— 2*—— SISRSISRSRSS — Geistliche und liebliche durch D. Martin Luthern, Johann Heermann, Paul Gerhard und andere seine Werkzeuge in den vorigen und jetzigen Zeiten gedichtet, und die bisher in Kirchen und Schulen der Königl. Preuß. und Churfl. Brandenb. Lande bekannt und mit Königl. Allergnädigst. Approbation und Freiheit gedruckt und eingeführt worden, nebst einigen Gebeten Von Johann Porst, weil. Königl. Preußischem Conststorial⸗Rathe, Probste und Inspectore in Berlin. Verbessert und vermehrt. Berlin, Jonas Verlagsbuchhandlung. 4% 18 6 5. ————— Vorrede zu der neuen Ausgabe des Porstschen Gesangbuchs. Di Porstsche Gesangbuch, welches hiermit in einer revidirten und vermehrten Ausgabe erscheint, hat mit dem reichen Schatze seiner Lieder nun bereits feit fast 150 Jahren besonders den Gemeinen un⸗ frer Provinz zu einem gesegneten Mittel der offentlichen Erbauung wie der häuslichen An⸗ dacht gedient. Hunderttausende von Exemplaren desselben find seitdem verbreitet worden und Mil⸗ lionen unsrer Vorfahren haben sich an seinen Liedern in Freude und Leid erquickt, darüber die Hände zum Gebet gefaltet und es sich zu Lehre, Trost und Ermahnung, zum Frieden im Leben und im Sterben gereichen lassen. Wenn Jemand berichten könnte, was dieses Buch die anderthalb Jahrhunderte hindurch den Gemeinen und einzelnen Herzen geleistet hat, welche Wun⸗ der der göttlichen Gnade würde der zu erzählen haben, wie viele bewegliche Geschichten von dem Wirken des Geistes GOttes an unzähligen See · len und von dem stillen Fortbau des Reiches GOttes unter uns durch dieses Buch, von so manchem frommen Entschluß, der darüber ge.⸗ faßt worden ist, und von so mancher Opfer⸗ that IV Vorrede. that gläubiger Liebe, wozu es getrieben hat!— Unverkennbar hat dieses Gesaugbuch viel dazu beigetragen, auch während der Zeit des Abfalls vom Evangelio den Glauben der Väter in un⸗ serm Volk zu erhalten und die Reinheit und Einhelligkeit des evangelischen Bekenntnisses und Gottesdienstes in unsrer Provinz zu pflegen. Es kann daher nicht befremden, daß die Gemeinen welche das Porstsche Gesangbuch von den Vätern her besitzen, es werth und theuer halten, und daß in neuerer Zeit mit dem Zu⸗ nehmen des kirchlichen Sinnes die Liebe auch Anderer demselben sich immer entschiedener zu⸗ wendet. Darum haben auch wir es für unsre unabweisbare Aufgabe erachten müssen, dasselbe in möglichst vollkommener Gestalt den Gemei⸗ nen darzubieten. Schon bei den ersten Ausgaben des Por st⸗ schen Gesangbuchs und dann im Laufe der Zeit immer mehr hatten sich unrichtige Lesarten und mannigfache Abweichungen von den ursprüngli⸗ chen Liedertexten in dasselbe eingeschlichen. Seine sämmtlichen Lieder sind deshalb mit ihren Ori⸗ ginalen, soweit diese zugänglich waren, vergli⸗ chen, und die richtigen Texte, wenn sie von dem gangbaren nicht zu auffällig abwichen, wie · derhergestellt worden. Eine verhältnißmäßig nur geringe Anzahl Lieder, die nach Inhalt und Form einer gesunden Erbauung weniger entsprachen, sind mit guten Kernliedern ver⸗ tauscht, und außerdem noch 145 solcher Ge⸗ sän⸗ 5 Vorrede. V sänge unsrer Kirche aus älterer und neuerer Zeit hinzugefügt, die durch ihre Gediegenheit sich allgemeinere Geltung erworben haben und die deshalb in den bisherigen Ausgaben des Porst von Vielen schmerzlich vermißt wurden. So ist auch der Gebets⸗Anhang ergänzt und bereichert worden. Wir übergeben demnach diese neue Ausgabe des alten Porstschen Gesangbuchs unserm christlichen Volke mit der vollen Zuversicht, es werde in dieser verbesserten Gestalt seinen alten Segensgang in immer weiteren Kreisen fort⸗ setzen, und fügen dieser Hoffnung nur noch den Wunsch und das Gebet hinzu, mit welchem der selige Porst seine Vorrede dazu schloß: „Mein Wunsch dabei ist, daß dieses Buch gleich den glühenden Kohlen vom Altar des HErrn sein möge, also, daß alle Herzen, die es im Gebrauch berühren, davon glühend und zum göttlichen Lobe und zur rechten IEsus⸗ Liebe entzündet werden. Das verleihe uns Al⸗ len aus Gnaden die heilige hochgelobte Drei⸗ einigkeit und lasse uns endlich dahin kommen, wo wir ohne Aufhören recht singen werden: Heilig, Heilig, Heilig heißt GOtt der Vater, Sohn und Geist. Hallelujah! Amen.“— Berlin, am Sonnabende vor Trinitatis 1855. Königl. Consistorium der Provinz Brandenburg. C. v. Voß. * 3Zur Nachricht. Um diese neue Ausgabe des Porstschen Ge⸗ sangbuchs neben den älteren Exemplaren des⸗ selben gebrauchen zu können, sind: 1. die zu derselben hinzugekommenen Lieder mit einem Sterne() neben ihrer Nummer versehen worden, damit sie dar⸗ an sofort als neuhinzugekommene er ⸗ kannt werden. erscheint für die Besitzer der bisherigen Ausgaben des Porst mit dieser neuen Auf⸗ lage desselben zugleich ein besonderer Anhang, in welchem diejenigen Lieder, die bei der ueuen Ausgabe statt der aus· geschiedenen Gesänge eingeschaltet oder der⸗ selben noch hinzugefügt sind, sich finden, und zwar unter derselben Nummer, die sie im Gesangbuch führen. Soll nun eins dieser Lieder, z. B. Nr. 76, von der Gemeine gesungen werden, so ist nur beim Anschreiben desselben neben der Nummer desselben ein Stern zu machen, also z. B. Nr. 76 an die Tafel zu schreiben, damit die Besitzer der älteren Ausgaben des Porst sogleich wissen, daß sie das betreffende Lied nicht unter Nr. 76 ihrer älteren Ausgabe, sondern unter Nr. 76 des dazu erworbenen Anhanges zu suchen ha⸗ ben. Dieser Anhang ist übrigens für den Preis von 2 Sgr.(im groben Druck für 4 Sgr.) In beziehen. —eee— ISDSDTTTTTTTT Dieses verbesserte und vermehrte Porst'sche Gesangbuch ist nebst der Consistorial-Ausgabe des alten Porst'schen Gesangbuchs von den Hohen Kirchenbehörden zum ausschließlichen Gebrauch in Kirchen und Schulen bestimmt, und demselben jetzt ein alphabetisches Register der Grundmelodien und der Lieder zu den Evangelien und Episteln an Sonn⸗ und Fest⸗ tagen angefügt. Jeder nicht mit dem Stempel des Königl. Consistoriums der Provinz Brandenburg ver⸗ sehene Abdruck wird von dem Verleger als Nachdruck verfolgt werden. Preis ungebunden 11 Sgr. Alphabetisches Register der Grundmelodien, welche, sammt den Liedern, die darnach gehen, un⸗ ter einander vertauscht werden koͤnnen. Mel. 1. Ach bleib bei uns, HErr IJEsu Christ. Allein auf GOtt setz dein Danstaun. Christ, der du bist der helle Tag. Christe, der du bist Tag und Licht. Christum wir sollen loben schon. Der du bist drei in Einigkeit. Erhalt uns, HErr, bei deinem Wort. HErr GOtt dich loben alle wir. HErr IEsu Christ, dich zu uns wend. HErr 10 IEsu Christ, meins Lebens Licht. HErr IEsu Ehrist, wahr Mensch und GOtt. Komm/ GOtt Schoͤpfer, heiliger Geist. Nun laßt uns den Leib begraben. Vom Himmel hoch da komm ich her. Von Adam her so lange Zeit. Vor deinen Thron tret ich hiermit. Wenn wir in hoͤchsten Noͤthen sein. Wo Gott zum Haus nicht giebt sein Gunst. Mel. 2. Ach GOtt und HErr, wie groß und schwer. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. Mel. 3. Ach GOtt, vom Himmel sieh darein. Allein GOtt in der Hoͤh sei Ehr. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. Es ist das Heil uns kommen her. Es ist gewißlich an der Zeit. Es spricht der Unweisen Mund. HErr JEsu Christ, du hoͤchstes Gut. HErr IEsu Christ, ich weiß gar wohl. HErr, straf mich nicht in deinem Zorn. Mein Herzens⸗JIEsu, meine Lust. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. ——ö7 ———————— Ach was ist doch unser Leb'n. Alphabetisches Register Waͤr GOtt nicht mit uns diese Zeit. Wenn mein Stuͤndlrin vorhanden ist. Wo Gott der HErr nicht bei uns haͤlt. Mel. 4. Ach, laßdichjetzt finden, kom, JEsu, kom̃fort. O JeEsu, mein Braͤutigam, wie ist mir so wohl. Mel. 5. Ach mein HErr IJEsu, dein Nahesein. Nun bitten wir den heiligen Geist. Mel. 6. Ach sagt mir nichts von Gold und Schaͤtzen. O daß ich tausend Zungen haͤtte. Wer nur den lieben Gott laͤßt walten. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. Mel. 6 a. Hoͤchster Priester, der du dich. IEsu, komm doch selbst zu mir. aßt uns alle froͤhlich sein. Nun komm der Heiden Heiland. Mel. 7. Allein auf GOtt setz dein Vertraun. ‚ (vergl. Mel. 1.) Mel. 8. Allein GOtt in der Hoͤh sei Ehr. (vergl. Mel. 3.) Mel. 9. Alle Menschen mussen sterben. Du, schoͤnes Weltgebaͤude. JEsu, der du meine Seele. Jelu, meines Lebens R0107 Mel. Allenthalben, wo ich 4198 Sollt es gleich bisweilen scheinen. (wobei die Melodie zu wiederholen ist.) Mel. 11. Alles ist an GOttes Gegen O wie selig sind die Seelen. Mel. 12. Auf, auf'mein Herzunddumeinganzer Sinn. Du Geist des e 19 von GOtt ausgehst. Aus meines Herzens Grunde. Helft mir GOtts Guͤte preisen. ö der Grundmelodieen. Von GoOtt will ich nicht lassen. Zeuch ein zu meinen Thoren. Mel. 14. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. (vergl. Mel. 3.) Mel. 15. Befiehl du deine Wege. Dank sei GOtt in der Hoͤhe. Herzlich thut mich verlangen. Ich dank dir, lieber HErre. Keinen hat GoOtt verlassen. Valet will ich dir geben. Mel. 16. Christ, der du bist der helle Tag. (vergl. Mel. 1.) Mel. 17. Christe, der du bist Tag und Licht. (vergl. Mel. 1.) Mel. 18. Christum wir sollen loben schon. (vergl. Mel. 1.) Mel. 19. Christ, unser HErr, zum Jordan kam. Es woll uns GOtt genaͤdig sein. Mel. 20. Christus, der uns selig macht. Einen guten Kampf hab ich. Schwing dich auf zu deinem GOtt. Mel. 21. Da IEsus an dem Kreuze stund. Ich weiß, mein GOtt, daß all mein Thun. In dich hab ich gehoffet, HErr. Mel. 22. Dank sei GOtt in der Hoͤhe. (vergl. Mel. 15.) Mel. 23. Der du bist drei in Einigkeit. (vergl. Mel. 1.) Mel. 24. Die Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen. GOtt, der du fuͤr uns deinen Sohn gegeben. Herzliebster JEsu, was hast du verbrochen. Lobet den HErren alle, die ihn ehren. — Alphabetisches Register Mel. 25. Dies sind die heilgen zehn Gebot. Erschienen ist der herrlich Tag. Gelobet seist du JEsu Christ. Heut triumphiret GOttes Sohn. Mel. 26. Du Geist des HErrn, der du von GOtt aus⸗ gehst.(vergl. Mel. 12.) Mel. 27. Du, o schoͤnes Weltgebaͤude. (vergl. Mel. 9.) Mel. 28. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. O HErre GOtt, dein gottlich Wort. So gehest du, mein JEsu, hin. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. Mel. 29. Einen guten Kampf hab ich. (vergl. Mel. 20.) Mel. 30. Erhalt uns, HErr, bei deinem Wort. (vergl. Mel. 1.) Mel. 30 a. Erguicke mich, du Heil der Sünder. Mein JeEsu, hier sind deine Bruͤder. Mel. 31. Erschienen ist der herrlich Tag. (vergl. Mel. 255 ů Mel. 32. Es ist das Heil uns kommen her. ö (vergl. Mel. 3.) Mel. 33. Es ist gewißlich an der Zeit. „(vergl. Mel. 3.) ö mel. 34.* Es spricht der Unweisen Mund. (vergl. Mel. 3.) Mel. 35. Es woll uns GOtt genaͤdig sein. (vergl. Mel. 19.) Mel. 36. Freu dich sehr, o meine Seele. der Grundmelodieen. Wie nach einer Wasserquelle. IEsu, deine tiefen Wunden. Werde munter, mein Gemuͤthe. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. Mlel. 37. Froͤhlich soll mein Herze springen. Warum sollt ich mich denn graͤmen. Mel. 38. Gelobet sei der HErr, der GOtt Israel. i Seele erhebet den HErrn. Mel. 39. Gelobet seist du, f N. Christ. (vergl. Mel. 25.) Mel. 40. GOtt, der du fuͤr uns 11 24. Sohn gegeben. (vergl. Mel. 24.) Mel. 41. GOtt des Himmels und der Erden. Komm, o komm, du Geist des Lebens. Liebe, die du mich zum Bilde. Meine Hoffnung stehet feste. Mlel. 42. GOtt wills machen, daß die Sachen. Seeln recht, wenn GOttes Gnade. Seelenweide, meine Freude. Mel. 43. Helft mir GOttes Guͤte 423. (vergl. Mel. 13.) Mel. 44. HErr GOtt, dich loben—13 wir. (vergl. Mel. 1.) Mel. 45. HErr, ich habe mißgehandelt. IEsu, Kraft der bloden Herzen. Unser Herrscher, unser Koͤnig. Mel. 46. HErr IEsu Christ, dich zu uns wend. (vergl. Mel. 10 Mel. 47. HErr JEsu Christ, du 27 Gut. (vergl. Mel. Mel. 48. HErr IEsu Christ, ich 1039 gar wohl. (vergl. Mel. ιι¹ν * Heut triumphiret GOttes Sohn. Alphabetisches Register Mel. 49. HErr(O) JEsu Christ, meins Lebens Licht. (vergl. Mel. 1.) Mel. 50. HErr JEsu Christ, wahr Mensch und GOtt. (vergl. Mel. 1.) Mlel. 51. HErr, straf mich nicht in deinem Zorn. (vergl. Mel. 3.) Mel. 52. Herzlich thut mich verlangen. (vergl. Mel. 15.) Mel. 53. Herzliebster JEsu, was hast du verbrochen. (vergl. Mel. 24.) Mel. 54. (vergl. Mel. 25.) Mel. 55. Hilf GOtt, daß mirs gelinge. Wenn meine Suͤnd mich kraͤnken.) öchster Pries der dun 0 Hoͤchster Priester, der du dich. (vergl. Mel. 6 a.) Mel. 57. Huͤter, wird die Racht der Suͤnden. Meine Armuth macht mich schreien. Mel. 58. Ich dank dir, lieber HErre. (vergl. Mel. 15.) Mel. 59. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. (vergl. Mel. 2.) Mel. 60. Ich singe dir mit Herz und Mund. Lobt GOtt, ihr Christen, alle gleich. Nun sich der Tag geendet hat. Mel. 61. ö Ich weiß, mein GOtt, daß all mein Thun. (vergl. Mel. 21.) der Grundmelodieen. Mel. 62. IEsu, der du meine Seele. (vergl. Mel. 9.) Mel. 63. IEsu deine tiefen Wunden. (vergl. Mel. 36.) Me. 64. IEsu, komm doch selbst zu mir. (vergl. Mel. 6 a.) Klel. 65. IE su, Kraft der bloͤden Herzen. (vergl. Mel. 45.) Mel. 66. IEsu, meines Lebens Leben. (vergl. Mel. 9.) Mel. 67. IEsus meine Zuversicht. Meinen IEsum laß ich nicht. Mel. 67 a. O Welt, ich muß dich lassen. In allen meinen Thaten. Nun ruhen alle Waͤlder. Mel. 68. In dich hab ich gehoffet, HErr. (vergl. Mel. 21.) Mel. 69. Keinen hat GOtt verlassen. (vergl. Mel. 15.) Mel. 70. Komm, GoOtt Schoͤpfer, heiliger Geist. (vergl. Mel. 1.) Mel. 71. Kom m, o komm, du Geist des Lebens. (vergl. Mel. 41.) Mel. 71 a. Lasset uns den HErren preisen. Sollt ich meinem GOtt nicht singen. Mel. 72. Laßt uns alle froͤhlich sein. (vergl. Mel. 6 a.) Mel. 73. Liebe, die du mich zum Bilde. (vergl. Mel. 41.) Alphabetisches Register Mel. 74. Lobet den HErren alle, 977 ihn ehren. (vergl. Mel. 24.) Mel. 75. Lobt GOtt, ihr Christen, 6900 gleich. (vergl. Mel. 60.) Alel. 76. Mache dich mein Geist bereit. Straf mich nicht in deinem Zorn. Mel. 77. Meine Armuth macht mich schreien. (vergl. Mel. 57.) Mel. 78. Meine Hoffnung stehet feste. (vergl. Mel. 41.) Mel. 79. Meinen JEsum laß ich nicht. (vergl. Mel. 67.) Klel. 80. Meine Seele erhebet den.— (vergl. Mel. 38.) Mel. 81. Mein Herzens⸗ dergl 3 meine Lust. (vergl. Mel. 3 Mel. 82. Mein IEsu, hier sind deine Bruͤder. (vergl.—0—8—. Mel. Run bitten wir den 1510056 Geist. (vergl. Mel. 5.) Mel. 84. Nun danket alle GOtt. O GoOtt, du frommer GOtt. Mel. 85. Nun freut euch, lieben 45 gmeist. (vergl. Mel. 3 Mel. 86. Run komm der Heiden Heiland. (vergl. Mel. 6 a.) Mel. 87. Nun laßt uns den Leib 111— (vergl. Mel. 1) der Grundmelodieen. Mel. 88. Nun sich der Tag geendet hat. (vergl. Mel. 60.) Mel. 89. O daß ich tausend 5 Ml 6 haͤtte. (vergl. Mel. 6.) Mel. 90. O du Liebe meiner Liebe. O Durchbrecher aller Bande. Mel. 91. O GOtt, du frommer GOtt. (vergl. Mel. 84.) Mel. 92. O HErre GOtt, dein l. 2.0 Wort. (vergl. Mel. 28.) Mel. 93. OIEsu Christ, dein Kripplein ist. Wir Christenleut habn jetzo Freud. Mel. 94. O JIEsu, mein bertt. el. 2. wie ist mir. (vergl. Mel. 4 Mel. 95. O Welt, ich muß dich lassen. (vergl. Mel. 67 a.) Mel. 96. O wie selig sind die Seelen. (vergl. Mel. 11.) Mel. 97. Ringe recht, wenn GOttes Gnade. (vergl. Mel. 42.) Mel. 98. Schwing dich( Rl20. GoOtt. (vergl. Mel. 20.) Mel. 99. Seelenweide, meine Freude. (vergl. Mel. 42.) Mel. 100. So gehest du, mein JEsu, hin. x(vergl. Mel. 28.) Mel. 101. Sollt es gleich af M scheinen. (vergl. Mel. 10.) Alphabetisches Register Mel. 102. Sollt ich meinem GOtt nicht singen. (vergl. Mel. 71 a.) Mel. 103. Straf mich nicht in deinem Zorn. (vergl. Mel. 76.) Mel. 104. 0 Unser Herrscher, al. R. Koͤnig. (vergl. Mel. 45.) Mel. 105. Valet will ich dir geben. (vergl. Mel. 15.) Mel. 106. Vom Himmel hoch da komm ich her. (vergl. Mel. 1.) Mel. 107. Von GOtt will ich nicht 139˙— (vergl. Mel. 13.) Mel. 107 a. Von Adam her so lange Zeit. (vergl. Mel. 1.)— Mel. 108. Vor deinen Thron tret ich hiermit. (vergl. Mel. 1). Mel. 109. Waͤr GOtt nicht mit uns diese Zeit. (vergl. Mel. 3.) Mel. 110. Warum sollt ich mich 993 9 raͤmen. (vergl. Mel. Mel. 1165 Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. (vergl. Mel. 2 28.) Mel. 111 a. Wenn meine Sünd mich kraͤnken.—* (vergl. Mel. 55.) Mel. 112. Wenn mein Stuͤndlein vorhanden ist. (vergl. Mel. 3.) Mel. 113. Wenn wir in hoͤchsten Noͤthen sein. (vergl. Mel. J.) der Grundmelodieen. Mel. 114. Werde munter, mein Gemüuͤthe. (vergl. Mel. 36.) Mel. 115. Wer nur den lieben GOtt laͤßt walten. (vergl. Mel. 6.) Mel. 116. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. (vergl. Mel. 6.) Alel. 117. Wie nach einer Wasserquelle. (vergl. Mel. 36.) Mel. 118. Wir Christenleut habn jetzo Freud. (vergl. Mel. 93.) Mel. 119. Wo Gott der HeErr nicht bei uns haͤlt. (vergl. Mel. 3.) Mel. 120. Wo GOtt zum Haus nicht giebt sein Gunst. (vergl. Mel. 1.) Mel. 121. Zeuch ein zu meinen Thoren. (vergl. Mel. 13.) Mel. 122. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. (vergl. Mel. 36.) ö ö —— — V. 44 1 44 6 144 *4 48 14 1 Lieder zu den Evangelien und Episteln Lieder zu den Evangelien und Episteln der Sonn⸗ und Fest⸗Tage. 1. Advent. Ev. Matth. 21, 1—9. Nr. Nun kommt das neue Kirchenjahr 929 Wie soll ich dich empfangen 20 Ep. Roͤm. 13, 11—14. Christe, wahres Seelenlicht 61¹9 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 76⁷ 2. Advent. Ev. Luc. 21, 25—36. GOttes Sohn ist kommen 14 Run jauchzet all, ihr Frommen 17 Ep. Roͤm. 15, 4—13. Es woll uns GOtt genaͤdig sein 194⁴ Singt dem HErrn nah und fern 601¹ 3. Advent. Ev. Matth. 11, 2—10. Auf, auf, ihr Reichsgenossen 13 Run freut euch, lieben Christen g'mein. 3⁴⁴ Ep. 1. Cor. 4, 1—5. Es ist gewißlich an der Zeit 891 O HErre GOtt, dein gottlich Wort 20² 4. Advent. Ev. Joh. 1, 19—28. Mit Ernst, o Menschenkinder 16 Warum willst du draußen stehen 21 Ey. Phil.&, 4—. Freuet euch, ihr Christen alle 31 Macht hoch die Thuͤr, die Thor macht weit 928 1. heil. Christtag. Ev. Lue. 2, 11—14. Lobt GOtt, ihr Christen, alle gleich 4⁵ Vom Himmel hoch da komm ich her 50 Ep. Tit. 2/ 11—14. Adam hat im Paradies 930 HErr Christ, der einig GOttes Sohn 35 —— der Sonn- und Festtage. 2. heil. Christtag. Ev. Luc. 2, 15—20. Nr. Froͤhlich soll mein Herze springen 32 Ich steh an deiner Krippen hier 38 Ep. Apostelg. 6, 8 ff. oder Tit. 3, 4—7. Durch Adams Fall ist ganz verderbt 191 Schatz uͤber alle Schaͤtze 568 Sonntag nach dem Christfest. Ev. Luc. 2, 33—40. HErr JEsu, Licht der Heiden 10²⁰ Mit Fried und We. fahr ich dahin 87² Gal. 4, 1—7. Also hat GOtt Welt geliebt 327 Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket 933 Neujahr. ö Ev. Luc. 2, 21. Helft mir GOttes Guͤte preisen 68⁵ Nun laßt uns gehn und treten 689 ö Ep. Gal. 3, 23—29. In dich hab ich gehoffet, HErr 47⁸ ö Wenn dein herzliebster Sohn, o GOtt 38²2 Sonntag nach Neujahr. Ev. Matth. 2, 13—23. + So fuͤhrst du doch recht selig 363 Wo Gott der HeErr nicht bei uns haͤlt 8⁴41 Ep. 1 Petri 4, 12—19. Befiehl du deine Wege 353 Welch eine Sorg und Furcht 81⁰ ö Epiphanias⸗Sest. Ev. Matth. 2, 1—12 und Matth. 3, 13——̊2 Auf, Seele, auf und saͤume nicht Christ, unser HErr, zum Jordan kam 210 Ich bin getauft auf deinen Namen 983³ IEsu, großer Wunderstern 9⁴⁰ ö ö Ep. Jes. 60, 1—6. . Gelobet seist du, JEsu Christ 33 ö Wie schoͤn leuchte der Morgenstern 417 1. Sonntag nach Epiphanias. E. Lue. 2, 41—54. Dies sind die heiligen zehn Gebot 190⁰ Wollt ihr den HErren finden 77⁷ Ep. Roͤm. 12, 1—6. HErr JEsu, Gnadensonne 793 Mein GOtt das Herz ich bringe dir 796 Lieder zu den Evangelien und Episteln 2. Sonntag nach Epiphanias. Eo. Joh. 2, 1—11. Nr. Der HErr ist mein getreuer Hirt 490 Wie schoͤn ists doch, HErr JEsu Christ 10⁰³ 6 Ey. Roͤm. 12, 7—16. Hilf mir, mein GOtt, hilf, daß nach dir 79⁵5 O GoOtt, du frommer GOtt 803 3. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Matth. 8, 1—13. Allein zu dir, HErr IEsu Christ 2⁴⁸ O Gottes Sohn, HErr IEsu Christ 282 . Ev. Röm. 12, 17—21. Heiligster JEsu, Heiligungsquelle 789 Bater unser im Himmelreich 292 4. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Matth. 8, 23—-27. Wenn wir in hoͤchsten Noͤthen sein 29⁷ Wer ist wohl wie du 68 Ev. Röm. 13, 8-10. Ihr Kinder der Hoͤchsten/ wie stehts 81⁷ Run bitten wir den heiligen Geist 18⁰ ö 5. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Matth. 13, 21—30. Ach GOtt, vom Himmel sieh darein 188 Mache dich, mein Geist bereit 28 — Ep. Kol. 3, 12—17. Dir, dir, Jehovah, will ich singen 286 Kommt, laßt euch den HErren lehren 32²2 6. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Matth. 17, 1—-9. Herzlich lieb hab ich dich, 9 HErr 332 O IEsu, IEsu, GOttes Sohn 3⁴8⁸ Ep. 2. Petri 1, 16—21. Erhalt uns, HErr, bei deinem Wort 192 Großer Prophete, mein Herze begehret 57 Maria Reinigung. „Ev, Luc. 2, 22—32. Gott Lob, mein JIEsus macht mich rein 1851 HErr, nun laß im Friede 8¹ Ehy. Maleachi 3, 1—4. . wird doc Seligkeiten 7⁴⁸ ie wird doch so gering 6⁴¹ ————— der Sonn- und Festtage. Sonntag Septuagesimä. Ev. Matth. 20. 1—16. Es ist das Heil uns kommen her Schaffet, daß ihr selig werdet Ep. 1. Cor. 9, 24—10, 5. Auf, Chrisenmensch, auf, auf zum Streit IEsu, hilf siegen, du Fuͤrste des Lebens Sonntag Sexagesima. Ev. Luc. 8, 4—15. O Mensch, wie ist dein Herz bestellt Wir Menschen sind 3 dem, o GOtt Ey. 2. Cor. 11, 19 ff. Ach GOtt, wie manches Herzeleid Weicht, ihr Berge, fallt ihr Huͤgel Sonntag Guinquagesima. Ev. Luc. 18, 31—43 Ein Laͤmmlein geht und traͤgt die Schuld HErr, staͤrke mich, dein Leiden zu bedenken Ev. I. Cor. 13, 1—13. Ich ruf zu dir, HErr IEsu Christ Wenn einer alle Kunst Sonntag Invocavit. ö Ev. Math. 4, 1—11. Auf, ihr Christen, Christi Glieder Ruͤstet euch, ihr Christenleute Ep. 2. Cor. 6, 1—10. Ringe recht, wenn GOttes Gnade Warum sollt ich mich denn graͤmen Sonntag Reminiscere. Ev. Matth. 15, 21—28. Ach was soll ich Suͤnder machen Sollt es gleich bisweilen scheinen Ep. 1 Thess. 4, 1—7. Ein reines Herz, HErr, schaff in mir Keuscher JEsu, hoch von Adel Sonntag Oculi. Ev. Luc. 11, 14-28. GOtt der Vater wohn uns bei O Durchbrecher aller Bande Ev. Eph. 5, 1—9. HErr JEsu, ewges Licht Wenn meine Suͤnd mich kraͤnken Nr. 37⁵ 80⁷ 463 47⁷ 204 208 4²¹ 399 78 87 476 8²¹ 464 466 98⁰ 533 244 530 8¹3 8¹⁴ 8⁰² 10³³ 126 ———ss—— + Lieder zu den Evangelien und Episteln Sonntag Latare. Ev. Joh. 6, 1—15. Der HErr, der aller Enden Zwei Ding, o HErr, bitt ich von dir Ep. Gal. 4, 21—31— Es spricht der Unweisen Mund wohl Mein Vater, zeuge mich Sonntag Judica. Ev. Joh. 8, 46—-59. HErr, deine Treue ist so groß HErr IEsu Christ, wahr Mensch und GOtt Ep. Hebr. 9, 11—15. Die Seele Christi heilge mich IEsu, deine tiefen Wunden Maria Verkündigung. Ev. Luc. 1, 26—38. Christum wir sollen loben schon Lob sei dem allerhoͤchsten GOtt Ep. Jes. 7, 10—15. Kommst du nun, IJEsu, vom Lasset uns den HErren preisen, und Palmsonntag. Ev. Matth. 21, 1—-9. Hosiannah, Davids Sohn Lasset uns mit IEsu ziehen Ep. Phil. 2, 5—11. Folget mir, ruft uns das Leben Preis, Lob, Ehr, Ruhm, Dank, Kraft Gründonnerstag. Ev. Joh. 13, 1—15. Erbarm dich mein, o HErre GOtt Ich komme, HErr, und suche dich Ep. 1. Cor. 11, 23—32. Gott sei gelobet und gebenedeiet Schmuͤcke dich, o liebe Seele Char⸗Sreitag. Die Leidensgeschichte und Jes. 53. Siehe die Passionslieder Nr. 69—128. I. heil. Ostertag. ö Ev. Mare. 16, 1—8. Christ ist erstanden von der Marter alle Fruͤh morgens, da die Sonn' aufgeht Ey. I. Cor 5, 6—8. Christ lag in Todesbanden Hochster Priester, der du dich Nr. 189 369 193 6⁵ 499 858 7⁵ 93 24 15 4² 590 926 9 788 599 25⁴4 231 22⁴ 23⁵5 13²2 136 13³ 7⁵¹ der Sonn- und Kesttage. 2. heil. Gstertag. Ev. Lue. 24, 13—35. Erschienen ist der herrlich Tag Sei froͤhlich alles weit und breit 0 Ep. Apostelg. 10, 34—41. Lasset uns den HErren preisen, o ihr Lebt Christus, was bin ich betruͤbt Sonntag Guasimodogeniti. Ev. Joh. 20, 19—31. Erinnre dich, mein Geist, erfreut So wahr ich lebe, spricht dein GOtt p. 1. Joh. 5, 410. Das Leben unsers Koͤnigs siegt Der Glaub ist eine Zuversicht Sonntag Misericordias Domini. ö Ev. Joh. 10, 12—6. IEsu, frommer Menschenheerden Ihr armen Suͤnder kommt zu Hauf Ev. 1. Petri 2, 21—25. Geduldigs Laͤmmlein, IEsu Christ Mir nach, spricht Christus, unser Held Sonntag Jubilate. Ev. Joh. 16, 16—-23. IEsu, meine Freude Kommt her zu mir, spricht GOttes Sohn Ep. 1. Petri 2, 11-20. Ach, hoͤchster GOtt, verleihe mir Christi Tod ist Adams Leben Am Bußtaͤge. Siehe die Lieder Nr. 239—280. Sonntag Cantate. ö Ev. Joh. 16, 5—15. Du Geist des HErrn, der du von GOtt Vater, sende deinen Geist Ey. Jac. 1, 16—21. Ach GOtt, gieb du uns deine Gnad Mensch, willst du leben seliglich x Sonntag Rogate. ů Ev. Joh. 16, 23—30. Betgemeine, heilge dich Sieh, hier bin ich, Ehrenkoͤnig Ev. Jac. 1, 22—27. Du sagst, ich bin ein Christ O Weisheit aus der Hoͤh WIEIAIAIII——— EEV Nr. 13⁵ 14⁸ 141 14² 9⁴49 27⁴ 465⁵ 991 58 379 83 7⁵ 7⁵⁵ 443 78⁰ 738 169 17¹ 77⁷ 200 99⁵ 291 3²⁰ 323 Lieder zu den Evangelien und Episteln Am Simmelfahrtsfeste. Ev. Matth. 16, 14—20. Nr. Ach wundergroßer Siegesheld 153 Auf Christi Himmelfahrt allein 154 Ev. Apostelg. 1, 1—11. Wir danken dir, HErr IEsu Christ 165⁵ Zeuch uns nach dir, so Tommen wir 57⁰ Sonntag Exaudi. Ev. Joh. 15, 36—46, 4. Komm, o komm, du Geist des Lebens 178 O heilger Geist, kehr bei uns ein 18² .1. Petri 4, 8—11. GOtt, gieb einen milden Regen 961 O Vater, unser GOtt es ist 290 1. heil. Pfingsttag. Ev. Joh. 14, 23—31. IEsu, komm mit deinem Vater 19⁷ Komm, GoOtt Schoͤpfer, heiliger Geist 17⁴ Ev. Apostelg. 2, 1—13. GOtt, du hast in deinem Sohn 960 Komm, Troͤster, komm hernieder 179 2. heil. Pfingsttag. Ev. Joh. 3, 16—21. Heut ist das rechte Jubelfest 173³ Komm, heiliger Geist, HErre GOtt 17⁷ p. Apostelg. 10, 42—48. HErr IEsu Chris, dich zu uns wend 17² Zeuch ein zu meinen Thoren 186 Trinitatisfest. Joh. 3, 1—15. Allein GOtt 1 der Hoͤh sei Ehr 1 Hochheilige Dreieinigkeit 8 Ev. Roͤm. 11, 33—36. Du dreimal großer GOtt 3 Seligstes Wesen, unendliche Wonne 12 4 I. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 16, 19—31. Du, o schöͤnes Weltgebaͤnde 8²⁷ S Emigkeit, du Donermwort 89⁴ Ev. Joh. 4, 16—21. Liebe, die du mich—5 Bilde 34⁴1 O Vaterherz, o Liebesbrunst 349 4 der Sonn- und Kesttage. 2. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 14, 16—24. Der Gnadenbrunn fleußt noch Eins ist noth, 0 4. Woh dies Eine Joh. 3, 13—18. —5 und Herz Rsut zusammen O IEsu Christ, mein schoͤnstes Licht 3. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Lue. 15— 1—10. Ach ein Wort von großer Treu IEsus nimmt Er 4. Pelt an 1. Petri 5j 6— 11. Befiehl dem n deine Wege Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder Am Tage Johannis des Täufers. Ev. Luc. 1, 57-80. Ach GOtt, ich muß dirs klagen Hallelujah, Lob, 55. 24 Ehr Ep. s. 40, 1—5. rohlocket mit Haͤnden she Voͤlker eht, ihr traurigen Gedanken 4. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 6, 36—42. GOtt ist die wahre Liebe Wohl dem Menschen, der nicht wandelt Ep. Roͤm. 8, 18—23. Es ist noch eine Ruh vorhanden Sei getreu in deinem Leiden Maria ZSeimsuchung. Ev. Luc. 1, 39—-56. GOtt sei Dank durch alle Welt Wir singen dir, Immanuel Ep. Jes. 11, 1— Ewig sei dir Lob gesungen Kommt und laßt uns Christum ehren 5. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 5, 1—11. Du bist ein Mensch, das weißt du wohl Wo GOtt zum Haus nicht giebt sein Gunst Ep. 1. Petri 3, 8—15. Iů Gott fuͤr mich, so trete O GoOtt, mein Schoͤpfer, edler Fuͤrst 35⁴ 36⁷7 527 8¹⁵ Lieder zu den Evangelien und Episteln 6. Sonntag 9155 Trinitatis. ö Ev. Matth. 5, 20—26. Nr. ö Ach, Abba, schenk in JEsu Ramen 778 é Erleucht mich, HErr, mein Licht 32¹ ö Ep. Roͤm. 6, 3—11. GOtt Vater, Sohn und hellger Geist 21¹¹ O GOtt, da ich gar kein Rath 21² 7. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Mare. 8, 1—9. Nun lob, mein Seel, den HErren 597 Wer nur den lieben GOtt 110 walten 366 Ep. Rom. 6, 19—23. ö Schaff in mir, GOtt, ein reines Herz 735⁰ Treuer Vater, deine Liebe 3²⁴ ö 8. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 7, 15—23. GOtt hat das Evangelium 9¹⁸ ö Versuchet euch doch selbst 283 Ep. Roͤm. 8, 12—17. ö Entfernet euch, ihr matten Kräfte 7⁴² O du allersuͤßte Freude 18¹ 9. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 16, 1—9. Ach GOtt und HErr 2⁴⁰ Wachet auf, ihr——00 Christen 80 Ep. J. Cor. 10, 6—13. Die Tugend wird durchs Kreuz geuͤbet 46⁷ GOtt ist getreu, der uͤber meine Kraͤfte 70⁵ 10. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 19, 41—48. An Wasserfluͤssen Babylon 8²⁵ Nimm von uns, 2— 6 du treuer GOtt 295 Ep. 1. Cor. 12, 1—11. Komm, heiliger Geit du hoͤchstes Gut 176 Sollt ich meinem GOtt nicht singen 60² 4 11. de nach Trinitatis. Ev. Luc. 18, 9—14. 6 tiefer Noth schrei ich zu dir 25⁵⁰0 O JeEsu Christ, du 1656. Gut ꝛc. 105 doch 271 Ep. 1. Cor. 15, 1—10. Aus Gnaden soll ich 0 werden 990 Halt im Gedaͤchtniß Efum Christ 993 der Sonn- und Festtage. 12. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Marc. 7, 31—37. Ach, mein IEsu, welch Verderben IEsu, Kraft der——2966 Herzen Ep. 2. Cor. 3, 4—11. Ach was sind wir ohne IEsum Theures Wort aus GOttes Munde 13. Sonntag nach Trinitatis. Ep. Luc. 10, 23—37. Meines Lebens beste Freude Seelenbraͤutigam Ep. Gal. 3, 15—22. Der HeErr hat alles wohlgemacht Geht hin, ihr glaͤubigen Gedanken 14. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Lue. 17, 11—19. Ich armer Mensch, ich armer Suͤnder O, daß ich* 664105 haͤtte Ep. Gal. 5, 16—24. Ein Ehrist, ein tapfrer Kriegesheld Hier ist mein Herz, HErr, nimm es hin 15. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 6, 24—34. Seele, was ermuͤdst du dich Warum willst du doch fuͤr 29661 p. Gal. 5, 25—6, 1 O du allertiefste Liebe O wie moͤgen wir doch unser Leben 16. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 7, 11—17. IEsus, meine Zuversicht Mitten wir im Leben sind Ep. Eph. 3, 13—21. Ich habe nun den Grund gefunden IEsus, IEsus, nichts als JIEsus Michaelisfest. Ev. Matth. 18, 1—11. HErr GOtt, dich loben alle wir GOtt, der du aus Herzensgrund Ep. Offenb. 12, 7—12. Gewonnen, gewonnen, der Satanas lieget Wer uͤberwindet, soll Nr. 2⁴² 378 37² 979 906 351 57⁸ 99² 26² 598 469 7⁴49 557 36⁵ 80¹ 1069 138 87³3 397⁷7 336 6¹² 6¹3 611 48⁵ Lieder zu den Evangelien und Episteln 17. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 14, 1—11. Ach bleib bei uns, HErr IEsu Christ Heut ist des HErrn Ruhetag Ep. Eph. 4, 1—6. Kommt ins Reich der Liebe Sieh, wie lieblich und wie frei 18. Sonntag nach Trinitatis. ö Ev. Matth. 22, 34 46. Koͤnig, dem kein Koͤnig gleichet O Licht vom Licht, o Vaters Glanz Ep. 1. Cor. 1, 4—9. HErr, wenn ich dich nur werde haben Man lobt dich in der Stille 19. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 9, 1—8. Mein IEsu, dem die Seraphinen O Ursprung des Lebens, o ewiges Licht Ep. Eph. 4, 22—28. Erneure mich, o ewges Licht Es glaͤnzet der Christen inwendiges Leben 20. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 22, 1—14. Hilf, GOtt, wie gehts doch jetzo zu Such, wer da will, ein ander Ziel p. Eph. 5, 15—21. HErr, aller Weisheit Quell und Grund Ich singe dir mit Herz und Mund 21. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Joh. 4, 47—54. Auf meinen lieben GOtt Von Gott will ich nicht lassen Ep. Eph. 6, 10—17. Es kostet viel, ein Christ zu sein Fahre fort, Zion, fahre fort im Licht 22. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 18, 23—35 Ich will von meiner Missethat Wo soll ich fliehen hin Ep. Phil. 1, 3—11. Unser Herrscher, unser Koͤnig Was kann ich doch fuͤr Dank Nr. 18⁷ 19⁵5 10⁵⁵ 8²⁰ 40⁵ 4¹⁸ 550 59⁴4 281 567 786 78⁷ 7⁵0 559 790 588 51⁷7 532 471 47² 264 28⁰ 60⁵ 38¹ ˙ — 2.—— der Sonn- und Festtage. 23. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 22, 15—22 GOtt, der du Herzenskenner bist Was giebst du Enn 0 meine Seele p. Phil. 3, 17—21. Himmelan geht mmit Babhn Laß uns doch nicht begehren 4 24. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 9, 18—-26. Du unbegreiflich hoͤchstes Gut Ich weiß, daß mein Erloͤser lebt Ep. Col. 1, 914. IEsu, der du meine Seele Womit soll ich dich wohl loben 25. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 24, 15—28. Ach GOtt, thu dich erbarmen Bedenke, Mensch, das Ende Ep. 1. Thess. 4, 13—18. Alle Menschen muͤssen sterben O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen 26. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 25, 31—46. Es wird schier der letzte Tag brdommen O Suͤndenmensch, bedenk den Tod Ep. 2. Petri 3, 3—14. Du siehst, o Deusch wie fort und fort Fuͤrst der Fuͤrsten, IEsu Christ 27. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 25, 1—13. Ermuntert euch, ihr Frommen Wachet auf, ruft uns die Stimme Ep. 1. Thess. 5. 1—10. Ein Troͤpflein von den Reben Zeuch, Israel, zu deiner Ruh Reformalionsfest. Ein feste Burg ist unser GOtt Verzage nicht, o Haͤuflein klein Waͤr GOtt nicht mit uns diese Zeit Zion klagt mit Angst und Schmerzen Lieder zu den Ev. u. Ep. der Sonn⸗ u. Festtage. ö Todtenfest. Nr. Christus der ist mein Leben 84 Der Tod fuͤhret uns zum Leben 90¹ Ich bin ja, HErr, in deiner Macht 86² +* Ich hab mein Sach GOtt heimgestellt 864 Ists, oder ist mein Geist, entzuͤckt 90⁵ é 4 Wie fleugt dahin der Menschen Zeit 889 ö ö 1 0 — 0 der heiligen Dreieinigkeit. 3 Kirch zusammen, du heil⸗ bn eirz und durch; du ist ein Licht vom Licht, giebst neue Feuerglut, da⸗ mnit kein Glaub gebricht. 8. Ach allerhoͤchster Trost und bester Weisheits⸗Leh⸗ rer, Erleuchter, Heiliger, Aufrichter und Bekehrer, du theilst die Gaben aus, das Wollen wird voll⸗ hracht, durch die Gemein⸗ schaft wird uns Kraft und Geist gemacht. 9. GOtt Vater, Sohn 5 und Geist, Ein GOtt und Eins in Dreien, gepriesne Majestaͤt, auf stets zu bene⸗ deien, laß uns im Tugend⸗ weg gewissenhaftig stehn, und durch ein selges End zu unserm Erbe gehn. 10. Laß, dreimal großer GoOtt, den Thau der Gnade feuchten, ach segne/ segne uns, laß uns dein Antlitz leuchten! wir hof⸗ fen ja auf dich, du laͤßt uns nicht im Spott; drum singt das Gloria: Gelobt/ gelobt sei GOtt! In eigener Melodie. 4. Ott der Vater wohn uns bei/ und laß uns nicht verderben; mach uns aller Suͤnden frei, und hilf uns selig sterben; vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben, und auf dich laß uns bauen, aus Herzengrund vertrauen, dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Chri⸗ en entfliehen Teufels Li⸗ sten, mit Waffen GOtts uns fristen. Amen, Amen/ das sei wahr, so singen wir Hallelujah. 2. IEsus Christus wohn uns bei, und laß uns nicht verderben, ꝛe. 3. Heilig Geist der wohn uns bei, und laß uns nicht verderben, ꝛe. Dr. Martin Luther. Mel. Meine Zeel er⸗ hebt den HErren. Golt sei uns gnaͤdig und senen gött⸗ und geb uns seinen goͤtt⸗ 19 Segen. 2. Er lasse uns sein Ant⸗ litz leuchten/ daß wir auf Erden erkennen seine Wege. 3. Es segne uns GOtt, unser GOtt; es segne uns GOtt, und geb uns sei⸗ nen Frieden, Amen. 4. Lob und Preis sei GOtt dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist. 5. Wie es war im An⸗ fang, jetzt und immerdar/ und von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit, Amen. Mel. An wWasserslüssen Babylon. Err GOtt, der du 6.H erforschest mich, und kennst mich aus und innen, mein Thun und Lassen kommt vor dich, Gehn, Stehen und Be⸗ ginnen: was ich im Bette denk und ticht, siehst du von fern und fehlest nicht, du pruͤfest Herz und Nie⸗ 1* ren; du kannst auch, wich 4 Don GOtt und ich bin allein, und gerne wollt verborgen sein, all meine Weg ausspuͤren. 2. Es ist kein Wort in meinem Mund, so ich dir koͤnnt verhelen; du HErr, Nehst recht des Herzens Grund, was steckt in mei⸗ ner Seelen. Du schaffest je, was ich vollbring: wie groß es ist, und wie gering, ich kanns ohn dich nicht richten; wenn aber du durch deine Gnad Ver⸗ stand mir giebst, auch Huͤlf und Rath/ so kann ich al⸗ les schlichten. 3. Wie du die Deinen wunderlich, o GOtt, hier pflegst zu fuͤhren, versteh ich nicht, und lasse mich bloß deine Gnad regieren. Wo soll ich hin vor deinem Geist? denn du auch die Gedanken weißt, es hilft vor dir kein Fliehen. Fuͤhr ich gen Himmel, bist du da, auch in der Hoͤll trittst du mir nah, kann dir mich nicht entziehen. 4, Nun, großer GOtt, weil deine Hand mich uͤber⸗ all kann finden, und all mein Thun dir ist bekannt, so huͤt ich mich vor Suͤnden; denn finster ist wie Licht bei dir, was heimlich war, kommt klar herfuͤr, ich kann dir nicht entgehen. Was ich gethan, geredt, gedacht, das wird vor dei⸗ nen Thron gebracht, da muß ich vor dir stehen. 5. HErr, meine Seel erkennt dies wohl, daß du nich hast bereitet, und wie ein Mensch gestalt sein soll, aus Mutterleib gelei⸗ tet; durch deine Vorsorg Fleisch und Bein und alle Glieder an mir sein; dein Aug hat mich erwaͤh⸗ let; da ich noch unge⸗ boren war, hast du schon Stunden, Tag und Jahr im Lebenslauf gezaͤhlet. „„Ich danke dir und preise dich fuͤr solche große Thaten, und daß du mir so wunderlich an Leib und Seel gerathen. Sehr koͤst⸗ lich ist dein Werk an mir/ wenn ich erwach, bin ich hei dir, und warte deiner Gnaden; ich glaube fest, daß meine Suͤnd durch Christum mir vergeben sind, daß sie mir nicht mehr schaden. 7. Den Vorsatz gieb mir, HErr, dabei, daß ich, was boͤs ist, meide. Die gott⸗ los Rott fern von mir sei, von Frommen mich nicht scheide; daß ich nur lieb, was dir gefaͤllt, und hasse, was ist von der Welt, auch ihren Trutz nicht achte, halt dein Gebot, hoͤr gern dein Wort, im Glaüben und in Hoffnung fort das Ewige betrachte. 8. Erforsch mich, GOtt, ergruͤnd mein Herz, durch⸗ such all mein Gedanken, und siehe, ob ich hinter⸗ waͤrts und auf die Seit woll wanken. Bin ich vielleicht auf boͤsem Weg, so fuͤhr du mich den rech⸗ ten Steg, der nach dem Himmel weise, daß ich vom Suͤnden⸗Dienste frei, und dir, o HeErr, gefaͤllig sei. der heiligen Dreieinigkeit. 5 sei, bis ich von hinnen reise. Nach Heinrich Vogther. In eigener Klelodie. 7 GJehovah ist mein Licht und Gna⸗ den⸗Sonne, Jehovah ist die Vollenkommenheit, Je⸗ hovah ist die reine See⸗ len-Wonne, Jehovah ist der Brunn voll Heiligkeit; in diesem Licht kann ich viel Wunder sehn; die Vol⸗ lenkommenheit ist meine Ruh, die Seelenfreud er⸗ guicket mich dazu, in Hei⸗ ligkeit muß ich auch zu ihm gehn. 2. Jehovah ist ein unbe⸗ greiflich Wesen, da mein Verstand sich willig in ver⸗ liert; in seinem Wort ist dieses klar zu lesen, wie wunderbar der kluge Rath regiert. Wer hat den Sinn des Geistes je erkannt? Wer gab dem Rath, der war von Ewigkeit? Ver⸗ nunft sei still! die See ist viel zu breit und allzutief. O kluger Unverstand! 3. Jehovah, Grund und Leben aller Dinge, du bist fuͤrwahr ein unzugaͤnglich Licht: gieb, daß im Licht mein Wandel mir gelinge/ ach fuͤhre mich mit deinem Angesicht. Du bist ein Licht, und bist im Licht al⸗ lein, du hassest den, der Fin⸗ sternisse liebt, du liebest den, der Recht und Licht dir giebt: o laß mich stets bei deinen Strahlen sein! 4. Jehovah, GOtt mit mit mir zu allen Zeiten, mit dir ich nun Gemeinschaft haben kann; wenn du mich wirst mit deinen Augen leiten, so wirst du mich zu Ehren nehmen an. O blin⸗ de Welt, o Welt/ ich war⸗ ne dich; fleuchst du dies Licht, und laufest in der Nacht, die arme Seel ist ewig umgebracht. Nur Licht und Recht vereinigt GOtt und mich. Joachim Neander. In eigener Melodie. 8 Hangteit Drei⸗ 0 einigkeit, die du so suͤß und milde mich hast geschaffen in der Zeit zu deinem Ebenbilde; ich lie⸗ be dich lehich wit wenen ich preise dich mit meinem Mund. Komm doch, komm und zeuch ein hei mir, mach ar 26— und bereit mich ir. 2. GOtt Vater, nimm ganz kraͤftig ein das sinken⸗ de Gemuͤthe; mach es zu deinem innern Schrein und deiner stillen Huͤtte; ver⸗ gieb, daß meine Seele sich zerstreut hat oft und suͤn⸗ diglich; bring sie in eine währe Ruh, daß nichts in ihr sei, als nur du. 3. GOtt Sohn, erleuch⸗ te den Verstand, mit dei⸗ ner Weisheit Lichte; ver⸗ gieb, daß er sich oft ge⸗ wandt zu eitelem Gedichte. Laß nunmehr nur in dei⸗ nem Schein mein einzigs Schaun und Wirken sein; zeuch ihn, daß er schon allbereit entreiße sich von Ort und Zeit. 4. O heilger H ö ie⸗ —.—.——.—————— —''—— ο cph Von GOtt und Liebes⸗Feur, entzuͤnde meinen Willen, staͤrk ihn, komm mir zu Huͤlf und Steur, den deinen zu er⸗ fuͤllen. Vergieb, daß ich so oft gewollt, was fund⸗ lich ist und nicht gesollt; verleih, daß ich mit reiner Brunst dich innig ewig lieb umsonst. ö 5. O heilige Dreifaltig⸗ keit, fuͤhr mich doch ganz von hinnen; richt zu dem Lauf der Ewigkeit all aͤuß⸗ und innre Sinnen. Ver⸗ einge mich und laß mich hier eins mit dir sein, daß ich mit dir auch dort sei eine Herrlichkeit, o heilig⸗ ste Dreifaltigkeit! Joh. Angelus. In eigener KMlelodie. Cesaia dem Pro⸗ 9. V pheten das ge⸗ schah, daß er im Geist den HErren sitzen sah auf ei⸗ nem hohen Thron in hel⸗ lem Glanz, seines Kleides Saum den Chor fuͤllet ganz. Es stunden zween Seraph bei ihm daran; sechs Fluͤgel sah er einen jeden han: mit zween verbargen sie ihr Antlitz klar, mit zween bedeckten sie die Fuͤße gar, und mit den andern zween sie flo⸗ en frei, gen ander ruften sie mit großem Schrei: Heilig ist GOtt, der HErre Zebaoth! Heilig ist GOtt, der HErre Zebaoth! Hei⸗ lig ist GOtt, der HErre Zebaoth! Sein Ehr die ganze Welt erfuͤllet hat. Von dem Schrei zittert Schwell und Balken gar, das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel war. Dr. Martin Luther. Die Kyries. In eigener Melodie. 4(Gyrie, ach V hrie, ach Va⸗ 10. K ter, aller⸗ hoͤchster GOtt, wie klein acht man doch dein Gebot. Verschon unsrer Blindheit, die viel Suͤnd thut; erbar⸗ me dich unser! 2. Christe, o HErre GoOtt, du bist der Tag und das wahre Licht, die Aeben der Wahrheit, das eben; des Vaters Wort und Rath hast du uns zu Troste gegeben; erbarm dich unser. 3. Kyrie, heiliger Geist in Ewigkeit, steh uns bei durch dein Barmherzigkeit. All unsre Suͤnd sind uns leid. Du willst nicht ver⸗ lassen, die auf dich hoffen; erbarm dich unser! b. Auf Adveut. 1. O milder GOtt, al⸗ lerhoͤchster Hort, wir ru⸗ fen zu dir in unsrer Noth: erbarm dich unser! 2. O Christe, GOttes Sohn, der Kirche Haupt, Freud, Ehr und Kron und frei offner Heilsbrunn; erbarm dich unser! 3. Heiliger Geist, der Kirchen Troͤster, du aller⸗ bester Meister, Verneurer und Regierer: erbarm dich unser! c. Auf Weihnacht. 1. O Vater der Barm⸗ ber⸗ der heiligen Dreieinigkeit. 7 herzigkeit, wir bitten dich mit Innigkeit: du wollest dich erbarmen der Schwa⸗ chen und Armen. 2. Christe, aller Welt Heiland; hilf allen, die dich han erkannt, daß sie in dir zunehmen fuͤr und fuͤr. O heiliger Geist, wahrer GOtt: sieh heut an der Glaͤubigen Noth, und erleucht durch deine Guͤt der Irrenden Ge⸗ muͤth. Oder: 1. O Vater, allmaͤchti⸗ ger GOtt, zu dir schreien wir in der Noth, durch dein groß Barmherzigkeit: erbarm dich uͤber uns! 2. O Christ, wollst uns erhoͤren, fuͤr uns bist du Mensch geboren von Ma⸗ ria: erbarm dich uͤber uns! 3. O heilger Geist, wollst uns geben dich allzeit herzlich lieben und nach deinm Willen streben: er⸗ barm dich uͤber uns! d. Auf Ostern. 1. Kyrie, GOtt aller Welt Schoͤpfer und Vater: eleison! 2. Christe, wahr GOtt und Mensch geborn, der du fuͤr uns trugst GOttes Zorn; eleison! 3. Kyrie, heiliger Geist, mit Vater und Sohn Ein GOtt: eleison! 4. Kyrie, hilf uns, daß wir in solchem Glauben rein dich anbeten allein und bleiben die Diener dein: eleison! Oder: 1. O HErre GOtt, Va⸗ — ter in Ewigkeit: sei uns Suͤndern gnaͤdig! 2, Christe aller Welt Heiland und ihr Trost: mach uns alle von Suͤn⸗ den los! 3. O heilger Geist, theil uns mit Weisheit, Lieb und Glauben aller⸗ meist, gieb goͤttlich Gerech⸗ tigkeit! e. Auf Pfingsten. 1. O Vater der Barm⸗ herzigkeit, Bronn aller Guͤtigkeit: laß heut deine Gnad zu uns fließen und uns der genießen. 2. Christe, GOttes Sohn, der du von dem hoͤchsten Thron gesandt in diese Welt bist kommen uns allen zu Frommen: komm auch in unser Herz und Sinnen und wohne darinnen. 3. O heiliger Geist, wahrer GOtt, sei unser Trost in aller Noth; mach unsre Seel gesund, daß wir wirklich und aus Her⸗ zensgrund lieben den neu⸗ en Bund. Oder: I. Kyrie, GOtt Vater in Ewigkeit, groß ist deine Barmherzigkeit, aller Ding ein Schoͤpfer und Regierer: eleison! 2. Christe, aller Welt Trost, uns Suͤnder allein du hast erloͤst. O IEsu, GOttes Sohn, unser Mitt⸗ ler bist in dem hoͤchsten Thron; zu dir schreien wir aus Herzen Begier: eleison! 3. Kyrie, GOtt heiliger Geist, 8 Von GOtt und Geist, troͤst, stark uns im Glauben allermeist, daß wir am letzten End froͤh⸗ lich uns scheiden aus die⸗ sem Elend: eleison! Mel. Es woll uns GOtt enädig sein. 11 meine Seel, er⸗ hebe dich, mit Andacht zu betrachten, wie Gott hat offenbaret sich, und wie man ihn soll ach⸗ ten: daß er der Allerhoͤchste ist im Himmel und auf Er⸗ den, und soll geruͤhmt zu jeder Frist, auch angerufen werden als Ursprung aller Dinge. 2. GOtt, du bist einig fuͤr und fuͤr, nichts sind der Heiden Gotter; kein Heil, noch Trost ist außer dir, kein Helfer, noch Er⸗ retter. Laß mich, o HErr, auf dich allein von ganzem Herzen trauen, dir inniglich ergeben sein, auf niemand anders bauen, dir, GOtt, allein anhangen. 3. O HErr, mein GOtt, du bist ein Geist, und thei⸗ lest bei uns allen an Ga⸗ ben aus, was geistlich heißt, nach deinem Wohlgefallen. Laß mich stets geistlich sein gesinnt, daß, wenn ich vor dich trete, ich deine Kraft in mir empfind, und da⸗ durch dich anbete im Geist N und in der Wahrheit. 4. Du bist, o GOtt, von Ewigkeit, ohn Anfang und ohn Ende. Gieb, daß mein Herz von aller Freud des Zeitlichen sich wende, auf daß ich moͤge immerdar drum bitten und drau denken, weil alles hier i wandelbar, daß du mir dort wollst schenken das unver⸗ gaͤnglich Erbe.—— 5. O GOtt, du bist an allem Ort und gar nicht zu ermessen: ob einer hier ist oder dort, ist er dir nicht entsessen. Laß mich nieht zweifeln, wo ich sei, du konnst dich mein annehmen; guch was ich thu, laß mich dabei des Boͤsen vor dir schaͤmen, und uͤberall dich fuͤrchten. ö 6. Unendlich, HErr, ist deine Macht, zu retten, die dich lieben, und wenn der Gottlos dich veracht, die Rache auch zu uͤben. Gieb, daß sich deiner Allmacht Schutz fort uͤber mich er⸗ strecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Trutz, nur deine Straf erschrecke: du toͤdtest Leib und Seele. 2250 7. Voll hoͤchster Weisheit bist du, GOtt, niemand kann sie ergruͤnden; wie wunderschwer auch ist die Noth, weißt du doch Rath zu finden. Gieb, daß ichs dir stets traue zu, auf dich werf meine Sorgen, auch Uebels weder denk noch thu, weil du siehst ins Verborgen und pruͤfest Herz und iereh. alin, mu 8. GOtt, du bist heilig und gerecht, du kannst die Suͤnd nicht leiden; wer sagen will, er sei dein Knecht, der muß das Boöse meiden. Gieb, daß ich mich zu jeder Zeit der 2 ig⸗ der heiligen Dreieinigheit. 9 ligkeit befleiße, nachjage der Gerechtigkeit, auch dein Gericht gut heiße, ob ichs schon nicht begreife. 9. Du bist sehr gnaͤdig/ fromm und gut, wo sich bekehrt der Suͤnder, er⸗ barmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. HErr, laß von deiner Lieb und Gnad mich allweg Trost bekom⸗ men, von mir auch meine Missethat so fern sein hin⸗ genommen, als Morgen ist vom Abend. 10. GOtt, deine Wahr⸗ heit stets besteht, und wohl dem, der dir glaͤubet. Der Himmel und die Erd vergeht, dein Wort, HErr, ewig bleibet. Gieb, daß ich fuͤrchte dein Gericht und alles, was du draͤuest; auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mir gern verleihest: Hoffnung wird nicht zu Schanden. 11. Allselig bist du, GOtt, und frei, du thust, was dir beliebet, du bist ein milder HErr dabei, der reichlich Gutes giebet. Laß mich mit dem zufrieden sein, was ist dein heilger Wille. Gieb auch, da ich von dir allein und dei⸗ ner Guͤte Fuͤlle erwarte alls in allem.——— 12. GOtt, wenn ich dich so kenn und ehr, dein Wort zum Grunde setze, kann ich mich drob erfreuen mehr/ als uͤber alle Schätze bis ich dort, o du wahres Licht/ ohn Lallen dich werd nen⸗ nen, von Angesicht zu An⸗ gesicht anschauen und er⸗ kennen, und ohn Aufhören loben. 13. GOtt Vater, Sohn und heilger Geist, der du auch willst auf Erden von mir und allen sein gepreist, laß deinen Ruhm groß werden. Verleih mir Gna⸗ de, Kraft und Staͤrk, daß ich zu allen Zejten, HErr, deinen Namn und deine Werk knn mehr und mehr ausbreiten, so lang ich hab das Leben. Justus Gesenius. In eigener Mel. oder: Schönster(Liebster) Im⸗ manuel, Herzog der Frommen. eligstes We⸗ 12. Staeu unendlche Wonne, Abgrund der aller⸗ vollkommensten Lust, ewige Herrlichkest, praͤchtigste Soñe, der nie Veraͤndrung, noch Wechsel bewußt, laß mich dich loben, bis einst dort oben, wo dich die Engel und Menschen be⸗ singen, meine verherrlichte Zunge wird klingen. 2. Goͤnne von ferne doch einige Blicke deiner ßim Glauben vermaͤhleten Braut, bis ich die Seele einst freudig hinschicke, da sie dich, wie du bist, selig beschaut, wann ich dein Lieben stetig kann uͤben/ und mit recht frommen und reinem Gewissen werd dei⸗ ne Ruhe und Wollust ge⸗ nießen.** 3. Der du dich in dir und durch dich erfreuest, 12 eh 10 Von GOtt und der heil. Dreieinigkeit. eh dieses alles sein Wesen gewann/ auch, was erquik⸗ kend ist, jedem verleihest, das sich doch selber bele⸗ ben nicht kann: heiligste Guͤte, laß mein Gemuͤthe in dir sich allezeit freudig erweisen, das dich doch nimmer genugsam kann preisen. 4. Leb ich in Finsterniß, machet dein Glaͤnzen selber das Todes⸗Thal mir wie⸗ der Licht; fall ich in Ohn⸗ macht und schwebe in Graͤn⸗ zen schwerer Verzweife⸗ lung, laͤßst du mich nicht. Endlich im Sterben muß ich ererben durch dich und in dir ein ewiges Leben, das nur das seligste Wesen kann geben. 5. Schuͤttert die Erde und donnert der Himmel/ tobet und schnaubet die rasende Welt, bleibet mir mitten in solchem Getuͤm⸗ mel doch meine Seligkeit feste gestellt; wenn dein Erbarmen sich laͤßt umar⸗ men von dem, ders kluͤg⸗ lichste, seligste Wesen ihm hat zum Felsen und Ruhe erlesen. 6. Wird meine Seele im Glauben auch lichte, dank ich es, seligste Son⸗ ne, nur dir; wenn ich mein Seufzen gen Himmel an richte, merk ich im Herzen auch balde, was mir von dir bestimmet, weil schon anglimmet, was mich soll ewig und selig ergoͤtzen, wenn du in deine Ruh mich wirst einsetzen. 7. So bist du selig und theilest mit abe, laͤssest auch keinem Geschoͤyfe die Macht, daß es von Mut⸗ terleib bis hin zum Grabe dem, den du deiner Gunst wuͤrdig geacht, zu schaden tauge, ja daß kein Auge, sollt es gleich Himmel und Erde durchgehen/ einen un⸗ seligen Christen kann sehen. 8. Bin ich denn selig; so laß mich es merken, schreib es durch deinen Geist mir recht in Sinn, und reiß im Glauben und seli⸗ en Werken mich von der zitelkeit, wann du willst, hin, wo man nach Klagen freudig kann sagen: Seht/ aus der Schaar der elen⸗ desten Suͤnder machet der selge GOtt selige Kinder. Abraham Hinckelmann. Vom Erwerber unsers H eils, von JEsu Christo. Und zwar: I. Von der Zukunft Christi ins Fleisch. Miel. * 1 Von der Zukuntt Christi ins Kleisch. 11 Mel. Aus meines 4. 66 Grunde, oder: Von Ott will ich nicht lassen 13 uf, auf, ihr „ Reichsgenos⸗ sen, eur Koͤnig kommt heran: empfahet unver⸗ drossen den großen Wun⸗ dermann. Ihr Christen, geht herfuͤr, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betruͤbten Herzen, der Koͤnig ist gar nah, hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da; seht, wie so mancher Ort hochtroͤstlich ist zu nennen, da wir ihn finden koͤnnen im Nacht⸗ mahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielge⸗ plagten, der Koͤnig ist nicht fern; seid froͤhlich, ihr Ver⸗ zagten, dort kommt der Morgenstern; der HErr will in der Noth mit rei⸗ chem Trost euch speisen, er will euch Huͤlf erweisen, ja daͤmpfen gar den Tod. 4. Nun hoͤrt, ihr fre⸗ chen Suͤndet, der Koͤnig merket drauf, wenn ihr, verlorne Kinder, in vollem Laster⸗Lauf auf Arges seid bedacht, ja thut es ohne Sorgen: gar nichts ist ihm verborgen, er giebt auf alles Acht. 5. Seid fromm, ihr Un⸗ terthanen, der Koͤnig ist gerecht. Laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles schlecht. Fuͤrwahr, er meint es gut, drum lasset uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit uner⸗ schrocknem Mutbh. 6. Und wenn gleich Krieg und Flammen uns alles rauben hin, Geduld! weil ihm zusammen gehoͤrt doch der Gewinn. Wenn gleich ein fruͤher Tod uns, die uns lieb, genommen/ wohl⸗ an, so sind sie kommen ins Leben aus der Noth. 7. Frisch auf in GOtt, ihr Armen, der Koͤnig sorgt fuͤr euch; er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der an ein Thier gedacht, der wird auch euch ernaͤhren: was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 8. Hat endlich uns be⸗ troffen viel Kreuz, laͤßt er doch nicht die, welch auf ihn stets hoffen mit rechter Zuversicht. Von GOtt kommt alles her, der laͤsset auch im Sterben die Sei⸗ nen nicht verderben, sein Hand ist nicht zu schwer. 9. Frisch auf, ihr Hoch⸗ betruͤbten, der Koͤnig kommt mit Macht; an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon laͤngst gedacht: nun wird kein Angst, noch Pein/ noch Zorn hinfuͤr uns schaden, dieweil uns GOtt aus Gnaden laͤßt seine Kinder sein. ¹⁷ 10. So lauft mit schnel⸗ len Schritten, den Koͤnig zu besehn, dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft und schoͤn. Nun tretet all heran, den Heiland zu be⸗ gruͤßen, der alles Kreuz ver⸗ ßen und uns erloͤsen kann. 11. Der 12 Von der Zukuntt Christi 11. Der Koͤnig will be⸗ denken die, die er herzlich liebt, mit koͤstlichen Ge⸗ schenken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad und Wort. O Koͤnig/ hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 12. Nun/ HErr, du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach: du liebest unvergleichlich/ du jagst den Suͤndern nach; drum wollen wir all ein die Stimmen hoch erschwin⸗ gen, dir Hosianna singen und ewig dankbar sein. Joh. Rist. In eigener Melodie. 1 4 Ottes Sohn ist kommen uns allen zu Frommen hier auf diese Erden in armen Ge⸗ berden, daß er uns von Suͤnde freiet und entbinde. 2. Er kommt auch noch heute, und lehret die Leute, wie sie sich von Suͤnden zur Buß sollen wenden, von Irrthum und Thorheit treten zu der Wahrheit. 3. Die sich sein nicht schaͤmen, und sein Dien annehmen durch ein rech⸗ ten Glauben mit ganzem Vertrauen, denen wird er eben ihre Suͤnd vergeben. 4. Denn er thut ihn'n schenken in den Sakramen⸗ ten sich selber zur Speise, sein Lieb zu beweisen, daß sie sein genießen in ihrem Gewissen. 5. Die also bekleiben und hestaͤndig bleiben, dem HEr⸗ ren in allem trachten zu gefallen, die werden mit Freuden auch von hinnen cheiden. 6. Denn bald und be⸗ hende kommt ihr letztes Ende; da wird er vom Boͤ⸗ sen ihre Seel erldsen, und sie mit ihm fuͤhren zu der Engel Choͤren. 7. Von dannen er kom⸗ men, wie denn wird ver⸗ nommen, wenn die Todten werden erstehn von der Er⸗ den und zu seinen Fuͤßen sich darstellen muͤssen. 8. Da wird er sie schei⸗ den, die Frommen zur Freu⸗ den, die Boͤsen zur Hoͤllen in peinliche Stellen, wo sie ewig muͤssen ihr Untu⸗ gend buͤßen. 9. Ei nun, HErre JEsu, schick unsre Herzen zu, daß wir, alle Stunden rechtglaͤubig erfunden, dar⸗ innen verscheiden zu ewi⸗ gen Freuden. Böhmische Brüder. Mel. vom Himmel hoch da komm ich her. ob sei dem aller⸗ 15. L Hochten GOt, st der unser sich erbarmet hat, gesandt sein allerliebsten Sohn, aus ihm geborn im hoͤchsten Thron: 2. Auf daß er unser Hei⸗ land wuͤrd, uns freiet von der Suͤnden Buͤrd, und durch seine Gnad und Wahrheit fuͤhret zur ewi⸗ gen Klarheit. 3. O große Gnad und Guͤtigkeit, o tiefe Lieb und Mildigkeit! GOtt thut ein Werk. in's Kleisch. 3 Werk, deß ihm kein Mann, auch kein Engel verdan⸗ ken kann. 4. Der Schoͤpfer aller Kreatur nimmt an sich un⸗ sere Natur, verachtet nicht ein armes Weib, zu wer⸗ den Mensch in ihrem Leib. 5. Des Vaters Wort von Ewigkeit wird Fleisch in aller Reinigkeit; das A und O, Anfang und End giebt sich fuͤr uns in groß Elend. 6. Was ist der Mensch, was ist sein Thun, daß GOtt fuͤr ihn giebt seinen Sohn? Was darf unser das hoͤchste Gut, daß es so unserthalben thut? 7. O weh dem Volk, das dich veracht, der Gnad sich nicht theilhaftig macht/ nicht hoͤren will des Soh⸗ nes Stimm; denn auf ihm bleibet GOttes Grimm. 8. O Mensch, wie daß du nicht verstehst, und dem fuͤr, denn er schleußt die des Himmels Thuͤr. 12. Sein erste Zukunft in die Welt ist in sanft⸗ muͤthiger Gestalt; die an⸗ dre wird erschrecklich sein, den Gottlosen zu großer Pein. 13. Die aber jetzt in Christo stehn, werden als⸗ dann zur Freuden gehn, und besitzen der Engel Choͤr/ daß sie kein Uebel mehr beruͤhr. 14. Dem Vater in dem hoͤchsten Thron, sammt seinem eingebornen Sohn, dem heiligen Geist gleicher Weis sei in Ewigkeit Dank und Preis. Michael Weiße. Mel. von Gott will ich nicht lassen. 16 it Ernst, o — Menschen⸗ Kinder, das Herz in euch bestellt, bald wird das Heil der Suͤnder, der wun⸗ König entgegen gehst, der derstarke Held, den GOtt dir so ganz demuͤthig koͤmmt/ und sich so treulich dein annimmt? 9. Ei, nimm ihn heut mit Freuden an, bereit ihm deines Herzen Bahn, auf daß er komm in dein Ge⸗ muͤth, und du genießest seiner Guͤt. 10. Unterwirf ihm deine Vernunft in dieser gnad⸗ reichen Zukunft, untergieb seiner Heiligkeit die Werk deiner Gerechtigkeit. 11. Wo du dies thust, so ist er dein, bewahrt dich vor der Hoͤllen Pein; wo nicht, so sieh dich eben aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben ver⸗ sprochen hat zu geben, bei Allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tuͤchtig den Weg dem gro⸗ ßen Gast, macht seine Stei⸗ ge richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bah⸗ nen recht, die Thal laßt sein erhoͤhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das De⸗ muth liebet, bei GOtt am boͤchsten steht; ein Herz, das Hochmuth uͤbet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz⸗ 14 Von der Zukunkt Christi Herz, das richtig ist, und folget GOttes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt JIEsus Christ. 4. Ach mache du mich Armen in dieser Gnaden⸗ zeit aus Guͤte und Erbaͤr⸗ men, HErr JEsu, selbst hereit. Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen; so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. B. 1— 3 Valent. Thilo. Mlel. von GOtt will ich nicht lassen. Maun jauchzet all 17. N ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der HErr der Herrlichkeit, zwar ohne stolze Pracht, doch maͤchtig zu verheeren und gaͤnzlich zu zerstoͤren des Teufels. Reich und Macht. 2. Er kommt zu uns geritten auf einem Eselein, und stellt sich in die Mit⸗ ten fuͤr uns zum Opfer ein; er bringt kein zeitlich Gut; er will allein erwer⸗ ben durch seinen Tod und Sterben, was ewig wäh⸗ ren thut. 3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt: im hohen Himmels⸗ Throne ist ihm sein Reich bestellt; er will hier seine Macht und Majestaͤt ver⸗ huͤllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat voll⸗ 1.4. Jhr giozen Poten „ großen Potenta⸗ ten, nehmt diesen Koͤnig an, wenn ihr euch wollet rathen, und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel fuͤhrt; sount⸗ wo ihr ihn verachtet, und nur nach Hoheit trachtet, euch GOttes Zorn dann ruͤhrt. 5. Ihr Armen und Elenden zu dieser boͤsen Zeit, die ihr an allen En⸗ den muͤßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohl⸗ gemuth, laßt eure Lieder klingen und thut dem Ko⸗ nig singen, der ist eur hoͤchstes Gut. 6. Er wird nun bald er⸗ scheinen in seiner Herrlich⸗ keit, und all eur Klag und Weinen verwandelen in Freud. Er ist, der helfen kann: halt eure Lampen fertig, und seid stets sein gewartig, er ist schon auf der Bahn. M. Michael Schirnier. In bekannter Melodie. Wun komm der 18. N Heiden Hei⸗ land, der Jungfrauen Kind erkannt, daß sich wunder alle Welt, GOtt solch Geburt ihm bestellt. 2. Nicht von Manns⸗ blut, noch von Fleisch, al⸗ lein von dem heilgen Geist ist GOtts Wort worden ein Mensch, und hluͤht ein Frucht Weibes Fleisch. 3. Der Jungfrau Leib schwanger ward/ doch blieb Keuschheit rein bewahrt, leucht hervor manch Tu⸗ gend schoͤn, GOtt da war in seinem Thron. 4. Er ging aus der Kam⸗ in's Fleisch. Kammer sein, dem koͤnigli⸗ chen Saal so rein, GOtt von Art und Mensch, ein Held, sein Weg er zu lau⸗ fen eilt. 5. Sein Lauf kam vom Vater her, und kehrt wie⸗ der zum Vater, fuhr hin⸗ unter zu der Hoͤll, und wie⸗ der zu GOttes Stuhl. 6. Der du bist dem Va⸗ ter gleich, fuͤhr hinaus den Sieg im Fleisch, daß dein ewige GOtts⸗Gewalt in ba das krank Fleisch er⸗ 7. Dein Krippen glaͤnzt bell und klar, die Nacht giebt ein neu Licht dar; Dunkel muß nicht kom⸗ men drein, der Glaub bleibt immer im Schein. 8. Lob sei GOtt dem Va⸗ ter gthan, Lob sei GOtt seinm eingen Sohn, Lob sei GOtt dem heilgen Geist immer und in Ewigkeit! Dr. Martin Luther. Alel. Uun freut euch, lieben Christen gmein; 19 O heilige Drei⸗ faltigkeit, voll Majestaͤt und Ehren, wie kann doch deine Christen⸗ heit dein Lob g Ksehr ver⸗ mehren? Du bist sehr hoch und wundersam, ganz un⸗ begreiflich ist dein Nam, dein Wesen unerforschlich. 2. Wir danken dir, daß deine Gnad, auch weil wir hier noch leben, in deinem Worte so viel hat uns of⸗ fenbart gegeben, daß du bist wahrer GOtt und heißt GOtt Vater, Sohn, 15 heiliger Geist, dreifaltig und doch einig. 3. O Vater, aller Dinge Quell und Ursprung, sei gepreiset fuͤr alle Wunder klar und hell durch deine Macht erweiset. Du, Va⸗ ter, hast vor aller Zeit den eingen Sohn von Ewigkeit, dein Ebenbild, gezeuget. 4. Du hast gemacht den Erdenkreis nach deinem Wohlgefallen, uns Men⸗ schen drauf zu deiner Preis, daß wir dein Lob erschallen; auch wird durch deines Mundes Wort dies alles immer fort und fort erhalten und regieret. 5. Drum steh, o Va⸗ ter ferner bei uns deinen armen Kindern, und alle Schulden uns verzeih als bußfertigen Suͤndern; aus unsern Noͤthen mannigfalt errette uns und hilf uns bald, wie du uns hast ver⸗ sprochen. ů 6. O JeEsu Christe, GOttes Sohn, von Ewig⸗ keit geboren, uns Men⸗ schen auch ins Himmels Thron zum Mittler aus⸗ erkoren: durch dich ge⸗ schicht, was nur geschicht, o wahrer GOtt, o wah⸗ res Licht von wahrem Gott und Lichte. 7. Du bist des Vaters Ebenbild, und doch vom Himmel kommen; als eben war die Zeit erfuͤllt, hast du Fleisch orhen(3t⸗ hast uns erworben GOt⸗ tes Huld, bezahlet unsre Suͤnd und Schuld durch dein unschuldig Leiden. 8. Nun 4* 4 Ii . . +* + 16 Von der Zukunkt Christi 8. Nun sitzest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrschest alle Leut und Land, und daͤmpfst der Feinde Toben. Hilf uns, o wahrer Mensch und GOtt, wir wollen dir fuͤr deinen Tod und alle Wohlthat danken. 9. O heilger Geist, du werthe Kron, Erleuchter unsrer Sinnen, der du vom Vater und vom Sohn musgehest ohn Beginnen: du bist allmaͤchtig und ohn End, der Vater und der Sohn dich sendt, im Glau⸗ ben uns zu leiten. 10. HErr, du gebierest durch die Tauf uns wie⸗ derum aufs neue; her⸗ nacher auch nimmst du uns auf, wenn du giebst wahre Reue. Durch dich wird unsre Hoffnung fest, und wenn uns alle Welt ver⸗ laͤßt, bleibst du bei uns im Herzen. 11. Wir bitten dich de⸗ muͤthiglich, daß es ja mög durchdringen, was wir fuͤr Seufzen oft vor dich in unsrer Noth vorbringen. Und wenn die letzte Stund da ist, so hilf, daß wir guf IEsum Christ getroft und elig sterben. 12. GOtt Vater, Sohn, heiliger Geist, fuͤr alle Gnad und Guͤte sei im⸗ merdar von uns geyreist mit freudigem Gemuͤthe. Des Himmels Heer dein Loh. 7 und heilig, heilig, heilig up das thun wir auch auf Erden. Zustus Gesenins. Mel. valet will ich dir geben. 20 Wi'e soll ich 2 dich em⸗ pfangen, und wie begegn ich dir, o aller Welt Ver⸗ langen, o meiner Seelen Zier? O JIEsu, IEsu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich er⸗ goͤtze, mir kund und wis⸗ send sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und gruͤne Zweige hin, und ich will dir in Pfalmen ermuntern mei⸗ nen Sinn; mein Herze soll dir gruͤnen im steten Lob und Preis, und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast dit unter⸗ lassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele saßen in ihrem großten Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen, und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir ant v Gut, daß sich nicht äßt verzehren, wie irdisch Reichthum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als das ge⸗ liebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jam⸗ mer⸗ in's Hleisch. merlast, die kein Mund kann aussagen, so fest um⸗ fangen hastt. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetruͤb⸗ tes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich haͤuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Huͤlfe vor der Thuͤr; der eure Herzen labet und troͤ⸗ stet, steht allhier. 7. Ihr duͤrft euch nicht bemuͤhen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht: er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch duͤrft ihr nicht erschrecken vor eurer Suͤn⸗ denschuld, nein, JEsus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Suͤndern zu Trost und wahrem Heil/ schafft, daß bei GOttes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tuͤck? Der HErr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein Koͤnig, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht; mit Gnad und suͤßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. j; komm, ach komm, o Son⸗ ne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Won⸗ ne in deinen Freudensaal. Panl Gerhard. Mel. Freu dich sehr, o willst meine Seele. 21. du draußen arum stehen, du Gesegneter des HErrn? Laß dir bei mir einzugehen wohlgefallen, du mein Stern. Du mein IEsu, meine Freud, Helfen in der rechten Zeit, hilf, Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oft⸗ mals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinen Schrecken macht. O der schweren Donner⸗Stimm, die mir GOttes Zorn und Grimm also tief ins Herze schlaͤget, daß sich all mein Blut beweget! 3. Dazu kommt des Deu⸗ fels Luͤgen, der mir alle Gnad absagt, als muͤßt ich nun ewig liegen in der Höllen, die ihn plagt; ja auch/ was noch aͤrger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Gewissen mit vergiften Schlangenbissen. 4. Will ich dann mein Elend lindern, und erleich⸗ tern meine Noth bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends in den Koth; da ist Trost, der mich betruͤbt, Freude, die mein Ach Ungluͤck liebt, Helfer, die mir Herzleid machen— en. te Freunde, die mein 5 In 18 Von der Zukuntt Christi ins Hleisch. 5. In der Welt ist alles nichtig/ nichts ist, das nicht kraftlos waͤr. Hab ich Ho⸗ heit, die ist fluͤchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Stuͤcklein armer Erd? Hab ich Lust/ was ist sie werth? Was ist, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, HErr IEsu Christ; dein Er⸗ freuen ist die Weide, da man sich recht froͤhlich ißt. Leuchte mir, o Freuden⸗ licht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, HErr, an dir erguicken, JEsu, komm, laß dich erblicken 7. Freu dich, Herz, du bist erhͤret, jetzo kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein, und bereite dich ihm zu, gieb dich ganz zu seine Ruh; oͤffne dein Gemuͤth und Seele, klag ihm, was dich druͤck und guaͤle. 8. Siehst du, wie sich alles setzet, was dir vor zuwider stund? Hoͤrst du, wie er dich ergoͤtzet mit dem zuckerfuͤßen Mund? Ei wie laßt der große Drach all sein Thun und Toben nach; er muß aus dem Vortheil ziehen, und in seinen Abgrund fliehen. 9. Nun, du hast ein suͤßes Leben, alles, was du willst, ist dein; Christus, der sich dir ergeben, legt sein Reich⸗ thum bei dir ein. Seine Gnad ist deine Kron, und du bist sein Stuhl und Thron; er hat dich in sich geschlossen, nennt dich sei⸗ nen Haͤusgenossen. 10. Seines Himmels guͤldne Decke spannt er um dich rings heruͤm, daß dich fort nicht mehr er⸗ schrecke deines Feindes Un⸗ gestuͤm; seine Engel stellen sich dir zur Seiten; wenn du dich hier willst oder dort hinwenden/ tragen sie dich auf den Haͤnden. 11. Was du Boͤses hast eichart; das ist alles ab⸗ geschafft; GOttes Liebe nimmt gefangen deiner Sunden Macht und Kraft; Christi Sieg behaͤlt das Feld, und was Boses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lau⸗ ter Gluͤck und Segen. 12. Alles dient zu dei⸗ nem Frommen, was dir boͤs und schaͤdlich scheint, weil dich Christus ange⸗ nommen, und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists ge⸗ wiß, und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhard. II. Von der Geburt Christi. Mel. wo Gott der HErr IIchwi erschrkt 0 8 wie erschrickt 22. A die boͤse Welt vor GOttes Freund und Kindern! Wie wird ihr An⸗ gesicht verstellt, wenn 0 nicht Von der Geburt Christi. 19 nicht kann verhindern, daß sie im Glauben fahren fort/ des HErren Werk an allem Ort zu treiben und zu bauen. 2. Herodes und Jerusa⸗ lem erschrecken, wenn sie hoͤren, daß IEsus ist in Bethlehem geboren; da ihr Lehren doch zeuget aus der Schrift davon, daß hier des Allerhoͤchsten Sohn ge⸗ boren sollte werden. 3. Sie wissen dieses aus dem Wort Herodi anzu⸗ preisen; doch gehen sie nicht an den Ort, den sie doch selbst anweisen. So geht es noch. Wie mancher weiß des HErren Wahr⸗ heit und Geheiß, thut doch nicht nach dem Wissen. . Wer bleibet zu Jeru⸗ em im Stolz und Pracht des Lebens, und gehet nicht nach Bethlehem, der sucht sein Heil vergebens; auch wer die Schrift von außen nennt, und thut nicht, was er wahr erkennt, wird JE⸗ sum nimmer finden. 5. Die Weisen ewas so lang nach, bis sie das Haus erblicken, wo sie an der gesuchten Sach sich in der That erquicken. Ach daß wir moͤchten thun wie sie, und sparen weder Zeit, noch Muͤh, bis wir dies Heil gefuͤnden! 6. Herodes fraget heim⸗ lich nach, wann dieser Stern erschienen; und ob ers thate nur aus Rach, so laßt es dazu dienen, daß wir nur um des Sternes Schein, der JEsus ist, bekuͤmmert sein, so lang wir forschen koͤnnen. 7. Gold, Weihrauch⸗ Myrrhen sei die Gab, die wir zum Opfer bringen, sammt Seel und Leib, als unsre Hab, so wird es unis gelingen, daß unser Fuß⸗ fal GOtt gefaͤllt, und JE⸗ sus sich zu uns gesellt im Leben und im Sterben. 8. HErr IEsu, der' du wunderbar die Heiden hast gezogen, gieb, daß ich, wie die Heidenschaar, im Her⸗ zen werd bewogen, zu su⸗ chen dich und nichtes mehr, zu deines Namens Preis und Ehr, so lang ich leb auf Erden. 9. Ja preis, o werthe Christenheit, wie dir es heut gebuͤhret, daß GOtt aus der Unwissenheit die Heiden hat gefuͤhret; und denke, daß die Finsterniß ein boͤses Ende nehmen muͤß, wenn man als Hei⸗ den lebet. Laurentius Laurenti. Mlrl. Lobt Gott Christen alle gleich. 52 Mluf, Seele, auf, 23. A und saͤume nicht, es bricht das Licht herfuͤr; der Wunderstern iel v dir Bericht, der Held ei vor der Thuͤr. 2. Geh weg aus deinem Vaterland, zu suchen sol⸗ chen HErrn, laß deine Au⸗ gen sein gewandt auf die⸗ sen Morgenstern. 3. Gieb Acht auf diesen hellen Schein, der dir auf⸗ gangen ist, er fuͤhret dich zum ihr 20 Von der Geburt Christi. zum Kindelein, das heißet IEsus Christ. 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, die theure Saronsblum, das rechte, echte GOtteslamm, Is⸗ raels Preis und Ruhm. 5. Drum hoͤre, merke, sei bereit, verlaß des Va⸗ ters Haus, die Freund⸗ schaft, deine Eigenheit, geh von dir selbsten aus. 6. Und mache dich be⸗ hende auf, befreit von al⸗ ler Last, und laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dies Kindlein hast. 7. Du, du bist selbst das Bethlehem, die rechte Davids⸗Stadt, wenn du dein Herze machst be⸗ guem zu solcher großen Gnad. 8. Da findest du das Lebensbrod, das dich er⸗ laben kann, fuͤr deiner Seelen Hungersnoth das allerbeste Man. 9. Nimm wahr, mein Herz, doch deiner Sach, ob gingst du ganz allein, und forsche weiter fleißig Lum und such das Kinde⸗ ein 10. Halt dich im Glau⸗ ben an das Wort, das fest ist und gewiß; das fuͤhret dich zum Lichte fort aus aller Finsterniß. 11. In solchem Lichte P siehet man das wahre Licht allein; ein armes Men⸗ schenkind das kann nur davon Zeuge sein. 12. Johannes selbst, ders treulich meint, der zeuget des Braͤutgams Freund; zu solchem nahe dich. 13. Ersinke du vor sei⸗ nem Glanz in tiefster De⸗ muth ein, und laß dein Herz erleuchten ganz von solchem Freudenschein. 14. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar mit Geiste, Leib und Seel, und singe mit der Engelschaar: Hier ist Immanuel! 15. O wunderbare Suͤ⸗ ßigkeit, die dieser Anblick giebt dem/ dessen Herz da⸗ zu bereit, und dieses Kind⸗ lein liebt! 16. Die Engel in des immels Saal, die freuen ich darob, die Kinder GOttes allzumal, die brin⸗ gen hier ihr Lob. 17. So sieh und schmeck wie suͤß die Lust, die hier verborgen liegt in deines JEsu Liebes⸗Brust, die alles Leid bestiegt. 18. Genieße hier das Engelbrod, die suͤße Him⸗ melskost, und lobe herzlich deinen GOtt bei diesem Freudenmost. 19. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht; hier ist des Paradieses Pfort, die wieder offen steht. 20. Hier fallen alle Sor⸗ gen hin, zur Lust wird alle ein; es wird erfreue. Herz und Sinn in diesem IEsulein. 21. Hier ist in allem Ueberfluß, was einem nur behagt; da ist kein Kum⸗ mer, noch Verdruß, der ja von sich, daß er nur sei vor das Herz* Mit Von der Geburt Christi. 21¹ beimlich Pfand, das der 2 Mit GOtt und al⸗ len Seligen hast du Ge⸗ meinschaft hier, der Ort ist wohl am gluͤcklichsten, da wohnet GOtt in dir. 23. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vor⸗ her erkannt, den stillen Ruh⸗ unb Friedenssteg zum ewgen Vaterland. 24. Denselben geh und folge dann, und kehre nicht zuruͤck, Herodi es zu zei⸗ Dükn der heget einen Uck. 25. Er will das Kind⸗ lein bringen um, die edle GOttesfrucht; den theu⸗ ren Schatz, dein Eigen⸗ thum er dir zu rauben sucht. 26. Laß toben, wuͤrgen, wie er will, dir wider⸗ faͤhrt kein Leid, geh du die Lebensbahn in Still zur frohen Ewigkeit. Michael Müller. In eigener Mel. oder: vom Himmel komm ich her. 2 4 Chrisun wir sol⸗ 160 len loben schoöͤn/ der reinen Magd Marien Sohn, so weit die liebe Sonne leucht und an aller Welt Ende reicht. . Der selig Schoͤpfer aller Ding Knechts Leib gering, er da Fleisch durchs Ileisch erwurb, und sein nicht alls ver⸗ uͤrb. 3. 121 Warpß sich un vom Himnel groß sich in die keusch Mutter goß; ein Maͤglein trug ein Natur war unbekannt. 4. Das zuͤchtig Haus des Herzens zart gar bald ein Tempel GOttes ward; die kein Mann ruͤhret, noch erkannt, von GOtts Wort sie man schwanger fand. 5. Die edle Mutter hat Hieg zu den Gabriel ver⸗ ieß zuvorn, den Sanct Johanns mit Springen zeigt, da er noch lag in Mutterleib. 6. Er lag in Heu mit Armuth groß, die Kripyen hoch da h hart ihn nicht verdroß; es war ein kleine Milch sein Speis, der nie kein Voag⸗ lein hungern ließ. 7. Des Himmels Choör sich freuen drob, und die Engel singen GOtt Lob; den armen Hirten wird vermeldt der Hirt und Schoͤpfer aller Welt. 8., Lob, Ehr und Dank sei dir gesagt, Christ, ge⸗ orn von der reinen Magd, mit Vater und dem heil⸗ gen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. Dr. Martin Luther. Zu rigener Melodie. 25 Dr 16 Seuden zog an eins reich aller Kreature, denn daß GOttes Sohn vom Him⸗ mel⸗Reich uͤber die Na⸗ ture von einer Jungfrau ist geborn. Maria, du bist auserkorn, daß du Mutter waͤrest. Was geschah so wunderlich? GOttes Sohn vom Himinel⸗Reich, der ist Mensch geboren. 2. Ein 2² Von der Geburt Christi. 2. Ein Kindelein so lö⸗licht weicht hunderttau⸗ belich ist uns geboren heute send Sonnen nicht. von einer Jungfrau saͤu⸗2. Laß dich erleuchten, berlich, zu Trost uns ar⸗ meine Seele, versaͤume men Leuten. Waͤr uns nicht den Gnaden⸗Schein; das Kindlein nicht geborn, der Glanz in dieser kleinen so waͤrn wir allzumal ver⸗ Höhle streckt sich in alle lorn, das Heif ist unser Welt hinein; er treibet aller. Ei du suͤßer IEsusweg der Hoͤllen Macht, Christ, der du Mensch ge⸗ der Suͤnden und des Kreu⸗ boren bist, behuͤt uns vor zes Nacht. der Hoͤlle. 3. In diesem Lichte kannst 3. Als die Sonn durch⸗du sehen das Licht der kla⸗ scheint das Glas mit ih⸗ren Seligkeit; wenn Son⸗ rem klaren Scheine, und ne⸗ Mond und Stern ver⸗ doch nicht versehret das/ gehen/ vielleicht noch in so merket allgemeine: zugar kurzer Zeit/ wird die⸗ gleicher Weis geboren ses Licht mit seinem Schein ward von einer Jungfrau dein Himmel und dein rein und zart GOttes Ottes Alles sein. Sohn der werthe; in ein 4. Laß nur indessen helle Kripp ward er gelegt/ große scheinen dein Glaubens- Marter fuͤr uns traͤgt hier und dein Liebes⸗Licht; auf dieser Erde. mit GOtt mußt du es 4. Die Hirten auf dem treulich meinen, sonst hilft Felde warn/ erfuhren neue dir diese Sonne nicht; Maͤhre von den engeli⸗ willst du genießen diesen schen Schaarn/ wie Christ Schein, so darfst du nicht eboren waͤre, ein Köͤnig mehr dunkel sein. uͤber alle Koͤnig groß; He⸗5. Drum, IEsu, schoͤne rod die Red gar sehr ver⸗ Weihnachts⸗Sonne, be⸗ droß/ aussandt er seine Bo⸗strahle mich mit deiner ten. Ei, wie gar ein fal⸗Gunst; dein Licht sei mei⸗ sche List erdacht er wider ne Weihnachts⸗Wonne, IEsum Christ. Die Kind⸗und lehre mich die Beih⸗ lein ließ er todten. nachts⸗Kunst, wie ich im 15. Zahrh. Lichte wandeln soll, und sei des Weihnachts⸗GMaͤnzes Mel. Zungen bate: d voll. Casv. Fr. Nachtihosen. 26 Dies ist die In eigener Milodie. Nacht, da 27 En Kind geborn mir erschienen des großen zu Bethle⸗ GOttes Freundlichkeit; hem:½ des freuet sich Je⸗ das Kind, dem alle Engel rusalem. Hallelujah. dienen, bringt Licht in mei⸗ 2. Hier liegt es in dem ne Dunkelheit; und die⸗ Krippelein 5½ ohn Ende ses Welt⸗ und Himmels⸗ ist n.—⁰ 2— *———.————————— Von der Geburt Christi. 23 ist die Herrschaft sein. Hallelujah. 3. Das Oechslein und das Eselein;: erkannten GoOtt den HErren sein. Hallelujah. 4. Die Weisn aus Sa⸗ ba kamen dar:: Gold, Weihrauch/ brachten sie dar. Hall. 5. Sein Mutter ist die reine Magd:: die ohn ein Mann geboren hat. Hallelujah. 6. Die Schlang ihn nicht vergiften konnt:/ ist worden unser Blut ohn Sund. Hallelujah. 7. Er ist uns gar gleich nach dem Fleisch:, der Suͤnd nach ist er uns nicht gleich. Halleluinh. 8. Damit er uns ihm machte gleich: und wieder⸗ braͤcht zu GOttes Reich. Hallelujah. 9. Fuͤr solche gnadenreiche Zeit:/ sei GOtt gelobt in Ewigkeit. Hallelujah. 10. Lob sei der heilgen Dreieinigkeit:: von nun an bis in Ewigkeit. Hall. 15. Jahrh. Alel. Preis, Lob, Ehr, Ruhm, Dank Eraft und Macht. 5 in Kind ist 28. C uns geboren heut, der liebste Sohn ist uns geschenket, in dem GoOtt Gnad um Gnad darbeut fuͤr alles, das die Seele kraͤnket. Merk auf, mein Herz, und schau das Knaͤblein an, denk, welch ein Wunder GOtt durch ihn gethan. Myrrhen kel 2. Es spielt in seinem Angeficht mit freudenrei⸗ cher Lust und Wonne des Vaters Klarheit, Lieb und Licht; er ist des neuen Him⸗ mels Sonne, dadurch der Welt ein neues Licht ent⸗ steht, die ohne ihn im Dun⸗ eln untergeht. 3. Das Kind ist zart und traͤget doch, was Erd und Meer und Himmel heget/der ganzen Herrschaft Last und Joch ist seinen Schul⸗ tern aufgeleget von dem, der ihn zum Mittelpunkt ge⸗ setzt deß, was da ist und werden soll zuletzt. 4. Sein Name heißet Wunderbar, er ist auch aller Wunder Krone. Es iubilirt der Engel Schaar mit Herzens⸗Lust im suͤßen Tone das Gloria, als die⸗ ses Wunderpfand sich in der Nacht bei uns zur Welt einfand. 5. Bedarfst du Rath und Unterricht, will dirs an Witz und Weisheit fehlen: dies Kind heißt Rath, es ist ein Licht; so du dich wirst mit ihm vermaͤhlen, so wird es dir in aller Noth und Pein dein treuer Rath und Licht und Leit⸗ stern sein. 6. Fehlt dirs an Kraft, o liebe Seel, auf GOttes Wegen fortzukommen: sei unverzagt, Immanuel, der deine Menschheit ange⸗ nommen, heißt Kraft, und will durch seine Kraft allein in allem Kampf dein treuer Helfer sein. 7. Fehlt dirs an Muth und ————S S th““ 2⁴ von der Geburt Christi. und Tapferkeit, der Feinde Rotte zu bekriegen: hier ist der Held, der in dem Streit dich nicht kann las⸗ sen unterliegen; wer in der Schlacht ihn an die Spitze stellt, der sieget und behaͤlt zuletzt das Feld. 8. Ein ewger Vater ist er dir, weil er dich durch sein Wort gezeuget. Nun sorgt er fuͤr dich fuͤr und fur, sein Herz bleibt stets zu dir geneiget. Was er befiehlt den Vaͤtern in der Zeit, wird er vielmehr selbst thun in Ewigkeit. 9. Den Friedens⸗ fuͤysten nennt er sich/ weil er als Herzog fuͤr dich reitet, ergoͤtzt indessen reichlich dich an seinem Tisch, den er hereitet, und macht dein Herz von Furcht und Schrecken los, legt dich auch sanft in seiner⸗ Liebe Schooß. 10. Drum freue dich, mein Herz in ihm, nimm an, was dir dein GOtt gegeben; erhebe jauchzend deine Stimm, und preise ihn mit deinem Leben. GOtt giebt sich dir, gieb du ihm wiederum dich ganz und gar zu seinem Eigen⸗ thum. Freylinghausen. In eigener Melodie. 2 Irmuntre dich/ 29. mein schwa⸗ cher Geist, und trage groß Verlangen, ein kleines Kind, das Vater heißt, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin s kam, nnd menschlich Wesen an sich nahm, da⸗ durch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien. 2. Willkommen, suͤßer Braͤutigam, du Koͤnig aller Ehren, willkommen, IEsu⸗ GOttes Lamm, ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein Leben lang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, fuͤr uns bist Mensch geboren. 3. O großer GOtt, wie konnt es sein, dein Him⸗ melreich lassen, zu sprin⸗ gen in die Welt hinein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Koͤnigreich, die Freuden⸗ Pracht, ja dein erwuͤnsch⸗ tes Leben fuͤr solche Feind hingeben? 4. Ist doch, HErr JE⸗ su, deine Braut ganz arm und voller Schanden; noch hast du sie dir selbst ver⸗ traut am Kreuz in Todes⸗ banden; ist sie doch nichts als Ueberdruß, Fluch, Un⸗ se flath, Tod und Finsterniß: noch darfst du ihretwegen den Zepter von dir legen. 5. Du Fuͤrst und Herr⸗ scher dieser Welt, du Frie⸗ dens⸗Wiederbringer, du kluger Rath und tapfrer Held, du starker Höllen⸗ zwinger, wie ist es moͤglich, daß du dich, als waren so jaͤmmerlich, als waͤrest dn im Orden der Bettler Mensch geworden? 6. O großes Werk, o Wundernacht, dergleichen nie gefunden, du hast 90 el⸗ * F V * Von der Geburt Christi. 25⁵ Heiland hergebracht, der alles uͤberwunden; du hast gebracht den starken Mann/ der Feur und Wolken zwin⸗ gen kann, vor dem die Himmel zittern, und alle Berg erschuͤttern. 7. O liebes Kind, o suͤßer Knab, holdselig von Geberden, mein Bruder, den ich lieber hab, als alle Schaͤtz auf Erden: komm/ Schoͤnster, in mein Herz hinein, komm eiligst, laß die Krippen sein, komm, komm, ich will bei Zeiten dein Lager dir bereiten. 8. Sag an, mein Her⸗ zens⸗Braͤutigam, mein Hoffnung, Freud und Le⸗ ben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, ja alles, was Mensch ist und heißt: ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 9. Lob, Preis und Dank HErr IEsu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist, und hast die Welt be⸗ zwungen; hilf, daß ich deine Guͤtigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit, und mög hernach dort oben in Ewig⸗ keit dich loben. Joh. Rist. Mel. Sollt ich meinem EOtt nicht singen. wig sei dir Lob 30. E gesungen, o du Mensch geborner Held, mit dem Herzen und der Zun⸗ gen, daß du bist auf diese Welt mir zu gut ins Fleisch gekommen, und aus lauter Freundlichkeit, o du Sohn der Ewigkeit, Fleisch und Blut hast angenommen, und mein Bruder worden bist. Sei willkommen und gekuͤßt! 2. Sei gekuͤsset; dir ge⸗ hoͤret heut ein Lobgesang mit Recht: weil du so gar boch geehret unser mensch⸗ liches Geschlecht, daß du solches anvermaͤhlet hast der goͤttlichen Natur; unsre/ die so niedrig nur, unsre Menschheit auserwaͤhlet, und gesetzt auf GOttes Thron in der mittelnden Person. 3. Die in Adam ganz verderbet und geschwaͤrzt durch Suͤnde war, so von ihm uns angeerbet, wird jetzt wieder weiß und klar/ klar und rein in dir. Von wegen Adams war sie ganz verflucht: du gebenedeite Frucht der Jungfrauen bist ihr Segen. Satan machte sie zu Spott; du verbin⸗ dest sie mit GOtt. 4. Du, du bist der Mitt⸗ ler worden zwischen GOtt und Menschen; du hast den armen Menschenorden wie⸗ derum in Fried und Ruh, als du wurdest Mensch, gesetzet, uns beim Vater ausgesoͤhnt, und mit sei⸗ ner Huld gekroͤnt. Solche Gnad und Liebe wetzet meinen Glauben wider Tod, wider Suͤnd und Hoͤllennoth. 5. Sollte GOtt nicht sein gewogen mir, und ich in seiner Hut, der mein 2 Fleisch 26 Von der Geburt Christi. Fleisch hat angezogen? Haßt auch wer sein Fleisch und Blut? Ist sein Sohn nicht mir geboren, und be⸗ kleidt mit meiner Haut? Hat er mich nicht ihm ver⸗ traut? Trotz! der sagt, ich sei verloren: stoßt mir um dies Felsenwort, daß GOtt selber ist mein Hort! 6. Wird das Leben doch mein Leben leuchtet mir doch selbst das Licht; wird das Heil doch selbst gege⸗ ben mir zum Heil. was gebricht weiter uns? Die Quell der Freuden faͤllt in dieses Jammerthal aus dem hohen Himmels⸗ Saal, uns zu Trost in allem Leiden. Meine Lieb und Seligkeit ist ein Mensch geboren heut. 7. O du allerschoͤnster Knabe, o du keuscher Jung⸗ fraun Sohn, meiner See⸗ len reichste Habe, meines Glaubens edle Kron, laß auch nen hmm; werden mich und fromm, als wie du Kind, das man in der Krippen findt, meine beste Freud auf Erden! Laß fuͤr diesen Gnadenschein mich dir ewig dankbar sein. Erasmus Finx. In eigener Melodie. 31 reuet euch, ihr 5 Christen alle, freue sich, wer immer kann/ GOtt hat viel an uns ge⸗ than. Freuet euch mit gro⸗ ßem Schalle, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns befreundt gemacht. Freude, Freude uͤber Freu⸗ de; Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne uͤber Wonne: er ist die Genaden⸗Sonne. 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe fuͤr und fuͤr, daß er in der Krippen⸗Hoͤhle harte lieget, dir zu guͤt, dich zu lͤsen durch sein Blut. Freude, Ihus uo uͤber Freu⸗ de; Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne ch uͤber Wonne: er ist die Genaden⸗Sonne. 3. IEsu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne/ daß von dir meine Seligkeit herruͤhr: so laß mich von dir nicht wanken; nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude uͤber Freu⸗ de; Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne uͤber Wonne: er ist die Genaden⸗Sonne. 4. IEsu, nimm dich dei⸗ ner Glieder ferner in Ge⸗ naden an; schenke, was man bitten kann, zu er⸗ guicken deine Bruͤder; gieb der ganzen Christenschaar Frieden und ein seligs Jahr. Freude, Freude uͤber Freude: Christus wehret allem Leide. Won⸗ ne, Wonne uͤber Wonne: er ist die Genaden⸗Sonne. Christian Keymann. Mel. Warum sollt ich mich denn grämen? 32 Fecuh soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor* alle 1— ss1 Von der Geburt Christi. 27⁷ alle Engel singen. Hoͤrt, hört, wie mit vollen Choͤ⸗ ren alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer GOttes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. GOtt wird Mensch, dir Mensch 0 gute; GOttes Kind⸗ as verbindt sich mit un⸗ serm Blute. 3. Sollt uns GOtt nun koͤnnen hassen, der uns giebt, was er liebt uͤber alle Maaßen? GOtt giebt, unserm Leid zu wehren, sei⸗ nen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns GOt⸗ tes Sohn nicht lieben, der jetzt koͤmmt, von uns nim̃t, was uns will betruͤben? 5. Haͤtte vor der Men⸗ schen Orden unser Heil einen Graͤul, waͤr er nicht Mensch worden; haͤtt er Lust zu unserm Schaden, ei so wuͤrd unsre Buͤrd er nicht auf sich laden. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, giebt sich an, unser Lamm/ zu werden; unser Lamm, das fuͤr uns stirbet, und bei GOtt fuͤr den Tod Gnad und Fried erwirbet. 7. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit suͤßen Liypen; Lasset fahrn, o lieben Bruͤder, was euch guaͤlt, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 8. Ei so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, Groß und Klein, kommt mit großen Haufen; liebt den/ 5 vor Liebe brennet; schauß den Stern, der uns gern Licht und Labsal goͤfet. 9. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet hier ist die Thuͤr zu den wah⸗ ren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch fuͤh⸗ ren an den Ort, da hin⸗ fort euch kein Kreuz wird ruͤhren. 10. Wer sich findt be⸗ schwert im Herzen, wer empfindt seine Suͤnd und Gewissens⸗Schmerzen, sei getrost: hier wird gefun⸗ den, der in Eil machet heil die vergiften Wunden. 11. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, fuͤllet frei eures Glaubens Haͤn⸗ de: hier sind alle gute Ga⸗ ben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 12. Suͤßes Heil, laß dich umfangen; laß mich dir, meine Zier, unverruͤckt anhangen; du bist meines Lebens Leben, nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 13. Meine Schuld kann mich nicht druͤcken, denn du hast meine Last all auf deinem Ruͤcken. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar al⸗ ler meiner Suͤnden. 14. Ich bin rein um dei⸗ netwillen, du giebst gnug Ehr und Schmuck, mich drein einzuhuͤllen. Ich will dich ins Herze schließen, o 2 mein *ET... 28 von der Geburt Christi. mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen. 15. Ich will dich mit Fleiß dewahren, ich will dir leben hier, dir will ich abfahren; mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. P. Gerhard. In eigener Melodie. —. b 33. GEhe, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, deß freuet sich der Engel Schaar. Kyrieleis. 2. Des ewgen Vaters einig Kind jeht man in der Krippen findt; in un⸗ ser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schooß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhaͤlt allein. Kyrieleis. 4. Das ewig Licht geht da herein, giebt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht, und mos des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Va⸗ ters, GOtt von Art, ein Gast in der Welten ward; und fuͤhrt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erben in seinm Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kom⸗ men arm, daß er unser sich erbarm, und in dem Himmel machet reich, und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an; deß freu sich alle Christenheit, und dank ihm deß in Ewigkeik. Ky⸗ rieleis. br. Martin Luther. Mel. Unn homm, der Heiden Heiland. 34 Ott sei Dank ar durch alle Welt, der sein Wort be⸗ standig haͤlt, und der Suͤn⸗ der Trost und Rath zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Vaͤter Schaar hoͤchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfuͤllt nach Herrlichkeit. 3. Zions Huͤlf und A⸗ brams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfraun Sohn, der wohlzweigestammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, 9 mein Heil, dir Hosanna, o mein Theil; richte du auch eine Bahn dir in mei⸗ nem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkdͤ⸗ nig, ein, es gehdret dir al⸗ lein; mach es, wie du ger⸗ ne thust, rein von aller Suͤnden Wust. 6. Und gleichwie dein Zukunft war voller Sanft⸗ muth, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröͤste, troͤte meinen Sinn, weil ich schwach und bloͤde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch vor mir vermißt. 8. Tritt Von der Geburt Christi. 29 8. Tritt den Schlangen⸗dein Gnad, den alten kopf entzwei, daß ich al⸗ ler Aengsten frei dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan. 9. Daß, wenn du, du Le⸗ bensfuͤrst, praͤchtig wieder⸗ kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn, und vor dir gerecht bestehn. 5. Held. In eigener Melodie. 28 Err Christ/ 35. H der einig GOtts Sohn, Vaters in Ewigkeit, aus seinem Herzn entsprossen, gleich wie der schrieben steht: Er ist der Morgensterne, sein Glanz streckt er so ferne vor an⸗ dern Sternen klar. 2. Fuͤr uns ein Mensch geboren im letzten Theil der Zeit, der Mutter un⸗ verloren ihr jungfraͤulich Keuschheit, den Tod fuͤr uns zerbrochen, den Him⸗ mel aufgeschlossen, das Le⸗ ben wiederbracht. 3. Laß uns in deiner Lie⸗ be und Erkenntniß nehmn zu, daß wir im Glauben bleiben, und dien'n dir im Geist so, daß wir hier moͤ⸗ 0 schmecken dein Suͤ⸗ igkeit im Herzen, und duͤrsten stets nach dir. 4. Du Schoyfer aller Dinge, du vaͤterliche Kraft, regierst von End zu Ende kraͤftig aus eigner Macht. Das Herz uns zu dir wen⸗ de, und kehr ah unsre bon dut daß sie nicht irrn von d 9. Ertödt uns durch dein Guͤte, erweck uns durch Menschen kraͤnke, daß der neu leben mag, wohl hier auf dieser Erden den Sinn und all Begehrden und Gdaͤnken han zu dir. Elisabeth Creutziger. Mel. Mlachs mit mir SOtt nach deiner Güt. 36 Her liegt, den meine Seele liebt, nun darf ich nicht mehr klagen, wenn mich die schnoͤde Welt betruͤbt, mir anthut Schmach und Plagen. Im Herzen lie⸗ get mir dies Kind, bei dem man Trost und Rettung findt. 2. Es scheint ja zwar ein schwaches Kind, liegt da in einer Krippen im Stall und wo man Un⸗ flath findt: doch seine suͤße Lippen, die blasen aus in mir den Geist, der mir den 3. W10 zum Leben weist. Raͤum auf, mein Her/ nimm willig an dein Kreuz, das dir gebieret dies Kind, das dich er⸗ freuen kann und deine Seele zieret. O druͤck es fest an deine Brust, und laß es stets sein deine Lust. 4. O wachse doch, du werthes Kind, in mir nach deiner Guͤte; o Kind, in dem man einig findt das troͤstliche Gemuͤthe; laß mich auch wachsen auf in dir, und mich mit deiner Tugend zier. 5. Du hast dich ja in Ewigkeit allhier mit mir vermaͤhlet, und mir daraus Ce 12. treulich ja von 30 von der Geburt Christi. Gerechtigkeit und Unschuldso HErr Christ, der du Dein Geri drum scheu ich dazu geboren und unser ein Gerichte nicht, weil einger Heiland bist, daß du im Tod auch bist mein niemand sei verloren, der Licht. x sich bekehrt und dir ver⸗ 6. So nimmst du nun traut, und in sich deine 1ch hab an das alles, was Liebe baut. 10 wuht 1 rann und Christoph Runge. ich nicht zahlen kann, un holst wich ausdem Grabe. Mel. un danket alle Fuͤr 5eh,under Wf mir dich, und mit dir al⸗ ch freue mi 37.J in dir, und les ewiglich. heiße dich willkommen 7. Du wirst schwach/ heiße daß ich sei ein Mann, hier mein liebstes JEsulein, du hast dir vorgenommen, ritterlich zu kaͤmpfen; du hast nimmst mein ganzes Elend mein Bruͤderlein zu sein: ach wie ein suͤßer Ton, an, um meine Noth zusach daͤmpfen. Ich kann es wie freundlich sieht er aus, alles sagen nicht, was der große GOttes Sohn! du mir worden bist, mein 2. GOtt senkt die Ma⸗ Licht. ö jestät, sein unbegreiflich 8. Du bist mein All, Wesen, in eines Menschen was will ich mehr in die⸗ Leib, nun muß die Welt genesen; der allerhöchste sem kurzen Leben? Dort ö werd ich schauen deine Ott. spricht freundlich bei mir ein, wird gar ein Ehr, wenn du mir das bei eil kleines Kind, und heißt wirst geben, was ich allhier kleit in Furcht und Noth muß mein IEsulein. suchen bis in meinen Tod. 3. Wie lieblich klingt 9. Dies Eine will ich er mir, wie schallt er in bitten noch: du wollest in die Ohren; er kann durch wir wenden dies schwer Stahl und Erz und harte gespannte Suͤndenioch, Felsen bohren das liebste und dies mein Elend enden. JEsulein. Wer IEsum Ach laß wich weiter nicht recht erkennt, der stirbt nicht, wenn er stirbt, so dran ziehn, und ja der Lustseuch bald entfliehn. bald er IEsum nennt. 4. Wohlan, so will ich 10. So werd ich vollerr mich an dich, o JEsu/ Trost und Freud in mei⸗ x nem Elend werden, ver⸗ halten, und sollte gleich gessen all mein ganzes Leid die Welt in tausend Stuͤk⸗ und zeitliche Beschwerden. ken spalten; o IEsu, dir/ stUnur dir, dir leb ich ganz Wenn du auch komme ‚; zum Gericht, wirst du mich allein; auf dich, allein auf dann verdammen nicht. dich, mein JEsu schlaf ich ein. Caspar An 11. Das hilf uns allen/ +I. Von der Geburt Christi. 31 Mel. un freut euch, lieben Christen gmein. — ch steh an deiner 38. Krippen hier, o IEsulein, mein Leben; ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast ge⸗ geben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Muth, nimm alles hin, und laß dirs wohlgefallen. 2. Du hast mit deiner Lieb erfuͤllt mein Adern und Gebluͤte; dein schoͤner Glanz, dein suͤßes Bild liegt mir stets im Ge⸗ muͤthe. Und wie mag es auch anders sein? Wie koͤnnt ich dich, mein Herze⸗ lein, aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren, und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren; eh ich durch deine Hand gemacht/ da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein woll⸗ test werden. 4. Ich lag in tiefer To⸗ desnacht, du warest meine Sonne; die Sonne, die mir zugebracht, Licht, Le⸗ ben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werthe Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schoͤn sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freuden an, und kann mich nicht satt sehen; und weil ich nun nicht weiter kann, so thu ich, was ge⸗ schehen O daß mein Sinn ein Abgrund waͤr, und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich moͤchte fassen! 6. Vergdnne mir, o IE⸗ sulein, daß ich dein Muͤnd⸗ lein kuͤsse, das Muͤndlein/ das den suͤßen Wein, auch Milch⸗ und Honigfluͤsse weit uͤbertrifft in seiner Kraft; es ist voll Labsal, Staͤrk und Saft, der Mark und Bein eraquicket. 7. Wenn oft mein Herz im Leibe weint, und kei⸗ nen Trost kann finden, da ruft mirs zu: Ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Suͤnden. Was trau⸗ erst du, mein Fleisch und Bein? du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine schulden. 8. Wer ist der Meister, der allhier nach Wuͤrdig⸗ keit ausstreichet die Haͤnd⸗ lein, so dies Kindlein mir anlachende zureichet? Der Schnee ist hell, die Milch ist weiß, verlieren doch beid ihren Preis, wenn diese Haͤndlein blicken. 9. Wo nebm ich Weis⸗ heit und Verstand, mit Lobe zu erhoͤhen die Aeug⸗ lein, die so unverwandt nach mir gerichtet stehen? Der volle Mond ist schoͤn und klar, schoͤn ist der guͤldnen Sterne Schaar: dies' Aeuglein sind viel schoͤner. 10. O daß doch so ein lieber Stern soll in der Krippen liegen! Fuͤr edle Kinder großer Herrn ge⸗ hoͤren guͤldne Wiegen. Hen eu 3² Von der Geburt Christi. Heu und Stroh ist viel zu schlecht, Sammt, Seid und Purpur waͤren recht/ dies Kindlein drauf zu legen. 9 11. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, daß meines Hei⸗ lands Laͤger sei auf Rosen und Violen; mit Tulpen, Velken, Rosmarin aus schöͤnen Gaͤrten will ich ihn von oben her bestreuen. 12. Zur Seiten will ich hier und dar viel weiße Lilien stecken, die sollen seiner Aeuglein Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt vielleicht das duͤrre Gras dies Kindlein mehr, als alles das, was ich hier nenn und denke. 13. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden; suchst meiner Seelen Trost und Freud durch allerhand Beschwerlichkeit, das will ich dir nicht wehren. 14. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Hei- land, nicht versagen: daß ich dich möge fuͤr und fuͤr in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, komm, komm, und lege bei mir ein dich und all deine Freuden. 15. Zwar sollt ich den⸗ ken, wie gering ich dich bewirthen werde: du bist der Schoͤpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde; doch bist du so ein lieber Gast, daß du noch nie verschmaͤhet hast den, der dich gerne siehet. P. Gerhard. In eigener Klelodie. 39 Esu, rufe mich 99 von der Welt, daß ich zu dir eile, nicht verweile; JEsu, rufe mich. 2. Nicht Jerusalem, son⸗ dern Bethlehem hat be⸗ scheret, was uns naͤhret, nicht Jerusalem. 3. Werthes Bethlehem. du bist angenehm, aus dir kommet, was uns from⸗ met, werthes Bethlehem. 4. Du bist, wie man spricht, nun die Kleinste nicht; allen Leuten, auch den Heiden, bringst du Heil und Licht. 5. Zeige mir den Stern, der mich aus der Fern von den Heiden lehr abschei⸗ den, zeige mir den Stern. 6. So werd, IEsu, ich bald, bald finden dich; An⸗ dachtskerzen, Reu im Her⸗ zen glaͤubig bringe ich. 7. Ach verschmaͤh mich nicht! Gieb doch, daß dein Licht nun und immer in mir schimmer; ach ver⸗ schmaͤh mich nicht! 8. Schoͤnstes Wunder⸗ kind, hilf, daß ich ent⸗ zuͤndt in dir brenne, dich stets nenne, schoͤnstes Wunderkind! 9. Suͤßer Liebesblick goͤnne mir das Gl hier und droben dich zu loben, suͤßer Liebesblick! A. Drese. Mel. + Von der Geburt Christi. 33 erkoren, allerliebstes IE⸗ sulein, laß mich deinen Diener sein. Mel. In dich hab ich gehoffet, HErr. 40. 4 finstern Stall/ der ewge Fuͤrst des Lebens. O goͤttlichs Wort, o Him⸗ melspfort, das thust du nicht vergebens. 2. Weil du so duͤrftig kommst herein, raͤumst du das Himmelreich uns ein, da wir die Fuͤlle haben. Dein Armuth macht, daß uns wird bracht der Reich⸗ thum edler Gaben. 3. O Menschen⸗Kinder, freuet euch, dies nackte Kindlein macht euch reich; es bringt euch von der Erden zur Himmelsfreud, die euch bereit, und ewig⸗ lich soll werden. 4. Drum laßt die Her⸗ zen wacker sein, und mit den lieben Engelein die Stimm also erschallen: GoOtt, dir sei Ehr, bei uns sich mehr dein Fried und Wohlgefallen! 5. Du aber, zartes IE⸗ sulein, kehr auch bei uns zur Herberg ein, erleucht uns das Gemuͤthe, daß Glaub und Lieb sich taͤg⸗ lich uͤb, HErr, giebs durch deine Guͤte. B. v. Derschau. Mel. Meine Seele, willst du ruhn. 41 leiner Knabe/ — großer GOtt/ schoͤnste Blume weiß und roth, von Maria neu ge⸗ boren, unter tausend aüs⸗ * Wunder groß! des Vaters Kind liegt nackt und bloß, 2. Nimm mich an, ver⸗ liebtes Kind, und befiehle mir geschwind, rege deine suͤße Lippen, rufe mich zu deiner Kripyen, thu mir durch den holden Mund deinen liebsten Willen kund. 3. Ich verlasse nun die Welt, und was mir an ihr gefaͤllt. Dir alleine will ich leben, dir mich gruͤndlich untergeben. Du alleine, IEsulein, sollst mein HErr und Obrer sein. 4. Dir soll meine Seel⸗ allzeit sammt den Kraͤften sein bereit, und mein Leib mit allen Sinnen soll nichts ohne dich beginnen; mein Gemuͤthe soll auf dich denken jetzt und ewiglich. 5. Nimm mich an, o IEsulein, denn ich wuͤn⸗ sche dein zu sein; dein ver⸗ bleib ich, weil ich lebe, dein, wenn ich den Geist aufgebe. Wer dir dient, du starker Held, der be⸗ herrscht die ganze Welt. Johann Angelus. Mel. Lobe den BErren, den mächtigen König der Ehren. 42 ommst du nun * IEsu, vom Himmel herunter auf Er⸗ den? Soll nun der Him⸗ mel und Erde vereiniget werden? Ewiger GOtt, kann dich mein Jammer und Noth bringen zu Men⸗ schen⸗Geberden? 2. Was ich in Adam und 2⁴ Eva tt ja . 3⁴ Von der Geburt Christi. Eva durch Sterben ver⸗ loren, hast du mir, JEsu, durch Leben und Leiden er⸗ koren. Guͤtiger GOtt. alle mein Jammer und Not endet sich, da du geboren. 3. Teufel, Tod, Hoͤlle, die zuͤrnen und halten zu⸗ sammen, wollen mich Suͤn⸗ der verschlingen und ganz⸗ lich verdammen. Maͤchti⸗ ger GOtt, wende den Jammer und Noth, tilge die hoͤllischen Flammen. 4. Gieb mir, o IEsu, hat gegeben: seinen Sohn zum ewgen Leben. Die⸗ ser kann und will uns he⸗ ben aus dem Leid ins Him⸗ hümels Freud. 4. Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satanas betrogen, zu be⸗ suchen aus der Hoͤh. 5. Jakobs Stern ist auf⸗ Iche Verl stillt das sehn⸗ iche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen, und zerstoͤrt der Hoͤllen nur heilige, gute Gedanken/ Reich halte die Glieder des Lei⸗ bes in heiligen Schranken; heiliger GOtt, laß mich nach deinem Gebot herzlich im Glauben dir danken. 5. Juͤhre mich endlich/ o JEsu, ins ewige Leben, welches du allen, die glau⸗ ben, versprochen zu geben, da ich bei GOtt ohne Noth, Jammer und Tod ewig in Freuden kann schweben. C. F. Nachtenhöfer. In eigener Mel. oder auem pastores lauda- vere. 43 ommt und laßt 2. uns Christum ehren, Herz und Sinnen 1 ihm kehren; singet froͤh⸗ ich, laßt euch höͤren, wer⸗ thes Volk der Christen⸗ heit. 2. Suͤnd und Hoͤlle und sich 4wag Tod u Teufel mag sich schaͤmen; wir, die ünser Heil an⸗ nahmen, werfen allen Kummer hin. 3. Sehet, was GoOtt eich. 6. Unser Kerker, da wir saßen, und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze felbst abfraßen, ist entzwei und wir sind frei. 7. O du hochgesegnte Stunde, da wir das von Herzensgrunde glauben/ und mit unserm Munde danken dir, o IEsulein. 8. Schoͤnstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit suͤßem Schalle dich der Engel Heer erhoͤht. P. Gerhard. In eigener Mlelodie. 4 4 aßt uns alle froͤhlich sein/ preisen GOtt den HErren, der sein liebstes Soͤhnelein uns selbst thut verehren. 2. Er kommt in das Jammerthal, wird ein Anecht auf Erden, daß wir in des Himmels Saal große Herren werden. 3. Er wird arm, wir werden reich: ist das nicht ein Wunder? Drum lobt GOtt Von der Geburt Christi. Gott un Himmelreich all⸗ zeit wie jetzunder. 4. O HErr Christ, nimm unser wahr, durch dein heilgen Namen; gieb uns ein gut neues Jahr, wers begehrt, sprech: Amen. Urban Langhans. In bekannter Melodie. 45 Los GOtt, ihr 2. Christen, alle gleich in seinem hoͤchsten hron, der heut auf⸗ schleußt sein Himmelreich, und schenkt uns seinen ohn. 1 2. Er kommt aus seines Vaters Schooß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Er aͤußert sich all sei⸗ ner Gwalt, wird niedrig und gering, und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schoͤpfer aaͤer Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Bruast, ihr Milch die ist sein Speis, an dem die Engel ehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis. 5. aus seinm Stamm entsprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen GOtt aufrichten wollt sein Reich, die Chri⸗ stenheit. 7 6. Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an, und iebt uns in seins Vaters eich die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein! wie köͤnnt Ds 35 er doch sein freundlicher das Herze⸗JEsulein! 8. Heut schleußt er wie⸗ der auf die Thuͤr zum schoͤ⸗ nen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafuͤr, GOtt sei Lob, Ehr und Preis! 1 Ricol. Hermann. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. Mein Herze, 46. Micchwinge dich empor, sei froh und guter Dinge; auf mit dem schoͤ⸗ nen Engelchor, ermuntre dich und singe, weil GOt⸗ tes eingeborner Sohn von seinem hohen Himmels⸗ thron zu dir und allen Frommen heut ist auf Er⸗ den kommen. 2. O frommer Heiland IEsu Christ, wie groß ist doch zu schaͤtzen, daß du gering und niedrig bist, wie herrlich kann ergoͤtzen die Demuth, so du bei dir hast! Willkommen, sanft⸗ muͤthiger Gast, du Trost betruͤbter Suͤnder, des To⸗ des Ueberwinder! 3. Daß du, o theurer Seelenfuͤrst, hast Fleisch an dich genommen, gerin⸗ ger als ein Engel wirst, das ist von Liebe kommen. Du wirst dort in dem Eh⸗ renreich uns machen deinen Engeln gleich. Du kommst zu uns auf Erden, auf daß wir himmlisch werden. 4. Du wirst ein Gast auf dieser Welt/ und fuͤhrst ein duͤrftigs Leben; hier⸗ durch ist uns das reiche Zelt des Himmels einge⸗ 94 — V — 36 Von der Geburt Christi. gehen. Du wirst geboren ewig nuͤtzen. O starker in der Nacht, auf daß uns HErr, ich hang, an dir, werde Licht gebracht; durch du kannst und willst mich dich sind wir gerissen aus schuͤtzen, wenn alle Men⸗ dicken Finsternissen. schen ferne stehn; auch 5. Im harten Winter wenn mir wird die Seel kommest du, bringst uns ausgehn, willst du den Tod den Himmels⸗Lenzen; du bezwingen: dir will ich suchst im dunkeln Stalle ewig singen. . dand wir miudder nzen und ewig in der Ru sein; aich an, dah Mlel. In dulei jubilo. wickelt man dich ein, da un singet un du uns moͤchtest retten von 47. N seid froh⸗ schweren Todesketten. sauchzt 2 und sagt so: 6. Du weinst in deinen Unsers Herzens Wonne Windelein, auf daß wir liegt in der Krippen bloß, ewig lachen. Du bist der und leucht doch als die Groͤßt, und wirst doch Sonne in seiner Mutter klein, uns alle groß zu Schooß, du bist A und O, machen. O Heiland, o du hist A und D Genaden⸗Thron, du bist ja 2. Sohn GOttes in der GOttes liebster Sohn, du Hoͤh/ nach dir ist mir so kommst zu uns auf Erden, weh; troͤst mir mein Ge⸗ willst unser Bruder werden. muͤthe/ o Kindlein zart und 7. Du bist ein HErr, rein, durch alle deine Guͤte; und wirst ein Knecht, uns o liebstes JEsulein, zeuch ewig zu befreien; reich bist mich hin nach dir. du, wirst doch arm und 3. Groß ist des Vaters schlecht, uns Reichthum Huld, der Sohn tilgt un⸗ Gottfr. Wilh Sacer. zu verleihen. Du traͤgst sre Schuld; wir waren * geduldig alles Leid; o gieb, all verdorben durch Suͤnd daß ich auch jederzeit, wenn und Eitelkeit, so hat er mich die Roth wird pla⸗Uuns erworben die ewge gen, dein Kreuz dir moög Himmelsfreud. Eia, waͤrn nachtragen. wir da. ,: 8. O du baemherzigs 4. Wo ist der Freuden IEsulein, gieb, daß ich Ort? Nirgend mehr denn mich des Armen, wo ich dort, da die Engel singen ihm kann behulflich sein, mit den Heiligen all, und von Herzen moͤg erbarmen. die Psalmen klingen im Gieb Sanftmuth/ gieb Be⸗ hohen Himmelssaal. Eia, Leuneltgtei Kaß munch den waͤrn wir da. ½ eutseligkeit; laß mich den 88— Naͤchsten lieben, auch Mel. wir Christenleut. wahre Demuth uͤben. IEsu Christ 9. O reicher Heiland, 48. O dein Kripplein schenke mir, was mir kann ist Von der Geburt Christi. 37 ist mein Paradies, da meine Seele weidet. Hier ist der Ort, hier liegt das Wort mit unserm Fleisch persoͤn⸗ lich angekleidet. 2. Dem Meer und Wind gehorsam sind, giebt sich zum Dienst und wird ein Knecht der Suͤnder. Du GOttessohn wirst Erd und Thon, gering und schwach/ wie wir und unsre Kinder. 3. Du hoͤchstes Gut hebst unser Blut in deinen Thron hoch uͤber alle Hoͤhen. Du ewge Kraft machst Bruͤ⸗ derschaft mit uns, die wie ein Dampf und Rauch ver⸗ gehen. 4. Was will uns nun zuwider thun der Seelen⸗ feind mit allem Gift und Gallen? Was wirft er mir und Andern fuͤr, daß Adam ist und wir mit ihm gefallen? 5. Schweig, arger Feind/ da sitzt mein Freund, mein Fleisch und Blut, hoch in dem Himmel droben; was du gefaͤllt, das hat der Held aus Jakobs Stamm zu großer Ehr erhoben. 6. Sein Licht und Heil macht alles heil, der Him⸗ melsschatz bringt allen Schaden wieder; der Freudenquell, Immanuel, schlaͤgt Teufel, Hoͤll und all ihr Reich darnieder. 7. Drum, from̃er Christ, wer du auch bist, sei gutes Muths und laß dich nicht betruͤben; weil GOttes Kind dich ihm verbindt, so janns nicht anders sein, GOtt muß dich lieben. 8. Gedenke doch, wie herrlich hoch er uͤber allen Jammer dich 9½ der Engel Heer ist selbst nicht mehr als eben du mit Se⸗ ligkeit gezieret. 9. Du siehest ja vor Augen da dein Fleisch und Blut die Luft und Wolken lenken. Was will doch sich, ich frage dich, erhe⸗ ben, dich in Angst und Furcht zu senken? 10. Dein bloͤder Sinn geht oft dahin, ruft Ach und Weh, laͤßt allen Trost verschwinden. Komm her und richt dein Angesicht zum Kripplein Christi, da, da wirst dus finden. 11. Wirst du geplagt? Ei unverzagt! dein Bruder wird dein Ungluͤck nicht verschmaͤhen. Sein Herz ist weich und gnadenreich, kann unser Leid nicht ohne Thraͤnen sehen. 12. Tritt zu ihm zu, such Huͤlf und Ruh, er wirds so machen, daß du ihm wirst danken; er weiß und kennt, was beißt und brennt, versteht wohl, wie zu Muthe sei dem Kranken. 13. Denn eben druͤm hat er den Grimm des Kreuzes auch am Leibe wollen tragen daß seine Pein ihm moͤchte sein ein uUnverrückt Erinnrung un⸗ 0.„ Mit einem Wort: Er it die Pfort zu dieses und des aͤndern Lebens Freuden; er macht behend ein seligs End an alle dem, was fromme Herzen leiden. 15. Laß 38 von der Geburt Christi. , rm nnan vr.rrarn 5. Laß aller Welt ihr terland kuͤnftig wieder sei Gut und Geld, und siehe bekannt. nur, daß dieser Schatz dir 6. Wir verehren diese bleibe; wer den hier fest Liebe/ die sich nun mit haͤlt, und nicht laͤßt, den uns geyaart. O wie lau⸗ ehrt und kroͤnt er dort an ter und wie zart hrann⸗ Seel und Leibe. P. Gerhard.test du in diesem Triebe, ö da du uns an Licht und „Mel. Ach was soll ich Pr ů Zünder machen. Pracht deinen Engeln ö gleich Mumde 49 eid zufrieden,„4. Ran, dein paradie⸗ lieben Bruͤ⸗sisch Leben dringet wieder der, denn des Vaters Wort in uns vor, und der Wille unb Licht, daß er aus sich geht empor, deinen Na⸗ selber spricht, bringet das men zu erheben; wir ge⸗ Berlorne wieder, und in nieften deiner Ruh, o wie unser Fleisch und Bein selig sind wir nun! 30——— 7 4˙* Christian Friedr. Richter. Hoͤret, wie der En⸗ ö 10 airen in In eigener H ich erfreun, und wie ha om Himme erstaunet sein, daß das 50. V hoch da Wort ist Fleisch geworden, komm ich her, ich bring daß man GOttes liebstes euch gute neue Maͤhr; der Kind unter Adams Kin⸗guten Maͤhr bring ich so dern findt. viel, davon ich singn und 3. Oer die Himmel auf⸗sagen wil. Grund und der Erden 2. Euch ist ein Kindlein Grund gelegt, der die heut geborn, von einer Kreaturen traͤgt, wurde Jungfrau auserkorn; ein auch wie wir formiret; und Kindelein so zart und fein/ der alle Ding erfuͤllt, wird das soll eur Freud und in Windeln eingehuͤllt. Wonne sein. 4. Werde auch in uns 3. Es ist der HErr geboren, und erleuchte du Christ, unser GOtt, der uns ganz, o du durchge⸗will euch fuͤhrn aus aller brochner Glanz, und dein Noth; er will eur Hei⸗ Bild, das wir verloren, land elber sein, von allen kehre wieder bei uns ein/ Suͤnden machen rein. daß wir Menschen GOt⸗ 4, Er bringt euch alle tes sein. Seligkeit, die GOtt der 5. Uns verlangt auf Vater hat bereit, daß ihr dieser Erden/ durch der mit uns im Himmelreich Liebe Wunderkraft— des sollt leben nun und ewig⸗ Lichtes Buͤrgerschaft wie⸗lich. derum gebracht zu wer⸗ 5. So merket nun das den, daß uns unser Va⸗ Zeichen recht, die* Win; ——.— Von der Geburt Christi. Windelein so schlecht, da sindet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhaͤlt und traͤgt. 6. Deß laßt uns alle froͤhlich sein, und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was GOtt uns hat beschert, mit seinem lie⸗ ben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin, was liegt doch in dem Krippe⸗ lein? Weß ist das schoͤne Kindelein? Es ist das liebe JEsulein. 8. Bis willekomm, du edler Gast, den Suͤnder nicht verschmaͤhet hast, und kommst ins Elend her zu mir: wie soll ich immer danken dir? 9. Ach HErr, du Schoͤ⸗ pfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf duͤrrem Gras, davon ein Rind und Esel aß. 10. Und waͤr die Welt viel mal so weit, von Edel⸗ stein und Gold bereit, so waͤr sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seiden dein, das ist grob Heu und Windelein, darauf du Koͤng so groß und reich herprangst, als waͤrs dein Himmelreich. 12. Das hat also ge⸗ fallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 13. Ach mein herzliebes 39 IEsulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhen in meins Herzen Schrein, daß ich nimmet vergesse dein. 14. Davon ich allzeit froͤhlich sei, zu springen, singen immer re das rechte Susaninne schoͤn, mit Her⸗ zenlust den suͤßen Ton. 15. Lob, Ehr sei GOtt im hoͤchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn. Deß freuen sich der Engel Schaar/ und singen uns solch neues Jahr. Dr. Martin Luther. Mel. vom Himmel hoch da komm ich her. MNom Himmel 51. V kam der En⸗ gel Schaar, erschien den Hirten offenbar; sie sag⸗ ten ihn'ꝰn: Ein Kindlein zart das liegt dort in der Krippen hart: 2. Zu Bethlehem, in Davids Stadt, wie Michg das verkuͤndet hat; es ist der HErre IEsus Christ, der euer aller Heiland ist. 3. Deß sollt ihr billig froͤhlich sein, daß GOtt mit euch ist worden ein; er ist geborn eur Werseh und Blut, eur Bruder is das ewig Gut. 4. Was kann euch thun die Suͤnd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren GOtt. Laßt zuͤrnen Teu⸗ fel und die Hoͤll: GOtts Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur Zuversicht; r—. sein Himmelreich. 40 Von der Geburt Christi. ihund Freud, weil uns zu es mögen euch viel fechten an, dem sei Trotz, ders Trost ist Christus Mensch geboren, hat uns erloͤst; wer sich deß trost, und glaubets fest, soll nicht wer⸗ deß danket GOtt in Ewig⸗ 2. Ein Wunder⸗Freud! keit, geduldig/ froͤhlich al⸗ lezeit. Dr. Martin Luther. ö ria geboren. Ein Jung⸗ frau zart sein Mutter ward/ von GOtt dem HErren selbst dazu erkoren. 3. Die Sünd macht Leid des/ sehr, daß uns geborn Christus bringt Freud/ kommt Christ der HErre weil er zu uns in diese Er sucht kein sterblich Kd⸗Welt. Mi nigreich/ der zu uns bringt uns ist GOtt nun in der Noth. Wer ist, der jetzt uns Christen kann verdam⸗ men? 4. Drum sag ich Dank mit dem Gesang Christo Gott, dem HErrn, der uns zu Mensch und Köͤnig sei. gut Mensch worden, Laß 3. Die Tauf im Jor⸗wir durch ihn nun all los dan an sich nahm das him⸗ sind der Suͤnden Last und melische GOtteslamm: da⸗ untraͤglichen Buͤrden. durch der nie kein Suünde 5. Halleluiah, gelobt sei that, von Suͤnden uns GOtt! singen wir all aus gewaschen hat. unsers Herzens Grunde; 4. Ein Wunderwerk da denn GOtt hat heut ge⸗ neu geschah, sechs steinern macht solch Freud, der wir Kruͤge man da sah voll vergessen solln zu keiner At ers her Wem durc Stunde. Casvar Fuger. rt, rother ein dur ů sein Wort draus ward.„Hmel. Erschienen ist der di 900 Ehr Ehnl, ge⸗ herrlich Ungr ei dir gesagt, Christ, ge⸗ ir singen dir/ born von der aanen Mad, 54. Wé Immanuel, 2. Dem Stern die Wei⸗ sen folgen nach/ solch Licht zum rechten Licht sie bracht. Sie zeigen mit den Gaben drei, dies Kind GOtt/ mit Vater und dem heil⸗ du Lebensfuͤrst und Gna⸗ gen Geist, von nun an bis denquell, du Himmelsblum in Ewigkeit. vr. M. Luther. und Morgwastern F. Nale In eigener Melodie. Hern. THaltalah. 5 53 W'i Christen⸗ 2. Wit singen dir in . leut habn deinem Heer aus aller ö Kraft Von der Geburt Christi. 4¹ Kraft Lob, Preis und Ehr, suchst selber Trost, und daß du, o langgewuͤnsch⸗findst ihn nicht. Hallel. ter Gast, dich nunmehr 10. Du bist der süße eingestellet hast. Hallel. Menschenfreund, doch sind 3. Von Anfang/ da die dir so viel Menschen feind⸗; Welt gemacht, hat so manch Herodis Herz haͤlt dich Herz nach dir gewacht; fuͤr Greul, und bist doch dich hat gehofft so lange nichts als lauter Heil. Jahr der Vaͤter und Pro⸗Hallelujah. öheten Schaar. Hallel. 11. Ich aber, dein ge⸗ I. Vor Andern hat dein ringster Knecht, ich sag hoch begehrt der Hirt und es frei und mein es recht; Koͤnig deiner Heerd, der Ich liebe dich, doch nicht Mann, der dir so wohl so viel, als ich dich gerne gefiel, wenn er dir sang lieben will. Hallelujah. auf Saitenspiel. Hallel. 12. Der Will ist da, 5. Ach daß der HErr die Kraft ist klein; doch aus Zion kaͤm, und unsre wird dir nicht zuwider sein Bande von uns naͤhm. mein armes Wien und Ach daß die Huͤlfe braͤch was es kann, wirst du in herein, so wuͤrde Jakob Gnaden nehmen an. Hall. froͤhlich sein! Hallelujah. 13. Hast du doch selbst 6. Run du bist hier, dich schwach gemacht, er⸗ da liegest du, haͤltst in dem waͤhltest, was die Welt Kripplein deine Ruh; bist veracht; warst arm und klein und machst doch alles duͤrftig, nahmst vorlieb da, groß, bekleidst die Welt, wo der Mangel dich hin⸗ und kommst doch bloß. trieb. Hallelujah. Hallelujah. 14. Du schliefst ja auf 7. Du kehrst in fremde der Erden Schooß, so war Hausung ein, und sind dein Kripplein auch nicht doch alle Himmel dein; groß; der Stall, das Heu, trinkst Milch aus einer das dich umfing, war Menschen⸗Beust, und bist alles schlecht und sehr ge⸗ doch selbst der Engel Lust. ring. Hallelujah. Hallelujah. 15. Darum so hab ich 8. Du hast dem Meer guten Muth, du wirst auch sein Ziel gesteckt, und wirst halten mich fuͤr gut; 0 mit Windeln zugedeckt: IEsulein, dein frommer bist GOtt, und liegst auf Sinn macht, daß ich so Heu und Stroh; wirst voll Trostes bin. Hallel. Mensch, und bist doch A16. Bin ich gleich Suͤnd und O. Hallelujah. und Laster voll, hab ich 9. Du bist der dalden gelebt nicht wie ich soll: aller Freud, und duldest ei kommst du doch des⸗ so viel Herzeleid; bist aller wegen her, daß sich der Heiden Trost und Licht, Suͤnder zu dir—1—z Hatt 7. Haͤtt 42 Von den namen und den Aemtern 17, Haͤtt ich nicht auf 19. Du bist mein Haupt, mir Sünden⸗Schuld, haͤtt himwiederum bin ich dein ich kein Theil an deiner Glied und Eigenthum, und Huld; vergeblich waͤrst du will, so viel dein Geist mit mir geborn, wenn ich nicht giebt, stets dienen dir, wie waͤr in GOttes Zorn. Hall. dirs beliebt. 18. So faß ich dich nun Hallelulah. 20. Ich will dein Halle⸗ ohne Scheu, du machst luiah hier mit Freuden sin⸗ mich alles Jammers frei; gen fuͤr und fuͤr, und dort du strägst den Zorn, du in deinem Ehrensaal solls wuͤrgst den Tod, verkehrst schallen ohne Zeit und Zahl. in Freud all Angst und Hallelujah. Noth. Hallelujah. Paul Gerhard. III. Von dem Namen und den Aemtern IEsu Christi. Mel. O GOtt, du from- mer Gott. 4. Wenn Satan sich bei mir in Anfechtung will regen, ist JEsus Name 55 A IEsu, dessen mir zum Trost, Schutz, 0 Treu im Him⸗Fried und Segen, zut mel und auf Erden durch Weisheit und Arznei in keines Menschen Mund aller Angst und Roth, daß kann gnug geyriesen wer⸗ich nicht fuͤrchten darf den den: ich danke dir, daß du, Teufel und den Tod. ein wahrer Mensch geborn, 5. Daß ich ein Zornkind hast von mir abgewandt, bin, das macht die schnode daß ich nicht bin verlorn. Suͤnde; dein FEsus⸗Nam 2. Vornehmlich wird in macht mich zu einem Gna⸗ mir all Herzensangst ge⸗den⸗Kinde; er nimmt von stillet, wenn mich dein mir hinweg die Schuld und suͤßer Nam mit seinem Missethat, bringt mir die Trost erfuͤllet. Kein Trost. Seligkeit und deines Va⸗ so lieblich ist, als den mir ters Gnad. I dein Nam, der suͤße 6. Ei nun, so heilge mich/ Esus⸗Nam, du Fuͤrst aus der ich bin gani beflecket, Davids Stamm. 3. O JEsu 7 dein heilger hoͤchster der alle Suͤnd zudecket; Esus⸗Nam, Schatz, du kannst nur er kehre ab den Fluch, den Freude bringen; es kann Segen zu mir wend, auf nichts lieblicher, als JEsus daß dadurch bei mir sich Name klingen. Ich kann alle Schwachheit end. nicht traurig sein, weil IEsus heißt so viel als mich 7. Er sei mein Licht, das in Finsterniß er⸗ Heiland oder 15 der leuchte; er sei der Him⸗ 4 mels⸗Thau, der Wrh 5 selig machen wi JEsu Christi. 43 Hitz anfeuchte; er sei mein Schirm und Schild, mein Schatten, Schloß und Hut, mein Reichthum, Ehr und Ruhm, er sei mein hoͤchstes Gut. 8. Er sei mein Himmels⸗ weg/ die Wahrheit und das Leben; er wolle mir zuletzt aus Gnaden dieses geben, daß ich alsdann in ihm dies Leben schließe wohl, wenn meine Sterbens⸗Zeit und Stunde kommen soll. 9. Inmittelst helf er mir/ so lang ich hier noch wandle/ daß ich in meinem Thun treu und aufrichtig handle. Er stehe mir stets bei mit seines Geistes Gab, und gebe Kraft, wenn ich was zu verrichten hab. 10. In IEsu Namen bin ich heute aufgestanden, in ihm vollbring ich heut, was mir kommt unterhan⸗ den: in seinem Namen ist der Anfang schon gemacht, das Mittel und der Schluß wird auch durch ihn voll⸗ bracht. 11. Dir leb ich, und in dir, in dir will ich auch sterben; HErr, sterben will ich dir, in dir will ich er⸗ erben das ewge Himmel⸗ reich, das du erworben mir; von dir verklaͤrt will ich dir dienen fuͤr und fuͤr. Nach Joh Heermann. Mel. O Erre Sott, dein götklich Wort oder: waͤs mein Gott will, das gscheh allzeit. 56 G² auf, meins * Herzens Mor⸗ genstern, und werde mir zur Sonne; geh auf und sei von mir nicht fern, du hoͤchste Seelenwonne. Er⸗ leuchte mich ganz inniglich/ daß ich in deinem Lichte noch diesen Tag erblicken mag dein liebstes Angesichte. 2. Ich wuͤnsche nichts als dich zu sehn, hab auch sonst kein Verlangen. Ach wenn wird es doch nur geschehn, daß ich dich werd umfangen? Du bist das Licht, das mein Gesicht alleine will erblicken; du bist der Strahl, der alle⸗ mal kann meine Seel er⸗ quicken. 3. Du bist der Glanz der Herrlichkeit, und giebst der Welt das Leben; dein Anblick macht noch in der Zeit mich in dem Himmel schweben; dein Freuden⸗ schein macht meine Pein mir uͤber Zucker suͤße; deins Mundes Kuß, deins Gei⸗ stes Gruß macht, daß ich ganz zerfließe. 4. Wo bist du, schoͤnster Braͤutigam, o auserkorner Knabe? Wo bist du, suͤßes GOtteslamm, daß ich mit dir mich labe? Komm doch geschwind, du GOttes Kind, komm, komm, daß ich dich preise, und dir Lob, Ehr und Dank und Ruhm aus Herzenskraft erweise. 5. Der Leib wird matt/ die Seel ist schwach, die Augen stehn voll Thraͤnen; der Mund verblaßt, ruft ach und ach! das Herz ist voller Sehnen. O IEsu⸗ lein, mein Sreudenschenm. u ———.— ——..—————— 44 Pon dem Uamen und den Aemtern du kannst mich ja erquicken; verzeuch doch nicht; mit deinem Licht mich gnaͤdig anzublicken. Joh. Angelus. Mel. JEsu, hilf siegen, du Fürste des Lebens. 57 Grober Prophe- * te, mein Herze elhrel von dir inwendig gelehret zu sein; du, aus des Vaters Schooß zu uns gekehret, hast offenbaret, wie du und ich ein; du hast als Mittler den Teufel bezwungen, dir ist das Schlangenkopftreten ge⸗ lungen. 2. Priester in Ewigkeit, meine Gedanken denken mit brennendem Eifer an dich; bringe mein Seufzen in heilige Schranken, der du ein Opfer geworden fuͤr mich; du bist als Fuͤr⸗ d sprach zum Himmel gefah⸗ ren, kannst auch dein Eigenthum ewig bewah⸗ ren. 3. Koͤnig der Ehren, dich wollen wir ehren; stimmet ihr Saiten der Liebe mit ein, lasset das Loben und Danken nun hoͤren, weil wir die theuer Erkaufeten sein. Herrsche, liebwuͤrdig⸗ ster Heiland, als Koͤnig; Menschenfreund, schuͤtze die Deinen, die wenig. 4. Nun denn so soll auch mein alles erklingen, ich als ein Christe will tre⸗ ten herbei, will nicht er⸗ muͤdet aus Liebe dir singen, sondern vermehren dies Jubelgeschrei. Ich will dich, Herzog des Lebens, verehren: alles, was Odem hat, lobe den HErren. Joachim Neander— AMlel Alle Klenschen müssen sterben. Esu, frommer 58. V Menschen⸗ heerden guter und getreuer Hirt, laß mich auch dein Schaͤflein werden, das dein Stab und Stimme fuͤhrt. Ach du hast aus Lieb dein Leben fuͤr die Schaafe hin⸗ gegeben, und du gabst es auch fuͤr mich; laß mich wieder lieben dich. 2. Heerden ihre Hirten lieben, und ein Hirt liebt seine Heerd: laß uns auch so Liebe uͤben, du im Him⸗ mel, ich auf Erd. Schal⸗ let deine Lieb hernieder, soll dir meine schallen wie⸗ er; wenn du rufst: Ich liebe dich! ruft mein Herz: Dich liebe ich! 3. Schaafe ihren Hir⸗ ten kennen, dem sie auch sind wohlbekannt: laß mich auch nach dir zurennen, wie du kamst zu mir ge⸗ rannt; als des Hoͤllen⸗ Wolfes Rachen eine Beut aus mir wollt machen, rie⸗ fest du: Ich kenne dich! ich auch rief: Dich kenne ich! 4. Heerden ihren Hirten hoͤren, folgen seiner Stimm allein; Hirten auch zur Heerd sich kehren, wenn sie bloͤken, groß und klein: laß mich hoͤren, wenn du schreiest, laß mich laufen, wenn du dräuest; laß mich horchen stets auf dich, JE⸗ su, hoͤre du auch 2991 8 Hoͤ⸗ SEfu Christi. 4⁵ 5. Hoͤre, JIEsu, und er⸗ hoͤre meine, deines Schaͤf⸗ leins Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm: laß mein Schreien dir gefallen, deinen Trost herwieder schallen; wenn ich bete, hoͤre mich, IE⸗ su, sprich: Ich hoͤre dich. 6. Hoͤre, IEsu, und er⸗ hoͤre, wenn ich ruf, an⸗ klopf und schrei; JIEsu, dich von mir nicht kehre, steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hoͤrst; in dei⸗ nem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub und fuͤhle schon dei⸗ nen Trost, o GᷣOttes Sohn. Sigism. v. Birken. Mel. O GOtt, du from⸗ mer GOtt. Uch hab ihn den⸗ 59. Anoch lieb, und bleibe an ihm hangen, er einzig meine Lust, er ein⸗ zig mein Verlangen. Fall ich schon oftermals aus meiner Liebespflicht, so trennet solches doch die treue Liebe nicht. 2. Denn haͤtt ich nur die Kraft, die ich mir wuͤnschen wollte, wenn mein Wunsch nach Be⸗ gier erfuͤllet werden sollte: gewiß, ich bliebe treu; er sollte noch an mir von Herzen sein vergnuͤgt, er/ meine hoͤchste Zier. 3. Das Wollen und der Muth sind da, obgleich zu Zeiten Vollbringen mangeln will; drum seh ich kaͤglich streiten in mir mit Fleisch und Blut den geistgesinnten Sinn, weil ich nur noch ein Kind in Christi Liebe bin. 4. Und werd ich dermal⸗ eins zu meiner Mannheit kommen, wie will ich ihm so treu verbleiben, meinem frommen und allerbesten Schary. Ach gegen ihn allein soll in recht keuscher Brunst mein Herz ent⸗ zuͤndet sein. 5. Komm, Liebster, zuͤn⸗ de an, entzuͤnde die Ge⸗ danken; entzuͤnde mir mein Herz, so werd ich niemals wanken aus meiner Liebes⸗ pflicht; entzuͤnde gegen dich mein Herz, so bleib ich treu dir, Liebster, ewiglich. Mel. uun komm;, Heiden Heiland. 60 Esu, meiner 1—9 Seelen Ruh, und mein bester Schatz dazu, alles bist du mir allein, sollst auch ferner alles sein. 2. Liebet jemand in der Welt edle Schaͤtze, Gold und Geld: JEsus und sein theures Blut ist mir mehr denn alles Gut. 3. Stellen meine Feinde sich oͤffentlich gleich wider mich: IEsus reißt aus aller Noth, tilget Teufel, Hoͤll und Tod. 4. Bin ich krank und ist kein Mann, der die Schwachheit heilen kann: IEsus will mein Arzt in Pein und mein treuer Helfer sein. 5. Bin ich nackend, arm und der — 46 von dem Uamen und den Aemtern und bloß, und mein Vor⸗ rath ist nicht groß; JEsus hilft zur rechten Zeit mei⸗ ner armen Duͤrftigkeit. 6. Muß ich in das Elend fort, hin an einen frem⸗ den Ort: IEsus sorget selbst fuͤr mich, schuͤßet mich ganz wunderlich. 7. Muß ich dulden Hohn und Spott wegen GOtt und sein Gebot: JEsus giebt mir Kraft und Macht, daß ich allen std Spott nicht acht. 8. Hat der Bienen Ho⸗ nig Saft, und der Zucker suße Kraft: mein herz⸗ liebster JEsus Christ tau⸗ sendmal noch suͤßer ist. 9. Drum, o IEsu, will ich dich immer lieben festiglich; du/ o JEsu, sollst allein meiner See⸗ len alles sein. 10. IEsus, was durch Ohren bricht, JEsus, was das Auge sieht, IE⸗ sus, was die Zunge schmeckt, und wonach die Hand sich streckt. IeEsus sei mein Speis und Trank, JEsus sei mein Lobgesang, IEsus sei mein ganzes All, JIEsus sei mein Freudenschall. 12. Endlich laß, du hoͤch⸗ stes Gut, JEsu, laß dein theures Bluͤt, deine Wun⸗ den, deine Pein meinen Trost im Tode sein. Lueas Backmeister. Mel. Meinen IEsum laß ich nicht. 1eEsus ist der 61. J schnse Ram aller, die vom Himmel ka⸗ men, huldreich, praͤchtig, tugendsam, uͤber aller Goͤr⸗ ter Namen. Seiner gro⸗ hen Lieblichkeit gleicht kein Name weit und breit. 2. IEsus ist das Heil der Welt, und ein Arznei fuͤr die Suͤnden; IEsus ist mein starker Held, unsern Feind zu uͤberwinden; wo nur IEsus wird gehoͤrt, ürt der Teufel schoͤn ge⸗ kt. 3. JIEsus ist der Weisen Stein/ der Gesundheit giebt und Leben; JEsus hilft von aller Pein, die den Men⸗ schen kann umgeben. Lege IEsum nur gufs Herz, 10 verliert sich aller Schmerz. 4. IEsus ist mein ewger Schatz und ein Abgrund alles Guten; JEsus ist ein Freudenplatz voller suͤßen ur eiw kühter IEsus ist ein kuͤhler Than, der erfrischet Feld und Au. 5. IEsus ist der fuͤße Brunn, der die Seelen all erquicket. IEsus ist die ewge Sonn, deren Strahl uns ganz verzuͤcket. Willst du froh und freudig sein, laß nur ihn zu dir hinein. 6. IEsus ist der liebste Ton, den mir alle Welt kann singen; ja ich, bin in Himmel schon, wenn ich JEsum hoͤr erklingen; IEsus ist meins Herzens Frend, und mein ewge Seligkeit. 7. JEsus ist mein Him⸗ melbrod, das mir schmeckt, wie ichs begehre; er erhaͤlt mich vor dem Tod, staͤrkt mich⸗/ SEsu Christi. 47 mich/ daß ich ewig waͤhre; Zucker ist er mir im Mund, Balsam, wenn ich bin ver⸗ wundt. 8. Jesus ist der Lebens⸗ baum voller edler Tugend⸗ fruͤchte; wenn er findt im Herzen Raum, wird das Unkraut ganz zu nichte; alles Gift und unheil weicht, das sein Schalten nur erreicht. 9. IEsus ist das hoͤchste Gut in dem Himmel und auf Erden: IEsus Name macht mir Muth, daß ich nicht kann traurig werden. IEsus Name soll allein mir der liebste Name sein. Johann Angelus. Mel. Ach alles, was Himmel und Erde um⸗ schließet. (Seele.) Ich liebe 62. dich herzlich, o JIEsu, vor al⸗ len; du bisi es, an dem ich mein einzig Gefallen; ich such dich, ich lieb dich ich will dich umfassen; ich will dich fest halten, ich will dich nicht lassen. 2.(IEsus.) Mein lieb⸗ stes Kind, solltest du lie⸗ ber mich haben, als An⸗H dere? Liebest du etwa die Gaben? Wie, wenn du vom Lieben nichts solltest genießen? so moͤchte wohl etwa die Liebe zerfließen. 3.(Seele.) Ich liebe den Geber nicht um das Ge⸗ schenke, so viel ich mich kenne und wie ich gedenke; ich hoffe in diesem Theil treu zu bestehen, wenn du, o mein IEsu, die Probe wolltst sehen. 4.(JEsus.) Wolltst du mich so herzlich und in⸗ niglich lieben, und gegen mich deine Teeu dennoch ausüben, wenn ich dir die Guͤter der Erden entrisse, und dich in verachteter Ar⸗ muth verstieße? 5.(Seele.) Wer an dir, o IEsu, findt alles Ver⸗ gnuͤgen, der kann sich in dieses mit leichter Muͤh fuͤgen; ich wuͤrde mich fuͤr den Beguͤtertsten schaͤtzen, so lange du bleibest mein einzig Ergoͤten. 6.(JIEsus.) Wie aber, wenn ich dir die Ehre ließ nehmen, daß, die dich ge⸗ ehret, sich nachmals dein schaͤmen? Wie wuͤrdst du bei Schmach und Verach⸗ tung dich halten? Es moͤchte die Liebe wohl et⸗ was erkalten. 7.(Seele.). Laß Ehre, Gunst, Herrlichkeit immer hinfliehen; laß Mißgunst, Verachtung und Spott mich beziehen: ich will es geduldig und willig ver⸗ schmerzen, und nimmer ermuͤdet dich lieben von Herzen. 8.(IEsus.) Gefaͤngniß, Band', Marter, Schmerz/ Elend und Leiden, das moͤchte die Liebe, so zwi⸗ schen uns, scheiden: wie wuͤrdest du wohl in der Probe bestehen, wenn du fuͤr mich solltest zum To⸗ de hingehen? 9.(Seele.) Ich wollte mich um dich, mein Le⸗ ben, 48 Von den Uamen und den Aemtern ben, her schlingen, so koͤnn⸗ te kein Marter, noch Tod mich bezwingen; ich wollte anhalten mit Lieben und Glauben, so koͤnnte mich niemand des Lebens be⸗ rauben. 10.(IEsus.) Wie/ wenn ich mich stellte, als wollt ich dich fliehen? so duͤrft wohl die Welt dich mit List zu sich ziehen; du wuͤr⸗ dest dich dem, der dich an⸗ lockt, vergsellen, dich ge⸗ gen den, der sich verstellet, verstellen. 11.(Seele.) Du kannst nicht von Herzen die Men⸗ schen betruͤben, drum werd ich nicht muͤde, dich den⸗ noch zu lieben; ob deine treu Huͤlfe zu wanken gleich schiene, so muß es zu meiner Verstaͤrkung nur dienen. 12.(JEsus.) Ich koͤnnte dich gleichwohl verstoßen zur Hoͤllen, dann wuͤrde man sehen, wie du dich mochtst stellen; du wuͤrdest aufhoͤren zu lieben, und hassen den, der dich nun⸗ mehro haͤtt gaͤnzlich ver⸗ lassen. 13.(Seele.) Ach Lie⸗ ber, wie solltst du das koͤn⸗ nen und wollen, und hal⸗ ten so theure Zusagen nicht sollen? Du hast den Be⸗ kehrten zu helfen verspro⸗ chen: was du mir beeidet, wird nimmer gebrochen. 14.(JEsus.) Wer wollte mich zwingen, dich Suͤn⸗ der zu lieben, ein'n solchen, der oͤfters mich pflegt zu betruͤben? Ich hasse die menzemrenes Laönßich men; ein reines Herz laß ich vor mein Gesicht kommen. 15.(Seele.) Ich leugne nicht, daß ich gesuͤndiget habe; doch glaub ich, dein Blut mich von Suͤnden waͤscht abe; und da du mich wegen der Suͤnden wolltst hassen, so wollt ich dein eigne Gerechtigkeit fassen. 16.(IEsus.) Wer da⸗ bei mich fasset, dem ist es gelungen:; dein Glaub, meine Liebste, der hat mich bezwungen. Ich lieb dich, ich halt dich, ich will dich nicht lassen, ich will dich annehmen, ich will dich umfassen. 17.(Seele.) Bestaͤndig bei meinem Vorsatze zu bleiben, wollst du mich durch deinen Geist stetigst antreiben; und daß ich den⸗ selben auch setze ins Werke, verleih mir, HErr, Kraͤfte und goͤttliche Staͤrke 18.(JIEsus.) Im Lie⸗ ben getreu bis ans Ende verbleibe, mich nimm:ꝛer zu lassen aufs neu dich ver⸗ schreibe; von dir will ich, Liebste, wohl nimmermehr weichen, bis ich dich heim⸗ hole beim Todes⸗Ver⸗ bleichen. 19.(Seele.) Im Lie⸗ ben getreu bis ans End ich verbleibe, dich nimmer zu lassen aufs neu mich verschreibe; von dir will ich, Liebster, wohl nim⸗ mermehr weichen, bis du mich heimholest beim To⸗ des⸗Verbleichen. Joh. Caspar Schade. Mitl. ZEsu Christi. 49 Mel. Uun komm, der Heiden Heiland. 63. J eEsus ist mein Freuden⸗Licht, wenn er hell in mir an⸗ bricht; meiner Seelen Ru⸗ hestatt, wenn sie keine Kraft mehr hat. 2. IEsus ist mein Far⸗ ker Held; wenn der Teu⸗ fel mich anfaͤllt, und die Suͤnde groß sich macht, ich en ganz veracht. JEsus ist mein fester Sieg wider Teufel, Ba⸗ bels Krieg; er il meine starke Wehr wider das ver⸗ dammte Heer. 4. Ach mein IJEsu, laß mich dir sein verpfaͤndet fuͤr und fuͤr, laß mich Ar⸗ men dir allein in der Lieb ergeben sein. 5. Alle, die ihr JEsum sucht, kommt, genießet sei⸗ ner Frucht, die den Geist und Seel erquickt, euch damit zum Siegen schickt. 6. Herzens⸗JEsu, Sie⸗ gesfuͤrst meine Seele nach dir duͤrstt; alle Feind in mir besieg/ daß ich nicht im Kampf erlieg. 7. Nach dem Siegen nimm mich auf zu dem auserwaͤhlten Hauf, da du mir den Gnadenlohn ge⸗ ben wirst, o GOttes Sohn. 8. Auf, ihr Ueberwin⸗ der, seht, JEsus euch ent⸗ gegengeht, um fuͤr wenig Schmach und Hohn euch zu gebn die Ehrenkron. 9. Hallelujah, Gloria! bereit! jetzt kommt die Er⸗ quickungszeit. G. Arnold. Mlel. Uun freut euch lieben Christen gmein. Mein Herzens⸗ 64. Mea IEsu, meine Lust, an dem ich mich ver⸗ gnuͤge, der ich an deiner Liebesbrust mit meinem Herzen liege: mein Mund hat dir ein Lob bereit, weil ich von deiner Freundlich⸗ keit so großes Labsal kriege. 2. Mein Herze wallt und ist in dich mit heißer Lieb entzuͤndet; es singt, es springt, es freuet sich, so oft es dich empfindet, so oft es dich im Glauben kuͤßt, der du dem Herzen alles bist, das dich im Glauben findet. 3. Du bist mein wunder⸗ bares Licht, durch welches ich erblicke mit aufgedecktem Angesicht, daran ich mich erquicke. Nimm hin mein Herz, erfuͤll es ganz, o wahres Licht, durch deinen Glanz, und weiche nicht zuruͤcke. 4. Du bist mein sichrer Himmelsweg, durch dich steht alles offen; wer dich versteht, der hat den Steg zur Seligkeit getroffen. Ach laß mich, lieostes Heil, hinfuͤr doch ja den Himmel außer dir auf keine Wege hoffen. 5. Du bist die Wahr⸗ heit, dich allein hab ich mir auserlesen; denn ohne dich ist Wort und Schein, in Auf, des HErren Tag ist dir ist Kraft und Wesen. nah; wachet, haltet euch—n— mach mein Herz 7 — 50 Von dem Uamen und den Aemtern voͤllig frei, daß es nur dir ergeben sei, durch den es kann Duil 6. Du bist mein Leben, deine Kraft soll mich allein regieren: dein Geist, der alies in mir schafft, kann Leib und Seele ruͤhren ⸗ daß ich voll Geist und Le⸗ ben bin; mein JEsu, laß mich nun forthin das Leben nicht verlieren. 7. Du bist mein suͤßes Himmelsbrod, des Vaters höchste Gabe, damit ich mich in Hungersnoth als einer Staͤrkung labe. Brod, das Kraft und Le⸗ ben giebt, gieb, daß ich/ was der Welt beliebt, nie⸗ daß deine Huld mich schuͤtze. 11. Du bist mein treuer Seelenhirt, und selber auch die Weide; du hast mich/ da ich war verirrt, geholt mit großer Freude. Ach nimm dein Schaͤflein nun in Acht, damit es weder 6List noch Macht von dei⸗ ner Heerde scheide. 12. Du bist mein holder Braͤutigam, dich will ich stets umfassen; mein Hoher⸗ priester und mein Lamm, das sich hat schlachten las⸗ Ossen; mein Koͤnig, der mich ganz besitzt, der mich mit sei⸗ ner Allmacht schuͤtzt, wenn mich viel Feinde hassen. mals zur Nahrung habe. 8. Du bist mein Trank, und deine Frucht ist mei⸗ ner Kehle suͤße; wer von dir trinkt, derselbe sucht, daß er dich stets genieße. O Quell, nach der mein Herze schreit, gieb, daß der Strom der Suͤßigkeit sich ganz in mich ergieße. 9. Du bist mein aller⸗ schoͤnstes Kleid, mein Zier⸗ ath, mein Geschmeide; du schmuͤckst mich mit Ge⸗ rechtigkeit gleich als mit reiner. Seide. Ach gieb, daß ich die schnode Pracht, damit die Welt sich herr⸗ lich macht, als einen Un⸗ flath meide. 10. Du bist mein Schloß und sichres Haus, da ich in Freiheit sitze; da treihet mich kein Feind heraus, da sticht mich keine Hitze. Ach laß mich, liebstes IEsulein, alizeit in dir erfunden sein/ 13. Du bist mein aus⸗ erkorner Freund, der mir mein Herz beweget; mein Bruder, der es treulich meint, die Mutter, die mich pfleget; mein Arzt, wenn ich verwundet bin, mein Balsam, meine Waͤrterin, die mich in Schwachheit traͤget. 14. Du bist mein starker Held im Streit, mein Pan⸗ zer, Schild und Bogen⸗ mein Troͤster in der Trau⸗ rigkeit, mein Schiff in Was⸗ serwogen, mein Anker/ wenn ein Sturm enisteht, mein sichrer Kompas und Magnet, der mich noch nie betrogen. 15. Du bist mein Leit⸗ stern und mein Licht, wenn ich im Finstern gehe; mein Reichthum, wenn es mir gebricht, in Tiefen meine Hohe; mein Zucker, wenn es bitter schmeckt, mein festes Da E ch/ IEsu Christi. 51 Dach, das mich bedeckt, irre sonst zu allzu vielen wenn ich im Regen stehe. 16. Du bist mein Gar⸗ ten, da ich mich in stiller Lust ergoͤtze; mein liebstes Bluͤmlein, welches ich dar⸗ ein zur Zierde setze; mein Roͤschen in dem Kreuzes⸗ Thal, da ich mit Dornen ohne Zahl den schweren Gang verletze. 17. Du bist mein Trost in Herzeleid, mein Lust⸗ spiel, wenn ich lache; mein Tagewerk, das mich erfreut, mein Denken, wenn ich wache; im Schlaf mein Traum und suͤße Ruh, mein Vorhang, den ich immerzu mir um mein Bettchen mache. 18. Was soll ich Schoͤn⸗ ster, wohl von dir noch weiter sagen koͤnnen? Ich will dich meine Liebsbegier/ mein einig Alles nennen; denn was ich will, das bist2 du mir; ach laß mein Herze fuͤr und fuͤr von deiner Liebe brennen. Joh. Christian Lange. Zn eigener Klelodie. Mein Vater/ 65. M zeuge mich/ dein Kind, nach deinem Bilde, und schaffe selbst in mir die neue Kreatur; laß mich doch guͤtig sein, auch heilig, weis und milde, durchideiner Gnaden Kraft, wie du bist von Natur. 2. Mein Licht, erleuchte mich, laß deiner Gnaden Strahlen mir dringen in mein Herz, vertreib die Finsterniß; ich fall und Malen, ja werd ich nicht er⸗ leucht, verderb ich ganz gewiß. 3. Mein Weg zum Va⸗ terland, ach oͤfne mir die Pforte, die mich ins Liebe⸗ Reich im Glauben uͤber⸗ bringt; du weißt ja, daß dein Knecht an einem wuͤ⸗ sten Orte schon lang genug gewohnt, und nun nach Freiheit ringt. 4. O Wahrheit, heilge mich in aller deiner Wahr⸗ heit/ und bringe meinen Sinn zur rechten Lauter⸗ keit; vertreib den Luͤgen⸗ geist durch deines Wortes Klarheit, und mache mich recht fest in allem Kampf und Streit. 5. Mein Leben, leb in mir, und laß mich in dir leben; ich bin ja ohne dich zum Guten gaͤnzlich todt. Du bist das Lebensbrod, das einzig Nahrung geben kann meinem matten Geist in aller Hungersnoth. 6. Mein Laͤmmlein, still und fromm, rein, heilig und unschuldig, ach wirke doch in mir den sanften Laͤmmleins-Sinn, so werd ich auch wie du im Leiden recht geduldig, und lasse mich zum Kreuz gar willig 9—W 8 hin. Mein Meister, lehre mich den Vater wohl zu kennen, weil ohne dich, o Licht, ich GOtt, das Licht, nicht seh; ach unterweise mich/ ihn Abba recht zu nen⸗ nen, daß alle mein Gebet in 24—— Brunst gescheh. 8. Mein 52 Von dem Uamen und den Aemtern 38. Mein Hoherpriester, hoͤr nicht auf fuͤr mich zu beten, ach rufe doch mit mir den Vater taͤglich an; laß deinen heilgen Geist mit Seufzen mich vertre⸗ ten, wenn ich im harten Kampf selbst nicht mehr beten kann. 9. Mein Koͤnig, schuͤtze mich, wenn Satan, Welt und Suͤnde, so sich in mir noch regt, auf meine Seele stuͤrmt; hilf, daß in deinem Schooß ich allzeit Ruhe fin⸗ de: denn der ist sicher nur, den deine Macht beschirmt. 10. Mein Hirte, weide mich auf einer gruͤnen Auen, und lagre mich im Durst ans frische Wasser hin. Hol meine Seel her⸗ um; wollt ich aufs Eitle schauen, so bringe bald zurecht den ausgeschweif⸗ ten Sinn. 11. Mein Arzt, bin ich verwundt, sind ausgezehrt die Kraͤfte, so laß den Lie⸗ besfluß, dein theurvergoß⸗ nes Blut, mich heilen; laß des Geists Erneurung⸗Le⸗ benssaͤfte mich laben und erfreun, mir staͤrken Herz und Muth. 12. Mein Freund,‚ ver⸗ traue dich doch besser mei⸗ nem Herzen, und laß mich deiner Treu noch mehr versichert sein, auf daß zu aller Zeit ich meiner See⸗ len Schmerzen getrost ver⸗ senken darf in deines Her⸗ zens Schrein. 13. Mein Braͤutgam⸗ liebe mich, und setze mir das Siegel der unverfaͤlsch⸗ ten Lieb, den Geist, auf meine Brust; laß deinen Gruß undKuß mich schmek⸗ ken; sei mein Spiegel,/ darin ich mich beschau nach aller Herzens⸗Lust. 14. Mein Ein und Alles, laß mit dir mich eins hier werden, so wird mir alles nichts, du aber alles sein. Und nimmet deine Guͤt mich endlich von der Er⸗ den, so geh ich friedens⸗ voll in deine Freude ein. Christian Andreas Bernstein. Klel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. WMein JIeEsa, 66. M suͤße See⸗ lenlust, mir ist nichts außer dir bewußt, wenn du mein Herz erquickest; dieweil dein Kuß so lieblich ist, daß man auch seiner selbst ver⸗ gißt, wenn du den Geist entzuͤckest: daß ich in dich aus dem Triebe deiner Liebe von der Erde uͤber mich gezogen werde. 2. Was hatt ich doch fuͤr Trost und Licht, als ich dein holdes Angesicht, mein IEsu, noch nicht kannte? Wie blind und thoͤricht ging ich hin, da mein verkehrter Fleisches⸗ sinn von Welt-Begierde branntez bis mir von dir Licht und Leben ward ge⸗ geben, dich zu kennen, herz⸗ lich gegen dich zu brennen. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als waͤr ihr schlechtes Froͤhlichsein em berrliches Vergnuͤgen, allein wie eilend gehts bei⸗ ei; JEsu Christi. 53 bei; da sieht man, daß es Blendwerk sei, wodurch wir uns betruͤgen. Drum muß IEsus mit den Schaͤtzen mich ergotzen, die bestehen, wenn die Welt⸗ lust muß vergehen. 4. Wer IEsum fest im Glauben Halt⸗ der hat die Kraft der andern Welt hier allbereit zu schmecken. Pflegt IEsus gleich zu mancher Zeit bei großer Herzens-Traurigkeit sein Antlitz zu verdecken, ist doch sein Joch sanft und feiner, als wenn einer auf dem Bette dieser Welt zu schlafen haͤtte. 5. So weiß ich auch aus deinem Wort, daß du dich, liebster Seelen⸗Hort, nicht ewiglich versteckest; du thust vor mir die Augen zu, guf daß du desto groͤßre Ruh hernach in mir er⸗ weckest, wenn ich treulich uls ein Rebe, an dir klebe auch im Leide, nicht nur in der suͤßen Freude. 6. Derhalben soll mich keine Noth, mein JEsu, waͤr es auch der Tod, von deinem Dienst abschrecken. Ich weiß, daß mich dein Herze liebt, darum so geh ich unbetruͤbt mit dir durch Dorn und Hecken. Plage, schlage, ichbin stille, ists dein Wille, mich zu kraͤnken: du wirst meiner doch gedenken. 7. Und sollt ich auch, mein Hort, in mir dein suͤßes Manna nicht allhier in dieser Zeit empfinden, so will ich doch zufrieden sein, und werde deinen Gnadenschein in jenem Le⸗ ben finden, da man stets kann, sich zu laben, JEsum haben, stets erblicken und ihn in die Arme druͤcken. 8. Allein, du holder Menschensohn, ich kenne deine Liebe schon, wenn uns die Dornen stechen: dein Herz, das mich in Trauern setzt, und sich verschleußt, muß doch zu⸗ letzt vor lauter Liebe bre⸗ chen; drum fuͤllt und quillt in mein Herze nach dem Schmerze deine Suͤße, die ich noch allhier genieße. 9. Du salbest mich mit Freudenoͤl, so daß sich df⸗ ters Leib und Seel recht inniglich erfreuen; ich weiß wohl, daß du mich betruͤbst, ich weiß auch, was du denen giebst, die sich da— vor nicht Ichenen. Drum Hreb den Trieb, unabwen⸗ dig und bestaͤndig treu zu bleiben, und recht fest an dich zu glaͤuben. 10. Der Glaub ist eine starke Hand, und haͤlt dich als ein festes Band; ach staͤrke meinen Glauben. Im Glauben kann mich niemand dir, im Glauben kann dich niemand mir, o starker JEsu, rauben; weil ich froͤhlich Welt und Dra⸗ chen kann verlachen, und die Suͤnden durch den Glauben uͤberwinden. Joh. Christian Lange. Erschienen ist der herrlich Tag. 67 O JEsu suͤß, wer dein ge⸗ Mel. denkt, 54 Von dem Uamen und den Aemtern denkt, sein Herz mit Freud wird uͤberschwaͤngt; noch sußer aber alles ist, wo du/ o JEsu, selber bist. Hall. 2. IEsu, der Herzen Freud und Wonn, des Le⸗ bens Brunn, du wahre Sonn, dir gleichet nichts auf dieser Erd, in dir ist, ßigkeit, du Trost der Seel, die zu dir schreit, die hei⸗ ßen Thraͤnen suchen dich, das Herz zu dir schreit inniglich. Hallelujah. 10. Ja, wo ich bin, um was Revier, so wollt ich, JEsus waͤr bei mir: Freud über Freud, wenn ich ihn was man je begehrt. Hall. faͤnd; selig, wenn ich ihn 3. IEsu, dein Lieb ist halten könnt. Hallelujah. mehr denn suͤß, nichts ist 11. Was ich gesucht, darin, deß einm verdrieß: das feh ich nun; was ich piel tausendmal ists, wie begehrt, das hab ich schon. ich sag, edler, als mans Vor Lieb, o JEsu, bin aussprechen mag. Hallel. ich schwach, mein Herz 4. IEsu, du Quell der das flammt und schreit dir Guͤtigkeit, ein Hoffnung bist, all unsre Freud, ein suͤßer Fluß und Gnaden⸗ nach. Hallelujah. 12. Wer dich, o IEsu, also liebt, der bleibt wohl bronn, des Herzens wahre sicher unbetruͤbt; nichts Freud und Wonn. Hallel. ist, das diese Lieb verzehr, 5. Dein Lieb, o suͤßer sie waͤchst und brennt je IEsu Christ, des Herzens laͤngr je mehr. Hallelujah. deste Labung ist; sie machet satt, doch ohn Verdruß; der Hunger waͤchst im Ueberfluß. Hallelujah. 6. IEsu, du engelische Zier, wie suͤß in Ohren klingst du mir; du Wun⸗ der⸗Honig in dem Mund/ kein bessern Trunk mein Herz empfund. Hallelujah. 7. IEsu, du hoͤchste Guͤtigkeit, meins Herzens Lust und beste Freud, du dist die unbegreiflich Guͤt/ dein Lieb umfaͤht all mein Gemüth. Hallelujah. 8. IEsum lieb haben ist sehr gut; wohl dem, der sonst nichts suchen thut. Mir selber will ich sterben ab, daß ich in ihm das Leben hab. Hallelujah. 9. IEsu, o meine Suͤ⸗ 13. IEsu, du Blum und Jungfraun⸗Sohn, du Lieb und unser Gnaden⸗ thron, dir sei Lob, Ehr, wie sichs geziemt; dein Reich mimmer kein End mehr nimmt. Hallelujah. 14. In dir mein Herz hat seine Lust, die Lieb vollkommen wird und just; auf dich ist all mein Ruhm gestellt, JEsu, du Hei⸗ and aller Welt. Hallel. 15. Du Brunn aller Barmherzigkeit, dein Glanz erstreckt sich weit und breit; der Traurigkeit Gewolk vertreib, das Licht der Glori bei uns bleib. Hall. 16. Dein Lob im Him⸗ mel hoch erklingt, kein Chor ist, der nicht von dir singt; JIEsus feht ie JEsu Christi. die ganze Welt, hat GOtt 4 uns zufriedn gestellt. 291. 0. JEsus im Fried re⸗ eren thut, der uͤbertrifft all Sinn und Muth; der Fried bewahr mein Herz und Sinn, so lang i hier auf Erden bin. Hall. 18. Und wann ich ende meinen Lauf, so hole mich d zu dir hinauf, JEsu, daß ich da Fried und Freud bei dir genieß in Ewigkeit. Hallelujah. 19. IEsu, erhoͤre meine Bitt, IEsu verschmaͤh mein Seufzen nicht JEsu, mein Hoffnung steht zu dir, o IEsu, JEsu, hilf du mir. Hallelujah. Martin Moller 1— 17 Mel. Srelen-Bräutigam. 68. Woer ist Ie. wie du,“ su, suͤße Ruh? unter 1—3 auserkoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht datn, IEsu, suͤße Ruh! Leben, das den Tod, mich aus aller Noth U erloͤsen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket, und mich aus der Noth be gefuͤhrt zu GOtt. 3. Glanz der Herrlich— keit du bist vor der Zeit zum Erloͤser uns geschen⸗ ket, und in unser Fleisch versenket in der Fuͤll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 4. Großer Siegesheld, Tod, Suͤnd Hoͤll und Welt, alle Kraft des gro⸗ ßen Drachen hast du wolln zu Schanden machen durch das Loͤsegeld deines Bluts/ 0 Held. 5. Hoͤchste Majestaͤt, Koöͤ⸗ nig und Prophet, deinen Zepter will ich kuͤssen, ich will sitzen dir zu Fuͤßen, wie Maria thaͤt, hoͤchste ich Majestaͤt. 6. Laß mich deinen Ruhm ls dein Eigenthum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe bren⸗ nen, als dein Eigenthum, De Ruhm. Zeuch mich ganz in dich, daß vor Liebe ich ganz zerrinne und zer⸗ schmelze, und auf dich mein Elend waͤlze, das stets druͤcket mich: zeuch mich ganz in dich. 8. Deiner Sanftmuth Schild, deiner Demuth Bild mir anlege, in mi Stol daß kein Zorn noch Stolz sich ail, Rls den dein sonst nichts gilt, eigen Bild. 9. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht moͤg von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Gewinn, gieb mir 240. Sinn. Wecke mich recht au, daß ich meinen Lauf unverruͤckt zu dir fortsetze, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; foͤrdre meinen Lauf. 11. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen moͤg und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefaͤrbte Lieb in die Seele gieb. 12. Wenn 56 vom Leiden Christi. 12. Wenn der Wellen Macht in der truͤben Nacht will des Herzens Schiff⸗ lein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich Acht, Huͤter in der acht. 13. Einen Heldenmuth/ der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse, und des Fleisches Luͤste hasse, ö gieb mir, hoͤchstes Gut, durch dein theures Blut. 14. Solls zum Sterben gehn, wollst du mir bei⸗ stehn, mich durchs Todes⸗ thal begleiten, und zur Herrlichkeit bereiten/ daß ich einst mag sehn mich zur rechten stehn. Freylinghausen. IV. Vom Leiden Christi. In eigener Mlelodie. 69 A alles, was Himmel und Erden umschließet, sei von mir viel tausendmal schoͤne gegruͤßet: was hoͤren kann, hoͤre, ich will sonst nichts wissen, als meinen gekreu⸗ zigten JEsum zu kuͤssen. 2. Ich ruͤhme mich ein⸗ zig der blutigen Wunden/ die IEsus an Haͤnden und Fuͤßen empfunden; drein will ich mich senken, recht christlich zu leben, daß ein⸗ stens ich himmelan froͤhlich kann streben. 3. Es mag die Welt stuͤrmend gleich wuͤthen und toben, den lieblichen IEsum will dennoch ich loben; es moͤgen gleich Blitze und Donner rein knallen, so will ich von IEsu doch nimmermehr fallen. ., Und sollte auch alles in Truͤmmern zergehen/ das nichtes mehr bliebe auf Erden bestehen: so soll doch mein Herze bei JEsu verbleiben, von welchem mich ewig kein Teufel soll treiben. 5. Denn IEsus bestrah⸗ let die schmachtenden Her⸗ zen, versuͤßet mit Freuden die bitteren Schmerzen; das weiß ich nun alles, drum will ich nicht lassen hier meinen Herz⸗JEsum, ich muß ihn umfassen. 6. Ach sehet, mein JE⸗ sus kommt freudig gegan⸗ en, und will mich vor iebe gleich bruͤnstig um⸗ fangen. O Liebe, o Freude, o suͤßestes Leben, wer wollte an JEsu nicht im⸗ merdar kleben? 7. Auf JIEsum sind alle Gedanken gerichtet, dem hab ich mich gaͤnzlich mit allem verpflichtet; ich habe mir IEsum vor allen erle⸗ sen, so lange mich traͤget das nichtige Wesen. 8. Wenn Augen und Herzen im Tode sich beu⸗ en, so will ich doch end⸗ ich mit Seufzen bezeugen, daß IEsus, nur ICsus mein IEsus soll heißen, von vom Leiden Christi. 57 von welchem mich ewig kein Teufel soll reißen. ben den, der aus der Hoͤh uns salbt mit seinem Alel. O Lamm GOttes(eist unschuldig. * ls Gᷣottes 70. 38. Leue entschlafen und ver⸗ schieden, erwacht in Lieb und Treue ein paar recht frommer Juͤden, die mach⸗ ten sich zum Kreuz hin⸗ zu, dich, o du unsre ewge Ruh, zu deiner Ruh zu bringen. 2. Also weiß GOtt die Seinen im Kreuz in Acht zu nehmen, und die es boͤse meinen, zur rech⸗ ten Zeit zu zaͤhmen; das Wuͤthen nimmt zuletzt ein End, und wenn die Un⸗ schuld gnug geschaͤndt, so findt sich, der sie ehre. 3. Denn einer aus dem Rathe, Joseph der from⸗ me Reiche, der wagt es, ging und bate Pilatum um die Leiche; Pilatus war bereit und gab Befehl, daß man ihn nehm herab, und Joseph uͤbergebe. 4. Gesegnet sei dein Wille, Joseph, und dein Begehren; GOtt wolle dir die Fuͤlle der Freuden dort gewaͤhren, daß du, den meine Seele liebt, vom Kreuze, da man ihn betruͤbt, so freudig los gebeten. 5. Hierzu hat sich auch funden des Nikodemi Treue, der bringt bei hundert Pfunden der besten Specereie, die Myrrhen sammt der Aloe, zu sal⸗selig. eiste. 6. Da siehst du, wie die Schwachen zuletzt ge⸗ staͤrket werden. GOtt kann zu Helden machen, was bloͤd ist hier auf Erden; der Glaube, der im Fin⸗ stern lag, bricht endlich an den hellen Tag und leuchtet wie die Sonne. 7. Nun diese beiden Frommen ergreifen mit viel Weinen den, der vom Kreuz genommen, und wickeln ihn in Leinen, verwahren ihn zugleich da⸗ bei mit edler theurer Specerei, wie in Judaͤa braͤuchlich. 8. So soll man Chri⸗ stum ehren, wenn er nun liegt darnieder; wir sollen balsamiren ihn und sein arme Glieder, die Unbe⸗ kleidten wickeln ein, und die, so ganz verlassen sein, mit unsrer Huͤlf annehmen. 9. Es war nicht weit von hinnen, wo Christus starb, zu schauen ein Gar⸗ ten, und darinnen des Jo⸗ seyhs Grab gehauen gar neu in einen Felsenstein, da legten ihren Schatz hinein die zwei geliebten Herzen. 10. Ach IEsu, dessen Schmerzen mir all mein Heil erworben, komm, ruh in meinem Herzen, das in der Suͤnd erstorben! Laß dirs gefallen, ich will dir dein Grab bereiten in mir hier, so leb und sterb ich Paul Gerhard. In vom Leiden Christi. In eigener Melodie. 71 hristus, der uns . selig macht, kein Boͤd hat begangen/ ward fuͤr uns zur Mitter⸗ nacht als ein Dieb gefan⸗ gen, gefuͤhrt vor gottlose Leut und faͤlschlich verkla⸗ get, verlacht, verhohnt und versueit, wie denn die Schrift saget. 2. In der ersten Tages⸗ Stund ward er unbeschei⸗ den als ein Moͤrder darge⸗ stellt Pilato, dem Heiden, der ihn unschuldig befand ohn Ursach des Todes, ihn derhalben von sich sandt zum Koͤnig Herodes. 3. Um drei ward der GOttes⸗Sohn mit Geißeln geschmissen, und sein Haupt mit einer Kron von Dor⸗ nen zerrissen; gekleidet zu Hohn und Spott, ward er sehr geschlagen, und das Kreuz zu seinem Tod mußt er selber tragen. 4. Um sechs ward er nackt und bloß an das Kreuz geschlagen, an dem er sein Blut vergoß, betet mit Wehklagen. Die Zu⸗ seher spotten sein, auch die bei ihm hingen, bis die Sonn auch ihren Schein entzog solchen Dingen. 5. IEsus schrie zur neunten Stund, klaget sich verlassen; bald ward Gall in seinen Mund mit Essig gelassen: da gab er auf seinen Geist, und die Erd erbebet; des Tempels Vorhang zerreißt, und manch Fels zerkloͤbet. 6. Da man hat zur Vesperzeit die Schaͤcher zerbrochen, ward IEsus in seine Seit mit einm Speer gestochen; daraus Blut und Wasser rann, die Schrift zu erfuͤllen, wie Johannes zeiget an, nur um unsertwillen. 7. Da der Tag sein Ende nahm, der Abend war kommen, ward JEsus vons ehi Stamm durch Joseph genommen, herrlich nach juͤdischer Art in ein Grab geleget, allda mit Hütern verwahrt, wie Matthaͤus zeuget. 8. O hilf, Christe, GOttes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets unterthan, all Untu⸗ gend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbar⸗ lich bedenken, dafuͤr, wie⸗ wohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Michael Weiße. In eigener Melodie. 7.2 hriste, du Lamm 7 GoOttes, der du traͤgst die Suͤnd der Welt, erbarmedich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du traͤgst die Suͤnd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm GOttes, der du traͤgst die Suͤnd der Welt, gieb uns deinen Frieden. Amen. Mel. In dich hab ich gehoffet, HErr. 73. D bans Hreue stund vom Leiden Christi. 59 und ihm sein Leich⸗ Munde: Es ist vollbracht stund/ nam war verwundt sogar mein Leiden groß, wohl mit bittern Schmerzen: hier zu dieser Stunde! die sieben Wort, die JEsus sprach, Herzen. 2. Zum ersten sprach er suͤßiglich zu seinem Vatr im Himmelreich mit Kraͤf⸗ ten und mit Sinnen: Ver⸗ gieb ihn'n, Vatr, sie wis⸗ sen nicht, was sie an mir beginnen. 3. Zum andern gdenk der großen Gnad, die GOtt dem Schaͤchr bewiesen hat, sprach GOtt gar gnaͤdigliche: Fuͤrwahr, du wirst heut bei mir sein in meines Vaters Reiche. 4. Zum dritten gdenk seinr großen Noth, laß dir die Red nicht sein ein Spott: Weib, schau dein'en Sohn gar eben; Johannes, nimm deinr Mutter wahr, sollst ihr gar eben pflegen. 5. Nun merket, was das viert Wort was: Mich duͤrst so hart ohn Unter⸗ laß, schrie GOtt mit lau⸗ ter Stimme. Das mensch⸗ lich Heil thaͤt er begehrn, der Naͤgl ward er em⸗ pfinden. 6. Zum fuͤnften gdenk der Angst dabei: Mein GOtt/ mein GOtt, am Kreuz er schrie, wie hast du mich verlassen! Das Elend, das ich leiden muß, das ist ganz uͤbr die Maaßen. 7. Das sechste war ein kraͤftig Wort, das man⸗statt cher Suͤnder guch erhoͤrt Wurm. göttlichen GOttes Sohn? traͤt ich n aus seinm 8. Zum siebenten: Ich betracht in deinem meine Seel, o Vater, in dein Haͤnd befehl an mei⸗ nen letzten Zeiten, weil sie jetzt von mir scheiden will, und mag nicht laͤnger beiten. 9. Wer GOttes Martr in Ehren hat und oft ge⸗ denkt der sieben Wort, deß will GOtt eben pfle⸗ gen wohl hier auf Erd mit seiner Gnad, und dort im ewgen Leben. Johann Böschenstein. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 74 er am Kreuz * ist meine Lie⸗ be, meine Lieb ist JEsus Christ; weg, ihr argen Seelendiebe, Satan, Welt und Fleisches⸗List. Eure Lieb ist nicht von GOtt, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben uͤbe. 2. Der am Kreuz ist mei⸗ ne Liebe. Frevler, was be⸗ fremdet dich, daß ich mich im Glauben uͤbe? IEsus gab sich selbst fuͤr mich; so wird er mein Friede⸗ Schild, aber auch mein Lebens⸗Bild. Der am ꝛc. 3. Der am Kreuz ist mei⸗ ne Liebe. Suͤnde, du ver⸗ lierst den Sturm; weh mir/ wenn ich den betruͤbe, der meiner ward ein Kreuzigt ich nicht 2 7 ich ja von 60 nicht sein Blut mit Hohn ꝛs Der am ꝛe. sein ganzes Leiden Kreuz 4. Der am Kreuß ist meine Liebe: schweig, Ge⸗und Pein, das wolle meine Staͤrke sein. wissen, niemand mahnt. GOtt preist seine Liebes⸗ 4. O IEsu Christ/ er⸗ triebe, wenn mir von der hoͤre mich, nimm und ver⸗ Handschrift ahnt. Schau/ birg mich ganz in dich; laß mich in deine Wunden ein, wie mein Hals⸗Buͤrge zahlt, GOttes Bluͤt hat daß ich vorm Feind kann sicher sein. sie durchmalt. Der am ꝛc. 5. Ruf mir in meiner 5. Der am Kreuz ist mei⸗ ne Liebe, drum, Tyranne/ letzten Noth/ und 161. foltre, stoß; Hunger/ Bloͤ⸗neben dich, mein GOtt/ ße, Henkershiehe, nichts daß ich mit deinen Heilgen macht mich von JEsu los. alln mög ewiglich dein ob erschalln. Johann Angelus. nicht Gewalt, nicht Gold/ Mlel. Es ist gewißlich an der Zeit. nicht Ruhm/ Engel nicht, E* CCErr JEsu 76. H deine Angst kein Fuͤrstenthum. Der am Kreuz ꝛe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe, komm, Tod, komm, mein bester Freund; wenn und Pein und dein betruͤb⸗ ich wie ein Staub zerstiebe/ tes Leiden laß mir vor wird mein JEsus mir ver⸗ Augen allzeit sein/ die eint; da/ da schau ich GOt⸗Suͤnde zu vermeiden. Laß tes Lamm, meiner See⸗mich an deine große Not len Brautigam. Der am und deinen herben bittern Kreuz ist meine Liebe, weil Tod, dieweil ichlebe, denken. ich mich im Glauben uͤbe. 2. Laß deiner Seelen Hoͤllengual, dein blutge⸗ Mlel. Uun laßt uns den ronnen Schwitzen und Leib begraben. übrig Elend allzumal, dan, 75 ie Seele Chri⸗ in du mußtest sihen mir 9„ sli heilge mich, oftermalen fallen ein, un sein Geist verzuͤcke mich in eine starke Warnung sein sich; sein Leichnam/ der vor mehrern Missethaten. fuͤr mich verwundt, der 3. Die Wunden alle, mach mir Leib und Seel die du hast, hab ich dir gesund. helfen schlagen, auch mei⸗ 2. Das Wasser, welches ne große Suͤndenlast dir auf den Stoß des Speers auferlegt zu tragen: ach aus seiner Seiten floß, das liebster Heiland, schone 8 mein Bad, und all sein mein; laß diese Schuld lut erquicke mir Herz, vergessen sein, laß Gnad Sinn und Muth. vor Recht ergehen. 3. Der Schweiß von 4. Du hast verlassen dei⸗ nen Vom Leiden Christi. 6¹1 nen Thron, bist in das Elend gangen, vertrugest mugten Spott und Hohn/ mußtest am Kreuze han⸗ gen, auf daß du fär uns chafftest Rath, und unsre schwere Missethat hei GOtt versoͤhnen moͤchtest. 5. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Her⸗ zen dir Lob singen; und wenn du zu der Seligkeit mich wirst hinkuͤnftig brin⸗ gen: so will ich daselbst noch vielmehr zusammt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafuͤr loben. 6. HErr JEsu, deine Angst und Pein und dein betruͤbtes Leiden laß meine letzte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft be⸗ schließe meine Noth, und selig sterbe! Amen. Tobias Clausnitzer. Mel. VErr, ich habe mißgehandelt. is gegruͤßt du 77⁷7. B Koͤnigs⸗Kam⸗ mer, Gasthaus der Barm⸗ herzigkeit, Aufenthalt in allem Jammer, Freistatt in der boͤsen Zeit: allerlieb⸗ stes JIEsus⸗Herze, bis ge⸗ gruͤßt in deinem Schmerze. 2. Thron der Liebe, Sitz der Guͤte, Brunnquell aller Suͤßigkeit, ewger GOtt⸗ heit eigne Huͤtte, Tempel der Dreieinigkeit, treues Herze, bis gegruͤßet und mit wahrer Lieb gekuͤsset. 3. Hast du denn auch muͤssen leiden, und so viel verwundet sein? O du Ur⸗ sprung aller Freuden, mußt du denn auch fuͤhlen Pein? Muß man denn auch dir/ mein Leben, einen Stich durchs Herze geben? 4. Was fuͤr Lieb hat dich gedrungen, auszusiehen solchen Stoß, weil der Feind schon war bezwun⸗ gen, da du starbest ngckt und bloß, da dein Geist mit bittern Leiden von dem Leibe mußte scheiden? 5. Ach du thusts, daß ich foll wissen, daß du mich ganz innig liebst, und nach so viel Liebes⸗Kuͤssen auch dein Herzensblut hergiehst; daß du alles an willst wenden, mein Erloͤsung zu volle den. 6. Ondu hochverliebtes Herze, meines Herzens Paradeis, meine Ruh in allem Sch merze, meiner Liebe Ruhm und Preis, meines Geistes hoͤchste Freude, meiner Seelen beste Weide! 7. Geuß die Flammen deiner Liebe, wie ein gro⸗ ßer Strom, in mich; laͤutre mich), daß ich mich uͤbe/ dich zu lieben wuͤrdiglich; laß mein Herze noch auf Erden deinem Herzen aͤhn⸗ lich werden. 8. Durch das Blut, das du vergossen, liebstes Her⸗ ze, laß mich ein; laß mich deinen Hausgenossen und Bewohner ewig sein. Denn ich mag auch bei den Thro⸗ nen ohne dich, mein Schatz/ nicht wohnen. 9. Laß mich ein, mit ei⸗ nem Worte, laß mich 4* u — Vom Leiden Christi. du freier Saal, laß mich ein, du enge Pforte, laß mich ein, du Lilienthal, laß mich ein, denn ich vergehe, wenn ich laͤnger draußen stehe. 10. Ach mir Armen und Betruͤbten! daß ich doch nicht damals stund, wo das Herze des Gelieb⸗ ten ward geoffnet und ver⸗ wundt; denn es waͤre mir gelungen, daß der Speer mir eingedrungen. 11. Ach wie wollt ich mich ergoͤtzen, ach wie wollt ich froͤhlich sein, und mit wahrer Freud ersetzen mein Betruͤbniß, Angst und Pein. Ach wie wollt ich mich ver⸗ senken und mein durstigs Herze traͤnken. 12. Laß mich ein, du guͤldne Hoͤhle, ewger Schoͤnheit Sommerhaus; laß mich ein, eh meine Seele vor Verlangen faͤh⸗ ret aus. Laß mich ein, du stiller Himmel, nimm mich aus dem Weltgetuͤmmel. 13. Laß mich ein, auf daß ich bleibe dir ganz in⸗ niglich vereint, und mein Herz dir einverleibe, daß es nicht mehr meine scheint. Denn ich wuͤnsche nichts auf Erden, als dein Her⸗ zens⸗Herz zu werben. Johann Angelus. Mel. 94 lan Hab m on. 78. Laͤmmlein acht und traͤgt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und traͤget in Geduld die Suͤn⸗ den aller Suͤnder; es geht dahin, wird matt und krank/ ergiebt sich auf die Wuͤr⸗ gebank/ verzeiht sich aller Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod, und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Laͤmmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat GOtt zum Suͤnden⸗ Feind und Suͤhner wollen waͤhlen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausge⸗ than zur Straf und Zor⸗ nesruthen. Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß: du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen; mein Wollen haͤngt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. O Wunder⸗ lieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, GOtt seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Du marterst ihn am Kreuzesstamm mit Naͤgeln und mit Spießen; du schlachtest ihn als wie ein Lamm, machst Herz und Adern fließen: das Herze mit der Seufzer Kraft, die Adern mit dem edlen Saft des purpurrothen Blu⸗ vom Leiden Christi. 63 Blutes. O suͤßes Lamm, was soll ich dir erweisen dafüͤr, daß du mir erzeigest so viel Gutes? 5. Mein Lebetag will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets gleich wie du mich mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Her⸗ zens Licht, und wenn mein Herz in Stuͤcken bricht, sollst du mein Herze blei⸗ ben. Ich will mich dir, mein hoͤchster Ruhm, hier⸗ mit zu deinem Eigenthum bestaͤndiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu zum Freudenopfer mein Bach aller Zeit des Kreuzes in Traurigkeit mein La⸗ chen, in Froͤhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will/ soll mich dies Manna spei⸗ sen; im Durst solls fein mein Wasserquell, in Ein⸗ samkeit mein Sprachgesell zu Haus und auch auf Reisen. 9. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonnen Hitze trifft, so kann mirs Schat⸗ sten geben; setzt mir des Wehmuths Schmerzen zu, so sind ich bei dir meine Ruh als auf dem Bett ein Kranker; und wenn Ungestuͤm mein bringen; Schifflein treibet uüm und des Lebens soll uͤm, so bist du dann mein sich dir und deinem Namen Anker. fuͤr und fuͤr in Dankbar⸗ keit ergießen; und was mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedaͤchtniß schließen. 7. Erweitre dich, mein Herzensschrein, du sollst ein Schatzhaus werden der Schaͤtze, die viel groͤßer sein als Himmel, Meer und Erden. Weg mit dem Gold Arabia, weg Calmus Myrrhen, Cassia, ich hab ein Bessers funden: mein großer Schatz, HErr JEsu Christ, ist dieses, was ge⸗ flossen ist aus deines Lei⸗ bes Wunden. 8. Das soll und will ich mir zu Nutz zu allen Zei⸗ ten machen; im Streite soll es sein mein Schutz, 10. Wann endlich ich du soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darein kleiden; es soll sein mei⸗ nes Hauptes Kron, in wel⸗ cher ich will vor den Thron des hoͤchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich an⸗ vertraut, als eine wohlge⸗ schmuͤckte Braut, an deiner Seite stehen. Paul Gerhard. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 79 Flabt⸗ ihr Augen/ 9. U fließt von Thraͤ⸗ nen, und beweinet eure Schuld, brich, mein Herz, von Seufzen, Sehnen, weil ein Laͤmmlein in Geduld nach Jerusalem zum Lach a 6⁴ vom Leiden Christi. ach zum Tod fuͤr deine Noth und der ganzen Welt⸗/ hinwandelt: denk, ach wie hast du gehandelt? 2. Es soll nun vollendet werden, was davon ge⸗ schrieben ist, und warum auf diese Erden ist gekom⸗ men IEsus Christ. Schauet nun des Hoͤchsten Sohn in dem Leiden, Schmach und Hohn, in den Wunden, in den Schmerzen, und nehmt alles wohl zu Herzen. 3. Es wird in der Suͤn⸗ der Haͤnde uͤberliefert GOt⸗ tes Lamm, daß sich dein Verderben wende: Jud⸗ und Heiden sind ihm gram/ und verwerfen diesen Stein, der ihr Eckstein sollte sein; ach dies leidet der Gerechte fuͤr die boͤsen Suͤnden⸗ Knechte. 4. IEsus steht in Strick und Banden, dessen Hand die Welt gemacht, bei Verachtung, Spott und Schanden, und wird höͤh⸗ nisch ausgelacht; Backen⸗ streich und Fäͤustenschlag, Jud⸗ und Heiden Grimm und Rach duldet er fuͤr deine Suͤnden; wer kann diese Lieb ergruͤnden. 5. Laß es dir zu Herzen gehen, beßre und bekehre dich. Wer kann diese That ansehen, daß man nicht bewege sich? JEsus steht an unsrer Statt: was der Mensch verdienet hat, buͤßet IEsus, und erduldet, was der Suͤnder hat verschuldet. 6. Er haͤlt seinen heil⸗ gen Rücken Geißel, Ruth, und Peitschen dar: wer kann dies ohn Reu er⸗ blicken? Wenn die rohe Heidenschaar Hand anlegt an GOttes Bild, das 10 freundlich, fromm und mild, und doch nackend wird gehauen: wer kann solchen Graͤul anschauen? 7. Alfo sollt man dir begegnen, du verruchtes Menschenherz; aber nun kommt, dich zu segnen und zu tragen deinen Schmerz/ IEsus, und enthloößet sich, und wird dort so jaͤmmer⸗ lich abgestraft, verwundt, zerschlagen, daß kein Maaß noch Ziel der Plagen. 8. Endlich wird der Schluß gesprochen, JE⸗ sus muß zum Tode gehn, und der Stab wird abge⸗ brochen, es hilft hie kein Bitten, Flehn; Barrabas wird losgezaͤhlt, JEsus wird zum Kreuz erwaͤhlt: Weg mit diesem, dem Ver⸗ ffuchten! ruft der Haufe der Verruchten. 9. Folge denn zur Schaͤ⸗ delstaͤtte deinem JEsu trau⸗ rig nach; aber auf dem Wege bete, bet im Geist mit Weh und Ach, daß der Vater auf sein Kind, als den Buͤrgen fuͤr die Sund, sehen woll und sich erbarmen uͤber die Elendn und Armen. 10. Muß ich, JEsu, dich denn sehen am ver⸗ fluchten Kreuzespfahl, ach so laß ich uͤbergehen meine Thraͤnen sonder Zahl. Ach erbarm dich, GOtteslamm/ das da haͤngt am Kreuzes⸗ stamm, ach erbarm wen wei Vom Leiden Christi. weil dein Leiden mir ge⸗ deihen soll zur Freuden. 11. Ich will dir ein Opfer geben, Seel und Leib ist meine Gab; JEsu/ nimm dies arme Leben, weil ich ja nichts Bessers hab; todt in mir, was dir mißfaͤllt, leb in mir auf dieser Welt; laß mich mit dir leben, sterben, und dein Reich im Himmel erben. 12. Tausendmal sei dir gesungen, liebster JIEsu/ Preis und Ruhm/ daß du Hoͤll und Tod bezwungen; nun bin ich dein Eigen⸗ thum, und du meine Freud und Wonn: moͤcht ich dich/ o schönste Sonn, bald in deiner Krone sehen. Komm/ dein Leiden ist geschehen. Laurentius Laurenti. Ach GoOtt HErr. 80 Fuͤni Bruͤnnlein * sind, daraus mir rinnt Fried, Heil, Trost, Freud und Leben; in Angst und Noth bis in den Tod mir solche Lab⸗ sal geben. 2. Die Quell du bist, Mel. und HErr IEsu Christ; die Bruͤnnlein deine Wunden/ daraus ich mich lab innig⸗ lich in heißen Kreuzes⸗ stunden. 3. Laß mir stets sein das Leiden dein ein Regel, Riegel, Spiegel, daß ich nach dir mein Fleisch regier und laß ihm nicht den Zuͤgel. 4. O Gotteslamm, o Liebesflamm, o meiner Seelen Freude! nimm hin 65 die Suͤnd das Herz ent⸗ zuͤnd, daß mich von dir nichts scheide. 5. So werde ich rech⸗ seliglich den Lebenslauf vollbringen, und froͤhlich hier, o GOtt, mit dir das rechte„Vollbracht“ singen. Mel. Vater unser Himmelreich. egruͤßet seist du/ 81. G GOtt, mein Heil, mein einge Lieb und schoͤnstes Theil, gegruͤßet seist du, werthe Brust, du GOttessohn du Men⸗ schenlust, du Traͤger aller Buͤrd und Last, du aller Müuden Ruh und Rast. 2. Mein IJEsu, neige dich zu mir mit deiner Brust, damit von dir mein Herz in deiner Lieb ent⸗ brenn, und von der gan⸗ zen Welt sich trenn; halt Herz und Brust in An⸗ dacht reich, und mich ganz deinem Willen gleich. 3. Mach, HErr, durch deines Herzens Quell mein Herz von Unflath rein und hell, der du bist GOttes Glanz und Bild und aller Armen Trost und Schild; theil aus den Schaͤtzen dei⸗ ner Gnad auch mir mit Gnade, Rath und That. 4. O suͤße Brust, thu mir die Gunst, und fuͤlle mich mit deiner Brunst. Du bist der Weisheit tie⸗ fer Grund, dich lobt und singt der Engel Mund; aus dir entspringt die edle Frucht, die dein Johan⸗ nes bei dir sucht. im * . Vom Leiden Christi. In dir wohnt alle Gitel, hast alles, was ich wuͤnsch und will; du bist das rechte Gotteshaus: drum wenn zur Welt ich muß hinaus, so schleuß mich laß unch in dich ein/ und laß mich ewig bei dir sein. Paul Gerhard. Mel. An Wasserflüssen Babylon. egruͤßet seist du/ 8²2. G meine Kron und Koͤnig aller Frommen, der du zum Trost von dei⸗ nem Thron uns armen Suͤndern kommen. O wahrer Mensch, o wahrer GOtt, o Helfer voller Hohn und Spott, den du doch nicht verschuldest. Ach wie so arm, wie nackt und bloß haͤngst du am Kreuz; wie schwer und groß ist dein Schmerz, den du duldest! 2. Es fließet deines Blu⸗ tes Bach mit ganzem vol⸗ durch und durch belaufen. staͤt, wie kommts, daß dirs so klaͤglich geht? Das macht dein Huld und Treue. Wer dankt dir deß? Wo ist der Mann, der sich, wie du fuͤr uns gethan, fuͤr dich zu sterben freue? 3. Was soll ich dir doch immermehr, o Liebster, da⸗ fuͤr geben, daß dein Herz sich so hoch und sehr be⸗ muͤht hat um mein Leben? Du rettest mich durch dei⸗ nen Tod von mehr als einer Todesnoth, und machst mich sicher wohnen. Laß Hoöll und Teufel böse sein, was schadts? Sie muͤs⸗ sen dennoch mein und meiner Seelen schoͤnen. 4. Vor großer Lieb und heilger Lust, damit du mich erfuͤllet, druͤck ich dich an mein Herz und Brust, so wird mein Leid gestillet, das deinen Augen wohl bekannt; und das ist dir ja keine Schand, ein kran⸗ kes Herz zu laben. Ach bleib mir hold und gutes Muths, bis mich die Stroͤme deines Bluts ganz rein gewaschen haben. 5. Sei du mein Schatz und hoͤchste Freud, ich will dein Diener bleiben, und deines Kreuzes Herzeleid will ich in mein Herz schreiben. Verleihe du mir Kraft und Macht, damit, was ich bei mir bedacht, ich moͤg ins Werk auch setzen. So len Haufen; dein Leib ist dir mit Ungemach ganz wirst du, Schoͤnster, mei⸗ nen Sinn und alles, was ich hab und bin, ohn O unumschraͤnkte Maje⸗ Unterlaß ergoͤtzen. Paul Gerhard. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 83. Geduldigs Laͤmm⸗ lein/ JEst U Christ, der du all Angst und Plagen, alls Unge⸗ mach zu jeder Frist gedul⸗ dig hast getragen: verleih mir auch zur Leidenszeit Geduld und alle Tapferkeit. 2. Du hast gelitten, daß auch ich dir folgen und un Vom Leiden Christi. 67 und leiden, daß ich mein Wegen der verderblichen Kreuze williglich soll tra⸗ Begier? gen und mit Freuden: ach moͤcht ich doch in Kreuz und Pein geduldig wie ein Laͤmmlein sein! 3. Ich wuͤnsche mir von Herzensgrund fuͤr dich ge⸗ schlacht zu werden, und/ was noch mehr, zu jeder Stund gekreuzigt stehn auf Erden; doch aber wuͤnsch ich auch dabei, daß ich ein Laͤmmlein JEsu sei. 4. Laß kommen alles Kreuz und Pein, laß kom⸗ men alle Plagen; laß mich veracht, verspottet sein verwundt und hart ge⸗ schlagen: laß aber auch in aller Pein mich ein ge⸗ duldigs Laͤmmlein sein. 5. Ich weiß, man kann ohn Kreuz und Leid zur Freude nicht weil du in deine Herrlich⸗ keit selbst bist durchs Kreuz gegangen: wer nicht mit dir leidt Kreuz und Pein, gelangen/ Rein, ich will nun IEsu leben, und euch guͤte Nacht jetzt geben. 3. Ich mag euch durch⸗ gus nicht hoͤren, die ihr bald ein frommes Herz mit dem Ansehn koͤnnt betho⸗ ren/ hebet euch nur hinter⸗ waͤrts; ihr sollt mich nicht mehr verblenden, noch von IEsu mich abwenden. J. Besser ists, mit JEsu leiden Hohn, Verachtung, Schmach und Spott, als von ihm sein abgeschei⸗ den, und bei der goͤttlosen Rott hier in großen Eh⸗ ren sitzen, und dort in der Hoͤllen schwitzen. 5. Weg mit Hoffart, weg mit Prangen, weg wit allem Uebermuth; meines Hei⸗ lands Haupt und.But, triefen uͤberall von Blut/ und dem Schutz⸗Herrn aller Frommen sind die Kleider selbst genommen. 6. Ach das Haupt muß kann auch mit dir Dornen tragen, und die nicht selig sein. S. Angelus. Glieder prangen noch; ja Mel. mißgehandelt. 8⁴ Ge Nacht, ihr * eitlen Freu⸗ den, gute Nacht, du fal⸗ sche Welt! Sehet doch, welch Angst und Leiden jetzt aussteht der Lebens⸗ held; wie er zittert, wie er ringet, daß sein Blut auch von ihm dringet. 2. Wie soll ich denn Wollust Walt, und, o schnode Welt, mit dir gehen auf den breiten 0 Err„icy babeger, und der Knecht Rol⸗ der HErr muß Bloͤße kla⸗ zieret doch. O du falsch be⸗ schoͤntes Gleißen, wer kann dich doch christlich heißen? 7. Weiche, Schwelgen, weiche, Saufen, denn dein Wesen macht, daß mich Furcht und Schrecken uͤber⸗ laufen, wenn ich nur be⸗ denk/ wie sich auch zu ihrem großen Schaden Viel in Wollust uͤberladen. 8. Und dem Schoͤpfer aller Dinge hats so gut nicht konnen sein, daß, als er 68 vom Leiden Christi. er am Kreuz nun hinge in der schwersten Todes⸗ pein, er, sein mattes Herz 10 laben, moͤcht ein Troͤpf⸗ ein Wassers haben. 9. Drum geb ich euch schnoͤden Suͤnden hiemit nochmals gute Nacht; wei⸗ chet fern, und bleibt dahin⸗ ten, ibr habt GOtt die Angst gemacht, daß er kla⸗ get ohne Maaßen/ wie sein GOtt ihn hab verlassen. 10. Daß der Lebens⸗ HErr verstirbet, und daß er ein Fluch jetzt ist, der den Segen uns erwirbet, das soll mich zu jeder Frist von der Suͤndenbahn ab⸗ schrecken, und zu wahrer Buß aufwecken. 11. Habe Dank, o Freund geschlagen und verhohnet, gegeißelt und mit Dor⸗ nen scharf gekroͤnet; mit ⸗„Essig, als man dich ans Kreuz gehenket, wirst du getraͤnket. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach meine Suͤnden haben dich geschlagen, Ich, ach HErr IEsu, habe dies verschul⸗ det, was du erduldet. 4. Wie wunderharlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet fuͤr die Schafe; die Schuld be⸗ zahlet der HErr, der Ge⸗ rechte, fuͤr seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wan⸗ delt; der Boͤse lebt, der wider GOtt mißhandelt; der Seelen, fuͤr die Angst der Mensch. verwirkt den und Traurigkeit/ fuͤr die Tod, und ist entgangen: Striemen, Noth und Qua⸗GOtt wird gefangen. len, fuͤr des Todes Bitter⸗ 6. Ich war von Fuß keit, die du hast, von Suͤndsauf voller Schand und und Schanden uns zu ret⸗Suͤnden, bis zu dem ten, ausgestanden. Scheitel war nichts Guts 12. Gieb, daß wir fort⸗zu finden; dafuͤr haͤtt ich hin bereuen unsrer Sun⸗dort in der Odllen muͤs⸗ den schwere Last, und die sen ewiglich buͤßen. Strafen nicht erneuen, die 7. O große Lieb, o Lieb du jetzt bezahlet hast, son⸗ ohn alle Maaße, die dich dern dir uns ganz ergeben, gebracht auf diese Marter⸗ und nach deinem Willen Straße! Ich lebte mit der leben. Zoh. Heinrich v. Hippe In bekannter Melodie. Welt in Lust und Freu⸗ den, und du mußt leiden. 8. Ach großer Konig, * erzliebster IE-groß zu allen Zeiten: wie 85. H u, was hast kann ich gnugsam solche du verbrochen, daß man Treu ausbreiten“ Kein ein solch scharf Urtheil hat menschlich Herze mag ihm gesprochen? Was ist die dies ausdenken, was dir Schuld, in was fuͤr Mis⸗ zu schenken. sethaten bist du gerathen? 9. Ich kanns mit mei⸗ 2. Du wirst derspeit, nen Sinnen nicht errei⸗ * chen Vom Leid en Christi. 69 chen, mit was doch dein Erbarmung zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebes⸗-Thaten im Werk erstatten? 10. Doch ist noch et⸗ was, das dir angenehme: wenn ich des Fleisches Luͤste daͤmpf und zaͤhme, daß sie aufs Neu mein Herze nicht entzuͤnden mit alten Suͤnden. 11. Weil aber dies nicht steht in eignen Kraͤften, dem Kreuze die Begierden anzuheften, so gieb mir deinen Geist, der mich re⸗ giere, zum Guten fuͤhre. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb an dich die Welt fuͤr nichtes achten; ich werde mich bemuͤhen, dei⸗ nen Willen stets zu erfuͤllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach und Plagen, nichts von Verfolgung/ nichts von Todesschmer⸗ zen nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, obs fuͤr schlecht zwar ist zu schaͤz⸗ zen, wirst du es doch nicht gar bei Seite setzen; in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschaͤmen. 15. Wenn dort, HErr IEsu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn ein Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Zohann Heermann. Mel. nun laßt uns den Leib begraben. 86 HE JeEsu ö Christ, dein theures Blut ist meiner Seelen hoͤchstes Gut; das staͤrkt, das labt, das macht allein mein Herz von al⸗ len Suͤnden rein. 2. Dein Blut mein Schmuck, mein Ehren⸗ kleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor GOtt be⸗ stehn, und zu der Him⸗ mels⸗Freud eingehn. 3. OIEsu Christe, GOt⸗ tes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnaden⸗ Thron, dein theures Blut, dein Lebens⸗Saft giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. HErr IEsu, in der letzten NRoth, wenn mich schreckt Teufel, Hoͤll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Suͤnden rein. Johann Olearius. Mel. Herzliebster JEsu, was hast du verbrochen. 87* GErr, staͤrke * mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog/ von aller Schuld des Boͤ⸗ sen uns zu erloͤsen. 2. Vereint mit GOtt, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam wer⸗ den; an unsrer Statt ge⸗ martert und zerschlagen die Sünde tragen: 3. Welch 70 vom Leiden Christi. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschaͤfte! sinn ich ihm nach, so zagen meine Kraͤfte mein Herz er⸗ bebt; ich seh und ich empfin⸗ de den Fluch der Suͤnde. 4. GOtt ist gerecht, ein Raͤcher alles Boͤsen; GOtt ist die Lieb und laͤßt die Welt erloͤsen: dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzuͤcken am Kreuz erblicken. 5. Es schlaͤgt den Stolz und mein Verdienst dar⸗ nieder. Es stuͤrzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Gluͤck, macht mich aus GOttes Feinde zu GOttes Freunde. 6. O HErr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir ge⸗ buͤckt im Staube, verliere mich, mit dankendem Ge⸗ muͤthe, in deine Guͤte. 7. Sie uͤbersteigt die menschlichen Gedanken; allein, sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, GOtt zu er⸗ gruͤnden? 8. Das Groͤßt in GOtt ist Gnad und Lieb erwei⸗ sen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn GOtt uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, leh⸗ ren, dein goͤttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich uͤbe. Bose fliehn und meiden, HErr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig, Leiden. Kann ich zugleich das Boͤse mir erlauben, und an dich glauben? 11. Da du dich selbst fuͤr mich dahin gegeben/ wie koͤnnt ich noch nach meinem Willen leben, und nicht vielmehr, weil ich dir angehoͤre, zu deiner Ehre? 12. Ich follte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnes Herzens werden, da du so viel fuͤr uns, die wirs ver⸗ schuldet, liebreich erduldet? 13. Fuͤr welche du dein Leben selbst gelassen, wie koͤnnt ich sie, sie meine Bruͤder hassen, und nicht wie du, wenn sie mich un⸗ tertreten, fuͤr sie noch beten? 14. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergel⸗ ten, wenn man mich schilt/ nicht raͤchend wiederschel⸗ ten; du Heiliger, du HErr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 15. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen/ dies ist der Dank fuͤr dei⸗ nes Kreuzes Schmerzen; und GOtt giebt uns die Kraft in deinem Namen, dir nachzuahmen. 16. Unendlich Gluͤck! du littest uns zu Gute. Ich bin versoͤhnt in deinem theuren Blute. Du hast mein Heil, da du fuͤr mich gestorben, am Kreuz er⸗ worben. 17. So bin ich denn 10. Das Gute thun, das schon selig hier im Glau⸗ ben Vom Leiden Christi. 7¹ ben, so wird mir nichts, nichts meine Krone rau⸗ ben, so werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben/ einst ewig leben. 18. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kaͤmpf, im Glauben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als JEsus ebet. 19. Lockt boͤse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort das Wort vom Kreuze; und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Staͤrke. 20. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden, so seis doch mir, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Ottes. 21. Gott, eile nicht, sie raͤchend zu zerschmet⸗ tern, erbarme dich, wenn einer von den Spoͤttern sich spaͤt bekehrt und dich/ den er geschmaͤhet, um Gnade flehet. 22. Wenn endlich, HErr/ mich meine Suͤnden kraͤn⸗ ken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. Christian Fürchtegott Gellert. HAlel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 88 Ichh danke dir fuͤr 8 deinen Tod, HErr JIEsu, und die Schmerzen, die du in dei⸗ ner letzten Noth empfandst in deinem Herzen: laß die Verdienste solcher Pein ein Labsal meiner Seelen sein, wenn mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir fuͤr deine Huld, die du mir hast erzeiget, da du mit Zah⸗ lung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach neig dich auch zu mir/ mein GOtt, wenn ich ge⸗ rath in Todesnoth, daß ich Genade spuͤre. 3. Laß meine Seel in deiner Gunst aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht sei umsonst dein theuerwerthes Leiden. Nimm sie hinauf zur selben Frist, wo du, ihr liebster IEsus, bist, und laß mich ewig leben. Zoh. Angelus. Mel. Es woll uns GOtt gnädig sein. 89 Occh gruͤße dich/ 4. du froͤmmster Mann, der herzlich gern vergiebet. Wie schmerzlich weh wird dir gethan, wie wird dein Leib betruͤbet! Es gruͤßet dich mein gan⸗ zer Geist, du meines Hei⸗ lands Seite, du edler Quell, aus welchem fleußt das Blut, das so viel Leute don ihren Suͤnden waͤschet. 2. Ich mach, HErr IEsu/ mich zu dir, ach halt mirs ja zu gute, und laß mich suchen Trost bei dir in deiner Wunden Blute. Du werthe Wunde, sei ge⸗ gruͤßt, du weites Thor der Gna⸗ 7² vom Leiden Christi. Gnaden, daraus sich Blut und Wasser gießt, und da all unserm Schaden kann abgeholfen werden. 3. Du riechst mir suͤßer als der Wein, und heil das Gift der Schlangen; du floͤßest mir das Leben ein, und stillst des Dursts Verlangen. Eroͤffne dich, du liebe Wund, und laß mein Herze trinken; ists moͤglich, laß mich gar zu Grund in dir gehn und versinken, so werd ich mich recht laben. 4. Mein Mund streckt sich mit aller Kraft, damit er dich beruͤhre, und ich den tbeuern Lebenssaft in Mark und Beinen spuͤre. Ach wie so suͤße bist du doch, HErr IEsu, meinem Herzen; wer dich recht liebt/ dem wird das Joch der bit⸗ tern Todesschmerzen gleich als wie lauter Zucker. 5. Verhirge mich, und schleuß mich ein in deiner Seiten Hoͤhle; hier laß mich still und sicher sein, hier waͤrme meine Seele. Wann mich der kalte Tod befaͤllt, und wann der hoͤll⸗ sche Leue nach mir und meinem Geiste stellt, so laß in deiner Treue mich dann fein ruhig bleiben. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 90 J lebe nun — nicht mehr denn Christus ist mein Le⸗ ben, und meine Lieb ist die ganze Welt, daß mir nichts mehr an ihr gefaͤltt weil meine Lieb gekreu⸗ zigt ist. 2. Es herrscht in mir stkein Feur der luͤsternden Begierden, mein Herze brennt auch nicht nach Pracht und eitlen Zierden. Es kann kein Reichthum, Geld und Gut verblen⸗ den meinen Sinn und Muth, weil meine Lieb gekreuzigt ist. 3. Ich habe keine Lust an den geschaffnen Din⸗ jen; mir kann, was zeit⸗ ich ist, nicht eine Freude bringen. Des Fleisches Schoͤnheit und ihr Ruhm scheint mir wie eine blasse Blum, weil meine Lieb gekreuzigt ist. . Es darf sich nun nicht mehr die Welt um mich bemuͤhen, sie wird mein Herze nicht zu ihrer Liebe ziehen. Ich lieb und kuͤß auch in dem Tod den suͤßen IEsum, meinen GOtt, weil meine Lieb gekreuzigt ist. I. Angelus. Mel. Christus, der uns selig macht. 91 Esu, deine Pas⸗ jetzt bedenken; 6 sion will ich wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bild jetzund erschein/ IEsu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 2. Meine Seele sehen gar mit ihm ans Kreuz mach deine Angst und deine Speichel, Schlaͤg gegeben. Es wisse nun Bande, Vom Leiden Christi. 73 Schlaͤg und Schmach,/ deine Kreuzesschande, dei⸗ ne Geißel, Dornenkron, Speer⸗ und Naͤgelwun⸗ den, deinen Tod, o GOt⸗ tes Sohn, und den Leib voll Schrunden. 3. Doch so laß mich nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach die Ursach war auch ich, ich und meine Suͤnde: diese hat gemartert dich, nicht das Heidngesinde. 4. IEsu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Suͤnde dich martre nicht aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wol⸗ len meiden, was GOtt selber buͤßen mußt mit so großem Leiden? 5. Wann mir meine Suͤnde will machen heiß die Hoͤlle: IEsu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle; dich und dei⸗ ne Passion laß mich glaͤu⸗ big fassen; liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gieb auch, IEsu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich De⸗ muth von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indeß laß dies Lallen, bessern Dank ich dorten geb, IEsu, dir gefallen. Sigism. v. Birken. Mel. Liebster JEsu, wir sind hier. 92 Esus Christus, * GOttes Lamm/ ist fuͤr unsre Schuld storben, hat bezahlt am Kreuzesstamm, und die Freiheit uns erworben: wer die Suͤnde wohl be⸗ reuet, wird durch Christi Tod erfreuet. 2. GoOtt, der selbst die Liebe ist, preiset seiner Liebe Wunder, daß se ge⸗ ein Sohn, HErr JEsus Christ, starb fuͤr alle Feind und Suͤnder; sind wir durch dies Blut Gerechte, trifft der Zorn nicht mehr die Knechte. 3. Ja, so wir versoͤhnet sind, weil der Sohn sich hingegeben, so wird das erstandne Kind noch viel⸗ mehr uns durch sein Leben selig machen, die er Bruͤ⸗ der heißet und seins Lei⸗ bes Glieder. 4. Aber nicht alleine dies, sondern weil wir sind im Sohne, welcher selbst den Suͤndenbiß heilet, daß er in uns wohne: ei so ruͤhmen auch wir Suͤnder, daß wir nun sind GOttes Kinder. 5Hochgelobet, sagen wir, Vater in dem Him⸗ mel oben! siehe, wie die Suͤnd allhier noch in uns will immer toben. Laß den HErrn den Geist uns Reben. daß wir in dir ewig eben. Joach. Just. Breithaupt. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 93 Esu, deine tie⸗ 5 V fen Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen 4 Stun⸗ — —.— —— 74 vom Leiden Christi. Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennoth. Faͤllt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein; die erlaubet meinem Her⸗ zen mit der Suͤnde nicht zuͤscherzen. 2. Will sich denn in Wollust weiden mein ver⸗ derbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Lei⸗ den, bald wird alles wie⸗ der gut. Kommt der Sa⸗ tan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm fuͤr deine Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze fuͤhren auf die breite Wollustbahn, da nichts ist als Jubiliren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Zentnerlast, die du ausgestanden hast: so kann ich in Andacht bleiben/ alle boͤse Lust vertreiben. 4. Ja fuͤr alles, das mich kraͤnket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, krieg ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Suͤßig⸗ keit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist fuͤr mich Aur dih 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht; dein Tod hat den Tod jerhauen, daß er mich kann toͤdten nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferste⸗ hung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in mei⸗ nem Herzen, du Brunn aller Guͤtigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich: Welch Feind kann verletzen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat gluͤcklich uͤberwunden. Joh. Heermann. In eigener Klelodie. 9 4 Esu, meines Le⸗ 4. bens Leben, IEsu, meines Todes Tod, der du dich fuͤr mich ge⸗ eben in die tiefste See⸗ ennoth, in das aͤußerste Verderben, nur daß ich nicht moͤchte sterben: tau⸗ send, tausendmal sei dir, liebster JEsu, Dank dafuͤr. 2. Du, ach du hast aus⸗ gestanden Laͤster⸗Reden/ Spott und Hohn, Spei⸗ chel, Schlaͤge, Strick und Banden, du gerechter GOttes⸗Sohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Suͤnden⸗Ket⸗ ten. Tausend, tausendmal sei dir, liebster IEsu, Dank dafuͤr. 3. Du hast lassen Wun⸗ den schlagen, dich erbaͤrm⸗ lich richten zu, um zu heilen en wuch un um zu setzen mich in Ruh. Ach du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, liebster JIEsu, Dank dafuͤr. 4. Man hat dich sehr hart verhoͤhnet, dich mit gro⸗ Vom Leiden Christi. 7⁵ großem Schimpf belegt/ gar mit Dornen angekroͤ⸗ net; was hat dich dazu bewegt? Daß du moͤchtest mich ergoͤtzen, mir die Eh⸗ renkron aufsetzen. Tausend/ tausendmal sei dir, liebster IEsu, Dank dafuͤr. 5. Du hast wollen sein geschlagen zur Befreiung meiner Pein, faͤlschlich las⸗ sen dich anklagen, daß ich konnte sicher sein; daß ich mochte trostreich prangen, haͤst du sonder Trost ge⸗ hangen. Tausend/ tausend⸗ mal sei dir, liebster JEsu, Dank dafuͤr. ö 6. Du hast dich in Noth gestecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu buͤßen meine Schuld; daß ich wuͤrde losgezaͤhlet, hast du wollen sein geguaͤlet. Tausend/ tausendmal sei dir, liebster FEsu, Dank dafuͤr. 7. Deine Demuth hat gebuͤßet meinen Stolz und Uebermuth, dein Tod mei⸗ nen Tod versuͤßet, es kom̃t alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend/tausendmal sei dir, liebster JEsu, Dani dafuͤr. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, JEsu/ fuͤr gesammte Noth, fuͤr die Wunden, fuͤr die Schmer⸗ zen, fuͤr den herben, bit⸗ tern Tod, fuͤr dein Zittern, fuͤr dein Zagen, fuͤr dein tausendfaches Plagen; fuͤr dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christovph Homburg. Mel. Christus, der uns srlig macht. 938 Gesu, meiner 95. V Seelen Licht, Freude meiner Freuden, meines Lebens Zuversicht, nimm doch fuͤr dein Leiden diesen schlechten Dank hier an, so viel meine Seele immermehr dir bringen kañ in der Schwachheit Hoͤhle. 2. Ich erwaͤg es hin und her, was dich doch bewo⸗ gen, daß du so viel Herz⸗ beschwer hast auf dich ge⸗ zogen: daß du Angst, Ge⸗ walt und Noth, Schlaͤg und Hohn und Banden⸗ Laͤsterung und Kreuz und Tod willig ausgestanden. 3. GOttes Wohlgewo⸗ genheit, Vaterlieb und Guͤte, deine Herzensfreund lichkeit und dein treu Ge⸗ muͤthe, IEsu, hat es aus⸗ gebracht, daß kein Mensch verzagte, wenn der Suͤn— den Meng und Macht die Gewissen nagte. 4. O du wunderbarer Rath/ den man nie ergruͤn⸗ det! O der unerhoͤrten That, die man nirgend findet! Was der Mensch, der Erden Knecht, trotzig hat verbrochen, wird an GOtt, der doch gerecht, durch und durch gerochen. 5. Meine wilde Schand⸗ begier hat dich so zerschla⸗ gen; diese Krankheit hab ich dir, JEsu, aufgetragen. Meine Schuld und Misse⸗ that hat dich so verbuͤrget/ bis sie dich auch endlich hat unrecht hingewuͤrget. 4 2 2 4 76 Vom Leiden Christi. 6. Alle Strafe, der ich war Tag und Nacht ver⸗ bunden, liegt auf dir nun ganz und gar, und durch deine Wunden wird uns Fried und Heil gebracht; drum will mir geziemen, deine starke Liebesmacht ewiglich zu ruͤhmen. 7. Laß doch dieser Si⸗ cherheit gleichfalls mein Gewissen zwischen Angst und Tod lund Streit kraf⸗ tiglich genießen. Ach, ach, meines Herzens Herz, wirf durch deine Schmerzen meine Schmerzen hinter⸗ waͤrts, fern aus meinem Herzen. 8. Und wie schnell mein Herz erschrickt uͤber Straf und Suͤnden, so schnell werd es gleich erquickt mit den Gnadenwinden. IEsu/ sieh, ich falle dir mit zer⸗ knirschter Buße und mit Besserungsbegier glau⸗ benskuͤhn zu Fuße. 9. Nun, ich weiß, wor⸗ auf ich bau, und bei wem ich bleibe, welchem Fuͤr⸗ sprach ich mich trau, un an wen ich glaͤube. JEsu, du bist es allein, der mich haͤlt und schuͤtzet, wenn gleich alle Hoͤllenpein auf mich scheußt und blitzet. 10. Ich will, weil i mit dir frei werd im Him⸗ mel erben, HErr, in deinen Armen treu leben und auch sterben, bis man froͤhlich In eigener Melodie. 96 Ihr alle, die ihr V IEsum liebt, seid traurig und betruͤbt. Er, der wahre GOttes⸗ Sohn, der da saß aufs Va⸗ ters Thron, wird ins Grab geleget. 2. Schau, Braut, hier liegt dein Braͤutigam, dein Hirt und auch dein Lamm; deines Herzens Trost und Ruhm, deiner Seelen Ei⸗ genthum, schau, er ist ge⸗ storben. ö 3. O großes Leid, o bittre Noth! Was ist dies fuͤr ein Tod? Alles, was die ganze Welt und der Himmel in sich haͤlt, das muß ihn beklagen. 4. Ach wie lieget er so er⸗ kalt, verblasset und verstalt. Seiner Augen Freundlich⸗ keit, seiner Stirnen Herr⸗ lichkeit ist nun ganz ver⸗ schwunden. 5. O Menschenkind, be⸗ denk es wohl, was dies bedeut und soll: deine Suͤnd d und Missethat ists, die ihn getddtet hat, und ins Grab versenket. 6. Wie selig ist der, weil er lebt, sich selbst mit ihm begraͤbt; der hier von der ch Suͤnd absteht, und durch seinen Tod eingeht in ein besser Leben. 7. Orum fall ich auch nun zu dir hin, mein JEsu/ sagen wird nach den Todes⸗wie ich bin; denn ich will, banden: Sieh/ dein Braͤut⸗o GOtt, mit dir sein be⸗ gam und dein Hirt, JIEsus, graben für und fuͤr, bis ist vorhanden. Heinr. Held— ich auferstehe. Zoh. Angelus. Mel. 2————— Vom Leide 77 n Christi. Mel. Ich will dich lie⸗ ben, meine Stärke. 7 dommt her und 9 7. K schauet an mein Leben, das unbefleckte Jungfrau⸗Kind; schaut, wie es ist ans Kreuz ge⸗ geben fuͤr unsre Schuld und unsre Suͤnd. Es ist so uͤbel zugericht, daß mir das Herze bricht. 2. Schaut, wie ihn die Gottlosen haben so hart zerschmissen und verwundt; wie man ihm Haͤnd und Fuͤß durchgraben, wie man belohnt den holden Mund. Wie ist die ewge Freundlich⸗ keit beworfen und bespeit. 3. Der Leib ist voller Beuln und Schrunden, voll Angst und Schmerzen ist sein Geist; das Fleisch und Mark ist fast ver⸗ schwunden, das Blut ver⸗ gossen allermeist. Wie muß das lieblich Aeugelein ein solches Scheusal sein. 4. Er hat vom Himmel auf die Erden aus lauter Liebe sich gesenkt, daß wir erledigt sollen werden von allem Uebel, das uns kraͤnkt: und sieh, er stecket selbst in Noth, der treue Liebes⸗ GᷣOtt. 5. Wer ist nun, der ihm bei kann springen, wer will ihm seine Treu bezahln? wer Oele seinen Wunden bringen? Wer stillet seine Pein und Qual? Wer ist der sich zu diesem Kind ans Kreuz mitleidig bind? 6. Soll denn die Lieb am Kreuze sterben? Soll denn die Unschuld laͤnger stehn? Soll denn das Heil der Welt verderben, und unser Leben untergehn? Ach ja, es weicht schon Geist und Sinn. Ach ja, die Lieb ist hin. 7. Die Lieb ist hin, o arme Seele, die Lieb ist todt, lauf doch hinzu; er⸗ oͤffne deines Herzens Hoͤhle, und gieb sie ihm noch jetzt zur Ruh. Steig auf das Kreuz, nimm ihn herab, und sei der Liebe Grab. 8. Du bist die Schuld, daß er gestorben, du bist die Ursach seiner Pein; weil er um deine Lieb ge⸗ worben, hat er des Todes muͤssen sein. Dies Laͤmm⸗ lein ist fuͤr dich geschlacht, fuͤr dich in Tod ge⸗ bracht. 9. Entzieht euch mir, ihr meine Sinnen, ihr Augen, schließt euch beide zu; mein Geist begebe sich von hinnen, mein Leben das ersterb auch nu; ich kann vor Leid nicht mehr bestehn, ich muß mit ihm vergehn. Zoh. Angelus. Mel. Sollt ich meinem GOtt nicht singen. 08 Qasset uns mit 98. L IEsu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt ent⸗ fliehen auf der Bahn, die er uns brach, immer fort zum Himmel reisen, irdisch noch, doch himmlisch sein, glauben recht und leben fein, in der Lieb den Glau⸗ ben weisen. Treuer Iuleib ei 78 vom Leiden Christi. bleib bei mir; gehe vor, ich folge dir. 2. Lasset uns mit JEsu leiden, seinem Vorbild werden dan Nach dem Leide folgen Freuden, Ar⸗ muth hier macht dorten reich, Thraͤnen-Saat die Ernte lachen, Hoffnung troͤstet mit Geduld; es kann leichtlich GOttes Huld aus dem Regen Sonne machen. IEsu, hier leid ich mit dir/ dort theil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit JEsu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seel⸗Verderben, von der ewiglichen Noth. Laßt uns toͤdten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab; so wird er uns aus dem Grab in das Him⸗ mels⸗Leben heben. IEsu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe fuͤr und fuͤr. 4. Lasset uns mit JEsu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. JEsu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder. Wo du lebst, da leben wir. Ach erkenn uns fuͤr und fuͤr, trauter Freund, fuͤr deine Bruͤder. JEsu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Sig. v. Birken. Mel. Liebster JEsu, wir sind hier. 99 M ine Seel, er⸗ .muntre dich, deines JEsu Lieb bedenke, wie er fuͤr dich giebet sich/ harauf deine Andacht lenke. Ach erwaͤg die große Treue, und dich deines JEsu freue. 2. Sieh, der wahre GOttes⸗Sohn ist fuͤr dich ans Holz gehaͤnget, sein Haupt traͤgt die Dornen⸗ kron, sein Leib ist mit Blut vermenget, er laͤßt sich fuͤr dich verwunden: wo ist groͤßre Lieb gefunden? 3. Du, du solltest große Pein ewig leiden in der Hoͤlle, und von GOtt verstoßen sein wegen vieler Suͤndenfaͤlle; aber IE⸗ sus traͤgt die Suͤnden und laͤßt dich Genade finden. 4. Durch sein Leiden ist gestillt deines GOttes Zorn und Rache, er hat das Gesetz erfuͤllt, gut ge⸗ macht die boͤse Sache, Suͤnde, Teufel, Tod um⸗ schraͤnket, und den Him⸗ mel dir geschenket. 5. Was zu thun, o liebes Herz? Willst du dich zu ihm gesellen? JEsu Leiden ist kein Scherz/ seine Liebe kein Verstellen. Denke drauf, was dir oblieget gegen den, der fuͤr dich sieget. 6. Ich kann nimmer nimmermehr das Geringste nur vergelten, er verbindt mich allzusehr. Meine Traͤgheit muß ich sehelten, daß ich ihn so schlecht ge⸗ liebet, und wohl gar mit Suͤnd betruͤbet. 7. Was geschehen, soll nun nicht hinfort mehr von mir geschehen; mein Schluß sei nun fest ge⸗ richt, einen andern Weg zu gehen, darauf ich mir IE⸗ —.—— Vom Leiden Christi. 79 IEsum suche, und was ihn betruͤbt, verfluche. 8. Weg ihr Suͤnden, weg von mir, euch kann ich an mir nicht leiden, euretwegen muͤßt ich hier und dort von dem sein gescheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine Gnade, kein Vergeben. 9. Du, niein JEsu, du mein Heil, dir will ich mich ganz verschreiben, daß ich dir, als meinem Theil, einig will getreu verbleiben, dir zu leben/ dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. 10. Du, mein IEsu, sollst es sein, den ich mir zum Zweck gesetzet; wie du mein, so will ich dein bleiben stets und unver⸗ letzet; was du liebest, will ich lieben, und was dich, soll mich betruͤben. 11. Was du willst, das sei mein Will, dein Wort meines Herzens Spiegel? wann du schlaͤgest, halt ich still; dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, daß ich soll den Himmel erben: darauf kann ich froͤh⸗ lich sterben. 12. Nun so bleibt es fest dabei: JEsus soll es sein und bleiben, dem ich lebe, deß ich sei; nichts soll mich von JEsu treiben. Du wirst, IEsu, mich nicht lassen, ewig will ich dich umfassen. 13. Ist bereits schon ietzt allhier solche Freud und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein IEsu, recht verbinden, schenkst du schon so viel auf Erden: ei was will im Himmel werden! 14. Was fuͤr Lust und Suͤßigkeit, was fuͤr Fried und Jubiliren, was fuͤr Ruhe nach dem Streit was fuͤr Ehre wird uns zieren. Ewig, ewig werd ich loben, wenn ich ganz in GOtt erhoben. 15. Ach ich freu mich alle Stund auf dies freu⸗ denvolle Leben, danke dir mit Herz und Mund, du, o IEsu, hasis gegeben; nur im Glauben laß michs halten, und dein Kraft in mir stets walten. Johann Caspar Schade. In eigener Klelodie. Meine Liebe 100. M haͤngt am Kreuz, ich will ihn daselbst umfassen, und nicht lassen, daß er durch sein theures Blut mache mich gerecht und gut. 2. Meine Liebe haͤngt am Kreuz, was hang ich denn an den Bruͤsten schnö⸗ der Luͤsten? Waͤre doch die Welt nur mir, und ich auch gekreuzigt ihr. 3. Meine Liebe haͤngt am Kreuz; ich will seiner stets gedenken, wenn mich kraͤnken Suͤnde, Tod und Teufel, Hoͤll, er macht selig meine Seel. 4. Meine Liehe haͤngt am Kreuz; auf ihn will ich froͤhlich sterben, und ererben, was mir Wat at 80 Vom Leiden Christi. hat zubereit in der ewgen Seligkeit. Adam Tribbechov. Mel. Ich hab mein Sach GOtt heimgestellt. 101 un ist es * alles wohl gemacht, weil JEsus ruft: Es ist vollbracht! Er neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Leben, das niemals verdirbt. 2. Erschrecklich, daß der Hrr erbleicht der Herrlich⸗ keit, dem niemand gleicht, der Lebens⸗Fuͤrst; die Erde kracht, und es wird Nacht weil GOttes Sohn wird umgebracht. 3. Die Sonn verlieret ihren Schein, des Tem⸗ pels Vorhang reißet ein, der Heilgen Graͤber oͤffnen sich ganz wunderlich, und stehen auf gar sichtbarlich 4. Weil denn die Krea⸗ tur sich regt, so werd, o Mensch, hierdurch bewegt; zerreißt ein Fels, und du wirst nicht durch dies Ge⸗ richt bewogen, daß dein Herze bricht? 5. Du bist die Schuld, nimm dies in Acht, daß JEsus ist ans Kreuz ge⸗ bracht, ja gar zum Tod und in das Grab, weil er aufgab den Geist, und mit Geschrei schied ab. 6. Drum folge IEsu nach ins Grab, und stirb dem Graͤul der Suͤnden ab; gehst du nicht mit ihm in den Tod vom Suͤnden⸗ Koth, so mußt du fuͤhlen Hoͤllen⸗Noth. 7. Ach Vater, ach dein einger Sohn erbleicht am Kreuz mit Schmach und Hohn; nun, dies geschieht fuͤr meine Schuld, drum hab Geduld und al in IEsu Gnad und Huld. 8. Ich will mit ihm zu Grabe gehn, und, wo die Unschuld bleibet, sehn; ja ich will ganz begraben sein im Tod allein mit ihm, und selig schlafen ein. 9. Ertddt, o IEsu, selbst in mir der Schlangen Brut, das boͤse Thier, den alten Menschen, daß ich streb und mich erheb gen Him̃el, und dir, JEsu, leb. 10. Sollt ich den Suͤn⸗ den⸗Unflath noch mehr he⸗ gen? Nein, dies schwere Joch sei abgelegt; es hat mir lang gemachet bang, nun weiß ich, daß ich Gnad empfang. 11. Ich will heut ab⸗ gestorben sein der Suͤnd und leben dir allein; es hat dein Tod das Leben mir gebracht herfuͤr und aufge⸗ than die Hünmels⸗Thür. 12. O JEsu Christe, staͤrke mich in meinem Vor⸗ satz kraͤftiglich. Laß mich den Kampf so setzen fort, nach deinem Wort, daß ich die Kron erlange dort. 13. So will ich dich, HErr IEsu Christ, daß du fuͤr mich gestorben bist, von Herzen preisen in der Zeit, und nach dem Streit in Freud und Wonn in Ewigkeit. Laurentius Laurenti. In * Vom Leiden Christi. 8¹ In eigener Melodie. 1 02 du Liebe mei⸗ . NRner Liebe, du erwuͤnschte Seligkeit, die du dich aus hoͤchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute/ als ein Schlachtschaf ein⸗ gestellt, und bezahlt mit deinem Blute alle Misse⸗ that der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thraͤnen an dem Oel⸗ berg sich betruͤbt; Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhoͤrlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Wil⸗ len GOttes Zorn und Eifer traͤgt, den, so niemand konnte stillen, hat dein Sterben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehoͤrt; Liebe, die mit Angst und Schmerzen auch der strengste Tod ver⸗ sehrt; Liebe, die sich lie⸗ bend zeiget, als sich Kraft und Athem endt; Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt um⸗ fangen wollt; Liebe, die aus Liebs⸗Erbarmen mich zuletzt, in hoͤchster Huld/ ihrem Vater uͤberlassen, die selbst starb und fuͤr mich bat, daß mich nicht der Zorn sollt fassen, weil mich ihr Verdienst vertrat. 5. Liebe, die mit so viel Wunden, gegen mich, als seine Braut, unaufhoͤrlich sich verbunden, und auf ewig anvertraut: Liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammer⸗ pein, in dem blutverwund⸗ ten ler ien sanft in dir gestillet sein. 6. Liebe, die fuͤr mich gestorben und ein immer⸗ waͤhrend Gut an dem Kreu⸗ zes⸗Holz erworben, ach wie denk ich an dein Blut? Ach wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du! wenn ich in der letzten Stunden sanft in deiner Seiten ruh. 7. Liebe, die sich lodt gekraͤnket, und fuͤr mein erkaltes Herz in ein kaltes Grab gesenket: ach wie dank ich deinem Schmerz? abe Dank, daß du ge⸗ storben, daß ich ewig le⸗ ben kann, und der See⸗ len Heil erworben: nimm mich, liebster IEsu, an. Adam Drese. Mel. vater unser im Himmelreich. 103. O Jammer/ Angst und Noth! seh ich doch meinen IEsum todt. Er ist verstarret ganz und gar, der einzig meine Hoff⸗ nung war. Nun nimm,/ nun nimm dies Leben hin: ich ruh nicht, bis ich auch fort bin. 2. Nichts ist nun auf der ganzen Welt, das mein Gemuͤth zufrieden stellt, mein Trost und Freude, GOttes Sohn, mein Lieb und Leben ist davon. Ach nimm, ach nimm dies Le⸗ ben hin: ich ruh nicht, bis ich auch fort bin. 4** 3. Elend, 8² Vom Leiden Christi. 3. O Lieb, dein blasses Angesicht macht, daß mir Herz und Muth gebricht; dein ganz verblichner Ro⸗ senmund hat mir schon Leib und Seel verwundt. Ach nimm, ach nimm dies Leben hin: ich ruh nicht, bis ich auch fort bin. 4. Ich weiß wohl, daß du mir zu gut vergossen hast dein theures Blut. Drum, daß ich es vergelte dir, so will ich wieder ster⸗ ben mir. Ei nimm, ei nimm dies Lehen hin: ich ruh nicht, bis ich auch fort bin. 5. Gieb mir dein Leiden/ Kreuz und Pein, die Naͤ⸗ gelmaale druͤck mir ein; verehre mich mit deinem Spott, mach mich ganz aͤhnlich deinem Tod. Ach nimm, ach nimm dies Le⸗ ben hin: ich ruh nicht, bis ich auch fort bin. 6. O JEsu, laß mich doch nicht hier, nimm mich nur in das Grab mit dir; laß deines suͤßen Herzens Schrein mein Grab un eigne Ruhstatt sein. O IEsu, nimm dies Lehen hin; ich ruh nicht, bis ich auch fort bin. Johann Angelus. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 104 Orm n * ins Him⸗ mels Thron, hilf, daß ich moͤg erkennen, wer doch gewesen die Person, und wie sie sei zu nennen, die hier fuͤr mich so ritterlich bis in das Grab gestritten, ais sie den Tod erlitten. 2. Ach, ist es nicht dein liebstes Herz, dein Kind und Eingeborner? Wie leidet denn so großen Schmerz, o GOtt, dein Auserkorner? Wie kann es sein, daß solche Pein dem Helden wird gegeben, der allen giebt das Leben? 3. Ja, Vater/ ist er nicht der Mann, von dem du selbst gesaget: Er ist es, der mich stillen kann, mein Sohn, der mir behaget? Wie muß denn er jetzund so. schwer die Buͤrde auf sich nehmen, den Tod dadurch zu zaͤhmen? 4. Ist er nicht selbst die Herrlichkeit, und wird den⸗ noch verspeiet? Ja, ist er nicht der Held im Streit, und wird so leicht zer⸗ streuet? Ist er nicht GOtt, und leidet Spott? Ist er nicht ohne Schulden, und muß den Tod erdulden? 5. O frommes, unbe⸗ flecktes Lamm, o schoͤnster dMensch auf Erden, o Man⸗ na, das vom Himmel kam, du mußt geopfert werden. Dein Haͤnd und Fuͤß, als die so suͤß am letzten End uns laben, die werden ganz durchgraben. 6. Dein wuͤrdigs Haupt, o GOttes Sohn, das wir mit Zittern ehren, bedecket eine Stachelkron, dein Elend zu vermehren; dein chtreuer Mund, der Wahr⸗ heit Grund, die rosen⸗ farbnen Lippen sind blei⸗ cher als die Klippen. * Vom Leiden Christi. 83 7. O große Lieb, jetzt seh ich recht die Wund in dei⸗ ner Seiten, dadurch du willst mir armen Knecht ein ewges Mahl bereiten; dies Herzensblut, das ho⸗ he Gut, desgleichen nicht zu finden, befreiet mich von Suͤnden. 8. Dein Augen voller Freundlichkeit, der Men⸗ schen Lust und Wonne, die klarer waren vor der Zeit, als die so klare Sonne, die aͤndern sich nun jaͤmmerlich, die schoͤnsten Lichter schwellen von lau⸗ ter Thraͤnenquellen. 9. Sie rinnen als ein Wasserfluß auf die zer⸗ schlagnen Glieder; sie fal⸗ len wie ein Regenguß die zarten Wangen nieder. Ach nichts ist hie als Angst und Muͤh, es wird mit tausend Plagen der schoͤnste Leib zerschlagen. 10. Du traͤgst die Stra⸗ fen meiner Schuld und schweren Missethaten ja laͤssest dich aus lauter Huld am Pfahl des Kreuzes bra⸗ ten. Das that die Lieb, HErr, die dich trieb, die Suͤnder aus dem Rachen der Hoͤllen frei zu machen. 11. O Wunderwerk! Der herrlich ist, nimmt auf sich unsre Schande; der keusch, gerecht und sonder List gepriesen wird im Lande, traͤgt mit Geduld ganz fremde Schuld, ja, hat sein eignes Leben fuͤr unsers hingegeben. 12. Wie niedrig bist du worden, HEer, um unsrer Hoffart willen! Dein Gei⸗ ßeln, Martern und Be⸗ schwer muß unsre Frech⸗ heit stillen. Nur unsre Lust, der Suͤnden Wust, gebieret deinem Herzen, o Heiland, so viel Schmerzen. 13. Ich bin, HErr IEsu, ganz verflucht, du aber bist der Segen; noch hat der Segen mich ge⸗ sucht auf gar verfluchten Wegen. Ich hab allein die böchste Pein mit Suͤn⸗ den wohl verdienet; du hast mich ausgesuͤhnet. 14. Ich war verkauft zur Hoͤllenglut um so viel boͤser Thaten, da wußt allein dein goͤttlich Blut in solcher Noth zu rathen; der theure Schatz behielt den Platz, der Satan muß⸗ te weichen, Suͤnd, Hoͤll und Tod desgleichen. 15. Nun hoͤret auf des Hochsten Rach, sein Zorn der ist gestillet durch so viel Schmerzen, Pein und Schmach; nun ist die Schrift erfuͤllet: des HEr⸗ ren Tod hat nun die Noth auf Erden weggenommen, der Fried ist wieder kommen. 16. HErr IEsu, nimm mich gnaͤdig an, vertilg in mir die Suͤnde, die ich nicht ganz ertoͤdten kann, wie leider ich befinde. Eins bitt ich dich, HErr, lasse mich dein theures Blut⸗ vergießen bis in mein Grab genießen. Johann Rist. Mel. Herzlich thut mich 80 43 Haupt vo 105. O Blut und Wun⸗ les hingerafft, und daher 8⁴ vom Leiden Christi. doller Hohn, o Haupt, zum bricht. Wann dein Haupt Spott gebunden mit einer wird erblassen im letzten Dornen⸗Kron, o Haupt, Todesstoß, alsdann will sonst schon gezieret mit ich dich fassen in meinen hochster Ehr und Zier, je6zt Arm und Schooß. aber hoͤchst schimpfieret: 7. Es dient zu meinen Gegrußet seist du mir! Freuden und kommt mir 2. Du edles Angesichte, herzlich wohl, wenn ich in davor fonst schrickt und deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. moͤcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuse hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschaͤhe mir! 8. Ich danke dit von Herzen, 9. JEsu, liebster Freund, fuͤr deines Todes Schmerzen, da dus so gut dlgemeint, Ach gieb, daß ich ganz vergangen; des blas⸗ mich halte zu dir und deiner sen Todes Macht hat al⸗Treu, und wann ich nun er⸗ les hingenommen, hat alekalte, in dir mein Ende sei. 9. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wann ich den Tod soll leiden, so tritt du erduldet, ist alles meine dann herfuͤr; wann mir am Last; ich hab es selbst ver⸗ allerbangsten wird um das schuldet, was du her neh Herze sein, so reiß mich hast. Schau her, hier seh aus den Aengsten kraft ich Armer, der Zorn ver⸗ deiner Angst und Pein. dienet hat: gieb mir, o 10. Erscheine mir zum mein Erbarmer/ den An⸗Schilde, zum Trost in mei⸗ blick deiner Gnad. nnem Tod, und laß mich 5. Erkenne mich, mein sehn dein Bilde in deiner Huͤter, mein Hirte, mimmn Kreuzesnoth. Da will ich mich an; von dir, Quell nach dir blicken, da will ich aller Guͤter, ist mir viel glaubensvoll dich fest an Guts gethan; dein Mund mein Herz druͤcken Wer hat mich gelabet mit Milch sso stirbt der stirbt wohl. gan hund Kost, dein Geist Paul Gerhard. at mi begabet mit mancher Himmelslust. 16610 Zunde z bewein 11„ Jomch hier 6d0 ein Zünde 0 ehen, verachte mich do Herz des nicht; von dir will ich nicht 106. O Koͤnigs bt e bist du kommen von dei⸗ nes Leibes Kraft. 4. Nun, was du, HErr, —9.—9—9—9—9—— vom Leiden Christi. 85 ler Welt, des Herrschers in dem Himmelszelt, dich gruͤßt mein Herz mit Freu⸗ den. Mein Herze, wie dir wohl bewußt, hat seine großt und hoͤchste Lust an dir und deinem Leiden. Ach wie bezwang und drang dich doch dein edle Lieb, ins bittre Joch der Schmerzen dich zu geben, da du dich neigtest in den Tod, zu retten aus der Todesnoth mich und mein armes Leben. 2. O Tod, du fremder Erdengast, wie warst du so ein herbe Last dem al⸗ lersußsten Herzen. Dich hat ein Weih der Welt gebracht, und machst dem/ der die Welt gemacht, so unerhoͤrte Schmerzen. Du meines Herzens Herz und Sinn, du brichst und faͤllst und stirbst dahin, wollst mir ein Wort ge⸗ waͤhren: Ergreif mein Herz und schleuß es ein in dich und deiner Liebe Schrein; mehr will ich nicht begehren. 3. Mein Herz ist kalt/ hart und bethoͤrt von al⸗ lem, was zur Welt gehort/ fragt nur nach eitlen Sa⸗ chen; drum, Herzens⸗Her⸗ ze, bitt ich dich, du wollest dies mein Herz und mich warm, weich und sauber machen. Laß deine Flamm und starke Glut durch all mein Herze, Geist und Muth mit allen Kraͤften dringen. Laß deine Lieb und Freundlichkeit zur Ge⸗ genlieb, Herk, jederzeit mich armen Suͤnder bringen. 4. Erweitre dich, mach alles voll, sei meine Rose, riech mir wohl, bring Herz und Herz zusammen. Ent⸗ zuͤnde mich durch dich, und laß mein Herz ohn End und alle Maaß in deiner Liebe flammen. Wer dieses hat, wie wohl ist dem. In dir beruhn, ist angenehm. Ach, niemand kanns gnug sagen. Wer dich recht iebt, ergiebt sich frei, in deiner Lieb und suͤßen Treu auch wohl den Tod zu tragen. 5. Ich ruf aus aller Her⸗ zens⸗Macht dich, Herz, in dem mein Herze wacht, ach laß dich doch errufen. Komm, beug und neige dich zu mir an meines Herzens arme Thuͤr, und zeuch mich auf die Stufen der Andacht und der Freu⸗ digkeit; gieb, daß mein Herz in Lieb und Leid dein eigen sei und bleibe, daß dir es dien an allem Ort und dir zu Ehren immerfort all seine Zeit vertreibe. 6. O Herzens⸗Ros, o schoͤnste Blum, ach wie so koͤstlich ist dein Ruhm, du bist nicht auszupreisen. Eroͤffne dich, laß deinen Saft und des Geruchs er⸗ höͤhte Kraft mein Herz und Seele speisen. Dein Herz/ HErr IEsu, ist verwundt: ach tritt zu mir in meinen Bund, und gieb mir dei⸗ nen Orden; verwund auch mich/ o suͤßes Heil, und triff mein Herz mit deinem Pfeil, wie du verwundet worden. 7. Nimm mein Herz/ mein 86 Vom Leiden Christi. mein hoͤchstes Gut, und leg es hin, wo dein Herz ruht/ da ists wohl aufgehoben; da gehts mit dir gleich als zum Tanz, da lobt es dei⸗ nes Hauses Glanz, un kanns doch nicht gnug lo⸗ ben. Hier setzt sichs, hier gefallts ihm wohl/ hier freut sichs, daß es bleiben soll. Erfuͤll, HErr, meinen Willen, und weil mein Herz dein Herze liebt, so laß auch, wie dein Recht es giebt, dein Herz mein Herze stillen. Paul Gerhard. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. ů IEsu Chri⸗ 107. O Fe, GOttes Lamm, mein theurer See⸗ len⸗Braͤutigam, der du fuͤr mich gelitten, der du des Leidens schwere Last an meiner Statt getragen hast und mit dem Tod gestrit⸗ ten: gieb mir an dir doch jetzunder deine Wunder an⸗ zusehen, und im Geiste zu verstehen. 2. Es rauschet uͤber dich mit Macht die ganze Schaar der Hoͤllennacht; das Reich der Finsternissen geußt sei⸗ nen grausen Zorn und Grimm aus uͤber dich mit Ungestuͤm, du mußt anjetzo buͤßen. Was du, JEsu, nicht verbrochen, wird ge⸗ rochen, du mußt tragen aller Menschen Schmach und Plagen. 3. Der grimme Tod mit seiner Macht ist gäͤnzlich wider dich erwacht, mit dem mugßt du jetzt ringen. versammt man nicht, man Obittrer Zorn, sehr schwer und heiß, dafuͤr die Tro⸗ pfen Blut wie Schweiß aus durch die Adern drin⸗ gen. Ach wie druͤckt die d Suͤndenmenge dich so stren⸗ ge, daß du liegest, und dich wie ein Wuͤrmlein biegest. 4. Du wirst von der Gottlosen Rott in deiner innern. Seelennoth auch außerlich gefangen; man kommt zu dir mit starker Macht als einem Mörder in der Nacht mit Spießen und mit Stangen. Keine eine Schuld der Suͤnden kann man finden, noch an⸗ sagen, und doch wirst du hart geschlagen. 5. Du traͤgest Schlaͤge, Hohn und Spott, Verach⸗ tung, Schmach und Spei⸗ chelkoth, du bist gleichwie ein Ballen, den man bald wirft, bald stoͤßt, bald schlaͤgt, bald hin bald wie⸗ der her bewegt, bald laͤßt zur Erden fallen. Wie ein Wuͤrmlein auf den Stra⸗ ßen mußt du lassen auf dich stehen, uͤber dich mit Fuͤßen gehen. 6. Du wirst gar. ernst⸗ lich angeklagt, und was ein Luͤgenmaul aussagt falsch wider dich, muß gel⸗ ten; die Lügen, die sie selbst erdacht, hat man auf dich ohn Ursach bracht, daß sie dich köͤnnten schelten. Lügen, Truͤgen thut das Beste, weil man feste huͤlt zusammen, dich zum Tode zu verdammen. 7. Was dir weh thut, spei⸗ vom Leiden Christi. speiet dir ins Angesicht/ man schlaͤget dich mit Grimme; die Rotte treibt mit dir ihr Spiel, sie legt auf dich der Schmach sehr viel, sie giebt dich uͤm und uͤmme. Was man nur kann hier erdenken, dich zu kraͤn⸗ ken und zu quaͤlen, an deß keinem muß es fehlen. 