich nicht mei⸗ nes Naͤchsten Schmerz, fuͤhl' ich nicht seine Leiden; so kennt auch nicht mein hartes Herz die edelste der Freuden; so kenn' ich dich, den Vater, nicht, und nicht der aͤchten Liebe Pflicht. 5. Ruͤhrt mich nicht der Verlaßnen Noth, und nicht der Wittwen Zaͤhre; so bin ich fern von dir, o Gott, und leugne deine Lehre; so bin Vom christlichen Leben uͤberhaupt. ich gleich dem boͤsen Knecht, der nicht vergab; bin un⸗ gerecht. 4. Ist's Geiz, ist's Traͤg⸗ heit, die mir's wehrt, den aus der Noth zu reißen, der mit das klagt, was ihn beschwert; kann ich ein Christ dann hei⸗ ßen? Wer Jesu wuͤnschet gleich zu seyn, muß auch so gern, wie er, erfreun. 5. Bin ich bei Andrer Noth zu weich, und scheue ihre Leiden; so bin ich jenem Stolzen gleich, der, Mitleid zu vermeiden, den, welchen Blut und Schmerz umfing, von ferne sah, und seitwaͤrts ging. 6. O du, der voll Barm⸗ herzigkeit, so gern, was uns beschweret, uns mildert, und der Seele Leid so gern in Freuden kehret, o bild' auch meinen Sinn nach dir! Fern sey ein hartes Herz von mir! 7. Wer so, wie du, barm⸗ herzig ist, empfaͤngt vor dei⸗ nem Throne, weil er nicht dein Gebot vergißt, einewigs Heil zum Lohne; doch den Veraͤchter dieser Pflicht er⸗ kennst du fuͤr den Deinen nicht. 65⁷. necht, un⸗ Träͤg⸗ naus r mir wert; n hei⸗ uschet uch so ndrer scheue jenem itleid elchen nfing, warts darm⸗ s uns , und rn in auch Fern mir! barm⸗ r dei; nicht ewigs h den ht er⸗ deinen 65⁷. Vom christlichen 637. Mel. O hilf Chrifte, Gottes ꝛc. Wer des Lebens Guͤter hat, wenn sein Raͤch⸗ ster schmachtet, und nicht hilft mit Rath und That, seines Grams nicht achtet, fuͤhllos bleibet bei der Roth der verlaßnen Armen, der erwarte nicht von Gott Nachsicht und Erbarmen. 2. Soll durch uͤppigen Genuß und durch Schwel⸗ gereien Gottes reichen Ue⸗ berfluß strafbar er entwei⸗ hen? Soll er Gott nicht aͤhnlich seyn? Hat er seine Gaben nicht, um Bruͤder zu erfreun, welche Mangel haben? 3. O vom Himmel schaut der Herr auf der Armen Plagen; ihre Thränen zaͤh⸗ let er, hoͤret ihre Klagen; sieht auch, wenn das harte Herz kummerfreier Reichen keine Thraͤnen und kein Schmerz mildern und er⸗ weichen. 4. Ach! das Urtheil ist ge⸗ faͤlt! Jammer und Ver⸗ derben sollen sie in jener Welt, nicht den Himmel, Leben uͤberhaupt. 563 erben; sollen nicht, wo Gott ist, seyn, nicht bei den Er⸗ loͤsten, sie, die Arme nicht er⸗ freun, nicht Verlaßne troͤsten. 5. Reiche, hoͤrt's! Erbar⸗ met euch, fleht zu euch der Arme; daß sein Gott auch uͤber euch sich dereinst erbar⸗ me, weil ihr, da er zu euch schrie, auf sein Schreien hoͤrtet, den Bedraͤngten halft, und sie traͤnktet und ernährtet. 6. Mitleidvoll und huͤlfreich seyn; seiner Miterloͤsten Ret⸗ ter werden, und sich freun, Traurige zu troͤsten; Dank in ihrem Angesicht, und in ihren Blicken Wonne sehn, wie ruͤhrt das nicht! Rei⸗ che, welch Entzuͤcken! 7. Aber, wer den Armen giebt, geb' aus freier Liebe; sey nicht muͤrrisch, wenn er giebt, daß er nicht betruͤbe! Eh' er seufzen hoͤrt, eil' er Armen froh entgegen! Lieb⸗ lich sey, das will der Herr, wie der Thau, sein Segen! 8. Christen, wenn ihr in der Zeit mild, wie Gott, ge⸗ sinnet, Schaͤtze fuͤr die Ewig⸗ keit sammelt und gewinnet; o wie groß wird euer Lohn, N n 2 euer 564 euer Gluͤck auf Erden, und wie groß vor Gottes Thron die Vergeltung werden! 9. Jesus saget dann zu euch: kommt, getreue Knech⸗ te, erbet meines Vaters Reich, erbt es, ihr Gerechte! Was ihr meinen Bruͤdern gabt in dem ersten Leben, sie zu troͤsten, alles habt ihr auch mir gegeben. 638. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. Woblzuthun und mitzu⸗ theilen, Christen, das vergesset nicht! Mitleidsvoll und willig eilen, Armen bei⸗ zustehn, ist Pflicht; Pfliche, die Jesus selbst uns lehret, und die Gott, den Hoͤchsten, ehret. 2. Speiset die, die Hun⸗ ger leiden, und die durstig sind, die traͤnkt; eilt, die Nackenden zu kleiden; troͤ⸗ stet, die der Kummer kraͤnkt; Schwache sucht zu unter⸗ stuͤten; Unterdruͤckte zu be⸗ schuͤtzen! 3. Nicht nur denen, die euch lieben, oder euch um Huͤlfe flehn, allen eilt, von Gott getrieben, nach Ver⸗ Vom christlichen Leben uͤberhaupt. moͤgen beizustehn; fuͤhrt zu unverhofften Freuden die auch, die im Stillen leiden! 4. Und dieß sey dir keine Buͤrde, keine Last, begluͤckter Christ! Hoheit ist es, Ruhm und Wuͤrde, wenn du mild und huͤlfreich bist. Welch ein Ruhm fuͤr dich, Erloͤsten, arme Bruͤder Jesu troͤsten! 5. Und was schafft's fuͤr sanfte Freuden, der Verlaß⸗ nen Helfer seyn; sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestaͤrkt, erfreun! Ein betruͤbtes Herz erquicken, welch ein himmlisches Ent⸗ zuͤcken! 6. Heil und Gluͤck auf unsern Wegen, innige Zu⸗ friedenheit, Huld bei Men⸗ schen, Gottes Segen, folgen auf Barmherzigkeit; und dereinst zum Gnadenlohne schenkt ihr Gott des Him⸗ mels Krone. 7. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weiles Zeit ist, aus⸗ zustreun! Was wir hier gesaͤet haben, aͤrndten wir einst reichlich ein. Seyd barmherzig; liebt die Ar— men! Gott will eurer sich erbarmen. 639. — — ich schon hienieden, deinen Frieden. Vom christlichen 639. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛ. 9⁰ Jesu, daß ich meinen Naachsten liebe, durch lieblos Richten ihn ja nicht betruͤbe, ihn nicht verleumde, nicht durch falsche Raͤnke sein Wohlsein kranke! 2. Gieb, daß ich nach⸗ sichtsvoll des Naͤchsten Feh— le, wenn's meine Pflicht er⸗ laubt, der Welt verhehle, und wenn er faͤllt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe! 5. Hilf, daß ich kluͤglich ihn zu bessern trachte, und sei⸗ ner Seele Wohlfahrt theuer achte! Wie viel hast du fuͤr sie in Todesbanden selbst ausgestanden! 4. Laß mich aufrichtig schaͤtzen Andrer Gaben, die sie doch auch von deiner Guͤte haben; es muͤsse nie mein Herz des Naͤchsten Freuden und Gluͤck beneiden! 5. Laß mich, mein Hei⸗ land, immer mehr auf Er⸗ den an Lieb' und Guͤtigkeit dir aͤhnlich werden! Gieb Kraft dazu! So schmeck' Herr, Leben uͤberhaupt. 640. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. Mein Gott, nach deinen Lehren darf ich nicht stets begehren, was wohl vor Menschen gilt; nicht immer darauf dringen, den mit Ge⸗ walt zu zwingen, der meine Fordrung nicht erfuͤllt. 2. Der Mangel seiner Kraͤfte, der Stillstand der Geschaͤfte befiehlt mir Bil⸗ ligkeit. Bei allem guten Willen kann er oft nicht er⸗ fuͤllen, was ihm Gesetz und Pflicht gebeut. 5. Und ich, Herr, sollt' es wagen, ihm Nachsiche zu versagen, und immer strenge seyn? Sein Elend zu ver⸗ mehren, sollt' ich sein Gluͤck zerstoͤren, und Noth und Un⸗ tergang ihm draͤun? 4. O hilf mir lieber leiden, sein Ungluͤck zu vermeiden, wenn alles fuͤr ihn spricht; auch bei erwies'nen Klagen dem Mitleid nicht entsagen und nicht der Menschenliebe Pflicht! 5. Beim Recht, das mir gebuͤhret, wird das, was er verlieret, vielleicht nie wieder sein. 565 566 sein. Ich kann, wird's mir entrissen, es oft sehr leicht vermissen, und doch noch im⸗ mer gluͤcklich seyn. 6. Streng auf sein Recht zu dringen, und, um es zu erzwingen, den haͤrtsten Schritt nicht scheun, das heißt nicht, sich des Armen in seiner Noth erbarmen, und als ein Christ gesinnet seyn. 7. Um Ruhe zu genießen, erinnre mein Gewissen, Gott, daß ich billig sey; mein Recht nicht uͤbertreibe; barmherzig sey und bleibe, und jede Art der Haͤrte scheu! 641. Dienstfertigkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. Wie selig lebt ein Mensch, der Dienstbegierde kennet, und seine Pflicht zu thun, aus Menschenliebe brennet! der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf, und Eid und Amt schon in sich selber find't. 2. Dir, Hoͤchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienst⸗ beflissenheit sucht er, dieß zu Vom christlichen Leben uͤberhaupt. erreichen; er haͤlt fuͤr eignes Wohl sich nicht allein ge— macht; er haͤlt sich fuͤr die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kraͤfte; ihr nuͤtzen, ist fuͤr mich ein seliges Geschaͤfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Buͤrger einer Welt, in der des Einen Hand die Hand des Andern haͤlt. 4. So denkt der Menschen⸗ freund; und das ist sein Be⸗ streben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben; ihm wird des Naͤchsten Gluͤck sein eigener Gewinn; er fuͤhlet fremde Noth, als traͤf' sie selber ihn. 5. Er eilt, dem, der's be⸗ darf, mit Huͤlfe beizustehen; sein Ansehn, und sein Freund, sein Stand, sein Wohlerge⸗ hen sind Mittel, die er braucht, behuͤlflich gern zu seyn, und einen Leidenden mit Troste zu erfreun. 6. Was Andrer Noth⸗ durft heischt, das reizet seine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn, zur wahren Men⸗ schenliebe. Kein Stolz, kein Eigennutz, treibt ihn zur Guͤ⸗ tigkeit. Vom christlichen Leben uͤberhaupt. tigkeit. Er sieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 5. So laß mich auch ge— sinnt, mein Gott, durch Chri— stum werden! Voll regen Eifers sey mein Leben hier auf Erden, so nitzlich, als ich kann, dem Naͤchsten stets zu seyn! Dann geh ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe ein. + 642. Gerechtigkeit. Mel. Alle Menschen muͤssen ꝛc. ller meiner Bruͤder Rechte laß mir, Gott, stets heilig seyn! Wenn ich sie zu kraͤnken daͤchte, ihres Kummers mich zu freun, uͤber sie mich zu erheben, oder üppiger zu leben; wel⸗ chen Haß verdient' ich nicht! Welch ein schreckliches Ge⸗ richt! 2. Koͤnnt' ich, taub bei ih⸗ ren Klagen, ihnen das, aus Eigensinn, oder Neid und Geiz, versagen, was ich ihnen schuldig bin; koͤnnt' ich ohne Treu und Glauben Andern Gut und Ehre rauben; wel⸗ chen Haß verdient' ich nicht! Welch ein schreckliches Ge⸗ richt! 4201. 567 5. Nein! ich will das Un⸗ recht hassen; will gerecht seyn, kein Tyrann; jedem geben, jedem lassen, was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden, als begehen; und mit Freuden lieber nie⸗ drig seyn und bloß, als durch Unrecht reich und groß. 4. Wuͤrden der Bedraͤng⸗ ten Zaͤhren, wuͤrden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren und befluͤgeln dein Gericht? Wuͤrd' ich nicht stets zittern muͤssen? Wuͤrde nicht selbst mein Gewissen mir mit Angst und Schrecken draͤun, und ihr erster Raͤcher seyn? 5. Eines Unterdruͤckten Thraͤnen, o wie furchtbar sind nicht die! Eh' es Unge⸗ rechte waͤhnen, treffen deine Pfeile sie. Und, wenn du nicht eilen solltest, wenn du, Richter, saͤumen wolltest; harrt denn mein am Grabe nicht ein noch schrecklicher Gericht? 6. Lehre mich, gerecht und billig gegen alle Menschen seyn; keinen druͤcken, lieber willig jedem, der mich kraͤnkt, verzeihn. Hab' ich Macht; laß 568 Vom christlichen laß sie mich nuͤßen, die Be⸗ draͤngten zu beschuͤtzen, eilen, wo Verlaßne flehn, ihnen liebreich beizustehn. 7. Sichern laß mich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld. Wir sind alle dei⸗ ne Knechte; und wie groß ist deine Huld! Du vergiebst mir meine Schulden; sollt' ich denn kein Unrecht dul⸗ den? nicht gelind seyn? mich nicht freun, wie du, Vater, zu verzeihn? 8. Hilf mir, immer richtig wandeln, Gott, vor dir, als meinem Herrn, billig stets mitandern haͤndeln, und von aller Haͤrte fern! Denn du, Richter aller Welten, wirst mir alles einst vergelten, was ich meinen Bruͤdern that, wenn sich dein Gericht mir naht. 643. Wiedererstattung. Mel. Kommt, Menschenkinder 6. Leben uͤberhaupt. Rechte kraͤnkt, auf seinen Schaden boshaft denkt, ver⸗ letzet des Gewissens Pflicht, und ehrt dich, Gott der Lie⸗ be, nicht. 3. Du schriebst in jedes Herz, o Gott, tief ein das billige Gebot: was du nicht willst, das dir geschicht, das thu' auch du an andern nichtl 4. Wenn ich dieß heilige Gesetz durch Ungerechtigkeit verletz'; so sprech' ich selber uͤber mich das Urtheil: Gott ist wider dich. 5. Dein Wort schaͤrft mir's noch staͤrker ein, kein schadenfroher Mensch zu seyn z es droht der Kraͤnkung, dem Betrug des Naͤchsten unfehlbaren Fluch. 6. Darum, mein Gott, bewaͤhre mich vor allem Un⸗ recht vaͤterlich! Beging ich's je; so sey mir's leid, und zum Ersatz mein Herz bereit! 7. Wer Andern Schaden hat gethan, und irgend ihn 7 sey mein Leben jeder⸗ erstatten kann, doch deß sich zeit von aller Ungerech⸗ weigert, findet nicht vor dir ügkeit! Wie koͤnnt'ich sonst Erbarmen im Gericht. er Deine seyn, und deiner 8. Auf Buße, die er meint Gnade, Gott, mich freun! zu thun, kann nie dein Wohl⸗ 2. Wer seines Naͤchsten gefallen ruhn, wenn er nicht willig eing mals gere In d Erden gering und arm, der nicht freun. reich und groß. Der hat meines Gluͤcks sich an: wie mehr Kraft, der mehr Ver⸗ arm, wie niedrig bin ich dann! Vom christlichen Leben uͤberhaupt. willig das ersetzt, womit er Andrer Recht verletzt. 9. Herr, gieb, daß ich deß eingedenk durch Unrecht nie⸗ mals Andre kraͤnk! Du bist gerecht; dieß sey auch ich! In diesem Sinne staͤrke mich! 6⁴4. Bescheidenheit. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Ven dir in diese Welt ge⸗ rufen, stehn, Schoͤpfer, alle Menschen hier auf man⸗ cherlei verschiednen Stufen, und was sie haben, koͤmmt von dir; sie gleichen sich nicht an Gestalt, an Neigung, Staͤnden und Gewalt. 2. Nicht jeder hat, was Andre Denm und das ist Guͤte; denn du giebst dem diese, jenem andre Gaben, weil du uns, Vater, Alle liebst; denn Alle sollen gluͤck⸗ lich seyn, und Einer sich des Andern freun. 5. Begluͤcken, und auch gluͤcklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Nur 569 stand, und jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? Wer wieder andre Menschen mir? Du thust's, durch freie Huld bewogen; denn alles Gute koͤmmt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin al⸗ les, was ich bin, durch dich. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden, und fern von al⸗ lem Stolze seyn? den gar nicht achten? den beneiden? mich, weil er mehr empfing, nicht freun? als waͤr' ich, (haͤtt'ich mehr, als er,) auch besser dann, auch seliger? 6. O laß in meinem gan⸗ zen Leben mich meines Gluͤcks und Vorzugs nicht, zu An⸗ drer Kraͤnkung, uͤberheben; verkennen nie der Dewuth Pflicht; nicht blos auf mei⸗ nen Vorzug sehn; nicht An⸗ drer Gaben stolz verschmaͤhn! 7. Nein! ich will gern auch Andre ehren, wie arm, wie niedrig sie auch seyn. Sie koͤnnen meiner nicht ent⸗ darum, Gott, ist der auf behren; ich kann mich ohne sie Nimmt keiner 4 570 8. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringen gern erkennt und schaͤtzet, der verehret der Nie— drigkeit und Hoheit Herrn. Wohl, wohl ihm! Denn Bescheidenheit giebt allen Liebenswuͤrdigkeit. 9. Sie schmuͤckt das Alter, giebt der Jugend den groͤßten Reiz, den Gaben Werth, und Glanz und Hoheit jeder Tugend, die eiteln Schim⸗ mer gern entbehrt. Denn Demuth und Bescheidenheit ist unsre wahre Herrlichkeit. 10. Gieb, Herr, zu allen deinen Gaben auch diese: laß, vom Stolze rein, uns alles brauchen, was wir ha⸗ ben, uns durch einander zu erfreun! Dann sind wir all' in deinem Reich an Selig— keit einander gleich. 6⁴⁵. Aufrichtigkeit und Wahrhaf⸗ tigkeit. Mel. Kommt, Menschenkinder ꝛc. zieb, Gott, daß ich der Wahrheit treu, und redlich stets im Umgang sey, entfernt von der Verstellung List, die deinem Aug' ein Ab⸗ scheu ist. Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 2. Verhaßt sey mir die Schmeichelei und glatter Worte Taͤuscherei; und was ich denke, streitenichtm Ut. 9 Zunge spricht. 5. Hilf mir auch des Be⸗ ktenges Schein mit Vorsicht fliehn, und klug zwar seyn, doch ohne Falsch, nach Jesu Rath, in Worten, so wie mit der That. 4. Vereint mit Offenher⸗ zigkeit sey auch bei mir Ver⸗ schwiegenheit, daß ich zu meines Naͤchsten Wohl da schweige, wo ich schweigen soll! 5. Doch laß mich auch freimuͤthig seyn, und keines Menschen Ansehn scheun, wenn irgendwo Gerechtigkeit der Unschuld Rettung mir gebeut! 6. Wer Wahrheit uͤber al⸗ les schaͤtzt, undnichtmuthwil— lig sie verletzt, ist, Gott, dein Freund, und wird bestehn, wenn alle Falschen untergehn. 7. Du bist sein Schirm und Schild, o Gott! Traͤf“ ihn auch andrer Menschen Spott; traͤf' ihn auch Haß der ganzen Welt; was ach⸗ tet's der, der dir gefaͤllt? 8. Er r die rttier ĩHwas dem, t. ö Be⸗ rsicht seyn, Jesu wie nher⸗ Ver⸗ h zu da eigen auch eines heun, igkeit mir er al⸗ hwil⸗ dein Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 8. Er wird vor deinem Angesicht einst strahlen, wie der Sonne Licht, die sruͤh in voller Herrlichkeit hervor— glaͤnzt und die Nacht zer— streut. 9. Daß ich mich dieses Gluͤcks erfreu', so steh' auch mir, mein Vater, bei! Laß mich, von aller Falschheit rein, wie du, ein Freund der Wahrheit seyn! 646. Mel. Ich dank' dir, Menschenhuͤter. Wobl dem, der richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint! Der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit uͤbet, sich unbefleckt erhaͤlt! 2. Wohl dem, der Luͤgen hasset, und der, so oft er spricht, so seine Reden fasset, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verletzet, und der an jedem Ort sich dieß vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort! 5. Wohl ihm, daß sein Gemuͤthe, Herr, deine Rechte 57¹ uͤbt! Ihn leitet deine Guͤte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhoͤhen, wenn in der Wahrheit Licht be— schaͤmt die Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht. 4. O Herr, laß alles Luͤ— gen doch ferne von mir seyn! Behuͤte mich vor Truͤgen mit gleißnerischem Schein! Erinnre mein Gewissen! du hassest Heuchelei; damit ich stets beflissen der Treu und Wahrheit sey! 5. Laß niemals mich ver⸗ sprechen, was ich nicht hal— ten kann; auch nie Zusagen brechen, die ich einmal ge⸗ than; nie mich den Stolz verleiten, und nie des Bei⸗— spiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was faͤlschlich ist erdacht. 6. Doch laß zu allen Zei⸗ ten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele lei⸗ ten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit uͤb', und wisse, wenn ich fuͤr Andrer Wohl und fuͤr mich reden muͤsse, und wenn ich schweigen soll. 7. Wenn jemals, mich zu druͤcken, des Feindes Rath gelingt; wenn er mit boͤsen Tuͤcken 572 Tuͤcken in Kuͤmmerniß mich bringt: so staͤrke meine See⸗ le, daß sie nicht unterlieg', und alles dir befehle. Du giebst der Unschuld Sieg. 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich haͤlt, das soll mir nie— mand rauben! So scheid' ich aus der Welt mit freudigem Vertrauen; dort werd' ich, als dein Kind, dich mit den Frommen schauen, die reines Herzens sind. 647. Wider die Verleumdung. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛe. enn du des Naͤchsten Ehr' und Achtung suchst zu schmaͤlern, und von nichts lieber sprichst, als von des Bruders Fehlern; aus Ehrsucht und aus Stolz verkleinerstseinen Ruhm, und seine Schwachheit schmaͤhst; wo bleibt dein Christenthum? 2. Wenn du aus Arg⸗ wohn blos von ihm nur Boͤ⸗ ses denkest, und durch ein falsch Geruͤcht ihm schadest und ihn kraͤnkest; wenn ihn dein Neid, dein Haß, dein Stolz, dein Spott entehrt; Vom christlichen Leben uͤberhaupt. bist du dann noch ein Christ, und dieses Namens werth? 3. Wenn du den Laͤstrer hoͤrst, und unter Spoͤttern sitzest, und blos aus Men⸗ schenfurcht nicht Andrer Un⸗ schuld schuͤtzest; wenn aus Gefaͤlligkeit du selbst Ver⸗ leumder bist, und nichts zum Besten kehrst; bist du dann noch ein Christ? 4. O Mensch, bedenke doch: Gott hoͤrt an jedem Orte, wo du nur immer bist, ein jedes deiner Worte. Und er, der alles sieht, er sollte dich nicht sehn, wenn du dich frech erkuͤhnst, die Unschuld selbst zu schmaͤhn? 5. Wenn du der From⸗ men lachst; wenn du die Tu⸗ gend schaͤndest; dem Wuͤrdi⸗ gen das Lob, das er verdient, entwendest; Verleumder! sieht's nicht Gott, wie zuͤgel⸗ los dann du ihn in den Sei⸗ nen schmaͤhst? Dein Rich⸗ ter hoͤrt dir zu. 6. Die Thraͤnen zaͤhlt der Herr, die von gekraͤnkten Frommen, die du entehret hast, wehklagend vor ihn kommen. Es koͤmmt, es koͤmmt ein Tag, wo Gott einst hrist, rth? astrer etern Men⸗ r Un⸗ aus Ver⸗ zum dann denke Vom christlichen einst vor Gericht, im Ange⸗ dein Urtheil spricht. 5. Und du, du wolltest noch des Naͤchsten Ehr' ver⸗ letzen? wollt'st, wenn du ihr geschad't, nicht schleunig sie ersetzen? Sie sey in Zukunft dir so werth, als eigner Ruhm! Beschuͤtz' und rette sie stets als ein Heiligthum! 8. Wie hoch verbeut uns Gott den Mißbrauch unsrer Zungen! Drum huͤte dich, o Christ, vor allen Laͤsterun⸗ gen! Wer in dem Menschen Gott und seine Gaben ehrt, den ehrt auch Gott, und der ist seines Beifalls werth. 648. Mel. O Traurigkeit ꝛc. err, unser Gott, wie manche Noth entstehet doch auf Erden durch der Luͤgner falschen Mund! O wie viel' Beschwerden! 2. Wenn Zungengift den Naͤchsten trifft; Verleum⸗ dung ihn beschmitzet; so wird oft der kuͤhlste Muth bis zur Glut erhitzet. 3. Den groͤßten Wald kann doch gar bald ein klei⸗ Leben uͤberhaupt. 575 nes Feu'r entzuͤnden; und die sicht der Welt, auch dir Zung', ein kleines Glied, zuͤn⸗ det Glut durch Suͤnden. 4. Mit welcher Wuth zer⸗ stoͤrt die Glut das Gluͤck so vieler Leute! Heut erfaͤhrt's schon mancher Mensch, der sich gestern freute. 5. Verleumdungssucht, die boͤse Frucht von teufeli⸗ schem Saamen, zuͤnd't auch zwischen Freunden oft Feu'r zu hellen Flammen. 6. Und das verheert mehr, als das Schwerdt, der Erd⸗ bewohner Freuden, die am meisten von dem Gift boͤses Zungen leiden. 7. Wenn Mein und Dein uns nicht entzwein, sind's meistens Laͤsterzungen, die aus Tadelsucht und Neid und aus Stolz entsprungen. 8. O Gott, gieb mir die Gnade hier, vom Zanke fern zu leben! Dort in deinem ew'gen Reich wird's nicht Zaͤnker geben. 9. Von dir, dem Herrn, sind ewig fern die Luͤgner und die Zaͤnker; sind im Reich der Finsterniß ihre eignen Henker. 10. Sie sehn dich nicht in deinem 57⁴4 deinem Licht, du Gott der Lieb' und Freude! Aber ich werd' einst dich sehn, frei von allem Leide. ö 649. Freundschaft. Mel. Kommt Menschenkinder, ruͤhmt. O welch ein Segen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mich zaͤrtlich und vertraulich liebt, mit mir sich freuet und betruͤbt! 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in einem Geiste dann mit mir der Tugend selig's Leben lebt, mit mir nach ei⸗ nem Ziele strebt. ö 3. Gedanke, Neigung, Will' und That sind eins in beiden, nur den Pfad, den wir in deinem Lichte sehn, ge⸗ treu, und Hand in Hand, zu gehn. 4. Des Herzens Heil und Besserung, nicht eitler Luͤste Saͤttigung, der wahren Liebe voll Gefuͤhl, ist unsre Sehn⸗ sucht, unser Ziel. 5. Wir theilen bruͤderlich dein Licht; wir helfen uns in jeder Pflicht; wir bitten dich vereint, um Kraft, gleich Vom christlichen Leben uͤberhaupt. fromm zu seyn, gleich tu⸗ gendhaft. 6. Er, in Gefahr zu ir⸗ ren, hoͤrt auf meiner Liebe Ruf, und kehrt, durch meine Wachsamkeit geruͤhrt, zu— ruͤck vom Wege, der verfuͤhrt. 7. Und wenn ich strauchle; (denn wie leicht faͤllt nicht der schwache Mensch!) so reicht er seine Bruderhand auch mir, und fuͤhret mich zuruͤck zu dir. 8. Stets durch einander weiser, und vollkommener, verab— scheun wir die Taͤuscherei der Schmeichler, redlich, of⸗ fen, frei. 9. Kein Streit, kein Miß⸗ traun, kein Verdacht, nichts, was uns froh und traurig macht, auch nicht des Gluͤk⸗ kes Unbestand, trennt unsrer Liebe festes Band. 10. Wir theilen alles, Lust und Leid, in inniger Ver⸗ traulichkeit; und jedes Zaͤrt⸗ lichkeit versuͤßt dem Andern, was ihm schmerzlich ist. 11. Trennst du auch selber Freund und Freund: die Herzen bleiben doch vereint, durch Liebe, durch Gebet, durch Herr, stets edler Vom christlichen Leben uͤberhaupt. durch Rath, und, wo wir koͤnnen, durch die That. 12. Vollenden wir den Pilgerlauf: so nimmt uns dann ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns zugleich erfreut. 13. Da hab' ich ewig je⸗ den Freund, der sich mit mir durch dich vereint; mir Herz um Herz, o Vater, giebt; mich zaͤrtlich, treu und ewig liebt. 650. Friedfertigkeit. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. Wer leben will, und gluͤck⸗ lich, der betruͤbe nie seine Brüder, fliehe Zank, und liebe stets selbst die Ein⸗ tracht; herzlich, treu, ver⸗ schwiegen, ein Feind von Luͤgen! 2. Er sey gerecht; sey bil⸗ lig; uͤbertreibe nie seine Rechte bis zur Haͤrt', und bleibe stets ruhig; sey im Eifer seiner maͤchtig, und stets bedaͤchtig! 3. Er freue sich nicht, wenn nun die, die irren, aus Eifer, recht zu haben, sich verwir— ren; nie stolz; stets frei, 57⁵ daß er sie leicht gewinne vom Eigensinne! 4. Im Tadel sanft; nie bitter im Verweise; stets herzlich bei des Bruders Ruhm und Preise; stets sorgsam, wenn er Fehler sucht zu bessern, nichts zu vergroͤßern! 5. Nachgebend, wo nicht Recht und Wahrheit lei⸗ den; in jedem Streite sittsam und bescheiden, auch sittsam wenn er siegt; holdselig, guͤ⸗ tig; nicht uͤbermuͤthig! 6. Demuͤthig, wie auch Christus war; stets billig; zu tragen Schwache, sie zu schonen willig; nicht träge, die Gefallnen aufzuheben; schnell zum Vergeben! 7. Daß Bruͤder sich mit Bruͤdern nicht entzweien, eil' er, Verdacht und Mißtraun zu zerstreuen, und lindre kluͤg⸗ lich Unmuth und die Schmer⸗ zen gekraͤnkter Herzen! 8. Versoͤhnlich eil' er selbst der Feinde Reue entgegen; fordre sie nicht; und erfreue, noch eh' sie bitten, ohne Selbsterhebung, sie mit Vergebung! 9. Er wird in Sicherheit und 576 und Friede wohnen; ihn wird man preisen; wenn er fehlt, ihn schonen; ihn, wenn er spricht, zu warnen und zu lehren, mit Freuden hoͤren. 10. Sein Beifall ist Be⸗ lohnung; selbst Verweise von ihm sind lieblich; sich zum Ruhm und Preise wird er nicht Fehler, die er straft, vergroͤßern, wird gern sie bessern. 11. So wird zur Freude jeder seiner Tage; und wenn er stirbt, hoͤrt man der Bruͤ⸗ der Klage: ach! der war gut, nie stolz, nie uͤbermuͤthig, stets sanft, stets guͤtig! 12. Frohlockend geht er, und empfaͤngt am Throne des Mittlers, dem er folgte, seine Krone. Da wohnt er, Vom christlichen Leben uͤberhaupt. seyn und meinem Feinde gern verzeihn! 2. Wie koͤnnt' ich hoffen, Trost im Tod, Huld im Ge⸗ richt zu finden? zu dir noch flehen: richte, Gott, mich nicht nach meinen Suͤnden? hoͤrt' ich nicht deine Stimm' in mir: wie du vergiebst, vergiebt Gott dir! 5. Du Stimme Gottes, schalle mir durch meine ganze Seele, daß ich mit Ernst, o Gott, vor dir drauf achte, und dann waͤhle! Der waͤhlt den Segen, der vergiebt; und der den Fluch, wer Rache liebt. 4. Sey, Seele, werth der Seligkeit, dich selbst zu uͤber⸗ winden! Duld' und vergieb! denn Gott verzeiht, und straft nicht deine Suͤnden. Nicht Gott, in einem hoͤhern Frie-Rache; Segen rufe du, Be⸗ den; in deinem Frieden! 651. Feindesliebe Mel. Mach's mit mir, Gott ꝛe. Der du, dem Tode nah', fuͤr die, die dich erwuͤrg⸗ ten, batest; der du bei dei⸗ nem Vater sie, mein Hei⸗ land, selbst vertratest; o Sanftmuth noch zur Selig⸗ moͤcht' ich doch dir aͤhnlich gnadigter, dem Feinde zu! 5. Auch mein Beleidiger hat Theil am Heiland aller Suͤnder; mit Blut erkauft' auch ihn zum Heil der To⸗ desuͤberwinder. An mich und ihn ergeht der Ruf des Gottes, der uns beide schuf. 6. O koͤnnt' ihn meine keit bekehren, und ihn der Liebe seinde offen, Ge⸗ noch mich iden? timm' ziebst, ottes, ganze nst, o ,„ und lt den id der liebt. h der uͤber⸗ gieb! straft Nicht Be⸗ zu! diger aller auft' To⸗ mich fdes chuf. neine elig⸗ ider Liebe Vom christlichen Leben uͤberhaupt. Liebe sanftes Joch mit Freu⸗ den tragen lehren? Wie goͤtt⸗ lich wuͤrd' es mich erfreun, der Retter meines Feind's zu seyn! 7. Wie wird er einst am Weltgerichte mich Freund und Bruder nennenz mir dan⸗ ken, und sich ewig nicht von meiner Seite trennen, und Gott erhoͤhen, dessen Hand uns fuͤr die Ewigkeit ver⸗ band! 8. Wie gern will ich, Gott, auf dein Wort, Haß und Verfolgung leiden! Wie gern verzeihn, da du mir's dort vergiltst mit solchen Freuden! Wenn mir im Himmel nur ein Feind dank⸗ bare Freudenthraͤnen weint! 652. Mel. Aus tiefer Noth schrei ꝛc. Gieb, Jesu, Sanftmuth mir ins Herz, daß ich mich selbst nicht raͤche; nie Lindrung mir fuͤr meinen Schmerz aus fremdem Schmerz verspreche; auch wenn mein Herz sich schon emport, und duͤrstiglich dar⸗ nach begehrt, doch seinen Willen breche! 577 2. Ein Vater hat uns ja gemacht zu seines Hauses Kindern; nur Ein Herr hat uns Heil gebracht, uns sonst verlohrnen Suͤndern; so wie auch Ein Geist uns regiert, zu Einem Erb'uns alle fuͤhrt, wenn wir's nur nicht verhin⸗ dern. 3. Mein Gott, wie darf doch ich, dein Kind, den schwachen Bruder hassen! Ach! wie so große Schulden sind mir selbst von dir erlas⸗ sen! Wer waͤr' ich, wenn nicht allezeit ich willig bliebꝰ, in Einigkeit den Bruder zu umfassen? 4. Komm, Bruder, komm, reich her die Hand! Wir wollen uns versoͤhnen, uns auch von dem, was uns ent⸗ brannt, von Stolz und Neid entwoͤhnen. Verzeihn haͤlt zwar die Welt fuͤr Schmach; doch wir, wir folgen Jesu nach. Mag doch die Welt uns hoͤhnen! 5. Wir tragen allesammt sein Joch, diewir uns Christen nennen. Wie duͤrften sich die Glieder doch an einem Leibe trennen! An Sanftmuth, Lieb' und Freundlichkeit kann Oo man 578 Vom christlichen Leben uͤberhaupt. man den Christen allezeit Opfer nur des unschuld'gen als Gottes Kind erkennen. Gotteslammes; und dieselbe 6. Wir haben alle Gottes Seligkeit ist fuͤr Alle gleich Gnad' in Einem Herrn zu bereit. finden; uns heiligte Ein Wasserbad, zu fliehen alle ich hassen, 3. Gottes Kinder sollt' lieblos, unbarm⸗ Suͤnden; Ein Nachtmahl herzig seyn? meinem Feinde ist's, das alle speist; wie soll nicht verzeihn? keine Schul⸗ dann nicht EinHerz und Geist den ihm erlassen? Gott, nicht uns allesammt verbinden! 7. Dort stehn wir auch vor Einem Herrn, der wird an uns es raͤchen, wenn wir, vom Sinn der Liebe fern, zum Bruder Racha sprechen. Nun, Herr, so gieb uns sanf⸗ ten Muth, hilf unserm schwa⸗ chen Fleisch und Blut der Rachsucht Trieb zu schwaͤ⸗ chen! Mel. Ach, was soll ich Suͤnder ꝛe. Een. Menschen, meine Bruͤder, mir, mein Gott, nicht theuer seyn? Sollt' ich sie nicht gern er⸗ fuͤrchten dein Gericht? dein Erbarmen achten nicht? 4. Ja du, der fuͤr Uebel⸗ thaͤter um Vergebung bat, die Last, welche du getragen hast, war die Last der Ueber— treter; doch du warst von Rache fern, duldetest, verga⸗ best gern. 5. Wenn mein Herz, vom Hang zur Suͤnde hingeris⸗ sen, dich verkennt, und zu Haß und Rach' entbrennt; hilf dann, daß ich uͤberwin⸗ demeinen Haß, und laß mich sehn, in den Tod fuͤr uns dich gehn. 6. Wie dir deine Thraͤ⸗ freun? Sind nicht alle Chri⸗ nen flossen, als dein Aug' um sten Glieder dessen, der fuͤr mich geweint; wie du, großer Alle starb, Allen Gottes Menschenfreund, auch fuͤr Huld erwarb? mich dein Blut vergossen; 2. Alle sind wir Eines wie dulittst, mich zu erfreun; Stammes, gleich an duͤrfti⸗ das laß mir vor Augen seyn! ger Natur; allen hilft Ein 7. Gieb es so mir zu er⸗ kennen, d'gen selbe gleich sollt harm⸗ einde schul⸗ nicht dein lebel⸗ bat, ragen seber⸗ von erga⸗ vom geris ud zu ennt; rwin⸗ mich ĩ dich Thraͤ⸗ g um roßer fuͤr ssen; reun; seyn! u er⸗ inen, Vom christlichen Leben uͤberhaupt. 579 kennen, daß ichthu, wie du dennoch soll des Christen gethan! Wer nicht liebt, geht Herz am Zorne sich nicht dich nicht an; ist kein Glied weiden; soll nicht sein eigner von dir zu nennen; ist dem Richter seyn; soll alles Un⸗ Gott der Lieb'ein Graͤu'l, und recht gern verzeihn. verscherzt sein eignes Heil. 3. So schwer auch diese 8. O so hilf mir, daß ich Pflicht dir scheint; so mußt uͤbe, was dein Wille mir ge⸗ du sie doch uͤben. Sonst beut: Nachsicht, Sanftmuth, bist du nicht des Heilands Guͤtigkeit! daß ich, wie du Freund, der sie dir vorge⸗ liebest, liebe; innig liebe; schrieben. Empoͤrt dein Herz milde, treu, sanft und leicht dawider sich; so sieh auf ihn, versoͤhnlich sey! besiege dich! 9. Ja, ihr meines Haup⸗ 4. Wer hat wohlgroͤßern tes Glieder, Christi, der fuͤr Widerspruch von Suͤndern Alle starb, Allen Gnad' und hier erduldet, als er, der Huld erwarb, lieben will ich Herr, der Schmach und euch, ihr Bruͤder, fuͤr euch Fluch von Andern nie ver⸗ beten, euch erfreun, wohl- schuldet? Und dennoch will thun, dulden und verzeihn. er a terben l. daß keiner — ewig sterben soll. 654. 5. Ihm folgen ist dein Mel. Mach's mit mir, Gott, nach ꝛc. wahrer Ruhm. Beleidigern verzeihen ist Ehre fuͤr dein Christenthunmz sich ihres Falls nicht freuen, nicht den, der dich schmaͤht, wie⸗ der schmaͤhn, gereicht dir selbst zum Wohlergehn. 6. Im Zorn denkt nie⸗ mand ernstlich nach, was Gott gefallen sollte. Die Rache selbst vermehrt die Schmach, die man bestrafen 0o 2 wollte. Verbittre dir dein Leben nicht, o Christ, durch eigne Rache! Vergeben ist des Menschen Pflicht; ver⸗ gelten Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und verzeiht. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der Schmerz, von Men⸗ schen Unrecht leiden; und 580 wollte. Kein Schimpf wird ungeschehn gemacht, wenn deine Rachgier wild erwacht. 7. Die Rachgier reißt Gerechtigkeit, reißt Glauben aus dem Herzen, stoͤrt des Gemuͤths Zufriedenheit, und straft mit bittern Schmer⸗ zen; sie hindert Dank, Ge⸗ bet, Vertraun, und raubt den Muth, auf Gott zu baun. 8. Durch Sanftmuth,(uͤbe nur die Pflicht!) wirst du den Feind besiegen. O raube dei⸗ ner Seele nicht dieß goͤttliche Vergnuͤgen! Dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter seyn. 9. Laß mich aus Liebe, Gott, zu dir das Unrecht nicht selbst raͤchen! Du wirst, verzeih' ich gern, auch mir ein gnaͤdigs Urtheil sprechen. Von dir koͤmmt auch der Sanftmuth Sinn. Nach deiner Gnade gieb mir ihn! 655. Mel. Besiehl du deine Wege ꝛc. Nie will ich wieder fluchen, wenn mir mein Hasser flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden Vom christlichen Leben uͤberhaupt. sucht. Ich will ihm sanft be⸗ gegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er: so willich segnen. Dieß ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der Ge⸗ rechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth er⸗ grimmter Knechte ertrug er mit Geduld. Sollt' ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt! mit Liebe nicht vergelten, wie er dem Feind vergalt! 5. Verleumdung dulden můssen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen fuͤr meine Unschuld spricht. Dieß will ich treu bewahren: so bessert mich mein Feind, und lehrt mich klug verfahren, indem er's boͤse meint. 4. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir er⸗ sann; auch die will ich be— reuen, die er nicht wissen kann. Durch Huld will ich mich raͤchen, an ihm das Gute sehn, und Gutes von ihm sprechen; wie koͤnnt' er länger schmaͤhn! 5. Ich will niemals ermuͤ⸗ den, ihm thaͤtig zu verzeihn, und, Vom christlichen Leben uͤberhaupt. und, als ein Christ, zum Frieden, zu Diensten, willig seyn. Wenn mich zu unter⸗ treten, ihn Guͤte mehr erhitzt: so will ich fuͤr ihn beten, und Gott vertraun. Gott schuͤtzt! 656. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛc. Allen⸗ welche nicht verge— ben, wirst du, Richter, nicht verzeihn; trostlos wer⸗ den sie im Leben, trostlos einst im Tode seyn; unentlaͤden ih⸗ rer Suͤnden, nimmer vor dir Gnade finden. 2. Wie dein Herz mit je⸗ dem Suͤnder vͤterliches Mitleid hat; wie der Freund der Menschenkinder selbst fuͤr seine Moͤrder bat: so soll auch der Christ verzeihen, und sich nicht der Rache freuen. 3. Wir geloben's dir mit Freuden: willig wollen wir verzeihn; nie uns raͤchen, wenn wir leiden; nie zu dir um Rache schrein; vielmehr vor dein Antlitz treten, und fuͤr unsre Feinde beten. 4. Staͤrk' uns, Vater, deine Frommen, treu zu blei⸗ ben dieser Pflicht! Wenn 581 so besiege sie uns nicht! Laß sie uns gewaffnet finden; laß uns schnell sie uͤberwinden! 5. Mach' in unserm gan⸗ zen Leben deinem Sohn uns gleich gesinnt! Sind wir willig zum Vergeben allen, die uns schuldig sind: so laß auch fuͤr unsre Suͤnden uns bei dir Vergebung finden! 6. Heil uns! Gott ver⸗ zeiht uns Suͤndern! geht nicht mit uns ins Gericht! nimmt uns auf zu seinen Kindernlzuͤrnet mit uns ewig nicht! Laßt uns beten; laßt uns kaͤmpfen, alle Rach' in uns zu daͤmpfen! 657. Menn wir in hoͤchsten Noͤthen seyn, und wis⸗ sen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Huͤlf' noch Rath, ob wir gleich sorgen fruͤh und spat: 2. So ist das unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein zu dir dann rufen, treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth; 5. Und heben unser Aug' und Herz zu dir in wahrer wir in Versuchung kommen: Reu und Schmerz, und bit⸗ ten 582 ten dich um Besserung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnaͤ⸗ sch diglich, Herr, Allen, die drum bitten dich im Namen dein's Sohns Jesu Christ, der un⸗ ser Heil und Mittler ist. 5. Drum kommen wir, o Herr und Gott, und klagen dir all' unsre Noth: wir ste⸗ hen itzt verlassen gar in gro⸗ ßer Truͤbsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an, daß die Suͤnde groß; sprich uns davon aus Gnaden los; steh' uns in unserm Elend bei; mach' uns von allen Plagen frei! 7. Auf daß von Herzen wir dafuͤr nachmals mit Freuden danken dir, gehor⸗ sam seyn nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. 658. Eid. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Gert, wer bei deinem Na⸗ men schwoͤret, und, was er zugesagt hat, bricht, der ist ein Frevler; denn er ehret dich, der die Wahrheit selbst ist, nicht. Er kann nicht Vom christlichen Leben uͤberhaupt. froh, nicht mit Vertraun zu dir, o Gott, gen Himmel aun. 2. Wir sollen ja nach dei⸗ nem Willen, wie du, der Wahrheit Freunde seyn, und was sie fordert, gern erfuͤllen, und keine Lasten dabei scheun. Wer sie verletzt, verwirft sein Heil, ihm wird des Meineids Quaal zu Theil. 5. Wie darf der hoffen, dich zu sehen, der, Gott, die Wahrheit frech entehrt, den Naͤchsten sucht zu hinterge— hen, und frech bei deinem Namen schwoͤrt? Vor dei⸗ nem heiligen Gericht besteht ein solcher Frevler nicht. 4. Und floͤh' er zu dem fernsten Meere; du findest allenthalben ihn, wenn er auch noch so maͤchtig waͤre. Wer kann sich deiner Macht entziehn? Hier hilft nicht Ehre, Macht und Geld, nicht Beifall, Gunst und Schutz der Welt. 5. Drum laß mich eher nichts betheuern, bis ich bedenke, was ich thu', und den Gedanken oft erneuern: des Eides Richter, bist du; schaust meines Her⸗ zens Gott, zene ans 6 stete den! dich sche. Ge schm der nich Vom christlichen zens Innerstes, bringst es ans Licht, und richtest es! 6. Ja, hilf mir, daß ich stets mit Treue, nur was ich denke, schwoͤr' und halt', und dich mit heil'ger Ehrfurcht scheue, und deine richtende Gewallt! Wer faͤlschlich schwoͤrt, koͤmmt ins Gericht; der Redliche, der Fromme nicht. 659. Mel. Es wolle Gott uns ꝛe. Herr der Welt, deß Auge alles siehet, vor dem der Engel niederfaͤllt, der hoͤchste Seraph knieet! Laß deines Namens Majestaͤt mein Herz mit Ehrfurcht fuͤllen, wenn ich hier vor dein Antlitz tret', nach meiner Obern Willen, dich eidlich anzurufen. „Laß deine Gegenwart mich scheun, o allerhoͤchstes Wesen! Nichts kann vor dir verborgen seyn; Gedan⸗ ken kannst du lesen. Dir, dir, o Herr, bin ich ja kund an all und jedem Orte. Du kennest meines Herzens Leben uͤberhaupt. 585 Grund, weiß'st alle meine Worte, und was ich dabei denke. 3. Du bist auch, o All⸗ wissender! der Menschen hoͤchster Richter, und strafst, als ein gerechter Herr, die frechen Boͤsewichter, die sich in ihrer Tollkuͤhnheit vor dei— ner Macht nicht scheuen, und dein Namens Heiligkeit durch falschen Schwur ent— weihen, ins Angesicht dir luͤgen. Gott, mein Schoͤpfer, 4. O steure, Herr, hinfort allzeit dem Graͤuel solcher Sünden! Laß deines Na⸗ mens Heiligkeit ein jedes Herz empfinden, das je zum Eide sich entschließt! Du, aller Falschheit Raͤcher, du, dessen Draͤuen Wahrheit ist, strafst zwiefach die Ver⸗ brecher, die faͤlschlich bei dir schwoͤren. 5. Laß niemand auch Ge⸗ legenheit zu falschen Eiden geben! Und will sich oft um Kleinigkeit ein boͤser Zwist erheben: so lenke du, durch deinen Geist, zum Frieden die Gemuͤther, daß niemals je⸗ mand sich erdreist', um Ehre oder 9. Laß 584 Von besondern Staͤnden und Zeiten. oder Guͤter mit Unbedacht zu nach dem Eide richten: so laß g9. schwoͤren. zu deines Namens Ehr' ge⸗ terrie 6. Jedoch, laͤßt sonst ein trost bezeuget werden: du, strau Hader nicht sich von den du seyst, o Allwissender, im werd Obern schlichten, als wenn, Himmel und auf Erden der auch nach ihres Amtes Pflicht, sie Zeuge und der Richter. dig a ö 10 XXX. Von besondern Staͤnden und—— Zeiten. zu kr 660. treue Fuͤhrer giebst, die weise thun, sind, und tugendhaft, in Lehr' zen tt Lehrstand. und That voll Geist und 11 Mel. Kommt, Menschenkinder 4. Kraft! wuͤrd Das Amt der Lehrer, 5. Laß ihres Unterrichts fen, Herr, ist dein; dein soll uns freun; gewissenhafte Hoͤ: nicht auch Dank und Ehre seyn, rer seyn; selbst forschen, ob zu se daß du der Kirche, die du dein Wort auch lehrt, was achte liebst, noch immer treue Leh⸗ uns ihr Unterricht erklaͤrt. 12 rer giebst. 6. Und ist ihr Wort dein wolle 2. Gesegnet sey ihr Amt Wort, o Herr! so laß uns from und Stand! Sie pflanzen, weiser, heiliger und besser fuͤhr Herr, von dir gesandt, von werden, dir allein zum Preis', gleich Zeit zu Zeit dein heiligs und auch, sie zu erfreun. Reic Wort, und Licht mit ihm 7. Daß jeder, so belohnt und Tugend fort. von dir, frohlocke: ja, Gott, Bei 3. Wie freut ein guter ist mit mir! Am Throne ö Lehrer sich, wenn er, erleuch⸗ werd' ich wonnevoll die Mel. tet, Gott, durch dich, den schaun, die ich hier leiten soll! G Juͤngern Jesu gleichgesinnt, 8. Ermahnen, warnen, viel' Seelen fuͤr dein Reich strafen sie: so weigre, wer sie Amt gewinnt! hoͤrt, sich nie, zu hassen, was ihm, 4. Wohl uns, wenn du du uns verbeutst, zu thun, gesch auch uns so liebst, daß du uns was du durch sie gebeutst. zu g o laß ge⸗ du, „im der Von besondern Staͤnden und Zeiten. 9. Laß darum ihren Un⸗ terricht, weil sie und wir auch straucheln, nicht verachtet werden; nimm dich dann auch ihrer Schwachheit gnaͤ⸗ dig an! 10. Fern sey von uns der Frevel, Gott, durch Undank sie, durch Haß und Spott, zu kraͤnken, daß sie, was sie thun, mit seufzervollem Her⸗ zen thun. 11. Ach, wenn sie seufzten, wuͤrde nicht uns Strafe tref⸗ fen, dein Gericht? Hast du fromme Hoͤrer seyn! nicht selbst gedroht: wer sich zu schmaͤhn sie wagt, ver⸗ achtet mich? 12. Nein, Gott, wir wollen sie erfreun; dankbare So fuͤhrst du auch einst uns zu⸗ gleich mit ihnen in dein ewigs Reich. 661. Bei Einfuͤhrung eines neuen Lehrers. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Gieb ihm, o Vater, Gluͤck und Kraͤfte zu seinem Amt', Beruf', und Stand', ihm, den zum Predigtamts⸗ geschaͤfte du uns hast gnaͤdig zu gesandt! Hilf du ihm 585 selbst: so wird allein sein Amt an uns gesegnet seyn. 2. Laß auf sein Pflanzen und Begießen des Geistes Kraft von oben her zum ste⸗ ten Segen auf uns fließen, und deines Wortes Kraft vermehr', daß es fuͤr jenen Erndtetag Frucht hundert— faͤltig bringen mag! 3. Gieb, daß von dieser ganzen Heerde, die du ihm itzt hast anvertraut, kein ein⸗ ziger verloren werde, und daß sein Wandel uns erbaut; daß uns sein Vortrag uͤber— zeugt, und auch die groͤßten Suͤnder beugt! 4. Laß ihn mit deines Gei⸗ stes Waffen der Wahrheit Feinden widerstehn! Und muß er Laster hart bestrafen: laß ihn auf Menschengunst nicht sehn! Gieb, wenn er troͤstet, Kraft und Licht, und felsenfeste Zuversicht! 5. Knuͤpf' zwischen ihm und uns die Bande der Liebe und Vertraͤglichkeit! Was ihm gebuͤhrt in seinem Stan⸗ de, sey jeder, ihm zu thun, be⸗ reit! Wer Gott und sein Wort liebt und ehrt, der haͤlt auch seine Diener werth. 6. O — 586 6. O Gott, wir trauen deiner Liebe, die uns bisher mit Rath und That, aus goͤttlichem Erbarmungstrie— be, zur Seligkeit geleitet hat, du wirst doch ferner mit uns seyn; wir alle, Heiland, sind ja dein. 7. Wir sind mit deinem Blut erkaufet, dein Vater hat uns sich erwaͤhlt; wir sind, als Christen, einst getaufet und deinen Kindern zuge⸗ zaͤhlt. So weide jedes Got⸗ teskind, Herr, dem sie theuer worden sind! 8. Laß auch dereinst ihn, unsern Lehrer, o Herr, zu dei⸗ ner Rechten stehn, und laß uns alle, seine Hoͤrer, mit ihm zum Himmelreich ein— gehn! Da werden wir uns ewig freun, und ewig mit ihm gluͤcklich seyn. 662. Obrigkeitlicher Stand. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛe. Erbalt uns, Herr, die Obrigkeit, die du uns gabst auf Erden, mit Wohl— ständ und mit Sicherheit durch sie begluͤckt zu werden! Verleih' ihr Weisheit, Trieb Von besondern Ständen und Zeiten. und Kraft, was wahres nem E Wohl dem Lande schafft, mit ihr Le Sorgfalt wahrzunehmen! 2. Gieb, daß sie, deinem Vorbild gleich, uns vaͤterlich regiere, und deinen Segen in ihr Reich durch gute Anstalt fuͤhre; der Unschuld Schirm lichen im Land' erfreu'; dem Unrecht kraͤftig steure! 5. Laß uns, von ihrem Schutz bewacht, des Frie— dens Gluͤck genießen, und ö 6. sen se zu lel herrse Lobse ner 2 und Waͤchter sey; den Red⸗ ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen! Hilf, daß wir in Gottseligkeit dir dienen, und schon in der Zeit die Frucht davon empfinden! 4. Beschirme sie durch deinen Schutz, daß, die ihr Uebels goͤnnen, mit ihrer List und ihrem Trutz ihr niemals schaden koͤnnen! jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein seg⸗ nendes Gedeihen! 5. Gieb denen Eifer, Fleiß und Treu, die ihr sind untergeben, daß jedermann beflissen sey, nach seiner Nie fehle Pflicht zu leben! Erleichtre ihr des Lebens Muͤh; mit dei⸗ nem ahres mit nu inem erlich en in nstalt chirm Red⸗ dem hrem Frie⸗ und t das Hilf, it dir »Zeit idenl hurch sihr r List mals fehle e sich seg⸗ fer, ö sind nann einer chtre t dei⸗ nem Von besondern Staͤnden und Zeiten. 587 nem Segen kroͤne sie, und sey verordnet ist, sey unsers Lan⸗ ihr Lohn auf ewig! des Schutz und Zier, der beste 6. Laß sie mit uns beflis⸗ Mensch und Christ! sen seyn, in deiner Furcht 6. Er zeig' auf seinem zu leben; uns deiner Ober⸗Throne sich als deinen treu⸗ herrschaft freun; mit ihr dein sten Sohn; den Lastern sey Lob erheben; daß so vor dei⸗ er fuͤrchterlich; der Tugend ner Majestaͤt, die uͤber alle Schutz und Lohn! Hoheit geht, Regent und 7. Begluͤckter Voͤlker Volk sich beuge! Liebe sey sein edelster Ge— 663 winn; und kein gerechter · Seufzer schreih um Rache Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. wider ihn! zott, deiner Staͤrke freue g. um seinen Thron sey sich der Land'sherr alle- immerdar Recht und Gerech⸗ zeit! Sein Auge sehe stets tigkeit; und dann beschuͤtz auf dich! Sein Herz sey dir ihn in Gefahr, und wenn geweihe! sein Hasser draͤut! 2. Begnadiget mit deiner + ů Kraft und deines Geistes voll,„H. Er iner nie der gedenk' er stets der Rechen⸗ Helden Ruhm! Doch, zeucht schaft, die er dir geben soll! F den Krieg, zu sner 3. Groß und voll Muͤh' Recht und Eigenthum: o ist seine Pflicht, und er ein folg' ihm Muth und Sieg! Mensch, wie wir; wie sehr no. Auch ihm hast du be⸗ braucht er vor Andern Licht stimmt das Ziel, das er er⸗ und Rath und Kraft von dir! reichen soll. O waͤren seiner 4. Verleih' ihm das, Tage viel, und jeder segens⸗ wenn er begehrt, dir aͤhnlich, voll! Gott, zu seyn, und laß ihn, 11. Sein werd' in jedem in dein Bild verklaͤrt, sein Flehn zu dir mit Lieb' und Volk, wie du, erfreun! Dank gedacht! Erhoͤr' uns, 5. Er, der dem Lande, Gott! So jauchzen wir und Gott, von dir zum Herrn preisen deine Macht. 664. 588 664. Unterthanen. Mel. Der du kamst, der Voͤlker ꝛc. Ver gehorcht, der thu's Wẽ mit Lust! I Jeder Buͤr⸗ ger, sich bewußt, 2. er nicht regieren kann, sey ein guter Unterthan! 2. Nie vermessen strebe der hoͤher, als er soll; als er Recht, Gelegenheit und Rath, und auch Kraft, zu nuͤtzen hat! 3. Der ist niedrig, der ist groß; ungleich ist der Menschen Loos. Schaͤme deines Rufs dich nicht! noͤ⸗ thig ist doch jede Pflicht. 4. Schoͤn ist's, gut zu herrschen; schoͤn, jeden guten Weg zu gehn, den ein guter Fuͤhrer weist; den dein Gott dich wandeln heißt. 5. Zur gemeinen Wohl⸗ fahrt sey dem Gesetze stets getreu! Wer ihm gern ge⸗ horchen kann, der nur ist ein freier Mann. 6. Schaue Jesum Chri⸗ stum an! er, wie du, ein Un⸗ terthan, und doch aller Fuͤr⸗ sten Gott, that, was das Gesetz gebot. Von besondern Staͤnden und Zeiten. 7. Selbstbeherrschung ist Irrt dein Herr⸗ so schwer. scher; straͤuchelt er: so ver⸗ damm' ihn nicht, und sprich: er ist auch ein Mensch, wie ich! 8. Ach! wie oft verfuͤhrt ihn nicht zur Vergessenheit der Pflicht, schmeichelnd oder raͤnkevoll, gluͤcken soll! 9. Ruhm, dem Lob und Ruhm gebuͤhrt! Schoß und Zoll dem, der regiert! Gieb, als gaͤbst du's Gott, Herrn, was dir aufgelegt wird, gern! 10. Ordnung und Ge⸗ rechtigkeit, Schutz und Fried' und Sicherheit, welch ein Gluͤck, das, wer es hat, nur durch seine Fuͤrsten hat! 11. Lebe selbst gewissen⸗ haft; ihres Wandels Re⸗ chenschaft laß dem Herrn, und sieh' nur du, daß du selbst gerecht seyst, zu! 12. Koͤnig, Fuͤrst und Unterthan, betet Gott, den Hoͤchsten, an! Fuͤrchtet ihn! Denn sein Gericht wird ge⸗ recht seyn; suͤndigt nicht! 665. der, den er be⸗ „ dem „ er auch dich. Lobsinge Gott! herrlicher und schoͤner und Von besondern Staͤnden und Zeiten. 589 665. allem seinem Ueberfluß, mehr Furcht und Gram! Landmann. 6. Nicht mehr Gesund⸗ Mel, Lebt Christus, was bin ich ꝛ.. heit, Ruh und Kraft, und Wobl dir, o Landmann! eine größre Rechenschaft! Denn dein Stand ist Und wenn du fromm und auch von Gott; er schuf das gut bist: wirst selig, wie Land fuͤr deinen Fleiß, und der Reich' und Fuͤrst, wenn vaͤterlich begluͤckt und segnet sie gut sind. 7. Muͤhseligkeit ist aller Loos, der Mensch sey niedrig oder groß; doch kommen wahre Ruh und Lust auch gern, und nur in dessen Brust, 2. Lobsinge Gott! Denn gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch deinen Fleiß ur der Gott gefaͤllt. fr.— Welt und auch 3. Thu' gern, was dir be⸗ 2— Schweiße deines fohlen ist! So bist du frei, 5. Im Schweiße deines wie Fuͤrsten; bist vor Angesichts arbeitest du; doch Schmeichlern sicher; bist ein wenn gebricht's dir, wo du Mann, der Schmeicheln thust, was Gott gebeut, an haßt, und betest an nur Segen, an Zufriedenheit? deinen Gort. Was brauchst du mehr? 9. Dein Brodt hat Kraft 4. Dir laͤcheln freudig und staͤrkt den Leib zurArbeit, Au' und Flur. In deiner und dein Kind, dein Weib, Huͤtte wohne nur die Un⸗ gelagert hin im Schatten, schuld, die nie Arges thut! ißt dein Brodt mit Freuden und Gottes Wohlgefallen und vergißt des Tages Last. ruht und wohnt bei dir. 10. Ist's auch nicht koͤst⸗ 5. Was hat der Reiche lich, dein Gewand, gewirkt mehr? Mehr Pracht, mehr von deines Weibes Hand: Ansehn, und mehr Glanz, beneide du kein Feierkleid, mehr Macht, doch auch mehr das oft ein Herz voll Sorg' Sorg' und Ueberdruß; bei und Neid und Gram verhuͤllt. ö 11. In 590 Von besondern Staͤnden und Zeiten. 11. In seiner Werke das vor dir steht, den festen Herrlichkeit siehst du Gott Bund hier vor dir schließt taͤglich; dich erfreut der mit Herz und Mund. Sonne Glanz; der sanfte 2. Mit Gnade schau' Mond, Wald, Thal und auf sie herab, daß sie zusam⸗ Berg und Flur belohnt dir men bis ins Grab vertraͤg— deinen Fleiß. lich, freundlich, gleichgesinnt, 12. Sieh, Gottes Ernd⸗ vor allem gottesfuͤrchtig sind! ten freuen sich auf deine 3. Laß sie einander innig⸗ Sichel; freue dich! Du bist lich stets lieben, doch nie mehr Hand lebt Herr und Fuͤrst. in Wort und Thaten seyn! 153. Dich ruft's vom 4. Zusammen laß sie dir Pfluge, der es naͤhrt, zu sei⸗ vertraun; zusammen ihre nem Schutz auch, und das Seel'erbaun; zusammen dei⸗ Schwerdt hat Kraft und ne Huͤlf' erflehn; zusammen Sieg in deiner Hand; du auch dein Lob serhoͤhn! bist ein Mann fuͤrs Vater⸗ 5. Was ihnen ihr Beruf land. Des freue dich! gebeut, das laß sie thun mit 14. Wohl dir! Dein Heiterkeit; und so geling'ihr Stand ist auch vom Herrn. edler Fleiß, zu ihrem Wohl Geh' hin, sey gluͤcklich; baue und deinem Preis! gern das Feld! denn er, 6. Und wenn des Lebens er schuf's fuͤr dich; er segnet Last und Muͤh' auch sie be— und begluͤckt auch dich. Lob⸗ schwert: so'troͤste sie. Ein singe Gott! jeder trage immer gern des 666 andern Last, vonUnmuth fernl 7. Wenn Kreuz, nach Chestand. deinem Rath, sie druͤckt, laß Mel. Kommt, Menschenkinder, ruͤhmt. sie darin nicht unerquickt; Gest, Schoͤpfer, Stifter gieb heitre Tage nach dem heil'ger Eh', schau' auf Leid, und segn' es fuͤr die dieß Paar aus deiner Hoͤh', Ewigkeit! 8. Un Mel Gi ein Mann fuͤrs Vaterland; als dich; von Untreu fern, du naͤhrst es, und von deiner im Herzen rein, auch keusch eure sie in nuͤtzl 2. ner Wei Liebe vori 3. Vers nen, lehrt sehn auch festen hließt schau usam⸗ rtraͤg⸗ sinnt, sind! innig⸗ Groß ist, ihr Aeltern, eure mehr fern, eusch eyn! ie dir ihre n dei⸗ nmen Beruf umit g'ihr Wohl bens e be⸗ Ein des fern! nach „laß lickt; dem die Und Von besondern Staͤnden und Zeiten. 8. Und trennet einst auch sie der Tod: so wissen sie, daß unser Gott, die tugend— haft sich hier geliebt, einan⸗ der ewig wiedergiebt. 667. Aeltern. Mel. Wenn wir in hoͤchsten, ꝛc. Pflicht! Verzaͤrtelt eure Kinder nicht; gewoͤhnt sie in der Kindheit Zeit zu nuͤtzlicher Geschaͤftigkeit! 2. Wohl euch, wenn kei⸗ ner je vergißt, was aller Weisheit Anfang ist: daß Liebe gegen Gott, und Scheu vor ihm die beste Klugkeit seyl 5. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott ken⸗ nen, seine Lieb' und Macht; lehrt sie, auf seine Werke sehn, und was sie lernen, auch verstehn! 4. Besorgt fuͤr ihren Leib, und mehr fuͤr ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und fuͤhrt sie fruͤh zur Tugend an! 5. Erstickt durch Unter⸗ richt und Zucht der ersten Suͤnden Keim und Frucht: damit sie Gottes Ebenbild 591 fruͤh werden; liebreich sanft und mild! 6. Gedenkt, daß Kinder leicht verstehn, wenn sie auf euren Wandel sehn, was gut, was boͤs' ist; leicht geruͤhrt von dem, wozu ihr sie ver⸗ fuͤhrt. 7. Ruͤhmt, denn ihr Herz ist schwach und weich, ruͤhmt doch vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer fruͤhen Ju⸗ gend nicht! 8. Muthwillen nennt nie Witz; nie preist des Kna⸗ bens schadenfrohen Geist als Munterkeit; ein truͤglichs Herz und Luͤgen nie als Spiel und Scherz! 9. Erweckt des Guten schnell Gefuͤhl in ihren Her⸗ zen; euer Ziel sey nicht blos Anstand vor der Welt; sey Liebe deß, was Gott gefaͤllt! 10. Gewoͤhnt sie an der Tugend Muͤh', an Ernst, an Fleiß, und lehret sie, daß Ar⸗ beit keine Sklaverei; daß sie das Gluͤck des Menschen sey! 11. So nehmt euch ihrer Seelen an! Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, 592 Von besondern Staͤnden und Zeiten. chut, von eurer Hand der dieser Zeit, und einst in jener. Kinder Blut. Ewigkeit! 12. Erwaͤgt's, und fuͤrchtet 4. Sie baun das Wohl⸗ sein Gericht, um auch vor sei⸗ sein ihrer Jugend zu deines nem Angesicht euch ewig großen Namens Preis; sie ihrer zu erfreun! denn sie sind lehren Weisheit sie und Tu⸗ sein Geschenk und sein. gend durch eignen und durch 668 Andrer Fleiß; und um Ge⸗ deihn fleht ihr Gebet zu dir, Kinderzucht. in dessen Hand es steht. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc.8 Geschaͤfte fuͤr Aeltern: tiefste Ehrfurcht ein. Viel Kinder zu erziehn! Gieb da⸗ Gutes ihnen zu erzäͤhlen, zu Weisheit, Lust und Kraͤfte, und sich mit ihnen fromm zu und segne redliches Bemuͤhn, freun, ruͤhrt edle That die wodurch man unter weiser zarte Brust; das, das ist Zucht der Kinder Herz zu Aeltern wahre Lust! bilden sucht. 6. Mit weiser Liebe sie zu 2. Du rufst die Menschen lenken; mit Freundlichkeitin in das Leben, und willst, sie ihr Gemuͤth die edlern Trie⸗ sollen gluͤcklich seyn; hast be früh zu senken, ist ihre ihnen auch den Ruf gegeben, Sorgfalt stets bemuͤht. sich gern zu Andrer Dienst Doch, widerstrebt das Kind zu weihn. Zu allen beiden der Pflicht: schont weise fuͤhret man durch weise Zucht Zucht des Ernstes nicht! sie zeitig an. 7. O welch ein wonnerei⸗ ind 8. ganz desto die erzog Sin Wol nimr 3. Wohl Aeltern, welche cher Segen fuͤr Aeltern, Kin⸗ deinen Willen hierin mit der und die Welt, wenn Redlichkeit vollziehn, und, fromme Zucht, auf deinen diese Zwecke zu erfuͤllen, sich Wegen, o Herr, des Zwek⸗ nach Vermoͤgen treu be⸗ kes nicht verfehlt! Lust muͤhn! Wohl ihnen hier in stroͤmt den Aeltern; Gluͤck und den 5. Sie praͤgen fruͤh den herr, welch ein wichtiges jungen Seelen vor dir die auf Kind Aelte unter sie ih O la seyn, mel f n jener Wohl⸗ deines 8; sie nd Tu⸗ 0 durch m Ge⸗ zu dir/ k. ih den dir die Viel aͤhlen, mm zu at die das ist sie zu keitin Trie⸗ st ihre muͤht. Kind weise t merei⸗ „Kin⸗ wenn deinen Zwek⸗ Lust Glück und Von besondern Standen und Zeiten. und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und fuͤr die Welt, fuͤr ganze Staaten, entsteht um destomehr Gewinn, jemehr die Kinder wohl gerathen, erzogen, Herr, nach deinem Sinn; Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried' und Ruh, nimmt destomehr auf Er⸗ den zu. 9. Ach aber, welche Pest auf Erden ist nicht die boͤse Kinderzucht! Sie haͤuft den Aeltern selbst Beschwerden, die oft hernach ihr Herz ver⸗ flucht. Die Opfer ihrer Grausamkeit vermehren vol— lends dort ihr Leid. 10. O Gott, lehr' Ael⸗ tern dieß erwaͤgen, erweck' und staͤrkeihr Bemuͤhn, daß, unter deinem milden Segen, sie ihre Kinder wohl erziehn. O laß sie einst so gluͤcklich seyn, und dessen sich im Him⸗ mel freun! 669. Herrschaften. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. Die Menschen moͤgen herr⸗ schen oder dienen: du bist ihr Herr, o Gott, und 595 du giebstihnen, dir zu gehor⸗ chen, als getreue Knechte, Gesetz und Rechte. 2. Und diese heiligen Ge⸗ setze sollen sie halten, wenn sie gluͤcklich werden wollen; vereinigt alle durch der Liebe Bande in jedem Stande. 5. Wer seinem Hause vorsteht, soll sich huͤten, was er befiehlt, tyrannisch zu ge⸗ bieten; mit Haͤrte zu beherr— schen, die ihm dienen, sich nie erkuͤhnen; 4. Soll immer im Ge⸗ brauche deiner Gaben, daß Herren ihren Herrn im Him⸗ mel haben, um, die ihm un⸗ terthan sind, nie zu kraͤnken, mit Ernst bedenken; 5. Soll ihnen den ver⸗ heißnen Lohn nicht schmaͤ⸗ lern, wohlthaͤtig, nachsichts⸗ voll bei ihren Fehlern, und, wie so leicht er selber koͤnne fehlen, sich nie verheelen; 6. Soll liebreich seyn, ge⸗ duldig und gelinde, daß er vor seinem Richter Gnade finde; daß der, wie er belohnt, auch ihn belohne, wie er schont, schone. 7. Doch, Gott, wie leicht, wie leicht wird, wer regieret, Pp zͤum 594 zum Mißbrauch seines An⸗ sehns nicht verfuͤhret, von Eitelkeit, vom Hange zum Gewinne, vom Eigensinne! 8. Laß jeden dann auf dei⸗ ne Rechte sehen, um seinem Hause kluͤglich vorzustehen! Gieb jedem auch zu diesem edlen Werke Licht, Muth und Staͤrke! 670. Dienende. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. NiArdenen herrschen; +viele sollen gehorchen, wenn sie gluͤcklich werden wollen, und willig,(forderst du es, Gott, von ihnen,) den Bruͤdern dienen. 2. Laß, wenn sie dir gleich mehr gehorchen muͤssen, als Menschen, sie nie wider ihr Gewissen thun, was du has⸗ sest; Lust, dir zu gefallen, gieb ihnen allen! 5. Gieb ihnen ein gehor⸗ sam Herz und Treue, daß jeder seines Rufs vor dir sich freue! Mit Eifer laß sie ihrer Herren Willen, mit Lust erfuͤllen! 4. Laß nichts sie mit be⸗ truͤgerischen Haͤnden verun⸗ Von besondern Ständen und Zeiten. treun, nichts verderben, nichts entwenden; und keiner sey, wer Lohn empfaͤngt und Pflege, zur Arbeit traͤge! 5. Laß sie der Demuth Pflichten nie vergessen, daß keiner, selbstklug, trotzig und vermessen, sich billigen Befeh⸗ len widersetze; sie nie verletze! 6. Auch, was sie nicht verstehn, laß sie mit Freuden vollbringenz mit Gelassenheit auch leiden; nicht gleich,(sie haben auch viel zu bereuen,) um Rache schreien! 7. Wenn sie denn freudig, dir zum Wohlgefallen, iht Werk verrichten: wohl dann ihnen allen! Wie werden sie im Himmel und auf Erden gesegnet werden! 8. Und, muͤßten sie auch harten Herren dienen: mit Wonn' und Ehre, Gott, ver⸗ giltst du's ihnen. Des Lebens Abend koͤmmt; dann ruhn die Muͤden in deinem Frie⸗ den. 9. Verherrlicht werden sie empfahn vom Sohne des Himmels Seligkeit zu ihrem Lohne, und treu erfunden, in dein Reich erhoben, dich ewig loben. 671. Von besondern Staͤnden und Zeiten. 595 rben, 6714. 7. Auch irdischen Verlust keiner ö weiß'st du zum hoͤhern Gluͤck t und Witterungslauf. zu lenken, und uns nach Kum⸗ 3e! Mel. Ich danke dir durch deinen ꝛc. mer wieder Ruh, nach Thraͤ⸗ muth De Herr und Schoͤpfer nen Lust zu schenken. „daß der Natur, der du an 8. O du, der mit allguͤt⸗⸗ gund allen Enden regierest, du hast ger Hand den Wittrungs⸗ defeh ⸗ einzig nur den Wittrungs⸗ laufregieret, dir bringe jedes rletze! lauf in Haͤnden. Volk und Land den Preis, nicht 2. Du ordnest ihn, wie der dir gebuͤhret! euden dir's gefaͤllt, damit auf deiner 9. Es ehre mit Zufrieden⸗ enheit Erde, was ihr die Frucht- heit auch hier dein weises „(sie barkeit erhaͤlt, dadurch ver⸗ Fuͤgen, und lasse nie von uen,) breitet werde. Aengstlichkeit und Unmuth 5. Dein ist der Tag, dein sich besiegen! udig, ist die Nacht; dein sind des 10. Was immer auch fuͤr Tiht Jahres Zeiten; dein, was Wittrung ist; so halt es dar⸗ dann das Land voll Fruͤchte macht, an feste: was des Allweisen en sie uns Nahrung zu bereiten. Rath beschließt, ist allezeit erden 4. Du sendest aus des das Beste. Himmels Hoͤh'uns Sonnen⸗ 672 auch schein und Regen, und Thau Bei großer Därte mit und Rebel, Reif und Schnee; Mel. Wenn wir in hoͤchsten ꝛe. „ver. und alles uns zum Segen. Mn unserm Kummer kom⸗ ebens 5. Du rufst den Donner, men wir gebeugt, doch ruhn rufst den Wind, die Duͤnste voll Vertraun, zu dir; wir Frie. zu zerstreuen, die den Ge⸗ rufen dich im Himmel an, schoͤpfen Hindrung sind, hie⸗ daß er fuͤr uns werd' auf⸗ erden nieden zu gedeihen. gethan. e des 6. Oft brauchst du zwar 2. Die Felder sind ein ihrem als Diener sie, die Fluren zu duͤrres Land, von lauter Hitze nden, verheeren; jedoch auch dann ausgebrannt, und sie verdor⸗ dich laͤss'st du uns nie, Gott, dei⸗ ren immer mehr; send'einen ner Huͤlf' entbehren. milden Regen her! 67¹. Pp 2 3. Be⸗ 596 3. Betaͤubt und mit ge⸗ beugtem Haupt, der Hoff⸗ nung und des Trosts beraubt, schaun wir das Feld, und sind betruͤbt, weil es uns sein Ge⸗ waͤchs nicht giebt. 4. Entkraͤftet steht fast al⸗ les da, dem gaͤnzlichen Ver⸗ derben nah. Die Hoffnung, die das Feld uns gab, nimmt jeden Tag zusehens ab. 5. Erbarme, Herr, dich unsrer Noth; erhalt uns un⸗ ser taͤglichs Brodt; hilf uns im Elend! du allein kannst Helfer und Erretter seyn. 6. Du giebst gewiß zu rechter Zeit den Regen, der das Land erfreut, der die ge⸗ doͤrrte Erde traͤnkt, und sich in ihre Tiefen senkt. 7. Dir wollen wir, Herr, dankbar seyn, und dir nur unser Leben weihn! Troͤst' uns, o Herr, verlaß uns nicht, und staͤrk uns selbst zu jeder Pflicht! 673. Mel. Herzliebster Jesu, was hast ꝛe. Herr, unser Herrscher, freu⸗ dig sey gepriesen! Groß ist die Huͤlfe, die du uns er⸗ Von besondern Ständen und Zeiten. wiesen. Wir fleheten zu dir, Gott, reich an Segen, um milden Regen. 2. Er faͤllt herab! Bald wird auf duͤrrer Erden die matte Fruchtdurchihn erquik⸗ ket werden. Du willst, daß unsre hoffnungsvolle Saa⸗ ten uns wohlgerathen. 5. So weit nur, Hoͤchster, deine Himmel reichen, ver⸗ theilst du sichtbar deiner Liebe Zeichen. Laß itzt dein Wohl⸗ thun, das wir deutlich spuͤ⸗ ren, uns kraͤftig ruͤhren! 4. Daß auch das Herz erweicht dir Ehre bringe, und unser Mund dir freudig, Gott, lobsinge! Gieb Kraft, daß wir in alle Ewigkeiten dein Lob verbreiten. 674. Bei anhaͤltender Naͤsse. Mel. Straf' mich nicht in deinem ꝛe. Schmerz und Klage fuͤllt das Land, traurig stehn die Fruͤchte. Hilft uns, Gott, nicht deine Hand: sind sie bald zunichte. Zeig' uns doch Gnade noch, Vater voll Er⸗ barmen! Hilf, ach hilf uns Armen! 2. Du regierst der Wol— ken mꝛc⸗. fuͤllt tehn ott, sie doch Er⸗ uns Bol⸗ ken Von besondern Staͤnden und Zeiten. ken Lauf, und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort: so hoͤrt er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh' uns bei, und zerstreu' müt gewalt'ger Rechte deines Himmels Naͤchte. 3. Sende warmen Son⸗ nenschein, der die Frucht er⸗ quicke, uns von Aengsten zu befrein, wieder bald zuruͤcke! Guter Gott, gieb uns Brodt, und nach mancher Plage wie— der Freudentage! 4. Preis und Ruhm sey dir geweiht, Vater aller Gna⸗ de! Hilf, daß die so schwere Zeit nicht zu sehruns schade! Dir, nur dir, wollen wir, Herr, so laͤng' wir leben, un— ser Herz ergeben. 675. Mel. Nun danket alle Gotk ꝛe. Herr, dein Erbarmen kann kein Menschensinn errei⸗ chen. Wer ist dir, Hoͤch⸗ ster, gleich? Wenn Berg und Huͤgel weichen; wenn Erde, Sonn' und Mond aus ihren Bahnen gehn; bleibt deine Gnade doch stets unbe— weglich stehn. 2. Durch Wolken ließest 597 du das Sonnenlicht bedek⸗ ken; Wind, Regenwetter, Sturm, erfullten uns mit Schrecken. Weil man die Sonne nicht, nur steten Re⸗ gen, sah: so schien der Laͤn⸗ der Frucht ganz dem Ver⸗ derben nah. 3. Doch, Herr, auf dei⸗ nen Wink erschien die Sonne wieder. Das Trauren ist vorbei, wir singen Freuden⸗ lieder, und preisen deine Huld, daß du auf unser Flehn, bei unsrer Kuͤmmerniß, er⸗ barmungsvoll gesehn. 4. Ja, Herr, wir preisen dich mit freudigem Gemuͤthe. O sorg' auch fernerhin fuͤr uns mit Vaterguͤte! Gieb uns zu rechter Zeit Thau, Regen, Sonnenschein! Von Herzen wollen wir dafuͤr dir dankbar seyn. 676. Gewitter. Mel. Nun sich der Tag geendet hat ꝛc. Der hohe Himmel dunkelt sich; ein Wetter Got⸗ tes draͤut! Ich bebe nicht; ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Du zuͤrnest, wenn du don⸗ 598 donnerst, nicht; du bist der Menschen Freund. Froh sey auch dann mein Angesicht, wenn uns dein Blitzerscheint. 5. Dem Suͤnder nur, der dich nicht kennt, dem bist du fuͤrchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Gut ist fuͤr uns der Sonne Licht; gut fuͤr uns Tag und Nacht; auch gut fuͤr uns ist dein Gericht, und deiner Blitze Pracht. 5. Du reinigst durch den Blitz die Luft; dein Regen kuͤhlt die Saat; und deines Donners Stimme ruft: seyd rein von Missethat! 6. Doch wir sind Men⸗ schen, und du weiß'st, wie schwach wir, Vater, sind. Hilf, daß sich unser schwacher Geist in deine Wege find'! 7. Laß frei das Herz von Aengsten seyn, wenn uns dein Wetter droht. Weg, bange Furcht! Wir sind ja dein, und lieben dich, o Gott! 677. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Auf, Seele! preise den Er⸗ retter, der seine große Von besondern Ständen und Zeiten. Kraft bewies, den starken Gott, der sich im Wetter so majestaͤtisch hoͤren ließ; der selbst des Blitzes Strahlen lenkt, und dann auch gnaͤdig an uns denkt. 2. Nimm, mit Bewun⸗ drung, seine Guͤte auch selbst im Ungewitter wahr; dem stille forschenden Gemuͤthe stellt sich auch hier ihr Schau⸗ platz dar; zum Besten jeder Kreatur bemerkt man ihres Segens Spur. z. Wenn, bei erhitzter Duͤnste Gluͤhen die matten Menschen, sammt dem Vieh, den Oden schwer und keu⸗ chend ziehen, wie froh, wie munter werden sie, wenn in die aͤngstlich⸗schwuͤle Luft der Donner kuͤhle Winde ruft! 4. Wie schnell erhebt sich das Getreide, getraͤnket durch den Regenguß! Und wie ver⸗ gnuͤgt betritt die Weide der neu belebten Thiere Fuß! Der muntern Voͤgel lautes Chor draͤngt sich mit neuer Lust hervor. 5. Gott, welchen tausend⸗ fachen Segen bringt uns der Donner deiner Hand! Mit ihm stroͤmt fruchterfuͤllter Regen, Von besondern Staͤnden und Zeiten. Regen, er stroͤmt und traͤnkt das duͤrre Land. Dir wird, wenn auch der Frevler zagt, vom Christen freudig Dank gesagt. ö 678. Aussaat. Mel. Ich danke dir demuͤthiglich ꝛc. irel Gott, dein Se⸗ genswort erzeiget sich noch immerfort in seiner Kraft auf Erden, daß unser Feld mit Nutz bestellt und ange⸗ baut kann werden. 2. In Hoffnung streun wir Saamen aus. Doch, segnest du nicht Feld und Haus: so ist die Muͤh ver⸗ gebens. Nur deine Kraft und Guͤte schafft uns Un⸗ terhalt des Lebens. 3. Laß unsre Saat geseg⸗ net seyn; gieb Regen, Wind und Sonnenschein, daß Wachsthum und Gedeihen uns spaͤt und fruͤh, nach Sorg' und Muͤh', einst wie⸗ derum erfreuen! 4. Bewahre sie das ganze Jahr vor so vielfaͤltiger Ge— fahr, die leicht sie kann ver⸗ letzen, und den, den heut sein 599 Feldserfreut, in Kummer bald versetzen. 5. Bei solcher Saat seh' ich allhier zugleich manch troͤstlichs Bild von mir. Denn unter Sturm und Winden erhebt sie sich: so muß auch ich durch Kreuz den Himmel finden. 6. Und wie das Koͤrnlein erst verdirbt und in der Erde gleichsam stirbt, um neue Frucht zubringen: so werd', o Gott, ich durch den Tod ins bessre Leben dringen. 7. Auf diesen seligen Ge⸗ winn freut sich bereits mein Herz und Sinn, muß ich bei truͤben Faͤllen die Thraͤnen⸗ saat, nach deinem Rath, gleich oͤfters hier bestellen. 8. Nur mache mich, o Gott, bereit im Glauben und Gottseligkeit viel gute Frucht zu bringen! So will ich dir dereinst dafuͤr in Ewigkeit lobsingen. 679. Erndte. Mel. Wach auf, mein Herz ꝛe. K laßt uns Gott lob⸗ singen, und Preis und Dank ihm bringen, fuͤr sei⸗ ner 60⁰0 ner Erndte Gaben, die wir gesammelt haben. 2. Aus seinem Ueberflusse, zum freudigen Genusse, hat er uns, was zum Leben uns noͤthig ist, gegeben. ů 3. Die Scheuern sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen; der Frucht, der wir uns freuen, Schutz, Wachsthum und Gedeihen. 4. Preis, Herr, sey dei⸗ ner Milde, daß Auen, und Gefilde, was wir gesaͤet ha⸗ ben, so reichlich wiedergaben! 5. Preis sey dir, unserm Retter! Oft drohten Sturm und Wetter den Untergang der Saaten; und doch sind sie gerathen! 6. Sie sproßten auf und gruͤnten, ob wir's gleich nicht verdienten, und schmuͤckten die Gefilde durch deine Va⸗ termilde. 7. Wie bist du, Gott, so guͤtig, so huldreich und langmuͤthig! Du schaffst, daß stets die Erde verjuͤngt und fruchtbar werde. 8. Ruͤhr' uns durch deine Gnade, gern auf der Tugend Von besondern Staͤnden und Zeiten. Pfade zu gehn, daß deiner Zeit uns zur Erquickung hast bestimmt, Treue stets unser Herz sich bestin freue! deine 9. Du laͤss'st uns reichlich z. erndten. O daß wir dank⸗ tes voll lernten, dir aͤhnlich, uns Chri der Armen mitleidig zu er⸗ freur barmen! ten 10. Wenn wir die gern der erquicken, die Noth und Ihm Mangel drucren: so wirst gerr du, was zum Leben uns noth zum ist, ferner geben.* 1. Hoch seyst du stets 2 erhoben, bis wir, dich dort Lob! zu loben, gebracht in deine——— Scheuern, ein ewig Fest dir eg feiern. 210 Folg 680. dein Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. ganz O daß doch bei der reichen 5. Erndte, womit du, aus Hoͤchster, uns erfreust, ein auch jeder froh empfinden lernte, an! wie reich du, uns zu segnen, Trof seyst; wie gern du unsern Ma Mangel stillst, und uns mit der Speis' und Freud' erfuͤllst! jeder 2. Du siehst es gern, 6 wenn deiner Guͤte, o Vater, gene unser Herz sich freut; und fern ein erkenntliches Gemuͤthe anr auch das, was du fuͤr diese unse uim sch hlich hank⸗ uns er⸗ gern wirst noth stets dort heine t dir Von besondern Staͤnden und Zeiten. bestimmt, mit Dank aus deinen Haͤnden nimmt. 35. So kommt denn, Got⸗ tes Huld zu feiern; kommt, Christen, laßt uns seiner freun! Und bei den angefuͤll⸗ ten Scheuern dem Herrn der Erndte dankbar seyn! und Ihm, der uns stets Ver sor⸗ ger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar! 4. Nimm gnaͤdig an das Lob der Liebe, das unser Herz dir, Vater, weiht! Dein Segen mehr' in uns die Trie⸗ be zum thaͤt'gen Dank, zur Folgsamkeit; daß Preis fuͤr deine Vatertreu auch unser — — 2 2 * — — ganzes Leben sey! 5. Du naͤhrest uns blos aus Erbarmen. Dieß treib' auch uns zum Wohlthun an! Nun sey auch gern ein Trost der Armen, wer ihren Mangel stillen kann! Herr, der du aller Vater bist, gieb jedem, was ihm nuͤtzlich ist! 6. Thu' deine milden Se⸗ gens haͤnde, uns zu erquicken, ferner auf! Versorg' uns bis an unser Ende, und mach' in unserm Lebenslauf uns dir im Kleinsten auch getreu; 601 daß einst uns groͤßres Gluͤck erfreu'! 5. Bewahr' uns den ge⸗ schenkten Segen; gieb, daß uns sein Genuß gedeih', und unser Herz auch seinetwegen dir dankbar und ergeben sey! Du, der uns rlaͤglich naͤhrt und speist, erquick' auch ewig unsern Geist! 6814. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Wiꝛ singen, Herr, von deinen Segen, wie⸗ wohl sie nicht zu zaͤhlen sind. Du giebst uns Sonnenschein und Regen, Frost, Hitze, Donner, Thau und Wind: so bluͤht und reifet unsre Saat nach deinem wunder⸗ vollen Rath. 2. Der Himmel traͤufelt lauter Guͤte; die Erdẽ ist dei⸗ ner Schaͤtze voll, damit ein achtsames Gemuͤthe dich fin⸗ den und bewundern sollz dich, der durch seine weise Macht das alles hat hervorgebracht. 5. So sey die Liebe denn gepriesen, gepriesen sey die Wunderkraft, die auf den Feldern, auf den Wiesen den Erdbewohnern Nahrung schafft. Du naͤhrest uns, wir 602 wir werden satt; du giebst's, daß man noch uͤbrig hat. 4. Du schuͤttest deines Segens Fuͤlle herab, die wir doch nicht verdient. Es ist allein dein guter Wille, daß Feld und Au und Garten gruͤnt, und uns, sind wir es gleich nicht werth, die Frucht der Erde reichlich naͤhrt. 5. Bewahre ferner unsre Saaten und unsre Haͤuser, Hab und Gut! Bewahr' uns auch vor Missethaten, vor Wollust, Geiz und Ue⸗ bermuth; weil sonst im reichsten Ueberfluß die Seele doch verderben muß. 6. Ja, wenn wir, Vater, dein vergessen, der du so lieb⸗ reich an uns denkst: so muß der Fluch den Segen fressen, mit dem du Feld und Haus beschenkst. Wird auch der Vorrath nicht zerstreut: so mangelt doch Zufriedenheit. 7. So wollen wir denn hier auf Erden des Guten Saamen auszustreun nie muͤde, nie verdrossen werden und uns vielmehr der Erndte freun, die einst nach dieser Zeit der Saat dein Rath fuͤr uns ersehen hat. Von besondern Staͤnden und Zeiten. 682. Nach einer kaͤrglichen Erndte. Mel. Was Gottathut, das ꝛc. Wo Gott thut, das ist wohlgethan! So den⸗ ken Gottes Kinder. man nicht xeichlich erndten kann: liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwaͤrts, ob wir gleich oft auf Erden beim Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Im Neh⸗ men und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran, und koͤnnen ruhig leben. nimmt und giebt, weil er Wenn i Er er ihr gleich halt. Brock frohle 36. mag t getro wollel Wort kraft Erbe verde 6. ist w uns liebt, und seine Haͤnde muͤssen wir stets in Demuth kuͤssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Erzeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn erndten kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein der Schutz will seyn: so nimmt er andre Guͤter, und bessert die Gemuͤther. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es geh'nach seinem Willen! Laͤßt sich es auch zum Hunger an: weiß er rndte. 8 ꝛc. as ist den⸗ Venn udten nicht Herz wir beim 1. das Neh⸗ d wir „und Er eil er aͤnde muth das t uns man ßĩ sich Weil seyn: uͤter, her. das nach ch es weiß er Von besondern Staͤnden und Zeiten. 60³ er ihn doch zu stillen, ob wir stets schließen. Ist gleich gleich das Feld nicht viel ent⸗ bei uns kein Kangan, wo halt. Man kann bei wenig Milch und Honig fließen: Brocken satt werden und so wird von Gott doch unser frohlocken. Brodt zur Nothdurft uns 6. Was Gott thut, das bescheret, wenn man ihn ist wohlgethan! Das Feld glaͤubig ehret. mag traurig stehen: wir gehn getrost auf seiner Bahn, und 7. Was Gott thut, das wollen ihn erhoͤhen. Sein ist wohlgethan, der alles Wort verschafft uns Lebens⸗ weislich fuͤget; deß Vorsicht kraft; es nennt uns Gottes niemals irren kann; deß Erben. Wie koͤnnen wir Wohlthun niemals truͤget! verderben? Froh danken wir, Erhalter, 6. Was Gott thut, das dir, und preisen deine Guͤte ist wohlgethan. So wollen mit gnuͤgsamen Gemuͤthe. e XXXI. Von Leiden und Truͤbsalen. 683. ster, mit deinem Wort, wie Von allgemeinen Leiden. mit der Suͤnde scherzen; und Mel. Aus tiefer Noth schrei ich ꝛe. wilde Sittenlosigkeit, ge⸗ Hese deine Langmuth ist stärkt durch falsche Sicher⸗ sehr groß; wer kann sie heit, kennt oftmals keine gnug ermessen! Lebt gleich Grenzen. ö so mancher zuͤgellos und sei. 5. Wir flehn, Allmaͤchti⸗ ner Pflicht vergessen: doch ger, zu dir, du wollst dem schonst du seiner lange Zeit, Uebel wehren! Noch man⸗ und tragst ihn mit Barm⸗ cher kann, das hoffen wir, berzigkeit, und willst nicht zu dir sein Herz bekehren. sein Verderben. Nur Beispiel, Schein und 2. Der Leichtsinn herr⸗ Lust der Welt ist's, was ihn schet immerfort in der Ver⸗ in Verblendung haͤlt, daß er kehrten Herzen, die, Heilig dem Boͤsen folget. 4⸗ 6⁰⁰⁴ Von Leiden und Truͤbsalen. 4. Erbarme dich, getreuer 684. 7.. Gott, der tief gefallnen See⸗ singen len, die itzt verfuͤhrt, in Suͤn⸗ Mel. Wenn wir in hoͤchsten ꝛe. Herze den todt, ihr wahres Wohl Sehn wir nur Truͤbsal um nem verfehlen! Der Wahrheit uns her, und wissen kei preise Licht erleuchte sie, und Furcht nen Ausgang mehr, und fin⸗dort. der Strafen schrecke die, die den weder Schutz noch Rath, nicht die Liebe bessert! ob wir auch sorgen fruͤh und 5. Die aber thun, was spat: Mel.“ dir gefaͤllt, erhalt' in deinem 2. Dann ist es unser Es 1 38 all gieb ihnen Kraft, Trost allein, daß wir uns dei⸗ o trotz aller Welt, zu gehn auf ner noch erfreun, und fliehn Land. rechten Wegen! Gott, deine zu dir, du treuer Gott, du be⸗ herzer treue Vaterhand sey deinen ster Helfer in der Roch! Schn Kindern wohl bekannt, daß 5. Wir heben unser Aug' schrei sie dir treu verbleiben! und Herz hinauf zu dir in mit C 6. Ein Vater und ein unserm Schmerz, und flehn 2. Hirte meint es treulich mit dich um Begnadigung und Noth den Seinen; mehr bist du, unsers Elends Linderung. bot. groͤßter Menschenfreund, du 4. Nach deiner Gnade sa⸗ gen 5 kannst's nicht boͤse meinen. gest du dieß allen, die dir auch Drum trau'n wir dir und bit⸗ trauen, zu, durch den, der deine ten dich: erhalt⸗ uns ferner unser Mittler ist, durch un⸗ Zeit vaͤterlich in deiner Surcht sern Heiland, Jesum Christ. 5* und Liebe! 5. Drum kommen wir, nicht Dir treu zu seyn, ist Herr, unser Gott, und kla⸗ richt freilich schon Gewinn fuͤr die⸗ gen dir all' unsre Roth. Ach, den; ses Leben; doch wirst du ein⸗ deine mn sehn, wie Schr stens großern Lohn den Treu⸗ so verlassen wir da stehn! mind gebliebnen geben. Dann 6. Nur du bist unsre Zu⸗ wir e wandeln wir in deinem Licht; versicht! Vergilt nach unsrer 4. dann wird uns Sel'ge ferner Schuld uns nicht! Steh' uns Huld nicht des Lasters Anblick um Christi Willen bei, und Sche kraͤnken. mach' uns aller Plagen frei! Deir 7. Dann Von Leiden und Truͤbsalen. 6⁰05 5. Dann danken und lob⸗ weinen; gedenke mit Erbar⸗ singen wir mit freuderfuͤllten men an die gebeugten Armen! en i. Herzen dir; gehorchen dei⸗ 6. Verkuͤrze, gnaͤd'ger al um nem theuern Wort, und Gott, die Dauer unsrer en kei preisen dich, Herr, hier und Noth! Laß, die voll Angst 1d fin⸗dort. dir flehen, Trost und Er⸗ Rath, leichtrung sehen; verwandle h und 685. alles Leiden in neue Lebens⸗ Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛ. freuden! Es zuͤchtigt deine Hand, 6. Doch wenn, Herr al⸗ is dei⸗ o Höchster, itzt das ler Welt, es dir noch nicht fliehn Land. Zu deinem Vater⸗- gefaͤllt, die Truͤbsal zu ent⸗ du be herzen erhebt, in bittern fernen: so staͤrk' uns, daß wir 1Schmerzen, sich das Ge⸗- lernen, mit ehrfurchtsvollem Aug' schrei der Armen; erhoͤr' es Schweigen vor dir uns kind⸗ dir in mit Erbarmen! lich beugen. flenn 2. Du siehst des Landes 7. Ja, deine Zuͤchtigung 3 und Noth; sie kam auf dein Ge⸗ leit uns zur Besserung! Laß ng. bot. Du kannst mit maͤcht'⸗ sie die Sichern schrecken, die de sa⸗ gen Haͤnden sie lindern und Schlaͤfrigen erwecken, auf ie dir auch enden. Ein Wort aus dein Gebot zu merken, und „der deinem Munde veraͤndert Redlichfromme staͤrken! h un⸗ Zeit und Stunde. 6. Wenn dich das Herz hrist. 5. O Herr, wir murren nur liebt: so wird, was uns wir, nicht; gerecht ist dein Ge⸗ betruͤbt, uns doch zum Heil d kla⸗ richt bei allem, was wir dul⸗ gedeihen. Wer deiner sich Ach, den; denn groß sind unsre kann freuen, dem wird auch „wie Schulden; du züchtigest uns deine Gnade zum Licht auf nn! minder, als wir's verdient, dunklem Pfade. e Zu⸗ wir Sunder! 9. So staͤrke denn das nsrer 4. Doch, Vater, deine Herz, daß auch im groͤßten 'uns Huld ist groͤßer, als die Schmerz es nie an Muth und Schuld. Gedenke doch der uns fehle; o sprich zu unsrer frei! Deinen, die reuend vor dir Seele: getrost! dich soll Dann kein 60⁶ Von Leiden und Truͤbsalen. kein Leiden von meiner Liebe 5. Hoͤrst du nicht uns; Vate scheiden. hoͤr'Jesum Christ, der unser nen 10. Am Schluß von un⸗ Mittler war und ist, und laß serm Lauf, dann klaͤrt sich noch stehen dieses Jahr den alles auf; dann wird die Baum, der ohne Fruͤchte Aussicht heiter; dann thraͤnt war. kein Auge weiter; und die⸗ 6. O Geist der Gnad' und Es ses Lebens Leiden verwandeln des Gebets, behuͤtzuns heut, I sich in Freuden. behuͤt' uns stets! Laß Suͤn ⸗ Hau den uns nicht mehr entweihn; Mel. Wenn wir in hoͤchsten ꝛc. laß unsern Wandel heilig so fü Nimm von uns, Herr, wir seyn! sehr, 3 7. Stroͤm' deinen Segen,. allein uns helfen kann, nimm Herr, ins Land; es leit' ung i dt⸗ 49½ anseneger deine treue Hand; gieb un— hasti enne ulerige sern Feldern dein Gedeihn; 2. Richt Schwachheit hoͤr* auf, unser Gott zu da, 2— 0— nur, ach! Missethat ist's, die 119 Gieb ö uns, Herr, geschieden hat. 8. Oie steten Frieden, weil Oft haben wir der Mensch⸗ un verleih,. un ser Her nuͤtz e e . 2. Guuechte Gott, vor ane deinen Schuh, herr dir, vor dir bekennen und be⸗ 8 Sott! 5 ö es, k reuen wir: wir uͤbertraten 9. Entzieh uns deines auch dein Gebot; wir suͤndigten Wortes Licht, entziehe die- daß an dir, o Gott! sen Schatz uns nicht! dieß buͤh 4. Doch laß vor uns vor⸗ Licht, das uns die dunkle rust übergehn, die uͤber unserm Nacht des Erdenlebens helle uns Haupte stehn, die Donner⸗ macht. wolken, die uns drohn, und 10. Und faͤhrst du uns zu auch gieb uns nicht verdienten zuͤcht'gen fort: so schone dort; nock Lohn! ach, schone dort! O gehe, fah Vater, uns; unser nd laß hr den ruͤchte d' und heut, Suͤn ⸗ veihn; heilig degen, t' uns eb un⸗ deihn; ott zu ieden, r Herz ie sey 5pott; chuß, heines e die⸗ dieß unkle helle ns zu dort; gehe, zater, Von Leiden und Truͤbsalen. Vater, gehe nicht mit dei⸗ nen Knechten ins Gericht! 687. Krieg. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. 5s zieht, o Gott, ein Krie⸗ geswetter itzt uͤber unser Haupt einher! Doch, bist du unser Schutz und Retter: so fuͤrchten wir uns nicht so sehr, wie heftig auch Gefahr und Noth den Voͤlkern und den Laͤndern droht. 2. Gieb, Vater, in so truͤben Tagen uns nur den Sinn, auf dich zu sehn, und da, wo andre trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, weil nie doch Menschenhuͤlfe nuͤtzt, wenn deine Rechte uns nicht schuͤtzt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß auch itzt alle inne werden, daß dir allein die Macht ge⸗ buͤhrt. Seyd boͤse, Voͤlker, ruͤstet euch! Ist Gott fuͤr uns: so fehlt der Streich. 4. Je weniger sich oft auch zeiget, woher uns Huͤlfe noch entspringt; je mehr Ge⸗ fahr und Plage steiget und 6⁰0⁷½ alles in Zerruͤttung bringt: um so viel mehr laß voll Ver⸗ traun uns, Gott, auf deine Vorsicht schaun! 5. Was hilft der Strei⸗ ter große Menge? Was hilft Gewalt' gen ihre Macht? Der Roß und Wagen ihr Gedraͤnge hat doch nicht im⸗ mer Sieg gebracht; der wird allein von deiner Hand, wem du ihn goͤnnest, zugewandt. 6. Drum fallen wir in deine Arme, o Vater der Barmherzigkeit, und flehen demuthsvoll: erbarme dich uͤber uns zur boͤsen Zeit! Laß Gnade nur fuͤr Recht er⸗ gehn: so bleiben wir noch aufrecht stehn. 7. Und findet, Herr, dein weiser Wille noch ferner Zuͤchtigungen gut: so fassen wir in frommer Stille den⸗ noch zu dir den frohen Muth, daß du gewiß zur rechten Zeit uns zu erretten seyst bereit. 8. Du zuͤchtigest doch stets mit Maaßen, und meinst es immer vaͤterlich. Auch uns wirst du nicht ganz ver⸗ lassen; auch unsrer Noth erbarmst du dich. Wir sol⸗ len 608 len nur durch Angst und Pein gelaͤutert und gereinigt seyn. 9. Froh werden auch wir ruͤhmen muͤssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach, nach uns ver— borgnen Schluͤssen, zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unsre Zuversicht! Barmherziger, verlaß uns nicht! 2 688. Mel. Christen, singt aus Herzens ꝛe. Un Erbarmen flehen wir; um Erbarmen, Gott, zu dir! Um Erbarmen flehn wir, Herr! Gnaͤdiger! All— maͤchtiger! Hoͤr' uns! rett' uns! hilf, o Gott! hilf! denn allenthalben droht uns Ver⸗ wuͤstung, Schwerdt und Tod. 2. Ach, des Krieges Flam⸗ men gluͤhn! Friede, Lust und Segen fliehn! Der Zerstoͤ— rer zieht daher, stuͤrmet brau— send, wie ein Meer. Wie ein Hagelsturm verzehrt er die Laͤnder; Blut begehrt, Blut und Tod,‚ sein durstig's Schwerdt! Von Leiden und Truͤbsalen. 5. Ach, o Gott, wer zit tert nicht, wenn auch Un⸗ schuld, Recht und Pflicht, uns mit Unerschrockenheit streiten heißt, und Muth ge⸗ beut! Wird doch auch ge— rechter Muth leicht zur Ra⸗ che, leicht zur Wuth! Was vergießt er? Bruͤderblut! 4. Zagend moͤchten wir vergehn, wenn des Krieges Graͤu'l wir sehn! Um Er⸗ barmen flehen wir! Um Er⸗ barmen, Gott, zu dir! Denk' an uns in Gnad' und Huld; nicht an unsrer Laster Schuldl rett' uns bald, und gieb Ge⸗ duld! 5. Alle; Fuͤrst und Un⸗ terthan, knien vor dir und beten an! Was ist unsrer Waffen Macht, wenn dein Eifer, Herr, erwacht? Willst du ins Gericht nun gehn: ach, wie koͤnnten wir bestehn? Wir verzagen; wir vergehn! 6. Hoherpriester Jesu Christ, der du hingegangen bist, durch das Kreuz, durch deinen Tod in das Heilig⸗ thum zu Gott! Um Erbar⸗ men flehen wir! Um des Va⸗ ters Huld zu dir! rettung flehen wir! 7. Send' Um Er⸗ er zit Un⸗ flicht, enheit th ges 9 ge⸗ Ra⸗ Was ut! wir ieges Er⸗ n Er⸗ Denk Huld; huldl Ge⸗ Un⸗ und nsrer dein Billst zehn: ehn? zehn! esu ngen durch eilig⸗ rbar— Va⸗ Er⸗ Hend' Von Leiden und Truͤbsalen. 609 7. Send' herab von dei⸗ hebt mit frohem Lobgesang nem Thron deines Segens die Wunder seiner Kraft! ersten Sohn, der zu Bruͤ: 2. Wer ist ihm gleich? dern Feind und Feind durch Wer ist wie er? Der so zur der Liebe Band vereint. rechten Zeit den Streitenden Deinen Frieden und sein und ihrem Heer mit Macht, Gluͤck sende, Herr, zu uns seyd still! gebeut. zuruͤck; deinen Frieden und 5. Er sieht der Voͤlker sein Gluͤck! Angst und Muͤh', und hilft 8. Der du, Allgewalti⸗ sie uͤberstehn; er hoͤrt ihr ger, sprichst zum Meere: Flehn, und laͤsset sie Huͤlf' bis hieher! Sprich, was und Errettung sehn. unser Flehn begehrt: fahr in 4. Auch wir sehn sie, er⸗ deine Scheid', o Schwerdt! freut von ihm, der allen Jam⸗ Sprich zur Zwietracht, mer heilt, wiewenn ein schwe⸗ Herr: entweich'! Zur Ver⸗ res Ungestuͤm sein Sonnen⸗ wuͤstung sprich: entfleuch! strahl zertheilt. Denn die Welt ist, Gott, 5. Die Feinde toben nun dein Reich. nicht mehr, drohn nicht mehr 9. Ach, die Voͤlker beten fuͤrchterlich; wo Menschen⸗ dann deine Macht frohlok- blut sonst floß daher, ergießt kend an; und mit Harfen sein Segen sich. in der Hand dankt das Volk 6. Das Feld giebt nun und jedes Land. Hoͤr' uns! zu seiner Zeit die Frucht dem, hoͤr uns! flehen wir; um der es baut; er sammelt ru⸗ Erbarmen, Gott, zu dir; hig und erfreut, was er ihm um den Frieden flehen wir! anvertraͤut. 689 7. In jedem Stand lebt 0 neuer Muth zu Fleiß und Nach geendigtem Kriege. Arbeit auf; und keine Furcht Mel. Lobt Gott, ihr Christen ze. vors Feindes Wuth stoͤrt der Biringt Gott, ihr Christen, Geschaͤfte Lauf. Preis und Dank, ihm‚, 8. Allguͤtiger, allein von der den Frieden schafft! Er⸗ dir fließt dieses Heil uns zu; Ag dein 610 Von Leiden und Truͤbsalen. dein waren, sind und blei⸗ liebreich an uns denkst, und ben wir, und unser Gott nun uns nach des Krieges bist du. Leiden des Friedens Wonne 9. Erweck' uns selbst durch wieder schenkst! Verwuͤ⸗ deinen Geist zur wahren stung, Mordsucht heiß'st du Dankbarkeit, die dich durch fliehn, und Sicherheit und frommes Leben preist, und Segen bluͤhn. stets sich deiner freut. 2. Herr, das thust du! 10. Lehr' uns des Frie⸗Was du behuͤtest, dem darf dens großen Werth mit wei⸗ sich kein Zerstörer nahn. sem Ernst verstehn, und al⸗Wenn du aus deiner Hoͤh' lem, was das Herz be⸗0gebietest, ist alle Zwietracht schwert, in deiner Furcht abgethan. Auch uͤber uns entgehn. hast du gewacht; auch uns 11. Daß Guͤte und Ge⸗ die Ruh' zuruͤck gebracht. rechtigkeit und aller Laster 5. O Christen, fuͤhlt das Scheu, vereinigt mit Zu⸗ ganz, und preiset frohlockend friedenheit, im Lande herr⸗ ihn, der uns erfreut; der sei⸗ schend sey! nes Armes Macht beweiset, 12. Durch unsre ganze und in der Macht Barm⸗ Lebenszeit leit' uns nach dei⸗ herzigkeit; der uns auf Gna⸗ nem Rath, und froh sey dir denfluͤgeln traͤgt, und Wun⸗ von uns geweiht Gedanke, den heilet, die er schlaͤgt. Wort und That! 4. Preist ihn durch freu⸗ 15. Getrost sehn wir auf diges Vertrauen; ihr seht, deine Hand, und warten was seine Huͤlfe kann. Er deiner Guͤt', und hoffen auf laͤßt sie uns auch ferner das Vaterland, wo ew'ger schauen, und nimmt sich un⸗ Friede bluͤht. srer maͤchtig an. Wo wir nichts koͤnnen, nichts ver⸗ 690. stehn, wird, was uns nuͤßt, Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. durch ihn geschehn. Gelobe, gelobt seyst du mit 5. Preist ihn durch Wohl⸗ Freuden, Gott, der du thun und Erbarmen, wo ihr der der daß Arm und les, Frie „und ieges zonne erwuͤ⸗ st du t und du! Von Leiden und Truͤbsalen. der Bruͤder Noth erblickt, daß ihr die Leidenden und Armen speist, traͤnket, kleidet und erquickt! damit sich al⸗ les, alles freu, und durch den Frieden gluͤcklich sey. 6. Preist, preist ihn durch ein frommes Leben; dieß ist 611 2. Erbarmender, ach, wen⸗ de der Zeiten schweren Lauf! thu'deine milden Haͤnde, uns zu versorgen, auf! Was irgend Leben hat, naͤhrst du mit Wohlgefallen. Naͤhr' uns auch! schaff' uns allen, bei unserm Mangel Rath! darf der beste Lobgesang. So 3. Herr, der du uns auch nahn. viel ist uns von ihm gegeben! schufest, steh' uns mit Huͤlfe Hoͤh So sehr verdient er unsern bei! Allmaͤchtiger, du rufest tracht Dank! O lasset Herz und dem Nichts, damit es sey. uns Wandel rein, und ihm ein Zu helfen ist dir leicht. Du uns wuͤrdigs Opfer seyn. kannst dem Mangel wehren, he. 7. Nimm, Vater, un⸗ in Ueberfluß ihn kehren, t das sers Dankes Lieder auch itzt wenns uns unmoͤglich deucht. ckend mit Wohlgefallen an! Froh 4. Die Fruͤchte laß ge⸗ r sei, schallen unsre Tempel wie⸗ rathen, und deine Huͤlf'uns eiset, der von dir, der uns so wohl⸗ sehn! erquicke du die Saa⸗ arme gethan. Herr, unser Gott, ten, so oft sie traurig stehn! Ona⸗ dich loben wir! Herr Gott, Herr, baue selbst das Land, 2 80 wir danken, danken dir! traͤnk' es mit Thau und Re⸗ en, und fuͤll' es an mit Se⸗ freu⸗ 691. 9en aus deiner milden Hand! seht, Theurung. 5. Erhoͤr' uns, Vater! Er Wel. Aus meines Herzens Gr. ꝛr. kroͤne das Jahr mit deinem 4½ Di bester Trost der Ar-Gut, daß sich das Herz ge⸗ n men, Beherrscher aller woͤhne zu wohlgefaßtem wir Welt! Du Vater voll Er⸗Muth. Lehr' es sich deiner ver⸗ barmen, der ewig Glauben freun, stets Zutraun zu dir zuͤßt, haͤlt! Du, unsre Zuversicht, haben, und deine Segens⸗ zu dem wir alle flehen, auf gaben durch Mißbrauch nie zohl den wir kindlich sehen, ver⸗ entweihn! der laß, verlaß uns nicht! 6. Allguͤtiger, wir hoffen Aq 2 auf 612 Von Leiden und Truͤbsalen. auf dich und deine Treu. allein kannst uns befrein; Du m Oft hat uns Noth betroffen, und da standst du uns bei. Sprich nur dein maͤchtigs Wort! Das wird den Man⸗ gel heben; wir werden fro⸗ her leben, dich preisen hier und dort. 692. Bei ansteckenden Krankheiten. Mel. Ich danke dir demuͤthiglich ꝛc. En unsern Noͤthen fallen wir voll Reu und de⸗ muthsvoll vor dir in unserm Jammer nieder; denn Seuch und Tod umgiebt uns, Gott, und wuͤrget unsre Bruͤder. 2. So viele sanken schon ins Grab, wie schnell, wie ungewarnt hinab! Wie ist um Huͤlf' uns bange! Oscho⸗ ne noch! befrei' uns doch von unserm Untergange! 5. Arzt, Kunst und Vor⸗ sicht retten nicht; wir haben keine Zuversicht, als nur zu deiner Guͤte. Dem Tod, o Herr, gebeut, daß er nicht mehr, nicht weiter wuͤthe! 4. Wir glauben an den Sohn und dich; und darum schaue vaͤterlich auf tiefge— beugte Suͤnder! Denn du errett' uns, deine Kinder! 5. Wir ubergeben Volk und Land in deine treue Va⸗ terhand; entferne jede Plagel Erquick' uns, Herr! All⸗ maͤchtiger, gieb wieder heitre Tage! 6. Doch willst du uns noch nicht befrein? so laß uns, Gott, geduldig seyn, und dir uns ganz ergeben! Laß, sterben wir, uns dort vor dir in deiner Wonne leben! 7. Gieb allen Sterbenden dein Heil, und laß sie, Gott, ihr bessres Theil im Himmel, nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth zu dei— nem Throne fuͤhren! 8. Laß unser glaͤubiges Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade fleht, dir, Va⸗ ter, wohlgefallen! und unser Dank und Lobgesang froh⸗ lockt: Gott hilft uns allen! 693. Mel. Ein Lamm geht hin, und ꝛe„ Wir kommen, Helfer, dir Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes lauter Dank soll, Retter, dir lobsingen. Du cher2 all de uns d ner unser sie sir 2. sahen sterbe ren u derbe nen; barer alle 5 Wuͤr ruͤck; Aug Lebe 5. rette bang frein; uder! Volk e Va⸗ Olagel All⸗ heitre uns so laß „ und Laß, t vor ben! enden Gott, immel ie den zu dei⸗ ibiges zu dir Va⸗ unser froh⸗ allen! und ꝛc. r, dir Ruhm Des Dank ingen. Du Von Leiden und Truͤbsalen. Du warst mit uns! In wel⸗ cher Noth! Wir sahen uͤber⸗ all den Tod, den Untergang uns drohen. Nun wuͤthet sei⸗ ner Seuchen Heer, durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. 2. Wir sahen dort und sahen hier so viele Bruͤder sterben, und allenthalben wa⸗ ren wir umfangen vom Ver⸗ derben. Da war kein Scho⸗ nen; stuͤndlich war furcht⸗ barer, naͤher die Gefahr, und alle Kunst vergebens. Den Wuͤrger trieb kein Arzt zu⸗ ruͤck; auch ihm schien jeder Augenblick der letzte seines Lebens. 3. Zu dir, du Menschen⸗ retter, schrien der Deinen bange Herzen. Du hoͤrtest uns; die Seuchen fliehn; du heilest unsre Schmerzen. O du Erbarmer voll Geduld, nach un srer Uebertretung Schuld hast du uns nicht ge⸗ lohnet. geschonet. 4. Wir wollen, uns befreist, o Gott, dich wir leben, ewig loben. Sey ewig, Va⸗Ehre geben. Gezuͤchtigt, o wir preisen dich! gezuͤchtigt hast du vaterlich, und vaͤterlich der du len stillen! Wir wollen, weil 6153 ter, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Es bete dich, Erretter, an, und jauchze, wer nur danken kann, und diene deinem Namen, und ruͤhme: Gott ist unser Gott! Frohlockt, er hilft uns in der Noth! Frohlockt ihm! Amen! Amen! 694. In Wassersnoͤthen. Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛc. A unsre Noth ist groß! O Gott, wir fliehen blos zu dir und deiner Guͤte, daß sie uns itzt behuͤte! Eil', in der Fluth Gefahren uns maͤchtig zu bewahren! 2. Sieh' an, sieh' an die Noth, das Elend, und den Tod, den wir vor Augen sehen; hilf, daß wir nicht vergehen! Laß uns, o Gott, nicht sterben; hilf, ehe wir verderben! 3. Vergieb uns unsre Schuld, und habe noch Ge⸗ duld! Ach laß um Jesu wil⸗ len sich Sturm und Wel⸗ dir Preis und 69⁵5· 614 Von Leiden und Truͤbsalen. 695. schone Land und Volk! Und u den Wellen: ruht! Mel. Nun danket alle Gott ꝛc. Lob, Preis und Dank sey 696. dir, Allmächtiger, gesun⸗ In besondern Leiden. gen! Du hast des Wassers A“3 Gott, erhoͤr' mein Fluth durch deine Macht be— Seufzen und Wehkla⸗ zwungen. Die Wellen gen! Laß mich in meiner brausten, Gott, schon uͤber Noth nicht gar verzagen! uns daher. Du sprachst: Du weiß'st den Schmerz, nicht weiter! Da gehorchte und kennst mein Herz. Hast Sturm und Meer. du mir's auferlegt: so hilf 2. Wie tobten sie! Doch mir's tragen. du bewiesest an uns Armen, 2. Ohn' deinen Willen als wir um Hüͤlfe schrien, kann mir nichts begegnen; du dein maͤchtiges Erbarmen; kannst betruͤben, und auch bewiesest, daß du nie von wieder segnen. Bin ich dein Herzen uns betruͤbst, und, Kind, und hab's verdient: zuͤchtigst du uns gleich, uns gieb wieder Sonnenschein vaͤterlich doch liebst. nach truͤbem Regen! 3. Das that dein Arm, 5. Pflanz' nur Geduld o Gott, der jeder Fluth ge⸗ durch deinen Geist ins Herze, bieten, der Meere zaͤhmen und hilf, daß ich mein Heil kann, wie furchtbar sie auch nicht selbst verscherze! Zu wuͤthen. Du schuͤtzest, du er⸗ deiner Zeit wend' ab mein haͤltst, du hilfst in jeder Roth, Leid; durch Mark und Bein du bist der Fluthen Herr, dringt mir's fuͤr großem du bist der Meere Gott. Schmerze. 4. Dir, Allgewaltiger, 4. Ich weiß, du hast, laß uns nie widerstreben. Herr, meiner nie vergessen; In Heiligkeit laß uns nur laß mich auch leidend deine dir zu Ehren leben, der du Huld ermessen. Bin ich in zum Sturme sprichst: zer⸗Moth, denk' ich dein, Gott; stoͤre nicht! Zur Fluth: ver⸗ willst du auch schon, daß Kreuz Und Von Leiden und Truͤbsalen. Kreuz und Angst mich pressen. —* — * — 2 — Heine h in zott; daß reuz 5. Es hat kein Ungluͤck je zu lang gewaͤhret; es hat doch endlich wieder aufgehoͤ— ret. Beut' mir dein Haͤnd', und mach'ein End' der Noth und Truͤbsal, die mein Herz beschweret! 6. Soll ich noch mehr nach deinem Willen leiden: so stehe mir mit deiner Kraft zur Seiten! Herr, staͤrke mich recht maͤchtiglich, und hilf mir alle Ungeduld bestreiten! 5. Daß ich durch deinen Geist moͤg' uͤberwinden, und nach dem Leid' mich eifrig lasse finden zum Preis und Dank mit Lobgesang. Mit dir will ich in Liebe mich verbinden. 8. Bis wir in Ewigkeit dereinst beisammen; dann preis' ich deinen auserwaͤhl⸗ ten Namen dort ewiglich. Das bitt' ich dich durch Je⸗ sum Christum, unsern Hei⸗ land. Amen. 697. Vertrauen. lieben Gott 615 Noth; er kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Noͤthen; mein Ungluͤck kann er wenden, es steht in seinen Haͤnden. 2. Ob mich die Suͤnd' anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen, und ihm allein vertrauen; ihm hab' ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin: ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben, dem will ich mich ergeben. Ich ster b' heut', oder morgen; den Geist wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du so willig bist fuͤr mich am Kreuz gestor⸗ ben, hast mir das Heil er⸗ worben, ach fuͤhr' uns allzu⸗ gleiche zum ewgen Himmel⸗ reiche! 5. Erhoͤre gnaͤdig mich, mein Trost, das bitt' ich dich, hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Haͤnde, daß selig ich abscheide zur ew'gen Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund, Arf meinen tvau' ich in Angst und sprech ich aus Herzensgrund; du 616 Von Leiden und Truͤbsalen. du wollest uns nun leiten, sal hart: ich doch der Erloͤ⸗ Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen dort ewig preisen. Amen. 698. Herr, zu dir, erhoͤre mich! Deine Gnade zu mir neig', und mir deine Huͤlf erzeig'! 2. Aus der Tiefe rufe ich: Suͤnden gehen uͤber mich! Willst du rechten, Herr, mit mir: so besteh ich nicht vor dir. 3. Aus der Tiefe rufe ich! Will denn Niemand hoͤren mich? Hoͤre, Jesu! Du al⸗ lein kannst und wirst mein Helfer seyn. 4. Aus der Tiefe rufe ich, ach, schon lang'! Erbar⸗ me dich! Kreuz und Leiden halten an, Jesus mich erret⸗ ten kann. 5. Aus der Tiefe rufe ich! Jesu, ach! verlaͤß'st du mich? Hoͤrst du nicht mein seufzend Ach bis zur andern Morgenwach? 6. Aus der Tiefe rufe ich! Jesu Gnade troͤste mich! Druͤckt mich gleich die Truůb⸗ 4. sung wart'. Chri 7. Aus der Tiefe rufe ich! fuͤr Jesus wird erloͤsen mich. ben, Jesus machet, daß ich rein ben; kann von allen Suͤnden seyn. 8. Einstens hab' ich aus⸗ us der Tiefe rufe ich, geruft, Jesus koͤmmt, und macht mir Luft. schwing' dich in die Hoͤh', Seele, froh zu deinem Heiland geh'! 699. Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛc. n aller meiner Noth trau' ich auf meinen Gott. Die ihn um Rettung flehten, verließ er nie in Noͤthen. Er wird mein Ungluͤck wenden; es steht in seinen Haͤnden. 2. Auch bei der Suͤnde Schmerz verzaget nicht mein Herz, weil ich auf Christum baue, und ihm mein Heil ver⸗ traue. Ihm hab' ich mich ergeben im Tode, wie im Leben. 35. Und nimmt der Tod mich hin: ist's dennoch mein Gewinn. wen ich glaube; er laͤßt mich nicht im Staube; es mag Ich weiß, an der Leib erkalten; den Geist wird er erhalten. 4. Mein Leid Frer 5 dir, mir. spre mer wen Leb. 6 Ja du! ren ren! men Am Erloͤ⸗ fe ich! mich. h rein seyn. gaus⸗ „ und Seele, Höh, geh'! ott ꝛc. trau' Gott. hten, n. Er nden; en. zuͤnde mein istum il ver⸗ mich e im Tod mein an mich mag Geist Mein 7 mer brechen. Von Leiden und Truͤbsalen. 4I. Mein Heiland, Jesu Christ, der du aus Liebe bist fuͤr mich am Kreuz gestor⸗ ben, du hast mir Heil erwor⸗ ben; du schaffst auf kurze Leiden den Deinen ew'ge Freuden. 5. Ich harr' und traue dir, einst schenkst du sie auch mir. Ich habe dein Ver⸗ sprechen, das kannst du nim⸗ Auch ich bin, wenn ich sterbe, des ew'gen Lebens Erbe. 6. Sprich, Herr, dein Ja dazu! Ich bete, segne du! Du wollest mich regie⸗ ren und zu dem Himmel fuͤh⸗ ren! Auf deinen großen Na⸗ men sprech ich voll Hoffnung: Amen! 700. Mel. O hilf, Christe, Gottes ꝛc. Scbwing dich auf zu dei⸗ nem Gott, du betruͤbte Seele! Was grämst du dich bis zum Tod in der Schwer⸗ muthshoͤle? Merke, was dir troͤstlichist, laß kein Denken, Dichten dir die Ruh, die Je⸗ sus Christ dir erwarb, ver⸗ nichten! 61¹7 2. Hast du was nicht recht gethan: reu' es dich von Herzen; nimm getrost und glaͤubig an Christi Tod und Schmerzen! Diese sind das Loͤsegeld deiner Missetha⸗ ten; durch sie ist der ganzen Welt und dir wohlgerathen. 3. Was ist in dem Him⸗ melszelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das dein Theil nicht waͤre? Wem brennt jenes Ster⸗ nenlicht? Wozu ist gegeben Luft und Wasser? Dient es nicht dir und deinem Leben? 4. Fuͤr wen wird das Erdreich naß von dem Thau und Regen? Fuͤr wen gruͤ⸗ net Laub und Gras? Fuͤr wen fuͤllt der Segen Berg und Thaͤler, Feld und Wald? Wahrlich dir zur Freude, daß du deinen Aufenthalt hast und Lebensweide. 5. Gottes Geist lebt auch in dir durch die suͤßen Leh⸗ ren, so die Christen mit Be⸗ gier alle Tage hoͤren. Gott eroͤffnet fruͤh und spat dir den Geist, die Sinnen, daß die Stroͤme seiner Gnad' auf die Seele rinnen. 6. Bist du Gottes, ist Gott 6¹ Von Leiden und Truͤbsalen. Gott dein: wer ist, der dich 10. O so faß, o Chri⸗ bi scheide? Dringet Ungemach stenherz, alle deine Schmer⸗ herein mit dem bittern Lei⸗ zen! Wirf sie froͤhlich hin⸗ de: laß es dringen! Koͤmmt terwaͤrts; laß den Trost im es doch von geliebten Haͤn-Herzen sich entzuͤnden mehr den, und verschwindet end⸗ und mehr; gieb dem großen lich noch, wenn es Gott Namen deines Gottes Preis will wenden. und Ehr'. Er wird helfen! 7. Kinder, die der Vater Amen. soll ziehn zu allem Guten, 7014. die gerathen selten wohl ohne Mel. Besiehl du deine Wege ꝛc. Zucht und Ruthen. Bin Keinen hat Gott verlassen, ich denn nun Gottes Kind; der ihm vertraut allzeit. warum will ich fliehen, wenn Mag doch die Welt ihn er mich von meiner Suͤnd' hassen; Gott mindert ihm will zur Tugend ziehen. sein Leid. Er will die Sei⸗ 8. Es ist herzlich gut ge⸗ nen schuͤtzen, zuletzt erheben meint mit der Christen Pla- hoch; und giebt, was uns gen. Wer zu seiner Beß⸗ kann nuͤtzen dort und auch rung weint, darf nicht ewig zeitlich noch. klagen. Bald, bald ist die 2. Allein ich's Gott be⸗ Kindheit aus; und nach fehle; er mach's, wie's ihm Zucht und Schlaͤgen erbt er gefaͤllt, zum Heil der armen in des Vaters Haus den Seele. Ist doch in dieser verheißnen Segen. Welt so manches Kreuz und 9. Gottes Kinder saͤen Leiden; und muß auch also zwar traurig und mit Thraͤ⸗ seyn. Denn lauter Erden⸗ nen; aber endlich reicht Gott freuden ziehn leicht zur ew' dar, wornach sie sich seh⸗ gen Pein. nen. Denn es koͤmmt die Z. Treu ist Gott. Ihn Erndtezeit, wo sie Garben anflehen will ich, auf seine machen. Dann wird all Hand in meinen Noͤthen ihr Gram und Leid lauter sehen; ihm sind sie wohl Freud' und Lachen. bekannt. Geduld will ich er⸗ bitten; Lhri⸗ mer⸗ hin⸗ st im nehr oßen Von Leiden und Truͤbsalen. 619 bitten; Gott wird sie mir hab'. Wie er's will weiter verleihn; er wird mich wohl machen, hab' ich ihm heim⸗ behuͤten, und mein Erretter gestellt; befehl' ihm meine seyn. Sachen; er mach's, wie's 4. Im Leiden, wie im ihm gefaͤllt. Gluͤcke ist er ein weiser Gott. 8. Amen! Nun will ich Ich weiche nicht zuruͤcke; ich schließen. Mein Jesu, denke ruf' in meiner Roth. Wie mein! Herr, durch dein soll' er mich nicht troͤsten; Blutvergießen laß mich dein nicht helfend mich erfreun? Erbe seyn! So hab'ich all's Ja, wenn die Noth am groͤß⸗ auf Erden, was mich er⸗ ten, will er mein Helfer seyn. freuet, schon. Im Himmel 5. Auf Reichthum und soll mir werden die ew'ge auf Schaͤtze, was sonst der Gnadenkron'. Welt gefaͤllt, ich meinen— Sinn nicht setze; es bleibet 702. in der Welt. Mein Reich⸗ Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. thum ist im Himmel, ist Je⸗ 9 uf Gott, und nicht auf sus. Hab' ich den: so kann meinen Rath, will ich ich Erd' und Himmel getrost mein Gluͤcke bauen, und vergehen sehn. dem, der mich erschaffen hat, 6. Ihm, bin ich fest ent⸗ mit ganzer Seele trauen. schlossen, auf immer treu zu Er, der die Welt allmaͤch⸗ seyn. Sein Blut hat er tig haͤlt, wird mich in mei⸗ vergossen, getragen meine nen Tagen, als Gott und Pein. Ich soll erloͤset wer⸗-Vater, tragen. den von ew'ger Angst und 2. Er sah von aller Ewig⸗ Pein. Wie koͤnnt' auf dieser keit, wie viel mir nuͤtzen wuͤr⸗ Erden doch groͤßre Hoffnung de, bestimmte meine Lebens⸗ seyn! zeit, mein Gluͤck und meine 7. Nur soll ich mich er⸗-Buͤrde. Was zagt mein zeigen ihm dankbar bis ins Herz? Ist auch ein Schmerz, Grab. Ihm geb' ich mich der, zu des Glaubens Ehre, zu eigen mit allem, was ich nicht zu besiegen waͤre? 5. Gott 620 5. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und haͤtte, was ich bitte, mir gnaͤdig, eh' ich's bat, gewaͤhrt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt fuͤr mich stets vaͤterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille nur geschehe! 4. Ist nicht ein ungestoͤr⸗ tes Gluͤck weit schwerer oft zu traͤgen, als selbst das wi⸗ drigste Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die groͤßte Noth hebt doch der Tod; und Ehre, Gluͤck und Habe verlaͤßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahr⸗ haft gluͤcklich macht, laͤßt Gott es keinem fehlen; Ge⸗ sundheit, Weltlust, Ehr' und Pracht sind nicht das Gluͤck der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Truͤbsal auch versuͤßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie hindern; Von Leiden und Truͤbsalen. 703. Mel. Befiehl du deine Wege ꝛe. Cbrist, alles, was dich kraͤnket, befiehl getrost i dem Herrn! Er, Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! Er siehet deinen Kummer, und liebt dich vaͤ⸗ terlich. 2. Trau' Gott, nicht dei⸗ nen Schluͤssen, die Wahl des Besten zu. Sprich: wer wird's besser wissen, dein Schoͤpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem der die Erwach' aus Augenblick; was er, dein Vater, waͤhlet, das dient zu deinem Gluͤck. 5. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen gerecht und weis' und gut. Und was er seinen Kindern zu ihrem Heil er— sah, kann kein Erschaffner wenn er gebeut, bald ist's uͤberwunden! Hofft steht's da! auf den Herrn! Er hilft uns gern. 4. Es moͤgen Feinde wuͤ⸗ Seyd froͤhlich, ihr then! Umsonst bemuͤhn sie sich, Gerechten! Der Herr hilft wenn er dich will behuͤten. seinen Knechten. Und er behütet dich. Wer gleicht Von Leiden und Truͤbsalen. 621 gleicht ihm? Seinen Win⸗ gißt? Denk an dieß Wort, ken gehorchenErd' und Meer. und weine dieFreudenthraͤn, Laß deinen Muth nicht sin⸗ o Christ! Und koͤnnt' ihn sie ken; dein Schirm und Schild vergessen: will ich doch dei⸗ ist er. ner nicht, ich deiner nicht 5. Gott zaͤhlet deine Zaͤh⸗ vergessen! Der Herr ist's, ren, und wird, was gut ist, der es spricht. gern nach deinem Wunsch 9. Mit ruhigem Gemuͤthe gewaͤhren; harr' in Geduld verlaß auf ihn dich fest, und des Herrn, der's niemals boͤse wiss', daß seine Gute dich meinet; hoff' unverzagt auf ewig nicht verlaͤßt. Er will ihn! Wenn seine Zeit er⸗ nach einer Weile dich desto scheinet, wird deine Wohl⸗ mehr erfreun. Zu deinem fahrt bluͤhn. groͤßern Heile verzieht er; 6. Ergieb dich ihm mit harre sein! Freuden; sei stark in seiner 10. Wohl dir alsdann, Kraft; sei auch zur Zeit der du Treuer! Wie groß ist Leiden ein Christ und tu⸗ einst dein Lohn! Dein Rich⸗ gendhaft! Und dann ergreif ter, dein Befreier reicht dir im Glauben den Trost der die Siegeskron'. Auf kurze Ewigkeit. Wer kann dir die⸗Uebungstage folgt ew'ger sen rauben, der allen Gram Preis und Dank. Dann zerstreut? schweiget jede Klage, und 7. Sey froh! Dein Gott wird ein Lobgesang. regieret; sein Rath ist wun⸗ derbar; einst wirst du uͤber⸗ 704. fuͤhret, daß er der beste war. ö Du denkst wohl unterdessen: Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. der Herr erbarmt sich nicht! Berehl dem Hoͤchsten dei⸗ Der Herr hat mein verges⸗ ne Wege, und mache sen! Doch hoͤre, was er dich von Sorgen los! Ver— spricht: traue seiner Vaterpflege! 8. Ist auch der Muͤtter Fuͤr ihn ist nichts zu schwer eine, die ihres Sohns ver⸗ und groß, das er zu seines Namens 6²² Von Leiden und Truͤbsalen. Namens Preis nicht herr⸗ dich meiner Seele an; so hab' lich auszufuͤhren weiß. ich, was ich wuͤnschen kann. 2. Wo du ihn nur hast 6. Ich weiß, du thust's; walten lassen, da hat er alles sie ist die deine, und kostet wohl gemacht; und was kein dich dein theures Blut. O Denken nicht kann fassen, mache sie von Suͤnden reine, das hat er laͤngst zuvor be⸗ Gott wohlgefaͤllig, fromm dacht. Wie es sein Rath und gut! Ja, laß mich dir hat ausersehn, so, und nicht empfohlen seyn; so wird ge⸗ andertz, muß es gehn. wiß Segen mein. ö 7. Indeß, mein Gott, sey stets gepriesen fuͤr das Er⸗ barmen, das du mir, noch eh' ich war, bereits erwiesen, da du, mein treuer Hirte, dir zum Eigenthum mich hast 3. Wie werden deine Le⸗ benstage so manches Kum⸗ mers seyn befreit! Wie leicht wird alle Last und Pla⸗ ge dir werden in der Uebungs⸗ zeit! Wenn du nichts wuͤn⸗ schest in der Welt, als was zugezäͤhlt. Gott will und ihm gefaͤllt. 8. Dir sey auch Dank 4. An wahrem Glluͤck und Lob gegeben, daß du wird dir's nicht fehlen, wenn mich von so mancher Last du dein Herz gewoͤhnst und befreit, und fuͤr mein zeitlichs lehrst, nur das, was Gott Leben sognadenreich gesorget will, zu erwaͤhlen, und dei⸗ hast. Mehr als ich dir ver⸗ nem Eigenwillen wehrst. danken kann, hast du schon Gott ist voll Weisheit und hier an mir gethan. Verstand; du irrest leicht, 9. Dort preis' ich deiner und baust auf Sand. Liebe Thaten mit hoͤherer 5. Gieb meinem Herzen Zufriedenheit. Dort laͤssest solche Stille, mein Jesu! du mir den Wunsch gera⸗ Laß mich seyn vergnügt mit then, daß ich im Licht der allem, was des Vaters Ewigkeit erkenne, wie mich Wille mit mir in meinem hier dein Rath aufs seligste Leben fuͤgt. Nur nimm gefuͤhret hat. 705. erwaͤhlt, und so den Deinen 705. Mel. Jesu, meine Freude ꝛe. A* dich, Gott voll Guͤte, hoffet mein Gemuͤthe; ich bin gutes Muths. Ohne Furcht und Grauen will ich dir vertrauen, Gott, mein starker Schutz! Gruͤnde mich, mein Fels, auf dich! Halt' mich fest, daß kein Gedanke zweifelnd vor dir wanke. 2. Groß sind deine Wer⸗ ke! Niemand ist an Staͤrke dir, du Hoͤchster, gleich. Du bist nah' und ferne, lenkest Sonn' und Sterne, machest arm und reich. Hab' ich dich: was aͤngstet mich? Du bist groß an Macht und Gna⸗ de; wer ist, der mir schade? 3. Quelle aller Freuden! In so manchen Leiden, wenn mich Noth geschreckt, hast du voll Erbarmen mich mit Liebesarmen vaterlich be⸗ deckt. Deine Treu ist taͤg⸗ lich neu; taͤglich will ich dich erheben, und dir dank⸗ bar leben. 4. Gott, dein Weg ist heilig. Doch du sorgest treu— lich für mein wahres Heil. Von Leiden und Truͤbsalen. Auch auf rauhen Wegen wird so mancher Segen mir von dir zu Theil. Was du thust, ist meine Lust. Dir, dir halt' ich kindlich stille; dein Will' ist mein Wille. 5. Du, du liebst die Treuen, die sich kindlich freuen, daß du gnaͤdig bist. Der lebt dir zur Ehre, traut auf deine Lehre, wer nicht zaghaft ist. Wer sich fest auf dich verlaͤßt, wird doch, sollt' ihn alles hassen, nie von dir verlassen. 6. Gott, dir sey mein Leben und mein Herz er⸗ gebenz du bist fromm und gut. Gieb, wenn ich hier leide, durch den Geist der Freude mir des Christen Muth. Sey mein Schild; laß Jesu Bild, wenn mein Auge bricht, mich sehen; froh einst vor dir stehen. 706. Mel. Wenn wir in hoͤchsten ꝛe. Wern Menschenhuͤlfe dir gebricht: so hoff' auf Gott, und zage nicht! Wenn niemand hilft: so hilft doch er. Mit ihm ist keine Last zu schwer. 2. Laß 624 2. Laß nie der Menschen Gunst allein dein einziges Vertrauen seyn! Denn, ach, wie selten ist der Freund, der's immer treu und redlich meint! 5. Ist seine Lieb' auch kein Betrug? Hat er auch Licht und Macht genug? Ent⸗ reißt nicht oft ein Augenblick ihm, deinem Freunde selbst, sein Gluͤck? 4. Nimm deine Zuflucht nur zu Gott, der rettet dich aus jeder Noth. Er sey dein Freund! Denn er allein kann stets, kann uͤberall er⸗ freun. 5. Wenn er dich liebt: so ist dein Feind ohnmaͤchtig, wenn er's auch nicht scheint. Selbst Stuͤrm' im Meere ruhn, wenn er nur spricht: nicht weiter, als hieher! 6. Es 92et, wie es ihm gefaͤllt, was sich ihm auch ent⸗ gegen stellt. Laß ihn nur herrschen, wie er will, und hoff' auf ihn, und halt ihm still! —570 707. Mel. Ich dank dir, Menshenhöter ꝛc. Est Gott füͤr mich: so trete gleich alles wider mich. So oft ich glaͤubig Von Leiden und Truͤbsalen. bete, verliert mein Kummer sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde, und bin be⸗ liebt bei Gott; was kann mir thun der Feinde und Widersacher Spott? 2. Nun weiß und glaub' ich feste, ich ruͤhm's auch ohne Scheu, daß Gott, der Hoͤchst' und Beste, mein Freund und Vater sey, und daß in allen Faͤllen er mir zur Rechten steh'“, und daͤmpfe Sturm und Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gruͤnde, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ew'ge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist wenig auf der Erd'; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein! Ehre; er ist mein Glanz und Licht. Wenn er mit mit nicht waͤre: so duͤrft' und koͤnnt' ich nicht vor Gottes Augen stehen, und vor dem strengen Sitz; ich muͤßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuers Hitz'. 5. Mein Jesus hat gelo· schet, was mit sich 3 od mmer Haupt in be⸗ kann und jlaub' ohne oͤchst d und allen echten oturm 8 mir mich d sein iß ich Gut. Leben was „ das mein' 3z und mir und zottes rdem muͤßte Bachs geloͤ⸗ rt den Tod Von Leiden und Truͤbsalen. Tod. Der ist's, der mich rein waͤschet, macht schnee⸗ weiß, was ist roth. An ihm kann ich mich freuen, hab' ei⸗ nen Heldenmuth; darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Suͤnder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen; nichts, nichts nimmt mir mein Herz; die Hoͤll' und ihre Flammen, nichts macht mir bangen Schmerz; kein Urtheil mich erschrecket; kein Unheil mich betruͤbt, weil mich mit Gnade decket mein Heiland, der mich liebt. 29 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen; regieret meinen Sinn; vertreibet Sorg' und Schmerzen; nimmt allen Kummer hin; giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft; bilft mir das Abba schreien aus aller mei⸗ ner Kraft. 8. Und wenn an mei⸗ nem Orte sich Furcht und Schwachheit find't: so seufzt und spricht er Worte, die un⸗ aussprechlich sind, mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an hyieεππννπνnn 625 des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch suͤßes Trostwort zu, wie Gott dem Huͤlfe leiste, der bei ihm suchet Ruh˖, und wie er hab' erbauet dort eine neue Stadt, wo Aug' und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil, und Erbe mir praͤchtig zuge⸗ richt t. Wenn ich gleich fall und sterbe: faͤllt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thraͤnen meine Zeit: mein Jesus und sein Leuchten ver⸗ suͤßet alles Leid. 11. Wer sich mit ihm verbindet, das Boͤse flieht und haßt, der wird verfolgt, und findet zwar eine schwere Last zu leiden und zu tragen, geraͤth in Hohn und Spott, das Kreuz und manche Pla⸗ gen sind oft sein taͤglich's Brodt. 12. Das ist mir nicht ver⸗ borgen; doch bin ich unver⸗ zagt. Gott will ich lassen sorgen, dem ich mich zuge⸗ sagt. Es koste Leib und Le⸗ ben, und alles, was ich hab'; Rer ihm 626 Von Leiden und Trübsalen. ihm bleib' ich treu ergeben, letzte Funke schwindet. Mein getreu bis in mein Grab. Helfer und mein Gott bist 13. Die Welt, die mag zerbrechen; du stehst mir ewiglich. Kein Brennen, Hauen, Stechen soll tren⸗ nen mich und dich. Kein Hunger und kein Duͤrsten, kein Armuth, keine Pein, kein Zorn des großen Fuͤrsten, soll mir ein' Hindrung seyn. 14. KeinEngel, keine Freu⸗ den, kein Thron, kein' Herr⸗ lichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein' Angst und Herze⸗ leid, was man nur kann erden⸗ ken, es sey klein, oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schooß. 15. Mein Herz frohlockt und springet, und kann nicht traurig seyn, ist voller Freud' und singet, sieht lauter Son⸗ nenschein; die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich sin⸗ gend machet, ist, was im Himmel ist. 708. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ꝛc. du, durch den mein Herz doch endlich Ruh' und Freude wieder findet. Von jeher hast du mich gefuͤhrt, und meines Lebens Lauf regiert; mit segensvoller Vaterhand so manche Noth hinwegge— wandt. Unendlicher! ich trau auf dich, du leitest mich! Ich kaͤmpf' und siege, Gott, durch dich. 2. Schwer ist der Kampf der Leiden; schwer! Kaum fuͤhl' ich Muth und Staͤrke mehr, noch laͤnger auszudul⸗ den. Doch ewig, Vater, zuͤrnst du nicht; du gehst mit uns nicht ins Gericht, strafst nicht nach unsern Schulden. Bald ist der Thraͤnen Maaß gefuͤllt; bald meiner Seele Schmerz gestillt; bald hat Gott all mein Flehn erhoͤrt, mich gnug gepruͤft und mich bewaͤhrt. Huld! Erhoͤrt von dir, lob⸗ singt in mir dann meine ganze Seele dir. 5. Ach, alle Leiden dieser Di trau ich, Gott, und Zeit sind doch nicht werth der wanke nicht, wenn gleich Herrlichkeit, die du wirst von meiner Freude Licht der offenbaren! Bald wird auch mir Du Gott der Nein bist Herz eude jeher und iert; hand gge⸗ nich! zott, impf aum taͤrke idul⸗ ater, tmit rafst den. Taaß deele hat oͤrt, mich der lob⸗ leine ieser 9der virst mir Himmels sey. trau auch Von Leiden und Truͤbsalen. mir der Duldung Lohn; bald steh auch ich vor deinem Thron mit treuer Kaͤmpfer Schaaren, und danke dann dir, Gott, verklaͤrt, der itzt mich pruͤft, mich dann be⸗ waͤhrt, daß ich, von allen Lei⸗ den frei, ein Seliger des Barmherzi⸗ ger! Fest, ohne Graun, will ich dir traun; 709. denn einst⸗ werd' ich dein Antlitz schaun. Mel. Aus meines Herzens Grunde. AI Gott ich mich ver⸗ lasse! Denn er verlaßt 6²⁷ trauenz auch in der schwersten Zeit auf seine Huͤlfe bauen; er wendet alles Leid. Ihm seytes heimgestellt; Leib, Seele, Gut und Leben sey Gott dem Herrn ergeben! Er mach's, wie's ihm gefaͤllt! 4. Es kann ihm nichts ge⸗ fallen, als was uns nuͤtzlich ist; gut meint er's mit uns allen; er gab uns Jesum Christ. Hat er so viel ge⸗ than; so wird er auch ge⸗ waͤhren, was un sern Leib er⸗ naͤhren, den Geist erfreuen kann. 5. Lobt ihn mit Herz und mich nicht. Daß ich in Noth Munde, ihn, der uns beides ihn fasse, giebt er mir Kraft schenkt. Gesegnet ist die und Licht. Er steht mir huͤlf⸗ reich bei; mit jedem neuen Morgen weiß er mich zu ver⸗ sorgen, ich sey auch, wo ich sey. ö und Liebe in Kaltsinn sich verkehrt: bleibt er voll Mit⸗ leidstriebe, er, der mein Fle⸗ hen hoͤrt. Er hilft in jeder Noth; hilft von der Suͤnde Banden, befreit von ihren Schanden, und rettet selb vom Tod'. 5. Ihm, ihm will ich ver⸗ Stunde, darinn man sein gedenkt! So braucht man recht die Zeit. Wir sollen ja auf Erden durch ihn schon selig werden, noch mehr in 2. Wenn Menschengunst Ewigkeit. 6. Mag doch die Welt vergehen mit aller ihrer Pracht! Das Gluͤck bleibt ewigestehen, das Gott mir zugedacht. Zwar schließ ich hier den Lauf. Doch, wenn ich nun im Grabe genug ge⸗ ruhet habe, weckt er mich wieder auf. X. . I DSDDiiiitteeeeee‚eeeeeeeeeeeeeeeetee Dü———2 * 628 7. Die Seel' ist unverloh⸗ ren in Gottes Vaterhand; der Leib wird neu gebohren zum bessern Vaterland. Wie selig werd' ich seyn! Mit Gott und seinen From⸗ Von Leiden und Truͤbsalen. Morgen, wird er mich wohl versorgen, sey, wo ich woll', im Land'. 2. Wenn sich der Men⸗ schen Hulde und Wohlthat von mir kehrt: so sindꝰ't sich men soll ich mich da vollkom⸗ Gott gar balde, sein Macht men, soll ich mich ewig freun. und Gnadꝰ bewaͤhrt; er hilft 8. Ob ich gleich nun auch aus aller Noth, errett't von dulde viel Leiden dieser Zeit, Suͤnd' und Schanden, von wie ich's auch oft verschulde: Ketten und von Banden, koͤmmt doch die Ewigkeit, so und wenn's auch waͤr' der großer Freuden voll, die, da ich Christum kenne, und mich von ihm nicht trenne, mein Erbtheil werden soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns erschaffen hat; aus seines Sohnes Fuͤlle empfahn wir Gnad um Gnad'; er giebt uns sei⸗ nen Geist, damit er uns re⸗ giere, die Bahn zum Him⸗ mel fuͤhre. Hoch sey der Herr gepreist! 710. Mel. Aus meines Herzens Gr. ꝛc. Ven Gott will ich nicht lassen! er laͤßt mich nim⸗ mermehr, fuͤhrt mich auf rechter Straßen, da ich sonst Tod. 3. Auf ihn will ich ver⸗ trauen in meiner schweren Zeit, auf seine Gnade schauen; er wendet alles Leid; ihm sey es heimgestellt, mein Leib, mein' Seel', mein Leben, sey Gott, dem Herrn, ergeben, er mach's, wie's ihm gefaͤllt. 4. Es wird ihm nichts ge⸗ fallen, als was uns nuͤtzlich ist. Er meint's gut mit uns allen; er schenkt uns Jesum Christ, den hochgeliebten Sohn, durch den er uns be⸗ scheret, was Leib und Seel' ernaͤhret. Lobt ihn ins Him⸗ mels Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und irrte sehr, er reicht mir seine Munde, so er uns beides Hand; den Abend, wie den schenkt! Das ist ein' sel ge Stunde, Von Leiden und Truͤbsalen. 6²9 Stunde, darin man sein ge⸗ Gnad'; auch Gott der heil'ge denkt. Verlohr'n ist sonst die Geist im Glauben uns re⸗ Zeit, die wir verbring'n auf gieret, zum Reich des Him⸗ Erden; wir sollen selig wer⸗ mels fuͤhret. den, hier und in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrem Stolz und Pracht, mit Ehr' und Gut: bestehet doch, was uns gluͤck⸗ lich macht. Wir werden nach dem Tod' zwar in die Erd' begraben; doch wenn geruht wir haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel' ist unver⸗ loren, gefuͤhrt in Abrah'ms Schooß, der Leib wird neu geboren, von aller Schwach⸗ heit los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb' des Herren, daran muß uns nicht irren des Teufels list'ge Art. 8. Darum ob ich schon dulde hier Widerwaͤrtigkeit, wie ich auch wohl verschulde: koͤmmt doch die Ewigkeit, die aller Freuden voll, die, weil ich Christum kenne, und mei⸗ nen Herrn ihn nenne, mir wiederfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Gut's die Fuͤlle erworben, Heil und Ihm sey Lob, Ehr' und Preis! 711. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es bleibt gerecht sein Wille; wie er faͤngt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan! Sein Wort kann nimmer truͤgen. Er fuͤhret mich auf rechter Bahn; daran laß ich mir gnuͤgen. Und seine Huld, hab' ich Geduld, wird alles Ungluͤck wenden; es steht in seinen Haͤnden. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan! Er wird mich wohl bedenken; er, als mein Arzt und Wunder⸗ mann, wird mir nicht Gift einschenken fuͤrC Arzenei; Gott ist getreu; drum will ich auf ihn bauen, und seiner Gute trauen. 4. Was Gott thut, 910 630 Von Leiden und Trubsalen. ist wohl gethan! Er ist mein dem Boden, da ich kam, Licht und Leben, der mirnichts da ich nahm meinen ersten Boͤses goͤnnen kann; ich will Oden. Nackend werd' 10 mich ihm ergeben in Freud' auch hinziehen, wenn i und Leid; es koͤmmt die Zeit, werd' von der Erd', als ein da oͤffentlich erscheinet, wie Schatten, fliehen. treulich er es meinet. 5. Gut und Blut, Leib, 5. Was Gott thut, das Seel' und Leben ist nicht ist wohl gethan! Muß ich mein; Gott allein ist es, der's den Kelch gleich schmecken, gegeben. Will er's wieder der bitter ist nach meinem zu sich kehren: nehm' er's Wahn: laß ich mich doch hin, ich will ihn dennoch nicht schrecken, weil doch zu⸗ letzt ich werd' ergoͤtzt mit suͤ⸗ ßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben: so wird Gott mich ganz vaͤter⸗ lich in seinen Armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. 712. Worum sollt' ich mich denn graͤmen? Hab' ich doch froͤhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt her⸗ ein Angst und Pein, sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wendenz er weiß wohl, wie er soll al⸗ les Ungluͤck enden. 5. Gott hat mich bei gu⸗ ten Tagen oft ergoͤtzt; sollt' ich jetzt auch nicht etwas tra⸗ gen? Fromm ist Gott, und schlaͤgt mit Maaßen; er, mein Licht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt, und ihre Christum noch; wer will den Rotten, koͤnnen mir nichts mir nehmen? Wer will mir mehr hier thun, als meiner den Himmel rauben, den mir spotten. Laß sie spotten, laß schon Gottes Sohn beige⸗ sie lachen! Gott, mein Heil, legt im Glauben? wird in Eil sie zu Schanden 2. Nackend lag ich auf machen. 7. Un⸗ Von Leiden und Truͤbsalen. 7. Unverzagt, und ohne Grauen, soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt' ihn auch der Tod aufreiben: soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht toͤdten, sondernreißtun⸗ sern Geist aus viel tausend Noͤthen; schließt das Thor der bittern Leiden, und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Da, da will an ew'gen 631 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Her⸗ zen lasse. Laß mich, laß mich hin gelangen, wo du mich, und ich dich, ewig werd' umfangen! 743. Wer nur den lieben Gott laͤßt walten, und hof⸗ fet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in al⸗ lem Kreuz und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhoͤch⸗ Schätzen ich mein HerzUauf sten, traut, der hat auf kei⸗ den Schmerz inniglich ergoͤz⸗ zen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich haͤlt, muß, wie Rauch, verschwinden. 10. Was sind dieses Le⸗ nen Sald gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen bens Güter? Eine Hand unser Ungemach? Wir ma⸗ voller Sand, Kummer der chen unser Kreuz und Leid Gemuͤther. Dort, dort sind nur groͤßer durch die Trau⸗ die edlen Gaben, da mein rigkeit. Hirt, Christus, wird mich 5. Man halte nur ein we⸗ ohn' Ende laben. nig stille, und sey doch in sich 11. Herr, mein Hirt, selbst vergnuͤgt, wie unsers Quell aller Freuden! du bist Gottes Gnadenwille, wie mein, ich bin dein, niemand sein' Allwissenheit es fuͤgt. kann uns scheiden. Ich bin Gott, der uns ihm hat aus⸗ dein, weil du dein Leben und erwählt, der weiß auch sehr dein Blut, mir zu gut, in wohl, was uns fehlt. den Tod gegeben; 4. Er 6⁵² Von Leiden und Truͤbsalen. 4. Er kennt die rechten verlaß mich nicht! in Gna⸗ Freudenstunden; er weiß den meine Noth anschaue! du wohl, wenn es nuͤtzlich sey. weiß'st ja wohl, was mir ge⸗ Wenn er uns nur hat treu bricht. Schaff's mit mir, ob erfunden, geduldig, ohne gleich wunderlich, durch Je⸗ Heuchelei: so koͤmmt er, eh' sum doch nur seliglich. wir's uns versehn, und laͤsset uns viel Gut's geschehn. 7.14. 5. Denk' nicht in deiner Ihder Gott vertraut, hat Drangsalshitze, daß du von wohl gebaut im Him⸗ Gott verlassen seyst; daß der mel und auf Erden; wer dem Gluͤck im Schooße sitze, glaͤubig ist an Jesum Christ, den alle Welt fuͤr gluͤcklich dem muß der Himmel wer⸗ preist; die Zukunft aͤndert den,: Darum hoff' ich al⸗ oft sehr viel, und setzet jeg⸗ lein auf dich mit ganz getro⸗ lichem sein Ziel. stem Herzen. Herr Jesu 6. Es sind ja Gott sehr Christ, mein Trost du bist in leichte Sachen, und ist dem Todesnoth und Schmerzen I. Hoͤchsten alles gleich, den 2. Und wenn's gleich waͤr Reichen klein und arm zu dem Teufel sehr und aller machen, den Armen aber Welt zuwider: dennoch so groß und reich, Gott ist's bist du, Jesu Christ, der sie allein, der jedermann bald All' schlaͤgt darnieder:,: Und stuͤrzen, bald erhoͤhen kann. wenn ich dich nur hab'ꝰ um 7. Singꝰ bet und geh' auf mich mit deinen Geistes Sottes Wegen, und thu' das Gnaden: so kann fuͤrwahr Deine nur getreu, und traue mir ganz und gar nicht Tod, seinem reichen Segen: so noch Teufel schaden ꝛ, wird er bei dir werden neu. 5. Dein rroͤst' ich mich ganz Denn welcher seine Zuver⸗ sicherlich; denn du kannst mir sicht auf Gott setzt, den ver⸗ wohl geben, was mir ist noth, laͤßt er nicht. du treuer Gott, hier und in 8. Auf dich, mein lieber jenem Leben:,: Gieb wahre Gott, ich traue, ich bitte dich, Reu', mein Herz erneu', er⸗ —.— rette Von Leiden und Truͤbsalen. 65³ rette Leib und Seele. Ach, hoff' auf Gott! Der Thoren hoͤre, Herr, dieß mein Be⸗Trost verschwindet, wenn gehr, daß meine Bitt' nicht der Gerechte in der Noth ehle!:,: n Huͤlf' und Erbarmung findet. Wenn jener faͤllt, ist er ein 715. Held; er steht, wenn jene Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. zittern, ein Fels in Unge⸗ Ou, Herr, bist meine Zu⸗ wittern. versicht, mein einz ger 5. Wirf nicht die große Trost im Leben. Dem fehlt Hoffnung hin, die dir dein es nie an Trost und Licht, der Glaube reichet! Weh' denen, sich dir, Herr, ergeben. Du die zu Menschen fliehn! weh⸗ bist sein Gott; auf dein Ge⸗ dem, der von Gott weichet! bot wird seine Seele stille, Dein Heiland starb; er, er er⸗ und ihm genuͤgt dein Wille. warb auf seinem Todeshuͤgel 2. Wer wollte dir, Herr, dir deines Glaubens Siegel. nicht vertraun? Du bist des 6. Sey unbewegt, wenn Schwachen Staͤrke. Die um dich her sich Ungewitter Augen, die auf dich nur sammeln! Gott hilft, wenn schaun, sehn deine Wunder⸗ Christen freudenleer zu ihm werke. Herr, groß von Rath um Gnade stammeln. Die und stark von That, mit gna⸗ Zeit der Quaal, der Thraͤ⸗ denvollen Haͤnden wirst du nen Zahl zaͤhlt er, und deine dein Werk vollenden. Schmerzen nimmt er dir 3. Noch nie hat sich, wer von dem Herzen. dich geliebt, verlassen sehen 7. Herr, du bist meine muͤssen; du laͤss'st ihn, wenn Zuversicht! auf dich hofft ihn Noth umgiebt, doch dei⸗ meine Seele! Du weiß st, nen Trost genießen. Des was meinem Wohl gebricht, Frommen Herz wird frei wenn ich mich sorgend quaͤle. vom Schmerz; der Suͤn⸗Wer wollte sich nicht ganz der eitles Dichten weiß'st du, auf dich, Allmaͤchtiger, ver⸗ Herr, zu zernichten. lassen, und sich im Kummer 4. Drum hoff', o Seele, fassen? 654 Von Leiden und Truͤbsalen. 8. In deine Hand befehle schon in manchen Leiden alles ich mein Wohlsein und mein mit mir wohl gemacht. Auf eingel Leben. Mein hoffend Auge dein Wort will ich stets hof⸗ blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sey du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. 716. Mel. Alle Menschen muͤssen ꝛc. Gol der Wahrheit! des⸗ sen Treue unsre Hoff⸗ nung stuͤtzt und haͤlt! Ich erkenn' es voller Reue, daß mich Kleinmuth oft befaͤllt. Ach! mein Herz haͤngt noch an Dingen, die nie wahre Ruhe bringen; und wie oft vergeh' ich mich, aͤngstlich zweifelnd, wider dich! 2. Gott, vergieb mir diese Suͤnde! nimm die Kleinmuth von mir hin! Schenke, Va⸗ ter, deinem Kinde einen dir ergebnen Sinn, der von dir nur Huͤlfe heischet, den nicht fen, das doch immer einge⸗ troffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glau⸗ ben werden, daß dein Wort wahrhaftig sey. O so werd' ich hier auf Erden von so mancher Unruh frei! Dann werd' ich, Gott, mit Ver⸗ sehn, 7 mein mein alles. mir! Auf bens, verge ben, trauen stets auf deine Huͤlfe schauen; dann waͤchst meine Zuversicht, und die Hoff⸗ nung truͤgt mich nicht. 5. Froh erhebt sich meine Seele selbst noch uͤber Tod und Grab, wenn ich den zum Fuͤhrer waͤhle, der sich einst fuͤr mich auch gab. Er, der siegreich auferstanden, macht mich los von Todesbanden, fuͤhrt mich zu dem Leben ein, wo keineid wird weiter seyn. 6. Muß ich gleich noch falsche Hoffnung taͤuschet, hier auf Erden unter Last die das Herz aufs Eitle zieht, und Muͤhe seyn: wirst du doch und so schnell, wie Rauch, von den Beschwerden dieser entflieht. Zeit mich einst befrein. O 5. Gram und Sorgen erwuͤnschte sel'ge Stunden! will ich meiden, weil fuͤr mich Ewig aller Noth entbunden, dein Auge wacht. Du hast werd' ich dich, mein Heiland, sehn, Von Leiden und Truͤbsalen. 65⁵ ralles sehn, und, wie du, zur Freud' fuͤllt dich mit Freudigkeit. Auf eingehn. hof⸗ einge⸗ einem t auf Slau⸗ Wort werd' on so Dann 7. Froͤhlich sieht dahin mein Hoffen. Du bleibst meine Zuversicht, bis daß alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Le⸗ bens, harrt der Glaube nie vergebens; was wir glau⸗ ben, schauen wir einst gewiß, o Herr, bei dir. Er leitet dich auf ebner Bahn, und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behuͤte mich! Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Se⸗ gen folg' aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit! 718. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Ver⸗* ein Gott, du weiß' st am Huͤlfe 7. M allerbesten das, was neine Mel. Wenn wir in hoͤchsten e. mir gut und nuͤtzlich ist; du Hoff Mein Auge sieht, o Gott, nach dir! von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil koͤmmt nur von deiner Macht, die diese Welt her⸗ vorgebracht. 2. Getrost, mein Herz! Dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlum⸗ mert nicht; in Finsterniß ist bleibst, ist auch die Noth am groͤßten, mein Helfer, wie du's ewig bist. Gieb, daß ich einzig dir vertrau'ꝰ, und nie auf Menschenhuͤlfe bau'! 2. Nimm alles weg aus meiner Seele, was deinem Willen widerspricht! Und wo ich etwas mir verheele: so stelle du mir's selbst ins Licht, was mir noch fehlt an Kin⸗ noch er dein Licht. dessinn, und neige dann mein Last 5. Kein Uebel sey dir Herz dahin. doch fuͤrchterlich! Denn Gottes 3. Hilf mir in Geist und 4 Hzieser Rechte schuͤtzet dich. Durch Wahrheit sprechen: du bist seine treue Vaterhand wird, mein Vater, Licht und Heil; den! was dir schadet, abgewandt. verzeihst mir gnaͤdig meine iden, 4. Sein Schutz gewaͤhrt Schwaͤchen, und schenkest. land, dir Sicherheit; sein Trost mir an Christo Theil; du sehn, bist* ö Rarr.—. S 656 Von Leiden und Truͤbsalen. bist mein allerbester Freund, meiner Schwachheit dich, nan⸗ der's treu mit meiner Wohl⸗ und staͤrk' zu allem Guten und N fahrt meint. 4. Denn darf ich mich mich! 8. Legst du was auf: so dein Kind nur nennen; bist hilf's auch tragen! Gieb mir du mein Vater und mein Freund: nuͤtzen koͤnnen, was mir auch noch so boͤse scheint. Das Bitterste wird mir ver⸗ suͤßt, wenn du nur, Gott, mir gnaͤdig bist. 5. Drum gieb, daß ich dir kindlich traue, und demuths⸗ voll, doch unverzagt, mein Hoffen sicher darauf baue, was dein so theures Wort mir sagt. Dein Geist er⸗ klaͤre meinem Geist, was deine Vatertreue heißt. 6. Ich bin ja auf so viele Weise, mein Herr und Gott, dein Eigenthum. Drum gieb, daß ich, zu deinem Preise und deines großen Namens Ruhm, dir diene in Gerechtigkeit mit williger Ergebenheit. 7. Du schaffst das Wol⸗ len und Vollbringen; von dir koͤmmt Weisheit und Ver⸗ stand. Drum reiche mir in allen Dingen aus Gnaͤden deine Vaterhand! Erbarme Geduld in Leidenszeit, und lieht; kaum auch 5. so muß mir alles sey in gut und boͤsen Ta⸗Aengt gen mein Trost und meines verflie Herzens Freud'! Gieb De⸗bens muth, Einfalt, Lieb' und schon Zucht; was Unrecht ist, das sey verflucht! Zuver dann 9. Nun, Herr, du siehest und mein Bestreben; verleih' mir deines Geistes Kraft! Nur deine Gnade kann sie geben, die alles Gute in uns schafft. Dann zeigt mir dieser Kin⸗ dessinn, daß ich gewiß der Deine bin. 719. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛe. tt, dir vertraun, ist mei⸗ 0 G ne Pflicht, ist Selig⸗ keit im Leben. Sie kann dem Herzen Zuversicht, und Trost, und Freuden geben. Des Pilgers Muͤh versuͤßet sie, und laͤsset ihn hienieden im Laufe nicht ermuͤagen. 2. Auf Erden wechseln, bis ins Grab, Zufriedenheit und Sorgen getreulich mit einan⸗ 4. aus, chen l und nach Wen den den m es sol 5. gesch das? Himi se W wir an u tenz 36. Pruͤ uns! Wid dich einander ab, wie Mitternacht muthlos finden; dann saͤhen Guten und Morgen. Das Ungluͤck wir, voll Hoffnung hier, mit lieht; die Freude bluͤht. Und Palmen und mit Kronen die if: so kaum ist sie empfunden: so ist Ueberwinder lohnen. eb mir „ und 3. Wie würde da, voll mein Herz, damit ich dir n Ta⸗ Aengstlichkeit, uns jeder Tag vertraue, und mit Gelassen⸗ neines verfließen, und bei des Le⸗ heit im Schmerz hinauf gen b De⸗bens Heiterkeit das Herz Himmel schaue. Einst preis' und schon beben muͤssen, wenn auch ich auf ewig dich, fuͤr t, das Zuversicht zu dir uns nicht überstandne Leiden, im Lande dann Sicherheit gewaͤhrte, sichrer Freuden. sebel ih' mir Nur geben, chafft. Kin⸗ iß der Von Leiden und Trübsalen. auch sie verschwunden. und ruhig bleiben lehrtel! 4. Du theilst das alles aus, was hier den Sterbli⸗ chen begegnet. Mit Freud' und Leiden werden wir nach deinem Rath gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise wer⸗ den wollten, als wir, o Gott, es sollten! ist ꝛe. st mei⸗ Selig⸗ kann „und zeben. rsuͤßet rieden n.. hseln, enheit h mit inan⸗ 5. Nicht unser Wille soll geschehn. Du waͤhlest stets das Beste. Wenn Erd? und Himmel untergehn, steht die⸗ se Wahrheit feste. O, daß wir sie durch Leichtsinn nie an unsern Seelen schwaͤch⸗ tenz sienieverkennenmoͤchten! 6. Dann wuͤrde diese Pruͤfungszeit nicht traurig uns verschwinden; uns keine Widerwaͤrtigkeit des Lebens 637 7. Gott, heilige du selbst 720. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Got sorgt fuͤr mich Was will ich sorgen? Er ist mein Vater, ich sein Kind. Er sorgt fuͤr heut', er sorgt fuͤr morgen, so, daß ich taͤglich Spuren find', wie Gott die Seinen vaͤterlich versorgt und schuͤtzt. Gott sorgt fuͤr mich! 2. Gott sorgt fuͤr mich! Ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir ge⸗ bricht, werd' ich in meinen Haͤnden schauen, so bald er nur sein Machtwort spricht. Drum bin ich itzt und ewig⸗ lich gar wohl versorgt. Gott sorgt fuͤr mich! 5. Gott sorgt fuͤr mich an * 5 VI . I. SꝗSSISISSISSiiSSScSSScttte 638 an Seel' und Leibe!l Sein Wort ist's, das die Seele naͤhrt. Und wenn ich mein Berufswerk treibe, wird fuͤr den Leib mir Brod gewaͤhrt. Wohl dem, der ihm nur fe⸗ stiglich vertraut, und glaubt: Gott sorgt fuͤr mich! 4. Gott sorgt fuͤr mich bei theuren Zeiten! Auch in der groͤßten Hungersnoth kann er mir einen Tisch be⸗ reiten; nie fehlet mir mein taͤglichs Brodt. Ist's gleich nicht viel: doch glaube ich, er segnet es und sorgt fuͤr mich. 5. Gott sorgt fuͤr mich und fuͤr die Meinen, wie sehr wir auch verlassen sind! Er läßt uns seinen Trost erschei⸗ nen, wenn mancher Anschlag uns zerrinnt. Geht es den Meinen kuͤmmerlich, mir auch selbst: Gott sorgt fuͤr mich! 6. Gott sorgt fuͤr mich in meinem Leiden! Das Kreuz, das er mir auferlegt, verwaͤndelt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlaͤgt: so schlaͤgt er doch nur vaͤterlich, zu unserm Wohl, und sorgt fuͤr mich. und. Von Leiden und Truͤbsalen. 7. Gott sorgt fuͤr mich in mein meinem Alter! Da hebt und traͤgt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt Schwachheit Staͤrke giebt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt fuͤr mich! 3. Gott sorgt fuͤr mich auch in dem Sterben! Der Tod ist mir ein suͤßer Schlaf. Durch Christum setzt er mich zum Erben, da mich sonst Tod und Elend traf. Drum nimmt er meinen Geist zu sich in seine Ruh, Gott sorgt fuͤr mich! 9. Gott sorgt fuͤr mich auch noch im Grabe! Dem Leibe giebt er seine Ruh'. Und wenn ich ausgeschlum⸗ mert habe: so fuͤhrt er mich dem Himmel zu, wo Seeld und Leib auf ewig sich verei⸗ nigen. Gott sorgt fuͤr michl 7.21.. Mel. Lebt Christus, was bin ich 14. ott lebet noch! Drum sorg' ich nicht. Du, Herr, bist meine Zuver⸗ sicht. Stuͤrzt auch der ganze Weltkreis ein: du wirst mein er mein Erhalter, der mir in 1— seyn. 2. Was Ist's die mit C ich n 5. Mac mich so d dara bet'i * dein er m Auch mir pruͤf und 5. schw auch dein kest 6. ein du's u Kan Von Leiden und Truͤbsalen. mein Schutz und Retter seyn. Gelobt seyst du! 2. Du sorgst fuͤr mich. Was sorg' ich denn, da ich dich, meinen Vater, kenn'? Ist's deine Macht nicht, die die Welt mit Weisheit und mit Guͤt' erhaͤlt? Drum sorg' ich nicht. 041 5. Fehlt mir's an Einsicht, Macht und Rath, wenn mich Gefahr umgeben hat: nich in hebt mich bleibt mir in giebt. von dann: daran, daß du regierst; dich bet' ich an; und du hilfstmir. 4. Du kennst mich, und dein Rath weiß wohl, wie er mein Schicksal lenken soll. Auch dann machst du es mit mir gut, wenn du mich pruͤfst. Drum hab' ich Muth, und trau' auf dich. 5663. Legst du auf mich ein schweres Joch; wie schwer's auch sey, so hoff' ich doch. Du hilfst uns tragen, was uns plagt, und wer nach deiner Huͤlfe fragt, den staͤr⸗ kest du. 6. Wie hart mich auch ein Leiden druͤckt: so bist du's doch, der mich erquickt. Du giebst mir Kraft zum Kampf und Lauf; und fall' Ruh' — so denk' ich voll Vertraun 5 B 659 ich: so hilfst du mir auf. Gelobt seyst du! 5. Mein Vater, drum verlaß ich mich in allen Faͤl⸗ len nur auf dich. Sieh stets mich mit Erbarmen an; so bin ich froh, und jauchze dann: Gott lebet noch! 4633.17½2. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich ꝛc. D hast, mein Vater, und mein Gott, mich durch dein Wert belehret, daß dei⸗ ne Hand der Frommen Noth dereinst in Freude kehret; und daß ich alles, was mich kraͤnkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuver⸗ sicht soll werfen. 2. So will denn auf dein Wort auch ich der Sorgen mich entschuͤtten. Erhoͤre, Gott, mein Vater, mich! erhoͤr' mein kindlichs Bitten! Gieb meiner Seele wahre Ruh'! Was mich bekuͤm⸗ mert, lenke du zu meinem ew'gen Besten! 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich uͤberwaͤlt'gen wollen. So hab' ich nicht auf dich gehofft, als ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, wie 64⁰0 wie groß ist meine Schuld! An dir hab' ich durch Unge⸗ duld vielfaͤltig mich versuͤn⸗ digt. 4. Erbarmender! vergieb es mir nach deiner großen Guͤte, und staͤrke zum Ver⸗ traun zu dir mein schuͤchter⸗ nes Gemuͤthe! Gieb, daß ich freudig hoff' auf dich, du wer⸗ dest nie, als Vater, mich verlassen, noch versaͤumen. 5. Seh' ich schon keine Wege nicht zur Rettung vor mir offen: auch da laß mich, mein Retter, doch auf deine Huͤlfe hoffen! Du bleibst doch immer groß an Rath, und immer maͤchtig auch an That, mein Bestes zu be⸗ sorgen. 6. Dieß sey mein Trost; dieß sey mein Licht, wenn mich die Sorgen kraͤnken. Erfuͤllst du meine Wuͤnsche nicht: so laß mich glaͤubig denken, daß mir's nicht gut gewesen ist. Weil du die hoͤchste Weisheit bist: so fuͤgst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir aufs reich⸗ lichste ersetzen, wenn ew'ge Freuden mich bei dir in dei⸗ Von Leiden und Truͤbsalen. nem Reich' ergoͤtzen. Da ist mein Erb' und hoͤchstes Gut. O staͤrke mir dadurch den Muthbisanmein seligs Ende. 723. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Jderbort du bist, o Gott, verborgen! Dein Rath bleibt fuͤr uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sor⸗ gen; du sorgtest, eh' die Welt noch war, fuͤr unser Wohl schon vaͤterlich. Dieß sey genug zum Trost fuͤr mich! 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Au⸗ gen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wis⸗ sen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewaͤhlt. 5. Nie sind die Tiefen zu ergruͤnden von deiner Weis⸗ heit, Macht und Guͤt'; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Fin⸗ sterniß bringst du das Licht; du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, aͤngst⸗ liche Gedanken! Gott kann weit Da ist Gut. den Ende. zott ꝛc. Gott, Rath erbar. Von Leiden und Truͤbsalen. weit mehr, als ihr versteht. Bleib', Seele, in der De⸗ muth Schranken! die De⸗ muth wird von Gott erhoͤht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt, und deiner Fuͤh⸗ rung sich ergiebt. 5. Drum will ich dir mich uͤberlassen, mit allem, was ich hab' und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, auf dich, den Gott der Liebe, hin; der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Guͤte war. 6. Gieb, daß dieß mein Vertrauen mehre, im Gluͤck und Ungluͤck, Freud' und Leid! Schick' alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit! So preis' ich einst vollkommen dich; so freu' ich dein auf ewig mich. 724. Mel. Warum betruͤbst du dich ꝛe. Mein Herz, warum be⸗ truͤbst du dich, und willst in mir so aͤngstiglich voll Gram und Unruh' seyn? Ach stille dich, und denke doch: Gott lebt; Gott sorgt; Gott schuͤtzt ja noch! 2. Er lebt, und stirbt auch 641 nimmermehr; so ist kein Trauern je so schwer, das er nicht aͤndern kann. Er pruͤfet aber mittlerzeit die Hoffnung und Gelassenheit. 3. O wie verkehrt ist un⸗ ser Sinn! Wir betten uns auf Dornen hin, wenn wir voll Sorgen sind; und koͤnn⸗ ten, wenn wirs wollten thun, bei Gott ohn' alle Sorgen ruhn. 4. Geht's nicht, wie du dir's vorgestellt: so geht's doch, wie es Gott gefaͤllt; und so geht's immer gut. Denn endlich spuͤrt man in der That, wie treulich er's ge⸗ meinet hat. ö 5. Ach, glaube, nicht ein Zaͤhren ist, der aus den truͤ⸗ ben Augen fließt; er sieht und zaͤhlet ihn, und macht, daß auf den Thraͤnenguß das Licht der Freude schei⸗ nen muß. 6. Kein Mensch, er sey auch, wer er sey, ist von Ver⸗ druß und Kummer frei; ein jeder hat sein Theil. Doch haͤngt ein großer Trost dar⸗ an, wenn man in Unschuld leiden kann. doch 7. Es thut zwar weh; S 8s gieb 64² gieb dich drein, Geduld wird hier der Balsam seyn, der alle Wunden heilt. Geduld und unverzagter Muth macht endlich alles Leiden gut. 8. Was fehlt dir denn, warum du klagst, und dich mit Seufzen muͤde plagst? Wird's nicht was Zeitlichs seyn? Ist's aber wohl der Muͤhe werth, daß dieß ein christlichs Herz begehrt? 9. Du hast ja Gott und Gottes Wort, den theuern Schatz, den starken Hort; bist du denn nicht vergnuͤgt? Wer sich an diesen Reich⸗ thum haͤlt, ist reicher, als die ganze Welt. 10. Dein Jesus meint's so treu und gut, und giebt dir selbst sein Fleisch und Blut; kann wohl was Groͤßers seyn? Wer dieß zu seinem Labsal hat, den machet keine Truͤbsal matt. 11. Der Himmel ist dir zugedacht, und durch sein Testament vermacht, mit al⸗ ler Herrlichkeit. So laß der Welt, was ihr gehoͤrt, Herzeleid; Von Leiden und Truͤbsalen. bleibt unverwehrt. Er ist's, der alles sieht und hoͤrt, was deine Feinde thun. Du wirst, das wird gewiß geschehn, noch Lust an seiner Huͤlfe sehn. 13. Ja, harr' und hoffe fest auf ihn, die Hoffnung wird voll Segen bluͤhn, der Leib und Seel' erfreut. Die Zeit ruͤckt morgen wohl her⸗ an, daß ich ihm froͤhlich danken kann. 725. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛe. Meine Seele, laß es gehen, wie es in der Welt er⸗ geht; laß es, Seele, laß es stehen, wie es in der Welt nur steht! Leide, dulde, und sey stille! das ist deines Got⸗ tes Wille. 2. Ist die Welt dir gleich zuwider; kraͤnkt dich deiner Feinde Spott; druͤcken dich auch Freunde nieder: so ver⸗ traue deinem Gott. Leide, dulde, und sey stille! das ist deines Gottes Wille. 5. Ist in deiner Herzens⸗ kammer nichts, als lauter druͤcket dich so und halt' an dem, was Gott großer Jammer hier in die⸗ beschert. ser Sterblichkeit: leide, dul⸗ 12. Was Gott beschert de, und sey stille ꝛc. 4. Auf Von Leiden und Truͤbsalen. 643 ist's, 4. Auf den Regen scheint Morgen neu! Ihn, den Ewi⸗ was die Sonne; also koͤmmt auch gen, erwaͤhle dir zumFFreund', zirst, Lustauf Leid; auf die Angst und jauchze dann, daß kein ehn, folgt lauter Wonne, Freude Feind dir schaden kann. seehn. koͤmmt auf Traurigkeit. Lei⸗ 4. Ja, ich will auch dich hoffe de, dulde, und sey stille ꝛc. erwaͤhlen, Vater; ich will iung 6. Sollst du von der Welt dir allein, ganz dir mein der abscheiden: scheide froh hin Vertrauen weihn. Aber ach, Die aus der Noth. Gott giebt die Kraͤfte fehlen meinem nach dem Leiden Freude; Vorsatz, bald vergißt Fleisch hlich Freéude bringet selbst der und Blut, wie treu du bist. CTod. Leide, dulde, und sey 65.⸗Ploͤtzlich uͤberfaͤllt mich stille! das ist deines Gottes wieder Sorge der Vergaͤng⸗ elt ꝛic. Wille. lichkeit, irdisch Hoffen, irdisch hen,„ Leid; und dann sink' ich muth⸗ t er⸗ 726. los nieder, suche bei den ß es Mel. Ach, was soll ich Suͤnder e. Menschen Ruh'; und mein Welt Ac, wie ist der Menschen Helfer bleibst doch du. und Liebe so veraͤnderlich, so 6. Ach, vergieb mir, wenn Got⸗ kalt! Wie erstirbt sie doch im Staube dieses Leibes sich so bald! Setze nie auf diese mein Geist stets so schwer der leich Liebe, die nicht haͤlt, was Erd' entreißt! Ach, vergieb einer sie verspricht, Seele, deine mir, daß mein Glaͤube hier dich Zuversicht! noch wankt, und sich nicht ver⸗ 2. Aber deiner Liebe fest, wie er soll, auf dich eide, trauen, Hoͤchster, das ge⸗ verlaͤßt! ö is ist reuet nie! Denn ein starker 7. Taͤglich laß es mich Fels ist sie. Die auf diesen empfinden, daß nicht Men⸗ ens⸗ Felsen bauen, wohnen un⸗ schenhuͤlfe nuͤtzt, wenn mein muter verletzt, und sehn ruhig selbst Herz auf sie sich stutzt. Allen )so die Welt vergehn. Trost laß mir verschwinden, die⸗ 3. Taͤglich sag' ich's meiner bis ich wieder flieh' zu dir; dul⸗ Seele: Gott liebt ewig! und dann, Vater, hilf du Seeine Treu wird mit jedem mir! Auf SS8s 2 3. Der * E gidicl-rnredene Ess W.s ö mͤͤͤb'‚ 6⁴44 8. Der du deiner Kinder Flehen, Gott, mein Gott, so gern erhoͤrst, und sie selbst noch flehen lehrst, laß mich fest im Glauben stehen, und erfahren, wie so treu deine Vaterliebe sey. 77. Mel. Besiehl du deine Wege ꝛe. Nimmt Gott, dem wir vertrauen, nicht unsers Werks sich an; will er das Haus nicht bauen: vergebens bau'n wir dann. Will er die Stadt nicht schuͤtzen, er, groß durch Rath und Macht, was wird der Waͤchter nuͤtzen? Umsonst ist's, daß er wacht! 2. Was hilft's, daß ihr vom Morgen bis in die Nacht euch quaͤlt? Laßt euern Va⸗ ter sorgen; er kennet, was euch fehlt; er, der uns selbst im Leiden so treu und zaͤrtlich liebt, und uns so viele Freu⸗ den auch unerwartet giebt. 728. Ergebung in den Willen Gottes. DO Herr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, gieb, daß ich mich in deinen aller deiner Werke. Von Leiden und Truͤbsalen. Rath ergebe; laß ewig dei⸗ nen Willen mein, und, was du thust, mir theuer seyn. 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Staͤrke. Du, Herr, erbarmst dich Was zag' ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Gluͤck. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Gluͤck; du wogst mein Leid; und was du schickst, ist Seligkeit. 4. Gefaͤllt es dir: so muͤsse keine Plage sich zu mir nahn; gieb mir zufriedne Tage! Allein verwehrt's mein ewges Heil: so bleibe nur dein Trost mein Theil. 5. Du giebst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhaͤngst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine Schuld: so zag' ich nicht. Du giebst Geduld. 6. Soll ich ein Gluͤck, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege fuͤhren: so wirst mein nuͤsse ahn; age! vges Trost Huld den; üngst nur ieine ticht. Von Leiden und Truͤbsalen. 645 wirst du, denn du hoͤrst mein Flehn, mir dennoch eine Huͤlf ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben; und dieser ist im Glauben mein; wie kann der Tod mir schrecklich seyn? 571 729. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. Dir hab' ich mich ergeben, mein Gott, im ganzen Leben, im Ungluͤck, wie im Gluͤck. Dir dank' ich meine Freuden; dich preis' ich auch im Leiden bis an den letzten Augenblick. 2. Du bist's, der fuͤr mich wachte, noch eh ich war und dachte; du hast mit treuer Hand mich huldvoll stets ge⸗ leitet, auch da mir Gluͤck be⸗ reitet, wo ich nur. Schmerz und Leiden fand. z. Was helfen meine Sorgen? Ist mir mein Gluͤck verborgen: so ist's doch dir, Herr, nicht. Dir, dir ich mich befehle; du weiß'st, was meiner Seele und mei⸗ nem Leibe hier gebricht. 4. Warum ich heute fle⸗ he, das moͤchte, wenn's ge⸗ schaͤhe, schon morgen mich ge⸗ reun. Nur einen Wunsch von allen laß dir, o Herr, gefallen, den Wunsch: zu⸗ frieden stets zu seyn. 5. Wenn ich verlassen scheine, im Leiden zag' und weine; was wuͤnscht mein banges Herz? O hilf es mir besiegen! Es wuͤn⸗ schet sich Vergnuͤgen: und was es wuͤnscht, wird oft sein Schmerz. 6. Drum will ich kindlich schweigen, zufrieden mich be⸗ zeigen mit allem, was du giebst. Du kannst uns nicht verlassen; die dir vertraun nicht hassen, weil du die Frommen ewig liebst. 5. Nicht das, warum ich flehe; dein Wille nur ge⸗ schehe, und was mir selig ist! Ich will, dir ganz ergeben, getrost und ruhig leben, bis einst der Tod mein Auge schließt. 730. es gleich bisweilen scheinen, als verließe Gott 1* I +* 0 NN 94 3 . ö . I INRN * N SSSSSSSSS‚S‚‚‚.II 6⁴6 Gott die Seinen; o so weiß und glaub' ich dieß: Gott hilft endlich doch ge⸗ wiß! Huͤlfe, die er aufge⸗ schoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenn's noͤthig ist. 2. Gleichwie Vaͤter nicht bald geben das, wornach die Kinder streben: so haͤlt Gott auch Maaß und Ziel, er giebt, wem und wenn er will. Sei⸗ ner kann ich mich getroͤsten, wenn die Noth am aller⸗ groͤßten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr, als vaͤter⸗ lich, gesinnt. 5. Trotz dem, was mir Angst will machen! Ich kann dessen Macht verlachen. Trotz dem schweren Kreuzes⸗ joch! Gott, mein Vater, lebet noch. Trotz dem Tod' und allen denen, die nach meinem Fall sich sehnen, die mir sind ohn' Ursach' feind! Gott im Himmel ist mein Freund. 