8. Zu mehrer Pein und groͤßerm Hohn befiehlt man, eine Dornenkron dir auf dein Hauvt zu ziehen. Man giebt ein Rohr in deine Hand, zum Kleid ein pur⸗ purroth Gewand, man spricht mit Spott und Knieen: Gluͤck zu, o du Fuͤrst der Ehren/ laß jetzt hoͤren dich ein wenig, o du feiner Juden⸗Koͤnig! 9. Du mußt die schwere Kreuzeslast, die Last, die aller Welt verhaßt, selbst auf dem Ruͤcken tragen; du wirst gleich einem Bo⸗ sewicht mit zween Moͤr⸗ dern hingericht, und an das Kreuz geschlagen. Christe, dein Weh ist ohnmaͤßig; Gall und Essig wird da⸗ neben dir in deinem Durst gegeben. 10. Dies alles nimmst du, HErr, auf dich, daß du davon befreiest mich, v herzliches Erbarmen. Wie foll ich doch gnug dankbar sein fuͤr dies dein Leiden/ Tod und Pein, die du traͤgst fuͤr mich Armen? Ach ich will mich und mein Leben nun ergeben dir zu eigen, und mein Herz ganz zu dir neigen. 11. Ach hilf doch, daß 8⁴ mein Lebelang ich dir von Herzen Lob und Dank fuͤr solche Gnad erweise; daß ich in meinem Lebensrest an dir stets hange hart und fest, und deine Wun⸗ der preise. Gieb mir, nach dir mich zu sehnen, und mit Thraͤnen meine Suͤn⸗ den in dein Leiden einzu⸗ winden. 12. Gieb mir, o HErr/ auf meiner Bahn dein Lei⸗ den stets zu schauen an/ den Gang danach zu rich⸗ ten. Wie du den Himmel und die Welt zu gute mir hintangestellt, so laß michs auch vernichten; daß mich ewig weder Freuden, we⸗ der Leiden von dir trenne, und mich nur den Deinen nenne. 13. Du traͤgest Elend, Kreuz und Schmach, wie sollt ich mir denn Wohl⸗ gemach auf dieser Erden suchen. Sollt ich hier wuͤnschen Gunst und Ehr/ da du, mein Haupt, mein GOtt und HErr, ertraͤgest Schmach und Fluchen? O nein, laͤßt mein Haupt und Koͤnig sich so wenig allhier achten, was soll ich nach Ehren trachten? 14. Der Koͤnig traͤgt die Dornenkron, sollt ich, sein Knecht, denn bessern Lohn/ als wie mein Herr erwar⸗ ten? Sollt ich mir wuͤn⸗ schen frohe Zeit, da selbst der Herr der Herrlichkeit vor Angst Blut schwitzt im Garten? Ach nein, wer sein Knecht will werden, muß auf Erden sich nicht schaͤ⸗ 88 Dom Leiden Christi. schaͤmen, auch sein Kreuz auf sich zu nehmen. 15. Wer nur der Welt⸗ lust hier begehrt, der ist, o IEsu, dein nicht werth; Kreuz ist der Christen Zei⸗ chen. Am Kreuze wurden wir erloͤst, drum wer das Kreuze von sich stoͤßt, von dem muß Christus weichen. Singen, springen, dem Weltleben sich ergeben/ stolz hergehen kann mit Christi Kreuz nicht stehen. 16. O Christe, gieb mir deinen Sinn, daß ich, wie du, nun auch forthin das Weltgetuͤmmel meide, daß ich JEsu, mein GOtt und HErr, dir aͤhnlich werde mehr und mehr, ein wenig mit dir leide; daß mich, wenn ich hier mitleide, dort die Freude auch erquicke, und einst dir entgegen ruͤcke. Heinrich Georg Neuß. In eigener Melodie. Lamm GOt⸗ 108.O tes unschul⸗ dig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfun⸗ den duldig, wiewohl du warst verachtet; all Suͤnd hast du getragen, sonst muͤß⸗ ten wir verzagen. Erbarm dich unser, o JEsu. 2. O Lamm Gottes unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden duldig, wiewohl du warst verachtet; all Suͤnd hast du getragen, sonst muͤßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o JEsu. 3. O Lamm GOttes un⸗ schuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, all⸗ zeit erfunden duldig, wie⸗ wohl du warst verachtet; all Suͤnd hast du getragen, sonst muͤßten wir verzagen. Gieb uns deinen Frieden, o IEsu. Rikolaus Decius. In eigener Rlelodie. Mensch/ be⸗ 109. O wein dein Suͤnde groß, darum Chri⸗ stus seins Vaters Schooß aͤußert und kam auf Erden. Von einer Jungfrau rein und zart fuͤr uns er hier geboren ward, er wollt der Mittler werden. Den Todten er das Leben gab, und legt dabei all Krank⸗ heit ab, bis sich die Zeit herdrange, daß er fuͤr uns eopfert wuͤrd, trug un⸗ 22 Suͤnden schwere Burd wohl an dem Kreuze lange. 2. Denn als das Fest der Juden kam, IEsus sein Juͤnger zu sich nahm, gar bald thaͤt er ihnẽ n sagen: Des Menschen Sohn ver⸗ rathen wird, ans Kreuz geschlagen und erwuͤrgt wohl auf der Juden Tagen. In Simons Haus ein Fraue kam, viel koͤstlichs Wasser zu ihr nahm, thats uͤbern HErren gießen. Et⸗ lich der Juͤnger murrten bald, IEsus die Fraue gar nicht schalt, das thaͤt Judam verdrießen. Zum Hohenpriester er sich fuͤgt, den HErren zu verrathen luͤgt, nahm dreißig Pfennig bhende. Bald JEsus mit sein Zuͤn⸗ ger kam, und aß mit 4* a vom Leiden Christi. 89 das Osterlamm und thaͤt Gwalt? JEsum, sprachn dasselbe enden. Er setzt sie, und flelen bald zuruͤck uns auf ein Testament, in ihrem Wuͤthen. Judas sein Tod zu bdenken bis gab ihm den Kuß behend, ans End, wusch den Juͤn⸗der grausam Hauf auf IE⸗ gern die Fuͤße; er bildt sum rennt, und singen ihn ihn'n vor die Liebe schon, mit Grimme. Petrus sein und wie sie ihn wuͤrden Schwert auszuckte recht, verlan, wit Trost thät ers hieb ab dae Bdr des Bi⸗ beschließen. schofs Knecht; JEsus ant⸗ 4. Darnach er an den wortet ihme: Oelberg trat, in Furcht 7. Ficht nicht, steck ein und Zittern er da bat: Ach das Schwerte dein; soll ich betck und thut wachen! den Kelch nicht trinken Ein Steinwurf bald er mein? Den Knecht macht fuͤrdr ging, zu seinem er gesunde. Der Hauf Vate: auch anfing: O Va⸗IEsum zu Hannas fuͤhrt, ter, hu hie machen, daß und auch zu Caiphas da dieser Kelch jetzt geh von ruͤhrt, gefangen und ge⸗ mir: ienn alle Ding sind bunden. Petrus folgt in moͤglich dir; doch es ge⸗den Hof hinein, durch deli scheh dan Wille! Solchs bekannten Juͤnger fein, ver⸗ er zum dritten Male bat, leugut dreimal den HEr⸗ so oft auch zu den Juͤn⸗ ren. Der Bischof fraget gern tra, sie schliefen all IEsum hart, sie suchten in Stille. falsche Zeugn und Rath 5. Er sprach: Schlaft ihn zu verdammen fuͤhren. ihr in minem Leid? Es 8. Chrisius antwortet ist gnug, die Stund ist he⸗ihnen nicht; der Hoheprie⸗ reit, des Menschen Sohn ster zu ihm spricht: Was wird gelen in die Haͤnd willst du dazu sagen? Ich der Suͤmder; steht auf! bschwoͤr dich bei dem GOtte der mich verraͤth, der lau⸗ mein, sag, bist du Christ, ret drauf; nun betet ihr der Sohne sein? JEsus daneben. Als er noch redt, antwort ohn Zagen: Ich sieh, Judis kam, ein große bins und sag: von dieser Schaar el mit sich nahm, Zeit werdt ihr des Men⸗ mit Spieher und mit Stan⸗schen Sohne weit in Wol⸗ gen. Ein Zichen der Ver⸗ ken sehen kommen, sitzen raͤther gab; welchen ich zur Rechten GOttes fein. kuͤß, merkt eben ab, den Der Bischof z'riß das sollt ihr weslich fangen. Kleide sein und sprach: 6. Als IEus nun wußt Ihr habt vernommen, alle Ding) ga bald er ihn n 9. Daß er gelaͤstert entgegen ging und sprach GOtt so sehr; er sprach: zu ihnen mit Buͤte: Wen Merkt auf, was wolln wir sucht ihr hie mit solcher mehr? Sie sprachen: l 90 Vom Leiden Christi. soll sterben! und spieen ihm in sein Gesicht, viel Backen⸗ streich auf ihn gericht, mit Laͤsterworten herben, ver⸗ deckten ihm das Anilitz sein, und schlugen ihn mit Faͤusten drein,/ ham Wer hat dich geschlagen? Am Morgen fruͤh der Haufe gar fragten IEsum mit mancher Gfahr, thaͤten mit ihm bald jagen, 10. Und gaben ihn Pi⸗ lato bhend. Als Judas sah, wonaus es lendt/ thaͤt ihn die Sach gereuen. Das Geld er bald den Priestern gab/ und sprach: Ich sehr gesuͤndigt hab, erkannte sein Untreue, erhenket sich und barst entzwei. Die Ho⸗ henyriester beiderlei rath⸗ schlagten um das Gelde; eins Toͤpfers Acker kauften sie den Pilgern zum Be⸗ graͤbniß hie, als auch der Prophet meldet. 11. Als JEsus vor Pi⸗ lato stund, erhob sich große Klag ohn Grund, thaͤten ihn hart verklagen: Dem Kaiser hat er wider than, und nennet sich ein GOt⸗ tes Sohn, verfuͤhrt das Volk all Tage. Pilatus ihn viel fragen thaͤt; JE⸗ sus aber kein Antwort redt, das nahm Pilatus Wun⸗ der. Er schickt ihn zu herodes hin, Herodes freute ich auf ihn, meint, wollt sehn was besonders. 12. Als JEsus nun kein Antwort gab, verachtet ihn Herodes drob, schickt ihn Pilato wieder. Pilatus bruft die Juden, sprach: Den Menschen auch He⸗ rodes sah, und achtet ihn fuͤr bieder. Ein Gwohn⸗ heit ihr allwegen habt, darin ihr ein Gesangnen laßt, IEsum will ich losgeben. Sie schrieen all mit lauter Stimm: IEsum uns an das Kreuze nimm, Bar⸗ rabam laß uns leben. 13. Pilatus JEsum gei⸗ ßeln ließ, und unter die Schaar insRichthaussteß; IEsus ein Purpur tnige. Aus Dornen flochten sie ein Kron, die mußte durch sein Haupte gahn, mit einm Rohr sie ihn schluge, und gruͤßten ihn ein Koͤrig mit Spott, speiten auck in sein Antlitz Koth, sein heilges Haupt auch schlugen. Pi⸗ latus sprach: Sest an den Mann, an dem ich kein Args finden kann und hab nicht Strafens Fuge, 14. Sie schrien all mit lauter Stimm: Kreuzige, kreuzge, den hinnimm, sonst bist du niht Kaisers Freunde. Als jun Pila⸗ tus hoͤrt das Vort, setzt er sich an des Richters Ort, wusch d'Hind, wollt sein ohn Suͤnde gab ihn'n den Moͤrder Barrabam, bald IEsum erzu kreuzgen nahm nach ihem falschen Willen. Seir Kleider sie anthaͤten ihm, und fuͤhrten ihn mit grosem Grimm/ das Kreuz trug er mit Stillen. 15. Als ie nun gingen aus mit ihn Simon sie zwungn mi harter Stimm daß er ihns Kreuz nach⸗ truͤ⸗ Vom Leiden Christi. 91 truͤge. Viel Volks und Frauen weinten da, bald IEsus, als er sie da sah, thaͤt sich zu ihnen biegen, und sprach: Weinet nicht über mich, ihr Toͤchter Zion, bewein sich ein je⸗ des und sein Kinder; ihr werdt noch sprechen: selig die Unfruchtbarn und die saͤugten nie, vor Furcht und Qual der Suͤnde. 16. Sie kamen bald zur Schaͤdelstatt, zween Uebel⸗ von! das thaͤten auch die Schaͤcher. Doch einer sich zum andern kehrt, IEsus Unschuld er ihn da lehrt, sprach: JIEsu, denk mein nachher, so du kommest ins Reiche dein. Er sprach: Heut wirst du bei mir sein, wohl in dem Paradeise! Ein Finstrniß ward zur sechsten Stund; um neune IEsus schrie von Grund, mit lauter Stimm und Weise: thaͤter man da hat, die man ans Kreuz auch schluge, zur linken und zur rechten Hand, wie es die Schrift laͤngst hat bekannt. JIEsus bat, sprach mit Fuge: Verzeih ihn'n, Vater, die⸗ se That, keinr weiß, was er hie gethan hat. Pila⸗ tus thaͤt auch schreiben hebraͤisch, griechisch und la⸗ tein: JEsus ein Koͤnig der Juͤden fein; das thaͤt die Priestr betruͤben. 17. Als nun IJEsus ge⸗ kreuzigt war, sein Kleider sie bald nahmen wahr, und spielten druͤbr beyen⸗erz de. Als JEsus da sein Mutter sah, dazu Johan⸗ nem bald er sprach: Weib, diesen ich dir sende, dies ist dein Sohn! Zum Juͤn⸗ ger spricht: Das ist dein Mutter, laß sie nicht! Bald er sie zu ihm nahme. Die Hohenpriester trieben Spott, auch ander viel laͤsterten GOtt: Bist dus, der von GOtt kame? 18. Bist du nun GOt⸗ tes lieber Sohn, steig jetzt vom Kreuz, hilf dir da⸗ 19. Mein GOtt, mein GOtt, wie laͤßt du mich? In Spott brachten sie bald Essig, und gaben ihm 0 trinken. Als IEsus en versuchet haͤtt,* er: Vollbracht ists, das ich thaͤt; sein Haupt ließ er da sinken. O Vater, in die Haͤnde dein befehl ich dir den Geiste mein! schrie er mit lauter Stim⸗ me; gab auf sein Geist; der Vorhang bhend im Tempel riß entzwei zu End, die Felsen wichen ihme. 20. Das Erdreich auch ittert war, die Graͤber wurden offenbar, der Hauptmann und sein Gsin⸗ de sprachen: Fuͤrwahr, der Fromme was und GOttes Sohn, deß zeiget das! schlugn an ihr Herz ge⸗ schwinde. Als sie den Schaͤchern brachn die Bein, war IEsus todt, brachen ihm kein, und stachen auf sein Seite; es rann daraus Wasser und Blut, ders hat gesehen, zeugets gut, die Schrift die zeugts auch weiter. 3 21. Nach —— 92 Vom Leiden Christi. 21. Nach dem, als nun der Abend kam, Joseyh, der Fromme, JEsum nahm vom Kreuz, ihn zu begra⸗ ben. Dazu auch Nikode⸗ mus kam, viel Aloes und Myrrhen nahm/ damit sie IEsum haben gewickelt in ein Leinwand rein; da war ein Grab in einem Stein in einem Felsen neue, darein sie JEsum legten schon, ein Stein auch druͤber ward ge⸗ than, und gingen hin mit Treue. 22. Die Juden fuͤhrten noch ein Klag, bewahr⸗ tens Grab; am dritten Tag IEsus stand auf mit Gwalte, auf daß er uns ja froͤmmer maͤcht, und mit ihm in sein Reiche braͤcht aus der suͤndlichen Gstalte. Darum wir sol⸗ len froͤhlich sein, daß un⸗ ser Seligmacher fein, Chri⸗ stus, hat uͤberwunden fuͤr uns der Suͤnden große Noth, dazu die Hoͤlle und den Tod, und auch den Teufel bunden. 23. So laßt uns nun ihm dankbar sein, daß er fuͤr uns leidt solche Pein, nach seinem Willen leben; auch laßt uns sein der Suͤnden feind, weil uns GOtts Wort so helle scheint, Tag und Nacht danach srehen; die Lieb erzeigen jeder⸗ mann, wie Christus hat an uns gethan, mit seinm Leiden und Sterben. O Menschenkind/ betracht das recht, wie GOttes Zorn die Suͤnde schlaͤgt; thu dich davor bewahren. Sebald Heyd. Mel. Alles ist an GOt⸗ tes Segen. so hast du 110. O nun dein Leben fuͤr das meine hin⸗ gegeben, IEsu, meine Freud und Ruh, bist du nun fuͤr mich gestorben, und hast mir das Heil erworben, du verwundte Liebe du! ö 2. Freilich ja, du bist ge⸗ storben, daß du mir das Heil erworben, liegest so elende todt. Nicht ein Athem ist zu spuͤren, nicht ein Glied kannst du mehr ruͤhren. Ach der unerhör⸗ ten Noth! 3. Deine Lippen sind verblichen, und dein Geist von dir gewichen, alle Kraͤfte sind verzehrt; alle Rosen deiner Wangen sind verwelket und vergangen, alle Schoͤnheit ist verheert. 4. Dein erfreulich An⸗ gesichte ist nun worden ganz zunichte, deine Stirn ist un⸗ gestalt. Ja dein Augen, mei⸗ ne Sonnen, sind verloschen und zerronnen, alles ist ver⸗ stalt und kalt. 5. Ach wo werd ich Feuer finden, mich hin⸗ fuͤhro anzuzuͤnden in der ewgen Liebes-Brunst? Wenn dein Augen, o mein Leben, keine 1 von lich geben, ist all unser Thun umsonst. 6. Ach was soll ich wei⸗ ter sagen? Du bist auch so gar vom Leiden Christi. 93 gar zerschlagen, daß mir Herz und Seele weint. Deine Schultern sind zer⸗ schmissen, und dein Haupt so sehr zerrissen, daß es lauter Wunde scheint. 7. Du bist ganz mit Blut umflossen, welches du fuͤr mich vergossen aus dem tiefsten Lebensgrund; alle Glieder sind zerrenket, und, was mehr mein Herze kraͤnket, dein ver⸗ liebtes Herz ist wund. 8. O der Wunde, o des Schmerzens! O du Herze meines Herzens! O du Arznei meiner Pein! Odaß ich meins Herzens Leben moͤchte haben hingegeben, und fuͤr dich verwundetsein! 9. Weil dirs aber so ge⸗ fallen, daß du, Treuester vor allen, meinetwegen das gethan, will auch ich mich zu dir strecken, und dein theures ken, weil mein Mund sich ruͤhren kann. 10. Deine Wunden will ich kuͤssen, und das liebste Herze gruͤßen, wie ich im⸗ mer kann und weiß; dei⸗ nen Leichnam will ich pfle⸗ gen, in Gewuͤrz und Myr⸗ rhen legen, und ihn ehrn mit großem Fleiß. 11. Gieh nur, wenn ich dich so kuͤsse, daß mir Seel und Geist zerfließe, daß mein Herze werde weich; daß der Balsam dei⸗ ner Wunden heile meiner Seelen Schrunden, daß mein Geist dein Herz er⸗ reich. 12. Denn ich will mich, Blut auflek⸗ o mein Leben, in dein off⸗ nes Herz begeben, als den besten Felfenstein; weil man vor dem Grimm der Hoͤllen, vor der Welt und ihren Wellen kann darin⸗ nen sicher sein. I. Angelus. Mel. Herr und Aeltster deiner Kreuzgemeine. * arter GOt⸗ 111. M tes, wer kann dein vergessen, der in dir sein Wohlsein findt? Unser Herze wuͤnscht sich unterdessen stets noch mehr zum Dank entzuͤndt. Unsre Seele soll sich daran naͤh⸗ ren, unsre Ohren nie was Liebers hoͤren; alle 197 kommt er mir schoͤner dem Bilde fuͤr. 2. Tausend Dank, du unser treues Herze! Leib und Geist bet druͤber an, daß du unter Martern Angst und Schmerze hast genug fuͤr uns gethan, Laß dich jedes um so heißer lieben, als es noch im Glauben sich muß uͤben, bis es einst als deine Braut dich von Angesichte schaut. 3. Meine kranke und beduͤrftge Seele eilt auf deine Wunden zu; denn sie findt in deiner Seiten⸗ hoͤhle Trost und Labsal, Fried und Ruh. Laß mich nur die Kreuzesluft anwe⸗ hen, und dein Marterbild stets vor mir stehen, so geht mir bis in mein Grab nichts an Seligkeiten ab. 4. Die wir uns allhier beisammen finden, schla⸗ gen unsre Haͤnde ein, uns auf 9⁴ Vom Leiden Christi. auf deine Marter zu ver⸗ binden, dir auf ewig treu zu sein; und zum Zeichen, daß dies Lobgetoͤne deinem Herzen angenehm und schoͤne, sage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! C. R. v. Zinzendorf. Klel. Freu dich sehr, o meine Seele. 112 Lamm GOt⸗ 7 tes hoch er⸗ haben, welches der Welt Suͤnde traͤgt, du allein, du kannst uns laben, wenn uns Noth und Tod be⸗ wegt. Siehe, du bist GOt⸗ tes⸗Lamm, siehe, wir vom Süuͤndenstamm, ach wir sind ja GOttes Feinde, lehr uns werden GOttes Freunde. 2. Bist du nicht der Weg zum Leben? Bist du nicht der Wahrheit Grund? Hast dich selbst fuͤr uns gegeben, daß noch uͤbrig waͤr ein Bund, ein Bund der Barmherzigkeit, ein Bund der Gerechtigkeit. Dein Kreuz, dein Blut ist der Segen, so uns bringt zu GOttes Wegen. 3. O. Lamm Gottes, hochgelobet, GOttes Weis⸗ heit, GOttes Kraft! als der Grimm und Zorn ge⸗ tobet, hast du Frieden uns eschafft; bist von Ewig⸗ eit erkorn, und dazu ein Mensch geborn, daß dein ewiges Zeit errett uns Arme. sprichst du, wie ich ringe fuͤr der Menschen Suͤn⸗ denschuld! Ja, du hast des Kreuzes Pein lassen dein Vergnuͤgen sein, daß du moͤchtest durch dein Ster⸗ ben Gnad und Heilgung uns erwerben. 5. Unsre Herzen, unsre Sinnen/ unsre Kraͤfte uͤber⸗ all sind verkehrt von aus und innen durch den ersten Suͤndenfall: sind vom Gu⸗ ten ganz entleert und ins Boͤse ganz gekehrt; alles Tichten, alles Trachten kann nichts als nur GOtt verachten. 6. Alles dieses hat ge⸗ buͤßet GOttes eingeborner Sohn; großer Heiland, sei gegruͤßet, du traͤgst unsrer Schulden Lohn; auch ist deiner Wunden Saft, alles deines Leidens Kraft uns geschenkt, den Feind zu binden und das Fleisch zu uͤberwinden. 7. O Geheimniß voller Wunder! Kreuz, du bist des Lebens Holz, bist der einge Trost der Suͤnder, daß der Fall nicht mache stolz; Ehristi Kreuz bringt alles ein, was nur mag verloren sein, wenn der Geist aus Cyristi Schmer⸗ zen kreuziget die Welt im Herzen. 8. Drum, o JEsu, laß dein Leiden schaffen in mir wahre Frucht; laß mich rbarmen in der den Betrug vermeiden, daß ich nicht der Suͤnden Sucht 4. Wort, o Schoͤpfer zu bedecken faͤlschlich mein, aller Dinge, schaffest auch ob ich bleibe gleich unrein. uns neue Huld; siehe, Niemand wird hne 1— vom Leiden Christi. 9⁵ finden, der nicht abstirbt allen Suͤnden. 9. Und wer mag nun von sich sagen: Sieh, ich sterbe der Welt ab! wo man nicht in deine Plagen sich versenkt und in dein Grab? Dein Tod will ge⸗ pflanzet sein in mein ganzes Herz hinein, daß die Suͤn⸗ den aller Sinnen auszu⸗ sterben recht beginnen. 10. Komm, o Zagen, komm, o Trauren uͤber alles Boͤs in mir. Nichts mehr soll fort bei mir dau⸗ ern, was die Welt erwaͤhlet ihr. Siehe dort, wie zu dem Bach auf dem Kreu⸗ zeswege, achl ach das Lamm so tief sich neiget, unter GOttes Willen beuget. 11. Eile zu mir aus dem Garten, GOtteslamm, mit deinem Sinn; brich mir meinen Sinn, den harten, nimm ganz meinen Willen hin; sei du denn der En⸗ gel auch, der mir staͤrke den Gebrauch deines Lei⸗ dens in dem allen, wo ich moͤge dir nachwallen. 12. Will der Welt es nicht gefallen, daß ich ihr Thun fliehe sehr, laß mich nicht zuruͤck hinfallen, binde mich je mehr und mehr, daß ich dir gebunden sei, und durch deine Bande frei, daß man mich durch ihre Netze nicht beruͤcke noch verletze. 13. IEsu, deine Backen⸗ streiche, deine Wunden ohne Zahl staͤrken mich, daß ich nicht weiche, zu erdulden alle Qual. Du traͤgst fal⸗ scher Zeugen Haß; gieb mir auch ohn Unterlaß, meine Feinde recht zu lieben, kei⸗ nen Menschen zu betruͤben. 14. Will der Teufel mich verklagen, daß die Sinnen laͤtern GOtt: laß mich, IEsu, nicht verzagen, hilf durch deinen Hohn und Spott; durch den Geist der Heiligung daͤmpf in mir die Zweifelung, durch dein heiliges Bekennen laß mich GOtt den Vater nennen. 15. Trotz gesagt dem alten Drachen, des Pro⸗ pheten falschem Schein. GOtt reißt mich aus eu⸗ rem Rachen durch des Soh⸗ nes Schmach und Pein. Hetzet auf mich nur das Thier, das mich laͤngst ver⸗ schlungen schier; reizet auf mich los die Wilden, denen ihr was koͤnnt einbilden. 16. Was fuͤr Schmaͤ⸗ hung, was fuͤr Schlaͤge, leidest du, o Heiland inein; sollt ich denn allein so traͤge und von ihm geschieden sein? Nein, ich kann, ich will, ich muß, gleich wie dort Ignatius, in mir sein Beispiel erfuͤllen, nichts soll mein Verlangen stillen. 17. Sein Stillschweigen nur bezwinget meinen Geist in GOttes Schooß, und sein Geist in mir stets rin⸗ get, daß ich von mir werde los, ganz vom eignen Wil⸗ len frei, nichts nicht in der Welt mehr scheu, alle seine Schmach und Pla⸗ gen durch ihn willig zu ertragen. 18. O mein Gott, niein GOtt 96 Vom Leiden Christi. GOtt! er schreiet, hast du mich verlassen soele Den die bose Welt'anspeiet, straft der Vater offenbar, da er doch unschuldig ist, und ihn wuͤrget meine List. Ei wie gern bin ich verlassen; sein Verdienst kann GOtt nicht hassen. 19. Alter Mensch, dein arges Leben muß so auf⸗ geopfert sein; du mußt dei⸗ nen Geist aufgeben, soll ich anders werden rein. Laß die Welt nur schreien baß: Sehet, welch ein Mensch ist das! gnug, es fordert Christi Lehre, daß der Suͤn⸗ denleib aufhoͤre. 20. Angenagelt mußt du sterben, angenagelt immer⸗ fort. Solch dein Sterben vom Verderben mich be⸗ freiet hier und dort. Gall und Essig sei dein Trank: IEsu, dir sei Lob und Dank; lehre mich, wie von der Erde mir nichts, denn die Nothdurft, werde. 21. Selig, selig, die das Straͤuben dieser Welt ganz stellen ein, und bald ihren Leib betaͤuben, unterthaͤnig GOtt zu sein. Selig ist ihr Ausgang hier, durch Christum sie fuͤr und fuͤr Welt und Teufel uͤberwin⸗ den, Fried und Freud im Geiste finden. 22. O Geheimniß voller Wunder! Kreuz bringt lau⸗ ter Seligkeit; Kreuz erhebt die armen Suͤnder in Reich⸗ thum und Herrlichkeit. Schenkt den Kreuzkelch im⸗ mer voll! Alles, was ich leiden soll, mich nur mehr und mehr bereitet, daß der Geist zum Siege schreitet. 23. JEsu,GOtteslamm, die Deinen folgen dir nicht anders nach; koͤmmt dein Geist durch seligs Weinen unter ihres Herzens Dach, wird das Fleisch zerknir⸗ schet recht, so wird bald der Suͤndenknecht ein Kind GOttes, dein Miterbe; dies versuͤßet alles Herbe. 24. Drum wer sich von Christo nennet, und er⸗ waͤhlt des Kreuzes Joch, solchen nichts vom HEr⸗ ren trennet, ist er nur besprenget noch; Christi Blut, sein Eigenthum, rei⸗ nigt ihn zum Heiligthum, ihn durchs Leiden stets ver⸗ klaͤret, ihm das Erbe stets vermehret. ö 25. O wie sehnet sich mein Alles, deinem Tode gleich zu thunz keiner Plage, keines Falles fuͤrcht ich mich, o JEsu, nun. Alles ist ein Vortheil mir, was mich nur gleich machet dir. Herrlichkeit und ewges Le⸗ ben wirst du deinem Die⸗ ner geben. 26. HErr der Herrlich⸗ keit, ich denke stets an dei⸗ nen theuren Mund; lenke meine Sinnen, lenke, senke mich in deinen Bund. Nichts mag so gering hier sein, auch ein kleines Troͤpfelein, was verleu net, was gelitten, wir dein Segen uͤberschuͤtten. 27. Nur öbestaͤndig sein im Ringen, Flehn und Wachen lehre mich, daß ich alles mag e un Vom Leiden Christi. 9¹⁷ und im Grab auch ehren dich, und im Geist auch stehen auf, bis ich ende meinen Lauf. Da will ich dort froͤhlich singen, dir, Lamm GOttes, Opfer bringen. 28. Ewig will ich dir Lob sagen, daß du mich erlöͤset hast durch dein Lei⸗ den/ Angst und Plagen von der schweren Suͤndenlast; daß dein Blut die Reini⸗ jung hat gebracht zur Hei⸗ igung, will ich mit ver⸗ klarten Weisen stets in deinem Bilde preisen. Joachim Justus Breithaupt. mMel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 1 13 O theures 19517 Blut, o rothe Flut, wie quillst du gus den Wunden, die mit unerhoͤrter Angst IEsus hat empfun den. 2. Ach theurer Fluß, ach Fluß ich muß mit dir die Seele laben; sonsten kann ich in der Welt kei⸗ nen Labsal haben. 3. Fleuß auf sie zu, und schaff ihr Ruh, wenn sie die Suͤnde naget, wenn sie fuͤhlet Hoͤllenangst, und nach Troste fraget. 4. O. Gottes Sohn, mein Gnadenthron, du stirbst, auf daß ich lebe/ und an dir, o Weinstock, sei eine gruͤne Rebe. 5. Ich Suͤndenknecht hin nun ger echt, mein Fluch wird mir zum ächnen denn ich bin des Hoͤchsten Kind meines JIEsus wegen. 6. Ich danke dir, o Him⸗ mels⸗Sier, daß du fuͤr mich gelitten, daß du sterbend meinen Tod ritterlich be⸗ stritten. 7. O Seelenfreund, ders treulich meint laß solches mich bedenken, bis man endlich meinen Leib wird ins Grab versenken. 8. Dann leb ich wohl, leich wie ich soll, und erb in deinem Namen. Komm du theures A und O, mich zu holen. Amen. Simon Dach. In eigener Mlelodie. 11 4 O Traurigkeit/ o Herzeleid/ ist das nicht zu beklagen? GOtt des Vaters einigs Kind wird ins Grab ge⸗ tragen. 2. O große Noth/ GOtt selbst liegt todt, am Kreuz ist er gestorben; hat dadurch das Himmelreich uns gus Lieb erworben. 3. O Menschenkind/ nur deine Suͤnd hat dieses an⸗ gerichtet, da du durch die Missethat warest ganz ver⸗ nichtet. 4. Dein Braͤutigam, das GOtteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat fuͤr dich vergossen. 5. O suͤßer Mund, Glaubensgrund, wie bist du so zerschlagen!, Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O lieblich Bild, s hein und mild, du odn/ ein der Jungfr? Sohn⸗ 5 uen! nie⸗ mand 98 vom Leiden Christi. mand kann dein heißes Blut ohne Reu anschauen. 7. O selig ist zu jeder Frist, der dieses recht be⸗ denket, wie der HErr der Herrlichkeit wird ins Grab gesenket. 8. O IEsu du, mein Huͤlf und Ruh, ich bitte dich mit Thraͤnen, hilf, daß ich mich bis ins Grab na dir moͤge sehnen. Zoh. Rist. Mel. Uun ruhen alle Wälder. 115.0 b E hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod. Der große uͤrst der Ehren laͤßt willig ich beschweren mit Schlaͤ⸗ gen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist Bi mit Schweiße des Blutes uͤberfuͤllt. Aus sei⸗ nem edlen Herzen vor un⸗ erschͤöyften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. ö 3. Wer hat dich so ge⸗ schlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Suͤnder, wie wir und unsre Kinder; von Misse⸗ thaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Suͤnden, die sich wie Koͤrn⸗ lein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich 00 et, und das betruͤbte ¶ buͤßen, an Haͤnden und an 4. 4 gebunden in der Hoͤll; die Geißeln und die Banden und was du aus⸗ gestanden, das hat verdie⸗ net meine Seel. 6. Du nimmst auf dei⸗ nen Ruͤcken die Lasten, die mich druͤcken, viel schwerer als ein Stein; du wirst chein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Lab⸗ sal sein. 400 7. Du seßest dich zum Buͤrgen, ja laͤssest dich gar wuͤrgen fuͤr mich und meine Schuld. Mir lassest du dich kronen mit Dornen, die dich hoͤhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Du springst ins To⸗ des Rachen, mich frei und los zu machen von solchem Ungeheur; mein Sterben ninimst du abe, vergraͤbst es in dem Grabe; o un⸗ erhoͤrtes Liebesfeur! 9. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und sehr. Was Leib und Seel vermoͤgen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 10. Run, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in mei⸗ nem Herzen ruhn. 11. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran er⸗ ei; es soll mir sein ein heer. 5. Ich bins, ich sollte Spiegel der Unschuld und ein und Stunden dir uͤberhoch ich sei auch, wo ich — 24 9— vom Leiden Christi. 99 ein Slegel der Lieb und sson, Christe eleison, Kyrie underfäischten Dreu. eleison! 12. Wie heftig unsre Suͤnden den srommen GOtt entzuͤnden, wie Rach und Eifer gehn/ wie grau⸗ sam seine Ruthen, wie zor⸗ nig seine Fluten, will ich aus deinem Leiden sehn. 13. Ich will daraus stu⸗ dieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanf⸗ tem Muth, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrůben mit Werken/ so die Bosheit thut. 14. Wenn boͤse Zungen stechen, mir Glimpf und Ramen brechen, so will ich zaͤhmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Naͤch⸗ sten seine Schulden verzei⸗ hen gern und williglich. 15. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absaͤgen, was meinem Fleisch geluͤst; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer moͤglich ist. 16. Dein Seufzen und dein Stoͤhnen und die viel tausend Thraͤnen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Haͤnde begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 1 1 6. wir armen Suͤnder/ ansre Missethat, darin wir empfangen und geboren sind, hat gebracht uns alle in solche große Roth, daß wir unterworfen sind dem ewgen Tod. Kyrie elei⸗ 2. Aus dem Tod wir konnten durch unsr eigen Werk nimmer werdn ge⸗ rettet; die Suͤnde war zu stark. Daß wir wuͤrdn erloͤset, so konnts nicht anders sein, denn GOtts Sohn mußt leiden des To⸗ des bittre Pein. Kyrie eleison, Christe eleison, Ky⸗ rie eleison 3. So nicht waͤr ge⸗ kommen Christus in die Welt, und an sich genom⸗ men unsre arm Gestalt/ und fuͤr unsre Suͤnden gestorben williglich, so haͤttn wir muͤssen bleiben verdammet ewiglich. Ky⸗ rie eleison, Christe eleison/ Kyrie eleison! 4. Solche große Gnade und vaͤterlich Gunst hat uns GOtt erzeiget lauter gar umsonst, in Cbristo einem Sohne, der sich gegeben hat in den Tod des Kreuzes zu unsrer Seligkeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 5. Deß solln wir uns troͤsten wider Suͤnd und Tod, und ja nicht verza⸗ gen vor der Hoͤllenglut. Denn wir sind gerettet aus aller Faͤhrlichkeit durch Christum unsern HErren, ben'deit in Ewigkeit. Ky⸗ rie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 6. Darum wolln wir loben und danken 3001e dem Vater und dem Sohne und dem heilgen Geist, 5* und 100⁰ Vom Leiden Christi. und bitten, daß er wolle behuͤten uns vor Noth, und daß wir stets bleiben bei seinem heilgen Wort. Kyrie eleison, Christe elei⸗ son, Kyrie eleison! Hermann Bonnus. Mel. Esus, moine Zu⸗ versicht. * 117.S setz dich unter JEsu Kreuze/ und bedenke, was dich da fuͤr ein Trieb zur Buße reize. Willst du unem⸗ pfindlich sein: o so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jam⸗ merbild zwischen Erd und Himmel hangen! wie das Blut mit Stroͤmen quillt, daß ihm alle Kraft entgan⸗ R01 Ach der uͤbergroßen genung nur fuͤr deinen Gallen⸗Trunk. 6. Nun ich weiß no was fuͤr dich: ich wi dir mein Herze geben; die⸗ ses soll bestaͤndiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein le⸗ bend/ leidend, sterbend sein 7. Laß dein Herz mir offen stehn, oͤffne deiner Wunden Thuͤre; da hin⸗ ein will ich stets gehn, wenn ich Kreußz und Roth verspuͤre, wie ein Hirsch nach Wasser duͤrst, bis du mich erquicken wirst. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmaͤhen. Laß mich dich, du hoͤchstes Gut, immer vor den Augen se⸗ hen. Fuͤhr in allem Kreuze mich wunderlich, nur se⸗ oth, es ist gar mein l lich IEsus todt. 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hatt ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod fuͤr mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, giebst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes GOttes⸗ lamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von dem Kreuzesstamm, wie ich mich um dich betruͤbe. Dein im Blute wallend Herz setzet mich in tausend Schmerz. 5. Ich kann nimmer nimmermehr diese Plagen dir veraelten. Du ver⸗ bindest mich zu sehr: schen? ich dir gleich tausend Wel⸗ ten, ach das waͤre nicht iglich. 9. Endlich laß mich meine Noth auch geduldig uͤber⸗ winden. Nirgend sonst wird mich der Tod, als in deinen Wunden finden. Wer sich hier sein Bette macht, spricht zuletzt: Es ist vollbracht. Benj. Schmolk Mel. JEsus, meine Zu⸗ versicht. 118 Seig wer ihm suchet Raum auf den gruͤnen riedensmatten, bei des eilgen Kreuzes Baum, itzend unter seinem Schat⸗ ten. Denn er bleibet wohl⸗ beschuͤtzt, wenns gleich don⸗ nert, kracht und bliht. 2. Keine Sonne bren⸗ net ihn, und kein Mond kann Vom Leiden Christi. 101 kann ihm was schaden; sein Gemuͤthe, Herz und Sinn wird mit keinem Weh be⸗ laden. Er ist sicher, daß nicht Gift, noch ein Un⸗ heil ihn betrifft. Er erquicket seine Brust mit der Frucht, die auf ihm stehet; wird da⸗ durch nach Wunsch und Lust inniglich zu Gott er⸗ hoͤhet. O wie suͤß ist diese Frucht! selig/ wer sie recht versucht. Seine Seele wird ge⸗ trost, wie ein Schaf auf frischer Weiden, wenn sie den/ der sie erlöst, so ver⸗ liebet siehet leiden; wenn der Balsam auf sie fleußt/ der sich reichlich da ergeußt. 5. Kommet her ihr alle⸗ sammt, die ihr schwach und abgemattet, setzt euch unter diesen Stamm, daß er eure Seel beschattet: eilt dem heilgen Kreuze zu, denn ihr findt da wahre uh. 6. IEsu, laß mich fuͤr und fuͤr unter deinem Kreuze bleiben; laß mich keinen Feind von dir und aus deinem Schatten trei⸗ ben; denn dein Kreuz und deine Pein ist mein Trost und Ruh allein. Johann Angelus. Mlel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. 119. Sei mir tau⸗ sendmal ge⸗ gruͤßet, der mich je und je geliebt, JIEsu, der du selbst gebuͤßet das, womit ich dich betruͤbt. Ach wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest, und um meine Seele wirbest. 2. Ich umfange, herz und kuͤsse der gekraͤnkten Wunden Zahl, und die purpurrothen Fluͤsse deiner Fuͤß und Naͤgelmaal. O wer kann doch, schoͤnster Fuͤrst, den so hoch nach uns geduͤrst, deinen Durst und Liebsverlangen voͤllig fassen und umfangen? 3. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quaͤlen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 4. Schreibe deine blut⸗ gen Wunden, mir, HErr, in das Herz hinein, daß sie moͤgen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schoͤn⸗ stes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Fuͤßen deiner Lieb und Gunst genießen. 5. Diese Fuͤße will ich halten, auf das best ich immer kann. Schaue mei⸗ ner Haͤnde Falten und mich selbsten freundlich an von dem hohen Kreuzesbaum, und gieb meiner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Trauren schwinden, ich, ich tilg all deine Suͤnden. Paul Gerhard. Mel. 10² Vom Leiden Christi. Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 120 ei wohl ge⸗ 64. gruͤßet, gu⸗ ter Hirt, und ihr, o heil⸗ Die Haͤnde voll Rosen, die man preisen wird bis an des Himmels Ende. Die Rosen, die ich mein allhie, sind deine Maal und Plagen, die dir am End in deine Haͤnd am Kreuze sind geschlagen. 2. Du zahlst mit beiden Haͤnden dar die edlen ro⸗ then Gulden, und bringst die ganze Menschenschaar dadurch aus allen Schul⸗ den. Ach laß von mir, o Liebster, dir dies' Haͤnde herzlich druͤcken, und mit dem Blut, das mir zu gut vergossen, mich erquicken. 3. Wie freundlich thust du dich doch zu, und greifst mit beiden Armen nach aller Welt, in Lieb und Ruh uns ewig zu erwar⸗ men. Ach HErr, sieh hier, mit was Begier ich Armer zu dir trete; sei mir bereit, und gieb mir Freud und Trost, darum ich bete. 4, Zieh allen meinen Geist und Sinn nach dir und deiner Hoͤhe; gieb, daß mein Herz nur immerhin nach deinem Kreuze stehe; ja daß ich mich selbst wil⸗ liglich mit dir ans Kreuze binde, und mehr und mchr lddt und zerstöͤr in mir des Fleisches Sünde. 5. Ich herz und kuͤsse wie⸗ derum aus rechtem treuen Herzen, HErr, deine Haͤnd und sage Ruhm und Dank fuͤr ihre Schmerzen; da⸗ neben geb ich, weil ich leb/ in diese deine Haͤnde Herz, Seel und Leib, und also bleib ich dein bis an mein Ende. Paul Gerhard. Mel. Christus, der uns selig macht. mein 1 2 1 · S.eeuet Knecht, der wird weislich handeln, ohne Tadel, schlecht und recht auf der Erde wandeln; sein ge⸗ treuer frommer Sinn wird in Einfalt gehen, und noch dennoch wird man ihn an das Kreuz erhoͤhen. 2. Hoch am Kreuze wird mein Sohn große Marter leiden, und Viel werden ihn mit Hohn als ein Scheusal meiden; aber al⸗ so wird sein Blut auf viel Heiden springen, und das ewge wahre Gut in ihr Herze bringen. 3. Koͤnge werden ibren Mund gegen ihn zuhalten/ und aus innerm Herzens⸗ grund ihre Haͤnde falten. Das verblendte, taube Heer wird ihn sehn und boͤren, und mit Lust zu seiner Ehr ihren Glauben mehren. 4. Aber da, wo GOttes Licht reichlich wird gespuͤ⸗ ret, baͤlt man sich mit nich⸗ ten nicht, wie es sich ge⸗ buͤhret; denn wer glaubt im Juͤden⸗Land unsrer Predigt Worten? Wem wird GOttes Arm bekannt in Israels Orten? 5. Niemand will fe⸗ ei⸗ Vom Leiden Christi. 103 seinen Preis ihm hier las⸗ sen werden; denn er schießt auf wie ein Reis aus der duͤrren Erden, krank, ver⸗ dorret, ungestalt, voller Blut und Schmerzen; da⸗ her scheut ihn Jung und Alt mit verwandtem Herzen. 6. Ei was hat er denn gethan? Was sind seine Schulden, daß er da vor jedermann solche Schmach muß dulden? Hat er etwa GOtt betruͤbt bei gesun⸗ den Tagen, daß er ihm anjetzo giebt seinen Lohn mit Plagen. 7. Nein fuͤhrwahr, wahr⸗ haftig nein, er ist ohne Suͤnden, sondern was die Welt fuͤr Pein billig sollt empfinden, was fuͤr Krank⸗ heit, Angst und Weh uns von Recht gebuͤhret, das ists, was ihn in die Hoͤh an das Kreuz gefuͤhret. 8. Daß ihn GOtt so heftig schlaͤgt, thut er un⸗ sertwillen; daß er solche Buͤrden traͤgt, damit will er stillen GOttes Zorn und großen Grimm, daß wir Friede haben durch sein Leiden, und in ihm Leib und Seele laben. 9. Wir sinds, die wir in der Irr als die Schafe gingen, und noch stets zur Höllenthuͤr als die Tollen dringen. Aber GOtt, der fromm und treu, nimmt, was wir verdienen, und legts seinem Sohne bei, der muß uns versuͤhnen. 10. Nun, er thut es herz⸗ lich gern; ach des treuen Herzen! Er nimmt an den Zorn des HErrn mit viel tausend Schmerzen, und ist allzeit voll Geduld, laͤßt kein Woͤrtlein hoͤren wider die, so ohne Schuld ihn so hoch beschweren. 11. Wie ein Laͤmmlein sich dahin laͤßt zur Schlacht⸗ bank leiten, und hat in dem frommen Sinn gar kein Widerstreiten, laͤßt sich handeln, wie man will, fangen, binden, zaͤhmen, auch dazu in großer Still ihm sein Lehen nehmen: 12. Also laͤßt auch GOt⸗ tes Lamm, ohne Wider⸗ sprechen, ihm sein Herz am Kreuzesstamm unsert⸗ wegen brechen. Er sinkt in den Tod hinab, den er selbst doch bindet, weil er sterbend Tod und Grab maͤchtig uͤberwindet. 13. Er wird aus der Angst und Qual endlich ausgerissen, tritt den Fein⸗ den allzumal ihren Kopf mit Fuͤßen. Wer will sei⸗ nes Lebens Laͤng immer⸗ mehr umschraͤnken? Sei⸗ ner Tag und Jahre Meng ist nicht auszudenken. 14. Doch ist er wahr⸗ haftig hier fuͤr sein Volk gestorben, und hat voͤlli mir und dir Heil und Gna erworben; kommit auch in das Grab hinein, herrlich eingehuͤllet, wie die, so mit Reichthum sein in der Welt erfuͤllet. 15. Er wird als ein boͤ⸗ ser Mann vor der Welt geplaget, da er doch noch nie gethan, auch noch nie gesaget, was da bos und un⸗ 10⁴4 vom Leiden Christi. unrecht waͤr; er hat nie betrogen, nie verletzet GOt⸗ tes Ehr, sein Mund nie Aelogen 4 16. Ach er ist fuͤr fremde Sünd in den Tod gege⸗ hen, guf daß du, o Men⸗ schenkind, durch ihn moͤch⸗ test leben; daß er pflanzte sein Geschlecht, den gerech⸗ ten Samen, der GOtt dient, und Opfer braͤcht seinem heilgen Ramen. 17. Denn das ist sein hoͤchste Freud und des Va⸗ ters Wille, daß den Erd⸗ kreis weit und breit sein Erkenntniß fuͤlle, damit der gerechte Knecht, der voll⸗ kommne Suͤhner, glaͤubig mach und recht gerecht alle Suͤndendiener. 651 18. Große Menge wird ihm GOtt zur Verehrung schenken, darum daß er sich mit Spott fuͤr uns lasten kraͤnken, da er denen gleich geschaͤtzt, die sehr Übertreten, auch die, so ihn hoch verletzt, selbst bei GOtt verbeten. P. Gerhard. Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 122. o gehest du, — mein JEsu, hin, den Tod fuͤr mich zu leiden, fuͤr mich, der ich ein Suͤnder bin, der dich betruͤblt mit Freuden. Wohlan, fahr fort, du edler Hort, mein Augen sollen fließen ein Thraͤnen⸗ see mit Ach und Weh dein Leiden zu begießen. 2. Ach Suͤnd, du schaͤd⸗ lich Schlangengift, wie weit kannst du es bringen Dein Lohn, der Fluch mich etzt hetrifft, in Tod thut er mich zwingen. Jetzt kommt die Nacht, der Suͤn⸗ den Macht, fremd Schuld muß ich abtragen; be⸗ tracht es recht, du Suͤn⸗ denknecht, nun darfst nicht mehr verzagen. 3. Ich, ich, HErr JEsu, sollte zwar der Sunden Strafe leiden an Leib und Seel, an Haut und Haar, auch ewig aller Freuden be⸗ raubet sein, und leiden Pein: so nimmst du hin die Schulde; dein Blut und Tod bringt mich vor GOtt/ ich bleib in deiner Hulde. 4. Was kann fuͤr solche Liebe dir, HErr JEsu, ich wohl geben? Ich weiß ich finde nichts an mir/ doch will, weil ich werd leben, mich eigen dir hier nach Gehuͤhr zu dienen ganz berschreiben, auch nach der Zeit in Ewigkeit dein Diener sein und bleiben. Casp. Fr. Nachtenhöfer. In eigener Melodie. 1* erwundter sieh nicht an, daß ich so mißgehandelt, und mit den Suͤndern auf der Bahn der Bosheit hab gewandelt; ich komme nun zu deinen Fuͤßen, und kuͤsse sie mit tausend Kuͤssen. 2. Die Zunge bebt und spricht nicht viel, das Haupt sinkt zu der Erden; die Thraͤnen sagen, was ich will, es reden die• en. Vom Leiden Christi. 10⁵ den. Erhoͤr mein Herz, o große Guͤte, und das zer⸗ knirschete Gemuͤthe. 3. Laß mich nur solche Gnad und Huld, wie Mag⸗ dalen erlangen, und die Vergebung meiner Schuld aus deinem Mund empfan⸗ gen. Heiß mich so voller Trosts aufstehen, und gleich wie sie befriedigt gehen. 4. Ich will dich lieben ohne Maaß, und nimmer⸗ mehr verlassen, mit Her⸗ zens⸗Thraͤnen machen naß/ und als ein Kind umfas⸗ sen. Ich will dich lieben, meine Seele; gieb mir nur deiner Wunden Oele. 5. Ihr armen Fuͤße, seid gekuͤßt, die ihr fuͤr mich zerschlagen, die ihr fuͤr meine Thaten buͤßt, und traget meine Plagen. Haͤtt ich doch nie gelebt in Suͤnden, daß ihr nicht duͤrftet dies empfinden! 6.P Verstoßt mich doch nicht, weil mirs leid, weil ich die Schuld bekenne; vergebt, weil ich mich all⸗ bereit von Herzen euer nenne; gebt, daß ich des Verdiensts genieße, das ihr erwerbt, ihr heilgen Fuͤße! Johann Angelus. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 19 nyeraͤnderli⸗ 24. ö ches Wesen/ unbegreiflich hoͤchstes Gut/ von dem Vater auserlesen, daß du seines Zornes Glut und erweckten Grim̃ solltst stillen durch dein Gottes⸗ blut so roth, und erfuͤllen seinen Willen im Gehor⸗ sam bis zum Tod. 2. Ich verehre deine Liebe, unbeflecktes Gottes⸗ lamm, die durch ihre Feuer⸗ triebe dich gebracht ans Kreuzes⸗Stamm. Ach daß ich doch koͤnnt durchschauen dein von Lieb durchgluͤhtes Herz, und im glaͤubigen Vertrauen dadurch lindern meinen Schmerz. 3. Zwar kann ich mich werth nicht schaͤtzen, daß in meiner Seelenpein ich an dir mich soll ergoͤtzen, ein so armes Wuͤrmelein: doch du bist ein Arzt der Schwachen, der betruͤbten Suͤnder Freund, pflegst den freundlich anzulachen, der mit Petro klaͤglich weint. 4. Drum sieh nicht auf meine Wuͤrde, Lamm, das aller Wuͤrde werth. Schau hingegen auf die Buͤrde, die den matten Geist be⸗ schwert. Weißt du doch, wie dem zu Muthe, welchen druͤckt der Suͤnden Last, weil du selbst im Schweiß und Blute dieses Joch ge⸗ tragen hast. ö 5. O wie hat es dich gedruͤcket, Herzenslaͤmm⸗ ein, frommes Schaf. Du bist drunter tief gebuͤcket gangen; aller Jammer traf deiner Menschheit zarte Glieder; unsre Schmach hat dich gehoͤhnt; aber so haͤst du uns wieder mit dem Vater ausgesoͤhnt. 6. Laß mich diese Freund⸗ schaft schmecken, so auf ewig fest gestellt; laß dein Bluͤt die Schuld bedecken, 9 das 106 VDom Leiden Christi. das du hast zum Loͤsegeld deinem Vater dargegeben durch der Liebe Wunder⸗ macht, und dadurch du uns das Leben deiner GOttheit wiederbracht. 7. Laß dein Herz mir offen stehen, oͤfne deiner Seiten Thuͤr; da hinein soll mein Herz gehen, wenn ich keine Kraft mehr spuür. Wie ein Hirsch in vollem Springen laß den ausgezehrten Geist hin zu deinen Wunden dringen, daraus Blut und Wasser t. eußt. 8. Dieser Balsam muͤsse staͤrken Geist und Seele Mark und Bein; laß mich neue Kraͤfte merken, dir, o Laͤmmlein, treu zu sein. Zeichne meines Herzens Pfosten, daß der Wuͤrger mich nicht ruͤhr; laß mich wahre Freiheit kosten, die mich zu der Ruhe fuͤhr. 9. Lamm, du hast dich mir ergeben, dir ergeb ich wieder mich, und verschrei⸗ be mich daneben, dein zu bleiben ewiglich. Du bist nun erhoͤhet worden, Lieb⸗ ster, zeuch mich dir bald nach, daß ich in der En⸗ gel Orden deine Treu be⸗ ingen mag. Freylinghausen. Mel. Alles ist an GOt⸗ tes Segen. 125. Wi, Jungfrauen, daß wir un⸗ sern Braͤutgam schanen mit gestreckten Armen stehn? Daß er beide Haͤnd ausbreitet, und sein Blut heraußer spreitet, daß er sich laͤßt so erhöͤhn? 2. Thut ers nicht, uns zu erlangen, zu umhalsen, zu umfangen, unsre Seel zu sich zu ziehn? Freilich ja/ er will vom Bösen seine Braut hiemit erloͤsen, drum geht naͤher zu ihm hin. 3. Gehet, daß ihr seht die Plagen seiner Haͤnde, die durchschlagen und ans Kreuz geheftet sein; daß ihr seht, mit was fuͤr Wun⸗ den euer Braͤutgam sich verbunden, euch zu retten aus der Pein. 4. Schaut das Leiden seiner Arme, daß es einen Stein erbarmen und ein Stock bewegen sollt. Ist nicht alles so zerrenket, aus⸗ gezogen und gekraͤnket, wie ein Feind es Felhnt gewollt? 5. O der großen Liebes⸗ flamme, die ihn an des Kreuzes Stamme ausge⸗ spannet stehen macht! Hat man vormals auch gesehen solches Wunderwerk ge⸗ schehen, als der liebste GOtt erdacht? 6. Dank sei dir fuͤr diese Schmerzen, JEsu Christ, von ganzem Herzen füͤr die große Mildigkeit. Denn dadurch hast du erworben meine Haͤnde, die verdorben durch die Unbarmherzigkeit. 7. Gieb, daß ich nicht muͤde werde, Guts zu thun auf dieser Erde mit den Haͤnden, was ich kann; daß ich deine Leiden preise, und dir wieder Dienst erweise, weil du mir so viel gethan. 8. Daß du mir an mei⸗ nem Dom Leiden Christi. 107 nem Ende reichest deine treuen Haͤnde und dein guͤl⸗ tiges Verdienst; daß ich in den keuschen Armen hoch erfreulich moͤg erwarmen mit bestaͤndigem Gewinnst. Johann Angelus. In eigener Melodie. enn meine 126. Weand mich kraͤnken, o mein HErr JEsu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist, und alle meine Schul⸗ denlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maa⸗ ßen, wenn mans betrachtet recht! Es hat sich martern lassen der HErr fuͤr seinen Knecht; es hat sich selbst der wahre GOtt fuͤr mich verlornen Menschen gege⸗ ben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Suͤnden 6651 Zahl? Ich bin bei Ott in Gnaden; die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf fuͤrchten der Hoͤllen Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Fnten jetzt und mein Le⸗ benlang, fuͤr deine Pein und Schmerzen, o IEsu, Lob und Dank, fuͤr deine Noth und Angstgeschrei, fuͤr dein unschuldig Ster⸗ ben, fuͤr deine Lieb und Treu. 5. HErr, laß dein bitter Leiden mich reizen fuͤr und fuͤr, mit allem Ernst zu meiden die suͤndliche Be⸗ gier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erloͤset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, solls auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein HErr und GOtt, daß ich verleugne diese Welt/ und folge dem Exempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern uͤben, was du an mir ge⸗ than, und meinen Naͤchsten lieben, gern dienen jeder⸗ mann ohn Eigennutz und Heuchelschein, und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. . Laß endlich deine Wun⸗ den mich troͤsten kraͤrtiglich in meiner letzten Stunden und deß versichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. —27 enn Ver⸗ 127. Waunt von Christi Leiden und von dessen Nutzen spricht, will sie sich von außen weiden mit dem Trost, den sie er⸗ dicht; oder, kommt es hoch/ so kann sie viel Klagens fangen an uͤber Christi Pein und Schmerzen: gleich⸗ wohl gehts ihr nie von Herzen. 2. Aber meines Geistes Sehnen zielt auf die Ge⸗ meinschaft hin, stets zum Ster⸗ 108 Vom Leiden Christi. Sterben zu gewoͤhnen den so tief verderbten Sinn. Hier haͤng ich den Myrr⸗ henstrauch nicht nur auf die Brust zum Brauch: in mein Herz will ich ihn schließen, und ihn nimmer draus vermissen. 3. Dies Geheimniß wird verborgen und als Thor⸗ heit angesehn; aher meine groͤßten Sorgen sollen auf dies Wunder gehn, daß nur Christi Tod in mir durch Ersterben fuͤr und fuͤr in dem Leben ausge⸗ bieret, im Gericht den Sieg ausfuͤhret. 4. Dtum such ich den Freund im Grunde mei⸗ nes Herzens, wo er sich aus dem sonst verschloß⸗ nen Munde mir einfloͤßt so suͤßiglich, seine ganze Sterbenskraft, die ein neu⸗ es Wesen schafft, als die Rofen in dem Lenzen nach dem Tod des Winters glaͤnzen. 5. Wenn ich denn vom Osterlamme mit recht bit⸗ tern Salsen speis, das die heiße Liebesflamme selbst in mir zu braten weiß, frag ich nicht erst, wer es sei, weil ich ihn selbst esse frei, und wenns noch an Kräften fehlet, 10 er die wer cht, daß du uns mir zu alls erwaͤhlet. 6. Dies druͤckt mich in Hoffart nieder, in Be⸗ truͤbniß haͤlts empor, giebt in Schwachheit Staͤrke wieder/ aus Verzweiflung Hehtz⸗ hervor, wäht mich der chn Lieb und Leid in er rechten Maͤßigkeit; ja, ich find die tiefste Stille, wenn am Kreuze haͤngt mein—2—— 17. geheimniß reiche Liebe, W sich im Verborg⸗ nen schenkt, oͤffne die ge⸗ heimen Triebe, wenn mein Sinn ans Kreuz hindenkt. Keine Leidenskraft von dir muͤsse jemals mangeln mir. Außer mir mag alls ver⸗ iehen bleibe du in mir nur sre hen Gonjr. Arnold. Mel. HErr Jesu Christ, wahr Mensch und GOtt. 128. Wi. danken dir, HErr IEsu Christ, daß du fuͤr uns gestorben bist, und hast uns durch dein theu⸗ res. Blut gemacht vor Gott gerecht und gut; 2. Und bitten dich, wahr Mensch und(Ott, durch dein heilig fuͤnf Wunden roth,/ erlos uns vom ewigen Tod, und troͤst uns in der letzten Noth. 3. Behuͤt uns auch vor Suͤnd und Schand, reich uns dein allmaͤchtige Hand, daß wir im Kreuz gedul⸗ dig sein, uns troͤsten einer * Pein; Und schoyfen draus werdst verlassen nicht, son⸗ dern 9u, treulich bei uns ins 6 aß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer. v. Von von der Auterstehung ZEsu Christi. 109 V. Von der Auferstehung IEsu Christi. Mel. Christ lag in To⸗ des Banden. 7 ch GOtt, 129. A mich druͤckt ein schwerer Stein, wer will ihn von mir nehmen? Dir ist bekannt mein Schmerz und Pein und mein geheimes Graͤmen. IEsus lebt, und ich bin todt: äch Vater, das ist meine Noth, und ich kann mich vor Suͤnden nicht finden. 2. Wer waͤlzet diesen Stein von mir, der mich so hart beschweret? Wann oͤfnet sich die Grabes⸗ thuͤr? wann wird mir Trost gewaͤhret? Soll ich aus dem Tode nicht durch⸗ brechen zu dem Himmels⸗ licht? Wer will mich von den Ketten erretten? 3. Betruͤbtes Herz/ ver⸗ Wehe nicht, dein JEsus ist erstanden, der Tod und Hoͤllen⸗Macht zerbricht/ und loͤst die Suͤndenban⸗ den; er wird auch durch seinen Tod dich reißen aus dem Suͤndenkoth und zu des Geistes Leben er⸗ heben. 4. Er ist darum erstan⸗ den heut, daß du moͤgst auferstehen durch seine Kraft zur Seligkeit, und froͤhlich mit ihm gehen durch viel Truͤbsal, Angst und Qual und durch das sinstre Todesthal, un Freud und Wonn erho⸗ ben, dort oben. 5. Dein IEsus läßt dich nicht zuruͤck, weil er ist vorgegangen; er wird zerreißen Band und Strich in welchen du gefangen, und dich aus dem Grabe ziehn ohn alle Sorgen und Bemuͤhn, und nehmen dei⸗ ne Schmerzen vom Herzen. 6. Des HErren Engel sind bei dir, die dich zu IEsu leiten, und auf dem Weg zur Lebensthuͤr mit Flammen fuͤr dich streiten. Suchst du den Gekreuzig⸗ ten? so geh hin mit den Heiligen, wo JEsus ist von Banden erstanden. 7. Er ist nicht in dem Suͤndengrab; nein, wer mit ihm erstanden, und folget seinem Hirtenstab, bei dem ist er vorhanden. Darum pruͤf, o Mensch, dein Herz, thu Buß in wahrer Reu und Schmerz, so ist der Stein gehoben von oben. S8. Flieh aus dem Grab ins Himmelszelt, da ist dein Heil 1 finden; geh aus im Glauben aus der Welt, verlasse, was dahin⸗ ten: so wird JIEsus sich in Eil dir zeigen als das beste Theil, und wirst ihn nach Verlangen umfangen. 9. O IEsu, laß mich auferstehn im Geist, und mit dir leben, bis du mich selig wist erhͤhn und mir 110⁰ Von der Aukerstehung mir die Krone geben, die mir ist nach dieser Zeit be⸗ reit im Reich der Herr⸗ lichkeit. HErr, hör/ und laß mein Flehen geschehen! Laurentius Laurenti. In eigener Mlelodie. 130 Als heilig ist 190½.& der Tag, 1 niemand mit Lob erfuͤlen mag, denn der einig GOttes Sohn, der die Hoͤlle uͤberwand, und den leidigen Teufel dar⸗ mnen band; damit erlöst der HErr die Christenheit, das war Christus selber. Kyrieleis. 15. Jahrh. In eigener Melodie. 1 31 A auf, mein Herz, mit reuden, nimm wahr, was eut geschicht; wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war geiegt da, wo man uns hintraͤgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei; eh ers ver⸗ meint und denket, ist Chri⸗ stus wieder frei, und ruft: Viktoria! schwingt froͤhlich hier und da sein Faͤhnlein, als ein Held, der Feld und Muth behaͤlt. 3. Der Held steht auf dem Grahe, und sieht sich munter uͤm; der Feind liegt und legt abe Gift, Gall und Ungestuͤm; er wirft zu Christi Fuß sein Hoͤllenreich, und muß selbst in des Siegers Band er⸗ geben Fuß und Hand. 4. Das ist mir anzu⸗ schauen ein rechtes Freu⸗ denspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem/ was mir will entnehmen meinen Muth, zusammt dem edlen Gut, so mir durch IEsum Christ aus Lieb erworben ist. 5. Die Hoͤll und ihre Rotten die kruͤmmen mir kein Haar; der Sunden kann ich spotten, bieib all⸗ zeit ohn Gefahr. Der Tod mit seiner Macht wird schlecht bei mir geacht; er bleibt ein todtes Bild/ und waͤr er noch Iür wi 6. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn; sie zuͤrnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn; die Truͤbsal truͤbt mir nicht mein Her und Angesicht, das Ungluͤ ist mein Gluͤck, die Racht 1173 Ich hang und leib ang und blei auch Dangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt es mich auch mit. Er reisset durch den Tod, durch Welt, durch Suͤnd und Noth; er reis⸗ set durch die Hoͤll, ich bin stets sein Gesell. 8. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach/ und darf mich gar nicht kehren an einzig Ungemach. Es tobe, was da kann, mein Haupt nim̃t sich mein an; mein Hei⸗ land JEsu Christi. 111 land ist mein Schild, der alles Toben stillt. 9. Er bringt mich an die Pforten, die in den Him⸗ mel fuͤhrt, daran mit guͤld⸗ nen Worten der Reim ge⸗ lesen wird: Wer dort wird mit verhoͤhnt, wird hier auch mit gekront; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhoͤht. Paul Gerhard. In eigener Melodie. W hrist ist er⸗ 132. C standen von der Marter alle, deß sol⸗ len wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Ky⸗ rieleis. 2. Waͤr er nicht erstan⸗ den, so waͤr die Welt ver⸗ den an seit daß er erstan⸗ en ist, lobn wir den Vater IEsu Christ. Kyrieleis. 3. Hallelujah, Hallelu⸗ jah, Hallelujah. Deß sol⸗ len wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Ky⸗ rieleis. 15. Jahrh. In eigener Melodie. hrist lag in 133. Cœodes Ban. den, fuͤr unser Suͤnd ge⸗ eben: der ist wieder er⸗ anden, und hat uns bracht das Leben; deß wir sollen froͤhlich sein, GOtt lohen und dankbar sein, und sin⸗ gen: Hallelujah. Hallel. 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkinden; das macht alles unser Suͤnd, kein Un⸗ schuld war zu finden. Da⸗ von kam der Tod so bald, und nahm uͤber uns Ge⸗ walt, hielt uns in seinm Reich gefangen. Hallelujah. 3. JEsusChristus, GOt⸗ tes Sohn, an unsrer Statt ist kommen, und hat die Suͤnd abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt, da bleibt nichts denn Tods Gestalt, den Stachel hat er verloren. Hallelujah. 4. Es war ein wunder⸗ lich Krieg, da Tod und Le⸗ ben rungen; das Leben be⸗ hielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkuͤndigt das/ wie ein Tod den andern fraß: ein Spott aus dem Tod ist worden. Hallelujah. 5. Hier ist das recht Osterlamm, davon GOtt hat geboten; das ist an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb gebraten. Deß Blut zeichnet unser Thuͤr, das haͤlt der Glaub dem Tod fuͤr, der Wuͤrger kann uns nicht ruͤhren. Hallelujah. 6. So feiern wir das hoh Fest mit Herzenfreud und Wonne, das uns der HErr scheinen laͤßt; er ist selber die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz er⸗ leucht unsre Herzen ganz; der Suͤnden Nacht ist ver⸗ gangen. Hallelujah. 7. Wir essen und leben wohl in rechten Osterfla⸗ den: der alte Sauerteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Chri⸗ stus will die Koste sein, und speisen die Seel allein: der Von der Aulerstehung der Glaud will keins an⸗ dern leben. Hallelujah. Dr. Martin Luther. Mel. Erschienen ist der — herrlich Tag. 75½ 134. CüPf melein, welchs hat erloͤst sein Schaͤfelein, sing heut, du liebe Christenheit; Lob, Ehr sei GOtt in Ewig⸗ keit. Hallelujah. 2. Das Lamm GOttes mit seinr Unschuld hat uns erworben GOttes Huld, und den Suͤnder zu Gna⸗ den bracht, und zu einm Baueluiah ⸗Erben gmacht. 20 Ujah.— Tod und Leben tra⸗ 15 in Kampf, ein starker Low und ein schwachs Lamm; der Tod meint, er haͤtt schon gesiegt, weil Christ, der HErr, im Grabe liegt. Hallelujah. 4. Aber s waͤhrt nicht ar drei Tag, Christus iegt, der Tod unten lag, und verlor all sein Kraft und Macht, Christus er⸗ stund aus eigner Kraft. Hallelujah. 5. Maria, sag uns ohne Scheu, wer dir am Weg begegnet sei? Es war mein Heiland IEsus Christ, Habebnah. er erstanden ist. 20 lujah. Zween Engel saßen in Led Grab, Phad Lemn ich auch gesehen hab sein Schweißtuͤchlein und die Leinwand, drein Joseph 10 gehuͤllet hat. Hallel. 7. Aber Christus/ mein hoͤchster Trost, ist wahr⸗ haftig vom Tod erlost. Das Grab ist leer, sein Leib ist hin, am Wege er . sEr erschien. Hallel. 8. Er sprach: Maria, Bra schnell hin zu meinen ruͤdern und sag ihn'n, sie solln in Galilaͤañm gehn/ da solln sie mich leibhaftig sehn. Hallelujah. 9. Mariaͤ Zeugniß das ist wahr, GOtt geb, was luͤg der Juden Schaar; wir wissen gwiß, daß IE⸗ sus Christ wahrlich vom Tod erstanden ist. Hallel. 10. IEsu, du wahres Osterlamm, hilf uns siegen im Todeskampf, steh uns bei in der letzten Noth, schuͤtz uns vor dem ewi⸗ gen Tod. Halleluiah. Nikolaus Hermann. In eigener Melodie. 1 35. Erdereheruich der herrlich Tag, dran sich niemand gnug freuen mag; Christ, unser HErr, heut trium⸗ phirt, all sein Feind er behr fuͤhrt. Hallel. Die alte Schlang, de Suͤnd und Tod, die Hoͤll, all Jammer, Angst und Roth hat uͤberwunden IEsus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluiah. 3. Am Sabbath fruͤh mit Specerei kamen zum Grab Marien drei, daß sie salbten Mariaͤ Sohn, der vom Tod war erstan⸗ 904 schon. Hallelujah. Wen 42* ihr r —..——— JEsu Christi. 113 der Engel sprach; Christ ist erstanden, der hie lag. Hie seht ihr die Schweiß⸗ tuͤchelein; geht hin, sagts bald den Juͤngern sein. Halleluiah. 5. Der Juͤnger Furcht und Herzeleid heut wird verkehrt in eitel Freud; sobald sie nur den HErren saͤhn, verschwand ihr Trau⸗ ren, Furcht und Zagn. Hallelujah. 6. Der HErr hielt ein freundlich Gespraͤch mit zweien Juͤngern auf dem im Leib i Freud das Herz im Leib ihn'n brannt, am Brodbrechen er ward er⸗ kannt. Hallelujah. 7. Unser Simson, der treue Held, Christus, den starken Loͤwen faͤllt; der Höͤllen Pforten er hintraͤgt, dem Teufel all sein Gwalt erlegt. Hallelujah. 8. Jonas im Wallsisch war drei Tag, so lang Christus im Grab auch lag; denn laͤnger ihn der Tod kein Stund in seinem Rachn behalten kunnt. Hallelujah. 9. Sein Raub der Tod mußt fahren lan, das Le⸗ ben siegt und gwann ihm an; zerstoͤret ist nun all sein Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Hallel. 10. Heut gehn wir aus Egyptenland, aus Phara⸗ onis Dienst und Band, und das recht Osterlaͤm⸗ melein wir essen heut im Brod und Wein. Hallel. 11. Auch essen wir die suͤßen Brod, die Moses GOttes Volk gebot. Hein 945 wir l soll bei uns sein/ daß wir leben von Suͤn⸗ den rein. Hallelujah. 12. Der schlagend Engl voruͤber geht, kein Erst⸗ geburt er bei uns schlaͤgt; unsre Thuͤrschwelln hat Christi Blut bestrichen, das haͤlt uns in Hut. Hallel. 13. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was be⸗ truͤbet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fuͤrst darnie⸗ derlag. Halleluiah. 14. Drum wir auch bil⸗ lig froͤhlich sein, singen das Hallelujah fein, und loben dich, HErr IEsu Christ, zu Trost du uns erstanden bist. Hallel. Ricol. Hermann. Mel. Heut triumphiret GOttes Sohn. 136 Foadie Gonn * da die Sonn aufgeht, mein Heiland Ehristus aufersteht: Halle⸗ lujah, Hallelujah. Ver⸗ trieben est der Suͤnden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halle⸗ lujah, Hallelujah. 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Noth verschlos⸗ sen gleich, als waͤr ich todt: Hallelujah, Hallelujah; laͤßt du mir frub die Gnaden⸗ sonn aufgehn, nach Trau⸗ ren Freud und Wonn. Halleluiah, Hallelujah. 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang bleiht mein Heiland in Todes Zwang. Hallel. Hallelujah. Den dritten Tag durchs Grab er 11⁴ von der Auterstehung er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Hall. Hallelujah. 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz ge⸗ fangen haͤlt. Hallel. Halle⸗ lujah. Drauf folgt der Sabbath in dem Grab,; darin ich Ruh und Frie⸗ den hab. Hallel. Hallel. 5. In kurzem wach ich froͤhlich auf, mein Oster⸗ tag ist schon im Lauf. Hallel. Hallelujah. Ich wach auf durch des HErren Stimm, veracht den Tod mit sei⸗ nem Grimm. Hall. Hallel. 6. Am Kreuz laͤßt Chri⸗ stus oͤffentlich vor allem Volke toͤdten sich. Hallel. Hallelujah. Da er durchs Todes Kerker bricht, laßt ers die Menschen sehen nicht. Hallel. Hallelujah. 7., Sein Reich ist nicht von bieser Welt, kein groß Gepraͤng ihm hier gefaͤllt. Hallel. Hallelujah. Was schlecht und niedrig geht herein, soll ihm das Aller⸗ liebste sein. Hallel. Hal⸗ lelujab. 8. Hier ist noch nicht ganz kund gemacht, was er gus seinem Grab ge⸗ bracht: Hallel. Hallelujahl: der große Schaß, die reiche Beut, drauf sich ein Christ so herzlich freut. Hallel. Hallelujah. 9. Der juͤngste Tag wirds zeigen an, was er fuͤr Thaten hat gethan; Hallel. Hallelujah: wie er der Schlange Kopf zer⸗ knickt, die Hoͤll zerstoͤrt den Tod erdruͤckt. Hallel' Hallelujah.. 10, Da werd ich Christi Herrlichkeit anschauen ewi voller Freud. Hallel. Hal⸗ lelujah. Ich werde sehn, wie alle Feind zur Hoͤllen⸗ yein gestuͤrzet seind. Hallel. Hallelujah. 11. Der HErr den Tod zu Boden schlaͤgt, da er selbst todt und sich nichts regt. Hallel. Hallelujah. Geht aus dem Grab in Ru Kraft, Tod, Teufel, Hoͤll nichts an ihm schafft. Hallel. Hallelujah. 12. O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht faͤllt? Hallel. Hallelujah. Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er waͤlzt ihn von des Herzens Thuͤr. Hallel. Hallelujah. 13. Kein Kreuz und Truͤbsal ist so tief, mein Heiland thut darein ein Griff. Hall. Hallelujah. Rewer mich heraus mit einer Hand/ wer mich will halten, wird zu Schand. Hallel. Hallelujah. 14. Und daß der HErr erstanden sei, daß ist von allem Zweifel frei. Hallel. Hallelusah. Der Engel selbst bezeugt es klar, das leere Grab machts offen⸗ bar. Hallel. Hallelujah. 15. Lebt Christus, was bin ich betruͤbt? Ich weiß/ daß er mich herzlich liebt. Hallel, Hallelujah. Wenn mir gleich alle Welt stuͤrb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Hallel. Hallel. 16. Er * JEsu Christi. 11⁵ 16. Er naͤhrt, er schuͤtzt, er troͤstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Hallel. Hallelujah. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Hall. Hallel. 17. Durch seiner Aufer⸗ stehung Kraft komm ich zur Engel Bruͤderschaft. Hall. Hall. Durch ihn bin ich mit GoOtt versoͤhnt/ die Feindschaft ist ganz ab⸗ gelehnt. Hallel. Hallelujah. 18. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, GOtt und die Engel lieben mich. Hallel. Hallelujah. Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Trau⸗ rigkeit. Hallel. Hallelujah. 19. Fuͤr diesen Trost, o großer Held, HErr IEsu, dankt dir alle Welt. Hall. Hallel. Dort wollen wir mit groͤßerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Hallel. Hallelujah. Johann Heermann. In bekannter Melodie. 137. H⁰ trium⸗ phiret GOt⸗ tes Sohn, der vom Tod ist erstanden schon: Hallel. Hallelujah: mit großer Macht und Herrlichkeit, deß dankn wir ihm in Ewig⸗ keit. Hallel. Hallelujah. 2. Dem Teufel hat er seine Macht zerstoͤrt, ver⸗ heert mit großer Kraft: Hallel. Hallel.: wie pflegt zu thun ein starker Held, der seinen Feind gewaltig faͤllt. Hallel. Hallelujah. 3. O suͤßer HErre JEsu Christ, der du der Suͤnder Heiland bist: Hall. Hallel.: fuͤhr uns durch dein Barm⸗ herzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Hallel. Hallelujah. 4„. Hier ist doch nichts denn Angst und Noth, wer glaͤubet und haͤlt dein Ge⸗ bot: Hallel. Hallel.: der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein schnoͤden Tod. Hallelujah, Hallelujah. 5. Nun kann mir kein Feind schaden mehr, ob er leich murrt, ist ohn Ge⸗ aͤhr. Hallel. Hallel. Er liegt im Koth, der arge Feind, dagegn wir GOt⸗ tes Kinder seind. Hallel. Hallelujah. 6. Dafuͤr wir dankn dir allzugleich, und sehnen uns ins Himmelreich. Hall. Hallel. Es ist am End, GOtt helf uns alln, so singen wir mit großem Schalln: Hall. Hallelujah. 7. GOtt dem Vater im hoͤchsten Thron, sammt sei⸗ nem eingebornen Sohn: Hallel. Hallel.: dem heil⸗ gen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Hallel. Hallelujah. Basilius Förtsch. In bekannter Melodie x eEsus meine 138. V Zuversicht und mein Heiland ist im Leben: dieses weiß ich, soll ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch fuͤr Gedanken macht? 2. IE⸗ * 116 Von der Auterstehung 2. JEsus, er, mein Hei⸗ land Lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, S wo mein Erloͤser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Laͤsset auch ein Haupf sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todes⸗ bann ewig von ihm tren⸗ nen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden: das ge⸗ steh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, S daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein moͤg allezeit. 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich glaͤube; GOtt wird werden angeschaut dann von mir in diesem Leibe, und in diesem Fleisch werd ich IEsum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, ein Fremder nicht, werd in seiner Liebe bren⸗ nen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 7. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen: irbisch werd ich ausgefaͤt, himmlisch werd ich aufer⸗ stehen; hier geh ich ntuͤr⸗ lich ein, dort da werd ich geistlich sein. erfreut/ Rdlr traͤgt euch⸗ meine Glieder. Gebt nicht tatt der Traurigkeit, sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wann die letzt Trompet erklingt, die guch durch die Graͤber dringt. 9. Lacht der finstern Er⸗ den⸗Kluft, lacht des Todes und der Hoͤllen, denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Luͤf⸗ ten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefuͤgt wollt werden. Schickt das Herze da hin⸗ ein, wo ihr ewig wuͤnscht zu sein. Louise Henriette, Churfurstin v. Brandenburg. In eigener Melodie. 139 Esus Chri⸗ stus, unser Heiland, der den Tod uͤber⸗ wand, ist auferstanden, die Suͤnd hat er gefangen. Kyrie eleison. 2. Der ohn Suͤnden war geborn, trug fuͤr uns GOttes Zorn, hat uns ver⸗ soͤhnet, daß uns GOtt sein Huld goͤnnet. Kyrie eleison. 3. Tod/ Suͤnd/ Leben und Genad, alls in Haͤn⸗ den er hat. Er kann er⸗ retten alle, die zu ihm tre⸗ ten. Kyrie eleison. Dr. Martin Luther. Mlel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 8. Seid getrost und hoch⸗ 140. I ihr SEsu Christi. 117 ihr ausfegt, was sich in euch von Suͤnden und al⸗ tem Sauerteig noch regt/ nichts muß sich deß mehr finden; daß ihr ein neuer Teig moͤgt sein, der un⸗ gesaͤuert sei und rein, ein Teig, der GOtt gefalle. 2. Habt doch darauf genaue Acht, daß ihr euch wohl probieret, wie ihrs vor GOtt in allem macht, und euren Wandel fuͤh⸗ retz ein wenig Sauerteig ar leicht den ganzen Teig wortan durchschleicht, daß er wird ganz durchsaͤuert. 3. Also es mit den Suͤn⸗ den ist: wo eine herrschend bleibet, da bleibt auch was zu jeder Frist zum Boͤsen ferner treibet. Das Oster⸗ lamm im ineuen Bund er⸗ fordert, daß des Herzens Grund ganz rein in al⸗ lem werde. 4. Wer Ostern halten will, der muß dabei nicht unterlassen die bittern Salsen wahrer Buß, er muß das Boͤse hassen, daß Christus, unser Oster⸗ lamm, fuͤr uns geschlacht ans Kreuzes Stamm, ihn durch sein Blut rein mache. 5, Drum laßt uns nicht im Sauerteig der Bosheit Ostern essen; auch nicht in Schalkheit, ob sie gleich uns hat sehr hart besessen; vielmehr laßt uns die Osterzeit im suͤßen Teig der Lauterkeit und Wahr⸗ heit christlich halten. 6. HErr JEsu, Oster⸗ lamm, verleih uns deine Ostergaben, daß wir den Frieden und dabei ein reines Herze haben. Gieb, daß in uns dein heiligs Wort der Suͤnden Sauer⸗ teig hinfort je mehr und mehr ausfege. Lucas Baemeister. Mel. Sollt ich meinem GOtt nicht singen. 141 Laser uns den SErren prei⸗ sen, o ihr Christen uber⸗ all, kommet, daß wir Dank erweisen unserm GOtt mit suͤßem Schall. Es ist frei von Todesbanden Simson, der vom Himmel kam, und der Loͤw aus Juda Stamm, Christus IEsus ist erstanden. Nun ist hin der lange Streit. Freue dich, o Christenheit! 2. Christus selbst hat uͤberwunden des ergrimm⸗ ten Todes Macht; der in Tuͤchern lag gebunden, hat die Schlange umge⸗ bracht. Satans Reich ist ganz verheeret, Christus hat es nach der Ruh aus⸗ getilget, und dazu Belial sein Schloß zerstoͤret, daß wir haben frei Geleit. Freue dich, o Christenheit! 3. Warest du, o Held, gestorben? Warest du ins Grab gelegt? Ei, du blei⸗ best unverdorben; da sich nur die Erd erregt, bist du aus der Erden kommen, hast das Leben und die Macht aus der Gruft herwiederbracht, und des Todes Raub genommen, schenkest uns die Seligkeit. Freue dich, o Christenheit! 4. Tod, wo sind 33. ei⸗ 118 Von der Auterstehung deine Waffen? Hoͤlle, wo ist dein Triumph? Satan konnte gar nichts schaffen, seine Pfeile wurden stumpf; Christus ist sein Gift ge⸗ wesen, ja der Hoͤllen Seüch und Pest; Welt und Suͤn⸗ de liegen fest, und wir Menschen sind genesen nur durch seinen kapfern Streit. Freue dich, o Christenheii! 5. GOtt, der heilet un⸗ sre Plagen, wenn wir nir⸗ gends Huͤlfe sehn; laͤsset uns nach dreien Tagen lebend wieder auferstehn. Darum muß ich dankbar werden, und mein Ehr ist freudenvoll, weil der HErr nicht sehen soll die Verwesung in der Erden, noch der Hoͤllen Einsam⸗ keit. Freue dich, o Chri⸗ stenheit! 6. Er ist aus der Angst gerissen und mit Ehren angethan. Wer ist, der sein Leben wissen, und die Laͤng ausreden kann? Christus ist der Eckstein worden. GOtt, das ist von dir geschehn, wie wir jetzt vor Augen sehn; wir sind gus der Suͤnder Or⸗ den hingerissen durch den Streit. Freue dich, o Christenheit! 7. Hast du schon vom Bach am Wege angenom⸗ men einen Trank, und erlitten tausend Schlaͤge, warest kraͤnker noch als krank: ei, so hast du doch erhoben dein verklaͤrtes Angesicht, stirbest nun und nimmer nicht. Ja wir wer⸗ den ewig lohen dich, HErr IEsu, nach dem Streit. Freue dich, o Cheistenheit! 8. HErr, dies sind die edlen Fruͤchte, die dein Auferstehung giebt, daß wir treten vor Gerichte, eht in deine Gunst ver⸗ iebt. HErr, dies sind die schoͤnen Gaben: Gnad und Leben, Freud und Sieg, Trost und Friede nach dem Krieg; o die sollen kraͤftig laben Leib und Seel in allem Leid. Freue dich, o Christenheit! 9. Weil nach diesem Fried ich duͤrste, wie nach Wasser Tag und Nacht, den du, großer Siegesfuͤrste, aus dem Kammpf hast wiederbracht: ei, so theil jetzt aus die Beute, wie der starke Simson that, als er uͤber⸗ wunden hat. Laß dich ruͤh⸗ men alle Leute, daß geen⸗ digt sei der Streit. Freue dich, o Christenheit! 10. Gieb, HErr JEsu, deine Gnade, daß wir stets mit Reuen sehn, wie so groß sei unser Schade, daß wir dir gleich auferstehn. Brich hervor in unserm Herzen, uͤberwinde Suͤn⸗ de, Tod, Teufel, Welt und Hoͤllennoth, daͤmpf in uns die Angst und Schmerzen, sammt der Seelen Traurigkeit. Freue dich, o Christenheit! 11. Meinen Leib wird man vergraben/ aber gleich⸗ wohl ewig nicht; bald werd ich das Leben haben; wenn das letzte Weltgericht alle Graͤ⸗ Esu Christi. 119 Graber wird entdecken, und der Engel Feldgeschrei zei⸗ gen, was vorhanden sei, dann wird mich mein GOtt aufwecken und beschließen all mein Leid. Freue dich, o Christenheit! 12. Dann so werden meine Glieder, die jetzt Staub und Asche sein, unverweslich leben wie⸗ der, und exlangen solchen Schein, dessen gleichen hier auf Erden nimmermehr zu finden ist. Ja, mein Leib, HErr JEsu Christ, soll dem deinen aͤhnlich werden, voller Pracht und Herr⸗ lichkeit. Freue dich, o Christenheit! Zoh. Rist. Mel. Heut triumphiret SoOttes Sohn. 142 Lebt Christus, 2 was bin ich betruͤbt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Halle⸗ lujah, Halleluiah. Wenn mir gleich alle Welt stuͤrb ab, gnug, daß ich Chri⸗ stum bei mir hab. Hallel. Hallelujah. 2. Mein JIEsus lebt und schuͤtzet mich, darum/ mein Herz, freu allzeit dich. Hallel. Hallelujah. Ob sich erhebt der Boͤsen Rott, sei gutes Muths, nur ihrer spatt. Hallelu⸗ jah, Hallelujah. 3. Lebt doch mein JEsus in der Hoͤh, trotz dem, der mir entgegen steh, Hallel. Hallelujah. Er kann dem Feind begegnen so, daß er der List wird nimmer froh. Hallel. Hallelujah. 4. Ich seh auch nicht, warum ich sollt betruͤben mich, wenn ich auch wollt. Hallel. Hallelujah. Weil IEsus lebt, an den ich glaub, wer ist, der mir das Leben raub? Hallel. Halleluiah. 5. Er macht ja dur sein Auferstehn, daß i zum Himmel kann ein⸗ gehn. Hallel. Halleluiah. Kein Suͤnd, kein Tod im Weg mehr sein, die Straße haͤlt er frei und rein. Hall. Hallelujah. 6. Mein Glaub an IE⸗ sum tilgt die Suͤnd, GOtt liebet mich recht als sein Kind. Hallel. Hallelujah. Ist GOtt versoͤhnt und nun mein Freund, laß toben Welt und alle Feind! Hallel. Halleluiah. . O Tod, vor dir fuͤrcht ich mich nicht, dein Macht die Boͤsen nur anficht. Hall. Hallelujah. Mein Leben, IEsus, dich bezwingt, und mich durch dich zum Him⸗ mel bringt. Hallel. Hallel. 8. Wenn ich Trost, Huͤlf und Gnad begehr, mein IEsu, mir dasselb gewaͤhr. Hall. Hallel. Ich glaub an dich, staͤrk meinen Geist, daß du vom Tod er⸗ standen seist. Hall. Hallel. 9. So werd ich nimmer sein verlorn, so wahr als du ein Mensch geborn. Hallel. Hallelujah. Wer an dich glaubt und zwei⸗ felt nicht, der kommet ja nicht ins Gericht. Hallel. Hallelujah. 10. Ich glaub an dich, mein 12⁰ von der Auterstehung mein JEsu Christ, daß du für mich getodtet bist: Hallel. Hallelujah: und auferstanden mir zu gut, daß du mich haltest stets in. Hut. Hallel. Hallelujah. 11. Wie konnt ich denn verloren sein? Es ist un⸗ möglich, nein, ach nein Hallel. Hallelujah. GOtt Lob, der starke JEsus lebt/ mit ihm lebt, wer im Glau⸗ ben schwebt. Hall. Hallel. 12. Ich leb und werd in Ewigkeit mit JEsu le⸗ ben, o der Freud! Hallel. Hallel. Deß habe Dank, du Lebenshort, hab Dank, o JEsu, hier und dort. Hall. Hallelujah. Z. Casp. Schade. Mel. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden. 143 Mein IEsu, I schöͤnstes Leben, du rechtes Oster⸗ lamm, der du dich hast gegeben fuͤr mich ans Kreuzes Stamm, aus hei⸗ ßer Herzenslieb, aus freiem Geistestrieb, zum Opfer und zur Gab, mein mat⸗ tes Herze lab. 2. O Laͤmmlein ohne Schulden, das laͤßt er⸗ wuͤrgen ssch, und gerne will erdulden die Straf und 7• fuͤr mich; du haͤngest an dem Holz, zu buͤßen meinen Stolz, du stirbest fuͤr die Welt, die doch von dir nichts haͤlt. 3. Hier haͤngt das Heil der Erden, mein Schatz und Braͤutigam; hier will zur Sünde werden ein reines GOtteslamm. Das Leben selber stirbt, nad Segen, Fried erwirbt uns Menschen insgemein: ach laßt uns danebar sein] „. Das Laͤmmlein laͤßt sich braten am hohen Kreu⸗ zesstamm, zu helsen und zu rathen uns von der Hoͤllenflamm; sein schbnes rothes Blut loͤscht aus die heiße Glut, und daͤmpfet GOttes Grimm durch sei⸗ ner Fuͤrbitt Stimm. 5. Doch bleibt nicht immer liegen das Laͤmm⸗ lein in dem Grab: es steht auf und will siegen; nach⸗ dems geleget ab die Schwachheit, nimmt es an ein Loͤwenmuth, da kann es zwingen als ein Held Suͤnd, Teufel, Tod und Welt. 6. Wie soll ich doch genießen dies Laͤmmlein wuͤrdiglich, das sein Blut laͤßt vergießen, ja gar er⸗ würgen sich? Mein Herz erst kosten muß die Sal⸗ sen bittrer Buß, daß Geist und Auge thraͤnt, und sich nach Trost recht sehnt. 7. Ich will dich, JEsu essen und glaͤubig nehmen ein, dabei nicht sein ver⸗ gessen der gusgestandnen ein. Mein Herze, Hand und Mund zu jeder Zeit und Stund soll danken deiner Treu, die alle Mor⸗ gen neu. 8. Der Sauerteig der Suͤnden muß werden aus⸗ gefegt, die Luͤste, so sich finden bei mir, sein ab⸗ gelegt; in suͤßer Lauterkeit will ich nun sein bereit, zu 1 u wandeln hier auf Erd, 10 lang ich leben werd. 9. Geguͤrtet will ich stehen zum Guten und ge⸗ schucht, den Weg des HErrn zu gehen, da man/ was droben, sucht; dein Kreuz soll sein mein Stab, der Erden sag ich ab, zu dir hinweg ich eil, im Himmel ist mein Theil. 10. Wie suͤß, o suͤße schmecket dies Osterlaͤm⸗ melein! sein Kleid die Bloͤße decket, sein Blut macht heil und rein. Sein Fleisch, so schön und zart, hat rechte Zuckerart; im Mund giebts suͤßen Saft, dem Herzen Staͤrk und Kraft. 11. Wein, Honig, Manna laben, und sind die beste Kost; die aber IEsum haben, betheuern gar ge⸗ trost: Nichts suͤßers ist als du, o IEsu, sanfte Ruh! Nichts gehet milder ein, als dies Brod, Fleisch und Wein. 12. Wer steht in schwe⸗ ren Leiden, wen aͤngst der Seelenschmerz, kann in dir, JEsu, weiden sein jammervolles Herz. Wer in sich schwach und matt/ wird durch dich stark und satt. Wer geht gebuͤckt, gedruͤckt, wird in dir wohl erquickt. 13. Drum, Laͤmmlein IEsu, speise mit deinem Fleisch und Blut uns auf der Himmelsreise, und bring uns zu der Hut, wo keinen nicht mehr duͤrst, da du selbst leiten wirst dein Schaͤflein zu IEsu Christi. 12¹ der Quell, die selig, klar und hell; 14. Da GOtt, die Le⸗ benssonne, in, durch und an uns scheint, wo JEsus Freud und Wonne dem einschenkt, der geweint; wo jauchzt, wer hier ge⸗ aͤchzt, wo huͤpft, wer hier gelechzt; der Schaden wird ersetzt, was war verletzt, ergoͤtzt. 15. Da wollen wir dem Lamme, mitten in Vaters Thron, dem Held aus Juda Stamme,/ dem rechten Da⸗ vids⸗Sohn, Preis, Ehre. Lob und Ruhm, Macht, Weisheit und Reichthum, zusammt Victoria bringen Hallelujah. J. C. Schaͤde. Mel. vater unser im Himmelreich. 144 Nan danket ATin: GOtt, ihr Christen all, und jauchzet ihm mit großem Schall, dieweil er seiner Gottheit Macht durch seinen Sohn an Tag gebracht. Triumph. Triumph, schrei alle Welt/ denn JEsus hat den Feind gefaͤllt. 2. Er ist erstanden von dem Tod, der Lebensfuͤrst, der wahre GOtt. Er hat des Teufels Burg zerstoͤrt und GOttes Himmelreich gemehrt. Triumph, ꝛ1c. 3. Er ist erschienen wie ein Blitz, und hat bethoͤrt der Feinde Witz; er hat erwiesen mit der That, was er zuvor verkuͤndigt hat. Triumph, ꝛe. 4. Er hat nun uͤber⸗ 6 wun⸗ 12² Von der Auterstehung wunden gar sein Leiden, Truͤbsal und Gefahr. Sein Haupt traͤgt schon mit gro⸗ hem Glanz den ewig gruͤ⸗ nen Lorbeerkranz. Tri⸗ umph, ꝛc. 1991 5. Die Wunden, die er hier empfing, da er ans Kreuz genagelt hing, die leuchten wie die Morgen⸗ stern und strahlen von ihm weit und fern. Triumph, ꝛe. 6. Er ist nun voller Seligkeit, und herrschet über Ort und Zeit; er lebt voll Freud im Para⸗ deis, und hoͤrt mit Lust sein Lob und Preis. Tri⸗ umph, ꝛc. 7. Drum danket GOtt, ihr Christen all, und jauch⸗ zet ihm mit großem Schall; ihr sollt in ihm auch auf⸗ erstehn, und in die ewge Freud eingehn. Drum schrei Triumph die ganze Welt, denn JEsus hat den Feind gefaͤllt! Johann Angelus. Mel. Triumph, Triumph! er hommt mit Pracht. 145 un hat das heilge GOt⸗ teslamm, dem man am den das Leben nahm, den schoͤnen Sieg an Hoͤll und Tod behauptet, als ein wahrer GOtt. Tri⸗ umph, Triumph, Triumph/ Triumph, Vietoria und ewiges Hallelujah! 2. Sein Fersenstich giebt nicht mehr Blut, ver⸗ schwunden ist der Schlan. gen Muth; ihr Haupt ist nun zerknirschet gar, das bei dem Kreuz so freche war. Triumph, 1ꝛ14. 3. Der Drache hat sich eingehuͤllt, sein Trotz und Freyel ist gestillt; sein Gift macht ihm selbst Angst und Pein, und dringet auf sein Herz hinein. Triumph, ꝛc. 4. Wo ist, o Tod, dein Stachel itzt? Wo habt ihr Teufel euren Witz; Wo ist der Hoͤllen Macht und Sieg? Wer fuͤhret wider uns den Krieg?ꝰ Triumyh, ꝛc. 5. Das Lamm, das der Welt Suͤnde traͤgt, hat eure-Macht in Koth ge⸗ legt; es herrschet kraͤftig dort und hier, und euer Leid waͤhrt fuͤr und fuͤr. Triumph, ꝛc. 6. Ja, liebster Heiland, deine Kraft hat uns nun Fried und Ruh geschafft; Deun matt sind, die uns raͤngen sehr, und gelten fort und fort nichts mehr. Triumph, ꝛc. 7. Was murret ihr, ihr Teufel, noch? was sper⸗ ret sich der Hoͤllen Loch? und duͤrfen GOttes seiner Schaarnoch Marter draͤuen und Gefahr? Triumph, ꝛc. 8. Das Laͤmmlein, das erwuͤrget war, bricht euren Muth und Rachgier gar. Der Loͤw aus Juda steht uns bei, und macht von eurem Garn uns frei. Triumph, ꝛc.— 9. Der Simson bricht der Hoͤllen Thuͤr, der Koͤ⸗ nig David tritt herfuͤr, der Goliath liegt schon ndersch und die Philister ind erschreckt. Triumph,/ ꝛc. 10. Du 1 x 1 Esu Christi. 123 10. Du Heiland, du beherzter Held, hast aller Feinde Muth gefaͤllt, in⸗ dem du aus dem Grab aufstehst, und wiederum zum Leben gehst. Tri⸗ umph, ꝛc. 11. Was wollen wir denn fürchten sehr des Todes Macht, das hoͤllsche Heer? Laß toben, was da will und kann, tritt nur den Kampf frisch mit ihn'n an. Triumph, ꝛc. 12. Ist deine Macht, o Mensch, gleich schwach/ so haͤlt dein Heiland hin⸗ ten nach; durch dessen Kraft wirst du bestehn, und dein Feind muß zu Boden gehn. Triumph/ ꝛc. 13. O Heiland, hilf zu leder Frist, der du vom Tod erstanden bist; tritt her zu uns in aller Noth/ fuͤhr uns ins Leben durch den Tod. Triumph, Tri⸗ umph/ Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Hal⸗ lelmmah! A. 5. Buchholz. Mel. JEsu, meine Hreude. Nun ist auf⸗ 146. N erstanden aus des Todes Banden GOtt⸗ und Menschen⸗ Sohn; JIEsus hat gesie⸗ get, daß nun alles lieget unter seinem Thron. Alle Feind, so viel ihr seind, hat er auf das Haupt ge⸗ schlagen, ja gar Schau getragen. 2. Daß er wollen ster⸗ ben, war, uns zu erwerben Heil und Seligkeit. Nach⸗ dem dies geschehen, duͤr⸗ fen wir nun sehen, daß fuͤr kurze Zeit er zwar sich wahrhaltiolcch in den Tod um unser Leben hab da⸗ hin gegeben. 3. Niemand wird nun finden, daß von unsern Suͤnden noch was uͤbrig sei: weil der wieder kom⸗ men, der sie uͤbernommen; ja, indem er frei, so ist nun, genug zu thun, weil die Zahlung just befunden, Keiner mehr verbunden. 4. Wus will uns nun schaden, weil wir zu Ge⸗ naden sind einmal ge⸗ bracht? Will der Teufel draͤuen, duͤrfen wir nicht scheuen sein verlorne Macht. Hier ist der, vor welchem er augenblicklich muß erbeben, und hinweg sich heben. 5. Hoͤlle, willst du po⸗ chen? Der dich hat zer⸗ brochen, stellt sich lebend dar Weil du nun gelassen und nicht mochtest fassen den, der Buͤrge war: so hast du fuͤr immerzu dei⸗ nes Rechtes dich begeben wider unser Leben. 6. Laß die Zaͤhne blecken und die Haͤnd ausstrecken wider uns den Tod; denn sein Pfeil und Bogen fin⸗ den sich betrogen, es hat keine Noth. Ob er trifft, ists drum kein Gift, son⸗ dern muß mit seinen Pfei⸗ len er vielmehr uns heilen. 7. Darum mir nicht grauet, wenn mein Geist anschauet, daß noch in das Grab meine muͤden Glie⸗ 0* der nach diesem Krieg durch 1²2⁴ Von der Auterstehung der werde legen nieder, weil alte Schlang, da Chrisius ich dieses hab, daß mein mit ihr kaͤmpfte; mit List Hort mir diesen Ort selbst und Macht sie auf ihn mit seinem Leibe weihe, drang, jedennoch er sie daß ich ihn nicht scheue. 8. So sind all wir Chri⸗ sten dir und deinen Lusten 1odt, o Eitelkeit. Wie wir uns nun haben lassen mit ovegraben hier in dieser Zeit, so wird er, der große HErr, uns hervor auch mit sich fuͤhren, und mit Kronen zieren. 9. Denn dies sicher stehet: weil das Haupt nun gehet aus dem Grab heraus, muͤssen auch die Glieder sonder Zweifel wieder aus dem Todtenhaus, wenn jetzund die liebe Stund ihnen wieder giebt das Leben, zu ihm sich begeben. 10. O der großen Freu⸗ de! Wer wollt nun das Kleide dieser Sterblichkeit nicht getrost ablegen? weil ja doch hingegen nach so kurzer Zeit JEsus Christ bereitet ist, ihn zu kleiden mit der Sonne in der Himmelswonne. Pyhil. Jakob Spener. mel. Allein GOtt in der Höh sei Ehr. 147. O . ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hoͤlle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? GOtt sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat JEsum Christ gegeben. 2 Wie Hrandte sich die aampfte; ob sie ihn in die se dor sticht, so sieget ie doch darum nicht/ der Kopf ist ihr zertreten. Lebendig Christus kommt herfuͤr, die Feind nimmt er gefangen; zer⸗ bricht der Hoͤllen Schloß und Thuͤr, traͤgt weg den Raub mit Prangen. Vichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf: alls liegt da uͤberwunden. 4. Des Todes Gift, der Hoͤllen Pest ist unser Heiland worden; wenn Satan auch noch ungern laßt von Wuͤthen und von Morden, und da er sonst nichts schaffen kann, nur Tag und Nacht uns klaget an: so ist er doch verworfen. 5. Des HErren Rechte die behaͤlt den Sieg und ist erhoͤhet; des HErren Rechte maͤchtig faͤllt, was ihr entgegen stehet. Tod, Teufel, Hoͤll und alle Feind durch Christi Sieg gedaͤmpfet seind, ihr Zorn ist kraftlos worden. 6. Es war getoͤdtet JIE⸗ sus Christ, und sieh/ er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Chri⸗ sti Worten glaͤubt, im Tod und Grabe der nicht hleibt, er lebt, ob er gleich stirbet. ö 7. Wer taͤglich hier durch wah⸗ 7 1* JEsu Christi. wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht angehet; genom⸗ men ist dem Tod die Macht, Unschuld und Le⸗ ben wiederbracht und un⸗ vergaͤnglich Wesen. as ist die reiche Osterbeut, der wir theil⸗ haftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtig⸗ eit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird aͤhnlich dort Christi verklaͤrtem Leibe. 9. Der alte Drach mit seiner Rott hingegen wird zu Schanden, erlegt ist er mit Schimpf und Spott, da Christus ist erstanden. Des Hauptes Sieg der Glieder ist; drum kann mit aller Macht und List uns Satan nicht mehr schaden. 10. O Tod, wo ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hoͤlle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? GOtt sei gedankt, der uns den Sieg, so herrlich hat in diesem Krieg durch JE⸗ sum Christ gegeben. Justus Gesenius. Mlel. Uun freut euch, lieben Christen gmein. 1 48 Sei froͤhlich — alles weit und breit, was vormals war verloren, weil heut der HErr der Herrlichkeit, den GOtt selbst auserkoren sen Suͤndenbuͤßer, der ein Blut am Kreuz ver⸗ gossen uns zu gut, vom Tod ist auferstanden. 2. Wie schoͤn hast du durch deine Macht, du wilder Feind des Lebens, den Lebensfuͤrsten umge⸗ bracht; dein Stachel ist vergebens durch ihn ge⸗ schoͤssen, schnoͤder Feind, du haͤttest wahrlich wohl gemeint, er wuͤrd im Staube bleiben. 3. Nein/ nein/ er traͤgt sein Haupt empor, ist maͤchtig durchgedrungen durch deine Bande, durch dein Thor, ja hat im Sieg verschlungen dich selbst, daß, wer an ihn nur glaͤubt/ von dir jetzt ein Ge⸗ spoͤtte treibt, und spricht: Wo ist dein Stachel? 4. Denn deine Macht die ist dahin, und keinen Schaden bringet dem, der sich stets mit Herz und Sinn zu diesem Fuͤrsten schwin. get/ der froͤhlich spricht: Ich leb, und ihr sollt mit mir leben fuͤr und fuͤr, weil ich es euch erworben. 5. Der Tod hat keine Kraft nicht mehr, wir duͤr⸗ fen ihn nicht scheuen. Ich bin sein Siegsfuͤrst und sein Herr, deß sollt ihr euch erfreuen; dazu so bin ich euer Haupt, drum wer⸗ det ihr, wenn ihr mir glaubt, als Glieder mit mir leben. 6. Der Hoͤllen Sieg der ist auch mein, ich habe sie zerstoͤret; es darf nicht fuͤrchten ihre Pein, wer mich und mein Wort hoͤ⸗ ret. Und weil des Teufels Macht 126 Von der Auserstehung Macht und List gedaͤmpft, sein Kopf zertreten ist, mag es ihm auch nicht schaden. Nun, Gott sei Dank, der uns den Sieg durch JEsum hat gegeben, und uns den Frieden fuͤr den Krieg, und fuͤr den Tod das Leben erworben, der die Suͤnd und Tod, Welt, Teufel, Hoͤll und was in Noth uns stuͤrzet, uͤberwunden! P. Gerhard. Mel. Erschienen ist der berrlich Tag. 1 49 o bald des 2 großen Sab⸗ baths Nacht den Tag ver⸗ treibt und dunkel macht, da kaufen der Marien drei, den HErrn zu salben Spe⸗ cerei. Hallelujah. 2. Sie richten alles flei⸗ hig zu, und warten, bis aus ihrer Ruh aufs Him⸗ melsfeld die Morgenroͤth in ihrem guͤldnen Schmucke geht. Hallelujah. 3. Als sie nun auf dem Wege sind, bald sich ein neuer Kummer findt; ach, sprechen sie, ein großer Schmerz durchdringet un⸗ ser traurig Herz. Hallel. 4. Wer oͤffnet uns des Grabes Thuͤr? Kein Juͤn⸗ ger macht sich ietzt herfuͤr; uns Armen wirds unmoͤg⸗ lich sein, zu waͤlzen ab den schweren Stein. Hallel. 5. Indem sie schauen auf das Grab, da ist der lel Stein gewaͤlzet ab; GOtt kade fur Angst und großes eid uchken. Trost und Froͤhlichkeit. Hallelujah. 6. Sie gehn hinein. Da sehn sie bald, wie daß ein Juͤngling wohlgestalt zur Rechten sitzt, und traͤgt ein Kleid weiß wie der Schnee in Winterszeit. Hallelujah. 7. Sie sind bestuͤrzt, daß keine kann vor Furcht die andre reden an; der Engel tröͤstet sie und syricht: Ihr lieben Frauen, fuͤrcht euch nicht. Hallelujah. 8. Ihr sucht den HErrn von Razareth, der JEsus heißt; hier ist die Staͤtt, hier ist das Raͤumlein, da man ihn aus Liebe hat ge⸗ leget hin. Hallelujah. 9. Am Kreuze litt er zwar den Tod, jetzt aber lebt er, frei von Noth; er ist erstanden als ein Mann, der auch den Tod selbst toͤdten kann. Hallelujah. 10. Hier bei den Todten werdet ihr ihn sinden nicht, das glaubet mir. Geht hin und machts den Juͤngern kund und Petro, dem sein Herz ist wund. Hallelujah. 11. Heißt sie in Gali⸗ laͤmm gehn, daselbst wird er vor ihnen stehn; sie wer⸗ den sehn sein Angesicht: was er zusagt, das fehlet nicht. Hallelujah. 12. Sie gehn heraus und eilen fort; ihr Mund vor Zittern redt kein Wort; die bloͤden Herzen sind er⸗ schreckt, mit Furcht und Angst ganz uͤberdeckt. Hal⸗ elujah. 3—7 13. Wir aber halten diese Post fuͤr unsers Herzens reud und Lust, und dan⸗ en dir, HErr JEsu Lnh 0 IEsu Christi. daß du heut auferstanden bist. Hallelujah. 14. Der Teufel wuͤthe, wie er will: wer fragt nach ihm? er hat sein Ziel; dar⸗ uͤber darf er schreiten nicht, wuͤrd er auch toll, er ist gericht. Hallelujah. 15. Des Todes Stachel ist entzwei, er thut nichts, das mir schaͤdlich sei; sterb ich, so sterb ich dir allein, die Seele muß bald bei dir sein. Hallelujah. 16. Der Leib, der in dem Grabe liegt, schlaͤft sanft, als waͤr er eingewiegt; ich weiß, daß du ihn, als ein Fuͤrst des Lebens, aufer⸗ wecken wirst. Hallelujah. Johann Heermann. Er schienen ist der herrlich Tag. 1 50 riumph, Tri⸗ * umph! es kommt mit Pracht der Siegesfuͤrst heut aus der Schlacht; wer seines Rei⸗ ches Unterthan, schau heute sein Triumphfest an. Hall. 2. Vor Freuden Thal und Wald erklingt, die Erde schoͤnes Blumwerk bringt; der Zierath, die Tapezerei zeigt, daß ihr Schoͤnfer Sieger sei. Hall. 3. Die Sonne sich aufs schoͤnste schmuͤckt, und wie⸗ der durch das Blaue blickt/ die vor pechschwarz im Trauerkleid beschaut den Blut⸗ und Dodesstreit. Mel. Hallelujah. 4. Das stille Lammijetzt nicht mehr schweigt, sich muthig als ein Loͤw er⸗ han kein harter Fels ihn haͤlt und zwingt, Grab/ Siegel, Riegel vor ihm springt. Hallelujah. 5. Der andre Adam heut erwacht nach seiner har⸗ ten Todesnacht, aus sei⸗ nen Seiten er erbaut uns sein erloͤste theure Braut. Hallelujah. 6. Wie Aarons Ruthe schöͤn ausschlug, am Mor⸗ gen bluͤht und Mandeln trug: so traͤget Frucht der Seligkeit des Hohenprie⸗ sters Leichnam heut. Hal⸗ lelujah. 7. Nun ist die Heilig⸗ keit erkaͤmpft, der Suͤnden Pest und Gift gedaͤmpft; der schweren Handschrift Fluch und Bann vertritt hier mein Erloͤsersmann. Hallelujah. 8. Du liebe Seel bist ausgebuͤrgt, der hoͤllische Tyrann erwuͤrgt; sein Raubschloß und geschwor⸗ ne Rott ist ganz verheert, der Tod ein Spott. Hall. 9. Hier liegt der stolze Belial, die Hoͤllenbuͤrger allzumal sind sammt der Schwefelburg zerstoͤrt kein Feind sich wieder uns em⸗ poͤrt. Hallelujah. 10. HErr IEsu, wab⸗ rer Siegesfuͤrst, wir glau⸗ ben, daß du schenken wirst uns deinen Frieden, den du bracht mit aus dem Grab und aus der Schlacht. Hallelujah. 11. Triumph, Triumph!! dich ehren wir, und wollen mit dir kaͤmpfen hier, daß wir als* ort 128 Von der Auterstehung JEsu Christi. dort dir folgen durch die Siegespfort. Hallelujah. Benjamin Prätorius. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 151. Wun ga mein Herz,/ die Nacht ist hin, die Sonn ist uen Geit u ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu umfangen, der heute durch des Todes Thuͤr gebrochen aus dem Grab herfuͤr, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Suͤnden auf, und such ein neues Leben; vollfuͤhre deinen Glaubenslauf, und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein JE⸗ sus ist, und such was dro⸗ ben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergesse, was dahin⸗ ten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu JEsu sei erhoben. Tritt unter dich die bose Welt, und strebe nach des Him⸗ mels Zelt, wo IEsus ist zu finden. 4. Quaͤlt dich ein schwe⸗ rer Sorgenstein, dein JE⸗ sus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne le⸗ hen: wirf dein Anliegen auf den HErrn, und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die fruͤh dahin gus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe: so wirst du sehn, daß IEsus Christ vom Tod heut auferstan⸗ den ist, und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Loͤd aus Juda Stamm heut sieg⸗ reich uͤberwunden, und das erwuͤrgte GOtteslamm hat, uns zum Heil, erfun⸗ den das Leben und Gerech⸗ tigkeit, weil er, nach uͤber⸗ wundnem Streit, die Fein⸗ de Schau getragen. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil IEsus uͤberwunden; er wird auch uͤberwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst, und in ein neues Leben gehst, und GOtt im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt, noch Tod, noch gar der Hoöllen Rachen; denn IEsus lebt, es hat kein oth, er ist noch bei den Schwachen und den Ge⸗ ringen in der Welt, als ein gekroͤnter Sieges⸗Held, drum wirst du uͤberwinden. 9. Ach mein HErr IJE⸗ su, der du bist von Tod⸗ ten auferstanden, errett aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusam⸗ men insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen GOt⸗ teskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die uͤber⸗ wunden durch dein Blut. HErr Von der Himmelkahrt Christi. 129 Err IEsu, gieb uns raft und Muth, daß wir auch uͤberwinden. Laurentius Laurenti. Erschienen ist der herrlich Tag. ir danken 15 2. dir, HErr Esu Christ, daß du vom od erstanden bist, und hast dem Tod zerstoͤrt sein Macht, und uns das Le⸗ ben wiederbracht. Mel. Hallel. 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Missethat, und hilf uns durch die Guͤte dein, daß wir dein treue Diener sein. Hallelujah. 3. GOtt dem Vater im hoͤchsten Thron, sammt sei⸗ nem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in glei⸗ cher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis! Hallel. Caspor Fuger. M. Von der Himmelfahrt Christi. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. ch wunder⸗ 153. Acoher Sie⸗ gesheld, du Suͤndentraͤger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten deines Vaters Kraft, der Feinde Schaar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; maͤchtig, praͤchtig triumphirest, jubilirest, Tod und Leben, dir ist alles un⸗ tergeben. 2. Dir dienen alle Cheru⸗ bim, viel tausend hohe Se⸗ raphim dich großen Siegs⸗ mann loben; weil du den Segen wiederbracht, mit Majestaͤt und großer Macht. zur Glori bist erhoben; singet, klinget/ ruͤhmt und ehret den, so faͤhret auf gen Himmel mit Posaunen und Getuͤmmel. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben, Heil, Fried und Freude, Staͤrk und Kraft, Erquik⸗ kung, Labsal, Herzenssaft wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Ge⸗ muͤthe, mein Gebluͤte, daß es preise, dir als Siegs⸗ herrn Ehr erweise. 4. Zeuch/ JEsu/ uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir forthin fuͤr und fuͤr nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel sein, wo Zucht und Demuth geht herein, all Ueppigkeit verachten. Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergruͤnden, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, IEsu, unser Schutz und Schatz, sei un⸗ ser Ruhm und fester Platz/ darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was dro⸗ ben ist; auf Erden wob⸗ 6⁴ net 130 Pon der Himmelkahrt Christi. net Trug und List, es ist auf allen Straßen Luͤgen, Truͤgen, Angst und Pla⸗ gen, die da nagen, die da quaͤlen stuͤndlich arme Chri⸗ stenseelen. 6. HErr IEsu, komm/ du Gnadenthron, du Sie⸗ gesfuͤrst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o JEsu, durch dein theures Blut ins Heiligthum gegangen. Komm schier, Oll mir; dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröͤh⸗ lich klopfen in die Haͤnde. Ernst Christoph Homburg. Mel. Nun Hen. euch, lieben Christen gmein. 154 Ar Christi 2t Himmel⸗ fahrt allein ich meine Nach⸗ fahrt gruͤnde, und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets uͤberwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder JEsus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen him⸗ melan und große Gab em⸗ pfangen, mein Herz guch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh erlangen; denn wo mein Schatz ge⸗ kommen hin, da ist guch stets mein Herz und Sinn: nach ihm mich sehr ver⸗ langet. 3. Ach HErr, laß diese. Gnade mich von deiner Auffahrt spuͤren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zie⸗ ren, und dann einmal, wenn dirs Sen au mit Freuden scheiden aus der Welt. HErr, hoͤre dies mein Flehen. Josua Wegelin. Mel. Uun 3 euch, lieben Christen gmein. 1 5 5 A˖f diesen 3 Tag be⸗ denken wir, daß Christ en Himmel gfahren, und anken GOtt aus hoͤchster Bgier, mit Bitt, er woll bewahren uns arme Suͤn⸗ so der hier auf Erd, die wir von wegen mancher Gfaͤhrd ohn Hoffnung han kein Troste. 2. Drum sei GOtt Lob, der Weg ist gmacht, uns steht der Himmel offen. Christus schleußt auf mit großer Pracht, vorhin wars alls verschlossen. Wers glaubt, deß Herz ist Freu⸗ den voll; dabei er sich doch ruͤsten soll, dem HErren nachzufolgen. 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ists nicht Ernst zum HEr⸗ ren: denn er wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts, soll der sein recht, so wird auch gwiß das Leben schlecht zu GOtt in Himmel grichtet. 4. Solch Himmelfahrt faͤht in uns an, wenn wir den Vater finden, und fliehen stets der Welt ihr Bahn, thun uns ie Got⸗ tes Kindern: die sehn hin⸗ auf, und GOtt herab, an Von der Himmeltahrt Christi. 131 an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zusammen kommen. 5. Dann wird der Tag erst Freuden reich, wenn uns GOtt zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir denn jetzt bekennen; da wird sich finden Freud und Muth zu ewger Zeit beim hoͤchsten Gut. GOtt woll, daß wirs erleben. 6. Ehr sei dem HEr⸗ ren JEsu Christ, der fuͤr uns ist gestorben, und wie⸗ der auferstanden ist, des Vaters Huld erworben, daß wir nun nicht in Adams ferb umkommen, und nicht erben all, sondern das Leben erben. V. 1— 5 Johann Zwick. In eigener Mlelodie. * hrist fuhr 156. en Him⸗ mel. Was sandt er uns hernieder? Den Troͤster, den heilgen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Kyrieleis. 2. Hallelujah, Hallelu⸗ jah. Hallelujah! Deß solln wir alle froh sein, Chri⸗ stus will unser Trost sein. Kyrieleis. 15. Jahrh. Mlel. Uun freut euch, lieben Christen gmein 157 D. faͤhrst gen 2 Himmel, JEsu Christ, die Staͤtt mir zu bereiten, auf daß ich bleibe, wo du bist, zu ewiglichen Zeiten. Du faͤhrst, mein Heiland, in die Hoͤh, auf daß ich in die Hoͤh auch geh: dies kann mich recht ergötzen. 2. Du faͤhrst, mein JEsu, wolkenan, und dringst durch alle Himmel, damit ich dir nachfolgen kann aus diesem Weltgetuͤmmel. Du bist, mein JIEsu, aus dem Leid gegangen in die hoͤchste Freud, daß stete Freud mich labe. 3. Wo IEsus ist, da komm ich hin; bei IEsu will ich bleiben. Drum steht zu JEsu stets mein Sinn,/ nichts soll mich von ihm treiben. Ob ich schon duld hier manche Noth, so werd ich doch nach mei⸗ nem Tod bei IEsu recht erquicket. 4. So 7 nicht, du meine Seel, laß nur den Kummer fahren, und dich nicht allzu schmerzlich quaͤl, ich werd nach kurzen Jah⸗ ren gelangen aus dem Jammerthal hin in den schoͤnen Himmelssaal, da IEsus mich wird troͤsten. Gottfried Händel. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 158 Di Lebens⸗ 228— fuͤrst, HErr IEsu Christ, der du bist dardein Vate gen Himmel, da dein Vater ist und die Gemein der Frommen, wie soll ich deinen großen Sieg, den du uns durch den schweren Krieg er⸗ worben hast, recht preisen/ und dir gnug Ehr erweisen? 2. Du hast die Hoͤll und Suͤn⸗ 132 Von der Himmelkahrt Christi- Suͤndennoth ganz ritter⸗ lich bezwungen; du hast den Teufel, Welt und Tod durch deinen Tod verdrungen; du hast ge⸗ sieget weit und breit: wie soll ich solche Herrlichkeit, o Err, in diesem Leben gnug wuͤrdiglich erheben? 3 Du hast dich zu der rechten Hand des Vaters hingesetzet, der alles dir hat zugewandt, nachdem du unverletzet die starken Feind hast umgebracht/ Triumph und Sieg dar⸗ aus gemacht, und sie auf deinem Wagen ganz herr⸗ lich Schau getragen. 4. RNun lieget alles un⸗ ter dir, dich selbst nur ausgenommen; die Engel muͤssen fuͤr und fuͤr dir aufzuwarten kommen; die Fuͤrsten stehn auch auf der Bahn, und sind dir willig unterthan; Luft, Wasser, Feur und Erden muß dir zu Dienste werden. 5. Du starker Herrscher faͤhrest auf mit Jauchzen und Lobsagen, und gleich mit dir in vollem Lauf auch mehr denn tausend Wagen; du faͤhrest auf mit Lobge⸗ sang, es schallet der Po⸗ saunen Klang; mein GOtt/ vor allen Dingen will ich dir auch lobsingen 6. Du bist gefahren in die Hoͤh, hinfuͤhrend die gefangen, so uns mit hraͤnen, Ach und Weh enetzet oft die Wangen; rum preisen wir mit suͤ⸗ sem Schall/o starker GOtt/ dich uͤberall, wir, die wir so viel Gaben von dir em pfangen haben. 7. Du hast durch deine Himmelfahrt die Straßen uns bereitet; du hast den Weg uns offenbart, der uns zum Vater leitet; und weil denn du, HErr JEsu Christ, nun stets in deiner Wonne bist, so werden ja die Frommen dahin auch zu dir kommen. S. Ist: unser Haupt im Himmelreich, als die Apo⸗ stel schreiben, so werden wir, den Engeln gleich/ ja nicht heraußen bleiben; du wirst uns deine Glieder⸗ lein mein GOtt, nicht las⸗ sen von dir sein, die ihnen fest vertrauen, dein Herr⸗ lich keit zu schauen. 9. Hilf, daß wir suchen unsern Schatz nicht hier in diesem Leben, besondern dort, wo du den Platz wirst GOttes Kindern geben. Ach laß uns streben fest und wohl nach dem, was kuͤnftig werden soll; so koͤnnen wir ergruͤnden, wo dein Gezelt zu finden. 10. Zieh uns dir nach 0 laufen wir, gieb uns es Glaubens Fluͤgel. Hilf, daß wir fliehen weit von hier auf Israelis Huͤ⸗ 1 Mein GOtt, wann ahr ich doch dahin, da ich ohn Ende froͤhlich bin; wann werd ich vor dir ste⸗ hen/ dein Angesicht zu sehen? 11. Wann soll ich hin ins Paradies, zu dir, HErr Esu kommen? Wann kost ich doch das Engel⸗ suͤß? Wann werd ich auf⸗ ge⸗ Von der Himmelkahrt Christi. 133 lndWom Mein Hei⸗ and, komm und nimm mich an, auf daß ich froͤh⸗ lich jauchzen kann und klopfen in die Haͤnde Hal⸗ lelujah ohn Ende! Z. Rist. Mel. Ach alles, was Himmel und Erden umschließet. Trohlocket mit 159. Fedauben, ihr Voölker, nun alle, und jauch⸗ zet dem Hoͤchsten mit fröh⸗ lichem Schalle: denn GOtt der Allerhoͤchst ist schrecklich dort oben, ein Koͤnig sehr hoch auf der Erden erhoben. 2. Der nunmehr die Voͤlker wird unter uns zwingen, die Leut unter unsere Fuͤße nun bringen; denn er uns ein Erbtheil erwaͤhlet und giebet, die Herrlichkeit Jakobs, den er hat geliebet. 3. Frohlocket, mit jauch⸗ endem Schall GOtt auf⸗ fahret, der HErre mit hellen Posaunen beehret. Lobsinget GOtt, singet, lobsinget, lobsinget, lob⸗ singet, Lob unserem Koͤ⸗ nige bringet. 4. Denn GOtt ist ein Koͤ⸗ nig guf diesem Erdboden/ lobsinget ihm alles, was holet den Odem. Ein Koͤnig ist GOtt der HErr uͤber die Heiden; er sitzet auf seinem Stuhl, selbe zu weiden. 5. Die Fuͤrsten der Voͤl⸗ ker find alle gezaͤhlet zu ei⸗ nem Volk Abrahams, das GOtt erwaͤhlet; denn GoOtt ist fehr hoch bei den Schilden auf Erden, und wird noch viel hoͤher und herrlicher werden. Joh. Rist. In eigener Mlelodie. 160 en Himmel 399. aufgefah⸗ ren ist, Hallelujah; der Koͤnig der Ehren IEsus Christ. Halleluiah! 2. Er sitzt zur rechten GOttes Hand, Hallelu⸗ jah! herrscht uͤber Himml und alle Land. Hallelujah! 3. Nun ist erfuͤllt, was gschrieben ist, Hallelujah! in Psalmen von dem HEr⸗ ren Christ. Hallelujah! 4. Nun sitzt beim HEr⸗ ren Davids Herr, Halle⸗ lujah! wie zu ihm hat ge⸗ sagt der HErr. Halleluiah! 5. Drum jauchzen wir mit großem Schalln, Hal⸗ lelujah! dem HErren Christ zum Wohlgefalln. Hallel. 6. Wir lobn die heil'g Dreifaltigkeit, Hallelujah! GOtt Vater, Sohn und heilgen Geist. Hallelujah! Melchior Franck. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 16 1 Ott faͤhret +.* auf gen Himmel mit frohem Ju⸗ belschall, mit praͤchtigem Getuͤmmel und mit Po⸗ saunenhall. Lobsingt, lob⸗ singet GOtt, lobsingt/ lob⸗ singt mit Freuden dem Koͤnige der Heiden, dem HErren Zebaoth. 2. Der HErr wird auf⸗ genommen, der ganze Him⸗ mel lacht; um ihn gehn al⸗ 134 Von der Himmeltahrt Christi. alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen IEsum ein die lauten Che⸗ rubinen; den hellen Sera⸗ phinen muß er willkom⸗ men sein. 3. Wir wissen nun die Stiege, die unser Haupt erhoͤht; wir wissen zur Ge⸗ nuͤge, wie man zum Him⸗ mel geht. Der Heiland geht voran, will uns nicht nach sich lassen, er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der HErre macht uns Platz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf; wo JE⸗ sus hingegangen, dahin sei das Verlangen, dahin sei euer Lauf. 5. Laßt uns zum Him⸗ mel Er iaht mit herzlicher Begier; laßt uns zugleich auch singen: Dich, JEsu/ suchen wir, dich, o du GOttes Sohn, dich, Weg, dich, wahres Leben, dem alle Macht gegeben, dich/ unsers Hauptes Kron. 6. Ade mit deinen Schaͤz⸗ zen, du trugesvolle Welt; dein Koth kann nicht er⸗ goͤtzen. Weißt du, was uns gefaͤllt? Der HErr ist unser Preis, der HErr ist unsre Freude und koͤst⸗ liches Geschmeide, zu ihm gilt unsre Reis. 7. Wann soll es doch geschehen? Wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? Du Tag/ wann wirst du sein, daß wir den Heiland gruͤßen, daß wir den Heiland kuͤssen? Komm, stelle dich doch ein. Gottfr. Wilh. Sacer. Mel. Sollt es gleich bis⸗ weilen scheinen. 162 Ha meiner Warmen See⸗ le, Troͤster in der Trauer⸗ hoͤhle, ach wie ists so gro⸗ ße Pein, lang und ferne von dir sein. ö 2. Schau, ich zaͤhle Tag und Stunden, bis ich selig werd entbunden; ach wann endt sich meine Pein, daß ich ohne dich muß sein! 3. Schneid den Lebens⸗ faden abe, bring mich heute noch zu Grabe; denn es macht mir doch nur Pein/ wenn ich nicht bei dir soll sein. 4. Laß mich alle Lust genießen, laß mich alle Kuͤnste wissen: wenn ich nicht bei dir soll sein, so gebiert es mir nur Pein. 5. Laß mich alle Welt verehren, musieirn mit tau⸗ send Choͤren: alles, alles wird mir Pein ohne dich, mein IEsu, sein. 6. Laß hergegen mich zer⸗ reißen, und von Schlangen mich erbeißen: wenn ich nur bei dir soll sein, so duͤnkt michs doch keine Pein. 7. Ach wer hilft mir doch erwerben, daß ich schleunig moͤge sterben, daß sich ende meine Pein, die ich hab, bei GOtt zu sein? . Helfer meiner armen Seele, Troͤster in der Trau⸗ Von der Himmelkahrt Christi. 13⁵ Trauerhoͤhle, JEsu, JE⸗ su, du allein mußt nur meine Huͤlfe sein. Johann Angelus. Uun danket alle GOtt. Mel. 163. J GWetzund be⸗ Itrachten wir/ daß Christus aufgefahren/ mit Bitt, o hoͤchster GOtt, du wollest uns bewahren/ weil wir noch unten stehn in dieser argen Welt, da uns im Tiefen nichts als Sund und Noth befaͤllt. 2. Doch ist der Weg ge⸗ bahnt, der Himmel steht uns offen; nun koͤnnen wir von GOtt den rechten Einfluß hoffen. Wer die⸗ sen Zugang kennt, deß Herz ist Freuden voll; denn er schaut Christo nach/ wie er ihm folgen soll. 3. Wer diesen Weg nicht sucht, dem ists nicht Ernst zum HErren, der doch vor Fleisch und Blut den Himmel wird versper⸗ ren. Am Glauben liegts allein: ist der im Herzen recht, so kommt die Huͤlf herab, und wird das Fleisch geschwaͤcht. 4. Dies ist die Fahrt fuͤr uns, den Vater bald zu fin⸗ den, die Bahn der Welt zu fliehn und 50 entgehn den Suͤnden. Faͤhrt nun die Seel hinauf, so faͤhrt der HErr herab, und wo der Vater wobnt, gehts nie ohn Segen ab. 5. O HErr, bleib stets geneigt, uns freundlich aufzunehmen, wenn wir durch Christum uns zur Himmelfahrt bequemen. Zeuch uns zu dir hinauf, bis wir mit reinem Muth mit dir vereinigt sein, als unserm hoͤchsten Gut. Christian Knorr v. Rosenroth. In eigener Klelodie. 1 6 4. un freut euch, GOt⸗ tes Kinder all, der HErr faͤhrt auf mit großem Schall; lobsinget ihm, lob⸗ singet ihm/ lobsinget ihm mit lauter Stimm. 2. Die Engel und all Him̃elsheer erzeigen Christo gottlich Ehr/ und jauchzen ihm mit frohem Schall, das 109 die lieben Engel all. Daß unser Heiland JEius Christ, wahr GOttes Sohn, Mensch worden ist; deß freuen sich die Engel sehr, und goͤn⸗ nen uns gern solche Ehr. 4. Der HErr hat uns die Staͤtt bereit, da wir solln bleibn in Ewigkeit; lobsinget ihm, lobsinget ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm. 5. Wir sind Erben im Himmelreich, wir sind den lieben Engeln gleich. Das sehn die lieben Engel gern/ und danken mit uns GOtt dem HErrn. 6. Es hat mit uns nun nimmer Noth; der Satan, Suͤnd und ewger Tod all⸗ sammt zu Schanden wor⸗ den sind durch GOttes und Marien Kind. 7. Deu heilgen Geist sendt er herab, auf daß er un⸗ 136 Pon der Himmelkahrt Christi. unser Herz erlab, und trost uns durch das goͤttlich Wort, und uns behuͤt vors Teufels Mord. 8. Also baut er die Chri⸗ stenheit ur ewgen Freud und Seligkeit; allein der Glaub an JEsum Christ die recht Erkenntniß GOt⸗ tes ist. 9. Der heilge Geist den Glauben staͤrkt, Geduld und Hoffnung in uns wirkt, erleucht und macht die Her⸗ zen fest, und uns in Truͤb⸗ sal nicht verlaͤßt. 10, Was uns die goͤtt⸗ lich Majestaͤt am heilgen Kreuz erworben hat, das theilet aus der heilge Geist, darum er un ser Lehrer heißt. 11. Der Vater hat den Sohn gesandt; der Sohn wird anders nicht erkannt, ohn durch den heilgen Geist allein; der muß die Her⸗ zen machen rein. 12. So manche schoͤne GOttesgab bringt uns der heilig Geist herab, und uns vorm Satan wohl ver⸗ wahrt: solchs schafft des HErren Himmelfahrt. 13. So danket nun dem lieben HErrn, und lobet ihn von Herzen gern; lob⸗ singet mit der Esigel Choͤr/ daß man es in dem Him⸗ mel hoͤr: 111 14. GOtt Vater in der Ewigkeit, es sagt dir deine Christenheit groß Ehr und Dank mit hoͤchstem Fleiß, zu allen Zeiten Lob und Preis. 15. HErr JEsu Christe, GOttes Sohn, gewaltig/ 165. herrlich, praͤchtig/ schön es dankt dir deine Chri⸗ stenheit von nun an bis in Ewigkeit. 16. Du heilger Geist, du wahrer GOkt, der du uns troöst in aller Noth, wir ruͤhmen dich, wir loben dich, und sagen dir Dank ewiglich. Erasmus Alberus. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. ir danken dir, HErr IEsu Christ, daß du gen Himmel gfahren bist; o starker GOtt Emanuel, staͤrk uns an Leib, staͤrt uns an Seel. Hallelujah. 2. Nun freut sich alle Christenheit, und singt und springt ohn alles Leid. GOtt Lob und Dank im hoͤchsten Thron, unser Bruder ist GOttes Sohn. Hallelujah. 3. Gen Himmel ist ge⸗ fahren hoch, und ist doch allzeit bei uns noch; sein Macht und Gwalt unend⸗ lich ist, wahr GOtt und Mensch zu aller Frist. Hall. 4. Ueber all Himmel hoch erhebt, uͤber all Engel maͤchtig schwebt, uͤber all Menschen er regiert, und alle Kreaturen fuͤhrt. Hall. 5. Zur Rechten GOtts des Vaters groß hat er all Macht ohn alle Maaß; all Ding sind ihm ganz unterthan, GOttes und der Maria Sohn. Hallelujah. 6. All Teufel, Welt, Suͤnd, Hoͤll und Tod er alles uͤberwunden hat. Trotz Von der Himmeltahrt Christi. 137 Trotz, wer da will, es liegt nichts dran, den Sieg muß er doch 39016 han. Hallel. 7. Wohl dem, der ihm vertrauen thut, und hat an ihm nur frischen Muth. Welt, wie du willst, wer fragt nach dir? nach Christo steht unsre Begier. Hallel. 8. Er ist der HErr und unser Trost, der uns durch sein Blut hat erloͤst; das Gfaͤngniß er gefangen hat, daß uns nicht schad der bittre Tod. Hallelujah. 9. Wir freuen uns aus wöhlich Grund, und singen froͤhlich mit dem Mund; unser Bruder,/ Fleisch, Bein und Blut ist unser aller⸗ hoͤchstes Gut. Hallelujah. 10. Durch ihn der Him⸗ mel unser ist. Hilf uns, o Bruder, JIEsu Christ, daß wir nur fest trauen auf dich, und durch dich leben ewiglich. Hallelujah. 11. Amen, Amen, HErr IEsu Christ, der du gen Himmel gfahren bist, er⸗ halt uns, HErr, bei reiner Lehr, des Teufels Trug und Listen wehr. Hallel. 12. Komm, lieber HErr, komm/ es ist Zeit, zum letz⸗ ten Gricht in Herrlichkeit; fuͤhr uns aus diesem Jam⸗ merthal in dein anelua⸗ mels Saal. Hallelujah. 13. Amen singen wir noch einmal, wir sehnen uns ins Himmels Saal, da wir mit deinen Enge⸗ lein das Amen wollen sin⸗ gen fein. Hallelujah. Nikolaus Selneecer. Mel. Ach JEsu, mei⸗ ner Seelen Freude. 166 Woe ist der Liebste hin⸗ gegangen, der meine Seele halt gefangen, der mir mein Herz genommen hat? Wo ist die Sonne der Betruͤb⸗ ten? wo ist der Leitstern der Verliebten, der mich getroͤstet fruͤh und spat? 2. Ich geh vom Abend bis zum Morgen in großem Kummer, großen Sorgen, daß ich nicht seh sein An⸗ gesicht; ich aͤngste mich in meinem Herzen, ich leide Pein und große Schmer⸗ zen, daß mir mein liebster Schatz gebricht. 3. Wer giebt mir, daß ich ihn geschwinde, wie ich begehr, erblick und finde, und unzertrennlich bei ihm sei? Wer will mir, um mich zu erheben, der Mor⸗ genroͤthe Fluͤgel geben, daß ich ihn suche frisch und frei? 4. Ist er im Haus der Ewigkeiten, mir eine Woh⸗ nung zu bereiten, so mach ers bald und saͤum sich nicht; ich werde sonst vor Leid verderben, und gleich wie ein Verliebter sterben, wo es in Kurzem nicht ge⸗ schicht. Johann Angelus. Vom heiligen Geiste, welcher uns zum Genusse des Heils bringt. Mel. 138 Vom heiligen Geiste. Mel. HErr JEsu Christ, dich zu uns wend. Nls JEsus 167. A Christus, Gottes Sohn, mit seiner leiblichen Person von die⸗ ser Welt abscheiden wolln, sagt er sein Füngern un⸗ verholn: 2. Ich geh zu GOttes Maiestaͤt, ihr aber geht nicht aus der Staͤtt, bis euch zuvor himmlische Kraft bestaͤtiget zur Ritterschaft. J. Die Juͤnger glaͤubten diese Wort, blieben ver⸗ sammelt an einm Ort, eintraͤchtig nach christlicher Weis/ betend zu GOtt mit allem Fleiß. 4. Nach Ostern am funfzigsten Tag, den man den Pfingsttag nennen mag/ zehn Tag nach Christi Him⸗ melfahrt, ward ein sehr groß Ding offenbart. 5. Des Morgens um die dritte Stund, weil sie bet'⸗ ten aus Herzen Grund, kam der heilge Geist ins Haus, wie ein Sturmwind mit großem Braus. 6. Saß auf jeglichem unter ihn n, gab ihn n al⸗ len rechtschaffnen Sinn, sagt ihnn von GOttes Wunderthat mit neuen Sprachen ohne Spott. 7. Auf diesen Sturm lief viel Volks zu, und sieh, die Juͤnger redten nu mit neuen Zungen große Ding, das vielen sehr zu Herzen ging. 8. Derhalben sprachen etliche: Die Maͤnner sind von Galilaͤ, wie reden sie denn unsre Sprach, so gro⸗ he Ding vorbringen auch? . Etliche sprachen: Sie sind voll, sie reden wie die Trunkenbold. Petrus aber voll GOtteskraft, gab ih⸗ nen freudig Rechenschaft. 10. Rahm Wort vor sich aus Joels Buch und aus dem Psalter manchen Syruch; redet, daß durch viel Herzen drang, und sie also zu veden zwang: 11. O lieben Bruͤder, rathet zu, wie kommen wir zur rechten Ruh? Wir fin⸗ den bei uns nichts denn Suͤnd, sagt, wer uns denn dayon entbind? 12. Petrus sprach: Bes⸗ sert euer Thun, und glaͤubt an Christum, GOttes Sohn; den betet an mit Herz und Mund, laßt tau⸗ fen euch auf seinen Bund. „ 13. Sie thaͤten, wie ihn n Petrus rieth, kamen von ihrem boͤsen Tritt, glaͤubten und empfingen die Tauf, liefen ein gott⸗ seligen Lauf. 9 14. Ei nun verleih, hei⸗ liger Geist, daß wir uns halten gllermeist nach dei⸗ ner ersten Kirchen Weis, dir GOtt zu Lob, Dank, Ehr und Preis. H. Weiße. In eigener Melodir. 168 Brunnauell al⸗ ler Guͤter, Herrscher der Gemüther, lebendiger Wind, Stiller aller Schmerzen, dessen Glanz und Kerzen mein Gemuͤth entzuͤndt: lehre mei⸗ 21 Vom heiligen Geiste. 139 meine schwachen Saiten deine Kraft und Lob aus⸗ breiten. 2.Starker GOttessinger, fremder Sprachen Brin⸗ er, suͤßer Herzens saft, roͤter der Betruͤbten/ Flamme der Verliebten, alles Athems Kraft, gieb mir deine Gunst und Ga⸗ ben, dich von Herzen lieb zu haben. 3. Braͤutigam der See⸗ len, laß mich in der Hoͤh⸗ len deiner Lieblichkeit Ruh und Zuflucht finden; laß mich von den Winden truͤ⸗ ber Noth befreit; komm hervor, o Gnadensonne, kuͤsse mich mit Trost und Wonne. 4. Theure GOttesgabe, komm,/ o komm, mich labe! sieh, ich bin verschmacht; komm,/ o mein Verlangen/ komm, mein Lieb, gegan⸗ gen; denn mein Herze lacht/ wird von neuem ganz er⸗ guicket, wenn es, Labsal, dich erblicket. 5. Wie ein Hirschlein gehnet, sich nach Wasser sehnet, wenn es wird ge⸗ jagt; so pflegt mein Ge⸗ muͤthe, HErr/ nach deiner Guͤte, wenn es wird ge⸗ plagt, tief zu seufzen, und im Duͤrren nach dir rei⸗ chem Strom zu girren. 6. Wahrer Menschen⸗ schoͤpfer, unsers Thones Topfer, GOtt von Ewig⸗ keit; Zunder keuscher Liebe gieb, daß ich mich uͤbe auch im Kreuz und Leid, alles dir anheim zu stellen und mich troöst in allen Faͤllen. 7. Fuͤhre meine Sachen, meinen Schlaf und Wa⸗ chen, meinen Tritt und Gang, Glieder und Ge⸗ sichte, daß mein arm Ge⸗ dichte, daß mein schlecht Gesang, Wandel, Werk und Stand vor allen dir, o Vater, mag gefallen. 8. Laß den Fuͤrst der Hoͤl⸗ len nicht mit Listen faͤllen meiner Tage Lauf; nimm nach diesem Leiden mich zur Himmelsfreuden, deinen Diener, auf; da soll sich mein Mund erheben; dir ein Hallelujah geben. Johann Franck. In eigener Melodie. 169 Dꝛ Geist des HErrn, der du von GOtt ausgehst, und selbst als GOtt in gleichem Wesen stehst, Kraft aus der Hoͤh, komm, mich zu uͤberschatten, komm, dei⸗ nem Lob und meiner Bitt zu statten. 2. Bethrone mich, dein guͤldnes Tempelhaus, und fuͤll es ganz mit Herrlich⸗ keiten aus; ach heilge mich, wie du der Heilge heißest und unsern Sinn der Suͤnd und Welt entreißest. 3. Dein Ruf, Beruf, Erleucht- und Sammelung hat mich gebracht zur Chri⸗ stenhuldigung; auf meine Tauf wurdst du schon aus⸗ gegossen, seitdem von dir viel Gnad auf mich ge⸗ flossen. 4. Dein Arm bestraft die Welt um ihre Suͤnd/ thu weg aus mir, was sich noch 14⁰ Vom heiligen Geiste. noch Schlimmes findt; durchkraͤnk, durchreu, ent⸗ suͤndge meine Sinnen, und schaff in mir neu Leben und Beginnen. 4.%%½ 5. Mach, daß mein Geist vor dir zerknirscht erschein, in seinen Grund floͤß Weh⸗ und Demuth ein; durch⸗ laͤutre ihn von allen eitelg Seiten, daß deinem Trieb nichts koͤnne widerstreiten. 6. Magnetentrieb, enr⸗ zeuch mich von der Erd/ damit ich folg, wenn ich beweget werd; vereine mich in dem verstaͤrkten Glau⸗ ben, die Ritterschaft laß keine Feinde rauben. 7. Du goͤttlichs Feur, entzuͤnde mein Gebet, wenn deine Brunst in meiner Brust entsteht; die Andacht laß mein Herz durchdring⸗ lich fuͤhlen, darinnen dir erwecklich singn undspielen. 8. Du Weisheit selbst, du Abgrund ohne End, Vernunft und Kunst ist ohne dich verblendt; gieb mir Verstand und dein ge⸗ lehrtes Wissen, wie Sa⸗ lomon zu bitten sich be⸗ flissen. 9. Im Wort, da sich GOtt hat geoffenbart, weißt du allein die recht Auslegungsart; aus dir allein, durch deine Kraft getrieben, hat der Prophet und Juͤnger es geschrieben. 10. Drum, Klarheit, komm, komm und um⸗ leuchte mich, sonst tappet man und stoͤßt sich sinster⸗ lich; komm, Meister, lehr/ GOtt besser zu erkennen, durch dich allein ihn einen HErrn zu nennen. 11. O Licht vom Licht, gieb mir vollkommen Tag, daß JEsus sich in mir ver⸗ klaͤren mag; du Stimm des HErrn, eroͤffne, was verborgen, du Finger, deut und zeig den hellen Mor⸗ en. 12. Werkmeister, hilf an unserm Himmelsbau, und vollbereit, was ich noch niedrig schau; gebrauch mich selbst zum Werkzeug deiner Gnaden, laß, was du willst, vollkommenlich gerathen. 13. Der Seele gieb den wahren Schmuck und Zier, hab Lust an ihr und ihrer Sehnbegier, den Balsam kann sie nirgend sonst er⸗ warten; du sanfter West, komm, weh durch meinen Garten. 14. Du Salbungsbl,/ verleih vermehrte Kraft, du Hauch von GOtt, blas ein Geruch und Saft; du suͤßer Hoͤrt, laß deine La⸗ bung spuͤren, und all mein Thun zugleich nachdruͤck⸗ lich ruͤhren. 15. Gieb vom Geschmack der Krafte jener Welt, die suͤßer sind als Honig, Wein und Geld; laß die Natur der Gottheit mich genießen, und sich in mir lebendgen Trost ergießen. 16. Du Kleinod, sprich der Seelen freundlich zu, dein Reich heißt ja nur Friede, Freud und Ruh; zeug, daß ich sei ein Kind und Erb im Hmmel, 215 Vom heiligen Geiste. 141 Abba schreit auch unterm Weltgetuͤmmel. 17. Orum, der du auch Geist der Verheißung heißt, ein theures Pfand, das mich auf Hoffnung sspeist, versiegle mich bis zu den bessern Zeiten, mach mich gewiß der ewgen Selig⸗ keiten. 18. Und heilger Geist, bethronst du mich also, ach wer ist wohl, der mehr begluͤckt und froh? Wirst du mich so mit Gnad und Trost erneuern, so kann ich recht ein frohes Pfingst⸗ fest feiern. Samuel König. Mel. Danket dem HEr⸗ ren, denn er ist sehr freundlich. 170 Geit aller Gei⸗ ster, uner⸗ schaffen Wesen, dein Name sei jetzt gleichfalls hochge⸗ lobet. 2. Die unerschoͤpflich Quell des ewgen Vaters sich als der Strom des Lebens klaͤr ergießet. 3. Du gehest aus vom Sohn, ein Geist des Mun⸗ des, und salbest ohne Maaß den Gsalbten GOttes. 4. Von dir wird, das da lebt und webt/ begeistert. Der ganze Kreis der Er⸗ den ist voll deiner. 5. Der Suͤnder wird durchs Wort von dir—— schlagen, dein Hauchen toͤd⸗ test ploͤtzlich den Gottlosen. 6. Du schreckst und toͤd⸗ tet Herzen und Gewissen, wer deinem Finger folget, ist genesen. 7. Das Licht, die Weis⸗ heit und Kraft des Le⸗ bens schenkst du dem, der an IEsum einzig glaͤubet. 8. Durch Blut, Geist, Wasser, als der dritte Zeuge vom Himmel, wirkst du in den Kindern GOttes. 9. Du toͤdtst das Fleisch und staͤrkst die Seel im Leben; die Todten wirst du einstens all erwecken. 10. HErr, unser Herr⸗ scher, herrlich ist dein Name in allen Landn, und dir dankt man im Himmel! 11. Lob, Ehr und Preis sei dir, o GOtt, gesungen, dem Vater, Sohn und heilgen Geiste, Amen. Johann Caspar Schade. Mel. Kommt her zu mir, spricht GOlttes Sohn. 171 Ott Vater, * sende dei⸗ nen Geist, den uns dein Sohn erbitten heißt, aus deines Himmels Hoͤhen. Wir bitten, wie er uns gelehrt: laß uns doch ja nicht unerhoͤrt von deinem Throne gehen. 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd ist dieser edlen Gabe werth, bei uns is, kein Verdienen. Hier gilt gar nichts als Lieb und Gnad, die Chri⸗ stus uns verdienet hat mit Buͤßen und Versuͤhnen. 3. Es jammert deinen Vatersinn der große Jam⸗ mer, da wir hin durch Adams Fall gesallen. Durch dieses Fallen ist die 14² Vom heiligen Geiste. die Macht des boͤsen Gei⸗ stes leider bracht auf ihn und auf uns alle. 4. Wir halten, HErr, an unserm Heil, und sind gewiß, daß wir dein Theil in Christo werden bleiben: die wir durch seinen Tod und Blut des Himmels Erb und hoͤchstes Gut zu haben treulich glaͤuben. 5. Und das ist auch ein Gnadenwerk und deines heilgen Geistes Staͤrk; in uns ist kein Vermoͤgen. Wie bald wuͤrd unser Glaub und Treu, HErr, wo du uns nicht stuͤndest bei, sich in die Asche legen. 6. Dein Geist haͤlt un⸗ sers Glaͤubens Licht, wenn alle Welt dawider ficht mit Sturm und vielen Waffen; und wenn auch gleich der Fuͤrst der Welt selbst wider uns sich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen. 7. Wo GOttes Geist ist, da ist Sieg, wo die⸗ ser hilft, da wird der Krieg gewißlich wohl ablaufen. Was ist doch Satans Reich und Stand? Wenn GOt⸗ tes Geist erhebt die Hand, faͤllt alles uͤbern Haufen. 8. Er reißt der Hoͤllen Band entzwei, er troͤst und macht das Herze frei von allem, was uns kraͤn⸗ ket. Wenn uns das Un⸗ gluͤckswetter schreckt, so ist ers, der uns schuͤtzt und deckt, viel besser als man denket. ‚ 9. Er macht das bittre Kreuze suͤß, ist unser Licht in Finsterniß, fuͤhrt uns als seine Schafe; haͤlt uͤber uns sein Schild und Wacht, daß seine Heerd in tiefer Nacht mit Ruh und Frieden schlafe. 10. Der Geist, den GOtt vom Himmel giebt, der leitet alles, was ihn liebt, auf wohlgebahnten Wegen. Er setzt und richtet unsern Fuß, daß er nicht anders treten muß, als wo man findt den Segen. 11. Er macht geschickt und ruͤstet aus die Diener, die des HErren Haus in diesem Leben bauen; er ziert ihr Herz, Muth und Verstand, laͤßt ihnen, was uns unbekannt, zu unserm Besten schauen. 12. Er oͤffnet unsers Herzens Thor, wenn sie sein Wort in unser Ohr als edlen Samen streuen. Er giebet Kraft demselben Wort, und wenn es faͤllet, bringt ers fort, und laͤßt es wohl gedeihen. 13. Er lehret uns die Furcht des HErrn, liebt Reinigkeit, und wohnet gern in frommen, keuschen Seelen; was niedrig ist, was Tugend ehrt, was Buße thut und sich be⸗ kehrt, das pflegt er zu er⸗ waͤhlen. 14. Er ist und bleibet stets getreu, und steht uns auch im Tode bei, wenn alle Ding abstehen. Er lindert unsre letzte Qual, laͤßt uns hindurch ins Him⸗ frbhiich geh. gerrost und roͤhlich gehen. 15. 0 E DD Vom heiligen Geiste. 143 15. O selig, wer in die⸗ ser Welt laͤßt diesem Gaste Haus und Zelt in seiner Seel aufschlagen! Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, den wird er dort zur ewgen Freud in GOttes Huͤtte tragen. 16. Nun, HErr und Vater aller Guͤt, hoͤr un⸗ sern Wunsch, geuß ins Gemuͤth uns allen diese Gabe. Gieb deinen Geist, der uns allhier regiere, und dort fuͤr und fuͤr im ewgen Leben labe. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 172. Err JEsu Christ, dich zu uns wend, dein heil⸗ gen Geist du zu uns send; mit Huͤlf und Gnad er uns regier, und uns den Weg 0 Wahrheit fuͤhr. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr, staͤrk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl be⸗ kannt. 3. Bis wir Halg⸗ mit GOttes Heer: Heilig, hei⸗ lig ist GOtt der HErr! und schauen dich von An⸗ gesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heil⸗ gen Geist in einem Thron; der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Serzog Wilhelm II. zu Sachseu⸗Weimar. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. eut ist das 173. H rechte Ju⸗ belfest der Kirchen ange⸗ gangen, daran ein Glanz sich sehen laͤßt des Geistes, den empfangen der Juͤn⸗ ger Schaar, die offenbar von diesem Himmelsregen benetzet ist; dies, o mein Christ, kann Herz und Muth bewegen. 2. Auf, meine Seel, auf und vernimm, wie doch in allen Gassen gehoͤret wird die Freudenstimm: Euch ist die Suͤnd er⸗ lassen; nun seid ihr frei/ es sind entzwei der Hoͤllen starke Ketten; ein Suͤn⸗ der kann vor jedermann jetzt auf den Schallplatz treten. 3. Nun wird das Evan⸗ gelium auf einem Wun⸗ derwagen des werthen Gei⸗ stes weit herum gefuͤhret und getragen; o welch ein Schatz, der seinen Platz bei frommen Seelen su⸗ chet! wer den nicht nimmt und ihm zustimmt, bleibt ewiglich verfluchet. 4. Hier schauet man des Glaubens Gold, hier wird man frei von Suͤnden; hier laͤßt ein reicher Gnadenhold sich uͤberfluͤssig finden. Hier ist das Brod, das in der Noth kann unsre Seelen laben; hier finden sich fuͤr dich und mich viel tausend schoͤne Gaben. 5. Heut hat der große Himmelsherr Herolde aus⸗ ge⸗ 14⁴ Vom heiligen Geiste. gesendet; schaut, seine ta⸗ pfern Prediger, die haben sich gewendet an manchen Ort, da klingt ihr Wort: Thut Buß, ihr Leut auf Er⸗ den! dies ist die Zeit, welch euch befreit und laͤsset selig werden. 6. Es laͤßt die wunder⸗ schöne Braut sich hoͤren auf den Wegen; sie tritt her⸗ vor und schreiet laut: Da kommt nun euer Segen! macht auf die Thuͤr, jetzt geht herfuͤr der Geist mit Pracht und Ehren/ der will in euch sein herrlich Reich erbauen und vermehren. 7. Seht, hier ist lauter Trost und Licht, seht, hier sind Gnadenzeichen; hier darf ein Christ sich fuͤrchten nicht, hier muß der Sa⸗ tan weichen; des Hoͤchsten Mund macht einen Bund mit Juden und mit Heiden; trotz jedermann, nun nichts uns kann von Gottes Liebe scheiden. O großer Dag, o guldner Tag, desgleichen nie gesehen! o Tag, davon man sagen mag, daß Wun⸗ der sind geschehen im Him⸗ melreich, als auch zugleich hier unten auf der Erden. GOit faͤhret auf, des Gei⸗ stes Lauf muß uns hienie⸗ den werden. 9. Der Juͤnger Zungen gleichen sich den schallenden Posaunen; ihr Haupthaar hrennet wunderlich, das Volk will schier erstaunen; es bricht heraus in ihrem Haus ein Wort von großen Thaten. O welch ein Glanz/ der, himmlisch ganz, ist auf dies Volk gerathen! 10. Es lassen sich guft, Feur und Wind voll Wun⸗ ders sehn und hoͤren, welch, ob sie wohl nicht einig sind/ hier niemand doch verseh⸗ ren; des Windes Kraft hat nur geschafft, daß sich die Schwachen staͤrken. Wer ihn nur hat/ kann Trost und Rath in allem Trübsal merken. 11. O sußer Tag! nun wird der Geist vom Him⸗ mel ausgegossen, der Geist, der uns der Welt entreißt, und uns, als Reichs⸗Ge⸗ nossen, der Sterblichkeit fo⸗ gar befreit, zu JEsu läs⸗ set kommen. Ach wurd ich bald auch dergestalt an die⸗ sen Ort genommen! 12. Oguter Geist/ regiere doch mein Herz/ daß ich dich liebe, daß meine Seel im Suͤndenjoch hinfort sich⸗ nimmer uͤbe. HErr, laß mich bald des Feurs Ge⸗ walt, das himmlisch heißt, empfinden, und alle Roth, ja selbst den Tod, durch solches uͤberwinden. Joh. Rist. In eigener Melodie. 17 4 Kemm⸗ GOtt 9 650 Schopfer heiliger Geist, besuch das Herz der Menschen dein; mit Gnaden sie fuͤll, wie du weißt, daß dein Geschoͤpf vorhin sein. 2. Denn du bist der Troͤ⸗ ster genannt, des Allerhoͤch⸗ sten Vom heiligen Geiste. 14⁵ ßen Gab theur, ein geistlich Salb an uns gewandt, ein lebend Brunn, Lieb und Feur. 3. Du bist mit Gaben siebenfalt der Finger an GOtts rechter Hand; des Vaters Wort giebst du gar bald mit Zungen in alle Land. 4. Zuͤnd uns ein Licht an im Verstand, gieb uns ins Herz der Liebe Brunst; das schwach Fleisch in uns, dir bekannt, erhalt fest dein Kraft und Gunst. ö 5. Des sem, 5 List treib von uns fern, den Fried schaff bei uns deine Gnad, daß wir deinm Leiten fol⸗ gen gern, und meiden der Seelen Schad. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, dazu JEsum Christ seinen Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich, beider Geist, zu verstehn. ö 7. GOtt Vater sei Lob und dem Sohn, der von den Todten auferstund, dem Troͤster sei dasselb gethan in Ewigkeit alle Stund. Dr. Martin Lnther. In eigener Melodie. 17 5 Kemm, beill⸗ ger Geist, erfuͤll die Aunden deiner Glaͤubigen, und entzuͤnd in ihn'n das Feur dei⸗ ner goͤttlichen Liebe; der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Voͤlker der anzen Welt versammlet Has in Einigkeit des Glau⸗ bens. Hallel. Hallelujah. Johann Spangenberg. Mel. Dater unser im Himmelreich. 176 omm, heil⸗ ger Geist, du hoͤchstes Gut, entzuͤnd mein Herz mit deiner Glut daß deine suͤßen Flammen sich zusammen schlagen uͤber mich; erweck in mir durch deine Gunst, o HErr, der wahren Liebe Brunst. 2. Erleuchte mich, du wahres Licht, daß ich im Finstern sterbe nicht; be⸗ schatte mich mit deiner Kuͤhl, daß ich nicht fremde Hitze fuͤhl. Erquicke mei⸗ nes Herzens Au mit deiner heilgen Gottheit Thau. 3. Komm, komm, du allerliebster Trost, der un⸗ srer Seelen Liebe-Kostl! Komm, komm, du Ge⸗ ber aller Gab, ohn wel⸗ chen ich nichts kann noch hab; erfuͤlle meines Her⸗ zens Schrein mit deiner starken Gottheit Wein. 4. Gieb, daß ich wie ein liebes Kind GOtt fuͤrcht und ihm folge geschwind; daß ich die Froͤmmigkeit erlang, und deiner Weis⸗ heit Licht empfang, daß ich den Weg der Seligkeit betrete mit Bescheidenheit. 5. Gieb mir die Staͤrke, daß ich kann dir dienen wie ein Kriegesmann: dein Rath regiere meinen Sinn, daß ich recht unterscheiden koͤnn. Verleih mir goͤtt⸗ lichen Verstand, daß mir dein Wille sei bekannt. 6. Geuß deiner Weis⸗ heit guͤldnen Fluß in mich 7 durch 146 Vom heiligen Geiste. durch deiner Liebe Kuß, daß ich in meinem Herzen wiß, wie gut du bist, und wie so suͤß; daß ich an⸗ schau zu jeder Frist die b. die du selber ist. 7. O JEsu, der du diesen Gast mir gar gewiß ver⸗ sprochen hast, o send ihn doch in meine Seel, zu be⸗ nedeien diese Hoͤhl; send ihn tief in mein Herz hin⸗ ein, und laß ihn ewig bei mir sein. Johann Angelus In eigener Melodie. 177 omm, heili⸗ * ger Geist, HErre GOtt, erfuͤll mit deiner Gnaden Gut deiner Glaͤubgen Herz, Muth und Sinn, dein bruͤnstig Lieb entzuͤnd in ihn'n. O HErr, durch deines Lich⸗ tes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen: das sei dir, HErr zu Lob gesungen. Hall. Hallel. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr uns GOtt recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O HErr, behuͤt vor frem⸗ der Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn IEsum mit rechtem Glau⸗ ben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallel. Hallelujah. 3. Du heilige Brunst, suͤßer Trost, nun hilf uns froͤhlich und getrost in deinm Dienst beslaͤndig bleiben, die Truͤbsal uns nicht abtreiben. O HErr durch dein Kraft uns be⸗ reit, und siaͤrk des Flei⸗ sches Bloͤdigkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallel. Hallel Dr. Martin Luther. In eigener Metodie. 1 78 omm, o * komm, du Geist des Lebens, wahrer GOtt von Ewigkeit, deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfuͤll uns jederzeit; so wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen st, Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts begin⸗ nen, denn was nur dein Wille sucht; dein Erkennt⸗ niß werde groß, und mach uns vom Irrthum los. 3. Zeige, HErr, die Wohlfahrtsstege, das, was hinter uns gethan, raͤume ferner aus dem Wege, schlecht und recht sei um und an; wirke Reu an Suͤnden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugniß fuͤhlen, daß wir GOttes Kinder sind, die auf ihn alleine zielen, wenn sich Noth und Drangsal sindt; denn des Vaters liebe Ruth ist uns allewege gut. „5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten, frei mit aller Freudigkeit; seufßz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit: s wird un⸗ Vom heiligen Geiste. 14⁷ unsre Bitt erhoͤrt, und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein GOtt, mein GOtt, wie lange? ei so mach uns den Beschluß; sprich der Seele troͤstlich zu, und gieb Muth, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Staͤrke, du gewisser neuer Geist, foͤrdre in uns deine Werke, wenn der Satan auf uns scheußt: schenk uns Waffen in den Krieg, und erhalt uns in dem Sieg. 8. HErr bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben moͤge rau⸗ ben, du bist unser Schutz 418 GOtt; sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Him⸗ melreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser GOtt erkiest, und nicht auszusprechen ist. Berliner Gesangb. v. 1704 Mel. von Gott will ich nicht lassen. 17 omm, Troͤ⸗ 79. ster, komm hernieder vom hohen Him⸗ melsehron auf Christi Freund und Bruͤder, komm eilig, komm und wohn im Herzen allermeist, mit dei⸗ nem Licht und Gaben und Freudendl zu laben, komm, werther heilger Geist 2. Du bist der Trost der Frommen, gieß aus dein heiligs Oel, und laß es z mir kommen, daß sich mein Herz und Seel erfreuen inniglich: komm, Troͤster zu erquicken die Seelen die sich buͤcken im Geist demuͤthiglich. 3. Laß allen Trost ver⸗ schwinden, den mir di Welt verspricht bei ihrem Dienst der Suͤnden, der mich doch troͤstet nicht. Was IEsus mir anpreist, dem will ich feste glaͤuben; du 1— mein Troͤster bleiben, du, o GOtt heilger Geist. 4. Du kannst mein Herz erfreuen und kraͤftig ruͤsten aus, ja ganz und gar er⸗ neuen mein armes Her⸗ zenshaus; drum komm/ mein schoͤnster Gast, und bleib im Tod und Leben als Troͤster mir ergeben bis mein Gesicht erblaßt. 5 Der du als GOtt ausgehest vom Vater und dem Sohn, und mich im Geist erhoͤhest zu GOttes Stuhl und Thron, kehr ewig bei mir ein, und lehr mich IEsum kennen und meinen HErren nennen mit Wahrheit, nicht zumn Schein. 6. Du kommst ja von dem Vater, der meine Seele liebt, drum sei auch mein Berather; wenn mich die Welt betruͤbt, so komm und troͤste mich, und staͤrk im Kreuz und Leiden mein Herz mit vielen Freuden, 910 es erquicke sich. Ja zeug in meinem Her⸗ 14⁸ Dom heiligen Geiste. Herzen von JEsu ganz allein, von seinem Tod und Schmerzen und seiner Wahrheit Schein; daß ich, ganz uͤberzeugt, kein Bild in meiner Seelen als JE⸗ sum moͤg erwaͤhlen, bis sich mein Herz ihm gleicht. 8. Leit mich mit deinem Finger, o Geist von GOt⸗ tes Thron, und sei mein Herzbezwinger, daß mich kein Schmach noch Hohn, kein Trübsal, keine Noth, von meinem JEsu scheide/ im Kreuz sei meine Freude und Trost, bis in den Tod. Laurentius Laurenti. In eigener Melodie. 180 un bitten ů wir den heiligen Geist um den rech⸗ ten Glauben allermeist, daß er uns behuͤte an unserm Ende, wenn wir heim⸗ fahrn aus diesem Elende. Kyrieleis. 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns IEsum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland/ der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis. 3. Du suͤße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben, und in Fried auf einem Sinne leiben. Kyrieleis. 4. Du hoͤchster Troͤster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fuͤrchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leber verklagen. Kyrieleis. Dr. Martin Luther. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1 81 du aller⸗ „ suͤßte Freu⸗ de, lo du allerschoͤnstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet laͤssest nicht, Geist des Hoͤchsten, hoͤchster Fuͤrst, der du haͤltst und halten wirst ohn Auf⸗ hoͤren alle Dinge, höͤre, hoͤre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensche nennen kann, wenn ich dich erwuͤnsch und habe, geb ich alles Wuͤnschen an. Ach ergieb dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tem⸗ pel auserkoren. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein Regen ausgeschuͤtt, bringst vom Vater und vom Sohne nichts als lauter Segen mit; laß doch, o du wer⸗ ther Gast, GOttes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele fuͤllen. 4. Du bist weis und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund; zaͤhlst den Staub des kleinen San⸗ des, gruͤndst des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gieb Weisheit und vor allen, wie ich moͤge GOtt gefallen. Du Vom heiligen Geiste. 149 5. Du bist heilig, laͤßt dich finden, wo man rein und sauber ist; fleuchst hin⸗ gegen Schand und Suͤn⸗ den, wie die Tauben Stank und Mist. Mache mich, o Gnadenanell, durch dein Waschen rein und hell; laß mich fliehen, was du flie⸗ hest, gieb mir, was du gerne siehest. . Du bist, wie ein Schaͤflein pfleget, from⸗ mes Herzens, sanftes Muths; bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Boͤ⸗ sen alles Guts. Ach ver⸗ leih und gieb mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betruͤbe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstoͤßt, bleib ich von dir ungeschie— den, ei so bin ich gnug ge⸗ troͤst. Laß mich sein dein Eigenthum, ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermoͤgen dir zu Ehren anzulegen. 8. Ich entsage alle deme, was dir deinen Ruhm be⸗ nimmt; ich will, daß mein Herz annehme nur allein, was von dir koͤmmt; was der Satan will und sucht, will ich halten als verflucht; ich will seinen schnoͤden Wegen mich mit Ernst zu⸗ wider legen. 9. Nur allein, daß du mich staͤrkest, und mir treu⸗ lich stehest bei; hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Huͤlfe nöͤthig sei; brich des boͤsen Fleisches Sinn/ nimm den alten Willen hin, mach ihn allerdinges neue, daß mein GOtt sich mei⸗ ner freue. 10. Sei mein Retter, halt mich eben; wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab; wenn ich wieder aufersteh, ei so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst dein Auserwaͤhlten weiden. Paul Gerhard. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. heilger Geist, 182.O kehr bei uns ein, und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne. Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kraͤftig sein zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten, zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß deinen Trost uns hoͤren, daß wir in Glaubenseinigkeit auch koͤnnen aller Christenheit dein wahres Zeugniß leh⸗ ren. Hoͤre, lehre, daß wir koͤnnen Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rarh, und fuͤhr uns selbst auf rechtem 51, ie 15⁰ Vom heiligen Geiste. die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Be⸗ staͤndigkeit, daß wir getreu dir bleiben fuͤr und fuͤr, wenn wir uns leiden muͤs⸗ sen. Schaue, baue, was zerrissen und geflissen dich zu schauen, und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden, und zur Ritterschaft da⸗ durch gestaͤrket werden; auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Truß mit freudi⸗ gen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost em⸗ Pfinden, alles Ungluͤck uͤberwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelsuͤßes Wort in un⸗ sern Herzen brennen, daß wir uns moͤgen nimmer⸗ mehr von deiner Weisheit reichen Lehr und treuen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Guͤte ins Gemuͤthe, daß wir koͤnnen Christum unsern Heiland nennen. 6. Du suͤßer Himmels⸗ thau, laß dich in unsre Herzen kraͤftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbun⸗ den sei dem Naͤchsten stets mit Liebestreu, und sich darinnen uͤbe. Kein Neid/ kein Streit dich betruͤbe; hwe und Liebe muͤssen chweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir fuͤhren un⸗ sre Lebenszeit, sei unsres Geistes Staͤrke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toͤdten Werke. Ruͤhre, fuͤhre unsre Sin⸗ nen und Beginnen von der Erden, daß wir Him⸗ melserben werden. M. Michael Schirmer. Mel. O Isulein süß, o IJEsulein mild. 183 O heiliger 2 Geist, o heiliger GOtt, du Troͤster werth in aller Noth, du bist gesandt vons Himmels Thron, von GOtt, dem Vater und dem Sohn. O heiliger Geist, o heili⸗ ger GOtt 2. O heiliger Geist, o heiliger GOtt, gieb uns die Lieb zu deinem Wort; zuͤnd an in uns der Liebe Flamm, darnach zu lieben allesammt. O heiligerGeist, o heiliger GOtt 3. O heiliger Geist, o heiliger GOtt, mehr un⸗ sern Glauben immerfort. An Christum niemand glau⸗ ben kann, es sei denn durch dein Huͤlf gethan. O heili⸗ ger Geist, o heiliger GOtt! 4. O heiliger Geist, o heiliger GOtt, erleucht uns durch dein goͤttlich Wort; lehr uns den Va⸗ ter kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. O heiliger Geist, o heiliger GOtt! 5. O heiliger Geist, o heiliger GOtt, du zeigst die Thuͤr zur Himmels⸗ pfort; laß uns hier kaͤm⸗ pfen — Vom heiligen Geiste. 151 pfen ritterlich, und* dir dringen seliglich. O hei⸗ liger Geist/ o heiliger o GOtt! 6. O heiliger Geist, o heiliger GOtt, verlaß uns nicht in Noth und Tod. Wir sagen dir Lob, Ehr und Dank allzeit und un⸗ ser Leben lang. O heili⸗ ger Geist, o heiliger GOtt! Mel. Komm, heiliger Geist, YErre Gott. 184 O theurer Troͤ⸗ —* ster, heilger Geist, der du dich in die Herzen geußt, die sich zu dir in Demuth kehren, ich fleh dich, mich zu erhören/ und mein erkaltetes Ge⸗ muͤth durchs suͤße Feuer deiner Guͤt erwaͤrmen und es zu erneuern, so kann ich recht die Pfingsten fei⸗ ern. Hallel. Hallelujah. 2. Durchdringe du mit deiner Kraft des Herzens harte Eigenschaft; zer⸗ malme diesen Fels der Suͤnden, daß du dein Haus koͤnnest finden; ach es ist leider angefuͤllt mit dem, was Welt und Wollust stillt; es liegt noch fest am Koth der Erden; wie kanns denn deine Wohnung wer⸗ den? Hallel. Hallelujah. 3. Der Wille liebt die Zeitlichkeit, und haͤlt die Nacht fuͤr suͤße Freud, verlaͤßt die Ruh, das wahre Wesen, und will durchs Tods Gift genesen; dein theures Wort erkennt er nicht, ia schmecket nicht des Glaubens Licht, die sanfte Speise unsrer See⸗ len: wie kann ich denn dich, Gast, erwaͤhlen? Hallel. Hallelujah. 4. So elend ist des Her⸗ zens Haus. Ach kehre ein, und fege aus den Schlamm und Koth der Finsternisse; ergaͤnz, was daselbst bale rissen; zerstoͤr das faule Suͤndennest, das sich auf Belial verlaßt⸗ und laß mich aus der Knechtschaft gehen, und in der suͤßen Freiheit stehen. Hallel. Hallelujah. 5. Du edler Pfingstgast, dring herzu, und gieb der Seelen ihre Ruh; arbeite selbst an meinem Herzen, und zuͤnd an die Glaubens⸗ kerzen. Schlag deine Werk⸗ statt bei mir auf, und fuͤhre mneinen Lebenslauf: so kann ich durch dein werthes La⸗ ben den innern Sabbath in mir haben. Hallelujah, Hallelujah. 6. Du Geist der Kind⸗ schaft, zeige mir, wie ich in Andacht komm zu dir; ach lehre mich von Herzen beten, in wahrer Kraft vor dich treten! Ich bin ganz laͤulich: staͤrke mich, daß Herz und Seel ent⸗ zuͤnde sich, und bloß in dir das Wesen setze, so hat es den Schatz aller Schaͤtze. Hallel. Hallel. 7. Leg du mir dieses Zeugniß bei, daß ich ein Kind des Hoͤchsten sei; treib selbsten mich dei⸗ nen Wegen, daß ich in mir die Luͤst legen; und ich im wahren Glauben kann das Abba, Vater! stim⸗ ———————————. —————.. 15² Vom heiligen Geiste. stimmen an; gieß aus durch deine starken Triebe die Stroͤme GOttes reicher Liebe. Hall. Hallelujah. 8. Umguͤrte mich in al⸗ lem Streit mit wahrer Glaubensfreudigkeit, daß ich in deiner Kraft bestehe, und nicht auf fremde Weg gehe. Du Geist der Weis⸗ heit/ lehre mich, daß Herze Geist und Seele sich nach deiner hohen Weisheit sehne, und von dir alle Macht entlehne. Hallel. Hallelujah. 9. O Geist, regiere mei⸗ nen Geist, daß er dir folge allermeist, daß er die Maur der Suͤnden breche, und Abba, Vater! stets spreche: laß Ruh und Fried im Herzen sein, und floͤße deinen Trost hinein, daß keine Suͤnd dich von mir treihe, und ich in deinem Bunde bleibe. Hall. Hall. Mlel. Err, ich habe mißgehandelt. 1 8 5 trah! der GOttheit, Kraft der Hoͤhe, Geist der Gnaden, wahrer GOtt, hoͤre, wie ich Armer flehe/ das zu geben, was mir Noth; laß den Ausfluß deiner Gaben auch mein duͤrres Herze laben. 2. Glaube, Weisheit, Rath und Staͤrke, Furcht, Erkenntniß und Verstand, dies sind deiner GOttheit Werke, dadurch wirst du uns bekannt; dadurch weißt du recht zu lehren, wie wir sollen IEsum ehren. 3. Theurer Lehrer, GOt⸗ tes Finger/ lehr und schreibe deinen Sinn auch ins Herz mir, deinem Juͤnger, fetze dich auf mich auch hin, daß ich stets von deiner 1 reichlich lern, was ei dein Wille. 4. Laß das Feuer dei⸗ ner Liebe ruͤhren meine Zung und Mund, daß ich auch mit heißem Triebe GOttes Thaten mache kund; laß es selbst mein Herz. entzuͤnden, auszu⸗ brennen alle Suͤnden. 5. Leg hingegen meiner Seele deine heilge Sal⸗ bung bei, daß mein Leib auch von dem Oele dein geweihter Tempel sei; bleib auch bei mir, wenn ich sterbe, daß ich Christi Reich ererbe. 6. Strahl der GOtt⸗ heit, Kraft der Hoͤhe, Geist der Gnaden, wahrer GOtt, hoͤre, wie ich Armer flehe, das zu geben, was mir Noth; laß den Ausfluß deiner Gaben auch mein duͤrres Herze laben. Mel. von GOtt will ich nicht lassen. 2* euch ein 186. 3 zu meinen Thoren, sei meines Her⸗ zens Gast, der du, da ich geboren, mich neu gebo⸗ ren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden glei⸗ ches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und hunet, ei⸗ +—— Vom heiligen Geiste. 153 deine Kraft, die Kraft, die uns von Suͤnden Huͤlf und Errettung schafft. Ent⸗ suͤndge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durch⸗ drang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt, als wie in einer Flute, mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilge Oele, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem HErren IEsu Christ zum wahren Eigenthum, zum Priester und Prophe⸗ ten, zum Koͤnig, den in Noͤthen GOtt schuͤtzt vom Heiligthum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhoͤret, dein Sin⸗ gen klinget wohl; es steigt zum Himmel an, es steigt und laͤßt nicht abe, bis der geholfen habe, der al⸗ len helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, von Trau⸗ ern haͤltst du nicht, erleuch⸗ test uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit suͤßen Worten mir aufgethan die Pforten zum guͤldnen Himmelssaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betruͤbe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen, sich wieder thun zusammen, die voller Zwietracht seind. 8. Du, HErr, hast selbst in Haͤnden die ganze weite Welt, kannst Menschen⸗ herzen wenden, wie dir es wohlgefaͤllt: so gieb doch deine Gnad zum Fried und Liebesvanden, verknuͤpf in allen Landen, was sich ge⸗ trennet hat. 9. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Heerd. Laß bluͤhen wie zuvorn die Laͤnder, so verheeret, die Kirchen, so zerstoͤret durch Krieg und Feuerszorn. 10. Beschirm die Poli⸗ zeien, bau unsers Fuͤrsten Thron, daß er und wir gedeihen; schmuͤck als mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit Froͤmmig⸗ keit die Jugend, mit GOt⸗ tesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 11. Erfuͤlle die Gemuͤther mit reiner Glaubenszier, die Haͤuser und die Güter mit Segen fuͤr und fuͤr. Vertreib den boͤsen Geist, der dir sich widersetzet, und was dein Herz ergdtzet/ aus unserm Herzen reißt. 12. Gieb Freudigkeit und Staͤrke zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns taͤglich an⸗ erbeut; hilf kaͤmpfen rit⸗ terlich, damit wir uͤber⸗ winden, und ja zum Dienst 7 der STT— 15⁴ Vom Worte GOttes. der Suͤnden kein Christ er⸗ gebe sich. 13. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sol⸗ len geben ins Todes Haͤnde hin, wenns mit uns hier wird aus: so hilf uns froͤh⸗ lich sterben, und nach dem Tod ererben des ewgen Le⸗ bens Haus. Paul Gerhard. Von den göttlichen Gnaden⸗ mitteln, wodurch wir zum Genusse des Heils gelangen. I. Vom W'é Mel. Erhalt uns, BErr, bei deinem Wort. 187 Ac bleib bei Auns, HErr IEsu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein oͤttlich Wort, das helle icht, laß ja bei uns aus⸗ loͤschen nicht. 2. In dieser letztn be⸗ truͤbten Zeit verleih uns, HErr, Bestaͤndigkeit, daß wir dein Wort und Sa⸗ erament rein bhaltn bis an unser End. 3. HErr JeEsu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar sicher, faul und kalt; gieb Gluͤck und Heil zu dei⸗ nem Wort, damit es schall an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Duld Muth und Ge⸗ uld. 5. Ach GOtt, es geht En übel zu auf dieser rd ist keine Ruh; viel orte GOttes. Sekten und groß Schwaͤr⸗ merei auf einen Haufen kommt herbei. 1 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit Gwalt erheben hoch, und bringen stets was Neues her/ zu faͤlschen deine rechte ehr. 7. Die Sach und Ehr, HErr IEsu Christ, nicht unser, sondern ja dein ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich ver⸗ lassen frei.** 8. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz und deiner Kirchen wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber HErr, daß wir nichts an⸗ ders suchen mehr. 9. Gieb, daß wir leben in deinm Wort, und dar⸗ auf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammer⸗ thal zu dir in deinen Him⸗ melssaal⸗ Nikolaus Selnecter. In eigener Klelodie. ch GOtt 188. ALel ch dur⸗ Vom Worte GOttes. 155 darein, und laß dich deß erbarmen, wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man laͤßt nicht ha⸗ ben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei al⸗ 22 Menschenkindern. 2. Sie lebren eitel fal⸗ sche List, was eigen Witz erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist in GOt⸗ tes Wort gegruͤndet; der waͤhlet dies, der ander das, sie trennen uns ohn alle Maaß, und gleißen schoͤn von außen. 3. GOtt woll ausrot⸗ ten alle Lahr'r, die falschen Schein uns lehren; dazu ihr Zung stolz offenbar spricht: Trotz! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns sollt meistern? 4. Darum spricht GOtt: Ich muß auf sein, die Ar⸗ men sind verstoͤret; ihrs6 Seufzen 34b 0 zu mir her⸗ ein, ich hab ihr Klag er⸗ hoͤret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an, und sein 43 Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur Afietenmal bewaͤhrt, wird lauter funden: an GOttes Wort man war⸗ ten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewaͤhret sein, da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, GOtt/ bewahren rein vor diesem argen Gschlechte, und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich um⸗ her findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Dr. Martin Luther. Mel. wach auf, mein Herz, und singe. er HErr, 189. D der aller Enden regiert mit seinen Haͤnden, der Brunn der ewgen Guͤter, der ist mein Hirt und Huͤter. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichthum Asei⸗ ner Fuͤlle giebt mir die Fuͤll und Huͤlle. 3. Er laͤsset mich mit Freuden auf gruͤner Auen weiden, fuͤhrt mich zu fri⸗ schen Quellen, schafft Rath in schweren Faͤllen. 4. Wenn meine Seele zaget, und sich mit Sor⸗ gen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Noth zu——7 Er lehrt mich thun und lassen, fuͤhrt mich auf rechter Straßen, laͤßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 6. Und ob ich Heich. vor Andern im finstern Thal muß wandern/ fuͤrcht ich doch keine Tuͤcke, bin frei vorm Ungeluͤcke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schuͤtzst mich vor boͤsen Leuten; dein Stab, HErr, und dein Stef⸗ 3⁰,ðh, +— 156 Vom Worte GOttes. Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Oele, und fuͤllest meine Seele, die leer und dur⸗ stig saße, mit vollgeschenk⸗ tem Maaße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gu⸗ tes Muthes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. 11., Ich will dein Die⸗ ner bleiben, und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest, und Fromm⸗ sein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden, und dort, da wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch vreisen, singn und loben. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 190 ies sind die heilgen zehn Gebot, die uns gab unser HErre GOtt durch Mo⸗ sen, seinen Diener treu/ hoch auf dem Berg Si⸗ nai. Kyrieleis. 2. Ich bin allein dein GOtt und HErr, kein Gotter sollst du haben mehr; du sollst mir ganz ver⸗ trauen dich, von Herzen Grund lieben mich. Kyriel. 3. Du sollst nicht fuͤh⸗ ren zu Unehrn den Namen Gttes, deines HErrn; du sollst nicht preisen recht noch gut, ohn was GOtt selbst redt und thut. Kyriel. 4. Du sollst heilgen den siebent Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollst von deinem Thun las⸗ sen ab, daß GOtt sein Werk in dir hab. Kyrieleis. 5. Du sollst ehrn und gehorsam sein dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand ihn'n die⸗ nen kann, so wirst du langs Leben han. Kyrieleis. 6. Du sollst nicht ioͤd⸗ ten zorniglich, nicht has⸗ sen, noch selhst raͤchen dich/ Geduld haben und fanf⸗ ten Muth, und auch dem Feind thun das Gut. Ky⸗ rieleis. 7. Dein Eh sollst du be⸗ wahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein, und halten keusch das Leben dein mit Zucht und Maͤ⸗ ßigkeit fein. Kyrieleis, 8, Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wu⸗ chern jemands Schweiß und Blut; du sollst auf⸗ thun dein milde Hand den Armen in deinem Land. Kyrieleis. 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, nicht m auf den Naͤchsten dein; sein Unschuld sollst auch retten du, und seine Schand decken zu. Kyrieleis. 10., Du sollst. deins Naͤchsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus. Du sollst ihm wuͤnschen alles Gut, wie dir dein Herz selber thut. Kyrieleis. ö ö 11. Die vom Worte GOttes. 15⁷ 11. Die Gebot all uns gehen sind, daß du dein Suͤnd, o Menschenkind, erkennen sollst, und lernen wohl, wie man vor GOtt leben soll. Kyrieleis. 12. Das helf uns der HErr IEsus Christ, der unser Mittler worden ist! Es ist mit unserm Thun verlorn, verdienen doch eitel Zorn. Kyrieleis. Dr. Martin Luther. In eigener Milodie. 191 Di Adams Fall ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen; dasselb Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht konnten gnesen ohn GOttes Trost, der uns erloͤst hat von dem großen Schaden, darein die Schlang Evam be— zwang, GOtts Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Evam hat bracht, daß sie ist abgefallen von GOttes Wort, das sie veracht dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod: so war je Noth, daß uns auch GOtt sollt gehen sein lieben Sohn, der Gnaden Thron, in dem wir moͤchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhohnet: also hat uns ein fremde Huld in Christo all versoͤhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewigs Tods gestorben; also hat GOtt durch Christi Tod ver⸗ neut, das war verdorben. 4. So er uns denn sein Sohn hat gschenkt, da wir sein Feind noch waren, der fuͤr uns ist ans Kreuz ge⸗ henkt, getoͤdt, gen Himmel gfahren, dadurch wir sein vom Tod und Pein er⸗ loͤst, so wir vertrauen in diesem Hort des Vaters Wort: wem wollt vor Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahr⸗ heit und das Leben, des Vaters Rath und ewges Wort, den er uns hat ge⸗ geben zu einem Schutz, daß wir mit Trutz an ihn fest sollen glauben, dar⸗ um uns bald kein Macht noch Gwalt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gott⸗ los und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Menschen sucht, und nicht bei GOtt dem HErren. Denn wer ihm will ein ander Ziel ohn diesen Troͤster stecken, den mag gar bald des Teu⸗ fels Gwalt mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft in GOtt und dem vertraut, der wird nimmer zu Schanden; denn wer auf diesen Fel⸗ sen baut, ob ihm gleich geht zuhanden viel Un⸗ falls hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen/ der sich verlaͤßt auf GOt⸗ tes Trost; er hilft sein Glaͤubgen allen. 8. Ich bitt, o HErr, aus Herzen Grund, du wollst nicht von mir nehmen dein heil⸗ 158 Vom Worte GOttes. heilges Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschaͤmen mein Suͤn und Schuld; denn in dein Huld setz ich all mein Vertrauen; wer sich nun fest darauf verlaͤßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein'n Fuͤßen ist dein heilges Wort ein bren⸗ nende Lucerne, ein Licht, das mir den Weg weist fortzso dieser Morgensterne in uns aufgeht, so bald ver⸗ steht der Mensch die hohen Gaben, die GOttes Geist den'n gwiß verheißt, die Hoffnung darein haben. Lazarus Spengler. In eigener Mlel. oder: HErr IEsus Christ, wahr Mensch und G0lt. 192. Erha uns, HErr, bei deinem Wort, und steur des Papsts und Tuͤrken Mord, die IEsum Chri⸗ stum, deinen Sohn, stuͤrzen wollen von seinem Thron. 2. Beweis dein Macht, HErr IEsu Christ, der du HErr aller Herren bist; beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. GOtt heilger Geist, du Troͤster werth, gieb deinm Volk einrlei Sinn au Erd; steh bei uns in der letzten Noth, g'leit uns ins Leben aus dem Tod. 4. Ihr Anschlaͤh HErr/ sen die mach, laß sie tref⸗ en die bose Sach, und stuͤr⸗ zen in die Grub hinein, die sie machen denChristen dein. 2. 5. So werden sie er⸗ kennen doch, daß du unser dGDOtt lebest noch, und hilfst gewaltig deiner Schaar/ die sich auf dich verlassen gar. Dr. Martin Luther. V. A u. 5 Justus Jonas. In eigener Klelodie. s spricht der 193. E Unweisen Mund wohl: Den rechten GOtt wir meinen; doch ist ihr Herz Unglaubens voll, mit That sie ihn verneinen. Ihr Wesen ist verderbet zwar, vor GOtt ist es ein Greuel gar) es thut ihr'r keiner kein gut. 2. GOtt selbst vom Him⸗ mel sah herab auf aller Menschen Kinder, zu schau⸗ en sie er sich begab, ob er jemand wuͤrd finden, der sein Verstand gerichtet haͤtt, mit Ernst nach GOttes Wort thaͤt, und fragt nach seinem Willen. 3. Da war niemand auf rechter Bahn, sie warn all ausgeschritten; ein jeder ging nach seinem Wahn/ und hielt verlorne Sitten. Es thaͤt ihr'r keiner doch kein gut, wiewohl gar viel be⸗ trog der Muth, ihr Thun sollt GOtt gefallen. 4. Wie lang wollen un⸗ fwissend sein, die solche Muh aufladen, und fressen dafuͤr das Volk mein, und naͤhrn sich mit seinm Schaden? Es steht ihr Trauen nicht f⸗auf GOtt, sie rufen ihn nicht in der Noth/ sie wolln sich selbit versorgen. 5. Darum ist ihr Herz nun⸗ nimmer still, und steht all⸗ zeit in Furchten; GOtt bei den Frommen bleiben will, die ihm mit Glauben ghor⸗ chen. Ihr aber schmaͤht des Armen Rath, und hoͤhnet alles, was er sagt, daß GOtt sein Trost ist worden. 6. Wer soll Israel dem armen zu Zion Heil erlan⸗ gen? GOtt wird sich seins Volks erbarmen und loͤsen die Gefangnen. Das wird er thun durch seinen Sohn, davon wird Jakob Wonne han, und Israel sich freuen. Dr. Martin Luther. In eigener Melodie. swoll uns 194. E GOtt ge⸗ naͤdig sein, und seinen Se⸗ gen geben; sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben/ daß wir erkennen seine Werk, und was ihm liebt auf Erden, und IEsus Christus Heil und Staͤrk bekannt den Heiden wer⸗ den, und sie zu GOtt be⸗ kehren. 2. So danken GOott/ und loben dich die Heiden üͤberglle, und alle Welt/ die freue sich, und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist, und laßt die Suͤnd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, GOtt, und lobe dich das Volk in rem Gemuͤth, guten Thaten; das Land durch bringt Frucht und bessert lich schuͤtzet und sich, dein Wort ist wohl gerathen. Uns segne Va⸗ ter und der Sohn, uns segne GOtt, der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thut vor ihm sich fuͤrchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Dr. Martin Luther. Klel. Erschienen ist der herrlich Tag. 1 eut ist des 195. H HErren Ruhetag, dergesset aller Sorg und Plag; treibt eure Wochenarbeit nicht, kommt vor des Hoͤchsten Angesicht. Hallelujah. 2. Tret't her und fallt auf eure Knie vor GOttes Majestaͤt allhie; es ist sein Heiligthum und Haus, wer Suͤnde liebt, gehoͤrt hin⸗ aus. Hallelujah. 3. Ganz unertraͤglich ist sein Grimm, doch hoͤrt er gern der Armen Stimm; deswegen lobt ihn alle⸗ sammt, das ist der Christen rechtes Amt. Hallelujah. 4. Ruͤhmt unsers GOt⸗ tes Meisterthat, da er aus nichts geschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und was dieselbe in sich haͤlt. Hallelujah. 5. Und als er sie genug schen hat er den Men⸗ chen drauf formirt, und ihn nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Ver⸗ stand erfuͤllt. Hallelujah. 6. Erkennt mit dankba⸗ wie er allein seine Guͤt uns taͤg⸗ ernaͤhrt, und 160 Vom Worte GOttes. und manches Ungluͤck von unsre Herzen auf zu dir, uns kehrt. Hallelujah. daß sich der Suͤndenschlaf 7. Benkt auch, daß heut verlier. Hallelujah. geschehen ist die Auferste⸗ 15. Gieb deiner Aufer⸗ hung IEsu Christ, dadurch stehung Kraft, daß die ser die wahre Freudigkeit in Trost ja bei uns haft, und aller Roth uUns ist bereit. wir uns drauf verlassen Hallelujah. fest, wenn uns nun alle 8. Der von den Juden Welt verlaͤßt. Hallelujah. ward veracht, mit Moͤrdern schaͤndlich umgebracht, da 16. O heilger Geist, laß 6uns dein Wort so hoͤren seine Lehr haͤtt kurzen Lauf, heut und immerfort, daß und mit ihm muͤßte hoͤren sich in uns durch deine auf: Hallelujah: Lehr Glaub, Lieb und Hoff⸗ 9. Der ist erstanden hell nung reichlich mehr. Hall. und klar, und hat erfreut 17. Erleuchte uns, du sein kleine Schaar, die bis wahres Licht, entzeuch uns ans Ende ihn geliebt, und deine Gnade nicht; all un⸗ seinethalben war betrubt. ser Thun auch so regier, Hallelujah daß wir GOtt preisen fuͤr 10. Leibhaftig er sich ih⸗und fuͤr. Hallelujah. nen wies, sich sehen, hoͤrn u ů ö„Mel. Unn danket alle und fuͤhlen ließ, damit ver 6Oit. sichert waͤr ihr Sinn, des Todes Macht sei nun da⸗196. Hennen hin. Hallelujah. IEsu 11. Drum wollen wir Christ, wir daͤnken deiner begehn mit Fleiß den Tag Guͤte, daß du so willig bist, nach recht christlicher Weis; in unsrer ersten Bluͤthe zu wir wollen aufthun un⸗schenken solchen Sinn, der sern Mund, und sagen das sich nach deinem beugt; von Herzensgrund: Hall.:sach nimm doch alles hin, 12. O GOtt, der du den was uns von dir gbzeucht. Erdenkreis erschaffen hast 2. Hab Dank fuͤr deine zu deinem Preis, uns auch Lehr und allzugroße Treue; bewahrt so manches Jahr erleucht uns mehr und in vieler Truͤbsal und Ge⸗mehr, und unser Herz er⸗ ahr: Hallelujah: freue durch deinen Gna⸗ 13. Hilf, daß wir alle denschein. Hilf, daß wir deine Werk, voll Weisheit, nehmen zu im Guten, fuͤhr Guͤte, Kraft und Staͤrk, uns ein zuletzt in deine Ruh. rkennen, und je mehr und 3. Wir wollen nun hin⸗ mehr ausbreiten deines Ra⸗fort zu deinem Dienste mens Ehr. Hallelujah. leben, gehorchen deinem 14. O liebster Heiland Wort, das du uns hast ge⸗ JEsu Christ, der du vom geben. Verleih Bestaͤnd 4 Tod erstanden bist, richt keit, behuͤt uns vor Ru fal; —.—.—— vom Worte GoOttes. 161 fall; regier uns jederzeit, bekehr uns allzumal. Johan Caspar Schade. HErr, ich habe mißgehandelt. 197 Esu, komm mit deinem Vater, komm zu mir, ich liebe dich. Komm, o treuer Seelenrather, heilger Geist besitze mich. Laß mich, o dreieinges Wesen, dir zur Wohnung sein erlesen. 2. Laß mich, JIEsu, dei⸗ nem Worte vollen Glau⸗ ben stellen zu; denn es ist die rechte Pforte zu der suͤßen Seelenruh. Rie⸗ mand kann den Trost er⸗ gruͤnden, der in deinem Wort zu finden. 3. Sende nun, o Vater, sende deinen Geist von dei⸗ nem Thron, der mein Herz zu dem nur wende, was dein allerliebster Sohn, des⸗ sen Wort wir angehoͤret, uns von deinem Willen lehret. 4. Von mir selbst kann ichs nicht fassen, mein Herz ist verfinstert ganz; ich geh auf den Irrthumsstraßen, wo nicht deines Geistes Glanz den verblendten Sinn regieret, und zur hellen Wahrheit fuͤhret. 5. Zuͤnd doch an die Lie⸗ beskerzen, und durchhitze Geist und Muth; werther Geist, laß unsre Herzen brennen in der reinen Glut; schaff, daß deine heilgen Flammen schlagen uͤber uns zusammen. Mel. Gemuͤthe, was mir JIEsus zugesagt, daß ich traue sei⸗ ner Guͤte, wenn vielleicht der Zweifel fragt: ob auf meine Bitt und Flehen Huͤlf und Rettung werd ergehen. 7. Es kann keine Noth nicht haben, weil mein IEsus wohnt in mir; ich enieße seiner Gaben, die sein Geist in mir stellt fuͤt, wenn ich ihn bestaͤndig liebe, und in seinem Wort mich uͤbe. 8. Wer nach seinem Wort nicht lebet, und ihn nicht von Herzen liebt, nur nach schnoder Wollust stre⸗ bet, der muß ewig sein be⸗ truͤbt: GOtt wird nicht in ihm mehr wohnen, son⸗ dern ihn mit Zorn belohnen. 9. Mein Herz, du darfst nicht erschrecken, IEsus ist dein Aufenthalt; denn sein Friede wird dich decken wider alle Feinds Gewalt, der vergeblich auf dich stuͤr⸗ met, weil sein Friede dich beschirmet. 10, Fahre hin mit dei⸗ nem Friede, mehr als feind⸗ gesinnte Welt, deiner werd ich zeitlich muͤde, weil dein Friede bald zerfalt. GOt⸗ tes Fried erfreut die Her⸗ zen; Welt, dein Friede bringet Schmerzen. 11. Nun soll weder Angst noch Leiden, IEsu, keine Macht noch List mich von deiner Liebe scheiden, weil dein Friede bei mir ist; ja es sollen meine Sinnen nichts als JIEsum liebge⸗ 6. Fuͤhre mir stets zu winnen. 12. JC⸗ 162 vom Worte GOttes. 12. IEsu, der du vor⸗ gegangen durch den Tod zum Vater hin, hol mich, der ich mit Verlangen dir zu folgen willig bin; willst du, ich will gern aufstehen, und mit dir von hinnen 2 L gehen. Zuliane Patientia von Schultt. Mel. valet will ich dir geben. aß mich dein 198. L sein und bleiben, du treuer GOtt und HErr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. HErr/ laß mich nur nicht wanken, gieb mir Bestaͤndigkeit; da⸗ fuͤr will ich dir danken in alle Ewigkeit. Rit. Selneccer. In eigener Melodie. 199 Len JEsu/ 1 wir sind hier, dich und dein Wort anzu⸗ horen: lenke Sinnen und Begier auf die süßen Him⸗ melslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß verhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hel⸗ lem Licht erfuͤllet. Gutes denken, thun und tichten mußt du selbst in uns ver⸗ richten. 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht von Licht aus GOtt geboren, mach uns allesammt bereit, oͤffne Her⸗ zen, Mund und Ohren; inser Bitten, Flehn und Singen laß, HErr IEsu⸗ wohl gelingen. Tobias Clausnider. llst alel. Dirs sind die heil⸗ gen zehn Gebot. 00 ensch, willst du leben seliglich, und bei GOtt bleiben ewiglich, sollst du halten die zehn Gebot, die uns gebeut unser GOtt. Kyrieleis. 2. Dein GOtt allein und HErr bin ich, kein ander GOtt soll irren dich: trauen soll mir das Herze dein, mein eigen Reich sollst du sein. Kyrieleis. 3. Du sollst mein Na⸗ men ehren schoͤn, und in der Noth mich rufen an. Du sollst heilgen den Sah⸗ bathtag, daß ich in dir wirken mag. Kyrieleis. 4. Dem Vater und der Mutter dein sollst du nach mir gehorsam sein; nie⸗ mand todten noch zornig sein, und deine Eh halten rein. Kyrieleis. 5. Du sollst einm andern stehlen nicht, auf niemand Falsches zeuge nicht; dei⸗ nes Raͤchsten Weib nicht begehrn, und all seins Guts gern entbehrn. Ky⸗ rieleis. Dr. Martin Luther. Mel. Liebster JEsu, wir sind hier. Mun Gott 201. N Lob, es ist vollbracht Singen, Beten Lehren, Hoͤren; GOtt hat alles wohl gemacht, drum laßt uns sein Lob v er⸗ Vom Worte G0ttes. 163 vermehren: unser GOtt sei hoch geyreiset, daß er uns so herrlich speiset, 2. Weil der GOttesdienst ist aus, und uns mitge⸗ theilt der Segen, so gehn wir mit Freud nach Haus, wandeln fein auf GOttes Wegen; Gottes Geist uns ferner leite, und uns alle wohl bereite. 3. Unsern Ausgang seg⸗ ne GOtt, unsern Eingang gleichermaaßen; segne un⸗ ser taͤglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Ster⸗ ben, und mach uns zu Himmelserben. Hartmann Schenck. In eigener Mel. oder: was mein GoOtt will, das gscheh allzeit. He HErre 202. GᷣOtt, dein goͤttlich Wort ist lang verdunkelt blieben, bis durch dein Gnad uns ist gesagt, was Paulus hat geschrieben und andere Apostel mehr aus deinm goͤttlichen Munde. Das danken dir mit Fleiß, daß wir erlebet han die Stunde. 2. Daß es mit Macht an Tag ist bracht, wie klaͤr⸗ lich ist vor Augen. Ach GOtt, mein HErr, erbarm dich der'v, die dich noch ietzt verleugnen, und ach⸗ ten sehr auf Menschenlehr, darin sie doch verderben. Deins Worts Verstand mach ihnen bekannt, daß sie nicht ewig sterben. 3. Willst du nun fein gut Christe sein, so mußt du erstlich glauben; setz dein Vertraun, darauf fest bau Hoffnung und Lieb im Glauben allein durch Christ zu aller Frist; dein Naͤch⸗ sten lieb darneben; das Gwissen frei, rein Herz dabei, das kein Kreatur kann geben. 4. Allein, HErr, du mußt solches thun doch gar aus lautern Gnaden; wer sich deß troͤst, der ist erlöst, und kann ihm niemand scha⸗ den; ob wollten gleich Papst, Kaiser, Reich sie und dein Wort vertreiben, ist doch ihr Macht gen dir nichts g'acht, sie werd'ns wohl lassen bleiben. 5. Hilf, HErre GOtt, in dieser Noth, daß sich die auch bekehren, die nichts be⸗ trachtn, dein Wort ver⸗ achtn, und wollens auch nicht lehren. Sie sprechen schlecht: es sei nicht recht, und habens nie gelesen, auch nie gehoͤrt das edle Wort. Ists nicht ein teuf⸗ lisch Wesen? 6. Ich glaub gwiß gar, daß es sei wahr, was Pau⸗ lus uns thut schreiben: Eh muß geschehn daß alls ver⸗ geh, dein goͤttlichs Wort soll bleiben in Ewigkeit, waͤr es auch leid vieln hart verstockten Herzen; kehrn sich nicht um, wer⸗ den sie drum leiden gar große Schmerzen. 7. GOtt ist mein HErr, so bin ich der, dem Ster⸗ ben kommt zu gute, da⸗ durch uns hast aus aller Last 16⁴ Vom Worte GOttes. Last erloͤst mit deinem Blute. Das dank ich dir/ drum wirst du mir nach deinr Verheißung geben; was ich dich bitt, versag mirs nicht im Tod und auch am Leben. 8. HErr, ich hoff je, du werdest die in keiner Noth verlassen, die dein Wort recht, als treue Knecht, im Herzn und Glauben fassen; giebst ihn'n bereit die Seligkeit, und laͤßt sie nicht verder⸗ ben. O HErr, durch dich, bitt ich, laß mich froͤhlich und willig sterben. A. H. 3. W. Mel. O JEsu Christ, meins Lebens Licht. 203 JEsu Chri⸗ ste, wah⸗ res Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Heerd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfuͤllmitdeinem Gna⸗ denschein, die in Irrthum verfuͤhret sein; auch die so heimlich fichtet an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst ver⸗ laufen hat von dir, das su⸗ che du mit Gnad/ und sein oerwundt Gewifsfen heil, laß sie am Himmel haben Theil. 4. Den Tauben oͤffne das Gehoͤr, die Stummen rich⸗ tig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt; versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im weifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich, fuͤr solche Gnade preisen dich. Johann Heermann. Mlel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. Mensch/ wie 2 04.O ist dein Herz bestellt? Hab Achtung auf dein Leben. Was traͤgt fuͤr Frucht dein Herzens⸗ feld? sinds Dornen oder Reben? Denn aus der Frucht kennt man die Saat/ auch wer das Land besaͤet hat, GOtt oder der Ver⸗ derber. 2. Ist nun dein Herz dem Wege gleich und ei⸗ ner Nebenstraßen, da auf dem breiten Lastersteig die Voͤgel alles fraßen: ach pruͤfe dich, es ist kein Scherz; ist so bewandt dein armes Herz, so bist du zu beweinen. 3. Denn ist der Saame weggerafft, vertreten und gefressen, so hast du keine Glaubenskraft noch See⸗ lenspeis zu essen; faͤllt dir ins Ohr der Saame nur, und nicht ins Herz, so ist die Spur zum Le⸗ ben ganz vertreten. 4. Ist auch dein Herze Felsenart, verhaͤrtet durch die Suͤnden, so ist der Saame schlecht verwahrt auf solchen Felsengruͤnden. Ein Felsenstein hat keinen Saft, drum hat der Saa⸗ me Vom Worte GoOttes. me keine Kraft zu sprießen und zu schießen. 5. So lang noch nicht zerknirscht dein Herz, und vom Gesetz zerschlagen durch wahre Buße, Reu und Schmerz, so kanns nicht Fruͤchte tragen. Be⸗ denk es wohl und thue Buß, glaub fest und falle GOtt zu sen. so ist dein Herz +* en. 6. Oft ist das Herz auch Dornen voll, mit Sorgen angefuͤllet; oft lebet es in Reichthum wohl, da wird der Saam verhuͤllet; ja er ersticket ganz und gar, und wird nicht einmal offenbar/ das ist wohl zu beklagen. 7. So geht es, wenn man nur um Geld und Reichthum ist bemuͤhet, und nur nach Wollust dieser Welt mit Aug und Herze siehet; da kann kein Gutes haben statt, wo man der Wollust nicht wird satt: der Saame muß ersticken. 8. Doch ist, GOtt Lob, noch gutes Land auf dieser Welt zu finden, das GOtt dem HErrn allein bekannt, da in den Herzensgruͤnden der Saame, den GOtt ein⸗ gelegt, noch hundertfaͤltig Fruͤchte traͤgt: das sind die rechten Herzen. 9. Wer Ohren hat, der hoͤre doch, und pruͤfe sich ohn Heucheln, dieweil es heute heißet noch: hier muß sich keiner schmeicheln. Die Zeit vergeht, das Ende naht; faͤllt auf kein gutes Land die Saat, so mußt du lewig sterben. 16⁵5 10. HErr IEsu, laß mein Herze sein zerknirschet und zerschlagen, damit der Saame dring hinein, und laß ihn Fruͤchte Lolgeg die mir im Himmel folgen nach, da ich sie finde tau⸗ sendfach: das wuͤnsch ich mit Verlangen. Laurentius Laurenti. Mel. Erhalt uns BeErr bei deinem Wort. 205* GErr, oͤffne mir die Herzensthuͤr, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir; laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund; dein Wort ist, das mein Herz erfreut, dein Wort giebt Trost und Se⸗ ligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heil⸗ gen Geist in einem Thron! Der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewig⸗ keit. Johann Olearius. In eigener Melodie. — GOtt, du 206. O unser Va⸗ ter bist durch XVEsum Christ; gieb deinen Geist uns alln gemein, der uns zur Wahr⸗ heit leite. Erhoͤr uns doch zu dieser Stund, oͤffne den Mund deins Dieners, daß er dein Wort rein und frei⸗ muͤthig ausbreite; dazu, o HErr, gnaͤdiglich oͤffne uns Herzn und Ohren, daß 968 as 166 Vom Worte G0ttes. das hoͤr'n fleißiglich, und treuelich bewahren, auf daß wir moͤgen fruchtbarlich dein Lob allzeit werklären. Mel. faͤllt? 3. Sollt ich den falschen Hier legt mein Zinn sich vor dir nieder. 207. Menschenkindern des Gei⸗ stes Trieb in mir verhin— dern, und nicht, bei so viel Heuchelschein, ein treuer Zeuge GOttes sein? 2. Rher ich des Hoͤchsten Wort verschweige nicht dem Hause gen, wie schaͤndlich schs vor GOtt verstellt, darum weils Menschen nicht ge⸗ Stricken sich verbinden/ ein Nichts/ ein Gras/ ein schnd⸗ des Heu, ein Dampf, ein 14— CSotboch Spreu. 8. So hoch sie sind in ihren Sinnen, so werden sie doch endlich innen, daß 3sall ihr Thun zur Hoͤllen faͤhrt, und nur auf kurze 2 hier waͤhrt. 9. Wer bin ich denn, den sie verschmähen? Ists denn auf mich nur angesehen? Ists GOtt nicht, der mich reden heißt, und treibt mich nicht sein werther Geist? 10. Weß ist das Amt, das ich hier trage? Wer for⸗ derts, daß ichs ihnen sage? Ists nicht des großen GOt⸗ tes Mund, der thut durch mich sich ihnen kund? Christen heucheln, und der 11. Ei sollt mein GOtt gottlosen Rotte schmeichelnlmich auch nicht schuͤtzen, um eine Hand voll zeitlich wenn sie mit Wuͤthen auf Korn, und zu entgehn der mich blitzen? Sollt dessen Menschen Zorn? Huld in aller Pein mir nicht 4. Sollt ich die Boͤsen sein suͤßes Labsal sein? selig preisen, die weder Licht 12. Du kennst mich ja, noch Glauben weisen, um du Menschenhuͤter, daß derer Gunst und Liebes- mirs nicht um die schnoͤden wind, die doch nur Feinde Guͤter zu thun, noch um GOttes sind? die Gunst der Welt, die 5. Sollt ich die GOttes manchen so gefangen haͤlt. Kinder nennen, die weder 13. Die Liebe Christi, GOtt noch Christum ken⸗die mich dringet, die ists, nen, die bei der Wahrheit die mich im Geiste zwinget, hellem Schein so arg als mit Rufen, Locken, Bitten, blinde Heiden sein? Flehn der Menschen See⸗ 6. Wer sind die denn,len nachzugehn. die mich verlassen und mich 14. Daruͤber will ich als ein Fegopfer hassen? gerne leiden, kein Kreuz Wer sind sie, die so zor⸗noch Syott der Boͤsen mei⸗ niglich ihr Herz verbitternsden; sei du mir nur bei wider mich? Hohn und Spott nicht 7. Es sind nur Menschen, schrecklich, du getreuer GOtt. die mit Suͤnden und losen 15. Hier Vom Worte GOttes. 167 15. Hier ist mein Blut, mein armes Leben, soll ichs bei deinem Wort hingeben; ja, HErr, dein Will gescheh an mir, bring nur dadurch 121 6580 herfuͤr. Ich weiß, dein Wort wird⸗ endlich siegen, das finstre Reich muß unten liegen; den Sieg wird man in kurzem sehn, sollts auch durch Maͤrtrerblut ge⸗d ehn. 17. Ach staͤrke mich doch auch, mein Retter, damit durch alle Donnerwetter mein Zeugniß fest und freu⸗ dig sei: es ist gewagt, Gott steh mir bei! Johann Foseph Winckler. Mel. Es ist das Heil uns kommen 170 * ir Men⸗ 208. W;ü schen sind zu dem, o GOtt, was geist⸗ lich ist, untůüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wich⸗ tig. Wir wissen und ver⸗ stehens nicht, wo uns dein goͤttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zei⸗ ten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch dieselben wuͤrd bekannt dein heilger Will und Rechte. Zum letzten ist dein ein⸗ ger Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen/ uns zu lehren. 3. Fuͤr solches Heil sei, HErr, gepreist, laß uns da⸗ bei verbleiben, und gieb uns deinen heilgen Geist/ daß wir dem Worte glaͤuben, dasselb annehmen jederzeit mit Sanftmuth, Ehre, Lieb und Freud als GOttes nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spoͤtter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespoͤtt sammt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Oeffn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hoͤrer nur allein des Wortes, sondern Thaͤter sein, Frucht hundertfaͤltig bringen. 6. Am Weg der Saame wird sofort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekom⸗ men; der Saam, so in die Dornen faͤllt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, HErr, daß wir werden gleich dem gu⸗ ten fruchtbarn Lande, und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande; viel Fruͤchte bringen in Ge— duld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gu⸗ tem Herzen. 8. Laß uns so lang wir leben hier, den Weg der Suͤnder meiden; gieb, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden; rott aus die Dornen all⸗ zu⸗ —7 168 Von der Taute. zumal, hilf uns die Welt⸗ w daͤmpfen. as uns GOtt vom Him⸗ sorg uͤberall und boͤse Luͤste mel lehret. ö dem, der mit 2. Wohl 9. Dein Wort, o HErr, Lust und Freude das Ge⸗ laß allweg sein die Leuchte setz des Hochsten treibt, und unsern Fuͤßen; erhalt es hier, als auf suͤßer Weide/ bei uns klar und rein; hilf, Tag und Nacht bestaͤndie daß wir draus genießen bleibt: dessen Segen waͤchst Kraft, Rath und Trost in und bluͤht wie ein Palm⸗ aller Roth, daß wir im baum, den man sieht bei Leben und im Tod bestaͤn⸗den Fluͤssen an der Seiten dig darauf trauen. seine frischen Zweig aus⸗ 10. GOtt Vater, laß zu breiten. deiner Ehr dein Wort sich 3. Also, sag ich, wird auch gruͤnen, wer in GOt⸗ weit verbreiten. Hilf, JEsu, tes Wort sich uͤbt; Luft daß uns deine Lehr erleuch⸗ ten möͤg und leiten. O heil⸗TUund Sonne wird ihm die⸗ ger Geist, dein goͤttlich Wortnen, bis er reife Fruͤchte laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. D. Denicke. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 5 ohl dem 209. Wé Menschen/ der nicht wandelt in gottlo⸗ ser Leute Rath; wohl dem/ der nicht unrecht handelt, noch tritt auf der Suͤnder Pfad; der der Spoͤtter Freundschaft fleucht, und von ihren Sesseln weicht; giebt; seine Blaͤtter werden alt und doch niemals un⸗ gestalt; GOtt giebt Gluͤck zu seinen Thaten, was er macht, muß wohl gerathen. 4. Aber wen die Suͤnd erfreuet, mit dem gehts viel anders zu; er wird wie die Spreu zerstreuet von dem Wind im schnellen Nu. Wo der HErr sein Haͤuflein richt, da bleibt kein GOtt⸗ loser nicht. Summa: GOtt liebt alle Frommen, und wer boͤs ist, muß umkom⸗ der hingegen herzlich ehret, men. Paul Gerhard. II. Von In eigener Melodie. der Taufe. ten uns ein Bad, zu wa⸗ schen uns von Suͤnden, hrist unser ersaͤufen auch den bittern 210. C HErr zum Tod durch sein selbst Blut Jordan kam nach seines Vaters Willen, von Sanet Johanns die Taufe nahm, enn Werk und Amt zu rfuͤllen. Da wollt er stif⸗ und Wunden: es galt ein neues Leben. ö 2. So hoͤrt und merket alle wohl, was GOtt heißt selbst die Taufe, und was ein Von der TDauke. 169 ein Christe glauben soll, zu meiden Ketzerhaufen. GOtt spricht und will, daß Was⸗ ser sei, doch nicht allein schlecht Wasser; sein hei⸗ ligs Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohn Mga⸗ ßen: der ist allhie der Taͤufer. 3. Solchs hat er uns beweiset klar mit Bilden und mit Worten: des Va⸗ ters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hoͤrte; er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen; den will ich euch befohlen han, daß ihr ihn hoͤret alle und folget seiner Lehre. 4. Auch GOttes Sohn hie selber steht in seiner zarten Menschheit; der hei⸗ lig Geist hernieder faͤhrt, in Tauben Bild verkleidet: daß wir nicht sollen zwei⸗ feln dran, wenn wir ge⸗ taufet werden, all drei Per⸗ son getaufet han, damit bei uns auf Erden zu woh⸗ nen sich ergeben. 5. Sein Juͤnger heißt der Hérre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Suͤnden ist, sich soll zur Buße keh⸗ ren. Wer glaubet und sich taufen laͤßt, soll dadurch selig werden; ein neuge⸗ borner Mensch er heißt/ ger nicht mehr koͤnne ster⸗ ben, das Himmelreich soll erhen. ö‚ 6. Wer nicht glaubt die⸗ ser großen Gnad/ der bleibt in seinen Suͤnden, und ist verdammt zum ewgen Tod, tief in der Hoͤllen Gruͤn⸗ den. Nichts hilft sein eigen Heiligkeit, all sein Thun ist verloren: die Erbsuͤnd machts zur Nichtigkeit, darin er ist geboren; ver⸗ mag ihm selbst nicht z helfen. 7. Das Aug allein das Wasser sieht, wie Men⸗ schen Wasser gießen: der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes IEsu Christi; und ist vor ihm ein rothe Flut, von Chri⸗ sti Blut gefaͤrbet, die al⸗ len Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst be⸗ gangen. Dr. Martin Luther. Mel. Allein GoOtt in der HBöh sei Ehr. 211 Ott Vater/ — Sohn und heilger Geist, du GOtt von großer Guͤte, sei jetzt und immerdar gepreist mit dank⸗ barem Gemuͤthe, daß du aus unverdienter Gnad mich durch das heilge Was⸗ serbad von Suͤnden abge⸗ waschen. 2. HErr, ich bekenne, daß ich bin gezeugt aus Suͤndensaamen, ein Kind des Zorns, das immerhin entheiligt deinen Namen; ich weiß, daß von Natur ich leb ohn deine Furcht, und widerstreb, GOtt, dei⸗ nem Wort und Willen. 3. Du aber hast, o Va⸗ ter, mich, da ich war ganz verloren, zu dir gezogen gnaͤdiglich und wieder neu geboren durchs Wasserbad heilgen Tauf, daß ich in 1700 Von der Tauke. Schwachheit thu, das wollst du mir verteihen, und mir es ja nicht rech⸗ cht nen zu; die Gnade auch Natur verschuldt, und 5 6. Weil in der Tauf auch JEsus Christ von mir ist angezogen, so hilf, daß durch des Satans List ich nimmer werd betrogen; denn die nun GOttes Tem⸗ pel seind, die bleiben vor dem boͤsen Feind in deiner Gnade sicher. 7. O HErr, an diese Wuͤrdigkeit, die du mir wollen schenken, laß mich jetzund und alle Zeit in meiner Noth gedenken, daß ich dadurch ein Herze faß⸗ und immer mich darauf verlaß, daß du mir Huͤlf versprochen. 8. Ich hab auch bei dem Wasserbad mich dir zu Dienst verbunden; drum gieb, daß keine Suͤnden⸗ that in mir werd herrschend funden. Gieb, daß fuͤr deine Guͤt und Treu ich den Gehorsam stets erneu, den ich da angelobet. 9. Und so ich was aus verleihen, daß ich in dir bestaͤndig bleib, bis du die Seele von dem Leib zu dir hinauf wirst nehmen. Justus Gesenius. Mel. Christ unser HErr zum Jordan kam. 212 GOtt, da — ich gar kei⸗ nen Rath fuͤr meine Seel konnt finden, hast du mich durch das Wasserbad ge⸗ waschen rein von Suͤnden; dabei du klaͤrlich hast er⸗ weist uns durch ein sicht⸗ bar Zeichen, oVater, Sohn und heilger Geist, es sei nichts zu vergleichen mit deiner Gnad und Liebe. 2. Denn willig und von Herzensgrund, sobald ich zu bir kommen, hast du mich auf in deinen Bund, zum Kind auch angenom⸗ men. Du hattest Ursach, mich vielmehr zu strafen und zu hassen, und hast, o großer GOtt, so sehr her⸗ unter dich gelassen, den Bund mit mir gestiftet. 3. Dadurch bin ich nun, als dein Kind, versichert deiner Gnaden; was sich fuͤr Schwachheit an mir findt, das laͤßt du mir nicht schaden; den Geist der Kindschaft giebst du mir/ und wenn ich vor dich trete/ mein Herz ausschuͤtte/ GOtt, vor dir, nach dei⸗ nem Willen bete, werd ich allzeit erhöret. 4. Hin⸗ Von der Taute. 171 4. Hingegen hab ich mich verpflicht, ich woll ein gut Gewissen fort bei des Glau⸗ bens Zuversicht zu halten sein geflissen; dich Vater, Sohn und Geist allzeit fuͤr meinen GoOtt erkennen, und sammt der werthen Christenheit mit Ehrerbie⸗ tung nennen den eingen HErrn und Vater. 5. Ich hab dem boͤsen sehen entsagt, auch allen einen Werken; und dieser Bund, der ihn verjagt, kann gegen ihn mich staͤrken. Ich bin, o GOtt, dein Tempel nu/ und wieder neu geboren/ auf daß ich rechte Werke thu, dazu ich bin erkoren, und die du selbst befohlen. 6. Der alte Mensch muß sterben ab, der neue aber le⸗ ben; den boͤsen Luͤsten, die ich hab, muß ich stets wi⸗ derstreben; ich muß dem Guten hangen an, verrich⸗ ten deinen Willen, mit Fleiß und Sorgfalt denken dran, daß ich ihn moͤg erfuͤllen durch deine Kraft und Staͤrke. 7. GOtt Vater, Sohn und Geist, verleih, daß ich fest an dich glaͤube, mich meines Taufbunds troͤst und freu, darin bestaͤndig bleibe; als dein Kind Teufels Wer⸗ ke haß, die bͤsen Luͤste daͤm⸗ pfe, das Gut zu thun nie werde laß, bis an das End hier kaͤmpfe, und dort dein Reich ererbe. J. Bornschürer. Mel. Nun freut euch, lie⸗ ben Christen gmein. IEsu Christ 213. Oh weale dich mit froͤhlichem Ge⸗ muͤthe, daß du mich so ge⸗ naͤdiglich nach deiner gro⸗ ßen Guͤte durch deine Tauf errettet hast von aller mei⸗ ner Suͤndenlast, und mir dein Heil geschenket. 2. Sobald mein Haupt dein Wasserguß begonnte zu begießen, da ließt du dei⸗ nen Liehesfluß auch in mein Herze fließen; ein goͤttlich Leben gabst du mir, dein Geist verband mein Herz mit dir, ich ward aus GoOtt geboren. 3. Du wuschest meine Seele ab von allen Suͤn⸗ denflecken, und ließest also in ein Grab des Fleisches Macht verstecken; es ward in deinen Tod getaucht, was Satanas vorher ge⸗ braucht, ins Elend mich zu bringen. 4. So stelletest du hei⸗ lig dar vor deines Vaters Throne und vor der Aus⸗ erwaͤhlten Schaar mich in der schoͤnen Krone der goͤtt⸗ lichen Gerechtigkeit; du wurdest selbst mein Eh⸗ renkleid, darin ich konnte prangen. 5. Kein Engel war so schoͤn als ich, da ich dich angezogenz ich prangte mehr als koͤniglich: du wurdest selbst bewogen, mich nun zu nennen deine Braut, im Glauben ward ich dir vertraut: so hoch ward ich erhoben. 6. Da ward mir auch zugleich das Recht zu dei⸗ nem Reich gegeben; ich war von goͤttlichem Ge⸗ 8* schlecht 17² Von der Taute. schlecht, du wurdest selbst mein Leben, weil ich an deinem dei⸗ zer Art mein Leben konnte fuͤhren. 7. Doch mußte dies ver⸗ borgen sein, die Schoͤnheit waͤrd verdecket, da man mich also tauchte ein, und unters Kreuz verstecket. Es mußte nun ans Leiden gehn, bis ich auch daherm kdunte stehn in offenbarer Klarheit. 8. So war es zu dersel⸗ ben Stund, als ich ward aufgenommen in diesen heil⸗ gen Gnadenbund und in die Zahl der Frommen. Wie ist es gber nun mit mir? mein Heiland, soll ich jetzo dit nicht gleichfalls angehoͤren? 9. Ach ja! es ist noch dieser Bund mein Siegel im Gewissen, das mich ver⸗ sichert alle Stund, wie du noch seist geflissen, mich zu erhalten, daß ich kann noch stets die Frage stellen an: Bin ich nicht, GOtt, dein eigen? 10. Hast du mich nicht zu deinem Kind in deinem Sohn erwaͤhlet? Hast du mich nicht von aller Suͤnd in Gnaden losgezaͤhlet? Ist nicht dein Bund ein ewger Bund? Hat solchen nicht dein theurer Mund mit ei⸗ nem Eid versiegelt? 11. Geht mich nicht auch das alles an, was Christus hat erworben? Hat ers nicht mir zu gut gethan? Ist er mir nicht gestorben? Ist sein Verdienst mir nicht ge⸗ schenkt, da ich im Glauben nem Leibe ward ein Glied, und nun nach ward versenkt in seine Gnad und Guͤte? 12. Drum bleib ich ja dein Eigenthum, das du dir nicht laͤßt nehmen; der Suͤnden Macht wird wie⸗ derum mich nimmermehr beschaͤmen; du willst und kannst den lassen nicht, der auf dich seine Zuversicht von ganzem Herzen setzet. 13. Zwar hab ich auch durch viele Schuld den Gnadenbund zerrissen, bin unwerth worden deiner Huld; doch bin ich nun beflissen, daß durch die Buße diefer Bund befestigt werde, weil der Grund bei dir noch feste stehet. 14. Ich steh im Kamyfe wider mich, mein Fleisch und Blut zu zwingen: der Geist kaͤmpft in mir ritter⸗ lich, wenn Luͤste auf mich dringen. Laͤßt mir der Sa⸗ tan keine Ruh, stuͤmt auch die Welt mit auf mich zu, so geb ich nicht gewonnen. 15. Denn weil ich nun getaufet bin mit deinem Lie⸗ besfeuer, das ganz durch⸗ gluͤhet meinen Sinn:ist mür sehr werth und theuer dein goͤttlichs Wort, das weiset mir/ wie ich soll fliehen fuͤr und fuͤr, was dir nicht wohl⸗ gefaͤllet. ö 16. Gieb nun, daß deine Lieb in mir stets treibe mein Gemuͤthe, daß ich michsehne stets nach dir, und mich vor Suͤnden huͤte. Du Liebe thust mir viel zu gut; gieb/ daß ein jeder Tropfen Blut von deiner Liebe walle. Chr. Jac. Koitsch. III. Vom Vom heiligen Abendmahl. 173 III. Mlel. Hreu dich sehr, o meine Seele. 0 Osch Gnad uͤber 214. A alle Gnaden, heißet das nicht Guͤtigkeit? IEsus hat uns selbst ge⸗ laden zu dem Tisch, den er bereit. JEsus bitt uns selbst zu Gast., daß wir, aller Sorgen-Last, aller Suͤnd und Noth entnom⸗ men, zu dem Himmel moͤch⸗ ten kommen. 2. IEsus Ehristus will uns speisen, und auch selbst die Koͤste sein: heißet das nicht Gnad erweisen? O mein liebstes IEsulein! Solches ist an keinem Ort, o mein liebster Seelenhort, zonst gehoͤret noch gesehen, solches ist sonst nie ge⸗ schehen. 3. Hast du dich doch schon gegeben unsertwegen in den Tod, daß wir moeh⸗ ten wieder leben frei von aller Qual und Noth; aber deiner Liebe Macht hat dich auch dahin ge⸗ bracht, daß du deinen Leib uns schenkest, und mit dei⸗ nem Blute traͤnkest. 4. Hier sieht man dein treu Gemuͤthe: du bist sonst der Arzt allein, doch S willst du aus lauter Gute auch die Arznei selbsten sein; du giebst dich selbst uns zu Theil, daß wir moͤchten werden heil von den tiefen Seelenwunden, die sonst waren unver⸗ bunden. Vom heiligen Abendmahl. 5. Ach zu dir komm ich geschritten, o mein liebster IEsu Christ, und will dich im Glaͤuben bitten, weil fuͤr mich bereitet ist jetzo dein Genadentisch, daß ich meine Seel erfrisch, und vor Hunger nicht vergehe, wenn mir meine Kraft entstehe. 6. Ach so wollest du mich laben mit dem rech⸗ ten Himmelsbrod, und mit reichem Trost begaben wi⸗ der Hoͤlle, wider Tod. Ach laß deine Lebens⸗ Quell auch mich machen weiß und hell; traͤnke mich, eh ich ersterbe, und vor gro⸗ ßem Durst verderbe. 7. Dir will ich anietzo schicken mein ganz muͤd⸗ und mattes Herz, ach das wollest du erquicken, weil es fast vergeht vor Schmerz. O mein Arzt, du kannst allein mich von Suͤnden machen rein; du alleine kannst mich heilen von der Suͤnden Eiterbeulen. Anna Sophie, Landgr. zu Hessen Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. Hls Osch komm, du 215. suͤßer Her⸗ zensgast, du Labsal meiner eele, bei der du deine Wohnung hast in dieser Jammerhoͤhle. 2. Reut aus, du theu⸗ res Glaubenspfand, was nicht dein eigen heißet; ach beut dem Willen doch die Hand, der sich der Welt entreißet. 3. Es 17⁴ Vom heiligen Abendmahl. 3. Es schaut dein hol⸗ der Gnadenblick die Suͤn⸗ den⸗Gruft im Herzen, und zeucht sich dennoch nicht zuruͤck; er sieht auf Christi Schmerzen. 4. Ich oͤffne dir Herz, „Seel und Sinn mit bruͤn⸗ sigem Verlangen, dich, meine Ruh und mein Ge⸗ winn, recht freudig zu empfangen. 5. Komm,/ komm und halt dein Abendmahl mit deinem schwachen Kinde, auf daß dein wundersuͤßer Strahl mich inniglich ent⸗ zuͤnde. 6. Dein Manna schmeckt nach Himmelslust, dein Brunnaquell fleußt ins Le⸗ ben; davon das, was uns nicht bewußt/ zu schmecken wird gegeben. 7. Es ist wohl ein ver⸗ borgner Schatz, doch bringt er Geist und Leben,(und laͤßt den Suͤnden keinen Platz), die Andacht zu er⸗ heben. 8. So kehrt GOtt zu der Seelen ein mit allen seinen Guͤtern, und uaden en seine Kraft gemein himmlischen Gemuͤthern. 9. Da liegt des Teufels Macht zerstreut, die Welt ist uͤberwunden; und fuͤhrt des Geistes Freudigkeit die Suͤndenlust gebunden. 10. GOtt zeigt, was zu erwarten sei guf wenig Kreuzesstunden, wenn wir/ von diesen Fesseln frei, die Freiheit so gefunden. 11 Da, Seel und GOtt in rech da verbindt sich vertrauter Liebe; was nicht ist goͤttlich, wird zu Spott vor diesem Himmelstriebe. 12. Wie leicht ist da des Heilands Joch, wie sanft islseine Buͤrde. Ach,spricht die Seel, daß ich jetzt doch ein Himmels⸗Buͤrger wuͤrde! 13. Mein GOtt, wann zeuchst du mich zu dir, wann werd ich dahin kommen, daß ich dein Antlitz fuͤr und fuͤr anschaue mit den Fromen? 14. Ich glaube doch, ich werde sehn das Gut im Freudenhimmel, und dort vor deinem Throne stehn nach diesem Weltgetuͤmmel. 15. Du Geist der Gna⸗ den, steh mir bei, und laß mich ja nicht fallen; mach meinen Gang gewiß und frei, ach leite mich in allen. 16. Ach streite wider mei⸗ nen Feind, so kann und werd ich siegen, und wenn ers gleich aufs aͤrgste meint/ kannst du nicht unterliegen. 17. Drum nimm mein Herz dir gaͤnzlich ein, und slaͤrk es aus der Hdöhe; dann werd ich vollig selig sein/ wenn ich dich ewig sehe. L. Mencke. Mel. O Gott, du frommer GOtt. 216. A˖ wenn ich mich doch konnt in IEsu Liebe sen⸗ ken, und alle Augenblick an IEsu Liebe denken! Mir deucht, ich hoͤre stets, als wenn mir was zuspricht Vergiß bei Leibe du der Liebe JEsu nicht. — 2. Ach Vom heiligen Abendmahl. 17⁵ 2. Ach wie koͤnnt ich doch auch, mein JEsu, dein ver⸗ gessen? Das, was ich oft⸗ mals hab getrunken und gegessen, dein eigen Leib und Blut, das hat mein Herz und Sinn veraͤndert, daß ich nun in meinem IEsu bin. 3. Ich bin ganz durch und durch mit JEsu an⸗ gefuͤllet; kein Ader ist in mir, die nicht von JEsu quillet; das Herz, das trie⸗ fet noch vons liebsten JEsu Blut/ und brennet lichter⸗ loh in IEsu Liebesglut. 4. Zu viel, ach gar zu viel thust du mir, JEsu, Gnade; ich armes Stuͤck⸗ lein Erd bekenne zu gerade: Ich bin der keines werth/ so du an mir gethan, und weiß auch nimmermehr, wie ich gnug danken kann. 5. Dies Denken und den Dank laß stetig dazu kom⸗ men in allem, was auch wird von mir nur vorge⸗ nommen: so leb in JEsu ich mit einem frischen Muth, und sterbe, wenn GOtt will, auf IEsum und sein Blut. Aemilie Juliane, Gräf. v. Schwarzb.⸗Rudolst. Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. 217 ls IEsus — Christus in der Nacht, darin er ward verrathen, auf unser Heil ganz war bedacht, dasselb uns zu erstatten: 2. Da nahm er in die Hand das Brod, und brachs mit seinen Fingern, sah auf gen Himmel, dankte GOtt und sprach zu seinen Juͤngern: 3. Nehmt hin und eßt, das ist mein Leib, der fuͤr euch wird gegeben, und denket, daß ich euer bleih im Tod und auch im Leben. 4. Desgleichen nahm er auch den Wein im Kelch, und sprach zu allen: Nehmt hin und trinket insgemein, wollt ihr GOtt recht ge⸗ fallen. 5. Hier geb ich euch mein theures Blut im Kelche zu genießen, das ich fuͤr euch und euch zu gut jetzt werd am Kreuz vergießen. 6. Hier wird ein neuer Bund gemacht in meinem eignen Blute; im alten ward nur Vieh geschlacht/ geholet von der Hute. 7. Hier ist der Koͤrper, der bin ich, dort war Figur und Schatten; dort ward ein Lamm, hier laß ich mich in heißer Liebe braten. 8. Das macht euch aller Suͤnden frei, daß sie euch nicht mehr kraͤnken; so oft ihrs thut, sollt ihr dabei an meinen Tod gedenken. 9. O JEsu, dir sei ewig Dank fuͤr deine Treu und Gaben; ach laß durch diese Speis und Trank auch mich das Leben haben. Johann Heermann. In eigener Melodie. 21 8 uf/ auf, mein Geist/ erhebe dich zum Himmel, weich von dem unbestaͤndigen Ge⸗ tuͤmmel, dadurch die Rhr ihr +* * 176 vom heiligen Abendmahl. ihr blindes Volk betruͤgt; ich habe nun vom Him⸗ melsmanng gessen, bin an des guten Hirten Tisch ge⸗ sessen: der alte Feind zu meinen Fuͤßen liegt. 2. Was frag ich nun nach Ehre, Lust und Schaͤtzen! Ein Lebensstrom der kann mich gnug ergoͤtzen; der Durst ist hin, wie bin ich so erquickt! Nun wird die Seel in Wollust fetter wer⸗ den, den Vorschmack hab ich schon auf dieser Erden, doch mache mich, o JEsu, mehr geschickt. 3. Gebeut als Herr dem theur erkauften Kinde; gieb/ daß ich Kraft in dir als Koͤnig finde; sei mein Pro⸗ phet, so werd ich GOtt gelehrt; bist du mein Haupt, dann hab ich dich zum Fuͤh⸗ rer; bist du mein Mann, so bist du mein Regierer: als Hoherpriester ist dein Opfer werth. 4. Was will ich mehr als diesen Himmelsfuͤrsten? Ich werd hinfort in Ewig⸗ keit nicht duͤrsten, weil der mich traͤnkt, der selbst das Leben ist. Kein Hunger durch Blut des Lamms erworbner Lohn. Joachim Neander. Mein JEsu, der du mich. 2 19. Ar, Seele, sei geruͤst; dein Heiland JEsus Christ brennt von Verlangen: sein Herze sehnet sich, noch vor dem Leiden dich recht zu umfangen. 2. O Liebe ohne Zahl, das Bild muß diesesmal dem Wesen weichen, er selbst, der Braͤutigam, schenkt sich zum Osterlamm uns ganz zu eigen. 3. Er hat ein Denkmal jetzt der Wunder eingeseht, uns zu verbinden zu sei⸗ nem Tod, den wir, bis er kömmt, fuͤr und fuͤr sollen verkuͤnden. 4. Drum, liebes Israel, auf! stärke deine Seel, er⸗ uhn dies Siegel. GOtt uhrt durchs Lammes Blut die Seinen durch die Flut zum Freudenhuͤgel. 5. OJIEsu, dir sei Dank; lehr uns den Lobgesang nun also singen, daß wir dann koͤnnen drauf den Oelberg Mel. wird die Seele jemals pres⸗ sen, weil mir ein Theil vom gehn hinauf, und tapfer Manna zugemessen, das du ringen. allein, o suͤßer JEsu, bif. 6. Die Zeit eilt ja heran, 5. Ich jebe nun, lund da wir die Leidensbahn sol⸗ will mich GOtt ergeben; len betreten. Ach hilf, daß doch nicht ich,ondern Chri⸗ uns die Racht nicht traͤg stus ist mein Leben; so lebe und schlaͤfrig macht, eifrig denn in mir, o GOttes zu beten. Sohn! Ich bin gewiß, daß 7. Nimm unsern Willen droben und auf Erden hin, schaff einen neuen Sinn Baͤrmherzigkeit und Guͤte nach deinem Willen, daß folgen werden, als ein wir/ was dir Wee er Vom heiligen Abendmahl. 17⁷ ser Kreuzeswelt moͤgen er⸗ fuͤilen. 8. Laß deines Todes Kraft den edlen Lebenssaft in uns ausfließen; staͤrk uns aus deiner Hoͤh, wenn du die letzten Weh nun wirst ausgießen. 9. Sieh, Babel merkets schier,daß dein Volk/ HErr/ bei dir findt Huͤlf und Se⸗ gen; drum machet es sich auf, uns unsern Waffen⸗ Lauf nieder zu legen. 10. Du aber, IEsu, hilf, daß wir nicht wie das Schilf hin und her wanken. Gieb uns Bestaͤndigkeit, in Truͤb⸗ sal, Angst und Leid dir stets zu danken. 11. Auf daß wir unsern Muth in keiner Hitz und Glut nicht lassen sinken; sondern den Myrrhen⸗ Wein, den du uns schen⸗ kest ein, ganz willig trinken. 2. Die Zeit ja bald hin⸗ schleicht, da uns drauf wird gereicht der Kelch der Freu⸗ den; o Trostes Ueberfluß, der dann ersetzen muß das kleine Leiden! 13. Da wird die Trau⸗ riqkeit von Freud und Herr⸗ lichkeit werden verschlun— gen, wenn GOtt das weiße Kleid giebt denen nach dem Streit, die hier gerungen, 14. Hiernach das Herze wallt; HErr JIEsu, komm, komm bald, uns zu vollen⸗ den; hilf, weil jetzt Babel schnaubt, damit es dich nicht raubt uns aus den Haͤnden. 15, Laß unsre Waffen doch im gend ferner noch stets siegend gehen; ver⸗ blende Babylon, daß es mit Spott und Hohn nur muß bestehen. 16. Und geuß, Imma⸗ nuel, in unser Herz und Seel Einfalt und Wahr⸗ heit; gieb uns Weisheit in dir, und schenk uns fuͤr und fuͤr Klugheit und Klarheit. 17. HErr, dir ist ja der Ruhm. Ach höoͤr im Heilig⸗ thum dies unser Lallen; hier klingt: Hallelujah! Laß, JEsu, ja, ja, ja! doch wiederschallen. 18. Mach uns in dir be⸗ reit, durch Leiden in die Freud so einzudringen, daß wir Victoria, Triumph, der HErr ist da! bald froͤhlich singen. Georg Heine. Mel. un freut euch, lieben Christen gmein. ein Blut/ 220. D HErr, ist mein Element, darin ich nur kann leben, daß mich kein Schmack sonst zu sich wendt, als dieser Saft der Reben; so leb ich in des Vaters Schooß, und bleib von allen Dingen bloß, und bin in GOtt verschlungen. 2. So thu an mir, o Hirtentreu, dein Amt in allen Dingen, und mache mich von Fremden frei/ dir einzig Frucht zu bringen, die reife, suß und heilsam sind; so bleib ich ein ge⸗ horsam Kind, und wohn in deinem Namen. 3. Komm selbst, o volle Lebensquell, dring ein in 211 und Seele, daß 4* au 17 Vom heiligen Abendmahl. aus Adams Fall mich faͤll, und durch die Suͤnde quaͤ⸗ Du mußt in allem alles sein, soll anders dei⸗ ne Schoͤpfung rein und le. herrlich wieder werden. 4. Du bist der Wieder⸗m st dig bringer nur, ohn dich i lauter Hoͤlle; gieb, daß sich mir die rechte Spur stelle/ zu dringen tief in dich hinein, und unverruͤckt bei dir zu sein, mein Leben zu dir ganz offen und mein Alles. 5. Da ist nur Ruh und dei ö; da mangelt deinem Becher schmecken. kein Vergnuͤgen; da hast du mir die Statt bereit, wo ich soll sanfte liegen, und saugen deiner Weis⸗ heit Brust, die ist so vollee reiner Lust, daß alles ihr Sicherheit, muß weichen. 6. Drum eile bruͤnstig/ muntres Reh/ komm/ spring auf deinen Triften; nimm auf die, der du je und je stif⸗ soll alle Kreuzespein der schoͤnste denn du bist selbst der Himmel. 7. Bist du, mein Schatz nicht immerdar der Ur⸗ sprung reiner Freude, ein lautrer Strom, krystallen⸗ ern weide, und trink in Lust⸗ und Liebsbegier, bleib ewig Ban ein Denkmal wollen ten. Mit dir Rofengarten sein; klar, darin ich mich unbewegt in dir, im der ewgen Ehe? Gottfr. Arnold. Mel. Uun freut euch, lie⸗ ben Christen gmein. 221. D.,ern IEsu Christ, mag dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist, und sich mit dir will laben: so bitt ich dich demuͤthig⸗ lich, du wollest so bereiten mich, daß ich recht wuͤr⸗ werde. 2. Auf gruͤner Auen wol⸗ lest du mich diesen Tag, HErr, leiten, den frischen Wassern fuͤhren zu, den Tisch fuͤr mich bereiten; ich bin zwar suͤndlich, matt und krank, doch laß mich deinen Gnadentrank aus 3. Du zuckersuͤßes Him⸗ melsbrod, du wollest mir verzeihen, daß ich in mei⸗ ner Seelennoth zu dir muß klaͤglich schreien. Dein Glaubensrock bedecke mich/ auf daß ich moͤge wuͤrdig⸗ lich an deiner Tafel sitzen. 4. Tilg allen Haß und Bitterkeit, o HErr, aus meinem Herzen; laß mich die Suͤnd in dieser Zeit bereuen ja mit Schmerzen. Du heiß gebratnes Oster⸗ lamm, du meiner Seelen Braͤutigam, laß mich dich recht genießen. 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht werth, als der ich jetzt erscheine mit Suͤn⸗ den allzuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine; in solcher Truͤbsal troͤstet dsmich, HErr IEsu, daß du gnaͤdiglich der Suͤnder dich erbarmest. „Ich bin ein Mensch Den voller Suͤnd, laß eine Hand mich heilen. Erleuchte mich, denn Un Dom heiligen Abendmahl. 179 bin blind; du kannst mir Gnad ertheilen. Ich bin verdammt, erbarme dich; ich bin verloren, suche mich, und hilf aus lauter Gnaden. 7. Mein Braͤutigam/ komm her zu mir, un wohn in meinem Herzen; laß mich dich kuͤssen fuͤr und fuͤr, und lieblich mit dir scherzen. Ach laß doch deine Suͤßigkeit fuͤr meine Seele sein bereit, und stille ihren Jammer. 8. Du Lebensbrod, HErr IEsu Christ, komm selbst, dich mir zu schenken; o Blut, das du vergossen bist, komm eiligst mich zu traͤnken. Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, guͤldne Himmels⸗ thuͤr, auch mich dort auf⸗ erwecken. Zohann Rist. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 50* Ott sei Lob, 222. der Tag ist kommen, da ich JEsu werd vertraut, da ich aller Schuld entnommen, werd in GOt⸗ tes Huld geschaut. GOtt Lob, GOtt Lob, daß be⸗ reit mir des Lammes Hoch⸗ zeit heut, da mir GOtt zum ewgen Leben will den gan⸗ zen IEsum geben. 2. Gott, ich leg bei fruͤhem Morgen als dein Ephraim und Kind, mich in deine Vatersorgen Plaich mit Leib und Seel ge⸗ schwind. Abba, Vater/ sorg fuͤr mich, daß ich ja heut wuͤrdiglich als dein Gasft bei dir erscheine, und mit IEsu mich vereine. 3. Chrisie, du Lamm Gᷣottes, hoͤre: weil du traͤgest meine Suͤnd, als mein Schatz und Wirth herkehre, deine Braut und dSchaf mich find. Deiner Guͤte ich vertrau; fuͤhre mich auf gruͤner Au, und speis mich, mir stets zu gute, heut mit deinem Leib und Blute. 4. Heilger Geist, den ich umfasse, bleib anheut und stets bei mir; mich mit Bei⸗ stand nicht verlasse, sondern hilf, daß selig hier mir zum Nutze, GOtt zum Preis, ich genieß die Himmels⸗ speis, daß ich darnach christlich lebe, sanfte mei⸗ nen Geist aufgebe. 5. Nun ich lieg dir, GOtt zu Fuͤßen: GOttes Liebe schmuͤcke mich. Meines IEsu Blutvergießen ma⸗ che wuͤrdig mich durch sich. Hilf mir drauf, du Vater⸗ herz, hilf mir, JEsu Tod und Schmerz, hilf mir, Troͤster, heut auf Erden, Christi liebe Braut zu wer⸗ den. Aemilie Juliane, Gräf. v. Schwarzb.⸗Rudolst. Mel. Uun freut euch, lieben Christen gmein. 2 rscheine, suͤ⸗ 223. E ßer Seelen⸗ gast, daß ich mich hoch er⸗ freue; komm an, du meine Ruh und Rast; wie groß ist deine Treue, daß du zur Seelen, die so schwach, hier unter eines Suͤnders Dach so bruͤderlich einkehrest! 2. Groß 18⁰ Dom heiligen Abendmahl. 2. Groß Herzenslust hab ich daran, wenn ich ein Wunder merke; doch schau ich, was du hast gethan in dem Erloͤsungswerke: wie mich dein Leih und Blut erguickt, so hald mein Geist viel Lust erblickt mit Vorschmack jenes Lebens. 3. Wie gnaͤdig bist du, Wunder⸗GOtt, der hoch⸗ betruͤbten Seelen; du laͤs⸗ sest sie ja nicht mit Spott von stolzen Feinden quaͤ⸗ lenz dein theurer Tisch steht ihr bereit, zu Trotz des Feindes Grausamkeit: trotz. wer es nicht kann lassen. 4. Wohl weidest du mich, treuer Hirt, zeigst mir ge⸗ sundes Wasser; du traͤnkst mich als ein reicher Wirth/ treibst ab den boͤsen Hasser/ und giebst dich selbst zu eigen mir: was opfre denn ich dir dafur, fuͤr diese Lie⸗ besthaten? 5. Nun habe, suͤßer IE⸗ su, Dank, du hast mich wohl verbunden; du staͤr⸗ kest mich, der ich lag krank an alten Adams⸗Wunden. Ich danke dir, daß du, Err Christ, mein treuer Samariter bist, willst Leib und Seele helfen. 6. Du haͤltest die Ver⸗ heißung fest, und meinst es gut von schehen die treulich du geschehen laͤßt, Del geußt du in die Schmer⸗ zen. Denn wie du, HErr, verheißen hast, so hast du deinen armen Gast jetzt kd⸗ niglich verpfleget. 7. Trifft mich nun See⸗ len Hungersnoth, muß sich mein Herz abmatten, so komme du, mein Himmel⸗ brod, erfreulich mir zu statten; dein theures Blut im Abendmahl erfrische mich im Todesthal, damit ich nicht verschmachte. 8. Wie heilig, herrlich, groß und hehr ist, großer GOtt, dein Nume; wie heilig ist dein Ruhm und Ehr. Ich bin ein boͤser Saame; jedoch, weil dur mit mir, HErr Christ, im Abendmahl vereinigt bist, kannst du dein Fleisch nicht hassen. Benjamin Prätorius. In eigener Klelodie. Ott sei ge⸗ 224. G lobet und gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute, das gieb uns, HErr GOtt, zu gute. Kyrie elei⸗ son. HErr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Marig kam/ und das heilige Blut, hilf uns, HErr/ aus aller Roth. Kyrie eleison. 2. Der heilig Leichnam ist fuͤr uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht groͤßer Guͤte konnt er uns geschenken, dabei wir sein solln gedenken. Kyrie eleison. HErr, dein Lieb so groß dich zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that/ und be⸗ zahlt unser Schuld, daß uns GOtt ist worden hold. Kyrie eleison. 3. GOtt geb uns allen seiner Gnaden Segen, daß wir Vom heiligen Abendmahl. 181 wir gehn auf seinen We⸗ gen in rechter Lieb und bruͤderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Ky⸗ rie eleison. HErr, dein hei⸗ lig Geist uns nimmer laß, der uns geb zu halten rechte Maaß, daß dein arme Chri⸗ stenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrie eleison. Dr. Martin Luther. lel. Gott sei gelobet und gebenedeiet. 6 0E(C err JEsu 225. Behriste mein getreuer Hirte, komm, mit Gnaden mich bewirthe/ bei dir alleine find ich Heil und Leben: was ich darf, kannst du mir geben. Kyrie elei⸗ son. Dein arm Schaͤflein wollest du weiden auf Is⸗ raels Bergen in Freuden, und zum frischen Wasser fuͤhrn, da das Leben her thut ruͤhrn. Kyrie eleison. 2. All andre Speis und Trank ist ganz vergebens, du bist selbst das Brod des Lebens; kein Hunger pla⸗ get den, der von dir isset, alles Jammers er vergisset. Kyrie eleison. Du bist die lebendige Quelle, zu dir ich mein Herzkruͤglein stelle; laß mit Trost es fließen voll, so wird meiner See⸗ len wohl. Kyrie eleison. 3. Laß mich recht trau⸗ ren uͤber meine Suͤnde/ doch den Glauben auch anzuͤnde, den wahren Glau⸗ ben, mit dem ich dich fasse, mich auf dein Verdienst verlasse. Kyrie eleison. Gieb mir ein recht bußfertig Herze, daß ich mit der Suͤnde nicht scherze, noch durch meine Sicherheit mich bring um die Selig⸗ keit. Kyrie eleison. 4. Mir ist befteckt sehr greulich mein Gewissen. Ach laß ein Blutstroͤpflein fließen aus deinen Wunden/ welche du empfangen, da du bist ans Kreuz gehan⸗ gen. Kyrie eleison. Wird damit mein Herze geruͤh⸗ ret, wirds von Stund an rein und gezieret, durch dein Blut mit Glauben schon, kann in dir vor GOtt bestehn. Kyrie eleison. 5. Der darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Begier er nach ihm fraget. O suͤßer IEsu, schau, wie tiefe Wunden werden auch in mir ge⸗ funden. Kyrie eleison. Du bist ja der Arzt, den ich rufe, auf den mit Verlan⸗ gen ich hoffe. Hilf, v wah⸗ rer Mensch und GOtt; hilfst du nicht, so bin ich todt. Kyrie eleison. 6. Du rufest alle zu dir in Genaden, die muͤhselig und beladen; all ihre Misse⸗ that willst du verzeihen, ihrer Buͤrde sie befreien. Kyrie eleison. Ach komm selbst, leg an deine Haͤnde, und die schwere Last von mir wende. Mache mich von Suͤnden frei; dir zu dienen, Kraft verleih. Ky⸗ rie eleison. 7. Du wollest Geist und Herze zu dir neigen; nimm mich mir, gieb mich dir eigen. Du bist der Wein⸗ stock, ich bin deine Rebe, nimm ——————— 18² Vom heiligen Abendmahl. nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyrie eleison. Ach in mir find ich eitel Suͤn⸗ den, in dir muͤssen sie bald verschwinden. In mir find ich Hoͤllenpein, in dir muß ich selig sein. Kyrie eleison. 8. Komm, meine Freud, okomm, du schoͤnste Krone! IEsu, komm, und in mir wohne. In mir will ich dich mit Gebet oft gruͤßen, ja mit Lieb und Glauben kuͤs⸗ sen. Kyrie eleison. Komm, und schenke mir deine Liebe/ so wird nichts sein, das mich betruͤbe: deine Sanft⸗ muth und Geduld, die Frucht deiner Gnad und Huld. Kyrie eleison. 9. Dies sind die Bluͤm⸗ lein/ die mich köͤnnen heilen/ und mir Lebenssaft erthei⸗ len, daß ich aus mir nun all Untugend reiße, dir zu dienen mich befleiße. Kyrie eleison. In dir hab ich, was ich soll haben, deiner Gnaden Bruͤnnlein mich laben. Laß mich ewig sein in dir, und bleib ewig auch in mir. Kyrie eleison. Johann Heermann. Mel. Wie schön leuchtet der Eis rr JIEsu, 226. He Preis und Dank fuͤr diese Seelenspeis und Trank, damit du uns begaoet; in Brod und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zu gut, und unsre Herzen labet: daß wir in dir und nach allem Wohlgefallen heilig leben! solches wollest dů uns geben. 2, Du kehrest, o Imma⸗ nuel, ja selber ein in unsre Seel, dir Wohnung da zu machen; drum uns ein solches Herz verleih, das von der Weltlieb ledig sei und allen eitlen Sa⸗ chen. Bleibe, treibe unsre Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, alles Irdsche zu verachten. 3. Ach HErr, laß uns doch nehmen nicht dein werthes Nachtmahl zum Gericht: ein jeder recht bedenke, daß wir mit die⸗ sem Lebensbrod im Glau⸗ ben stillen unsre Noth, der Fels des Heils uns traͤnke; zuͤchtig, tuͤchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kom⸗ men von der Erden. 4. O daß wir solcher Se⸗ ligkeit erwarten moͤchten allezeit in Hoffnung und Vertrauen; und folgends aus dem Jammerthal ein⸗ gehen in den Himmels⸗ saal, da wir GOtt werden schauen, troͤstlich, koͤstlich uns als Gaͤste auf das beste bei ihm laben, und ganz volle Gnuͤge haben. 5. Das gieb du uns von deinem Thron, o IEsu Christe, GOttes Sohn, iebs durch dein bitter eiden; dasselbe, weil wir leben hier, laß uns be⸗ trachten fuͤr und fuͤr, all Boͤses darum meiden. Amen, Amen, hilf uns kaͤmpfen, hilf uns daͤm pfen alle Suͤnden hilf un froͤhlich uͤberwinden! V. 1.3.u. A. von Bernh.v.Derschau Vom heiligen Abendmahl. 183 Mel. Meine Seel erhebt den YErren. — Och danke dem 227. V HErren von ganzem Herzen im Rath der Frommen und in der Gemeine. 2 Groß sind die Werk des HErrn/ wer ihrer achtet/ der hat eitel Lust daran. 3. Was er ordnet, das ist loblich und herrlich, und seine Gerechtigkeit bleibet ewiglich. 4. Er hat ein Gedaͤcht⸗ niß gestiftet seiner Wun⸗ der, der gnaͤdige und barm⸗ herzige HErr. 5. Er giebt Speise denen/ so ihn fuͤrchten; er gedenkt ewiglich an seinen Bund. 6. Er laͤßt verkuͤndigen seinem Volk seine gewal⸗ tigen Thaten, daß er ihnen gebe das Erbe der Heiden. 7. Die Werk seiner Haͤn⸗ de sind Wahrheit und Recht, alle seine Gebot sind rechtschaffen. 8. Sie werden erhalten immer und ewiglich, und Ichteden treulich und red⸗ ich. 9. Er sendet Erloͤsung seinem Volk; er verheißt, daß sein Bund ewiglich bleiben soll. 10. Heilig und hehr ist sein Name. Die Furcht des HErrn ist der Weis⸗ heit Anfang. 11. Das ist eine feine Klugheit, wer darnach thut, deß Lob bleibet ewiglich. 12. Lob und Preis sei GoOtt dem Vater und dem Sohn und dem hei⸗ ligen Geist; 13. Wie es war im An⸗ fang, jetzt und immerdar⸗ und von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit. Amen. V. 1— 11 Ps. 111. Mel. Uun freut euch, lieben Christen gmein. 228 Ich komm ietzt als ein ar⸗ mer Gast, o HErr, zu dei⸗ nem Tische, den du fuͤr mich bereitet hast, daß er mein Herz erfrische, wenn mich der Seelenhunger nagt, wenn mich der Durst des Geistes plagt, bis ich den Schweiß abwische. 2. Nun sprichst du, See⸗ lenbischof, dort: Ich bin das Brod zum Leben Dies Brod treibt auch den Hunger fort, den sonst nichts mag aufheben. Ich bin der Trank, wer glaubt an mich, dem wird der Durst nicht ewiglich im Herzen Stiche geben. 3. Drum fuͤhre mich o treuer Hirt, auf deine Himmelsauen, bis meine Seel erquicket wird, wenn du sie laͤssest schauen die Ströme deiner Guͤtigkeit, die du fuͤr alle hast bereit, so deiner Hut sich trauen. 4. Ich armes Schaͤflein suche dich auf deiner gruͤ⸗ nen Weide; dein Lebens⸗ manna speise mich zum Trost in allem Leide; es traͤnke mich dein theures Blut, auf daß mich ja kein falsches Gut von dei⸗ ner Liebe scheide. 5. Gleichwie des Hir⸗ sches 184 vom heiligen Abendmahl. sches mattes Herz nach frischem Wasser schreiet, so schreiet auch mein See⸗ lenschmerz: Ach laß mich sein befreiet von meiner schweren Suͤndenyein, und schenke mir die Trostflut ein, dann bin ich benedeiet. 6. Vor allem aber wirk in mir ein ungefaͤrbte Reue/ daß wie vor einem wilden Thier ich mich vor Suͤn⸗ den scheue; wirf mir den Rock des Glaubens an, der dein Verdienst ergrei⸗ fen kann, damit mein Herz sich freue. 7. Entzuͤnd in mir der Andacht Brunst, daß ich die Welt verlasse/ und deine Treu und Brudergunst in dieser Speise fasse; daß durch dein Lieben Lieb in mir zu meinem Naͤchsten wachs herfuͤr, und ich fort niemand haße. 8. Ach fuͤhre mich nur selbst von mir; bei mir ist nichts denn Sterben: nimm aber mich/ o HErr, zu dir, bei dir ist kein Verderben. In mir ist lauter Hoͤllen⸗ pein, in dir ist nichts als Seligsein mit allen Him⸗ melserben. 9. Erneure mich, o Le⸗ bensstab, mit deines Gei⸗ stes Gaben; laß mich der Suͤnde danken ab, die mich sonst Knlasen laben; regiere meinen lassen Sinn/ daß er die Luͤste werfe hin, die er sonst pflegt zu haben. 10. So komm nun, o mein Seelenschatz, und laß dich freundlich kuͤssen; mein Herze giebt di Raum und Platz, und will von keinem wissen, als nur von dir, mein Braͤutigam, dieweil du mich am Kreuzesstamm aus Noth und Tod gerissen. 11. O liebster Heiland, großen Dank fuͤr deine Suͤßigkeiten! Ich bin vor lauter Liebe krank; drum wart ich auf die Zeiten, in welchen du, o Lebens⸗ fuͤrst, mich sammt den Aus⸗ erwaͤhlten wirst zur Him⸗ melstafel leiten. ZJust. Sieber. In eigener Melodie. 2⁵ Esus Chri⸗ 229. J stus, unser Heiland, der von uns den GOtteszorn wandt: durch das bitter Leiden sein half er uns aus der Hoͤllen Pein. 2. Daß wir nimmer deß vergessen, gab er uns sein Leib zu essen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl Acht auf sein Sachen: wer unwuͤrdig hinzu geht, fuͤr das Leben den Tod empfaͤht. 4. Du sollst GOtt den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt speisen, und fuͤr deine Missethat in den Tod sein Sohn geben hat. 5. Du sollst glauben und nicht wanken, daß ein Speise sei der Kranken den ihr Herz vor Suͤn⸗ den schwer, und vor Angst ist betruͤbet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit. Ist dir wohl, so bleib—266 a Vom heiligen Abendmahl. 18⁵ 909 m nicht kriegest bosen 227. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich uͤber euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starken noth, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Haͤttst du dir was konnt erwerben, was duͤrft ich denn fuͤr dich sterben? 4161 Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir hel⸗ —9 willt. Glaͤubst du das von Sanen Grunde, und beken⸗ nest mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: deinen Naͤchsten sollst du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein GOtt an dir hat gethan. Dr. Martin Luther. Mel. Aus tiefer Uoth zu dir. 20 Err JEsu 230. Christ, du hoͤchstes Gut, du Brunn⸗ guell aller Gnaden: wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebte Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O IEsu, mach uns selbst dereit zu diesem ho⸗ hen Werke; schenk uns dein schoͤnes Ehrenkleid durch deines Geistes Staͤr⸗ ke. Hilf, daß wir wuͤrdge Gaͤste sein, und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Suͤnd und Noth uns fuͤr und fuͤr nicht wieder von dir treiben, bis wir durch dei⸗ nes Nachtmahls Kraft zu'n Auserwaͤhlten fortgeschafft und ewig selig werden. Mel. An Wasserflüssen Babylon. J6 komme,/ 231. Err/ und suche dich/ muͤhselig und beladen. GOtt, mein Er⸗ barmer, wuͤrdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn GOttes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getroͤsten. Ich fuͤhle meiner Suͤnden Muͤh/ ich suche Ruh, und sinde sie im Glauben der Erloͤsten. 2. Dich bet ich zuver⸗ schilen an, du bist das Heil der Suͤnder; du hast die Handschrift abgethan und wir sind GOttes Kin⸗ der. Ich denk an deines Leidens Macht, und an dein Wort: Es ist voll⸗ bracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast fuͤr mich dich dargestellt. GOtt war in dir, und hat die Welt in dir mit sich ver⸗ säge 3. So freue dich, mein Herz in mir, er tilget deine Suͤnden, und laͤßt an seiner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst und er erhoͤrt dich schon, spricht liebreich: Sei ge⸗ trost 186 Vom heiligen Abendmahl. trost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von gan⸗ zem Herzen leben. 