4. Laß die Welt nur im⸗ mer neiden! Will sie mich nicht laͤnger leiden: ey, so frag' ich nichts darnach; Gott ist Richter meiner Sach'. Von Leiden und Truͤbsalen. Will sie mich gleich von sich treiben: muß mir doch der Himmel bleiben. Wenn ich nur im Himmel sieg', hab' ich alles zur Genuͤg'. 5. Ich will ihr gar gerne lassen ihre Lust! Sie mag mich hassen! Ich verachte ihren Spott, und verlasse mich auf Gott. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe: acht ich keiner andern Gabe. Legt man mich auch gleich ins Grab: gnug, Herr, wenn ich dich nur hab'! 731. Mel. Jesus, meine Zuverflcht ꝛe. mmer muͤsse, Gott, dein Rath mich und meinen Willen lenken! Du, der mich erschaffen hat, kannst ja dein Geschoͤpf nicht kraͤnken. Wenn du nimmst, und wenn du giebst, thust du's nur, weil du mich liebst. 2. Willig folg' ich, wie Gott will; fuͤhrst du mich gleich rauhe Wege. Ohne Murren halt' ich still; treffen mich gleich deine Schlaͤge. Denn noch hast du stets ge⸗ than, was mein Heil befoͤr⸗ 3· Wahr dern kann. Von Leiden und Truͤbsalen. 647 3. Wahr und heilig ist werden. Herr, du hast, dein Wort; was du zusagst, ruͤhm' ich alsdann, Großes wirst du halten. Dir ver⸗ stets an mir gethan! trau' ich immerfort, lasse dei⸗ ne Vorsicht walten. Wer 32. sich deiner Huͤlfe freut, Mel. Wenn mein Stündlein ꝛc. schmeckt auch deine Freund⸗ Wie Gott mich fuͤhrt, so lichkeit. will ich gehn. Er wird, 4. Herr, du weiß'st, was was gut ist, waͤhlen; hat, mir gebricht; dich im Him⸗ was mir nuͤtzt, vorher ersehn, mel laß ich sorgen! O dein und das kann mir nicht feh⸗ Trost ist Sonnenlicht bei len. Wohin er fuͤhrt, da geh' dem allertruͤbsten Morgen! ich hin, versichert, daß ich Harre mit Gelassenheit; end⸗ selig bin, wenn ich ihm kind⸗ lich koͤmmt die rechte Zeit. lich traue. 5. Faͤllt ohn' dich kein 2. Wie Gott mich fuͤhrt, Haar vom Haupt': solltest so will ich gern von ihm mich du mein Gluͤck nicht waͤhlen? leiten lassen: kann ich gleich Wer in Demuth an dich oft den Weg des Herrn nicht glaubt, der wird nie sein Ziel ganz verstehn und fassen. verfehlen. Dir vertraun ist Mein Eigenwille weigre sich; sel'ge Pflicht; du vergiss'st in Gottes Rath ergeb' ich die Deinen nicht. mich; ich bin ja nicht mein 6. Wein' ich oft vergebens eigen. hier; truͤget oft mein irdisch 5. Wie Gott mich fuͤhrt, Hoffen: nur Geduld! Einst so folg' ich treu im Glauben, steht auch mir jenes Buch Hoffen, Leiden. Steht er der Vorsicht offen. Dort mit seiner Kraft mir bei: seh' ich, wie wunderbar deine was kann von ihm mich weise Fuͤhrung war. scheiden? Ich trau' auf seine 7. Alle Leiden dieser Zeit, Gnaͤde fest; was er mir wi⸗ alle Thraͤnen und Beschwer⸗ derfahren laͤßt, muß mir den sind nicht werth der Herr⸗ zum Besten dienen. lichkeit, die dort offenbar soll 4. Wie Gott mich 0 648 so wird er mich auch in den groͤßten Stuͤrmen, weil ich ihm folge, vaͤterlich mit seiner Hand beschirmen. Wenn er nur meine Seel erhaͤlt: so laß er, wie's ihm wohlgefaͤllt, mich leben oder sterben. 5. Wie Gott mich fuͤhrt, so will ich gehn durch Freu⸗ den oder Leiden. Hier kann ich nicht sein Antlitz sehn; dort schau' ich's, und voll Freuden. Dort seh'ich, daß sein Vaterrath mich treu und wohl gefuͤhret hat; das ist mein fester Glaube. 733. Mel. Wer nur den lieben Gokt ꝛc, H err, mache meine Seele stille! Was mich hie⸗ nieden kraͤnkt und druͤckt, das ist dein weiser Rath und Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bist's, der alles aͤndern kann, und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den aller⸗ rauhsten Wegen fuͤhrst du mich zur Gluͤckseligkeit; von jeder Truͤbsal erndt' ich Se⸗ gen, ist dir nur, Gott, mein Herz geweiht. Ihr Aus⸗ gang wird erfreulich seyn, Von Leiden und Truͤbsalen. sieht's gleich mein bloͤder Geist nicht ein. 5. Drum laß mich stille seyn und hoffen, wenn du mir Pruͤfung hast bestimmt; dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. froh deinen Willen thut, mit dem machst du's auch immer gut. ihne Rat 7 meit Fruͤ Wer hier 4. Uns bleibtoft, was uns nuͤtzt, verborgen; wer hat es je genau erkannt? Wie oft sind unsre Wuͤn sich' und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! Wer kann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz uͤbersehn? 29 5. Nur du, Gott, kennst und waͤhlst das Beste! O Vater, mache selbst mein Herzin dieser Ueberzeugung feste: so ehr' ich auch im groͤß⸗ ten Schmerz dich stets mit der Entschlossenheit: was Gott will, das gescheh' allzeitl 6. Die Stunde wird ge⸗ wiß doch kommen, da mich vollkommnes Gluͤck erfreut. Denn einmal fuͤhrst du deine Frommen zur voͤlligen Zu⸗ friedenheit. Und dann wird ihnen mei gen, bes mei mit loͤder stille ndu umt; dem seine hier thut, auch uns Von Leiden und Truͤbsalen. ihnen offenbar, daß nur dein Rath der beste war. 7. Da erndt' auch ich von meinen Plagen die sel'gen Fruͤchte ewig ein; da wird at es ö e oft und und ann, gehn ganz »nnst 8 mein zung roͤß⸗ mit was zeitl mein Herz, statt aller Kla⸗ gen, nur voll des frohen Lo⸗ bes seyn: der Herr, der fuͤr mein Heil gewacht, hat alles mit mir wohl gemacht! ö 734. Mel. Ach, was soll ich Suͤnder ꝛc. Weblldem, der, mit stillem ö Herzen, Gott, der uns als Vater liebt, ganz sein Schicksal uͤbergiebt, und auch in der Leiden Schmer⸗ zen seinem Schmerzen weis⸗ lich wehrt; nicht durch Gram ihn noch vermehrt! 2. Mensch, kein Schicksal deinesLebens, sorgtest du von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf. Sorge quaͤlt, und quaͤlt vergebens; deine Kraͤfte zehrt sie ab, stuͤrzt dich zeitiger ins Grab. 3. Laͤngst, eh' du die Welt betratest, wog, der dir dein Leben gab, was dir nur be⸗ gegnet, ab; gab dir Gluͤck, eh' du noch batest; eh' noch 6⁴9 deine Thraͤne rann, sah' er schon dich gnaͤdig an. 4. Dankbar nimm des Lebens Freuden aus des Hoͤchsten milder Hand! Hat er Kreuz dir zuerkannt: nun so fasse Muth, zu leiden. Gut ist alles, was Gott will; dulde willig, dulde still! 5. Will dein Anschlag nicht gedeihen, mißlingt alles dein Bemuͤhn: o, was Gluͤck dem Menschen schien, muß er oft hernach bereuen. Wohlthat ist's fuͤr dich ge⸗ wiß, daß es Gott mißlin⸗ gen ließ. 6. Wenn er nicht so rei⸗ chen Segen, als dem Naͤch⸗ sten, dir verlieh: muͤsse doch sein Wohlstand nie Neid in deiner Brust erregen. Lerne fremden Gluͤcks dich freun; fremdes Gluͤck wird dadurch dein. 7. Wenn dir Frevler Angst erwecken; dich ihr Haß verfolgt und kraͤnkt: haͤlt sie Gottes Macht um⸗ schraͤnkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken: der vom Tod' erretten kann, ist dein Gott; nimmt dein sich an. 8. Ruͤ⸗ 65⁰ 8. Ruͤstete sogar zum Streite alle Welt sich wider dich: dir ist sie nicht fuͤrch⸗ terlich. Fielen auch zu deiner Seite tausend dort, zehn⸗ tausend hier: zage nicht! Gott ist bei dir! 9. Drum sey unbesorgt und heiter! Voll Vertrauen auf sein Wort setze deine Wallfahrt fort! Der bisher half, hilft dir weiter. Gott haͤlt fest, was er verspricht; er, dein Gott, verlaͤßt dich nicht. 735. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. Die sey mein ganzes Le⸗ ben, mein Vater, uͤber⸗ geben; dir sey mein Herz ge⸗ weiht! Du sollst zu allen Zeiten mein Gott seyn, und mich leiten; du leitest stets mit Guͤtigkeit. 2. Das heut' vorher zu sehen, was morgen wird ge⸗ schehen, das ist zu hoch fuͤr mich. Dein Weg bleibt mir verborgen; drum werf' ich alle Sorgen auf meinen besten Freund, auf dich. 3. Hilf, daß ich nicht in Suͤnden mein Gluͤck je such' Von Leiden und Truͤbsalen. zu finden; kein Suͤnder bleibt vor dir! Mit ruhigem Ge⸗ wissen dein Wohlthun zu genießen, dieß Gluͤck, o Gott, verleihe mir! 4. Herr, praͤge dir zur Ehre, und mir zum Trost, die Lehre tief in mein Herz hinein: wer Gott von Her⸗ zen liebet, ihm dient, sich ihm ergiebet, und auf ihn hofft, muß glüuͤcklich seyn! 5. Ich will stets mit Ver⸗ trauen auf dich, den Vater, schauen, der gerne Gutes thut. Wenn Seel und Leib sich trennen, so will ich noch bekennen; dein Weg ist all⸗ zeit recht und gut! 736. Mel. Straf' mich nicht in deinem ꝛe Weine nicht! Gott lebet noch, du betruͤbte See⸗ le! Druͤckt dich gleich ein hartes Joch in der Trauer⸗ hoͤhle! nur Geduld! Gottes Huld giebt dir nach dem Leiden wieder Trost und Freuden. 2. Weine nicht! Gott denkt an dich, hat man dein vergessen. Es hat seine Treue sich dir so hoch ver⸗ messen, leibt Ge⸗ zottes dem und Gott eine ver⸗ essen, Von Leiden und Truͤbsalen. messen, daß die Welt eh' zer⸗ faͤllt, eh' er dich wird hassen, oder gar verlassen. 3. Weine nicht! Gott sie⸗ het dich, scheint er gleich ver⸗ stecket. Wenn du nur gedul⸗ diglich seinen Kelch geschmek⸗ ket: reicht er dir Trost da⸗ fuͤr, laͤßt dir nach dem Wei⸗ nen seine Sonne scheinen. 4. Weine nicht! Gott hoͤret dich, wenn dich Gram verwirret. Hast du dich gleich wunderlich in der Noth verirret: ruf ihn an! Denn er kann deinen Un⸗ gluͤckswellen Ziel und Graͤn⸗ zen stellen. 5. Weine nicht! Gott lie⸗ bet dich, wenn die Welt dich hasset; wenn sie grausam wider dich boͤsen Anschlag fasset. Nichts betruͤbt, den Gott liebt, er kann ruhig lachen; Gott wird's doch wohl machen. 6. Weine nicht! Gott sorgt fuͤr dich! ey, was kann dir fehlen? Was willst du mit Sorgen dich nur vergeb⸗ kt lich quaͤlen? Wirf auf ihn 1 dein alles hin, er wird deine Sa⸗ chen gut und besser machen. 7. Weine nicht! Gott 651 troͤstet dich nach den Thraͤ⸗ nenguͤssen. Endlich wird der Kummer sich in das Grab verschließen. Durch den Tod stirbt die Noth; und wenn der erscheinet, hast du ausgeweinet. 737. Zufriedenheit. Mel. Warum sollt' ich mich ꝛe. Se zufrieden, mein Ge⸗ muͤthe! Gott ist gut, was er thut, ist voll Liebꝰ und Guͤte. Er nur weiß in allen Sachen, groß an Rath, wie von That, alles wohl zu machen. 2. Beides, Erd' und Him⸗ mel, preisen seine Macht; Tag und Nacht muͤssen sie beweisen. Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. z. Schau' die Werke sei⸗ ner Haͤnde! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gruͤnden, in der Hoͤh', in der See, oder sonst, zu fin⸗ den, 652 den, Von Leiden und Truͤbsalen. ruͤhmt die N er thut, um ihn zu erfuͤllen. V seiner Werke; Wind und Denn er ist in allen Sa⸗ 18 Sturm, jeder Wurm, prei⸗ chen groß von Rath, wie sen seine Staͤrke. 5. Sollt' ich denn nicht wohl machen. ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben! Leib und Seel' ist sein Geschenke. Bin ich nicht“ ihm verpflicht't, wenn ich dieß bedenke? 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt je⸗ der Morgen. Ja, kein Au⸗ genblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht! dir zum Dank verbindet. 7. Setzten mir des Kreu⸗ zes Plagen heftig zu: so halfst du, o mein Gott! sie tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden: deine Kraft hat geschafft, daß ich's uͤberstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschicht wahrlich nicht! er kann dich nicht hassen! 9. Drum ergieb dich sei⸗ ten die wahre Seelenruh. Wenn wir dir unser Leben, o Va⸗ nem Willen! heiße gut, was von That; er, er wird's 738. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. af deine Weisheit schau⸗ en; Gott, deiner Guͤte trauen, das schafft Zufrie⸗ denheit. Wer kann mein Wohl entscheiden? Wer schenkt mir bessre Freuden, als du, Quell aller Seligkeit? 2. Vor dir ist nichts ver⸗ borgen lwie sollt' ich aͤngstlich sorgen, da du mein Vater bist? Du, Herr, gabst mir mein Leben, und wirst mir alles geben, was mir zur Wohlfahrt noͤthig ist. 5. Wir streben oft nach Dingen, die, wenn sie uns gelingen, des Ungluͤcks Quel⸗ len sind. Ein Schein, der uns bethoͤret, und unsern sur waßte hter macht uns fuͤr wahre Guͤter blind. 4. Der Hang zu Eitelkei⸗ ten stoͤrt doch zu allen Zei⸗ 5. meir trer sicht Erb soll! heit 6. feln Ged entz gebe Lebe trau Von Leiden und Truͤbsalen. ullen. o Vater! übergeben: dann Sa⸗ fließt dem Herzen Friede zu. ö wie 5. Dein Rathschluß sey vird's mein Wille! Ich will in hei⸗ trer Stille mich deiner Vor⸗ sicht freun! Dein ewiges Erbarmen, dein Beistand soll mir, Armen, Zufrieden⸗ heit und Muth verleihn! 6. Laß mich nicht zwei⸗ felnd wanken, wenn traͤurige Gedanken mir deinen Trost entziehn! Ich werde nie ver⸗ gebens zu dir, Herr meines Lebens, mit kindlichem Ver⸗ trauen fliehn. 7. Erleichtre meine Leiden durch deines Geistes Freu⸗ den, durch Muth und Hoff⸗ nung mir! Druͤckt mich die Last der Schmerzen, dann sprich zu meinem Herzen: ich, dein Erretter, helfe dir. 8. Was sollt' ich mich be⸗ Duel⸗ truͤben? Den Menschen, die der dich lieben, muß alles Segen nsern seyn. Ich bin ja dein Erloͤ⸗ t uns ster! Sonst weiß ich keinen Troͤster; sonst keinen Schutz, als dich allein! 739. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. ur unbetruͤbt, gequaltes Herze! Die Sorgen der ꝛc. schau⸗ Guͤte ufrie⸗ mein Wer uden, zkeit? ver⸗ stlich Vater st mir st mir r zur nach e Uns elkei⸗ Zei⸗ truh'. eben, Va⸗ 6⁵5³ sind der Seele Grab. Wer immer seufzt in seinem Schmerze, stirbt taͤglich der Vergnuͤgung ab. Wer Gott, und auch sich selbsten liebt, der macht den Schluß: nur unbetruͤbt! 2. Nur unbetruͤbt! Wenn alle Morgen das Herz des Kreuzes Lasten fuͤhlt. Wer nur dem Himmel seine Sor⸗ gen in Hoffnung und Geduld befiehlt, der findet schon, was Troͤstung giebt, und saget stets: nur unbetruͤbt! 3. Nur unbetruͤbt! Es kann nicht immer der Him⸗ mel hell und heiter seyn. Wie bald koͤmmt nach der Nacht ein Schimmer, und auf den Rebel Sonnenschein! Drum wenn dich Gott im Kreuze uͤbt: so schick' dich drein. Nur unbetruͤbt! 4. Nur unbetruͤbt! Gott kennt die Seinen; wie Gott es fuͤgt, so sey vergnuͤgt! Du wirst schon lachen nach dem Weinen, wenn deine Last zu Boden liegt. Wohl dem, der sich im Leiden uͤbt, und immer denkt: nur un⸗ betruͤbt! 740. 6⁵⁴4 740. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. D sorgst, o Gott! Was helfen bange Sorgen fuͤr den doch ungewissen an⸗ dern Morgen? Ach, Unzu⸗ friedne machen ihren Herzen vergebens Schmerzen! 2. Es ist umsonst, wir koͤnnen nichts erzwingen, wenn wir auch Naͤchte durch mit Kummer ringen, und noch so fruͤh mit aͤngstlichen Geschaͤften uns selbst ent⸗ kräͤften. 3. Mein Gluͤck beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau' ich dir; geh' ich auf deinen Wegen: so wirst du mir, auch ohne mich zu kraͤn⸗ ken, was noth ist, schenken. 4. Laß mich mit dem mir anvertrauten Pfunde nur red⸗ lich wuchern; deiner Huͤlfe Stunde wird schon erschei⸗ nen; du wirst mir begegnen, du wirst mich segnen. 5. So foͤrdre denn die Ar⸗ beit meiner Haͤnde! Geseg⸗ net sey ihr Anfang und ihr Ende! Gieb Rath und Kraft, damit, was ich vollbringe, mir auch gelinge! Von Leiden und Truͤbsalen. 6. Gewaͤhre mir nur dei⸗ nes Sohnes Gaben: so moͤ⸗ gen andre, Gott, mehr Reich⸗ thum haben! Ist mir doch auch dein ewigs Reich beschie⸗ den. Ich bin zufrieden. 7⁴4. Mel. Wie groß ist des Allmaͤcht'gen. CEe nicht, mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Gluͤck erschufl Des Lebens Muͤhe zu ertra⸗ gen, und froh zu seyn, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die keine Klug⸗ heit hindern kann! streb' nur, daß sie dir nuͤtzlich werden, und bete Gottes Willen an! 2. Gott hat dir selbst dein Loos beschieden; den, die seine Huld damit verband. Er giebt dir Mun⸗ terkeit und Kraͤfte, und naͤhrt und starkt dich vaͤterlichz sie brauchen, das ist dein Geschaͤfte; und ihr Gebrauch ist Gluͤck fuͤr dich. 5. Hat andern deines Va⸗ ters Segen mehr Guͤter an⸗ vertraut, als dir: darf dieß wohl deinen Neid erregen? Denk, nimm's dankbar an aus seiner Hand!“ Erfuͤlle jede Pflicht zufrie⸗ r dei⸗ o moͤ⸗ Reich⸗ doch schie⸗ . cht' gen. Herz, Gott, schufl ertra⸗ t dein aft die Klug⸗ »nur, rden, nan! t dein mm˖s hand! ufrie⸗ damit Mun⸗ naͤhrt rlich; dein rauch Va⸗ r an⸗ dieß gen? Denk, Von Leiden und Truͤbsalen. Denk', wer ist Gott? Und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was uns nuͤtzet, und was dem Naͤchsten nuͤtzt, als du? Wenn er dich naͤhrt, regiert und schuͤtzet: was feh⸗ let dann noch deiner Ruh'? 4. Du prangest nicht in hohen Wuͤrden: beneide nicht der Großen Gluͤck! Sie seufzen unter schweren Buͤrden; und oft stuͤrzt sie ein Augenblick. Dir ward kein Ueberfluß gewaͤhret; wuͤnsch' ihn auch nicht aus Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braͤucht, ent⸗ behret, der ist begluͤckt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben so viel ich brauch', und mehr, verliehn, laß taͤglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu fliehn! In De⸗ muth laß mein Herz sich uͤben; stets deiner Guͤte, Herr, mich freun! dich fuͤrchten; dir vertraun; dich lieben, muͤß' ewig meine Freude seyn! Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. mir geschieht, zu mei⸗ 6⁵⁵ nem Heil mir diene. Gut ist, was mir mein Gott be⸗ schied, wenn's noch so traurig schiene. Allweisheit ist, was Gott beschließt. Allweisheit, so wie Gnade, sind alle seine Pfade. 2. Schon hat, seit Erd' und Himmel stehn, sein Re⸗ giment gewaͤhret. Und nie⸗ mals hat noch ein Versehn sein Regiment entehret. Nein! Was er thut, ist al⸗ les gut; ist seines Namens Ehre, wenn's noch so dunkel waͤre. 3. Wie war die kleine Zahl betruͤbt, als Jesus scheiden wollte! Weil den, den sie so hoch geliebt, ihr Herz nun missen sollte. Was weinen sie? Sie haͤtten nie, waͤr' er nicht hingegangen, des Geistes Gab' empfaͤngen. 4. Sehr herbe zwar, doch reich an Frucht, sind Gottes Zuͤchtigungen. Was Guͤte selbst umsonst versucht, ist ihm durch die gelungen. Wohlthaͤt'ger Schmerz heilt oft das Herz von schaͤdlichen Gebrechen, die leicht den Fest glaub' ich, daß, was Glauben schwaͤchen. 5· Ich weiß, was auch fuͤr Elend 656 Elend draͤut, daß der doch meiner schone, der mich zu seiner Herrlichkeit berief in seinem Sohne. Wie koͤnnte der, der mich so sehr durch Jesum wollen lieben, von Herzen mich betruͤben! 6. Gott, fuͤhre denn mich, wie du willst; dir bin ich uͤbergeben! Wenn du mich schon in Dunkel huͤllst: sollt⸗ ich zuruͤcke beben? So wun⸗ derbar der Weg auch war, den mich dein Rath gefuͤh⸗ ret: du hast mich wohl ge⸗ fuͤhret. 7. Zwar schien der Weg, den ich erlas, mir besser; doch ich irrte. Bald pries ich selbst dich uͤber das, was erst den Geist verwirrte. Drum faß' ich Muth. Ja, er ist gut, der Kreuzpfad, den ich gehe; wenn ich's schon nicht verstehe. 743. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Mein Schutz ist Gott! Ihn laß ich walten; ich hoff' auf ihn, er kennet mich. Ihm fehlt's, die Sei⸗ nen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich. Ich Von Leiden und Truͤbsalen. gruͤnde meine Zuversicht auf diesen Fels, und wanke nicht. 2. Was quaͤl' ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein! das ist meines Her⸗ zens Freude, daß du, o Gott, mein Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer! staͤrkemichl Denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er zuͤchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld; er hat nicht Lust an unserm Schmerz; ganz anders denkt sein Vaterherz. 4. Die Lieb' ist Gott! Wie kann ich zagen? Gab er fuͤr mich nicht Jesum Christ? Was koͤnnte mir ein Gott versagen, der so un⸗ endlich guͤtig ist? Erhabner Trost, der nimmer truͤgt, und jeden Zweifel uͤberwiegt! 5. Ich harre seiner, und bin stillel Wie bald ver⸗ streicht die Uebungszeitl! Dann nehm' ich auch aus sei⸗ ner Fuͤlle unendliche Zufrie⸗ denheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat. 744. iserm denkt zott! Gab sum mir o un⸗ übner „und t! und ver⸗ zeitl ĩ sei⸗ Ifrie⸗ nach mir Von Leiden und Truͤbsalen. 744. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. J⁰ habe Gott, und habe gnung! Was sollt' ich Bessers haben? Er giebt al⸗ lein Befriedigung, und kann die Seele laben. Wer ihn nur hat, hat Rath und That; und wer ihm traut auf Erden, kann nie at. zu Schanden werden. 2. Ich habe Gott, und habe gnung! Was sollt' ich mehr begehren? Er kann ja einen Wassertrunk in guten Wein verkehren. Wenn er nur giebt, was ihm beliebt: so muß mir's auch gedeihen, er kann allein erfreuen. 5. Ich habe Gott, und habe gnung! Will andern alles lassen! Hab' ich nur die Versicherung, auf seine Huld zu fassen: so bin ich reich, und ob ich gleich der Aermste waͤr' auf Erden; Gott muß mir alles werden. 4. Ich habe Gott, und habe gnung! Was sollt' ich mich denn kraͤnken? Wollt' er mir gleich den Wermuths⸗ trunk in seiner biebe schenken: so weiß ich doch, daß dieses 657 Joch nur seine Juͤnger druͤk⸗ ket, die er auch wohl erquicket. 5. Ich habe Gott, und habe gnung, auch wenn ich einstens sterbe. Mein Tod ist die Befoͤrderung hin zu des Himmels Erbe. Denn Gut und Geld bleibt in der Welt; wer selig ist gestorben, hat ewig gnung erworben. 745. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. Ein Herz, o Gott! in Kreuz und Leid gedul⸗ dig, das bin ich dir und mei⸗ nem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft ver⸗ gessen, taͤglich ermessen! 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Vaͤter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott! wenn wir das Boͤse dulden, erdul⸗ den wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Truͤbsal der Frommen! 4. Ist Duͤrftigkeit, in der die Traͤgen klagen; sind Haß und Pein, die Stolz T und 65 und Wollust tragen; des Schwelgers Schmerz; des und Leiden muͤssen kranken, Neids vermißte Freuden, christliches Leiden? Von Leiden und Truͤbsalen. 10. Ich bin ein Mensch, doch in der Noth an seinen Schoͤpfer denken, und ihm 5. Ist deren Quaal, die vertraun, dieß staͤrket unsre deinen Rath verachtet, nach Herzen, mitten in Schmer⸗ Gottesfurcht und Glauben zen. nie getrachtet, und die sich itzt 11. Schau' uͤber dich! in finstrer Schwermuth quaͤ Wer traͤgt der Himmel len, Pruͤfung der Seelen? 6. Doch selbst, o Gott! in Strafen unsrer Suͤnden laͤss'st du den Weg zu un⸗ serm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, erwecken lassen. 7. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen: wird alles mir zum Besten dienen muͤssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fuͤlle. 8. Ich bin ein Gast und Pilger hier auf Erden; nicht hier, erst dort, soll ich ganz gluͤcklich werden. Und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde; wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid und dulde: so kann ich mich der Huͤlfe der Erloͤsten sicher getroͤsten. Heere? Merk' auf! Wer spricht: bis hieher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Iht weiß'st du nicht, warum du leiden muͤssen; allein du wirst, was seine Wege wa⸗ ren, nachmals erfahren. 13. Er zuͤchtigt uns, da⸗ mit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen, und mit dem Trost der Huͤlfe, die wir merken, andre zu staͤrken. 14. Die Truͤbsal wirket Weisheit und Erfahrung; Erfaͤhrung giebt dem Glau⸗ ben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! 746. Von Leiden und Truͤbsalen. 746. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. Och hab' in guten Stunden des Lebens Gluͤck em⸗ pfunden, und Freuden ohne Zahl. So will ich denn ge⸗ lassen mich auch im Leiden fassen. Welch Leben hat nicht seine Quaal? 2. Ja, Herr, ich bin ein Suͤnder; und stets strafst du gelinder, als es der Meusch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlichs Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich erge— ben; nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade fin⸗ den, mich alle meine Suͤn⸗ den erkennen und bereun! Itzt hat mein Geist noch Kraͤfte; sein Heil laß mein Geschaͤfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn! 5. Wenn ich auf Christum sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich du hilfst 659 Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod be⸗ denken. Der Herr wird al— les lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. 747. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛr. Wos ist's, daß ich mich quaͤle? Harr' Gottes, meine Seele! Harr' und sey unverzaͤgt! Du weiß'st nicht, was dir nuͤtzet; Gott weiß es, und Gott schuͤtzet; er schu⸗ bet den, der nach ihm fragt. 2. Er zaͤhlte meine Tage, mein Gluͤck, und meine Pla⸗ ge, eh ich die Welt noch sah'. Eh' ich mich selbst noch kann—⸗ te, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Huͤlfe nah'. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der alles sieht und haͤlt; und was er mir be⸗ schieden, das dientzu meinem Ti 2 Frie⸗ —D‚D‚D‚DiD‚‚‚i‚e‚‚‚‚‚‚‚ 660 Von Leiden und Truͤbsalen. Frieden, waͤr's auch die groͤß⸗ te Last der Welt. 6. Ich lebe nicht aufErden, um gluͤcklich hier zu wer⸗ den; die Lust der Welt ver⸗ geht. Ich lebe hier, im Se⸗ Gott ist gut, barmen alle Huͤlf' auf Erden thut, der mit Kraft und star⸗ ken Armen alles machet wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, alle Noth gen den Grund zum Gluͤck zum Besten lenken. Seele, zu legen, das ewig, wie mein Geist besteht. 5. Was dieses Gluͤck vermehret, sey mir von dir gewaͤhret! Gott, du gewaͤhrst es gern. Was dieses Gluͤck verletzet, wenn's alle Welt auch schaͤtet, sey, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krank⸗ heit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwe⸗ rer Haß und Spott: so harr' ich, und bin stille zu Gott. Denn nicht mein Wille; dein Wille nur, gescheh', o Gott! 7. Du bist der Muͤden Staͤrke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wi⸗ derfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. 748. Gorn lebet noch! Seele, was verzagst du doch? so bedenke doch: Gott lebt, itzt und ewig noch! 2. Gott lebet noch! Seele, was verzaͤgst du doch? Soll— te schlummern, oder schlafen, der das Aug' hat zugericht't? Der die Ohren hat erschaf⸗ fen, sollte dieser hoͤren nicht? Gott weiß alles, hoͤrt und sie⸗ het, wo den Frommen Weh geschiehet. Seele, so beden— ke doch: Gott lebt itzt und ewig noch! 3. Gott lebet noch! See⸗ le, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhuͤl⸗ let mit den Wolken weit und breit; der die ganze Welter⸗ fuͤllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Huͤlf und Trost an allen Enden. See⸗ Gott See⸗ le, was verzagst du doch? le, so bedenke doch: lebt itzt und ewig noch! 4. Gott lebet noch! Bist du schwer mit Kreuz bela⸗ der aus Er⸗ Er⸗ rden star⸗ wohl esser, Noth deele, lebt, deele, Soll⸗ afen, ht't? chaf. icht? d sie⸗ Weh eden⸗ und See⸗ voch? rhuͤl⸗ und t er⸗ fern iebt, und See⸗ Gott See⸗ och? reuz bela⸗ scheinet. doch: Gott lebt, itzt und Von Leiden und Truͤbsalen. deinen Lauf. Gott ist groß, und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnaͤdig auf. Gottes Gnade waͤhret im⸗ mer, seine Treu vergehet nim⸗ mer. Seele, so bedenke doch: Gott lebt, itzt und ewig noch! 5. Gott lebet noch! See⸗ le, was verzagst du doch? Wenn dich deine Suͤnden kraͤnken, dein Verbrechen quaͤlt dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Suͤnden in das Meer. Mit⸗ ten in der Angst der Seelen wird dir's nicht an Troste fehlen. Seele, so bedenke doch: Gott lebt, itzt und ewig noch! 6. Gott lebet noch! See— le, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlas— sen, weiss'st du weder aus noch ein: Gott wird den⸗ noch dich umfassen, und im Leiden bei dir seyn. Gott ist's, der es herzlich meinet, wo die Noth am groͤßten Seele, so bedenke ewig noch! 7. Gott lebet noch! See⸗— le, was verzagst du doch? 661 beladen: nimm zu Gott nur Mußt du schon geängster wallen auf der harten Dor⸗ nenbahn: es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu fuͤh— ren Himmel an. Gott wird nach dem Trauerleben Frie⸗ de, Freud' und Wonne ge⸗ ben. Seele, so bedenke doch: Gott lebt, itzt und ewig noch! 749. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß ꝛc. wie du bist, so warst 0 S du schon, Gott, ehe du von deinem Thron Geschoͤ— pfe, die nicht waren, beriefst zu seyn, um deine Macht und Guͤte zu erfaͤhren. 2. Du wirst auch seyn, so wie du bist, wenn laͤngst die Erde nicht mehr ist; wenn laͤngst schon Ewigkeiten uns, Kaͤmpfer, kroͤnen, die wir hier um deinen Himmel streiten. 3. Von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit kann deines Wesens Herrlichkeit sich selbst nicht ungleich werden, bedarf auch nie, sich gleich zu seyn, des Himmels und der Erden. 4. Mit dir, Gott, unveraͤn⸗ derlich bezeugte deine Weis⸗ heit sich Geschoͤpfen, die da waren, und wird den Wel⸗ ten, 662 ten, die du schufst, sich ferner offenbaren. 5. Ob Felsen weichen, Berg' ins Thal sich stuͤrzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert: so bleibt doch Von Leiden und Truͤbsalen. ben: so pruͤft er durch das Kreuz, wie rein der Glaube sey; wiestandhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu! 2. Gott ist und bleibt ge⸗ treu! Er hilft ja selber tra⸗ deine Lieb' und Gnad' auf gen, was er uns aufgelegt, die ewig unerschuͤttert. 6. Was zaget denn mein Herz in mir? Was klag' ich aͤngstlich, daß ich hier kein daurend Gut genieße, und daß in Unbestaͤndigkeit dieß Leben mir verfließe? 7. Was klag' ich? Lie⸗ best du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lieben; hast selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 8. Dein bin ich, Gott, und du bist mein, und wirst es auch auf ewig seyn; von dir kann nichts mich schei⸗ den. Die Welt vergeht mit ihrer Lust; nicht du und deine Freuden. 750. Mel. O Gott, du frommer Gott. Gol ist und bleibt getreu! Sein Herze bricht vom Lieben. Pflegt er gleich ofter⸗ mals die Seinen zu betruͤ⸗ Last der schweren Plagen; er braucht die Ruthe oft, und bleibet doch dabei ein Va⸗ ter, der uns liebt. Gott ist und bleibt getreu! 5. Gott ist und bleibt ge⸗ treu! Er weiß, was wir ver⸗ moͤgen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen; er macht sein Israel von Last und Banden frei, wenn große Noth entsteht. Gott ist und bleibt getreu! 4. Gott ist und bleibt ge⸗ treu! Er troͤstet nach dem Weinen; er laͤßt nach truͤber Nacht die Freudensonne scheinen! Der Sturm, des Kreuzes Sturm geht augen⸗ blicks vorbei; sey, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu! 5. Gott ist und bleibt ge⸗ treu! Er stillet dein Begeh⸗ ren; er will dein Glaubens⸗ gold durch Truͤbsalsglut be⸗ waͤhren. Nimm an von Gottes das aube duld. eu! kTge⸗ tra⸗ t, die n; er und Va⸗ 'tt ist t ge⸗ ever⸗ u viel egen; Ilvon wenn Gott bt ge⸗ dem ruͤber sonne „ des ugen⸗ Seele, und bt ge⸗ egeh⸗ bens⸗ it be⸗ von ottes Von Leiden und Truͤbsalen. Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu; der Freuden⸗ becher folgt. Gott ist und bleibt getreu! 6. Gott ist und bleibt ge⸗ treu! Laß alle Wetter kra⸗ chen: Gott wird der Truͤb⸗ sal doch ein solches Ende ma⸗ chen, daß alles Kreuz und Noth dir ewig nuͤtze sey. So liebt der Hoͤchste dich. Gott ist und bleibt getreu! 751. Mel. Freue dich, o meine Seele ꝛc. FTreu ist Gott! Nimm's &doch zu Herzen, Christ, wenn dich ein Kummer plagt. Hoͤr' in allen deinen Schmer⸗ zen, was sein troͤstend Wort dir sagt. Er, der seine Hand dir reicht, macht der Truͤbsal Last dir leicht, und das Ende bittrer Leiden ist der Sieg, sind ew'ge Freuden. 2. Laß dir an der Gnade gnuͤgen, welche dir dein Va⸗ ter schenkt! Koͤnntest du der Noth erliegen, da er dein im Besten denkt? Er, der deine Thraͤnen zaͤhlt, hat die beste 663 5. Heben will er dich und tragen, wenn du schwach und huͤlflos bist. Auch des grauen Alters Klaͤgen hoͤrt er, der uns nie vergißt. Die Ver⸗ heißung steht noch fest, daß er keinen je verlaßt; je ver⸗ saͤumt, der auf ihn schauet, gern ihm folgt und ihm vertrauet. 4. O daß es dein Herz doch glaubte! Ohne seinen Willen faͤllt nicht ein Haar von unserm Haupte, weil er, was er schuf, erhaͤlt. Sün⸗ den nur bewegen ihn, Trost und Huͤlf' uns zu entziehn. Doch, wenn wir zu ihm uns kehren: will er unsre Seuf⸗ zer hoͤren. 5. Ruhe denn in seinen Haͤnden, Seele, die du klagst und wankst. Deine Leiden wird er enden, daß du ihm noch freudig dankst. Seine Vaterhuld allein muͤsse dei⸗ ne Staͤrke seyn! halte nur mit festem Muthe dich zu ihm, dem hoͤchsten Gute! 6. Laß mich diese Gnad' erreichen, Herr, Herr, meine Zeit erwaͤhlt, da er deine Zuver sicht! Moͤgen doch Klagen stillet, und dein Herz Verzagte weichen: mein mit Trost erfullet. Vertrauen weiche nicht! In der der allergroͤßten Pein wirst du mein Erretter seyn, wirst mir, wenn mich Leiden kraͤn⸗ ken, deines Trostes Freude schenken. 7⁵2. Mel, Jesu, meine Freude ꝛc. Cbrist, aus deinem Her⸗ zen banne Sorg' und Schmerzen! Schoͤpfe neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich druͤcket: Gott ist's, der erquicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: wohl wird's Gott doch machen. 2. Ist der Himmel truͤbe; wankt der Freunde Liebe; wird die Last dir schwer; stuͤrzt mit jedem Tage eine neue Plage uͤber dich daher; weicht das Gluͤck stets mehr zurück; scheint's dich nicht mehr anzulachen: wohl wird's Gott doch machen. 3. Buͤrden abzunehmen, hilft nicht Angst und Graͤ⸗ men, schafft auch keine Rast. Ungeduld macht Buͤrden, wuͤrden, erst zur Felsenlast. Zagend Herz, zaͤhm' deinen die dir leicht seyn Von Leiden und Truͤbsalen. Schmerz! Druͤckt die Buͤrde schon dich, Schwa⸗ chen: wohl wird's Gott doch machen. 4. Du fuͤhrst Christi Na⸗ men, Christo nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Wer⸗ de nicht erschuͤttert, wenn die Erd' erzittert, und der Him— mel bricht. Der steht fest, der Gott nicht laͤßt. Laß rings um dich Wetter kra⸗ chen! wohl wird's Gott doch machen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne sei⸗ ner Treu empfaͤngt. Nur nichts selbst verschuldet, und dann froh erduldet, was dein Gott verhaͤngt! sieg' als Held! mag doch die Welt deiner Hoffnung spoͤttisch lachen! wohl wird's Gott doch machen. 6. Dabei soll's denn blei⸗ ben! Ich will nie mich straͤu⸗ ben, folgsam Gott zu seyn. Stets, im Tod und Leben, bleib' ich Gott ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sey stets mein Ziel! Wunderbar mag Gott es machen: wohl wird er's doch machen. 75⁵55. die hwa⸗ ott Na⸗ men, Wer⸗ n die Him⸗ fest, Laß kra⸗ Schmerzen, zott one, 'sei⸗ Nur und dein als Belt tisch Bott blei— raͤu⸗ eyn. ben, ich Bas ziel! kE er's 56• Von Leiden und Truͤbsalen. 753. Mel. Jesu, meine Freude ꝛe. Seele, sey zufrieden! Was dir Gott beschieden, das ist alles gut. Treib' aus dei⸗ nem Herzen Ungeduld und fasse frischen Muth! Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: Gott wird's doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedraͤnge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben: sey nur nicht betruͤbt! Droht man dir vielElend hierz toben der Verfolger Rachen: Gott wird's doch wohl machen. 5. Scheint der Himmel truͤbe, und der Menschen Lie⸗ be sinket ganz dahin; trifft dich Haß und Tuͤcke fast im Augenblicke; quaͤlt dich ban⸗ ger Sinn: nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen. Gott wird's doch wohl machen. 4. Ungeduld und Graͤmen kann nichts von uns nehmen, macht nur groͤßern Schmerz. Wer sich widersetzet, der nur 665 mehr verletzet; drum Ge⸗ duld, mein Herz! Aus dem Sinn mit Sorgen hin! Druͤcket gleich die Last die Schwachen: Gott wird's doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch beflei⸗ ßen, alles auszustehn; es mag alles wittern, Erd' und Him⸗ mel zittern, ja zu Grunde gehn: Der steht fest, den Gott nicht laͤßt. Drum laß alle Wetter krachen: Gote wird's doch wohl machen. 6. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt. So muß auf das Weinen lauter Freu⸗ de scheinen, die das Herz er⸗ quickt. Laß es seyn, wenn Angst und Pein mit dir schla⸗ fen, mit dir wachen: Gott wird's doch wohl machen. 7. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Froͤhlich ausgehalten, und Gott lassen walten, das macht recht ver⸗ gnuͤgt. Drum nimm dir, o Seele, fuͤr, alles Ungluͤck zu verlachen; Gotte wird's doch wohl machen. 8. Dabei soll es bleiben! Ich 66 Ich will mich verschreiben, Gott getreu zu seyn. Bei⸗ des, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag' ich in allen Sachen: Gott wird's doch wohl machen. Mel. Jesus, meine Zuverficht ꝛc. uf, mein Herz, ermanne dich, uͤberlaß dich Got⸗ tes Willen! Bald wird er und vaͤterlich allen deinen Kummer stillen. Er ver⸗ mag's, und seine Huld giebt dir Trost und auch Geduld. 2. Heißt er dich die rauhe Bahn schwerer Leiden hier noch wallen! sey gelassen, denke dann: also hat es Gott gefallen. Glaͤube fest nur: was er thut, ist dir heilsam, recht und gut. 3. Halt' an Gott dich, sey getreu! leiden Gottes Kin⸗ der Schmerzen: o so haben sie dabei Ruh' und Freude doͤch im Herzen. Endlich siegt, wer Gott gefaͤllt, uͤber alle Noth der Welt. 4. Gott verzieht wohl; aber er hoͤrt doch endlich dei⸗ ne Bitten. Dulde! Jesus * Von Leiden und Truͤbsalen. hat vielmehr, als du leiden kannst, gelitten. Fasse dich, und habe Muth! Denn er litt auch dir zu gut. 5. Kronen folgen auf den Streit. Kaͤmpfe nur mit festem Glauben! Keine Lei⸗ den dieser Zeit koͤnnen Got⸗ ies Huld dir rauben. lig wird dein Ende seyn. 7⁵5. Mel. Ich danke dir demuͤthiglich ꝛe. Sev⸗/ Seele, ruhig, unver⸗ zagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt; befiehl Gott deine Sachen! In aller Pein vertrau' allein auf ihn! Er wird's wohl machen. 2. Kein Leiden koͤmmt von ohngefaͤhr. Wenn's noch so unverschuldetwaͤr: hat's Got⸗ tes Rath ersehen. Drum sey nur still, was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 5. Erweckt dir gleich das Leiden Pein: so soll's dir doch nicht schaͤdlich seyn; Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, den wird er nicht verlassen. 4. Der Dul⸗ de, bet', und lebe rein! Se⸗ Von Leiden und Truͤbsalen. 667 4. Der dich durch Jesum 9. Wie lange waͤhrt der herzlich liebt, sucht, wenn er Frommen Leid? Nicht ewig, dich durch Kreuz betruͤbt, Herr, nur kurze Zeit. Nach das wahre Heil der Seele, uͤberstandnem Leide erquik⸗ weckt dich, daß nicht zu dei⸗ kest du ihr Herz mit Ruh, ner Pflicht dir Lust und und einst mit ew ger Freude. Eifer fehle. 10. Drum hab', o Seele, 5. Das Kreuz beugt guten Muth! Vertraue „Stolz und Uebermuth, er⸗ Gott! Es wird noch gut stickt der Wollust wilde nach aller Truͤbsal werden. Glut, bricht die Gewalt der Er ziehet dich durchs Kreuz Sinne, erweicht das Herz, zu sich, zum Himmel von daß fremder Schmerz dein der Erden. Mitleid leicht gewinne. 11. Gott ist dein Gott; 6. Auch uͤbt das Kreuz er ist getreu, und stehet dir, dich in Geduld, erhoͤht den als Vater, bei, in allem Werth von Gottes Huld, Kreuz auf Erden. Der Lei⸗ staͤrkt' maͤchtig dein Ver⸗ den Heer wird nie zu schwer trauen, lehrt in Verlust dich durch ihn den Seinen werden. nun mit Lust aufs Unsicht⸗ 12. Es haben je zu aller bare schauen. Zeit die Heiligen in Trau⸗ 7. Bes Leidens Hitz ent⸗ rigkeit hier oftmals wandeln flammt dich stets zu groͤßrer muͤssen; warum willst du Inbrunst des Gebets, und denn stets von Ruh, und dautert deinen Glauben; nichts von Truͤbsal, wissen. Weit minder kann Verfuͤh⸗ 15. O bet', und sieh auf rung dann dir deine Krone deinen Gott, in aller deiner rauben. Angst und Noth! Laß, wie 8. Zwar stoͤrt das Leiden er will, es gehen! Sein Will deine Ruh; mit bangen ist gut; behalte Muth! Gott Thraͤnen säͤest du, und unter wird dich einst erhoͤhen. viel Beschwerden. Christ, 14. Der du ein Gott des hoffe doch! es wird dir noch Trostes bist, laß jeden, der zur reichen Erndte werden. hier traurig ist, doch deinen Trost 668 das Leiden uͤberwinden! 7⁵6. Mel. Warum betruͤbst du dich ꝛc. Von Leiden und Truͤbsalen. Trost empfinden. Hilf, den du liebst und pruͤfend uͤbst, 5. Wer kroͤnt das Jahr mit seinem Gut? Wer giebt den Thieren Speis' und Muth? Wer schenkt uns Korn und Wein? Wer theilt dem Wurm Erquik⸗ Warnm verkennst du dei⸗ kung mit, den unbemerkt nen Gott, mein Herz, dein Fuß zertritt? zur ew'gen Wahrheit Spott, und hoff'st nicht fest auf ihn? men Schmuck Warum haͤufst du durch Wer hat das Ungeduld, durch bittre Kla- gemacht? gen, Suͤnd' und Schuld? 2. Scheint Gottes All⸗ nicht der Herr, macht dir zu klein, mit Rath und That dich zu erfreun? Ist er nicht treu und gut? Steht das, was er verheißt, nicht fest? Ist er ein Gott, der sinken laͤßt? 3. Sein Auge schlaͤft und schlummert nicht, er sieht dein weinend Angesicht; weiß alles, was dich quaͤlt. Durchs Feuer dieser Pruͤ— fungszeit bewaͤhrt er dich zur Seligkeit. 4. Zur Rechten seiner Majestaͤt ist Christus, nun von ihm erhoͤht aus seiner Niedrigkeit. Verehrst du Gott im Gluͤck, mein Herz: so lieb ihn auch in Kreuz und Schmerz. 6. Wer giebt den Blu⸗ Gras so schoͤn Wer fuͤllet Scheu'r und Haus? Ist's durch den du bist? der auch fuͤr dich all⸗ maͤchtig ist? 7. Hat er nicht uͤber dich gewacht, eh' dein Verstand an ihn gedacht? Und du willst trostlos seyn? Was aͤngstet dich des Kreuzes Joch? Gott, dein Erbar⸗ mer, lebt ja noch! 8. Wirf alle Sorgen auf den Herrn, ertrage deine Truͤbsal gern! Einst wird sie Freude seyn. Ist diese Zeit gleich noch nicht da: so ist doch Gott, dein Helfer, nah. 9. Der Weg durch Lei⸗ den dieser Zeit ist auch der Weg zur Herrlichkeit, die dir bereitet ist. Dein Hei⸗ laͤnd ging dir selbst voran. Wohl und Pracht? 3 Von Leiden und Truͤbsalen. 669 Wohl dem, der muthig fol⸗ nahm es mir. Mich konnt' gen kann. auf Seligkeiten ein Kummer 10. Gott hilft! nicht, wie vorbereiten; und Gottes dein Wahn es will. Doch Gnade schenkt ihn mir. sey getrost, und halt' ihm still 4. Vielleicht, wenn Pracht sein Rath ist wunderbar. und Ehre mein Theil auf Er⸗ Wenn einst die Suͤnder un⸗ den waͤre, wuͤrd' ich mich tergehn: wird seine Rechte suͤndlich freun; und Unter⸗ dich erhoͤhn. druckte wuͤrden, in aufgeleg⸗ 11. Dank sey dir, Herr, ten Buͤrden, umsonst zu mir für alle Last, die du mir auf⸗ nach Huͤlfe schrein. geleget hast. Gieb mir ein 5. Mich koͤnnten Schaͤtze himmlisch Herz, das, wenn reizen, mehr Schaͤtze zu er⸗ mich alle Welt vergißt, in geizen, und stolz mich aufzu⸗ dir doch reich und froͤhlich ist. blaͤhn; dann wuͤrd'ich Arme — hassen, und menschenfeind⸗ 707. lich lassen vor meiner Thuͤre Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. hungrig stehn. Wos soll ich trostlos sor⸗ 6. Bald koͤnnt' in guten gen? Gott scheint mir Tagen mein Herz verwegen zwar verborgen; doch seine fragen: ist uͤber mir ein Huͤlf'ist nah; schafft, daß ich Gott? Dann wuͤrd' in Wege gehe, ob ich's gleich Schwelgereien das Laster nicht verstehe, die er zu mei- mich entweihen, und Tugend nem Heil ersah. waͤre mir ein Spott. 2. Laͤngst wog er die Ge⸗ 7. Gott nahm mir Ruhm fahren, eh' Erd' und Himmel und Schaͤtze; er zog mich waren, nach meinen Kraͤften aus dem Netze, das oft den ab. Er linderte durch Freu⸗Klugen faͤllt; daß ich, treu in den die Tage meiner Leiden, der Liebe, sein Auserwaͤhlter eh' er sie mir zu tragen gab. bliebe, entfernt' er die Gefahr 3. Mir konnt' ein Gluͤck der Welt. der Erden zum Strick und 8. Oft will in boͤsen Ta⸗ Falle werden; die Weisheit gen mein Herz zwar furcht⸗ sam 67⁰ Von Leiden und Truͤbsalen. sam klagen: wo ist der sein fehle. Genug zum Trost, Herr, mein Licht? Warum mein Herz, fuͤr dich! verzieht mein Retter? Es 2. Was nuͤtzt es, aͤngstlich lachen mein die Spoͤtter; ich sorgen, und jeden neuen ruf', und er antwortet nicht! Morgen mit neuem Kummer 9. Doch, ist um Trost sehn? Du, Vater meiner mir bange; nimmt Gott, an Tage, weiß'st, eh' ich dir's dem ich hange, sich meiner noch sage, mein Leid und herzlich an, und fuͤhrt, den auch mein Wohlergehn. Gram zu stillen, um seines 3. Auf deine Hand zu Namens willen, den Irren⸗ schauen, dir kindlich zu ver⸗ den auf ebner Bahn. trauen, das, Herr, ist meine 10. Wenn ich fast unter⸗Pflicht. Ich will sie treulich liege, giebt er mir Sieg auf uͤben, und dich, mein Vater, Siege, und bleibet mein Pa⸗ lieben. Denn du verlaͤss'st die nier. Er staͤrkt die muͤden Deinen nicht. Haͤnde, und weicht, bis an 4. Der du die Blumen mein Ende, mit seiner Gnade kleidest, und alle Thiere wei⸗ nicht von mir. dest, du Schoͤpfer der Na⸗ 11. Preis sey dem Herrn tur! weiß'st alles, was mir gesungen! Auch in den Zuͤch⸗ fehlet. Drum, Seele, was tigungen liebt er mich vaͤter⸗ dich quaͤlet, befiehl dem lich. Mein Gluͤck ist Got⸗Herrn, und glaube nur! tes Wille, sein harr' ich, und 5. Herr, alle meine Sor⸗ bin stille, und ruͤhme meiner gen, die Noth, die oft ver⸗ Truͤbsal mich. borgen an meinem Herzen nagt, werf' ich auf dich, den 758. Treuen; du weiß'st den zu Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. erfreuen, der fromm nach Wos soll ich aͤngstlich kla- deiner Huͤlfe fragt. gen, und in der Noth 6. Wenn meine Augen verzagen? Der Hoͤchste sorgt thraͤnen, und sich nach Huͤlfe fuͤr mich. Er sorgt, daß mei⸗ sehnen: so klag' ich dir's, dem ner Seele kein wahres Wohl⸗Herrn! Dir, Vater, dir befehle Trost, stlich neuen mmer ieiner dir's und . d zu ver⸗ meine eulich zater, st die umen wei⸗ Na⸗ mir was dem ür! Sor⸗ t ver⸗ erzen „den en zu nach ugen Huͤlfe „ dem ö Dir fehle Von Leiden und Truͤbsalen. befehle ich jeden Wunsch der Seele. Du hoͤrst; du hilfst; du segnest gern! 7. Der du mir hier im Leben schon groͤß'res Heil ge— geben, und deinen Sohn ge— schenkt, du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kraͤnkt. 8. Du fuͤhrest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es mei⸗ nen; nein! nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betruͤbe: bleibt doch dein Rath voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz ver⸗ stehe, was du mit mir ge⸗ than: kann ich doch deß mich troͤsten: du nimmst mich, mich, Erloͤsten, gewiß der⸗ einst zu Ehren an. 10. Dort bei den from— men Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich gefuͤhrt. Da sing' ich dir mit Freuden, nach uͤber⸗ standnem Leiden, den Dank, der deiner Huld gebuͤhrt. Mel. Was mein Gott will ꝛc. zott, immer groß an wei⸗ ser Huld, du Geber 67¹ meiner Freuden, behuͤte mich vor Ungeduld bei dieses Le⸗ bens Leiden! auch sie ver⸗ haͤngst du uͤber mich nach deiner Weisheit Schluͤssen. Sie werden mir, trau' ich auf dich, zum Besten dienen muͤssen. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele meiner Freudenz verkenne deine Va⸗ terhuld; vermehre meine Lei— den; vergess' oft des Berufes Pflicht, und quaͤl' mich jeden Morgen, beim Mangel fro⸗ her Zuversicht, mit immer neuen Sorgen. 3. Mein banges unruhvol⸗ les Herz, unfaͤhig sich zu fas⸗ sen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmerz, ganz trostlos uͤberlassen; bekaͤm— pfet seinen Kummer nie; wuͤnscht zwar, ihn zu ver⸗ mindern, und sucht doch, ohne Fleiß und Muͤh', umsonst ihn zu verhindern. 4. Du, Vater, weiß'st, was mir gebricht, du kennest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freu⸗ den! Die Last, die du mir aufgelegt, kann mich nicht ö nieder⸗ 672 niederdruͤcken. Wenn sie mein Herz nur willig traͤgt: wirst du mich bald begluͤcken. 5. Gott, deine Huͤlfe ist nicht fern, wenn man sich ganz dir weihet; du rettest, troͤstest, segnest gern den, der sich ihrer freuet. O laß mein dir ergebnes Herz auf deine Huͤlfe sehen! so werd' ich auch im groͤßten Schmerz durch dich, mein Gott, be⸗ stehen. 760. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. Di fuͤhlst, o Christ, das Leiden, daß nun der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du rufst: Herr, wie so lange? Gott schweigt; und dir wird ban— ge, daß du von Gott ver⸗ lassen bist. 2. Ist mir die Schuld vergeben, klagst du, und Heil und Leben durch Christum mir verschafft: warum fuͤhl' ich die Liebe und seines Gei⸗ stes Triebe, und Hoffnung nicht in voller Kraft? 5. Muͤhselig und beladen hoͤr' ich das Wort der Gna⸗ den z und ich empfindꝰ'es nicht; Von Leiden und Truͤbsalen. bin traͤg', vor Gott zu treten, und kann nicht freudig beten, und fuͤhle keine Zuversicht. 4. Mir, der ich seinen Willen treu suchte zu erfuͤl⸗ len, war sonst sein Wort ge⸗ wiß. Izt kann ich's nicht recht fassen; sein Licht will mich verlassen; mich decket gleichsam Finsterniß. 5. Ich konnte sonst die Suͤnden weit besser uͤber⸗ winden, und ich bestritt sie gern. Itzt ist die Suͤnd' ge⸗ schaͤftig, und ihre Reizung heftig; ich fuͤhle keine Kraft vom Herrn. 6. Christ, fasse Muth! Die Schmerzen sind Zeugen bessrer Herzen, als dir das deine scheint. Du wuͤn⸗ schest, Gott zu lieben; wie kannst du dich betruͤben? Du bist gewiß mit ihm vereint. 7. Vermagst du, Gott zu kennen, und Jesum Herr zu nennen, als nur durch Got— tes Geist? Den hast du ja empfangen; er ist's, der mit Verlangen dich Gottes Gnade suchen heißt. 8. Trau' Gott! Er wohnt bei denen, die sich nach Huͤlfe sehnen; reten, heten, icht. einen erfuͤl⸗ rt ge⸗ nicht will decket T die uͤber⸗ kt sie ge⸗ zung Nraft uth! ugen das vuͤn⸗ wie ben? ihm tt zu rr zu Got⸗ u ja mit es ohnt uͤlfe nen; Von Leiden und Trubsalen. sehnen; er kennt und will dein Gluͤck. Er hoͤret deine Stimme, und schweigt, doch nie im Grimme, nur einen kleinen Augenblick. 9. Gott ließ schon man⸗ chen Frommen in dieß Ge⸗ draͤnge kommen, und stand ihm dennoch bei. Du sollst dich kennen lernen, vomHoch— muth dich entfernen, und seh'n, was Gottes Gnade sey. 10. Die Sicherheit zu hindern, schickt Gott oft sei⸗ nen Kindern, auch dir itzt, diese Last. Er reinigt dich im Feuer, macht dir dein Heil itzt theuer, damit du haltest, was du hast. 11. Zwar ist dir itzo ban— ge; denn Zuͤchtigung, so lan⸗ ge sie da ist, scheint uns hart; doch nachmals wird sie ge— ben heilsame Frucht und Le⸗ ben dem, der durch sie geuͤbet ward. 12. Fahr' betend fort, zu wachen! Stark ist Gott in den Schwachen, und guͤtig fuͤr und fuͤr. Sein Wort kann nimmer truͤgen: laß, spricht er, laß dir gnuͤgen an meiner Gnad'; ich helfe dir. 15. Drum hoff'in deinen 67⁵ Noͤthen, will dich der Herr auch toͤdten, auf ihn, und harre sein! Er wird mit den Erloͤsten dich einst noch voͤl— lig troͤsten, und du wirst sei⸗ ner stets dich freun. 761. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. Die Hoffnung naher Ewigkeit, voll reiner Himmelsfreuden, versuͤßt in dieser Pilgerzeit mir, Va⸗ ter, alle Leiden. Ich schaue, wenn ich traurig bin, getrost, nach deinem Himmel hin/ wo keine Pein mir folget. 2. Und selbst die Leiden, die uns hier noch immerfort umgeben, sind Mittel, unser Herz zu dir, Erbarmer, zu erheben; zu dir, der sie zum Besten lenkt, der dann auch buldvoll an uns denkt, wenn wir im Stillen weinen. 5. Du, Herr, du siehest unsern Schmerz; du zaͤhlest unsre Zaͤhren; du staͤrkest das gebeugte Herz, und wirst uns Trost gewaͤhren. Du schaust auch gnadenvoll auf mich. Mein Gott, mein Gott, ich hoff' auf dich! Du bist ein Fels der Deinen. Hu 4. Soll 67⁴ 4. Soll ich in dieser Le⸗ benszeit noch manche Truͤb⸗ sal leiden: so harr'ich in Ge⸗ lassenheit auf deines Him⸗ mels Freuden. O die sind einst der Frommen Theil! Dort schau' ich dich, o Gott, mein Heil! und segne jede Thraͤne. 762. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛe. Die Bahn ist rauh; auf der ich hier nach mei⸗ ner Heimath eile. Wie viel Gefahr seh' ich vor mir! Wie droht sie meinem Heile! Gott, waͤrst du nicht mein Trost und Licht, mein Heil in finstern Tagen: so muͤßte ich verzagen. 2. Vor dir darf ich mein traurigs Herz, Erbarmer, nicht verheelen: darf meinen Kummer, meinen Schmerz, vertraulich dir erzahlen. Dann schaffest du mir Trost und Ruh' aus deiner Gottes⸗ fuͤlle; und meine Seel' ist stille. 3. Du lehrest mich den hohen Werth der Truͤbsal, die ich leide, daß sie mich dir vertrauen lehrt, mich fuͤhrt Von Leiden und Truͤbsalen. zu wahrer Freude. Ich wuͤr⸗ de dein mich minder freun, nur dieser Welt begehren, wenn keine Leiden waͤren. 4. Dein Wort giebt mir die Zuversicht, du sorgst suͤr meine Tage, dein Auge schlaͤft und schlummert nicht, du hoͤ⸗ rest meine Klage; du kroͤnst mich einst, wenn du erscheinst, in deinem Heiligthume mit Wonne, Preis und Ruhme, 5. O dann wird alle Trau⸗ rigkeit aus meiner Brust ver⸗ schwindenz vergessen werd'ich ganz mein Leid, und nur dein Heil empfinden. Mein Lob⸗ gesang, voll Preis und Dank, wird, dir zum Wohlgefallen, durch deinen Himmel schallen. 6. Mich, den Vollende⸗ ten, darf dann nicht mehr die Suͤnd entweihen; mit Un⸗ schuld steh' ich angethan in treuer Knechte Reihen. Und ewiglich erfreust du mich, daß ich, der Mensch von Erde, gleich deinen Engeln werde. 7. Drum will ich dieses Lebens Schmerz, mein Gott, geduldig tragen; beruhigen soll sich mein Herz, nicht mehr voll Unmuth klagen. Du wuͤr⸗ reun, hren, en. t mir st sur hlaͤft u hoͤ⸗ roͤnst einst, mit hme, rau⸗ t ver⸗ ed'ich dein Lob⸗ hank, illen, Ulen. ende⸗ rdie Un⸗ n in Und nich,‚ von geln ieses zott, igen licht gen. Du 5 Von Leiden und Truͤbsalen. Du bist bereit, zur rechten Zeit, o Gott, von allem Boͤ⸗ sen mich herrlich zu erloͤsen. 763. Mel. Gott des Himmels und ꝛe. Uerforschlich sey mir im⸗ mer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sey ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat! ist doch alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt'ich das von Gott nur loben, wo ich Rath und Weisheit seh'? Ist's nicht ein Geschenk von oben, wenn ich seinen Weg versteh'? Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll ein Vater unter⸗ lassen, was dem Kinde Thor⸗ heit ist? Kuͤhner Tadler! Engel fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun; und nur glauben, noch nicht schaun! 4. Sollt' er zu Regiere⸗ rinnen seiner Werke, seiner Welt, meine Luͤste setzen; sin⸗ nen, ordnen, thun, was mir 67⁵ gefaͤllt? Wohl uns, wenn er nie gewaͤhrt, was ein thoͤ⸗ richt Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilger⸗ stande sey mein Theil Zu⸗ friedenheit! Dort in mei⸗ nem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Fuͤhrt mein Gang zum Himmel ein: mag er immer dunkel seyn! 6. Darum auch auf rau⸗ hen Wegen, Christenseele, klage nicht! Was hier schmerzet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht; und ich faß' erst Gottes Sinn, wenn ich ganz vollendet bin. 764. Mel. Wenn wir in hoͤchsten ꝛc. Ven dir, o Vater, nimmt mein Herz Gluͤck, Un⸗ gluͤck, Freuden oder Schmerz, von dir, der nichts als lieben kann, voll Dank und voll Vertrauen an. 2. Nur du, der du all⸗ weise bist, nur du weiß'st, was mir heilsam ist; nur du siehst, was mir jedes Leid fuͤr Heil bringt in der Ewigkeit. 3. Ist alles dunkel um Un 2 mich 676 Von Leiden und Truͤbsalen. mich her, die Seele muͤd' und früh oder spaͤt, wo Dank freudenleer: bist du doch mei⸗ und Freud' aus Leid entsteht; ne Zuversicht, bist in der wo Pein, die Stunden nur Nacht, o Gott, mein Licht. gewaͤhrt, in Freudenjahre 4. Verzage, Herz, verza⸗ sich verkehrt. ge nie! Gott legt die Last 10. Du aͤrndtest deinet auf; Gott kennt sie. Er Leiden Lohn vielleicht in die⸗ weiß den Kummer, der dich sem Leben schon; vielleicht quͤlt; und geben kann er, daß, eh' du ausgeweint, dir was dir fehlt. Gott mit seiner Huͤlf' er⸗ 5. Wie oft, Herr, weint' scheint. ich, und wie oft half deine 11. Schau' deinen Hei⸗ Hand mir unverhofft! Oft land glaͤubig an! Wenn nie⸗ jammert'ich untroͤstbar heut; mand dich erquicken kann: so und morgen ward ich schon schuͤtte du in seinen Schooß erfreut. dein Herz aus; seine Huld 6. Oft sah' ich keinen Aus⸗« ist groß. gang mehr; dann weint' ich 12. Einst hat er auch, der laut, und klagte sehr: wo Menschenfreund, im Thraͤ bistdu, Gott? wie? schauest nenthale hier geweint. Auf du denn meinem Elend muͤ⸗ deine Thraͤnen giebt er Acht, ßig zu? und dir zu helfen, hat er 7. Dann hoͤrtest du, Macht. o Herr, mein Flehn, und eil⸗ 15. Und helfen will er. test bald, mir beizustehn. Zweifle nicht! Er haͤlt ge⸗ Du oͤffnetest mein Auge treu, was er verspricht: du mir; ich sah' mein Gluͤck, sollest nicht verlassen seyn. und dankte dir. Dieß laß dein sorgend Herz 8. Sagt's alle, die Gott je erfreun. gepruͤft, die ihr zu ihm um 765. Huͤlfe rieft, sagt's, Fromme, Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. ob er das Gebet geduldig Wil mich, o Gott, hienie⸗ Leidender verschmaͤht? den des Lebens Last er⸗ 9. Die Stunde koͤmmt muͤden: so staͤrke mich mit Muth! Dank teht; nur ahre einer die⸗ eicht „dir er⸗ Von Leiden und Truͤbsalen. 67⁹ Muth! So oft mich Leiden fuͤr uns ersehn. Wir leben kranken: so laß mich wohl oder sterben: so wird uns, bedenken, auch Noth sey deinen Erben, des Himmels stets uns Menschen gut. 2. Nicht ewig soll sie waͤh— ren. Oft werden unsre Zaͤh⸗ ren schnell von dirabgewischt; und seufzen wir: wie lange ist unsrer Seele bange? so wird mit Trost das Herz erfrischt. 5. Du, Vater, wendest Buͤrden, die mich erdruͤcken wuͤrden, von meinem Haupte ab; du waͤgest unsre Plagen stets nach der Kraft zu tra— gen, die deine Hand erst sel⸗ ber gab. 4. Dein vaͤterlichs Bemuͤ⸗ hen will uns hier auferzie⸗ hen, zu thun, was dir gefaͤllt; du willst die Luͤste schwaͤchen, den Eigenwillen brechen, und uns entwoͤhnen von der Welt. 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu eh⸗ ren, mit Glauben und Ge⸗ duld, daß wir in unsern Noͤthen, auch wenn du uns willst toͤdten, doch trauen deiner Vaterhuld. 6. Nichts, nichts kann uns, Herr, scheiden von dir Wonne nicht entgehn. 7. Zu diesem Freudenle⸗ ben wirst du auch mich erhe— ben; der Tod ist mein Ge⸗ winn. Muß gleich mein Leib verwesen: wird doch mein Geist genesen; er eilt zu seinem Vater hin. 8. O druͤcke meinem Her⸗ zen bei Sorgen, Gram und Schmerzen den Trost aufs tiefste ein: der, den du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betruͤbest, doch nie⸗ mals ungluͤckselig seyn. 766. Mel. Wenn meine Süͤnd'n ꝛc. err, es gescheh' dein Wil— le! Gern duld' ich jeden Schmerz. Nur gieb mir Muth und Stille, und Freu⸗ digkeit, ins Herz! Laß mich, wenn mir Versuchung droht, wie du, mein Heiland, leiden, so treu seyn bis zum Tod. 2. Der Martern jede schwebte vor deinem Ange⸗ sicht. Zwar deine Seele beb⸗ te; doch sie verzagte nicht. und jenen Freuden, die du Gestaͤrkt mit Muth, voll Geistes⸗ 678 Geistesruh', erhobst du dich vom Staube, und gingst den Feinden zu. 3. Dich schreckte das Ge⸗ tuͤmmel der Moͤrderwaffen nicht. In deinem Geist war Himmel, und Muth im Angesicht. Schon stuͤrzt auf dich der Feinde Schaar; doch botst du deine Haͤnde den Banden willig dar. 4. O waͤr' ich doch im Lei⸗ den, wie du, so sanft und still! O litt' ich so mit Freuden, was Gott, mein Vater, will! Ich will mit Ehrfurcht und Vertraun, Geduld von dir zu lernen, auf dich, Erloͤser, schaun. 5. Giebst du mir deinen Frieden: so schreckt mich kei⸗ ne Noth und keine Schmach hienieden, waͤr's auch der Martertod. Durch dich, Herr, uͤberwind' ich weit; denn deine Gnade troͤstet mit Ruh' und Seligkeit. 767. Mel. Wenn wir in hoͤchsten ꝛc. Nach dir, o Herr, verlan⸗ get mich! Du bist mein Gote, ich hoff' auf dich, ich hoff', und bin der Zuversicht, Von Leiden und Truͤbsalen. du werdest mich verlassen nicht. 2. Der wird zu Schan⸗ den, der verblend't, Herr, sein Gemuͤthe von dir wend't; der aber, der sich dir ergiebt, und dich recht liebt, bleibt unbetruͤbt. 3. Herr, nimm dich mei⸗ ner Seele an, und fuͤhre sie die rechte Bahn; laß deine Wahrheit leuchten mir, und bringe mich, mein Gott, zu dir! 4. Denn du bist ja mein ein'ges Licht, sonst weiß ich keinen Helfer nicht; ich har⸗ re dein bei Tag und Nacht, hilf mir durch deine Guͤt' und Macht! 5. Ach, wende, Herr, dein Auge ab von dem, was ich gesuͤndigt hab'; vergieb, was ich im Lebenslauf nicht recht gethan von Jugend auf! 6. Gedenk' an deine Guͤ⸗ tigkeit, und an die große Suͤßigkeit, damit dein Herz zu troͤsten pflegt das, was sich dir zu Fuͤßen legt. 7. Der Herr ist fromm und herzlich gut dem, der ihn ehrt, und Buße thut. Wer sich nach seinem Worte haͤlt, der Von Leiden und Truͤbsalen. der wird erhalten, wenn er faͤllt. 8. Ein Herz, das Gott von Herzen scheut, das wird in seinem Leid erfreut. Und wenn die Noth am tiefsten stehtꝛ so wird sein Kreuz zur Wonn' erhoͤht. 9. Nun, Herr, ich bin dir wohl bekannt, mein Leben schwebt in deiner Hand; du siehst, wie meine Seele thraͤnt, und sich nach deiner Huͤlfe sehnt. 10. Die Angst, die mir durchs Herze dringt, und daraus so viel Seufzer bringt, ist groß; du aber bist der Mann, dem nichts zu groß entstehen kann. 11. Drum sieht mein Auge stets nach dir, und traͤgt dir mein Begehren fuͤr. Ach, laß doch, wie du pflegst zu thun, auf mir dein Gna⸗ denauge ruhn. 12. Wenn dein ich darf: so wende nicht von mir dein gnaͤdigs Angesicht! Laß deine Antwort mich erfreun, und mein Gebet erhoͤret seyn! 15. Die Welt ist falsch; du bist mein Freund, der's treulich und von Herzen uͤberlassen. Rauh oder eben 679 meint. Der Menschen Gunst steht nur im Mund; du aber liebst von Herzensgrund. 14. Zerreiß der Falschheit Netz und Strick, und brich der Feinde List und Tuͤck'! Und ist des Ungluͤcks Nacht vorbei: so gieb, daß ich auch dankbar sey! 15. Laß mich in deiner Furcht bestehn, und schlecht und recht stets einher gehn; gieb mir die Einfalt, die dich ehrt, und lieber duldet, als beschwert. 16. Regier' und fuͤhre mich zu dir, auch andre Christen neben mir; nimm, was dir mißfaͤllt, von uns hin; gieb neue Herzen, neuen Sinn! 17. Vergieb all' unsre Suͤnd', o Gott, erloͤs' aus aller Angst und Noth, und fuͤhr' uns einst zum Himmel ein, dort ewig froh bei dir zu seyn! 768. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. Eĩ ist gewiß ein koͤstlichs Ding, sich in Geduld zu fassen, und stets sich Got⸗ tes Vaterwink getrost zu set 68⁰0 sey die Bahn; was Sott thut, das ist wohl gethan. Geduld erhaͤlt das Leben. 2. Verzage nicht, mein Herz, wenn dich ein schwe— res Leiden druͤcket! Klag's deinem Gott, der vaͤterlich dich troͤstet und erquicket. Verzeucht er auch; er thut's aus Huld. Bewahre dich vor Ungeduld; Geduld giebt Muth und Gnade. 5. Erwarte nur die rechte Zeit; du wirst den Vater sinden. Er wird voll Lieb' und Freundlichkeit sich stets mit dir verbinden. Er will und wird der Troͤster seyn, und ewig, ewig dich er⸗ freun. Geduld wird nie zu Schanden. 4. Nur streit' und kaͤmpfe, wie ein Held! Du wirst nicht unterliegen; wirst uͤber jede Noth der Welt, wie Jesus Christus, siegen. Sey standhaft! deines Vaters Huld kroͤnt deine Hoffnung Von Leiden und Truͤbsalen. wenn ich sie habe! Laß mich in allen Leiden dein, gedul⸗ dig, so wie Jesus, seyn, und dann sein Reich einst erben! 769. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'v ꝛc. Hil, Helfer, hilf in Angst und Noth, erbarm' di mein, o treuer Gott! J bin ja doch dein liebes Kind; Trotz Teufel, Welt, und aller Suͤnd! 2. Ich trau' auf dich, mein Gott und Herr! Wenn ich dich hab'; was will ich mehr? Ich habe dich, Herr Jesu Christ, der du mein Gott und Heiland bist. 5. Deß freu' ich mich. Ja, ich bin dein. Ich bin getrost, und harre dein, verlasse gaͤnz⸗ lich mich auf dich; hilf, Hel⸗ fer, hilf mir gnaͤdiglich! 770. Duͤrftigkeit und Mangel. arum betruͤbst du dich, mein Herz, und haͤrmst und Geduld mit seines Him⸗6dich ab mit bangem Schmerz, mels Krone. blos um ein zeitlichs Gut? 5. Ich, Gott des Trostes, Vertrau' der Weisheit, hoff' auf dich; Geduld ist Macht und Gnad' deß, der deine Gabe. Mit dieser Ga⸗Cdie Welt erschaffen hat. be segne mich! Wohl mir, 2. Dich lassen will und kann Von Leiden und Truͤbsalen. 68¹ kann er nicht; er weiß gar 7. War Josephs reine wohl, was dir gebricht; die Froͤmmigkeit vergebens? ganze Welt ist sein. Er ist Hat es ihn gereut, auf sei⸗ dein Vater und dein Gott, nen Gottzu trau'n? Der nie und hilft dir gern in aller von seinen Frommen weicht, Noth. wenn seine Huͤlf auch oft 5. Weil du nun, Gott, verzeucht. mein Vater bist: so weiß 8. Der fromme Juͤngling ich, daß mich nie vergißt ward bestraft um Tugend dein vaͤterliches Herz. Ich, mit Gefangenschaft; Gott Staub und Asche, habe hier aber macht ihn frei, und er ja keinen Trost, als nur von den Vater und zugleich die dir. Bruͤder, die ihn haßten, reich. 4. Der Reiche bau' auf 9. Ging Jacob aus des Geld und Gut; ich trau' auf Vaters Haus nicht duͤrftig, meinen Gott, voll Muth. leer und einsam, aus? Ein Bin ich gleich noch so arm: Fremdling, ohne Schutz? so bin ich doch der Zuver⸗Und sehet, uͤberhaͤuft mit sicht: wer Gott vertraut, Gluͤck, kam er nach Canaan den laͤßt er nicht. zuruͤck! 5. Elia, wer erbarmte sich 10. Ach, Gote, so reich in Duͤrr' und Mangel uͤber bist du noch heut', als du es dich? Wer half auf deiner warst von Ewigkeit! Zu dir Flucht? Wer gab fuͤr dich steht mein Vertraun. Mach' der Wittwe Brodt in Si⸗ mich an meiner Seele reich: don? und auch Oel? Dein so gilt mir andrer Reich⸗ Gott! thum gleich. 6. Als Daniel gefangen 11. Des Zeitlichen ent⸗ war; wer schloß, wo nun behr' ich gern, hab' ich das kein Helfer war, der Loͤben Ew'ge nur vom Herrn, das Rachen zu? Wer sorgt, er auch mir erwarb durch daß den, der Gott verehrt, seinen herben, bittern Tod. auch selbst das Feuer nicht Das, das gieb mir, mein verzehrt? treuer Gott! 12. Das 682 Von Leiden und Truͤbsalen. 12. Das alles, was die Heil, hat dein Theil laͤngst eitle Welt allein fuͤr Gluͤck dir zugemessen. und Freude haͤlt, Gold, Ehre, Wollust, Pracht, das waͤhrt nur eine kurze Zeit, und hilft Doch nicht zur Seligkeit. 15. Sohn Gottes, freudig dank ich dir, daß du aus dei⸗ nem Worte mir den Sinn gegeben hast; erhalt ihn in mir jederzeit zu meiner Seele Seligkeit! 14. Lob, Ehr und Preis sey dir gebracht, daß du es immer wohl gemacht! In Demuth bitt' ich dich: ver⸗ wirf von deinem Angesicht mich, Herr, mein Gott, nur ewig nicht! 774. Mel. Warum sollt' ich mich ꝛc. Woun willst du doch fuͤr Morgen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer aͤngstlich sorgen? Wozu dient dein taͤglichs Graͤmen? Nur dazu, dir die Ruh' ohne Noth zu nehmen. 2. Er, dein Gott, gab dir das Leben, Seel' und Leib. Ihm, ihm bleib' voll Ver⸗ traun ergeben! Sollt' er dei⸗ ner je vergessen? Er, dein 5. Mehr ist ja dein Leib und Leben, als das werth, was dich naͤhrt; sollt' er dir's nicht geben? Der das Groͤßre dir verliehen, wird dir nie, brauchst du's hie, mindres Gut entziehen. 4. Was auf deiner Pil⸗ gerreise noth dir ist, das, o Christ, weiß ja der Allweise. Sollte dir in deinen Tagen Kleid und Brodt bis zum Tod seine Huld versagen? 5. Schau die Voͤgel in den Waͤldern! Spaͤt und fruͤh naͤhrt er sie. Schau, wie auf den Feldern seine Hand die Blumen schmuͤk⸗ ket, sie voll Pracht reizend macht, uns durch sie erquik⸗ ket! 6. Sollt' er denn wohl dich versaͤumen, den sein Ruf hoͤher schuf? Laͤßt sich dieß auch reimen? Lerne Zu⸗ traun zu Gott fassen! Er wird dich sicherlich unver— sorgt nicht lassen. 7. Trachte nur zuerst hie⸗ nieden, und mit Fleiß, Gott zum Preis, nach des Hoͤch⸗ sten Frieden! Alles Andre, was Von Leiden und Truͤbsalen. 685 was auf Erden noth dir ist, Stand's, in dem du duͤrftig laͤßt, o Christ, dir dein Gott lebst; du strebest gluͤcklicher dann werden. zu werden, und siehst, daß 8. Jeder Tag hat seine du vergebens strebst. Laß ab, Plagen, und du hast an der und stille deine Zaͤhren, erhei⸗ Last schon genug zu tragen. tre deinen truͤben Blick! Ist Warum willst du fuͤr den denn das Gluͤck, das wir be⸗ Morgen, der vielleicht dir gehren, fuͤr uns auch stets entweicht, so voll Kummer ein wahres Gluͤck? sorgen? 2. Nie schenkt der Stand, 9. Seine Wege Gott nie schenken Guͤter dem Men⸗ befehlen, und sich sein kind- schen die Zufriedenheit. Die lich freun, das begluͤckt nur wahre Ruhe der Gemuͤther Seelen. Die, so Gottes ist Tugend und Genuͤgsam⸗ Vorsicht ehren, deren Noth keit. Genieße, was dir Gott wird ihr Gott einst in Freu⸗ beschieden, entbehre gern, de kehren. was du nicht hast. Ein jeder 10. Nun, mein Vater, Stand hat seinen Frieden, ich befehle glaubensvoll, wie ein jeder Stand auch seine ich soll, dir so Leib, als Seele. Last. Sorge du; dir halt'ich still“ 5. Gott ist der Herr, und Ich soll dein ewig seyn. Es seinen Segen vertheilt er gescheh' dein Wille! stets mit weiser Hand; nicht 11. Meine Hoffnung laß so, wie wir's zu wuͤnschen nicht wanken! so will ich pflegen, doch so, wie er's uns ewiglich dir mit Freu den heilsam fand. Willst du zu danken. Lob und Preis sey denken dich erkuͤhnen, daß deinem Namen! Und dein seine Liebe dich vergißt? Heil sey mein Theil hier und Er giebt uns mehr, als wir ewig! Amen. verdienen, und niemals, was 772. uns schaͤdlich ist. Mel. Wie groß ist des Allmaͤcht'gen ꝛe. 4. Verzehre nicht des Le⸗ Du sklagst, und fuͤhlest bens Kraͤfte in traͤger Unzu⸗ die Beschwerden des friedenheit! Besorge deines Stand's 684 Von Leiden und Truͤbsalen. Stand's Geschaͤfte, und sorge nicht! Er ist Vater; nuͤtze deine Lebenszeit! Bei er wird geben, was zum Le⸗ Pflicht und Fleiß sich Gott ben dir gebricht. Geh'getrost ergeben, ein ewig's Gluͤck in zu ihm, und sprich? Gott, Hoffnung seh'n, dieß ist der mein Vater, segne mich! Weg zu Ruh' und Leben. 5. Bet', und sey nicht zwei⸗ Herr, lehre diesen Weg felmuͤthig; nicht des Meeres mich gehn! Wellen gleich! Sey getrost! 776. Denn Gott ist guͤtig. Bist Mel. Gotk des Himmels und e. du duͤrftig; er ist reich. lieht von mir, ihr bangen Fuͤrchte nichts! Denn der Sorgen! Mein Ver⸗ weiß Rath, der auch Kraft sorger lebt und wacht. Mei⸗ zu helfen hat. nem Gott ist nichts verbor⸗ 6. Ja, du kennst die Noth gen, was dem Herzen Kum⸗ der Armen; Herr, mein mer macht. Was sein Rath Gott, sie druͤckt auch mich. beschließt und thut, ehret ihn, Doch ich kenne dein Erbar— und ist mir gut. men, und vertrau' allein auf 2. Eher noch, als Welten dich. Stark durch diese Zu⸗ waren, war mein Schicksal versicht, zag' ich auch im ihm bekannt, und den Lauf Mangel nicht. von meinen Jahren lenket 774. seine Vaterhand. Nichts Mel. Auf meinen lieben Gotk ꝛe. geschieht von ohngefaͤhr; al— Nein, murren will ich nicht, les koͤmmt von oben her. Gott, meine Zuversicht, 5. Zaͤhl, o Seele, deine daß ich nun wenig habe. Des Tage bis auf die Geburt zu⸗Gluͤckes groͤßte Gabe fuͤr die⸗ ruͤck; zaͤhle Kummer, Muͤh' ses Pilgerleben hast du mir und Plage; zaͤhl auch Freude, doch gegeben. Trost und Gluͤck! Sprich, 2. Du bist mein Gott, ob Gott nicht immerdar wei⸗ mein Heil! Dieß bleibt mein se, mild' und huͤlfreich war? bestes Theil, die Quelle mei⸗ 4. Widme Gott dein gan⸗ ner Freude, auch wenn ich zes Leben; trau' auf ihn, und Mangel leide. Ward mir nicht Von Leiden und Truͤbsalen. nicht viel beschieden: ist doch mein Herz zufrieden. 3. So war's auch Jesus Christ. Er, der mein Vor⸗ bild ist, wie arm war er hie⸗ nieden! Jedoch, in Gott zu⸗ frieden, hat er der Armuth Plagen mit stillem Muth ertragen. 4. Ihm, meinem Haupt und Herrn, folg' ich, sein Juͤnger, gern. Ich will nicht heidnisch sorgenznicht fuͤr den andern Morgen mit Kum⸗ mer mich befassen. Gott wird mich nicht verlassen. 5. Ja, Herr, ich trau' auf dich; du sorgst gewiß fuͤr mich. So lang' ich hier soll leben, wirst du mir alles ge⸗ ben, was ich in meiner Lage bedarf mit jedem Tage. 6. Zwar druͤckt der Ar⸗ muth Joch. Und soll ich laͤn— ger noch mit ihrer Last mich plagen: so hilf sie mir ertra— gen, daß ihrer Last Be⸗ schwerden mir nicht zum Fallstrick werden. 7. Schließt dieses Leben sich: so wird auf immer mich kein Mangel wieder druͤcken; mit freudigem Ent⸗ zuͤcken werd' ich dann deiner 685 Gaben, mein Gott, die Fuͤlle haben. 775. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r ꝛe. Wer arm und duͤrftig ist, o Herr, ach, welche Lasten traͤgt nicht der, wenn nicht des Reichen Ueberfluß ihn saͤttigt, wenn er darben muß! 2. Wie elend ist, wer alt und schwach umher irrt, ohne Huͤll' und Dach, oft kaum hat seinen Bissen Brodt! Wie groß ist, Vater, diese Noth! 5. Wie groß ist sie, wenn um ihn her viel Kinder rufen: Brodt! und er tief seufzet, und, bei Muͤh' und Fleiß, doch weder Rath noch Huͤl⸗ fe weiß! 4. Wenn, ob er, wie er kann, sie naͤhrt, er doch, durch stillen Gram verzehrt, hin— welkt; wenn seine Thraͤne rinnt, weil er nicht weiß, was Freuden sind. 5. Ihm lacht nicht deiner Sonne Licht; ihn freut dein schoͤner Erdkreis nicht; und ihm ist er, mit aller Pracht, graun⸗ 636 graunvolle finstre Mitter⸗ nacht. 6. Was soll er dann be⸗ ginnen? Gott! Verzagen? Dich in seiner Noth verleug— nen? Und soll er allein nur leiden zer nicht gluͤcklich seyn? 7. Willst du ihn nie be⸗ gluͤcken? Ja! du willst es, Herr; dein Auge sah', vor dem Entstehn der Welten schon, sein Leiden, und auch seinen Lohn. 8. Er schau' in deine Zu⸗ kunft hin, und sage zu sich selbst: ich bin ein Wan⸗ drer; nicht auf lange Zeit. Wohin? Zu Gottes Selig⸗ keit! 9. Er ring', und strenge, wie ein Mann, die ganze Kraft des Fleißes an, zu schaffen, daß er rein und frei von aller Schuld der Traͤg⸗ heit sey. 10. Dann klag' er Men⸗ schen seine Noth bescheiden; zuversichtlich Gott. Nicht zornig, wenn der Mensch nicht hoͤrt; gewiß, daß end⸗ lich Gott ihn hoͤrt. 11. Noch sind auch Chri⸗ sten, welche mild, wie Gott, sein Vater, sind, sein Bild. Von Leiden und Truͤbsalen. Hilft einer: nun, dem dank' er dann! Gott, der ihn sand⸗ te, bet' er an! 12. Und unter Arbeit, Fleiß, Geduld und Zuver⸗ sicht, wird Gottes Huld ihn troͤsten; Gott sein Helfer seyn, und voͤllig ihn, und bald befrei'n. 15. Dann, wann er aus⸗ gestritten hat, sieht er, daß auch sein rauher Pfad ein Weg zu Gott war; aus der Zeit ein sichrer Weg zur Seligkeit. 776. Mel. Ach, was soll ich Suͤnder ꝛe. ollt' ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so vaͤterlich, der so herz⸗ lich sorgt fuͤr mich? Sollt' ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nie verlaͤßt? 2. Er weiß alles, was mich druͤcket, mein Anliegen, meine Noth, er steht bei mir bis zum Tod, er weiß, was mein Herz erquicket; seine Lieb' und Vatertreu'ꝰ ist mir itzt und ewig neu. 3. Der die Voͤgel alle nahret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schoͤn ohn' ohn Gut verl trau 4 Rei dure meit Gel segn spat Rat 5 Mo nock nich Ich gen ihre 6. erfre stigl sorg sen weif vers dank' sand⸗ rbeit, Uver⸗ dihn Helfer und aus⸗ daß d ein s der zur der ꝛc. Gott mich hers⸗ Sollt' uen, „der · was gen, i mir was seine mir alle nen, choͤn ohn' Von Leiden und Truͤbsalen. ohn' Unterlaß, der uns alles Guts bescheret; sollte der verlassen mich? Nein, ich trau' ihm sicherlich. 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte; wenn ich durch Gerechtigkeit finde meine Seligkeit; wenn ich Geld und Gut nicht achte: segnet Gott mich fruͤh und spat, Wort und Werke, Rath und That. 5. Ey, so bleib' der andre Morgen! Das, was mir noch kuͤnftig ist, irrt mich nicht; ich bin ein Christ. Ich laß meinen Gott versor— gen alles, weil doch aller Zeit ihre Sorge schon bereit. 6. Lob sey Gott, der mich erfreuet, daß ich glaube fe— stiglich: Gott, mein Vater, sorgt fuͤr mich! Der mir die⸗ sen Trost erneuet, daß ich weiß, Gott liebet mich; Gott versorgt mich ewiglich! 777. Mel. Ach, was soll ich Suͤnder ꝛe. Soltt ich dir, mein Gott, nicht trauen? Du, du liebst mich vaͤterlich, sorgst mit Weisheit auch fuͤr mich. Sicher kann ich darauf bau⸗ 60⁷ en, was dein theures Wort verspricht: Gott verlaͤßt die Seinen nicht. 2. Ja, du siehest, was nich druͤcket; was mir nuͤtzt, ist dir bekannt; weiß'st und hast in deiner Hand alles, was mein Herz erquicket. Deine Lieb' und Vatertreu' wird mit jedem Morgen neu. 3. Der du alle Voͤgel naͤhrest, aller Felder Blumen schmuͤckst, jedes duͤrre Land erquickst, Speise allem Vieh gewaͤhrest, du, mein Gott, verließest mich? Noch weit mehr, als sie, bin ich. 4. Wenn nach deinem Reich ich trachte, und nur meine Seligkeit so, wie mir dein Wort gebeut, uͤber alles such' und achte: hab' ich des Gewissens Ruh, und das Andre faͤllt mir zu. 5. Heiter sey der andre Morgen, oder nicht: was kuͤnftig ist, quaͤlt mich nicht; ich bin ein Christ. Dich, mein Vater, laß ich sorgen; froh bei allem, was dein Rath jeden Tag beschlossen hat. 6. Wohlzuthun ist deine Freude. Das erhebt und troͤstet mich; darum hoff' ich! stets 688 Von Leiden und Truͤbsalen. stets auf dich, ruhig auch im Denke, wenn der Mangel tiefsten Leide. Was mir nuͤz⸗ droht; warum zag' ich? Lebt zet, giebst du mir. Vater, doch Gott! ewig Dank sey dir! 5. Laß dich Gottes Rath 77. nur leiten; o so wird dein Mel. Sollt' es gleich bisweilen ꝛe. 35 was Gott will und thut, ist — 936hen 8 dan. unstraͤflich, weis' und gut. dieß ben Groß im Kleinen, wie im er dir auch geben, was 1* Großen, wird er keinen lang' es ihm gefällt, dich im Wurm verstoßen; sollte de Leben hier erhaͤlt. Ihm ist Haf 95 —* 6. derMensch allein seiner Sorg' was du heut und morgen noͤ⸗ entzogen seyn? thig hast, niemals verbor⸗ gen. Fehlt dir dieß und jenes 4. Nein, sein Rath hat gleich: Gott ist guͤtig; Gott schon hienieden, was du ist reich. brauchest, dir beschieden. 2. Sieh', die Voͤgel in den Dient dir irgend was zum Luͤften, jeder Wurm in Fels Heil: o so wird dir's auch und Kluͤften, Fisch' im Mee⸗ zu Theil. Trau' auf deines re, Thier' im Wald, finden Lebens Pfade nur auf Gott Speis' und Aufenthalt. Und und seine Gnaͤde! Glaube, du solltest dich nicht schaͤmen, daß der Herr der Welt alles, uͤber Mangel dich zu graͤmen? was er schuf, erhaͤlt. XXXII. Vom Tode. 779. ist's, das ich vielleicht, das ich Andenken an den Tod noch zu leben habe? Denk? H o Mensch, an deinen Tod! Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛe— Saͤume nicht! Denn Eins Meine Lebenszeit ver- ist noth. Vstreicht, stuͤndlich eil“ 2. Lebe, wie du, wenn du ich zu dem Grabe; und was stirbst, wuͤnschen wirst, ge— lebt Fuß nicht gleiten. Glaube, ingel Lebt Rath dein ube, „ i gut. im inen denn org' hat du den. zum auch ines Bott ube, lles, ich enk' od! ins du 94 lebt Vom Tode. lebt zu haben! Guͤter, die du hier erwirbst; Wuͤrden, die dir Menschen gaben; nichts wird dich im Tod er⸗ freun; diese Guͤter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir dei⸗ nen Tod versuͤßen; dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde huͤlflos um dich beben: dann wird uͤber Welt und Tod dich dieß rei— ne Herz erheben; dann er— schreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fuͤrchte Gott, und bet', und wache! Sorge nicht, wie fruͤh du stirbst! deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur, den Tod nicht scheun; lern' auch seiner dich erfreun! 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun! Sprich: ich weiß, an wen ich glaͤube, und ich weiß, ich werd' ihn 689 ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab'oft hin, siehe dein Ge— bein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag! 780. Mel. Wenn wir in hoͤchsten ꝛc. Wiesicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Le⸗ ben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sey noch fern. 2. Der Juͤngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk' in Gluͤck und Noth im Her⸗ zen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur schaun einst in diesem mei⸗Ewigkeit, zu thun, was uns nem Leibe! Er, der rief: es der Herr gebeut; und unsers 2— Lebens 690⁰0 Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod ruͤckt Seelen vor Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen, offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir taͤglich draͤut: so sey doch wacker und bereit! Pruͤf' dei⸗ nen Glauben, als ein Christ, ob er durch Liebe thaͤtig ist? 7. Ein Seufzer in der letz⸗ ten Noth, ein Wunsch, durch des Erloͤsers Tod vor Got⸗ tes Thron gerecht zu seyn, dieß macht dich nicht von Suͤnden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hoͤrt, ihr folgt, und sich vom Boͤsen kehrt; ein glaͤubigs Herz, von Lieb' er⸗ fuͤllt, dieß ist es, was vor Christo gilt. 9. Die Heiligung erfor⸗ dert Muͤh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als waͤre sie ein Werk von dir! 10. Der Zweck des Lebens, das du lebst, dein hoͤchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Gluͤck wird selig. Dieß Worih verschafft, ist Tugend durch steht ewig fest. Die Freuden des Glaubens Kraft. sind Vom Tode. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Tod'serinnerung. 12. Wie oft vergeß' ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht! Druͤck selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle wuͤrdiglich; 15. Daß ich mein Herz an jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried' und Treu, die Frucht des Gei⸗ stes, in ihm sey? 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', stets meiner Schwachheit widersteh', und einstens, in des Glaubens Macht, mit Freuden ruf: es ist vollbracht! 784. Mel. Christus, der ist mein Leben ꝛꝛ. M Leben! Reißt schon der Tod mich hin; was soll ich aͤngst⸗ lich beben? Der Tod ist mein Gewinn. 2. Wer an ihn glaubt, Tage des n in ahre ich mit yruͤck in idle Herz 0 „ob und Gei⸗ um einer und bens ruf: zen ꝛc. ben! Tod ngst⸗ d ist uübt, Vort den sind Vom sind unzaͤhlich, die es mich hoffen laͤßt. 3. Drum freu' ich mich zu sterben. Denn nach voll⸗ brachtem Lauf werd' ich den Himmel erben. Du, Hei⸗ land, nimmst mich anf. 4. Du kennest meinen Glauben; und keine Furcht, noch Pein, soll mir ihn je⸗ mals raͤuben; ich bin und bleibe dein. 5. Durch ihn bin ich ge⸗ reinigt; durch ihn mit Gott versoͤhnt; durch ihn dir fest vereinigt, und bald mit Preis gekroͤnt. 6. Wer kann dich gnug erheben? Du hast, Sohn Gottes, dich fuͤr uns dahin gegeben, und, wohl mir! auch fuͤr mich. 7. Geheilt ist nun mein Schade; im Himmel ist mein Theil. O theure hohe Gnade! O unaussprech— lichs Heil! 8. Zu dir, Herr, will ich flehen, so lang' ich lallen kannz du kannstmein Innres sehen, und nimmst auch Seufzer an. 9. Du selber hilfst mir ringen, allmaͤchtig hilfst du mir, ins Leben durch zu drin⸗ To de. 691 gen; und dann bleib' ich bei dir. 10. O wohl mir! Ich vollende vielleicht bald mei⸗ nen Lauf, und geb' in deine Haͤnde den Geist; du nimmst ihn auf. 782. Cbristus, der ist mein Le⸗ ben, und Sterben mein Gewinn! Ihm hab' ich mich ergeben, mit Freuden geh' ich in. 2. Mit Freud' geh'ich von dannen zu Christo, er ist mein; ich werde zu i hem kommen, und ewig bei ihm seyn. 5. Dann hab'ich uͤberwun⸗— den Kreuz, Leiden, Angst und Noth, durch seine heil'gen Wunden bin ich versoͤhnt mit Gott. 4. Wenn meine Augen brechen, der Oden schwer herauf sich draͤngt, ich nichts kann sprechen; dann nimm mein Seufzen auf! ö 5. Wenn mir Herz und Gedanken vergehen, wie ein Licht pflegt hin und her zu wanken, wenn's ihm an Oel gebricht: Ex 2 6. Als 692 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schla— fen ein! Es ist dein Rath und Wille, daß ich soll selig seyn. 7. Nur laß mich dir, Herr, leben in dieser Sterb— lichkeit, daß ich moͤg' ewig leben in deiner Herrlichkeit! 8. Dir hab' ich mich erge⸗ ben, dir, meinem Herrn, allein. Hier ist kein ewigs Le⸗ ben, es muß geschieden seyn! 9. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist mir ein Gewinn, in Gottes Fried' und Gnaden scheid' ich mit Freuden hin. ö 10. Wohl! In des Him⸗ mels Throne sing' ich Lob, Ehr' und Preis dem Vater und dem Sohne, und auch dem heil'gen Geist. 783. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Noch leb' ich! Ob ich mor⸗ gen lebe, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe! Dann kthu' ich redlich meine Pflicht, und bin durch seines Geistes Kraft bereit zu mei⸗ ner Rechenschaft. 2. Am Morgen bluͤht und Vom Tode. glaͤnzt die Blume, und faͤllt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Gluͤck und Ruhme der Mensch, eh'er's besorgt, ins Grab. Und, Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? 3. Entziehe dich dem Weltgetuͤmmel! Hier ist der Kampf; dort ist die Ruh. Auf, streb' und ringe nach dem Himmelz; eil' deiner bes⸗ sern Heimath zu! Wie bald verfließt die Uebungszeit! Und dann, dann koͤmmt die Ewigkeit! 4. Verschiebe niemals dei— ne Pflichten! Was du zu thun itzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten! wer weiß, ob's morgen moͤglich ist? Nur dieser Augenblick ist dein; der nachste wird's vielleicht nicht seyn. 5. So sey denn, Vater meines Lebens, die War⸗ nung: wachet, seyd bereit! an meiner Seele nicht verge⸗ bens; verloren nicht der Gnade Zeit. Dann fuͤhrt mich selbst ein schneller Tod zu deiner Seligkeit, mein Gott! 784.• Vo m 784. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. Ich eile meinem Grabe zu! Ein Schritt— so bin ich Erde! Ach! meine Zu⸗ flucht, Gott, bist du, so oft ich zaghaft werde. Was ist die Zeit, in der ich bin? Sie faͤhrt ja, wie ein Strom, da⸗ hin, derniemalswiederkehret. 2. Von allem, das von Jugend an, mir Muͤh' und Schweiß erreget, ist nichts, das mich erretten kann, wenn meine Stunde schlaͤget. Ich sey geehrt, arm oder reich; mich macht der Tod den an⸗ dern gleich, die laͤngst die Erde decket. 3. Ich fuͤhle schon des To⸗ des Macht, die dieses Haus zerstoͤret, sobald in Finsterniß und Nacht mein Leib zuruͤcke kehret. In meinen Glie— dern trag' ich schon Verwe⸗ sung, jenes Abfalls Lohn, die Strafe jener Suͤnde. 4. Ach, welch ein fuͤrchter⸗ licher Blick! Wir, die noch heute bluͤhen, geh'n morgen in den Staub zuruͤck; wir sterben und entfliehen. Der Mensch, der hier so viel be⸗ To de. 695 saß, verwelket, wie ein leich⸗ tes Gras auf Bergen, eh' es reifet.— 5. Ein Sarg verschließt den Ueberrest von modern⸗ den Gebeinen, und sein zer⸗ brochnes Haus verlaͤßt der Geist, da zu erscheinen, wo ihm des Ewigen Gericht ein unpartheiisch Urtheil spricht, belohnet oder strafet. 6. Jedoch, was fuͤrchten wir die Gruft, als waͤren wir noch Heiden? Er, der uns von derErde ruft, fuͤhrt durch den Tod zu Freuden. Wer glaͤubt, der lebt und stirbet nicht, ob er gleich stirbt; Tod und Gericht droh'n ihm nicht ew'ge Strafen. 7. Besiegt hat Tod und Grab der Held, da er fuͤr uns gestorben; er hat das Leben hergestellt, erHoffnung uns erworben, daß so, wie ihn kein Grab mehr deckt, der Christ, aus seinem Grab' erweckt, zumLeben auferstehe. 8. So laß, nach deiner Weisheit Rath, Herr, mei⸗ ne Stunde kommen! Du bist's, der selbst den Weg be— trat, Beschuͤtzer deiner From— men! Mit dir, mein Jesu, schlaf 694 schlaf' ich ein; auf dich will ich begraben seyn, durch dei⸗ nen Arm erwachen. 785. ott hab' ich alles heimge⸗ —stellt; er mach's mit mir, wie's ihm gefaͤllt! Ver⸗ laͤngert er der Uebung Zeit; ich bin bereit zu allem, was mein Herr gebeut. 2. Die Stunde waͤhl' er, wie er will; ich setz ihm we⸗ der Maaß noch Ziel. Er, der auch meine Haare zaͤhlt, hat schon gewaͤhlt, auch mei⸗ ne Tage schon gezaͤhlt. 5. Er schmuͤckt zwar auch mein irdisch Haus mit sei⸗ nen reichen Gaben aus; doch was ist dennoch diese Zeit? Muͤhseligkeit! Ein Kampf, ein sorgenvoller Streit! 4. Hier finden wir kein dauernd Gluͤck; wir bluͤhn nur einen Augenblick, wir fallen, gleich den Blumen, ab; dann nimmt das Grab uns, was uns Gottes Guͤte gab. 5. Ibt sind wir jung, ge— sund und stark; doch bald umschließet uns ein Sarg. Wie groß, wie angesehn du Vom Tode. bist; ach, bald vergißt die Welt, was du gewesen bist! 6. O machte doch der Tod, o Herr, mich jeden Tag bedaͤchtiger! Haͤlt doch um keinen Augenblick ihn Ju⸗ gend, Gluͤck, Stand, Reich⸗ thum oder Macht zuruͤck. 7. Das ist der Suͤnde Schuld, o Gott; denn sie allein gebahr den Tod. Von seiner Macht ist niemand frei, wie groß er sey; denn wer ist, Gott, von Suͤnden frei? 8. Und ach! wie wechseln Lust und Leid in meiner kur⸗ zen Pilgerzeit! Drum geh' ich mit gelaßnem Sinn zum Grabe hin; durch Christum wird es mein Gewinn. 9. Ich fuͤhl's, wie Suͤnd und Zukunft draͤun; doch will ich frohen Muthes seyn. Es litt dein eigner Sohn, o Gott, fuͤr mich den Tod; litt alles, was den Fluch mir droht. 10. Er stand auch auf. Das troͤstet mich; denn auf⸗ erstehen werd' auch ich. Ich glaube, was er mir ver⸗ spricht, voll Zuversicht. Er laͤßt Vom läßt auch mich im Grabe nicht. 11. Was er mir auflegt, trag' ich gern; ich leb' und sterbe meinem Herrn. Mein Leib wird leben, Gott, und dann bet' ich dich an, weil mich kein Tod mehr toͤdten kann. 12. Ich schaue dann dein Angesicht. Das glaub' ich fest, und zweifle nicht. Ich lebe dann in Ewigkeit, durch dich befreit, in deiner Wonn' und Herrlichkeit. 15. Nimm, Jesu, Gottes Sohn, mich an, wenn keine Welt mich troͤsten kann! Ach, schließ in deine Huld mich ein, und laß mich dein im Leben und im Tode seyn! 14. Erhoͤre mich, erhoͤr' uns, Gott, gieb allen einen sel'gen Tod! Ach, mach' uns selbst dazu bereit, und nach der Zeit fuͤhr' uns in deine Herrlichkeit! 786. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. SIchsterbe taglich, und mein Leben eilt immer fort, Tode. 695 daß ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod koͤmmt her; o daß ich immer fertig waͤr'! 2. Ein Mensch, der sich mit Suͤnden traͤget, ist im⸗ mer reif zu Sarg und Grab. Der Apfel, der den Wurm schon heget, faͤllt endlich un⸗ versehens ab. Der Tod, der Tod schließt keinen aus; mein Leib ist auch ein Tod⸗ tenhaus. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er koͤmmt gar oft unangemeld't, und for⸗ dert uns ins Land der Tod⸗ ten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewigs Ungluͤck oder Gluͤck haͤngt von des Lebens Au⸗ genblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Seiger⸗— schlag an meinen Abschied denken mag! 5. Es kann vor Abends anders werden, als es mit zum Grabe hin. Wer kann mir am Morgen war. Den mir einen Buͤrgen geben, einen Fuß hab' ich auf Erden, den 696 Vom Tode. den andern auf der Todten⸗ hinauf! So wird mein Ab⸗ bahr'. Ein kleiner Schritt schied keine Pein, zwar eilig, ist nur dahin, wo ich, gleich dennoch selig seyn. andern, Erde bin. 6. Ein einz'ger Schlag 787. kann alles enden, wenn Fall Mochs mit mir, Gott, und Tod beisammen sind. nach deiner Guͤt', hilf Doch schlage nur mit Vater⸗ mir in meinem Leiden; ver⸗ haͤnden, und strafe nicht nach sage mir nicht meine Bitt': meiner Suͤnd', daß, wenn soll meine Seele scheiden; so der Leib zu Boden faͤllt, die nimm sie, Herr, in deine Seele sich an Jesum haͤlt. Haͤnd'! Ist alles gut, wenn 7. Vielleicht kann ich kein gut das End'. Wort mehr sagen, wenn 2. Gern will ich folgen Auge, Mund und Ohr sich dir, dem Herrn, du laͤß'st mich schleußt. Drum bet' ich nicht verderben; denn du bei gesunden Tagen: Herr, bist ja von mir nicht fern, ob dir befehl ich meinen Geist! ich auch gleich muß sterben, Verschließen meine Lippen verlassen manchen lieben sich: so hoͤre doch noch seuf-Freund, der's herzlich gut zend mich! ö mit mir gemeint. 8. Kann ich die Meinen 5. Ruht doch der Leib sanft nicht noch segnen: so segne in der Erd', der Geist zu dir du sie mehr, als ich! Wenn sich schwinget. In deiner lauter Thraͤnen um mich reg⸗ Hand er unversehrt vom nen: o Troͤster, so erbarme Tod ins Leben dringet. Hier dich, und laß dann der Ver⸗«ist ja doch ein Thraͤnenthal, laßnen Schrei'n durch deine Angst, Noth und Truͤbsal Huld erhoͤrlich seyn! uͤberall. 9. Dringt dann die letzte 4. Tod, Teufel, Hoͤll', die Angst zum Herzen; so schlie-Welt und Suͤnd', die koͤn⸗ ßemir den Himmel auf; ver⸗ nen mir nicht schaden. Durch kuͤrze mir des Todes Schmer⸗ dich, o Herr, ich Rettung zen, und fuͤhre mich zu dir sind', ich troͤst' mich deiner Gnaden. Ab⸗ aus Lieb' und Huld fuͤr mich und Gott! Heiliger, starker ilig, hilf ver⸗ itt': 3 so eine henn lgen nich du ob ben, ben gut anft idir iner Hom dier hal, bsal die oͤn⸗ irch ung iner en. Vom Tode. 697 Gnaden. Dein Sohn hat ja großes Leid. Heiliger Herr bezahlet alle Schuld. Gott! Heiliger, barmherzi— 5. Warum sollt' ich denn ger Heiland! Du ewiger traurig seyn, da mir's so wohl Gott! Laß uns nicht verza— ott, soll gehen, und ich, durch gen vor der tiefen Hoͤllen— Christi Unschuld rein, einst werd' sein Antlitz sehen? Drum geh' ich freudig aus der Welt; bei Gott zu lebe mir gefaͤllt. 788. Millen wir im Leben sind mit dem Tod umfan⸗ gen. Wen suchen wir, der Huͤlfe thut, daß wir Gnaͤd' erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzuͤrnet hat. Heili— ger Herr und Gott! Heili⸗ ger, starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken in der bittern To⸗ desnoth! Kyrie, eleison! 2. Mitten in dem Tod an⸗ ficht uns der Hoͤlle Rachen. Wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert deine Barm⸗ herzigkeit unsre Suͤnd' und glut! Kyrie, eleison! 5. Mitten in der Hoͤlle Angst unsre Suͤnd' uns trei⸗ ben. Wo sollen wir denn flie⸗ hen hin, da wir moͤgen blei⸗ ben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, das gnug fuͤr die Suͤnde thut. Heiliger Herr und Gott! Heiliger, starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Kyrie, eleison! 789. Mel. Ich dank' dir, Menschenhuͤter. Vn Gottes Rath ergeben, O verlaß ich gern die Welt. Ich geh' zum bessern Leben, sobald es ihm gefaͤllt. Was waͤr's, das mich betruͤbte? Dort schau' ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh' ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmer⸗ 698 Schmerzen uns voll Erbar⸗ men zu: kommt her, beladne Herzen, und findet bei mir Ruh! Dieß Wort aus dei— nem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letzten Stunde mir Geist und Le⸗ ben seyn! 3. Mit dir muß es mir gluͤcken, den Kampf zu uͤber⸗ stehn. In glaͤubigem Ent⸗ zuͤcken laß meine Seele sehn, wie, im Gericht der Suͤn⸗ der, du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmaͤchtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsge⸗ danke: wo ist dein Stachel, Tod? staͤrk' mich, daß ich nicht wanke in meiner To⸗ desnoth. So ist, ob ich gleich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ich's bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Na⸗ men ein; dein Blut kann nicht vergebens fuͤr mich ver⸗ gossen seyn. Dir trauet meine Seele: dich lobt, was in mir ist, Erloͤser meiner Seele, der du die Liebe bist. Vom Tode. 790. enn mein Stuͤndlein vorhanden ist, zu gehn die Todesstraße: so leite mich, Herr Jesu Christ, auf dich ich mich verlasse. Die Seel' an meinem Lebensend' befehl' ich, Herr, in deine Haͤnd'; du wirst sie wohl bewahren. ö 2. Die Suͤnde wird mich kraͤnken sehr, und mein Ge⸗ wissen nagen. Denn ihr ist viel, wie Sand am Meer. Doch will ich nicht verzagen; bedenken will ich deinen Tod, Herr Jesu, in der letzten Noth wirst du mich wohl erhalten. 5. Ich bin ein Glied an deinem Leib', deß troͤst' ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib' in To⸗ desnoth und Schmerzen. Wenn ich gleich sterbe: sterb' ich dir, ein ewigs Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod' erstanden bist: werd' ich im Grab' nicht bleiben. Mein hoͤchster Trost dein' Auf— fahrt ist, Tod'sfurcht kannst du dlein leite „auf Die Send' deine wohl mich Ge⸗ r ist RNeer. igen; Tod, etzten wohl d an t' ich 1 dir n To⸗ rzen. erbe: Leben einen Todꝰ ch im Mein Auf⸗ annst du Vom Tode. du vertreiben. Denn, wo du bist, da komm' ich hin, daß ich bei dir stets leb' und gehn bin; drum fahr' ich hin mit Freuden. 5. So fahr' ich hin zu Jesu Christ, mein Arm'thu' ich ausstrecken. So schlaf! ich ein, und ruhe fein, kein Mensch kann mich aufwek⸗ ken. Denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelsthuͤr' aufthun, mich fuͤhr'n zum ew'gen Leben. 791. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her koͤmmt der Tod. Ach, wie geschwinde und be— hende kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott, ich bitt', durch Christi Blut mach's nur mit meinem En⸗ de gut! 2. Es kann vor Nachts 699 einstens sterben muß, die Seele hin zu Jesu lenken, und nicht versparen meine Buß'! Mein Gott, ich bitt ꝛc. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich be⸗ reit sey fuͤr und fuͤr, und sage froh in allen Faͤllen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir! Mein Gott, ich bitt' ꝛc. 5. Ach, lenke stets mein Herz zum Himmel, verbittre mir die Lust der Welt! Gieb, daß mir in dem Erdgetuͤmmel die Ewigkeit sey vorgestellt! Mein Gott, ich bitt' ꝛc. 6. Ach, Vater, decke meine Suͤnde mit dem Ver⸗ dienste Christi zu, damit ich hier Vergebung finde, und dort die laͤngst gewuͤnschte Ruh'! Mein Gott, ich bitt' ꝛc. 7. Ich weiß es, Jesu Tod und Wunden begluͤcken auch mein Sterbebett'; da find' ich Trost in Todesstunden, und alles, was ich gerne haͤtt'. leicht anders werden, als es Mein Gott, ich bitt' ꝛc. am fruͤhen Morgen war. 8. Nichts ist, das mich von Denn weil ich lebe hier auf Jesu scheide, nichts, es sey Erden, leb' ich in steter Tod's- gefahr. Mein Gott, ich bitt' ꝛc. 3. Herr, lehre mich ans Leben oder Tod! In Aeng⸗ sten bleibt er meine Freude; mein Trost, mein Alles in der Ende denken, und wenn ich Noth. Mein Gott, ich bitt' ꝛc. 9. Ich V + IMN u 1 +4 40 40 0 II u %½% 4 VI * 14 IN IuuY N — 47 I I 70⁰ Vom Tode. 9. Ich habe Jesum ange⸗ Boͤses oder Guts zu waͤhlen. neu! zogen schon laͤngst in meiner Doch werd' ich viel Jahre Stau heil gen Tauf'; du bist mir zaͤhlen? Oder ruft ein naher auch daher gewogen, nahmst Tod mich zu banger Ster⸗ mich zum Kind und Erben bensnoth? auf. Mein Gott, ich bitt' ꝛc. 2. Herr, du weist's, du hast 10. Ich habe Jesu Fleisch die Tage meines Lebenslaufs gegessen, sein Blut hab' ich gezaͤhlt; ihre Freuden, ihre getrunken hier. Nun kann er Plagen sah dein Auge, das nie meiner nicht vergessen, ich fehlt; fruͤher, als du mich bleib' in ihm, und er in mir. Mein Gott, ich bitt' ꝛc. 11. So komm' mein End' heut' oder morgen, ich weiß, daß mir's mit Jesu gluͤckt; ich bin und bleib' in seinen Sorgen, auch dann, wenn mich der Tod hinruͤckt. Mein Gott, ich bitt' ꝛc. 12. Ich leb' indeß in dir vergnuͤget, und sterb'ohn'alle Kümmerniß; zufrieden, wie mein Gott es fuͤget, glaub' ich, und weiß es ganz gewiß, durch deine Gnad' und Chri— sti Blut machst du's mit mei⸗ nem Ende gut. 792. Mel. Alle Menschen muͤssen sterben ꝛc. Nech bin ich ein Gast der +Erde! Gott mehrt mei⸗ auf Erden ließest einen Pil— ger werden, da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, allweiser Gott! 3. Einst, wenn es dein Wille fordert, wird mein aͤußrer Mensch zu Staub, und das Feu'r, das in mir lo⸗ dert, wird des kalten Todes Raub. So wie Fruͤhlings— blumen welken, wird mein Le⸗ durck ben auch verwelken; Kraft und Odem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 4. Nun er werde denn zu Staube, werd' im Grabe wie⸗ der Erd'! Dennoch trium— phirt mein Glaube! Denn mein Leib wird einst verklaͤrt. Des verwesten Koͤrpers ner Tage Zahl. Daß ich reif Truͤmmer bleiben dennoch zum Himmel werde, uͤbt er mich, laͤßt mir die Wahl, nicht auf immer der Ver⸗ modrung schnoͤder Raub; neu 5. wort Herr, Leben ich, Zu de ten f neue! Schn werd' 6. Freut Grab deinet gleich deine das lichke Ewig 97 Stun mich! Gnad mir Tod u laß» freuen bracht mich; blen Jahre naher Ster⸗ u hast laufs ihre as nie mich Pil⸗ riebst dein dein mein taub, ir lo⸗ odes ings⸗ n Le⸗ draft und das n zu wie⸗ ium⸗ Denn laͤrt. pers noch Ver⸗ aub; neu Stunde, Jesu, Vom Tode. neu belebt wird einst mein Staub. 5. Durch dein Allmachts—⸗ wort: es werde! rufst du Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde werd' ich, dein Verklaͤrter, seyn. Zu den himmlischen Geschäͤf⸗ ten schmuͤckst du mich mit neuen Kraͤften; und von Schmerz und Sterblichkeit werd' ich ewig dann befreit. 6. Hoͤr', o Seele, einst mit Freuden jenen Ruf: das Grab ist da! Denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zu⸗ gleich dir nah'. Der, der deinen Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen; durch den Weg der Sterb— lichkeit fuͤhrt er dich zur Ewigkeit. 7. Staͤrke mich auf diese der du fuͤr mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ewig Antheil mir erwarbst! Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; freuen! Denn nach treu voll⸗ brachtem Lauf nimmst du mich zum Himmel auf. 70¹ 793. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. O du dreiein'ger Gott, den ich mir auserlesen, ge— denk' an deine Guͤt', die vor der Welt gewesen, und sey mir Suͤnder doch, o Gott, stets gnaͤdig hier, daß ich recht christlich leb' und sterbe sanft in dir. 2. Ich lege Leib und Seel', o Gott, in deine Haͤnde! Ach, lehre du mich stets ge⸗ denken an mein Ende, auch sterben, eh' ich sterbꝰ, und mach' mir taͤglich kund: auch du mußt sterben, Mensch! Es ist der alte Bund. 5. Weil Jesus mir zu gut gestorben, wie geboren: so glaub' ich ganz gewiß, ich werde nicht verloren. Weck' mich nur zeitig auf, daß ich bereitet sey, wie du mich ha⸗ ben willst, wenn mein End' koͤmmt herbei! 4. Ich traue deiner Treu', durch Jesu Blutvergießen, laß vielmehr mich darauf und mag auch weder Zeit noch Art des Todes wissen. Komm, wenn, wie, wo du willst; nur, daß ich selig sterb', durch Vom Tode. durch Jesu Blut und Tod 70 9. Nun geb' ich meinen ßen das Himmelreich ererb'! Geist nochmals in deine Fron 5. So lang' allhier ich leb'ꝰ, Haͤnde, und warte, bis du 2. und wenn ich werd' entschla⸗ koͤmmst mit einem sel'gen En, Lebe fen, geb' ich, Gott Vater, dir de. So schließ ich denn in belie das, was du hast erschaffen; Tod die Augen freudig zu. mire Gott Sohn, was du erloͤst, Bis an den juͤngsten Tah betrr das uͤbergeb' ich dir; Gott schenk' eine sanfte Ruh'! su X heilger Geist, was du gehei⸗ 10. Ich weiß, durch Jesu Erloͤ ligt, nimm zu dir! Tod werd'ich schon uͤberwin Tros 6. Mein Jesus komme den, und einen gnaͤd'gen Gott Wel mir stets vor in seinemveiden, im Tod und Leben finden. 5 und sage, daß mich nichts, Ich halte mich an Gott und storl nichts, nichts von ihm soll meines Jesu Blut; ich weij Gen scheiden. Herr, reiche mir Gott macht es schon mit mei. Heil die Hand, worein mich deine nem Ende gut. ich n Pein gezeichnet, sprich: du 11. Ich sage Amen drauf diese sollst nicht, nicht verloren in meines Jesu Namenl schoͤ seyn! Bestaͤtige du selbst, mein ich 7. Vor Suͤnden, Hoͤll' Herr und Gott, dieß Amen! Jesi und Tod, und vor des Gra⸗Du, du versicherst's mir, und 4 bes Schrecken, mein Jesu, rufst mir liebreich zu: sey Frer schütze mich! du wirst mich nur getrost, mein Kind, geh send auferwecken. Gieb einen ein zu deiner Ruh! Him Vorschmack mir der ew'gen hen Seligkeit; so weichet das 994 7094. wot Gefuͤhl der Todesbitterkeit. und 8. Die, so ich hinterlaß', Mlle Menschen muͤssen ster⸗ heil versorge, schuͤtz und liebe, und ben; alles Fleisch vergeht, Got gieb, daß mich im Tod nichts wie Heu! Was da lebet, Gei hindre noch betruͤbe! Erhalt' muß verderben, soll es anders 5 mich bei Verstand und ei⸗ werden neu. Dieser Leib muß wol nem frohen Muth, daß, mit⸗ erst verwesen, wenn er an⸗ zum ten im Gebet, ich sterb' auf ders soll genesen zu der gro⸗ lion Jesu Blut! ßen Vom Tode. 703 neinen ßen Herrlichkeit, die den Zahl; wo in so viel tausend deine Frommen ist bereit. Jahren alle Frommen hinge— bis du 2. Drum so will ich dieses fahren; da, wo alle unsern en En, Leben, wenn es meinem Gott Herrn ewig tiefanbetend nn im beliebt, auch ganz willig von ehr'n. ig zu. mir geben, bin deswegen nicht 6. O Jerusalem, du Schoͤ⸗ Tag betruͤbt. Denn in meines Je⸗ ne! ach, wie helle glaͤnzest du! 9 su Wunden hab' ich schon Welch ein himmlisch Lobge— )Jesu Erloͤsung funden, und mein toͤne hoͤrt man da in sanfter erwin Trost in Todesnoth ist des Ruh! O der großen Freud' uGott Welterloͤsers Tod. und Wonne! Heller strah— inden. 3. Jesus ist fuͤr mich ge⸗ let dort die Sonne, herrlicher tt und storben, und sein Tod ist mein bricht an der Tag, der kein weiß, Gewinn. Er hat mir das Ende nehmen mag. it me Heil erworben; drum geh' 7. Ach, auch ich werd' einst ich mit Freuden hin, hin aus erblicken diese große Herrlich⸗ drauf diesem Erdgetuͤmmel in den keit! Einst wird Jesus mich amenl schoͤnen Gotteshimmel, da auch schmuͤcken mit der Ueber⸗ mein ich werde allezeit schauen winder Kleid. In der schoͤ— lmen! Jesu Herrlichkeit. nen Ehrenkronewerd'ichstehn „ und 4. Da wird seyn das vor Gottes Throne, schauen : sey Freudenleben, wo viel' tau- solche Freude an, die kein „geh send Seelen schon sind mit Ende nehmen kann. Himmelsglanz umgeben, ste— hen da vor Gottes Thron, 795. wo die Seraphinen prangen, Mel. Alle Menschen muͤssen ꝛc. und das hohe Lied anfangen: Meuschen ist's gesetzt zu ster, heilig, heilig, heilig heißt sterben, ihre Herrlich— geht, Gott der Vater, Sohn und keit verbluͤht; und wer kann lebet, Geist! den Himmel erben, der zuvor nders 5. Wo die Patriarchen den Tod nicht sieht? Staub muß wohnen, die Propheten all⸗ wird dieser Leib von Erde; r an⸗ zumal; wo, nebst vielen Mil- doch damit er himmlisch gro⸗ lionen, wohnet der Apostel werde, wird er einst von Gott ßen erneut, 7⁰⁰⁴ Vom erneut, und zieht an Unsterb⸗ lichkeit. 2. Gerne will ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefaͤllt, dir, mein Vater, wie⸗ dergeben; gern verlassen diese Welt. Denn ich bin, durch Jesu Leiden, dort ein Erbe seiner Freuden; bin erloͤst, und fuͤrchte nicht Suͤnde, Tod und Weltgericht. 5. Und wer kann mich ihm entreißen? Mein ist er, und ich bin sein! Er erfuͤllt, was er verheißenz sein soll ich mich ewig freun. Ja, mir soll's durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, seine Herrlichkeit zu sehn. 4. Dort bei ihm ist wah— res Leben! Millionen stehen schon, ihren Retter zu erhe⸗ ben, selig da vor seinem Thron; hohe Himmelsgei— ster ringen, mitanbetend ihm zu singen, der des Ruhms so wuͤrdig ist, dem Erbarmer, Jesus Christ. 5. Alle, die ihm nachge— wandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schau'n verwandelt, und in Wonne jedes Leid; weihen Tode. ihm die neuen Lieder, werfen sich anbetend nieder vor dem Herrn, und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 6. Vaterland verklaͤrter Frommen! Heil, Unsterb— lichkeit und Ruh, was kein Sterblicher vernommen, Gottes Heil, gewaͤhrest du! Freudenaͤrndten schenkt Gott denen, welche hier gesaͤtt mit Thraͤnen; alle Thraͤnen trocknet er; Suͤnd' und Elend sind nicht mehr! 7. Ich entbrenne von Ver⸗ langen, dieß verheißne Land zu sehn, jene Krone zu em⸗ pfangen, auch am Throne dort zu steh'n! Diese Huͤtte, die zerstaͤube! Ich, ich weiß, an wen ich glaͤube, mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh' zum Vater hin. 8. Welche Troͤstung, das zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag' ich nicht in Kuͤmmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie er⸗ trug, bis Gott spricht: es ist genug! 706. . Vom 796. Ab, wie nichtig, ach, wie fluͤchtig ist der Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet, und auch wieder bald vergehet; so ist unser Leben, sehet! 2. Ach, wie nichtig, ach, wie fluͤchtig sind der Men⸗ schen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen, und im Laufe nicht haͤlt innen; so faͤhrt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach, wie nichtig, ach, wie fluͤchtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten; so sind unsre Froͤhlichkeiten. 4. Ach, wie nichtig, ach, wie fluͤchtig ist der Menschen Schoͤne! Wie die Blume bald vergehet, wenn die rau— he Luft entstehet; so ist unsre Schoͤne, sehet! 5. Ach, wie nichtig, ach, wie fluͤchtig ist der Menschen Staͤrke! Der sich wie ein Loͤw' erwiesen, dessen Kraͤfte man gepriesen, liegt schnell zu des Todes Fuͤßen. 6. Ach, wie nichtig, ach, wie fluͤchtig ist der Menschen To de. 70⁰0⁵ Gluͤcke! Wie sich eine Ku⸗ gel drehet, die bald da, bald dorten stehet; so ist unser Gluͤcke, sehet! 7. Ach, wie nichtig, ach, wie fluͤchtig ist der Menschen Ehre! Ueber den, dem man hat muͤssen heut die Haͤnde sklavisch kuͤssen, geht man morgen gar mit Fuͤßen. 8. Ach, wie nichtig, ach, wie fluͤchtig ist der Menschen Wissen! Der das Wort kann trefflich fuͤhren, und der Menschen Herzen ruͤhren, muß bald allen Witz ver⸗ lieren. 9. Ach, wie nichtig, ach, wie fluͤchtig ist der Menschen Dichten! Der, so Kunst hat lieb gewonnen und manch schoͤnes Werk ersonnen, wird zuletzt vom Tod erronnen. 10. Ach, wie nichtig, ach, wie fluͤchtig sind der Men-⸗ schen Schaͤtze! Es kann Gluth und Fluth entstehen, dadurch, eh' wir's uns versehen, alles muß zu Grunde gehen. 11. Ach, wie nichtig, ach, wie fluͤchtig ist der Men⸗ schen Herrschen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, muß zuletzt mit Unvergnuͤ⸗ My gen 70 gen in dem Grab' erniedrigt liegen. 12. Ach, wie nichtig, ach, wie fluͤchtig ist der Menschen Prangen! Der im Purpur hoch vermessen ist, gleich wie ein Gott, gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 15. Ach, wie nichtig, ach, wie fluͤchtig sind der Men⸗ schen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fal⸗ len und vergehen; wer Gott ehrt, bleibt ewig stehen. 797. Mel. Gott hab' ich alles ꝛr. Sich bin ein Pilger in der Zeit, ich walle nach der Ewigkeit. Mein Leben eilt so schnell dahin, wie Schat⸗ ten fliehn. Herr, lehr' mich, daß ich sterblich bin! 2. Vor dir, du Vater al⸗ les Lichts, bin ich, sind alle Menschen nichts. Mein Leib ist ein belebter Staub, ein Gras, ein Laub, zuletzt wird er des Grabes Raub. 3. Bald kaͤmpft mein Leib mit Schwaͤchꝰ und Schmerz; bald sorgt, bald aͤngstet sich mein Herz; bald wird ein Ungluͤck, bald ein Freund, Vom Tode. von mir beweint; dann koͤmt der Tod, der letzte Feind. 4. Mein Lebensziel ist dir bekannt, du schriebst es laͤngst in deine Hand; es war, eh' ich geboren war, mein klein⸗ stes Haar vor deinen Augen offenbar. 5. Wenn mein Gebein verweset ist: so bleibst du, Herrscher, wie du bist: so bist du der Regent der Welt, der sie erhaͤlt, bis sie schnell, wenn du willst, zerfaͤllt. 6. Du laͤssest deinen Odem aus: so bricht des Menschen morsches Haus. Die Fuͤrsten schuͤtzt der Pur⸗ pur nicht, wenn dein Gericht das Todesurtheil ihnen spricht. 7. Du, Gott, hast nicht den Tod gemacht; die Suͤn⸗ de hat ihn uns gebracht. Der Mensch, dem Gott sein Bild— niß gab, fiel von Gott ab, und stuͤrzte sich und uns ins Grab. 8. Du machst, o vaͤterli⸗ cher Rath! uns, durch die Leiden, Lebens satt. Der, des⸗ sen Schatz und Trost du bist, der waͤhre Christ, weiß, daß der Tod auch Wohl⸗ that ist. 9. Ich Vom 9. Ich leb' und leide dir, demhHerrn; und dir, Herr, leb, und leid' ich gern. Du staͤrkst mich, wenn mir Kraft ge⸗ bricht; ich wanke nicht. Ge⸗ duld ist aller Christen Pflicht. 10. Hilf mir, mein Gott, in aller Noth! Ruf' mich verklaͤrt aus meinem Tod! Gieb nach dem Leiden dieser Zeit, nach Sorg' und Streit, mir die erworbne Seligkeit. 498. Es ist nun aus mit meinem Leben! Gott nimmt es hin, der mir's gegeben; wer fragt noch: warum thust du das? Mein Lebenslicht ist ausgegangen; zum Him⸗ mel eil' ich mit Verlangen, befreit von allem Neid und Haß. Es ist nun aus; es ist vollbracht! Welt, gute Nacht! 2. Komm, Todestag, du Lebenssonne, du bringestmir mehr Lust und Wonne, als mir die Erde geben kann. Du machst ein Ende mei⸗ nen Leiden, die sich mit mei⸗ nen Jugendfreuden, schon mit der Kindheit, fingen an. Nun ist es aus ꝛc. Tode. 7⁰⁷½ 3. Gott Lob! nun kann ich recht genesen! Der Him⸗ mel ist mein Ziel gewesen; die Erde nicht, das Trauer⸗ haus! Der Tod soll mir ein Engel heißen, der mir, wie Lot, den Weg kann weisenz mit Freuden folg' ich ihm hinaus. Hinaus; Gott hat es wohl gemacht. Welt, gute Nacht! 4. Wie gern will ich von dir nun scheiden, von dir und allen deinen Leiden, o Welt, mein Leidensort warst du, wo mancher Handel mich ver⸗ wirrte, daß ich vom rechten Weg abirrte; bei dir find' ich doch nimmer Ruh. Nun ist es aus; es ist vollbracht ꝛc. 5. Behalt', o Welt, behalt' das Deine, und laß mir Je⸗ sum, als das Meine; denn meinen Jesum laß ich nicht! Euch troͤste Gott, ihr, meine Lieben! Laßt meinen Tod euch nicht betruͤben, da mir durch ihn so wohl geschicht! Mein Leid ist aus ꝛc. 6. Was wolltet ihr nach mir euch sehnen? Ach, stillet, stillet eure Thraͤnen, da mei⸗ ne schon gestillet sind! Mir wischt sie Jesus von den My 2 Augen; 7⁰⁸ Dom Augen; was sollen denn die euren taugen? Auch sterbend bleib'ich Gottes Kind. Was Jesus thut, ist wohl gemacht. Welt, gute Nacht! 799. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. Wie schnell verfließen sie! wie schnell, die uns ge⸗ liehnen Jahre! Dem From⸗ men ist die Aussicht hell; er siehet seine Bahre, als seinen Freund, zufrieden an; ist froh in dieser Welt, froh, wann sein Gott hinaus ihn fuͤhret. 2. Die Jahre dieser Pil⸗ gerzeit sind uns zum Heil gegeben. Wir sollen hier mit Emsigkeit nach weiser Tu⸗ gend streben; uns jeder Ga⸗ be Gottes freun; ihm unsre ganze Seele weihn; wie er, die Menschen lieben. 3. Wenn wir, sein goͤttli⸗ ches Gebot gern zu befolgen, eilen: so wird er einst durch unsern Tod uns neues Gluͤck ertheilen. Zu hoͤhern Freu⸗ den gehen wir durchs Todes⸗ thal, wenn wir allhier die Tugend freudig uͤbten. 4. Der Treubefundne Lode. jauchzt nun da, wo ewig Freude wohnet. Und ist des Frommen Stunde nah, die sein Vertrau'n belohnet; die ihn zur kalten Todtengruft, — doch nein! zum bessern Leben ruft; wie froh kann er ent⸗ schlummern! 5. Auf diese Stunde harr' auch ich, nah' an des Grabes Hoͤhle. Zu einer Wonne fuͤhrt sie mich, von der sich meine Seele nur schwach die Groͤße denken kann, die ich einst fuͤhle, und die dann mein ewigs Erbtheil bleibet. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. Ich weiß, daß mein Erloͤ—⸗ ser lebt, das soll mir nie— mand nehmen! Er lebt, und was ihm widerstrebt, das muß sich endlich schaͤmen. Er lebt fuͤrwahr, der starke Held; sein Arm, der alle Feinde fallt, hat auch den Tod bezwungen. 2. Deß bin ich herzlich hoch erfreut, und habe gar kein Scheuen vor dem, der alles Fleisch zerstreut, gleich— wie der Wind die Spreuen. Nimmt er gleich mich, und mein wig des die die uft, eben ent⸗ harr' abes onne sich h die ie ich mein uꝛc. Erloͤ⸗ nie⸗ und das men. tarke alle den zlich gar der eich— Uen. und mein Vom mein Gebein, und scharrt uns in die Gruft hinein; was kann er damit schaden? 3. Mein Heiland lebt, ob ich nun werd' ins Todes Staub mich strecken: so wird er mich doch aus der Erd' hernachmals auferwek— ken; er wird mich reißen aus dem Grab', und aus dem Lager, da ich hab' auf kurze Zeit geschlafen. 4. Da werd' ich eben diese Haut, und eben diese Glieder, die jeder itzo an mir schaut, auch was sich hin und wie— der von Adern und Gelenken find't, und meinen Leib zu⸗ sammen bind't, verherrlicht wieder haben. 5. Zwar alles, was der Menschitzt traͤgt, das Fleisch und seine Knochen, wird, wenn er sich hin sterben legt, zermalmet und zerbrochen von Maden, Motten, und was mehr gehoͤret zu der Wuͤrmer Heer; doch soll's nicht stets so bleiben. 6. Es soll doch alles wieder stehn in seinem vor'gen We— sen; was niederlag, wird Gott erhoͤhn: was umkam, wird genesen; was die Ver⸗ Tode. 509 faulung hat verheert, und die Verwesung ausgezehrt, wird schoͤner wiederkommen. 5. Das hab' ich je und je gegläubt, und faß' ein fest Vertrauen, ich werde den, der ewig bleibt, in meinembei⸗ be schauen, ja, in dem Leibe, der hier stirbt, und in derTod⸗ tengruft verdirbt, darinn werd' ich Gott sehen. 8. Ich selber werd' in sei⸗ nem Licht ihn sehn, und mich erquicken; mein Auge wird sein Angesicht mit neuer Lust erblicken; ich werd' ihn mir sehn, mirzur Freud', und werd' ihm dienen ohne Zeit, ich sel⸗ ber, und kein Fremder. 9. Trotz sey nun allem, was nur will mein Herz mir trau⸗ rig machen! Waͤr's noch so maͤchtig, groß und viel: kann ich doch froͤhlich lachen. Man treib' und spanne noch so hoch Sarg, Grab und Tod: so bleibet doch Gott, mein Er⸗ loͤser, leben. 801. Mel. Freue dich, o meine Seele ꝛe. Eiebster Gott, wenn werd' ich sterben? Meine Zeit laͤuft immer hin; und es ha⸗ ben 71¹⁰ ben Adams Erben, unter de⸗ nen ich auch bin, alle dieß zum Vatertheil, daß sie eine kleine Weil' arm und elend sind auf Erden, und dann sel⸗ ber Erde werden. 2. Ich zwar will mich auch nicht widern, zu beschließen meine Zeit; krag' ich doch in allen Gliedern Saamen von der Sterblichkeit; geht doch immer da und dort einer nach dem andern fort; und schon mancher liegt im Grabe, den ich wohl gekennet habe. 5. Aber, Gott, was werd' ich denken, wenn es wird zum Sterben gehn? Wo wird man denLeib versenken? Wie wird's um die Seele stehn? Welcher Kummer faͤllt mir ein! Wessen wird der Vorrath seyn? Und wo werden meine Lieben nach einander hin verstieben? 4. Doch entweicht, ihr bangen Sorgen! Soll ich nicht zu Jesu gehn? Lieber heute noch, als morgenz denn, mein Leib wird auferstehn. Ich beneide nicht die Welt, daß sie alles hier behaͤlt, und bescheide meinen Erben einen Gott, der nicht kann sterben. Vom Tode. 5. Herrscher uͤber Tod und Leben, mache du mein Ende gut! Lehre mich den Geist aufgeben mit recht wohl gefaßtem Muth! Hilf, daß ich ein ehrlichs Grab neben from⸗ men Christen hab', und auch endlich in der Erde nimmer⸗ mehr zu Schaͤnden werde! 802. Vorbereitung auf den Tod. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Dem Tode kann ich nicht entfliehn, ich, der ich schwach und sterblich bin; mein Leben, das mir Gott verliehen, eilt wie im schnel⸗ len Flug dahin; und meiner kurzen Lebenszeit folgt eine lange Ewigkeit. 2. Mit jedem Jahr, mit jedem Tage nah' ich mich im⸗ mer mehr zu ihr. und mich vom Tugendpfad verlier': wo find'ich Rettung im Gericht? Wo Trost, wenn mir mein Auge bricht? 3. Gieb, Gott, daß ich mein ganzes Leben der To⸗ desvorbereitung weih', und durch das eifrigste Bestreben zum Gluͤck des Himmels tůͤchtig Wenn ich, dieß zu vergessen, wage, Vom tůchtig sey. So zittr' ich vor dem Tode nicht, und bin ge⸗ trost noch im Gericht. 4. Voll Eifer, alle meine Pflichten, die mir des Lebens Zweck gebeut, nach deinem Willen auszurichten, nah' ich mich froh der Ewigkeit, wenn mich der Tod zur finstern Gruft, zum Staub und zur Verwesung ruft. 5. Verleihe mir nur deine Gnade, und fuͤhre mich, durch deine Kraft, der Tugend ebne, sichre Pfade; erhalte mich gewissenhaft und immer treu in dem Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf! 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen fuͤr die Ewigkeit; ich lebe dann hier nicht vergebens, und nuͤtze redlich meine Zeit, und seh', mit dir ergebnem Sinn, auf Tod und Grab und Zukunft hin. 803. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. Da siehst, o Mensch, wie immerfort der eine hier, der andere dort, der Welt Schrecken. muß Abschied geben. Auch selbst der laͤngste Pilgerlauf wer nimmt To de. 711 hoͤrt doch am Ende einmal aufzvergaͤnglichistdießLeben. 2. Bedenk' es weislich in der Zeit, und flieh' den Schlaf der Sicherheit; sey ganz dem Herrn ergeben! Denn daß dein Leib in Staub zerfaͤllt, ist nicht dein Letztes in der Welt; es koͤmmt ein andres Leben. ö 3. Wir werden aus den Graͤbern gehn, und dann vor dem Gerichte stehn, das Jesus selbst wird hegen. Nach dem, was jeder hier gethan, wird jeglicher auch dann empfahn, Verdamm⸗ niß oder Segen. 4. Erbt dann der Fromme volles Heil, das ihm von Gott verheißne Theil: so muß der Suͤnder buͤßen, und sich, zu seiner groͤßten Pein, selbst Klaͤger und auch Rich⸗ ter seyn, verdammt durch sein Gewissen. 5. Ach, Gott, faͤllt mir dieß Urtheil ein; so dringtes mir durch Mark und Bein; mein Herz fuͤhlt Angst und Voll heißer Sehnsucht wuͤnscht es dann: sich meiner huld⸗ PꝑPDSD‚ꝑ‚ꝑ‚ꝑ‚ꝑ‚ꝑ‚ꝑ‚ꝑqꝑ‚ꝑ‚ꝑꝑsꝑsꝑs‚s‚‚..-e.‚‚............. p—————— — Vom Tode. huldreich an? Weß Schutz 3. Koͤmmt nun, ehe du's wird mich bedecken? gedacht, unter Suͤndenfreu⸗ 6. Herr Jesu, meine Zu⸗ den deines Lebens letzte versicht, laß in dieß schreckli-Nacht; was wirst du dann che Gericht mich ja dereinst leiden! Wenn dein Herz, nicht kommen! Schon hier von dem Schmerz deiner sey dir mein Herz geweiht; Schuld zerrissen, wird ver⸗ 71¹2 und einst sey in der Ewigkeit mein Theil das Gluͤck der Frommen! 7. Gieb, daß ich mich durch heil'gen Sinn, weilich annoch bei Kraͤften bin, zum Sterben fertig halte; und nicht, verstrickt in Suͤnden⸗ lust, der wahren Bess'rung unbewußt, zum andern Tod erkalte! 804. Mel. Straf mich nicht in ꝛe. Sichrer Mensch, noch ist es Zeit, aufzustehn vom Schlafe! Nah' ist Tod und zagen muͤssen! 4. Wenn vor deinem Ant⸗ litz sich jede Suͤnd' enthuͤllet; wenn dann eine jede dich ganz mit Graun erfuͤllet; dich nichts dann staͤrken kann, kei⸗ ne deiner Freuden; was wirst du dann leiden! 5. Nah' dem Untergang wirst du an des Grabes Stufen, bang' um Trost und Seelenruh, dann vergebens rufen: rette, Gott, mich vom Tod! Rette noch im Ster⸗ ben mich von dem Verderbenl 6. Noch, noch wandelst du Ewigkeit; nahe Lohn und allhier auf des Lebens Pfade; Strafe! Hoͤr', Gott spricht! noch ist zur Errettung dir Saͤume nicht, seinen Ruf zu nah' des Ew'gen Gnade. Eil' hoͤren, und dich zu bekehren! ihr zu, daß du Ruh fuͤr dein 2. Noch weckt der Posau⸗Herz empfindest, und Ver⸗ nen Schall nicht die Todten gebung findest! alle; noch bebt nicht der Er⸗ denball, nahe seinem Falle; 805. aber bald, bald erschallt Got- Mel. Wenn wir in hoͤchsten ꝛe. tes Rust es werde, Mensch, Ab, Gott, was ist der Men⸗ dein Leib zur Erde! schen Gluͤck! Es waͤhrt nur Vom Tode. nur einen Augenblick! Wir eilen schnell durch Zeit und Welt, wo uns ein Traum gefesselt haͤlt. 2. Hier haben wir kein Eigenthum; doch trachten wir nach Ehr' und Ruhm. Und kaum ist unser Wunsch erhoͤrt: so sehn wir unsre Quaal vermehrt. 5. Der Kummer dringt bis auf den Thron, und Sorgen sind des Reichthums Lohn. Wer in der Wuͤrde glaͤnzend prangt, hat noch kein wahres Gut erlangt. 4. Von allem, was die Welt erhebt, was ist es, das uns uͤberlebt? Was folgt uns in die Ewigkeit, wenn uͤber uns der Herr gebeut? 5. Der Tod, der in die Hutten bricht, verschonet auch den Purpur nicht. Nicht Reichthum, Hoheit, Ehr' und Macht, befrei'n uns von des Grabes Nacht. 6. Von aller Pracht und Herrlichkeit bleibt uns zuletzt ein Sterbekleid. Nach kur⸗ zer Zeit ist dieß auch Staub, und so, wie wir, der Erde Raub. 7. So flieht ein Rauch im 7⁴⁵ Sturm und Wind! So saͤllt ein Blatt, und so ge— schwind sinkt eine Blume welkend hin! Was ist's, daß ich noch eitel bin? 8. Was streb' ich hier nach Ruhm und Ehr'? Im kur⸗ zen bin ich auch nicht mehr. Vielleicht ist schon mein Ab— schied nah'; man sucht mich, ich bin nicht mehr da. 9. Die Tugend, die wir ausgeuͤbt, bleibt, wenn der Erde Gluͤck zerstiebt. Wer als ein wahrer Christ gelebt, stirbt nicht, wenn man ihn gleich begraͤbt. 10. Er lebte seinem Gott und Herrn. Nun ruft ihn Gott, und er stirbt gern. Hier geht das rechte Leben an, das ihm kein Tod mehr rauben kann. 11. Herr, lehre mich, dieß sey dein Schluß, daß ich die Welt verlassen muß! Ent⸗ reiße, weil's noch heute heißt, der Welt und Suͤnde mei⸗ nen Geist! 12. MeinKleinod sey nicht von der Welt! Wenn mein Herz bricht, mein Haus zer⸗ faͤll: dann sey dein Tod mein Schirm und Schild, der 7¹ der mich mit Muth und Trost erfuͤllt! 15. Mein Ruhm sey der Versoͤhnung Heil! Auch ich hab' an der Gnade Theil, die Menschen zu der Wonne bringt, wo man dir ew'ge Jubel singt. 14. Auf Jesum schlaf' ich freudig ein; einst wird mein Leib ihm aͤhnlich seyn. Wie herrlich geh' ich aus der Gruft, wenn uns sein Wort zum Leben ruft! 15. Dir folg' ich treu durch Tod und Grab! Du bist's, der mir die Hoffnung gab, daß ich, verklaͤrt und freudenvoll, dein Angesicht, Herr, schauen soll. Bereitwilligkeit zu sterben. O/ wie selig seyd ihr doch ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott ge⸗ kommen: Ihr seyd entgan⸗ gen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Ist man hier doch auch beim besten Leben immer noch mit Sorg' und Furcht umgeben. Was wir hier kennen, ist nur Unvollkom⸗ menheit zu nennen. Vom To de. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer. Kein Schmerz und Leiden stoͤrt euch im Genuß der reinsten Freuden. 4. Christus stillt nun voͤl⸗ lig eure Thraͤnen; ihr habt schon, wornach wir uns noch sehnen; euch wird gesungen, was in keines Ohr allhier gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben, um den Himmel fuͤr die Welt zu er⸗ ben? Wer wollt' hier blei⸗ ben, mer lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns aufzuloͤsen, komm und fuͤhr' uns aus von allem Boͤsen! Bei dir, o Sonne, ist der Frommen Herrlich— keit und Wonne. 807. Mel. Gott hab' ich alles heim ꝛc. 9 ein Leben steht in Gottes Hand. Er thu', er mir heilsam fand! Er zaͤhlte ja, so wie mein Haar, mir, eh' ich war, auch meine Lebensstunde dar. 2. Zwar nuͤtz' ich mit Zu⸗ frie⸗ sich den Jammer im⸗ was yt in und mer. iden der voͤl⸗ habt noch gen, Ihier henn den u er⸗ blei— im⸗ iste, oömm llem nne, lich⸗ n ꝛe. ottes was Er Qaar, leine Zu⸗ frie⸗ Vom Tode. 71¹5 friedenheit die Tage meiner hast's versichert: ihr seyd Sterblichkeit; denn du ver⸗ mein; auch ihr sollt seyn, wo suͤßest sie, o Gott! Doch ich bin, und euch ewig freun! Muͤh' und Noth sind ihr Ge⸗ folg', und dann der Tod. 5. Die Blume pranget, und faͤllt ab. So bluͤht der Mensch, und sinkt ins Grab. Nicht Jugend schuͤtzt, nicht Stand, noch Geld; nichts in der Welt ist, was ihn da⸗ vor sicher stellt. 4. Wer ruͤstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Al⸗ lein von dir, o Herr, koͤmmt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Gluͤck der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd' auch ich, wenn dir's gefaͤllt, ein Buͤr⸗ ger deiner bessern Welt. Dann sag' ich dem, der um mich weint: Gott ist der Freund, der uns einstwieder froh vereint. 7. Den Trost, o Jesu, dank' ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du 808. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛe. .5 nur, angenehmer Tod, komm! dein Bild soll mich nicht schrecken! Suͤndern kannst du Furcht und Noth, Frommen mußt du Lust erwecken. Sterben ist mir ein Gewinn, weil ich Christi Juͤnger bin. 2. Jesus, der mir Heil er⸗ warb, hat dir, Tod, die Macht genommen. Da er fuͤr die Suͤnder starb, bist du um den Stachel kommen. Der, der aus dem Grabe stieg, gab mir uͤber dich den Sieg. 3. Jesus ist mit mir ver⸗ eint; Jesus hilft mir kraͤftig kaͤmpfen. Sollt' ich dich, den letzten Feind, nicht durch Je⸗ su Gnade daͤmpfen? Ja, er selbst, mein Leben, spricht: glaub' an mich: so stirbst du nicht. 4. Nun dir, deß ich lebend war, sterb'ich, wenn du willst, mit Freuden; mich soll keine Todsgefahr, selbst das Grab von dir nicht scheiden. Auch im Vom im Sterben bist du mein; auch im Staube bin ich dein. 809. Freudigkeit auf den Tod. Mel. Ich bin, o Herr, in ꝛc. 550. Si Jesu, meine Pil⸗ gerzeit nun ganz durch— lebt ist, und der Streit des Glaubens ausgestritten; wenn kaum mein sterbend Herz mehr spricht: dann komm, o Heiland, schweige nicht zu meinen letzten Bit⸗ ten! Erhoͤre mich, wenn mein Gebet um Trost zu dir, um Gnade fleht! 2. Wenn mich kein Freund mehr troͤsten kann, und doch mein Herz bebt: sage dann: die Suͤnd' ist dir vergeben! Ach! wenn des TodesSchrek— ken mich ergreifen: sprich dann, Heiland, sprich: nicht sterben sollst du! leben! Ein Wort von dir nur, und mir gnuͤgt; des Todes Schrek⸗ ken sind besiegt! 3. Nicht sey mir dann dein Angesicht, wie's Missethaͤtern ist, Gericht! Erbarmen! nicht Verderben! Nicht sterben laß mich, Herr, wie die, die dich verwarfen, die sich nie bereiteten, zu sterben. 7¹6 Tode. Ach, furchtbar, furchtbar ist der Tod, der ewige Verwer— fung droht! 4. Und sterben, sterben wird den Tod, der ewige Verwerfung droht, wer Herr, dein Heil nicht achtet. Wer nicht durch deine Gna— de rein von Suͤnden ist, und, dein zu seyn, sich weigert, dich verachtet, ach, den ergreift der Tod, der Tod, der ewige Verwerfung droht! 5. Er drohe! Jesu! der ist frei, wer dir geweiht ist, dir getreu; ihm ist er keine Strafe. Gelobet sey der Herr, mein Licht in jener Nacht! Sie schreckt mich nicht! mir wird der Tod zum Schlafe! Es ist ein finstrer Weg; doch mir ein Weg zum Leben, und zu dir. 6. Gelobet sey der Herr, mein Schild, der mich mit Freudigkeit erfuͤllt, mit Freu— digkeit zu sterben! Ich glaub' an ihn, und bin gewiß, er fuͤhrt mich aus der Finster— niß zu seiner Freuden Er— ben. O, welchen Jubel stimm' ich dann dem Todesuͤber— winder an! 7. Gieb deinen Frommen, Jesu, ar ist wer⸗ rben wige wer htet. Sna⸗ und, gert, reift wige der k ist, keine der jener mich Tod ein ein dir. herr, mit Freu⸗ aub' er ster⸗ Er⸗ mmꝗ· ber⸗ nen, esu, Vom Tode. Jesu, Kraft, den schwer⸗ sten Schritt der Pilgerschaft mit Freudigkeit zu enden! Sprich zu den bangen See⸗ len: Ich bin euer Heiland! freut euch! Sprich: ich will euch nun vollenden! Er⸗ quicke sie! und nach dem Streit erhoͤhe sie zur Se⸗ ligkeit! 810. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛe. Sey innig, o mein Geist, erfreut! Dein Wunsch, nicht verloren. Zum Leben froher Ewigkeit hat dich dein Gott erkoren. Durch den, den er zum Heil dir gab, hat seine Huld auf ben, Tod und Grab ein neues Licht verbreitet. 2. Er, dein Erloͤser, starb fuͤr dich, den Trost dir zu be— waͤhren: mit diesem Leben ende sich zwar wohl die Zeit der Zaͤhren, doch nicht Ge— nuß der Guͤtigkeit des Va— ters, dessen Herz sich freut, uns ewig zu begluͤcken. 5. Er ging aus seiner Gruft hervor, verherrlicht nun zu leben, und seine From⸗ men einst empor zur bessern 7⁷ Welt zu heben. Frohlock' ihm dankvoll, o mein Geist! ihm, der auch dich der Furcht entreißt, auf immer einst zu sterben. 4. Des Todes Macht ist laͤngst dahin, dir ew'ges Gluͤck zu rauben. Selbst Sterben ist fuͤr die Gewinn, die an den Heiland glauben. Sein Wort 1490 fest: ich lebẽ, und ihr sollt leben, Gl aubige, mit mir, und meinen Himmel erben. 5. O frohes Wort! Wie sollt'ich, Herr, denn vor dem Tode beben! Von dir ent⸗ waffnet, ist doch er nur Weg zum hoͤhern Leben; zum Le⸗ wo kein Tod mehr ist, wo du der Deinen Wonne bist, und ganz mit Heil sie saͤttigst. 6. Dir, der du fuͤr mich starbst, und nun zur Rechten Gottes lebest, daß du, die dei— nen Willen thun, zum ew'gen Gluͤck erhebest, dir soll mein Herz geheiligt seyn. So ist gewiß dein Sieg auch mein, du 2 Todesuͤberwinder 7. Gelobt seyst du! Nun liegt vor mir die bessre Zu⸗ kunft offen; nun kann ich auch 7¹6 auch, vereint mit dir, auf ihre Freuden hoffen. Die Schrecken dunkler Grabes-— nacht besieg' ich nun durch deine Macht, und jauchze dir ohn' Ende. 841. Mel. Befiehl du deine Wege ꝛe. Bedenke, Mensch, das En⸗ de, bedenke deinen Tod! Der Tod koͤmmt oft behen— de. Wer heut ist frisch und roth, kann morgen, und ge⸗ schwinder, hinweg gestorben seyn. Drum bilde dir, o Sͤnder, ein taͤglichs Ster⸗ ben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht! Es muͤssen alle Staͤnde vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen. Dort, dort wird jedermann von ihm den Lohn bekommen, nachdem er hat gethan. 5. Bedenke, Mensch, das Ende, der Hoͤllen Angst und Leid, daß dich die Welt nicht blende mit ihrer Eitel⸗ keit! Hier ist ein kurzes Freuen; dort aber ewiglich ein klaͤgliches Bereuen. Ach, Sünder, huͤte dich! Vom Tode. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, wo man vor Gottes Throne die Ehrenkrone traͤgt, die er, der Herr, zum Lohne den From⸗ men beigelegt. 5. Herr, lehre mich be— denken der Zeiten letzte Zeit; laß stets mein Herz sich len⸗ ken auf jene Ewigkeit; laß auf den Tod mich achten und deinen Richterstuhl; laß mich auch oft betrachten der Hoͤlle Feuerpfuhl! 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich berei— ten, und taͤglich sterben mag! Im Tod und vor Gerichte steh' mir, o Jesu, bei, daß ich, in deinem Lichte zu wohnen, wuͤrdig sey! 81². Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. — Hirai nur mein Uebungs⸗ — stand; hier ist nicht mein bleibend Erbe. Dort, dort ist mein Vaterland; das erreich ich, wenn ich ster— be. Preis und Dank fuͤr meinen „das Zeit, ende wo te die „ider rom⸗ h be⸗ Zeit; len⸗ laß chten laß n der ich in etzten Hderei⸗ mag! richte daß e zu ht ꝛe. — ings⸗ icht Dort, and; ster⸗ fuͤr einen Vom meinen Tod bring' ich dir, o Herr, mein Gott! 2. Gottes Stadt, die dro⸗ ben ist, wo der Unsichtbare wohnet; wo mein Mittler, Jesu Christ, seinen Freun⸗ den herrlich lohnet, nie ge— denk' ich ernstlich dein, ohne deiner mich zu freun. 5. Er, dein Koͤnig, der mich hier auf der Bahn des Friedens leitet; er, mein Hei⸗ land hat in dir meine Staͤte mir bereitet; und an allem deinem Heil hat auch meine Seele Theil. 4. Nahe sey mir, oder fern dieses Heil, das ich ver⸗ lange; ringen will ich, daß vom Herrn ich, was er er⸗ warb, empfaͤnge. Freudig seufzet dann mein Geist: Bande der Natur, zerreißt! 5. O wie wohl wird's dann mir seyn, wenn ich dich einst in der Naͤhe, die du koͤmmst, mich zu befrein, Stunde meiner Heimfahrt, sehe! Wenn den Leib des Grabes Gruft, und die Seel' ihr Schoͤpfer ruft! 6. Todesschrecken, ihr sollt dann meinen Glauben nicht erschuͤttern. Nur der To de. 7¹9 Uebertreter kann froh nicht sterben, er muß zittern. Gottes Fromme zittern nicht; denn sie dringen durchs Gericht. 7. Daß ich diese Freu⸗ digkeit einst in meinem Tod empfinde: mache siegreich mich im Streit, Jesu, wider Welt und Suͤnde! Staͤrke mich im Kampf und Lauf; nimm mich endlich gnaͤdig auf! 813. Mel. Besiehl du deine Wege ꝛc— Dos Ziel von meinen Ta⸗ gen ist mir vielleicht bald nah'; doch soll mein Geist nicht zagen, waͤr's auch schon heute da. Des To⸗ des Bitterkeiten, wie bald verfliegen die! Und gegen Ewigkeiten voll Wonne, was sind sie? 2. Ja, guten frommen Seelen gewaͤhrt der Tod nur Gluͤck. Was kann sie weiter quaͤlen? Sie schaun befreit zuruͤck. Der Erde Kuͤmmernisse kennt jene Heimath nicht, und alle Fin⸗ sternisse verwaͤndeln sich in Licht. 5.· Drum 7²2⁰ 5. Drum wart' ich ohne Beben, Tod, deinen Augen⸗ blick. Durch dich geh' ich zum Leben; ist dieß nicht wahres Gluͤck? Wenn Freunde trostlos weinen: dann troͤste dieß ihr Herz: Gott wird uns einst verei⸗ nen, und giebt uns Gluͤck fuͤr Schmerz. ö 814. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. Wean einst mein sterbend Auge bricht, mein letz⸗ ter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selbst es nicht, daß er entschlaͤft, em⸗ pfindet; wenn um mich, den Entschlummernden, dann alle meine Lieben stehn, und angst— voll mich beweinen: 2. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist, der freu⸗ dig zu dir fliehet, der dank⸗ bar deine Guͤte preist, daß er den Tod nicht siehet! Dann troͤste, die betruͤbt um mich mit Thraͤnen klagen; laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier; ihn wird das Grab verschließen. Heil Vom Tode. mir! das Grab wird dennoch dir ihn wiedergeben muͤssen. Du koͤmmst; Erwecker, dei⸗ ne Macht, die ihn aus nichts hervorgebracht, kann auch aus Staub ihn bauen. 4. Wie koͤnnt' ich trauren, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Wie koͤnnt'ich klagen, da ihn Gott vom Tode wieder fodert? O Hoffnung, daß nach kur— zer Ruh' mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmer⸗ zen, Gott, will ich, wenn er nun koͤmmt, nicht achten, und, mit getrostem Blick auf dich, nach meinem Ziele traͤchten, und mich dem Ziele freudig nahn, mein himm⸗ lisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir erworben. 815. Mel. Befiehl du deine Wege ꝛc. — de, willst du nicht Uebels thun! Der Tod bringt oft behende das allerletzte Nun. An diesem Augenblicke haͤngt ewig Wohl und Weh⸗ Drum Mensch, gedenk ans En⸗ mer⸗ nn er hten, k auf iele Ziele imm⸗ fahn, n. e 20. 3 En⸗ ebels t oft Nun. aͤngt Beh. Drum Dir uͤbergeb'ich sie alsdann, Vom Tode. 72¹ drum denke wohl zuruͤcke, Seufzen auch vor dir, und wohin deln Ende geh. du erhebst mich wieder. 2. O Mensch, gedenk ans Ich denk' in meiner tiefen Ende! Wer weiz, ob nicht Noth an deine Liebe bis zum noch heut der Tod dir nahen Tod; die, die wird mich koͤnnte. Drum mache dich erhalten. bereit, wenn du sollst Rech⸗ A. E: ⁷ nung geben von dem, was du in Gird; diz m i I*5 gethan, damit dein eignes Le⸗ von Herzen. Crbarwer, der ben dich nicht verklagen kann. mich leiden sieht, du linderst 3. OMensch, gedenk' ans meine Schmerzen. Und Ende! Stirb stets den Suͤn⸗ sterb' ich nun, so sterbꝰ ich dir; den ab; gieb dich in Gottes ein ew'ges Leben hast du mir 48 G1 b Sen sert niche durch deinen Tod erworben. das Grab! Sey fertig alle ö Stun den, halt' dich an„4. Du, Herr, erstand'st; Christi Blut! Wirst du so werd auch ich nicht in dem ihm kreu befunden: so ist Grabe bleiben. Dein Leben, dein Ende gut. Herr, deß freu' ich mich, kann Todesfurcht vertreiben. 816. Wo du bist, da komm ich Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. auch hin, daß ich bei dir Hsteinst auch meine Stun⸗ stets leb und bin; so geh'ich de da, von dieser Welt bin mit Freuden. zu scheiden: so sey mit deiner ů 4 Huͤlfe nah', du treuster E80 Reig ich, dein in ie 9 Wmich soll das Freund im Leiden! Nimm Grab ni dn dich meiner Seel Grab nicht schrecken. Ich u dich meine eele an! ruh'; nach kurzer Zwischen⸗ ö zeit wirst du mich auferwek⸗ o Jesu, mein Erloͤser! ken. Dann 1—* dir, 2. Ist meine Suͤnden⸗o Gottessohn, du Menschen⸗ schuld vor mir, druͤckt ihre freund, vor deinem Thron Last mich nieder: so ist mein mit Freudenthraͤnen danken. ö 33 817. 817. Mel. Freue dich, o meine Seele ꝛc. A. wie freu' ich mich, zu sterben, wenn es mei⸗ nem Gott gefaͤllt! Denn es herrschet viel Verderben in der suͤndenvollen Welt. Un⸗ ser Leben ist voll Leid, und voll Thraͤnen unsre Zeit. Se⸗ lig ist, der wohl gestorben, er hat Besserung erworben. 2. Oefters sucht man ein Vergnuͤgen, und trifft doch nur Jammer an; was sich soll zur Freude fuͤgen, fuͤhrt uns eine Dornenbahn. Ist nicht Lieb' und Treue todt, Lieb' im Gluͤck und in der Noth bei so vielen hier auf Erden? Ach, wenn wird es besser werden? 3. Liebster Gott, es komm mein Ende, wenn es gut und selig ist! Sterb' ich: reiche mir die Haͤnde, du, der du mein Vater bist! Ach, wie wohl wird mir doch seyn, schlafe ich einst selig ein! Doch, soll es noch laͤnger waͤhren: wirst du, Herr, Geduld bescheren. Mel. Christus, der ist mein Leben ꝛc. ich geh' einst ohne Beben zu meinem Tode hin. Vom Tode. Denn Christus ist mein Le⸗ ben und Sterben mein Ge⸗ winn. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der freudenleeren Gruft; der wird mich auf⸗ erwecken, der mich zum Grabe ruft. z. Und rief mich, abzu⸗ scheiden, auch heute schon mein Gott? so geh' ich hin mit Freuden, und sterb' auf sein Gebot. 4. Ich hoff' ein bessres Le⸗ ben, das nimmermehr ver⸗ fließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herr⸗ lich ist. 5. Dann eil' ich dir ent⸗ gegen, mein triumphirend Haupt! Und seh' entzuͤckt den Segen des Heils, das ich geglaubt. Wider die Todesfurcht. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Woarum erbebst du, meine Seele, bei dem Ge⸗ danken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Hoͤhlez es sinket nur dein Leib hinab. Ihn schuf der Allmacht Wink aus Staub; drum uLe⸗ Ge⸗ t die eeren auf⸗ zum abzu⸗ schon h hin auf es Le⸗ ver⸗ mich herr⸗ ent⸗ irend zuͤckt das t. ott A. neine Ge⸗ Nicht seine dein fder aub; drum Vom Tode. drum wird er der Verwe⸗ sung Raub. 2. Du, zur Unsterblich⸗ keit erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Licht, und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht, bewunderst deines Gottes Macht in jener Wel⸗ ten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was dir kein Sterblicher erklaͤrt, was hier vollkommen einzusehen, der Weiseste umsonst begehrt; dann taͤuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, o den erblicken, den hier allein der Glaube sieht; den, der, dich ewig zu begluͤcken, nach Got⸗ tes Rath am Kreuz ver⸗ schied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott. 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheinet, verlaͤßt dein Leib der Graͤber Ruh; zum zweitenmal mit dir ver⸗ einet, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre laͤnger nicht, daß deiner Huͤtte Bau zerbricht! 820. Mel. Nun sich der Tag geendet ꝛc. Mir soll nicht vor dem Tode grau'n, mir nicht ich bin ein Christ. Der kann den Tod nicht zaghaft schau'n, der Christi Juͤnger ist. 2. Der starke Heiland nahm fuͤr mich dem Tode die Gewalt; der Tod hat, seh' ich, Herr, auf dich, die lieb⸗ lichste Gestalt. 3. O welcher großer Un⸗ terscheid! Wer Gott nicht liebt, erschrickt; der Glaͤubige wird hoch erfreut, wenn er das Grab erblickt. 4. Das finstre Grab, mein letztes Haus, betruͤbt und schreckt mich nie. Hier ruhen Gottes Pilger aus; wie sanfte ruhen sie! 5. O meine Bruͤder, ruht' ich doch nur bald, so sanft als ihr! Ihr habt gesiegt; ich seufze noch, bei manchem Kampfe, hier. 6. Ich setz' auf Guͤter die⸗ ser Welt nicht meine Zuver⸗ sicht; der, dem die eitle Welt gefaͤllt, der kennt den Him⸗ mel nicht. 7. Der Fromme lebt und 33 2 stirbt 7²⁴ stirbt begluͤckt; sein Kreuz schickt Gott ihm zuzerkrankt; und wird vom Herrn erquickt; er stirbt und koͤmmt zur Ruh'. 8. Ich weiß nicht, wie? und wo? und wenn? mein Tod bestimmet sey. Das weiß ich: mir, dem Sterben⸗ den, steht mein Erloͤser bei. 9. Herr, wenn, wer mich geliebet hat, bei meinem Grabe weint: so troͤstꝰ und lieb'ꝰ, an meiner Statt, den frommen, treuen Freund! 10. Gieb, wenn mein Geist von hinnen faͤhrt, daß meine Glaubenstreu fuͤrs Christen⸗ thum und seinen Werth ein klares Zeugniß sey! 821. Um Trost und Staͤrkung im Tode. ch bin, o Herr in deiner Macht; du hast mich an das Licht gebracht, und du erhaͤltst mein Leben. Du kennest meiner Tage Zahl, Flehen. weiß'st, wenn ich, Sterblicher, men Loos ist Heil; Vom Tode. 2. Wen hab' ich in der letzten Pein? Wer kann mir Rath und Trost verleihn, mit Hoffnung mich beleben? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn ich von dem, was ich gethan, nun Re⸗ chenschaft soll geben? Wer schafft der truͤben Seele Licht? Thust du es, o mein Heiland, nicht? 3. Mich duͤnkt, schon lieg' ich kraftlos da, dem letzten Augenblicke nah', von Todes— angst befallen. Der Sinnen Kraͤfte lassen nach, Gehoͤr' und Augen werden schwach, und kaum kann ich noch lal— len; doch des Gewissens Stimme spricht noch laͤut genug: Gott haͤlt Gericht! 4. Schon hoͤr' ich der Po⸗ saunen Ton; ich sehemeinen Richter schon, vor ihm die Voͤlker stehen. In seiner Hand ist Heil und Fluch, unwiderruflich ist sein Spruch, ihn hintertreibt kein Nur seiner From— Ver⸗ einmal der Welt muß Ab⸗ dammniß bleibt der Suͤnder schied geben. Wo, wie und Theil. wenn ich sterben soll, Allwis— 5. Nicht Stand und sender, das weissest du wohl. Macht erretten dann; um⸗ sonst — nder nmir eihn, ben? einer dem, Re⸗ Wer Seele mein lieg' etzten odes⸗ nnen ehoͤr' bach, lal⸗ ens laut cht! — Vom sonst beut sich ein Bruder an, den andern zu erloͤsen. Nach dem, was jeder hier gethan, wird jeder dort den Lohn empfahn; kein Schein hilft dann den Boͤsen. Ver⸗ schwendern ihrer Gnadenzeit folgt Ungluͤck in der Ewigkeit. 6. Drum fleh' ich, Herr, mein Heiland, dir, erleuchte mich; die Suͤnde hier zu flie⸗ hen, Kraft verleihe! Erhalte mich im Guten treu, daß ich, vom Joch der Suͤnde frei, mich deinem Dienste weihe! So geh' ich voller Zuversicht hier in den Tod, dort vor Gericht. 7. OMenschenfreund, dein theures Blut floß auch fuͤr mich; dieß giebt mir Muth, der ich dir angehoͤre. Doch faͤllt in meiner Todespein mir noch ein banger Zweifel ein: so hilf mir, dir zur Eh⸗ re, und nimm dich meiner huldreich an! Du bist's, der Schwache staͤrken kann. 8. Ja, ja, ich werd', oHerr, mein Heil, an deiner Wonne nehmen Theil, dir nach zum Himmel steigen. Nun sieg' ich uͤber Angst und Noth; nun moͤgen sich mir Hoͤll' und To de. 725 Tod mit ihren Schrecken zeigen. So laͤng' ich lebte, war ich dein; dein werd' ich auch im Tode seyn. 82². Mel. Herr Jesu Christ, du ꝛc. DO Herr, mein Gott, ich weiß es wohl, ich muß, ich werde sterben. Nur weiß ich das nicht, wenn ich soll, noch wie ich werde sterben. Mein Ende steht allein bei dir; die Stunde, Herr, ver⸗ birgst du mir, wenn ich die Welt verlasse. 2. Ich, meines Glaubens mir bewußt, durch deines Geistes Gabe, weiß, daß ich meine hoͤchste Lust an meinem Jesu habe; weiß, daß du meiner Suͤnden Last durch ihn hinweggenommen hast, damit ich selig wuͤrde. 3. Erhalte mir zu aller Zeit den troͤstlichen Gedan— ken, und laß mich nie aus Schuͤchternheit in meinem Glauben wanken! Bewahre meine Seel', o Gott, in deiner Gnaͤde, bis der Tod mich hin zum Himmel fuͤhret! 4. Dann geb' ich meine Seele dir in deine Vater⸗ haͤnde 726 haͤnde. Erhalt' die Kraft zu denken mir, wenn's sein kann, bis ans Ende, daß voll Ge⸗ danken, Gott, an dich die bald erloͤste Seele sich von ihrem Leibe trenne! 5. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, schnell oder angstvoll sterben: so fuͤhre mich nur jeder Tod zu deines Reiches Erben. mir, daß ich allezeit zur Re⸗ chenschaft vor dir bereit, und selig sterben koͤnne! 6. Empfind' ich keine Freu⸗ digkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelassenheit aus meinem bangen Herzen: so rechne mir dann, Gott, nicht zu, was ich unrechtes red' und thu', verzeih der Schwach⸗ heit Fehler! 7. Nimm auch verborgne Seufzer an; laß, wenn mein Herz nicht beten, wenn mein Verstand nicht denken kann, mich deinen Sohn vertreten! Geh' ich zu deinem Himmel ein: werd' ich mich meines Endes freun, es komm auch, wie es wolle. 8. Damit ich's koͤnne, laß mich, Herr, stets heiliger auf Nur hilf Vom Tode. Erden, in guten Werken fer⸗ tiger, dir immer treuer wer⸗ den! Geheiligt muͤss' ich dir nur feyn! Dann bin ich, Gott, mein Vater, dein im Leben und im Tode. 9. So kann ich freudig, wo ich bin, mich deiner Huld ergeben. Sterb' ich: der Tod ist mein Gewinn. Denn Jesus ist mein Leben. Er wird gewiß zu seiner Zeit auch meinen Leib zur Herr⸗ lichkeit, zum Himmel, auf⸗ erwecken. 823. Mel. Wer nur den lieben Gott u. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe! Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das unveraͤnderlich be⸗ steht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht se⸗ lig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wenn ich sterbe! Kein Augenblick geht sicher hin; wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die Blume kann ja leicht verblͤhn! Drum ma⸗ che mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit! 3. Mein n fer⸗ wer⸗ —. Vom z. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, weil auch der Tod viel Wege haͤlt! Dem einen wird das Schei⸗ den herbe, wenn sonst ein an⸗ drer sanfte faͤllt. Doch, wie du willst; gieb, daß dabei mein Ende gut und selig sey! 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und wel⸗ cher Sand mich einst bedeckt! Doch, wenn ich nur den Trost erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt: so nehm' ich jede Stelle ein; die Erd' ist allenthalben dein. 5. Drum, liebster Gott, wenn ich nun sterbe: so nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe, und hab' ich ihn im Glauben hier: so gilt mir's gleich, und geht mir wohl, wenn, wo und wie ich sterben soll. 824. Mel. Gott hab' ich alles heim ꝛc. ODin sind wir, Gott, in Ewigkeit. In deiner Hand steht unsre Zeit. Du hast der ganzen Menschen⸗ schaar ihr Todesjahr be⸗ Tode. 7²⁷ stimmt, als noch die Zeit nicht war. 2. Wenn nun zu der ge⸗ setzten Frist auch unser Lauf vollendet ist: so hilf uns in der Todesnoth, Herr, unser Gott! Ein sanfter Schlaf werd' uns der Tod! 3. Nimm, nach vollbrach⸗ tem Lebenslauf, in deine ew'ge Ruh' uns auf! Ver⸗ wirf, wenn unserAuge bricht, verwirf uns nicht, o Herr, von deinem Angesicht! 4. Druͤckt uns der Krank⸗ heit herber Schmerz: so staͤr⸗ ke das beklemmte Herz, daß es auch in der Schmerzen Wuth, mit starkem Muth, in deiner weisen Fuͤgung ruht! 5. Gieb Hoffnung zu der ew'gen Ruh; In unsern Her⸗ zen wirke du, Geist Gottes, daß wir glaͤubig trau'n, und ohne Grau'n, hin in die Nacht des Todes schau'n! 6. Hilf unsrer Schwach⸗ heit, Geist des Herrn, zeig' uns den Himmel dann von fern! Laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getroͤstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach! Gnad' ergehe dann fuͤr 7²⁸ Vom Tode. fuͤr Recht! Denn von dem Wort; hilf darinn mir gnaͤ⸗ menschlichen Geschlecht ist dig fort, bis mein Lauf, auch der Heiligste nicht rein. Herr Jesu Christ, selig hier Wer kann je dein, Gott, vollendet ist. ohne deine Gnade seyn? 6. Froͤhlich hoͤr' ich's einst 8. O sey uns dann nicht von dir: komm, Gesegneter, fuͤrchterlich! erbarme, Va⸗ zu mir; nimm an meiner ter, unsrer dich! Wenn unser Wonne Theil; dein ist nun sterbend Auge bricht: leit' mein ganzes Heil! uns dein Licht! So fehlt uns 7. Und frohlockend preis' Trost im Tode nicht. ich dann, was du, Herr, an mir gethan; freue mit den 8²⁵. Deinen mich deiner Guͤte Mel. Aus der Tiefe rufe ich ꝛc. ewiglich. err und Richter aller Welt, der an mir 826. mein Urtheil faͤllt, Jern Fuͤr Kranke. nimm dich meiner an, daß Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. ich einst bestehen kann! ott, der du Schmerz 2. Mache mich von Suͤn⸗ und Freuden sendest, mit den frei, fest im Guten, dir Weisheit unser Schicksal getreu! so erschrickt, haͤltst lenkst, und alles uns zum du Gericht, vor dir meine Besten wendest, was du nur Seele nicht. uͤber uns verhaͤngst, du 3. Millionen preisen schon hast nicht Lust an meiner deine Huͤlfe, Gottes Sohn! Pein; auch sie soll mir zum O bereite auch an mir solche Heil gedeihn. Lobgesaͤnge dir! 2. Auch durch die Noth 4. Die dir folgen, fuͤhrest fuͤhrt mich zum Ziele der Se⸗ —. du sicher deinem Himmel zu. ligkeit, Gott, deine Hand, Fuͤhr' auch mich einst da hin⸗ und deiner Troͤstungen wie ein; nur der Deine will ich viele haͤst du mir schon ins seyn. Herz gesandt! Wie oft 5. Folgen will ich deinem ruft mir dein Wort nicht zu: gnaͤ⸗ auf, hier einst eker, einer nun reis' „ an den Zuͤte tt ꝛe. merz „mit cksal zum nur du iner zum Toth Se⸗ and, wie ins oft icht zu: —. Vom Tode. zu: Gott ist dein Vater; Kind bist du! 3. O du, mein bester Va⸗ ter, glaubte nur meine Seele kindlich dir! O daß mir doch kein Zweifel raubte den suͤßen Trost: Gott ist bei mir! Ja, Vater, deine Huld und Kraft ist allem nah', was sie erschafft. 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestuͤrmen: so denk' ich dein und deiner Huld. In allen Schmerzen, allen Sturmen verleih' mir Weisheit und Geduld! Beruhige mein Herz, und sprich: sey nur getrost, und hoff' auf mich! 5. Wie litt' im allerbaͤng⸗ sten Leide so stille duldend Jesus Christ! Leid' ich ihm nach: ein Meer von Freu⸗ den, das ewig unerschoͤpflich ist, umfließt mich dann vor seinem Thron. Wie meine Leiden, so mein Lohn! 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen; durch Glauben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur darf hoffen, mehr hof⸗ fen noch, als Gott verheißt. Zu solcher Hoffnung staͤrke 7²9 mich; so preis' ich auch in Krankheit dich. 827. Mel. Herr Jesu Christ, du hoͤchstes. J mein Erbarmer, bitte dich, hilf mir und allen Kranken, und segne jeden, Gott, und mich, mit heiligen Gedanken! Gieb uns Ge⸗ lassenheit und Ruh'; und unser bester Arzt sey du; in Schmerzen unser Troͤster! 2. Belohne, treuer Vater, die, die liebreich meiner pfle⸗ gen! Fuͤr ihre Treue segne sie mit deinem besten Segen! Gieb, wenn zur Unzufrie⸗ denheit mein Schmerz mich reizt, mit Freudigkeit, gedul⸗ dig ihn zu tragen! 3. Soll meine Krankheit toͤdtlich seyn, soll ich die Welt verlassen: so laß durch dein Verdienst mich rein, im Glau⸗ ben dich umfassen, und freu⸗ dig und voll Zuversicht, vom Tode, Vater, durchs Gericht zu deinem Leben dringen! 4. Doch willst du noch Gesundheit mir zum laͤngern Leben schenken: so laß mich taͤglich, Gott, vor dir an deine Huͤlfe denken, daß ich in —..—..——xi ᷓ 4 ö I ö * N * I 730 Vom in meiner Pilgerzeit, mit im⸗ mer neuer Freudigkeit auf Grab der Erden nur ein kurz deinen Wegen wandle! 5. Du siehst, wie wenig ich vermag; du muͤssest selbst Tode. sten Lebenstritt bis ins kuͤhle gemessner Schritt. Auch ein jeder Augenblick geht mit unsrer Kraft zuruͤck, und wir mich leiten; mich selbst auf sind in jedem Jahre reif ge⸗ meinen lethten Tag durch dei⸗ nen Geist bereiten, daß uͤber alles, alles, ich dich liebꝰ, und dankvoll gegen dich, dir lebe, Oott⸗ dir sterbe! 828. Mel. Freue dich, o meine ꝛc. Ach, Herr, lehre mich be⸗ denken, daß einmal ich sterben muß! Lehre mich die Sinnen lenken stets auf mei⸗ nes Lebens Schluß! Stelle mir mein Ende fuͤr, und er⸗ wecke die Begier, mich bei noch gesunden Zeiten auf das Grab wohl zu bereiten! 2. Endlich muß ein Licht verbrennen; endlich laͤuft der Seiger aus. Also muß ich wohl bekennen, daß ich dieses Erdenhaus endlich auch ver⸗ lassen muß. Denn es ist des Hoͤchsten Schluß: Men⸗ schen, als des Todes Erben, muüͤssen endlich alle sterben. 3. Wenn wir kaum ge⸗ boren werden, ist vom er⸗ nug zur Todtenbahre. 4. Und wer weiß, in wel⸗ cher Stunde uns die letzte Stimme weckt! Denn Gott hat's mit seinem Munde kei⸗ nem Menschen noch entdeckt. Wer sein Haus nun wohl bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; da die Sicherheit hingegen muß im Sterben Angst erregen. 5. Predigen doch meine Glieder 7— von der Sterblichkeit! Leg' ich mich zur Ruhe nieder: zeigt sich mir das Leichenkleid. Denn der Schlaf der Nacht stellt mir meinen Todesschlummer fuͤr; und das Bette will mir sagen: einst wirst du ins Grab getragen. 6. Dieß, Gott, lehre mich bedenken, der ich oft so sicher bin! Will die Welt mich anders lenken: ach, so schreib in meinen Sinn: du mußt sterben, Menschenkind! daß der Sünde Lust zerrinnt, die mir kuͤhle kurz ch ein mit d wir if ge⸗ wel⸗ letzte Gott 'e kei⸗ deckt. wohl naus erheit erben neine der mich t sich Denn stellt mmer Ümir ins mich sicher mich reib mußt daß „ die mir Vom Tode. mir sonst in eiteln Sachen will den Tod geringe machen. 7. Laß mich nicht die Bu⸗ ße sparen, bis die Krankheit mich ergreift; sondern bei ge⸗ sunden Jahren, ehe sich die Suͤnde haͤuft, da schon laß mich Buße thun, daß das allerletzte Nun mich befrei' von aller Suͤnde, und mit dir versoͤhnet finde. 8. Nun, mein Gott, du wirst es machen, daß ich froͤh⸗ lich sterben kann. Dir be⸗ fehl'ich meine Sachen, nimm dich meiner Seele an! Dei⸗ nes Sohnes theures Blut komme mir alsdann zu gut, daß die letzte Stund' auf Er⸗ den mir die schoͤnste moͤge werden! 829. Fuͤrbitte fuͤr Sterbende. Mel. Mitten wir im Leben sind ꝛe. Storke, die zu dieser Zeit, da wir, Herr, dir sin⸗ gen, muͤde, stumm, in kaltem Schweiß mit dem Tode rin⸗ gen! Du nur kannst sie er⸗ quicken. Sie liegen da, und sehn hinab in das schaͤuer⸗ volle Grab. Heiliger, Schoͤ—⸗ pfer, Gott! Heiliger, Mitt⸗ 7⁵¹ ler, Gott! Heiliger, barm⸗ herziger Troͤster, du ewiger Gott! Laß sie nicht versin⸗ ken in des Todes letzten Angst! Erbarm' dich ihrer! 