4. Dein ist das Gluͤck der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock bleib an mir; so wirst du Fruͤchte bringen. Ich helfe dir, ich staͤrke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja/ HErr/ mein Gluͤck ist dein Gebot; ich will es treu erfuͤllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an wuͤrdig sein, mein ganzes Herz dir Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Christian Fürchtegott Gellert. In eigener Melodie. ein IEsu, 232. M hier sind deine Bruͤder, die Liebe an einander haͤlt, die haben nun als deine Glieder das Brod zu brechen angestellt/ und wollen dein Gedaͤcht⸗ niß preisen, wie du im Nachtmahl hast geheißen. 2. Und darum rufen wir zusammen: Erweck in uns Dulch del Trieb, daß wir urch deines Geistes Flam⸗ men im Glauben, Hoff⸗ nung, Furcht und Lieb und in Gewißheit vor dir stehen, und dieses hohe Werk be⸗ gehen. 3. Wir sprechen dies, das du gesprochen, wir brechen ungesaͤuert Brod, gleichwie du deinen Leih gebrochen, und denken bei an deinen Tod: so laß uns denn fuͤr unsre Suͤnden desselben Kraft in uns em⸗ pfinden. 4. Denn unser Geist will diese Stunde mit Leib und Blut gespeiset sein; drum nehmen wir mit unserm Munde so wohl gesegnet Brod als Wein, damit wir es zum Pfande haben, und unseun schwachen Glau⸗ ben laben. 5. Und weil wir deinen Leib genießen, weil uns dein Blut Genesung giebt/ so koͤnnen wir gewißlich schließen, daß jeder, der von uns dich liebt, an dir und deinem werthen Leibe in Ewigkeit vereinigt bleibe. 6. Wie wir von einem Brode essen und eins mit einem Leibe sind, so laß uns nimmermehr vergessen, was uns jetzt unter uns verbindt, daß wir uns in⸗ niglich vereinen, daß wir ein Leib in Lieb erscheinen. 7. Ja, liebster IEsu, weil wir leben, so sind und leben wir in dir, weil wir uns einmal dir ergeben, und mit so herzlicher Be⸗ gier die Gaben, welche von dir fließen, mit deinem Leib und Blut genießen. 8. Wir koͤnnen dich auch recht Vom heiligen Abendmahl. 18⁷ recht bekennen durch dieses theure Liebesmahl vor de⸗ nen, die sich nach dir nen⸗ nen, daß wir in deiner Bruͤder Zabl und deine rechten Juͤnger blieben, wenn wir uns mit einan⸗ der lieben. 9. Wir koͤnnen uns deß endlich freuen, daß du, o großer Lebensfuͤrst, mit uns das Abendmahl von neuem in deinem Reiche halten wirst; denn du kannst uns in diesen Werken mit Glauben, Lieb und Hoff⸗ nung staͤrken. Joh. Jac. Rambach. Mel. HErr JEsu Christ, wahr Mlensch und GOtt. 8 IEsu/ du 233. Oem Bah⸗ tigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm 0 mich den Tod gelitten hast, ge⸗ nommen weg der Suͤnden Last: 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Suͤndenfall; ich bin krank, unrein, nackt und bloß, blind und arm: ach mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der HErr, dem nichts gebricht; du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. 4. Darum, HErr JEsu, bitt ich dich, in meiner Schwachheit heile mich: o was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein ver⸗ finstert Herz, zuͤnd an die schoͤne Glaubenskerz; mein Armuth in Reich⸗ thum verkehr, und meinem Fleische steur und wehr. 6. Auf daß ich dich, du wahres Brod der En⸗ gel, wahrer Mensch und GOtt, mit solcher Ehr⸗ erbietung nehm, wie dir das ruͤhmlich, mir bequem 7. Loͤsch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glauben zier/ und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in 61 zu deiner Ehr. Gieb, was nuͤtz ist zu 6— und Leib, was schaͤdlich ist, fern von mir treib; komm in mein Herz/ laß mich mit dir vereinigt bleiben fuͤr und fuͤr. 9. Hilf, daß durch deiner Mahlzeit Kraft das Bds in mir werd abgeschafft, erlassen alle Suͤndenschuld erlangt des Vaters Lieb und Huld; 10. Vertrieben alle meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind. Den guten Vorsatz, den ich fuͤhr, durch deinen Geist fest mach in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt. Ach laß mich mei⸗ ne Tag in Ruh und Friede 175 bringen zu. Bis daß du mich, Lebensfuͤrst, zu dir in 5 5 nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Johann Heermann. Mel. —— 188 Vom heiligen Abendmahl. Fleische treiben, und kraͤf⸗ Mel. Wach auf, mein 10 in mir bleiben. Herz, und singe. 2 IEsu, mei⸗ 234. O* Wonue du meiner Seelen Sonne, du Freundlichster auf Er⸗ den, laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnug⸗ sam schaͤtzen dies himmel⸗ suͤß Ergoͤtzen und diese theuren Gaben, welch uns gestaͤrket haben? Wie soll ich dirs verdanken, o HErr, daß du mich Kranken gespeiset und getraͤnket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen fuͤr alle deine Schmerzen, fuͤr deine Schlaͤgss und Wunden, dern du so viel empfunden. 5. Dir dank ich fuͤr dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank ich fuͤr dein Sehnen und heißvergoßne Thraͤnen. 6. Dir dank ich fuͤr dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich fuͤr dein Sterben, das mich dein Reich laͤßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemuͤthe dein uͤbergroße Guͤte; dies theure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. HErr, laß michs nicht vergessen, daß du mir zu⸗ gemessen die kraͤftge Him⸗ melsspeise, wofuͤr mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Suͤnde, welch ich annoch empfinde, aus meinem 10. Nun bin ich losge⸗ zaͤhlet von Suͤnden, und vermaͤhlet mit dir, mein liebstes Leben, was kannst du Werthers geben? 11. Laß, Schoͤnster, mei⸗ ne Seele doch stets in die⸗ ser Hoͤhle des Leibes mit Verlangen an deiner Lie⸗ be hangen. 12. Laß mich die Suͤnde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit An⸗ dacht beten, und von der Welt abtreten. 13. Im Handeln, Wan⸗ deln, Essen laß nimmer mich vergessen, wie treff⸗ lich ich begluͤcket, undhimm⸗ lisch bin erguicket. 14. Nun kann ich nicht verderben: drauf will ich selig sterben, und freudig auferstehen, o IEsu, dich zu sehen. Johann Rist. In eigener Melodie. 235(Schmuͤcke dich/ o liebe Seele, laß die dunkle Suͤnden⸗ hoͤhle; komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen; denn der HErr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann ver⸗ walten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Braͤutigam entgegen, der da mit dem Gnadenhammer klopft an deine Herzens⸗Kammer; oͤfn ihm bald die Geistes⸗ Pforten, red ihn 8 ö⸗ Vom heiligen dr 189 schoͤnen Worten: Komm,/ mein Liebster, laß dich kuͤs⸗ sen, laß mich deiner nicht mehr missen. Zwar in Kaufung theurer Waaren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber du willst fuͤr die Ga⸗ ben deiner Huld kein Geld nicht haben, weil in allen Bergwerksgruͤnden kein solch Kleinod ist zu finden, das die blutgefuͤllten Scha⸗ len und dies Manna kann bezaͤhlen. 4. Ach wie hungert mein Gemuͤthe, Menschen⸗ freund, nach deiner Guͤte! Ach wie pfleg ich oft mit Thraͤnen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach wie pfleget mich zu duͤrsten nach dem Trank des Lebensfuͤr⸗ sten! wuͤnsche stets, daß mein Gebeine sich durch GOtt mit GOtt vereine. 5. Beides, Lachen und auch Zittern, laͤsset sich in mir jetzt wittern. Das Ge⸗ heimniß dieser Speise und die unerforschte Weise ma⸗ chen, daß ich fruͤh vermerke, HErr/ die Groͤße deiner Staͤrke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Monege sollt ergruͤnden? Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht errei⸗ chen, daß dies Brod nie wird verzehret, ob es gleich viel Tausend naͤhret, und daß mit dem Saft der Re⸗ ben uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, die nur GOttes Geist kann deuten! JEsu, meine Lebens⸗ semmt, IEsu, meine Freud und Wonne, IEsu, du mein ganz Beginnen, Le⸗ bensqueil und Licht der Sinnen: hier fall ich zu deinen Fuͤßen, laß mich wuͤrdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zue G zum Preise. 8. HErr,, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel abgetrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod fuͤr uns gege⸗ ben, und dazu ganz unver⸗ drossen, HErr, dein Blut fuͤr uns vergossen/ das uns zeht kann kraͤftig traͤnken, 999 5 Liebe zu gedenken. IEsu, wahres Brod des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir vielleicht zunn Scha⸗ den, sei zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mag dein. Gast im Himmel werden. Johann Franck. In eigener Melodie. —228 uͤßes See⸗ 236. S len⸗Abend⸗ mahl/ Himmelskost im Jammerthal, Manna aller Luͤste; o wie wuͤrde nicht die Welt alls verachten, was sie haͤlt, wenn sies weislich wuͤßte. 2. Aller Speisen Lust verschwindt, wenn man dich im Herzen findt: du allein bist suͤße; dir gleicht nicht, was Wald und Gruft, was Feld, Meer giebt, was die * 190 Pom heiligen Abendmahl. die Luft und die Wasser⸗ fluͤsse 3. Du ernaͤhrest wie ein Brod, traͤnkest wie ein Quell in Noth, heilst, was will verderben; bist der Armen Trost und Schatz, der Ver⸗ folgten Zufluchtsplatz, laͤs⸗ sest niemand sterben. 4. Du bists Opfer fuͤr die Schuld, bist der From⸗ men Gnad und Huld, bist mein Leibgedinge; bist der Engel Speis und Trank, bist mein Lust⸗ und Lobge⸗ sang, GOtt und alle Dinge. 5. Weg mit aller Speis und Tracht, die den Koͤ⸗ nigen wird bracht, weg mit Specereien! IEsus ist mein Trost allein, meine Speis und bester Wein, er soll mich erfreuen. Joh. Angelus. Mel. Nun lob mein Seel den Erren. 2 397 ie wohl hast du gelabet, o liebster JEsu, deinen Gast; ja mich so reich be⸗ gabet, daß ich jetzt fuͤhle Freud und Rast. O wun⸗ dersame Speise, o suͤßer Le⸗ benstrank, o Liebsmahl, das ich preise mit einem Lobge⸗ sang/ indem es hat erquicket mein Leben, Herz und Muth; mein Geist, der hat erblicket das allerhoͤchste Gut. 2. Du hast mich jetzt gefuͤhret, o HErr, in deinen Gnadensaal; daselbst hab ich beruͤhret dein edle Guͤ⸗ ter allzumal; du hast mir nicht vergebens geschenket mildiglich das werthe Brod des Lebens, das sehr ergoͤtzet mich; du hast mir zugelas⸗ sen, daß ich den Seelen⸗ wein im Glauben moͤchte fassen, und dir vermaͤhlet san 3. Bei dir hab ich ge⸗ essen die Speise der Un⸗ erblichkeit; du hast mir voll gemessen den edlen Kelch, der mich erfreut. Ach GOtt, du hast erzei⸗ get mir Armen solche Gunst, daß billig jetzt sich neiget, mein Herz vor Liebesbrunst. Du hast mich lassen schmek⸗ ken das koͤstlich Engelbrod; hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Suͤnd und Tod. 4. So lang ich leb auf Erden, preis ich dich, lieb⸗ ster IJEsu, wohl, daß du mich laͤssest werden von dir und durch dich satt und voll. Du hast mich selbst ge⸗ traͤnket mit deinem theuren Blut, und dich zu mir ge⸗ lenket, o unvergleichlichs Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat, der nimmer kann ver⸗ derben, mein Trost, Schutz Huͤlf und Rath. 5. Wie kann ichs aber fassen, HErr IEsu, daß du mit Begier dich hast so tief gelassen vom Himmels⸗ saal herab e mir? Du Schoͤpfer aller Dinge be⸗ suchest deinen Knecht; ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und schlecht, das glaͤubig dir vertraue, damit nach die⸗ ser Zeit ich ja dein Antlitz schaue Vom heiligen Abendmahl. 191 —— dort in der Ewig⸗ eit. 6. Du bist, der ewig blei⸗ bet: ich aber bin dem Schat⸗ ten gleich, den bald ein Wind vertreibet. HErr, ich bin arm und du bist reich; du bist sehr groß von Guͤte, kein Unrecht gilt bei dir, ich boshaft von Gemuͤthe, kann fehlen fuͤr und fuͤr: noch kommest du hernieder zu mir, dem Suͤndenmann; was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? 7. Ein Herz, durch Reu zerschlagen, ein Herz, das ganz zerknirschet ist, das, weiß ich, wird behagen, mein Heiland, dir zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten, demnach ich em⸗ sig bin, nach deiner Gunst zu trachten; nimm doch in Gnaden hin das Opfer mei⸗ nergungen, denn billig wird jetzund dein theurer Ruhm besungen, HErr GOtt, durch meinen Mund. 8. Hilf ja, daß dies Ge⸗ nießen des edlen Schatzes schaff in mir ein unauf⸗ hoͤrlichs Buͤßen, daß ich mich wende stets zu dir. Laß mich hinfuͤro spuͤren kein andre Lieblichkeit, als welche pflegt zu ruͤhren von dir in dieser Zeit. Laß mich ja nichts begehren, als deine Lieb und Gunst; denn nie⸗ mand kann entbehren hier deiner Liebe Brunst. 9. Wohl mir, ich bin versehen mit Himmelsspeis und Engeltrank; nun will ich ruͤstig stehen, zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr hin, du Weltgetuͤm⸗ mel/ du bist ein eitler Tand; ich seuze nach dem Him⸗ mel, dem rechten Vater⸗ land, in dem ich werde leben ohn Ungluͤck und Verdruß: denn du, GOtt, wirst mir geben der Wol⸗ lust Ueberfluß. Joh. Rist. In eigener Melodie. erfließ, mein 238. 3 Geist, in IEsu Blut und Wunden, und trink nach langem Durst dich satt; ich habe jetzt die Quelle wieder fun⸗ den, die Seelen labt, die muͤd und matt. Eil wie ein Hirsch 1 dieser Quell, die kraͤftig, lieblich, suͤß und hell aus JEsu Herz und Seite fließet, und unser Herz und Seel durchsuͤßet. 2. Die Welt hat nichts, das dir ein Labsal waͤre, sie traͤnkt mit Gift vom Hoͤllenpfuhl; darum dich bald zum Strom des Le⸗ bens kehre, der lauter fleußt vor GOttes Stuhl. Hier wird das Innerste ver⸗ gnuͤgt, das sonsten als verschmachtet liegt; hier wirkt ein Balsam aller Saͤfte mit Kraft in alle Seelenkraͤfte. 3. Spei aus, wo du noch etwas hast im Munde, das nach den eitlen Wassern schmeckt, daß der Krystall fließ in dem reinen Grun⸗ de, den GOttes Bruͤnn⸗ lein dir entdeckt. Vermi⸗ sche nicht GOtt und die Welt, weil dieses nie zu⸗ sam⸗ 192 Pom heiligen Abendmahl. sammen haͤlt; es haben reine Sinn und Augen die Kinder, die die Gnade saugen. 4. Und o wie schöͤn, wie unaussprechlich quillet die Himmelslust in unser Herz, wenn GOtt den Durst in seiner Liebe stillet, und in uns stroͤmet niederwaͤrts! Dies kann kein fleischlich Auge sehn, viel weniger die Werk verstehn, die GOtt in stiller Seele thuet, wenn sie von ihren Werken ruhet. 5. Der Mensch sieht GOott mit heilger Furcht und Zittern in Kraͤften uͤber alie Kraft, da er in uns das Irdsche will zer⸗ splittern, das uns haͤlt in geheimer Haft, Doch kom⸗ met er so lieblich suß, daß diese Pein ist kein Verdrieß; er haͤlt uns mit verborgnen Haͤnden, daß wir uns gerne zu ihm wenden. 6. HErr, deine Lieb kann sonst unmoͤglich tragen die Kreatur, die so voll Suͤnd; denn ob sie wohl hie hat ein Wohlbehagen, wenn du sie blickest an geschwind/ so muß doch, wenn ein Strahl entsteht von deiner hohen Majestaͤt, was sterb⸗ lich ist, vor dir erschrecken, und mit Elias sich ver⸗ decken. 7. Doch offenbarst du dich in großer Wonne, die deinem Kind ertraͤglich faͤllt; du spielst in uns, o freudenreiche Sonne, als Sonne in der neuen Welt. Wir suchen nur die Mor⸗ geurbah, da doch dein Licht stets hoͤher geht, bis uns nach Herzenslust erschienen dein volles Licht der Blut⸗ rubinen. 8. Ein Strom von die⸗ sen Wassern kann vertrei⸗ ben Egyptens dicke Fin⸗ sterniß; die Kraft kann man nicht reden oder schrei⸗ ben, die in dir macht das Herz gewiß; wir fuͤhlen deinen starken Geist, der deine große Liebe preist in reiner Klarheit ohne Ma⸗ kel, als eine reine Wahr⸗ heitsfackel. 9. Mein Heiland, hier kann ich mich recht erken⸗ nen, daß ich bin eine schlechte Mad, ein faules Holz, nichts werth, als zu verbrennen, und doch erhaͤlt mich deine Gnad. Dein Licht zeigt mir den kleinsten Staub der Sun⸗ den, die ich sonst nicht laub; dies legt den Stolz ein bei mir nieder, und fuͤhrt mich zu der Demuth wieder. 10, Nur hier kann ich, mein Heiland, dich erkennen, wie gnadenreich dein An⸗ gesicht; du fegst den Staub von deiner liehen Tennen, und giebest mir, was mir gebricht; mein Elend nimmst du von mir ab, und giebst dich mir zum sichern Stab, und wenn ich nicht weiß fortzugehen, so muß ein neues Licht aufgehen 11. Je treuer ich dich in dem Glauben halte, je klaͤ rer wird dein Licht verklaͤrt, und wenn ich dann die fro. hen Haͤnde falte, die el er Von wahrer Buße. 193 der Liebe Kraft erfaͤhrt: dann huͤpfet sie in Liebes⸗ trieb, und hat dich, HErr/ inbruͤnstig lieb, und gaͤbe dir wohl tausend Welten, die treue Liebe zu vergelten. 12. O HErr, laß mich dein Angesicht oft sehen, ich weiß sonst nichts, daß mich vergnuͤgt; ach laß doch bald die schwarze Wolk vergehen, wenn sie mir vor den Sinnen liegt. Du Freundlichster, du bist uns nah, wenn man dich sucht, so bist du da; du haͤltst dich immer zu den Deinen, darum mußt du mir oft erscheinen. Johann Langemack. Von der Ordnung und den Mitteln, wodurch der Mensch zum Genusse des Heils gelangt. I. Mel. Aus lieser noth! schrei ich zu dir. 2 ch. GOtt/ 239. A ist noch dein Geist bei mir, der mir koͤnn Zeugniß geben, ich sei dein Kind? Ich zweifle schier, wenn ich beschau mein Leben: nichts ist an mir, das mich entzuͤndt, in wahrer Buß zu sein gesinnt, wie du von mir begehrest. 2. Den guten Geist, den du mir hast versprochen, mich zu fuͤhren, treib ich von mir, und halt fuͤr Last sein himmlisches Regieren; die Freud in GOtt, die wahre Ruh, kann ich mir nimmer eignen zu, weil nur mein Fleisch mich leitet. 3. Daß du ein großer Herrscher seist, der alles hier regieret, bedenk ich zwar; doch, daß du draͤust Von wahrer Buße. der Suͤnd, wie ihr gebuͤh⸗ ret, mit schwerer Straf, betracht ich nicht. Den Richter weiß ich, das Ge⸗ richt will ich doch nicht erwaͤgen. 4. Die vielen Gaben dieser Welt lieb ich mehr als den Geber. Gesund⸗ heit, Wollust, Ehr und Geld sind solche suͤße Traͤ⸗ ber, wonach ich meine Wuͤnsche stell, daß meine Seel die wahre Quell verlieret, ihren Schoͤpfer. 5. Ich meine zwar, ich liebe dich, wuͤnsch auch dein Gegenlieben: was aber scheidet dich und mich⸗/ scheu ich mich nicht zu uͤben; ich halte dich fuͤr meinen GOtt: will doch nicht halten dein Gebot, entzieh mich deinem Joche. 6. Du gabst aus Lieb mir deinen Sohn, mich 25 zu erlöͤsen: was geb i 19⁴ Von wahrer Buße. ich dir fuͤr einen Lohn? Ich laufe nach dem Boͤsen; die Suͤnden, die du hast ver⸗ hannt, in die bin ich so sehr entbrannt, daß ich dein gar vergesse. bu 7. Ja, großer GOtt es saget mir der Zeuge, mein Gewissen: ich geb dir nichts, ich raube dir die Seel, die du gerissen mit solcher Muͤh aus ih⸗ rer Noth; ich stuͤrz sie willig in den Tod, ver⸗ rath sie deinen Feinden. 8. Die Gaben, die von deiner Hand sie dankbar⸗ lich sollt nehmen, die sinds, die sie von dir gewandt, und ihren Glauben laͤh⸗ men, sie an die Erd so heften an, daß sie sich nicht mehr schwingen kann zum Ursprung ihres Wesens. 9. Weil denn mein Geist so irdisch ist, so hab ich leicht empfunden, daß mich mein Fleisch und Satans List an diese Welt gebun⸗ den. Loͤs du mich, GOtt, der du mich hast vormals erloͤst von Suͤndenlast, und meiner dich erbarme. 10. Den guten Geist, den ich nunmehr so lang nicht hab gefuͤhlet, den laß mir kommen wieder her, und steur dem, der da zie⸗ let auf mich mit toͤdtlichem Geschoß, damit kein Zwei⸗ felmuth nicht stoß die Seel in das Verderhen. 11. Es soll der schwere Suͤndenwust mich nicht kleinmuͤthig machen. Des Suͤnders Reu ist deine Lusi, der Engel Freud und Lachen. Dein guter Geist geb fuͤr und fuͤr ein Zeug⸗ niß meinem Geist in mir, daß ich sei GOttes Erbe. Anton Ulrich v. Brannschweig. In eigener Melodie. 2 40. schGOtt und F HErr/ wie groß und schwer sind mein begangne Suͤnden; da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit, bis an der Welt ihr Ende, und wollt los sein des Kreuzes mein, wuͤrd ich doch solchs nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, ver⸗ stoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet; ach Gott/ zurn nicht, geh nicht ins Gricht, dein Sohn hat mich versuͤhnet. 4. Solls ja so sein, daß Strafund Pein guf Suͤnde folgen muͤssen: so fahr hier fort, und schone dort, und laß mich hier wohl buͤßen. 5. Gieb, HErr, Geduld, vergieb die Schuld, ver⸗ leih ein ghorsam Herze; laß mich nur nicht, wies wohl geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 6. Handle mit mir, wies duͤnket dir, durch dein Gnad will ichs leiden; laß mich nur nicht dort ewiglich von dir sein ab⸗ Reheden. e eni . Gleich wie sich fein ein Voͤgelein im hohlen Baum verstecket, wenns truͤb hergeht, die Luft un⸗ stet. Menschen und Vieh erschrecket: 8. Al⸗ Von wahrer Buße. 19⁵ 8. Also, HErr Christ, mein Zuflucht ist die Hoͤhle deiner Wunden; wenn Suͤnd und Tod mich bracht in Roth, hab ich mich drein gefunden. 9. Darin ich bleib; ob hie der Leib und Seel von nander scheiden: so werd ich dort bei dir, o GOtt, sein in ewigen Freuden. 10. Ehre sei nun GOtt Vater/ Sohn und heilgem Geist zusammen; zweifle auch nicht, weil Christus spricht: Wer glaͤubt, wird selig. Amen. V. 1—6. Martin Rutilius; V. 7.— 10. Johann Groß. Mel. Berzlich thut mich verlangen. sch HErr, mich 241 A armen Suͤn⸗ der straf nicht in deinem Zorn; dein ernsten Grimm doch linder, sonst ists mit mir verlorn. Ach HErr, wollst mir vergeben mein Suͤnd und gnaͤdig sein, daß ich mag ewig leben, ent⸗ fliehn der Hoͤllenpein. 2. Heil du mich, lieber HErre, denn ich bin krank und schwach; mein Herz, betruͤbet sehre, leidet groß Ungemach; mein Gbeine sind erschrocken, mir ist sehr angst und bang; mein Seel ist auch erschrocken; ach du HErr, wie so lang? 3. HErr, troͤst mir mein Gemuͤthe, mein Seel rett/ lieber GOtt, von wegen deiner Guͤte hilf mir aus aller Noth. Im Tod ist alles stille, da denkt man deiner nicht; wer will doch in der Hoͤlle dir danken ewiglich? 4. Ich bin von Seufzen muͤde, hab weder Kraft noch Macht, in großem Schweiß ich liege durchaus die ganze Nacht; mein La⸗ ger naß von Thraͤnen, mein Gstalt von Trauren alt, zu Tod ich mich fast graͤme, die Angst ist mannigfalt. 5. Weicht all, ihr Uebel⸗ thaͤter, mir ist geholfen schon; der HErr ist mein Erretter, er nimmt mein Flehen an, er hoͤrt mein weinend Stimme; es muͤs⸗ sen fallen hin all sein und meine Feinde, und schaͤnd⸗ lich kommen um. 6. Ehr sei ins Himmels Throne mit hohem Ruhm und Preis dem Vater und dem Sohne und auch zu gleicher Weis dem heilgen Geist mit Ehren in alle Ewigkeit. Der woll uns alln bescheren die ewge Seligkeit. V. 1— 5. Joh. Hermann Schein Hlel. Alles ist an GOt⸗ tes Segen. 2 42 ch mein Jesu, welch Ver⸗ derben wohnet nicht in mei⸗ ner Brust! denn mit an⸗ dern Adamserben steck ich voller Suͤndenlust. Ach ich muß dir nur bekennen; ich bin Fleisch von Fleisch zu nennen. 2. Wie verkehrt sind meine Wege, wie verderbt mein alter Sinn, der ich zu dem Guten traͤge, und 9*² zum V * 196 Don wahrer Buße. zum Boͤsen hurtig bin Ach wer wird mich von den Ketten dieses Suͤndento⸗ des retten? 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden aus der angeerbten Noth z heile mei⸗ nen Seelenschaden durch dein Blut und Kreuzes⸗— Tod; schlage du die Sün⸗ den⸗Glieder meines alten Adams nieder. 4. Ich bin unten von der Erden, stecke in dem Suͤndengrab: soll ich wie⸗ der lebend werden, so mußt du von oben ab mich durch deinen Geist gebaͤren, und ——6 neue Kraft gewaͤhren. 5. Schaff in mir ein . Herze, einen neuen m Geist gieb mir, daß ich ja nicht laͤnger scherze mit der Suͤnden Lust⸗Begier; laß mich ihren Tuͤck bald mer⸗ ken, mich im Geist dagegen staͤrken. 6. Lehr mich wachen, beten, ringen, und mein boͤses Fleisch und Blut un⸗ ters.—— Joch zu zwin⸗ gen, weil es doch thut nimmer gut; was nicht kann dein Reich ererben, laß in deinem Tod ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben bei⸗ gelegt, daß ich meiner nie⸗ mals schone, wenn und wo ein Feind sich regt, sondern hilf mir tapfer kaͤmpfen, Teufel, Welt und Fleisch zu daͤmpfen. 8. Sollt ich etwa unter⸗ liegen, o so hilf mir wieder auf, und in deiner Kraft obsiegen, daß ich meinen Lebens⸗Lauf unter deinen Siegeshaͤnden moͤge ritter⸗ lich vollenden. ö Ludw. Andr. Gotter. Alel. Der Tag ist hin, mein JEsu, bei mir bleibe. schone 243. Mc, ogn⸗ ßer Menschenhuͤter, ach strafe nicht, barmherziger Gebieter! Ach rechne nicht; wer kann vor dir bestehn? Ach zuͤrne nicht, ich will doch zu dir gehn. 2. Ach zuͤrne nicht; in IEsu will ich kommen: hat der nicht, HErr, die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz ein Fluch fuͤr mich gemacht, an meiner Statt hat er es vollenbracht. 3. Ach rechne nicht; auf tausend muß ich schweigen, ich will mich nur zum Gna⸗ denzepter beugen; auf mei⸗ nen Mund die Hand ich le⸗ gen will, und wie ein Kind 4. schweigen still. Ach strafe nicht, du faut verzehrend Feuer; ich muß vergehn, du brennest ungeheuer; da ist dein Sohn, der stehet in dem Riß/ da ist der Buͤrg, der hat bezahlet dies. 5. Ach schone doch; ich bin nur Asch und Erden, ein.leichtes Blatt, das bald zu Staub wird werden; was nuͤtzet doch, zu treten auf die Blum? was bin ich, HErr? Gedenk an dei⸗ nen Ruhm. e GOttes. Ich kann dich nicht, * Kind, binfort Ha As⸗ Don wahrer Buße. 197 lassen; ich will mit Lieb bich ewiglich umfassen. Sei nur getrost, hab einen fri⸗ schen Muth, es ist bezahlt durch deines JEsu Blut. Joachim Neander. In eigener Mlelodie. 6 Ysch was soll 244. A ich Suͤn⸗ der machen? Ach was soll ch fangen an? Mein Ge⸗ wissen klagt mich an, es beginnet aufzuwachen! Dies ist meine Zuversicht: mei⸗ nen IEsum laß ich nicht. 2. Zwar es haben meine Suͤnden meinen IEsum oft betruͤbt; doch weiß ich, daß er mich liebt, denn er laͤßt sich gnaͤdig finden; drum ob mich die Suͤnd anficht: meinen IEsum laß ich nicht. 3. Ob zwaͤr schweres Kreuz und Leiden, so bei Christen oft entsteht, mit mir hart darnieder geht, solls mich doch von ihm nicht scheiden. Er ist mir ins Herz gericht: meinen JEsum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben nichts als nur ein Nebel ist, denn wir hier zu jeder Frist mit dem Tode sind umgeben; und wer weiß, was heut 16 schicht: meinen JEsum laß ich nicht. 5. Sterb ich bald, so komm ich abe von der Welt Beschwerlichkeit, ruhe bis zur vollen Freud, und weiß, daß im finstern Grabe JE⸗ sus ist mein helles Licht: meinen JEsum laß ich nicht. 6. Durch ihn will ich wieder leben, denn er wird zur rechten Zeit wecken mich zur Seligkeit, und thut mirs aus Gnaden ge⸗ ben, muß ich schon erst vors Gericht: meinen JE⸗ sum laß ich nicht. 7. Drum, o JIEsu, sollst mein bleiben, bis ich komme an den Ort, welcher ist des Himmels Pfort; darum thue einverleiben meine Seele deinem Licht: mei⸗ nen IEsum laß ich nicht. Joh. Flittner. Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 2 45 ch weh, ach * weh, wo soll ich hin vor meinen großen Suͤnden? Wo wird mein Geist und todter Sinn das Leben wieder finden? Wer giebt mir eine Thraͤ⸗ nenflut, daß ich mein Leid beweine? Wer gluͤht mein Herz mit Kraft und Glut, und macht mich wieder reine? 2. Ich hab des Schoͤpfers schoͤnstes Bild, mein arme Seel, beflecket, und seiner Gleichniß besten Schild in Koth und Schlamm ge⸗ stecket. Ich hab mich von der Herrlichkeit in Schmach und Spott gefaͤllet. Ach weh, ach weh/ o Herzeleid, daß ich mich so verstellet! 3. Ach weh, ich habe mich von GOtt, dem hoͤch⸗ sten Gut, gewendet, und zu der Suͤnd, dem höcchsten Tod, ganz thoͤricht ange⸗ laͤndet. Ich hab ihn nicht wie 198 Von wahrer Buße. wie ich maelte von Her⸗ zensgrund geliebet, und ihm zum Lob, wie er gewollt, 3ah nicht sehr streng euͤ et. 4. Ich hab dem HErrn der Herrlichkeit sehr lau und kalt gedienet, und ihm durch meine ganze Zeit mit schlechter Treu gegruͤnet; ich bab nicht Acht auf ihn gehabt, nicht wie ein Knecht geehret, noch auch, mit dem er mich begabt, sein schoͤnes Pfund vermehret. 5. Ich hab, wie ein ver⸗ stocktes Kind, den Vater, ach! verlassen, und bin ge⸗ rennet, wild und blind, auf meiner Bosheit Gassen; ich habe meine Pflicht und Schuld ihm leider nicht erzeiget, noch vor der vaͤ terlichen Huld mich nach Gebuͤhr geneiget. 6. Ich habe meinem be⸗ sten Freund die Freund⸗ schaft aufgesaget, und ihn, wie treu ers auch gemeint/ von mir hinweg gejaget; ich habe mich zum Feind gewendt, und bin sein Sklave worden, zum Feind, der mich doch hat behend auf ewig wolln ermorden. 7. Ich habe meinen Braͤutigam, der mich ihm auserkoren, meins Herzens Schaß, das GOtteslamm, elendiglich verloren; ich hab des Schoͤnsten Ange⸗ sicht, des Liebsten Kuß ver⸗ scherzet; ich habe meines Lebens Licht mit tausend Weh geschmerzet. 8. O tausend Weh, o todte Lust, wie hast du mich vernichtet! O Eitelkeit, o Suͤndenwust, wie bin ich zugerichtet! Du, du, o Sund, o Seelentod, hast mich mir selbst genommen; durch dich bin ich um Va⸗ ter, GOtt, HErrn, Freund und Braͤutgam kommen. 9. Ach ist auch irgend eine Pein, die meiner gleich zu schaͤten? Kann auch ein einzigs Uebel sein, das ne⸗ ben meins zu setzen? GOtt ist fuͤr mich aus bloßer Huld am Kreuzesstamm gestorben: und ich hab mich aus eigner Schuld doch wiederum verdorben. 19. Wem soll ich nun mein merdlage und großen Jammer klagen? Wem soll ich meine Traurigkeit und ewgen Schaden sagen? Ich/ ich bin selbst mein See⸗ lengift, mein Tod und Feind gewesen; ich hab mir selbst, was mich jetzt trifft, das Uebel auserlesen? 11. O ewge Guͤt, o großer GOtt, zu dir wend ich mich wieder; dir klag ich meines Herzens Noth/ vor dir werf ich mich nie⸗ der; dir ruf ich zu dich schrei ich an um Ablaß meiner Suͤnden; du bist allein, der helfen kann, und mich vom Tod ent⸗ binden. e 2. Es ist mir leid, was ich gethan, und was ich mißgehandelt: es reut mich/ daß ich auf der Bahn der Suͤnder hab gewan⸗ delt. Ach daß ich doch mein Angesicht von dir je abgewendet, und I. ie Don wahrer Buße. 199 die Kreatür mein Licht so suͤndig angelaͤndet. 13. Es ist mir leid, ich hin nicht werth, dein Ant⸗ litz zu erblicken; ich bin nicht werth, daß mich die Erd und ihre Fruͤcht er⸗ guicken; jedoch vergieb, schrei ich zu dir, vergieb, o große Guͤte, vergieb/ ver⸗ gieb, vergieb es mir, o gnaͤdiges Gemuͤthe! 14. Du bist ja huldreich, gut und mild, barmherzig und gelinde; du wirst ja deiner Gottheit Bild nicht lassen in der Suͤnde. Wer wird dich loben in dem Pfuhl? wer in dem Ab⸗ grund preisen? wer Opfer hringen deinem Stuhl, und eingen Dienst erweisen? 15. So du willst ins Ge⸗ richte gehn, und nach den Thaten sprechen, wer ist, der vor dir wird bestehn, und sich dem Zorn ent⸗ brechen? Die Himmel sind vor dir nicht rein und deine Heilgen alle, wie sollts der Mensch, der Suͤnder, sein, der so ge⸗ neigt zum Falle. deinen eingen Sohn, der meine Schwachheit traͤget, der meine Pein und Suͤn⸗ denlohn ihm selbst hat auf⸗ erleget; schau, wie er an des Kreuzes Stamm fuͤr mich ist angeschlagen, und als ein treuer Braͤutigam so liebreich sich laͤßt plagen. 17. Was willst du mehr? die Suͤnd ist hin, die Schulden sind bezahlet: veraͤndert ist mein Herz und Sinn, sein Blut hat mich bemalet. Ich bin nun Freund, ich bin nun Kind, ich bin nun neu geboren; es sauset nun seins Geistes Wind in meines Herzens Ohren. 18. Hunfürs werd ich nimmermehr aus deinen Wegen schreiten; ich werde deines Namens Ehr durch alle Welt ausbreiten; ich will dich lieben uͤber mich, ich will mein Leib und Leben zu deinem Lobe williglich, so oft du willst, aufgeben. Johann Angelus. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. HYsch wie will 246. A es endlich werden? ach wie will es laufen ab, daß ich stets hang an der Erden, und so wenig Andacht hab? Ja, daß ich im harten Sinn ohne Buß geh im⸗ merhin? IJEsu, mir mein Herze ruͤhre, mich zu wahrer Buße fuͤhre. 2. Ach ich fuͤhle keine Reue, und mein Suͤnden⸗ 16. Schau an, schau herz ist kalt. Ich erkenne ohne Scheue meine Fehler mannigfalt, und doch son⸗ der Traurigkeit lebe ich in Sicherheit. JIEsu, mich doch so regiere, daß ich wahre Buße spuͤre. 3. Ach ich kann an GOtt nicht denken, wie ich sollt und gerne wollt, denn mein Geist, der laͤßt sich lenken dahin, wo ich flie⸗ hen sollt, und klebt dem zu feste an, was zum Ab⸗ grund 200 von wahrer Buße. rund ziehen kann. JEsu/ Hilf mein Herz aus Gna⸗ den dieser schweren Last entladen. 4. Ach weil denn mein Geist erstorben, und mein Fleisch haͤlt uͤberhand, seh ich kaum, was ich erwor⸗ ben, da ich mich von GOtt gewandt. Mein Verderben merk ich kaum, weil ich geb dem Fleische Raum. IEsu, mir die Gnade goͤnne, daß ich die Gefahr erkenne. 5. Ach so wache doch von Suͤnden auf, o du mein sichrer Geist; suche GOtt, weil er zu finden, weil er noch dein Vater heißt; komme, weil die Gnadenthuͤr nun noch ste⸗ het offen dir. IEsu, so zu gutem Werke mich mit Herzensandacht staͤrke. 6. Ach mein Herz, be⸗ denk die Schulde, schau, wie weit du bist von GOtt,/ wie du seine Gnad und Hulde hast verworfen und verspott, und wie du aus seiner Ruh selbst der Hoͤlle eilest zu. JEsu, mir mein Herze lenke, daß es diese Noth bedenke. 7. Ach weil denn noch Zeit zu kehren, so verlaß ich diesen Stand. Du, mein IEsu, wollst auch hören, und mir bieten deine Hand hilf mir Schwachen, hilf mir auf, steure meinem Suͤndenlauf. HErr, um deiner Marter willen wirst du meinen Wunsch erfuͤllen. 8. Ach ich kann schon troͤstlich finden, JEsu, hier in deinem Blut die Ah⸗ waschung meiner Suͤn⸗ den. Dieses staͤrket meinen Muth, dies erfrischet mei⸗ nen Sinn, ob ich gleich ein Suͤnder bin. IEsu, mich forthin regiere, daß ich ein fromm Leben fuͤhre. Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. 2 47 ch wo ist 4% mein Ic⸗ sus blieben? Wo ist mein getreuer Hirt? Wo hin ich denn hingetrieben? O ich habe mich verirrt, bin ge⸗ bracht von meinen Luͤsten in die schwarzen Suͤnden⸗ wüsten.„. 2. Hab ich mich so weit vergangen? Ei das haätt ich nie gedacht. Wie soll ich hieraus gelangen? Es befaͤllt mich schon die Nacht: o wie wird es mir hier ge⸗ hen? Nun ists wohl um mich geschehen. ö 3. Meine Seufzer gehn eschwinde/ und mein Aeng⸗ sen haͤufet sich; wo ich nicht bald FEsum finde, so verderb ich jaͤmmerlich; denn des grimmen Wolfes Rachen wird mich bald zum Raube machen. 4. Drum so komm/ ach komm, mein Leben, IEsu, komm, mein Hirt und Freund, der du dich fuͤr mich gegeben, auch da ich noch war dein Feind. Suche selbst mit viel Erbarmen mich von dir verlaufnen Armen.. 3 5. JEsu, hoͤr, wie durch die Waͤlder dein verirrtes Schaͤf⸗ Von wahrer Buße. 20¹ Schaͤflein ruft. Hier be⸗ wohnt die duͤrren Felder lauter ungesunde Luft. Fuͤhre mich zu deinen Auen, die von Lebensbal⸗ am thauen. 6. Nimmermehr will ich dann wieder weg von dir, mein JEsu, gehn, und voll Lob⸗ und Freudenlieder soll mein Mund hinkuͤnf⸗ tig siehn. Nur daß mich dein Geist regiere, und auf rechter Straßen fuͤhre. Sophie Regine Graͤf. In eigener Melodie. 2 48. Alen zu dir/ ů HErr Ie⸗ su Christ, mein Hoffnung steht auf Erden; ich weiß/ daß du mein Troͤster bist⸗ kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Er⸗ den ist kein Mensch geborn, der mir aus Noͤthen helfen kann; dich ruf ich an, zu dem ich all mein Ver⸗ traun hab. 2. Mein Suͤndn sind schwer und uͤbergroß, und reuen mich von Herzen; derselben mach mich quitt und los durch deinen Tod und Schmerzen, und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug fuͤr mich ge⸗ than: so werd ich quitt der Suͤndenlast. Erhalt mich fest in dem, das du versprochen hast. 3. Gieb mir nach deinr Barmherzigkeit den rechten Christenglauben und daß ich deine Guͤtigkeit mög inniglich beschauen; vor allen Dingen lieben dich und meinen Naͤchsten gleich als mich. Am 9 End dein Huͤlf mir send, da⸗ durch behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei GOtt in dem hoͤchsten Thron, dem Vater aller Guͤte, und IEsu Christ, seinm eingen Sohn, der woll uns all behuͤten, auch GOtt dem heiligen Geiste, der uns sein Huͤlf allzeit leiste, damit wir ihm ehellg sein hier in dieser Zeit, und folgen ihm in Ewigkeit. ZJohann Schneefing. Mel. YeErr, ich habe miffgehandelt. Ysus der Tiefe 249. meiner Sin⸗ nen ruf ich, großer HErr, zu dir, der du von der Sternen Zinnen blickest auf dies Rund allhier: laß die Seufzer meiner Stim⸗ men uͤber sich gen Him⸗ mel klimmen. 2. Laß dein Ohren auf mich merken, laß mein Schreien vor dich gehn; denn wo du nach unsern Werken strafest, HErr, wer wird bestehn? Du wirst keines Menschen scho⸗ nen/ wo du nach Verdienst willst lohnen. 3. Aber deine große Guͤte/ die erlaͤsset derer Schuld, die aus kindlichem Gemuͤ⸗ the sich vertrauen deiner Huld, die ihr Uebelthat hereuen, und zu dir um Gnade schreien. 4. HErr, ich will auf 1010 bauen, meine See⸗ — 20² Von wahrer Buße. Seele harret dein; auf dein Wort will ich vertrauen, wenn der helle Tag bricht ein, und wenn er des A⸗ bends schwindet, und sich Morgens wieder findet. 5. Israel, dein Hoffnung lade auf des HErren starke Macht; denn bei ihm lauter Gnade, ja er hat Erloͤsung bracht; er wird Israel erretten aus den schweren Suͤndenketten. Johann Franck. In eigener Melodie. 250 Asi tiefer Aoth schrei ich zu dir, HErr GOtt, erhoͤn mein Rufen; dein gnaͤdig Ohren kehr zu mir, und meiner Bitt sie dͤffen. Denn so du wulst das se⸗ hen an, was Suͤnd und Unrecht ist gethan, wer kann, HErr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Suͤnde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst auch in dem be⸗ sten Leben. Vor dir nie⸗ mand sich ruͤhmen kann; deß muß dich fuͤrchten je⸗ dermann, und deiner Gna⸗ den leben. 4 3. Darum auf GoOtt will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich, und seiner Guͤte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort: das ist mein Trost und treuer Hort, deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es waͤhrt bis in die Nacht, und wieder an den Morgen: doch soll mein Herz an GoOttes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So thu Is⸗ rael rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines GOtts erharre. 5. Ob bei uns ist der ist Suͤnden viel, bei GOtt ist viel mehr Gnaden; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der ute Hirt, der Israel erldͤ⸗ en wird aus seinen Suͤn⸗ den allen. Dr. Martin Luther. Mel. Alles ist an GOt⸗ tes Segen. ist du E⸗ 251. Bbram, be⸗ truͤbet, daß du Bosheit hast veruͤbet, druͤckt dich deine Missethat: laß darum nicht die Gedanken von des Hoͤch⸗ sten Gnade wanken, son⸗ dern folge diesem Rath. 2. Leg zur Seiten, was dich plaget, hoͤr, was dir der Hochste saget/ und was sein Mund selber spricht: Ich bin gnaͤdig und sanft⸗ muͤthig, vaterherzig und sehr guͤtig, ewig waͤhrt mein Zorn auch nicht. 3. Ephraim/ du Hochbe⸗ truͤbter bist du nicht mein herzgeliebter und mein al⸗ lertrautster Sohn? Wie sollt ich mich denn verbo⸗ ßen, und im Zorne dich verstoßen? O mein Sinn ist weit davon. A. Hoͤr ich dich so klaͤg⸗ i—. Hich das Herze brechen; se deinen 121mhng le Von wahrer Buße. die rechten Buße⸗Schmer⸗ zen, machst du, daß ich mich von Herzen uͤber dich erbarmen muß. 5. Aber du mußt in dich gehen, und dein Suͤnden⸗ herz besehen, wie bisher es seinen Spott hat mit mei⸗ ner Gunst getrieben; wie dein uͤppigs Lasterlieben mich betruͤbet, deinen GOtt. 6. Deine mir verhaßten Suͤnden/ die sich haͤufig bei dir finden, haben dich und mich getrennt; deiner Bos⸗ heit schwer Gewichte macht, daß ich mein Angesichte habe von dir abgewendt. 7. Denk nicht etwa, daß mein Ohren ihre Hoͤ⸗ renskraft verloren, oder daß mein Hand verkuͤrzt, daß sie dir nicht helfen koͤnne; schau, mit deinem Lastersinne hast du selber dich gestuͤrzt. 8. Aber gieb dich nur zufrieden, du bist nicht von mir geschieden; kehr nur wieder um zu mir, so will ich zu dir mich wen⸗ den, alle dein Betruͤbniß enden, und dich lieben fuͤr und fuͤr. 9. Such mich nur, weil ich zu finden, klag mir deine schweren Suͤnden, ruf mich, weil ich nah bin/ an; weiche von dem Suͤn⸗ denwege, tritt vom brei⸗ ten Lasterstege, und erkenn, was du gethan. 10. So will' ich mich dein erbarmen, und dich mar 6n 20 Weged* waͤr es noch nie geschehn. Ich will allen deinen Herzensschmerzen, Schaden aus Barmherzig⸗ keit und Gnaden als ein Vater uͤbersehn. 11. Wenn auch deine großen Fehler waͤren wie die Purpurmaͤler und wie rosinfarbnes Blut, sollen sie doch weißer werden als der frische Schnee auf Er⸗ den, oder wie das Wol⸗ lengut. 12. Huͤgel, Berge, star⸗ ke Wallen sollen weichen und zerfallen; aber die Barmherzigkeit, die ich dir, mein Kind, will rei⸗ chen, soll in Ewigkeit nicht weichen, sondern waͤhren allezeit. 13. Schau, wie dich der Hoͤchste liebet, und was er fuͤr Trost dir giebet: Ephraim, denk ja daran; nimm es dankbarlich zu Herzen, wirf von dir den und bereu, was du gethan. Georg Reumark Alel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. ae as. Elend 252. D weißt du⸗ GOtt, allein, das mir ist angeerbet, und wie mir alle Kraͤfte sein durch Adams Fall verderbet: denn mein Verstand ver⸗ finstert ist, ich kann dich gar nicht, wie du hist, noch deinen Rath, erkennen. 2. Mein Willẽ ist so sehi verkehrt in meinem Thun und Lassen, daß er am mei⸗ sten das begehrt, was du befiehlst zu lassen; wilt gen, Vater, was du 2* he 204 Von wahrer Buße. bei mir sehr wenig oft⸗ mals gilt, ich setz es aus den Augen. 3. Es geht des alten Adams Trieb nur immer⸗ dar zur Suͤnden; das recht Vertrauen, rechte Lieb sich in mir nicht besinden, daß ich dem Naͤchsten diene nicht, wenns nicht zu mei⸗ nem Nutz geschicht, und suche nur das Meine. 4. Ja,/ wenn ich alles recht betracht, so wuͤrd gar leicht auf Erden ein Abgott aus mir selbst ge⸗ macht, dem fort gedient muͤßt werden; denn eigne Lieb und eigne Ehr, auch Ei⸗ gennutz und was deß mehr/ mir leider noch anhanget. 5. Dies ist die Wurzel und der Grund, draus al⸗ les Unheil ruͤhret, daß ich zu aller Zeit und Stund von dir werd abgefuͤhret; es steht mir stets mein Herz und Muth nach Wollust, Ehre, Geld und Gut und 06.0 eitlen Dingen. 6. Da ich mich nun der Suͤnden⸗Lust nicht sollt gefangen geben, und, wie mirs macht dein Wort bewußt, ihr allzeit wider⸗ streben: so denk ich nicht so fleißig dran, ruf dich nicht fort um Huͤlfe an, hol ich bin oft traͤg und sicher. 7. Wenn mir was Bdses koͤmmt in Sinn/ dawider ich sollt kaͤmpfen, so tracht ich nicht alsbald dahin, das Feur mit Macht zu daͤmofen; das nimmt denn in mir uͤberhand, daß ich moͤcht leicht in Suͤnd und Schand daruͤber groͤblich fallen. 8. Oft will mich auch die arge Welt, die ich doch stets sollt fliehen, wenn meinem Fleisch ihr Werk schaft l mit zur Gesell⸗ chaft ziehen; sie will, daß ich auch Uebels thu, und andre reizen soll dazu, daß sie mit Suͤnd begehen. 9. Ach GOtt, ich hab nach solcher Art gar lang mit großem Schaden, eh ich zu dir bekehret ward/ gelebet außer Gnaden. Ich bin auch noch nicht ohn Gefahr, dieweil mir jetzt und immerdar die Suͤn⸗ denlust anklebet. 10. O HErr, in dieser meiner Noth sieh mich an mit Erbarmen; komm mir zu Huͤlf, du treuer GOtt, und steh mir bei, mir Ar⸗ men; erleucht durch deine Gnad und Guͤt mein un⸗ verstaͤndiges Gemuͤth, daß ich dich Lecht erkenne. 11. Den Willen leit nach deinem Wort, daß ich dich herzlich liebe, dir fest vertrau und fort und fort in Gottesfurcht mich uͤbe; daß ich dir meine Tauf⸗ zusag mit starkem Vorsatz alle Tag aufs neue wieder⸗ ole. 12. Und weil dir nie⸗ mand ohn Gebet bestaͤn⸗ dig kann anhangen/ so gieb, daß ich oft vor dich tret, die Gnade zu erlangen; damit mein ganzes Chri⸗ stenthum des Naͤchsten Nutz und deinen Ruhm ohn Heuchelei ibr Gieb Von wahrer Buße. ———— — 205 13. Gieh mir des Geistes Freudigkeit, daß ich da⸗ durch verachte Geld, Ehr/ und Wollust dieser Zeit, das Ewige betrachte. Ach nimm mich mir, und gieb mich dir, daß ich dir leb und sterbe mir und mei⸗ nen boͤsen Luͤsten. 14. Des Fleisches und des Geistes Krieg ist dies bei Jung und Alten; laß mich da immerfort den Sieg durch deine Kraft er⸗ halten. HErr, staͤrke mich und mich erneu, daß ich stets unverdrossen sei, an diesen Streit zu treten. 15. Vor Stolz und Ehr⸗ sucht mich behuͤt, daß die nicht funden werden in meinem Herzen und Ge⸗ muͤth, in Worten und Ge⸗ berden; Hoffart war ja des Teufels Fall; ach hilf, HErr, daß ich uͤberall fest an der Demuth halte. 16. Die Sorg der Nah⸗ rung nimm von mir, laß mich nicht mehr begehren/ denn was ich hab von⸗ noͤthen hier, mich ehrlich zu ernaͤhren; daß ich auch keinen Zweifel hab, du werdest mich bis an mein Grab mit Unterhalt ver⸗ sorgen. 17. HErr, gieb mir Gnade, daß ich daͤmpf des Fleisches boͤsen Willen, Hoͤllen Qual hinwieder moͤg bedenken, wie haͤufig man die wird einmal fuͤr boͤse Lust einschenken; Pech, Schwefel, Jammer ohne Maaß wird folgen dort ohn Unterlaß auf kurze Lust und Freude. 19. Laß mich allzeit vor⸗ sichtig sein, mit wem und wie ich wandle/ daß ich halt mein Gewissen rein in al⸗ lem, was ich handle, und achte, keines Menschen Gunst, wenn mich die Welt durch ihre Kunst von dir zu sich will ziehen. 20. Dem boͤsen Geist gieb nimmer zu, mich ir⸗ gend zu verletzen/ und meine Seel aus ihrer Ruh in Noth aufs neu zu setzen; wenn sich Versuchung zu mir wendt, laß sie gewin⸗ nen so ein End, damit ichs koͤnn ertragen. 21. Verleih, o Vater, gnaͤdiglich, daß es ja mög geschehen, was ich, dein Kind, nun bitte dich mit Seufzen und mit Flehen: hilf, wenn mir alle Huͤlf zerrinnt, daß ich geduldig uͤberwind in JEsu Christi Namen. Mel. Allein zu dir, HErr JEsu Christ. 253. D.por Jarn. Jeru⸗ und wider mich ja selber salem, HErr JEsu, heiße kaͤmpf, die Lust nicht zu Zaͤhren, zum Zeugniß, dir erfuͤllen, wenns gleich nur sei angenehm, wenn Suͤn⸗ in Gedanken waͤr z hilf auch/ der sich bekehren. Wenn daß ich mich nicht beschwer ich vor dir mit Buß er⸗ mit Essen oder Trinken. schein, und über meine 18. Gieb, daß ich oft der Suͤnde wein, so waͤschst 15 '. 8—2 206 Von wahrer Buße. ab aus lauter Gnad all! Uebelthat, so mich bisher gequaͤlet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von we⸗ gen meiner Suͤnde, zu dei⸗ nen Thraͤnen ich mich wend/ da ich Erquickung finde. Vor GOtt sind sie so hoch geschaͤtt: wer seine Suͤnd hiermit benetzt, den blickt GOtt an mit Guͤtigkeit zu jeder Zeit, und sein be⸗ truͤbtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Thraͤnenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß; sie maͤrtert stets die Dei⸗ nen. Auf allen Seiten, wo sie kann, fangt sie mit mir zu hadern an. Dies troͤ⸗ stet mich zu aller Frist, HErr IEsu Christ, in Noth du auch gewesen bist. 4. Du zaͤhlest alle Thraͤ⸗ nen mein; ich weiß/ sie sind gezaͤhlet; und ob sie nicht zu zaͤhlen sein, dennoch dir keine fehlet; so oft vor dir sie vegen sich, so oft sie auch bewegen dich, daß du dich mein erbarmen mußt; wie dir bewußt mein Kreuz; drum hilfst du mir mit Lust. 5. Wer jetzund saͤet Thraͤ⸗ nen aus, haͤlt in Geduld GOtt stille, wird froͤhlich sein in deinem Haus, da Freude ist die Fuͤlle; ja olche Freude, die kein Mann mit seiner Zung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigleit. Mein Kreuz und Leid wird werden lauter Froͤhlichkeit. 6. Fuͤr diese Thraͤnen dank ich dir, daß du die Freudenkrone, HErrChrist, dadurch erworben mir bei dir ins Himmels Throne; wenn du mich holen wirst einmal hinauf in deinen Freudensgal, dann will ich recht lobsingen dir, o hoͤch⸗ ste Zier/ fuͤr deine Thraͤnen fuͤr und fuͤr. I. Heermann. In eigener Melodie rbarm dich 254. E mein, o HErre GOlt, nach deiner grohn Barmherzigkeit. Wasch ab, mach rein mein Missethat; ich kenn mein Suͤnd, und ist mir leid. Allein ich dir gesuͤndigt hab, das ist wider mich stetiglich; das Bös vor dir mag nicht bestahn, du bleibst grecht, ob du urtheilst mich. 2. Sieh, HErr, in Suͤnd bin ich geborn, in Suͤnd empfing mich mein Mut⸗ ter. Die Wahrheit liebst, thustoffenbarn deiner Weis⸗ heit heimlich Guͤter. Be⸗ spreng mich, HErr, mit Ysopo, rein werd ich, so du waschest mich, weißer denn Schnee, mein G'hoͤr wird froh, all mein Ge⸗ bein wird freuen sich. 3. HErr/ sieh nicht an die Suͤnde mein, thu ab all Ungerechtigkeit, und mach in mir das Herze rein; ein neuen Geist in mir bereit. Verwirf mich nicht von deinm Angesicht/ dein heilgen Geist wend nicht von mir; die Freud deins Heils/ HErr/ zů mir nicht Von wahrer Buße. 207 richt, der willge Geist ent⸗ halt mich dir. 4. Die Gottlosn will ich deine Weg, die Suͤnder auch dazu lehren, daß sie von boͤsem, falschen Steg zu dir durch dich sich be⸗ kehren. Beschirm mich, HErr, meins Heils ein GOtt, vor dem Urtheil durchs Blut bedeut. Mein Zung verkuͤnd dein rechts Gebot; schaff, daß mein Mund dein Lob ausbreit. 5. Kein leiblich Opfer von mir heischst, ich haͤtt dir das auch gegeben; so nimm nun den jerknirsch⸗ ten Geist, btruͤbts und traurigs Herz daneben; ver⸗ schmaͤh nicht, GOtt, das Opfer mein, thu wohl in deiner Guͤtigkeit dem Berg Zion, da Ehristen sein, die opfern dir Gerechtigkeit. Erhard Hegenwalt. Alel. Berzlich lieb hab ich dich, o HErr. or Gricht/ 255. HErr IE⸗ su, steh ich hie, beug in Demuth meins Herzens Knie, und seufze mit Weh⸗ klagen: Mein große Suͤnd und Missethat mich ver⸗ klagt und verdammet hat, doch will ich nicht verza⸗ gen. HErr JEsu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Suͤnden rein/ weil ich fest glaube, und dabei im Herzen habe wahre Reu. HErr IEsu Christ, deß dank ich dir n ich will mich bessern, hilf du mir. Nach Martin Schalling. Mlel. Der Tag ist hin, mrin JEsu, bei mir bleibe. 2 roß ist die 256. G Qual, o HErr, in meiner Seelen, die Sund und Schuld mir mein Gewissen quaͤlen, weil deinen Grimm ich hab auf mich gebracht, und dein Gebot und Draͤuen nie betracht. 2. So muß ich nun in meinem Leiden leiden, und deine Gnad und suͤße Gunst entmeiden; ich sink hinab tief in die Hoͤllengruft, aus der dir jetzt die matte Seele ruft. 3. Du siehst mein Herz/ wie daß ich untersinke; und daß ich jetzt, wo du nicht hilfst, ertrinke; ja, weil ich dich verlassen hab allhier/ so werd ich jetzt verlassen auch von dir. 4. Ist denn nun nichts, das meinen Geist ergoͤtze, das mich aus Angst und rauher Truͤbsalsetze? Mein Geist erbleicht, mein Herz verliert das Herz, und schwellet auf von Reuen und vom Schmerz. 5. Die Thraͤnenfluth be⸗ muͤht sich wegzuschwem⸗ men die Suͤndenlast, und deinen Grimm zu hemmen; was aber hilft der bloße Thraͤnenbach? Er mehret nur mein schweres Un⸗ gemach. x 6. Was thu ich nun? Wie? soll ich, HErr, ver⸗ olch in solcher 29 in solchen meinen Plagenꝛ Soll ich verzagt, wie 62 ga ö x ö 208 Von wahrer Buße. sagen hier: das große Schuld du nicht erlaͤs⸗ sest mir? 7. Ach nein, ach nein; ich will zu dir mich schwin⸗ gen, und mit Gebet und Flehen auf dich dringen, weil von der Schuld mein Heiland selber spricht: daß er sie tilg und denke sol⸗ cher nicht. 8. So will ich nun die Suͤndenlast hinlegen an solchen Ort, wo abzufließen pflegen die Gnadenstrom, aus Christus theurem Blut entsprungen und vergossen mir zu gut. 9. Hiezu will ich dir Bußethraͤnen bringen, die sollen auf die Last der Suͤn⸗ den dringen, und fuͤhren sie zu deiner Liebe hin, die einig kann erquicken Geist und Sinn. 10. Wenn sie nun, HErr/ an deine Lieb hinkommen, so hilf, daß sie bald werd hinweggenommen; versen⸗ ke da der Suͤnden schwar⸗ zes Heer, versenk es, HErr/ in dein Erbarmungs⸗Meer. 11. So werd ich dann dich wieder koͤnnen loben, und achten nicht der Rei⸗ der grimmes Toben, des Teufels List und meiner Feinde Schaar: du tilgest Noth und Tod dann ganz und gar. Rand 12. Dann wird mein Geist sich wiederum er⸗ freuen, weil weggelegt wird sein dein grimmes Draͤuen; drauf opfre ich mich dir nun ganz und gar/ und fliehe von er Suͤnder losen Schaar. 13. Mein HErr, mein GOtt, dich will ich einig preisen; doch wollest du mein Heil, mich unterwei⸗ sen den Weg, den ich soll ehen fort von nun, und ehre mich nach deinem Willen thun. ö Mel. JEsu, meine Freude. 5 ast du Angst 257. H im Herzen und empfindest Schmerzen wegen deiner Suͤnd O sei wohl zufrieden, denn du bist hienieden worden GOttes Kind. GOtt be⸗ truͤbt das, was er liebt; was GOtt will zur Rech⸗ ten stellen, fuͤhrt er vor zur Hoͤllen. 2. Wer sich selbst wird richten, den wird GOtt mit nichten bringen ins Gericht; GOtt hat drum das Leben seines Sohns gegeben in den Tod, daß nicht ich und du von ew⸗ ger Ruh sollen abgesondert bleiben, wenn wir ihm nur glaͤuben. 3. GOttes beilge Pfle⸗ ge sind die Wunderwege, darauf er uns fuͤhrt; drauf wir muͤssen kaͤmpfen, un⸗ sern Willen daͤmpfen, bis da wir verspuͤrt, daß die Buß haͤlt bei uns Fuß⸗ und wir Glaubensmaͤnner werden hier auf dieser Erden. ht 115 4. Willst du Gnade sin⸗ den, suche deine Suͤnden forthin nicht in dir. Schaue JEsum tragen das um was du klagen fort willst fuͤr und Von wahrer Buße. 209 und fuͤr. GOtt der schlaͤgt den/ welcher traͤgt unsrer Suͤnden schwere Buͤrden/ daß wir Kinder wuͤrden. 5. Macht der Suͤnden B Menge dir die Welt zu enge: GOttes Gnad i groß; hier in diesem Leb GOtt uns will vergeben, daß wir frei und los möͤgen sein von ewger Pein. Wer die Suͤnd hier sucht zu has⸗ sen, den wird GOtt nicht lassen. 6. Der, den GOtt nicht liebet, wird hier nicht be⸗ truͤbet wegen seiner Suͤnd/ alldieweil er bleibet dessen, der ihn treibet, Satanas sein Kind. Schaue nun, wie ist dein Thun? Wirst du wahre Buß anfangen, sollst du Gnad erlangen. 7. Gottes Lieb und Treue bleibt uns hier stets neue; Gott wirft uns nicht weg, ob wir gleich vor allen viel und sehr ge⸗ fallen; auf dem Lebenssteg hat stets Acht des Hoͤchsten Wacht auf uns, seiner Liebe Brennen laͤßt uns nicht abtrennen. 8. Dieser Liebe Brennen lehr uns wohl erkennen, o HErr JEsu Christ, wenn in unserm Zagen oftmals wir beklagen, was uns nagt und frißt; JEsu, du, o einge Ruh, laß uns nicht von dir abscheiden, noch von deinen Freuden. Christoph Nunge. Mel. Als der gütige Mund aus innerm Herzens⸗ rund ohn alle Falschheit Wurcht; Wend, HErr, dein Angesicht, vernimm meine Bitte. 2. Ich bitte nicht um Gut, das auf der Welt be⸗ ruht, auch endlich mit der Welt bricht und zu Boden faͤllt, und mag gar nicht retten. 3. Der Schatz, den ich begehr, ist deine Gnad/ o HErr, die Gnade, die dein Sohn, mein Heil und Gna⸗ denthron, mir sterbend er⸗ worben. 4. Du bist rein und ge⸗ recht, ich bin ein boͤser Knecht; ich bin in Suͤn⸗ den todt, du bist der from⸗ me GOtt, der Suͤnde ver⸗ giebet. 5. Laß deine Frommig⸗ keit sein meinen Trost und Freud; laß uͤber meine Schuld dein edle Lieb und Huld sich reichlich ergießen. 6. Betrachte, wer ich bin, im Hui fahr ich dahin, zerbrechlich wie ein Glas, vergaͤnglich wie ein Gras, ein Wind kann mich faͤllen. 7. Willst du nichts sehen an, als was ein Mensch gethan, so wird kein Men⸗ schenkind vor Menge seiner Suͤnd im Himmel bestehen. 8. Sieh an, wie JEsus Christ fuͤr mich gegeben ist; der hat, was ich nicht kann/ erfuͤllt, und gnug gethan im Leben und Leiden. 9. Du liebest Reu und Schmerz, schau her, hier ist mein Herz, das seine Suͤnd erkennt und wie ein 210 Don wahrer Buse. ein Feuer brennt vor Angst, Leid und Sorgen. 10. Ich lechze wie ein Land, dem deine milde Hand den Regen lang entzeucht, bis Saft und Kraft ent⸗ weicht, und alles verdorret. 14. Gleichwie auch guf der Haid ein Hirsch begier⸗ lich schreit nach frischem Wasserquell, so ruf ich laut und hell nach dir, o mein Leben. 12. Erquicke mein Ge⸗ bein, geuß Trost und Lah⸗ sal ein, und sprich mir freundlich zu, daß meine Seele ruh im Schooß deiner Liebe. 13. Gieb mir getrosten Muth, wenn meine Suͤn⸗ denflut aufsteiget in die Höh; erfaͤuf all Angst und Weh im Meer deiner Gnaden. 14. Treib weg den boͤsen Feind, der mich zu stuͤrzen meint; du bist mein Hirt, und ich will bleiben ewig⸗ lich ein Schaf deiner Weide. 15. So lang auf dieser Erd ich Athem holen werd, o HErr, so will ich dein mit Leib und Seele sein, auch getreu verbleiben. 16. Ich will di dank⸗ bar sein, doch ist mein Koͤnnen klein; gllein in deiner Kraft, die Thun und Wollen schafft/ steht all mein Vermoͤgen. 17. Drum sende deinen Geist, der deinen Kindern weist den Weg, der dir gefaͤlt; wer den bewahrt und halt, wird nimmer⸗ mehr fehlen. 18. Ich richte mich nach dir, du sollst mir en fuͤr; du sollst mir schließen auf die Bahn im Tugend⸗ lauf, ich will treulich folgen. 19. Und wenn des Him⸗ mels Pfort ich werd er⸗ greifen dort, so will im En⸗ gelheer ich ewig deiner Ehr in Freuden lobsingen. Paul Gerhard. In eigener Klelodie. 2 59 Err, ich ha⸗ — be mißge⸗ handelt, ja, mich drückt der Suͤnden Last/ ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor dei⸗ nem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? du wirst allent⸗ halben sein. Wollt ich uͤber See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, haͤtt ich Fluͤgel gleich den Win⸗ den) gleichwohl wuͤrdest du mich sinden. 3. Drum ich muß es nur bekennen: HErr, ich habe mißgethan, darf mich nicht dein Kind mehr nen⸗ nen, ach nimm mich zu Gnaden an; laß die Menge meiner Suͤnden deinen Zorn nicht gar entzuͤnden. 4. Koͤnnt ein ahten den Sand gleich zaͤhlen an dem weiten Mittel⸗ meer: dennoch wuͤrd es ihm wohl fehlen, daß er meiner Suͤnden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 5. Wein, ach wein ietzt von wahrer Buße. 211 jetzt um die Wette, mei⸗ ner beiden Augen Bach! O daß ich gnug Zaͤhren haͤtte/ zu betrauern meine Schmach! O daß aus dem Thraͤnenbronnen kaͤm ein starker Strom geronnen! 6. Ach daß doch die strengen Fluten uͤber⸗ schwemmten mein Gesicht, und die Augen moͤchten bluten, weil mir Wasser sonst gebricht; ach daß sie wie Meereswellen moch⸗ ten in die Hoͤhe schwellen. Aber, Christe, deine Beulen, ja ein einzigs Troͤpflein Blut, das kann meine Wunden heilen, loͤschen meiner Suͤnden Glut; drum will ich, mein Angst zu stillen, mich in deine Wunden huͤllen. 8. Dir will ich die Last aufbinden: wirf sie in die tiefe See, wasche mich von meinen Suͤnden, mache mich so weiß als Schnee; laß dein guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Joh. Franck. In eigener Melodie. 2 Err, nicht 260. schicke dei⸗ ne Rache uͤber meine böͤse Sache, ob sie wohl durch Uebelthat großen Zorn oderdienet hat. Freilich muß ich es bekennen, Ur⸗ sach hast du sehr zu bren⸗ nen; doch du wollest jetzt allein Vater und nicht Richter sein. 2. Schicke lieber, o mir Armen, fuͤr den Eifer dein Erbarmen; heile mich, denn ich vorhin schwach und lagerhaftig bin. Sie⸗ he, wie ich ab sei kom⸗ men, wie mir alle Kraft genommen; mache HErr, es ja nicht lang, Mark und Bein ist sterbe⸗krank. 3. Vor der Sorgen Pein und Schmerzen ist kein Herz in meinem Herzen. Mein Gemuͤthe, das dich liebt, ist bis auf den Grund be⸗ truͤbt. Mein Trost, kannst du noch verweilen? hat es keine Noth zu eilen? Macht denn deine Huͤlfe sich schwaͤ⸗ cher, als der Kummer mich? 4. Kehre wieder, wieder kehre, eh ich mich in Angst verzehre; reiche deine Hand, o GOtt, meiner Seelen in der Noth. Zwar du moͤch⸗ test sie wohl hassen, weil sie selber dich verlassen; doch betrachte dies dabei, was dein Heil und Guͤte sei. 5. Menschen, die nicht mehr im Leben, die den Geist schon aufgegeben/ wissen nichts von Schuld und Pflicht, und gedenken deiner nicht; denn wer kann dir Ehr erweisen, wer vermag dich wohl zu preisen, wenn er schon liegt ausgestreckt, und im * Grabe steckt? Meine muͤden Seuf⸗ zer„Nneh, was der Mund nicht weiß zu klagen; durch mein Weinen alle Nacht wird mein Bette naß gemacht. Meiner Augen heiße Zaͤhren, die mir Ruh und Schlaf beschweren, quellen als ein Ean ah 2¹² Von wahrer Buße. daß mein Lager schwim⸗ men muß. ann 7. Von der Pein, die ich empfunden, ist mein Antlitzabgeschwunden; Un⸗ geduld macht die Gestalt mir vor meinen Jahren alt; denn ich muß von al⸗ jsen Seiten mit dem losen Haufen streiten, der mir an⸗ thut Schmach und Spott, und mich aͤdert auf den Tod. 8. Nun, ihr Uebelthaͤ⸗ ter, ziehet; ihr Tyrannen, auf und fliehet; geht/ ihr Volk der Eitelkeit, hin, woher ihr kommen seid; denn der HErr sieht, wenn ich weine, daß ich dies mit Treuen meine; meine Thraͤnen fließen hin in sein Herz und beugen ihn. 9. Er, der HErr, hat schon mein Flehen mit Ge⸗ naden angesehen; mein Ge⸗ muͤthe, das mich regt, hat ihm seines auch bewegt: alsobald ich ihn gebeten, ihm vor Augen bin getre⸗ ten, hat auch seine Guͤte sich ausgebreitet uͤber mich. 10. Vor der ganzen Welt auf Erden sollen die nun schamroth werden, zittern noch vor GOtt und mir, die mich hassen fuͤr und fuͤr; weichen muͤssen sie zuruͤcke ploͤtzich und im Augenblicke, und doch se⸗ hen auch dabei, daß der in deinem Zorn, das bitt ich dich von Herzen; ich bin sonst ganz und gar ver⸗ lorn, mit dir ist nicht zu scherzen; auch zuͤchtge mich nicht in deinm Grimm/ weil ich so voll Betruͤb⸗ niß bin, und leide große Schmerzen. 2. Sei gnaͤdig mir, denn ich bin schwach, von Her⸗ zen sehr erschrocken; kein Ruh hab ich bei Tag und Nacht, das Mark im Bein vertrocknet; mein Seel auch sehr betruͤbet ist, daß du, o HErr, so lang aus bist, auf den ich stets thu hoffen. 95, 3. Ach wende dich, du lieber HErr, errette meine Seele. Hilf mir durch dei⸗ ne Guͤt und Ehr, ich thu mich dir befehlen. Im Tod gedenkt man deiner nicht, in der Hoͤlln dir kein Dank geschicht, darin ist nichts denn Quaͤlen. i 4. Vom Seufzen ich so muͤde bin, mein Bette thu ich schwemmen; betruͤht ist mir Herz Muth und Sinn/ nach dir thu ich mich seh⸗ nen; die ganze Nacht das Lager mein mit Thraͤnen muß genetzet sein, das wollst du, HErr, erkennen. 5. Vom Trauern abge⸗ nommen hat mein Gstalt und ist veraltet; ich werd geaͤngstet fruͤh und spat, HErr mein Heiland sei. Martin Opitz. Alel. Aus tiefer Uoth schrei ich zu dir. 261.. Err, das Herz im Leib erkaltet. Ach HErr, erhoͤr das Wei⸗ nen mein, mein Flehn laß nicht vergeblich sein, im straf Glauben mich erhalte. mich nicht 6. Ihruebelthaͤter/weicht von 2¹3 Von wahrer Buße. von mir, der HErr erhoͤrt mein Flehen. Mein Feind zu Schanden werden schier mein Gbet, zu GoOtt ge⸗ schehen, wird nicht vergeb⸗ lich sein fuͤrwahr: das ist gewiß und offenbar, deß thu ich mich versehen. Ludwig Oeler. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. Ich armer 262. I Mausch,ich armer Suͤnder, steh hier vor GOttesAngesicht. Ach GOtt, ach GOtt, verfahr gelinder, und geh nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein Erbarmer, uͤber mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner großen Suͤnd. Ach daß ich Gnad vor dir er⸗ lange, ich armes und ver⸗ lornes Kind! Erbarme dich/ erbarme dich, GOtt mein Erbarmer, uͤber mich. 3. Ach hoͤre doch mein seufzend Schreien, du al⸗ lerliebstes Vaterherz; wollst alle Suͤnden mir verzeihen, und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich,/ erbarme dich, GOtt mein Erbarmer, uͤber mich. 4, Wie lang soll ich ver⸗ geblich klagen? Hoͤrst du denn nicht? hoͤrst du denn nicht? Wie kannst du das Geschrei vertragen? Hor/ was der arme Suͤnder spricht: Erbarme dich, er⸗ barme dich, GOtt mein Erbarmer, uͤber mich. 5. Wahr ist es, uͤbel steht der Schade, den niemand heilet, außer du. Ach, aber ach, ach Gnade, Gnade, ich lasse dir nicht eher Ruh, Erdarme dich, erbarme dich, GOtt mein Erbarmer uͤber mich. 6. Nicht, wie ich hab verschuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Suͤnd. O treuer Vater/ schone, schone, und nimm mich wieder an zum Kind, Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein Erbarmer, uͤber mich. 7. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben, sprich, daß der arme Suͤnder hoͤr: Geh hin, die Suͤnd ist dir vergeben; nur suͤndige bin⸗ fort nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein Erbarmer, uͤber mich. 8. Ich zweifle nicht, ich bin erhoͤret, erhoͤret bin ich Zweifels⸗frei, weil sich der Trost im Herzen mehret. Drum will ich enden mein Geschrei. Ich lobe dich, ich lobe dich, GOtt mein Erbarmer, uͤber mich. Christoph Titius. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. 263. J armer .Suͤnder komm zu dir mit demuͤthi⸗ gem Herzen, o GOit/ der gnaͤdig fuͤr und fuͤr, be⸗ kenne dir mit Schmerzen die Suͤnden all und jeden Fall, wie ich ihn hab be⸗ gangen von Jugend auf mit großem Hauf, darin ich bin gefangen. 2. ie 2¹⁴ Von wahrer Buße. 2. Die Suͤnden sind, die ich gethan, unmoͤglich zu erzaͤhlen; doch ich sie auch nicht bergen kann, weil sie mich immer guaͤlen. Dein liebster Sohn hat mich davon durch seinen Tod entbunden; dennoch hab ich ietzt lassen mich den Satan neu verwunden. 3. So ist auch mein Un⸗ dankbaͤrkeir sehr groß bis auf die Stunde; ich habe dir zu keiner Zeit gedankt von Herzensgrunde fuͤr deine Treu, die taͤglich neu/ fuͤr deine Lieb und Guͤte/ die ich an mir gar reichlich spuͤr, und stets trag im Gemuͤthe. 4. Vornehmlich hast du mit Geduld viel Jahr bis⸗ her verschonet, und mir nicht/ wie ich oft verschuldt, hald zornig abgelohnet; hast fort und fort, o hoͤchster Hort, dich meiner ange⸗ nommen; hast nichts ge⸗ spart nach deiner Art, bis ich zu dir bin kommen. 5. Mit deinem Wort hast du gar oft an mein Herz angeschlagen, durch deinen Geist mir zugeruft, den Himmel angetragen; hast fruͤh und spat durch viel Wohlthat zur Buße mich bewogen; auch mit F Truͤbsal, 5 Noth und Qual zu dir hinauf gezogen. 6. Dennoch, das ich nicht leugnen kann, wenn du gleich mals unen hab ich dir niemals aufgethan, die Ohren zugestopfet, mit Un⸗ bedacht dich ganz veracht, den Ruͤcken dir gekehret; doch hast du mich so gna⸗ diglich geduldt und nicht verzehret. 1 7. Du koͤnntest oft mit gutem Recht das Leben mir verkuͤrzen, und mich/ als einen boͤsen Knecht, hinab zur Hoͤlle stuͤrzen/ der ich ohn Scheu, ohn Leid und Reu, in Suͤnden mich verweilet; dennoch giebst du mir Raum und Ruh, hast mich nicht uͤbereilet. 8. Wenn mein Herz dies bei sich bedenkt, in Stuͤcke moͤchts zerspringen: die große Sicherheit mich zurchd thut Mark und Bein urchdringen. Kein Hoͤl⸗ lenpein so groß mag sein/ ich habe sie verschuldet; ich bin nicht werth, daß mich die Erd traͤgt, naͤhrt und auf sich duldet. 9. Unwerth bin ich, daß man mich nennt ein Werk von dir geschaffen; werth bin ich, daß all Element zur Strafe mich hinraffen. So weit hats bracht der Suͤnden Macht; ich muß es frei bekennen; wo du siehst an, was ich gethan/ so muß ich ewig brennen. 10. O Vater der Barm⸗ herzigkeit, ich falle dir zu suße; verwirf nicht den, der zu dir schreit und thut rechtschaffne Buße; dein Angesicht aus Gnaden richt auf mich betruͤbten Suͤn⸗ der; gieb mir ein Blick der mich erquick, so wird die Angst bald minder. 11. Eroͤffne mir dein freundlich Herz, die Renz enz Von wahrer Buße. 215 denz der Liebe; vergieb die Suͤnd, heil meinen Schmerz, hilf, daß ich mich stets uͤbe in dem, was dir gefaͤllt an mir, und alles Boͤse meide, bis ich hin⸗ fahr zur Engelschaar, da nichts denn lauter Freude. Johann Heermann. Mel. Aus tiefer Uoth il * Ich will von 264. meiner Mis⸗ sethat zum HErren mich bekehren: du wollest selbst mir Huͤlf und Rath hiezu, o GᷣOtt, bescheren, und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewaͤhren. 2. Natuͤrlich kann ein Mensch doch nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn deines Geistes Licht blind, taub und todt in Suͤnden: verkehrt ist Will, Verstand und Thun; des großen Jammers komm mich nun, o Vater, zu entbinden. 3. Klopf durch Erkennt⸗ niß bei mir an, und fuͤhr mir wohl zu Sinnen, was Boͤses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz ge⸗ winnen, daß ich aus Kum⸗ mer und Beschwer laß uͤber meine Wangen her viel heiße Thraͤnen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reich⸗ thum deiner Gnaden. Mein Leben dank ich deiner Hand, die hat mich uͤberladen mit Ruh/ Gesundheit Ehr und Brod; du machst, daß mir noch keine Noth bis hier⸗ her koͤnnen schaden. 5. Hast auch in Christo mich erwaͤhlt tief aus der Hollen Fluten, so daß es niemals mir gefehlt an ir⸗ gend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus blo⸗ ßer Treu gestaͤupt mit Va⸗ terruthen. 6. Wer giebt den Kin dern, was du mir gegeben zu genießen? Schenk aber ich Gehorsam dir? Das zeuget mein Gewissen, mein Herz, in welchem nichts gesund, das tausend Suͤn⸗ denwuͤrme wund bis auf den Tod gebissen. 7. Die Thorheit meiner jungen Jahr und alle schnöͤ⸗ den Sachen verklagen mich zu offenbar, was soll ich Armer machen? Sie stel⸗ len, HErr, mir vors Ge⸗ sicht dein unertraͤglichs Zorngericht, und deiner Hoͤllen Rachen. 8. Ich habe meiner Graͤuel Qual, und schaͤm sie zu bekennen; es ist ihr weder Maaß noch Zahl ich weiß sie nicht zu nen⸗ nen, und ist ihr keiner doch so klein, um welches willen nicht allein ich ewig muͤßte brennen. 9. Bisher hab ich in Sicherheit fein unbesorgt geschlafen, gesagt: Es hat noch lange Zeit, GOtt pflegt nicht bald zu stra⸗ fen; er faͤhret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Herr mit seinen Schasen. 10. Die⸗ ————— 216 Von wahrer Buße. 10. Dies alles jetzt zu⸗ gleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen; ich sehe deines Donners Macht, dein Feuer auf mich drin⸗ gen; du regest wider mich zugleich des Dodes und der Hoͤllen Reich, die wollen mich verschlingen. 11. Die mich verfolgt/ die große Noth, faͤhrt schnell ohn Zaum und Zuͤgel. Wo flieh ich hin? Du Mor⸗ genroth, ertheil mir deine Fluͤgel; verbirg mich wo/ o fernes Meer/ stuͤrzt hoch herab, fallt auf mich her⸗ ihr Klippen, Thuͤrm und Huͤgel. 12. Ach nur umsonst, und koͤnnt ich auch bis in den Himmel steigen, und wieder in der Hoͤllen Bauch mich zu verkriechen neigen: dein Auge dringt durch alles sich/ du wirst da meine Schand und mich der lich⸗ ten Sonnen zeigen. 13. HErr JEsu, nimm mich zu dir ein, ich flieh in deine Wunden, die du, o Heiland, wegen mein am Kreuze hast empfunden, als unser aller Suͤnden Muͤh dir, o du GOtteslamm, ward hie zu tragen auf⸗ gebunden.* 14. Wasch mich durch deinen Todesschweiß und purpurrothes Leiden, und laß mich sauber sein und weiß durch deiner Unschuld Seiden. Von wegen dei⸗ nes Kreuzes Last erquick, was du zermalmet hast, mit deines Trostes Freuden. 15. So angethan will ich mich hin vor deinen Vater machen; ich weiß, er lenket seinen Sinn, und schaffet Rath mir Schwa⸗— chen; er weiß was Flei⸗ scheslust und Welt und Satan uns fuͤr Netze stellt/ die uns zu stuͤrzen wachen. 16. Wie werd ich mich mein Leben lang vor sol⸗ cher Plage scheuen, durch deines guten Geistes Zwang, den du mir wollst verleihen, daß er von aller Suͤndenlust und dem, was dir zuwider ist, helf ewig mich befreien. Luise Henriette, Churfürstin v. Brandenburg. In eigener Klelodie. Esu, der du 265. X meine Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teufels fin⸗ stern Hoͤhle sammt der schwerenSuͤndennoth kraͤf⸗ tiglich Icher Aahenmn und mich solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort, sei doch jetzt, o GOtt, mein Hort. 2. Treulich hast du ja gesuchet die verlornen Schaͤfelein, als sie liefen ganz verfluchet in der Hoͤl⸗ len Pfuhl hinein; ja, du Satans⸗Ueberwinder, hast die hochbetruͤbten Suͤnder so gerufen zu der Buß, daß ich billig kommen muß. 3. Ach ich bin ein Kind der Suͤnden; ach ich irre weit und breit; es ist nichts bei mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit; all mein Tichten, all mein Trachten heißet unsern GOtt ver⸗ N Von wahrer Buße. 217 achten; böslich leb ich ganz und gar, und sehr gottlos immerdar. 4. HErr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seelen fuͤr; aber Fleisch und Blut zu zwingen, und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 5. Aber, HErr, ich kann nicht wissen meiner Fehler Meng allein; mein Ge⸗ muͤth ist ganz zerrissen durch der Suͤnden Schmerz und Pein, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergieb mir, was verborgen; rechne nicht die Missethat/ die dich, HErr, erzuͤrnet hat. 6. IEsu, du hast weg⸗ genommen meine Schulden durch dein Blut: laß es, o Erloͤser, kommen meiner Seligkeit zu gut; und die⸗ weil du sehr zerschlagen hast die Suͤnd am Kreuz ge⸗ tragen, ei so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 7. Weil mich auch der Hoͤllen Schrecken und des Satans Grimmigkeit viel⸗ mals pflegen cußtuwecken und zu fuͤhren in den Streit/ daß ich schier muß unterlie⸗ gen ach so hilf, HErr JE⸗ su, siegen; o du meine Zu⸗ versicht, laß mich ja verza⸗ gen nicht. 8. Deine rothgefaͤrbten Wunden, deine Naͤgel/ Kron und Grab, deine Schenkel fest gebunden wenden alle Plagen ab. Deine Pein und blutges Schwitzen, deine Strie⸗ men, Schlaͤg und Ritzen, deine Marter, Angst und Stich, o HErr IEsu, troͤsten mich. 9. Wenn ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach so wollest du mich retten, und dich meiner nehmen an. Du, HErr, kannst allein es stoͤren, daß ich nicht den Fluch darf hoͤren: Ihr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie er⸗ kannt. 10. Du, HErr, gruͤndest meine Schmerzen, du, du kennest meine Pein: es ist nichts in meinem Herzen, als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, mit Leid vermenget, durch dein theu⸗ res Blut besprenget, das am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, HErr JEsu Christ. 11. Run ich weiß, du wirst mir stillen mein Ge⸗ wissen, das mich plagt; es wird deine Treu erfuͤllen, was du selber hast gesagt: daß auf dieser weiten Er⸗ den keiner auch verloren werden, sondern ewig le⸗ ben soll, wenn er nur ist Glaubens voll. 12. HErr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verderben nicht; du, du kannst mich staͤrker machen, wenn mich Suͤnd und Tod anficht. Deiner Guͤte will ich trauen, bis ich froͤhlich werde schauen 10 dich 218 von wahrer Buße. dich HErr IEsu, nach Sündenlast/ JEsu, selbst dem Streit in der suͤßen getragen hast. Ewigkeit. Joh. Rist. AMlel. Alle Klenschen müssen sterben. 5. Deine Wunden sind die Quelle, wo ich soll mein Lasterkleid waschen als ein Schnee so helle von dem Koth der Eitel⸗ 266 Esus, liebster keit. Ach wie will ich R Schatz der mich denn laben, kann Frommen, schoͤnster Braͤut⸗ich nur ein Troͤpflein ha⸗ gam/ GOttes Sohn, schauesb deine Braut lietzt kommen, d wie sie sich vor deinemst Thron zu der Erden nie⸗ en von dem Balsam eines Bluts, des hoch⸗ heuren Seelenguts. 6. Wirf dein liebreich derleget und auf ihre Brust Angesichte her auf dein anschlaͤget, weil ihr hoch⸗betruͤbtes Kind/ weil ich betruͤbtes Herz fuͤhlt der mich jetzt zu dir richte schweren Sünden Schmerz. und bereue meine Suͤnd 2. Ach es ist nicht zu be⸗ laß doch mein geaͤngst schreiben die sehr große Gewissen einen Gnaden⸗ Suͤndenschuld. Ich kann blick genießen, einen Blick/ kaum vor Wehmuth blei⸗o ben, weil, o IEsu, deine schwindet Bruderherz, so ver⸗ Angst und Huld gegen mich ist nun Schmerz. verscherzet, welches mich so heftig schmerzet; lieber stuͤrb ich tausendmal, als ich litte solche Qual. 3. Selbst das Herz faͤngt an zu bluten, das dein scharf Gesetz zerbricht; die sehr herben Thraͤnenflu⸗ ten überschwemmen miein Gesicht; alle meine Gebein erzittert, weil dein Grimm in mir so wittert; ach ich bin lebendig todt in so großer Seelennoth. 4. Willst du mich denn ewig hassen? Deine Lieb und Freundlichkeit wird ja den nicht sterben las⸗ sen, der nach deiner Huͤlfe schreit; ach ich weiß/ dein Herz wird brechen, und mir Armen Tro hersprechen, weil du meine In eigener Mlelodie. 267 Israel/ bekehre dich, ach be⸗ kehre dich noch heute, und im Glauben dich bereite/ daß du koͤnnest wuͤrdiglich bei dem Abendmahl erschei⸗ nen, wozu IEsus ruft die Seinen. 2. Willst du kommen, saͤubre dich von dem Schmutz der Lasterflecken, die in deinem Fleische stecken; Christi Blut kann dich und mich reinigen von allen Suͤnden, wenn ss⸗wir Buße bei uns finden. 3. Glaube, Hoffnung und Geduld, Liebe, De⸗ muth und dergleichen sind sider Christen wahre Zeichen, welche stehn in Christi Huld —— — Von wahrer Buße. 219 Huld, die er kennet und heißt kommen, daß sie werden aufgenommen. 4. Solcher Schmuck und Himmelstracht Chri⸗ sto einig wohlgefaͤllet; wer der Welt hier gleich sich stellet, der wird von ihm nicht geacht, und von sei⸗ nen Tischgenossen schimpf⸗ lich wieder ausgestoßen. 5. Israel, bekehre dich, weil es jetzt noch heißet heute, und im Glauben dich bereite, daß du koͤn⸗ nest wuͤrdiglich bei dem Abendmahl erscheinen, wo⸗ zu IEsus ruft die Seinen. Mel. Christus, der uns selig macht. 98 iebster Vater/ 268. L ich, dein Kind, komm zu dir geei⸗ let, weil ich sonsten nie⸗ mand find, der mich Ar⸗ men heilet. Meine Wun⸗ den sind sehr groß, groß sind meine Suͤnden; mach mich von denselben los, laß mich Gnade finden. 2. Fuͤhrst du vaͤterlich Geschlecht, und hast Va⸗ tersitten, ei so hab ich Kindesrecht, und darf kuͤhn⸗ lich bitten; denn den Kin⸗ dern steht es frei, Vaͤter anzuflehen: Vater, deine Vatertreu laß mich Ar⸗ men sehen. 3. Liebster Vater, willst du dich Vater lassen nen⸗ nen, ei so mußt du lassen mich Vatersinn erkennen; denn das waͤre viel zu schlecht, bloßen RNamen fuͤhren, und nicht thun nach Vaterrecht, was sich will gebuͤhren. 4. Nun so nimm dich meiner an, wie die Vaͤ⸗ ter pflegen; meine Buß und Thraͤnenbahn laß dich doch bewegen. Meine Suͤnden bringen Schmerz/ die ich hab begangen, ach du liebes Vaterherz, laß mich Gnad erlangen. 5. Hast du doch in dei⸗ nem Wort Gnade mir ver⸗ sprochen; laß mich an der Gnadenpfort nicht ver⸗ geblich pochen. Laß der matten Seufzer Staͤrk durch die Wolken dringen, und von deinem Himmels⸗ berg mir Genade bringen. 6. Ich laß doch nicht eher ab, bis du mir ge⸗ waͤhret Gnade, die ich von dir hab inniglich begehret; segne mich, ich lasse dich eher nicht; ich hange, wie die Klett am Kleid, bis ich Gnad von dir erlange. 7. Du bist GOtt und heißest gut, weil du Gut⸗ that uͤbest, und, gleichwie ein Vater thut, deine Kin⸗ der liebest. Dieser Gut⸗ that laß mich auch, Va⸗ terherz, genießen; laß auf mich nach deinem Brauch deine Gnade fließen. 8. Ach verzeih mir; ach vergieb, was ich mißgehan⸗ delt, weil ich nach der Suͤnden Trieb oftermals gewandelt. Meine Suͤn⸗ den ich versenk, HErr, in deine Wunden: ach der⸗ selben nicht gedenk, laß sie sein verschwunden. 9. Klagt mich mein Ge⸗ 10* wis⸗ 2²⁰ Von wahrer Buße. wissen an und will mich ver⸗ dammen, will der schwarze Hoͤllen⸗Mann dich zur Rach anflammen: ei so denke mit Geduld, daß ich Staub und Aschen, und daß mich von meiner Schuld hab dein Blut gewaschen. Christoph Titius. Mel. O Traurigkeit, o W 4* ngst un 269. O Leid/ 0 Traurigkeit, die ich jetzt muß empfinden, die jetzt mein Gewissen nagt wegen meiner Suͤnden! 2. O Furcht und Graus/ das Hoͤllenhaus, darnach ich pflegt zu ringen, hat den Rachen aufgesperrt, und will mich verschlingen. 3. O Ach und Weh, o Schreckens⸗See, wo soll ich mich verstecken? Ach daß doch die tiefste Gruft moͤchte mich bedecken! 4. Der Erden Saum hat keinen Raum, drin ich kann sicher hleiben; meine Bosheit will mich ganz in den Abgrund treiben. 5. Wie werd ich dort so strenge Wort an GOttes Richtstuhl höͤren; weil ich mich die Fleischeslust loß hier so bethören. 6. O GOttes Sohn, du Gnadenthron, ich flieh in deine Wunden, drin hab ich noch jederzeit Ruh und funden. 7. Dein hrilig Blut, das mir zu gut am Kreuze ward vergossen, Brunn, daraus das Heil kommt auf mich geflossen. ist ein S 8. Darum, mein Heil, laß mich jetzt Theil an dei⸗ nem Gnugthun haben; meine Suͤnde werd hinfort in dein Grab begraben. 9. O treuer Hirt, wenn Satan wird mein Ueppig⸗ keit verklagen, so still ihn durch dein Verdienst, sonst muͤßt ich verzagen. Johann Franck. Mel. Uun laßt uns den Leib begraben. 270, H treuer GOtt, ich hab ge⸗ brochen dein Gebot, und sehr unr ke wider bich: das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, 0 gnaͤdger GOtt, nicht hast Gefalln an meinem Tod, und ist dein herzliches Be⸗ gehrn, daß ich mich soll zu dir bekehrn: 3. Auf dies Wort, lie⸗ ber Vater fromm, ich ar⸗ mer Suͤnder zu dir komm, und bitt dich durch den bittern Tod und heilige fuͤnf Wunden roth. 4. Deins lieben Soh⸗ nes IEsu Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: laß deine Gnad und Guͤ⸗ tigkeit mehr gelten, denn Gerechtigkeit. ö 5. Verschon, o HErr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld: so werd ich arm verlornes Kind le⸗ dig 93 los all meiner und. 6. Ich will, o HErr, nach deinem Wort mich bes⸗ Von wahrer Buße. 221 bessern, leben fromm hin⸗ fort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Ewigkeit. In eigener Melodie. 271. O quell aller Gnaden, sieh doch, wie ich in meinem Muth mit Schmerzen bin beladen, und in mir hab der Pfeile viel, die im Ge⸗ wissen ohne Ziel mich ar⸗ men Suͤnder druͤcken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebuͤßet hast am Holz mit Todes⸗Schmerzen; auf daß ich nicht vor gro⸗ ßem Weh in meinen Suͤn⸗ den untergeh, noch ewig⸗ lich verzage. 3. Fuͤrwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag begangen, so faͤllt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja ich weiß we⸗ der aus noch ein, und muͤßte stracks verloren sein, wenn ich dein Wort nicht haͤtte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit sei⸗ nem suͤßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht, und fast beginnt zu sprin⸗ gen; dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zer⸗ knirschtem Geist zu dir, o IEsu, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zu⸗ vor geklaget, auch ein be⸗ truͤbter Suͤnder bin, den sein Gewissen naget, und gerne moͤcht im Blute dein von Suͤnden losgespro⸗ chen sein, wie David und Manasse: 6. Also komm ich nun auch allhie in meiner Angst geschritten, und thu dich mit gebengtem Knie von ganzem Herzen bitten: Verzeih mir doch genaͤdig⸗ lich, was ich mein Tage wider dich auf Erden hab begangen. 7. O HErr, mein(5Ott, vergieb mirs doch um dei⸗ nes Namens willen, und thu in mir das schwere Joch der Uebertretung stil⸗ len, daß sich mein Herz zu⸗ frieden geb, und dir hin⸗ fort zu Ehren leb mit kind⸗ lichem Gehorsam. 8. Staͤrk mich mit dei⸗ nem Freudengeist, heil mich mit deinen Wunden; wasch mich mit deinem Todes⸗ schweiß in meiner letzten Stunden, und nimm mich einst, wann dirs gefaͤllt/ im rechten Glauben von der Welt zu deinen Aus⸗ erwaͤhlten. 9. Auf daß ich in der ewgen Freud mit Singn und Jubiliren preis ewig deine Herrlichkeit, mit Sprign und Triumphi⸗ ren. Erhoͤr mein Bitt nach deinem Wort, nimm auf dein Kind, o treuer Hort, durch IEsum Christum. Amen. V 1—8. v. Barthol. Ringwaldt. Mlel. Uun laßt uns den Leib begraben. 272. O starker GOtt, 0 See⸗ 2²² Von wahrer Buße. Seelenkraft, o liebster Err, o Lebenssaft, was soll ich thun, was ist dein Will? Gebeut, ich will dir halten still. 2. Ich kann ja nichts, das weißt du wohl, auch weiß ich nicht, was ich thun soll: du kannst allein ver⸗ richten dies, du weißt es auch allein gewiß. 3. Rath, Kraft, Held ist niemand als du, Rath giebest du in stiller Ruh; Kraft bist du auch in hoͤchster Roth, Held ist dein Nam, o Wundergott! 4. Du Fels des Heils, erhalte mich, du Lebens⸗ strom, fleuß mildiglich; fleuß doch in meine Seel hinein, ei kehre bei dem Suͤnder ein. 5, Die Zeit ist boͤs und Falschheit voll, ich weiß nicht, wie ich leben soll: du bist ein HErr, der groß von Rath/ du bist ein GOtt/ der stark von That. 6. Was willst du, HErr? das sage mir. Ich klopf, ach thu doch auf die Thuͤr; ich ruf und schrei, du hoͤrst es wohl: Was willst du, HErr, daß ich thun soll? Joachim Neander. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. —(Seele.) Diehe, 273. S ich DBunt u Knecht, voller lut und Schlaͤge, ich, dein Diener, bin wohl recht langsam, faul und traͤge. Ach mein GOtt Ze⸗ 3 baoth, hoͤr mein Schreien, Toͤnen und mein aͤngstlich Sehnen. 41 2. Ich bin kalt, entzuͤnde mich, o erweich mich Har⸗ ten. Speis mich, ich bin hungerig, feucht mich duͤr⸗ ren Garten. Satan schlaͤgt und erregt sehr viele harte Wunden in Versuchungs⸗ stunden. 3. Meines Fleisches Lust⸗ begier macht mir manche Schmerzen; auch die Welt/ die schießet mir Pfeile nach dem Herzen. Mancherlei Menschenscheu sucht mich zu erschrecken und in Noth zu stecken. 4. Ach koͤnnt ich doch, IEsu, dich, wie ich wollte, ieben, o moͤcht ich doch kraͤftiglich solche Lieb aus⸗ uͤben. Bruͤnstiglich wuͤn⸗ sche ich, dich im Geist zu kuͤssen, in dir zu zerfließen. 5. Mein Geist weiß die Wolluͤst wohl, was es sei, dich lieben; doch das Fleisch ist Traͤgheit voll, will die Herrschaft uͤben; Fleisch und Geist zieht und reißt mich auf beiden Seiten, o da gilt es streiten! Ach was mach ich Armer doch? Wer wird mich erretten? Wohin flieh ich endlich noch? Wer wird mich vertre⸗ ten? HErr, mein Heil, komm in Eil, brich des Fleisches Tuͤcke, die ver⸗ strickten Stricke 7.(IEsus.) Sieh, ich komme und erfuͤll, Seele, dein Verlangen, ja ich kuͤs⸗ se dich und will dich mit Lieb umfangen; Fleisches⸗ noth Von wahrer Buße. 2²3 noth, Welt und Tod, ja der Hoͤllen Banden mache ich zu Schanden. 8. Meinen Geist den schenk ich dir, der das Fleisch bezwinge; auch die Lieb, die dich zu mir zieh und kraͤftig dringe. Ich heil dich, dich will ich rein⸗ gen und entbinden, staͤrken, kraͤftgen, gruͤnden. 9. Deiner Wunden tie⸗ fen Schmerz heilen meine Wunden; deine Schlaͤge hat mein Herz dir zum Heil empfunden. Trag Geduld, alle Schuld soll mein Blut bezwingen, soll mein Blut verschlingen. 10. Dieser reine Purpur⸗ schweiß machet alles rei⸗ ne; was nicht reine, das wird weiß durch dies Blut alleine; die Natur, Krea⸗ tur und dies ganze Wesen soll dadurch genesen. 1.(Seele.) O wie rein ist doch dein Blut, JEsu, meine Wonne! Schnee⸗ weiß ist die Wundenflut, heller denn die Sonne. Ganz und gar hell und klar werden dort die Dei⸗ nen durch dein Blut er⸗ scheinen.— 5 12. Dank sei dir, du GOtteslamm, daß du uͤberwunden, daß du mir am Kreuzesstamm die Erld⸗ sung funden. Ich bin dein, dir allein will ich mich er⸗ geben, in dir siegen, leben. Ludw. Andr. Gotter. Mel. vater unser im Himmelreich. 274 o wahr ich · lebe, spricht dein GOtt, mir ist nicht lieb des Suͤnders Tod; vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Suͤnden halte still, von seiner Bosheit kehre sich, und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Suͤnd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die GOtt dir zugesaget hat, und zwar durch einen theuren Eid. O selig, dem die Suͤnd ist leid. 3. Doch huͤte dich vor Sicherheit, denk nicht: Es ist noch lange Zeit; ich will erst froͤhlich sein auf Erd, und wenn ich Lebens muͤde werd, alsdann will ich bekehren mich, GOtt wird wohl mein erbar⸗ men sich. 4. Wahr ists, GOtt ist zwar stets bereit dem Suͤnder mit Barmherzig⸗ keit; doch wer auf Gnade suͤndigt hin, faͤhrt fort in seinem boͤsem Sinn, und seiner Seelen selbst nicht schont, dem wird mit Un⸗ gnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zuge⸗ saget GOtt von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht ge⸗ wollt, ob du bis Morgen le⸗ ben sollt; daß du mußt ster⸗ ben ist dir kund, verbor⸗ gen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich, eh morgen kommt/ kanns aͤndern sich. Wer heut ist frisch, gesund und roth/ ist morgen krank, ja —ß77ñ— — ‚ ö 22⁴ Von wahrer Buße. ja wohl gar todt. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel dort brennen muß. 7. Hilf, o HErr JEsu, hilf du mir, daß ich jetzt komime bald zu dir, und Buße thu den Augenblick/ eh mich der schnelle Tod hinruͤck; auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Johann Heermann. In eigener Melodie. 7⁷ traf mich 275. nicht in deinem Zorn; großer GOtt, verschone. Ach laß mich nicht sein verlorn, nach Verdienst nicht lohne. Hat die Suͤnd dich entzuͤndt, loͤsch ab in dem Lamme deines Grimmes Flamme. 2. HErr, wer denkt im Tode dein? wer dankt in der Hoͤllen? Rette mich aus jener Pein der ver⸗ dammten Seelen, daß ich dir fuͤr und fuͤr dort an jenem Tage, hoͤchster GOtt, Lob sage. 3. Zeig mir deine Va⸗ ters⸗Huld, staͤrk mit Trost mich Schwachen; ach, HErr, hab mit mir Ge⸗ duld, mein Gebeine kra⸗ chen; heil die Seel mit dem Oel deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 4. Ach sieh mein Ge⸗ beine an, wie sie all er⸗ starren; meine Seele gar nicht kann deiner Huͤlfe harren. Ich verschmacht; Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thraͤ⸗ nenguͤssen. 5. Ach ich bin so muͤd ren Hahe von den 9— ren Plagen; mein Herz i der Seüfzer satt, die nach Huͤlfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner ar⸗ men Seele in der Schwer⸗ muthshöͤhle. 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir: GOtt der hoͤrt mein Beten. Nun⸗ mehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel weich, Hoͤlle fleuch! Was mich vor gekraͤnket, hat mir GOtt geschenket. 7. Vater, dir sei ewig Preis, hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicher Weis, der allzeit zu loben; heilger Geist, sei gepreist, hoch geruͤhmt,/ geehret, daß du mich er⸗ hoͤret. Zoh. Georg Albinus. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. 7 ater, ach 276. V laß Trost erscheinen; siehest du dein Kind denn nicht bitterlich mit Petro weinen? wie es mit Manasse spricht? wie es schlaͤgt an seine Brust? wie die eitle Suͤndenlust wird aus Reue so ver⸗ fluchet? wie es weinend Gnade suchet? 2. Hast du, Vater, nich: geliebet mich vor aller Ewigkeit? So mich nun die Schuld betruͤbet, tröͤst ich mich der Gnadenzeit; IEsu Kreuz und Dornen⸗ kron bring ich her vor dei⸗ nen von wahrer Buße. 2²⁵ nen Thron. Hat dein Sohn nicht das erlitten, und kann kraͤftig fuͤr mich bitten? 3. Zwar du bist gerecht, ich schaͤme mich der Un⸗ gerechtigkeit. So ich Fei⸗ genblaͤtter nehme, meiner Werke nichtig Kleid, deckt 2s doch die Bloͤße nicht; so du, Vater, vor Gericht Recht fuͤr Gnade laͤssest Lann wer ist rein, wer ann bestehen? 4. Gleichwohl sagst du zu das Leben, und willst nicht der Suͤnder Tod; du willst schenken und ver⸗ geben, wo verlassen dein Gebot, wo aus boͤs⸗ver⸗ derbter Art auf der breiten Hoͤllenfahrt ich mich habe lassen finden in ganz un⸗ gebuͤßten Suͤnden. 5. Suche mich, dein Schaͤflein, wieder, du mein Gott und treuer Hirt, welches irrig auf und nie⸗ der Woͤlfen sonst zum Raube wird; schließ in IEsu Wunden ein das ver⸗ scheuchte Taͤubelein, daß es Satan nicht erwische in dem wuͤsten Weltgebuͤsche. 6. HErr, ich habe zwar verzogen, bin, nach Noaͤ Rabenart, sicher hin und her geflogen, habe Buße lang gespart; jetzt thu ich zu dir den Tritt, bringe Reu und Glauben mit. HErr, ich komme hochbe⸗ laden, nimm dein armes Kind zu Gnaden. Benjamin Prätorius. . Ans lieser Noth schrei ich zu dir. 27. Wiie hilfet mir, wer fuͤhret mich zum Lehen? Zu niemand, HErr, als nur zu dir will ich mich frei begeben. Du bist, der das Verlorne sucht, du segnest das, so war verflucht; hilf, JEsu, dem Elenden. 2. HErr, meine Suͤnden aͤngsten mich, der Todes⸗ leib mich plaget: o Lebens⸗ GOtt, erbarme dich, ver⸗ gieb mir, was mich naget. Du weißt es wohl, was mir gebricht, ich weiß es auch und sag es nicht; hilf IEsu, dem Betruͤbten. 3. Du sprichst, ich soll mich fuͤrchten nicht; du rufst: Ich bin das Leben! Drum ist mein Trost auf dich gericht, du kannst mir alles geben; im Tode kannst du bei mir stehn, in Noth als Herzog vor mir gehn; hilf, JEsu, dem Zer⸗ knirschten. 4. Bist du der Arzt, der Kranke traͤgt? auf dich will ich mich legen; bist du der Hirt, der Schwache pflegt? erquicke mich mit Segen. Ich bin gefaͤhrlich krank und schwach; heil und ver⸗ bind, hoͤr an die Klag: hilf, IEsu, dem Zerschlagnen. 5. Ich thue nicht, HErr, was ich soll; wie kann es doch bestehen? Es druͤcket mich, das weißt du wohl; wie wird es endlich gehen? Elender ich, wer wird mich doch erloͤsen von dem To⸗ desjoch! Ich danke GOtt durch Christum. Jvachim Neander. 10* Mel. — ᷓI 2²6 Von waäahrer Buße. Alel. Aus tiefer Uoth schrei ich zu dir. eh mir, daß 278. Wẽ ich so oft und viel, als waͤr ich gar verblendet, gesuͤndigt ohne Zahl und Ziel, von GOtt mich abgewendet, der mir doch nichts denn lauter Gnad und Wohlthat stets erwiesen hat in meinem ganzen Leben. 2. Weh mir, daß ich vor meinem GOtt mein Herz so fest verschlossen, da er mir doch ein Schutz in Noth zu sein war un⸗ verdrossen. Viel Greuel hab ich drein gebracht, es ist jetzt wie ein garstig Schacht, darin der Sa⸗ tan wohnet. 3. Mich uͤberzeuget Herz und Sinn, ich muß es frei bekennen, daß ich der groͤßte Suͤnder bin, darf mich nicht anders nennen; doch wenn ich dich, o GOtt, schau an, mit nichten ich verzweifeln kann, du kannst und willst mir helfen. 4. Groß ist zwar meine Missethat, die mich bisher besessen; doch ist weit groͤ⸗ ßer deine Gnad, niemand kann sie ermessen. So groß/ o großer GOtt, du bist, so groß ist auch zu aller Frist, bei dir die Gnad und Guͤte. 5. Die hast du keinem je versagt, weil diese Welt ge⸗ standen. Wer dir vertraut und nicht verzagt, wird Ich bitt, ich fleh, ich schrei/ ich ruf, auf deine Gnad ich wart und hoff: ach laß mich Gnade finden. 6. Ich bin das unge⸗ rathne Kind, das sich von dir gewendet, und mit dem frechen Weltgesind sein Erbtheil hat verschwendet; dich, als das Lebensbrod, ohn Scheu hintangesetzt, und wie die Saͤu mit Traͤ⸗ bern sich gefuͤllet. 7. Ich habe dir oft wi⸗ derstrebt, gefolget meinen Luͤsten, und den Begierden nachgelebt, die, was recht ist, verwuͤsten. Das hoͤch⸗ ste Gut hab ich veracht, auf das, was zeitlich ist, gedacht, und in der Welt hoch pranget. 7101. 8. Doch aber bitt ich dich, aus Gnad wollst deß nicht mehr gedenken, was ich geuͤbt fuͤr Frevelthat, ins Meer wollst du sie sen⸗ ken. Die Suͤnd erlaß, die Straf abfuͤhr, ein neues Leben schaff in mir um deines Sohnes willen. Joh. Heermann. In eigener Melodie. 279 Wi ab von 7 mir das schwere Joch der Suͤnden/ errette mich, mein IEsu, durch dein Blut; wenn fer⸗ ner mich die Luͤste wollen binden, befreie mich durch deine Liebesglut. Hier ist mein Herze, zermalmt von Leid und Schmerze; du wirst mich ja nicht lassen in den Banden; ich hab auf dich gehaut, und, JEsu, deiner Huld vertraut, drum werd ich nicht zu Schanden. 2. Ich Von wahrer Bußse. 2²¹⁷ 2. Ich will dir nur mein falsches Herz bekennen, ich zeuge hier von dem, das mir bewußt; ich ließ in mir ein fremdes Feuer bren⸗ nen, und heuchelte mit der verbotnen Lust; ich bin ge⸗ glitten, weil ich nicht treu gestritten. Du wollst mich nicht mehr lassen in den Banden; dieweil ich dir ver⸗ trau, und stets auf deine Wahrheit bau, so werd ich nicht zu Schanden. 3. Dich hatt ich nicht, o Hoͤchster, stets vor Augen, noch deine Furcht mir recht in Sinn gedruͤckt; ich luͤ⸗ stete nach Dingen, die nicht taugen, die haͤtten mir fast meinen Geist erstickt. HErr, deine Treue wird jetzo wie⸗ der neue, indem du mich befreiest von den Banden; ich hab auf dich gebaut, und deiner Liebe nur ge⸗ traut, drum werd ich nicht zu Schanden. 4. Ich strebte auch gar oft nach hohem Wesen, und ging nicht recht in wahre Demuth ein; wenn meine Lust was Schnodes sich er⸗ lesen, mußt oft dein Dienst der Falschheit Schminke sein. O daß ich sage, und nicht genug beklage! Ach ziehe mich mit Macht aus diesen Banden; dieweil ich dir vertrau, und nur auf deine Guͤte bau, so werd ich nicht zu Schanden. gen lechzet, also mein Geist nach Lebenswasser stoͤhnt. Komm ja, und leite mich bald zu deiner Seite, und ziehe mich mit Macht aus diesen Banden. Ach hilf mir dir vertraun, und Trost in deine Seite baun, so werd ich nicht zu Schanden. 6. Gieb mir dein Fleisch doch wuͤrdig zu genießen/ und druͤcke mich an deine sanfte Brust; laß auch dein Blut in meine Seele flie⸗ ßen, und schwaͤche so die Wurzel boͤser Lust, daß keine Suͤnden in mir den Wohn⸗ platz finden, und laß mich nicht mehr fesseln mit den Banden. Ich will dir stets vertraun, auf dich den Le⸗ bensfelsen baun, so werd ich nicht zu Schanden. 7. Gieh mir das Pfand der Seligkeit zu schmecken, und druͤcke mir dein wer⸗ thes Siegel ein, zur Macht im Streit, zur Labung in dem Schrecken, wenn du mich siehst nach frischer Kuͤhlung schrein; zur Kraft im Kaͤmpfen, die Fleisches⸗ lust zu daͤmpfen. Ach HErr, ach laß mich ja in keinen Banden; gieb, daß ich dir vertrau, und nur auf dei⸗ nen Willen bau, so werd ich nicht zu Schanden. 8. Laß deine Glut der Liebe in mir brennen, laß deinen Tod mir in Gedan⸗ ken stehn; laß keine Lust 5. O siehe doch, wie mich jemals von dir tren⸗ meine Seele aͤchzet, und nen, noch mich aus Furcht sich nach dir und deinem Stroͤmlein sehnt? Wie duͤr⸗ res Land nach frischem Re⸗ gerne stille. Wenn du von dir zuruͤckegehn. Sonst wie dein Wille, ich halte mich pru⸗ 2²28 Don wahrer Buße. druͤfen willst in Kreuzes⸗ banden, so will ich dir ver⸗ traun, und fest auf deine Treue baun, so werd ich nicht zu Schanden. Chrstian Friedrich Richter. Mel. Auf meinen lieben GOtt. o soll ich 280. fliehen hin, weil ich beschweret bin mit vielen großen Suͤn⸗ den? Wo soll ich Rettung sinden? Wenn alle Welt herkaͤme, mein Angst sie nicht wegnaͤhme. 2. OJEsu voller Gnad, auf dein Gebot und Rath kommt mein betruͤbt Ge⸗ muͤthe 10 deiner großen Guͤte: laß du auf mein Gewissen ein troͤpflein fließen. 3. Ich, dein betruͤbtes Kind, werf alle meine Sund, so viel ihr in mir stecken, und mich so hef⸗ tig schrecken, in deine tie⸗ fen Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschul⸗ dig Blut, die schoͤne rothe Flut, wasch ab all meine Suͤnde, mit Trost mein Herz verbinde, und ihr nicht mehr gedenke, ins Meer sie tief versenke. 5. Du bist der, der mich troͤst, weil du mich selbst erloͤst; was ich gesuͤndigt habe, hast du verscharrt im Grabe: da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben muͤssen. Gnaden⸗ 6. Ist meine Bosheit groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Blut auffasse, und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich ha⸗ ben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich uͤberwinde Tod, Teufel, Hoͤll und Suͤnde. 8 8. Und wenn des Aigcgen eer mir ganz entgegen waͤr, darf 10 doch nicht verzagen, mit dir kann ich sie schlagen; dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trutz bald schweigen. 9. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Staͤrk und Kraft, daß auch ein Troͤpflein kleine die ganze Welt kann reine, ja gar aus Teufels Rachen frei, los und ledig machen. 10. Darum allein auf dich, HErr Christ, verlaß ich mich; jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du fuͤr mich gestorben. 11. Fuͤhr auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög ailes meiden/ was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Glied⸗ maaß ewig bleibe. Johann Heermann II. Vom Vom Glauben. II. Vom In eigener Klelodie. ein IEsu, 281. M dem die Seraphinen im Glanz der hoͤchsten Majestaͤt selbst mit bedecktem Antlitz dienen, wenn dein Befehl an sie ergeht: wie sollten bloͤde Fleischesaugen, die nur verhaßte Suͤnden⸗Nacht mit ihrem Schatten truͤb gemacht, dein helles Licht zu schauen taugen? 2. Doch goͤnne meinen Glaubensblicken den Ein⸗ gang in dein Heiligthum, und laß mich deine Gnad erblicken zu meinem Heil und deinem Ruhm. Reich deinen Zepter meiner Seele, die sich wie Esther vor dir neigt, und dir als deine Braut sich zeigt; sprich: Ja, du bists, die ich er⸗ waͤhle. 3. Sei gnaͤdig, IEsu voller Guͤte, dem Herzen, das nach Gnade lechzt; hoͤr, wie die Zung in dem Gemuͤthe: GOtt, sei mir Armen gnaͤdig! aͤchzt. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen; wie koͤnntest du ungnaͤdig sein dem, den dein Blut von Schuld und Pein erloͤst, da es so reich geflossen. 4. Ich fall in deine Gnadenhaͤnde, und bitte mit dem Glaubenskuß: Gerechter Koͤnig, wende, wende die Gnade zu der Herzensbuß! Ich bin ge⸗ Glauben. recht durch deine Wun⸗ den, es ist nichts Straͤf⸗ lichs mehr an mir; bin aber ich versoͤhnt mit dir, so bleib ich auch mit dir verbunden. 5. Ach laß mich deine Weisheit leiten, und nimm ihr Licht nicht von mir weg; stell deine Gnade mir zur Seiten, daß ich auf dir beliebtem Steg bestaͤndig bis ans Ende wandle, damit ich auch zu jeder Zeit in Lieb und Herzens⸗Freudigkeit nach deinem Wort und Willen handle. 6. Reich mir die Waf⸗ fen aus der Hoͤhe, und staͤrke mich durch deine Macht, daß ich im Glau⸗ ben sieg und stehe, wenn Staͤrk und List der Fein⸗ de wacht; so wird dein Gnadenreich auf Erden, das uns zu deiner Ehre fuͤhrt, und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen, erwaͤhl es HErr, zu deinem Thron. Hast du aus Lieb ehmals verlassen des Himmels o wüt und deine Kron: o wuͤrdge auch mein Herz/ o Leben, und laß es deinen Himmel sein, bis du, wenn dieser Bau faͤllt ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig hinauf zu dir im Glauben, steig du in 230 Vom Glauben. in Lieb herab zu mir. Laß mir nichts diese Freude rauben; erfuͤlle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fuͤrchten, lieben, ehren, so lang in mir der Puls sich regt, und wenn derselb auch nicht mehr schlaͤgt, so soll doch noch die Liebe waͤhren. Wolfg. Christoph Deßler. Mel. Uun freut euch, lieben Christen gmein. GoOttes 2 82* Sohn, HErr JEsu Christ, daß man recht koͤnne glaͤuben, nicht jedermannes Ding so ist, noch standhaft zu ver⸗ bleiben: drum hilf du mir von oben her, des wahren Glaubens mich gewaͤhr, und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unter⸗ weise mich, daß ich den Vater kenne; daß ich, o Christe IEsu, dich den Sohn des Hoͤchsten nen⸗ ne; daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich ge⸗ lobet und gepreist in dem dreieingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gyadentheil das wahr Er⸗ kenntniß finden, wie der nur an dir habe Theil, dem du vergiebst die Suͤnden. Hilf, daß ichs such wie mir der mic du bist der Weg, er mich recht fuͤhrt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem Wort, ins Herze es wohl fasse; daß sich mein Glaube immerfort guf dein Verdienst ver⸗ lasse; daß zur Gerechtig⸗ keit mir werd, wenn ich von Suͤnden bin beschwert/ dein Kreuztod zugerechnet. 5. Den Glauben, HErr/ so laß troͤsten sich des Bluts, so du vergossen: auf daß in deinen Wunden ich bleib allzeit eingeschlossen; und durch den Glauben auch die Welt, und was die⸗ selb am hoͤchsten haͤlt, fuͤr Koth und Staub nur achte. 6. Waͤr auch mein Glaub wie Senfkorn klein und daß man ihn kaum mer⸗ ke, wollst du doch in mir maͤchtig sein, daß deine Gnad mich staͤrke, die das zerbrochne Rohr nicht bricht, das glimmend Tocht auch vollends nicht ausloͤ⸗ schet in den Schwachen. 7. Hilf, daß ich stetssorg⸗ faͤltig sei, den Glauben zu behalten; ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so moͤg walten, daß ich sei lauter jederzeit, ohn An⸗ stoß, mit Gerechtigkeit er⸗ fuͤllt und ihren Fruͤchten. 8. HErr, durch den Glau⸗ ben wohn in mir, laß ihn sich immer staͤrken, daß er sei fruchtbar fuͤr und fuͤr, und reich in guten Wer⸗ ken; daß er sei thaͤtig durch die Lieb, mit Freuden und Geduld sich uͤb, dem Naͤch⸗ sten fort zu dienen. 9. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich uͤb die gute Ritterschaft, zu dir allein mich wende in meiner letz⸗ ten Stund und Noth, des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligkeit, erlange. 10. HEt Vom Glauben. 231 10. HErr JEsu, der du angezuͤndt das Fuͤnklein in mir Schwachen, was sich vom Glauben in mir findt/ du wollst es staͤrker machen; was du gefangen an, voll⸗ fuͤhr bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen. David Denicke. Mel. O GOtt, du from⸗ mer Relmeh 0 ersuchet euch 283. V doch selbst, ob ihr im Glauben stehet, ob Christus in euch ist, ob ihr ihm auch nachgehet in Demuth und Geduld, in Sanftmuth, Freundlich⸗ keit, in Lieb dem Naͤchsten stets zu dienen seid bereit? 2. Der Glaube ist ein Licht, im Herzen tief ver⸗ borgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen; erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gesinnt, verneuert Herz und Muth, macht uns zu GOt⸗ tes Kind. 3, Er schoͤpft gus Christo Heil, Gerechtigkeit und Le⸗ ben, und pflegt in Einfalt es dem Raͤchsten wieder⸗ geben; dieweil er uͤberreich in Christo worden ist, preist er die Gnade hoch, beken⸗ net IEsum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was GOtt im Wort zu⸗ eheto drum muß der Zwei⸗ fel fort, die Schwermuth wird verjaget. Sieh, wie der Glaube bringt die Hoff⸗ nung an den Tag, haͤlt Stuͤrm und Wetter aus, besteht im Ungemach. 5. Aus Hoffnung waͤchst die Lieb; weil man aus EOttes Haͤnden nimmt alle Dinge an, nicht zuͤr⸗ net, thut nicht schaͤnden; denn alles uns zu Nutz und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren GOttes Feind: er giebt uns seinen Sohne, sein eingebornes Kind, zu einem Gnaden⸗ throne, setzt Liebe gegen Haß; wer glaͤubig dies er⸗ kennt, wird bald in Lieb entzuͤndt, die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun GoOtt gethan, thun wir dem Naͤchsten eben: droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir. In Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenkran. 8. Setzt uns GOtt auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen: der Glaube bringt Geduld, macht leichte alle Plagen; statt Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt; weil aller Angst und Noth von GOtt ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur da⸗ durch sein Elend recht ver⸗ stehen, wie auch des Hoͤch⸗ sten Guüt: haͤlt an mit Bitten, Flehen, verzaget an sich selbst, und trauet Christi Kraft, vernichtet sich zu Grund, saugt nur aus IEsu Saft. 10, Haͤlt sich an sein Verdienst, erlanget Lund un 23²2 Vom Gebet. und Staͤrke, in solcher Zuversicht zu uͤben gute Werke; steht ab vom Ei⸗ gensinn, flieht die Ver⸗ messenheit, haͤlt sich in GOttesfurcht im Gluͤck und schwerer Zeit. 11. So pruͤfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet; denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er ge⸗ recht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk: sieh, ob du auch so thust. 12. O HErr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben. Wo Licht ist, geht der Schein frei⸗ willig davon aus; du bist mein GOtt und HErr/ be⸗ wahr mich als dein Haus. In eigener Melodie. ir glauben 284. Wé all an ei⸗ nen GOtt, Schoͤpfer Him⸗ mels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder wer⸗ den. Er will uns allzeit ernaͤhren Leib und Seel auch wohl bewahren; al⸗ lem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns wider⸗ fahren; er sorget fuͤr uns, huͤt und wacht, es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an IEsum Christ, seinen Sohn und unsern Er⸗ ren, der ewig bei dem Va⸗ ter ist, gleicher GOtt von Macht und Ehren; von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch gebo⸗ ren, durch den heilgen Geist im Glauben, fuͤr uns, die wir warn verlo⸗ ren, am Kreuz gestorben, und vom Tod: wieder auferstanden durch GOtt. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, GOtt mit Vater und dem Sohne, der aller Bloͤden Troͤster heißt, und mit Gaben zieret schoͤne; die ganz Christen⸗ heit auf Erden haͤlt in ei⸗ nem Sinn gar eben; hie all Suͤnd vergeben wer⸗ den; das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit n uns ein Leben in Ewigkeit. Dr. Martin Luther. III. Vom Gebet. Mel. Christus, der ist mein ch bie eib mit 285 deiner Gna⸗ de bei uns, HErr JEsu Christ, daß uns hinfort nicht schade des böͤsen Fein⸗ des List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erloͤser werth, daß uns heid hier und dorte sei Guͤt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit dei⸗ nem Glanze bei uns, du werthes Licht, dein Wahr⸗ heit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach Pom Gebet. 233 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher HErr, dein Gnad und alls Vermoͤgen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze und faͤll die boͤse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein HErr und GOtt, Bestaͤndigkeit verleihe, hilf uns aus al⸗ ler Noth. Josua Stegmann. In eigener Melodie. — ir/ dir, Je⸗ 286. hovah, will ich singen; denn wo ist doch ein solcher GOtt, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen: ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen IEsu Christ, so wie es dir durch ihn gefaͤllig ist. 2. Zeuch mich, o Va⸗ ter, zu dem Sohne, da⸗ mit dein Sohn mich wie⸗ der zieh zu dir; dein Geist in mieinem Herzen wohne/ und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden GOttes schmeck und fuͤhl, und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Hoͤch⸗ ster, solche Guͤte, so wird gewiß mein Singen recht gethan; so klingt es schͤn in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahr⸗ heit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im hoͤhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seuf⸗ zern, die ganz unaussprech⸗ lich sind; der lehret mich recht glaͤubig beten, giebt Zeugniß meinem eist/ daß ich dein Kind und ein Miterbe IEsu Christi sei, daher ich Abba, lieber Va⸗ ter! schrei. 5. Wenn dies aus mei⸗ nem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz/ und wallet ganz bruͤnstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann⸗ die ich nach deinem Wil⸗ len hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen einge⸗ richt, und wird gewiß von dir erhoͤret, weil es im Namen deines Sohns ge⸗ schicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß habe/ drum bin ich voller Trost und Freudigkeit, und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die I1 du und thust uͤber⸗ chwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in IEsu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst ver⸗ tritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit,* u 23⁴ Vom Gebet. du mir schenkest solche Se⸗ ligkeit! Barthol. Crasselius. In eigener Melodie. Err, hoͤre 287. 5 mich und merke auf mein Wort, o du mein treuer Hort, denn ich will vor dir beten, und ietzt vor deinen Thron im Geist durch deinen Sohn mit Flehen glaͤubig treten; du giebst mir hiezu das Wollen. Weil wir aber doch nicht wissen, was und wie wir bitten sollen, wird dein Geist mich lehren muͤs⸗ sen schreien, seufzen innig⸗ lich: HErr, hoͤre mich, HErr, hoͤre mich! 2. GErr/ lehre mich/ und oͤffne mein Gehoͤr, daß ich e deiner Lehr mich gaͤnz⸗ ich moͤge kehren, und in des Herzens Grund die Stimm aus deinem Mund recht deutlich koͤnne hoͤren. Mache den Verstand ver⸗ staͤndig, und den Willen dir recht willig; mache meine Sinnen baͤndig/ daß sie sein gesinnt, wie billig, dir zu dienen heiliglich. HErr, leh⸗ re mich, HErr lehre mich! 3. Err, sieh auf mich, und laß dein wahres Licht und gnaͤdig Angesicht mir leuchten und mich leiten. Bewahre meinen Gang, damit mein Leben lang mein Fuß nicht moͤge glei⸗ ten, noch von deiner Bahn abweichen. Laß mich nicht die Tuͤcke faͤllen, so die Feinde mir erzeigen, die mir Netz und Stricke stel⸗ len, darum fleh und bitt ich dich: HErr, sieh auf mich, HErr, sieh auf mich! 4. HErr, zieh auch mich mit deinem Gnadenblick, daß ich nicht seh zuruͤck auf das, was ist dahinten; gieb, daß ich mein Gesicht nur einzig dahin richt, wo ich das Kleinod finden und das Ziel erlangen möge, das du mir hast vorgestecket; auch nicht werde laß und traͤge, bis ich hab den Lauf pollstrecket, und geendet se⸗ liglich. HErr, ziehe mich, HErr, ziehe mich! 5. HErr, staͤrke mich mit deines Geistes Kraft in meiner Ritterschaft, das ich moͤg tapfer ringen. Zeuch du zu aller Zeit selbst vor mir her im Streit, damit ich kann bezwingen Teufel, Suͤnde, Welt und alles, was mir nach der Seelen stehet, und sich freuet meines Falles: deine Rechte sei erhöhet uͤber mir/ so siege ich. HErr, staͤrke mich, HErr staͤrke mich! 6. HErr, merk auf mich, wenn ich bin in Gefahr, und doch nicht immerdar dich sehe oder hoͤre. Wenn du dich stellest hart, wie deine Gegenwart mir gar entzogen waͤre, da gieb Hoff⸗ nung und Vertrauen, daß ich treu sei bis ans Ende, und kann ich dich gleich nicht schauen, nimm mich doch in deine Haͤnde, daß ich merk und fuͤhle dich; HErr, merk auf mich, HErr, merk auf mich! HErr, weide mich auf einer gruͤnen Au, wo mir Vom Gebet. 235 mir dein Gnadenthau das Manna giebt zu schmecken/ und mach mich satt und frisch an deinem Himmels⸗ tisch, den du hast lassen dek⸗ ken fuͤr die, so nach dir ver⸗ langen, als die Schafe dei⸗ ner Weide; laß mich da vollauf empfangen, wo die Gaͤste deiner Freude suͤß und freundlich schmecken dich; HErr, weide mich, HErr, weide mich! 8. Err, leite mich zum frischen Wasser hin/ indem ich durstig bin nach deiner Lebensquelle, und meine Seele aͤchzt, als wie ein Hirsche lechzt nach der Erquickungs⸗Stelle, da du ihr wirst voll einschenken von den Stroͤmen deiner Freuden, und sie wirst mit Wollust traͤnken, daß sie nicht mehr Durst darf lei⸗ den; dahin seufz ich dur⸗ stiglich: HErr, leite mich, HErr, leite mich! 9. HErr, labe mich, wenn ich vor Angst und Schmach im Kreuz und Ungemach muß gar in Ohnmacht liegen. Sei mir da Labsals gnug, und laß mich den Geruch vom Lebensbalsam riechen, der durch Geist und Seele drin⸗ get und die Kraͤfte ganz ver⸗ neuet, der da neues Leben bringet und gar von dem Tod befreiet, daß ich leb und lobe dich; HErr, labe mich, HErr, labe mich! 10. HErr, habe mich zu deinem Ehren⸗Faß, fuͤll mich mit vollem Maaß von deiner GOttesfuͤlle, damit in meiner Seel dein Salb⸗ und Freudenoͤl dir stets zu Ehren quille, und daß hier all mein Begin⸗ nen, als ein Opfer/ dir wohl rieche. Endlich, wenn ich scheid von hinnen, gieb mir dort die volle Gnuͤge. HErr, behalt mich ewig⸗ lich; da hast du mich, da hast du mich! Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. ache dich/ 288. M mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die boͤse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List uͤber viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Suͤnden⸗ schlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe; und die Noth sammt dem Tod moͤchte dich in Suͤn⸗ den unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser HErr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch fer⸗ ne deuchten; denn GOtt will fuͤr die Fuͤll seiner Gnadengaben offne Au⸗ gen haben. 4. Wache, daß dich Sa⸗ tans List nicht im Schlaf antreffe, weil er sonst be⸗ hende ist, daß er dich be⸗ äffe; und GOtt giebt, die er liebt, oft in seine Stra⸗ fen/ wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich drar . . 236 Vom Gebet. sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach und sieh, damit nie viel von falschen Bruͤdern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch fuͤr dich, fuͤr dein Fleisch und Herze, damit es nicht lieder⸗ lich GOttes Gnad ver⸗ scherze; denn es ist voller List, und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der HErre muß dich An Wasserflüssen BGabnlon. — GOtt, der 0baf du in Lie⸗ besbrunst ganz gegen uns entbrennest, und dich aus unerforschter Gunst selbst unsern Vater nennest, der du im hohen Himmel bist, und alles siehst, was nie⸗ drig ist, auch uns selbst hast gelehret, wie man recht kraͤftig beten soll: gieb, daß der Mund dich Eifers voll von ganzem Herzen ehret. Mel. frei von dem allen machen, was dich druͤckt und be⸗ 2. Laß deines hohen Na⸗ mens Ruhm, dem sich die strickt, daß du schlaͤfrig bleibest, und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wol⸗ len leben, und durch ihn unsern Sinn, Feind Welt/ Fleisch und Sünden kraͤf⸗ tig uͤberwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles gluͤcklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschuͤtten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer naͤher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns GOtt wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burkhard Freystein. i Thronen beugen, und dem der Engel Fuͤrstenthum pflegt Ehre 0 erzeigen, vor dem sich Luft und Erdreich buͤckt und die erschrecklich Holl erschrickt, bei uns drei⸗ heilig heißen; gieb reine Lehr, und hilf dazu, daß wir uns, großer GOtt, wie du, der Heiligkeit be⸗ fleißen. 3. Vergoͤnn uns, HErr, dein Gnadenreich auch noch in diesem Leben, bis daß wir dermaleinst zugleich mit dir in Freuden schweben; dein werther Geist der wohn uns bei, daß unser Her nicht irdisch sei; er schen uns seine Gaben, daß wir in dieser Wanderzeit den Vorschmack suͤßer Ewig⸗ keit und Himmels⸗Sch⸗ nung haben. 4. HErr, was du willst und dir gefaͤllt, muß auch vollendet werden, gleichwie n deinem Himmels⸗Zelt, also bei uns auf Erden. Hilf Vom Gebet. 237⁷ Hilf, daß wir dir gehorsam sein in Lieb und Leid, in Lust und Pein; laß uns, wenn du betruͤbest, beden⸗ ken, daß du, HErr, uns schlaͤgst, und es also zu machen Eben. mit denen/ die du liebest. 5. Gieb uns heute unser taͤglich Brod und was den Leib ernaͤhret; wend ab die schwere Kriegesnoth, die Leut und Land verheeret, daß wir gesund mit guter Ruh das kurze Leben brin⸗ gen zu, gesegne all unsre Sachen; treib Theurung ab und Pestgefahr; hilf, daß wir dir uns trauen gar, und dich nur lassen machen. 6. Daß unsre suͤndig Adamsart durch schreckli⸗ ches Verbrechen gar oft⸗ mals ist dein Widerpart, wollst du, o HErr, nicht raͤchen; gleichwie auch wir aus Herzengrund denselben/ die durch That und Mund uns Leid anthun, vergeben. HErr, gieb uns einen sanf⸗ ten Geist, der auch den⸗ selben Guts erweist, die uns stehn nach dem Leben. 7. Verleih auch einen Heldenmuth/ wenn wir jetzt sollen kaͤmpfen mit Teufel, Welt und unserm Blut, hilf, daß sie uns nicht daͤmpfen. Sei du der rechte Mittelsmann, und nimm dich unser treulich an, lehr unsre Arme kriegen, daß wir behalten Oberhand, und wenn der Feind ist uͤber⸗ mannt, mit großen Freu⸗ den siegen. 8. Und weil in diesem Jammerthal nichts Gutes ist zu hoffen, weil nichts als Elend, Muͤh und Qual allhier wird angetroffen: so steh uns in dem Unfall bei, und mach uns von demselben frei, bis daß die Zeit wird kommen, daß wir zu deiner Herrlichkeit aus sterblicher Beschwerlichkeit ganz werden aufgenommen. 9. Denn dein, HErr, ist das Reich und Thron⸗ wir sind dein Untersassen; es muß vor deiner All⸗ macht Kron all andre Macht verblassen; ob alle Welt gleich wird vergehn, bleibt deine Kraft doch ewig stehn. Lob, Preis sei deinem Na⸗ men! Weil JeEsus selbst so bitten heißt, und uns die rechte Betkunst weist, sind wir erhoͤret. Amen. Joh. Franck. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 290 Vater, un⸗ ser GIOtt/ es ist unmoͤglich auszusin⸗ nen, wie du recht anzuru⸗ fen bist, Vernunft kanns nicht beginnen: deßhalben euß/ wie du verheißt, selbst uͤber uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes. 2. Daß er bei dir uns kraͤftiglich mit Seufzen moͤg vertreten, so oft wir kommen, HErr, vor dich, zu danken und zu beten; laß nicht nur plappern un⸗ sern Mund, hilf, daß zu dir aus Herzensgrund, o großer GOtt, wir rufen. 3. Zeuch unser Herz Ue ir 238 Vom Gebet. dir hinauf im Beten und im Singen, und thu uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, das dir gefalle, wenn allda das Herz ist mit den Lippen nah, und nicht von dir entfernet. 4. Im Geist und Wahr⸗ heit laß zu dir das Herz uns immer richten; mit Andacht beten fuͤr und fuͤr/ ohn fremdes Denk⸗ und Dichten. Gieb uns des Glaubens Zuversicht, daß wir die Bitte zweifeln nicht durch Christum zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maaß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß; bei dem allein auch bleiben, was ist dein Will, was deine Ehr und unsre Wohlfahrt mehr und mehr befoͤrdert hier und ewig. 6. Laß uns im Herzen und Gemuth auf unsre Werk nicht bauen; auf deine unaussprechlich Guͤt laß sick einzig uns vertrauen; ob wir es gleich nicht wuͤrdig sein, wollst du aus lauter Gnad allein uns doch der Bitt gewaͤhren. 7. Du, Vater, weißt was uns gebricht, weil wir noch sind im Leben; es ist dir auch verborgen nicht, in was Gefahr wir schwe⸗ ben. Um Beistand flehen wir dich an, dein Vater⸗ herze uns nicht kann ver⸗ lassen deine Kinder. 8. Wir huben ja die find Freudigkeit in JIEsu Christ empfangen; der Gnaden⸗ stuhl ist da bereit, die Huͤlfe zu erlangen: drum laß hier und an allem End uns stets aufheben heilge Haͤnd, zu dir gen Himmel schreien. 9. Dein Nam, o GOtt, lug zu werd, dein Reich aß zu uns kommen, dein Will geschehe auch guf Erd, gieb Brod, Fried, Nutz und Frommen, all un⸗ sre Suͤnden uns verzeih steh uns in der Versuchung bei, erloͤs uns von dem Uebel. 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfuͤllen, erhoͤr und hilf uns immerdar, um JEsu Christi willen; denn dein, o HErr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich/ die Macht und Ehre. In eigener Melodie. ieh, hier bin 291. S ich, Ehren⸗ koͤnig, lege mich vor dei⸗ nen Thron schwacheThraͤ⸗ nen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn! Laß dich finden/ von mir, der ich Asch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, HErr, ich hitt dich, lenke mich nach deinem Sinnß dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden 7 gieb dich mie/ und nimm mich hin. 3. Ich begehre nichts, HErre, als nur deine freie Gnad, die du giebest, den du liebest, und der dich liebt in der That, Laß dich inden ½ der hat alles, wer dich hat. 4. Himmelssonne, See⸗ len⸗ Vom Gebet. 239 lenwonne, unbeflecktes GOtteslamm, in der Hoͤhle meine Seele suchet dich, o Braͤutigam. Laß dich finden 7 starker Held aus Davids Stamm. 5. Hoͤr/ wie klaͤglich, wie beweglich dir die treue Seele singt; wie demuͤthig und wehmuͤthig deines Kin⸗ des Stimme klingt. Laß dich finden ½ denn mein Herze zu dir dringt. 6. Dieser Zeiten Eitel⸗ keiten, Reichthum, Wol⸗ lust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden ½ großer GOtt, ich bin bereit! Ivachim Neander. In eigener Mlelodie. 50 ater unser 292. im Him⸗ melreich, der du uns alle heihest gleich Bruͤder sein und dich rufen an, und willst das Beten von uns han: gieb, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzen Grund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen wuuͤr⸗ diglich. HErr, behuͤt uns vor falscher Lehr, das arm verfuͤhret Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit, und dort her⸗ nach in Ewigkeit. Der hei⸗ lig Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dem Will gescheh, HErr GOtt, zugleich auf Erden wie im Himmelreich. Gieb uns Geduld in Lei⸗ denszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser taͤglich Brod, und was man darf zur Leibes⸗Noth; bhuͤt uns, HErr, vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn/ der Sorg und Geizes muͤ⸗ ßig gehn. 6. All unsre Schuldn ver⸗ gieb uns, HErr, daß sie uns nicht betruͤben mehr, wie wir auch unsern Schuldi⸗ gern ihr Schuldn und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rech⸗ ter Lieb und Einigkeit. 7. Fuͤhr uns, HErr, in Versuchung nicht, wenn uns der boͤse Geist anficht zur linken und zur rechten Hand; hilf uns thun star⸗ ken Widerstand, im Glau⸗ ben fest und wohl geruͤst, und durch bes heilgen Gei⸗ stes Trost. 8. Von allem Uebel uns erlos, es sind die Zeitn und Tage bos; erlos uns vom ewigen Tod, und troͤst uns in der letzten Noth; be⸗ scher uns auch ein seligs End, nimm unser Seel in deine Haͤnd. 9. Amen, das ist: Es werde wahr! Staͤrk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran 2⁴⁰ In gemeinen nöthen. dran, was wir hiermit ge⸗ sprechen wir das Amen beten han auf dein Wort in dem Namen dein; so fein. Dr. Martin Luther. Vom Kreuz und Leiden, als einem Hülfsmittel. I. In gemeinen Nöthen. Mel. O IEsu Christ, du höchstes Gut. 293 W der du . vormals hast dein Land mit Gna⸗ den angeblicket, und des gefangnen Jakobs Band der d. und ihn erquicket, er du die Suͤnd und Mis⸗ sethat, die dein Volk vor begangen hat, hast vaͤter⸗ lich verziehen: 2. HErr, der du deines Eifer Glut zuvor oft abgewendet, und nach dem Zorn das suͤße Gut der Lieb und Huld gesendet, ach frommes Herz, ach unser Heil, nimm weg und heb auf in der Eil, was uns betruͤbt und kraͤnket. 3. Loͤsch aus, Hrr/ dei⸗ nen großen Grimm im Brunnen deiner Gnaden; erfreu und troͤst uns wie⸗ deruͤm nach ausgestandnem Schaden. Willst du denn zuͤrnen ewiglich, und sol⸗ len deine Fluten sich ohn alles End Fritn, 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben, und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach geuß aus deines Himmels Haus, HErr, deine Guͤt und Segen aus auf uns und unsre Haͤuser. 5. Ach daß ich hoͤren sollt das Wort erschallen hald auf Erden, daß Friede sollt an allem Ort, wo Christen wohnen, werden. Ach daß uns doch GOtt sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Ungluͤcks Ende. 6. Ach daß doch diese böͤse Zeit sich stillt in guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht moͤgen ganz verzagen. Doch ist ja GOttes Huͤlfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fuͤrchten. . Wenn wir nur fromm sind, wird sich GOtt schon wieder zu uns wenden; den Krieg und alle andere Noth nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und uͤber⸗ alle werd erkannt, ja ste⸗ tig bei uns wohne. 8. Die Guͤt und Treue werden schoͤn einander gruͤ⸗ ßen muͤssen: Gerechtigkeit wird einhergehn, und Frie⸗ de wird sie kuͤssen. Die Dreue wird mit Lust und Freud In gemeinen Nöthen. 2⁴¹ Freud auf Erden bluͤhn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der HErr wird uns viel Gutes thun, das Land wird Fruͤchte geben, und die in seinem Schooße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird T dennoch stehn, und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhard. Die Litanei. 294. Kans eleison! Christe, eleison! Kyrie, eleison! Christe, erhͤre uns! HErr GoOtt, Vater im Himmel, Erbarm dich uͤber uns! HErr GOtt Sohn, der Welt Heiland/ Erbarm dich über uns! HErr GOtt, heiliger Geist, Erbarm dich uͤber uns! Sei uns gnaͤdig! Verschon uns/ HErre GOtt! Sei uns gnaͤdig! Hilf uns, lieber HErre GOtt! Vor allen Suͤnden/ Vor allem Irrsal, Vor allem Uebel, Vor des Teufels Trug und List, Vor boͤsem schnellen Tod, Vor Pestilenz und theu⸗ rer Zeit, Vor Krieg und Blutver⸗ gießen, Vor Aufruhr und Zwie⸗ Por. or Feur und Wassers⸗ Noth/ lieber Vor Hagel und Unwetter Vor dem ewigen Tod Behuͤt uns, lieber HEr⸗ re GOtt! Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und od, Durch dein heiliges Auf⸗ erstehn und Himmelfahrt/ In unserer letzten Noth, Am juͤngsten Gericht Hilf uns, lieber HErre GOtt! ö Wir arme Suͤnder bitten, Du wollst uns erhdren, lieber HErre GOtt!. Und deine heilige christ⸗ liche Kirche regieren und fuͤhren, Alle Bischdfe, Pfarrher⸗ ren und Kirchendiener im heilsamen Wort und hei⸗ ligen Leben behalten, Allen Rotten und Aerger⸗ nissen wehren, Alle Irrige und Verfuͤhr⸗ te wiederbringen, Den Satan unter unsre uͤße treten, reue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betruͤbten und Blo⸗ den helfen und troͤsten, Erhoͤr uns, lieber HEr⸗ re GOtt! Allen christlichen Koͤnigen und Fuͤrsten Fried und Eintracht geben, Unserm Koͤnig steten Sieg wider seine Feinde goͤnnen, Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen 111 und schuͤtzen/ 2⁴² In gemeinen Nöthen. Unsern Rath und Gemeine segnen und behuͤten, Erhoͤr uns, lieber HErre GOtt! Allen, so in Noth und Gefahr sind, mit Huͤlf er⸗ scheinen, Allen Schwangern und Saͤugern froͤhliche Frucht und Gedeihen geben/ Aller Kinder und Kranken yflegen und warten/ Alle unschuldig Gefange⸗ nen los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich er⸗ barmen, Unsern Feinden, Verfol⸗ gern und Laͤsterern ver⸗ geben und sie bekehren, Die Fruͤchte auf dem Lande geben und bewahren/ Und uns gnaͤdiglich erhbren. Erhoͤr uns, lieber HErre GOtt! O JeEsu Christe, GOttes ohn Erbör uns, lieber HErre GOtt! O du GOtteslamm, das der Welt Suͤnde traͤgt, Erbarm dich uͤber uns! O du GOtteslamm, das der Welt Suͤnde traͤgt/ Erbarm dich uͤber uns! O du GOtteslamm, das der Welt Suͤnde traͤgt, Verleih uns steten Fried! Christe, erhͤͤre uns! Kyrie, eleison! Christe, eleison! (Beide Chöre:) Kyrie, eleison! Amen. Mel. Hater unser im Himmelreich. 29 5 imm von uns, HErr, du treuer GOtt, die schwere Straf und große Ruth, die wir mit Suͤnden ohne Zahl verdienet haben alizumal. Behuůt vor Krieg und theu⸗ rer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid. 2. Erbarm dich deiner boͤsen Knecht, wir bitten Gnad, und nicht das Recht. Denn so du, HErr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Thun, so muͤßt die ganze Welt vergehn, und koͤnnt kein Mensch vor dir beslehn. 3. Ach HErr GOtt, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein; beweis an uns dein große Gnad, und straf uns nicht auf frischer That; wohn uns mit deiner Guͤte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei. 4. Warum willst du doch zornig sein uͤber uns arme Wuͤrmelein? Weißt du doch wobl, du großer GOtt, daß wir nichts sind als Erd und Koth. Es ist ja vor deinm Angesicht unsre Schwachheit verbor⸗ gen nicht. 5. Die Suͤnd hat uns verderbet sehr, der Teufel plagt uns noch vielmehr; die Welt, auch unser Fleisch und Blut/ uns allezeit ver⸗ fuͤhren thut; solch Elend kennst du, HErr, allein, ach laß uns dir befohlen sein. 6. Ge⸗ In gemeinen Nöthen. 2⁴3 6. Gedenk an deins Sohns bittern Tod, sieh an sein heilig Wunden roth; die sind ja fuͤr die ganze Welt die Zahlung und das Loͤßegeld; deß troͤsten wir uns allezeit, und hoffen auf Barmherzigkeit. 7. Leit uns mit deiner rechten Hand; und segne unsre Stadt und Land; lues uns allzeit dein heilges Wort, behuͤt vors Teufels List und Mord; verleih ein selges Stuͤndelein, auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller. In eigener Mlelodie. 296 O großer Gbott von Macht und reich von Guͤ⸗ tigkeit, willst du das ganze Land strafen mit Grin-⸗ migkeit? Vielleicht moͤch⸗ ten noch Fromme sein, die thaͤten nach dem Willen dein: drum wollest du ver⸗ schonen, nicht nach den Werken lohnen. 2. O großer GOtt von Ehr, dies ferne sei von dir, daß Boͤd und Fromm zu⸗ gleich die strenge Straf beruͤhr; der moͤchten etwa funfzig sein, die thaͤten nach dem Willen dein: drum wollest du verscho⸗ nen, nicht nach den Wer⸗ ken lohnen. 3. O großer GOtt von Rath, laß die Barmher⸗ zigkeit ergehen, und halt ein mit der Gerechtigkeit; der moͤchten fuͤnf und vier⸗ 30 sein, die thaͤten nach em Willen dein: drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 4. O großer GOtt von Staͤrk, schau an das arme Land, und wende von der Straf dein ausgestreckte Hand; der moͤchten etwa vierzig sein, die thaͤten nach dem Willen dein: drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 5. O großer GOtt von Kraft, laß doch erweichen dich, weil das elend Gebet so oft erholet sich; der moͤchten etwa dreißig sein, die thaͤten nach dem Wil⸗ len dein: drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 6. O großer GOtt von Gnad, erhoͤr auch diese Stimm, und in deinm hohen Thron das Seufzen tief vernimm; der moͤchten etwa zwanzig sein, die thaͤ⸗ ten nach dem Willen dein: drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 7. O großer GOtt von That, schau, wie die arme Erd von deiner Mildig⸗ keit noch einen Wunsch be⸗ gehrt; der moͤchten etwa zehen sein, die thaͤten nach dem Willen dein: drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 8. O großer GOtt von Lob, wenn ja das Maaß erfuͤllt der Suͤnden, und aus Zorn suns ganz ver⸗ derben willt: so moͤchten doch die Kinderlein thun nach dem rechten Willen dein: drum wollest du ver⸗ 11* scho⸗ D 2½½4 Bei großer Dürre oder um Regen. schonen, uns nicht nach Suͤnden lohnen. 9. O großer GOtt von Treu, weil vor dir nie⸗ mand gilt, als dein Sohn IEsus Christ, der deinen Zorn gestillt; so sieh doch an die Wunden sein, sein Marter, Angst und schwere ein; um seinetwillen chone, uns nicht nach Suͤnden lohne. V. 1—8 Balthasar Schnurr. B. 9. Jeremias Weber⸗ In eigener WMelodie. 0 enn wir 297. W' in hoͤch⸗ sten Nothen sein, und wis⸗ sen nicht, wo aus noch ein/ und finden weder Huͤlf noch Rath, ob wir gleich sorgen fruͤh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zu⸗ sammen insgemein dich an⸗ rufen, o treuer GOtt, um Rettung aus der Angst und Noth. 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz, und suchen der Suͤnd Verge⸗ bung und aller Strafen Linderung; A. Die du verheißest gnaͤ⸗ diglich allen, die darum bit⸗ ten dich im Namen deins Sohns JEsu Christ, der unser Heil und Fuͤr⸗ sprechr ist. 5. Drum kommen wir, o HErre GOtt, und kla⸗ gen dir all unser Noth, weil wir jetzt stehn ver⸗ lassen gar in großer Truͤb⸗ sal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unser Suͤnde groß, sprich uns derselbn aus Gnaden los; steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei. 7. Auf daß von Herzen koͤnnen wir nachmals mit Freuden danken dir, ge⸗ horsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber. II. Bei großer Dürre oder um Regen. Mel. wo Gott der HErr ne 100 uns Ein, HErre, 298. A du gerech⸗ ler GOtt/ wir habens wohl verdienet mit unsrer Suͤnd und Missethat, daß unser Feld nicht grüͤnet, daß Menschen und Vieh trau⸗ rig sein. Wenn du zu⸗ schleußt den Himmel dein/ so muͤssen wir verschmachten. 2. HErr, unsre Suͤnd bekennen wir, die wollst du uns verzeihen: all unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Huͤlf thu uns verleihen; gieb uns Regen und Segen dein, um deines Namen willn allein, HErr, unser GOtt und Troͤster. 3. Gedenke, HErr, an deinen Bund, um deines Namens willen bitten wir dich Danksagung kfür erlangten Regen. 245 dich aus Herzensgrund, und Regen gehen: den Himmel thu unser Noth stillen vom hast du zugericht, darinnen Himml mit dem Regen thust du schweben: allmach⸗ dein. Denn dein ist ja der tig ist der Name dein, solchs Himml allein, ohn dich alles kannst du thun allein, kann es nicht regnen. 4. Kein nichtger Goͤtz ver⸗Troͤster. mag es nicht, daß er sollt HErr, unser GOtt und Samuel Zehner III. Danksagung für erlangten Regen. Mel. Nun freut euch, lieben Kachsch 26 Er 5 Hrre 299. Agos, wir loben dich, und preisen dei⸗ nen Namen, daß du uns hast so gnaͤdiglich unser Ge⸗ waͤchs und Samen befeuch⸗ tet mit dem Regen warm: o hoͤchster GOtt, dich doch erbarm, und ferner uns be⸗ denke. 2. Gieb fruchtbarn Regn und Sonnenschein zu rech⸗ ter Zeit und Stunden, daß unser Land mit Fruͤchten fein erfuͤllet werd gefunden. Kroͤn du das Jahr mit dei⸗ nem Gut, halt unser Feld in guter Hut, und unsre Furchen traͤnke. 3. Du weißt ja, daß wir deine Kind und hochgeliebte Erben, dazu deins Sohnes Bruͤder sind, drum laß uns nicht verderben. Behuͤt uns, HErr, vor Hungers⸗ noth, und gieb uns unser taͤglich Brod aus reichen milden Gnaden. 4. Wenn du aufthust dein milde Hand, so stehet alls im Segen; wenn du gnaͤdig anschaust das Land/ so neiget sich der Regen; wenn du aufthust, so sam⸗ meln wir; wenn Schutz und Schirm herkommt von dir, mag uns kein Ungluͤck schaden. 5. Behuͤt uns auch, o treuer GOtt, mit allem unsern Samen vor aller Feind Gewalt und Spott zu Ehren deinem Namen. Beschuͤtz vors Tuͤrken Ty⸗ rannei, vors Papstes Mord und Truͤgerei durch JE⸗ sum Christum, Amen. Mel. Der Tag ist hin, mein JEsu, bei mir bleibe. ereite dich, 300. B mein Herz,/ aus allen Kraͤften; entzeuch den Sinn von irdischen Ge⸗ schaͤnften, nimm alsobald dein Saitenspiel zur Hand, und sing ein Lied in Gei⸗ stesglut entbrannt. 2. Schwing jetzt empor die Fluͤgel deiner Sinnen, und preise GOtt, der von des Himmels Zinnen hat dein Gebet und Seufzen angehoͤrt. Sprich HEr⸗ ren⸗HErr, dein Nam ist hochgeehrt. 3. Du 246 Danksagung kür erlangten Regen. 3. Du hoͤrest stets des armen Volkes Flehen, und pflegest sein Geschrei nicht zu verschmaͤhen. Wir ha⸗ ben kaum dir, großer Gna⸗ denthron, die Noth geklagt/ da hilfest du uns schon. 4. Du siehest an das lechzende Gefilde, und waͤs⸗ serst es ganz gnaͤdiglich und milde; du giebst Befehl, daß sich die Wolkenflut ergie⸗⸗ ßen muß, als wie sie jetzt auch thut. 5. Ein Tropfenstrom, getrieben von dem Winde aus Westen her, netzt unsre duͤrren Gruͤnde; und unser Feld, das vor so schmaͤch⸗ tig schien, das stehet jetzt ganz fruchtbar, frisch und gruͤn. 6. Wo ist doch wohl ein GOtt dir zu verglei⸗ chen? Wer hat wohl je veruͤbet solche Zeichen, wie du, o GOtt? Dir muß der Sonnenschein, Wind, Regen, Blitz stets zu Ge⸗ bote sein. 7. Nun, großer HErr, wir danken deinem Na⸗ men; wir danken ihm, daß er Gras, Frucht und Sa⸗ men zu rechter Zeit durch Regen⸗Thau erquickt, und wieder drauf ein warmes Wetter schickt. 8. Auch bitten wir, laß deinen Gnadensegen sich ferner noch um unsre Fel⸗ der legen, daß wir mit Dank in Ruh und unge⸗ kraͤnkt genießen das, was deine Hand uns schenkt. Johann Franck. Mel. BeErr, ich habe mißgehandelt. 301 GYl deß Guͤte sich nicht endet, hast du denn die Vaterhand gaͤnzlich von uns abgewendet? Willst du uns und unser Land mit den vielgedraͤuten Pla⸗ gen schla und gar zu Bo⸗ den schlagen? 2. Warum willst du, GOtt der Goͤtter, uͤber uns so zornig sein? Ach was sind wir? Stop⸗ peln, Blaͤtter, Wuͤrmer/ Schaum, ein leerer Schein; 80 doch unsre heißen Zaͤhren deinen Zorn in Gnade kehren. 3. Sieh, o HErr, das Land muß trauern, weil es nicht getraͤnket wird; unsre Aecker sind wie Mauern, so ist alles aus⸗ und gan unsre Gruͤnde ind ganz trocken, und die Saat die bleibet stocken. 4. I0 der Himmel denn verschlossen? Soll fort⸗ hin das Wolkenfaß nicht mehr werden ausgegossen? Soll forthin des Himmels Naß nicht mehr unser Feld ergbtzen, nicht mehr unsre Saat benetzen? 5. Soll das Land nun eisern werden? Soll das 1 nun oͤde stehn? Sol⸗ en wir sammt unsern Heer⸗ den gar verschmachten,. vergehn? Ach HErr, laß dich doch bewegen, laß doch deinen Zorn sich legen. 6. Denke doch an dei⸗ nen Bogen, den du Part u Danksagung für erlangten Regen. 247 Luft gestellt, als du dei⸗ nen Bund vollzogen nach der Sintflut erster Welt; du, HErr, hast noch nie gebrochen, was du damals hast versprochen. 7. Ja, du hast mit dei⸗ nem Segen uns zu jeder Zeit beschenkt, hast mit fruh und spatem Regen un⸗ ser duͤrres Land getraͤnkt; denn dein Wort bleibt ewig stehen, muß gleichs Erd und Luft vergehen. 8. Drum, o HErr, wir wollen trauen, du wirst unsre Bitt erhoͤrn; du wirst unsre Felder bau⸗ en, und derselben Fruͤchte mehrn: du wirst uns mit Fuͤlle speisen, daß wir dich drum werden preisen. Johann Franck. Mel. Wenn wir in höch⸗ sten Höthen sein. 302 Ott Vater/ * der du deine Sonn laͤßt scheinen uͤber Boͤd und Fromm, und der ganzen Welt da⸗ mit leuchst, mit Regn und Thau die Erd befeüchtst! 2. Die Berg machst du von oben naß, und laͤßt drauf wachsen Laub und Gras; in Gaͤng und Fels gut Erz du legst; Fried, Schutz und Recht du sel⸗ ber hegst. „3. Du giebst auch reich⸗ lich Brod und Wein, daß Menschen Herz koͤnn froh⸗ lich sein. Du deckst auch unsre Suͤnde zu; dein Wort ind N uns Trost, Fried und Ruh. 4. So bittn wir nun, dein Gnad und Guͤt im Wort und Fried uns stets behuͤt: die Fruͤcht der Er⸗ den uns bewahr, und gieb uns heur ein reiches Jahr. 5. Ein fruchtbar Wet⸗ ter uns bescher, dem Hagl und Ungewitter wehr, Schnee, Regen, Wind und Sonnen Schein all⸗ zeit deinm Wort gehorsam ein. 6. Heuschreckn und Rau⸗ pen sind dein Ruth, alls, was Schaden an Fruͤchten thut; folch Ungeziefer, HErr, vertreib, daß dein Gab unbeschaͤdigt bleib. 7. Denk, daß wir arme Wuͤrmelein dein Gschoͤvf, Erbgut und Kinder sein, und warten auf dein milde Hand, uns aus deinm Wort und Werk bekannt. Um Sonnenschein. 8. Die liebe Sonn uns scheinen laß/ heiß wachsen Erz, Brod, Kraut und Gras, daß Leut und Vieh ihr Rahrung hab, und dich kennen aus deiner Gab. Um Regen. 9. Durch Christ, dein Sohn, hoͤr unser Bitt, theil uns ein gnaͤdgen Re⸗ gen mit, und kroͤn das Jahr aus deiner Hand, mit dein Fußstapfen duͤng das Land. 10. Den HErrn von Zion dich man nennt, in aller Welt dein Guͤt man kennt, hoͤrst unsre Bitt und hilfst allein. Gieb Gnad⸗ daß wir dir dankbar sein. Nikolaus Hermann. IV. Dank⸗ 248 Danksagung lür Sonnenschein etc. IV. Danksagung für Sonnen⸗ schein, nach langem Regen und Ungewitter. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 303 un ist der 2 Regen hin/ wohlauf, mein Herz und Sinn, sing nach betruͤb⸗ tem Leiden GOtt, deinem HErrn, mit Freuden. GOtt hat sein Herz gekeh⸗ ret, und unsre Bitt erhdret. 2. Sein Zorn war sehr entbrannt auf uns und unser Land; er sprach: Ihr Menschenkinder geht, seid und bleibet Suͤnder/ wollt von der Bosheit Straßen euch gar nicht wenden lassen. 3. Drum soll mein Him⸗ melslicht sein klares An⸗ gesicht in schwarze, truͤbe Decken und dunkle Wol⸗ ken stecken, und fuͤr das helle Scheinen nur immer zu euch weinen. 4. Bald aber fiel sein Grimm durch unsers Seuf⸗ zens Stimm; das ewige Gemuͤthe dacht an sein ewge Guͤte, und ließ auf unser Schreien ihm seinen Zorn gereuen. 5. Die Wolken flohen weg, der feuchten Winde Steg, daher die Wasser flossen, nahm ab und ward verschlossen; des hohen Himmels Tiefen, die hoͤr⸗ ten auf zu triefen. 6. Steh auf, du mattes Feld, aus deinem Trauer⸗ zelt; steh auf und laß nun wieder die suͤßen Sommer⸗ lieder zu deines Schoͤpfers Ehren mit Lust und Freu⸗ den höͤren. ö 7. Sieh hier, der Son⸗ nen Zier geht wieder schoͤn herfuͤr; bringt nach dem Schlagg und Regen den lieben warmen Segen, und wirkt auf Berg und Thalen mit wunderlichen Strahlen. 4 8. Die Erde wird er⸗ quickt, und was durch Naß erstickt, das wird nun wie⸗ der leben, und reife Fruͤchte geben; die Aecker gut Ge⸗ treide, die Wiesen Gras und Weide. 9. Die Baͤume werden schͤn in ihrer Fuͤlle stehn; die Berge werden fließen, und Wein und Oele gie⸗ ßen; das Bienlein wird wohl tragen bei guten war⸗ men Tagen. 10. Davon wird unser Theil das ewge Gut und Heil uns allesamnit zumes⸗ sen; wir werdens sehn und essen, und mit dem Gut der Erden zur Gnuͤg er⸗ sattigt werden. 11. Nun/ GOtt ist fromm und treu, sein Huld ist immer neu, und laͤßt sich leicht versuͤhnen, giebt, was wir nicht verdienen, laͤßt gnaͤdiglich sich 4• un Gebet um Sonnenschein etc. 249 und nicht nach unsern und Liebe, daß dein Herz Suͤnden. nicht betruͤbe mit mehrerm 12. Darum, so richte Zorn und Schmerze das nun, o Mensch, auch du allerfroͤmmste Herze. dein Thun zu GOttes Lob Paul Gerhard. V. Gebet um Sonnenschein bei vielem Mel. wo Sott der HErr nicht bei uns hält. 304 GOtt, der ö„du das Fir⸗ mament mit Wolken thust bedecken, der du ingleichen kannst behend das Sonnen⸗ licht erwecken, halt doch mit vielem Regen ein, und ieb uns wieder Sonnen⸗ chein, daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauren weit und breit, die Fruͤchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Naͤsse sind beladen; dein Segen, HErr, den du ge⸗ zeigt uns Armen, sich zur Erden neigt, und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missethat und ganz ver⸗ kehrtes Leben, 0 deinen Zorn entzuͤndet hat, daß wir in Noͤthen schweben; wir muͤssen zeigen unsre Schuld: weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Doch dente wieder an die Treu, die du uns hast versyrochen, und wohn uns in Genaden bei, wie wir dich kindlich suchen. Wie haͤlt sich so hart dieser Zeit dein Herz und sanfte Regen. Freundlichkeit? Du bist ja unser Vater. 5. Gieb uns von deinem Himmelsaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder uͤbevall empfin⸗ den Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. M. Michael Schirmer. (Crügers Gesangb. v. 1640.) Mel. wo Goit der HErr nicht bei uns hält. 305 O dn der 1 der du dei⸗ ner Schaar hast zugesagt auf Erden, daß sie von dir soll immerdar im Kreuz ge⸗ troͤstet werden, dazu auchdas taͤgliche Brod sammt Ret⸗ tung aus der Angst und Noth reichlichen uͤberkommen: 2. Gieb reine Luft warm Sonnenschein, gut Thau und fruchtbarn Regen, da⸗ mit die Fruͤchte wachsen fein durch deinen milden 1100Rul die hier zu Lande fruͤh und spat der Ackers⸗ mann geworfen hat auf dein Wort in die Erde. 3. Ohn dich so ist all seine Kunst, Fleiß, Arbeit und Vermoͤgen vergebens, wo du deine Gunst nicht 117 ge⸗ 250 Bei großem Ungewitter. geben wirst zum Pfluͤgen, und allen Samen wecken auf, daß er wohl reif, und seinen Lauf mit gutem Gwinn erlange. 4. HErr, straf uns nicht in deinem Zorn, gedenk an deine Guͤte; den Weinstock und das liebe Korn uns gnaͤdiglich behuͤte vor Ha⸗ gel, Frost, Sturmwind und Schlagg, vor Mehl⸗ thau und was schaden mag den Fruͤchten insgemeine. 5. Vor großer Duͤrre uns bewahr; vergieb uns unsre Suͤnde, damit nicht etwa mit Gefahr das Wet⸗ ter was anzuͤnde. Halt auch das Erdreich nicht zu naß, auf daß wir mogen Scheun und 1 durch deinen Segen fuͤllen. 6. Gieb gnaͤdig, was uns deine Hand jetzt thut gar reichlich weisen, und thu damit im ganzen Land all Kregturen speisen. So wird dich loben Groß und Klein/ die Alten und die Kinderlein, und was auf Erden lebet. 7. Wir trauen dir, o HErre GOtt, dein Gnade laß uns walten; du weißt wohl, was uns mangeln thut, hast lange hausge⸗ halten, und wirst noch fer⸗ ner so regiern, daß man wird deinen Segen spuͤrn, und deinen Namen preisen. V.. Mel. Erbarm dich mein, o HErre GOtt. 306 ch GOtt, wie ö Aschrecklich ist dein Grimm, wenn du stark auf den Wolken gehst, und deine schwere Donner⸗ stimm in starkem Krachen von dir stoͤft. Wir arme, blode Menschenkind erken⸗ nen deine große Macht; drum wir in Furcht und Schrecken sind, dieweil der Himmel blitzt und kracht. 2. Der Erdball, der sich sonst nicht regt, in großer Furcht erschuͤttert sich; wenn du nur schnaubest, wird beroegt der Berge Grund, und fuͤrchtet dich. Dein Arm ist stark, dein and ist schwer, wenn d +— 7 eheben auf Bei großem Ungewitter. und wirfst die Strahlen hin und her: mit Zittern ftreten wir zu Hauf. 3. Wir haͤtten wohl ver⸗ dient, o GOtt, mit unsern Suͤnden schwer und viel, daß du uns schlaͤgst mit Grimm zu Tod, weil fast niemand gehorchen will; doch weil wir deine Kinder seind/ dein Volk und Schafe deiner Weid, ein Volk das seine Schuld beweint, so hoffen wir Barmher⸗ zigteit. 4. Wir wissen nichts und nirgends hin, wenn wir durchlaufen alle Welt, zu wem wir sicher moͤchten fliehn; all Kreatur zur Rach sich stellt. Wir wissen nichts als deine Gnad, die alle Morgen neu aufgeht, die groß ist und kein* a Danksagung nach schwerem Ungewitter. 251 hat, die jedermann stets offen sieht. 5. Wir schreien gus dem Jammerthal durch Chri⸗ sium, deinen lieben Sohn, zu dir hinnuf ins Himmels Saal; um seinetwillen un⸗ ser schon! O Vater der Barmherzigkeit, straf uns ja nicht, wie wirs ver⸗ schuldt; uns ist die Suͤnde herzlich leid, kehr dich 0 uns mit Gnad und Huld. 6. Laß nicht anzuͤnden deinen Blitz, was du an Nahrung hast verehrt; vor Donnerschlaͤgen uns be⸗ schuͤtz, laß unsern Leih sein unversehrt; sei du bei uns in dieser Noth, zu dem all Hoffnung ist gericht: behuͤt vor boͤsem schnellen Tod, mit deiner Huͤlf verlaß uns nicht. 7. Bedecke du mit dei⸗ ner Hand Leib, Leben, Haus/ Vieh/ Gut und Hab; die Fruͤcht erhalt durch Feld und Land, und was sonst mehr ist deiner Gab, vor Schlossen, Hagel, Was⸗ serflut, vor Feur und an⸗ derm Wetterschad; halt uns, o GOtt, in deiner Hut, wir wollen ruͤhmen deine Gnad. 8. Du bist allein der HErr und GOtt, dem Honner, Blitz, Feur, Luft und Wind,‚ ja glles stehet zu Gebot, und seinen Wil⸗ len thut geschwind. Ach HErr, wo ist dir jemand gleich im Himmel und in aller Welt? Wer hat ein solch gewaltig Reich, dem alles stracks zu Fuße faͤllt? 9. Drum sprich ein Wort/ so weichet bald des schwe⸗ ren Wetters Grausamkeit; dein Wort durchdringet mit Gewaͤlt, drum uns zu ret⸗ ten sei bereit. Ach komm, ach komm und thu Beweis/ daß du der rechte Helfer seist; so wollen wir dir sin⸗ gen Preis sammt Christo und dem heilgen Geist. Johann Heermann. VII. Danksagung nach schwerem Ungewitter. Mel. von GOtt will ich nicht lassen. ir haben 307. Wẽ jetzt ver⸗ nommen, wie du, HErr Zebaoth, zu uns bist schreck⸗ lich kommen durch Blitz und Feuersnoth. Wir waͤ⸗ ren gar verzehrt, wenn du es nicht gewendet, und Huͤlfe zugesendet, wie wir von dir begehrt. 2. HErr, deine Macht wir preisen, dein Zorn ist uns bekannt; doch thust du uns auch weisen, wie deine Gnadenhand, die dich anfliehen, schuͤtzt. Wer sich zu dir bekehret, der bleibet unverzehret, wie sehr es kracht und blitzt. 3. Ist Truͤbsal da mit Haufen, so denkst du jeder⸗ fau an die, so dich an⸗ aufen/ Hilf in Barmher⸗ z⸗ 2⁵² In Kriegeszeiten. zigkeit. Du hast an uns gedacht, wie du deß nicht vergessen, der in der Arch beacht. hast ihn zu Lande . racht. 4. Das Wetter ist ver⸗ trieben durch deine Gnad und Kraft; du bist stets bei uns bliehen, hast Sicher⸗ heit verschafft, wie du, HErr IEsu Christ, im Schiff das Meer bedraͤuet, die Juͤnger drob erfreuet, gewehrt des Teufels List. 5. Du hast Haus, Hof, Leib, Lehen, und was ein jeder hat, mit deinem Schutz umgeben bei uns und unsrer Stadt. Dein freundlich Angesicht laͤßt du uns wieder schauen die wir uns dir vertrauen mit starker Zuversicht. 6. Dankopfer wir dir bringen fuͤr dies, was du gethan; von deiner Huͤlf wir singen: ach nimms in Gnaden an durch Chri⸗ stum deinen Sohn, um sei⸗ nes Verdiensts willen, der deinen Zorn kann stillen, der wahre Gnadenthron. 7. Wenn du am juͤng⸗ sten Tage, der schon ist angestellt, mit deinem Donnerschlage anzuͤnden wirst die Welt; so streck aus deine Hand, und zeuch uns, die wir glaͤu⸗ ben an dich und treu verbleiben, hinauf ins Vaterland. Joy. Heermann. MII. In Kriegeszeiten. In eigener Mlelodie. 30 8. Difar 4512. HErr JEsu Christ, wahr Mensch und wahrer GOtt, ein starker Nothhelfer du bist im Leben und im Tod; drum wir allein im Na⸗ men dein zu deinem Va⸗ ter schreien. 2. Recht große Noth uns stoͤßet an von Krieg und Ungemach, daraus uns niemand helfen kann, denn du; drum fuͤbr die Sach, dein Vater bitt, daß er ja nit im Zorn mit uns woll fahren. 3. Gedenk, HErr, je⸗ tzund an dein Amt, daß du ein Friedfuͤrst bist, und hilf uns gnaͤdig allesammt jetzund zu dieser Frist; laß uns hinfort dein goͤtt⸗ lich Wort im Fried noch laͤnger schallen. 4. Verdient haben wir alles wohl, und leidens mit Geduld; doch deine Gnad groͤßer sein soll, denn unsre Suͤnd und Schuld. Darum vergieb nach deiner Lieb, die du fest zu uns traͤgest. 5. Es ist groß Elend und Gefahr, wo Pestilenz regiert; aber viel groͤßer ists fuͤrwahr, wo Krieg ge⸗ fuͤhret wird; da wird ver⸗ acht und nicht betracht, was recht und loͤblich waͤre. 6. Da fragt man nicht nach Ehrbaͤrkeit, nach Zucht und nach Gericht; dein Wort liegt* ol⸗ In Kriegeszeiten. 253 solcher Zeit, und geht im Schwange nicht. Drum hilf uns, HErr, treib von uns fern Krieg und all schaͤdlich Wesen. 4. Erleucht doch unser Sinn und Herz durch den Geist deiner Gnad, daß wir nicht treiben draus ein Scherz, der unsrer Seelen schad. O JEsu Ehrist, allein du bist, der solchs wohl kann ausrichten. Jac. Ebert. Mel. was mein GOtt will, das gscheh allzeit. ieb ied/ 309. Gs Ronmer treuer GOtt, du Vater aller Gnaden, wend ab die groß vorstehend Noth/ ver⸗ huͤt all unsern Schaden. Der Feind mit Macht da⸗ hin nuͤr tracht, die Völker zu verheeren, die deinen Sohn, den Heiland fron, erkennen, lobn und ehren. 2. Gieb Fried, o JEsu/ lieber HErk, du Schuͤtzer deiner Heerde, es langet an dein Amt und Ehr/ den GOttesdienst so wer⸗ the; solchs alls der Feind mit Ernst jetzt meint, wills hindern und ausrotten; hier steh uns bei, HErr IEsu, frei, die Feinde mach 6 Spotte. 3. Gieb Fried, o HErr GOtt heilger Geist, du Troͤster aller Bloͤden, dein Huͤlf uns jetzt und alle Keit leist, laß dein Kirch nicht veroͤden; das Gbet erweck, den Glauben staͤrk, gieh wahre Buß und Reue; die Feinde stuͤrz, dein Volk beschuͤtz, auf daß sichs ewig frene. Cyriakus Schneegaß. Mel. Uun lob mein Seel den HErren. Lob, 310. Gau nun ist er⸗ schollen das edle Duu und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf, und nimm nun wieder dein Seitenspielher⸗ vor, o Deutschland, singe Lieder, im hohen vollen Chor. Erhebe dein Ge⸗ müthe zu deinem GOtt, und sprich: IErr, deine Gnad und Guͤte bleibt dennoch ewiglich. 2. Wir haben nichts ver⸗ dienet, als schwere Straf und großen Zorn, weil stets noch bei uns gruͤnet der freche, schnoͤde Suͤn⸗ dendorn. Wir sind fuͤr⸗ wahr geschlagen mit har⸗ ter scharfer Ruth, und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns lse der Krieg und sein Gescheei. 3. Sei tausendmal will⸗ kommen, du theure, werthe Friedensgab, jetzt sehn wir, was füͤr Frommen dein Bei⸗ uns⸗wohnen in sich hab. In dir hat GOtt verfenket all unser Gluͤck und Heil; wer dich betruͤbt und kraͤnket, der druͤckt ihm selbst den Pfeil des Hert⸗ leids in das Herze, und löscht aus Unverstand die guͤld⸗ In Kriegeszeiten. uͤldue Freudenkerze mit einer eignen Hand. 4. Das druͤckt uns nie⸗ mand besser in unsre Seel und Herz hinein, als ihr zerstoͤrten Schloͤsser und Staͤdte voller Schutt und Stein; ihr vormals schoͤ⸗ nen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Waͤlder und duͤrre, wuͤste Haid; ihr Graͤber voller Leichen und blutgem Helden⸗Schweiß, der Hel⸗ den, deren gleichen auf Er⸗ den man nicht weiß. 5. Hier truͤbe deine Sin⸗ nen, o Mensch, und laß den Thraͤnenbach aus bei⸗ den Augen rinnen, geh in dein Herz und denke nach: was GOtt bisher gesen⸗ det/ das hast du ausgelacht; nun hat er sich gewendet und vaͤterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Drin⸗ gen zu deinem Heil zu ruhn: ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutes⸗thun. 6. Ach laß dich doch er⸗ wecken, wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als das starke Schrecken dich schnell und ploͤtzlich uͤberfaͤllt. Wer aber Chri⸗ stum liebet, sei unerschrock⸗ nes Muths; der Friede, den er giebet, bedeutet gl⸗ les Guts. Er will die Lehre geben; das Ende naht herzu; da sollt ihr bei GOtt leben in ewgem Fried und Ruh. g. Gerhard. Mel. Herzliebster JEsu, was hast du verbrochen. Err⸗ 311. 6, nicht zu Schanden werden die/ 10 in ihren Noͤthen und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Guͤte hoffen, und zu dir rufen. 2. Mache zu Schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach kehre dich mit Gnaden zu uns Ar⸗ men; laß dichs erbarmen! 3. Und schaff uns Bei⸗ stand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; sie muͤssen Wehr und Waf⸗ fen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen/ vergebens ists, auf Men⸗ schenhuͤlfe bauen: mit dir wir wollen Thaten thun und kaͤmpfen, die Feinde daͤmpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedraͤngte kleine Haͤuf⸗ lein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in JEsu Namen: Hilf, Helfer Amen. Joh. Heermann. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 312 reuer Waͤch⸗ ter Israel, deß sich freuet Leih und Seel, der du weißest alles Leid deiner armen Chri⸗ sienheit, o du Waͤchter der du nicht schlaͤfst noch schlummerst, zu uns richt dein huͤlfreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Voth und Qual trifft dein Volk jetzt uͤberall; 42* wir In Kriegeszeiten. wird der Truͤbsal mehr: hilf, ach hilf! schuͤtz deine Lehr; wir verderben, wir vergehn; nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester JEsu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu GOtt durch dein Kreuz und bittern Tod, uns ver⸗ sohnt mit deinem Blut, ausgeloͤscht der Hoͤllen Glut, wiederbracht das hoͤchste Gut! ö 4. Sißst auch heut ins Vaters Reich, ihm an Macht und Ehren gleich, unser Mittler und Patron, seine hoͤchste Freud und Kron, den er in dem Her⸗ zen traͤgt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlaͤgt. 5. Klaͤglich schreien wir u dir, klopfen an die Gna⸗ enthuͤr, wir, die du mit hoͤchstem Ruhm dir erlauft zum Eigenthum: Deines Vaters Zorn abwend, der wie lauter Feur jetzt brennt und schier alle Welt durch⸗ rennt. 6. Zeig ihm deine Wun⸗ den roͤth, red von deinem Kreuz und Tod, und was du mehr hast gethan, zeig S ihm unsertwegen an; sage, daß du unsre Schuld hast bezahlet in Geduld, uns erlanget Gnad und Huld. 7. JEsu, der du JE⸗ sus heißt, als ein IEsus Hülfe leist! Hilf mit dei⸗ ner starken Hand, Men⸗ schenhilf hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau/ 25⁵ daß dem Feinde davor grau und mit Zittern sie anschau. 8. Liebster Schatz, Im⸗ manuel, du Beschuͤtzer mei⸗ ner Seel, GOtt mit uns in aller Noth, neben uns und in uns GOtt, GOtt fuͤr uns zu aller Zeit: trotz dem/ der uns thut ein Leid! GOttes Straf ist ihm bereit. 9. Deines Vaters star⸗ ker Arm, komm, und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nachtiz aller Feinde Kopyel trenn/ daß dich alle Welt erkenn, aller HErren HErren nenn. 10. Andre trauen ihrer Kraft, ihrem Gluͤck und Ritterschaft: deine Chri⸗ sten sehn auf dich, trauen dir sich festiglich; laß sie werden nicht zu Schand; bleib ihr Helfer und Bei⸗ stand; sind sie dir doch ganz bekannt. 11. Guͤrte dein Schwert an die Seit als ein Held, und fuͤr sie streit, und zer⸗ schmettre deine Feind, so viel ihr auf Erden seind. Auf die Haͤlse tritt du ihn, leg sie dir zum Schemel hin, und brich ihren stolzen inn. 12. Du bist ja der Held und Mann, der den Krie⸗ gern steuern kann, der da Spieß und Schwert zer⸗ bricht, der die Bogen macht zu nicht, der die Wagen gar verbrennt, und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 13. JE⸗ 256 In Kriegeszeiten. 13. JIEsu, wahrer Frie⸗ defuͤrst, der der Schlan⸗ gen hat zerknirscht ihren Kopf durch seinen Tod, wiederbracht den Fried bei GOtt: gieb uns Frieden gnaͤdiglich, so wird dein Volk freuen sich, dafuͤr ewig yreisen dich. Johann Heermann. In eigener Melodie. 313 Verleig uns • Frieden gnaͤdiglich, HErr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja kein andrer nicht, der fuͤr uns koͤnnte streiten, denn du unser GOtt al⸗ leine. Gieb unserm Ko⸗ nig und aller Obrigkeit Fried und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein nuhren und stilles Leben uhren moͤgen in aller GOttseligkeit und Ehr⸗ barkeit. Amen.] Dr. Maftin Luther. Alel. Kommt her zu mir, spricht GOttes 200 erzage nicht/ 314. V o Haͤuflein klein, obschon die Feinde willens sein, dich gaͤnzlich 92 verstoren, und suchen einen Untergang, davon dir wird recht angst und bang: es wird nicht lange waͤhren. 2. Dich troͤste nur, daß deine Sach ist GOttes, dem befiehl die Rach, laß ihn alleine walten. Er wird durch seinen Gideon, den er wohl kennt, dir hel⸗ fen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr GOtt GOtt ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Hoͤllen⸗ pfort und was dem thut anhangen, endlich werden zu Hohn und Spott: GOtt ist mit uns, und wir mit GOtt, den Sieg wolln wir exlangen. 4. Drum sei getrost, du kleines Heer, streit ritter⸗ lich fuͤr GOttes Ehr, und laß dir gar nicht grauen. Er wird den Feinden nehmn den Muth: daß sie sterben in ihrem Blut, wirst du mit Augen schauen. 5. Amen! das hilf, HErr IEsu Christ, dieweil du unser Schutzherr bist, hilf uns durch deinen Namen: so wollen wir, deine Ge⸗ mein, dich loben und dir dankbar sein, und froͤhlich singen, Amen. lel. Warum betrübst du dich, mein Herz. ie ist so 315. Wé groß und schwer die Last, die du uns aufgeleget hast, o aller Göt⸗ ter GOtt, GOtt, der du streng und eifrig bist dem/der nicht fromm und heilig ist. 2. Die Last, die ist die Kriegesflut, so jetzt die Welt mit rothem Blut und heißen Thraͤnen fuͤllt. Es ist das Feur, das hitzt und orennt, so weit fast Sonn und Mond sich wendt. 3. Groß ist die Last, doch ist dabei dein starker Schutz und Vatertreu uns gar nicht unbekannt. On strafst, und mitten in dem Leid er⸗ In Kriegeszeiten. 25⁷ erzeigst du Lieb und Freund⸗ lichkeit. 4. Wir unsers Theils sind dir verpflicht dafuͤr, daß du dein Heil und Licht uns niemals ganz versagt; viel andre hast du abge⸗ lohnt, und bast du ja noch oft verschont. 5. Wie manchmal hat sich hier und dar ein gro⸗ ßes Wetter der Gefahr um uns gezogen auf. Dein Hand, die Erd und Him⸗ mel traͤgt, hat Sturm und Wetter beigelegt. 6. Wie oftmals hat bei Tag und Nacht der Feinde List und große Macht uns, deine Heerd, umringt; du aber, o du treuer Hirt, hast unsern Wolf zuruͤckgefuͤhrt. . Viel unsrer ruͤder sind geplagt, von Haus und Hof dazu verjagt; wir aber haben noch beim Wein⸗ stock und beim Feigenbaum ein jeder seinen Sitz und Raum. 8. Sieh an, mein Herz, wie Stadt und Land an vielen Orten ist gewandt zum tiefen Untergang; der Menschen Huͤtten sind verstoͤrt, die GOtteshaͤu⸗ ser umgekehrt. 9. Bei uns ist ja noch Polizei, auch leisten wir noch ohne Scheu dem HEr⸗ ren seinen Dienst; man lehrt und hoͤrt ja fort und fort alltaͤglich bei uns GoOttes Wort. 10. Wer dieses nun nicht will verstehn, laßts in die Luft und Winde gehn, und bei so hellem Licht nicht GOttes Gnad und Guͤt erkennt, der ist fuͤrwahr durchaus verblendt. 11. O frommer GOtt/ nimm von uns hin solch Unvernunft; richt unsern Sinn, daß wir zur Dank⸗ barkeit mit Lobgesang und fuͤem Ton uns finden stets vor deinem Thron. 12. Nicht unserm Werk, nicht unserm Thun, allein dir, dir, o Gnadenbrunn, gebuͤhrt all Ehr und Ruhm. Wir haben Zorn und Tod verschuldt, du zahlest uns mit Lieb und Huld. 13. Laß diese Lieb als eine Glut in uns ent⸗ zuͤnden Herz und Muth; gieb engelische Brunst, daß alle unsre Aederlein zu 4½• dir bereitet sein. I. Laß auch einmal nach so viel Leid uns wie⸗ der scheinen unsre Freud⸗ des Friedens Angesicht, das maͤncher Mensch noch nie einmal geschaut in diesem Jammerthal. 15. Sind wirs nicht werth/ so sieh doch an, die/ so kein Unrecht je gethan, die kleinen Kinderlein. Solln sie denn in der Wiege noch mittragen solches schwere Joch? 16. Erbarm dich, o barmherzigs Herz, so vieler Seufzer, die der Schmerz uns aus dem Herzen zwingt. Du bist ja GOtt und nicht ein Stein, wie kannst du denn so harte sein? 17. Wir sind an boͤ⸗ sen Wunden krank/ 2⁵58 In Sterbens⸗Läutten. Eiter, Striemen, Koth und Stank: du, HErr, bist unser Arzt. Geuß ein, geuß ein dein Gna⸗ denoͤl, so wird geheilet Leih und Seel. thun, das glauben wir/ obgleich noch wenig schei⸗ nen fuͤr die Mittel in der Welt; wenn alle Mittel stille stehn, dann pflegt dein Helfen anzugehn. Paul Gerhard. 18. Nun, du wirsts IX. In Sterbens ⸗-Läuften. Mel. Wenn wir in höch⸗ sten Nöthen sein. 316 A⸗ GOtt/ in Gnaden von uns wend dies große Kreuz und groß Elend, da⸗ mit wir sind umgeben gar, und stehn all Augenblick in Gfahr. 2. Behuͤt uns, deine Kinderlein, um Christi unsers HErren Pein, vor Pestilenz und schnellem Tod, und laß uns nicht in dieser Noth. 3. In dieser Noth ach laß uns nicht; wend von uns dein Zorn und Ge⸗ richt, daß dir lobsinge un⸗ ser Mund fuͤr deinen Schutz aus Herzen Grund. Bartholomäus Ringwaldt. Mel. Wo OOtt der HErr nicht bei uns hält. ch lieben 317. A Christen, seid getrost; wie thut ihr so verzagen, weil uns der HErr heimsuchen thut? Laßt uns von Herzen sa⸗ gen: Die Straf wir wohl verdienet han, solches be⸗ kenn ein jedermann, nie⸗ mand darf sich ausschließen. 2. In deine Haͤnd uns eben wir, o GOtt, du ieber Vater; denn unser Wandel ist bei dir, hier wird uns nicht HH Weil wir in dieser Huͤt⸗ ten sein, ist nur Elend, Truͤbsal und Pein: bei dir der Freuden warten. Kein Frucht das Weizenkoͤrnlein bringt, es fall denn in die Erden: so muß auch unser ird⸗ scher Leib zu Staub und Aschen werden/ eh er kommt zu der Herrlichkeit, die du uns, HErr Christ, hast bereit durch deinen Gang zum Vater. 4. Was wollen wir denn fuͤrchten sehr den Tod auf dieser Erden? Es muß einmal gestorben sein; o wohl ist hier gewesen, welcher wie Simeon ent⸗ schlaͤft, sein Suͤnd er⸗ kennt, Christum ergreift; so muß man H41 sterben. 5. Dein Seel bedenk, bewahr dein Leib, laß GOtt den Vater sorgen: sein Engel deine Waͤchter sein, behuͤten dich vorm Argen; ja, wie ein Henn ihr Kuͤchelein bedeckt mit ihren Fluͤgelein, so thut der HErr uns Armen. 6. Wir wachen 911. A⸗ In Sterbens⸗Läutten. 2⁵59 schlafen ein, so sind wir ja des HErren; auf Christum wir getaufet sein, der kann dem Satan wehren. Durch Adam auf uns kom̃t oer Tod, Christus hilft uns zus aller Noth: drum loben wir den HErren. Johann Gigas. Mel. HErr, 1. mich nicht in deinem Zorn. 318. O frommer und getreu⸗ er GOtt aller, die auf dich hoffen, es hat uns eine schwere Noth durch deine Hand getroffen; dein Zorn der druͤckt uns mit Gewalt, und wirft die Menschen jung und alt mit 2D Um darnieder. 2. Du bist gerecht, und dein Gericht kann unser keiner strafen; von wegen unsrer Suͤnd Wamschle daß wir so schnell entschlafen. Ja, unsre große Missethat dich so gar hoch bewogen hat, dein Pfeil in uns zu schießen. 3. O HErr, vergieb und straf uns nicht im Zorn so gar geschwinde; kehr doch des Vaters Angesicht zu deinem lieben Kinde; laß sinken dein gerechten Grim̃ uns wieder zu Genad an⸗ nimm um deines Sohnes willen. 4. Sieh, HErr, wie wir betruͤbet gehn, kraft⸗ los, mit Furcht umgeben, in Angst und großen Sor⸗ gen stehn, und in viel Kummer schweben. Die Nachbarschaft sich vor uns scheucht, ein jeder vor uns laͤuft und fleucht, als waͤ⸗ ren wir verbannet. 5. Lehramt und andre Ordnung mehr gehn nicht in vollem Schwange; all unsre Nahrung weltet sehr/ uns ist von Herzen bange, und wissen weder aus noch ein; o Vater, sieh genaͤdig drein, und thu uns wie⸗ der troͤsten. 6. Laß ab von uns mit deiner Ruth, nimm sie von unserm Ruͤcken: was hast du Nutz an unserm Blut, wenns der Tod thut hin⸗ zuͤcken? Ein todter Koͤr⸗ per dich nicht preist, noch jemand zur Erkenntniß weist deines heiligen Na⸗ mens. 7. Erzeig uns Gnad, o frommer HErr, thu deinen Grimm aufheben, und sei mit deiner Huͤlf nicht fern! du hast ja Lust zum Leben, und bist ein GOtt von Wahrheit fest, der seinen Zorn bald fahren laͤßt, weñ 918 95 herzlich bittet. O JEsu Christe, un⸗ ser Heil⸗ thu alles Uebel wenden; nimm doch den Bogen und die Pfeil aus deines Vaters Haͤnden; heiß den Verderber hoͤren auf, daß er nicht so ge⸗ schwinde lauf, zu wuͤrgen deine Bruͤder. 9. Dein Will gescheh, wir bitten all, uns nicht in Noth verlasse; hilf uns nach deinem Wohlgefalln, du weißt die rechte Maa⸗ ße, und wirst wohl deine Zeit ersehn, wenn uns hier⸗ in 260 In Sterbens⸗Läutten. in soll Huͤlf geschehn; das wolln wir dir vertrauen. 10. O heilger Geist, mit deiner Kraft die sterben sol⸗ len staͤrke, daß man des Glaubens Ritterschaft an ihrem End vermerke; und sie also mit Fried und Freud nehmen ein sanften Abescheid in Christo, un⸗ serm HErren. Bartholomäus Ringwaldt. M. Wo Gott der HErr nicht bei uns hält. 319 Wer in dem ½% Schutz des Hoͤchsten ist, und sich Gott thut ergeben, der spricht: Du, HErr, mein Zuflucht bist, mein GOtt, Hoffnung und Leben, der du ja wirst erretten mich vons Teufels Stricken gnaͤdiglich und von der Pe⸗ stilenze. 2. Mit seinen Fluͤgeln deckt er dich, auf ihn sollst du vertrauen; sein Wahr⸗ heit schuͤtzt dich gwaltig⸗ lich, daß dich bei Nacht kein Grauen noch Betruͤg⸗ niß erschrecken mag, auch kein Pfeil, der da fleugt bei Tag, weil dir sein Wort thut leuchten. 3. Kein Pestilenz dir schaden kann, die in dem Finstern schleichet; kein Seuch noch Krankheit ruͤhrt dich an, die im Mit⸗ tag umstreichet. Ob tau⸗ send stuͤrben dir zur Seit/ und zehen tausend ander⸗ weit, soll es doch dich nicht treffen. 4. Ja du wirst auch noch Lust und Freud mit deinen Augen sehen an der Gott⸗ losen Herzeleid, wenn Ver⸗ geltung wird gschehen; weil der HErr ist dein Zuversicht, und dir der Hoͤchst sein Schutz ver⸗ spricht, drum, daß du ihm vertrauest. 5. Kein Nebels wird be⸗ gegnen dir, kein Plag dein Haus wird ruͤhren: denn er sein Engeln fuͤr und fuͤr beflehlet, dich zu fuͤh⸗ ren und zu behuͤten vor Unfall, auf Haͤnden tragen uͤberall, daß kein Stein dein Fuß letze. 6. Auf Löͤwn und Ot⸗ tern wirst du gehn, und treten auf die Drachen; auf jungen Löwen wirst du stehn, ihr Zaͤhn und Gift verlachen: denn dir der keines schaden kann; kein Seuch kommt dem vom andern an, der auf Gott thut vertrauen. 7. Er begehrt mein aus Herzen Grund und hofft guf meine Guͤte; drum helf ich ihm zu aller Stund ich will ihn wohl behuͤten ich will allzeit sein Helfer sein, drum, daß er kennt den Namen mein, deß soll er sich ja trösten. 8. Er ruft mich an als seinen GOtt, drum will ich ihn erhoͤren. Ich steh bei ihm in aller Noth, ich will ihm Hulf gewaͤhren; zu Ehren ich ihn bringen will, langs Leben ihm auch geben will, mein Heil will ich ihm zeigen. 9. Ehr sei dem Vater und Don der Erkenntniß SOttes u. JEsu. 261 und dem Sohn und dem Pfad, daß uns der arge heiligen Geiste, als er im Feind nicht schad. Wer Anfang war und nun, der das begehrt, sprech: Amen. uns sein Gnade leiste, daß wir wandeln in seinem Sebald Heyden. Von den Gütern des Heils. J. Von der Erkenntniß GOttes und JIEsu. Mel. O Gott, du from⸗ mer GOtt. 320. Daan n Christ. Wohlan, wenn Werk und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben, so steht es wohl um dich. Ich wuͤn⸗ sche, was du sprichst, zu werden alle Tag, naͤmlich ein guter Christ. 2. Du sagst: Ich bin ein Christ. Der ists, der IEsum kennet, und seinen GOtt und HErrn ihn nicht alleine nennet, sondern thut auch mit Fleiß, was for⸗ dert sein Gebot. Thust du nicht auch also, ist, was du sagst, ein Spott. 3. Du sagst: Ich bin ein Christ. Wer sichs will nennen iassen, muß lieben, was ist gut, mit Ernst das Boͤse hassen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sunden liebt, ist auch kein Christ, ob er sich gleich den Namen giebt. 4. Du sagst: Ich bin ein Christ; denn ich bin ja be⸗ sprenget mit Wasser in der Tauf, mit Christi Blut vermenget. Ja wohl, bast aber du gehalten auch den Bund, den du mit GOtt gemacht in jener Gnaden⸗ stund? 510 5. Hast du ihn nicht vor⸗ laͤngst gar oft und viel ge⸗ brochen? Hast du als GOt⸗ tes Kind dich, wie du hast versprochen, in allem Thun erzeigt, dem Guten nach⸗ gestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 6. Du sagst: Ich bin ein Christ, weil GOttes Wort und Lehre ohn allen Menschentand ich fleißig les und hoͤre. Ja, Lieber, thust du auch, was dieses Wort dich lehrt? Nicht ders hoͤrt, sondern thut, der ist bei GOtt geehrt. 7. Du sagst: Ich bin ein Christ, ich beichte meine Suͤnden, und laß beim Beichtstuhl mich auch of⸗ termalen finden. Findt aber sich, mein Freund, ich bitte, sag es mir, nach abgelegter Beicht die Beßrung auch bei dir? 8. Ach du bleibst nach wie vor; dein Worte, Werk und Sinnen wird oftmals aͤr⸗ 262 Von der Erkenntniß GOttes aͤrger noch; dein Vorsatz und Beginnen geht na bem alten Trieb, und was noch gut soll sein, ist, wenn mans recht besieht, nur zauter Heuchelschein. 9. Du sagst: Ich bin ein Christ, ich laß mich speisn und traͤnken mit dem, was Christus uns im Abendmahl will schen⸗ ken. Wohl, aber zeige mir/ ob Christi Leib und Blut in dir zur Heiligung auch seine Wirkung thut? 10. Du sagst: Ich bin ein Christ; ich bete, les und singe, ich geh ins Got⸗ teshaus, sind das nicht gute Dinge? Sie sind es; aber wenn sie werden so verricht, daß GOtt auch stets dabei ein reines Herze kriegt. 11. Du sagst: Ich bin ein Christ. Ich kann dirs nicht gestehen, es sei denn/ daß ichs werd aus deinem Wandel sehen. Wer sagt und ruͤhmet, daß er Christo angehoͤr, und auch sein Juͤnger sei, muß wandeln gleich wie er. 12. Bist du ein solcher Christ, so mußt du sein gesinnet, wie JEsus Chri⸗ us war. Wenn reine Liebe rinnet aus deines Herzens Quell, wenn du demüͤthig bist von Herzen, wie der HErr, so sag: du heist ein Christ. 13. So lang ich aber noch an dir erseh und spuͤre/ daß Stolz und Uebermuth dein Sinn und Herz re⸗ giere; wenn an der Sanft⸗ chhund Neid, so ük u muth Stell sich Haß anz schrer vom Christenthum ehr weit. 14. Sagst du: Ich bin ein Christ, und ruͤhmst dich deß mit Freuden; thust aber du auch mehr, als andre kluge Heiden? Ach, oͤfters nicht so viel, als Gutes sie gethan; sie werden dor⸗ ten dich gewißlich klagen an. 15. Sag nicht: Ich bin ein Christ, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was du sagst, Beweis und Zeug⸗ niß geben. Die Wort sind nicht genug; ein Christ muß ohne Schein das, was er wird genannt, im Wesen selbsten sein. 16. Ach mein GOtt/ gieb Genad, mich ernstlich zu befleißen, zu sein ein wahrer Christ, und nicht nur so zu heißen; denn welcher Nam und That nicht hat und fuͤhrt zugleich, der kommet nimmermehr zu dir ins Himmelreich. Johann Adam Haßlocher. In eigener Klelodie. rleuchte mich/ 321.E HErr, mein Licht, ich bin mir selbst verhorgen, und kenne mich noch nicht; ich merke dieses zwar, ich sei nicht wie ich war; indessen fuͤhl ich wohl, ich sei nicht wie ich soll. 2. Ich lebt in stolzer Ruh, und wußte nichts von Sorgen vor diesem; aber nun bin ich ganz vol⸗ ler Brast, und mir selbst eine Last; was vormals mei⸗ und Esu. meine Freud, macht mir jetzt Lameilt 3. Kein zeitlicher Verlust verursacht diesen Schmer⸗ zen, so viel mir ja bewußt; mich liebt manch treuer Freund, mich uͤberwindt kein Feind, der Leib hat was er will, Gesundheit, Huͤll und Fuͤll. 4. Nein, es ist Seelen⸗ pein, es kommt mir aus dem Herzen, und dringt durch Mark und Bein. Nur dies, dies liegt mir an, daß ich nicht wissen kann, ob ich ein wahrer Christ, und du mein JE⸗ sus bist. 5. Es ist nicht so gemein, ein Christe sein als heißen; ich weiß, daß der allein des Nanens faͤhig ist, der seine liebste Lust durch Christi Kraft zerbricht und lebt ihm selber nicht. 6. Es ist ein Selbstbe⸗ trug, mit diesem Wahn sich speisen, als ob dies schon genug zur Glaubens⸗ probe sei, daß man von Lastern frei; die auch ein blinder Heid aus Furcht der Schande meidt. 7. Der zeucht nur Chri⸗ stum an, der aus ihm selbst gegangen, und seines Flei⸗ sches Wahn, Vermoͤgen, Lust und Rath, Gut, Ehr und was er hat, von Her⸗ zen haßt, und spricht: Nur JIEsus ist mein Licht! 8. Das ist des Glaubens Wort und duͤrstiges Ver⸗ langen: HErr IEsu, sei mein Hort, Versohner, HErr und Schild, und fuͤr mich, wie du willt: dein bin ich, wie ich bin, nimm mich zu eigen hin. 9. Wer dies nicht gruͤnd⸗ lich meint, deß Glaub ist noch untuͤchtig, der bleibt noch GOttes Feind; sein Hoffnungsgrund ist Sand, und haͤlt juletzt nicht Stand. Der einge Glaubensgrund ist dieser Gnadenbund. 10. Hier, sorg ich, fehlt es mir; die Lieb ist noch nicht richtig, die ich, HErr Christ, zu dir jetzt habe; weil ich doch, beinah ein Christe noch, die Welt und Lust noch mehr ge⸗ liebt, als deine Ehr. 11. Mein Herz, begreif dich nu, ich muß es redlich wagen; ich komm eh nicht zur Ruh. Sagst du hiermit der Welt, und was dem Fleisch gefaͤllt, rein ab und Christo an, so ist die Sach gethan. 12. Du Erdwurm, soll⸗ test du dem Koͤnge dich versagen, dem alles stehei zu, der allein weis und reich, der alles ist zugleich, der selbst die ganze Welt erschaffen und erhaͤlt? 13. Wenn alles wird ver⸗ gehn, was Erd und Him⸗ mel heget, so bleibt er fest bestehn, sein Wesen nimmt nicht ab; die Gottheit weiß kein Grab, und wen er ein⸗ mal kennt, deß Wohlstand nimmt kein End. 14. Wer aber in der Zeit mit ihm sich nicht vertraͤ⸗ get, der bleibt in Ewigkeit von GOttes Freudenhaus ganz, ganz geschlossen aus 7 ver⸗ 264 Von der Erkenntniß GOttes deßhalben traurig gehn, oft vor GOtt mit Thraͤnen 15. Wüuͤnscht nun GOtt stehn: diese sollen noch auf den Vertrag, laß ihn dein Erden, und dann dort ge⸗ gerichtet zu deinem Preis und Zier, ein Faß der Herr lichkeit, mit deinem Hei bekleidt, geheiligt nun und dann: wohl mir, so ists gethan. Buchfelder. 322. Ka laßt Recht, sind aufrichtig, from HErren lehren, e el⸗ und lernet allzumal/ w che die sind, die gehdren in der rechten Christen Zahl; Erbarmen sich annehmen die bekennen mitdem Mund⸗ glauben fest von Herzense dig mit den Armen, bitten grund, und bemuͤhen sich treulich fuͤr sie GOtt; die daneben, Guts zu thun, behulflich sind mit Rath/ so lang sie leben. auch wo moͤglich mit der 2. Selig sind, die De⸗That, werden wieder Huͤlf muth haben, und sind all⸗ leit arm im Geist, ruͤhmen sich gar keiner Gaben, daß GOtt werd allein gepreist, danken dem auch fuͤr und für; denn das Himmelreich ist ihr. GOtt wird dort zu Ehren setzen, die sich selb gering hier schaͤtzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich goͤttlich Trauern findt, die beseuf⸗ fen und beklagen ihr und andrer Leute Suͤnd; die empfangen, und Barm⸗ herzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die fun⸗ den werden reines Herzens jederzeit, die im Werk, Wort und Geberden lie⸗ ben Zucht und Heiligkeit. st Diese, welchen nicht ge⸗ fällt die unreine Lust der Welt/ sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen GOtt mit Freuden. 8. Selig sind, die Frie⸗ den machen, und drauf chn ohn und JEsu. 265⁵ ohn Unterlaß, daß man moͤg in allen Sachen flie⸗ hen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Ruh, rathen allerseits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden GoOttes Kinder heißen. 9. Selig sind, die muͤs⸗ sen dulden Schmach, Ver⸗ folgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht ver⸗ schulden, und gerecht be⸗ funden sein; ob des Kreu⸗ zes gleich ist viel, setzet GOtt doch Maaß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit der Ehren⸗Kronen. 10. HErr, regier zu al⸗ len Zeiten meinen Wan⸗ del hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten aus Genaden faͤhig werd. Gieb, daß ich mich acht ge⸗ ring, meine Klag oft vor dich bring; Sanftmuth auch an Feinden uͤhe, die Gerechtigkeit stets liebe. 11. Daß ich Armen helf und diene, immer hab ein reines Herz, die im Unfried stehn, versuͤhne, dir an⸗ hang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn, und durch deines Geistes Staͤrle mich befleiße rech⸗ ter Werke. Dav. Denicke nach J. Heermann. Mel. O Gott, du from⸗ mer GOtt. 335. S Hoͤh, gieb du mir zu er⸗ kennen bei meinem Un⸗ verstand, was Weisheit sei zu nennen; vor allem aber gieb, daß ich dich recht verehr aus deines Geistes Kraft nach deines Sohnes Lehr. 2. Ich leb im Christen⸗ thum: laß mich durch christ⸗ lich Leben auf deines Sohnes Pfad nach reiner Tugend streben; weil ich dir zugesagt: ich wollte deinen Willn, nach mei⸗ ner Taufe Bund, genau durch dich erfuͤlln. 3. Die Lehr entspringt von dir: sei du mein rech⸗ ter Lehrer. Bist du der Weisheit Quell, so sei auch ihr Vermehrer. Was hilft mir mein Bemuͤhn, mein Lesen, mein Stu⸗ dirn, willst du mich nicht dadurch zu wahrer Tu⸗ gend fuͤhrn. 4. Mein Denken und mein Wort, mein Thun und auch mein Lassen re⸗ giere ganz nach dir. Soll ich was Weiters fassen, so gieb, daß dirs allein zu Lob und Ruhm gelang,/ wie ichs in deinem Sohn und dir allein anfang. 5. Sink ich unachtsam⸗ lich in Schwachheitssuͤn⸗ den nieder, so richte du mich bald durch deine Huͤlfe wieder, daß ich mich stets guf dich mit offnem Angesicht, und nimmer weg von dir auf diese WGiI richt. Dein theures Pfand, mein Geist, mein Ehre, Gut und Leben sei dir, 1² 0 —————— Mir.— 266 Von der Erkenntniß GOttes o HErr, allein in deinen Schutz gegeben. Mein Hoͤchster, was ich bin, werf ich in deine Haͤnd; wie du mein Anfang bist, so bleib auch stets mein End. Christian Knorr v. Rosenroth. Mel. Alles ist an GOt⸗ tes Segen. 32 4 reuer Vater/ * deine Liehe, so aus einem heißen Trie⸗ be mich in Christo auser⸗ waͤhlt, und, eh ich zur Welt geboren, schon zur Kindschaft auserkoren, und den Deinen zugezaͤhlt, 2. Hat mich zwar bis⸗ her gesehen als ein Faß des Zornes gehen, doch getra⸗ gen mit Geduld, so, daß du nicht wollen strafen, noch mich aus dem We⸗ ge raffen mitten in der Suͤndenschuld. 3. Da ich dacht, ich waͤr ein Christe, und davon zu reden wuͤßte, brauchte Kirch, Altar dabei, sang und Guts den Armen thate/ keine grobe Laster hatte, war es doch nur Heuchelei. I. Todtes Werk, histo⸗ risch Wesen ist, was sich die Welt erlesen, und fuͤr ihren Christum haͤlt. Schat⸗ ten, Bildniß, Schein und Meinen, Judas⸗Kuß und Heuchelweinen ist der Glaube dieser Welt. 5. Hierin hab ich auch gestecket, bis du mich hast aufgewecket; ach daß ich nun wachte recht, und den Gnadenzug bedaͤchte, wie du, HErre, der Gerechte, mich willst haben recht echt.** 6. Hilf, daß ich dem Fleisch absage, nicht nach eitlen Ehren frage, reinge selbsten Herz und Sinn. Laß mich diese Welt ver⸗ achten, Christi Schmach viel höͤher achten, als Egyp⸗ tens Lustgewinn. 7. Tödt des alten Adams Glieder, mach uns dir zum Opfer wieder, lehr mich nur zu Christo gehn. Aus des alten Adams Modern muß der neue Mensch auf⸗ lodern, und in Christo auf⸗ erstehn. 8. Wenn am Eitlen andre kleben, zwischen Lust und Furcht noch schweben/ oder blind zur Hoͤllen gehn/ will ich meine Glaubens⸗ fluͤgel schwingen zu dem Sternenhuͤgel, und auf meinen Heiland sehn. 9. Wird man gute Werk hoch achten, andrer Wan⸗ del sehr betrachten, und man sondre Gaben ehrt; werd ich mich daran er⸗ goͤtzen, wenn mir GOtt mit Christi Schaͤtzen nur den Glaͤuben recht beschert. 10. Will der Satan seine Disteln wieder in die Ro⸗ sen nisteln, und mich gerne an sich ziehn, zeigt er sei⸗ nes Reiches Schaͤtze, stellt subtil und grobe Netze: laß ihn sich umsonst be⸗ muͤhn. 11. Sollte mich Egyp⸗ ten reuen, und nach ihren Toͤpfen schreien, Herz und Geist nach Sodom sehn: und — laß mich beten, wachen/ kaͤm⸗ und JEsu. 26⁷7 kaͤmpfen, Suͤnde, Tod und Hoͤlle daͤmpfen, und dem Anlauf widerstehn. 12. Wird mir Kraft und Muth genommen, und, wenns soll zum Treffen kommen, ich nur hab den Willen noch: so verleih auch das Vollbringen, Weisheit, Kraft in allen Dingen, und zu tragen Christi Joch, 13. Will die Eigenheit mich faͤllen, oder schlagen Truͤbsalswellen auf mein schwaches Schifflein zu: weiß ich, daß es IEsum fuͤhret, und er selbst das Steur regieret, bringt es auch in Port der Ruh. 14. Wer kein Herling will verbleiben, muß sich Christo einverleiben, und ein guter Rebe sein; Sor⸗ gen, Geiz und Wollust hassen, sich allein dem Hei⸗ land lassen, meiden allen Heuchelschein. 15. Wer auf seinen Hei⸗ land trauet, der hat auf den Fels gebauet, und be⸗ sitzt den Himmel schon; ob er 11 muß zeitlich leiden, folgt doch Herrlich⸗ keit und Freuden dort vor seines JEsu Thron. 16. HErr, du wollst mich selbst bereiten, wie in Zeit und Ewigkeiten du dein armes Kind begehrst; du kannst kraͤftgen) staͤrken, gruͤnden, Mittel, Zeit und Wege sinden, da du mir dein Heil gewaͤhrst. 17. Ich will gerne hal⸗ ten stille, meine Heilgung sei dein Wille; laß mein Herze bruͤnstig sein, dich mein Heiland zu umfangen/ und dir ewig anzuhangen: sei du mein/ ich bleibe dein. 18. Wird mich Babel gleich vernichten, will mich auch selbst Zion richten, trag ich solches mit Ge⸗ duld, und will mich dabei vergnuͤgen, wenn ich nur kann sicher liegen unter meines IEsu Huld. 19. IEsu, was du an⸗ gefangen, das erwart ich mit Verlangen: ach ver⸗ siegl es doch einmal. Laß mich durch dein Geist auf Erden stark am innern Menschen werden; salb mich mit dem Freudenol. 20. Ich will nach der Stille streben, und an dei⸗ ner Liebe kleben; gieb ein festes Herze nur, daß ich stets aufrichtig handle, lau⸗ terlich in Liehe wandle, als durch goͤttliche Natur. 21. HErr, bekehr doch auch die Meinen, schreib sie zu der Zahl der Deinen, zeige ihn'n dein Angesicht; ziehe sie von oben kraͤftig/ sei durch deinen Geist ge⸗ schaͤftig, bringe sie zum rechten Licht. 22. Ja laß auch die an⸗ dern Heerden bald herzu gefuͤhret werden, und viel tausend Seelen sein, die dich ihren Hirten nennen, und in rechter Wahrheit kennen, einst mit dir gehn Himmel ein. 23. Daß wir kuͤnftig al⸗ lesammet, wenn die Hoch⸗ zeit anbenamet, und der Braͤutigam allda, helle 12⁷ Glau⸗ 268 Von der Gnade und Liebe. Glaubenslampen bringen, und dem Lamm ein Loblied singen: Hallelujah, Gloria! Ludwig Andreas Gotter. Mel. HErr, nicht schicke deine Rache. 32 5 reuster Mei⸗ ster, deine Worte sind die rechte Him⸗ melspforte; deine Lehren sind der Pfad, der uns fuͤhrt e GOttes Stadt. O wie elig, wer dich höret, wer von dir will sein gelehret; wer zu jeder Zeit und Stund schaut auf deinen treuen Mund. 2. Sprich doch ein in meine Hoͤhle, rede doch zu meiner Seele; lehr sie hal⸗ ten bis in Tod deiner Liebe Liebosgebot. Hilf mir in dem Lieben uͤben, und GOtt uͤber alles lieben, meinen Naͤchsten gleich wie mich laß mich lieben in⸗ niglich. 3. Lehr mich englische Geberden, laß mir deine Semuth werden; geuß mir deine Sanftmuth ein, mach mich klug in Einfalt sein. Also werd ich mich entbin⸗ den, und der Seelen Ruhe finden; also werd ich in der Zeit sein gelehrt in Ewigkeit. Zobann Angelus. II. Von der Gnade und Liebe GOttes und IEsu. Mlel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. ch sagt mir 326. A nicht, von Gold und Schaͤtzen, von racht und Schoͤnheit die⸗ er Welt; es kann mich ja gar nichts ergtzen, was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe JEsum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schatz, mein schonstes Bild, an dem ich meine Augen weide, und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe IEsum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Luͤsten, des Fleisches Schoͤnheit dauert nicht; die Zeit kann alles das ver⸗ wuͤsten, was Menschen⸗ haͤnde zugericht. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe IEsum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstdren, sein Reich, vergeht nicht mit der Zeitz sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren, von nun an bis in Ewig⸗ keit. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe JEsum, der mein Ziel. 5. Sein Reichthum ist nicht zu ergruͤnden, sein allerschoͤnstes Angesicht, und was von Schmuck um ihn zu finden, verblei⸗ chet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will: i liebe JEsum, der meie 86 Er GOttes und JEsu. 269 6. Er kann mich uͤber alls erheben, und seiner Klarheit machen gleich; er kann mir so viel Schaͤtze schpsich ich werd uner⸗ choͤpflich reich. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe IEsum, der mein Ziel. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, so lang ich wandre in der Zeit: so wird er mirs doch wohl ge⸗ waͤhren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will, und liebe IEsum, der mein Ziel. Johann Augelus. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 327. AeGOtt die Welt ge⸗ liebt, das merke, wer es hoͤret, die Welt, die GOtt so hoch betruͤbt, hat GOtt so hoch geehret, daß er sein eingebornen Sohn, den eingen Schatz, die einge Kron, das einge Herz und Leben mit Willen hinge⸗ geben. 2. Ach wie muß doch ein einges Kind bei uns hier auf der Erden, da man doch nichts als Bosheit findt, so hoch geschonet werden; wie hitzt, wie brennt der Vatersinn, wie giebt und schenkt er alles hin, eh als er an das Schenken des Eingen nur will denken. 3. GoOtt aber schenkt aus freiem Muth und treuem, mildem Herzen sein einges Kind, sein schoͤnstes Gut in mehr als tausend Schmerzen. Er giebt ihn in den Tod hinein, ja in die Hoͤll und ewge. zu unerhörtem Leide stoͤßt GOtt sein einge Freude. 4. Warum doch das? Daß du, o Welt, frei wie⸗ der moͤchtest stehen, und durch ein theures Loͤsegeld aus deinem Kerker gehen. Denn du weißt wohl, du schnoͤde Braut, wie, da dich GOtt ihm anvertraut, du, wider deinen Orden, ihm allzu untreu worden. 5. Daruͤber hat dich Suͤnd und Tod und Sa⸗ tanas Gesellen zu bittrer Angst und harter Noth beschlossen in der Hoͤllen. Und ist hier gar kein an⸗ drer Rath, als der, den GoOtt gegeben hat: wer den hat, wird dem Hau⸗ fen der hoͤllschen Feind entlaufen. 6. GOtt hat uns seinen Sohn verehrt, daß aller Menschen Wesen, so mit dem ewgen Fluch beschwert/ durch diesen soll genesen; wen die Verdammniß hat umschraͤnkt, der soll durch den, den GOtt geschenkt/ Erloͤsung, Trost und Gaben des ewgen Lebens haben. 7. Ach mein GOtt, mei⸗ nes Lebens Grund, wo soll ich Worte finden? Mit was fuͤr Lobe soll mein Mund dein treues Herz ergruͤnden? Wie ist dir immermehr geschehn? Was hast du an der Welt gesehn, daß, die so hoch dich hoͤhnet, du so gar hoch gekroͤnet? 8. War⸗ 27⁰ Von der Gnade und Liebe 8. Warum behielist du nicht dein Recht, und lie⸗ ßest ewig pressen diejenge, die dein Recht geschwaͤcht und freventlich vergessen? Was hattest du an der füͤr Lust, von welcher dir doch war hewußt, daß sie fuͤr dein Verschonen dir schaͤnd⸗ lich wuͤrde lohnen. 9. Das Herz im Leibe weinet mir vor großem Leid und Graͤmen, wenn ich bedenke, wie wir dir so gar schlecht uns beque⸗ men. Die meisten wol⸗ len deiner nicht, und was du ihnen zugericht durch deines Sohnes Buͤßen, das treten sie mit Fuͤßen. 10. Du frommer Vater meinst es gut mit allen Menschenkindern; du ord⸗ nest deines Sohnes Blut, und reichst es allen Suͤn⸗ dern; willst, daß sie mit der Glaubenshand das, was du ihnen zugewandt, sich vollig zu erauicken, fest in ihr Herze druͤcken.. 11. Sieh aber, ist nicht immerfort dir alle Welt bnbanr Du bauest hier, u bauest dort, die Welt schlaͤgt alles nieder. Dar⸗ um erlangt sie auch kein Heil, sie bleibt im Tod, und hat kein Theil am Reiche, da die Frommen, die GOtt gefolgt, bin⸗ kommen. 12. An dir, 0 GOtt, ist keine Schuld, du, du hast nichts verschlafen; der Feind und Hasser deiner uld ist Ursach deiner trafen; weil er den Sohn, der ihm so klar und nah ans Herz gestel⸗ let war, auch einzig helfen sollte, durchaus nicht ha⸗ ben wollte. 13. So fahre hin, du chstolle Schaar, ich bleibe bei dem Sohne; dem geb ich mich, deß bin ich gar und er ist meine Krone. Hab ich den Sohn, so hab ich gnug, sein Kreuz und Leiden ist, mein Schmuck; sein Angst ist meine Freude, sein Ster⸗ ben meine Weide. 14. Ich freue mich, so oft und viel ich dieses Sohns gedenke; dies ist mein Lied und Saiten⸗ spiel, wenn ich mich heim⸗ lich kraͤnke. Wenn meine Sünd und Missethat will groͤßer sein, als GOttes Gnad, und wenn mir mei⸗ nen Glauben mein eigen Herz will rauben. 15. Ei, sprech ich, war mir GOtt geneigt, da wir noch Feinde waren, so wird er ja, der kein Recht beugt, nicht feindlich mit mir fahren anjetzo, da ich ihm versuͤhnt, da, was ich Boͤses ie verdient, sein Sohn, der nichts verschul⸗ det, so wohl fuͤr mich erduldet. 16. Fehlts hie und da? Ei unverzagt! Laß Sorg und Kummer schwinden, der mir das Groͤßte nicht versagt, wird Rath zum Kleinen finden. Hat GOtt mir seinen Sohn geschenkt, und fuͤr mich in den Tod gesenkt: wie sollt er, laßt uns eareeerre rSrmnnsr GOttes und JEsu. 27¹ uns denken, mit ihm nicht alles schenken. 17. Ich bins gewiß und sterbe drauf, nach meines GOttes Willen; mein Kreuz und ganzer Lebens⸗ lauf wird sich noch froͤh⸗ lich stillen. Hier hab ich GOtt und GOttes Sohn/ und dort bei GOttes Stuhl und Thron, da wird fuͤrwahr mein Le⸗ ben in ewgen Freuden schweben. Paul Gerhard. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. An IEsum 328. Ahnn oft und viel bringt Freud und Wonn ohn Mgaß und Ziel; recht aber ho⸗ nigsuͤßer Art ist seiner Gnaden Gegenwart. 2. Nichts Liehers meine Zunge singt, nichts Rei⸗ ners meinen Ohren klingt, nichts Suͤßers meinem labtter ist, als mein herz⸗ liebster JIEsus Christ. 3. O IEsu, Herzens⸗ freud und Wonn, o Lebens⸗ brunn, o wahre Sonn, ohn dich ist alle Freud unwerth, und was man auf der Welt begehrt. 4. O IEsu, deine Lieb ist sůß: wenn ich sie tief ins Herze schließ, erquicket sie mich ohne Zahl viel tau⸗ send, tausend, tausendmal. 5. Ach liebt und lobet doch mit mir den, der uns liebet fuͤr und fuͤr, mit Lieb belohnet Lieb allzeit, und hoͤrt nicht auf in Ewigkeit. 6. Mein JEsulein liegt mir im Sinn, ich geh und steh, und wo ich bin; wie froh und selig werd ich sein, wenn es wird sein und bleiben mein. 7. An dir mein Herz hat seine Lust, vollkommen ist die Lieb und just; mein Ruhm ist all auf dich ge⸗ stellt, o JEsu, Heiland aller Welt. Martin Rinckart. Mel. Lobe den Erren, den mächtigen König der Ehren. 0 hriste, mein 329. C Leben, mein Hoffen, mein Glauben, mein Wallen und das, was Christen kann schmecken und einzig gefallen; richte den Sinn, treuer Welthei⸗ land, dahin, Ruhm dir zu bringen vor allen. 2. Einzig Geliebter, du Wonne, dich will ich erhe⸗ ben; ich will mich gaͤnzlich dir schenken und voͤllig hin⸗ geben; nimmst du mich hin, ist es mein großer Gewinn, keinen wird kraͤn⸗ ken mein Leben. 3. Eines, das noͤthig, laß maͤchtig vor allen bestehen, Ruhe der Seelen; laß al⸗ les, was eitel, vergehen; einzige Lust ist mir nun ferner bewußt, Christus, mir ewig ersehen. 4. Herzog des Lebens, du wollest mich selber re⸗ gieren so, daß mein Leben ich selig und heilig ma fuͤhren. Gieb du den Geist, reiche, was goͤttlich nur heißt, anders die Seele zu zieren. ö 5. Frie⸗ 27² Von der Gnade und Liebe 5. Friedensfuͤrst, laß mich im Glauben dir treulich anhaͤngen; eile zu stillen oies Wuͤnschen, mein hoch⸗ stes Verlangen; von dir nichts mehr/ Heiland,/ ich jetzo begehr, nimm mich dir selber gefangen. 6. Centnerschwer sind mir die Buͤrden, wo du nicht willst tragen; alles, was irdisch ist, trachtet die Christen zu plagen. Laß es denn sein: lebt man nur Ehristo gemein, der wirds wohl koͤnnen verjagen. 7. Nun, nun, so will ich auch immer und ewig⸗ lich hassen Buͤrden, die Christum, das Kleinod, nicht in sich einfassen. Er soll mir sein Reichthum und alles allein: GOtt/ GOtt, wer wollte dich Joh. Wilh. Kellner v. Zinnendorf. Mel. Ach alles, schließet. 330 urch bloßes 0 Gedaͤcht⸗ niß dein, JIEsu, genießen/ kann Sinnen und Herzen wie Honig durchsuͤßen; willst aber du selber dich bei uns befinden, muß alles/ eschweige der Honig/ ver⸗ chwinden. 2. Man singet nichts Schoͤners in himmlischen Choͤren, man kann auch auf Erden nichts Lieblichers horen, so ist auch im Den⸗ ken nichts Suͤßers zu loben, als IEsus, die Gabe des Vaters von oben. 3. O IEsu, du Hoff⸗ was Himmel und Erden um- nung deß, der sich bekehret wie bist du so milde, wenn man dich begehret! Wie bist du so guͤtig im Su⸗ chen der Blinden, wie wirst du denn heißen, wenn man dich wird finden! 4. O IEsu, du Suͤße der inneren Guͤter, du Brunnquell des Lebens, du Licht der Gemuͤther, wo du bist, muß alle die Freude verbleichen; man kann es mit keinem Ver⸗ langen erreichen. 5. Die Zunge verstum⸗ met und kann es nicht sagen, so kann es auch niemand in Schriften vor⸗ tragen; Erfahrung die leh⸗ ret, vom Glauben getrie⸗ ben, was dieses bedeute, dich, IEsum, zu lieben. 6. Dich such ich im Bette des Nachts bis am Morgen, wenn ich mich im Zimmer des Herzens verborgen. So heimlich, als oͤffentlich unter dem Haufen sieht man mich vor Liebe dir, IEsu, nachlaufen. 7. Ich geh mit Maria in eifrigem Trabe, und suche dich, JEsu, des Mor⸗ gens im Grabe; da muß ich im Denken mich kraͤn⸗ ken und winden und win⸗ seln, dieweil dich kein Auge kann finden. 8. So will ich das Grab denn mit Thraͤnen begie⸗ ßen, so soll denn mein Aechzen die Höhle durch⸗ schießen. Drauf kommst du, da will ich 50 uͤßen hinknieen, die faß ich und bin nicht herunter zu ziehen. 9. Rab⸗ GOutes und Esu. 27³ 9. Rabbuni, du Koͤnig der himmlischen Wunder, so kommst du, so siegst du noch immer jetzunder. O Suͤße, die mehr als mit Worten kann laben, wie brennt mein Verlangen, dich immer zu haben. 10. So bleib denn, mein Liebster, vor meinem Ge⸗ sichte; erleuchte mich Ar⸗ men mit himmlischem Lichte. Treib ferne das Dunkel vom Geist und vom Willen, mich kleine — lieblich mit Lichte zu fuͤllen. 11. Und gehst du, so komm doch auch wieder zur Seelen, laß leuchten die Wahrheit ohn alles Verhehlen: so wird sich das Eitle der Welt von mir trennen, ich werde vor Liebe beginnen zu brennen. 12. Denn hast du mich/ IEsu, nicht erstlich gelie⸗ det? Wie lieblich, wie suͤß ists, wenn nian sich so uͤbet; viel tausend Ergotzung ist bei dir zu spuͤren, es kann es ja niemand mit Wor⸗ ten ausfuͤhren. 13. Ist denn nicht im Leiden dein Herze zerflos⸗ sen? Hast du nicht dein Blut wie die Stroͤme ver⸗ ossen, daß ich nun, erld⸗ et, mich GOtt kann ver⸗ trauen, und ewig verhoffe sein Antlitz zu schauen? 14. Kommt, Seelen, kommt alle, lernt IEsum erkennen, beginnet vor Liebe mit mir zu entbrennen; kommt/ laßt uns ihn suchen mit Eifer auf Erden, da⸗ mit wir im Suchen noch bruͤnstiger werden. 15. Weil er uns gelie⸗ O bet, so laßt uns ihn lie⸗ ben; sonst wird ja die Liebe durch Liebe getrieben. Kommt, laßt uns doch sei⸗ nem Geruche nachlaufen, und was er gewuͤnschet, das wuͤnschet mit Haufen. Christian Knorr v. Rosenroth. In MIN ins Christen 331. Herz sehnt sich nach hohen Dingen/ ein irdisch Herz nach dem, was irdisch heißt. Haͤlt GOtt die Seel, kann sie kein Weltgeist zwingen, weil GOttes Hraft sie staͤrkt und zu sich reißt. GOtt ist getreu: wenn man sich zu ihm wendet/ faͤngt er wohl an, er mit⸗ telt, er vollendet. 2. Ja, er koͤmmt selbst zuvor mit seiner Gnade, er suchet uns und will uns zu sich ziehn; es schaͤtzt der HErr so groß die arme Made: ob sie gleich sollt mit Jong vor ihm fliehn, liebt er sie doch, und will ganz ungern lassen das Sündenkind, er sucht es zu umfassen. 3. Ach oͤffne mir die Tiefe meiner Suͤnden, laß mich auch sehn die Tiefe deiner Gnad; laß keine Ruh mich suchen oder fin⸗ den, als nur bei dem, der solche fuͤr mich hat; der da gerufen: Ich will euch erquicken, wenn euch die Sund und ihre Last recht druͤcken. 12* 4. O ö 4 . 4 I 274 Pon der Gnade und Liebe 4. O theures Lamm, das dort Johannes sahe, wie es vom Anfang her er⸗ wuͤrget ist, nimm weg von mir die Suͤnd, und sei mir nahe, daß ich dich seh und schmecke, wer du bist. Laß mich durch dich, o Lamm, recht uͤberwinden mein Ainemn Kreuz, die Greuel meiner Suͤnden. 5. Gieb mir ein reines Herz, damit ich sehe, was kein natuͤrlich Aug gesehen hat; gieb deine Lieb ins Herz/ daß ich verstehe, was nie ein Mensch erfahren in der That; laß mich doch vom verborgnen Manna essen, und dein, o JEsu/ ewig nicht vergessen. 6. So soll dein Lob dann von mir stets erklingen, so lang ich noch in dieser Schwachheit bin; dort aber werd ich dir ein neu Lied singen; inzwischen nimm dies Lallen von mir hin, bis ich dort werde mit den Seraphinen in deinem Dempel Tag und Nacht dir dienen. Marie Magd. Böhmer. In eigener Melodie. erzlich lieb 332. Ha ich dich. 9. HErr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Huͤlf und Gna⸗ den: die ganze Welt nicht erfreut mich, nach Himml und Erden nicht frag ich, wenn ich dich nur kann haben; und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist du u 2 mein Zuversicht, mein Theil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erloͤt, HErr JEsu Christ, mein GOtt und HErr, mein sei GOtt und HErr/ in Schan; den laß mich nimmermehr. 2. Es ist ja, HErr, dein Gschenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Naͤchsten mein/ wollst mir dein Gna⸗ de geben. Behuͤt mich/ HErr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Luͤgen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. HErr IEsu Christ, mein HErr und GOtt, mein HErr und GOtt, troͤst mir mein Seel in Todesnoth. 3. Ach HErr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schooß tragen den Leib in seinm Schlaf⸗ kaͤmmerlein gar sanft, ohn einge Qual und Pein, ruhn bis am juͤngsten Tage; als⸗ dann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen se⸗ hen dich, in aller Freud, o GOttes Sohn, mein Hei⸗ land und mein Gnaden⸗ thron. JErr JEsu Christ/ erhöͤre mich/ erhbre mich/ ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling. In eigener Melodie. 333 Ji3 will dich 5 lieben, meine Staͤrke, ich will dich lieben/ meine Zier, ich will 34. GoOttes und JEsu. 27⁵ lieben mit dem Werke und immerwaͤhrender Begier; ich will dich lieben, schoͤn⸗ stes Licht, bis mir das Her⸗ ze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lie⸗ ben, GOtteslamm, als meinen Braͤutigam. 3. Ach daß ich dich so spaͤt erkennet, du hochbe⸗ lobte Schoͤnheit du, und dich nicht eher mein genen⸗ net, du hoͤchstes Gut und wabre Ruh; es ist mir leid, ich bin betruͤbt, daß ich so spaͤt geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir ge⸗ wendet, und liebte das ge⸗ schaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmels⸗ wonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du guͤldner Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf dei⸗ nen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen We⸗ gen nicht straucheln oder ille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. 7. Gieb meinen Augen suͤße Thraͤnen, gieb meinem Herzen keusche Brunst. Laß meine Seele sich ge⸗ woͤhnen/. uͤben in der Liebeskunst. Laß meinen Sinn, Geist und Verstand stets sein zu dir gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, dich will ich lieben, meinen GOtt; ich will dich lieben ohne Lohne, auch in der allergroͤßten Noth. Ich will dich lieben, schoͤnstes Licht, bis mir das Herze bricht. Zoh. Angelus. Mel. HErr, nicht schiche deine Rache. Esu, deine 334. V Liebesflam⸗ me macht, daß ich die Welt verdamme, wenn sie mir das eitle Spiel ihrer Liebe zeigen will; deine Treu ist meine Freude, deine Wol⸗ lust meine Weide, und dein Segen mein Gewinn, bis ich todt und selig bin. 2. Dich will ich zur Per⸗ len haben, deine Freund⸗ schaft soll mich laben, und ich will der Widerschein deiner Gegenliebe sein. Deine Wollust will ich wis⸗ sen, dich will ich im Geiste kuͤssen; dir will ich entgegen⸗ gehn/ und dem Fleische wi⸗ derstehn. 3. Ach was ist der Men⸗ schen Lieben? Wenig Lust und viel Betruͤben. Wiegt die Freundschaft kaum ein Loth, ach so ist da Centner⸗ noth; will man eine Rose brechen, muß man sich viel⸗ faͤltig stechen, und ein Troͤpf⸗ lein Herrlichkeit fen. ein Meer voll Herze—g 4 276 Von der Gnade und Liebe 4. Aber deine Lieb ist suͤße, und je mehr ich sie genieße, desto mehr vertie⸗ fet sich meine Seele ganz in dich; und wenn ich in deiner Liebe mich nur we⸗ nig Stunden uͤbe, ist die kurze Zeit fuͤrwahr besser als sonst tausend Jahr. 5. Run, mein Freund, soll ich im Leben dir das Herz noch weiter geben, oder ladt mich deine Wahl zu des Himmels Hochzeit⸗ mahl: ach so laß an allem Orte hoͤren die verliebten Worte: Ich bin dein, und du bist mein, ewig soll die Liebe sein! Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 335. JEsu, IEsu, meine Son⸗ ne, meiner Seelen Eigen⸗ thum, mein Vergnuͤgen, Lust und Wonne, meine Hoffnung, Ehr und Ruhm/ dir hab ich mich ganz er⸗ geben in dem Tod und auch im Leben; du allein, mein IEsu, du, du bist meiner Seelen Ruh. 2. Nichtes soll mich von dir trennen, nicht Verfol⸗ gung, Angst und Noth; ewig will ich dich erkennen meinen Heiland, meinen GOtt, meinen Fuͤrsten und Erretter, meines Leidens Untertreter; so, mein lieb⸗ ster IEsu, so, so bin ich bergnuͤgt und frob. Z. Ach wann komm ich in den Himmel zu dir in oen Freudensaal; hier in diesem Weltgetuͤmmel ist nur Trauren, Kreuz und Qual, Jammer, Truͤbsal, Leiden, Plagen, Schrecken, Furcht und stetes Zagen; ach, mein liebster JEsu, ach! reiß mich aus dem Ungemach. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. 336.JEuus, Je. sugs, nichts alsJEsus soll mein Wunsch sein und mein Ziel. Jez⸗ zund mach ich ein Ver⸗ buͤndniß, daß ich will, was IEsus will. Denn mein Herz/ mit ihm erfuͤllt, rufet nur: HErr, wie du willt. 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe fruͤh und spat; IEsus ist es, dem ich gebe, was er mir ge⸗ geben hat. Ich bin in dein Blut verhuͤllt: fuͤhre mich/ HErr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Gluͤcke, und ist doch zuwider dir: ach so nimm es bald zuruͤcke, JEsu, gieb, was nuͤtzet mir. Gieb dich mir, mein IEsu mild; nimm mich dir, HErr, wie du willt. 101 4. Und vollbringe dei⸗ nen Willen in, durch und an mir, mein GOtt. Dei⸗ nen Willen laß erfuͤllen mich im Leben, Freud und Noth; sterben als dein Ebenbild, HErr, wann, wie und wo du willt. 5. Sei auch, IEsu, stets geyriesen, der du dich und viel dazu hast geschen⸗ ket und erwiesen, daß ich froͤhlich schreie nu: Mir ge⸗ GOttes und Esu. 277⁷ geschehe, GOtt/ Schild, wie du HErr, wie du willt. Ludämilia, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt. Mel. Ach was soll ich Zünder machen. 9037½ ITeen mein Freudenle⸗ ben, IEsus ist mein Le⸗ benskron, IEsus ist mein Gnadenthron, ihme thu ich mich ergeben; mich er⸗ haͤlt sein theures Blut: IEsus ist mein hoͤchstes ut. 2. Ohne IEsum muß ich sterben, ohne seiner Gna⸗ den Schein hab ich lauter Hoͤllenpein, Leib und Seele muß verderben; drum sein Arm mir helfen thut: IE⸗ sus ist mein hoͤchstes Gut. 3. Hab ich dieses Gut im Herzen, ei so hab ich alles wohl, was ich ewig haben soll, das mir keinmal brin⸗ get Schmerzen, das mir machet Herz und Muth: IEsus ist mein hoͤchstes Gut. 4. Also will ich mich verlassen auf den HErren IEsum Christ wider alle Teufelslist; wenn mich Welt und Menschen has⸗ sen, wenn mich schreckt der Hoͤ en Glut: IEsus ist mein hoͤchstes Gut. 5. Niemand kann mir Rettung senden, ohne Christ, der Gideon, GOt⸗ tes eingeborner Sohn, welcher sich wird zu mir wenden mit der Engel Schaar und Hut: IEsus ist mein hoͤchstes Gut. mein willt/ 6. Nun/ laß deine Macht mich merken, hilf dem Soh⸗ ne deiner Magd; wenn mich Furcht und Schrecken nagt/ wollst du deinen Knecht, mich, staͤrken; gieb mir deines Geistes Muüth: JE⸗ sus ist mein hoͤchstes Gut. 7. Ein Geluͤbd will ich dir geben/ dein gerreuer Knecht zu sein, dir am Wort zu dienen vein, gieb mir nur gesundes Leben, gieb mir deines Geistes Muth: JE⸗ sus ist mein hoͤchstes Gut. 8. So will ich mit Freu⸗ den bleiben in dem Hause deiner Ehr, gerne huͤten deiner Thuͤr, und es las⸗ sen mir verschreiben; dir soll dienen Geist und Blut: IE⸗ sus ist mein hoͤchstes Gut. Achasverus Fritsch. Mel. Wsu, meine Hreude. IEsu, Sonn 338. Vim Herzen/ IEsu, Freud in Schmer⸗ zen, IEsu, Seelenlust! ach wo dist du blieben in mei⸗ nem Betruͤben, JEsu, un⸗ bewußt? Ach komm bald, mein Herz ist kalt; waͤrme mich mit deiner Liebe, JE⸗ su, meine Liebe. 2. Wenn ich dich nicht finde, quaͤlet mich die Suͤnde, JEsu, Seelen⸗ trost? Mein Herz will verzagen von dem schwe⸗ ren Ragen; du hast mich evloͤst; drum so komm, o IEsu fromm, troͤste mich mit deiner Liebe, JIEsu, meine Liebe. 3. Wo ich sitz und gehe, wo 339. 278 Von der Gnade und Liebe wo ich lieg und stehe, sehn ich mich nach dir; deine Gnad und Treue, IEsu, mir verneue immer fuͤr und fuͤr; JEsu, Freud in Lieb und Leid, labe mich mit deiner Liebe, IEsu, meine Liebe. 4. Nicht der blaue Him⸗ mel, nicht das Weltgetuͤm⸗ mel, nicht was zeitlich ist/ meine Seel vergnuͤget; al⸗ les mich betruͤget, was nur irdisch ist. GOtt allein, mein Freudenschein, waͤrme mich mit deiner Liebe, IEsu, meine Liebe. 5. Treuer Hirt der See⸗ len, laß mich hier nicht guaͤlen in der Wuͤstenei; ich bin matt und muͤde, bringe mich zum Friede, mach mich los und frei; mir ist bang, ach bleib nicht lang, weide mich mit deiner Liebe, JIEsu, meine Liebe. 6. Dort in jenem Le⸗ ben, so du mir wirst ge⸗ ben, JEsu, meine Zier, will ich dich mit Freuden, frei von allem Leiden, loben mit Begier; IEsu, Herz, mein Liebesschmerz, segne mich mit deiner Liebe, IJIeEsu, meine Liebe. Mlel. O du Liebe mei⸗ ner Liebe. Esu, wenn ; NMich dich nur habe, ob mir sonst gleich alls gebricht, du bleibst meine beste Gabe, meiner Augen Sonn und Licht; wuͤrd auch Himmel und die Erden mir gegeben ohne dich, wuͤrd ich doch nicht reicher werden, son⸗ dern nur beschweren mich. 2. Aber, wer dich kann genießen, dessen Herze lebt in Freud; du kannst allen Schmerz versuͤßen, du kannst wenden alles Leid; sollt auch Leib und Seel verschmachten, bleibst du doch mein Trost und l⸗Theil, daß ich freudig kann verachten, was die Welt acht fuͤr ihr Heil. 3. JEsu, du bleibst mei⸗ ne Liebe, dich hab ich mir auserwaͤhlt; scheint der Himmel gieich mir truͤbe, und dein Angesicht ver⸗ stellt, bist du doch mein Gnadensonne, die mich wieder blicket an, und meins Herzens Freud und Wonne, die mich nicht betruͤben kann. 4. Nun hab ich es wohl getroffen, leb befreiet aller Pein: der Genuß, anstatt des Hoffen, ist mir nun ge⸗ raͤumet ein; IEsus Liebe mich umfanget, und wo⸗ nach ich mich gesehnt, hab ich voͤllig jetzt erlanget, bleib bei JEsu ungetrennt. Klel. valet will ich dir geben. meines 340. J Herzens Grunde dein Nam, HErr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich froͤhlich sein. Er⸗ schein mir in dem Bilde zum Trost in meiner Noth/ wie du, HErr Christ, so milde dich hast geblut zu Tod. 2. In GOttes und JEsu. 279 2. In meines Herzens 7. Grunde dein Nam, HErr Ehrist, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich froͤhlich sein. Wenn alles um mich truͤbe, ganz schwarz und finster ist, laß schimmern deine Liebe in mir, o IEsu Christ. 3. In meines Herzens g Erunde dein Nam, HErr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich froͤhlich sein. Den will ich auch behalten in meines Herzens Schrein, bis ich einst werd erkalten und in dir schlafen ein. 4. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Ehrist, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich froͤhlich sein. In meiner Seele leuchte dein Glut, mich durch und durch be⸗ feuchte dein theures Ro⸗ IEsus⸗Nam und senblut. 5. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Ehrist, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich froͤhlich sein. So magst du, Welt, gleich toben und trotzen, wie du willt: ich weiß/ daß einer oben, deß Nam ist Sonn und Schild. 6. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Ehrist, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich froͤhlich sein. Die Sonne laß mir scheinen, mit dem Schild decken zu, so bleib ich auch im Wei⸗ nen und Stuͤrmen in der Ruh. 7. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich froͤhlich sein. Aus deinem Namen strahlen Heil, Leben, Kraft und Glanz, die meine Seel be⸗ malen mit IEsu Farben anz. 8. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Christ, allein funkelt gil Zeit und Stunde, drauf kann ich froͤhlich sein. Wenn in mir will entstehen Angst/ Schrecken, Furcht und Scheu, laß eiligst mir auf⸗ gehen dein JIEsus⸗Nam als neu. 9. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Ehrist, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich froͤhlich sein. Trotz Teufel, Suͤnd, Tod, Hoͤlle, daß ihr mich tastet an! hier ist an meiner Stelle, der es euch wehren kann. 10. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich froͤhlich sein. Ach Vater/ meiner schone, mein Herz zu Fuße faͤllt, sich bloß zu deinem Sohne und seinem Namen haͤlt. 11. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich froͤhlich sein. Run, JEsu, es soll glaͤnzen dein Nam an meiner Brust, bis du dies wirst ergaͤnzen/ und ich erwach mit Lust. 12. In 28⁰ Don der Gnade und Liebe 12. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich froͤhlich sein. Er⸗ schein mir in dem Bilde zum Trost in meiner Noth, wie du, HErr Christ, so milde dich hast geblut zu Tod. Johann Caspar Schade. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. 341 iebe, die du mich zum Bilde deiner GOttheit hast o w Liebe, die du mich o milde nach dem Fall hast wiederhracht: Liebe, dir ergeb ich mich/ dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh als ich geschaf⸗ fen war, Liebe, die du Mensch gehoren, und mir leich warst ganz und gar⸗ iebe, dir ꝛe. 3. Liebe, die fuͤr mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ꝛc. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich bloß ergeben mir zum Heil und Seelen⸗ hort: Liebe, dir ꝛe. 5. Liebe, die mich hat ehunden an ihr Joch mit eib und Sinn, Liebe, die mich uͤberwunden, und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, dir ꝛc. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele litt, Liebe, die das Ldsgeld giebet, und mich kraͤftiglich vertritt: Liebe, dir ꝛce. 7. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub der Herr⸗ lichkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Angelus. In eigener Melodie. — eine Seele, 342. M willst du ruhn, und dir immer guͤt⸗ lich thun; wuͤnschest du dir von Beschwerden und Begierden frei zu werden: liebe JIEsum und sonst nichts meine Seele, so geschichts. 2. Niemand hat sich je betruͤbt, daß er JEsum hat geliebt; niemand hat je Weh empfunden, daß er IEsum sich verbundenß IEsum lieben und allein ist so viel als selig sein. 3. Wer ihn liebt, liebts hoͤchste Gut, das allein vergnuͤgen thut. Seine Liebe pflegt zu geben ewge Freud und ewges Leben. Seine Liebe macht die Zeit gleich der suͤßen Ewigkeit. 4. Drum, so du von aller Pein, meine Seel, wuͤnschst frei zu sein, so du suchst dich zu ergoͤtzen, und in ewge Ruh zu setzen: liebe JEsum und sonst nichts; meine Seele, so geschichts. 5. Liebe Seele, ach daß du diese wahre Seelenruh doch nicht eher hast erken⸗ net, und dein höchstes Gut ge⸗ GOttes und JEsu. 281 Rün, et Laß dirs leid ein/ sei betruͤbt, daß du GOtt so spaͤt geliebt. 6. Schaͤtze weltlich Freud und Lust kaum fuͤr Koth und Suͤndenwust, weil doch nichts von solchen Dingen dir kann wahre Ruhe bringen. IEsum lieben und allein wird die wahre Ruhe sein. 7. Nun, mein JEsu, schenke mir, daß ich einzig fuͤr und fuͤr liebe dich von ganzem Herzen; alles an⸗ dre zu verscherzen, und zu lieben dich allein soll mein Wunsch und Wille sein. 8. Geuß selbst deinen Geist der Lieb, seine Brunst und suͤßen Trieb mildiglich in mein Gemuͤthe; laß mich schmecken deine Guͤte/ dich zu lieben unverruͤckt und aus mir in dich ver⸗ zuͤckt. 9. Wie mag einer See⸗ len sein, deren Liebe zu dir rein, die nichts wuͤnschet/ nichts verlanget, als nur dich, dem sie anhanget! Mehr als alles bist du ihr was sie sucht/findt sie in dir. 10. Ruhe, Fried un Sicherheit, Leben/ Lust Trost, Heil und Freud giebet, JEsu, deine Liebe; o. daß sich mein Geist er⸗ huͤbe, rein und fest zu lie⸗ ben dich, hilf, mein Hel⸗ fer seufze ich. 11. GOtt, die Lieb, in wem er bleibt, lieb zu hal⸗ ten stets antreibt; daß er in uns, kann man merken an der Lieb und ihren Werken. GOtt und IE⸗ sum lieben heißt in uns unsers GOttes Geist. 12. Ach du reine Liebes⸗ glut, brenn in meinem Sinn und Muth; nach der Nebe laß mich ringen/ schrei mir zu in allen Dingen: IEsum liebe und allein, sonst kannst du nicht selig sein. V. 1—4. Joh. Angelus. V. 5— 12. J. C. Schade. Mel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. ein GOtt/ 343. M du weißt am allerbesten das, was mir gut und nuͤtzlich sei. Hinweg mit allen Men⸗ schenvesten, weg mit dem eigenen Gebaͤu. Gieb HErr/ daß ich auf dich nur bau, und dir alleine ganz vertrau. 2. Reiß alles aus aus meiner Seelen, was dich nicht sucht und deine Ehr; ja wollte es sich auch ver⸗ hehlen, so pruͤfe selbst je mehr und mehr mein innere Beschaffenheit, und gieb mir Herzens⸗Redlichkeit. 3. Daß ich koͤnn in der Wahrheit sprechen: Du bist dmein Abba, Licht und Heil; du heilest alle mein Gebre⸗ chen, und schenkest mir an Ehristo Theil; du bist mein allerbester Freund, ders all⸗ zeit herzlich mit mir meint. 4. Denn kann ich dich nur Vater nennen, o Abgrund der Barmherzigkeit so muß mir alles nüen koͤnnen, was man sonst heißet Kreuz und Leid; denn auch das Bittre suͤße ist, wenn du, o GoOtt, im Herzen bist. 5. Drum 28² Von der Gnade und Liebe 5. Drum gieb, daß ich recht kindlich glaͤube, und nur fein frisch und unver⸗ zagt, jedoch in Demuth, mir zuschreibe, was dein so heilig Wort mir sagt. Dein Geist erklaͤre meinem Geist, was deine Vater⸗ treue heißt. Du uͤnerschaffnes hoͤchstes Wesen hast vol der Welt an mich gedacht, und/ da ich gar noch nicht ge⸗ wesen, den liebesvollen Schluß gemacht, daß ich in Christo dein soll sein, und frei von aller Hoͤllenpein. Dein Kind, mein JEsus, hat vollendet, was du beschlossen vor der Zeit, hat Schuld und Strafen abgewendet, und mir ge⸗ schenkt die Seligkeit. Dein Geist, der mir dies macht bekannt, ist alles dessen Unteryfand. 8. Ich weiß nicht, was ich sonst soll sagen von der Treu, die ich stets verspuͤrt, da du mich hast in meinen Tagen bis hieher wunder⸗ bar gefuͤhrt. Ja dort bei dir in Ewigkeit ist mir das Beste noch bereit. 9. Nun, HErr, ich falle dir zu Fußen, und bitt, o allerhoͤchstes Gut, laß mich wie Wachs doch ganz zer⸗ fließen in dieser deiner Lie⸗ besglut. Ach gieb, daß eine Gegentreu doch stets in meiner Seelen sei. 10. Und weil ich auf so viele Weise, mein Vater, bin dein Eigenthum, so gieb, daß ich auch dir zum Preise und deines großen Namens Ruhm stets diene in Gerechtigkeit und dir beliebter Heiligkeit. 11. Du mußt das Gute selbst vollbringen in Wor⸗ ten, Werken und Verstand; drum reiche mir in allen Dingen aus Gnaden deine Vaterhand; denn hier gilt nicht, wer rennen kann/ bloß kommts auf dein Er⸗ barmen an. 12. Legst du was auf, so hilfs guch tragen; gieb mir Geduld in Leidenszeit, und sei in gut⸗ und boͤsen Tagen mein Trost, mein Rath und meine Freud. Gieb De⸗ muth, Einfalt, Lieb und Zucht; was falsch und hoch ist, sei verflucht. 13. Run Amen! es sei fest geschlossen; nur daß des heilgen Geistes Kraft bleib uͤber mir stets ausgegos⸗ sen, als welche alles Gute schafft; so bleibts in Ewig⸗ keit dabei, daß du mein und ich deine sei. Israel Clauder. In eigener Melodie. un freut 344. N euch/ lie⸗ hen Christen gmein, und laßt uns froͤhlich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe sin⸗ gen, was GOtt an uns ewendet hat und seine uße Wunderthat, gar theur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich ge⸗ fangen lag, im Tod war ich verloren, mein Suͤnd mich quaͤlte Nacht und Tag, darin ich war gebo⸗ ren. Ich siel auch immer tie⸗ GOttes und JEsu. 283 tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Suͤnd hat mich besessen. 3. Mein guten Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der Freiwill hasset“ GOtts Gericht, er war zum Gutn erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Hoͤllen mußt ich sinken. 4. Da jammert GOtt in Ewigkeit mein Elend uͤbermaaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Va⸗ terherz, es war bei ihm fuͤrwahr kein Scherz, es ließ sein Bestes kosten. 5. Er syrach zu seinem lie⸗ ben Sohn: Die Zeit ist hie zu'rbarmen; fahr hin, meins Herzens werthe Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Suͤndennoth, er⸗ wuͤrg fuͤr ihn den bittern Tod, und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater ghorsam ward: er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein und her er soͤllt mein Bru⸗ er werden. Gar heim⸗ lich fuͤhrt' er sein Gewalt, er ging in meiner armen Gstalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz fuür dich/ da will ich fuͤr dich ringenz denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Lehen mein, mein Unschuld traͤgt die Suͤnde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Truͤbniß troͤ⸗ sten soll, und lehren mich erkennen wohl, und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun) und lehren, damit das Reich GOtts werd gemehrt zu Lob und sei⸗ nen Ehren; und huͤt dich vor der Menschen Gsatz, davon verdirbt der edle Schatz, daß laß ich dir zu letze. Dr. Martin Luther. Mel. Ich ruf zu dir, HErr JEsu Christ. IEsu Christ/ 345.O mein schoͤn⸗ stes Licht, der du in deiner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann, noch zaͤhlen, gieb, daß mein Herz dich wie⸗ derum mit Lieben und Ver⸗ langen mög unifangen, und als dein Eigenthum nur einzig an dir hangen. 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner Seel als e⸗ ie⸗ 284 Von der Gnade und Liebe Liebe wohne; gieb, daß ich deine Lieb erwahl als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen, und nicht goͤnnen, daß all mein Muth und Sinn in dei⸗ ner Liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig/ suͤß und schoͤn ist, JEsu, deine Liebe; wo diese steht, kann nichts entstehn, das meinen Geist betruͤbe. Drum laß nichts anders denken mich, nichts sehen, fuͤhlen, hoͤren, lieben, eh⸗ ren, als deine Lieb und dich/ der du sie kannst vermehren. 4. O daß ich dieses hohe Gut moͤcht ewiglich be⸗ sitzen! O daß in mir dies edle Glut ohn Ende moch⸗ te hitzen! Ach hilf mir wa⸗ chen Tag und Nacht, und diesen Schatz bewahren vor den Schaaren, die wi⸗ der uns mit Macht aus Satans Reiche fahren! 5. Mein Heiland, du bist mir zu Lieb in Noth und Tod gegangen, und hast am Kreuz als wie ein Dieb und Moͤrder da ge⸗ hangen, verhoͤhnt, verspeit und sehr verwundt, ach laß mich deine Wunden alle Stunden mit Lieb im Herzensgrund auch ritzen und verwunden. 6. Dein Blut, das dir vergossen ward, ist koͤstlich, gut und reine; mein Her hingegen boͤser Art un hart gleich einem Steine. Ach laß doch deines Blu⸗ tes Kraft mein hartes Herze zwingen, wohl durchdrin⸗ gen, und diesen Lebenssaft mir deine Liebe bringen. 7. O daß mein Herze offen stuͤnd, und fleißig moͤcht auffangen die Tro⸗ pfen Bluts, die meine Suͤnd im Garten dir ab⸗ drangen! Ach daß sich mei⸗ ner Augen Brunn aufthaͤt, und mit viel Stoͤhnen heiße Thraͤnen vergoͤsse, wie die thun, die sich in Liebe sehnen! 8. O daß ich wie ein kleines Kind mit Weinen dir nachginge, so lange bis dein Herz, entzuͤndt, mit Armen mich umfinge, und deine Seel in mein Ge⸗ muͤth in voller suͤßer Liebe sich erhuͤbe, und also dei⸗ ner Guͤt ich stets vereinigt bliebe! 10— 9. Ach zeuch, mein Lieb⸗ ster, mich nach dir, so lauf ich mit den Fuͤßen; ich lauf und will dich mit Begier in meinem Herzen kuͤssen; ich will aus deines Mun⸗ des Zier den suͤßen Trost empfinden, der die Suͤn⸗ den und alles Ungluͤck hier kann leichtlich Eberwinden. 10. Mein Trost, mein Schatz, mein Licht, mein Heil, mein hoͤchstes Gut und Leben, ach nimm mich auf zu deinem Theil, wie ich mich dir ergeben. Denn gußer dir ist lauter Pein; ich find hier uͤberalle nichts als Galle, nichts kann mir tröͤstlich sein, nichts ist, das mir gefalle. + 11. Du aber bist die beste Ruh/ in dir ist u un GOttes und JEsu. 285⁵ und Freude; gieb, JIEsu, gieb, daß immerzu mein Herz in dir sich weide; sei meine Flamm und brenn in mir; mein Balsam⸗/ wollest eilen, lindern, hei⸗ len den Schmerzen, der allhier mich seufzen macht und heulen. 12. Was ist, ach Schoͤn⸗ ster, das ich nicht an deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, mein Quell, da ich mich labe, mein suͤßer Wein, mein Himmelbrod, mein Kleid vor GOttes Throne/ meine Krone, mein Schutz in aller Noth, mein Haus, darin ich wohne. 13. Ach liebste Lieb, wenn du entweichst, was hilft mir sein geboren? Wenn du mir deine Lieb entzeuchst ist all mein Gut verloren. So gieb, daß ich dich, meinen Gast, woh such und bestermaßen moͤge fassen, und, wenn ich dich nasen in Ewigkeit nicht assen. 14. Du hast mich je und je geliebt, und auch nach dir gezogen; eh ich noch etwas Guts geuͤbt, warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner/ edler Hort, mich deine Liebe leiten und begleiten, daß sie mir im⸗ merfort beisteh auf allen Seiten! 15. Laß meinen Stand, darin ich steh, HErr, deine Liebe zieren, und, wo i etwa irre geh, alsbald zu⸗ rechte fuͤhren; laß sie mir allzeit guten Rath und gute Werke lehren, steuern, weh⸗ ren der Suͤnd, und nach der That bald wieder mich bekehren. 16. Laß sie sein meine Freud im Leid, in Schwach⸗ heit mein Vermoͤgen/ und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestreu, HErr IEsu, bei mir stehen, Luft zuwe⸗ hen, daß ich getrost und frei moͤg in dein Reich ein⸗ gehen. Paul Gerhard. Mel. wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. 346.* Der beste reund ist in dem Himmel, auf Erden sind die Freunde rar,/ denn bei dem falschen Welt⸗ getummel ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: [Mein IEsus ist der beste Freund. 2. Die Menschen sind wie eine Wiege, mein IE⸗ sus stehet felsenfest, daß, wenn ich gleich darnieder liege, mich seine Freund⸗ schaft doch nicht lßt; er ists, der mit mir lacht und weint: Mein JEfus ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nutzen kann, und scheinet dann das Gluͤcke truͤbe, so steht die Freund⸗ schaft hinten an; doch hier chsist es nicht so gemeint: Mein IEsus ist der beste Freund. 4. Er laͤßt sich selber fuͤr 286 von der Gnade und Liebe fuͤr mich todten, vergeußt fuͤr mich sein eigen Blut/ er steht mir bei in allen Noͤthen, er spricht fuͤr meine Schulden gut, er hat mir niemals was ver⸗ neint: Mein JEsus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze giebet; mein Freund, der mein, und i bin sein; mein Freund, der mich bestandig liebet; mein bunein. bis in das Grab inein. Ach hab ichs nun nicht recht gemeint: Mein IEsus ist der beste Freund. 65. Behalte, Welt, dir deine Freunde, sie sind doch gar zu wandelbar; und haͤtt ich hundert tausend Feinde, so kruͤmmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund, und nimmer Feind: si Mein JeEsus ist der beste Freund. Benjamin Schmolk. Mel. O wie selig sind die Seelen. 2 underan⸗ 347. W'i fang! herrlichs Ende! wo die wunderweisen Haͤnde GOt⸗ tes fuͤhren ein und aus. Wunderweislich ist sein Rathen, wunderherrlich seine Thaten; und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch: es muß so gehen, was GOtt weis⸗ lich heißt geschehen, ihm und dir 12 Herrlichkeit; ob der Anfang seltsam schei⸗ net, ist das End doch gut gemeinet: Friede folget nach dem Streit. 3. GOttes Weg ist in den Fluͤssen und in großen Wasserguͤssen und du spuͤrst nicht seinen Fuß: so auch in dem Meer der Sorgen haͤlt GOtt seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. In den ungegruͤndten Gruͤnden, wo nuͤr tiefer Schlamm zu finden, im ch Angst⸗, Kreuz⸗ und Todes⸗ meer sieht man oft die Christen schwimmen und sich im Verducken kruͤm⸗ men, als obs schon ver⸗ loren waͤr. 5. Kein Besinnen kann ersinnen, wo man koͤnne Huͤlf gewinnen; die Ver⸗ nunft ist hier zu blind: ihre halb gebrochnen Augen nicht in das Verborgne i dem sie allzublode ind. 6. Weil der HErr im Dunkeln wohnet und sein Reich im Trauen thronet, da man glaubt, ob man nicht fieht: bleibt die Sorge wohl bei Sorgen; wer nicht trauen will auf mor⸗ gen, dem auch keine Huͤlfe bluͤht. 7. GOtt muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefan⸗ en, lassen so ein End er⸗ angen, daß es wunder⸗ herrlich sei. 8. Rollet er mit dir im Schrecken durch die Dor⸗ nen, durch die Hecken, uͤber Stock und uͤber Stein, Berg und Thal und Fel⸗ senkluͤften, Feuer/* un GOttes und ZEsu. 28⁷ und in Luͤften und was mehr kann schrecklich sein: 9. So laß dir doch nim⸗ mer grauen, lerne deinem GOtt vertrauen, sei getro und gutes Muths. Er/ fuͤrwahr! er wird es fuͤh⸗ ren, daß dus wirst am Ende spüͤren, wie er dir thut lauter Guts. 10. Du wirst an den Fingern zaͤhlen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versuͤßen, daß du wirst bekennen muͤssen: Wunderanfang! herrlichs End! Heinr. Arnold Stockfleth. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 348 OJescc JE⸗ 8 170— su, GOttes Sohn, mein Bruder und mein Gnadenthron, mein Schatz, mein Freud und Wonne, du weißest, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen, nichts auf Er⸗ den kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz dies kraͤnket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich/ wie ich dich lieben wollte; ich werd von Tag zu Tag entzuͤndt, je mehr ich lieb/ je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Guͤte ins Ge⸗ muͤthe lieblich fließen; so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich so viel ich kann und will, dich allzeit lieben koͤnne. Nichts auf der ganzen wei⸗ sthten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld/ wenn ich es recht desinne, kann mich, ohn dich gnug⸗ sam laben, ich muß haben reine Liebe; die troͤst, wenn ich mich betruͤbe. 4. Denn wer dich liebt/ den liebest du, schaffst sei⸗ nem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewis⸗ sen. Es geh ihm, wie es woll auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz ver⸗ zehrt, ol er doch dein ge⸗ nießen. In Gluͤck ewig nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trau⸗ ern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehoͤrt, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es laͤßt sich nicht beschreiben, was denen dort fuͤr Herr⸗ lichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gruͤndlich laͤßt sich nicht erreichen noch vergleichen den Welt⸗ schaͤtzen dies, was uns dort wird ergoͤtzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o JIEsu, meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe; daß ich in dem, was dir gefaͤllt, und mir dein klares Wort ver⸗ meldt, aus Liebe mich stets uͤbe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freu⸗ den zu dir kommen, aller Truͤbsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Suͤ⸗ 288 Von der Gnade und Liebe Suͤßigkeit, die jetzt be⸗ ruͤhmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken, und sehn dein liebreich An⸗ gesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und Throne m vor deinm hrone mit der schoͤnen Him̃elskrone. Zoh. Heermann. Mel. Was mein Gott will, das gscheh allzeit. Vater⸗Herz⸗ 349. 0. Liebes⸗ brunst, o Brunnauell aller Gnaden, o himmel⸗ breite GOttesganst, komm, heile meinen Schaden; komm, komm, nimm Herz und Sinnen ein, durch⸗ schwemme meine Seele; wasch ab, mach heilig/ licht und rein die dunkle Her⸗ zenshoͤhle. 2. Erlang mir wieder GOttes Huld, still seines Grimmes Wellen; losch aus den Brand, der ewig wollt mich brennen in der Hoͤllen; treib aus das Boͤse/ das in mir den Geist macht kalt und truͤbe; dein ew⸗ ges Licht sei meine Zier, o hoͤchste GOttesliebe. 3. Zwing Herz, Gewis⸗ sen, Sinn und Muth, zu folgen deinen Lehren, und laß mich stets in stiller Hut deins Worts Ver⸗ mahnung hoͤren; daͤmpf aus in mir das fremde sanmn das aus der Hoͤllen ammet; die ewge Glut komm mir zu Steur, die bloß aus Lieb entflammet. 4. Damit entzuͤnde mich/ o GOtt, in Liebe laß mi brennen: von dir laß mich bis in den Tod nicht Hoͤh, nicht Tiefe trennen. Ach steh mir, dich zu lieben, bei mit deines Geistes Staͤrke; gieb mir/ daß ich ohn Heuchelei auf deine Lieb nur merke. 5. Laß dich zu lieben mich aufstehn, nach deinem Lie⸗ bes⸗Willen; in Liebe laß mich schlafen gehn, ach thu mein Seuffen stillen. Hilf mir dich lieben, was ich kann, mit innigsten Be⸗ gierden, und wandeln bloß die Liebesbahn zur ewgen Liebeszierden. 6. Nach deiner Lieb laß all mein Tag des Her⸗ zens Pfeile schießen, nach ihr muͤß meiner Thraͤ⸗ nen Bach mit Stroͤmen sich, ergießen; dein Liebe bleib mein Siegspanier, zu welchem ich geschwo⸗ ren, sie sei mein Burg, mein Schild, mein Zier, ohn sie bin ich verloren. 7. Run, Gott der Lieb, dir bloß allein will ich mich ganz ergeben; dir soll mein Herz zu eigen sein im Sterben und im Leben. Nichts soll aus meinem Mund hinfuͤr als deine Liebe schallen; es soll kein Wort, das nicht zu ihr gericht sei, mir entfallen. S. Der GOtteslieh richt ich zu Ehrn mein Reden und mein Schweigen, und diese Flamm in mir zu mehrn, wollst du mir Gnad erzeigen; daß ich am nehm — EOttes und QEsu. 289 nehm in dieser Brunst, dich mehr und mehr zu lieben. Ach lehr mich voͤllig diese Kunst und meisterlich zu uͤven. 9. Entzuͤnd in mir die keusche Glut der JEsus⸗ Liebesflammen, daß nicht der Hoͤllen strenge Flut schlag über mir zusam⸗ men. Laß deine suͤße Lie⸗ bespein ohn Aufhoͤrn in mir walten, und meines Herzens Flaͤmmelein zu keiner Zeit erkalten. In eigener Melodie. 3 50 choͤnster CLieb⸗ ster! Immanuel, Herzog der Frommen, du meiner Seelen Trost, komm, komm nur bald; du hast mir/ höch⸗ ster Schatz, mein Herz ge⸗ nommen, so ganz vor Liebe brennt und nach dir wallt. Nichts kann auf Erden mir Liebers werden, als wenn ich meinen JEsum stets behalt. 2. Dein Nam ist zucker⸗ suͤß, Honig im Munde, holdselig lieblich, frisch wie kuͤhler Thau, der Feld und Blumen netzt zur Morgenstunde; mein IC⸗ sus ist es nur, dem ich vertrau. Dann weicht vom Herzen, was mir macht Schmerzen, wenn ich im Glauben dich an⸗ bet und schau. 3. Ob mich das Kreuze gleich hier zeitlich plaget, wie es bei Christen oft pflegt zu geschehn: wenn meine Seele nur nach JE⸗ su fraget, so kann das Her⸗ ze doch auf Rosen gehn. Kein Ungewitter ist mir zu bitter, mit JEsu kann ichs froͤhlich uͤberstehn. 4. Wenn Satans List und Macht mich will ver⸗ schlingen, wenn das Ge⸗ wissensbuch die Suͤnden sagt, wenn auch mit ihrem Heer mich will umringen die Hoͤlle, wenn der Tod am Herzen nagt: steh ich doch feste; IEsus der Be⸗ sie ist, der sie alle durch sein Blut verjagt. 5. Ob mich auch will die Welt verfolgen, hassen, und bin dazu veracht bei jedermann, von meinen Freunden auch gaͤnzlich verlassen, nimmt JEsus meiner doch sich herzlich an, und staͤrkt mich Muͤ⸗ den, spricht: Sei zufrieden, ich bin dein bester Freund, der helfen kann. 6. Drum fahret immer hin, ihr Eitelkeiten; o JEsu, du bist mein und ich bin dein: ich will mich von der Welt zu dir be⸗ reiten, du sollst in meinem Herz und Munde sein. Mein ganzes Leben sei dir ergeben, bis man mich einsten legt ins Grab hinein. In eigener Melodie. ftbe 3 51 eelen⸗Braͤu⸗ tigam, IE⸗ su, GOttes Lamm, habe Dank fuͤr deine Liebe, die mich zieht aus reinem Trie⸗ von der Suͤnden Schlamm, IEsu, GOt⸗ tes⸗Lamm! ‚ 13 2. Dei⸗ 290 von der Gnade und Liebe 2. Deinée Liebesglut stirbt, emsig sich bewirbt staͤrket Muth und Blut; um den lebendigen Glau⸗ wenn du freundlich mich ben, der wird? bald em⸗ anblickest, und an deinespfindlich schauen, daß nie⸗ Brust mich druͤckest, macht mand verdirbt, der der mich wohlgemuth deine Welt abstirbt. Liebesglut. 10. Nun ergreif ich dich/ 3. Wahrer Mensch und du mein ganzes Ich; ich GOtt, Trost in Roth und will nimmermehr dich las⸗ Tod/ du bist darum Menschsen, sondern Kln dich geboren, zu ersetzen, was umfassen, wei im Glau⸗ verloren durch dein Blut ben ich nun ergreife dich. so roth, wahrer Mensch. 11. Wenn ich weinen und GOtt! muß, wird dein Thraͤnen⸗ 4. Meines Glaubens fiuß nun die meinen auch Licht laß verloͤschen nicht begleiten, und zu deinen salbe mich mit Freudendle, Wunden leiten, daß mein daß hinfort in meiner Thraͤnenfluß sich bald siil⸗ Seele ja verloͤsche nicht len muß. meines Glaubens Licht. 12. Wenn ich mich gufs 5. So werd ich in dir neu wiederum erfreu/ bleiben fuͤr und fuͤr; deine freuest du dich auch zu⸗ Liebe will ich ehren, und gleiche, bis ich dort in dei⸗ in dir dein Lob vermehren, nem Reiche ewiglich erfreu weil ich fuͤr und fuͤr blei⸗mich mit dir aufs neu. ben werd in dir. 13. Hier durch Spott Held aus Davids und Hohn, dort die Eh⸗ Stamm, deine Liebes ö„renkron; hier im Hoffen flamm mich ernaͤhre, und und im Glauben, dort im verwehre, daß die Welt Haben und im Schauen; mich nicht versehre, ob sie denn die Ehrenkron folgt mir gleich gram, Held aus auf Spott und Hohn. Davids Stamm! 14. IEsu, hilf, daß ich 7. Großer Friedefuͤrst, allhier ritterlich alles durch wie hast du gedursit nach dich uͤberwinde, und in der Menschen Heil und deinem Sieg empfinde/ wie Leben, und dich in den so ritterlich du gekaͤmpft Tod gegeben, wie du riefst: fuͤr mich. Mich duͤrstt! großer Frie⸗ 15. Du mein Preis und defuͤrst! Ruhm, werthe Sarons⸗ 8. Deinen Frieden gieb Blum, in mir soll nun aus so großer Lieb uns den nichts erschallen, als was Deinen, die dich kennen, dir nur kann gefallen, wer⸗ und nach dir sich Christen the Sarons⸗Blum, du nennen; denen du bist lieb, mein Preis und Ruhm! deinen Frieden gieb. 9. Wer der Welt ab⸗ Adam Drese. Mel EOttes und su. 291 Mel. Preis, Lob, Ehr, Ruhm, Dank, Kraft und Macht. 352 ei hochge⸗ — lobt, barm⸗ 1— GOtt, der du dich unser angenommen, und uns in unsrer Seelennoth mit Huͤlfe bist zu statten kommen: du schenkest uns von deinem Himmelsthron dein liebes Kind und ein⸗ gebornen Sohn. 2. Du segnest uns in ihm, dem HErrn, mit uͤber⸗ schwenglich reichem Segen/ und gehest unsrer Armuth gern mit deiner theuren Gnad entgegen; was sind wir doch, du allerschonstes Gut, daß deine Lieb so Großes an uns thut? 3. Was dringet dich? Wir sind ja nur des er⸗ sten Adams Suͤndenkinder, und sind auch alle von Na⸗ tur verderbte Menschen, schnoͤde Suͤnder und frem⸗ de vom Verheißungs-Te⸗ stament, arm, lahm und bloß, blind, taub, stumm und elend. 4. Allein, du Vater voller Gnad hast unsers Elends dich erbarmet, und uns nach deinem Gnaden⸗ rath in Christo, deinem Sohn, umarmet, daß wir in ihm, wie du zuvor be⸗ dacht, nun Kinder sind und angenehm gemacht. 5. Du laͤssest uns in JEsu Blut Heil, Leben und Er⸗ lösung finden, und waͤschest durch die edle Flut uns von dem Unflath aller Suͤnden. O tiefe Lieb, Wunder⸗Guͤtigkeit, die unfre Seel von solcher Schmach befreit! 6. Du hast uns Men⸗ schen deinen Rath durch IEsum Christum wissen lasfen, damit du, was da Odem hat, in ihm zusam⸗ men moͤchtest fassen; er ist der Grund, auf welchem alles steht, was lebt und webt/ was lieget, sitzt und geht. 7. Er sliftet Frieden zwischen GOtt und uns, da wir noch Feinde waren, und wird der Welt und Hoͤll zum Spott, den Frie⸗ den auch in uns bewahren. O Herrlichkeit, daß wir in Frieden stehn! nun duͤr⸗ fen wir getrost zum Va⸗ ter gehn. 8. Lebt Christus doch in uns, und wir sind auch durch ihn mit GOtt ver⸗ bunden; wir haben seiner Lieb Panier als eine starke amdeunwoll In ihm ind wir voll Ruh und Sicherheit, und schmecken schon die Kraft der Se⸗ ligkeit. 9. Du giebest uns auch das Erbtheil durch Chri⸗ stum, der es uns erworben, als er, der HErr, zu un⸗ serm Heil am bittern Kreu⸗ jesstamm gestorben; und sein Verdienst und Leiden macht allein, daß dir zum reis wir nunmehr etwas ein. 10. Durch dich und JE⸗ sum, unsern Hort, erken⸗ nen wir das Wort der 13* Wahr⸗ ö 292 Von göttlicher Vorsorge Waͤhrheit, und wachsen immer fort und fort im Lichte zur vollkommnen Klarheit; du selbsten bist das wesentliche Licht, das durch den Sohn die Fin⸗ sterniß vernicht. 11. Du, Vater, wirkest auch durch ihn in uns den lebendigen Glauben, den uns die Welt nicht kann entziehn, noch Satan aus dem Herzen rauben. Er wirket selbst, und seines Geistes Trieb macht unsre Seel unstraͤfiich in der Lieb. 12. Du hast mit deines Geistes Pfand durch Chri⸗ stum unsre Seel geschmuͤk⸗ ket, und ihn auf unsre Brust und Hand zum festen Siegel aufgedruͤcket, zur Sersichrung, daß wir zu deinem Ruhm dein Erbe sein und auch dein Eigen⸗ thum. 13. Nun was wir sind, das kommt von dir: in Christo hast du uns ge⸗ schaffen zum Lobe deiner Macht, daß wir in GOttes Kraft und Geistes Waffen aus reiner Lieb in deinem Wege gehn, und deinen Ruhm mit Mund und Herz erhöͤhn. 14. So, Vater, so bist du bereit, in, durch und um des Sohnes willen, den du gezeugt von Ewig⸗ keit, uns mit dir selber zu erfuͤllen, guf daß wir nichts, er aber allerlei, ia alles gar in allen Dingen sei. 15. Drum wollen wir/ HErr, deine Macht, du Vater aller Herrlichkeiten, die unsre Seel so wohl be⸗ dacht, von Herzen ruͤhmen und ausbreiten. Es ruͤhme dich und deine große That was ruͤhmen kann, was lebt und Odem hat. 16, Ja/ treuer GOtt, wir loben dich und ehren deinen großen Namen: Herz, Seel und Geist er⸗ hebet sich und singet Hal⸗ leluiah, Amen! Der HErr ist GOtt, der dreimal hei⸗ lig heißt, GOtt Vater, Sohn und auch GOtt heilger Geist. Ludw. Andreas Gotter. III. Von göt tlicher Vorsorge und Regierung. In eigener Mlelodie. 353. Befiebl du deine We⸗ e, und was dein Herze änkt, der allertreusten Pflege deß, der den Him⸗ mel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn⸗ der wird auch Wege finden/ da dein Fuß gehen kann. 2. Dem HErren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Graͤ⸗ men und mit selbst⸗eigner Pein laͤßt GOtt ihm gar nichts und Regierung. 293 nichts nehmen, es muß er⸗ beten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Ge⸗ bluͤt; und was du dann erlesen, das treibst du, star⸗ ker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefaͤllt. 4. Weg hast du aller⸗ wegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. Und ob gleich alle Teufel hier wollten wider⸗ stehn, so wird doch ohne Zweifel GOtt nicht zuruͤcke gehn: was er ihm—— nommen, und was er ha⸗ ben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff, und sei un⸗ verzagt: GOtt wird dich aus der Hoͤhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden ruͤcken: erwarte nur der Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schoͤnsten Freud. 7. Auf, auf, gied dei⸗ nem Schmerze und Sor⸗ gen gute Nacht; laß fah⸗ ren, was das Herze betruͤbt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles fuͤhren soll: GOtt sibt im Regimente, und fuͤhret alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten, er ist ein wei⸗ ser Fuͤrst, und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst; wenn er, wie ihm gebuͤhret, mit wunderbarem Rath die Sach hinausgefuͤhret, die dich bekuͤmmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, und thun an sei⸗ nem Theile, als haͤtt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du fuͤr und fuͤr in Angst und Noͤ⸗ then schweben, als frag er nichts nach dir: 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mind⸗ sten glaͤubst; er wird dein Herze loͤsen von der so schweren Last, die du zu keinem Boͤsen bisher ge⸗ tragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und traͤgst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron; GOtt giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freu⸗ den⸗Psalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o HErr, mach Ende an al⸗ ler unsrer Noth; staͤrk un⸗ sre Fuͤß und Haͤnde, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein: so ge⸗ hen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhard. Mel. 29⁴4 Von göttlicher Vorsorge Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 354. ù bist ein Mensch/ das weißt du wohl: was strebst du denn nach Din⸗ gen, die GOtt der Hoͤchst alleine soll und kann zu⸗ wege bringen? Du fahrst mit deinem Witz und Sinn durch so viel tausend Sor⸗ gen hin, und denkst: Wie wills auf Erden doch end⸗ lich mit mir werden? 2. Es ist umsonst, du wirst fuͤrwahr mit allem deinem Dichten auch nicht ein einges kleines Haar in aller Welt ausrichten; und dient dein Gram sonst nir⸗ gends zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmerzen stuͤrzest/ und selbst das Leben kuͤrzest. 3. Willst du was thun, was GOtt gefallt, und dir det Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen auf den Held, den Erd und Him⸗ mel scheuet, und gieb dein Leben, Thun und Stand nur fröͤhlich hin in GOt⸗ tes Hand, so wird er dei⸗ nen Sachen ein froͤhlich Ende machen. 4. Wer hat gesorgt, da deine Seel im Anfang deiner Tage noch in der Mutter Leibeshöhl, und finsterm Kerker lage? Wer hat allda dein Heil bedacht? Was that da aller Men⸗ schen Macht, da Geist und Sinn und Leben dir ward ins Herz gegeben? 5. Durch wessen Kunst steht dein Gebein in or⸗ dentlicher Fuͤlle? Wer gab den Augen Licht und Schein, dem Leibe Haut und Huͤlle? Wer zog die Adern hier und dort ein jed an ihre Stell und Ort? Wer setzte hin und wieder so viel und schoͤne Glieder? 6. Wo war dein Herz, Will und Verstand, da sich des Himmels Decken erstreckten uͤber See und Land und aller Erden Ek⸗ ken? Wer brachte Sonn und Mond herfuͤr? Wer machte Kraͤuter, Baͤum und Thier, und hieß sie deinen Willen und Her⸗ zenslust erfuͤllen? 7. Heb auf dein Haupt, schau uͤberall hier unten und dort oben, wie GOt⸗ tes Sorg auf allen Fall fuͤr dich sich hab erhoben. Dein Brod, dein Wasser und dein Kleid war eher noch, als du, bereit; die Milch, die du erst nah⸗ mest, war auch schon, da du kamest. 8. Die Windeln die dich allgemach umfingen in der Wiegen, dein Bett⸗ lein, Kammer, Stub und Dach und wo du solltest liegen, das war ja alles zugericht, eh als dein Aug und Angesicht erdff⸗ net ward und sahe, was in der Welt geschahe. 9. Noch dennoch soll dein Angesicht dein gan⸗ zes Leben fuͤhren; du traust und glaubest weiter nicht, als was dein Augen spuͤ⸗ ren; was du beginnst, da soll * und Regierung. 295⁵5 soll allein dein Kopf dein Licht und Meister sein; was der nicht auserkoren, das haͤltst du als verloren. 10. Nun siehe doch, wie viel und oft ist schaͤndlich umgeschlagen, was du ge⸗ wiß und fest gehofft mit Haͤnden zu erjagen. Hin⸗ gegen, wie so manchesmal ist doch geschehn, was uͤberall kein Mensch, kein Rath, kein Sinnen ihm hat ersinnen koͤnnen. 11. Wie oft bist du in geoße Noth durch eignen Willen kommen, da dein verblendter Sinn den Tod fuͤrs Leben angenommen? Und haͤtte GOtt dein Werk und That ergehen lassen nach dem Rath, in dem dus angefangen, du waͤrst zu Grunde gangen. 12. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir? verwirren, erfreut, wo wir uns selbst betruͤbt, und fuͤhrt uns, wo wir ir⸗ ren; und dazu treibt ihn sein Gemuͤth und die so reine Vaterguͤt, in der uns arme Suͤnder er troͤstt als liebe Kinder. 13. Ach wie so oftmals schweigt er still, und thut doch, was uns nuͤtzet; da unterdessen unser Will und Herz in Aengsten sitzet, sucht hier und da, und findet nichts, will sehn, und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden, und kann den Weg nicht finden. 14. GoOtt aber geht gerade fort auf seinen wei⸗ sen Wegen; er geht und bringt uns an den Port, da. Sturm und Wind sich legen. Hernachmals, wenn das Werk geschehn, so kann alsdann der Men⸗ sche sehn, was der, so ihn regieret, in seinem Rath gefuͤhret. 15. Drum, liebes Herz, sei wohlgemuth, und laß von Sorg und Graͤmen: GoOtt hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes vorzunehmen; er kanns nicht lassen, glaube mir/ sein Eingeweid ist gegen dir und uns hier allzu⸗ sammen voll allzu suͤßer Flammen. 16. Er hitzt und brennt vor Gnad und Treu, und also kannst du denken, wie seinem Muth zu Muthe sei, wenn wir uns oft⸗ mals kraͤnken mit so ver⸗ gebner Sorgenbuͤrd, als ob er uns nun gaͤnzlich wuͤrd, aus lauterm Zorn und Hassen, ganz huͤlf⸗ und trostlos lassen. 17. Das schlag hinweg, und laß dich nicht so lie⸗ derlich bethoͤren; obgleich nicht allzeit das geschicht, was Freude kann vermeh⸗ ren: so wird doch wahrlich das geschehn, was GOtt, dein Vater, ausersehn; was er dir zu will kehren, das wird kein Mensche wehren. 18. Thu als ein Kind und lege dich in deines Va⸗ ters Arme; bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme: so wird er dich durch seinen Geist, auf 296 Von göttlicher Vorsorge auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohl⸗ gehaltnem Ringen, aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhard. Mel. Kommt her zu mir, spricht GOttes Sohn. 3 5 5 eh aus, mein „Herz, und suche Freud in dieser lie⸗ hen Sommerzeit an deines GOttes Gaben; schau an der schoͤnen Gaͤrten Zier⸗ und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmuͤcket hahen. 2. Die Baͤume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit ei⸗ nem gruͤnen Kleide; Nar⸗ eissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schoͤner an, als Salamonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Taͤub⸗ lein fleucht gus seiner Kluft, und macht sich in die Waͤl⸗ der; die hochbegabte Nach⸗ tigall ergöͤtzt und fuͤllt mit ihrem Schall, Berg, Huͤgel, Thal und Felder. 4. Die Glucke fuͤhrt ihr Voͤlklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwaͤlblein speist die Jungen. Der chnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Hoͤh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Baͤchlein rauschen in dem Sand und malen sich in ihrem Rand mit chattenreichen Myrthen; die Wiesen liegen hart da⸗ bei, und klingen ganz vom Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bienenschaar fleugt hin und her, sucht hier und dar ihr edle Honigspeise. Des suͤßen Weinstocks starker Saft bringt taͤglich neue Staͤrk und Kraft in seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen waͤchset mit Gewalt/ daruͤber jauch⸗ zet Jung undellt und ruͤhmt die große Guͤte deß, der so uͤberfluͤssig labt, und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemuͤthe. 8. Ich selbsten kann und mag nicht ruhn, des großen GOttes großes Thun er⸗ weckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt/ und lasse, was dem Hoͤchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. +. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schöͤn, und laͤßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt, dort in dem festen Himmelszelt und guͤldnen Schlosse werden? 10. Welch hohe Lust, welch beller Schein wird wohl in Christi Garten sein, wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit unverdroß⸗ nem Mund und Stimm ihr Hallelujah singen. 11. O waͤr ich da, o stuͤnd ich schon, ach suͤßer GOtt, vor deinem Thron, und truͤge meine Palmen: so wollt ich nach der Engel Weis erhoͤhen deines Na⸗ mens und Regierung. 297 mens Preis mit tausend schoͤnen Psalmen. 2. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf mir, und segne meinen Geist mit Segen/ der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig bluͤhe; gieb, daß der Sommer dei⸗ ner Gnad in meiner See⸗ len fruͤh und spat viel Glaubensfruͤcht erziehe. 14. Mach in mir dei⸗ nem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, und laß mich wohl beklei⸗ ben. Verleihe, daß zu dei⸗ nem Ruhm ich deines Gar⸗ tens schoͤne Blum und Pflanze moͤge bleiben. 15. Erwaͤhle mich zum Paradeis, und laß mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele gruͤnen: so will ich dir und deiner Ehr al⸗ lein, und sonsten keinem mehr, hier und dort ewig dienen. Paul Gerhard. Met. IEsu, meine Freude. tt, der 356. Gꝰ wirds wohl machen, dem ich alle Sachen allzeit heungestellt. Er hat mich erkoren, eh ich noch geboren bin auf diese Welt; hat mir auch, nach seinem Brauch, was von noͤthen, stets gegeben hier in diesem Leben. 2. GOtt,/der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Lust geschenkt, der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen taͤglich mich be⸗ denkt; auch wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich druͤcket, hat er mich erquicket. 3. GOtt, der wirds wohl machen, laß das Wetter krachen und die Stuͤrme gehn. Wenn mit großem Grausen alle Wellen brau⸗ sen, will er bei dir stehn. Jonas lag in dritten Tag. Schlaͤgt dich Ungluͤck auch darnieder, GOtt erhebt dich wieder. ö 4. GOtt, der wirds wohl machen, er wird selber wa⸗ chen uͤber deiner Noth. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme GOtt auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstaͤubt die Angst geschwinde, wie der Rauch im Winde. 5. GOtt, der wirds wohl machen, maͤchtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der sich GOtt erwaͤhlet in dem Herzeleid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz; alles steht in seinen Haͤn⸗ den: GOtt kann alles wenden. 6. GOtt, der wirds wohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist aufgethan; wenn die Lebensjahre lie⸗ gen auf der Bahre, fuͤhrt er himmelan. Dieser Bund hat seinen Grund: die ge⸗ 10 lebt 298 Von gttlicher Vorsorge lebt und leben werden, kommen in die Erden. 7. GOtt, der wirds wohl machen, der den alten Dra⸗ chen daͤmpfet ritterlich; fuͤhrt er gleich die Seinen uͤber Stock und Steinen vielmals wunderlich: sei hereit zu Freud und Leid. GoOtt befiehl nur deine Sachen; GOtt, der wirds woh machen. E. Stockmann Mel. HErr, straf mich nicht in deinem Zorn. 357. Gycherdund haͤlt bei uns Haus, was sagst du, Mensch, dawi⸗ der? Was schlaͤgst du sei⸗ nen Willen aus? Leg in den Staub dich nieder; schweig still, laß ihn nur Meister sein, er ist das Haupt, wir insgemein des⸗ selben schwache Glieder. Belegt er dich mit Kreuz und Noth, und greift dir nach dem Her⸗ zen, er schickt das Leben und den Tod, laß dir es etwas schmerzen; doch huͤte dich vor Ungeduld, du moͤchtest sonst durch große Schuld dein bestes Heil verscherzen. 3. Es bleibt schon so von Alters her: jetzt haͤlt er sich verborgen, als wiß erlnichts um dein Beschwer, laͤßt immerhin dich sorgen, hat gegen dich sich hart ge⸗ macht, dies wahrt vom Abend in die Nacht und wieder an den Morgen. 4. Jetzt ist er wieder gnaͤdig hier, giebt End⸗ schaft deinem Leiden; er leget deinen Sack von dir/ und guͤrtet dich mit Freu⸗ den; er zuͤchtigt als ein Vater dich; jedoch muß seine Gnade sich darum nicht von dir scheiden. 5. Wie wohl ist doch der Mensch daran, der sich in GOttes Wege in tiefster Demuth schicken kann, ihm aushaͤlt alle Schlaͤge; dies nimmt der hoͤchsten Kunst den Preis. HErr, gieb uns, daß sich aller Fleiß auf dies zu lernen lege. AMlel. Nicht so traurig, nicht so sehr. ch erhebe 358. HErr, zu dir meiner beiden Augen Licht; mein Gesicht ist fuͤr und fuͤr zu den Bergen aufgericht, zu den Bergen, da herab ich mein Heil und Huͤlfe hab. 2. Meine Huͤlfe koͤmmt allein von des Hoͤchsten Haͤnden her, der so kuͤnst⸗ lich, huͤbsch und fein Him⸗ mel, Erde, Luft und Meer, und was in dem allen ist, uns zum Besten aus⸗ geruͤst. 3. Er nimmt deiner Fuͤße Tritt, o mein Herze, wohl in Acht; wenn du gehest, geht er mit, und bewahrt dich Tag und Nacht. Sei getrost, das Hollenheer wird dir schaden nimmermehr. 4. Siehe, wie sein Auge wacht, wenn du liegest in der Ruh; wenn du schlaͤ⸗ fest, kommt mit Macht auf dein Bett gepflogen zu sei⸗ ner und Regierung. 299 ner Engel guͤldne Schaar/ daß sie deiner nehme wahr. 5. Alles, was du bist und hast, ist umringt mit seiner Hut; deiner Sorgen schwere Last nimmt er weg, macht alles gut; Leib und Seel haͤlt er verdeckt, wenn dich Sturm und Wetter schreckt. 6. Wenn der Sonnen Hitze brennt, und des Lei⸗ bes Kraͤfte bricht; wenn dich Stern und Monde blendt mit dem klaren An⸗ gesicht, hat er seine starke Hand dir zum Schatten vorgewandt. 7. Nun, er fahre immer fort, der getreue fromme Hirt, bleibe stets dein Schild und Hort, wenn dein Herz geaͤngstet wird; wenn die Noth wird viel und groß, schließ er dich in seinen Schooß. 8. Wenn du sitzest, wenn du stehst, wenn du redest, wenn du hoͤrst, wenn du aus dem Hause gehst, und zuruͤcke wieder kehrst, wenn du trittst aus oder ein, woll er dein Gefaͤhrte sein. Paul Gerhard. Mel. un ruhen alle 4 9* 250 n allen mei⸗ 3⁵ 9 AVnen Thaten laß ich den Hoͤchsten rathen, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, Tb selber geben Rath und t hat. 2. Nichts ist es spaͤt und fruͤhe um alle meine Muͤhe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit seinen Sachen nach seinem Willen machen/ ich stell es bloß in seine Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen, und was mir selig ist: ich nehm es, wie ers giebet, was ihm von mir geliebet, das hab auch willig ich erkiest. 4. Ich traue seiner Gna⸗ den/ die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schuͤtzt; leb ich nach seinen Saͤtzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nuͤtzt. 5. Er wolle meiner Suͤn⸗ den in Gnaden mich ent⸗ binden, durchstreichen mei⸗ ne Schuld; er wird guf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen, und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg ich mich spaͤte nieder, erwach ich fruͤhe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stoͤßt zu handen; so troͤstet mich sein suͤfes Wort. 7. Hat er es denn be⸗ schlossen, so will ich unver⸗ drossen an mein Verhaͤng⸗ niß gehn, kein Unfall un⸗ ter allen wird mir zu harte fallen, ich will ihn freudig uͤberstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafuͤr laß ich ihn sorgen, er weiß gar wohl die rechte Zeit. 9. So 300 Von göttlicher Vorsorge 9. So sei nun, Seele, deine, und traue dem al⸗ leine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe, mein Vater in der Hoͤhe der weiß zu allen Sachen ath. Paul Flemming. In eigener Melodie. ö Veine Hoff⸗ 360. M nung ste⸗ het feste auf den lebendi⸗ gen GOtt; er ist mir der allerbeste, der mir bei⸗ steht in der Noth; er al⸗ lein soll es sein, den ich nur von Herzen mein. 2. Sagt mir, wer kann doch vertrauen auf ein schwaches Menschenkind? Wer kann feste Schloͤsser bauen in der Luft und in dem Wind? Es vergeht, nichts besteht, was ihr auf der Erden seht. 3 Aber GOttes Guͤte waͤhret immer und in Ewigkeit; Vieh und Men⸗ schen er ernaͤhret durch er⸗ wuͤnschte Jahreszeit: al⸗ les hat seine Gnad dar⸗ gereichet fruͤh und spat. 4. Giebet er nicht al⸗ les reichlich und mit gro⸗ ßem Ueberfluß? Seine Lieb ist unbegreiflich, wie ein starker Wasserguß; Luft und Erd uns ernaͤhrt/ wenn es GOttes Gunst begehrt. 5. Danket nun dem großen Schoͤpfer durch den wahren Menschen⸗ Sohn, der uns wie ein freier Toͤpfer hat gemacht gus Erd und Thon. Groß von Rath/ stark von That ist, der uns erhalten hat. Joachim Neander. In eigener Melodie. 361 Nicht so trau⸗ rig, nicht so sehr, meine Seele, sei betruͤbt, daß dir GOtt Gluͤck, Gut und Ehr nicht so viel wie Andern giebt; nimm vorlieb mit deinem GOtt, hast du GOtt, so hats nicht Noth. 2. Du, noch einzig Menschenkind habt ein Recht in dieser Welt; alle, die geschaffen sind, sind nur Gaͤst im frem⸗ den Zelt; GOtt ist HErr in seinem Haus, wie er will, so theilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, daß du Erden haben sollt: schau den Himmel uͤber dir, da, da ist dein edles Gold; da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn End, Ehr ohne Neid. A. Der ist albern, der sich kraͤnkt um ein Hand voll Eitelkeit, wenn ihm GOtt dagegen schenkt Schaͤtze der Bestaͤndigkeit ⸗ bleibt der Centner dein Gewinn, fahr der Heller immer hin. 5. Schaue alle Guͤter an, die dein Herz fuͤr Guͤ⸗ ter haͤlt; keines mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt. Alles blei⸗ bet hinter dir, wenn du trittst ins Grabes Thuͤr. 6. Aber was die Seele naͤhrt, GOttes Huld und Christi Blut, wird— ei⸗ und Regierung. 301 keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erdengut zerfaͤllt und bricht, Seelengut das schwindet nicht. 7. Ach wie bist du doch so blind und im Denken unbedacht! Augen hast du Menschenkind, und hast doch noch nie betracht deiner Augen helles Glas: siehe, welch ein Schatz ist das! x 8. Zaͤhle deine Ghler her und der andern Glie⸗ der Zahl; keins ist, das dir unwerth waͤr, ehrst und liebst sie allzumal; keines gaͤbst du weg um Gold, wenn man dirs abnehmen wollt. 9. Nun, so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wie viel Gutes alle Stund dir von oben wird beschert. Du hast mehr als Sand am Meer, und willst doch noch immer mehr. 10. Wuͤßte, der im Him⸗ mel lebt, daß dirs waͤre nuͤtz und gut, wonach so begierlich strebt dein ver⸗ olendtes Fleisch und Blut/ wuͤrde seine Froͤmmigkeit dich nicht lassen unerfreut. 11. GOtt ist deiner Liebe voll und von ganzem Her⸗ ich treu; wenn du wuͤn⸗ chest, pruͤft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei; ist dirs gut, so geht ers ein, ists dein Schade, spricht er nein. 12. Unterdessen traͤgt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die En⸗ gel speist, ziert und schmuͤckt es herrlich aus; ja erwaͤh⸗ let, dir zum Heil, dich zu seinem Gut und Theil. 13. Ei, so richte dich empor, du betruͤbtes An⸗ gesicht, laß das Seufzen, nimm hervor deines Glau⸗ bens Freudenlicht; das be⸗ halt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 14. Setze, als ein Him⸗ mels⸗Sohn, deinem Wil⸗ len Maaß und Ziel; ruͤhre stets vor GOttes Thron dei⸗ nes Dankens Saitenspiel: weil dir schon gegeben ist mehrers, als du wuͤrdig bist. 15. Fuͤhre deines Lebens Lauf allzeit GOttes einge⸗ denk; wie es kommt, nimm alles auf als ein wohlbe⸗ dacht Geschenk; geht dirs widrig, laß es gehn: GOtt und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhard. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 362 O GOttes Sohn von Ewigkeit, wie selig war dieselbe Zeit, da man dich hat gesehen; ihr Augen voller Herrlichkeit, ihr Oh⸗ ren voller Lieblichkeit, wie wohl ist euch geschehen. Viele, viele Majestaͤten und Propheten wollten schauen, was die Juͤnger konnt erbauen. 2. Doch wars nur eine kleine Frist, daß solches Licht erschienen ist im Fleisch und Wunderblicken. Bald, sprach der 5015 0 30² Von göttlicher Vorsorge bald wird es sein, so wird euch nicht mehr dieser Schein durchs Angesicht erquicken. Ein klein Stuͤnd⸗ lein muß ich scheidenundviel leiden und einschlafen, ich trag eurer Suͤnden Strafen. Zwar ist er drauf erstanden bald in schoͤner Klarheit und Gestalt, war vierzig Tag auf Erden, als erder eingeborne Sohn, zu seines Vaters hoͤchstem Thron nun sollt erhaben⸗ werden. Eia, wer da möchte sagen, was fuͤr Wagen ihn begleitet, und was uns dort sei bereitet. 4. Indessen war nun abermal der freudenvolle Sonnenstrahl den Fuͤngern weggenommen; sie bliehen aber in der Lehr und sei⸗ nem Wort je mehr und mehr, er werde wiederkom⸗ men. Selig/ ewig/ die nicht sehen, doch bestehen fest im Glauben! diesen Trost kann niemand rauben. 5. Drum, liebe Seel, ermuntre dich, dein JEsus bleibt unsichtbarlich, er ruft in deinem Herzen: Ei, huͤte dich vors Teu⸗ fels Strick; es ist ein klei⸗ ner Augenblick, so kannst du mich verscherzen. Wa⸗ che, lache mit Erzittern und in bittern Freuden⸗ thraͤnen, solcher Guß mag Gott versoͤhnen. 5. Ein weises Wort spricht Salomo zur Welt⸗ Lust: was, wie, wenn und wo bist du so toll mit Springen? Wer weiß denn nicht, daß unser Feind bei schneller Zeit es ernstlich meint/ und sucht uns 10 ver⸗ schlingen? Immer schlim⸗ mer, und je laͤnger desto strenger kaͤmpft der Böse, bis der Vater uns erlose. 7. Lob sei dir, IEsu, GOtteslamm, daß du zu⸗ erst am Kreuzesstamm der Schlaͤngen Kopf zertreten. Ich saug aus deinen Wun⸗ den Saft, dein Auferste⸗ hung ist die Kraft, dadurch ich lerne beten. Mit dir in mir will ich kaͤmpfen; ich will daͤmpfen alle Suͤn⸗ den, Welt und Satan uͤberwinden. 8. Allein wie kommits, HErr IEsu Christ, daß du mir oft so ferne bist, mit deinem Licht im Glau⸗ ben? Wie mancher Seuf⸗ zer fleugt mir aus, und bringet kein Delblatt zu Haus, wie Noah seine Tauben. Stille, Wille, laß dein Girren und Ver⸗ wirren: mein Vertrauen muß auf GOtt ohn Fuͤh⸗ len bauen. 9. Ein Weib, wenn sie gebaͤren soll, befindt sich vieler Schmerzen voll, und weiß von keiner Freude; bald, wenn der Mensch den Welt gebracht, ge⸗ enkt sie nur an GOttes Macht, und weiß von kei⸗ nem Leide. Warum? Dar⸗ um, daß die Plage, Angst und Klage unterm Zagen hat die edle Frucht getragen. 10. So ist der Glaube manchesmal in großen Noͤ⸗ then, Furcht und Qual, und klagt, man sei ver⸗ las⸗ und Regierung. 303 lassen. Halt im Gedaͤchtniß JEsu Tod und dessen wun⸗ dergroße Noth, der schreiet gleichermaßen: Blinder Suͤnder, so da meinet/ wenn man weinet, GOtt sei ferne: in der Nacht zehn auf die Sterne. 11. Durch solchen Weg geht Christus hin, und len⸗ ket seines Vaters Sinn/ wie er vorhin gegangen. Ein Kleines laͤßt er sich nicht sehn, wird aber in dir auferstehn, er haͤlt sich nur gefangen. Auf, auf! sein Lauf ist die Sonne/ meine Wonne; nichts denn Segen folget mir auf die⸗ sen Wegen. 12. Und soll ich mit der Kreuzeslast, die du, mein Heil, getragen hast, bis in den Tod dich ehren: so ists doch ein geringes Nu, dar⸗ auf denn bald, bald fol⸗ get Ruh in Freuden ohn Aufhoͤren. Endlich werd ich Jubilgte und Cantate froͤhlich singen, drum will ich nun tapfer ringen. 13. O Gottes Sohn in Ewigkeit, wir warten schon der letzten Zeit, da wir dich sollen sehen. Ihr Augen voller Herrlichkeit, ihr Ohren voller Lieblich⸗ keit, wie wohl wird euch geschehen. Lauter, lauter Majestaͤten und Propheten verden schauen GOttes Lamm auf gruͤnen Auen. Joachim Justus Breithaupt. Mel. Jehovah ist mein Licht und Gnadensonne. 363. S'rn doch du doch recht selig, HErr, die Dei⸗ nen, ja selig und doch mei⸗ stens wunderlich. Wie koͤnn⸗ test du es boͤse mit uns mei⸗ nen, da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft krumm/ und doch gerad, darauf du laͤßt die Kinder zu dir gehn, da pflegt es wunderseltsam auszusehn; doch triumphirt zuletzt dein hoher Rath. 2. Dein Geist haͤngt nie an menschlichen Gesetzen, so die Vernunft und gute fMeinung stellt. Den Zwei⸗ felsknoten kann dein Schwert verletzen und loͤsen auf, nachdem es dir gefaͤllt. Du reißest wohl die staͤrksten Band entzwei; was sich entgegensetzt, muß sinken hin. Ein Wort bricht oft den allerhoͤchsten Sinn: dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfuͤgen/ theilt dein Verstand in Ost und Westen aus; was mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sternen Haus. Die Welt zerreißt, und du verknuͤpfst in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein. Ihr Glanz muß dir ein dunkler Schat⸗ ten sein. Dein Geist bei Todten Kraft und Leben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig prei⸗ sen, so hast dus schon aus deinem Buch gethan; wem aber niemand will dies Zeugniß weisen, den fahpg u 30⁴ Von göttlicher Vorsorge du in der Still selbst Him⸗ mel⸗an. Den Tisch der Pharisaͤer laͤßt du stehn, und speisest mit den Suͤn⸗ dern, sprichst sie frei. Wer weiß/ was oͤfters deine Ab⸗ sicht sei? Wer kann der tiefsten Weisheit Agrund sehn? 5 Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, großer HErr, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm mag dir nichts tau⸗ gen, du giebst die Kraft und Nachdruck durch den Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob, sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei; wer Augen hat, sieht sie doch nicht so frei; die Sachen sind zu klar, der Sinn zu grob. 6. O Herrscher, sei von uns gebenedeiet, der du uns koͤdtest und lebendig machst. Wenn uns dein Geist der Weisheit Schatz verleihet, so sehn wir erst, wie wohl du fuͤr uns wachst. Die Weisheit spielt bei uns, wir spielen mit; bei uns zu wohnen ist dir lauter Lust, die reget sich in dei⸗ ner Vaterbrust, und gaͤn⸗ gelt uns mit zartem Kin⸗ derschritt. 7. Bald scheinst du uns was harte anzugreifen, bald faͤhrest du mit uns ganz saͤuberlich. Geschiehts/ daß unser Sinn sucht auszu⸗ schweifen, so weist die Zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit bloͤden Augen hin, du küf⸗ sest uns, wir sagen Beß⸗ rung zu; drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh, und haͤlt im Zaum den ausgeschweiften Sinn. 8. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, die Ohnmacht und der Sinnen Unverstand. Man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, wie es um schwache Kinder sei be⸗ wandt; drum greifst du zu, und haͤltst und traͤgest sie, brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu; wo nie⸗ mand meint, daß etwas deine sei, da hegst du selbst dein Schaͤfchen je und je. 9. Also gehst du nicht die gemeinen Wege, dein Fuß wird selten oͤffentlich jesehn, damit du sehst, was sch im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Wider⸗ spiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne hast. Wer meint, er hab den Vorsatz recht gefaßt, der wird am End ein Andres oft gewahr. 10. O Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gieb mir der Klugheit schar⸗ fen Unterscheid, dadurch Natur von Gnade wird entscheidet, das eigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein Herz dich nie⸗ mals meistern nicht, brich Her entzwei den Willen, er sich liebt; erweck die Lust, die sich nur dir er⸗ giebt, und tadelt nie dein heimliches Gericht. 11. Will etwa die Ver⸗ nunft und Regierung. 30⁵ nunft dir widersprechen, und schuͤttelt ihren Kopf zu deinem Weg, so wollst du die Befestung nieder⸗ brechen, daß ihre Hoͤh sich nur bei Zeiten leg. Kein fremdes Feuer sich in mir anzuͤnd, das ich vor dich in Thorheit bringen moͤcht, und dir wohl gar so zu gefallen daͤcht! Ach selig, der dein Licht ergreift und findt! 12. So 1 mich denn recht nach deinem Willen, und trag und heg und fuͤhr dein armes Kind. Dein innres Zeugniß soll den merst dich, und traͤgest Schmerz nur um das zeit⸗ lich Gut? Vertrau du dei⸗ nem HErrn und GOtt, der alle E erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht; er weiß gar wohl, was dir gehricht; Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein HErre GOtt, der mir beisteht in aller Noth. 3. Weil du mein GOtt und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du vaͤterliches Herz. Ich bin ein armer Erdenkloß, auf Erden weiß ich keinen Zweifel stillen, dein Geist Trost die Furcht und Luͤste uber⸗ windt. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein; dein Geist regt sich ganz kraͤftiglich in mir; ich brenne nur nach dir in Liebsbegier. Wie oft erquickt mich dei⸗ ner Klarheit Schein. 13. Drum muß die Kre⸗ atur mir immer dienen, kein Engel schaͤmt nun der Gemeinschaft sich; die Gei⸗ ster, die vor dir vollendet ruͤnen, sind meine Bruͤ⸗ er und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt. Ists moͤglich, daß mich etwas noch betruͤbt? Komm, Freuden⸗Quell, weich ewig/ aller Schmerz! Gottfried Arnold. In eigener Melodie. 36 4 arum be⸗ • truͤbst du dich, mein Herz, bekuͤm⸗ rostG 4. Der Reich verlaͤßt sich auf sein Gut, ich aber will vertraun meinm GOtt; ob ich gleich werd veracht, so weiß und glaub ich fe⸗ stiglich: wer GOtt ver⸗ traut, dem mangelt nicht. 5. Elia, wer ernaͤhret dich, da es so lange regnet nicht in so schwer theurer Zeit? Ein Wittwe aus Sidonier Land, zu welchr du von GOtt warst gesandt. 6. Da er lag untrm Wachholderbaum, ein En⸗ gel GOtts vom Himmel kam/ und bracht ihm Speis und Trank; er ging gar einen weiten Gang, bis zu dem Berg Horeb genannt. 7. Des Daniels GOtt nicht vergaß, da er unter den Loͤwen saß; sein En⸗ gel sandt er hin, und ließ ihm Speise bringen gut durch seinen Diener Ha⸗ bakuk 8. Joseph in Egyptn ver⸗ kau⸗ . I +— II. V ———7 e:ͤ⸗. ——ů— 306 von göttlicher Vorsorge kaufet ward, von Pharao gefangen hart um sein GOttsfuͤrchtigkeit: GOtt macht ihn zu einm gro⸗ ßen HErrn, daß er konnt Vatr und Bruͤdr er⸗ naͤhrn. 9. Es ließ auch nicht der treue GOtt die drei Maͤnnr im Feur⸗Ofen roth; sein Engel sandt er hin, bewahrt sie vor des Feuers Glut, und half ih⸗ nen aus gller Noth. 10. Ach GOtt, du bist noch heut so reich, als du bist gwesen ewiglich, mein Vertraun steht zů dir; mach mich an meiner Seelen reich, so hab ich gnug hier und ewiglich. 11. Der zeitlichn Ehr will ich gern entbehrn, du wollst mir nur des Ew⸗ gen g'waͤhrn, das du er⸗ worben hast durch deinen herben bittern Tod: das bitt ich dich, mein HErr und GOtt. 12. Alles, was ist auf dieser Welt, es sei Silber, Gold oder Geld, Reich⸗ thum und zeitlich Gut, das waͤhrt nur eine kleine Zeit, und hilft doch nicht zur Seligkeit. 13. Ich dank dir, Christ, o GOttes Sohn, daß du mich solchs erkennen lan durch dein goͤttliches Wort; verleih mir auch Bestaͤn⸗ digkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 14. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt fuͤr alle dein erzeigt Wohlthat, und bitt demnuͤthiglich: Laß mich nicht von deinm Angesicht verstoßen werden ewiglich. Hans Sachs. Mel. Warum sollt ich mich denn grämen. 36 5 arum willst du doch für morgen, armes Herz, im⸗ merwaͤrts als ein Heide sorgen? Wozu dient dein taͤglich Graͤmen, weil GOtt will in der Still sich der Noth annehmen? 2. GoOtt hat dir ge⸗ schenkt das Leben, Seel und Leib: darum bleib ihm allein ergeben. Er wird ferner alles schenken: traue fest, er verlaͤßt nicht die an ihn denken. 3. Sage nicht: Was soll ich essen? GOtt hat dir schon allhier so viel zuge⸗ messen, daß der Leib sich kann ernaͤhren; Uebriges wird indeß GOttes Hand bescheren. 4. Es ist mehr als Trant und Speisen dieser Leib; darum glaͤub, daß GOtt wird erweisen, daß er Speis und Trank kann geben dem, der sich festiglich ihm er⸗ giebt im Leben. 5. Sorgst du, wie du dich sollst kleiden? JEsus spricht: Sorge nicht,solches thun die Heiden. Schau die Blumen auf den Fel⸗ dern, wie so schoͤn diese stehn, und die Baͤum in Waͤldern. 6. Sorgt ein Vogel auf den Zweigen, wenn er singt, huͤpft und springt, wer ihm soll anzeigen, was er sol 0 und Regierung. 307 soll und trinken? Nein/ ach nein, er allein folgt des Himmels Winken. 7. Ach der Glaube fehlt auf Erden: waͤr er da, muͤßt uns ja, was uns noth ist, werden. Wer GOtt kann im Glauben fassen, der wird nicht, wenns gebricht, von ihm sein verlassen. Wer Gerechtigkeit nachtrachtet, und zugleich GOttes Reich uͤber alles achtet, der wird wahrlich nach Verlangen Speis und Trank lebenslang wie im Schlaf erlangen. 9. Laß die Welt denn sich bemuͤhen immerhin: ach mein Sinn soll zu IEsu fliehen. Er wird geben, was mir fehlet, ob ers oft unverhofft eine Weil verhehlet. 10. Will er pruͤfen mei⸗ nen Glauben, und die Gab/ die ich hab, mir gar lassen rauben: so muß mir zum Besten kommen, wenn GOtt mir alles schier hat hinweg genemmen. 11. Er kann alles wie⸗ der geben: wenn er nimmt, so bestimmt er sein Wort zum Leben; ach wie viele fromme Seelen leben so, und sind froh ohne Sorg und Quaͤlen! 12. Sie befehlen GOtt die Sorgen, wie er will, und sind still immer im Verborgen. Was GOtt will ist ihr Vergnuͤgen, und wies er ohngefaͤhr will mit ihnen fuͤgen. 13. Doch kann ihnen nicht versagen GOtt ihr Brod in der Noth, wenn er hoͤrt ihr Klagen. Er kommt wahrlich sie zu troͤten, eh mans meint und erscheint, wenn die Noth am groͤßten. 14. Ihre Sorg ist fuͤr die Seelen, und ihr Lauf geht hinauf zu den Felsen⸗ hoͤhlen, zu des HErren IEsu Wunden; hier sind sie aller Muͤh und der Noth entbunden. 15. Nun, HErr JEsu, meine Freude, meine Sonn/ meine Wonn, meiner See⸗ len Weide: sorge nur fuͤr meine Seelen, so wird mir auch allhier nichts am Leibe ehlen. 16. Alles sei dir unver⸗ hohlen, was mir fehlt, was mich quaͤlt, großer GOtt, befohlen; sorge du, so will ich schweigen, und vor dir nach Gebuͤhr meine Kniee beugen. 17. Ich will dir mit bort hn danken fort und ort, hier und dort, und will nimmer wanken. Lob und Preis sei deinem Na⸗ men! Sei mein Theil, Huͤlf und Heil, liebster IEsu! Amen. Laurentius Laurenti. In eigener Alelodie. er nur 366. den lie⸗ ben GOtt laͤßt walten, und hoffet auf ihn allezeit/ der wird ihn wunderlich erhalten in allem Kreuz und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhoͤchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was — 308 Von güättlicher Vorsorge 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur groͤßer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille, und sei doch in sich selbst vergnuͤgt, wie unsers GOttes Gnaden⸗ Wille, wie sein Allwissen⸗ heit es fuͤgt: GOtt, der uns ihm hat auserwaͤhlt/ der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nuͤtzlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden, und merket keine Heuchelei: so kommt GOtt, eh wir uns ver⸗ sehn, und laͤsset uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von GOtt verlassen seist, und daß GOtt der im Schooße sitze. der sich mit stetem Gluͤcke speist. Die Folgezeit veraͤndert viel, und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja GOtt sehr schlechte Sachen, und ist dem Hoͤchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; GOtt ist der rechte Wun⸗ dermann, der bald erhoͤhn, bald stuͤrzen kann. 7. Sing, bet und geh auf GOttes Wegen, ver⸗ richt das Deine nur ge⸗ treu, und trau des Him⸗ mels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf GOtt setzt. den verlaͤßt er nicht. Georg Neumark. In eigener Melodie. GOtt 367. 2 um aus nicht giebt sein Gunst, so arbeit jedermann umsonst; wo GOtt die Stadt nicht selbst bewacht, so ist um⸗ sonst der Waͤchter Wacht. 2. Vergebens, daß ihr fruͤh aufsteht, dazu mit Hunger schlafen geht, und eßt eur Brod mit Ungemach: denn wems GOtt K giebt ers im Schlaf. 3. Nun sind sein Erben unsre Kind, die uns von ihm gegeben sind: gleich wie die Pfeil ins Starken Hand, so ist die Jugend GOtt bekannt. 4. Es soll und muß dem gschehen wohl, der dieser hat sein Koͤcher voll; sie werden nicht zu Schand noch Spott, vor ihrem Feind bewahrt sie GOtt. 5. Ehr sei GOtt Vater und dem Sohn, sammt heilgem Geist in Einem Thron, welchs ihm auch also sei bereit von nun an bis in Ewigkeit. Johann Kolroß. Mel. Alle Menschen müssen sterben. i 368. Were n und Regierung. 309 wohl loben, maͤchtiger HErr Zebaoth? Sende mir dazu von oben dei⸗ nes Geistes Kraft, mein GOtt. Denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, großer Koͤnig, Dank dafuͤr. 2. HErr, entzuͤnde mein Gemuͤthe, daß ich deine Wundermacht, deine Gna⸗ de, Treu und Guͤte stets erhebe Tag und Nacht. Denn von deinen Gna⸗ denguͤssen Leib und Seele iausen muͤssen. Tausend, tausendmal sei dir, großer Koͤnig, Dank dafuͤr. „Denk ich nur der Suͤndengassen, drauf ich haͤufte Schuld mit Schuld/ so moͤchte ich vor Schaam erblassen vör der Lang⸗ miuth aind Geduld, womit du, o GOtt, mich Armen hast getragen mit Erbar⸗ men. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, großer Koͤnig, Dank dafuͤr. 4. Ach ja, wenn ich uͤberlege, mit was Lieb und Guͤtigkeit du durch so viel Wunderwege mich woirwer die Lebenszeit, o weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergruͤnden. Tausend, tausendmal sei dir, großer Kt n, Dank dafuͤr. 5. Du, HErr, bist mir nachgelaufen, 105 zu reißen aus der Glut; denn da mit der Suͤnder Haufen ich nur suchte ir⸗ disch Gut, hießest du auf dies mich achten, wor⸗ nach man zuerst soll trach⸗ ten. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, großer Koͤnig, Dank dafuͤr. 6. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Suͤndenhoͤhle moͤchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgesoͤhnet haben, und mit Kraft zum Leben laben. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, großer Koͤnig/ Dank dafuͤr. 7. Ja, HErr, lauter Gnad und Wahrheit sind vor deinem Angesicht; du, du trittst hervor in Klar⸗ heit, in Gerechtigkeit, Ge⸗ richt, daß man soll aus deinen Werken deine Guͤt und Allmacht merken. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, großer Koͤnig, Dank dafuͤr. 8. Wie du setzest jedem Dinge Zeit, Zahl, Maaß, Gewicht und Ziel, damit keinem zu geringe moͤcht geschehen, noch zů viel, so hab ich auf tausend Wei⸗ sen deine Weisheit auch zu preisen. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, großer Koͤ⸗ nig, Dank dafuͤr. 9. Bald mit Lieben bald mit Leiden kamst du, HErr, mein GOtt, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gaͤnzliches Verlangen moͤcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, großer Koͤnig/ Dank dafuͤr. 10. Wie ein Vater nimmt und giehet, nachdems in ern 310 Von göttlicher Vorsorge und Regierung. dern nuͤtzlich ist, so hast du mich auch geliebet, HErr, mein GOtt, zu jeder Frist, und dich meiner angenom⸗ men, wenns auch gleich aufs hoͤchste kommen. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, großer Koͤnig, Dank dafuͤr. 11. Mich hast du auf Adlersfluͤgeln oft getragen vaͤterlich; in den Thaͤlern, guf den Huͤgeln wunder⸗ bar errettet mich. Wenn schien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Huͤlf ich innen. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, großer Koͤnig/ Dank dafuͤr. 12. Fielen tausend mir zur Seiten, und zur Rech⸗ ten zehnmal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Noͤthen, die mich drangen, ich jedennoch bin entgangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer Koͤnig, Dank dafuͤr/ 13. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Guͤtigkeit, und du hast zu mir geneiget, JIEsu, deine Freundlichkeit, und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch einge⸗ laden. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, großer Koͤnig/ Dank dafuͤr. 14. Tausendmal sei dir gesungen, HErr, mein GOtt, Preis, Lob und Dank, daß es mir so wohl gelungen. Ach laß meines Lebens Gang ferner doch durch IEsu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten. Da will ich, HErr, fuͤr und fuͤr ewig, ewig danken dir. Ludwig Andreas Gotter. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. wei Ding, o 369. Je ich von dir, die wollest du nicht weigern mir, weil ich in diesem Elend bin, bis mich mein Stuͤndlein nimmt dahin: 2. Verfalschte Lehr, Ab⸗ goͤtterei und Luͤgen ferne von mir sei, Armuth und Reichthum gieb mir nicht; doch dieses ich noch fer⸗ ner bitt: 3. Ein ziemlich Noth⸗ durft schaff dem Leib, daß ich kann naͤhren Kind und Weib, daß kein groß Noth noch Mangel sei und auch kein Aeberfluß dabei. 4. Sonst, wenn ich wuͤrd zu satte sein, verleugnet ich den HErren mein, und saget: Was frag ich nach GOtt, ich bin versorgt in aller Noth. 5. Oder wenn Armuth druͤckte mich, zum Stehlen moͤcht gerathen ich, oder mit Suͤnd trachten nach Gut, ohn GOttes Scheu, wie mancher thut. 6. Des HErren Segen machet reich ohn alle Sorg, wenn du zugleich in deinm Stand treu und fleißig bist, und thust, was dir befoh⸗ len ist. Paul Eber. IV. Von Von der Rechtlertigung. 311 IV. Von der Mel. Alle Menschen müssen sterben. 370 Ac ein Wort 5 von großer Treue, das theur und an⸗ nehmenswerth, ehre ich in tiefster Reue lebenslang auf dieser Erd: Hier in diese Welt, ihr Kinder, ein Erloͤser aller Suͤnder JE⸗ sus Christus kommen ist. Trotz nun Welt und Sa⸗ tans List! 2. Schoͤpfer/ ach ich muß bekennen, jetzt zum Preise deiner Gnad: Boͤses war wohl nichts zu nennen, ich war dessen faͤhig satt; lei⸗ der, ach vor andern allen, ließ die Suͤnd ich mir ge⸗ fallen; aber die Barmher⸗ zigkeit sich weit groͤßer an⸗ erbeut. 3. Christe, drum muß ich auch billig hier als ein Exempel sein, wie du freundlich, gnaͤdig, willig alle Suͤnder ladest ein; rufst: Ach kommt, ihr bloͤ⸗ den Tauben, tretet doch herzu im Glauben; ziehet an das Hochzeitkleid in der letzten Gnadenzeit. 4. Hallelujah! kommt, ihr Armen, lobt mit mir des Hoͤchsten Guͤt; laßt uns preisen sein Erbarmen, eitel Gnade uns jetzt bluͤht. Leben er den Todten schen⸗ ket, und mit seiner Lieb uns traͤnket. IEsu, laß uns fuͤr und fuͤr Hallelujah singen dir. Joh. Heinr. Schröder. Rechtfertigung. Mel. ertan thut mich verlangen. 371. Acich wuß dirs klagen, daß ich so elend bin; mein Herz will mir verzagen, mein Suͤnd liegt mir im Sinn; ich kann ihr nicht vergessen, sie ist o groß und schwer; sie hat mich gar hesessen, bracht in Noth und Gefaͤhr. 2. In Suͤnd bin ich empfangen, in Suͤnd bin ich geborn, viel Suͤnd hab ich begangen, darum bin ich verlorn. Ich kann nicht freudig werden, den Himmel anzusehn, und schaͤme mich, auf Erden vor dir, o GOtt, zu stehn. 3. Nun sollt ich ja ver⸗ trauen deinem Sohn JEsu Christ, auf sein Verdienst fest bauen, weil er mein Fuͤrsprech ist: so schreckt mich mein Gewissen, das zweifelt immerdar, und spricht: dich werd verdrie⸗ ßen, daß ich die Suͤnd nicht spar. 4. Ich wollt auch herz⸗ lich gerne bessern das Le⸗ ben mein, mit Werk. Wort und Geberden fromm und o michtvof sein: ich kanns so nicht vollbringen, wie ichs oft hab bedacht; ich laß mich davon dringen des Satans List und Macht. 5. Was soll ich denn nun machen? Wie kann ich doch bestehn? Ich ber er 312 Von der Rechttertigung. der Hoͤll in Rachen, wenn ich dir will entgehn. HErr/ zu dir komm ich wieder, und such Barinherzigkeit; ich falle vor dir nieder, mein Suͤnde ist mir leid. 6. Du hast dein Sohn gegeben fuͤr aller Menschen Suͤnd, daß jedermann sollt leben, der an ihn glauben koͤnnt; will gleich mein Herz nicht trauen, so glaͤub ich dennoch fest; hilf du meinem Unglauben, dein Huͤlfe ist die best. 7. Ich bin nicht werth der Guͤte, die du an mir gethan, daß fuͤr mich mit seinm Blute bezahlt dein lieber Sohn; bedarf es doch nothwendig,/ und glaͤub dem Worte dein, das mir zusagt bestaͤndig: Wer glaͤubt, wird selig sein. 8. So wahr, als ich selbst lebe, sprichst du, ewiger GOtt, ungern ich uͤbergebe den Suͤnder in den Tod; ich will, daß er umkehre und leb ewig bei mir. Darum komm ich, mein HErre, ich komm wieder zu dir. 9. Mit deinem heilgen Geiste mein schwachen Glauben mehr, mir Huͤlf und Beistand leiste, sei mein gnaͤdiger HErr. Leit mich auf deine Stege; vor aller Suͤnd und Schand, vor Teufels Strick und Wege bewahr durch deine Hand. 10. Segne mein Leib und Leben, auch mein Be⸗ ruf und Werk, was du mir hast gegeben, behuͤt durch deine Staͤrk; erhör mein Seufzn und Schrei⸗ en, und mein furchtsa⸗ me Wort, daß ich mich dein kann freuen, verachtn des Teufels Mord. 11. Zuletzt laß mich ab⸗ scheiden mit einem selgen End, und nimm aus die⸗ sem Leiden mein Seel in deine Haͤnd. Dafuͤr will ichldich preisen mit schuldger Dankbarkeit. GOtt wird mir Gnad beweisen, und helfn in Ewigkeit. Barth. Rollenhagen. Mel. HeErr, ich habe mißgehandelt. 372 A“* was sind wir ohne IEsum? Duͤrftig, jaͤm⸗ merlich und arm. Ach was sind wir? Voller Elend. Ach HErr JEsu, dich erbarm. Laß dich unsre Noth bewegen, die wir dir vor Augen legen. 2. Wir sind nichts ohn dich, HErr JEsu; hier ist lauter Finsterniß; dazu quaͤlet uns gar heftig der vergifte Schlangenbiß. Dieses Gift steigt zu dem erzen, und verursacht stete Schmerzen. 3. Ach ohn dich, ge⸗ treuer IEsu, schreckt der Teufel und die Hoͤll; die Verdammniß macht mich r da ich steh auf die⸗ er Stell; mein Gewissen ist erwachet, und der Ab⸗ grund flammt und krachet. 4. Ohne dich, herzlieb⸗ ster JIEsu, kommt man nicht durch diese Welt; sie hat fast auf allen Wegen un⸗ Von der Rechttertigung. 313 unsern Fuͤßen Netz gestellt; sie kann trotzen und kann heucheln, und haͤlt uns mit ihrem Schmeicheln. 5. Ach wie kraftlos, Herzens⸗JEsu, richten sich die Kranken auf. Unsre Macht ist lauter Ohnmacht in dem muͤden Lebenslauf. Denn man sieht uns, da wir wallen, oͤfters strau⸗ cheln, oftmals fallen. 6. Darum staͤrk uns, liebster JEsu, sei in Fin⸗ sterniß das Licht; oͤffne unsre TundlicheAuge zeig dein freundlich Angesicht; spiel, o Sonn, mit Le⸗ bensblicken, so wird sich das Herz erquicken. 7. Tritt den Satan, starker IEsu, unter un⸗ sern schwachen Fuß. Komm zu deiner Braut gegan⸗ gen/ hieh ihr einen Liebes⸗ kuß, daß sie Himmelsfreud verspuͤre, und kein Leid sie mehr beruͤhre. 8. Faß uns an, o suͤ⸗ ßer JIEsu, fuͤhr uns durch die Pilgerstraß, daß wir auf den rechten Wegen gehen fort ohn Unterlaß; laß uns meiden alle Strik⸗ ke, und nicht wieder sehn zuruͤcke 9. Laß den Geist der Kraft, HErr IEsu, ge⸗ ben unserm Geiste Kraft, daß wir bruͤnstig dir nach⸗ wandeln nach der Liebe Eigenschaft. Ach HErr, mach uns selber tuͤchtig/ so ist unser Leben richtig. 10. Dann wird Lob und Dank, HErr IEsu, schallen aus des Herzens Grund.; dann wird alles jubiliren, und dir singen Herz und Mund. Dann wird auf der ganzen Er⸗ den IEsus hochgelobet werden. Peter Lackmann. Mel. Liebster JEsu, wir sind hier. 373 as ist je i gewißlich wahr, das sind theure werthe Worte: IEsus Christus stellt sich dar, und ist hier an diesem Orte zu den Boͤsen, nicht zun Frommen, in die Welt herniederkommen. 2. Daß er dort die Suͤndenknecht, die schon in des Todes Rachen, moͤchte ledig und gerecht und aus Gnaden selig ma⸗ chen, unter welchen ich von diesen mich als der vornehmst erwiesen. 3. Aber darum ist an mir die Barmherzigkeit geschehen, auf daß An⸗ dre auch allhier möͤchten durch die Gnade sehen, wie er auch am boͤsen Zwei⸗ ge alle die Geduld erzeige. 4. Daß ich waͤr an mei⸗ nem Theil ein Exrempel denen Leuten, welche an ihn, als ihr Heil, soll⸗ ten in den letzten Zeiten feste glauben und ver⸗ trauen, und ein ewig Le⸗ ben schauen. A. Teller. Mel. O GoOtt, du frommer GOtt. Ner Gnaden⸗ 374. bruñ fleußt noch, den jedermann kann 1⁴ trin⸗ I. V * 3 4 314 Von der Rechttertigung. trinken; mein Geist, laß deinen GOtt dir doch um⸗ sonst nicht winken. Es lehrt dich ja das Wort, das Licht fuͤr deinen Fuß⸗ daß Christus dir allein von Suͤnden helfen muß. 2. Dein Thun ist nicht geschickt zu einem bessern Leben; auf Christum richte dich, der kann dir solches geben: der hat den Zorn versoͤhnt mit seinem theu⸗ ren Blut, und uns den Weg gebahnt zu GOtt, dem hoͤchsten Gut. 3. Die Suͤnden abzu⸗ thun, kannst du dir ja nicht trauen: dein Glaube muß allein auf GOttes Huͤlfe bauen. Vernunft geh wie sie will, der Sa⸗ lan kann sie drehn; hilft GOttes Geist dir nicht, so ists um dich geschehn, 4. Nun, HErr, ich fuͤhle Durst nach deiner Gna⸗ denquelle, wie ein an Hirsch, auf so viel Suͤn⸗ denfaͤlle. Wie komm ich aus der Noth als durch den Gnadensaft? Hilf mir durch deinen Geist, in mir ist keine Kraft. 5. Du hast ja zugesagt: du wollst, die Durst em⸗ pfinden nach, der Gerech⸗ tigkeit, befrein von ihren Suͤnden; nun weiset mir den Weg dein Sohn, der wahre Christ; nur du mußt Helfer sein, weil du voll Huͤlfe bist. 6. O selig, willst du mir von diesem Wasser geben, das traͤnket meinen Geist zu der Gerechten Leben. Gieb diesen Trunk mir stets, du Brunn der Guͤ⸗ tigkeit, so ist mir immer wohl in der Gelassenheit. Christian Knorr v. Rosenroth. In eigener Melodie. 27 S ist das Heil 3 0 5. E uns kommen her von Gnad und lauter Guͤte: die Werk die hel⸗ fen nimmermehr, sie moͤ⸗ gen nicht behuͤten. Der Glaub sieht IEsum Chri⸗ stum an; der hat gnug fuͤr uns all gethan, er ist der Mittler worden. 2. Was GOtt im Gsetz geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhub sich Zorn und große Noth vor GOtt so mannigfalte; vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom Gsetz erfordert allermeist, es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, GOtt haͤtt sein Gsetz drum geben, als ob wir moͤchten felber frei nach seinem Willen leben: so ist es nur ein Spiegel sand der uns zeigt an die uͤndig Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht moͤglich war dieselbig Art aus eignen Kraͤften lassen; wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Suͤnd ohn Maa⸗ ßen. Denn Gleißners Werk GOtt hoch verdammt/ und jedem Fleisch der Suͤnde Schand allzeit war ange⸗ boren. 5. Noch mußt das Gsetz erfuͤllet sein, sonst waͤrn wir Von der Rechtlertigung. 315 wir all verdorben; darum schickt GOtt sein Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Ge⸗ setz hat er erfuͤllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der uͤber uns ging alle. 6. Und wenn es nun er⸗ fuͤllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte. Nicht mehr denn: Lieber HErre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du hast fuͤr mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht betruͤgen; nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nim⸗ mer luͤgen: Wer glaubt an mich und wird getauft, dem⸗ selben ist der Himml er⸗ kauft, daß er nicht wird verloren. 8. Er ist gerecht vor GOtt allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub giebt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht laͤeset. Mit GOtt der Glaub ist wohl daran, dem Naͤchsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus GOtt geboren. 9. Es wird die Suͤnd durchs Gsetz erkannt, und schlaͤgt das Gwissen nieder; das Evangelium kommt zu Hand, und staͤrkt den Suͤn⸗ der wieder; es spricht: Nur kreuch zum Kreuz herzu; im Gsetz ist weder Rast noch Ruh mit allen sei⸗ nen Werken. 10. Die Werk die kom⸗ men gwißlich her aus einem rechten Glauben; denn das nicht rechter Glaube waͤr, wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Naͤchsten Knecht, da⸗ bei wirn Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart der rechten Zeit, was GOt⸗ tes Wort zusagen: wann das geschehen soll zur Freud, setzt GOtt kein gwisse Ta⸗ ge. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List, das solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken; denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewis⸗ ser sein, und ob dein Herz spraͤch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutheit willen GOtt Vater, Sohn und heilgem Geist, der woll mit Gnad erfuͤllen, was er in uns angfangen hat, zu Ehren seiner Majestaͤt, daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd gscheh wie in Himmels Throne; das taͤglich Brod noch heut uns werd; wollst unser Schuld verschonen, als wir auch unsern Schuld⸗ gern thun; laß uns nicht in Versuchung stahn; lös uns vom Uebel. Amen. Paul Speratus. 14²⁷ In *ee ι*—— aa. — ö V. N. 316 Von der Rechtkertigung. In eigener Melodie. Uch Erde, was 376. X erkuͤhn ich mich? Ich Staub und Asche darf ich dich anre⸗ den oder hoͤren, du Fuͤr und Herr der Ehren? 2. GOtt, ich erstarr und steh ja kaum, an meiner Zunge klebt mein Gaum; auch die Gedanken fliehen/ die ich will vor dich shuict 3. GYtt, es erschrickt mein bloͤder Geist, den meine Noth zu dir hinreißt; mein mattes Herz erzittert, der ganze Leib erschuͤttert. 4. Mein Haupt wird schwach und neigt sich gar zu Berge stehen alle Haar; auch alle meine Sinnen gehn allgemach von hinnen. dir, du Strom des Lebens; o halt sie nicht vergebens. 10. Ach ich bin dessen ja nicht werth, was meine Seel von dir begehrt, so hab ichs doch vonndthen: stlaß mich die Noth nicht tödten. 11. Ach HErr, versag⸗ test du mir das, so muͤßte bald mein Lebensglas zum allerletzten laufen, und ich zum Todten⸗Haufen. 12. Ich bin doch dein Geschoͤpf und Kind, ob⸗ leich an mir viel Suͤnden ind. Bin ich von dir ge⸗ wichen, so sieh mich zu dir kriechen. 13. War ich nicht, wie ich sollte, dein, so will ichs jetzt und kuͤnftig sein. HErr⸗ staͤrke nur den Willen, daß 5. 40066 feurig wird mir ich ihn kann erfuͤllen. mein Gesicht, und das, 14, Ach JEsu, wohl er⸗ was meine Zunge spricht, seh ich dich; dein suͤßer An⸗ kann kaum mein Ohr ver⸗blick trostet mich, dein nehmen, ich bin voll Angst Schweiß, die rothen Tro⸗ und Schaͤmen. pfen, dein schweres Her⸗ ö 6. Unwuͤrdig bin ich, du zensklopfen, gerecht; du schlaͤgest mich, 15. Dein in⸗ und aͤußer⸗ HErr, deinen Knecht, nicht/ liches Weh, die Angst, die nur die Augenlieder zu gleichsam ich noch seh/ die deinen Fuͤßen nieder. Geißeln und die Ruthen 7. Du weißst, HErr, und dein so mildes Bluten, was ich bitten will, ach16. Die Ritzen von der dessen ist bei dir gar viel Dornenkron der uͤber⸗ ich will mich gnug zu laben/ machte Spott und Hohn, ö nur ein paar Tropfen haben. die Schmerzen von den 1 8. Laß deinen reichen Stricken, das Kreuz auf Gnaden⸗Quell, zu dem ich deinem Ruͤcken/ mich in Demuth stell, den 17. Der spitzgen Nägel duͤrren Mund bewaͤssern, harter Stahl, der Gallen⸗ so wird sichs mit mir bessern. Trank die Seelenqual, die 9. Die trocknen Lippen funf blutrothen Wunden, lechzen sehr, die Adern die bittern Todesstunden, ächzen mehr und mehr nach 18. Der letzte* as Von der Rechtkertigung. 31⁷7 das Grab, der Stein, das alles ist zum Theile mein, als auch fuͤr mich erlitten und fuͤr mich uͤberstritten. 19. Misch dich, o pur⸗ purfarbnes Blut, in mei⸗ nes Herzens Thraͤnenflut; ach laß mich von dir schmek⸗ ken, und tilge meineFlecken. 20. Du Unschuld, o du seidnes Kleid, bedeckest meine Haͤßlichkeit, umle⸗ gest meine Glieder, und zierest alle wieder. 21. Ihr werthen Wun⸗ den, nehmt mich ein, ihr sollet meine Festung sein, daraus ich kann zertrennen, was mich hart an will rennen. An 22. Nun ich, nicht ich/ mein Heiland, du, du gehst mit mir dem Vater zu; ich hang an deinen Armen, er muß sich mein erbarmen. 23. O Vater, schau auf deinen Sohn: soll ich, so muß er auch davon, und dein Gesichte meiden, er laͤßt mich nicht abscheiden. 2⁴ Vater, ich ver⸗ i mich/ dein huldreich ntlitz zeiget sich durch dei⸗ nes Sohnes Wunden, der mich ihm hat verbunden. 25. Der Gnadenblick vermehret sich, und laͤsset mich ganz seliglich guf sein holdselig Winken in Ruh und Friede sinken. 26. Nun staͤrk ich mich, und laß mir nicht weg⸗ nehmen diese Zuversicht du werdest Vater bleiben, dein Sohn mich dir ein⸗ leiben. Georg Sigm. Vorberg. Mel. O(HZeErr) JEsu Christ, du höchstes Gut. Qch hab, o 377. V HErr, mein GoOtt, durch mich dich zwar erzuͤrnen koͤnnen; wie aber ich versoͤhne dich, weiß ich nicht auszusinnen. Dies weiß ich, daß dein liebstes Kind, an dem man nichts Suͤndhaftigs findt/ ist mein Erloͤser worden. 2. Vom Himmel ist er williglich zu uns hernie⸗ der kommen, und hat aus großer Lieb an sich mein Fleisch und Blut genom⸗ men, daß er mich Schwa⸗ chen heilen moͤcht, und wie⸗ derum zurechte braͤcht, was leider! ich verdorben. 3. Dich hat ein Mensch zu Zorn bewegt, dich mußt ein Mensch versoͤhnen; drum ward auf deinen Sohn gelegt, was billig uns verhoͤhnen und quaͤlen sollt in Ewigkeit. Nun, diese große Guͤtigkeit giebt mir Trost, Heil und Leben. 4. Ja, das ist meine Zu⸗ versicht, dies ist mein ganz Vertrauen. Willst du der Suͤnden halber nicht mich, 10 eh GOtt, anschauen: o siehe mich in Gnaden an, weil gnug fuͤr mich dein Sohn gethan, und meine Schuld bezahlet. 5. Nimm wahr/ o Vater, deinen Sohn, sei gnaͤdig deinem Knechte; kraft sei⸗ nes Leidens meiner schon, und strafe nicht nach Rechte. Wenn du siehst seine Naͤ⸗ gelmaal, so laß doch mei⸗ ner ————— —e⁰⁰—ð,cme 318 Von der Rechttertigung. ner Sůnden Zahl daselbst verborgen bleiben. I1. Darum, o gnaden⸗ reicher GOtt, der du nicht 6 Schau an sein rosin⸗ auszugruͤnden, durch dei⸗ farbnes Blut, fuͤr mich nes Sohnes Blut und Tod am Kreuz vergossen; schau vergieb mir meine Suͤnden. an die schͤne rothe Flut, Laß durch sein Unschuld die mildiglich geflossen. Wei meine Schuld, durch sein dich das Fleisch erzuͤrnet Geduld mein Ungeduld hat, so laß dich auch das ganz ausgetilget werden. Fleisch zur Gnad hinwie⸗ derum bewegen. 12. Laß seine Demuth allezeit vor Hoffart mich 7. Groß ist es, was ich beschuͤtzen; laß wider mei⸗ oft und viel durch Misse⸗nen Haß und Neid mir that verschuldet; jedoch ichseine Sanftmuth nuͤtzen. nicht verzagen will/ weil Er sei mir alles, was ich Chrisius hat erduldet. ge⸗darf, so wird kein Urtheil horsamlich den bittern Tod,sein so scharf, das mich und mir dadurch, o treuer verdammen moͤchte. GOtt, die Seligkeit er⸗ worben. Joh. Heermann.(O HErr mein GOtt, ich habe dich). 8. Groß ist mein Un⸗Mel. HeErr, ich habe Ernemne die deinen orn erwecket; sein Un⸗ mißgehandelt. schuld aber ist das Kleid Esu, Kraft damit sie wird bedecket. 378. Ichel oldden — Kein Mensch so große Herzen, Trost in aller Ban⸗ Suͤnde findt, die nicht in Denscht Labsal in den Suͤn⸗ Christi Tod verschwindt/ enschmerzen, Arzt fur alles der unser Bruder worden. Herzeleid, Pflaster fuͤr die 9. Wer ist so sehr in Todeswunden, das man aller Welt mit Suͤnden⸗stets voll Kraft befunden! schuld beladen, dem Chri⸗2. Meines Herzens sius, unser Losegeld, nicht Bruͤnnlein quillet lauter hilft von gllem Schaden? angebornen Wust; Mark Zwar groß ist meine Mis⸗Uund Adern sind erfullet sethat, noch groͤßer aber durch das Gift der boͤsen GOttes Gnad/ in Christ mir erworben. oLust; kein Blutstropfen ist zu finden, der nicht starrt 10. Ja, wenn man legte von andern Suͤnden. Christi Pein und aller Men⸗ 3., Ja, ich stecke voller schen Suͤnden in gleiche Pfeile durch den Teufel, Waageschalen ein; sowuͤrde Fleisch und Welt; eh ich sich befinden ein solcher gro⸗zu dem Helfer eile, werd 6er Unterscheid, als zwi⸗ich wiederum gefaͤllt; meine schen Nacht und Tageszeit/ Seele muß erliegen, eh sie als zwischen Hoͤll und recht kann Athem kriegen. Himmel. 4. Will ich mich zu dir er⸗ Von der Rechtkertigung. 319 erheben, wird vor Traͤg⸗ heit nichts daraus; wenn dein Geist in mir solllleben, jagt das wilde Fleisch ihn aus, daß ich auch die Qual der Schulden fort nicht laͤnger kann erdulden. Drum du Heil der kranken Suͤnder, Brunn/ von dem das Leben springt, selbst das Pflaster und Ver⸗ binder, dessen Kur stets wohl gelingt: du kannst Pein und Schmerzen lindern, ig des Todes Stoß ver⸗ hindern. 6. Komm, o HErr, und druͤck in Gnaden mir dein Bild ins Herz hinein, so wird meinem alten Scha⸗ den durch dein Blut ge⸗ holfen sein; salbt dein Oele meine Wunden, so bin ich genug verbunden. 7. Floͤßest du denn mei⸗ ner Seele dich, o Helfer, selber ein, so wird meiner Adern Hoͤhle voller neues Leben sein; ja mein Mund wird voller Weisen deinen Finger ewig preisen. Christian Knorr von Rosenroth. Mel. Kommt her zu mir, spricht GOttes Sohn. hr armen 379. 3 Suͤnder, kommt zu Hauf, kommt eilig, kommt, und macht und kann dich retten und umarmen. Komm wei⸗ nend, komm in wahrer Buß, und fall im Glau⸗ ben ihm zu Fuß, er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verlaͤßt sein Schaͤflein nicht, dems in der Irr an Huͤlf gebricht, er sucht es mit Verlangen; er laͤsset neun und neunzig stehn, und sie gar in der Wuͤsten gehn, das eine zu umfangen. 4. Es sucht der liebste JEsus Christ das Schaͤf⸗ lein, das verloren ist, bis daß ers hat gefunden: so laß dich finden/ liebste Seel/ und flieh in JEsu Wun⸗ denhoͤhl, noch sind die Gnadenstunden. 5. O JEsu, deine Lieb ist groß, ich komm muͤh⸗ selig, nackt und bloß, ach laß mich Gnade sinden. Ich bin ein Schaf, das sich verirrt, ach nimm mich auf, weil ich ver⸗ wirrt im Strick und Netz der Suͤnden. 6. Ach wehe mir, daß ich von dir gewichen bin zum Abgrund schier; ach laß mich wiederkehren zu deinem Schafstall, nimm mich an, und mach mich frei von Fluch und Bann, dies ist mein Herz⸗Be⸗ euch auf, muͤhselig und be⸗ gehre laden; hier oͤffnet sich das IEsus⸗Herz fuͤr alle, die in Reu und Schmerz er⸗ kennen ihren Schaden. 2. Es heißt: er nimmt die Suͤnder an; drum komm/, dein IEsus will ehren. 7. Laß mich dein Schaͤf⸗ lein ewig sein, und du mein treuer Hirt allein im Leben und im Ster⸗ ben; laß mich vom eitlen Weltgesind ausgehn, und mich als GOttes Kind um —— . * . V. 320 Von der Rechtlertigung. um dich, mein Schatz, bewerben. 8. Ich will von nun an sagen ab der Suͤndenlust bis in mein Grab, und in dem neuen Leben, in Heilig⸗ und Gerechtigkeit, dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. 9. Ach nimm dein ar⸗ mes Taͤublein ein, und laß es sicher bei dir sein in deinen Wundenhoͤhlen; be⸗ wahre mich vor Suͤn⸗ den⸗Werk, und gieb mir deines Geistes Staͤrk an Leib und an der Seelen. Laurentius Laurenti. In eigener Melodie. 3 80 mmanuel, deß Guͤte nicht zu zaͤhlen, der Kranken Arzt, der Bloͤden Heil, verborgner GOtt, du Trost betruͤbter Seelen, der geist⸗ lich Armen Herzens⸗Theil! da du, JEsu, selber woh⸗ nest, neigst auf ihr Geschrei dein Ohr, und mit viel Geduld verschonest das zerbrochne Glaubensrohr. 2. Ach siehe doch die Hoͤllenangst, den Schmer⸗ zen, der so viel Seufzer aus mir zwingt. Ach steure doch, HErr, mei⸗ nem eignen Herzen, aus dem der boͤse Quell ent⸗ springt, das mir will dein Wort vernichten: ach HErr, laß es ihm nicht zu; laß mich nicht den Sagtan sichten, meinen Glauben flaͤrke du. 3. Ich kaͤmpf, ich schrei, ich aͤngste mich, ich bete, und bin erbaͤrmlich zuge⸗ richt; und wenn ich gleich mit Weinen vor dich trete, so trau ich doch mir sel⸗ ber nicht, eb denn dies, warum ich klage, mir auch wohl Herzen geht, weil des boͤsen Zweifels Plage aus mir leider selbst entsteht. 4. Mein Beten ist voll zweifelnder Gedanken; wenn gleich dein Wort und Trost erschallt, so ist und bleibt mein Glaube doch voll Wanken, mein Herze scheinet todt und kalt; es ist so voll Angst und Zagen und ganz in sich selböst verwirrt, ich kann kaum mich selbst ver⸗ tragen, so gar ist mein Sinn verirrt. 15 5. Die Wunder, die ich vormals selbst gepriesen, die du von Anfang hast gethan, und die du mir insonderheit erwiesen, seh ich wie jener Blinde an, der die Menschen sah als Baͤume: ja, ich halt sie kaum fuͤr dein, und ist mir/ als ob mirs traͤume, daß sie je geschehen sein. 6. Wenn ich mein Herz mit deinem Wort will stil⸗ len, und halte mit viel Thraͤnen mir die suͤße Schrift von deines Va⸗ ters Willen und meines JEsu Leiden fuͤr, ists, als ob ich Maͤhrlein hoͤrte, fin⸗ de keinen Glaubenssaft, und was vor mein Herze naͤhrte, giebt mir jezund keine Kraft. 7. Wie kann ich doch dem Von der Rechtkertigung. 32¹ dem boͤsen Herzen trauen, das auch dein Wort mir niederreißt, den Grund, darauf ich soll mein Hof⸗ fen bauen, und mich an allem zweifeln heißt; das ich muß zum Beten zwin⸗ gen, und kanns mitten im Geschrei leider doch nicht dahin bringen, daß es son⸗ der Zweifel sei. 8. Erforsche doch, erfah⸗ re, wie ichs meine, durch⸗ suche doch mein boͤses Herz/ und pruͤfe mich, mein GOtt, warum ich weine, ob dies wahrhaftig sei mein Schmerz, daß mein Glau⸗ bensdocht so wanket, daß mein Herz so laulich ist, und dir nicht mit Andacht danket, ob du mir mein Alles bist. 9. Findst du dennoch bei mir den rechten Willen, daß mein Herz um den Glauben schreit, so laß sich doch das Ungewitter stillen, das in mir vegt den Zweifel⸗Streit. Ist mein Glaube klein und schmach⸗ tig, bin ich elend, blind und bloß, so sei deine Gnade maͤchtig und in meiner Schwachheit groß. 10. Sollt aber, ach! mein Glaube sein verblichen, hat sich vielleicht mein Herz der Welt, die mir mit ih⸗ rem Fuͤrsten nachgeschli⸗ chen, und denen Thoren zugesellt, die ganz keinen GOtt nicht glauben: ach so aͤndre meinen Sinn; laß mich, JEsu, dir nicht rauben, mich, der ich dein eigen bin. 11. Du kannst ja, GOtt, die Todten auferwecken wie sollt dir denn unmoͤg⸗ lich sein, des Glaubens Licht auch wieder anzu⸗ stecken, und ein neu Herz zu geben ein, das sich wieder zu dir kehre, trenlich und ohn Heuchelei, ohne Zwei⸗ felmuth dich ehre, und sich lasse deiner Treu? 12. Du kannst, mein Heil, und mußt mein Za⸗ gen enden, dein 19˙0 Ehre wills von dir, ich bin ja dein und steh in deinen Haͤnden; was huͤlf dein schmerzlich Leiden mir, wenn du mich wolltst fal⸗ len lassen, weil ich Glau⸗ benskranker nicht dich ge⸗ trost und fest kann fas⸗ sen, weil mein Herze mit mir fichtꝰ? 13. Zwar hab ichs wohl mit Traͤgheit und mit Suͤnden schon laͤngst, o GOtt, verdient, daß ich jetzt weder Trost noch Glau⸗ ben kann empfinden: ach, aber ach erbarme dich! JIE⸗ su, hilf dem Unvermoͤgen, ich will; wenn ich aber ach! dir mein Herz recht vor soll legen, auch mein Wollen ist sehr schwach. 14. Ach staͤrke, HErr, das Wollen und das Koͤn⸗ nen, und gieb mir den ge⸗ wissen Geist, daß ich mich wieder freudig dein kann nennen, und glauben, wie dein Wort michs heißt; kann ich dich nicht feste halten, desto fester halt du mich; laß mein Herz nicht ganz erkalten, bis mein Glaub erholet sich. 14* 15. Trotz 32² Von der Rechttertigung. 15. Trotz meines Her⸗ zens zweifelnden Gedan⸗ ken, trotz meinem bosen 5 W0 und Blut, das mich so quaͤlt und macht mich immer wanken, daß mein Gemuͤthe nimmer ruht/ sollst du doch mein JE⸗ sus bleiben; ich will beten und an dich, HErr, wie schwach es ist, doch glaͤu⸗ ben, ist mein Herz gleich wider mich. 9* 16. Kann ich gleich nicht so, wie ich wuͤnsche, siegen/ und fall aus Schwachheit bald zuruͤck, so will ich doch mit GOtt nicht unterlie⸗ gen: ach JEsu, gieb mir einen Blick) wie du dort dem Petro gabest, der schon ganz gefallen war, daß du meine Seele labest, und entreißest der Gefahr. 17. Rur zuͤrne nicht mit deinem schwachen Kinde, und habe, HErr, mit mir Geduld; auch rechne mir, was ich in mir befinde, nicht zur Verdammniß und zur Schuld. Laß die Schwachheit mir nicht schaden, weil du kein Ver⸗ dienst 109 ous sondern doch nur bloß aus Gnaden uns die Sellgkeit gewaͤhrst. 18. Ach, aber ach! ists 19 Kagde ists dein Wille, so laß den Kelch doch von mir gehn, und mache mich von der Versuchung stille, und laß mich wieder feste stehn, und mit aͤngstlichen Gedanken in dem Glauben, den mein Mund frei beken⸗ Mel. O Gott, du frommer GOtt. 381. as kann ich doch fuͤr Dank, o HErr, dir dafuͤr sagen, daß du mich mit Geduld so lange Zeit getragen, da ich in man⸗ cher Suͤnd und Uebertre⸗ tung lag, und dich, du from⸗ mer GOtt, erzuͤrnte alle Tag? 2. Sehr große Lieb und Gnad erwiesest du mir Ar⸗ men; ich fuhr in Bosheit fort, du aber in Erbar⸗ men; ich widerstrebte dir/ und schob die Buße auf; du schobest auf die Straf, daß sie nicht folgte drauf. 3. Daß ich nun bin be⸗ kehrt, hast du allein ver⸗ richtet; du hast des Sa⸗ tans Reich und Werk in mir vernichtet. HErr, dei⸗ ne Guͤt und Treu, die an die Wolken reicht, hat auch mein steinern Herz gebro⸗ chen und erweicht. 4. Selbst konnt ich all⸗ zuviel beleidgen dich mit Suͤnden, ich konnte aber nicht selbst Gnade wieder finden; selbst fallen konnte ich, und ins Verderben gehn, ich konnte selber nicht von meinem Fall aufstehn. ö 5. Du hast mich aufge⸗ richt, und mir den Weg gewiesen, den ich nun wan⸗ deln soll: dafuͤr sei, HErr, epriesen. GOtt sei ge⸗ obt, daß ich die alte Suͤnd net/ nicht so wanken: mach⸗ o Arzt, mein Herz gesund. Henriette Kath. v Gersdorf. nun haß, und willig ohne Furcht die todten Werke laß. 6. Da⸗ Vom Frieden GOttes. 323 6. Damit ich aber nicht aufs neue wieder falle, so gieb mir deinen Geist, die⸗ weil ich hier doch walle, der meine Schwachheit staͤrk und darin maͤchtig sei und mein Gemüthe stets zu deinem Dienst erneu. 7. Ach leit und fuͤhre mich, so lang ich leb auf Erden/ laß mich nicht ohne dich durch mich gefuͤhret werden. Fuͤhr ich mich ohne dich, so werd ich bald oerfuͤhrt. Wenn du mich fuͤhrest selbst, thu ich, was mir gebuͤhrt. 8. O GOtt, du großer Gott, o Vater, hoͤr mein Flehen. O JEsu, GOttes Sohn, laß deine Kraft mich sehen. O werther/ heilger Geist, regiere mich allzeit, daß ich dir diene hier und dort in Ewigkeit. Dav. Denicke. Mel. Uun freut euch, lieben Christen gmein. 382. enn dein herzlieb⸗ ster Sohn, o GOtt, nicht waͤr auf Erden kommen, und haͤtt, als ich in Sun⸗ den todt, mein Fleisch nicht angenommen: so mußt ich armes Wuͤrmelein zur Hoͤlle wandern in die Pein um meiner Suͤnden willen. 2. Jetzt aber hab ich Ruh und Rast, darf nim⸗ mermehr verzagen, weil er die schwere Suͤndenlast fuͤr mich hat selbst getragen; er hat mit dir versoͤhnet mich, da er am Kreuz ließ tödten sich, auf daß ich selig wuͤrde. 3. Drum ist getrost mein Herz und Muth mit kind⸗ lichem Vertrauen; auf dies sein rosinfarbnes Blut will ich mein Hoffnung bauen, das er fuͤr mich vergossen hat, gewaschen ab die Mis⸗ sethat, und mir das Heil erworben. 4. In seinem Blut er⸗ quick ich mich, und komm zu dir mit Freuden; ich suche Gnad demuͤthiglich/ von dir soll mich nichts scheiden. Was mir erwor⸗ ben hat dein Sohn durch seinen Tod und Marter⸗ kron soll mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Ge⸗ setz herruͤhret. Wer sich in eignem Werk erfreut wird jaͤmmerlich verfuͤhret; des HErren JIEsu Werk allein, das machts, daß ich kann selig sein, der ichs mit Glauben fasse. Johann Heermann. V. Vom Frieden GOttes. In eigener Melodie. — riede, ach 383. WSriebe, ach göttlicher Friede, vom Va⸗ ter durch Christum im heiligen Geist, welcher der Frommen Herz, Sinn und emuͤthe in Christo zum ewigen Leben aufschleußt: den tt!! t/ä..7 ππ⁰m]ì m 32⁴ Dom Frieden GOttes. den sollen die gaͤubigen Seelen erlangen, die alles verleugnen und JEsu an⸗ hangen. 2. Nichte deswegen, friedliebende Seele, dein Herze im Glauben zu JIE⸗ su hinan; was da ist dro⸗ ben bei Christo, erwaͤhle, verleugne dich selbst und den irdischen Pflan. Nimm auf dich das sanfte Joch Christi hienieden, so fin⸗ dest du Ruhe und goͤtt⸗ lichen Frieden. 3. Nahm doch der Mitt⸗ ler des Friedens vie Schmerzen von wegen des Vaters Versoͤhnung auf sich; nimm dies, o Seele, recht fleißig zu Her⸗ zen, und siehe, was thut wohl dein JEsus fuͤr dich: Er bringet mit seinem Blut Friede zuwege, und machet, daß alle Unruhe sich lege. . Nun dafuͤr bist du ihm ewig verbunden, du sollst dafuͤr gaͤnzlich sein Eigenthum sein; weil er dir ewge Erloͤsung erfun⸗ den, und schleußt dich im Gnaden⸗ und Friedens⸗ bund ein; drum siehe, daß du dich ihm gaͤnzlich ergie⸗ best, und immer bestaͤndig von Herzen ihn liebest. 5. Siehe, von seinen Fried⸗Bundes⸗Genossen erfordert er herzliche Lie⸗ be und Treu, darum sollst du von dir alles ausstoßen, was seiner feindseligen Ge⸗ ee Welt, Teu⸗ el und Suͤnde, die mußt du nicht leiden, was JEsu zuwider ist, fliehen und meiden. 111 6. Weislich und fleißig mußt du dich entschlagen der boͤsen Gesellschaft und fuͤndlichen Rott, welche den weltlichen Luͤsten nach⸗ jagen, nicht fuͤrchten und lieben den heiligen GOtt; denn die sich zu solchen Gottlosen gesellen, die fah⸗ ren mit ihnen hinunter zur Hoͤllen. 7. Kuͤchlein die bleiben bei ihrer Gluckhenne, sie schreien und laufen den Raben nicht nach; also auch, Seele, nur Acher nachrenne, dich suͤndlicher Brut und Weltvoͤgel entschlag; so wird auch dein Heiland sein Kuͤch⸗ lein beschirmen, wenn auf dich Welt, Teufel und Hoͤlle losstuͤrmen. 8. Liebe und uͤbe, was IEsus dich lehret, und was er dir saget, dasselbige thu. Hasse und lasse was sein Wort verwehret, so findest du Frieden und ewi⸗ ge Ruh. Denn selig, die also sich JEsu ergeben, und anem und heilig nach seinem Wort leben. 9. IEsu, du Herzog der Friedens⸗Heerschaaren, o Koͤnig von Salem, ach zeuch uns nach dir, daß wir den Friedens⸗Bund treu⸗ lich bewahren, im Wege des Friedens dir folgen allhier. Ach laß uns doch deinen Geist kraͤftig regie⸗ ren, und dir nach im ien. den zum Vater hinfuͤhren. Barth. Crasselius. Mel. vom Frieden GOttes. 32⁵ Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. sch ewuͤnschter 384. G Sabbath/ heilge Stille, o Paradies der GOttes ⸗Fülle, o Seelen⸗Lust, o suͤße Ruh; mein Braͤutigam voll Preis und Ehren laͤßt sich in seinem Tempel hoͤren, spricht seiner Braut recht lieblich zu. Mein Herz, ach sei doch weit, freu dich der Herrlichkeit, Zions Lade der GOttes Macht, des Himmels Pracht wird dir, mein Herz, jetzt zu⸗ gebracht. 2. Was huͤpft ihr doch, ihr stolzen Huͤgel? Hier glaͤnzet ja des Geistes Sie⸗ gel, hier ist die guͤldne Davidsstadt. Was fragt mein Licht nach Kalk und Steinen: im Herzen will er herrlich scheinen, wo er sein. Heerd und Feuer hat. Das ist das Heiligthum, der Seelen Schmuck und Ruhm. Hallelujah! das reudenmahl, der Ehren⸗ aal thut sich schon auf im Jammerthal. 3. Nun ist der Vorhang aufgezogen, hier ist der Thron und Ehrenbogen/ hier glaͤnzt und strahlt mein Freudenlicht. Ihr Sera⸗ phim, deckt Augn und Fuͤße; ich aber schau, was ich genieße, mit aufgedeck⸗ tem Angesicht. Das Lamm, mein Braͤutigam, der Held aus Davids Stamm sprin⸗ get, buͤyfet, kommt mir so nah und ist schon da, und wohnt in mir, Hallelujah! Mel. Sieh, Kon bin ich, 420 lönig. ch will ein⸗ 385. V sam und gemeinsam mit dem eingen GOtt umgehn, und die Sinnen halten innen, was nicht GOtt ist/ lassen stehn; das Getuͤmmel und Ge⸗ wimmel will sich nicht zu mir verstehn. 2. O du suͤße stille Wuͤste/ da all das Geschoͤpfe schweigt, da das Herze ohne 4——3 sich zum der Ha Schoͤpfer neigt, und er Haͤnde Unterpfaͤnde sei⸗ nem schoͤnsten IEsu reicht! 3. Mir hier stinket, was da blinket nach der eitlen Herrlichkeit, weil ich ein⸗ sam und gemeinsam handle mit der Einigkeit; mit GOtt leb ich, an GOtt kleb ich in und außer aller Zeit. 4. Nach der Stille, ohn Gewuͤhle, hat mein Hei⸗ land selbst getracht, und im Hause, und nicht drau⸗ ßen, dreißig Jahre zuge⸗ bracht, da er fleißig, ja das weiß ich, vor GOtts Pfor⸗ ten hat gewacht. 5. Himmlisch Wesen, laß genesen mich in deiner Gegenwart; und hergegen ganz ablegen Esaus welt⸗ esinnte Art, die das Brau⸗ en liebet draußen, und sich nicht vorm Feind bewahrt. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 386 Lal mich dich, mein Heiland, loben in der sanften Her⸗ zens⸗ ö . „ 326 Vom Frieden GOties. zens⸗Still, trotz der stolzen Sinnen Toben, trotz dem strengen Eigenwill. Du/ du selbsten leg die Wellen, halt der Stuͤrme Rachen zu; laß Vernunft⸗Wind nicht mehr bellen, noch versteren meine Ruh. 2. So wird deines Gei⸗ stes Leben, deiner From⸗ men Herzenssaft, auf den stillen Wassern schweben mit der holden Himmels⸗ kraft; so wird meine Seele singen von des frommen Vaters Treu, und dir ein Dankopfer bringen, das dir wohlgefaͤllig sei. Du wirst selbst die Wort mich lehren in der sanften Einsamkeit, wie ich dich recht soll verehren hier noch in der Lernenszeit. Ach daß ich mich sollte tränken aus dem suͤßen Liebessee, daß ich mich ganz drein sollt senken, zu vergessen Welt und Weh. 4. So wollt ich ganz ohn Aufhoͤren, in verstärk⸗ tem Liebesmuth, JEsu/ stets dein Lob vermehren, du mein liebstes, hoͤchstes Gut. Doch du wirsts wohl freundlich machen, wie dirs wohlgefallig ist: dir befehl ich meine Sachen ohne 105„ Heuchel⸗List. „Du wirst mich wohl zu dir ziehen auf dem stillen Friedensmeer; da will i vor Freuden fliehen zu dir, o mein GOtt und HErr. So ists ja dein Wohlge⸗ fallen, GOtt, so freust du dich ganz sehr, willst mit deinen Frommen wallen auf dem schoͤnen stillen Meer. ö 6. Ei so laß mich denn hinfahren nach dem frohen Zions⸗Feld; du wirst mich ja wohl bewahren vor dem Sturm der Suͤndenwelt; laß in mir dein Lob er⸗ schallen, GOtt, daß du dich freuest sehr, wenn wir so in Liebe wallen auf dem schoͤnen stillen Meer. Mel. O du Liebe mri⸗ ner Liebe. 387 eine Seel, ö komm in die Wunden Christi ein zur süßen Ruh, allwo Friede wird gefunden; hin/ 9 Taͤublein, fleuch hinzu; gieb dich wie ein Lamm zufrieden, ruhe aller Sor⸗ gen los, da, wohin er dich beschieden, in dem theuren werthen Schooß. 2. Auf, o Seele, von h. der Erden schwinge dich in JEsu Herz; lasse dir nichts Liebers werden, denn du hast sonst eitel Schmerz. Einem sei dein Herz erge⸗ den, JEsum liebe nur al⸗ lein; ur nach JEsu mußt du streben, olso kannst du ruhig sein. 3. Als ein liebes Schaͤf⸗ lein fuche nur auf JEsu Ruͤcken Platz; Sachen die⸗ ser Welt verfluche, GOtt ch im Himmel sei dein Schatz. O was willst du lange achten auf der Guͤter fal⸗ schen Schein! Pein isto; darum mußt du trachten/ bei dem liebsten Schatz u sein. 1n 4. Hast Vom Frieden GOttes. 32⁷ 4. Hast du Lust, dich zu ergoͤtzen? richte dich nach GOttes Wort; IEsus liebet ohn Verletzen, JE⸗ sus labet hier und dort. Alles ist in ihm zu lieben, er hat allen Ueberfluß, Ruhe, Reichthum ohn Be⸗ truͤben, Lebens⸗Gnuͤge ohn Verdruß. 5. IEsus haͤlt vor an⸗ dern allen Freundschaft; sei ihm nur getreu. Ei was kann dir doch gefal⸗ len? Reichthum? Davon mach dich frei. Dieser Braͤutgam will ja schen⸗ ken in der Welt, was dir ist Noth. Ei so mußt du dich nicht senken ein in dieser Erden Koth. Mel. O JEsu, du bist mein. ein gnug 388. Meuer ter Sinn, wirf die Gedan⸗ ken hin, und wende dich zur Stille, daß dein zerstreuter Wille entflieh der Feinde List, weil ich in keinem Winde solchs sanftes Sau⸗ sen finde, in welchem JE⸗ sus ist. 2. Kehr aus der Erden Rund in deiner Seelen Grund; die schweifenden Gedanken behalt in ihren Schranken, und suche dei⸗ nen Freund mit sanften Liebesblicken, bis er, dich zu erquicken, mit Fried und Ruh erscheint. 3. Weg mit dem Eigen⸗ sinn, durch den ich finster bin; weg mit den wilden Funken, und was mich sonsten trunken in meiner Seele macht. Wirst du es nicht verlassen, so wird dich solches fassen, so blei⸗ bet deine Nacht. 4. Drum glaube ganz Derniß dies i0 dein Hin⸗ erniß; dies macht, daß deine Kraͤfte in aͤußerem Geschaͤfte in lauter Un⸗ ruh stehn. Mag Satan nicht den Willen, den sei⸗ ne Kraͤfte fuͤllen, mit Un⸗ ruh leicht durchwehn? 5. Kehr hierher dein Ge⸗ sicht, du kannst die Ursach nicht der Unruh sonst er⸗ gruͤnden: in dir wirst du es finden, was deinen Frieden stoͤrt; sonst wird selbst in den Waͤldern, und guch in stillen Feldern, die Un⸗ ruh wohl vermehrt. 6. So wage nur den Streit mit deiner Eigen⸗ heit; haͤlt sie dich hart ge⸗ fangen, so stuͤrme mit Ver⸗ langen in GOttes Liebe ein, und laß nicht ab im Ringen, bis alle Bande springen, du wirst bald anders sein. 7. So wirst du Wunder sehn, so wird es dann ge⸗ schehn, daß du in sanftem rieden, von gllem abge⸗ chieden, mit Himmelskraft erfuͤllt, wirst Linderung empfinden; da muß dein Schmerz verschwinden, da wird dein Durst gestillt. 8. Da seufzet man nicht mehr, da giebt man kein Gehoͤͤr den rauschenden Ge⸗ danken; da kann man ohne Wanken in GOttes Liebe ruhn; da kann es 1ů 8 der ee⸗ 328 Vom Frieden GOttes. Seelen an Licht und Recht nicht fehlen; wer will ihr da was thun? 9. Man treibt solch Lie⸗ besspiel, so ofte man nur will; man mag mit GOt⸗ tes Herzen in sanfter Liebe scherzen. Da findt sich kein Verdruß, kein Zornblick kann uns ruͤhren; hier ist sonst nichts zu spuͤren, als suͤßer Ueberfluß. 10. Wie bem ist das Ge⸗ fuͤhl hei diesem Liebesspiel! Wie lieblich ist die Speise, wie angenehm die Weise in diesem Himmels⸗Scherz/ wenn solche suͤße Fluten, mehr als man kann ver⸗ muthen, durchstroͤmen un⸗ ser Herz! 11. Wenn du den Streit der Lust in dir emfinden mußt, wenn Hoͤllen⸗Furcht dich jaget, wenn das Ge⸗ wissen naget, so ist hier Linderung, Verbirgt sich nur der Wille in die er⸗ wuͤnschte Stille, so kaͤm⸗ pfest du genung. 12. Wie sicher wandelst du in dieser stillen Ruh! Hier bleibst du abgeschie⸗ den; denn GOttes reiner Frieden nimmt keine Suͤn⸗ den ein. Es koͤnnen keine Suͤnden den Friedens⸗ grund ergruͤnden, laß dich nur ganz hinein. 13. Wenn man sich traͤge findt, so wird man hier entzuͤndt. Da machet uns das Feuer von Zeit zu Zei⸗ ten freier, wenn den ge⸗ schwaͤchten Geist und die erschoͤyften Sinnen so kraͤf⸗ tiglich von innen des Him⸗ mels Manna speist. 14. Drum folg ich die⸗ ser Spur, und suche dieses nur im Geiste zu erlangen: so haͤlt mich nicht gefangen der Sinnen Gauükelspiel, so bleib ich in den Schran⸗ ken, so laͤuft man ohne Wanken, so dringt man recht zum Ziel. Mel. Zo ist denn nun die Hütte aufgebauet. E ein Salo⸗ 389. Miuo, dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschwert. Wenn sich zu dir mein bloͤdes Herze kehrt, so laͤßt sich hald dein Friedensgeist ver⸗ spuͤren. Dein Gnadenblick zerschmelzet meinen Sinn, und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht ver⸗ schaffen kann. Schau an die Welt/ schau ihren Reich⸗ thum an, er kann ja nicht die muͤden Seelen laben; mein IEsus kanns, er thuts im Ueberfluß, wenn alle Welt zuruͤcke stehen muß. 3. O suͤßer Freund, wie wohl ist dem Gemuͤthe, das im Gesetz sich so er⸗ muͤdet hat, und nun zu dir, dem Seelenleben, naht und schmeckt in dir die wunder⸗ süße Guͤte, die alle Angst, die alle Noth verschlingt und unsern Geist zu sanf⸗ ter Ruhe bringt. 4. Gewiß, mein Freund, wenn deine Liebeszeichen mein vom Frieden GOttes. 329 mein armes Herz so saͤnftig⸗ lich durchgehn, so kann da nur ein reines Licht ent⸗ stehn, durch das ich kann das Vaterherz erreichen, in dem man nichts als nur Vergebung spuͤrt, da eine Gnadenflut die andre ruͤhrt. 5. Je mehr das Herz sich zu dem Vater kehret, je mehr es Kraft und Selig⸗ keit genießt, daß es dabei der Eitelkeit vergißt, die sonst den Geist gedaͤmpfet und beschweret; je mehr das Herz den suͤßen Vater schmeckt, je mehr wird es zur Heiligkeit erweckt. 6. Der Gnadenquell, der in die Seele fließet, der wird in ihr ein Brunn des Lebens sein, so in das Meer des Lebens springt hinein und Lebensstroͤme wieder von sich gießet. Behaͤlt in dir dies Wasser seinen Lauf, so geht in dir die Frucht des Geistes auf. Z. Wenn sich in dir des HErren Klarheit spiegelt, die Freundlichkeit aus sei⸗ nem Angesicht, so wird dadurch das Leben ange⸗ richt, die Heimlichkeit der Weisheit aufgesiegelt, ja selbst dein Herz in solches Bild verklaͤrt und alle Kraft der Suͤnden abgekehrt. 8. Was dem Gesetz un⸗ moͤglich war zu geben, das bringt alsdann die Gnade selbst herfuͤr; sie wirket Lust Ind Heiligkeit in dir, und aͤndert nach und nach dein ganzes Leben, indem sie dich aus Kraft in Kraͤfte fuͤhrt, und mit Geduld und Langmuth dich regiert. 9. Es muͤsse doch mein Herz nur Christum schauen; besuche mich, mein Auf⸗ gang aus der Hoͤh, daß ich das Licht in deinem Lichte seh, und koͤnne schlechter⸗ dings der Gnade trauen. Kein Fehler sei so groß und schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe fuͤhr. 10. Wenn mein Gebrech mich vor dir niederschlaͤget, und deinen Geist der Kind⸗ schaft in mir daͤmpft; wenn das Gesetz mit meinem Glauben kaͤmpft, und lau⸗ ter Angst und Furcht in mir erreget, so laß mich doch dein Mutterherze sehn/ und neue Kraft und Zu⸗ versicht entstehn. 11. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Ar⸗ men, mein Salomo soll mir mein Friede sein; ich wickle mich in deine Gnade ein, mein Element ist einig dein Erbarmen; und weil du mir mein Ein und Al⸗ les bist, so ists genug, wenn dich mein Geist genießt. Christian Friedrich Richter. In eigener Melodie. 390 uhe ist das beste Gut, das man haben kann; Stil⸗ le und ein guter Muth/ steiget himmelan: die suche du. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 2. Ruhe sucht ein jedes Ding, allermeist ein Christ; mein Herz, nach derselben ring + — —* I. V. „ 2—2 330 Vom Frieden GOttes. ring, wo du immer bist, such Ruh, such Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GoOtt ist die Ruh. 3. Ruhe giebet nicht die Welt, ihre Freud und Pracht; nicht giebt Ruhe Gut und Geld, Lust, Ehr, Gunst und Macht; reicht keines zu. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 4. Ruhe giebt die Erde nicht, die ist kugelrund; den sie in die Hoͤh gericht, stuͤrzet sie zur Stund: o schlechte Ruh! Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 5. Ruhe geben kann allein IEsus, Gottes Sohn, ladet alle Menschen ein von des Himmels Thron zur wahren Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 6. Ruhe wer da finden will, komme nur zu mir; hast du gleich des Leidens viel, ich kanns lindern dir/ und geben Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GoOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 7. Ruhe schenkt er allen gleich, die beladen sind. Klein und Große, Arm und Reich, Mann, Weib oder Kind findt bei ihm Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: — zu! GOtt ist die uh. 8. Ruhe schmecket de⸗ nen wohl, die schwer sind edruͤckt und muͤhselig, schmerzenvolf, daß sie, fast erstickt, gern finden Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 9. Ruh aus lauter Gnad verspricht IEsu treuer Mund; sein so freundlich Angesicht aus des Her⸗ zens Grund lockt all her⸗ zu. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 10. Ruhe so gar willig⸗ lich IEsus bietet an: Ich will euch erquicken, ich, ders am besten kann, als selbst die Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 11. Ruhe labet und erquickt suͤßiglich ein Herz, das da druͤckt und fast erstickk Kummer, Kreuz und Schmerz, und schreit: Ach Ruh! Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 12. Ruhe kommt aus Glaͤuben her, der nur JIE⸗ sum haͤlt; JEsus machet leicht, was schwer, richtet auf, was faͤllt: sein Geist bringt Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 13. Ruhe find ich al⸗ lermeist, wo Gehorsam bluͤht; ein in GOtt gesetz⸗ ter Geist macht ein still Gemuͤth und Seelenruh. Hier Vom Frieden GOttes. 331 Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 4. Ruhe waͤchset aus Geduld und Zufrieden⸗ heit, der in GOttes Zorn und Huld und in Lieb und Leid sich giebt zur Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 15. Ruhe hat, wer wil⸗ liglich Christi sanftes Joch hingebuͤcket nimmt au sich: ist es lieblich doch, und schaffet Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 16. Ruhe den erst recht ergoͤtzt, der ein Schuͤler ist, und sich zu den Fuͤßen setzt seines HErren Christ, und lernt die Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 17. Ruhe nirgends lie⸗ ber bleibt, als wo Demuth ziert; was zur Niedrig⸗ keit fein treibt, und herun⸗ ter fuͤhrt, giebt wahre Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 18. Ruhe springet aus der Quell, wo die Liebe fleußt; ist das Herze klar und hell, sanft und still der Geist, da stroͤmt die Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 19. Ruhe, noch mit ei⸗ nem Wort, soll sie ewig sein, willst du ruben hier und dort, dring zu JEsu ein: er ist die Ruh. Hier und dort ist keine Ruh/ als bei GOtt: zu ihme zu! GoOtt ist die Ruh. Johann Caspar Schade. In eigener Klelodie. 391 Woee, wohl * ist mir, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus den Schwer⸗ muths⸗Hoͤhlen, und eile fdeinen Armen zu: da muß die Nacht des Traurens scheiden, wenn mit so an⸗ beulahit Freuden die Lie⸗ e strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden: wer woll⸗ te nicht vergnuͤget werden/ der in dir suchet Ruh und Lust. 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sei also; ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei ei⸗ nem freundlichen Gesicht. In dir vergnuͤgt sich mei⸗ ne Seele, du bist mein Freund, den ich erwaͤhle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt⸗Haß kann mich doch nich' faͤllen, weil in den staͤrksten Un⸗ gluͤckswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich des Moses Eifer druͤcken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hoͤlle meinem Ruͤcken, so steig ich glaͤubig in die Hoͤh/ und flieh in deine Seiten⸗ Wunden: da hab ich schon den SS.. . ö * 332 Von der Freude im heiligen Geiste. den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl tref⸗ fen kann. Tritt alles wi⸗ der mich zusammen, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Fuͤhrst du mich in die Kreuzes⸗Wuͤsten, ich folg, und lehne mich auf dich; du naͤhrest aus den Wolken⸗Bruͤsten, und la⸗ best aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunder⸗ wegen, sie enden sich in Lieb und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren, und uͤber Sonn und Sterne fuͤhren, den fuͤhrest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern duͤster scheinen: mir nicht/ weil Seele, Herz und Muth in dir, der du verlaͤssest keinen, o allerliebstes Leben/ ruht. Wen kann des We⸗ ges End erschrecken, wenn er aus moͤrdervollen Hecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus die⸗ ser finstern Wildniß schei⸗ den zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich; mich kann Welt, Noth und Tod nicht quaͤ⸗ len, weil du, mein GOtt, vergnuͤgest mich. Laß solche Ruh in dem Gemuͤthe nach deiner unumschraͤnkten Guͤte des Himmels suͤßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmei⸗ cheleien, nichts kann als JEsus mich erfreuen. O reicher Trost: Mein Freund ist mein! Wolfg. Christoph Deßler. VI. Von der Freude im heiligen Geiste. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 392*(Ves ist etwas des Hei⸗ lands sein,„ich dein, o IEsu, und du mein,“ in Wahrheit sagen koͤnnen; ihn seinen Hirten, Herrn und Ruhm, und sich sein Schaf und Eigenthum ohn allen Zweifel nennen. Se⸗ lig, froͤhlich sind die See⸗ len, die erwaͤhlen ohn Be⸗ denken, ihrem IEsu sich zu schenken. 2. Schau an die Welt mit ihrer Lust und alle, die an ihrer Brust in hei⸗ ßer Liebe liegen: sie essen, und sind doch nicht satt, sie trinken, und das Her bleibt matt, denn es i lauter Truͤgen. Traͤume, Schaͤume, Schlaͤg im Her⸗ zen, Hoͤllenschmerzen, ew⸗ ges Quaͤlen ist der Lohn betrogner Seelen. 3. Gauz anders ists bei IEsu sein, und als ein Schaͤflein aus und ein auf seinen Wegen gehen. Auf die⸗ Von der Freude im heiligen Geiste. 333 diesen Auen ist die Lust, die GOttes⸗Menschen nur bewußt, im Ueberfluß zu sehen: Weide/ Freude, reine Triehe suͤßer Liebe, Fried und Leben, Staͤrke, Licht und viel Vergeben. 4. Schau, armer Mensch, zu diesem Gluͤck ruft stets dein Heiland dich zuruͤck von jenem Grundverder⸗ ben; er kam deswegen in die Welt, er gab fuͤr dich das Loͤsegeld durch Leiden und durch Sterben. Laß dich willig doch umarmen; sein Erharmen, Blut und Leiden sind ein Meer der Seligkeiten. 5. Du hast es lang ge⸗ nug versucht, ob das, was IEsu Kreuz verflucht, dir wahres Wohl gewäͤhre. Dein Herz sagt: Ja/ fuͤr⸗ wahr es ist so, wie man in der Bibel liest: der Welt Lust, Pracht und Ehre luͤget, truͤget. Wer nur wollte, wie er sollte, ja wer koͤnnte, machte heut dem Spiel ein Ende. 6. Das Wollen und Voll⸗ bringen schafft des Wor⸗ tes JEsu GOttes⸗Kraft: „Mir nach, ihr armen Suͤnder; ihr seid fuͤr mich/ ich fuͤr euch da; koͤnnt ihr gleich nichts, doch bin ich nah, nur folget mir als Kinder; ist doch mein Joch sanft und heilig, nur daß freilich euer Wille mir sich lasse in der Stille!“ 7. O kannst du den Im⸗ manuel so vor der Thuͤre deiner Seel vergeblich ru⸗ fen lassen? Sollt seine un⸗ ermeßne Pein gerad an dir verloren sein? das hieß das Leben hassen. O nein, Schaͤflein, komm und wen⸗ de dich behende zu den Wunden, die dein Hirt fuͤr dich empfunden. 8. Man hat auch wohl ein wenig Schmach und ein und andres Ungemach bei diesem Herrn zu leiden; doch ists nicht werth der Ehr und Freud, die er uns schon von Ewigkeit ge⸗ dachte zu bereiten. Kro⸗ nen, Thronen, Hosianna, himmlisch Manna, Sie⸗ gespalmen folgen auf die Kreuzes⸗Psalmen. 9. Ja, liebe Seele, denk daran: es steht so lang nicht einmal an; schon hier auf dieser Erden soll dir bei jedem Tritt und Schritt Geist, Kraft und Licht auf IEsu Bitt zum frohen Pfande werden; Kraͤfte, Saͤfte uns beleben, Wonne geben, Taborsblicke strah⸗ len oft auf uns zuruͤcke. 10. Von Stund an kann ich nicht mehr mein, des Teufels und der Suͤnde sein, die mich bisher ge⸗ bunden; mein Herr, den ich so sehr betruͤbt, der aber mich viel mehr geliebt, der hat mich uͤberwunden. Nimm mich gaͤnziich, meine Freude, dir zur Beute und zum Lohne deiner blutgen Dornenkrone. 11. Wallt noch in mer⸗ ner Adern Bach ein Troͤpf⸗ lein Bluts, das JEsu Schmach und seinen Sinn wollt hassen: das soll ans Kreuz 334 Von der Freude im heiligen Geiste. Kreuz zum Opfer hin, ich will ehr, was ich hab und bin, als meine Liebe lassen. Ewig bleib ich dir ver⸗ schrieben, o dein Lieben soll mich treiben, auch im Leiden dein zu bleiben. 12. Doch weil ich mir in eigner Kraft das, was ches das Feuer der Liebe gethan. Es flammet mein Muth mit himmlischer Glut; drum stirbet dahin mein irdischer Sinn ⸗ 3. O irdische Sonne, du brennest zwar sehr, wenn du uns bestrahlest und praͤchtig herprahlest; doch allein die Gnade schafft, brennen die Augen des schon oͤfters vorgenommen: so faͤllt mir eben jetzo ein, Braͤutgams viel mehr, wenn er uns anblickt, und daß ich mit aller Muͤh und Feuer abschickt, das hefti⸗ Pein doch nicht zum Zweck ger siicht, als, Sonne/ gekommen. So eil, mein dein Licht ½ Heil, mich zu reiten von 4. Ich slerbe vor Liebe, den Ketten meiner Sn⸗doch Leb ich auch noch; den, die mich wieder Wil⸗ertödtete Glieder, erholet len binden. euch wieder, und ziehet 13. Ach, mach mich von mit Freuden das selige mir selber frei und stehe Joch. Dein himmlischer mir in Gnaden bei, stärk Blanz erneuert mich ganzz meinen schwachen Willen, o IEsu, nur dir, dir leb durch deines werthen Gei⸗ ich hinfuͤr stes Kraft zu uͤben gute 5. Ein göttliches Feuer Ritterschaft, den Vorsatz empfindet die Brust; ich zu erfuͤllen, bis ich endlich weine vor Freuden, und schoͤn geschmuͤcket und ent⸗wüͤnsche solch Leiden doch ruͤcket allem Leiden darfsstetig im Herzen zu fuͤhlen bei dir, dem Laͤmmlein, mit Lust. O suͤßeste Pein/ weiden. Joh. Ehrittan Storr. wie nimmst du mich ein. In eigener Mlelodie. Ach, ach ich weiß nicht, ach wie mir geschicht 6. Wie wird mir doch 393 D lieblichen Blicke, die werden, wenn du mich IJEsus mir giebt, die mas nun wirst mit himmlischen chen mir Schmerzen und Blicken dort ewig erquik⸗ dringen zu Herzen, daß ken/ darnach mit Verlan⸗ ich mich nun gaͤnzlich in gen mein Herze so duͤrstt. IEsum verliebt; drum i stO goͤttliche Zier, ach waͤr auch mein Geist ganz aus sich bei dir; o himmlischer mir gereist, und suchet nu rSchein, komm, hole mich dich, o JEsu, mein Ich ½ seini:/ Christian Fried. Richter. 2. Die strahlenden Au⸗ gen, die zuͤnden mich an mein Herze bekennet, das* lichterloh brennet, daß sol⸗ 394. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. Ott ist mein Licht, der HErr 28 Von der Freude im heiligen Geiste. 335 HErr mein Heil, das ich erwaͤhlet habe; er ist die Kraft, dahin ich eil, und meine Seele labe. Was will ich mich denn fuͤrchten nun, und wer kann mir doch Schaden thun auf dieser ganzen Erden? 2. Wenn mich die boͤse Rott anfaͤllt, und mein so kan will verschlingen, kann sie dieser starke Held gar leicht zu Boden bringen; wenn sich auch gleich ein ganzes Heer legt um mich her, was ists denn mehr? Mein GOtt kann sie bald schlagen. 3. Eins bitt ich nur, das haͤtt ich gern, wenn mirs GOtt wollte geben, daß ich bei ihm, als mei⸗ nem HErrn, stets wohnen sollt und leben, und alle meine Tag und Jahr in sei⸗ nem Hause bei der Schaar der Heiligen vollbringen. 4. Da wollt ich meines Herzens Rehen an seinen Diensten sehen, und ruͤh⸗ men, wie zur boͤsen Zeit mir so viel Guts gesche⸗ hen, da er mich fleißig hat verdeckt in seiner Huͤtten, und versteckt in einem star⸗ ken Felsen. 5. Und also wird er fer⸗ ner noch mich wissen zu regieren/ er wird mich schuͤtzen, und sehr hoch in sichre Oerter führen/ mein Haupt wird uͤber meine Feind, ob sie gleich hoch ber blel ben“ allzeit erhö⸗ het bleiben. 6. Dafuͤr will ich denn wiederum GOtt auf das best erhoͤhen; sein Ruhm soll in dem Heiligthum aus meinem Munde gehen, ich will ihm opfern Dank und in ich will sein Lob, o gut ich weiß, vor allem Hch singen. HErr mein GOtt, bre⸗ wie ich schrei und seufz in meinem Sinne; gieb daß mein Bitten kraͤf⸗ tig sei, und dein Herz ein⸗ gewinne. Mein Herz haͤlt dir, o treuer Hort, bestaͤndig vor dein eigen Wort: Ihr sollt mein Antlitz suchen. 8. Nun such ich jetzt, ach laß mich nicht entgel⸗ ten meine Suͤnden. Ich suche, HErr, dein Ange⸗ sicht, 905 laß mich gnaͤdig finden. Verstoße ja nicht dei⸗ nen Knecht, denn du bists, der mir hilft zurecht, und bringt aus allen Noͤthen. 9. Mein Vater, Mut⸗ ter und was hier sonst ist von guten Leuten, die sind zu schwach, und koͤnnen mir nicht treten an die Seiten: ich bin entsetzt von aller Welt: GOtt aber nimmt mich in sein Zelt/ da find ich alle Gnuͤge. 10. HErr/ mache mir ge⸗ rade Bahn, halt mich in deiner Gnade, und nimm dich meiner herzlich an, daß mir kein Feind nicht schade; denn viel die reden wider mich, und zeugen, das sie ewiglich nicht kön⸗ nen uͤberweisen. 11. Noch dennoch hab ich guten Muth, und glaͤu⸗ be, daß ich werde im Le⸗ benslande GOites beef ort 336 Von der Freude im heiligen Geiste. dort sehn und auf der Erde. Frisch auf, getrost und un⸗ verzagt! wers nur mit GOtt im Glauben wagt, der wird den Sieg erhalten. Paul Gerhard. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. * Ott lebt/ 395. G wie kann ich traurig sein, als wär kein GOtt 1 finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, die ich hier muß em⸗ pfinden. Er kennt mein ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben. Was hilft mir denn mein steter Harm, als muͤßt ich Hun⸗ ers sterben? Er hat je rod, und wenn die Noth uns nach der Wuͤsten wei⸗ set, doch werden wir ge⸗ speiset. 6. GOtt liebt, ob ich die Vaterlieb in Schlaͤgen nicht gleich finde; wie er ein lieber Vater blieb am Kreuz bei seinem Kinde/ so bleibt er mir mein Va⸗ ter hier, der je und je mich Herz und meinen Schmerz/ liebet, obgleich sein Kreuz so darf ich nicht verzagen, betruͤbet. und ihm nur alles klagen. 7. GOtt lebt, wohlan 2. OOtt hoͤrt, wenn nie⸗ich merke das. GOtt hoͤrt, mand hoͤren will: was will ich wills ihm sagen. GOtt der Feind denn sprechen, sieht, er hat ein Thraͤnen⸗ als wuͤrde meiner Seufzer Maaß.(BOtt fuͤhrt, ich Ziel nicht durch die Wol⸗darf nicht klagen. GOtt fen brechen? Schrei ich giebt und liebt: nur un⸗ empor/ so hͤrt sein Ohr, so steigt die Huͤlfe nieder, und schallt das Amen wieder. 3. GOtt sieht, wie kla⸗ et denn mein Herz, als 100 er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz ganz offen⸗ bar erscheinen. Kein Thrän⸗ lein fehlt, so er nicht zaͤhlt, und ins Register setzet, bis er uns drauf ergoͤtzet. . Gott fuhrt, so geh ich immer fort auf allen meinen Wegen; und wenn die Welt durch List und Mord will ihre Stricke legen, so pflegt er mich zwar wunderlich, doch selig auch zu fuͤhren, daß mich kein Fall kann ruͤhren. betruͤbt! Er wird mir end⸗ lich geben, auch dort mit ihm zu leben. Benl. Schmolk. Klel. SOtt Lob, es geht nunmehr zum Ende. 5 Ich bin gewiß 396. in meinem Glauben, der mich in Chri⸗ sum einverleibt. Wer kann mir dieses Kleinod rauben, das mir sein Blut und Tod verschreibt? Sein theures Wort bekraͤftigt dies, drum sagt mein Glaub: Ich bin gewiß. 2. Ich bin gewiß in meiner Liebe, die nur an meinem IEsu klebt, daß, wenn ich mich im Lieben 5. GOtt giebt, und waͤr uͤhe, mein JIEsus in dem Her⸗ Von der Freude im heiligen Geiste. 337 Herzen lebt. Sein Lie ben ist mein Paradies, er lie⸗ bet mich, ich bin gewiß. 3. Ich bin gewiß in meinem Leben, daß IEsu Gnade bei mir ist: die hilft mir allen Kummer heben; wenn sich mein Herz an seines schließt, so acht ich keine Hinderniß. Gott sorgt fuͤr mich, ich bin gewiß. 4. Ich bin gewiß in meinem Leiden, kein En⸗ gel und kein Fuͤrstenthum mag mich von meinem JE⸗ su scheiden, er ist mein Heil, mein Theil, mein Ruhm: so schadet mir kein Schlangenbiß, Geduld sagt doch: Ich bin gewiß. 5. Ich bin gewiß in meinem Hoffen, was ge⸗ Lanfig mn ist, vergeht; was unftig ist, steht mir noch offen, dahin sich auch mein Geist erhöͤht. Die Hoffnung macht die Wermuth suͤß⸗ weil sie stets singt: Ich Th bin gewiß. 6. Ich bin gewiß in meinem Sterben, daß mich kein Tod nicht tödten kann; er macht mich nur zu ei⸗ nem Erben von dem be⸗ derebed Canaan. Ein an⸗ er Lehen folgt auf dies: Mein IEsus lebt, ich bin gewiß. 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, bis aus dem Glauben Schauen wird; e soll mich nichts von JEsu reißen, ich bin sein Schaf, er ist mein Hirt. In Ewigkeit folgt hier lein Riß/ die Losung bleibt: Ich bin gewiß. Benj. Schmolt. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 397*ch habe nun 0 den Grund efunden, der meinen An⸗ er ewig haͤlt: wo anders, als in IEsu Wunden? da lag er vor der Zeit der Welt; den Grund, der un⸗ beweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Er⸗ barmen, das alles Denken uͤbersteigt; es sind die offnen Liebesarme deß, der sich zu dem Suͤnder neigt, dem al⸗ lemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verlo⸗ ren werden; GOit will, uns soll geholfen sein: des⸗ wegen kam der Sohn auf Erden, und nahm hernach den Himmel ein; deswe⸗ gen klopft er fuͤr und fuͤr so stark an unsers Herzens uͤr. 4. Q Abgrund, welcher alle Suͤnden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi: Blut bestaͤndig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit: 5. Darein will ich mich glaͤubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und, wenn mich meine Suͤnden kraͤnken, nur bald nach GOttes Herze schaun; da findet sich zu aller Zeit un⸗ endliche Barmherzigkeit. 15— alles Andre weg⸗ ge⸗ 338 Von der Freude im heiligen Geiste. gerissen, was Seel und Leih erguicken kann; darf ich von keinem Troste wissen, und scheine voͤllig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barm⸗ herzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu druͤcken, ja haͤuft sich Kummer und Verdruß daß ich mich noch in vie⸗ len Stuͤcken mit eitlen Dingen muͤhen muß; ich werde ziemlich sehr zer⸗ streut: so hoff ich auf Barmherzigkeit. ö 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Un⸗ vollkommenheit bemerken, so faͤllt wohl alles Ruͤh⸗ men hin; doch ist auch die⸗ kest wahre Freude, daß ich falsche Freude meide: o du suͤße Lust aus der Liebes⸗ brust 2. Deine reine Quell hche klar und bell geist⸗ iche Erquickungssaͤfte, le⸗ bensvolle Himmelskraͤfte. Deine reine Quell giebt es klar und hell. 3. O gewaltger Trieb, o du IEsus⸗Lieb! O un⸗ endlich tiefe Guͤte, o wie froh ist mein Gemuͤthel O gewaltger Trieb, o du IEsus⸗Lieb 4. Laßt mich in der Ruh, fragt nicht, was ich thu; ich bin durch den Vorhang gangen, JIEsum einig zu umfangen. Laßt mich in der Rüuh, fragt nicht, was ser Trost bereit: so hoff ich th ich auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, da⸗ mit es das nur nicht ver⸗ gißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und guf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde traͤht. Das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens hoͤchst erfreut: O Abgrund der Barm⸗ herzigkeit! Zoh. Andr. Rothe. Mel. Zrelen ⸗Bräntigam. du suͤ 398. O dn s der Liebesbrust, du erwek⸗ — u. 5. Ich bin benedeit, weil mich GOtt erfreut; diese Freud niemand erfaͤhret/ als in dem sich GOtt ver⸗ klaͤret. Ich bin benedeit, weil mich GOtt erfreut. 6. Denn das sinnlich Theil fuͤhlet nicht dies Heil; bloß der Geist der Seelenkraͤfte trinket diese immelssaͤfte. Denn das innlich Theil fuͤhlet nicht dies Heil. 7. In der Sabbathsruh tritt er selbst berzu. O wie große suͤße Wonne strahlet dann von dieser Sonne. In der Sabbaths⸗ ruh tritt er selbst herzu. 8. Alles wird verlenkt, was uns je gekrankt; diese Freud weiß nicht von Lei⸗ den, weil in Freuden uͤber enkt Freuden alles wird sentt Von der Freude im heiligen Geiste. 339 senkt, was uns je gekraͤnkt. 9. O du suͤßer Hort, du lebendigs Wort,/ du mußt niemals mich verlassen hier auf dieser Pilgrimsstraßen, o du suͤßer Hort, du le⸗ bendigs Wort! G. Arnold. Alel. Komm, o komm, du Seist des Lebens. 399.* eicht, ihr Berge, fallt, ihr Huͤgel, GOttes Gnade weicht mir nicht, und der Friede hat dies Siegel, daß GOtt seinen Bund nicht bricht. Die⸗ ses macht mich unverzagt, weil es mein Erbarmer 0 t. 2. Das sind Worte fuͤr die Bloͤden, die sind aller Annahm werth; das heißt an die Herzen reden, das ist Trost, wie man begehrt. GOttes Gnade weicht dir nicht, weil es dein Erbar⸗ mer spricht. 3. Hier ist Kraft fuͤr alle Muͤden, die so manches Elend beugt. Man sindt Gnade, man hat Frieden, welcher alles uͤbersteigt. Mein Erbarmer, sprich mir du dies in allen Nöthen zu. Wenn mich meine Suͤnden schmerzen und der Strafen lange Pein, ach so rede meinem Herzen dei⸗ ne Huld und Frieden ein, daß du mir in JEsu Christ ewig ein Erbarmer bist. 5. Gieb mir einen star⸗ ken Glauben, der dein Wort mit Freuden faßt, so kann mir der Tod nicht rauben, was du mir geschenket hast; auch die Hoͤlle nimmt mir nicht, was mir mein Er⸗ barmer spricht. Philipp Friedrich Hiller. Alel. Mein Freund zer⸗ schmilzt aus Lieb in sei⸗ nem Raeh * ie herrlich Schaͤflein Christi werden, und in der Huld des treu⸗ sten Hirten stehn; kein hoͤh⸗ rer Stand ist auf der gan⸗ zen Erden, als unverruͤckt dem Lamme nachzugehn. Was alle Welt nicht ge⸗ ben kann, das trifft ein solches Schaf bei seinem Hirten an. 2. Hier findet es die an. genehmsten Auen, hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt. Kein Auge kann die Gaben uͤberschauen, die es allhier in reicher Menge schmeckt. Hier wird ein Lehen mitgetheilt, das un⸗ aufhoͤrlich ist, und nie vor⸗ uͤber eilt. 3. Wie laͤßt sichs da so froh und ruhig sterben, wenn hier das Schaf im Schooß des Hirten liegt. Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfaͤrben, sein treuer Hirt hat Hoͤll und Tod besiegt. Buͤßt gleich der Leib die Regung ein, so wird die Seele doch kein Raub des Moders sein. 4. Das Schaͤflein bleibt in seines Hirten Haͤnden, wenn gleich vor Zorn Welt, Hoͤll undAbgrund schnaubt. Es wird es ihm kein wil⸗ der Wolf entwenden, weil der allmaͤchtig ist, an den es glaubt. Es köͤmmt nicht 1⁵* um 340⁰ JEsus-Lieder. .—— n um in Ewigkeit, und wird 6. Doch ist dies nur der Vorschmack groͤßrer Freu⸗ den; es folget noch die lange 5. Wer leben will und Ewigkeit: da wird das Lam̃ cch Tage sehen, der wende die Seinen herrlich weiden, ich zu dieses Hirten Stabz wo der krystallne Strom hier wird sein Fuß auf suͤ⸗ das Wasser beut. Da sie⸗ ßer Weide gehen, da ihm het man erst klar und frei, die Welt vorhin nur Tra⸗wie schön und auserwäͤhlt ber gab; hier wird nichtssein Schaͤflein Christi sei. Gutes je vermißt, dieweil Zoh. Zac. Rambach. der Hirt ein Herr der Schaͤte GOttes ist. MͤI. IEsus⸗ Lieder. 4. Du hast vochin ge⸗ Mel. O GOtt, du from-sagt: 3.. dich 6 mer SOtt. Ruumfassen. Als einstmals 401 Dudei Geist, hat geklagt die Seel, sie mein IEsu sei verlassen sprachst du Christ, das rechte wahre ihr troöstlich zu: Sei still Lehen, kann mie zn. aller und harre doch, ich brin Frist Trost und Erquickung dich bald zur Ruh/ un geben; wenn ich in Angst nehm dir ab das Joch. nur schrei, 5. Wie freundlich sind GOtt, zu dir, so kann dein die Wort! So ich daran bittrer Tod erwecken Freud gedenke, mein allerliebster in mir. Hort, ich mich tief in dich Last befreit in allen Stuͤcken Ehr ich moͤcht vergraben mein Herzz, das so beschwert, sein. n, kriegt gus den Wunden 6. Wie selig ist es doch, Kraft, so suͤßiglich es naͤhrt wenn man dich hat gefun⸗ und macht es tugendhaft.den und der, so traͤgt dein 3. Wie traurig steht das Joch) wird davon leicht geh doch nicht von mir, 7. mein Heiland/ geh nicht weh, wenn du willst wie⸗ weg; ich schreie fuͤr und der gehen da heißts: Rut für: HErr, lehr mich dei⸗stille seh im Wachen und nen Steg! im Flehen. O Seel, n. un⸗ IJEsus-Lieder. 341 unverzagt, halt nur fest am Gebet; den Feind, der dich verklagt, ich bald zu Bo⸗ den tret. 8. So du nun wirst ge⸗ treu in meinen Wegen ge⸗ hen, in wahrer Herzens⸗ Reu auf meine Huͤlfe ehen/ so glaub nur fest, daß ich den Boͤswicht daͤmpfen kann, daß er dir schade nicht/ ob er dich gleich ficht an. 9. Ach daß mein Auge nur waͤr stetiglich gerichtet nach deiner Liebesspur; ich weiß, daß du verrichtet des Hohenpriesters Amt; ich muß ja selig sein, ich werde F nicht verdammt, weil du mein einges Ein. 10. Mein allerliebste Braut, du darfst ja nicht verzagen, ich hab mich dir vertraut, du kannsts nur sicher wagen; ich kann dich lassen nicht vor großer Lie⸗ besflamm; mein Herz mir selber bricht, der ich bin GOttes Lamm. 11. So will ich ferner mich dir ganz und gar er⸗ geben, und glauben festig⸗ lich, du einzig seist mein Leben, der mich nicht las⸗ sen kann, ob du gleich gehst von mir; du weichst, ich hang dir an, und weiche nicht von dir. 2. O du mein trautes Herz, ich will bald wieder kommen, alsdann du him⸗ melswaͤrts sollst werden nufghenommen von dieser argen Welt, da nichts denn G Elend ist, und gehn ins Freudenzelt, da du ganz sicher bist. 13. Nun, ich will war⸗ ten dein mit sehnlichem Verlangen: ach brich doch bald herein mit freuden⸗ vollem Prangen; laß doch von aller Noth und Angst entfernet sein die, so auf deinen Tod vertrauen ganz allein. 14. Hierauf will ich mein Hand dir, liebste Seele, geben; zugleich ein Unter⸗ pfand, den Geist, der giebt das Leben dem, so fast gar verzagt, ja todt in Suͤn⸗ den ist, den sein Gewissen Fut und plagt zu aller ri 15. Wenn auch des Va⸗ ters Will hierin erfuͤllt soll werden, so will ich halten still, bis du mich von der Erden zu dir wirst nehmen hin in jene Herrlichkeit, da, sich mein Herz und Sinn soll freun in Ewigkeit. 16. Ich komm, o edler Schatz, ich hab dich mir erwaͤhlet. Nimm ein, nimm ein den Platz, du bist nun⸗ mehr gezaͤhlet zu denen, so das Land in meines Va⸗ ters Reich ererben, ihm bekannt, und sind den En⸗ Hab Dank, mein Braͤutigam, fuͤr deine große Liebe; du Löw von Juda Stamm, gieb, daß ich nicht betruͤbe den werthen heil⸗ gen Geist, der da will fuͤh⸗ ren hin den, so gen Him⸗ mel reist; der Tod ist mein ewinn. 18. Komm, komm, du selges Kind, geneuß der Himmels⸗Freuden; hin⸗ weg —.—.—— —.— —..—. « 3⁴² JEsus-Lieder. weg ist alle Sünd, ein Ende hat dein Leiden; trink ja mit Freuden ein, was eingeschenket ist; ich mein den suͤßen Wein, bis daß du trunken bist. Mlel. Uun bitten wir den heiligen Geist. 402*Hich mein —2 HErr IE⸗ su, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein; und dein Gnaden⸗ anblick macht uns so selig/ daß auchs Gebeine daruͤber froͤhlich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freund⸗ liches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aher unsre Seele kanns schon gewahren: du kannst dich fuͤhlbar gnug offenbaren, auch ungesehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht waͤr be⸗ dacht. Der haͤtt ohn Ende von Glüͤck zu sagen, und Leib und Seele muͤßt im⸗ mer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnaͤdig/ geduldig sein, uns taͤglich reichlich die Schuld ver⸗ zeihn, heilen, stilln und trö⸗ sten/ erfreun und segnen/ und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach gieb an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommnen Theil, und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Noth und Liebe nach dir zu blik⸗ ken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir wei⸗ nen, so troͤst uns bald mit deiner blutigen Todsge⸗ stalt; ja, die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inuns⸗ leben zu sehen sein. 7. Ein herzlichs Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blutbesprengung aus deinen Wunden erhalt uns solche zu allen Stunden bei Freud und Leid. 8. So werden wir bis in Himmel nein mit dir vergnuͤgt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen, wenn sich das Herz nur an dir stets setzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt/ daß wir beim Drandenken beschaͤmt dastehen! und un⸗ ser Auge muß uͤbergehen vor Lob und Dank. 10. Der Kuß von dei⸗ nem erblaßten Mund macht und erhaͤlt unser Herz verwundt, und die Ueberstroͤmung mit deinem Blute macht uns nach Seele, Leib, Sinn und Muthe dir aͤhnlich sein. Christian Gregor Mel. U“nn komm der Heiden Heiland. wge Weis⸗ 403. E heit, JEsu Christ, da mein rechter Brautschatz ist: hast du schon vorlaͤngst mir nicht ein Verloͤhniß zugericht? 2. Ist die starke Liebes⸗ hand nicht mein sichres Un⸗ IEsus-Lieder. 343 Unteryfand? Hatt ich nicht den Siegelring, als ich + 2 Geist empfing? Hast du mich nicht schon geliebt, ob ich dich gleich noch betruͤbt? Hast du deine Werbung nicht, Braͤu⸗ tigam, auf mich gericht? 4. Bracht der Vater meinen Sinn nicht aus Liebe zu dir hin, als sein unverwehrter Zug den Un⸗ glauben uͤberwog? 5. Als ich mich nun zu dir wandt, machtest du dich mir bekannt, mehr als man Verlobte schaut mit ein⸗ ander sein vertraut. 6. So viel Jahre, Tag und Stund ist mir deine Liebe kund, und der Treu Standhaftigkeit dauert fest auf deiner Seit. 7. Mir ist auch das Hochzeitkleid in mir durch dein Heil bereit: deine Menschheit, JEsu Christ, die mir angezogen ist. Dies ist die Gerech⸗ tigkeit, so die Suͤnde von mür scheidt, da du, in mir neu geborn, bist nunmehr zum Heil erkorn. „Ja, es mangelt mir auch nicht Heiligung, Kraft, Lieb und Licht; du bringst mir wahrhaftig ein, was mein ewig Theil soll sein. 10. Aber Eines fehlt mir hier, das ich nicht ganz find in mir: der verbund⸗ nen Einigkeit unbewegte Festigkeit. 11. Denn mein Wille lenkt sich wohl manchmal aus dir, da er soll in dich in ekehret sein, dringen as Eine ein. 12. Wie du mich nun, ich edler Gast, durch den Geist versiegelt hast/ daß ich weiß⸗/ ich bleibe nun ewig in der Liebe ruhn: 13. Also ziehe meinen Sinn gaͤnzlich in dein We⸗ sen hin, daß ich wie ein Siegel steh, und dich ein⸗ gedruckt mir seh. 14. Ich begehr nur in dein Herz, sonst nicht auf⸗ noch niederwaͤrts; ohne dich will ich nicht sein ir⸗ u gedrucket ein. O daß dieses Sie⸗ — blch auf den Armen meiner Lieb unverruͤcket eingepraͤgt, wenn sich nur 1016 Leben regt. So daß auch kein Auherbickmchvon der Ge⸗ mein schaft ruͤck, nichts zu wollen, nichts zu thun, als in dir, mein Lieb, zu ruhn. 17. Laß dies Bild stets fester sein in mein Herz ge⸗ drucket ein: Dod und Leben mach mich gleich deinem Bild und Himmelreich, 18. Wer will also schei⸗ den mich von der Lieb, die ewiglich als ein Siegel in mir steht, und aus GOtt in GOtt eingeht. Gotif. Arnold. In eigener Melodie. *Ich laß di 404. IIaht⸗—2 mußt aub WI6 bleiben. Will rauhe Noth, Welt, Hoͤlle, Tod mich aus dem Feld erhitzter Treue trei⸗ ben: nur her! ich halte mich, mein starker Held, an dich. Hoͤr, was die Seele spricht: Du mußt mein 3⁴⁴ JEsus-Lieder. mein IEsus bleiben, ich laß dich nicht. 2. Ich laß dich nicht, du allerhoͤchste Liebe; wenn Zweifel sich setzt wider mich; ich weiß, wie dich die keusche Flamme triebe. Du trugest Schuld und Pein, sollt ich verurtheilt sein an jenem Weltgericht? Du allerhoͤchste Liebe, ich laß dich nicht. 3. Ich laß dich nicht, du suͤße Seelenstaͤrke, die mich erlabt und Kraft be⸗ gabt, wenn ich in mir des Geistes Ohnmacht merke. Macht mich der Krankheit Ach durch Schmerzens⸗ naͤchte schwach, die frische Liebe spricht: Du suͤße Seelenstaͤrke, ich laß dich nicht. 4. Ich laß dich nicht, du Hulf in allen Noͤthen. Leg Joch auf Joch, ich hoffe doch, auch wenn es scheint, als wolltest du mich toͤdten. Machs, wie du willst, mit mir, ich weiche nicht von dir; verstelle dein Gesicht, du Huͤlf in allen Nothen, ich laß dich nicht. 5. Ich laß dich nicht. Sollt ich den Segen las⸗ sen? Nein, JIEsu, nein, du bleibest mein. Dich halt ich noch, wenn ich nichts mehr kann fassen. Nach kurzer Naͤchte Lauf geht mir der Segen auf von dir, dem Segenslicht: Sollt ich den Segen lassen? Ich laß dich nicht. 6. Ich laß dich nicht, führ mich nach deinem Willen/ ich folge nach durch Wohl und Ach; dein wei⸗ ser Schluß kann allen Kum⸗ mer stillen. Dir, Lilie, hang ich an, und achte keine Bahn, wo mich die Distel sticht, fuͤhr mich nach deinem Willen, ich laß dich icht. 7. Ich laß dich nicht, auch in dem Schooß der Freude; denn wenn ich mich seh ohne dich, so ist die Lust mir eine Wer⸗ muthweide. Mir graut vor ihrer Kost, wenn nicht von deinem Trost mein Herz durchsuͤßet spricht, auch in dem Schooß der Freude: Ich laß dich nicht. 8. Ich laß dich nicht. Was will die Hoͤlle haben? HErr, ich bin dein, wie nn ich sein, als deine aub, auch bei verdamm⸗ ten Raben? Mich reiniget dein Blut; Was drohet denn mit Glut ihr rauchen⸗ des Gesicht? Was will die Hoͤlle haben? Ich laß dich nicht. 9 9. Ich laß dich nicht, mein GOtt, mein HErr, mein Leben; mich reißt das Grab von dir nicht ab, der du dich hast fuͤr mich in Tod gegeben. Du starbst aus Liebe mir; ich sag in Liebe dir, auch wenn das Herz zerbricht, mein GOtt/ mein HErr, mein Leben: Ich laß dich nicht. Wolfg. Christoph Deßler. 2 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 405.“ Kian Kinn glei⸗ JEsus-Lieder. 34⁵ gleichet, dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als GOtt das Reich gebuͤhret, der als Mensch das Zepter fuͤhret, dem das Recht ge⸗ hoͤrt zum Throne, als des Vaters ewgem Sohne, den so viel Vollkommenheiten kroͤnen ieren und begleiten. 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde, nebst der unge⸗ zaͤhlten Heerde der Ge⸗ schoͤpfe in den Feldern, in den Seen, in den Waͤldern sind, HErr uͤber Tod und Leben, dir zum Eigenthum schen Thiere, Men⸗ chen, Geister scheuen, Menschen-Sohn, dein maͤchtig Draͤuen. 3. In des Gnaden⸗Rei⸗ ches Graͤnzen sieht man dich am schoͤnsten glaͤnzen, wo viel tausend treue See⸗ len, dich zu ihrem Haupt erwaͤhlen, die durchs Zep⸗ ter deines Mundes nach dem Recht des Gnaden⸗ Bundes sich von dir re⸗ gieren lassen, und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche dei⸗ ner Ehren kann man stets dich loben hoͤren von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklaͤrtes Antlitz schauen, die dich unermuͤdet preisen, und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. O Monarch in dreien Reichen! dir ist niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schaͤtze, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Ga⸗ ben, welche deine Buͤrger haben: du beschuͤtzest deine Freunde, du bezwingest dei⸗ ne Feinde. 6. Herrsche auch in mei⸗ nem Herzen uͤber Zorn, Furcht, Lust und Schmer⸗ zen; laß mich deinen Schutz genießen, laß mich dich im Glauben kuͤssen, ehren, fuͤrchten, loben, lieben, und mich im Gehorsam uͤben, hier mit leiden, kaͤmpfen, schwitzen, dort mit auf dem Throne sitzen. F. S. Rambach. Klel. Höchster Priester, der du dich. 406 Liebsier Braͤut⸗ gam, denkst du nicht an die theure Lie⸗ bespflicht, da du dich mit tausend Wunden meiner Seelen hast verbunden? 2. Denkst du nicht an deinen Spott, an das Kreuz und an die Noth, und an deiner Seelen Leiden, da sie sollte von dir scheiden? 3. Weißt du wohl, daß deine em mein Erloͤsung sollte sein? Und wie muß ich denn auf Erden noch so lang gequaͤlet werden? 4. Bin ich dir als deine Braut schoͤn verlobet und vertraut, warum laͤßt du meine Seele in des Leibes Trauerhoͤhle? 5. Bin ich dein, und du bist mein, warum laͤßt du mich allein? Warum willst du mich, mein Leben, nicht alsbald zu dir erheben? 6. Ich verschmachte vor Begier, die mein Herze 15⁷ hat 346 IEsus-Lieder. hat nach dir; ich vergehes, 6. Denn wabrlich unser vor Verlangen, dich zu GOtt wird uns zu ihrem sehn und zu umfangen. Spott aus Babel fuͤhren; 7. Denke doch, o GOt⸗und die erkaufte Zahl zu tes Lamm, daß du bist mein Zion noch einmal die Sai⸗ Braͤutigam. Denke, daß ten ruͤhren. dirs will gebuͤhren, deine 7. Wie soll das neue Braut zur Ruh zu fuͤhren. Lied, daß Zion ewig bluͤht/ 8. Nimm mich, Liebster,salsdann erschallen; wann in dein Reich, mach mi chses von Babel heißt, die den Erwaͤhlten gleich. sich jetzt selig vreist: sie ist Rimm mich aus der Trau⸗gefallen! erhöͤhle, VEsu, Bräutgam 8. Der Braͤutgam ruft meiner Seele! Sob. Angelus. schon laut zu der geliebten In eigener Klelodie. 0 407. Me Braut: Ja, ja, ich komme; nunmehr verzieh ich nicht, u/sei kraͤftig aufgericht, du umeine Fromme. mich zum Lustspiel ewig⸗9. Ja, komm doch/ lieb⸗ lich dir hast erwaͤhlet, sieh/ ster Hort, und laß dein wie dein Eigenthum des wahres Wort nun bald er⸗ roßen Rarradtenen Ruhr gern ergzaͤhlet. n gehen, so wird die blinde Welt, die es fuͤr Thorheit 2. Vernimm, wie deine haͤlt, mit Spott bestehen. Braut, darauf dein Auge 10. Und mich⸗ die sie schaut, zu deinen Ehren verlacht, wird deine große ein Lied von Zion singt, Macht mit Lieh bedek⸗ wie ihr das wrcht springt, ken, wenn du auf Cherub dein Lob zu mehren. sitzst, und aus den Wol⸗ 3. Zwar hoͤr ich deinen ken blitzst, die Welt zu Hohn/ du schnoͤdes Baby⸗ schrecken. lon, und deiner Rotten 11. Ich halte fest an dir/ weil du gewohnet bist und will dich nun in mir se e das, was von Zion ist nur zu verspotten. „bleiben zwingen; ich la dich nicht aus; in meiner . Allein mein Braͤuti⸗Mutter Haus muß ich gam, der Held von Davids dich bringen. Stamm/ macht sie zu schan⸗⸗ 12. Laß es nur bald den; drum sing ich do ch geschehn, der, die du hast dies Lied, das sie nicht ger⸗ersehn, dich zu verbinden. ne sieht in ihren Landen. Ist die Verloͤbung da, so 5, Es koͤmmt auch wohl muß die Hochzeit ja sich ein Jahr, wenn GOtt die auch bald finden. werthe Schaar gen Zion 13. Jedoch ich weiß ja bringet, daß Zion hoch er⸗ wohl, was bald geschehen freut von seiner Herrlich⸗soll, wer mag, es wehren? keit in Zion singet. Was dir zu thun gefaͤllt, das SEsus-Lieder. 34 das soll bald alle Welt; zum Zeugniß hoͤren. 14. Die Braut sitzt jetzo schon im Geist auf deinem Thron, dir zu der Seiten, und macht sich schon be⸗ reit, dein Lob in Ewig⸗ keit hoch auszubreiten. Joh. Wilh. Petersen. Mel. Zo führst du doch seh recht selih HErr, die einen. *HLiebesglut, 408. O die Erd und Himmel pagret, o Wundersee, drein sich mein Geist versenkt, daß GOtt noch Huld fuͤr seinen Feind bewahret, und seine Gunst dem schnoͤdsten Suͤnder schenkt! Wie tief er mich im Fluch und Blute fund, sein ganzes All dringt in mein Nichts hinein, er will in einem Wurm ver⸗ klaͤret sein, und nothigt mich zu seinem Gnaden⸗ bund 2. Hier staunt der Gei⸗ ster Schaar, die Seraphi⸗ nen bedecken hier mit Fluͤ⸗ al ihr Gesicht; der Ewig⸗ eit Geheimniß ist erschie⸗ nen, hier kommt der ganzen Gottheit Rath ans Licht. Die Herrlichkeit, die mit dem Werkbund war ge⸗ schaͤndet, bricht mit neuem Glanz herfuͤr, entriegelt steht die guͤldne Lebensthuͤr, GOtt selbst stellt sich zum Gut des Suͤnders dar. 3. Dies ist der Mittel⸗ punkt von GOttes Wegen, der Tiefen Schluͤssel und des Wortes Kern. Hier traͤsft ein angenehmer Gnadenregen, hier gehet auf ein heller Morgenstern. Hier muß mein traͤger Sinn entzuͤcket stehn, hier findet nichts als Thorheit mein Verstand, und hab ich Kraft und Fleiß schon angewandt, kann ich doch kaum ein wenig schimmernd ehn. 4. O ewig Licht, laß deines Lichtes Strahlen mich bringen auf die Spur der Weisheit dein, um mir dein Bundgeheimniß abzu⸗ malen, wovon kein Fleisch noch Blut kann Lehrer sein. Des Geistes Augen⸗ salb mir lege bei, damit was nie kein Mensch noch Engel denkt, und was dein Wort von deinem Bunde schenkt, mir nicht wie ein versiegelt Buch mehr sei. „Doch nimm zugleich Verstand und Herz gefan⸗ gen, da ich mich jetzt zu deinen Fuͤßen setz, um dir als Bundesgott stets an⸗ zuhangen. Ach spanne mich in deiner Liebe Netz, damit mich, zeuch mich, amit ich dir nachlauf; und da du dich willst geben gaͤnzlich mir, so gieb auch Kraft, daß ich mich gebe dir, HErr IEsu, zeuch mein ganzes Herz hinauf. Fr. A. Lampe. Mlel. Wie wohl ist mir, o Freund der Zeelen. 409* Webst du in mir/ o wah⸗ res Leben, so sterbe nur, was du nicht bist; ein Blick von 348 JEsus-Lieder. von dir kann mehr mir ge⸗ den/ als was der Welt ver⸗ nüglich ist. O JEsu/ du ollst mein verbleiben; nichts wird mich von der Liebe treiben, die du mir zugesaget hast. O fuͤße Wonne, die mich traͤnket, wenn sich die Seel in dich herfenket, und dich,o Brau⸗ tigam, umfaßt. 2. Herz, das in Liebes⸗ glut gestorben, ach laß mein Herz in Flammen stehn; entzund ein Herz, das du erworben, und laß darin⸗ nen untergehn, was du nicht bist, o mein Vergnuͤ⸗ en, laß mich in deiner iebe siegen, ja siege du nur selbst in mir; so werd ich froͤhlich triumphiren, so wird dein Todessieg mich zieren, so leb und leid und sterb ich dir. 135u 3. Zuͤnd auch in mir die Liebesflammen zum Dienste deiner Glieder an; bind mich und ihre Noth zu⸗ sammen, damit ich mich versichern kann, ich sei also wie du gesinnet: wenn mein Geist die Gestalt gewinnet, die deinem Sinn recht aͤhn⸗ lich ist so werd ich Freund und Feinde lieben, so wird ihr Kummer mich betruͤhen, wie du mir vorgegangen bist. 4. Gieb mir des Glau⸗ bens Licht und Kraͤfte, da⸗ mit er wahre Fruͤchte zeigt; mach mich zur Rebe voller Saͤfte, die sich nach dir, dem Weinstock, neigt. Du bist der Fels, auf den ich baue, du bist mein Hei⸗ land, dem ich traue, du bist des Glaubens fester Grund. Wenn sich die Zweifelsstunden finden, so laß die Huͤlfe nicht ver⸗ schwinden, und mach den kranken Geist gesund. 5. Hilf, daß die Hoff⸗ nung nicht erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker ist; gieb, daß ste gue Angst besieget durch dich, der du mein Alles bist. Die Welt mag auf das Eitle bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o IEsu, meiner Hoffnung Licht; ich will dich' stets in Lieb umfassen, dich, der du mich nicht wirst verlassen; denn deine Liebe wanket nicht. 6. Willst du mich noch im Leben wissen, so leb ich, weil es dir beliebt; werd ich vom Tode hingerissen, so bin ich gleichfalls nicht betruͤbt. Dein Leben laß stets in mir leben, dein Sterben laß mir Staͤrke geben, wenn meines Le⸗ bens Ziel erscheint. Ich will dir meinen Willen schenken, ich will in Tod und Leben denken, daß du es gut mit mir gemeint. Phil. Balth. Sinold. Mel. Ach GSOtt und rr. Err 2 ein Freund 410. Me wen, und ich bin sein, ihm hab ich mich ergeben; in Freud und Leid bin ich bereit, dir, IEsu, stets leben. 2. Ich glaub an dich. an dir kleb ich, und will dich auch nicht lassen/* IEsus-Lieder. 349 du mich wirst, du Lehens⸗ Fuͤrst, mit deiner Gnad umfassen. 3. Dein ganz Verdienst ist mein Gewinnst, dein Hoͤllen⸗Angst und Sterben hat mich versohnt, ja gar gekroͤnt zu einem Himmels⸗ erben. 4. Die Kreuzes⸗Last, die du hier hast fuͤr mich auf dich genommen, macht mich befreit von allem Leid, das sonst auf mich gekommen. 5. Fuͤr mich hast du dich aus der Ruh in diese Welt gegeben; ja gar in Tod und Hoͤllennoth/ damit ich möch⸗ te leben. 6. Nun werd ich gleich in deinem Reich den fro⸗ hen Engeln werden, und sicher sein von aller Pein, von allen Lastheschwerden. 7. Trotz sei dem Tod, und aller Roth! von dir kann mich nichts wenden, weil ich forthin verwahret bin in deiner Seit und Haͤnden. 8. Trotz sei nunmehr des Teufels Heer! denn du, du hast gebunden die alte Schlang, die auf mich drang, mich toͤdtlich zu verwunden. 9. Trotz sei der Hoͤll! weil mein Gesell die gaͤnz⸗ lich hat zerstoͤret. Der Hoͤl⸗ len Macht und dunkle Nacht ist nun ganz umgekehret. 10. Trotz aller Welt! hier ist der Held, der fuͤr mich ist Die aalhr dadurch er hat die guͤldne Stadt des Himmels mir erworben. 11. HErr IEsu Christ, allein du bist mein hoͤchster Schatz auf Erden; ach laß mich nicht, mein Lebens⸗ Licht, von dir geschieden werden. 12. Denn du bist mein, und ich bin dein: dir hab ich mich ergeben, in Gluͤck und Freud, in Kreuz und Leid, im Sterben und im Leben. Joh. Neunherz. Mel. Auf meinen lieben GOtt. * ein JIEsus 411. M ist getreu/ er steht in Noth mir bei, auf ihn ist gut vertrauen, drum will ich auf ihn bauen, ihm bleibt mein Herz er⸗ geben im Tod und auch im Leben. 2. Der Welt ihr bester Lohn ist Schaden, Schimpf, und Hohn: wer den nicht will erwerben, der muß der Welt absterben, der muß vor ihr sich wehren, sich hin zu IEsu kehren. 3. Wenn mich der Feinde Schaar will stuͤrzen in Ge⸗ fahr, und mich mit Hohn belegen, mein IEsus ist zugegen: sein Schutz 1e mir sich wendet, und alle Feinde blendet. 4. Ob mich angehet Noth und waͤr es auch der Tod, fuͤr mich mein JEsus rin⸗ get, und Norh und Tod bezwinget, ja aus der Hoͤl⸗ len Rachen kann er mich ledig machen. 5. Menn Suͤndenschuld mich plagt, und mein Ge⸗ wissen nagt, mein treuer JEsus wachet, mich 4* un 350 JEsus-Lieder. und anlachet, sein Leiden und sein Sterben laͤßt kei⸗ nen nicht verderben. 6. Sei fort mein Wi⸗ derstand, mein Auge, Fuß und Hand, hilf mir auf allen Seiten, o Esu, mu⸗ thig sireiten. Dann will ich deinen Namen von nun an preisen. Amen. Ernst Christoph Homburg. In eigener Melodie. 412 O wie selig 10 sird die Seelen, die mit JEsu sich vermaͤhlen, die sein sanf⸗ ter Liebeswind so gewal⸗ tiglich getrieben, daß sie sch daselbst geblieben, wo ich ihr Magnet befindt! 2. Denn wer fasset ihre Wuͤrde, die bei dieser Lei⸗ besbuͤrde sich in ihnen schon befindt? Alle Him⸗ mel sind wenig fuͤr die Seelen, die der Koͤnig so vortrefflich angezuͤndt. 3. Wenn die Seraphim sich decken, und vor seiner Macht erschrecken, wird er doch von seiner Braut in der wundervollen Krone auf dem glorioͤsen Throne ohne Decke angeschaut. 4. Sonst erfreut man sich mit Zittern, und be⸗ dienet mit Erschuͤttern dieses Koͤnigs Heiligkeit. Aber wer mit ihm ver⸗ trauet, wird, wenn er sein Antlitz schauet, doch gar saͤnftiglich erfreut. 5. Wenn Jehovah man bers meß wird nichts Hoͤ⸗ ers mehr erkennet, als die Herrlichkeit der Braut. Sie wird mit dem hochsten V Wesen, das sie sich zur Lust erlesen, gar zu einem Geist vertrabt. 6. Sie ist edler als Karfunkel; Diamanten sind zu dunkel vor dem Glanz der Herrlichkeit, der sie durch und durch erfuͤllet, der wie Stroͤme aus ihr quillet, der die Koͤnigin erfreut. 7. Orum, wer wollte sonst was lieben, und sich nicht bestaͤndig uͤben, des Mo⸗ narchen Braut zu sein? Muß man gleich dabei wel leiden, sich von allen an Tor scheiden, bringts ein Tag doch wieder ein. 8. Schenke, HErr, auf meine Bitte mir ein goͤtt⸗ liches Gemuͤthe, einen kd⸗ niglichen Geist, mich als dir verlobt zu tragen, allem freudig abzusagen, was nur Welt und irdisch heißt. 9. So will. mich selbst nicht achten; sollte gleich der Leib verschmachten, bleib ich JEsu doch ge⸗ treu. Sollt ich keinen Trost erblicken, will ich mich damit erquicken, daß ich meines JIEsu sei. 10. Ohne Fuͤhlen will ich trauen, bis die Zeit kommt, ihn zu schauen, bis er sich zu mir gesellt; bis ich werd in seinen Armen in gar suͤßer Lieb erwarmen, und er mit mir Hochzeit haͤlt. Christian Fried. Richter, In eigener Melodie. 413* ollt ihr * wissen, was JEsus-Lieder. 35⁴ was mein Preis? wollt ihr lernen, was ich weiß? wollt ihr sehn mein Eigenthum? wollt ihr hoͤren, was mein Ruhm? IEsus der Gekreuzigte. 2. Wer ist meines Glau⸗ bens Grund? wer staͤrkt und erweckt den Mund? wer traͤgt meine Straf und Schuld? wer schafft mir des Vaters Huld? JE⸗ sus der Gekreuzigte. 3. Wer ist meines Lebens Kraft? wer ist meines Gei⸗ stes Saft? wer macht mich gerecht und schlecht? wer macht mich zu GOttes Knecht? IEsus der Ge⸗ kreuzigte. I. Wer ist meines Lei⸗ dens Trost? wer bon wenn der Feind erbost? wer erquickt mein mattes Herz? wer verbindet mei⸗ nen Schmerz? IEsus der Gekreuzigte. 5. Wer ist meines To⸗ des Tod? wer hilft in der letzten Noth? wer versetzt mich in sein Reich? wer macht mich den Engeln gleich? JIEsus der Ge⸗ kreuzigte. 6. Und so wißt ihr, was ich weiß: ihr wißt meinen Zweck und Preis, glaubt, lebt, duldt, sterbt: aber wem, daß wir sind recht angenehm? JEsu dem Ge⸗ kreuzigten. Joh. Christovh Schwedler. In eigener Mel.(eigentl.: Liebster JEsu, liebstes Leben.) 414. Se zu dend Abendmahl der Hochzeit des Lammes be⸗ rufen sind! Liebster JE⸗ su, liebstes Leben, der du bist das GOtteslamm, das die Suͤnde auf sich nahm, dir hab ich mich gaͤnz ergeben, dich will ich den Braͤutgam nen⸗ nen, denn ich bin ja deine Braut, die du ewig dir vertraut, nichts, nichts soll unsre Liebe trennen. 2. Selig 1 ½ sind, die zu dem Abendmahl der Hochzeit des Lammes be⸗ rufen sind! ½ Laß mich diese Kuͤhnheit uͤben, hier in meinem Christenthum, daß nur dieses sei mein Ruhm, daß kein Unfall, kein Betruͤben:, mich durch Schrecken kann abziehen von der Lieb, damit ich dir bin verpflichtet fuͤr und fuͤr, all, ½ 2½: alle Lust der Welt zu fliehen. 3. Selig ½ ½ sind, die zu dem Abendmahl der Hochzeit des Lammes be⸗ rufen sind! ,½ Laß durch deine Gnad geschehen, daß mir niemals Oel gebricht; gieb, daß meines Glaubens icht nimmer moͤg in mir ausgehen: laß die Lam⸗ pen sein geschmuͤcket durch Gebet und Wachsamkeit, und daß in der Dunkelheit sie, 171 2½ sie stets scheint und helle blicket. 4. Selig ½ 7) sind, die zu dem Abendmahl der Hochzeit des Lammes be⸗ rufen sind! in Laß den Schlaf nicht uͤberwinden mei⸗ 352 JEsus Lieder. meine Augen/ sondern gieb, daß durch deines Geistes Trieb du mich wachend moͤgest finden, 3 und mit herzlichem Verlangen war⸗ tend, wenn der Engel ruft hoch von der gestirnten Luft. Auf, ½ 1½ auf, der Braͤut⸗ gam kommt gegangen. 5. Selig 7 77: sind, die zu dem Abendmahl der Hochzeit des Lammes be⸗ rufen sind!„ Laß mich dir entgegen gehen, wenn du mir entgegen kommst, daß du mich zu dir ein⸗ nimmst, da ich dich soll ewig sehen.: IEsu, du wollst mich verneuen, daß bei deinem Abendmahl in der Auserwaͤhlten Zahl ich/ ½ 1½ ich mich ewig kann erfreuen. Joh. Wilh. Petersen. In eigener Mel. od. GOt⸗ tes Sohn ist kommen. 41 5 Spiege aller FTugend/ Fuͤhrer meiner Jugend/ Meister meiner Sinnen, IEsu, der vor allen, mir vorlaͤngst gefallen, laß dich lieb gewinnen. 2. Laß mich in den Ar⸗ men deiner Huld erwar⸗ men; laß mich dich genie⸗ ßen, und in deinem Lichte, schoͤnstes Angesichte, deine Lippen kuͤssen. 3. Trage deine Flam⸗ men in mein Herz zusam⸗ men, daß es sich entzuͤn⸗ de, und in heißer Liebe durch deins Geistes Triebe sich mit dir verbinde. 4. Zaͤhle meine Thraͤnen und mein klaͤglich Sehnen; waͤge meine Schmerzen/ die ich um dich leide, FE⸗ su, meine Freude, inner⸗ lich im Herzen. 5. Komm, erzeig dich milde deinem Ebenbilde; denn ich kann nicht leben in des Leihes Hoͤhle, wo du meiner Seele dich nicht willst ergeben. 6. Drum so laß mich werden deine Braut auf Erden, daß ich kann mit Freuden meine Zeit voll⸗ enden, und in deinen Haͤn⸗ den aus der Welt verschei⸗ den. Johann Angelus. Mel. Alles ist an GOt- tes Segen, oder: O wie selig sind die Seelen. 416 eil ich mei⸗ nen IE⸗ sum habe, und an seiner Brust mich labe, fuͤrcht ich keine Noth und Pein; wer ihn liebet, wer ihn kennet, wer weiß, wie sein Herze brennet, der kann niemals traurig sein. 2. Wo ich sitze, wo ich stehe, wo ich liege, wo ich gehe, weicht mein JEsus nicht von mir; er ist mir stets an der Seiten, thut mich uͤberall begleiten; ich bin seine Lust und Zier. 3. Er hat mich zur Braut erkoren; eh ich sollte sein verloren, muͤßt zergehn die ganze Welt. Ach was sollt mich denn betruͤben, da mich der so hoch thut lieben, der ja alles traͤgt und haͤlt. 4. Er hat sich mit mir verbunden, nichtes, nich⸗ tes wird gefunden/ bas ihn von JEsus- Lieder. 353 von mir trennen thut. Er/ mein Braͤutgam und mein Koͤnig, achtet sonsten alles wenig ich bin ihm sein liebstes Gut. 5. Darum froͤhlich, im⸗ mer froͤhlich, weil ich bin in JEsu selig, ich bin sein und er ist mein; singen, springen, jubiliren und in JEsu triumphiren soll nur mein Geschaͤfte sein. In eigener Melodie. 417 Wie schön · leuchtet der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem HErrn, die suͤße Wurzel Jesse. Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein Koͤnig und mein Braͤuti⸗ gam, hast mir mein Herz besessen, lieblich freundlich, schoͤn und herrlich, groß und ehrlich, reich von Ga⸗ ben, hoch und sehr praͤch⸗ tig erhaben. 2. Ei meine Perl, du werthe Kron, wahr GOt⸗ tes und Marien Sohn, ein hochgeborner Koͤnig, mein Herz heißt dich ein Lilium; dein suͤßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Ei mein Bluͤmlein, Ho⸗ sianna, himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du heller Jaspis und Rubin, die Flamme deiner Liebe; und erfreu mich, daß ich doch bleib an deinem auser⸗ waͤhlten Leib ein lebendige Ribbe. Nach dir ist mir, gratiosg Coeli Rosa, krank und glimmet mein Herz,/ durch Liebe verwundet. 4. Von GOtt kommt mir ein Freudenschein, wenn du mit deinen Aeugelein mich freundlich thust an⸗ blicken. O HErr JEsu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich inner⸗ lich erguicken. Nimm mich freundlich in dein Arme, daß ich warme werd von Gnaden: auf dein Wort komm ich geladen. 5. HErr Gott Vater mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Schatz, ich bin sein Braut/ sehr hoch in ihm erfreuet. Eia, eia, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Zwingt die Saiten in Cithara, und laßt die suͤße Musika ganz freuden⸗ reich erschallen, daß ich moͤge mit IEsulein, dem wunderschoͤnen Braͤutgam mein, in steter Liebe wal⸗ len. Singet, springet, ju⸗ biliret, triumphiret, dankt dem HErren: groß ist der Koͤnig der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, deß klopf ich in die Haͤnde. Amen, Amen. Koma 35⁴ JEsus⸗Lieder. denkrone, bleib nicht lange: deiner wart ich mit Ver⸗ langen. Philipp Nicolai. Mel. Es ist das BHeil uns kommen her. 418 O Licht vom — Licht, o Va⸗ ters Glanz, o Wahrheit und das Leben, der du als GOtt und Mensch dich ganz zum Opfer hingege⸗ ben fuͤr uns, und darauf deine Macht, aus deines großen Vaters Kraft, wie ein Held angenommen. 2. Als Hoherpriester stir⸗ best du, als Koͤnig hast du wieder verlassen deine To⸗ desruh, und mit dir deine Glieder der Hoͤll entfuͤhrt; hast deinen Lauf nach aus⸗ gestandner Kreuzestauf zum Vater rsehhe hat 3. Derselbe hat dich, sei⸗ nen Sohn, gesetzt zu sei⸗ ner Rechten, daß du auf deinem Ehrenthron fuͤr dei⸗ ne Braut sollst fechten, und ihrer Feinde List und Werk durch deine große Loͤwenstaͤrk zu Spott und Schanden machen. 4. So hat durch Todes⸗ leiden dich mit Preis und Schmuck gekronet, o GOtt/ dein GOtt, und wunder⸗ lich den Stein, so da ver⸗ hoͤhnet, zum Eckstein seiner Kirch erwaͤhlt, zum Ehren⸗ haupt, das da beseelt die Glieder seines Leibes. 5, Er hat dir alles un⸗ terthan, und dir das Reich beschieden; doch dieses nie⸗ mand leugnen kann, daß Komm, du schoͤne Freu⸗wir, so da hienieden, dein Reich und deine Herrlich⸗ keit nicht recht erkennen bis zur Zeit der siebenten Posaune. ů 6. Da wird das Leben, das noch itzt in GOtt sehr tief verborgen, ausbrechen wie ein heller Blitz, wenn jener liebe Morgen nach vorgegangnem Abendlicht wird sein, und jener Boͤ⸗ sewicht zum Abgrund stark versiegelt. 7. So gehts auch uns, die wir erbaut aus deinem Fleisch und Beinen, die du dir als dein Weib ver⸗ traut, und die du als die Deinen alleine kennest, und in dir, o unbefleckte GOt⸗ teszier, gezeichnet und ge⸗ schrieben. 8. Wir sind in deinen Tod getauft, und sammt dir auch begraben; da hast du uns/ die du erkauft, mit Licht, mit Heil und Ga⸗ ben, mit Ehr und Herr⸗ lichkeit erfuͤllt; doch ist dies alles noch umhuͤllt mit Suͤnd und Schwachheits⸗ windeln. 9. Wir sind wohl selig/ und von dir inwendig schon geschmuͤcket; doch sind wir uns verborgen schier, weil uns noch c druͤcket Versuchung, Schwachheit, ser. t und Noth, und die⸗ er Leib zu Staub und Koth noch dermaleinst muß werden. 10. Ich selbst sag oft mit jener Braut, die du doch dir ernennet: Ich bin sehr schwarz, auf mich nicht schaut JEsus-Lieder. 35⁵ schaut, die Sonn hat mich verbrennet. Mein Jakob und Immanuel, ich bin Leg, und nicht Rahel, wie soll ich dirs erhehlen? 11½ Viel weniger will mich die Welt erkennen und groß achten, weil ich mich schaͤm, nach Ehr und Geld und ihrer Lust zu trachten; nenn ich in Demuth mich dein Kind, so wird sie ra⸗ send, toll und blind, wie Caiphas, der Heuchler. 12. Also bin ich, HErr IEsu Christ, mit dir in GᷣOtt verborgen, so lange, bis du kommen wirst, und vollends von den Sorgen dein Zion, die geliebte Braut/ darauf dein freund⸗ lich Auge schaut, erloͤsen und befreien. 13. Dann will ich dir, o GOtteslamm, mit Pracht entgegengehen, wie eine Braut dem Braͤutigam, und dir zur Rechten ste⸗ hen; da soll dein Esther frei vor dir am glaͤsern Meere fuͤr und fuͤr auf ihrer Harfe spielen. 14. Hier ist des Koͤnigs Tochter zwar inwendig schoͤn gezieret; dort aber wird sie ganz und gar aus⸗ wendig sein poliret mit schoͤn gestickter Kleider Schein; es wird kein Fleck noch Makel sein an ihrem klaxen Leibe. 15. Ach drum brich auf, mein liebstes Heil, damit ich dich bald sehe, wenn ich dereinst in meinem Theil mit Daniel aufstehe. Hier bleib ich doch verborgen mir und Andern, bis du mich 30 dir ins Paradies wirst fuͤhren. Freylinghausen. Mel. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig. 419 ohl recht wichtig und recht tuͤchtig ist der Christen Leben. Ob gleich Zeit und Welt vergehet, alles Oberst unten stehet, lebt doch unser Leben, sehet! 2. Wohl recht wichtig und recht tuͤchtig sind der Christen Tage. Laß des Le⸗ bens Lauf zerrinnen, wenn die Sinnen nicht mehr sin⸗ nen, fahren wir mit Freud von hinnen. 3. Wohl recht wichtig und recht tuͤchtig ist der Christen Freude. Wenn sich wechseln Freud in Lei⸗ den, Licht in Dunkel, Fried in Streiten, bleiben unsre Froͤhlichkeiten. 4. Wohl recht wichtig und recht tuͤchtig ist der Christen Schoͤne. Nur der Seelen Glanz bestehet, da, sobald ein Luͤftchen wehet, alle Pracht der Welt ver⸗ gehet. 5. Wehl recht wichtig und recht tuͤchtig ist der Christen Staͤrke. Wun⸗ der! Schlachtschaf, die als Riesen siegen, wenn wir sterbend muͤssen Op⸗ fer⸗Blut und Geist aus⸗ gießen.. 6. Wohl recht wichtig und recht tuͤchtig ist der Christen Gluͤcke. Unser GoOtt und Heil bestehet, da der Welt Gluͤck schnell ver⸗ 356 vom Rreuz der Christen. vergehet, wie sich eine Ku⸗ gel drehet. 3 7. Wohl recht wichtig und recht tuͤchtig ist der Christen Ehre. Den die Welt jetzt tritt mit Fuͤßen, wird, wenn sie vergehen muͤssen, dort die Himmels⸗ Glori kuͤssen. 8. Wohl recht wichtig und recht tuͤchtig ist der Christen Wissen. Wenn die Weisen Witz verlie⸗ ren, pflegt uns, ohne Dis⸗ curiren, Christi Wort zu GOtt zu fuͤhren. 9. Wohl recht wichtig und recht tuͤchtig ist der Christen Tichten. Der die Liebe lieb sener Sol hat in JEsu, seiner Sonnen/ mehr als alle Welt er⸗ ronnen. 10. Wohl recht wichtig und recht tuͤchtig sind der Christen Schaͤtze. Wenn hier Glut und Flut ent⸗ stehen, Erd und Himmel untergehen, wird man un⸗ sern Reichthum sehen. 11. Wohl recht wichtig und recht tuͤchtig ist der Christen Herrschen. Hier als schnoͤdes Fegsal lie⸗ gen, dorten uͤber alles sie⸗ gen, kann das matte Herz vergnuͤgen. 71 12. Wohl recht wichtig und recht tuͤchtig ist der Christen Prangen. Die wir hier in Schmach ge⸗ sessen, werden alles Leid vergessen, dorten prangen unermessen. 7 13. Wohl recht wichtig und recht tuͤchtig sind der Christen Sachen. Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen, wer Gott fuͤrcht, bleibt ewig stehen. Christian Eberhard Weißmann. IIIG In eigener Melodie. 420. Adseen 2 erhör mein Seufzen und Wehklagen, laß mich in meiner Noth nicht gar verzagen; du weißt mein Schmerz, er⸗ kennst mein Herz: hast du mirs aufgelegt, so hilf mirs tragen. 2. Ohn deinen Willen kann mir nichts begegnen, du kannst verfluchen und auch wieder segnen. Bin ich dein Kind, und habs verdient, gieb warmen Sonnenschein nach truͤ⸗ bem Regen. Vom Kreuz der Christen. 3. Pflanz nur Geduld durch deinen Geist ins Herze und hilf, daß ich es acht fuͤr keinen Scherze; zu deiner Zeit wend ab mein Leid: durch Mark und Bein dringt mir der große Schmerze. 4. Ich weiß, du hast noch meiner nicht verges⸗ sen, daß ich vor Leid mir sollt mein Herz abfressen; mitten in Noth denk ich an GOtt, ob er mich schon mit Kreuz und Angst thut pressen. 5. Es hat kein Ungluͤck nie so lang 221at a vom Kreuz der Christen. 357 hat doch endlich wieder aufgehoͤret; beut mir dein Haͤnd, und machs ein End; auf dieser Erd mein Herz sonst nichts begehret. 6. Soll ich noch mehr um deinetwillen leiden, so steh mir, HErr, mit deiner Kraft zur Seiten; fein ritterlich, bestaͤndiglich hilf mir mein Widersa⸗ cher all bestreiten. 7. Daß ich durch dei⸗ nen Geist moͤg uͤberwin⸗ den, und mich allzeit in deinem Haus laß finden; zum Preis und Dank, mit Lobgesang, mit dir thu ich aus Liebe mich verbinden. 3 7 8. Daß wir in Ewigkeit bleiben beisammen, und ich allzeit dein auser⸗ waͤhlten Namen preis herziglich, das bitt ich dich/ durch IEsum Christum, unsern HErren. Amen. Jacob Peter Schechs. Mel. Vater unser im Himmelreich. 497 ch GOtt, 421. A wie man⸗ ches Herzeleid begegnet mir zu dieser Zeit; der schmale Weg ist Truͤbsal⸗voll, den ich zum Himmel wandern soll; wie schwerlich laͤßt sich Fleisch und Blut zwin⸗ gen zu dem ewigen Gut. 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, HErr IEsu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Huͤlf und Rath allzeit ge⸗ wiß gefunden hat. Nie⸗ mand jemals verlassen ist, der getraut hat auf JE⸗ sum Christ. 3. Du bist der große Wundermann, das zeigt dein Amt und dein Per⸗ son; welch Wunderding hat man erfahrn, daß du, mein GOtt, bist Mensch geborn, und fuͤhrest uns durch deinen Tod ganz wunderlich aus aller Noth. 4. JEsu, mein HErr und GOtt allein, wie suͤß ist mir der Name dein; es kann kein Trauren sein so schwer, dein suͤßer Nam erfreut viel mehr. Kein Elend mag so bitter sein, dein suͤßer Nam der lin⸗ derts fein. 5. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, HErr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was mich ewig erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Suͤnd, Tod und Hoͤll? 6. Kein besser Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, HErr IEsu Christ. Ich weiß, daß du mich nicht verlaͤßt; dein Wahr⸗ heit bleibt mir ewig fest. Du bist mein rechter treuer Hirt, der mich ewig be⸗ huͤten wird. 7. IJEsu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, meins Herzens Schatz und mein Reichthum, ich kanns doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam erfreuen kann. Wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wirds erfahren mit der That. 8. Drun 358 Vom Rreuz der Christen. 8. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude haͤtt, so wollt ich den Tod wuͤn⸗ schen her, ja, daß ich nie geboren waͤr. Denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist gewiß lebendig todt. 9. IEsu, du edler Braͤut⸗ am werth, mein hoͤchste erd auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergötz weit uͤber alle guͤldne ebentd so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemuͤth erfreuet sich. 10. Wenn ich mein Hoff⸗ nung stell zu dir, so fuͤhl ich Fried und Trost in mir; wenn ich in Noͤthen bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding. Dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Le⸗ bens Vorschmack sei. 11. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir froͤhlich tragen nach; mein GOtt, mach mich dazu bereit, es dient zum Besten allezeit; hilf mir mein Sach recht greifen an, daß ich mein Lauf voll⸗ enden kann. 12. Hilf mir auch zwin⸗ gen Fleisch und Blut, vor Suͤnd und Schanden mich behuͤt; erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. IEsu, mein Trost, hoͤr mein Begier, o mein Hei⸗ land, waͤr ich bei dir. Conrad Hojer. Mel. O(H9Err) IEsu Christ, du höchstes Gut. 422.A L lange willst du mein so ganz und gar vergessen? Wie lange soll der Sorgenstein mich und mein Herze pressen? Wie lange soll dein Angesicht sich von mir wenden? Willst du nicht dich mei⸗ ner mehr erbarmen? 2. Wie lange soll ich armes Kind der Seelenruh entbehren? Wie lange soll der Sturm und Wind der Herzensangst noch waͤh⸗ ren? Wie lange soll mein stolzer Feind, ders niemals gut, stets hoͤse meint, sich uͤber mich erheben? 3. Ach schaue doch, mein GOtt und Hort, von dei⸗ ner heiligen Huͤtte, und hoͤre meiner Klage Wort und hochbetruͤbte Bitte: gieb meinen Augen Kraft und Macht, und laß des Todes finstre Nacht mich nicht so bald befallen. 4. Sonst wuͤrde meiner Feinde Mund des Ruhms kein Ende machen; sie wuͤrden mein, als der zu Grund und Boden gan⸗ gen, lachen: Da liegt der, wuͤrden sie mit Freud her⸗ prahlen, der uns jederzeit so viel zu schaffen machte. 5. Ich kenne sie und weiß gar wohl, was sie im Schilde fuͤhren; ihr Herz ist aller Bosheit voll, laͤßt sich nichts Guts re⸗ ieren; du aber bist der romme Mann, HErr, mein GOtt, der nicht lassen kann die, so sich zu dir halten. 6. Deß troͤst ich mich und hoffe drauf, du wirst mir Vom Kreuz der Christen. 359 mir auch fromm blei⸗ ben, und aller boͤsen Tuͤcke Lauf gewaltig hintertrei⸗ ben. Mein Herze freut sich/ wenns bedenkt, wie gern du stets dein Heil geschenkt dem, der sich dir vertrauet. 7. Das thu ich, HErr, ich traue dir, du bist mein einge Freude, bewehrest mich, thust wohl an mir und fuͤhrst mich aus dem Leide. Dasüͤr will ich mein Lebelang dir manchen schoͤnen Lobgesang zum Dank und Opfer bringen. Paul Gerhard. Mel. HErr, straf mich nicht in deinem Zorn. 423. Ac treuer GOtt, harmherzigs Herz, deß Guͤte sich nicht endet, ich weiß⸗ daß mir dies Haud und Schmerz dein Hand hat zugesendet; ja, HErr, ich weiß, daß diese Last du mir aus Lieb ertheilet hast, und gar aus keinem Hasse. 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch; wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebst, den staͤupst du auch, schickst Trauern vor den Freuden; fuͤhrst uns zur Hoͤllen, thust uns weh/ und fuͤhrst uns wieder in die Hoͤh, und so geht eins ums ander. 3. Du fuͤhrst ja wohl recht wunderlich die, so dein Herz ergoͤtzen; was leben soll muß erstlich sich ins Todes Hoͤhle setzen; was steigen soll zur Ehr empor, liegt auf der Erd und muß sich vor im Koth und Staube waͤlzen. 4. Das hat, Err, dein geliebter Sohn selbst wohl erfahrn auf Erden; denn, eh er kam zum Eh⸗ renthron, mußt er gekreu⸗ zigt werden. Er ging duͤrch Truͤbsal, Angst und Noth; ja durch den her⸗ ben bittern Tod drang er zur Himmels⸗Freude. 5. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergeben, was will ich armer Suͤnden⸗ knecht dir viel zuwider⸗ streben? Er ist der Spie⸗ gel der Geduld, und wer sich sehnt nach deiner Huld, der muß ihm aͤhn⸗ lich werden. 6. Ach liebster Va⸗ ter, wie so schwer ists der Vernunft, zu glaͤu⸗ ben, daß du demselben, den du sehr schlaͤgst, soll⸗ test guͤnstig bleiben? Wie macht doch Kreuz so lange Zeit, wie schwerlich will sich Lieb und Leid zusam⸗ men lassen reimen. 7. Was ich nicht kann, das gieb du mir, o hoͤch⸗ stes Gut der Frommen, gieb, daß mir nicht des Glaubens Zier durch Truͤbsal werd entnommen; erhalte mich, o starker Hort, befestge mich in deinem Wort, behuͤte mich vor Murren. 8. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten; hilf, daß ich unverdrossen sei zum Ru⸗ fen, Seufzen, Beten. So lang 360 Dom Kreuz der Christen. lang ein Herze hofft und glaͤubt, und im Gebet bestaͤndig bleibt, so lang ists unbezwungen. 9. Greif mich auch nicht zu heftig an, damit ich nicht vergehe; du weißt wohl, was ich tragen kann, wies um mein Leben stehe; ich bin ja weder Stahl noch Stein; wie balde geht ein Wind herein, so fall ich hin und sterbe. 10. Ach IEsu, der du worden bist mein Heil mit deinem Blute, du weißt gar wohl, was Kreuze ist, und wie dem sei zu Muthe, den Kreuz und großes Un⸗ luͤck plagt; drum wirst du, was mein Herze klagt, gar gern zu Herzen fassen. 14. Ich weiß, du wirst in deinem Sinn mit mir Mitleidenhaben, und mich, wie ichs jetzt duͤrftig bin, mit Gnad und Huͤlfe laben. Ach staͤrke meine schwache Hand, ach heil und bring in bessern Stand das Straucheln meiner Fuͤße! 12. Sprich meiner Seel ein Herze zu, und troͤste mich aufs beste; denn du bist ja der Muͤden Ruh, der Schwachen Thurm und Feste, ein Schatten vor der Sonnenhitz, ein Huͤtte, da ich sicher sitz im Sturm und Ungewitter. 13. Und weil ich ja nach deinem Rath hier soll ein wenig leiden, so laß mich auch in deiner Gnad als wie ein Schaͤflein weiden, daß ich im Glauben die Geduld, und durch Ge⸗ duld dein edle Huld nach scharfer Prob erhalte. 14. O heilger Geist, du Freuden⸗Oel, das GOtt vom Himmel schicket, er⸗ freue mich, gieb meiner Seel, was Mark und Bein erquicket; du bist der Geist der Herrlichkeit, weißt was fuͤr Gnade, Trost und Freud mein in dem Him⸗ mel warte. 15, Ach laß mich schauen/ wie so schon und lieblich sei das Leben, das denen, die durch Truͤbsal gehn, du dermaleinst wirst geben; ein Leben, gegen welches hier die ganze Welt mit ihrer Zier duͤrchaus nicht zu vergleichen. 16. Daselbst wirst du in ewger Lust aufs suͤßte mit mir handein; mein Kreuz, das mir und dir bewußt, in Freud und Ehr verwandeln. Da wird mein Weinen lauter Wein, mein Aechzen lauter Jauchzen sein, das glaub ich, hilf mir. Amen. Paul Gerhard. In eigener Melodie. xmse ligs 424. Acunlen meiner Seelen, du wuͤstes Nest, was suchst du doch in dem dir aufgelegten Joch dich selber mit Verdruß zu quaͤlen? Dein Haupt und Heiland leidet Pein, und du, du willst befreiet sein? Sieh deines Herrschers tiefe Wunden, die dich zu glei⸗ chem Bund verbunden. 2. Zwar du wirst recht mit Kreuz gekroͤnet: er 96. e Vom Kreuz der Christen. 361 det sonder Recht und Fug fuͤr deine Bosheit, Trotz und Trug, der dich mit deinem GoOtt versoͤhnet. Du hasts verbrochen, hasts versehn: er will fuͤr dich zur Marter gehn. Du hast die Straf und Tod ver⸗ schuldet: er hat dies alls fuͤr dich erduldet. 3. Wie manchmal hat dein Fuß gegleitet, wie oft bat die verwegne Hand sich zu verbotnem Zweck ge⸗ wandt, wie oft hat dich dein Aug verleitet! Was Satans Erbgift ange⸗ haucht, das hast du viel⸗ mals mit gebraucht. Mein Herz hat aus des Geistes Schranken durch deinen Trieb oft muͤssen wanken. 4. Drum leide, was GOtt aufgeleget, er meint es mit dir herzlich gut; du kennst ja seinen Vater⸗ muth, damit er deine Schwachheit traͤget; dies Joch, die Last, die Buͤrd und Pein laß dir ein sichres Merkmal sein, daß, wer G nicht hier auf Rosen gehet, bei seinem GOtt in Gna⸗ den stehet. 5. Laß denn das Heer des Abgrunds brummen; die theure Schuld, die hohe Post, die mehr als alle Schaͤtze kost, die un⸗ begreiflich schweren Sum⸗ men, die Satan auf uns buͤrden kann, die hat mein IEsus abgethan; hat mich von Suͤnden frei gezaͤhlet, und ewig sich mit mir ver⸗ maͤhlet. 6. O suͤßes Joch, o sanfte Buͤrde, o vortheil⸗ hafte Kreuzeslast, die du mir das erworben hast, daß ich mit GoOtt verei⸗ nigt wuͤrde! Wie leicht ist, was GOtt aufgelegt, weil Christus selber hegt und trägt; weil GOttes Kind selbst seinen Ruͤcken will unter meine Buͤrde buͤcken. 7. Tilg, ach HErr 10 su, mein Gebrechen, loͤsch unsers GOttes Eiferglut, wo mir mein Laster Scha⸗ den thut, laß fur mich, HErr, dein Leiden spre⸗ chen; daͤmpf alle Bosheit, alle Schuld; gieb Trost in Leiden, gieb Geduld; lehr mich, daß deine Va⸗ terruthe komm meinem ar⸗ men Geist zu Gute. g. Laß mich dein Leiden, dein Verdrießen, was HErr, dein Lieb fuͤr mich ertrug, als GOttes Zorn⸗ ruth auf dich schlug, zu meinem Heil und Trost ge⸗ nießen; laß, HErr, das ut, das du erwarbst, als du fuͤr mich am Holze starbst, mich, deinen Knecht dein Kind, ererben: so werd ich in dir selig sterben. Mel. Uun homm der Heiden Heiland. lus der Tie⸗ 425⁵. fen rufe ich zu dir, HErr/ erhoͤre mich; deine Ohren gnaͤdig leih/ merk die flehend Stimm dabet. 2. Aus der Tiefen rufe ich, Suͤnden gehen uͤber mich: willst du rechten, 16 HErr 36² vom Kreuz der Christen. HErr, mit mir, so besteh ich nicht vor dir. 3. Aus der Tiefen rufe ich: will denn niemand hö⸗ ren mich? Ach so höoͤr o JEsu mein, du wirst ja der Helfer sein. 4. Aus der Tiefen rufe ich ach schon lang erbaͤr⸗ miglich; Kreuz und Leiden halten an, JEsus mich er⸗ retten kann. 5. Aus der Tiefen rufe ich: warum, IEsu, laͤßt du mich? Ich harr, war⸗ te, seufze ach! bis zur an⸗ dern Morgen⸗Wach. 6. Aus der Tiefen rufe ich: IEsus Gnade tröstet mich; ob es mir gleich gehet hart, ich doch der Erloͤsung wart. 7. Aus der Tiefen rufe ich: IEsus wird erlosen mich. IEsus machet, daß ich rein, werd von allen Suͤnden sein. 8. Nunmehr hab ich ausgeruft: JIEsus kom⸗ met, machet Luft. Seele, schwing dich in die Höh /sitz sage zu der Welt: Ade! Georg Christoph Schwämlein. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. 426 x armherzger Vater/ hoͤchster GOtt, gedenk an deine Worte. Du sprichst: Ruf mich an in der Noth⸗ und klopf an meine Pforte, so will ich dir Errettung hier nach deinem Wunsch erweisen, daß du mit Mund und Herzensgrund in Freu⸗ den mich sollst preisen. 2. Besiehl dem HErren fruͤh und spat all deine Weg und Sachen; er weiß zu geben Rath und That/ kann alles richtig machen. Wirf auf ihn hin, was dir im Sinn liegt, und dein Herz betruͤbet; er ist dein Hirt, der wissen wird zu schutzen, was er liebet. 3. Der fromme Vater wird sein Kind in seine Arme fassen, und die ge⸗ ßt recht und glaͤubig sind⸗ nicht stets in Unruh lassen. Drum, lieben Leut, hofft allezeit auf den, der vollig labet; dem schuͤttet aus, was ihr im Haus und auf dem Herzen habet. 4. Ach suͤßer Hort, wie troͤstlich klingt, was du versprichst den Frommen: Ich will, wenn Truͤbsal einher dringt, ihm selbst zu Hülfe kominen. Er liehet mich, drum will auch ich ihn lieben und beschuͤtzen; er soll hei mir im Schogße hier, frei aller Sorgen/ itzen. 5. Der HErr ist allen denen nah, die sich zu ihme finden; wenn sie ihn rufen/ sieht er da, hilft fröhlich uͤberwinden all Angst und Weh, hebt in die Höh, die schon darnieder liegen; er macht und schafft, daß sie viel Kraft und große Staͤrke kriegen. A 6. Fuͤrwahr, wer mei⸗ nen Ramen ehrt, spricht Chrissus, und fest gläu⸗ bet, deß Bitte wird von GOtt erhoͤrt, sein Her⸗ zens⸗Wunsch——6 0 Vom Kreuz der Christen. 363 So tret heran ein jeder⸗ mann: wer bittet, wird empfangen, und wer da sucht, der wird die Frucht mit großem Nutz erlangen. 7. Hoͤrt, was dort je⸗ ner Richter sagt: Ich muß die Wittwe hoͤren, die⸗ weil sie mich so treibt und plagt; sollt denn sich GOtt nicht kehren zu seiner Schaar, die hier und dar hei Nacht und Tage schreien? Ich sag und halt: er wird sie bald aus aller Angst befreien. 8. Wenn der Gerecht in Noͤthen weint, will GOtt ihn froͤhlich machen; und die zerbrochnen Herzens seind, die sollen wieder lachen. Wer fromm will sein, muß in der Pein und Jammer⸗Straßen wal⸗ len; doch steht ihm bei des Hoͤchsten Treu, und hilft ihm aus dem allen. 9. Ich hab dich einen verialen o liebes Kind/ verlassen. Sieh aber, sieh mit großem Gluͤck und Trost ohn alle Maaßen, will ich dir schon die Freu⸗ denkron aufsetzen und ver⸗ ehren; dein kurzes Leid soll sich in Freud und 2 Heil verkehren. 0. Ach lieber GOtt, ach Vaterherz, mein Trost von so viel Jahren, wie laͤßt du mich so man⸗ chen Schmerz und große Angst erfahren! Mein Herze schmacht, mein Au⸗ ge wacht, und weint sich krank und truͤbe, mein An⸗ gesicht verleurt sein Licht ner Seufzen, das ich Ube. 11. Ach HErr, wie lange willst du mein so ganz und sol vergessen? Wie laͤnge oll ich traurig sein, und mein Leid in mich fressen? Wie lang ergrimmt dein Atl und nimmt dein Antlitz meiner Seelen? Wie lange soll ich sor⸗ genvoll mein Herz im Lei⸗ be quaͤlen? 12, Willst du verstoßen ewiglich, und kein Guts mehr erzeigen? Soll dein Wort und Verheißung sich nun ganz zu Grunde neigen? Zuͤrnst du so sehr, daß du nicht mehr dein Heil magst zu mir sen⸗ den? Doch, HErr, ich will dir halten still, dein Hand kann alles wenden. 13. Nach dir, o HErr, verlanget mich im Jam⸗ mer dieser Erden. Mein GoOtt, ich harr lund hoff auf dich; laß nicht zu Schanden werden, HErr, deinen Freund, daß nicht mein Feind sich freu und jubilire. Gieb mir vielmehr, daß ich mit Ehr erhoben triumphire. 14. Ach HErr, du bist und bleibst auch wohl getreu in deinem Sinne; darum, wenn ich ja kaͤm⸗ pfen soll, so gieb, daß ich gewinne. Leg auf die Last, die du mir hast be⸗ schlossen aufßulegen; leg auf, doch daß auch nicht das Maaß sei uͤber mein Vermoögen. 15. Du bist ja unge⸗ 16* bund⸗ 364 vom Kreuz der Christen. bundner Kraft, ein Held, der alles stuͤrzet; du hast ein Hand, die alles schafft, die ist noch unverkuͤrzet. HErr Zebaoth wiest du, mein GOtt, genennt zu deinen Ehren; bist groß von Rath, und deiner That kann keine Staͤrke wehren. 16. Du bist der Troͤ⸗ ster Jorgel und Retter aus Truͤbsalen: wie koͤmmts denn, daß du meine Seel jetzt sinken laͤßt und fal⸗ len? Du stellst und hast dich als ein Gast, der fremd ist in dem Lande, und wie ein Held, dems Herz entfaͤllt mit Schimpf und großer Schande. 17. Rein, HErr, ein sol⸗ cher bist du nicht, deß ist mein 75³⁰ gegruͤndet; du stehest fest, der du dein Licht hier bei uns ange⸗ zuͤndet; ja hier haͤltst du, HErr, deine Ruh bei uns, die nach dir heißen, und bist bereit, zu rechter Zeit uns aus der Noth zu reißen. 18. Nun/ HErr, nach aller dieser Zahl der jetzt erzaͤhlten Worte hilf mir, der ich so manchesmal ge⸗ klopft an deine Pforte; hilf, Helfer, mir, so will ich hier dir Freudenopfer bringen, auch nachmals dort dir fort und fort im Him⸗ mel herrlich singen. Paul Gerhard. Mei. Nur frisch hinein. 427 r fuͤhrt hin⸗ ein, er muß auch Helfer sein, der treue GOtt, der sich nicht kann verleugnen; kein Unsall darf sich ohne ihn ereignen. Er, er verfügts, er thut es ganz allein, er fuͤhrt hinein. 2. Fuͤhrt er hinein, so kannst du freudig sein, er hat ja nicht Gefallen am Verderhen, kein Suͤnder soll in seinen Suͤnden ster⸗ ben. Damit das Herz von Unflath werde rein, fuͤhrt er hinein. 3. Er meint es wohl, nicht daß man fallen soll, wenn dem Gefuͤhl er seine Hand entziehet; nur die Vernunft ist blind, der Glaube siehet, und kehret sich zu GOtt, als seinem Pol, der meint es wohl. 4. Die Hoͤllenpfort ist oft der duͤstre Ort, in wel⸗ chem man edenket zu ver⸗ sinken; bald stillt der HErr den Sturm mit einem Win⸗ ken, und es verschwindet auf ein einges Wort die Hoͤllenpfort. 5. Die Todtenzahl sieht man ein andermal in einem Blick schon vor und um sich schweben, und eh mans hofft, giebt GOtt ein neues Leben, daß man sich sieht entfernt vom finstern Thal der Todten⸗Zahl. 6. Der HErr erhaͤlt den weiten Kreis der Welt, den Erdenball hat er hinein⸗ gesetzetz durch seinen Schutz bleibt alles unverletzet. Drum ists gewiß, daß kei⸗ ner gaͤnzlich faͤllt, den er erhaͤlt. ů 7. Die Bitterkeit, die man Vvom Kreuz der Christen. 36⁵ man empfindet heut, kann morgen schon dem Geist wie Honig schmecken. Und sollt er auch noch laͤnger sich verstecken, so bleibt doch wahr: Es weichet mit der Zeit die Bitter⸗ keit.“ 8. Dies merke auch, was dir der Schlangen Hauch in Adam schon als Gift hat eingeblasen, versucht in dir nunmehr sein letztes Rasen. Wo Feur entsteht, da findet sich auch Rauch, dies merke auch. 9. So lang dies Gift kein Gegengift antrifft, pflegt es gar still und un⸗ vermerkt zu töͤdten; wenn aber nun es selber kommt in Noͤthen, nachdem das Wort den Bußkampf an⸗ gestift, da braust dies Gift. 10. Es folget nicht, daß uns da nichts gebricht, wenn wir fein sanft auf unsern Hefen liegen, daß wir uns selbst an unserm Thun ver⸗ gnuͤgen; daß unsrer Seel alsdann so wohl geschicht, das folget nicht. 11. Es ist Betrug, wenn man den ersten Fluͤg, wo⸗ mit die Seel sich lieblich aufwaͤrts schwinget, eh noch das Herz des Kreu⸗ zes Dorn il für Chri er⸗ kennen will fuͤr Christen⸗ thums genug: das ist Be⸗ trug. 12. Vor Sicherheit ver⸗ wahrt der sih m Streit/ den man in sich mit Fleisch und Blut muß fuͤhren, wenn sich nunmehr die bösen Luͤste ruͤhren. Der Streit verwahrt, o große Seligkeit, vor Sicherheit. 13. Man lernt dabei, was fuͤr ein Held man sei, ob man nicht vor dem Kampf Triumph gesungen, und mit der Zungen nur voraus gesprungen; auch wie man muß im Leiden sein getreu, lernt man dabei. 14. Ist uns denn gut der Streit mit Fleisch und Blut, so muͤssen auch die Kraͤfte in den Luͤften uns nuͤtzlich sein, anstatt uns zu vergiften. Wer nur in Gott durch Glauben staͤrkt den Muth, dem ist es gut. 15. Und wenn die Welt uns grimmig uͤberfaͤllt, und mit Verfolgung uns will unterdruͤcken, ja wenn sie uns gar lockt mit Huren⸗ Blicken, besieget doch, wer sich zu IEsu haͤlt, leicht auch die Welt. 16. Mit einem Wort: Es soll die Hoͤllenpfort, sammt aller Macht und Listigkeit der Feinde, nichts schaden dem, der JEsum hat zum Freunde. Denn JEsus ist der Seelen Fels und Hort, mit einem Wort. 17. Mitleiden muß, wer dort den Friedenskuß auf seinem Thron von ihme will erlangen. Wer Kronen sucht, muß vor mit Dor⸗ nen prangen; dieweil ein Christ, nach ewig festem Schluß, mitleiden maß. 18. Drum frisch hinein, lern nur geduldig sein, e lieber Christ, laß nichts das Ziel verruͤcken: sei stets getrost, es muß dir 4—8 gluͤk⸗ 366 Vom Kreuz der Christen. gluͤcken; das rothe Meer wird lauter Zuckerwein; nur frisch hinein. 19. Den Lobgesang mit suͤßem Freudenklang eilt Moses schon am Ufer vor⸗ bort am Sieh Miriam ort am Reihen froͤhlich springen. So folget dir auf deinem Kreuzesgang der Lobgesang. 20. Der Jubelschall giebt einen Gegenhall von oben her von den verklaͤr⸗ ten Choͤren; man kann im Geist die Engelstimmen hoͤ⸗ ren. Sie rufen laut, es toͤ⸗ net uͤberall der Jubelschall. 21. Preis, Lob und Ehr bringt unserm JIEsu her, der durch das Kreuz in diese Freude fuͤhret, das Haupt mit Gold, die Hand mit Palmen zieret. Er hleibt erhoͤht; bringt ihm ie mehr und mehr Preis, Lob und Ehr. Johann Daniel Herrnschmidt. Mel. Es kostet viel ein Christ zu sein. 428 Er wird es S. thun, der fromme, treue GOtt, er kann ja nicht vhn alle Maaß versuchen; er bleibet noch ein Bater in der Noth, sein Segen⸗Mund wird seinem Kind nicht fluchen. Ei hoͤre nur, wie er so freundlich spricht: Ver⸗ zage nicht! 2. Bedenke fein, daß du berufen bist in. GOttes Reich durch Truͤbsal ein⸗ Du seht⸗ Du glaubest ja, du seist ein wahrer Christ, so muß man auch von dir die Proben sehen. So lang es geht nach deinem Fleisch und Blut, stehts noch nicht gut. 3. Du hast genug von Christenkreuz gehoͤrt, so hast du auch genug davon gesprochen; doch haͤftet mehr, was die Erfahrung lehrt, drum komm getrost zum Kreuz herangekrochen. Wer dieses faßt, dem wird zuletzt zu Theil Kraft, Trost und Heil. 4. Eh Joseph steigt auf der Egypter Thron, muß er zuvor den schwarzen Kerker sehen. Eh David kommt zu der verheißnen Kron/ muß er mit Schmach imElend umher gehen. His⸗ kia wird erst nach der Ster⸗ bensnoth befreit vom Tod. 5. Dein JIEsus selbst geht dir zum Beispiel vor: er mußte ja auf Erden vieles leiden, eh er sich hub zur Herrlichkeit em⸗ por, da er nun hat und giebt die ewgen Freuden. Wer treulich kaͤmpft, bringt auch den guten Lohn zu⸗ letzt davon. 6. Drum hoffe nur auf den, der Vater heißt, er ist dir gut auch mitten in dem Jammer; dein Braͤut⸗ gam sieht, wenn dich der Kummer beißt, und schaut hinein in deine Herzens⸗ Kammer; da sieht ers wohl, wenn du bist Tro⸗ stes bloß und Huͤlfe los. 7. Und also bricht das Herz ihm gegen dir. Er spricht: Ich muß mich wich i Vom Kreuz der Christen. 367 dich erbarmen; du liebes Kind hast niemand außer mir, drum halt ich dich in meiner Guͤte Armen. Sei gutes Muths, die Huͤlfestund ist nah, dein Trost ist da. 8. Dir sei gedankt, du auserwaͤhlter Freund, daß du dein Aug so richtest auf die Deinen; denn wenn uns jetzt der arge Friedens⸗ feind so hat gefaßt, daß wir verloren scheinen, so stuͤrzest du ihn in den Hoͤl⸗ len⸗Schlund zur rechten Stund. 9. Gieb, daß auch wir, die du so innig liebst, dich moͤgen stets in Lieb und Hoffnung ehren, weil di ja nicht von Herzen uns betruͤbst, und unser Leid in Freude willst verkehren. So sei dir denn Lob, Ruhm und Dank gebracht aus al⸗ ler Macht. Joh. Dan. Herrnschmidt. Mel. O du Liebe mei⸗ ner Nebe. 429 Fohee fort 2 mit Liebes⸗ Schlaͤgen, suͤßer JIEsux liebster Hort, laß sich Truͤb⸗ salswinde regen, und bring mich hindurch an Port. Ach ich biete dir den Ruͤk⸗ ken, schlag nur zu, ich habs verschuldt; Kreuz und Voth sind Liebesstricke, Zeichen deiner großen Huld. 2. Ich bin lang von dir gewichen, lang war mir das Eitle lieb; doch bist du mir nachgeschlichen, weil dich deine Liebe trieb: Liebe, die dir Haͤnd und Fuͤße an des Kreuzes Holz gespießt, Liehe, die so ho⸗ nigsuͤße auf die armen Sünder fließt. 3. Ach so denke nicht, wie lange ich dich, Braͤut⸗ gam, nicht erkannt, wie ich mich zur alten Schlange oft mit Herz und Sinn ge⸗ wandt; sondern denk an deine Wunden, die dein heilig Fleisch durchritzt; denk an deine Trauerstun⸗ den, da du Blut fuͤr mich geschwitzt. 4. Fege durch die Kreu⸗ zesruthe alles aus dem Her⸗ zen aus; wasch es dann mit deinem Blute, und mach es zu deinem Haus. Ach eroͤffne selbst die Thuͤ⸗ re, waͤlz den Suͤndenstein davon; gieb, daß ich dich drinnen spuͤre, du geliebter GoOttessohn. 5. Wenn du es nun ein⸗ genommen, so laß gar nichts mehr hinein; denn ich hab mir vorgenommen, dein hinfort allein zu sein. Ich will selbst mich nicht mehr kennen, nicht die Welt, nicht Fleischeslust; Augen⸗ lust, Stolz, suͤndlich Bren⸗ nen sei mir niemals lmehr bewußt. 6. Denn ich will in dei⸗ nen Armen unterm Kreuz gar sanfte ruhn; doch ver⸗ trag auch mit Erbarmen, wenn mein Lassen oder Thun noch mit Schwach⸗ heit sehr deflecket, die dir nicht verborgen ist; diese aber wird verdecket, weil du mein Erloͤser bist. 7. Nun 368 Vom Kreuz der Christen. 7. Nun, du sollst mein in dem Leben, und im Tod auch meine sein; dir mit Leib und Seel ergeben geh ich in mich selbst hin⸗ ein; dich such ich in mei⸗ nem Herzen, bis du dich mir offenbarst; schenke mir des Glaubens Kerzen, wie du vormals gnaͤdig warst. 8. Hoͤr, ach hoͤr mein sehnlich Flehen, ach wie lang derbirgst du dich? Rehe mir kaͤmpfen, wider⸗ sehen, meine Kraft ver⸗ lieret sich. Aber du bist in den Schwachen maͤch⸗ tig, wenn ihr Herz be⸗ trübt; drum magst du es mit mir machen/ IEsu/ wie es dir beliebt. Phil. Balth. Sinold v. Schütz. Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. 430 Fricch frisch 7 hinnach/ mein Geist und Herz, auf IEsus Dornenwegen; be⸗ krieget mich hier Leid und Schmerz: auf Siegen fol⸗ get Segen. Rur froͤhlich aufgefaßt die leichte Lie⸗ beslast; das Leiden dieser 3. Du gingest selbst zu Ehren ein durch Schmach, Geduld und Leiden: sollt ich) mein IEsu, besser sein, und hier in Rosen weiden? Der Himmelslil⸗ jen Glanz waͤchst aus dem Dornenkranz; dem, der den Rock des Kreuzes traͤgt/ wird dort der Purpur an⸗ gelegt. 4. Wo blieb des Her⸗ zens Gartenpracht, wenn Suͤd und Nord stets schlie⸗ fen? Rur das bewoͤlkte Wehen macht, daß seine Würze triefen. Indessen bleibest du doch meine Sonn und Ruh, die mich mit ihrem Licht ergoͤtzt, wenn mich des Kreuzes Sturm benetzt. 5. Denn du, mein GOtt, bist Sonn und Schild der Glaͤubigen auf Erden, die deinem Kreuz⸗ und Mar⸗ terbild hier solen aͤhnlich werden, eh sie die Herr⸗ lichkeit mit ihrer Kron er⸗ freut, und der Geduld die Palmen bringt, die sie nach Sieg des Leidens schwingt. 6. Mein Herz kann diese Leidensehr, o IEsu, fast chtnicht fassen. So komm, kurzen Zeit ist doch nicht werth der Herrlichkeit. 2. Du kennest, kiebster IEsu, wohl der Schul⸗ sern Staͤrk⸗Vermoͤgen: du Weißt schon, was ich tragen soll, und was diEe sollst auflegen, Leg guf⸗ ich halte dir, dein Will gescheh in mix; dein Will. du liebe Last, denn her: wer will sein Wohl selbst Jassen? Mit JIEfu hier berhoͤhnt mit XEsu dort (elrbut, mit IEsi hier ans Kreuz hedrückt mit IEhnn Freude bort er⸗ quickt. 92 7. Wohlan o will ich an dem mein Wollen 90 00M Geduld nach deinem u das nichts, as was willst, verlangt. Willen leiden; der Becher fließt von deinet duld. den u Vom Kreuz der Christen. 369 du mir hast bescheiden. Im Kreuz erblick ich schon die mir verheißne Kron. Du leuchtest in Geduld mir vor, ich folg, s geht zum Sternenthor. Wolfg. Christoph Deßler. Mel. O(HErr) JEsu Christ, du höchstes Gut. 431 Glecchmie ein , Hirsch eilt mit Begier zum Wasser, sich zu frischen, so schreit mein Seele, GOtt, zu dir, nach GOtt mein Seele duͤrstet. Des Lehens GOtt liegt mir im Sinn: ach waͤnn werd ich kommen dahin, daß ich sein Antlitz schgue? 2. Mein taͤglich Speise Thraͤnen seind, mein Leid ich in mich fresse, wenn ich muß hoͤren von dem Feind: GOtt hab mein gar vergessen. Von sol⸗ chem Spott bricht mir mein Herz; drum ichs vor GOtt ausschuͤtt mit Schmerz, ihm meine Noth zu klagen. 3. Wie gerne wollt ich mit hingehn, zum 10 c0 GOttes wallen, daß ich moͤcht bei dem Haufen stehn/ der dich, HErr, preist mit Schallen. Zu danken in der großen Gmein mit Frohlocken den Namen dein, waͤr meines Herzens Freude. 4. Was btrübst du dich doch, meine Seel, hast Un⸗ ruh fruͤh und spate? Harr nur auf GOtt, allm Un⸗ gefaͤll weiß er gar wohl zu rathen. Ich bins ge⸗ wiß, GOtt laͤßt mich nicht, hilft mir mit seinem An⸗ gesicht; deß werd ich ihm noch danken. „5. Ach GOtt, mein Seel ist sehr betruͤbt, fuͤhrt man⸗ che sehnlich Klage. Da⸗ gegen dies den Trost mir giebt, du haͤltst gwiß dein Zusage. Den Berg Zion und Hermonim, da man höͤrt deines Wortes Stimm, hast du deinm Volk ge⸗ geben. 6, Der Truͤbsal Fluth rauschet daher, ein Leid das andre reget, gleich wie auf uͤngestuͤmen Meer ein Well die andre schlaͤget. Taͤglich verspricht GOtt seine Gnad; dafuͤr lob ich ihn fruͤh und spat, ruf an den GOtt meins Lebens. 7. Ich sag: du bist mein Fels, mein Hort, warum hast mein vergessen? Ich muß mich graͤmen fort und fort, wenn meine Feind mich pressen. Es gehet mir durch Mark und Bein, daß ich der Feinde Spott muß sein, die mir GOtts Gnad absagen. 8. Was btrübst du dich doch, meine Seel, hast Unruh fruͤh und spate? Harr nur auf GOtt, allm Ungefaͤll weiß er gar wohl zu rathen. Ich bins ge⸗ wiß, GOtt laͤßt mich nicht, thut Huͤlfe meinem Angesicht; deß werd ich ihm noch danken. Corn. Becker. 16˙⁷ Mel. 370 Vom Kreuz der Christen. hefte Wahrheit sitzt in Mel. Seelenweide, mei⸗ Majestät jetzund, 1105 die ne Freude. 432 Gade zu/ Kreuz, von ganzem Herzen; komm, du angenehmer Gast, dein Schmerz macht mir keine Schmerzen, deine Last auch keine Last. 2. Kreuzesschmach ist keine Schande, es ist auch kein Schimpf dabei; denn die harten Kreuzesbande .— nicht auf Buͤberei; Sondern sind der Wahrheit Zeichen, fuͤr die auch Sankt Stephanus zu Jerusalem erbleichen und erbaͤrmlich leiden muß. 4. Hing doch IEsus, unser Leben, unser schoͤn⸗ ster Braͤutigam, welcher sich fuͤr uns gegeben, selb⸗ sten an dem Kreuzesstamm. 5. Und wie ist er doch den Seinen in der Liebe beigethan, wenn sie bittre Thraͤnen weinen unter dieser Kreuzesfahn! 6. Alle Zeugen und Be⸗ kenner ruͤhmen jene Fes⸗ sel noch, und die Bande frommer Maͤnner sammt der Maͤrtrer Kreuzesjoch. 7. Gluck zu/ Kreuz, du lieber Bote der der Ge⸗ gen Herrlichkeit, der Ge⸗ rechten in dem Tode lieb⸗ liche Zufriedenheit! 8. Komm, du Freundin aller Frommen, dein Ge⸗ daͤchtniß ruht in mir; komm, ich heiß dich ja willkommen, und umfaß dich mit Begier. 9. Die ans Kreuz ge⸗ Liebe herrscht in Klarheit, die zuvor im Leiden stund. 10. Ja, im Himmel steht geschrieben der Bekenner werthe Zahl, und der Braͤutgam ruft: Ihr Lie⸗ ben, kommt und halt das Hochzeitmahl! 11. O wer will nun nicht mit Freuden Kreuz/ Verfolgung, Hohn und Spott sammt der groͤß⸗ ten Marter leiden, ja den alleraͤrgsten Tod? 12. Jagt die Stimme doch des Lieben und ein einzig Liebeswort alles, was uns kann betruͤben, nebest aller Schande fort. 13. Drum so kommt, ihr Kreuzesbruͤder, fol⸗ get unserm Bruder nach. Kommt und singt ihm neue Lieder mitten in der Todesschmach. 14. Band und Strie⸗ men sind uns Kronen/ unser Schmuck und Ei⸗ genthum, und die Ker⸗ ker sind uns Thronen, Schmach und Schande unser Ruhm. 15. Kommet, denn die Engel bringen, wenn uns gleich die Welt vergcht, und wir mit dem Tode ringen, Kraft und Staͤr⸗ ke, Sieg und Macht. 16. Sehn wir doch den Himmel offen, wenn man uns zur Marter zieht. O erwaͤgt, was da in hoffen, wo das Auge IEsum sieht! 17. Laßt uns oor die Thore gehen, geht 1⁷ Vom Kreuz der Christen. 37¹ dieser Huͤtten aus; der Stern, den uns GOtt laͤßt sehen, fuͤhrt uns in des Vaters Haus. Joh. Wilh. Petersen. Mel. Seelenweide, mei⸗ ne Vreude. Ott, so mit den Deinen, daß ich klaͤglich fragen muß: Will die Sonne noch nicht scheinen nach dem truͤben Thraͤnenguß? 2. Ist der Himmel denn verschlossen, laͤßt er kein Gebet mehr ein? Sollt ich denn von GOtt verstoßen, und er unerbittlich sein? 3. Hat die Guͤte denn ein Ende, hat Erbarmen aufgehoͤrt? Sind die gng⸗ denreichen Haͤnde nun fuͤr mich ganz ausgeleert? 4. Ach wie lange, HErr, wie lange muß ich stehen vor der Thuͤr! Mir wird fast um Trost sehr bange, der sich sparsam findt bei mir. 5. HErr, du siehest mein Anliegen und den Kum⸗ mer, der mich druͤckt, wie sichs nicht mit mir will fuͤgen, und zu keiner Aen⸗ drung schickt. 6. Ist kein Raͤumchen mehr vorhanden, da ich endlich los und frei von der fremden Wohlthat Banden, dir nur dienst⸗ und dankbar sei? 7. Doch ich ehre dein Gerichte uͤber meine Suͤn⸗ denschuld, so, daß ich mich dir verpflichte, still zu hal⸗ ten mit Geduld. 8. Was du willst, soll mir gefallen, mich behuͤte schlecht und recht, wo ich hier soll laͤnger wallen: HErr⸗ erlbie deinen Knecht. Alel. Lobe den HErren, den mächtigen König der Ehren. 434.(Braut.) Hol denn, JEsu, dein Ange⸗ sicht gaͤnzlich verborgen, daß ch die Stunden der Naͤchte muß warten bis morgen? Wie hast du doch, Suͤßester, moͤgen annoch bringen die trau⸗ rigen Sorgen? 2.(Braͤutigam) Mußt du denn, Liebste, dich also von Herzen betruͤben, daß ich ein wenig zu lange bin außen geblieben? Weißt du denn nicht, wie ich mich habe verpflicht, Liebste, dich ewig zu lieben? 3.(Braut.) Meine be⸗ truͤbeten Geister die weinen von Herzen, weil nun die Flammen und Funken der brennenden Kerzen in Lie⸗ besglut leider dein Zuͤrnen austhut; soll ich nun die⸗ ses verschmerzen? 4.(Braͤutigam.) Ach du bekuͤmmerte Seele, sei froͤhlich von Herzen, stille die traurigen Sorgen und guaͤ⸗ lenden Schmerzen; keine Sintflut tilget die feurige Glut meiner liebbrennen⸗ den Kerzen. 5.(Braut.) Willst du mich lassen in Nöthen, o JEsu/ verderben? ei nun, 10 lasse mich, Suͤßer/ aig⸗ ⸗ 37² Vom Kreuz der Christen. seliglich sterben; auf daß ich kann dorten die himm⸗ lische Bahn endlich ausd Gnaden ererben. 6.(Braͤutigam.) Richte dich, Liebste, nach meinem Gefallen, und glaͤube, daß ich dein Seelenfreund im⸗ mer und ewig verbleibe, der dich ergoͤtzt, und in den Himmel versetzt aus dem gemaͤrterten Leibe. 7.(Braut.) Muß ich in diesem betruͤbeten zeitlichen Leben lhn in des Todes efaͤnglichen Schranken ets schweben, so wird mir dort JEsus am seli⸗ gen Ort himmlische Frei⸗ heit doch geben. 8.(Braͤutigam.) Traue nur sicher, und bleibe be⸗ staͤndig im Glauben: ob⸗ gleich Tod, Teufel und Hoͤlle sich bruͤsten und schnauben, sollen sie doch nicht in ihr hoͤllisches Joch dich aus den Haͤnden mir rauben. 9.(Braut.) Hiermit so will ich gesegnen die irdi⸗ schen Freuden, hiermit so will ich vom zeitlichen Lei⸗ den abscheiden; ewige Lust wird mir bald werden be⸗ wußt, wenn mich der Him⸗ mel wird weiden. 10.(Braͤutigam.) Serse lich verlangende Seele nach himmlischen Freuden/ ei nun so schicke dich selig von hinnen zut scheiden; troͤte dich mein, daß ich dein Hirte will sein, und dich erguicken und weiden. 11.(Braut.) Ade, oErde, du schoͤnes, doch schnodes Gebaͤude. Ade, o Wollust du suͤße, doch zeitliche Freu⸗ e. Ade, o Welt, mir es nicht laͤnger gefaͤllt, darum zu JEsu ich scheide. 12..(Bräutigam.) Ach nun willkommen/ mein Erb⸗ theil, vom Vater gegeben, erbe die Schaͤtze des Him⸗ mels und ewiges Leben, da du mit mik fuͤr dies Weltleiden allhier ewig in Freuden sollst schweben. Mel. Herzliebster JEsu, was hast du verbrochen. 43 5 H⁴ deinen * Zorn wend ab von uns in Gnaden, und laß nicht wuͤthen dei⸗ ne blutge Ruthe; richt uns nicht streng nach un⸗ sern Missethaten, sondern nach Guͤte. 2. Denn wo du wolltest nach Verdienste strafen, wer koͤnnte deinen Grimm und Hand ertragen? Alls muͤßt vergehen, was du hast geschaͤffen, vor deinen Plagen. 3. Vergieb, HErr, gnaͤ⸗ dig unsre große Schuͤlde, lß uͤber uns das Recht der Gnade walten, der du zu schonen pflegst nach großer Hulde, uns zu erhalten. 4. Sind wir doch arme Wuͤrmlein, Staub und Erden, mit Erbsuͤnd Schwachheit/ Noth und Tod beladen; warum solln wir denn gar zu nichte wer⸗ den im Zorn oͤhn Gnaden? 5. Sieh an deins Soh⸗ nes Kreuz und bitter Lei⸗ den, der uns erlbset 2 mi Vom Kreuz der Christen. mit seinem Blute, eroͤffnen lassen auch sein Herz und Seiten der Welt zu gute. 6. Darum, ach Vater, laß uns nicht verderben, dein Gnad und Geist durch Christum wollst uns geben; mach uns zugleich des Himmelreiches Erben, mit dir zu lehen. Barth. Gesius. Mel. O(HErr) JEsu Christ, du höchstes Gut. 436. Err IEsu . Ebrist, ich schrei zu dir aus hochbe⸗ truͤbter Seele; dein All⸗ macht laß erscheinen mir/ und mich nicht also quaͤle. Viel groͤßer ist die Angst und Schmerz, so ansicht und turbirt mein Herz,/ als daß ichs kann erzaͤhlen. 2. HErr JEsu Christ, er⸗ barm dich mein durch dei⸗ ne große Guͤte; mit Zrost und Rettung jetzt erschein meinm traurigen Gemuͤ⸗ the, welchs elendiglich wird geplagt, und, so du nicht hilfst, gar verzagt, weils keinen Trost kann finden. 3. HErr JEsu Christ, groß ist die Noth, darin ich jetzt thu stecken. Ach hilf, mein allerliebster GOtt, schlaf nicht, laß dich erwecken. Riemand ist, der mir helfen kann, kein Kreatur sich mein nimmt an; ich darfs auch niemand klagen. 4. HErr IEsu Christ, du bist allein mein Hoff⸗ nung und mein Leben: drum will ich in die 37³3 Haͤnde dein mich ganz und gar ergeben. Err, laß meine Zuver⸗ icht auf dich zu Schanden werden nicht, sonst bin ich ganz verlassen. 5. HErr IEsu Christe, GOttes Sohn, zu dir steht mein Vertrauen; du bist der rechte Gnadenthron: wer nur auf dich thut bauen, dem stehst du bei in aller Noth, hilfst ihm im Leben und im Tod; darauf ich mich verlasse. 6. HErr IEsu Christ, das Elend mein thu gnaͤ⸗ diglich ansehen; durch die heilig fuͤnf Wunden dein hoͤr mein Gebet und Fle⸗ hen: welchs Tag und Nacht mit Angst und Schmerz zu dir ausgeußt mein traunigs Herz. Ach laß dichs doch erbarmen! 7. HErr JEsu Christ, wenn es ist Zeit, nach dei⸗ nem Wohlgefallen, hilf mir durch dein Barmher⸗ zigkeit aus meinen Aeng⸗ sten allen; zerstör den Anschlag meiner Feind, die mir zu stark und maͤch⸗ tig seind; laß mich nicht unterdruͤcken. 8. HErr IEsu Christ, ich weiß kein Rath, des Elends los zu werden, so du nicht hilfst durch deine Gnad, so lang ich leb auf Erden. Wenn es denn dir nun se gefaͤlt/ daß ich also soll sein ge⸗ quält, so gieb mir Kraft und Staͤrke. 9. HErr W0 Cbrist, verleih Geduld, hief mir mein 37⁴ Vom Kreuz der Christen. mein Kreuz ertragen; wend nicht von mir ab Riel. Welteedand: deine Huld, und so du eltgetäude. mich willst plagen, es 437 animer hat zeitlich hier am Leibe thu,* mich ganz gieb nur der armen Seelen Ruh, daß sie dort mit dir lebe. 10. HErr IEsu Christ, das glaub ich doch aus meines Herzens Grunde: du wirst mich wohl erhoͤ⸗ ren noch zur rechten Zeit und Stunde; denn du hast mich noch nie verlan, wenn ich dich hab gerufen an: deß ich mich herzlich tröste. ů 1. HErr IEsu Christ, einiger Trost, zu dir will ich mich wenden; mein Herz⸗ leid ist dir wohl bewußt, du kannst und wirst es enden. In deinen Willen seis gestellt; machs, lieber GoOtt, wie dirs gefaͤllt, dein bin und will ich bleiben. 12. HErr JEsu Christ, die Seufzer miein, die ich vor dich thu bringen, be⸗ syrenge mit dem Blute un dein, damit sie hindurch dringen, und erweichen das Vaterberz, daß er abwend all Angst und Schmerz, die mich von dir will .3. Herr Jen Chis 45. rr Esu vist, mit Huͤlf erschein allen, allen Elenden, die jetzt in großen Aengsten sein, thu dich zu ihnen wenden; mit starker Hand heraus sie reiß, dafuͤr sie dir dort Lob und Preis ewiglich singen werden. Johann Schindler. umgeben, Elend hat mich angethan, Trauren heißt mein kurzes Leben, Truͤh⸗ sal fuͤhrt mich guf den Plan; GOtt der hat mich gar verlassen; keinen Trost weiß ich zu fassen hier auf dieser Ungluͤcksbahn 2. Grausamlich bin ich getrieben von des HErren Angesicht, als ich, ihn allein zu lieben, nicht gedacht an meine Pflicht; drum muß ich so klaͤglich stehen; doch es ist mit recht geschehen: mein GOtt rief/ ich hört ihn nicht. 3. Ach, mein Schifflein will versinken recht auf die⸗ sem Suͤndenmeer; GOttes Grimm laͤßt mich ertrin⸗ ken, denn sein Hand ist viel zu schwer; ja mein Schiff⸗ lein laͤßt sich jagen durch Verzweiflung, Angst und Plagen, ganz entankert hin er 27 4. GOtt hat mich jetzt gar vergessen, weil ich nicht an ihn gedacht; meine Suͤnd hat er gemessen, und sich meinen Feind gemacht, daß ich ringen muß die Haͤnde/ sein Erbarmen hat ein Ende, schier bin ich zur Hoͤllen bracht 5. Wo ist Rath und Trost zu finden, wo ist Huͤlf in dieser Roth? HErr, wer rettet mich von Suͤn⸗ den? wer erloͤset mich vom Tod? Ich gedenke zwar der Dom Kreuz der Christen. 37⁵ der Zeiten, da du pflagst fuͤr uns zu streiten, wenn wir lagen gar im Koth 6. Aber nun hat sich geendet deine Lieb und große Treu; ach dein Herz ist abgewendet, und dein Grimm wird taͤglich neu. Du bist gar von mir ge⸗ gangen, nur dein Zorn haͤlt mich gefangen, ich ver⸗ schwinde wie die Spreu/ 7. Hoͤllenangst hat mich betroffen, mein Gewissen guaͤlet mich, kein Erloͤsung ist zu hoffen; ich empfinde Todesstich und ein unauf⸗ hoͤrlich Sterben. HErr, ich eile zum Verderben, ich vergehe jaͤmmerlich 8. Grauen hat mich uͤber⸗ fallen, Zittern hat mich angesteckt; schwerlich kann ich nun mehr lallen, Angst und Furcht hat mich be⸗ deckt. Ach ich wandle jetzt die Straßen, da ich mich muß martern lassen: o wie wird mein Geist er⸗ schreckt! 9. Will mir denn kein Trost erscheinen, spuͤr ich gar, kein Gnadenlicht? Rein, vergeblich ist mein Weinen, mein Gebet das hilft mir nicht; uͤber mich verlaßnen Armen will kein Helfer sich erbarmen, ich bin todt, mein Herz zer⸗ bricht Christlicher Trost der angefochtenen Seele. 10. Liebste Seel, hor auf zu schreien, deines Kla⸗ Trat ist zu viel; nach dem rauren kommt das Freu⸗ en⸗ Herzensangst hat auch ihr Ziel; Wechsel ist in al⸗ len Sachen, nach dem Heu⸗ len kann man lachen: GOtt der treibt mit dir sein Spiel 7 11. Ist dein Heiland von dir gangen, er wird wie⸗ derkommen schon, und mit Freuden dich umfangen, recht wie den verlornen Sohn. Hat dein Liebster dich verlassen: ei, er kann dich nimmer hassen, seine Guͤt ist doch dein Lohn 12. Hat dich GOtt da⸗ hin gegeben, daß dich Sa⸗ tan sichten soll, und das Kreuz dich mache beben: ei, er meint doch alles wohl; dies sind seiner Liebe Zei⸗ chen, die doch keiner kann erreichen, wenn er nicht ist Glaubens voll 13. Ob dich dein Gewis⸗ sen naget, ob dein Geist bekuͤmmert ist, ob der Hoͤl⸗ len Furcht dich plaget, ob dich schreckt des Teufels List: traure nicht! GOtt wird es wenden, und dir große Lindrung senden/ wenn du nur geduldig bist:⸗ 14. Moses hat dies auch erfahren, und sein Bru⸗ der Aaron; Noah und die mit ihm waren, sahen nicht die Gnadensonn; David, Joseph und Elias, Petrus, Paulus und To⸗ bias trugen auch ihr Theil davon 1½ 15. Sei zufrieden, liebe Seele, billig traͤgst du sol⸗ 09 Last; hier in dieser Un⸗ gluͤckshoͤhle weiß man doch von keiner Rast; drum so stille nur dein Zagen, und ge⸗ 376 Vvom Kreuz der Christen. gedenk, es sind die Pla⸗ gen, die du laͤngst verdie⸗ net hast 1 16. Brausen jetzt die Wasserwogen, morgen aͤn⸗ dert sich das Meer. J dir heut ein dentzo⸗ gen, morgen kommt sie wieder her. Ist dir aller Trost entgangen, sei zu⸗ frieden, dein Verlangen wird erfuͤllet nach Begehr: 17. Was betruͤbst du dich mit Schmerzen, stille doch, und harr auf GOtt; dan⸗ ken will ich ihm von Her⸗ zen, daß ich werde nicht zu Spott. Ob er mich gleich wuͤrde toͤdten, hilft er mir dennoch aus Noͤthen, er/ der starke Zebaoth: 18. HErr, errette mich mit Freuden aus der Hoͤl⸗ len Grausamkeit; hilf mir/ daß ich auch im Leiden dir 0 dienen sei bereit. Giebst u nur des Geistes Ga⸗ ben, daß sie mir die Seele laben, tret ich froͤhlich an den Streit: Joh. Rist. Mel. Ach, was soll ich Bünder machen. 438 ch bin muͤde mehr zu le⸗ hen, nimm mich, liebster GOtt, zu dir; muß ich doch im Leben hier taͤglich in Betruͤhniß schwehen; meine groͤßte Lebenszeit laͤuft dahin in Traurigkeit. 2. Moͤcht es dir, mein GOtt, gefallen, wollt ich herzlich gern ins Grab, da mein Leid geschnitten ab, da mein schmerzenvolles Wallen dieses Lebens ganz verschwindt, und sein end⸗ lichs Ende findt. 3. Ich verschmachte fast vor Sorgen, meine milde Thraͤnenflut und des Kreu⸗ stzes heiße Glut sind mein Fruͤhstuͤck alle Morgen. Furcht, Betruͤbniß, Angst und Noth sind mein taͤg⸗ lich Speise⸗Brod. 4. Seh ich jene boͤsen Rotten, die sich in die Welt berliebt, werd ich innerlich betruͤbt; denn sie hoͤhnisch meiner spotten, wenn sie schreien: Seht den Mann, dem sein GOtt nicht helfen kann! 5. Dann geh ich in meine Kammer, fall auf meine matte Knie, heul und win⸗ sel je und je, und beweine meinen Jammer; meiner Thraͤnen milder Lauf stei⸗ get zu dir wolkenauf. 6. GOtt, wann wirst du dich erbarmen üher meine schwere Pein? Wann wirst du mir gnaͤdig sein? ach wann wirst du mich umar⸗ men? Ach mein GOtt, wie lang, wie lang soll mir doch noch sein so bang? 7. Setze mich doch ein⸗ mal nieder, laß mich kom⸗ men doch zur Ruh, aller⸗ liebster Vater du, troste mich doch einmal wieder; gieb mir endlich doch ein⸗ mal Herzenslust nach die⸗ ser Qual. 8. Doch wer weiß, wozu esz nuͤtzet, daß du mich so zuͤchtigest, daß ich werde so geyreßt, und vor welcher Noth es schuͤtzet? Denn wer Vom Kreuz der Christen. 37⁷7 wer in der Welt sich freut/ kommt oft um die Seligkeit. 9. Darum laß die Straf ergehen, schlage zu und staͤupe fort, liebster GOtt, und schone dort; doch da⸗ mit ichs kann ausstehen, so verleihe mir Geduld bei ver⸗ 25 Gnad und Huld. I0. Und nimm mich nach deinem Willen, nach der ausgestandnen Qual, in den großen Freudensaal, da sich alle Noth wird stil⸗ len. Komm, mein GOtt, wenn dirs gefaͤllt, und reiß mich von dieser Welt. Georg Neumark. Mel. Komm, o homm, du Geist des Lebens. 439 ch bin voller Angst und Leiden, und vergeh vor Traurigkeit; bitter sind mir alle Freuden, lang das Elend dieser Zeit; mein Gebluͤt erstarrt in mir, und mein Herz ver⸗ schmachtet schier. 2. Was bedeut dein La⸗ mentiren, du betruͤbtes Is⸗ rael? Wessentwegen laͤßt du spuͤren solches Leid in deiner Seel? Mußt du dich verlassen sehn, oder was ist sonst geschehn? 3. Ach wie sollt ich nicht erschuͤttern, weil der mein Feind worden ist, vor dem Erd und Himmel zittern, enn er sich mit Eifer ruͤst; dem ich viel zu Leid gethan, sieht mit Grimm und Zorn mich an. 4. Billig bist du hoch be⸗ truͤbet, weil du traͤgst des HErren Zorn; denn fuͤr das, was du veruͤbet, solltst du billig sein verlorn. O du armer Erdenwurm, wer hilft dir in diesem Sturm? 5. Ach ich hab nicht angenommen den, der mir zu helfen kam; drum auf mich der Fluch ist kom⸗ men, den sonst JEsus auf sich nahm. O der großen Missethat, die GOtt sehr erzuͤrnet hat. 6. Recht man dich un⸗ selig nennet, ja auch aller Gnad unwerth, weil du solches nicht erkennet, und dich ganz von GOtt ge⸗ kehrt; alle Angst faͤllt auf dich hin, und zernagt dein Herz und Sinn. 7. Aengstlich klag ich, ja dies schmerzet, und macht mich erst Jammers voll, weil ich habe den verscher⸗ zet, der mein A und O sein soll. Durch die Suͤnde hab ich mir selbst gesperrt die Gnadenthuͤr. 8. Du hast deine Gna⸗ densonne, die dir Licht und Leben giebt, deine Freude, deine Wonne, armes Kind, zwar sehr betruͤbt; aber glaube/ daß dich doch GOtt zur Beßrung zuͤchtigt noch. 9. Ja, ach wenn nur einst mein Hoffen lief in diesen Hafen ein, da mir JEsus Wunden offen ste⸗ hen; aber ach der Pein, es sieht ja mein Glaub jetzt nicht seine Naͤgelmal; das sticht. 10. Geh nur auch zum Ort der Leiden/ 520 nur/ trink den Myrr* wel⸗ 378 Vom Ereuz der Christen. welchen JEsus dir beschei⸗ den, bis du aͤngstlich voll wirst sein; denn ein so zerknirschter Geist endlich GOttes Huld geneußt. 11. Nun, so trag mein Betruͤben, schleußt auch GOtt gleich zu die Hand; ich bin ja darein geschrieben, sein Aug ist auf mich gewandt; seine Treue wirkt in mir dies mein Seufzen und Begier. 12. Kommt, wir wollen gerne trinken diesen Lei⸗ denskelch, bis wir ganz in unser Nichts versinken; quellt, ihr I Thraͤ⸗ nen hier, Finsterniß ist bei GOtt Licht, wenn gleich alles Licht gebricht. Mel. Allenthalben, wo ich gehe. 440 Imein hilf mein Kreuz mir tragen; wenn in boͤsen Jammertagen mich der arge Feind anficht, IEsu, dann vergiß mein nicht. 2. Wenn die falschen Rottgesellen denken gaͤnz⸗ lich mich zu faͤllen, und mir Rath und That ge⸗ bricht, JEsu Christ, ver⸗ giß mein nicht. 3. W mich boͤse Lust verfuͤhren, so laß mir das Herze ruͤhren das zukuͤnf⸗ tige Gericht, und vergisse meiner nicht. . Kommt die Welt mit ihren Tuͤcken, und will mir das Ziel verruͤcken durch ihr falsches Wollustlicht, JEsu,/ so vergiß mein nicht. 5. Wollen auch wohl meine Freunde mir nicht anders, als die Feinde, hindern meine Lebens⸗ bahn, IEsu, nimm dich meiner an 6. Fehlet mirs an Kraft zu beten, laß mich dei⸗ nen Geist vertreten, staͤrke meine Zuversicht, und ver⸗ giß nur meiner nicht. 7. Will auch gleich der Glaub schwach werden, und nicht tragen die Be⸗ schwerden, wenn die Drangsalshitze sticht, JE⸗ su, so vergiß mein nicht. 8. Bin ich irgend abge⸗ wichen, und hab mich von dir verschlichen, sei mein Wiederkehr und Licht, JE⸗ su, und vergiß mein nicht. 9. Wenn ich gaͤnzlich bin verlassen, und mich alle Menschen hassen, so sei du mein Zuversicht, JEsu, und vergiß mein nicht. 10. Wenn ich huͤlflos da muß liegen in den letzten Todeszuͤgen, wenn mein Herz im Leib zer⸗ bricht, FEsu, so vergiß mein nicht. 11. Fahr ich aus dem Weltgetuͤmmel, nimm mich, JIEsu, in den Him⸗ mel, daß ich seh dein An⸗ gesicht; JEsu Christ, ver⸗ giß mein nicht. In eigener Melodie. 4 41 Ken Christ soll ihm die Rechnung machen, daß lauter Sonnenschein hier um ihn werde sein, und er nur scherzen muͤß 40. A⸗ Vom Kreuz der Christen. 379 lachen; wir haben keinen Rosengarten hier zu ge⸗ warten. ö 2. Wer dort mit Christo hofft zu erben, gedenk auch fuͤr und fuͤr in dieser Welt allhier mit ihm zu leiden und zu sterben. Hier wird, was Gott uns dort erkoren, durch Kreuz geboren. 3. Was mußte Chri⸗ stus selbst ausstehen! Er mußte ja durch Noth und jaͤmmerlichen Tod zu sei⸗ ner⸗Herrlichkeit eingehen; und du vermeinst mit Recht zu klagen in boͤsen Tagen? 4. Der Wein muß erst sen sah werden, eh als ein suͤßer Saft das Trau⸗ ren von uns rafft. Der Weiten, so uns staͤrkt auf Erden, kommt durch das Mahlen und durch Hitze uns erst zu nuͤtze. 5. Gold, Silber und viel ander Wesen muß auch durchs Feuer gehn/ eh als es kann bestehn. Ein Kran⸗ ker, will er recht genesen, wird uͤber den Arzneige⸗ traͤnken sich nicht viel kraͤnken. 6. Wer hat den Sieges⸗ kranz getragen, der nicht vom Uebermuth der Feind im Schweiß und Blut und Kummer hat gewußt zu sagen? Wer wird das Ziel im Wetterennen ohn Staub erkennen? 7. Ist noch so viel uns widerfahren, so ist doch dieses Leid nicht werth der f. Herrlichkeit, die GOtt an uns will offenbaren; weil sie nach diesen kurzen Zaͤh⸗ ren soll ewig waͤhren. Simon Dach. Mel. Ach GOtt und HErr. omm, Kreu⸗ 442. K zeslast, du werther Gast, ich will dich willig tragen; weil jeder Christ, so fromm er ist, muß haben seine Plagen. Ich will gar gern den Zorn des HErrn und seinen Eifer dulden, weil seine Glut mein Frevel⸗ muth und Suͤnde wohl verschulden. 3. Ich sag es recht: ich Lasterknecht hab oͤfters miß⸗ gehandelt; den Suͤnden⸗ pfad durch Missethat von Jugend auf gewandelt. 4. Dadurch hab ich ge⸗ stuͤrzet mich in ewiges Ver⸗ derben, ja muͤßte fort zur Hoͤllenpfort, und boͤses To⸗ des sterben: 5. Wo deine Gunst und Liebesbrunst nicht vor den Riß getreten, dein liebster Sohn, der Gnadenthron, bei dir mich losgebeten. 6. Weil du denn bist zu jeder Frist, mein GOtt, sehr reich von Guͤte, und liebst dabei, wenn voller Reu und Buße das Ge⸗ muͤthe: ö 7. So glaub auch ich ganz sicherlich, du wirst mich lassen spuͤren dein Herrlichkeit, und mit der Zeit mir meine Sach aus⸗ uͤhren. 8. Du wirst, mein GOtt, aus 380 Vom Kreuz der Christen. aus Hohn und Spott mich endlich ans Licht bringen; der Feinde Schaar nicht immerdar es lassen so ge⸗ lingen. 9. Drum, Kreuzeslast, komm, werther Gast, ich will dich willig tragen; weil jeder Christ, so fromm er ist, muß haben seine Plagen. Ernst Christoph Homburg. In eigener Melodie. ommt her zu 443. K mir, spricht GOttes Sohn, all, die ihr seid beschweret nun, mit Suͤnden hart beladen. Ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, ich will euch geben, was ich kann, will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist suͤß, mein Buͤrd ist gring, wer mirs nachtraͤgt in dem Ge⸗ ding, der Hoͤll wird er ent⸗ weichen; ich will ihm treu⸗ lich helfen tragn, mit mei⸗ ner Huͤlf wird er erjagn das ewig Himmelreiche. 3. Was ich gthan hab und glitten hie in meinem Leben, spaͤt und fruͤh, das sollt ihr auch erfuͤllen; was ihr gedenkt/ ja redt und thut, das wird euch alles recht und gut, wenns gschieht nach GOttes Willen. 4. Gern wollt die Welt auch selig sein, wenn nur nicht waͤr die schwere Pein, die alle Christen leiden; so mag es denn nicht an⸗ ders sein, darum ergieb dich nur darein, wer ewge Pein will meiden. 5. All Kreatur bezeuget das, was lebt in Wasser, Laub und Gras, sein Lei⸗ den kanns nicht meiden. Wer denn in GOttes Nam nicht will, zuletzt muß er des Teufels Ziel mit schwe⸗ rem Gwissen leiden. 6. Heut ist der Mensch schͤn, jung und lang, sieh morgen ist er schwach und krank, bald muß er auch — sterben. Gleichwie die Blumen auf dem Feld, also wird auch die schoͤne Welt in einem Hui ver⸗ derben. 7. Die Welt erzittert ob dem Tod; wenn einer liegt in letzter Roth, dann will er gleich fromm wer⸗ den. Einer schafft dies, der andre das, seinr armen Seel er ganz vergaß, die⸗ weil er lebt auf Erden. 8. Und wenn er nim⸗ mer leben mag, so hebt er an ein große Klag, will sich erst GOtt ergeben. Ich fuͤrcht fuͤrwahr, die goͤttlich Gnad, die er all⸗ zeit verspottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben. 9. Einm Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Jungen nicht sein stolzer Muth/ er muß aus diesem Maien; wenn einer haͤtt die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld, so muß er an den Reihen. 10. Dem Glehrten hilft doch nicht sein Kunst, die weltlich Pracht ist gar um⸗ sonst: wir muͤssen alle ster⸗ ben. Wer sich in Christo nicht bereit, weil er lebt in vom Kreuz der Christen. 381 in der Gnadenzeit, ewig muß er verderben. I1. Hoͤret und merkt, ihr lieben Kind, die jetzund Gott ergeben sind, laßt euch die Muͤh nicht reuen: halt stets am heilgen GOt⸗ tes Wort; das ist eur Trost und boͤchster Hort, GOtt wird euch schon erfreuen. 12. Nicht Uebel ihr um Uebel gebt, schaut, daß ihr hier unschuldig lebt, laßt euch die Welt nur affen. Gebt GOtt die Rach und alle Ehr, den engen Steg geht immer her, GOtt wird die Welt schon strafen. 13. Wenn es ging nach des Fleisches Muth„in Gunst, Gesundheit, gro⸗ ßem Gut, wuͤrdt ihr gar bald erkalten. Darum schickt GOtt die Truͤbsal her, damit das Fleisch ge⸗ zuͤchtigt waͤr, zu ewger Freud erhalten. 14. Ist euch das Kreuz bitter und schwer, gedenkt, wie heiß die Holle waͤr/ darein die Welt thut ren⸗ nen; mit Leib und Seel muß leiden sein ohn Un⸗ terlaß die ewge Pein, und mag doch nicht verbrennen. 15. Ihr aber werdt nach dieser Zeit mit Christo ha⸗ ben ewig Freud, dahin sollt ihr gedenken. Es lebt kein Mann, der aussprechn kann die Glorie und den ewgen Lohn, den euch der HErr wird schenken. 16. Und was der ewig guͤtge GOtt in seinem Wort versprochen hat, ge⸗ schworn bei seinem men, das haͤlt und giebt er gwiß fuͤrwahr. Der helf uns zu der Engel⸗ schaar durch JEsum Chri⸗ stum, Amen. JZohann Witzstat. In eigener Klel. oder: HeErr IEsu, ewges Licht. 444 Len so 355 wie ich, so lebt er jaͤmmerlich; wor⸗ uͤber ich muß weinen, will mir doch nicht erscheinen; was ich such mit Begier/ verbirget sich vor mir. 2. Im Himmel ist das Gut, darin mein Herze ruht; hinauf steht mein Verlangen, dich IEsu, zu umfangen; ich such und finde nicht, was mir so hoch gebricht. 3. Was mir sonst wer⸗ den kann, steht meiner Lieb nicht an; die Welt mit ih⸗ ren Schaͤtzen kann mich doch nicht ergdtzen; die Wollust dieser Erd ist kei⸗ ner Liebe werth. 4. Ich lieb, was ewig bleibt, was keine Zeit weg⸗ treibt, was meine Seele naͤhret, was keine Flut ver⸗ zehret, und keine Glut ver⸗ brennt, kein Ungluͤck von mir trennt. 5. Ich lieb und werd gequaͤlt; denn was ich hab erwaͤhlt, giebt sich nicht zu genießen. Wie sollte nicht verdrießen, stets lieben ohne Frucht, nicht finden, was man sucht? ‚ 6. Wie lang hab ich ge⸗ weint, weil mir kein Trost a⸗erscheint; wie lang hab ich ge⸗ 38² Vom Kreuz der Christen. geklaget/ daß mich die Siebe plaget! Stund nicht mein Herz und Sinn nach JEsu immer hin? 7. Ach Himmel, thu dich auf, ich komm in vollem Lauf; laß mich nur eins erblicken den, der mich kann erguicken. Ach JEsu, laß mich ein! war oft mein Seufzerlein. 8. Umsonst ist alles doch/ ich muß am schweren Joch des Lehens laͤnger ziehen; umsonst ist mein Bemuͤhen. Was mir sollt suͤße sein, das bringet bittre Pein. 9, Ich will doch nicht aufhoͤrn, zu lieben und zu ehrn, den meine Seele lie⸗ bet, obgleich die Lieb be⸗ truͤbet; ob ich sein nicht genieß, ist doch das Lie⸗ ben fuͤß. ö 10, Der Wille bringt die Kren, ist sonst kein andrer Lohn; das unge⸗ stillte Sehnen, vermischet mit den Thraͤnen, muß mitten in der Pein ein suͤ⸗ ßes Labsal sein. Heinr. Müller. In eigener Melodie. 445. W — gluͤck nicht widerstahn, muß ungnad han der Welt fuͤr mein recht Glauben: so weiß ich doch, es ist mein Kunst GOtts Huld und Gunst; die müß man mir erlau⸗ ben. GOtt ist nicht weit, ein kleine Zeit er sich ver⸗ birgt, bis er erwuͤrgt, die mich seins Worts berauben 2. Klcht, wie ich woll, jetzund mein Sach, weil ich bin schwach, und GOtt mich Furcht laͤßt finden: so weiß ich, daß kein Gwalt bleibt fest, ists allerbest, das Zeitlich muß verschwin⸗ den. Das ewig Gut macht rechten Muth; dabei ich bleib, wag Gut und Leibz GOtt helfmir uͤberwinden. 3. All Ding ein Weil, ein Sprichwort ist; HErr JEsu Christ, du wirst mir ehn zur Seiten, und se⸗ hen auf das Ungluͤck mein, als waͤr es dein, wenns wider mich wird streiten. Muß ich denn dran auf dieser Bahn: Welt, wie da willt. GOtt ist mein Schild; der wird mich wohl beleiten. Maria, Königin v. Ungarn. In eigener Melodie. 446 Men Freund 2 zerschmilzt aus Lieb in seinem Blute, sein Leiden ist der Hoͤllen strenge Pein; er loͤscht den Grimm, zerbricht des Trei⸗ bers Ruthe, das Leben wirft sich in den Tod hin⸗ ein; davon zerspringt des Todes Schlund; nun macht mein Braͤutigam mich wie⸗ derum gesund. 2. Er sahe mich in mei⸗ nem Blute liegen, sein Herz enthrannt in heißer Liebesmacht. Dies war genug, den Schoͤpfer zu besiegen, das hat ihn bald in solchen Trieb gebracht, daß er mit GOttes Zorn ekaͤmpft. Nun hat sein anftes Licht des Grim⸗ mes Quell gedaͤmpft. 3. Du vom Kreuz der Christen. 383 3. Du mußt mit Angst Schlacke ist, was sich in die Feuersmacht zerschellen, die dergestalt in deinen Geist geblitzt, daß du geschmeckt die Bitterkeit der Hoͤllen, und in dem Kampf das milde Blut geschwitzt. Du sinkst so tief in Tod hin⸗ ein, daß du von deinem GOtt mußt wie geschie⸗ den sein. ö 4. O Braͤutgam, dein geheimnißvolles Lieben hat dich selbst zum Anathema gemacht. Wie? wird die Lieb auch bis zum Fluch getrieben? Ach ja, der Trieb hat sie so weit ge⸗ bracht. Das Leben nimmt uns wieder an, und wird selbst aus dem Buch des Lebens ausgethan. 5. So hast du denn, o Tod, den Mann verschlun⸗ gen, und wußtest nicht, daß er das Leben traͤgt. Dem Leben ist der weise Rath gelungen; des Todes Trutz wird von ihm hingelegt. Geh ich nur in den Tod hinein, so muß der Tod mir selbst des Lebens Wur⸗ zel sein.. ö 6. In Christi Tod wird nun mein Tod vertrieben, er ist mir nur ein Weg ins Paradies: darinnen wird der strenge Sinn zer⸗ rieben, wenn ich sein Blut und seinen Tod genieß. Davon zerschmilzt die Haͤr⸗ tigkeit, und wandelt meine Pein in reine Him̃elsfreud. 7. Nun wird mein Gold im Leiden rein gefeget, der Ofen ist das Kreuz, der Test(Tiegel) das Herz, die Gliedern reget, der Schmel⸗ zer ist mein Freund, die Glut der Schmerz. Muß gleich das Gold durchs Feuer gehn, so bleibt es doch verklaͤrt in seinem Tiegel stehn. 8. Dann bringt mein Geist mit Freuden seine Garben, des Himmels Blitz durchstrahlet seinen Sinn; die Weisheit spielt in ihren Wunderfarben, da blinkt das Herz wie Jaspis und Rubin. Wenn sich der Blick durchaus erstreckt, so kriegt mein Geist sein Kleid, und wird mit Licht bedeckt. 9. Da kuͤssen ihn der Weisheit suͤße Blicke, da ruht die Seel in ihrem Liebesschooß; da wird sie denn vom Tod, vom Suͤn⸗ denstricke und von dem Dienst der Eitelkeiten los. Wenn sie des Himmels Klarheit ziert, wird sie als Koͤnigin zum Koͤnige gefuͤhrt. 1 15 10. Drum scheu ich nicht des Leidens bittre Myrr⸗ hen, in Myrrhen liegt die schoͤnste Balsamkraft; da⸗ bei kann mich des Flei⸗ sches Schmerz nicht irren, weil mir das Joch in Christo Ruhe schafft. Die Liebe ging den schmalen Steg, aus Liebe waͤhl ich mir der Liebe Kreuzesweg. 