2. Wer mit einem Was⸗ sertrunk der Geringsten einen deiner Treuen labt, soll froh im Gericht erscheinen. Wir labten, Herr, sie gerne! Al⸗ lein kein Trunk mehr kuͤhlet die! Darum beten wir fuͤr sie. Heiliger, Schoͤpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, barmherzi⸗ ger Troͤster, du ewiger Gott! Laß sie nicht erliegen, Herr, Herr, Herr, Gott! Im Ge⸗ richt erbarm' dich ihrer! 3. Ach, selbst Jesus Chri⸗ stus hat diesen Kelch getrun⸗ ken; ist, von vielmehr Quaal umringt, in das Grab ge⸗ sunken! Um seines Todes willen hoͤr'unser thraͤnenvoll Gebet, das fuͤr sie um Gnade fleht! Heiliger, Schoͤpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, barmherzi⸗ ger Troͤster! um Gnade fuͤr sie! Laß sie sanft entschlum⸗ mern! Trockne, trockn' in jener Weit all' ihre Thraͤ⸗ nen! 85⁰. 7⁵² Ilger od Mel. Wachet auf! ruft uns ꝛ0. terben fuͤhret uns zum Leben. Seyd froͤhlich, die ihr Gott ergeben! Des Todes Macht ist laͤngst da⸗ hin! Nur der Leib wird einst verwesen, der Geist lebt fort und wird genesen; den Frommen ist der Tod Ge⸗ winn. Was ist's, das an uns stirbt? Die Suͤnde nur verdirbt. O welch ein Trost! Gelobt sey Gott, in Todes⸗ noth! Er hilft den Seinen durch den Tod. 2. Dann ist alles uͤber⸗ wunden. Die Seel' ist da der Last entbunden, und ewig alles Jammers los. Ihre Freuden sind unendlich, ihr Gott wird ihr als Gott recht kenntlich, und seine Majestaͤt recht groß. Gott ist ihr Lob⸗ gesang. Ganz Freude und ganz Dank, jauchzt sie ent— zuͤckt vor seinem Thron im hoͤhern Ton! gelobt sey Gott gelobt sein Sohn! 5. Sollt' uns noch das Grab anfechten, da Jesus sitzt zu Gottes Rechten, der Vom Tode. von dem Tod' erstanden ist? Un ser Haupt kann nicht mehr sterben; wie koͤnnte denn sein Glied verderben? Ich bin sein Glied, ein wahrer Christ. Drum schreckt mich nicht die Gruft, daraus er einst mich ruft. So wahr er lebt! Er nimmt auch mich dereinst zu sich. Erloͤste Seele, freue dich! 4. Ja, du wirst vor Gott noch treten, mit frohem Dank den anzubeten, den aller Him— mel Loblied preist. Jesus wird dich mit den Freuden der Auserwaͤhlten ewig wei— den, und du wirst schau'n, was er verheißt. O Tod, was bist du mir? Des rech⸗ ten Lebens Thuͤr! Gott oͤff⸗ net sie! O Herrlichkeit! In Gott erfreut, sing' ich ihm Dank in Ewigkeit. 831. Mel. Wer weiß, wie nahe mir ꝛe. H Gott, du kennest mei⸗ ne Tage; du siehst, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern tra— ge, die irdisch und zerbrech⸗ lich sind. Drum mache du mich ist? mehr nsein bin hrist. )t die mich Er ist zu freue Gott sprochne Heil. Vom mich allezeit zum Sterben fertig und bereit. 2. Laß mich nach der Er— kenntniß streben, daß du mir, Herr, mein Ziel bestimmt, und daß mein ungewisses Le⸗ ben vielleicht gar bald ein Ende nimmt. Ja, lehre du mich deinen Schluß, daß ich die Welt verlassen muß. 5. Hier hab' ich lebens— lang zu lernen, mich von der Suͤnde abzuziehn; mich von der Erde zu entfernen, und um den Himmel zu bemuͤhn, weil nur der Tod allein be⸗ weist, was Christenthum und Glaube heißt. 4. Ich muß ja nach der Wohnung trachten, in der ich ewig bleiben kann; drum lehr' mich auf den Himmel achten, den seh' ich, als mein eigen, an. So wird mein Haus hier auf der Welt, und auch im Himmel, wohl bestellt. 5. Mein Herz ist nur im Himmel droben; denn da ist auch mein Schatz und Theil, den hat mir Jesus aufge— hoben, dort ist das mir ver— Die Welt⸗ lust ist mir viel zu schlecht; To de. 735 im Himmel ist mein Buͤr gerrecht. 6. Wohlan! so will ich taͤglich sterben, ich lebe so, als lebt ich nicht; und also kann ich nicht verderben, wenn mir der Tod die Augen bricht. Erfreulich ist mein En de mir! Denn du, mein Jesu, lebst in mir. 7. Dein Bote kann mich nicht erschrecken; die Welt nur schreckt sein traurig Bild. Mir kann er lauterLusterwek⸗ ken, sein Anblick ist mir sanft und mild. Wo man mit ihm Bekanntschaft hat, da hat das Schrecken keine Statt. 8. Ey, kommt, ihr ange⸗ nehmen Stunden, komm, ei⸗ le, mein Erloͤsungstag, da ich, von aller Noth entbun⸗ den, zum Leben sterbend drin⸗ gen mag! Da find' ich, von des Hoͤchsten Hand geleitet, mein gelobtes Land. 9. Doch, Herr, dir will ich mich ergeben; dir, dessen Eigenthum ich bin. Du lieb⸗ ster Jesu, bist mein Leben, und Sterben bleibet mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; sey du nur mein, so gnuͤget mir. 10. Willst 75⁴ 10. Willst du mich laͤnger leben lassen: so geb' ich mich geduldig drein. Und soll ich heute noch erblassen: so wird dein Schluß mein Wille seyn. Wer deinen Rath er⸗ kennt und ehrt, der ist zum Himmelreich gelehrt. 11. Laß dich, mich und die Welt erkennen! dich, daß du mir mein Alles bist; mich, daß ich Staub und nichts zu nennen; die Welt, daß sie mein Kampfplatz ist. Wer dich, sich und die Welt erkennt, der macht ein rich⸗ tig's Testament. 832. Mel. Aus meines Herzens ꝛc. D. letzte meiner Tage ist mir vielleicht nicht fern. O dann wird meine Klage ein Lobgesang dem Herrn! Vollbracht ist dann mein Lauf. Ich trete zu dem Thro⸗ ne, und Gott setzt mir die Krone der Ueberwinder auf. 2. Fuͤr seines Reiches Er⸗ ben hat Jesus mich erklaͤrt. Was fuͤrcht' ich mich, zu ster⸗ ben, wie er mich sterben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn! Daß ich ganz gluͤcklich wer⸗ Vom Tode. de, entschwing' ich mich der Erde, und geh' zum Him⸗ mel hin. 5. Nicht mich, nur meine Buͤrde, verschließt die finstre Gruft; mich hebt zu hoͤhrer Wuͤrde mein Vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den Tod. Der reißt die Suͤndenglieder, den traͤ⸗ gen Leib darnieder;! mich selbst fuͤhrt er zu Gott. 4. Ich, der Gefahr ent⸗ ronnen, geh' aus dem Kampf hervor; hoch uͤber alle Son⸗ nen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reih'n der Engel, meiner Bruͤder, in ihre hohen Lie— der stimm' ich mit Jauchzen ein. 5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld auf mich herab, dem er, mit seinem Sohne, das Recht der Kind ⸗ schaft gab. In seiner Ewig⸗ keit wird er mit groͤßern Freuden die Auserwaͤhl— ten weiden, die hier sich ihm geweiht. 6. Die Leiber seiner Frommen sind Saat von ihm gesaͤ't; die Freudenzeit wird kommen, da reif die Aerndte ch der Him⸗ meine finstre oͤhrer „ der mich reißt en traͤ⸗ mich rent⸗ dampf Son⸗ laub' in die neiner in Lie⸗ uchzen einem mich einem Kind⸗ Swig⸗ ßern waͤhl⸗ h ihm seiner von enzeit if die erndte Vom Tode. Aerndte steht. Dann wird der Aerndtetag ein neues ew'ges Leben auch meinem Staube geben, der tief im Tode lag. 7. Mit dir steh' ich im Bunde, Herr, meines Le⸗ bens Fuͤrst, der du mir einst die Stunde des Todes sen⸗ den wirst. Erhalt' mich stets bereit im Glauben deiner Frommen, bis einst die Zeit wird kommen, die mich und sie befreit. 8. Dann geh' ich, frei von Kummer, des Todes dunkle Bahn; mir bricht nach kur⸗ zem Schlummer ein ew'ger Morgen an. Heil mir! Er ist nicht fern, der letzte meiner Tage! er koͤmmt, und alle Klage wird Lobgesang dem Herrn. 833. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. Wie sanft sehn wir den Frommen, nun bald der Erd'entnommen, sich sei⸗ nem Ziele nah'n! Wo sich des Lebens Freuden vom fre— chen Sunder scheiden, da gehn des Christen Freu⸗ den an. 2. Er laͤchelt seinem En⸗ de, und hebt voll Dank die Haͤnde zu seinem Vater auf, der, bei der Welt Verder⸗ ben, so froh ihn lehrt zu ster⸗ ben, nach einem wohl voll⸗ brachten Lauf. 3. Sein ruhiges Gewis⸗ sen bebt nicht vor Finsternis⸗ sen der freudenleeren Gruft; die dunkeln Todespfade er⸗ leuchtet ihm die Gnade des Gottes, der ihn zu sich ruft. 4. Hier fließen keine Thraͤ⸗ nen der Angst; hier aͤchzt kein Stoͤhnen der Reu', die ihn zerreißt; sein Herz, zu Gott erhoben, empfaͤngt den Trost von oben, und Fried' und Freud' im heil'gen Geist. 5. Er segnet froh die Sei⸗ nen, die um sein Lager wei⸗ nen, ermahnt und troͤstet sie; und, seiner Treue wegen, er⸗ fuͤllt Gott seinen Segen, und weichet auch von diesen nie. 6. Voll froher Jubellie⸗ der sieht er zur Erde nieder, und schwingt sich himmelan; er stimmt in frohe Choͤre Anbetung, Preis und Ehre dem Mittler, seinem Hei— land, an. 7. Laß, Hoͤchster, mich bestreben, so in der Welt zu leben, 736 Vom Tode. leben, wie man dieß Gluͤck heit Werth durch Jesu Zu⸗ erwirbt! Damit ich einst, ein Erbe der Seligkeit, auch sterbe, wie ein Gerechter, Frommer stirbt. 834. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r ꝛc. Des Todes Grau'n, des Grabes Nacht flieht, Herr, vor deiner Wahrheit Macht; mein Geist, erhellt von deinem Licht, bebt vor des Leib's Zerstoͤrung nicht. 2. Es faͤllt nur diese Huͤtte hin, mit der ich hier umge⸗ ben bin; ich selber, lebend, wie zuvor, schwing' aus den Truͤmmern mich empor. 3. Ein innres maͤchtiges Gefuͤhl verkuͤndigt mir mein hoͤhres Ziel; dieß Streben nach der Ewigkeit erhebt mich uͤber Erd' und Zeit. 4. Dich, Hoͤchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe Vater dich genannt; in dieser Seelenwuͤrde liegt ein Hoffnungsgrund, der nim— mer truͤgt. 5. Dein Wort zeigt mir die bessre Welt; so ist mein Glaube fest gestellt. Wie herrlich wird der Mensch⸗ sag' aufgeklaͤrt! 6. Gluͤcksel'ge Aussicht, auch fuͤr mich! Entzuͤckt hebt meine Seele sich; ich seh' im Geist des Christen Lohn, ich sehe meinen Him⸗ mel schon. 5. Da find' ich, was dein guter Rath zu meinem Wohl geordnethat; genieße deines Gnadenblicks und der Voll⸗ endung meines Gluͤcks. 8. Viel Freude gabst du mir schon hier; o Guͤtiger, wie dank' ich's dir! Stets folgte kleinerm Ungemach die groͤßere Versuͤßung nach. 9. So hat schon dieser Kindheitsstand der hoͤhern Hoffnung Unterpfand; die Liebe, die mich hier begluͤckt, die bleibt, und segnet un⸗ verruͤckt. 10. Des freudigsten Ver⸗ trauens voll, erwart' ich, was mir werden soll, wenn ich, von Suͤnd' und Noth be— freit, nun reife zur Voll⸗ kommenheit. 11. Der Tod darf mir nicht schreckend seyn; er fuͤhrt zum waͤhren Leben ein. Durch Gottes Kraft besiegt mein u Zu⸗ ssicht, itzuͤckt ich zristen Him⸗ s dein Wohl deines Voll⸗ bst du itiger, Stets ach die ch. dieser oͤhern 3 die luͤckt, t un⸗ Ver⸗ „was n ich, be⸗ Voll⸗ f mir ziher Vom Tode. mein Herz der Krankheit Last, der Trennung Schmerz. 12. Wenn hier von uns, die Gott vereint, der Letzte auch hat ausgeweint; dann wird ein frohes Wiedersehn auf ewig unser Gluͤck erhoͤhn. 15. Hert unsrer Tage, fuͤhre du uns alle diesem Ziele zu, daß uns, bei standhaft frommer Treu, des Lebens End' erfreulich sey. 835. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. Selg, Gott, sind die, die nun schon in ihrem kuͤh⸗ len Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich deiner groͤßten Gabe, eines ew'gen Lebens, freun; moͤchten wir es auch schon seyn! 2. Doch du willst's. Wir leben noch muͤhsam hier in Pilgerhuͤtten. Alle trugen einst das Joch, die des Le⸗ bens Kron' erstritten. End— lich aber fhrt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 3. Jesus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhuͤt⸗ ten, noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Welt er⸗ 737 ihn sehn, und durch ihn im Kampf bestehn! 4. Was ist diese Lebens⸗ zeit? Ach, nur eine kurze Stunde, gegen jene Ewig⸗ keit! Gleichwohl koͤmmt auf diese Stunde, die Gott bald verkuͤrzen kann, unser ew'ges Schicksal an. 5. Gieb uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu nuͤtzen, und beim Schluß der Pilger⸗ schaft wollest du uns unter⸗ stuͤtzen, daß wir freudig auf dich sehn, und getrost zum Tode gehn! 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt; daß du uns wirst auferwecken, diesen Trost der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! Floͤß' uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode froh zu seyn! 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen: wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen! Auch fuͤr unsre Todesnacht riefst du einst: es ist voll⸗ litten. Laß uns glaͤubig auf bracht! Aa a 856. 75 Vom Tode. 836. Christ, der du mein Heih ge⸗ worden bist; hilf mir und Mel. Ich bin, o Herr, in ze. allen Frommen. Laß auf der Meinebenistein ubunge⸗ Selbstverleugnung Pfad, stand, der Himmel ist den selbst dein Fuß gewandelt mein Vaterland, nicht find' hat, mich hin zum Ziele kom⸗ ich Ruh auf Erden. Ich men. Streit ich mit dir nur suche meines Gottes Stadt, standhaft hier; so herrsch' ich die er uns dort erbauet hat; ewig auch mit dir. da werd' ich selig werden. 5. Verleihe mir Bestaͤn⸗ Mein Leben ist ein Uebungs⸗ digkeit, laß mich mit Uner⸗ stand, der Himmel ist mein schrockenheit den Weg der Vaterland. Tugend gehen. Fall' ich: so 2. Wie Schatten vor der hilf mir gnaͤdig auf; hilf mir Sonne fliehn; so fliehet mei⸗ vollenden meinen Lauf; laß ne Zeit dahin. Hier ist nicht, fest in Noth mich stehen; ge⸗ was ich waͤhle. Ich eile trost auf deinen Schutz ver⸗ nach der Ewigkeit. Ach, ma⸗ traun, und selig einst dein che mich dazu bereit, bewah⸗ Antlitz schaun! re meine Seele! Gieb, daß ö ich, als ein wahrer Christ, 837. stets suche, was im Him⸗ Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. mel ist. iIch steh' mit einem Fuß im 3. Der Tugend Hinder⸗ Grabe! Es ist um einen nisse, Gott, sind viele: Truͤb⸗ Schritt gethan: so bricht sal, Noth und Spott muß die Huͤtte, die ich habe, die oft der Fromme leiden. Der nichts, als Schwachheit, ⸗Weg ist schmal, und weit heißen kann. Drum sey mir das Ziel; und doch sind sei⸗ stets ein Wort bewußt: be⸗ ner Feinde viel, und wenig denke, daß du sterben mußt! oft der Freuden. Und den⸗ 2. Dem Menschen ist ein noch solls ihn nie gereu'n, dein Ziel gesetzet, und niemand Pilger hier, o Gott, zu seyn. sagt ihm dieß voraus. Wenn 4. Hilf darum mir, o Jesu man am sichersten sich schaͤz⸗ zet: Vom Tode. 759 üilge.⸗ zet: so ist das Gluͤck des Le⸗Frieden ruhen sie von aller und bens aus. Drum schreib'ich Sorg' und Muͤh'. Hilf, üif der stets in meine Brust: be⸗ o Jesu! Vor Gotkes Thron, fad, denke, daß du sterben mußt! zu dir, o Sohn, begleiten ndelt 5. Wie mancher ist vor⸗ ühre Werke sie. kom. an ge angen! Wer weiß, 2. Dank, Anbetung, Preis ö geg g, rnur, wenn ich ihm folgen muß! und Ehre, Macht, Weisheit, b'ich Der Tod giebt oft den ro⸗ ewig, ewig Ehre sey dir, Ver⸗ then Waͤngen ganz unver— soͤhner, Jesu Christ! Ihr, der estaͤn, hofft den kalten Kuß. Drum Ueberwinder E oͤre, bringt 9 Uner⸗ weg, mein Herz, mit eitler Dank, Anbetung,‚ Preis und der Lust! Bedenke, daß du ster⸗Ehre dem, der fuͤr uns ge⸗ Runt ben mußt! storben ist! Er sank, wie wir, ö il ich ins Grab! Wischt unsre 5 laß 4. Woblan! so will ich Thraͤnen ab, alle Thraͤnen! ge. kaͤglich sterben, daß ich nicht ö ID 9 ö 16 Er hat's vollbracht! Nicht 3ver. ewig sterben muß! Ein Klu⸗ Tag, nicht Nacht, wi dein ger fliehet das Verderben, Lad, acht, wird dort ott ꝛc. iß im einen 'richt „die eit, mir be⸗ iußt! st ein nand Benn chaͤz⸗ zet: und macht sich diesen festen Schluß: o Mensch, in al⸗ lem, was du thust, bedenke, daß du sterben mußt! 838. Bei Begraͤbnissen. Mel. Wachet auf! ruft uns ꝛc. Seis sind des Himmels Erben, die Todten, die auf Christum sterben! Sie gehen ein zur Herrlichkeit. Nach den letzten Augenblik— ken des Todesschlummers folgt Entzuͤcken; folgt Won⸗ ne der Unsterblichkeit. In an seinem Throne seyn. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne, scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn! Heil, nach dem wir weinend rangen, nun, nun bist du uns aufgegan⸗ gen, nicht mehr im Dun⸗ keln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr! Der Tod ist nun nicht mehr! Preise Jesum! Er sank hin⸗ ab, wie wir, ins Grab. Er ging zu Gott; wir folgen ihm! Aaa 2 839. 839. Mel. Nun lasset uns den Leib ꝛe. B'srabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir saͤen ihn; einst bluͤht er auf, und steigt verklaͤrt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr. Er war schon Staub, und wird's nur mehr. Er liegt, er schlaͤft; doch er erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus al⸗ ler ihrer Noth, von aller ih⸗ rer Missethat, durch seinen Sohn, erloͤset hat. Hier hat ihn Truͤbsal oft gedruͤckt; nun wird er, Gott, von dir erquickt. Hier wandelt'er im finstern Thal; nun ist er frei von Schmerz und Quaal. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab; nun wischt Gott seine Thraͤnen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erloͤster, schlaf' in Ruh'! Wir gehn Vom Tode. nach unsern Hutten zu, und machen zu der Ewigkeit durch frommes Leben uns bereit. 7. Ach, Fesu Christ, dein bittrer Tod staͤrk' uns in un⸗ srer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, und selig unser Ende seyn! 840. Mel. Nun lasset uns den Leib ꝛe. Se gieb denn, fromm be⸗ muͤhte Schaar, der Erde das, was Erde war, verschaff den Muͤden hier im Sand die Ruhe, die er einst nicht fand! 2. O Ruhe, Wunsch des Duͤrftigen, du letzter Trost des Weinenden! Wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thraͤne weiter fließt. 5. Hier endet sich der Feinde Trutz; hier findet der Gedrängte Schutz; hier wird im suͤßen Schlaf erquickt, den manche Hitz' und Last gedruͤckt. 4. Hier worcht die Hoheit mit dem Gluͤck, der bloße Mensch bleibt nur zuruͤck. Vier Bretter und ein Lei— chenkleid sind nun die ganze Herrlichkeit! 5. Hier Zwei juͤngs unven „ und durch reit. „dein in un⸗ unsre selig Leib ꝛc. im be⸗ „der war, ier im r einst ch des Trost 0o alle Hkeine ha der het der r wird quickt, d Last Hoheit bloße uruͤck. n Lei⸗ ganze Hier Vom To de. 741 5. Hier hoͤrt der Kampf froh bei Gott, der sie von des Christen auf; vollendet aller Suͤndennoth aus gro⸗ ist sein saurer Lauf. Geist eilt in sein Vaterland, ist ganz begluͤckt in Gottes Hand. 6. Gebracht zur Schaar der Siegenden und zu der En⸗ gel Tausenden, schaut solcher Gott nun, wie er ist, und sei⸗ nen Heiland, Jesum Christ. 7. Nimm den gezaͤhlten Staub, o Gruft, bis ihn einst Jesus Christus ruft; bis er, was nun der Tod zerstoͤrt, einst neu belebet und verklaͤrt. 8. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn, und freudig ihr entgegen gehn! 841. Nin lasset uns den Leib be— grab'n, indem wir keinen Zweifel hab'n, er werd' am juͤngsten Tag aufstehn, und unverweslich hervorgehn. 2. Erd' ist er und von der Erden, wird auch zur Erd' wieder werden, doch von der Erd' einst auferstehn, wann Gottes Stimme wird ergehn. 35. Die Seele lebt nun Der ßer vaͤterlicher Gnad' durch seinen Sohn erloͤset hat. 4. Sein Jammer, Truͤb⸗ sal und Elend ist kommen zu ein'm sel'gen End'. Er hat ge⸗ tragen Christi Joch; er starb, und dennoch lebt er noch. 5. Die Seele lebt ohn' alle Klag', der Leib schlaͤft bis zum juͤngsten Tag, an welchem Gott ihn wird verklaͤr'n, und ew'ge Freude ihm gewaͤhr'n. 6. Hier ist er in Angst ge⸗ wesen; dort aber wird er ge⸗ nesen, in ew'ger Freud' und Wonne hell leuchten, als die Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hier in Ruh', und gehn nach un sern Haͤusern zu, und schik⸗ ken uns mit allem Fleiß; der Tod koͤmmt uns auf gleiche Weis. 8. Das helf uns Christus, der uns troͤst't, und uns durch sein Blut hat erloͤst von To⸗ desfurcht und ew'ger Pein. Ihm sey Lob, Preis und Ehr' allein! 1. Begrabet mich nun im⸗ mer hin, wo ich so lang' ver⸗ wahret 742 Vom wahret bin, bis Gott, mein treuer Seelenhirt, mich wie⸗ der auferwecken wird. 2. Ja, freilich werd' ich durch den Tod zu Erd' und Asche, Staub und Koth; doch wird dieß schwache Fleisch und Bein von mei⸗ nem Gott bewahret seyn. 3. Der Seele schadet nicht der Tod; sie lebt bei Christo, ihrem Gott, der, durch des Todes Bitterkeit, sie hat erloͤst zur Seligkeit. 4. Was mich fuͤr Truͤbsal hat verletzt, wird nun mit Himmelslust ersetzt; die Welt war mir ein Jammer⸗ thal, dort aber ist der Freu⸗ densaal. 5. Wenn einstens Erd' und Himmel bricht, und Gott wird halten sein Ge— richt: so wird mein Leib ver⸗ klaͤrt erstehn, unsterblich in den Himmel gehn. 6. Wie manche Wider⸗ waͤrtigkeitshatt' ich in meiner Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt, als lau⸗ ter Herrlichkeit und Lust. 7. Ja, laßt mich nur in meiner Ruh', und geht nach eurer Wohnung zu! Ein je⸗ Tode. der denke Tag vor Tag, wie er auch selig sterben mag. 842. Mel. Freue dich, o meine ꝛe. Lasset ab, ihr meine Lieben, lasset ab von Traurigkeit! Was wollt ihr euch mehr betruͤben, da ihr deß versi⸗ chert seyd, daß ich alle Quaal und Noth uͤberwunden, und bei Gott mit den Auserwaͤhl— ken schwebe voller Freud', und ewig lebe! 2. Deren Tod soll man be⸗ klagen, die dort in der Hoͤl⸗ lenpein leiden ihrer Suͤnden Plagen, so nur zu erdenken seyn; doch, wenn Gott je⸗ mand zu sich in den Himmel nimmt, wie mich, und mit Wonnestroͤmen traͤnket: wer ist, der sich druͤber kraͤnket? 5. In des Welterloͤsers Wunden schloß ich mich im Glauben ein; alles hab' ich hier gefunden, was mir nur kann selig seyn. Erist die Ge⸗ rechtigkeit, die vor Gott gilt jederzeit.Wer dieselb'ergreist im Glauben, dem kann nichts den Himmel rauben. 4. Sagt nicht, ich sey um⸗ gekommen, ob ich gleich ge— storben Vom storben bin; mich hat Gott zu sich genommen, Sterben ist nur mein Gewinn. Vor dem Ungluͤck hat er mich hin⸗ gerafft so vaͤterlich; keine Truͤbsal kann mich pressen, aller Angst ist nun vergessen. 5. Mein Leib schlaͤft in sei⸗ ner Kammer ohne Unruh', sanft und wohl; hier ver⸗ schlaͤft er allen Jammer, des⸗ sen alle Welt ist voll. Meine Seele schauet an den, der nichts, als lieben kann, der in sein Reich mich versetzet, und mit hoͤchster Freud' er⸗ goͤtzet. 6. Alle Noth muß hier ver⸗ schwinden, Hunger, Theu— rung, Pest und Streit, und was mehr gehaͤufte Suͤn⸗ den bringen fuͤr Beschwer⸗ lichkeit. Selbst der Tod, der als ein Schwerdt unser banges Herz versehrt, ist nicht mehr; ein seligs Ster⸗ ben laͤßt uns ewig nicht ver⸗ derben. 7. Aller Noth bin ich ent⸗ gangen; nichts ist, das mich aͤngsten kann! Fried' und Freud' hat mich umsangen; hier faͤllt mich kein Feind mehr an. Ich bin sicher To de. 74 ewiglich, in der Hand des Herrn, der mich ihm zum Eigenthum erworben, da er ist am Kreuz gestorben. 8. Euch, ihr meine liebsten Freunde, die ihr weinet in der Welt, schuͤtzet wider alle Feinde Gottes Sohn, der starke Held. Seyd und bleibt ihm nur getreu! Seine Gnad' ist taͤglich neu. Will euch jemand hier betruͤben: wird er desto mehr euch lieben. 9. Nun, ich will euch dem befehlen, der sich euren Vater nennt, der die Thraͤ⸗ nen pflegt zu zaͤhlen, dem sein Herz fuͤr Liebe brennt. Der wird euch in eurem Leid troͤ⸗ sten, und zu seiner Zeit an den Ort, da ich bin, fuͤhren, wo kein Schmerz euch wird beruͤhren. 10. Da wird uns der Tod nicht scheiden, der uns itzt geschieden hat; Gott wird selbst alsdann uns weiden, und erfreu'n in seiner Stadt. Ewig, ewig werden wir, als im Paradiese, hier mit ein⸗ ander triumphiren, und ein himmlisch Leben fuͤhren. 1 N 5 7 . UW 4 l. N II I R x II II 0 I 7⁴4 XXXIII. Vom gegenwaͤrtigen Leben. 843.— O Hoͤchster, welch Erbarmen! Du sorgest fuͤr Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. mich Armen, und bist Di dank ich fuͤr mein Le⸗ Vater, der verzeiht. ben, Gott, der du mir's 6. Fuͤr alle deine Treue, gegeben; ich danke dir dafuͤr. fuͤr das, deß ich mich freue, Du hast, von Huld bewogen, lobsinget dir mein Geist. mich aus dem Nichts gezo⸗ Dein groͤßestes Geschenkeist gen; durch deine Guͤte bin er, durch den ich denke; dein ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich vaͤterlich gelei⸗ tet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Gluͤck. 3. Ich bin, Herr, aller Dinge, der Treue zu gerin⸗ ge, mit der du mich bewacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig gluͤcklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hoͤrtest schon mein Sehnen, und zaͤhltest meine Thraͤnen, eh' ich bereitet war; eh' ich zu seyn begonnte, und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sah'st doch meine Suͤnden vorher von Ewig⸗ ist's, daß erdich froͤhlich preist. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausruͤstest, dieß, Vater, dank ich dir; daß du mich liebreich fuͤhrest, mit deinem Geist re⸗ gierest, dieß alles, Vater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem Le⸗ ben noch nuͤtzt, wirst du mir geben; du gieb'st, ich hoff! auf dich. befehle in meinen Leib und Seele! Herr, segne und be⸗ huͤte mich! 844. Am Geburtstage. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛe. Mie Freuden, Gott, lob— sing' ich dir! Du riefst auch mich ins Leben, und gabst so Leib, als Seele, mir, zu Dir, Vater, dir u. velch t fuͤr tein reue, reue, eist. keist dein reist. eben draft dank reich st ve⸗ ater, Ich war so huͤlflos; war so schwach; und doch, o Vater, doch gebrach mir niemals nLe⸗ ümir boff „dir und obe⸗ c. lobͤ⸗ iefst und mir, zu Vom gegenwaͤrtigen Leben. zu dir mich zu erheben. Ge⸗ segnet sey der Augenblick, da ich, zu meinem ew'gen Gluͤck, das Licht der Welt erblickte! 2. Ich ward durch meine Taufé dir zum Kinde darge⸗ geben: und du, mein Gott, verheißest mir durch sie ein ewig's Leben. Vom ersten Oden an schon dein, mit Leib und Seele dein zu seyn. Gott, welch ein Heil und Segen! 5. Du reichtest deine Kraft mir dar, den Odem, den ich haͤuchte, den Schlaf/ der mir so heilsam war, abst alles, was ich brauchte. Huͤlf' und Pflege. 4. Du zogst des Vaters Herz zu mir durch milde, sanfte Triebe; der Mutter Brust empfing von dir den Eifer ihrer Liebe; und beiden ward, mir unbewußt, die Muͤhe der Erziehung Lust; mir ihre Sorge Segen. 5. Ich lernte fuͤhlen, hoͤ— ren, seh'n; versuchte bald zu stammeln; der Aeltern Win⸗ ke zu verstehn, Gedanken ein⸗ 74⁵ zusammeln; ich lernte Recht, Gesetz und Pflicht, aus Bei⸗ spiel und aus Unterricht, und aus der Fehler Strafen. 6. O wie viel Freuden schenktest du der Kindheit und der Jugend! Du riefst mir, wenn ich irrte, zu; du fuͤhrtest mich zur Tugend. Du hemmtest meiner Thor⸗ heit Lauf. Ich fiel; du halfst mir wieder auf, durch Lehrer und durch Freunde. 7. Du fuͤhrtest mich nach deinem Rath auf allen mei⸗ nen Wegen; kamst, wenn ich dich um Gnade bat, mit Gnade mir entgegen. Dein Schutz war meine Zuver⸗ sicht: im Finstern war dein Wort mein Licht, mein Trost in allen Leiden. 8. Oft hießest du mich Pfade gehn, die ich nicht wandeln wollte; der Aus⸗ gang lehrte mich verstehn, warum ich folgen sollte. Oft dacht'ein Feind, nun woll' er mich verderben; doch er ward durch dich ein Werkzeug meiner Freude. 9. So weislich hast du jederzeit, mein Vater, mich geleitet; durch jede Wider⸗ waͤr⸗ ö N ů „ . IIN 746 Vom gegenwaͤrtigen Leben. waͤrtigkeit viel Segen mir bereitet. Ich bete dich be⸗ wundernd an! O daß ich nicht so danken kann, wie ich dir danken sollte! 10. Wie lang' ich hier noch wallen soll, hast du mir zwar verborgen; doch uͤber— laß' ich hoffnungsvoll dieß, Vater, deinen Sorgen. Ich fuͤrchte nicht die Ewigkeit, wenn ich in meiner Pilgerzeit nur fromm und heilig lebe. 12. Wohl mir, wenn ich versichert bin, daß ich einst selig werde! Ist deine Gnade mein Gewinn, was frag' ich nach der Erde! Wie werd' ich dann dichlebens satt, wenn meine Seele dich nur hat, in deinem Himmel preisen! 12. Fern oder nahe sey mein Tod, wenn er mir nur am Ziele, gleich einemFreun⸗ de, winkt; nicht droht: ob ich sein Graun gleich fuͤhle. Wenn du nur mein Gebet erfuͤllst: so rufe, Gott, mich, wenn du willst. Ich will mit Freuden 1845 5. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. D laͤß'st den Tag mich wieder sehn, da ich nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergehn des Le⸗ bens Bahn betrat. 2. Von ganzem Herzen preis' ich dich, daß mich dein Arm bis itzt ganz unverdient, so vaͤterlich gesegnet und be— schuͤtzt. 3. O haͤtt' ich doch aus Dankbaͤrkeit das nun ver⸗ floßne Jahr so dir und dei⸗ nem Dienst geweiht, als meine Pflicht es war! 4. Doch, ach, ich fuͤhl' es nur zu sehr, wie viel ich hier versaͤumt! wie viel gethan, was nimmermehr mit aͤch⸗ tem Dank sich reimt! 5. Beschaͤmt, mein Gott, fleh' ich zu dir: vergieb mir diese Schuld, und schaff' ein bessres Herz in mir, nach deiner Vaterhuld! 6. Hilf, daß ich in der Folgezeit, geruͤhrt von deiner Treu, voll inniger Erkennt— lichkeit, dir thaͤtigdankbar seyl 7. Schnell fliehen meine Tage hin! Mein Auge sieht's nicht ein, wie laͤng' ich noch auf Erden bin; dein Auge sieht's allein. 8. Bald ist vielleicht mein Ende da. Hilf, daß ich in der t, zu es Le⸗ herzen dein dient, üd be⸗ Kaus ver⸗ · dei⸗ als hl' es h hier than, aͤch⸗ Gott, b mir f' ein nach nder deiner ennt⸗ ar seyl meine sieht's noch Auge mein ich in der Vom gegenwaͤrtigen Leben. der Zeit, die mein noch ist, mit Sorgfalt ja schaff' meine Seligkeit! 9. Darf ich von meiner Pilgerzeit den letzten Tag dann scheun? Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag seyn. 846. JIugend. Mel. Ich danke dir durch deinen ꝛe. Dein ist auch meine Ju⸗ gendzeit, du Herr von meinem Leben! So sey sie denn auch dir geweiht, ge⸗ weiht zum frommen Leben! 2. O staͤrke den Entschluß in mir, um deiner Liebe wil⸗ len, und gieb mir Kraft, sie koͤmmt von dir, ihn treulich zu erfuͤllen. 3. Du bist mein Vater, ich dein Kind; mein Gluͤck ist: dich zu lieben. O mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! 4. Du gabst mir den ver⸗ nuͤnft'gen Geist, damit er schon auf Erden dir, den der ganze Himmel preist, Gott, aͤhnlich moͤge werden. 5. O lehre du mich eilen, ihn mit Weisheit auszu⸗ 747 schmuͤcken! Denn meine Tage fliehn dahin, gleich schnellen Augenblicken. 6. Er ist nicht sterblich, nicht von Staub, wie dieser Leib von Erde. Hilf, daß er nie des Lasters Raub, und Raub des Elends werde! 7. Laß mich vor allen Dingen dir nur zu gefallen streben! Was dir mißfaͤllt, sey fern von mir in meinem ganzen Leben! 8. Vor stolzer Selbst⸗ gefaͤlligkeit bewahre meine Jugend! Ihr Vorzug sey Bescheidenheit, ihr waͤhrer Schmuck die Tugend! 9. Gieb mir den sanften stillen Geist, der andre nie verachtet, der dich durch Herzensdemuth preist, sich stets zu bessern trachtet! 10. Die Lust der Eitelkeit laß nicht mein junges Herz entzuͤnden! sie macht mich untreu meiner Pflicht, und bahnt den Weg zu Suͤnden. 11. Bewahr' mein Auge, daß es nie unreine Glut ernaͤhre, und meine Seele, Gott, daß sie die Wollust nicht versehre! 12. Den Umgang, der Ver⸗ 748 Verfuͤhrung droht, und alle Suͤndenfreuden laß mich weit mehr, als selbst den Tod, mit kluger Vorsicht meiden! 15.Die Tugendhaften laß in mir ein Herz, wie ih⸗ res, finden; verknuͤpf'in Un⸗ schuld uns, daß wir der Freundschaft Gluͤck em⸗ pfinden! 1. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile lehrest, ich will dich preisen, Herr, mein Gott, wenn du n erhoͤrest. 847. „W dich, mein ꝛc. J komme vordein Ange⸗ sicht, du Schoͤpfer mei⸗ ner Jugend, verwirf mein kindlichs Flehen nicht um Weisheit und um Tugend! Mein ganzes Leben dank ich dir; Erbarmer, weiche nicht von mir, damit ich deine Wege unsträflich gehen moͤge! 2. Du pflanztest selbst in meine Brust Verlangen nach Vergnuͤgen. Hilf mir den Hang zu jeder Lust, die du verbeutst, besiegen! Dein Vom gegenwaͤrtigen Leben. unausbleibliches Gericht vergesse meine Seele nicht! sie lerne fromme Freuden von eitlen unterscheiden! 5. Wenn sich auf meiner Jugendbahn, Retz zu ziehen, Verfuͤhrer meiner Seele nahn: so laß mich kluͤglich fliehen! Ihr Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht! ihr Spotten und ihr Lachen laß mich nie wankend machen! 4. Der Tügend heilige mich ganz, mein Schoͤpfer Sie werde und Erhalter! meiner Jugend Glanz, und einst mein Trost im Alter! Erhalte mein Gewissen rein; laß keinen meiner Tage seyn, der nicht zu deiner Ehre ge⸗ schmuͤckt mit Tugend waͤre! 5. Olehre mich den Werth der Zeit, daß ich sie nie ver⸗ schwende; daß ich mit kluger Thaͤtigkeit auf Weisheit sie verwende! Laß meiner Ju⸗ gend Fleiß und Muͤh' umsonst nicht seyn, und segne sie! Laß auch durch mich auf Erden dein Werk gefoͤrdert werden! 848. mich in ihr nock nun mei halt 2 licht re, ner Sa 5 tert brat meit fries 1 mit End trar Rest 5 gnuͤ groͤ mit Alte 6 du und dent die icht icht! uden einer ihr ihrer ĩlaß Ibr ferne und ten nie ilige opfer Hherde und ter! 'ein; eyn, e ge⸗ re! zerth ver⸗ uger t sie Ju⸗ sonst Laß rden den! 348. Vom gegenwaͤrtigen Leben. 848. Alt er. Mel. Ich danke dir durch deinen ꝛc. Stetrs warst du meine Zu⸗ versicht, und bist es noch im Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schoͤpfer, mein Er⸗ halter! 2. Ich fuͤhle die Beschwer⸗ lichkeit gehaͤufter Lebensjah⸗ re, und steh' am Rande mei⸗ ner Zeit. Nah' sind mir Sarg und Bahre. 3. Gelobt sey deine Va⸗ tertreu, die mich bis hieher brachte; mir wohlthat, und mein Herz dabei mit dir zu— frieden machte! 4. O sey auch fernerhin mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg', und, voll Ver⸗ traun zu dir, des Lebens Rest vollende! 5. Erhalt' mich in Ver⸗ gnuͤgsamkeit auch bei den groͤßten Plagen, und hilf mir mit Gelassenheit die Last des Alters tragen! 6. Viel heitre Tage gabst du mir, befreit von Sorg und Graͤmen. Wie sollt' ich denn anitzt von dir nicht auch die truͤben nehmen? 7⁴ 7. Es dauert ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa lei⸗ de; und dann gewaͤhrt die Ewigkeit mir ungestoͤrte Freude. 8. Da druͤckt mich keine Schwachheit mehr; ver⸗ juͤngt werd'ich da leben, und wonnevoll dir Preis undEhr' fuͤr deine Treue geben. 9. Hilf, daß ich taͤglich meinen Blick auf diesen Wechsel lenke, und taͤglich dieß mir nahe Gluͤck zu mei⸗ nem Trost bedenke! 10. So bleib ich in Zufrie⸗ denheit auch bei des Alters Schwaͤche, und harre, bis dein Wink gebeut, daß meine Huͤtte breche. 849. Mel. Dir, dir o Hoͤchster ꝛc. err, meines Lebens Kraft Nund Staͤrke, so Herz, als Mund, stimmt dir ein Danklied an. Je mehr ich auf die Proben merke von deiner Huld, die ich nicht zaͤhlen kann: je mehr wird mir die Liebe wunderbar, die stets so sehr fuͤr mich ge— schaͤftig war. 2. Sie sorgte fuͤr mein Heil 75⁵⁰ Heil und Leben, noch eh' ich war, bereits von Ewigkeit; sie hat das Groͤßte mir ge⸗ geben, den Sohn, der mich zu segnen so bereit, auch mir zum Heil fuͤr meine Suͤn⸗ den starb, und mir des Le⸗ bens groͤßten Trost erwarb. 5. Du hast, mein Vater, mich erwaͤhlet, daß ich dein Kind, daß ich dein Erbe sey. Du hast mich zu der Schaar gezaͤhlet, die von der Suͤnde Macht durch Jesum frei, in seiner Kraft auf deinen We⸗ gen geht, und deinen Ruhm mit Preis und Danb erhoͤht. 4. Wie treulich hast du mir gezeiget, was Wahrheit sey, von meiner Jugend an! Wie kraͤftig mir mein Herz geneiget, zu lieben dich, zu gehn auf rechter Bahn! Wie vaͤterlich hast du fuͤr mich ge⸗ wacht! Mit wie viel Segen mich voll Huld bedacht! 5. Ich that so oft nicht deinen Willen; ich unterließ so manche theure Pflicht. Und dein Gebot ganz zu er⸗ fuͤllen, vermag ich, Schwa⸗ cher, auch anitzt noch nicht. O stehe mir mit deiner Gnade bei, und sprich von Vom gegenwaͤrtigen Leben. meiner Schuld mich ewig frei! 6. Du thust's! Ich traue deiner Guͤte, die mich durch h unaussprechlich liebt. Huld mich traͤgt und mir vergiebt; und jauchze froh, so schwach ich immer bin: im Alter auch wirft Gott mich nicht dahin! 7. Du hast mich eine Bahn gefuͤhret, wo jeden Schritt ein neuer Seegen schmuͤckt. Durch dich, dem aller Dank gebuͤhret, war Rath und That fuͤr mich so oft begluͤckt. Ich fuͤhle stets, auch mitten in Gefahr, wie stark dein Arm zu meiner Huͤlfe war. 8. Und noch, da mir die Kraͤfte schwinden, und we⸗ nig Kraft des Lebens uͤbrig ist, laͤß'st du es reichlich mich empfinden, wie maͤchtig du auch in der Schwachheit bist. Du bist mein Schild, der mich bedeckt und schuͤtzt; du bist mein Stab, der fest mich unterstuͤtzt. 9. Bisher hast du mich nicht verlassen; fehlt mir's gleich Ich seh' mit froͤhli⸗ chem Gemuͤthe, wie deine eines allzu mit Ruht leben Gesch gleich traun 2. mir v genbl darin begluͤ Leben nem ein be 3. der 9 deiner ewig kraue durch chlich roͤhli— mir froh, bin: Gott eine jeden egen dem war ich so stets, wie einer ir die we⸗ übrig mich g du hheit hild, uͤtzt; r fest mich nir's leich Vom gegenwaͤrtigen Leben. gleich nicht an manchen sau⸗ ren Tritt. Wie sollt' ich nicht die Hoffnung fassen: du laͤssst mich nicht, auch bei dem letzten Schritt! Fuͤr⸗ wahr, du bleibst auf meiner deine Bahn bei mir, und nimmst 2 ö‚ ‚ zuletzt mit Ehren mich zu dir. Fluͤchtigkeit und Vergaͤnglich⸗ keit dieses Lebens. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. Woi bin ich, Gott, vor dir, ich Staub? Gleich eines Grases Blume, nur allzubald des Todes Raub mit Gluͤck und Lust und Ruhme. Mein Pilgrims⸗ leben hier entfleucht, wie ein Geschwaͤtz des Tags, und gleicht kaum einem Morgen— traume. 2. Und dennoch zeigst du mir von dir so viel in Au⸗ genblicken; entdeckest dich darinnen mir, mich ewig zu begluͤcken. Du machst dieß Leben, dir sey Dank! zu ei⸗ nem heitern Uebergang in ein begluͤckter's Leben. 3. Hier seh' ich, Vater der Natur, im Schatten deiner Werke nur dunkel, 7⁵¹ wie im Spiegel nur, die Groͤße deiner Staͤrke. Wie schoͤn ist, was mein Auge sieht! Und doch, wie viel, mein Gott, entflieht hier nach dem bloͤden Auge! 4. Nein, Vater, deß mein Herz sich freut, du schufst mich nicht vergebens! Was schmeck' ich nicht fuͤr Seligkeit im Traume dieses Lebens! Wie wenig ist's, was ich hier seh', nnd hier von dir, mein Gott, versteh! Doch macht mich das schon selig. 5. So fliehe denn dieß Leben hin, schnell, wie ein Traum; noch schneller! Ich weiß, daß ich unsterblich bin. Dort wird dieß Auge heller; dort seh' ich naͤher, was du bist, und meine Freude, Vater, ist dann ewig und vollkommen. 85 1. Mel. Gott hab' ich alles heim ꝛe. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilen wir zur Ewigkeit! Wie mancher sinkt, eh'er's gedacht, in Todesnacht! O Seele, nimm dieß wohl in Acht! 2. Dieß Leben ist gleich einem 75² Vom gegenwaͤrtigen Leben. einem Traum; gleich einem daß eifrig ich bis an mein leichten Wasserschaum ist alle seine Herrlichkeit. Der Strom der Zeit reißt schnell uns fort zur Ewigkeit. 5. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Es falle Berg und Huͤgel hin; mir bleibt's Gewinn, wenn dein ich todt und lebend bin. 4. So lang' ich noch auf Erden wohn', erwecke mich, o Gottessohn! Verborgen ist mein Todestag, der große Tag! Gieb, daß ich stets bereit seyn mag! 5. Was hilft die Welt in Todesnoth? Was Ehr' und Reichthum nach dem Tod? Bedenk's, o Mensch! was eilest du dem Schatten zu? Kein irdisch Gluͤck giebt wahre Ruh. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist ein bessres Gluͤck bewußt; da⸗ hin allein geht mein Begier, das bleibet mir. Herr Jesu, mich verlangt nach dir. 7. Wie wird mir seyn, wenn ich dich seh', und froh zu deiner Rechten steh'? O mein Erloͤser, staͤrke mich, Ende liebe dich! 852. Absichten dieses Lebens. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ze. Woa ist mein zeitlich's Le⸗ ben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschaͤtzbares Gut: Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Gluͤck beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort aͤrndtet man erfreuet der Tugend Fruͤchte ein. Je laͤnger ich hier lebe, und gut zu handeln strebe, je groͤßer dort mein Gluͤck wird seyn. 5. Sollt' ich dieß Gluͤck mir rauben? O Herr, laß mir, im Glauben der kuͤnft⸗ gen Aerndtezeit, mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verkuͤr⸗ zen, mich in den Tod zu stuͤr⸗ zen, ist wider meine Pflicht. Ein redliches Gemuͤthe lohnt nie mit Undank Guͤte; ent⸗ weicht auch dem Berufe nicht. 5. Was mein ns. der ꝛe. s Le= Gott, zbares „hier el reif mein Saat tman rüchte lebe, strebe, Gluͤck sich im Guten uͤbet, nur der Gluͤck „aß kuͤnft⸗ Leben h und s mir k. erkuͤr⸗ u stuͤr⸗ flicht. lohnt Ment⸗ zerufe Was Vom gegenwaͤrtigen Leben. 5. Was leicht in Krank⸗ heit stuͤrzet, das Leben leicht verkuͤrzet, laß mich mit Sorg⸗ falt flieh'n; doch auch nicht aͤngstlich zagen, fuͤr meine Pflicht zu wagen, was du mir, Gott, fuͤr sie verlieh'n. 6. In deine Vaterhaͤnde befehl' ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage Lauf! Es sey mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben; hilf du nur selbst der Schwachheit auf! 7. Was nuͤtzt ein langes Leben, wenn man nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet, und hat laͤng' und wohl gelebt. 853. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. D gabst mir, Vater, die⸗ ses Leben nicht fuͤr den Augenblick der Zeit. Du hast es mir, mein Gott, ge⸗ geben zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier kann ich nur erst Saamen streu'n; die Fruͤchte aͤrnd' ich dort erst ein. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen; die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfuͤllen, und lehrtest selbst rich meine Pflicht; zur Tu⸗ gend gabst du mir Gefuͤhl, und Freiheit, was ich waͤh⸗ len will. 3. Du gossest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schoͤnheit aus; und schmucktest durch dein maͤchtig's Werde! auch mei⸗ ner Seele irdisch Haus; gabst mir der Sinnen fein Gefuͤhl, und auch dadurch der Freuden viel. 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil dieß mein irdisch Haus zer⸗ bricht. Drum soll ich zwar der Welt genießen, doch als genoͤß' ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Luͤste flieh'n, wenn sie mich hin zur Suͤn⸗ de zieh'n. 5. Dein Unterricht sey nicht vergebens! Gieb, Va⸗ ter, daß ich ihm getreu, und beim Genusse dieses Lebens auch einst zu jenem tuͤchtig sey! Vollkommne Freude wohnt nicht hier; wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 6. Wohl mir, wenn ich B b b es 75⁵4 es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu seyn, und diese kurzen Uebungstage dir und der Tugend ganz zu weih'n; wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben fuͤhrt! 7. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Suͤnde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung uͤberwinde, die meinem Her⸗ st zen Netze stellt; wenn ich ein treuer Kaͤmpfer hier, dort Sieger bin, gekroͤnt von dir! 8. O gieb mir deines Geistes Staͤrke, der du in Schwachen maͤchtig bist; mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist! Das Eitle leh⸗ re mich verschmaͤhn, und auf das ew'ge Kleinod seh'n! 9. Hilf, daß ich in gesun⸗ den Tagen schon oft zu mei⸗ nem Grabe geh', und da, bei Freuden und bei Plagen, auf dich und deine Zukunft seh, da⸗ mit ich, meiner Pflicht getreu, des hoͤhern Lebens faͤhig sey! Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. inst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Vom gegenwaͤrtigen Leben. Erden mein heiliger Beruf; be, weckt wieder aus dem Staube mich, den er einst aus Staub erschuf. 2. Die Erde, da wir wal⸗ len, oft straucheln, steh'n und fallen, ist nur ein Pilgerland, das uns zum Himmel leitet, zur Ewigkeit bereitet; der Frommen kurzer Uebungs⸗ and. 3. So soll nicht Lust, noch Leiden, von meinem Gott mich scheiden, mich, der ich ewig bin! Was ist mein irdisch Leben? Wozu ist mir's gegeben? Wie lange waͤhrt's? so ist's dahin. 4. Einst selig dort zu wer⸗ den, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. So sey all' mein Bestreben, ganz heilig ihm zu leben, ihm, der zur Ewigkeit mich schuf! 855. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛ. Hach fuͤhle, daß ich sterblich bin; mein Leben welkt, wie Gras, dahin, hinfaͤllig gleich dem Laube. Wer weiß, wie unerwartet bald des »ruf; lau⸗ dem einst wal⸗ und and, itet, der ngs⸗ noch Sott rich mein it ange wer⸗ nem Schoͤpfer des Hoͤchsten Ruf an mich erschallt: komm wieder, Staub, zum Staube! 2. Wenn mich das finstre Grab verschlingt, ein tiefes Schweigen mich umringt, mich die Verwesung naget: alsdann bleibt alles doch zu⸗ ruͤck, und haͤtte gleich ein guͤnstig's Gluͤck mir keinen Wunsch versaget. 3. O Thorheit, wenn ich mich verkannt, und nach der ErdeLieblingstand, nach gro⸗ ßem Gut gegeizet! Wenn mich der Ehre schimmernd Kleid und aller Prunk der Eitelkeit zu niederm Neid gereizet! 4. Verlangt mein leiser Wunsch zu viel? Verfolg' ich ein zu weites Ziel auf un⸗ gewissem Pfade? O. Gott, ich beuge mich vor dir! Hier bin ich; es geschehemir nach deiner weisen Gnade! 5. Der Mensch, der auf⸗ geblasne Thor, schreibt sei⸗ Weisheit vor, murrt immer, klagt und weinet! Gott liebt ihn mehr, als er sich liebt, da seine Huld nicht alles giebt, was jedem nuͤtzlich scheinet. Vom gegenwaͤrtigen Leben. 755 6. Er wird auch mein Versorger seyn; und nicht ein irdisch Gluͤck allein will mir mein Vater geben. Dieß Leben ist ein Augen⸗ blick; ein Fruͤhlingstraum das laͤngste Gluͤck; ich soll unsterblich leben! 7. Gedanke der Unsterb⸗ lichkeit, der uͤber Erd' und Welt und Zeit ein edles Herz erhebet, errege dich in meiner Brust, wenn manche Lockung falscher Lust mich zu verfuͤhren strebet! 8. Verderblich im Ge⸗ nusse sind des Lasters Freu⸗ den, die geschwind und stets mit Reue fliehen. Ich bin ein Pilger in der Zeit; nur Freuden einer Ewigkeit ver⸗ dienen mein Bemuͤhen. 9. Drum lenk', o Ewiger, mein Herz schon hier auf Er⸗ den himmelwaͤrts; entreiß' es niedern Luͤsten! Mach' Andre reich; mich mache du nur wei⸗ se, nur voll Seelenruh', nur, Gott, zum wahren Christen! 856. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛc. 3²⁸ Arbeit, nicht zum Muͤßiggang, sind wir, B b b 2 o Gott, 75⁶ o Gott, auf Erden. Drum muͤß' ich auch mein Leben lang kein Knecht der Traͤg⸗ heit werden! Gieb mir Ver⸗ stand und Lust und Kraft, geschickt, und auch gewissen⸗ haft zu thun, was mir ge⸗ buͤhret! 2. Hast du ein Amt: so warte sein! So, Herr, ge⸗ beut dein Wille. O floͤße du den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfuͤlle! Hilf, daß ich stets an Willigkeit, an Einsicht und an Fertigkeit zu meinem Amte wachse! 3. Hilf, daß vor traͤger Weichlichkeit ich standhaft mich bewahre; und, wo die Pflicht mir Muͤh' gebeut, nie meine Kraͤfte spare! Erho⸗ len darfs ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft er⸗ schoͤpft, mich kann zu neuer Arbeit staͤrken. 4. Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, die weit ent⸗ fernt von smeiner Pflicht, verschwenderisch verbringen! Das muͤsse mein Vergnuͤ⸗ gen seyn, mich den Geschaͤf⸗ ten ganz zu weihn, die du mir auferleget! Vom gegenwaͤrtigen Leden. 5. Ein heil'ger Trieb be⸗ lebe mich, o Hoͤchster, meine Pflichten in deiner Furcht, gestaͤrkt durch dich, mit Freu⸗ den zu verrichten! Ein Herz, das sich des Guten freut, giebt zu der Arbeit Munter⸗ keit, versuͤßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverruͤckt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehr⸗ sucht nie verstrickt, gewissen⸗ los zu handeln! Mein Leben deinem Dienst zu weihn; so nuͤtzlich, als ich kann, zu seyn, das sey mir Ehr' und Reich⸗ thum! 7. Dir zu gefaͤllen, sey mein Ziel bei allem, was ich thue! So hat, es gehe, wie es will, doch mein Gewissen Ruhe. Denn wer dir, Hei⸗ ligster, mißfaͤllt, was nuͤtzet dem die ganze Welt mit allen ihren Schaͤtzen? 8. Gieb, daß mein Fleiß in dem Beruf, dazu mich auf der Erde dein weiser Rath, mein Gott, erschuf, mir ein Stufe werde, wor⸗ auf ich nach vollbrachter Zeit zur hoͤheren Geschaͤf— tigkeit des bessern Lebens steige! 857. Vom gegenwaͤrtigen Leben. 857. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Mie dir geh' ich an mein Geschaͤfte, o Gott, du giebst durch deinen Geist mir auch gewiß zur Arbeit Kraͤf⸗ te, so lange du mich leben heiß'st. Laß, dieser Hoffnung mich zu freu'n, auch deinen Rath mir heilig seyn! 2. Der ehrt dich nicht, der seine Tage in traͤgem Muͤßig⸗ gang verlebt, und, sich und Andern gleich zur Plage, das ihm geliehne Pfund vergraͤbt. Du bist's, der uns den Fleiß gebot, und wer ihn uͤbt, ehrt dich, mein Gott. 5. Du gabst mit so viel andern Trieben auch uns den Trieb zur Thaͤtigkeit, und, ihn aufs nuͤtzlichste zu uͤben, giebst du uns auch Gelegen⸗ heit. Du kennest unsrer Arbeit Muͤh', und deine Kraft erleichtert sie. 4. Laß mich auf diese Ord⸗ nung sehen, ihr folgen und mich ihrer freun! Wie sollt' ich dabei irre gehen, und nicht vielmehr gesegnet seyn von dir, der du der ArbeitLast au reichen Lohn beschieden hast! 757 5. So wart' ich denn auf deinen Segen, und sorge nicht, wie's werden soll; ich geh'ihm doch gewiß entgegen, und bin des hohen Trostes voll: mein Fleiß, o Hoͤchster, ist vor dir; du siehst, und du vergiltst ihn mir. 6. Ich troͤste mich deß nicht vergebens, bleibt er gleich unvergolten hier; du reichst am Ende meines Le⸗ bens auch mir der Treue Lohn dafuͤr. Dann freu' ich mich in Ewigkeit des nuͤtzli⸗ chen Gebrauchs der Zeit. 858. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛc. Gort ist's, der das Vermoͤ⸗ gen schafft, das Gute zu vollbringen; er giebt zur Arbeit Muth und Kraft, und laͤßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unter⸗ nimmt, wird, wenn's mit sei⸗ nem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. 2. Wer uͤber alles sich be⸗ strebt, vor ihm gerecht zu werden, und treu nach sei⸗ nem Willen lebt, dem giebt er ch auch auf Erden vom ird'schen Gut mit milder Hand so viel, beim 758 beim Fleiß in seinem Stand', als ihm wahrhaftig nuͤtzet. 5. Gott ist der Frommen Schild und Lohn. Und kroͤnt er sie mit Gnaden: was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schutz bedeckt er sie, und segnet, bei des Lebens Muͤh', ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gieb, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe! Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heiligs Wort verbeut; nach deines Reichs Gerech⸗ tigkeit laß mich vor allem trachten! 5. Laß Muͤssiggang und Trägheit mich, als dir miß— faͤllig, meiden; und hilf, daß ich, gestaͤrkt durch dich, voll Muth, mit Lust und Freu⸗ den in meinem Stand' ge⸗ schaͤftig sey! Dein Segen kroͤne meine Treu, daß sie auch andern nuͤtze! 6. Sey uͤberall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Haͤnde befehl' ich, Allerhoͤchster, dir; hilf, daß ch sie vollende zu deines gro⸗ Vom gegenwaͤrtigen Leben. ßen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge! 859. Gebrauch des Lebens oder der Zeit. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Es s eilt der letzte von den Tagen, die du hier le⸗ best, Mensch, herbei. Erkauf' die Zeit! Und, statt zu kla⸗ gen, sie sey zu kurz, gebrauch' sie treu! Nimm mit erkennt⸗ lichem Gemuͤth' der nahen Stunde wahr; sie flieht! 2. Getaͤuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zweck, ver⸗ schiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg! Bist du, zu kuͤhner Sterblicher, des naͤch⸗ sten Augenblickes Herr? 3. Einst Ewigkeiten zu be⸗ sitzen, sollst du des kurzen Le⸗ bens Zeit, als deine Saatzeit weislich nuͤtzen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: sieh', Eins ist noth! Was saͤumest du? 4. Drum eil', errette deine Seele, und denke nicht: ein ander⸗ Vom gegenwaͤrtigen Leben. 759 andermal! Sey wacker, bet', und uͤberzaͤhle der Menschen⸗ tage kleine Zahl! Gesetzt, dein Ende waͤr' auch fern: sey fromm, und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu geschenk⸗ ten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht! Sprich: dir, 0 Gott, ist nichts verborgen, ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freu'n, mein Leben gern der Tugend weihn! 6. Erleucht' und staͤrke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag! Du goͤnnst, daß ich mein Heil er⸗ waͤhle, aus Gnaden mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewaͤhrt! 7. Wohl mir, wenn ich, aus allen Kräften nach Got— tes Reiche hier gestrebt, in gottgefaͤlligen Geschaͤften die Pilgertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Fleh'n bei meinem Ende vernimmst du, Herzenskuͤndiger! In deine treuen Vaterhaͤnde be⸗ fehl'ich meinen Geist, o Herr! Er schwingt sich uͤber Grab und Welt zu dir, wenn seine Huͤtte faͤllt. 860. Mel. Aus der Tiefe rufe ich ꝛc. Obue Rast und unver⸗ weilt, Stroͤmen gleich, o Seele, eilt deine kurze Pilgrimszeit in das Meer der Ewigkeit. 2. Nimm auch Stunden wohl in Acht; wirke Gutes! Denn die Nacht, wo man nichts mehr wirken kann, koͤmmt und ruͤckt oft schnell heran. 3. Ibt noch ist der Tag des Heils, frei die Wahl des besten Theils! Stell dich dieser Welt nicht gleich, werd' an guten Werken reich! 4. Wenn du deine Zeit vertraͤumst, sie in traͤger Ruh' versaͤumst, sie verschwendest liederlich: weh' dir, naht dein Ende sich! 5. Der Versaͤumniß dei⸗ ner Pflicht folgt im goͤttli⸗ chen Gericht, wenn der Tod dich hingerafft, eine strenge 4.9 Gott, du meiner Tage Herr, 76⁰ Herr, hilf mir, daß ich Sterblicher, eingedenk der Ewigkeit, weislich nuͤtze die⸗ se Zeit! 7. Jede Stunde, da mein Geist sich der Erde mehr ent⸗ reißt, bringt mir, flieht sie gleich dahin, dennoch ewigen Gewinn. 8. Jede Stunde, da ich hier Andern nuͤtze, und vor dir redlich handle, dauert dort stets in ihrem Lohne fort. 9. Laß mir diesen Werth der Zeit und der frommen Thaͤtigkeit taͤglich, Gott, vor Augen seyn, daß ich Traͤg⸗ heit lerne scheu'n! 10. Steh' mit deiner Kraft mir bei, daß ich, mei⸗ ner Pflicht getreu, dir zum Preis und mir zum Gluͤck, nuͤtze jeden Augenblick! 11. Dann vertausch' ich diese Zeit ruhig mit der Ewigkeit; finde da vor dei⸗ nem Thron meiner Arbeit Gnadenlohn. 864. Mel. Gott der Vater, wohn' ꝛc, Di hast uns nur kurze Zeit zu unserm Heil zweck waͤre: ach, gegeben; ploͤtzlich folgt die uns, daß wir nicht Vom gegenwaͤrtigen Leben. Ewigkeit auf unser fluͤchtig's Leben. Allenthalben droht Gefahr, eh' wir ans Ziel ge⸗ langen. Den Geist, mit Staub umfangen, schwaͤcht irdisches Verlangen; und die Welt reizt immerdar zu ihren schnoͤden Suͤnden. O lehr' uns uͤberwinden, uns selbst und Welt und Suͤn⸗ den! Richt' auf uns dein An⸗ gesicht, Gott, und verlaß' uns, Schwache, nicht! 2. Ach, die Kuͤrze dieser Zeit laß taͤglich uns betrach⸗ ten, und den Werth der Se⸗ lichkeit unendlich theuer ach⸗ ten! Groß und schwer ist unsre Muͤh', bis wir den Lauf vollenden. Wer darf mit vollen Haͤnden hier seine Zeit verschwenden? Er verliert auf ewig sie, wird ewig sich mit Thraͤnen nach ihrer Ruͤckkehr sehnen. Umsonst sind seine Thraͤnen! Er ver⸗ lor hier seine Zeit, mit ihr das Heil der Ewigkeit. 3. Wenn die luͤsterne Be⸗ gier nach Reichthum, Wol⸗ lust, Ehre uns versuchet, als wenn hier des Lebens End⸗ dann halt vom rech⸗ ten ten e das ge se Ziel den! bisth zu er grim ser 28 4. wert Wei Erde dage Suͤn weise Heil Eige und gegel Lebet gebet Ang lich, 5. serm nicht der E auf i nen Kind uns ward uns Vom gegenwaͤrtigen Leben. 761 htig's ten Wege weichen! Laß uns mit deinem Wort uns ruͤ⸗ droht das Ziel erreichen, nicht traͤ sten! Die Welt mit ihren el ge⸗ge seyn, noch weichen! Unser Luͤsten beherrsche nie uns mit Ziel ist dort im Licht, wo du, Christen! Bring' uns un⸗ vaͤcht den wir verlangen, vor uns serm Ziele nah! Ach, waͤren und bist hingegangen, uns wieder wir schon itzo da! ar zu zu empfangen. Unsre Pil⸗ O grimschaft ist hier, und un⸗ 862. uns ser Vaterland bei dir. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. Suͤn⸗ 4. Herr, dies Heil ist Herr der Zeit und Ewig⸗ n An⸗ werth, daß wir darnach mit keit, gieb doch, daß ich erlaß' Weisheit trachten, und der bis ans Ende, so wie mir dein Erde Guͤter hier fuͤr nichts Wort gebeut, kluͤglich meine dieser dagegen achten, und derErde Zeit verwende, die mir noch rach⸗ Suͤnden fliehn, und deinen dein weiser Rath auf der Se⸗ weisen Willen von unserm Welt beschieden hat. nach⸗ Heil erfuͤllen, nicht unsern 2. Wie ein Traum, so er ist Eigenwillen, an dich glauben schnell entfliehin Jahre, Lauf und an ihn, den du dahin Monden, Tag und Stun⸗ mit gegeben, Unsterblichkeit und den. Das, womit wir uns Zeit Leben der Suͤnderwelt zu bemuͤh'n, ist mit ihnen nicht rliert geben. Unsers Kampfes verschwunden. Der Ver⸗ g3sich Angst und Muͤh', wie herr⸗ geltung Ewigkeit folgt auf ihrer lich, Gott, belohnst du sie! diese Arbeitszeit. sonst 5. Hilf uns, Gott, in un⸗ Z. Gott, wie thoͤricht hab' ver⸗ serm Streit, und laß uns ich schon hier so manche mei⸗ t ihr nicht ermuͤden! Fuͤhr' uns zu ner Zeiten, die bereits mir der Ewigkeit, und nimm uns sind entfloh'n, unter schnoͤden Be⸗ auf in Frieden! Zeig' uns je⸗Eitelkeiten, und auf solche Bol⸗ nen großen Lohn, der deine Art verbracht, die mich itzt „als Kinder kroͤnet! Auch er, der bekuͤmmert macht! End⸗ uns versoͤhnet, stritt, und 4. Doch erbarmend halt' ward dann gekroͤnet. Laß schenkst du mir itzt noch Zeit rech⸗uns so, wie er, dein Sohn, und Raum zur Buße. Ru ten i 762 ich komm' und falle dir fle⸗ Hhend und beschaͤmt zu Fuße. Sey mir gnaͤdig! Sieh', mich reut meine hier ver⸗ lorne Zeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht, was mir einmal ist verschwunden; doch bin ich der Zuversicht, nuͤtz' ich nur getreu die Stunden, die du mir noch ferner schenkst, daß du gnaͤdig mein gedenkst. 6. Lehre mich, die kurze Frist, die du mir hast zuge⸗ messen, so, wie es dein Wille ist, brauchen, und es nie vergessen: hier nur sey die Uebungszeit zu dem Gluͤck der Ewigkeit. 5. Soaͤen muß ich hier mit Fleiß zu der Aerndte jenes Le⸗ bens. O wie gluͤcklich, daß ich weiß, dieß geschehe nicht vergebens! Ewig freut sich seiner Saat, wer hier treu⸗ lich Gutes that. 8. Gott, laß deinen guten Geist mich zu dieser Weis⸗ heit fuͤhren, und, wie es dein Wort verheißt, meinen Wandel so regieren, daß ich Gutes hier ausstreuꝰ, und mich dessen ewig freu'! Vom gegenwaͤrtigen Leben. 863. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛe. Hern ich hab' aus deiner Treu, mir zum Heil, noch Zeit in Haͤnden. Gieb, daß ich beflissen sey, sie auch weislich anzuwenden! Denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft! 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die mir zugezaͤhlten Stunden! Wie ein Traum sind sie dahin, und auf ewig mir verschwunden; nur der Augenblick ist mein, deß ich mich noch itzt kann freu'n. 3. Laß bei ihrer Fluͤch⸗ tigkeit mich, mein Gott, doch nie vergessen, wie unschaͤtz⸗ bar sey die Zeit, die du hier uns zugemessen; wie, was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh' die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde zu erkaufen, die zu meiner Seligkeit deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Ge⸗ duld trage mich hier nicht verge⸗ vergel mir n manck ich zu nicht! 6. serun schaͤft ner H Eifer noch Ewig bei, d Erde ten se Himn dann staͤrk' Mel. S Her t mein und d mir's fuͤhrst bens entge. 2. große auf zur R Vom gegenwaͤrtigen Leben. vergebens! Ach, vergieb mir meine Schuld, wenn so manchen Theil des Lebens deiner ich zu meiner Seele Wohl Heil, nicht gebraucht so, wie ich soll. Gieb, 6. Laß mich meine Bes⸗ e auch serung fuͤr mein Hauptge⸗ Denn schaͤfte achten, und nach mei⸗ d zur ner Heiligung mit so treuem Wink Eifer trachten, als erwartete noch heutꝰ mich Gericht und schnell Ewigkeit! ahlten 7. Deine Gnade steh' mir Traum bei, daß mein Leben auf der fewig Erde reich an Tugendfruͤch⸗ ur der ten sey, und ich reif zum deß ich Himmel werde! Nahet j⁊'n. dann mein Ende sich: o so Fluͤch⸗ staͤrk' und troͤste mich! „doch u hier Mel. Straf' mich nicht in deinem ꝛe. was Herr, ich bin dein Eigen⸗ ew'ge thum; dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil, durch und dir zum Ruhm, hast du it des mir's gegeben. Vaͤterlich r zur fuͤhrst du mich auf des Le⸗ Oreis, bens Wegen meinem Ziel n, die entgegen. deine 2. Einst koͤmmst du mit großer Kraft zum Gericht e Ge⸗ auf Erden; dann soll ich nicht zur Rechenschaft dargestellet derge icht ꝛc. 763 werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten; du, du willst ver⸗ gelten! 5. Weh' dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kraͤfte, meine Zeit hier gemißbraucht ha⸗ be! Weh' dann mir, hab' ich hier dein Geschenk verschwen⸗ det, und nicht angewendet! 4. Laß mir taͤglich dein Gericht, Gott, vor Augen schweben, und mich eifrig, meiner Pflicht treu zu seyn, bestreben! Daß ich nie thoͤ⸗ richt sie außer Augen setze, nie mit Fleiß verletze! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Zeit anwenden; ein⸗ gedenk der Rechenschaft, je⸗ den Tag vollenden! Gieb, daß ich ernstlich mich taͤg⸗ lich, auch noch heute, dar⸗ auf vorbereite! 6. Zeigt sich erst die Ewig⸗ keit furchtbar in der Naͤhe: o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' erflehe! Wenn der Tod mir schon droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfuͤllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich fuͤr jede Suͤnde, daß 764 Vom gegenwaͤrtigen Leben. daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde! Rufe du dann mir zu: alles ist vergeben! Suͤnder, du sollst leben! 8. Dann werd' ich auch im Gericht, Herr, vor dir bestehen, und vor deinem An⸗ gesicht Freud' und Wonne sehen. Ewig dein werd' ich seyn, und mich, dich zu lie⸗ ben, ewig, ewig uͤben. 865. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. O daß von meinen Lebens⸗ tagen doch keiner ganz verloren sey! Verlorne Stunden, ach! sie nagen zu spaͤt das Herz mit Gram und Reu! Und den entfloh⸗ nen Augenblick bringt kein Gebet, kein Fleh'n zuruͤck! 2. Laß jeden meiner Au⸗ genblicke, o Gott, mir innig theuer seyn; laß mich die Zeit zu meinem Gluͤcke nie durch der Suͤnde Dienst ent⸗ weih'n; nie durch die Lust der Eitelkeit, die in die Welt das Herz zerstreut! 3. Noch ist es Tag; itzt laß mich Werke der Tugend wirken, eh' die Nacht, wo niemand wirkt, erscheint; itzt send staͤrke mich deine Lieb' und ein 1 deine Macht! Wie viel ist Welt: noch fuͤr mich zu thun! Und 2. ich, ich sollte itzt schon ruh'n? so sch 4. Auf, auf, mein Geistl tig G laß keine Stunde des Lebens Groͤß ungenuͤtzt vorbei! Auf, Jubel schwoͤr' es itzt mit Herz und her la Munde, und sey dem ernsten tigen Schwur getreu: dir, Herr konnt der Zeit und Ewigkeit, sey solche jeder Augenblick geweiht! men, 5. Dann seh' ich an der mich Laufbahn Ende getrost auf 5. meine Tage hin, und sage: Gezel Herr, durch deine Haͤnde seine empfing ich, was ich hab ausge und bin; hier ist mein Tage⸗Erde werk; nicht mein, dein ist der mein Ruhm, die Ehre dein! gegruͤ cheln! 866. alle F Welt und Guͤter der Erde. reich Mel. Wie herrlich strahlt der ꝛc. Seger Wie groß ist Gottes Herr⸗ A. lichkeit! Er sprach zu Fuͤr seinen Himmeln: seyd! Und Gebir zu dem Erdkreis: werdel schwel Gleich standen da voll Reiz duͤften und Pracht vor ihm, zum sich de Preise seiner Macht, die der Tl Himmel und die Erde. Als zaͤhrlie Quelle end nt; itzt send Sonnen, und erhellten und ein unzaͤhlbar Heer von diel ist Welten. Und 2. Wie sie so herrlich sind, ruh'n? so schoͤn! Wie sie eintraͤch⸗ Geistl tig Gott erhoͤh'n, und seine sebens Groͤße preisen! Wie jede Auf, Jubel ist und Dank, ein ho⸗ rz und her lauter Lobgesang des Guͤ⸗ ernsten tigen und Weisen! O wie „Herr konnt' ich fuͤhllos schweigen! it, sey solcher Zeugen Lob verneh— iht! men, und doch seines Ruhms an der mich schaͤmen! ost auf 3. Er hat der Sonne hoch sage: Gezelt, die Himmel, uͤber Haͤnde seine Welt fuͤr mich auch 9ühab ausgebreitet. Wer nutzt die Tage⸗Erde mehr, als ich? Hat sie ist der mein Vater nicht fuͤr mich gegruͤndet und bereitet? Laͤ⸗ cheln mir nicht alle Waͤlder, alle Felder, froh entgegen, Erde. reich fuͤr mich von seinem der ꝛc. Segen? Herr. 4. Wem bluͤht das Thal? ach zu Fuͤr wen erhebt sich das Und Gebirg'? Wem toͤnt und verdel schwebt der Saͤnger in den [UReiz Luͤften? Fuͤr wen bevoͤlkert „ zum sich das Meer? Wem lebt „ die der Thiere zahllos Heer auf e. Als jaͤhrlich gruͤnen Triften? Vom gegenwaͤrtigen Leben. 765⁵ hen, Fluͤss' und See'n wer⸗ den Meere, mir zum Segen, ihm zur Ehre. 5. Noch strahlt mir unge⸗ schwaͤcht sein Licht, noch wei⸗ gert die Natur sich nicht, die Welt fuͤr mich zu schmuͤcken; noch hat sie Freuden gnug fuͤr mich, noch immer schoͤn und jugendlich mein Auge zu entzuͤcken. Eher werden auch die Werke seiner Staͤrke nicht veralten, bis er koͤmmt, Gericht zu halten. 6. So hat der Herr an mich gedacht; so hat er mich durch seine Macht zum Herrn der Erd' erhoben! Er gab mir meinen Leib, und auch die Seele, seines Odems Hauch, gleich Engeln, ihn zu loben, Ruͤhm' ihn, Seele! Jauch⸗ zend schaͤlle von dem Halle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder! 7. Das Kind, der Juͤng⸗ ling und der Mann, die ganze Schoͤpfung bet'ihn an, und seiner Wunder Menge! Stroͤmt hin aus meiner vol⸗ len Brust, stroͤmt hin, Em⸗ pfindungen voll Lust in hohe Dankgesaͤnge! Schoͤpfer! en tau Quellen rieseln, Winde we⸗Vater! Dich erhebe, weil send ich =rdret aet unreneagd:asl. Eisd, RB 766 ich lebe, meine Seele, meine hochbegluͤckte Seele! 867. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛe. Wie schoͤn ist Gottes Welt und jedes seiner Werke! Wie gut zugleich, wenn ich auf ihren Nutzen merke! Fuͤr jeden gut, dem er Gefuͤhl und Leben gab; von seiner Sonne her bis auf den Staub herab. 2. Ihr tausendfarbig's Licht bestrahlt und waͤrmt die Er— de, daß Berg und Thal und Feld durch sie gesegnet wer⸗ de; daß sie, von ihr erfuͤllt mit Pflanzen, Bluͤth' und Frucht, den Menschen saͤttige, der Pfleg' und Freude sucht. 3. Vereinigt euch mit uns, ihr Himmel, Gott zu preisen! Ihr hellen Sterne, lobt den Gütigen, den Weisen! Er⸗ heb', o Sonn', o Mond, den Vater jeder Welt! Er sprach! Ihr war't! Erhebt den Gott, der euch erhaͤlt. 4. Ihr leuchtet; euer Glanz entstroͤmt aus seiner Fuͤlle. Ihr wandelt Jahr vor Jahr, in segensvoller Stille, voll Ordnung, eure Bahn. Gott, euer Schoͤ⸗ Vom gegenwaͤrtigen Leben. pfer, sieht, was gut ist, len Gabe ket euch, und was er will, jedes geschieht. haben 5. Verkuͤndige sein Lob, heit k o Erde! preist, ihr Meere, breite den Herrn der Welten! lobt Voͤlke ihn alle seine Heere! Der 2. Vogel, das Gewuͤrm, det und 7 Wallfisch, jedes Thier im die Wald und auf der Flur, lob⸗ schenk sing', o Schoͤpfer, dir! sich n⸗ 6. Auch, was uns Kum⸗einen mer macht, dein Blitz, dein Stan! Feuerregen vom Himmel, ihn ti auch dein Sturm, dein Ha⸗ sten n gel bringet Segen. Auch 5.3 wird das starre Land, mit du di Schnee und Eis bedeckt, zu Lande neuer Fruchtbarkeit, zu neuer unter Lust erweckt. gens 7. Was kann gescheh'n, Ost, das nicht dein weiser Rath fromt regiere? Welch Uebel koͤmmt ort zi von dir, das nicht zum Guten Suͤder fuͤhre? O lobt ihn! dankt—4. ihm! singt! Denn er ist weis sen ihr allein. Wer kann so weis nd ar und gut, als unser Schoͤpfer ni seyn? 868.—5— Allgemeiner Wohlstand. 196 4 Mel. Sey Lob und Ehr' dem a. us deiner milden Segens⸗ he He hand, du Geber aller 5. Gaben, Vom gegenwaͤrtigen Leben. 767 st, len. Gaben, muß jedes Volk und r will, jedes Land des Guten Zufluß 1Lob, Neere, lobt Der „der er im oͤmmt Buten dankt weis' weis oͤpfer, id. em x. gens⸗ aller seinem Amt, haben. Mit großer Weis⸗ heit haͤltst du Haus, und breitest deine Guͤte aus, der Voͤlker Wohl zu gruͤnden. 2. Von dir stammt Kunst und Wissenschaft, wodurch die Laͤnder bluͤhen. Du schenkest jeglichem die Kraft, sich nuͤtzlich zu bemuͤhen, in Beruf und Stand, dazu dein Rath ihn tuͤchtig fand, zum Be⸗ sten mitzuwirken. 5. Als milder Geber zeigst du dich den Voͤlkern aller Lande; und du verknuͤpfst sie unter sich durch deines Se⸗ gens Bande. Vom fernen Ost, vom fernen Nord stͤmt deines Segens Quelle sort zum Westen und zum Suͤden. 48. Du giebst den Schif⸗ sen ihren Lauf auf Stroͤmen und auf Meeren, und hilfst dem Flor der Handlung auf, diel Tausende zu naͤhren. zur Nothdurft, zur Be⸗ suemlichkeit vertheilst du dei⸗ e Gaben weit, durch man⸗ the Handlungszweige. 5. Du segnest auch des aben, Kuͤnstlers Fleiß zum Nutzen seiner Bruͤder. Was er nur Gutes kann und weiß, das koͤmmt von dir hernieder. Was deine Guͤt' uns zuge⸗ wandt, das fließet stets aus Hand in Hand durch nuͤtz⸗ liche Gewerbe. 6. Herr, unser Gott, wir preisen dich mit dankbarem Gemuͤthe. Du herrschest unveraͤnderlich mit Weis— heit und mit Guͤte. Geuß deinen Segen ferner aus auf unser Land, auf jedes Haus, zu deines Namens Ehre! 7. Hilf, daß ein jeder red— lich sey in seinem Thun und Handel; rechtschaffen, bruͤ⸗ derlich und treu in seinem ganzen Wandel! Mit Lust, o Vater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, das solch ein Volk bewohnet. 869. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. Gere sorgt fuͤr uns! O singt ihm Dank, ihr Christen! singt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Niedergang traͤgt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum 768 zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad' und Macht; im Sonnenschein, so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 5. Mit froh geruͤhrter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar! Die Aehre, die vom Segen sinkt, ist sein. Gott kroͤnt das Jahr. 4. Ja, Hoͤchster, wir ver— ehren dich mit kindlich frohem Dank: du naͤhrst uns, und giebst mildiglich auch mehr, als Speis' und Trank. 5. Fried' und Gesundheit, Kraft, Gedeih'n zu unsrer Haͤnde Fleiß, auch das giebst du, und dir allein gebuͤhrt dafuͤr der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nuͤtz⸗ lich seyn, und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen maͤßig freu'n! 7. Vermehr' in uns die Zuversicht, dir ewig zu ver⸗ trau'n, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Aerndte schau'n. 870. Besonderer zeitlicher Wohlstand. Mel. Wie herrlich strahlt der ꝛc. Viel zu gering bin ich, o Herr, der Huld, womit Vom gegenwaͤrtigen Leben. du reichlicher, als Tausende und mich segnest. Wer bin ich, ten; daß du meiner dich so an⸗ brich nimmst, und so vaͤterlich vor um Andern mir begegnest? Laß und doch taͤglich mein Gemuͤthe ken: deiner Guͤte reichen Segen Fuͤll dankvoll fuͤhlen und erwaͤgenl dane 2. Wie heiter floß mir Gluͤe bis hieher mein Leben hin! Wie war's so leer von druͤ. 5. ckend harter Plage! Wie mir stroͤmtest du, mir zum Ge⸗ Tage nuß, Herr, deiner Gaben mein Ueberfluß auf meine Lebens⸗ so m tage! Ruhig, froͤhlich sind, Schr wie Stunden, sie verschwun⸗ wach den; wenig Leiden stoͤrten Mor meiner Wallfahrt Freuden. mich 5. So mancher meiner San Bruͤder blickt, von bittrer mich Armuth schwer gedruͤckt, und f hinauf zu deiner Hoͤhe, und fleht voll Kummer dich um 6. Brodt; mir aber giebst du Herr es, mein Gott, noch eh' ich daß darum flehe. Innig preist steten dich, du, mein Vater und daßn Berather, meine Seelel! zum 1 Du, du sorgst, daß mir keit, nichts fehle. verfuͤ 4. Wenn Andre Durst jede und Hunger quaͤlt, wenn ih⸗ mich nen Dach und Kleidung fehlt, Gott und Vom gegenwaͤrtigen Leben. 769 isende und sie im 11 rn 5451 8714. n ich, ten; wenn ihnen hier ge———— 33 0 105 bricht ein Freund, kein Aug zeitlicher Guͤter. ch vor um ihren Jammer weint, D. ?Laß und Menschen sie nicht ach⸗ Mel. Herr Jesu Christ, du ꝛc. muͤthe ken: o so giebt mir deine aß mich, o Gott, gewissen⸗ Segen Fuͤlle Dach und Huͤlle, und haft mein zeitlich's Gut aͤgen daneben Freunde, die mein verwalten! Gieb du mir mir Gluͤck beleben. Weisheit, gieb mir Kraft, hin! damit wohl hauszuhalten, druͤ⸗ 5. Du schenkst Gesundheit auf daß ich, im Geringern Wie mir und Ruh'; mit jedem treu, durch deine Gnade n Ge⸗ Tage saͤttigst du mich, ohne faͤhig sey zu groͤßern Gna⸗ Zaben meine Sorgen. Und wenn denguͤtern! bens⸗ so mancher seine Nacht mit 2. Mein Hab' und Gut sind, Schmerzen unruhvoll durch koͤmmt nur von dir; es ist Hwun⸗ wacht: so seh' ich froh den dein milder Segen. Nicht toͤrten Morgen. Herr, du machst zum Verderben gabst du mir iden. mich frei von Kummer. mein zeitliches Vermoͤgen; neiner Sanfter Schlummer staͤrkt du gabst es mir zum wahren ittrer mich Muͤden! Denn ich lieg' Wohl. So hilf denn, daß ruͤckt, und schlaf' im Frieden. ich's, wie ich soll, nach dei⸗ und ner Vorschrift brauche! ö ch un 6. So gluͤcklich bin ich, 5.· Es ist das mir geschenkte st du Herr, durch dich! O gieb, Gut vergaͤnglich, wie die Er⸗ eh' ich daß deine Guͤte mich zum de. Gieb, daß ich nie zum preist steten Danke ruͤhre! Gieb, Uebermuth dadurch verleitet r und daß nicht zur Vermessenheit, werde! Nie reiß'ein irdischer Seele! zum Uebermuth, zur Ueppig⸗Gewinn mein Herz so weit mir keit, mein Wohlstand mich zum Eiteln hin, daß ich mein verfuͤhre. Reizung sey mir Heil vergesse! Durst jede Gabe, die ich habe, 4. Was nuͤtzte mir die un ih⸗ mich im Leben dir, mein ganze Welt mit allen ihren fehlt, Gott, ganz zu ergeben. Schaͤtzen: verblendete mich und Cecc Gut 77⁰ Gut und Geld, mich dir zu widersetzen? Verschmaͤht' ich, was dein Wort begehrt, was mir ein ewig's Gluͤck gewaͤhrt: wie elend wuͤrd' ich werden! 5. O schenke, Vater, schenke mir nur deines Gei⸗ stes Gaben: so werd' ich, reich genug in dir, die besten Guͤter haben: so bin ich sicher deiner Huld, voll Freu— de, Friede und Geduld, nichts fehlt dann meiner Seele. 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Boͤsen! Von Unruh und Gewissenspein kann Reich⸗ thum nicht erloͤsen. Er nuͤz⸗ zet mir am Ende nichts, und kann am Tage des Gerichts nicht meine Seele retten. 7. Lehr' du mich weise Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst! nein, in der Zeit es nuͤtzlich anzuwenden! Laß mich damit aus Dankbegier auch meinem Naͤchsten, nicht blos mir, des Lebens Muͤh erleichtern! 8. Es koͤmmt ein Tag der Rechenschaft! Gieb, daß ich dein gedenke, und dahin stets Vom gegenwaͤrtigen Leben. gewissenhaft des Geistes Sorgfalt lenke, so alle Guͤ⸗ ter dieser Zeit zu nutzen, daß ich einst erfreut weit bessore Guͤter erbe! 872. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛt. Laß mich doch nicht, o Gott, den Schaͤtzen dieser Er⸗ den so meine Reigung weih'n, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit. Und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit! 2. Kann ein verganglich's Gut auch unsre Wuͤnsche stil⸗ len? Es steht ja sein Besih nicht blos in unserm Willen. Nicht stets wird's dem zu Theil, der angstlich darnach ringt, und schnell verliert's oft der, dem sein Bemuͤh'n gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll begluͤk— ken, muß nicht vergaͤnglich seyn, und fuͤr den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hat's, und wuͤnscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. O Gott, so wehre doch der der H ben, die G man n schwe ruhel. mit F 5. Herz auf nur n rissen im To mir a und inr stes Guͤ⸗ daß ssere ott ꝛ0. ott, Er⸗ ih'n, den! rfluß Und bens lich's e stil⸗ Besitz illen. zu Wé ö der Habshcht niedern Trie⸗ ben, und heilige mein Herz, die Guͤter nicht zu lieben, die man mit Muͤh' gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald ruhelos bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises, frommes Herz, daß sey mein Schatz auf Erden! Sonst alles, nur nicht dieß, kann mir ent⸗ rissen werden. Dieß bleibt im Tod' auch mein; dieß folgt mir aus der Zeit, zum selig⸗ sten Gewinn, bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Ver— gnuͤgen! Nur suͤße Traͤume sind's, die unsern Geist betruͤ— gen. Drum lenke, Gott, den Wunsch, vom irdischen Ge⸗ winn, durch deines Geistes Kraft, zu ew'gen Guͤtern hin! 873. Mel. Mach's mit mir Gott ꝛe. ohl dem, der bess're Schaͤtze liebt, als Schaͤtze dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer uͤbt, an Tugend reich zu werden; und in dem Glauben, deß er Vom gegenwaͤrtigen Leben. 771 lebt, sich uͤber diese Welt erhebt! 2. Wahr ist es, Gott ver⸗ wehrt uns nicht, hier Guͤter zu besitzen. Er gab sie uns, doch auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nuͤtzen. Sie duͤrfen unser Herz erfreu'n, und unsers Fleißes Antrieb seyn. 3. Doch, nach den Guͤtern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten; ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt un⸗ ser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe fuͤr ein schimmernd Erz verdraͤngt der Tugend Liebe, und ma⸗ chet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. ö 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, laͤßt dich kein Gut genießenz er quaͤlt durch Habsucht deinen Geist, und toͤbtet dein Gewissen, und reißt, durch schmeichelnden Gewinn, dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil Cec 2 wird 7 wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwin⸗ gen, der Arbeiter Lohn un⸗ menschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Fleh'n, der Waisen Thraͤnen widersteh'n. ö 7. Wie koͤnnt' ein Herz, vom Geize hart, des Wohl— thuns Freuden schmecken, und in des Ungluͤcks Gegen⸗ wart den Ruf zur Huͤlf' ent⸗ decken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt, und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und laͤssest dich des Goldes Reiz, ihr Herzzu bilden, hindern; und glaubst, du habst sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterli⸗ ches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Hab⸗ sucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend groͤßter Feind erkauft an dir sich ei— nen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du Vom gegenwaͤrtigen Leben. schweigst, wenn sie dich re⸗ den heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein veraͤchtlich's Geld ein Schmeichler, und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnuͤgen lasse, Geiz ewig als Abgoͤtte— rei von mir entfern' und has— se! Ein weises Herz und gu— ter Muth sey meines Lebens groͤßtes Gut! 7 874. Ehre und Stand. Mel. Kommt Menschenkinder, ruͤhmt. Wer hoͤher durch Geburt schon ist, als seine Bruͤder, kenn', als Christ, des bessern Adels Werth und Pflicht; den fuͤhl' er, den entehr' er nicht! 