11. Mein GOtt, ent⸗ zuͤnd in mir des u Git Flamme, laß dessen Glut des Geistes Gold durch⸗ gehn, und staͤrke uit in em 38⁴ Vom Kreuz der Christen. dem erwuͤrgten Lamme, daß ich verklaͤrt im Tiegel bleibe stehn. Wenn gleich das Fleisch sich klaͤglich stellt: gnug, daß der neue Mensch im Kreuz den Sieg erhaͤlt. Ehristian Fried. Richter. Mel. In dich hab ich gehoffet, HErr. 447 Messch⸗ druͤckt dein Kreuz dich ohne Ziel, ist auch des Leidens noch so viel, werd ja nicht zum Rebellen; staͤrk deinen Muth, GOtt meint es gut, dies wird zuletzt erhellen. 2. Kommst du in Un⸗ fall, Angst und Plag, Ver⸗ lust, Verfolgung, Spott und Schmach den Kreuz⸗ weg hergegangen: lach oder wein, es muß so sein, sollst du zum Heil gelangen. Wenn GOtt dich schlaͤgt an Geld und Gut, an Ehr, Geruͤcht, an Fleisch und Blut, an Seel, an Muth und Sinnen: du bists nicht werth, denn er begehrt hierdurch dich zu gewinnen. 4. Unmoͤglich ists mit solchem Zeug zu gehen ein in GOttes Reich; drum will er von dir nehmen, was haßt und liebt, freut und betruͤbt, zur Reis dich zu beguemen. 5. Traͤgst du dein Kreuz mit Liebe fort, so traͤgt es dich. Himmelspfort, fuͤr Last zu fin⸗ Legst du eins bei, so findst du zwei, und bleibst wohl gar dahinten. 6. Daß du dein selbst nur erst kommst los, so stehe aller Dinge bloß, sei, wie es geht, zufrieden. Nimm dich nichts an, so ists gethan, und bleibt die Suͤnd vermieden. 7. Drum faß dich mit Bestaͤndigkeit, stets gleich zu stehn in Leid und Freud, in Rettung und Verder⸗ hen, in Suͤß und Saur wie eine Maur, im Leben und im Sterben. 8. Kreuz war die Wehr in Christi Hand, als er den Teufel uͤberwand: wer kann das Kreuz gnug lo⸗ hen? In allem Krieg er⸗ haͤlts den Sieg, wenn noch die Feind so toben. 9. Kreuz ist der Weg und enge Pfad, der uns zuin Himmel fuͤhrt gerad, drum wollt ihn Christus gehen. Wer dieses glaubt, und folgt dem Haupt, kann fuͤr ein Glied hestehen. 10. Kreuz ist das Zei⸗ chen im Gericht, wenn Christ, der HErr, das Urtheil spricht; wer dann nicht will anhoͤren das harte Wort: Weicht von mir fort! muß sich zum Kreuz hinkehren. 11. Kein Ungluͤck nie die Seel betruͤbt, die in Ge⸗ duld zum Kreuz sich giebt, ihr schadt kein Tod noch Hoͤlle. Unleidsamkeit hringt steten Streit und ist der Suͤnden Quelle. 12. Des Eigenwillens boͤse Art haͤlt GOtt in uns stets Widerart; wie wohl wuͤrds mit uns senoit war vom Kreuz der Christen. 385 waͤr dieser todt: dann leb⸗ te GOtt, und koͤnnt sein Sam aufgehen. 13. Der Eigenwill, des Satans Bild, ists, der die Seele so verwildt, und stuͤtzt aus GOttes We⸗ sen in Untergang; durch Kreuz und Draͤng muß wieder sie genesen. 14. Drum lehrte Chri⸗ stus: Eins ist noth! und setzt uns auf ein neu Ge⸗ bot durchs Wort vom Kreuz und Leiden. Wer hierum wirbt, der Suͤnd abstirbt, und von sich selbst kann scheiden: 15. In dem steht auf ein neuer Mann nach Geist und Kraft, der alles kann zu GOttes Wohlbehagen. Was dem gefaͤllt, fuͤr gut er haͤlt, macht Preis und Dank aus Klagen. 16. Durchs Kreuz ging unser HErr allein zu sei⸗ ner Herrlichkeit auch ein, den Weg mußt er erwaͤh⸗ len. Die Wahrheit spricht: Gehst du ihn nicht, weh deiner armen Seelen! Mel. O(HErr) JEsu Christ, meins Lebens Licht. di 7 448. Nigee ber⸗ höht langet mich, du bist mein GOtt, ich hoff auf dich; ich hoff und bin der Zu⸗ versicht, du werdest mich beschaͤmen nicht. 2. Der wird zu Schan⸗ den, der dich schaͤndt, und sein Gemuͤthe von dir wendt; der aber/ der sich dir ergiebt, und dich recht liebt, bleibt unbetruͤbt. 3. HErr, nimm dich meiner Seelen an, und fuͤhre sie die rechte Bahn; laß deine Wahrheit leuch⸗ ten mir im Steige, der uns bringt zu dir. 4. Denn du bist ja mein einges Licht, sonst weiß ich keinen Helfer nicht; ich harre dein bei Tag und Nacht: was ist, das dich so saͤumend macht? 5. Ach wende, HErr, dein Augen ab von dem, wo ich geirret hab. Was denkst du an den Suͤnden⸗ lauf, den ich gefuͤhrt von Jugend auf? 6. Gedenk an deine Guͤ⸗ tigkeit und an die große Suͤßigkeit, damit dein Herz zu troͤsten pflegt das, was sich dir zu Fuͤßen legt. 7. Der HErr ist fromm und herzlich gut dem, der sich pruͤft und Buße thut. Wer seinen Bund und Zeugniß haͤlt, der wird er⸗ halten, wenn er faͤllt. 8. Ein Herz, das GOtt von Herzen scheut, das wird in seinem Leid er⸗ freut, und wenn die Noth am tiefsten steht, so wird sein Kreuz zur Wonn er⸗ 9. Nun, HErr, ich bin dir wohl bekannt, mein Geist der schwebt in dei⸗ ner Hand; du siehst, wie meine Seele thraͤnt, und sich nach deiner Huͤlfe sehnt. 10. Die Angst, die mir mein Herze dringt, und daraus so viel Seufzer 17 zwingt 386 Vom Kreuz der Christen. zwingt, ist groß; du aber bist der Mann, dem nichts zu groß entstehen kann. 11. Drum steht mein Auge stets nach dir, und traͤgt dir mein Begehren fuͤr. Ach laß doch, wie du pflegst zu thun, dein Aug auf meinen Augen xuhn! 12. Wenn ich dein darf, so wende nicht von mir dein Aug und Angesicht; laß deiner Antwort Ge⸗ genschein mit meinem Be⸗ ten stimmen ein. 13. Die Welt ist falsch, du bist mein Freund, ders treulich und von Herzen weint. Der Menschen Gunst steht nur im Mund, du aber liebst von Her⸗ zensgrund. 14. Zerreiß die Retz, heb auf die Strick, und brich des Feindes List und Tuͤck; und wenn mein Ungluͤck ist vorbei, so gieb, daß ich auch dankbar sei. 15. Laß mich in deiner Furcht bestehn, fein schlecht und recht stets einhergehn; gieb mir die Einfalt, die dich ehrt, und lieber dul⸗ det als beschwert. 16. Regier und fuͤhre mich zu dir, auch andre Christen neben mir; nimm/ was dir mißfaͤllt, von uns hin: gieb neue Herzen, neuen Sinn. 17. Wasch ab all unsern Suͤndenkoth, erloͤs aus al⸗ ler Angst und Noth, und füͤhr uns bald mit Gna⸗ den ein zum ewgen Fried⸗ und Freudenschein. Paul Gerhard. Mel. Sion klagt mit Angst und Schmerzen. 449. Niche He. truͤbters ist auf Erden, nichts kann so zu Herzen gehn, als wenn arme Wittwen werden, wenn verlaßne Waisen stehn ohne Vater, ohne Muth, ohne Freund und ohne Gut. Wittwen sind verlaßne Frauen; wer thut auf die Waisen schauen? 2. Wo die Zaͤune sind zerluͤcket, jedermann hin⸗ Üübersteigt; auch ein Kind die Fruͤchte pfluͤcket, da die Aeste sind geheugt. Wo die Mauern sind zerspalt, da findt sich der Feind gar bald; wem der Schirm und Schatten weichet, den die Hitze bald erreichet. 3. Also muͤssen stets die Armen leiden lauter Un⸗ gemach. Wenig ihrer sich er⸗ barmen, Wittwen schreien Weh und Ach uͤber den, der sie oft preßt, und in Noͤthen stecken laͤft. Wai⸗ sen muͤssen sich nur schmie⸗ gen, und der Welt zu Fuͤßen liegen. 4. Also muß es hier er⸗ gehen in der Welt auch mir und dir; Waisen muͤs⸗ sen traurig stehen, Wittwen muͤssen leiden hier. Denn wie koͤnnte GOtt denn mein und der Deinen Vater sein.⸗ Sonsten waͤre GOtt nicht Richter und der Waisen Sachen Schlichter. 5. Zwar der armen Wittwen Zaͤhren fließen auf die Backen los; 4 ih⸗ vom Kreuz der Christen. 38⁷7 ihre Seufzer kehren sich zu GOttes Sternenschloß; schreien uͤber diesen Mann/ der die Wittwen aͤngsten kana, bis der hoͤchste GOtt das ende, und den Witt⸗ wen Huͤlfe sende. 6. Wittwen sind in GOt⸗ tes Armen, Waisen sind in GoOttes Schooß; ihrer will er sich erbarmen, waͤr die Noth noch eins so groß. Ein solch ungerech⸗ ter Mann tastet GOttes Auge an, der die armen Waisen druͤcket, und der Wittwen Herz besiricket. 7. Wenn sie bleiben in den Schranken, darein sie GOtt hat gestellt, und von ihm nicht abe wan⸗ ken, weil er sich zu ihnen haͤlt sollen sie im Him⸗ melsschloß werden alles Kummers los; da soll nicht mehr, wie auf Erden, Witt⸗ wennoth gehoͤret werden. Michael Hunold. Rlel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 450 O Kreuzes⸗ Stand, o edles Pfand, das alle Strei⸗ ter bindet, deinen suͤßen Honigsaft mein Herz wohl empfiildet. 2. O selig ist, wer dein genießt, und mit dir ist gezeichnet! lauter Segen läßt du nach dem/ der dich erreichet. 3. O edler Schatz, hab ewig Platz bei mir in mei⸗ nem Herzen; ich kuͤß dei⸗ ne Suͤßigkeit mit liebvol⸗ len Schmerzen. 4. O liebster Gast, o suͤße Last, Bewaͤhrung aller Frommen, nimm hin⸗ weg die Ungeduld, Mur⸗ ren laß nicht kommen. 5. Ertoͤdt den Leib, die Lust vertreib, laß deine Macht drein sehen, daß Natur und Eigenheit wei⸗ chen und vergehen. 6. Im Kreuz ist Lieb, des Glaubens Trieb und hoffnungsvolles Leben; es giebt Trost, versichert auch der Kindschaft daneben. 7. O sanftes Joch, du bleibest doch sehr leicht, wie Christus lehret; wer in dessen Kraft dies fuͤhlt, liebet dich und ehret. 8. Geheime Ruh, wie bald wirst du bringen die schoͤne Krone, die den Sie⸗ gern IEsus wird geben dort zum Lohne. 9. O Zionskind, ach eil geschwind, streck aus die beiden Arme; nimm darein das Kreuz mit Lust, GOtt ist dein Erbarmen. 10. Er ist sehr mild/ dein Burg und Schild, dein Schutzherr und Erretter, dein Immanuel und auch im Kreuz dein Vertreter. 11. Der hat bereits und wird dein Kreuz noch fer⸗ ner helfen tragen; drum will ich mit Zions Schaar auch mit Amen sagen. Mel. In dich hab ich gehoffet, Err. 451 b schon das Kreuz, die groͤßte Qual des Leidens mich druͤckt allzumal, geb 17*⁷ ich 388 Vom Kreuz der Christen. ich doch kein Rebellen; dein Joch, mein GOtt, i suͤß, im Spott dein Nam wird mehr erhellen. 2. Wirst du betruͤbt, geneidt, veracht, gedruͤckt, geschmaͤht/ gehaßt/verlacht: halt still, wie dirs auch gehet. Bitt nur Geduld von GOttes Huld, der Himmel offen stehet. 3. Schlaͤgt dir schon GOtt in Geld und Gut/ in dein Geruͤcht, in Fleisch und Blut, ins Herz und dein fuͤnf Sinnen: fall GOtt zu Fuß; Lieb leiden muß: GOtt thuts, dich zu gewinnen. 4. Dein Muth faß mit Bestaͤndigkeit in Suͤß, in Saur, in Lieb und Leid, in Reichthum und Ver⸗ derben. Halt dies Gebot in Freud und Noth, im Leben und im Sterben. 5. Kreuz tragen ist der enge Pfad, zum Himmel fuͤhrt er dich gerad, drum wollt ihn Christus gehen. Wer dieses glaubt/ und folgt dem Haupt/ kann fuͤr ein Glied bestehen. 6. Dies sind die Waffn in Christi Hand, da er den Teufel uͤberwand; kein Mensch kann sie beschrei⸗ ben. Die sind bereit in allem Streit, im Kreuz sie standhaft bleiben. 7. Nichts unsrer Seelen Schaden Hauftl so lang die Truͤbsal auf uns dringt, trotz Tod und Hoͤlen⸗ geister. Wo Kreuz nicht ist, da wird durch List die Welt bald unser Meister. 8. Wo eigner Will hat stuͤberhand, so sind wir von GOtt abgewandt; dann hast du uͤberwunden, wenn dein Will todt: so schmeckst du GOtt, und hast die Tugend funden. 9. Dies ist das rechte neu Gebot, das Christus lehrte, Mensch und GOtt/ durchs Wort vom Kreu und Leiden. Dein Lu muß hier und boͤs Begier von dir sein abgescheiden. 10. Dann hast du dich zum Geist bekehrt vom Fleisch/ und kannst dich un⸗ verwehrt in GOttes Wil⸗ len uͤben, und danken GOtt in Kreuz und Tod: kein Leid wird dich betruͤben. 11. So ginge durch das Kreuz und Leid auch Chri⸗ stus ein zur Herrlichkeit. Ach diesen Weg erwaͤhle, wie GOttes Sohn; trittst du davon, weh deiner ar⸗ men Seele! Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. ei getreu in 452. deinem Lei⸗ den, lasse dich kein Unge⸗ mach von der Liebe JEsu scheiden, murre nicht mit Weh und Ach. Denke, wie er manche Zeit dir zu helfen war bereit, da du ihm dein Herz verschlossen⸗ ob ihn das nicht hab ver⸗ drossen. 73915. 2. Sei getreu in deinem Glauben, baue deiner See⸗ len Grund nicht auf zwei⸗ felhafte Schrauben; sage den gewissen Bund, so ge⸗ schlos⸗ Vom Kreuz der Christen. 389 schlo ssen in der Tauf, dei⸗ nem GOtt nicht wieder auf; fange an ein besser Leben, deinem GOtt zum Dienst ergeben. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen GOtt, der dich geliebt; an dem Naͤchsten Gutes uͤbe, ob er dich gleich hart betruͤbt. Denke/ wie dein Heiland that, als er fuͤr die Feinde bat; so mußt du verzeihen eben, soll GOtt anders dir ver⸗ geben. 4. Sei getreu in deinem Hoffen; hilft GOtt gleich nicht, wie du willt, er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wuͤnschen wird er⸗ fuͤllt. Hoffe fest, GOtt ist schon hier, sein Herz bricht ihm gegen dir; hoffe nur, GOtt ist vorhanden, Hoffnung macht dich nicht zu Schanden. 5. Sei getreu in To⸗ desnöthen, schte frisch den letzten Zug; sollt dich gleich der HErr auch toͤdten, das ist ja der letzte Druck. Wer da recht mit JEsu ringt, und wie Jakob ihn be⸗ zwingt, der gewißlich auch obsieget, und die Lebens⸗ krone krieget. 6. Sei getreu bis an das Ende, daure redlich aus den Kampf, leidest du gleich harte Staͤnde, dul⸗ dest du gleich manchen Dampf: ist das Leiden die⸗ ser Zeit doch nicht werth der Herrlichkeit, so dir wird dein IEsus geben dort in jenem Freudenleben. 7. So woblan! so will ich leiden, glauben, lieben, hoffen fest, und getreu sein bis zum Scheiden, weil mein IEsus nicht verlaͤßt den, der ihn bestaͤn⸗ dig liebt, und im chesehl sich ergiebt. Ihm befehl ich meine Sachen, JEsus wirds zuletzt wohl machen. Benjamin Prätorius. Mel. Was mein GoOtt will, das gscheh allzeit. 453 ei GOtt ge⸗ ů treu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben; leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben; denk an den Kauf in dei⸗ ner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keinen Wind des Kreu⸗ zes dich abtehren. Ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr be⸗ gehren? Dies hoͤchste Gut macht rechten Muth; kann seine Huld dir werden: nichts Bessers ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. 3. Sei GOtt getreu von Jugend auf, laß dich kein Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden; sein alte Treu wird taͤg⸗ lich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du kuͤhn⸗ lich glauben. 4. Sei GOtt getreu in dei⸗ 390 Vom Kreuz der Christen. deinem Stand, darein er dich gesetzet; wenn er dich haͤlt mit seiner Hand, wer ist, der dich verletzet? Wer seine Gnad zur Brustwehr hat, kein Teufel kann ihm schaden; wo dies Stacket um einen steht, dem blei⸗ bet wohl gerathen. 5. Sei GOtt getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennenn steh fest darauf an allen Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen halt, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort hleibt ewig fort ohn alles Wan⸗ ken stehen. 6. Sei GOtt getreu, als welcher sich laͤßt treu und gnaͤdig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß uͤber dich den Suͤnden ja wider Pflicht den Zuͤ⸗ gel nicht; waͤr ja der Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß bei Zeit nur wieder aufzustehen. 7. Sei GOtt getreu bis in den Tod, und laß dich nichts abwenden; er wird und kann in aller Noth dir treuen Beistand senden; und kaͤm auch gleich das hoͤllsche Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf 915 zu, so glaube du, du bleibest unbezwun⸗ gen. 8. Wirst du GOtt also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Himmel dir aufsetzen; da wirst du dich fort ewiglich in seiner Treu ergotzen. Michael Franck. Mel. O du Liebe niei⸗ ner Liebe, Dei mir tau⸗ 45 4. sendmal willkommen, suͤßes Leiden, liebes Kreuzl o du Manna aller Frommen, labst du mich auch allbereits? Jn, mein JIEsus will mich kuͤssen jetzt in seiner Dor⸗ nenkron, und mein Abba laͤßt mich wissen, daß ich sei sein lieber Sohn. 2. O wie kuͤß ich deine Ruthe, Abba; o ich kuͤsse sie; denn sie thut mir viel zu gute, toͤdtet meine Schlange hie. Drum so schlag, o Vater, schlage nur noch besser meinen Feind, ders ja wahrlich all; mein Tage niemals gut mit mir gemeint. 3. JIEsu, stuͤrm in mir die Hͤlle der verfluchten Eigenheit; brich, zermalme und zerschelle alle meine Eitelkeit: so will ich dir froͤhlich singen Lob und Preis und Gloria; Herz und Mund soll noch erklingen von Triumph/ Viktoria. Mel. Lobe den HErren, den mächtigen König der Ehren. 455 Sa ich denn, JEsu,/ mein Leben in Trauren beschlie⸗ ßen? Soll ich denn stuͤnd⸗ lich mit Thraͤnen die Wan⸗ gen begießen? Willst du mich nicht, JEsu/. Es vom Kreuz der Christen. 39¹ Leben und Licht, lassen auch Freude genießen? 2. Ich will, was zeit⸗ lich ist, willig und gerne verlassen, wandeln mit JE⸗ su/ dem Heiland die himm⸗ lische Straßen; ewige Ruh fuͤhlet mein Herze ja nu, weil ich dich, JEsu, thu fasien. 3. Ist doch dies zeitliche fluͤchtig und nichtige Leben immer mit Krieg und Streit haͤufig und stuͤndlich um⸗ geben; hier ist kein Ruh: JEsu, dir flieh ich nur zu, laß mich im Himmel bald schweben. I. Schaue, wie Thraͤ⸗ nen und Seufzen mein Herze abnagen, wie ich muß jaͤmmerlich leiden und dulden viel Plagen, daß ich vor Noth oͤfters mir wuͤnsche den Tod, dazu das ewige Leben. Mel. pater unser im Himmelreich. 456. Sẽe soll ich denn noch mehr ausstehn? O JEsu, soll ich dir nachgehn durch deinen schon gebahnten Weg, durch Kreuz und elendvolle Stegs Ach hilf denn tragen dieses Joch/ damit ich sterbend lebe noch. 2. Hier ist ja nichts als Eitelkeit, hier lebt der Mensch in Sicherheit; er denket wenig an das End; das augenblicklich her sich wendt; der arme Suͤnder ist blind, drum waͤlzet er sich in der Suͤnd. 3. O falsche Freude/ fahr nur hin, du bist verflucht in meinem Sinn; o fal⸗ sches Lob, verkehrte Lust, mir ist ein ander Lob be⸗ wußt, das hier besteht in Spott und Schand, in Huld und Neid duechs ganze and. 4. So ist das Leben alle⸗ zeit gewesen, die der Ewig⸗ keit mit Eifer haben nach⸗ gedacht, und allen Fleiß da⸗ hin gebracht, druͤcken aus das Ebenbild des JE⸗ su, welcher unser Schild. 5. Ei, Seele, muntre dich denn auf, dies ist der rechte Tugendlaͤuf; du mußt allhier gehasset sein von allen, und dies nicht allein von Feinden; ach dein naͤchstes Blut, das fuͤhrt dich oft vom hoͤch⸗ sten Gut. 6. Run, Seele, geh mit Freuden fort durch Dor⸗ nen und durch Stachel⸗ wort; dein Heiland, der' die Sanftmuth war, geht vor dir her, er stirbet gar. Fahr fort, so lang es dir gefaͤllt, mich recht zu has⸗ sen, falsche Welt! Mel. Iesu, meine Hreude. rsprung wah⸗ 4⁵⁷. U rer Freuden, komm in meinem Leiden, und erfreue mich; strafe meine Suͤnden, so daß ich mag finden, daß du kraͤf⸗ tiglich dich in mir, o wer⸗ the Zier, hast ergossen, daß dein Lieben ich hier mög ausuͤben. 2. Laß nicht Lieb erkal⸗ ten 392 Vom Kreuz der Christen. ten in mir, sondern hal⸗ ten meines HErren Wort. Lehre mich ergruͤnden dies Wort; laß mich finden hier an meinem Ort, werthes Licht, was mir gebricht; doch laß mich in meinem Klagen gleichwohl nicht verzagen. 3. Auch wollst du in Zeiten mich behutsam lei⸗ ten alle Wahrheit ein, daß ich moͤge kaͤmpfen ritter⸗ lich, und daͤmpfen, was mir bringet Pein. Wenn die Suͤnd auf mich geschwind ihren Stachel schießt, mich staͤrke, daß ich Trost ver⸗ merke. 4. Wenn ich nun soll sterben, und mein Fleisch verderben, da verlaß mich nicht. Tritt mir an die Seite; hilf, daß ich so streite, daß ich ins Gericht ja nicht komm; o mache fromm mich, daß ich in diesem Leben bloß moͤg hier⸗ nach streben! Ehristoph Runge. Mel. Freuet euch, ihr Christen alle. 4 58 achet auf, ihr lie⸗ ben Herzen, wachet auf, und tret heran, seht, was IEsus hat gethan. Er mußt durch viel Todes⸗ schmerzen, durch so man⸗ chen harten Streit gehen ein zur Herrlichkeit. Ach so schickt euch auch zum Lei⸗ den, wer genießen will der Freuden; gebt euch in des Vaters Willen, er wird euren Hunger stillen. 2. Kaͤmpfet, denn es wird geboren in dem Kreuz die Friedenskraft, und die wahre Ruh ge⸗ schafft. Wer nun will sein auserkoren, dringe durch die blutge Nacht, so wird er dazu gebracht. Laßt uns sein darauf be⸗ flissen! Durch viel Kreuz und Leiden muͤssen, die gottsfuͤrchtig wollen le⸗ ben, nach dem Reiche GoOttes streben. 3. Wer dem Lamme will nachgehen, wo es hin⸗ geht alleßeit, muß sich wa⸗ gen in den Streit. Der wird noch auf Zion stehen der sich innig ihm ergiebt, und nicht seine Seele liebt. Denn der muß die Seel verlieren, der durchs Kreuz sich nicht laͤßt fuͤhren; wer sie aber wagt im Streite, wird sie tragen noch zur Beute. 4. Unsers Hauptes Va⸗ ter traͤget Vatersliebe ge⸗ gen die, so ein wenig ha⸗ ben Muͤh unterm Kreuz, wenn er sie schlaͤget, und der Kinder ihr Gemuͤth mit der Liebesruthe zieht. Er zerschlaͤgt und reißet nieder, doch heilt er und bauet wieder; toͤdtet, und schenkt auch das Leben denen, die sich ihm ergeben. 5. Da der Heiland war auf Erden, ging es seinen Juͤngern gut; aber da der Feinde Wuth wollte gar zum Moͤrder werden an demselben, fürcht'ten sich die Verlaßnen 110 1 2 lich. Endlich haben sie ihr Leben selbst mit Freuden von Vom Ereuz der Christen. 393 von sich geben, die gefol⸗ get GOttes Sohne, und erlangt die Marterkrone. 6. Ach so laßt uns ihm nachgehen, da der Abend gehet weg, daß wir blei⸗ ben auf dem Steg; durch die letzte Wach wir sehen schoͤn den Blick der Mor⸗ genroͤth, da die Sonn von fern aufgeht. Es faͤngt nun bald an zu tagen, wie die Waͤchter alle sagen: Es wird keine Nacht mehr kommen, wenn vollendet sind die Frommen. 7. JEsu, du hast durch dein Leiden uns gehei⸗ ligt vor der Stadt. Nun/ es ist des Vaters Rath/ daß wir uns zum Kreuz bereiten auf der kurzen Pilgrimschaft. Ach so gieb uns gllen Kraft, daß wir deine Schmach mit tragen, und wenn uns die Feinde jagen, laß uns, HErr, nur nicht verderben, daß wir GOt⸗ tes Reich ererben. Johann Christian Rehring. Mel. Was GOtt thut, das ist wohlgethan. 150* ir warten 459. dein/ 0 GOttes Sohn,/ und lieben dein Erscheinen. Bald ist die Wartezeit entflohn/ bald kommst du zu den Deinen. Wer an dich glaubt, er⸗ hebt sein Haupt, und sieht dir froh entgegen. Du bringst ja Himmelssegen. 2. Wir warten dein, doch mit Geduld, in unsern Pruͤfungstagen. Du hast dein Kreuz fuͤr unsre Schuld so demuthsvoll ge⸗ tragen: wie sollten wir uns nicht mit dir zum Kreu⸗ ze gern beguemen, bis dus hinweg wirst nehmen. 3. Wir warten dein: du hast uns ja das Herz schon hingenommen. Stets bist du uns im Geiste nah: doch willst du sichtbar kom⸗ men; und dann wirst du bei dir uns Ruh, bei dir uns Freude geben, bei dir ein Himmelsleben. 4. Wir warten dein: du kommst gewiß; dir klopfen schon die Herzen/ vergessen aller Kuͤmmerniß/ vergessen aller Schmerzen. Dereinst, dereinst, wann du erscheinst, wie soll das Lied dir klingen und ewig dir lobsingen. K. B. Garve. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 460 ie nach ei⸗ ner Was⸗ serquelle ein Hirsch schreiet mit Begier, also auch mein arme Seele ruft und schreit, HErr GOtt, zu dir; nach dir lebendi⸗ gen GOtt sie duͤrst und Verlaͤngen hat. Ach wann soll es doch geschehen, daß ich dein Antlitz mag sehen? 2. Tag und Nacht mir meine Zaͤhren sind wie ein Speis oder Brod, wenn ich das hoͤr mit Beschwe⸗ ren, daß man fragt: Wo ist dein GOtt? Ich schuͤtt dann mein Herz gar aus, denk, wie ich in GOttes Haus geh mit Leuten, die 17⁷ lob⸗ 39⁴ Vom Kreuz der Christen. lobsingen, huͤyfen und mit Freuden springen. 3. Mein Seel, was thust du dich kraͤnken? was machst du dir selber Qual? Hoff zu GOtt, und thu gedenken: Ich werd ihm danken einmal; der mir hilft, wenn er nun richt auf mich sein klar Ange⸗ sicht. Mein GOtt, weh ist meiner Seelen, die sich graͤmen thut und quaͤlen. 4. Denn ich denk an dich, mein HErren, jen⸗ seit dem Jordaner Land und dem Berg Hermon so fernen, auch den Berg Misar genannt. Ein Ab⸗ grund dem andern ruft, wenn uͤber mir in der Luft deine Ungestůme brau⸗ sen, und uͤber dem Haupt hersausen. 5. Alle deine Wasser⸗ Wagen, deine Wellen all⸗ zumal über mich zusam⸗ menschlagen; doch trost ich mich in Truͤbsal, daß du helfen wirst bei Tgg⸗ daß ich des Nachts sin⸗ gen mag/ dich als meinen Heiland preise, anruf und anhet mit Fleiße. 6. GOtt, mein Fels, will ich denn sagen, wie vergißt du mein so gar/ wenn mich meine Feind so plagen, daß ich traure immerdar? Ihr Schmaͤh⸗ wort und falscher Mund mich bis aufs Gebein verwundt; denn sie taͤglich die Red treiben: Schau/ wo nun dein GOtt mag bleiben?e 120 7. Mein Seel, was thust du dich kraͤnken? was machst du dir selber Qual? Hoff zu GOtt, und thu gedenken: Ich werd ihm danken einmal, der mir sein Heil sichtbarlich stellt vor Augen, und der sich ferner wird hernach er⸗ klaͤren als den meinen GOtt und HErren. Acmbrosins Lobwasser. Mel. Kreu dich sehr, 0 ö meine Seele. 2 461 Wurndalch 7 ist GOt⸗ tes Schicken, wunderbar⸗ lich ist sein Rath; herrlich ist doch sein Erguicken, dies erweist zuletzt die That. Wohl dem, der es recht bedenkt, seinen Sinn zu GOtt nur lenkt, dei wird sich in seinem Leben GOt⸗ tes Obhut stets ergeben. 2. Also pflegt es GOtt zu machen, dieses ist sein al⸗ ter Brauch: uͤber die sein Augen wachen, die betruͤbt und kraͤnkt er auch; stößt in Jammer, Angst und Noth, die er doch bald aus dem Koth will erhoͤhen, hoch versetzen, und an Seel und Leib ergoͤtzen. 3. Dies bedenk/ du meine Seele, wenn bei dir die Noth bricht ein, und dich ja nicht selbsten quaͤle, als solltst du verlassen sein. GOtt spielt mit dir wun⸗ derlich, herrlich zu erret⸗ ten dich; laß dein Herze nur nicht wanken, du wirst ihm noch einmal danken. 4. Denke selbsten 90 hurücke deine Jugend Vom Kreuz der Christen. 39⁵ es lehrt: o wie manches Ungeluͤcke hat GOtt schon von dir gekehrt. Oefters, da man haͤtt gedacht, du wuͤrdst in der Kreuzesnach: bleiben liegen und erster⸗ ben, ließ dich GOtt doch nicht verderben. 5. Nun, der große GOtt der Erden, der ist unver⸗ aͤnderlich: wolltst du jetzt verzaget werden, als sollt er nicht schuͤtzen dich? Nein, sein werthes Vaterherz bricht ihm noch in deinem Schmerz: ja wies eine Mutter kraͤnket, so dein GoOtt gn dich gedenket. 6. A'o fehlts auch nicht am Koͤz Nen, GOtt kann machen was aus nichts; drum laͤßt er sich maͤchtig nennen, wenn er redet, so geschichts. Nimmt die Noth schon uͤberhand, doch GOn Mittel sind bekannt, wie er koͤnne dich erloͤsen wiher all Vernunft vom Böͤsen. 7. Hoͤr auch, was dir GOtt verspraͤchen hie und da in seinem Wort, das haͤlt er dir unverbrochen, so gewiß, als er dein Hort. Himmel und die Erd ver⸗ gehn, GOttes Wort muß doch bestehn. Drum nur GOttes Zusag traue, auf sein Macht und Gnade baue. 8. Doch, mein Herz, noch dieses wisse, GOtt ist auch ein weiser Mann; denk nicht, daß er helfen muͤsse ploͤtzlich, da er hel⸗ fen kann. Wunderlich fuͤgt er die Zeit, wenn er wenden will das Leid, wenn ers herr⸗ lich will ausfuͤhren, unser Haupt mit Gnaden zieren. 9. Haͤlts GOtt nun vor dir verborgen, wann, wie, wo er helfen will, mach dir darum keine Sor⸗ gen, sei nur in dem HEr⸗ ren still. Er will sehen, ob auch fest sich dein Herz auf ihn verlaͤßt; er will, daß du ihn wohl kennest, desto mehr auch Vater nennest. 10. Er will deine An⸗ dacht mehren, welche sonst fast kalt und todt; er will gern das Lob anhoͤren, so du nach erlittner Noth ihm, als der dein Lebens⸗ fuͤrst, noch erfreuter geben wirst, wenn du greiflich wirst erblicken GOttes herrliches Erquicken. 11. Drum so lasse GOtt nur walten, ob du manch⸗ mal harren mußt; er wird dennoch bei dir halten, deine Noth ist ihm bewußt, die er so genau abmißt, daß auch aller Feinde List dir kein Haͤrlein mag be⸗ ruͤhren ohne Gott; sie muß verlieren. 12. Nun, mein IEsu, sei geloͤbet, freilich bist du mir getreu; ob das Kreu⸗ zevmeer schon tobet, ist doch deine Hand dabei. Staͤrk nur meine Zuversicht, daß sie fest auf dich gericht. Wunderlich wirst dus noch schicken, herrlich dein Kind zu erquicken. Joh. Weißenborn. 396 Vom geistlichen Kampt. IX. Vom geistlichen Kampf. Mel. O(HErr) JEsu Christ, du höchstes Gut. 462 Hsch GOtt, +. der Satan giebt mir ein, du wollst der Suͤnden wegen mir forthin nicht mehr gnaͤdig sein, ja seist mir ganz entgegen; rufst alle Kreatur herber daß sie zur Rache fertig sei mich ewig zu verderben. 2. Du wirst mich ja nicht, liebster GOtt, von deiner Gnade scheiden; dein Sohn hat ja durch seinen Tod und ausgestandnes Leiden ver⸗ tilget meine Suͤndenschuld, und mir hinwieder Gnad und Huld durch sein Ver⸗ dienst erworben. 3. Drum gieb mir einen Gnadenblick, ich weiß sonst nicht zu bleiben; vertreib des Teufels boͤse Tuͤck, und lehre mich fest glaͤu⸗ ben, daß du mein Freund und Vater seist, der alle Gnade mir erweist um IEsu Christi willen. 4. Ach stell dich nicht so lange Zeit, als wolltst du mich nicht sehen; ich moͤcht in meiner Bangig⸗ keit sonst ohne Trost ver⸗ gehen. Ach eil und sieh mich gnaͤdig an, daß ich mich wieder freuen kann: so will ich, HErr, dir dan⸗ ken. Christoph Brunchorst. Mel. Mlachs mit mir, GOtt, naeh deiner Güt. 5 isten⸗ 463. Aan auf zum Streit, auf, auf zum Ueberwinden! in die⸗ ser Welt, in dieser Zeit ist keine Ruh zu finden. Wer nicht will streiten, traͤgt die Kron des ewgen Lebens nicht davon. 2. Der Teufel kommt mit seiner List, die Welt mit Pracht und Prangen; das Fleisch mit Wollust, wo du bist, zu faͤlln dich und zu fangen. Streitst du nicht wie ein tapfrer schon Röt. du hin und on gefaͤllt. 3. Gedenke, daß du zu der Fahn deins Feldherrn hast geschworen; denk fer⸗ ner, daß du als ein Mann zum Streit bist auserko⸗ ren: ja denke, daß ohn Streit und Sieg nie keiner zum Triumph aufstieg. 4. Wie schmaͤhlich ists, wenn ein Soldat dem Feind den Ruͤcken kehret; wie schaͤndlich, wenn er seinen Stand verlaͤßt und sich nicht wehret; wie spoͤttlich/ wenn er noch mit Fleiß aus Zagheit wird dem Feind zum Preis. „5. Bind an, der Teufel ist bald hin, die Welt wird leicht verjaget; das Fleisch muß endlich aus dem Sinn wie sehr dichs immer pla⸗ get; vewge Schande/ wenn ein Held vor diesen dreien Buben faͤllt! 6. Wer uͤberwindt, und kriegt den Raum der Feinde die vermessen, der wird im Paradies vom Baum des esw⸗ Vom geistlichen Kampt 39⁴ ewgen Lebens essen; wer uͤberwindt, den soll kein Leid noch Tod beruͤhrn in Ewigkeit. 7. Wer uͤberwindt und seinen Lauf mit Ehren kann vollenden, dem wird der HErr alsbald darauf ver⸗ borgnes Manna senden/ ihm geben einen weißen Stein, und einen neuen Namen drein. 8. Wer uͤberwindt, be⸗ kommt Gewalt, wie Chri⸗ stus zu regieren/ mit Macht die Voͤlker mannigfalt in einer Schnur zu fuͤhren. Wer uͤberwindt, bekommt vom HErrn zum Feldpa⸗ nier den Morgenstern. 9. Wer uͤberwindt soll ewig nicht aus GOttes Tempel gehen, vielmehr drin wie ein englisch Licht und guͤldne Saͤule stehen. Der Name GOttes, un⸗ sers HErrn, soll leuchten von ihm weit und fern. 10. Wer uͤberwindt, soll auf dem Thron mit Christo IEsu sitzen, soll glaͤnzen wie ein GOttessohn, und wie die Sonne blitzen; ja ewig herrschen und regiern, und immerdar den Him⸗ mel ziern. 11. So streit denn wohl, streit keck und kuͤhn, daß du moͤgst uͤberwinden: streng an die Kraͤfte, Muth und Sinn, daß du dies Gut moͤgst finden. Wer nicht will streiten um die Kron, bleibt ewiglich in Spott und Hohn. Johann Angelus. (Auf. auf, o Seel.) Mel. Kleine Boffnung stehet feste. uf, ihr Chri⸗ 464.A sten, Chri⸗ sti Glieder, die ihr noch haͤngt an dem Haupt, auf, wacht auf, ermannt euch wieder, eh ihr werdet hingeraubt. Satan beut an den Streit Christo und der Christenheit. 2. Auf/ folgt Christo/ eu⸗ rem Helden, trauet seinem starken Arm; liegt der Satan gleich zu Felde mit dem ganzen Hoͤllen⸗ schwarm, sind doch der noch viel mehr, die da stets sind um uns her. 3. Nur auf Christi Blut gewaget mit Gebet und Wachsamkeit; dieses ma⸗ chet unverzaget und recht tapfre Kriegesleut. Christi Blut giebt uns Muth wider alle Teufelsbrut. 4. Christi Heeres Kreu⸗ zesfahne, so da weiß und roth gesprengt, ist schon auf dem Siegesplane uns zum Troste ausgehaͤngt. Wer hier kriegt, nie er⸗ liegt, sondern unterm Kreu⸗ ze siegt. 5. Diesen Sieg hat auch empfunden vieler Heilgen starker Muth, da sie ha⸗ ben uͤberwunden froͤhlich durch des Lammes Blut. Sollten wir denn allhier nicht auch streiten mit Begier? 6. Wer die Sklaverei nur liebet in der Zeit und Ewigkeit, und den Suͤn⸗ den sich ergiebet, der hat we⸗ 398 Vom geistlichen Kampt. wenig Lust zum Streit. Denn die Nacht, Sa⸗ tans Macht, hat ihn in den Schlaf gebracht. 7. Aber wen die Weis⸗ heit lehret, was die Frei⸗ heit fuͤr ein Theil, dessen Herz zu GOtt sich kehret, seinem allerhoͤchsten Heil/ sucht allein ohne Schein Christi freier Knecht zu sein. 8. Denn vergnuͤgt auch wohl das Leben, so der Frei⸗ heit mangeln muß? Wer sich GOtt nicht ganz erge⸗ ben, hat nur Muͤh, Angst und Verdruß. Der, der kriegt recht vergnuͤgt, der sein Leben selbst besiegt. 9. Drum auf, laßt uns uͤberwinden in dem Blute JEsu Christ, und an unsre Stirne binden sein Wort, so ein Zeugniß ist, das uns deckt und erweckt, und nach GoOttes Liebe schmeckt. 10. Unser Leben sei ver⸗ borgen mit Christo in GOtt allein, auf daß wir an jenem Morgen mit ihm offenbar auch sein, da das Leid dieser Zeit werden wird zu lauter Frend. 11. Da GOtt seinen · treuen Knechten geben wird den Gnadenlohn, und die Hutten der Ge⸗ rechten stimmen an den Siegeston; da fuͤrwahr GOttes Schaar ihn wird loben immerdar. Justus Falkner. Mel. Rommt, seid ge⸗ fastt zum Lammesmahl. 46 5. as Leben un⸗ sers Ko⸗ nigs siegt, und hat sich durch den Tod geschwun⸗ gen; wie hoͤchst erfreulich ists, daß es so wohl ge⸗ lungen, und daß der Dra⸗ chenkopf vor seinen Fuͤ⸗ ßen liegt. 2. Nun kann ich nicht der Beherrscher aller Schmerzen, das Wort, mir nahe ist in meinem Mund und Herzen, und dringt als Sieger auch in meine Kraͤfte ein. 3. Was graͤmt und kuͤm⸗ mert man sich doch, daß Satans Kruaft sich bei uns findet? Ist der nicht auch in uns, der seine Regung bindet, dein Josua, dein Fuͤrst, und uͤberwindet noch 4. Sein Sieg ist noch nicht ganz geendt, er kaͤmpft und siegt in un⸗ serm Geiste; die Helden⸗ kraft, die er in dieser Welt beweiste, die rubet nicht, bis er die Seini⸗ gen vollendt. 5. Wenn ihm nun alles unterliegt, da sollst du dein Triumphlied singen, und sollst mit Freuden dich durch alle Himmel schwingen, weil auch der letzte Feind, der Tod, wird sein besiegt. 6. Nur frisch im Glau⸗ ben fortgekaͤmpft, wenn sich die Schlange bei dir reget, und nur getrost den Fuß auf ihren Kopf be⸗ weget; so wird ihr schno⸗ des Gift durch solchen Muth gedaͤmpft. 7. Inzwischen nimmt Inzwisch* mehr traurig sein, weil Vom geistlichen Kampt. 399 das Leben zu, und gruͤnt gar lieblich durch die Kraͤf⸗ te; der herbe Sturm und Streit bewegt die Lebens⸗ saͤfte, und wirket mit zur Frucht der suͤßen Sab⸗ bathsruh. 8. Du, EOtt, durch⸗ dringst die Erde ganz, daß sie die Rauhigkeit verlie⸗ ret, und man gar suͤße Kraft in ihren Fruͤchten spuͤret, weil unser Erd⸗ reich fuͤhlt des Himmels reinen Glanz. 9. Gelobt sei GOtt schon in der Zeit, der uns vie Freude hat gegeben, daß, wenn man in sich spuͤrt die Kraft des To⸗ des leben, man auch im Glauben fuͤhlt des Lebens Tapferkeit! Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. * uͤstet euch, 466. Rule Ehn⸗ stenleute, die Feinde su⸗ chen euch zur Beute; ja Satan selbst hat eur be⸗ gehrt. Waypnet euch mit GOttes Worte und kaͤm⸗ pfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unver⸗ sehrt. Ist euch der Feind zu schnell? hier ist Imma⸗ nuel. Hosianna! Der Starke faͤllt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von eu⸗ ren Luͤsten; besieget sie, die ihr seid Christen, und ste⸗ het in des HErren Kraft. Staͤrket euch in JEsu Na⸗ men, daß ihr nicht strau⸗ Ch. Fr. Richter.k chelt/ wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigen⸗ schaft? Wer hier ermuͤden will, der schaue auf das Ziel; da ist Freude. Wohl⸗ an, so seid zum Kanpf be⸗ reit: so kroͤnet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die we⸗ nig Jahre, eh ihr kommt auf die Todtenhahre; lauß kurz ist unser Lebenslauf. Wenn GOtt wird die Tod⸗ ten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so siehen wir mit Freuden auf. GOtt Lob, wir sind versoͤhnt! Daß uns die Welt noch hoͤhnt, waͤhrt nicht lange; und GOttes Sohn hat laͤngstens schon uns beigelegt die Ehren⸗ ron. 4. IEsu, staͤrke deine Kinder, und mache die zum Ueberwinder, die du er⸗ kauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Le⸗ ben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns ent⸗ fallen will der Muth. Geuß aus auf uns den Geist, da⸗ vurch die Liebe fleußt in die Herzen: so halten wir getreu an dir im Tod und Leben, fuͤr und fuͤr. Wilhelm Erasmus Arends. In eigener Mlelodie. ie Tugend 467. Dodduochs Kreuz geuͤbet, denn ohne das kann sie nicht sein. Wenn sie nicht oftmals wird betruͤbet, so markt man gar nicht ihren Schein. Sie muß im Kreuz die Staͤr⸗ 400 Dom geistlichen Kamptk. Staͤrke zeigen, die sie ver⸗ vorgen in sich hat, daß sie den koͤnne unterbeugen, der ihr nachstellet fruͤh und pat. 2. Wer sollte ohne Kampf wohl siegen? Die Taypfer⸗ keit kann nicht bestehn, wenn man nicht will zu Felde liegen, und einen ernsten Streit angehn. Der Feind ist, wenn GOtt Kraft ver⸗ liehen, flugs da, der sich ihr widersetzt; da soll man ja den Schlaf recht fliehen/ wenn Satans Heer die Schwerter wetzt. 3. Zwar druͤckt den Palmbaum wohl zur Er⸗ den gar oft ein eentner⸗ schwer Gewicht, der doch nicht unterdruͤckt kann wer⸗ den, er stehet wieder auf⸗ gericht. So wird die Tu⸗ gend auch gedruͤcket, daß sie fast als in Zuͤgen liegt; bald aber wird die Stärk erblicket, wenn sie mit Macht den Feind besiegt. 4. Sie kann zu hohen Stufen kommen, wenn sie im Streit geuͤbet ist; Kreuz ist der Weg/ den alle From⸗ men erwaͤhlen; wer sich selbst vergißt, und eilet zu den Ewigkeiten, wird durch des Vaters Hand gefuͤhrt/ der ihn durchs Kreuz sucht zu bereiten, eh er ihn mit der Krone ziert. 5. Denn GOtt hat uns nicht fuͤhren wollen durch einen Weg voll Zaͤrtlich⸗ keit, worauf wir emsig lau⸗ fes sollen in der so kurzen Pilgrimszeit zum Lehen, das da ewig waͤhret, wo Streit und Kampf entfer⸗ net ist, und wo man recht die Ruh erfaͤhret in GOtt, der alles Leid versuͤßt. 6. Darum, wen GOtt zum Kind erklaͤret, der hat am Satan einen Feind, mit dem sein Kampf stets wird vermehret, weil ers gewiß mit Ernste meint; er blaͤst ihm durch sein giftges Hauchen oft Luͤste mancher Laster ein, und weiß sich großer List zu brauchen, daß er mög Ueber⸗ winder sein. 7. Denn wie GOtt auf⸗ waͤrts fuͤhrt zum Leben, so fuͤhrt der Feind zum Untergang. Er sucht mit Grimm zu widerstreben, und macht dem armen Men⸗ schen bang; er will den Muth darnieder schlagen, drum wagt er alles, was er kann, und laͤsset nicht bald ab zu plagen, zu faͤllen ihn auf rechter Bahn. 8. Doch wie er viel ge⸗ schlagen nieder, so wird er auch gar oft besiegt, wenn man ermannt die matten Glieder in GOtt, und tapfer ihn bekriegt. Der Glaube muß ihm wi⸗ derstehen, und hat in sich die GOttes⸗Macht; der Satan muß vor ihm bald gehen, wenn man sich wa⸗ chend nimmt in Acht. 9. O JEsu, der du mir erworben Heil, Kraft und Leben durch den Tod, da du am Kreuzesstamm ge⸗ storben, nach ausgestand⸗ ner großer Noth: komm mir zu Huͤlf und schaffe es Vom geistlichen Kampk. 401 Leben in mir, und stuͤrze meinen Feind, der uͤber mich sich will erheben/ wenn mir dein Licht nicht helle scheint. 10. Flöß immer in mich neue Kraͤfte, damit ich hang an deiner Brust, und tödt in mir all mein Geschaͤfte; dein Friede bleib mir nur bewußt. Staͤrk du, mein Held, mir selbst den Glau⸗ ben, und zieh mein Aug auf dich nur hin: so wird mich wohl der Feind nicht rauben, weil du in mir, ich in dir bin. Joh. Christian Nehring. In eigener Melodie. 468. u bist ja, JEsu, mei⸗ ne Freude, warum ist denn mein Herz betruͤbt? Kann denn die Freud auch bei dem Leide sein in dem Herzen, das dich liebt? Ach ja, mein JE⸗ su, wenn ich uͤbe mein Herz in deiner suͤßen Liebe, so zeigt sich solche Freud oft an, die keine Zung 212 We kann. 2. Weil aber noch nicht ganz gedaͤmpfet in mir mein boͤses Fleisch und Blut, und noch der Geist dawider kaͤmpfet, wird oft dadurch gekraͤnkt der Muth. Drum leg ich mich vor dir mit Flehen, mein Heil, laß Huͤlfe mir ge⸗ schehen, und staͤrke mich in diesem Streit, daß ich 199„Duoban⸗ weit. 3. Du hast/ 0 Held/ mich uͤberwunden, gieb mir auch Ueberwindungs⸗ kraft, und laß mich in den Kampfesstunden erfahren/ was dein Leiden schafft, dadurch du alles hast be⸗ sieget, daß unter deinen Fuͤßen lieget Welt, Suͤn⸗ de, Deufel, Hoͤll und Tod: nun mach sie auch an mir zu Spott. 4. Ich trau allein auf deine Gnade, die mir dein theures Woet verspricht; es sagt, daß nichts den Deinen schade, weils nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja an⸗ genommen, als ich bin fle⸗ hend zu dir kommen; es hats mein Herz ja wobl gespuͤrt, als es dein Gna⸗ denblick geruͤhrt. 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwuͤrdig, bin, so gieb, daß ich stets in dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn. Laß mich nicht andre Helfer suchen, laß falsche Luͤste mich ver⸗ fluchen; besitze du mein Herz allein, dein Leben laß mein Leben sein. Gieb, daß ich mich in dir stets freue, weil dein Herz mich bestaͤndig liebt; doch auch dabei kein Lei⸗ den scheue, als welches meinen Glauben uͤbt, und macht, daß ich viel staͤr⸗ ker ringe, und immer naͤ⸗ her in dich dringe; bis endlich nach besiegter Pein in mir wird lauter Freu⸗ de sein. Christian Jacob Koitsch. Mel. 40² Vom geistlichen Kampt. Mlel. Was GOott thut, das ist wohlgethan. 469 in Christ, ein tapfrer Kriegesheld, voll Geist, voll Kraft und Staͤrke, verleugnet sich, bezwingt die Welt, zerstoͤrt des Satans Werke, kaͤmpft innerlich und außer sich mit Teufel, Welt und Suͤnden, und kann doch uͤberwinden. 2. Ich habe mich vor⸗ laͤngst gequaͤlt, und gab auch schier verloren, bis GOtt mich zu der Zahl ge⸗ zaͤhlt, die er aus sich ge⸗ boren. Wer will die Kraft, die alles schafft, und Christi Macht er⸗ gruͤnden, dadurch wir uͤber⸗ winden! 3. Ich sprach: Ich bin ein schwaches Kind, wie alle Menschenkinder, das in sich kein Vermoͤgen findt, ich bin ein armer Suͤnder. Ach GOtt, gieb Rath, gieb Willn und That, und laß mich Gna⸗ de finden, so kann ich uͤberwinden. ö 4. Ich war ein Mensch voll Eigensinn, voll uehte lieb und Ehre; ich lebte nach den Luͤsten hin, und nicht nach Christi Lehre. Doch, GOtt sei Ehr, ich bins nicht mehr; ich streite mit den Suͤnden, und will sie uͤberwinden. 5. Kommt mir die alte Bosheit ein, und will noch lieblich schmecken, soll IEsu Leiden, Kreuz und Pein mich heilsam⸗ lich erschrecken; die suͤße Lust in meiner Brust, die liebsten Busensuͤnden, die will ich uͤberwinden. 6. Will Menschenfurcht und Menschengunst Leid oder Freude machen, so herz ich die verschmaͤhte Kunst, verachte Drohen, Lachen; ihr Haß und Gunst ist lauter Dunst und Blaͤt⸗ ter auf den Linden; drum will ich uͤberwinden. 7. Leb ich in steter Trau⸗ rigkeit, sind wenig gute Stunden in meiner kurzen Lebenszeit: ich habe GOtt gefunden; der troͤstet mich gar fußiglich, der kann den Schmerz verbinden, und ich will uͤberwinden. 8. Die Welt mit aller Schmach und Hohn be⸗ +— mich zu Ehren; sie muß an meiner Ehren⸗ kron die Edelsteine meh⸗ ren; wenn wider mich blut⸗ duͤrstiglich viel hundert tau⸗ send stuͤnden, so wollt ich uͤberwinden. 9. Der Teufel in der Loͤwenhaut will meine See⸗ le schrecken; GOtt wird das Kuͤchlein, seine Braut, mit Allmachtsfluͤgeln dek⸗ ken. Ist er erboßt; ich bin getrost: GOtt kann den Satan binden, und ich kann uͤberwinden. 10. Will er in falscher Heiligkeit sich als ein En⸗ gel stellen, und sucht durch zugelaßne Freud den schwa⸗ chen Tritt zu faͤllen; er⸗ blick ich nur die Schlan⸗ genspur, und geh nicht* ie Vom geistlichen Kampt. 403 die Blinden: so kann ich uͤberwinden. 11. Ja, muß ich mit dem hoͤchsten Pfand, mit GOtt, wie Jacob, ringen, so will ich durch die Glaubenshand den Allerstaͤrksten zwingen; kann ich zur Stund aus seinem Mund nicht bald den Trost empfinden, noch will ich uͤberwinden. 12. Haͤlt mir niein GOtt die Augen zu/ kann ich nicht weiter sehen, als was ich gegenwaͤrtig thu: so laß ichs gern geschehen. Kommt die Vernunft mit ihrer Zunft in ausgeschmuͤckten Gruͤnden, dann muß ich uͤberwinden. 13. Mir geht der Tod nicht bitter ein, ich bin schon laͤngst gestorhen; er soll recht zuckersuͤße sein/ das Haus wird nur ver⸗ dorben. GOtt muß den Gast der Erdenlast auf sol⸗ che Art enthinden, das hilft mir uͤberwinden. I4. Bisher hab ich mich selhst bekriegt, und hatte viel zu schaffen; GOtt Lob, die Welt ist bald besiegt mit meinen Glaubenswaf⸗ fen; ich lieg im Sarg/ und bin doch stark, vergesse, was dahinten, will alles uͤberwinden. ‚ 15. Das Kleinod ist mir vorgesteckt, ich soll nur ta⸗ pfer kaͤmpfen. Drum bleibt mein Arm stets ausgestreckt, mit GOtt den Feind zu daͤmpfen. Nur unverzagt und frisch gewagt! ich seh die Krone binden, drum will ich uͤberwinden. In eigener Mlelodie. 470 ntbinde mich, mein GOtt, von allen meinen Banden, womit mein armer Geist noch so Uders C ist; mach des Philisters Strick und Tuͤcke ganz zu Schanden, weil du mein Goel nur und auch mein Simson bist. Zerbrich, zerschlag/ zerreiß/ und mach mich durch den Sohn zum recht Gefreie⸗ ten vor deinem Gnaden⸗ thron. 2. Ach GOtt, erst war ich recht ein Sklave aller Suͤnden, doch dein Erbar⸗ men hat mich davon frei gemacht. Nun wollen sich aufs neu subtile Stricke finden; ach so wird doch mein Fuß zuletzt ins Garn gebracht! O Vater, mach mich frei, stell mich auf weiten Raum, daß sich mein Geist ausbreit als wie ein Cedernbaum. 3. Was zieht mich nieder⸗ waͤrts, daß ich nicht kann auffliegen? Was macht mich denn so matt in mei⸗ nem Christen⸗Lauf? Ach welch ein Bleigewicht seh ich noch in mir liegen! das druͤckt mich unterwaͤrts und laͤßt mich nicht hin⸗ auf. O woher krieg ich Kraft von agllem los zu sein, so frei und los ge⸗ macht als wie ein Vogelein? 4. Ach dieser Todesleib beschwert die arme Seele, die Huͤtte druͤckt den Geist der drin gebunden liegt. O wer macht mich d rei 40⁴ Vom geistlichen Aampt. frei aus dieser Suͤnden⸗ oͤhle, daß mein Verlan⸗ gen Luft und freien Zu⸗ gang kriegt? Durchbrecher, brich doch durch, und mach mich voͤllig frei, daß mein Geist nicht, wie ich, mehr so gefangen sei. 5. Ich weiß, ich liebe dich; doch, soll ichs recht bekennen, noch lange nicht so viel, als meine Seel begehrt. Es ist noch was in mir, ich kann es selbst nicht nennen, das ofters meinen Geist in deiner Liebe stͤrt. Ach faͤnd ich, denk ich oft, doch nur ein Raͤume⸗ lein, da ich ganz ungestort dich moͤchte liebend sein. 6. Such ich die Einsam⸗ keit, und mein es da zu finden, so waͤr es freilich gut, wenn ich da koͤnnt allein mich gaͤnzlich von mir selbst und meiner Last entbinden, daß ich auch ohne mich koͤnnt recht al⸗ leine sein; doch nun trag ich mit mir mein arges Fleisch und Blut, das in der Einsamkeit auch nim⸗ mer in mir ruht. ö 7. Gedanken plagen mich und tolle Phantasefen, Zer⸗ streuung mancherlei, die Schwermuth der Natur, die kommt wohl noch dazu. Ach wer wird mich befreien⸗ Wer zeigt zur Freiheit mir die rechte sichre Spur? Ich Armer, ach wie lang Dol ich gebunden sein? Wann schau ich durchs Gesetz der vollen Freiheit ein 8. Die Eigenliebe schleicht sich oft in meine Glieder und stoͤrt durch ihren Trieb mir oͤfters alle Ruh. Dies schlaͤgt die Freudigkeit der Seelen maͤchtig nieder; kaum thut das Herz sich auf, so schleußt sichs wie⸗ der zu. Soll Licht und Fin⸗ sterniß denn stets im Wech⸗ sel sein? Wann kommit mein volles Licht und ste⸗ ter Sonnenschein? 9. Ach GOtt, entbinde mich von allen meinen Banden/und was mich noch subtil im Fleisch gefangen haͤlt. Ist das nicht schon genug, wenn eines nur vor⸗ handen, das mich noch bin⸗ den kann in dieser Suͤnden⸗ welt? Soll ich gebunden sein, so binde deine Treu mein armes Herz, auf daß ich dein Gefangner sei 0. Wen deine Liebe bindt, ist nicht ein Knecht der Suͤnden, er bleibt in Banden auch ein rechter freier Mann. Mein Abba, so will ich mich gerne las⸗ sen binden, wenn ich dein freies Kind auf ewig blei⸗ ben kann. Nur mach mich von mir frei und von der argen Welt, daß meine edle Seel ihr Freiheitsrecht be⸗ haͤlt. Zohann Joseph Winkler. In eigener Blelodie. 47 I. Cꝰ kostet viel, ein Christ zu sein, und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich Ein Kampf.. aus⸗ Vom geistlichen Kampt. 40⁵ ausgericht/ noch nicht 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die ihren Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Muͤh/ auf seiner Hut zu stehn, daß nicht der Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spuͤrt man mit der Zeit die Wich⸗ tigkeit: 3. Doch ist es wohl der Muͤhe werth, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwaͤget, die ewiglich ein solcher Mensch erfaͤhrt, der sich stets hier aufs Himm⸗ lische geleget. Es hat wohl Muͤh, die Gnade aber macht/ daß mans nicht acht 1 4. Man soll ein Kind des Hoͤchsten sein, ein rei⸗ ner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich sein/ so lieb⸗ lich im Gesichte, dieweil ihn da die wesentliche Pracht so schoͤne macht! 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn, und es mit GOtt zu einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? 17½ 6. Da giebt sich ihm die Weisheit ganz, die es hier stets als Mutter hat gespuͤret; sie kroͤnet es mit ihrem Perlenkranz, und wird als Braut der das machts Seele zugefuͤhret. eele Die Heimlichkeit wird da ganz offenbar, die in ihr war 7. Was GOtt genießt, genießt es auch, was GOtt besitzt, wird ihm in GOtt gegeben, der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch; wie lieblich wird es doch. mit IEsu leben! Nichts hoͤher wird an Kraft und Wuͤrde sein, als GOtt allein ½ 8. Auf, auf, mein Geist, ermuͤde nicht, dich durch die Macht der Fin⸗ sterniß zu reißen: was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Beden⸗ ke, was fuͤr Kraft uns GoOtt verheißen. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn, wie wohl wirds thun! ½ Christian Fried. Richter. In eigener Melodie. 5 ahre fort 472. F Zion, fah⸗ re fort im Licht, mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensguelle, Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort 2. Leide dich Zion, leide ohne Schen Truͤb⸗ sal, Angst mit Svott und Hohne; sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone; Zion, fuͤh⸗ lest du der Schlangen Stich, leide dich m: 3. Folge nicht Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu ma⸗ chen; achte nichts ihr and un 406 Vom geistlichen Kampt. und Geld, nimm nicht an den Stuhl des Dra⸗ chen; Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht 4. Pruͤfe recht Zion/ pruͤfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur dernen Stern dich leiten. Zion, beides das, was krumm und schlecht, pruͤfe recht 3 5. Dringe ein ½ Zion/ dringe ein in GOtt; staͤrke dich mit Geist und Leben; sei nicht wie die andern/ todt, sei du gleich den ruͤnen Reben. Zion, in i« Kraft, fuͤr Heuchel⸗ schein, dringe ein 1 6. Brich herfuͤr ½ Zion, brich herfuͤr in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft/ der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thuͤr brich herfuͤr 7 7. Haite aus Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laͤulich finden. Auf, das Kleinod ruͤckt herbei; auf, verlasse, was dahinten. Zion, in dem letzten Kampf und Strauß, halte aus 21 ö Joh. Eusebius Schmidt. In eigener Melodie, 473.(pSeele) Haß JEsu, hilf siegen/ und laß mich nicht liezen im Ker⸗ ker der Suͤnden; laß Gnade mich finden, Itssu, mein Licht, ich lasse dich nicht. 1.(JEsus.) Ich helfe dir siegen, und lasse nicht lie⸗ gen die Armen im Kaͤm⸗ pfen; ich helfe dir daͤm⸗ pfen der Suͤnden Begier, o glaube nur mir! 2.(Seele.) Errette die Seele, und gieb mir doch Oele; laß mich nur im Wesen der Gottheit ge⸗ nesen, o JEsu, hilf mir, ich schreie zu dir. 2.(JEsus.) Ich höre dein Flehen, und habe gesehen dein Elend im Herzen, die bitteren Schmerzen; nun bin ich bereit zu helfen im Streit. 3.(Seele.) Laß mich recht eindringen, HErr, laß es gelingen; ach laß mich nicht fallen, erhöre mein Lallen; verstoße mich nicht in deinem Gericht. 3.(IEsus.) Mein Herze steht offen, durch Glauben und Hoffen wird dir es gelingen, so mußt du ein⸗ dringen. Wer glaͤubet, wird nicht vom Vater gericht. 4.(Seele.) Wenn du mich willst hassen, wo wollt ich mich lassen? HErr, lasse die Suͤnden doch einsten verschwinden. Gieb Gnade fuͤr Recht, so bin ich dein Knecht. 4.(JEsus.) Wie wollt ich dich hassen? wie könnt ich dich lassen? Ich habe empfunden viel Schmerzen und Wunden im Leiden an mir, aus Liebe zu dir. 5.(Seele.) HErr/ höͤre mein Girren, und laß mich nicht irren; gieb richtige Schritte, und wenn dich Vom geistlichen Kampt. 40⁷7 dich bitte, verbirge dich nicht, 9 IEsu, mein Licht! 5.(IEsus.) Wer mir wird nachgehen, und auf mich stets sehen, thut rich⸗ tige Schritte, und ob er gleich glitte, so irret er nicht. Ich bin ja sein Licht. 6.(Seele.) Gieb Ein⸗ falt und Wahrheit, die gott⸗ liche Klarheit durchleuchte mein Herze, so weichet der Schmerze. Ich suche allein den goͤttlichen Schein. 6.(IEsus.) Kehr ein⸗ waͤrts die Sinnen, daß moͤgen zerrinnen die Bilde der Dinge, stets bete und ringe: so findest du hier die Einfalt in mir. 7.(Seele.) Ich warte vom Morgen zum Abend, und Sorgen stets aͤngsten die Seele, die Naͤchte ich zaͤhle. HErr, komme in Eil, und 10 mir dein Heil. 7.(JEsus,.) Durch War⸗ ten vom Morgen zum Abend mit Sorgen kann man mich nicht finden, ich laß mich nicht binden. Sei stille in dir, so kommst du zu mir. 8.(Seele.) HErr, gieb mir den Segen. In sin⸗ steren Wegen laͤßt du mich jetzt gehen; ich bleihe fest stehen, und ringe mit dir, ergieb dich nur mir. 8.(IEsus.) Die also im Ringen sich um mich fest schwingen, empfangen den Segen und Licht auf den Wegen, wie Jacob das Licht bei Pniel anbricht. 9.(Seele.) HErr, laß dich gewinnen, wenn gleich auch zerkinnen die Kraͤft und Vermögen/ doch hoff ich zu siegen. Ich halte, HErr, dich! ach segne du mich! 9.(IEsus.) Dir ist es gelungen, du hast mich be⸗ zwungen/ in Liebe zu geben dir Kraͤfte zum Leben; das glaube du mir, ich schenke mich dir. Zoh. Chr. Nehring. Mel. Seuch meinen Grist, o BErr, von hinnen. 474 H² legt mein I. Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wie⸗ der; laß dein erfveuend Angesicht zu meiner Ar⸗ muth sein gericht. 2. Schau her, ich fuͤhle mein Verderben, laß mich in deinem Tode sterben; o koͤnnte doch in deiner Pein die Eigenheit ertdd⸗ tet sein! 3. Du wollest, JEsu, meinen Willen mit der Ge⸗ lassenheit erfuͤllen; brich der Natur Gewalt ent⸗ zwei, und mache meinen Willen frei. 4. Ich fuͤhle wohl, daß ich dich liebe, und mich in deinen Wegen uͤbe; nur ist von der Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich mauß noch mehr auf dieser Erden durch dei⸗ nen Geist geheiligt werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen/ 105 gel⸗ 40⁸ Vom geistlichen Kampt. Thale nichts der Menschen aten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich ge⸗ wirket sein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblie⸗ ben; ich weiß gewiß, du stehst mir bei, und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treu⸗ lich kaͤmpfen, und stets die falsche Regung dämpfen, 10 du dir deine Zeit er⸗ siehst, und mich aus sol⸗ chen Netzen ziehst. 9. In Hoffnung kann ich froͤhlich sagen: GOtt hat der Hoͤllen Macht geschla⸗ gen: GOtt fuͤhrt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen dir, mei⸗ nem Vater, ganz befeh⸗ len: ach druͤcke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 1. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke, und mich in deinen Abgrund senke, so werd ich von dir an⸗ geblickt, und mein Herz wird von dir erguickt. 12. So waͤchst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich theils die süße Beute, und fuͤhle, daß es Wahr⸗ heit ist, daß du, mein GOtt, die Liebe bist. Ch. Fr. Richter. Mel. O JEsu, du bist mein. 475. I Meuschen⸗ kind, ach daß mir meine Sund, die schwere Todes⸗ Buͤrde, doch abgenommen wuͤrde. Ach daß ich von der Last des Fleisches, die mich druͤcket, und meinen Geist ersticket, bekaͤme Ruh und Rast. 2. Mein GOtt, wann hilfst du mir? wann zeuchst du mich zu dir? Wie lange soll das Leben des Fleisches widerstreben dem edlen Geistes⸗Trieb? Wie lange soll ich leiden, was mich und dich kann scheiden, des Flei⸗ sches Werk und Lieb? 3. IEsu/ mein HErr und GOtt, du meines Todes Tod, du meines Lebens Leben, wann wilist du dich erheben? Steh auf, erhebe dichz ertödt in deiner Staͤrke des todten Fleisches Werke, in dir ertoͤdte mich. 4. Ich bin des Lebens satt, das mir eh suͤße that, weil es ein Tod und Ster⸗ ben, und stetiges Verder⸗ ben mehr als ein Leben war. So will ich denn nun streben nach einem hessern Leben mit Auser⸗ waͤhlter Schaar. 5. Wer hier dem Fleische Rnach will leben, der, o, ach! ist an der Seel erstorben, er hat durchs Fleisch ver⸗ dorben den edlen Geist aus GOtt. Wer alles das will haben, was un⸗ ser Fleisch kann laben, deß Seele leidet Noth. 6. Des Geists und Flei⸗ sches Reich bestehen nicht zugleich; das Fleisch muß untergehen, sonst mag der Geist nicht stehen. Denn wo Vom geistlichen Kampt. 409 wo das Fleisch regiert, da schlaͤgt es alles nieder was Herz und Geist hin⸗ wieder zum Leben neu ge⸗ biert. ͤ 7. Drum, IEsu, hilf du mir, daß mein Geist leb in dir; laß alles an mir sterben, verwesen und ver⸗ derben, was fleisch⸗ und suͤndlich ist, daß sich zum neuen Leben mein Geist mag auferheben, wie du erstanden bist. 8. Gieb, daß ich sei der Welt mit dir ans Kreuz ge⸗ stelit; gieb mir das recht zu fassen, was alle Menschen hassen, dein Kreuz und dei⸗ nen Tod, und daß mir sei hingegen der Welt Lust, Freud und Segen mein Kreuz und meine Noth. 9. So werd ich auch mit dir zur rechten Lebensthur durch deinen Tod eingehen, und in dir guferstehen zur Unverweslichkeit. Ich werd im neuen Wesen des Gei⸗ stes wohl genesen in Him⸗ melslust und Freud. 10, So werd ich, JE⸗ su, dich anschauen innig⸗ lich; du wirst mich dann umfassen, und mich dich kuͤssen lassen, o süße See⸗ len⸗Lust. Wie werd ich mich erguicken, weny IEsus mich wird druͤcken vor Lieb an seine Brust. 11. Wie werd ich dich alsdann, mein JEsu, re⸗ den an. Mein Teost nach meinen Plagen! werd ich dann zu dir sagen, mein edle Perlenkron, mein theu⸗ rer Schatz, mein Leben, o Weinstock deiner Reben ⸗ o JEsu, GOttes Sohn! 12. Mein Schatz, um⸗ fasse mich/ ich/ Schatz, umfasse dich, mein Heil, mein Licht und Sonne, o suͤße Seelenwonne! Du bist mein Braͤutigam. Mein Herz hat stets gethraͤnet, und sich nach dir gesehnet, eh ich, Schatz, zu dir kam. 13. Nun aber, ach nun⸗ mehr bin ich erfreuet sehr; die Augen sind erfrischet, die Thraͤnen abgewischet; all mein Feinde sind, Tri⸗ umph, Triumph! ver⸗ schwunden. Ich habe IE⸗ sum funden. Ich bin ein seligs Kind! Heinrich Georg Neuß. In eigener Melodie. 7 Ich ruf zu dir, 476. Iel IEsu Christ, ich bitt, erhoͤr mein Klagen; verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen; den rechten Weg, o HErr, ich mein, den wollest du mir Raächt dir zu leben, meinm aͤchsten nuͤtz sein, dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o HErre GOtt, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott; die Hoffnung gieb daneben; voraus wenn ich muß hie davon, daß ich dir moͤg vertrauen, und nicht bauen auf alles mein Thun, sonst wirds mich ewig reuen. ö ů 3. Verleih, daß ich aus Wig rund mein Fein⸗ 1 den 41⁰ Vom geistlichen Kampk. den moͤg vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben; dein Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel zu naͤhren, mich zu wehren, wenn Ungluͤck geht her, das mich bald moͤcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden; be⸗ staͤndig sein ans End gieb mir, du hasts allein in Haͤnden; und wem dus giebst, der hats umsonst, es mag niemand erwerben noch ererben durch Werk deine Gnad, die uns er⸗ rett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb, hilf, o HErr Christ, dem Schwachen, an deiner Gnad allein ich kleb, du kannst mich staͤr⸗ ker machen. Kommt nun Anfechtung her/ so wehr⸗ daß sie mich nicht umstoße. Du kannst maßen, daß mirs nicht bringt Gfaͤhr; ich weiß, du wirsts nicht lassen. Mel. Einer ist König, Immanuel sieget. 477 Jau, hilf sie⸗ gen, du Fuͤr⸗ ste des Lebens, sieh, wie die Finsterniß dringet her⸗ ein; wie sie ihr hoͤllisches Heer nicht vergebens maͤch⸗ tig auffuͤhret, mir schaͤdlich zu sein. Satan der sinnet auf allerhand Raͤnke, wie er mich sichte, verstöre und raͤnke. 2. JEsu, hilf siegen, der du mich erkaufet; rette/ wenn Fleisch und Blut, Satan und Welt mich zu beruͤcken ganz grimmig an⸗ laufet, oder auch schmei⸗ chelnd sich listig verstellt. Wenn Babel wuͤthet von außen und innen, laß mir, HErr, niemals bie Huͤlfe zerrinnen. 3. IEsu, hilf siegen, ach wer muß nicht klagen: HErr, mein Gebrechen ist immer vor mir. Hilf, wenn die Suͤnden der Jugend mich nagen, die mein Ge⸗ wissen mir taͤglich haͤlt fuͤr. Ach laß mich schmecken dein kraͤftigs Versuͤhnen, und dies zu meiner Demuͤthi⸗ gung dienen. 4. IJEsu/ hilf siegen/ wenn in mir die Suͤnde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt; wenn ich die Last der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt: so hilf, daß ich vor mir selbst mag erroͤthen, und durch dein Leiden mein suͤndlich Fleisch toͤdten. 5. JEsu, hilf siegen, und lege gefangen in mir die Luͤste des Fleisches, und gieb, daß bei mir lebe des Geistes Verlan⸗ gen, aufwaͤrts sich schwin⸗ gend durch heiligen Trieb; laß mich eindringen ins goͤttliche Wesen: so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. JEsu, hilf siegen, damit auch mein Wille dir, HErr, sei gaͤnzlich zu eigen geschenkt, und ich mich stets in dein Wol⸗ bSISSSee ö Vom geistlichen Kampt. 411 Wollen verhuͤlle, wo sich die Seele zur Ruhe hin⸗ lenkt; laß mich mir ster⸗ ben und alle dem Mei⸗ nen, daß ich mich zaͤhlen kann unter die Deinen. 7. IEsu, bilf siegen in allerlei Faͤllen, gieb mir die Waffen und Wehre zur Hand; wenn mir die hoͤllischen Feinde nachstel⸗ len, dich mir zu rauben, o edelstes Pfand, so hilf mir Schwachen mit All⸗ macht und Staͤrke, daß ich, o Liebster, dein Da⸗ sein vermerke. 8. IEsu, hilf siegen, wer mag sonst bestehen wider den listig verschmiz⸗ zeten Feind? Wer mag doch dessen Versuchung entgehen, der wie ein En⸗ gel des Lichtes erscheint? Ach HErr, wo du weichst, so muß ich ja irren, wenn mich der Schlangen List sucht zu verwirren. 9. IEsu, hilf siegen, und laß mich nicht sin⸗ ken, wenn sich die Kraͤf⸗ te der Luͤgen aufblaͤhn, und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn; steh mir ur Rechten, o Koͤnig und eister, lehre mich kaͤm⸗ yfen und yruͤfen die Geister. 10. JIEsu, hilf siegen im Wachen und Beten; Huͤ⸗ ter, du schlaͤfst ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich un⸗ endlich vertreten, der du versprochen, mein Fuͤr⸗ sprach zu sein; wenn mich die Nacht mit Ermuͤden will decken, wollst du mich, IEsu, ermuntern und wecken. ö 11. JEsu, hilf siegen. Wenn alles verschwindet und ich mein RNichts und Verderben nur seh, wenn kein Vermoͤgen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein verschuͤchtertes Reh: ach HErr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermaͤhlen. 12. JEsu, hilf siegen, und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang: so will ich ewig dir Lob und Dank singen, JEsu, mein Heiland, mit frohem Ge⸗ sang. Wie wird dein Na⸗ me da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so maͤchtig erwiesen. 13. JEsu, hilf siegen, laß bald doch erschallen, daß Zion rufet: Es ist nun vollbracht! Babel, die Stolze, ist endlich gefallen, die da bishero so lang hat gekracht. Ach HErr/ komm, mache ein Ende des Krie⸗ ges, schmuͤcke dein Zion mit Palmen des Sieges. 14. IEsu, hilf siegen, damit wir uns schicken, wuͤrdig zur Hochzeit des Lammes zu gehn; kleide dein Zion mit guͤldenen Stuͤcken, laß uns den Un⸗ tergang Babels einst sehn. Doch wohlan! kracht es/ so wirds auch bald lie⸗ en. Auf, Zion, ruͤste dich/ Esus hilft siegen. 18* 15 2 4 41² Vom geistlichen Aampk. 15. JEsu, hilf siegen; wenns nun kommt zum Sterben, mach du mich wuͤrdig und stetig bereit, daß ich mich koͤnne recht nennen dein Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. JEsu, mein JE⸗ su, dir bleib ich ergeben, hilf du mir siegen mein Heil, Trost und Lehen. 16. IEsu, hilf siegen, wenn ich nun soll scheiden von dieser jammer⸗ und leidyollen Welt, wenn du mich rufest, gieb, daß ich mit Freuden zu dir mog fahren ins himmlische Zelt. Laß mich, ach JEsu, recht ritterlich ringen, und durch das Leben und Tod zu dir dringen. V. 1 bis 14. Joh. Heinr. Schröder. In eigener Melodie. 478. ndich hab ich gehoffet, HErr, hilf, daß ich nicht zu Schaͤnden werd noch ewiglich zu Spotte. Deß bitt ich dich, erhalte mich in deiner Treu, HErr GOtte! ö 2. Dein gnaͤdig Ohr neig her zu mir, erhoͤr mein Bitt, thu dich herfuͤr, eil bald mich zu erretten; in Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in mei⸗ nen Noͤthen. 3. Mein GOtt und Schirmer, steh mir bei, sei mir ein Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten wider mein Feind, der gar viel seind an mir auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Staͤrk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, H0 mir dein Wort, mein Huͤlf, mein Heil, mein Le⸗ ben, mein starker GOtt in aller Noth: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt truͤglich gericht mit Luͤgen und mit falschem Gdicht viel Netz und heimlich Stricke. HErr, nimm mein wahr in dieser Gfahr, bhuͤt mich vor falschen Tuͤcken. 6. HErr, meinen Geist befehl ich dir, mein GOtt, mein GOtt, weich nicht von mir, nimm mich in deine Haͤnde. O wahrer GOtt aus aller Noth hilf mir am letzten Ende. 7. Glori, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei GOtt Va⸗ ter und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen. Die goͤttlich Kraft mach uns sieghaft durch JEsum Christum, Amen. Adam Reußner. Mel. Rommt her zu mir, spricht SOttes Sohn. 479 st GOtt mein Schild und Helfersmann, was wird sein, das mir schaden kann? weicht, alle meine Feinde! Die ihr mir listiglich nach⸗ steht, nur eurer Schmach entgegen geht: ich habe GOtt zum Freunde. 2. Ist GOtt mein Trost und Zuversicht, kein Leid kann sein, so mich ansicht: weicht, alle meine Feinde! Die ihr nur sinnet auf Ge⸗ Vom geistlichen Kampt. 413 Gefahr, ich achte solches 668 kein Haar: ich habe Ott zum Freunde. 3. Ist GOtt mein Schirm und mein Panier, zein Ungemach kann scha⸗ den mir; weicht alle meine Feinde! Die ihr mich aͤngstet und betruͤbt, es ist umsonst, was ihr veruͤbt: ich habe GOtt zum Freunde. 4. Ist GOtt mein Schutz und treuer Hirt, kein Un⸗ gluͤck mich beruͤhren wird: weicht, alle meine Feinde! Die ihr mir stiftet Angst und Pein, es wird zu eurem Schaden sein: ich habe GOtt zum Freunde. 5. Ist GOtt mein Ret⸗ ter und Patron, was acht ich der Welt Schimpf und Hohn: weicht, alle meine ö sert fr Die ihr mich laͤ⸗ ert fruͤh und spat, es wird euch richten eure That: ich habe GOtt zum Freunde. 6. Ist GOtt mein Heil, mein Huͤlf und Kraft, die Mel. O(HeErr) JEsu Christ, du höchstes Gut. 480. Me Gott, spricht selbst zu mir? Wo willst du Gnade finden? Der große GOtt, der zuͤrnt mit dir von wegen deiner Suͤnden. Wer GOtt mit seiner Missethat so oft wie du beleidigt hat, dem ist er gar nicht gnaͤdig. 2. Drum gieb du mir nach deiner Gnad ein in⸗ niglichs Verlangen, Haß gegen Suͤnd und Misse⸗ that, und Lust dir anzu⸗ hangen; daß ich an sol⸗ chen Zeichen seh, wie ich noch fest im Glauben steh, und an dir, IEsu, bleibe. 3. Ach lehr mich einig und allein von ganzem Herzen glaͤuben, daß du mir wollest gnaͤdig sein, und wohlgewogen bleiben; wend alle meine Traurig⸗ keit, und mache mein Herʒ voller Freud, Trost, Hulfe, boͤse Welt an mir nichts Heil schafft: weicht, alle meine Feinde! Die ihr auf mich vergallet seid, ihr thut euch selbst gebranntes Leid: ich habe GOtt zum Freunde. 7. Ist GOtt mein Bei⸗ stand in der Noth, was kann mir schaden Suͤnd und Tod? weicht, alle meine Feinde! Tod, Suͤnde, Teufel, Hoͤll und Welt, ihr muͤsset raͤumen doch das 2—— ich habe GOtt zum reunde. Ernst Christoph Homburg. Heil und Leben. 4. Soll aber ich mich fer⸗ nerweit mit solchen Sor⸗ gen quaͤlen: so hilf nach deiner Guͤtigkeit, HErr, meiner armen Seelen, daß ich im Glauben feste steh, bis diese Prob zu Ende geh/ und ganz errettet werde. Joachim Bartholomäus Meyer. AKlel. O(HeErr) JEsu Christ, du höchstes Gut. 481 chau, lieber GOtt/ wie meine Feind, damit ich stets muß kaͤmpfen/ so 115 un 41⁴ Vom geistlichen Kampk. und so maͤchtig seind, daß sie mich leichtlich daͤmpfen. HErr, wo mich deine Gnad nicht haͤlt, so kann der Teu⸗ fel, Fleisch und Welt mich leicht in Suͤnden stuͤrzen. 2. Der Satanas mit seiner List im Anfang gar suͤß locket; drauf, wenn die Suͤnd begangen ist, das Herze er verstocket; er treibt mit Trug und mit Gewalt von einer Suͤnd ch andern bald, und end⸗ ich in die Hoͤlle. 3. Der Welt Art ist auch wohl bewußt, wie die kann Anlaß geben zu Au⸗ genlust, zu Fleischeslust, zu hoffaͤrtigem Leben. Wenn aber GOttes Zorn angeht, ein jeder da zu⸗ ruͤcke steht, die Freund⸗ schaft hat ein Ende. 4. Und dennoch will mein Fleisch und Blut von dem ungerne lassen, was ihm so großen Schaden thut, es will die Welt nicht hassen; die kurze Freud gefaͤllt ihm wohl, drum wills nicht, daß ich meiden soll des Teufels Netz und Stricke. 5. Nun muß ich Armer immerfort mit diesen Fein⸗ den streiten; sie aͤngsten mich an allem Ort, und sind mir stets zur Seiten. Der Satan setzt mir heftig zu, die Welt laͤßt mir gar keine Ruh, mein Fleisch zur Suͤnd mich reizet. 6. Zu dir flieh ich, o treuer GOtt; ich weiß sie nicht zu stillen; hilf, Va⸗ ter, hilf in dieser Noth um JIEsu Christi willen. ·482. Verleih mir deines Gei⸗ stes Staͤrk, daß meiner Feinde List und Werk da⸗ durch zerstoͤret werde. 7. Laß diesen deinen Lch ten Geist, mich innerlich regieren, daß ich allzeit thu, was du heißt, und mich nichts laß verfuͤhren; daß ich dem Argen wi⸗ dersteh, und nicht von deinem Weg abgeh zur Rechten oder Linken. 8. Ob boͤse Lust noch mannigfalt mich anficht, weil ich lebe, so hilf, daß ich ihr alsobald im An⸗ fang widerstrebe, und daß ich da vergesse nicht die Todesstunde, das Gericht, den Himmel und dle Hoͤlle. 9. Gieb, daß ich denke jederzeit an diese letzten Dinge, und dadurch alle Suͤndenfreud aus meinem Herzen bringe: damit ich mögg mein Lebenlang dir die⸗ nen ohne Furcht und Zwang in willigem Gehorsam. 10. GOtt Vater, deine Kraft und Treu laß reich⸗ lich mich empfinden. O IEsu Christe, steh mir bei, daß ich kann uberwinden. Hilf, heilger Geist, in die⸗ sem Krieg/ daß ich da immer einen Sieg erhalte nach dem andern. David Deniche. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Schuͤtte dei⸗ nes Lich· tes Strahlen, o mein Hei⸗ land uͤber mich; laß sie mein Gemuͤth bemalen mit der Klarheit* un Vom geistlichen Kampt. 41⁵ und vertreib durch Heiter⸗ keit in mir alle Dunkel⸗ heit, daß ich moͤge vor dir stehen, und dein Gnaden⸗ licht ansehen. 2. Hemme in mir das Zerstreuen meiner Sin⸗ nen, deine Kraft kann mich leicht davon be⸗ freien; ach wann wird die Huͤlf geschafft? Stehe mir im Kampfe bei, daß ich Ueberwinder sei, weil sich die Versuchungsstun⸗ den maͤchtig haben ein⸗ gefunden. 3. Toͤdte in mir alle Thiere der Begierden, die allzeit mich bestreiten, und vollfuͤhre selbst in mir zum Sieg den Streit, daß dein Friede je und je in dem Herzen kraͤftig bluͤh, und mein Mund zu allen Zeiten moͤge dei⸗ nen Ruhm ausbreiten. 4. HErr, gebeut den starken Winden, dem Ge⸗ witter und dem Meer, so muß sich die Stille finden, ob sie wuͤthen noch so sehr. Lasse deiner Wahrheit Schein als ein helles Licht mir sein; denn sonst bleib ich schnoͤde Erde, wenn ich nicht erleuchtet werde. 5. Laß von ol en auf mich fließen deiner Gnaden Suͤßigkeit, und den mat⸗ ten Geist genießen deinen Himmelsthau allzeit. Geuß in meine duͤrre Erd Le⸗ bensstroͤme, daß ich werd fruchtbar, und vor allen Dingen, dir moͤg gute 96502 bringen. Ach so heb durch deine Guͤte mein gepreß⸗ tes Herz empor; ziehe nach dir mein Gemuͤthe oͤffne ihm des Himmels Thor, daß es goͤttlich werd er⸗ freut, und flieh alle Eitel⸗ keit, an gar nichtes mehr zu denken, was nicht kann gen Himmel lenken. 7. Reiße weg aus mei⸗ nem Herzen allen Trost der Kreatur; denn der lin⸗ dert nicht die Schmerzen, zeigt mir auch nicht deine Spvur. Die Begierde brennt in mir, o mein Heiland, nur nach dir; laß mich, wenn ich dich ebrebs ewig mit dir ein verbunden. Johann Christian Nehring. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 483. Tunh 1N dir klagen meines zens JFammerstand, ob dir wohl sind meine Pla⸗ gen besser als mir selbst bekannt: große Schwach⸗ heit ich bei mir in An⸗ fechtung oftmals spuͤr, wenn der Satan allen Glauben will aus mei⸗ nem Herzen rauben. 2. Du, GOtt, dem nichts ist verborgen, weißt, daß ich nichts von mir hab, nichts von allen meinen Sorgen, alles ist, HErr, deine Gab; was ich Gu⸗ tes find an mir, das hab ich allein von dir; auch den Glauben mir und gl⸗ len giebst du, wie wie dirs mag gefallen. 9 gef— 3. 8 416 Vom geistlichen Kampt. 3. O mein GOtt, vor den ich trete jetzt in mei⸗ ner großen Noth: hoͤre,‚ wie ich sehnlich bete, laß mich werden nicht zu Spott; mach zunicht des Teufels Werk, meinen schwachen Glauben staͤtk/ daß ich nimmermehr ver⸗ zage, Christum stets im Herzen trage. 4. IEsu, Brunnquell aller Gnaden, der du iemand von dir stoͤft, der mit Schwachheit ist beladen, sondern deine Juͤnger troͤst: sollt ihr Glaube auch so klein wie ein kleines Senfkorn sein, wollst du sie doch wuͤrdig schaͤtzen, große Berge zu versetzen. 5. Laß mich Gnade vor dir finden, der ich bin voll Traurigkeit: hilf du mir selbst uͤberwinden, so oft ich muß in den Streit; meinen Glauben taͤglich mehr, deines Geistes Schwert verehr, damit ich den Feind kann schlagen, 36 Pfeile von mir jagen. Himmels Throne, gleicher GOtt von Ewigkeit mit dem Vater und dem Soh⸗ ne, der Betruͤbten Trost und Freud, der du in mir angezuͤndt, so viel ich an Glauben find, uͤber mir mit Gnaden walte, fer⸗ ner deine Gab erhalte. 7. Deine Huͤlfe zu mir sende, o du edler Herzens⸗ gast, und das gute Werk vollende, daß dů angefan⸗ Heilger Geist ins si Fuͤnklein auf, bis daß nach vollbrachtem Lauf ich den Auserwaͤhlten gleiche, und des Glaubens Ziel erreiche. 8. GOtt, groß uͤber alle Goͤtter, heilige Dreieinig⸗ keit, außer dir ist kein Er⸗ retter, tritt mir selbst her rechten Seit, wenn der Feind die Pfeil abdruckt, meine Schwachheit mir aufruͤckt, will mir allen Trost verschlingen und mich in Verzweiflung bringen. 9. Zeuch du mich aus seinen Stricken, die er mir geleget hat; laß ihm fehlen seine Tuͤcken, drauf er sin⸗ net fruͤh und spat. Gieb Kraft, daß ich allen Strauß ritterlich moͤg stehen aus, und so oͤfters ich muß kaͤmpfen, hilf mir meine Feinde daͤmpfen. 10. Reiche deinem Fut. chen Kinde, das auf mat⸗ ten Fuͤßen steht, deine Gna⸗ denhand geschwinde, bis die Angst voruͤbergeht; wie die Jugend gaͤngle mich/ daß der Feind nicht ruͤhme ich, er hab ein solch Herz gefaͤllet, das auf dich sein Hoffnung stellet. 1. Du bist meine Huͤlf im Leben, mein Fels, meine Zuversicht, dem ich Leib und Seel ergeben: GOtt, mein GOtt, verzieh doch nicht; eile, mir zu stehen bei, brich des Feindes Pfeil entzwei; laß ihn selbst zu⸗ ruͤcke prallen, und mit Schimyf zur Hdͤllen fallen. 12. Ich will alle meine gen hast. Blas das kleine Tage ruͤhmen deine starke Hand, Dom geistlichen Kampt. 417⁷ Hand, daß du meine Plag und Klage hast so herzlich abgewandt. Nicht nur in der Sterblichkeit soll dein Ruhm sein ausgebreit: ich wills auch hernach erwei⸗ sen, und dort ewiglich dich preisen. Johann Heermann. Mel. Ou, o schönes Welt⸗ gebände. 484. er das Klei⸗ nod will erlangen, der muß laufen, was er kann; wer die Krone will empfangen der muß u kaͤmpfen als ein Mann; dazu muß er sich in Zei⸗ ten auf das beste zube⸗ reiten, alles andern muͤßig gehn, was ihm kann im Wege stehn. 2. Herzens⸗JEsu, deine Guͤte stecht mür auch ein Kleinod fuͤr, das entzuͤckt mir mein Gemuͤthe durch den Ausbund seiner Zier; o wie glaͤnzt die schoͤne Krone von dem hohen Eh⸗ renthrone, die du in der Herrlichkeit deinen Strei⸗ 25 hast bereit! Mich verlangt von Inen Herzen auch nicht weit davon zu sein; ja ich ziele recht mit Schmerzen auf den freudenvollen Schein: doch das Laufen thut mir bange, und der Hampf wird mir zu lange; der geschmuͤckte Erdenwust nimmt mir oͤfters alle Lust. 4. Mein verderbter Ei⸗ enwilie hat bald dies, bald as zu thun; haͤlt im Lau⸗ en vielmal stille, und will dem Streite ruhn. Sa⸗ tan macht mich auch fafl muͤrbe, daß mir auch der Sieg verduͤrbe, wo mir deine treue Kraft nicht ge⸗ 2• Huͤlfe schafft. 5. Drum, mein IEsu, steh mir Armen in so gro⸗ ßer Schwachheit bei; laß dich meiner Noth erbar⸗ men/ mache mich von allem frei, was mir will mein Ziel verruͤcken; komm, mich selbst recht zuzuschicken; gieb mir Kraft und Freu⸗ und foͤrdre meinen Lauf Streit. 16. Es verlohnt sich wohl der Muͤhe, ob mirs gleich was sauer wird, wenn ich mich der Welt entziehe, die mich stets zuruͤcke kirrt: deine treue Gnadenkrone ist mir uͤbergnug zum Lohne; wirst du nur mein Bei⸗ stand sein, so ist sie in Kurzem mein. Joh. Mentzer. In eigener Melodie. 485. 0005. 5We. uͤberwindet/ ol Ium Holz genießen, das in dem Pa⸗ radiese GOttes gruͤnt; er soll von keinem Tod noch Elend wissen/ wenn er mir/ als dem HErrn des Lebens, dient. Ich will ihn laben mit Himmelsgaben, und er soll haben, was ewig tröstt. 2.(Seele.) O JIEsu, hilf du mir selbst uͤberwin⸗ den; ich kaͤmpfe zwar/ je⸗ doch mit wenig Macht; oft pflegt die Suͤnde mir den Arm zu binden, daß in 19— Streite fast das Herz 418 Vom geistlichen Kampt. Herz verschmacht. Du mußt mich leiten, selbst helfen streiten, und mich bereiten, wie dirs gefaͤllt. 3.(Christus.) Wer uͤber⸗ windet, dem soll nichts ge⸗ schehen vom andern Tode, der die Seele quaͤlt; er soll mein Angesicht vorm Thro⸗ ne sehen, wo das erwaͤhlte Heer mein Lob erzaͤhlt. Nach tapferm Ringen soll er mir singen, und Opfer bringen in Heiligkeit. 4.(Seele.) O JEsu, hilf du mir selbst uͤberwin⸗ den; mein Glaub ist oft⸗ mals schwach und wirket nicht. Schick einen Gna⸗ denstrahl, ihn zu entzuͤn⸗ den, vertreib die Finster⸗ niß durch helles Licht. Laß mich recht brennen, in Schranken rennen, und dich erkennen, o Siegesfuͤrst! 5.(Christus.) Wer uͤber⸗ windet, dem will ich zu essen vom Manna geben, das verborgen liegt. Sein Zeugniß bleibet auch gar nicht vergessen, ein neuer Name wird ihm beigefuͤgt, den der verstehet, wer ihn empfaͤhet, und wen erhoͤ⸗ het des Lammes Blut. 6.(Seele.) OIEsu, hilf du mir selbst uͤberwinden. Die Welt legt mir ihr fal⸗ sches Manna vor, darein verbirget sie das Gift der Suͤnden. Ach ziehe mich von ihr zu dir empor! Du wollst verjagen und nie⸗ derschlagen, die zu mir sa⸗ gen: Wo ist dein GOtt? 7.(Christus.) Wer uͤber⸗ windet, und haͤlt meine Werke bis an das Ende mit Bestaͤndigkeit, dem geb ich uͤber Heiden Macht und Staͤrke, daß er sie mit der eisern Ruthe weid, bis sie zerschmissen erkennen muͤs⸗ sen, daß all ihr Wissen vor mir nichts gilt. 8.(Seele.) OJEsu, hilf du mir selbst uͤberwinden. Gieb, daß mein Christen⸗ thum recht lauter sei. Laß sich nichts Heidnischs mehr an mir befinden. Ach ma⸗ che mich vom finstern We⸗ sen frei. Du mußt mich lehren mein Herz bekeh⸗ ren, und das zerstoͤren, was dich betruͤbt. 9.(Christus.) Wer uͤber⸗ windet, soll ganz weiß 20. kleidet im Buch des Le⸗ bens eingeschrieben sein, wo seinen Namen nichts vertilgt noch scheidet, den ich bekennen will, daß er ist mein. Vors Vaters Throne, bei dem ich woh⸗ ne, wird ihm die Krone des Heils geschenkt. 10.(Seele.) O IEsu, hilfe du mir selbst uͤber⸗ winden. Mein Kleid der Seelen ist noch schwarz befleckt; der Werke Un⸗ werth muß wie Rauch verschwinden, vor deinen Augen bleibt ja nichts ver⸗ deckt. Ach mach mich reine/ daß ich als deine im Buch erscheine, das ewig bleibt. 11.(Christus. Wer uͤberr windet, soll ein Pfeile⸗ bleiben im Tempel meines GOttes fruͤh und spat; ich will auf ihn den Na⸗ men GOttes schreiben/ 20. u⸗ Von geistlichen Kampt. 419 rusalems, das GOtt er⸗ waͤhlet hat. Mein Na⸗ menszeichen soll er errei⸗ chen, und nimmer weichen, noch von mir gehn. 12.(Seele.) O JEsu, hilf du mir selbst uͤberwin⸗ den. Wie leichtlich sinket doch mein Herz und Muth. Du kannst mich vollberei⸗ ten, staͤrken, gruͤnden, ach waffne mich zum Siege durch dein Blut. Du kannst den Schwachen gnug Kraͤf⸗ te machen, daß sie stets wachen und siegreich sind. 13.(Christus.) Wer uͤber⸗ windet, soll im Himmel sitzen auf meinem Stuhl, gleichwie ich uͤberwand. Ich mußt auch in der Welt am Kreuze schwitzen, nun sitz ich zu des Vaters rechten Hand. Hier soll sich laben an Himmels⸗ gaben, und Ruhe haben, wer recht gekaͤmpft. 14.(Seele.) O JEsu, hilf du mir selbst uͤber⸗ winden. Der Feinde Zahl ist groß, ach komm ge⸗ schwind; Welt, Teufel, Fleisch und Blut, sammt meinen Suͤnden sind mir zu starck. O HErr, erhör dein Kind. So soll dort oben mein Geist dich lo⸗ ben, wenn ich erhoben den Sieg erlangt. Amadeus Creuzberg. Mel. Kommt her zu mir, spricht EOttes Sohn. 486 o denk ich armer Mensch doch hin, wie komm ich doch auf diesen Sinn, daß ich zwar wider Willen, HErr, wider dich ohn alle Maaß vom bo⸗ sen Geist mein Herze laß mit Laͤsterung anfuͤllen? 2. Du hast mir ja von Kindheit an an Leib und Seel viel Guts gethan, und alle Gnad erwiesen; ist denn nun dies der Dank dafuͤr? Wirst du, mein GOtt, also von mir fuͤr deine Guͤt ge⸗ priesenꝰ? 3. Ach HErr, ich haͤt⸗ te wohl verdient, daß du mich als ein boͤses Kind alsbald zur Hoͤllen stießest, und mich da⸗ selbst bei hoͤchster Qual die GOtteslaͤstrung allzumal im Feuer buͤßen ließest. 4. Du aber lehre mich verstehn, daß solches laͤ⸗ sterliche Schmaͤhn vom boͤsen Geist herruͤhre, daß er durch solche Laͤsterung mich Armen in Verzwei⸗ felung und andre Laster fuͤhre. 5, Rett dein und meines Heilands Ehr, und laß den Teufel nun nicht mehr in meinem 9„ daf schmaͤhen. Ach gieh, daß ich dem Laͤstergeist, der mich dich nur verlaͤstern heißt, mög kraͤftig widerstehen! 5. Verleih, daß ich sch zu der Zeit, wenn ich der boͤse Geist nicht scheut, durch Laͤsterung zu toben, dich moͤg in meines Herzens Grund und aͤußerlich mit mei⸗ nem Mund mit hohem Ruhme loben. 7. Ach 4²⁰ Vom geistlichen Kampt. 7. Ach HErr, ich schreie noch zu dir: laß deinen uten Geist in nür mit seer Gnade bleiben. Ich raͤum ihm ganz mein Herze ein, das soll sein heilger Tempel sein, sein Wekk darin zu treiben. 8. Ach heilger Geist, komm, heile mich, daß Satan, der so laͤsterlich dich stets geschaͤndet, wei⸗ che. Ach bleih und wirke du in mir, daß alles, was ich nehme fuͤr, zu GOttes Lob gereiche. Joachim Bartholomäus Meyer. Mel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. 487. ohl dem⸗ der sich mit Fleiß bemuͤhet, daß er ein Streiter Christi sei; der nicht am Lasterseile iehet, von Hochmuth, eid und Wollust frei; der stets die arge Welt bekaͤmpft, und seinen eig⸗ nen Willen daͤmpft. „Der heißt allein nur Christi Streiter, wer ihm in allem folget nach; wem er soll sein Weg,/ Licht und Leiter, der traͤgt auch billig seine Schmach; wer nicht den Oelberg mit ihm steigt, wird Thabors Glanz auch nicht Helhist 3. Was hilfts, daß Christus hier empfangen, und unser Fleisch theil⸗ haftig ward, wenn wir nicht auch dazu gelangen, daß GOtt sich in uns offen⸗ bart? Und soll er in dich kehren ein, so mußt du erst Maria sein. 4. Was hilfts, daß Christus uns geboren, und uns die Kindschaft wie⸗ der bringt, wenn, da dies Recht schon laͤngst verloren, man hierzu nicht durch Buße dringt, als Kind im Geist sich neu gebiert, und stets ein gött⸗ lich Leben fuͤhrt? 5. Was hilft dem Men⸗ schen Christi Lehre, wer der Vernunft ein Sklave bleibt, nach eigner Weis⸗ heit, Wahn und Ehre sein Leben, Thun und Wan⸗ del treibt? Ein Christ, der die Verleugnung ehrt, folgt dem nur, was sein JEsus lehrt. 6. Was hilft uns Chri⸗ sti Thun und Leben, was Demuth, Lieb und Freund⸗ lichkeit, wenn wir dem Stolz und Haß ergeben, und scänden seine Heilig⸗ keit? Was hilfts, nur im Verdienst allein, und nicht im Glauben Christi sein? 7. Was hilft uns Christi Angst und Leiden, wenn man nicht will ins Leiden ehn? Nur nach der Pein sind suß die Freuden, und nach der Schmach steht Purpur schoͤn. Wer hier nicht seinen Adam kraͤnkt, wird Christi Kron auch nicht geschenkt.— 8. Was hilft uns Christi Tod und Sterben, wenn wir uns selbst nicht sterben ab? Du liebst dein Leben Hen Verderben, fuͤhrst du ie Lust nicht in sein——5 vVom süßen Troste SOttes. 421 Es bleibt dir Christi Tod ein Bild/ wenn du der Welt nicht sterben willt. 9. Was hilft sein Lösen und Befreien, wer mit der Welt im Bunde steht? Was hilft, HErr, HErr und Meister schreien, wer nicht aus Satans Banden geht? Wie denkt doch der, er ei versuͤhnt, wer noch der Welt und Suͤnden dient? 10. Was hilft dir Christi Auferstehen, bleibst du noch in dem Suͤndentod? Was hilft dir sein gen Himmel gehen, klebst du noch an der Erden Koth? Was hilft dir sein Triumph und Sieg, fuͤhrst du mit dir nicht selber Krieg? 11. Wohlan, so lebe, thu und leide, wie JIEsus dir ein Vorbild war. Such, daß dich seine Unschuld kleide, so bleibst du in der Streiter Schaar. Wer JE⸗ sum liebt/ tracht nur allein, ein Weltbestreiter stets zu sein. Jacob Gabriel Wolf. X. Vom süßen In eigener Melodie. 488. Al ar 7 meiner Seelen Freude, mein Reichthum/ wenn ich Man⸗ gel leide, mein Heil in meiner Suͤndenlast, mein Anker, wenn mein Schiff will wanken, mein Licht, wie kann ich dir verdan⸗ ken, daß du mich so gelie⸗ bet hast? 2. Ich armer Knecht, ich war verloren, und du/ mein HErr, du wirst ge⸗ boren, und giebst fuͤr mich dich in Gefahr; ich war dein Feind, du kommst gelaufen, mein Leben durch dein Blut zu kaufen, das anders nicht zu retten war. 3. O Treu, die nicht ist auszusinnen, was soll ich Armer doch beginnen, der dies nicht wohl begreifen kann? Doch wohl, ich hahe festen Glauben, den soll mir auch der Feind Troste GOttes. nicht rauben, und lief er noch so heftig an. 4. Ich weiß, daß GOtt mich hat erkoren, daß mich sein Geist hat neu gebo⸗ ren, daß mir sein Sohn ge⸗ storben ist; ich weiß, HErr, daß du bist mein Leben, daß du auch bist fuͤr mich gegeben, ja, daß du noch mein Helfer bist. 5. Schlaͤgt Moses seine Donnerflammen um mein verdammtes Haupt zu⸗ sammen: in dir, o IEsu, find ich Ruh; muß ich mit Suͤnd und Hoͤlle streiten, so lauf ich, HErr, auf deine Seiten, als meine staͤrkste Festung zu. 6. Und kommt auch gleich der Tod gesprungen, hat IEsus doch fuͤr mich ge⸗ rungen, und durch den Tod den Tod verjagt. Was darf mir vor dem Tode grauen, wenn ich durch ihn soll wirklich schauen, was mir mein IEsus zugesagt? NRun, 4²² Vom süßen Troste GOttes Tode nicht. 7. Nun, JEsu, laß mich an dir kleben, so bleibet dir mein ganzes Leben mit F stets verbundner Treu ver⸗ pflicht; denn wer sich hier mit dir verbindet, der lebt, obgleich sein Leben schwin⸗ det, und stirbet auch im Christian Knorr v. Rosenroth. Alel. Singen wir aus Herzensgrund. 489. Ar die Sonn, auf das Trau⸗ ren Freud und Wonn, auf die schwere bittre Pein stellt sich Trost und Labfal ein. Meine Seele, die zuvor sank bis zu dem Hoͤllen⸗ thor, steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Der, vor dem die Welt erschrickt, hat mir meinen Geist erquickt; seine hohe starke Hand reißt mich aus der Hoͤllen Band. Alle seine Lieb und Guͤt uͤber⸗ schwemmt mir mein Ge⸗ muͤth, und erfrischt mir mein Gebluͤt. 3. Hab ich vormals Angst gefuͤhlt, hat der Gram mein Herz zerwuͤhlt, hat der Kummer mich beschwert, hat der Satan mich be⸗ thoͤrt: ei, so bin ich nun⸗ mehr frei; Heil und Ret⸗ tung, Schutz und Treu steht mir wieder treulich bei. l. Nun erfahr ich, schnö⸗ der Feind, wie dus habst mit mir gemeint; du hast wahrlich mich mit Macht in dein Netz zu viel getraut, haͤttst du, eh ich zugeschaut, mir zum all ein Sieb gebaut. 5. Ich erkenne deine List, da du mit erfuͤllet bist; du beluͤgst mir meinen GOtt, und machst seinen Ruhm zu Spott; wenn er setzt, so wirfst du uͤm, wenn er spricht, verkehrt dein Grimm seine suͤße Vaterstimm. 6. Hoff und wart ich alles Guts, bin ich froh und gutes Muths: rückst du mir aus meinem Sinn alles gute Sinnen hin. GOtt ist, sprichst du, fern von dir alles ungluͤck bricht herfuͤr, steht und liegt vor deiner Thuͤr. 7. Heb dich weg, ver⸗ logner Mund. Hier ist GOtt und GOttes Grund; hier ist GOttes Angesicht und das schoͤne helle Licht seines Segens, seiner Gnad; all sein Wort und weiser Rath steht vor mir in vol⸗ ler That. 8. Gott laͤßt keinen traurig stehn, noch mit Schimpf zuruͤcke gehn, der sich ihm zu eigen schenkt, und ihn in sein Herze senkt. Wer auf GOtt sein Hoff⸗ nung setzt, sindet endlich und zuletzt, was ihm Leib und Seel ergoͤtzt. 9. Kommts nicht heute wie man will, sei man nur ein wenig still; ist doch morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit haͤlt ihren Schritt, wann die dacht. Haͤtt i kommt, kommt unsre Bitt und * Vom süßen Troste GOttes. 423 und die Freude reichlich mit. 10. Ach wie ofte dacht ich doch, da mir noch des Truͤbsals Joch auf dem Haupt und Halse lsaß, und das Leid mein Herze fraß: Nun ist keine Hoffnung mehr, auch kein Ruhen, bis ich kehr in das schwarze Todtenmeer. 11. Aber mein GOtt wandt es bald, heilt und hielt mich dergestalt, daß ich, was sein Arm gethan, nimmermehr gnug preisen kann. Da ich weder hier noch da eingen Weg zur Rettung sah, hatt ich seine Huͤlfe nah. 12. Als ich furchtsam und verzagt mich selbst und mein Herze plagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krank gemacht, als mir aller Muth entfiel, tratst du, mein Gott, selbst ins Spiel, gabst dem Unfall Maaß und Ziel. 13. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunderschein stets vor meinen Augen sein. Ich will all mein Leben⸗ lang meinem GOtt mit Lobgesang hiefuͤr bringen Lob und Dank. 14. Allen Jammer, al⸗ len Schmerz, den des ew⸗ en Vaters Herz mir schon etzo zugezaͤhlt oder kuͤnftig auserwaͤhlt, will ich hier in diesem Lauf meines Le⸗ hens allzuhauf frisch und freudig nehmen auf. 15. Ich will gehn in Angst und Noth, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hin⸗ ein, und doch allzeit froͤh⸗ lich sein. Wem der Staͤrk⸗ ste bei will stehn, wen der Hoͤchste will erhoͤhn, kann nicht ganz zu Grunde gehn. Paul Gerhard. Klel. Uun freut euch, lieben Christen gmein. 490 er HErr ist — mein ge⸗ treuer Hirt, haͤlt mich in seiner Hute; darum mir gar nicht mangeln wird irgends an einem Gute. Er giebt mir Weid ohn Unterlaß; darauf waͤchst das wohlschmeckend Gras seines heilsamen Wortes. 2. Zum reinen Wasser er mich weist, das mich er⸗ guicken thue, das ist sein fron heiliger Geist, der mich macht wohlgemuthe. Er fuͤhret mich auf rechter Straß in sein Geboten ohn Ablaß von wegen sei⸗ nes Namens. 3. Ob ich wandert im finstern Thal, fuͤrcht ich kein Ungeluͤcke in Verfol⸗ gung, Leiden, Truͤbsal, und dieser Welten Tuͤcke; denn du bist bei mir stetiglich, dein Stab und Stecken troͤsten mich, auf dein Wort ich mich lasse. 4. Du b'reitest vor mir einen Tisch vor Feinden allenthalben, machst mein Herz unverzagt und frisch; mein Haupt thust du mir salben mit deinem Geist, der Freuden Oel, und schen⸗ 424 Vom süßen T roste GOttes. schenkest voll ein meiner Seel deiner geistlichen Freuden. 5. Viel Gutes und Barm⸗ herzigkeit laufen mir nach im Leben, und ich werd bleiben allezeit im Haus des HErren eben, auf Erd in der christlichn Gemein, und nach dem Tode werd ich sein hei Christo, mei⸗ nem HErren. Wolfgang Meußlin. Mel. Es woll uns GOtt genädig sein. Der HErr ist mein Hirt. 491 er wahre „ GOtt und GOttes Sohn, der in der Suͤnder Orden getreten, und vorlaͤngsten schon mein Bruder ist geworden, und durch den hoͤchsten Liebes⸗ zug sich voͤllig dargegeben zum Lamm, das meine Suͤnde trug und sterbend ward mein Leben, der ist mein einger Hirte. Mir wird nichts man⸗ geln. 2. Drum wird kein Man⸗ el in der Noth sich jemals ei mir finden; bin ich ver⸗ wundet, schwach, ja todt, beschwert von Fluch und Sunden: ist er doch die Gerechtigkeit, dürch die ich wieder stille mein Herz in jedem Kampf und Streit/ und nehm aus seiner Fuͤlle Genade um Genade. Er weidet mich auf einer gruͤnen Aue. 3. Er weidet mich auf üben Au der himmels⸗ üßen Lehre, da schmeck ich GOttes Gnadenthau mit dem ich mich ernaͤhre als meines Hirten Eigen⸗ thum, der taͤglich mir dur⸗ reichet sein suͤßes Evange⸗ lium, dem Milch und Ho⸗ nig weichet, wenn GOtt die Seele speiset. Und fuͤhret mich zum frischen Wasser. 4. Wird mein Geist dur⸗ stig/ fuͤhet er mich zu frisch⸗ und stillen Fluͤssen, wo GOttes Lebensstroͤme sich in Fuͤlle recht ergießen; da schmeck ich meiner Taufe Kraft, die tausend Freude bringet, wenn meines Hir⸗ ten Blutessaft mir recht ins Herze dringet im Abend⸗ mahl und Worte. Er erquicket meine Seele. 5. Denn hier wird meine Seel erquickt, die sonsten muß vergehen, wenn sie, in GOttes Trost entzuͤckt, kann glaͤubig GOtt anse⸗ hen, wie sie in ihm und er in ihr veveinigt sei und bleibe, daß auch von sei⸗ ner Liebsbegier sie kein Geschoͤyf abtreibe, ja we⸗ der Tod noch Leben. Er fuͤhret mich auf rech⸗ ter Straßen. 6. Er fuͤhret mich auf rech⸗ ter Bahn, entfernt vom Pfad der Suͤnde, da nimmt mich GOtt in Buße an zu seinem Gnadenkinde, wenn meines Hirten Rei⸗ nigkeit mein unrein Herze decket, sein Geist auch taͤg⸗ lich mich fortleit, und von der Sünd abschrecket, er⸗ neurt seinem Bilde. Um seines Rames willen. 7. Um Vom süßen Troste GOttes. 4²⁵ 7. Um seines Namens willen thut er alle diese Gnade; bei mir ist kein Verdienst noch Gut, viel⸗ mehr Verlust und Scha⸗ de; der Nam ists, der aus Noth erloͤst, der Ja⸗ cob Schutz verleihet, der Nam, der auch den Mo⸗ ses troͤstt, und Israel er⸗ freuet, gepredigt von dem HErren. Und ob ich schon wand⸗ le im sinstern Thal, fuͤrcht ich doch kein Ungluͤck. 8. Und ob ich wandr im sinstern Thal der toͤdt⸗ lich schweren Schatten, da manche herbe Seelen⸗ qual mich Armen ganz ab⸗ matten: fuͤrcht ich gleich⸗ wohl kein Ungluͤck nicht, nichts, das mir koͤnnte schaden; nichts ist, das mir mein Herze bricht, nichts, das mich koͤnnt beladen mit ewger Angst und Sorgen. Denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab troͤsten mich. 9. Denn du, HErr, bist doch stets bei mir, verei⸗ nigt in der Liebe; was ist denn, daß mich irgend hier bestaͤndiglich betruͤbe? Dein Stab und Stecken troͤsten ja weit uͤber alles Leiden; kommt mir das Ungluͤck denn recht nah, weißt du mich wohl zu weiden mit Manna in der Wuͤsten. Du bereitest vor mir einen Tisch gegen mei⸗ ne Feinde. 10. Du hast bereitet ei⸗ nen Tisch voll himmels⸗ suͤßer Lehre: da werd ich recht gesund und frisch, und spott der Feinde Heere, die auf mich oͤf⸗ ters setzen zu, wenn Teu⸗ fel, Hoͤll und Suͤnde mir storen wollen meine Ruh, als die ich uͤberwinde bloß durch das Schwert des Geistes. Du salbest mein Haupt mit Oele. 11. Du salbest mir mein Haupt mit Oel des Gei⸗ stes deiner Liebe; das drin⸗ get ein in meine Seel, daß ich mich nicht betruͤbe, wenn Herzensangst und Kreuzespein zusammen auf mich schlagen, weil meines GOttes Trost und Schein mir lindern alle Plagen im Leben und im Sterben. Und schenkest mir voll ein. 12. Du schenkst den Kelch des Heils mir ein voll von Genad und Le⸗ ben, voll Lieblichkeit und Freudenwein, die deine Wunden geben. Wenn ich im Glauben trink hievon, macht mich voll Trost dein Quaͤlen; dein Blut⸗ schweiß, Angst, Schmach. Spott und Hohn giebt Herrlichkeit der Seelen, ja selbst dein Tod das Leben. Gutes und Barmher⸗ zigkeit werden mir fol⸗ gen mein Lebenlang. 13. Barmherzigkeit und Vaterhuld begleiten mich im Leben; sie rufet mich befreit von Schuld, pflanzt mi h 4²26 Vom süßen Troste G0Ottes. mich in dich zum Reben, der an dem Weinstock Fruͤchte traͤgt, lehrt mich das Abba beten; sie ist es, die mich sanfte schlaͤgt, von Suͤnden lehrt abtre⸗ ten, und troͤstet bis ansEnde. Und werde bleiben im Hause des HErrn im⸗ merdar. 14. In GOttes Hause werd ich nun stets blei⸗ ben ohne Ende, da werd ich frei von allem Thun und Muͤhe meiner Haͤnde, wenn Gott wird lassen schauen sich, und ich in Lieb entzuͤcket/ an seinen Wegen freuen mich, dem Elend ganz entruͤcket, in IEsu Schooß und Armen. Abraham Hinckelmann. In eigener Melodie. 492 Dich HErr eAJEsu Christ, mein Hort, habe ich ge⸗ treu gefunden; ich halt mich zu deinem Wort und u deinen theuren Wun⸗ en. Ich halt dich, halt du mich; halt du mich, mein Trost und Licht, ich will dich ja lassen nicht. 2. Ob mich gleich schon alls verlaͤßt, was mich kann und will verlassen, so haͤltst du doch bei mir fest. Trotz dem, der mich will anfas⸗ sen! Ich halt dich, halt du mich; halt du mich, mein Trost und Licht, ich will dich ja lassen nicht. 3. Du sinkst nimmer, meine Saͤul, wenn das Gluͤck zu Boden sinket; du bist meiner Seelen Heil, wer dich liebet, nicht er⸗ trinket. Ich halt dich, halt du mich; halt du mich, mein Trost und Licht, ich will dich ja lassen nicht. 4. Wenn ich ganz ent⸗ kraͤftet bin, so kannst du mich Schwachen halten, und bestaͤrken meinen Sinn; deine Lieb kann nicht erkal⸗ ten. Ich halt dich, halt du mich; halt du mich, mein Trost und Licht, ich will dich ja lassen nicht. 5. Wenn mein Herz mir endlich bricht in der letz⸗ ten Todesstunden, bist du meine Zuversicht, ich er⸗ greife deine Wunden. Ich halt dich, halt du mich; halt du mich, mein Trost und Licht, ich will dich ja lassen nicht. 6. Es mag Pben wie es woll im Tod, Leben, Kreuz und Leiden, nimmermehr, o JEsu, soll mich und dich hier etwas scheiden. Ich halt dich, halt du mich; halt du mich mein Trost und Licht, ich will dich ja lassen nicht. Johann Ludwig Winter. Mel. Auf, hinauf zu deiner Freude. 493.(Seele.) Di mein, du mein schoͤnstes Leben, JEsu voller Suͤßig⸗ keit sieh, ach sieh/ ich bin umgeben hier mit Leid⸗ Angst und Streit, hol mich zu dir; Herz und Sinn nach dir verlanget, weil mein Herz an deinem han⸗ get; ach komme schier. 2.(Chri⸗ vom süßen Troste GOttes. 4²⁰⁷ 2.(Christus.) Harre noch ein wenig/ harre, bald, gar bald stell ich mich ein; dich in die Geduld verscharre; leht, jetzt, will ich bei dir sein. Ich bin schon da. Mit dem Glaubeusaug mich schaue, und dem Wort der Wahrheit traue: Der Err ist nah. 3.(Seele,) Ja, ja ja, ich kann bald spuͤren in mir deine Gegenwart: dein Geist meinen pflegt zu ruͤh⸗ ren mit Begier zur Him⸗ melfahrt. Hinauf, hinein! Auf der Erd mag ich nicht bleiben, ich empfind ein stetes Treiben, bei GOtt zu sein. 4.(Christus.) Da, sieh da, nun kannst du sehen mich, den deine Seele liebt. Ei, komm, komm, und laß uns gehen an den Ort, der Wonne giebt; stell dich zur Ruh; hast du doch, was du willst haben, Gaben, die dich ewig laben, und mich dazu. 5.(Seele.) Wohl, sehr wohl bin ich vergnuͤget, Leid und Streit das hat ein End; so wie ichs ge⸗ wuͤnscht, sichs fuͤget, du bietst mir, ich dir die Haͤnd: du mein, ich dein; liebsler IEsu, meine Freude, in dir kann ich nach dem Leide recht froͤhlich sein. 6.(Christus.) O wie froh, o liebe Seele, bist du, nachdem du erblickt mich, den HErren, dessen Liebe dich so inniglich er⸗ quickt und tief entzuͤndt! Ewig, ewig will ich geben Friede, Freude, Licht und Leben dir, liebes Kind. Johann Caspar Schade. Mel. Mein JEsu, der du mich. 494. u wahres lamm/ GoOttes⸗ du Freund und Braͤutigam betruͤbter See⸗ len, wie lange soll denn sich so sehn⸗ und aͤngstig⸗ lich mein Herze quaͤlen? 2. Ach kuͤß, ach kuͤße mich, ach laß, ach laße dich doch gnaͤdigst finden! Wann wirst du doch mir noch das schwere Suͤndenjoch einst ganz entbinden? 3. Nach dir, nach dir zeuch mich, JEsu, so laufe ich in deinen Wegen, und halte mich nur still, wenn mich die Welt gleich will mit Spott belegen. 4. Du bist, du bist ja mein, mein Freund, und ich bin dein, laß dich doch sehen; mein Herze sehnet sich, weil du so jaͤmmer⸗ lich mich laͤssest gehen. 5. Mein Frennd, komm doch zu mir, ich sehne mich nach dir, du stehst verbor⸗ gen. Ach komm, befrei das Herz von Suͤnden⸗ Furcht und Schmerz und allen Sorgen. 6. Mein IEsu, starker Held, der du mich von der Welt zu Feisch unde sieh/ wie mich Fleisch und Blut, das, was ihm moͤglich, thut⸗ so oft betrogen. 7. Nimm du dich mei⸗ ner an, weil ich sonst nir⸗ gend kann vor GOtt 2 er 428 Vom süßen T roste GOttes. siehen. Gieb mir dein Un⸗ schuldskleid, so kann in Ewigkeit ich dann GOtt sehen. 8. Du sprichst: Kommt her zu mir, ich bin die rechte Thuͤr zum ewgen Leben; nehmt nur mein Joch auf euch, so werdet ühr im Reich des Vaters schweben. 9. Du kanmst in diese Welt, daß du, wie dirs ge⸗ faüt, das Leben gebest, und in der Glaͤubgen Herz ver⸗ treibest allen Schmerz un drinnen lebest. 10. Ich bin nicht mehr betruͤbt, weil du mich so eliebt, und deine Seele ar mich zum Losegeld giebst; drum fahr hin, o Weit, zur Abgrundshoͤhle. 11. O JEsu, du bi mein; ach komm, und brich herein mit deinem Tage/ der, wie er mir die Freud, der Welt bringt Traurig⸗ keit und stete Plage. 12. Ach machs/ ach machs nicht lang! sieh, wie den Christen bang, so lang zu stehen. Der Geist und Braut spricht: Komm, ja komm, HErr IEsu, komm daß wir dich sehen. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 495. Zrisch auf, mein Seel, in Noth vertrau allein auf GOtt, 2. Steckst du in Armuth sehr, oder in Krankheit schwer, und mußt auf allen Seiten bedraͤngt Verfol⸗ gung leiden, su thu nur fleißig beten, GOtt wird dich wohl erretten. 3. Hast du viel Herze⸗ leid in dieser boͤsen Zeit, und mußt dich lassen pla⸗ gen, sollst du drum nicht verzagen; wenn du wirst fleißig beten, wird dich GOtt wohl erretten. I. Bist du der Welt ein dSpott, und steckst in gro⸗ ßer Noth, von jedermann verlasfen: thu ein frisch so Herze fassen; wenn du wirst fseißig beten, wird dich GOtt wohl erretten. 5. Drum wer ein Christ will fein, der schick sich stUnur darein, und sei im Kreuz geduldig/ ch sich vor GOtt nür schuldig, der ihn aus allen Noͤthen gar wohl weiß zu erretten. 6. Denn es zu jeder Frist also beschaffen ist: wenn ein Kreuz nur auf⸗ hdret, bald ein anders ein⸗ kehret; drum mußt du flei⸗ hig beten zu GOtt in allen Noͤthen. 7. Weil außerhalb der Roth unser Gebet ist todt fo muß GOtt Truͤbsal sen⸗ den, daß wir uns zu ihm wenden, und allzeit fleißig beten, daß er uns troͤst in Noͤthen. 8. Ein Christ machs wie und laß denselben walten; er wird dich wohl erhal⸗ ten, und dich aus allen Noͤthen wohl wissen zu erretten. er will, so muß er leiden viel, wird faͤlschlich ange⸗ geben, man thut ihm wi⸗ derstreben; drum muß er flei⸗ am Een AOure fleißig beten, daß uns GOtt troͤst in Noͤthen. 9. Denn wer hier in Ge⸗ duld befiehlt GOtt sein Unschuld, der sie an Tag kann bringen, dem wirds endlich gelingen, wenn er in seinen Noͤthen nur stets thut fleißig beten. 10. Und weil Truͤbsal und Noth der Christen taͤglich Brod, Herzleid in allen Staͤnden, wo man sich thut hinwenden, so muß man fleißig beten, daß uns GOtt troͤst in Noͤ⸗ then. 11. Darum, o frommer Christ, der GOtt ergeben bist, laß dir vorm Kreuz nicht grauen; thu auf den HErren bauen, der dich aus allen Noͤthen wird wissen zu erretten. 12. Wandle auf GOt⸗ tes Weg, zum Guten sei nicht traͤg; fahr fort, leid dich geduldig, ob du bist gleich unschuldig; und bet herzlich in Noͤthen, GOtt wird dich wohl erretten. 13, Und obs hier nicht geschicht, sollst du verza⸗ gen nicht: es wird nach den Beschwerden im Him⸗ mel besser werden, da uns GOtt wird erretten aus allen unsern Noͤthen. 14. Da denn all unser Leid sich kehren soll in Freud, und wir werden zusammen yreisen des HEr⸗ ren Namen, befreit von allen Nothen vor GOttes Antlitz treten. Josua Stegmann. Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 496 Fiich auf, ö— mein Seel, verzage nicht, GOtt will sich dein erbarmen. Rath, Huͤlf wird er dir theilen mit, er ist der Schutz der Armen. Obs oft geht hart/ im Rosengart kann man nicht allzeit sitzen. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut, den will er ewig schuͤtzen. 2. Dies hat Joseph, der fromme Mann, sehr oft und viel erfahren. Von David, Job man lesen kann, wie sie in Unfall waren; noch hat sie GOtt in ihrer Noth genaͤdiglich behuͤtet, denn wer GOtt traut, hat wohl gebaut, wenn noch der Feind so wuͤthet. 3. Trotz sei dem Teufel und der Welt, von GOtt mich abzufuͤhren! Auf ihn mein Hoffnung ist gestellt, sein Gutthat thu ich spuͤ⸗ ren. Denn er mir hat Gnad, Huͤlf und Rath in seinem Sohn verheißen. Wer ihm vertraut, hat wohl gebaut, wer will mich anders weisen? 4. Wenn boͤse Leut schon spotten mein, mich ganz und gar verachten, als sollt GOtt nicht mein Helfer sein, dennoch will ichs nicht achten. Der Schutzherr mein ist GOtt allein; dem hab ich mich ergeben; dem ich vertrau, fest auf ihn bau, der kann mich noch 23. 95 43⁰ vom süßen Troste GOttes. 5. Ob sichs bisweilen schon anließ, als wollt mich Gott nicht schuͤtzen, und haͤtt die Welt mein Ueber⸗ druß, wollt mir dazu auch trutzen, so weiß ich doch, er wird mich noch zu sei⸗ ner Zeit nicht lassen. Wer GOtt vertraut, hat wohl gebaut; wie koͤnnt er mich denn hassen? 6. Drum freu dich, mei⸗ ne liede Seel, es soll kein Noth nicht haben; Welt, Sünd, Tod, Teufel und die Hoöll soll dir ewig nicht schaden. Denn Gottes Sohn, der Gnadenthron, hat sie all uͤberwunden. Auf Gott vertrau fest auf ihn bau, der hilft zu allen Stunden. 7. Der keinen er ver⸗ lassen hat, die nach seinm Willen leben, um Gna und traure nicht, dein JE⸗ sus lebt, er lebet; sein Aug hat er zu dir gericht, sein Fittig ob dir schwebet. Er ist dein Heil, dein Trost und Theil, wie kannst du doch nun trauren? Der treue Hort in seinem Wort verspricht sich selbst zur Mauren. 2. Ohn ist es nicht, es kranket zwar, wo so viel Suͤnd begangen, und ist es leider allzuwahr, daß wir in Suͤnd empfangen; doch sieh darauf, da in der Tauf dir solche sind geschenket, und dir zu gut durch Christi Blut gar tief ins Meer gesenket. 3. Ja, sprichst du, wenn ich nicht aufs neu den Taufbund uͤbertreten. Was du versehen hast, bereu, d und dann GOtt abgebe⸗ und ten. Fall nur zu Fuß/ thue Buß: er wird dich gern aufnehmen, wenn es kein Scherz, und sich dein Herz des Bosen recht will chaͤmen. 4. Wenn es dich schmerzt, was du gethan, es nim⸗ mer zu begehen, aufs neue GOtt gelobest an, vergiebt er, was geschehen: weil IEsus Christ der Mittler ist fuͤr die, so an ihn glau⸗ ben: doch siehe zu/ es nicht mehr thu, kannst dich der Gnad berauben. 5. Glaub fest an JIEsum, GSttes Sohn, daß durch sein Tod und Leiden, durch seine Wunden, Spott und Hohn nunmehr auf GOttes Seiten Gerech- tig⸗ dülf suchen fruͤh und spat, ich ihm gaͤnzlich ergeben. Glaub, Lieb, Geduld bringt GOttes Huld, dazu ein gut Gewissen. Wer GOtt vertraut, fest darauf baut der solls ewig genießen. 8. Wer aber Huͤlf bei Menschen sucht, und nicht bei GOtt dem HErren, derselb ist gottlos und verflucht, kommt nimmer⸗ mehr zu Ehren. Denn GOtt allein will Helfer sein, in IEsu Christi Na⸗ men. Wer solches glaubt, und GOtt vertraut, soll selig werden. Amen. Caspar Schmucker. Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. Fise auf, 497. mein Seel, — Vom süßen Troste GOttes. 431 tigkeit, Gnad, Heil bereit, die Suͤnde dir erlassen. Du bist gerecht, wo du ihn schlecht im Glauben weißt zu fassen. 6. Fuͤhlst du den Glau⸗ ben nicht so groß, wie du wohl moͤchtst begehren: ergieb dich GOttes Wil⸗ len bloß, ob er dir woll gewaͤhren die Bitt, und frau, daß er genau dein Seufzen hoͤr und kenne; halt dich ans Wort, bet immerfort, der Huͤlf nicht Zeit benenne. 7. Imgleichen, wenn die Liebe schwach, die Hoff⸗ nung will verschwinden, und heißt: Daß doch der Freuden ach kein Fuͤhlen und Empfinden! sei in Gott still, sag: HErr, dein Will gescheh zu allen Zeiten; das Best wird sein, ich geb mich drein, wie dus schickst, will ichs leiden. 8. Auch wenn dos Fleisch selbst dich anficht, die Suͤn⸗ denluͤste reizen, der Satan dich im Siebe sicht, arg⸗ listig, wie den Weizen, die Welt bald lacht, bald haßt, veracht, es scheint, GOtt woll nicht hoͤren, ja hast wohl schwach zur boͤsen Sach gar lassen dich bethoͤren: 9. Lauf I alen d und mit Eil in allen diesen Dingen zu IEsu Christo, daß er heil, was scheine: 0 mißlingen, daß er was chwach an dir stark mach, und seinen Geist dir ge⸗ be, der in dir bleib, zum Guten treib, dem Boͤsen widerstrebe. 10. Gewiß, es ist kein Noth so schwer, so bitter ist kein Leiden, es druͤck das Kreuz auch noch so sehr, Schmerz sei auf al⸗ len Seiten, der Muth ent⸗ steh, der Leib vergeh: dar⸗ um doch nicht verzaget. GOtt lebet noch, sitzt nicht zu hoch; nur frisch auf ihn gewaget. 11. Wohl, wohl und ewig, ewig wohl, wer steif auf GOtt vertrauet! es gehe, wie es moͤg und foll, er hat sehr fest gebauet; wenn bricht die Welt, der Himmel faͤllt, sein Glaub wird doch nicht fallen; das Wahrheitwort steht fort und fort: GOtt hilft den Seinen allen. 12. Und sollt es auch der Tod gleich sein, so gieb dich doch zufrieden; stell, liebe Seel, das Trauern ein, du bleibest ungeschieden bei dem, der ist dein JE⸗ sus Christ; im Tod ist Er dein Leben. Was willst du mehr? O freu dich sehr; bedenk, was dir gegeben! Joh. Casp. Schade. Mel. Hreu dich sehr, o meine Seele. 498 eht, ihr trau⸗ rigen Ge⸗ danken, die ihr mir mein Herz beschwert, flieht aus meiner Sinnen Schran⸗ ken, daß ihr nimmer wie⸗ derkehrt. Weg mit der Melancholei, ich will leben froh und frei. JIEsus wird nach seinem Willen mein betruͤbtes Herze stillen. 2. Was 43² Vom süssen Troste GOttes. 2. Was soll ich mich selber kraͤnken, da mich doch mein IEsus liebt? Ich will stets daran ge⸗ denken; Satan, du magst sein betruͤbt; du bist nicht wie ich getauft, du bist nicht wie ich erkauft; dir ist Christus nicht gestorben, dir ist nichts wie mir er⸗ worben. 3. Wenn ich sonst gleich alle Schaͤtze, alles Gold und Geid der Welt gegen diese Ehre setze, gegen die⸗ ses Lͤsegeld, waͤr mir alle Ehr und Lust in der gan⸗ zen Welt bewußt: ei, sie wuͤrde mich nicht laben, wenn ich IEsum nicht sollt haben. 4. Nun wohlan, er ist mir geben, daß ich mich sein freuen kann; Leiden, Tod, Verdienst und Leben/ alles, was er hat gethan, er und was er hat, ist mein, und ich bin auch wieder sein; Teufel, Hoͤlle, Tod und Suͤnden kann ich durch ihn uͤberwinden. 5. Es ist wahr, ich bin ein Suͤnder; aber meines ICEsu Blut treibt der Suͤnden Zahl dahinter, und macht mich gerecht und gut. Das gerechte GOtteslamm mußte mich am Kreuzesstamm durch sein heiliges Verdienen bei dem hoͤchsten Gott ver⸗ uͤhnen. 6. Es ist wahr, ich muß auch sterben, und durch Todesthaͤler gehn; aber ich joll nicht verderben, ich soll wieder auferstehn; JE⸗ sus hat des Todes Macht durch sein Sterben um⸗ gebracht, daß er mir ein Durchgang worden zu der Himmelsbuͤrger Orden. 7. Es ist wahr, der Sa⸗ tan schrecket und ist uͤber mich bemuͤht, daß er angi und Furcht erwecket, die in mir zusammen zieht; aber ich gedenk daran, JE⸗ sus ist der starke Mann, der den Teufel hat geschla⸗ gen, und die Hoͤlle Schau getragen. 8. IEsus hat durchaus gestuͤrmet die verdammte Finsterniß; er beschuͤtzt noch und beschirmet seine Glaͤubigen gewiß. Fuͤrchte dich nur nicht, mein Sinn, schlage die Gedanken hin; IEsus wird dich wohl er⸗ halten, laß ihn nur gedul⸗ dig walten. 9. IEsu, meiner See⸗ len Freude, gieb mir dei⸗ nen Freudengeist, der mein muͤdes Herze weide, wie dein heilsam Wort verheißt. Ach mein Hort, benimm mir doch dieses schwere Trauerjoch; laß mich sein in dir zufrieden, und zu keiner Zeit geschieden. 10. Gieb, daß ich, in dir erfreuet, ein geruhigs Herze hab, welches, durch dich ganz verneuet, sich an dir ergoͤtz und lab; sei du mei⸗ ner Seele Hort, und laß durch dein heilig Wort dei⸗ nen Geist mich wohl er⸗ guicken, und darinnen dich erblicken. 11. Laß mich Ungeduld vermeiden, die auwefi Vom süßen Troste GOttes. 433 sich erregt; laß mich dir zu Ehren leiden, was du mir hast auferlegt; laß mich zwingen Fleisch und Blut, und erheben meinen Muth; laß mich dein doch sein und bleiben, und von dir mich nichts abtreiben. 12. JEsu, laß mich ja nicht fallen, halte mich in deiner Hand; laß bestaͤn⸗ dig mich in allen an dir bleiben unverwandt. Laß mich alle Angst und Noth, alle Furcht, ja selbst den Tod durch dich troͤsllich uͤberwinden, und des Glau⸗ bens Ende finden. Johann Gottfried Olearius. Mel. Uun freut euch, lieben Christen gmein. 499 Err, deine Treue ist so dern daß wir uns wun⸗ ern muͤssen; wir liegen vor dir arm und bloß zu deinen Gnadenfuͤßen. Die Bosheit waͤhret immer⸗ fort, und du bleihst doch der treue Hort, und willst uns nicht verderben. 2. Die Suͤnde nimmet uͤberhand, du siehest selbst die Schmerzen; die Wun⸗ den sind dir wohl bekannt der sehr verstockten Her⸗ zenz die Schulden nehmen taͤglich zu, es haben weder Rast noch Rub, die dir den Ruͤcken kehren. 3. Dein Auge stehet wi⸗ der die, so deine Wege fehlen, und in dem gan⸗ zen Leben hie den krum⸗ men Weg erwaͤhlen, und suchen in dem Suͤnden⸗ wust zu buͤßen ihres Flei⸗ sches Lust nach dem ver⸗ derbten Willen. 4. Die Kregtur entsez⸗ zet sich, und seufzet, frei zu werden; sie wartet und thut aͤngstiglich; der Him⸗ mel und die Erden, die deiner Finger Werke sind, und was sich in densel⸗ ben findt, beweinen solch Verderben. 5. Wir hoffen dennoch fest zu dir, du werdest uns erhͤren; wir flehen, o GOtt, fuͤr und fuͤr, du wol⸗ lest doch bekehren die suͤn⸗ denvolle blinde Welt, die sich fuͤr so gluͤckselig haͤlt, da sie zur Hoͤllen eilet. 6. Erbarme dich, o treuer GoOtt, der du die Welt geliebet, die Welt, die ganz in Suͤnden todt, in Irrthum dich betruͤbet; gieb deinem werthen Worte Kraft, daß es in solcher Herzen haft, die hart sind wie die Felsen. 7. Laß doch die Welt erkennen noch mit ihren blinden Kindern, wie sanft und angenehm dein Joch sei denen armen Suͤndern, so fuͤhlen ihre Suͤndenschuld und wenden sich zu deiner Huld und deines Sohnes Wunden. 8. Die Heerde, die du hast erwaͤhlt, die setze du zum Segen; und schenke, was ihr annoch fehlt, zu ehn auf rechten Wegen. Laß deine Treue, Aug und Hand sein deinen Gliedern wohl bekannt/ die deiner Guͤte trauen. 19 9. Ein. 43⁴ Vom süßen Troste SOttes. 9. Ein Vater und ein Hirte meint es treulich mit den Seinen; du bist noch mehr als beide seind, du kannsts nicht boͤse mei⸗ nen; drum trauen wir allein auf dich: ach leite du uns vaͤterlich nach dei⸗ nem Rath und Willen. 10. Hier sind wir deine Reben schon, und freuen uns daneben, daß du uns die Genadenkron nun⸗ mehro bald wirst geben; wir hoffen hald dein An⸗ gesicht zu sehen dort in jenem Licht, da uns das Lamm wird weiden. Johann Weydenhein. Mel. JEsu, meine Freude. 500. Jehit ich oft betruͤbe hier in die⸗ ser Welt, dir dankt mein Gemuͤthe wegen deiner Guͤte, die mich noch er⸗ haͤlt, die mir oft gar un⸗ verhofft hat geholfen in dem Klagen, Noth, Leid, Angst und Zagen. 2. Nun ich will dran denken, wenn ich werd in Kraͤnken und in Aengsten sein; wo ich werde ste⸗ hen, wo ich werde gehen, will ich denken dein; ich will dir, Heil, fuͤr und fuͤr dankbar sein in mei⸗ nem Herzen, denken dieser Schmerzen. 3. Ich bat dich mit Thraͤ⸗ nen, mit Leid, Angst und Sehnen; mein Aug und Gesicht hub ich auf und schriee, neigte meine Kniee, stand auch aufgericht; ich ging hin und her; mein Sinn war bekuͤmmert und voll Sorgen durch die Nacht an Morgen. 4. Ich, als ich nicht sahe, daß du mir so nahe, sprach zu dir im Sinn: Ich kann nicht mehr beten/ komm, mein Heil, getreten, sonst sink ich dahin; ja ich sink. Ei, sprach dein Wink, halt, meinst du, daß ich nicht lebe, noch fort um dich schwebe? 5. Ich war noch im Glauben, den mir doch zu rauben Satan war bemuͤht/ der die armen Seelen in der Leibes⸗Hoͤhlen vielmals nach sich zieht. Ich sprach doch: Ich glaube noch; glaubt ich nicht, nicht wollt ich beten, noch vor dich hintreten. 6. HErr, wer zu dir schreiet, seine Suͤnd an⸗ speiet, ruft dich herzlich an aus getreuem Herzen, dessen große Schmerzen wirst du, HErr, alsdann/ wenn er fest glaͤubt, dich nicht laͤßt, als die deinen selbst empfinden, tilgen seine Suͤnden. 7. Drum, o meine Lie⸗ be, die ich oft betruͤbe hier in dieser Welt, dir dankt mein Gemuͤthe wegen dei⸗ ner Guͤte, die mich noch erhaͤlt, die mir oft gar unverhofft hat geholfen in dem Klagen, Noth, Leid, Angst und Zagen. Mel. Vom süßen Troste GOttes. 43⁵ Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 501 st Ephraim nicht meine Kron und meines Herzens Wonne, mein trautes Kind/ mein theurer Sohn, mein Stern und meine Sonne, mein Augenlust, mein edle Blum, mein auserwaͤhltes Eigenthum und meiner Seelen Freude? 2. Ich hoͤre seines Seuf⸗ zens Stimm und hochbe— truͤbtes Klagen: Mein GOtt hat mich, spricht Ephraim, gestraft und wohl geschlagen; er sucht mich heim mit harter Zucht: das ist mein Lohn, das ist die Frucht und Nutzen meiner Suͤnden. 3. Hoͤr alle Welt, ich bin getreu, und halte mein Versprechen; was ich ge⸗ redt, da bleibt es bei, mein Wort werd ich nicht bre⸗ chen. Das soll mein E⸗ phraim gar bald erfahren, und mich dergestalt recht aus dem Grund erkennen. 4. Ich denk noch wohl an meinen Eid, den ich ge⸗ schworen habe, da ich aus lauter Guͤtigkeit mich ihm zu eigen gabe. Ich sprach: Du hast mein Herz erfuͤllt mit deiner Lieb, ich bin dein Schild, und wills auch ewig bleiben. 5. Ich will mit meiner starken Hand dich als ein Vater fuͤhren; dich selbst will ich und auch dein Land aufs schoͤnst und beste zieren; und wirst du mir gehorsam sein, so soll dich meines Segens Schein ohn alles End erfreuen. 6. Wo du dich aber boͤ⸗ sen Rath wirst von mir wenden lassen, so will ich deine Missethat heimsuchen, doch mit Maaßen; und wenn du wiederkehrst zu mir, so will ich wieder auch zu dir mich mit Er⸗ barmen kehren. 7. Nun kehrt zu mir mein Ephraim, sucht Gnad in meinen Armen; drum bricht mein Herze gegen ihn, und muß mich sein erbarmen. Der Unmuth faͤllt mir mit Gewalt, mein Eingeweide hitzt und wallt in treuer Lieb und Gnade. 8. Kommt, alle Suͤnder/ kommt zu mir, bereuet eure Suͤnden, und suchet Gnad an meiner Thuͤr, ihr sollt sie reichlich sinden. Wer sich mit Eyhraim be⸗ kehrt, wird auch mit E⸗ phraim erhoͤrt, und hier und dort getroͤstet. Panl Gerhard. Mel. GOtt des Him⸗ mels und der Erden. 502 ehre wieder, meine See⸗ le/ was bet ruͤbst und graͤmst du dich? Fleuch die Qual⸗ und Kummerhbhle, und schau redlich uͤver dich; ei gedenk, gedenke doch: GOtt, dein Vater, lebet noch. 2. Liegt das Kreuz auf deinem Ruͤcken, will die Angst⸗ vermengte Pein deine Hoffnung nieder⸗ 19* druͤk⸗ 436 Vom süßen Troste GOttes. druͤcken, laß Geduld dein Labsal sein; traͤgst du gleich ein schweres Joch: GOtt, dein Helfer, lehet noch. 3. Denkt der Satan dich zu faͤllen, und will sein verdammtes Heer dei⸗ ner Seligkeit nachstellen, ei so fuͤrchte dich nicht sehr; er gehoͤrt ins Hoͤllen⸗ loch: GOtt, dein Troͤster, lebet noch. 4. Bist du arm und ganz verlassen, ist doch GOtt dein hoͤchstes Gut; ob dich gleich die Menschen has⸗ sen, haͤlt dich GOtt in sei⸗ ner Hut; wohl mir, wenn ich sag und poch: GoOtt/ mein Huͤter, lebet noch. 5. Laß es hageln, laß es wittern, laß die Welt voll Teufel sein, laß die Erde sich erschuͤttern, du bist GOttes, er ist dein; schwebt das Kreuze noch so hoch: GOtt, dein Schir⸗ mer, lebet noch. 6. Kehre wieder, meine Seele, was hetruͤbst und gudlst du dich? Wenn ich GOtt die Noth befehle, kann ich trotzen festiglich'; duld ich viel, so sag ich doch: GOtt, mein Leben, lebet noch. Ehristian Junter. In eigener Melodit oder: Herzlich thut mich verlangen. 503 Kesze hat Gott ver⸗ lassen, der ihm vertraut allzeit, und ob ihn gleich viel hassen, geschieht ihm doch kein Leid. Gott will allzeit beschuͤtzen, die thun nach seinem Wort, und ge⸗ ben was ihn'n nuͤtzet, hier zeitlich und auch dort. 2. Allein ichs GOtt heimstelle, er machs, wies ihm gefaͤllt, zu Nutz meinr armen Seele. In dieser argen Welt ist doch nur Kreuz und Leiden, und muß auch also sein; denn die zeitliche Freude bringt uns die ewge Pein. 3. Treulich will ich GOtt bitten, und nehmen zum Beistand in allen meinen Noͤthen, ihm bessr als mir bekannt. Um Gduld will ich stets bitten in allm Anliegen mein; er wird mich wohl behuͤten, und mein Nothhelfer sein. 4. Alls Gluͤck und Un⸗ geluͤcke das koömmt allein von GOtt; ich weiche nicht zuruͤcke, und steh in mei⸗ ner Noth. Wie kann er mich denn hassen, der treu Nothhelfer mein? Ja,/ wenn die Noth am groͤß⸗ ten, so will er bei mir sein. 5. Reichthum und alle Schaͤtze, was sonst der Welt gefaͤllt, drauf ich mein Sinn nicht setze, das bleibet in der Welt. Ein Schatz hab ich im Himmel, der JEsus Chri⸗ stus heißt, ist uͤber alle Schaͤtze, schenkt uns den heilgen Geist. 6. Ihn hab ich einge⸗ schlossen in meines Her⸗ zens Schrein; sein Blut hat er vergossen fuͤr mich arms Wuͤrmelein, mich danüt zu erloͤsen von ew⸗ ger Angst und Pein. Wie konnt Vom süßen Troste GOttes. 437 könnt auf dieser Erden F groͤßre Liebe sein. 7. Run sollt ich mich er⸗ zeigen dankbar fuͤr solche Gnad: ich geb mich GOtt zu eigen mit allem, was ich hab. Wie ers mit mir will machen, sei ihm alls heim⸗ F gestellt; ich bfehl ihm all mein Sachen, er machs, wies ihm gefaͤllt. 8. Amen! nun will ich schließen dies schlechte Lie⸗ delein. HErr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Erben sein. So hab ich alls auf Erden, was mich erfreuet schon; im Himmel soll mir werden die ewge Gnadenkron. Andreas Keßler. Mel. HeErr JEsu, ew⸗ ges Licht. 50 4 ebt jemand so wie ich, so lebt er seliglich; was ich sucht alle Stunden, hab ich nun eins gefunden; ich bin der Sorgen los, und s⸗ in„JEsu Schooß. Ich aß das Thraͤnen⸗ 10 und graͤmte mich schier todt; ich ließ das Weltgeluͤmmel, und hatt hinauf gen Himmel mein Herz und Sinn gericht; allein ich fand ihn nicht. 3. Die Welt drang auf mich zu, versprach mir suͤ⸗ ße Ruh, die Wollust uͤld⸗ ne Zeiten, die Hoffahrt Herrlichkeiten, die Augen⸗ lust viel Gut, zu lenken meinen Muth. 4. Fahr, Welt, fahr im⸗ mer hin, sprach ich in mei⸗ nem Sinn; Lieblichkeiten mit den Zeiten; bei dir ist kein Gewinn: fahr, Welt, fahr immer hin! 5. Kaum war dies Wort gedacht, da mirs schon Freude bracht; er gab sich zu genießen mit tau⸗ send Liebeskuͤssen, den meine Seele liebt, der mich vorhin betruͤbt. 6. Halt ein, du Thraͤ⸗ nenbach, du herzerzwung⸗ nes Ach; jetzt kommt nach bitterm eiden mit vielen suͤßen Freuden JE⸗ sus, der liebste Freund, den meine Seele meint. 7. Mein Seufzen ist erhoͤrt, mein Weinen ist gekehrt in Lachen, mein Betruͤben in suß er⸗ wuͤnschtes Lieben; der Himmel troͤpfelt ab die 3 0 Seelengab. 8. Was mir bracht bit⸗ tre Pein muß jetzo suͤße sein: je bittrer im Betruͤ⸗ ben, je suͤßer in dem Lie⸗ ben: verwandelt mir die Zeit in voͤllig Ewigkeit. Dies quaͤlet mich annoch, daß ich vom Le⸗ bensjoch nicht kann erloͤ⸗ set werden; ach reiß mich denn deine verbluͤhen von der Erden, daß ich in Ewigkel genieße dieser 6940 Ich bin des Lebens . von vielem Kreuze matt; die Erde macht mir bange. Mein IJEsu, wie so ange? Ach nimm mich aus der Welt ins guͤldne Himmelszelt! Heinrich e kI. 438 vom füßen Troste GOttes. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. eine Sor⸗ 505. M gen/ Angst und Plagen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der HErr alleine kennt, wird/ GOtt Lob, nicht ewig sein; nach dem Regen wird ein Schein vieler tausend Sonnen⸗ blicke meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich gesaͤet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen abgemaͤhet, so traͤgt man die Frucht zu Haus; wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Him⸗ mel wieder frei, nach dem Kaͤmpfen, nach dem Strei⸗ ten kommen die Erquik⸗ kungszeiten. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, muß man leiden in der Still, daß uns auch die Dornen ste⸗ chen; es geht alles, wie GOtt will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; will man hier das Klei⸗ nod finden, so muß man 914 unser 8 1 uu Unser geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist besetzt; hier muß man sich nicht ent⸗ fernen, ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin sander Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Him⸗ mels Klarheit sehn, aus viel Truͤbsal hergekommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron, und mit Palmen ausgezieret, weil sie gluͤcklich triumphieret. 6. GOttes Ordnung ste⸗ het feste, und bleibt aun unverruͤckt; seine Freun und Hochzeitsgaͤste wer⸗ den nach dem Streit be⸗ gluͤckt. Israel erhaͤlt den Sieg nach gefuͤhrtem Kampf und Krieg; Ka⸗ naan wird nicht gefunden, wo man nicht hat uͤber⸗ wunden. 7. Darum trage deine Ketten, meine Seel, und dulde dich; GOtt wird dich gewiß erretten, das Gewitter leget sich; nach dem Blitz und Donner⸗ schlag folgt ein angeneh⸗ mer Tag, auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. In eigener Melodie. 506. Maaltu ein, es wird so tief nicht sein; das ro⸗ the Meer wird dir schon Platz vergoͤnnen. Was wimmerst du? Sollt der nicht helfen koͤnnen, der nach dem Blitz giebt hei⸗ tern Sonnenschein? Nur frisch hinein! 2. Betruͤbter Christ, der du in Schwermuth bist, ermuntre dich und deine bloͤden Sinnen; das schwe⸗ re Vom süßen Troste GOttes. 439 re Kreuz wird doch einmal lerrinnen, gleich einem Fluß, der dir zum Beispiel ist, betruͤbter Christ. 3. Der Himmelsheld hat einen Weg bestellt, den niemand weiß. Eh sein Volk sollte sinken, muß selbst das Meer auf dieses Helden Winken zur Mauer sein; er herrscht im Flu⸗ tenfeld, der Himmelsheld. 4. Die Tapferkeit ist je⸗ derzeit bereit, durch Kreuz und Schmach und durch die krausen Wellen zu drin⸗ gen durch: kein Sturm⸗ wind kann sie faͤllen; sie haͤlt uns fest in steter Si⸗ cherheit, die Tapferkeit. 5. Ein Kriegesmann muß tapfer halten an; es steht nicht wohl, wenn Krieger wollen flehen, weil sie das End des Krieges nicht ersehen. Ein Christ ist auch, der tapfer kaͤmpfen kann, ein Kriegesmann. 6. Es hoͤret auf ein Ding/ sobald sein Lauf zum Ende laͤuft. Was einmal an⸗ gefangen, das nimmt ein End. Der HErr ist vor⸗ gegangen, du folge nach/ und tritt nur tapfer drauf, es hoͤret auf. 7. Des Kreuzes Pein wird ja nicht ewig sein: es ist ein Kelch, der seinen Boden zeiget; man sieht den Grund, wenn alles ausgeneiget. Drum bilde dir wie lühen Nektar ein des Kreuzes Pein. 8. Die Centnernoth zer⸗ bricht der kalte Tod. Hin⸗ durch, hindurch! und folge deinem Fuͤhrer; dein JE⸗ sus ist der Erd⸗ und Meer⸗ regierer, der watet durch, und tritt fuͤr dich in Koth die Centnernoth. 9. Er ist der Hirt, der dich nicht lassen wird: er wird sein Schaf auf sei⸗ nen Achseln tragen; es wartet schon auf dich der Engelwagen zum sichern Schutz; und ob du dich verirrt, er ist der Hirt. 10. Auf, schwacher Sin, wirf allen Kummer hin, und schicke dich, die Tiefe durchzuwaten. Kommt schon ein Sturm, dein IEsus wird dir rathen, und helfen aus; der Tod ist dein Gewinn. Auf, schwacher Sinn! 11. Der Christenstand ist hier also bewandt: es muß ein Kreuz das andre Kreuz verjagen; so ging es dem, der unser Kreuz ge⸗ tragen am Kreuzesstamm. Es ist kein Kindertand, der Christenstand. 12. Wer wandern soll, muß oftmals traurensvoll durch Berg und Thal und tiefe Pfuͤtzen dringen: so muß ein Christ auch nach dem Himmel ringen, und leiden viel; der muß oft ge⸗ ben Zoll⸗der wandern soll. 13. Ach suͤßer Christ/ wenn du nur bei mir bist, so will ich auch mit dir mein Leiden enden; zu dir/ mein GOtt, will ich mich gaͤnzlich wenden, und tra⸗ gen, was mir auferleget ist, ach suͤßer Christ! Michael Kongehl. In 44⁰ Vom süßen Troste GOttes. In eigener Melodie. 07 wing dich 507. Soh auf zu deinem GOtt, du betruͤb⸗ te Seele. Warum liegst du GOtt zum Spott in der Schwermuthshoͤhle? Merkst du nicht des Sa⸗ tans List? Er will durch sein Kaͤmpfen deinen Trost, den IEsus Christ dir er⸗ worben, daͤmpfen. 2. Schuͤttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange. Was erneurst du deinen Stich, machst mir angst und bange? Ist dit doch der Kopf zer⸗ knickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entzuͤckt in den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Suͤndgen fuͤr: wo hat GOtt befohlen, daß mein Urtheil ich bei dir uͤber mich soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, andre zu verdammen, der du selbst doch liegst versenkt in der Hoͤllen Flammen? 4. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Herzen: da hingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; denn das ist die Ranzion meiner Missethaten; bring ich dies vor GOttes Thron, ist mir wohl gerathen. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Ver⸗ dienst mein Eigenthum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann faͤl⸗ len, braͤcht er gleich da⸗ vor Geschoß und Gefahr der Hoͤllen. 6. Stuͤrme, Teufel, und du, Tod, was koͤnnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Noth GOtt mit seiner Gnaden: der GOtt, der mir seinen Soͤhn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betruͤbe. 7. Schteie, tolle Welt, es sei mir GOtt nicht gewogen: es ist lauter Taͤuscherei, und im Grund erlogen. Waͤre mir GOtt ram und feind, wuͤrd er sene Gaben, die mein ei⸗ gen worden seind, wohl behalten habenn. 8. Denn was ist im Him⸗ melszelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht mir Hin waͤre? Weme brennt as Sternenlicht? Wozu ist gegeben Luft und Was⸗ ser? Dient es nicht mir und meinem Leben? 9. Weme wird das Erd⸗ reich naß von dem Thau und Regen? Weme gruͤnet Laub und Gras? Weme fuͤllt der Segen Berg und Thale, Feld und Wald? Wahrlich mir zur Freude, daß ich meinen Aufenthalt hab und Leibesweide. 10. Meine Seele lebt in mir durch die suͤßen Lehren, so die Christen mit Gebuͤhr alle Tage hoͤren. GOtt eroͤffnet fruͤh und spat meinen Geist und Sinnen, daß 8* ne Vom süßen Troste GOttes. —4⁴¹ nes Geistes Gnad in sich ziehen koͤnnen. 11. Was sind der Pro⸗ pheten Wort und Apostel Schreiben, als ein Licht am dunklen Ort, Fackeln, die vertreiben meines Her⸗ zens Finsterniß, und in Glaubenssachen das Ge⸗ wissen fein gewiß und recht grundfest machen? 12. Nun, auf diesen heil⸗ gen Grund bau ich mein Gemuͤthe; sehe, wie der Hoͤllenhund zwar dawider wuͤthe; gleichwohl muß er lassen stehn, was GOtt aufgerichtet; aber schaͤnd⸗ lich muß vergehn, was er selber dichtet. 13. Ich bin GOttes, GoOtt ist mein: wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide: laß es dringen, kommt es doch von geliebten Haͤnden; bricht und kriegt geschwind ein Loch, wenn es GOtt will wenden. 14. Kinder, die der Va⸗ ter soll ziehn zu allem Gu⸗ ten, die gerathen selten wohl ohne Zucht und Ru⸗ then: bin ich denn nun GoOttes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Suͤnd auf was Guts will ziehen? 15. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen. Wer hier zeitlich wohl Aagene darf nicht ewig klagen; sondern hat vollkommne Lust dort in Christi Garten, dem er einig recht bewußt, endlich zu gewarten. 16. GOttes Kinder saͤen zwar traurig und mit Thraͤnen; aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. ö 17. Ei so faß/ o Christen⸗ herz, alle deine Schmerzen; wirf sie froͤhlich hinter⸗ waͤrts, laß des Trostes Kerzen dich entzuͤnden mehr und mehr; gieb dem großen Namen deines GOttes Preis und Ehr. Er wird helfen. Amen. Paul Gerhard. Mel. Uun freut euch, lieben Christen gmein. 508 as kann 1 uns kom⸗ men an fuͤr Roth, so uns der HErre weidet, und speiset uns mit Himmel⸗ brod, und auf die Weide leitet; dazu erquicket un⸗ sre Seel, und kuͤhlet mit dem Wasserquell seins werthen heilgen Geistes. 2. Uns wegen seines Na⸗ mens groß er fuͤhrt auf rechter Straßen, und thut zu keiner Zeit trostlos in Angst und Noth uns lassen; darum wir stetig muthig sein, auch in des Todes Schattn und Pein; denn uns der HErr beistehet. 3. Dein Stab, mit dem du leiten thust, uns troͤstet und auch strafet; das Kreuz daͤmpfet des Flei⸗ sches Lust, daß es nicht 19** Scha⸗ 44² Vom süßen Troste GOttes. Schaden schaffet dem Geiste durch der Suͤnde Gift, die alles Boͤse lei⸗ der stift, und thut sich stetes regen. 4. Du einen Tisch be⸗ reitet hast, den stetes wir anschauen, deins heilgen Wortes werthe Kost, die wir im Herzen kauen; wenn uns des Feindes List anfaͤllt, die selb dann unsre Seel erhaͤlt, sammt deines Geistes Fuͤlle. Dein Guͤte und Barmherzigkeit uns, HEr⸗ re, folgen werden von nun an bis in Ewigkeit, daß wir allhier auf Erden durch seligmachend Glau⸗ ben sein, dort offenbar im Saale dein Buͤrger und Hausgenossen. 6. Das helf uns der HErr IEsus Christ, der unsre Herzen bauet durch Glauben, der recht thaͤtig ist, daß wir den Vater schauen durch ihn sammt dem heiligen Geist; auf daß werd dieser Wunsch geleist, so sprecht einmuͤ⸗ thig: Amen. Andreas Knöpken. Mel. Auf meinen lieben GOtt. arum be⸗ 509. Wbg dn dich, und thust so aͤngstig⸗ lich, mein Herz, als ob dein Zagen und klaͤglichs Ihnne uillen das Leiden könne stillen, und aͤndern Gottes Willen? 2. O nein, es ist gefehlt: dir ist schon zugezaͤhlt des Kreuzes Maaß und Men⸗ ge; GOtt hat bestimmt die Laͤnge, wie lange seine Plagen du sollst und kannst ertragen. 3. Doch darob dich er⸗ freu, daß dein GOtt ist getreu, und nicht von Herzen schlaͤget, noch all⸗ zuviel gufleget, die Wun⸗ den will verbinden, und helfen uͤberwinden. 4. Sein allerliebster Sohn, der ewge Gnaden⸗ thron, hat sich um deinet⸗ wegen mit mehr denn tau⸗ send Schlaͤgen am Kreuze lassen wuͤrgen: o einen theuren Buͤrgen! 5. Er ist versucht wie du, sein Arbeit bringt dir Ruh, sein Sterben ist dein Leben; wirst du dich ihm ergeben, so wird sein heil⸗ es Buͤßen dir all dein eid versuͤßen. 6. Von seiner Kreuzes⸗ last du kaum ein Spaͤn⸗ lein hast, mein Herz, auf dich zu nehmen; drum wollst du dich nicht schaͤ⸗ men, noch so daruͤber kla⸗ gen/ es JEsu nachzutragen. 7. Die suͤndliche Begier/ die annoch wohnt in dir, will in dergleichen Noͤ⸗ then der fromme Vater toͤdten, wie sonst der El⸗ tern Ruthe den Kindern kommt zu gute. 8. Nicht denk, er hasse dich: GOtt, der in Chri⸗ sto sich mit dir versoͤhnt erkennet, den dein Geist Vater nennet, der hat nie ungewogen die Liebe ausgezogen. 9. Nun Vom süßen Troste GOttes. 443 9. Nun, JEsu, liebster Hort, ich wandre willig fort durch dieses Thal der Thraͤ⸗ nen; nur ist mein Wunsch und Sehnen: Laß mi nach Kreuz und Leiden bald kommen zu den Freuden. Mlel. werlan thut mich verlangen. 510 Wo lacht ihr * Babels⸗ Kinder/ daß nun mein Herze springt, und jetzo viel ge⸗ schwinder als vormalsPsal⸗ men singt? Das Masser ist verflossen, mir ist die Gnadenthuͤr nun wieder aufgeschlossen: GOtt zuͤr⸗ net nicht mit mir. 2. Ihr sichern, stolzen Seelen habt mich durch euren Spott noch mehr gedacht zu quaͤlen; allein der treue GOtt/ der mir das Herz zerrissen, haͤlt mir nun wieder fuͤr den Trost; wollt ihr ihn wissen? GOtt zuͤrnet nicht mit mir. 3. Wie sicher war mein Leben, als ich in Babel war; ich war der Lust er⸗ geben, und stund doch in Gefahr des Todes und der Hoͤlle. Viel besser sprech ich hier an der Versoͤh⸗ nungsstelle: GOtt zuͤrnet nicht mit mir. 4. Zwar haben meine Suͤnden mich schrecklich zugericht; allein GOtt laͤßt mich finden sein gnaͤdig Angesicht. In meines IEsu Blute, darin ich mich verlier, kommt mir das Wort zu gute: GOtt zuͤr⸗ net nicht mit mir. „5. Vorhin ging ich ge⸗ buͤcket, mein Herz war sehr betruͤbt; nun hat mich GOtt erquicket, der mich chin Christo liebt; nun tritt die Freudensonne nach kur⸗ zer Pein herfuͤr; ich schrei mit Herzenswonne: GOtt zuͤrnet nicht mit mir. 6. Ach wuͤßtet ihrs, ihr Spoͤtter, was das fuͤr 836„, bringt, wenn IE⸗ us, mein Erretter, mir recht ins Herze dringt, ihr wuͤrdet mir nicht goͤnnen der Christen hoͤchste Zier, in Wahrheit sagen koͤnnen: GOtt zuͤrnet nicht mit mir. 7. So lacht, ihr Ba⸗ bels⸗Kinder, bis euch der Fluch hinreißt. Laß du mich armen Suͤnder, HErr Christ, durch deinen Geist nur in dem Stande blei⸗ ben, bis an die Grabes⸗ thur zu reden und zu schrei⸗ ben: GOtt zuͤrnet nicht mit mir. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 511. Wi n den Gedanken, als ob du verstoßen waͤrst; bleib in GOttes Wort und Schran⸗ ken, da du anders reden hoͤrst. Bist du hos und ungerecht, ei so ist GOtt fromm und schlecht; hast du Zorn und Tod verdie⸗ net: sinke nicht, GOtt ist versuͤhnet. 2. Du bist wie die an⸗ dern alle angesteckt mit Suͤndengift, welches Adam mit dem Falle sammt der Schlan⸗ 4⁴4⁴4 Vom süßen Troste GOttes. Schlangen hat gestift; aber so du kehrst zu Gott, und dich besserst, hats nicht Noth; sei getrost, GOtt wird dein Flehen und Ab⸗ bitten nicht verschmaͤhen. „Er ist ja kein Baͤr noch Leue, der sich nur nach Blute sehnt; sein Her ist zu lauter Treue un zur Sanftmuth angewoͤhnt. GOtt hat einen Vatersinn, unser Jammer jammert ihn; unser uner ist sein Schmerze, unser Sterben kraͤnkt sein Herze. ., So waͤhrhaftig als ich lebe, will ich keines Menschen Tod, sondern daß er sich ergebe an mich aus dem Suͤndenkoth. GOttes Freud ists, wenn guf Erd ein Verirrter wie⸗ derkehrt; will nicht, daß aus seiner Heerde das Ge⸗ rin entzogen werde. 5. Kein Hirt kann so fleißig gehen nach dem Schaf, das sich verlaͤuft. Solltst du GOttes Herze sehen, wie sich da der Kum⸗ mer haͤuft, wie es duͤrstet, achzt und brennt nach dem, der sich abgetrennt von ihm und auch von den Seinen, wuͤrdest du vor Liebe weinen. ö 6. GOtt der liebt nicht nur die Frommen, die in seinem Hause seind, son⸗ dern auch die ihm genom⸗ men durch den grimmen Seelenfeind, der dort in der Hoͤlle sitzt und der Menschen Herz erhitzt wi⸗ der den, der, wenn sich reget sein Fuß, alle Welt heweget. 7. Dennoch bleibt in Liebesflammen sein Ver⸗ langen allzeit groß, ruft und locket uns zusammen in den weiten Himmels⸗ schooß. Wer sich nun da stellet ein, suchet frei und los zu sein aus des Sa⸗ tans Reich und Rachen, der macht GOtt und En⸗ gel lachen. 8. GOtt und alles Heer hoch droben, dem der Him⸗ mel schweigen muß, wenn sie ihren Schoͤpfer loben, jauchzen uͤber unsre Buß; aber was gesuͤndigt ist, das verdeckt er, und vergißt, wie wir ihn beleidigt haben; alles, alles ist vergraben. 9. Kein See kann sich so ergießen, kein Grund kann so grundlos sein, kein Strom so gewaltig fließen, gegen GOtt ist alles klein: gegen GOtt und seine Huld, die er uͤber unsre Schuld alle Tage laͤsset schweben durch das ganze Suͤndenleben. 10. Nun so ruh und sei zufrieden, Seele, die du traurig bist. Was willst du dich viel ermuͤden, da es nicht vonnoͤthen ist? Deiner Sunden großes Heer, wie dirs scheinet, ist nicht mehr, gegen GOttes Herz zu sagen, als was wir mit Fingern tragen. 11. Waͤren tausend Welt zu finden, von dem Höͤch⸗ sten zugericht, und du haͤt⸗ test alle Suͤnden, die dar⸗ innen sind, verricht, waͤr es viel, doch lange nicht so viel, daß das volle* ei⸗ Vom süßen Troste GOttes. 44⁵ seiner Gnaden hier auf Erden dadurch koͤnnt er⸗ loͤschet werden. 12. Mein GOtt, oͤffne mir die Pforten solcher Wohlgewogenheit; laß mich allzeit aller Orten schmecken deine Suͤßig⸗ keit; liebe mich, und treib mich an, daß ich dich, so gut ich kann, wiederum umfang und liebe, und ja nun nicht mehr betruͤbe. Paul Gerhard. Alel. BErr JEsu, ew⸗ ges Licht. 2* er seinen 512. Wĩ IEsum haͤlt, so lang ihn quaͤlt die Welt, und IEsum nicht will hassen auf sei⸗ nes Lebens Straßen, der schaut in IEsu hier die offne Himmelsthuͤr. 2. Wer seinen IEsum faßt in aller Kreuzeslast, und sie von seinem Ruͤk⸗ ken auf IEsum nur kann drücken, dem macht sie IEsus leicht, und hat die Ruh erreicht. 4 3. Wer schwinget sei⸗ nen Sinn zu seinem JIEsu hin, und laͤßt die Glaubens⸗ fluͤgel gehn uͤber alle Huͤ⸗ gel, der tritt die Himmels⸗ bahn mit seinem JEsu an. 4. Wer JEsu Lippen ehrt, und seine Stiftung lehrt, wer IEsu reine Wunden auf seine Seel u Biut d dem gehet IE⸗ u Blut durch Seel, Geist, Blut und Muth. „5. Wem Iesus alles ist, der recht den Himmel kuͤßt; sein Herz kann schon auf Erden der Himmel JEsu werden; sein Leben ist vergnuͤgt, sein Tod den Tod besiegt. 6. Ich halte IEsum fest, mein IEsus mich nicht laͤßt; die zugeschick⸗ ten Plagen hilft IEsus mir mit tragen; ich flieh en Himmel auf, mein IEsus ist mein Lauf. 7. Die Fluͤgel sind zwar schwer, ach IEsu, hilf und wehr, vom heißen Kreuz geschwaͤrzet, von IEsu Hand geherzet; ich flieh, ich flieh allzeit in meines JEsu Seit. 8. Ich hoͤre deine Wort, o IEsu, Lebenshort; dein Leib und Blut mich staͤr⸗ ken in allen meinen Wer⸗ ken; du bist, HErr JEsu/ mein: ich bin, HErr JE⸗ su, dein. 9. Ich bin im Himmel schon, o IEsu, meine Kron. In JEsu ich stets schwebe, im Tod mit JEsu lehe; mein IEsus bleibet mir all alles fuͤr und fuͤr. Mel. Uun danket alle GOtt. 513 Wo dem, „ der Ja⸗ kobs GOtt zum Helfer sich erwaͤhlet, der, was sein Herze kraͤnkt, voll Hoffnung ihm erzaͤhlet, der seine Zuversicht fest auf den HErren stellt, der alle Huͤlfe thut und ewig Glauben haͤlt. 2. Unmoͤglich ists, daß den sein Hoffen 2* E 446 Vom süßen Troste GOttes. betruͤgen, der GOttes Wahrheit traut, die nim⸗ mermehr kann luͤgen. Der HErr ist gut und fromm, und was sein Wort ver⸗ spricht, das folget in der That gewiß und fehlet nicht. 3. Wie gut ists, auf den HErrn und nicht auf Menschen bauen; wie ei⸗ tel, schwach und falsch, wie schnoͤd ist ihr Vertrauen, so sich auf Fleisch verlaͤßt und einig Menschenkind; denn auch die Götter selbst auf Erden sterblich sind. 4. Die sich mit ihrer Noth zu ihren Fuͤßen le⸗ lej, die muͤssen Zeugen ein, wie wichtig ihr Ver⸗ moͤgen, wie wandelbar ihr Sinn und ihrer Ho⸗ heit Pracht, wie mancher Ungluͤcksfall ihr Koͤnnen schamroth macht. 5. Viel sichrer ist mein. Trost; ich weiß, an wen ich glaube, trotz, daß die groͤß⸗ te Noth mir solch Ver⸗ trauen raube zu dem, der ewig bleibt, dem rechten Wundermann, dem keine Noth zu groß, der helfen will und kann. 6. In ihm ist meine Seel in hoͤchster Unruh stille; sein Hand ist un⸗ verkuͤrzt, sein gnadenvol⸗ ler Wille ist unveraͤndert gut, unendlich seine Kraft, die stets von Alters her hat Huͤlf und Rath ge⸗ schafft. 7. Drum halt ich mich zu GoOtt; meine Freude, wenn mein erguicktes Herz nach uͤber⸗ standnem Leide sich seiner Wohlthat ruͤhmt, und ihm mit ganzem Fleiß ein Danklied singen kann zu seines Namens Preis. Laß du mich nur, mein GOtt, dein Loh hier zu erhhen, nicht faul noch traͤge sein, wie du nie auf mein Flehen zu merken muͤde wirst, und stets, von Kindheit an, so uͤber⸗ schwenglich viel an mir hast Guts gethan. 9. Gieb, daß ich ferner auch an dir fest hangen bleibe, daß weder Glück noch Roth mich von der Bahn abtreibe, die dein Gebot mir zeigt; gieb meinem Geiste Kraft, zu uͤben immerdar hier gute Ritterschaft. 10, Daß nichts, was ei⸗ tel ist, ich fuͤr mein Wohlsein achte, noch Fleisch fuͤr meinen Arm⸗/ daß ich nach sonst nichts trachte, als was du selber bist. Ach nimm, mein Gott, mich mir, entreiße mich der Welt, und zeuch mich ganz nach dir. 11. Laß mich in allem Kreuz und auch im Tode schmecken, wie freundlich du mir bist; laß mich die Schuld nicht schrecken, die IEsus schmerzlich gnug schon laͤngst an meiner Statt gebuͤßt, und dir, mein GoOtt, durch sich bezahlet hat. und das ist Ende ein sichres 12. Laß seine Wunden mir alsdann an meinem Freischlo dahin mein Gei sein/ ch Von der Freudigke it des Glaubens. 447 sich wende, wenn mich mein Herz verdammt, wenn Satan noch zuletzt sein Heil an mir versucht, und grimmig an mich setzt. 13. Daß wie ich JEsu hier mich ganz zu eigen gebe, dort, wo er herrscht und lebt, ich ewig mit ihm lebe, als sein erkauf⸗ tes Gut und theure, wer⸗ Schwachheit hier er sich schon hat vertraut. 14. Daß an dem Freu⸗ denort, wo reine Geister wohnen, auch ich dich, einen GOtt, in allen drei Personen in deinem klaren Licht vollkommen kennen kann, und in der Engel Chor mein Dank⸗ lied stimmen an. the Braut, die in der! Henriette Cath. v. Gersdorf. XI. Von der Freudigkeit des Glaubens. Alel. O(HErr) JEsu Christ, meins Lebens Licht. ch GOtt, in 514. A was fuͤr Freudigkeit schwingt sich mein Herz zu dieser Zeit, so oft ich nur an JEsum denk, und mich in seine Wunden senk. ‚ 2. Wie freuet sich mein Geist in dir, was Ruh und Freude schenket mir der Glaub an dich, o IEsu Christ, der du mein Ein und Alles bist! 3. Wenn ich dich recht und wohl betracht, mein Herz all Lust und Welt veracht; wenn mein Sinn ist zu dir gericht, die Erd mir graut, ich acht ihr nicht. 4. In was fuͤr Liebe sez⸗ zet mich die Liebe, so be⸗ zwungen dich, daß du des Todes fuͤr mich stirbst, mir Gnade, Leben, Fried er⸗ wirbft. 5. Das Herz wird ganz in mir entzuͤndt aus Lieb zu dir und Haß zur Suͤnd, so bald es deiner wird ge⸗ wahr, wie du dich mir giebst ganz und gar. 6. Es wuͤnschet nur dich, und allein in dich ganz tief zu senken ein; nuͤr dich, nur dich es haben will, eh ruht es nicht, noch steht es still. 7. Nun, was fuͤr Trost und Zuversicht erweckt an dir der Glaube nicht? Ich trau und trotze ungescheut guf dich, mein JEsu, al⸗ lezeit. 8. Wenn ich im Glau⸗ ben bei dir steh, und in die rothen Wunden seh, die du fuͤr mich traͤgst, faͤllt mir ein: sollt mir GOtt nicht genaͤdig sein? 9. Gnaͤdig er ist, er kann traun nicht mehr zürnen. Sein Sohn hat verricht, was zur Versoͤhnung nd⸗ thig war; mit mir hat es nun kein Gent 0 Wie⸗ 2 448 Don der Freudigleit des Glaubens. 10. Wiewohl ich noch ein Suͤnder bin, so nimmt die Suͤnd doch JEsus hin, und schenkt mir sein Ge⸗ rechtigkeit, hebt zwischen GOtt und mir den Streit. 11. Bin ich durch ihn gerecht vor GOtt, ist mir all Anklag nur ein Spott; wenn IEsus mich vertritt, komm an, der mich sodann verklagen kann. 12. Wenn ich mit GOtt den Frieden hab, des wah⸗ ren Glaubens Frucht und Gab: so ruh und schlaf ich sanft und still ins Va⸗ ters Schooß, will, was er will ö 13., Und bin gewiß, daß kein Gefahr, kein Noth, Tod, ja der Teufel gar von meinem GOtt mich scheiden werd, so lang ich leb auf dieser Erd. 14. Denn, HErr, dein Geist selbst troͤstét mich, und schreiet: Glaub nur festiglich, du bist ein Kind und Erb des Heils, nicht Satans, sondern JEsu Theils. 15. Der Feind findt an dir keine Macht, du wirst bei Tag und Nacht be⸗ wacht durch meinen und der Engel Schutz; was dir begegnet, ist dein Nutz. 16. GOtt ist dein Vater: bitt und schrei, er laͤßt dich nicht, er steht dir bei; ver⸗ zuag in deiner Schwachheit nicht, was du nicht kannst, er selbst verricht. IZ. Dein Seufzen allzeit GoOtt 1m das glaͤubig zu ihm ist gestellt; schweigt gleich der Mund, er boͤrt die Bitt seins Geistes, der dich wohl vertritt. 18. Ob diesem Trost ganz innerlich mein Seel und Geist erfreuet sich, wenn JEsus Name, Kraft und Geist so maͤchtig sich in mir erweist. 19. Welch herrlich, maͤch⸗ tig Kunststuͤck ist der Glaub an dich, HErr JEsu Christ; er machet eil freudig Muths, er schafft und wir⸗ ket alles Guts. 20. Wer ihn nicht hat, der wird verdammt, mit ihm die Heuchler alle⸗ sammt; und wer ihn hat, schon selig ist, er lebt und stirbt ein wahrer Christ. 21. Drum, JEsu, staͤrke für und fuͤr den wahren Glauhen, daß ich dir ver⸗ trau/ dich lieb, dir leb und sterb, so bleibt die Selig⸗ keit mein Erb. 22. So lang ich denn als Pilger werd nachwallen hier aüf dieser Erd, so lange will ich deinen Ruhm ausbreiten ferner um und um. 23. Wenn aber sich das Leben schleußt, und meine Seel sich ganz ergeußt in dich, HErr JEsu, mit was Freud werd ich dich lobn in Ewigkeit! Johann Caspar Schade. In eigener Melodie. 515. lles ist an GOttes Segen und an seiner Gnad gelegen uͤber ales Geld und Gut. Wer auf 80 ei Von der Freudigkeit des Glaubens. 449 sein Hoffnung setzet, der behaͤlt ganz unverletzet einen freien Heldenmuth. 2. Der mich hat bisher ernaͤhret, und so manches Gluͤck bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich gefuͤhret, und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 3. Viel bemuͤhen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbestaͤndig sind. Ich begehr nach dem zu ringen, was Vergnuͤgung pflegt zu bringen, und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, was ich wuͤnsche, wird sich schicken, so es anders GOtt gefaͤllt. Meine Seele, Leih und Leben hab ich seiner Gnad ergeben, und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Ver⸗ langen zu erfuͤllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben: wie GOtt will, so muß es bleiben, wenn GOtt will, bin ich bereit. 6. Soll ich laͤnger all⸗ hier leben, will ich ihm nicht widerstreben, ich ver⸗ lasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang be⸗ stehet, alles Irdische ver⸗ Etoh und faͤhrt wie ein trom dahin. In eigener Mlelodie. 516. Hsuf, hinauf zu deiner Freude, meine Seele, Herz und Sinn, weg, hinweg mit deinem Leide, hin zu deinem IEsu hin. Er ist dein Schatz. IEsus ist dein einzig Leben; will die Welt kein Ort dir geben, bei ihm ist Platz. 2. Fort, nur fort, steig immer weiter in die Hoͤh zu IEsu auf; an, hinan die Glaubensleiter klettre mit geschwindem Lauf. GOtt ist dein Schutz; IEsus bleibet dein Be⸗ chirmer wider alle Seel⸗ bestuͤrmer, und bietet Trutz. 3. Fest, fein fest dich FEsustren an die starke IEsustreu; laß du GOtt den Vater walten, seine Guͤt ist taͤglich neu; er meints recht gut. Wenn die Feinde dich anfallen, muͤssen sie zuruͤcke prallen, hab guten Muth. 4. Ein, hinein in GOt⸗ tes Kammer, die dir JE⸗ sus aufgethan; klag und sag ihm deinen Jammer, schreie ihn um Huͤlfe an. Er steht dir bei. Wenn dich alle Menschen hassen, kann und will er dich nicht lassen, das glaube frei. 5. Hoch, so hoch du kannst erheben deine Sinne von der Erd, schwinge dich/ dem zu ergeben, was du hast, der deiner werth. Dein IEsus ist, der um dich so treulich wirbet, und fuͤr dich aus Liebe stirbet; drum du sein bist. 6. Auf, hinauf, was dro⸗ ben suche, trachte doch al⸗ lein dahin, wo dein Ju us 450 Von der Sreudigkeit des Glaubens. sus; sonst verfluche allen schnoͤden Suͤnden⸗Sinn. Zum Himmel zu! Welt und Erde muß verschwin⸗ den, nur bei JEsu ist zu finden die wahre Ruh. Johann Caspar Schade⸗ In eigener Melodie. 5 1 7 uf meinen n lieben GOtt trau ich in Angst und Roth; der kann mich allzeit ret⸗ ten aus Truͤbsal, Angst und Noͤthen; mein Ungluͤck kann er wenden, steht alls in seinen Haͤnden. 2. Ob mich mein Suͤnd ansicht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen, und ihm allein vertrauen; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Sterben ist mein Gewinn und Chri⸗ stus ist mein Leben: dem thu ich mich ergeben; ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein HErr JEsu Christ, der du so gduldig bist fuͤr mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworhen, auch uns allen zugleiche das ewig Himmelreiche 5. Erhoͤre gnaͤdig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Haͤnde, daß ich selig ab⸗ scheide zur himmelischen Freude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzen Grund; du wollest uns thun leiten, HErr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewig⸗ lich preisen. Amen. Sigmund Weingärtner 1—4. 6. Alel. Er schienen ist der herrlich Tag. 5 1 8 Biich durch/ mein ange⸗ fochtnes Herz, brich durch den innern Seelenschmerz; komm, schaue deinen Braͤu⸗ tigam, den Gnadenbrunn, das GOtteslamm, am Kreuzesstamm. 2. Dein IEsus reicht die Arme dir, und legt dir Ruh und Leben fuͤc, die Krone der Gerechtigkeit, den Zugang, der uns ist hexeit zur Seligkeit. 3. Sei nur getrost und ringe recht, durch Ringen wirst du GOttes Knecht; denn aller Anfall lehret dich, wie man in ihm ganz ritterlich bewaffne sich. 4. Die Wunden haͤlt dir JIEsus zu, die Sicherheit und suͤße Ruh, darin der Zuflucht finden kann, der ihn im Glauben siehet an, den Wundermann. 5. Hier ist die Burg fuͤr alle Noth, die Gegenkur fuͤr Hoͤll und Tod, die Quell, daraus das Leben quillt, das Meer, so Durst und Kummer stillt, mit Gnad erfuͤllt. 6. Stuͤrmt auf uns die Versuchung los, wohlan, wir treten zu ihm bloß: da staͤrkt uns unser IE⸗ sus Christ, wenn nur das Herz Von der Freudigkeit des Glaubens. 451 Herz aufrichtig ist, zu al⸗ ler Frist. 9865 7. Nun, suͤßer JEsu, meine Ruh, ich eile deinen Wunden zu; mein Herz und Glauben laͤßt dich nicht/ bis auch dein theures Gna⸗ denlicht in mir anbricht. 8. Mein Herz empfindet Sturm und Wuth, auf allen Seiten stroͤmt die Flut: ich fuͤhle stets der Suͤnden Pfeil, drum ich zu dir im Glauben eil, und suche Heil. 9. Zu deinen Wunden fliehe ich, in deiner Seite staͤrk ich mich; ich labe mich in deinem Blut, das auch durch deine Liebesglut mir koͤmmt zu gut. 10. O unerschoͤpftes Gna⸗ denmeer, Israels Ruhm und Zions Ehr, wie staͤrkt uns deine treue Hand, das auserwaͤhlte Gnadenpfand und Liebesband. 11. Da haͤngest du aus großer Huld fuͤr fremde Suͤnd, fuͤr unsre Schuld; nur daß die angefochtne Seel erlang in deiner Sei⸗ tenhͤhl das Gnadendl. 12. Du Heilger wirst vor aller Welt zum Trauer⸗ Schauspiel vorgestellt, und kaufest uns durch deinen Tod die Freiheit aus der Seelennoth, bringst uns zu GOtt. 13. Ei wie sollt ich denn traurig sein, ich kehr bei dir, mein JEsu, ein. Hier find ich wahre Ruh und Rast, weil du auf dich die Suͤndenlast genom⸗ men hast. 14. Dies ewge Wort traͤgt volle Kraft/ hier ist die beste Ritterschaft. Wohlan denn, JIEsu, mein Gewinn, dir liefre ich Herz, Seel und Sinn: ach nimm es hin. Justus Henning Böhmer. In eigener Melodie. in feste Burg 519. E ist unser GoOtt, ein gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt boͤse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Ruͤstung ist, guf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren: es streit fuͤr uns der rechte Mann, den GOtt hat selbst erko⸗ ren. Fragst du, wer der ist? Er heißt IEsus Christ, der HErr Zebaoth, und ist kein andrer GOtt, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel waͤr, und wollt uns gar verschlingen, so fuͤrchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch elingen. Der Fuͤrst die⸗ r Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht, das macht, er ist gericht: ein Woͤrt⸗ lein kann ihn faͤllen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Lund un 452 Von der Freudigleit des Glaubens. und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren da⸗ hin, sie habens kein Ge⸗ winn, das Reich muß uns doch bleiben! Dr. Martin Luther. In eigener Melodie. 520 Estraure, wer — da will, ich will mich freuen, es soll kein Trauergeist bei mir gedeihen; denn JEsus steht mir bei in allen Gnaden, mir kann kein Kreuz, kein Leid, kein Teufel schaden.f Ficht mich gleich Un⸗ luͤck an auf allen Ecken, 0 soll doch solches Leid sschad mich nicht erschrecken; denn IEsus steht mir bei in allen Gnaden, mir kann kein Ungemach, kein Jam⸗ mer schaden. 3. Hab ich nicht Geld noch Gut, nicht Ruhm und Ehre, kraͤnkt dieser Man⸗ el mich doch nicht gar schre Denn JEsuß steht mir bei in allen Gnaden, mir kann kein Armuth nicht, kein Elend schaden. A. Bin ich hier ganz ver⸗ acht, muß unten liegen, soll doch die stolze Welt schad mich nicht besiegen; denn FEsus steht mir bei in al⸗ n Gnaden/ mir kann kein Hohn und Spott, kein Schimpf nicht schaden. 5. Wenn gleich auch Noth und Tod mich ganz Umgiebet, ist nichts so schwer und arg, das mich betruͤbet; denn IEsus steht mir bei in allen Gnaden, und kann auch die Gefahr mir selbst nicht schaden. 6. Verstoͤßt mich jeder⸗ mann mit Gram und Has⸗ sen, kann ich mich doch den Neid nicht kraͤnken lassen; denn IEsus steht mir bei in allen Gnaden/ und kann die Feindschaft mir kein Haͤrlein schaden. Schwebt auf der ganzen Welt nur Kreuz und Leiden, so lebt mein Geist und Herz in lau⸗ ter Freuden; denn IC⸗ us steht mir bei in al⸗ len Gnaden, drum kann kein Herzeleid der Freude aden. 8. Und wenn die Feinde noch so grausam toben, so bin ich wohl verwahrt und aufgehoben; denn IEsus steht mir bei in allen Gnaden, er schuͤtzt und decket mich vor ih⸗ rem Schaden. 9. Auch macht die tiefe Noth und hoͤchstes Leiden in meinem lieben GOtt mich voller Freuden; denn IEsus steht mir bei in allen Gnaden, so daß zur Seligkeit mir nichts kann aden. 10. Was frag ich nach der Welt und ihren Schaͤz⸗ zen, mich kann mein reicher GOtt vielmehr er⸗ goͤten; denn JEsus steht mir bei in allen Gnaden, er macht mich groß und reich, heilt allen Schaden. 1. Muß endlich Seel und Leib von hinnen schei⸗ den, so fahr ich fort her hier von der Freudigkeit des Glaubens. 453 hier zu JEsu Freuden; denn JEsus steht mir bei m allen Gnaden, drum bringet mir der Tod gar keinen Schaden. 12. Nun traure, wer da will, ich will mich freuen, es soll kein Trauergeist bei mir gedeihen; denn JEsus steht mir bei in allen Gna⸗ den, mir kann kein Kreuz, den Leid, kein Teufel scha⸗ en. Salomo Liscov. Mel. Alles ist an GOt⸗ tes Segen. 521 roͤhlich, froͤh⸗ lich, immer froͤhlich! denn ich bin in IEsu selig, habe schon den Himmel hier. Andre fres⸗ sen ihre Herzen durch die schweren Sorgenschmer⸗ zen, mir koͤmmt gar nichts Traurigs fuͤr. 2. Weil ich meinen JIE⸗ sum habe, und an seiner Brust mich labe, so ver⸗ schwindet alle Pein. Wer ihn liebet, wer ihn kennet, wer weiß, wie sein Herze brennet, der kann niemals traurig sein. 3. Wo ich sitze, wo ich stehe, wo ich liege, wo ich gehe, weicht mein JEsus nicht von mir; er ist mir stets an der Seiten, thut mich uͤberall begleiten, ich bin seine Lust und Zier. 4. Er hat sich mit mir verbunden, nichtes, nichtes wird gefunden, das ihn von mir trennen thut. Er, mein Braͤutgam und mein Koͤnig, achtet sonsten alles wenig, ich bin ihm sein liebstes Gut. 5. Er hat mich zur Braut erkoren, eh ich ihm sollt sein verloren, muͤßt ver⸗ gehn die ganze Welt; ach was sollt mich denn be⸗ truͤben, weil mich der so hoch thut lieben, der ja alles traͤgt und haͤlt. 6. Darum froͤhlich, im⸗ mer froͤhlich! ich bin schon in JEsu selig, ich bin sein und er ist mein. Singen, springen, jubiliren und in IEsu triumphiren soll nur mein Geschaͤfte sein. Johann Christian Lange. Mel. HErr JEsu Christ, wahr Mensch und BOtt. 522 Hipuee mit Furcht und Traurigkeit, hinweg mit Zweifel, Angst und Leid! ich will nun haben guten Muth, und hoffen auf das hoͤchste Gut. 2. Mein Trost ist IE⸗ sus, GOttes Sohn, der in mir setzet seinen Thron, der mich so liebt als eine Braut, die ihm ganz innig ist vertraut. 3. Er hat sein kostbar⸗ liches Blut vergießen wol⸗ len mir zu gut; sein Le⸗ ben gab er in den Tod, daß er mich nur versͤhnte GOtt. 45. 4. Er hat mir seine Herr⸗ lichkeit versprochen und all ewge Freud; er wird mich auch schon bringen hin, wo ich ihm nur ge⸗ treue bin. 5. Ob ich ichmn jetzo muß allein gleichwie ein Turteltaͤublein sein, so wird 454 Von der Freudigkeit des Glaubens wird er doch zu seiner Zeit ersetzen dieses kurze Leid. 6. Laß kommen Truͤb⸗ sal, Angst und Noth, laß wuͤthen Teufel, Hoͤll und Tod: wer nur nach GOt⸗ tes Willen thut, der blei⸗ bet ewig wohlgemuth. . Ich weiß, er wird in Todespein mein treuer Freund und Beistand sein. Er wird erfuͤllen mit der That, was er mir zugesa⸗ get hat. 8. Drum will ich haben guten Muth, und hoffen auf das hoͤchste Gut; und wenn mir gleich das Herze bricht, so will ich doch verzagen nicht. Johann Angelus. Mel. Wer nur den lie⸗ ben GSOtt läßt walten. 523 ch hin ver⸗ 2 gnuͤgt und halte stille, wenn mich gleich manche Truͤbsal druͤckt, und denke, daß es GOt⸗ tes Wille, der mir das Kreuze zugeschickt; und hat er mir es zugefuͤgt, so bin ich doch mit ihm vergnuͤgt. 2. Ich bin opiewen in allem Leiden, dieweil es doch nicht ewig waͤhrt; es soll mich nichts von JEsu scheiden, weil Leid in Freu⸗ de wird verkehrt; mein Hei⸗ land hat all Angst besiegt der ganzen Welt: ich bin vergnugt. 3. Ich bin vergnuͤgt in meinem Hoffen; denn hilft GOtt gleich nicht, wie ich will, hat er schon den Schluß getroffen, er weiß die beste Zeit und Ziel. Ich harr auf ihn, denn so be⸗ truͤgt die Hoffnung nicht: ich bin vergnüͤgt. 4. Ich bin vergnuͤgt in meinem Leben; hab ich nicht viel und mancherlei, so glaub ich, daß mir alles geben kann, der mein GOtt und Vater sei. Obgleich der Arme unten liegt, so heißt es doch: ich bin vergnuͤgt. 5. Ich bin vergnuͤgt, wenn meiner spotten der Satan und die falsche Welt; was schaden mir die argen Rotten? Ein frommer Christ behaͤlt das Feld, wenn er sich nur geduldi schmiegt, und Bemut liebt: ich bin vergnuͤgt. Ich bin vergnuͤgt auch in dem Sterben, wenn nun der Geist vom Korper eilt; ich weiß, daß wir die Kron ererben, die uns vorlaͤngstens zugetheilt, weil GOtt in seinem Wort nicht luͤgt; drum sag ich noch: ich bin vergnuͤgt. 7. Ich bin vergnuͤgt in IEsu Armen, und sauge eine Liebesbrust: da kann mein kaltes Herz erwar⸗ men, ich achte keine Men⸗ schenlust; ich habe nun die Welt besiegt, und bin voll⸗ kommener vergnuͤgt. Clemens Thieme. Mel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. ch trau auf 524. J6 allen Sachen, denn wer wollt sonst mein Helfer sein? Ach niemand hilft den von der Freudigkeit des Glaubens. 455 dem armen Schwachen, denn nur mein GOtt, der thuts allein; drum seh ich auch in meiner Noth zu⸗ voͤrderst auf den lieben GOtt.* 2. Und muß ich gleich zu truͤben Zeiten was dulden, ei, was isis denn nun? Ich will es herzlich gerne leiden, GOtt wird mir keinen Schaden thun. Drum seh ich auch in mei⸗ ner Noth zuvoͤrderst auf den lieben GOtt. 3. Er hat mirs ja so oft versprochen, daß er mein Helfer wollte sein; ich weiß, er haͤlt mirs unge⸗ brochen, sein Wort trifft sonsten richtig ein. Drum seh ich auch in meiner Noth zuvoͤrderst auf den lieben GoOtt. I. Laͤßt GOtt die Vöͤg⸗ lein nicht verderben, ei nun, so glaub ich steif und fest, daß er mich auch nicht Hungers sterben, noch sonst in Roth verderben laͤßt. Drum seh ich auch in mei⸗ ner Noth zuvoͤrderst auf den lieben GOtt. 5. Wohlan, ich will be⸗ staͤndig bleiben bei GOtt in Noth und Todesqual; von GOtt soll mich kein Ungluͤck treiben, drum sag ich ein fuͤCr allemal: Ich seh in aller meiner Noth zuvoͤrderst auf den lieben GOtt. Mel. Meinen JEsum laß ich nicht. ill froͤh⸗ 525. Ji n GOtt, froͤhlich, froͤhlich/ immer froͤhlich: denn ich weiß in aller Noth, daß ich schon in GOtt bin se⸗ lig; weil der Freuden GOtt ist mein, so will ich stets froͤhlich sein. 2. Aber ach, ich Men⸗ schenkind, kann ich auch von Freude sagen, da doch die unzaͤhlig sind, die bald da, bald dort mich plagen? Ja, weil GOtt der Hel⸗ ser mein, so hilft er mir frohlich sein. 3. Will die Suͤnde quaͤ⸗ len mich, JEsus hat sie schon gebuͤßet. Findet Kreuz ünd Truͤbsal sich/ dieser hat es auch versuͤ⸗ ßet; ist der Suͤnden Til⸗ ger mein, wohl mir, ich kann froͤhlich sein. 4. Stürmet Satan auf mich los, will die Hoͤlle mich verschlingen, so bin ich in Christi Schooß, dar⸗ aus wird mich niemand bringen. Ist der Schlan⸗ gentreter mein, sollte ich nicht froͤhlich sein? 5. Haͤtt ich gleich gar keinen Freund, ei was sollte mir das schaden? Ist die ganze Welt mein Feind, IEsus wird mich wohl berathen; dieser Men⸗ schenfreund ist mein, mit ihm will ich froͤhlich sein. 6. Bin ich elend und nicht reich, mangeln mir die hohen Gaben, bin ich dem Geringsten gleich, und kann nicht was Andre haben, so ist GOtt/ der ic auch seöduch Keb kann ich auch froͤhlich sein. 7. Daß 456 Von der Freudi gkeit des Glaubens. 7. Daß mein Feind mich sonst beschwert, und will mich zum Spotte machen, ist des Traurens gar nicht werth, ich muß seiner Thor⸗ heit lachen; denn weil GoOtt, die Ehre, mein, kann ich dennoch froͤhlich sein. 8. Will der Tod mich raffen hin, GOtt der stil⸗ let bald sein Wuͤthen; ist denn Sterben mein Ge⸗ winn, ei so bin ich wohl zufrieden: GOtt, des To⸗ des Gift, ist mein, in ihm kann ich froͤhlich sein. 9. Herz und Muth sind frif froͤhlich nun, froͤhlich, XE⸗ su, ist die Seele; gieb, daß froͤhlich alles Thun dich zum Zweck und Ziel er⸗ waͤhle; laß mich, o mein Sonneuschein, ohne dich nicht froͤhlich sein. 10. Laß mich uͤben Traurigkeit, wo zu trau⸗ ren sichs gehoͤret, sonsten aher Froͤhlichkeit, die ganz nichts als dich begehret; du hist meine Freud allein, durch dich kann ich froͤh⸗ lich sein. 11. Laß mich froͤhlich leben hier, froͤhlich sein in allem Leide; hilf mir froͤhlich sterben dir, gieb mir bald die Himmels⸗ freude, so bleibst du die Freude mein, da, da will ich froͤhlich sein. Ludämilia Gr. v. Schwarzburg. Mel. Alles ist an GOt⸗ tes Segen. Welt schon selig, habe meinen ale hier; An⸗ dre fressen ihre Herzen durch die schweren Sor⸗ genschmerzen, mir kommt gar nichts traurig fuͤr. 2. Bin ich krank, nur ungekraͤnket; der staͤupt mich, der an mich denket, GOtt mein Vater, mich sein Kind. Lazarum, den IEsus liebte, manche Truͤbsal auch betruͤhte; dies nur Liebesstreiche sind. 3. So viel Jahr hab ich genesen, bin gesund und risch gewesen; sollt ich einen kranken Tag nicht von meinem GOtt anneh⸗ men? Kann ich mich zur Lust beguemen, warum nicht zur Liebesplag? Wird von schar⸗ fen Laͤsterzungen manches Leidlied mir gesungen, bin ich darum traurig nicht. Mein Gewissen heißt sie schweigen, kann mir gu⸗ tes Zeugniß zeigen, und die Laͤsterhaͤlse bricht. 5. Alle Welt mag mich verlassen, GOtt der weiß mich so zu fassen, daß ich maͤchtig und getrost al⸗ lem, allem kann absagen, und nichts achten Spott und Plagen, noch was sonsten auf mich stoͤßt. 6. Drum getrost, nur frisch gewaget, der mich jetzo hoͤhnt und plaget, wirds die Laͤnge treiben nicht. IEsus ist es, der mich staͤrket, der es siehet, 5 mmer froͤh⸗der es merket, und schon 526. 8 lich, immer kommet zum Gericht. froöͤhlich, ich bin auf der 7. Alsdann kommt, ihr Laͤ⸗ — * Von der Freudigkeit des Glaubens. 457 Laͤsterzungen, ist es euch allhier gelungen, so ver⸗ dammet mich dann auch. Ich steh als ein Held im Glauben; euer Wuͤthen/ euer Schnauben achte ich wie Dampf und Rauch. 8., Wenn ihr laͤstert, will ich flehen, wenn ihr scheltet, will ich stehen vor des Allerhoͤchsten Thron, und vor ihm mein Herz ausschuͤtten, ob vielleicht ich koͤnnt verbitten euren sonst verdienten Lohn. 9. Ja, wenn gleich auf allen Seiten sich erreget Krieg und Streiten, doch noch froͤhlich, unverzagt! wenn das Schiff beginnt zu krachen, weiß schon IE⸗ sus aufzuwachen: nur im Glauben frisch gewagt! 10. Wuͤthet auch der Hoͤllenrachen, mich, den Sünder, bloͤd zu machen, bleib ich dennoch wohlge⸗ muth. Meines JEsu Blu⸗ testropfen diesen Teufels⸗ rachen stopfen, loͤschen aus die Schwefelglut. 11. Sterben mir die An⸗ verwandten, Eltern, Weib, Kind und Bekannten, bleibt die 74 doch unversehrt; der sie gab, hat sie genom⸗ men: darum sei bei allen rommen GOttes Name hochgeehrt. 12. Ich habs ja nicht aͤndern koͤnnen, will sie meinem IEsu goͤnnen, der viel hoͤher sie geliebt. Er nahm sie vom Weltgetuͤm⸗ mel, und nun ihnen in 13. Muß ich um das Meine kommen, wird mir all mein Gut genommen, doch kein Sorgen mich ver⸗ zehrt. Und was sag ich, um das Meine? GOtt, dem hoͤchsten Gut, alleine was ich habe zugehoͤrt. 14. Dessen hab ich mich verziehen: er hat, was er nur geliehen, von mir wie⸗ der weggethan, und die Last mir abgenommen, daß ich eher zu ihm kommen, und gen Himmel steigen kann. 15. Immer froͤhlich, im⸗ mer froͤhlich! ich bin auf der Erd schon selig; hier faͤngt sich mein Himmel an. Ich will sagen, was ich meine: Es betruͤbt mich nur alleine das, was GOtt erzuͤrnen kann. Magnus Daniel Omeis. Mel. Palet will ich dir geben. Ist GOtt fuͤr trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde, und bin geliebt bei GOtt, was kann mir thun der Feinde und Wi⸗ dersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich ruͤhms auch ohne Scheu, daß GOtt der Hoͤchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Faͤllen er mir ar Rechten steh, und aͤmpfe Sturm und Wel⸗ dem Himmel das verborgne len, und was mir bringet Manna giebt. Weh. 20 3. Der 458 Von der Freudigkeit des Glaubens. 3. Der Grund, da ich mich gruͤnde, ist Christus und sein Blut, das machet, daß ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Chri⸗ stus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein JEsus ist mein Ehre, mein Glanz und hel⸗ les Licht; wenn der nicht in mir waͤre, so duͤrft und koͤnnt ich nicht vor GOt⸗ tes Augen stehen und vor dem strengen Sitz; ich muͤßte stracks vergehen wie Wachs in Feuershitz. 5. Mein JIEsus hat ge⸗ löschet, was mit sich fuͤhrt den Tod; der ists, der mich rein waͤschet, macht schnee⸗ weiß, was ist roth. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Suͤnder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Hoͤll und ihre Flam⸗ men die sind mir nur ein Scherz; kein Urtheil mich erschrecket, kein Unheil mich betruͤbt; weil mich mit Fluͤgeln decket mein Hei⸗ land, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmer⸗ zen, nimmt allen Kummer hin; giebt Segen und Ge⸗ deihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an mei⸗ nem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, GOtt aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch suͤ⸗ ßes Trostwort zu, wie GOtt dem Halte lLeiste, der bei ihm suchet Ruh; und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil, mein Erbe mir praͤchtig zu⸗ gericht; wenn ich gleich fall und sterbe, faͤllt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuch⸗ ten mit Thraͤnen meine Zeit, mein IEsus und sein Leuchten durchsuͤßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem ver⸗ bindet, den Satan fleucht und haßt, der wird ver⸗ folgt, und findet ein harte, schwere Last zu leiden und zu tragen, geraͤth in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen, die sind sein taͤglich Brod. 12. Das ist mir nicht verborgen, doch bin ich unverzagt. Dich will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben, und alles, was ich hab: an dir will ich fest kleben, und nim⸗ mer lassen ab. 13. Die Welt die mag jer⸗ Von der Freudigkeit des Glaubens. 459 zerbrechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll tren⸗ nen mich und dich; kein Hunger und kein Duͤr⸗ sten, kein Armuth, keine hein, kein Zorn des gro⸗ en Fuͤrsten soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus dei⸗ nem Arm und Schooß. 15. Mein Herze geht in Springen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein HErr IEsus Christ; das, was mich singend machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhard. In eigener Melodie. Re einen JE⸗ 528. M sum laß ich nicht; weil er sich fuͤr mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, klettenweis an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht: meinen IE⸗ sum laß ich nicht. 2. IEsum laß ich nim⸗ mer nicht, weil ich soll auf Erden leben. Ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben; alles ist guf ihn gericht. Mei⸗ nen IEsum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Ge⸗ sicht, Hoͤren Schmecken, Fuͤhlen weichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht, mei⸗ nen IEsum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor sei⸗ nem Angesicht meiner El⸗ tern Glaube vranget; mich erfreut sein Angesicht. Mei⸗ nen IEsum laß ich nicht. 5. Nichtnach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wuͤnscht und stoͤhnet, JE⸗ sum wuͤnscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versoͤhnet, der mich freiet vom Gericht. Mei⸗ nen IEsum laß ich nicht. 6. IEsum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus laͤßt mich fuͤr und fuͤr zu dem Lebens⸗Baͤchlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen JE⸗ sum laß ich nicht! Christian Keymann. Mel. von Gott will ich nicht lassen. ich kann 529. Mn nicht verlassen, mein GOtt verlaͤßt mich nicht; wenn ich kein Trost kann fas⸗ sen, ist er mein Zuver⸗ sicht. Daß GOtt mich nicht verlaͤßt, das hab ich oft erfahren in meinen Kinderjahren, drum halt ich an ihm fest. 2. Er ist voll Gnad und Staͤrke; wer sich auf ihn verlaͤßt, betrachtend seine Werke, der ist genug ge⸗ 20*⁰ tröͤst 460 Von der Freudigkeit des Glaubens. troͤst; denn seiner Gna⸗ den Licht erquicket unsre Herzen in Aengsten, Kaͤm⸗ pfen, Schmerzen mit fester Zuversicht. 3. Mich kann auch nicht verlassen JIEsus, der theu⸗ re Mann. Wer ihn nur lernet fassen, deß nimmet er sich an, erquicket seine Seel mit seinen Liebes⸗ gaben, in Ohnmacht ihn zu laben aus seiner Wun⸗ den Hoͤhl. 4. Willst du dich ihm ergeben, du findest in ihm Ruh; er macht dir suͤß das Leben; drum geh ge⸗ rade zu, ergreif sein theu⸗ res Blut; will dich der Satan schrecken, so wird er dich bedecken vor aller Feinde Wuth. 5. Mich kann auch nicht verlassen des HErren wer⸗ ther Geist; ich will die Suͤnde hassen und thun/ was er mich heißt: so wird mich dessen Guͤt mit Mut⸗ terhaͤnden leiten, und hier mit Himmels⸗Freuden er⸗ quicken mein Gemuͤth. 6. Er selbst wird durch sein Leben ertoͤdten mei⸗ nen Tod, und volle Kraft mir geben, zu dulden Schmach und Spott. In allem, was ich thu, soll er mich sters regieren, und endlich mit sich fuͤhren zur Frend und mit zur Ruh. In eigener Melodie. 530 Son es gleich bisweilen scheinen, als wenn GOtt glaub und weiß ich dies, GOtt hilft endlich noch gewiß.— Huͤlfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wanns noͤthig ist. 2. Gleich wie Vaͤter nicht hald geben, wonach ihre Kinder streben, so haͤlt GOtt auch Maaß und Ziel: er giebt wem und wann er will.— Seiner kann ich mich vertroͤsten, wann die Noth am allergroͤßten; er ist gegen seinem Kind mehr als vaͤterlich dem. 3. Trotz dem Teufel, trotz dem Drachen! ich kann ihre Macht verlachen; trotz dem schweren Kreu⸗ zesjoch! GOtt, mein Va⸗ ter, lebet noch.— Trotz des bittern Todes Zaͤhnen, trotz der Welt und allen denen, die mir sind ohn Ursach feind! GOtt im Himmel ist mein Freund. 4. Laß die Welt nur im⸗ mer neiden: will sie mich nicht laͤnger leiden, ei so frag ich nichts darnach. GOtt ist Richter meiner Sach.— Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel blei⸗ ben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich al⸗ les zur Genuͤg. 5, Ich will ihr gar ger⸗ ne lassen, was ich sonsten pfleg zu hassen; sie hab ihren Erdenkoth, und laß mir nur meinen GOtt.— Ach HErr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem verließ die Seinen: o so Andern abe; legt man 0 glei Don der Freudigkeit des Glaubens. 461 gleich in das Grab, gnug, HErr, wenn ich dich nur hab. Christoph Titius. In eigener Melodie. —* rau auf GOtt 531.—in allen Sa⸗ chen, die dich jetzo traurig machen; trau auf GOtt in allen Dingen, die dir zu dem Herzen dringen. 2. Trau auf GStt in Seelenplagen, wenn dich deine Suͤnden nagen; denn GoOtt ist in solchen Schmerzen ein recht Pfla⸗ ster fuͤr die Herzen. 3. Trau auf GOtt wenn Tod und Hoͤlle, wenn der Teufel ist zur Stelle, und dir vom Verdammen sa⸗ get: GOtt ist, der ihn alsbald jaget. 4. Trau auf GOtt im böͤsen Gluͤcke; denn GOtt ist dir eine Bruͤcke, drauf du sichern Stand kannst haben, wenn viel Ungluͤck um dich traben. 5. Trau auf Gott, wenn boͤse Seuchen in dem Land herummer schlei⸗ chen; denn er kann dich so bedecken, daß dich keine darf anstecken. 6. Trau auf GOtt in Kriegsgefahren, denn er L weiß dich zu bewahren; er kann machen, daß die Feinde werden deine be⸗ en Freunde. 7. Trau auf GoOtt in Hungersnoͤthen, dann wird dich kein Hunger toͤdten; waͤchset gleich kein Korn auf Erden, dann wird Brod aus Steinen werden. 8. Trau auf GOtt bei duͤrren Zeiten; denn er wird vom Himmel leiten seines Segens Stroͤm und Quellen, die dein Herz zufrieden stellen. 9. Trau auf GOtt, wenn Feuersflammen schlagen uͤber dich zusammen. GOt⸗ tes Engel schuͤtzt die From⸗ men, die in Feuersnoth gekommen. 10. Trau auf GOtt, wenns stuͤrmt und schneiet/ wenn die Donnerwolke schreiet, wenn dich trifft das boͤse Wetter; denn Gott ist allein dein Retter. 11. Trau auf GOtt in allen Sachen, denn er kann den Ausschlag machen; trau auf GOtt in allen Dingen, dann wirst du ein Danklied singen. Zustus Sieber. In eigener Melodie. 532 on Gott 4 will ich nicht lassen, denn er laͤßt nicht von mir, fuͤhrt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irret sehr. Er reicht mir seine Hand; den Abend als den Morgen thut er mich wohl versor⸗ Lunn sei wo ich woll im alld. 2. Wenn sich der Men⸗ schen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findt fich GOtt gar balde, sein Macht und Gnad bewaͤhrt; hilfet aus aller Noth, er⸗ rett von Suͤnd und Schan⸗ den, von Ketten und von Banden, und wenns auch waͤr der Tod. 3. Auf 462 Von der Freudigkeit des Glaubens. 3. Auf ihn will ich ver⸗ trauen in meiner schweren Zeit; es kann mich nicht ereuen, er wendet alles eid. Ihm sei es heim⸗ gestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei GOtt dem HErrn ergeben; er machs, wies ihm gefaͤllt. 4. Es thut ihm nichts gefallen, denn was mir nuͤtzlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den HErren Christ, ja, seinen lieben Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernaͤhret: lobt ihn ins Himmels Thron. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welchs er uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt; sonst verdirbt alle Zeit, die wir zubrign auf Erden; wir sollen se⸗ lig werden und bleibn in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrem Stolz und Pracht, wedr Ehr noch Gut bestehet, so vor war narh dem& wir wer⸗ den nach dem Tod tief in die Erd begraben, wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken GOtt. 7. Die Seel bleibt un⸗ verloren, gefuͤhrt in Abrams Schooß; der Leib wird neu geboren, von allen Suͤn⸗ den los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des HErren. Daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwaͤrtigkeit wie ichs auch wohl ver⸗ schulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freu⸗ den voll; dieselb ohn einigs Ende, dieweil ich Christum kenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fuͤlle erworben und Genad; und GOtt, der heilge Geist, im Glauben uns regieret, zum Reich des Himmels fuͤhret. Ihm sei Lob, Ehr und Preis. Ludwig Helmbold. In eigener Melodie. 533 arum sollt . ich mich denn graͤmen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rau⸗ ben, den mir schon GOt⸗ tes Sohn beigelegt im Glauben. 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein: GOtt allein ist es, ders gegeben; will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn den⸗ noch froͤhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein: sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der 1* e Von der Freudigkeit des Glaubens. 463 es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Un⸗ gluͤck enden. 5. GOtt hat mich bei — Tagen oft ergotzt, ollt ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist GOtt, und schaͤrft mit Maaßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten koͤnnen mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spot⸗ ten, laß sie lachen: GOtt mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen: wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. Kann uns doch kein Tod nicht toͤdten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Roͤthen; schleußt das Thor der bittern Lei⸗ den, und macht Bahn, da man kann gehn zur Him⸗ melsfreuden. 9. Allda will in suͤßen Schaͤtzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich er⸗ goͤtzen; hier ist kein recht Gut zu finden, was die Welt in sich haͤlt, muß im Hui verschwinden. 10. Was sind dieses Le⸗ bens Guͤter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemuͤther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 11. HErr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, dil bist mein, ich bin dein, nie⸗ mand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir. zu gut in den Tod gegeben 12. Du bist mein, wei ich dich fasfe/ und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich nnd ich dich leib⸗ lich werd umfangen. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 534. as GOtt thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er faͤngt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein GOtt, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten: drum laß ich ihn nur walten. 2. Was GOtt thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betruͤgen; en fuͤhret mich auf rechter Bahn, so laß ich mir ge⸗ nuͤgen an seiner Huld, und hab Geduld; er wird mein Ungluͤck wenden, es steht in seinen Haͤnden. 3. Was GOtt thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken; er, als ein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift ein⸗ schenken fuͤr Arzenei; GOtt ist getreu, drum will ich auf ihn bauen, und seiner Guͤte trauen. 4. Was GOtt thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht 464 Von der Freudigkeit des Glaubens. Licht und Leben, der mir nichts Boͤses goͤnnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit da oͤffent⸗ lich erscheinet, wie treu⸗ lich er es meinet. 5. Was GOtt thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmek⸗ ken, der bitter ist nach mei⸗ nem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken; weil doch zuletzt ich werd er⸗ goͤtzt mit suͤßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was GoOtt thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend trei⸗ ben, so wird GOtt mich ganz vaͤterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast Mel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. enn ich 535. betracht mein suͤndlichs Wesen/ und daß ich doch in Gnaden bin, und wiederum in GOtt genesen, so freuet sich Herz, Muth und Sinn/ und spricht: Mein JEsus hats verricht: ich lasse mei⸗ nen IEsum nicht. 2. Von JEsu will ich nimmer wanken, der mich geliebet hat vorhin, und dem ichs einzig hab zu danken, daß ich jetzund in Gnaden bin; daher ihm Mund und Herz verspricht: Ich lasse meinen IEsum nicht. 3. Ich laß ihn nicht, ich will ihn halten, es geh mit druͤber, wie es geh; ich lasse meinen JIEsum walten, bei dem ich in Genaden steh; was mir auch ewig drum geschicht, ich lasse meinen IEsum nicht. 4. Er laͤßt mich nicht, sollt ich ihn lassen? O nein, mein IEsus bleibet mein; ich will ihn immer staͤrker fassen, und schließen in mein Herz hinein; im Glauben wird es zuge⸗ richt, im Glauben laß ich IEsum nicht. 5. Der Satan meint mich zu erreichen, die Welt kommt auf mich zugerennt/ und dieses ist ein rechtes Zeichen, dabei man einen Christen kennt; ich aber bin ihm hoch verpflicht, ich lasse meinen JEsum nicht. 6. Man mag mich hier und da vertreiben, ich weiß schon einen sichern Ort, da man mich wohl muß lassen bleiben, das ist mein IEsus und sein Wort. Mein Alles ist auf ihn gericht: ich lasse meinen IEsum nicht. 7. Kommts gleich mit mir gar bis ans Leben, weil ja die Welt nur Bos⸗ heit uͤbt: mein JEsus wird mirs wieder geben, den meine ganze Seele liebt. Ich leb und sterb auf den Bericht: ich lasse meinen IEsum nicht. 8. Der Tod soll uͤber mich im Sterben auch nicht behalten Oberhand; mein IEsus laͤßt mich nicht Von der Freudigkeit des Glaubens. 465 nicht verderben, deß hab ich ein gewisses Pfand, so mir sein heilsam Wort verspricht; ich lasse meinen IEsum nicht. 9. Die Welt muß endlich auch mit aller ih⸗ rer Herrlichkeit; nichts ist, das ewig kann bestehen, als was uns IEsus hat be⸗ reit; wenn Himmel, Erd und alles bricht, laß ich doch meinen IJEsum nicht. 10. Schlaͤgt mich die Suͤnd schon oftmals nie⸗ der, daß mein Gewissen fast verzagt, hilft JEsus doch und staͤrkt mich wie⸗ der, er haͤlt, was er mir schon me drum wenn mich chon mein Suͤnd anficht, laß ich doch meinen JE⸗ sum nicht. 11. Der juͤngste Tag kann mich nicht schrecken, ich dring vom Tod zum Leben ein; mein IEsus will mich auferwecken, daß ich bei ihm soll ewig sein; an jenem 116 1 Weltge⸗ rich“, da laß ich meinen IEsum nicht. 12. Ich laß ihn nicht in jenem Leben, dort will ich ihm zur Seiten stehn, will ewig, ewig an ihm kleben/ und nimmermehr von JE⸗ su gehn; da will ich sehn sein Angesicht, und meinen IEsum lassen nicht. 13. Da will ich Halle⸗ lujah singen und Amen in dem hoͤchsten Ton, will Ruhm, Dank, Preis und Ehre bringen und ewges Lob vor GOttes Thron, will wandeln dort in sei⸗ nem Licht, und meinen IEsum lassen nicht. Erasmus Finx. Mel. Was mein Gott will, das gscheh allzeit. 536 er GOtt — vertraut/ hat wohl gebaut im Him⸗ mel und auf Erden; wer sich verlaͤßt auf IEsum Christ, dem muß der Him⸗ mel werden; darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest und steif thu setzen; HErr IEsu Christ, mein Trost du bist in Todes Noth und Schmerzen. 2. Und wenns gleich waͤr dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, JEsu Christ, der sie all schlaͤgt darnieder. Und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fuͤr⸗ wahr mir ganz und gar wedr Tod noch Teufel schaden. 3. Dein troͤst ich mich ganz sicherlich, denn du kannst mir wohl geben, was mir ist Noth, du treuer Gott, in diesm und je⸗ nem Leben. Gieb wahre Reu,/ mein Herz erneu, er⸗ rette Leib und Seele. Ach höͤre, HErr, dies mein Be⸗ gehr, und laß mein Bitt nicht fehlen. Johann Mühlmann. Mel. Klachs mil mir, GOtt, nach deiner Güt. 537 ohl dem/ der sich guf seinen GOtt recht kind⸗ lich kann verlassen; den 20* mag 466 Von der Begierde zu GOtt. mag gleich Suͤnde, Hoͤll und Tod und alle Teufel hassen, so bleibt er dennoch wohl vergnuͤgt, wenn er nur GOtt zum Freunde kriegt. 2. Die boͤse Welt mag immerhin mich hie und da befeinden; kann sich nur mein Gemuͤth und Sinn mit meinem GOtt befreun⸗ den, frag ich doch nichts nach ihrem Haß; ist GOtt mein Freund, wer thut mir was?: 3. Und ob ich gleich dar⸗ uͤber oft viel Ungluͤck lei⸗ den muͤssen, so hat GOtt gleichwohl unverhofft mich wieder draus gerissen. Da lernt ich erst, daß GOtt allein der Menschen bester Freund muß sein, 4. Ja/ wenn gleich mei⸗ ner Suͤnden Schuld sich haͤuft in mir zusammen, mich treibt in Angst und Ungeduld, und will gleich hier verdammen: so fuͤrcht ich doch dieselbe nie, denn GOtt, mein Freund, ver⸗ tilget sie. 5. Dahero trotz der Hoͤl⸗ len Heer, trotz auch des Todes Rachen, trotz aller Welt! mich kann nicht mehr ihr Pochen traurig machen. Ott ist mein Freund, mein Schutz und Rath; wohl dem, der GOtt zum Freunde hat! Mel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. a ch bins ge⸗ kann nichts scheiden von meinem Heil, von meinem GOtt. Was frag ich nach Welt, Kreuz und Leiden? was acht ich Noth, Tod, Hohn und Spott? Mir bleibts gewiß, was GOtt verspricht; ich weiß, mein IEsus laͤßt mich nicht. Zoh Olearius. Von den Früchten des Heils. I. Von der Liebe und Begierde zu GOtt. Mel. O JEsu, mein Bräutgam, wie ist mir so uchrl 6 dich 5 aß di 538. A jetzt finden, komm, IEsu, komm fort, mein Herze will binden dein Herze, mein Hort. Nach IEsu ich schreie, den hab ich erwaͤhlt; mein JEsus ist treue, ihm bin ich ver⸗ maͤhlt. 2. Trotz deme, der den⸗ ket, daß seine ich sei! ich bin nun verschenket, es bleibet dabei; nichts brin⸗ get mir Schmerzen, weil IEsus allhier, der traͤgt mich im Herzen, ihn traz ich in mir. 3. O weichet, ihr Feinde, denn JEsus ist mein; ihn hab ich zum Freunde, sein bin ich allein; ich bleibe — sein Von der Begierde zu GOtt. 46 sein eigen, er hat mich er⸗ kauft; sein Blut wird er zeigen, damit ich getauft. 4. Auch kann ich ermes⸗ sen, daß JEsus mich liebt weil er mir zu essen sich selbsten dargiebt; so hab ich auch wieder, was JIEsu gehoͤrt, Leib, Seele und Glieder ihm gleichfalls ver⸗ ehrt. 5. Ja, ja, ich bin seine, wir beide sind eins, ich bin nicht mehr meine, uns schei⸗ det nun keins; bleib gleich ich auf Erden, so lange er will, so hab ich den Wer⸗ then, dem halt ich auch still. 6. Ihn kann mir nichts rauben, der Staͤrkste, der siegt; an den will ich glau⸗ ben, im Herz er mir liegt; im Schlafen und Wachen ist JEsus mir nah: ei sollt ich nicht lachen, daß JE⸗ sus steht da? 7. Lehr, IEsu, mich froͤhlich hier leben in Noth, lehr sterben mich selig, mein IEsu, mein GOtt! An JIEsu ich klebe, in IEsu ich ruh; in JEsu ich lebe, und sterbe dazu. Ludämilia Elisabeth Gräfin v. Schwarzburg. Mel. Schwinge dich, mein schwacher Geist. 539. Actean GOtt, wie lieblich ist deine Woh⸗ nung, da du bist; Zions Burg, da man nichts hoͤ⸗ ret als des werthen Braͤut⸗ gams Ruhm, womit seine Braut ihn ehret in dem stillen Heiligthum. * 2. Ach wie sehn ich mich dahin, daß ich vor Verlan⸗ gen bin fast vergangen. Moͤcht ich koͤnnen vor sein heilges Angesicht treten, und in Liebe brennen bei dem suͤßen Gnadenlicht. 3. Welches Voͤglein ist doch wohl, wenn es Junge hecken soll, das nicht bald ein Nest sich mache, oder baue irgend an unter ei⸗ nem sichern Dache, da es sich erquicken kann. 4. Warum sollt ich, Lieb⸗ ster, nicht dein holdseli vertangen zu erblicken auch verlangen, wo vor dei⸗ nem Altar ich wahre Ruhe kann empfangen und mich laben ewiglich? 5. Wohl den Menschen, die bei dir sich befinden fuͤr und fuͤr; die sind nur allein bemuͤhet, dich zu loben immerdar, weil ihr Herz von Liebe gluͤhet bei der Auserwaͤhlten Schaar. 6. Doch auch wohl dem, der von dir Kraft em⸗ pfaͤnget fuͤr und fuͤr; rich⸗ tet sein Herz auf die We⸗ ge, die zu deinem Tempel —* und ist nicht im aufe traͤge, ob er muß viel Kreuz ausstehn. 7. Denn die durch dies Thraͤnenthal gehen nach dem Freudensaal, machen solches selbst zur Quelle, die zur Freude dienen muß, und der Regen, der so helle sich ergießt, bringt Ueberfluß. 8. Denn das Kreuz, das hier ein Cbrist, der nach GoOtt begierig ist, auf sich nim⸗ 468 Don der Begierde zu GOtt. nimmet, ist so suͤße, daß es Freud und Leben giebt; dazu kommen Gnaden⸗ fluͤsse von dem Geiste, der sie liebt. 9. Da gehn sie aus Kraft in Kraft, bis daß ihre Wanderschaft sie be⸗ schließen, und gelangen vor des Hoͤchsten Ange⸗ sicht, da sie vor ihm koͤst⸗ lich prangen, angethan mit lauter Licht. 10. Run, mein GOtt, er⸗ hoͤre mich; GOtt Zebaoth, neige dich auch zu meinem armen Flehen; ach mein Schild, verschmaͤh mich nicht; gieb, daß ich auch moͤge sehen bald dein freundlich Angesicht. 11. Denn auch einen Tag allein in dem Hause GOttes sein will ich noch viel hoͤher achten, als viel tausend andre Tag; ich will kieber dahin trachten, daß ich drinnen huͤten mag. 12. Denn du, Hrr, bist Sonn und Schild, der du deinen Kindern willt niemals etwas man⸗ geln lassen. Wohl dem, HErr GOtt Zebaoth, der dich kann im Glauben fas⸗ sen, und dir trauen in der Noth. Christian Jakob Koitsch. Mel. Christus, der ist mein Leben. Osch waͤr ich 540. Aschen dort droben, mein Heiland, waͤr ich da, wo dich die Schaa⸗ ren loben und saͤng Hal⸗ lelujah! 2. Wo wir dein Antlitz schauen, da sehn ich mich hinein, da will ich Huͤtten bauen; denn dort ist gut zu sein. 3. Da werd ich alles se⸗ hen: den großen Scho⸗ pfungsrath, was durch dein Blut geschehen und deines Geistes That. 4. Da feiern die Gerech⸗ ten, die ungezaͤhlte Schaar, mit allen deinen Knechten, das große Jubeljahr. 5. Mit goͤttlich⸗ suͤßen Weisen wird mein verklaͤr⸗ ter Mund dich ohne Suͤn⸗ de preisen, du, meines Le⸗ bens Grund. 6. Da werden meine Thraͤnen ein Meer voll Freude sein. Ach stille bald mein Sehnen und ho⸗ le mich hinein. Ernst Gottlieb Woltersdorf. Mel. Wo ist der Schönste, den ich liebe. 541 Ac moͤcht ich 1* meinen JE⸗ sum sehen, der meine Seel so herzlich liebt, ob ich ihn gleich so oft betruͤbt! Ach moͤcht ich aus mir sel⸗ ber gehen zu dem, der mich so kraͤftig ziehet von dieser Welt zu sich hinauf, bei der ich mich so sehr be— muͤhet in meinem ganzen Lebenslauf! 2. Ach moͤcht ich doch die Fuͤße kuͤssen, und prei⸗ sen seine Naͤgelmaal, die Muͤh und Schmerzen ohne Zahl, die er fuͤr mich er⸗ dulden muͤssen! Ach moͤcht ich mich doch niedersetzen zu —D—————.—58— Von der Begierde zu GOtt. 469 0 seinen Fuͤßen in Ge⸗ uld, und sie mit Liebes⸗ thraͤnen netzen, dieweil er 913 meine Schuld! Ach laß mich mit Iohanne liegen an deiner sußen Liebesbrust, und treib aus mir den Suͤndenwust; laß nicht die Welt mich mehr betruͤgen, der ich so lang bin nachgegangen; ihr Tand sei mir ganz unbe⸗ wußt hinfort, damit nur mein Verlangen, zu dir geh, JEsu/ mieine Lust! 4. Ja, ich muß noch was Groͤßers bitten: Zieh mich, mein IEsu, ganz in dich, und komm du selber auch in mich; laß mich nur bloß nach deinen Sit⸗ ten und heilgem Willen einhergehen; ja ruf und treib mich stets zu dir, und laß mich nicht zuruͤcke se⸗ hen, mein Heiland, so ge⸗ 23 mir. Ich will hinfort nun ales uss sen und folgen dir nur blindlings nach, auch achten ganz kein Ungemach. Ich will nun recht mein Leben hassen, damit ich moͤge zu dir kommen. Mach mich nur fest durch deine Gnad, und fuͤhre mich zu deinen Frommen; gieb selbst zu allem Rath und That. Maria Magd. Böhmer. Mel. Uun komm der Heiden Heiland. 5 42 A wann * kommt die Zeit heran, daß ich möͤge NEsun an meinen liebsten 2. Ach wo bleibst du doch/ mein Licht? Komm doch fort, und saͤum dich nicht. Komm doch, weil mit gro⸗ ßem Schmerz auf dich wart mein krankes Herz. 3. Kommst du nicht jetzt alsobald, meines Lebens Aufenthalt, so vergeht vor Liebsbegier mein betruͤbter Geist in mir. 4. Allzeit weißt du, daß ich mich nicht erhalten kann ohn dich, weil du, liebster IEsu Christ, meines Le⸗ bens Leben bist. 5. Drum, so komm doch bald zu mir, und erfreue mich mit dir; schleuß mich in die Arme ein, die fuͤr mich verwundet sein. 6. Reich mir deinen suͤ⸗ ßen Mund, thu mir deine Liebe kund, druͤck mich an die zarte Brust, die mir 2——— schaffet Lust. Also werd ich dort um hier froͤhlich singen fuͤr und fuͤr, daß du, lieb⸗ ster IJEsu Christ, meines Lebens Leben bist. Johann Angelus. Mel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. Hlch wenn ich 543. A dich, mein GOtt, nur habe, nach Erd und Himmel frag ich nicht. Nichts ist, das meine Seele labe, als du, mein GOtt, mein Trost und Licht. Ruͤhmt sich die Welt mit ihrer Lust, ohn dich ist mir 312 Trost bewußt. 2. Soll Leib und Seele IEsum Christ, der mein. mir verschmachten/ ich 99 0 Aeb und Leben ist⸗ 47⁰ Von der Begierde zu GOtt. doch getrost auf dich. Nichts will ich alle Plagen achten, an dir allein erquick ich mich; regt sich auch alles wider mich/ es bleibt dabei ich liebe dich. 3. Hab ich nur dich, so hab ich alles, was meine Seele wuͤnschen kann; auch fuͤrcht ich mich gar keines Falles, liebst du mich nur, was sicht mich an? Drum spricht mein Herz: du bist mein Theil, in dir ist meiner Seelen Heil. Benj. Schmolk. Mel. Wie schön ist unsers Rönigs Braut. 544(Vu unser aus⸗ erwaͤhltes Haupt, an welches unsre Seele glaubt, laß uns in deiner Maͤgel Maal erblik⸗ ken unsre Gnadenwahl, und durch der aufgespaltnen Seite Schrein fuͤhr unsre Seelen aus und durch und ein. 2. Dies ist das wunder⸗ volle Ding: erst duͤnkts fuͤr Kinder zu gering, und dann zerglaubt ein Mann sich dran, und stirbt wohl, eh ers glauben kann; dar⸗ alt erkennt man hier das kleine Heer, und davon singt man noch am glaͤsern Meer. 3. So lange eine Mensch⸗ heit ist, so lange JEsus bleibt der Christ, so bleibet dies das A und O vom ganzen Evangelio; und daß das GOtteskraft und Weisheit ist, das wißt ihr alle, die ihr Wahrheit wißt. 4. Wenn einer von der Mutter her vielleicht noch unbescholten waͤr, und wuͤßte kaum was Fleisch und Blut, was Geiz sei oder hoher Muth, und in dem allen sich selbst helfen kann, der ist ein blinder und ein armer Mann. 5. Und wer auch in dem Glanz des Lichts sich sieht, und sieht, er tauge nichts und geht und greift die Sache an, will eher Guts thun als er kann, und muͤht sich selber viel und mancherlei, der lernet nie, was ein Erloͤser sei. 6. Wenn aber ein ver⸗ lornes Kind vom Tod er⸗ wacht, sich kruͤmmt und windt, und sieht das Bös als Boͤse an, und glau⸗ bet, daß es sonst nichts kann, verzagt an sich, es eht ihm aber nah: kaum ieht sichs um, so steht der Heiland da. 7. Wie geht dirs? O, es geht nicht gut, ich liege hier in meinem Blut. Da spricht der Menschen⸗ freund: Mein Sohn, nimm hin die Absolution, und sieh mich an, und glaub und stehe auf, und freue dich, und zieh dich an und lauf. 8. Die Seele kriegt den neuen Geist, sie glaubt und thut, was IEsus heißt; sie sieht das Lamm mit Augen an, die GOtt al⸗ leine geben kann, steht auf, bekommt ein unsichtbar Ge⸗ wand, und ist auf einmal mit dem Lamm bekannt. 9. Die Sanerschug 1 Von der Begierde zu GOtt. 47¹ und GoOttes⸗Kraft die machen gleich Genossen⸗ schaft, und bleiben immer ungetrennt im Herzen, das den Heiland kennt; da geht kein guter Wille mehr zu⸗ ruͤck, denn ihre Arbeit ist ein ewges Gluͤck. 10. Erst heißt der Freund die Seele ruhn, dann essen und hernach was thun; so uͤbt er ihre Glaubens⸗ kraft in einer treuen Rit⸗ terschaft. Sie thut, und wenn sie dann ihr Werk gethan, denkt sie gemei⸗ niglich nicht weiter dran. 11. Und wuͤrde man ja irgendwo der eignen Gna⸗ denarbeit froh, so kommt die heilge Schaam herbei, die zeiget uns so mancher⸗ lei, daß man GOtt dankt, wenn man sich selbst ver⸗ gißt, und denkt an nichts, als daß ein Heiland ist. . Und allenthalben geht der Sinn der Glaͤubigen zur Gnade hin, und sinnet/ wie er Nacht und Tag dem Braͤutigam gefallen mag, der uns vom ewgen Tode losgemacht und un⸗ verdient zur Seligkeit ge⸗ bracht. Nic. Ludwig Gr. v. Zinzendorf⸗ Mel. Thu, YErr, mein Geschrei erhören. 545*(J Ott/ nur du bist meine Sonne, Heil und Wonne, du bist meiner Seelen Licht. Nichts als Dunkelheit und Schmerzen bleibt im Her⸗ zen, wenn dein Gnaden⸗ glanz gebricht. 2. O vertreib die Fin⸗ sternisse, weichen muͤsse deinem Lichte meine Nacht. Nacht und Dunkel moͤgen schwinden, laß mich finden/ was mein Auge helle macht. 3. O du Licht der Ewig⸗ keiten und der Zeiten, blicke mich durchdringend an. Deiner Liebe Glanz erschei⸗ ne, du alleine bists, der wahrhaft lieben kann. 4. Stelle selbst in mei⸗ nem Herzen helle Kerzen himmlischer Gedanken auf. Wenn zu dir das Herz sie ziehen, muß es gluͤhen fuͤr den heilgen Glaubenslauf. 5. Floͤße du mir Him⸗ melssaͤfte, reine Kraͤfte dei⸗ nes Gnadenlebens ein. So werd ich nur, dich zu lie⸗ ven, recht mich uͤben, treu in deinem Dienste sein. 6. Denke nicht mehr meiner Suͤnde, ach ent⸗ winde ganz vielmehr mich ihrer Schuld. Halte mich in deinen Armen, voll Er⸗ barmen leuchte deine Va⸗ terhuld. 7. Laß mich, HErr, aus deinen Schranken nimmer wanken; leb und wirke selbst in mir. Laß mich nirgends je auf Erden froͤh⸗ lich werden als, mein ein⸗ zig Gut, in dir. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Err. * Err JEsu 546. Her. mein hoͤchstes Gut, mein Seelenschatz, mein Her⸗ zensmuth und aller en ne 47² Bon der Begierde zu GOt. nen Freude; ich bleibe den⸗ noch stets an dir, so ist auch nichts, das dich von mir und unsrer Liebe schei⸗ de; du machst mir deinen Weg bekannt, haͤltst mich bei meiner rechten Hand, regierst und fuͤhrst den Le⸗ benslauf, und hilfest mei⸗ ner Schwachheit auf. HErr JEsu Christ, du bist mein Licht 71 ich folge dir, so irr ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet: dertit gleich zu Zeiten wun⸗ erlich, so weiß ich den⸗ noch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn, nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Ge⸗ rechtigkeit. HErr JEsu Christ, ach voll Begier wuͤnsch ich mich heute noch bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich ericht, hab ich nur dich, 10 frag ich nicht nach Him⸗ mel und nach Erden: denn waͤr der Himmel ohne dich/ so koͤnnte keine Lust fuͤr mich in tausend Himmeln werden. Waͤrst du nicht schon auf Erden mein, moͤcht ich auch nicht auf Erden sein; denn keine tau⸗ sendfache Welt hat nichts/ das mir, wie du, gefaͤllt. HErr IEsu Christ, wo du nicht bist:, ist nichts, was mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir burch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten: dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hoͤlle waͤr mein Glaube nichts nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. HErr JEsu Christ, ich hoffe festn daß deine Kraft mich nicht verlaͤßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der Welt dir nicht bestaͤndig Glauben haͤlt, muß freilich noch verder⸗ ben, und kann, weil er die Lust und Pracht bes Fleisches hier zum Himmel macht, den Himmel dort nicht erben. Wer mit dem Teufel aͤrgerlich in Suͤn⸗ den huret wider dich, und denkt an keine Buße nicht, den bringst du um durch dein Gericht; HErr IE⸗ su Christ, du bist dabei dem, der dir treu ist, ewig treu. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir, du aber haͤltst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und auch im Leide: dein Thun soll alles und allein in meinem Herz und Mun⸗ de sein, bis ich dich kann mit Augen sehn. Ach möchte solches bald geschehn. HErr JEsuChrist, ich warte drauf Von der Begierde zu GOtt. 473³ 2: komm, komm, mein Schutz, und nimm mich Erdmann Neumeister. Nun laßt uns den Leib raben. 547. D * greiflich hoͤchstes Gut, an welchem klebt mein Herz und Muth! ich duͤrst, o Lebensquell, nach dir: ach hilf, ach lauf, 902 komm zu mir! Ich bin ein Hirsch, der durstig ist von großer Hitz; du, JEsu, bist fuͤr diesen Hirsch ein Seelen⸗ trank: erquicke mich, denn 3113 bin krank. Ich schreie zu dir ohne Sinma⸗ ich seufze nur: O HErr, vernimm; ver⸗ nimm es doch, du Gna⸗ denquell, und labe meine duͤrre Seel. 4. Ein frisches Wasser fehlet mir, HErr IEsu, zeuch, zeuch mich nach dir nasch dir ein großer Durst mich treibt: ach waͤr ich dir nur einverleibt! 5. Wo bist du denn, o Braͤutigam? Wo weibest du, o GOtteslamm? An welchem Bruͤnnlein ruhest du? Ich duͤrste, laß mich 516 dazu. Ich kann nicht mehr/ ich bin zu schwach, ich schreie, duͤrst und ruf dir nachz der Hirsch muß bald fen, un sein: du bist ja ein, und er ist dein. Joachim Neander. Mlel. Nun preiset alle GOttes. 548.P ch hab von ferne, HErr deinen Thron erblickt, und haͤtte gerne mein Herz vor⸗ ausgeschickt, und haͤtte gern mein muͤdes Leben, Schoͤ⸗ 90 der Geister, dir hinge⸗ geben. 2. Das war so praͤch⸗ tig, was ich im Geist ge⸗ sehn. Du bist allmaͤchtig;; drum ist dein Licht so schoͤn. Koͤnnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von 1190 an ewig wohnen! Nur ich bin suͤndig/ de. Erde noch geneigt; das hat mir buͤndig dein heil⸗ ger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich froͤhlich, daß mich kein Bann er⸗ schreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Lei⸗ den uͤben, und dich zeit⸗ 576 inbruͤnstig lieben. Ich bin zufrieden, daß ch die Stadt gesehn; und ohn Ermuͤden will ich ihr naͤher gehn, und ihre hel⸗ len goldnen Gassen lebens⸗ lang nicht aus den Augen lassen. Joh. Timoth. Hermes. Mel. Uun freut euch lieben Christen gmein. Ott Lob, ein 549. G Schritt zur Ewigkeit ist abermals vol⸗ lendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fleußt, und alle Gnade sich er⸗ Leben in meine Seel zum ehen. 2. Ich 47⁴4 Von der Begierde zu GOtt. 2. Ich zaͤhle Stunden/ Tag und Jahr, und wird mir allzulange, bis es er⸗ scheine, daß ich gar, o Le⸗ ben, dich umfange, damit, was sterblich ist in mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe gluͤht mein Herz, daß sich entzuͤndet, was in mir ist und mein Gemuͤth sich so mit dir verbindet, daß du in mir, und ich in dir/ und ich doch immer noch allhier will naͤher in dich dringen. 4. O daß du selber kaͤ⸗ mest bald! ich zaͤhl die Augenblicke; ach komm, eh mir das Herz erkalt und sich zum Sterben schicke! komm doch in deiner Herr⸗ lichkeit; schau, deine Braut hat sich bereit, die Lenden sind umguͤrtet. 5. Und weil das Oel des Geistes ja in mir ist selomoenm du mir auch selbst von innen nah, und ich in dir zerflossen; so leuchtet mir des Lebens Licht, und meine Lamp ist zugericht, dich froͤhlich zu empfangen. 6. Komm! ist die Stimme deiner Braut, komm, ru⸗ fet deine Fromme; sie ruft und schreiet uͤberlaut: Komm bald, ach IEsu, komme. So komme denn, mein Braͤutigam, du ken⸗ nest mich, o GOtteslamm, daß ich dir bin vertrauet. 7., Doch sei dir ganz anheim gestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefaͤllt, daß ich mit Herz und Munde dich willkommen heiß, und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 8. Ich bin vergnuͤgt,‚ daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor jedermann dich darf den Braͤutgam nennen, und du, o theu⸗ rer Lebensfuͤrst, dich dort mit mir vermaͤhlen wirst, und mir dein Erbe schenken. 9. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich der Tag geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt nochmals vollen⸗ det; und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 10. Wenn auch die Haͤnde laͤssig sind, und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, da⸗ mit durch deine Kraft mein Herz sich staͤrke, und ich himmelwaͤrts ohn Unter⸗ laß aufsteige. 11. Geh, Seele, frisch, im Glauhen dran, und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so dir der Lauf zu lang⸗ sam deucht, so eile, wie ein Adler fleucht, mit Fluͤ⸗ geln suͤßer Liebe. O JEsu, meiné Seele ist zu die schon auf⸗ geflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich Hüuch i * Von der Begierde zu GOtt. 475 lich ausgesogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in JEsu lebe. Aug. Herm. Franke. Mel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. 5 Err, wenn 550. ich bich nur werde haben, mein bestes Theil zu jeder Zeit, so wird sich Leib und Seele laben hier zeitlich und in Ewig⸗ keit. Was geht die Welt uns Cbristen an? Genug, wer dich, GOtt, haben kann. 2. Wie schoͤn und hoch hast du gebauet die ster⸗ nenreiche Himmelsstadt, daß sie der Mensch mit Lust anschauet, die so viel Glauz und Klarheit hat? Was geht mich Sternen⸗ klarheit an? Genug, wer dich, GOtt, haben kann. 3. Wie reich ist doch von Gold und Schaͤtzen der Erden großes Wun⸗ derfeld, wie weiß sich man⸗ cher zu ergoͤtzen an Reich⸗ thum/ Ehre, Gut und Geld. Was geht mich aller Reich⸗ thum an? Genug, wer dich, GOtt, haben kann. 4. Kann auch ein festrer Bund im Leben, als zwi⸗ schen Leib und Seele sein? Wenn die sich von ein⸗ ander geben, glsbald Ver⸗ schmachtung faͤllet ein. Was geht mich dieses Leben an? Genug, wer dich, GOtt, haben kann. 5. Du, Gott, ja du vist mein alleine, meins Herzens Glanz und beste Freud; des Himmels Glanz weicht deinem Scheine, die Weltlust aller Herr⸗ lichkeit. Was geht die Welt uns Christen an? Genug, wer dich, GOtt, haben ann. 6. Drum hilf, daß ich an dich gedenke in meinem Leben allezeit, und mein Gemuͤth zum Himmel schwenke, entzuckt der eitlen Eitelkeit. Was geht die Welt uns Christen an? Genug, wer dich, GOtt, ha⸗ ben kann. Ahasverus Fritsch. In eigener Melodie. E1*Cerusalem, du 551. bochgebaute Stadt, wollt GOtt, ich waͤr in dir. Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit uͤber Berg und Thale, weit uͤber blachem Feld schwingt es sich uͤber alle, und eilt aus dieser Welt. 2. O schoͤner Tag und noch viel schoͤnste Stund, wann wirst du kommen schier? da ich mit Lust, mit freudenfreimm Mund die Seele gab von mir in GoOttes treue Haͤnde zum auserwaͤhlten Pfand, daß sie mit Heil anlaͤnde bei jenem Vaterland? 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das irmament, wenn sie ver⸗ aßt so sanft, so wunder⸗ lich die Staͤtt der Ele⸗ ment; faͤhrt auf Elid Wa⸗ gen mit engelischer Shnt ie 476 Von der Begierde zu GOtt. die sie in Haͤnden tragen, umgeben ganz und gar, 4. O Ehrenburg, nun sei gegruͤßet mir: thu auf die Gnaden⸗Pfort. Wie roße Zeit hat mich ver⸗ angt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem boͤsen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir GOtt hat gegeben das Erb der Ewigkeit! ů 5. Ein edles Volk und ein sehr werthe Schaar kommt dann gezogen schon; was in der Welt von Aus⸗ erwaͤhlten war, seh ich, die beste Kron, die JIEsus mir, der HErre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thraͤ⸗ nenland. 6. Propheten groß und Cheiten hoch, auch hristen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Ty⸗ rannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Frei⸗ heit uͤberall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnen⸗ lichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich eingelanget bin ins schoͤne Paradeis, von hoͤch⸗ ster Freud erfuͤllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Hal⸗ leluiah reine man spricht in Heiligkeit, das Hosianng tausend Zungen, mit Stim⸗ men noch vielmehr, wie von Anfang gesungen das himmelische Heer. Joh. Math. Meyfart. Mlel. Ach bleib mit dei⸗ ner Gnade. 552.* IlumOte und im Sterben kroͤst ich mich jederzeit, daß ich bald werd ererben die ewge Herrlichkeit. 2. Drum schließ ich mei⸗ nen Willen in GoOttes Willen ein, der mag in mir erfuͤllen, was mir wird selig sein. 3. Und weil ich ja soll scheiden von dieser boͤsen Welt, so eil ich drauf mit Freuden zum schoͤnen Him⸗ melszelt. 4. Spann aus, syann aus geschwinde, o treuer GOtt, spann aus, und hilf mir, deinem Kinde ins ewge Himmelshaus. 5. Hier hatt ich nichts als Kund als Jammer, Angst und Noth, und aß in Muͤh und Klagen mein bittres Thraͤnenbrod. 6, Hier lebt ich stets im Leide, in Angst, Noth und Gefahr, dort leb ich stets in Freude zusammt der Engelschaar. 7. Die, die wird mich annehmen mit freudenrei⸗ feine ohne End in Ewigkeit. chem Schein, all Angst, 8. Mit Jubelklang, mit Roth, Furcht und Grä⸗ Instrumenten schon auf men wird weit, weit von Cboͤren ohne Zahl, daß von mir sein. dem Schall und von dem 8. Da, da wird es wohl süßen Ton sich regt der klingen, wenn ich im Him⸗ Freudensaal, mit hundert melssaal werd heilig⸗ big. in⸗ Von der Begierde zu GOtt. 4²⁷⁷ singen viel tausend, tau⸗ sendmal. 9. Drum, gute Nacht, ihr Meinen, ihr Meinen/ gute Nacht! Hoͤrt auf⸗ hoͤrt auf zu weinen, GOtt hat es gut gemacht. 10. Muͤßt ihr mich gleich hier meiden; doch wird es bald geschehn, daß wir in großen Freuden einander werden sehn. 11. Hier bin ich euch entnommen auf eine kurze Zeit, dort sollt ihr zu mir kommen in ewge Ewigkeit. 12. Dann wollen wir uns kuͤssen mit unerhoͤrter Lust, was wir hier dulden muͤssen, bleibt uns dort unbewußt. 13. Drum weg, weg, weg mit Schaͤtzen, weg/ weg/ was irdisch ist; nichts/ nichts kann mich ergoͤtzen, als mein HErr IEsus rist. 14. Ade, ihr meine Lie⸗ ben, ich eil ins Himmels⸗ zelt. Hoͤrt auf, euch 0 be⸗ truͤben. Ade, du falsche Welt. Johann Franck. In eigener Melodie, Ich suche dich 553. V in dieser Ferne, mein Aufenthalt/ mein Licht und Sterne, dein Pilgrim bin ich noch auf Erd. Ach wie so bald, ach wie so gerne waͤr ich in dich gar eingekehrt. 2. Komm, guͤrte mir die traͤgen Lenden, laß sich mein Herz dir ganz zuwen⸗ den, und hulte meinen Sinn in dir. Wann wird sich doch die Unruh enden, daß ich dich kraͤftig fuͤhl in mir? 3. Ach fasse die zerstreuten Sinnen/ und nahe dich mir selbst von innen, daß mich nicht jede Regung stor. Zeuch mich im Grunde stets von hinnen, daß mich das Fleisch nicht mehr bethdr. 4. Du, meine Lust, bist so behende, und mein Ver⸗ langen hat kein Ende, so kommst du einmal schnell vorbei; bis ich die Sinnen dir nachwende, ist mein Ge⸗ muͤth schon mancherlei. 5. Ach heitre doch von so viel Duͤnsten die Seele/ die dich, den Gewuͤnsch⸗ ten, im Herzen stets 10 finden sucht, daß ich mög wachen, und zum mind⸗ sten dich noch erreich in dieser Flucht. 6. Weil noch so unstaͤt die Gedanken, so bind das Herz in solchem Wanken an dich, du Hoffnung sel⸗ ger Fahrt; enthalte mich in Glaubensschranken, bis sich dein Licht einst offenbart. 7. Ich fuͤhle wohl, du bists alleine: ach nimm doch von mir all das Meine, daß ich der Gnade maͤchtig werd. O JEsu/ komm, und mir erscheine/ bis alle Hoffnung in dich ehrt. 8. Du bist mein GOtt und einigs Wesen, in dir allein bin ich genesen, wie — mag ich ohne Wesen sein? Wenn gleich das Fleisch die Wort kann lesen, behaͤlt es dennoch nur den Schein. 9. Ach 478 Von der Begierde zu GOtt. 9. Ach so befreie durch dein Wesen der Wahrheit den, der kann genesen, den Geist, und einge dir ihn gar, daß er in einem Wahrheit⸗Wesen dir und du ihm seist offenbar! 10. Erwecke doch den edlen Samen, der aus Je⸗ hovah hoͤchstem Namen in dir ihn neu geboren hat, daß er die Kraft, dir nachzuahmen, allzeit erweise in der That. 11. Laß die entbrannten Liebesflammen der reinen Geister in mir stammen, und nur nichts Fleischlichs ruͤhren mehr. Ach halte fest in dir zusammen, die von dir mit mir kom⸗ men her. 12. Dein GOttes⸗Leuch⸗ te, reine Liebe, laß fuͤhren mich in heilgem Triebe dir nach, und halte diese Spur, wenn ich dich nur aufrichtig liebe, mich nicht aufhalt die Kreatur. Klel. HErr, ich habe mißgehandelt. Esu, du mein 554. Q lebstes Le⸗ ben, meiner Seelen Braͤu⸗ tigam, der du dich fuͤr mich gegeben an des bit⸗ tern Kreuzes Stamm, jetzt will ich mit suͤßen Wei⸗ sen dich von ganzer See⸗ le preisen. 2. Du bist GOtt, der uns gegeben Seel und Leib, auch Ehr und Gut, der du unser Leib und Leben schuͤtzest durch der Engel Hut; drum auch dir al⸗ lein zu Ehren sich mein Mund soll lassen hoͤren. 3. IEsu, Paradies der Freuden, das mein Geist mit Schmerzen sucht, o du starker Trost im Lei⸗ den, o du frische Lebens⸗ Frucht! alles Trauren, alles Leiden wendest du in lauter Freuden. 4. Komm, ach komm, du Trost der Heiden, komm, mein IEsu, staͤrke mich; komm, erquicke mich mit Freuden, komm und hilf mir gnaͤdiglich; komm mein Wunsch, mein gan⸗ zes Hoffen, komm, mein Herze steht dir offen. 5. JEsu, richte mein Beginnen; IEsu, bleibe stets bei mir; JEsu, zaͤhme mir die Sinnen; JEsu, sei nur mein Begier; IEsu, sei mir in Ge⸗ danken; IEsu, lasse mich nicht wanken. 6. IEsu, laß mich se⸗ lig enden meine kurte Le⸗ bensjahr; trage mich stets auf den Handen, halte bei mir in Gefahr; freu⸗ dig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. In eigener Melodie. 555 an ist das schoͤnste Licht, IEsus ist des Vaters Freude, so er aus sich selber spricht; er ist meine Lust und Weide. IEsus ist die suße Kraft, die mit Liebe mich entzuͤndet, da mein Herz alleine findet, was mir Ru und Freude 2—6 IeE⸗ Von der Begierde zu GOtt. 479 2. IEsus ist die Lieblich⸗ keit und der Seelen Lust⸗ spiel worden; er verzehret alles Leid, er erleuchtet seinen Orden. IEsus ist mein Freudenspiel, ich bin Ra in ihn entzuͤndet, weil man alles in ihm findet, was man wuͤnscht und was man will. 3. IEsus wird von mir gesucht, IEsus wird von mir begehret. Alles, alles sei verflucht, was mich in dem Suchen stoͤret; sagt mir nichts von Lust und Welt, sagt mir nichts von guten Tagen: wollt ihr aber ja was sagen, sagt, wie IEsus mir gefaͤllt. „IEsu, IEsu, meine Ruh, IEsu, IEsu, laß dich finden; IEsu, magst du mich doch nu mit den Liebesseilen binden. JéEsum such ich nur allein, JEsus soll mich nur besitzen; laß die Hoͤllenkraͤfte blitzen, kann ich nur in IEsu sein. 5. Nenne mich nur deine Braut, nenne mich nur deine Taube; mache mich dir recht vertraut, mache, daß ich an dich glaube; IEsu, JEsu, nimm mich auf, ich will dein alleine heißen, mich von allen Dingen reißen, so verhin⸗ dern meinen Lauf. 6. Sage nicht, o Krea⸗ tur, daß ich dir noch sei verbunden: nun hab ich die reine Spur meines Braͤutigams gefunden; was von dir noch an mir klebt, soll nicht immer in mir bleiben; IEsus wird es schon vertreiben, wenn er mich in sich erhebt. 7. Ihr Gespielen, saget mir, wo ich finde, den ich meine? Ach wer bringet mich zu dir? Saget ihm: ich sei nun seine. Sagt, ich sei in ihn entbrannt und mit Liebesmacht durch⸗ drungen; saget ihm, wie ich gerungen, da ich seinen Zug erkannt. 8. Doch, ich will ihn selber sehn, ich muß IE⸗ sum selber sprechen, und ich weiß, es wird geschehn, es wird ihm sein uchr brechen; denn ich will nicht eher ruhn, bis ich JEsum kann umfassen, bis er sich wird sehen lassen und mir meinen Willen thun. 9. Oft hast du mich an⸗ geblickt und gelabt mit deinen Gaben, doch bin ich nicht gnug eraquickt, ach ich müß dich selber haben: JEsu, brich in mir herfuͤr; IEsu, werde mir zur Sonne; IEsu, IEsu, meine Wonne, JIEsu, ach ergieb dich mir! Christian Friedrich Richter Mel. Uun komm der Heiden Heiland. 556 Esu, komm doch selbst zu mir, und verbleibe fuͤr und fuͤr; komm doch, wer⸗ ther Seelenfreund, Lieb⸗ ster, den mein dan meint. 2. Tausendmal begehr ich dich, weil sonst nichts vergnuͤget mich. Tausend⸗ mal schrei ich zu dir: IEsu IEsu, komm zu mir. 3. Kei⸗ 480 Von der Begierde zu GOtt. 3. Keine Lust ist auf der Welt, die mein Herz zu⸗ frieden stellt. Dein, o IJIEsu, Beimirsein nenn ich meine Lust allein. 4. Aller Engel Glanz und Pracht, und was ihnen Freude macht, ist mir, suͤ⸗ ßer Seelenkuß, ohne dich nichts als Verdruß. 5. Nimm nur alles von mir hin, ich veraͤndre nicht den Sinn. Du, o JEsu, mußt allein ewig meine Freude sein. 6. Keinem andern sag ich zu, daß ich ihm mein Herz aufthu; dich alleine laß ich ein, dich alleine nenn ich mein. 7. Dich alleine, GOt⸗ tes Sohn, heiß ich meine Kron und Lohn; du, fuͤr mich verwundtes Lamm, bist allein mein Braͤutigam. so komm denn, suͤßes Herz, und vermin⸗ dre meinen Schmerz; denn ich schrei doch fuͤr und fuͤr: IEsu, JEsu, komm zu mir. 9. RNun ich warte mit Geduld, bitte nur um diese Huld, daß du mir in To⸗ despein wollst ein suͤßer JEsus sein. Joh Angelus. Mel. JEsus, meine Zu⸗ versicht. * eele, was 557. S ermuͤdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch hald verzehren sich und zu lau— ter nichtes werden? Suche IEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreu⸗ ten Sinn, laß ihn sich zu GOtt aufschwingen; nht ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad ein⸗ dringen. Suche IEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft suͤße Ruh, dein betruͤbtes Herz zu laben; eil zur Lebens⸗ set hinzu, da kannst du ie reichlich haben. Suche IEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, so das finstre Reich Labial senn, nur den dein absal sein, der zur Glau⸗ bensfreude fuͤhret. Suche IEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 5. Ach es ist ja schlecht genug, daß du sonst viel Zeit verdorben mit nichts⸗ wuͤrdigem Gesuch, dabei du fast bist erstorben. Suche JEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 6. Geh einfaͤltig stets einher, laß dir nichts das Ziel verruͤcken; GOtt wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl er⸗ guicken. Suche JIEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Hoͤchsten wohlgefaͤllt und dein Ursprung dir vorle⸗ get? Suche JIEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 8. Du bist ja ein Hauch aus GOtt, und aus seinem Geist geboren, darum ucht ni Von der Begierde zu GOtt. 481 nicht im Koth; bist du nicht zum Reich erkoren? Suche IEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im Geist uͤber alle Himmelshoͤhen; laß, was dich zur Erden reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche JEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 10. Nahe dich dem lau⸗ tern Strom/ der vom Thron des Lammes fließet, und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche IE⸗ sum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Ma⸗ iestaͤt immerdar vor Augen schweben; laß mit bruͤnsti⸗ gem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche IEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 12. Sei im uͤbrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such JEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf. In eigener Melodie. 558 Iilr meines * Herzens Freud, suͤßer JEsu; mei⸗ ner Seelen Seligkeit, suͤ⸗ ßer JIEsu; des Gemüuͤthes Sicherheit, suͤßer JEsu; IEsu, suͤßer IEsu! 2. Tausendmal gedenk ich dein/ mein Erloͤser; und begehre dich allein, mein Erloͤser; sehne mich, bei dir zu sein, mein Erloser; IEsu, mein Erloser! 3. Nichts ist lieblichers als du, liehste Liebe; nichts ist freundlichers als du, milde Liebe; auch nichts suͤßers ist als du, suͤße Lie⸗ be; IEsu/ suͤße Liebe! 4. Weide mich und mach mich satt, Himmelsspeise; traͤnke mich, mein Herz ist matt, Seelenweide; sei du meine Ruhestatt, Ruh der Seelen; IEsu, Ruh der Seelen! 5. Ich bin krank, komm, staͤrke mich, meine Staͤrke; ich bin matt/ erquicke mich⸗ suͤßer JEsu; wenn ich sterb⸗ so troͤste mich, du mein Troͤster; IEsu, du mein Troͤster! Johann Flittner. Klel. Allein GOtt in der Höh sei Ehr. 559* uch wer da will. ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz al⸗ lein hedacht soll sein, auf Christum sich zu gruͤnden: sein Wort sind wahr, sein Werk sind klar, sein heil⸗ ger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu uͤber⸗ winden. 2. Such wer da will Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil, uns macht gerecht der treue Knecht, der fuͤr uns ist gestorben. 21¹ 3. Ach 48² Von der Begierde zu GOtt. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der HErr und keiner mehr, der euch das Heil gewaͤh⸗ ret. Sucht ihn all Stund von Herzen Grund, sucht ihn allein, denn wohl wird Sbrer 1 der ihn herzlich ret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, HErr JEsu, bleiben; laß mich doch nicht von dei⸗ nem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein reis, dein Wort mich peis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glaͤuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen. Weich nicht von mir, mein hoͤchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig dir Lob sagen. Valentin Thilo. In eigener Melodie. 560 omm, Lieb⸗ ster, komm in deinen Garten, auf daß die Fruͤchte besser arten; komm in meines Herzens Schrein, komm, o JEsu, komm herein. 2. Komm, bring zurech⸗ te, was zerstreuet, und setz es ein, damits gedeihet; komm, du edler Gaͤrtner du, richts nach deinem Willen zd. 3. Wenn du herein⸗ kommst, wahre Sonne, so steht der Garten voller Wonnez alle Blumen thun sich auf, wenn sie spuͤren deinen Lauf. 4. Was vor verstockt war und erfroren, das lebt dann und ist neu geboren; was verdorret war im Fluch, das giebt himmli⸗ schen Geruch. 5. Komm, laß deins Herzens Wasser Un Eebe und durch des meinen Erde dringen. Deiner offnen Wunden Saft gebe mir zu gruͤnen Kraft. 6. Dein Haupt von Dor⸗ nen ganz zerrissen laß alles Blut herunter fließen; dei⸗ nes Angesichtes Schweiß mache mich zum Paradeis. 7. So werd ich schbn und herrlich gruͤnen, und dir zur Lust und Freude dienen, und mein Herze wird so fein dein gewuͤnsch⸗ ter Garten sein. Joh. Angelus. In eigener Melodie. 561 iebster JIEsu, du wirst kommen, zu erfreuen dei⸗ ne Frommen, die bedraͤn⸗ get sind allhier. IEsu, mich, JEsu/ mich verlangt nach dir. ö 2. Ach so laß mich deine bleiben, laß mich deinen Geist stets treiben, daß du allzeit wohnst in mir. IEsu, mich, IEsu, mich verlangt nach dir. 3. Richte, JEsu, meine Wege, bahne du selbst mei⸗ ne Stege; laß mich seufzen fuͤr und fuͤr: JIEsu, mich, IC· Von der Begierde zu GOtt. de mich verlangt nach ir. 4. Komm doch, JEsu, mein Vergnuͤgen, in mein Herz; laß mich nicht lie⸗ gen yor des Fleisches Suͤn⸗ denthuͤr; JEsu, mich, IE⸗ su, mich verlangt nach dir. 5. An dir hanget meine Seele, ohne dich ich mich sehr quzle; ohne dich ver⸗ geh ich schier: JEsu, mich, Nein mich verlangt nach ir 6. Bilde du dein schoͤ⸗ nes Wesen in mein Herz, das du erlesen; spiegle du dich selbst in mir; IEsu, mich, JEsu, mich verlangt nach dir. 7. Eia, JIEsu, schoͤnste Wonne, schein in mir, du Lehenssonne, es ist nichts im Leben hier; JEsu, mich, 1 mich verlangt nach ir. 8. Traͤufle deine Liebes⸗ tropfen, die dein Bild in mir einyfropfen; geh durch meines Herzens Thuͤr; JIE⸗ su, mich, JEsu, mich ver⸗ langt nach dir. 9. Halte meine Seele feste, du bist ja der Aller⸗ beste; ach daß ich dich nicht verlier; JEsu, mich, JEsu, mich verlaͤngt nach dir. 10. Ullerliebster Her⸗ zensfreund, der es einzig gut gemeint, halt mich, bis du brichst herfuͤr. IE⸗ su, mich, JEsu, mich ver⸗ langt nach dir. Pfeiffer. Mel. Was mein Gott will, das gscheh allzeit. 562 ein GOtt, erschaffen 483 hast du mich zu deinem Freudenleben; das weiß und glaub ch festiglich, kann doch nicht recht er⸗ heben mein Herz zu dir, stets fuͤr und fuͤr nach sol⸗ chem Leben trachten; es ist mir leid, daß in der Zeit ich solches nicht kann achten. Wenn Kreuz und Truͤbsal koͤmmt heran, so laß mich nicht verzagen. Dein Wort ist, das mir helfen kann, mein Elend leicht zu tragen. Ich weiß ia wohl, wie daß ich soll mit dir, HErr IEsu, leben; soll ich denn nicht, o du mein Licht, nach sol⸗ cher Wohlfahrt streben? 3. Laß Fleisches⸗„ Welt⸗ und Augen⸗Lust in mir nicht laͤnger walten; ein Bessers ist mir ja bewußt, daran ich mich soll hal⸗ ten. Laß meinen Sinn sich schwingen hin zu dir mit Freud und Wonne. Du bist mein Licht und Zuversicht, ja meiner See⸗ len Sonne. 4. Ach, ach! wann wird mein Brautigam mich einmal kommen heißen? Wann wird er mich aus diesem Schlamm und eit⸗ lem Leben reißen? Wann werd ich doch das schwere Joch von meinen Schul⸗ tern legen? Wann wird sichmir doch thun herfuͤr des Himmels Freudensegen? 5. O moͤcht ich Armer doch, befreit von aller Angst und Schrecken, dein unaussprechlich Herrlich⸗ keit in jenem Leben schmel⸗ 21⁷ ken 484 Von der Begierde zu GOtt. ken! O suͤße Kraft, o Le⸗ bens⸗Saft, wann werd ich dich empfinden? Komm, Ewigkeir, mach mich be⸗ reit; das Eitle laß ver⸗ schwinden. Mel. Du Seist des HErrn, der du von GOtt ausgehst. 563 Men Heiland, 7½¶ lehre mich recht lieben dich; ich leb ohn dich, mein Schaß, sonst jaͤmmeriich. Du aber hast ja Lust zum Leben nur, drum gieb dich mir/ mein Lieb, zur rechten Kur. 2. Ich kann ja von mir selbst dich lieben nicht; drum gieb mir davon rechten Unterricht, daß ich dich lieb, zur Liebe fasse recht, und bleib in deiner Liebe recht und schlecht. 3. Laß mich dich lieben mit Bestaͤndigkeit, und mach mein Herz und Sinn zur Lieb bereit, daß ich/ mein Lieb, auf ewig liebe dich, wie du mich hast geliebet ewiglich. 4. Dies ist dein groͤßtes Werk, das schaff in mir, daß ich, o Lieb, dich liebe fuͤr und fuͤr. Ach lasse mich ohn dich nicht leben mehr, gieb mir dich ganz mit deiner Liebe her. 5. Run kann ich nichts ohn dich, du Liebe, thun/ ich kann nur bald in an⸗ dern Dingen ruhn. Ach leid es nicht, mein schönstes Lieb, in mir, daß etwas in mir liebe außer dir. 6. Giebst du dich mir, o große Liebes⸗Macht, so liebst du dich in mir selhst Tag nund Nacht; aus mir⸗ mein Lieb, kommt falsche Liebe her, in dir ich wahre Liebe nur begehr. 7. Die gieb mir, weil du selbst die Liebe bist, eroͤffne mir den Mund, der dich nur ißt; laß keine andre Kraft mich nehmen ein, als dich, o treue Lieb, zu lieben rein. 8. Schenkst du mir recht, wie ich dich lieben soll, so werd ich deiner treuen Liebe voll, so werd ich recht zur Liebe, wie du bist, und koste stets, wie suͤß dein Lieben ist. 9. Sonst bin ich todt, mein Lieb, das weißest du; drum bringe mich durch deine Lieb zur Ruh, daß ich dich lieb in alle Ewig⸗ keit, und trink mich voll deiner Barmherzigkeit. 10, Nun schaff in mir, daß ich dich lieben kann, HErr Zebaoth, du bist der rechte Mann, der du mich ja so hoch geliebet hast; lieb mich, so lieb ich dich, du liebster Gast. Mel. Ach GOtt und HErr. 56 4 O IEsu Christ, der du mir bist der Liebst auf dieser Erden, gieb, daß ich ganz in deinen Glanz moͤg auf⸗ gezogen werden. 2. Zeuch mich nach dir, so laufen wir mit herz⸗ lichem Belieben in den Geruch, der uns den Fluch verjagt hat und vertrieben. 3. Zeuch „ von der Begierde zu GOtt. 48⁵ 3. Zeuch mich nach dir, so laufen wir in deine suͤßen Wunden, wo in geheim der Honigseim der Liebe wird gefunden. 4. Zeuch mich nach dir, so laufen wir, dein liebstes Herz zu kuͤssen, und seinen Sast mit aller Kraft aufs beste zu genießen. õ. Zeuch mich in dich/ und speise mich, du ausgegoß⸗ nes Oele; geuß dich in Schrein meins Herzens ein, und labe meine Seele. 6. O JEsu Christ, der du mir bist der Liebst auf dieser Erden, gieb, daß ich ganz in deinen Glanz mög aufgezogen werden. J. Angelus Geuch mich nach dir). In eigener Mel. oder: Meine Armuth macht mich schreien. 5* Inter Liljen 565. Uuuer Freu⸗ den sollst du weiden: Seele, schwinge dich empor. Als ein Adler fleug behende, IEsu Haͤnde offnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Hau⸗ fen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon be⸗ dienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Loͤse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiffleins; laß mich ein in den sichern sen, die der zu den Scha⸗ en, die der Furcht ent⸗ ruͤcket sein. 4. Nichts soll mir am Her⸗ zen kleben, suͤßes Lehen was die Erde in sich haͤlt. Sollt ich noch in dieser Wuͤsten laͤnger nisten⸗Rein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, schenke Glauben deiner Tauben, Glaͤuben, der durch alles dringt. Nach dir girret meine Seele in der Hoͤhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund er⸗ fuͤllet sei. Du kannst durch die Todes⸗Thuͤren traͤu⸗ mend fuͤhren, und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Suͤnd und Straf getragen: Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel ist zerbrochen: meine Knochen werden froͤhlich auferstehn. 8. Herzenslamm, dich will ich loben hier und droben in der zartsten Liebs⸗ begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben: hole mich, mein Lamm, zu dir. Joh. Ludwig Conrad Allendorf. In eigener Melodie. 566 O starker Ze⸗ 8 baoth, du Leben meiner Seel und mei⸗ nes Geistes Kraft, o mein Immanuel, du Schoͤfer deines Kinds, schaff doch ein reines Herz, o JEsu, mehre doch in mir den Suͤndenschmerz.— Zu⸗ frieden, o Seele, zufrie⸗ den und still, anschaue von 486 Pon der Begierde zu GOtt. von weitem dein seliges Ziel, und denke, daß die⸗ ses mein gnaͤdiger Will. 2. Ach sa, mein Seelen⸗ freund, ich bin noch weit von dir; zeuch mich, zeuch mich hinauf, und gieb dich gaͤnzlich mir; o GOtt, ein reines Herz ist, das die Seele sucht, Unreinigkeit ist hier; ach, ach, ich bin verflucht!— Du bist nicht verfluchet, ich mache dich neu, ich, ich, dein Erloͤser; sei du nur getreu; ich will dich verneuen, ich spreche dich frei. 3. Was Freiheit? bin ich doch gefangen von der Suͤnd; was Treue? der ich stets die Untreu mehr befind. Wo ist das neue Herz, das du verheißen hast? wo der gewisse Geist bei meiner Suͤndenlast?— Ich will es dir geben, dem Teufel zu Spott, ich will dich erretten aus ewiger Noth; ich will es thun als ein wahrhaftiger GOtt. 4. Wohlan, so will ich mich nun halten an dies Wort; das soll mein An⸗ ker sein, bis ich komm an den Port. Der Heiland aller Welt will mir auch gnaͤdig sein; drum, meine Seele, geh in deinen Frie⸗ den ein.— O Seele, sei ruhig und fasse dies Wort: ich dringe dich sicher zum seligen Port; ich laß dich nicht, glaub es, ich bleibe dein Hort. Joachim Neander. In eigener Melodie. ö Urspr 567. Ore Lebend o ewiges Licht, da niemand vergebens sucht, was ihm gebricht; lebendige Quel⸗ le, so lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel ergießt, und in die begierigen Seelen einfließt! 2. Du sprichst: Wer begehret zu trinken von mir, was ewiglich naͤhret, der komme: allhier sind himmlische Gaben, die suͤ⸗ ßiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle her⸗ an, hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Hier komm ich, mein Hirte, mich duͤrstet nach dir; o Liebster, bewirthe dein Schaͤflein allhier. Du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen, du siehst, wie elend und duͤrftig ich bin; auch giebst du die Gaben aus Gna⸗ den nur hin. 4. Du suͤße Flut la⸗ best Geist, Seele und Muth, und wen du be⸗ gabest, findt ewiges Gut. Wenn man dich genießet wird alles verfuͤßet; es jauchzet, es singet, es sprin⸗ get das Herz/ es weichet zu⸗ ruͤcke der traurige Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trinken, wies dein Wort verheißt; laß gaͤnzlich ver⸗ sinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe. Laß heilige Triebe mich immerfort treiben zum Himmlischen hin; es werde mein Herze ganz trunken darin. 6. Wenn du auch vom Leiden was schenkest mir ein, Von der Begierde zu GOtt. 48⁷ ein, so gieb, dir mit Freu⸗ den gehorsam zu sein. Denn alle die, welche mit trinken vom Kelche, den du hast getrunken im Leiden allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Dann laß mich auch werden, mein JEsu, er⸗ quickt, da wo deine Heer⸗ den kein Leiden mehr druͤckt, wo Freude die Fuͤlle, wo liebliche Stille, wo Wollust, wo Jauch⸗ zen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Christian Jakob Koitsch. Mel. Valet will ich dir geben. 36 568. Salean ze, o JEsu,/ liebster Schaß, an dem ich mich ergoͤtze, hier hab ich einen Platz in meinem treuen theil, dir, Schoͤnster, zugetheilt, weil du mit deinen Schmerzen mir meinen Schmerz ge⸗ heilt. 2. Ach Freude meiner Freuden, du wahres Him⸗ melbrod, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennoth ganz kraͤftig⸗ lich kann stillen, und mich in Leidenszeit erfreulich uͤberfuͤlen mit Trost und Suͤßigkeit! 3. Laß, Liebster, mich er⸗ blicken dein freundlich An⸗ gesicht, mein Herze zu er⸗ quicken, komm, komm, mein Freudenlicht; deñ ohne dich zu leben, ist lauter Herzeleid, vor deinen Augen schweben ist wahre Seligkeit. 4. O reiche Lebensquelle, o JEsu, suͤße Ruh, du treuer Kreuzgeselle, schlag nach Belieben zu; ich wills geduldig leiden, und soll mich keine Pein von deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich sein. 5. Mein Herze bleibt er⸗ geben dir immer fuͤr und fuͤr, zu sterben und zu le⸗ ben, und will vielmehr mit dir im tiefsten Feuer schwiz⸗ zen, als, Schoͤnster, ohne dich im Paradiese sitzen veracht und jaͤmmerlich. 6. O Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht; mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht, wo JEsus wird geschauet; da sehn ich mich hinein, wo JE⸗ sus Huͤtten bauet, denn dort ist gut zu sein. 7. Nuͤn, IEsu, mein Vergnuͤgen, komm, hole mich zu dir, in deinem Schvoß zu liegen; komm, meiner Seelen Zier, und setze mich aus Gnaden in deine Freudenstadt: so kann mir niemand schaden, so bin ich reich und satt. Sal. Liscov. Mel. Eins ist Uoth, ach HErr, dies Eine. 569 Tutte IE⸗ 92 su, Ehren⸗ koͤnig, du mein Schatz, mein Braͤutigam; edler Hort, ach nur ein wenig richt dein Aug auf mich/ mein Lamm. Voll bruͤn⸗ stiger Liebe und heißem Verlangen erwartet mein Herz 488 Von der Begierde zu GOtt. Herz dich, mein Heil, zu umfangen; bereite mich, tilge die suͤndliche Art, o IEsu, sei inniglich mit mir geyaart. 2. Nichts als dich, HErr/ ich erwaͤhle, reinige nach deinem Sinn Geist und Leben, Leib und Seele, nimm mich dir ganz eigen hin. Erwecke durch dei⸗ ne heilbringende Gnade mein Herze, zu laufen im oͤttlichen Pfade; nur die⸗ es alleine, was koͤstlich vor dir, schaff, o mein HErr IEsu, und wirke in mir. 3. Quelle, die das Leben quillet, deiner Ströme Suͤßigkeit sei mein Lab⸗ sal, so da stillet Herzens⸗ angst, der Suͤnden Leid. Unendlicher Ausfluß der goͤttlichen Fuͤlle, verbinde mich mit dir in heiliger Stille. Ruͤck alle Gedan⸗ ken nur himmelwaͤrts hin, tritt unter die Fuͤße den irdischen Sinn. 4. In dir werd ich ja erquicket mit der reinen Engellust, so mich deine Liebe druͤcket an dein Herz und deine Brust. Fried, ewige Liebe, Freud, herz⸗ lichs Erbarmen, das traͤn⸗ ket, ergoͤtzet und saͤttigt mich Armen; ein volles Meer deiner unendlichen Guͤt, mein JEsu, ergeußt sich jetzt in mein Gemuͤth. 5. Liebster, hilf, daß ich auch treulich unverruͤckt im Glaubenslauf dieses Kleinod, das sehr heilig, still und kluͤglich hebe auf. Es moͤgen alsdann gleich die Kraͤfte der Hoͤllen mit ihrem Anhange sich wider mich stellen. Geist, Macht, Kraft und Staͤrke legt IEsus mir bei, er selber hilft siegen und machet mich frei. 6. Lauter Wollust mich nun traͤnket, das, was mich ergoͤtzt allein, ist in JEsu mir geschenket: koͤnnt auch was erwuͤnschter sein? Stimmt alle die Herzen zusammen im Loben, Licht, Leben, Heil, Gnade er⸗ scheinet von oben. Vor allem hebt himmelauf hei⸗ lige Haͤnd: GOtt staͤrk uns; o JEsu, hilf siegen ohn End! Sophia Schröder. In eigener Melodie oder: Ach GoOtt und Err, wie groß. * euch uns 570. 3 nach dir/ so kommen wir mit herz⸗ lichem Verlangen hin, da du bist, o IEsu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir in Liebsbegier, ach reiß uns doch von hinnen, so duͤrfen wir nicht laͤnger hier den Kummerfaden spinnen. 3. Zeuch uns nach dir, HErr Christ, ach fuͤhr uns deine Himmelsstege; wir irrn sonst leicht, sind ab⸗ geneigt vom rechten Le⸗ benswege. ů 4. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das boͤse Weltgetuͤmmel. 5. Zeuch Von der Begierde zu GOtt. 489 „Zeuch uns nach dir nur fuͤr und fuͤr, und gieb/ daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwaͤhlten Schaaren. Mel. Wo ist der Schönste, den ich liebe. 571. 0—. mein Schaͤflein, das ich liebe, das chic so weit von mir verirrt, und selbst gus eigner Schuld verwirrt, darum ich mich so sehr hetruͤbe? Wißt ihrs, ihr Waͤlder und ihr Hecken, so sagt mirs, eurem Schoͤ⸗ pfer, an: ich will sehn, ob ichs kann erwecken, aht retten von der Irre⸗ 0 hn. 2. Ach Schaͤflein, finde dich doch wieder zu dem, der dich so herzlich liebt, und nie was Boͤses hat veruͤbt an dir, der sich ge⸗ lassen nieder, um dich zu suchen und zu fassen auf seine Achseln saͤnftiglich/ der nimmermehr dich kann verlassen: denn meine Lieb 99 ewiglich. Ich kann dich ja nicht dünger wissen in solcher Abgeschiedenheit; du laͤufst nun hin und her zerstreut, und mußt die große Freude missen, die andre Schaͤflein bei mir finden, die nur in meinem Schooße ruhn: da sind sie sicher vor den Winden, die ihnen koͤnnen Schaden thun. 4. Du findest eher kei⸗ nen Frieden, bis du dich ganz in mich versenkt, und dein Herz hast zu mir ge⸗ lenkt. Ich bins alleine, der den Muͤden kann Le⸗ ben, Kraft, Erquickung geben: so komme doch nun bald herzu. Ach schaue doch dein armes Leben, Duh. schaffe deiner Seelen 5. Willst du, o armes Lamm, nicht höͤren, laͤufst immer weiter weg von mir/ ruf ich doch sehnlich fuͤr und fuͤr, ob du noch woll⸗ test wiederkehren zu deinem Urspru Ih deiner Quelle, aus welcher du geflossen bist, die ja so lieblich und so helle von Ewigkeit ge⸗ wesen ist. 6. Kann dich mein Ru⸗ fen nicht erweichen, das in der Wuͤsten laut er⸗ schallt, und in den Kluͤf⸗ ten wiederhallt, so bist du doch recht zu vergleichen den harten Felsen und den Steinen, die doch mein Wort zerschmeißen kann. Ach ich muß vor Erbar⸗ men weinen, bren du mich 417. willst hoͤren an. 7.(Schaͤflein.) Weß ist die Stimme, die ich hore in dieser wilden Wuͤstenei? Es scheint, als obs ein Hirte sei. Er rufet immer: Wiederkehre! Sollt er mich denn auch irgend meinen? Ich sehe wohl, daß ich verirrt. Nun bin ich lahm guf meinen Beinen, ach haͤtt ich mich nicht so ver⸗ wirrt! 8.(Hirte.) Ich will dir keine Ruhe lassen, ich will dich locken, daß du hoͤrst, 21* und 490 Von der Begierde zu GOtt. und dich von Herzen zu mir kehrst. Ach wie will ich dich dann umfassen/ und an mein Herz ganz sanfte druͤcken! In Liebes⸗ seilen sollst du gehn; dann wird kein Feind dich mehr beruͤcken, in meinen Huͤt⸗ ten sollst du stehn. 9.(Schaͤflein.) Ach hol⸗ der Hirt, ich komm ge⸗ laufen, so gut ich kann, auf dein Geschrei; du mußt mich aber machen frei, und selbsten bringen zu dem Haufen der andern Schaͤf⸗ lein, die dich kennen, die dich nur ihre Augenlust und allerliebsten Hirten nennen. Nun druͤck mich fest an deine Brust! Juliane Patientia v. Schultt Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 572 o mein 11137 Schatz liegt, ist mein Herze; was ich lieb, da lebe ich; wo es licht ist, brennt die Kerze der Begierden bruͤnstiglich. Kann das Schwere von der Erden schon nicht leicht ezogen werden, ziehet doch ein Liebs⸗Magnet alles, was aus sich ausgeht. 2. Ach daß meine Seel zerfließen, und wie Wachs die Somne koͤnnt, wenns ie Sonne kann durch⸗ schießen, daß sie seine Haͤrte wendt! O koͤnnt mich die Lieb erweichen, seine Saͤnfte u erreichen: wuͤrde nicht er harte Sinn als zer⸗ schmolzen fallen hin? 3. Komm, o HErr, nseire wenn er ihm n w sprich die Worte deines Geistes in mir aus; oͤffne mir die Liebes⸗Pforte, schein ins dunkle Seelen⸗ Haus, bis dein Strahl mich ganz durchblitze und in voller Brunst erhitze, daß ich wie dememe steh/ und nach deinem Wort ausgeh. 4. Esu, aller Leben Le⸗ ben, ist doch nichts so starr und hart, dem du nicht kannst Waͤrme geben, daß es werde lind und zart, wenn es nur sich dir ver⸗ trauet, guf dich im Ge⸗ horsam schauet; solltst du mich nicht weg von mir ziehen koͤnnen hin zu dir? 5. O ich will so lange flehen, bis ich deinen star⸗ ken Zug in mir werde sie⸗ gend sehen, zu befoͤrdern meinen Flug nach den obern Seraphinen, die im Liebefeur zerrinnen, wenn dein lichtes Angesicht ist auf ihren Dienst gericht. 6. Wie der Vater mich der Sohne hat gezogen in er Buß, daß er in mir ewig wohne, und ich in ihm bleiben muß: also zeuch, o IEsu, wieder mich und alle deine Glie⸗ der zu des Vaters Staͤrk und Lieb durch erneuten Liebestrieb. 7. Denn das neugeborne Lehen, das du wesentlich felbst bist, will sich wieder einergeben in den Brunn, der GOtt nur ist. So kaar denn der Sohn ver⸗ klaͤren seinen Vater ihm N ea Von der Begierde zu GOtt. 491 wieder giebt ganz vollen⸗ det, was er liebt. 8. Vater, kennst du dei⸗ nen Samen, der die lautre GOttheit preist, so ver⸗ klaͤre deinen Ramen, wel⸗ cher IEsus in mir heißt, der sich wesentlich aus⸗ breitet in dem Geist, den du bereitet, dir zur Freude, mir zum Heil. Gottlich leben sei mein Theil! 9. So find ich den Ur⸗ sprung wieder, leb in gott⸗ licher Natur; nichts zeucht mehr zur Erden nieder die verneute Kreatur. Leib und Seel mag mir verge⸗ hen, GOttes Sohn bleibt in mir stehen. Selig, wer in sich so fuͤhlt, wie in ihm die GOttheit spielt! Gottfried Arnold. Mel. Wo ist der Schönste, den ich liebe. — euch 0 573. 30 HErr, von hinnen Jamn uͤber sich zu dir hinauf. Ich sehn mich sehr den 5 ganzen Lauf nach dir zue thun mit Herz und Sin⸗ nen. Regier mich nur nach deinem Willen, dem Fuͤh⸗ rer nachzufolgen schlecht. Was kann sonst meinen Hunger stillen? Wer ist, 92 mich vergnuͤge recht? 2. Weil aber so viel wi⸗ dersirebet dem abgewand⸗ ten Pilgrimsgeist, der zum verheißnen Erbe reist, und gern als ein Gefreiter le⸗ bet: so nimm mir ab die I0 r Lasten der sinn⸗ ich»groben Irdischteit; den Geist laß in dir stille rasten, in dir und deiner Ledigkeit. 3. das Geschoͤpf gleich noch sso schoͤne, von mir muß alls verlassen sein. Mein Auge dringt in den hinein, nach dem ich mich im Grunde sehne: von an⸗ dern kann ich nichts behal⸗ ten, dich zieh ich selbst in mich, und du zeuchst mich in dich; ich laß dich wal⸗ und du schleußt mir Sinn und Herze zu. 4. Zwar findt mein Geist noch manche Syeisen, die geistlich und vergnuͤglich sind, darin man auch wohl Nahrung findt, doch kann ich nichts fuͤrs Beste vrei⸗ sen, als dich Selbst⸗selbst, du Brod der Seelen! O selig und vollkommen sein, die dich zum besten Theil erwaͤhlen, bis sie in dich gesunken ein! Gotisr.Arnold. Mel. YHErr, ich habe mißgehandelt. 574. Z²¹ mich/ euch mich mit den Armen Denen gro⸗ sen Freundlichkeit, JEsu Christe, dein Erbarmen helfe meiner Bloͤdigkeit wirst du mich nicht zu dir 16 ach so muß ich von r fliehen. O du Hirte meiner Serlen, suche dein verirr⸗ tes Schaf, wem soll ich mich son befehlen; Weck mich aus dem Sünden⸗ schlaf; guter Meister, laß mich laufen nach dir und nach deinem Haufen. 3. Wi⸗ 492 Vom Lobe GOttes insgemein. 3. Wie ein Wolf den Wald erfuͤllet mit Geheul bei finstrer Nacht, also auch der Satan bruͤllet um mich, wie ein Loͤwe wacht. HErr, er will dein Kind verschlingen, hilf im Glau⸗ ben ihn bezwingen. I. Seelenmoͤrder, alte Schlange, Tausendkuͤnst⸗ ler, schäme dich; schaͤme dich, mir ist nicht bange; denn mein IEsus troͤstet mich; weil er ziehet, muß ich laufen, er will mich ihm selbst erkaufen. 5. Zeuch mich mit den Liebesseilen, zeuch mich kraͤftig, o mein GOtt! Ach wie lange, lange Weilen machst du mir, HErr Ze⸗ baoth? Doch ich hoff in allen Noͤthen, wenn du mich gleich wolltest todten. 6. Mutterherze will zer⸗ brechen uͤber ihres Kindes Schmerz; du wirst dich an mir nicht raͤchen, o du mehr als bew ödte Zeuch mich von dem boͤsen Haufen: nach dir, JEsu, will ich laufen. Joachim Neander. II. a) Vom Lobe GOttes ins⸗ gemein. Mel. GOtt des Him⸗ mels und der Erden. 4. GOtt des Himmels und der Erde, Vater, Sohn 575 lle Welt und heilger Geist, daß dein 5 was lebt und webet, was in Feld Ruhm bei uns groß wer⸗ de, Beistand selbst und und Haͤusern ist, was nur Huͤlf uns leis. Gieb uns Stimm und Zunge hebet, Kraͤfte und Begier, dich jauchze GOtt zu jeder zu preisen fuͤr und fuͤr. Frist; dienet ihm, wer die⸗ nen kann, tret mit Lust Rel zu ihm heran. 2. Sprecht: Der HErr ist unser Meister, er hat B.. 1—3. Johann Franck. Zerfließ, mein Geist, in JEsu Blut und Wunden. uns aus nichts gemacht, 576 A ½ auf/ mein 190 er hat unsre Leib⸗ und Geister an das Licht her⸗ vorgebracht. Wir sind sei⸗ Geist, und du, o mein Gemuͤthe, auf, meine Seel, auf, auf, mein ner Allmacht Ruhm, seine Sinn. Auf, auf, mein Leib, Schaf und Eigenthum. 3. Gehet ein zu seinen forten, geht durch seines orhofs Gang; lobet ihn mit schoͤnen Worten, saget ihm Lob, Preis und Dank; mein Herz und mein Ge⸗ bluͤte, auf, alle Kraͤft und was ich bin! vereinigt euch und lobt mit mir der En⸗ gel Trost, der Menschen Zier; stimmt all in heiffen denn der HErr ist jederzeit Liebesflammen zu Lobe voller Gnad und Freund⸗ meines HErrn 41 X chkeit. * Vom Lobe GOttes insgemein. 493 2. Erhebt euch wie die Adler von der Erden, schwingt euch hinauf vor seinen Thron; erscheint vor ihm mit dankbaren Geberden, und singet ihm im hoͤchsten Ton. Seid froͤhlich, munter, jauchzt und klingt, frohlockt mit Haͤnden, tanzt und springt: erzeigt euch voller heilger Freuden zu Lob und Eh⸗ ren seiner Leiden. 3. Es muͤssen dir zu Eh⸗ ren deiner Wunden stets wachend meine Sinnen sein; zu deinen Ehrn werd immerdar gefunden in mei⸗ nem Fuͤhlen deine Pein. Mein Auge sehe dir zu Ehrn, mein Ohr merk auf dein Wort und Lehrn/ es muͤsse mein Geschmack dir schmecken, nach dir nur mein Geruch sich strecken. 4. Es lobe dich, HErr, mein Verstand und Wille, GOtt, mein Gedaͤchtniß lobe dich. Zu deinem Lob sei meine Bildung stille, mein Geist erheb sich uͤber sich; mein Athem lob dich suͤr und fuͤr, mein Puls schlag stets das Sanetus dir; es singen alle meine Glieder zu deinen Ehren tausend Lieder. 5. Mein Herze muͤß in deiner Lieb zerfließen, die Seel in deinem Ruhm vergehn, mein Mund dich stets mit neuem Lobe kuͤs⸗ sen, und Tag und Nacht dir offen stehn. Es muͤssen dienen dir zur Lust die tie⸗ fen Seufzer meiner Brust. Es muͤsse dich mit Lob um⸗ geben mein Warten und mein sehnlichs Leben. 6. Weil aber alls nicht nug ist, dich zu preisen, o wollst du selbst dein Lob vollfuͤhrn, und dir fuͤr mich Dank, Ehr und Preis er⸗ weisen, wie deiner Hoheit will gebuͤhrn. Du wollst ersetzen, o mein Licht, was mir an deinem Lob gebricht/ bis du mich wirst in dich erheben, zu einem Glanz und einem Leben. Johann Angelus. Mel. SOtt des Bim⸗ mels und der Erden. 577. Digenm, ibr Gottesknechte, kommt, er⸗ hebet seinen Ruhm; er haͤlt Israels Geschlechte doch noch fuͤr sein Eigen⸗ thum, IEsus Christus ist noch heut, gestern und in Ewigkeit. 2. Sprich nicht: Es ist dieser Zeiten nicht noch, wie es vormals war; GoOtt macht seine Heim⸗ lichkeiten jetzund niemand offenbar; was er vormals hat gethan, das geht uns anjetzt nicht an. 3. Syrich so nicht. Des Hoͤchsten Haͤnde sind mit nichten jetzt zu schwach; seine Guͤt hat auch kein Ende, er ist gnaͤdig vor wie nach. IEsus Chri⸗ stus ist noch heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Halte dich in allen Dingen nur an deines GoOttes Treu. Laß dich nicht zur Freude bringen, Ee 494 Vom Lobe GOttes insgemein. ehe dich dein GOtt er⸗ freu; such in aller deiner Noth nichts zum Trost als deinen GOtt. 5. All ihr Knechte GOt⸗ tes, hoͤret, sucht den HErrn in eurer Noth: wer sich zu wem anders kehret, als zu ihm, dem wahren GOtt, der geht irr in allem Stuͤck und bereitet Ungeluͤck. 6. Die nur, die dem HErrn vertrauen, gehen auf der rechten Bahn; die in Angst, in Furcht und Grauen ihn nur einig laufen an, denen wird al⸗ lein bekannt GOttes Herr⸗ lichkeit und Hand. 7. Drum dankt GOtt, ihr GOttesknechte, kommt erhebet seinen Ruhm; er haͤlt Israels Geschlechte doch noch fuͤr sein Eigen⸗ thum. IEsus Christus ist noch heut, gestern und in Ewigkeit. Heinr. Georg Neuß Mlel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 7 er HErr 578. D hat alles wobl gemacht, er wird nichts boͤse machen: dies, fromme Seele, wohl be⸗ tracht in allen deinen Sa⸗ chen, in Freud und Leid, in Gnuͤg und Noth, in Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod, in Kummer, Angst und Schmerzen; das glaͤub, o Herz, von Herzen. 2. Der HErr hat alles wohl gemacht, noch eh er uns erschaffen; er hat uns mit dem Heil bedacht, das einig unser Waffen, ja unser Schild und Ret⸗ tung ist; er hat uns vor der Zeit erkiest, eh man die Sternen zaͤhlet, da hat er uns erwaͤhlet. 3. Der HErr hat alles wohl gemacht, dies ruͤh⸗ me, wer es hoͤret, als er uns hat hervorgebracht, und nach der Hand ge⸗ mehret: da er das mensch⸗ liche Geschlecht gesegnet, daß auch Fruͤchte braͤcht das Erdreich, und was drinnen begriffen wird mit Sinnen. 4. Der HErr hat alles wohl gemacht, da schon der Mensch gefallen: da hat er dennoch fleißig Acht auf ihn und auf uns alle. Er rief und ruft noch mich und dich aus lauter Lieb, und sehnet sich in seinen suͤßen Flammen nach uns hier allzusammen. 5. Der HErr hat alles wohl gemacht, der uns sein Wort gegeben, da⸗ von oft unser Herze lacht. Wenn wir in Aengsten schweben, da ist er unsre Zuversicht; er troͤstet uns, und laͤßt uns nicht in al⸗ len unsern Noöthen, und sollt er uns gleich toͤdten. 6. Der HErr hat alles wohl gemacht, da er fuͤr uns gestorben, uns Heil und Leben wieder bracht, und durch sein Blut er⸗ worben. Was willst du mehr, betruͤbter Geist? Komm her, schau hier, was lieben heißt: sollt der nicht alls dir geben, der fuͤr dich giebt sein Leben⸗ De vom Lobe GOttes insgemein. 495 7. Der HErr hat alles kehrten Wege richt nach wohl gemacht, da er vom Tod erstanden, und aus ganz eigner Kraft und Macht uns von der Hoͤl⸗ len Banden und ihren Ket⸗ ten hat befreit, daß unser Mund getrost ausschreit: Wo ist der Sieg der Hoͤl⸗ len und ihrer Mitgesellen? 8. Der HErr hat alles wohl gemacht, da er ist aufgefahren gen Himmel, da ein Herz hintracht, das Truͤbsal hat erfahren. Er hat die Staͤtt uns da be⸗ reit, da wir nach dieser kurzen Zeit in Freuden sol⸗ len schweben, und ewig mit ihm leben. 9. Der HErr hat alles wohl gemacht, wenn seinen Geist er sendet zu uns herab/ der uns bewacht, und un⸗ sre Herzen wendet von die⸗ ser Welt zu GOtt hinauf; und daß wir endlich unsern Lauf ganz seliglich voll⸗ ziehen, wenn wir von hin⸗ nen fliehen. 10. Der HErr hat alles wohl gemacht, auch wenn er uns betruͤbet, wenn uns die finstre Kreuzesnacht be⸗ faͤllt, und allzeit uͤbet in Kreuz und Widerwaͤrtig⸗ keit, in Angst, in Truͤbsal und in Leid, wenn er uns staͤrkt im Glauben, den niemand uns muß rauben. 11. Der HErr hat alles wohl gemacht, wenn er in Lieb und Treue noch im⸗ merzu an uns gedacht, und macht uns wieder neue: wenn er den alten Men⸗ schen bricht, und die ver⸗ seinem frommen Willen, daß wir den eins erfuͤllen. 12. Der HErr hat alles wohl gemacht, wenn er wird wieder kommen; und ob gleich alles bricht und kracht, wird er doch seine Frommen zu sich aufziehen in die Hoͤh/ und retten sie von allem Weh, da wir und sie erhoben ihn ewig werden loben. 13. Der HErr hat alles wohl gemacht; es wird kein Sinn erreichen hier seines Ruhmes große Pracht, er muß zuruͤcke weichen, und schreien aus mit voller Macht: Der HErr hat alles wohl ge⸗ macht, dafuͤr wir hier und oben ihn billig ewig loben. 14. Nun er hat alles wohl gemacht, er wird nichts boͤse machen. Er traͤget dich gar sanft und sacht; drum in all deinen Sachen, in Freud und Leid⸗ in Gnuͤg und Noth, in Krankheit, Jammer/ Kreuz und Tod, in Kummer, Angst und Schmerzen gieb ihm Lob, Dank von Herzen. Heinrich Müller. Mel. Uun danket alle GOtt. u hochgelobͤ⸗ 579. Deuer ne HErr Himmels und der Erden, es muͤsse Seel und Mund voll deines Ruh⸗ mes werden, wie deine Hofstatt dir das ewge Hei⸗ lig singt, vom Hallelujah schallt und ganz durchdring⸗ lich klingt. 2. Dir 496 vom Lobe GOttes insgemein. 2. Dir, Koͤnig in der Hoͤh, dir jauchzen deine Schaaren; sie feiern dir ein Fest zu tausend, tau⸗ send Paaren. Von deinen Engeln wird kein Lob⸗ triumph gespart, auch selbst von Sonn und Mond und Stern nach ihrer Art. 3. Und alles, was auf Erd bis in die Tiefen gruͤn⸗ det, wiewohl dein Himmel sich auch aller Orten fin⸗ det, das heugt sich, HErr/ vor dir, das faͤllt auf sein Gesicht, das betet vor dir an, und ist zu dir gericht. 4. Wie herrlich ist dein Nam, o HErr, in allen Landen! Mensch, Vieh und Element, was ist und was gestanden und was noch kommen soll, erhebt dich ganz und gar: HErr/ Demuth, Furcht und Lieb slellt einen Dankaltar. 5. Dein Jubel ist uns mehr als Julep und Ju⸗ welen, und Psalmen sind noch weit vor Balsam zu erwaͤhlen; so lieb und koͤst⸗ lich ists, in deinem Lob zu stehn, und wenn zum Opferpreis der Lippen Far⸗ ren gehn. 6. Ach koͤnnten wir nur auch dir so vollkoͤmmlich danken, als wie man sollt und wollt in dieser Schwachheit Schranken. englisch sein! drum fuͤhr uns ja nur bald zu dei⸗ nen Freuden ein. 7. Indessen laß dir doch das Lallen wohlgefallen, und was den Worten sehlt/ soll in den Herzen wallen; ja aus den Worten selbst sei dir dein Lob bereit, ohn Undank, Heuchelei, Bos⸗ heit, Unreinigkeit. 8. Wehe dem, der noch so gut zu loben dich ver⸗ meinet/ und doch in Furcht und Lieb und Glauben leer erscheinet. Verflucht ist/ wer dein Werk falsch und nachlaͤssig thut, wer dich nicht liebt und lobt bei gut⸗ und uͤblem Muth. 9. Uns aber laß vor dir im heilgen Schmuck an⸗ beten, vor deine Majestaͤt mit frischer Andaͤcht treten. Ein freudenreicher Schall steig immer auf zu dir, er⸗ fuͤlle uns, dein Haus, mit Herrlichkeit und Zier. 10. Bringt, ihr Gewal⸗ tigen, bringt her nun Ehr und Staͤrke: wer ist wie unser GOtt? Schaut seine großen Werke! Ein Drei⸗ wel ist die Erd, der Him⸗ mel wird umspannt, GOtt reget Berg und Thal, die See und trocknes Land. 11. Die Heiden sind ein Tropf, der in dem Eimer bleibet; die Inseln ebenso, wie man ein Staͤublein reibet. Das ist der HErr allein, deß Herrschaft nie⸗ mals faͤllt; das ist der HErr allein, der offne Tafeln haͤlt. 12. Von ihm und durch ihn sind die Wesen aller Dinge; all eure Pracht und Macht ist gegen ihn geringe. Er setzet Koͤnge ab, und setzet wieder ein; beugt vom Lobe GOttes insgemein. 497 beugt und demuͤthigt euch, ihr alle, Groß und Klein. 13. Das ist der HErr allein, der maͤchtig, Fluch und Segen, Tod, Leben, Zorn und Gnad auf jeg⸗ liches zu legen; der nie und nirgends nicht der All⸗ natur vergißt, ja noch viel tausend Welt zu schaffen kraͤftig ist. 14. Er stillt, was brau⸗ sen will und aller Voͤlker Toben; er leget Ehre ein, und kehrt das Unterst oben. Kein Feind besteht vor ihm, er stuͤrzt in einem Nun; er kann auch uͤber Bitt gant uͤberschwenglich thun. 15. Der HErr wird nim⸗ mer arm, so viel er immer schenket: die Wohlthat mehret er, je mehr man deß gedenket; denn aller Himmel Kreis die traͤufeln oben ab, von Kind zu Kin⸗ des⸗Kind fleußt alle Se⸗ gensgab. 16. Wer ihn nur liebt und fuͤrcht, der gehet nicht verloren; der Bund faͤllt niemals hin, woraus der Trost geboren. Er straft und zuͤchtigt wohl, ver⸗ wirfet aber nicht, weil die Barmherzigkeit noch viel zu bruͤnstig bricht. 17. Mehr als der Sand am Meer sind deine Lie⸗ besthaten, damit du gnaͤ⸗ dig willst, daß uns, HErr, sei gerathen. Kein Sinn/ kein Wort, ja nichts spricht es so herrlich aus, was du der Seele thust, dem Tem⸗ pel, deinem Haus. 18. Du wirkest Reu in ihr, du tilgest ihre Suͤn⸗ den; die Baͤche Belials, die muͤssen uns verschwin⸗ den; du uͤberschattest uns mit deiner Klarheit Strahl; du uͤberschuͤttest uns ohn alle Maaß und Zahl. 19. Die Seele schmeckt, empfindt, wie freundlich/ HErr, du seiest, ein from⸗ mes Leben giebst, auch Kraft und Geist erneuest; wie Braut und Braͤuti⸗ gam sich inniglich erfreut, so schmelzet fast die Seel vor suͤßer Lieblichkeit. 20. Drum hoͤre in der Seel, was wir nicht spre⸗ chen koͤnnen; HErr, sie erhebet dich in lauter Lie⸗ besbrennen, und jauchzet, daß sie wird auf ewig bei dir sein; kommt, ihr Ge⸗ segneten, sagst du, geht bei mir ein. 21. GOtt, laß doch diese Freud bald ob dem Haupte schweben: wollst lieblichs Wesen uns zu deiner Rechten geben; indessen wohn in uns, und laß uns in dir ruhn. Laß uns nach deinem Wort und deinem Willen thun. 22. Du hoch gelobter GOtt von großer Treu und Guͤte, von deinem großen Lob wird Sinn und Geist nicht muͤde; denn deine Wahrheit, Macht, Lieb, Trost und Grund besteht, so weit das Wolkendach und all das Aeußerst geht. 23. Vor deinen heilgen Thron wirft sich der Him⸗ mel nieder, und alles, war uns 498 vom Lobe G0Ottes insgemein. nur lebt, singt dir die schoͤnsten Lieder. HErr, was nur Odem hat, was je von Adam stammt, das lieb und lobe dich allein und allesammt. 24. Unendlich großer GOtt, der du niemals veriahrest, der du im heil⸗ gen Drei dich einig offen⸗ barest, es denkt auf dei⸗ nen Dank der Lieb⸗ und Lobesstreit; es ehrt dich um die Wett die Zeit und Ewig⸗ keit. Foh. Dan. Herrnschmid. Mlel. Valet will ich dir geben. 580 Du meine * Seele, singe, wohlauf, und singe schoͤn dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Wil⸗ len stehn. Ich will den HEcren droben hier prei⸗ sen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. 2. Ihr Menschen, laßt euch lehren, es wird euch nuͤßzlich sein; laßt euch doch nicht bethoͤren die Welt mit ihrem Schein. Ver⸗ lasse sich ja keiner auf Fuͤr⸗ sten Macht und Gunst, weil sie wie unser einer nichts sind, als nur ein Dunst. 3. Was Mensch ist, muß erblassen und sinken in den Tod; er muß den Geisl auslassen, selbst werden Erd und Koth. Allda ists dann geschehen mit seinem klugen Rath/ und ist frei klar zu sehen, wie schwach sei Menschenthat. 4. Wohl dem, der einzig st. Blinden„ schauet nach Jacobs GOtt und Heil. Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Theil, das hoͤchste Gut erlesen, den schoͤnsten Schatz geliebt: sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetruͤbt. 5., Hier sind die starken Kraͤfte, die unerschoͤpfte Macht; das weisen die Geschaͤfte, die seine Hand gemacht: der Himmel und die Erde mit ihrem gan⸗ zen Heer, der Fisch un⸗ zaͤhlig Heerde im großen wilden Meer. 6. Hier sind die treuen Sinnen, die niemand un⸗ recht thun, all denen Gu⸗ tes goͤnnen, die in der Treu beruhn. GOtt haͤlt sein Wort mit Freuden/ und was er spricht, geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schuͤtzt er im Gericht. 7. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod. Er naͤhrt und giebet Speisen zur Zeit der Hun⸗ gersnoth; macht schoͤne rothe Wangen oft bei ge⸗ ringem Mahl; und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 8. Er ist das Licht der erleuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht. Er liebet alle Frommen, und die ihm guͤnstig seind, die fin⸗ den, wenn sie kommen, an ihm den besten Freund. 9. Er ist der Fremden Huͤtte, die Waisen nimmt er an, erfuͤllt der— it⸗ Vom Lobe GOttes insgemein. 499 Bitte, wird selbst ihr Trost und Mann. Die aber, die ihn hassen, bezahlet er mit Grimm; ihr Haus, und wo sie saßen, das wirft er uͤm und um. 10. Ach, ich bin viel zu wenig, zu ruͤhmen seinen Ruhm. Der HErr allein ist Koͤnig, ich eine welke Blum; jedoch weil ich ge⸗ hoͤre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich ehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhard. Mel. Ach alles, was Himmel und Erden umschlieset. 581 Ebr, Ehre sei jetzo mit Freuden gesungen, denn Wüunschen und Beten ist kraͤftig gelungen. Den der Ehren) den Koͤnig er Ehren, den wollen wir preisen: wer kann es uns wehren? 2. Sagt mir doch, wem ha⸗ ben wir alles zu danken, daß wir jetzt gelaufen in Tugen⸗ den⸗Schranken? und daß wir das Lebensbrod haͤu⸗ fig noch haben? Sagt, sind das nicht GOttes langmuͤthige Gaben? 3. Ja freilich es ist so; Jehovah der lebe! GOtt nimmer⸗vergessende Herzen uns gebe. Er lebe Jcho⸗ vah! Dir wollen wir singen, und dir auch das Opfer der Lippen herbringen. 4. Recht elend ist wer auf die Fuͤrsten vertrauet, Recht selig ist, wer auf den Maͤchtigen bauet. Der ist sehr betrogen, wer Menschen anklebet, und der ist gesegnet, wer IE⸗ su nur lebet. 5. Es ist ja nur eine lebendige Quelle, die kraͤf⸗ tig, zu staͤrken die dur⸗ stige Seele. Nur loͤchrichte Brunnen sind Menschen⸗ Gedanken, und Wolken ohn Regen, die hin und her wanken. 6. GOtt aber, der Heili⸗ ge, bleibet der meine, und ich auch in Ewigkeit bleibe der seine. Ehr, Ehre sei diesem GOtt hoch in der Hoͤhe, sein allein ge⸗ heiligter Wille geschehe! Joachim Neander. Mel. Uun freut euch, lieben Christen gmein. 582 CEedsfus dich, o schwacher Mund, dem Hoͤchsten Lob zu singen, der dich so manchen Tag und Stund in Ruhe zu laͤßt bringen; mein GOtt, der du von Jugend auf geleitet mei⸗ nes Lebens Lauf, laß mir dies Lied gelingen. 2. Hinweg mit aller Ei⸗ telkeit, weil mein Herz GOtt verlanget; hinweg was giebt und nimmt die Zeit, damit der Weltling pranget. Was sichtbar ist, gar schnell vergeht; un⸗ ichtbar ist, was ewig steht, da meine Seel an hanget. 3. Die Voͤgel fliegen in der Luft, die Fisch im Wasser schweben, das Un⸗ geziefer in der Kluft, die Thier auf Erden leben: so soll der Mensch zu GOt⸗ tes Ruhm erschaffen, sein ein 500 Vom Lobe GOttes insgemein. sein Eigenthum, stets nach dem Himmel streben. 4. Gleichwie ein neuge⸗ bornes Kind haͤngt an der Mutter Bruͤsten, in selben seine Nahrung findt, ohn andrer Speis Geluͤsten: also mein Herz nach GOtt verlangt, und stets an sei⸗ nem Willen hangt in die⸗ ser Welte Wuͤsten. 5. Mein GOtt, der du die Herzen kennst: kannst ihre Wort verstehen; der du mit heilgen Flammen brennst, die Deinen zu erhoͤhen: halt fuͤr ge⸗ nehm die stumme Sprach, indem mein Fuß nun nach und nach mit dir sich will begehen. 6. In dir, o Schoͤpfer aller Ding, in dir lebt unser Leben; du hast uns einen Denkmal⸗Ring in unsern Leib gegeben: so vielmal unser Herz sich regt, und unser Puls im Leibe schlaͤgt, soll dein Lob sich erheben. 7. Mein Herz klopft an des Himmels Thuͤr, indem es stetig schlaͤget, und singet schwingend fuͤr und fuͤr/ so oft es sich beweget: O hei⸗ lig, heilig bist du, GOtt, o heilig bist du Zebaoth, alls deine Guͤte traͤget! 8. Mach mich gleich einer justen Uhr, in wel⸗ cher eine Saiten haͤngt an dem Schoͤpfer der Natur/ das Zeigerherz zu leiten. So vielmal sich mein Herz bewegt, so oft es heilig, heilig! schlaͤgt, jetzt und zu allen Zeiten. 9. So wird auf diese feine Weis geheilget GOt⸗ tes Namen, daß das Ge⸗ bet zu seinem Preis ver⸗ mehrt des Glaubens Sa⸗ men. Gott ist ein Geist, der wohl versteht der Puls⸗ und Herzens⸗Andacht Red, und spricht dazu das Amen. 10. Von diesem hohen GOttesruhm soll uns nichts mögen scheiden, nicht Welt, Gewalt, noch Fuͤr⸗ stenthum, noch Hunger/ Tod, noch Leiden, der hei⸗ lig, heilig, heilig ist, er⸗ laͤngert lünsre Lebensfrist, wenn wir die Suͤnde meiden. 11. Gleichwie die guͤldne Sonnenblum sich nach dem Himmel kehret, und dieses Gartens Lenzen⸗Ruhm von solchem Lichte naͤhret: so wird von meinem ganzen Sinn und allem, was ich kann und bin, GOtt stetig⸗ lich geehret. 12. Was dorten vor des Hoͤchsten Thron die En⸗ gelschaaren klingen, das kann mein Herz mit schwa⸗ chem Ton auch ihm zu Ehren singen; das Heilig, Heilig fort und fort ist meiner Seelen Heil und Hort, das mir kann Freude bringen. 13. Hingegen bebt all Augenblick und weist viel Trauerzeichen der Welt⸗ geist, so des Teufels Strick nicht denket zu entweichen. Er wanket Tag und Nacht ohn Ruh, ihn zieht der Satan Hoͤllen zu, da viel sind seines Gleichen. 14. Das vom Lobe GOttes insgemein. 501 14. Das Heilig, Heilig, welches macht die bloͤden Lippen lallen, muß in dem Schlaf auch bei der Nacht in dem Geaͤder wallen. Mein Herz singt tausend/ tausendmal, das Heilig/ Heilig ohne Zahl, die En⸗ gel widerschallen. 15. Ihr meines Leibes Aederlein, hoͤrt niemals auf zu schlagen; GOtt soll von euch gelobet sein zu gut und bͤsen Tagen. So vielmals in der Sterblich⸗ keit ihr meines Lebens Zei⸗ ger seid, sollt ihr stets hei⸗ lig! sagen. 16. Hierdurch ich GOtt vor Augen hab, und huͤte mich vor Suͤnden; das Wort ist meines Herzens Gab, und macht mich frei von Suͤnden; an meinem heilgen Lebensend wird sich mein Geist in GOttes Haͤnd mit diesem Wort entbinden. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 3 Hallelujah, Lob 583. H Preis und Ehr sei unserm GOtt je mehr und mehr fuͤr alle seine Werke; von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank/ Weisheit, Kraft und Staͤr⸗ ke. Klinget, singet: Hei⸗ lig, heilig: freilich, freilich: heilig ist GOtt, unser GOtt, der HErr Zebaoth! 2. Hallelujah, Preis, Ehr und Macht sei auch dem GOtteslamm gebracht, in dem wir sind erwaͤhlet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besyrenget und getauft, und sich mit uns vermaͤhlet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben, und darinnen uns erlaben. 3. Hallelujah, GOtt heilger Geist! sei ewiglich von uns gepreist; durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausge⸗ ziert, dem Braͤutigam uns zugefuͤhrt, den Hochzeitta erkoren. Eia, Eia! da i Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. 4. Hallelujah, Lob, Preis und Ehr sei unserm GOtt je mehr und mehr und seinem großen Namen. Stimmt an mit aller Him⸗ mels⸗Schaar, und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet: Heilig/ heilig: freilich, freilich: heilig ist GOtt, unser GOtt, der HErr Zebaoth! Bartholomäus Crasselius. 584. Der Lobgesang Te Deum laudamus. Der ersste Chor. Err GOtt, dich loben wir Dich, Vater in Ewigkeit All Engel und Himmels⸗ heer/ Der andre Chor. n Gott, wir danken Ir Ehrt die Weltweit und breit. Und was dienet deiner Ehr, Der 502 Pom Lobe GoOttes insgemein. Der erste Chor. Auch Cherubim und Se⸗ raphim Hellig ist unser GOtt! Beide Der andre Chor. Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser GOtt! Choͤre. Heilig ist unser GOtt, der HErre Zebaoth! Dein goͤttlich Macht und Herrlichkeit Der I. zwoͤlf Boten Die nrt Maͤrtrer all⸗ ODie g. ganze werthe Chri⸗ stenheit Dich, GOtt Vater im hoͤchsten Thron, Den heilgen Geist und Troͤster werth Du Koͤnig der Ehren, IE⸗ su Christ, Der Jungfrau Leib nicht hast verschmaͤht/ Du hast dem Tod zerstoͤrt sein Macht/ Du sizst i Rechten GoOttes gleich EinRichter du zukuͤnftigbist Nun hilf uns, HErr, den Dienern dein/ Laß ben im Himmel haben Hilf deinem Volk, HErr JEsu Christ, Hail 28— pfleg ihr zu eit/ Tͤolich HErr GOtt, wir loben dich/ Behuͤt uns heut, o treuer Ott/ Sei uns gnaͤdig, o HErre GOtt, 150 uns dein Barmher⸗ igkeit Auf dich hoffen wir, lie⸗ ber HErr/ Geht uͤber Himml. und Erden weit. Und die lieben Prophe⸗ ten all/ Loben dich, HErr, mit roßem Schall. Ruͤhmt dich auf Erden allezeit. Deinen rechten und ein⸗ gen Sohn, MI rechtem Dienst sie lobt und ehrt. GOtt Vaters ewger Sohn du bist: Zu Achle das menschlich hlecht. Und hristen zum Him⸗ mel bracht. Mit aller Ehr ins Vaters Reich. Alles/das todt und lebend ist. Die mit deinm theurn Blut erloͤset sein. Mit den Heilgen in ew⸗ gem Heil. 6* 4 i0 was dein Erb⸗ thei 2 19 60 hoch in Ewig⸗ und ehrn dein Namen stetiglich. Aller Suͤnd und Missethat. 4 uns gnaͤdig in aller th. Wie unsre Hoffnung zu dir steht. In Schanden laß uns Amen. nimmermehr. Dr. Martin Luther. Mel. vom Lobe GOttes insgemein. 503 Alel. Schönster(Lieb⸗ ker) Immanuel, Herzog der Frommen. 5 88 oͤchster For⸗ mirer der löblichsten Dinge, der du mich Armen so ferne ge⸗ bracht, ruͤhr mir die Zunge, damit ich dir singe, und eins beginne nach aͤußer⸗ ster Macht, dich zu erhe⸗ ben, und dir zu leben, weil mich mit so viel Gna⸗ den bedacht. 2. Danket, ihr Augen, dem ewigen Lichte, daß ihr so sehend und offen da steht; danket ihm fuͤr das erlangte Gesichte, das auch noch dauert und noch nicht vergeht; schauet mit Wonne auf ihn, die Son⸗ ne, bis er euch unter die Sterne erhoͤht. 3. Danket, ihr Ohren, dem Worte des Lebens, daß ihr vernehmen koͤnnt, was es euch heißt. Oeffnet euch⸗ daß es nicht rufe verge⸗ bens, laßt euch regieren den ewigen Geist, bis ihr koͤnnt hoͤren, wie man mit Choͤren dorten ihn ewig erhebet und prcist. 4. Danke, du Riechen, dem Schoͤpfer der Nasen, daß dich so mancherlei Geistwerk ergoͤtzt, daß er den Lebensgeist in dich ge⸗ blasen, daß er dir Christi Fußtayfen vorsetzt, fleißig 0 spuͤren, wie die dich uͤhren, alles zu meiden, was ewig verletzt. 5. Danke, du Zunge/ fuͤr Reden und Schmecken, werde nicht stumm, zu er⸗ heben die Macht, daß du dein Regen kannst weiter erstrecken, als wie die Thiere das Mundwerk ge⸗ bracht. Lerne die Speisen einzig hoch preisen, welche, was Christum nur kennet, hoch acht. 6. Danket, ihr Glieder/ GOtt alle fuͤrs Fuͤhlen, Haͤnde fuͤrs Greifen, und Fuͤße fuͤrs Gehn; lasset den Wandel doch einzig drauf zielen, das ihr dort ewig wohl koͤnnet bestehn; wollt ihr in Suͤnden dort nicht empfinden, wie sich die Strafen der Hoͤllen erhöͤhn. 7. Danket, Gedanken, Verstand und du Wille, danke, Gedaͤchtniß und Urtheil dazu, schwinget die Fluͤgel zur ewigen Fuͤlle laßt euch nicht hal⸗ ten das zeitliche Nu. Eur Lobgefieder sinke nicht nie⸗ der, bis ihr gelanget zur himmlischen Ruh. 8 Wenn nun das Innere GoOtt so gepriesen, stimmet das Aeußere gleichfalls mit an. Omner o Vater/ du hast mir erwiesen tau⸗ sendmal mehr, als ich aussinnen kann: Nahrung und Huͤlle, Guͤter die Fuͤlle melden, dies habe GOtt alles gethan. 9. Nun denn, du Geber so herrlicher Gaben, weil du mir giebest mehr als ich begehrt, laß mich die Augen stets inner mir haben, daß ich nichts mein acht, als was be. e 504 Vom Lobe GOttes insgemein. beschert. Mach mich ge⸗ ringe, Schoͤpfer der Dinge, bis sich mein Etwas in Nichtes verkehrt. 10. Und weil denn noch ein Geschenke vorhanden, welches viel hoͤher als Himmel und Welt, naͤm⸗ lich dein Sohn, der uns rettet aus Schanden, und dich nun wieder zufrieden estellt, welches mit Wei⸗ en nie gnug zu preisen, bis du die Seele zun En⸗ geln gesellt: 11. So nimm denn an, was im Himmel erklin⸗ get, Macht, Reichthum, Weisheit, Kraft, Ehre und Preis, Danksagung und was das Engelvolk singet GOtt und dem Lamme mit ewigem Fleiß. Alles sprech: Amen! wo nur ein Namen ie wird genennet von Kreise zu Kreis. Christian Knorr v. Rosenroth. In eigener Melodie. — 586. He teslamm, sei hoch gebene⸗ deiet, daß du die Lieb erneuet, als unser Braͤutigam. Die Lieb wird triumphiren, und uns mit Kronen zieren, weil sie vom Himmel kam: holdseligs GOtteslamm. 2. Vereinte Liebe siegt, schwebt uͤber alle Hoͤhen, kann uͤberwunden sehen den Feind, der sie bekriegt. Die Siegespsalmen klin⸗ gen, dem Koͤnig Dank — bringen, weil alls zu zoden liegt. Vereinte Liebe siegt. 3. Nach wohl vollbrach⸗ tem Streit rechtfertigt sich das Leben, das uns die Lieb Reud.& zu großer Jubelfreud. Steh auf, du Fuͤrst der Deinen, sieg⸗ praͤchtig zu erscheinen in deiner Lieblichkeit nach langgefuͤhrtem Streit. 4. Du bist nur liebens⸗ werth: man wird dich im⸗ mer muͤssen, du Allerschoͤn⸗ ster, kuͤssen, so lang die Lie⸗ be waͤhrt. Die Liebe wird bestehen, wenn alles muß vergehen, wie uns dein Mund selbst lehrt. Du bist nur liebenswerth. 5. Du festes Liebes⸗ band, wir sind von dir gebunden, sobald uns hat gefunden des HErren treue Hand. Komm, laß uns in den Armen der suͤßen Gunst erwarmen; wir sind dir nah verwandt, du festes Liebesband. 6. Mit einem Herz und Mund soll in uns unsern Meister, dich, Vater aller Geister, hoch preisen alle Stund. Frohlockn und iubiliren, in Liebe trium⸗ phiren sei unser neuer Bund zu einem Herzen und Mund. 7. Der heilgen Engel Chor verkuͤndigt deine Thaten, o Held von Kraft und Rathen, und hebt dein Lob empor. Zeuch her in deiner Staͤrke, laß deine Liebeswerke erst kom⸗ men recht hervor, so singt der Engel Chor. 8. Der Aeltsten ganze Schaar, die vor dem Throne wohnen, die 900 en vom Lobe GOttes insgemein. 505 fen ihre Kronen vors Lam⸗ mes Fuͤßen dar. Wir falln mit ihnen nieder, und sin⸗ gen Liebeslieder; denn kurz: Er ist es gar! so ruft der Aeltsten Schaar. 9. Die Liebesharmonie soll immer suͤßer spielen, je mehr sie Kraft wird fuͤhlen ohn Ende dort und hie. Dein Reich muß in uns bleiben, vermischte Kraft vertreiben der eitlen Phan⸗ tasie durch Liebesharmonie. 10. So waͤchst dein Le⸗ ben mehr zur Mannheits⸗ vollen Staͤrke, wenn alle Liebeswerke dir bringen Ruhm und Ehr. Wenn Lieh wird Engel machen, so kann sie wohl verlachen der Feinde ganzes Heer, so waͤchst dein Lehen mehr. 11. Dank, Weisheit, Staͤrk und Pracht, Lob, Herrlichkeit und Leben sei unserm GOtt gegeben, der uns zur Lieb gebracht Das Lamm, das uns befreiet, sei hoch gebenedeiet; ihm sei Lob, Preis und Macht, Dank/ Weisheit/ Staͤrk und Pracht! Gottfr. Arnold. Mlel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 587. ch, der ich oft in tie⸗ fes Leid und große Noth muß gehen, will dennoch GOtt mit großer Freud und Herzenslust erhoͤhen. Mein GOtt, du Koͤnig, hoͤre mich, ich well ohn alles Ende dich und deinen Namen loben. 2. Ich will dir mit der Morgenroͤth ein taͤglich Opfer bringen. So oft die liebe Sonn aufgeht, so ofte will ich singen dem großen Namen deiner Macht, das soll auch in der spaͤten Nacht mein Werk sein und Geschaͤfte. 3. Die Welt die deucht uns schoͤn und groß, und was fuͤr Gut und Gaben sie traͤgt in ihrem Arm und Schooß, das will ein jeder haben: und ist doch alles lauter nichts; eh als mans recht geneußt, zer⸗ brichts und geht im Hui zu Grunde. ö 4. GOtt ist alleine groß und schoͤn, unmoͤglich aus⸗ zuloben, auch denen, die doch allzeit stehn vor sei⸗ nem Throne droben. Laß sprechen, wer nur sprechen kann; doch wird kein En⸗ gel noch kein Mann des 75. Die Alren, die dun 5. Die Alten, die nun nicht mehr sind, die haben ihn gepreiset; so hat ein jeder auch sein Kind zu solchem Dienst gemeiset; die Kinder werden auch nicht ruhn, und werden doch, o GOtt, dein Thun und Werk nicht ganz aus⸗ preisen. 6. Wie mancher hat vor mir dein Heil und Lob mit Fleiß getrieben, und sieye, mir ist doch mein Theil zu loben uͤbrig blieben. Ich will von deiner Wunder⸗ Macht und der so herrlich schͤͤnen Pracht bis an mein Ende reden. 7. Und was ich rede, wird 2² von 506 vom Lobe GOttes insgemein. von mir manch frommes Herze lernen; man wird dich heben fuͤr und fuͤr hoch über alle Sternen. Dein Herrlichkeit und starke Hand wird in der hoch 6 Welt bekannt und hoch berufen werden. 8. Wer ist so gnaͤdig als wie du? Wer kann so viel erdulden? Wer sieht mit solcher Langmuth zu so vie⸗ len schweren Schulden, die aus der Rerfg weiten Welt ohn Unterlaß bis an das Zelt des hohen Himmels steigen? 9. Es muß ein treues Herze sein, das uns so hoch kann lieben, da wir doch in den Tag hinein, was gar nicht gut ist, üben; GOtt muß nicht anders sein als gut, daher fleußt seiner Guͤte Flut auf alle seine Werke. 10. Drum, HErr, so sollen dir auch nun all deine Werke danken; vor⸗ aus die Heilgen, deren Thun sich haͤlt in deinen Schranken, die sollen dei⸗ nes Reichs Gewalt und schöne Regimentsgestalt mit vollem Munde ruͤhmen. 11. Sie sollen ruͤhmen, daß der Ruhm durch alle Welt erklinge, daß jeder⸗ mann zum Heiligthum dir Dienst und Opfer bringe. Dein Reich das ist ein ewges Reich, dein Herr⸗ schaft ist dir selber gleich, der du kein End erreichest. 12. Der HErr ist bis in unsern Tod bestaͤndig bei uns allen; erleichtert unsers Kreuzes Noth und haͤlt uns, wenn wir fallen; er steuert manches Ungluͤcks Lauf, und hilft uns wieder freundlich auf, wenn wir ganz hingeschlagen. 13. HErr, aller Augen sind nach dir und deinem Stuhl gekehret; denn du bists auch, der alles hier so vaͤterlich ernaͤhret. Du thust auf deine milde Hand, machst froh und satt, was auf dem Land, im Meer und Luͤften lebet. 14. Du meinst es gut und thust uns Guts, auch da wirs oft nicht denken; wie mancher ist betruͤbtes Muths, und frißt sein Herz mit Kraͤnken, besorgt und fuͤrcht sich Tag und Nacht, GOtt hab ihn gaͤnzlich aus der Acht gelassen und vergessen. 15. Nein, GOtt vergißt der Seinen nicht, er ist uns viel zu treue; sein Herz ist stets dahin gericht, daß er uns letzt erfreue. Gehts gleich bisweilen et⸗ was schlecht, ist er doch heilig und gerecht in allen seinen Wegen. 16. Der HErr ist nah und stets bereit einm jeden, der ihn ehret; und wer nur ernstlich zu ihm schreit/ der wird gewiß erhdret. GOtt weiß wohl, wer ihm guͤnstig sei, und deme steht er denn auch bei, wenn ihn die Angst umtreibet. 17. Den Frommen wird wns sie begehrenz Eelnit was sie begehren; er mißt das Ungluͤck, das sie vlagt, ö und vom Lobe GOttes insgemein. 507 und zaͤhlt all ihre Zaͤhren, und reißt sie endlich aus der Last; den aber, der sie kraͤnkt und haßt, den stuͤrzt er ganz zu Boden. 18. Dies alles und was sonsten mehr man kann fuͤr Lob erzwingen, das soll mein Mund zum Ruhm und Ehr des Hoͤchsten taͤg⸗ lich singen. Und also thu auch immerfort, was webt und lebt an jedem Ort: das wird GOtt wohlge⸗ fallen. Paul Gerhard. Mel. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich. (Ich singe dir 588. V. mit Herz und Mund, HErr, meines Herzens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Qnelle seist, daraus uns allen fruͤh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch? was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schoͤne Himmelszelt hoch uͤber uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen netzt? 5. Wer waͤrmet uns in Kaͤlt und Frost? Wer schuͤtzt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Oel und Most zu seinenZeiten findt? 6. Wer giebt uns Leben und Gebluͤt? Wer haͤlt mit seiner Hand den guͤld⸗ nen, werthen, edlen Fried in unserm Vaterland? 7. AchHErr, mein GOtt, das kommt von dir, du, du mußt alles thun; du haͤltst die Wach an unsrer Thuͤr/ und laͤßt uns sicher ruhn. 8. Du naͤhrest uns von Jahr zu Jahr, bleibst im⸗ mer fromm und treu, und stehst uns, wenn wir in Ge⸗ fahr gerathen, treulich bei. 9. Du strafst uns Suͤn⸗ der mit Geduld und schlaͤgst nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht, und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 11. Du zaͤhlst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sei; kein Zaͤhr⸗ und Thraͤn⸗ lein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du fuͤllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und fuͤhrst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring, und habe guten Muth, dein GOtt, der elhumd aller Ding, ist selbst un bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht/ dein Schirm und Schild⸗ dein Huͤlf und Heil, schafft Rath und laͤßt dich nicht. 2²2* 15. Was 508 vom Lobe GOttes insgemein. 15. Was kraͤnkst du dich in deinem Sinn, und graͤmst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernaͤhrt? Wie manchen schweren Ungluͤckslauf hat er zuruͤck gekehrt? 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Re⸗ giment: nein, was er thut und laͤßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun, und red ihm nicht darein: so wirst du hier in Frieden ruhn, und ewig froͤhlich sein. Paul Gerhard. Mel. Preis, Lob, Ehr, Ruhm, Dank, Rraft und Macht. 589. Kenie u mein Herz und Sinn, vors Lammes Thron im Steub darnieder; leg dich zu seinen Fuͤßen hin, und wiederhole deine Lieder. Erkenne, wie du selbst aus dir nichts bist, wie GOtt in dir und allen alles ist. 2. Wo haͤttst du einen sie nich Kraft, wenn du ie nicht erlangt von oben? Wer hat dir so viel Ruh de Ein von deiner Fein⸗ e List und Toben? Wer stillte wohl das Brausen dieses Meers, und wer Huteuh die Macht des Hbllenheers? 3. Was hat dich von dem Strick befreit? dein Leben vom Verderb geris⸗ sen? Wer kroͤnt dich mit Barmherzigkeit, und laͤßt dich seine Rechte wissen? Bist du es nicht, du uner⸗ schoͤpfter Quell, der taͤg⸗ lich noch auf uns fleußt stark und hell? 4. Hat uns nicht deine Hand gefaßt, und wider aller Menschen Hoffen ge⸗ bracht aus aller Suͤnden⸗ last, daß wir das Ziel der Ruh getroffen, und reichen ried vor Feinden um uns er genießen stets, von Furcht und Zweifel leer? 5. Was zwischen uns sich setzen wollt, hat deine Kraft bald ausgetrieben; du bleibest deinem Tem⸗ pel hold, daß bis hieher sein Bau ist blieben; daß feste steht des Sohnes Herrlichkeit, die dir in uns der Vater hat bereit. 6. Du uͤberschuͤttest uns mit Lieb, und reinigest Herz, Mund und Sinnen, daß wir aus deines Gei⸗ stes Trieb dich stets in uns mehr lieb gewinnen. Du druͤckst dem Geist der Reinheit Siegel auf, daß uns kein Koth befleckt den frohen Lauf. 7. So nimm dafuͤr zum Opfer hin uns selbst mit allem, was wir haben. Nimm Geist, Seel, Leib, Herz, Muth und Sinn zum Eigenthum statt an⸗ drer Gaben. Bereite dit ein Lob selbst aus dem Mund der Saͤnglinge mach deinen Ramen kund 8. Sind Vom Lobe GOttes insgemein. 509 8. Sind wir doch nichts in uns ohn dich, was ha⸗ ben wir ohn deine Werke? Dir, dir gebuͤhret ewiglich Macht, Weisheit, Ehre, Kraft und Staͤrke; GOtt und dem Lamm, das uns erkaufet hat, wird Lob ge⸗ sagt in unsrer Mutterstadt. 9. Gieb uns 77 ein Herz und Mund, halt dei⸗ ne Einheit so zusammen, daß unser Geist, von Lieb verwundt, dir stets zu⸗ schick die keuschen Flam⸗ men. Mach uns vor dir als Wagen⸗-Cherubim, entzuͤnd uns stets als Feuer⸗Seraphim. Gottfr. Arnold. In eigener Melodie. * asset uns den 590. Lasrrenpne sen, und vermehren ꝝ sei⸗ nen Ruhm, stimmet an die suͤßen Weisen, die ihr seid sein: Eigenthum! Ewig waͤhret sein Erbar⸗ men; ewig will er uns umarmen mit der fuͤßen Liebeshuld, nicht gedenken unsrer Schuld. Preiset ewig 1 seinen Namen, die ihr seid von Abrams Samen. Ruͤhmet ewig seine Werke, gebet ihm Loh,; Ehr und Staͤrke. 2. Ehe noch ein Mensch geboren, hat er uns zu⸗ ½½ vor erkannt, und in Christo auserkoren, seine Huld„ uns zugewandt. Selbst der Himmel und die Erden muͤssen uns zu Dienste werden, weil wir durch sein liebstes Kind seine Kinder worden sind. rat, die er Gnade waͤh⸗ ret, die er uns in ihm be⸗ scheret; ewig wollen wir uns uͤben, uͤber alles ihn zu lieben. 3. Ja, wir wollen nur mit Freuden zu dem lieben 2. Vater gehn; uns in seiner Liebe weiden, wie die thun, so en vor ihm stehn: heilig, heilig, heilig singen; Halleluiah soll er⸗ klingen unserm GOtte und dem Lamm, unserm hol⸗ den Braͤutigam. Lasset sei⸗ nen ½ Rühm erschallen, und erzaͤhlt sein Werk vor allen, daß er ewig uns er⸗ waͤhlet, und zu seinem Volk gezaͤhlet. 4. Lernet euren JEsum kennen, der euch theur er⸗ ½ kaufet hat; lernet ihn fein lieblich nennen euren Bruder, Freund und Rath, euren starken—7⁷ im Streiten, eure Lust in Froͤhlichkeiten, euren Trost und euer Heil, euer aller⸗ bestes Theil. Ewig solche * Guͤte waͤhret, die euch durch ihn widerfaͤhret. Ewig soll das Lob erklingen, das wir ihm zu Ehren singen. 5. Tretet nur getrost 1 Throne, da der Gna⸗ en⸗:n stuhl zu sehn. Es kantz euch von GOttes Sohne nichts als Lieb und ½ Huld geschehn. Er er⸗ wartet mit Verlangen, bis er koͤnne uns umfangen, und das allerhoͤchste Gut uns miltheilen durch sein Blut. Große Gnad ist da zu finden; er will sich mit 510 vom Lobe GOttes insgemein. mit uns verbinden, und soll niemals etwas koͤnnen uns von seiner Liebe trennen. 6. Er hat nunmehr selbst die Fuͤlle seiner GOttheit aufgethan, und es ist sein ernster Wille, daß nun komme ꝛn jedermann. Kei⸗ ner soll sich hierbei schaͤ⸗ men, sondern Gnad um Gnade nehmen; wer ein hungrig Herze hat, wird aus seiner Fuͤlle satt. Ewig solche: Fuͤlle waͤhret, die uns so viel Guts besche⸗ ret; Wollust, die uns ewig traͤnket, wird uns daraus 73 eingeschenket. 7. Nun, du Liebster, unser Lallen, damit wir dir ½ dankbar sein, laß dir gnaͤdig wohlgefallen, bis wir alle ½ insgemein ewig deine Guͤtigkeiten mit ba wir wer Lob ausbreiten/ a wir werden Gloria sin⸗ gen und Hallelujah; Preis, Ehr, Ruhm, Dank 2 Macht und Staͤrke und was ruͤhmet seine Werke werde unserm GOtt ge⸗ geben. Laßt uns ihm zu ): Ehren leben. Christian Jakob Koitsch. In bekannter Melodie. obe den HEr⸗ 591. ren/ den maͤch⸗ tigen Koͤnig der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kom⸗ met zu Hauf, Psalter und Harfe wacht auf, lasset die Musicam hoͤren. 2. Lobe den HErren, der alles so herrlich regie⸗ ret, der dich auf Adelers Fittigen sicher gefuͤhret, der dich erhaͤlt, wie es dir immer gefaͤllt; hast du nicht dieses verspuͤret? 3. Lobe den HErren, der kuͤnstlich und fein dich be⸗ reitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Noth hat nicht der gnaͤdige GOtt uͤber dir Fluͤgel gebreitet? 4. Lobe den HErren, der deinen Stand sicht⸗ bar gesegnet, der aus dem Himmel mit Stroͤmen der Liebe geregnet; denke dar⸗ an, was der Allmaͤchtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den HErren, was in mir ist, lobe den Namen. Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, lobende schließe mit Amen. Joachim Neander. In eigener Rlelodie. 5 obet den HEr⸗ 592. L ren, ½ denn er ist sehr freundlich. Es ist sehr koͤstlich, unsern GOtt zu loben; sein Lob ist schoͤn und lieblich anzu⸗ hoͤren. Lobet den HErren: 2. Singt gegn einander, 23½ dem HErrn mit Dan⸗ ken, lobt ihn mit Harfen/ unsern GOtt, den werthen. Denn er ist maͤchtig und von großen Kraͤften. Lo⸗ bet den HErren 3. Er kann den Himmel 2½ mit Wolken bedecken. Er giebt den Regen, wenn er vom Lobe GSOttes insgemein. 511 er will auf Erden. Laͤßt Gras wachsen gar hoch auf duͤrren Bergen. Lo⸗ bet den HErren 4. Der allem Fleische: giebet seine Speise, dem Vieh sein Futter vaͤterlicher Weise ½ den jungen Ra⸗ ben, die ihn thun anrufen. Lobet den HErren 5. Er hat nicht Lust/ an der Staͤrk des Rosses, noch Wohlgefallen an jemandes Beinen, 1 ihm gefalln allein, die auf ihn trauen. Lobet den HErren 1 6. Danket dem HErren, )½ Schoͤpfer aller Dinge, der Brunn des Lebens thut aus ihm entspyringen ½1 gar hoch vom Himmel her aus seinem Herzen. Lobet den HErren 7. O JEsu Christe, ½ Sohn des Allerhoͤchsten, 11 du die Gnade allen rommen Christen, daß sie dein Namen ewig preisen, Amen. Lobet den HErren Mel. Palet will ich dir GOtt geben. 593. unsern HEr⸗ obet ren in seinem Heiligthum; zu Lobe seiner Ehren macht herrlich seinen Ruhm; lobt ihn im Firmamente, da seine groß Gewalt und sein stark Regimente zu sehn ist mannigfalt. 2. Lobet mit Herz und Munde all seine Wunder⸗ that, die er zu aller Stun⸗ de haufig verrichtet hat; ob seiner Majestaͤten und fein Herrlichkeit thut sein Lob weit ausbreiten in alle Ewigkeit. 3. Lobet ihn fröhlich alle mit der Posaunen Klang, dem HErren zu Gefallen macht ein lieblich Gesang mit Psalter, Harf und Gei⸗ gen sammt andern Instru⸗ ment; mit Pauken, Pfeifn und Reigen preiset sein Lob behend. 4. Des Erren Namen alle lobet mit Saitenspiel; mit hellem Cymbelschalle macht seines Lobes viel; mit Cymbeln, die wohl klin⸗ gen, ruͤhmt seine Guͤtigkeit; von seinem Lob thut singen immer und allezeit. 5. Es soll den HErren loben und preisen immer⸗ dar im Himmel hoch dort oben die engelische Schaar; desgleichen auch auf Erden alles, was Odem hat, soll seines Ruhms voll werden, preisn seine Wunderthat. 6. Amen mit Mund und Herzen sprecht, o ihr glaͤu⸗ big Schaar, all Traurig⸗ keit und Schmerzen treibt von euch ganz und gar. Seid froͤhlich in dem HEr⸗ ren, und lobt ihn allezeit. Er wird in Freud verkeh⸗ ren all euer Herzeleid. 7. Er wird euch reichlich geben alls, was euch noͤ⸗ thig ist, allhier in diesem Leben und dort zu aller Frist; wird euch in Him⸗ mel fuͤhren, und selig ma⸗ chen gar; thuts mit einm Eid betheuren, Amen, das werde wahr! Mel. 512 Vom Lobe GOttes insgemein. Mel. Uun lob, mein Seel, den Erren. 594 an lobt dich in der Stille, du hocherhabner Zionsgott; des Ruͤhmens ist die Fuͤlle vor dir, du starker Zebaoth. Du bist doch HErr auf Erden, der Frommen Zuversicht; in Truͤbsal und Beschwer⸗ den laͤßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stuͤndlich ehren mein Mund vor jedermann, und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es muͤssen, HErr, sich freuen von ganzer Seel, und jauchzen schnell, welch unauf hoͤrlich schreien: Ge⸗ lobt sei der GOtt Is⸗ rael! Sein Name sei gepriesen, der große Wun⸗ der thut, und der auch mir erwiesen das, was mir nuͤtz und gut. Nun, dies ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb, und nie⸗ mals von ihm scheide, so lang ich leb und schweb. 3. HErr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzei⸗ hie nun, wie vergelt ichs ir? Ach bleibe mir genei⸗ den so will ich fuͤr und fuͤr en Kelch des Heils erhe⸗ ben, und preisen weit und breit dich hier, mein GOtt/ im Leben und dort in Ewisßen, Johann Rist. Hausmusik 1654 S. 350.) Mel. Auf meinen lieben GoOtt. ein Vater, 5 95. deine Gnad, die du mir fruͤh und spat so reichlich hast erwiesen, die sei von mir gepriesen; jetzt und zu allen Zeiten will ich dein Lob ausbreiten. 2. Auf, auf, mein Racb⸗ empor, hinauf zum Enge chor sollst du dich eiligst schwingen, und mit dem⸗ selben singen: Lob, Preis, Kraft, Macht und Staͤr⸗ ke dem HErrn so großer Werke. 3. Wenn der durch seine Kraft in uns selbst wirkt und schafft, daß wir den Vater kennen und Her⸗ zens⸗Abba, nennen: so muß uns diese Erden ein schoͤner Himmel werden. 4. O suͤßer JEsu Christ, der du mein Reichthum bist, dich hab ich treu er⸗ funden in schweren Kreu⸗ zesstunden; mich hast du oft erquicket, wenn mich die Last gedruͤcket. 5. Du gabest mir den Sieg und Waffen in dem Krieg, auch Kraͤfte, recht zu kaͤmpfen, halfst mir die Feinde daͤmpfen, und durch Kraft deines Blutes bin ich noch gutes Muthes. 6. Wer Christi Blut er⸗ greift, dem wird auch dar⸗ gereicht Vergebung seiner Suͤnden: die sind nicht mehr zu finden; ihm aber wird gegeben Trost, Frie⸗ de, Freud und Leben. 7. Allein das Herz muß sein Vvom Lobe G0Ottes insgemein. 513 sein aufrichtig, redlich, rein; es muß die Suͤnde hassen, und alle Luͤste las⸗ sen, und IEsum eini fassen, sich selbst und Welt verlassen. 8. Drum, Seele, wenn du nun in allem deinem Thun im Licht vor GOtt wirst wandeln, und christ⸗ gebuͤhrend handeln, so wird dir noch auf Erden viel Guts geschenket werden. 9. Viel Gnade, Kraft und Staͤrk in allem dei⸗ nem Werk; er wird sich dir verbinden, und gnaͤdig lassen finden: wirst du nur in ihm bleiben, dich ihm zum Dienst ver⸗ schreiben. 10. Es wird dich sei⸗ ne Huld taͤglich von⸗al⸗ ler Schuld und innerm Greul der Suͤnden be⸗ freien und entbinden; denn wo die Suͤnd vergeben, da ist Geist, Kraft und Lehen. 11. Und dafuͤr preiset dich, mein JEsu, inniglich, zu aller Zeit und Stunde die schwache Zung im Munde. Gelobet sei dein Namen bei mir und allen, Amen. In bekannter Melodie. 596 un danket alle GOtt mit Herzen, Mund und Haͤnden, der große Dinge thut an uns und allen En⸗ den; der uns von Mutter⸗ leib und Kindesbeinen an unzaͤhlig viel zu gut, und noch jetzund gethan. 2. Der ewig⸗reiche GOtt woll uns bei unserm Le⸗ ben ein immer froͤhlich Herz und steten Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erloͤsen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei GOtt dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich im hoͤchsten Himmelsthrone, dem drei⸗ einigen GOtt, als er im Anfang war, und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinckart. In eigener Melodie. 597 un lob, mein Seel, den HErren, was in mir ist den Namen sein. Sein Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein; hat dir dein Suͤnd vergeben, und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schooß, mit reichem Trost beschuͤttet, verjuͤngt dem Adler geich; der Koͤng schafft Recht, behuͤtet, die leidn in sei⸗ nem Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Guͤt ohn Maaßen, es manglt an seinr Erbar⸗ mung nicht; sein Zorn laͤßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld/ die Gnad thut er nicht sparen, den Bloden ist er hold; sein Guͤt ist hoch erhaben ob den, die fuͤrch⸗ ten ihn; so fern der Ost 22 vom 514 Vom Lobe GoOttes insgemein. vom Abend ist unsre Suͤnd dahin. 3. Wie sich ein Vatr erbarmet übr seine jungen Kindlein klein, so thut der HErr uns Armen, so wir ihn kindlich fuͤrchten rein. Er kennt das arm Ge⸗ maͤchte, GOtt weiß, wir sind nur Staub, gleichwie das Gras vom Rechen, ein Blum und fallend Laub: der Wind nur druͤber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nah. 4. Die GOttesgnad al⸗ leine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner liebn Gemeine, die steht in sei⸗ ner Furcht bereit, die sei⸗ nen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet seins Lobs und dient zu⸗ gleich dem großen HErrn zu Ehren, und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 5. Sei Lob und Preis mit Ehren GOtt Vater/ Sohn, heiligem Geist; der woll in uns vermehren, was er aus Gnaden uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen, gaͤnzlich ver⸗ lassn auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, stets unsr Herz, Muth und Sinn ihm kindlich thun anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen, wir werdns erlangen, glaubens von Herzensgrund. Joh. Graumann 1-=4. In eigener Klelodie. daß ich tau⸗ 598. O send Zun⸗ en haͤtte, und einen tau⸗ sendfachen Mund,sosünnt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzens⸗ grund ein Loblied nach dem andern an von dem, was GOtt an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht, o daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach waͤre jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn/ ihr meine Kraͤfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschaͤfte zu GOttes, meines HErren, Preis; mein Leib und Seele schicke dich, und lobe GOtt herz⸗ inniglich. 4. Ihr gruͤnen Blaͤtter in den Waͤldern, bewegt und regt euch doch mit mir; ihr schwanken Graͤs⸗ chen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu GOttes Ruhm be⸗ lebet sein, und stimmet lieb⸗ lich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was srein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehuͤlfen geben, denn mein Vermdgen ist zu matt, die großen Wunder zu er⸗ hoͤhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerlieb⸗ ster Vater, unendlich 1 Vom Lobe GOttes insgemein. 515 fuͤr Seel und Leib; Lob sei dir, mildester Berather/ fuͤr allen edlen Zeitvertreib/ den du mir in der ganzen Welt zu meinem Rutzen hast bestellt. 7. Mein treuster JEsu, sei gepriesen, daß dein er⸗ barmungsvolles Herz sich mir so huͤlfreich hat erwie⸗ sen, und mich durch Blut und Todesschmerz von aller Teufel Grausamkeit zu dei⸗ nem Eigenthum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heilig⸗ werther GOttes⸗Geist/ fuͤr deines Trostes suͤße Lehre, die mich ein Kind des Le⸗ bens heißt. Ach wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein goͤtt⸗ lich Licht. ö 9. Wer uͤberstroͤmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher GOtt? Wer schuͤtzet mich auf meinen Wegen? Du, du, o star⸗ ker Zebaoth. Du traͤgst mit meiner Sündenschuld un⸗ saͤglich gnaͤdige Geduld. 10. Vor andern kuͤß ich deine Ruthe, die du mir aufgebunden hast. Wie viel thut sie mir doch zu gute, und ist mir eine sanfte Last; sie macht mich fromm und zeigt dabei, daß ich von deinen Liebsten sei. 11. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch lie⸗ bes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage recht wunderbarlich hast ge⸗ fuͤhrt. Denn in der groͤße⸗ sten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 12. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in dei⸗ nem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 13. Drum reiß ich mich jetzt aus der Hoͤhle der schnoͤden Eitelkeiten los, und rufe mit erhoͤhter Seele: Mein Gott, du bist sehr hoch und groß; Kraft, Ruhm, Preis, Dank und Herrlichkeit gehöͤrt dir jetzt und allezeit. 14. Ich will von deiner Guͤte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenoyfer bringen/ so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 15. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein GOtt/ in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser wer⸗ den, wenn ich ein schoͤner Engel bin; da sing ich dir im hoͤhern Chor viel tau⸗ send Hallelujah vor. Joh. Mentzer. In eigener Melodie. 599 Peb⸗ Lob, * Ehr, Ruhm,/ Dank, Kraft und Macht sei dem erwuͤrgten Lamm gesungen, das uns zu sei⸗ nem Reich gebracht und theur erkauft aus allen Zungen; in ihm sind wir zur Seligkeit bedacht, eh noch der Grund der gan⸗ zen Welt gemacht. 2. Wie 516 Vom Lobe GOttes insgemein. 2. Wie heilig/ heilig, hei⸗ lig ist der HErr der Her⸗ ren und Heerschaaren, der uns geliebt in JEsu Christ, da wir noch seine Feinde waren, und seinen Sohn zu eigen uns geschenkt, sein Herz der Lieb in un⸗ ser Herz versenkt. 3. Im Weinstock Ié⸗ su stehen wir gepfropft und ganz mit GOtt ver⸗ einet; dies ist die hoͤchste Wonn und Zier, ob schon der Unglaub solchs ver⸗ neinet, dadurch der Geist die Lebensquell stets trinkt, die Seel in GOttes Le⸗ bensmeer versinkt. 4. Ihr sieben Fackeln vor dem Thron des Lamms, ihr Himmels⸗Freuden⸗ Geister, erhebt mit Jauch⸗ zen GOttes Sohn, der unser Koͤnig, Hirt und Meister; lobt ihn mit uns Rumens in Ewigkeit, seins amens Ruhm erschalle weit und breit. 5. Ihm, der da lebt in Ewigkeit, sei Lob, Ehr, Preis und Dank gesungen von seiner Braut, der Chri⸗ stenheit; ihn loben Mensch⸗ und Engelzungen; es jauch⸗ ze ihm der Himmel⸗Him̃el Heer, und was das Wort je ausgesprochen mehr. 6. Die hoͤchstgelobte Ma⸗ jestaͤt der heilgen Einheit sei erhoben, die in sich selber wohnt und steht, sie muͤssen galle Dinge lo⸗ ben. In ihr besteht das Freuden⸗Lebens⸗Licht, von dessen Blick die duͤstre Welt zerbricht. 7. Deß Stadt, die schoͤn⸗ ste Zion, ist mit Edelstein und Perlenthoren erbaut zum Lobe JEsu Christ, fuͤr uns, die er sich auserko⸗ ren; wir jauchzen dir mit Dank, Lob, Preis und Ruhm, o Freud, o Lust, o Licht, o Lebensblum! Mel. Es ist das Beil uns kommen her. 600 ei Lob und Ehr dem hoͤchsten Gut, dem Vater aller Guͤte, dem GOtt, der allein Wunder thut, dem GoOtt, der mein Gemuͤthe mit seinem reichen Trost erfuͤllt, dem GOtt, der al⸗ len Jammer stillt. Gebt unserm GOtt die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten woh⸗ nen/ die preisen deine Schoͤ⸗ pfersmacht, die alles also wohl bedacht. Gebt un⸗ serm GOtt die Ehre! 3. Was unser GOtt geschaffen hat, das will er auch erhalten; daruͤber will er fruͤh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Koͤnig⸗ reich ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm GOtt die Ehre! 4. Ich rief dem HErrn in meiner Noth: Ach GOtt, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, gch GOtt, drum dank Vom Lobe GOttes insgemein. 517 dank ich dir, ach danket, danket GOtt mit mir. Gebt unserm GOtt die Ehre! 5. Der HErr ist noch und nimmer nicht von sei⸗ nem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhaͤnden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm GoOtt die Ehre! 6. Wenn Trost und Huͤlf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt und hilft der Ueberfluß, der Schoͤpfer selbst, und neiget die Vateraugen deme zu, der sonsten nir⸗ gends findet Ruh. Gebt unserm GOtt die Ehre! 7. Ich will dich all mein Lebenlang, o GOtt, von nun an ehren; man soll, o GOtt, dein Lobgesang all allen Orten hoͤren. Mein ch, mein G ermun⸗ tre sich, mein Geist und Leib erfreue dich. Gebt unserm GOtt die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt un⸗ serm GOtt die Ehre. Ihr, die ihr GOttes Macht be⸗ kennt, gebt unserm GOtt die Ehre; die falschen Goͤt⸗ zen macht zu Spott, der HErr ist GOtt, der HErr ist GOtt. Gebt unserm GoOtt die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvol⸗ lem Springen; bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns froͤhlich singen: GoOtt hat es alles wohl bedacht, und alles, alles recht gemacht. Gebt un⸗ serm GOtt die Ehre! Jahann Jakob Schütz. Der 96. Psalm. In eigener Klelodie. 601 ingt dem 111 HErrn nah und fern, ruͤhmet ihn mit frohem Schall! Das Alte ist vergangen, das Neue angefangen. Laßt die erneurten Sinnen ein neues Lied beginnen. Es vermehre seine Ehre, was da lebet, was da schwebet auf der Erden uͤberall. 2. Was nur kann, stim⸗ me an, daß Jehovah werd erhoͤht. Laßt euren Lob⸗ spruch wandern von einem Tag zum andern, die Men⸗ schen ohn Aufhoͤren von seinem Heil zu lehren. Sagt mit Freuden auch den Heiden alle Werke seiner Staͤrke, die ihr seine Wunder seht. 3. Groß ist GOtt Ze⸗ baoth, hochgelobt in seiner Pracht. Er ist Regent und Retter, dem alle Erden⸗ goͤtter mit Zittern zu den uͤßen anbetend fallen muͤssen. Goͤtzenknechte, eur Gemaͤchte macht zunichte im Gerichte, der den Him⸗ mel hat gemacht. 4. Herrlichkeit, Wonn und Freud ist vor seinem Angesicht. Auch seiner Wohnung Wuͤrde besteht in Kraft und Zierde. Drum eilt, ihr Voͤlker⸗ haufen, begierig hin zu laufen, ihm zu singen, ihm zu klingen, ihm zu sprin⸗ 518 Vom Lobe GOttes insgemein. syringen, ihm zu bringen Ehr und Macht in De⸗ muthspflicht. 5. Gebt mit Fleiß allen Preis seinem großen Na⸗ men hin. Doch sollt ihr als die Reinen im heilgen Schmuck erscheinen, wenn ihr wollt anzubeten in die Vorhoͤfe treten. Er will haben Liebesgaben; die zu schenken, laßt euch lenken. Aller Weltkreis fuͤrchte ihn. 6. Saget an auf dem Plan, der von Heiden wird bewohnt: daß er allein regieret, daß er das Seeyter fuͤhret, daß er sich laͤßt guf Erden ein Reich befestigt werden. Er will richten, er will schlichten, alle Sachen gleich zu machen. Er ists, der nach Werken lohnt. 7. Feeue dich inniglich, Himmelsburg und Him⸗ melsheer. Du Erde, lasse spuͤren ein starkes Jubili⸗ ren; du Meer und auch ihr Seen, laßt ein Getoͤn ergehen, lasset sausen, las⸗ set brausen, was ihr heget und beweget: alles zu Jehovah Ehr. ö 8. Was das Feld in sich haͤlt, soll mit Huͤpfen froͤhlich sein. Ja, uͤber alle Felder jauchzt ihr/ ihr gruͤnen Waͤlder. Euch Baͤuͤmen und euch Zwei⸗ en gebuͤhrt es nicht. ichweigen vor dem Hoͤch⸗ sten, der am naͤchsten vor euch stehet. Sehet, sehet, wie er zum Gericht zieht ein. 9. Dieser ist IEsus Christ, der von Gott bestimmte Mann, durch den der Kreis der Erden nun soll gerichtet werden in Licht und Recht und Klarheit nach Billigkeit und Wahrheit. Die Er⸗ guickung und Begluͤckung ist, ihr Frommen; nun gekommen. Stimmt das Hosianna an! Herrnschmid. In eigener Melodie. 602 ollt ich mei⸗ 2 nem GOtt nicht singen? sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Din⸗ gen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und traͤgt/ die in seinem Dienst sich uben. Alles Ding waͤhrt seine Zeit, GOttes Lieb in Ewigkeit. ö 2. Wie ein Adler sein Gefieder uͤber seine Jun⸗ gen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Hoͤchsten Arm bedeckt, al⸗ sobals im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab, und das Leben, das ich hab und noch diese Stun⸗ de treibe. Alles Ding waͤhrt seine Zeit, GOt⸗ tes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er giebt ihn fuͤr mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein theures Blut gewinn. O du un⸗ ergruͤndter Brunnen/ ilt Vom Lobe GOttes insgemein. 519 will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergruͤnden koͤnnen? Alles Ding waͤhrt seine Zeit, GOttes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Fuͤhrer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort; daß er mir mein Herz er⸗ fuͤlle mit dem hellen Glau⸗ benslicht, das des Todes Reich— ⁷ und die Hoͤlle selbst macht stille. Alles Ding waͤhrt seine Zeit, GOttes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohl⸗ ergehen hat er ja recht wohi bedacht; will dem Leibe Noth zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in Acht. Wenn mein Koͤnnen, mein Vermoͤgen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein GOtt, und hebt mir an, sein Vermoͤgen beizu⸗ legen. Alles Ding waͤhrt seine Zeit, GOttes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, sind ich, was mich naͤhrt und haͤlt. Thier und Kraͤuter und Getreide in den Gruͤn⸗ den, in der Hoͤh, in den Buͤschen, in der See/ uͤber⸗ all ist meine Weide. Alles Ding waͤhrt seine Zeit, GOttes Lieb in Ewigkeit. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen, und ermuntert mein Gemuͤth/ daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Guͤt. Waͤre mein GOtt nicht gewesen, haͤtte mich sein Angesicht nicht geleitet, waͤr ich nicht aus so man⸗ cher Angst genesen. Alles Ding waͤhrt seine Zeit, GOttes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan rum gefuͤhrt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher geruͤhrt. GOttes Engel, den er sendet, hat das Boͤse, was der Feind anzurichten war gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding waͤhrt seine Zeit, GOttes Lieb in Ewigkeit. 25 9. Wie ein Vater sei⸗ nem Kinde sein Herz nie⸗ mals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Suͤnde thut und aus der Bahne weicht: also haͤlt auch mein Verbrechen mir mein from⸗ mer GOtt zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth, und nicht mit dem Schwerte raͤchen. Alles Ding waͤhrt seine Zeit, GOttes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schlaͤge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwaͤge, sind es eichen, daß mein Freund, er mich liebet, mein ge⸗ denke, und mich von der schnoͤden Welt, die uns hart gefangen haͤlt, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding waͤhrt seine Zeit, GOttes Lieb in Ewigkeit. 11. Das 520 Pom Lobe GoOttes insgemein. 11. Das weiß ich fuͤr⸗ wahr, und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Chri⸗ stenkreuz hat seine Maaße/ und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausge⸗ schneiet, tritt der schoͤne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding waͤhrt seine Zeit, GOttes Lieb in 12 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in GOttes Liebe findt, ei so heb ich meine Haͤnde zu dir, Vater, als dein Kind; bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller mei⸗ ner Macht zu umfangen Tag und Nacht, hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 603 riumph,/ Tri⸗ . umph! des HErrn Gesalbter sieget, all ihr Gesalbten, freuet euch. Triumph, Triumph! der alte Drach erlieget, es ist zerstoͤrt des Teufels Reich. 2. Die starken Sera⸗ phinen fliegen, eilig zu richten aus des HErrn Gebot, einer der ruft zum andern: Heilig, heilig, hei⸗ lig ist der HErr Zebaoth! 3. Das ganze Lund, wie GOtt zuvor veryeißen, i nun mit GOttes Ehr er⸗ fuͤllt; kein Feind kann Zion hinfort mehr zerrei⸗ gen, GOtt selbst ist in ihr Sonn und Schild. 4. Wohl euch, wohl euch, die ihr den HErren kennet, in IEsu Christi wahrem Licht; ihr seids, die Christus seine Bruͤder nennet, in ihm seid ihr frei vom Gericht. 5. Nun singet, singet: Wohl dem Volke, wohl, wohl dem Volke, dem GOtt ihr GOtt ist! GOtt machet sie der Zions⸗Freu⸗ de voll, voll, ihr Lebens⸗ brod ist JEsus Christ. 6. Lob, Ehre, Weis⸗ heit, Dank, Preis, Kraft und Staͤrke sei unserm GOtt in Ewigkeit! der zeige seinen Knechten seine Werke, daß sie leben in jener Zeit. Mel. Mlachs mit mir, GoOtt, nach deiner Güt. 604 ritt hin, o Seel, und dank dem HErrn fuͤr seine tausend Gaben, mit denen er dich frei und gern geziert hat und er⸗ haben. Dank ihm, jetzt und zu aller Zeit dafuͤr mit tausend Innigkeit. 2. Er hat aus nichts dich hergebracht, zu sei⸗ nem Bild formiret; zu seinem Gleichniß dich ge⸗ macht, und stattlich aus⸗ staffiret. Dank ihm ꝛe. 3. Er hat gar seines Herzens Blut fuͤr deine st Schuld vergossen, und dich von Banden und der Glut der Hoͤllen losgeschlossen. Dank ihm ꝛe. 4. Drauf er hat dich zum Kind und Sohn—— In Vom Lobe GOttes insgemein. 521 Vater angenommen, und will, daß du auf seinen Thron sollst ewger Erbe kommen. Dank ihm ꝛc. 5. Fuͤr dich hat er die ganze Welt erschaffen und erbauet; fuͤr dich ist sie so wohl bestellt, und was man drinnen schauet. Dank ihm ꝛc. 6. Dir dienet alle Krea⸗ tur, vor dir muß alls sich neigen; botmaͤßig muß sich die Natur im Glau⸗ ben dir erzeigen. Dank ihm ꝛc. 7. Dir traͤgt die Erde Brod und Wein und Arzenei fuͤr Schmerzen; dir hegt sie Thiere groß und klein, dir Gold in ih⸗ rem Herzen. Dank ihm ꝛe. 8. Dort laͤuft und stroͤmt das Wasser dir, da stehet es dir stille, bringt Perln/ Koralln und andre Zier, und Fische dir die Fuͤlle. Dank ihm. 9. Die Luft erquickt dich spaͤt und fruͤh von außen und von innen; die Voͤg⸗ lein und das Federvieh ergoͤzen deine Sinnen. Dank ihm ꝛc. 10. Dir faͤhrt die Sonn des Tags herein auf ih⸗ vem guͤldnen Wagen; dir laͤßt der Mond mit seinem Schein des Nachts herum sich tragen. Dank ihm ꝛe. 11. Zu deinen Dien⸗ nen sind bereit die enge⸗ lischen Schaaren; sie wa⸗ chen jetzt und allezeit, daß sie nur dich bewahren. Dank ihm ꝛe. 12. Der Himmel ist fuͤr dich gemacht mit al⸗ len seinen Schaͤtzen; er wart mit seiner Lust und Pracht vor alln dich zu ergoͤtzeen. Dank ihm ꝛc. 13. Ach, ach ist das nicht große Gunst, nicht große Huld und Guͤle, die dir schon ietzt erzeigt umsonst das goͤttliche Ge⸗ muͤthe? Dank ihm ꝛe. 14. Und was noch mehr⸗ er sieht nicht an, willst du nur Gnade finden, die Schmach, die du ihm ange⸗ than mit tausendfachen Suͤnden. Dank ihm ꝛc. 15. Er giebt sogar sich selbst fuͤr dich, er liebt dich wie sein Leben, und will sich endlich ewiglich dir schenken und ergeben. Drum dank ihm stets zu aller Zeit, o Seel, mit tau⸗ send Innigkeit. Zob. Angelus. In eigener Melodie oder: Err, ich habe mißgehandelt. 605 User Herr⸗ * scher, un⸗ ser Koͤnig, unser allerhoͤch⸗ stes Gut, herrlich ist dein großer Name, weil er Wunderthaten thut, loͤb⸗ lich nah und auch von fernen, von der Erd bis an die Sternen. 2. Wenig sind zu diesen Zeiten, welche dich von Herzengrund lieben, su⸗ chen und begehren; aus der Saͤugelinge Mund hast du dir ein Lob bereitet, wel⸗ ches deine Macht aus⸗ breitet.. 3. Es ist leider zu be⸗ kla⸗ 522 Pom Lobe GoOttes insgemein. klagen, ja wem bricht das in der Wuͤsin mit Brod Herze nicht, wenn man sie⸗versorget. het so viel tausend fallen an dem hellen Licht? Ach wie sicher schlaͤft der Suͤn⸗ der! ist es nicht ein großes Wunder? 4. Unterdessen, HErr, mein Herrscher, will ich treulich lieben dich; denn ich weiß, du treuer Vater, daß du heimlich liebest mich. Zeuch mich kraͤftig von der Erden, daß mein Herz mag himmlisch werden. 5. HErr, dein Nam ist hoch geruͤhmet und in al⸗ ler Welt bekannt; wo die warmen Sonnenstrahlen nur erleuchten einig Land, da ruft Himmel, da ruft Erde: Hochgelobt Jehovah werde! 6. HErr, mein Herr⸗ scher, o wie herrlich ist dein Name meiner Seel; drum ich auch vor deinen Augen singende mich dir befehl; gieb, daß deines Kindes Glieder sich dir ganz ergeben wieder. Joachim Neander. Mlel. Danket dem HEr⸗ ren, denn er ist sehr freundlich. 606 as Lobes solln wir dir, o Vater, singen? Dein That kann keines Menschen Zung ausbringen. 2. Du hast uns wahre Siegel aufgedruͤcket, da⸗ bei wir deine Gunst und Guͤte schmecken. 3 Den boͤsen Pharao im Meer erwuͤrget, Israel 4. Dabei wir sollen ler⸗ nen heut und morgen, daß du willst unsern Leib und Seel versorgen. 5. Zu bweisen deine hohe Wunderwerke, hast du zerknirschet der Hethi⸗ ter Staͤrke. 6. Dazu ein ewgen Bund mit uns gemachet: wohl dem, der mit dem Herzen darauf achtet! 7. O Vater, deine Re⸗ den sind bestaͤndig, Ge⸗ richte, Wahrheit, Werke deiner Haͤnde. 8. Du sendest die Er⸗ loͤsung den Gefangnen, und traͤgest weg den Raub mit hohem Prangen. 9. Theur, schrecklich, un⸗ vergaͤnglich ist dein Rame; wer den fuͤrchtet, der wird zur Weisheit kommen. 10. Lob und Ehr muͤsse dir, o Vater, werden in Ewigkeit, auch hier auf dieser Erden. Mel. Christus, der uns selig macht. 607 er wohlauf ist und ge⸗ sund, hebe sein Gemuͤthe und erhoͤhe seinen Mund zu des Hoͤchsten Guͤte. Laßt uns danken Tag und Nacht mit gesunden Liedern un⸗ serm GOtt, der uns bedacht mit gesunden Gliedern. 2. Ein gesundes frisches Blut hat ein froͤhlichs Le⸗ ben; giebt uns GOtt dies einge Gut, ist uns gnug gegeben hier in dieser ar⸗ men Vom Lobe GOttes insgemeim. 52³ men Welt, da die schoͤn⸗ sten Gaben und des guͤld⸗ nen Himmels Zelt wir noch kuͤnftig haben. 3. Waͤr ich gleich wie Kroͤsus reich, haͤtte Baar⸗ schaft liegen; waͤr ich Ale⸗ randern gleich an Triumph und Siegen: muͤßte gleich⸗ wohl siech und schwach Pfuͤhl und Betten druͤcken: wuͤrd auch mich im Un⸗ gemach all mein Gut er⸗ quicken? 4. Stuͤnde gleich mein ganzer Tisch voller Lust und Freude; haͤtt ich Wild⸗ pret, Wein und Fisch und die ganze Weide, die den Hals und Schmack ergoͤtzt: wozu wuͤrd es nuͤtzen, wenn ich dennoch aufgesetzt muͤßt in Schmerzen sitzen? 5. Haͤtt ich aller Ehren Pracht, saͤß im hoͤchsten Stande; waͤr ich maͤchtig aller Macht und ein Herr im Lande; mein Leib aber haͤtte doch auf⸗ und an⸗ genommen der betruͤhten Krankheit Joch: was haͤtt ich fuͤr Frommen? 6. Ich erwaͤhl ein Stuͤck⸗ lein Brod, das mir wohl Goldes! fuͤr des rothen Boldes Koth, da man Ach bei schreiet. Schmeckt mir Speis und Mahlzeit wohl, und darf mein nicht scho⸗ nen, halt ich ein Gericht⸗ lein Kohl hoͤher als Me⸗ lonen. 7. Sammt und Purpur hilft mir nicht mein Elende Weh,e wenn mich Haupt⸗ weh, Stein und Gicht und die Schwindsucht plagen; lieber will ich fröͤhlich gehn in geringem Kleide, als mit Leid und Aengsten stehn in der schoͤnsten Seide. 8. Sollt ich stumm und sprachlos sein, oder lahm an Fuͤßen; sollt ich nicht des Tages Schein sehen und genießen; sollt ich ge⸗ hen spat und fruͤh mit verschloßnen Ohren: wuͤrd ich wuͤnschen, daß ich nie waͤr ein Mensch geboren. 9. Lebt ich ohne Rath und Witz, waͤr im Haupt verwirret; haͤtte meiner Seelen Sitz, mein Herz, sich verirxet; waͤre mir mein Muth und Sinn nie⸗ mals guter Dinge: waͤr es besser, daß ich hin, wo ich her bin, ginge. 10. Aber nun gebricht mir nichts an erzaͤhlten Stuͤcken; ich erfreue mich des Lichts und der Son⸗ nen⸗Blicken; mein Ge⸗ sichte sieht sich um, mein Gehore hoͤret, wie der Vog⸗ lein suͤße Stimm ihren Schoͤpfer ehret. 11. Haͤnd und Fuͤße, Herz und Geist sind bei guten Kraͤften; alle mein Vermoͤgen fleußt und geht in Geschaften, die mein Herrscher hat gestellt hier in meinem Bleiben, also lang es ihm gefaͤllt, in der Welt zu treiben. 12. Ist es Tag, so mach und thu ich, was mir ge⸗ buͤhret; kommt die Nacht und suͤße Ruh, die zum Schlafen, fuͤhret, schlaf und ruh ich unbewegt, bis die Sonne wieder mit bel. hel⸗ 524 Vom LFobe GOttes am Marien-, hellen Strahlen regt meine Augenlieder. 13. Habe Dank, du milde Hand, die du aus dem Throne deines Himmels mir gesandt diese schöne Krone deiner Gnad und großen Huld, die ich all mein Tage niemals hab um dich verschuldt, und und doch an mir trage. 14. Gieb, so lang ich bei mir hah ein lebendige Hauchen, daß ich solche theure Gab auch wohl möge brauchen. Hilf, daß mein sree Sunen di und er⸗ reute Sinnen dir zu aller Zeit und Stund alles Liebs beginnen. 15. Halte mich bei Staͤrk und Kraft, wenn ich nun alt werde, bis mein Stuͤnd⸗ lein hin mich rafft in das Grab und Erde; bne mir meine Lebenszeit ohne son⸗ derm Leide, und dort in der Ewigkeit die vollkomm⸗ ne Freude. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 608. underba⸗ rer Koͤ⸗ nig, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen. Deine Vaters⸗ Guͤte hast du lassen trie⸗ fen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, staͤrk uns doch; laß die Zunge singen/ laß die Stim⸗ me klingen. 2. Himmel, lobe praͤch⸗ tig deines Schoͤpfers Tha⸗ ten, mehr als aller Men⸗ schen Staaten. Großes Licht der Sonnen, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen; lo⸗ be gern Mond und Stern! sei bereit zu ehren einen solchen HErren. 3. O du meine Seele/ singe froͤhlich, singe, singe deine Glaubenslieder; was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist GOtt Zebaoth, er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, wer den HErren kennet, wer den HErren JEsum liebet; Hallelujah singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. O wohl dir, glaube mir; end⸗ lich wirst du droben ohne Suͤnd ihn loben. Joachim Neander. b) Vom Lobe GOttes am Ma⸗ rien⸗, Johannis⸗ und Michaelis⸗ Feste. In eigener Melodie. Seele 609. Mnerhehen und mein Geist freuet sich GOttes, den HErrn, meines Heilandes. 2. Denn er hat die Nie⸗ drigkeit seiner Magd an⸗ gesehen; siehe, von nun äan werden mich selig prei⸗ sen alle Kindes⸗Kind. 3. Denn er hat große Din⸗ Johannis- und Michaelis-⸗Feste. 525 Dinge an mir gethan, der da maͤchtig ist und deß Name heilig ist. 4. Und seine Barmher⸗ zigkeit waͤhret immer fuͤr und fuͤr bei denen, die ihn fuͤrchten. 5. Er uͤbet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffaͤrtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stoͤßet die Gewal⸗ tigen vom Stuhl, und er⸗ hebt die Niedrigen. 7. Die Hungrigen fuͤl⸗ let er mit Guͤtern, und laͤßet die Reichen leer. 8. Er denket der Barm⸗ herzigkeit, und hilft auf seinem Diener Israel. 9. Wie er geredet hat un⸗ sern. Vaͤtern, Abraham und seinenn Samen ewiglich. 10. Lob und Preis sei GOtt dem Vater und dem Sohn und dem hei⸗ ligen Geiste. 11. Wie es war im An⸗ fang, jetzt und immerdar/ und von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit, Amen. Lue I, 46—55. Mel. Meine Seele er⸗ hebet den Erren. 610 elobet sei der HErr/ der GOtt Israel, denn er hat besucht und erlöset sein Volk. 2. Und hat uns aufge⸗ richtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Die⸗ ners David. 3. Als er vor Zeiten ge⸗ redet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten: 4. Daß er uns erret⸗ tete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen. 5. Und die Barmher⸗ zigkeit erzeigete unsern Vaͤtern, und gedaͤchte an seinen heiligen Bund. 6. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Va⸗ ter Abraham/ uns zu geben; 7. Daß wir, erloͤset aus der Hand unserer Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Lebelangg 8. In Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm ge⸗ faͤllig ist. 9. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Hoͤchsten heißen; du wirst vor dem HErren hergehen, daß du seinen Weg bereitest, 10. Und Erkenntniß des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Suͤnden; 11. Durch die herzli⸗ che Barmherzigkeit unsers GOttes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Hoͤhe. 12. Auf daß er erschei⸗ ne denen, die da sitzen im Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsre Fuͤße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis sei GoOtt dem Vater und dem Sohn und dem hei⸗ ligen Geiste. 14. Wie es war im An⸗ fang, jetzt und immerdar/ und von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit, Amen. Luc. I, 68— 79. In 526 Vom Lobe GOttes am Marien⸗, In eigener Melodie. 611 Gewonnen ge⸗ wonnen, der Satanas lieget, die hoͤlli⸗ schen Geister sind alle be⸗ sieget: erfreue dich, Him⸗ mel, erfreue dich, Welt, der Satanas lieget, wir Th haben das Feld. 2. Der unsere glaͤubigen Bruͤder verklaget, ist jetzo vom Hause des Himmels gejaget, die hoͤllische Grube des Kerkers steht bloß, die armen gefangenen Sklaven gehn los. 3. Die Pforten der Hoͤl⸗ len sind niedergerissen, die Stricke des Jaͤgers sind alle zerrissen. Der andere mannigfalt listig beruͤckt, ist selber anjetzo mit Ket⸗ ten bestrickt. 4. Der Starke hat heute den Staͤrkern gefuͤhlet, und seine vermeinete Beute ver⸗ spielet. Heil, Kraͤfte/ Reich, Ehre und herrliche Macht ist alles in unserem Hei⸗ land gebracht. 5. Sei, Michael, daß du den Drachen bezwungen, mit ewigem Ruͤhmen und Danken besungen; sei, daß du dem Teufel die Hoͤlle zerstoͤrt, mit stetigem Prei⸗ sen und Loben geehrt. 6. Gewonnen, gewon⸗ nen, der Satanas lieget, die hoͤllischen Geister sind alle besieget: erfreue dich/ Himmel, erfreue dich, Welt, der Satanas lieget, wir ha⸗ en das Feld. Joh. Barthol. Meyer. In eigener Melodie. 612 Hi GOtt, 7 dich loben alle wir, und sollen billig danken dir fuͤr dein Ge⸗ schoͤpf der Engel schon, bie um dich schwebn in deinem ron. 2. Sie glaͤnzen hell und leuchten klar, und sehen dich ganz offenbar; dein Stimm sie hoͤren allezeit, und sind voll goͤttlicher Weisheit. 3. Sie feiern auch und schlafen nicht, ihr Fleiß ist gar dahin gericht, daß sie, HErr Christe, um dich sein, und um dein armes Haͤu⸗ felein. 4. Der alte Drach und boͤse Feind vor Neid, Haß und vor Zorne brennt; sein Datum steht alles darauf, wie er zertrenne deinen Hauf. 5. Und wie er vor hat bracht in Noth die Welt⸗ fuͤhrt er sie noch in Tod; Kirch, Wort, Gesetz, all Ehrbarkeit zu tilgen ist er stets bereit. 6. Darum kein Rast noch Ruh er hat, bruͤllt wie ein Low, tracht fruͤh und spat/ legt Garn und Strick, braucht falsche List, daß et verderb, was christlich ist. 7. Indessen wacht der Engel Schaar, die Chri⸗ sto folgen immerdar, und schuͤtzen deine Christenheit, wehren des Teufels Li⸗ stigkeit. 8. An Daniel wir lernen das, da er unter den Loͤ⸗ wen Johannis- und Michaelis-Feste. 527 wen saß; desgleichen auch dem frommen Lor der En⸗ gel half aus aller Noth. 9. Dermaßen auch des Feuers Glut verschont und keinen Schaden thut den Knaben in der heißen Flam: der Engel ihn zu Huͤlfe kam. 10. Also schuüht GOtt noch heut zu Tag vorm Uebel und vor mancher Plag uns durch die lieben Engelein, die uns zu Waͤch⸗ tern geben sein. 11. Darum wir billig loben dich, und danken dir, GOtt, ewiglich, wie auch der lieben Engel Schaar dich preiset heut und im⸗ merdar. 12. Und bitten dich, wollst allezeit dieselben heißen sein bereit, zu schuͤtzen deine kleine Heerd, so haͤlt dein goͤttlich Wort im Werth. Paul Eber. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 613. O Gᷣtt, der du aus Her⸗ zensgrund die Menschen⸗ kinder liebest, und uns zu aller Zeit und Stund viel Gutes reichlichst giebest: wir danken dir, daß deine Treu bei uns ist alle Mor⸗ en neu in unserm ganzen eben. 2. Wir preisen dich in⸗ sonderheit, daß du die En⸗ gelschaaren zu deinem Lobe hast bereit, auch uns mit zu bewahren, daß unser Fuß an keinem Stein, wenn wir auf unsern Wegen sein, sich stoße und verletze 3. Was ist der Mensch allhier auf Erd, den du so wohl bedenkest, und achtest ihn so hoch und werth, daß du ihm dazu schenkest mit andren auch noch diese Gnad, daß er die Himmelsgeister hat zu seinem Schuße stehen. 4. HErr, diese große Freundlichkeit und sonder⸗ bare Guͤte erheischet von uns allezeit ein dankbares Gemuͤthe; darum, o GOtt, so ruͤhmen wir die große Lieb, und danken dir fuͤr solche hohe Wohlthat. 5. Es ist der starken Hel⸗ den Kraft gestanden uns zur Seiten, sonst waͤren wir schon hingerafft zu die⸗ sen boͤsen Zeiten; die Kir⸗ che und die Polizei, ein jeder auch fuͤr sich dabei, ist gnaͤdiglich erhalten. 6. Ach Err, laß uns durch deine Gnad in deiner Furcht verbleiben, und ia nicht selbst durch Uebelthat die Engel von uns treiben; gieb, daß wir rein und hei⸗ lig sein, demuͤthig und ohn Heuchelschein dem Naͤchsten gerne dienen. 7. Gieb auch, daß wir der Engel Amt ausrichten dir zu Ehren, und deine Wunder allefammt aus⸗ breiten und vermehren, die du uns in der ganzen Welt und deinem Wort hast vorgestellt voll Weis⸗ heit, Macht und Guͤte. 8. Und wie du durch die Engel hast aus Noth uns oft gefuͤhret, so daß uns manche schwere Last Pla⸗ A⸗ 528 Vom Lobe SOttes am Marien-, etc Plage nicht beruͤhret, so thu es ferner noch hin⸗ fort, befiehl, daß sie an allem Ort um uns sich stets herlagern. 9. Laß deine Kirch und unser Land der Engel Schutz emyfinden, daß Fried und Heil in allem Stand ein jeder moͤge fin⸗ den. Laß sie des Teufels Mord und List, und was sein Reich und Anhang ist, durch deine Kraft zerstören. 10. Zuletzt laß sie an unserm End hinweg den Satan jagen, und unsre Seel in deine Haͤnd, in Abrahams Schooß tra⸗ gen, da alles Heer dein ob erklingt, und Heilig/ heilig, heilig singt ohn einiges Aufhoͤren. Mel. O Gott, du frommer GOtt. 61 4 ie wird doch so gering die Reinigung im Herzen gehalten, als ein Ding, damit sich lasse scherzen; es meint die eitle Welt, sie sei gereinigt schon, wenn sie einst niederfaͤllt zum Schein vor GOttes Thron. 2. Wenn zur gewohnten Zeit man will zum Nacht⸗ mahl gehen, so macht man sich bereit mit Beten und mit Flehen, bis daß das Werk vorbei; drauf faͤngt man wieder an zu suͤndi⸗ gen aufs neu, wenn, wie und wo man kann. 3. Indessen meint die Welt, sie sei gereinigt worden, weil sie sich einge⸗ stellt nach GOttes Willn und Orden; sie bleibt bei ihrem Wahn, und wer ihr anders sagt, ist auf der Irrthums⸗Bahn: ach das sei GOtt geklagt! 4. Wie ist die Reini⸗ gung doch viel ein ander Wesen und die Erneue⸗ elese Es muß, wer sie erlesen, stets kaͤmpfen. Ach wie viel findt da ein GOtteskind zu bes⸗ sern, weil ohn Ziel der Suͤnden Maͤngel sind. 5. Das Herz ist eine Quell, aus welcher nichtes fließet als Bosheit, die sich schnell in Wort und Werk ergießet. Wer nicht die Quelle leert, und stoyft den Brunnen zu, wird nimmer recht bekehrt, und kommt niemals zur Ruh. 6. Es fehlt an Mitteln nicht, GOtt hat sie gnug gegeben, wenn man nur will nach Pflicht des HEr⸗ ren Wort nachleben; al⸗ iein, es will die Welt nicht an die Kreuzigung, und weil das Kreuz mißfaͤllt, folgt keine Besserung. „Es kann des HErren Aug der Schlaͤngen Gift nicht leiden; es siehet, was nicht taug, drum muß man alles meiden, auch den ge⸗ ringsten Schein. Es muß durch IEsu Blut das Herze werden rein, dann ist der Wandel gut. 8. HErr IEsu, der du mich dies hast erkennen las⸗ sen, gieb, daß ich fuͤr Iür x vom Lobe GOttes des Morgens. 529 für mög olle Suͤnden has⸗ sen, und in der Reinigung zunehmen bis ans End/ bis ich die Heiligung durch deine Kraft vollend. Laurentius Laurenti. c) Vom Lobe GOttes des ö Morgens. Mel. Besiehl du deine Wege. 61⁵ Ahauf, mein 65 Geist, zum Loben, auf, auf, und werd erhitzt; bedenke, wie von oben der Hoͤchste dich be⸗ schůtzt. Haͤtt er dir nicht die Wache der Engel zuge⸗ schickt/so haͤtte dich der Dra⸗ che im tiefen Schlaf erstickt. 2. Dir, dir und deiner Guͤte, dir/ dir/mein GOtt,/ allein, dir, dir soll mein Gemuͤthe von Herzen dankbar sein; dir, dir, der du mein Leben hast bis daher erlaͤngt, und taͤglich auch daneben viel Wohl⸗ that eingeschenkt. 3. Du HErr der Him⸗ melszelten, wie soll ich nach Gebuͤhr, wie soll ich dir vergelten, was du gethan an mir? Ich bin zwar zu geringe, doch nimm dies Opfer hin, nimm hin, was ich dir bringe, ein dir ergebnen Sinn. 4. Nur weg mit Horn und Klauen, ich opfre Herz und Brust; ein kindliches Vertrauen, das, das ist deine Lust; das, das laß dir gefallen; wie schlecht es immer scheint, so ist dennoch ror allen dies Opfer gut gemeint. 5. Verzeihe mir die Suͤnde, die ich bisher ver⸗ uͤbt, und die ich jetzt empfin⸗ de, wie sie mein Herz be⸗ truͤbt. Verzeihe mir/ und daͤmpfe all uppige Begier, mit der ich taͤglich kaͤmpfe. O HErr, verzeihe mir. 6. Send auch auf mei⸗ nen Wegen mir deinen Engel zu, und sprich du selbst den Segen zu allem, was ich thu. HErr, sende du mir Kraͤfte von deiner Himmelshoͤh, auf daß all mein Geschaͤfte gewuͤnscht von Statten geh. 7. Gieb mir vor allen Dingen getrosten Muth und Geist, dies freudig zu vollbringen, was mein Be⸗ ruf mich heißt. Laß mich in guten Tagen nicht uͤber⸗ muͤthig sein, und laß mich auch nicht zagen, dringt gleich ein Kreuz herein. 8. Hilf, daß in meinem Stande ich thu, was dir gefaͤllt; auch laß mich nicht in Schande gerathen vor der Welt. Richt, HErr, mein ganzes Leben nach deinem Willen ein; laß auch mein Haus daneben von dir gesegnet sein. 9. Gieb, daß im Kreuz und Gluͤcke ich stets so le⸗ ben mag, daß ich all Au⸗ genblicke denk an den letz⸗ 23 ten 530 Vom Lobe GOttes ten Tag; und wenn dermeiner Seelen Heil und wird einbrechen, so gieb, Schutz, und meines Naͤch⸗ daß ich erfreut von Herzen konne sprechen: Komm, HErr, ich bin bereit. Johann Franck. Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. 616 Af, Seel/ — und danke deinem HErrn aus reinem Herzensgrunde. Das helle Licht vertreibt die Stern in dieser Morgenstunde. Die Sonn endecket dir der Guͤte GOttes Zier/ die sich zu GOttes Kin⸗ der Schau bespiegelt in dem Morgenthau. 2. Sprich: GOtt, ich bin nicht gnug dazu, die Gnade zu erzaͤhlen, die du durch sichre Leibesruh erzeigt hast meiner Seelen. Ich kann nicht zeigen an, was du mir Guts gethan nebst andern, die auch trauen dir, und eines Glaubens sind mit mir. 3. Nun, meiner Seelen Huͤlf und Schutz, ich ruͤh⸗ me deine Treue, die dei⸗ nen Kindern kommt zu Nutz, die alle Morgen neue. Ich dank herzinnig⸗ lich, daß du so gnaͤdig mich und auch die Mei⸗ nen diese Nacht durch dei⸗ nen Engel hast bewacht. 4. Gieb, liebster GOtt, daß ferner auch ich heute christlich wandle, und mei⸗ ner Pflicht also gebrauch, daß/ was ich thu und handle/ sten Dienst und Nutz. 5. Behuͤte mich vor alle dem, was Leib und Seele kraͤnket; hingegen gieb, was angenehm, was deinen Se⸗ gen schenket. Wend ab Gefahr und Noth, Krieg/ Hunger, Feuer, Tod; schickst du mir aber Kreuz mit 15 so gieb Geduld, Trost, Huͤlf und Ruh. 6. Ich will gern alles nehmen an zu Lieb und auch zu Leide, weil deine Hand es aͤndern kann, und wenden Leid in Freude. Dein, Herz auf mich ge⸗ richt, kann mich verlassen nicht; denn wer im Glau⸗ ben kommt zu dir, der ist gesegnet fuͤr und fuͤr. 2. Nur dir sei alles heim⸗ gestellt, Seel, Leib, Stand, Gut und Leben. Mach alles so, wie dirs gefaͤllt, dir hab ich es ergeben. Bewahre Stadt und Land/ Lehr⸗, Wehr⸗ und auch Naͤhrstand; erhalte Wort und Sakrament, gieb ein vernuͤnftig selig End. 8. Mein HErr und GOtt dich laß ich nicht, dir lieg ich hier zu Fuͤßen, bis mit dein Mund den Segen spricht, der alles kann durchsuͤßen, wenn mich dein Himmel traͤnkt, und mir viel Guts einschenkt, wenn mich dein suͤßer Gna⸗ dengeist aus meines JIEsu Wunden speist. 9. Hierauf nehm ich mit gereiche mehr und mehr Freuden an, was mir ist zu deines Namens Ehr, zu anbefohlen; dein Geist ahr ihr des Morgens. 531 fuͤhr auf ebner Bahn, bis du mich wirst einholen ins schoͤne Paradeis, zu deinem Lob und Preis: so wird der Tag in GoOtt voll⸗ bracht, Anfang und Ende gut gemacht. Christ. Seriver. Mel. GSOtt des Himmels und der Erden. 617 Af und singe/ „ meine See⸗ le, auf und lobe deinen GoOtt; laß die Sorgen in der Hoͤhle 5t vergraben sein und todt; auf, erhebe deinen Sinn zu den hoͤch⸗ sten Wolken hin. 2. Sprich: Mein GOtt, sei hoch gepriesen, hoch epriesen ewiglich, daß du ast den Hoͤllenriesen ab⸗ getrieben vaterlich, daß er nicht in dieser Nacht seine Macht an mir vollbracht. 3. Durch dich, HErr, bin ich genesen, du, du bist der Huͤter mein und mein starker Schutz gewesen, daß der Leib ohn Angst und ucht frisch und munter eht allhier, GOtt, mein GOtt, das kommt von dir. 4. Sollte dich zum Zorn bewegen meine Schuld der Suͤnden groß, ach so scho⸗ ne, laß sich legen deinen Grimm, und sprich mich los; hier ist JEsus, dem Hal hast aufgebuͤrdet meine 10• Weil ich auch ohn dich nicht leben, noch recht christlich wandeln kann, du allein, du mußt mirs geben, drum so ruf ich sehnlich an dich, den liebsten Va⸗ ter mein: ach laß dein Herz offen sein. 6. Laß mich deinen Geist regieren, daß ich möge mit Verstand mein Beruf und Nahrung fuͤhren; leite mich bei deiner Hand; fuͤhre meine Tritt und Schritt, theile mir den Segen mit. 7. Was ich rede, thu und denke, hoͤchster GOtt, zur Ehre dein und zu mei⸗ ner Wohlfahrt lenke; laß dir auch befohlen sein meine Freunde uͤberall, und die 18 in großer Zahl. 8. Endlich, wenn ich soll abscheiden durch den Tod aus dieser Welt, so gieb, daß ichs thu mit Freuden; komm ich doch ins Him⸗ melszelt, da mir schon mein IEsus hat zuberei⸗ tet Raum und Statt. In eigener Klelodie. 618 us meines * Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Mor⸗ genstunde, dazu mein Le⸗ benlang, o GOtt, in dei⸗ nem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren, durch Christum, unsern HErren, dein eingebornen Sohn. 2. Daß du mich aus Genaden in der 477 nen Nacht vor Gfahr und allem Schaden be⸗ huͤtet und bewacht. I. bitt demuͤthiglich: woll mir mein Suͤnd vergeben⸗ womit in diesem Leben ich baz erzuͤrnet dich. 3. Du wollest auch be⸗ huͤten mich gnaͤdig diesen 23* Tag 532 Vom Lobe GoOttes Tag vors Teufels List und Wuͤthen, vor Suͤnden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnoth, vor Armuth und vor Schan⸗ den, vor Ketten und vor Banden, vor boͤsem schnel⸗ len Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Ehr und Gut bewahr; in deine Haͤnd ichs gebe jetzund und immerdar als dein Geschenk und Gab; mein Obern und Verwandten, mein Freun⸗ de und Bekannten, und alles, was ich hab. 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der boͤs Feind hier in diesem Jammerthal sein Tuͤck an mir nicht uͤbe, Leib und Seel nicht betruͤbe, und bring mich nicht zu Fall. 6. GOtt will ich lassen rathen, der alle Ding ver⸗ mag; er segne meine Tha⸗ ten, mein Vornehmen und Sach; denn ichs ihm heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei GOtt dem HErrn ergeben: er machs, wies ihm gefaͤllt. 7. Darauf so sprech ich Amen, und zweifle nicht daran, GOtt wird es alls usammen ihm wohlge⸗ falen lan; drauf streck ich aus mein Hand, greif an das Werk mit Freu⸗ den, dazu mich GOtt be⸗ scheiden in meinm Beruf und Stand. Zoh. Mathesius. Mel. Christus der uns selig macht. 3 hriste/ wah⸗ 619. res See⸗ lenlicht, deiner Christen Sonne, o du klares An⸗ gesicht, der Betruͤbten Wonne, deiner Guͤte Lieblichkeit ist neu alle Morgen; in dir bin ich recht erfreut, darf nicht uͤbrig sorgen. 2. Wecke mich vom Suͤndenschlaf, der du bist das Leben; neues Leben in mir schaff; denn hast du gegeben dieser Welt das Sonnenlicht, welches all erfreuet, wirst du mich ja lassen nicht taͤglich uner⸗ neuet..— 3. Ohne Licht sieht man kein Licht, ohne GOttes Leuchten sieht kein Men⸗ sche Christum nicht, der uns muß befeuchten mit dem hellen Himmelsthau seiner suͤßen Lehre; drum, HErr Christe, auf mich schau/ und dich zu mir kehre. 4. Kehre zu mir deine Guͤt, freundlich mich an⸗ blicke, daß mein innerstes Gemuͤth sich in dir er⸗ quicke, und die suͤße Him⸗ melslust mit Begierde schmecke; sonsten sei mir nichts bewußt, so da Freud erwecke. 5. Laß ja ferne von mir sein Hoffart, Augen⸗ weide; Fleischeslust und Augenschein, JEsu, mir verleide, damit sich die Welt ergottzt be ihr Selbst⸗ Verderben; denn was sie füͤrs des Morgens. 533 fuͤrs Beste schaͤtzt, machet ewig sterben. 6. Nun so bleibe stets mein Licht, JEsu, meine Freude, bis der frohe Tag anbricht, da nach allem Leide ich in weißer Klei⸗ derpracht werde freudig springen, und, daß GOtt es wohlgemacht, ohn Auf⸗ hoͤren singen. Christoph Prätorius. Mel. Besiehl du deine Woege. 2 ank sei GOtt 620. D in der Hoͤhe zu dieser Morgenstund, durch den ich wiedr auf⸗ stehe vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte zwar gebunden mit Fin⸗ sterniß die Nacht: ich hab sie überwunden durch GOtt, der mich bewacht. 2. Wiedrum thu ich dich bitten, o Schutzherr Israel, du wollst treulich behuͤten den Tag mein Leib und Seel. All christlich Obrig⸗ keiten, unser Schul und Gemein in diesen boͤsen Zeiten laß dir befohlen sein. 3. Erhalt uns durch dein Guͤte bei gsunder reiner Lehr, vor Ketzerei behuͤte, streit fuͤr dein Wort und Ehr, daß wir mit unserm Saamen immer in einem Geist sprechen: Des HEr⸗ ren Namen sei groß und hoch gepreist! 4. Dem Leibe gieb dar⸗ nehen Nahrung und guten Fried, ein gsund und maͤßi Leben, dazu ein froͤhli Gmuͤth, daß wir in allen Staͤnden Tugend und Ehr⸗ barkeit lieben und Fleiß drauf wenden als rechte Christenleut. 5. Gieb mildiglich dein Segen, daß wir nach deinm Geheiß wandeln auf guten Wegen, und thun das Amt mit Fleiß; daß ein jeder sein Netze auswerf, und auf dein Wort sein Trost mit Petro setze, so geht die Arbeit fortt. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein zu Nutz, das will der Sa⸗ tan wehren mit List und großem Trutz; doch kann er nichts vollbringen, weil du, HErr JEsu Christ, herrschest in allen Dingen, und unser Beistand bist. 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachsn und leben, und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben, und wachsen immermehr, dein guter Geist uns treibe zu Werken deiner Ehr. Zohann Mühlmann. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 621 as walt GoOtt! die Morgenroͤthe treibet weg die schwarze Nacht, und der Tag ruͤckt an die Staͤtte, der da alles munter macht. Drum so muntre ich mich auf, und mein Herz ge⸗ denket drauf, wie ich dir/ mein GOtt, Lob bringe, und den Morgensegen singe. 2. Loben doch bald mit dem 534 Vom Lobe GoOttes dem Morgen dich die klei⸗ nen Voͤgelein; eh sie fuͤr das Futter sorgen, muß es erst gesungen sein. Sollt ein dummes Thierlein nun mir hierin zuvor es thun? Nein, das Singen, Loben, Beten hab ich mehr als sie vonnöthen. 3. Wenn ich koͤnnte uͤber⸗ sehen, was all fuͤr Gefaͤhr⸗ lichkeit ich gehabt hab aus⸗ zustehen meine ganze Le⸗ benszeit; ja, was noch fuͤr Ungeluͤck, alle Stund und Augenblick, und so lang ich werde leben, uͤber mei⸗ nem Haupte schweben: 4. Ach so wuͤrde ich er⸗ kennen, was fuͤr große Guͤtigkeit du den Men⸗ schen pflegst zu goͤnnen, was auch fuͤr Barmher⸗ zigkeit du an mir thust fuͤr und fuͤr, weil du so vielfaͤltig mir Huͤlfe sen⸗ dest in Genaden, wenn ich in Gefahr gerathen. 5. Drum so sei all mein Vermuͤgen dich zu loben dran gestreckt. Mein Ge⸗ bet laß vor dir tuͤgen, wie ein Opfer angesteckt; und verleih, daß dieser Tag mir auch gluͤcklich werden mag. Ach daß ich ihn doch mit Liebe und in deiner Furcht vertriebe! 6. Gieb, daß ich mag recht erwaͤgen, was erfor⸗ dert meine Pflicht; was derselben laͤuft entgegen, laß mich ja beginnen nicht. Meine Sinnen und Ver⸗ stand richte, HErr, nach deiner Hand, daß ich recht mein Amt verwalte, rein Gewissen stets behalte 7. Würd etwa ich heute sehen allerhand Gelegen⸗ heit, Suͤnd und Laster zu begehen, so gieb, daß ich solche meid. Reizet mich mein Fleisch und Blut, zeigt die Welt mir Ehr und Gut, so laß mich zu nichts verfuͤhren, das mir wuͤrde nicht gebuͤhren. 8. Wenn ich aber was vornehme, draus zuvoͤr⸗ derst deine Ehr und des Naͤchsten Nutzen kaͤme, oder sonsten ruͤhmlich waͤr/ so befoͤrdre solches Werk, gieb dazu Rath, That und Staͤrk. All mein Arbeit muß gedeihen, wenn du, HErr, wirst Huͤlf verleihen. 9. Von mir selbst bin ich untuͤchtig, zu befoͤrdern meine Sach; die Begier⸗ den sind nicht richtig, der Verstand ist viel zu schwach schwach ist meiner Seelen Kraft, und der Leib oft mangelhaft; meine Wege auch gefaͤhrlich, die Ver⸗ richtung oft beschwerlich. 10. Orum, HErr, all mein Thun und Lassen sei dir alles heimgestellt; fuͤhre mich auf rechter Straßen, mach es, wie es dir ge⸗ faͤll; segne den geringen Fleiß/ lehre mich, was ich nicht weiß; zeige mir, was ich nicht sehe, leite mich, wo ich hin gehe. 11. Wird ein Fall mich uͤbereilen, ach so hilf mir wieder auf. Schuͤtze mich vors Satans Pfeilen, und all meiner Feinde Hauf. Kommt ein Ungluͤck vor die Thuͤr, steht mir Ce⸗ e* des Morgens. 535 Gefaͤhrlichs fuͤr, laß mich deine Huͤlf empfinden, rit⸗ terlich zu uͤberwinden. 12. Willst du mir ein Kreuz zuschicken, mach es/ daß ichs kann ausstehn; will es mir nicht allzeit gluͤcken und nach meinem Willen gehn, so ists mei⸗ ner Suͤnden Schuld, doch gieb Hoffnung und Ge⸗ duld: alles Ungluͤck kannst du wenden, und mir wieder Gluͤck zusenden. 13. Wird mir etwas auf⸗ gedichtet, oder sonst gere⸗ det nach, dir, HErr, der da alles richtet, ich befehle meine Sach. Laß mich meiden nur die That, so wird wohl der Luͤgen Rath, und ein gut Gewissen ma⸗ chet, daß man der Ver⸗ laͤumdung lachet. 14. Willst du mich denn etwa heute legen auf das Krankenbett, so shich daß ich mich beizeite schicke zu der Ruhestaͤtt. Hebe, ch und warte mich; soll i fort, so wollst du mich ja vor schnellem Tod be⸗ wahren, und in Frieden lassen fahren. 15. Hierauf will ich nach Vermuͤgen meine Arbeit fangen an; du, GOtt Va⸗ ter, wirst es fuͤgen, daß es wohl gerathen kann. IEsu Christe, segne du, heilger Geist, sprich ja dazu. HErr, in deinem großen Namen sei mein End und Anfang. Amen. Martin Grünwald. Mel. HBErr JEsu Christ, dich zu uns wend. 622 Des walt GoOtt Vater und GOtt Sohn, GoOtt heilger Geist ins Himmels Thron. Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wenns Licht an⸗ bricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen fruͤh in rechter Andacht meine Knie; und ruf zu dir mit heller Stimm; dein Ohren neig, mein Red vernimm. 3. Ich ruͤhm von Her⸗ zen deine Guͤt, weil du mich gnaͤdig hast behuͤt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zugebracht. 4. Ich schlief, und wußt nicht wie mir waͤr, so schlich der Teufel um mich her; den hat, HErr, deine Macht vertriebn, daß ich vor ihm in Ruh gebliebn. 5. Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut; laß heut dein lieb⸗ ste Engelein mein Waͤch⸗ ter und Gefaͤhrten sein. 6. Dein Geist mein Leib und Seel regier, und mich mit schoͤnen Gahen zier er fuͤhr mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 7. Gieb, daß ich meine Werk und Pflicht mit Freu⸗ den diesen Tag verricht zu deinem Lob ünd meinem Nutz, und meinem Naͤch⸗ sten thue Guts. 8. Hilf 536 Vom Lobe Gottes 8. Hilf, daß ich zu re⸗ gieren wiß mein Augen, Ohren, Haͤnd und Fuͤß, mein Liyyen, Mund und ganzen Leib; all boͤs Be⸗ gierden von mir treib. 9. Bewahr mein Herz vor Suͤnd und Schand, daß ich, vom Uebel abge⸗ wandt, mein Seel mit Suͤnden nicht beschwer, und mein Gewissen nicht versehr. 10. Behuͤt mich heut und allezeit vor Schaden, Schand und Herzeleid. Tritt zwischen mich und meine Feind, so sichtbar und unsichtbar seind. 11. Mein Aus⸗ und Ein⸗ dan heut bewahr, daß mir ein Uebel widerfahr; be⸗ huͤt mich vor einm schnel⸗ len Tod, und hilf mir, wo mir Huͤlf ist Noth. Martin Böhm. In eigener Melodie. 62 3 as walt mein GOtt/ Va⸗ ter und Sohn und heilger Geist, der mich erschaffen hat, mir Leib und Seel gegeben, im Mutterleib das Lehen gesund ohn allen Schad. 2. O treuer GOtt, der du dein Sohn aus Him⸗ mels⸗Thron fuͤr uns ge⸗ gebn in Tod, der fuͤr uns ist gestorben, das Himmel⸗ reich erworben mit seinem theuren Blut. 3. Dafuͤr ich dir aus Herzengrund mit Zung und Mund lobsinge mit Begier, und danke dir mit Schalle fuͤr dein Wohl⸗ thaten alle fruͤh und spat fuͤr und fuͤr. 4. Auch sonderlich sag ich dir Dank mit diesem Gsang, daß du mich gnaͤ⸗ diglich aus lauter Gnad und Guͤte hast diese Nacht behuͤtet durch dein Engl sicherlich. 5. Und bitte dich, du wollst hinfort, ach GOtt mein Hort, ferner genaͤ⸗ diglich mich diesen Tag be⸗ huͤten vors Teufels Macht und Wuͤthen und List tau⸗ sendfaͤltig. 6. Durch deine Gnad bewahr mir, HErr, Leib, Seel und Ehr, vergieb die Missethat. Vor Gefahr, Suͤnd und Schande, zu Wasser und zu Lande, be⸗ huͤt mich fruͤh und spat. 7. All Tritt und Schritt, in GOttes Nam; was ich —60 an, theil mir dein Huͤlfe mit, und komm mir fruͤh entgegen mit Gluͤcke/ Heil und Segen; kein Bitt versag mir nicht. 8. All mein Arbeit, in GOttes Nam; was ich fang an/ Memn zur Nutz⸗ barkeit. Mein Leib, mein Seel, mein Leben, welchs du mir hast gegeben, lob dich in Ewigkeit. Basilius Föͤrtsch. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 62 4 er Tag bricht an und zei⸗ et sich: drum, meine See⸗ e, geh in dich, wie du ge⸗ schlafen diese Nacht, 20 1 des Morgens. 537 du auch oft an GOtt gedacht, wenn du er⸗ wacht? 2. Denn GOtt sieht ins Verborgne hin, pruͤft auch im Schlafen Herz und Sinn. Er eifert, wenn du nicht zuerst ihm, wenn du aus dem Schlaf auffaͤhrst, den Dienst gewaͤhrst. 3. Drum walts GOtt Vater, der im Geist durch Christum mich stets beten heißt. Dir will ich Opfer bringen, eh ich zum Be⸗ ruf und Arbeit geh, wenn ich aufsteh. 4. Was soll ich aber opfern dir? Ist doch vor was ich im Sinn fuͤhr, gefalle dir. 9. Ich opfre dir die Zung und Mund, und mache mit dir diesen Bund, daß heute diesen Tag und fort von mir kein Fluch noch falsches Wort nicht werd erhöͤrt. 10. Die Werke, was ich laß und thu, ergeb ich dir, regier sie du zu dei⸗ ner Ehr, des Naͤchsten Nutz, des Vaterlandes Trost und Schutz, der Boͤsen Trutz. 11. fanhe dir ganz ge⸗ opfert auf, heut und den ganzen Lebenslauf, des alles dein an mir; ja, eben Fleisches suͤndliche Begier das ist mein Gewinn, wenn/ weil ich mich ganz schul⸗ dig bin, dir gebe hin. 5. Ich gebe dir die Seele hin, ach richte dein Reich auf darin, daß sie mit Tu⸗ gend angesteckt, der Glaub und GOttesfurcht erweckt, bleib unbefleckt. 6. Ich geb und opfre dir mein Herz, ach nimms und zeuchs in Lieb auf⸗ waͤrts, daß ich mich stets im Geist erheb, an dem, was irdisch ist, nicht kleb, nach GOtt nur streb. 7. Ich oyfre der ganz mei⸗ nen Willn, laß mich auch deinen Willn erfuͤllen, ch in geduldigem Gelaß i Gutes thu, das Boͤse laß, und Süunde haß. 8. Sinn und Verstand, und 720 ich 12— ich— um Morgenopfer schenk; 0 daß kein boͤser An⸗ chlag mir einkomm, und verleugne, ganz absterbe mir, und lebe dir. 12. Sei du stets bei mir und in mir, mit dei⸗ nem heilgen Geist mich fuͤhr; durch deiner lieben Engel Schaar vor allem Schaden und Gefahr mich heut bewahr. 13. Verleih der Nah⸗ rung und Gewerb Gedei⸗ hen, Segen, ohn Verderb/ daß alles dir zu Lob und Dank, was ich in dem Beruf anfang, gut End erlang. 14. Auf daß ich ehrbar und in Ruh mein Leben moͤge bringen zu, die Le⸗ hensnothdurft mir be⸗ scher; daß Armuth nicht mein Herz beschwer, mich ehrlich naͤhr. 15. Ein froͤhlich Herz den Feer Leib, gieb mir, en Freunden, Kind und Weib; gieb, daß ich den ö 11 538 Vvom Lobe GoOttes Feind uͤberwind mit Sanft⸗ muth, und Gehorsam find bei dem Gesind. 16. Erhalt auch unser Vaterland in guter Ruh und Friedensstand; wend ab Aufruhr, Brand, Krieg und Streit, Pest, Hunger, Kummer, theure Zeit und ander Leid. 17. DOer Obrigkeit gieb Staͤrk und Witz, daß sie dein arme Kirche schuͤtz; die dich und uns verfol⸗ en, HErr, durch deinen arken Arm bekehr, und ihnen wehr. 18. Erlose wer unschuldig itzt um deintwillen ge⸗ fangen sitzt; beschuͤtze, die falsch sind perklagt, troͤst alle, die geaͤngst, geplagt sind und verjagt. 19. Den Armen gieb ihr Kleid und Brod, die Kranken und wer leidet Roth mit deinem Trost beselige, die Waisen, Witt⸗ wen, Fremdlinge ver⸗ theidige. 20, In Summa, was dir lieb, uns gut ist, gieb uns an Leib, Seel und Muth; wie du willst, sei dirs heimgestellt. Nur nimm uns selig von der Welt, wann dirs gefaͤllt. David v. Schweinitz. In eigener Melodie. er Tag ver⸗ 625. D treibt die finstre Nacht, o Bruͤder/ seid munter und wacht, dienet GOtt den HErren. in großer Schaar, der alles regieret. 3. Die Haͤhn und Vd⸗ gel mnancherlei loben GOtt mit ihrem Geschrei, der sie speist und kleidet. 4. Der Himmel, die Erd und das Meer geben dem HErren Lob und Ehr, thun sein Wohlgefallen. 5. Alles, was je geschaf⸗ fen ward, ein jeglich Ding nach seiner Art, preiset seinen Schoͤpfer. 6. Ei nun, Mensch, so edler Natur, o vernuͤnf⸗ tige Kreatur, sei nicht so verdrossen. 7. Gedenk, daß dich dein HErre GOtt zu seinem Bild geschaffen hat, daß du ihn erkennest. 8. Und lieb haͤttest aus Herzen Grund, auch be⸗ kenntest mit deinem Mund, sein also genoͤssest. 9. Weil du nun seinen Geist gekost, und seiner Gnad genossen hast, so dank ihm von Herzen. 10. Sei munter, bet mit Fleiß und wach, sieh, daß du stets in seiner Sach treu werdest befunden. 11. Du weißt nicht, wann der HErre koͤmmt, denn er dir keine Zeit bestimmt/ son⸗ dern stets heißt wachen. 12. So uͤb dich nun in sei⸗ nem Bund, lob ihn mit Her⸗ zen, That und Mund, dank ihm seiner Wohthat. 13. Sprich: O Vater von Ewigkeit, ich dank dir aller Guͤtigkeit, mir bis⸗ 2. Die Engel singen im⸗ber be merdar, und loben GOtt et 14. Durch IEsum Chri⸗ ssium — des Morgens. 539 stum, deinen Sohn, wel⸗ chem sammt dir im hoͤchsten Thron all Engel lobsingen. 15. Hilf, HErr, daß ich dich gleicher Weis von nun an allzeit lob und preis in Ewigkeit. Amen. Michael Weiße. audi 21 JEsu Christ, ch zu uns wend. 6²6. Die helle Sonn leucht jetzt herfuͤr/ frohlich vom 1Schla aufstehen wir; GoOtt Lob, der uns heint diese Nacht behuͤt hat vor des Teu⸗ fels Macht. 2. HeErr Christ, den Tag uns auch behuͤt vor Suͤnd und Schand durch deine Guͤt; laß deine liebe Engelein unser Huͤter und Waͤchter sein. 3. Daß unser Herz in Ghorsam leb, deinem Wort und Willn nicht wider⸗ streb, daß wir dich stets vor Augen han in allem, das wir heben an. 4. Laß unser Werk ge⸗ rathen wohl, was ein jeder ausrichten soll, daß unser Arbeit, Muͤh und Fleiß gereich zu deinm Lob, Ehr und Preis. Ricolaus Hermann. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 5 rhebe dich, 627. CE o meine Seel, die Finsterniß ver⸗ gehet; der HErr erscheint n Jirael, sein Licht am Himmel stehet. Erhebe dich aus deinem Schlaf, daß er was Gutes in dir schaff, indem er dich erleuchtet. 2. Im Licht muß alles rege sein, und sich zur Ar⸗ beit wenden; im Licht singt fruͤh das Voͤgelein, im Licht will es vollenden. So soll der Mensch in Gottes Licht aufheben heilig sein Gesicht zu dem, dag ihn erleuchtet. 3. Laßt uns an unsre Arbeit gehn, den HErren zu erhehen; laßt uns, in⸗ dem wir auferstehn, be⸗ weisen, daß wir leben; laßt uns in diesem Gna⸗ denschein nicht eine Stun⸗ de muͤßig sein: GOtt ists, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort, und un⸗ ser Werk bleibt liegen. Ach hilf uns, HErr, du treuster Hort, daß wir uns nicht betruͤgen; gieb, daß wir greifen an das Werk; gieb Gnade, Se⸗ gen, Kraft und Staͤrk im Licht, das uns erleuchtet. 5. Du zeigst, was zu verrichten sei auf unsern Glaubenswegen; so hilf uns nun und steh uns bei, verleihe deinen Se⸗ gen, daß das Geschaͤft von deiner Hand vollfuͤh⸗ ret werd in alle Land, wozu du uns erleuchtet. Ich flehe, HErr, mach mich bereit zu dem, das dir gefaͤllig, daß ich recht brauch der Gnadenzeit; so flehen auch einhellig die Kinder, die im Geist ge⸗ born, und die sich fuͤrchten vor dem Zorn, nachdem du sie erleuchtet. 7. Das Licht des chens ben 5⁴40 Vom Lobe GOttes bens sei in mir ein Licht der Kraft und Staͤrke; es sei die Demuth meine Zier, die Lieb das Werk der Werke. Die Weisheit fließt in diesen Grund, und oͤffnet beides Herz und Mund, dieweil die Seel erleuchtet. 8. HErr, bleib bei mir, du ewges Licht, daß ich stets gehe richtig; erfreu mich durch dein Angesicht, mach mich zum Guten tuͤch⸗ tig/ bis ich erreich die guͤldne Stadt, die deine Hand ge⸗ gruͤndet hat und ewiglich erleuchtet. Peter Lackmann. Mel. O GOtt, du from⸗ mer GOtt. rschein, du 628. C Morgen⸗ stern, leucht hell in mir, o Sonne, mein Heiland, wahres Licht, bestaͤndig in mir wohne; erwaͤrme du mich ganz mit deiner Liebe Schein, und bringe lauter Licht ins neue Herz hinein. 2. Schaff du mirs neu und rein mit dem gewissen Geiste, daß ich dir reinen Dienst in deiner Liebe leiste. Mach deines Lichts mich voll, verklaͤr den Vater ganz, daß seine Liebesbrust mich noͤhr in reinem Glanz. 3. So laß mich allezeit in dir bestaͤndig wandeln/ und nicht in Finsterniß noch Heuchelei was handeln. Faß mich mit deiner Hand. dein Auge leite mich, daß ich dir folge schlecht, und seh allein auf dich. 4. Laß mich kein ander Bild in meine Seel ein⸗ lassen, als dich, mein Licht und Theil, zum Licht und Lehen fassen. Sei du mein einig Wort, eroͤffne mein Gehoͤr, und ziehe mich dir nach, so lauf ich immer mehr. Mel. HErr JEsu Christ, dich zu une wend. heilige Drei⸗ 629. O foltigtet, hochgelobte Einigkeit, GOtt Vater, Sohn, hei⸗ liger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Boͤses widerfahr, und mich der Satan nicht ver⸗ letz, noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Macht mich heut anblick des Soh⸗ nes Weisheit mich erguick des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schoͤpfer, steh mir kraͤftig bei d mein Erloͤser, hilf mir frei; o Troͤster werth, weich nicht von mir, mein Herz mit werthen Gaben zier. 5. HErr, segne und be⸗ huͤte mich, erleucht mich, HErr, genaͤdiglich, HErr heb auf mich dein Ange⸗ sicht, und deinen Frieden auf mich richt. Mel. HErr JEsu Christ, meins Lebens Licht. 630 or deinen 5 Thron tret ich hiermit, o GOtt, und dich demuͤthig bitt:* ein 14 des Morgens. 6541 dein genaͤdig Angesicht von mir, dem armen Suͤnder, nicht. 2. Du hast mich, o GOtt Vater mild, gemacht nach deinem Ebenbild. In dir web, schweb und lebe ich/ vergehen muͤßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderlich und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar, mir zwischen Tod und Le⸗ ben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Le⸗ bens Nothdurft giebst du mir/ dazu auch einen treuen Freund, der mich in Gluͤck und Ungluͤck meint. 5. GOtt Sohn, du hast mich durch dein Blut er⸗ loͤfet von der Hoͤllenglut, das schwer Gesetz fuͤr mich erfuͤlt, damit des Va⸗ ters Zorn gestillt. 6. Wenn Suͤnd und Satan mich anklagt, und mir das Herz im Leib ver⸗ zagt, alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein Fuͤr⸗ sprach allezeit, mein Heil mein Trost und meine Freud; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort— sein. 8. GOott heilger Geist, du hoͤchste Kraft, deß Gnade in mir alles schafft! ist et⸗ was Guts am Leben mein/ so ist es wahrlich lauter dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn der Erden, Vater Sohn und heilger Geist, der es Tag meinen HErrn und Va⸗ ter nenn, sein wahres Wort und Sakrament behalt und lieb bis an mein End. 10. Daß ich fest in An⸗ fechtung steh, und nicht in Truͤbsal untergeh, daß ich im Herzen Troͤst em⸗ pfi⸗d, zuletzt mit Freuden uͤberwind. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o GOtt, in dieser Morgen⸗ stund fuͤr alle Guͤte, Treu und Gnad, die mei⸗ ne Seel empfangen hat. 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib uͤber mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schutz ich dir befehl. 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, damit mein ganzes Christenthum auftichtig und rechtschaf⸗ fen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mich meiner Suͤnden Schuld, und hab mit deinem Knecht Ge⸗ duld; zuͤnd in mir Glau⸗ ben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gieb. 15. Ein selges Ende mir bescheer, am juͤngsten Tag erweck mich, HMrr, daß ich dich schaue ewig⸗ lich; Amen, Amen, er⸗ hoͤre mich! Bodo von Hodenberg. In eigener Melodie. 631. GSwhn 54²2 Vom Lobe GOttes Tag und Nacht laͤßt wer⸗ den, Sonn und Mon uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhaͤlt: 2. GOtt, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Ge⸗ fahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behuͤtet und bewacht, daß des boͤ⸗ sen Feindes List mein nicht maͤchtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Suͤnden jetzt mit diesee Nacht vergehn; o HErr IEsu, laß mich fin⸗ den deine Wunden offen stehn, da alleine Hulf und Rath ist fuͤr meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit die⸗ sem Morgen geistlich auf⸗ erstehen mag, und fuͤr meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Fuͤhre mich, o HErr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschuͤtzer und mein Hort. Nirgends als von dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele sammt den Sinnen und Verstand, roßer GOtt, ich dir be⸗ ehle unter deine starke Hand. HErr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Ei⸗ genthum. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des boͤsen Fein⸗ ddes Macht, List und An⸗ schlag von mir wende, und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Him⸗ mel zu. Heinrich Albert. In eigener Melodie. 5 uͤter, wird 632. H die Nacht der Suͤnden nicht ver⸗ schwinden? Huͤter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsterniß der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verwickelt bin? 2. Moͤcht ich wie das Rund der Erden lichte wer⸗ den. Seelen⸗Sonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und truͤbe, JIEsu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf. 3. Wir sind ia im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kom⸗ men; aber ich bin lauter Nacht. Oarum wollst du mir, dem deinen, auch er⸗ scheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Staͤrke in der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe uͤben, Demuth lieben, und der Racht Geschaͤfte fliehn? 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen sich so guaͤlen, zuͤnd dein Feuer in mir an; laß mich fin⸗ stern Wurm der h el⸗ des Morgens. 543 helle werden, daß ich Gu⸗ tes wirken kann. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben: IEsus und sein heller Schein, JEsus muß das Herz anblicken und erquicken, JEsus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht tau⸗ gen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll er⸗ scheinen, muß das Auge reine sein. 9. IEsu, gieb gesunde Augen, die was taugen, ruͤhre meine Augen an. Denn das ist die groͤßte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedr. Richter. In eigener Melodir. 633 47 dank dir, . GoOtt, fuͤr all Wohlthat, daß du auch mich hast gnaͤdiglich die Nacht behuͤt durch deine Guͤt, und bitt nun fort, o GOtt, mein Hort, vor Suͤnd und Gfahr mich heut bewahr, daß mir kein Boͤses widerfahr. 2. Ich bfehl dir, HErr/ mein Seel und Ehr, Herz/ Sinn und Muth, mein Leib und Gut und all das Mein; der Engel dein hab mich in Acht, daß nicht sind Macht der Feind an mir nach seiner Bgier/ noch mich in Suͤnd mit Listen fuͤhr. 3. Auch wollest, HErr, vergeben mir durch deine Huld mein Suͤnd und Schuld; ich hab an dich vergriffen mich, unrecht gethan; HErr, gnad und schon zu aller Frist durch IEsum Christ, der unser einger Mittler ist. Johann Freder. In eigener Mlelodie. 634 Ich dank dir, 34. leber HEr⸗ re, daß du mich hast be⸗ wahrt in dieser Nacht Ge⸗ faͤhrde, darin ich lag so hart mit Finsterniß um⸗ fangen, dazu in großer Noth; daraus ich bin ent⸗ gangen, halfst du mir, HErre GOtt. 2. Mit Dank will ich dich loben, o du mein GOtt und HErr, im Himmel hoch dort oben. Den Tag mir auch gewaͤhr, warum ich dich thu bitten und auch dein Will mag sein; leit mich in deinen Sitten, und brich den Willen mein. 3. Daß ich, HErr, nicht abweiche von deiner rech⸗ ten Bahn, der Feind mich nicht erschleiche, damit ich irr moͤcht gahn. Erhalt mich durch dein Guͤte, das bitt ich fleißig dich, vors Teufels List ünd Wuͤthen, damit er setzt an mich. 4. Den Glaͤuben mir verleihe an dein Sohn JEsum Christ; mein Suͤnd mir auch verzeihe allhiet zu dieser Frist. Du wirst mirs nicht versagen, wie du verheißen hast, daß er mein Suͤnd thu tragen/ und lös mich von der Last. 5. Die 5⁴44 Vom Lobe GOttes 5. Die Hoffnung mir auch giebe, die nicht ver⸗ derben laͤßt; dazu christ⸗ liche Liebe zu dem, der mich verletzt; daß ich ihm Guts erzeige, such nicht darin das Mein, und lieb ihn als mich eigen nach all dem Willen dein.. 6. Dein Wort laß mich bekennen vor dieser argen Welt, auch mich dein Die⸗ ner nennen, nicht fuͤrchten Gwalt noch Geld, das mich bald moͤcht ableiten von deiner Wahrheit klar, wollst mich auch nicht ab⸗ schneiden von der christ⸗ lichen Schaar. 7. Laß mich den Tag vollenden zu Lob dem Namen dein, und mich nicht von dir wenden, ans End bestaͤndig sein; behuͤt mir Leib und Leben/ dazu die Fruͤcht im Land: was du mir hast gegeben, steht alls in deiner Hand. 8. HErr Christ, dir Lob ich sage um deine Wohl⸗ that all, die du mir all mein Tage erzeigt hast uͤberall. Dein Ramen will ich preisen, der du al⸗ lein bist gut; mit deinem Leih mich speise, traͤnk mich mit deinem Blut. 9. Dein ist allein die Ehre, dein ist allein der Ruhm; die Rach dir nie⸗ mand wehre, dein Segen zu uns komm; daß wir im Fried entschlafen, mit Gnaden zu uns eil; gieb uns des Glaubens Waf⸗ 9 vors Teufels listge eil! Johann Kolroß. In eigener Mlelodie. Ich danke dir, 635.. o Gott, in deinem Throne durch IEsum Christum deinen lieben Sohne, daß du mich wollen diese Nacht bewahren vor Schaden und vor mancherlei Ge⸗ fahren, und bitte dich, wollst mich an diesem Tage be⸗ huͤten auch vor Suͤnden, Schand und Plage. 2. Denn ich dir, HErr, in deine Haͤnd befehle mein Leib und Gut und meine arme Seele. Dein heiliger Engel zu allen Zeiten, der sei und bleib bei mir auf allen Sciten, auf daß der boͤs Feind, so arg und geschwinde, ganz keine Macht an mir zu uͤben finde. 3. Den lieben Frieden ferner uns verleihe, und unsre Nahrung reichlich benedeie: die Pest von unsrer Stadt und Land laß wallen, dein Wort in Ruh und Fried noch laͤn⸗ ger schallen; Theurung vertreib, mit Segen uns erfuͤlle, nach deinem Wort und vaͤterlichen Wille. 4. Ich bitt fuͤr die, GOtt so dich Vater nennen, in⸗ sonderheit dein reines Wort bekennen, fuͤr alle meine Blutsfreund und Verwandten, sie seien hier oder in fremden Lan⸗ den; vor gllem Unfall wollst du sie bewahren, laß ihnen alles Gutes wi⸗ derfahren. 110 5. All, des Morgens. 5⁴⁵ 5. All, welche sind be⸗ HErr, mir dein Hülfe truͤbt, krank und gefan⸗ send en, in ihren Noͤthen nach ir, HErr, verlangen, die wollest du von allem ih⸗ rem Boͤsen aus lauter Gnaden endlich gar erld⸗ sen. All arme Suͤnder zu dir, HErr, bekehre, ein seligs End uns insge⸗ sammt beschere. In eigener Klelodie. Ich dank dir 636. Ischon durch deinen Sohn, o GoOtt, fuͤr deine Guͤte, daß du mich heint in dieser Nacht so gnaͤdig hast behuͤtet. 2. In welcher Nacht ich lag so hart mit Fin⸗ sterniß umfangen, von aller Suͤnd geplaget ward, die ich mein Tag be⸗ gangen. 3. Drum bitt ich dich aus Herzensgrund, du wollest mir vergeben all meine Suͤnd, die ich be⸗ gunnt mit meinem boͤsen eben. 4. Und wollest mich auch diesen Tag in dei⸗ nem Schutz erhalten, daß mir der Feind nicht scha⸗ den mag mit Listen man⸗ nigfalten. 5. Regier mich nach dem Willen dein, laß mich in Suͤnd nicht fallen, auf daß dir moͤg das Leben mein und all mein Thun gefallen. 6. Denn ich befehl dir Leib und Seel und alls in deine Haͤnde; in mei⸗ ner Angst und Ungefaͤll, ende. 7. Auf daß der Fuͤrste dieser Welt kein Macht an mir nicht finde; denn wo mich nicht dein Gnad erhaͤlt, ist er mir viel zu gschwinde. S. Ich hab es all mein Tag gehoͤrt, Menschen⸗ huͤlf ist verloren; so steh mir bei, du treuer GOtt, zur Huͤlf bist du erkoren. 9. Allein GOtt in der Hoͤh sei Preis samiat sei⸗ nem eingen Sohne in Einig⸗ keit des heilgen Geists, der herrscht in; Himmels Throne. Mel. JEsu, meine Freude. 637 Esu, meine Staͤrke, dei⸗ ne Wunderwerke, deine Guͤtigkeit lobt mein armes Leben, dich will ich erhe⸗ ben heut und jederzeit, daß dein Schutz mich vor dem Trutz der verdammten Höl⸗ lenschaaren gnaͤdigst wolln verwahren. 2. Schleuß mich aus Erbarmen, IEsu, in dein Arme, nun der Tag an⸗ bricht. Eile, von den Suͤn⸗ den mein Herz zu entbin⸗ den, meiner Seelen Licht! Sieh auf mich, ich bitte dich; rett aus Angst und Finsternissen mein erschreckt Gewissen. 3. Wende, was betruͤ⸗ bet, wo es dir beliebet, heut in Freud und Lust, daß von Furcht und Za⸗ gen, Ungluͤck, Kreuz 15— 8 N⸗ 546 Vom Lobe GOttes Plagen mir nichts sei be⸗ wußt. Was ich hab, ist deine Gab; die laß vor des Feindes Wuͤthen deine Macht behuͤten. . HErr, der Fuͤrst der Hellen suchet mich zu faͤl⸗ len so durch Lust als Weh. Ach treib seine Tuͤcke, List und Grimm zuruͤcke, wo ich geh und steh; ich bin dein/ du bleibest mein; mich wird nicht Freud, Angst und Leiden, JIEsu, von dir scheideh. 5. Gieb, daß es gelinge, daß ich was vollbringe, HErr, zu deiner Ehr. Staͤrke mein Beginnen, leite meine Sinnen, troͤste, fuͤhr und lehr, bis ich werd von dieser Erd, wenn mein Ruhtag wird ankommen, zu dir eingenommen. Andreas Gryphius. Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. 638 Jetzt leuchtet 2655 schon vom Himmelsthron die Sonn mit klarem Scheine, und will kurzum, mein Chri⸗ stenthum soll leuchten schön und reine. 2. O hoͤchster GOtt, ich bin ganz todt, zu uͤben gute Werke. Ach weck mich auf, und mich im Lauf des Glaubens kraͤftig staͤrke. 3. Halt mich allzeit in deinm Geleit, daß ich mein Fleisch bezwinge; durch alle Faͤll in dir gar schnell zum Christenleben dringe. 4. Anfang und End re⸗ gier behend, laß alles wohl gelingen; zu deiner Ehr des Naͤchsten Lehr auch meine Zung erklingen. 5. Nimm alles hin aus meinem Sinn, was dir nicht mag behagen; laß mich geschwind all meine Suͤnd bekennen und be⸗ klagen. 6. Nach deinem Rath gieb auch die That, daß meine Seele liebe dich gar allein, im Glauben rein, den Raͤchsten nicht betruͤbe. 7. Es ist auch Noth, mein HErre GOtt, daß ich bestaͤndig bleibe in sol⸗ cher Lieb, auch mich drin uͤb, und wie ein Baum bekleibe. 8. So gieb nun Kraft und suͤßen Saft, daß ich viel Fruͤchte trage; und jedermann, so viel ich kann, mit meinem Dienst behage. 9. Richt meine Tritt und alle Schritt auf deine rechte Stege, damit ich nicht, wie oft geschicht, ge⸗ rath in Irrewege. 10. Ach ja, mein HErr, von mir abkehr das falsche Christenleben, da nur der Mund ohn Herzensgrund, Wort ohne That will geben. 11. Die Heuchelei und Truͤgerei sind lauter Teu⸗ felsstricke, dadurch er kann an jedermann beweisen seine Tuͤcke. 12, Er weiß fast wohl, daß kuͤrzlich soll die Welt das Ende haben, der An⸗ tichrist und was sein ist zur Hoͤllen muͤssen traben. 13. Orum will er sehr durch falsche Lehr und aͤr⸗ ger⸗ n des Morgens. 5⁴47 gerliches Leben der ganzen Welt, wies ihm gefaͤllt/ die letzten Stoͤße geben. 4. Ach liebes Herz, es ist kein Scherz, seufz uͤber alle Graͤuel, die Satan stellt und manchen faͤllt, vermeide solche Scheuel. 15. Lieb immerfort das reine Wort, und richt dar⸗ nach dein Leben; die Sa⸗ krament bis an dein End dir Kraͤfte werden geben. 16. Du großer GOtt,/ wend alle Noth, daß ich an Christum glaͤube; mich ferner uͤb in steter Lieb, und ewig dein verbleibe. Johaunn Reichenwald. Mel. HBerzliebster JEsu, was hast du verbrochen. 639 en dieser Mor⸗ genstund will ich dich loben, o GOtt, mein Vater, in dem Him⸗ mel oben. Was du fuͤr Gnade mir stets thust be⸗ weisen, will ich nun preisen. 2. Du hast mich an das Tagslicht lassen kommen, auch durch die Tauf in dein Reich angenommen, und laͤssest mich in deinem Sohn entbinden von Schuld und Suͤnden. 3. Du giebest mir den heilgen Geist darneben, daß er mich lehr und fuͤhr in mei⸗ nem Leben, damit ich lern auf dich alleine bauen, und dir vertrauen. 4. Du hast mich allzeit vͤͤ⸗ terlich ernaͤhret, was ich be⸗ durft mir immerzu besche⸗ ret, und wenn mich Noth und Ungluͤck hat beruͤhret, bald draus gefuͤhret. 5. Jetzt hast du auch durch deine Engelschaaren mich lassen heint in dieser Nacht bewahren, daß mich darin kein Unfall hat erschrecket, noch aufgewecket. 6. O HeErr, mit mei⸗ nem Munde und Gemuͤ⸗ the erzaͤhl und ruͤhm ich solche große Guͤte, die ich empfangen hab an allen Enden aus deinen Haͤnden. 7. Ich bitt, du wollest uͤber mir fort walten und mich auch heute diesen Tag erhalten, daß Satan nicht durch seine List und Pfeile mich uͤbereile. 8. Hilf, daß ich bleib, wie alle frommen Chri⸗ sten, rein von der Welt und ihren Suͤnden⸗Luͤsten/ daß ich auch meinen eig⸗ nen boͤsen Willen nicht moͤg erfuͤllen. 9. HErr, laß in deinen Schutz sein eingeschlossen Leib, Seele, Freunde, Kin⸗ der, Hausgenossen, und was ich sonst durch deine milde Gabe auf Erden habe. 10. Die Obrigkeit er⸗ halt bei gutem Stande, gieb Friede, Gluͤck und Heil im ganzen Lande; be⸗ huͤt uns allerseits, o HErr, aus Gnaden vor Schand und Schaden. 11. Du wollest auch an diesem Tag mich staͤrken durch deine Kraft in meins Berufes Werken, auf daß ich moͤge in denselben allen dir wohlgefallen. 12. Zuletzt verleih/ Wich ich 548 Vom Lobe GoOttes ich aus diesem Leiden, es sei heut oder morgen, werd abscheiden, daß ich auf Christi Tod moͤg herben⸗ sterben, den Himmel erben. 13. So bin ich denn an Leib und Seel genesen, und wohl auf dieser Welt allhier gewesen; dort habe ich das rechte Kleinod fun⸗ den, hier uͤberwunden. 14. Das hilf mir, Vater, der du mit dem Sohne und heilgem Geist regierst in einem Throne. Gieb, daß ich dessen, was ich jetzt begehret, ja werd gewaͤhret. Justus Gesenius. In eigener Mel. oder: Lobet den YErren, denn er ist sehr freundlich. 640 Lobet den HEr⸗ ren alle, die ihn ehren, laßt uns mit Freuden seinem Namen sin⸗ gen, und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den HErren. 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so vaͤterlich bedek⸗ ket, und gus dem Schlaf uns froͤhlich auferwecket. Lobet den HErren. 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen koͤnnen, und Haͤnd und Fuͤße, Zung und Lippen regen, das ha⸗ ben wir zu danken seinem Segen. Lobet den HErren. 4. Daß Feuersflammen uns nicht allzusammen mit unsern Haͤusern unversehns gefressen, das machts, daß wir in seinem Schooß ge⸗ sessen. Lobet den HErren. 5. Daß Dieb und Raͤu⸗ ber unser Gut und Leiber nicht angetast und grau⸗ samlich verletzet, darwider hat sein Engel sich gesetzet. Lobet den HErren. ö 6. O treuer Huͤter, Brunnen aller Guͤter, ach laß doch ferner uͤber unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Guͤte schwe⸗ ben! Lobet den HEr⸗ ren, 2. Gieb, daß wir heute HErr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unver⸗ hindert gehen, und uͤberall in deiner Gnade stehen. Lobet den HErren. 8. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfuͤllen; lehr uns verrichten heilige Ge⸗ schaͤfte, und wo wir schwach sind, da gieb du uns Kraͤfte. Lobet den HErren. 9. Richt unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, son⸗ dern fromm zu werden vor deiner Znkunft uns bemuͤhn auf Erden. Lobet den HErren. 10. HErr, du wirst kom⸗ men, und all deine From⸗ men, die sich bekehren, gnaͤ⸗ dig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig singen: Lobet den HErren. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 641 Memenglant Vih der Ewig⸗ keit, Licht vom unerschoͤpf⸗ ten Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strah⸗ len zu Gesichte, und ver⸗ treib des Morgens. 549 treib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Die bewoͤlkte Finster⸗ niß muͤsse deinem Glanz entfliegen, die durch Adams Apfelbiß uns, die kleine Welt, bestiegen, daß wir/ HErr, durch deinen Schein selig sein. 3. Deiner Guͤte Mor⸗ genthau fall auf unser matt Gewissen, laß die duͤrre Le⸗ bensau lauter suͤßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schaar, immerdar. 4. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke toͤdte, und erweck uns Herz und Muth bei entstandner Morgenroͤthe, daß wir, eh wir gar vergehn, recht auf⸗ ehn. 5. Laß uns ja das Suͤn⸗ denkleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Gerechtigkeit moͤg als wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher sein. 6. Ach du Aufgang aus der Hoͤh, gieb, daß auch am juͤngsten Tage unser Leichnam aufersteh, und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 7. Leucht uns selbst in jener Welt, du verklaͤrte Gnadensonne, fuͤhr uns durch das Thraͤnenfeld in das Land der suͤßen Wonne, da die Lust, die uns erhoͤht, nie vergeht. Christian Knorr v. Rosenroth. RKlel. Uun ruhen alle Wälder. 642.N. 0 alle Waͤlder/ Vieh, Menschen, Staͤdt und Felder und was die Welt erhaͤlt. Ihr aber/ meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eu⸗ rem Schoͤpfer wohlgefaͤllt. 2,. Wo seid ihr Sterne blieben? Der Tag hat euch vertrieben, der Tag/ der Naͤchte Feind. Fahrt immerhin, die Sonne, und IEsus, meine Wonne, mich jetzt an eurer Stell anscheint. 3. Der Tag kommt an⸗ gebrochen, die Nacht hat ich verkrochen am hellen Himmelslauf: so muͤssen dort ingleichen die Jam⸗ mernaͤchte weichen dem Tag, der ruft: Ihr Tod⸗ ten auf! 4. Der Leib geht aus der Ruhe, legt an das Kleid und Schuhe, damit er sei bekleidt: so geht uns auch entgegen dort JEsus, an⸗ zulegen das Kleid der Ehr und Herrlichkeit. 5. Dem Hauyt und Haͤnd und Fuͤßen muß nun die Lust versuͤßen die saure Arbeitslast. Frisch auf! durch unser Muͤhen der Faulheit wir entfliehen, die nur des Teufels Rott nicht haßt. 6. Nun geht, ihr mun⸗ tern Glieder, greift an die Arbeit wieder, es ist ge⸗ nug geruht. Es kommen Stund und Zeiten, da man nicht darf arbeiten, vor Freuden nicht weiß/ was man thut. 7. Mein Augen, Ohren, wachen Munde lobt GOtt aus An⸗ 550 Vom Lobe GOttes Andachts⸗Grunde: befehlt ihm Leib und Seel, daß er in allen Gnaden sie schuͤtzen woll vor Scha⸗ den, das Aug und Huͤter Israel. 8. O JEsu, meine Freu⸗ de, behuͤt mich heut vor Leide, zeig mir den Gna⸗ denschein. Will Satan mich verschlingen, laß En⸗ gel mich umringen, ein Schutz und Wagenburg mir sein. 9. Auch meine Freund und Lieben laß den Tag nicht betruͤben ein Unfall noch Gefahr; der Noth und Klage wehre, o JEsu/ mich erhöre, und mach mein sehnlichs Bitten wahr. Joh. Ulrich Riedner. In eigener Mlelodie. allerhöch⸗ 643. O ser Men⸗ schenhuͤter, du unbegreif⸗ lich großes Gut, ich will dir opfern Herz und Muth. Stimmt an mit mir, ge⸗ denkt der Guͤter, all ihr Gemuͤther! 2. HErr, deiner Kraft ich nur zuschreibe, daß ich noch Odem schoͤyfen kann, du nimwst dich gnaͤdig meiner an; du Vaterherz, mich nicht vertreibe, heut bei mir bleibe. 3. Israels GOtt, da ist mein Wille, der sich dir willig untergiebt, dich uͤber alles gerne liebt, das ist mein Wunsch in fruͤher Stille, o Gnadenfuͤlle. 4. Dein Angesicht mich heilig leite, dein Auge kraͤftig auf mich seh, ich reise, geh/ sitz oder steh mich zu der Ewigkeit be⸗ gleite; HErr, mich bereite. 5. Laß Seel und Leib, so du gegeben, stets sein in deiner Furcht bereit, als“ Waffen der Gerechtigkeit, auch in dem Tod dir an⸗ zukleben, o Seelenleben. 6. Gesegne mich auf meinen Wegen, mein Thun und Lassen lenke du, in Unruh bleibe meine Ruh, bis ich zuletzt mich werde legen in Fried und Segen. Joachim Reander In eigener Melodie. 644 O Christe/ 7 Morgen⸗ sterne, leucht uns mit hel⸗ lem Schein, schein uns vons Himmels Throne an diesem dunklen Ort mit deinem reinen Wort. 2. O JEsu, Trost der Armen, mein Herz heb ich zu dir, du wirst dich mein erbarmen, dein Gna⸗ de schenken mir; das trau ich gaͤnzlich dir. 3. Ich kann und mag nicht schlafen, ich kann nicht froͤhlich sein, mir ist verwundt mein Seele, und fuͤrcht der Hoͤllen⸗ pein: o Christ, erbarm dich mein 4. O JEsu, lieber HEr⸗ re, du einger GOttes⸗ sohn, von Herzen ich be⸗ gehre, du wollst mir Huͤlfe thun; du bist der Gna⸗ denthron. 5. Du hast fuͤr mich ver⸗ gossen dein rosinfarbnes Blut des Morgens 551 Blut, das laß mich, HErr, genießen, troͤst mich durch deine Guͤt, hilf mir, das ist mein Bitt. 6.(IEsus.) Ist dir ver⸗ wundt so sehre die arme Seele dein, thu du dich e mir kehren, ich will ein Helfer sein, vergeben Schuld und Pein. 7. Laß du von Suͤnden abe, und sei ein frommer Christ, ich will dich selber laben, und schenken mei⸗ nen Geist, der dich zum Himmel weist. 8. Ich will dich selber speisen mit meinem Leib und Blut, mein Lieb an dir beweisen, und will dir theilen mit mein Schatz und hoͤchstes Gut 9.(Seele.) O JEsu, Lob und Ehre sing ich dir allezeit; den Glauben in mir mehre, daß ich nach dieser Zeit mit dir eingeh zur Freud. Mel. von Gott will ich nicht lassen. 645 O GOtt, ich thu dir dan⸗ ken, daß du durch deine Guͤt mich hast vors Teu⸗ fels Wanken in dieser Nacht behuͤt, also daß er mich fein hat muͤssen lassen schla⸗ fen, und mir mit seinen Waffen nicht koͤnnen schaͤd⸗ lich sein. 2. Beschuͤtze mich auch heute vor großer Angst und Noth, vor GOtts⸗ vergeßnen Leuten, und vor einm schnellen Tod, vor Suͤnden und vor Schand, vor Wunden und vor Schlaͤgen, vor ungerech⸗ tem Segen, vor Wasser und vor Brand. 3. An meinem Geist mich slaͤrke, sowohl auch an dem Leib, daß ich meins Amtes Werke mit allen Freuden treib und thu nach meiner Pflicht, so viel als mir be⸗ fohlen, bis daß du mich wiest holen zu deinem hellen Licht. 4. Mein Gsichte mir ver⸗ leihe bis an mein letztes End, und gnaͤdig benedeie die Arbeit meiner Haͤnd/ damit ich auch was hab fuͤr mich in schweren Zeiten/ und davon armen Leuten kann geben eine Gab. 5. Vor allem mich regie⸗ re mit deinem Gnaden Geist, daß ich mein Gdan⸗ ken fuͤhre im Himmel al⸗ lermeist, und ja nicht ganz und gar sei mit dem Geiz besessen, und schaͤndlich moͤg vergessen des lieben Himmels klar. 6. Erhalt mir Leib und Leben, so lang es dir ge⸗ faͤllt, und thu mir, HErr, nur geben den Schatz in jener Welt; so gilt mirs alles gleich, und bin es wohl zufrieden, ob ich schon nicht hienieden bin vor den Menschen reich. 7. O HErr, bilf mir vollenden mein saure Le⸗ benszeit, thu mir dein Huͤlfe senden, und sei nicht allzuweit, wenn ich heim schlafen geh, auf daß ich friedlich fahre, und mit 552 Dom Lobe GOttes mit der Christen⸗Schaare zum Leben aufersteh. Bartholomäus Ringwaldt. Mel. O GOtt, du from⸗ mer 6Htt. 646 O Ns sußer 60 Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt, und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein GOtt, fuͤr Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in dei⸗ ne Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen Tag: das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein GOtt, da hast du meine Seele, sie sei dein Eigen⸗ thum, mit ihr dich heut ver⸗ maͤhle in deiner Liebeskraft; da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklaͤren allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus, ach aller⸗ liebstes Leben: ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget: laß meiner Seele dein Bildniß eingepraͤget in guͤidnem Glaubens⸗ schmuck, in der Gerech⸗ tigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein JEsu, schmuͤk⸗ ke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld, durch dei⸗ nes Geistes Triebe, auch mit der Demuth mich vor allem kleide an, so bin ich wohl geschmuͤckt und koͤst⸗ lich angethan. 7. Bleib du mir die⸗ sen Tag stets vor den Augen schweben; laß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe innig⸗ lich, mein GOtt, zu al⸗ ler Stund. 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und geden⸗ ke; durch deines Geistes Kraft es also fuͤhr und lenke, daß alles nur ge⸗ scheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich un⸗ verruͤckt verbleib dein Ei⸗ genthum. Joachim Lange. In eigener Melodie. obald, o 647. Scfonmer Christ, als du erwachet bist zur fruͤhen Morgen⸗ zeit, so steh und halte du des Herzens Pforte zu vor aller Eitelkeit. Denn es ist dein Gebuͤhr, dieselbe Seelenthuͤr erst GOtt nur aufzumachen. Ihn laß erst ziehn allein, sein und sonst nichts bei dir ein von andern schnoͤden Sachen. 2. Bedenk erst, daß GOtt des Morgens. 553 GoOtt mag an jenem großen Tag auch also leichte dich erwecken aus dem Grab, als er jetzund dich hab ermuntert saͤnf⸗ tiglich: wenn Christus unsre Sonn auf seinem Wolkenthron in Klarheit wird erscheinen, und uns all insgesammt, wie Son⸗ nen angeflammt/ erklaͤren fuͤr die Seinen. 3. Da einer Sonnen Glanz den weiten Welt⸗ kreis ganz und hell erleuch⸗ ten kann: mit was fuͤr einem Schein und Glanze wird wohl sein der Tag dann angethan, da manche tausend Zahl an Sonnen auf einmal der großen Sonn entgegen gezuͤcket werden wird, und zu ihr aufgefuͤhrt, das Weltge⸗ richt zu hegen. 4. Wollust, Ehr und Gewinn nicht also dei⸗ nen Sinn verblende, daß du nicht, zu Schaden deinem Heil, einst sol⸗ lest haben Theil an die⸗ sem schoͤnen Licht, an dieser Herrlichkeit der un⸗ umschraͤnkten Freud und Aufbruch der Gerechten, an diesem Sonnentag, an welchem keine Plag uns weiter wird anfechten. 5. Halt deinem Sin⸗ ne fuͤr, daß dein GOit üͤber dir und deinem Kis⸗ sen sei. Er weiß auch eben nun dein Lassen und dein Thun und was dir wohne bei. Ja, haͤtt auch diese Nacht sich nicht mit seiner Wacht dein GOtt zu dir gesellet: so haͤtte dich gewiß der Fuͤrst der Finsterniß mit Leib und Seel gefaͤllet. 6. Erhebe zu dem End Herz, Andacht, Augen, Haͤnd und deiner Stim⸗ me Klang; dein Opfer trage fuͤr dem Herren mit Gebuͤhr in solchem Lobgesang: O Dreilicht eines Lichts im Lichte, dahin nichts, was suͤnd⸗ lich ist, kann kommen, es werde mein Gebet, auf Christum ausgeredt, in Gnaden aufgenommen. 7. Dir dank ich herzig⸗ lich, daß du zur Kind⸗ schaft mich erwaͤhlt von Ewigkeit. Sonst konute dir jetzund dein Lob durch meinen Mund nicht wer⸗ den ausgebreit. Mein Mund Dank singet dir fuͤr alles Gut, das mir/ GOtt, deine Guͤt erzei⸗ get, daß sie mein Herz und mich zum Glauben und auf dich so kraͤftig hat geneiget. 8. Wo ich nur schaue hin, da seh ich, wie ich bin von dir so wohl be⸗ dacht. Du hast mir Sinn und Muth, Seel, Ehre, Leib und Gut beschattet diese Nacht; du bist ja meiner mehr, als selber ich, o HErr, gewesen ein⸗ gedenke; denn was ich bin und hab, ist deine Mor⸗ gengab und heutges neu Geschenke. 9. Erwecke meinen Schlaf von Suͤnden, und verschaff in mir ein reines Herz. 2⁴ Auch V 55⁴4 Vom Lobe GOttes Auch wirf mich, HErre, nicht von deinem Ange⸗ sicht zuruͤck und hinter⸗ waͤrts. Dieweil denn deine Treu und Guͤte mir aufs neu erschienen alle Mor⸗ gen: so raͤum ich dir allein und deiner Fuͤrsorg ein mein Thun und all mein Sorgen. 4—⁰— 10. Vergieb mir meine Schuld, damit ich deine Huld oft, oft verscherzet haͤtt, da Gnad und Guͤte nicht vor deinem Halsge⸗ richt ausfuͤhrlich mich ver⸗ traͤt, und mir ruft allezeit, daß ich in Buß und Leid sie solle wohl bereuen; auch immer mehr und mehr/ ja mich vor nichts so sehr, als vor der Suͤnde scheuen. 11. Dein Volk, dein Eigenthum, das du zu dei⸗ nem Ruhm hast dir fest auserwaͤhlt, erhalt, o gro⸗ ßer GOtt, in seiner schwe⸗ ren Noth, damit sichs jetzo quaͤlt; bring es mit starker Hand aus diesem Krieges⸗ stand in Rub und Her⸗ zensfriede, daß es allein nach dir sei wacker von müwe. und dieses Lebens muͤde. 12. Nun steh ich wohl gestillt, mit Hoffnung an⸗ gefuͤllt, von meinem La⸗ ger auf; sei du mit deiner Wehr um mich und vor mir her, und segne mei⸗ nen Lauf, dazu mein gan⸗ zes Haus, also daß allzeit aus und ein wir mit dir gehen, auch an des HEr⸗ ren Tag ohn alle Qual und Plag im Frieden guf⸗ erstehen. In eigener Melodie. 648. Wangn 161 mein Herz/ und singe dem Schoͤpfer aller Dinge, dem Geber aller Guͤter, dem from⸗ men Menschenhuͤter. 2. Heint, als die dunk⸗ len Schatten mich ganz umgeben hatten, hat Sa⸗ tan mein begehret, GOtt aber hats gewehret. 3. Ja, Vater, als er suchte, daß er mich fressen mochte, war ich in deinem Schooße, dein Fluͤgel mich beschlosse. 4. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, trotz dem, der dich betruͤge; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 5. Dein Wort das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; vor Noth bin ich befreiet, dein Schutz hat mich verneuet. 6. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht verschmaͤhen, du kannst ins Herze sehen, und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Bessers habe. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Haͤnden trage. 9. Sprich ja zu meinen Thaten; hilf selhst das Beste rathen; den Anfang, Mittl und Ende, ach HErr, zum Besten wende. 10. Mit des Morgens. 555 10. Mit Segen mich beschuͤtte, mein Herz sei deine Huͤtte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhard. Mel. GOtt des Him⸗ mels und der Erden. 6 49. as willst du, mein Herz/ demer P O* nicht deiner Pflicht; das eitele Verlangen, un vergiß des Lobes nicht, das du GOtte schuldig bist, der dein Leben dir gefristt. 2. Deiner Ruh hast du gepflogen durch die finstre lange Nacht, als der Feind herumgezogen und gesuchet, dich mit Macht zu vertil⸗ gen; aber sieh, GOtt hat dich beschuͤtzet hie. 3. Ei so muß ich billig preisen dich, o JEsu, der 50 mir wollen folche Guͤt erweisen; o erzeige fuͤr und fuͤr mir dein ewge Lieb und Treu, laß sie stets uns werden neu. . Ich will heut mich dir ergeben, tritt du mir an meine Seit; laß mich dir alleine leben, auch ab⸗ wende großes Leid; giebst im Lieben, und nicht sor⸗ gen allzusehr, noch im Mangel mich betruͤben; o gieb Segen mehr und mehr, daß mein Arbeit wohl ge⸗ deih, und du mich erfin⸗ dest treu. 7. Weil du großes Wohl⸗ gefallen hast, wenn dir man herzlich traut, dienet und dazu in allen Sachen auf 6 dich einig schaut; so ver⸗ 6leih, o IEsu, mir/ dir zu 18 fuͤr und fuͤr. HErr, nach deinem Ralb und Willen leite du mich diesen Tag, daß mein Amt ich recht erfuͤllen und mich dir bequeinen mag; auch erhalte meinenFreund/ und bekehre meinen Feind. 9. Mich und all mein Anverwandten schuͤtz, auch was mir angehoͤrt, Haus⸗ genossen und Bekannten; den, der deinen Namen ehrt, den erhalte deine Treu; uns in aller Noth erfreu. 10. ,enn was ich heut anfange, segne, wenn mir flucht mein Feind, troͤste, wenn er mir macht bange; weñ gefaͤhrlich alles scheint, und man Krieg besorgen muß, halte Friede bei uns du Kreuz, so gieb Geduld, Fuß. und vergiß all meine Schuld. 5. Rette mich aus allen Nothen, o HErr IEsu, laß mich nicht; wenn der Feind mich will ertoͤdten, und so etwas mir gebricht, stehe deine Gnadentreu mir auf allen Seiten bei. 6. Laß mich alles thun 11. Wasser, Feuer, Pest und. Seuchen und was son⸗ sten mehr fuͤr Noth sich bei uns hier kann einschlei⸗ chen, boͤser und geschwin⸗ der Tod: dies heiß, weil du hilfest gern, alles von uns weichen fern. 12. Will der Satan uns n und bei dir drauf 2⁴²⁷ hal⸗ 556 Vom Lobe GOttes halten an, daß er moͤge Liebe, meiner Hiebe gieb Leid und Plagen uns so die That; troͤste, wenn ich anthun, wie er kann, o so mich betruͤbe; gieb auch die⸗ zeig ihm deine Pein, raͤume ser Bitte Statt: Wenn da keine Macht ihm ein. kommt mein letztes Nu, 13. Mich erhalte deine nim du mich in ewge Ruh! d) Vom Lobe GOttes des Abends. ö Mel. Ach, was soll ich Zünder machen. 650 A6 mein JE⸗ 5 su, sieh/ ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt, und die Finster⸗ niß sich zeigt, hin zu dei⸗ nem Thron und bete. Neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn ge⸗ schwinde wie ein Pfeil zur Ewigkeit, und die aller⸗ laͤngste Zeit saust vorbei, als wie die Winde, fleußt dahin als wie ein Fluß mit dem schnellsten Was⸗ serguß ö 3. Und/ mein JEsu/ sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in Acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herz⸗ lich suchte, mein Erbarmer. Mancher Tag geht so da⸗ hin, da ich nicht recht wak⸗ ker bin. 4. Ach ich muß mich herzlich schaͤmen; du er⸗ haͤltst, du schuͤtzest mich Tag und Nacht so gnäͤ⸗ diglich, und ich will mich nicht bequemen, baß ich ohne Heuchelei dir dafuͤr recht dankbar sei. 5. Nun, ich komme mit Verlangen, o mein Her⸗ zens⸗Freund, zu dir; neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergan⸗ gen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zaͤhlen, die du mir noch goͤnnen willt; mein Herz ei mit dir erfuͤllt, so wird mich nichts koͤnnen qua⸗ len; denn, wenn du bist Tag und Licht, schaden uns die Raͤchte nicht. 7. Nun, mein theurer Heiland, wache, wache du in dieser Nacht; schuͤtze mich mit deiner Macht, deine Liebe mich anlache. Laß mich selbst auch wuch⸗ sam sein, D gleich jetzt schlafe ei Lewin Johann Schlicht. In eigener Melodie. 651 Cbris, der du bist der helle Tag, ror dir die Nacht nicht bleiben mag; du leuchtest uns vom Va⸗ ter her, und bist des Lich⸗ tes Prediger. 2. Ach lieber HErr, behuͤt uns heint in dieser Nacht vorm bosen Kuz un des Abends. 557 und laß uns in dir ru⸗ hen fein, und vor dem Satan sicher sein. 3. Ob schon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein; halt uͤber uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Suͤnd und Schand. 4. Wir bitten dich, HErr JEsu Christ, behuͤt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer See⸗ len tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein heilges Blut; das war des ewgen Va⸗ ters Rath, als er uns dir 96bene hat. Befiehl dem Engel, daß er komm und uns bewach, dein Eigenthum; gieb uns die lieben Waͤch⸗ ter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreifaltigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus. In Mel. oder: HErr Jesu 15 0 wahr 6⁵²⁷ und GOtt. 2. Cun der. 00 Licht vor loir HErr, verborgen nichts; du vaͤterliches Lichtes Glanz, lehr uns den Weg der Wahrheit ganz. 2. Wir bitten dein goͤttliche Kraft, behuͤt uns, HErr, in dieser Nacht; bewahr uns, HErr, vor allem Leid, GOtt, Va⸗ ter der Barmherzigkeit. 3. Vertreib den schwe⸗ ren Schlaf, HErr Christ, daß uns nicht schad des Feindes List; das Fleisch in Zuͤchten reine sei: so sind wir mancher Sorge frei. 4. So unser Augen schla⸗ fen ein, laß unser Herzen wacker sein; beschirm uns, GOttes rechte Hand. und loͤs uns von der Suͤnden Band. 5. Beschirmer, HErr der Christenheit, dein Huͤlf allzeit sei uns be⸗ reit. Hilf uns, HErr GOtt, aus aller Noth durch dein heilig fuͤnf Wunden roth. 6. Gedenke,/ HErr, der schweren Zeit, damit der Leib gefangen leit; der Seele, die du hast erloͤst, der gieb, HErr IEsu, deinen Trost. 7. GOtt Vater sei Lob, Ehr und Preis, dazu auch seinem Sohne weis, des heilgen Geistes Guͤ⸗ tigkeit von nun an bis in Ewigkeit! Wolfgang Meußlin. In eigener Melodie. 653. Der lieben Sonnen gLicht und Pracht hat nun den Tag vollfuͤhret; die Welt hat sich zur Ruh gemacht, thu, Seel, was dir gebuͤhret; tritt an die Himmelsthuͤr, und bring ein Lied herfuͤr, laß dei⸗ ne Augen, e und Sinn auf IEsum sein gerich⸗ tet hin. 2. Ihr . 2—— 558 Vom Lobe GOttes 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl, und glaͤnzt mit Licht und Strahlen, ihr macht die Nacht des Prachtes voll; doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein IEsus, meiner Seelen Ruhm, mein Schutz, mein Schatz, mein Eigenthum. 3. Oer Schlaf wird fal⸗ len diese Nacht auf Men⸗ schen und auf Thiere; doch einer ist, der droben wacht, bei dem kein Schlaf zu spuͤren; es schlummert IEsus nicht, sein Aug auf mich gericht; drum soll mein Herz auch wa⸗ chend sein, daß IEsus wache nicht allein. 4. Verschmaͤhe nicht das schlechte Lied, das ich dir, IEsu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, eh ich es zu dir bringe; ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnaͤdig an! es ist doch herzlich gut ge⸗ meint, o IEsu, meiner Seelen Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen; du wirst, mein Huͤter, auf mich sehn, und rathen meiner Seelen. Ich fuͤrchte keine Noth, kein Hoͤlle, Welt noch Tod; denn wer mit JEsu schla⸗ fen geht, mit Freuden wie⸗ der aufersteht. 6. Ihr Hollengeister, packet euch, hier habt ihr nichts zu schaffen; dies Haus gehoͤrt in JEsus Reich, laßt es ganz sicher schlafen; der Engel starke Wacht haͤlt es in guter Acht; ihr Heer und Lager ist sein Schutz, drum sei auch allen Teufeln Trutz. 7. So will ich denn nun schlafen ein, IEsu, in deinen Armen; dein Aufsicht soll die Decke sein, mein Bette dein Er⸗ barmen; mein Kissen deine Brust, mein Traum die suͤße Lust, die aus dem Wort des Lebens fleußt, und dein Geist in mein Herz eingeußt. 8. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfan⸗ gen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall mög rufen uͤberall: O JEsu, JEsu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein. 9. Nun, matter Leib, schick dich. Ruh, und schlaf fein sanft und stille; ihr muͤden Augen, schließt euch zu, denn das ist GOt⸗ tes Wille; schließt aber dies mit ein: HErr IEsu, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, liebster IEsu, gute Nacht. Christian Seriver. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 654 Der Tag hat • sich genei⸗ get, die Sonn mit ihrem Schein von hinnen jetzt sich beuget, der Abend dringt herein: HErr Christ, du Himmels⸗Sterne,— ei⸗ des Abends. 559 deinem klaren Licht weiche von uns nicht ferne, sonst moͤgn wir bleiben nicht. 2. HeErr Christ, wir thun dirs klagen, denn du weißt unsre Noth, der Feind will uns erjagen mit Finsterniß und Tod; im Finstern er regieret, und suchet uͤberall, wo er jemand verfuͤhret in die⸗ sem Jammerthal. 3. Sein List er immer uͤbet, und schaͤrfet seine Pfeil, damit er sehr betruͤ⸗ bet, und toͤdtet ganz in Eil; er will uns all ver⸗ schlingen, und sichten im⸗ merhin, wo ers so weit kann bringen mit seinem Zorn und Grimm. 4. Kein Huͤlfe moͤgn wir finden, denn bei dir, HErr, allein; mach du uns rein von Suͤnden und bleib in dieser Gmein. Geh auf, du Himmels⸗ Sonne, leucht uns von deinem Thron; mit deiner Gnad hier wohne, und send dein Engel schon. 5. Der kann uns wohl behuͤten, mit Leib, Seel, Weib und Kind, wenn Satan gleich thut wuͤthen mit List und Mord ge⸗ schwind. HErr Christ, du Fuͤrst des Lebens hast ihm gestuͤrmt sein Haus; er zuͤrnet doch vergebens, und ist gestoßen aus. 6. Ob schon der Tag vergangen, die Sonn ent⸗ wichen ist, doch haben wir Verlangen zu dir, HErr IEsu Christ. Gleichwie die Stern erhalten bei Nacht⸗ zeit ihren Schein, so wirst du ob uns walten und un⸗ sre Leuchte sein. 7. Am Firmament die Sterne stehn fest an ihrem Ort: also stehn wir auch gerne, HErr Christ, bei deinem Wort. HErr, laß uns nicht befallen die dunkle finstre Nacht; wir schreien zu dir alle, du haͤltst fuͤr uns die Wacht. 8. Dein Schirm steht uns zur Rechten, dein Flu⸗ gel deckt uns zu; laß Sa⸗ tan immer fechten, in dir ist Fried und Ruh. Der Loͤw und Drach muß wei⸗ chen, wenn er sieht deinen Schild; er kann uns nicht erschleichen, das machet deine Huld. 9. Dein Engel muͤssn uns tragen auf ihren Haͤn⸗ den rein, und diesen Feind verjagen, daß wir nicht an einm Stein uns stoßen und hinfallen und brechen Seel und Leib; HErr, steh du bei uns allen, den Wuͤr⸗ ger von uns treib. 10. Nun wollen wir ein⸗ schlafen, HErr Christ, auf deine Hand du wirst uns Beistand schaffen, wir sind dir wohl bekannt. Laß wie⸗ der uns erleben die liebe Morgenroͤth; wir wollen dir Dank geben, und preisen deine Guͤt. Paulus Oderborn. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 655. Dehne mert Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der vil⸗ 560 Vom Lobe GOttes völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da, sei du mir nah, IEsu, mit macht weinen, soll noch hellen Kerzen; treib der Suͤnden Dunkelheit weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonnen Licht uns jetzt gebricht; o uner⸗ schaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor, mir zur Freud und Wonne. 4. Des Mondes Schein faͤllt nun herein, die Fin⸗ sterniß zu mindern: ach daß nichts Veraͤnderlichs meinen Lauf moͤcht hindern. 5. Das Sternenheer zu GOttes Ehr am blauen Himmel wimmert: wohl dem, der in jener Welt/ gleich den Sternen schim⸗ mert! 6. Was sich geregt und vor bewegt ruht jetzt von seinen Werken: laß mich/ HErr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken. 7. Ein jeder will bei sol⸗ cher Still der suͤßen Ruhe pflegen: laß die Unruh die⸗ ser Zeit, IEsu, bald sich legen. 8. Ich selbst will auch nach meinem Brauch nun in mein Bettlein steigen: laß mein Herz zu deinem sich als zum Bettlein nei⸗ gen. 9. Halt du die Wach, da⸗ mit kein Ach und Schmerz den Geist berühre: sende deiner Engel Schaar, die mein Bettlein ziere. 10. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Naͤchte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 11. In jener Welt, da diese faͤllt, die Zion noch heller siebenmal Mond und Sterne scheinen. 12. Alsdann wird nicht der Sonnen Licht Jeru⸗ salem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 13. Hallelujah, ei waͤr ich da, da alles lieblich klin⸗ mel da man ohn Abwech⸗ elung Heilig, heilig singet. 14. O JEsu du, mein Huͤlf und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich moͤg in deinem Glanz vor dir ewig prangen. Freylinghausen. In eigener Klelodie. 5 er Tag ist 656. D hin, mein IEsu, bei mir bleibe, o Seelenlicht, der Suͤnden Nacht vertreibe; geh auf in mir, Glanz der Gerech⸗ tigkeit, erleuchte mich, ach HErr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein GOtt, ge⸗ sungen, dir sei die Ehr, daß alles wohl gelungen nach deinem Rath/ ob ichs schon nicht versteh, du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, was mich empfindlich quaͤlet, Bestaͤndigkeit im Guten mir noch fehlet, das weißt du wohl, o Herzen⸗Kuͤn⸗ diger, ich strauchle noch wie ein Unmuͤndiger. 4. Vergieb es, HErr, was des Abends. 561 was mir sagt mein Ge⸗ wissen, Welt, Teufel, Suͤnd hat mich von dir gerissen; es ist mir leid, mich stell ich wieder ein, da ist die Hand: Du mein, und ich bin dein. ö 5. Israels Schutz, mein Huͤter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieg⸗ haft Schwert umguͤrte; bewahre mich durch deine große Macht, wenn Be⸗ ial nach meiner Seelen tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schla⸗ fen, ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaf⸗ fen; o Lebens⸗Sonn, er⸗ guicke meinen Sinn; dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin. Jvachim Reander. In eigener Klelodie. 657. Dꝛẽ Nocht ist vor der Thuͤr, und liegt schon auf der Erden, mein JEsu, tritt herfuͤr, und laß es helle werden. Bei dir, o IEsulein, ist lauter Son⸗ nenschein. 2. Gieb deinen Gnaden⸗ schein; in mein verfin⸗ stert Herze; laß in mir brennend sein die schoͤne Glaubenskerze; vertreib die Suͤndennacht, die mir viel Kummer macht. 3. Ich habe manchen Tag in Eitelkeit vertrieben; du hast den Ueberschlag gemacht und angeschrieben; ich selber stelle mir die schwere Rechnung fuͤr. 4. Sollt etwa meine Schuld noch angeschriehen stehen, so laß durch deine Huld dieselbe doch Biut hen; dein rosinfarben Blut macht alle Rechnung gut. 5. Ich will mit dir, mein Hort, aufs neue mich verbinden, zu folgen dei⸗ nem Wort, zu fliehn den Wust der Suͤnden. Dein Geist mich stets regier, und mich zum Guten fuͤhr. 6. Wohlan, ich lege mich in deinem Namen nieder, des Morgens rufe mich zu meiner Arbeit wie⸗ der; denn du bist Tag und Nacht auf meinem Nutz bedacht. 7. Ich schlafe, wache du; ich schlaf in JEsu Namen, sprich du zu mei⸗ ner Ruh ein kraͤftig Ja und Amen; und also stell ich dich zum Waͤchter uͤber mich. Nach Paul Weber. Mel. Der Tag ist hin, mein JEsu, bei mir bleibe. 658. Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet, und was sie soll, auf diesen Tag vollendet; die dunkle Nacht dringt allenthalben zu, bringt Menschen, Vieh und alle Welt zur Ruh. 2. Ich preise dich, du HErr der Naͤcht und Tage, daß du mich heut vor aller Noth und Plage durch deine Hand und hochberuͤhmte Macht hast unverletzt und frei hindurch gebracht. * sageled 05 10 age so gelebet, daß i 24⁷⁷ nach 562 Vom Lobe GOttes nach dem, was finster ist, gestrebet; laß alle Schuld durch deinen Gnadenschein in Ewigkeit bei dir er⸗ loschen sein. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der truͤben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft fein sanft erholen mag. 5. Vergoͤnne, daß der lieben Engel Schaaren mich vor der Nacht der Fin⸗ sterniß bewahren, auf daß ich vor der List und Ty⸗ rannei der argen Feind im Schlafen sicher sei. 6. HErr, wenn mi wird die lange Nacht be⸗ decken und in die Ruh des tiefen Grabes stecken, so blicke mich mit deinen Au⸗ gen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 7. Und laß hernach, zu⸗ gleich mit allen Frommen, mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns hast den gro⸗ ßen Tag bestimmt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. Josua Stegmann. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 659 Ott, du laͤs⸗ 99 sest mich er⸗ reichen abermal die Abend⸗ zeit; das ist mir ein neues Zeichen deiner Lieb und Guͤtigkeit. Laß jetzund mein schlechtes Singen durch die truͤben Wolken drin⸗ gen, und sei gegen diese Nacht ferner auf mein Heil bedacht. 2. Neige dich zu meinen Bitten, stoß nicht dies mein Opfer weg. Hab ich gleich oft uͤberschritten dei⸗ ner Wahrheit heilgen Steg: so verfluch ich meine Suͤnden., und will mich mit dir verbinden; reiß du nur aus meiner Brust alle Wurzel boͤser Lust. 3. HErr, es sei mein Leib und Leben, und was du mir hast geschenkt, dei⸗ ner Allmacht uͤbergeben, die den Himmel selbst be⸗ schraͤnkt. Laß um mich und um die Meinen einen ch Strahl der GOttheit schei⸗ nen, der, was deinen Na⸗ men traͤgt, als ein Gut zu schuͤtzen pflegt. 4. Laß mich mildiglich bethauen deines Segens Ueberfluß; schirme mich vor Angst und Grauen, wende Schaden und Ver⸗ deuß, Brand und sonst be⸗ truͤbte Faͤlle; zeichne mei⸗ nes Hauses Schwelle, daß hier keinen nicht der Schlag des Verderbers treffen mag. 5. Wirke du in meinen Sinnen, wohne mir im Schatten bei, daß mein schlafendes Beginnen dir auch nicht zuwider sei; schaffe, daß ich schon auf Erden mag ein solcher Tempel werden, der nur dir und nicht der Welt ewig Licht und Feuer haͤlt. 6. Geht, ihr meine muͤ⸗ den Glieder, geht und senkt des Abends. 563 senkt euch in die Ruh; wenn ihr euch regt mor⸗ gen wieder, schreibt es eu⸗ rem Schoͤpfer zu, der so treue Wacht gehalten; wenn ihr aber muͤßt er⸗ kalten, wird des bittern Todes Pein doch der See⸗ len Vortheil sein. Fried. Rud. Ludw. v. Canitz. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 660 GoDl heut * endet sich die Wochen, und es ist ihr letzter Tag diesen Mor⸗ gen angebrochen, vor dir ich mich selbst verklag. In mir mein Gewissen mich/ hoͤchster Richter, stellt vor dich; neue Schulden sammt den ulten mit mir wollen Rechnung halten. 2. Sonne, die ich seh ab⸗ gehen, du hast meiner Suͤn⸗ den viel diese Woche ange⸗ sehen, die ich schwerlich zaͤh⸗ len will. Und was saget Gᷣott dazu, der gesehen mehr, als du, dessen Aug in die Gedanken schauet durch des Leibes Schranken? 3. In dem Anfang die⸗ ser Woche hab ich dir als Lehen⸗Mann tausend Dienste, GOtt, verspro⸗ chen: ach, nicht einer ist gethan. Mit mir boͤsem Knecht geh nicht, HErr des Himmiels,, ins Ge⸗ richt. Ob ich bin von dir gewichen, hat uns doch dein Sohn verglichen. 4. Hab ich mich von dir vergangen, wie ein blödes Schaͤfelein, laß mich dar⸗ um nicht gefangen, eine Beut der Woͤlfe sein. IE⸗ sus, unser Seelenhirt, mich zur Heerde holen wird; leg in deinen Schooß mich nieder, wenn er dir mich bringet wieder. 5. Ich trat in den Suͤn⸗ der⸗Orden, ich bin diese Woche dir tausend Schul⸗ den schuldig worden. Wenn du rechnen willst mit mir, soll ich dein Register sehn, laß nur IEsum bei mir stehn; seine theure Blut⸗ Goldgulden zahlen meine rothen Schulden. 6, Du Allgeber, deine Gabe, die du hast gelegt in mich, die mir anver⸗ traute Habe braucht ich leider wider dich. Ach ich hielte uͤbel Haus; stoß mich darum nicht hinaus; wollst in Gnaden, nicht nach Rechte, rechnen ab mit deinem Knechte. 7. Richter, laß dich Vater nennen, wollst mir heißen, der du bist; du wirst ja dein Kind noch kennen. Ob es ungehorsam ist: ein Sohn macht uns alle gut, der nach deinem Willen thut. GOtt, sei gnaͤdig IEsu Bruͤdern, trenn das Haupt nicht von den Gliedern. 8. Deine Pflanze du mich nennest: aber wo ist meine Frucht? Mein ver⸗ dorrtes Thun du kennest, laß mich drum nicht sein verflucht. IEsus, mach mich wieder gruͤn, dessen Zweig ich worden bin; bilf mir, GoOtt, ich will Re⸗ Ee 564 Vom Lobe GOttes Reben stets an diesem Weinstock leben. 9. IEsu, Arzt, geaͤngst⸗ ter Geister, hier ist eine kranke Seel; hilf mir, JEsu, guter Meister, dir ich meine Noth befehl. Und wenn du mich recht befiehlst, mein Herz todt in Suͤnden ist. Ach so weck mich auf, o Leben, wollest mir mich wieder⸗ geben. 10. Meine Seel zum Buhler⸗Haufen, deine ungetreue Braut, hat, o IEsu, sich verlaufen, und nach Rünihrt umgeschaut. Wollst ihr darum, o mein Licht, einen Scheid⸗ brief senden nicht; du hast sie mit Blut erwor⸗ ben, ach laß sie nicht sein verdorben. 11. Schreibe mich zu deinen Lieben diesen Tag mit deinem Blut; diesen letzten von den sieben laß die sechse machen gut. Mein Gewissen heut be⸗ fried; ich mag alte Schul⸗ den nicht in die neue Woche bringen, IEsu, ach er⸗ hoͤr mein Singen!⸗ 12. Ich will meiner Seele Schmerzen dir 906 tragen in dein Haus. Laß mich mit getroͤsttem Her⸗ en, JIEsu, wieder gehn eraus, Wenn dein Die⸗ ner ledig zaͤhlt Seelen, die die Suͤnde quaͤlt: laß auch mich sein losgespro⸗ chen von den Schulden dieser Wochen. ö 13. Nach sechs deinen Schoͤpfungs⸗Tagen hast du diesen Tag geruht: ich muß auch nach Ruhe fragen, weil die Suͤnd mir bange thut. Und ich zog mich muͤd genug diese Woch am Lebens⸗Pflug; laß mich heut in meinen Sachen froͤhlich Feier⸗ abend machen. 14. Dortmals riefest du auf Erden: Ihr Belad⸗ nen, kommt zu mir, kommit ihr sollt entbuͤrdet werden! IEsu, ach ich komm zu dir. Moses Tafeln druͤcken mich; nimm du sie von mir auf dich, wirf dies harte Joch 1 Stuͤcken, meine Seel laß Ruh erquicken. 15. In dem Heilbad deiner Wunden laß mich heut gewaschen sein, daß ich morgen werd erfun⸗ den, dir zu dienen, schön und rein; laß den Besen wahrer Buß kehren aus den Mist und Ruß, daß du mich moͤgst morgen ehren, in mein Herze ein⸗ zukehren. Sigism. v. Bircken. Mel. O du Liebe mei⸗ ner Liebe. 661 Err und GOtt der Tag und Naͤchte, der du schlaͤfst noch schlum⸗ merst nicht, schaue, wie dein arm Gemaͤchte jetzt nach seiner Kindespflicht, da der Abend ist geworden, und der Tag sich hat ge⸗ neigt, sammt der Deinen ganzem Orden sich vor deinem Throne beugt. 2. Vater, ich bin zu ge⸗ ringe aller Treu und Guͤ⸗ tig⸗ des Abends. 565 tigkeit, die du, Wesen al⸗ ler Dinge, mir in meiner Lebenszeit und auch heute hast erwiesen. O daß ich recht dankbar waͤr. HErr, dein Nam sei hoch ge⸗ priesen, dein Herz ferner zu mir kehr. 3. Siehe nicht an mein Verbrechen, ach gedenke nicht der Schuld, die dein strenges Recht koͤnnt raͤ⸗ chen, habe doch mit mir Geduld; schaue an des Sohnes Wunden, dadurch ich versöhnet bin, dadurch ich Erloͤsung funden, und das Leben zum Gewinn. 4. Ich verlange frei zu werden durch das reine Lammesblut von der Suͤn⸗ denlust Beschwerden, von der finstern Schlaͤngenbrut. Ach HErr, reinge mein Gewissen, Leib und Seel dir heilig sei; dein Geist mache mich geflissen, dir zu dienen ohne Scheu. 5. Laß mich nicht da⸗ hinten bleiben, laß mich nicht zuruͤcke sehn; dein Geist musse mich stets trei⸗ ben, unverzuͤglich fort zu gehn, ja mit schnellem Schritt zu laufen zu dem Kleinod, das das Lamm uns mit Blute zu erkau⸗ fen ist gebracht ans Kreu⸗ zes Stamm. 6. Drauf will ich mich schlafen legen, laß mich dir empfohlen sein; Vater, goͤnne mir den Segen, der/ am Leib und Geiste rein, mich auch in der Nacht bewahre; deine Gnade sei mein Schild, bis ich mei⸗ nem Schatz nachfahre, und erwach nach seinem Bild. Freylinghausen. Mel. YZErr JEsu Christ, wahr Klensch und GOtt. 6 inunter ist 662. H der Son⸗ nenschein, die finstre Nacht bricht stark herein: leucht uns, HErr Christ, du wah⸗ res Licht, laß uns im Fin⸗ stern tappen nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Scha⸗ den, Fahr und mancher Plag durch deine Engel hast behuͤt aus Gnad und vaͤterlicher Guͤt. 3. Womit wir habn er⸗ zuͤrnet dich, dasselb verzeih uns gnaͤdiglich, und rechn es unsrer Seel nicht zu: laß uns schlafen mit Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wach bestell, daß uns der boͤse Feind nicht faͤll vor Schrecken, Gspenst und Feuersnoth behuͤt uns heint, o lieber GOtt. Nikolaus Hermann. Mel. Vater unser im Himmelreich. 663 ch danke dir/ 2 liebreicher GOtt, daß du mich heut vor Schand und Syott und schweren Faͤllen hast behuͤt; es kommt von dei⸗ ner Gnad und Guͤt. Mein ganz Verderben ist aus mir; mein Heil das koͤmmt allein von dir. 2. Wenn du nicht haͤt⸗ test mir gereicht/ W el⸗ 566 Vom Lobe GOttes deine Hand, waͤr ich gar leicht gefallen auch so tief in Suͤnd, als sonsten andre Menschen⸗Kind. Ohn dei⸗ ne Huͤlf und Gnaden⸗Hand faͤllt auch der Froͤmmst in Suͤnd und Schand. 3. Doch bin ich gar nicht engelrein, ich find, HErr IEsu, stets das Mein; den alten Adam ich noch spuͤr, der mich anreizet fuͤr und fuͤr, daß ich mein Herz, Begier und Sinn zur Eitelkeit soll nei⸗ gen hin. 4. Ich klag an mein Unachtsamkeit vor dir, o GOtt, mit Reu und Leid: wie du auch selber hast gesehn, was oft aus Schwachheit ist geschehn. Den innern Menschen hab ich nicht mit Fleiß ver⸗ wahrt nach meiner Pflicht. 5. Den Sinnen hab ich oft zu weit den Zaum ge⸗ goͤnnt zur Eitelkeit; ich habe viel geredt, gedacht, gehoͤrt, gesehen und voll⸗ bracht, was mir nicht wohl gestanden an, und ich nicht alles wissen kann. 6. Aus Gnaden alles mir vergieb, verbrenns im Feuer deiner Lieb; du bist voll Heiligkeit und Gnad, was mir noch fehlt, fuͤr mich erstatt. Dein Blut mich wasche, daß ich werd so rein, wie mich dein Herz begehrt. 7. Ich dank auch, lieb⸗ ster IEsu, dir fuͤr alle Gaben, die du mir er⸗ aut hast von Kindheit auf bis zu der Stund in großem Hauf. Du hast mir so viel Guts gethan, daß ichs nicht gar erzaͤhlen kann. 8. Ich bitte, halt auch gnaͤdiglich dein Augen of⸗ fen uͤber mich, daß mich der Feind mit List und Macht nicht uͤberfall in dieser Nacht. Behuͤt vor Ungluͤck Seel und Leib; Gesahr und Noth weit von mir treib. 9. Gieb, daß ich nach geyflogner Ruh erwach/ aufsteh und freudig thu, was du hast anbefohlen mir, und einen guten Wandel fuͤhr; mit deinem Geiste steh mir bei, daß nichts Verdammlichs an mir sei. 10. Vor einem boͤsen schnellen Tod, o du lieb⸗ reicher frommer GoOtt, mich heint und jederzeit bewahr; laß bei mir sein der Engel Schagr, auf daß der Satan diese Nacht an mir ja finde keine Macht. Johann Heermann. In eigener Melodie. ein Augen 664. Meschsa jetzt in GOttes Namen zu, dieweil der muͤde Leib begehret seine Ruh; weiß aber nicht, ob ich den Mor⸗ gen moͤcht erleben, es koͤnn⸗ te mich der Tod vielleicht noch heint umgehen. 2. Drum sag ich dir, o GOtt, von Herzen Lob und Dank; ich will auch solches thun hinfort mein Lebenlang, weil du 1* 6 des Abends. 567 diesen Tag hast wollen so bewahren, daß mir kein Ungeluͤck hat koͤnnen widerfahren. 3. Du hast des Teufels Zorn von mir ganz abge⸗ wehrt, der als ein grimmer Low zu fressen uns be⸗ gehrt. Beschuͤtz auch diese Nacht mich, HErr, durch deine Waffen, wenn als ein Todten⸗Bild der Leib wird liegen schlafen. 4. Regiere mein Ge⸗ muͤth, und richt es gan zu dir, daß keine boͤse Lu durch Traͤume mich be⸗ ruͤhr; auch deinen Engel mir an meine Seite setze, daß mich der Satan nicht durch seine List verletze. 5. Also, wenn morgen ich das Tagelicht erblick, ich mich 01 billig dann zu deinem Lobe schick. Ihr Sorgen, weichet hin, du aber, HErr, verleihe den Gliedern ihre Ruh, daß mir der Schlaf gedeihe. 6. Und da ja diese Nacht mein Ende kaͤm herbei, so hilf, daß ich in dir, o IEsu, wacker sei, auf daß ich seliglich und sanft von hinnen scheide; dann fuͤhre meine Seel hinauf zur Himmels⸗Freude. Matthäus Apelles v. Löwenstern. Mel. Von GoOtt will ich nicht lassen. 665 8 ein GItt/ wie soll ich singen von deiner großen Guͤt? was fuͤr ein Opfer bringen aus froͤhlichem Gemuͤth, daß du so bist bedacht, fuͤr all mein Heil zu sorgen, und mir zum frohen Morgen hastHoffnung hier gemacht? 2. Was ist doch dieses Leben, als eine Abend⸗ zeit, mit Dunkelheit um⸗ geben, mit eitel Muͤh und Streit? ja, lauter Fin⸗ sterniß, darin wir sind gefangen in stetigem Ver⸗ angen, zu enden den Verdrieß? 3. Du aber laͤßt mich wissen, daß noch ein Morgen sei, der mir einst werd ersprießen, zu ruͤh⸗ men deine Treu, da IE⸗ sus Sonne ist, der mir zu gute lebet, und sich mit Wonn erhebet, zu schaffen neue Frist. 4. Der wird den Glanz erstrecken in mein ver⸗ schloßnes Grab, und maͤch⸗ tig mich erwecken, wenn ich geschlafen hab, da⸗ mit ich geh herfuͤr, ihm freudig zu begegnen, und dann von seinem Segnen die milden Strahlen spuͤr. 5. Da werd ich sein um⸗ geben mit dieser meiner Haut, die ich in diesem Le⸗ ben so elend hab geschaut; doch wird ein Ehrenkleid er, seinem gleich, draus machen, das nimmer darf verlachen kein Feind, noch schnder Neid. 6. Mein Leib wird sei⸗ nem Leibe verklaͤret aͤhn⸗ lich sein, so daß er ewig bleibe bei sonnengleichem Schein; und meinem blo⸗ den Aug wird solche Gnad geschehen, daß es GOtt selbst 568 Vom Lobe GoOttes selbst zu sehen in neuen Kraͤften taug. 7. Drauf will ich denn nun gruͤßen den schoͤnen Morgenschein, der soll mir das versuͤßen, was mir wird herbe sein im Abend dieser Zeit; denn ich weiß meine Sonne, die mir die wahre Wonne auf morgen hat bereit. 8. Soll ich denn irgend sitzen hier in der Dunkel⸗ heit, und schauen nichts als Blitzen, so ists nur in der Zeit, die nicht lang waͤhren mag. Bald wird das Licht aufgehen, so mich wird lassen sehen die Frei⸗ heit von der Plag. 9. Ach moͤcht es bald nur kommen, ach waͤr es doch schoͤn da, daß ich mit allen Frommen kaͤm der Erloͤsung nah! Doch still, edulde nur, er wird nicht ang verweilen; der Glaub sieht ihn schon eilen, und merket seine Spur. 10. Indessen geh ich schlafen so lang auf sein Geheiß; er wirds schon mit mir schaffen, wie er mein Bestes weiß, daß ich mag ruhig sein nach allen Abend⸗Sorgen, bis mit dem frohen Morgen er end⸗ lich tritt herein. In eigener Melodie. 666. N un ruhen alle Waͤl⸗ der, Vieh, Menschen/Staͤdt und Felder/ es schlaͤft die ganze Welt; ihr aber, mei⸗ ne Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schoͤpfer wohlgefaͤllt. 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein IEsus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun ver⸗ angen, die guͤldnen Stern⸗ ein prangen am blauen Himmelssaal: also werd ich auch stehen/ wenn mich wird heißen gehen mein GOtt aus diesem Jam⸗ merthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus: dagegen wird Chri⸗ stus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Fuͤß und Haͤnde sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Suͤnden⸗Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen im Hui sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gna⸗ den, sei gut fuͤr allen Scha⸗ den, du Aug und Waͤch⸗ ter Ifrael.*— 8. Breit aus die Fluͤ gel beide, o JEsu/ meine Freu⸗ des Abends. 569 Freude, und nimm dein Kuͤchlein ein; will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heinte nicht be⸗ truͤben ein Unfall noch Ge⸗ fahr; GOtt laß euch selig schlafen, stell euch die guͤld⸗ nen Waffen ums Bett und seiner Engel Schaar. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 667 Non sich der Tag geen⸗ det hat und keine Sonn mehr scheint, schlaͤft alles, was sich abgematt, und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein GOtt, hast keine Rast, du schlaͤfst noch schlummerst nicht; die Finsterniß ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, HErr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht, und schenke mir genaͤdiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Wend ab des Satans Wuͤtherei durch deiner Engel Schaar, so bin ich aller Sorgen frei, und bringt mir nichts Gefahr. 5. Zwar fuͤhl ich wohl der Suͤnden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch aber deines Sohnes Huld hat gnug fuͤr mich gethan. 6. Den setz ich dir zum Buͤrgen ein, wenn ich muß vor Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 7. Darauf thu ich mein Augen zu, und schlafe froͤhlich ein; mein GOtt wacht jetzt in meiner Ruh/ wer wollte traurig sein? 8. Weicht, nichtige Ge⸗ danken, hin, wo ihr habt euren Lauf; ich baue jetzt in meinem Sinn GoOtt einen Tempel auf. 9. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jam⸗ merthal, so fuͤhr mich HErr, in Himmel ein zur auserwaͤhlten Schaar 10. Und also leb und sterb ich dir, du starker Zebaoth; im Tod und Le⸗ ben hilf du mir aus al⸗ ler Angst und Noth. Johann Friedrich Herzog. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 668. Un muͤden Augenlieder schließen sich jetzt schlaͤfrig zu, und des Leibes matte Glieder gruͤßen schon die Abendruh; denn die truͤb und finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht in der tiefen See verdecket, und die Sternen aufgestecket. 2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen, du, o mei⸗ nes Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzuͤrnet hast? Thu, ach thu bei Zeiten Buß, ach geh und fall ihm zu Fuß, und bitt ihn/ daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Syrich: HErr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen Dag verbracht an⸗ ders, als du mir Hiken en 57⁰ Vom Lobe GOttes len; ja, ich habe nicht be⸗ tracht meines Amtes Ziel und Zweck, habe gleich⸗ falls deinen Weg schaͤnd⸗ lich, o mein GOtt, ver⸗ lassen, bin gefolgt der Wollust Straßen. 4. Ach HErr/ laß mich Gnad erlangen, gieb mir nicht verdienten Lohn; laß mich deine Hut umfan⸗ h gen, sieh an deinen lieben Sohn, der fuͤr mich genug ethan; Vater, nimm den uͤrgen an: dieser hat fuͤr mich erduldet, was mein Unart hat verschuldet. 5. Oeffne deiner Guͤte sende deine Wach erab, daß die schwarzen Nachtgespenster, daß des Todes finstres Grab, daß das Uebel, so bei Nacht, unsern Leib zu faͤllen tracht, mich nicht mit dem Netz umdecke, und kein böͤser Traum mich schrecke. 6. Laß mich, HErr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich gut und wohl; gieb mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen fuͤr und fuͤr, bis die Morgen⸗ roͤth angehet, und man von dem Bett aufstehet. 7. Vater, droben in der Hoͤhe, dein Nam ist uns theur und werth; dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brod sei uns be⸗ schert, und vergieb wie wir die Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Versuchung töͤd⸗ ten, hilf uns, HErr, aus gllen Noͤthen. Joh. Franck. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. 669 Uerschafne *. Lebens⸗ sonne, Licht vom uner⸗ schaffnen Licht, das die Finsterniß durchbricht, gehe auf zu meiner Wonne, und bestrahle meinen Sinn, da man spricht: Der Tag ist n in. 2. Finster ist mein gan⸗ zes Wesen, und Egyptens dunkle Nacht, die die Hoͤll hervorgebracht, macht, daß ich nicht kann genesen, wo nicht deiner Klarheit Schein meine Kraͤfte nim⸗ met ein. 3. Ach drum dringet meine Seele aus der Suͤn⸗ den Dunkelheit hin zu dei⸗ ner Heiterkeit, die ich mir zum Trost erwaͤhle, wenn der Finsterniß Verdruß ich mit Schmerzen leiden muß. 4. Denn die Suͤnde bringt uns Leiden, als die aus dem Abgrund ist, von dem, der duͤrch seine List uns gefuͤhret in ein Schei⸗ den von der Liebe, die so zart sich ehmals mit uns gepaart. 5. Aber dein Licht ist das Leben, das die Todten wecket auf, und befoͤrdert ihren Lauf; o was Freud⸗ kann es geben! Nichts als lauter Wollust ist, wo du Licht und Lehen bist. 6. Laß mich 116 Wol⸗ lust schmecken, die so keusch und sauber macht, daß ich Fremdes gar nicht acht. Reiße weg die Suͤnden⸗ decken, welche* ein des Abends. 571 dein Glanz mein Herz nicht erfuͤllet W 7. O daß doch der Abend kaͤme, da es soll so lichte sein, und des Geistes hel⸗ ler Schein uns dir machte recht bequeme! ja was mehr, daß ich im Sinn boren möcht: Die Nacht ist hin. 8. Nunmehr ist der Tag erschienen, der nicht seines gleichen hat, da der guͤld⸗ nen GOttesstadt soll zur Sonn und Leuchte dienen das Lamm GOttes. Glo⸗ ria! Auf, Triumph, der Tag ist da! Freylinghausen. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 670 Walls Gott, x:mein Werk ich lasse, die Sonn Feir⸗ abend meldt; sie hat vol⸗ lendt ihr Straße, geht wieder in ihr Zelt. So moͤgen auch mein Sachen ruhn bis zu seiner Zeit, ich will Feirabend machen mit schuloger Dankbarkeit. 2. Mein Augen, Herz und Haͤnde, o IEsu, GOt⸗ tes Sohn, zu dir ich nun⸗ mehr wende zum schuld⸗ it Tagelohn. Denn du ist selbst getreten an mei⸗ ne Werkstatt gut, hast helfen mir arbeiten, re⸗ Rut mein Sinn und uth. 3. Mein Haupt hast du gestaͤrket, mein Fingern geben Kraft; hab dein Se⸗ en vermerket, der allein Frommen schafft. Daher ist wohl gerathen mein Handwerk und mein Kunst; ohn dich geht nichts von Statten, ohn dich ist alls umsonst. 4. Drum ich von Her⸗ zengrunde dich, HErr GOtt, lob und preis in dieser Abendstunde, und bitt mit ganzem Fleiß, du wollest gnaͤdig hoͤren mein arm Vespergebet, das Gut in mir vermehren durch dein Barmherzigkeit. 5. Gleichwie vor alten Zeiten du hast viel Guts erzeigt des Abends denen Leuten, der Herz sich zu dir neigt und fest auf dich gebauet: so wollst du auch geruhn, wie unser Herz dir trauet, uns Liebs und Guts zu thun. 6. Als Noah hatt ge⸗ lassen ein Taͤublein aus seinm Schiff, kehrts wie⸗ der seine Straßen, und bracht ein Friedensbrief; ur Vesperzeit im Munde fahrt es ein Oelblatt gruͤn/ daraus Noah verstunde/ des HErrn Zorn waͤr dahin. 7. Zween heilger Engel kamen des Abends zu dem Lot, in ihren Schutz ihn nahmen wider die gott⸗ los Rott, erloͤsten den Propheten, bald fiel ein Schwefl und Feur, macht den ruchlosen Staͤdten ihr Freud und Frevel theur. 8. Gleicher Weise wir lesen, da Eli der Prophet, im Hungerland gewesen: hoͤrt, was der HErre thaͤt: Voͤgel gedienet haben zu Tisch dem Gottesmann: Abends und Morgens den en 572 Vom Lobe GOttes ben Brod und Fleisch brachten an. 9. So wollst du, HErr uns geben Abend⸗ und Morgenbrod, und was u diesem Leben uns al⸗ enthalb ist noth. Dein Engel wollst uns schicken, auf daß er uns bewahr vors Teufels List und Stricken, so sind wir ohn Gefahr. 10. Erhoͤr auch unsre Bit⸗ te, ach HErr, du treuer GOtt, die Stadt wollst du behuͤten vor Feur und aller Noth. Und weil die Feinde toben, erregen Krieg und Streit, so sende uns von oben den Fried zu unsrer Zeit. 11. Ja weils will fin⸗ ster werden ums Wort, der Gnaden Licht, denn Satan auf der Erden viel Ketzerei anricht: so blei bei uns, HErr Christe, mit deiner Gnad und Schein; dein wer⸗ thes Wort uns friste, als⸗ dann wir sicher sein. 12. Hiermit ich nun vollende mein Tags⸗Ge⸗ schaͤft und Sach, Und bitt herzlich zu Ende, HErr, den Feirabend mach; drauf der Sabbath angehet, der waͤhrt viel tausend Jahr, der ewiglich bestehet. Amen, das werde wahr! Michael Ziegenspeck. In eigener Melodie. 671 erde mun⸗ — ter, mein Gemuͤthe, und, ihr Sin⸗ ne, geht herfuͤr, daß ihr preiset GOttes Guͤte, welch er hat gethan an mir; da er mich den ganzen Tag vor so mancher Sorg und Plag hat erhalten und beschuͤtzet, daß mich Sa⸗ tan nicht beschmitzet. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Suͤnden mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch die Feind hinweg getriehen, daß ich unbeschaͤdigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ausrechen deine Guͤt und Wunderthat, ja, kein Redner kann aussprechen, was dein Hand erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel, sie hat weder Maaß noch Ziel; ja du hast mich so gefuͤhret, daß kein Unfall mich beruͤhret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, die betruͤbte Nacht bricht an; es ist hin der Sonnen Prangen, so uns all erfreuen kann. Stehe mir, o Vater, bei, daß dein Glanz stets vor mir sei, und mein kaltes Herz erhitze, ob ich gleich im Finstern sitze. 5. HErr, verzeihe mir aus Gnaden alle Suͤnd zund Missethat, die mein armes Herz beladen, und so gar vergiftet hat, daß auch Satan durch sein Spiel mich zur Hoͤllen sturzen will; da kannst du allein erretten, strafe nicht mein Uebertreten. Bin des Abends. 573 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein, hat uns doch dein Sohn vergli⸗ chen durch sein Angst und Todespein. Ich verleug⸗ ne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel groͤßer als die Suͤnde, die ich stets in mir befinde. 7. O du Licht der from⸗ men Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen, diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein GOtt, bei mir, da es nunmehr dunkel schier, da ich mich so sehr betruͤbe, troͤste mich mit deiner Liebe. 8. Schuͤtze mich vors Teufels Netzen, vor der Macht der Finsterniß, die mir manche Nacht zusez⸗ zen und erzeigen viel Ver⸗ drieß. Laß mich dich, o wahres Licht, nimmermehr verlieren nicht; wenn ich dich nur hab im Herzen/ fuͤhl ich nicht der Seelen Schmerzen. 9. Wenn mein Augen schon sich schliezen, und ermuͤdet schlafen ein, muß mein Herz dennoch beflis⸗ sen, und auf dich gerichtet sein. Meiner Seelen mit Begier traͤume stets, o GOtt, von dir, daß ich fest an dir bekleibe, und auch schlafend dein verbleibe. 10, Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und suͤße Ruh; alles Uebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen sind in dei⸗ nen Schutz geschlossen. 11. Ach, bewahre mich vor Schrecken/ schuͤtze mich vor Ueberfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krieges Schall; wende Feur und Wassers⸗Noth, Pestilen und schnellen Tod; laß mich nicht in Suͤnden ster⸗ ben, noch an Leib und Seel verderben. 12. O du großer GOtt/ erhoͤre, was dein Kind ge⸗ beten hat; JIEsu, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schutz und Rath/ und mein Hort du werther Geist, der du Freund und Troͤster heißt, hoͤre doch mein sehn⸗ lichs Flehen. Amen/ ja, das soll geschehen. Johann Rist. Mel. Hüter, wird die Uacht der Zünden. 3 o ist meine 672. Sonne blieben, deren Lieben mir so wohl und sanfte that, da sie in den Sinnen spielte, und ich fuͤhlte, was fuͤr Kraft man durch sie hat ꝛ 2. Aber nun empfind ich Schmerzen, in dem Herzen, die Versuchung waͤchst in mir; und ich bin ganz matt zu kaͤmpfen, und zu daͤmpfen, weil ich keine Sonne spuͤr. 3. Ich kann nicht die Welt ertragen, ich wills wa⸗ gen, vielleicht find ich mei⸗ nen Freund, daß die schwere Nacht 57⁴ Vom Lobe GoOttes Nacht der Leiden sich muß scheiden, wenn sein maͤch⸗ tig Licht erscheint. 4. Seele, schlafe nur im Friede, du bist muͤde, du findst jetzt die Sonne nicht; du mußt in der Still ertragen deine Plagen, bis der Morgenstern anbricht. 5. Meide nur der Nacht Geschaͤfte, laß die Kraͤfte zu dem Licht gekehret sein; so wird dir der guͤldne Morgen ohne Sorgen end⸗ lich wieder treten ein. 6. Weil die kleine Welt wird stehen, wird man se⸗ hen Tag und Nacht im Wechsel stehn; denn soll durch den Thau die Erden fruchtbar werden, muß die kuͤhle Nacht ergehn. 7. Kaͤlt und Hitze muß den Frommen nuͤtzlich kommen, Wind und Regen helfen nur; denn es kommen keine Fruͤchte nur bei Lichte zur vollkom menen Natur. 8. Schaue, wie die weise Fuͤgung nur Vergnuͤgung statt des bittern Klagens macht. Danke diesem wei⸗ sen Vater und Berather, daß er es so wohl bedacht. 9. Laß dir nur den theu⸗ ren Glauben niemand rau⸗ ben und verharre im Gebet. Schlafe, und dein Herze wache, deine Sache in des Vaters Haͤnden steht. 10. So nimmt dich die klare Sonne in der Wonne eigenthůmlich in sich ein da wird dich sein Blitz durch⸗ ehen, du wirst sehen, daß ein Theil wird finster sein. 11. IEsu, gieb in dun⸗ keln Wegen deinen Se⸗ gen, weil die Nacht des Glaubens waͤhrt; hilf mir/ statt vergebner Klagen, al⸗ les tragen, weil es nur die Kraft verzehrt. 12. Und dein Fried er⸗ halt die Sinne bei mir inne, er bewahre meinen Sinn, daß die Nacht durch deine Gnade mir nicht schade, bis ich ganz im Lichte bin. Christian Fried. Richter. In rigener Melodie. o willst du 673. Wé hin, weils Abend ist, mein lieber Pil⸗ grim, JEsu Christ? Ei, bleib doch hier und rast in mir, ich laß dich nicht, du ewges Licht, ich schrei dir nach mit tausend Ach. Ach bleib doch hier, mein Leben, ich will dir Herberg geben. 2. Die Sonne hat sich schon gesenkt, die Nacht ist da, die mich hedraͤngt; komm doch herein, mein Freudenschein, zuͤnd an mein Herz, wie eine Kerz; erleucht es ganz mit dei⸗ nem Glanz, daß ich dich moͤg erkennen, und durch und durch entbrennen. 3. Wenn du bei mir bleibst, werther Gast, so werd ich ledig meiner Last; du bringst mir Brod in Hungersnoth; du treibest weit die Eitelkeit; du zeigst mir an die rechte Bahn; du machst, daß meine Sin⸗ nen die Wahrheit finden koͤnnen. 4. Ich lasse dich nicht, lieh⸗ vor und nach Tische. 57⁵ liebster Freund, bis daß die wacht, hat deiner Acht! Sonne wieder scheint; hab sich will dich fest umfassen nur Geduld, und sei mir und nicht entweichen las⸗ huld; du kannst nicht fort sen. aus diesem Ort; mein Herze Joh. Angelus. 0) Vom Lobe GOttes vor und nach Tische. Mel. Wenn wir in höch⸗ sten Nöthen sein. 67 4 Bescher uns, 4 HErr, das taͤglich Brod; vor Theu⸗ rung und vor Hungersnoth behuͤt uns durch dein lie⸗ ben Sohn, GOtt Vater in dem hoͤchsten Thron. 2. O HErr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Guͤt be⸗ kannt; ernaͤhr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Voͤgelein. 3. Erhoͤrst du doch der Raben Stimm, drum un⸗ sre Bitt, HErr, auch ver⸗ nimm. Denn aller Ding du Schoͤpfer bist, und allem Vieh sein Futter giebst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Suͤnd/ die dich erzuͤrnet hat; laß schei⸗ nen dein Barmherzigkeit/ 1 wir dich lobn in Ewig⸗ eit. 5. O HErr, gieb uns ein fruchtbar Jahr, den lie⸗ ben Kornbau uns bewahr; vor Theurung, Hunger, Seuch und Streit behuͤt uns, HErr, zu dieser Zeit. 6., Unser lieber Vater du bist, weil Christus un⸗ ser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich, und wolln dich preisen ewiglich. Nicolaus Hermann. In eigener Mlelodie. 67 5 anket dem HErren, denn er ist sehr freundlich, denn seine Guͤt und Wahr⸗ heit bleibt ewiglich. 2. Der als ein barm⸗ herziger, guͤtiger GOtt uns duͤrftige Kreaturen gespei⸗ set hat. 3. Singet ihm aus Her⸗ zensgrund' mit Innigkeit: Lob und Dank sei dir, Va⸗ ter, in Ewigkeit. 4. Der du uns als ein reicher, milder Vater spei⸗ sest und kleidest, dein elende Kinder. Aa 5. Verleih, daß wir dich recht lernen erkennen und nach dir, ewigem Schoͤpfer/ uns sehnen. 6. Durch IEsum Chri⸗ stum, dein allerliebsten Sohn, welcher unser Mitt⸗ ler ist vor deinem Thron. 7. Der helf uns aͤlle⸗ sammt allhier zugleiche, und mach uns Erben in seins Vaters Reiche. 8. Zu Lob und Ehren seinem heilgen Namen; wer 576 Vom Lobe GOttes wer das begehrt, der sprech von Herzen: Amen. Böhmische Brüder. V. 1-6. In eigener Melodie. 676 en Vater 2 dort oben wollen wir nun loben, der uns, als ein milder GOtt, gnaͤdiglich gespeist hat, und Christum, seinen Sohn, durch welchen der Segen kommt vom allerhoͤchsten Thron. 2. Syprechen in der Wahr⸗ heit: Dir sei Preis und Klarheit, Danksagung und Herrlichkeit, o GOtt, von Ewigkeit, der du dich er⸗ weiset, und uns heut mit deiner Gab leiblich hast gespeiset. 3. Nimm an dies Dank⸗ opfer, o Vater und Scho⸗ yfer, welchs wir deinem Ramen thun in Christo deinem Sohn; o laß dirs gefallen, und ihn mit sei⸗ nem Verdienst zahlen fuͤr uns alle. 4. Denn nichts ist zu melden, das dir moͤcht ver⸗ gelten aller Gnad und Guͤtigkeit, erzeigt unsrer Schwachheit. Ei, wie mag auf Erden, weil alles dein eigen ist, dir vergolten werden? 5. O, nimm an un⸗ sern Dank sammt diesem Lobgesang, und vergieb, was noch gebricht zu thun bei unsrer Pflicht; o mach uns dir ehen, daß wir hier in deiner Gnad und dort ewig leben. Michael Weiße. Mlel. FErr Christ, der einig SOttssohn. 677 Herr Gott, nun sei ge⸗ preiset, wir sagn dir gro⸗ ßen Dank; du hast uns wohl gespeiset, und gehn ein guten Trank, dein Mil⸗ digkeit zu merken und un⸗ sern Glaubn zu staͤrken, daß du seist unser GOtt. 2. Ob wir solchs habn genommen mit Lust und Uebermaaß, dadurch wir moͤchten kommen vielleicht in deinen Haß, so wollst du uns aus Gnaden, o HErr, nicht lassen schaden durch Christum, deinen Sohn. 3. Also wollst allzeit naͤhren, HErr, unsre Seel und Geist; in Christo ganz bekehren/ und saͤttgen aller⸗ meist, daß wir den Hun⸗ ger meiden, stark sein in allem Leiden, und leben ewiglich. Mel. Berzliebster JEsu, was hast du verbrochen. 67 8. obet den HErrn und dankt ihm seiner Gaben, die wir aus Gnad von ihm empfangen haben, jetzt an dem Tisch und sonst an allen Enden, wo wir uns wenden. 2. Er hat uns an das Licht der Welt lan kom⸗ men, und durch die Tauf in sein Reich aufgenom⸗ men; er laͤßt uns auch in seinem Sohn entbinden von Schuld und Suͤnden. 3. Durch vor und nach Tische. 577⁷ 3. Durch seinen Geist er uns so wohl regieret, straft, unterweist, erhaͤlt und herrlich zieret, auf daß wir fest im Kreuz ohn al⸗ les Grauen ihm koͤnnen trauen. 4. Er thut auch wohl durch seine Engelschaaren uns Tag und Nacht vor Leibs⸗Gefahr bewahren, damit der Feind an uns sein boͤsen Willen nicht moͤg erfuͤllen. 5. Zudem er auch all seine Kind ernaͤhret, und ihnen Huͤlf in aller Noth bescheret, und laͤßt gewiß all ihre Feind auf Erden zu Schanden werden. 6. Derhalben seid in GOtt getrost, ihr From⸗ men; denn ihr sollt Schutz und Brod genug bekom⸗ men, und uͤber das nach diesem armen Leben bei Christo schweben. 7. Deß danket ihm von ganzem Herzensgrunde, und bittet ihn desgleich zu aller Stunde, daß er uns nur, als seinen lieben Erben, helf selig sterben. 8. So sind wir recht an Leib und Seel genesen, und reich genug in dieser Welt gewesen, und haben auch den besten Schatz gefunden, und uͤberwunden. Bartholomäus Ringwaldt. Mel. Wach auf, mein Herz, und singe. 679 Nen laßt uns GOtt dem HErren Dank sagen, und ihn ehren von wegen sei⸗ ner Gaben, die wir em⸗ pfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben; dieselben zu bewahren, thut er gar nich⸗ tes syaren. 3. Nahrung giebt er dem Leibe, die Seele muß auch bleiben, wiewohl toͤdtliche Wunden sind kommen von der Suͤnden. 4. Ein Arzt ist uns ge⸗ geben, der selber ist das Leben; Christus, fuͤr uns gestorben, der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wi⸗ der allen Unfall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns ver⸗ geben die Suͤnd, geschenkt das Leben. Im Himmel solln wir haben, o GOtt, wie große Gabhen. 7. Wir bitten deine Guͤte, wollst uns hinfort behuͤten, uns Große mit den Kleinen, du kannsts nicht boͤse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch IEsumChri⸗ stum, Amen. Ludw. Helmbold. Mel. HErr Christ, der einig GOttssohn. 680 O Vater aller 19 Frommen, eheiligt werd dein Nam; aß dein Reich zu uns kom⸗ men; dein Wille mach uns zahm; gieb Brod; vergieb die Suͤnde; kein Args das 2⁵ Herz 578 Hert entzuͤnde; los ums aus aller Noth. Johann Agrievla. In eigener Mlelodie. 681 Sinaen wir aus Her⸗ zensgrund, loben GOtt mit unserm Mund; wie er sein Guͤt uns heweist/ so hat er uns auch gespeist; wie er Thier und Voͤgl ernaͤhrt, so hat er uns auch beschert, welchs wir jetzund habn verzehrt. 2. Lobn wir ihn als seine Knecht, das sind wir ihm schuldig von Recht, er⸗ kenn'n, wie er uns hat ge⸗ liebt, dem Menschen aus Gnaden giebt, daß er von Bein/Fleisch und Haut artig ist zusammengebaut, daß er des Tags Licht anschaut. 3. Alsbald der Mensch sein Leben hat, seine Kuͤche vor ihm steht; in dem Leib der Mutter sein ist er zu⸗ gerichtet fein; ob es ist ein kleines Kind, Mangel Vom Lobe Ottes doch an nirgends findt, bis es an die Welte koͤmmt. 4. G)tt hat die Erd zuge⸗ richt, laͤts an Nahrung mangeln nicht, Berg und Thal die macht er naß, daß dem Vieh auch waͤchst sein Gras; aus der Erden Wein und Brod schaffzt GOtt und giebts uns satt, daß der Mensch sein Leben hat. 5. Das Wassr, das muß geben Fisch, die laͤßt GOtt tragen zu Tisch; Eir von Voͤgeln eingelegt, werden Junge draus geheckt/ muͤssn der Menschen Speise sein: Hirsche, Schafe, Rindr. und Schwein schaffet GOtt und giebts allein. 6. Dankn wir sehr und bitten ihn, daß er uns geb des Geistes Sinn, daß wir solches recht verstehn, stets nach sein Geboten gehn/ sei⸗ nen Namen machen groß in Christo ohn Unterlaß; 10 ngn wir recht das Gra⸗ ias. ) Vom Lobe GOttes am neuen Jahre. Mel. Yreu dich sehr, o meine Serle. 682 Abemnl ein 2 Jahr ver⸗ flossen naͤher zu der Ewig⸗ keit; wie ein Pfeil wird abgeschossen, so vergehet meine Zeit. O getreuer Zebaoth, unveraͤnderlicher GOtt, ach was soll, was soll ich bringen, deiner Lang⸗ muth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, maͤch⸗ tig Wesen, Angst und Furcht bedecket mich; denn mein Beten/ 0 0 Le⸗ sen, ach das ist so schig⸗ ferig. Heilig, heilig, hei⸗ liger, großer Seraphinen Hrr, wehe mir, ich muß vergehen, denn wer kann vor dir bestehen? ö 3. Schrecklich ist es ja zu fallen in die Hand von solchem GOtt, der recht⸗ fer⸗ am neuen Zahre. 579 fertig zuruft allen: Nie⸗ mand treibe mit mir Spott; irret nicht, wo das geschicht, ich Jehovah leid es nicht; ich bin ein ver⸗ zehrend Feuer, ewig bren⸗ nend ungeheuer 4. Aber du bist auch sanftmuͤthig, o getreues Vaterherz, in dem Buͤr⸗ gen bist du guͤtig, der ge⸗ fuͤhlt des Todes Schmerz; steh ich nicht in deiner Hand angezeichnet als ein Pfand, so du ewig willst bewahren vor des alten Drachen Schaaren? 5. Auf, mein Herz, gieb dich nun wieder ganz dem Friedenfuͤrsten dar; opfre dem der Seelen Lieder, welcher kroͤnet Tag und Fahr; fang ein neues Leben an, das dich endlich fuͤhren kann mit Verlangen nach dem Sterben, da du wirst die Kron erwerben. „Soll ich denn in dieser Huͤtten mich ein Zeitlang plagen noch, so wirst du mich uͤberschuͤt⸗ ten mit Geduld, das weiß ich doch. Setze denn dein Herz auf mich; IEsu Christe, du und ich, wol⸗ len ewig treu verbleiben und von neuem uns ver⸗ schreiben. 7. An dem Abend und dem Morgen, mein Rath, besuche mich; laß der Heiden Nahrungs⸗ sorgen nimmer scheiden mich und dich. Pruf in jedem Augenblick meine Nieren, und mich schick, schick mich, daß ich wa⸗ chend stehe, ehe denn ich schnell vergehe. Joachim Neander. Mlel. vom Himmel hoch, da komm ich her. 683 Dos alte Jahr vergangen ist: wir danken dir, HErr IEsu Christ, daß du uns in so großr Gefahr behuͤtet hast lang Zeit und Jahr. Wir bitten dich, ewigen Sohn des Va⸗ ters in dem hochsten Thron, du wollst dein arme Chri⸗ stenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, welchs ist der Seelen hoͤchster Hort: vor falscher Lehr, Ahgdtterei behuͤt uns, HErr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir von der Suͤnd ablan, und fromm zu werden fangen an; keinr Suͤnd im al⸗ ten Fahr gedenk, ein gnaden⸗ reich neu Jahr uns schenk. 5. Christlich zu leben, seliglich 0 sterben, und hernach frhlich amnuͤngsten Tag wiedr aufzustehn, mit dir in Himmel einzugehen. 6. Zu danken und zu lo⸗ ben dich mit allen Engeln ewiglich. O JEsu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Loh und Ehr. Jacob Tapp. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. 68 4 as nenge⸗ borne Kin⸗ 2⁵* 2 58⁰0 vom Lobe GOttes delein, das Herzen liebe IEfulein, bringt abermal ein neues Jahr der aus⸗ erwaͤhlten Christenschaar. 2. Des freuen sich die Engelein, die en. um und bei uns sein. Sie singen in den Luͤften frei/ daß GOtt mit uns ver⸗ soͤhnet sei. 3. Ist Gott versoͤhnt und unser Freund, was mag uns thun der arge Feind? Trotz Tuͤrken, Papst und Hoͤllenpfort! das IEsulein ist unser Hort. 4. Es bringt das rechte Jubeljahr; was trauren wir denn immerdar? Frisch auf! es ist jetzt Singens Zeit, das JEsulein wendt alles Leid. Eyriacus Schneegaß. In eigener Melodie. 1— 685. H Guͤte preisen, ihr lieben Kinderlein, mit Gsang und andern Weisen ihm allzeit dankbar sein; vor⸗ nehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr thut enden, die Sonn sich zu uns wenden⸗ das neu Jahr ist nicht weit. 2. Ernstlich laßt uns be⸗ trachten des HErren rei⸗ che Gnad, und so gering nicht achten sein unzaͤh⸗ lig Wohlthat; stets fuͤh⸗ ren zu Gemuͤth, wie er dies Jahr hat geben all Nothdurft diesem Leben und uns vor Leid behuͤt. 3. Lehramt, Schul, Kirch erhalten in Nahrun Fried und Ruh, Nahrung fuͤr Jung und Alten bescheret 686. auch dazu, und gar mit milder Hand sein Guͤter ausgespendet, Verwuͤstung abgewendet von dieser Stadt und Land. 4. Er hat unser ver⸗ schonet aus vaͤterlicher Gnad; wenn er sonst haͤtt belohnet all unsre Misse⸗ that mit gleicher Straf und Pein, wir waͤren längst gestorben, in mancher Noth verdorben, dieweil wir Suͤnder sein. 5. Nach Vaters Art und Treuen er uns so gnaͤdig ist. Wenn wir die Suͤnd bereuen, glauben an Ic⸗ sum Christ herzlich ohn Heuchelei/ thut er all Suͤnd vergeben, lindert die Straf danehen, steht uns in No⸗ then bei. 6. All solch dein Guͤt wir preisen, Vater ins Himmels Thron, die du uns thust beweisen durch Christum, deinen Sohn; und bitten ferner dich, gieb uns ein froͤhlich; Jahre, vor allem Leid bewahre, und naͤhr uns mildiglich. Paul Eber. Mel. Unser Herrscher, unser König, oder mit den eingeklammerten Zu⸗ FAu Zion klagt mit ngst und Schmerzen. ilf, HErr IEsu, laß gelingen hilf, das neue Fahr geht an; laß es neue raͤfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Laß mich dir befohlen sein auch daneben all das Win eu⸗ am neuen Jahre. 581 Neues Gluͤck und neues diesem neuen Jahr fuͤr Leben wollest du aus Gna⸗deine Guͤt, uns bweiset den geben. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnaden, laß mich buͤ⸗ zen meine Suͤnd. Hilf/ daß sie mir nimmer scha⸗ den, sondern bald Verzei⸗ hung find, lauch durch deine Gnad berleih, daß ich herzlich sie bereu,! HErr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Suͤnd allein vergeben. 3. Troͤste mich mit dei⸗ ner Liebe, nimm, o GOtt/ mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betruͤbe, und voll Angst und Zagen bin: wenn ich gleich schlaf oder wach, sieh du, HErr, auf meine Sach;] staͤrke mich in meinen Roͤthen/ daß mich Suͤnd und Tod nicht töͤdten. 4. HErr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich koͤnne leben O sonder Trug und Heuche⸗ lei, ich auch meinen Naͤch⸗ sten lieb, und denselben nicht betruͤb,] daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig moͤge werden. 5. JEsu, laß mich froͤh⸗ lich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Haͤnden, halte bei mir in Gefahr;„00 mir bei in aller Noth, ach verlaß mich nicht im Tod:] freu⸗ dig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Zoh. Rist. In eigener Melodie. Esu, 687. I enhen n in aller Noth und Gfahr: daß wir haben erlehet die neu froͤhliche Zeit, die vol⸗ ler Gnaden schwebet und ewger Seligkeit, daß wir in guter Stille das alte Jahr erfuͤllet. Wir wolln uns dir ergeben jetzund und immerdar; behuͤt uns Leib und Leben hinfort das ganze Jahr. 2. Laß uns das Jaͤhr vollbringen zu Lob dem Namen dein; daß wir dem⸗ selben singen in der Chri⸗ sten Gemein; wollst uns das Leben fristen durch dein allmaͤchtig Hand. Er⸗ halt dein lieben Christen und unser Vaterland. Dein Segen zu uns wende, gieb Fried an allen Enden. Gieb unverfaͤlscht im Lande dein fet mach zu Wort; die Teufel mach zu Schan⸗ den hier und an allem rt. 3. Dein ist allein die Ehre, dein ist allein der Ruhm. Geduld im Kreuz uns lehre. Regier all un⸗ ser Thun, bis wir getrost abscheiden ins ewgen Va⸗ ters Reich zum wahren Fried und Freuden, den Heilgen GoOttes gleich. Indeß machs mit uns al⸗ len nach deinem Wohlge⸗ fallen. Solchs singet ohne Scherzen die christglaͤubige Schaar, und wuͤnscht mit Mund und Herzen ein selig neues Jahr. Joh. Hermann, der ältere. Mel. 582 Vom Lobe GOttes Mel. Erquicke mich, du Heil der achden achdem das 688. N alte Jahr verflossen, und wir, die Gott nunmehr verneut, desselben Gnad aufs neu Iabocht so sind wir bil⸗ ig hoͤchst erfreut, daß uns derselbe Gluͤck und Leben so reichlich bis hieher gegeben. 2. Der geb uns lauter neue Kraͤfte, damit so Will als auch Verstand sich fest an ihn allein anhefte, und nimmermehr werd abge⸗ wandt. Er geb uns auch den neuen Willen, sein neu Gebot nun zu erfuͤllen. 3. Er laß aufs neu sein Licht aufgehen, gleichwie die Sonn jetzt hoͤher steigt. Sein Gnadenglanz bleib ob uns stehen, bis sich die Welt zum Ende neigt; da⸗ mit wir wie die Frommen handeln, und immerfort im Tage wandeln. 4. Der Name, den er selbst hekommen, als er fuͤr uns beschnitten ward, durch den wir unser Heil ver⸗ nommen, sei unser Weg zur Lebensfahrt, der sei der Schmuck für unsre Krone, und zier uns vor des Hoöch⸗ sten Throne. 5. Er lehr uns unser Herz beschneiden von allem/ was uns von ihm trennt; er fuͤll uns mit erneuten sreuden, die nie kein welt⸗ ich Herz erkennt; damit/ was alt, in uns ersterbe, und unser Geist sein Reich ererbe. Christian Knorr v. Roseuroth. Mel. Wach auf, mein Herz, und singe. 689 Nen laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum HErrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen. 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken/ die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Muͤttern in schwexen Un⸗ gewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß be⸗ wahret werden: 5. Also auch, und nichts minder, laͤßt GOtt ihm seine Kinder, wenn Noth und Truͤbsal blitzen, in seinem Schooße sitzen. 6. Ach Huͤter unsers Le⸗ bens, fuͤrwahr, es ist ver⸗ gebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue/ die alle Morgen neue. Lob sei den starken Haͤnden, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbit⸗ ten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Her⸗ zen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß am neuen Jahre. 583 10. Schleuß zu die Jam⸗ merpforten, und laß an al⸗ len Orten auf so viel Blut⸗ vergießen die Freudenstroͤme fließen. 11. Sprich deinen mil⸗ den Segen zu allen unsern Wegen. Laß Großen und auch Kleinen die Gnaden⸗ sonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Be⸗ rather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und abe. 13. Hilf 49. t allen Kranken, gieh froͤhliche Gedanken den hochbetruͤb⸗ ten Seelen, die sich mit Schwermuth quaͤlen. 14. Und endlich, was das Meiste, fuͤll uns mit dei⸗ nem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel fuͤhre. 15. Das alles wollst du eben, o meines Lebens eben, mir und der Chri⸗ sten Schaare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhard. Mel. Helft mir GOttes Güte preisen. 