2. Er, sind ihm Bruͤder unterthan, er sey ihr Vater, kein Tyrann; so mild und liebreich, als gerecht! Er ist, wie sie, auch Gottes Knecht. 3. Nicht waͤhn' er, weil er groß, und frei, und reich und maͤchtig ist, er sey erhaben uͤber Recht und Pflicht und Rechenschaft; das waͤhn' er nicht! 4. Er ruͤhmt. zeburt seine hrist, h und „den ruͤder Jater, und Er ist, necht. veiler h und haben t und hn' er 4. Er Vom gegenwaͤrtigen Leben. 4. Er sehe, mehr begluͤckt von Gott, nicht mit Verach— tung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt! 5. Er hasse Grausamkeit und Zwang; verprasse nicht durch Muͤßiggang, was Gott ihm giebt, begluͤckt zu seyn mit Andern, aber nie allein! 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnuͤgt sey, wer ihm seine Felder pfluͤgt! Wohl— thaͤtig soll er seyn: denn er ward darum nur des Armen Herr. 7. Er,(denn er hat mehr Macht und Zeit zu hoͤhern Thaten,) sey bereit, auch mehr zu thun fuͤr Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat! 8. Veraͤchtlicher, als 775 Tode dann: das war ein ed⸗ ler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklaͤrt, war seines Gluͤcks und Vor⸗ zugs werth! 875. Speise und Trank. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Wie mannichfaltig sind die Gaben, wodurch uns, Herr, dein Wohlthun naͤhrt‚, und die, so Geist als Leib zu laben, uns taͤglich deine Huld gewaͤhrt! Auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist. 2. Du giebst uns Brodt fuͤr unser Leben; und laͤssest auch, uns zu erfreu'n, die Mittel, die uns Nahrung ge— ben, so viel, so mannichfaltig Sklaven, ist im Tod einst seyn. Wie angenehm ist der jeder, der vergißt, daß er des Genuß von dem, was uns Vaterlandes Wohl auch ernaͤhren muß! mehr, als Andre, foͤrdern soll. 5. Doch laß die Kraft, 9. Doch, wenn er's nicht uns zu vergnuͤgen, die du in vergißt: so freut der Niedrige Speis' und Trank gelegt, sich ohne Neid, weil der der mich nie, o Hoͤchster, so be⸗ Welt zum Segen lebt, den siegen, daß sie zum Schwel⸗ Gott mehr segnet, mehr gen mich bewegt; laß, dei⸗ erhebt; ner Gaben mich zu freun, 10. Und spricht in seinem mich maͤßig im Genusse seyn! 4. Mit 77⁴4 4. Mit Speis' und Trank sein Herz beschweren, des Guten satt und uͤbervoll, da⸗ durch wird das, was uns ernaͤhren und unsern Geist erquicken soll, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 5. Die Schwelgerei raubt uns die Kraͤfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut, macht traͤge zum Berufsgeschaͤfte, untuͤchtig zur Gottseligkeit; erweckt Unordnung, Streit und Zank, und hindert den dir schuld'gen Dank. 6. Wer sich den Bauch zum Gott erkohren, unmaͤ⸗ ßig deine Gaben braucht, der ist fuͤrs Himmelreich ver⸗ loren, zu dem kein Knecht der Luͤste taugt. Gott, laß mich ja dieß Laster scheu'n, enthaltsam, maͤßig, nuͤchtern seyn! 7. So oft ich Speis' und Trank genieße; so laß es mit Vernunft gescheh'n, und, daß ich beides mir versuͤße, mit Dank auf dich, den Geber, seh'n! auf dich, der du uns zaͤrtlich liebst, und Nahrung und Erquickung giebst. Vom gegenwaͤrtigen Leben. 876. Umgang und Einsamkeit. Mel. Gott des Himmels und ꝛe. Wa, zur Stille will ich flie⸗ hen, will durch Eingezo— genheit dem Geraͤusche mich entziehen, das mich stoͤret und zerstreut! Ruhig will ich, und allein, Gott, mit dir beschaͤftigt seyn! 2. Nicht aus Wahn noch Aberglauben, oder nur aus Eigensinn; nicht, der Welt den Fleiß zu rauben, den ich Bruͤdern schuldig bin: weder wild noch men⸗ schenscheu; nicht aus Stolz, noch Gleißnerei; 5. Nur zu pruͤfen mehr im Stillen, wie entschlossen, wie getreu, deinen Willen zu erfuͤllen, meiner Seele Wille sey! weiser noch zu werden, Herr, und im Beten eifriger. 4. Jeder Taͤuschung dann entrissen, seh' ich naͤher, Gott, mein Ziel; freier sieht auch mein Gewissen, wo ich siegte, wo ich fiel; mehr auch flammt mein Herz sich dann zu der Tugend Kaͤmpfen an. 5. Mehr empfind' ich deine Liebe, wo mich kein Geraͤusch zer⸗ zerst stes kunf ich 2 Vom gegenwaͤrtigen Leben. zerstreut; staͤrker deines Gei⸗ stes Triebe; mehr der Zu⸗ kunft Herrlichkeit; heller seh' ich dein Gericht; mehr die Wuͤrde jeder Pflicht. 6. Wohl mir, Gott! Denn ich gewinne dann, fuͤr meine Pilgrimschaft, uͤber alle meine Sinne mehr Ge⸗ walt, mehr Licht und Kraft; deiner Gnade mir bewußt, mehr zum Guten Muth und Lust. 7. Wenn in dir geweihter Stille meine Leidenschaften 77⁵ 877. Gesundheit. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß ꝛe. Wen Gott Gesundheit hier verleiht, der hat von Guͤtern dieser Zeit ge⸗ wiß die groͤßte Gabe. All⸗ guͤtiger, wie froh bin ich, daß ich dieß Kleinod habe! 2. Daß ich es habe, dank' ich dir; nur du, mein Vater, hast es mir aus großer Huld geschenket. Dein ist's, daß ich noch munter bin, und ruh'n: werd' ich fester, strebt mich kein Uebel kraͤnket. mein Wille froher, was du willst, zu thun, hat auch dann, durch deine Huld, in der Truͤbsal mehr Geduld. z. Erhalt' dieß Gluͤck mir fernerhin, gesund erhalte je⸗ den Sinn, so lang' ich leb⸗ auf Erden; laß seines richti⸗ 3. So kehr' ich zur Arbeit gen Gebrauchs mich nie be⸗ wieder, freudiger zu dem zu⸗ raubet werden! ruͤck, was mein Amt ist; 4. Der Suͤnde folgt Ver⸗ lebe wieder unter Andern fuͤr derben nach, bald dieß, bald ihr Gluͤck, Andern nuͤtzlicher jenes Ungemach, an Leib und zu seyn, mich mit Andern zu Seele Schmerzen. erfreu'n. Fern sey's von mir, durch ihre 9. Aber meine Seel' erhe⸗Schuld Gesundheit zu ver⸗ bet nun zu dem, was sie er⸗Uscherzen! kohr, zu dem Himmel, dem sie lebet, sich mit leichterm Freud' und Leid, zufriedner 5. Ein gleicher Muth in Flug empor, daß, von jeder Sinn und Maͤßigkeit und Buͤrde frei, sie einst ewig Ordnung in Geschaͤften, dieß selig sey. so wird sey mein Ruhm: ů gewiß — SSSSSSSI 776 Vom gegenwaͤrtigen Leben. gewiß kein Laster mich ent⸗ denn dir gehoͤret sie, an kraͤften. eiteln Guͤtern hangen, sie nie 6. Gieb, daß ich meines so sehr verlangen, als ob sie, Lebens Kraft, die deine Guͤte zu entbehren, zu schoͤn und mir verschafft, aufs nuͤtzlich herrlich waͤren. ste verwende; und meinen 3. Erretten Stand und Lauf zu deinem Ruhm und Macht, Rang, Anseh'n, Andrer Gluͤck vollende. Gold und Pracht, wenn ich 7. Doch schickst du mir nichts Edlers habe, vom auch Krankheit zu; so gieb Schrecken vor dem Grabe, Geduld, gieb Seelenruh, und von Bekuͤmmernissen das Leid mir zu versuͤßen! ein zagendes Gewissen? Mein Trost im Schmerz 4. Ist dieses freiund rein, sey deine Huld, ein ruhiges darf ich mich deiner freu'n, Gewissen! und dich, mein Gott, nicht 38. Und bringt die Krank⸗ fuͤrchten, was hab' ich dann heit mir den Tod; so muͤsse zu fuͤrchten? Was kann mir mich der Trost, o Gott, zum diesen Glauben mit seinen frohen Muth erheben: nicht Freuden rauben? Tod, nicht Krankheit trifft 5. Weß nimmst du dich mich mehr in jenem bessern nicht an? Was ewig nuͤtzen Leben! kann, das giebst du, Vater, 878. Gesinnungen gegen die Welt. Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛe. Mein Loos in dieser Welt sey stets, was Gott ge⸗ gerst, sollen wir gern entheh⸗ ren wollen. 6. Wohin, o Gott, dein Christ von dir berufen ist, allen, mit Huld und Wohl⸗ gefallen; und was du wei⸗ faͤllt! Dich Vater, laß ich's waͤhlen; mir, waͤhlst du's, kann nichts fehlen; wenn ich nur heilig lebe, und dir mich ganz ergebe! 2. Laß meine Seele nie, da kann er deinen Willen zu deinem Ruhm erfuͤllen, auch selbst in allen Leiden, durch deine Kraft, mit Freuden. 7. Harr't deine Seligkeit nicht, nach der Pilgerzeit, sie ewig * ewig und ich zi du m 8. dann diese auch ö und Treuen? Die wuͤnsch' heimlichsten Vom gegenwaͤrtigen Leben. 777 ewig zu erfreuen, die Heiligen mein Vaterland! meine Beschwerden ich zu erstreben; die wollest sind dir alle wohl bekannt. du mir geben! Ist's dein Wille, darf ich 8. Gewaͤhrst du diese mir: bitten: aus dem Gasthaus dann werde mir von dir, von dieser Huͤtten zu den Woh— dieses Lebens Freuden, und nungen der Ruh' fuͤhre dei— auch von seinen Leiden, was dir gefaͤllt, beschieden; ich habe deinen Frieden! 879. Mel. Alle Menschen muͤssen ꝛe. Socbon bist du, o Weltge⸗ baͤude, doch nicht frei von Noth und Tand; besser ist nach allem Leide sanfte Ruh' in Jesu Hand. De⸗ nen, welche dies nicht fassen, will ich ihre Weltlust lassen; meine edlere Begier, Jesu, geht allein nach dir. 2. Muͤde, die der Arbeit i Menge und der harte Zwang bedruͤckt; Wandrer, die des ne Glut Weges Laͤnge und der Son⸗ erstickt; Pilger, matt von schweren Lasten, wuͤnschen sich, bald auszu⸗ rasten, bald zur Heimath einzugeh'n, und die Ihrigen zu seh'n. 3. Gott, ich bin ein Gast auf Erden; hier ist nicht nen Pilger zu! 4. Eitelkeit der Eitelkei⸗ ten! Was ist aller Muͤh' Gewinn? Lust und Freude, Jugendzeiten, o wie schnell fuhrt ihr dahin! Nichts kann die Begierde stillen; nichts die leere Sehnsucht fuͤllen! Was ist alles Er⸗ dengut? Gluͤcklich, wer in Friede ruht! 5. Hundert Freunde, gan⸗ ze Heere von Bekannten schlafen schon; und ich schiffe noch imMeere, wo verborg'ne Klippen droh'n, wo beischnel— len Wirbelwinden kein ge— wisser Weg zu finden. Mich verlangt nach sichrer Ruh, drum eil' ich dem Hafen zu. 6. Komm, o Tod, du Schlafesbruder! Bringe mich zum sichern Port, loͤse mich vom schweren Ruder, fuͤhre mich zum Freudenort! Es mag, wer da will, dich scheuen; mich kannst du viel⸗ mehr Vom gegenwaͤrtigen Leben. 778 mehr erfreuen! Denn du brin. birg und Thal zu bluͤh'n. Und Fall gest mir Gewinn, fuͤhrest sie, und alle Gaben, die sie diese mich zu Jesu hin. doch nicht fuͤr sich, die sie fuͤr nen 7. Jesu, dich wuͤnsch' ich dich nur haben, sind noch zu went zu gruͤßen, deine Freuden arm fuͤr dich. 2.— will ich seh'n, deinen Unter⸗ 2. Der Mensch darf mehr nicht richt genießen, mit dir in dein begehren, als Erd' und Him. gesck Reich eingeh'n! Himmels⸗ mel geben kann. Gott will went lust! Ich seh', ich hoͤre euch, ihm mehr gewaͤhren, beut gesta ihr sel'gen Engelchoͤre! Froh ihm ein groͤßres Erbtheil an. was steigt euer Lied empor. Ach, Er fuͤhrt ihn auf die Erde, stets euch faßt kein sterblich's Ohr! daß er in dieser Zeit von ihm 5. 8. Noch kann ich die guͤld⸗ erzogen werde, zu seiner erker nen Auen, noch den praͤcht'⸗ Seligkeit; bis er mit allen und gen Himmelssaal, nicht, als Kraͤften, gebildet und ge— Lieb nur im Glauben, schauen; woͤhnt zu goͤttlichen Ge⸗ was noch haͤlt mich das Thraͤnen⸗ schaͤften, nach ihr allein sich Her; thal. Doch will ich mich sehnt. fuͤr: aufwaͤrts schwingen; beten 3. Dann endet er voll gute will ich; eilen, ringen; siegen Wonne der hohen Tugend Ehr will ich maͤchtiglich. Jesu, schweren Lauf; Gott felbst schu dein Geist staͤrke mich! wird seine Sonne, und geht Die in vollem Glanz ihm auf. Ziel ö 880. ö Entfloh'n sind alle Leiden, die wele Himmlischer Sinn. Thraͤnen abgewischt; voll— 6 Mel. Nun lobe meine Seele ꝛc. FPommen seine Freuden, in Leid Bedenk, o meine Seele, die kein Schmerz sich mischt. theu daß du für Gott er⸗ Er jauchz't; er triumphiret; Frer schaffen bist! Empfind's voll und hat, durch Gottes Wa Dank, und waͤhle, was dei⸗ Sohn, da, wo der nun re⸗ her ner Wuͤnsche wuͤrdig ist! gieret, vor Gott des Kam⸗ zitte Dir muͤssen Gottes Son⸗ pfes Lohn. Ueb nen, dir seine Sterne gluͤh'n; 4. Auch ich darf dieß noch 1 in fuͤr deine Lust begonnen Ge⸗ Selbst nach dem hoffen! Falle Und ö die sie ie fuͤr och zu mehr Him⸗ t will beut il an. Erde, nihm seiner allen )ge⸗ Ge⸗ n sich voll igend selbst geht auf. n, die voll⸗ ,„ in ischt. iret; tles n re⸗ Nam⸗ noch dem Falle Vom gegenwaͤrtigen Leben. 779 Falle steht auch mir noch Muthes seyn, und seiner diese Laufbahn offen, zu dei⸗ nen Freuden, Gott, zu dir, wenn ich mich dir ergebe, und selbst von dir erneut, nicht Suͤnden, dir nur lebe, geschmuͤckt mit Heiligkeit; wenn ich auf dich nur sehe; gestaͤrkt durch deine Kraft, was eitel ist, verschmaͤhe, stets fromm und tugendhaft. 5. Schon hier dich, Gott, erkennen, der du mein Herr und Vater bist, von deiner Lieb' entbrennen, und thun, was ihrer wuͤrdig ist; von Herzen Jesum lieben, der fuͤr mich starb; und mich in guten Werken uͤben, aus Ehrfurcht gegen dich; un⸗ schuldig, liebreich, allen zum Dienste gern bereit, dem Ziel entgegen wallen; Gott, welche Seligkeit! 6. Mir, der ich auch im Leiden dir, o mein Vater, theuer bin, fließt so, in stillen Freuden, die Stunde meiner 0 Wallfahrt hin! Komm fruͤ⸗ her oder spaͤter, o Tod! ich zittre nicht! Denn nur den Uebelthaͤter erschrecket dein Gericht. Ich, Gottes Wink ergeben, kann frohen mich im Leben und auch im Sterben freu'n. 7. Dieß ist dein Ziel; dieß waͤhle, die du so hoch be— gnaͤdigt bist, von Gott er⸗ loͤste Seele! dieß ist's, was deiner wuͤrdig ist! Dieß sey dir gegenwaͤrtig; nach die⸗ sem ring', und sey zu allem Guten fertig, bis in den Tod getreu! Dir koͤnnen keine Welten, mit aller ihrer Lust, der Suͤnder Dienst vergelten, und dieses Heils Verlust. 884. Mel. Ich danke dir durch deinen ꝛe. O Christ, erhebe Herz und Sinn! Was haͤngst du an der Erden? Hinauf, hinauf, zum Himmel hin! Ein Christ muß himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? Ein Gast, ein Fremdling und ein Wan⸗ drer! Wenn du kurz haus⸗ gehalten hast! so erbt dein Gut ein Andrer. 5. Was hat die Welt? Was beut sie an? Nur Tand und eitle Dinge. Wer einen 7³⁰ einen Himmel hoffen kann, der schaͤtzt die Welt geringe. 4. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch den Sinn aufs Niedre lenken? Nur wer an Gott denkt, denket hoch. So muͤssen Christen denken! 5. Wenn dich die Last der Leiden druͤckt: schau' drum nicht muthlos nieder. Schau' frei empor! Sprich: mich erquickt der Herr doch end— lich wieder. 6. Der Ehristen hohes Buͤrgerrecht ist dort im Va— terlande. Der Christ, der irdisch denkt, denkt schlecht, und unter seinem Stande. 7. Dort ist das rechte Ka⸗ naan, wo Lebensstroͤme flies⸗ sen. Blick' oft hinauf! Der Anblick kann den Leidens⸗ kelch versuͤßen. 8. Dort oben ist des Va⸗ ters Haus! Gott theilt zum Gnadenlohne den Ueberwin⸗ dern Kronen aus; kampf' auch um Ruh' und Krone! 9. Dort ist's den Engeln suͤße Pflicht, der Gottheit Ruhm zu singen. Freund Gottes! sehnest du dich nicht, mit ihnen Gott zu singen? Vom gegenwaͤrtigen Leben. 10. Dort wohnt Gott, Vater, Sohn und Geist, mit Licht und Glanz umge— ben. O Gluͤck, das dir dein Gott verheißt! Wo Gott lebt, sollst du leben! 11. Dort herrscht dein Heiland, Jesus Christ; du, los von den Beschwerden, sollst dem, durch den du selig bist, an Klarheit aͤhnlich werden. 12. Hilf stets, mein Hei⸗ land, hilf du mir, daß ich den Geist erhebe! Und daß ich itzt und ewig dir zu Ehren denk' und lebe! 882. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛe. Vater, den mein Herz ver⸗ ehret, dem mein Leben angehoͤret, heilig sey mir dein Gebot: uͤber alles dich zu lieben, deinen Willen gern zu uͤben, und dir treu zu seyn, o Gott! 2. Ohne dich ist doch kein Friede; und die Seele strebt sich muͤde nach dem Blend⸗ werk dieser Zeit. Ihren Durst kannst du nur stillen, und du willst ihn gern erfuͤl⸗ len, hier und auch in Ewigkeit. 3. Gieb, 5.· Gluͤck verfuͤl Huld Sie Seele nicht Herz 4. wisser Vom gegenwaͤrtigen Leben. z. Gieb, daß schimmernd Gluͤck der Erde nie fuͤr mich verfuͤhrend werde! Deine Huld sey mehr mir werth! Sie nur ist das Gluͤck der Seelen; und das werd' ich nicht verfehlen, wenn mein Herz dich kindlich ehrt. 4. Friede werd'ich im Ge— wissen, hier den Himmel schon genießen, lieb' ich herz⸗ lich dich allein. Such' ich Vater, mehr als allen, such' ich dir nur zu gefallen: so sind deine Freuden mein. 5. Kann ich, wenn mich Andre hassen, mich auf dich nur, Gott, verlassen, und verdammt mein Herz mich nicht: o so bin ich voller Freu⸗ de, und verlier'“, auch wenn ich leide, nicht den Muth zu meiner Pflicht. 6. Laß den Reiz der Eitel⸗ keiten nie von dir mein Herz ableiten; bleib' du mir mein hoͤchstes Gut! Hilf mir, den Betrug der Suͤnden seh'n, und standhaft uͤberwinden; gieb dazu mir Kraft und Muth! 7. Lenke, Vater, mein Bestreben hin zu einem bes⸗ sern Leben; lehre mich schon 78¹ in der Zeit an dem Ewigen ergoͤtzen, hier den Werth der Dinge schaͤtzen, wie einst in der Ewigkeit! 883. Gluͤckseligkeit in diesem Leben. Mel. Wie herrlich strahlt der ꝛe. Wie groß ist unsre Selig⸗ keit, o Gott, schon in der Uebungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn un⸗ ser Herz sich dir ergiebt, und treu in deinem Dienst sich uͤbt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sich herr⸗ lich jenes Leben wird anhe— ben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden! 2. Schon sind wir goͤttli⸗ chen Geschlechts, und freuen. uns des hohen Rechts, als Vater dich zu preisen! Bei dir ist unser Vaterland; und wer will deiner starken Hand, Allmaͤcht'ger, uns ent⸗ reißen? Wenn wir gleich hier muͤssen streiten, und zu Zei⸗ ten schwach uns finden, hilfst du uns doch uͤberwinden. 5. Du deckest unsre Schul⸗ den zu, schenkst unsern See⸗ len wahre Ruh, und staͤrkest uns mit Freude. Dein Sohn 782 Vom gegenw Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir sind sein Volk und Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Mu⸗ thes sind auf Erden in Be⸗ schwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfaͤhrt, verborgen hier auf Erden; doch wenn der Herr vor aller Welt in Ma— jestaͤt Gericht einst haͤlt, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und die Seinen ewiglich mit sich vereinen. 5. Wie wohl, o Gott, sind Christen dran! Wie viel hast du an uns gethan! O laß uns unsre Wuͤrde vor Augen haben jederzeit: so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Buͤrde. Herr, gieb den Trieb in die See⸗ len, dich zu waͤhlen, und im Leben uns dir gaͤnzlich zu ergeben! 884. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Bei dir, o Hoͤchster, Gna⸗ de haben, und deiner aͤrtigen Leben. Huld versichert seyn, das ist die groͤßte aller Gaben, die je des Menschen Herz erfreu'n; das bleibt auch in der Ewig⸗ keit die Quelle der Zufrie⸗ denheit. 2. Wovor darf meiner Seele grauen, wenn du mir, Gott, nicht schrecklich bist? Kann ich getrost auf dich nur schauen, dem alles unterwor— fen ist: so seh' ich auch mit heiterm Sinn auf alles An⸗ dre ruhig hin. 5. Beschaͤmt mich meiner Fehler Menge: du, Vater, du verzeihst sie mir. Bringt eine Noth mich ins Gedraͤn⸗ ge: so hab'ich doch den Trost an dir, daß du auch Leiden dieser Zeit stets lenkstzu mei⸗ ner Seligkeit. 4. Froh seh ich deinem hoͤ⸗ hern Segen, den deine Hand in jener Welt den Deinen aufbewahrt, entgegen, und wenn mein Leib in Staub zerfaͤllt: so zagt mein Herz doch darum nicht. Denn du bist meine Zuversicht. 5. Mein Heil steht blos in deinen Haͤnden, und dein ist, Vater, alle Macht, mir jedes Gute zuzuwenden, das ö deine deine Nur Rath. zum§8 reinen Ernst nur di waͤhle thun, mit s der ist dir we 7. len Fe und k Gott, der S⸗ den w ergeh erhoͤh 8. weil i de mie reinet praͤgẽ kein der 2 dir, e Mel. D. as ist die je u'n; wig⸗ frie⸗ einer mir, bist? nur wor⸗ mit An⸗ iner iter, ingt raͤn⸗ rost iden nei⸗ hoͤ⸗ and nen und aub erz du los ein mir das ine Vom gegenwaͤrtigen Leben. 785 deine Huld mir zugedacht. Sorget er nicht vaͤterlich, daß Nur du vollführest deinen kein Gut dir sehle? Schuͤtzt Rath. Wohl dem, der dich dich seine Vorsicht nicht, zum Freunde hat! wenn Gefahren draͤuen? Ist's 6. Dieß ist das Gluͤck der nicht Seligkeit und Pflicht, reinen Seelen, die sich mit seiner dich zu freuen? Ernst vor Suͤnden scheu'n, 2. Ja, mein Gott, ich hab' nur dich zu ihrem Trost er⸗ an dir, was mein Herz be— waͤhlen, und, recht vor dir zu gehret; einen Vater, welcher thun, sich freu'n. Wer dich mir, was mir nuͤtzt, gewaͤh— mit solchem Sinn verehrt, ret; der mich durch sein goͤtt⸗ der ist dein Freund, der ist lich's Wort hier zum Guten dir werth. lenket, und mit Himmels⸗ 5. Der hat dich auch in al⸗- wonne dort meine Seele len Faͤllen gewiß zum Trost, traͤnket. und kann sein Herz in dir,o 5. Wenn ich dich, mein Gott, zufrieden stellen bei je⸗Herr und Gott, kindlich der Sorg', in jedem Schmerz; scheuend liebe; wenn ich red⸗ den wird zum ew'gen Wohl⸗ lich dein Gebot und mit ergeh'n unsehlbar deine Lieb' Freuden uͤbe: o wie ist mir erhoͤh'n. dann so wohl! Wie ist mein Z. So hilf denn, daß ich, Gemuͤthe seligerEmpfindung weil ich lebe, um deiner Gna-voll; voll von deiner Guͤte! de mich zu freu'n, nach einem 4. Dann darf ich mit Zu⸗ reinen Herzen strebe, und versicht nach dem Himmel praͤg' es mir aufs tiefste ein: blicken; meineLeiden fuͤhl' ich kein groͤßres Gluͤck sey auf nicht, wie sie mich auch druͤk⸗ der Welt, als wenn man ken. Hoffnung und Zufrie⸗ dir, Gott, wohlgefallt. denheit wohnen mir im Her⸗ „ zen, troͤsten und erhoͤh'n mich 885. weit uͤber alle Schmerzen. Mel. O hilf, Christe, Gottes ꝛc. 5. Du bist mein! So Deus. Gottes freue dich! jauchz' ich dann: wer ist, der dank ihm, meine Seele! mir schade? Heil mir, daß ich's 784 Vom gegenwaͤrtigen Leben. ich's ruͤhmen kann: mein ist das Bewußtseyn, daß ich dir, deine Gnade! Dir ist meine Herr, mein Gott, gefalle! Wohlfahrt werth, der du Diese sanfte Freudigkeit, die mir das Leben schenktest, ich zu dir habe, sey mein wirst auch, was mich naͤhrt Heil in dieser Zeit, und mein und erfreut, mir geben. Trost am Grabe! 6. Jesus ist nach deinem 10. Laß die Lust zur Suͤn⸗ Rath in die Welt gekom⸗ de nie dieses Heil mir rau⸗ men; alle meine Missethat ben! Ruͤste selbst mich wider hat er weggenommen. Ihm sie mit entschloßnem Glau⸗ vertrau' ich, bet' ihn an, glaub' an seineLeiden, folg' ihm treu⸗ lich: und so kann nichts von dir mich scheiden! 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bes⸗ sern Lebens, himmlische Voll⸗ kommenheit, such' ich nicht vergebens! Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden: ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. 8. Meine Lust an dir, mein Gott, wird dann ewig waͤh⸗ ren. Noch so furchtbar sey der Tod, er wird sie nicht stoͤ⸗ ven. Willig werd ich mein Gebein der Verwesung ge⸗ ben; Herr, dein Tag bricht einst herein, mit ihm neues Leben. 9. Gieb mir nur, so lang' ich hier in der Fremde walle, ben! Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Thun re⸗ giere, daß ich mein Vertrau'n auf dich ewig nicht verliere! 886. Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛe. Goe, durch welchen alle Dinge sind, und wir⸗ ken und vergeh'n, staͤrke mich, daß ich dich singe; lehre mich dein Lob erhoͤh'n! Laß mich dich im Stillen loben, mich, den du vollLieb' und Huld aus den Tiefen meiner Schuld zu des Christen Gluͤck erho— ben! Dich erheb' ich immer⸗ dar, der mich schuf und neu gebahr. 2. Koͤnnt ihr die Gestirne zaͤhlen; Gottes Gnade zaͤhlt ihr nicht! Er errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir h dir, falle! t, die mein mein Suͤn⸗ rau⸗ vider zlau⸗ jeist,‚ n re⸗ au'n zere! 11 ꝛc. alle wir⸗ mich mich nich, aus huld rho— mer⸗ neu tirne zaͤhlt insre ihr Zenn wir Vom gegenwaͤrtigen Leben. wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Lust, mit dem Feind in unsrer Brust; wenn wir mit dem Tode streiten: dann hilft er der Schwachheit auf, und er⸗ leichtert Kampf und Lauf. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Freuden flieh'n: dann giebt er uns seine Freuden; unser Herz empfindet ihn. Kann ich groͤß'res Gluͤck be⸗ gehren? Ewiger, hat dich mein Herz: o so wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren. Alles An⸗ dre wird mir klein gegen dei⸗ ne Gnade seyn. nich, 4. Wenn mich Leiden nie⸗ derdruͤcken: nehm' ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur begluͤcken, aber nie⸗ mals schaden kann. Du be⸗ lohnst mir meine Schmerzen mit der Seele Heiterkeit, und versuͤßest alles Leid durch die sichre Ruh' im Herzen, die mich stets mit Muth belebt, uͤber allen Schmerz erhebt. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, uͤber diesen rauhen Pfad geh' ich, Vater, in dein Leben, das nicht Leid, Gefahr 785 nicht hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Suͤnder Spott und das Elend, und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? Raubt' ich meine Krone mir? Nein! ich lebꝰ, ich sterbe dir! 887. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. Sbon hier ist selig und vergnuͤgt, wer Gottes Wege geht, die schnoͤde Lust der Welt besiegt, fest in Versuchung steht. 2. Sein Theil ist hier Zu⸗ friedenheit, die im Gewissen wohnt, wenn sich's des hohen Beifalls freu't, womit es Gott belohnt. 3. Noch groͤß'rer Lohn er⸗ wartet ihn in jener Ewigkeit, wenn er mit Gott ergebnem Sinn gethan, was Gott gebeut. 4. Herr, laß mit allem Eifer mich den Weg der Wahrheit geh'n! so werd' ich einst im Himmel dich zu meiner Wonne seh'n. 888. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. er Gottes Wege geht, nur der hat großen Frie⸗ 786 Frieden. Er kaͤmpft; und kennt den Lohn, den Gott dem Kampf beschieden. Voll Glaubens widersteht er jeder boͤsen Lust; ist seiner Tugend sich froh vor dem Herrn bewußt. 2. Er merkt auf seinen Gang; geht ihn mit sestem Muthe; wird aus der Schwachheit stark; liebt im⸗ mer mehr das Gute, das sei⸗ nes Gottes Geist in seiner Seele schafft. So nimmt er immer zu an Kenntniß und an Kraft. 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen; wacht uͤber sich, und scheut sich vor der Suͤnde Schmer⸗ zen. Er eilet, wenn er faͤllt, den Fall gleich zu bereu'n; sucht Gnad', und strebt nun⸗ mehr, der Tugend treu zu seyn. 4. Getreu in seinem Stand', genießt er Gottes Gaben vergnuͤgt, wenn An⸗ dre gleich mehr Gluͤck und Anseh'n haben, durch Gott bei Wenigem zufrieden, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit. Vom gegenwaͤrtigen Leben. 5. Schenkt Gottes Hand ihm viel; so wird er vielen nuͤtzen, des Freundes Gluͤck erhoͤh'n, verlaͤssne Tugend schuͤtzen. Auch selbst Belei⸗ diger wird er in Noth er⸗ freu'n; gut, wie sein Gott, gesinnt, wird er auch milde seyn. 6. Er kränkt den Naͤch⸗ sten nie, schuͤtzt seinen Ruhm, sein Leben; er traͤgt ihn mit Geduld, ist willig, zu verge⸗ ben; und uͤbereilt ihn auch ein Zorn: so faßt er sich, und denket gleich: wie oft ver⸗ schonet Gott auch mich! 7. Er suchet jedes Herz im Guten zu bestaͤrken, und Alle reizet er zu allen guten Werken. Mit Allen suchet er ein Leib und Geist zu seyn; mit ihnen eines Herrn und Heils sich einst zu freu'n. 8. Das Heil der Ewig⸗ keit, das hier der Fromme schmecket, erhaͤlt ihn so ge— trost, daß auch kein Leidihn schrecket; giebt ihm im Lei⸗ den Muth, und stillet jeden Schmerz. Im Tode freu't sich noch sein Gott ergebnes Herz. 889. dand ielen rluͤck gend zelei— er⸗ ö Zott, nilde Näch— uhm, n mit erge⸗ auch „und ver⸗ Herz und guten uchet seynz und 1. wig⸗ ömme o ge⸗ idihn Lei⸗ jeden freu't ebnes 889. Vom gegenwaͤrtigen Leben. 889. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Beslucke, begluͤckt ist, wer auf Erden mit allen sei⸗ nen Kraͤften strebt, an guten Werken reich zu werden, und nicht fuͤr diese Welt nur lebt, stets vorwaͤrts dringt und nie vergißt, daß seine Seel' un⸗ sterblich ist! 2. Er forscht nach seines Gottes Wegen, was gut ist, leicht und schnell zu thun; spricht nicht im Sommer, gleich dem Traͤgen: noch will ich schlummern, will noch ruh'nz saͤt fruͤh, und wuchert mit der Zeit zur Erndte fuͤr die Ewigkeit. 3. Erfuͤllet von der Tu⸗ gend Sorgen, denkt er, und denkt mit Lust daran, wie er hier sichtbar, dort verborgen, ein edles Werk vollenden kann; und nuͤtzet jeden Au⸗ genblick fuͤr Gott und seiner Bruͤder Gluͤck. 4. Nie abgeschreckt von Hindernissen, staͤrkt er mit Gottes Staͤrke sich zu sei— nen heiligen Entschluͤssen, gleich Felsen, unerschuͤtter— lich; und wo er auch zu kaͤm⸗ 787 pfen hat, wird jeder doch vollfuͤhrt und That. 5. Beschwerden scheut er nicht, geruͤstet mit Selbst⸗ verleugnung, und entbehrt, was Sinn' und Phantasey geluͤstet, großmuͤthig, groͤß' rer Freuden werth; wie schmei⸗ chelnd auch das Laster sey, doch stets sein Feind, und Gott getreu. 6. Er widersetzt mit festem Muthe den Lastern sich, und kaͤmpft fuͤr Gott; ihn treff', im Kampfe fuͤr das Gute, der Welt Verfolgung oder Spott: ihm bleibet doch der Preis des Streits; er kaͤmpft und ringt; denn Gott gebeut's. 7. Er zaͤhlt der großen Siege viele, und alle werden ihm belohnt, wenn er nun, nach erreichtem Ziele, im Paradiese Gottes wohnt. Wohl euch, die ihr ihm gleicht! wohl euch! Nur ihr seyd groß! Nur ihr seyd reich! 890. Gutes Gewissen. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛc. I ein unschaͤtzbares Gut ist doch ein gut Gewissen! Hab ich nur das: Ddd 2 so 78 so hab' ich Muth, wenn An⸗ dre zagen muͤssen. Dann zittert meine Seele nicht; mich schreckt kein Tod und kein Gericht; ich habe Gott zum Freunde. 2. Bin ich mir deiner Huld bewußt, und, Gott, bei dir in Gnaden: so wohnet Ruh' in meiner Brust, und wer will dann mir schaden? Ich seh' auf dich in aller Noth, womit die Zukunft mich bedroht; mich troͤstet deine Liebe. 3. Trifft mich auch hier zuweilen noch das Gift der Laͤsterungen: wird meines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Weiß sich nur mein Gewissen rein, und flieh' ich auch den boͤsen Schein: wirst du mich schon beschuͤtzen. 4. Ich sehe mit Zufrieden⸗ heit der kuͤnft'gen Welt ent⸗ gegen; sie giebt mir Muth und Freudigkeit auf allen meinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Vom gegenwaͤrtigen Leben. 5. So hilf denn, daß ich, mir zum Heil, ein unverletzt Gewissen, des Lebens aller⸗ bestes Theil, zu haben, sey be⸗ flissen! Mit dir, Gott, aus⸗ gesoͤhnt zu seyn, dein heilig's Recht nicht zu entweih'n, das sey mein groͤßter Eifer! 6. Gieb, daß ich des Ge⸗ wissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf seine Warnung hoͤre! Erinnert's mich an meine Schuld: so laß mich, Vater, deine Huld, voll Reu' und Glau⸗ ben, suchen. 7. Mit deiner Gnade troͤste mich, und staͤrke meine Seele, daß sie vor Suͤnden huͤte sich, und nie aus Vorsatz fehle! Denn wer nur reines Her⸗ zens ist, hat immer dich, durch Jesum Christ, Allwis⸗— sender, zum Troste. 891. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Wenn ich ein gut Gewis⸗ sen habe: so hab' ich große Seligkeit. Es ist des Mund den wahren Werth Himmels beste Gabe, das der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. hoͤchste Gluͤck in dieser Zeit. In Freud' und Leiden giebt es zich, rletzt y be⸗ Qus⸗ ilig's „das ö Ge⸗ deine numer seine iert's o: so deine lau⸗ Vom gegenwartigen Leben. es hier die wahre Ruh' der Seele mir. aller⸗ 2. Ich bebe nicht, wenn Suͤnder beben, daß Gott gerecht und heilig ist; mein — Herz giebt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des goͤttlichen Be⸗ rufes werth, der mich zum Himmel wandeln lehrt. z. Getrost wag' ich's, vor Gott zu treten, und ihn, vollGlaubensfreudigkeit, als meinen Vater, anzubeten, der, was ich brauche, mir verleiht, und jedem Heil und Segen giebt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 2 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung Laͤst'rung, Schmach und Hohn. Denn des Gewissens innre Freuden sind suͤßer, als der Menschen Lohn. Und was kann hoͤhern Trost ver⸗ leih'n, als ohne Schuld im Leiden seyn? 5. Ich eile mit gesetztem Schritte des Lebens letzter Stunde zu. Es falle dieses Leibes Huͤtte: so geh' ich ein zur wahren Ruh', indem mein Geist, der Gott gelebt, zu sei⸗ nem Ursprung sich erhebt. 7 6. O Seele, darum sey beflissen, daß unverruͤckte fromme Treu dir immerdar ein gut Gewissen und Glau⸗ benszuversicht verleih'! Und du, mein Gott, regiere mich! Denn was vermag ich ohne dich? 892. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. Ein ruhiges Gewissen laß, Herr, mich stets genie⸗ ßen! Denn hab' ich die ses nur: so ist fuͤr mich in Ta⸗ gen, wo Andre aͤngstlich za⸗ gen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Schuld mich beuget, und dann dein Geist bezeuget, daß ich be⸗ gnaͤdigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Truͤbsal druͤcket; wie un⸗ schaͤtzbar ist mein Gewinn! g. Sollt' ich solch ruhig's Leben fuͤr Lust der Sinne ge⸗ ben, und dann die innrePein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen? Gott, laß dieß ferne von mir seyn! 4. Sein eignes Herz be⸗ kampfen, und seine Neigung daͤmpfen, ist freilich schwere Pflicht. Pflicht. Doch wenn wir uns besiegen, welch himmlisches Vergnügen gewaͤhrt die Ueberwindung nicht! 5. Nichts kann im Wohl⸗ ergehen so unser Gluͤck erhoͤ⸗ hen, als ein geruhig's Herz. Das schafft uns innre Freu⸗ den, und mildert auch im Leiden durch seinen Trost den groͤßten Schmerz. 6. Die Guͤter zu verach⸗ ten, wornach die Thoren schmachten, was giebt uns dazu Muth? Was troͤstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Suͤnder? Ein ruhig's Herz, das beste Gut! 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich ruͤhmen; ich bin dein! Im Glauben der Erloͤsten sich deiner Huld zu troͤsten; welch Gluͤck, mein Gott, kann groͤßer seyn? 8. Laͤss'st du mich im Ge⸗ wissen einst diesen Trost ge⸗ nießen, wenn alles von mir weicht; kann ich dann voll Vertrauen auf dich noch, Vater, schauen: so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, Vom gegenwaͤrtigen Leben. und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Wer⸗ ken laß mich die Hoffnung staͤrken, daß groß der Lohn im Himmel sey. 893. Mel. Gott ist mein Lied ꝛe. Besis ich nur ein ruhiges Gewissen: so ist fuͤr mich, wenn Andre zagen muͤs⸗ sen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dieß sey mein Theil! Dieß soll mir niemand rau⸗ ben! Ein reines Herz von ungefaͤrbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Suͤnde schwei⸗ get; wenn Gottes Geist in meinem Geiste zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Ruh', den Trost in unserm Leben, sollt' ich fuͤr Lust, fuͤr Lust der Sinne geben? Dieß lasse Gottes Geist nicht zu! 5. In jene Pein, mich sel⸗ ber zu verklagen, der Suͤnde Fluch mit mir umher zu tra⸗ gen, in diese stuͤrzt' ich mich hinein? 6. Laß auch die Pflicht, dich selber zu besiegen, die schwerste Itra⸗ mich licht, „die verste schwerste doch welch sie nach der Vollbringung Vom gegenwaͤrtigen Leben. seyn! Sie ist's; Vergnuͤgen wird nicht! 5. Welch Gluͤck, zu sich mit Wahrheit sagen koͤn⸗ nen: ich fuͤhlt' in mir des Boͤsen Lust entbrennenz doch, Dank sey Gott! ich schuͤtzte mich. 8. Und welch Gericht, zu sich selbst sagen muͤssen: ich konnte mir den Weg zum Fall verschließen; und doch verschloß ich mir ihn nicht! 9. Was kann im Gluͤck den Werth des Gluͤcks er⸗ hoͤhen? Ein ruhig's Herz ver⸗ suͤßt im Wohlergehen dir je⸗ den frohen Augenblick. 10. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen? im schwersten Kreuz mit Freuden dich er⸗ fuͤllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 11. Was giebt dir Muth, die Guͤter zu verachten, wo⸗ nach mit Angst die niedern 79¹⁷ Seelen schmachten? Ein ru⸗ hig's Herz, dieß groͤßte Gut! 12. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm! Denn wer das Boͤse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 15. Im Herzen rein hin⸗ auf gen Himmel schauen, und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch Gluͤck, o Mensch, kann groͤ⸗ ßer seyn? 14. Sieh', alles weicht, bald wirst du sterben muͤssen. Was wird alsdann dir dei⸗ nen Tod versuͤßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 15. Heil dir, o Christ, der diese Ruh' empfindet, und der sein Gluͤck auf das Bewußt— sein gruͤndet, daß nichts ver⸗ dammlich's an ihm ist! 16. Laß Erd' und Welt, so kann der Fromme spre⸗ chen, laß unter mir den Bau der Erde brechen! Gott ist es, dessen Hand mich haͤlt. XXXIV. 792 XXXIV. Vom zukuͤnftigen Leben. 894. getrieben von deinem Geiste, Unsterblichkeit der Seele. dich stets inniger zu lieben. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu ꝛc. 4. Und dieses Gluͤck ist us Erde ward mein Leib ewig mein. Auf immer hoͤ⸗ erbau't, und wird auch bern Stufen mich ewig dei⸗ wieder Erde. Doch weiß ner Huld zu freun, hast du mein Geist, der Gott ver⸗ mich, Gott, berufen, Owohl trau't, daß er nicht sterben mir! Welch ein großes Heil! werde. Er, mehr als Staub; Mag doch, was ²— it, er, Gottes Hauch, wird nach sterben, und verderben! mein dem Tod' noch leben; sich er⸗ bess'rer hoͤh'rer Theil, die heben wird er zu Gott, und Seele, kann 1400 sterben. auch ihm dann noch Ehre 5. Nicht sterben! Ja, nicht geben. Labens⸗ Laube 47½½ 2. Mein Koͤrper nicht Lebens Glauben soll keines ö Laͤst'rers Wahn und Spott mein Geist allein kann den⸗ aus meinem Herzen rauben! ken, kann begehren; kann Ich werde sterben; aber sich des Unsichtbaren freun, dann wirst 22 Dir wüh GSott kennen und verehren! fuͤhren; triumphiren wird in dem, was er durch Sinn meine Seel, und kann im empfand, dich, o mein Schoͤ⸗ Tode nicht verlieren. pfer, finden, dich empfinden, 6. Ja, noch weit mehr und durch der Liebe Band werd' ich dereinst, als ich mit sich selbst mit dir verbinden. allen Sinnen hier fasse, wenn 3. Du bautest diese Huͤtte du, Gott, erscheinst, durch mir, Gedanken da zu sam⸗ meinen Tod gewinnen. Ich meln, und da zuerst, mein jauchze, daß ich ewig bin! Gott, von dir und deiner Denn nur mein Leib wird Huld zu stammeln, und, im⸗ sterben! Gottes Erben ist mer mehr veredelt, mich in selbst der Tod Gewinn; die deinem Lob zu uͤben; und, Seele kann nicht sterben. 895· — Vom zukuͤnftigen Leben. 79³ 895. Menschen Geist! Du be⸗ rufst zum ew'gen Gluͤcke al⸗ Mel. Freue dich, o meine Seele e. ses, was dich Vater heißt. Stauke, Gott, mich in dem Seelen, Seelen sterben nie! Glauben, daß ich nicht Nach des kurzenLebens Muͤh' ganz sterblich sey! Laß mir wirst du jegliche zwar rich⸗ ihn kein Blendwerk rauben, ten; aber keine je vernichten. keines Leichtsinns Spoͤtterei, 5. Dieser heiße Durst im als verschwinde, gleich dem Herzen nach der Unvergäng⸗ Rauch, mit dem letzten Odem lichkeit; dieser Drang in auch das, was in mir denkt Leid und Schmerzen nach und lebet, dein sich freut, vollkommner Seligkeit, sind und dich erhebet. die sichern Buͤrgen mir, daß 2. Ich bin Geist! Welch ich mich, mein Gott, zu dir, hoher Name! Dieser Leib dem ich mich schon itzt erge⸗ ist Huͤlle nur, eines bessern be, einst erheb' und ewig Leibes Saame auf der Got⸗ lebe. tesaͤcker Flur. Wie das 6. Du, o Schrecken im Korn wird aufgeloͤst, Frucht Gewissen der Verbrecher! zu tragen: so verwest auch du, o Ruh', die schon From⸗ mein Leib, dem hoͤhern Leben me hier genießen, hoher Frie⸗ einen edlern Keim zu geben. de Gottes du! Sichre Zeu⸗ 3. Freilich hoͤrt dann, wenn gen seyd auch ihr, wenn der ich sterbe, hier mein Geist zu Tod mich schrecket, mir, daß, wirken auf. Aber schließt wird gleich mein Leib zur sein ganz Gewerbe sich mit Erde, doch mein Geist nicht dieses Lebens Lauf? Gabst sterben werde. du, Gott, ihm Thaͤtigkeit 7. Und wie wird durch nur fuͤr diesen Traum der deine Lehre, Jesu, dieß mein Zeit? Sehnsucht nach voll- Hoffen fest! Du, den ich kommnem Gluͤcke nur fuͤr als Heiland ehre, der die wenig Augenblicke? Seinen nie verlaßt, du er⸗ 4. Nein, fuͤr wenig Au⸗ hebst im Tode gleich meinen genblicke schufst du nicht des Geist zu deinem Reich; wirst auch auch einst ein bess'res Leben meinem Leibe wiedergeben. 8. Ja, auf ewig werd' ich leben. Sicher der Unsterb— lichkeit, streb' ich, mich empor zu heben uͤber jeden Traum der Zeit. Wandeln will ich treu und still jeden Pfad des Rechts, und will, was davon mich locket, hassen, und mich& dir ganz uͤberlassen. 9. Aber, daß mein Fuß nicht wanke, staͤrke mich, o Herr, dein Wort, und der selige Gedanke: dort ist mei⸗ ne Heimath, dort! Dort ist weder Schmerz, noch Leid, Wonne nur und Herrlich— keit; dort ist, Herr, vor dei⸗ nem Throne, meines Kam⸗ pfes Preis und Krone. 896. Auferstehung und Gericht. Mel. Wachet auf! ruft einst ꝛe. Wohet auf vom Schlaf, ihr Suͤnder! Er⸗ wacht! Denn euch, ihr Men⸗ schenkinder, erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben, hat Gott in eure Hand gegeben. Erwacht! Noch ist zur Beß⸗ rung Zeit! Gerecht, gerecht Vom zukuͤnftigen Leben. ist Gott! Er hoͤrt der Frev⸗ ler Spott! Frevler, zittert! Wißt, was er espiicht gereu't ihn nicht; er koͤmmt gewiß und haͤlt Gericht! 2. Ploͤtzlich wird sein Zorn entbrennen! Dann wird der Spoͤtter ihn erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet, jaͤuchz't, ihr, seine Frommen! Er wird zu eu⸗ rem Heile kommen; bald koͤmmt er, und mit ihm sein Lohn! Euch richtet Christus nicht! Er selbst ging ins Ge— richt fuͤr die Suͤnder. Wir sind versoͤhnt, mit Gott ver⸗ soͤhnt! Wer uͤberwindet, wird gekroͤnt. 3. Seyd bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Her⸗ zen, zu empfangen! Denn ploͤtzlich bricht sein Tag her— ein! und der Richter wird vom Boͤsen sein Bolk, die Frommen, ganz erloͤsen, von Suͤnd'und Tode sie befrei'n. Dann ist vollkomm'nes Heil in Ewigkeit ihr Theil. Jauchz't, ihr Frommen! Seyd stets bereit auf diese Zeit, und singt Gott Dank in Ewigkeit! 897. Frev⸗ tert! reu't ewiß Zorn d der des ohn. seine Heu⸗ bald sein istus Ge⸗ Wir ver⸗ ndet, mit Her⸗ Denn her⸗ wird die von ei'n. Heil heil. nen! diese ank 897. Vom zukuͤnftigen Leben. 79⁵ 897. seelt, geh'n sie hervor, und keiner fehlt. r.„Da stehen sie vor dei⸗ Erbog ter Jesu! Gorttes Len Thron, erwarten den ö Sohn! der du schon hestimmten Lohn mit Freu⸗ langst der Himmel Thron, den und mit Beben. Die als Herrscher, eingenommen, Sünder trifft nun Schmach du wirst gewiß zur rechten und Pein; die Frommen aber Zeit, in großer Kraft und fuͤhrst du ein in das verheißne Herrlichkeit, vom Himmel Leben. Nun zeigt die That, wiederkommen. Gieb, daß Herr Jesu Christ, daß du dann froh, und mit Ver⸗ der Erde Richter bist. trau'n, dich, Jesu, meine ö Augen schau'n! 5. O Herr, wenn dieser Tag erscheint: erscheine mir 2. Hier faßt kein Sterb⸗ dann, als mein Freund, mit licher die Pracht, die deinen deinen Gnadenblicken, daß Mel. Ich bin o Herr, in deiner ꝛe. Tag einst herrlich macht. unbeschaͤmt ich vor dir steh, Wie groß wirst du dich zei⸗ verklaͤrt in deinen Himmel gen, wenn du auf leichten geh', zum ewigen Entzuͤcken! Wolken einst, mit deiner Und dazu mache mich bereit Engel Heer, erscheinst, und durch Glauben und durch sie vor dir enelt di Froͤmmigkeit! Dann sieht die Welt die 6. Dein Name sey mir Majestät l dich Gott, ewig werth! Und was dein dein Gott, erhoͤht. Wort von mir begehrt, das 3. Laut toͤnet dann in je⸗ laß mich treulich uͤben! des Grab dein allmachtsvol⸗ Dich, den der ganze Him⸗ ler Ruf hinab, und schafft ein mel preist, dich muͤsse hier neues Leben. Auf deinen auch schon mein Geist aus Wink muß Erd' und Meer allen Kraͤften lieben! So das unzahlbare große Heer schreckt mich deine Zukunft der Todten wiedergeben; nicht; so hab' ich Muth durch deine Stimme neu be⸗ auch im Gericht. 898. Vom zukuͤnftigen Leben. 898. Gericht ist fuͤrchterlich! Mel. Ich bin, o Herr, in deiner ꝛc. 4. Wenn furchtbar seiner Der unsre Menschheit an Donner Schall und seiner sich nahm, als er, uns Allmachtsstimme Hall der zu versoͤhnen, kam, koͤmmt Erde Grund erschuͤttern, und einst, zu richten, wieder! Ge⸗ ploͤtzlich nun der Bau der wiß ist seiner Zukunft Zeit. Welt wankt, krachend stuͤrzt, In aller seiner Herrlichkeit in Truͤmmern faͤllt, wenn steigt Jesus dann hernieder. selbst die Himmel zittern, Vernimm's, o Welt, und und, von dem Richter hinge⸗ bessre dich! Der Tag des ruͤckt, der Spoͤtter glaubet 796 barmt er sich; wißt, sein Schreckens nahet sich! 2. Warum verzieht er? fragt der Spott; wo bleibt der Suͤndenraͤcher, Gott? Hoͤrt, Suͤnder, hoͤrt's mit Beben! Euch, die ihr fre⸗ velnd widerstrebt und in der Bosheit sicher lebt, zur Beß⸗ rung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfuͤllt; bald koͤmmt der Richter, und vergilt. 5. Dann oͤffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit, mit allen sei⸗ nen Schrecken; dann wird euch, wenn der Richter droht, nicht Berg, noch und erschrickt: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit! Wo wer⸗ det ihr Barmherzigkeit und Gnad)/ und Rettung finden? Die ihr der Suͤnden Maaß noch haͤuft, fuͤhlt, eh' euch dieser Tag ergreift, das Elend eurer Suͤnden, daß ihr euch einst nicht selbst verflucht, und in Verzweiflung Lin⸗ drung sucht! 6. Mein Herz erschrickt; es bebt in mir mein Inner⸗ stes, o Gott, vor dir! ich bin ein Missethaͤter! Be⸗ gnadige, wenn dein Gericht auch mir ein ew'ges Urtheil spricht, mich, Herr, den Meer, noch Grab, noch Tod, Uebertreter! Du, der die vor seinen Strafen decken. Suͤnder nicht verstoͤßt, du, Denkt nicht: vielleicht er⸗Jesu, hast auch mich erloͤst. 7. Tag Heiland, O weigert euch, Vom zukunftigen Leben. 7. Tag Gottes! Tag der Ewigkeit! du predigst uns den Werth der Zeit laut, wie des Donners Stimme! Reizt, Menschen, nicht durch eure Schuld, den Gott der Langmuth und Geduld, und scheut des Richters Stim⸗— me! Denn schrecklich wird der Suͤnder Pein, und groß der Frommen Wonne seyn! 899. Mel. Dir Herr, und Vater ꝛe. or koͤmmt, er koͤmmt zum Weltgericht, der den wir ehren! Erloͤste, nicht, itzt auf sein Wort zu hoͤren! Wer hier nicht seine Stimme hoͤrt, und sie nicht mit Gehorsam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 2. Herr, laß mich deiner Majestaͤt mit waͤhrer Freude dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhoͤht; ist zwar noch nicht erschienen: doch, was uns hier verborgen war, macht jener Tag uns offen⸗ bar, an welchem du erschei⸗ nest. 3. Da, wenn vor dir die Erde bebt, und, unter deinen 797⁷ Fuͤßen, sich alles, was dir widerstrebt, wird voͤllig beu⸗ gen muͤssen; wenn alle En⸗ gel vor dir steh'n: da wird auch jedes Auge seh'n, wie hoch dich Gott erhoben. 4. Da werden, Herr, auf dein Geheiß, die Todten wie⸗ der leben; dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab er⸗ heben. Und wer wird da, Herr Jesu Christ, daß du der Herr des Lebens bist, noch ferner leugnen koͤnnen? 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wenn du, die hier dich fliehen, fuͤr ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majestaͤt wirst ziehen? Wie wird, wenn dich ihr Aug' er⸗ blickt, und sie dein Strafge— richte druͤckt, der Spoͤtter Heer verstummen! 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre zierest, sie, ewig ihnen wohlzuthun, zu deinem Him⸗ mel fuͤhrest: wie voͤllig wird's dann offenbar, daß es in dei⸗ nen Haͤnden war, die Dei⸗ nen zu begluͤcken! 7. Gieb, daß ich dann, Herr Jesu Christ, mit Freu⸗ d en 798 den vor dir stehe, und dir, der du so herrlich bist, getrost entgegen sehe! Wenn deiner Feinde Rotte zagt, von Reu' und Angst und Furcht ge⸗ plagtz dann jauchze meine Seclel 8. Daß ich dies Glüͤck erleben mag: so laß in die⸗ sem Leben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben! Er reize mich, dir mich zu weih'n, in deinem Dienste treu zu seyn, und so mein Heil zu hoffen! 900. Mel. Befiehl du deine Wege ꝛe. OIch denk' an dein Gerichte, du Richter aller Welt! Der Thor nenn's ein Ge⸗ dichte, das Schwachen nur gefaͤllt! Mich soll sein Wahn nicht stoͤren, weil mich dein goͤttlich's Licht und mein Gewissen lehren, du haltest einst Gericht. 2. Ich hoͤre die Posau⸗ nen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heil'ge Menge erhab'⸗ ner Engel steht. Welch herr⸗ Vom zukuͤnftigen Leben. liches Gepraͤnge! Welch ho— he Majestaͤt! 5. Umsonst flieht dann der Suͤnder vor deines Armes Kraft! Herr, alle schenkinder ziehst du zur Re⸗ chenschaft. Du rufst; und sie erscheinen vor deinem Richterthron. Den Suͤn⸗ dern und den Deinen giebst du gerechten Lohn. 4. Frohlockend seh'n die Frommen dein goͤttlich's An⸗ gesicht; schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erloͤst von aller Muͤh', seh'n sie den Himmel offen, und du, Herr, seg⸗ nest sie. 5. Wie angstvoll aber be⸗ ben, die hier dein Wort ver⸗ hoͤhnt, und durch ein sinn⸗ lich's Leben das eitle Herz verwoͤhnt! Du giebst den Suͤndenknechten ihr Theil in jener Pein, und fuͤhrest die Gerechten zu deinen Freu⸗ den ein. 6. Drum laß, Herr, dein Gerichte mir stets vor Au⸗ gen seyn, und druͤcke sein e tief ins Gewissen ein! Fromm laß mich vor dir Men⸗ h bo⸗ nder rmes Men⸗ rRe⸗ und inem Suͤn⸗ ziebst u die s An⸗ Fluch Seele t ihr aller Vom zukünftigen Leben. dir wandeln, und hier zu al⸗ ler Zeit so, wie ein Weiser, handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden; wird diese Welt vergeh'n: so hoff' ich, nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von mmel seg⸗ er be⸗ kver⸗ sinn⸗ Herz den Theil ᷣst die Freu⸗ dein Au⸗ sein zissen vor dir aller Schuld befreit, fuͤhrst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 901. Mel. Dir Herr, und Vater ꝛc. Scbon ist der Tag von Gott bestimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Haͤnden nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er koͤmmt, er koͤmmt, des Menschen Sohn! er koͤmmt, und Wolken sind sein Thron, den Erdenkreis zu richten! 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, hier steh'n die Mil⸗ lionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissen⸗ den bekannt, unzaͤhlbar, wie am Meer der Sand,»hier steh'n sie vor dem Richter! 70 5. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahr⸗ heit unterliegen; hier, wo das Recht die Waage haͤlt, wird keine Bosheit siegen; hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge! 4. O Herr, mit welcher Majestaͤt wirst du das Ur⸗ theil faͤllen! Die Suͤnder, die dich hier verschmaͤht, geh'n dann gewiß zur Hoͤllen. Da rifft sie unerforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Ret⸗ ter seyn? Ihr Warten ist verloren. 5. Wie herrlich aber wird alsdann der Frommen Werth erscheinen! Du, Herr, nimmst sie zu Ehren an, erklaͤrst sie fuͤr die Dei⸗ nen; und sie seh'n mit er⸗ stauntem Blick, daß Glaub' und Lieb' das hoͤchste Gluͤck aus Gottes Huld ererben. 6. Sie geh'n nun in das sel'ge Reich, das Gott fuͤr sie bereitet, und seh'n auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlseyn ausgebreitet. Das Stuͤck⸗ werk wird Vollkommenheit; kein Kummer, keine Trau⸗ rig⸗ 80⁰ rigkeit stoͤrt forthin ihre Freude. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft, und mit Ernst, bedenken! Es staͤr⸗ ke meine Zuversicht, wenn hier mich Leiden kraͤnken! Es reize mich, gewissenhaft und eingedenk der Rechenschaft nach deinem Wort zu wan⸗— deln! 902. W˖ auf! ruft einst die Stimme, des Soh⸗ nes Gottes Allmachtsstim— me zverlaßt, ihr Todten, eure Gruft! Wachet auf, erloͤste Suͤnder! Versammelt euch, ihr Gottes Kinder! Der Welten Herr ist's, der euch ruft! Des Todes stille Nacht ist nun vorbei! Er⸗ wacht! Lobet, lobt Gott! Macht euch bereit zur Ewig— keit! Sein Tag, sein großer Tag, ist da! 2. Erd' und Meer und Hoͤlle beben! Die From⸗ men stehen auf zum Leben; zum neuen Leben steh'n sie auf! Ihr Versoͤhner koͤmmt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahr⸗ Vom zukuͤnftigen Leben. heit, der Tugend Lohn kroͤnt ihren Lauf. Licht ist um dei⸗ nen Thron und Leben, Got⸗ tes Sohn! Preis dir, Hei— land! Erloͤser, dir, dir fol⸗ gen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 5. Ew'ges Lob sey dir ge⸗ sungen! Wir sind zum Le— ben durchgedrungen! Am Ziel sind wir, beim großen Lohn! Christus stroͤmt der Freuden Fuͤlle auf uns! Wir schau'n ihn ohne Huͤlle, ihn, unsern Freund und Got— tes Sohn. Kein Auge sahe sie, dem Ohr erscholl sie nie diese Wonne! In Ewigkeit sey dir geweiht, Herr, unser Dank und Lob und Preis! 903. Mel. Ich dank' dir, Menschenhuͤter ꝛc. Wern einst in meinem Grabe des Todes stille Nacht ich durchgeschlum— mert habe: so weckt mich Jesu Macht, gieb diesem Leib aus Staube des Him⸗ mels Herrlichkeit. O Trost, den mir der Glaͤube an Got— tes Wort verleiht! 2. Es soll mir diesen Glauben, der fest, als Fel⸗ sen, zaters ir ge⸗ n Le⸗ Am roßen t der uns! Huͤlle, Got⸗ sahe sie nie igkeit unser eis! uͤter ꝛe. inem Vom zukuͤnftigen Leben. sen, ruht, kein loser Spoͤt⸗ ter rauben, kein Feind, kein Zweifelmuth. Es mag der Unchrist beben, sinkt er in Tod und Gruft! Ich kenn' ein neues Leben, wozu mich Jesus ruft. ö 5. Den Weisen dieser Erden war dieser Trost ver⸗ deckt, daß wir unsterblich werden, aus Tod und Grab erweckt. Die, die das Licht nicht hatten, das uns den Tag gebracht, umgaben To⸗ desschatten und Furcht der Grabesnacht. 4. Des Spoͤtters freches Lachen beschimpft ihn selber nur; es sind gar leichte Sa⸗ chen dem Schoͤpfer der Na⸗ tur, den Leib neu zu beleben, den er aus Staub erschuf, ihm Klarheit auch zu geben durch seiner Allmacht Ruf. 5. Aus Saamen, den wir saͤen, laͤßt Gott ja alle Jahr die neue Frucht entstehen, die in dem Keime war. Es waͤchset jede Blume aus ih⸗ rer Saat hervor; zu seiner Allmacht Ruhme steht sie im neuen Flor. 6. Kann Gott denn nicht auch machen, daß einst aus 801 Tod und Gruft die Glieder neu erwachen, wenn seine Stimme ruft? Es werden diese Glieder wie Saamen ausgesaͤ't. Gott will; sie leben wieder; der neue Leib entsteht. 7. So trotz' ich jedem Spotte verweg'ner Zweife— ler; und weiß von meinem Gotte, er ist des Todes Herr. Daß Todte leben sollen, steht ganz in seiner Macht; und sollt er nicht auch wollen, daß einst mein Leib erwacht? 8. Vergeltung im Ge⸗ richte trifft nicht blos meinen Geist. Was ich allhier ver⸗ richte, was gut, was boͤse heißt, geschieht bei Leibes Le⸗ ben. Wird denn der Rich⸗ ter nicht dem Leib auch An⸗ theil geben am Lohne im Ge⸗ richt? 9. So kann aus klaren Gruͤnden selbst die Vernunft schon seh'n, und hoͤchst glaͤub⸗ wuͤrdig finden, daß wir einst aufersteh'n; da Gott durch seine Lehre sie auf die Spur gebracht. Ihm, ihm ge⸗ buͤhrt die Ehre, daß sie des Spoͤtters lacht. 10. Die aus des Grabes Eee Banden 802 Banden Gott eh'mals schon erweckt, und Jesum, der er⸗ standen, da er den Tod ge⸗ schmeckt, betrachtet unser Glaube, und siegreich ruͤh⸗ met er: auch uns weckt aus dem Staube zum Leben einst der Herr. 904. Mel. Was Sott thut, das ist te. Ich freue mich der frohen Zeit, da ich werd' auf⸗ erstehen. Dann werd' ich in der Herrlichkeit dich, Gott, mein Heiland, sehen; dann werd'auch ich, o Herr, durch dich, vereint mit allen From⸗ men, zur ew'gen Ruhe kom⸗ men. 2. Ja, Herr, du fuͤhrst sie einst heran die Stunde der Erloͤsung, die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Frei⸗ heit und Genesung; da, En⸗ geln gleich, im Himmelreich mich Ruhe, Lust und Leben in Ewigkeit umgeben. 5. Der du die Auferste⸗ hung bist, du bist's, an den ich glaͤube. Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht wird mich Vom zukünftigen Leben. dann nicht mit Truͤbsal, Angst und Schrecken, so wie die Sünder, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit froh⸗ lockend einzugehen. O hilf du mir aus Gnaden, hier zum Gluͤck der Ewigkeiten mich wuͤrdig zu bereiten! 905. Mel. Alle Menschen muͤssen sterben u. O wie unaussprechlich se— lig werden wir im Him⸗ mel seyn! Da, da erndten wir unzaͤhlig unsers Glaͤu⸗ bens Fruͤchte ein. Da wird, ohne Leid und Zaͤhren, unser Leben ewig waͤhren. Gott, zu welcher Seligkeit fuͤhrst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort fuͤr Gluͤck bereitet hast, noch in keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt dei⸗ nes Himmels große Freu⸗ den? Doch nach dieses Le— bens Leiden werden alle, die dir trau'n, mehr noch, als sie hoffen, schau'n. 3. Neue Wunder deiner Guͤte ibsal, so N. i mit mein d mit froh hilf hier keiten n! rben u. ich se⸗ Him⸗ indten Glau⸗ Vom zukuͤnftigen Leben. Guͤte werden da ihr Gluͤck erhoͤh'n; mit erstaunendem Gemuͤthe wird dann unser Auge seh'n, deine Huld sey uͤberschwenglich, und das Gute unvergaͤnglich, das dem, der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich un⸗ sern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen, da, wo alles Wonne ist. Zu vollkomm⸗ nen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Gluͤck erwarb, als am Kreuz er fuͤr uns starb. 5. Da wird deiner From⸗ men Menge ein Herz, eine Seele seyn, Dienst und Dank und Lobgesaͤnge dir, erhabner Gott, zu weih'n; dir und dem, der selbst sein Leben wil⸗ lig fuͤr uns hingegeben. Mit ihm, unserm groͤßten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. O wer sollte sich nicht sehnen, aufgeloͤst und da zu seyn, wo, nach ausgeweinten Thraͤnen, ew'ge Guͤter uns erfreun? Wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre 803 Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stoͤrt. 7. Sey, o Seele, hoch⸗ erfreuet uͤber das erhabne Gluͤck, das dir einst dein Gott verleihet! Richte dei⸗ nes Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 8. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Him⸗ mel geh'n. O so mache im⸗ mer reiner hier mein Herz, dich einst zu seh'n! Hilf du selber meiner Seele, daß sie nicht den Weg versehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt. Mel. Wie herrlich strahlt der ꝛc. dein ganzer Geist, Gott, wird entzuͤckt, wenn er hinauf gen Himmel blickt, dahin dein Rath uns leitet, wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird er⸗ kannt, die du da hast verbrei⸗ tet. Maͤchtig fuͤhl' ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 415 Eee 2 2. Was 804 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden! Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Guͤte dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mitLeiden stetsumgeben, dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Thraͤnen ab von dei⸗ ner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Ge⸗ schrei. Denn du, o Herr, machst alles neu: das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort fuͤr Gerechte, deine Knechte, keine Plagen mehr zur Pruͤfung zu ertragen. 4. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die From⸗ men, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand sie, die ein Sinn schon hier ver⸗ band, Herr, alle deine Glie⸗ der. Ewig werd' ich, frei von Maͤngeln, selbst mit En⸗ geln, mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. 5. Da komm' ich zu des Menschensohn, der fuͤr mich Vom zukuͤnftigen Leben. starb, um dessen Thron viel tausend Seelen stehen. Der du der Deinen Wonne bist, dich werd' ich da, Herr Jesu Christ, mir zum Entzuͤcken, sehen. Dann wird, meinHirt, nichts mich koͤnnen von dir trennenz ohn'Aufhoͤren werd' ich bei dir seyn; dich ehren. 6. Wie selig werd' ich dann erst seyn, wie sicher werd' ich dann mich freu'n; dir ewiglich lobsingen! O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast dieß Gluͤck auch mir bereit't; hilf mir es auch er⸗ ringen! Laß mich eifrig dar⸗ nach streben, und mein Leben hier so fuͤhren, daß ich dort kann triumphiren! 907. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛe. Der Freuden Fuͤll' ist, Gott, bei dir; und in dem hoͤhern Leben wird deine Huld daraus auch mir zu voller Gnuͤge geben, was mich mit reiner Lust erfuͤllt, was meiner Seele Sehn⸗ sucht stillt, und sich ohn' Ende mehret. 2. Dich lern' ich dann im hellern Licht in deiner Groͤße kenn ner der reite 6. keit kennen, n ꝛc. ist, ud in deine ir zu was fuͤllt, dehn⸗ Ende nim roͤße Vom zukuͤnftigen Leben. kennen, und mit vollkomm⸗ ner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet' ich dann auf ewig dein Erbarmen an, das mich zum Himmel fuͤhrte. 3. Wenn mein erhoͤhter Geist da sieht, was ich dir zugetrauet; wenn er dein un⸗ umschraͤnkt Gebiet noch hel⸗ ler uͤberschauet; Gott, wel— che Wonne ist dann mein! Wie werd' ich deiner dann mich freu'n! Wie selig da mich finden! 4. Noch groͤßre Werke seh' ich dann von deiner Schoͤpfersguͤte, als ich auf Erden sehen kann, und mein entzuͤckt Gemuͤthe verliert voll Dank und Freude sich YJin deiner Herrlichkeit, die ich in vollem Glanz erblicke. 5. Da werd' ich deinen gnaͤd'gen Rath noch mehr, als hier, verstehen; dir dan⸗ ken, daß du mich den Pfad der Tugend hießest gehen, „und selbst durch Leiden die— ser Zeit mich zu dem Gluͤck der Ewigkeit so vaͤterlich be— reitet. 6. In unbesleckter Heilig— keit werd' ich dann, Gott, nen, 805 dich lieben, und, was dein Wille mir gebeut, mit fro⸗ hem Herzen uͤben. O welche Quelle reiner Lust, sich kei⸗ ner Suͤnde mehr bewußt, in allem richtig handeln! 7. Mein Leib aufs herr⸗ lichste verklaͤrt, mit Him— melsglanz umgeben, von al⸗ lem frei, was ihn beschwert, geschickt zum hoͤhern Leben, auch der nimmt dann an al⸗ lem Heil und an der hohen Wonne Theil, die meinen Geist entzuͤcket. 8. Den Heiland, den ich hier geliebt, seh'ich dort mir zur Wonne. Die Herr⸗ lichkeit, die ihn umgiebt, ist mir auch Licht und Sonne. Auch da ist er mein Herr, mein Freund, durch den ich, Gott, mit dir vereint, stets neue Freuden schmecke. 9. Mit allen Buͤrgern je⸗ ner Welt, die deinen Thron umgeben, werd' ich dort, ih⸗ nen zugesellt, in reinster Freundschaft leben. Wie klopfet dann in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb und Lust, die ich mit ihnen theile! 10. Ja, ewig ist, mein Gott, 806 Gott, bei dir der Freuden reichste Quelle. Ich schoͤpfe d'raus, doch bleibt sie mir stets voll und frisch und helle. Mein Gluͤck waͤhrt da in Ewigkeit; nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! 908. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛe. Mein Heiland lebt! Er hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich auf⸗ geschwungen. Er ist mein Haupt; sein Sieg ist mein; sein soll mein ganzes Leben seyn, und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort haͤlt, den Tod, o Jesu, schauen. Dags ist's, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Graͤber Grauen. Ich bin getrost und unver⸗ zagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb' und ihr sollt leben! 5. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub Vom zukuͤnftigen Leben. sich neu gebild'terheben, wenn du, o großerLebensfuͤrst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufzuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, laͤss'st in dein Reich mich gehen. Forthin von keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklaͤrt, leb' ich bei dir dann ewig. 5. Owelch ein selig's Theil ist mir in jener Welt berei⸗ tet! Der Freuden Fuͤlle ist bei dir; von dir, o Herr, geleitet, werd' ich in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, voll— kommne Lust genießen. 6. Denn wo du bist, da sollen die, die hier dir folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Muͤh', von Seligen umgeben, genießen deine Herrlichkeit. O was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden! 7. Laß diese kuͤnft'ge Herr⸗ lichkeit mir stets vor Augen schweben, und oft in dieser Uebungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Sgan eit —8 und b' ich Theil derei⸗ le ist Herr, inem blich, voll⸗ „Ida lgen, von von ießen was Herr, Vom zukuͤnftigen Leben. 8⁰⁷ heit mehr uns druͤckt, wo 5. Daoͤffnet meinen Blik⸗ wir, der Sterblichkeit ent- ken sich deines Himmels ruͤckt, frohlockend vor dir Pracht; ich sehe mit Entzuͤk⸗ wandeln. ken die Groͤße deiner Macht, 8. Erwecke mich dadurch zu segnen, zu erfreu'n, die hier zum Fleiß, der Tugend nach- sich ganz dir weih'n, und zustreben, und als dein Juͤn⸗jauchze, daß auch ich von dir, ger, dir zum Preis, nach dei⸗ mein Gott, nicht wich. nem Wort zu leben! Und 4. Mein Geist, durch dich fuͤhl' ich hier noch Noth und berufen zu steter Wirksam⸗ Schmerz: so troͤste du da⸗ keit, schwingt dann auf hoͤ⸗ mit mein Herz: es koͤmmt hern Stufen sich zur Voll⸗ ein beßres Leben! kommenheit. Nun find't die Wißbegier, die in mir lebt, 909. und hier so oft getaͤuscht sich sieht, ein guͤnstiger's Gebiet. Der Gluͤck des Erdenle⸗ 5. Da faͤllt der Wahr⸗ bens ist nicht mein be⸗ heit Schleier vor meinem stes Theil. Ich sehne nicht Forschen hin; ich denke heller, vergebens mich nach voll⸗ freier, als ich hier faͤhig bin. kommnem Heil. Folg' ich Wie herrlich, Gott, du bist, nur dir, mein Gott: so fuͤhrst wie gut dein Rath stets ist du durch den Tod mich einst bei allem, was geschicht, seh' zum Leben hin, wo ich ganz ich in groͤßerm Licht. selig bin. 6. Ich sehe dann mit Freu⸗ 2. Und welche hohe Won⸗ den, wie deine Vaterhand, ne ist dann auf ewig mein! mir dieses Lebens Leiden zum Noch heitrer, als die Sonne, hoͤhern Gluͤck gewandt. werd' ich, mein Vater, seyn, Was hier mir schmerzlich wenn ich, nun dem entruͤckt, war, beut dann mir Wonne was hier noch Menschen dar; was mich zu Thraͤnen druͤckt, da bin, wo Jesus zwang, wird dann mein Lob⸗ Christ schon itzt verherrlicht gesang. ist. 7. Auf ewig wohnt dein Friede 146½ I. N . „ V + * ů N M . W . V 47 * * IN V. 144 . 101 . 7 UN ö l ö 10 ——.——. 808 Friede dann, Gott, in mei⸗ ner Brust; des Rechtthuns nimmer muͤde, thu' ich mit steter Lust, was mir zur Se⸗ ligkeit dein Will' auch dort gebeut, wo jeder frohe Geist dich durch Gehorsam preist. 8. Da stoͤrt forthin kein Boͤser mir meines Herzens Ruh'; da fuͤhret mein Er⸗ loͤser mich lauter Frommen zu. Mit jedem Tugend⸗ freund in Liebe stets vereint schmeck' ich der Freundschaft Werth noch mehr, als auf der Erd'. 9. Da seh' ich selbst mein Hoffen aufs Glüͤck der Ewig⸗ keitunendlichuͤbertroffen, und fuͤhl' es hocherfreut, wie der sein Gluͤck recht bau't, der deinem Wort hier trau't, ihm folgt, und dann sich fest auf deine Treu verlaͤßt. 10. O du, der meiner Seele dieß Gluͤck bereitet hat! Damit ich's nicht ver— fehle: soleite mich den Pfad der lautern Froͤmmigkeit! So ist Zufriedenheit hienie— den schon mein Theil, und dort vollkommnes Heil. Vom zukuͤnftigen Leben. 910. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. Gobebin, ihr glaͤubigen Ge— danken, ins weite Feld der Ewigkeit! Erhebt euch uͤber alle Schranken deralten und der neuen Zeit! Erwaͤgt, daß Gott die Liebe sey, die ewig alt, und ewig neu! 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht; so hat Gott schon den Trieb ge— heget, und mir das Beste zu⸗ gedacht. Da ich noch nicht geschaffen war: so reicht er mir schon Gnade dar. 5. Sein Rathschluß war: ich sollte leben, durch seinen eingebohrnen Sohn; den wollt'er mir zum Mittler ge— ben; den macht er mir zum Gnadenthron. In dessen Blute sollt' ich rein, geheili— get und selig seyyn. 4. O Wunderliebe! die mich waͤhlte vor allem Anbe⸗ ginn der Welt, und mich zu ihren Kindern zaͤhlte, fuͤr wel⸗ che sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Le⸗ bens schrieb! 0 5. Wie Vom zukuͤnftigen Leben. 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemuͤthe hinauf zu die— ser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Guͤte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugniß giebt: je geliebt! Gott hat mich je und 6. Wer bin ich unter Mil⸗ lionen der Creaturen seiner Macht, die in der Hoͤh' und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein duͤrres Blatt, ein Staub, der keine Staͤte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barm— herzigkeit, womit, oSchoͤpfer aller Dinge! mich deine Liebe stets erfreut. Ich bin, o Va⸗ ter! selbst nicht mein. Dein bin ich, Herr, und bleibe dein! 8. Im sichern Schatten deiner Fluͤgel find'ich die un⸗ gestoͤrte Ruh'. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, Herr, den ken⸗ nest du. Laß Erd' und Him⸗ mel untergeh'n; dieß Wort der Wahrheit bleibet steh'n. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Muth und Kraft gebricht: so salbest du mein Haupt 809 mit Freuden, so troͤstet mich dein Angesicht. Da spuͤr' ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Du laͤssest auch vom Gut der Erden mir, was du willst, nach deinem Sinn, je⸗ doch weit mehr zu Theile werden, als ich im Kleinsten wuͤrdig bin. Mein Herz zer⸗ fließt, wenn es bedenkt, wie treulich mich dein Auge lenkt. 11. Die Hoffnung schauet in die Ferne, durch alle Schat⸗ ten dieser Zeit. Der Glaube schwingt sich durch die Ster⸗ ne, und sieht ins Reich der Ewigkeit. Da zeigt mir dei⸗ ne milde Hand mein Erb⸗ theil und gelobtes Land. 12. Ey sollt' ich dich nicht ewig lieben, der du mich un⸗ aufhoͤrlich liebst? Sollt' ich mit Undank dich betruͤben, der du mir Fried' und Freude giebst? Verließ ich dich, o Menschenfreund: so waͤr' ich selbst mein aͤrgster Feind. 15. Ach koͤnnt' ich dich nur besser ehren! Welch edles Loblied stimmt' ich an! Es sollten Erd und Himmel hoͤ⸗ ren, was du, mein Gott, an mir gethan. Nichts ist so koͤst⸗ ich, 81⁰0 lich, nichts so schoͤn, als hoͤch⸗ ster Vater, dich erhoͤh'n. 14. Doch, nur Geduld! es koͤmmt die Stunde, da mein durch dich erloͤster Geist, im hoͤhern Chor, mit frohem Munde, dich, schoͤnste Liebe, schoͤner preist. Drum eilt mein Herz aus dieser Zeit, und sehnt sich nach der Ewigkeit. 911. zreue dich, o meine Seele! Ewig sollst du selig seyn; Gottes, dem ich dich befeh— le, sollst du dich auf immer freu'n! Aus der Truͤbsal die⸗ ser Zeit fuͤhrt er dich zur Herrlichkeit, zu dem Throne seines Sohnes, zum Genusse seines Lohnes. 2. Dank ihm fuͤr dein Pilgerleben! Wie viel Gu⸗ tes hat er schon dir in dieser Welt gegeben; und wie groß ist dort dein Lohn! O wie herrlich, wenn du Gott auch im Kummer, auch in Noth fest vertraust, getreu ihm blei⸗ best, und sein Werk nie laͤssig treibest! 5. Reine, ganz vollkomm⸗ ne Freuden schmecken hier die Frommen nicht; dennoch Vom zukuͤnftigen Leben. sind sie auch im Leiden ruhig und voll Zuversicht. Ihres Glaubens Laͤuterung ist die Frucht der Zuchtigung. Alle Dinge muͤssen ihnen endlich doch zum Besten dienen. 4. Sei bei allen deinen Sorgen Gottes Willen un⸗ terthan! Bricht doch auch ein heitrer Morgen auf die laͤng⸗ ste Nacht einst an. Endlich ruht der Wandrer aus, und sein vaͤterliches Haus troͤstet nach den Pilgerleiden ihn mit tausend suͤßen Freuden. 5. Ringe, dich von allen Suͤnden loszureißen; und die Welt, und dich selbst, zu uͤberwinden; liebe nur, was Gott gefaͤllt! Schmuͤcke dich mit Tugend; sey Gott bis in den Tod getreu, um, erscheint die Zeit zu sterben, seines SohnesReich zuerben! 6. Jesu, den ich hier be⸗ kenne, gieb, daß weder Lust noch Schmerz mich von dei⸗ ner Liebe trenne! Wo mein Schatz ist, sey mein Herz! Mache du mich selbst bereit zu dem Gluͤck der Ewigkeit! Ich, von dir erloͤst zum Le⸗ ben, will mich ewig dir er⸗ geben. 7. In ihig ores die Alle lich inen un⸗ ein äng⸗ dlich und oͤstet ihn den. allen d die zu was ͤcke Bott um, ben, ben! rbe⸗ Lust dei⸗ mein derz! ereit keit! nLe⸗ ir er⸗ In Vom zukuͤnftigen Leben. 7. In des Todes bittern Stunden sollst du meine Zu⸗ flucht seyn; liebevoll mit dir verbunden, will ich deiner Huld mich freu'n. Ja, du wirst mit treuer Hand in mein himmlisch Vaterland dann auch meine Seele fuͤh⸗ ren, um mit dir zu trium⸗ phiren. 8. Sie, zu deiner Wonn' erhoben, wird mit neuen Kraͤften sich ewig uͤben, dich zu loben, ewig, Gott, mein Heiland, dich! sicher, daß ihr Leib dereinst, wenn du zum Gericht erscheinst, auf⸗ erwecket aus der Erde, auch, wie sie, verherrlicht werde. 9. Darum freue dich, o Seele! Himmelsfreuden sind einst dein. Gott, dem ich dich anbefehle, wird sie dir gewiß verleih'n. Kurz sind Leiden dieser Zeit; ewig waͤhrt die Herrlichkeit, dazu dich in jenem Leben dein Vergelter wird erheben. 912. Mel. Wie herrlich strahlt der ꝛe. Wie wird mir dann, o dann mir seyn, wenn ich, mich Jesu ganz zu freu'n, 811 in ihm entschlafen werde? Alsdann werd' auch ich, ganz befreit von Suͤnden und von Sterblichkeit, entfliehen die⸗ ser Erde. Freu' dich innig, meine Seele, und erwaͤhle schon hienieden, was dir dient zum ew'gen Frieden! 2. Besiege denn des To⸗ des Grau'n, mein Geist! er ist ein Weg zum Schau'n in jenem bessern Leben. Er sey dir nicht mehr fuͤrchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt, nach den Thraͤnen, nach dem Sehnen, dich, Erloͤsten, voͤl⸗ lig und auf immer troͤsten. 5. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Augebricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh' ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach' mich fertig! Ich befehle mei⸗ ne Seele deinen Haͤnden! laß mich meinen Lauf gut enden! 4. Vielleicht sind meiner Tage viel; vielleicht bin ich noch fern vom Ziel, an dem die F + 0 * 0 WAA I. 4 AI NiR 0* 3 * ö ö „ IN * 1* —— —.————.—.—. 812 die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit: so sey mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertruͤmmert. Laß mich durch dich reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 5. Wie wird mir dann, mein Heiland! seyn, wenn ich, mich deiner ganz zu freu'n, dich dort anbeten wer⸗ de! Dann bin ich frei von Suͤnd' und Leid, ein Mitge⸗ noß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir, daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen! Ewig will ich dich erhoͤhen. 913. Mel. Herzlich lieb' hab' ich dich ꝛc, Mein Heiland, wenn mein Geist erfreut im Glau⸗ ben auf die Herrlichkeit des ew'gen Lebens blicket, das du fuͤr mich bereitet hast: wie leicht duͤnkt mir dann jede Last, die mich hienieden druͤk⸗ ket! Dann wird der Eitel⸗ keiten Tand in seinem Un⸗ werth mir bekannt; der Erde Pracht ist mir wie Nichts Vom zukuͤnftigen Leben. beim Anblick jenes ew'gen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! Dieß Heil verdank' ich deinem Tod. 2. Wenn einst, auf deinen Wink, mein Geist des Koͤr⸗ pers Banden sich entreißt: dann staͤrk' ihn aus der Hoͤhe, daß mir nicht schrecklich sey das Grab; daß ich ins To— desthal hinab getrost und freudig gehe! Die Klarheit jener bessern Welt schaff', wenn mich Dunkelheit be⸗ faͤllt, in meinem finstern Her— zen Licht, und Heiterkeit im Angesicht! Dann, Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! dann wird ein Schlummer mir der Tod. 5. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh' mein thraͤnen⸗ volles Auge zu, und schlum— mert in dem Staube; doch der, der mich zum Staube ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft; ich weiß, an wen ich glaube. Er lebt, und ich werd' auch durch ihn der Grabesnacht gewiß ent— flieh'n; mein Geist und mein verklaͤrt Gebein wird sich des Herrn, Vom zukuͤnftigen Leben. Herrn, des Mittlers, freu'n. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! Du schaffst das Le⸗ ben aus dem Tod. 4. Du bleibest meine Zu⸗ versicht, mein Trost, wenn du zum Weltgericht mit Maͤjestaͤte wirst kommen. Vor deinem Thron werd' ich dann steh'n; dich, Richter aller Voͤlker, seh'n; dich seh'n mit allen Frommen! Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Auserwaͤhlten sel'⸗ ges Theil. Ich soll, dein Mund schwur mir es zu, ich soll verherrlicht seyn, wie du. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! staͤrk' diesen Glau⸗ ben einst im Tod! 914. Mel. Wachet auf! ruft einst ꝛe. Hesus koͤmmt, von allem Boͤsen uns, seine Chri⸗ sten, zu erloͤsen; er koͤmmt mit Macht und Herrlichkeit! Dann, an seinem großen Tage verwandelt sich der Frommen Klage in ewige Zufriedenheit. Sey froͤhlich, Volk des Herrn! Er koͤmmt, 815 er ist nicht fern, dein Erretter! Dein Schmerz ist kaum ein Morgentraum; auf ihn folgt ewig sichres Heil. 2. Augenblicke dieser Lei⸗ den! was seyd ihr gegen jene Freuden der unbegrenzten Ewigkeit? Seht die Kron' amiele prangen, und kaͤmpft und ringt, sie zu erlangen, wie ihr dazu berufen seyd! Euch halt' in eurem Lauf kein Schmerz des Lebens auf, Ueberwinder! Das Ziel ist nah'! Bald seyd ihr da, und eure Leiden sind nicht mehr! 5. Der sich euch zum Volk erwaͤhlet; der eure Thraͤnen alle zaͤhlet, stritt auch mit unerschoͤpftem Muth. Wie hat Jesus nicht gerungen! Wie tief war er von Angst durchdrun⸗ gen! Wie seufzt' er laut! Wie floß sein Blut! Doch sah'n die Feinde nicht auf sei⸗ nem Angesicht bange Schrek⸗ ken. Gestaͤrkt durch Gott, daͤmpft' er den Tod; da jauchzten alle Frommen ihm! 4. Wohl uns, wenn wir mit ihm leiden! Dann ernd— ten wir davon auch Freuden mit ihm, dem Ueberwinder, ein. haͤlt. 8⁴4 ein. Laßt uns kaͤmpfen, laßt uns ringen, mit unserm Haupt hindurch zu dringen, und seines Himmels werth zu seyn! Der Huͤlf' uns schafft, ist er; sein großer Nam' ist, Herr, unsre Staͤr⸗ ke. Die ihm vertrau'n, die werden schau'n, welch eine feste Burg er ist. 5. Ja, du koͤmmst, von allem Boͤsen uns, deine Christen, zu erloͤsen; deß sind wir froh, und danken dir! Auch in noch so truͤ⸗ ben Tagen soll unser Herz doch nicht verzagen, auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist; wir trau'n dir, Jesu Christ, und sind stille. Wenn gleich die Welt in Truͤmmern faͤllt, bist du's, der uns allmaͤchtig 915. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Eĩ ist noch eine Ruh' vor⸗ handen fuͤr jeden Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Koͤrpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt, und nun nicht mehr so einge⸗ schraͤnkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. Vom zukuͤnftigen Leben. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen, und, Gott, wie selig bin ich dann! In dei⸗ nen Himmel aufgenommen, fang' ich das bess're Leben an, wo nach der Last, die hier mich druͤckt, der Freuden Fuͤlle mich erquickt. 5. Wie Muͤtter ihre Kin⸗ der troͤsten: so troͤstet deine Guͤtigkeit mich mit der Wonne der Erloͤsten, mit voͤlliger Zufriedenheit: und dann wird mir recht offen⸗ bar, wie gut hier deine Fuͤh— rung war. 4. Da schweigen alle mei⸗ ne Klagen; da bringt mein froher Lobgesang dir selbst fuͤr dieses Lebens Plagen mit nie gefuͤhlter Regung Dank. Froh jauchz' ich dann: sie sind vollbracht; der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr, ich denk' und fuͤhle nichts als Freuden, gekroͤnt von dir mit Preis und Ehr'; mein Gluͤck wird fest; und volles Heil bleibt Vom zukuͤnftigen Leben. bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich dieß zu Herzen fassen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh' las⸗ sen, die dieses Leben noch umgiebt! Das floͤße Muth und Kraft mir ein, dir auch im Leiden treu zu seyn! 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast; will ich des Lebens muͤde werden, und fuͤhl' ich dieser Tage Last: so staͤrke maͤchtig mei— nen Geist, daß er dem Un⸗ muth sich entreißt. 8. Gieb, daß, in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darinn mein Vorbild bist. So folgt auf meine Uebungszeit gewiß vollkommne Seligkeit. 916. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Nach einer Pruͤfung kur⸗ zer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in 815 goͤttliche Zufriedenheit. Hier uͤbt die Tugend ihren Fleiß; und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der From⸗ me schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvoll⸗ kommnes Gluͤck. Ee bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stoͤren ihn des Koͤrpers Schmerzen; bald das Geraͤusche dieser Welt; bald kaͤmpft in seinem eig⸗ nen Herzen ein Feind, der oͤftrer siegt, als faͤllt; bald sinkt er durch des Naͤchsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend oͤfters leidet, das Laster oͤf⸗ ters gluͤcklich ist, wo man den Gluͤcklichen beneidet, und des Bekuͤmmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eig⸗ ner Schwachheit seyn. 5. Hier such' ich's nur; dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verklaͤrt, der Tugend ganzen Werth empfin⸗ 816 empfinden, den unaussprech⸗ lich großen Werth; den Gott der Liebe werd'ich seh'n, ihn lieben, ewig ihn erhoͤh'n. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn, und lieblich's Wesen, Heil die Fuͤlle, am Throne Got— tes mich erfreu'n. Dann laͤßt Gewinn stets auf Gewinn mich fuͤhlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah'; das wun⸗ derbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge⸗ schah; da denkt mein Geist, mit Preis und Dank, die Schickung im Zusammen⸗ hang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig singen dem Lamme, das er⸗ wuͤrget ward; und aller Himmel sel'ges Heer jauchzt ihm einstimmig Preis und Ehr'. 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen Vom zukuͤnftigen Leben. gleich und heilig seh'n, das nie gestoͤrte Gluͤck erfahren, mit Frommen stets fromm um⸗ zugeh'n. Da wird, durch jeden Augenblick, ihr Heil mein Heil, Gluͤck. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionen⸗ malen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find' ich, in des Hoͤchsten Hand, den Freund, den ich auf Erden fand. ö 11. Da ruft, o moͤchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey dir! Denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dieß Gluͤck erfreu'n, der Retter einer Seele seyn! 12. Was seyd ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden, von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie mein Gluͤck ihr nichts, wie gar nichts gegen sie, ist doch ein Augenblick voll Muͤh'! Anhang. 917. Von der Kraft der Gebetsuͤbung. Mel. Nun bitten wir den ꝛc. enn ich am Fuße dei⸗ Venes Throns betend fleh im Namen dei⸗ nes Sohns, wie abscheulich finde ich dann die Suͤnde! Wie begehrt sich in goͤttlichen Werken dann mein Geist zu staͤrken! 2. Dann fuͤhl ich deiner Liebe Glut, und mein Herz voll Freudigkeit und Muth, Vater, deinen Willen treu zu erfuͤllen; nie zur Suͤnde mich locken zu lassen, ewig sie zu hassen. 5. Dann regt sich nicht die Suͤndlichkeit; keine Lust, die dein Gesetz verbeut, wagt es aufzuwaͤllen. Dir zu ge⸗ fallen, und das Kleinod am Ziel zu erlangen, dieß ist mein Verlangen. 4. O du, der du mich be⸗ ten lehrst, der du vaͤterlich mein Flehn erhoͤrst, wenn ich Lust zur Suͤnde in mir empfinde, will ich gleich vor dein Angesicht treten, Gott, vor dir zu beten. 5. Und toͤdten wird in meiner Brust das Gebet die dir verhaßte Lust! Kindlich dich zu lieben werd ich mich uͤben, und am Ende der Lauf⸗ bahn auf Erden ewig selig werden. 918. Confirmationslied. Mel. Wer nur den lieben ice. llgegenwärtiger, ich schwoͤre dir heut vor deinem Angesicht. Sey gnaͤdig deinem Kind, und hoͤre, was heute dir mein Mund verspricht, damit ich Fff dei⸗ 810 Anhang. deinem Dienst getreu, gehor⸗ Es ist mein ganzer Ernst sam, fromm und weise sey. auf deiner Bahn zu wallen; 2. Der Tugend eifrig ergreife, leite, Herr, den nachzustreben, des Boͤsen Schwachen, der dir fleht, Schein und That zu scheun, weil seine Bitte nicht aus fal⸗ fuͤr dich, nicht fuͤr die Welt schem Munde geht. zu leben, im Guten thaͤtiger 2. Gieb, daß ich redlich zu seyn, dieß wirke du, der mich in jeder Tugend uͤbe. alles schafft, in mir durch Der Glaube, den du willst, deines Geistes Kraft. soll fruchtbar durch die Liebe 3. Ich will der Suͤnde in wahrer Heiligkeit, in gu⸗ Reize fliehen, und dir mich ten Werken seyn; ich wills; ganz zum Dienste weihn. ich will dir, Gott, mein gan⸗ Es sey mein eifrigstes Be⸗ zes Leben weihn. muͤhen, Gott, deiner Gnade 3. Doch taͤuscht mein werth zu seyn. Gieb, daß Herz sich oft, bleibt stets mir es nie mein Herz vergißt, unergruͤndlich; selbst nach wie theuer deine Gnade ist. der Heiligung bleibt es noch 4. Herr, staͤrke du mich, immer suͤndlich. Das Wol⸗ mich den Schwachen; ver⸗ len hab ich wohl, zum Thun leihe mir Bestaͤndigkeit. O auch Licht und Kraft; doch lehr mich beten, lehr mich selbst mein bestes Thun, wie wachen, und kaͤmpfen gern ists so mangelhaft! den edlen Streit. Dann 4. Du kennst mich ganz, kroͤnt mich einst vor deinem mein Gott, du, du nur Thron den Ueberwinder gro⸗ kannst mich läutern; den ßer Lohn. Geist, wenn Licht ihm fehlt, mit deinem Licht erheitern. 919. ö Wenn eine Leidenschaft er⸗ Um goͤttliche Regierung in der wachen will, kannst du durch Jugend maͤnnlichen Geschlechts. mein Gewissen ihr gebieten, Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. daß sie ruh. Herr⸗ hoͤre mein Gebet, 5. Ach! darum wollest und laß es dir gefallen! du mich leiten, mich beleh⸗ ä ren; mert Bru 8. sie/ sten, mit sten. wird kehr wen 9 dir n Anhang. 819 Ernst ren; der Traͤgheit des Ge⸗ einst, wenn ich tren dir bin, len; müths, der Lust zur Suͤnde dein selig Antlitz schauen; den wehren; mich, wo Gefah⸗T und wenn mein Staub er⸗ leht, ren sind und schrecken, mich wacht, von deiner Wonne fal⸗ zum Streit ermuntern, wo satt frohlocken, daß mein ö dein Wort zu streiten mir Herz sich dir geheiligt hat. dlich gebeut. uͤbe. 6. Erhalte meinen Gang 920. illst, auf deinem Pfad, und leite Weiblichen Geschlechts. Liebe mit deiner Rechten mich, da⸗ Mel. Ermuntre dich mein ꝛc. u gus mit mein Fuß nicht gleite. Yich will in meiner Einsam⸗ ills; Mein Auge laß allein auf keit zu dir mein Herz gan deine Wege schaun. Herr, erheben. Du selber wollst ö hilf mir; denn du bist mein mir Freudigkeit, dich anzu⸗ mein Heiland, mein Vertraun! rufen, geben. Vernimm, s mir 7. Ich bin dein Pilger o Vater, mein Gebet, das nach hier, umringt von vielen nicht aus falschem Munde noch Suͤndern; ihr Beispiel geht; um deiner Liebe willen Wol⸗ koͤnnte leicht der Tugend Ei⸗ eil es, Herr, zu erfuͤllen! Thun fer mindern; bewahre dei⸗ 2. Du bist mein Vater, doch nen Knecht. Der Anblick ich dein Kind: mein Heil wie schnoͤder Lust vergifte nim⸗ ist, dich zu lieben. Ach ma⸗ mermehr die dir geweihte che mich dir gleichgesinnt in zanz, Brust. allen meinen Trieben. Laß nur 8. Bewahre mich, wenn meine Seele keusch und rein, den sie, verstrickt von eitlen Luͤ⸗ und treu in deiner Liebe seyn, ehlte, sten, sich ihrer Suͤnde freun, und suchen, dir vor allen, tern. mit ihrem Thun sich bruͤ⸗ o Vater, zu gefallen. eer: sten. Des Suͤnders Lachen 3. Vor stolzer Selbstge⸗ hurch wird in Weinen einst ver⸗ faͤlligkeit bewahre meine Ju⸗ eten, kehrt, in Trauren seine Lust, gend. Ihr Vorzug sey Be⸗ wenn er sich nicht bekehrt. scheidenheit und ihre Schoͤn⸗ ollst 9. Ich aber werde, Gott, heit Tugend. Gieb mir eleh⸗ dir nicht umsonst vertrauen; den sanften stillen Geist, der ren; Fff 2 dich 820 dich durch seine Demuth preist, den Naͤchsten nie ver⸗ achtet, sich selbst zu bessern trachtet. 4. Die Lust der Eitelkeit laß nicht mein junges Herz entzuͤnden; sie macht mich untreu meiner Pflicht, und bahnt den Weg zu Suͤnden. Gesuchte Zier und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefaͤllt; du willst, ich soll bescheiden mit Zucht und Schaam mich kleiden. 5. Preis dir und Dank, mein Schoͤpfer, Gott, du gabst mir eine Seele! Preis dir und Dank, mein Mitt⸗ ler, Gott, du starbst fuͤr meine Seele! Mein Leib ist doch nur Asch und Staub, nie wird mein Geist des To⸗ des Raub. Mein erst Ge⸗ schaͤft auf Erden sey, schoͤn am Geist zu werden. 6. Gott, lehre du mich eilen, ihn mit Weisheit aus⸗ zuschmuͤcken; denn meine Tage fliehn dahin gleich schnellen Augenblicken. Gieb, daß zu traͤger Taͤnde⸗ lei mir meine Zeit zu kostbar sey, und laß es mir gelin⸗ gen, sie nuͤtzlich zuzubringen. Anhang. 7. Bewahr mein Auge, daß es nie unreine Glut er⸗ naͤhre; und meine Rede, Gott, daß sie kein Spoͤtter falsch erklaͤre. Die Unschuld sey mein liebster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den jeder gern mir goͤnne. und niemand laͤstern koͤnne. 8. Voll Ernst sey immer⸗ fort mein Blick, voll Ernst der keuschen Tugend. Seht ihn, und bebet schon zuruͤck, Versucher frommer Jugend! Den Umgang, der Verfuͤh— rung droht, Herr, lehr mich fliehen, als den Tod, und wil⸗ lig alle Freuden der wilden Weltlust meiden. 9. Laß from̃e Freundinnen in mir ein Herz, wie ihres, finden. Verknuͤpf durch Unschuld uns, daß wir der Freundschaft Gluͤck empfin⸗ den. Laß unsre Liebe sanft und rein, wie deiner Engel Umgang seyn; das nimmer unsre Seelen Neid oder Argwohn quaͤlen. 10. Schickst du einst ei⸗ nen Freund fuͤr mich, so gieb, daß ich ihn waͤhle. Er sey ein Christ und fuͤrchte dich, und lieb auch meine Seele. Laß uge, kEer⸗ ede, oͤtter huld ein hum, nne. ine. mer⸗ ernst Seht ruͤck, end! fuͤh⸗ mich wil⸗ lden Anhang. Laß seines Hauses edle Zier mich werden; Gott, laß ihn in mir die beste deiner Gaben fuͤr dieß sein Leben haben. 11. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile lehrest; ich will dich preisen, meinen Gott, daß du mein Flehn erhoͤrest. Ich opfre dir mein Lebe⸗ lang der Tugend und der Unschuld Dank; dort will ich in den Choͤren der Engel dich verehren. 921. Streben nach dem Ziele. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. Allmächtig großer Gott, »wer kann dich gnug er⸗ heben? Du gabst der gan⸗ zen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Koͤrper heißt, was Erd und Himmel schmuͤckt, hat deine Huld gemacht, die al⸗ les noch begluͤckt. 2. Vor allen schufest du, Herr, uns zu deiner Ehre, und wolltest, daß auch ich men. dein sichtbar Bildniß waͤre. Darum hast du den Geist, 821 mir zur Unsterblichkeit aus freier Huld geschenkt. 5. O welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Gluͤck, wozu du mich berufest! Dir, Hoͤch ster, aͤhnlich seyn, vollkommen seyn, wie du; o wohl mir, wenn ichs bin! hilf du mir selbst dazu. 4. Laß mir dieß große Ziel doch stets vor Augen schweben; mein allerstaͤrk⸗ ster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun sey dieß, o Gott, al⸗ lein, daß ich auch so, wie du, gesinnet moͤge seyn. 5. Du bist der Wahr⸗ heit Freund, laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß imallem dem mich uͤben, was mich zur Weisheit fuͤhrt, zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beifall giebt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster neh— Hilf mir die Suͤnde fliehn, des Fleisches Lust be⸗ zaͤhmen; nur das, was recht der in mir lebt und denkt, ist, thun, des Guten mich erfreun, 822 Anhang. erfreun, und dem, ders uͤben Herz, Licht im Verstand, will, auch gern behuͤlflich daß Jesum Christum wir ver⸗ seyn. stehn, und den Weg, den er 7. Gieb, daß ich so, wie vorging, gehn. du, ein Freund der Men⸗ 2. Den Weg zu dir zeigt schen werde, dem Wohl⸗ er uns recht. Nun spricht thun Freude macht, der nicht mehr zum Herrn der Kummer und Beschwerde Knecht. Nein, was der dem Naͤchsten gern erspart, Mensch weit leichter find't, sein Leben ihm versuͤßt, und, es spricht zum Vater jetzt das wo er helfen kann, zum Hel⸗ Kind. fen willig ist. 5.· Und da er nun zum Va⸗ 6. Noch bin ich weit ent⸗ ter ging und Himmelsherr⸗ fernt, o Gott, von diesem lichkeit empfing, da sandt' Ziele. Du weißt, was mir er seinen Geist herab, der Le⸗ noch fehlt, und ich, ich selber ben, Licht und Freude gab. fuͤhle, wie wenig ich dir noch 4. O Mensch, empfinde im Guten aͤhnlich bin, o deinen Werth, den Jesus bilde du mich ganz nach dir Christus dich gelehrt. Wenn und deinem Sinn. du dem Goͤttlichen dich 9. Begluͤckt ist nur als⸗ weih'st, so wohnet in dir dann mein Lebensläͤuf auf Gottes Geist. Erden, wenn ich dir immer 5. Nie daͤmpfe dieses Gei⸗ mehr schon hier kann aͤhnlich stes Kraft, die Wollen und werden. Dann werd ich Vollbringen schafft. Sie ewig auch mit dir vereinigt bringet Licht in Finsterniß, seyn, und mich ohn Unterlaß, macht deinen Geist neu und Gott, deiner Guͤte freun, gewiß. 6. Sie giebt dir bei den 922. Leiden Muth; sie macht dich Helligung des Herzens. froh, sie macht dich gut; Mel. Kommt Menschenkinder 27 fuͤhrt den, der glauben will Dua der du deinen Sohn und kann, durch sel'ge Hoff⸗ gesandt, gieb Kraft ins nung himmelan. 7. Hast Sohn glaͤubt, Anhang. 5. Hast du nie diese Kraft veusßürr?— Mensch, warst du goͤttlich je geruͤhrt, warst du im Beten stark und kuͤhn, war's dir, als wenn dir Gott erschien; 8. Und glaubtest und em⸗ pfand'st du je; ich bin nicht blos der Sterbliche: so ist das Heil dir offenbar, daß Gottes Geist dann in dir war. 9. Wenn einst des Lebens Faden reißt, erhebet sich zu Gott mein Geist, dann bin ich Gottes, Gott ist mein. Mensch/ wie selig kannß du seyn! 923. Wahres Christenthum. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. Wenr wird, o Gott, die Wonne der Erloͤsten nach dieses Lebens kurzem Kampfe troͤsten? Wen schmuͤckt im Himmel einst vor deinem Throne der Sie⸗ ger Krone? 2. Nur den, o Herr, der abgewandt vom Boͤsen, sich von der Suͤnde Herrschaft laͤßt erloͤsen; der an den seinen Herrn ihn nennet, ihn frei bekennet. 823 5. Der deine Wahrheit unter Adamskinder verbrei⸗ tet, sie erleuchtet, und die Sünder durch, Thaten reizt, mit einem bessern Leben dich zu erheben. 4. Der, was er glaubt, gewissenhaft auch uͤbet, die Menschen all, als seine Bruͤ⸗ der, liebet, nicht laͤstert, sie nicht kraͤnkt, nicht stolz sich blaͤhet, und keinen schmaͤhet. 5. Der Suͤnden hasset, und doch mit den Suͤndern Mitleiden fuͤhlet, und an dei⸗ nen Kindern die Gottesfurcht nund ihre Gaben ehret, haͤlt, was er schwoͤret. 6. Der nicht der Bruͤder Ruhm und Gluͤck beneidet, selbst reich, die Armen speist, die Nackten kleidet, froh, ohne Wucher, auch mit mil⸗ den Gaben genuͤtzt zu haben. 5. Der zuͤchtig in Ge— danken, keusch auch lebet, der seiner Hoheit nie sich uͤberhebet; im Gluͤcke maͤs⸗ sig, guͤtig und bescheiden, getrost im Leiden. 8. Den, den wird, Gott, die Wonne der Erloͤsten nach dieses Lebens kurzemKampfe troͤsten; den schmuͤckt im Himmel 8²⁴ Anhang. Himmel einst vor deinem liebet mich doch Gottes Throne des Mittlers Krone. Sohn. 5. Wer an seinen Jesum 924. glaubt, der wird nimmer⸗ Liebe zu Jesu. mehr verloren. Wer ist, der Wel. Jesus meine Zuversicht. den Himmel raubt ihm, der WTesum lieb' ich ewiglich; dazu ist erkohren? Niemand „Isein Wort willich treulich dem den Himmel raubt, der halten; seine Liebe staͤrket an seinen Jesum glaubt. mich, wenn mein Herz auch 6. Weil nun Jesus mir will erkalten: Er hat mich ist hold, beb' ich nicht vor verbunden sich. Jesum lieb dem Gerichte; auch den Tod, ich ewiglich. der Suͤnde Sold, macht sein 2. Seinen Frieden läßt Mittlertod zu nichte. Mich er mir, denn er ist fuͤr mich erschreckt nicht meine Schuld, gestorben; was beseligt dort denn mich troͤstet Jesu Huld— und hier, hat er mir am 7. Ich bleib' Jesu Ei⸗ Kreuz erworben. Ob ich genthum, leicht wird durch Alles auch verlier': seinen ihn jede Buͤrde; durch ihn, Frieden laͤßt er mir. meinen Hort und Ruhm, 3. Weiche weg, was steig' ich auf zur Himmels⸗ Trauern heißt. Jesus will wuͤrde. Unvergaͤnglich ist mir reichlich lohnen. Vater, mein Ruhm: ich bleib' Jesu Sohn und heil'ger Geist Eigenthum. will in meinem Herzen woh⸗ 4 nen. Mich erfreuet Gottes 9²2⁵5. Geist: weiche weg, was Mel. Befiehl du deine Wege ꝛc, Trauren heißt. Solich dir untreu werden? 4. Also liebt vom Him⸗ Nein, Herr, ich bleibe melsthron Gott die Welt, treu, daß dankbar ich auf daß er gegeben seinen ein⸗Erden, und bei dir selig sey. gebornen Sohn, daß wir Fuͤr mich ertrugst du Leiden, alle moͤchten leben. Was vergingst fuͤr mich im acht' ich der Feinde Hohn? Schmerz; drum geb' ich dir mit An hang. mit Freuden auf ewig dieses ben, wenn es das Ziel ver⸗ Herz. gißt? wer fuͤhrt dur'chs truͤ⸗ 2. Oft muß ich bitter wei⸗ be Leben? der Weg ist Je⸗ 8²5 nen, daß du gestorben bist, sus Christ. und mancher von den Deinen 2. Wenn Irrthum uns dich lebenslang vergißt. Von befangen, kein Strahl die Liebe nur durchdrungen hast Nacht durchbricht: wie moͤ— du so viel gethan, der Welt gen wir gelangen zu der Er⸗ das Heil errungen, und kenntniß Licht? Getrost! Wen'ge denken dran. 5. Du stehst voll treuer Liebe noch immer Jedem bei; und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, die Reue geht in sich; weint bit⸗ terlich und schmieget still hof⸗ fend sich an dich. 4. Ich habe dich empfun⸗ den, o lasse nicht von mir; es stroͤmt die Klarheit von Gottes ew'gem Thron; denn Christus ist die Wahr⸗ heit, der eingeborne Sohn. 5. Wer schenkt in Noth und Leiden, wenn bang das Herz verzagt, die Hoffnung ew'ger Freuden, daß einst der Morgen tagt? wer stillt der Seele Beben? gewaͤhrt im Tode Ruh? Heil! Chri⸗ laß innig mich verbunden auf stus i st das Leben, fuͤhrt ewig seyn mit dir. Einst schauen meine Bruͤder auch wieder himmelswaͤrts, und sinken liebend nieder, und fallen dir ans Herz. 926. Mel. Ich dank' dir, Menschenhuͤter ꝛc. Aus irdischem Getuͤmmel, wo Gluͤck und Lust ver⸗ geht, wer zeigt den Weg zum Himmel, dahin die Hoffnung steht? Wer leitet unser Stre⸗ uns dem Vater zu. 9²⁷. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛc. Fnn und fortge⸗ rungen, bis zum Lichte durchgedrungen muß es, ban⸗ ge Seele, seyn. Durch die tiefsten Dunkelheiten kann dich Jesus hinbegleiten. Much spricht er den Schwa— chen ein. 2. Bei der Hand will er dich 826 dich fassen, scheinst du gleich gleich ihn nicht empfinden, von ihm verlassen; glaube Worte nicht, nicht Thraͤnen nur und zweifle nicht. Bete, finden, klage schweigend dei⸗ kaͤmpfe ohne Wanken; bald nen Schmerz. Anhang. wirst du voll Freude danken; bald umgiebt dich Kraft und Licht. 35. Bald wird dir dein Antlitz funkeln; hoffe, har⸗ re, glaub' im Dunkeln. Nie gereu't ihn seine Wahl. Er will dich im Glauben uͤben; Gott, die Liebe, kann nur lieben. Wonne wird bald deine Qual. 4. Weg von aller Welt die Blicke; schau' nicht seit⸗ waͤrts, nicht zuruͤcke, nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Jesu wende Aug' und Herz, und Sinn und Haͤnde, bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wil— 7. Kraͤftig ist dein tiefes Schweigen, Gott wird sich als Vater zeigen. Glaͤube nur, daß er dich hoͤrt. Glaub', daß Jesus dich vertrete; daß dem glaͤubigen Gebete alles Gottes Gnad' gewaͤhrt. 928. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛ un, so will ich denn mein Leben voͤllig meinem Gott ergeben; nun wohlan, es ist geschehn. will von dir nicht hoͤren; Welt, ich will mich von dir kehren, ohne je zuruͤck zu sehn. 2. Ich will meine Augen schließen, und hinfort nicht mehr genießen, was die Ei⸗ Suͤnd', ich den Wogen hat dich oft her⸗ telkeit mir beut. Weg, du ausgezogen seiner Allmacht kurzes Scheinvergnuͤgen; du treue Hand. Nie zu kurz ist sollst mich nicht mehr betruͤ— seine Rechte; wo ist einer gen, deine Lust wird Last seiner Knechte, der bei ihm und Leid. nicht Rettung fand? 5. Mein bisherig Sinnen, 6. Schließ dich ein in dei⸗ Streben, und mein sinnlich ne Kammer, geh' und schuͤtte selbstig Leben soll nun in den deinen Jammer aus in Got⸗ Tod hinein: meine Lust soll tes Vaterherz. Kannst du abgeschieden, und, 410 in ö ott iden, aͤnen dei⸗ iefes d sich aube aub', daß alles zen ꝛ0. mein inem hlan, ich hren; n dir sehn. ugen nicht eEi⸗ du 3 du etruͤ⸗ Last nen, nlich den soll in in Gott Anhang. Gott zufrieden, ganz in Geist gekehret seyn. 4. Hab' ich sonst mein Herz getheilet, hab' ich hier und da verweilet: endlich sey der Schluß gemacht, meinen Willen ganz zu geben mei⸗ nem Gott, nur ihm zu leben, ihm zu dienen Tag und Racht. 6. Herr, ich opfre dir zur Gabe auch das Liebste, was ich habe, schau, ich halte Nichts zuruͤck; schau und pruͤfe meine Nieren: solltest dů was Falsches spuͤren, tilg' es diesen Augenblick. 6. Eines nur will ich be⸗ trachten, und nicht wissen, noch drauf achten, was sonst draußen mag geschehn; fremd der Welt und ihren Sorgen, will ich hier, in dir verbor⸗ gen, als ein wahrer Pilger gehn. 7. Deinem armen Jesus⸗ leben will ich gaͤnzlich mich ergeben, tragen deines Kreu⸗ zes Pein. Sollt' auch Leib und Seel' verschmachten: du bist mein, wie koͤnnt' ich's achten? Du bist mein, und ich bin dein. 827 929. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. OIch will dich lieben, meine Staͤrke; ich will dich lie⸗ ben, meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwaͤhrender Begierz ich will dich lieben, schoͤnstes Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen al⸗ lerbesten Freund 3 ich will dich lieben und erheben, so lang' dein Gnaden licht mir scheint. Auf dich ist mein Vertrau'n gestellt, du Herr und Heiland aller Welt. 3. Ach, daß ich dich so spaͤt erkennet, Herr Jesu, du mein hoͤchstes Gut, und dich nicht eher mein genennet, da doch mein Heil in dir beruht! Mein Herz ach! ist so tief be⸗ truͤbt, daß es dich hat so spaͤt geliebt. 4. Ich irrte hin und her verblendet, ich suchte Licht und fand es nicht; ich hatte mich von dir gewendet, von dir, du reines Himmielslicht: nun aber ist's durch dich ge⸗ schehn, daß dich mein Glau⸗ be hat ersehn. 5. Ich 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmels⸗ wonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du suͤßer Mund, daß du mich machst am Geist gesund. 6. Erhalte mich auf dei⸗ nen Stegein, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen We⸗ gen nicht sstraucheln oder stille stehn; erleuchte Leib und Seele gainz, zu meinem Heil, du Himmnelsglanz. 7. Gieb meinen Augen süße Thyaͤnen, gieb heißen Trieb in keuscher Brust, mich immer m ehr nach dir zu seh⸗ nen, nach dir, der From⸗ men hoͤrch ste Lust; laß meinen Geist, SSinn und Verstand zu dir seyn immer hinge⸗ 2918485 8. Ich will dich lieben, meine Rrone, ich will dich lieben, meinen Gott; dein Bild in meinem Herzen wohne, auch bei der aller⸗ groͤßten Noth; ich will dich lieben, schoͤnstes Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. Anhang. 2 930. Mel. Alle Menschen muͤssen sterben. Mesu, meiner Seele Leben, meines Herzens hoͤchste Freud', dir will ich mich ganz ergeben jetzo und in Ewigkeit. Meinen Gott will ich dich nennen, und vor aller Welt bekennen: daß ich dein bin, und du mein; ich will keines andern seyn. 2. Deine Guͤt' hat mich umfangen, als mich erst die Welt empfing. Dir bin ich schon angehangen, als ich an der Brust noch hing⸗ In der Taufe heil gem Bade ward zu Theil mir deine Gnade. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern seyn. 5. Auf der Kindheit wil⸗ den Wegen folgte mir stets deine Guͤt'. Deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Gemuͤth, so ich etwa ausgetreten, daß ich wieder kam mit Beten. Ich bin dein, und du bist meinz ich will keines andern seyn. 4. Ach, wie oft hat mei⸗ ne Jugend deine Gnaden⸗ hand gefaßt, wenn die Froͤm⸗ migkeit sterben. Leben, oͤchste oganz igkeit. dich Welt n bin, keines mich rst die in ich ls ich hing. Bade deine „ und keines it wil⸗ r stets zeistes e mir o ich aß ich Ich meinz seyn. t mei⸗ iaden⸗ Froͤm⸗ nigkeit Anhang. migkeit und Tugend war in meinem Sinn verhaßt! Oh— ne dich waͤr' ich verdorben und in Suͤnden hingestorben. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern seyn. 5. Irr' ich, sucht mich deine Liebe, fall' ich, so hilft sie mir auf. Ist es, daß ich mich betruͤbe, hemmt sie meiner Thraͤnen Lauf. Bin ich arm, giebt sie mir Guͤter. Haßt man mich, ist sie mein Huͤter. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern seyn. 6. Schmaͤht man mich, ist sie mein' Ehre, trotzt man mir, ist sie mein Trutz. Zweifle ich, ist sie mir Leh⸗ re; draͤngt man mich, ist sie mein Schutz. Was ich jemals hab' begehret: war es gut, ward's mir gewaͤh— ret. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern seyn. 7. Deiner Liebe Suͤßig⸗ keiten hast du mir in's Herz gefloͤßt. Durch den Glanz der Herrlichkeiten deines Himmels wird getroͤst't mein Gemuͤth in seinem Zagen. 829 Alles Kreuz hilfst du mir tragen. Ich bin dein, und du bist mein; ich will kei⸗ nes andern seyn. 8. Drum ich sterbe oder lebe, bleib' ich stets dein Eigenthum, weil ich mich nur dir ergebe; du bist mei⸗ ner Seele Ruhm, mein in Freude, mein im Leide; nichts ist, was von dir mich scheide. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines anders seyn. 931. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. Dir, meiner Seele Leben, in Demuth hingegeben, wie bin ich froh und stilll Ach, daß in deiner Liebe doch jede Seele bliebe, die Jesu, dich verlassen will! 2. Die Stolzen dieser Er⸗ den, die nimmer ruhig wer⸗ den, an Freuden arm und leer, waͤr' ihnen doch dein Frieden, nur einen Tag be⸗ schieden, sie ließen dich, ihr Heil, nicht mehr. 3. Du warst, o mein Er⸗ loͤser in deiner Armuth groͤ— ßer, als aller Stolz der Welt, drum jag' ich nicht nach Schaͤtzen rE ᷣᷓPDP‚/S/Sꝗ/S/SiSiSiSiSiSeSieS‚Si‚i‚i‚Sieei‚ei‚i‚SeS‚SSeeeSeieeeeeeSe..‚. ———— ö 1 * 2 830 Schaͤtzen, die bald ein Herz verletzen, das sich fuͤr reich und gluͤcklich haͤlt. 4. Ich will an dir nur hangen, ich werf' all mein Verlangen in deiner Liebe Schooß; du bist der Fuͤrst des Lebens, das Ziel des hoͤchsten Strebens; nur from⸗ me Liebe macht uns groß. 932. Mel. Wie groß ist des Allmaͤcht'gen. Wos waͤr' ich ohne dich ge⸗ wesen? was wuͤrd' ich ohne dich, Herr, seyn? Zu Furcht und Aengsten auser⸗ lesen, staͤnd' ich in weiter Welt allein. Nichts wuͤßt' ich sicher, was ich liebte, die Zukunft waͤr' ein dunk⸗ ler Schlund; und wenn mein Herz sich tief betruͤbte, wem thaͤt' ich meine Sorge kund? 2. Einsam verzehrt von Lieb' und Sehnen, erschien' mir naͤchtlich jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thraͤ⸗ nen dem wilden Lauf des Lebens nach. Ich faͤnde Unruh' im Getuͤmmel, und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielt', ach, ohne Freund im Himmel, wer Anhang. hielt' da wohl auf Erden aus? 5. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß; wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsterniß! Mit ihm bin ich erst Mensch ge— worden; das Schicksal wird verklaͤrt durch ihn; es muß um ihn an allen Qrten ein neues Paradies erbluͤh'n. 4. Das Leben ward zum Liebesbunde; die ganze Welt spricht Lieb und Lust; ein heilend Kraut waͤchst jeder Wunde, und frei und voll klopft jede Brust. Fuͤr alle seine tausend Gaben bleib' ich sein demuthvolles Kind, gewiß, ihn unter uns zu ha⸗ ben, wenn zwei auch nur versammelt sind. 5. O geht hinaus auf allen Wegen, und holt die Irrenden herein; streckt je— dem eure Hand entgegen, und laͤdet froh sie zu uns ein. uns auf Erden; im Glaͤu⸗ ben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 6. Ein Der Himmel ist bei rden mir ich hnell n die Mit ge⸗ wird muß ein n. zum Welt ein jeder voll alle leib' dind, ha⸗ nur auf t die t je⸗ gen, uns bei lau⸗ an. mit n ist Ein An hang. 6. Ein alter schwerer Wahn der Suͤnde swar fest an unser Herz gebannt; wir irrten in der Nacht, wie Blinde, von Reu' und Lust zugleich entbrannt. Ein je— des Werk schien uns Verbre⸗ chen, der Mensch ein Got⸗ tesfeind zu seyn; bang' hoͤr⸗ ten das Gesetz wir sprechen; denn ach, es drohte Tod und Pein. 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein boͤses We— ses wohnte drin; und ward's in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefang'— nen fest; Furcht vor des To⸗ des Richterschwerdte ver— schlang der Hoffnung Ueber⸗ rest. 8. Da kam ein Heiland, ein Befreier, der Menschen⸗ sohn voll Lieb' und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Him⸗ mel offen, als unser altes Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen, und fuͤhlten uns mit Gott ver⸗ wandt. 9. Seitdem verschwand der Trug der Suͤnde, und froͤhlich wurde jeder Schritt; man gab zum schoͤnsten An⸗ gebinde den Kindern diesen Glauben mit; durch ihn ge⸗ heiligt, zog das Leben vor— uͤber wie ein sel'ger Traum, und ew'ger Lieb' und Lust ergeben, bemerkte man den Abschied kaum. 10. Noch steht im wun⸗ derbaren Glanze der heilige Geliebte hier. Geruͤhrt von seinem Dornenkranze und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift, und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. 933. Christlicher Wandel. Mel. Alle Menschen muͤssen sterben. Urser Wandel ist im Him⸗ mel. Troͤstend Wort, wie stroͤmest du mir, umringt vom Weltgetuͤmmel, Muth und suͤße Hoffnung zu! Je⸗ der Schritt, den ich hier thue, bringet mich dem Land der Ruhe naͤher, im⸗ mer 832 mer naͤher zu. Wort, wie hoch erfreuest du! 2. Haltet's fest, ihr meine Bruͤder, haltet's fest, dieß theure Wort. Nichts schlag' eure Hoffnung nieder, wal⸗ let immer muthig fort. Mu⸗ thig blicket hin zum Ziele. Viele zweifeln, ach, wie Viele! Nein, so wahr es Gott verhieß, wir erreichen es gewiß. 5. Nur, wie fromme Pil⸗ ger muͤssen, bleibet wacker, seyd nie laß. Stets des ho⸗ hen Zwecks beflissen, wacht und kaͤmpft ohn' Unterlaß. Feinde steh'n an euern We⸗ gen; Stuͤrme toben euch ent⸗ gegen; Nebel, Kluͤfte, Fel⸗ sen droh'n; fasset Muth; groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen, was kein Ohr ge⸗ hoͤret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich un⸗ terwunden, naht; dort hat Gott es dem bereitet, der hier muthig kaͤmpft und strei⸗ tet: drum verlaßt nicht eure Bahn. Jesus selbst ging euch voran. 5. Diese Bahn fuͤhrt euch zum Himmel: O wie stroͤmst, Anhang. Gedanke, du, mir, umringt streu vom Weltgetuͤmmel, Muth durch und suͤße Hoffnung zu! Auf, der 8 mein Geist, ermuͤde nimmer; 6 schon seh' ich des Zieles zu ͤ Schimmer, das nach einer hier kurzen Frist auch von mir er⸗ dich rungen ist. an di 274 7. 934. dir r el. Nun kommt der ꝛe. 4 entfli Meusch gedenk an deinen viel Tod, eh' er in der Naͤhe Kraͤf droht, daß du von ihm wein 3 sen Ernst, fruͤh dein Heil Tod zu schaffen lernst. fruͤh 2. Daß du, wenn er nun fruͤ erscheint, nicht ihn fliehst hat als einen Feind, von der geleb Furcht dich bald ermannst, gern die Hand ihm bieten kannst. ö 5. Kennst du ihn, so At zagst du nicht, blickst ihm Mel. heiter ins Gesicht. Er fuͤhrt De Gottes sel'ger Ruh, deinem großen Ziel', dich zu. 4. Ueberfiel er dich auch 2— fruͤh: o, nach dieses Lebens Muͤh' kommst, Vollendeter, du dann an dem Ziele fruͤher an. 5. Da, du Sel'ger, reift die Saat, die man hier ge⸗ streuet Ermt An ha mringt Muth Auf, streuet hat, da reicht Gott durch seinen Sohn ewig dir der Tugend Lohn. mmer; 6. Dieses ist's, wornach Zieles on strebst, und zu streben Weiner hier nur lebst. Wolltest du mir er⸗ dich aͤngstlich scheu'n, fruͤh an diesem Ziel zu seyn? 7. Nur sey weise, daß dir nie ungenuͤtzt die Zeit .. entflieh'; laß, des Guten deiden iel 10 hun, Geist und 75 Kraͤfte niemals ruhn. im wen g. Wann dann fruͤh der n Heil Tod sich naͤh't, reift auch fruͤh dort deine Saat. Wer er nun früh viel zu nuͤtzen strebt, 2 fliehst hat auch jung schon lang' on der ö gelebt. iannst, bieten 935. Ermunterung zum freudigen 37 Ausgang aus der Welt. st ihm Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. führt= eele, sey in Gott erfreut; ritein fuͤrchte nicht des Todes Schrecken! Laß die frohe ů 9218 Svigkeit Trost und Muth ebens in dir erwecken! Denke doch: 44— dein Heiland lebt. Jesus fruͤher ist's, der dich erhebt. 347 2. Fuͤrchte die Verwe— reift sung nicht, denn du bist aus trenet Gott geboren. Jesus, dei⸗ ng. 855 ne Zuversicht, hat zum Leben dich erkoren. Wenn auch gleich dein Leib zerbricht; stirbst du doch, o Seele, nicht. 4. Fuͤrchte nicht des Gra— bes Nacht, Gott ist Licht, und wohnt im Lichte. Wenn deinLauf einst hier vollbracht; schaust du Gott von Ange⸗ sichte. Seelen sind im Gra⸗ be nicht. Du, o Seele, koͤmmst zum Licht. 4. Laß getrost und hoch erfreut deinen Leib dem Schoos der Erden. An dem Tag der Herrlichkeit wird er dir vereinigt werden. Dann wird deinen Leib und dich nichts mehr trennen ewiglich. 5. Nur getrost und unver⸗ zagt! Jesus wird am Ster⸗ betage dich, wenn manches um dich klagt, schnell befrein von aller Pracht. Deines Heilands starke Hand bringt dich in dein Vaterland. 6. Was dich hier noch grausam schreckt, wird im Hui, wie Rauch verschwin— den; Jesu Hand, die dich bedeckt, wird sich bei dem Scheiden finden. Nur auf Jesum hoff' allein, denn du wirst mit Jesu seyn. Ggg 7. Wahr⸗ 8³⁴ 7. Wahrlich, ruft auch Jesus dir, noch am Sterbe— tage: heute, heute koͤmmst du noch zu mir, heute koͤmmst du mir zur Seite. Wahr⸗ lich heute sollst du mein noch im Paradiese seyn. 8. Troͤste dich durch die⸗ ses Wort, laß durch nichts dich irre machen. Hoffe auf den Friedensort, Gott befiehl nur deine Sachen. Wahr⸗ lich, ruft dein Heiland dir, heute sollst du seyn mit mir. 9. Heute, wenn dein Leib zerfaͤllt, wenn du dich von ihm geschieden, wenn du scheidest aus der Welt, heute koͤmmst du noch zum Frie⸗ den, heute bringt dich Jesu Hand in dein rechtes Va⸗ terland. 10. Nun so sey in Gott erfreut, fuͤrchte nicht des To⸗ des Schrecken! Laß den Gang zur Ewigkeit Trost und Muth in dir erwecken. Jesus lebt; du wirst gewiß bei ihm seyn im Paradies. Anhang. 936. Lob Gottes. Mel. Nun danket alle Gott ꝛc. O preiset, preist den Herrn, deß Gnade nimmer endet, deß freundlich Angesicht sich segnend zu uns wendet; der mit Barmherzigkeit unstraͤgt und mit Geduld; der Großes an uns thut mit unverdien⸗ ter Huld. 2. O preiset, preist den Herrn, der rettend uns er⸗ schienen; dem aller Engel Schaar, dem alle Kraͤfte die⸗ nen; deß wundervolle Macht ist ewig gleich und neu; der lauter Liebe ist, stets wahr⸗ haft und getreu. 5. O preiset, preist den Herrn, lobt ihn durch Wort und Thaten. Er hat uns stets erhoͤrt, wenn wir ihn glaͤubig baten. O selig, wer dem Herrn sein ganzes Leben weiht! Gott ist mit ihm, der Geist, der Licht und Kraft verleiht. herausgegeben von D. Carl Christian Tittmann. ———— SS Wittenberg, im Verlage des Kirchen-Aerariums. 182 8. Taͤgliche Morgen⸗ und Abendandachten. Allgemeines Gebet. Des Morgens. Sẽ bin ich wieder zu einem neuen Tage er⸗ wacht! Und das danke ich deiner alles er⸗ haltenden, staͤrkenden und erfreuenden Allmacht und Guͤte, bester Vater im Himmel. Jeder Tag ist ein wichtiger Abschnitt meines Lebens. Jeder erscheint mit neuen Abwechselungen und Auftritten, mit neuen Arbeiten und Geschaͤften, mit neuen Freuden und Leiden. Jeder kann eine große, erfreuliche oder traurige Veraͤnderung in meiner Denkungsart, in meinem Verhalten und in meinen Schicksalen hervorbringen; was kann mir nicht an einem Tage, in einer Stunde begegnen? Jeder giebt mir neue Mittel und Veranlassungen zur Bildung meines Geistes, zur Befoͤrderung mei⸗ ner zeitlichen und ewigen Gluͤckseligkeit und der A 2 Gluͤck⸗ 4 Allgemeines Morgengebet. Glückseligkeit meiner Bruͤder, aber auch neue Hin⸗ dernisse und Schwierigkeiten in derselben. An jedem Tage kann ich verstaͤndiger und besser, aber auch thoͤ⸗ richter und schlimmer werden, viel Gutes, aber auch viel Boͤses lernen, thun und genießen, den Schatz der Belohnungen in jener Welt vermehren, aber auch vermindern und die Schuld meiner Suͤnden haͤufen, zum Tode bereiteter, aber auch unbereiteter, zu jenem hoͤhern Leben geschickter, aber auch ungeschickter werden. Jeder Tag erfordert also neuen Muth, neue Vorsichtigkeit, neuen Eifer auf dem Wege des Lebens. Doch je⸗ der giebt mir auch neue Beweise deiner vaͤterli⸗ chen Huld und Guͤte, laͤßt mich neue Erfahrun⸗ gen sehn, daß du den schwachen, hinfaͤlligen Men⸗ schen nicht versucht werden laͤssest uͤber sein Ver⸗ moͤgen, daß du ihn durch deine allmaͤchtige Kraft unterstuͤtzest, unter deiner besondern Aufsicht lei⸗ test und durch alle Hindernisse und Schwierigkei⸗ ten, durch Freuden und Leiden, zur Vollkommen⸗ heit und Gluͤckseligkeit fuͤhrest. Und deß troͤste ich mich itzt bei dem Sefuͤhle meiner Schwachheit und Ohnmacht, daß ich jederzeit mit allen meinen Begegnissen und Lebensveräanderungen unter dei⸗ ner Aufsicht und Fuͤrsorge stehe, bester guͤtigster Vater. Allgemeines Morgengebet. 5 Vater. Du weißst, was mir heute begegnen wird und begegnen kann; aber ohne dich wird und kann mir nichts begegnen; und unter deiner Regierung wird alles, was mir begegnet, sollte es auch Lei⸗ den, und selbst der Tod seyn, mir zum Besten dienen, wenn ich nur dir folge. Du siehest, was ich in Absicht meines Leibes und Geistes, meines Lebens und meiner Gesundheit, meines Standes und Berufs, meines Fortkommens und meiner Gluͤckseligkeit bedarf; und was mir von dem allen gut ist, das erwarte ich mit kindlicher Zuversicht von dir; du wirst mir es gewiß nicht versagen. Du kennest die Hindernisse im Guten und die Reizungen zum Boͤsen, die mir vorkommen koͤn⸗ nen; und du wirst mich mit deiner Kraft und der Kraft deines Geistes nie verlassen, vor dem Boͤ⸗ sen bewahren, im Guten slaͤrken und erhalten, und durch deinen Sohn, meinen Herrn und Er⸗ loͤser, dem hoͤhern und bessern Leben entgegen fuͤh⸗ ren. Dir, meinem Vater und Regierer, befeh⸗ le ich meinen Leib und Geist, meine Gesundheit und mein Leben, meine Unternehmungen und Ge⸗ schaͤfte, meine Freuden und meine Leiden, auch meinen Tod, so wie die Schicksale aller meiner naͤhern Freunde und Bekannten, die Schicksale aller 6 Allgemeines Morgengebet. aller Menschen auf Erden. Von dir, dem Quell alles Guten, erwarte ich fuͤr sie und fuͤr mich Er⸗ haltung und Leben, Fortgang und Segen zu un⸗ sern Geschaͤften, vornehmlich aber Kraft zum Glau⸗ ben und zur Tugend, Weisheit und Muth zur Vermeidung des Boͤsen, Staͤrke zur Ausrichtung des Guten, Errettung und Begluͤckung im Leben und im Sterben. Herr, segne, staͤrke, behuͤte und bewahre mich und alle, die auf dich hoffen; segne uns durch Jesum Christum. Befoͤrdre alle heil⸗ same Unternehmungen an diesem Tage. Laß an demselben allenthalben viel Boͤses verhindert, hin⸗ gegen viel Gutes gedacht, geredet, beschlossen und gethan, viel guten Saamen auf die kuͤnftige Erndte ausgestreut, und ihn dadurch fuͤr alle einen Vor⸗ bereitungstag werden zu einem hoͤhern und bessern Leben. Amen. Des Abends. Da, auch dieser Tag ist mir ein neuer Beweis 3 deiner vaͤterlichen Huld und Guͤte gewesen, himmlischer Vater. Auch an diesem Tage bin ich durch neue Erfahrungen uͤberzeugt worden, daß du alles erhaͤltst und regierest, daß du dem Redlichen mit deiner Huͤlfe und Kraft beistehest, uns nicht mehr auf⸗ S„—2 Allgemeines Abendgebet. 7˙ auflegst, als wir ertragen koͤnnen, uns gern seg⸗ nest und bewahrest, mehr Freuden als Leiden, und auch diese nur zu unserm Besten, giebst. Du hast mich, und deß freue ich mich, und danke dir in der Freude meines Herzens, du hast mich diesen Tag, wie alle meines Lebens, weise und gut regieret, mein Leben, meine Gesundheit, mei⸗ nen Wohlstand erhalten, mir meine Geschaͤfte ge⸗ lingen, mancherlei Hindernisse besiegen, mancher⸗ lei Schwierigkeiten uͤberwinden und mich viel Gu⸗ tes sehen, hoͤren, genießen lassen, mir allenthal⸗ ben Veranlassungen gegeben, mich deiner, als meines Vaters durch Christum, zu freuen, mir immer groͤßere Freude zu bereiten und zum Ge⸗ nusse der Gluͤckseligkeit dieses und jenes Lebens immer faͤhiger zu werden. Und wenn ich wankte; so hast du mich nicht ganz fallen lassen, und willst mir um Jesu willen vergeben, aber auch mich zum Guten staͤrken, und vor dem Boͤsen bewahren; und darum bitte ich dich, gnaͤdiger, barmherzi— ger Vater, vergieb mir, und bewahre, ach be— wahre mich vor allem Boͤsen und staͤrke und befestige mich in allem Guten. Mußte ich man⸗ cherlei Unannehmlichkeiten und Beschwerden erfah— ren; so hast du mir doch keine schaͤdliche Ver⸗ schlim⸗ 8 Allgemeines Abendgebet. schlimmerung meines Zustandes begegnen lassen und mich vor großen Widerwaͤrtigkeiten bewah⸗ ret. Und wenn ich auch diese heute erfahren ha⸗ be, oder kuͤnftig erfahren sollte; so weiß ich doch, daß sie von deiner Hand kommen, und in deiner Hand lauter Beweise deiner Liebe, lauter Mittel meiner Besserung, Uebung und Vervollkommnung sind, und daß du mich auch wieder erfreuen, einst aber zu vollkommnerer Freude fuͤhren, und alle meine Traurigkeit in Freude verwandeln werdest. Und diese Erfahrungen von deiner alles wohlma⸗ chenden Guͤte staͤrken mich in dem kindlichen Ver⸗ trauen, du werdest mich unter deinem allmaͤchtigen Schutze auch diese Nacht vor Schaden und Un⸗ gluͤck bewahren, durch die Ruhe der Nacht mir neue Kraft und neues Leben einfloͤßen, mich ferner, so lange ich hier seyn werde, mit deiner Vater⸗ huld umfassen, mich allezeit aufs Beste regieren, und wenn ich sterben sollte, zum ewigen Leben fuͤh⸗ ren durch Jesum Christum. Dir uͤberlasse ich mich ganz und gar mit allem, was ich bin und vermag. Herr, wie du willst; so schicks mit mir im Leben und im Sterben. Amen. — Am 1 Am Sonntage. Des Morgens. Hott, ich freue mich dieses Tages und deiner Guͤte, die mich ihn hat erleben lassen. Es ist der Gedaͤchtnißtag des Ursprungs aller Dinge und unsrer Erloͤsung; der Tag der feierlichen Got⸗ tesverehrung, der Ruhe und der Erholung. An diesem Tage vereinigen sich Millionen von Men⸗ schen, alle, die Gott und Jesum kennen, zu sei⸗ ner feierlichen Anbetung, versammeln sich, Gott, den Vater, Sohn und Geist, mit Herz und Mun⸗ de zu bekennen, ihm fuͤr seine Wohlthaten zu dan⸗ ken, sich seiner Guͤte zu freuen, im Vertrauen auf ihn zu staͤrken, und sich neues Leben, neuen Segen, neue Kraft zur Erfuͤllung ihrer Pflichten, neuen Muth zur Fortsetzung ihres Weges gemeinschaft⸗ lich zu erbitten; kommen insbesondre, Jesum Chri⸗ stum zu verehren, seines Lebens, seines Leidens, seines Todes, seiner Auferstehung und Himmel⸗ fahrt, seiner gegenwaͤrtigen Macht und Herrlich⸗ keit und seines großen Verdienstes um die Men⸗ schen auf eine besondre Weise eingedenk zu seyn, und sich dadurch im Glauben an ihn zu staͤrken, zur Befolgung seiner Gebote zu erwecken und zur Nach⸗ 10 Am Sonntage. Nachahmung seines Beispiels anzufeuern. An diesem Tage entreißen sich alle, die nur koͤnnen, den gewoͤhnlichen Geschaͤften und Sorgen des irdischen Lebens, kommen mehr zu sich selbst, erheben sich über das Sichtbare und suchen Ruhe, nach der Unruhe, Erholung von der Muͤhe des Lebens, Trost bei allen Bekuͤmmernissen und Beschwerden, Staͤrkung fuͤr ihren Leib und fuͤr ihren Geist, neue Munterkeit zur Ausrichtung ihrer Geschaͤfte, Freu⸗ den des gegenwaͤrtigen und des zukuͤnftigen Lebens. Und das will auch ich an diesem Tage thun; und dir verdanke ich es, o Gott, das ich es thun kann. Ich will mich mit allen meinen Bruͤdern und Schwestern auf Erden im Geiste vereinigen, mit ihnen gemeinschaftlich dich anbeten, mich der seli⸗ gen Verhaͤltnisse freuen, in welchen wir mit dir, unserm Vater, mit deinem Sohne, unserm Haup⸗ te und Erloͤser, mit deinem Geiste, dem Urheber alles sittlich Guten, und mit uns selbst unter ein⸗ ander stehn, und mich ermuntern, nach Jesu Leh⸗ re und Muster zu denken, zu leben, zu leiden und zu sterben. Zu dem Ende will ich mich an dem Orte deiner feierlichen Verehrung einfinden, und nichts soll mich leicht davon abhalten. Ich will mit dem entschlossensten Vorsatze dahin gehen, dich anzu⸗ Am Sonntage. 11 anzubeten, und dieses Vorsatzes stets eingedenk blei⸗ ben. Jeden Gesang will ich mit der Erhebung mei⸗ nes ganzen Herzens zu dir mitsingen, jedes Gebet mit gesammeltem Gemuͤthe verrichten, jedes Lesen, jeden Vortrag der Lehre deines Sohnes mit Nach⸗ denken und Ueberlegung hoͤren und zu meiner Be⸗ lehrung, Besserung und Beruhigung bestmoͤglichst benutzen. Auch noch einen Theil des uͤbrigen Ta⸗ ges will ich, so viel ich nur kann, auf Uebungen der Andacht wenden, und da an dich und die Wohl⸗ thaten meines ganzen vergangnen Lebens, an Je⸗ sum, an mich selbst, an meinen gegenwaͤrtigen und zukuͤnftigen Zustand, an den Tod und die Ewig⸗ keit denken, mich meiner naͤhern und entferntern Bekannten, meiner Freunde und Feinde, mit einem Herzen voll warmer Menschenliebe erinnern, gute Wuͤnsche fuͤr sie thun und mich dadurch in der Lie⸗ be zu ihnen staͤrken. Und sollte ich heute Gelegen⸗ heit haben, die Freuden des Umgangs und des ir⸗ dischen Lebens zu genießen; so will ich das nicht eher thun, als bis ich dich oͤffentlich und ingeheim angebetet habe, und nur solche Freuden genießen, die meinen Geist reinigen und staͤrken, und sie in steter Ruͤcksicht auf dich und auf meinen Herrn und Erloͤser genießen, mein vorzuͤglichstes Vergnuͤgen aber ——————— 12 Am Sonntage. aber in dem stillen Umgange mit den Vertrauten meines Herzens suchen. Und dieß alles wird mir reiche Veraͤnlassung geben, mich in der Erkennt⸗ niß der Wahrheit, im Vertrauen auf dich, im Glauben an meinen Erloͤser, in der Nachahmung seines Beispiels, in der Liebe zu dir und zu ihm, in der Liebe zu den Menschen, in der Zufrieden⸗ heit mit meinem Zustande, im getrosten Muthe bei allen Beschwerden, in der Hoffnung des ewi⸗ gen Lebens, in der Vorbereitung auf jene bessere Welt zu üben und zu vervollkommnen, und an dem heutigen Tage verstaͤndiger, besser und gluͤck⸗ seliger zu werden. Gott, laß die Feier dieses Tages fuͤr mich und fuͤr viele meiner Bruͤder, fuͤr alle, die dich verehren, so heilsam und erfreulich werden. Segne alle Lehrer der Religion. Dein Geist belebe und staͤrke sie, daß sie viel Erkenntniß und Weisheit, und Glauben und Tugend, und Freu⸗ de und Gluͤckseligkeit unter ihren Zuhoͤrern verbrei⸗ ten, und reichen Samen auf den kuͤnftigen großen Tag der Erndte ausstreuen. Segne diejenigen, die mit mir gemeinschaftlich dich anbeten werden, mit Licht und Kraft, und Trost und Hoffnung. Segne auch mich, mein Vater, mit zeitlichem, geistlichem und ewigem Guten, durch deinen Sohn und Geist. Amen. Des 15 Des Abends. ott, dieser Tag sollte ein Tag deiner feierli⸗ chen Verehrung, der Ruhe und der Erho—⸗ lung fuͤr mich seyn, und daher auch ein Tag der Staͤrkung und Beseligung meines zur Unsterblich⸗ keit und Gluͤckseligkeit geschaffnen Geistes. An diesem Tage konnte und sollte ich merklich weiser, verstaͤndiger, tugendhafter, froher, zufriedner und gluͤckseliger werden. Ist nun dieser Tag mir das wirklich gewesen, und bin ich das wirklich worden? Habe ich den Ort deiner gemeinschaftlichen Anbe⸗ tung durch meine Schuld nicht versaͤumt? Ging ich dahin aus Neigung, oder aus Zwang, aus Pflicht, oder aus Gewohnheit, aus Drang mei⸗ nes Herzens, oder mit Kaltsinn und Unempfind⸗ lichkeit? War ich da so ganz mit Empfindungen der Ehrfurcht, der Dankbarkeit und des Gehor⸗ sams gegen dich und deinen Sohn und Geist durch⸗ drungen? Habe ich da so gut gebetet, gesungen, ge⸗ hoͤrt, als ich konnte und sollte, und habe ich wirklich Nutzen davon gehabt? Habe ich auch einen Theil des uͤbrigen Tages zum Lesen, zum Nachdenken und zum Gebete angewendet? Was habe ich Gu⸗ tes gelernt, gedacht, empfunden, gethan, und wo⸗ zu 14 Des Abends. zu habe ich mich entschlossen? Fuͤhle ich mich in der Erkenntniß, in der Tugend, im Glauben und in der Hoffnung gestaͤrket? Kann jede wuͤrdige Sonn⸗ tagsfeier wichtigen, unvergaͤnglichen Nutzen schaf⸗ fen, jede zur Besserung und Vervollkommnung unsers Geistes etwas beitragen und uns unsrer Bestimmung naͤher bringen; hat das nun auch die heutige Sonntagsfeier bei mir gethan? Wird sie auf die kuͤnftigen Tage meines Lebens gesegnete Folgen haben? Wird sie mir noch auf jene Welt Nutzen bringen? Wie habe ich die Ruhe und Er⸗ holung dieses Tages angewendet? War bei der Ruhe des Leibes mein Geist desto thaͤtiger? Sind meine Erholungen so beschaffen gewesen, daß sie mich in der Freude uͤber dich, im Vertrauen auf deine Guͤte, und zu desto muntrer Ausrichtung meiner kuͤnftigen Geschaͤfte gestaͤrkt haben? Dank sey dir, gnaͤdiger, himmlischer Vater, fuͤr die Ru⸗ he dieses Tages, fuͤr alle Gelegenheiten und Er⸗ weckungen zum Guten, fuͤr die Freude und den Trost, womit du mich begnadiget, fuͤr alle die gu⸗ ten Gedanken, Empfindungen, Entschließungen und Bestrebungen, die du durch dein Wort und deinen Geist in mir hervorgebracht hast. Erhalte, stäͤrke und belebe dieselben in meinem Herzen, und laß sie ů‚tt 4 Des Abends. 15 sie reiche Fruͤchte der Besserung und Gluͤckseligkeit in meinem kuͤnftigen Leben hervorbringen. Von dir erfreut und gestaͤrkt, will ich nun meinen Lauf mit neuem Muthe fortsetzen, wenn es dir gefaͤllt, mein Leben laͤnger zu erhalten, und das thun, was du mir befohlen, und das Werk vollbringen, das du mir aufgetragen hast. Schenke mir Weisheit und Lust, und Eifer und Gelegenheit, die Tage deiner feierlichen Verehrung, so viel ich ihrer noch erleben werde, immer besser zu benutzen, die Mic⸗ tel der Besserung, die du mir verliehen, immer wuͤrdiger zu gebrauchen, und dadurch immer wei⸗ ser und vollkommner zu werden. Segne alle, die heute mit mir gemeinschaftlich dich angebetet haben, alle deine Verehrer auf dem ganzen Erdboden. Laß jeden dieser Tage immer wuͤrdiger von uns gefeiert werden, und bringe immer mehrere zu deiner Ver⸗ ehrung und zur Erkenntniß Jesu Christi. Laß allenthalben auf Erden wahren Glauben, eifrige Tugend, christlichen Trost und christliche Hoff⸗ nung, und durch das alles Ruhe, Zufriedenheit und Gluͤckseligkeit verbreitet, uns alle unserm Herrn und Erloͤser immer aͤhnlicher, dir immer wohlge⸗ faͤlliger und zur Gesellschaft der Seligen im Him⸗ mel immer geschickter werden, die dich und deinen Sohn 16 Des Abends. Sohn und Geist wuͤrdiger verehren, und in dieser Verehrung stets froh und gluͤckselig sind. Amen. Am Montage. Des Morgens. Gor, so gehe ich denn, durch die Ruhe des gestrigen Tages und durch den erquickenden Schlaf der Nacht gestaͤrkt, mit Freuden wieder an meine Arbeit. Und Dank sey dir, daß du mir Kraͤfte zur Arbeit verliehen und Gelegenheit verschafft hast, sie zu gebrauchen. Ich erkenne darin deine Weisheit und Guͤte, daß du den Menschen nicht zur Traͤg⸗ heit und Unthaͤtigkeit, sondern zur Geschaͤftigkeit bestimmt hast, wie alles in der ganzen Natur stets wirksam ist, und wie du selbst, unser Schoͤpfer, Erhalter und Regierer, stets wirkest, und stets das Beste wirkest, wie auch dein Sohn, unser Erloͤ⸗ ser und Herr, stets zum Besten der Menschen wirkete und noch wirket. Ich soll daher aus Gehorsam und aus Pflicht gegen dich arbeiten, der du die Arbeit befohlen, und mir eben diese Arbeit aufgetragen hast. Ich soll sie als dein Werk, und im Vertrauen auf dich, und aus Lie⸗ be zu den Menschen thun. Ich soll nicht sowohl auf meinen Vortheil, als auf deine Ehre, auf das Am Montage. 17 das Beste des Reichs deines Sohnes und auf das Beste meiner Bruͤder sehn. Ich soll endlich emsig und eifrig arbeiten, meine Zeit und Kraͤfte nicht nur brauchen, sondern erschoͤpfen, jeden kleinen Zeit⸗ punkt benutzen, jede Stunde wohl anlegen, meinen Beruf ganz erfuͤllen, mein Amt auf die bestmoͤg⸗ lichste Weise verwalten, Gutes thun und im Gu⸗ testhun mich weder Hindernisse, noch Schwierig⸗ keiten, noch Undank ermuͤden lassen. Ich weiß ja, daß du dem Menschen die Arbeit nicht als eine Strafe, oder als eine Last aufgelegt, sondern als eine große Wohlthat anbefohlen, und auch hierin⸗ ne, wie in allen deinen Anordnungen, die Befoͤr⸗ derung der allgemeinen Gluͤckseligkeit zur Absicht hast. Ich erkenne es wohl, wie eine solche christ⸗ liche Arbeitsamkeit nicht nur zeitlichen, sondern auch geistlichen und ewigen Segen bringt; wie sie ein Mittel ist, zwar nicht immer ein Mittel des Reich⸗ thums und des Ueberflusses, aber doch ein Mittel des allgemeinen und besondern Wohlstandes, des noͤthigen Auskommens, der Gesundheit und des Wohlbefindens; wie sie vor unzaͤhligem Boͤsen be⸗ wahrt, in den vorzuͤglichsten Tugenden uͤbt, der Un⸗ zufriedenheit wehrt und Ruhe und Freude ins Herz und Leben leitet; wie sie endlich, wenn sie auch keine scht⸗ 18 Am Montage. sichtbaren Vortheile bringt, dennoch nie ganz ver⸗ geblich ist, sondern unsre Kraͤfte uͤbt, und durch Uebung stäaͤrket und erhoͤhet, und uns zu wichtigern Geschaͤften in jener Welt faͤhig macht, wo alles, auch das geringste Gute, auf ewig reiche Fruͤchte bringen wird. Denn wer im Geringen treu ist, der wird uͤber Viel gesetzt werden. Gestaͤrkt durch diese Ueberzeugungen, will ich nun mit frohem Muthe an meine Arbeit gehen, himmlischer Vater. Mit dir will ich sie anfangen, fortsetzen und voll⸗ enden. Ich will nicht sowohl auf meinen Nutzen, als auf den Nutzen meiner Bruͤder sehen, und da⸗ her nichts thun, was ihnen auf irgend eine Weise schaͤdlich seyn koͤnnte, und nichts unterlassen, was ihnen nuͤtzlich seyn kann. Ich will mich durch kei⸗ ne Schwierigkeiten abschrecken, durch keinen Un⸗ dank ermuͤden lassen, meine Kraͤfte verbrauchen, und alles, was ich thun soll, mit Fleiß und in⸗ bruͤnstigem Geiste thun. Ich will mitten unter derselben oft im Stillen meinen Geist zu dir erhe⸗ ben, mit dir und vor dir, dem Allwissenden und Allgegenwaͤrtigen, arbeiten, mir das Bild meines Herrn vorstellen, der seine Freude darinne fand, das ihm aufgetragne Werk zu vollbringen, und nie vergessen, daß ich ihm diene, und nicht den Men⸗ N E H29356— 399 Am Montage. 19 —— Menschen, und daß er einst alles belohnen wird, was ich auch heute Gutes schaffen werde. Und du, bester, guͤtigster Vater, der du mir diese Ar⸗ beit aufgetragen hast, wirst ihren Anfang, ihren Fortgang und ihr Ende durch deine weise Vorse⸗ hung beguͤnstigen, und sie weder fuͤr mich, noch fuͤr andre ganz unnuͤtz seyn lassen. Segne auch alle, die an diesem Tage mit redlichem, dir ergeb⸗ nem Herzen arbeiten werden, und laß ihre Arbeit in Zeit und Ewigkeit reiche Fruͤchte bringen, durch Jesum, unsern Herrn. Amen. —— — V IN MAN V Des Abends. Done sey dir, bester Vater im Himmel, daß die Arbeit dieses Tages gluͤcklich vollendet ist! Auch dabei habe ich augenscheinlich die Wir⸗ kungen deiner Allmacht und Guͤte erfahren, die meine Kraͤfte erhalten und gestaͤrket hat, und meine Arbeit auf mancherlei Weise wohl gelingen ließ. Denn ohne dich vermag ich nichts; an deinem Se⸗ gen ist alles gelegen. Aber habe ich nun auch mei⸗ ne Arbeit so gethan, wie ich sollte und wollte? Ha⸗ be ich sie mit gehorsamen, willigen, dir und dei— nem Sohn ganz ergebnen Herzen, als ein Werk, B 2 das 2⁰ Am Montage. das du mir aufgetragen hast, habe ich sie ohne schaͤndlichen Eigennutz, aus Liebe zu dir und den Menschen, hab' ich sie mit angestrengtem, stets ge⸗ schäftigem Eifer verrichtet, und so viel Gutes voll⸗ bracht, als ich vollbringen konnte? Habe ich un⸗ ter derselben an dich, den gegenwaͤrtigen Zeugen aller meiner Handlungen, und an Jesum, meinen Vorgänger, gedacht, mir sein Verhalten zum Muster des meinigen vorgestellt, und mich in allem als einen Diener Jesu Christi bewiesen? Ließ ich mich die Schwierigkeiten, die sich dabei fan⸗ den, den mißlungenen Erfolg, den Undank der Men⸗ schen und die Hindernisse, die sie mir in den Weg legten, nicht zur Ungeduld, zur Muthlosigkeit, zum Unwillen und zur Unzufriedenheit mit dir, zum Neide und zur Mißgunst verleiten? Erkannte ich auch hierinne deine Weisheit und Guͤte, nach welcher du deinen Segen nicht immer, wie wir es wuͤnschen, aber doch stets, wie es uns heilsam ist, austheilest? Beruhigte ich mich mit dem Gedan⸗ ken, daß ich nicht fuͤr mich, sondern fuͤr dich und meinen Erloͤser arbeite, und daß unter deiner Re⸗ gierung nichts verloren geht, nichts unbelohnt bleibt? Und wenn du sie mir wohl gelingen ließest; erkann⸗ te ich darinne die Wirkung deiner Allmacht und Guͤte Am Montage. 2⁴ Guͤte mit Demuth und Dankbarkeit? Gott, wenn ich meine Arbeit blos aus Gewohnheit; wenn ich sie aus Stolz und Eigennutz; wenn ich sie traͤge und verdrossen thaͤte: wie koͤnnte ich mich fuͤr ei⸗ nen treuen, gehorsamen Unterthan deines Reiches; wie fuͤr ein Werkzeug in der Hand deiner Vorse⸗ hung zur Befoͤrderung menschlicher Gluͤckseligkeit; wie fuͤr einen Nachfolger und Diener Jesu Christi halten? Wie koͤnnte ich einst meine Kraͤfte brau⸗ chen, wenn ich sie hier nicht uͤbte, oder wohl gar zum Boͤsen anwendete? Wie koͤnnte ich hoffen, daß du mir dort hoͤhere Geschaͤfte auftragen werdest, wenn ich die gegenwaͤrtigen nicht treu verrichte? Wie koͤnnte ich einst Gutes erndten, wenn ich hier nicht Gutes saͤe? O Gott, lehre mich doch ja das Werk treu vollbringen, das du mir auf Erden aufge⸗ tragen hast! Hilf, das ich die Kraͤfte, die du mir verliehen, kuͤnftig, und so lang ich noch hier seyn werde, auf die beste und würdigste Weise gebrau⸗ che; die Geschaͤfte, die du mir befohlen hast, mit Fleiß und Eifer ausrichte, und viel Gutes, lauter Gutes, und immer mehr Gutes unter den Men⸗ schen wirke und befoͤrdere. Und so wirst du mir auch deinen Segen nicht versagen, der du uns alle so gern segnest und ewig segnen willst. Ja, schon in 22 Am Dienstage. in dieser einbrechenden Nacht wirst du durch ei⸗ nen sanften und erquickenden Schlaf meine Arbeit belohnen, und mich zu den Geschaͤften des mor⸗ genden Tages staͤrken. Deine Gnade, und die Gnade Jesu Christi, unsers Herrn, sey in dieser Nacht uͤber mich und uͤber alle, die dich fuͤrchten. Amen. Am Dienstage. Des Morgens. Gore, Schoͤpfer, Erhalter und Regierer aller Dinge, durch dich bin und lebe auch ich; und ich freue mich dessen, daß ich bin und lebe, und daß ich es weiß, daß ich durch dich bin und lebe. Auch mich hast du unter der unermeßlichen Menge deiner Geschoͤpfe entstehen geheißen, und unter denselben mir und meinen Bruͤdern eine vor⸗ zuͤgliche Stelle in deinem Reiche angewiesen. Du hast uns zur Wuͤrde vernuͤnftiger und unsterblicher Geschoͤpfe erhoben, uns große Faͤhigkeiten und Kraͤf⸗ te verliehen und einer ewig zunehmenden Vollkom⸗ menheit und Gluͤckseligkeit uns faͤhig gemacht. Du hast uns die Erde, diese niedere Gegend deines Rei⸗ ches WM/ 2„8 ⏑ Am Dienstage. 25 ches, zur Wohnung gegeben, wo alles zu unserm Besten bereitet ist und bereitet werden kann, und aus welcher du uns in eine hoͤhere Gegend fuͤhren willst. Du hast uns unter einander in die engste Verbin⸗ dung gesetzt, worinne ein jeder sich beeifern soll, den Andern glüͤcklich zu machen. Und seit dem du mich ins Leben gerufen hast, hast du vaterlich fuͤr mich gesorgt, mir mein Leben und meine Gesundhꝛit er⸗ halten, Nahrung und Kleidung geschenkt, und alle meine Schicksale auf das Beste regieret. Noch taͤglich und stuͤndlich sorgest du fuͤr mich, floͤßest mir mit jedem Augenblicke neue Kraft und neues Leben ein, giebst mir mit jedem Tage, was ich bedarf, bewahrest mich vor dem Uebel, beschuützest mich in der Gefahr, hilfst in jeder Noth und aus jeder Noth, len⸗ kest alles zum Besten. Ja, ehe ich noch da war, hast du schon als Vater fuͤr mich gesorgt, alle meine Schicksale geordnet, alle Tage meines irdischen Le⸗ bens gezaͤhlet, und nach diesem Leben mich zu einem hoͤhern und vollkommnern Leben durch deinen Sohn, unsern Herrn und Erloͤser, geordnet. Und das alles aus lauter unverdienter Guͤte, und blos in der Absicht, daß ich zeitlich und ewig gluͤckselig werden moͤchte. Und ich sollte mich nicht freuen, daß ich bin und lebe? Ich sollte mich meines Zustandes, und deiner, mei⸗ nes 24 Am Dienstage. nes Schoͤpfers und Versorgers, nicht freuen? Ja, Lob üund Preis sey dir, dem Allguͤtigen, dem Ur⸗ heber, Erhalter und Regierer aller Dinge, daß du auch mich seyn geheißen; daß du mich in den Zu⸗ stand gesetzt hast, in welchem ich mich befinde; daß du mich in demselben von Tage zu Tage erhaͤltst, und immer groͤßerer, zeitlicher und ewiger Vollkom⸗ menheit und Gluͤckseligkeit entgegen fuhrst, und entge⸗ gen führen willst. Laß diese deine alles schaffende, er⸗ haltende und regierende, weise und gnaͤdige Vorse⸗ hung auch heute, und alle Tage meines Lebens, uͤber mich und uͤber alle deine Kinder auf Erden, laß sie uͤber uns waͤlten in Ewigkeit! Gieb es mir immer mehr zu erkennen, wie gluͤcklich ich sey, daß ich durch dich bin und bestehe; daß ich mit allen meinen Bruͤ⸗ dern unter deiner ganz besondern Aufsicht lebe, und unter derselben, wenn ich mich nur fest an dich halte, nie ungluͤckselig seyn und werden kann, da⸗ mit ich dir kindlich vertraue, mich in allen meinen Beduͤrfnissen und Anliegen zu dir wende, meine Sorgen auf dich werfe, das willig thue und leide, was du mich thun und leiden heißest, mit deinen Schickungen und meinem Zustande jederzeit zufrie⸗ den, und in dieser und jener Welt so gluͤckselig sey und werde, als ich unter der Aufsicht des wei⸗ sesten, set V S hn nn„— Am Dienstage. 265 sesten, guͤtigsten, maͤchtigsten Vaters seyn und werden kann. Amen. Des Abends. Jott, du bist der Schoͤpfer aller Dinge, der Urheber alles Seins, der ewige, unerschoͤpf⸗ liche Quell aller Gluͤckseligkeit. Deiner freuet sich die ganze unermeßliche Schoͤpfung. Alles, was im Himmel und auf Erden ist, empfindet die Wir⸗ kungen deiner Allmacht, Weisheit und Guͤte. Und auch ich habe sie heute, so wie an jedem Tage mei⸗ nes Lebens, erfahren, und werde sie, das hoffe ich gewiß, in alle Ewigkeit erfahren. Du hast die⸗ sen Tag mein Leben und meine Gesundheit erhal—⸗ ten, mich vor großen Widerwaͤrtigkeiten bewahret, meine Arbeiten und Geschaͤfte beguͤnstiget und mich mannichfaltige Freuden des gegenwaͤrtigen und zuküͤnftigen Lebens genießen lassen. Gott, deiner freuet sich meine ganze Seele, und dir und deiner weisen, gnaͤdigen Fuͤrsorge und Regierung uͤberlas⸗ se ich mein Leben und meine Schicksale, nicht nur in dieser Nacht, sondern auf die ganze Zeit meines Hierseins, mit der groͤßten Zuversicht und der voͤl⸗ ligsten Ergebung in deinen Willen. Alle meine Sor⸗ 26 Am Dienstage. Sorgen werfe ich auf dich; denn du sorgest fuͤr mich. wie du mich fuͤhrst und fuͤhren wirst: so will ich gerne gehen. Von dir erwarte ich ferner Erhal⸗ tung und Versorgung, Fortgang und Segen, das beste Schicksal, dessen ich auf jeder Stufe meines Daseins faͤhig bin. Ist es deiner Weisheit ge⸗ faͤlig, mich morgen und noch mehrere Tage auf dieser Erde leben zu lassen: so erhalte und staͤrke nur in mir den Sinn, jeden Tag zu meiner Besserung und Vollendung, und zur Besserung und Begluͤk⸗ kung meiner Bruͤder wohl zu benutzen, und jeden Schritt meiner Lebensbahn mit guten, edlen Tha⸗ ten zu bezeichnen. Hast du mir ein gluͤcklicheres Loos auf dieser Erde zu Theil werden lassen, als vie⸗ len meiner Bruͤder, oder mir es kuͤnftig beschieden; so bewahre mich vor Uebermuth und Stolz, und gieb mir mit deinen Gaben auch die Weisheit, dei⸗ ne unverdiente Guͤte recht zu erkennen und zum Besten Anderer zu gebrauchen. Hast du mir aber ein geringeres Loos beschieden, willst du mir noch mehr Leiden und Beschwerden auflegen: so will ich es willig und geduldig ertragen und es mich zur Besserung reizen lassen. Du, bester Vater, mis⸗ sest alle Beschwerden nach unsern Kraͤften ab, legst keinem mehr auf, als er ertragen kann, und wirst auch FIP.IIIIIIFFIIIII An der Mittwoche. 27 auch mir nicht mehr auflegen; erfreuest wieder nach der Traurigkeit und wendest alles zum Besten. Und wenn ich in Kurzem, wenn ich noch diese Nacht sterben sollte; und wer weiß, wie nahe mir mein Ende! so wirst du mich durch Jesum, und um Jesu willen, der auch im Tode Helfer und Erretter ist, von allem Uebel erloͤsen, und meinen Geist, den ich dir itzt und allezeit befehle, in dein himmlisches Reich fuͤhren. Dir sey Ehre in Ewigkeit. Amen. An der Mittwoche. Des Morgens. Me welchem Gedanken koͤnnte ich diesen Tag, Rund alle Tage meines Lebens, wuͤrdiger an⸗ fangen, als mit dem Gedanken an dich, theuerster Jesu! Und wie koͤnnte ich sie alle gluͤcklicher durch⸗ leben, als wenn ich mir dich, meinen Erloͤser, Herrn und Vorgaͤnger, stets zum Muster vorstelle, und dein Bild immer in meinem Herzen trage! Wer kann dich kennen, und dich nicht fuͤr den groͤßten Freund, fuͤr den hoͤchsten Wohlthaͤter der Men⸗ schen halten? Ja, das bist du, o Jesu, das bist du, der Heiland und Seligmacher der Menschen, ihr 28 An der Mittwoche. ihr Erretter von der Suͤnde und dem Tode, der Wiederhersteller ihres Lebens und ihrer Unsterb⸗ lichkeit! Was hast du nicht zur Errettung und Begluͤckung unsers Geschlechts gelehret, gethan, gelitten, aufgeopfert! Was thust du nicht noch! Und was wirst du nicht noch kuͤnftig thun! Du bist uns zum Besten auf diese Welt gekommen, bist alles gewesen, was wir sind, hast alles erfaͤh⸗ ren, gethan, erduldet, was wir erfahren, thun und erdulden muͤssen, um durch dein Beispiel uns zu belehren, aufzumuntern, zu beruhigen und zu troͤsten. Du hast die beste, seligste Lehre vom Him⸗ mel auf die Erde gebracht, und durch sie Tausen⸗ de und wieder Tausende vom Irrthum und Aber⸗ glauben und Unglauben, von Lasterhaftigkeit, Trost⸗ losigkeit und Ungluͤckseligkeit errettet, und errettest noch taͤglich alle, die deiner Lehre glauben und ge⸗ horchen. Du bist fur uns alle gestorben, und hast durch deinen Tod allen und jeden Errettung vom Tode und dem ewigen Verderben, Unsterblichkeit und ewiges Leben erworben. Du bist in deine Herr⸗ lichkeit zuruͤckgekehret, und hast allen deinen Ver⸗ ehrern die Hoffnung gemacht, daß sie dir dahin folgen sollen, wo du bist. Da lebest du noch itzt fuͤr uns, als der Herr des Himmels und der Er⸗ de, An der Mittwoche. 29 de, als der Regierer der Menschen, und erleuch⸗ test, besserst, heiligest, beruhigest sie durch deine Lehre und deinen Geist, zerstörest immer mehr das Reich des Irrthums und Lasters, verbreitest Wahr⸗ heit und Tugend und Gluͤckseligkeit, ordnest und regierest alle Schicksale der Menschen, bist der Herr ihres Lebens und ihres Sterbens, fuͤhrest einen nach dem andern zum ewigen Leben. Und einst wirst du dein Werk vollenden, wenn du durch deine allmaͤchtige Kraft die Todten auferwecken und alle Freunde der Wahrheit und Tugend in dein ewiges Reich einfuͤhren wirst, Und auch da noch wirst du sie unterrichten und leiten, und von einer Stufe der Erkenntniß, der Weisheit, der Geschaͤf⸗ tigkeit, der Tugend und Vollkommenheit, der Freude und Gluͤckseligkeit zu der andern fuͤhren. Wer sollte nicht dich mit innigster Bewunderung verehren, verherrlichter Jesu, nicht dich als den groͤßten Wohlthaͤter des menschlichen Geschlechts uͤber alles schaͤtzen und lieben? Wer sollte sich nicht dir im Leben, im Leiden und im Sterben getrost anvertrauen, und nach deiner Verheißung, um deines Lebens und Sterbens willen, unter deiner allmaͤchtigen Regierung, Errettung und Beglüuk⸗ kung, Leben und Unsterblichkeit mit Zuversicht er⸗ ö warten? 3⁰ An der Mittwoche. warten? Wer sollte sich nicht aber auch in seinem Innersten verbunden achten, dir, seinem Herrn, zu gehorchen, deinen Vorschriften und deinem Mu⸗ ster zu folgen, so zu denken und zu handeln, so zu leiden und zu sterben, wie du gedacht, gehandelt, gelitten hast und gestorben bist? Und dazu fuͤhle ich auch mich verpflichtet. Ja, dich will ich als mei⸗ nen Erretter und Seligmacher uͤber alles ehren und hoch schaͤtzen, dir, als meinem Herrn und Regie⸗ rer, mit Freuden gehorchen, und allenthalben wil⸗ lig folgen, wie und wohin du mich fuͤhrest. In allen Begegnissen meines Lebens will ich mich auf dich verlassen, und im Vertrauen auf dich auch getrost in den Tod gehen. In meinem ganzen Ver⸗ halten gegen Gott und Menschen, gegen Freun⸗ de und Feinde, gegen Tugendhafte und Lasterhafte, bei meinen Arbeiten und Erholungen, in Leiden und in Freuden, bei gottesdienstlichen und alltaͤg⸗ lichen Verrichtungen, in der Einsamkeit und in der Gesellschaft, allenthalben will ich mir dein Bild vor Augen stellen; allenthalben fragen: wie dachte, wie redete, wie handelte Jesus in solchen Faͤllen? Wie wuͤrde er sich verhalten, wie dieses Geschaͤst vollbracht, diese Freude genossen, dieses Leiden er⸗ duldet, diese Schwierigkeit besiegt haben? Und so/ —2—* &-/ 2 428 ..‚ 6 An der Mittwoche. 31 so, wie du, will ich denken und reden, und han⸗ deln und arbeiten, und genießen und leiden, und sie⸗ gen, so leben und sterben. Staͤrke, o staͤrke mich durch deinen allmaͤchtigen Geist, diesen Verpflich⸗ tungen heute und alle Tage meines Lebens nachzu⸗ kommen! Und so hoffe ich mit Zuversicht unter deiner Aufsicht und Regierung alles, was mich an dem heutigen Tage, was mich die ganze Zeit meines Lebens, was mich im Tode, was mich noch in jener Welt, was mich in alle Ewigkeiten erfreuen und begluͤcken kann. Amen. Herr Jesu, gieb es! Amen. Des Abends. 9 ls dein Erloͤseter, dein Bekenner und Nachfol⸗ ger, o Jesu, wollte ich diesen Tag denken und handeln, arbeiten und mich erholen, dulden und mich freuen. Unter deinem Schutze ist er gluͤcklich voruͤber gegangen. Aber moͤchte ich auch in der Ausfuͤhrung meines Vorsatzes gluͤcklich gewesen seyn! Moͤchte ich immer auf dich gesehen, dein Bild bei meinen Arbeiten, und Freuden und Leiden, mir vor Augen gestellt und dein Verhalten zum Muster des meinigen gemacht haben! Moͤchte ich es doch kuͤnftig 32 An der Mittwoche. kuͤnftig thun, es immer mehr thun, und dadurch von Tage zu Tage dir immer aͤhnlicher, dir und deinem himmlischen Vater immer wohlgefaͤlliger und zur naͤhern Gemeinschaft mit dir in jener bes⸗ sern Welt immer faͤhiger werden! Wie koͤnnte ich mich deinen Bekenner und Nachfolger nennen; wie mich des Glaubens an dich ruͤhmen; wie durch dich selig seyn und selig zu werden hoffen, wenn dein Geist mich nicht beseelt, wenn ich nicht gesin⸗ net waͤre, wie du gesinnet warest, und es taͤglich mehr zu werden suchte? Noch bin ich zwar deinem Bilde bei weitem nicht ganz aͤhnlich. Noch bin ich bei weitem nicht so rein von der Suͤnde, so fertig in der Tugend, so gehorsam, so Gott erge— ben, so keusch und heilig, so liebevoll gegen meine Bruͤder, so geschaͤftig im Guten zum Wohl der Menschen, so eigennuͤtzig, so sanftmuͤthig, so de⸗ muͤthig, so versoͤhnlich, so himmlisch gesinnt, als du es, o Jesu, warst. Aber das zu werden, die⸗ sen deinen Sinn an mich zu nehmen, mich von deinem Geiste beleben und beherrschen zu lassen, dein Bild an mir zu tragen, immer mehr in dich einzudringen, das, das wuͤnschet meine ganze See⸗ le! Ja, theuerster Jesu, an dich, an dich will ich mich halten; und so werde ich gluͤcklich und selig An der Mittwoche. 35 seyn auf ewig. Du bist der große Lehrer, von Gott zum Heile der Menschen in die Welt ge⸗ sandt; du hast auch mir die heilsamsten Belehrun⸗ gen, Verheißungen und Vorschriften ertheilet; deinen Belehrungen will ich glauben, auf deine Verheißungen mich verlassen, deine Vorschriften zur Richtschnur meines Verhaltens machen. Durch dein heiliges Leben hast du der Welt ein Muster der hoͤchsten menschlichen Vollkommenheit hinter⸗ lassen; dieß soll stets das Muster meines Lebens seyn. Du hast mich von der Sünde erloͤset, und willst mich immer mehr davon erloͤsen; nie will ich ein Knecht der Suͤnde seyn, sondern in deinem seligen Dienste leben und sterben. Durch Leben und Sterben hast du mir Errettung vom Tode, Leben und Unsterblichkeit erworben, und willst mir einst im Tode und in der Auferstehung der Todten Leben und Unsterblichkeit ertheilen; das glaube ich mit fester Zuversicht, und in diesem Glauben will ich froh leben, und einst getrost ster⸗ ben. Du lebest noch itzt fuͤr mich, bist der Herr uͤber alles, und auch der Herr meines Lebens, mei⸗ nes Sterbens, aller meiner Schicksale; dir will ich gehorchen, auf dich will ich mich verlassen; du wirst mich allezeit recht fuͤhren. Auch diese Nacht wirst du mich mit deinem allmaͤchtigen Schutze C bedek⸗ 34 Am Donnerstage. bedecken. Dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich, ich mag leben oder sterben. Amen. Am Donnerstage. Des Morgens. Goc, du hast mich zum Leben und zur Gluͤck⸗ — seligkeit erschaffen und durch deinen Sohn erloͤsen lassen. Und ich freue mich an diesem neuen Tage meines Lebens, und danke dir, daß ich lebe und ewig leben und ewig gluͤckselig seyn und werden soll. Und um deine Liebe an mir zu voll⸗ enden, willst du mich durch deinen Geist heiligen, und durch ihn zum Genusse des ewigen Lebens und der ewigen Seligkeit geschickt machen. Unter seiner gnaͤdigen Einwirkung soll ich meine schwa⸗ che, fehlerhafte Natur von ihren Maͤngeln reini— gen und zu guten Gewohnheiten und Fertigkeiten bilden. Ich soll meinen Geist vor Irrthum und Thorheit, vor Aberglauben und Unglauben be⸗ wahren, oder davon entwoͤhnen, und dagegen zur Erkenntniß der Wahrheit und zum Glauben an dich und deinen Sohn, Jesum Christum, bilden, und dieser Erkenntniß, diesem Glauben immer mehr Licht und Wahrheit, immer mehr Festigkeit und Staͤr⸗ 2 Am Donnerstage. 35 Staͤrke zu geben suchen. Ich soll aus meinem Herzen alle boͤse, unordentliche Gedanken, Nei⸗ gungen, Gesinnungen und Bestrebungen, die et⸗ wa in demselben Platz genommen haben, austil⸗ gen, und gute Gedanken, Neigungen, Gesinnun⸗ gen und Bestrebungen in dasselbe pflanzen, eine solche Art zu denken annehmen, die ganz mit den Vorschriften und dem Muster meines Herrn und Erloͤsers uͤbereinstimmt. Ich soll meinen Wan⸗ del von allen boͤsen Worten und Werken unbe⸗ fleckt erhalten, und alle Kraͤfte meines Leibes und Geistes zu einer bestaͤndigen Geschaͤftigkeit im Guten anwenden. Ich soll insbesondre als Christ mich einer vorzuͤglichen Tugend befleißigen und mir eine Fertigkeit erwerben, stets, und in allen Dingen und bei allen Gelegenheiten, so zu denken, so gesinnet zu seyn, so zu reden und zu handeln, so zu dulden und zu genießen, so zu le⸗ ben und zu sterben, wie Jesus befohlen und durch sein Beispiel gelehret hat. Ich soll nicht nur von einigen, sondern von allen boͤsen Gesin⸗ nungen, Gewohnheiten und Werken frei zu wer⸗ den, nicht nur einiges, sondern so viel Gutes zu thun, und dieses Gute so wohl zu vollbringen su⸗ chen, als es meine Kräfte und Umstaͤnde nur immer erlauben. Ich soll nicht nur aͤußerlich gut CE 2 han⸗ x * V * I 4 i 56 Am Donnerstage. handeln, sondern auch gut denken und gut gesin⸗ net seyn. Dazu hast du mir, der ich durch mich selbst schwach und unvermoͤgend bin, durch Je— sum Kräfte und Huͤlfsmittel genug verliehen. Nur soll und muß ich sie gebrauchen, und bestmoͤglichst gebrauchen. Ich muß seine Lehre hoͤren und lesen, mich mit seinen Vorschriften und seinem Muster bekannt machen, sie nicht nur meinem Verstande, sondern auch meinem Herzen einpraͤgen, und mich gewoͤhnen, darnach zu denken und zu handeln. Ich muß sein Nachtmahl, dieses heilsame Befoͤr⸗ derungsmittel des christlichen Glaubens und der christlichen Tugend, oft und mit Nutzen gebrau⸗ chen. Ich muß ohne Unterlaß und mit ange⸗ strengter Aufmerksamkeit beten. Ich muß mir selbst Muͤhe geben, gute Gesinnungen und Nei⸗ gungen in mein Herz zu pflanzen, und in mei⸗ nem Verhalten thaͤtig werden zu lassen. Ich muß mir insbesondre das Muster meines Erloͤsers und Vorgaͤngers vor Augen stellen, bei allem, was ich thue oder nicht thue, besitze oder nicht be⸗ sitze, genieße oder nicht genieße, dulde oder nicht dulde, bei meinen Arbeiten, im Umgange und in der Einsamkeit, allenthalben muß ich auf Je⸗ sum sehn, und nach und nach zu einer merklichen Aehnlichkeit mit ihm empor dringen, so, daß sein Geist, FIASEE xoO * Am Donnerstage. 