690. Wer sich im Geist be⸗ schneidet und als ein wah⸗ rer Ehrist des Fleisches Toͤdtung leidet, die so hoch noͤthig ist, der wird dem Heiland gleich, der auch beschnitten worden, und tritt ins Kreuzes Orden in seinem Gnadenreich. 2. Wer so dies Jahr anhebet, der folget Christi Lehr, weil er im Geiste lebet, und nicht im Flei⸗ sche mehr; er ist ein GOt⸗ teskind, von oben her ge⸗ boren, das alles, was ver⸗ loren, in seinem IEsu findt. 3. Doch wie muß dies Beschneiden im Geist, o Mensch, geschehn? Du mußt die Suͤnde meiden, wenn du willst IEsum sehn; das Mittel ist die Buß, wodurch das stei⸗ nern Herze in wahrer Reu und Schmerze zer⸗ knirschet werden muß. 4. Ach gieb zu solchem Werke in diesem neuen Jahr, HErr IEsu, Kraft und Staͤrke, daß sich bald offenbar dein himmlische Gestalt in vielen tausend Seelen, die sich mit dir vermaͤhlen; ja, thu es, IEsu, bald. 5. Ich seufze mit Ver⸗ langen, und Tausende mit mir, daß ich dich moͤg umfangen, mein aller⸗ schoͤnste Zier. Wenn ich dich hab allein, was will ich mehr auf Erden? Es muß mir alles werden, und alles nuͤtzlich sein. 6. Ach ihr verstockten Suͤnder, bedenket Jahr und Zeit, ihr abgewichnen Kinder, die ihr in Eitel⸗ keit und Wollust zuge⸗ bracht, ach fuͤhrt euch GOttes Guͤte doch einmal zu Gemuͤthe, und nehmt die Zeit in Acht. 7. Beschneidet eure Her⸗ zen, und fallet GOtt zu Fuß in wahrer Reu und Schmerzen; es wird die Herzensbuß, in Glaubens⸗ kraft geschehn, das— er⸗ 584 Vom Lobe GOttes terherz bewegen, daß man wird vielen Segen in die⸗ sem Jahre sehn. 8. Ja, mein HErr JE⸗ su, gebe, daß deine Chri⸗ stenschaar mit dir im Geist so lebe in diesem neuen Jahr, daß sie in keiner Noth sich moͤge von dir scheiden; staͤrk sie im Kreuz und Leiden durch deinen bittern Tod. 9. So wollen wir dich preisen die ganze Lebens⸗ zeit, und unsre Pflicht er⸗ weisen in alle Ewigkeit, da du wirst offenbar, und wir mit allen Frommen nach diesem Leben kom⸗ men ins ewge neue Jahr. Laurentius Laurenti. g) Vom Lobe GOttes auf Reisen. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 691 Borcherigez GOtt und Vater, du treuer Men⸗ schen⸗-Rather, auf dein Wort zieh ich aus ganz unbekannte Straßen; wirst du mich nicht verlassen/ so bin ich uͤberall zu Haus. 2. Ach HErr, der du kannst neigen und na Gefallen beugen des Men⸗ schen Herz und Sinn: erwecke fromme Leute, und bring auf meine Seite Befoͤrdrer, wenn ich ein⸗ sam bin. 3. Behuͤte mich vor Feinden und heuchlerischen Freunden; gieb mir dein Engel zu, gesegne meine Werke; sei Morgens mei⸗ ne Staͤrke, und dann zu Abend meine Ruh. 4. Laß mich nach Tu⸗ gend trachten, und dein Gebot hoch achten; laß allen falschen Schein der schnoͤden Eitelkeiten, der lastervollen Zeiten von mir weit ausgebannet sein. ch auf dich nur bauen/ 5. Die Weisheit laß mich kuͤssen, gieb mir ein rein Gewissen und keusch⸗ gesinntes Herz, daß sich mein Thun und Tichten nach dir, HErr, moͤge richten; die Suͤnde sei mir ja kein Scherz. 6. Wenns nicht nach Wunsch ergehet, und etwa Noth entstehet, gieb einen frischen Muth; werd 90 0 kann vor nichts mir grauen, es wird doch endlich alles gut. 7. Du wollst den lieben Meinen auch gnaͤdiglich erscheinen, du liebster Va⸗ ter du; halt ab was kann betruͤben, und wann dirs wird belieben, so fuͤhr mich wieder heim zur Ruh. 8. Soll aber dies ge⸗ schehen, daß ich nicht mehr soll sehen der Vaͤter Graͤn⸗ zestein, soll ich bei Frem⸗ den leben, ich will nicht widerstreben, ist doch bei Fremden auch gut sein. 9. GOtt, du wirst mei⸗ nen Reisen gewuͤnschten Fortgang weisen; du nach na auf Reisen. 585 nach deinem Wort mich schuͤtzen und ernaͤhren, auch Gluͤck und Heil bescheren: in GOttes Namen reis ich fort. Gottsr. Wilh. Sacer. Mel. Ach GoOtt und HErr. 692 Err JEsu Cbrist, der du selbst bist sehr weit um⸗ hergezogen, ja Hand gemacht das Land, dazu die Wasserwogen. 2. Du bist der Mann, der schaffen kann, daß wir auf rechten Wegen fein friedlich gehn, und nimmer sehn, was uns kann Angst erregen. 4. 2. 3. Sieh, HErr, ich bin bedacht, dahin in deiner lunm zu reisen; du wol⸗ est mir doch fuͤr und fuͤr die sichre Straße weisen. 4. Gieb Gluͤck und Heil, daß ich in Eil die Reise vollenbringe, und mir mein Werk durch deine Staͤrk, o Vater, wohl gelinge. 5. Laß mich doch heut, HErr, solche Leut auch zu Gefaͤhrten haben, die fromm, gelind und redlich sind, auch sonst von guten Gaben. 6. Dein Engelein laß mit uns sein, auf daß wir sicher gehen, und unser Land in gutem Stand her⸗ nachmals wiedersehen. 7. HErr, lehr uns auch, daß den Gebrauch des Rei⸗ sens wir im Leben ver⸗ stehen recht als fromme Knecht, die nach dem Him⸗ mel streben. welches s 8. Laß uns doch nun, wie Pilger thun, des Flei⸗ sches Luͤste meiden, und stets durch dich geduldig⸗ lich Noth, Angst und Truͤb⸗ sal leiden. 9. Es kommt bernach der Todestag/ da wir fort muͤssen reisen, wenns GOtt gefaͤllt, aus dieser Welt, und hier die Wuͤrmer peisen. 10. Doch faͤhrt die Seel aus dieser Hoͤhl hinauf ins Reich der Freuden, da keine Noth, Gewalt noch Tod uns kann von IEsu scheiden.* 11. Da darf ich nicht ohn einges Licht wie hier bei Nacht oft wallen. O suͤßer Ort, wo fort und fort mein Danklied soll erschallenst Johann Rist. In eigener Melodie. Err, so du 693. wirst mit mir sein, und mich fuͤhren aus und ein, und mich wohl bewahren vor Suͤnd und der Hoͤllen Schaaxren, so soll mein Herz dein Tempel werden, darinnen ich dich lob auf Erden; ja, du allein sollst sein mein GOtt, dem ich ver⸗ trauen will in aller Noth. Sei mein Schutz, und gieb mir Staͤrke, damit ich mer⸗ ke, wie deine Guͤte so wohl behuͤte. 2. Alles steht in deiner Hand, was wir thun, ist dir bekannt; und was wir anfangen, kann durch dich zum Zweck gelangen. Drum 25 geh 586 Vom Lobe GOttes geh ich mich in deinen Willen, du wollst an mir dein Wort erfuͤllen, daß denen soll viel Guts ge⸗ schehn, die nur allein auf deinen Wegen gehnz sei mein GOtt/ daß dein Rath lenke, was ich gedenke, und deine Treue mich stets erfreue. 3. Lehre mich die Pil⸗ grims-Art auf der Christen Kreuzesfahrt recht zu Her⸗ zen nehmen, meines Flei⸗ sches Lust zu zaͤhmen; ieb, daß ich dich allein och achte, nach dem, was droben ist, nur trachte, auf daß mein Wandel sei allzeit im Himmel, wo die Stadt uns ist bereit. Sei mein Schatz, nach dem ich laufe, den ich erkaufe, nach dem ich strebe, dem ich ganz lebe. Christian Jakob Koitsch. Mel. Er schienen ist der herrlich Tag. 69 4 en Gottes E. Namen fah⸗ ren wir, sein Huͤlf und Gnad begehren wir; des Vaters Guͤt behuͤt uns heut, bewahr auch unser Seel und Leih. Kyrieleis. 2. Christus sei unser Ge⸗ leitsmann, bleib stetig bei uns auf der Bahn, und wend von uns des Feindes List, auch was seinm Wort zuwider ist. Kyrieleis. 3. Der heilge Geist auch ob uns halt mit seinen Ga⸗ ben mannigfalt. Er troͤst und staͤrk uns in der Noth, und fuͤhr uns wieder heim mit GOtt. Kyrieleis. Mlel. Lobt GOtt, ihr Christen alle gleich. 695 Nen geht frisch drauf, es geht nach Haus; ihr Roͤß⸗ lein, regt die Bein. Ich will dem, der uns ein und aus begleitet, dankbar sein. 2. Es ist fuͤrwahr nicht Menschenkunst auf sichern Wegen gehn. Fuͤhrt uns nicht GOtt und GOttes Gunst, wuͤrds oftmals seltsam stehn. 3. Es ist der alte große Drach doch allzeit ohne Ruh. Wohin wir gehn, da geht er nach, und setzt uns heftig zu. 4. Er sucht zu Haus, er sucht zu Feld, er sucht zur See und Land, er sucht uns in der ganzen Welt mit unverdroßner Hand. 5. Noch dennoch trifft er uns nicht an, sein Anschlag geht zuruͤck, denn GOttes Schutz hegt unsre Bahn vor unsers Feindes Tuͤck. 6. Es zeucht der heilgen Engel Schaar mit Waf⸗ fen ausgeruͤst, und weh⸗ ret hier und wehret da des Tausendkuͤnstlers List. 7. Es muͤssen ja noch immerfort die Mahanaim gehn, und GOttes Volk auf GOttes Wort zu Dienst und Willen stehn. 8. Was GoOtt geredt, das ist vollbracht, mein Herz/ sei wohlgemuth/ und laß ja nimmer aus der Acht, was dein GOtt an dir thut. 9. Du siehst und geegi e auf Reisen. 587 wie gut er sei dem, der ihn ehrt und liebt. Er ziert mit Lieb, er fuͤhrt mit Treu ein Herz, das ihm sich gieht. 10. Er—2 uns, wie, wenn einher schlaͤgt Blitz, Hagel, Regen, Wind, ein treuer, frommer Va⸗ ter traͤgt sein kleines zar⸗ tes Kind. 11. Er deckt uns zu mit seiner Hand, wie eine Mutter thut, in deren Schooß das suͤßte Pfand der keuschen Liebe ruht. 12. Er raͤumt aus un⸗ sern Wegen weg des Un⸗ gluͤcks scharfen Stein, und schafft, daß unsre Bahn und Steg fein schlecht und eben sein. 13. Er fuͤhrt uns uͤber Berg und Thal, un wenns nun rechte Zeit, so fuͤhrt er uns in seinen Saal zur ewgen Him⸗ melsfreud. 14. Alsdann werd ich die letzte Reis und schönste Heimfahrt thun, und nach dem sauren Erdenschweiß in suͤßer Stille ruhn. Paul Gerhard. Mel. Ach Gott und HErr. 696. Wo mein Herz, denk hinterwaͤrts, die Sonn ist aufgegangen; nicht wie zuvor mit schwar⸗ eh Flor der Himmel ist ehangen. 2. Das Licht erwacht, verjagt die Nacht, erwach auch, mein Gemuͤthe; zu Gluͤck der Reis gieb Ehr und Preis des güten GoOttes Guͤte 3. Ich schlief die Nacht, GoOtt hat gewacht, deß Augen allzeit offen. Er war mein Schirm, daß kein Gestuͤrm der Feinde mich betroffen. 4. Wie oft wuͤnsch ich, o Vater, dich zu preisen recht auf Erden; nün was man kann, das ninimst du an; dort wir beredter werden. 5. Rimm mich selbst dir zum Dank dafuͤr, ich kann dir mehr nicht ge⸗ ben; ich bin schon dein/ hilf mir es sein, und gieb dir selbst mein Leben. 6. Vergieb die Schuld, du hast doch Huld, ob dlich schon Haß verdienet. Dein Kind bin ich, er⸗ kenne mich, den auch dein Sohn versuͤhnet. 7. Dein Himnielszelt die Menschenwelt um⸗ haͤngt an allen Enden. Du thust noch mehr, traͤgst Erd und Meer in deinen Allmacht⸗Haͤnden. 8. Ich werd allein ohn dich nicht sein, weil du bist allerwegen. Bist du bei mir, so ist mit dir auch Gluͤck auf meinen Slegen. 9. Ich brauche Gluͤck. Viel Retz und Strick guf einen Wandrer lauren. Dein Engelheer leg um mich her; dies sind die besten Mauren. 10. Laß diese Schaar mich der Gefahr auf treu⸗ er Hand enttragen/ so Rein ein 588 Von der Gelassenheit. kein Stein ein Anstoß sein dem Fuß/ Roß oder Wagen. 11. Dein Gnadenstrahl durch finstre Thal ohn Furcht mich machet reisen. Mein Stab, dein Wort, mich foͤrdert fort, an ihm kann ich mich speisen. 12. Weg/ Feindes⸗Rott! mit mir ist GOtt, an ihm kleb ich im Glauben. Trotz der Gefahr! sie soll kein Haar mir kruͤmmen oder rauben. 13. Zeuch mit mir aus, bleib auch zu Haus, o Vater, bei den Meinen; mein Weib und Kind, mein Hausgesind wollst du mit Schuͤtz umzaͤunen. 14. Von Haus un Hab, als deiner Gab, abwend auch allen Scha⸗ den. Sei dort und hier, bei ihr und mir; hoͤr, und erhoͤr in Gnaden. 15. Die Liebe ruft: Trag hin, o Luft, den Wunsch zu meinen Lie⸗ ben; dies sei ein Tag, da keine Plag, kein Leid sie moͤg betruͤben. 16. So reis ich heut in Gotts Geleit, laß keine Furcht mich ruͤhren. GOtt wird mich aus und auch zu Haus mit Freu⸗ den wieder fuͤhren. Sigismund v. Bircken. Mlel. In dich hab ich gehoffet, HErr. 697 Dahel uich erhebet sich mein Herz/ und sucht de⸗ muͤthiglich dein vaͤterlich Beschirmen; hilf, daß ich sei von Sorgen frei und dvon des Sargns Stürmen. 2. Dein Engel sei mein Reisgesell, er bringe mich gesund* Stell, und wenn ich heim gedenke, sei dein Geleit zu meiner Seit, daß mich kein Un⸗ fall kraͤnke. III. Von der Mlel. JEsus, meine Zu⸗ versicht. * eine See⸗ 698. M le senket sich hin in GOttes Herz und Haͤnde, und erwartet ruhiglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein stille, nackt und bloß in des liebsten Vaters Schooß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zu⸗ frieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden: was die Unge⸗ Gelassenheit. duld gelegt ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spitzen Dornen sticht, und den Frieden nur kann kraͤn⸗ ken; Sorgen hoͤrt dem Schoͤpfer zu, meine See⸗ le sucht nur Ruh. 4. Meine Seele graͤmt sich nicht, liebt hingegen GOtt im Leiden; Kum⸗ mer, der das Herze bricht, trifft und aͤngstet nur die Heiden; wer GOtt in dem Schoo⸗ . 4 Von der Gelassenheit. 589 Schooße liegt, bleibt in aller Roth vergnuͤgt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Noͤthen, hangt an GOttes Angesicht auch alsdann, wenn er will töͤdten; wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu GOtt, und die Zunge bleibt gebunden: also hab ich allen Spott, alle Mar⸗ ter uͤberwunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von GOttes Preis und Ehr. Joh. Jos. Winckler. Mel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. 699 Besichl dem 43. HErren deine Wege, und mache dich von Sorgen los; ver⸗ traue seiner Vaterpflege, vor ihm ist nichts zu schwer noch groß, das er, zu sei⸗ nes Namens Preis, nicht herrlich auszufuͤhren weiß. 2. Wo du ihn nur hast rathen lassen, da hat er alles wohlgemacht. Denn was dein Denken nicht kann fassen, das hat er laͤngst zuvor bedacht; wie dirs sein Rath hat ausersehn, so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Le⸗ benstage so manches Kum⸗ mers sein befreit, wie leicht wird alle Noth und Plage dir werden in der Eitelkeit, wenn du nichts wuͤnschest in der Welt/ als was GOtt will und ihm gefaͤllt. 4. Dir wirds an keinem Gute fehlen, wenn du dein Herz gewoͤhnst und lehrst, nur GOttes Willen zu er⸗ waͤhlen/ und deinem eignen Willen wehrst, den stets sein eigne Wahl betreugt, so gut ihm oft sein Woͤl⸗ len deucht. 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, mein JEsu, daß ich sei vergnuͤgt mit allem, was dein Gnaden⸗ wille mit mir und meinem Leben fuͤgt; nur nimm dich meiner Seelen an, so hab ich, was ich wuͤnschen kann. 6. Ich weiß, du thusts, sie ist die deine, und ko⸗ stet dir dein theures Blut; behalt sie dir nur schůn und reine, laß dies dein mir vertrautes Gut nur einzig meine Sorge sein: so trifft mein ganzes Wuͤnschen ein. 7. Indeß sei stets, mein Heil, gepriesen fuͤr alle Sorgfalt, die du mir, noch eh ich war, schon hast er⸗ wiesen, da du, mein suͤßer IEsu, dir zum Eigenthum mich hast erwaͤhlt, und dei⸗ nen Schafen zugezaͤhlt. 8. Dir sei auch ewig Lob gegeben, daß du so unermuͤdet hast fuͤr mich gesorgt in meinem Leben; so lang ich bin der Erden Gast, ist alles liebreich, nuͤtz und gut, was deine Schik⸗ kung mit mir thut. 9. Dort werd ich deiner Liebe Thaten erst vreisen in Vollkommenheit, wenn nun mein Hoffen ist ge⸗ rathen, daß ich kann in der Seligkeit ekene. U⸗ 590 Von der Gelassenheit. Wille mir so gut gewest ist fuͤr und fur. Henr. Catharina v. Gersdorf. Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 700 as ist ja gut/ * was mein GoOtt will, sein Will der ist der beste; dem folge ich und bin ganz still, an ihn halt ich mich feste. Der liebe GOtt hilft in der Noth, und will den nicht verlassen, der auf ihn schaut und ihm vertraut, er wird ihn fest umfassen. 2. So sei denn immer still zu GOtt, o Seele, und vergnuͤget; weich nicht von ihm in Noth und Tod, es ist gut, wie ers fuͤget; in Lieb und Leid sei du bereit, dich ihm zu uͤbergeben. Er huͤt und wacht, stets fuͤr uns tracht in deinem gan⸗ zen Leben. 3. Wo du nur bist also gethan, so kann dir gar nichts fehlen. Wer ist, der dir doch schaden kann, wer mag dir etwas stehlen? Weil GOtt,/ dein Gut/ steht auf der Hut, bereit fuͤr dich zu streiten? Drum freue dich ganz inniglich jetzt und zu allen Zeiten. I. So fuͤhre mich denn immerhin, mein GoOtt, nach deinem Willen, und gieb mir einen solchen Sinn dasselbe zu erfuͤllen/ was uͤber mich du gnaͤ⸗ diglich in deinem Rath be⸗ schlossen; laß deine Kraft und Liebessaft in mir sein gusgegossen: 5. Auf daß ich thu, was mir gebuͤhrt/ und alles möge meiden, was eigen ist und mich verfuͤhrt, auch von dir kann abscheiden. Ach nimm mich mir, und gieb mich dir; laß mich dir stets ankleben, und folgen still, wohin dein Will mich fuͤhrt in Tod und Leben. Mlel. Alein Augen schließ ich jetzt. 701 u liebe Un⸗ schuld du, wie schlecht wirst du geacht; wie oftmals wird dein Thun von aller Welt ver⸗ lacht. Du dienest deinem Gott, haͤltst dich nach seinen Worten, daruͤber hoͤhnt man dich, und druͤckt dich aller Orten. 2. Du gehst geraden Weg,/ fleuchst vor der krummen Bahn; ein an⸗ drer thut sich zu, und wird ein reicher Mann, ver⸗ mehrt sein kleines Gut, fuͤllt Kasten, Boden, Scheunen; du bleibst ein armer Tropf und darbest mit den Deinen. 3. Du strafst der Boͤ sen Werk, und sagst, was unrecht sei; ein andrer braucht die Kunst der suͤ⸗ ßen Heuchelei: die bringt ihm Lieb und Huld, und hebt ihn auf die Hoͤhen; du aber bleibst zuruͤck, und mußt da unten stehen. Du sprichst: die Tugend sei der Christen schoͤnste Kron; hingegen haͤlt die Welt yon Rebuta⸗ tion. Wer diese haben ht 0 Von der Gelassenheit. 591 sagt sie, der muß gar eben sich schicken in die Zeit, und gleich den andern leben. 5. Du ruͤhmest viel von GOtt, und streichst gewal⸗ tig aus den Segen, den er schickt in seiner Kinder Haus; ist denn nun dem also, so laß doch, sagt man, sehen, was dir denn ist fuͤr Guts, fuͤr Gluͤck und Heil geschehen. 6. Halt fest, o from⸗ mes Herz, halt fest und bleib getreu in Widerwaͤr⸗ tigkeit: dein GOtt der steht dir bei; laß diesen deine Sach handhaben, schuͤtzen, fuͤhren, so wirst du wohl bestehn und end⸗ lich triumphiren. 7. Gefaͤllst du Menschen nicht, das ist ein schlechter Schad; all gnug ists, wenn du hast des ewgen Vaters Gnad. Ein Mensch kann doch nicht mehr, als irren, fehlen, luͤgen; GOtt aber ist gerecht, sein Urtheil kann nicht truͤgen. 8. Sypricht er nun: Du bist mein, dein Thun ge⸗ faͤllt mir wohl, wohlan, so sei dein Herz getrost und freudenvoll; schlag alles in den Wind, was boͤse Leute dichten, sei still und siehe zu, GOtt wird sie balde richten. 9. Stolz, Uebermuth und Pracht waͤhrt in die Laͤnge nicht; wenns Glas am hellsten scheint, faͤllts auf die Erd und bricht; und wenn des Menschen Gluͤck am hoͤchsten ist gestiegen, so stuͤrzt er unter sich, und muß zu Boden liegen. 10. Das ungerechte Gut, wers recht und wohl be⸗ sieht, ist lauter Centner⸗ last, die Herz, Sinn und Gemuͤth ohn Unterlaß be⸗ schwert, Seel und Ge⸗ wissen dringet, und aus der sanften Ruh in schwe⸗ res Leiden bringet. 11. Was hat doch man⸗ cher mehr, als armer Leute Schweiß? Was ißt und trinket er? Worin besteht sein Preis, als in ge⸗ raubtem Gut und armer Wittwen Thraͤnen, die, wie ein duͤrres Land, sich nach Erquickung sehnen? 12. Heißt das nun selig sein? ist das die Herrlich⸗ keit? O welch ein hartes Wort wird uͤber solche Leut am Tage des Gerichts aus GOttes Thron erschallen; wie schaͤndlich wird ihr Ruhm und großes Prah⸗ len fallen! 13. Du aber, der du GoOtt von ganzem Herzen ehrst, und deine Fuͤße nicht von seinen Wegen kehrst, wirst in der schoͤnen Schaar, die GOtt mit Mannga wei⸗ det, hergehn, mit Lob und Ehr als einem Rock ge⸗ kleidet. 14. Drum fasse deine Seel ein wenig mit Ge⸗ duld; fahr immer fort, thu recht, leb außer Suͤnden⸗ schuld, halt, daß den hoch⸗ sten Schatz dort in dem andern Leben des Hoͤchsten milde Hand dir werd aus Gnaden geben. 15. Was 592 Von der Gelassenheit. 15. Was hier ist in der Welt, da sei nur unbe⸗Last muͤht: wird dirs ersprieß⸗ lich sein, wies GOtt am besten sieht, so glaube du gewiß, er wird dir deinen Willen schon geben, und mit Freud all dein Begeh⸗ ren stillen. Paul Gerhard. Mlel. Von GoOtt will ich nicht lassen. 702 eduld ist euch vonndthen/ wenn Sorge, Gram und Leid, und was euch mehr will toͤdten, euch in das Herze schneidt. O auser⸗ waͤhlte Zahl, soll euch kein Tod nicht toͤdten, ist euch Geduld vonndthen, das sag ich noch einmal. 2. Geduld ist Fleisch und Blute ein herb und bittres Kraut. Wenn unsers Kreu⸗ zes Ruthe uns nur ein we⸗ nig draut, erschrickt der zarte Sinn; im Gluͤck ist er verwegen: kommt aber Sturm üund Regen, faͤllt Herz und Muth dahiu. 3. Geduld ist schwer zu leiden, dieweil wir irdisch seind, und nur in lauter Freuden bei GOtt zu sein vermeint/ der doch sich klar erklaͤrt: Ich strafe, die ich liebe, und die ich hoch be⸗ truͤbe, die halt ich hoch und werth. 4. Geduld ist GOttes Gabe und seines Geistes Gut; der zeucht und loͤst uns abe, sobald er in uns ruht; der edle, werthe Gast erloft uns von dem Zagen, und hilft uns treulich tra⸗ gen die große Buͤrd und ast. 5. Geduld kommt aus dem Glauben, und haͤngt an GOttes Wort; das laͤßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da haͤlt sie sich verborgen, laͤßt GOtt den Vater sor⸗ 2— und fuͤrchtet keinen all. 6. Geduld setzt ihr Ver⸗ trauen auf Christi Tod und Schmerz. Macht Satan ihr ein Grauen, so faßt sie sich ein Herz und spricht: Zuͤrn immerhin; du wirst mich doch nicht fressen, ich bin zu hoch gesessen, weil ich in Christo bin. 7. Geduld ist wohl zu⸗ frieden mit GOttes wei⸗ sem Rath, laͤßt sich nicht leicht ermuͤden durch Auf⸗ schub seiner Gnad, haͤlt frisch und froͤhlich aus, laͤßt sich getrost beschweren/ und denkt, wer wills ihm weh⸗ ren, ist er doch HErr im Haus. 8. Geduld kann lange warten, vertreibt die lange Weil in GOttes schoͤnem Garten, durchsucht zu ih⸗ rem Heil das Paradies der Schrift, und schuͤtzt sich fruͤh und spaͤte mit eifti⸗ gem Gebete vor Satans List und Gift. 9. Geduld thut GOt⸗ tes Willen, erfuͤllet sein Gebot, und weiß sich wohl zu stillen in aller Feinde Spott. Es lache, wems beliebt, wird sie doch nicht zu Schanden; sti es r i Von der Gelassenheit. 593 ihr vorhanden ein Herz, das nichts drauf giebt. 10. Geduld dient GOtt zu Ehren, und laͤßt sich nimmermehr von seiner Liebe kehren; und schluͤg er noch so sehr, so ist sie doch bedacht, sein heilge Hand zu loben, spricht: Der im Himmel droben hat alles wohl gemacht. 11. Geduld erhaͤlt das Leben, vermehrt der Jah⸗ re Zahl, vertreibt und daͤmpft daneben, manch Angst und Herzensgugl; ist wie ein schoͤnes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit GOttes Huͤlf erlanget ein froͤhlichs Angesicht. 12. Geduld macht große Freude, bringt qus dem Himmelsthron ein schoͤ⸗ nes Halsgeschmeide, dem Haupt ein edle Kron und kͤniglichen Hut; stillt der Betruͤbten Thraͤnen, und fuͤllt das heiße Sehnen mit rechtem Gut. 13. Geduld ist mein Verlangen und meines Herzens Lust, nach der ich oft gegangen; das ist dir wohl bewußt, HErr, voller Gnad und Huld. Ach gieb mir und gewaͤhre mein Bitten, ich begehre nichts anders als Geduld. 14. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshuͤtte zu dir, HErr, schicken will. Kommt dann der letzte S so gieb durch deine Haͤnde auch ein ge⸗ duldigs Ende, so hab ich alles gnug. Paul Gerhard. Mel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. 7 0 3. eliebter JE⸗ su, dein Verlaͤngen geht bloß nach meiner Ruhe hin; wie bist du mir nicht nachgegangen, eh ich dein Schaͤflein wor⸗ den bin. O mach mich/ liebstes JIEsulein, dir fer⸗ ner ganz gelassen sein. 2. Du weißt ja, was mich mißvergnuͤget, du weißt, mein JEsu, was mir fehlt, und was mir auf dem Herzen lieget und meine arme Seele guaͤlt; doch laß mich nur bei aller Pein, dir, Liebster/ ganz gelassen sein. 3. Wird schon die Seele sehr gesichtet, muß gleich der Leib in Aengsten gehn, wenn sie die Lust und Furcht anfichtet, und stets in Unruh muͤssen stehn: so laß, 9 JEsu, nur al⸗ lein mein. Geist in dir gelassen sein. 4. Ich lauf, ich renn, ich bet, ich singe, um los zu sein der Eitelkeit, und doch in keinem dieser Din⸗ ge erlang ich die Gelassen⸗ heit. Waͤr aber nur mein Wille rein, so koͤnnt ich auch gelassen sein. 5. Es ist ja kein ver⸗ gnuͤgter Leben, als bloß im Willen JEsu ruhn, und unsern eignen Willen geben in JEsu Wirken, Willn und Thun; drum zieh mich, Liehster, in dich ein, und mach mich ganz gelassen sein. 6. So 594 Von der Gelassenheit. 6. So will ich mir denn nun absterben? komm, Schoͤpfer, komm, ver⸗ schling mich nur; stuͤrz all mein Eignes ins Ver⸗ derben, toͤdt alle Lust zur Kregtur. Nur laß mich, liebstes JIEsulein, dir ganz und gar gelassen sein. In eigener Melodie. 704 Gich dich zu⸗ • frieden und sei stille in dem GoOtte deines Lebens; in ihm ruht aller Freuden Fuͤlle, ohn ihn muͤhst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint taͤglich hell zu dei⸗ ner Wonne. Gieb dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, un⸗ gefaͤrbten treuen Herzens; wo er steht, thut dir kei⸗ nen Schaden auch die Pein des groͤßten Schmer⸗ zens; Kreuz, Angst und Noth kann er bald wen⸗ den, ja auch den Tod hat er in Haͤnden. Gieb dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen. Er sieht und kennet aus der Hoͤ⸗ he der betruͤhten Herzen Sorgen. Er zaͤhlt den Lauf der heißen Thraͤnen, und faßt zu Hauf all un⸗ ser Sehnen. Gieb dich zufrieden. 4. Wenn gar kein ein⸗ ger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treu⸗ ster werden, und zu dei⸗ nem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heim⸗ lichs Graͤmen, auch weiß er Zeit, dirs 14 benehmen. Gieb dich zufrieden. 5. Er hoͤrt die Seufzer deiner Seelen und des Her⸗ zens stilles Klagen, und was du keinem darfst er⸗ zaͤhlen, magst du GOtt gar kuͤhnlich sagen; er ist nicht fern, steht in der Mitten, hoͤrt bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht wutt halt an GOtt, so wirst du siegen; ob alle Fluten einher gin⸗ Lan, dennoch mußt du oben iegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat GOtt, dein Fuͤrst, dich schon erhoͤret. Gieb dich zufrieden. 7. Was sorgst du fuͤr dein armes Leben, wie dus halten wollst und naͤhren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Un⸗ terhalt bescheren. Er hat ein Hand voll aller Ga⸗ ben, da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden. 8. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel, wo ich such, ist nichts zum besten; denn das ist GOttes Eh⸗ ren⸗Titel, helfen wenn die Noth am groͤßten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spuͤren, da schickt er zu, uns wohl zu fuͤhren. Gieb dich zufrieden. 9. Bleibt gleich die Huͤlf Von der Gelassenheit. 595 Huͤlf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen. Macht dir das Harren angst und bange: glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewis⸗ ser, und was verzeucht, ist desto suͤßer. Gieb dich zufrieden. 10. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dich⸗ ten; laß sie nur immer weidlich spotten, GOtt wirds hoͤren und recht richten. Ist GOtt dein Freund und deiner Sa⸗ chen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden. 11. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen koͤnnt und wollte. Wo ist ein Gluͤck so klar und reine, dem nicht et⸗ was fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das koͤnnte sa⸗ gen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen. Gieb dich zufrieden. 12. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen muͤssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Un⸗ gluͤck nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlaͤgt un⸗ sre Lenden bis in das Grab, da wird sichs en⸗ den. Gieb dich zofrieden. 13. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird loͤsen. Er wird uns reißen aus den Ban⸗ den dieses Leibs und al⸗ lem Boͤsen. Es wird ein mal der Tod herspringen, und aus der Qual uns saͤmmtlich bringen. Gieb dich zufrieden. 14. Er wird uns bringen zu den Schagren der Er⸗ waͤhlten und Getreuen, die hier mit Frieden abge⸗ fahren, sich auch nun am Friede freuen; da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hoͤren sprechen: Gieb dich zufrieden. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 7 Ott ist ge⸗ 705* treu, der uͤber meine Kraͤfte mich armes Kind noch niemals hat versucht: vielleicht ge⸗ schiehts, daß er die Angst⸗ geschaͤfte des Trauergeists noch diesen Tag verflucht. Mein Herz, du sollst es sehen, was dir fuͤr Huͤlfe sei in kurzer Zeit geschehen. Gott ist getreu. 2. GOtt ist getreu in al⸗ len seinen Werken; macht er mir gleich die Buͤrde noch so schwer, so kann er mich dabei noch wieder staͤrken, von ihm allein kommt Trost und Labsal her; und wenn die Zeit vor⸗ handen, so machet er mich frei von allen Jammer⸗ Banden. GOtt ist getreu. 3. GOtt ist getreu, dem huͤlt jetzt meine Seele sein theures Wort mit festem Glauben fuͤr: Kommt, su⸗ chet mich in eurer Kum⸗ merhoͤhle. Drum kommt dein Kind, und sucht dich mit Begier; du kannst mich 596 Von der Gelassenheit. mich nun nicht lassen, ich sag es ohne Scheu, du wirst dich selbst nicht has⸗ sen. GoOtt ist getreu. 4. GOtt ist getreu, er stoͤßet seine Kinder im Zor⸗ ne nicht von seinen Augen hin; er zeucht von uns/ sind wir gleich große Suͤnder, die Hand nicht ab, so red⸗ lich ist sein Sinn. Drauf kann und will ich wetten, die Noth sei/ wie sie sei, er wird mich doch erretten. GOtt ist getreu. 5. GOtt ist getreu, der wird mir Trost verschaf⸗ fen, wenn gleich der Trost bei allen Menschen fehlt; er wird den Geist, der mich mit Trauer⸗Waffen so jaͤmmerlich bis auf die Seele quaͤlt, gar ferne von mir treiben; ich aber werde frei bei meinem IEsu blei⸗ ben. GOtt ist getreu. 6. GoOtt ist getreu, er mags auch mit mir machen, so wunderlich und scharf er immer will; laͤßt er auf mich gleich alle Wetter kra⸗ chen, er hat es Macht, ich imichraal still; ja, will er mich gleich toͤdten, so sag ich doch dabei: GOtt hilft aus allen Noͤthen. Gott ist getreu. 7. GOtt ist getreu, und Trotz sei euch, ihr Teufel, daß ihr dies Wort aus mei⸗ nem Herzen kratzt; ihr brin⸗ get mir den Trost in keinen Zweifel, und wenn ihr gleich von Grimm und Zorne platzt. Das Bischen Trau⸗ rigmachen geht endlich doch voͤrbei, o wie will ich noch lachen. GOtt ist getreu. Mel. wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. 706 GDut weiß es alles wohl zu machen, als der nichts Boͤses je gethan; wer nur sein Weinen und sein La⸗ chen nach GOttes Fuͤgung fuͤgen kann, der haͤlt im Gluͤck und Ungluͤck still, und will, was GOttes Wille will. 2. Kann doch kein Unfall mir begegnen, es sei denn GOttes Will dabei; auch kann mich niemand anders segnen, als meines Schoͤ⸗ pfers Vatertreu; so gehe mirs wohl oder truͤb, ge⸗ liebts nur GOtt, ist mirs auch lieb. ö 3. Zwar zaͤhle ich wohl tausend Proben von meines Schoͤpfers Guͤtigkeit, die ich nicht alle weiß zu loben in meiner Unvollkommen⸗ heit; daraus ich sicher schlie⸗ ßen kann: Was GOtt thut, das sei wohlgethan. 4. Ergoͤtzen mich die Freudenzeiten, beherrsche ich des Gluͤckes Schooß, dann schadet nicht zu Zei⸗ ten leiden, es wuͤrde sonst der Muth zu groß; auch pruͤft so GOttes Pruͤfe⸗ stein, was recht bewaͤhrte Christen sein. 5. Drum wuͤnsch ich mir in Kreuz und Gluͤcke Geduld und Demuth je⸗ derzeit, womit ich mich gehorsam schicke zu wah⸗ rer GOttgelassenheit, und — ach⸗ Von der Gelassenheit. achte weder Wohl noch 597 Weh, wenn ich in GOttes Gnaden steh. In eigener Melodie. 707. du nur bei IEsu bist 2. Wer sich kraͤnket/ 3. Du Veraͤchter, GOtt, dein Waͤchter, schlaͤfet ja noch schlummert nicht. Zu den Hoͤhen aufzusehen waͤre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Wei⸗ nen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein • 5. Glaub nur feste, daß das Beste uͤber dich be⸗ schlossen sei. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 13 6. Laß dir suͤße sein die Kuͤsse, die dir JEsu Ru⸗ the giebt. Der sie fuͤhret und regieret, hat nie ohne Frucht betruͤbt. 7. Willst du wanken in Gedanken, fall in die Ge⸗ lassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen HErr ist uͤber Leid und Freud. 8. GOttes Haͤnde sind ohn Ende, sein s We e⸗ schwerlich/ scheints gefaͤhr⸗halt ich still; es g hat kein Ziel. Ott wills machen, daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß di Wellen sich verstellen, wenn esi weil er denket, JEsus liege in dem Schlaf, wird mit Kla⸗ gen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf lich, deinem GOtt ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glaube Funken faͤngt. Alle Tha⸗ ten sind gerathen, jedes⸗ mal wie ers verhaͤngt. 10. Wenn die Stunden gefunden, bricht die Huͤlf mit Macht herein; und dein Graͤmen zu be⸗ schaͤmen, wird es unver⸗ sehens sein. 11. Eignen Willen zu erfuͤllen leidet sichs noch „ziemlich wohl; da ist Pla⸗ ge, Noth und Klage, wo man leiden muß und soll. 12. Drum, wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willens⸗Ruh; auf das Wollen faͤllt dem Sol⸗ len die Vollbringungskraft bald zu. 13. Mehr zii preisen sind die Weisen, die schon in der Uebung stehn, die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun, so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld. Wer das Leiden will vermeiden, haͤufet seine Suͤndenschuld. 15. Die da weichen und das Zeichen ihres Braͤuti⸗ ams verschmaͤhn, muͤssen aufen zu den Haufen, die zur linken Seiten stehn. 16. Aber denen, die mit Thraͤnen kuͤssen ihres JEsu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 17. Amen, Amen! in dem Namen meines JEsu eschehe und 598 Von der Gelassenheit. und ergehe, wie und wann und was er will. Joh. Dan. Herrnschmid. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 7 Err, besaͤnf⸗ 0 08. H tige mein danten mach es von Ge⸗ danken los, daß es in Ge⸗ duld verschmerze, wenn es steht von Freuden bloß. Meinen Willen lenke so, daß ich stille sei und froh, ob du gleich dein vicht ver⸗ birgest, meinen Eigensinn erwuͤrgest. 2. Laß mich sein fest an⸗ geheftet mit dir an dem Kreuzes⸗Baum, damit taͤg⸗ lich mehr entkraͤftet werd die Suͤnd, und fasse Raum in mir deines Geistes Staͤrk, zu vollfuͤhren solche Werk/ die aus Liebe zu dir flie⸗ ßen, sich als Glaubens⸗ stroͤm ergießen. 3. Mein verkehrter Flei⸗ scheswille muͤsse angenagelt sein, daß er sterb und werde stille, was an mir noch hei⸗ het mein. Dein Will, der allein ist recht, muß der meine werden schlecht, daß ich, was du willst, beliebe, leide, preise, woll und uͤbe. 4. So oft mich Gedan⸗ ken schrecken, die nicht sind zu dir gericht, und nur Un⸗ gemach erwecken, so zer⸗ theil, o ewig Licht, dies Ge⸗ woͤlk und Herzens⸗Nacht, treib es aus durch deine Macht; laß indeß mich ru⸗ hig stehen, bis dein Geist sie wird verwehen. 5. Kann ich nicht so merklich spůren in mir deine Gegenwart, und willst du mich also fuͤhren, daß, ob du dich gleich stellst hart, ich bei deinem Wort dich faß/ auch des Abends nicht ablaß, deine Wahrheit hoch zu preisen, und getrost mich zu erweisen. 6. Gieb mir, daß ich dennoch hange an dem Eidschwur deiner Treu, daß dein Will gescheh, verlange, und mich auch hierinnen freu, daß mirs geht, wie dirs gefaͤllt, weil mich doch dein Wort erhaͤlt. Rimmermehr wird der verlassen, der recht lernet JEsum fassen. 7. Meiner Seel zwar trefflich schmecket deine Guͤt und Freundlichkeit; kruͤmmt sich aber, wenn sie lecket aus dem Kelch der Traurigkeit. Drum, o JEsu, lehre sie durch dein Beispiel je und je, daft sie beides gleich ge⸗ wohne, sich nicht uͤbrig lieb noch schone. 8. Besser ist doch nichts zu finden, das da lieb und nuͤtzlich sei, als ein Herz, das sich kann binden an den Willen GOttes frei das in ihm ist ganz gestillt, und aus dem dies einzge quillt: Vater, dein, dein Wohlgefallen ist das mein und bleibts in allen. 9. Zwar Vernunft und Fleisches⸗Fuͤhlen streiten wider diesen Sinn, laufen fort und fort wie Muͤhlen, wollen uͤber GOtt noch hin; aber wenn der Glaubens⸗ geist Von der Gelassenheit. 599 geist in der Kraft sie schwei⸗ gen heißt, muͤssen legen sich die Wellen, Fleisch, Ver⸗ nunft zur Ruh sich stellen. 10. Waͤr doch dies kein GOtt zu nennen/ der Ver⸗ nunft sich fassen ließ, und sein Werk von ihr erken⸗ nen, der einstellt, was sie verstieß. Nein, dein Nam und Wunderthat, deine Werke, Weg und Rath,/ großer GOtt, weißt du zu richten uͤber Sinn/ Vernunft und Tichten. 11. Nur im Glauben kann man sehen dich, der du im Dunkeln bist. Fleisch und Blut kann nicht ver⸗ stehen, was an dir das Kleinste ist. Aber wer, o GOtt, dich kann bloß im Glauben schauen an, siehet deine Gute walten, dabei wollst du mich erhalten. 12. Eins will ich mir noch ausbitten, ich weiß, du versaͤgst mirs nicht: Wenn mich stellen in die Mitten meine Feind, die zugericht, mich von dir zu trennen ab/ und zu rauben, was ich hab: eile du mir beizuspringen, laß ihr Tuͤcke nicht gelingen. 13. Schwach und doch betruͤglich finde ich mein eigen Fleisch und Blut; was ihm luͤstet ist nur Suͤnde, fliehet das, was recht und gut; in ihm wohnet allezeit Hochmuth, Heucheln, Furcht und Reid; aber dein Geist kann dies daͤmpfen, und in mir dagegen kaͤmpfen. 14. Drum so laß einst recht durchdringen meine Seel deins Kreuzes Kraft, siegreich alles umzubrin⸗ gen, was das Fleisch will, wirkt und schafft; toͤdte durch dein Tod und Blut alles Boͤs, erweck den Muth, muͤßig aller Suͤnd zu gehen, dir zu Ehren aufzustehen. 15. O daß doch mein Geist sich schwaͤnge tief in deine Lebensguell, unter sich das Irdisch zwaͤnge, dir allein vergoͤnnt die Stell, daß er fest mit dir vereint, wie du wolltest, daͤcht und meint, dir im Glauben heilig lebte, oben in dem Himmel schwebte. 16. Sollte das nicht ei⸗ nem Herzen schoͤn, sanft, wohl und lieblich thun, wenn es, stuͤnd es gleich in Schmerzen, koͤnnte so in IEsu ruhn? Waͤr es doch schon in der Zeit als im Himmel und in Freud. In nichts wuͤrd es sich verlieben, und um nichts sich mehr betruͤben. 17. Drum fleh ich und bitte heftig dich, mein lieb⸗ stes Bruͤderlein, ei laß mein Gebet so kraͤftig, und mich hier so selig sein, daß ich nur allein dich lieb; deinen Geist dazu mit gieb, der mich solches gruͤndlich lehre, von der Welt zu dir mich kehre. 18. Dann muß sichs wohl lassen sterben, wenn die Seel in JEsu steckt; wo viel Guͤted sind zu erben, ist man bald dazu erweckt. Aus der Erd in Himmel ein 60⁰ Von der Gelassenheit. ein, laß mir einen Wechsel sein. Sollte wohl sich der sehr kraͤnken, dem man wollte Kronen schenken? 19. Meinen Kelch, den ich soll trinken noch zuletzt an meinem End, wirst du nebst einm Gnadenwinken segnen durch der Engel Haͤnd; zu dem Trunk auch staͤrken mich, daß ich den⸗ noch sanftiglich fahre heim, ohn alles Zagen, als au meines Vaters Wagen. 20. Dann wirds heißen: Komm, willkommen! dann wirds an ein Kuͤssen gehn. Was ich dir gesagt, du Fromme, siehe, ist es nicht geschehn? Bist du nun nicht engelrein ꝰ Koͤnnt der Himmel schoͤner sein? Bin ich, GOtt, nicht lauter Liebe? Ist auch was, das dich betruͤbe? 21. O was Freud, was fuͤr Ergoͤtzen muß sein in der Seligkeit uͤber das, was davon schwaͤtzen wir in Schwach⸗ und Dun⸗ kelheit; tausend, tausend, tausendmal schoͤner wirds sein uͤberall. Koͤnnt man doch nur Fluͤgel kriegen, und gleich jetzo bald hin⸗ fliegen. 22. Doch ich muß und will erwarten diesfalls die uus Pyradtests Garten his ins Paradieses Garten mich ruft meines JEsu Mund; so lang will gedulden mich hier auf Erden, bis daß ich nach des Vaters Wil⸗ len scheide. IEsu, mich dazu bereite. Johann Caspar Schade. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 709 Err, wie du e willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben; allein 1 dir steht mein Begier/ aß mich, HErr, nicht ver⸗ derben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst, wie du willst; gieb nur Ge⸗ duld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, HErr, und Lieb zu deinem Worte; be⸗ huͤt mich, HErr, vor fal⸗ scher Lehr, und gieb mir hier und dorte, was mir dienet zur Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir/HErr, nur deine Gnad/ daß es gescheh mit Freu⸗ den. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o HErr, ein seligs End gieb mir durch IEsum Christum. Amen. Caspar Melissander. Mel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. 710. J* bin in al⸗ lem wohl zufrieden, befind mich ru⸗ hig und vergnuͤgt, weil ich hab GOttes Lieb hienie⸗ den, mein JEsus mir im Herzen liegt, der heilge Geist mich lehrt und leit, und GOttes Wort mein Herz erfreut. 2. Es trotzt mein Herz in Von der Gelassenheit. 601 in meinem Leibe auf GOtt/ weil ich sein eigen Kind. Trotz dem, der mich von ihm abtreibe! es sei Welt, Satan oder Suͤnd: GOtt ist mein alles ohne Trug, ich habe GOtt und hab genug. 3. Soll Leid fuͤr Freud mir sein gesendet, und fuͤr das Leben gar der Tod, ich bins zufrieden, weil es wendet zu meinem Besten alles GOtt; wie GOtt will, so ist auch mein Will, wie er es macht, so schweig ich still. AN 4. Um mich hab ich mich ausgekuͤmmert, die Sorge ist auf GOtt gelegt; ob Erd und Himmel gleich zertruͤmmert, so weiß ich doch, daß er mich traͤgt; und wenn ich habe meinen Gott, so frag ich nichts nach Noth und Tod. 5. GOtt, einen solchen Sinn laß haben mich jetzt und bis ins Grab hinein: mit deinen Leid⸗ und Freu⸗ dengaben, wie du sie giebst, zufrieden sein, und spuͤren die Vergnuͤglichkeit zur Le⸗ bens⸗ und zur Sterbenszeit. Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzb.⸗Rudolst. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 711 Och bin mit dir, mein GOtt, zufrieden, und halte deinem Willen still. Was deine Guͤte mir be⸗ schieden, damit vergnuͤget sich mein Will: mein Will, der zwar nicht fer⸗ ner mein, dieweil er dein beginnt zu sein. 2. Willst du mich auf das Siechbett legen? Ich will. Soll ich in Mangel sein? Ich will. Soll sich ein Unfall regen? Ich will. Und willst du, daß ich wein? Ich will. Und giebst du mich dem Tod? Ich will. Dein Will gescheh, o GOtt. 3. Willst du mich in den Himmel bringen? HErr, dies ist meiner Wuͤnsche Fuͤll! Soll mich die Hoͤlle noch verschlingen? Ich weiß, HErr, das ist nicht dein Will; daß dein Will so nicht wollen sollt, hat deines Sohnes Tod ge⸗ wollt. 4. Sein Tod erklaͤrt mir deinen Willen, dein Will ist, daß ich heilig sei. So will ich zwar, doch das Erfuͤllen verhin⸗ dert leider mancherlei: bald will sich Unwill men⸗ gen ein, bald Muthwill mein Beherrscher sein. 5. Nicht so, mein Herz, was GoOtt dir giebet, Boͤs oder Guts nimm willig an. Weg Eigen⸗ will! was G3Ott belie⸗ bet, das sei mit Lust von mir gethan. Ja, ja, mein Herz ruht sanft und still, es waͤhlt, es will, was mein GOtt will. Andreas Ingolstätter. In eigener Melodie. Ich habe gnug. 712. Mein HErr ist JEsus Christ, ich weiß 2⁵ von 60² Von der Gelassenheit. von keinem mehr; wer will Leib und Seele del⸗ nur sein Knecht und treu⸗ken. Ich habe gnug. er Diener ist, der sorget 6. Ich habe gnug. Mein nicht so sehr. Ich willtreuer Vater sieht, er siehet ganz meinem GOtt an⸗immer scharf auf mich, hangen, und nicht mehr sein Kind, auf dies, was nach der Welt verlangen: mein Gemuͤth, was Seel so hab ich gnug. 2. Ich habe gnug. Ich bin der Sorgen los, und kraͤnke nicht das Herz. und Leib bedarf. Drum laß ich Wald und Vdͤgel sorgen, bekuͤmmre mich gar nichts um morgen: heut Ich bin vergnuͤgt, und hab ich gnug. sitz in GOttes Schooß, 7. Ich habe gnug, und der lindert allen Schmerz. sorge fuͤr den Geist, das Ich sorge nicht mehr fuͤr Andre faͤllt mir zu; nur mein Leben, der Hoͤchste GOttes Reich, das JE⸗ kann mir alles geben: ich sus suchen heißt, dies giebt habe gnug. mir wahre Ruh; ich trach⸗ 3. Ich habe gnug. te nur des Vaters Wil⸗ GOtt/ der die Voögel len in Kraft des Geistes speist, und alle Welt er⸗zu erfuͤllen; drum hab naͤhrt, GOtt, der dasssich gnug. Gras und Blumen wach⸗ 8. Ich habe gnug. Ich sen heißt, und ihnen lieg an IEsu Brust und Schmuck beschert, der GOttes Vaterherz; was wird auch meinen Leib will ich mehr? Das gie⸗ ernaͤhren, Nahrung und Ibet mir nur Lust, durch⸗ Kleider mir bescheren: ich ssuͤßet meinen Schmerz. habe gnug. Den Himmel hab ich 0 4. Ich habe gnug. Be⸗schon auf Erden, was will sitz ich schon nicht Geld, in jener Welt noch wer⸗ es gilt mir alles gleich; den? Ich haͤbe gnug. ich habe GOtt, und bin schon auf der Welt in Mel. Was mein GOtt allen Stuͤcken reich; denn will, das gscheh allzeit. IEsus ist mein Schatz 713 und Krone, der mir den Himmel giebt zum Lohne. Ich habe gnug. 5. Ich habe gnug. Be⸗ ch hab in OSttes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben; was boͤse scheint, ist mir Ge⸗ schert mir GOtt ein Kleid, winn, der Tod selbst ist und laͤßt mirs wohl er⸗ mein Leben. Ich bin ein gehn, so ist es gut; kommt Sohn deß, der den Thron aber auch die Zeit, daß des Himmels gufgezogen; ich soll ode stehn: die ob er gleich schlaht, und Bloͤße muß mich nicht Kreuz auflegt, bleibt doch erschrecken, mein GOtt sein Herz gewogen. 2. Das I Von der Gelassenheit. 603 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben; wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur uͤben und mein Ge⸗ muͤth in seiner Guͤt ge⸗ woͤhnen fest zu stehen. Halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhoͤhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht entsprungen, noch formiret. Mein GOtt ists, der mich 4b e an Leib und Seel gezieret, der Seelen Sitz mit Sinn und Witz, den Leib mit leisch und Beinen. Wer o viel thut, deß Herz und Muth kanns nimmer boͤse meinen. 4. Woher wollt ich mein Aufenthalt auf dieser Erd erlangen? Ich waͤre laͤng⸗ stens todt und kalt, wo mich nicht GOtt umfan⸗ en mit seinem Arm, der al⸗ es warm/ gesund und froͤh⸗ lich machet. Was er nicht haͤlt, das bricht und faͤllt; was er erfreut, das lachet. 5. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maaßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm be⸗ kannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Gluͤck und Heil beschwe⸗ ret; hast spaͤt und fruͤh viel Sorg und Muͤh, an dei⸗ nen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu dei⸗ nem Frommen. 7. Fuͤrwahr, der dich geschaffen hat, und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon laͤngst in seinem Rath ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dien⸗ lich sei dir und den Dei⸗ nen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 8. Wenns GOtt gefaͤllt, so kanns nicht sein, er wird dich letzt erfreuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld⸗ die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden all Angst und Qual wird auf einmal gleichwie ein Dampf verschwinden. 9. Das Feld kann ohne Ungestuͤm gar keine Fruͤch⸗ te tragen: so faͤllt auch Menschen-Wohlfahrt uͤm bei lauter guten Tagen. Die Aloe bringt bittres Weh, macht gleichwohl rothe Wangen; so muß ein Herz durch Angst und Schmerz zu seinem Heil gelangen. 10. Ei nun, mein GOtt/ so fall ich dir getrost in deine Haͤnde; nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß mei⸗ Nut auttehe und dene utz entstehe, und deine 20• Ehr 60⁴4 Von der Gelassenheit. Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhohe. 11. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Un⸗ gluck sein, will ichs ge⸗ duldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thuͤr noch ferner offen stehen: wie du mich fuͤhrst und fuͤhren wirst, so will ich gern mitgehen. 12. Soll ich dann auch des Todes Weg und finstre Straßen reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg/ den mir dein Augen wei⸗ sen. Du bist mein Hirt/ der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich ein⸗ mal in deinem Saal dich ewig moͤge ehren. Paul Gerhard. Mlel. In dich hab ich gehoffet, Err. 7 ch weiß/ mein 714. J daß all mein Thun und Werk auf deinem Willen ruhn, von dir kommt Gluͤck und Segen; was du regierst, das geht und steht auf rechten guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß sein Rath werd ins Werk ge⸗ bracht, und seines Gangs sich freue; des Hoͤchsten Rath, der machts allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch fuͤr schaͤdlich an, was doch GOtt selbst erwaͤhlet. 4. So faͤngt auch oft ein weiser Mann ein gu⸗ tes Werk zwar froͤhlich an/ und bringts doch nicht zu Stande; er baut ein Schloß und festes Haus, doch nur auf lauterm Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn fast uber Berg und Spitzen hin/ und eh er sichs versiehet, so liegt er da, und hat sein Fuß vergeblich sich bemuͤhet. 6. Drum, lieber Vater, der du Kron und Zepter traͤgst im Himmelsthron/ und aus den Wolken bliz⸗ zest, vernimm mein Wort und hoͤre mich vom Stuh⸗ le, da du sitzest. 7. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in from⸗ me Seelen strecket, und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 8. Gieb mir Verstand gus deiner Hoͤh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Wil⸗ len; sei du mein Freund und treuer Rath, was gut ist, zu erfuͤllen. 9. Pruͤf alles wohl, und was mir gut, das gieb mir ein; was Fleisch und Blut erwaͤhlet, das ver⸗ wehre. Der hoͤchste Zweck, das beste Theil sei deine Lieb und Ehre. 10. Was dir gefaͤllt, das laß auch mir, o mei⸗ ner Seelen Sonn und Zier, Von der Gelassenheit. 60⁵ Zier, gefallen und belie⸗ ben; was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und That veruͤben. 11. Ists Werk von dir, so hilf zu Gluͤck, ists Menschen⸗Thun, so treibs zuruͤck, und aͤndre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in kurzem zu zerrinnen. 12. Sollt aber dein und unser Feind an dem/ was dein Herz gut ge⸗ meint, beginnen sich zu raͤchen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leicht⸗ lich koͤnnest brechen. 13. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmoͤglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast durch Weisheit deiner Haͤnde. 14. Ist gleich der An⸗ fang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur ohn Unterlaß zu seuf⸗ zen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und dir traut, wird al⸗ les, da ihm sonst vor graut, mit tapferm Muth bezwin⸗ gen; sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stuͤcke springen. 16. Der Weg zum Guten ist fast wild, mit Dorn und Hecken ausge⸗ füllt; doch wer ihn freu⸗ dig gehet, kommt endlich, HErr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 17. Du bist mein Va⸗ ter, ich dein Kind, was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnuͤge. So hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzaͤhlen. Paul Gerhard. Du, o schönes Weltgebäude. 7¹ 5 Ilr mei⸗ ner Seelen Wonne, JEsu, meine beste Lust, JIEsu, meine Freu⸗ densonne, JIEsu, dir ist ja bewußt, wie ich dich so herzlich liebe, und mich oh⸗ ne dich betruͤbe; drum, o IEsu, komm zu mir, und bleib bei mir für und fuͤr. Mel. „JéEsu, mein Hort und Erretter, JEsu, meine Zuversicht, JEsu, starker Schlangentreter, IEsu, meines Lebens Licht, wie verlanget meinem Herzen, Isulein, nach dir mit Schmerzen; komm, ich warte dein, komm, o liebstes IEsulein. 3. Koͤmmst du? Ja, du koͤmmst gegangen, IEsu, du bist schon allhier, klo⸗ pfest stark und mit Ver⸗ langen an an meines Her⸗ 1 Thuůr; bleib doch nicht o draußen stehen; willst du wieder von mir gehen? Ach ich lasse dich durchgus nicht komm, ach 606 Von der Gelassenheit. nicht weggehn von meinem Haus. 4. Ei warum sollt ich dich lassen, IEsu/ wieder von mir gehn? Meine Wohlfahrt muͤßt ich has⸗ sen, wenn ich ließe dies geschehn. Wohne doch in meinem Herzen, so muß alle Noth und Schmerzen weichen alsobald von mir/ wenn du, JEsu, bist allhier. 5. Ach nun hab ich end⸗ lich lale den, den meine Seele liebt, der sich mit mir hat verbunden, und sich selbst fuͤr mich hingiebt. Den will ich nun fest um⸗ fassen, und durchaus nicht von mir lassen, bis er mir den Segen spricht; meinen IEsum laß ich nicht. 5. Wohl mir, daß ich IEsum habe! O wie feste halt ich ihn, daß er mir mein Herze labe, wenn ich krank und traurig bin; IEsum hab ich, der mich liebet, und sein Leben fuͤr mich giebet; ach drum laß ich JEsum nicht, wenn mir gleich das Herze bricht. 7. Muß ich alles gleich verlassen, was ich hab in dieser Welt, will ich doch im Herzen fassen meinen IEsum; der gefaͤllt mir vor allen andern Schaͤtzen/ an dem ich mich kann er⸗ scht, er ist meine Zuver⸗ sicht, meinen JIEsum laß ich nicht. 8. Ach wer wollte JE⸗ sum lassen? IEsum laß ich nimmermehr; andre mo⸗ uun JEsum hassen, JE⸗ um ich allein begehr in den gut⸗ und hoͤsen Tagen/ daß er mir mein Kreuz helf tragen. Weil er ist mein Weg und Licht, laß ich meinen IEsum nicht. 9. Ich sollt in der Hoͤl⸗ len liegen immerfort und ohne Zahl, und mich wie ein Schlachtschaf biegen in dem Schwefelpfuhl und Qual; ja, der Tod sollt ewig nagen mein Gewissen und mich plagen: IEsus aber reißt mich raus aus des Satans Folterhaus. 10. IEsus hat durch seine Wunden mich gesund gemacht und heil; daran denk ich alle Stunden, drum ist er mein bestes Theil; denn durch seinen Tod und Sterben macht er mich zum Himmelser⸗ ben, und das glaub ich sicherlich: JEsus machet selig mich. 11. O wie sollt ich JE⸗ sum lassen, weil er mir so wohl gethan, und mich von der breiten Straßen hat umm wi himmelan! JIE⸗ um will ich immer lieben in den Freuden und Be⸗ truͤben; IEsum laß ich nicht von mir, weil ich leb auf Erden hier. 12. Wenn die Welt mit ihren Netzen mich zu Bo⸗ den faͤllen will, und die andern sich ergoͤtzen an der⸗ selben Affenspiel, will ich meinen IEsum fassen in den Arm, und ihn nicht lassen, bis daß ich mit ihm zugleich herrschen werd im Himmelreich. 13. Demnach moͤgen an⸗ Von der Gelassenheit. 607 andre weiden sich in dieser Eitelkeit, mich soll nichts von JEsu scheiden und der ewgen Seligkeit, die mir IEsus hat erworben, da er fuͤr mich ist gestorben; drum, o Welt, fahr im⸗ mer hin, wenn ich nur bei JEsu bin. 14. Wenn ich nur kann IEsum haben, nach dem andern frag ich nicht. Er kann meine Seele laben und ist meine Zuversicht; in den letzten Todeszuͤgen, wenn ich huͤlflos da muß liegen, und mir bricht der Augen Licht, laß ich mei⸗ nen IEsum nicht. 15. Sollt ich meinen JE⸗ sum lassen? Er wird in der letzten Noth auf der finstern Todesstraßen bei mir stehen, wenn der Tod seine Grausamkeit aus⸗ ubet, und die Meinigen betruͤbet, und der Teufel mich anficht. Meinen JE⸗ sum laß ich nicht. 16. IEsum nur will ich lieb haben, denn er ubertrifft das Gold und all andre theure Gaben; so kann mir der Suͤnden Sold an der Seele gar nicht schaden, weil sie von der Suͤnd entladen; wenn er gleich den Leib ersticht, laß ich dennoch IEsum nicht. 17. IEsus bleibet meine reude, meines Herzens rost und Saft; JEsus steuert allem Leide, er ist meines Lebens Kraft, mei⸗ ner Augen Lust und Sonne, meiner Seelen Schatz und Wonne. O, drum laß ich IEsum nicht aus dem Herzen und Gesicht. 18. JEsus ist der Feinde Schrecken, IEsus ist der Hoͤllen Zwang; drum wird er mich auferwecken durch Posaunen⸗Hall und Klang/ da ich dann erneuert wer⸗ de auferstehen aus der Erde, JIEsum schauen von Gesicht: meinen JEsum laß ich nicht. 19. Ach wie wird mich IEsus herzen, meiner Au⸗ gen Trost und Licht, alle Thraͤnen, alle Schmerzen wischen von dem Ange⸗ sicht, und mit großem Ju⸗ biliren mich zur Himmels⸗ freud einfuͤhren; drum so höret alle her: JEsum laß ich nimmermehr. Martin Janus. Mel. Allenthalben wo ich gehe. Esu, meiner 716. 3 Seelen Le⸗ ben, dem ich mich zum Dienst ergeben, welchem auch der tiefste Grund al⸗ ler Herzen klar und kund: 2. Du, HErr, pruͤfest meine Sinnen, Reden, Schweigen und Begin⸗ nen; alles uͤbertraͤgest du, was ich vor⸗ und nach⸗ mals thu. 3. Ach ich wuͤnsche dei⸗ nen Willen mir vor allem zu erfuͤllen; o steh diesem Vorsatz bei, mach mich eignen Willens frei. I. Gieb mir Kraͤfte, daß in allen mir dein Wollen mag gefallen, so in 50. en 60⁸ Von der Gelassenheit. den als in Leid, so in Zeit als Ewigkeit. 5. Stets nach deinem Willen streben heißt den Engeln aͤhnlich leben, und kann auch in Hoͤllenyein laͤubger Seelen Labsal ein. 6. Da hingegen sein Begehren nicht in deinen Willen kehren, braͤcht auch wohl im Himmelssaal un⸗ ergruͤndte Hoͤllenqual. 7. Deinen Willen in sich ziehen und den eig⸗ nen Willen fliehen macht, daß ein betruͤbtes Herz ruhig lebt im groͤßten Schmerz. 8. Stuͤndlich mit sich selber kaͤmpfen, und den eignen Willen daͤmpfen, hringt uns oͤfters in der Zeit einen Schmack der Seligkeit. 9. Drum so will ich mich bezaͤhmen, niemals etwas vorzunehmen, ohne was zu jeder Frist deinem Willen aͤhnlich ist. 10. Willst du mich im Himmel haben, ei wie soll mich dies nicht laben; stoßt du mich zur Hoͤllen⸗ glut, was du willst, ist mir sehr gut. 11. Doch versichert mich dein veiden, blutig Schwiz⸗ bw toͤdtlich Scheiden, daß u solches nie gewollt: o Trost, werther als das Gold! 12. Ist es aber dein Be⸗ hagen, mich mit neuer Noth zu plagen, daß ich keinen Trost kann sehn, Amen, ja es mag geschehn. 13. Muß ich betend in den Wehen gleichwohl huͤlflos von dir gehen, bleibet endlich dies mein Ziel: ich will nichts, was GOtt nicht will. 14. Schickest du mir Schmach und Bande, Ket⸗ ten, Fesseln, Hohn und Schande, ja was aͤrgers auszustehn, dein Will soll an mir geschehn. 15. Ob mich tausend Tod schon toͤdten, bleibt dein Will in allen Noͤ⸗ then, ja in schwerster Seelenlast bloß mein Lab⸗ sal, Ruh und Rast. 16. Summa, so es dein Belieben, mich im hoͤch⸗ sten Kreuz zu uͤben, wo, wie lang und was du willt, dies ists, was mir stets gleich gilt. 17. Doch, indem es schwer zu nennen, deinen Willen recht zu kennen, ei so seufzt mein Herz und Mund: Mach mir selben klaͤrlich kund. 18. Dein Geist, JEsu, woll mich staͤrken, daß im Lassen, Thun und Werken/ ich von aller Eigenbeit sol⸗ chen weislich unterscheid. 19. Und ja, was ohn ihn Oiurner oder Fleisch und Blut ersinnet, ich, obs noch so wohl gestalt/ nicht fuͤr deinen Willen halt. 20. Nun, der du wirkst guten Willen, send auch Kraft, ihn zu erfuͤllen, und zu thun hier in der Zeit was dir lieb in Ewigkeit. 21. JEsu, IEsu, hilf vollbringen, hilf mir Fleisch Von der Gelassenheit. 609 Fleisch und Blut bezwin⸗ gen; es wird doch nichts ausgericht, was nicht bloß durch dich geschicht. Mel. JEsu, meine Freude. 717 eine Seel — ist stille zu GOtt, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnuͤget mit dem, wies GOtt fuͤget, nimmt an, wie es geht; geht es nur zum Himmel zu, und bleibt IEsus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2 Meine Seele hanget an dir, und verlanget, GOtt, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten, und mag keinen leiden, der ihr rede ein; von der Welt Ehr, Lust und Geld, wo⸗ nach so viel sind beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir ge⸗ liebt, JEsus, der Getreue, in dem ich mich freue, si mir ganz ergiebt. Er al⸗ lein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe, und ihm einzig lebe. 4. GOttes Guͤt erwaͤge/ und dich glaͤubig lege sanft in seinen Schooß; lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. weiß in GOtt zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele harret, und sich ganz verscharret tief in JEsu Brust; sie wird Wer sich Wé stark durch Hoffen; was sie je betroffen, traͤget sie mit Lust; fasset sich ganz maͤn⸗ niglich durch Geduld und Glauben feste, am End kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; wer zu JEsu fliehet, wird es recht erfahrn, wie GOtt seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern, und das Gluͤck zu srarn, bis zu End alsdann sich wendt das zuerst gekostte Leiden, und gehn an die Freuden. ZJohann Caspar Schade. Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. 7 eine Seele, 0 18. laß es ge⸗ hen, wie es in der Welt jetzt geht; meine Seele, laß es stehen, wie es jetzo geht und steht. Liebste Seele, halte stille; denke, daß es GOttes Wille. 2. Ist die Welt dir gleich zuwider, und bist deiner Feinde Spott, druͤcken ch dich die Feinde nieder, so vertraue deinem Gott. Liebste Seele, halte stille; denke, daß es GOttes Wille. 3. Ist in deines Herzens Kammer nichts, als lau⸗ ter Herzeleid, plaget dich sehr großer Jammer hier in dieser Sterblichkeit: liebste Seele, halte stille; denke, daß es GOttes ille. 4. GoOtt pflegt die ge⸗ treuen Herzen, wenn sie durch das Kreuz bewaͤhrt, wohl zu troͤsten nach dem Schmerzen, und thut, was 26*⁷ sie 61⁰ Von der Gelassenheit. sie nur begehrt. Liebste, Seele, halte stille; denke daß es GOttes Wille. 5. Auf den Regen scheint die Sonne, also kommet Lust auf Leid; auf die Angst folgt lauter Wonne,/ Freude kommt auf Traurigkeit. Liebste Seele, halte stille; denke, daß es GoOttes) Wille. 6. Sollst du von der Welt abscheiden, scheide nur getrost zu Gᷣott. GOtt giebt auf das Schei⸗ den Freuden, Freude giebt er auf die Noth. Liebste Seele, halte stille; denke, daß es GOttes Wille. Mel. Uicht so traurig, nicht so sehr. 719 ein Ge⸗ — muͤth/ wie so betruͤbt? Was ist, das dich traurig macht? Traurst du, daß dir GOtt nicht boch was die schnoͤde Welt och acht! Sei zufrieden/ GOttes Guͤt theilet dir was bessers mit. 2. Gut und Geld bleibt in der Welt, drum begehre solches nicht; richte nach des Himmels Zelt dein be⸗ truͤbtes Angesicht; da/ da ist dein Gut und Gold, das du lieber wuͤnschen sollt. 3. Mancher liebt die Eitelkeit, und vergisset sei⸗ ner Seel; er denkt nur guf diese Zeit, daß es ihm daran nicht fehlzaber, Herze, laß den Tand, und denk an dein Vaterland. 4. Prange Welt, nur immerhin mit den Guͤtern/ die du hast; sie sind doch nicht dein Gewinn, son⸗ dern nur des Herzens Last; hab ich nur den liehen GOtt, so hats mit mir keine Noth. Hoͤre, meine Seel, hoͤr auf, traure nicht, wie vor, so sehr; fuͤhr nur einen Tugendlauf, gieb dem Hoͤchsten Lob und Ehr; geht dirs widrig, laß es gehn, GOtt im Himmel bleibt dir stehn. Georg Michael Pfefferkorn. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 720. Nunt d drum nicht ganz in Trau⸗ rigkeit versinken, GOtt wird des suͤßen Trostes Glanz schon wieder lassen blinken. Steh in Geduld, wart in der Still, und laß GOtt machen, wie er will, er kanns nicht boͤse machen. 2. Ist denn dies unser erstes Mal, daß wir be⸗ truͤbet werden? Was ha⸗ ben wir als Angst und Qual bisher gehabt auf Erden? Wir sind wohl mehr so hoch gekraͤnkt, und hat doch GOtt uns drauf geschenkt ein Stuͤndlein voller Freuden. 3. So ist guch GOttes Meinung nicht, wenn er uns Ungluͤck sendet, als sollte drum sein Angesicht ganz von uns sein gewen⸗ det. Nein, sondern dieses ist sein Rath, daß der, so ihn verlassen hat, durchs Ungluͤck wiederkehre. 4. Denn Von der Gelassenheit. 61¹ 4. Denn das ist unsers Fleisches Muth, wenn wir in Freuden leben, daß wir dann unserm hoͤchsten Gut am ersten Urlaub geben; wir sind von Erd, und halten werth vielmehr was hier ist auf der Erd, als was im Himmel wohnet. 5. Drum faͤhrt uns GOtt durch unsern Sinn, und laͤßt uns Weh ge⸗ schehen. Er nimmt oft, was uns lieb, dahin, da⸗ mit wir aufwaͤrts sehen/ und uns zu seiner Guͤt und Macht, die wir bis⸗ her nicht groß geacht, als Kinder wieder finden. 6. Thun wir nun das, ist er bereit, uns wieder anzunehmen, macht aus dem Leide lauter Freud, und Lachen aus dem Graͤ⸗ men; und ist ihm das gar schlechte Kunst, wen er umfaͤngt mit Lieb und Gunst, dem ist geschwind geholfen. 7. Drum falle, du be⸗ truͤbtes Heer, in Demuth vor ihm nieder; sprich: HErr, wir geben dir die Ehr, ach nimm uns Suͤnder wieder in deine Gnade; reiß die Last, die du uns aufgeleget hast, hin⸗ weg, heil unsern Schaden. 8. Denn Gnade gehet doch vor Recht, Zorn muß der Liebe weichen; wenn wir erliegen, muß uns schlecht GOtt sein Erbarmen reichen; dies ist die Hand, die uns erhaͤlt, wo wir die lassen, bricht und faͤllt all unser Thun in Haufen. 9. Auf Gottes Liebe mußt du stehn, und dich nicht lassen faͤllen, wenn auch der Himmel ein wollt gehn, und alle Welt zerschellen. GOtt hat uns Gnade zugesagt sein Wort ist klar, wer sich drauf wagt, dem kann es nimmer fehlen. 10. So darfst du auch an seiner Kraft gar keinen Zweifel haben. Wer ists der alle Dinge schafft? Wer theilt aus alle Ga⸗ ben? GOtt thuts, und das ist auch der Mann, der Rath und That er⸗ finden kann, wenn jeder⸗ mann verzaget. 11. Deucht dir die Huͤlf unmoͤglich sein, so sollst du gleichwohl wissen, GOtt raͤumt uns dieses nimmer ein, daß er sich laß ein⸗ schließen in unsers Sinnes engen Stall; sein Arm ist frei, thut uͤberall viel mehr als wir verstehen. 12. Was ist sein ganzes werthes Reich als lauter Wundersachen? Er hilft und baut, wenn wir uns gleich deß gar kein Hoff⸗ nung machen; und das ist seines Namens Ruhm,/ den du, wenn du sein Heiligthum willst sehen, ihm mußt geben. Paul Gerhard. Mel. Es traure, wer da will, ich will mich freuen. 721.(Sede) O IEsu, lehre mich, wie sch dich sinde, ind mn ur 6¹² Von der Gelassenheit. durch dich, mein Heil, slets uͤberwinde; wie ich die Ei⸗ genheit und alles Leben, das sich noch selber sucht, moͤg uͤbergeben. 2.(IEsus.) Steh in Ge⸗ lassenheit, nimm wahr mein Willen, und strebe selber nach, ihn zu erfuͤllen; ergieb dich gaͤnzlich mir in Freud und Leiden, daß ewig dich von mir nichts moͤge scheiden. 3.(Seele.) Wie kann ich arme doch hier also leben? Wie kann ich mich so gar dir uͤbergeben? Ich finde ja so viel von aus und innen, das hindert meinen Lauf und mein Beginnen. 4.(JEsus.) Ou mußt alleine mir gelassen leben, und meiner Wirkung dich 96 uͤbergeben, im Grun⸗ e deiner Seel in mich ver⸗ senken: so werd ich dir in mir viel Kraͤfte schenken. 5.(Seele.) Wenn ichnun also dir mich uͤbergebe, und in Gelassenheit des Willens lebe, wie muß ich mich gleichwohl hiebei verhal⸗ ten, daß du dein Bild in mir moͤgest gestalten? 6.(IEsus.) Wenn du laͤßt deinen Grund von GOtt bereiten, und gehest von dir aus auf alle Zei⸗ ten, behaͤltest nichts fuͤr dich in keinem Dinge, das ich nicht selbst in dir al⸗ lein vollbringe. 7.(Seele.) Wie wird es mir, o HErr, alsdann er⸗ bu ganser ich nun werd in ir gelassen stehen? Ich werde ja in mir dich end⸗ lich finden, und du wirst dich mit mir freundlich verbinden. 8.(IEsus.) O Seele, merke auf, sieh auf die We⸗ e, wie ich die Meinen onst zu fuͤhren pflege. Dann nehm ich erst hin⸗ weg/ was ich gegeben, und lasse dich von Trost ent⸗ blöͤßet schweben: 9. Dich hierdurch auf dich selbst fein recht zu fuͤhren, auf daß du an dir selbst nun moͤgest spuͤren, wie doch ein armer Mensch gar nichts vermͤge, wenn ich ihm meine Kraft und Huͤlf entzoͤge. 10. Da wirst du denn im Grund erst recht gelas⸗ sen, wenn du noch GOtt/ noch Trost, noch Gnad kannst fassen. Wenn ich dir alles, was du hast, ent⸗ ziehe, und von dir als ein Gast entfremdet fliehe. 11. Ja, wenn du ganz von dir bist abgekommen, und, deiner selbst beraubt, bist dir entnommen, in mei⸗ nem Willen ruhst, ob Suͤnd und Hoͤlle sammt allem ih⸗ rem Heer schrecken die Seele: 12. Siehe, o liebe Seel, so kannst du finden mich und auch dich durch mich selbst uͤberwinden, so faͤllt die Eigenheit und alles Wesen, das du dir jemals hier hast auserlesen. 13.(Seele.) O IEsu, lehre mich, dich stets zu fassen, und mich und a Ding durch dich zu lassen, und wenn der Himmel solt 0 Von der Gelassenheit. 6¹3 sollt offen stehen, dennoch nicht ohne dich hinein zu gehen. 14.(JIEsus.) O Seele, folge mir, so solls gesche⸗ hen, und wirst alsdann in mir noch Wunder sehen: leg dich in Demuth hin zu meinen Fuͤßen, ich will auf dich die Kraft des Le⸗ bens gießen. 15.(Seele.) Ich lege mich denn hin in aller Stille, zu warten und zu sehn, was sei dein Wille; ich sterbe gaͤnzlich mir und allem abe, gnug, wenn ich dich allein, o IEsu, habe. In eigener Melodie. Zeelen⸗Wei⸗ 722. S de, meine an ant IEsu, laß mich est an dir mit Verlangen dir anhangen, bleib mein Schutz, Schild und Pa⸗ nier. 2. Lebensquelle, klar und helle bist du, wenn ich dich empßund; deine suͤße Lie⸗ besküͤsse suͤßer mir als Ho⸗ nig sind. 3. Laß, mein JEsu, keine Unruh mich von deiner Lieb abfuͤhrn; ob die Welt schon auf dein Zion ihren Haß und Grimm laͤßt spuͤrn. 4. Ob gleich Dornen mich von vornen und von hinten ganz umringt, schuͤz⸗ zest du mich, daß kein Dorn⸗ stich seine Kraft an mir vollbringt. 5. Weizenkoͤrner, Un⸗ krautsdoͤrner hier beisam⸗ men müuͤssen stehn; dort wird scheiden GOtt die beiden, wenn die Ernte wird angehn. 6. Saulus Schnauben kraͤnkt den Glauben, und verfolgt die kleine Heerd; mein GOtt, hoͤre, Viel bekehre, daß dein Kirchlein fruchtbar werd: 7. Und viel Glieder hin und wieder sich zu dir noch finden ein, so wird Freude nach dem Leide uͤber die Bekehrung sein. 8. Armes Zion, GOtt ist dein Lohn, bleibe du nur ihm getreu; sei gedul⸗ dig, leb unschuldig vor der Welt, und rede frei. 9. Schmale Wege, enge Stege zeigen wie vorsich⸗ tig wir wandeln sollen, wenn wir wollen ohne An⸗ stoß leben hier. 10. Furcht und Zittern muß erschuͤttern Leib und Seel in wahrer Buß; Reu im Herzen, Glaubensker⸗ zen GOtt in uns anzuͤn⸗ den muß. 1. Brennt der Glaube, ei so schaue, was fuͤr Kraͤfte er uns giebt: du sollst mei⸗ den, willig leiden, gerne thun, was GOtt beliebt. 12. Eifrig hassen, un⸗ terlassen, was nur GOtt zuwider ist, seinen Willen zu erfuͤllen, darnach strebt ein wahrer Christ. Adam Drese. In eigener Melodie. — o bleibets 723. S denn also/ daß ich nach deinem Wil⸗ len, mein treuer GOtt und HErr, die nicht gega, Last, 6¹⁴ Von der Gelassenheit. Last, die du nun lange Zeit mir aufgebuͤrdet hast, soll tragen, bis ich werd mein letzte Ruhstaͤtt fuͤllen. 2. Ich habe dich zwar oft mit inniglichem Fle⸗ hen, mein GOtt, drum angesucht, ob wolltest du es thun, daß ich vor mei⸗ nem End auch einsten mochte ruhn, und also deinen Ruhm mit Freu⸗ den noch erhöhen; 3. Ob ich nur einen Tag erfreulich noch erleben und sein genießen moͤcht, daß ich von Schmerzen frei, und etwa eine Stund ohn solche ging vorbei: so sollte meine Seel sich dann zur Ruhe geben. 4. Gleichwohl hast du bisher nicht wollen noch er⸗ hoͤren mein sehnliches Ge⸗ bet; ja vielmehr stellst du dich, ob waͤrest du erzuͤrnt, und koͤnnte wider mich dem⸗ selben, deinem Grimm kein Lebendiger wehren. 5. Doch kenn ich dich, mein GOtt, daß du es herzlich meinest, und su⸗ chest nur allein der Seelen Seligkeit; dieselbe willst du uns erhalten nach der Zeit, wenn du auf das Gebet so unbeweglich scheinest. 6. So kommt es denn da⸗ her, daß du mir nicht will⸗ fahrest auf meinen Wunsch und Bitt, weil du allwis⸗ send bist, und auf das Kuͤnf⸗ tige am allermeisten siehst, daher mich vor Gefahr ge⸗ naͤdiglich bewahrest. 7. Du bist der rechte Arzt, der du allein verste⸗ hest, was unserm armen schwae fuͤr eine Arzenei, chwach oder aber stark, allhier von noͤthen sei, nach welcher du denn auch im Kreuzauflegen gehest. 8. Dein Herz ist viel zu zart, uns Schwachen auf⸗ zulegen nur das geringste Kreuz, auch eine Stund allein, wo du nicht saͤhest vor uns solches nöthig sein; die Absicht muß allzeit zu solchem dich bewegen. 9. Du thust uns ja vielmehr unzaͤhlige Gena⸗ den; das sei uns denn genug, und zwar um so viel mehr, weil selbsten auch das Kreuz uns dient zu einer Ehr, ja aber nimmer kann das wenig⸗ ste nur schaden. 10. Drum, HErr, wie dirs gefaͤllt, ich will dir nicht vorschreiben, wie du es machen sollst, ich lasse das geschehn, was du das Beste sindst, und werd noch endlich sehn, es muͤsse doch dein Rath zuletzt der beste bleiben. 11. Und trag ich dann mein Kreuz, bis man mich selbsten 7½ in meine Ruhestaͤtt, so troͤstt mich dieses doch: Du bist der treue GOtt, der solches schwere Joch zugleich auch tragen hilft, wie er es aufgeleget. 12. So soll demnach forthin, o Vater, mich ver⸗ gnuͤgen nur deine Gnad allein, die unter aller Last du immer bis daher mir noch erwiesen hast, wohl wis⸗ Von der Gelassenheit. 61⁵ wissend, daß ich nie gar werde unterliegen. 13. Dies ist der beste Trost, recht kraͤftiglich zu stillen des Herzens Unge⸗ duld, wenn etwa solches auch, nach anererbtem des ch boͤsen Fleisches Brauch/ ich widersetzen will dem guten GOttes Willen. 14. Nun, HErr, ver⸗ siegle denn ihn auch in meinem Herzen, wie ich es wohl bedarf, durch dei⸗ nen werthen Geist, den mir dein treues Wort mit einem Eid verheißt: so bleib ich recht getrost in allen meinen Schmerzen. 15. Hie bin ich deß gewiß, hie mußt du mich erhoͤren, wie ich gebeten hab, wo du nicht willst in Spott darsetzen dei⸗ nen Ruhm, wo einen wahren GOtt, der nicht betruͤgen kann, du laͤssest dich verehren. 16. Ja/ ich will in Geduld mein Kreuz nunmehr aus⸗ stehen, so lang dus haben willst; ich weiß, die meiste Zeit ist allbereit vorbei, daß in die Ewigkeit, vielleicht in kurzer Frist, ich werd mit Jauchzen gehen. Philipp Jakob Spener. Mel. von GOtt will ich nicht lassen. 72 4 oll ich nach — deinem Wil⸗ len, o GOtt, gebuͤcket sein, und hier mein Maaß er⸗ fuͤllen, das mir geschenket ein, soll 4 des Kreuzes Weh, so lang ich lebe, dulden: so ist es mein Ver⸗ schulden; o HErr, dein Will gescheh. 2. Dir sind bekannt die Sorgen, die taͤglich druͤcken mich, und nicht die Noth verborgen, die in⸗ und aͤußerlich die matte Seele guaͤlt. Sie ist dir unver⸗ hohlen, drum sei sie dir be⸗ fohlen: du weißt, HErr, was mir fehlt. 3. Willst du sie mir ab⸗ nehmen, so will ich dan⸗ ken dir; soll aber sie noch zaͤhmen mein Fleisch und Lustbegier, so fahre fort, mein GOtt, und schlage kraͤftig nieder, was dir an mir zuwider, die ganze Suͤndenrott. 4. Kann ich es nicht verstehen, warum bald dies, bald das hat muͤssen so geschehen, und daß ohn Unterlaß das Kreuz mich hat gedruͤckt: so wirst dus offenbaren, und werd ichs wohl erfabren, warum dus zugeschickt. 5. Orum will ich sein gelassen in Einfalt als eir Kind, und gehen meine Straßen, bis ich den Aus⸗ gang find; ich will in Hoff⸗ nung still auf dich, mein IEsu, schauen, und dir die Noth vertrauen, bis ich mein Theil erfuͤllt. 6. Ich weiß doch, daß mein Leiden mir nuͤtz und se⸗ lig ist, dieweil ich lerne mei⸗ den der Suͤnden Schlan⸗ genlist. Mein Suͤndenleib verdirbt, und ich seh sich anheben des neuen Geistes Leben lemehrdasalke 1, 616 Von der Gelassenheit. 7. Es lebt im Kreuz ver⸗ borgen mein liebster JE⸗ sus noch; und wo die groͤß⸗ ten Sorgen, als Lenes Kreuzes Joch, da ist er R gewiß mit großem Heil und Segen im Her⸗ zensgrund zugegen/ und ste⸗ het vor dem Riß. 8. Drum, Seele, sei zu⸗ frieden, und dulde deine Pein; es wechselt sich hie⸗ nieden bald Sturm bald Sonnenschein. Schau an die große Meng, die mit dir auf dem Wege, und werde ja nicht traͤge, ob gleich der Weg ist eng. 9. Meinst du, daß deine Plagen sein uͤberhaͤuft und groß, so denk, was andre tragen, die elend, nackt und bloß, ja gar gefangen sind, die Freund und Feind ver⸗ lassen, und als ein Scheu⸗ sal hassen, was deren Herz empfindt. 10. Ach ja, es denks ein jeder, und troͤste sich dabei, daß uͤber alle Bruͤder er⸗ geh so mancherlei, so man⸗ che Leidensart, so manche Noth und Schmerzen, die sich in frommen Herzen zugleich mit offenbart. 11. Drum sprich: Mein Gott, ich leide, was meine Schuld verdient, weil ich in Lust und Freude mich vormals hab erkuͤhnt, zu leben auf der Welt. Du bist gerecht, drum richte, und mache ganz zu nichte, was mich noch von dir haͤlt. 12. Ich kuͤsse deine Ru⸗ the, und beuge willig mich⸗/ bis in dem Fleisch und Blate die Lust geleget sich/ die noch zur Suͤnde treibt; bis aller Zorn gedaͤmpfet,/ und, nachdem er bekaͤm⸗ pfet, der Liebe Herrschaft bleibt. He 13. So will ich dich er⸗ heben in allem Kreuzes⸗ streit, und dir gehorsam leben in Zeit und Ewig⸗ keit. Wenn dies das Kreuz gebiert, so hab ich gnug erhalten, und lasse ferner walten dein Hand, wie sie mich fuͤhrt. Mel. YErr, nicht schiche deine Rache. oll ich mich 725. S denn taͤg⸗ lich kraͤnken, und aufs Kuͤnftige gedenken? Soll ich denn niemals mit Ruh Nachts die Augen schlie⸗ ßen zu? Muß nur immer vor mir stehen, wie mirs einstens wird ergehen? da doch durch mein Sorgen nicht das Geringst wird ausgericht.* 2. GOtt, der mich bis⸗ her erhalten, hoͤret noch nicht auf zu walten; oder sollt er jetzt allein dessen muͤde worden sein? Ach so laß ich Sorgen bleiben, GOtt allein es heim zu schreiben, daß es, wie es ihm gefaͤllt, mir zumalen eines gelt. 3. Er ists, der allein verstehet, wenn mirs so und so ergehet, ob dassel⸗ be nuͤtz und gut, oder obs mir Schaden thut; da sonst wir in unsern Luͤ⸗ sten uns nicht zu ent⸗ schlie⸗ Von der Gelassenheit. 61⁷ schließen wuͤßten, oͤfters waͤhlend ohngefaͤhr, was uns nur hochschaͤdlich waͤr. . Soll ich denn stets niedrig leben, und nur an der Erde kleben, daß, wenn ich zur Ruh mich leg, niemand von mir wissen moͤg? soll mich sol⸗ ches gar nicht kraͤnken, sondern ich dasselb be⸗ denken, daß ich vieler Sor⸗ gen frei und des Falles sicher sei? 5. Dennoch will ich auch nicht fliehen, wo er wollte selbsten ziehen mich her⸗ vor aus niederm Staub,; weil ich solches sicher laub: es lieg nur an einen Gaben, die wir dann gewiß auch haben/ wenn wir seinem Wink al⸗ lein im Beruf gehorsam sein. 6. Will die Armuth meiner Huͤtten er mit Segen uͤberschuͤtten und mit Guͤtern dieser Welt, sei es ihm auch heimge⸗ stellt. Ich will ihm fuͤr solches danken, und nur beten, nicht zu wanken, daß nicht, wie sonst Viel gethan, ich das Herz auch haͤnge dran. 7. Ist mir Armuth denn beschieden, bin ich auch damit zufrieden/ weil mir dieses himmel⸗ fest, daß er mich drum nicht verlaͤt. Ich will doch ihm freudig singen, und mein taͤglich Opfer bringen, bis nach dieser armei Zeit folgt die reiche Ewigkeit. 8. Wird Gesundheit mir gegeben, soll dieselb in meinem Leben dazu dienen, daß ich mehr foͤr⸗ dern koͤnne seine Ehr, daß ich muͤßig nicht ver⸗ grabe, was ich drum em⸗ pfangen habe, damit ich es brauch dahin, wozu ich berufen bin. 9. Soll ich aber Krank⸗ heit leiden, will ich den⸗ noch auch mit Freuden, weil mir seine Treu be⸗ kannt, aus des Hoͤchsten Liebeshand solche Zuͤch⸗ tigung annehmen, und mich nicht unmaͤßig graͤ⸗ men, daß solch herbe Ar⸗ zenei meinem Fleisch von noͤthen sei. 10. Soll ich viele Jahre zaͤhlen, und also mich lange quaͤlen, so gescheh des HErren Will, dem ich gern auch halte still. Er wird doch Genade geben, daß in diesem Trauer⸗Le⸗ hen je zuweilen komm ein Tag, der mich noch er⸗ freuen mag. 11. Bin ich aber bald voruͤber, list mir solches de⸗ sto lieber, daß ich dann von Suͤnden frei, und in sol⸗ chem Stande sei, wo ich meinem GoOtt in allen Stuͤcken moͤge wohlgefal⸗ len, so hier nicht gesche⸗ hen kann, weil die Suͤnd mir haͤnget an. 12. Also bleibts GOtt heim gewiesen, und sein theurer Nam geypriesen, was er auch in seinem Rath uͤber mich beschlos⸗ sen hat. Ich will anders nicht 618 Von der Gelassenheit. nicht mehr achten, son⸗ dern dieses nur betrach⸗ ten, daß den Seinen zum Beschluß endlich alles frommen muß. Philipp Jakob Spener. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 7 as GoOtt 726. Wé gefaͤllt, mein frommes Kind/ nimm froͤhlich an; stuͤrmt gleich der Wind und braust, daß alles kracht und bricht, so sei getrost; denn dir ge⸗ schicht, was GOtt gefaͤllt. 2. Der beste Will ist GoOttes Will, auf diesem ruht man sanft und still; da gieb dich allzeit frisch hinein, begehre nichts als nur allein, was GOtt gefaͤllt. 3. Der kluͤgste Sinn ist GOttes Sinn, was Men⸗ schen sinnen, faͤllet hin, wird ploͤtzlich kraftlos, muͤd und laß, thut oft was boͤs, und selten das, was GOtt Lamm A. Der froͤmmste Muth ist GOttes Muth, der nie⸗ mand Arges goͤnnt noch thut. Er segnet, wenn uns schilt und flucht die böͤse Welt, die nimmer sucht was GOtt gefaͤllt. 5. Das treuste Herz ist GOttes Herz, treibt alles Ungluͤck hinterwaͤrts, be⸗ schirmt und schuͤtzet Tag und Nacht den, der stets hoch und herrlich acht was GOtt gefaͤllt. 6. Ach koͤunt ich singen, wie ich wohl im Herzen wuͤnsch und billig soll, so wollt ich oͤffnen meinen Mund, und singen jetzo diese Stund was GOtt gefaͤllt. 7. Ich wollt erzaͤhlen seinen Rath und uͤber⸗ große Wunderthat, das suͤße Heil, die ewge Kraft, die allenthalben wirkt und schafft was GOtt gefallt. 8. Er ist der Herrscher in der Hoͤh, auf ihm steht unser Wohl und Weh; er traͤgt die Welt in sei⸗ ner Hand, hinwieder traͤgt uns See und Land was GOtt gefaͤllt. 9. Er haͤlt der Elemente Lauf, und damit haͤlt er uns auch auf; giebt Som⸗ mer, Winter, Tag und Nacht, daß alles davon lebt und lacht, was GOtt gefaͤllt. 10. Sein Heer, die Sterne, Sonn und Mond gehn ab und zu, wie sie gewohnt. Die Erd ist fruchtbar, bringt herfuͤr Korn, Oel und Most, Brod, Wein und Bier, was GOtt gefaͤllt. 11. Sein ist die Weis⸗ heit und Verstand, ihm ist bewußt und wohl bekannt, sowohl wer Boͤses thut und uͤbt; als auch wer Gutes thut und liebt, was Gott gefaͤllt. 3 20 12. Sein Haͤuflein ist ihm lieb und werth; so⸗ bald es sich zur Suͤnden kehrt, so winkt er mit der Vaterruth, und locket, bis man wieder thut was GOtt gefaͤllt. 13. Was — Von der Gelassenheit. 619 13, Was unserm Herzen dienlich sei, das weiß sein Herz, ist fromm dabei, der keinem jemals Guts versagt, der Guts gesucht, dem nachgejagt was GOtt gefaͤllt. 14. Ist dem also, so mag die Welt behalten was ihr wohlgefaͤllt; du aber, mein Herz, halt genehm, und nimm fuͤrlieb mit GoOtt und dem, was Gott gefaͤllt. 15. Laß andre sich mit stolzem Muth erfreuen uͤber großes Gut; du aber nimm des Kreuzes Last, und sei geduldig, wenn du hast was GOtt gefaͤllt. 16. Lebst du in Sorg und großem Leid, hast lauter Gram und Herze⸗ leid, ei sei zufrieden, traͤgst du doch in diesem sauren alttrn was GOtt ge⸗ faͤllt. 17. Mußt du viel leiden hier und dort, so bleibe fest an deinem Hort; denn alle Welt und Kreatur ist un⸗ ter GOtt, kann nichts als nur was GOtt gefaͤllt. 18. Wirst du veracht von jedermann, hoͤhnt dich dein Feind und speit dich an: sei wohlgemuth, dein IEsus Christ erhoͤhet dich, weil in dir ist was GOtt gefaͤllt. 19. Glaub, ν Sanftmuth und Geduld erhalten GOttes Gnad und Huld, die schleuß in deines Herzens Schrein, so wird dein ewges Erbe sein was GOtt gefaͤllt. 20. Dein Erb ist in dem Himmelsthron, bier ist dein Zepter, Reich und Kron; hier wirst du schmek⸗ ken, hoͤren, sehn, hier wird ohn Ende dir geschehn was GOtt gefaͤllt. Paul Gerhard. In eigener Blelodie. 727 as mein GOtt will, das gscheh allzeit; sein Will der ist der beste; zu helfen den er ist be⸗ reit, die an ihn glauben seste; er hilft aus Noth, der fromme GOtt, und zuͤchtiget mit Maaßen wer GoOtt vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. GOtt ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoffnung und mein Le⸗ ben; was mein GOtt will, daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben; sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezaͤhlet; er huͤt und wacht, stets fuͤr uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum will ich gern von dieser Welt hinfahrn in GOttes Willen zu meinem GOtt; wenns ihm efaͤllt, will ich ihm halten ile; mein arme Seel ich GOtt befehl in mei⸗ ner letzten Stunden. Du frommer GOtt, Suͤnd, Hoͤll und Tod hast du mir uͤberwunden. 4. Noch eins, HErr, will ich bitten dich, du wollst 6²⁰ Von der Gelassenheit. wollst mirs nicht versagen, wenn mich der boöͤse Feind anficht, laß mich, HErr, nicht verzagen; hilf, steur und wehr, ach GOtt, mein HErr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewaͤhrt; drauf sprech ich froͤhlich Amen. Markgr. Albrecht v. Brandenburg. Mel. von Sott will ich nicht lassen. 728 as willst „ du dich betruͤben, o meine liebe Seel? Thu den nur herz⸗ lich lieben, der heißt Im⸗ manuel; vertrau dich ihm allein, er wird gut alles machen, und fördern deine Sachen, wie dirs wird selig sein. 2. Denn GOtt verlaͤsset keinen, der sich auf ihn verlaͤßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm ver⸗ trauen fest. Laͤßt sichs an wunderlich, laß du dir gar nicht grauen, mit Freuden wirst du schauen, wie GOtt wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen getrost mit frischem Muth; mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nuͤtz und gut; denn was GOtt haben will, das kann nie⸗ mand verhindern aus al⸗ len Menschenkindern, so viel ihr sind im Spiel. 4. Wenn auch gleich aus der Hoͤllen der Satan troz⸗ ziglich mit seinen Rott⸗ gesellen sich setzte wider dich; so muß er doch mit Syott von seinen Raͤnken lassen, damit er dich will fassen; denn dein Werk fordert GOtt. 5. Er richts zu seinen Ehren und deiner Selig⸗ keit; solls sein, kein Mensch kanns wehren, wenns ihm waͤr noch so leid. Wills denn GOtt haben nicht, so kanns nie⸗ mand fort treiben, es muß zuruͤcke bleiben: was GOtt will, das geschicht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, ihm sei es heimge⸗ stellt; nach nichts mehr ich sonst sirebe, denn nur was ihm gefaͤllt; sein Will ist mein Begier, der ist und bleibt der beste das glaub ich steif und feste, wohl dem, der glaubt mit mir. Johann Heermann. Alel. Was mein Gott will, das gscheh allzeit. ies GOtt 729. Wẽ gefaͤllt, so gfaͤllt mirs auch, und laß mich gar nicht irren; ob mich zu Zeiten beißt der Rauch, und wenn sich schon verwirren all Sa⸗ chen gar, weiß ich fuͤrwahr, GOtt wirds zuletzt wohl richten; wie ers will han, so muß bestahn; solls sein, so seis ohn Tichten. 2. Wies GOtt gefaͤllt, zufried ich bin, das Uebrig laß ich fahren; was nicht soll sein, stell ich ihm heim, GOtt will mich recht er⸗ fahren, ob ich auch will ihm halten still, wird auch wohl Gnad bescheren; dran zweifle nicht. Solls sein, man Von der Armuth des Geistes. 6²⁰ man spricht, so seis, dem kann nichts wehren. 3. Wies GoOtt gefaͤllt, so gfaͤllt mirs wohl in allen meinen Sachen. Was GOtt versehen hat ein⸗ mal, wer kann das anders machen? Drum alls um⸗ sonst, Geld, Witz und Kunst, hilft auch nicht Haaraus⸗ raufen. Murr oder beiß, solls sein, so seis; wird doch sein Weg nauslaufen. 4. Wies GOtt gefaͤllt/ laß ichs geschehn, will mich darein ergeben; wollt ich seinm Willen widerstehn/ so muͤßt ich bleiben kleben. Denn gwiß und wahr, all Tag und Fahr bei GOtt sind ausgezaͤblet; ich schick mich drein, geschiehts, solls sein; so seis bei mir er⸗ waͤhlet. 5. Wies GOtt gefaͤllt, so wolls ergahn in Lieb und auch in Leide; dahin mein Sach will gstellet han, daß sie mir sollen beide gefallen wohl; dar⸗ um mich soll Ja oder Rein nicht schrecken; schwarz oder weiß, solls sein, so seis; dann wird GOtt Gnad erwecken. 6. Wies Gott gefaͤllt, so laufs hinaus, ich laß die Voͤglein sorgen; koͤmmt mir das Gluͤck nicht heut zu Haus, wart ich dessel⸗ ben morgen. Was mir beschert, bleibt unverwehet, ob sichs schon thut ver⸗ ziehen; mich nicht drum reiß; solls sein, so seis; gfaͤllts GOtt, mein Theil werd kriegen. 7. Wies GOtt gefaͤllt, dasselb ich will und weiter nichts begehren; meinr Sach hat er gestellt ein Ziel, die bleiben muß und waͤhren das Leben mein. DOrum geb mich drein, auf guten Grund will bauen, und nicht auf Eis; solls sein so seis; wills GOtt allein vertrauen. 8. Wies GOtt gefaͤllt, so nehm ichs an, will um Geduld nur bitten. GOtt ists allein, der helfen kann, und wenn ich schon waͤr mitten in Anast und Noth, laͤg gar im Tod, kann er mich wohl erretten gewalt⸗ ger Weis; solls sein, so seis; ich gwinns, wer wollte wetten? Ambrosius Blanrer. IV. Von der Armuth des Geistes. mel. HErr JEsu, ew⸗ ges Licht. 730. begnade den, deinem Throne schmieget, in Demuth vor dir lieget, 2. Zwar spricht dein sirenges Recht: weil als A* Himmel, als des Teufels Knecht ich oͤffne dich, mich anher bezeiget, so der sich vor sollt ich sein gebeuget zum hoͤllschen Qualgeschlecht; so spricht dein strenges und flehet aͤngstiglich: Ach Recht. Himmel, oͤffne dich! 3. Ja/ GOtt, ich leugne nicht 622 Von der Armuth des Geistes. nicht, daß dein gerecht Gericht mich ewig kann verdammen, dahin, wo Schwefelflammen fuͤr mich sind zugericht; mein GOtt/ das leugn ich nicht. 4. Wenn du willst Rich⸗ ter sein, so ist fast keine Pein so grausam zu er⸗ denken, die mich nicht sollte kraͤnken; die Hoͤlle schleußt mich ein, wenn du willst Richter sein. 5. Doch bricht dein Va⸗ terherz, und laͤßt auf mei⸗ nen Schmerz die Gnaden⸗ stroͤme fließen, weil du siehst JEsum buͤßen fuͤr mich mit Todesschmerz; drum bricht dein Vater⸗ erz. Dein Zuͤrnen wei⸗ chet weit, weil dir die offne Seit mein Glaubensbru⸗ der zeiget, und deine Weh⸗ muth neiget auf mein be⸗ truͤbtes Leid; dein Zuͤr⸗ nen weichet weit. 7. Nur laß das Rich⸗ terschwert sein von dem Hals gekehrt, um Christi Purpurblute; straf mit der Vaterruthe, wenn ich bin Strafens werth, nicht mit dem Richterschwert. 8. Der Himmel oͤffnet sich, und GOtt umfasset mich mit gnaͤdigem Erbar⸗ men: ich ruh in JEsu Ar⸗ men. O Seele, freue dich,/ der Himmel oͤffnet sich. In eigener Melodie. * der alles 731. Obl ver⸗ loren, auch sich selbst, der allezeit nur das E —— in haͤtt auserkoren, so Herz, Geist und Seel erfreut! 2. O der alles haͤtt ver⸗ gessen, der nichts wuͤßt, als GOtt allein, dessen Guͤte unermessen, macht das Herz still, ruhig, rein! 3. O wer doch gar waͤr ertrunken in der GOttheit Ungrundsee, damit waͤr er ganz entsunken allem Kum⸗ mer, Angst und Weh! 4. O der alles könnte lassen, daß er, frei vom Ei⸗ teln all, wandern moͤcht die Friedensstraßen durch dies Thraͤnen⸗Jam̃erthal! O waͤr unser Herz entnommen dem, was lockt durch eiteln Glanz, und haͤlt ab, zu GOtt zu kom⸗ men, in dem alle Guͤt ist ganz! 6. O daß wir GOtt moͤchten finden in uns durch der Liebe Licht, und uns ewig ihm verbinden; außer ihm ist eitel Nicht! 7. O waͤr unser Aug der Seelen stetig nur auf GOtt gewendt, so haͤtt auch das sorglich Quͤͤlen im Gewissen ganz ein End! 8. O du Abgrund aller Guͤte, zeuch durchs Kreuz in dich hinein Geist, Seel, Herz, Sinn und Gemuͤthe, ewig mit dir eins zu sein! Gottfried Arnold. In eigener Melodie. iebster JEsu 732. 8 Kroft der Herzen, denen ihre See⸗ len schmerzen, einges Heil der ganzen Welt, wenn ich bei mir uͤberschlage, nür r Von der Armuth des Geistes. 6²³ fuͤr Schuld ich an mir tra⸗ ge, die dein Buch verzeich⸗ net haͤlt, ach so kann ich nicht ersehen, wie ich kuͤnf⸗ tig soll bestehen. 2. Von Geburt bin ich ein Suͤnder, und von mei⸗ nem Thun nicht minder; weg ist meiner Seelen Zier, dein Bild hab ich ganz verloren, und des eufels Bild erkoren; nichtes ist mehr Guts an mir, ja noch glle Tag und Stunden mach ich groͤßer meine Wunden. 3. HErr, wo soll ich mich hinwenden? DeinZorn druͤckt mich aller Enden, in mir hab ich keine Ruh, um mich ist das Welt⸗ getuͤmmel, oben schrecket mich der Himmel, Satan spricht den Fluch dazu, und mich duͤnkt, daß selbst die Erde uͤber mich schon Klaͤger werde. 4. Ach du frommer Suͤndenbuͤßer, du getreu⸗ ster Blutvergießer, JEsu, komm mir hier zu Statt, sei mein Huͤlf und mein Berather; sprich mich los vor deinem Vater, und streich aus mein Uebel⸗ that; hast du wollen fuͤr mich buͤßen, so laß mich deß auch genießen. 5. Zwar ich muß es gern gestehen, daß ich groͤblich mich versehen, und verdient der Hoͤllen Lohn; aber sieh, ich komme wie⸗ der, fall, o JEsu, vor dir nieder, ich, dein lang verlorner Sohn, und er⸗ suche dich mit Thraͤnen, laß dich wiederum versoͤh⸗ nen. 6. Ist im Himmel groͤßre Freude, wenn ein Suͤn⸗ der kehrt mit Leide wieder zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach so nimm mich, wenn ich komme, wieder zu Genaden an; was ich bisher hab be⸗ gangen, will ich an zu bessern fangen. 7. Weicht hinfort, ihr Suͤndengeister, denn mein heilger Seelenmeister, JE⸗ sus, wohnt allein bei mir; ohn ihn war ich ganz verloren, durch ihn bin ich neu geboren, in ihm leb ich fuͤr und fuͤr, mit ihm geh ich ein zur Er⸗ den, und werd ewig selig werden. In eigener Mel. oder: Hüter, wird die Nacht der Zünden. Ar⸗ 733. Me muth macht mich schreien zu dem Treuen, der mich segnet und macht reich. IEsu, du bists, den ich meine, da ich weine, damit ich dein Herz erweich. 2. Ach wo nehm ich her die Kraͤfte 3um Ge⸗ schaͤfte, dazu ich verbun⸗ den bin? HErr, meit, armes Herz anfeure, und erneure den zerstreuten Geist und Sinn. 3. Sieh, es eilt zu dei⸗ ner Quelle meine Seele, von dem Durst geplagt und matt; du—ũ—ut0 é⸗ 624 Von der Armuth des Geistes. Begierde stillen, und mich fuͤllen, daß ich werd er⸗ freut und satt. 4. Treibe ferne, die mich hindern; du kannst min⸗ dern der Versuchung starke Kraft. Laß nichts mei⸗ nen Glauben schwaͤchen, dich zu sprechen, so em⸗ pfind ich Kraft und Saft. 5. Eil mit ausgespann⸗ ten Armen zu mir Ar⸗ men, druͤcke mich an dei⸗ ne Brust; du erkennst mein tiefes Sehnen und die Thraͤnen, JEsu, mei⸗ nes Herzens Lust. 6. Du bleibst ewig mei⸗ ne Freude, auch im Leide, wenn mich Angst und Kummer plagt; denn du bist der Auserkorne, das Verlorne hast du nimmer weggejagt. 7. O vergnuͤgter Kuß des Mundes und des Bundes zuckersuůͤße Suͤ⸗ ßigkeit! Ach mein GoOtt, was soll ich sagen? Mein Behagen bleibest du in Ewigkeit Christiau Friedrich Richter. Mlel. Was Gotl thut, das ist wohlgethan. 73 4 reicher GOtt von Guͤtig⸗ keit, von Gnade und Er⸗ barmen, sehr groß ist dei⸗ ne Guͤtigkeit bei aller geist⸗ lich Armen. Mein Herz ist still und spricht: Dein Will, o Vater in der Hoͤhe, dein Will allein geschehe. 2. Laß leuchten nur dein Angesicht in meinem dunklen Herzen, da dei⸗ nes theuern Wortes Licht zerstreuet alle Schmerzen, und oͤffne mir die schoͤne Thuͤr der Gnaden und der Wahrheit in lauter froher Klarheit. 3. Ach selig und gar heilig ist, wer hierzu kann gelangen, daß du, o Mitt⸗ ler JEsu Christ, den Wil⸗ len nimmst gefangen, und bringst den Sinn zum Vater hin, versoͤhnt mit deinem Blute; da schmeckt man alles Gute. 4. Denn GOtt ist nicht ein Menschenkind, was Boses zu erwaͤhlen; der beste Mensch ist oftmals blind, und kann gar leicht⸗ lich fehlen. Wer aber sich ganz lediglich vergnuͤgt in GOttes Wegen, der fin⸗ det lauter Segen. 5. Drum schaff in mir, o heilger Geist, den wah⸗ ren Sinn des Sohnes, und gieb mir, der du Troͤ⸗ ster heißt, die Einfalt dei⸗ nes Thrones; da ich ja frei vom Wollen sei, und mich dir uübergebe, daß dein Will in mir lebe. 6. Zerbrich, o GOtt, des Teyfels List, der im⸗ mer will verhindern, daß nicht, was auch dein Rathschluß ist, erscheine deinen Kindern. Stoß ab den Feind/ ders boͤse meint; laß an das Licht nie kom⸗ men, was er zufuͤgt den Frommen. 7. Wenn aber deines Friedens Schein nun zei⸗ get deinen Willen, wol⸗ von Verleugnung der Welt. 625 wollest du ohn alle Pein auch allen Zweifel stillen. Versiegle du in iiefster Ruh all Innigkeit der Seelen. Dein Wille sei mein Waͤhlen. Joachim Justus Breithaupt. In eigener Melodie. 7— 5² chaffe in mir, GOtt, ein reines Herze, und gieb mir einen neuen gewissen Geist. 2. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 3. Troͤste mich wieder mit deiner Huͤlfe, und er, der freudige Geist, enthalte mich. Pfalm 51, V. 12—14. Mel. Uun freut euch, lieben Christen gmein. bTchaff in 735⁴ San,hOi ein reines Herz, mein Herz ist ganz verderbet; es fuͤh⸗ let von der Suͤnden Schmerz, die ihm ist an⸗ geerbet, und die es noch thut ohne Scheu: ach mache, daß es wieder sei, wie du es erst erschaffen. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, der wie du sei gesinnet, der stets dir bn wigt, beainn und was du willst, beginnet; gieb, daß er hasse Fleisch und Blut, und uͤb den Glau⸗ ben in Demuth, Zucht, Sanftmuth, Hoffnung, Liebe. 3. Verwirf von deinem Angesicht, ob ich es gleich verdienet, mich, allerlieb⸗ ster Vater, nicht, weil IEsus dich versuͤhnet; laß nimmer, nimmer, nimmer⸗ mehr mich, dein Kind, also fallen sehr, daß du es von dir wuͤrfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den boͤsen Geist vertreibe, da⸗ mit er mich nicht nehme dir, und ich stets deine bleibe; beherrschet mein Herz, Sinn und Muth der heilge Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Huͤlfe troͤste mich, hilf und ver⸗ gieb die Suͤnden; wenn meine Seele suchet dich, so laß dich von ihr finden, und dein Verdienst, HErr IJEsu Christ, darinnen Trost und Huͤlfe ist, wider Suͤnd, Tod und Teufel. 6. Dein freudger Geist erhalt mich doch mit sei⸗ nem Freudendle/damit nicht das Verzweiflungsjoch ver⸗ derbe meine Seele; sei meine Freude du allein, ach laß mich deine Freude sein, und fuͤhre mich zur Freude. endämilia Elisabeth, Gräf. v. Schwarzburg. V. Von Verleugnung der Welt. wer doch bald hinuber waͤr/ schrei ich aus Angst der Seelen, uͤber das rothe 27 Kreu⸗ Mel. Allein zu dir, HErr JEsu Christ. 7 36.(Seele.) ch 6² Von Verleugnung der Welt. Kreuzesmeer! wie lang muß ich mich quaͤlen? Wo ist die Fahrt, wo ist die Bahn, da ich die Fluten waten kann? Ach ist denn nir⸗ gends Huͤlfe mehr? Mein GOtt und HErr! ach wer doch da hinuͤber waͤr 2.(JEsus.) Ich bin bei dir, ich helfe dir, drum halte ein mit Flehen; aus diesem kannst du glauben mir, daß ich dir muß bei⸗ stehen, weil ich dich schon herausgebracht aus Egyp⸗ ten durch meine Macht; hast du denn das vergessen schier? Sieh/ fuͤr und fuͤr bin ich bei dir und helfe dir. 3.(Seele.) Ach wer doch bald hinuͤber waͤr! Egyp⸗ ten ist zuruͤcke; ich dacht, nun haͤtt ich mein Begehr/ und saͤß im vollen Gluͤcke. Ach so geht erst recht an die Noth, auf allen Sei⸗ ten steht der Tod; ach wie ist mir das Herz so schwer; mein GOtt und HErr! ach wer doch da hinuͤber waͤt! 4.(JEsus.) Ich bin bei dir, ich fuͤhre dich durch alle Kreuzeswellen; drum zage nicht, halt dich an mich, denn wir sind Reis⸗ gesellen; so kannst du in der tiefsten Flut noch den⸗ noch haben guten Muth⸗ und sie durchgehen selig⸗ lich. Nur trau auf mich; ich bin bei dir, und fuͤhre dich. 5.(Seele.) Ach wer doch bald hinuͤber waͤr! Ach was ist noch obhanden! Hinter dem rothen Kreuzesmeer in jenen wuͤsten Landen, da fehlet Wasser, Fleisch und Brod, da ist all Mor⸗ gen neue Noth; wer ist, der mich daselbit ernahr? Mein GOtt und HErr lach wer doch da hinuͤber waͤr! 6.(IEsus.) Dir in der Wuͤsten ich beisteh, dir soll kein Mangel schaden; dich alle Morgen ich anseh in neuer Lieb und Gnaden. Dir giebt der Felsen Was⸗ ser, Wind bringt Fleisch/ das auf dich fleugt und rinnt; dein Brod kommt von des Himmels Hoͤh. Ich mit dir geh, dix in der Wuͤsten ich beisteh. 7.(Seele.) Ach wer doch bald hinuͤber waͤr! Den Hunger wollt ich leiden, wenn nur Amgleks grau⸗ sams Heer ich koͤnnte fliehn und meiden; das loͤckend Weltvolk ficht und streit, der Satan stehet ihm zur Seit, das Fleisch thut dem Geist Gegenwehr; mein GoOtt und HErr! ach wer doch da hinuͤber waͤr! 8.(IEsus.) Ich bin dein rechter Josua, der Amalek bekrieget; ich stehe dir ber Seiten da, ich bins der allzeit sieget; wenn Fleisch, Welt, Teufel dich anficht, so belf ich dir, und laß dich nicht: sei nur getrost! ich bin dir nah, ich Jehovah, ich bin dein rechter Josug. 9.(Seele.) Ach waͤr doch bald hinuͤber waͤr! Jetzt Sinai mich schrecket, da ihn bei des Gesetzes Lehr Blitz, Feuer, Rauchdampf decket; da diese Donner⸗ stimm abfaͤllt: Verflucht sei jeder, der nicht wat wa Von Verleugnung der Welt. 6²⁷ was ich in den Geboten lehr! Mein GOtt und HErr! ach wer doch da hinuͤber waͤr! 10.(JEsus.) Ich selbst bin des Gesetzes End; wer an mich herzlich glaͤubet, von dem ist alles abgewendt/ was Moses drohend schrei⸗ bet. Wer sich in mein Ver⸗ dienst einhuͤllt, hat alles schon in mir erfuͤllt; auch daß er alles halten koͤnnt/ helf ich behend; denn ich bin des Gesetzes End. 11.(Seele.) Ach wer doch bald hinuͤber waͤr! Ach was fuͤr Berg und Hoͤhen erblick ich, wo ich mich hinkehr, hier ist kein Weg zu sehen. Ich gehe mehr zuruͤck als fort, ich fuͤrcht, daß nicht an die⸗ sem Ort irgend ein Irr⸗ licht mich dethör. Mein GOtt und HErr! ach wer doch da hinuͤber waͤr! 12.(JEsus.) Ich bin der Weg, das Licht, die Pfort, durch mich kannst du eingehen. Ich trage dich hin an den Ort, da du mein Heil sollst sehen. Die Berge muͤssen weichen hin; weil ich, der Hoͤchste, hei dir bin, so hast du einen sichern Port; ich helf dir fort: ich bin der Weg/ das Licht, die Pfort. 13.(Seele.) Ach wer doch bald hinuͤber waͤr! Hier hoͤr ich nichts denn Klagen, dahin zu kommen sei zu schwer, es durf es niemand wagen; die mei⸗ sten kehren wieder um und sagen: es gescheh darum/ weil das Land seine Leut verzehr. Ach GOtt und HErr! ach wer doch da hinuͤber waͤr! 14.(IEsus.) Durch mich, durch meine IEsus⸗ kraft, durch meines Gei⸗ stes Segen, den ich dir schenk zur Ritterschaft, kannst alles du vermoͤgen. Es muß dir bleiben nichts zu schwer, dich nicht an lose Maͤuler kehr, daß du nicht auch werdst hinge⸗ rafft: alls wird geschafft durch mich, durch meine IEsuskraft. 15.(Seele.) Ach wer doch bald hinuͤber waͤr! Hier sind noch Fleisches⸗ luͤste, derselben ich auch gern entbehr in dieser rau⸗ hen Wuͤste; ich seh, daß Holle, Schlangen, Feur, Murrn/ Ekel, Peors un⸗ geheur und anders Viele ganz verstoͤr. Mein GOtt und HErr! ach wer doch da hinuͤber waͤr! 16.(JEsus.) Leg dich an meine JEsusbrust, eil her in meine Wunden; mein Blut daͤmpft alle Fleischeslust; wer sich zu mir gefunden, ist frei von allem Ungeheur: ich schuͤtze ihn, ich wehr und steur; das bleibe dir ja wohl be⸗ wußt, wenn sterben mußt, leg dich an meine JEsus⸗ brust. 17.(Seele.) Ach wer doch da hinuͤber waͤr! Den Jordan hab ich funden; nichts denn der Tod is übrig mehr, alsdann ist uͤberwunden. Hab ich hier 27 gu⸗ 6² Von Verleugnung der Welt. guten Uebergang, so werde ich mit Lob und Dank dem Hoͤchsten ewig geben Ehr; mein GOtt und HErr! ach wer doch da hinuͤber waͤr! 18.(JEsus.) Mein Tod ist deines Todes Tod, mein Leben ist dein Leben; wie kann der Tod sein eine Noth, ders Leben dir muß geben? Laß dir davor nicht werden bang, es ist ein schneller Uebergang; sieh nur an meine Wunden roth, so hats nicht Noth/ mein Tod ist deines To⸗ des Tod. 19.(Seele.) Ach wer doch schon hinuͤber waͤr! Ach JEsu, hilf mir Schwa⸗ chen, daß ich komm zu der Engel Choͤr, das kannst du balde machen. Dein Name ist heilig und hehr/ du hast geholfen bis hieher, ein seligs Ende mir bescheer. Mein GOtt und HErr! ach wenn ich schon hin— uͤber waͤr! 20.(IEsus.) Ich helfe dir hinuber schon, die letzte Bitt ich höͤre; ich setz dir auf die Lebenskron, in eng⸗ lische Lustchͤre fuͤhr ich dich jetzo selig ein, da sollst du bei GOtt ewig sein. Ich bin dein Schild und großer Lohn, ich GOttes Sohn, ich helfe dir hin⸗ uͤber schon. 21.(Seele.) Preis, Ehre und Hallelujah sei dir, o GOtt, gesungen; was ich gewuͤnscht, ich schon em⸗ lungen. ⸗Her Sicg in da. lungen. Der Sieg ist da. Ich seh das Land, du fuͤhrst mich drein mit starker Hand; dir bin und bleib ich ewig nah. Dir Je⸗ hovah, sei Preis und Ehr, Hallelujah! Mel. Auf meinen lieben GOtt. de, du suͤße 737. A schwing ins Himmelszelt die Fluͤgel meiner Sinnen, und suche zu gewinnen/ was ewiglich bestehet, wenn dieses Rund vergehet. 2. Fahr hin mit deinem Gut, das eine kleine Flut so balde kann verheeren, und eine Glut verzehren; fahr hin mit deinen Schaͤtzen, die nimmer recht ergtzen. 3. Fahr hin mit deiner Lust, sie ist nur Koth und Wust; und deine Froͤhlich⸗ keiten verbluͤhen mit den Zeiten. Was frag ich nach den Freuden, auf die nur folget Leiden Fahr hin mit deiner Pracht; von Wuͤrmern ist gemacht der Sammet und die Seiden, die deinen Leib bekleiden. Was mag ge⸗ nennet werden, ist lauter Koth und Erden. 5. Fahr hin mit deiner Ehr; was ist die Hoheit mehr, als Kummer im Gewinnen, und Herzleid im Zerrinnen? Was frag ich nach den Ehren, die nur das Herz beschweren? 6. Fahr hin mit deiner Gunst; falsch lieben ist die Kunst, dadurch der 4* e⸗ Von Verieugnung der Welt. 629 betrogen, dem du dich zeigst gewogen. Was frag ich nach dem Liehen, das endlich muß betruͤben? 7. Im Himmel ist der Freund, der mich recht herzlich meint, der mir sein Herze giebet und mich so bruͤnstig liebet, daß er mich suͤß erquicket, wenn Angst und Truͤb⸗ sal druͤcket. 8. Des Himmels Herr⸗ lichkeit ist mir schon zube⸗ reit; mein Name steht geschrieben bei denen, die GOtt liehen. Mein Ruhm kann nicht vergehen, so lang GOtt wird bestehen. 9. O Zions guͤldne Pracht, wie hoch bist du geacht! Von Perlen sind die der Ort⸗ das Gold hat aller Orten die Gassen ausgeschmuͤcket. Wann werd ich hingeruͤcket? 10. O suͤße Himmels⸗ lust, wohl dem, dem du bewußt! Wenn wir ein Troͤpflein haben, so kann er uns erlaben; wie wird mit großen Freuden, der volle Strom uns weiden! 11. O theures Himmels⸗ gut, du machest rechten Muth. Was werden wir fuͤr Gaben bei dir, HErr IEsu, haben; mit was fuͤr reichen Schaͤtzen wirst du uns dort ergoͤtzen! 12. Fahr, Welt, fahr immer hin; gen Himmel steht mein Sinn; das Irdisch ich verfluche, das Himmlisch ich nur suche. Ade, du Weltgetuͤmmel, ich waͤhle mir den Himmel. Heinrich Müller. Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. 73 8 hristi Tod ist Adams Leben, Christi Leben Adams Tod; denn aus Lieh hat sich gegeben Christus in des Adams Noth, auf daß Adam in ihm stuͤrbe, nicht im andern Tod verduͤrbe. 2. Adams Tod ist Chri⸗ sti Leben, Adams Leben Christi Tod; Adam muß nach Christo streben, ster⸗ ben auch mit Hohn und Spott, auf daß er in Christo bleibe, und ersteh im klaren Leibe. 3. So wir nun mit Christo sterben, seinem Tode werden gleich, wer⸗ den wir auch mit ihm er⸗ ben, herrschen auch in sei⸗ nem Reich. Denn, so viel wir Christi haben, nießen wir auch seiner Gaben. 4. So wir aber Adams Le⸗ ben lieben im befleckten Rock, und nicht bleiben gruͤne Reben an dem reinen Weinestock: was hilft Lau⸗ ten, Pfeifen, Singen, wenn wir faule Fruͤchte bringen? 5. O, es laͤßt sich so nicht machen, wie der al⸗ te Adam denkt; Christi Kreuz vertreibt das La⸗ chen, wenn das Leben wird gekraͤnkt, nicht allein von Menschenkinden, son⸗ dern auch Versuchungs⸗ winden. 6. Solches muß im Geist erfahren ein recht glaͤu⸗ big Christenmann; wenn es kommt zu seinen Jah⸗ ren, 630⁰ Von Verleugnung der Welt. ren, ja von seiner Jugend an muß er Christi Kreuze tragen, auch im Tode nicht verzagen. 7. Wer will solche Fluten zaͤhlen, solche Noth und Thraͤnensaat? Ein Ge⸗ scheuter thuts verhehlen, haͤlt sich fest an GOttes Rath. Seinen Trost auf GOtt er setzet, ob ihn schon die Welt verletzet. 8. Wie gewohnt zu thun die Frommen, die durch Glauben und Geduld end⸗ lich zu der Ruhe kommen, und erlangen GOttes Huld: also mag ein Christ genesen, lebt in Christi Geist und Wesen. 9. Den er herzlich liebt und ehret, seinem Leben folget nach, mit der Welt sich nicht bethoͤret, weil sie nur bringt Weh und Ach/ welches ihrer Viel nicht lauben, sich des letzten rosts berauben. 10. Nun wir warten allermaaßen, bis uns GoOtt hier fordert ab; o daß wir ihm ganz gelas⸗ sen froͤhlich suchten unser Grab, erstlich zwar in Christi Herzen, nachmals in der Erd ohn Schmerzen! 11. Denn auch Christi Grab ohn Sorgen und sanft ruhig Bettelein ist mit Geist und Wort ver⸗ borgen in des Glaͤubgen Herzensschrein. Wer ihn nur von Herzen liebet, in dem lebt er unbetruͤbet. 12. Wer ihm aber nicht will haben, und sein Kreuz nicht leiden mag, der bleibt in der Hoͤll be⸗ Ana voller Schrecken, ngst und m li Denn wer Christum hier nicht traͤget, den dort GOttes Rache schlaͤget. 13. O hilf/ Christe, durch dein Leiden, daß wir dir nachfolgen schlecht durch viel Truͤbsal zu den Freu⸗ den; du allein machst uns gerecht durch dein Blut und Marterkronen; laß uns ewig in dir wohnen. Abraham v. Frankeuberg. Mel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. ie Liebe lei⸗ 739. Didauht Gesellen, im Falle sie treu und redlich brennt; zwo Sonnen moͤgen nicht er⸗ hellen beisammen an dem Firmament. Wer Herren, die einander feind, bedie⸗ nen will, ist keines Freund. 2. Was hinkst du denn auf beiden Seiten, o Seel? Ist GOtt der HErr dein Schatz, was haben denn die Eitelkeiten fuͤr einen Anspruch, Theil und Platz? Soll er dich nennen seine Braut, kannst du nicht andern sein vertraut. 3. Im Fall du Christum willst behalten, so halt ihn einig und allein; die ganze Welt soll dir erkal⸗ ten, und nichts als lau⸗ ter Graͤuel sein. Dein Fleisch muß sterben, eb die Noth der Sterblichkeit dir bringt den Tod. 4. Warum sollt ich doch das umfangen, was 0 5 0 0 Von Verleugnung der Welt. 631 hald verlassen muß, was mir nach abgekuͤrztem Prangen braͤcht ewig Ekel und Verdruß? Sollt ich um einen Dunst und Schein ein Scheusal heil⸗ gen Geistes sein? 5. Die Augen dieser Er⸗ den lachen zwat weidlich in der Sterblichkeit, beweinen aber in dem Rachen der Hoͤllen ihr unendlich Leid; die Engeltraub hergegen traͤnkt den, der mit Thraͤ⸗ nen hier sich kraͤnkt. 6. Ach GOtt, wo sind sie, die vor Jahren ergeben aller Eitelkeit, und in die Welt so bruͤnstig waren verliebt? Des schnoͤden Lei⸗ bes Kleid sind Wuͤrmer; ihre Seele sitzt in ewig heißer Glut und schwitzt. 7. Die Welt senkt ihre Todten nieder, und weckt sie nimmer wieder aufz mein Schatz ruft seine Todten wieder maf unbeschraͤnkten Lebenslauf, verklaͤrt sie wie das Morgenroth, wenn jene nagt der andre Tod. 8. Was hab ich denn, o Welt, zu schaffen mit daner leichten Rosen⸗ kron? Fleuch hin, und gieb sie deinen Affen, laß mir des Kreuzes Dorn und Hohn. Besitz ich JEsum nur allein, ist alles, was zu wuͤnschen, mein. Erasmus Finy. In eigener Mlelodie. 740. gypten, E⸗ gyvten, gute Nacht! Die Dienstbarkeit ist aus; mein Moses ruͤckt herbei, der mich aus Go⸗ sen fuͤhrt; nunmehro bin ich frei von aller schwe⸗ ren Last; die Arbeit ist vollbracht. Egypten, Egyp⸗ ten, gute Nacht! 2. Gomorra ½ gute Nacht! und was in So⸗ dom lebt; der Himmel thut sich auf, und draͤut mit Schwefelglut; ich richte meinen Lauf zu mei⸗ nem Zoar hin, da meine Ruhe wacht. Gomorra gute Nacht! 3. Mein Babel:/ gute Nacht! Israel zeucht zur Ruh, die WTrübfal ist ge⸗ wandt; ich komm auf freien Fuß und in mein Vaterland. Die Bande fallen weg und werden ausgelacht. Mein Babel gute Nacht! 4. Du Eitles:5 gute Nacht! Es ist genug ge⸗ kaͤmpft. Mein Geist eilt nun zur Ruh, er fleucht mit frohem Muth nach Zions Huͤgeln zu, da wah⸗ re Ruhe wohnt und recht Vergnuͤgen macht. Du Eitles ½ gute Nacht! 5. Laß deinen Die⸗ ner fort nun, HErr wie du gesagt; mit Frieden aus der Welt laß meinen Abschied sein. Wenns dir, mein GOtt, gefaͤllt, so spanne selig aus. HErr ich trau auf dein Wort, laß deinen 1 Diener fort. 6. Nun Alles ½ gute Nacht! Egypten, gute Nacht, mit deiner Sela⸗ verei! Gomorra, gute Nacht! von Babel bif ich rei; 632 Von verleugnung der Welt. frei; mein JIEsus, der mich lieht, hat mich nun frei gemacht von allem:/ gute Racht! Georg Conrad Büttner. In eigener Mlelodie. ins ist Not 741. Ciachden⸗ dies Eine lehre mich er⸗ kennen doch; alles andre, lie wies auch scheine, is. ja nur ein schweres Joch, darun⸗ ter das Herze sich naget und plaget, und dennoch kein wahres Vergnuͤgen er⸗ jaget. Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, so werd ich mit Einem in allem ergöttzt. 2. Seele, willst du die⸗ ses finden, suchs bei kei⸗ ner Kreatur. Laß, was ir⸗ disch ist, dahinten, schwing dich uͤber die Natur. Wo GOtt und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fuͤlle er⸗ scheinet, da, da ist das beste, nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war be⸗ flissen auf des Einigen Ge⸗ nieß, als sie sich zu JEsu Fuͤßen voller Andacht nie⸗ derließ; ihr Herze entbrann⸗ te/ dies einzig zu hören, was IEsus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gaͤnzlich in IEsum versenkt, und wurde ihr Alles in Einem geschenkt. 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster JEsu, nur nach dir; laß mich treu⸗ lich dir anhangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehrten zum grb⸗ ßesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nach⸗ laufen; denn dein Wort, o JEsu,ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in IEsu geneußt? 5. Aller Weisheit höcchste ate in dir ja verborgen iegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in sol⸗ che Schranken fuͤgt, wor⸗ innen die Demuth und Ein⸗ falt regieret, und mich zu der Weisheit, die himm⸗ lisch ist, fuͤhret. Ach wenn ich nur JEsum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Richts kann ich vor GOtt ja bringen, als nur dich, mein hoͤchstes Gut. JEsu, es muß mir gelin⸗ gen durch dein rosinfarb⸗ nes Blut. Die hoͤchste Ge⸗ rechtigkeit ist mir erwor⸗ ben, da du bist am Stamme des. gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun, so gieb, daß meine Seele auch nach dei⸗ nem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwaͤhle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum goͤttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir al⸗ les gegeben; entreiße mich aller vergaͤnglichen Lust, dein Leben sei, JIEsu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr weltaneWicbbeschideyi ie von Verleugnung der Welt. 633 die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut. Da hast du die ewge Er⸗ loͤsung gefunden, daß ich nun der hoͤllischen Herr⸗ schaft entbunden; dein Ein⸗ gang die voͤllige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnuͤgen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergdtzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt, IEsus, mich gesetzt. Nichts Suͤ⸗ ßes kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, IEsu, dich immer soll ha⸗ ben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, JEsu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, IEsu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; pruͤf, er⸗ fahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf boͤsem, betruͤg⸗ lichem Stege, und leite mich, Hoͤchster, auf ewigem Wege; gieb, daß ich hier alles nur achte fuͤr Koth, und IEsum gewinne, dies Eine ist noth. Joh. Heinrich Schröder. In eigener Melodie. 7 42 ntfernet euch, ihr matten Kraͤfte, von allem, was noch irdisch heißt; wirf hin die zeitlichen Geschaͤfte, mein gnug geplagter, muͤ⸗ der Geist. Nun, gute Racht, es ist vollbracht. Ich fang ein ander Wesen an, das sich mit nichts vermengen kann. 2. Ihr Berg und Thaͤ⸗ ler, helft mir singen, be⸗ singen meines JEsu Preis, der unter so geringen Dingen mich doch so lang zu schuͤtzen weiß. Habt gute Nacht, ich habs be⸗ dacht; es ist mit mir recht hohe Zeit, zu fliehen die Vergaͤnglichkeit. 3. Ihr seid ja wohl, ihr gruͤnen Auen, im Sommer lieblich anzu⸗ sehn; doch wird man auch an euch bald schauen, wie alle Schoͤnheit muß vergehn. Drum, gute Nacht, nimm dies in Acht, mein Herz; du liebest von Natur nur allzugern die Kreatur. 4. Hast du bisher noch was geliebet, das dir hat Zeit und Kraft verzehrt, so sei denn auch nicht mehr betruͤbet, wenn dir wird der Genuß gewehrt. Gieb gute Nacht, der Braͤutgam wacht und will, daß seine Braut ihm bleib ein wohlgeschmuͤckt jungfraͤulich Weib. 5. Nun weg, du schnde Eigenliebe, du mußt mein Herze lassen leer, zu fol⸗ gen dessen Liebestriebe, dem nur gebuͤhrt ailein die Ehr. Nun gute Nacht, was sich selbst acht; ich geh nun von mir selber aus, zu ziehn in meines Liebsten Haus. 6. Ach reiß mich los von allen Banden, von dem subtilsten Retze frei; 27* mach . —— 634 Don verleugnung der Welt. mach aller Feinde Rath zu Schanden, daß ich dein freies Schaͤfchen sei. Hab gute Nacht, du List und Macht, die mich so oft betrogen hat; euch fehlt an mir nun Rath und That. 7.“ Wie suͤß ist doch ein freier Wandel in vol⸗ ler Abgezogenheit, wenn dieser Welt ihr toller Handel uns keine Sorg noch Furcht bereit. Ja, gute Nacht, du Lust und Pracht, ich bin bereits in meinem Sinn verlobte Braut und Koͤnigin. roße Pallaͤste; Eitelkeit, itelkeit, lachende Gaͤste. Christen, die suchen ein ewiges Haus, ihre Gedan⸗ ken sind nimmer daraus. 4. Eitelkeit, Eitelkeit, Kriege zu führen; Eitel⸗ keit, Eitelkeit, fleischlich studiren. Christen die strei⸗ ten den geistlichen Streit, und sie studiren, was JE⸗ sus gebeut. 4*0 5. Eitelkeit, Eitelkeit, niedliches Essen; Eitelkeit, Eitelkeit, GOtt zu ver⸗ gessen. Christen genießen verborgenes Brod, wel⸗ ches ist ihr hochgelobeter 8. Verbirg mich nur GOtt in deinem Frieden, und druͤck mich tief in dei⸗ nen Schooß; mach mich von allem abgeschieden, und von den Kreaturen bloß. Run, gute Nacht, die Liebe macht, daß ich mich selbst vergessen kann, und sehne mich nur Him⸗ mel an. Gottfried Arnold. In eigener Melodie. itelkeit, Ei⸗ 743. E telkeit, was wir hier sehen; Eitel⸗ keit, Eitelkeit, was wir begehen. Kindliche Tha⸗ ten und kindliches Spiel ist auch der Alten ihr taͤg⸗ liches Ziel. 2. Eitelkeit, Eitelkeit, koͤstlich sich zieren; Eitel⸗ keit, Eitelkeit,. bra⸗ viren. Praͤchtig ich klei⸗ den ist Liebe der Welt, maͤßig sich schmuͤcken den Christen gefaͤllt. 3. Eitelkeit, Eitelkeit, 6. Eitelkeit, Eitelkeit, Euelet und Springen; Eitelkeit, Eitelkeit, Spie⸗ len und Singen. Ewi im Himmel Hallelujia klingt, wenn man auf Erden von Eitelkeit singt. Joachim Neander. Mel. HeErr, ich habe mißgehandelt. 744 Ei: was frag * ich nach der Erden, wenn Jehovah bei mir ist? Es muß mir der Himmel werden trotz der Welt und Teufels List; HeErr IEsu, meine Krone, komm, in meinem Herzen wohne. 2. Ei was frag ich nach Dukaten? Reich genug, wer GOtt nur hat. Ich verachte Ehren⸗Staaten, droben ist die Ehrenstadt. O mein Schoͤpfer, hilf doch glauben deiner bloͤ⸗ den Turteltauben. „* Von Verleugnung der Welt. 635 3. Ei was frag ich nach dem Himmel? Himmels nug, wer JEsum liebt. fui, du schnoͤdes Welt⸗ getuͤmmel, ach wie hast du mich betruͤht! Nun will ich mich erst ergotzen in den unsichtbaren Schaͤtzen. 4. Ei was frag ich nach dem Schmaͤhen, wenn ich meide bose That? Wie GoOtt will, so muß es ge⸗ hen; o der Luͤgen wird wohl Rath! Endlich wird der Wahrheit Leben hellen Mittagsglanz doch geben. 5. Ei was frag ich nach dem Loben? Darum bin ich froͤmmer nicht; wahres Lob kommt nur von oben, von dem, der ins Herze sieht. So viel wird der Mensch nur taugen, als er gilt in GOttes Augen. 6. Ei was frag ich nach euch allen, Himmel, Erde, Geld und Ehr? Wenn ich nur kann GOtt gefallen, ei was will, was will ich mehr? GOtt allein will ich betrachten, wenn mir Leib und Seel verschmachten. Joachim Reander. Alel. Christus, der uns selig macht. 74 ahr nur hin, . 45. F du schnoͤde Welt, fahr aus meinen Sinnen; du sollst doch mit deinem Geld mir nichts angewinnen. JIEsum Chri⸗ stum hab ich mir auser⸗ waͤhlt zu lieben; alles An⸗ dre, was man hier liebet, kann betruͤben. 2. Was ist aller Reich⸗ thum hier? Nur ein Stuͤcklein Erde, eine Lau, die fuͤr und fuͤr druͤcket mit Beschwerde; eine Flamme, die das Herz giftiglich entzuͤndet; eine Dorne, da der Schmerz unsre Seel verwundet. 3. Was ist Ehr und Herrlichkeit? Nur ein Schein und Schemen; kommt und schwindet mit der Zeit, stuͤrzet uns in Graͤmen; wenn wir wollen himmelan unsre Fluͤgel schwingen, muͤssen wir mit Haaman in die Schan⸗ de dringen. 4. Deine Wollust ist ein Gift, kuͤnstlich uͤber⸗ zogen mit dem Zucker; wen sie trifft, wird durch sie betrogen; wer sie isset, muß mit Pein in die Hoͤlle fahren, trinken von dem Schwefelwein der ver⸗ dammten Schaaren. 5. O du blinde Men⸗ schenseel, magst du das noch lieben, was dich in der Hoͤllenhoͤhl ewig kann be⸗ truͤben, und doch nichts ist als ein Rauch, als ein Damypyf und Schemen? Auf verfluchten Liebe-Brauch folgt verfluchtes Graͤmen. 6. Bist du nicht vom Him⸗ mel her, himmlisch an Ge⸗ muͤthe; kannst genießen im⸗ mer mehr deines GOttes Guͤte: wie soll denn was irdisch noch dein Begierde stillen? Kann das Erden⸗ puͤnktlein doch nicht den Himmel fuͤllen. 7. Fahr hin, Welt, mit deinem Dreck, du kannst mich 636 Von Verleugnung der Welt. mich nicht laben; JEsus ist mein Liebeszweck; wenn ich den mag haben, frag ich nichts nach alier Lust, die der Himmel heget; alles ist mir Koth und Wust, was das Erdreich traͤget. 8. Ist im Himmel suͤße Lust, giebt das Erdreich Schaͤtze, so ist mir doch mehr bewußt, wenn ꝛich mich ergoͤtze in dem JE⸗ su, der allein kann ver⸗ gnuͤglich laben; ohne den ists lauter Pein Erd und Himmel haben. 9. Er ist mir, was ich begehr, ohne List und Truͤ⸗ gen, mein erwuͤnschtes Wollustmeer, mein hoͤch⸗ stes Vergnuͤgen, mein Erd und mein Paradeis, mein Schatz und mein Leben, meines Mundes hoͤchster Preis; er kann mich er⸗ heben. 10. Fahr nur, Welt, fahr immer hin mit den guͤldnen Schaͤtzen; JEsus ann mir meinen Sinn mehr als Gold ergoͤtzen; mangelt Gold, so hab ich GOtt; es wird mir ge⸗ lingen, sollten auch die Raben Brod mir vom Himmel bringen. 11. Bin ich vor der Welt veracht, und werd hier be⸗ truͤbet, so bin ich doch werth geacht bei GOtt und geliebet. Menschen⸗ ehr muß wie ein Dunst, wie ein Schaum vergehen; bleibet mir des Himmels Gunst, will ich doch be⸗ stehen. Heinrich Müller. Alel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. 7 46 ehab dich 4 wohl, du schnoͤde Welt, mit deinen Syezereien, Lust, Ehre, Reichthum, Gut und Geld/ so du pflegst auszustreuen. 2. Reiz, wen du willst, mit dem Geruch der Eitel⸗ keit zu Suͤnden; wer sol⸗ chem folgt, der wird den Fluch anstatt des Segens inden. 5 3. Dein Balsam ist mit Gift vermischt, reizt man⸗ chen hin zu laufen, da ihn des Sataus Strick er⸗ wischt. Ich mag nicht Reue kaufen. 4. Mein Balsam, das ist JEsus Christ, der edle Gruch des Lebens, so mei⸗ ner Seelen Labsal ist, dem lauf ich nicht vergebens. 5. Vergebens lauf ich dem nicht nach, er toͤdtet Tod und Laster; macht frei mich von verdienter Rach und weiß wie Ala⸗ baster. 6. Er giebt mir wun⸗ dergroße Kraft und An⸗ muth ohne Maaßen; es ist der allerstaͤrkste Saft, drauf man sich kann ver⸗ lassen. 7. Klopft Noth und Tod an meine Brust, will mich der Feind erschrecken, so kann der Balsam, Muth und Lust zum letzten Kampf erwecken. 8. GOtt hat ihn uns in seinem Wort zum Besten ausgegossen, auf dañ sol⸗ Ol⸗ Von Verleugnung der Welt. 637 sollen fort und fort ihm folgen unverdrossen. 9. Darum so laßt uns Herz und Muth mit die⸗ sem Balsam streichen, mit Christi Namen, Lehr und Blut, das wird uns Kraͤfte reichen. 10. Auf daß wir laufen auf der Bahn, die zu dem Leben fuͤhret, die Christus selbst mit seiner Fahn des lieben Kreuzes zieret. 11. Du aber,/HErr, zeuch uns zu dir mit deines Geistes Faden; man muß nur immer laufen hier in Seilen deiner Gnaden. 12. Zeuch mich, so folg und lauf ich hin, wohin du rufst, und werde zu dir mit Danken meinen Sinn erheben von der Erde. Michael Dillherr. Mlel. JEsus, meine Zuversicht. *&imelan geht 74⁴7. Hamste Bahn⸗ wir sind Gaͤste nur auf Erden, bis wir dort in Canaan durch die Wuͤste kommen werden. Hier ist solchen Schaͤtzen streben, die uns bleiben, wenn die Welt in ihr erstes Nichts zerfaͤllt. 4. Himmelan! ich muß mein Herz auch bei mei⸗ nem Schatze haben, denn es kann mich anderwaͤrts kein so großer Reichthum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk an ihn. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höͤre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hin gehoͤre. Wenn mich dieses Wort verwahrt/ halt ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan denk ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hoch⸗ zeitmahl. 7. Himmelan! mein Glaͤube zeigt mir das schoͤ⸗ ne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwaͤrts steigt uͤer Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht unser Pilgrims⸗Stand, ist viel zu klein gegen je⸗ droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; denn du bist ein himmlisch Wesen, und kannst das, was irdisch heißt/ nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von GOtt er⸗ leuchter Sinn kehrt in sei⸗ nen Ursprung hin. 3. Himmelan! die Welt kann dir nur geborgte Guͤ⸗ ter geben. Deine himm⸗ lische Begier muß nach nen Glanz und Schein. 8. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Hei⸗ math fuͤhren, da ich uͤber alle Noth ewig werde triumphiren. IEsus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 9. Himmelan, ach him⸗ melan! das soll meine Lo⸗ sung bleiben. Ich will al⸗ len eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Him⸗ T xE 638 Von Verleugnung der Welt. Himnielan steyt nur mein Sinn, bis ich in dem Him⸗ mel bin. Benjamin Schmolk. kklel. Eins ist noth, ach HErr, dies Eine. 748 H unsrer 2 Seligkei⸗ ten, zeuch uns in dein Heiligthum, da du uns die Staͤtt bereiten, und hier im Triumph herum als deine Erkaufte sieg⸗ praͤchtig willst fuͤhren; laß unsere Bitte dein Her⸗ ze jetzt ruͤhren; wir wol⸗ len dem Vater zum Opfer darstehn, und in der Ge⸗ meinschaft der Leiden hin⸗ gehn. 2. Er hat uns zu dir gezogen, und du wieder zu ihm hin. Liebe hat uns uͤberwogen, daß an dir hangt Muth und Sinn. Nun wollen wir erne mit dir auch ab⸗ sterben dem ganzen na⸗ tuͤrlichen Seelenverderben. Ach pflanze und setz uns zum Tode hinzu, sonst sinden wir ewig kein Le⸗ ben und Ruh. 3. Aber hier erdenkt die Schlange so viel Ausflucht uͤberall: bald macht sie dem Willen bange, bald bringt sie die Lust zu Fall. Es bleibet das Leben am Kleinsten oft kleben, und will sich nicht voͤllig zum Sterben hingeben; es schuͤtzet die besten Absichten noch vor, und bauet so Hoͤ⸗ hen und Festung empor. 4. Drum, o Schlangen⸗ treter, eile, fuͤhr des To⸗ des Urtheil aus; brich ent⸗ zwei des Moͤrders Pfeile, wirf den Drachen Rich hinaus. Ach laß si dein neues erstandenes Leben in unser verbliche⸗ nes Bildniß eingeben. Er⸗ zeig dich verklaͤret und herrlich noch hier, und bringe dein neues Ge⸗ schöͤpfe herfuͤr. 5. Kehre die zerstreuten Sinnen aus der Vielheit in das Ein, daß sie neuen Raum gewinnen, nur von dir erfuͤllt zu sein. Ach lege die Machten der Fin⸗ sterniß nieder, und bringe des Geistes verneuten Mund wieder, der von der verklaͤreten Menschheit sich mehr, und gegen der Gottheit Veraͤchter sich wehr. 6. Staͤrke deinen zarten Samen, der dein maͤnn⸗ lich Alter schafft, daß wir hier in JEsus Namen stehn vor GOtt in Juͤng⸗ lingskraft, den Boͤsewicht voͤllig in dir zu besiegen, daß endlich die Feinde zun Fuͤßen da liegen: so soll aus dem Tode das Leben entstehn, und hier noch in voͤlliger Mannheit auf⸗ gehn. 7. Lebe dann und lieb und labe in der neuen Kre⸗ atur, Lebensfuͤrst, durch deine Gabe die erstattete Natur; erwecke dein Pa⸗ radies wieder im Grunde der Seelen, und bringe noch naͤher die Stunde, da du dich in allen den Gliedern verklaͤrst, sie ch no Von Verleugnung der Welt. 639 noch des ewigen Lebens gewaͤhrst. 8. Goͤnn uns doch noch Frist auf Erden, Zeugen dei⸗ ner Kraft zu sein, deinem Bilde gleich zu werden, in den Tod zu nehmen ein des Lebens vollkom⸗ mene Freiheit und Rech⸗ te, als eines vollendeten Heilands Geschlechte. Der Unglaub mag denken wir bitten zu viel, so thust du doch uͤber der Bitten ihr Ziel. Gollfr. Arnold. Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 2* 49 5³3 ist mein ů* Herz/ HErr, nimm es hin, dir hab ich mich ergeben; Welt, im⸗ mer fort aus meinem Sinn mit deinem schnöden Leben. Dein Thun und Tand hat nicht Bestand, deß bin ich worden innen; drum schwingt aus dir sich mit Begier mein freier Geist von hinnen. 2. GOtt ist mein aller⸗ bestes Gut, nach ihm steht mein Verlangen. Ach koͤnnt ich doch mit frohem Muth nur meinem GOtt anhan⸗ gen! Ach daß mir doch das Suͤndenjoch vom Hals waͤr abgenommen, daß ich einmal in seinen Saal des Himmels moͤchte kom⸗ men! 3. Ich sehe doch, daß in der Welt und allen ihren Sachen, was sie von Guͤ⸗ tern in sich haͤlt, ja gar nichts ist zu machen; ihr Gut verschwindt wie Staub und Wind, ihr Lust die muß zerstieben; nur GOtt, mein Schatz, be⸗ haͤlt den Platz, und bleibet unvertrieben. 4. Was hab ich denn zuvor gethan, daß ich den Erdenluͤsten bin allzusehr gehangen an, die doch nur einer Wuͤsten ich gleiche nun, weil all ihr Thun, wie gut es uns mag duͤn⸗ ken, macht Seelennoth, und nach dem Tod in ewge Pein versinken? 5. Was mag doch wohl die Ursach sein, daß ich mich so bethoͤret? Die Suͤnd, die mich genommen ein, hat meinen Sinn ver⸗ kehret, daß ich allhier mich, GOtt, von dir, hab df⸗ ters lassen trennen. Dies lasse mich, ich bitte dich, mit steter Reu erkennen. 6. Gieb, daß ich meinen Sinn zu dir hinauf gen Himmel schwinge mit Lieb und herzlicher Begier, und mich in keinem Dinge er⸗ freue hier, als nur in dir, GOtt, meiner Seele Le⸗ ben. Du allermeist kannst meinem Geist die beste Saͤttgung geben. 7. Drum immer hin, was fluͤchtig ist, ich will es lassen fahren; GOtt einig hat mein Herz durch⸗ suͤßt, der wird mich wohl bewahren, daß ich die Pracht der Welt nicht acht, vielmehr nur ihn verlange mit dankbarm Muth, das hoͤchste Gut, und ewig ihm anhange. Sebastian Franck. Mel. 6⁴⁰ Von Verleugnung der Welt. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 775 ilf GOtt, 750. H wie gehts doch jetzo zu? Was sind doch das fuͤr Zeiten? Die Menschen hassen ihre Ruh/ und wollens gar nicht lei⸗ den, daß man sie lehr den fechten Weg, daß man sie ruͤhr den schmalen Steg/ der nach dem Himmel fuͤh⸗ ret; sie sagen ungescheuet: Nein, wir wollen bleiben, wie wir sein. Sieh, wie das Volk sich zieret. 2. Genug ists nicht, daß sie dein Wort verwerfen und verachten, und nach der alten Weise fort den Bauch zu naͤhren trachten; sie wollen noch dazu Recht han; das groͤßt Unrechi hat der gethan, der ihnen das verweiset; den halten sie fuͤr ungelehrt und seine Lehre fuͤr verkehrt, der ihr Thun nicht hochpreiset. 3. Wer will von schwa⸗ chen Menschen mehr, als wir sind, wohl begehren? Man treibt die Sach auch allzusehr, und sagt nur von Bekehren. Ei Lieber, laßt es, wies vor war; Welt bleibet Welt, das seht ihr gar, ist Christus doch ge⸗ orben. Wenn wir zu⸗ weiln zur Kirchen gehn, zur Beicht, und heten beim Aufstehn, ists denn so gar verdorben? 4. Dergleichen Reden fuͤbren die, so sich na Christo nennen; verleug⸗ nen in dem Leben je, was sie im Mund hekennen; sie schelten wohl fuͤr Ketze⸗ rei, daß man sie wollt be⸗ reden frei; ein Christ muß heilig leben; daß IEsus und sein Geist die Suͤnd durch Glauben in uns uͤberwind, ist ihnen gar nicht eben. 5. Drum, lieber GOtt, rett deine Ehr und JEsu, deines Sohnes: laß leuch⸗ ten immer mehr und mehr durch den Geist dei⸗ nes Thrones, Laß JEsus Christus Heil und Staͤrk Genad und Wahrheit, Glaub und Werk be⸗ kannt uns allen werden, und wie er fuͤr, in, mit uns sei, lehr, was wir an ihm haben frei im Himmel und auf Erden. Johann Caspar Schade. In eigener Melodie. 7 51 oͤchster Prie⸗ * ster, der du dich selbst geopfert hast fuͤr mich, laß doch, bitt ich, noch auf Erden, auch mein Herz dein Opfet werden. 2. Denn die Liebe nimmt nichts an, was du, Liebe, lt nicht gethan; was durch deine Hand nicht gehet, wird zu GOtt auch nicht erhoͤhet. 3. Darum toͤdt und schlachte hin meinen Wil⸗ ien, meinen Sinn; reiß mein Herz aus meinem Herzen, sollts auch sein ch mit tausend Schmerzen. 4. Aund Holz auf den Altar, und verbrenn gan 0 Von Verleugnung der Welt. 641 ganz und gar, o du al⸗ lerliebste Liebe. Wenn doch nichts mehr von mir bliebe! 5. Also wird es wohl geschehn, daß der HErr es wird ansehn. Also werd ich noch auf Erden GOtt ein liebes Opfer werden. Johann Angelus. In eigener Melodie. 752 Och bin be⸗ 22 truͤbt, und weiß fast nicht, ob ich mein suͤndlich Angesicht gen Himmel darf aufheben. Ach meine große Misse⸗ that, ach, ach mein suͤnd⸗ lich Leben, das meinen GoOtt erzuͤrnet hat! Ach, ach was hab ich doch ver⸗ uͤbt! Ich bin betruͤbt. 2. Ich bin betruͤbt, der Suͤnden Last hat mich mit Stricken so umfaßt, daß ich nicht kann ent⸗ kommen; sie hat, gleich wie des Meeres Sand, an Menge zugenommen, und trachtet nach der Oberhand. Ach, ach was hab ich doch veruͤbt! Ich bin betruͤbt. 3. Ich bin betruͤbt. Ach gehe nicht mit mir, HErr Christ, in dein Gericht; du hast ja fuͤr die Suͤnden der ganzen Welt genug ge⸗ than; ach laß mich Gna⸗ de finden, und schaue mich mit Gnaden an. Ach, ach was hab ich doch veruͤbt! Ich bin betruͤbt. Ich ͤ bin betruͤbt. Doch troͤst ich mich, mein Trost, HErr Christ, geht nur auf dich, weil du fuͤr mich gestorben; du hast mir durch dein theures Blut das Himmelreich er⸗ worben, und machest meine Suͤnden gut; drum bin ich/ weil du dies veruͤbt, nicht mehr betruͤbt. Mel. Berzlich thut mich verlangen. ch bin ein 753. J Gast auf Erden, und hab hier kei⸗ nen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis ich aus und abe; dort in der ewgen Ruh ist GOttes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was list mein gan⸗ es Wesen von meiner Jugend an, als Muͤh und Noth gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Mor⸗ gen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sor⸗ gen des Herzens zuge⸗ bracht. 3. Mich hat auf mei⸗ nen Wegen manch harter Sturm erschreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen hat mir manch Angst er⸗ weckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch muͤssen leiden und tragen mit Geduld. I. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch taͤglich halten, wenns fehlt an gutem Rath. Wie mußte ich doch schmiegen der Vater Abraham, eh Im ihm 6⁴² Von Verleugnung der Welt. ihm sein Vergnuͤgen und rechte Wohnstatt kam. 5. Wie manche schwere Buͤrde trug Isaak, sein Sohn. Und Jakob, dessen Wuͤrde stieg bis zum Himmelsthron: wie mußte der sich plagen; in was fuͤr Weh und Schmerz, in was fuͤr sen und Zagen sank oft sein ar⸗ mes Herz! 6. Die frommen heilgen Seelen, die gingen fort und fort, und aͤnderten mit Quaͤlen den erstbewohnten Ort; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war im⸗ mer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Gra⸗ bes Schooß. 7. Ich habe mich erge⸗ hen in gleiches Gluͤck und Leid: was will ich besser leben, als solche große Leut? Es muß ja durch⸗ gedrungen, es muß gelit⸗ ten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 8. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich waͤndre meine Straßen/ die zu der Heimath fuͤhrt, da mich ohn alle Maaßen mein Vater troͤsten wird. 9. Mein Heimath ist dort droben, da aller Engel Schaar den großen Herr⸗ scher loben, der alles ganz und gar in seinen Haͤnden traͤget und fuͤr und fuͤr erhaͤlt, auch alles hebt und leget, nach dems ihm wohlgefaͤllt. 10. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast muͤde bin. Je laͤnger ich hier walle, je wenger find ich Lust, die meinem Geist gefalle, das meist ist eitel Wust. 11. Die Herberg ist zu bose, der Truͤbsal ist zu viel, ach komm, mein GoOtt, und loͤse mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selges Ende an meiner Wander⸗ schaft, und was mich kraͤnkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 12. Wo ich bisher ge⸗ sessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus; und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 13. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht; ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne nebst andern leuchten soll. 14. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmuͤcket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnoͤ⸗ den Dingen in meinem Erb⸗ theil ruhn. Panl Gerhard. Mel. von Verleugnung der Welt. 6⁴³3 Mel. Seelenbräutigam. 7 54 Esu, geh vor⸗ * an auf der Lebensbahn; und wir wol⸗ len nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen: fuͤhr uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart er⸗ gehn: laß uns feste stehn, und auch in den schwersten Tagen niemals uͤber Lasten klagen; denn durch Truͤb⸗ sal hier geht der Weg zu dir. 3. Ruͤhret eigner Schmerz irgend unser Herz, kuͤmmert uns ein fremdes Leiden: o so gied Geduld zu beiden richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang. Fuͤhrst du uns durch rauhe Wege: gieb uns auch die noͤthge flege; thu uns nach dem auf deine Thuͤre auf. Nicol. Ludw. Graf v. Zinzendorf In eigener Klelodie. 755⁵5 Sen meine Freude, mei⸗ nes Herzens Weide, JEsu/ meine Zier; ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange, und verlangt nach dir! GOttes Lamm, mein Braͤutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst liebers werden. 2. Unter deinem Schir⸗ men bin ich vor den Stuͤr⸗ men aller Feinde frei. Laß den Satan wittern, laß den Feind erbittern, mir sieht IEsus bei. Ob es itzt gleich kracht und blitzt, ob gleich Suͤnd und Holle schrecken, JEsus will mich decken. 3. Trotz dem alten Dra⸗ chen, troz dem Todesra⸗ chen, trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe; ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. GOt⸗ tes Macht haͤlt mich in Acht; Erd und Abgrund muß verstummen, ob sie noch so brummen. 4. Weg mit allen Schaͤr⸗ zen! Du bist mein Ergbtzen/ IEsu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hoͤren, bleibt mir unbewußt. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von IEsu scheiden. 5. Gute Nacht, o We⸗ sen, das die Welt erlesen, mir gefaͤllst du nicht. Gute Nacht, ihr Suͤnden, blei⸗ bet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht, dir sei ganz, du Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauer⸗ geister, denn mein Freuden⸗ meister, IEsus, tritt herein. Denen, die GOtt lieben, muß auch ihr Betruͤben lauter Zucker sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, JIEsu, meine Freude. Zohann Franck. Klel. Uun lob mein Seel den HErren. t uns doch 756. Lenict beael ren, 644 Von Verleugnung der Welt. ren, o liebste Seel, in die⸗ ser Zeit das, was doch kann beschweren, ja hindern an der Seligkeit. Was will man Ehre suchen, die doch vergaͤnglich ist, auch gar wohl zu verfluchen, als welch in kurzer Frist uns grausamlich laͤßt fallen in Truͤbsal, Angst und Pein? Drum suchen wir vor al⸗ len bei GOtt geehrt zu sein. 2. Was kann uns Wol⸗ lust nuͤtzen, o werthe Seel, in dieser Welt? Was kann uns Reichthum schuͤtzen, wenn uns der Wuͤrger uͤberfaͤlt? Die rechte Lust ist oben, wo mein HErr IEsus wohnt, den alle Zungen loben, der uns so reich/ belohnt, daß wir ge⸗ kroͤnet werden im hohen Himmelssaal. Ach eilt doch von der Erden zu seinem Hochzeitsmahl. 3. Was Pracht, was froͤhlichs Leben, was Reich⸗ hum, Ehr und Herrlich⸗ keit? der Himmel kann uns geben, was uns an Leib und Seel erfreut. In JEsu sich ergoͤtzen, bleibt ewig suß und gut; sein Reich fuͤr alles schaͤtzen, erauicket Geist und Muth. In IEsu Reichthum haben, in IEsu sein geehrt, kann uns ohn Ende laben, als er uns selbst gelehrt. 4. In IEsu hab ich Guͤter, in IEsu hab ich Lieb und Lust, wie dir, du Menschenhuͤter/ ist mehr denn ailzuwohl bewußt. Laß mich die Welt ver⸗ achten, das kraͤnkt mich nicht ein Haar; ich will nach Ehren trachten, die frei sind von Gefahr; laß mich die Welt nur hassen, ich will mit Lieb und Treu nur meinen IE⸗ sum fassen, so bleib ich sorgenfrei. 5. Die Welt mag mich verfluchen, ist doch mein Segen IEsus Christ; in IEsu kann ich suchen und sinden, was mir nuͤtzlich ist; laß mich die Welt nur setzen in Angst und Trau⸗ rigkeit, mein JEsus kann ergoͤtzen mein Herz zu al⸗ ler Zeit; und sollt ich schon hier sterben noch mehr als tausendmal, kann ich doch nicht verderben, dort ruͤhrt uns keine Qual. 6. Das aber kann ich zeugen, das kann ich rüͤh⸗ men Tag und Nacht, daß mir mein GOtt fuͤr eigen sein Koͤnigreich hat juge⸗ dacht. Ihr Sterblichen auf Erden, lebt wohl in dieser Welt. Ich soll ge⸗ kroͤnet werden, mir ist ein Reich bestellt; ich soll mit GOtt regieren, den Erd und Himmel preist; ich soll ein Lehen fuhren, das unvergaͤnglich heißt. 7. OJEsu,/ meine Freu⸗ de, wann koͤmmt die lie⸗ be Zeit heran, daß ich von hinnen scheide, daß ich dich herzlich loben kann? Wann werd ich doch ge⸗ zieret wit Kleidern weiß und hell? Wann werd ich gufgefuͤhret zu dir? Ach laß mich schnell, HErr, guͤldne Kronen tragen, welch Von Verleugnung der Welt. welch unvergaͤnglich sind; dann werd ich dir beha⸗ 6⁴⁵ waͤhlen den Braͤutgam und alles der Seelen, gen als dein herzliebes das andre ohn Unterlaß Kind. Mel. Die lieblichen Blik⸗ ke, die JEsus mir giebt. ** ein Herze/ 757. M wie wan⸗ kest und flatterst du noch? Was hilft dir das Ringen nach irdischen Dingen, und immer zu ziehen das suͤndliche Joch? Das noͤ⸗ thigste Theil ist IEius, dein Heil. Drum richte den Sinn zum Himmli⸗ schen hin. 2. Mein boldester IE⸗ su, du suͤßeste Lust recht⸗ schaffener Seelen, die dich nur erwaͤhlen, wie wenig ist mir noch dein Wesen bewußt! Laß sterben in mir des Fleisches Begier nach dir nur allein laß hungrig mich sein. 3. In dir ist die Fuͤlle des allen, was gut. Das andre betruͤget, was fleisch⸗ lich vergnuͤget; es schwaͤ⸗ chet den Glauben, ent⸗ kraͤftet den Muth. Wer alles verlaͤßt, und hanget nur fest an JEsu allein, kann freudiger sein. 4. Ach lehre mich keh⸗ ren in inneren Grund; laß mich recht im Wesen der Gottheit genesen, und thue die richtigen Wege mir kund; verleihe du mir zu finden in dir, was ewig ergotzt und nimmer verletzt. 5. Ums Irdische will ich mich nicht mehr be⸗ muͤhn; ich will nur er⸗ Joseph Beck. fliehn. Er fuͤllet die Brust mit himmlischer Lust, und was man begehrt, wird in ihm gewaͤhrt. 6. Er ist auch der beste und treueste Freund. Es wallet von Liebe und in⸗ nigstem Triebe sein Herze⸗ das allzeit es bruͤderlich meint. Er schenket zu⸗ gleich sein ewiges Reich/ in welchem es nicht an Freude gebricht. 7. So ziehe, mein JE⸗ su, mich gaͤnzlich in dich; laß in mir zerrinnen die Herrschaft der Sinnen, und leite die Stroͤme der Liebe in mich; dein himm⸗ lischer Glanz durchleuchte mich ganz, hinfuͤhro al⸗ lein dein eigen zu sein. 8. Mein Wille sei gaͤnz⸗ lich in deinen versenkt; im Leben und Freuden, im Wirken und Leiden werd alles nach deinem Gefallen gelenkt. Dir geb ich mich hin im kindlichen Sinn ach lebe in mir, so lebe ich dir. Christian Jak. Koitsch. Mel. Machs mit mir, GOtt, nach deiner Güt. 758. Menng 918 spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Cbristen alle, ver⸗ leugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wan⸗ del nach. 646 Von Verleugnung der Welt. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch fuͤr mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich hin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaf⸗ tig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demuͤthigkeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fleußt zu jeder Zeit von suͤßem Sanftmuthdle; mein Geist, Gemuͤthe, Kraft und Sinn ist GOtt ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schaͤdlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu rein⸗ in und zu scheiden; ich ewgen Lebens nicht da⸗ von. Joachim Angelus. Mel. Der Tag ist hin, mein JEsu, bei mir bleibe. 759. un gute Nacht/ du eitles Weltgetuͤmmel, mein Herze sehnt sich fort nur nach dem Himmel; denn deine Lust bringt nichts als Pein und Last, in Christi Liebe find ich Ruh und Rast. 2. Mein Heiland ruft, mich ihm zur Braut zu werben, zu seiner Ehr und seines Reiches Erhen. Was ist dem gleich? Ach nichts auf dieser Welt, nicht Krea⸗ tur, nicht Gold, das sonst in der Seelen Fels und gefaͤll Hort, und fuͤhr euch zu der Himmelspfort. 5. Faͤllts euch zu schwer/ ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kaͤmpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein boͤser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie um mich verlieren scheint, wird sie in GOtt einfuͤhren. Wer nicht sein Kreuz nim̃t und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben HErrn mit un⸗ serm Kreuz nachgehen, und wohlgemuth, getrost und gern in allem Leiden ste⸗ en; wer nicht gekaͤmpft, traͤgt auch die Kron des efaͤllt. 3. Sollt ich denn wohl mein Gluͤcke selbst ver⸗ scherzen? Das moͤcht ich ja wohl nimmermehr ver⸗ schmerzen. Nein, IEsu, dir ergeb ich mich allein, du sollst nun mein, ich dein vollkommen sein. . Mit dir/ mein Schat, will ich mich recht verbin⸗ den, mein Herz kann doch sonst keine Ruhe sinden. Nur deine Lieb mein suͤ⸗ ßes Labsal ist; drum fleuch, o Welt, ich liebe JEsum Christ 5. Er ist mein Lamm, das zartste Kind auf Er⸗ den, das schoͤnste Bild, so mag gefunden werden. Sein Augenlicht hemmt mir mein Herz und Sinn, daß ich vor Freud nicht bei mir selber bin. 6. O großer HErr, hoch uͤber von Lerleugnung der Welt. 647 uͤber alle HErren, GOtt aufrichte mein Centner⸗ Zebaoth, den auch diesschwerer Sinn; schneid Engel ehren, was ist der ab das Bleigewichte, das Mensch daß du sein so aus des Himmels Lichte sune O. und deine Lieb in 10O—50 zeucht zur Erden hin. eine Seele senkst? „Hier ist kein Ruhe⸗ 7. Hallelujah! es ist mir platz, hier find ich keinen schon gelungen, mein Hei⸗Schat fuͤr meine arme land hat mich suͤßiglich be⸗ Seele; denn was ich hier zwungen; drum, schnoͤde erwaͤhle, ist von der Eitel⸗ Welt, fahr hin mit deiner keit, und kann die Seel Lust, mir ist forthin nur GOtt allein bewußt. In eigener Melodie. JEsu/ du 760. O bist mein/ und ich will auch dein sein: Herz, Seele, Leib und Le⸗ ben sei dir, mein Hort/ ergeben. Nimm hin den ganzen Mich; wie du in deinen Haͤnden mich keh⸗ ren wilist und wenden, so muͤsse werden ich. 2. Ich muͤsse nun nicht mehr, obs vor geschehen waͤr, nach meinem Willen leben; dir muͤsse sein er⸗ geben mein ganzer. Will und Thun; ich mͤͤsse mich verlassen, und mich selbst an mir hassen, in dir al⸗ lein zu ruhn. ö 3. Mein Herz, was zie⸗ het dich, und warum zeuchst du mich stets zu der Er⸗ den nieder, und senkest dich stets wieder hin in die Eitel⸗ keit? Ist denn des Him⸗ mels Freude dir nicht ge⸗ nug zur Weide? suchst du noch diese Zeit? 4. Ach IEsu, ziehe mich; mein Herze sehnet sich. Ach sei du mein Gewichte, daß sich zu dir nicht laben; denn sie wird es nicht haben nach gar geringer Zeit. 6. Du, JEsu, bist mein Gut, da meine Seel auf ruht; dich kann ich nun nicht finden in diesen lee⸗ ren Rinden der schnoͤden Eitelkeit. Wer an der Welt noch haͤnget, und ihre Schaͤtz umfaͤnget/ der ist von dir noch weit.. 7. Im Himmel ist dein hron, o meiner Seelen Lohn; drum wer nach dir will streben, der muß sich auch erheben weit über selbsten sich, weit uͤber seine Sinnen und auch des Himmels Zinnen. Wer dies thut, sindet dich. 8. Ei, nun zerschneide doch dies zaͤhe Jammer⸗ joch, das mich zur Erden senket, und mich von dir ab⸗ lenket; schneid ab, schneid ab die Last, so schwing ich mich zum Himmel aus diesem Erdgetuͤmmel zur Stelle meiner Rast. 9. Schneid ab die Last der Welt, die mich hienie⸗ den haͤlt, daß ich dich dort mag finden, mich fest mit dir verbinden; daß mein Herz sei bei dir, und ste⸗ tig 648 Won Verleugnung der Welt. tig bei dir bleibe, auch alles Leid vertreibe mit dir, o meine Zier. 10. Ich will ja williglich um deinetwillen mich ver⸗ leugnen und nicht kennen, wenn du mich nur willst nennen den allerkleinsten Knecht. Ich will mich selbst verlassen, und mich selbst an mir hassen, und bleiben schlecht und recht. 11. Die Welt mag im⸗ merhin in ihrem stolzen Sinn mich fuͤr unsinnig schaͤtzen, und mich zu unten setzen, sie mach es, wie sie will; sie leg auf mir zu tragen Kreuz, Truͤbsal, Angst und Plagen, doch will ich halten still. 12. Sie lege heimlich mir die Netze vor die Thur; sie fluche, laͤstre, schaͤnde, sie wasche ihre Haͤnde, ists noth, in meinem Blut; sie muͤhe sich, mein Leben ins Todes Hand zu geben; sie thue, was sie thut: 13. Ich bleibe doch an dir, mein JEsu, fuͤr und fuͤr; mich soll von dir nichts trennen, ob mir es schon mißgoͤnnen der Teufel und die Welt. Was koͤnnen sie mir schaden, wenn du mit deiner Gnaden dich hast zu mir gesellt? 14. Befeste nur den Sinn, daß ich bestaͤndig bin; behuͤte mich vor Waͤnken, und zeuch Sinn und Gedanken, mein JE⸗ su, stets zu dir. Laß Herz, Seel und Verlangen an dir alleine hangen, und bleiben fuͤr und fuͤr. 15. So frag ich mir⸗ gends nach, und sollte gleich ein Krach des Him⸗ mels und der Erden all⸗ hier gehdret werden; und sollte gleich dazu mein Leib und Seel verschmach⸗ ten, so will ichs doch nicht achten, und bleiben stets in Ruh. 16. Denn du, du bist mein Heil und meines Herzens Theil, mein Trost in meinem Zagen, mein Arzt in meinen Plagen, mein Labsal in der Pein, mein Leben, Licht und Sonne und freudenreiche lWonne. O JEsu, du bist mein. Heinr. Georg Neuß. In eigener Melodie. 761. o oft ein Blick mich aufwaͤrts fuͤhret, und mei⸗ nen Geist ein Strahl be⸗ ruͤhret, der von Zions Glanz ausgeht, will mein erz zu enge werden, weils uf Erden schon in Him⸗ melskraͤften steht. 2. Da bin ich in die Hoͤh geflogen, urd jener Welt schon nachgezogen, alles wird mir vdiel zu klein, daß mein Herze Platz da haͤtte; denn die Staͤtte muß ein weiter Himmel sein. 3. Was sollen mir denn nun die Sachen, die ein Gemuͤth voll Unroh ma⸗ chen? Ich kann ihr ent⸗ uͤbrigt sein. Denn mein Auge kennt den Fuͤhrer und Regierer, der mich fuͤhrt zum Einen ein. 4. Der von Verleugnung der Welt. 649 4. Der Schatten ist mir zu geringe, daß er mich in das Wesen bringe, so die Weisheit mir gezeigt. O ich schaͤtze mich für selig, und bin froͤhlich, daß mein GOtt mich in sich zeucht. 5. Ich hab es nun so lang erfahren, ich konnte mich nicht selbst verwah⸗ ren vor den Feinden mei⸗ ner Ruh, bis ich, in mich selbst gekehret und bewaͤh⸗ ret, laufe nach dem Ei⸗ nen zu. 6. Drum, scheint gleich etwas als das Beste, und setzt die Lieb darinnen feste, faͤllts doch endlich alles hin, wenn es GOtt nicht selbst gewesen; dessen Wesen fuͤllt allein den leeren Sinn. 7. So lang ich noch nicht konnte fliehen, was hin und her das Hertz kann iehen, war mein Jammer uͤbergroß, und zerstreute die Gedanken, wenn sie wanken und von ihrem Grund sind los. 8. Sollt ich nun nicht den Götzen fluchen, und außer GOtt noch etwas suchen, welcher alles in mich legt, was ich nur zur Noth foll haben, wenn die Gaben mir sein Geist ins Herze praͤgtꝰ 9. Da darf ich nicht nach Fremden gaffen, er kann im innern Tempel schaffen, was zu seinem Dienst gehͤrt. Ja, wenn keine Stimmen schallen/ muß gefallen, was ihm in sich selbs verehrt. 10. Ach willst du dieses noch verschieben, und dei⸗ nen Himmel selbst nicht lieben Seele/ siehst du nicht den Trug? Ach die Vielheit ist dein Schade⸗ GOttes Gnade macht dich durch das Eine klug. 11. Die Herl ist kurz, und dein Verlangen ist nur nach langem Heil gegangen: drum soll dies die Meinung sein, daß ich Welt und Himmel brauche, wie es tauge, und dem Errn belieb allein. 12. Mein Vater, du bist nicht zufrieden, wenn ich nicht voͤllig bin geschieden auch vom Quell der klein⸗ sten Pein. Du willst mich vollkommen haben, deine Gaben solln in mir voll⸗ kommen sein. 13. Drum thu ich nichts mehr zu gefallen der Kre⸗ atur, und will vor allen meinem Schoͤpfer bleiben treu. Der wird mich al⸗ leine richten, alles Tich⸗ ten ist sonst Tand, wie klug es sei. 14. Das Auge soll in Einfalt schauen auf ihn, mein Herz ihm volli trauen, sich in keinem hal⸗ ten auf, was nur falsches Urtheil heget; denn er le⸗ get mir ja vor den leicht⸗ en Lauf. 15. So laß, mein GOtt/ mir noch auf Erden dich selbst in allen alles werden/ daß dein arme Kreatur dir allein den Preis hingebe, und nicht lebe nach Ver⸗ nunft und nach Natur. 28 16 Ach 650 Pon verleugnung der Welt. 16. Ach bring mich un⸗ ter deinen Willen, und laß ihn ganz in mir erfuͤl⸗ len, daß ich brauche dei⸗ ne Kraft, die mich aus der Vielheit reißet, Heil beweiset, und in Einem alles schafft. Gotifr. Arnold. In eigener Melodie oder: Ich bin ja, Herr, in dei⸗ ner Macht. 762*Mein Lehen ist ein Pil⸗ grimstand: ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben EOtt selvst als eine feste Stadt auf Bundesblut ge⸗ gründet hat; da werd ich Jacobs Hirten loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand/ ich reise nach dem Vater⸗ land. 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, so schnell laͤuft meines Lebens Glas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder; ich eile zu der Ewigkeit. HErr JEsu, mach mich nur bereit: er⸗ oͤffne meine Augenlieder, daß ich, was zeitlich ist, veracht, und nur nach dem/ was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach; der Lebensweg hat guch sein Ach. Man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich abreißen von dem Ziel. Ich muß mich oft in Dor⸗ nen stoßen; ich muß durch duͤrre Wuͤsten gehn, und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonnen Glanz mir oft entbricht, der Son⸗ nen, die mit Gnadenlicht in unverfaͤlschte Herzen strahlet; Wind, Regen stuͤrmen auf mich zu: mein matter Geist findt nirgend Ruh. Doch alle Muͤh ist schon bezahlet, wenn ich die guͤldne Himmelsthuͤr mir stell im Glaubn und Hoffnung fuͤr. 5. Israels Huͤter, JEsu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast angenommen: zeig mir im Worte deine Tritt; laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets naͤher kommen. Mein Leben fleucht: g eile du, und fleuch gleich wie ein Hirsch herzu. 6. Durch deinen Geist mich heilig leit; gieb in Geduld Bestaͤndigkeit; vor Straucheln meinen Fuß beschuͤtze. Ich falle stuͤnd⸗ lich: hilf mir aus; zeuch mich, damit ich dir nach⸗ lauf; sei mir ein Schirm in Truͤbsalshitze; laß dei⸗ nen suͤßen Gnadenschein in Finsterniß nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfuͤll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal fin en; und wenn ich schließ die Augen zu, so bring mich zu der stol⸗ zen Ruh, da Streit und alle Muͤh verschwinden: laß mich da sein in Abrams Schooß dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem Me⸗ von Verleugnung der Welt. 651 sechsland der blinden Welt schon unbekannt: dort sind die Freunde, die mich ken⸗ nen; dort werd ich mit der Himmelsschaar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liehe brennen. Mein Braͤuti⸗ am, komm, bleib nicht ang: in Kedars Huͤtten wird mir bang. Fried. Ad. Lampe. In eigener Klelodie. 3 nser Wandel 763. U ist im Him⸗ mel, richte doch dein Herz dahin; Seele, denke, daß ich hier in dem schnoͤden Weltgetuͤmmel unter Me⸗ sech, unter Kedar nur ein fremder Pilgrim bin. Laß den Kindern nur das Spiel; aber schaue du allein auf das vobgesteckte Ziel. 2. Unser Wandel ist im Himmel; rufe, schreie, wei⸗ ne doch, seufze, liebes Chri⸗ stenherz, uͤber alles Welt⸗ getuͤmmel, und beklage doch mit Thraͤnen Babels Dienst, Egyptens Joch; leg dich an des Himmels Thuͤr; alles, was die Erde liebt, tritt mit Fuͤßen un⸗ ter dir.. g. Unser Wandel ist im Himmel; reinge dich je mehr und mehr, schuͤtte nur die Suͤnden raus, leg das eitle Weltgetuͤmmel unters Kreuz des lieben IEsu. Mach dich ganz vom Eitlen leer/ lebe JEsu nur allein; ach dein treuer Seelenfreund muß dein Licht, dein Leben sein. 4. Unser Wandel ist im Himmel; raste weder Tag noch Nacht, schlafe nicht, o. Himmelskind, bis das blinde Weltgetuͤmmel un⸗ ter Christi Kreuze lieget. Fasse GOtt mit aller Macht, laß ihn nicht, bis sich dein Geist gus dem Kerker, von der Last, von dem Dienst der Suͤnden reißt. 5. Unser Wandel ist im Himmel; reiß nur alle Mauern ein, schwing dich uͤber Berg und Thal, uͤber alles Weltgetuͤmmel; um den Himmel muß das Le⸗ ben, Leih und Kraft ge⸗ waget sein. Lobe GOtt/ daß IEsus Christ an dem Kreuze deine Lust und dein Reichthum worden ist. 6. Unser Wandel ist im Himmel; richte nur dein Angesicht, schau die Aus⸗ erwaͤhlten an, wie sie die⸗ ses Weltgetuͤmmel unter Schmach und Spott be⸗ sieget. Hier ist Christi Him⸗ mel nicht. Lust und Schaͤctze liebt die Welt; aber wer GOtt angehdret, sucht und liebt des Himmels Zelt. 7. Unser Wandel ist im Himmel; reiß nicht aus, wenn Spott und Hohn, Schmach und Marter auf dich faͤllt; du mußt in dem Weltgetuͤmmel unter lau⸗ ter Dornen bluͤhen, dort kommt erst der Ehrenthron. Leide nur, und weine mit, aber denke, wie dein GOtt dir getrost zur Seite tritt. 8. Unser Wandel ist im Himmel; rede das zu aller 28* eit/ 6⁵² von Verleugnung der Welt. Zeit, sprich und denke nur davon. Ach wie wird das Weltgetuͤmmel um dein Herze nochmals buhlen; aber dieser Kampf un Streit legt dir lauter Kro⸗ nen bei: ach so ringe, weil du kannst, bis das Klei⸗ nod deine sei. 9. Unser Wandel ist im Himmel, Richter, HErr der ganzen Welt/ suͤßer JIEsu, bring uns hin, hast du doch vom Weltgetuͤmmel unsre Seelen losgerissen. O HErr JEsu, starker Held, laß es dald ein Ende sein; ach dein armes Zion schreit: Mach ein Ende meiner Pein. mel. O GOtt, du frommer GOtt. 76⁴ Wos frag ich nach der Welt und allenihren Schaͤt⸗ jen, wenn ich mich nur an dir, HErr JEsu, kann er⸗ goͤtzen? Dich hah ich ein⸗ zig mir zur Wollust vor⸗ gestelit: du, du bist meine Ruh; was frag ich na der Welt? 40 0½ 2. Die Welt ist wie ein Rauch, der in der Luft vergehet, und einem Schat⸗ ten gleich, der kurze Zeit bestehet. Mein JEsus aber bleibt, wenn alles bricht und faͤllt; er ist mein star⸗ ker Fels; was frag ich nach der Welt? 3. Die Welt sucht Ehr und Ruhm bei hoch er⸗ habnen Leuten, und denkt nicht einmal drauf, wie bald doch diese gleiten. dder Welt Das aber, was allein mein Herz fuͤr ruͤhmlich haͤlt, in JEsus nur al⸗ lein. Was frag ich nach 7 1. Die Welt sucht Geld und Gut, und kann nicht eher rasten, sie habe denn zuvor den Mammon in dem Kasten. Ich weiß ein befser Gut, wonach mein Herze stellt; ist IEsus nur mein Schatz, was frag ich nach der Welt? 5. Die Welf bekümmert sich, im Fall sie wird ver⸗ achtet, als wenn man ihr mit List nach ihren Ehren trachtet. Ich trage Christi Schmach, so lang es ihm gefaͤlt. Wenn mich mein Heiland ehrt, was frag ich nach der Welt? 6. Die Welt kann ihre Lust nicht hoch genug er⸗ heben, sie duͤrfte noch da⸗ fuͤr wohl gar den Himmel geben. Ein andrer halts mit ihr, der von sich selbst nichts haͤlt. Ich liebe mei⸗ nen(Ott, was frag ich 7. Was frag ich nach der Welt, im Hui muß sie vergehen, ihr Ansehn kann durchaus dem Tod nicht widerstehen, die Guͤ⸗ ter muͤssen fort und alle chnach der Welt? cht Lust verfaͤllt; bleibt JEsus nur bei mir, was frag ich nach der Welt. Georg Michael Pfefferkorn. In eigener Mlelodie oder: Mein Augen schließ ich ehl. 7 as ich 765. W nach der Welt/ von Verleugnung der Welt. 65⁵3 Welt, sie giebt mir schlech⸗ ten Trost. Du bists, der mir gefaͤllt, du, der den Liebesmost mir Liebekran⸗ ken reichst aus deinem Wunden⸗Keller, der meine Seel erfrischt, die Augen machet heller. 2. Mein IEsu, deine Lieb ist meiner Seelen Lust; wird hier mein Himmel truͤb, ich ruh an deiner Brust. So kann ich meine Sonn in schoͤnster Klar⸗ heit sehen, wenn mich die Welt anblitzt, und Truͤb⸗ salswinde wehen. 3. Nur du vergnügest mich, o meiner Seelen Licht, in dir erfreuet sich mein Herz, auch wenn es bricht. Laß mich doch mehr und mehr der Liebe Bal⸗ sam spuͤren, so wird sich Lieb und Lust der Welt in mir verlieren. 4. Durchstrahle mich doch ganz mit deinem Gna⸗ denschein, so wird der Er⸗ den Glanz mir Nacht und Ekel sein. Zeig deine Schoͤnheit mir, o Schoͤn⸗ ster aller Schoͤnen, wenn die geschminkte Welt will meine Lieb entkronen. 5. Erleuchte mich, mein Licht, wenn mir die Eitel⸗ keit umnebelt das Gesicht mit Sachen dieser Zeit; und laß mich so vergnuͤgt in deiner Liehe stehen, daß ich nichts anders moͤg als dich, mein GOtt, ansehen. 6. Mich hungert nicht nach Gluͤck, mich duͤrstet nicht nach Ehr; ein einig lieber Blick von dir er⸗ freut mich mehr, als ob ich alles Gluck des fal⸗ schen Reichthums haͤtte, und unter Rosen laͤg auf hohem Ehrenbette. 7. Du bist mein hoͤch⸗ stes Gut, mein Schatz, dem keiner gleicht. Du troͤstest Herz und Muth, wenn andrer Reichthum weicht. Ich bin in Armuth reich. Wie kann mir auch was fehlen? Wer dich zum Segen hat, den darf kein Mangel quaͤlen. 8. Ich mag die Ehre nicht, den Schatten, der vergeht, wenn unsrer Tage Licht beim letzten Abend steht. Genug, mein IE⸗ su, ists, daß du mich Erde liebest, und mir mit deiner Lieb Herz, Kron und Himmel giebest. 9. Ach laß mich mehr und mehr empfinden Ge⸗ genlieb, und toͤdte und zerstoͤr, was hindert ihren Trieb; verbittre mir die Welt, daß deine Suͤßig⸗ keiten bei desto weiterm Raum sich in der Seel ausbreiten. 10. Weg, Welt, die schnelle Zeit veraͤndert dich und sich; der Kram der Eitelkeit hat keine Waar fuͤr mich. Willst du mir in der Welt, mein JEsu, et⸗ was geben, so gieb dich selber mir, mein Theil, mein Heil, mein Leben! Wolfgaug Christoph Deßler. Mel. Wer nur den lie⸗ ben G0tt läßt walten. 766 as giebst * du denn, 0 65⁴ Von Verleugnung der Welt. o meine Seele, GOtt, der dir taͤglich alles giebt? Was ist in deines Leihes Hoͤhle, das ihn vergnuͤgt und ihm beliebt? Es muß das Best und Liebste sein: gieb ihm, gieb ihm das Herz allein. 2. Du mußt, was GOt⸗ tes ist, GOtt geben. Sag, Seele, wem gebuͤhrt das Herz? Dem Teufel nicht, er haßt das Lehen; wo dieser wohnt, ist Hoͤllen⸗ schmerz. Dir, dir, o GOtt, dir soll allein mein Herz aufwaͤrts gewidmet sein. 3. So nimm nun hin/ was du verlangest, die Erst⸗ geburt ohn alle List, das Herz, damit du, Schoͤpfer/ prangest, das dir so sauer worden ist. Dir geb ichs willig, du allein, hast es bezahlt, es ist ja dein. 4. Wem sollt ich mein Herz lieber goͤnnen, als dem, der mir das seine giebt? Dich kann ich mei⸗ ne Herzlieb nennen, du hast mich in den Tod geliebt. Mein Herz, dein Herz, ein Herz, allein soll dein und keines andern sein. Joh. Leonhard Stöberlein. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 767.* S haffet, schaffet/ Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit: bauet nicht, wie freche Suͤnder, nur auf gegenwaͤrtge Zeit; son⸗ dern schauet uͤber euch, rin⸗ get nach dem Himmelreich/ und bemuͤhet euch auf Er⸗ den, wie ihr moͤget selig werden. 2. Daß nun dieses mbg geschehen, muͤßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und desselben Neigung gehen; sondern was GOtt will und thut, das muß einig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in allen uͤbel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Suͤnde steckt, daß ihr Fleisch von Fleisch zu nen⸗ nen, daß euch lauter Elend deckt, und daß GOttes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ia daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig,/ wer im Glau⸗ ben kaͤmpfet; selig wer im Kampf besteht, und die Suͤnden in sich daͤmpfettz selig, wer die Welt ver⸗ schmaͤht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 4½n 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern traͤg und laͤssig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rech⸗ ter Sieg; wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen, hat bei Chri⸗ sten keine Statt; fleischlich reden, thun und lachen schwaͤcht Von Verleugnung der Welt. 6⁵⁵ chwaͤcht den Geist und macht ihn matt. Ach bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an/ daß man noch mit frechem Herzen sicher wollte thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor GoOtt stets tragen; denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hoͤllen nie⸗ derschlagen: er ists, der des Glaubens Oel und, nach⸗ dem es ihm beliebt, Wol⸗ len und Vollbringen giebt. O so laßt uns zu ihm ge⸗ hen, ihn um Gnade an⸗ zuflehen. 8. Und dann schlagt die Suͤndenglieder, welche A⸗ dam in euch regt, in den Kreuzestod darnieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Haͤnd und Fuͤße ab, was euch aͤrgert, senkt ins Grab, und denkt mehrmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Suͤnde und dabei auf IEsum sehn, bis ich sei⸗ nen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht! gieb mir deines Geistes Waffen, meine Se⸗ ligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! GOtt versiegle dies in mir, aus daß ich in JEsu Namen so den Glaubens⸗ kampf ausfuͤhr. Er, er gebe Kraft und Staͤrk, und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. 1 Ludw. Andr. Gotter. 1 In eigener Mel. oder et⸗ wa: Nun sich der Tag geendet hat. 768. Wanns auf die⸗ ser Welt betruͤbt, das waͤhret kurze Zeit; was aber meine Seele liebt, das bleibt in Ewigkeit. Drum fahr, o Welt/ mit Ehr und Geld und dei⸗ ner Wollust hin; im Kreuz und Spott kann mir mein GOtt erquicken Muth und Sinn. 2. Die Thorenfreude dieser Welt, wie suͤß sie immer lacht, hat schleunig ihr Gesicht verstelit, und den in Leid gebracht, der auf sie baut; wer aber traut allein auf GOttes Treu, der siehet schon die Himmelskron, und freut sich ohne Reu. 3. Mein IEsus blei⸗ bet meine Freud, was frag ich nach der Welt? Welt ist nur Furcht und Traurigkeit, die letztlich selbst zerfaͤllt. Ich bin ja schon mit GOttes Sohn im Glauben hier vertraut, der droben sitzt, und hier beschuͤtzt sein auserwaͤhlte Braut. 4. Ach IEsuf, toͤdt in mir die Welt und meinen alten Sinn, der deinem Willen widerbellt; HErr, nimm mich selbst nur hin/ und binde mich ganz fe⸗ stiglich an dich, 9 HErr, mein Hort; so irr ich nicht in deinem Licht bis in die Lebenspfort. Michael Franck. Mel. III 6⁵⁶ Von Verleugnun der Welt. Mel. Wachet auf, ihr faulen Christen. 769.* as hinket ihr/ be⸗ trogne Seelen, noch immer⸗ hin auf beider Seit? Faͤllts euch zu schwer, das zu er⸗ waͤhlen, was euch des Him⸗ mels Ruf anbeut? O sehts mit offnen Augen an, und brechet auf der schmalen Bahn hindurch. 2. Bedenkt, es sind nicht Kaiserkronen, nicht Reich⸗ thum, Ehr und Lust der Welt, womit euch GOtt will ewig lohnen, wenn euer Kampf den Sieg er⸗ haͤlt: GOtt selbst ists und die Ewigkeit voll Last und Ruh, voll Seligkeit. Hin⸗ durch! 3. Drum gilt hier kein halbirtes Leben; GOtt kroͤnet kein getheiltes Herz. Wer JEsu sich nicht recht ergeben, der macht sich sel⸗ ber Muͤh und Schmerz, und traͤget zum verdienten Lohn hier Qual und dort die Hoͤll davon. Hindurch! Wer aber mit Gebet und Ringen auf ewig al⸗ lem Abschied giebt, und den Monarchen aller Din⸗ von Herzen und alleine iebt: der wird der Krone werth geschaͤtzt und auf des Koͤnigs Stuhl gesetzt. Hin⸗ durch! 5. Zerreißet denn die mor⸗ schen Schlingen/ die euch in diesem schönen Lauf ver⸗ hindern und zum Saͤumen bringen, und rafft euch heut von neuem auf. Auf, auf! verlaßt die falsche Ruh; auf, auf! es geht oute Himmel zu. in⸗ urch! 6. Auf, auf! Ist dieser Weg schoͤn enge und voller Dorn und rauher Stein; bringt euch die Welt oft ins Gedraͤnge, stellt Sa⸗ tan sich geharnischt ein; erhebet sich sein ganzes Reich; Immanuel ist auch bei euch. Hindurch! 7. GOtt fordert nichts, geliebte Seelen, als daß ihr euch nur zu ihm halt, und ohne heuchlerisch Ver⸗ hehlen vor ihm die schwa⸗ chen Haͤnde falt't. Er streit fuͤr euch; er macht euch Bahn: Trotz dem, der euch besiegen kann. Hindurch! 8. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, die Weis⸗ heit haͤlt bei euch die Wach, die Gottheit selbsten will euch leiten: folgt nur mit treuen Schritten nach. Wie Manche hat nicht die⸗ se Hand schon durchgefuͤhrt ins Vaterland! Hindurch! 9. Nur spart es nicht auf andre Zeiten, ihr habt schon jetzo viel bersaͤumt; ihr mehrt euch selbst die Schwierigkeiten, wo ihr das suͤße Heut vertraͤumt. Eilt, eilet, denn die Gna⸗ denzeit rennt zuͤgellos zur Ewigkeit. Hindurch! 10. Laßt cuch das Fleisch nicht traͤge machen, ver⸗ fluchet seine Zaͤrtlichkeit; ihr gebt euch ja um eitle Sachen in tausend Muͤh und Faͤhrlichkeit: wie, daß ihr um das höͤchste* 0 Von Verleugnung der Welt. 657 so faul, verzagt und sorg⸗ los thut? Hindurch! 11. O sehet nicht das arme Leben und den gerin⸗ gen Hausrath an, will Joseph euch doch Gosen geben und mehr, als Erd und Himmel kann. Wer ist um Thon und Sand be⸗ truͤbt, wenn man ihm Gold und Silber giebt? Hin⸗ durch! ö 12. Eilt, faßt einander hei den Haͤnden! Seht, wie ist unser Ziel so nah, wie bhald wird unser Kampf sich enden! da steht dann un⸗ ser Köͤnig da: er fuͤhrt uns ein zur stillen Ruh, und urtheilt uns das Klei⸗ nod zu. Hindurch! Leopold Franz Friedrich Lehr. Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. 7 eg mit al⸗ 770. Wé lem, was da scheinet irdisch klug in dieser Welt, was mich nicht mit dem vereinet, dem der Kinder Herz ge⸗ faͤllt, welcher ist ein GOtt von Machten, unbegreif⸗ lich zu betrachten. 2. Was mich, sag ich/ nicht hinfuͤhret zu dem allerhoͤchsten GOtt, das ist ist nichts; ja mir gebuͤh⸗ ret dies zu nennen lauter Koth. Es sind andre Wissenschaften, die mit JEsu mich verhaften. 3. Fragst du, worin dies bestehet, das mein Herz so sehr begehrt? Wenn ein Mensch in Furchten gehet, und den großen Schoͤyfer ehrt: das ist Weisheit, das sind Gaben, die nur Himmelsbuͤrger haben. 4. Boͤses meiden, Gu⸗ tes suchen, jagen nach Gottseligkeit, alle Lust der Welt verfluchen, so verschwindet mit der Zeit: das heißt recht Verstand zu haben, welcher Leib und Seel kann laben. 5. Willst du dieses jetzt nicht glauben, o du falsch beruͤhmte Kunst, wahrlich, du wirst doch verstauben, und wo bleibt dann Men⸗ schengunst? Ach wie bald, wie bald verschwindet, was sich nicht auf Chri⸗ stum gruͤndet. Joachim Reander. In eigener Melodir. 7 71 eltlich Ehr und zeit⸗ lich Gut, Wollust und aller Uebermuth ist eben wie ein Gras. Aller Pracht und stolzer Ruhm verfaͤllt wie ein Wiesenblum. O Mensch, bedenk eben das, und versorge dich doch baß. 2. Dein End bild dir taͤglich fuͤr: gedenk der Tod ist vor der Thuͤr, und will mit dir davon. Er klopft an, du mußt heraus, da wird nun nichts anders draus; haͤttest du nun recht gethan, so faͤndest du gu⸗ ten Lohn. 3. Wenn die Seel von binnen faͤhrt, und der Leib, von Wuͤrmern verzehrt, wieder wird auferstehn, 28 als⸗ 6⁵ Von Verleugnung der Welt. alsdann vor goͤttlicher Kraft geben sollen Rechenschaft: 9. wie wird er da bestehn, weil er jetzt will muͤßig gehn. 4. Denn dort wird ein reines Herz vielmehr gel⸗ ten, denn alle Schaͤtz und aller Menschen Gut. Wer sich hier verfuͤgt mit GOtt, der wird dort nicht leiden Noth. Wer jetzt Got⸗ tes Willen thut, der wird dort sein wohlgemuth. 5. Ein gut Gewissen allein ist viel besser denn edle Stein und koͤstlicher denn Gold. Wer es in Christo erlangt, und ihm ordentlich anhangt, dem vergiebt GOtt seine Schuld/ ihm bei und ist ihm hold. 6. Kein Reichthum/ auch keine Gwalt, keine Zier⸗ heit, noch schoͤn Gestalt hilft was zur Seligkeit; es sei denn das Herz zu⸗ gleich in goͤttlichen Gaben reich und geziert mit Geist⸗ lichkeit, in Christi Theil⸗ haftigkeit. ö 7. Christus redet offen⸗ bar, und spricht zu aller Menschen Schaar: Wer mit mir herrschen will, der nehm auch sein Kreuz auf sich, unterwerf sich williglich, halt sich nach meinem Beispiel, thu nicht/ wie sein Adam will. 8. O Mensch, sieh an IEsum Christ, so fern er nach, so kommst du— Engel⸗Schaar, die deß wartet immerdar. 9. Glaub dem HErrn gus Herzens Grund, und bekenn ihn mit deinem Mund, und preis ihn mit der That; thu ihm fleißig deine Pflicht, wie dich sein Wort unterricht, so wird er mit seiner Gnad dir bei⸗ stehn in aller Noth. 10. Regier dich nach seiner Lehr und gieb ihm allzeit Lob und Ehr mit Unterthaͤnigkeit: sprich herz⸗ lich mit Innigkeit: OGOtt in Dreifaltigkeit, dir sei Dank und Hexrlichkeit hier und dort in Ewigkeit! Michael Weiße, In eigener Alelodie. 7² elt/ packe 772². Wenchrh sehne mich nur nach dem Himmiel; denn droben ist Lachen und Lieben und Leben, hier unten ist alles dem Eitlen ergeben. 2. Du Luͤgnerin, nach deinem Sinn willst du mich richten. Ich folge der Wahrheit zum ewigen Leben, das IEsus, die Wahrheit, den Frommen wird geben. 3. O Welt, du bist voll Trug und List, du legst mir Stricke. Ich bin dir entgangen, und will dir entgehen; denn IEsus bleibt ewig zur Rechten dir zum Beispiel ist, und mir stehen. untergieb dich gar. Nimm auf dich sein süßes Joch, und folg ihm hier treulich 4. Du blinde Welt, wers mit dir haͤlt, stuͤrzt in die Grube. Ich folge dem ö Lam⸗ Von Verleugnung der Welt. 659 Lamme, dem Lichte und Leben, das uns das Lamm GOttes dort oben wird geben. 5. Du muͤhest dich, zu storen mich und meinen Frieden. Ich liege und schlafe voll goͤttlichen Frie⸗ den/ und lasse dich toben und wuͤthen hienieden. 6. Du spottest mein; ich lache dein und deiner Waffen. Verfolge, ver⸗ spotte, verhoͤhne mich eben, es bleibet mir dennoch das ewige Leben. 7. GOtt ist bei mir; Satan mit dir, wer wird gewinnen? Ich siege durch Christum, ich kaͤmpfe und streite, und trage die Seele von dannen zur Beute. 8. Mein Schild ist Gott; in aller Noth ich auf ihn traue. Du wirst noch verstieben, ich werde bestehen, wenn alles zu Boden und Truͤmmern wird gehen. 9. Auf, ruͤste dich/ streit wider mich, spanne den Bogen; dein Bogen wird brechen, die Sehne zer⸗ schnellen, damit du mich listig gedachtest zu faͤllen. 10. Du rufst: Da, da! Hallelujah ist meine Stimz⸗ mez du suchest mein Elend, das siehest du gerne; ich suche und sehe den Him⸗ mel von ferne. 11. Jerusalem, Jerusa⸗ lem wird dennoch bleiben, auch unter dem Kreuze fein lustig/ fein stille, denn GOttes sein Bruͤnnlein hat Wassers die Fuͤlle. 2. Zuletzt, zuletzt werd ich ergoͤtzt; hier will ich dulden; mir ist schon der Himmel von dem, der mich leitet, dir aber die hoͤllische Grube bereitet. 13. Hallelujah, Hallelu⸗ jah, wo seid ihr Klugen Der Braͤutigam koͤmmet voll Gnade und lachet, ach schmuͤcket die Lampen, seid munter und wachet. 14. Welt, packe dich, du haͤltst nicht Stich, du Truͤgerinne! Ich lobe den Himmel, und liebe das Leben, das IJEsus im Himmel den Frommen wird geben. 15. Nur fort, du Welt; komm, Sternenzelt, mich zu ergoͤtzen. Ich suche den Himmel, das freudige Le⸗ ben, das wolle mir JEsus, der Lebensfuͤrst, gehen. Justus Sieber. Mel. Erquicke mich, du Heil der Sünder. 773 elt, tobe, * wie du willst, und wuͤthe, mein Ziel bleibt dennoch unver⸗ ruͤckt; mein Sinn und Herz und mein Gemuͤthe sind nie vor deiner Lust entzuͤckt; denn ob mich Welt und Lust schon triebe/ bleibt doch gekreuzigt meine Liebe. 2. Die Liebe, die ver⸗ gaͤnglich bleibet, ist schon aus meinem Sinne hin; ich bin derselben einver⸗ leibet, die, IEsu, dich fuͤhrt zum Gewinn; denn ob mich Welt und Lust schon triebe, bleiht doch gekreuzigt meine Liebe. 3. Mein * 660 Von Verleugnung der Welt. 3. Mein Herz ist himm⸗ lisch uur gesinnet, was weltlich ist bleibt unbe⸗ ruͤhrt. Die Liebe, die den Preis gewinnet, ist diese, die zuüm Himmel fuͤhrt; denn ob mich Welt und Lust schon triebe, bleibt doch Ho h de meine Liebe. 4. Ob ich der Welt gleich bin verhasfet, weil mir ver⸗ haßt ist, was sie liebt, so leb ich doch mit Lieb um⸗ fasset von dem, dem sich mein Herz ergiebt; denn ob mich Welt und Lust schon kriebe, bleibt doch gekreuzigt meine Liebe. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. 774. Warshe auf seine Schwachheit steurt, der bleibt in Suͤnden liegen; wer nicht Herz, Sinn und Muth erneurt, wird sich gewiß betruͤgen. Den Him⸗ melsweg und schmalen Steg hat er nie angetre⸗ ten; er weiß auch nicht in GOttes Licht, was kaͤmpfen sei und beten. 2. Was jetzt die Welt nur Schwachheit heißt, ist ihrer Bosheit Staͤrke; da⸗ duͤrch mehrt dann der Hͤl⸗ lengeist sehr maͤchtig seine Werke. Auf, Seele, auf, richt deinen Lauf zur All⸗ macht, die dich rettet; des Heilands Blick zerreißt die Strick/ womit du angekettet. 3. Der erste Schritt im Christenthum macht von der Sünd uns scheiden; bei einem wahren Glau⸗ bensruhm muß man die Wollust meiden. Wenn Christi Geist die Seel ent⸗ reißt von ihren Todesban⸗ den, so spuͤrt sie Kraft, die JIEsus schafft, mit dem sie guferstanden. 4. Mein Heiland, fördre selbst dein Werk, laß mich bekraͤftigt werden: es ist Gerechtigkeit und Staͤrk mein bestes Theil auf Er⸗ den. Du machst gerecht uns, dein Geschlecht, und willst zugleich uns staͤrken, daß wir in dir des Glau⸗ bens Zier, die Macht der Gnade, merken 5. Brich durch, o star⸗ ker Gottessohn, damit auch wir durchbrechen. Laß uns, in dir, o Gnadenthron, nicht mehr von Schwach⸗ heit sprechen, wenn deine Hand das theure Pfand des Geistes uns gegeben, dadurch wir, frei von Heu⸗ chelei/ im Streit stets sieg⸗ reich leben. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist, gieb Kraft, das Fleisch zu daͤmpfen. Gieb Kraft, wenn Satans Macht und List uns schwaͤ⸗ chen will im Kaͤmpfen. Wenn uns die Welt viel Anstoß stellt, gieb Kraft, sie zu vernichten, so wird in Noth, ja selbst im Tod uns deine Kraft aufrichten. Beruh. Walth. Marperger. Mel. Von GOtt will ich nicht lassen. 77 5 er Chri⸗ stum recht will lieben, muß selbst ver⸗ leugnen sich, und gaͤnzlich von von Verleugnung det Welt. 661 von sich schieben der alten hoͤchste Gut ist GOtt; zu Schlange Stich: ich meine solche Lust, in der wir uns gefallen, wie Adams Kin⸗ dern allen dieselb ist wohl bewußt. 2. Wer sich nicht selbst will hassen sammt seiner Werke Schein, kann Chri⸗ stum nimmer fassen, noch auch sein Diener sein; denn wer in GOttes Haus mit ganzer Macht will dringen, der muß vor allen Dingen die Hoffahrt treiben aus. 3. Wie nicht zur Frucht kann werden das edle Wei⸗ zenkorn, es sei denn in der Erden durch Faulen schier verlorn: so will der hoͤchste GoOtt auch keinem nicht erscheinen, bis er durch klaͤglichs Weinen wird al⸗ ler Welt zum Spott. 4. Geh aus von deinem Lande, sprach GOtt zu Abraham; o Mensch, in diesem Stande kriech aus dem Suͤndenschlamm. Ach denke, wer du bist, und wie du GOtt betruͤbest, wo du dich selber liebest: fuͤrwahr kein rechter Christ. 5. Gleichwie es nie ge⸗ schehen, daß einer hat iu⸗ schen, gen Himmel aufge⸗ ehen, und nach dem Er⸗ denreich; so kanns auch gar nicht sein, sich neben GOtt K1 setzen, und dem sich gleich zu schaten; GOtt will die Ehr allein. 6. Das hoͤchste Gut im Leben dem Menschen zugewandt, das GOtt uns hat gegeben, ist Lie⸗ be nur genannt. Dies dem sollt du dich kehren, ihn herzlich zu verehren, und nicht des Satans Rott. 7. Es heißt: Was du recht meinest, ist dir an GOttes Statt; wenn du das gleich verneinest, so zeigt es doch die That. Der, so sich liebt 0 sehr, darf uͤber GOtt sich he⸗ ben, dem Schoͤpfer wider⸗ streben, und rauben ihm die Ehr. 8. Ist GOtt, wie wir bekennen, der Anfang und das Ziel, das A und O zu nennen, was harren wir denn viel, Leib, Leben, Herz und Muth allein ihm zuzuwenden? Denn er will uns ja senden sich selbst, das hoͤchste Gut. 9. Laß dich die Lieb entzuͤnden, nicht die ver⸗ gaͤnglich ist, als welche leicht zu finden im faulen Soͤndenmist; ach nein/ dies Ungeheur soll alle Welt verfluchen, wir Chri⸗ sten wollen suchen ein bes⸗ ser Liebesfeur. 10. Das Feur bleibt nicht auf Erden, es schwin⸗ get sich hinauf, und will erhoͤhet werden durch sei⸗ nen schnellen Lauf. Der Liebe Feur in dir soll auch vor allen Dingen sich in den Himmel schwingen mit himmlischer Begier. 9 11. Noch will ich fer⸗ ner lehren, wie der, so Christum liebt, sich gar nicht soll verehren, als der ihm selber wa 66² Von Verleugnung der Welt. was GOtt allein gebuͤhrt; wer dessen Lob nicht su⸗ chet, derselb ist ganz ver⸗ fluchet, wird hin zur Pein gefuͤhrt. ö 12. Die schoͤnen Leibes⸗ gaben, auch Gluͤck, Witz, Ehr und Geld/ sammt allem, was wir haben, hat GOtt uns zugestellt; weil diese Bruͤnnelein nun sich aus ihm ergießen, so muͤssen sie auch fließen zum selben Meer hinein. 13. Gleichwie der Son⸗ nen Strahlen, wenn sie mit vollem Lauf ein gan⸗ zes Land bemalen, viel Bluͤmlein schließen auf, die suchen wiedrum sehr die Sonn an allen En⸗ den: so muß man alles wenden zu GOttes Preis und Ehr. 14. Als jener Koͤnig lobte die Babel seiner Macht, und gleich vor Freuden tobte, voll Hoffahrt/ Stolz und Pracht, da ward er toll und wild. Das heißt sich selher lieben.; dies ist, o Mensch, geschriehen der Welt zum klarxen Bild. 15. Ach stelle deinen Willen nach GOttes Willen an, der deine Bitt erfuͤllen und dich erhoͤhen kann. Doch zeig es mit der That; kannst du dich selber zwingen, so wirst du vollenbringen, was Ott befohlen hat. 5 5 Johann Rist. AMel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. recht will lieben, der gch⸗ tet nicht der Eitelkeit; ihn kann kein Ungemach betruͤben, er bleibt auch treu bei rauher Zeit; wer IEsum hat und JEsum liebt, der liebt den, der den Himmel giebt. 2. Wer IEsum liebt, muß alles lassen, was falschen Schein der Liebe macht, nur seinen JEsum muß er fassen, auf ihn alleine sein bedacht; wer IJEsum hat und JEsum liebt, der lieht den, der den Himmel giebt. 3. Wer IEsum liebt, verlangt den Himmel, und ruht an seines JEsu Brust; er laͤßt das boͤse Weltge⸗ tuͤmmel, und seufzet nach der Himmelslust; wer IcE⸗ sum hat und JEsum lieht, der liebt den, der den Himmel giebt. 4. Wer JEsum liebt, der kann nicht sterben, er lebt auch in dem Tode noch; sein JEsus laͤßt ihn nicht verderben, ob ihn hier druͤckt der Suͤnden Joch; wer IEsum hat und IEsum liebt, der Gleh den, der den Himmel giebt. b h1 5. Wer IEsum liebt, kann sich ergoͤtzen, wenn ihn, sein liebster JEsus kuͤßt; wenn er ins Leben ihn wird setzen und alles Herzeleid versuͤßt. Wer Esum hat und IEsum liebt, der liebt den, der den Himmel giebt. mel. Vom Christlichen Leben. 663 Mel. Valet will ich dir geben. 7 ollt ihr den 7 77. HErren finden, so sucht ihn, weil es Zeit; wollt ihr den Braͤutgam binden, so thuts, weil ers verleiht; wollt ihr die Kron empfangen, so rennet nach dem Ziel: wer viel meint zu erlangen, der sucht und muͤht sich viel. 2. Sucht ihn mit Kinds⸗ geberden im Kripplein auf dem Heu; denn wer kein Kind will werden, der geht ihm stracks vorbei. Sücht ihn, den reichen Knaben, in der Jungfrauen Schooß; denn wer dies Gold will haben, muß sein von Keuschheit groß. 3. Sucht ihn, soll er sich zeigen, im Wege der Geduld. Wer meiden kann und schweigen, der findet seine Huld. Sucht ihn in Wuͤsteneien und Abgeschie⸗ denheit; die mit der Welt sich freuen, die fehlen sei⸗ ner weit. 4. Sucht ihn in Kreuz und Leiden, in Truͤbsal und Elend; denn durch der Wollust Freuden wird man von ihm getrennt. Sucht ihn, wo er im Grabe der Welt gestorben ist; denn wer nicht allm stirbt abe, wird nicht von ihm erkiest. 5. Sucht ihn im Him⸗ mel droben, im Chor der Seraphim; denn die ihn liebend loben, sind nicht sehr weit von ihm. Sucht ihn in eurem Herzen mit tiefer Innigkeit, so werdt ihr frei von Schmerzen jetzt und in Ewigkeit. Joh. Angelus. —— VI. Vom Christlichen Leben. In eigener Klelodie. bba, 778. Acschent 1 IEsu Namen uns deinen allerliebsten Sohn, des Glaubens Schild und gro⸗ ßen Lohn/ den auserkor⸗ nen Weibessamen. Ge⸗ denk an deine theuren Re⸗ den, da du ihn uns ver⸗ sprochen hast zum König, Priester und Propheten fuͤr alle Roth und Sundenlast. 2. Du hast ihn zwar ins Fleisch gesendet, und ihn im Geist gerecht beweist, verkuͤndigt durch den Glau⸗ bensgeist, sein Werk ist aͤt⸗ ßerlich vollendet. Wir glauben seinem Thun und Leiden, wodurch er uns erworben hat, uns als Er⸗ kaufte zu bereiten zur ew⸗ ad Freud⸗ und Friedens⸗ adt. 3. Doch eben darum sucht der Glaube im Geiste die Erfüllungskraft, so uns die volle Ruh erst schafft, daß nichts die Frucht des Lebens raube. Er muß auch selbst in uns 11 hen, Tod, Teufel, Holl und Suͤnd zerstoͤrn, so ist die Rettung ganz gesche⸗ hen, 66⁴ Vom Christlichen Leben. hen, daß wir ihn als den Heiland ehrn. 4. Drum, Vater, bitten wir dies Leben, das in dem Sohn der Liebe ist, worin du selbst verklaͤret bist, daß du ihn wollst als Weis⸗ heit geben. Gerechtigkeit und heilge Huͤlle, als ewige Erloͤsungskraft; denn dies ist dein vollkommnet Wille/ der unsre Wiederbringung afft. 5. Gieb ihn aus deiner Liebe Munde, das ewge Leben, Licht und Wort, den Weg, die Wahrheit, und die Pfort zum Heil im tiefsten Seelengrunde. Blas uns mit seinem Geist und Odem lebendig und erquickend an, daß unsers Herzens duͤrrer Boden in ihm nun lieblich gruͤnen kann. 6. Ist er nicht gestern, heut und eben derselbe auch in Ewigkeit? So muß ers uns auch werden heut, wie er zuvor war Abrams Le⸗ ben. Jetzt ist die selge Stunde kommen, darin dein Sohn verklaͤret werd, wozu er hat von dir ge⸗ nommen die Glori, die er hat auf Erd. 7. Sind wir verordnet, be 4 zu werden dem Bil⸗ e seiner Heiligkeit, so sei sein Blut zur Kraft bereit, daß wir uns hier noch auf der Erden zu ihm uns lassen neu gebaͤren. Drum druͤck uns ein sein goͤttlich Bild; die Sanft⸗ und Demuth wollst uns lehren, bis uns des Lan.ms Gestalt erfuͤllt 8. Wir wenden uns in seine Wunden, in seines Herzens offne Seit, bis in des Leidens Bitterkeit das Fleisch den Tod recht hat gefünden. Wir opfern uns in ihm zum Sterben, und wollen mit gekreuzigt sein, daß wir sein himm⸗ lisch Leben erben, und hier noch Den recht darein. 9. Dein Will, o Vater, sei die Speise, das rechte Brod vom Himmel schenk, daß keine Schuld uns wei⸗ ter kraͤnk, naͤhr uns nach deiner Kinder Weise. Er⸗ oͤffn uns auch den Brunn der Gnaden, das liebes⸗ volle JEsusherz, und heil der Seelen tiefen Scha⸗ den, nimm weg den ban⸗ gen Suͤndenschmerz. 10. Komm selbst, o Sohn, im Geist erscheine, vollende dein befohlnes Werk, und uns dazu im Glaͤuben slaͤrk, dir anzu⸗ hangen ganz alleine. Laß uns in deinem Herzen woh⸗ nen und bleib du auch in un⸗ serm stehn; du wollst nur keines Argen schonen, bis wir uns ganz erloͤset sehn. 11. Fuͤhr durch das Blut des ewgen Bundes die Seelen der Erkauften hin; belebe Herzen, Muth und Sinn mit dem Geist dei⸗ nes eignen Mundes; daß wir dem Lamm mit Freud nachgehen, und bleiben von der Erd erkauft; den Wandel laß im Rnd Bener 10 tuut und euer recht getauft. 22.0g 0 Vom Christlichen Leben. 66⁵ laß dich hernieder in un⸗ sern armen Herzensgrund; erfuͤll mit Kraft vom neu⸗ en Bund, bring uns zu GOttes Einfalt wieder; erweck der ersten Liebe Le⸗ ben, weh uns mit deinem Odem an, daß dein Ge⸗ schöͤyf dir Ehre geben und in dir goͤttlich leben kann. 13. Du heilge Dreiheit, die so eben zu unserm Heil bemuͤhet ist, ach offenbar dich, wie du bist! du mußt uns dir und dich uns geben. O Vater, zeuch uns recht von neuem; Wort, sprich uns Erloͤsung ein; o. Geist, laß uns dein Licht gedeihen; o Lieb, laß uns dir aͤhnlich sein. Samuel Zehner. Mel. Kommt her zu mir, spricht GOttes Sohn. Ih Ghtt, 779. A gieb du uns deine Gnad, daß wir all Suͤnd und Missethar buß⸗ fertiglich erkennen, und Gleil, fest an IEsum brist, der zu helfen ein Meister ist, wie er sich selbst thut nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gott⸗ seliglich leben hinfort zu Ehren deinem Namen/ daß uns dein guter Geist re⸗ gier, auf ebner Bahn zum Himmel fuhr durch JE⸗ sum Christum, Amen. Gottfried Arnold. Mel. Was mein GoOtt will, das gscheh allzeit. 5 7 80* A Gt, ver⸗ leihe mir, daß ich nur dich begehre, und daß ich christ⸗ lich fuͤr und fuͤr durch dich mich neu gebaͤre; daß ich/ dein Kind, dich such und find in allem Kreuz und Leiden, damit der Tod, noch Hoͤllennoth mich nim⸗ mer von dir scheiden. 2. Gieb meinem Herzen wahre Reu, und Thraͤnen meinen Augen, daß ich hinfort das Boͤse scheu, und meine Werke taugen; hilf, daß ich sei ohn Heu⸗ chelei, ein Schutz und Trost den Armen, auch jederzeit voll Freundlichkeit mich ihrer moͤg erbarmen. 3. Loͤsch aus in mir des Fleisches Wust, daß ich in deiner Liebe, nicht in der Welt, empfinde Lust, und stets also mich uͤbe, nach deinem Wort, an allem Ort in tugendlichen Tan⸗ gen: so wird mein Geist sich allermeist zu dir, HErr JEsu, schwingen. 4. Treib aus von mir den stolzen Sinn, laß mich in Demuth leben; Rach, Neid und Zorn nimm von mir hin, so kann ich bald vergeben, wenn schon durch List mein Nebenchrist ins Elend mich getrieben; weiß ich doch wohl, daß man auch soll die aͤrgsten Feinde lieben. 4911 5. HErr, gieb mir diese dreierlei: erst einen festen Glauben, bei welchem rechte Treue sei, die nim⸗ mer steh auf Schrauben; daß ich mich uͤh in 1* ie 666 Vom Christlichen Leben. Lieb, und hoff auf deine Guͤte, die mich, o GOtt, st vor Schand und Spott auch bis ins Grab be⸗ huͤte. 6. Nach vielem Reich⸗ thum, Gut und Geld, HErr, laß mich ja nicht trachten. Gieb, daß ich alle Pracht der Welt moͤg inniglich verachten; auch nimmermehr nach hoher Ehr und großem Namen b strebe, besonders nur nach rechter Schnur der wahren Christen lebe. 7. Vor Schmeicheln, 781 AIEsu, mein Schoͤnster, List und Heuchelei bewah⸗ re mir die Sinnen, und laß mich ja durch Gleißnerei den Naͤchsten nicht gewin⸗ nen; laß Ja und Nein mein Antwort sein, dar⸗ nach man sich zu richten; denn dieses kann bei je⸗ dermann die Sachen leichtlich schlichten. 8. HEtr, saͤubre doch von Eitelkeit mein suͤnd⸗ liches Gemuͤthe, daß ich in dieser kurzen Zeit vor schnoͤder Lust mich huͤte; der Herzensgrund sei wie der Mund, dem Naͤch⸗ sten nicht zu Schaden: so werd ich nicht, wie sonst geschicht, mit Schmaͤhen uͤberladen. 9. Gieb, daß ich ja den Muͤßiggang sammt aller Traͤgheit hasse; dagegen, HeErr, mein Lebenlang mein Arbeit so verfasse, daß ich zur Noth mein taͤhlich Brod mit Ehren moͤg erwerhen, und, wenn ich soll, fein sanft und wohl in dir, HErr JIEsu, erben. 10. Ach, gieb mir dei⸗ nen guten Geist, daß ich die Laster fliehe, und nur um das, was christlich heißt, von Herzen mich bemuͤhe; so kann kein Leid in dieser Zeit aus deiner Hand mich treiben, be⸗ sonders ich werd ewiglich bei dir, HErr IEsu, blei⸗ en. Johann Rist. Mlel. Ach alles, was Himmel und Erde umschließet. erquicke mich Armen; ach zeuch mich, ach zeuch mich zu dir mit Erbarmen; ieb, daß ich ganz bruͤn⸗ stig voll Liebe moͤg wer⸗ den, so lang ich noch le⸗ ben soll hier auf der Erden. 2. Die Stroͤme des Le⸗ hens laß immer stark flie⸗ gen, und in mir von Tag sich zu Tage ergießen; be⸗ schwemm mich mit Flu⸗ ten der hohen Genaden, und laß mir im Segen doch alles gerathen. 3. Du Vater der Lich⸗ ter, schieß deine Licht⸗ strahlen tief in mich, dein heiliges Bildniß zu ma⸗ len; ach gieb mir die Sanftmuth und Demuth vor allen, daß ich moͤg dem HErren, dem Schoͤn⸗ sten, gefallen. 4. Gerechtigkeit wollst du, o JEsu, mir geben, auf daß ich im Friede und Freude kann leben; die Fruͤch⸗ Vom Christlichen Leben. 66 Fruͤchte des Geistes laß allzeit sich finden; bewahr mich, vor Werken des Fleisches, vor Suͤnden. 5. HErr IEsu, du wollst dich in Liebe verbin⸗ den, mit deiner herzflam⸗ menden Lieb mich ent⸗ zuͤnden. Du wollst mich doch einmal recht freund⸗ lich anschauen, so geb ich das Herz dir mit vollem Vertrauen. 6. HErr JIEsu, du Ko⸗ nig und Herrscher der Hei⸗ den, ach laß mich doch werden ein Mitglied der Freuden! ach laß mich den Himmel auf Erden genie⸗ ßen! das bitterste Leiden kannst du mir versuͤßen. 7. Im Kreuz und An⸗ fechtung laß du mich em⸗ pfinden die Kraͤfte des Hei⸗ ligthums, zu uͤberwinden den Satan, die Welt und die fleischlichen Luste, die alle versammelt sich wider mich ruͤsten. Mel. Ach Gott vom Himmel, sieh darein. 5 t 782. Acdant noͤthig ist, daß wir jetzund recht beten und wachen, da des Feindes List uns sucht zu untertreten. Ver⸗ suchung ist gar mancherlei/ ach⸗treuer GOtt, ach steh uns bei, errett uns von dem allen! 2. Umzingle uns mit deiner Macht, o Abgrund aller Treue, der Satan ist darauf bedacht, wie er uns nur zerstreue; er kann und will ja nimmer ruhn/ er suchet nichts als Scha⸗ den thun, will unsre See⸗ len faͤllen. 3. Wie mancherlei ist seine List, wie heimlich seine Tuͤcke, da er nur stets bemuͤhet ist, zu brin⸗ gen uns in Stricke, zu rauben, was du wesentlich uns schon geschenkt, und wie er dich und uns mög wieder trennen. 4. Er suchet uns in Sicherheit und in den Schlaf zu bringen, daß er des Nachts bei dunkler Zeit uns moͤge gar ver⸗ schlingen. Ach HErr, HErr, gieb uns deinen Geist, der uns den Weg zur Wahr⸗ heit weist, und uns darin⸗ nen fuͤhret. 5. Beschuͤtz uns durch die Wachsamkeit der hei⸗ ligen Heerschaaren; laß sie um uns stets stehn bereit: ach laß uns widerfahren auch diese Gnad, daß fruͤh und spaͤt viel Raͤuchwerk uns zu dem Gebet von dir gegeben werde. 6. Ach deine Liebe flamm uns an mit neuen Liebes⸗ flammen; fuͤhr du uns auf der Pilgerbahn, daß wir im Geist zusammen ver⸗ einigt brennen von dem Trieb der wundersuͤßen GoOtteslieb, und ganz ver⸗ zehret werden. ö 7. Ersaͤufe durch die Lie⸗ besglut in uns das suͤnd⸗ lich, Wesen; denn wenn du uns gemachet gut, daß wir davon genesen, so brin⸗ gen wir die Opfer 420 ie 668 Vom Christlichen Leben. die dir gefallen ganz und gar, weil du sie selbst ge⸗ wirket. 8. Alsdann sind wir da⸗ zu bereit, daß wir theil⸗ haftig koͤnnen recht wer⸗ den noch in dieser Zeit der Gnaden, die du goͤnnen hast wollen deiner kranken Heerd, die sich durch Liebe selbst verzehrt, und dir zu eigen worden. 9. Ach staͤrk uns aus der heilgen Hoͤh, daß wir die Kron erlangen, und nach dir laufen wie ein Reh, und bruͤnstig dich umfangen; steh uns mit deiner Gnade bei, und lasse deine Vatertreu in unserm Kampfe spuͤren. 10. In Wuͤsten wan⸗ deln wir jetzt noch, ach HErr, du wollst uns spei⸗ sen, und traͤnken stets, da wir das Joch des Kreuzes, dich zu preisen in der Nach⸗ folg, dir tragen nach; aus Todten uns lebendig mach/ daß wir dir gaͤnzlich leben. 11. Wir sind nicht un⸗ ser eigen mehr, dir muͤssen wir nun leben. Wir wol⸗ len auch, weil du so sehr gern dich fuͤr uns gegeben/ durch deine Gnad die Dei⸗ nen sein, und dienen dir/ dem HErrn, allein mit ganzem Geist und Seelen. 12. Gemeinschaft haben wir also mit dir in Leid und Freuden; zuletzt wir werden mit dir froh, wenn sich geendt die Leiden; denn wie koͤnnt da was Traurigs sein, wo du in uns nun lebst allein, du Quelle aller Freuden? 13. O treuer GOtt, er⸗ hoͤre heut, was deine Kin⸗ der bitten; mach uns durch deine Kraft bereit, uns nun zu uͤberschuͤtten mit reichem Maaß der Heiligkeit, daß wir dir in der letzten Zeit mit vieler Treue dienen. 14. Den Ursprung hat die Seel aus dir, sie sehnt sich von der Erden, und brennet von der Liebsbe⸗ gier verschlungen ganz zu werden. O HErr, ach nimm uns wieder ein, und lasse deinen Freudenschein uns ewiglich genießen. Johann Christian Rehring. Mel. Ach wie nichtig, ach wie slüchtig. ch wie wich⸗ 783. A tig/ ach wie richtig ist der. Christen Le⸗ ben. Denn sie GOtt von Herzen liehen, ihre Buße nicht aufschieben, und sich stets im Guten uͤben. 2. Ach wie wichtig, ach wie richtig sind der Christen Tage. GOtt hat alle abge⸗ zaͤhlet und zum Besten aus⸗ erwaͤhlet, giebt auch Trost. wenn Kummer gudlet. 3. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Freude. Denn sie sich an GOtt ergoͤtzen, alle Hoff⸗ nung auf ihn setzen, darum kann sie nichts verletzen. 4. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Schoͤne. Sie sind innerlich Denvschn mit dem Glau⸗ ensschmuck staffiret, leben auch/ Vom Christlichen Leben. 669 auch, wie sichs gebuͤh⸗ ret. 5. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Staͤrke. Denn GOtt selbst in ihnen streitet, sie zum Kaͤmpfen recht bereitet und den Sieg zu ihnen leitet. 6. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Gluͤcke. Obs gleich oft sehr hart hergehet, bald doch ihnen Huͤlf entstehet, und zuletzt erfreulich gehet. 7. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Ehre. Denn GOtt sie als Kinder liebet, ihnen auch den Himmel giebet; nichtig ist, was sie betruͤbet. 8. Ach wie wichtig, ach wie rich'ig ist der Christen Wissen. Weil sie ihren JE⸗ sum kennen, ihn im Glau⸗ ben Bruder nennen, und auch bis in Tod bekennen. 9. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Tichten. Stets hinauf ihr Herz nur trachtet, und was droben ist, hochachtet, und was irdisch ist, verachtet. 10. Ach wie wichtig, ach wie richtig sind der Christen Schaͤtze. Es mag Flut und Glut entstehen/ und die ganze Welt ver⸗ doch e bleibt ihr Schatz och ewig stehen. 11. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Herrschen. Ueber Suͤnd, Tod, Teufel, Hoͤlle haben sie die Oberstelle; trotz dem Feinde, der sie faͤlle. 12. Ach wie wichtig/ ach wie richtig ist der Christen Praugen. Alle Pracht der Welt sie mei⸗ den, sich in Christi Un⸗ schuld kleiden, und gehn her in reiner Seiden. Ach wie wichtig/ ach wie richtig sind der Christen Sachen. Weil sie alles GOtt befehlen, und das beste Gut er⸗ waͤhlen, kann es ihnen nirgends fehleen. 14. Ach mein Heiland, ach mein Beistand, JEsu, voller Guͤte! mich durch deinen Geist regiere, daß ich so mein Lehen fuͤhre; dir sei ewig Preis und Ehre. Siegmund v. Birken. Mel. Wenn wir in höch⸗ sten Nöthen sein. 78 4 llein auf 2 GᷣDtt setz dein Vertraun, auf Men⸗ schenhuͤlf sollst du nicht baun. GOtt ist allein, der Glauben haͤlt, sonst ist kein Glaub mehr in der Welt. 2. Bewahr dein Ehr, huͤt dich vor Schand, Ehr ist fuͤrwahr dein hoͤchstes Pfand; wirst du die Schanz einmal versehn, so ists um deine Ehr geschehn. 3. Claff nicht zu viel, sondern hoͤr mehr/ das wird dir bringen Preis und Ehr; mit Schweigen sich verredt niemand, Claffen bringt manchn in Suͤnd und Schand. 4. Dem Groͤßten weich, acht dich gering, daß er dich nicht in Ungluͤck bringz dem Kleinsten auch kein Un⸗ recht 67⁰ vom Christlichen Leben. recht thu, so lebst du stets in Rast und Ruh. 5. Erheb dich nicht in stolzem Muth, wenn du bekommen hast groß Gut; es ist dir nicht darum ge⸗ Pult daß du dich dadurch ollst erhebn. 6. Froͤmmigkeit laß ge⸗ fallen dir viel mehr denn Gold, das glaube mir; wenn Geld und Gut sich von dir scheidt, so weicht doch nicht die Froͤmmigkeit. 7. Gedenk der Armn zu aller Frist, wenn du von GOtt gesegnet bist; sonst dir das widerfahren kann, was Christus sagt vom rei⸗ chen Mann. 8. Hat dir jemand was Guts gethaͤn, da sollst du allzeit denken dran; es soll dir sein von Herzen leid, wenns deinem Naͤchsten uͤbel geht. 9. In deiner Jugend sollst du dich zur Arbeit halten fleißiglich; hernach gar schwer die Arbeit ist, wenn du zum Alter kommen bist. 10. Kehr dich auch nicht an jedermann, der dir vor Augen dienen kann; nicht alles chb. von Herzengrund, was schon und lieblich redt der Mund. 11. Laß kein Unfall ver⸗ drießen dir, wenn das Gluͤck wohnet nicht bei dir; An⸗ fang und Ende sind nicht gleich, wie solches ofte sin⸗ bet sich. 12., Maͤßig im Zorn sei allezeit, um klein Ursach erheb kein Streit; durch Zorn das Herze wird ver⸗ blendt, daß niemand recht damit erkennt. 13. Nicht schaͤm dich/ rath ich allermeist, daß man dich lehr, was du nicht weißt. Wer etwas kann, den haͤlt man werth, den Unge⸗ schicktn niemand begehrt. 14. 0 merk, so einer fuͤhrt ein Klag vor dir/ sollst du sobald der Sach nicht glaͤuben, auch nicht richten fort, sondern hörn erst des Andern Wort. 15. Pracht und Hoffart meid uͤberall, daß du nicht kommest zu Unfall; man⸗ cher waͤr ein behaltner Mann, haͤtt er Hoffahrt und Pracht gelan. 16. Quad von niemand gedenk noch sprich, denn kein Mensch lebet ohn Ge⸗ brech; redest du alls nach deinem Willn, wird man dich gar bald wieder stilln. 17. Ruf GOtt in allen Nothen an, er wird ge⸗ wißlich dir beistahn; er hilft einm jeden aus der Noth, der nur nach seinem Willen thut. 18. Sieh dich wohl vor, die Zeit ist bos, die Well ist falsch und sehr gottlos; willst du der Welt viel han⸗ gen an, ohn Schad odr Schand kom̃st nicht davon. 19. Tracht stets darnach was recht gethan, ob dich schon nicht lobt jedermann; es kanns doch keiner ma⸗ chen so, daß jedermann gefallen thu. 20. Verlaß dich nicht guf irdisch Ding, all zeitlich Gut verschwindt der u⸗ ar⸗ vom Christlichen Leben. 67¹ darum der Mensch gar weislich thut, der allein sucht das ewig Gut. 21. Wenn jemand mit dir hadern will, so rath ich, daß du schweigest still, und ihm nicht helfest auf die Bahn, da er gern wollt ein Ursach han. 22. Xerxes verließ sich auf sein Heer, daruͤbr ward er geschlaͤgen sehr; so du mußt kriegen, GOtt ver⸗ trau, sonst allezeit den Frie⸗ den bau. 23. Ve laͤngr, je mehr kehr dich zu GOtt, daß du nicht kriegst des Teu⸗ fels Spott. Der Mensch ein solchen Lohn wird han, wie er im Leben hat gethan. 24. Zier all dein Thun mit Redlichkeit, bedenk zum End den letzten Bscheid; denn vor gethan und nach bedacht/ hat man⸗ chen in groß Leid gebracht. Bartholomäus Ringwaldt. In eigener Melodie. 5 785. Dauan breit genüg zum Leben; wenn man nur sacht und grad und stille 7000 so wird man nicht so leicht⸗ lich ümgeweht: man muß sich recht hinein begeben, so ist er breit genug zum frommen Leben. 2. Des HErren Weg ist voller Suͤßigkeiten, wenn man es nur im Glauben recht bedenkt, wenn man das Herz nur froͤhlich dazu lenkt; man muß sich recht dazu be⸗ reiten, so ist der schmale Weg voll Suͤßigkeiten. 3. Wie kann ein Baͤr des Schafes Sanftmuth uͤben? Kein wilder Wolf giebt sich in Schranken ein. Wie kann das Fleisch nach GOtt gesinnet sein, und diesen Weg des Gei⸗ stes lieben? Es kann kein Baͤr des Schafes Sanft⸗ muth uͤben. 4. Du mußt erst Geist aus Geist geboren wer⸗ den, dann wandelst du des Geistes schmale Bahn; sonst ist es schwer, und ge⸗ het doch nicht an. Weg,/ schnöder Sinn du Schaum der Erden! ich muß erst Geist aus Geist geboren werden. 5. Wer die Geburt aus Christo hat erlan⸗ get, der folgt allein dem HErren treulich nach: er leidet erst, er traͤgt erst seine Schmach/ eh er mit ihm im Lichte pranget, der die Geburt aus Chri⸗ sto hat erlanget, 6. Er wird mit ihm in seinen Tod begraben, er wird im Grab auf eine Zeit verwahrt, er stehet auf, und haͤlt die Himmelfahrt, er kriegt dar⸗ auf des Geistes Gahen, wenn er vorher mit ihm im Tod begraben. 7. Derselbe Geist, der Christum hier geuͤhet, der⸗ selbe uͤbt die Juͤnger Chri⸗ sti auch; der eine Geist haͤlt immer einen Brauch/ kein andrer Weg wird sonst 67² Vom Christlichen Leben. sonst beliebet; der Juͤn⸗ ger wird, wie Christus, ier geuͤbet. 8. Und ob es gleich durch Tod und Dornen gehet, so triffts doch nur die Fers und nicht das Herz; die Traurigkeit laͤßt keinen tiefen Schmerz, wer nur getrost und feste stehet, ob schon es durch den Tod und Hoͤlle gehet. Das sanfte Joch kann ja nicht harte druͤk⸗ ken, es wird dadurch das Boͤse nur gedruͤckt; der Mensch wird frei, damit er nicht erstickt; wer sich nur weiß darein zu schik⸗ ken: das sanfte Joch kann ja nicht harte drucken. 10. Die leichte Last macht nur ein leicht Ge⸗ muͤthe, das Herz hebt sich darunter hoch empor; der Geist kriegt Luft, sein Wandel kommt in Flor, und schmeckt dabei des HErren Guͤte; die leichte Last macht nur ein leicht Gemuͤthe. 11. Zeuch, JEsu, mich, zeuch mich, dir nachzulau⸗ fen; zeuch mich dir nach, zeuch mich, ich bin noch weit. Dein schmaler Weg ist voller Suͤßigkeit, das Gute folgt uns da mit Haufen. Zeuch, JEsu, mich/ zeuch mich, dir nach⸗ zulaufen. Ehristian Fried. Richter. Mel. O(HeErr) JEsu Christ, meins Lebens Lichi. 0 rneure mich, 786. E o ewigs Licht, und laß von dei⸗ nem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfuͤllet sein. 2. Ertoͤdt in mir des Fleisches Lust, und nimm hinweg den Sundenwusi. Bewaffne mich mit Kraft und Muth, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, HErr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist, ein willig Opfer willst ja du/ und altes Fleisch taugt nicht dazu. 4. Mach in mir das Gedaͤchtniß neu, daß es auf dich gerichtet sei, und was dahinten ist vergeß, und stuͤndlich Christi Tod ermeß. 5. Des Fleisches Wil⸗ len tͤdt in mir, und mach ihn unterthaͤnig dir; durch deine Liebe treib ihn an, zu gehn auf deiner Lebens⸗ bahn. 1 6. Und wie ich ohn dein Gnadenlicht erkenne dei⸗ nen Willen nicht, so leuchte du, o GoOtt, allein in dem Verstand mit deinem Schein. 7. Mach in mir das Gewissen rein, und laß es abgewaschen sein: so kann ich dann durch dei⸗ nen Sohn mit Freuden stehn vor deinem Thron. 8. Auf dich laß meine Sinnen gehn, und stets hinauf gerichtet stehn, daß ich dein Wort mit Freu⸗ den hoͤr, mein Herz nach ihm in allem kehr. . eb/ Vom Christlichen Leben. 67³ . Gieb, daß ich finde swill ich, mein FEfu, le⸗ deine Kraft, und schmecke ben ewiglich. deiner Guͤte Saft; laß mich dein freundlich An⸗ gesicht mit Freuden sehn in deinem Licht. 10. Wenn ich in deinem Wort dich such, so laß es mir sein ein Geruch, der Leben, Kraft und Suͤßig⸗ keit in meiner Seelen Kraͤf⸗ te streut. 11. Und weil du voller Guͤte bist, die schmeckend und erfreulich ist, so gieb, daß ich dich fuͤhl in mir, und ganz umschlossen sei von dir. 12. Und wie ich von müir selbst nichts kann, so treib durch deinen Geist mich an, daß er in mir das Ruder fuͤhr, Geist, Seel, Herz, Sinn und Mund regier. 13. Wie dieses ohne Glauben nicht in mir kann werden ausgericht, der Glaub auch ohn dies nicht besteht, wo er nicht in die Werke geht: 14. So wirke, HErr, durch deinen Geist den Glauben, der sich kraͤftig weist, und in ein neues Wesen dringt, und seine Lebensfruͤchte bringt. 15. In allem, HErr IEsu Christ, laß mich mit Kraft sein ausgeruͤst, zu fechten wider Fleisch und Blut, und nimm mich un⸗ ter deine Hut. 16. So acht ich nicht des Teufels List, der je jund voller Grimmes ist. Ich bleib im Sieg, in dir Joh. Friedrich Ruopp. In eigener Melodie. 787 E glaͤnzet der 9õ8 Christen in⸗ wendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne verbrannt; was ihnen der Koͤnig des Himmels gege⸗ ben, ist keinem, als ihnen nur selber bekannt. Was niemand verspuͤret, was niemand beruͤhret, hat ihre erleuchtete Sinne KAllichen und sie zu der goͤttlichen Wuͤrde gefuͤhret. 2. Sie scheinen von au⸗ ßen die schlechtesten Leute, ein Schauspiel der Engel, ein Ekel der Welt, und innerlich sind die lieblich⸗ sten Braͤute, der Zierath, die Krone, die IEsu ge⸗ faͤllt; das Wunder der Zei⸗ ten, die hier sich bereiten, den Koͤnig, der unter den Lilien weidet, zu kuͤssen, in guͤldenen Stuͤcken ge⸗ kleidet. 4 3. Sonst sind sie des Adams natuͤrliche Kinder, und tragen das Bilde des Irdischen auch; sie leiden am Fleische wie andere Suͤnder/ sie essen und trin⸗ ken nach noͤthigem Brauch. In leiblichen Sachen, im Schlafen und Wachen sieht man sie vor andern nichts sonderlichs machen, nur daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. 4. Doch innerlich sind sie aus goͤttlichem Stamme, die GOtt durch sein maͤch⸗ 29 tig 67⁴ Vom Christlichen Leben. tig Wort selber gezeugt, ein Funke und Flaͤmmlein aus goͤttlicher Flamme, die oben Jerusalem freundlich Buuder Die Engel sind ruͤder, die ihre Loblieder mit ihnen gas freundlich und lieblich absingen; das muß denn ganz herrlich, ganz praͤchtig erklingen. 5. Sie wandeln auf Er⸗ den, und leben im Him⸗ mel, sie bleiben ohnmaͤch⸗ tig/ und schuͤtzen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Getuͤmmel, sie kriegen, die Aermsten, was ihnen gefaͤllt. Sie stehen in Leiden, sie bleiben in reuden, sie scheinen er⸗ toͤdtet den aͤußeren Sinnen, und fuͤhren das Leben des Glaubens von innen. 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar wer⸗ den, wenn er sich einst, wie er ist, oͤffentlich stellt, so werden sie mit ihm, als Goͤtter der Erden, auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren und ewig floriren, den Himmel als praͤchtige Lichter auszieren; da wird man die Freude gar offenbar spuͤren. 7. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Huͤgel, dieweil du den goͤttlichen Samen geneußt; denn das ist Jehovah sein goͤttliches Siegel, zum Zeugniß, daß er dir noch Segen ver⸗ heißt. Du sollst noch mit ihnen aufs praͤchtigste gruͤ⸗ nen, wenn erst ihr verbor⸗ genes Leben erscheinet; wo⸗ nach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 8. O IEsu, verborge⸗ nes Leben der Seelen, du heimliche Zierde der in⸗ neren Welt, gieb, daß wir die heimlichen Wege er⸗ waͤhlen, wenngleich uns die Larve des Kreuzes ver⸗ stellt. Hier uͤbel genennet und wenig erkennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort df⸗ fentlich mit ihm im Him⸗ mel geschwebet. Christian Friedrich Richter. Klel. HErr, nicht schicke deine Rache. 7 olget mir, 88. F ruft uns das Leben, was ihr bittet, will ich geben, gehet nur den rechten Steg; folget, ich bin selbst der Weg. Fol⸗ get mir von ganzem Her⸗ zen, ich benehm euch alle Schmerzen; lernet von mir insgemein sanft und reich von Demuth sein. 2. Ja, HErr JEsu, dein Begehren, sollt ich billig dir gewaͤhren, weil ich weiß, daß der kein Christ unter uns zu nen⸗ nen ist, der sich gleichsam pflegt zu schaͤmen, deine Last auf sich zu nehmen; ach ich weiß es gar zu wohl, daß man dir nach⸗ wandeln soll. 3. Aber, HErr, wo sind ich Staͤrke, zu vollbrin⸗ — gute Werke, dir mit ust zu folgen nachie Ach mein GOtt, ich bin zu schwach. Geh ich f a —8 —— —— 7 Vom Christlichen Leben. 67⁵ auf guten Wegen, muß ich bald mich niederlegen; dich zu lieben, o mein Licht, steht in meinen Kraͤften nicht. 4. Zwar mein Geist wird oft bewogen, aber bald durchs Fleisch betro⸗ gen, wenn die Wollust kritt herfuͤr, freundlich ru⸗ fend: Folge mir! Ehr und Pracht sammt andern Sa⸗ chen wollen dich zum Herren machen; Geiz und Ungerechtigkeit kommen auch zu diesem Streit. 5. Ach wie seh ich doch ein Rennen nach den Guͤ⸗ tern, die wir kennen. Lie⸗ bet doch die schnode Welt nur den Reichthum und das Geld; und dem HEr⸗B ren, der das Leben nach dem Sterben uns will ge⸗ ben, folget niemand mit der That, ob mans gleich versprochen hat. 6. Aber, HErr, ich will nicht lassen, dich mit Freu⸗ den zu umfassen; hilf nur gnaͤdig, staͤrke mich, steif und fest zu halten dich. Jener Wege laß ich fah⸗ ren, nur mit dir will ich mich paaren; jener Wege sind Betrug, wer dir fol⸗ get, der ist klug. 7. Du bist vor uns hergegangen, nicht mit broßem Stolz und Pran⸗ en, nicht mit Hader, ank und Streit, sondern mit Barmherzigkeit. Gieb, daß wir als Hausgenossen dir zu folgen unverdros⸗ sen wandeln in der Tu⸗ gendbahn, wie du hast vor uns gethan. 8. HErr, wie bist du doch gelaufen unter je⸗ nem schnoͤden Haufen, da⸗ mals als der Suͤnden Macht dich hat an das Kreuz gebracht, und ein uͤbergroße Liebe dich fuͤr uns zu sterben triebe, da dein theur vergoßnes Blut uns erwarb das hoͤchste Gut. 9. Laß uns auch in sol⸗ chen Schranken christlich laufen sonder Wanken, daß uns Lieb und Freund⸗ lichkeit fest verknuͤpf in dieser and Niemand seh in diesem Stuͤcke, wohl zu leben, hier zuruͤcke. Christus gehet vor uns her; folget, das ist sein egehr. 10. IEsus, du mein Licht und Leben, deine Schritte sind ben ehen/ und die Stapfen deiner Fuͤß halt ich uͤber Ho⸗ nig suͤf. Hilf, daß ich im Koth der Suͤnden mei⸗ nen Gang nie lasse fin⸗ den; zeig, HErr, deinem armen Knecht alle Steg und Wege recht. 11. Laß mich deine Gna⸗ de spuͤren, meinen Tritt also zu fuͤhren, daß ich in der Unschuld geh, und nicht bei den Spottern steh. Hilf, daß ich nicht nur in Freuden, sondern auch in Kreuz und Leiden durch so manchen Kampf und Streit dir zu folgen sei bereit. 12. Laß mich, HErr, doch nicht verdrießen, Angst und Truͤhsal zu ge⸗ 29˙ nie⸗ 676 Vom Christlichen Leben. nießen, weil man weiß, daß diese Bahn ist ein rechter Ungluͤcksplan, da man muß in Dornen ba⸗ den und mit Elend sich beladen, da dann laufend jedermann gar zu schleunig fallen kann. 13. Laß mir doch mein Ziel auf Erden nicht zu schnell verruͤcket werden, daß ich ja das Gnaden⸗ licht in der Zeit verliere nicht. Gieb, daß ich von meiner Jugend bis ins Alter mir die Tugend recht von Herzen, nicht zum Schein, hoch laß an⸗ gelegen sein. 14. Hilf mir, HErr, vor allen Dingen, meinen Lauf also vollbringen, daß ich mich in deiner Lieb und der wahren Demuth uͤb; hilf, daß ich dir hier vertraue, und dich dort mit Freuden schaue. Je⸗ nes gieb mir in der Zeit, dieses in der Ewigkeit. Johann Rist. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 7 89 eiligster IE⸗ 9 su, Heili⸗ gungsquelle, mehr als Krystall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Heiligkeit, aller Glanz der Cherubinen und Hei⸗ ligkeit der Seraphinen ist egen dich nur Dunkel⸗ eit. Ein Vorbild bist du mir: ach bilde mich nach dir, du mein Alles! IEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich mag heilig sein, wie du. 2. O stiller JEsu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war: also mach auch glei⸗ chermaßen mein Herz und Willen dir gelassen, ach stille meinen Willen gar. Mach mich dir gleich ge— sinnt, wie ein gehorsam Kind, stille, stille. IEsu⸗ ei nu, hilf mir dazu, daß ich fein stille sei, wie du. 3. Wachsamer JIEsu/ ohne Schlummer, in gro⸗ ßer Arbeit, Muͤh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; du muß⸗ test taͤglich viel ausstehen, des Nachts lagst du vor GOtt mit Flehen, und hast gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsam⸗ keit, daß ich zu dir allzeit wach und bete. JEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich stets wachsam sei, wie du. 4. Guͤtiger IEsu, ach wie gnaͤdig, wie liebreich, freundlich und gutthaͤtig bist du doch gegen Freund und Feind! Dein Son⸗ nenglanz der scheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich un⸗ dankbar seind. Mein GOtt/ ach lehre mich, damit hier⸗ innen ich dir nacharte. IE⸗ su, ei nu, hilf mir. 2 daß ich auch guͤtig sei, wie du. 5. Du sanfter IEsu/ warst unschuldig und lit⸗ test alle Schmach gedul⸗ dig/ vergabst und ließt nicht Rachgier aus; niemand kann deine Sanftmuth 1, en/ * * Vom Christlichen Leben. 67⁷ sen, bei der kein Eifer dich gefressen, als den du hattst ums Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih mir Sanftmuth, und dabei gu⸗ ten Eifer. IEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich sanft⸗ muͤthig sei, wie du. 6. Ertiefter JEsu, Eh⸗ renkoͤnig, du suchtest deine Ehre wenig, und wurdest niedrig und gering; du wandeltst ganz ertieft auf Erden in Demuth und in Knechtsgeberden, erhubst dich selbst in keinem Ding. HErr, solche Demuth lehr mich auch je mehr und mehr stetig uͤben. JEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich de⸗ muͤthig sei, wie du. 7. O keuscher JEsu, all dein Wesen war zuͤchtig, keusch und auserlesen, von tugendvoller Sittsamkeit; Gedanken, Reden, Glie⸗ der, Sinnen, Geberden, Kleidung und Beginnen war voller lautrer Zuͤch⸗ tigkeit. O mein Imma⸗ nuel, mach mir Geist, Leib und Seel keusch und zuͤch⸗ tig. IEsu, ei nu, hilf mir dazu, so keusch und rein zu sein, wie du. 8. Maͤßiger JEsu, deine Weise im Trinken und Ge⸗ nuß der Speise lehrt uns die rechte Maͤßigkeit. Den Durst und Hunger dir zu stillen, war, statt der Kost, des Vaters Willen und Werk vollenden, dir bereit. Err, hilf mir meinen Leib stets zaͤhmen, daß ich bleib dir stets nuͤchtern. JEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich stets nuͤchtern sei, wie du. 9. Nun, liebster IEsu, liebstes Leben, mach mich in allem dir recht eben, und deinem heilgen Vor⸗ bild gleich; dein Geist und Kraft mich ganz durch⸗ dringe, daß ich viel Glau⸗ bensfruͤchte bringe, und tuͤchtig werd zu deinem Reich. Ach zeuch mich ganz zu dir, behalt mich fuͤr und fuͤr, treuer Hei⸗ land! IEsu, ei nu, laß mich, wie du und wo du bist, einst finden Ruh. Barthol. Crasselius nach Jodocus v. Lodenstein. Klel. YErr JEsu Christ, wahr Mensch und GOtt. 790 Err, aller Weisheit Quell und Grund, dir ist all mein Vermgen kund; wo du nicht hilfst und deine Gunst, da ist mein Thun und Werk umsonst. 2. Ich, leider, als ein Suͤndenkind, bin von Na⸗ tur zum Guten blind. Mein Herze, wenn dirs dienen soll, ist ungeschickt und Thorheit voll. 3. Ja, HErr, ich bin gering und schlecht zu han⸗ deln dein Gesetz und Recht; was meinem Naͤchsten nuͤtz im Land, ist mir verdeckt und unbekannt. 4. Mein Leben ist sehr kurz und schwach, ein Luͤft⸗ lein, das bald laͤsset nach. Was in der Welt zu pran⸗ gen pflegt, das ist mir we⸗ nig beigelegt. 5. Wenn 67⁸ vom Christlichen Leben. 5. Wenn ich auch gleich vollkommen waͤr, haͤtt al⸗ ler Gaben Ruhm und Ehr, und sollt entrathen deines Lichts, so waͤr ich doch ein lauter Nichts. 6. Was hilfts, wenn einer gleich viel weiß, und hat zuvoͤrderst nicht mit Fleiß gelernet deine Furcht und Dienst; der hat mehr Schaden als Gewinnst. 7. Das Wissen, das ein Mensche fuͤhrt, wird leicht⸗ lich in ihm selbst verirrt; wenn unsre Kunst am meisten kann, so stoͤßt sie aller Enden an. 8. Wie mancher stuͤrzet seine Seel durch Klugheit, wie Ahitophel, und nimmt, weil er dich nicht recht kennt, mit seinem Witz ein schrecklich end. 9. O GOtt, mein Va⸗ ter, kehre dich zu meiner Bitt, und hoͤre mich. Nimm solche Thorheit von mir hin, und gieb mir einen bessern Sinn. 10. Gieb mir die Weis⸗ heit, die du liebst, und de⸗ nen, die dich lieben, giebst, die Weisheit, die vor dei⸗ nem Thron allstets er⸗ scheint in ihrer Kron. 11. Ich lieb ihr liebes Angesicht, sie ist meins Renw Freud und Licht; ie ist die Schoͤnste, die mich haͤlt, und meinen Augen wohlgefaͤllt. 12. Sie ist hoch edel auserkorn, von dir/ o Hoͤch⸗ ster, selbst geborn; sie ist der hellen Sonnen gleich/ an Tugend und an Ga⸗ ben reich. 13. Ihr Mund ist suͤß und troͤstet schoͤn, wenn uns die Augen uͤbergehn; wenn uns der Kummer niederdruͤckt, so ist sies, die das Herz erquickt. 14. Sie ist voll Ehr und Herrlichkeit, bewaͤhrt vorm Tod und großem Leid; wer fleißig um sie kaͤmpft und wirbt, der bleibet le⸗ bend, wenn er stirbt. 15. Sie ist des Schoͤ⸗ pfers naͤchster Rath, von Worten maͤchtig und von That; durch sie erfaͤhrt die blinde Welt, was GOtt gedenkt in seinem Zelt. 16. Denn welcher Mensch weiß GOttes Rath? Wer ists, der je erfunden hat den Schluß, den er im Himmel schleußt, den Weg, den er uns laufen heißt? 17. Die Seele wohnet in der Erd, und wird durch ihre Last beschwert. Die Sinne, hin und her zer⸗ streut, sind ja vom Irr⸗ thum nicht befreit. 18. Wer will erforschen, was GOtt setzt, und sa⸗ gen, was sein Herz ergdtzt? 8 sei denn, der du ewig lebst, daß du uns deine Weisheit gebst. 19. Drum sende sie von deinem Thron, und gieb sie deiner Magde Sohn; ach schuͤtt und gieß sie reichlich aus in meines Herzens armes Haus. 20. Besiehl ihr, daß sie mit mir sei, und wo ich gehe, stehe bei; wenn ich arbeite, helfe sie mir tra⸗ gen meine schwere Muͤh. 21. Gieb Vom Christlichen Leben. 679 21. Gieb mir durch ihre weise Hand die recht Er⸗ kenntniß und Verstand/ daß ich an dir alleine kleb, und nur nach deinem Willen leb. 22. Gieb mir durch sie Geschicklichkeit, zur Wahr⸗ heit laß mich sein bereit, daß ich nicht mach aus sauer suͤß, noch aus dem Lichte Finsterniß. 23. Gieb Lieb und Lust zu deinem Wort, hilf daß ich bleib an meinem Ort, und mich zur frommen Schaar gesell, in ihren Rath mein Wesen stell. 24. Gieb auch, daß ich gern jedermann mit Rath und That, so viel ich kann, aus rechter ungefaͤlschter Treu zu helfen allzeit wil⸗ lig sei. 25, Auf daß in allem/ was ich thu, in deiner Lieb ich nehme zu. Denn wer sich nicht der Weisheit giebt, der bleibt von dir auch ungeliebt. Paul Gerhard. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. 791 Err JEsu • Christ, mein Licht und Leben, erneure meinen Geist sammt Leib und Seel. Dir, dir hab ich mich ganz ergeben, mit meiner Seel dich inniglich vermaͤhl. Ach nimm:/ dich meiner herzlich an, und zeige mir, fuͤhr mich die Lebensbahn. 2. Und weil ich auch all⸗ hier noch lebe, so gieb mir deinen heilgen, guten Geist, daß ich in deinem Willen schwebe, und thue nur, was du, mein GOtt/ mich heißt. Ach nimm dich meiner allzeit an, und fuͤhre mich, fuͤhr mich auf ebner Bahn. 3. Mein IEsu, laß mich mit dir sterben und mit dir leben in der Ewigkeit, was suͤndlich ist, laß ganz verderben, ach mache mich/ mein GOtt, fein bald be⸗ reit. Ach nimm:/ dich mei⸗ ner Seelen an, und fuͤhre mich, fuͤhr mich die Le⸗ bensbahn. 4. Wenn ich von aus und innen leide Anfech⸗ tung, Schmach, Verfol⸗ 0 94 Angst und Pein, o gieb, daß ich stets bleib in Freude, und allzeit koͤnne gutes Muthes sein. Ach nimm ½ dich mei⸗ ner treulich an, so fehl ich nicht, ich nicht der rechten Bahn. 5. O JEsu Christe, Heil der Menschen, o wahrer GoOtt von aller Ewigkeit, die Suͤnde wollst du ganz versenken, die sich in mir noch regt zu dieser Zeit. Ach nimm 1 dich meiner herzlich an, und fuͤhre mich, fuͤhr mich die Lebensbahn. Johann Fried. Sannom. Mel. Err Christ, der einge GOttssohn. 792 Err IEsu — Christ, mein Leben und einge Zuver⸗ sicht, dir hab ich mich er⸗ geben, verlaß, verlaß mich nicht. 68⁰ Vom Christlichen Leben. nicht. Ach laß mich dei⸗ nen Willen bestaäͤndiglich erfuͤlen, du meiner See⸗ len Zier. 2. Ach schenk mir dei⸗ ne Liebe, mein Hort und Braͤutigam, gieb, daß ich nicht hetruͤbe dich, wer⸗ thes GOtteslamm. Ach laß mich an dir hangen, im Herzen dich umfangen, denn du bist liebenswerth. 3. In Liebe laß mich brennen, und an dir hal⸗ ten fest; von dir laß mich nichts trennen, du bist der Allerbest. Ach laß mich mit dir sterben, und nach⸗ mals auch ererben das Reich der Herrlichkeit. 4. Ach laß mich allzeit bleiben ein gruͤner Reb an dir; dir will ich mich ver⸗ schreiben, ach weiche nicht von mir; ich bleib dir ganz ergeben im Tod und auch im Lehen, ach hilf mir Armen bald. 5. Nun JEsu, sei mein Leben, mein Alles ganz allein; nach dir laß mich stets streben, so werd ich selig sein. Ach laß mich dich stets suchen, und al⸗ les das verfluchen, was mich von dir haͤlt ab. 6. Gieb, daß ich mein Vertrauen nur setz auf dich allein. HErr, laß mich auf dich schauen, und warten allzeit dein; ja laß mich dich stets lo⸗ ben, hier und hernach dort oben in alle Ewigkeit. 7. Mein Heiland, du wollst kommen, ja komm, ach komme doch; erloͤse deine Frommen von allem Band und Joch. Ach JEsu, komm und daͤmpfe das Fleisch, gieb, daß ich kaͤmpfe allein durch deine Kraft. 8. Nun, Vater, hoͤr mein Lallen; mein JIEsu, meine Bitt laß dir doch nicht mißfallen, und selber mich vertritt. GOtt heil⸗ ger Geist, erfuͤlle mein Herz, daß ich sei stille, und allzeit lobe dich. Johann Fried. Sannom. Mlet. BErr Christ, der einig GOttssohn. Err IEsu, 793. H Gnaden⸗ sonne, wahrhaftes Le⸗ benslicht, laß Leben/ Licht, und Wonne mein bloͤdes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen, und mei⸗ nen Geist erneuen; mein Gott, versag mirs nicht. 2. Vergieb mir meine Suͤnden, und wirf sie hin⸗ ter dich: laß alles Zuͤrnen schwinden, und hilf ge⸗ naͤdiglich, daß deine Frie⸗ densgaben mein armes Herze laben; ach HErr/ erhoͤre mich. 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adams⸗ sinn, und laß mich dich er⸗ waͤhlen, daß ich mich kuͤnf⸗ tighin zu deinem Dienst er⸗ gebe, und dir zu Ehren le⸗ be, weil ich erloͤset bin. 4. Befoͤrdre dein Er⸗ kenntniß in mir, mein See⸗ lenhort, und oͤffne mein Verstaͤndniß durch dein ge⸗ heiligt Wort, damit 1h ch ——————— .— vom Christlichen Leben. 681 dieh glaͤube, und in der Wahrheit bleibe zu Trotz der Hoͤllenpfort. 5. Traͤnk mich an dei⸗ nen Bruͤsten, und kreuzge mein Begier sammt allen boͤsen Luͤsten, auf daß ich fuͤr und fuͤr der Suͤnden⸗ welt absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hin⸗ gegen lebe dir. 6. Ach zuͤnde deine Lie⸗ be in meiner Seelen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen bestaͤn⸗ dig moͤge wallen auf rech⸗ ter Liebesbahn. 7. Nun, HErr, verleih mir Staͤrke, verleih mir Kraft und Muth; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hin⸗ gegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist boͤse und nicht gut. 8. Darum, du GOtt der Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden, und mach mich taͤglich neu; gieb, daß ich deinen Willen gedenke zu erfuͤllen, und steh mir kraͤftig bei. Laurentius v. Schnuffis. In eigener Melodie. Err, lehr 794. mich thun nach deinem Wohlgefallen, dein guter Geist fuͤhr mich auf ebner Bahn, daß ich dich mehr und mehr er⸗ kennen kann, und mit dem Sinn schon in dem Him⸗ mel wallen. Hilf, daß ich fort und fort am Glauben voͤllger werd, verleugne gar mich selbst, verleugne Welt und Erd. 2. Kein Heuchelschein, kein kalt noch laulich We⸗ sen, ein rechter Ernst und Vorschmack jener Zeit sei im Bestand all meine Froͤmmigkeit. Nach deinem Licht, so wir im Worte lesen, erleuchte meinen Gang, daß ich durch dein Geleit geh ohne Finsterniß in Lieb und Thaͤtlichkeit. 