57 Geist, sein Sinn und Verhalten, in mir lebt, seine Denkungsart meine Denkungsart, sein Verhalten mein Verhalten ist. Und so kann und wird dein Geist in mir leben und wirken, und das Werk meiner Heiligung, das Werk der christlichen Besserung und Tugend, in mir anfangen, fortsetzen und vollenden, und mich immer faͤhiger machen, die Gluͤckseligkeit zu erlangen und zu genießen, zu welcher ich von dir erschaffen und durch deinen Sohn, Jesum Christum, erloͤset bin. Hilf, ach hilf mir dazu, barmherziger Vater. Belebe, er— leuchte, bessere, staͤrke und vervollkommne mich durch deinen Geist immer mehr, erleuchte, besse— re, vervollkommne alle Menschen auf Erden. Laß dein Reich kommen. Laß Irrthum und Thor— heit, Unglauben und Aberglauben, Suͤnde und Ungluͤckseligkeit, von der Erde immer mehr ver— tilgt, und Waͤhrheit und Glauben und Tugend und Gluͤckseligkeit allenthaͤlben verbreitet werden. Lehre mich, lehre alle Menschen thun nach dei— nem Wohlgefallen; dein guter Sui fuͤhre uns auf ebner Bahn. Amen. Des Abends. 9 ls ein Christ soll ich mich einer vorzuͤglichen Heiligkeit und Tugend befleißigen. Ich soll wei⸗ 38 Am Donnerstage. weiser, besser, von Suͤnden und Fehlern freier, im Guten geuͤbter und vollkommner, froher, zufried⸗ ner und gluͤckseliger seyn, und es immer mehr werden, als Andre, die das Gluͤck nicht haben, Christen zu seyn. Ich soll Andern vorleuchten und vorgehen, und sie durch mein Verhalten zur Nach⸗ ahmung reizen. Ich soll insbesondere, Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, das Bild dei⸗ nes Sohnes an mich nehmen und an mir tragen, gesinnet seyn, wie er gesinnet war, denken und handeln, wie er dachte und handelte, der heilige, gehorsame, dir ganz ergebne, menschenliebende, himmlisch gesinnte Jesus. Thue und bin ich das nun auch wirklich? Bin ich durch deinen Geist, den du auch mir zum Helfer und Troͤster gegeben hast, so weise und tugendhaft, so froh, zufrieden und gluͤckselig worden, als ich unter seinem Beistande werden konnte? Bin ich von allen herrschenden boͤsen Gedanken, Gesinnungen, Neigungen, Be⸗ strebungen, Worten und Werken frei, und zu allen guten Gesinnungen und Werken angewoͤhnt worden, als ich es in der Reihe von Jahren, die ich bereits verlebt habe, werden sollte? Liebe ich dich, meinen Vater, uͤber alles? Liebe ich alle meine Nebenmenschen mit thaͤtigem, geschaͤftigem Eifer fuͤr ihr Wohl? Strebe ich mehr nach Weis⸗ heit Am Donnerstage. 39 heit und Tugend und Seistesvollkommenheit und Gluͤckseligkeit, als nach irdischen Guͤtern? Bin ich insonderheit so gesinnet, wie Jesus gegen dich, gegen Wahrheit und Tugend, gegen Freunde und Feinde, gegen die Erde und den Himmel gesinnet war? Trage ich sein Bild an mir? Kann man mir es wohl anmerken, daß ich mir seine Vor⸗ schriften und sein Muster zur Richtschnur meines Denkens und Handelns vorgestellt habe? Bestre— be ich mich, ihm immer aͤhnlicher zu werden? Habe ich das auch an diesem Tage gethan? Ha⸗ be ich mir oft, habe ich mir bei jeder Gelegenheit seine Lehren und sein Beispiel vorgestellt, und nichts gedacht, nichts gewollt, nichts geredet, nichts gethan, was mit demselben nicht uͤbereinstimmte? Gott, ich erkenne meine Verbindlichkeit zu dem allen. Ich weiß es, daß ich weder hier noch dort gluͤckselig seyn und werden kann, wenn ich mich nicht des Glaubens und der Tugend aus allen Kraͤften befleißige. Ich sehe es ein, daß ich we⸗ der hier noch dort mit dir Gemeinschaft haben kann, wenn nicht mein Herz und mein Leben von boͤsen Gewohnheiten gereiniget und zu guten Gesin⸗ nungen, Bestrebungen und Handlungen gebildet ist. Ich erkenne es, daß ich dort meine Kraͤfte nicht an⸗ wenden kann, wenn ich sie nicht hier geuͤbt habe; daß 4⁰ Am Donnerstage. daß ich dort nicht Gutes vollbringen kann, wenn ich es nicht hier zu vollbringen gelernt habe; daß ich Je⸗ su in seine Herrlichkeit nicht nachfolgen kann, wenn ich ihm nicht hier in seiner Froͤmmigkeit und Tugend gefolgt bin. Ich weiß, daß du den Beistand dei— nes Geistes denen nicht versagst, die heilig und tugendhaft zu werden suchen, und daß es blos meine eigne Schuld ist, wenn ich es nicht bin. O vergieb mir, gnaͤdiger und barmherziger Vater, vergieb mir die Traͤgheit und Nachlaͤßigkeit, de⸗ ren ich mich so oft schuldig mache. Ich will sie kuͤnftig mit allem Ernste bestreiten, und mit jedem Tage, den die Weisheit meinem Leben hinzu⸗ setzt, in der christlichen Tugend und Vollkommen⸗ heit immer eifriger und thaͤtiger, meinem Heilan⸗ de immer aͤhnlicher und der Gluͤckseligkeit der zu⸗ kuͤnftigen Welt immer faͤhiger zu werden suchen. Hilf mir und allen meinen Bruͤdern durch deinen allmaͤchtigen Geist, um Jesu Christi willen. Amen. Am Freitage. Des Morgens. ort, du hast mich mit vielen Tausenden mei⸗ ner Bruͤder wieder von neuem zum Leben erweckt. Ich freue mich dessen, und danke dir, unserm Am Freitage. 4¹ unserm gemeinschaftlichen Vater, daß du uns unter einander durch so mannichfaltige, angeneh me Bande verbunden hast. Aber ich erkenne auch die Verpflichtungen, die du mir gegen sie aufge⸗ legt hast. Alle sind Menschen, und als Menschen meine Verwandte, meine Bruͤder. Alle sind nach deinem Ebenbilde geschaffne, vernuͤnftige mit großen Faͤhigkeiten und Kraͤften ausgeruͤstete, zu großen Absichten bestimmte, unsterbliche Ge⸗ schoͤpfe, alle Erloͤsete deines Sohnes, alle be— stimmte Erben des ewigen Lebens. Ich soll da⸗ her sie alle als meine Bruͤder lieben, ihre Verede⸗ lung und Vervollk ommnung, die Wohlfahrt des ganzen Menschengeschlechts, wie meine eigene, wuͤn⸗ schen und suchen. Jeder soll mir theuer und werth seyn. Jedem soll ich helfen und dienen, so viel ich ihm zu helfen und zu dienen vermag. Kann ich gleich nicht einen jeden wegen seines Verhaltens und Betragens schaͤtzen; so kann und soll ich ihn doch als einen Mitgenossen meiner Natur, als dein Kind und als einen Erloͤsten Jesu werth ach⸗ ten. Kann ich gleich nicht einem jeden Gutes thun; so kann und soll ich doch einem jeden das Gute, das er besitzt, gern goͤnnen, denn du hasts ihm gegeben; so kann und soll ich es doch gern und 42 Am Freitage. und mit Freude uͤber dich, den Wohlthaͤter der Menschen, sehn, ihm noch mehr Gutes wuͤnschen und von dir erbitten; so kann ich doch wenigstens einzelnen Personen nuͤtzen, ihre Wohlfahrt befoͤr⸗ dern, und ihre Leiden erleichtern und vermindern. Kann ich gleich nur wenigen unter den Menschen die⸗ nen; so kann mir doch das Wohl der ganzen Mensch⸗ heit theuer seyn; so kann und werde ich ihr doch auch in meinem engen Wirkungskreise nuͤtzlich seyn, wenn ich das thue, was du mir aufgetragen hast. Mit ihren Fehlern und Schwachheiten soll ich Geduld haben, wie du, barmherziger Vater, mit mir und mit uns allen Geduld hast. Die Irren⸗ den soll ich mit Sanftmuth zurechtweisen, den Armen willig und reichlich geben, so viel ich kann, die Traurigen troͤsten, den Beleidigern verzeihen, wie du mir und uns allen verzeihest durch Chri⸗ stum. Keinem soll ich weder mit Worten, noch mit Werken schaͤdlich werden, keinem weder an seinem Vermoͤgen, noch an seiner Ehre, noch an seiner Zufriedenheit und Ruhe, noch an seiner Ge⸗ sundheit und an seinem Leben Nachtheil zufuͤgen, vielmehr allen Schaden verhindern und mit mei⸗ nem Vermoͤgen und allen meinen Kraͤften ihnen nuͤtzlich zu werden suchen, mehr fuͤr Andre, als fuͤr * Am Freitage. 4³ fuͤr mich leben, mehr auf das allgemeine Beste als auf meinen besondern Vortheil sehen, und die⸗ sen jenem gern aufopfern, gern fuͤr Andre arbeiten, leiden, dulden, alle meine Kraͤfte in ihrem Dien⸗ ste und in der Befoͤrderung ihrer Wohlfahrt ver⸗ zehren, und in dieser bestaͤndigen Geschaͤftigkeit zum Besten Andrer mein Leben fuͤr die Bruͤder lassen. Ich soll jedem durch mein Beispiel vorgehn und vorleuchten, und Glauben und Tugend liebens⸗ und verehrungswuͤrdig zu machen, hingegen Un⸗ glauben und Laster zu beschaͤmen und zu verhin⸗ dern suchen. Ich soll insbesondere diejenigen lie⸗ ben, mit welchen du mich dürch besondre Bande des Bluts und der Freundschaft vereiniget hast, ihr Freund, ihr Helfer, ihr Rathgeber, ihre Freu⸗ de und ihr Trost seyn, Unruhe, Mißvergnuͤgen und Kummer unter ihnen verhuͤten, die Beschwer⸗ den des Lebens ihnen erleichtern und Freuden desselben vervielfaͤltigen und vergroͤßern, sie ver⸗ edeln und vervollkommnen, ihre Ruhe und Zufrie⸗ denheit, ihre zeitliche und ewige Gluͤckseligkeit be⸗ foͤrdern, gemeinschaftlich mit ihnen zum Besten Andrer arbeiten, und auf diese Weise einer ewi⸗ gen Verbindung mit ihnen in jenem hoͤhern Leben entgegen wandeln. Ich soll sogar denen, die mir uͤbel 44 Am Freitage. uͤbel wollen und Uebels thun, Gutes wuͤnschen und Gutes thun, ihnen nachgeben, so viel ich kann, mich nicht an ihnen raͤchen, Unrecht leiden, aber nicht Unrecht thun, sie durch Liebe zu gewinnen und mich mit ihnen auszusoͤhnen suchen. Und das alles soll ich thun aus Liebe gegen dich, der du uns alle so sehr geliebet hast, aus Gehorsam gegen mei⸗ nen Herrn und Vorgaͤnger, der diese Liebe befoh— len und in seinem ganzen Leben bewiesen hat, und aus Begierde, ihm aͤhnlich zu werden. O laß deinen Geist diese Liebe zu allen Menschen in mein Herz ausgießen, daß sie mich heute und alle Ta⸗ ge ganz belebe und durchdringe, in mir herrsche und wohne, und alle meine Gedanken und Ent⸗ schließungen, alle meine Worte und Werke regie⸗ re! Amen. ö Des Abends. Gor, Vater unsrer aller, die Liebe zu allen Menschen sollte heute, so wie alle Tage mei⸗ nes Lebens, alle meine Gedanken und Entschlie⸗ ßungen, alle meine Worte und Werke regieren. Das war der fromme Wunsch meines Herzens bei meiner Andachtsuͤbung am Morgen dieses Ta⸗ ges. Am Freitage. 45⁵ ges. Bin ich nun auch demselben nachgenommen? Habe ich alles beigetragen, daß dieser Wunsch erfuͤllt werden konnte? Habe ich gegen keinen von allen, die mir heute vorkamen, lieblos gedacht und lieblos gehandelt? Blieb mein Herz von Neid und Mißgunst frei, wenn ich Gluͤckliche sahe, oder von ihnen hoͤrte? Habe ich nichts gedacht, nichts beschlossen, nichts geredet, nichts getban, was dem Glauben und der Tugend, dem Eigenthume, dem guten Namen, der Zufriedenheit und Ruhe, der Gesundheit und dem Leben irgend eines meiner Bruͤder nachtheilig war, oder werden konnte? Bin ich einem jeden, der mich heute sahe, ein Bei⸗ spiel der christlichen Weisheit und Tugend, oder ein Beispiel der Thorheit und des Lasters gewe— sen? Habe ich jedem geholfen, dem ich zu helfen vermochte, jedem gedient, auch ohne meinen Vor⸗ theil, selbst mit Hintansetzung meiner Bequem— lichkeit und meines Nutzens gedient, dem ich dienen konnte? Was habe ich heute fuͤr andre gethan und erduldet? Habe ich meine Kraͤfte in meinem Berufe auf eine solche Weise angewendet, daß ich mir davon einigen Nutzen fuͤr Andre und gute Folgen in der Zukunft versprechen kann? Oder habe ich blos auf meinen Vortheil und Gewinn gesehen, und 46 Am Freitage. und manchem nicht geholfen, dem ich haͤtte helfen koͤn⸗ nen? Seufzet nicht vielleicht itzt jemand uͤber mich, dem ich geschadet, dessen Zufriedenheit ich gestoͤrt, dem ich hart und verdruͤßlich begegnet, von dem ich Uebels gesprochen, dessen Gluͤck ich verhindert, dessen guten Bemuͤhungen ich mich widersetzt, dem ich das entzogen habe, was ihm gebuͤhrte? Wie habe ich mich gegen meine naͤhern Freunde und Verwandte, gegen meine Hausgenossen, gegen meine Untergebnen, oder gegen meine Vorgesetz⸗ ten verhalten? Habe ich keinen von ihnen beleidi⸗ get und gekraͤnkt, keinem Ursache zur Uneinigkeit gegeben, keinen berechtiget, mit mir unzufrieden zu seyn? Habe ich ihre Fehler mit sanftmuͤthigem Geiste verbessert, ihre Liebe mit Liebe vergolten, und durch Liebe zu verdienen gesucht? Vielleicht bin ich von Andern beleidigt worden. Habe ich meinen Zorn gemaͤßiget, oder Boͤses mit Boͤsem, und Scheltworte mit Scheltworten vergolten? Bin ich bereit, ihnen zu vergeben, und die, die ich beleidiget habe, um Vergebung zu bitten, und den ihnen zugefuͤgten Schaden wieder gut zu machen? Lege ich mich itzt mit einem versoͤhnlichen und be⸗ ruhigten, oder mit einem aufgebrachten und rach⸗ gierigen Herzen zur Ruhe? Habe ich mir in mei⸗ nem Am Zreitage. 47 nem Verhalten gegen die Menschen dein Bild, das Bild unsers guͤtigen, gnaͤdigen, langmuͤthigen, barm⸗ herzigen Vaters im Himmel, und das Muster des liebevollen, wohlthaͤtigen, demuͤthigen und sanftmuͤ⸗ thigen Jesu vorgestellt? Bin ich demselben wirklich aͤhnlich worden? Gott, wenn mich nicht Menschen⸗ liebe und Bruderliebe beseelen, wenn Haß und Neid und Rachsucht und Unversoͤhnlichkeit gegen diesen und jenen meiner Bekannten, wenn Unempfind⸗ lichkeit und Gleichguͤltigkeit gegen das Gluͤck der Menschheit in meinem Herzen wohnen, wie kann ich die Wuͤrde eines vernuͤnftigen und christlichen Menschen behaupten? Wie darf ich mich dein Kind und einen Nachfolger Jesu nennen, der sich eben durch allgemeine Bruderliebe vor Andern auszeich⸗ nen soll? Wie darf ich es wagen, von dir Gnade und Vergebung zu erbitten und zu erwarten, wie mir Hoffnung machen, einst mit dir und deinem Soh⸗ ne, und mit den Seligen im Himmel Gemein⸗ schaft zu haben? Nein, bester, guͤtigster Vater, ich erkenne meine Verbindlichkeit, alle Menschen zu lieben, und will mit allem Ernste dieselbe zu erfuͤllen, und mit jedem Tage mehr zu erfuͤllen su⸗ chen. Ich will alle Lieblosigkeit, allen Neid, alle Gehaͤssigkeit, alle Gleichguͤltigkeit gegen die Men⸗ schen, 48 Am Freitage. schen, meine Bruͤder, aus meinem Herzen aus⸗ tilgen, und dir und deinem Sohne an Liebe und Guͤte aͤhnlich zu werden suchen. Staͤrke mich da⸗ zu, barmherziger Vater. Thue meinen Freun⸗ den und meinen Feinden, thue meinen Bekannten, mit welchen du mich in besondere Verbindung ge⸗ setzt hast, thue Obrigkeiten und Untergebenen, Rei⸗ chen und Armen, Frohen und Traurigen, Wer⸗ denden und Sterbenden, thue allen Menschen wohl. Vornehmlich erleuchte, bessere, heilige und beruhi⸗ ge sie alle durch deinen Geist. Laß Friede und Eintracht, und Ruhe und Gluͤckseligkeit unter uns und allen Menschen auf dem ganzen Erdboden im⸗ mer allgemeiner werden, und uns unter einander lieben, wie du uns alle geliebet hast durch Enr. stum. Amen. Am Sonnabende. Des Morgens. So habe ich denn durch deine Guͤte, und unter deiner alles schuͤtzenden und erhaltenden Vor⸗ sehung, himmlischer Vater, wieder einen Tag er⸗ lebt, einen Tag dieses so kurzen und doch so wichti⸗ gen Erdenlebens! Ja, wenig sind die Tage dieses Lebens, Am Sonnabende. 49 Lebens, und schnell und unvermerkt gehen sie alle dahin, ehe wir es gewahr werden! Aber dies ist auch nicht mein rechtes, eigentliches Leben, son⸗ dern nur der Anfang, nur der Weg zu demselben. Du hast mich vorerst nur in diese niedere Gegend deines Reichs gesetzt, und wirst mich einst in eine hoͤhere fuͤhren. Hier lebe ich, um Gutes zu ler⸗ nen, Gutes zu thun und Gutes zu genießen; und einst soll ich das Gelernte anwenden und ausuͤben, einst mehr thun und mehr genießen, als ich hier zu thun und zu genießen vermag. Hier bin ich, mei⸗ ne Kraͤfte anzubauen und auszubilden, um sie dort zu hoͤhern Geschaͤften anwenden zu koͤnnen. Und al⸗ les, was ich hier sehe und hoͤre, was ich bin und nicht bin, was ich zu jeder Zeit, an jedem Orte, in mei⸗ nem irdischen Berufe, wie bei den gottesdienstlichen Verrichtungen, in der Einsamkeit, wie in der Ge⸗ sellschaft, denke und thue, dulde oder genieße, alles ist Mittel, meine Kraͤfte zu uͤben und zu erhoͤhen, alles ist Veranlassung, verstaͤndiger, weiser, bes⸗ ser, gluͤckseliger, und dadurch einer bessern Welt und eines hoͤhern Zustandes in derselben faͤhiger zu werden. Alles haͤngt mit der zukuͤnftigen Welt und mit der ganzen endlosen Ewigkeit unzertrenn⸗ lich zusammen. Jede Bestrebung meines Geistes, D jede .......—— SS —— ...— —.. 4 I I ½/ III I½ N N * 5⁰ Am Sonnabende. jede Aeußerung meiner Kraͤfte, jeder Gedanke, den ich unterhalte, jede Gesinnung, die sich in mir fest setzt, jede That, die ich verrichte, hat Folgen, die sich in die Ewigkeit hinein erstrecken, und mei⸗ ne Vollkommenheit und Gluͤckseligkeit in derselben entweder vermindern oder vergroͤßern. Was ich hier saͤe, das werde ich dort erndten. Nun, so will ich doch taͤglich so leben, daß ich taͤglich guten Saa⸗ men auf die kuͤnftige Erndte ausstreue. Taͤglich will ich an meiner Seele reinigen und bessern, sie vor boͤsen Neigungen und Gesinnungen bewah⸗ ren, oder davon entwoͤhnen, und sie immer mehr zur Erkenntniß, zum Glauben und zur Tugend bil⸗ den. Taͤglich will ich Gutes lernen und Gutes thun, und es so gur thun, als ich nur immer kann, nach dem Beispiele meines Herrn wirken, weil es Tag ist, meine Arbeit aufs Beste verfassen, sie nach meinem ganzen Vermoͤgen und aus Liebe zu dir, aus Liebe zu meinem Erloͤser, aus Liebe zu meinen Bruͤdern verrichten. Taͤglich will ich mit deinen Schickungen und Einrichtungen, und mit dem Zustande, darein du mich gesetzt hast, zufried⸗ ner, taͤglich ruhiger, froher und gluͤckseliger, so gluͤckselig zu werden suchen, als ich hier durch dei⸗ ne Guͤte, als Mensch und als Christ, werden kann ö und Am Sonnabende. 51 und soll. Zu dem Ende will ich die Mittel, die du uns zu unsrer Besserung und Vervollkommnung auf Erden verliehen hast, wohl gebrauchen und im⸗ mer besser gebrauchen lernen. Die wenige Zeit, die du mir schenkest, will ich aufs Beste anwenden, jeden, auch den kleinsten leeren Zeitpunct mit etwas Nuͤtzlichem ausfuͤllen, jede Stunde, jeden Augen⸗ blick wohl anlegen, jede Gelegenheit zum Guten benutzen, sinnliche Vergnuͤgungen selten und nur so genießen, daß ich auch hier Gutes lerne und thue, oder zum Gutesthun geschickter werde, meine gan⸗ ze Zeit meinem Berufe und dem Besten meiner Bruͤder widmen. So wird jeder Tag, jede Stun⸗ de meines Lebens eine Vorbereitung auf jene Welt seyn. Und je besser ich mich vorbereite, je verstaͤn⸗ diger, tugendhafter und gluͤckseliger ich hier bin und werde, desto mehr werde ich es dort seyn und werden koͤnnen. Je mehr ich hier meine Kraͤfte im Gutesthun uͤbe; desto besser werde ich sie dort zu boͤhern Geschaͤften gebrauchen koͤnnen. Je treuer ich hier in dem engen Wirkungskreise arbeite, den mir deine Weisheit und Guͤte angewiesen hat; einen desto groͤßern Wirkungskreis wirst du mir dort anweisen. Je mehr Gutes und je mehr wah⸗ res Gute ich hier genieße; desto mehr werde ich D 2 dort 52 Am Sonnabende. 2 dort zu genießen faͤhig seyn. Und so, so will ich auch den heutigen Tag zubringen, damit auch dieser Tag selige Folgen fuͤr mich in der Ewigkeit haben moͤge. Gott, staͤrke und befestige mich in diesen Entschließungen, und beguͤnstige die Ausfuͤh⸗ rung derselben durch deine weise und gnaͤdige Zuͤr⸗ sorge. Dir, Herr und Vater meines Lebens, befehle ich meinen Leib und meinen Geist, meine Unternehmungen und Geschaͤfte, die Schicksale und Veraͤnderungen meines Lebens, alles, was ich heute lernen, thun und genießen werde. Gieb, daß ich recht viel Gutes lerne, viel Gutes thue, viel Gu⸗ tes genieße. Amen. Des Abends. Ger so ist nun diese ganze Woche mit allen ihren Arbeiten, Begegnissen, Freuden und Leiden, dahin! So schnell, so unvermerkt vergeht ein Tag, eine Woche, ein Jahr meines kurzen, ungewissen Erdenlebens nach dem andern, bis sie alle vergangen seyn werden! Und wer weiß, wie bald sie alle dahin sind! Werde ich doch taͤglich aͤlter und zum Tode reifer. Weiß ich doch nicht, ob —.— Am Sonnabende. 5 ob ich noch ein Jahr, noch eine Woche, noch ei⸗ nen Tag leben werde. Wie viele hat der Tod in dieser Woche dahin gerissen! Wie, wenn er in der kuͤnftigen Woche mich treffen sollte? Wenig⸗ stens wird er mich doch einmal gewiß treffen, und nach meinen Gedanken und Erwartungen immer noch zu fruͤh treffen. Die wenigen oder vielen Ta⸗ ge meines Lebens werden dahin seyn, ehe ich es vermerke. Doch ich stehe ja auf jeder Stufe mei⸗ nes Daseins unter deiner Aufsicht, weisester, guͤ⸗ tigster Vater, und unter der besondern Regierung meines allmaͤchtigen Heilandes, unter welcher mir nichts begegnen wird, was mich ungluͤcklich ma⸗ chen koͤnnte. Mag doch mein Tod bald, mag er doch morgen, oder noch heute kommen! Wenn ich nur nicht ein Knecht der Suͤnde bin, wenn ich nur mein Leben nach den Vorschriften und dem Muster meines Heilands angewendet habe; dann darf ich mich nicht fürchten, dann kann ich mich auch meines Todes freuen; denn durch Jesum ist er nicht Tod fuͤr mich, sondern Leben, der Hin⸗ gang zum hoͤhern bessern Leben, zu hoͤherer Voll⸗ kommenheit, Thaͤtigkeit und Gluͤckseligkeit. Geht doch kein Tag dieses kurzen Lebens von vielen und großen Beweisen deiner vaͤterlichen Barmherzigkeit und 54 Am Sonnabende. und Guͤte unbezeichnet dahin. Auch an jedem Ta⸗ ge dieser Woche habe ich sie in reichem Maaße erfahren. Du, Herr und Vater meines Lebens, hast mich erhalten, gestaͤrket, beschuͤtzet, gesegnet, erfreuet, getroͤstet, wie du es alle Wochen und alle Tage meines bisherigen Lebens gethan hast. Und Dank, ewiger Dank sey deiner Vaterguͤte, nach welcher du mich von jeher geliebet hast, noch liebest und ewig lieben wirst. Dank sey dir fuͤr die Gesundheit und das Leben, das du mir bis hie⸗ her, und besonders auch in der vergangnen Wo⸗ che, erhalten, fuͤr die Kraft zum Guten, die du mir verliehen; fuͤr den gluͤcklichen Fortgang meiner Geschaͤfte, fuͤr den Muth, womit du mich bei allen Hindernissen und Schwierigkeiten gestaͤrket, fuͤr die Nahrung und den Segen bei meiner Arbeit, fuͤr die Ruhe und Sicherheit, fuͤr den Schutz in den mir vielleicht unbekannten Gefahren, die den schwachen, hinfaͤlligen Menschen allenthalben um⸗ geben, fuͤr die Abwendung großer Widerwaͤrtig⸗ keiten; denn schon das ist Wohlthat, daß du mich vor großen Widerwaͤrtigkeiten bewahret hast, die viele meine Bruͤder betroffen haben; fuͤr so viele geistige und leibliche Freuden, die du mir und An⸗ dern schenktest, auch fuͤr die Leiden, die du mir aufleg⸗ Am Sonnabende. 55 auflegtest; denn auch sie sind Bewrise deiner Liebe, auch sie sind in deiner Hand Mittel meiner Besse⸗ rung und Gluͤckseligkeit; fuͤr die Erhaltung mei⸗ ner Freunde und Geliebten; ja Dank sey dir, o Gott, daß sie noch leben und gluͤckselig sind! auch suͤr die Wohlthaten, die du denen erwiesen hast, die mir nicht wohl wollen; fuͤr das alles sey dir herzlicher, demuͤthiger Dank gesagt, guͤtigster, gnaͤ⸗ digster Vater. O wie sind deine Wohlthaten so groß und viel! Und wie geringe bin ich aller Barm⸗ herzigkeit und Treue, die du an mir gethan hast! Denn wie wenig erkenne und schaͤtze ich oft deine Wohlthaten! Und wie noch viel weniger lasse ich mich durch sie zur Besserung leiten! Wie unzu⸗ frieden, wie ungeduldig bin ich oft bei deinen Schik⸗ kungen! Wie noch viel weniger freue ich mich deiner Guͤte und meiner Gluͤckseligkeit, die ich durch sie genieße! Thue Gnade zu Gnade, Wohlthat zu Wohlthat hinzu, barmherziger Vater. Vergieb mir diese und alle meine Suͤnden um Jesu Chri⸗ sti willen, und hilf, daß ich dankbarer, gehorsa— mer, dir ergebner, zufriedner und im Genusse so vieler Guͤte immer gluͤckseliger werde. Fuͤr die Zukunft sorge ich nicht aͤngstlich; denn du sorgest fuͤr mich. Dir und meinem Herrn und Erloͤser befehle —————.—— fĩICRCRCIRIRꝗRꝗRQRee 1 56 Am Sonnabende. befehle ich meinen Geist und meinen Leib, meinen Stand und meinen Beruf, meine Wuͤnsche und meine Bemuͤhungen, meine Freunde und meine Feinde, mein Leben und mein Sterben; du wirst alles, das hoffe ich so gewiß, als du mein gnaͤdi⸗ ger Gott und Vater, und Jesus Christus mein Erloͤser und Seligmacher ist, du wirst alles wohl machen. Aber dafuͤr will ich sorgen, daß ich, wenn ich durch deine Gnade noch laͤnger leben werde, jeden Tag, jede Stunde meines Lebens wohl an⸗ wende, immer reiner von Suͤnden, immer verstaͤn⸗ diger und besser, immer geschaͤftiger im Guten, immer zufriedner und ruhiger, meinem Heilande immer aͤhnlicher, und durch das alles dir immer wohlgefaͤlliger und zu jenem bessern, ewigen Leben immer geschickter werde. Ja, dir will ich leben, dir will ich sterben, dein will und werde ich seyn und bleiben, ich mag leben oder sterben. Amen, durch Jesum Christum. Amen. Commu⸗ Communionandachten. I. Selbstprufung. a ich das Gedächtnißfest meines Herrn und Erloͤsers feiern will; so muß ich vor allen Dingen untersuchen, ob ich mich auch in einer solchen Verfassung meines Gemuͤths und Lebens befinde, daß ich es auf eine wuͤrdige, mir nuͤtzli⸗ che und heilsame, und ihm wohlgefaͤllige Weise thun kann, und mich in eine solche Verfassung zu setzen suchen. Und wer bin ich, wenn ich mein Herz und mein Verhalten nach den Vorschriften und dem Muster Jesu pruͤfe? Ich gebe mich fuͤr seinen Bekenner und Nach⸗ folger aus. Und als ein solcher soll ich so denken und handeln, wie es seinen Geboten und seinem Muster gemaͤß ist, und taͤglich mehr so zu denken und zu handeln suchen. Jeder Abschnitt meines Lebens, jedes Jahr, jeder Monat, jeder Tag soll mich der Aehnlichkeit mit ihm naͤher, soll mich in der Weisheit und Erkenntniß, im Glauben und in 58 Communionandachten. in der Tugend, in der christlichen Vollkommen⸗ heit und Gluͤckseligkeit weiter bringen. Ich soll und darf nie stille stehn. Wie ich heute bin, so darf ich nicht bleiben. Die Fehler, die ich heute begehe, darf ich morgen nicht wieder begehen. Die Schwachheit in der Tugend, die ich heute an mir gewahr werde, muß sich nicht immer an mir fin⸗ den. Jede Nachtmahlsfeier insbesondere soll und muß sich dadurch auszeichnen, daß ich von der Suͤnde immer mehr gereiniget, und in der Tu⸗ gend immer vollkommner werde; jede soll mir mehr Staͤrke im Glaͤuben, mehr Liebe zu Gott und zu meinen Bruͤdern, mehr Lust und Kraft zum Gu⸗ ten, mehr Weisheit zur Fuͤhrung des gegenwaͤr⸗ tigen Lebens und mehr Faͤhigkeit zum Genusse des zukuͤnftigen gewaͤhren. Taͤglich soll ich verstaͤndi⸗ ger, besser und gluͤckseliger zu werden suchen. Wie habe ich nun das alles bisher gethan? Wie habe ich es insbesondere seit der Zeit meiner letzten Communion gethan? Welches waren damals meine Fehler? welches meine Tugenden? Und was habe ich gethan, jene zu bestreiten und diese zu befesti⸗ gen und zu vermehren? Vielleicht war es Kaltsinn gegen Gott und meinen Erloͤser, Unzufriedenheit mit den goͤttlichen Schickungen und mit meinem Zustande, Nach⸗ Communionandachten. 59 Nachlaͤßigkeit im Gebrauche der Mittel meiner Besserung und Vervollkommnung, Stolz auf mei⸗ ne Gaben und Kraͤfte, Neid gegen meine gluͤckli⸗ chen Bruͤder, Zorn und Rachbegierde gegen mei⸗ ne Beleidiger, Verleumdung der Unschuldigen, unnuͤtze, strafbare Reden, Geiz und eitle Welt⸗ liebe, Unmaͤßigkeit, Unkeuschheit in Werken, oder wenigstens in Worten und Gedanken, und andre boͤse Gesinnungen und Handlungen, die mir da⸗ mals eigen waren. Bin ich nun von diesen und andern boͤsen Gewohnheiten frei worden, oder frei geblieben? Was habe ich wenigstens gethan, um von denselben frei zu werden und frei zu bleiben? Oder sind sie mir noch eben so eigen, wie zuvor? Habe ich sie wohl gar mit neuen boͤsen Gewohn⸗ heiten vermehrt? Bin ich seit der Zeit eben so gleich⸗ guͤltig gegen Gott und meinen Erloͤser, eben so un⸗ zufrieden mit den goͤttlichen Schickungen, eben so nachlaͤßig in der Ausbildung meines Geistes, eben so stolz, neidisch, rachsuͤchtig, verleumderisch, gei⸗ zig, irdisch gesinnt, unmaͤßig, unkeusch gewesen, als ich es ehedem war? Und wie habe ich mich im Guten geuͤbt? Wie viel bin ich an Erkenntniß, an Glauben, an Tu⸗ gend, an Gluͤckseligkeit vollkommner worden? Wie viel habe ich Gott, und die Weisheit und Guͤte seiner 60 Communionandachten. seiner Einrichtungen und Veranstaltungen, die er in der Natur und Religion gemacht hat, wie viel Jesum, sein großes, weit umfassendes Verdienst um die Menschheit, seine Lehre und sein Leben, wie viel mich selbst, meine Fehler und meine Tugen⸗ den, meine Verhaͤltnisse und Pflichten, meine ge⸗ genwaͤrtigen und zukünftigen Bestimmungen, wie viel diese Erde und ihre Güter, und die Vorzuͤge der Guͤter des Geistes und des Himmels, mehr kennen gelernt? Kann ich itzt mit mehrerm Grun⸗ de auf Gott hoffen? Besitze ich seine Gnade in ei⸗ nem hoͤhern Maaße, als sonst? Darf ich von sei⸗ ner Vaterliebe durch Christum Vergebung, Be⸗ freiung und Seligkeit im Leben und im Sterben, in dieser und in jener Welt erwarten, ohne mich zu taͤuschen? Liebe und schaͤtze ich ihn mehr, als sonst? Ist er und seine Gnade mir theurer, als ehedem, theurer, als mein Leben? Ist mir insbesondre Je⸗ sus wichtiger, schaͤtbarer und verehrungswuͤrdiger worden? Habe ich die Menschen, auch diejenigen, die mir nicht wohlwollen, mehr lieben gelernt? Ist mir keiner bewußt, den ich gehasset, gekraͤnkt, ver⸗ leumdet, beeintraͤchtiget, mit dem ich in Feind⸗ schaft und Unversoͤhnlichkeit gelebt habe? Was habe ich Gutes gethan? Und wie? aus welchen Absichten und Beweggruͤnden habe ich es gethan? Und Communionandachten. 61 Und habe ich es mit mehrerer Lust und Fertigkeit thun gelernt? Habe ich mir Jesum, seine Vor⸗ schriften und sein Muster zur Richtschnur meines Denkens und Verhaltens vorgestellt? Hat man mir es wohl anmerken koͤnnen, daß ich Jesu Sinn an mir trage, und sein Beispiel in meinen Wor⸗ ten und Werken ausdruͤcke? Bin ich durch das alles Gott und meinem Erloͤser angenehmer und wohlgefaͤlliger, den Menschen, meinen Bruͤdern, nuͤtzlicher, und in Absicht auf mich selbst vollkomm⸗ ner, ruhiger, zufriedner, gluͤckseliger, zum Tode, der mir immer naher kommt, geschickter, und zu einem hoͤhern Zustande, zu hoͤhern Geschaͤften und Freuden, bereiteter und faͤhiger worden? Mein Stand und Beruf erfordern besondre Pflichten. Und wie habe ich diese erfuͤllt? Bin ich Andern vorgesetzt; wie habe ich mein Ansehn und die Gewalt, die mir anvertrauet ist, gebrau⸗ chet? Bin ich Untergebner; unterwarf ich mich gern allen goͤttlichen und menschlichen Ordnungen und Einrichtungen, wie es mein Herr und Erloͤser gethan hat? That ich das, was ich thun sollte? und that ich es als ein Diener Christi? Gab ich das gewissen⸗ haft und unverkuͤrzt, was ich geben sollte? Bin ich Herr oder Diener, Lehrmeister oder Lehrling, Vater und Mutter oder Kind; war ich auf der einen 6² Communionandachten. einen Seite den Meinigen ein Muster der Gottes⸗ furcht, der Liebe, der Friedfertigkeit und Eintracht, der Arbeitsamkeit, Maͤßigkeit, Sparsamkeit und Gerechtigkeit, und auf der andern ein Beispiel der Folgsamkeit und des Gehorsams? Stehe ich im maͤnnlichen Alter; habe ich mich auch durch maͤnn⸗ liche Gesinnungen und Thaten, durch geuͤbte, stand⸗ hafte, eremplarische Tugend ausgezeichnet? Bin ich jung; habe ich meine jugendliche Unschuld nie entweiht? suche ich sie aufs sorgfaͤltigste zu bewah⸗ ren und mich einer unbefleckten Reinigkeit des Lei⸗ bes und des Geistes, einer fruͤhzeitigen, lebenswie⸗ rigen Froͤmmigkeit und Gottesfurcht zu befleißi⸗ gen? Bin ich reich oder in guten Umstaͤnden; wie habe ich mein groͤßeres oder geringeres Vermoͤgen angewendet? Bin ich arm; war ich dabei genuͤg⸗ sam und zufrieden, auch in der Armuth dankbar und froh im Vertrauen auf Gott? War ich im Genusse der Freuden und Vergnuͤgungen des Lebens maͤßig und Gott ergeben, und im Leiden geduldig und gelas⸗ sen? Brauchte ich beides als Mittel, weiser und bes⸗ ser zu werden? Habe ich meinen Beruf mit der gewissenhaftesten Treue und Emsigkeit erfuͤllt und ihn allen Vergnuͤgungen und Bequemlichkeiten vor⸗ gezogen? Habe ich mich mehr gewoͤhnt, meine taͤgliche Arbeit als ein Werk Gottes, das er mir aufge⸗ Communionandachten. 65 aufgetragen hat, als einen Dienst, den ich Jesu und seinem Reiche leiste, anzusehn und zu thun, sie mit Gott anzufaͤngen, fortzusetzen und zu vollenden, und dabei mehr auf das Beste Anderer, als auf meinen eignen Vortheil zu sehn? Habe ich jeden Tag wohl an gelegt? Wie vieler Tage, wie vieler Stunden weiß ich mich zu erinnern, die mit guten, christlichen Gesinnungen und Thaten bezeichnet waren, wo ich irgend eine boͤse Lust uͤberwand, ir⸗ gend eine Schwierigkeit besiegte, irgend einen Vor⸗ theil zum allgemeinen Besten verleugnete, irgend eine edle Handlung verrichtete, wo ich in einer so guten Verfassung war, daß ich getrost und froh aus dieser Welt gehen wollte und konnte? Oder weiß ich mich mancher Tage und Stunden zu ent⸗ sinnen, wo ich mich von unordentlichen Neigun⸗ gen und Gesinnungen beherrschen, von boͤser Lust uͤberwinden, von jeder, auch der kleinsten Versu⸗ chung, besiegen, von mancher guten, gemeinnuͤtzigen That abhalten ließ, wo ich also nicht getrost und selig haͤtte sterben koͤnnen? Ich besitze, als Christ, so viele Mittel der Besserung und Vervollkommnung, durch welche ich weiser, tugendhafter und gluͤckseliger werden kann, als diejenigen, die diese Mittel entweder gar nicht, oder nicht in so reichem Maaße besitzen. Wie ha⸗ be 6⁴ Communionandachten. be ich nun diese Mittel gebraucht? Und bin ich durch dieselben wirklich besser, als Andre, worden? Wie oft habe ich die heilige Schrift gelesen? und wie viel habe ich aus diesem Lesen gelernt? Wie oft aus andern Buͤchern Unterricht, Erweckung und Trost geschoͤpft? Wie oft uͤber die Religion, uͤber die Lehre und das Beispiel Jesu nachgedacht? Wenn und wie habe ich das Abendmahl des Herrn das letztemal gefeiert? Hatte ich wirklichen Nutzen von dieser Feier? und habe ich diesen Nutzen seit⸗ dem an meinem Herzen und Leben erfahren? Wie oft und wie gut? mit welcher Vorberei⸗ tung, mit welcher Ehrfurcht und Aufmerksam⸗ keit, mit welchem Nutzen fuͤr meine Einsichten, meinen Glauben, meine Tugend, meine Beruhi⸗ gung und Gluͤckseligkeit, wohne ich dem oͤffentli⸗ chen Gottesdienste bei? Wie und wo bringe ich meine Sonntage zu? In der Einsamkeit und Stille, mit frommen Freunden, mit christlichen Andachtsuͤbungen, oder in ausgelassenen Gesell⸗ schaften, und in sinnlichen Lustbarkeiten und Ver⸗ gnuͤgungen? Und das Gebet, dieses vorzuͤgliche Mittel der Veredlung des menschlichen Geistes, wie habe ich das benutzt? Weiß ich mich nicht leicht eines Morgens, oder Mittags, oder Abends zu erinnern, wo ich es ohne Noth unterlassen haͤt⸗ te? te ten dei nen wo me ne ver. 2 V Communionandachten. 65⁵ te? Habe ich jederzeit mit der ernsthaftesten Samm⸗ lung meiner Gedanken und mit Inbrunst des Gei⸗ stes gebetet? Lerne ich immer besser beten? Finde ich immer mehr Lust und Geschmack am Gebete, an ernsthaften Betrachtungen uͤber die Eigenschaf⸗ ten, Werke, Einrichtungen und Wohlthaten Got⸗ tes, uͤber Jesum und sein Verdienst, uͤber den Tod und die Ewigkeit? Habe ich mich gewoͤhnt, bei allem auf Gott und auf Jesum zu sehen, mitten un⸗ ter meinen Arbeiten und Erholungen meinen Geist auf ihn hin zu richten, stets in seiner Gegenwart zu wandeln? Herr, du erforschest mich und kennest mich. Du weißst, ob ich bisher auf guten oder boͤsen Wegen gewandelt, ob ich das Gute oder das Bö⸗ se vollbracht habe, ob ich seit der Zeit meiner letz⸗ ten Communion besser oder boͤser, dem Ebenbilde deines Sohnes aͤhnlicher oder unaͤhnlicher, zu ei⸗ nem hoͤhern Zustande geschickter oder ungeschickter worden bin, ob ich mich der christlichen Vollkom⸗ menheit genaͤhert oder von derselben entfernt, mei⸗ ne Seligkeit oder meine Schuld und Strafbarkeit vergroͤßert habe. Fuͤhre mich, ach, fuͤhre mich, Hoͤchster, auf gute Wege! Amen. E II. Um 66 Communionandachten. II. Um Vergebung der Suͤnde. Geꝛe, wenn ich so mein Herz und mein Leben nach den Vorschriften und dem Muster deines Sohnes, meines Herrn und Vorgaͤngers, pruͤfe; wie koͤnnte ich dabei gleichguͤltig und unempfindlich bleiben! Habe ich den Entschluß wirklich ausge⸗ fuͤhret, den ich so oft, den ich auch nur bei der letzten Nachtmahlsfeier meines Heilandes faßte; bin ich meinem Vorsatze treu geblieben, und seit der Zeit in der christlichen Weisheit, Tugend, Hoffnung und Gluͤckseligkeit weiter gekommen; so danke ich dir es, himmlischer Vater, der du mich vor dem Boͤsen bewahret und zum Guten durch deinen Geist gestaͤrket hast. Und dieß soll mir An⸗ trieb und Ermunterung seyn, das Boͤse immer mehr zu bestreiten und im Guten immer vollkomm⸗ ner zu werden. Aber dessen ungeachtet werde ich es nicht leug⸗ nen koͤnnen, daß ich mein Versprechen bei wei⸗ tem noch nicht ganz, oder wenigstens nicht so voll⸗ kommen erfuͤllt habe, als ich konnte und sollte; daß ich lange noch nicht so weit gekommen, lange noch nicht der weise, fromme, gluͤckselige, Jesu aͤhnli⸗ che Mensch bin, der ich als Christ werden und seyn—— daß 8 noch manchen Fehler, man⸗ che Communionandachten. 67 che Suͤnde begangen, die ich nicht begehen sollte, daß ich noch manche Schwachheiten an mir trage, die ich, vielleicht schon laͤngst, uͤberwunden haben sollte; daß ich nach der Laͤnge meiner Lebenszeit, und nach der Kraft, die mir Jesus darbietet, bei weitem noch nicht so geuͤbt im Guten, so stark im Glauben, so fertig in der Tugend, so ruhig und gluͤckselig bin, als ein Christ seyn kann; daß ich insbesondre dich, meinen Vater und Wohlthaͤter, nicht genugsam liebe, Jesum, meinen Erretter und Seligmacher, nicht hoch genug schaͤtze, die Men⸗ schen, meine Bruͤder, nicht mit herzlicher Bru⸗ derliebe umfasse; daß ich nicht immer edel und christlich genug denke und handle, und sich auch noch in meine besten Handlungen unedle Absichten mischen; daß noch ein großer Abstand ist zwischen mir und meinem Herrn und Vorgaͤnger, zwischen seinen Gesinnungen und meinen Gesinnungen, zwi⸗ schen seinem Verhalten und meinem Verhalten. Du forderst viel von mir und von allen, die du zum Christenthume berufen hast. Aber du hast uns auch viel gegeben. Wir sollen vollkommner werden und seyn, als Andre, die das Gluͤck nicht haben, Christen zu seyn. Wir sollen sie an Weis⸗ heit und Tugend und Gluͤckseligkeit uͤbertreffen, E 2 sollen 60 Communionandachten. sollen das sichtbare Ebenbild deines Sohnes an uns tragen. Und vielleicht habe ich meinen Vorsatz gar nicht erfuͤllt! Vielleicht bin ich seitdem nicht besser, sondern schlimmer worden, trage die Fehler, die boͤsen Gewohnheiten noch an mir, die ich sonst an mir hatte, habe sie noch tiefer in meinem Her⸗ zen und Leben einwurzeln lassen, habe sie mit neuen vermehrt; bin eben so undankbar gegen dich, den huldreichsten, wohlthaͤtigsten Vater, eben so unge⸗ horsam gegen meinen Herrn und Erloͤser, seinem Bilde eben so unähnlich, eben so lieblos gegen mei⸗ nen Naͤchsten, eben so kalt und gleichguͤltig gegen Menschengluͤck, eben so untreu und nachlaͤssig in meinem Berufe gewesen, als ich vorher war! Und wenn ich es gewesen bin; ist es nicht meine eigene Schuld? Habe ich doch die Mittel meiner Besse⸗ rung bei weitem nicht so oft und so gut gebraucht, als ich sie haͤtte brauchen sollen! Habe ich doch die Religion bei weitem nicht genugsam benutzt, sel⸗ ten uͤber die Lehren und Vorschriften meines Herrn nachgedacht, selten mir sein Beispiel und Muster zur Nachahmung vorgestellt! Habe ich doch die Uebungen des oͤffentlichen Gottesdienstes sehr oft vernachlaͤßiget, oder sie ohne ernstliche Sammlung meines Communionandachten. 69 meines Gemuͤths und daher auch ohne Nutzen beob⸗ achtet! Habe ich doch auf die Feier des Nacht⸗ mahls nicht so viel Zeit, Nachdenken und Ueber⸗ legen gewendet, als ich anwenden mußte, wenn sie mir nuͤtzlich seyn sollte! Wie kalt, wie nach⸗ laßig und traͤge war ich in der Gebetsuͤbung! Und wie wenig habe ich mich bemuͤht, den Gedanken an Gott, an Jesum, an die zukuͤnftigen Vergel⸗ tungen, an meine uͤbrigen Gedanken anzuknuͤpfen, ihn mit allen meinen Entschließungen, Bestrebungen, Vergnuͤgungen und Leiden zu verbinden, und in dem⸗ selben Staͤrkung, Ermunterung und Beruhigung zu suchen! Kann ich also wohl leugnen, daß ich mich auf vielfache Weise versuͤndiget, daß ich sehr straf⸗ bar gehandelt und dadurch meiner zeitlichen und ewigen Gluͤckseligkeit geschadet habe? Gott, du bist gnaͤdig und barmherzig, gedul⸗ dig und von großer Guͤte und Treue. Du willst gern den Suͤndern verzeihen, die ihr Unrecht er— kennen und sich bessern. Du hast durch unsern Erloͤser Vergebung der Suͤnden uns allen erwer⸗ ben und denen verheißen lassen, die sie durch ihn bei dir suchen. Und ich suche sie, o Gott, mit beschaͤmtem, aber doch hoffnungsvollem Herzen. Ich wuͤnsche nichts mehr, als durch ihn von den Stra⸗ 7⁰ Communionandachten. Strafen und dem Unglucke der Suͤnde befreit und deiner Vaterhuld wuͤrdig zu werden. Um seinetwillen sey mir gnaͤdig und vergieb mir alle meine Suͤnde. Amen. III. Um wahre Besserung. Iũ. Gott, du bist gnaͤdig und barmherzig, ge⸗ duldig, und von großer Guͤte und Treue. Und herzlicher, demuͤthiger Dank sey dir, daß du mir die Versicherung deiner Barmherzigkeit und Gnade ertheilet, und den Trost der Verge⸗ bung der Suͤnde in mein Herz gegeben hast. Nein, du willst nicht den Tod des Suͤnders; du willst seine Erhaltung, sein Leben, seine Gluͤckseligkeit. Aber du willst auch, daß er sich bekehre, daß er von den Suͤnden, deren Vergebung er wuͤnschet, gereiniget und befreiet, daß er weise und tugend⸗ haft, und durch Weisheit und Tugend dem Eben⸗ bilde deines Sohnes aͤhnlich werde. Gott, ich erkenne deinen weisen und guten Willen. Ich sehe es wohl ein, daß du demjeni⸗ gen seine Suͤnde nicht vergeben kannst, der mit Vorsatz in derselben beharret; denn du bist heilig und gerecht. Ich weiß es, daß du den, der nicht heilig zu werden sucht, wie du heilig bist, zur Ge⸗ meinschaft mit dir, und zu einem hoͤhern Zustan⸗ de Communionandachten. 7¹ de in jenem Leben nicht erheben kannst; denn du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefallt, wer hoͤse ist, bleibet nicht vor dir. Ich begreife es, daß die Suͤnde ungluͤcklich macht, daß sie mit meinem eignen Besten und mit dem allgemeinen Besten deines Reichs schlechterdings streitet. Ich erkenne es daher gar wohl, daß ich anders und besser, und immer besser werden muß, wenn ich gluͤckselig seyn und werden will. Ich muß schlech⸗ terdings meine Fehler verbessern, die boͤsen Ge⸗ wohnheiten, die ich an mir trage, bestreiten und endlich ganz ablegen. Ich muß mich zur christli⸗ chen Weisheit und Tugend und Hoffnung hinan⸗ arbeiten, und in derselben immer geuͤbter und fer⸗ tiger und staͤrker werden. Ich muß insonderheit in der Liebe zu dir, in der Liebe zu Jesu, in der Liebe zu den Menschen eifriger und vollkommner zu werden suchen. Ich muß nach meinen Kraͤften und Umständen so heilig und unschuldig, so gehor⸗ sam, so keusch, so gerecht, so geschaͤftig im Guten, so demuͤthig, so sanftmuͤthig, so geduldig, so ver⸗ soͤhnlich, so himmlisch gesinnt werden, als Jesus Christus war, heilig und vollkommen, wie du, himmlischer Vater, es bist. Ich muß hier schon so denken, urtheilen und handeln lernen, wie man dort denket und urtheilt und handelt, damit ich es in jener 72 Communionandachten. jener Welt thun kann. Ich muß hier lieben, was man dort liebt, hier verdammen, was man dort verdammt, hier begehren, was man dort begehrt, nicht trachten nach dem, das auf Erden ist, son⸗ dern nach dem, das droben ist. Zu dem Ende muß ich mir die Ausbildung meines Geistes uͤber alles angelegen seyn lassen. Ich muß mich mehr anstrengen, meine Begierden zu maͤßigen, und sie nur allein auf das zu rich⸗ ten, was wahr und gut ist. Ich muß mich mehr mit der Religion beschaͤftigen, sie nicht nur lesen und hoͤren, sondern auch oft und reiflich uͤber sie nachdenken, mit ihren Lehren und Verheißungen mich bekannt machen, sie mit allen meinen Ge⸗ danken, Wuͤnschen, Bestrebungen und Handlun⸗ gen verbinden, ihre Gebote und das Beispiel Jesu mir unaufhoͤrlich zur Regel meines Denkens und Verhaltens vorstellen, es mir zum Gesetz machen, allenthalben auf Jesu Vorschriften und Muster zu sehn, und so zu denken und zu handeln, wie mich diese denken und handeln lehren, seine Gebo⸗ te immer vor Augen haben und sein Bild gleich⸗ sam in meinem Herzen tragen, um so nach und nach seine Art zu denken an mich zu nehmen, und ihm aͤhnlich zu werden. Ich muß keinen Gottes⸗ dienst versaͤumen, den ich abwarten, und von dem ich I * I * WI Mt N 0 ö * ö * * Communionandachten. 73 ich mir Belehrung, Staͤrkung, Ermunterung und Beruhigung versprechen kann, und von jedem Sonntage einige Zeit zur Aufklaͤrung und Ver⸗ vollkommnung meines Geistes vorsaͤtzlich anwenden. Ich muß das Abendmahl bald wieder und mit je⸗ demmale wuͤrdiger, zu meiner Besserung und Be⸗ ruhigung nuͤtzlicher feiern. Ich muß oͤfterer und immer besser beten. Ich muß mich mitten unter meinen Geschaͤften und Erholungen zu dir erhe⸗ ben, dich stets vor Augen haben, stets in deiner Gegenwart wandeln. Jeder Zufall, jede Arbeit, jede Freude und jedes Leiden muͤssen mich auf dich hin fuͤhren, muͤssen mir Mittel und Ermunterungen seyn, mich im Guten zu uͤben und zu vervollkomm⸗ nen. Das, das muß ich thun, wenn ich so wei⸗ se, so glaͤubig, so tugendhaft und so gluͤckselig wer⸗ den will, als ich durch Jesum und die Kraft sei⸗ nes Geistes hier und dort werden kann. Und das will ich thun, o Gott. Dazu ent⸗ schließe ich mich itzt von neuem. Dazu mache ich mich itzt in deiner Gegenwart und im demuͤthigen, glaͤubigen Vertrauen auf deine Huͤlfe und auf die allmaͤchtige Kraft deines Geistes, anheischig. Und dieses Entschlusses will ich mich taͤglich erinnern, und ihn täglich, und taͤglich immer vollkommner zu erfuͤllen suchen, damit ich, wenn ich das Ge⸗ daͤcht⸗ 74 Communionandachten. dachtnßfest meines Heilandes wieder feiere, die Fehler, die ich itzt bereue, nicht mehr an mir tra⸗ ge, die Suͤnden, deren ich mich bisher schuldig gemacht habe, nicht wieder begehe, in der Tugend nicht mehr so schwach bleibe, sondern staͤrker und vollkommner, von Zeit zu Zeit deinem Sohne ähn⸗ licher, und dadurch dir immer wohlgefaͤlliger und der Gluͤckseligkeit dieses und des zukuͤnftigen Lebens immer faͤhiger werde. Wichtig ist dieser Entschluß, schwer die Ausfuͤhrung desselben! Aber nicht zu schwer fuͤr den Menschen und Christen, der dich zum Vater, Jesum zum Erloͤser und seinen Geist zum Fuͤhrer und Helfer hat. Mit dir will ich das gute Werk anfangen; und du wirst mich staͤrken, daß ich es fortsetze und gluͤcklich hinaus fuͤhre. So werde ich nie verloren werden, nie ungluͤckselig seyn, sondern unter der heilsamen Einwirkung dei⸗ nes Geistes, und unter der gnaͤdigen Regierung meines Herrn und Erloͤsers deiner Huld und Va⸗ terliebe genießen, und im Genusse derselben stets froh und gluͤckselig seyn und einer immer groͤßern Gluͤckseligkeit entgegen gehen. Amen. IV. Vor dem heiligen Abendmahle. S ist nun der Tag da, der frohe, erwuͤnsch⸗ te Tag, wo ich das Gedaͤchtnißfest meines Heilan⸗ Communionandachten. 75⁵ Heilandes feiern, wo ich ihn mit mehrern meiner Bruͤder, auf eine besondre Weise verehren, ein oͤffentliches Bekenntniß meines Glaubens und meiner Ergebenheit an ihn ablegen und mich zum ewigen Glauben und ewiger Ergebenheit an ihn von neuem aufs heiligste verpflichten will! So hat er, mein Herr und Erloͤser, es selbst verordnet. Am Tage vor seinem Tode nahm er Brodt, und theilte es, nachdem er gebetet hatte, unter seine Juͤnger mit diesen Worten herum: neh⸗ met und esset, das ist mein Leib, der fuͤr euch ge⸗ toͤdtet werden wird. Thuͤt dieses zu meinem An⸗ denken auch kuͤnftig. Nachdem sie das Brodt geges⸗ sen hatten, reichte er ihnen einen Becher voll Wein, und sprach: mit diesem Weine empfanget mein Blut, welches ich vergießen werde, die Gluͤckse⸗ ligkeit der Menschen zu gruͤnden. Wiederholet dies kuͤnftig zu meinem Andenken. So verordne⸗ te er, zu gewissen Zeiten, und auf eine feierliche Weise gemeinschaftlich Brodt zu essen und Wein zu trinken, womit er ihnen seinen Leib und sein Blut mitzutheilen versprach, und dabei seiner ein⸗ gedenk zu seyn. Und hiermit befahl er, daß seine Bekenner ihm zu Ehren ein besonderes Fest feiern sollten, ein Fest seiner Liebe gegen die Menschen und zugleich ihrer 76 Communionandachten. ihrer Liebe zu ihm, ein Gedächtnißfest seines Lebens, seines Todes und seines Verdienstes um die Welt, ein Gedaͤchtnißfest der menschlichen Errettung und Begluͤckung. Die Feier dieses Festes also, die er unaufhoͤrlich und bis ans Ende der Welt zu wie⸗ derholen befohlen hat, soll dazu dienen, sein An⸗ denken auf immer und bis ans Ende der Tage unter den Menschen heilig und unvergeßlich zu ma⸗ chen, und seine Liebe gegen sie auf Erden zu ver⸗ ewigen; und dadurch zugleich alle und jede, die durch die Taufe zu seinen Verehrern geweihet wor⸗ den sind, ihm auch zu erhalten, sie mit ihm, so wie mit sich unter einander, immer inniger zu ver⸗ binden, mit jedemmale zum Glauben an ihn, zum Gehorsam gegen seine Vorschriften, zur Nachah⸗ mung seines Beispiels, zu ewiger Liebe gegen ihn und zu herzlicher, inniger Bruderliebe gegen ein⸗ ander, von neuem zu verpflichten, und auf solche Weise die Gesellschaft seiner Bekenner, seine Kir⸗ che, sein Reich auf Erden zu vermehren, zu er⸗ weitern, zu verbreiten und zu befestigen. DSDSS Ein jeder Bekenner Jesu soll daher an die⸗ sem Feste Theil nehmen, sein Andenken dabei feier⸗ lich erneuern, und dadurch oͤffentlich bezeugen, daß er Jesu, der am Kreuze gestorben ist, viel, daß Communionandachten. 7⁷ daß er ihm mehr, als irgend einem Menschen, daß er ihm alles, daß er ihm seine hoͤchste, einzige, ei⸗ gentliche Gluͤckseligkeit schuldig sey; er soll es vor Gott und aller Welt sagen, und er sagt es schon dadurch, indem er an diesem allgemeinen Feste der Christen Theil nimmt, daß er Jesum, dem es gefeiert wird, fuͤr einen großen Wohlthaͤter, fuͤr den Erretter und Begluͤcker, fuͤr den Herrn und Vorgaͤnger des menschlichen Geschlechts, und seine Lehre fuͤr eine Lehre von Gott, seine Vorschriften und sein Beispiel fuͤr die Richtschnur des mensch⸗ lichen Denkens und Verhaltens, und seinen Tod fuͤr die Ursache der Errettung und Begnadigung der Menschen halte, und daß auch er von ihm und durch ihn seine ganze Seligkeit erwarte. Er soll sich mit jedemmale, da er dieses Jesusfest feiert, aufs neue zum standhaftesten Glauben an Jesum, zum willigsten, unverbruͤchlichsten Gehorsam gegen seine Gebote, zur innigsten, thaͤtigsten Liebe gegen seinen Erretter und Seligmacher verpflichten, und sich mit allen Bekennern Jesu gemeinschaftlich ver⸗ binden, als sein Nachfolger zu denken, zu leben, zu leiden und zu sterben, als Unterthan seines Reichs seine Vorschriften zu befolgen, seine Ab⸗ sichten zu befoͤrdern, sein Werk auf Erden, das Wierk der menschlichen Veredlung und Begluͤk⸗ kung, 7³ Communionandachten. kung, nach seinem Vermoͤgen fortzuse tzen, und zum Besten seines Reichs zu wirken. Er soll sich mit denen, die itzt mit ihm zugleich dieß Gedaͤcht⸗ nißfest feiern, mit allen Bekennern Jesu auf dem ganzen Erdboden, zu der innigen, allgemeinen Menschenliebe verbindlich machen, die Jesus ge⸗ lehrt und durch sein Beispiel so nachdruͤcklich em⸗ pfohlen hat, und mit ihnen eins werden, daß sie stets allem Hasse, allem Neide, aller Rache, aller Feindschaft, die ihre Verbindung hindern wuͤrde, entsagen, allen Beleidigern vergeben, wie ihnen Gott vergeben hat, und alle unter einander und mit einander, als Kinder eines Vaters, als Bruͤ⸗ der eines Bruders, als Freunde eines Freundes als Erben einer Seligkeit, leben und sterben wollen. Aber das alles soll nicht sowohl ihm, dem Erloͤser, als uns, seinen Verehrern, nuͤtzen. Es soll nicht blos ein Mittel seyn, sein Andenken un⸗ ter den Menschen zu erhalten; wiewohl auch das schon dem menschlichen Geschlechte unendlich wich⸗ tig ist und seyn muß, daß das Andenken Jesu auf Erden bis ans Ende der Welt erhalten werde; sondern es soll auch, und vornaͤmlich ein Mittel des Heils fuͤr die Menschen seyn, oder ein Mittel, dem menschlichen Geiste Heil und Gluͤckseligkeit mitzutheilen, ein Mittel der menschlichen Besserung und Vervollkommnung. Denn Communionandachten. 79 Denn es soll erstlich unsern Glauben uͤben, staͤrken, befestigen, unser Vertrauen auf die Liebe und Vaterhuld Gottes, unsre Hoffnung auf Je⸗ sum, daß wir durch ihn und um seinetwillen von allem, was uns ungluͤckselig machen koͤnnte, erret⸗ tet, und dagegen zeitlich und ewig gluͤckselig, und immer glückseliger werden koͤnnen und sollen. Und in diesem Glauben kann uns nichts mehr staͤr⸗ ken, als die wuͤrdige Feier dieses Festes. Denn hier empfangen wir Jesu Leib und Blut als ein Unterpfand unsrer gegenwaͤrtigen und zukuͤnftigen Seligkeit, bezeugen unsere Gemeinschaft mit ihm, erklaͤren ihn fuͤr unsern Erloͤser und Herrn, und uns fuͤr seine Erloͤseten und Angehoͤrigen. Der heilsame Kelch, welchen wir mit dankbarem Her⸗ zen nehmen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Und das Brodt, das wir essen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? So gewiß er diesen seinen Leib und sein Blut zur Errettung und Begluͤckung aller Menschen dahin gegeben hat; so gewiß koͤnnen und sollen wir glau⸗ ben, daß auch wir, wenn wir ihm ganz ergeben sind, durch ihn und um seinetwillen auf immer errettet und begluͤckt werden sollen. Hier denken wir mehr, anhaltender und lebhafter an Jesum, an sein Leben und Sterben, an seine gegenwaͤrti⸗ ge 8⁰ Communionandachten. ge Herrlichkeit und Macht, alle seine Verehrer zu erretten und zu begluͤcken, und an alle seine Wohlthaten, die wir itzt schon genießen, und einst im Tode, in der Auferstehung, in der zukuͤnftigen Welt, in alle Ewigkeit genießen werden. Und durch das alles muß der Glaube an ihn nicht nur staͤrker, sondern auch zuversichtlicher und freudiger werden. Er soll ferner unsre Tugend, und besonders unsre Liebe zu Gott, unsre Liebe zu Jesu, unsre Liebe zu den Menschen, erwecken, gruͤnden, ver⸗ mehren. Denn hier denken und hoͤren und em⸗ pfangen wir solche Dinge, die unsrer Tugend neue Kraft und neues Leben einfloͤßen koͤnnen; denken uns Gott, den Vater, der uns unendlich uͤber alles unser Verdienen geliebt hat, noch liebt und ewig lieben wird; denken uns Jesum, der so viel fuͤr uns gethan hat, noch thut und kuͤnftig thun wird; denken uns die Menschen, seine Erloͤseten, seine Bruͤder, Kinder seines Vaters, Erben seiner Seligkeit; verpflichten uns hier zu einem tugend⸗ haften, dem Sinne und Verhalten Jesu aͤhnli⸗ chen Sinne und Verhalten; schwoͤren ihm neuen Gehorsam; verbinden uns zu einem unablaͤssigen Fortstreben nach hoͤherer Vollkommenheit; machen uns anheischig, in seine Fußstapfen zu treten; ge⸗ sinnet Communionandachten. 81 sinnet zu werden, wie er gesinnet war; zu leben, zu leiden und zu sterben, wie er lebte, litt und starb. Und das alles sollte nicht unsern Tugendeifer an⸗ feuern, nicht unsre Liebe zu Gott, zu Jesu, zu unsern Bruͤdern entzuͤnden? Es soll endlich unsre Ruhe bei der großen Un⸗ ruhe dieses Lebens, unsre Freude und Zufriedenheit mit unserm gegenwaͤrtigen Zustande der Schwach⸗ heit, unsre Gluͤckseligkeit in dieser und jener Welt befoͤrdern. Und das kann es. Denn hier feiern wir ein Fest der Freude, das Fest der Erloͤsung des menschlichen Geschlechts, das Fest unsrer gegenwaͤr⸗ tigen und zukünftigen Gluͤckseligkeit, den frohesten unter allen Tagen dieses Lebens. Hieher kommen wir nicht mit Zittern, nicht mit aͤngstlicher, knechti⸗ scher Furcht, sondern mit ehrerbietiger, kindlicher Zuversicht, mit frommer, inniger Freude; denn wo haben wir mehr Ursache, uns zu freuen, als hier? Hier vergessen wir alles, was uns sonst betruͤbt und niederschlaͤgt, denken und thun nichts, als was uns beruhigen, troͤsten, erfreuen kann, und denken das alles lebhafter, als sonst. Wir denken Gott und die seligen Verhaͤltnisse, in welchen wir mit ihm stehn, denken Jesum; und wer kann Jesum denken, ohne regeste, innigste Freude? Jesum, den Sohn Got⸗ tes, den Erretter und Begluͤcker des menschlichen 5 Ge⸗ 8 Communionandachten. Geschlechts, den Herrn uͤber alles, unsern Freund und unsern Bruder; denken, was und wie viel wir schon itzt durch ihn sind, was wir einst im Tode, was wir in jener Welt, was wir in der Auferste⸗ hung der Todten, was wir von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit durch ihn seyn und werden koͤnnen und sollen; denken uns die Menschen, die alle durch ihn erloͤset worden sind, alle durch ihn zur Seligkeit gefuͤhret werden sollen; denken uns unsre eigne, gegenwaͤrti⸗ ge, und besonders unsre zukuͤnftige Seligkeit, ver⸗ setzen uns mit unsern Gedanken in die zukuͤnftige Welt, troͤsten uns der Hoffnung des ewigen Lebens, jener groͤßern Vollkommenheit, jenes schnellern ewigen Wachsthums an Erkenntniß und Weisheit und Tugend und Thaͤtigkeit und Gluͤckseligkeit. Und was kann uns sonst beruhigen, erfreuen, bese⸗ ligen, wenn es dieses nicht kann? Und dieses Jesusfest will nun auch ich an dem heutigen Tage feiern, um durch die Feier desselben meinem Glauben an ihn, meiner Tugend und mei⸗ ner Gluͤckseligkeit neue Kraft und neues Leben zu verschaffen. Ich will mich bei dem Mahle seiner Liebe mit andern seinen Verehrern einfinden, mit einem dankbaren, redlich glaubenden, seiner Ver⸗ heißung trauenden, in seiner Treue sich beruhigen⸗ den Communionandachten. 85 den, ihm ganz ergebnen Herzen von diesem Brodte essen und von diesem Kelche trinken, und des Herrn Tod verkuͤndigen. Ich will ihn hier fuͤr meinen Herrn und Erloͤser bekennen, mich seines Verdienstes um die Welt und auch um mich freuen, aber auch zum Gehorsam gegen ihn, und besonders zur innigsten, thaͤtigsten Gottesliebe, Jesusliebe und Bruderliebe aufs neue verpflichten. Zu dem Ende will ich mei⸗ ne Aufmerksamkeit sammeln. Ich will mehr, als sonst, an ihn denken. Ich will uͤber alles, was er ehedem gethan hat, noch thut und kuͤnftig thun wird, was ich schon itzt durch ihn erlangt habe und noch erlangen werde, was ich mir im Leben und im Ster⸗ ben, in dieser und in jener Welt von ihm verspre⸗ chen kann, ernsthafte Ueberlegungen anstellen, um mein Vertrauen auf ihn zu beleben. Ich will mir sein Leben und sein Sterben, und seinen Sinn und sein Verhalten im Leben und im Sterben vorstellen, und mich ermuntern, ihm im Leben und im Ster⸗ ben aͤhnlich zu werden, und, wie er, Gott zu lie⸗ ben, Menschen zu lieben, Wahrheit und Tugend zu lieben, und zur Befoͤrderung derselben alles, das Le⸗ ben selbst, aufopfern. Ich will meinen Geist zu ihm hinauf erheben, mich der Herrlichkeit freuen, die ihn umgiebt, an welcher auch ich mit allen seinen Verehrern Theil nehmen soll, um daraus Trost und F 2 Beru⸗ 84 Communionandachten. Beruhigung in Absicht auf das Gegenwaͤrtige, und Hoffnung und Zuversicht in Ansehung des Zukuͤnf⸗ tigen zu schoͤpfen. Und so werde ich das Gedacht⸗ nißfest meines Heilandes wuͤrdig feiern, und wirk⸗ lich den Nutzen davon haben, den die Feier dessel⸗ ben meinem Glauben, meiner Tugend und meiner Beruhigung bringen kann und soll. ö Gott, laß an diesem Tage die Ehre deines Sohnes hier und allenthalben, wo sein Gedaͤchtniß gefeiert wird, verherrlichet und auf dem ganzen Erd⸗ boden immer mehr bekannt werden. Laß diesen Tag fuͤr mich und fuͤr alle, die an demselben dieses Ge⸗ daͤchtnißfest Jesu feiern, laß ihn einen Tag des Heils, einen Tag des Dankes gegen dich und un⸗ sern Erloͤser, einen Tag der Besserung und Vervoll⸗ kommnung, einen Tag der Freude und des Trostes, laß ihn so gesegnet werden, daß sich die Wirkungen davon uͤber alle unsre folgenden Tage, uͤber den Tod und die Ewigkeit verbreiten. Amen. V. Bei dem heiligen Abendmahle. Vol Dank und Freude komme ich, theuerster Jesu, als dein Angehoͤriger, dein Bekenner, dein Nachfolger, das Fest deiner Liebe gegen die Men⸗ schen zu feiern. Ich komme, dich als den Erretter und Seligmacher unsers Geschlechts, als unser Haupt und als Communionandachten. 85⁵ als unsern Herrn, als unsern Freund und hoͤchsten Wohl⸗ thaͤter zu verehren, mich mit allen deinen Beken⸗ nern zum standhaftesten Glauben, zum unverbruͤch⸗ lichsten Gehorsam und zu ewiger Liebe aufs neue zu verpflichten, und der Hoffnung der Unsterblichkeit und des ewigen Lebens zu troͤsten. Du bist in die Welt gekommen, die Suͤnder selig zu machen. Du hast fuͤr uns gelebt, und bist fuͤr uns gestorben, und durch Leben und Sterben hast du uns Errettung von der Suͤnde und dem Tode, Unsterblichkeit und ewi⸗ ges Leben erworben, und zur Versicherung dessen er⸗ theilest du uns deinen Leib und dein Blut, das du zu unsrer Errettung und Begluͤckung dahin gegeben hast. Denn so gewiß ich dieses Unterpfand deiner Liebe und Erloͤsung mit einem glaubensvollen, dir ergebnen Herzen dahin nehme; so gewiß kann und soll ich hoffen, daß ich nicht verloren, nie ungluͤck⸗ selig werden, sondern zu einem bessern Leben, zu einer hoͤhern Gluͤckseligkeit gelangen werde, als ich hier zu erlangen faͤhig bin. Du lebest noch itzt fuͤr uns in deiner Herrlichkeit, und wirkest unaufhoͤr⸗ lich zu unsrer Errettung und Begluͤckung. Du sie⸗ hest itzt mit Liebe und Wohlgefallen auf uns, die wir dich mit frommen, dankbarem Herzen ehren, und freuest dich unsers Glaubens, unserer Liebe, un⸗ serer Entschließungen zum Gehorsam gegen dich, unserer groͤßern Vollkommenheit und Gluͤckseligkeit. Und so gewiß wir, als deine Nachfolger, Errettung und Unsterblichkeit und Seligkeit von dir erwarten; so 86 Communionandachten. so gewiß kannst und wirst du sie uns auch ertheilen. Und wir alle freuen uns gemeinschaftlich deiner Liebe gegen uns, deines Lebens, deines Leidens und Ster⸗ bens, deiner Auferstehung, deiner gegenwaͤrtigen Herrlichkeit, und aller Wirkungen alles dessen zu unsrer und unsrer Bruͤder Begnadigung und Be⸗ gluͤckung. Wir freuen uns, daß wir dich kennen, dich lieben, dich verehren und in deiner Verehrung so gluͤckselig sind. Wir verbinden uns, einer wie der andre, zu ewiger, immer staͤrkerer Liebe gegen dich, zur eifrigsten, wirksamsten, unbegraͤnztesten Liebe gegen deinen himmlischen Vater, und zur rein⸗ sten thaͤtigsten Bruderliebe. Willig und voͤllig un⸗ terwerfen wir uns deinen Vorschriften und Geboten. Wir entsagen feierlich allen Suͤnden, und insbeson⸗ dre der Feindschaft, dem Hasse und dem Neide. Wir machen uns anheischig, in allem auf dich zu sehen, deine Vorschriften und dein Muster zur Richtschnur unsers ganzen Verhaltens zu machen, uns ganz nach dir zu bilden, so wie du zu denken, zu leben, zu genießen, zu leiden und zu sterben. Wir geloben uns unter einander bruͤderliches Wohlwollen und bruͤ⸗ derliches Verhalten. Ja, ihr, meine Bruͤder, Theil⸗ nehmer dieses Festes, ja, wir wollen uns unter ein⸗ ander lieben, wie uns unser Herr geliebt hat, ein⸗ ander dulden und tragen, helfen und dienen, erfreuen, troͤsten, veredeln und begluͤcken, und so in Eintracht und bruͤderlicher Liebe einem bessern Leben entgegen wandeln, wo wir uns unter einander, wo wir un⸗ sern e eeen Communionandachten. 87 sern Jesum auf ewig lieben werden. Ja, dich wol⸗ len wir ewig lieben, o Jesu. Und wohl uns, daß wir dich ewig lieben werden! Ja, wir sollen dahin kommen, wo du bist, und an deiner Herrlichkeit Theil nehmen. Wo wir leben, da lebtest du einst. Und wo du itzt lebst, da werden auch wir einst le⸗ ben. Dulden wir mit; so werden wir auch mit dir zur Herrlichkeit erhoben werden. Sterben wir mit; so werden wir auch mit dir leben. Du bist das Haupt; wir sind die Glieder. Du wirst wiederkom⸗ men und alle deine Verehrer zu dir sammeln. Le⸗ ben wir; so leben wir dem Herrn. Sterben wir; so sterben wir dem Herrn. Darum wir leben oder sterben; so sind wir des Herrn. Unsre Truͤbsal ist zeitlich und leicht, und schaffet eine ewige und uͤber alle Maaßen wichtige Herrlichkeit uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsicht⸗ bare. Der Herr ist mein Fuͤhrer; mir wird nichts mangeln. Und wenn ich auch wandle im finstern Thale, fuͤrchte ich kein Ungluͤck. Richts soll mich scheiden von der Liebe Gottes. Ist Gott fuͤr mich, wer kann wider mich seyn? Ich freue mich des Herrn und meine Seele ist froͤhlich uͤber meinen Gott. Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen herrlichen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! VI. Nach 88 Communionandachten. VI. Nach dem heiligen Abendmahle. J⸗„ich freue mich des Herrn, und meine Seele ist froͤhlich uͤber Gott. Gnaͤdig und barmher⸗ zig ist der Herr, geduldig und von großer Guͤte und Treue. Wie sich ein Vater uͤber Kinder erbarmet; so erbarmet sich der Herr uͤber die, so ihn fuͤrchten. Er hat uns, die Menschen, geliebet, ehe wir da wa⸗ ren; also hat er uns geliebet, daß er seinen einge⸗ bornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glau⸗ ben, nicht verloren werden, sondern das ewige Le⸗ ben haben! Ja, ihn, seinen Eingebornen, hat er uns zum Lehrer und Vorgaͤnger, zum Mittler und Versoͤhner unsrer Suͤnden, zum Erretter vom Tode, zum Erwerber und Geber der Unsterblichkeit und des ewigen Lebens, zum Herrn und Fuͤhrer im Leben und im Sterben, in dieser und in jener Welt gege⸗ ben. Durch ihn haben wir Gnade bei Gott, Licht auf dem dunklen Pfade unsers Lebens, Kraft und Staͤrke zur Weisheit und Tugend, Trost in Noth und Tod, Freude und Gluͤckseligkeit ohne Maaß und ohne Ende. Durch ihn sind wir alles, und durch ihn koͤnnen wir alles werden, was wir unsrer ur⸗ spruͤnglichen Bestimmung nach seyn und werden sol⸗ len; durch ihn besitzen und genießen wir alles, hof⸗ fen und erwarten wir alles, was uns auf immer er⸗ retten und in einem hohen Maaße beglüͤckseligen kann. Wer kann die Wunder seiner Liebe ruͤhmen, fassen, ermessen? Wer ihm und seinem Sohne den Dank und F hrnt h r be nN Communionandachten. 89 und das Lob bringen, das ihm gebuͤhret? Dank, inniger, ewiger Dank sey dir, guͤtigster, barmher⸗ zigster Vater, daß du uns diesen Erretter, diesen Seligmacher geschenkt, und durch ihn solches Heil, solchen Trost, solche Hoffnung, solche Freude und Gluͤckseligkeit, ehe wir noch da waren, bereitet hast. Ja, du bist die Liebe! Und deine Liebe soll und wird ewig der Ruhm aller Erloͤsten seyn. Und welchen Dank, welche Bewunderung sind wir ihm schuldig, unserm Herrn und Erloͤser, dem Urheber unsers Lebens und unsrer zeitlichen und ewi⸗ gen Gluͤckseligkeit, unserm groͤßten Wohlthaͤter, dem hoͤchsten Befoͤrderer der menschlichen Gluͤckseligkeit! Wer hat mehr fuͤr unser Geschlecht gethan, erdul⸗ det, aufgeopfert, als er? Wer thut noch itzt mehr fuͤr uns? Wer wird es kuͤnftig thun? Fuͤr uns ward er Mensch, und lebte auf Erden, arm und niedrig, aber unschuldig und heilig, ehrte und lieb⸗ te seinen himmlischen Vater uͤber alles, ward gehor⸗ sam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze, lieb⸗ te seine Zeitgenossen mit unglaublicher Liebe, zog um⸗ her, that wohl, wendete alle seine Zeit, alle seine Kraͤfte, sein ganzes Leben zur Befoͤrderung mensch⸗ licher Gluͤckseligkeit an, liebte Feinde, erduldete Schmach und Verfolgung, Martern und Tod mit sanftmuͤthigem, gelaßnem, Gott ergebnem Geiste, be⸗ tete fuͤr sie, starb fuͤr sie. Er belehrte die unwissen⸗ den Menschen, machte die vortrefflichste, reinste, got⸗ tes⸗ 9⁰0 Communionandachten. teswuͤrdigste, der menschlichen Natur angemessenste, lichtvollste, troͤstlichste, seligmachendeste Lehre auf Erden bekannt, als sie vorher nie gehabt hatte, mach⸗ te die zweckmaͤßigsten, heilsamsten Veranstaltungen zur menschlichen Besserung und Veredelung, verord⸗ nete die Taufe, stiftete sein Nachtmahl zum ewigen Denkmale seiner Liebe und seiner Erloͤsungz und da er nicht mehr sichtbar auf Erden wandeln konnte, sendete er den Menschen seinen Geist zum Lehrer, Helfer und Troͤster, der die erstorbene, trostlose Welt belebte und begluͤckte, das Joch des Irrthums, des Aberglaubens und Unglaubens, der Lasterhaftig⸗ keit und Ungluͤckseligkeit zerbrach, und dagegen das Reich der Wahrheit, des Glaubens, der Tugend und Gluͤckseligkeit auf Erden aufrichtete, und schon Tausende und wieder Tausende zum wahren Glau⸗ ben, zur christlichen Tugend und christlichen Voll⸗ kommenheit und Gluͤckseligkeit gefuͤhret hat, und noch fuͤhret, und bis ans Ende der Welt fuͤhren wird. Ja, er ist sogar am Kreuze gestorben, um den ungluͤckseligen, wegen der Suͤnde dem Tode unterworfenen Menschen Errettung vom ewigen To⸗ de, und Leben, ewiges, seliges Leben zu erwerben. Noch itzt lebt er fuͤr uns, und wird ewig fuͤr unser Geschlecht leben. Denn wie er vom Vater ausge⸗ gangen und in diese Welt gekommen war; so verließ er die Welt, und ging zum Vater, und empfing Macht und Gewalt uͤber alles im Himmel und auf Erden. S S Kr K C Communionandachten. 91 Erden. Und vermoͤge derselben regieret und ordnet und wirket er alles in allem, leitet und fuͤhret uns alle zu allen Zeiten, auf jeder Stufe unsers Da⸗ seins. Und in unserm Tode, und einst am Ende der Tage wird er die Unsterblichkeit und das ewige Leben, das er durch Leben und Sterben erworben hat, austheilen, und seine Verehrer, alle weise und gute Menschen, vollkommen und ewig gluͤckselig machen, und zu immer hoͤherer Gluͤckseligkeit fuͤhren. So ist Jesus der Erloͤser und Seligmacher der Menschen, und Erretter von allem Ungluͤcke und der Wiederhersteller ihrer Gluͤckseligkeit und alles dessen, was sie allem Ungluͤcke entreißen und der hoͤchsten menschlichen Gluͤckseligkeit entgegen fuͤhren kann! So hat er durch seine Lehre und seinen Geist ehedem das Reich der Unwissenheit, des Unglau⸗ bens, der Lasterhaftigkeit, Trostlosigkeit und Un⸗ gluͤckseligkeit gestoͤret, und das Reich der Wahr⸗ heit, des Glaubens, der Tugend und Gluͤckseligkeit aufgerichtet, und verbreitet noch itzt allenthalben Licht und Kraft zur Tugend und Hoffnung und Gluͤckseligkeit! So hat er durch sein heiliges Leben der Welt das lehrreichste, reizendste Muster der rein⸗ sten, vollkommensten Tugend hinterlassen, und durch seine wunderbaren und seltsamen Schicksale die er⸗ freulichsten Aufschluͤsse der so dunklen, so verworren scheinenden menschlichen Schicksale gegeben! So hat er durch seinen Tod statt des Todes das Leben, statt einer 9² Communionandachten. einer ewigen Ungluͤckseligkeit ewige Gluͤckseligkeit er⸗ worben und erkauft! Und unter seiner allmaͤchtigen Regierung fuͤhret er alle und jede dieser Gluͤckselig⸗ keit entgegen, die sich nur von ihm fuͤhren lassen wollen; und als Herr und Richter ertheilet er sie einem jeden nach seinen Werken. Und so sind wir seine Erloͤseten und Begna⸗ digten, und koͤnnen alles seyn und alles werden, was wir nach unsrer unspruͤnglichen Bestimmung als Menschen seyn und werden koͤnnen und sollen, von der Knechtschaft und Strafe der Suͤnde befreiete, durch seinen Geist erleuchtete und gebesserte, nach sei⸗ nen Vorschriften und seinem Muster gebildete, ihm an Weisheit und Tugend aͤhnliche, seinem himmlischen Vater wohlgefaͤllige, zufriedne, frohe, auf immer und ewig gluͤckselige Menschen! Und wir, wir sollten dich nicht lieben, theuer⸗ ster Jesu? Wir sollten nicht gemeinschaftlich dich uͤber alles schaͤtzen, uns nicht deiner in unserm In⸗ nersten freuen, nicht dir uns ewig verbunden achten, nicht deinen Vorschriften mit Freuden gehorchen, und in diesem Gehorsam uns nicht gluͤckselig finden? Und ich insonderheit sollte das nicht thun, der du mich zu deiner Erkenntniß und zur Erkenntniß dei⸗ nes himmlischen Vaters gebracht, und auf mannich⸗ faltige Weise schon itzt so gluͤckselig gemacht hast? Nein, theuerster Heiland, ich erkenne es mit geruͤhr⸗ tem, dankerfuͤlltem Herzen, wie sehr du dich auch um —.—.—. S&ÆE——„—— Communionandachten. 9⁵ um mich, so wie um das ganze menschliche Ge⸗ schlecht, verdient gemacht hast. Ich fuͤhle mich zur innigsten Liebe, zum willigsten, freudigsten Gehor ⸗ sam, zu ewiger Dankbarkeit gegen dich verbunden. Und ich will dich von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemuͤthe und von allen Kraͤf⸗ ten lieben, und immer mehr und ewig lieben. Dich will ich vor aller Welt, als meinen Mittler und Erloͤser, mit standhaftem Glauben bekennen, und mir es zur Ehre und zum Gluͤcke anrechnen, daß ich dein Bekenner, dein Angehoͤriger bin. An dich will ich mich halten auf jeder Stufe meines Daseins. Deinen Vorschriften will ich gern und mit Freuden gehorchen. In deine Fußtapfen will ich treten, mich ganz nach deinem Muster bilden, so denken, so handeln, so genießen, so leiden und dulden, so leben und sterben, wie du gethan hast, und wie du von allen deinen Bekennern forderst. Und da man deine Freunde und Verehrer an Liebe erkennet; so will ich alle Menschen, als deine Erloͤseten, als mei⸗ ne Bruͤder und Freunde, als Kinder eines Vaters, als Theilnehmer einer zukuͤnftigen Herrlichkeit, so lieben, wie du uns geliebet hast, jeden mir theuer und werth seyn lassen, jedem Gutes goͤnnen und Gutes wuͤnschen, jedem helfen und dienen, dem ich helfen und dienen kann, die Schwachen und Feh— lenden mit Geduld tragen und mit sanftmuͤthigem Geiste bessern, den Feindseligen vergeben, mit jeder⸗ mann, 94 Communionandachten. mann, und mit meinen naͤhern Freunden und Be⸗ kannten insonderheit, in Friede und Eintracht le⸗ ben, jedem durch mein Beispiel vorleuchten und vor⸗ gehen, nur fuͤr das Beste der Menschen leben und aufopfern und dulden, und so dein Werk, die Begluͤckung des menschlichen Geschlechts, nach meinen Kraͤften befoͤrdern, und dein Reich, das Reich der Wahrheit, des Glaubens, der Tugend und Gluͤckseligkeit ausbreiten. Ja, so will ich denken und handeln, sd will ich leben und sterben! Und du, theuerster Heiland, dem diese Gesinnungen eines dir ergebnen Herzens gewiß nicht mißfallen, und der du den Schwachen so gern Kraft verleihest, die von dir Kraft suchen und erwarten, du wirst mich durch deinen allmaͤch⸗ tigen Geist staͤrken, daß ich diesen Vorsatz wirklich hinaus fuͤhre, du wirst durch ihn mir alle Hindernis⸗ se besiegen helfen, mein Herz und meinen Wandel immer mehr reinigen, mich durch und durch heili⸗ gen, daß Leib und Seele bis an meinen Tod unstraͤf⸗ lich bewahret werden. Und in diesem Vertrauen will ich meinen Lauf getrost und standhaft fortsetzen, und mich allenthal⸗ ben fest an dich halten; so werde ich nie irre gehen, nie verderben. Stehe ich doch auf jeder Stufe mei⸗ nes Daseins unter deiner Aufsicht und unter deinem Schutze, unter welchem ich nicht anders, als gluͤck⸗ selig, seyn und werden kann. Du hast ja allen dei⸗ nen Communionandachten. 95⁵ nen Verehrern lebend und sterbend verheißen, daß sie nimmermehr umkommen, sondern das ewige Le⸗ ben haben sollen. In allen meinen Geschaͤften will ich mir deine Vorschriften und dein Beispiel vor Augen stellen, und darnach denken und handeln. Jede Freude des Lebens will ich mit dankbarem Herzen froh und unschuldig genießen, meine groͤßte Freude aber, meine hoͤchste Gluͤckseligkeit darinne suchen, daß ich dich kenne, und dir an Weisheit und Tugend und Vollkommenheit nacheifere. Allent⸗ halben will ich dein Bild in meinem Herzen und Verhalten tragen, und mich als deinen Diener be⸗ weisen. In meinen Bekuͤmmernissen und Leiden will ich auf dich, meinen Vorgaͤnger, sehen, deinem Muster folgen, und mich mit deinem Beispiele troͤ⸗ sten. Auch du hast gelitten. Aber du hast uͤber⸗ wunden; und wirst auch mir uͤberwinden helfen. Du bist durch Leiden und Tod gekroͤnet worden mit Preis und Ehre; und so wir anders mitleiden, werden wir auch mit dir zur Herrlichkeit erhoben werden. Muͤh⸗ sam und dunkel ist der Weg durch diese Welt; aber herrlich sein Ausgang. Zeitlich und leicht ist das Leiden, und ewig und uͤber alle Maaßen wichtig die Herrlichkeit. Und in meinem Tode,— und wie bald, wie unvermuthet kann er kommen!— aber auch in meinem Tode bin ich noch dein. Und bin ich dein im Tode; so fuͤrchte ich den Tod nicht; nein, er ist mir troͤstlich und erfreulich; denn er ist der ö Weg 96 Communionandachten. Weg zum Leben. Der Tag meines Todes ist mit nicht traurig; nein, er ist der beste, seligste Tag meines Lebens auf Erden; denn er ist der Tag mei⸗ nes Hingangs zu dir und zur bessern Welt. Auch im Tode stehe ich unter deiner allmaͤchtigen Fuͤrsor⸗ ge. Und so komme er, wenn er wolle: du bist mein Erloͤser und Seligmacher auch im Tode, wie du es mir hier gewesen bist und in alle Ewigkeit seyn wirst. Dir befehle ich meinen Geist schon itzt auf jene Stun⸗ de des Todes; du wirst ihm, das hoffe ich mit fro⸗ her Zuversicht, bei seinem Scheiden aus dieser irdi⸗ schen Huͤtte nichts Nachtheiliges widerfahren lassen, sondern ihn durch deine allmaͤchtige Kraft in jene Welt hinuͤber fuͤhren und groͤßerer Vollkommenheit und Gluͤckseligkeit faͤhig machen. Du bist die Auf⸗ erstehung und das Leben, und auch meinen Leib wirst du wieder auferwecken und deinem verklaͤrten Leibe aͤhnlich machen, und mich nach Leib und See⸗ le von Ewigkeit zu Ewigkeit von einer Stufe der Vollkommenheit und Gluͤckseligkeit zu der andern fuͤhren. So lebe ich dir, so sterb ich dir; und so werde ich lebend und sterbend, zeitlich und ewig gluͤckselig seyn! Preis und Ehre und Anbetung, und Lob und Dank sey dir und deinem Vater und Geiste von Ewigkeit zu Ewigkeit! Groß und verehrungs⸗ wuͤrdig ist Jesus Christus; alle Lande, Himmel und Erde muͤssen seiner Ehre voll seyn! Amen. ινπn Wittenberg, gedruckt in der Ruͤbenerschen Buchdruckerei. I V. + 0C 7 c, ee, ,. yene,.... 2 N,. 2 Zvar, 20 wmmee, m, ere . e,.. ss I Hai. Le e. Eee iee S * 2 —— dme. 2.— V 7 + 2 4 +2 4 Ie. +4 Z „— G‚ ‚„*• 5⁵ ‚. V„/ 2 0* I* — * e, 22 I, I, I — I. 2 · —* H. Zan 2 7. 4.. 2 6650 722 G. 2 4 deh. 2 4——' èòk F, 222 Hüeß 2 zeeu ej. Z drmen 4. 5 i— ine 44 RI 7 ö 3— 2.5 eei.. 2ια e V. l. Mie. nmun 2. Znnn„ S— S* ——————————————— ———— ———————— —. SSDSDSDSPSPSISISIIII —.— 2 ů s ‚ 8 93 3. ö ö ö , *— 1 5 90 ö eE