3. Gieb, daß ich stets in allem Thun bedenke, ob deine Ehr desselben Endzweck sei? ob ich was thu, das mich am End gereu? ob ich mich stets nach meinem Tauf⸗ bund lenke? ob ich auch durch und durch von dir mich heilgen laß; ja, ob vielleicht noch heut der Tod mich mache blaß? 4. Mein Seligsein laß mich mit Zittern schaf⸗ fen, die Eitelkeit so fliehen als Verbot, und gegen dir ansehn als garstgen Koth, in Ehr und Freud, in Geld mich nicht ver⸗ bal damit ich nicht abei der armen Seel vergeß, nicht jenseits Ku⸗ haft sei, noch diesseits mich vermeß. 5. Daß du, mein GOtt, erfuͤllest das in allen, daß du, mein GOtt, allgegen⸗ waͤrtig bist, und deinem Aug gar nichts verbor⸗ gen ist, das halt mich ab, in Suͤnde nicht zu fallen. Dein Name werd mir groß, dein Zorn mir nicht 29⁷⁷ zu 68² vom Christlichen Leben. —— 0 Theil, und deine———— vor dir erschein, herz⸗ e sei mein Schatz, mein lich bewein all meine Gluͤck und Heil. Missethaten; die Haͤnd 6. Auch was du willst, allzeit laß sein bereit, dem davor soll mir nicht grauen; Dürftigen zu rathen. ich scheue nichts, kein Lei. 3. Die Lust des Flei⸗ den, keine Noth; es tritt sches daͤmpf in mir, daß mein Kampf mit dir die sie nicht überwinde. Recht⸗ Feind in Koth. Gieb, daß schaffne Lieb und Lust zu ich nur allein dir moͤg ver⸗ dir in meinem Herzn an⸗ trauen; ich weiß, du weißt zünde, daß ich in Noth, vielmehr die Sorge/ die bis in den Tod, dich und uns plagt, verlaͤßt/ ver⸗ dein Wort bekenne⸗ und säumst uns nicht/ gleich mich kein Trutz. noch ei⸗ wie du zugesagt. gen Nutz von deiner Wahr⸗ 7. Laß mich schon hier von heit trenne, deiner GOitheit schmecken, A. Behuͤte mich vor ach laß schon hier em⸗ Zorn und Grimml, mein pfinden deine Kraft, bis Herz mit Sanftmuth zie⸗ mich dein Will gar in re; auch alle Hoffart von den Himmel schafft/ da mir nimm, zur Demuth sich dein Lob auf ewig mich anfuͤhre. W ich wird erstrecken da die noch find von alter Suͤnd, Vollkommenheit ist ewig laß mich hinfort ablegen; Freud und Licht, da ich Trost, Fried und Freud in Klarheit schau dein laß jederzeit sich in mir herrlichs Angesicht. Armen regen. 5. Den Glauben saͤrk Mel. Was mein GOtt die Lieb erhalt, die Hoff⸗ will, das gscheh allzeit. nung mache feste, datz ich 70⁵5 H mir, mein von dir nicht wanke bald, 9. Gtt, hilf, Bestaͤndigkeit ists beste; daß nach dir von Herzen den Mund bewahr daß mich verlange, und ich nicht Gefahr durch ihn dich suche mit Begier mir werd erwecket. Speis wenn mir wird angst und ab den Leib, doch daß er bange. Verleih, daß ich bleib von Geilheit unbe⸗ mit Freuden dich in meir flecket. ner Angst bald finde gieb 6. Gieb, daß ich treu mir den Sinn/ daß ich und fleißig sei in dem, was forthin meid alle Schand mir gebuͤhret/ laß durch und Suͤnde. Ehrgei und Heuchelei 2. Hilf, daß ich siets mich nicht werden ver⸗ mit Reu und Schmerz fuͤhret; Leichtfertigkeit, mich deiner Gnad ergehe, Haß Zank und Meid laß hab immer ein zerknirsch⸗ in mir, nicht verbleiben. tes Herz/ in wahrer Bue Veidoären Sinn e⸗ iehs⸗ vom Christlichen Leben. 68³3 Diebsgewinn wollst ferne von mir treiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rath, von falscher Meinung trete; dem Ar⸗ men helfe mit der That, fuͤr Freund und Feind stets bete; dien jedermann, so viel ich kann; das Bo'se haß und meide nach dei⸗ nem Wort, o hoͤchster Hort, bis ich von hinnen scheide. Johann Heermann. Mel. Vater unser im Himmelreich. 796. ch hab oft bei mir selbst bedacht, wenn ich den Lauf der Welt betracht, ob auch das Leben dieser Erd uns gut sei und des Wuͤnschensz werth? und ob nicht der viel besser thu, der sich fein zeitig leg zur Ruh? 2. Denn, Lieber, denk, und sage mir, was fuͤr ein Stand ist wohl allhier, dem nicht sein Angst, sein Schmert und Weh all⸗ taͤglich uͤberm Haupte steh? Ist auch ein Ort, der Kum⸗ mers frei und ohne Klag und Sorgen sei? 3. Sieh unsern ganzen Lebenslauf: ist auch ein Tag von Jugend auf, der nicht sein eigne Qual und Plag auf seinem Ruͤcken mit sich trag? Ist nicht die Freude, die uns stillt, auch selbst mit Jam⸗ mer uͤberfuͤllt? 4. Hat einer Gluͤck und gute Zeit, hilf GOtt, wie tobt und zuͤrnt der Reid! hat einer Ehr und große Wuͤrd, ach mit was gro⸗ ßer Last und Buͤrd ist, der vor andern ist geehrt, vor andern auch dabei beschwert! 5. Ist einer heute gutes Muths, ergoͤtzt und freut sich seines Guts: eh ers vermeint, faͤhrt sein Ge⸗ winn zusammt dem guten Muthe hin; wie plotzlich kommt ein Ungestům/ und wirft die großen Guͤter uͤm. 6. Bist du denn fromm und fleuchst die Welt, und liebst GOtt mehr als Gold und Geld, so wird dein Ruhm, dein Schmuck und Kron in aller Welt zu Spott und Hohn. Denn wer der Welt nicht heu⸗ cheln kann, den sieht die Welt fuͤr albern an. 7. Nun ist es wahr, es steht uns hier die Truͤb⸗ sal taͤglich vor der Thuͤr, und findt ein jeder uͤber⸗ all des Kreuzes Noth und bittre Gall. Sollt aber drum der Christen Licht gar nichts mehr sein? Das glaub ich nicht. 8. Ein Christe, der an Christo klebt und stets im Geist und Glauben lebt, dem kann kein Ungluck, keine Pein im ganzen Le⸗ ben schaͤdlich sein; gehts ihm nicht allzeit, wie es soll, so ist ihm dennoch allzeit wohl. 9. Hat er nicht Gold, so hat er GOtt, fragt nichts nach boͤser Leute Syott, verwirft mit Freu⸗ den und verlacht der Welt 68⁴4 vom Christlichen Leben. Welt verkehrten Stolz und Pracht. Sein Ehr ist Hoffnung und Ge⸗ duld, sein Hoheit ist des Hoͤchsten Huld. 10. Es weiß ein Christ und bleibt dabei, daß GOtt sein Freund und Vater sei; er hau, er brenn, er stech/ er schneid, hier ist nichts das uns von ihm scheid; je mehr er schlaͤgt, je mehr er liebt, bleibt fromm, ob er uns gleich betruͤbt. 11. Laß alles fallen, wie es faͤllt, wer Christi Lieb im Herzen haͤlt, der ist ein Held und bleibt bestehn, wenn Erd und Himmel untergehn; und wenn ihn alle Welt ver⸗ laͤßt, haͤlt GOttes Wort ihn steif und fest. 12. Des Hoͤchsten Wort daͤmpft alles Leid, und kehrts in lauter Lust und Freud; es nimmt dem Ungluͤck alles Gift, daß, obs uns gleich verfolgt und trifft, es dennoch unser Herze nie in allzu großes Trauren zieh. 13. Ei nun, so mäßge deine Klag; ist dieses Le⸗ ben voller Plag, ists dennoch an der Christen Theil auch voller GOttes Schutz und Heil. Wer GOtt vertraut und Chri⸗ stum ehrt, der bleibt im Kreuz auch unversehrt. 14. Gleichwie das Gold durchs Feuer geht, und in dem Ofen wohl besteht, so bleibt ein Christ durch GOttes(Anad im Elends⸗ ofen ohne Schad. Ein Kind bleibt seines Vaters Kind, obs gleich des Va⸗ ters Zucht empfindt. 15, Drum/ liebes Herz/ sei ohne Scheu, und sieh auf deines Vaters Treu. Empfindst du hier auch seine Ruth, er meints nicht böͤs, es ist dir gut. Gieb dich getrost in seine Haͤnd, es nimmt zuletzt ein gutes End. 16. Leb immerhin, so lang er will, ists Leben schwer, so sei du still: es geht zu⸗ letzt in Freuden aus; im Himmel ist ein schoͤnes Haus, da, wer nach Christo hier gestrebt, mit Christi Engeln ewig lebt. Paul Gerhard. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. In dem Leben 797. Wbier auf Er⸗ den ist doch nichts als Ei⸗ telkeit, boͤs Exempel, viel Beschwerden, Plage, Kla⸗ ge, Müh und Streit, Kummer, Sorgen, Angst und Noth, Krankheit und zuletzt der Tod. 2. O so denke drauf im Herzen, frommer Christ, mit allem Fleiß, wie du solche Noth und Schmer⸗ zen brechen kannst als Grundes⸗Eis. Laß aus deinem Herzen nicht die⸗ sen treuen Unterricht. 3. Habe deine Lust am HErren, laß ihn sein dein hoͤchstes Gut; er ist nah und nicht von ferren/ einzusprechen Trost und Muth; seine Gnad far⸗ ar⸗ —— — vom Christlichen Leben. 685 starke Hand 9.det durch das ganze Land. 4. Augenlust und schnoͤ⸗ de Freude, Ueppigkeit, als Wust und Koth, vor den Augen Gottes meide, willst du sein befreit vorm Tod; deinen Leib, das Faß der Ehrn, sollst du nim⸗ mermehr versehrn. 5. Nimm dir vor, vor andern allen, daß du su⸗ chest GOtt allein mit dem Glauben zu gefallen, vol⸗ ler Lieb ohn argen Schein. Beichte deine Suͤnd und Schuld, so bekoͤmmst du GOttes Huld. 6. Nimmer gehe falsch im Handeln, noch im Re⸗ den, noch im Thun; willst du vor dem HErren wan⸗ deln, dermaleinst auch se⸗ lig ruhn: liebe Wahrheit, Recht und Zucht als des Geistes rechte Frucht. 7. Eitle Ehr und Pracht verachte, Demuth lieb und Niedrigkeit; nach dem Himmel ernstlich trachte, trag geduldig Kreuz und Leid; GOtt thut keinem nicht mehr an, als was er ertragen kann. 8. Stets ans Ende hier gedenke, und an Christi Kreuf und Tod; in sein Wunden dich einsenke, also kommst du aus der Noth, von der Pein und boͤsen Zeit zur gewuͤnsch⸗ ten Seligkeit. David Böhm. Mlel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 798.J5 stille, er liebet mich in Freud und Schmerz; wie gut ist GOttes Vaterwil⸗ e, wie freundlich sein mich liebend Herz! Er ist mein Hort und meine Zier; was Gott gefaͤllt, gefaͤllt auch mir. 2. Mein GOtt weiß alles wohl zu machen, er ist der ewig treue Freund; er laͤßt mich nach dem Weinen lachen, was er thut, das ist wohlge⸗ meint. Sein Lieben waͤh⸗ ret fuͤr und fuͤr; was GOtt gefaͤllt, gefaͤllt auch mir. 3. Sein Wille bleibet mein Vergnuͤgen, so lang ich leb auf dieser Welt. Was kann mein eigner Wille tuͤgen, der das nicht will, was GOtt gefaͤllt? Ich denk an meine Christ⸗ gebuͤhr: was GOtt ge⸗ faͤllt, gefaͤllt auch mir. 4. Er will und wird mich ewig lieben, er weiß wohl, was mir nuͤtzlich sei; er hat mich in die Hand geschrieben mit lau⸗ term Golde seiner Treu. Weg, eigner Wille; weg mit dir; was GOtt ge⸗ faͤllt, gefaͤllt auch mir. 5. GOtt will, daß mir eholfen werde, er will er Seelen Seligkeit; drum reiß ich mich von dieser Erde durch wuͤhre Gottgelassenheit; seinm Willn ergeb mich dort und hier; was GOtt ge⸗ faͤllt, gefaͤllt auch mir. Lorenz Wilhelm Crantz. lel 686 vom Christlichen Leben. Mel. Uun sich der Tag geendet hat. 799. ein GOtt/ das Herz ich bringe dir zur Gabe und Geschenk; du forderst dieses ja von mir, deß bin ich eingedenk. ö 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und werth, du findest anders auch nicht Ruh im Him⸗ mel und auf Erd. 3. Nun du, mein Va⸗ ter, nimm es an, mein Herz, veracht es nicht; ich gebs, so gut ichs ge⸗ ben kann, kehr zu mir dein Gesicht. 4. Zwar ist es voller Suͤndenwust und voller Eitelkeit, des Guten aber undewußt, der wahren Froͤmmigkeit. 5. Doch aber steht es nun in Reu, erkennt sein Uebelstand, und traͤget jetzo vor dem Scheu, davons zuvor Lust fand. 6. Hier faͤllt und liegt es dir zu Fuß, und schreit: Nur schlage zu; zerknirsch/ o Vater, daß ich Buß rechtschaffen vor dir thu. 7. Zermalm mir meine Haͤrtigkeit, mach muͤrbe meinen Sinn, daß ich in Seufzen, Reu und Leid und Thraͤnen ganz zerrinn. 8. Sodann nimm mich/ mein IEsu Christ, tauch mich tief in dein Blut; ich glaub, daß du gekreu⸗ igt bist der Welt und mir u gut. 9. Staͤrk mein sonst schwache Glaubenshand/ zu fassen auf dein Blut als der Vergebung Unter⸗ pfand/das alles machet gut. 10. Schenk mir nach deiner Jesushuld Gerech⸗ tigkeit und Heil, und nimm auf dich mein Suͤndenschuld und meiner Strafe Theil. 11. In dich wollst du mich kleiden ein, dein Un⸗ schuld ziehen an, daß ich von allen Suͤnden rein vor GOtt bestehen kann 12. GOtt heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein; ergieß um IEsu willen dich tief in mein Herz hinein. 13. Dein goͤttlich Licht schuͤtt in mich aus und Brunst der reinen Lieb; lösch Finsterniß, Haß, detodenn aus/ schenk mir ets deinen Trieb. 14. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben meinem GOtt, daß mich im Guten nicht mach scheu der Welt List, Macht und Spott. 15. Hilf, daß ich sei von Herzen fest im Hoffen und Geduld, daß, wenn du nur mich nicht verlaͤßt, mich tröͤste deine Huld. 16. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben, und erweis, daß mein Thun nicht seiulugenschein, durchs Werk zu deinem Preis. 17. Hilf, daß ich sei von Herzen schlecht, aufrichtig, ohn Betrug, daß meine Wort und Werke recht/ und niemand schelt ohn Fug. 18. V 7/ — —— Vom Christli ichen Leben. 687⁷ 18. Hilf, daß ich sei von Herzen klein, Demuth und Sanftmuth halt, daß ich von aller Weltlieb rein, vom Fall aufstehe bald. 19. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm ohn alle Heuchelei, damit mein gan⸗ zes Christenthum dir wohl⸗ gefaͤllig sei. 20. Nimm gar, o GOtt, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es auch dein Wohnhaus sein in jener Ewigkeit. 21. Dir geb ichs ganz zu eigen hin, brauchs, wo⸗ zu dirs gefaͤllt; ich weiß, daß ich der deine bin, der deine, nicht der Welt. 22. Drum soll sie nun und nimmermehr dies rich⸗ ten aus bei mir, sie lock und droh auch noch so sehr/ daß ich soll dienen ihr. 23. In Ewigkeit ge⸗ schicht das nicht, du fal⸗ sche Teufelsbraut; gar we⸗ nig mich, GOtt Lob, an⸗ sicht dein glaͤnzend Schlan⸗ genhaut. 24. Weg, Welt/ weg, Suͤnd, dir geb ich nicht mein Herz; nut, JEsu dir ist dies Geschenke zu⸗ gericht, behalt es fuͤr und fuͤr. Johann Caspar Schade. Mel. Meinen JEsum laß ich nicht, weil oder: IJEsus, meine Zuversicht. 800. M. ich nicht, denn er ist allein mein Leben; wer ihn hat, dem nichts gebricht, und ö ich nicht. kann sich zufrieden geben; er gerath in was fuͤr Noth⸗ waͤrs auch Satan, Suͤnd und Tod. 2. Meinen JEsum laß ich nicht, weil kein beßrer Freund auf Erden; denn er, IEsus, unser Licht, springt in allerlei Beschwer⸗ den mir getreulich an die Seit, liebt mich bis in Ewigkeit. 3. Meinen JEsum laß ich nicht; wenn mich alle Menschen hassen, und der Feinde Macht einbricht, auch gedenket so zu fassen, daß ich gleich soll unter⸗ gehn, bleibt mir seine Ret⸗ tung stehn. 4. Meinen IEsum laß ich nicht; wenn mich meine Suͤnden quaͤlen, wenn mein Herz und Satan spricht: sie sind groß und nicht zu zaͤhlen; spricht er: Sei getrost, mein Kind, ich, ich tilg all deine Suͤnd. 5. Meinen IEsum laß ich nicht, wenn mir bricht in letzten Zuͤgen meiner schwachen Augen Licht; N erst, da hilft er mir siegen; ja ins letzte Welt⸗ gericht laͤsset er mich kom⸗ men nicht. 6. Meinen IEsum laß ich nicht, denn er wird auch mich nicht lassen. Dieses glaub ich, anders nicht, und er wird mich nimmer hassen. Darum sprech ich: Ihn, mein Licht, meinen IEsum laß Georg Linzner. Mel. 68 Vom Christlichen Leben. Mel. Zion hlagt mit Angst und Schmerzen. 801 O du aller⸗ tiefste Liebe, die in Christo JEsu ist, in der ich mich stetig uͤbe, der mein Herze nicht vergißt, schenke mir doch deine Kron und dein Perllein, o mein Lohn, druͤck es doch in meine Seele, die ich dir nun ganz befehle. 2. O du allersuͤßte Lie⸗ be, ich bin zwar unrein vor dir, daß ich mich drum stets betruͤbe, und fast schaͤme selbst vor mir; aber du, mein HErr und GoOtt, ach zerbrich durch deinen Tod, was die armie Seel beflecket, und sie ins Verderben stecket. 3. Fuͤhre meiner See⸗ len Duͤrsten doch durch deinen Tod und Graus/ o du Fuͤrst der Siegesfuͤr⸗ sten zu dem Triumphiren aus. O mein GOtt, HErr Zebaoth, schlage doch in deinem Tod ganz den al⸗ ten Meenschen nieder, daß der neue lebe wieder. 4. Bist du doch in mir erschienen, ei so bleib doch auch in mir, ich will dir ia Lewt dienen, und dein bleiben fuͤr und fuͤr. Fasse mich doch ganz in dich, halt mich in dir festiglich, daß ich nicht von dir kann weichen, laß mich dieses Heil erreichen. 5. Du bist mir ganz aus⸗ erlesen, o du meiner See⸗ len Gut; JEsu, ach dein himmlisch Wesen sei mein Brod, mein Trank dein Blut. Traͤnk aus deinem Bruͤnnelein meine Seel, und fuͤhre ein deine Lieh in mein Verlangen; laß mich sein in dir gefangen. 6. Adam ist von dir ge⸗ wichen, und ich auch in ihm zugleich. Drum ist auch mein Bild verbli⸗ chen, und ich todt am Himmelreich; nun, so weck es durch dein Wort wie⸗ der in mir auf, mein Hort, ieb du wieder Geist und eben, ich will mich dir wiedergeben. 7. Es hat ja all deinen Frommen zugesagt dein treuer Mund, daß du willst u ihnen kommen, wohnen in des Herzens Grund; ja⸗ dein suͤßer Mund verheißt denen deinen heige Geist, die in deinen heilgen Huͤt⸗ ten suchen dich, und dar⸗ um bitten. 8. Nun, ich fuͤhr in die Zusage meiner Seelen Hunger ein; dies Wort soll mein Lebetage mein Brod in dem Hunger sein. Ach vermehre du in mir meinen Hunger stets nach dir; staͤrke mich, o suͤße Liebe, in des Geistes Kraft und Triebe. 9. Weck in dir mich auf zum Leben, da ich deine Süßigkeit moͤge schmecken und erheben meinen Gei aus dieser Zeit. Bleibe doch durch deine Kraft selbst in mir. Ach gieb doch Saft, edler Weinstock, dei⸗ nen Reben; ohne dich kann 10. O ich nicht leben. Vom Christlichen Leben. 689 10. O du allersuͤßte Liebe, durch die Liebe bitt ich dich, die des Vaters Zorn vertriebe, und ver⸗ schlang zur Lieb in sich: ach verschling doch auch den Zorn, der in meiner Seel erborn, durch die⸗ selbe große Liebe, daß sie sich im Lieben uͤbe. 11. Fuͤhre dich in mei⸗ nen Willen, und mich auch in deinen ein; laß dein Herz mein Herze stillen, laß mein Herz in deinem sein. Dein Gehorsam sei in mir, mein Gehorsam sei in dir, daß ich dir noch auf der Erden moͤge ganz gehorsam werden. 12. Was soll ich mich hier noch 1 und der Welt anhaͤngig sein? Nimm du den Durst mei⸗ ner Seelen doch in dei⸗ ne Wunden ein; in die Wunden, da dein Blut ausquoll, und des Zornes Glut in der suͤßen Liebe daͤmmet, und den Grimm der Hoͤllen hemmet. 13. Fuͤhr in deine hohle Seiten, daraus Blut und Wasser rann, meinen Hun⸗ ger jeder Zeiten; nimm, o Fels, dein Taͤublein an; wirf mich ganz und gar darein, ich bin dein, sei du doch mein; labe mich in deinem Leben, laß mich fest an dir bekleben. 14. Edler Weinstock, dem ich diene, gieb doch deinem Reben Saft, daß ich in dir wachs und gruͤne, aus dir ziehe mei⸗ ne Kraft; bring durch dei⸗ ne Kraft in mir eine rech⸗ te Kraft herfuͤr. Ach laß mich mit Fruͤchtebringen nach des Vaters Segen ringen. 15 Dich will ich mir auserwaͤhlen, denn du bist mein suͤßes Licht; leuchte meiner armen Seelen, du weißt, daß es ihr gebricht, weil dies Fleisch zu dieser Frist ihr ein fin⸗ strer Kerker ist; fuͤhre sie auf rechter Straße, daß sie falsche Wege hasse. 16. Triff mein Herz mit deinem Hammer; fuͤh⸗ re mich, o JEfu/ du durch des grimmen To⸗ des Kammer ein in dei⸗ nen Tod und Ruh, daß mein Leib am juͤngsten Tag in dir auferstehen mag auf dein Wort aus deinem Sterben, und dein ewigs Leben erben. 17. Lehre du mich al⸗ les halten, was du von mir forderst nun; laß mich dich nur lassen walten, sei mein Wissen, Will und Thun. Ach mein Leiter, laß doch mich nir⸗ gends gehen ohne dich; denn mich hab' ich dei⸗ nem Namen ganz und gar ergeben. Amen. Klel. O du Liebe mei⸗ ner Niebe. 802 Durchbre⸗ —* cher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Scha⸗ den, Spott und Schan⸗ de lauter Lust und Him⸗ mel ist: uͤbe ferner G6. e⸗ 690 vom Christlichen Leben. Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns dein so treu Gesichte fuͤhret aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines Va⸗ ters Wille, daß du endest dieses Werk; hiezu wohnt in dir die Fuͤlle aller Weis⸗ heit, Lieb und Staͤrk, daß du nichts von dem verlie⸗ rest, was er dir geschenket hat, und es von dem Trei⸗ ben fuͤhrest zu der suͤßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Haͤnden, dein Herz ist auf uns gericht; ob wir wohl von allen Leu⸗ ten als gefangen sind ge⸗ acht, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns veracht und schnoͤd gemacht. 4. Schau doch aber un⸗ sre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen/ schreien, beten um Erloͤ⸗ sung von Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so harte druͤckt, ungeacht der Geist in Zeiten sich auf etwas bes⸗ sers schickt. 5. Ach erheb die mat⸗ ten Kraͤfte, sich einmal zu reißen los, und durch alle Weltgeschaͤfte durchgebro⸗ chen stehen bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Vernunfts⸗ Bedenklichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zaͤrtlichkeit! 6. HErr, zermalme, brich und reiße die ver⸗ boßte Macht entzwei; den⸗ ke, daß ein armer Waise dir im Tod nichts nuͤtze sei. Heb ihn aus dem Staub der Suͤnden, wirf die Schlangenbrut hin⸗ aus; laß uns wahre Frei⸗ heit finden in des Vaters Hochzeithaus. 7. Wir verlangen keine Ruhe fuͤr das Fleisch in Ewigkeit, wie dus noͤthig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist der bindet dich im Glauben, laͤßt dich nicht, bis er die Er⸗ loͤsung findet, da ihm Zeit und Maaß gebricht. 8. Herrscher, herrsche Sieger, siege, Koͤnig, brauch dein Regiment; fuͤhre deines Reiches Krie⸗ ge, mach der Sklaverei ein End; laß doch aus der Grub die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns laͤnger nicht— quaͤlen, denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Ge⸗ faͤlligkeit, ach so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitelkeit; denn die Last treibt uns zu ru⸗ fen, alle schreien wir dich an; zeig doch nur die er⸗ sten Stufen der gebroch⸗ nen Freiheitsbahn. 10. Ach wie theur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein. Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein; rein und frei und ganz——— 4 na vom Christlichen Leben. 691 nach dem besten Bild ge⸗ bildt; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Huͤll sich fuͤllt. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß uns mit gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; fuͤhr ins Paradies uns ein. Doch wohlan, du wirst nicht saͤumen, wo wir nur nicht laͤssig sein; werden wir doch als wie traͤumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gorifried Arnold. In eigener Melodie. GOtt, du 803. O frommer GOtt, du Brunnauell aller Gaben/ ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben: gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gereissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun ge⸗ huͤhret, wozu mich dein Be⸗ fehl in meinem Stande fuͤhret. Gieb/ daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll/ und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann be⸗ stehen; laß kein unnützlich Wort aus meinem Mun⸗ de gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nach⸗ druck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefaͤhr⸗ lichkeit, so laß mich nicht verzagen; gieb einen Hel⸗ denmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanft⸗ muth uͤberwind, und, wenn ich Rath bedarf, auch gu⸗ ten Rath erfind. 5. Laß mich mit jeder⸗ mann in Fried und Freund⸗ schaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reich⸗ thum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben hoͤher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld, vor Suͤnd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod ab⸗ scheiden; die Seele nimm zu dir hinguf zu deinen Freuden; dem Leib ein Raͤumlein goͤnn bei sei⸗ ner Eltern Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seiten hab. 8. Wenn du die Tod⸗ ten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch dei⸗ ne Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hoͤren dei⸗ ne Stimm, und meinen Leib weck auf, und fuͤhr ihn schoͤn verklaͤrt zum auserwaͤhlten Hauf. Johann Heermann. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. 80⁴ O IEsu, mei⸗ ner Seelen Le⸗ 692 Vom Christlichen Leben. Leben, mein hoͤchster Schatz und meines Herzens Lust, dir will ich mich, mein GOtt, ergeben, ach daͤmpfe du in mir den Suͤnden⸗ wust. Ach nimm dich, JE⸗ su, meiner Seelen an, und zeige mir, zeig mir die Lebensbahn. 2. Wenn mir die Welt die Stricke leget, wenn Satan mich von dir will ziehen ab, wenn in mir sich was Boͤses reget, so sei, o GOtt, mein Licht und fester Stab. Ach nimm dich, JEsu, meiner See⸗ len an, und zeige mir, zeig mir die Lebensbahn. 3. O GOtt, du Licht der frommen Herzen, vor dir ist alles, alles sonnen⸗ klar; du zaͤhlest ab der Frommen Schmerzen, du hilfest deiner auserwaͤhlten Schaar. Ach nimm dich, JEsu, meiner Seelen an, und zeige mir, zeig mir die Lebensbahn. 4. Ach sende, HErr, aus deinem Throne Licht, Leben, Kraft und Gnade deinem Kind. Hilf Isra⸗ eli, deinem Sohne, vergieb aus Gnaden alle unsre Suͤnd. Ach nimm dich, IEsu, meiner Seelen an, und zeige mir, zeig mir die Lebenobahn. Heinrich Georg Neuß. Mlel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 2 suͤßer 805. O Stand, o seligs Leben, das aus der wahren Einfalt quillt, wenn sich ein Herz GOtt so er⸗ geben, daß Christi Sinn es ganz erfuͤllt, wenn sich der Geist, nach Christi Bil⸗ de, in Licht und Recht hat aufgericht, und unter solchem; klaren Schilde durch alle falschen Hoͤhen bricht. 2. Was andern schon und lieblich scheinet, ist sol⸗ chem Herzen Kinderspiel; was mancher fuͤr unschul⸗ dig meinet, ist solchem Her⸗ zen schon zu viel. Warum? Es gilt der Welt absagen, hier heißts, ruͤhrt kein Un⸗ reines an; das Kleinod laͤßt sich nicht erjagen, es sei denn alles abgethan. 3. Die Himmelskost schmeckt viel zu suͤße dem Herzen, das in JEsu lebt; die Braut bewahrt Haupt, Ure und Fuͤße, und wo ihr etwas noch anklebt, das zu dem Glanz der Welt gehoͤret, das ist ihr lauter Hoͤllenpein, und wo sie recht in GOtt einkehret, da macht sie sich von al⸗ lem rein.— 4. Die Einfalt Christi schließt die Seele vor al⸗ em Weltgetuͤmmel zu; da sucht sie in der dunklen Hoͤhle, in Horeb, GOtt und ihre Ruh; wenn sich das Heuchelvolk in Luͤsten der Welt und ihrer Eitel⸗ keit, guch wohl bei gutem Schein will bruͤsten, fuͤhlt jene Kampf und harten Streit. 5. Die Einfalt weiß von keiner Zierde, als die im Blute Christi liegt; die rei⸗ vom Christlichen Leben. 693 reine himmlische Begierde hat solche Thorheit schon besiegt; an einem reinen GOtteskinde glaͤnzt GOt⸗ tes Name schoͤn und rein; wie koͤnnt es denn vom eitlen Winde der Welt noch eingenommen sein? 6. Von Sorgen, Noth, und allen Plagen, damit die Welt sich selbst an⸗ ficht, vom Neid, damit sich andre tragen, weiß Christi Sinn und Einfalt nicht; den Schatz, den sie im Herzen heget, behaͤlt sie wider allen Neid; ist je⸗ mand, der Lust dazu traͤ⸗ get, das macht ihr lauter Herzensfreud. 7. O schoͤnes Bild, ein Herz zu schauen, das sich mit Christi Einfalt schmuͤckt! Geht hin, ihr thoͤrichten Jungfrauen, harrt nur, bis euch die Nacht beruͤckt. Was sind die Lampen sonder Oele? Schein ohn Einfalt und Christi Sinn. Sucht doch was bessers fuͤr die Seele, und gebt der Welt das Ihre ach 8. IEsu, druͤcke Wemen— den Sinn der lautern Einfalt ein; reiß aus, ob schon mit tau⸗ send Schmerzen, der Welt ihr Wesen, Tand und Schein; des alten Dra⸗ chen Bild und Zeichen trag ich nicht mehr, drum laß mich nur der Einfalt Zier und Schmuck erreichen, das ist die neue Kreatur. Joh. Jos. Winkler. Mel. O GOtt, du from⸗ mer GOtt. 806. O Vater⸗ much wie mich die Leidenschaft verwirret; mich reizen Feind und Welt/ mein Fleisch ist blind und irret; drum steh mir durch den Geist des neuen Bun⸗ des bei, und gieb, daß Christi Bild in meiner Seelen sei. 2. Laß meine Liebe nicht auf schnoͤden Köͤrpern ste⸗ hen, und sie allein auf dich und meinen Naͤchsten ge⸗ hen; ja wenn er auch mein Feind. Reiß auch das Geld aus mir, damit ich/ was mir lieb, nicht lieb als nur in dir 3. Laß mich kein eitel Ding auf dieser Welt be⸗ gehren; gieb mir auch Maaß im Trank, in dem, was mich soll naͤhren, was mich bekleiden soll, was mich bei Ehren haͤlt; da⸗ mit ich nichts begehr als dich auf dieser Welt. 4. Laß meine Hoffnung nicht aus deinen Schran⸗ ken gehen; nicht hoffen, daß ich koͤnn ohn dich durch mich bestehen; nicht auf des Gluͤckes Gunst, noch meiner Feinde Tod, und was ich hoffen soll, sei deine Gnad, o GOtt. 5. Laß mich nicht freu⸗ dig sein, bloß aus Natur getrieben, nicht in dem Gluͤck allein, nicht, wenn mich andre lieben, nicht in der Rache Grimm, nicht bei Gewinn und Syiel: nur 69⁴ Vom Christlichen Leben. nur deine Gnad allein sei meiner Freude Ziel. 6. Laß keinen Haß in mich, wenn mich die Feinde kraͤnken; wenn mich die Strafe soll hin auf das Gute lenken; viel minder bloß durch Neid, bei an⸗ drer Gluͤck und Hoͤh, und gieb, daß all mein Haß nur auf die Suͤnde geh. 7. Laß mich, in dir ge⸗ staͤckt, des Kreuzes Last nicht fliehen; wenn man mich lehren will, mich nicht der Zucht entziehen. Gieb, daß ich flieh die Welt, Geschwaͤtz und muͤ⸗ ßig sein; und das, was feucht von dir, das laß mich fliehn allein. 8. Bezaͤhm in mir die Furcht, wenn was will boͤse scheinen, wenn mir der Tod der Schmerz, Gefahr, Verlust des Mei⸗ nen und sonst dergleichen droht; und laß mich sor⸗ genfrei, daß nichts als dei⸗ ne Furcht in meinem Her⸗ zen sei. 9. Laß mich durch Trau⸗ rigkeit den Kopf nicht nie⸗ derhaͤnken, wie andre von Natur und sonst in Roth sich kraͤnken: mein Trau⸗ ren sei um dies, daß ich dich je betruͤbt, und daß nicht bei mir ist mein JE⸗ sus, der mich liebt. 10, Auf die, so mehr als ich, laß mich nicht zornig werden; auch auf die Glei⸗ chen nicht verstellen die Ge⸗ berden; auch nicht, wenn s Unfal kommt; und dem, der unter mir/ dem geh mein Zorn allein mit Glimpf zur Bessrung fuͤr. 11. Laß, was zu achten ist, mich deinethalben ach⸗ ten; was ich verachten soll, nicht voller Stolz betrach⸗ ten. Laß auch in Demuth mich nicht achten, was ich sei, und mach mich endlich gar von allen Lastern frei. 12. Wirst du mir nun, o HGErr, so helfen uͤber⸗ winden, so wird in mir sich nichts von groben Sun⸗ den finden. Fuͤll mich durch deinen Sohn so voller Gei⸗ stes an, daß ich im Glau⸗ ben dir gleichförmig die⸗ nen kann. Christian Knorr v. Rosenroth⸗ AMlel. Alle Menschen müssen sterben. 807. chaffet, daß ů ihr selig werdet, ihr, die ihr wollt selig sein, euch zwar christ⸗ lich hier geberdet, doch da⸗ von tragt bloßen Schein. Denket, wenn der HErr wird kommen, hier zu rich⸗ ten Boͤs und Frommen, daß ihr schafft mit Furcht allein/ wie ihr moͤget selig sein. 2. Schafft mit großer Furcht und Zittern, o ihr Suͤnder allzumal, wenn der 46 ag wird wit⸗ tern, daß ihr dann der Hoͤllengual mit erfreuter Seel entgehet, nicht zur Linken JEsu stehet; schafft mit Furcht hier insgemein, daß ihr dann moͤgt selig ein. 3. Schaffet, daß ihr se⸗ lig werdet, traut nicht eu⸗ vom Christlichen Leben. 69⁵ eurem Fleisch und Blut, das sich heilig hier ge⸗ berdet, und thüt euch doch nimmer gut; flieht das falsche Christenleben, bleibt an IEsu Leben kleben; dem folgt, schafft hier ins⸗ jemein, daß ihr moget se⸗ lig sein. 4. O HErr, der du durch dein Leiden uns von Suͤnd erloͤset hast, laß uns nicht sein abgescheiden von dir/ Anker, Steur und Mast. Wir zwar kleben stets an Suͤnden; aber laß uns Gnade finden; deine treue Lieb allein schaffe, daß wir selig sein. In eigener Melodie. 808 achet auf, ihr fau⸗ len Christen, bedenket, daß euch GOttes Gnad vom tiefsten Schlaf der Suͤn⸗ denluͤste zum Leben auf⸗ erwecket hat. Verlasset doch die finstre Gruft, und hoͤret, wenn euch JE⸗ sus ruft: Wachet! 2. Wachet! denn die Suͤndennaͤchte entwei⸗ chen vor dem hellen Licht, das GOtt dem menschli⸗ chen Geschlechte im Wort und Herzen aufgericht. Ach wandelt doch in sol⸗ hem Schein, sonst koͤnnt ihr keine Christen sein. Wachet! 3. Wachet! Ist der Geist schon willig, so ist das Fleisch doch gar zu schwach; drum folgen wahre Chri⸗ sten billig dem Geist und nicht dem Fleische nach. O theure Seelen, werdet klug, und folget doch des Geistes Zug. Wachet! 4. Wachet! denn die alte Schlange sucht Tag und Nacht mit Macht und List die Menschen in ihr Netz zu fangen, weil wenig Zeit vorhanden ist. Ergreifet doch des Glaubens Schild/ und wisset, daß nicht schla⸗ fen gilt. Wachet! 5. Wachet! eh die To⸗ desstunde das unvermerk⸗ te Ziel erreicht; ihr seht ja, wie der Tod Gesun⸗ de sowohl als Kranke hin⸗ terschleicht. Der letzte Stoß ist ungewiß. Ach werthe Christen, merket dies. Wachet! 6. Wachet! daß ihr euch bereitet auf jenen großen Tag des HErrn; denn wie uns GOttes Wort bedeutet, so ist derselbe nicht mehr fern. Ach schik⸗ ket euch, vielleicht zommt heut der erste Tag der Ewigkeit. Wachet! 7. Wachet! IEsus hats geboten; ach folget sei⸗ ner Waͤchterstimm. Was schlafet ihr doch wie die Todten? Ermuntert euch, und kehret uͤm; bedenket doch, was euch behagt, und daß GOtt mir und allen sagt: Wachet! Ludwig Andreas Gotter. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 809 W'o willst du ar⸗ mer Erdenkloß so sehr Hoffahrt prangen: Dein mit 696 Vom Christlichen Leben. Dein Elend ist zu piel und groß, du bist in Suͤnd empfangen, mit Weh ge⸗ boren auf die Welt, Weh dein ganz Leben uͤberfaͤllt, mit Weh mußt du von dannen. 2. Was zierest du den Leib, das Haus, drin al⸗ les Siechthum stecket, und fuͤllest ihn so zaͤrtlich aus mit dem, was ihm wohl schmecket? Weißt du denn nicht, nach wenig Tag daß er muß sterben mit Weh⸗ klag, und ihn die Wuͤr⸗ mer fressen? 3. Bielmehr die edle Seele zier mit Buß und guten Werken; das Him⸗ melbrod ihr setze fuͤr, da⸗ durch sie sich kann staͤrken. Denn sie ists, die ohn allen Tod im Himmel schweben soll vor GOtt und allen heilgen Engeln. 4. Warum pflegst du des Fleisches wohl, und laͤßt die Seel verschmachten? Ists recht, daß man die Magd jetzt soll mehr als die Frau selbst achten? Der Geist fuͤhet sonst das Regiment, bei dir ist solches umge⸗ wendt, das Fleisch den Geist regieret. 5. GOtt selbst, der gro⸗ ße HErr und Held, des Menschen Seel hoch schaͤt⸗ 0 und sie weit uͤber alle Welt und alle Himmel sez⸗ et. Denn fuͤr wen hat er sauntn Sohn, sein hoͤchste Zierde, Freud und Kron, ins Kreuzes Pein gegeben? 6, Traun, nicht dem Him⸗ mel, nicht der Erd ist dies zu gut ergangen; des Men⸗ schen Seel, so theur und werth, hat diese Gnad em⸗ pfangen: die ist ein solch theur Pfand und Gut, das ohne seines Sohnes Blut nicht konnt erloͤset werden. 7. Ist deine Seel so hoch vor GOtt, wie kannst du sie denn hassen, und wagen hin, als waͤr es Koth, den man findt auf der Gassen? Gedenk, daß GOttes lieb⸗ ster Sohn gestiegen von des Himmels Thron, sie hat vom Dod errettet. 8. Denn als er sie gus schwerer Schuld vom Teu⸗ fel fand gebunden, und sie verdammet werden sollt zur Hoͤllen alle Stunden, vor Kummer ihm zerbrach sein Herz, er weinte uͤber ihren Schmerz, davon sie selbst nichts wußte. 9. Ja, was noch mehr, so ließ er sich um ihrent⸗ willen toͤdten, errettet sie ganz kraͤftiglich aus allen ihren Noͤthen. Sein Blut⸗ schweiß war das Loͤsegeld, das er, der Heiland aller Welt, fuͤr sie baar aus⸗ gezahlet. 10. An dieses Opfer denke recht, das fuͤr dich ist gegeben; die Seele schaͤte nicht so schlecht, thu GOtt nicht wider⸗ streben; schau doch, wie sehr war sie verwundt, da sie sonst nichtes heilen kunnt, als Christi Blut und Striemen. 11. Wenn sie der Satan nich, zu Grund, der alles Ungluͤck stiftet, durch mnt mi Vom Christlichen Leben. 697 mit seinem Luͤgenmund bis auf den Tod vergiftet, so haͤtte GOttes Sohn den Tod und so viel Marter, Hohn und Spott am Wn nicht duͤrfen lei⸗ en 12. Darum, o Mensch, verachte nicht das groß und schwere Leiden, das er fuͤr dich hat selbst verricht, thu alle Bosheit meiden. Schau doch, wie sich so trenlich hat des Sohnes GOttes Maiestaͤt in Noth dein angenommen. 13. Hilf GOtt, daß ich mein Lebenlang dies alles recht bedenke; fuͤr deine Treu dir Lob und Dank in tiefster Demuth schenke; daß ich von Suͤnden trete ab, mein Herz bei dir im Himmel hab, nach mei⸗ nem Heil stets trachte. Johann Heermann. Mel. O GOtt, du srom⸗ mer GOtt. 810 Wesh eine Sorg und nen 0 soll nicht bei Chri⸗ en wachen, und sie be⸗ hutsamlich und wohl be⸗ daͤchtig machen. Mit schast und Zittern, heißts, chafft eurer Seelen Heil. Wenn kaum der Fromme bleibt, wie denn der suͤnd⸗ ge Theil? 2. Der Satan geht um⸗ her und suchet zu verschlin⸗ gen/ legt tausend Netz und Strick in unvermerkten Dingen; die Welt ist toll, verführt, und bindt ihr selbst die Ruth, ja gar der aͤrgste Feind ist unser Fleisch und Blut. 3. Man kann so manche Suͤnd unwissentlich be⸗ gehen, vor GOtt kommt der Gedank gleich einem Werk zu stehen. Ein ein⸗ zig raͤudig Schaf verdirbt den ganzen Stall. Wer steht, der sehe zu, daß er nicht ploͤtzlich fall. ö 4. Ihr sollet, saget GOtt, wie ich bin, heilig leben, mir eure Seele ganz, nicht halb getheilet geben; vom Adel und Gewalt hab ich nicht viel erwaͤhlt; viel HErr⸗HErrsager sind der Hoͤllen zugezaͤhlt. 5. Und wird ein From⸗ mer schlimm, so soll ihm das nichts dienen, daß er vor solcher Zeit rechtschaf⸗ fen gut geschienen. Der Knecht, der es nicht thut, den Willen aber weiß/ macht sich vervielte Schlaͤg durch seiner Bosheit Fleiß. 6. Ein einzger Apfelbiß konnt uns so heftig scha⸗ den, und Christus mußt sich selbst in GOttes Zor⸗ ne baden; ein Bruch an deiner Tauf spricht dir den Meineid zu; vielleicht kommt Tod und Erd in diesem Blick und Nu. 7. Man hat genug zu thun, die einzge Seel zu retten; wer noch viel an⸗ ders hat, wie kann er das vertreten? Je groͤßer Amt und Gut und Pfund und Gaben sein, je groͤßre Re⸗ chenschaft bild man sich kecklich ein. 8. Die ganze erste Welt 30 mußt 698 vom Christlichen Leben. mußt jaͤmmerlich vergehen; acht Seelen sind allein vor GOtt gerecht ersehen. Richt zehn Gerechte sind in Sodoms Nachbarschaft. Des Samens vierter Theil geht nur in Frucht und Kraft. 9. Es sind nur etliche in Eanaan gegangen. Auch aus den Zwoͤlfen selbst ist Judas danste uur, d der Zehnte dankte nur, daß er dom Aussatz rein. Ach möch⸗ ten fuͤnf doch klug, und funf nur thoricht sein. 10. Des Richters Zu⸗ kunft wird gleich einem Blitz geschehen; was un⸗ rein und gemein, darf nicht in Himmel gehen; es fuͤhlt die letzte Plag Egyptens erstes Kind; es wird fast kein Haus sein, da nicht Verdammte sind. 11. HErr GOtt, so oft ich dies nach aller Laͤng hedenke, so schneidet Angst und Furcht durch Adern und Gelenke, so schauert mir die Haut, o gellt und klingt das Ohr, so bebet Mund und Herz/ und hebet sich emyor. 12. Ich lebe ben, ge⸗ trost duͤrch Glauben, Lieb und Hoffen, und weiß, daß deine Gnad noch al⸗ len Menschen offen, und deine Lieb und Treu mich trostet und erhaͤlt; doch fleh ich desto mehr fuͤr Glauben scherzen; thu al⸗ len Kitzel weg, Traͤgheit/ Vermessenheit, Verstok⸗ kung, Heuchelei, Bosheit/ Unheiligkeit. 4. Hilf siegen uͤber das, was du schon uͤber⸗ wunden; zerstoör des Teu⸗ fels Reich, laß ihn bald sein gebunden, daß wir mit Fleiß und Sorg ver⸗ leugnen, widerstehn, an⸗ halten mit Gebet, entflie⸗ hen und entgehn. 15. Verleih Geduld und Trost im Kaͤmpfen und im Ringen; sorgfaͤlt⸗ 8 Wachsamkeit laß mit estand durchdringen; laß uns in heilger Furcht und in Bereitschaft stehn, daß wir mit Freudigkeit vor deinen Augen gehn. Johann Reinhard Hedinger. Mel. YErr JEsu Christ, dich zu uns wend. 81 1 ohl dem, der in GOttes sememt steht, und auch auf seinem Wege geht. Dein eigen Hand dich naͤh⸗ ren sollß so lebst du recht und geht dir wohl. 2. Dein Weib wird in deinm Hause sein wie ein Reben voll Trauben fein, und dein Kinder um deinen Tisch wie Oel⸗ pflanzen gesund und frisch. 3. Sieh, so reich Segen hangt dem an, wo in GOt⸗ mich und alle Welt. 13. Senk deine wahre Furcht in aller Menschen Herzen; laß niemand mit tes Furcht lebt ein Mann von ihm laͤßt der alt Fluch und Zorn, den Menschen⸗ kindern angeborn. der Buß und w.n 4. Aus Zion wird Ge eg⸗ Vom Christlichen Leben. 699 segnen dich, daß du wirst schauen stetiglich das Gluͤck der Stadt Jerusalem, vor GOtt in Gnaden angenehm. 5. Fristen wird er das Le⸗ ben dein, und mit Guͤte stets bei dir sein, daß du sehen wirst Kindeskind, und daß Israel Friede find. 6. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, sammt heilgem Geist in einem Thron, welchs ihm auch also sei bereit von nun an bis in Ewigkeit! Dr. Martin Lüther 1—5. Mel. O GOtt, du from⸗ mer Gott. 81 2 oran fehlts immer mehr, mein Herze, daß du bleibest nur immer schwach und krank, und fort dein Klagen treibest? Wer ist denn Schuld dar⸗ an? Geh in den innern Grund. Durch rechtes Forschen wird die Ursach endlich kund. 2. An GOtt fehlts kein⸗ mal nicht, denn er ist selbst die Liebe; sein Herz ist allzeit voll der suͤßen Liebestriebe, dem Men⸗ schen Guts zu thun. Sein Wille bleibet fest, sich mitzutheilen dem, der ihn nurx wirken laͤßt. 3. GOtt ist der Ursprung selbst der theuren Men⸗ schenseelen: wie sollt er sich denn wohl vor ihnen so verhehlen, und seine Kraft entziehn? Was er hervorgebracht, wird alle⸗ zeit sehr hoch und werth von ihm geacht. 4. Hat er doch seinen Sohn fuͤr dich dahin ge⸗ geben, weil du in Ewigkeit in ihm sollst selig leben. Was haͤtt er dies be⸗ durft? Er kam aus freier Wahl. Was lockte ihn zu dir? Gar nichts nicht uͤberall 5. Nichts Gutes war in dir; hingegen war zu finden ein Strudel voller Wuth und eine Welt voll Suͤnden, ein graͤuelvolles Meer, ein Pfuhl voll Hoͤl⸗ lenkoth; in folcher Haͤßlich⸗ keit lag deine Seele todt. 6. Als ein verworfen Kind lagst du in deinem Blute; nicht eine Kreatur that etwas dir zu Gute; die arme Seele trug des Teufels Larv an sich, dein Zustand durch und durch war gar zu jaͤmmerlich. 7. Da kam der Seelen⸗ freund, und nahm sich in Genaden des armen Men⸗ schen an. Er heilte dei⸗ nen Schaden mit seinem theuren Blut, und daß er voͤllig dich mit GOtt ver⸗ einigte, nahm er dein Fleisch an sich. 8. Und was hat wohl das Herz des Vaters so bewogen, daß er so viel⸗ mal dich durch seinen Geist gezogen? Drum liegt es nicht an GOtt, der es gar treulich meint: du bist dir heimlich selbst der alleraͤrgste Feind. 9. Ach ja, mein treuer GOtt, du bleibest der 30³ Ge⸗ 70⁰ Pon der Keuschheit. Gerechte, auch wenn dich richten will das suͤndliche Geschlechte. Du hast mich jederzeit gesucht in dich zu ziehn; ich aber nur gesucht, dein Gnadenwerk zu fliehn. 10. Nun, HErri, er⸗ forsche mich, und sieh auf meine Wege, und wende meinen Fuß vom falschen Heuchelstege; du, HErr, erkennest mich, erleuchte meinen Sinn, weil ich noch gar zu blind in dei⸗ nen Wegen bin. 11. Der Seelen Auge laß in mir einfältig wer⸗ den, daß es nicht mehr zugleich sich richte nach der Erden und nach dem Himmel zu; nimm alle Schalkheit weg; dein Wille sei allein und alle⸗ zeit mein Zweck. 12. Vollbringe, HErr. dein Werk, das du hast angefangen. Laß mich durch deinen Geist einmal dahin gelangen, wohin dein Wort mich weist, daß ich zur Reinigkeit, die deinem Volk gebuͤhrt, gelang in dieser Zeit. 13. So wird mein Leib und Seel und Geist in dir sich freuen, und taͤg⸗ lich deinen Ruhm und suͤßes Lob ernenen. Wohl mir! wird sein mein Wort; GOtt hat viel Gnad erzeigt, sein Ruhm erstrecke sich, so weit der Himmel reicht. Christian Jacob Koitsch. mel. Wenn wir in höch⸗ sten Nöthen sein. 813* in rei⸗ 22 nes Herz, HErr, schaff in mir, schleuß zu der Suͤnde Thor und Thuͤr; vertreibe sie, und schaffe du, daß sie vor meiner Thuͤr nicht ruh. 2. Dir oͤffn ich, JEsu, meine Thuͤr, ach komm und wohne du bei mir; treib all Unreinigkeit hin⸗ aus aus deinem Tempel und Wohnhaus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hell⸗ glaͤnzend Angesicht erleuch⸗ ten mein Herz und Ge⸗ muth, o Brunnen uner⸗ choͤyfter Guͤt! 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himm els⸗ gut und Segen reich; gieb Weisheit, Staͤrke, Rath, Verstand aus deiner mil⸗ den Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigenthum, und nur dies achten fuͤr Ge⸗ winn, wenn ich dir nur ergeben bin. Heinrich Georg Reuß. Mel. Du, o schönes Wellgebäude. 814 Keuscher IC· ö su, hoch von Adel, unbeflecktes GOt⸗ teslamm, zuͤchtig, heilig ohne Tadel, du mein rei⸗ ner Von der Keuschheit. 70¹ ner Braͤutigam/ o du Krone keuscher Jugend, du Lieb⸗ haber reiner Tugend, ach entziehe mir doch nicht dein holdseligs Angesicht. 2. Darf ich dir in Weh⸗ muth klagen meinen tie⸗ fen Jammerstand? Ach ich schaͤm michs fast zu sagen; doch dir ist es schon bekannt, wie mein ganzes Herz beflecket, und ganz voll von Unflath stecket. Dieser Greuel, dieses Gift mich von Mutterleibe trifft. 3. Ach es ist mir ange⸗ boren nichts als nur Un⸗ reinigkeit; aber du bist aus⸗ erkoren, unbesudelt ist dein Kleid. An Maria, der Jungfrauen, laͤßt sich nichts Unreines schauen; denn wenn sie gleich schwan⸗ ger heißt, ist es doch vom heilgen Geist. 4. Was Natur in mir verdorben, hat der reinen Keuschheit Ruhm deiner Menschheit mir erworben/ weil du bist mein Eigen⸗ thum. O du unbeflecktes Wesen, laß mich doch durch dich genesen; mehr als engelreines Lamm, tilge meinen Suͤndenschlamm. 5. Hat was Boͤses an⸗ dieser Abgrund chnoͤder Lust, und mir Leib und Seel vergiftet, wie dir alles wohl bewußt, weil Begierden und Ge⸗ berden leichtlich angeflam⸗ met werden, wo der reine GOttesgeist nicht im Her⸗ih zen Meister heißt: 6. O so wollst du mich vertreten, mein geneigter Gnadenthron; laß doch sein zuruͤck gebeten den hierdurch verdienten Lohn. Soll es nach dem Rechte gehen, o so ists um mich geschehen; dein fuͤr mich vergoßnes Blut sei fuͤr diese Wunden gut. 7. Sollen nur dein Ant⸗ litz schauen, die von Her⸗ zen keusch und rein: o so werden ja mit Grauen sinken hin in Hoͤllenpein, die aus unverschaͤmten Her⸗ zen ihre Reinigkeit ver⸗ scherzen. Drum, HErr IEsu, steh mir bei, mach mich dieser Bande frei. 8. Ich kann auch nicht zuͤchtig leben, wenn dein Gnaden⸗Ueberfluß mirs nicht wird von oben ge⸗ ben, o drum fall ich dir zu Fuß; du wollst ein rein Herze schaffen, mich an⸗ thun mit Keuschheits⸗ Waffen. Ach mein Heil, verstoß mich nicht weg von deinem Angesicht. 9. Gieb, daß unverfaͤlsch⸗ ter Glaͤube mich vom Un⸗ flath mache rein, und dein Geist, die reine Taube, nehm mein Herz zur Woh⸗ nung ein. Laß mich stets in Buße kaͤmpfen, und die bö⸗ sen Luͤste daͤmpfen; auch die neue Kreatur zeige mir die Keuschheitsspur. O. Hilf, daß Satan nicht besitze mich, als sein unreines Haus, noch mit seiner Glut erbitze; stoß ihn voͤllig von mir aus, daß er nicht den Leib an⸗ stecke, Geist und Seele nicht beflecket halt 10. ei⸗ 70² Von der Keuschheit. seiner Teufelei mir auch die Gedanken frei. 11. Alle schnoͤde Un⸗ dene Gotters hilf, durch eine Gotteskraft in mir tilgen und verdammen: ieb, was Zucht und Ehre chafft. Meine Lenden, meine Nieren laß den Gurt der Keuschheit zie⸗ ren; reiner Zweig aus Davids Stamm, sei al⸗ lein mein Braͤutigam. 12. Fasse mich mit dei⸗ ner Liebe, und vermaͤhle dich mit mir; laß mein Herz mit keuschem Triebe sein erfuͤllet fuͤr und fuͤr; meine Sinnen und Ge⸗ danken halte stets in Zucht und Schranken; deine keu⸗ sche Liebesglut ist stets vor Verfuͤhrung gut. 13. Hilf/ daß ich an dei⸗ nem Leibe, o mein auser⸗ waͤhltes Licht, stets ein reines Glied verbleibe; ach verhuͤte, daß ich nicht durch verfuͤhrische berden moͤg ein Glied des Satans werden. Laß mich sein ein rein Gefaͤß, dei⸗ ner Herrlichkeit gemaͤß. 14. Mache mich zur saubern Huͤtte, da du stets 110 aus und ein, und ilf, daß ich nicht ver⸗ schuͤtte deiner Gabhen Glanz und Schein. Laß mich das ja nicht verlie⸗ ren, womit du mich wollen zieren; laß mich, dir zum lo allein, dein ver⸗ chloßner Garten sein. 15. Laß mich Zucht und Keuschheit scheiden von unsaubrer Geister Ge⸗s Schaar, wie auch von un⸗ reinen Heiden; setze du mich anz und gar dir zum fe⸗ en Pfand und Siegel, sei mir ein verwahrter Riegel; laß mich, als dein Liebesschrein, keinem als dir offen sein. 16. Mach in keuscher Glaubenstreue mich dir gäͤnzlich angenehm, daß mich nicht als Koth aus⸗ speie dort dein neu Je⸗ rusalem. Diese Thore, diese Gassen konnen nichts Unreines fassen. Wer den Palast will besehn, der muß weiß gekleidet gehn. 17. Hilf, daß ich dir md anhangen als ein Geist, ein Herz, ein Leib; auch ganz innig dich umfangen/ und dir stets vereinigt bleib; ja recht bruͤnstig dir nach⸗ laufe, weil schon in der heilgen Taufe du zu wah⸗ rer Heiligkeit mich gewa⸗ chen und geweiht. 18. Weil du meinen Leib willst ehren, daß er dir ein Tempel sei, und den gaͤnzlich willst verhee⸗ ren, der denselben bricht entzwei: o so sei, was du geehret, nie durch Un⸗ keuschheit zerstoͤret. Alles, alles bleire rein, was dir soll ein Tempel sein. 19. Nun, mein Liebster/ der du weidest unter Rosen reiner Zucht, keine Wol⸗ lust⸗Nesseln leidest, dein Kuß reine Lippen sucht: du sollst stets vor andern al⸗ len meinen Augen wohl⸗ gefallen. Laß denn 200 ei Von der Keuschheit. 703 bei mir nicht ein, was die koͤnnte widrig sein. 20. Du hast dich mit mir vermaͤhlet, dein Geist ist mein Unterpyfand; auch ich habe dich erwaͤhlet, und mit Herzen, Mund und Hand meine Treue dir ab ch ers dich allein ab ich erkoren; es wiß alle Kreatur: IEsum, IEsum lieb ich nur. 21. Keuscher JEsu, hoch von Adel, unbeflecktes GOtteslamm, zuͤchtig, hei⸗ lig, ohne Tadel, du mein reiner Braͤutigam, o du Krone keuscher Jugend, du Liebhaber reiner Tu⸗ gend, laß mein End und Anfang sein: IEsum lieb ich ganz allein. Jacob Baumgarten. Mel. Es woll uns GoOtt genädig sein. 81 5 GOtt, mein * Schoͤpfer/ edler Fuͤrst und Vater meines Lebens, wo du mein Lehen nicht regierst, so leb ich hier vergebens, ja, ich bin auch lebendig todt, der Suͤnden ganz ergeben. Wer sich waͤlzt in dem Suͤndenkoth, der hat das rechte Leben noch niemals recht gesehen. 2. Darum so wende dei⸗ ne Gnad zu deinem armen Kinde, und gieb mir allzeit guten Rath, zu meiden Schand und Suͤnde. Behuͤte meines Mundes Thuͤr, daß mir ja nicht entfahre ein solches Wort, dadurch ich dir und deiner frommen Schaare ver⸗ drießlich sei und schade. 3. Bewahr, o Vater, mein Gehoͤr auf dieser schnoͤden Erde vor allem/ dadurch deine Ehr und Reich beschimpfet werde. Laß mich der Laͤstrer Gall und Gift ja nimmermehr beruͤhren; denn wen ein solcher Unflath trifft, den pflegt er zu verfuͤhren, auch wohl gar umzukehren. 4. Regiere meiner Au⸗ gen Licht, daß sie nicht Arges treiben. Ein unver⸗ schaͤmtes Angesicht laß fer⸗ ne von mir bleiben; was ehrbar ist, was Zucht er⸗ haͤlt, wonach die Englein trachten, was dir beliebt und wohlgefaͤllt, das laß auch mich hoch achten, all Ueppigkeit verlachen. 5. Gieb, daß ich mich nicht lasse eir zvum Schlem⸗ men und zum Prassen; laß deine Lust mein eigen sein, die andre fliehn und hassen. Die Lust, die unser Fleisch ergötzt, die zeucht uns nach der Hoͤllen, und was die Welt fuͤr Freude schaͤtzt, pflegt Seel und Geist zu faͤl⸗ len und ewiglich zu quaͤlen. 6. O selig ist, der stets sich naͤhrt mit Himmels⸗ speis und Traͤnken, der nichts mehr schmeckt, nichts sieht und hoͤrt, auch nichts begehrt zu denken, als nur, was zu dem Leben bringt, da man bei GOtte lebet, und bei der Schaar, die froͤhlich singt, und in der Wollust schwebet, die keine Zeit gufhehet. Paul Gerhard. WI. Von 704 Von der brüderlichen Liebe. VIII. Von der brüderlichen Liebe. Alel. Du, o schönes Weltgebäude. E + 3 816. Iidher Bun⸗ der, ders am besten mit mir meint, du mein An⸗ ker, Mast und Ruder, und mein treuster Herzens⸗ freund, der du, ehe was scheupon dir das Men⸗ chenvolk erkoren, auch mich armen Erdengast dir zur Lieb ersehen hast. 2. Du bist ohne Falsch und Tuͤcke, dein Herßz weiß von keiner List; aber wenn ich nur erblicke was hier auf der Erden ist, find ich alles voller Luͤgen: wer am besten kann betruͤgen, wer am schoͤnsten heucheln kann, ist der allerbeste Mann. 3. Ach wie untreu und verlogen ist die Liebe die⸗ ser Welt! Ist sie jemand wohl gewogen, wäaͤhrts nicht laͤnger als sein Geld. Wenn das Gluͤck uns fuͤgt und gruͤnet, sind wir schͤn und huͤbsch bedienet; kommt ein wenig Ungestuͤm, kehrt sich alle Freundschaft uͤm. 4. Treib/ HErr, von mir, und verhuͤte solchen unbestaͤndgen Sinn. Hätt ich aber mein Gemuͤthe/ weil ich auch ein Mensche bin, schon mit diesem Koth besprenget und der wwenteumi nachgehaͤnget: o erkenn ich meine Schuld, bitt um Gnad und um Geduld. 1990⁰½1 5. Laß mir ja nicht wi⸗ derfahren, was du, HErr, zur Straf und Last, denen, die mit falschen Wagren handeln, angedraͤuet hast, da du sprichst: du wollest scheuen, und als Unflath von dir speien aller Heuch⸗ ler falschen Muth, der Guts vorgiebt, und nicht thut. 6. Gieb mir ein bestaͤn⸗ digs Herze gegen alle meine Freund auch dann wenn mit Kreuz und aet eind, sie von dir beleget seind, daß ich mich nicht ihrer schaͤme, sondern mich nach dir bequeme, der du, da wir arm und bloß, uns gesetzt in deinen Schooß. 7. Gieb mir auch nach dei⸗ nem Willen einen Freund, in dessen Treu ich mein Herze moͤge stillen, da mein Mund sich ohne Scheu oͤffnen und erklaͤren moͤge/ da ich alles abelege, nach dem Maaße, das mir gnuͤgt, was mir auf dem Herzen 6 15 ö Laß mich Davids Gluͤck erleben, gieb mir einen Jonathan, der mir sein Herz moͤge geben, der auch, wenn nun jedermann mir nichts Gutes mehr will goͤnnen, sich nicht lasse von mir trennen, sondern fest in Wohl und Weh als ein Felsen bei mir steb. 9. HErr, ich bitte dich, erwaͤhle mir aus aller Men⸗ schen Ward eine fromme, heilge Seele, die an dir fein kleb und haͤng; auch nach deinem Sinn 60 ei⸗ Von der brüderlichen Liebe. 70⁵ Geiste mir stets Trost und Huͤlfe leiste, Trost, der in der Noth besteht, Huͤlfe, die von Herzen geht. 10. Wenn die Zung und Mund nur liebet, ist die Liebe schlecht bestellt; wer mir gute Worte giebet, und den Haß im Herzen haͤlt, wer nur seinen Kuchen schmieret, und wenns Bien⸗ lein nicht mehr fuͤhret/ als⸗ dann gehet nach der Thuͤr, ei der bleibe fern von mir. 11. Hab ich Schwach⸗ heit und Gebrechen, HErr, so lenke meinen Wrechen mich in Guͤte zu besprechen und nicht als ein Loͤw und lich u Wer mich freund⸗ ch weiß zu schlagen, ist als der in Freudentagen reichlich auf mein Haupt mir geußt Balsam, der am Jordan fleußt. 12. O wie groß ist meine Habe, o wie koͤstlich ist mein Gut, IEsu, wenn mit dieser Gabe dein Hand meinen Willen thut, daß mich meines Freundes Treue und bestaͤndigs Herz erfreue. Wer dich fuͤrch⸗ tet, liebt und ehrt, dem ist 138 ein Schatz beschert. Gute Freunde sind wie Stabe da der Men⸗ schen Gang sich haͤlt, daß der schwache Fuß sich he⸗ be, wenn der Leib zu Bo⸗ den faͤllt. Wehe dem, der nicht zum Frommen sol⸗ ches Stabes weiß zu kom⸗ men; der hat einen schwe⸗ ren Lauf: wenn er faͤllt, wer hilst ihm auf? 14. Nun, HeErr, laß dirs wohlgefallen, bleib mein Freund bis in mein Grab; bleib mein Freund, und unter allen mein ge⸗ treuster, staͤrkster Stab. Wenn du dich mir wirst verbinden, wird sich schon ein Herze finden, das, durch deinen Geist geruͤhrt, mir was Gutes goͤnnen wird. Paulus Gerhard. In eigener Melodie. 817 hr Kinder des Hoͤch⸗ sten, wie stehts um die Liebe? Wie folgt man dem wahren Vereinigungstrie⸗ be? Bleibt ihr auch im Bande der Einigkeit stehn? Ist keine Zertrennung der Geister geschebn? Der Vater im Himmel kann Herzen erkennen, wir duͤr⸗ fen uns Bruͤder ohn Liebe nicht nennen, die Flamme des Hoͤchsten muß lichter⸗ loh brennen. 2. So bald wir von oben aufs neue geboren, so sind wir von Christo zu Bruͤ⸗ dern erkoren. Ein Vater, ein Glaube, ein Geist, eine Tauf, ein voller zum Hini⸗ mel gerichteter Lauf kann unsere Herzen vollkommlich verbinden; wir koͤnnen nichts anders als Suͤßig⸗ keit finden; Verdacht, Neid und Aergerniß muͤssen ver⸗ schwinden./ 3. Die Mutter, die dro⸗ ben ist, haͤlt uns zusam⸗ men, und schickt uns herunter die himmlischen ammen. Kein Unter⸗ 30. sindet hier einige Statt, 706 Von der brüderlichen Liebe. Statt, weil Demuth die Herzen vereiniget hat. Wo Eigenheit, Zank und Haß koͤnnen regieren, da kann man den Funken der Liebe nicht spuͤren, noch in den Cbor englischer Thronen ihn fuͤhren.. 4. Die Zionsgesellschaft verlaͤßt die Verwandten, setzt Bruͤder am hoͤchsten vor allen Bekannten. Wer noch ist bezaubert vom Lieben der Welt, und sich in der Falschheit zum Bruder verstellt, den kann sie unebmet zum Bru⸗ der annehmen, er muͤßt sich denn voͤllig zur Buße bequemen. Sie darf sich des redlichen Sinnes nicht chaͤmen. 2 53% 5. Seht aber, wie selig wir haben erwaͤhlet, die wir sind zum Segen der Bruͤ⸗ der gezaͤhlet, wir sind die erkaufete seligste Schaar. Ach lobet den Vater; denn kurz: er ists gar. Singt ihm mit vereinigtem Her⸗ zen und Munde, ohn Lo⸗ ben und Lieben vergeh kei⸗ ne Stunde. Wir stehn vor dem HErren als einer im Bunde.. 6. Was ich bin, mein Bruder, das bist du auch worden, wir sind an dem himmlischen Erbe Con⸗ sorten. Ein jeder fuͤr alle zum Vaterland dringt, die Kirche nach Einem stets kaͤmpfet und ringt. Wir muͤssen bereit sein, fuͤr Bruͤder zu sterben, wie IEsus uns auch so gemacht hat zu Er— ben. Ein Glied fuͤhlt und leidet des andern Verderben. m:· 7. Ach laßt uns einander erinnern und fuͤhren, daß wir nicht die Krone des Lebens verlieren. Wenn Babel nun trunken wird von Zions Blut, so stehn wir vereinigt auf unserer Hut. Das Schreien der Kinder wird wahrlich er⸗ hoͤret, durch voͤllige Ein⸗ tracht wird Babel zerstöret. Wer ist, der verbundenen Geistern was wehret? 8. Drum lasset uns lie⸗ ben und freuen von Herzen/ versuͤßen einander die lei⸗ denden Schmerzen; dringt kraͤftig, ihr Geister, in Ei⸗ nes hinein, vermehret die Strahlen vom goͤttlichen Schein. Das laͤsset der Vater ihm herzlich gefallen im Loben koͤnn auch sein Ruhm herrlich erschallen, wenn Kinder vor Liebe ent⸗ zuͤndet nur lallen. 9. In jener Welt wird es noch besser hergehen, da wird vor dem Vater die Bruͤderschaft stehen im heiligsten Feuer, in se⸗ ligster Brunst, die ziehet zusammen des Koͤniges Gunst. Ach schließt in ein⸗ ander die Herzen und Haͤnde, und bittet, daß Zion er Huͤlfe bald sende; so kennet die Liebe nicht Anfang noch Ende. Christian Andreas Bernstein. In eigener Mlelodie. ö S18. Mesnt mir Von der brüderlichen Liebe. 707 mir dein Gesetz ins utt daß meinen Geist ergb der konigliche Trieb: 3n mir das sanfte Feuer an, und fuͤhr mich auf der Freude Bahn durch engel⸗ gleiche Lieb. 2. Du schickst die Lieb vom Himmel her, sie macht sich aus dem Engel⸗Heer auf dieses Erdenrund. Doch faßt man dieses Kleinod nicht, bis uns das volle Licht anbricht, und macht ihr Wesen kund. 3. Dann wird der harte Sinn erst weich, ge⸗ schmeidig und dem WPachse gleich, und schmilzt in hei⸗ ßer Brunst. Die Ho muthsfluͤgel fallen hin, es zeigt der recht gesinnte Sinn dem Bruder freie Gunst. 4. Wie schoͤne sieht das Wesen aus, wenn des betaͤubten Leibes Haus ein holder Wirth be⸗ wohnt; da Liebe stets den Zepter fuͤhrt, und dem, den sie nach Wunsch re⸗ giert, mit Himmels⸗Nek⸗ tar lohnt. 5. Da lacht das frohe Angesicht, der Augen un⸗ verfaͤlschtes Licht das funkelt von Begier, dem Freund vollkommen Guts zu thun; die kann nicht in dem Dienen ruhn, so bricht die 64Soste fuͤr. 6. So steht in GOttes Herrlichkeit ein selger Geist zur Lieb bereit, besiegend ven Verdruß, den Wollust, Neid/ Verdacht und Streit, Geiz, Hoffart und die Eigenheit erbaͤrmlich lei⸗ 5zden muß. 7. Es spielt der Un⸗ schuld Lauterkeit, wenn im bekronten Liebesstreit die muntern Geister stehn und außer der Partei⸗ lichkeit, von Meinungen und Zank befreit, zugleich ins Eine gehn. 8. Denn in der Ein⸗ tracht gleichem Lauf haͤlt uns kein falscher Geist nicht auf, die Lust wird nicht ge⸗ stoͤrt, und was von oben ist entzuͤndt auch seinen Ursprung achörte da⸗ wo es hingehoͤrt. 9. So schmeckt des Him⸗ ch⸗mels suͤßen Kuß der Bru⸗ der, den der Liebe Guß von andern uͤberschwemmt, wenn ihn ein tiefer Fried er⸗ quickt, und in das Paradies entzuͤckt, wo nichts die Freude hemmt. 10. Du Vater aller Lich⸗ ter du, laß diese ungemei⸗ ne Ruh nur allen sein gemein. Wir sehen nicht die Seligkeit, die Liebe wird dann recht bereit, und ungetrennet sein. 11. Was stoͤret Zion diesen Trost? Was hin⸗ dert fuͤr ein harter Frost der Knosyen offne Bluͤth? Wann bricht der liebe auf iei an, der uns auf selger Liebe⸗Bahn zu reifen Fruͤchten zieht? 12. Das Vorspiel muß gespielet sein der Liebe, die vollkommen rein in jener Welt regiert; o se⸗ lig den ein starker Au befreit vom Schein* Heu⸗ 708 Von der brüderlichen Liebe. Heucheltrug, br diesem Schmack hinfuͤhrt! 13. Oer weiß zu sagen von der Lust, die GOttes Liebsten ist bewußt, kein Bisam fehlt ihm nicht; und seinem angenehmen Mund ist zur Erquickung alle Stund ein Balsam zugericht. 14. Der dringt immer durch Mark und Bein. Der muß ein rechter Aaron sein, wer so bei Bruͤdern lebt, und aus dem Wer⸗ muth Zucker macht, ja nie aus faͤlschen Augen lacht, und so in Frieden schwebt. 15. O Lieb, ich kenne deine Gunst, o Gottheit, gieb nur deine Brunst in den erfrornen Geist, und laß ihn brennen fuͤr und fuͤr; dies Opfer sei geheiligt dir, so deinen Willen preist. 16. Mein Name soll nur Liebe sein, die Sinnen muͤssen stimmen ein, der Mund bekennt nur Lieb; die Haͤnde wirken diese nur, die Fuͤße folgen die⸗ ser Spur: so herrscht des Koͤnigs Trieb. Gottsried Arnold. Mel. Ach GSoOtt vom Himmel sieh darein. 8¹ 9 Vater der 2 Barmher⸗ zigkeit, der du dir deine Heerden gesammelt h Apostel Zeit, und herrlich lassen werden, du hast durch deines Geistes Kraft die große Schaar der Hei⸗ denschaft zu deinem Reich berufen. 2. Aus ihrer Mannig⸗ faltigkeit des Streits und vieler Sprachen, dadurch sie, in der Welt zerstreut, sich von einander brachen, hat sie dein guter Geist efuͤhrt, und sie mit Herr⸗ ichkeit geziert in Einig⸗ keit des Glaubens. 3. Ach sei doch auch zu dieser Zeit uns, Vater/ wieder gnaͤdig, und mach uns von dem falschen Streit hinwieder frei und ledig. Gieb, daß dein Haͤuflein fuͤr und fuͤr in einem Geiste diene dir, in deiner Liebe lebe. 4. Ach schaue, wie des Satans List sie jaͤmmer⸗ lich zertrennet, wie sichs im Zanken beißt und frißt, im Unverstande brennet; wie alles in Verwirrung geht, da eins das andre nicht versteht, und sich un⸗ noͤthig zweiet. 5. Ach HErr, hilf die⸗ sem Uebel ab, versammle deine Heerde, daß unter deines Wortes Stab sie wieder einig werde; daß das Band der Vollkom⸗ menheit, die Liebe, uns aus allem Streit in dei⸗ nem Geiste bringe. 6. Wie schoͤn und lieb⸗ lich sieht es aus, wenn Bruͤder sind zusammen/ eintraͤchtiglich in einem Haus, und stehn in Lie⸗ besflammen; wenn sie im Geist zusammen stehn, zu GOtt in einem Sinne flehn, und halten an mit Beten. 7. Gleichwie der Bal⸗ sam Von der brüderlichen Liebe. 709 sam edler Art auf Aarons Haupt gegossen, ins ganze Kleid von seinem Bart kam niederwaͤrts geflossen, und wie der Thau von Hermonim faͤllt auf Zions Gebirg heruͤm, und alles Land erquicket: 8. Also fleußt GOttes Geistes Gnad von Christo zu uns nieder, auf die so er erwaͤhlet hat, auf alle seine Glieder; das ist die rucht der Einigkeit, Heil, egen, Leben allezeit und alle Himmels⸗Guͤter. Heinrich Georg Neuß. Mel. Unn komm der Heiden Heiland. 5 ieh, wie lieb⸗ 820.S lich und wie fein ists, wenn Bruͤder friedlich sein, wenn ihr Thun eintraͤchtig ist, ohne Feschn ⸗ Trug und List. Wie der edle Balsam geuht, und sich von dem Haupt ergeußt, weil er von sehr guͤter Art, in des Aarons ganzen Bart. 3. Der herabfleußt in sein Kleid und erreget Lust und Freud; wie befaͤllt der Thau Hermon, auch die Berge zu Zion. 4. Denn daselbst ver⸗ heißt der HErr reichen Segen nach Begehr, und das Leben in der Zeit, und auch dort in Ewigkeit. 5. Aher ach wie ist die Lieb so erloschen, daß kein Trieb mehr auf Erden wird gespuͤrt, der des an⸗ 250 Herze ruͤhrt. 6. Jedermann lebt fuͤr sich hin in der Welt nach seinem Sinn, denkt an keinen andern nicht: wo 1 da die Liebespflicht? O HErr JEsu, Got⸗ — Sohn, schau doch einst von deinem Thron, schaue die Zerstreuung an, die kein Mensche bessern kann. 8. Sammle, großer Menschenhirt, alles, was sich hat verwirrt; laß in deinem Gnadenschein alles ganz vereinigt sein. 9. Geuß den Balsam deiner Kraft, der dem Her⸗ zen Leben schafft⸗ tief in unser Herz hinein, strahl in uns den Freudenschein. 10. Bind zusammen Herz und Herz, laß uns trennen keinen Schmerz. Knuͤpfe selbst durch deine Hand das geheiligt Bruͤ⸗ derband. 11. So wie Vater, Sohn und Geist, drei und doch nur eines heißt, werd ver⸗ einigt ganz und gar deine gaͤnze Liebesschaar. 12. Was fuͤr Freude, was fuͤr Lust wird uns da nicht sein bewußt, was sie wuͤnschet und begehrt, wird von GOtt ihr selbst gewaͤhrt. 13. Alles, was bisher verwundt, wird mit Lob aus einem Mund preisen GOttes viebesmacht, wenn er Alls in Eins Ehrund 14. Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei dem Hoͤch⸗ sten allezeit, welcher, wie er ist in Ein, uns in ihm laͤßt Eines sein! Michael Müller. Mel, 710 PDon der brüderlichen Liebe. Mel. O Gott, du frommer GOtt. 82 1 ö enn Einer alle Kunst und alle Weisheit haͤtte, wenn er mit Menschen⸗ und mit Engelzungen redte, haͤtt aber sonst dabei der wahren Liebe nicht, so waͤre doch vor GOtt damit nichts ausgericht. 0 2. Er waͤre wie ein Erz das zwar sehr helle klin⸗ get, sonst aber keine Frucht und keinen Nutzen brin⸗ get. Es waͤr ein solcher Mensch ein solcher guter Ruh Christ, wie eine Schell, an der kein Geist noch Le⸗ ben ist. 3. Wenn er weissagen kͤönnt, und haͤtte allen Glauben, daß er auch Wunderwerk an Bergen, Blinden, Tauben erwies, und haͤtte doch der wah⸗ ren Liebe nicht, so waͤre abermals damit nichts aus⸗ gericht. 4. Wenn Einer auch sein Hab und alles Gut den Armen hingaͤbe, aber es nicht thaͤte aus Erbarmen; wenn er sich brennen ließ und haͤtte nicht dabei der Liebe: sag ichs doch, daß er nichts nuͤtze sei. 5. Die Lieb ist sanft⸗ muthsvoll, langmuͤthig und gelinde, sehr freundlich je⸗ dermann, stets fertig und geschwinde in Noͤthen bei⸗ zustehn; die Liebe eifert nicht, die Liebe siehet 1‚ daß keinem Leid ge⸗ chich t. 6. Die Liebe ist nicht stolz, die Liebe hasset kei⸗ nen, sucht ihren Nutzen nicht, sie rathet den Ge⸗ meinen; die Liebe zuͤrnet nicht, die Lieb hilft jeder⸗ mann/ und wendet Schader ab, wo sie nur immer kann. 7. Die Liebe ist betruͤbt, wenn unrecht wird gerich⸗ tet, und freuet sich, wenn man der Wahrheit fest bei⸗ pflichtet; die Liebe decket auch des Naͤchsten Maͤngel zu, vertraͤget alles gern, und liebet Fried und uh. 8. Ohn Argwohn glau⸗ bet sie das Beste nur von allen; sie hoffet Bes⸗ serung, wenn jemand ist gefallen in Suͤnd und Missethat; hat sie gleich keine Schuld, so leidet sie dennoch, was moͤglich, mit Geduld. 9. Wenn dort die Wis⸗ senschaft einmal wird ganz aufhoren, so wird die Liebe doch sich fort und fort ver⸗ mehren; wenn Glaub und Hoffnung auch vergehet mit der Zeit, so bleibet doch 10 Lieb in alle Ewig⸗ eit. 10. HErr IEsu, der du bist ein Vorbild wahrer Liebe, verleihe, daß auch ich am Naͤchsten Liebe uͤbe; gieb, daß ich allezeit von Herzen jedermann zu die⸗ nen sei bereit, wo ich nur soll und kann. Lucas Baemeister, N. Von Von der Hottnung. 711 Mel. Herzliebster JEsu, was hast du verbrochen. 0* hriste, du 822. C Beistand deiner Kreuzgemeine, eile, mit Huͤlf und Rettung uns erscheine! Steure den Feinden: ihre Blutgedichte mache zu nichte. 2. Streite doch selber fuͤr uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was kaͤm⸗ pfet wider deine Glieder, stuͤrze darnieder. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere/ Frie⸗ de zugleich der Polizei ge⸗ waͤhre, Friede dem Her⸗ jen, Friede dem Gewissen gieb zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Guͤt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Waͤchter dei⸗ ner armen Heerde, Him⸗ mel und Erde. Matth. Apell. v. Löwenstern. Mlel. Wie wohl ist mir, o Freund der Zeelen. ** 8 ist noch 823. E eine Ruh vorhanden; auf, muͤdes Herz/ und werde licht. Du seufzest hier in deinen Ban⸗ den, und deine Sonne schei⸗ net nicht: sieh auf das Lamm, das dich mit Freu⸗ den dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last, und eil herzu. Bald ist der schöne Kamyf geendet, bald/ bald der saure I. Von der Hoffnung. Lauf vollendet: so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat GOtt auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch ge⸗ boren, die Liebe sie uns so bestimmt. Das Laͤmm⸗ lein wollte darum sterben, uns diese Ruhe zu erwer⸗ ben; es ruft, es locket weit und breit: Ihr muͤden Seelen und ihr Frommen, versaͤumet nicht, heut ein⸗ zukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Buͤrde druͤckt: eilt, eilt aus euren Kummerhoͤhlen, geht nicht mehr krumm und sehr ge⸗ buͤckt. Ihr habt des Tages Last getragen; dafuͤr laͤßt euch das Laͤmmlein sagen: Ich selbst will eure Ruh⸗ statt sein. Ihr seid mein Volk, gezeugt von oben; ob Suͤnde, Welt und Teu⸗ fel toben: seid nur getrost und gehet ein. 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen muͤden Wandersmann? Wo jener nur ein Bett⸗ lein haben und sanfte dar⸗ auf ruhen kann; wenn die⸗ ser sich darf niedersetzen, an einem frischen Trunk ergotzen; wie sind sie beide so vergnuͤgt. Doch dies sind kurze Ruhestunden: es ist noch eine Ruh er⸗ funden, da man auf ewig stille liegt. 5. Da 71² Von der Bortnung 5. Da wird man Freu⸗ dengarben bringen; denn unsre Thraͤnensaat ist aus. O welch ein Jubel wird erklingen und suͤßer Ton ins Vaters Haus. Schmerz/ Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird muͤssen fliehn und von uns wei⸗ chen. Wir werden auch das Laͤmmlein sehn; es wird beim Bruͤnnlein uns erfrischen, die Thraͤnen von den Augen wischen; wer weiß, was sonst noch soll geschehn? 6. Kein Durstnoch Hun⸗ ger wird uns schwaͤchen; denn die Erquickungszeit ist da. Die Sonne wir uns nicht meht stechen; das Lamm ist seinem Volke nah. Es will selbst uͤber ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine gruͤnen. Der große Sabbath ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir, und sind im Frieden, un:d leben ewig sorgenlos. Ach fasset dieses Wort, ihr Muͤden/ legt leuch dem Lamm in seinen Schooß. Ach! Fluͤ⸗ gel her, wir muͤssen eilen, und uns nicht laͤnger hier verweilen: dort wartet schon die frohe Schaar. ort, fort, mein Geist/ zum Jubiliren. Beguͤrte dich zum Triumphiren. Auf⸗ auf, es kommt das Ruhe⸗ jahr. 9 Johann Sigismund Kunth. d schüͤtz Mel. Rommt her zu mir, spricht GOttes Sohn. 82 4 uf Leiden folgt die Herrlichkeit, Triumph Triumph nach kurzem Streit! so singt die kleine Heerde, die bald der aller⸗ treuste Hirt mit großer Kraft erlosen wird von ihrer Lastbeschwerde. 2. Ihr zarten Schaͤflein, gehet fort, es rufet euch das ewge Wort mit der bekannten Stimme: Folgt mir auf meinem engen Pfad, und sucht in De⸗ muth meine Gnad: ich ütz euch vor dem Grimme. 3. Die Welt die rast bis an ihr Ziel, und samm⸗ let ihrer Suͤnden viel; ei lasset sie nur sammeln. Man wird bald sehn die hohe Pracht erniedrigt und zunicht gemacht durch Kinder, die noch stam⸗ meln. 4. Sie schimpft, sie schlaͤgt/ sie hoͤhnt, sie wurgt, weil euer Vater sich verbirgt; allein er wird erscheinen, und reu⸗ ten aus die Spitze⸗Dorn, auch schlagen im gerechten Zorn, was Babel zeugt, an Steinen. ö 5. Ihr Kinder, seid nur wohlgemuth; denn GOtt, der große Wunder thut, hat sich schon aufgema⸗ chet. Ich bin der HErr, Immanuel, ich gehe her dor Israel, und bin vom Schlaͤf erwachet. 2 * Von der Holknung. 71³ 6. Bewahret euch mit meinem Sinn, nehmt mei⸗ nen Lebens⸗Oden hin, um⸗ guͤrtet euch mit Staͤrke. Ihr Glieder in der Liebes⸗ kett, steht wie die Starken um mein Bett, und thut die großen Werke. 7. Der Glaube bricht durch Stahl und Stein, und faßt die Allmacht in sich ein, wer will euch uͤbermei⸗ stern? Was ist dem Feuer leichtes Stroh? Der Sa⸗ tan flammt in lichter Loh mit allen Gegengeistern. 8. Schaut in der Ein⸗ falt nur auf mich, ich fuͤhr die Meinen wunderlich durch meine Allmachts⸗ haͤnde. Doch endet sich ihr Leid und Streit in dem Triumph der Herrlichkeit/ und nimmt ein herrlich Ende. Peter Lackmann. In eigener Melodie. —9 x‚ W'̃ 825. musen Bu⸗ bylon, da saßen wir mit Schmerzen; als wir ge⸗ dachten an Zion, da wein⸗ ten wir von Herzen; wir hingen auf mit schwerem Muth die Harfen und die Orgeln gut an ihre Baͤum der Weiden, die drinnen sind in ihrem Land; da mußten wir viel Schmach und Schand taͤglich von ihnen leiden. 2. Die uns gefangen hiel⸗ ten lang so hart an selben Orten, begehrten von uns ein Gesang mit gar spoͤtt⸗ lichen Worten, und such⸗ ten in der Traurigkeit ein froͤhlich Gsang in unserm Leid: Ach Lieher, thut uns singen ein Lobgesang, ein Liedlein schoͤn von den Ge⸗ dichten aus Zion, das froͤh⸗ lich thut erklingen. 3. Wie sollen wir in solchem Zwang und Elend/ jetzt vorhanden, dem HEr⸗ ren singen sein Gesang so gar in fremden Landen? Jerusalem, vergeß ich dein, so wolle GOtt der Rechten mein vergessen in meinm Leben. Wenn ich nicht dein bleib ein⸗ gedenk, mein Zung sich oben annehaͤng, und bleib am Gaumen kleben. 4. Ja, wenn ich nicht mit ganzem Fleiß, Jeru⸗ salem, dich ehre, im An⸗ fang meiner Freuden Preis, von jetzt und immermehre. Gedenk der Kinder Edom sehr am Tag Jerusalem, o HeErr, die in ihr Bosheit sprechen: Reiß ab, reiß ab zu aller Stund, vertilg sie gar bis auf den Grund; den Boden wolln wir brechen. 5. Du schnoͤde Tochter Babylon, zerbrochen und zerstoͤret; wohl dem der dir wird gebn den Lohn und dir das wiederkehret, dein Uebermuth und Schalkheit groß, und mißt dir auch mit solchem Maaß, wie du uns hast gemessen; wohl dem, der deine Kinder klein erfaßt, und schlaͤgt sie an den Stein, damit dein werd vergessen. Wolfgang Dachstein. Mel. 71⁴ Von der Hotknung. lel. Preis, Lob, Ehr, Ruhm, Dank, Kraft und Macht. er Geist, der 826. D von des Hoͤchsten Thron mit Blitz und Licht und Kraft aus⸗ gehet, der mit dem Vater und dem Sohn in ewig gleichem Wesen stehet, der ich herab zu uns Elenden neigt, uns durch den Sohn den Weg zum Vater zeigt: 2. Der Geist, der uns, als GOttes Pfand und Siegel, die Versichrung giebet, daß Ott mit treuer Liebeshand uns haͤlt, und wie ein Vater liebet, der Geist, der uns in alle Wahrheit fuͤhrt, der uns mit Licht, mit Kraft und Gnade ziert: 3. Und sie, die auser⸗ waͤhlte Braut, durch Chri⸗ sti Blut und Tod erwor⸗ ben, aus seiner offnen Seit erbaut, da er fuͤr 6 am Kreuz gestorben, ie keusche Braut, des Himmels Koͤnigin, voll GOtteskraft, voll Christi Geist und Sinn: 4. Die schoͤne Braut, in Christt Blut gewaschen und schneeweiß gebadet, die GOtt mit seiner Se⸗ gensfluth an Seel und Geist so hoch begnadet; die Braut, die er, der Braͤutgam, frei gemacht, und sie vom Wust der Erden weggebracht: 5. Die zwei, ob man sie dirt nicht schaut, so oͤrt man sie doch beide schreien: Komm, spricht der Geist, komm, spricht die Braut; Ein IEsus soll die zwei erfreuen. Der Geist spricht: Komm⸗ und stellts der Braut schon fuͤr. Die Braut spricht: Komm, in schmerzlicher Begier. 6. Der Geist verlangt die große Schaar und Zahl der Heilgen voll zu haben; drum ruft und lockt er immerdar, und bricht hervor mit seinen Gaben. Je staͤrker sich die Zahl der Frommen mehrt, je naͤher wird sein Ruf: Ach komm, gehoͤrt. 7. Die Braut, wie werth sie JEsus haͤlt, so liegt sie doch in Spott und Pla⸗ gen, ist allezeit ein Fluch der Welt, und muß die Schmach des Lammes tra⸗ gen; drum sehnt sie sich nach ihrem Braͤutigam und spricht: Ach komm, komm, Held aus Davids Stamm! 8. Der Geist, der hier auf Erden zeugt, zeugt auch in seiner Boten Munde, daß sich die Welt zum Ende neigt. Er ruft: Es ist die lezte Stunde. Er lruft der Welt: Komm, es ist hohe Zeit; er ruft dem HErrn: Komm, komm zur Herrlichkeit! ö 9. Die Braut traͤgt hier den Suͤndenleib, und bat so viel mit sich 10 kaͤmpfen; sie weiß von keinem Zeit⸗ vertreib, als nur die schnoͤden Luͤste daͤmpfen. Drum wirkt der Geist in Von der Hottnung. 71⁵ in ihr dies Ach⸗Geschrei: Komm, IEsu, komm, und mach mich einmal frei! 10. Der Geist wird von der Welt verlacht, und sie, die Braut, ist hier auf Erden verdeckt in ihrer Zier und Pracht; dort hofft sie offenbar zu wer⸗ den. Der Geist spricht: Komm, zeuch Macht und Eifer an! Die Braut spricht: Komm, bring mich nach Canaan! 11. So spricht der Geist, so spricht die Braut: Komm, IEsu, komm! Und wer es hoͤret, der ruf und schrei auch uͤber⸗ laut: Komm! Alles, was GOtt angehoͤret, das spreche: Komm! Es wird auch bald geschehen. Es hats die Braut im Geist vorher gesehen. 12. Kommt doch nun her, die ihr das Heil der Seelen ernstlich sucht und meinet; kommt doch und nehmt das beste Theil, kommt, eh noch unser Held erscheinet. Er selber spricht: Ja, ja, ich komme bald. Ach kommt denn her, eh noch sein Zorn erschallt. 13. Kommt, trinket, wenn ihr durstig seid, hier oͤfnet sich die Lebens⸗ guelle; Licht, Kraft und Trosi ist hier bereit und Arzenei auf alle Faͤlle. Kommt, nehmt das Heil gus Christi Haͤnden an, und seht, was er, mein Schatz, an mir Poedr 14. Ich kam, als er durch seinen Geist mich kraͤftig zog, und fand das Leben. Denn alles, was nur Gna⸗ de heißt, hat er, mein Hirte, mir gegehen. Er kam zu mir, eh ich noch zu ihm kam; ich kam zu ihm, da er in Schooß mich nahm. 15. Wie lieblich hat er mich erquickt, wie oft hab ich von ibm getrunken! Wie hat er mich ans Herz gedruͤckt; wenn ich in seine Lieb gesunken! Wie man⸗ chen Trost hat seine Liebes⸗ kraft aus seinem Wort in meiner Seel geschafft! 16. Wie oft hab ich in dieser Lust, in Kraft des Geistes: Komml geschrieen, wenn er in meiner matten Brust den Glauben mir dazu verliehen. Ich war durch ihn ein Glied von seiner Braut; drum hat mein Geist oft nach ihm ausgeschaut. 17. Und siehe da/ es ist vollbracht zich rufte: Kom̃! in Glaubensblicken; mein Braͤutgam, komm zur Mit⸗ ternacht, mich hin vor dei⸗ nen Thron zu ruͤcken. Ich ging mit ihm zu seiner Hochzeit ein, wo Geist und Braut vor ihm bei⸗ sammen sein. In eigener Melodie. 827 u, 0 schö⸗ nes Welt⸗ gebaͤude, magst gefallen, wem du willt: deine schein⸗ barliche Freude ist mit lau⸗ ter Angst umhuͤllt; denen, die den Himmel hassen, will ich ihre Weltlust lassen; mich 746 von der Hottnung. mich verlaͤngt nach dir al⸗ lein, allerschoͤnstes JEsu⸗ lein. 2. Muͤde, die der Ar⸗ beit Menge und der heiße Strahl beschwert, wuͤn⸗ schen, daß des Tages Laͤnge werde durch die Nacht ver⸗ zehrt, daß sie, nach so vie⸗ len Lasten, koͤnnten sanft und suͤße rasten; mein Wunsch ist bei dir zu sein, allerschoͤnstes XEsulein. 3. Ach moͤcht ich in dei⸗ nen Armen, so wie ich mir wuͤnschen wollt, allerlieb⸗ ster Schatz, erwarmen, so wollt ich das feinste Gold, das in Ophir wird gegra⸗ ben, nicht fuͤr dies Er⸗ goͤtzung haben, wenn ich oͤnnte bei dir sein, aller⸗ schoͤnstes IEsulein. 4. Andre moͤgen durchl die Wellen und duͤrch Wind und Klippen gehn, ihren Handel zu bestellen, und da Sturm und Noth aus⸗ stehn: ich will meine Glau⸗ bensfluͤgel schwingen an die Sternenhuͤgel, ewig da bei dir 0 sein, allerschoͤnstes JEsulein. 5. Tausendmal pfle ich zu sagen, und noch tausend⸗ mal dazu: Ach wuͤrd ich ins Grab getragen, ei ⁰o kaͤm ich ja zur Ruh! und mein bestes Theil das wuͤrde, frei von dieser Lei⸗ besbuͤrde, je und ewig um dich sein, allerschoͤnstes IEsulein. 6. Komm,/ o Tod, du Schlafesbruder, komm, und fuͤhre mich nur fort; loͤse meines Schiffleins Ru⸗ der, bringe mich in sichern Port; es mag, wer da will, dich scheuen, du kannst mich vielmehr erfreuen; denn durch dich komm ich hinein zu dem schoͤnsten JEsulein. 7. Ach daß ich den Lei⸗ beskerker heute noch ver⸗ lassen muͤßt, und kaͤm an den Sternen⸗Erker, wo das Haus der Freuden ist! Da wollt ich mit Wort⸗ gepraͤnge bei der Engel großen Menge ruͤhmen dei⸗ nen GOttheit⸗Schein, al⸗ lerschoͤnstes JEsulein. 8. Doch, weil ich die Seelenauen und den gold⸗ nen Himmels saal jetzt nicht kann nach Wuͤnschen schau⸗ en, und muß hier im Thraͤ⸗ nenthal noch am Kummer⸗ faden spinnen, ei, so sol⸗ en meine Sinnen unter⸗ deß doch bei dir sein, al⸗ lerschoͤnstes IEsulein. Joh. Franck. In eigener Melodie. 828 Ott lebet 3 noch! See⸗ le, was verzagst du doch? GOtt ist gut, der aus Er⸗ barmen alle Huͤlf auf Er⸗ den thut, der mit Macht und starken Armen machet alles wohl und gut. GOtt kann besser, als wir denken, alle Noth zum Besten len⸗ ken. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser HErr GOtt noch. 2. GOtt lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlum⸗ mern oder schlafen, der das Aug hat zugericht? Wie ie Von der Hottnung. 71⁷ die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hoͤren nicht? GOtt ist GOtt, der hoͤrt und siehet, wie den From⸗ men Weh geschiehet. See⸗ le, so bedenke doch: lebt doch unser HErr GOtt noch. 3. GOtt lebet noch! See⸗ le, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis ver⸗ huͤllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfuͤllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer GoOtt liebt, dem will er senden Huͤlf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser HErr GOtt noch. 4. GOtt lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu GOtt nur deinen Lauf. GOtt ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnaͤdig auf; GOttes Gnade waͤhret immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so be⸗ denke doch: lebt doch un⸗ ser HErr GOtt noch. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Suͤnden kraͤnken, dein Verbrechen quoͤlt dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Suͤnden in das Meer. Mitten in der Angst der Hoͤllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser HErr GOtt noch. 6. GoOtt lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, und weißt we⸗ der aus noch ein: GOtt wird dennoch dich umfas⸗ sen, und im Leiden bei dir sein. GOtt ist, der es herzlich meinet, wo die Noth am groͤßten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser HErr GOtt noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel sammt der Erden immerhin zu Truͤmmern gehn; laß die Hoͤll entzuͤndet wer⸗ den; laß den Feind erbit⸗ tert stehn, laß den Tod und Teufel blitzen: wer GOtt traut, den will er schuͤtzen. Seele, so be⸗ denke doch: lebt doch un⸗ ser HErr GOtt noch. 8. GoOtt lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon ge⸗ aͤngstet wallen auf der har⸗ ten Dornenbahn; es ist GOttes Wohlgefallen, dich zu fuͤhren himmelan. GOtt wird nach dem Jammer⸗ leben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: lebt doch un⸗ ser HErr GOtt noch. Johann Friedrich Zihn. Mel. JEsu, hilf siegen, du HMürste des Lebens. 829 roßer Im⸗ manuel, schaue von oben auf dein erlͤstes, erkauftes Ge⸗ schlecht. Siehe doch, wie die Tyrannen noch ben en/ 7¹⁸ Von der Hottnung. ben, wie sie verkehren die Wahrheit und Recht. Luͤ⸗ gen und Irrthum muß gelten auf Erden, Un⸗ schuld und Wahrheit muß Ketzerei werden. 2. Seelen, die sonsten sehr eifrig gerungen, wer⸗ den jetzt muͤde und schla⸗ fen fast ein. Scheints doch, als wenn sie der Arge be⸗ zwungen, weil sie so eifrig im Kampf nicht mehr sein. Menschenfurcht yflegt man als Weisheit zu preisen, Laulichkeit soll nun Ver⸗ leugnung gar heißen. 3. Kinder, die bis zur Geburt sind gekommen, sterben, weil Kraft zu gebaͤ⸗ ren gebricht. Juͤnglingen werden die Kraͤfte genom⸗ men, voͤllig zu brechen durchs Finstre ans Licht. Alles wird irre, weil Arg⸗ wohn regieret/ und auch ein⸗ faͤltige Herzen verfuͤhret. 4. Schmerzlich erfaͤhret man, wie sich jetzt tren⸗ nen Kinder der Mutter, die droben gebiert, wie auch die Bruͤder einander nicht kennen, herzliche Freundschaft sich taͤglich verliert; viele sich scheiden und viele sich spalten, weil man die Liebe so laͤsset erkalten. 5. Lange, ach lange schon seufßen die Deinen, daß man uns Freiheit und Freudigkeit kraͤnkt, mit dir, o Heiland, es treulich zu meinen, recht zu gebrau⸗ chen, was du uns geschenkt. Wolln wir dir dienen in heiliger Stille, sagt man/ es sei das nur eigener Wille. 6. Daß wir nur sollen fein balde vergessen, was du so theuer verheißen oft hast, laͤßt man uns aus den Fleischtoͤpfen noch es⸗ sen, doppelt daneben die taͤgliche Last. Man will die Hoffnung der Huͤlfe so rauben, daͤmpfet die Seufzer, und schwaͤchet ven Glauben. 7. Weil denn die Armen so seufzen und stoͤhnen, wol⸗ lest du, JEsu, dich machen bald auf, retten von allen/ die trotzßig uns hoͤhnen, und uns aufhalten in un⸗ serem Lauf; kraͤftig und freudig die Wahrheit zu lehren, wollest du schenken dem Vater zu Ehren. 8. Willige Opfer wird dir alsdann bringen nach dem Triumphe die heilige Schaar; liebliche Lieder da werden erklingen, weil nun angehet das selige Jahr, welches zu Zions Errettung hestimmet/ und uns zur voͤl⸗ ligen Freude einnimmet. Christian Andreas Bernstein. Mel. Meinen JEsum laß ich nicht, oder: JE⸗ sus, meine Zuversicht. 830 Ger Hirte/ — wilist du nicht deines Schaͤfleins dich erbarmen, und nach deiner Schuld und Pflicht, tragen heim auf deinen Armen? Willst du mich nicht aus der Qual holen in den Freudensaal? 2. Schau, wie ich ver⸗ ir⸗ Von der Hollnung. 719 irret bin auf der Wuͤsten dieser Erxden. Komm und bringe mich doch hin zu den Schafen deiner Heer⸗ den. Fuͤhr mich in den Schafstall ein, wo die heilgen Laͤmmer sein. g. Mich verlangt, dich mit der Schaar, die dich loben, anzuschauen, die da weiden ohn Gefahr auf den fetten Himmels⸗ auen, die nicht mehr in Furchten stehn, und nicht kbnnen irre gehen. 4. Denn ich bin hier sehr bedraͤngt, muß in ste⸗ ten Sorgen leben, weil die Feinde mich umschraͤnkt, und mit List und Macht umgeben, daß ich armes Schaͤfelein keinen Blick kann sicher sein. 5. O HErr JEsu, laß mich nicht in der Woͤlfe Rachen kommen; hilf mir nach der Hirtenpflicht, daß ich ihnen werd entnommen; hole mich, dein Schafelein, in den ewgen Schafstall ein. Johann Angelus. Mel. Was mein Gott will, das gscheh allzeit. 83 1*Vitt ist mein S Trost und Zuversicht, sobald ich ward geboren, ihm hab ich alle Treu und Pflicht vom Taufstein an geschworen, auch hat er bis auf diese Zeit mich gnaͤdiglich he⸗ schirmet, in Truͤbsal mich 916 oft erfreut, hat gleich ie Noth gestuͤrmet. 2. GOtt ist mein Trost und Zuversicht von Ju⸗ * 111 an gewesen; auf ihn ab ich mein Thun gericht/ und ihn zum Schutz er⸗ lesen. Er gab sich mir an Vaters statt als mich noch in der Wiegen mein Vater schon gesegnet hat und mich ließ trostlos liegen. 3. GOtt ist mein Trost und Zuversicht auch in der Fremde blieben. Wie oft hat doch sein Gnadenlicht gestillet mein Betruͤben, wie hat er doch so treulich mich behuͤt auf meinen Wegen! Er ließ mein Thun ihm vaͤterlich stets bleiben angelegen. 4. GOtt ist mein Trost und Zuversicht in allen meinen Noͤthen; ob mich oft Suͤnd und Angst an⸗ ficht, und Elend mich will üodten, dennoch vertrau ich ihm allein; er kann aus Unfallsketten, von Suͤnden, Krankheit, Noth, und Pein, ja auch vom Tod erretten. 5. GOtt ist mein Trost und Zuversicht, wenn Freunde mich verlassen, wenn mir es sonst an Trost gebricht und mich die Men⸗ schen hassen; wenn alle Welt gleich tobt und bruͤllt und mich vermeint zu daͤm⸗ pfen, so ist er doch mein sichrer Schild, der mich lehrt muthig kaͤmpfen. 6. GoOtt ist mein Trost und Zuversicht, wird es auch ewig bleiben; er will auch, wie sein Wort ver⸗ spricht, des Todes Qual vertreiben. Drum glaub ich fest und bin ich i 7²2⁰ von der Hottnung. ich soll den Himmel erben, weil GOtt mein Trost und Helfer ist im Leben und im Sterben. Joh. Franck. Mlel. JEsu, hilf siegen, du Fürste des Lebens. 832 Han 72. Maje⸗ staͤt, himmlisches Wesen, deine Verheißung wird im⸗ mer mehr klar; was wir bishero in Schriften ge⸗d lesen, wird nun von in⸗ nen und gußen recht wahr. Lange gnug hat uns der Schatten bedecket; nun wird das Wesen vom Lich⸗ te entdecket. 2. Sieht gleich der Blinde nicht einmal am Tage, stößt sich und schlie⸗ het die Augen mehr zu, wird ihm das suͤße Licht selber zur Plage: gnug, daß bei Kindern des Lichtes ist Ruh; diese erblicken die seltsamen Weisen, wenn sie die Weisheit in Ein⸗ falt nur preisen. 3. Vater der Lichter, schleußh unsere Herzen mit dem Davidischen Schluͤs⸗ sel weit guf, Laß uns mit scherzen, Wundern nicht scherzen, sondern dir lassen den voͤlligen Lauf. Was du von Ebwigkeit feste beschlossen, kommt nun von Zeiten zu Zeiten geflossen. 4. Mache zu Schanden hochmuͤthige Geister, alle Unwissende ruͤhre mit Kraft, daß sie nur hoͤren den einigen Meister, der in den niedrigen Herzen was schafft; heilige, laͤu⸗ tre und zu dir doch ziehe alles, daß dein Zion ewig⸗ lich bluͤhe. 5. Suͤßester Abba, laß alle bestehen in der Ge⸗ nade, die du gethan hast. Laß uns in kindlichem Geiste hingehen zu dir, ohn alle gesetztiche Last. Hilf uns im suͤßen Ge⸗ horsam dir dienen, so kann ie Lieb in uns immerdar gruͤnen. 6. Dir sei fuͤr alle Verschmaͤhung gedanket, welche der Drache dem Kindlein anthut. Dank sei dir, weil dein Rath nimmermehr wanket! Al⸗ les ist, was du nur ma⸗ chest, recht gut. Du hast dir nur das Verachte er⸗ waͤhlet, Babel hat deines Raths immer verfehlet. 7. Koͤnig der Ehren, dich wird man erst ehren, wenn dir muß alle Welt unterthan sein; wenn dei⸗ ne Rechte wird Bahel zer⸗ stoͤren, gehet dein Zion zur Herrlichkeit ein. Preis und Dank sei dir, o Koͤnig, gegeben, ewige Herrlich⸗ keit, ewiges Leben! 8. Gebet/ ihr Menschen/ dem Schoͤpfer alleine alle vollkommenste Staͤrke und Macht; spart es nicht, bis er im Grimm euch erschei⸗ ne, kuͤsset den Sohn, weil sein Angesicht lacht; wahr⸗ lich, ihr muͤsset in Abgrund verfallen, wenn nun sein Donner im Zorne wird knallen. 9. Aher/ ihr Kinder, aus Zion Von der Hotknung. 72¹ Zion geboren, hebet die Haͤupter nur wacker em⸗ por; glaubet, ihr seid nur zur Freude erkoren, stimmet die Lieder im hoͤ⸗ heren Chor. Habt ihr doch laͤnge erniedrigt ge⸗ sessen; wer wird bald euere Hoͤhe ermessen! 10. Vater, dich wollen wir einstens recht loben, jetzo geschiehts nur mit lallendem Mund; doch wir erstatten die kleinesten Proben, bis uns dein voͤlliges Wesen wird kund. Herrscher, regiere, behalt uns ganz inne; lobe dich selber in unserem Sinne. Gottfried Arnold. Alel. Freuet euch, ihr Christen alle. 833 Err, wann — wirst du Zion bauen, Zion, die ge⸗ liebte Stadt, die sich dir ergeben hat? Ach soll sie nicht einmal schauen ihre Mauern aufgericht? Ja/ der HErre laͤßt sie nicht. Freude, Freude uͤber Freu⸗ de! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne uͤber Wonne! er ist die Genadensonne. 2. O wann soll die Stimm erschallen, da man rufet uͤberall in der aus⸗ erwaͤhlten Zahl: Sie, die Stolte, ist gefallen, mit der stolzen Hurenpracht, die vormals war hochgeacht! Freude, Freude uͤber Freu⸗ de! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne uͤber Wonne, er ist die Genadensonne. 3. Hoͤre, wie dein Zion klaget unter Babels Dienst⸗ barkeit jetzt in dieser fin⸗ stern Zeit. Doch du wirst den, der sie plaget, stuͤrzen bald durch deinen Geist/ der die Frommen singen heißt: Freude, Freude uͤber Freu⸗ de! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne uͤber Wonne! er ist die Genadensonne. 4. Gieb nur, IEsu, daß wir wachen und im Glau⸗ ben munter sein, wenn du kommst und brichst herein mit Posaunen und mit Krachen, zu erloͤsen deine Braut, die du ewig dir vertraut. Freude, Freude uͤber Freude! Christus weh⸗ ret allem Leide. Wonne, Woanne uͤber Wonne! er ist die Genadensonne. 5. Druͤcke uns dein hei⸗ lig Siegel an die Stirne, an die Hand, dir zu Eh⸗ ren, uns zum Pfand, daß wir uns durch Glaubens⸗ fluͤgel koͤnnen schwingen himmelan, da uns niemand schaden kann. Freude, Freu⸗ de uͤber Freude! Christus wehret allem Leide. Won⸗ ne, Wonne uͤber Wonne! er ist die Genadensonne. 6. Zeichne mit dem heil⸗ gen Zeichen uns, dein Volk, dein Eigenthum, schoͤnster IEsu, hoͤchster Ruhm, so muß Satan von uns wei⸗ chen, weichen muß das Suͤndenkind, weil wir dein Erkaufte sind. Freude, nus 10 uͤber Freude! Chri⸗ stus wehret ailem Leide. Wonne, Wonne uͤber 31 Won⸗ 7²² Von der Hoftnung. Wonne! er ist die Gena⸗Ruh und Friede, ich bin densonne. matt und muͤde. 7. Ach wie wird dein Volk dich ehren, wenn es nun entnommen ist Babels Stolz, des Thieres List. Deinen Ruhm wird es ver⸗ mehren, und in alle Ewig⸗ keit dich zu loben sein be⸗ reit. Freude, Freude uͤber Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne luͤber Wonne! er ist die Genadensonne. 8. Darum, Zion, unbe⸗ truͤbet, die Erquickungs⸗ zeit ist da, und des HEr⸗ ren Huͤlf ist nah; selia, der sich ihm ergiebet, und vor seinem Heiland kann stimmen dieses Liedlein an: Freude, Freude uͤber Freu⸗ de! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne uͤber Wonne! er ist die Genadensonne. Zoach. Lange. Mel. IEsu, meine Yreude. 834 Esu, Ruh 254. der Seelen, laß mich. nicht so quaͤlen hier in dieser Welt; ich bin matt und muͤde, suche Ruh und Friede in dem Himmelszelt; komm, ach komm, HErr JEsu, komm, fuͤhre mich aus diesem Lei⸗ den hin zur Himelsfreuden. 2. Dein Knecht hat ge⸗ stritten, Kreuz und Noth erlitten; JEsu, Seelen⸗ freund, laß mich nun aus⸗ rasten von den Arbeitslasten morgen oder heut: komm, ach komm, HErr JEsu, komm, bringe mich zur 3. Was ich denk und thue, ist nach Himmels⸗ ruhe nur allein gericht; alles ist doch Muͤhe, was nur spaͤt und fruͤhe von der Welt geschicht. GOt⸗ tes Schein, der giebt al⸗ lein Fried und Ruhe mei⸗ nem Herzen, lindert See⸗ lenschmerzen. 4. Weichet nun, ihr Suͤnder, weichet ihr Welt⸗ kinder alle, fern von mir, die ihr streitet, krieget, die ihr oͤfters sieget in dem Boͤ⸗ sen hier. Himmelsfreud ist mir bereit; sanfte Ruh und suͤßes Leben wird mir IEsus geben. Ahasverus Fritsch. In eigener Melodie. 5 omm, I⸗ 835. su, liebster Schatz der Seelen, komm, komm, vermaͤhle dich mit mir, reiß mich aus dieser Truͤbsalshoͤhlen, komm, fuͤhre mich hinauf zu dir auf Zions Zinnen, weil mir die Welt und ihr Be⸗ ginnen gar nicht gefaͤllt; nur fort, o Welt. 2. Ich bin dein eitles Wesen muͤde, das ganz nach Sodoms Luͤsten schmeckt, weil unter dei⸗ nem suͤßen Frieden nichts, denn ein bittrer Wermuth steckt; drum auf, o Seele, komm, gehe aus aus So⸗ doms Hoͤhle, dem Suͤn⸗ denhaus, geh eilend aus. 3. Zeuch deinem Braͤu⸗ tigam entgegen, verlaß die Traͤ⸗ Von der Hottnung. 7²3 Traͤber dieser Welt; zeuch ein, zeuch ein mit reichem Segen in das erwuͤnschte Himmelszelt. Sage mit Freuden: Welt, gute Nacht, die manches Lei⸗ den auf mich gebracht; Welt, gute Nacht! In eigener Melodie. 836 chönster Braͤut⸗ gam, soll ich nicht bald dein heiligs Angesicht in der Seligkeit erblicken? Ach willst du denn nun nicht bald, meiner See— len Aufenthalt, mir den Todeswagen schicken? 2. Soll ich denn auch ange noch das betruͤbte Suͤndenjoch hier auf die— er Erde ziehen? Ach wie lange wird mein Geist noch mit Thraͤnen⸗ brod gespeist, eh er kann von hinnen fliehen? 3. Denke doch an dei⸗ nen Eid, den du mir hast allbereit durch dein theu— res Wort verheißen: daß ich soll der Deine sein, keine Macht, Gefahr noch Pein soll aus deiner Hand mich reißen. 4. Ei so nimm mich doch einmal auf in deinen Him⸗ melssaal, setze mich an deine Seiten. Laß doch deine Braut nicht hie mit des bittren Kreuzes Muͤh durch so lange Naͤchte streiten. 5. Komm und spanne mich doch aus, daß das kranke Seelenhaus ich kann froͤhlich von mir le⸗ gen. Ach laß endlich meinen Schmerz dein so guͤtig Bruderherz zur Er⸗ losung doch bewegen. 6. Ach wie herrlich wird es sein, wenn mit vollem Glanz und Schein/x auf dem schoͤnen Him⸗ melswagen mich der Che⸗ rubinen Chor von der Er⸗ den hoch empor nach der Sternenburg wird tragen. 7. IEsu, spanne doch nur an, weil ich mich schon auf die Bahn ha⸗ be laͤngstens zugeschicket. Komm doch, komm, daz meine Seel aus der sie⸗ chen Leibeshoͤhl eilig wer⸗ de weggeruͤcket. 8. Gute Nacht, o schnoͤ⸗ de Welt, dort am schoͤ⸗ nen Himmelszelt seh ich meinen Braͤutgam stehen. Schau, wie winkt er auf mich zu, daß ich soll zu meiner Ruh in sein Freu⸗ denreich eingehen. 9. Nun, so fahr ich froͤhlich fort; denn mein Heiland wartet dort, mich im Himmel zu umfangen. Was fuͤr suͤße Lust und Freud, was fuͤr Glanz und Herrlichkeit wird mich dort bei ihm umfangen! Mel. JEsus, meine Zuversicht. 837 E tark istmei⸗ 45 nes JEsu Hand, und er wird mich ewig fassen; hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer laͤßt mich nicht; das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Klein⸗ 31¹² muth 7²⁴ Von der Hottnung. muth auch Gefahr, fuͤrcht ich auch zu unterliegen: Christus beut die Hand mir dar, Christus hilft dem Schwachen siegen. Daß mich GOttes Held verficht/ das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Klaͤger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten. Wenn er mich zu sichten wagt, Chri⸗ stus hat fuͤr mich gebeten. Daß mein Mittler fuͤr mich spricht, das ist meine Zuversicht. 4. Wuͤrd es Nacht vor meinem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte, und mit ungewissem Tritt ohne Licht verzagen muͤßte: Christus ist mein Stab und Licht; das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Mißgeschick beben oder aͤngstlich klagen! Ohne Halt ist all ihr Gluͤck; wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein An⸗ ker nie zerbricht, das ist meine Zuversicht. 6. Will der HErr durch strenge Zucht mich nach seinem Bild gestalten, den⸗ noch will ich ohne Flucht seiner Hand nur stille hal⸗ ten. Er uͤbt Gnad auch im Gericht, das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts. Wer will die⸗ sen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst ver⸗ sprichts. Sollt ich seinem Wort nicht glauben? JEsus laͤßt mich ewig nicht; das ist meine Zuversicht. Carl Bernhard Garve. In eigener Klelodie. 838 o wuͤnsch ich nun ein gute Nacht der Welt, und laß sie fahren; ob sie mir gleich viel Jammers macht, GOtt wird mich wohl bewaͤhren. Ich meint, die Welt waͤr eitel Geld, befind es nun viel anders. 2. Ein Hirsch, von Schlangen angesteckt, nach frischem Wasser schreiet; also hat mich zum Durst erweckt die Welt vermale⸗ deiet; auch thaͤt mir bang die alte Schlang, daß ich zu GOtt muß weinen. 3. Wann komm ich in dein Paradeis, da schon viel Christen wohnen, und singen dir Lob, Ehr und Preis, bekleidet mit der Sonnen? Wann holst du mich ins Himmelreich, daß ich dein Antlitz schaue? 4. Mein Seel hat Noth und leidet Qual, daß ich so lang muß harren, ge— spannet auf dem Jam⸗ merthal, als zoͤg ich schwere Karren; da treibt ihrn Spott die falsche Rott mit mir in meinen Voͤthen. 5. Sie fragen: Ja, wo bleibt dein GOtt? Ja, daß er dir erscheine! Der Hohn kraͤnkt mir mein Herz und Blut, daß ich vor Truͤbsal weine. Ei komm doch bald, mein Aufenthalt, und reiß mich von der Erden. 6. Ei nimm mich in den Freudensaal, von 6 e⸗ Von der Hottnung. 72⁵ bereitet droben, da dich die Patriarchen all mit den Propheten loben, und da die Schaar der Engel klar um deinen Thron her schweben. 7. Was kraͤnkst du dich, mein arme Seel? Sei still, und thu nicht wan⸗ ken; GOtt ist mein Burg, mein Trost und Heil, deß werd ich ihm noch dan⸗ ken. Druͤck dich, und leid ein kleine Zeit, nach Angst kommt Freud und Wonne. 8. Das Kraͤutlein Pa⸗ tientig waͤchst nicht in al⸗ len Garten. Ach GOtt, schaff du mirs immerdar, daß ich koͤnn deiner war⸗ ten; sonst bin ich sehr betruͤbt und schwer von Angst auf dieser Erden. 9. Ich seh, daß dein Zorn wie ein Fluth dem ganzen Land begegnet, und daß es schrecklich brausen thut, wo sich dein Grimm erhebet. Die Wellen gar ich auch erfahr sammt dei⸗ nen Wasserwogen. 10. Darum bin ich der Welt so muͤd, all Tag und Nacht ich weine, und laß nicht ab, bis deine Guͤt, verheißen mir, erscheine. Nun eil doch fort, mein treuer Hort, und nimm mich hin im Frieden. 11. Wie lang soll ich hier traurig sein, da mich die Feinde vlagen? Es ist ein Mord in meinem Gbein, daß sie ganz hohnisch fragen: Sag an, wo ist dein IEsus Christ? Ja, daß er dich erloͤse! 12. Geduld, Geduld, du traurig Seel, Geduld ist hie vonnoͤthen; bis uns der lieb Immanuel von diesen argen Rotten wohl zu sich reiß ins Paradeis; da werden wir ihm danken. Phil. Nicolai. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. *QDion, gieb dich 839. 3 nur zufrie⸗ den, GOtt ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden; er hat ei⸗ nen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch; dies ist sein beliebter Brauch: Zion, lerne dies bedenken; warum willst du dich so kraͤnken?—— 2. Treiben dich die Mee⸗ reswellen in der wilden tiefen See, wollen sie dich gar zer schellen, mußt du ru⸗ 1n Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu gleich als in der sanften Ruh: Zion, laß dich nicht bewe⸗ gen, diese Flut wird sich bald legen. 3. Berg und Felsen moͤ⸗ en weichen, ob sie noch o feste stehn; ja die ganze Welt desgleichen moͤchte gar auch untergehn: den⸗ noch hat es keine Noth in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus des Bundes GoOttes Schranken. 4. Muͤssen schon allhier die Thraͤnen deine schoͤn⸗ sten n sein, muß das Seuszen und das Stoͤhnen sein das beste Liedelein, muß 7²26 Von der Hottnung. muß dein Purpur sein das Blut, und der Mangel Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem GOtt vertrauen. 5. Draͤut man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid, ei du wirst doch nicht zu Schanden, denk nur an die Ewigkeit. Sei nur froͤh⸗ lich, wohlgemuth; denn der HErr ists, der es thut. Zion, GOtt wird dich schon staͤrken; dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun ist das Ende und der Abend schon herbei; gieb dich nur in GOttes Haͤnde, der dich nun will machen frei. Fuͤr die Truͤbsal, Spott und Hohn giebt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen; drum so laß die Welt nur machen. 7. Hallelujah! deine Wonne, liebes Zion, wird nun groß; denn die schoͤne Gnadensonne nimmt dich recht in ihren Schooß, giebt dir einen Freuden⸗ gruß und den rechten Lie⸗ beskuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freuden sagen. 8. O ihr Engel, Him⸗ melserben, freuet euch mit Zion hier; denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben fuͤr und fuͤr, und sich freuen ohne Zahl in dem schoͤnen Himmels⸗ saal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli. In eiginer Melodie. aͤr GOtt 840. Wẽĩ nicht mit uns diese Zeit, so soll Is⸗ rael sagen, waͤr GOtt nicht mit uns diese Zeit, wir haͤtten mußt verzagen, die so ein armes Haͤuflein sind, ver⸗ acht von so viel Menschen⸗ kind, die an uns setzen alle. 2. Auf uns ist so zornig ihr Sinn: wo GOtt haͤtt das zugeben, verschlungen haͤtten sie uns hin mit gan⸗ zem Leib und Leben; wir waͤrn als die ein Flut er⸗ saͤuft, und uͤber die groß Wasser laͤuft, und mit Ge⸗ walt verschwemmet. 3. GOtt Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns moͤcht fan⸗ gen; wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei, und wir sind frei; des HErren Name steht uns bei, des GOtts Himmels und Erden. Dr. Martin Luther. In eigener Klelodie. 8 41 Woe Gott der HErr nicht bei uns haͤlt, wenn unsre Feinde toben, und er unsrer Sach nicht zu⸗ faͤllt im Himmel hoch dort droben; wo er Israels Schutz nicht ist und sel⸗ ber bricht der Feinde List, so ists mit uns verloren. 2. Was Menschen Kraft und Witz anfaͤht, soll uns billig nicht schrecken; er sitzet an der höchsten* er Von der Bolfknung. 7²⁷ der wird ihrn Rath auf⸗ decken. Wenn sies aufs kluͤgste greifen an, so geht doch GOtt ein andre Bahn, es steht in seinen Haͤnden. 3. Sie wuͤthen fast und fabhren her, als wollten sie uns fressen; zu wuͤrgen steht all ihr Begehr, GOtts ist bei ihn vergessen. Wie Meereswellen einher schlan, nach Leib und Leben sie uns stahn: deß wird sich GOtt erbarmen. 4. Sie stellen uns wie Ketzern nach, nach unserm Blut sie trachten; noch ruͤhmen sie sich Christen auch, die GOtt allein groß achten. Ach GOtt, der theure Name dein muß ihrer Schalkheit Deckel sein: du wirst einmal aufwachen. 5. Aufsperren sie den Rachen weit, und wollen uns verschlingen. Lob und Dank sei GOtt allezeit, es wird ihn nicht gelingen. Er wird ihr Strick zer⸗ reißen gar/ und stuͤrzen ihre falsche Lahr, sie werden Gott nicht wehren. 6. Ach HErr GOtt, wie reich troͤstest du, die gaͤnzlich sind verlassen; der Gnaden Thuͤr steht nimmer zu; Vernunft kann das nicht fassen; sie spricht: Es ist nun alls verlorn, da doch das Kreuz hat neu geborn, die deiner Huͤlf erwarten. ö 7. Die Feind sind all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken; ihr Anschlag ist dir wohl bekannt; hilf nur, daß wir nicht wanken. Vernunft wi⸗ der den Glauben ficht, aufs Kuͤnftig will sie trauen nicht, da du wirst selber troͤsten. 8. Den Himmel und auch die Erden hast du, HErr GOtt, gegruͤndet; dein Licht laß uns helle werden, das Herz uns werd entzuͤndet, in rechter Lieb des Glaubens dein bis an das End bestaͤndig sein; die Welt laß immer murren. Justus Jonas. In eigener Melodie. 842 mit + Angst und Schmerzen, Zion, GOt⸗ tes werthe Stadt, die er traͤgt in seinem Herzen, die er ihm erwaͤhlet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein GOtt mich verlassen in der Noth, und laͤßt mich so harte pressen; mei⸗ ner hat er ganz vergessen! 2. Der GOtt, der mir hat versprochen seinen Bei⸗ stand jederzeit, der; laͤßt sich vergebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach will er denn fuͤr und fuͤr grausam zuͤrnen uͤber mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du Vielge⸗ liebte, sprach zu ihr des HErren Mund, zwar du bist jetzt die Betruͤbte, Seel und Geist ist dir ver⸗ wundt; doch stell alles Trauren ein: wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind 728 Pom Tode und Auterstehen. Kind kann hassen, und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich moͤchtest finden einen sol⸗ denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern muß ich bauen, und dich fort und chen Muttersinn, da die fort anschauen. Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treu bleibt gegen dir, Zion, o du meine Zier; mein Herz meine Treu hast du mir besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst.der nichts als schecken kann. Siehe, hier in Haͤnden hab ich dich ge⸗ schrieben an. Wie mag es 6. Du bist mir stets vor den Augen, du liegst mir in meinem Schooß, wie die Kindlein, die noch saugen; zu dir ist roß. Dich und mich kann eine Zeit, keine Noth, Gefahr, noch Streit, ja Satan selbst nicht scheiden. Bleib getreu in meinen allem Leiden. Johann Heermann. Von der Einführung zu dem völligen Genuß des Heils. I. Vom Tode Mel. O(HErr) JEsu und Auferstehen. 3. Bei wem soll ich auf Christ, du höchstes Gut. dieser Welt rechtschaffne 843 A GOtt, Liebe finden? Der meiste 2. ich muß in Theil nicht Glauben haͤlt/ Traurigkeit mein Leben die Treu will gar ver⸗ nun beschließen, dieweil derschwinden. Ich glaͤub und Tod von meiner Seit sosred es ohne Scheu, die best ellend hat gerissen mein sist doch getraute Treu, der treues Herz, der Tugend muß ich jetzt entrathen. Schein: deß muß ich jetzt beraubet sein. Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit gedenk in 4. Fuͤrwahr, mir geht ein scharfes Schwert jez⸗ zund durch meine Seele die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Hoͤhle. Wo meinem Herzen, die sie mir du nicht, o HEre IEsu haͤt zu jeder Zeit in Freud und auch in Schmerzen Christ, in solchem Kreuz mein Troͤster bist, muß ich erwiesen ganz bestaͤndiglich: in Leid verzagen. mein Kreuz und Weinen mehret moͤcht ich vergehen. 5. O treugeliebtes sel⸗ sich, vor Angstges Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem mei⸗ nen Vom Tode und Auterstehen. 7²2 nen großen Schmerz, ob sich mein Angst woll en⸗ den; ich will betrachten deinen Stand, wie GOtt dir alles Leid gewandt in hoͤchste Freud und Wonne. 6. Kein und und Truͤb⸗ sal, Weh und Noth kann dich jetzund verletzen; im Himmel thut der fromme Goᷣtt mit Liebe dich er⸗ goͤtzen. Die Seele schaut mit Lust und Freud die heilige Dreieinigkeit mit —9070 Auserwaͤhlten. Der Hoͤchst hat dich in lsenent Schooß, und wischt dir ab die Thraͤnen; erfuͤllet dich mit Freuden roß, danach wir uns noch sohnen Du stehest bei der Engel Schaar, lobsingest GOtt, frei von Gefahr/ mit suͤßem Ton und Schalle. 8. Der Leib, der ruht gar sanft und fein; ohn alle Qual und Sorgen vor allem Ungluͤck, groß und klein, liegt er darin ver⸗ borgen; kein Beinlein, ja kein Staͤubelein wird dir davon verloren sein, die Eidel. dich bewahren. 9. In kurzer Zeit wird IEsus Christ dich wieder auferwacken⸗ und weil dz auch sein Schaͤftein bist, wird er die Hand ausstrek⸗ ken, dich fuͤhren in sein Himmelreich, daß du mit Leib und Seel üphaben bei 01 sollst ewig bleiben. 10. Du koͤmmst nicht wieder her zu mir in dies betruͤbte Leben; ich aber komm hinauf zu dir, da werd ich mit dir schweben un 9 Lus, Freude, Wonn Lust, die deine Seele raglch kostt, drauf ich mich herzlich freue. 11. O wie mit großer Freudigkeit wolln wir ein⸗ ander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod miehr tren⸗ nen. Ach welche Freude wird dann sein, wenn ich die, die ich jetzt bewein, mit Freuden werd umfangen! 12. Dies will ich stets in Traurigkeit mir zu Ge⸗ muͤthe fuͤhren; erwarten in Geduld der Zeit, wie Christen will gebuͤhren. Gott alles Trostes steh bei mir, und mich durch seinen Geist regier zu sei⸗ nes Namens Ehren. Joh. Heermann. Mel. O JEsu Christ, meines Lebens Licht. *Hschmein herz⸗ 844. Alebsesd IE⸗ sulein, wie gern wollt ich bald bei dir sein. Ist doch in diesem Jammerthal Angst, Noth und Truͤbsal uͤberall. 2. Bscher mir ein seligs Stuͤndelein, daß ich fein sanft mög schlafen ein, und mit den lieben Engelein anschaun das lieblich An⸗ gsicht dein. 3. Dein Will gescheh HErr IEsu Christ, der allezeit der beste ist; wer an dich glaͤubt auf dieser Erdn, der soll gewißlich selt werdn. 4. Wenn mir gleich Leib und. Seel verschmacht, 31⁴ nichts 730 Vom Tode und Auterstehen nichts mehr versteh oder betracht, so bist du doch meins Herzens Trost, HBErr IEsu, der du mich erlost. 5. Ich werd nicht sterben/ sondern lebn, dem HEr⸗ ren Christ Lob und Preis gebn. HErr IEsu Christ, in deine Haͤnd bfehl ich mein Seel am letzten End. 6. Du bist meins Lebens Kraft und Sinn; Sterben in GOtt ist mein Gewinn. Ich werd wohl fein sanft schlafen ein, beim HEr⸗ ren Christo ewig sein. 7. Er hat die Staͤtt mir selbst bereit in der ewigen Seligkeit, da unsre lieben. Eltern sind und alle heil⸗ gen Gotteskind. 8. Er hat gebet: O Va⸗ ter mein, laß meine Glaͤub⸗ e bei mir sein, auf daß sie meine Herrlichkeit an⸗ schauen in der Ewigkeit. 9. Ade, du argé bose Welt, das Himmelreich ist mir bestellt. Fahr hin, du elends Jammerthal, dein acht ich nichts mehr uͤberall. 10. GOtt Vater in dem hoͤchsten Thron, auch Christ seinm allerliebsten Sohn, dem Troster, dem heiligen Geist sei gesagt immer Lob und Preis. s. Herm. Schein. Mel. Wenn mein Stünd⸗ lein vorhanden ist. 845 A wie elend — ist unsre eit allhier auf dieser Er⸗ en. Gar bald der Mensch darnieder leit, wir muͤssen alle sterben. Allhier in die⸗ sem Jammerthal ist Muͤh und Arbeit uͤberall, auch wenn dirs wohl gelinget. 2. Ach Adams Fall und Missethat solchs alles auf uns erben. O GOtt, gieh du uns guten Rath/ daß wirs erkennen lernen; daß wir so blind und sicher sein mitten in Truͤbsal und in Pein, das ist ja zu erbarmen. 3. HErr GOtt, du un⸗ sre Zuflucht bist, dein Huͤlfe thu uns senden; denn du der Deinen nicht vergißt, die sich zu dir nur wenden mit deinem Geiste steh uns bei, ein seligs Stuͤndlein auch verleih durch JEsum Christum, Amen. Johann Gigas. Mel. Berzlich thut mich verlangen. 846.“ Be Meusch se das Ende, bedenke deinen Tod; der Tod koͤmmt oft behende: der heute frisch und roth, kann morgen und geschwinder hinweg gestorben sein; drum bilde dir, o Suͤnder, ein taͤglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht; es muͤssen alle Staͤnde vor IEsus Angesicht; kein Mensch ist ausgenommen, hier muß ein jeder dran, und wird den Lohn bekom⸗ men, nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Hoͤllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kur⸗ zes Vom Tode und Auterstehen. 731 zes Freuen, dort aber ewig⸗ lich ein klaͤglich Schmer⸗ hüte dih Ach Suͤnder/ huͤte dich. 4. Bedenke, Mensch, das Ende/ bedenke stets die Zeit/ daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, da⸗ mit vor GOttes Throne die Seele wird verpflegt; dort ist die Lebenskrone den 0 beigelegt. 5. HErr, lehre mich be⸗ denken der Zeiten letzte Zeit, daß sich nach dir zu lenken mein Herze sei bereit; laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl, laß mich auch nicht verach⸗ ten der Hoͤllen Feuerpfuhl. 6. Hilf/ GOtt, daß ich in Zeiten auf meinen letz⸗ ten Tag mit Buße mich bereiten und taͤglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte steh mir, o IEsu, bei, daß ich ins Himmels Lichte zu wohnen wuͤrdig sei. Benjamin Schmolk. In eigener Melodie. 8 47. ch wie nich⸗ tig, ach wie fluͤchtig ist der Menschen Leben“ Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie fluͤchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rin⸗ nen, und im Laufen nicht haͤlt innen, so faͤhrt unsre 8 von hinnen. 3. Ach wie nichtig. ach wie fluͤchtig ist der Men⸗ schen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zei⸗ ten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten/ so sind 2345 Froͤhlichkeiten. I. Ach wie nichtig, ach wie iche ist der Men⸗ schen Schoͤne! Wie ein Bluͤmlein bald vergehet, wenn ein rauhes Luͤftlein wehet, so ist unsre Schoͤ⸗ ne, sehet! 5. Ach wie nichtig, ach wie fluͤchtig ist der Men⸗ schen Staͤrke! Der sich wie ein Loͤw erwiesen, uͤberworfen mit den Rie⸗ sen, den wirft eine kleine Druͤsen. 6. Ach wie nichtig, ach wie fluͤchtig ist der Men⸗ schen Gluͤcke! Wie sich eine Kugel drehet, die bald da, bald dorten ste⸗ het, so ist unser Gluͤcke, sehet! 7. Ach wie nichtig, ach wie fluͤchtig ist der Men⸗ schen Ehre! Ueber den, dem man hat muͤssen heut die Haͤnde hoͤflich kuͤssen/ geht man morgen gar mit Fuͤßen. 8. Ach wie nichtig, ach wie fluͤchtig ist der Menschen Wissen! Der das Wort konnt prachtig fuͤhren, und vernuͤnftig discuriren, muß nun allen Witz verlieren. 9. Ach wie nichtig, ach wie fluͤchtig ist der Men⸗ schen Dichten! Der, so Kunst hat lieb gewonnen, und manch schoͤnes Werk ersonnen, wird zuletzt von Tod erronnen. 10. Ach ———226222cm 73²2 Vom Tode und Auterstehen. 10. Ach wie nichtig, ach wie fluͤchtig sind der Menschen Schaͤtze! Es kann Glut und Flut ent⸗ stehen, dadurch, eh wir uns versehen, alles muß zu Truͤmmer gehen. 11. Ach wie nichtig, ach wie fluͤchtig ist der Men⸗ schen Herrschen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, muß zuletzt ans Unver⸗ moͤgen in dem Grab dar⸗ niederliegen. 12. Ach wie nichtig, ach wie fluͤchtig ist der Menschen Prangen! Der im Purpur hoch vermes⸗ sen ist als wie ein GOtt gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 13. Ach wie nichtig/ ach wie fluͤchtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen. Wer GOtt fuͤrcht, wird ewig stehen. 14.“ Ach mein Heiland, ach mein Beistand, JIEsu voller Guͤte, wollst mein Herz also bereiten, daß mich solche Nichtigkeiten nimmer von dir abeleiten. Michael Franck. In eigener enthotd Illenthalben 848. A wo ich gehe, sitze, liege, oder ste⸗ he, sehn ich mich nach IEsu Christ, der fuͤr mich gestorben ist. 2. Von der boͤsen Welt f. zu scheiden nach so vielem Kreuz und Leiden, wenn es ihm gefaͤllig ist, bin ich fertig und geruͤstt. 3. Wenn ich werde mit ihm leben, herrschen und in Freuden schweben, o wie selig werd ich sein bei den lieben Engelein! 4. Herzlich werd ich mich erfreuen, wenn mich Christus wird verneuen, und in Himmel fuͤhren ein praͤchtig, stets bei ihm zu sein. 5. Zung und Herze wird da klingen, und dem HEr⸗ ren IEsu singen; ewig werd ich stimmen ein mit den lieben Engelein. 6. Besser Leben werd ich finden ohne Tod und ohne Suͤnden. O wie se⸗ lig werd ich sein bei den lieben Engelein! Ahasverus Fritsch. In eigener Melodie. 849 Cbristus, der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; dem thu ich mich ergeben, mit Freud fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm komme, und ewig bei ihm sei. 3. Nun hab ich uͤberwun⸗ den Kreuz, Leiden, Angst und Noth; durch sein hei— lig fuͤnf Wunden bin ich versohnt mit GOtt. 4. Wenn meine Kraͤfte brechen, mein Athem geht chwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen, HErr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken zergehen wie ein Licht —5.— ————..—— Vom Tode und Auterstehen. 733 Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Ach laß mich an dir kleben wie eine Klett am Kleid, und ewig bei dir leben in der himmlischen Freud. 7. Alsdann fein sanft und stille laß mich, HErr, schlafen ein nach deinem Rath und Willen, wenn kommt mein Stuͤnde⸗ lein. 8. Wohl in des Him⸗ mels Throne sing ich Lob, Ehr und Preis, und ewig bei dir wohne, Vater, Sohn, heilger Geist! In eigener Melodie. —; 850. ie Zeit geht Van, die JE⸗ sus hat bestimmt, da alles Leid bei mir ein Ende nimmt. Gehab dich wohl, mein Kerker, boͤse Welt, mit allem dem, was dei⸗ nem Geist gefaͤllt. 2. Komm, meine Seel, wir wollen nunmehr gehn, wo GOttes Sohn und seine Diener stehn; wir wollen uns gesellen zu der Schaar, die unverruͤckt frohlocket immerdar. 3. Gebenedeit sei ewig dieser Tag, an welchem ich durch GOtt verlassen mag, was sterblich ist und blendt mein Augenlicht, daß ich nicht seh des Lieb⸗ sten Angesicht. 4. Ach IEsu Christ, mein Leben in dem Tod, mein Trost in Pein, mein Freund in Angst und Noth: ich wende mich mit aller Kraft zu dir, ach thu mir auf die suͤße Lebensthuͤr. 5. Ich gebe dir von gan⸗ zem Herzen hin, was du erloͤst, und was ich durch dich bin; nimm meine Seel, wenn sie vom Leib ist los, in deine Hand und vaͤterlichen Schooß. 6. Du bist mein Ziel, mein Ende, Ruhm und Preis, mein Mittelpunkt, mein suͤßes Paradeis; in dir allein findt meine See⸗ le Ruh, drum seufz ich auch dir unaufhoͤrlich zu. 7. Ach, ach wie sehr verlangt mich doch nach dir, komm doch, mein Trost, mein Leben, komm zu mir; verzeuch doch nicht, aus dieser finstern Hoͤhl in deinen Hof zu holen meine Seel. 8. Ich warte schon mit sehnlichem Verdruß auf dich, mein Lieb, und dei⸗ nen ewgen Kuß. Ich bin fast krank, und mein ver⸗ liebter Geist ist gleichsam weg von mir nach dir gereist.— 9. Jedoch, damit ich dir nicht schreibe fuͤr, so will ich gern und willig bleiben hier, bis kommt die Zeit, in welcher ich, als Braut, dir meinem GOtt und Braͤut⸗ gam werd vertraut. Joh. Angelus. Mel. Christus, der uns selig macht. 851 inen guten Kampf hab ich gauf der Welt gekaͤm⸗ pfet; 73⁴ Vom Tode und Auterstehen. pfet; denn GOtt hat ge⸗ naͤdiglich meine Noth ge⸗ daͤmpfet, daß ich meines Lebens Lauf seliglich vol⸗ lendet, und die Seele himmelauf Christo zuge⸗ sendet. 2. Forthin ist mir bei⸗ gelegt der Gerechten Kro⸗ ne, die mir wahre Freud erregt in des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet, naͤmlich GOttes Angesicht, meine Seele schauet. 3. Diese gar verboßte Welt ist, was meinem Leben nunmehr gaͤnzlich nicht ge⸗ faͤllt; drum ich mich er⸗ geben meinem IEsu, da ich bin jetzt in laͤuter Freuden; denn sein Tod ist mein Gewinn, mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betruͤben diesen Abtritt, den ich thu in die Erde nieder; schaut, die Sonne geht zur Ruh, koͤmmt doch morgen wieder. Heinrich Albert. Mel. O(HErr) IJEsu Christ, du höchstes Gut. 852. Ein Wuͤrm⸗ lein bin ich arm und klein, mit Todes⸗ noth umgeben; kein Trost weiß ich in Mark und Bein/ im Sterben und im Leben, denn daß du selbst, HErr Esu Christ, ein armes urmlein worden bist. Ach GOtt, erhoͤr mein Klagen. 2. oah mich, BErr Chris, an deinem Leib ein gruͤnes Zweiglein bleiben; mit dei⸗ nem Geist, HErr/ bei mir bleib, wenn sich mein Seel soll scheiden; wenn nun vergeht meins Lebens Frist, und meines Bleibens nicht mehr ist allhier auf dieser Erden. 4. fl. 3. So laß mich nicht in dieser Noth umkommen und verzagen; spring mir zu Huͤlf, o treuer GOtt, W Angst hilf du mir tragen; denk, daß ich bin am Leibe dein ein Glied und gruͤnes Zweigelein; im Fried laß mich hinfahren. 4. Gedenk, HErr, an den theuren Eid, den du selbst hast geschworen, so wahr du bist von Ewigkeit, ich soll nicht sein verloren; ich soll nicht kommen ins Gericht, den ewgen Tod auch schmecken nicht, dein Heil willst du mir zeigen. 5. Ach GOtt, laß mir ein Leuchte sein dein Wort ewig zum Leben; ein seligs Ende mir verleih/ ich will mich dir ergeben; ich traue dir, mein HErr und GOtt, denn du verlaͤßt in keiner Notlh,/ die deiner Huͤlf thun warten. 6. Drauf will ich nun befehlen dir mein Seel in deine Haͤnde; gch treuer GOtt, steh fest bei mir, deinn Geist nicht yon mir wende; und wenn ich nicht mehr reden kann, so nimm den letzten Seufzer an durch Vom Tode und Auterstehen. 735 durch IEsum Christum, Amen. Barthol. Fröhlich. Mel. Ich hab mein Jach GOtt heimgestellt. 853 Eꝰ ist genug/ . HErr, hole mich, mein Herz, das wart und sehnet sich nach einer sanften Himmelfahrt, dar⸗ auf es spart sein Trost und groͤßte Freudenart. 2. Der kranke Leib fuͤhlt seine Noth, koͤmmt immer naͤher nun dem Tod. Die Seele hat auch jederzeit viel Kampf und Streit, und so empfindt sie man⸗ ches Leid. 3. Viel Seufzen dieses mir treibt aus, und sehn mich nach des Vaters Haus; an Leibeskraͤften ausgezehrt, sich stets ver⸗ mehrt, was meinen Muth und Trost verheert. 4. Die Seele gaͤnzlich abgematt, wird dieses Le⸗ bens ziemlich satt; denn deine Zucht, o Vater, macht, daß sie verschmacht, und keiner Weltlust nicht mehr acht. 5. Dennoch, HErr IE⸗ su, Himmelskost, bleibest des Herzens Theil und Trost; wenn alles hin, und du nur bleibst, das Leid vertreibst, und alle Thraͤ⸗ nen abereibst. 6. Nichts troͤstet mich auf dieser Welt, nur IE⸗ sus mir allein gefaͤllt. Du bleibst meins Herzens Trost und Theil, HErr GOtt, mein Heil, mich heimzu⸗ holen nicht verweil. Joh. Caspar Schade. In eigener Melodie. 85 4. Vreu dich sehr, o meine See⸗ le, und vergiß all Noth und Qual, weil dich nun Christus, dein HErre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus Truͤbsal und großem Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehoͤret, und in Ewigkeit auch waͤhret. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem HEr⸗ ren, meinem GOtt, weil mich stets viel Kreuz be⸗ troffen, daß er mir huͤlf aus der Noth; wie sich sehnt ein Wandersmann, daß sein Weg ein End moͤg han, so hab ich gewuͤnschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter Dor⸗ nen spitzig gar, also auch die Christen gehen in lau⸗ ter Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind, und der ungestuͤme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voller Beschwerden. 4. Die Welt, Teufel Suͤnd und Hoͤlle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei kei⸗ nem Muth; wir sind vol⸗ ler Angst und Plag, lau- ter Kreuz sind unsre Tag, wenn wir nur geboren werden, findt sich Fammer gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenroͤth herleuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, 5½5 un 736 Pom Tode und Auterstehen. und Kummer daher strei⸗ chet, Muͤh findt sich an allem End. Unsre Thraͤnen sind das Brod, so wir essen fruͤh und syat; wenn die Sonn nicht mehr thut scheinen, ist nur lauter Klag und Weinen. 6. Drum, HErr, Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jetzund nicht ferne, weil mich dein Blut hat erloͤst; hilf, daß ich mit Fried und Freud mog von hinnen fahren heut; ach sei du mein Licht und Straße, mich mit Bei⸗ stand nicht verlasse. 7. In dein Seite will ich fliehen an meinm bit⸗ tern Todesgang; durch dein Wunden will ich ziehen ins himmlische Va— terland; in das schoͤne Pa⸗ radeis, drein der Schaͤ⸗ cher thaͤt sein Reis, wirst du mich, HErr Christ, einfuͤhren, und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Au⸗ gen brechen, das Gehore ganz verschwindt, meine Zung nicht mehr kann syre⸗ chen, der Verstand sich nichts besinnt, bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; du wirst mich in Gnad regieren, auf der rechten Bahn heimfuͤhren. 9. Laß dein Engel mit mir fahren auf Elias Wagen roth, meine Seele wohl bewahren wie La⸗ Frum nach seinem Tod. Laß sie ruhn in deinem Schooß, und erfuͤlle sie mit Trost, bis der Leib kommt aus der Erden, wird mit Ehr vereinigt werden. 10. Freu dich sehr, o meine Seel, und vergiß all Noth und Qual, weil dich nun Christus, dein HErre, ruft aus diesem Jammer⸗ thal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den En⸗ geln jubiliren, in Ewigkeit triumphiren. Simon Graff. Mel. Berzliebster JEsu, was hast du verbrochen. 85 5 Gatennz Freund, was thut ihr so verzagen, mit vielem Seufzen, Heu⸗ len und Wehklagen, dar⸗ um, daß dieser Leib soll in die Erden geleget werden? 2. Wißt ihr nicht, daß sein Stuͤndlein ist gekom⸗ men? Der HErr hat ihn ge⸗ naͤdig weggenommen, und aus der Angst, die ihn oft⸗ mals gebissen, gaͤnzlich gerissen. 3. Hier hat er muͤssn in Fahr zu allen Zeiten mit Teufel, Fleisch und boͤsen Menschen streiten, viel Herzeleid erfahren und er⸗ —4— mit großem Klagen. Nun ist er aller sei⸗ ner Feinde Toben und alles Jammers frei und uberhoben; nun us ihm keine Kreatur zusetzen, noch ihn verletzen. 5. Nun hat er alles Ungluͤck uͤberwunden, den rechten Fried und besten Schatz gefunden/* e Vom Tode und Auterstehen. er hat gleich als ein Christ derm a dieweil er le⸗ 66 Sein Geist der lebt jetzund in großer Freude, ist angethan mit einem weißen Kleide und preiset hoch mit englischem Ge⸗ dichte GOttes Gerichte. 7. Aber sein Leib, der jetzt wird hingeleget, ist wie ein Korn ins gute Land gesaͤet, wird auferstehn in Kraft mit großem Preise himmlischer Weise. 8. Das wird geschehn, wenn ihm und auch uns allen die Stimm des gro⸗ ßen GOttes wird erschal⸗ len, der wiederum all un— geschickte Sachen wird richtig machen. 9. Dann wird er uns, wenn seine Glocken klin⸗ gen, mit großer Freud wiedrum zusammen brin⸗ gen, und praͤchtiglich mit vielem Triumphiren zum Himmel fuͤhren. 10. Da wir dann fein in himmlischen Geber⸗ den ohn Suͤnd und Klag beinander bleiben wer— den, von Teufel, Tod und allen Aergernissen gar nichts mehr wissen. 11. Sondern vollkom- men und gar engelreine uns lieben in verklaͤrtem Fleisch und Beine, und ewiglich GOtt lobn in seinem Rei— che, den Engeln gleiche. 12. Dus wollt ihr, mein eliebten Freund, beden— en, und euer Herz nicht wie die Heiden kraͤnken, die von den Todten, wenn 73˙ sie die begraben, kein Hoffnung haben. 13. GOtt helf, daß wir zur Zeit auch still einschla⸗ fen, und von dem HErrn sammt allen seinen Scha⸗— fen am juͤngsten Tag zum Leben aus der Erden erwecket werden. Bartholomäus Ringwaldt. Mel. Uun ruhen alle Wälder. 856 GeatLob, die * Stund ist kommen, da ich werd auf⸗ genommen ins schoͤne Pa⸗ radeis. Ihr Eltern duͤrft nicht klagen, mit Freuden sollt ihr sagen: Dem Hoͤch⸗ sten sei Lob, Ehr und Preis. 2. Wie kanns GOtt besser machen? Er reißt mich aus dem Rachen des Teufels und der Welt, die jetzt wie Loͤwen bruͤl⸗ len, ihr Grimm ist nicht zu stillen, bis alles uͤbern Haufen faͤllt. 3. Dies sind die letzten Tage, da nichts als Angst und Plage mit Haufen bricht herein; mich nimmt nun GoOtt von hinnen und laͤsset mich enteinnen der uͤberhaͤuften Noth und Pein. 4. Kurz ist mein irdisch Leben, ein bessers wird mir geben GOtt in der Ewig⸗ keit; da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Noth verderben, mein Leben wird sein lauter Freud. 5 Gott eilet mit den Seinen, laͤßt sie nicht lange weinen in diesem Tichal thal. 738 Vom Tode und Auferstehen. thal. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und gluͤcklich erben des schoͤnen Himmels Ehrensaal. 6. Wie oͤfters wird ver⸗ fuͤhret manch Kind, an dem man spuͤret rechtschaffne 910 und Tui die Welt voll ist und Tuͤcke legt heim⸗ lich ihre Stricke bei Tag und Nacht zu jeder Zeit. 7. Ihr Netze mag sie stellen, mich wird sie nun nicht faͤllen, sie wied mir thun kein Leid. Denn wer kann den verletzen, den Christus jetzt wird setzen ins Schloß voll⸗ kommner Sicherheit. 8. Zuvor bracht ich euch Freude, jetzt, nun ich von euch scheide, betruͤbt sich euer Herz; doch, wenn ihrs recht betrachtet, und was Gott thut, hoch achtet, wird sich bald lin⸗ dern aller Schmerz. 9. Gott zaͤhlet alle Stunden, er schlaͤgt und heilet Wunden, er kennet jedermann; nichts ist ie⸗ mals geschehen, das er nicht vor gesehen, und, was er thut, ist wohlgethan. Wenn ihr mich werdet finden vor GOtt, frei aller Suͤnden, in weißer Seiden stehn, und tragen Siegespalmen in Haͤnden, und mit Psalmen des HErren Lob und Ruhm erhoͤhn: 11. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herz⸗ lich reuen, daß ihr euch so betruͤbt. Wohl dem, der GOttes Willen gedenket zu erfuͤllen, und sich ihm in Geduld ergiebt. 12. Ade, nun seid geseg⸗ net, was euch jetzund be⸗ gegnet, ist andern auch ge⸗ schehn. Viel muͤssens noch erfahren. Nun, GOtt woll euch bewahren; dort wol⸗ len wir uns wiedersehn. Johann Heermann. In eigener Rlelodie oder: Wenn mein Stünd⸗ lein vorhanden ist. 857 H5 IEsu „ Christ, ich weiß gar wohl, daß ich einmal muß sterben: wann aber das geschehen soll, und wie ich werd verderben dem Leibe nach, das weiß ich nicht, es steht allein in deinm Gericht: du siehst mein letztes Ende. 2. Und weil ich denn, als dir bewußt, durch dei⸗ nes Geistes Gabe an dir allein die beste Lust in mei⸗ nem Herzen habe, und gwißlich glaͤub, daß du al⸗ lein mich hast von Suͤnd gewaschen rein, und mir dein Reich erworben: 3. So bitt ich dich, HErr IEsu Christ, halt mich bei den Gedanken, und laß mich ja zu keiner Frist von diesem Glauben wanken, sondern dabei verharren fest, bis daß die Seel aus ihrem Nest wird in den Himmel fahren. 4. Kanns sein, so gieb durch deine Hand mir ein vernuͤnftig Ende, daß ich mein Seel fein mit Ver⸗ sland befehl in deine* e vom Tode und Auterstehen. 139 de/ und so, im Glauben sanft und froh, auf mei⸗ nem Bettlein oder Stroh aus diesem Elend fahre. 5. Wo aber du mich in dem Feld, durch Raub auf fremder Graͤnze, in Was⸗ sersnoth, Hitz oder Kaͤlt/ oder durch Pestilenze nach deinem Rath wolltst neh⸗ men hin, so richt mich, HErr, nach meinem Sinn, den ich im Leben fuͤhre. 6. Wo aber ich aus Schwachheit groß mich nicht rechtschaffen haͤtte/ ging etwa oder laͤge bloß, und unbescheiden redte, so laß michs, HErr, entgelten nicht, weils wider mein Bewußt geschicht, und mich nicht kann besinnen. 7. O HErr, gieb mir in Todes Pein ein saͤuberlich Geberde, und hilf, daß mir das Herze mein fein sanft gebrochen werde, und wie ein Licht, ohn uͤbrig Weh, auf dein unschuldig Blut vergeh, das du fuͤr mich vergossen. 8. Jedoch ich dich nicht lehren will, noch dir mein End vorschreiben, sondern dir allweg halten still, bei deinem Wort verbleiben, und glaͤuben, daß du als ein Fuͤrst des Lebens mich erhalten wirst, ich sterb gleich, wie ich wolle. 9. Derhalben ich in mei⸗ nem Sinn mich dir thu ganz ergeben; denn sieh, der Tod ist mein Gewinn, du aber bist mein Leben, und wirst mein Leib ohn alle Klag, das weiß ich gwiß, am jungsten Tag zum Leben auferwecken. Bartholomäus Ringwaldt. In eigener Melodie. Err JEsu 858. He, wahr Mensch und GOtt, der du littst Marter, Angst und Spott, fuͤr mich am Kreuz auch endlich. starbst und mir deins Vaters Huld erwarbst: 2. Ich bitt durchs bitter Leiden dein, du wollst mir Suͤnder gnaͤdig sein, wenn ich nun komm in Ster⸗ bensnoth, und ringen werde mit dem Tod. 3. Wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Ohren hoͤren nicht, und meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 4. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, und mir all menschlich Huͤlf zer⸗ rinnt: so komm, o HErr Christ, mir behend zu Huͤlf an meinem letzten End; 5. Und fuͤhr mich aus dem' Jammerthal, verkuͤrz mir auich des Todes A ual; die boͤsen Geister von mit treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib; 6. Bis sich die Seel vom Leib abwendt; dann nimm sie, HErr, in deine Haͤnd; der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis sich der juͤngst 25 naht herzu. Ein sröblich Urstaͤnd 55 verleih, am zuͤngsten Gricht mein Fuͤrsprech sei, und meiner Suͤnd nicht mehr 4 * iPiDPEE 740 Vom Tode und Auterstehen. mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schenk. 8. Wie du hast zugesa⸗ get mir in deinem Wort, das trau ich dir: Fuͤrwahr/ fuͤrwahr, euch sage ich, wer mein Wort haͤlt und glaͤubt an mich/ Der wird nicht kommen ins Gericht, und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar ver⸗ dirbt; 10. Sondern ich will mit starker Hand ihn rei⸗ sen aus des Todes Band, und zu mir nehmen in mein Reich, da soll er dann mit mir zugleich 11. In Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnaͤdiglich. Ach HErr, vergieb all unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, 12. Bis unser Stuͤnd⸗ lein kommt herbei; auch unser Glaub stets wacker sei, deinm Wort zu trau⸗ en festiglich, bis wir ent⸗ schlafen seliglich. Paul Eber. In eigener Melodie. 859 Hech thut mich ver⸗ langen nach einem selgen End, weil ich hie bin umfangen mit Truͤbsal und Elend; ich hab Lust abzuscheiden von dieser ar⸗ gen Welt, sehn mich nach ewger Freuden: o JEsu, komm nur bald. 2. Du hast mich ja erlöset von Suͤnd, Tod, Teufel, Hoͤll; es hat dein Blut gekoͤstet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vorm Tod und hoͤllschen Gsind? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein selges Kind. 3. Wenn gleich suͤß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel faͤhrt hin, deß freu ich mich gar eben, Ster⸗ ben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden von Wuͤrmern wird verzehrt, aber erwecket werden, durch Christum schoͤn verklaͤrt, wird leuch— ten als die Sonne, und lebn ohn alle Noth in himmlscher Freud und Wonne. Was schadt mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, laͤnger zu le⸗ ben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier; doch ich das gar nicht achte, es waͤhrt ein kleine Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, das mir und ihn bringt Leide: doch troͤstt mir meinen Muth, daß wir in groͤßern Freuden zusammen wer⸗ den kommn, und bleiben ungescheiden im himmeli⸗ schen Thron. 7. Ob Vom Tode und Auterstehen. 7⁴1 7. Ob ich auch hinter— lasse betruͤbte Waiselein, derr Noth mich uͤber⸗ maaße jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben, und trauen mei⸗ nem GOtt: er wird sie wohl versorgen, retten aus aller Noth. 8. Was thut ihr so sehr zagen, ihr armen Waise⸗ lein? Sollt euch GOtt Huͤlf versagen, der speist die Raben klein? Frommer Wittwen und Waisen ist er der Vater treu, trotz dem, der sie beleidet; das glaͤubt ohn alle Scheu. 9. Gesegn euch GOtt der HErre, ihr Vielge— liebten mein, trauret nicht allzusehre uͤber den Ab— schied mein; bestaͤndig bleibt im Glauben, wir werdn in kurzer Zeit ein⸗ ander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, HErr Christ, allein; gieb mir ein seligs Ende, send mir dein Engelein; fuͤhr mich ins ewge Leben, das du er⸗ worben hast durch dein Leiden und Sterben und blutiges Verdienst. 11. Hilf, daß ich gar nicht wanke von dir, HErr JE⸗ su Christ, den schwachen Glauben staͤrke in mir zu aller Frist. Hilf mir ritter⸗ lich ringen, dein Hand mich halt in Acht, daß ich mag froͤhlich singen: GOtt Lob, es ist vollbracht! Christoph Knoll. Alel. HErr JEsu Christ, dich zu uns wend. ilf, Helfer, 860. H Angst und Noth, erbarm dich mein, du treuer GOtt; ich bin ja doch dein liebes Kind, trotz Teufel, Welt und aller Suͤnd. 2. Ich trau auf dich, o GOtt, mein Herr; wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, HErr JEsu Christ; du mein GOtt und Er⸗ loͤser bist. 3. Deß freu ich mich von Herzen fein, bin gu⸗ tes Muths und harre dein, verlaß mich gaͤnzlich auf dein Namn; hilf, Helfer, hilf. Drauf sprech ich: Am'n. Nicolaus Selneccer. Mel. bater unser im Himmelreich. 861 Hia lieg ich * armes Wuͤr⸗ melein, kann regen weder Hand noch Bein; von Angst mein Herz im Leib zer⸗ springt, mein Leben mit dem Tode ringt. Ver⸗ nunft und alle Sinn sind matt, meins Lebens bin ich muͤd und satt. 2. Darum, HErr Ié⸗ su, zu mir eil, vertreib des Teufels feurig Pfeil, der; um mich jetzt thut bruͤllen her gleich wie ein Löw und grimmger Baͤr, daß mich von deiner Lieb nicht scheid Anfechtung, Angst und Herzereid. 3. HErr, laß mich in dem 742 Pom Tode und Auerstehen. dem Reiche dein nur den geringsten Diener sein; den festen Glauben mir ver⸗ leih, daß ich gerecht und selig sei, erloͤset durch dein theüres Blut von Suͤn⸗ den, Tod und Hoͤllenglut. 4. HErr, wenn mein so laß dein Engel um mich stahn, daß sie mein Seel in Himmels Saal heim⸗ fuͤhren aus dem Jammer⸗ thal, und sie da bleib in deiner Hand, als dein durchs Blut erworbnes Pfand. Martin Moller. In eigener Mlelodie. Die Antwort siehe Nr. 899. 862 Ich bin ia/ Err, in deiner Macht, du hast mich an dies Licht gebracht, du unterhaͤltst mir auch das Leben; du kennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rath weiß zu⸗ zuspringen? Wer nimmt sich meiner Seelen an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode rin⸗ gen, wenn aller Sinnen Kraft gebricht; thust du es, GOtt, mein Heiland, nichte 3. Mich duͤnkt, da lieg ich schon vor mir in gro⸗ ßer Hitz ohn Kraft, ohn Zier, mit hoͤchster Herzens⸗ angst befallen, Gehoör und Rede nehmen ab, die Au⸗ gen werden mir ein Grab; doch kraͤnkt die Suͤnde mich vor allen; des Sa⸗ tans Anklag hat nicht Ruh, setzt mir auch mit Versu⸗ Stuͤndlein kommt heran, chun 9 zu. 4. Ich hoͤre der Posau⸗ nen Ton, und seh auch den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urtheil faͤllen. Hier weiset mein Gewissensbuch, da aber des Gesetzes Fluch mich Suͤndenkind hinab zur Hoͤl⸗ len, da, wo man ewig, ewig: Leid! Mord! Jam⸗ mer! Angst und Zeter! schreit. 5. Kein Geld und Gut errettet mich, umsonst er⸗ beut ein Bruder sich, den andern hier erst los zu machen; er muß es ewig lassen stehn; wir werden ewig nicht entgehn, kriegt einmal uns der Hoͤllenra⸗ chen; wer hilft mir sonst in dieser Noth, wo du nicht, GOtt, du Todes Tod? 6. Der Teufel hat nicht Macht an mir, ich habe blos gesuͤndigt dir, dir, der du Missethat vergiebest. Was maßt sich Satan dessen an, der kein Gesetz mir geben kann, nichts hat an dem, was du, HErr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin. Ich weiß/ daß ich des HErren bin. 7. HErr JEsu, ich dein theures Gut, bezeug es mit selbst deinem 00 a — Vom Tode und Auterstehen. 7⁴3 daß ich der Suͤnden nicht gehoöre. Was schont denn Satan meiner nicht, und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, ret⸗ te deines Leidens Ehre. Was giebest du mich frem⸗ der Hand, und hast so viel an mich gewandt? 8. Nein, nein, ich weiß ew u mein Heil, du laͤs⸗ est mich, dein wahres Theil, zu tief in deinen Wunden sitzen. Hier lach ich aller Macht und Noth, es mag Gesetz, Hoͤll oder Tod auf mich her donnern oder blitzen. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 863 Ich freue mich 35. von Her⸗ zensgrund auf diesen Tag/ guf diese Stund, da ich soll schlafen gehen; wie lieblich wird es doch wohl thun, wenn mein Leib, sanfte auszuruhn, in sei⸗ nem Sarg wird stehen? Erden werden kann nicht schaden, aus Genaden wird erwecken JEsus, was sich hier muß strecken. 2. Denk nach, mein Herz, wie wird dir sein so wohl, so lieblich, suͤß und fein, wenn du hast ausgezogen das Suͤnden⸗ kleid der Sterblichkeit, und nun der Geist hier aus der Zeit zur Ewigkeit geflogen; droben loben GOtt, den Weisen wirst! hinfaͤllt. du preisen mit den From⸗ men, die zu ihrem JEsu kommen. 3. Bei GOtt zu sein verlangt mich sehr; die Lust vermehrt sich mehr und mehr, dich, JEsu, zu um⸗ fassen. Solls nicht bald werden, Herzensfuͤrst, daß der, so innig nach dir duͤrst, werd einmal losge⸗ lassen? Heraus spann aus aus dem Loche, von dem Joche den, so schreiet, und den IEsus nur erfreuet. Johann Caspar Schade. In eigener Melodie. 864. JSGn heimgestellt, er machs mit mir, wies ihm gefaͤllt. Soll ich allhier noch laͤnger lebn, nicht widerstrebn, seinm Willen thu ich mich er⸗ gebn. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann GOtt will, ich schreib ihm nicht vor Maaß noch Ziel; es sind gezaͤhlt all Haͤrlein mein, beid groß und klein; faͤllt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhier ein Jam⸗ merthal, Angst, Noth und Truͤbsal uͤberall; des Blei⸗ bens ist ein kleine Zeit, voll Muͤhsel'gkeit, und wers be⸗ denkt, ist immr im Streit. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenkloß. Von Muttrleib kommt er nackt und bloß, bringt nichts mit sich auf diese Welt, kein Gut noch Geld, nimmt nichts mit sich, wenn er 5. Es — 744 vom Tode und Auterstehen. 5. Es hilft kein Reich⸗ thum, Geld, noch Gut, kein Kunst noch Gunst, noch stolzer Muth; vorm Tod kein Kraut gewach— sen ist, mein frommer Christ; alles, was lebet, sterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark, morgen ktodt und liegen im Sarg; heut bluͤhn wir, wie die Rosen roth, bald krank und todt; ist allenthalben Muͤh und Noth. 7. Man traͤgt eins nach dem andern hin, wohl aus den Augen, aus dem Sinn; die Welt vergisset unser bald, sei jung odr alt, auch unsrer Ehren mannigfalt. 8. Ach HErr, lehr uns hedenken wohl, daß wir sind sterblich allzumal, auch wir allhier kein Blei⸗ bens han, muͤssn all da⸗ von, gelehrt, reich, jung/ alt oder schön. 9. Das macht die Suͤnd/ du treuer GOtt; dadurch ist kommn der bitter Tod, der nimmt und frißt all Menschenkind, wie er sie findt, fragt nicht, weß Stands odr Ehrn sie sind. 10. Ich hab hie wenig guter Tag, mein taͤglich Brod ist Muͤh und Plag. Wenn mein GOtt will, so will ich mit hinfahrn im Fried. Sterbn ist mein Gwinn und schadt mir nit. 11. Und ob mich schon mein Suͤnd anficht, den⸗ noch will ich verzagen nicht; ich weiß, daß mein getreuer GOtt fuͤr mich in Tod sein liebsten Sohn gegeben hat. 12. Derselbe, mein HErr JEsus Christ, fuͤr all mein Suͤnd gestorben ist, und auferstanden mir zu gut, der Hoͤllen Glut geloscht mit seinem theu⸗ ren Blut. 13. Dem leb und sterb ich allezeit, von ihm der bittt Tod—mich nicht scheidt. Ich leb odr sterb, so bin ich sein; er ist allein der einig Trost und Hel⸗ fer mein. 14. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in allem Kreuz und Traurigkeit; ich weiß, daß ich am juͤngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 15. Mein lieber frommr getreuer GOtt all mein Gebein bewahren thut; da wird nicht eins vom Leibe mein, sei groß odr klein, umkommen noch verloren sein. 16. Mein lieben GOtt von Angesicht werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht, in ewger Freud und Seligkeit, die mir bereit. Ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit. 17. O JIEsu Christe, GOttes Sohn, der du fuͤr uns hast gnug gethan, ach schleuß mich in die Wunden dein; du bist al⸗ sein der einig Trost und Helfer mein. 18. Amen, mein lieber frommer GOtt, bescher uns vom Tode und Auterstehen. 1745 uns alln ein selgen Tod; hilf, daß wir moͤgen allzu⸗ gleich bald in dein Reich kommen, und bleiben ewig⸗ lich. Johann Pappus. Mel. HBerzlich thut mich verlangen. 865 Ich hab mich —9— GOtt er⸗ geben, dem liebsten Va⸗ ter mein; hier ist kein Immerleben, es muß ge⸗ sch'eden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in GOttes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt voruͤber, o Welt, was acht ich dein? Der Him⸗ mel ist mir lieber, da muß ich trachten ein; mich nicht mit Suͤnd beladen weil ich wegfertig bin; in GOttes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach selge Freud und Wonne hat mir der HErr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Selig⸗ keit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In GOttes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch GOtt, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal, um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual; den rech⸗ ten Port noch heute nehmt fleißig ja in Acht; in GOt⸗ tes Fried und Freuden fahrt mir bald all hernach. Johann Leo. In eigener Melodie. 806. de gar nicht zweifeln in der gu⸗ ten Zuversicht zu dir, JE⸗ su, trotz den Teufeln. Was mein GoOtt will, das geschicht. Wenn die Himmel schon vergehn, dieses Wort bleibt ewig feste, sollt die Erd auch nicht bestehn: mein Erlo⸗ ser bleibt der Beste. 2. Laß die Elemente schmelzen von des letzten Feuers Hitz, laß sich duͤrch einander waͤlzen Wasser und der Berge Syitz; wenn mit Krachen alles faͤlt, wenn aus Furcht das Volk S verschmachtet, IEsus bei der Hand mich haͤlt: wohl dem, der es nun betrachtet“ 3. Du hast mir ins Herz geschrieben, allerhöͤchster GOttessohn, daß du mich willst ewig lieben, mich, mich Asche, Staub und Thon. O du große Maje⸗ staͤt, wer kann deine Treu aussprechen? Nichts vor deine Liebe geht, die dein weiches Herz kann brechen. 4. Deine Gnad hat an⸗ gefangen dieses gute Werk in mir/ daß ich freudig kann gelangen zu der schmalen Himmelsthuͤr. Du wirst mich auch lassen ein/ du/ der Weg, die Thuͤr, das Leben; alles wirst du mir dann sein, wenn du dich mir selbst wirst geben. 5. Laß die Lainpe mei⸗ ner Seele, schoͤnster Him⸗ 32 mels⸗ 746 Vom Tode und Auterstehen. mels⸗Braͤutigam, brennen von dem Glaͤubens-Oele, wenn du kommst, o GOt⸗ tes⸗Lamm, in der letzten Mitternacht, da man wird Posaunen hoͤren; selig, wel⸗ cher munter wacht, wenn sich alles wird verkeh⸗ ren. 6. Nun ich weiß, GOtt wird vollfuͤhren, was er angefangen hat; IEsus wird mich auch regieren durch des Geistes Wunder⸗ that, bis auf den Tag, wenn allein das hoch dreimal heilig Wesen nur wird mein Jehovah sein; dann wird meine Seel genesen Joachim Neander. In eigener Melodie. 867 W Stuͤnd⸗ lein geht dahin, es liegt mir in dem Sinn, ich bin, auch immer, wo ich bin daß mich der Tod wird setzen in die letzte Noth. Ach GOtt, wenn alles mich verlaͤßt, so thue du bei mir das Best. 2 Hier ist kein Aufent⸗ halt, der Tod hat die Ge⸗n walt; er frißt und wuͤrget Jung und Alt, er reißt uns fort aus unserm Or⸗ den, Stand und Ort. Ach GOtt, wenn alles mich verlaͤßt, so thue du bei mir das Best. 3. Kein Rath, kein Ar⸗ zenei, kein Heulen noch Geschreii, kein Bruder kann mich machen frei, in aller Welt ist nichts, das endlich mich erhaͤlt. Ach GoOtt, wenn alles mich verlaͤßt, so thue du bei mir das Best. 4. Kein Reichthum, Geld noch Gut, kein kuͤh⸗ ner Heldenmuth hilft vor des Todes Grimm und Wuth. All Ehr und Gunst und Macht vor ihm ist ganz umsonst. Ach GOott, wenn alles mich verlaͤßt, so thue du bei u das Best Was Schmerz, was Ag und Pein, o GOtt/ wird um mich sein, wenn nun der Tod wird brechen ein. Wer wird alsdann mit Trost sich meiner neh— men an? Ach GOtt, wenn alles mich verlaͤßt, so thue du bei mir das Best. 6. Wenn mein Gewis⸗ sensbuch und des Gesetzes Fluch, wenn Suͤnd und Satan zum Versuch tritt wider mich, wer ist, der mein erbarmet sich? Ach GoOtt, wenn alles mich verlaͤßt, so thue du bei 7 das Best. Wenn Sprach, Ver⸗ Umd und Sinn auf ein⸗ mal faͤllt dahin, und ich nicht mehr bin, der ich bin; wer schreit mir zu, wenn mir der Schmerz laͤßt keine Ruh? Ach GOtt, wenn alles mich verlaͤßt, 1 9. du bei mir das est. 8. Wenn meiner Augen Licht mir ferner leuchtet nicht, und mir das Her im Leibe bricht vor Ang und Qual; wer fuͤhrt mich durch das finstre Thal? Ach GOtt, 29. al⸗ vom Tode und Auterstehen. 7⁴47 alles mich verlaͤßt, so thue du bei mir das Best. 9. HErr IEsu, du al⸗ lein sollst mir in Todes⸗ vein die beste Huͤlf und Labsal sein; auf dich will ich die Welt gesegnen wil⸗ liglich. Ach GOtt, wenn al⸗ les mich verlaͤßt, so thue du bei mir das Best. 10. HErr IEsu, nimm l mich aufl, zu dir in Himmel nauf, wenn ich vollendet meinen Lauf; ich ruf zu dir, so lang ein du, IEsu, staͤrkest mich. Wenn die Leibesglieder be⸗ ben, sucht das Herz sich zu erheben zu GOtt, der mein Heil und Licht: JEsum laß ich nimmer nicht. 4. Daß ich taͤglich schwaͤ⸗ cher werde, spuͤr ich wohl, doch bin ich froh; denn ich hoffe, schnode Erde, deiner os zu werden so. Mat⸗ tigkeit laͤßt sich zwar spuͤ⸗ ren, Beine wollen nicht mehr fuͤhren, doch ist mein Lauf drauf gericht: JE⸗ Odem ist in mir: Ach sum laß ich nimmer GOtt, wenn alles mich ver⸗nicht. läßt, so thue du bei mir 5. Wunderlich sind GOt⸗ das Best. Wichael Frank. Mlel. Alle Menschen müssen sterben. 868. Laß abnehmen diese Glie⸗ der, laß verwesen diesen Leib, IEsus giebet alles wieder; wenn ich nur in ihm verbleib, so mag alles von mir fallen. JEsus alles und in allen Pleibet meine Zuversicht: JEsum laß ich nimmer nicht. 2. Leibeshuͤtte, du magst brechen, irdisch Haus, fall immer ein. Tod, willst du mein Herz durchstechen? wie GOtt will, es mag drum sein. Eins weiß ich, und glaͤub es feste: Was Gott thut, das ist das Beste. Alles gut, was mir geschicht; JEsum laß ich nimmer nicht. 3. Meine aͤußern Kraͤfte schwinden, und die Staͤrk verlieret sich; dabei kann ich recht empfinden, wie tes Wege, dessen sich mein Herzerfreutz meinen schwa⸗ chen Leib ich lege hinge⸗ streckt, doch wird verneat meiner Seelen geistlich Le⸗ ben. Eins nimmt GOtt, daß er könn geben Bessers; drum mir nichts gebricht; IEsum laß ich nimmer nicht. i ü 6. Arbeit, Leiden, Muͤh und Wachen meine Kraͤfte matten ab; GOtt mags, wie er will, auch machen, gnug, HErr, wenn ich dich nur hab. Willst du, daß ich laͤnger lebe, darein ich mich auch ergebe. Wie GOtt will! mein Herze spricht: IEsum laß ich nimmer nicht. 7. Wollst ja deinen Knecht abholen, der so muͤd und matt, nur bald. Dir sei Leib und Seel befohlen, liebster Vater, mit mir walt nach Genade und Be⸗ lieben; in dem will ich mich noch uͤben, daß mein Sinn 3²⁷ bleib 7⁴4⁸ Vom Tode und Auterstehen. bleib so gericht: JEsum laß ich nimmer nicht. Joh. Caspar Schade. Mel. Sion klagt mil Angst und Schmerzen. 869 Lasst ab, ihr — meine Lie⸗ ben, lasset ab von Trau⸗ rigkeit. Was wollt ihr euch mehr betuͤben, weil ihr deß versichert seid, daß ich alle Qual und Noth uͤberwun⸗ den, und bei GOtt mit den Auserwaͤhlten schwebe vol⸗ ler Freud und ewig lebe? 2. Derer Tod soll man beklagen, die dort in der Hoͤllenpein muͤssen leiden alle Plagen, so nur zu er⸗ denken sein; die GOtt aber nimmt zu sich in den Him⸗ mel, gleich wie mich, und mit lauter Wollust traͤn⸗ ket, wer ist, der darob sich kraͤnket? 3. In des HErren Ic⸗ su Wunden hatt ich mich geschlossen ein, da ich alles reichlich funden, wodurch ich kann selig sein. Er ist die Gerechtigkeit, die vor GOtt gilt jederzeit. Wer dieselb ergreift im Glau⸗ ben, dem kann nichts den Himmel rauben. 4. Niemand sag, ich sei umkommen, ob ich gleich gestorben bin; mein GOtt hat mich hingenommen Sterben ist jetzt mein Ge⸗ winn. Vor dem Ungluͤck hat er mich hingerafft so vaͤterlich. Jetzt kann mich kein Truͤbsal pressen, aller Angst ist nun vergessen. 5. Der Leib schlaͤft in seiner Kammer ohne Sor⸗ gen, sanft und wohl, und verschlaͤft den großen Jam⸗ mer, dessen jetzt die Welt ist voll. Meine Seele schauet an den, der nichts als lieben kann, der auf seinen Schooß mich setzet, und mit hoͤchster Freud er⸗ goͤtzet. 6. In der Welt ist nichts zu finden, nichts als Theu⸗ rung, Pest und Streit, und was mehr die großen Suͤnden bringen fuͤr Be⸗ schwerlichkeit. Sonderlich kommt noch ein Schwert/ das der Christen Herz durch⸗ faͤhrt. O viel besser, selig sterben, denn durch diesen Zwang verderben! 7. Solcher Noth bin ich entgangen, nichts ist, das mich aͤngsten kann; Fried und Freuo hat mich umfangen, kein Feind darf mich sprengen an; ich bin sicher ewiglich in des HErren Hand, der mich ihm zum Eigenthum erworben, da er ist am Kreuz gestorben. 8. Euch wird, meine lieb⸗ sten Freunde, die ihr wei⸗ net in der Welt, schuͤtzen wider alle Feinde GOttes Sohn, der starke Held. Seid und bleibt ihm nur getreu, seine Gnad ist taͤglich neu; wer Betruͤbte will betruͤben, der muß wie die Spreu zerstieben. 9. Nun, ich will euch dem befehlen, der sich eu⸗ ren Vater neunt, der die Thraͤnen pflegt zu zaͤhlen, dem sein Herz vor Liebe brennt: Vom Tode und Aukerstehen. brennt; der wird euch in eurem Leid troöͤsten, und zu seiner Zeit in den Ort, da ich bin, fuͤhren, und mit hoͤchster Klarheit zieren. 10. Da wird uns der Tod nicht scheiden, der uns jetzt geschieden hat; GOtt selbst wird uns als⸗ dann weiden und erfreun in seiner Stadt. Ewig, ewig werden wir in dem Paradies allhier mit ein⸗ ander jubiliren, und ein englisch Leben fuͤhren. Johann Heermann. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 165 ieber GOtt, 70.. wann werd ich sterben? Meine Zeit laͤuft immerhin, und des alten Adams Erben, un⸗ ter denen ich auch bin, haben das zum Vater⸗ theil, daß sie eine kleine Weil arm und elend sind auf Erden, und dann sel⸗ ber Erde werden. 2. Ich zwar will mich aguch nicht widern, zu be⸗ schließen meine Zeit; trag ich doch in allen Gliedern Samen von der Sterb⸗ lichkeit; geht doch immer da und dort, einer nach dem andern fort, und schon man⸗ cher liegt im Grabe, den ich wohl gekennet habe. Aber, GOtt, was werd ich denken, wenn es wird ans Sterben gehn? Wo wird man den Leib versenken? Wie wirds um die Seele stehn? Ach was Kummer faͤllt mir 749 ein! Wessen wird mein Vorrath sein? Und wo werden meine Lieben nach einander hin verstieben? 4. Doch was darf es dieser Sorgen? Soll ich nicht zu JIEsu gehn? Lie⸗ ber 95 8 Emein Bleich gen; denn mein Fle wird auferstehn. Ich ver⸗ zeih es gern der Welt, daß sie alles hier behaͤlt, und bescheide meinen Er⸗ hen einen GOtt, der nicht kann sterben. 5. Herrscher uͤber Tod und Leben, mach einmal mein Ende gut; lehre mich den Geist aufgeben mit recht wohl gefaßtem Muth; hilf, daß ich ein ehrlich Grab neben from⸗ men Christen hab, und auch endlich in der Erde nimmer⸗ mehr zu Schanden werde. Caspar Neumann. In eigener Melodie. 7. achs mit 87 I. M mir, GOtt, nach deiner Guͤt, hilf mir in meinem Leiden; was ich dich bitt, versag mir nit: wenn sich mein Seel soll scheiden, so nimm sie, HErr, in deine Haͤnd; ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, lieber HErr, du wirst mirs nicht verderben; denn du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hier muß sterben, verlas⸗ sen meine lieben Freund, dies mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht 750 PDom Tode und Aukterstehen. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel 2 dir sich schwinget; in einer Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben drin⸗ get. Hier ist doch nur ein Thraͤnenthal, Angst, Noth und Truͤbsal uͤberall. 4. Tod, Teufel, Hoͤll, die Welt und Suͤnd mir koͤnnen nichts mehr scha⸗ den; bei dir, o HErr, ich Rettung find, ich troͤst mich deiner Gnaden; dein einger Sohn aus Lieb und Huld fuͤr mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig sein, weil ich so wohl bestehe? bekleidt mit Christi Unschuld rein, wie eine Braut hergehe? Ge⸗ hab dich wohl, du schnoͤde Welt, bei GOtt zu leben mir gefaͤllt. Johann Hermann Schein. In eigener Melodie. it Fried und 872. M Freud ich fahr dahin in GoOttes Wille; getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille; wie GOtt mir ver⸗ heißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr GOttes Sohn, der treue Heiland, den du mich/ HErr, hast sehen lan, und macht bekannt, daß er sei das Leben und Heil in Noth und Sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen Gnaden; zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein theuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht fuͤr die Hei⸗ den, zu'rleuchten, die dich kennen nicht, und zu wei⸗ den. Er ist deins Volks Israel der Preis, Ehr, Freud und Wonne. Dr. Martin Luther. In eigener Melodie. itten wir 873. N im Leben sind mit dem Tod umfan⸗ gen. Wen suchn wir, der Huͤlfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, HErr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, HErr, erzuͤrnet hat. Hei⸗ liger HErre GOtt, Heili⸗ ger, starker GOtt, Heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger GOtt! laß uns nicht versinken in des bit⸗ tern Todes Noth. Kyrie eleison. 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hoͤllen Rachen. Wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Das thust du, HErr, alleine. Es jammert dein Barmher⸗ zigkeit unsre Suͤnd und großes Leid. Heiliger HErre GOtt, Heiliger, starker GOtt, Heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger GOtt! laß uns nicht verzagen vor der tiefen Hoͤllen Glut. Kyrie eleison. 3. Mitten in der Hoͤl⸗ len Angst unsre Suͤnd uns treiben; wo solln wir denn ꝗ⁊————————*———....“˖' Vom Tode und Auterstehen. 751 denn fliehen hin, da wir moͤgen bleiben? Zu dir, HErr Christ, alleine. Ver⸗ gossen ist dein theures Blut, das gnug fuͤr die Suͤnde thut. HeiligerHErre GOtt, Heiliger, starker GOtt, Hei⸗ liger, barmherziger Hei⸗ land, du ewiger GOtt! laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrie eleison. Martin Lnuther. eigener h lant u un laßt uns 74. N den Leib begraben, daran wir kein Zweifel haben, er werd am juͤngsten Tag aufstehn, und unverweslich hervor gehn. 2. Erd ist er und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden, und von der Erd wieder auf⸗ stehn, wenn GOttes Po⸗ saun wird angehn. 3. Sein Seel lebet ewig in GOtt, der sie allhier aus lauter Gnad von aller Suͤnd und Missethat durch seinen Sohn erloͤset hat. 4. Sein Jammer, Truͤb⸗ sal und Elend ist kommen zu einm selgen End. Er hat getragen Christi Joch, ist gstorben undlebet doch noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schlaͤft bis an juͤngsten Tag, an welchem GOtt ihn ver⸗ klaͤren, und ewiger Freud wird gewaͤhren. 6. Hier ist er in Angst gewesen, dort aber wird er genesen, in ewiger Freud und Wonne leuchten, wie die helle Sonne 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen, und gehn all heim unsre Straßen; schik⸗ ken uns auch mit allem Fleiß; denn der Tod kommt uns Hlch er Weis. 8. Das helf uns Chri⸗ stus, unser Trost, der uns durch sein Blut hat erloͤst vons Teufels Gwalt und ewger Pein; ihm sei Lob, Preis und Ehr allein. Nach Michael Weiße. Mel. Uun laßt uns den Leib begraben. lieg ich ar⸗ 875. Nnts Wir melein, und ruh in meinem Kaͤmmerlein; ich bin durch einen sanften Tod entgan⸗ gen aller Angst und Noth. 2. Was schadet mir, daß mein Gebein muß in das Grab verscharret sein? Mein Seelchen schwebet ohne Leid im Himmelsglanz und Herrlichkeit. 3. In solchem Schmuck, in solcher Zier prang ich vor GOttes Thron allhier; mein IEsulein ist meine Lust, mein Labsal, meine beste Kost. 4. Was frag ich nun nach jener Welt? Mein IEsulein mich kuͤßt und haͤlt; in ihm erfreu ich mich allein, ohn ihn kann ich nicht froͤhlich sein. 5. Mit Weinen war ich erst geborn, zum Jauch⸗ zen bin ich nun erkorn; ich singe mit der Engelschaar das ewig neue Jubeljahr. 6. Nichts liebers meine Zunge singt, nichts reiners mei⸗ 752 Vom Tode und Auterstehen. meinen Ohren klingt, nichts suͤßers meinem Herzen ist als mein herzliebster JE-⸗ sus Christ. 7. Drum, liebe Eltern, hoͤret auf zu klagen mei⸗ nen kurzen Lauf; ich bin vollkommen worden bald. Wer selig stirbt, ist gnug⸗ sam alt. 8. Bedenket meinen Freudensand, und wie es in der Welt bewandt; bei euch rumoret Krieg und Streit, hier herrschet Fried und Froͤhlichkeit. 9. Wer auf der Erden lange lebt, derselb auch lang an Suͤnden klebt, muß streiten oft mit Fleisch und Blut, das manchem weh und bange thut. 10. Ja, leiden muß er Kreuz und Noth, und noch wohl einen langen Tod; hier hab ich schon nach kur⸗ zem Streit erlangt die Kron der Herrlichkeit. 11. Wie manches Kind faͤllt sich zu Tod, wie man⸗ ches stirbt in Wassersnoth, wie leidet manches lange Qual, eh es koͤmmt aus dem Jammerthal. 12. Sollt es euch denn nicht troͤstlich sein, daß ich so sanft geschlafen ein, daß mir das liebe IEsulein ver⸗ kuͤrzet meine Todespein? 13. Drum legt die Hand auf euren Mund, und seht auf GOtt, der euch ver⸗ wundt, der euch zu heilen ist bereit, wenns dienet eurer Seligkeit. 14. An jenem Tag wir werden gehn, da vor GOtt Groß und Kleine stehn, zur himmelischen Christtags⸗ freud mit hoͤchster Ehr und Herrlichkeit. M. Michael Schirmer. In eigener Blelodie. 876.OSHEs Christ, meins Lebens Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast, und druͤckt mich sehr der Suͤnden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himmlisch Paradeis; da ist mein rechtes Vaterland, daran du dein Blut hast gewandt. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kraͤfte hat; al⸗ lein mein Seele schreit in mir: HErr, hol mich heim/ nimm mich zu dir. 4. Drum staͤrk mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein. Dein Blutschweiß mich troͤst und erquick, mach mich frei durch dein Band und Strick. 5. Dein Backenstreich und Ruthen frisch der Suͤnden Striemen mir abwisch; dein Hohn und Spott, dein Dornenkron laß sein mein Ehr, mein Freud und Woñ. 6. Dein Durst und Gal⸗ lentrank mich lab, wenn ich sonst keine Staͤrkung hab; dein Angstgeschrei kommt mir zu gut, bewahr mich vor der Hoͤllen Glut. 7. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist Vom Tode und Auterstehen. 753 Geist in meinem Herzen schrei. Hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen wer⸗ den blind. 8. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herz zer⸗ bricht. Behuͤte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Waups nun neigen werd. 9. Dein Kreuz laß sein mein Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heil⸗ ges Grab; die reinen Gra⸗ betucher dein laß meine Sterbekleider sein. 10. Laß mich durch deine Naͤgelmal erblicken die Genadenwahl; durch deine aufgespaltne Seit mein arme Seele heim geleit. 11. Auf deinen Ab⸗ schied, HErr, ich trau, darauf mein letzte Heim— fahrt bau. Thu mir die Himmelsthuͤr weit auf, wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. 12. Am juͤngsten Tag erweck mein Leib, hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht treffe dein Gericht, welchs das erschrecklich Urtheil spricht. 0 13. Alsdann mein Leib erneure ganz, daß er leucht wie der Sonnen Glanz, und aͤhnlich sei deinm klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 14. Wie werd ich dann so froͤhlich sein, werd sin⸗ gen mit den Engelein, und mit der auserwaͤhlten Schaar ewig schauen dein Antlitz klar. Martin Böhm. Mel. HErr JEsu Christ, meins Lebens Licht. 877 JEsu, GOt⸗ „ Tes Laͤmme⸗ lein, ich leb odr sterb, so bin ich dein; ich bitt, laß mich mit dir zugleich ein Erbe sein in deinem Reich. 2. Denn was waͤr sonst dein Sterbensnoth, so viel Striemen und Wun⸗ den roth, wenn ich auch nicht der Seligkeit genie⸗ ßen sollt in Ewigkeit? 3. Warum haͤttst du dein Leib und Lebn im Grab verschlossen und aufgebn, wenn nicht mein Tod durch deinen Tod verjagt sollt werdn, du treuer GOtt? 4. Darum, o IEsu, steh mir bei, gewissen Trost und Huͤlf verleih; verlaß den nicht, HErr IEsu Christ, der mit deinm Blut besprenget ist. 5. Im Friede laß mich schlafen ein, und in dir haben Ruhe fein; ein selges Ende mir bescher, dein—0 laß mich se⸗ hen, HEr 6. Ich bitt durchs bitter Leiden dein, laß dies mein letztes Wuͤnschen sein; so will ich loben allezeit dich, o HErr GOtt, in Ewigkeit. Georg Weissel. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 878-O 754 Dom Tode und Auterstehen. bist mein Hirte, Trost und Leben, mein bester Freund zu jeder Frist, dem ich ganz mich ergeben: ich bitte dich ganz inniglich, laß mich doch nicht ver⸗ derhen, wenn kommt die Zeit zu sterben. 2. Steh mir am letzten Ende bei, und hilf mir uͤberwinden; mach mich von meinen Schulden frei, und sprich mich los von Suͤnden; in aller Noth, sei mir dein Tod und unverschuldtes Leiden ein Anblick großer Freuden. Erscheine mir zur selben Zeit mit deinen offnen Wunden, die du, daß ich soll sein befreit, aus lauter Lieb empfun⸗ den; dein theures Blut komm mir zu gut, und labe meine Seele in ihrer matten Hoͤhle. 4. Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, noch meinen Mund bewegen, so nimm die schwachen Seufzer an, die sich im Herzen regen. Laß fuͤr und fuͤr gar suͤß in mir den Na⸗ men JEsus schallen, wenn mirs Gehoͤr entfallen. 5. Daneben bitt ich, treuer GOtt, du wollst mich ganz umfassen, und ja nicht in derselben Noth aus deinen Armen lassen. Ach moͤcht ich doch auchd heute noch die theure Gunst erwerben, in dei⸗ nem Schooß zu sterben! 6. Ei nun, so komm zu deinem Lamm, mein Hirte, Trost und Leben, mein be⸗ ster Freund und Braͤuti⸗ gam, dem ich mich ganz er⸗ geben; komm bald zu mir/ nimm mich mit dir aus die⸗ sem See der Leiden ins Reich der ewgen Freuden. Johann Angelus. Mel. Uun ruhen alle wälder. 879. Welt, ich muß dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vater⸗ land. Mein Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben setzen in GOttes gnaͤdig Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Le⸗ ben endet; Sterhen ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Buͤberei; will ich doch nicht verza⸗ gen, sondern mit Glau⸗ ben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf GOtt steht mein Vertrauen, sein Angsicht will ich schauen wahrlich durch FEsum Christ, der fuͤr mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben; mein Mittler er auch wor⸗ en ist. 5. Die Suͤnd mag mir nicht schaden, erloͤst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu From⸗ men; so will ich zu ihm kom⸗ ———— Vom Tode und Auterstehen. 755 kommen allein durch wah⸗ ren Glauben gut. 6. Ich bin ein unnuͤtz Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben, und nicht 2510— 0100— Verdienst und Wa 7. Drauf will ich froͤhlich sterben, das Himmelreich er⸗ erben, wie er mirs hat be⸗ reit. Hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein Seele sich vom Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hinnen. O Welt, thu dich besinnen, denn du mußt auch hernach. Thu dich zu GOtt bekehren, und von ihm Gnad begehren, im Glauben sei du auch nicht schwach. 9. Die Zeit ist schon vor⸗ handen; hoͤr auf von Suͤnd und Schanden, und richt dich auf die Bahn mit Be⸗ ten und mit Wachen; sonst all irdische Sachen sollst du gutwillig fahren lan. 10. Das schenk ich dir am Ende: Ade, zu GOtt dich wende; zu ihm steht mein Begehr. Huͤt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen, meins Bleibens ist jetzt hier nicht mehr. Johann Hesse. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 880. Shun das endet den schweren Le⸗ benslauf, mich ganz zu GoOtt gewendet, und geh jetzt himmelauf. Sehr matt bin ich von Thraͤnen, mein Herz ist schwach von Noth, von Seufzen und von Stoͤhnen; drum komm, o lieber Tod! 2. In allen meinen Jahren, von zarter Ju⸗ gend an, hab ich es wohl erfahren, wie schwer die Himmelsbahn; ich bin auf keinen Rosen gegangen jederzeit, wie eiwa die Gottlosen in stolzer Si⸗ cherheit. 3. Was ist der Men⸗ schen Leben? Wenn sie aufs allerbest sich koͤnnen hier erheben, so ist es Muͤh gewest; ja nichts, denn ei⸗ tel Sorgen, nur lauter Gram und Noth, den Abend als den Morgen; drum ist man lieber todt. 4. Wie oft hab ich geklaget, gleich wie ein Wandersmann: Ach haͤtt ich Rast! gefraget: Wann komm ich himmelan? werd ich noch lange gehen auf eitler Erden Tand? ach werd ich nicht bald sehen das rechte Vaterland? 5. GOtt Lob, nun soll es werden, nun ist die Stund herbei, daß ich von dieser Erden soil wer⸗ den los und frei. Nun hab ich ausgeklaget, ich hab in meinem Streit mich ritterlich gewaget; die Kron ist mir bereit. 6. O Liebsten, laßt das Weinen, es ist ja ohne Rothz GoOtt eilet mit den Sei⸗ nen 756 Dom Tode und Auterstehen. nen durch einen selgen Tod, eh noch viel Truͤhsal kom⸗ men; GOtt weiß, sie draͤuen schon. Wohl dem, der nur genommen zum schoͤnen Himmelsthron. 7. Wenn ihr euch koͤnnt bedenken, wenn ihr mich lie⸗ ben wollt, so duͤrft ihr euch nicht kraͤnken ob diesem To⸗ dessold. In diesem Welt⸗ gebaͤnde hab ich euch ja geliebt; drum goͤnnt mir doch die Freude, die mir mein Heiland giebt. Wir werden sein verbunden ohn alle Noth und Leid nach wenig Zeit und Stunden dort in der Ewigkeit. Da wird uns GoOtt verneuen, da wer⸗ den wir uns auch recht mit einander freuen nach himmelischem Brauch. 9. Ade! nun muß ich scheiden, zu tausend gute Nacht, zur Himmelslust und Freuden; ihr Liebsten, seid bedacht, wie ihr mich wollet finden im schoͤnen Paradeis, da eitel Ueber⸗ winden. Ei gute Nacht, ich reis. Joachim Pauli. Mei. Gottes Sohn ist kommen. 881*Err, nun laß .5„ im Friede lebenssatt und muͤde, dei⸗ nen Diener fahren zu den Himmelsschaaren; selig und im Stillen, doch nach deinem Willen. 2. Gerne will ich ster⸗ ben und den Himmel er⸗ ben; Christus mich gelei⸗ tet, welchen GOtt berei⸗ tet zu dem Licht der Heiden/ das uns setzt in Freuden. 3. Hier hab ich gestrit⸗ ten, Ungemach erlitten, ritterlich gekaͤmpfet, man⸗ chen Feind gedaͤmpfet/ Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. 4. Thraͤnen mußt ich lassen, weinen ohne Maa⸗ ßen, schwere Gaͤnge lau⸗ fen mit der Christen Hau⸗ fen, uͤber Suͤnde klagen, Kreuz und Truͤbsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden; GOtt will mich erloͤsen bald von al⸗ lem Boͤsen. Es soll besser werden, als es war auf Erden. 6. Frieden werd ich fin⸗ den, ledig sein von Suͤn⸗ den, und auf allen Seiten nicht mehr duͤrfen streiten; mich soll ganz umgeben himmlisch Freudenleben. 7. Mir ist beigeleget, wo man Zeypter traͤget, eine schoͤne Krone zum Genadenlohne; da werd ich ergoͤtzet und zur Ruh gesetzet. 8. Mein Erloͤser lebet, der mich selber hebet aus des Todes Kammer; da liegt aller Tammer. Froͤh⸗ lich, ohne Schrecken, will er mich aufwecken. 9. Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Todten werden erstehn von der Erden. Christum werd ich schauen, darauf kann ich trauen. 10. Ihnne will ich sin⸗ gen, Lob und Ehre brin⸗ gen, Vom Tode und Auterstehen. gen/ rühmen seine Guͤte mit Seel und Gemuͤthe, preisen seinen Namen ohn Aufhoͤren. Amen. ö David Böhm. Mel. Was mein SOtt will, das gscheh allzeit. 882. 0 Habte ge⸗ liebte To⸗ desstund, komm, Ausgang meiner Leiden; ich seufz aus diesem Suͤndengrund nach jenen Himmelsfreu⸗ den. Ach lieb ster Tod, komm bald heran, ich warte mit Verlangen, in weißen Kleidern angethan, vor Gottes Thron zu prangen. 2. Ihr schwachen Glie— der scheuet zwar, so fruͤh. entseelt zu werden, die Seele selbsten kann nicht gar ohn alle Pein der Er⸗ den, darinnen sie bisher gelebt, den letzten Abschied sagen. Bald ist sie freu⸗ denvoll, bald schwebt sie voller Zagen. 3. Doch, IEsu, deine Liebe macht mir alle Furcht verschwinden; ich werd in dieser Todesnacht dich Le⸗ bensfuͤrsten finden. Ich finde, ja ich halte dich, mein Leben, mein Verlan⸗ gen; mein Leben, du wirst selber mich mit deinem 27•45 umfangen. 4. Drum sterb ich nicht in diefem Tod, der Tod ist nur mein Leben; nach kurzem Kampf, nach kur⸗ zer Noth ist dort ein ewig Scheben voll Herrlich⸗ keit, voll Ru) und Freud, voll Fried, voll Trost, voll 75⁷ Wonne, voll Seligkeit/ wo wo allezeit GOtt selbsten ist die Sonne. 5. Der Herzog meines Lebens ist durch Tod zum Leben gangen/ und ich werd auich zu meinem Christ auf diesem Weg gelangen; der letzte Schritt zur Selig⸗ keit geschieht durch selig Sterben. Ist er, mein Haupt, in Herrlichkeit, wie soll sein Glied verderben? 6. Drum zage nicht, mein schwacher Sinn, verlaß den Leib der Erden; wirf alles Eitle willig hin/ die Erd muß Erde werden. Die Seele bleibt in GOttes Hand bei solchem Wohl⸗ vergnuͤgen, das nur der Geist und kein Verstand, anjetzt begreifen moͤgen. 7. Auch wird die schoͤne Freudenzeit am End der Zeit entdecken, daß GOtt der Seele vorig Kleid auch aus dem Staub erwecken und ewig herrlich machen kann; da wird sein volle Wonne, wenn wir mit Klarheit angethan dort leuchten wie die Sonne. 8. An uns stirbt nichts als Sterblichkeit, wir selbst sind unverloren; der Leib wird nur der Last befreit, und himmlisch neu gebo⸗ ren. Denn was man hier verweslich saͤt, was hier verdirbt im Dunkeln, das wird, sobald es ausersteht, voll Glanz und Schoͤnheit funkeln. 9. Drum gebt,/ ihr schwa⸗ chen Glieder, ihr euch wil⸗ lig hin der Erden; es wird von 758 Vom Tode und Auterstehen. von eurer Zahl und Zier gar nichts verloren wer— den. Die Haut, die vor⸗ mals euch bedeckt, wird dort mich wieder kleiden, wenn ich, in meinem Fleisch erweckt, beschaue GOttes Freuden. 10. Dem ich im Glau⸗ ben hier gedient, der wird mich dorthin bringen, wo tausend, tausend vor ihm sind, und ewig Heilig sin⸗ gen. Da werd ich seine Herrlichkeit mit meinen Augen sehen, und was in Zeit und Ewigkeit von ihm mir Guts geschehen. 11. GOtt selbst mit sei⸗ nem Angesicht wird ewig mich erquicken; so werd ich auch in seinem Licht mir selbsten ihn erblicken. O Herrlichkeit, wie find ich mich, wenn engelreine Seelen mit sonnenklaren Leibern sich vor GOttes Stuhl vermaͤhlen! In eigener Melodie. 883. Wurt wil ich dir ge⸗ ben, du arge, falsche Welt, dein suͤndlich boͤses Leben durchaus mir nicht gefaͤllt. Im Himmel ist gut woh⸗ nen, hinauf steht mein Be⸗ ier; da wird GOtt ewig ohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rath mir nach deinem Herzen, o IEsu, GOttes Sohn! Soll ich ia dul⸗ den Schmerzen, hilf mir, Err Christ, davon. Ver⸗ kuͤrz mir alles Leiden, staͤrk meinen bloͤden Muth; laß mich selig abscheiden, setz mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich froͤhlich sein. Erschein mir in dem Bilde, zu Trost in meiner Noth, wie du, HErr Christ, so milde dich hast geblut zu todt. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deine off⸗ ne Seit; ruͤck sie aus allem Schaden zu deiner Herr⸗ lichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer koͤmmt ins Himmels Schloß; der ist ewig genesen, der bleibt in deinem Schooß. 5. Schreib meinen Namn aufs beste ins Buch des Lebens ein, und bind mein Seel fein feste ins schoͤne Buͤndelein der, die im Himmel gruͤnen und vor dir leben frei, so will ich ewig ruͤhmen, daß dein Herz treue sei. Valerius Herberger. Mel. Wer nur den lieben GoOtt läßt walten. 88 4 eil nichts * gemeiners ist als Sterben, und bald vielleicht die Reih an mir, so will ich mich bei Zeit hewerben um ein recht se⸗ ligs Sterben hier. Ich will erst sterben, eh ich sterb, daß ich im Tode nicht verderb. 2. Weil aber dies ist eine Sache, die nicht in Men⸗ schenkraͤften steht; so weiß ich/ wie ichs kluͤglich—506 0 Vom Tode und Auterstehen. 759 daß mein Vorhaben doch fortgeht. Ich laufe gerade zu dem Mann, der zum Wohlsterben helfen kann. 3. Das ist mein JEsus, der sein Leben fuͤr meines hat geopfert auf, mir sein Verdienst zum Trost gege⸗ ben, sein Blut zu meiner Seelen Kauf, und mir durch seine Todesnoth er⸗ worben einen selgen Tod. 4. Ach liebster Schatz, gedenk doch meiner, und halte bei mir redlich aus; laß allzeit mich genießen deiner, und reiß aus aller Noth mich raus; denn ich will habn in diesem Nun mit niemand als mit dir zu thun. 5. Laß mich absterben meinen Suͤnden durch stete Reu und wahre Buß; im Glauben mich mit dir verbinden, und lernen, daß ich sterben muß, damit ich mich all Augenblick zu einem sel⸗ gen Sterben schick. 6. Ich gebe dir zu treuen Haͤnden, HErr, meine Seel, dein Eigenthum. Das Deine mag ich nicht entwenden, es bleibet dein zu deinem Ruhm. Gieb du nur selber Achtung drauf; HErr IEsu, mei⸗ nen Geist nimm auf. 7. Bereite mich von aus und innen, wie du mich selber haben willt, den Glauben mehr, staͤrk meine Sinnen, und sei fuͤr mich stets Sonn und Schild; die Suͤnde tilg, den Satan wehr, und zeig dich mir mit deinem Heer. 8. Ich bitt mir aus dein heilge Wunden zur Ruh, dein Wort zur Arzenei, deins Leidens Kraft zur letzten Stunden, das Vater⸗ herz, des Troͤsters Treu, dein Blut zur Kron und Sterbekleid, zuletzt zum Grabe deine Seit. 9. Auf diese Weise mag ich sterben in kurzem oder uͤber lang, mir ist als ei⸗ nem Himmelserben und GOtteskinde gar nicht bang. Die GOtteslieb, das IEsusblut machts schon mit meinem Ende gut. Christian Weise. Mel. Wenn mein Stünd⸗ lein vorhanden ist. 885 Wen ich in Todes⸗ noͤthen bin, und weiß kein Rath zu finden, so nehm ich meine Zuflucht hin zu Christi Tod und Wunden: darinnen sind ich Huͤlf und Rath widr GOttes Zorn und Missethat, auch wider Tod und Holle. 2. Es ist kein Schmerz, kein Leid, kein Noth, kein Angst so groß auf Erden, so nicht durch Christi Wun⸗ den roth geheilet koͤnnte werden. Sein Tod mein Leben und Gewinnst, mein Hoffnung, Zuflucht und Verdienst, mein Schatz/ mein Ehr, mein Krone. 3. Er streckt am Kreuz aus Haͤnd und Fuͤß, mich freundlich zu umfangen; sein Haupt neigt er mir zu 760 Vom Tode und Aukerstehen. zu einm Kuß aus herz⸗ lichem Verlangen; sein Seite er eroͤffnen ließ, daß ich darin moͤg schauen suͤß sein Herz/ sein Lieb und Treue. 4. Das ist die Thuͤr der Gnaden fest, die uns stets offen stehet. Gleichwie GOtt Noah bauen laͤßt ein Kasten, drein er ge⸗ het zur Sintfluth groß mit all den Seinn: also sind Christi Wunden rein die Thuͤr zum Gnaden⸗ tbrone.,. 5. Darein will ich mich finden fein, und mich dar⸗ in verdecken, gleich wie ein klein Waldvoͤgelein im hohlen Baum verstecken, bis Ungewittr voruͤber eht; also will ich mich finden stet zu Christ, dem Baum des Lebens. 6. Moses schlug einen Felsen hart, daß Wasser draus thaͤt fließen; also ward Christi Seite zart mit einem Speer geris⸗ sen, daraus viel Blut und Wasser floß; der Gnaden⸗ brunn sich da ergoß, der mich im Tod eraquicket. 7. O ewger Vatr ins Himmels Thron, lay mich von hinnen scheiden. O JEsu Christe, GOttes Sohn, du willst mich auch geleiten. O heilger Geist, thu auf die Thuͤr, und mich zum Baum des Lebens fuͤhr, und zum Brunn der Genaden. 8. Nun fuͤhl ich Schutz, Trost, Ruh und Freud in deinen heilgen Wun⸗ den; nun ist alls Leid und Traurigkeit aus mei⸗ nem Herzn verschwunden. Fahr hin, mein Seel, GOtt wartet dein mit seinen lieben Engelein, fuͤhrt dich ins Himmels Saale. Johann Kämpf. In eigener Melodie. 886. enn mein Stuͤnd⸗ lein vorhanden ist, und ich soll fahrn mein Straße, so g'leit du mich, HErr IEsu Christ, mit Huͤlf mich nicht verlasse. Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Haͤnd: du wollst sie mir bewahren. 2. Mein Suͤnd mich werden kraͤnken sehr, mein Gwissen wird mich nagen, denn ihr sind viel wie Sand am Meer: doch will ich nicht verzagen; gedenken will ich an dein Tod, HErr JEsu, und dein Wunden roth, die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, deß troͤst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnoth und Schmer⸗ zen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewigs Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein hoͤchster Trost dein Auffahrt ist, Todsfurcht kann sie vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin/ Vom Tode und Auterstehen. 761 hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. 5. So fahr ich hin zu IEsu Christ, mein Arm thu ich ausstrecken, so schlaf ich ein und ruhe fein, kein Mensch kann mich aufwecken, denn IEsus Christus, GOttes Sohn, der wird die Himmelsthuͤr aufthun, uns fuͤhrn zum ewgen Leben. Nicolaus Hermann 1—4. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 887 Werde mun⸗ — ter, liebe Seele, balde wird es sein gethan, daß du aus des Leibes Hoͤhle dich recht schwingest himmelan. All dein Leiden, Kreuz und Noth endet sich nun durch den Tod. Nunmehr wirst du uͤberwinden, und ein besser Leben finden. 2. Siehe, wie viel En⸗ gel schweben um dein Bette, welche dir das Geleite wollen geben hin bis an die Himmelsthuͤr! Siehe doch, GOtt sen⸗ det schon her von seinem hohen Thron den Tri⸗ umph⸗ und Ehrenwagen, der dich soll gen Himmel tragen. 3. GOtt begehret, du sollst kommen zu ihm nauf, er wartet dein, und will dir bei andern From⸗ men raͤumen deine Stelle ein. Er hat auch das weiße Kleid und die Kronen schon bereit, die du sollst zu den ewgen Tagen mit der groͤßten Freude tragen. 4. Drum, o Seele, sei doch fertig, eile, daß du kommest dar, weil da dei⸗ ner auch gewaͤrtig ist der Auserwaͤhlten Schaar, die, viel tausend an der Zahl, jetzt schon kommen allzu⸗ mal an die Himmelsthuͤr gegangen, dich mit Freu⸗ zu empfaͤngen. 5. Es sind dabei viel der Deinen, deren Wunsch von Herzen ist, daß du moͤ⸗ gest bald erscheinen, weil du sehr wilkommen bist. Denke, wie dir wird ge⸗ schehn, wenn du die wirst wiedersehn, welche dir vor vielen Jahren durch den Tod genommen waren. 6. Diese auserwaͤhlten Frommen, auch die En⸗ gel, werden dich heißen tausendmal willkommen, und dich fuͤhren praͤchtig⸗ lich hin zu deines GOt⸗ tes Thron, allwo sie mit schoͤnem Ton werden ihren Dank erweisen, und GOtt herzlich dafuͤr preisen. 7. Lob und Preis mit vielen Ehren sei dir, HErr, daß unsre Zahl sich noch taͤglich muß vermeh⸗ ren, bevor ab daß dieses⸗ mal gegenwaͤrtig frommes Kind auch nunmehr sich bei uns findt. Laß doch bald die andern Frommen aus der Welt auch zu uns kommen. 8. Dein GOtt selbst will dich empfangen mit viel Lieb und Freundlich⸗ keit; dir abwischen von den Wan⸗ 76² Vom Tode und Aukerstehen. Wangen alle Thraͤnen, so das Leid dir hier ausge⸗ presset hat. Er wird an derselben Statt dir sein himmlisch Freudenleben in Besitz auf ewig geben. 9. Da wirst du alsdann von Suͤnden, Kreuz und Elend wissen nicht; lauter Wonne wirst du finden, und vor GOttes Ange⸗ sicht bis in alle Ewigkeit leben in der Herrlichkeit, die dein IEsus dir erwor⸗ ben, als er fuͤr dich ist gestorben. 10. Nun denn, liebe Seele, reise hin zu deinem lieben GOtt. Wohl dir, daß auf solche Weise sich beschließet deine Noth. Lebe wohl in Ewigkeit, freue dich der Seligkeit, da dirs mehr, als wir verstehen, ohne Ende wohl wird gehen. 11. Aber weh uns, die wir muͤssen in der Welt noch bleiben hier, und an⸗ noch nicht koͤnnen wissen, wann wir dürfen folgen dir. GOtt, sieh uns auch gnaͤdig an, hilf, wie du jetzt hast gethan, daß uns bald von aͤllem Boͤsen moͤg ein sanfter Tod erloͤsen. Christoph Gensch von Breitenau. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 888 Wer weiß, 4518165355 wie nahe mir mein Ende: hin geht die Zeit, her koͤmmt der Tod. Ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnoth. Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Nachts leicht anders werden, als es am fruͤhen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein GOtt, ich bitt durch Chri⸗ sti Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 3. HErr, lehr mich stets mein End bedenken, und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in IEsu Wunden senken, und ig nicht sparen meine Buß. Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei fuͤr und fuͤr/ und sage frisch in allen Faͤllen: HErr, wie du willst, so schicks mit mir. Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 5. Mach mir stets zuk⸗ kersuͤß den Himmel, und gallenbitter diese Welt; gied, daß mir in dem Weltgetuͤmmel die Ewig⸗ keit sei vorgestellt. Mein GoOtt, ich bitt durch Chri⸗ sti Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 6. Ach Vater, deck all meine Suͤnde mit dem Verdienste JIEsu zu, dar⸗ ein ich mich fest glaͤubig winde, das giebt mir recht erwuͤnschte Ruh. Mein GOtt, ich bitt durch Chri⸗ sti Blut, machs nur mit meinem Ende gut. * vom Tode und Auterstehen. 763 7. Ich weiß, in JEsu Blut und Wunden hab ich mir recht und wohl ge⸗ bett; da find ich Trost in Todesstunden, und alles, was ich gerne haͤtt. Mein GOtt, ich bitt durch Chri⸗ sti Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 8. Nichts ist, das mich von JEsu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite, und sage: Mein HErr und mein GOtt! Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem En⸗ de gut. 9. Ich habe JEsum an⸗ gezogen schon laͤngst in mei⸗ ner heilgen Tauf; du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind ge⸗ nommen auf. Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 10. Ich habe JEsu Fleisch gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm, und er in mir. Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 11. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß daß mirs mit JEsu gluckt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit IEsu Blut schoͤn ausgeschmuͤckt. Mein GOtt, ich bitt durch Chri⸗ sti Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 12. Ich leb indeß mit dir vergnuͤget/ und sterb ohn alle Kuͤmmerniß; mir gnuͤ⸗ get, wie es mein GoOtt fuͤget, ich glaub, und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzb.⸗Rudolst Mel. Ich hab mein Sach GOtt heimgestellt. 889 ie fleugt dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit; wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt hiervon der traͤge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtes⸗ werther Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht/ und nicht besteht/ gleichwie ihr dieses taͤglich seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist, ich traue dir. Laß Berg und Huͤgel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei IEsu bin. 4. So lang ich in der Huͤtten wohn, ei, lehre mich, o GOttes Sohn; gieb, daß ich zaͤhle meine Tag, und munter wach, daß eh ich sterbe, sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Roth? Lust, Ehr und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du laͤufst dem Schatten zu, bedenk es nu, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh,. 6. Weg Eitelkeit, der Narren Lust, mir ist das ö Gut b t; das hoͤchste Gut bewußt; sach 76⁴ Vom Züngsten Gericht. such ich nur, das bleibet vor deinem Throne steh? mir, o mein Begier, HErr Du unterdessen lehre mich, uch v zeuch mein Herzdaß stetig ich dich klugem dir. 117. Was wird das sein, wenn ich dich seh, und bald Herzen suche dich Joachim Reander II. Vom Jüngsten Gericht. Mel. Rommt her zu mir, spricht SOttes Sohn. u ne hest/ 890. ie u wie fort und fort 227 eine hier, der andre dort uns gute Nacht muß geben; der Tod haͤlt keinen an⸗ dern Lauf, er sagt 18 al die Wohnung auf uns al⸗ len, die wir leben. 2. Bedenk es weislich in der Zeit, und fleuch den Schlaf der Sicherheit, sei augenblicklich wacker; denn wiß, es bleibet dabei nicht, daß man dich hin aus die⸗ sem Licht traͤgt auf den GoOttesacker. 3. Wir werden aus den Graͤbern gehn, und alle vor Gerichte stehn, das Christus selbst wird hegen, wenn auf der Engel Feld⸗ geschrei die Glut das große Weltgebaͤu wird in die Asche legen. 4. Alsdann wird erstlich aller Welt Belohnung wer⸗ den zugestellt, die Suͤnder sollen buͤßen, und ihnen ohn Betrug und Schein selbst Klaͤger, Richter, Hen⸗ ker sein, verdammt durch ihr Gewissen. 5. Ach GOtt, kommt mir dies Urtheil vor, so steigen mir die Haar empor, mein Herz fuͤhlt Angst und Schrecken. Ihr hohen Huͤ⸗ gel, heb ich an, ihr Berg sch, und was sich stuͤrzen kann, fallt her, mich zu bedecken. HeErr IEsu, meine Zuversicht/ ach laß dein strenges Zorngericht, ach laß es mir nicht schaden. Beut an dem Vater den Vertrag, damit ich freu⸗ dig hoͤren mag den suͤßen Spruch der Gnaden. 7. Gieb/ daß ich mich bei gutem Sinn, und weil ich noch bei Kraͤften bin, zum Sterben Fertig halte, und nicht, o JIEsu, meine Lust, begriffen in der Suͤnden Wust, zum ewgen Tod erkalte. Simon Dach. Mel. Uun freut euch, lie⸗ ben Christen gmein. 89 1 Er ist gewiß⸗ 7 lich an der Zeit, daß GOttes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Boͤs und From⸗ men. Dann wird das Lachen werden theur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hoͤren gehn an aller Wr V Vom Züngsten Gericht. 76⁵ ihr Ende; darauf bald werden auferstehn all Tod⸗ ten gar behende; die aber noch das Leben han, die wird der HErr von Stun⸗ den an verwandeln und verneuen. 3. Danach wird man ablesen bald ein Buch, darin geschrieben, was alle Menschen, iung und alt, auf Erden han getrieben; da denn gewiß ein jeder⸗ mann wird hoͤren, was er hat gethan in seinem ganzen Leben. 4. O weh demselben, welcher hat des HErren Wort verachtett, und nur auf Erden fruͤh und spat nach großem Gut getrach⸗ tet! Der wied fuͤrwahr gar kalt bestehn, und mit dem Satan mussen gehn von Christo in die Hoͤlle. 5. O JIEsu, hilf zur sel⸗ ben Zeit von wegen dei⸗ ner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd angezeichnet funden; dar⸗ an ich denn auch zweifte nicht; denn du hast ja den Feind gericht, und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fuͤr⸗ sprecher sei, wenn du nun wirst erscheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen; auf daß ich sammt den Bruͤdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns hast erworben. 7. O IEsu Christ, du machst es lang mit dei⸗ nem juͤngsten Tage; den Menschen wird auf Er⸗ den bang von wegen vie⸗ ler Plage. Komm doch, komm doch, du Richter groß, und mach uns in Genaden los von allem Uebel, Amen. Bartholomäus Ringwaldt. In eigener Melodie. Q⁵ Es wird schier 892. E der letzte Tag herkommen, denn die Bosheit hat sehr zu⸗ genommen; was Christus hat vor gesagt, das wird jetzt beklagt. 2. Der Abfall vom Glauben wird erfahren, daß er sei geschehn vor langen Jahren, wie Pau⸗ lus, der fromme Mann, klaͤrlich zeiget an. 3. Der verdammte Sohn hat lang gesessen in dem Tempel GOttes hoch ver⸗ messen, sich geruͤhmt und sein Gebot, gleich als waͤr er GOtt. 4. Viel falsche Propheten sind erstanden, ja noch Rotten und Sekten vorhan⸗ den, die mit ihrer That und Lehr der Welt schaden sehr. 5. Weil uns nun der antichtistisch Orden durch GOttes Wort offenbar ist worden, so laßt uns flie⸗ hen mit Fleiß seine Lehr und Weis. 6. Laßt uns in den Bund des HErren treten, und darinnen stets wachen und beten; denn der letzte Tag geht her, kommt uns immer naͤhr. 7. Die Welt mehret sich in Suͤnd und Thotu un 766 Vom Züngsten Gericht. und trachtet zu daͤmpfen GOttes Wahrheit; der Hrr wirds lassen geschehn, ihr also zusehnh. 8. Aber wenn sie meint, sie hab gewonnen, und sei allem Ungeluͤck entronnen, wirds ihr erst mit aller Macht kommen hundert— ach 9. Große Plag wird sie ploͤtzlich umgeben, und ihr alle Schoͤpfung widerstre⸗ ben; da wird Christus kom⸗ men frei/ daß er Richter sei. 10. Und er wird seinen Erzengel schicken, und alle Gestorbnen lassen wecken, daß sie allsammt auferstehn, und vor ihm gestehn. 11. Dann wird er zu seinen Engeln sprechen: Nun will ich mich an mein Feinden raͤchen; wer wider mich hat gethan, wird neh⸗ men sein Lohn. 12. Versammlet mir her mein Auserkornen, alle Glaͤubigen und Neugebor⸗ nen, die meinen Bund wohl bedacht treulich han vollbracht. 13. Und die werden sie zur Rechten stellen, wo der Err ein lieblich Urtheil faͤllen, sie wird setzen gwal⸗ tiglich in die Luft bei sich. 14. Aber zun Gottlosen wird er sprechen: Nun wohlan, ich werde mit euch rechnen; warum habt ihr meinen Bund genommen in Mund? 15. So ihr doch Gott⸗ seligkeit verachtet, und nur nach Untugend habt ge⸗ trachtet: ich schwieg, und da meintet ihr, es waͤr nichts vor mir. 16. Weicht von mir, all ihr Vermaledeiten, in das Feuer, welchs vor langen Zeiten allen Teufeln ist bereit fuͤr ihre Bosheit. 17. Damit werden sie zur Hoͤllen muͤssen, und daselbst ihre Untugend buͤ⸗ ßen in unaussprechlicher Pein, der kein End wird sein. 18. Aber sein Volk, von diesen gescheiden, wird er fuͤhren zur himmlischen Freuden, wo es wie der Sonnenschein ewiglich wird sein. 19. Ei nun, HErre, steh uns bei auf Erden, und bereit uns, daß wir wuͤrdig werden, zu schau⸗ en in Ewigkeit deine Herr⸗ lichkeit. Michael Weiße. Mel. Uun kamm der Heiden Heiland. uͤrst der Fuͤr⸗ 893. Fin JEsu Christ, der der Erden Rich⸗ ter bist, nimm dich mei⸗ ner Seel jetzt an, daß ich dort bestehen kann. 2. Schreib mich in das Lebensbuch zu einm suͤßen Gottsgeruch, daß dein Grimm mich schrecke nicht, wenn du halten wirst Ge⸗ richt. 3. Siehe mich genaͤdig an, wie du Petro hast ge⸗ than; laß mich, wie die Magdalen, wohl getroͤstt von hinnen gehn. 4. Wie Matthaͤo in dem Zoll und Zachaͤo boffnun 0 — Vom Züngsten Gericht. 767⁷ voll, wie dem Schaͤcher sei mir huld, und vergieb mir alle Schuld. 5. Laß mich bei den Laͤmmern stehn, wenns Gerichte wird angehn; laß mich deiner rechten Hand, liebster JEsu, sein bekannt. 6. Laß mich hoͤren, wenn dein Mund den freudrei— chen Spruch thut kund: Kommt, die ihr gebenedeit, in das Reich der Herrlich⸗ keit! 7. Daß ich voller Freu⸗ den sei, und mich dir nah, froh und frei, daß ich dei⸗ ner Guͤtigkeit danke bis in Ewigkeit. Joh. Angelus. In eigener Melodie. 894 O Ewigkeit, du Don⸗ nerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Trau⸗ rigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz er⸗ schrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gau⸗ men klebt. 2. Kein Ungluͤck ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht faͤllt, und ganz wird aufgeho— ben; die Ewigkeit hat nur kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, laͤßt nimmer ab zu toben; ja, wie mein Heiland selber spricht: aus ihr ist kein Erloͤsung nicht. O Ewigkeit, du machst mir bang; o ewig/ ewig! ist zu lang, hier gilt fuͤrwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusammt der großen Pein betracht, er⸗ schreck ich recht von Her⸗ zen. Nichts ist zu finden weit und breit so schreck⸗ lich als die Ewigkeit. 4. Wenn der Verdamm⸗ ten große Qual so man⸗ ches Jahr, als an der Zahl hier Menschen sich ernaͤh⸗ ren, als manchen Stern der Himmel hegt, als manches Laub die Erde traͤgt, noch endlich sollte waͤhren, so wuͤre doch der Pein zuletzt ihr recht be⸗ stimmtes Ziel gesetzt. 5. Nun aber, wenn du die Gefahr viel hundert tausend, tausend Jahr hast klaͤglich ausgestanden, und von den Teufeln solcher Frist ganz grausamlich ge⸗ martert bist, ist doch kein Schluß vorhanden. Die Zeit, so niemand zaͤhlen kann, die faͤnget stets von neuem an. 6. Ach GOtt, wie bist du so gerecht, wie strafest du die boͤsen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen. Auf kurze Suͤnden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. Ach nimm dies wohl zu Herzen, be⸗ tracht es oft, o Men⸗ schenkind; kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 7. Ach fliehe doch des Teufels Strick; die Wol⸗ lust kann ein Augenblick und laͤnger nicht ergotzen; dafuͤr willst du dein arme Seel hernachmals in des Teu⸗ 768 Vom Zünasten Gericht. Teufels Hoͤhl, o Mensch, zum Pfande setzen; ja schoͤner Tausch, ja wohl gewagt, das bei den Teu⸗ feln wird beklagt. 8. So lang ein GOtt im Himmel lebt und uͤber alle Wolken schwebt, wird solche Marter waͤhren; es wird sie plagen Kaͤlt und Hitz, Angst, Hunger Schrecken, Feur und Blitz, und sie doch nicht verzehren. Dann wird sich enden diese Pein, wann GOtt nicht mehr wird ewig sein. 9. Wach auf, o Mensch, vom Suͤndenschlaf, ermun⸗ tre dich, verlornes Schaf, und beßre bald dein Leben. Wach auf, es ist doch hohe Zeit; es kommt heran die ECwigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß noch, wie man ster⸗ ben mag? 10. Ach laß die Wol⸗ lust dieser Welt, Pracht, Hoffahrt, Reichthum, Ehr und Geld dir laͤnger nicht gebieten; schau an die gro⸗ ße Sicherheit, die falsche Welt und boͤse Zeit, zu⸗ sammt des Teufels Wuͤ⸗ then. Vor allen Dingen hab in Acht die vorer⸗ waͤhnre lange Nacht. 11. O du verfluchtes Menschenkind, von Sin⸗ nen toll, von Herzen blind, laß ab die Welt zu lie⸗ ben. Ach, ach soll denn die Hoͤllenyein, da mehr denn tausend Henker sein, ohne Ende dich betruͤben? Wo ist ein so beredter Mann, der dieses Werk aussprechen kann? 2. O Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende; nimm du mich, wenn es dir gefaͤllt/ HErr IEsu, in dein Freu⸗ denzelt. Zohann Rist. Mlel. Uun laßt uns den Leib begraben. — Suͤnden⸗ 895. mensch, be⸗ denk den Tod, der letzten Stunde Angst und Noth, mach dich mit wahrer Buß bereit, zu leben in der Ewigkeii. 2. Besitzest du die ganze Welt mit hoͤchster Ehr und allem Geld, erfreut es dich ein kleine Zeit und dienet nicht zur Ewigkeit. 3. Erschallt in deinen Ohren nicht: Ihr Todten, kommet vor Gericht? Ist doch der juͤngste Tag nicht weit, dem folgen wird die Ewigkeit. . Wenn du begehrest GOttes Huld, so meid der Suͤnden schwere Schuld, die wider deine Seele streit, so bist du frei in Ewigkeit. 5. Unzaͤhlig ist der Ster⸗ ne Heer, die Tropfen und der Sand em Meer; doch haben sie Maaß, Ziel und Zeit, und gleichen nicht der Ewigkeit. 6. Besinn und denke fort und fort, was Ew 10. 4 vom ewigen Leben. 769 fuͤr ein Donnerwort. Ach keiner Zeiten Zeit befreit die Ewig⸗Ewig⸗Ewigkeit! In eigener Melodie. 896 Wochket auf, . ruft uns die Stimme der Waͤchter sehr hoch auf der Zinne; wach auf, du Stadt Je⸗ rusalen: Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jung⸗ frauen? Wohl auf, der Braͤutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujah. Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr muͤsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hoͤrt die Waͤch⸗ ter singen, das Herz thut ihr vor Freuden Aeuend sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel praͤchtig, von Gnaden stark, von Wahr⸗ heit maͤchtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du wer⸗ the Kron, HErr JEsu, GOttes Sohn! Hosianna. Wir folgen all zum Freu⸗ densaal, und halten mit das Abendmahl. 3. Glorig sei dir gesun⸗ gen mit Menschen⸗ und englischen Zungen, mit Harfen und mit Cym⸗ beln schoͤn. Von zwolf Perlen sind die Pforten an deiner Stadt, wir sind Consorten der Engel, hoch um deinen Thron. Kein Aug hat ie gespuͤrt, kein Ohr hat mehr gehoͤrt sol⸗ che Freude; deß sind wir froh, io, io! ewig in dul⸗ ci jubilo. Ppilipp Nicolat. III. Vom ewigen Leben. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 097 Olsch wer schon 89 4. A im Himinel waͤre, liebster GOtt, bei dir, bei dir! Hoͤre doch, mein Schoͤpfer, höre, und laß mich ꝛnicht laͤnger hier. Ich muß js sein, wo du bist, wo mein Schatz, mein IEsus ist; ich muß aus dem Weltgetuͤmmell, weil mein Troster ist im Himmel. 2. Hier kann ich kein Guuͤgen finden in der boͤsen Jammerwelt; denn sie ist voil lauter Suͤnden, ihr ganz Wesen mir mißfaͤllt. Neid, Verfolgung, Spott und Hohn giebet sie zum besten Lohn. Ach du schad⸗ des Weltgetuͤmmel, waͤre ich aus dir im Himmel! 3. Wie wohl wird mir doch geschehen, wenn ich immer die GOttheit kann in drei Personen sehen und der Dreien Einigkeit; wenn ich sehe GOtt, das Licht, GOttes heilig An⸗ gesicht; o wer aus dem Weltgetuͤmmel bei GOtt waͤre dort im Himmel! 4. Keine Ruhe kann ich haben hier in dieser Zeit⸗ lichkeit. Will Wollust, Geld, Gut mich laben: 33 weg⸗/ 77⁰ Vom ewigen Leben. weg/ weg mit der Eitel⸗ keit! es ist doch nur Unbe⸗ stand; ach heim, heim ins Vaterland, heim aus die⸗ sem Weltgetuͤmmel zu der Ruhe, in den Himmel! 5. Dort kann mir kein 210 nicht schaden, keine nast, Gefahr und Noth; denn ich bin in GOttes Gnaden, GOtt in mir, und ich in GOtt. Da erreiche ich mein Ziel, alsdann will ich, was GOtt will; darum weg, du Weltgetuͤmmel, ich erwaͤhle mir den Himmel. 6. Krankheit, Hunger, Durst, Frost, heer Sorge/ Furcht und steter Streit machen, daß ich oft hier schwitze, daß sich haͤufet Leid mit Leid; alles aber hoͤret auf, wenn ich ende meinen Lauf. O was bist du, Weltgetuͤmmel? Waͤre ich aus dir zum Himmel! 7. Wie so lieblich wird es schauen, wenn ich das Hallelujah singe mit den Engeln allen. O wer doch schon waͤre da! Laß indeß meins Herzens Schrein/ mein GOtt, deinen Him⸗ mel sein; fuͤhre aus dem Weltgetuͤmmel, dich zu ruͤhmen, mich in Himmel. 8. Bin ich etwa hier in Freuden, so ist Trauern wohl nicht weit, Freude aber ohne Leiden ist dort in der Ewigkeit. Weiche, Un⸗ vollkommenheit; droben ist die Seligkein. Gute Nacht, du Weltgetummel, eins und alles ist im Himmel. 9. Soll und muß ich aber wandeln laͤnger noch in dieser Zeit, so hilf mir stets christlich handeln, mein GOtt, mache mich bereit; weis mir, wie ich leben soll, wie ich sterbe sanft und wohl, und laß dieses Weltgetuͤmmel mich nicht wenden von dem Himmel. 10. Weil du nur hier bist im Herzen, so bin ich im Himmel zwar; aber mein Herz macht mir Schmer⸗ zen, denn es ist so boͤser Art. Darum will ich Suͤnden los lieber bald ins Himmels Schloß; ach nimm aus dem Weltgetuͤmmel mich zu dir, du bist mein Himmel. 11. Strecke deine Arm und Haͤnde zu mir aus, ich will hinein; komm, mein Braͤutgam, komm behende, ich will deine sein allein; schenk du alle Suͤnden mir/ oͤffne doch die Himmelsthuͤr; ich hin aus dem Weltge⸗ tuͤmmel in der Hoffnung schon im Himmel. Ludämilie Elisabeth, Gräfin v. Schwarzburg. In eigener Melodie. le Men⸗ 898. A schen muͤs⸗ sen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet muß verderben, soll es anders werden neu; die⸗ ser Leib, der muß verwesen/ wenn er anders soll genesen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich die⸗ ses Leben, wenn es meinem GOtt beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin daruͤber nicht betruͤbt; denn in vom ewigen Leben. 77⁷¹ in meines IEsu Wunden hab ich nun Erloͤsung fun⸗ den, und mein Trost in Todesnoth ist des HErren IEsu Tod. 3. JEsus ist fuͤr mich ge⸗ storben, und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin hier aus diesem Weltge⸗ ruͤmmel in den schoͤnen GOttes⸗Himmel, da ich werde Kigteit schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das ßen Himmelskleid; mit der guͤldnen Ehrenkrone steh ich da vor GOttes Throne; schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. 8. Hier will ich nun ewig wohnen; liebster Schatz, zu guter Nacht; eure Treu wird GOtt belohnen, die ihr habt an mir vollbracht. Liebsten Kinder und Ver⸗ wandten, Bruͤder, Freunde und Bekannten, lebet wohl zu guter Nacht, GOtt sei Lob, es ist vollbracht! Joh. Georg Albinus 1— 7. Freudenleben, da viel tau⸗ send Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen GOtt vor seinem Thron; da die Seraphinen prangen, und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt GOtt der Va⸗ ter, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten all⸗ zumal; wo auf ihren Eh⸗ renthronen sitzet die ge⸗ zwoͤlfte Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle From⸗ men hingefahren; da wir unserm GOtt zu Ehrn ewig Hallelujah hoͤrn. 6. O Jerusalem, du Schoͤne, ach wie helle glaͤn⸗ est du! ach wie lieblich Lobgetoͤne hoͤrt man da in sanfter Ruh! Ach der gro⸗ ßsen Freud und Wonne, jez⸗ und gehet auf die Sonne; lebund gehel an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach ich habe schon er⸗ blicket alle diese Herrlich⸗ Mlel. Ich bin ja, HErr, in deiner Macht. Antwort zu Nr. 862. Ich bin ja, HErr ꝛc. 899 Se recht, mein 5 Kind, ergieb dich mir, das Leben gab ich Anfangs dir, bis hie⸗ her hab ichs auch erhalten. Ich bins, der dir den Odem giebt, und wenn es mir einmal beliebt, wird auch dein siecher Leib erkalten; doch wann du sollst sein ausgespannt, das steht al⸗ lein in meiner Hand. Wen hab ich nun ꝛc. 2. Ja, ich bins, der dich retten kann, und nehm die letzten Seufzer an, die die geyreßte Brust laͤßt flie⸗ gen; wenn aller Sinne Kraft gebricht, so fehlt doch meine Huͤlfe nicht. Ich, Jehovah, ich kann nicht luͤgen; ich komme meinen Worten nach, in⸗ sonderheit beim letzten Ach. Mich duͤnkt, da lieg ꝛe. keit jetzund werd ich schön geschmuͤcket mit dem wei⸗ 3. Getrost, mein Kind, 33* und 7⁷² Vom ewigen Leben. und leide dich, setz deine Hoffnung ganz auf mich/ das alles wird uns doch nicht trennen. Nimmt schon die Kraft von außen ab, und siehst du nichts als Tod und Grab, dein Geist wird doch nicht sterben kon⸗ nen. Was ficht dich Suͤnd und Satan an? Ich bins, der dich erretten kann. Ich hoͤre der Posaunen ꝛe. 4. Hoͤrst du gleich der Posaunen Ton, und siehst du den Gerichtstag schon, getrost, laß dichs doch nicht erschrecken; hier wird mein Leiden und Ge⸗ duld, dort meines Va⸗ ters Gnad und Huld dich mit dem Schild der Gnaden decken. Ich hab der Hoͤllen Macht ge⸗ schwaͤcht, im Himmel ist dein Buͤrgerrecht. Kein Geld noch Gut ꝛe. 5. Ja/ ja/ ich, GOtt/ des Todes Tod ich helfe dir aus dieser Noth, wo alle Huͤlfe sonst ver⸗ schwunden; denn freilich hilft kein Geld noch Gut, ja durch vergoßnes Bru⸗ derblut wird keine Ret⸗ tung nicht gefunden. Doch wer mich ruft im Glau⸗ ben an, da hat die Hoͤll kein Macht daran. Der Teufel hat nicht ꝛc. 6. Recht so! an dem, was mir vertraut, und nur auf mich im Glau⸗ ben schaut, kann Satan auch kein Antheil suchen. Ich bins, der Missethat vergiebt dem, der da mich von Herzen liebt, und alle Suͤnden will verfluchen. Ich loͤse des Gesetzes Bann, und nehme mich der Meinen an. HEer JEsu, ich dein ꝛc 7. Getrost, mein Kind, mein theures Blut kommt freilich dir auch mit zu gut, wenn du nur meiner recht begehrest; ach fuͤrcht dich vor dem Satan nicht, ihn druͤcket selbst das Zorn⸗ gericht, darunter du nicht mehr gehoͤrest; er bleibt von mir verflucht, ver⸗ bannt, dich schuͤtzet meine Gnadenhand. Nein, nein, ich weiß ꝛe. 8. Wohlan, suchst du in mir dein Heil, so sollst du als mein wahres Theil, in meinem Schooß geruhie sien; hier lache aller Ang und Noth, es mag Gesetz, Hoͤll oder Tod auf dich herdonnern oder blitzen; verbleibst du nur im Le⸗ ben mein: im Tod wirst du keins Fremden sein. Ernst Gottfried Spener. Mel. Palet will ich dir geben. 900 Der Braͤut⸗ • gam wird bald rufen; Kommt all, ihr Hochzeitgaͤst! Hilf, GOtt, daß wir nicht schlafen, in Sünden schlummern fest, bald han in unsern Haͤn⸗ den die Lampen, Oel und Licht, und duͤrfen uns nicht wenden von deinem Angesicht. 2. Da werden wir mit reuden den Heiland chauen an, der durch sein werden uns ennehmen als ihre Bru⸗ derlein, sich unsrer gar nicht schaͤmen, uns men⸗ gen mitten ein; wir wer⸗ den alle treten zur Rech⸗ ten IEsu Christ, als un⸗ sern GOtt anbeten, der unsers Fleisches ist. 4. GOtt wird sich zu uns kehren, einm jeden setzen auf ein guͤldne Kron der Ehren, uns herzen freundlich drauf; wird uns an sein Brust druͤcken aus s. Lieb ganz vaͤterlich, an Leib und Seel uns schmuͤcken mit Gaben mildiglich. 5. Da wird man ho⸗ ren klingen die rechten Saitenspiel; die Musika wird bringen in GOtt der Freuden viel; die Eugel werden singen, all Heilgen Gottes gleich, mit himmelischen Zungen ewig in GOttes Reich. 6. Er wird uns froͤhlich leiten ins ewge Paradeis, die aonn 805 zu bereiten zu seinem Lob und Preis; da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu aus GOttes Schatz und Brunne, und taͤglich werden neu. 7. Also wird GOtt er⸗ist loͤsen uns gar aus aller Noth, vom Teufel, allem 77³ Weh und Klagen, von Krankheit, Schmerz und Leid, von Schwermuth, Zorn und Zagen, von aller boͤsen Zeit. Johann Walther. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 901. Der Tod fuͤh⸗ ret uns zum Leben; seid froͤhlich, die ihr GoOtt ergeben, der Tod ist todt und ferne hin. Sein Stachel gehet ins Verwesen, der Leib steht auf, und wird genesen, der Christen Tod ist ihr Ge⸗ winn. Was ist es, das hier stirbt? Die Suͤnde nur verdirbt. Hochgelobet ei unser GOtt in Todes⸗ noth, weil in dem Tod der Tod ist todt. 2. Der Feind ist nun uͤberwunden, der Strick zerreißt, der uns gebun⸗ den, wir sind von allem Jammer los. Nun schaut die Seele ins Unendlich, und GOtt ist ihr als Gett recht kenntlich, der in der Majestaͤt ist groß. Seht, wie die Seel ge⸗ ziert, wie hoch sie trium⸗ phirt. Victoria! ruft sie durch GOtt. Was ist der Tod? Der Tod ist nichtes, als ein Spott. 3. Sollte uns der Tod anfechten, da JEsus sitzt zu GOttes Rechten, der von dem Tod erstanden ist? Der HeErr kann jetzund nicht mehr sterben, kein Glied kann an dem Bosen, von Truͤbsal, Angst und Spott, von Trauern, Leib verderben, ich bin sein Glied, ein wahrer Christ. 77⁷⁴ Vom ewigen Leben. Christ. Darum ist mir der Tod ein rechter Freu⸗ denbot. Erloͤste Seel, du wirst jetzund in GOttes Bund vom Elend los und recht gesund. 4. Wohlauf, da du sollst hintreten vor GOt⸗ tes Stuhl, und den an⸗ beten, der heilig, heilig/ heilig heißt! Dein JE⸗ sus traͤgt dich mit Erbar⸗ men, und nimmt dich froͤhlich auf die Arme, daß er eranicke deinen Geist; der Tod ist mir und dir die rechte Lebens⸗ thuͤr: GOtt oͤffnet sie. Ei, was ist das? Ich werd nicht blaß, ich singe GOtt das Gratias. Peter Lackmann. Mel. Auf meinen lieben GOtt. ie Zeit ist 902„ nunmebr nah, HErr IEsu, du bist da; die Wunder, die den Leuten dein Ankunft sollen deuten, die sind, wie wir gesehen, in großer Zahl geschehen. 2. Was soll ich denn nun thun? Ich soll auf dem be⸗ ruhn, was du mir hast verheißen, daß du mich wollest reißen aus meines Grabes Kammer und al⸗ lem audern Jammer. 3. Ach JEsu, wie so schoͤn wird mirs alsdann ergehn! Du wirst mit tau⸗ send Blicken mich durch und durch erquicken, wenn ich hier von der Erde mich zu dir schwingen werde. 4. Ach was wird doch dein Wort, o suͤßer See⸗ lenhort, was wird doch sein dein Sprechen, wenn dein Herz aus wird bre⸗ chen zu mir und meinen Bruͤdern, als deinen Lei⸗ bes⸗Gliedern! 5. Werd ich denn auch vor Freud in solcher Gna⸗ denzeit den Augen ihre Zaͤhren und Thraͤnen koͤn⸗ nen wehren, daß sie mir nicht mit Haufen aͤuf mei⸗ ne Wangen laufen? 6. Was fuͤr ein schoͤnes Licht wird mir dein Ange⸗ sicht, das ich in jenem Le⸗ ben werd erstmals sehen, geben! Wie wird mir deine Guͤte entzuͤcken mein Gemuͤthe! 7. Dein Augen, deinen Mund, den Leib, der no verwundt, da wir so fe auf trauen, das werd ich alles schauen; auch innig herzlich gruͤßen die Maal an Haͤnd und Fuͤßen. 8. Dir ist allein be⸗ wußt die ungefaͤlschte Lust und edle Seelenspeise in deinem Paradeise; die kannst du wohl beschrei⸗ ben, ich kann nichts mehr als glaͤuben. 9. Doch was ich hier ge⸗ glaͤubt, das steht gewiß, und bleibt mein Theil, dem gar nicht gleichen die Guͤter aller Reichen. All anders Gut vergehet, mein Erbtheil das hestehet. 10. Ach HErr, mein schoͤnstes Gut, wie wird sich all mein Blut in al⸗ len Adern freuen, und 00 0 Vom ewigen Leben. 77⁵ das neu verneuen, wenn du mir wirst mit Lachen die Himmelsthuͤr auf⸗ machen. 11. Komm her, komm und empfind, o auser⸗ waͤhltes Kind, komm, schmecke was fuͤr Gaben ich und mein Vater ha⸗ ben; komm, wirst du sa⸗ gen, weide dein Herz in ewger Freude. 12. Ach du so arme Welt, was ist dein Gold und Geld hier gegen diese Kronen und mehr als uͤldne Thronen, die hristus hingestellet dem Volk, das ihm gefaͤllet. 13. Hier ist der Engel Land, der selgen Seelen Stand; hier hoͤr ich nichts als Singen, hier seh ich nichts als Springen; hier ist kein Kreuz, kein Leiden, kein Tod, kein bittres Scheiden. 14. Halt ein, mein schwa⸗ cher Sinn, halt ein, wo denkst du hin? Willst du, was grundlos, gruͤnden, was unbegreiflich, finden? Hier muß der Witz sich neigen, und alle Redner schweigen. 15. Dich aber, meine Zier, dich laß ich nicht von mir; dein will ich stets ge⸗ denken, HErr, der du mir wirst schenken mehr, als mit meiner Seelen ich wuͤnschenikann und zaͤhlen. 16. Ach wie ist mir so weh/ eh ich dich aus der Hoͤh, HErr, sehe zu uns kom⸗ men; ach daß zum Heil der Frommen du meinen Wunsch und Willen noch moͤchtest heut erfuͤllen! 17. Doch du weißt deine Zeit; mir ziemt nur, stets bereit und fertig da zu stehen, und so zum HErrn zu gehen, daß alle Stund und Tage mein Herz ich zu dir trage. 18. Dies gieb, HErr, und verleih, auf daß dein Huld und Treu ohn Unterlaß mich wecke, daß mich dein Tag nicht schrecke, da un⸗ ser Schreck auf Erden soll Fried und Freude werden. Paul Gerhard. Mel. Valet will ich dir geben. 903 in Troͤpflein . von den Re⸗ ben der suͤßen Ewigkeit kann mehr Erquickung geben als dieser eitlen Zeit gesammte Wollustfluͤsse; und wer nach jenem strebt, tritt unter seine Fuͤße, was hier die Welt erhebt. 2. Wer von dir moͤchte sehen nur einen Blick, o GOtt, wie wohl wuͤrd ihm geschehen! Die Welt waͤr ihm ein Spott mit allem ihren Wesen; so herr⸗ lich und so rein, so lieb⸗ lich, so erlesen ist deiner Augen Schein. 3. Den wahren GOtt zu schauen, das ist die Se⸗ ligkeit und aller Himmels⸗ auen ihr schoͤnstes Blu⸗ menkleid; wie war nach seinem Blicken der Abra⸗ ham so froh, wie wuͤnscht er zu erguicken sich an dir, A und O! 4. Sprach 77 Vom ewigen Leben. 4. Sprach mit Triumph und Prangen der liebe Ja⸗ kob nicht: Ich habe GOt⸗ tes Wangen und klares An⸗ gesicht gesehn, und bin ge⸗ nesen? Wie glaͤnzte Mo⸗ ses Haut, als er bei GOtt gewesen, und seinen Mund geschaut! 5. Du reichlichste Be⸗ lohnung der auserwaͤhlten Zahll, wie lieblich ist die Wohnung, da deiner GOtt⸗ heit Strahl sich offenbar⸗ lich zeiget! O herrlich edler Tag, dem diese Sonne stei⸗ get, und ihn erleuchten mag. 6. O Licht, das ewig brennet, dem keine Nacht bewußt, das keinen Nebel kennet! Gesellschaft, reich an Lust, da Gott und Engel kommen mit Men⸗ schen uͤberein, und ewig⸗ lich die Frommen gesegnet werden sein. 7. Vollkommne Liebe bringet dort immer neue Freud; aus ewger Lieb entspringet ein ewge Froͤh⸗ lichkeit. Gott selbst ist solche Wonne, ist solcher Liebe Preis, ist seiner Blu⸗ men Sonne im bunten Pa⸗ radeihn, 8. Sein Licht wird in uns leuchten, sein Oel und Ho⸗ nigsaft soll unsre Lippen feuchten; von seiner Staͤr⸗ H ke Kraft mit Weis⸗ und Schoͤnheit werden wir ganz erfuͤllet sein, und spiegeln die Geberden in seinem hellen Schein. 9. Was wuͤnschest du fuͤr Gaben? Du wirst sie finden dort, und in dir selbsten haben den Reichthum fort und fort; denn GOtt, vor welchem Kronen und Per⸗ len Staub und Spott, wird selber in uns wohnen, und wir in unserm GOtt. 10. Wann werd ich ein⸗ mal kommen zu solcher Freudenquell? Waͤr ich doch aufgenommen, und schon bei dir zur Stell! HErr Christe, nimm mein Flehen so lang indessen an, bis ich dich selbst ansehen und recht beschauen kann. Erasmus Finx. In eigener Blelodie oder: Valet will ich dir geben. 90 4 Cruc uhr * euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lam⸗ ven Schein; der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich auf⸗ gemachet der Braͤutigam mit Pracht. Auf, betet, kaͤmpft und wachet, bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig, und fuͤllet sie mit Oel, und seid des Heils gewaͤrtig, bereitet Leib nnd Seel. Die Waͤchter Zi⸗ ons schreien: Der Braͤu⸗ tigam ist nah; begegnet ihm im Reihen, und singt allelujah! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, die Hoch⸗ zeit ist bereitl, auf, Vom ewigen Leben. 7⁴⁷⁷ ihr Reichsgenossen, der Braͤutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Baͤume bluͤhen, der schͤne Fruͤhlingsschein ver⸗ heißt Erquickungszeiten; die Abendroͤthe zeigt den schoͤnen Tag von weiten, davor das Dunkle weicht. 5. Wer wollte denn nun schlafen? Wer klug ist, der ist wach. GOtt kommt die Welt zu strafen, zu uͤben Grimm und Rach an allen, die nicht wachen, und die des Thieres Bild anbeten sammt dem Dra⸗ chen; drum auf, der Loͤwe bruͤllt. 6. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Ge⸗ berden, und seid nicht mehr betruͤbt. Es sind die Freu⸗ denstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie uͤberwunden, die Krone nun vertraut. 7. Die ihr Geduld ge⸗ tragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren, und vor des Lam⸗ mes Thron mit Jauchzen triumphiren in eurer Sie⸗ geskron. 8. Hier sind die Sieges⸗ polmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Wei⸗ enhalmen in Frieden nach em Streit, und nach den Wintertagen; hier gruͤnen die Gebein, die dort der Tod zerschlagen; hier schenjñzt man Freuden⸗ wein. 9. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erloͤsten weiden, hier ist der sichre Port; hier sind die guͤld⸗ nen Gassen, hier ist das Hochzeitmahl, hier soll sich niederlassen die Braut im Rosenthal. 10. O JIEsu, meine Wonne, komm bald, und mach dich auf; geh auf, verlangte Sonne, und eile deinen Lauf. O JEsu, mach ein Ende, und fuͤhr uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Haͤnde nach der Erloͤsungszeit. Laurentius Laurenti. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. QAiists, oder ist 905. Imein Geist entzuͤckt? Mein Auge hat jetzt was erblickt, ich seh den Himmel offen; ich sehe GOttes Koͤnigsthron, zur Rechten IEsum, Got⸗ tes Sohn, auf den wir alle hoffen. Singet, klin⸗ get, spielt auf scharfen Davidsharfen, jauchzt von Herzen; JEsus stillet alle Schmerzen. 2. Ich seh, er machet alles neu, die Braut faͤhrt zu ihm ohne Scheu in reiner schoͤner Seide; die Kleider sind mit Gold durchstickt, der Braͤutgam hat sie selbst geschmuͤckt mit theurem Halsgeschmei⸗ de. Meister, Geister, Che⸗ rubinen, Seraphinen wuͤn⸗ 99— schen 77³⁸ vom ewigen Leben. schen Gluͤcke JEsus giebt ihr Liebesblicke. 3. Der Braut ist nichts als Lust bewußt, GOtt sieht an ihrer Schoͤnheit Lust, sie glaͤnzet wie die Sonne; man fuͤhrt sie in den Brautpalast, ins Freu⸗ denhaus, zur stolzen Rast, zu ihres Koͤnigs Wonne. Klagen, Zagen, Sonnen⸗ hitze, Donner⸗Blitze sind verschwunden; GOttes Lamm hat uͤberwunden. 4. GOtt hat sie aus dem Strom erfrischt, der AugenThraͤnen abgewischt, GOtt koͤmmt bei ihr zu wohnen. Er will ihr GOtt, sie sein Volk sein/ selbst bei ihr gehen aus und ein: wie reichlich kann GOtt lohnen! Trauet, schauet GOttes Guͤte, GOttes Huͤtte bei den Kindern; GOtt wohnt bei bekehr⸗ ten Suͤndern. 5. Wie heilig ist die neue Stadt, die GOtt unds Lamm zum Temvel hat, zum Grunde die zwoͤlf Boten, Gar nichts Gemei⸗ nes geht hinein, wer greu⸗ elt, muß verbannet lein, sein Theil ist bei den Tod⸗ ten. Reine, feine Edel⸗ steine sind gemeine; ihr Licht flimmert/ wie ein hel⸗ ler Jaspis schimmert. 6. Die Stadt darf kei⸗ ner Sonne nicht, nicht unsers Mondes hlasses Licht, das Lamm ist ihre Sonne; ihr Leuchter GOt⸗ tes Herrlichkeit; die Hei⸗ den wandeln weit und breit bei dieses Lichtes Wonne. Ihre Thuͤre ihre Pforte dieser Orte stebet offen; da ist keine Nacht zu hoffen. 7. Ven GOttes Stuhle quillt ein Fluß, der mitten auf der Gassen muß das Holz des Lebens wassern. Die Frucht, die der Baum woͤlffach traͤgt, und jedez Blaͤttchen, das er hegt, soll die Gesundheit bessern. Schlechte Knechte, Her⸗ ren, Fuͤrsten, Kaiser duͤr⸗ sten nach der Ouelle; sie fleußt recht krystallenhelle. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die GOtt den Frommen vorbehaͤlt! kein Mensch kann sie erwerben. OJEsu, HErr der Herr⸗ lichkeit, du hast die Staͤtt auch mir bereit, hilf mir sie auch ererben. Weise, vreise ihre Kraͤfte, ihr Geschaͤfte mir Elenden. Laß mich auf den Anblick enden. Ahasverus Fritsch. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. 906. eines Le⸗ bens beste Freude ist der Himmel, GOttes Thron; meiner Seelen beste Weide ist mein IEsus, GOttes Sohn; was mein Herze recht er⸗ freut /ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich er⸗ uicken an den Guͤtern die⸗ ser Welt; ich will nach dein Himmel blicken und zu IEsu sein gesellt; denn der Erden Gut vergeht, I sus und sein Reich bentebt. 3. Reicher kann ich nir⸗ gend Vom ewigen Leben. 779 gend werden, als ich schon in IEsu bin; alle Schaͤtze dieser Erden sind ein schnoͤ⸗ der Angstgewinn: IEsus ist das rechte Gut, das der Seelen sanfte thut. 4. Glaͤnzet gleich das Weltgepraͤnge, ist es lieb⸗ lich anzusehn, waͤhrt es doch nicht in die Laͤnge, und ist bald damit ge⸗ schehn; ploͤtzlich pfleget aus zu sein dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Him⸗ mels Gaben, die mein JE⸗ sus inne hat, koͤnnen Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt; und vergeht zu keiner Zeit je⸗ nes Lebens Herrlichkeit. 6. Einen Tag bei JIEsu sitzen ist viel besser, als die Welt tausend Jahr in Freuden nuͤtzen. Aber ewig sein gestellt zu des HErren rechter Hand, bleibt ein auserwaͤhlter Stand. 7. Trinken, Essen, Tan⸗ zen, Springen labet mei⸗ ne Seele nicht; aber nach dem Himmel ringen, und auf IEsum sein gericht, ist der Seelen schoͤnste Zier/ geht auch aller Freude fuͤr. 8. Ach so goͤnne mir die Freude, JEsu, die dein Himmel hegt; sei du sel⸗ der meine Weide, die mich hier und dort verpflegt; und an dir recht froh zu sein, nimm mich in den Himmel ein. Sal. Liscow. Mel. O Ewignkeit, du Donnerwort. 907⁷. Ewigkeit, du Freu⸗ denwort, o Freud, die ewig gehet fort, o Anfang son⸗ der Ende, o Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Froͤhlichkeit nicht, wo ich mich hinwende; mein ganz entzuͤcktes Herz ist voll der Freude, die da kommen soll. 2. Kein Freud ist noch in aller Welt, die endlich mit der Zeit nicht faͤllt, und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit hat nur kein Ziel, der Freuden unver⸗ aͤndert Spiel wird nimmer agufgeschoben; ja Pauus der bekennet frei, daß sie ganz unaussprechlich sei. 3. O ewig freudenvol⸗ ler Gang, o Ewigkeit, verzeuch nicht lang, wir warten dein mit Schmer⸗ zen. Drum, wenn ich jene Himmelspracht zusammt der großen Freud betracht, erfreu ich mich von Her⸗ zen. Nichts ist zu finden weit und breit so lieblich als die Ewigkeit. 4. Was acht ich irdsche Lust auf Erd, dies alles ist kaum nennenswerth, es kann nicht lange waͤhren; was waͤr es, wenn gleich einer lebt, und funfzig Jahr in Freuden schwebt? So wuͤrd ichs nicht begeh⸗ ren; denn diese Freud faͤllt selten ein, und kann dazu nicht ewig sein. 5. Es ist die Freud ohn alle Qual, waͤhrt man⸗ ches Jahr als ohne Zahl die Menschen sich ernaͤh⸗ ren, als manchen Stern der Himmel hegt, als man⸗ ches 780⁰ Vom ewigen Leben. ches Laub das Erdreich traͤgt, und Vögel sich ver⸗ mehren. Sie bleibet ewig unverletzt, kein End und Ziel wird ihr gesetzt. 6. Nun aber, wenn du immerdar viel hundert tausend tausend Jahr in solcher Lust gestanden, und sammt den Engeln sol⸗ cher Frist mit Freud und Wonn ergoͤtzet bist, ist doch kein Schluß vorhan⸗ den; die Zeit, die niemand zaͤhlen kann, die faͤnget stets von neuem an. 7. Sucht einer gleich hier in der Welt Ergoͤtzung in seinm Gut und Geld, es ist vergaͤnglich Wesen. Kein Freud ist es, nur lauter Muͤh, und stete Sor⸗ gen macht es fruͤh, ja das, was er eriesen, bringt ihm auf jeden Glockenschlag Angst, Kummer, herbes Ungemach. 8. Ach was ist das? Es wird der Schein der ewgen Lust nicht irdisch sein, und mit der Zeit sich enden; es wird sich der Erwaͤhl⸗ ten Schaar in Lieb und Friede immerdar mit gro⸗ ßem Jauchzen wenden; und diese unzerstoͤrte Freud soll waͤhren bis in Ewigkeit. 9. Ach GOtt, barm⸗ herzig und gerecht, wie lohnest du dem frommen Knecht mit triumphirnder Wonne! Auf kurzes Lei⸗ den dieser Welt hast du so lange Freud bestellt; komm nur, o Gnaden⸗ sonne. Nun merk auf dies, o Menschenkind, sei fromm, es kommt der Tod geschwind. 10. Die irdsche Lust ist voller Tuͤck, und kann doch kaum ein Augenblick, und laͤnger nicht ergoͤtzen; flieh solche Lust nur allezeit, hier kann man ja in Ewig⸗ keit die Seel in Freuden setzen. Ein schoͤner Tausch recht wohl gewagt, der uns in Ewigkeit behagt. 11. So lang ein GOtt im Himmel lebt, und uͤher alle Wolken schwebt, wird solches Jauchzen waͤhren. Kein scharfe Kaͤlt, noch blasse Hitz, kein, Angst, kein Feuer oder Blitz wird diese Ruh verheeren; sie bleibet unverruͤckt allein, so lange GOtt ein GOtt wird sein. 12. Die Freude bleibet immerdar, als anfangs sie beschaffen war, sie kann sich nicht vermindern; da ist kein Arbeit, sondern Ruh, und nimmt an Froͤhlichkeit stets zu bei jenen frommen Kindern: so folget auf die Thraͤnensant die Freuden⸗ ernte in der That. 13. Wach auf, betruͤb⸗ ter Mensch, vom Schlaf, ermuntre dich, verlaßnes Schaf, denk auf das Freu⸗ denleben; wach auf, es kommt die schone Zeit, es kommt die frohe Ewigkeit, die JIEsus dir wird geben; wer weiß, ob er nicht kom⸗ men mag? Komm heut, erwünschter Freudentag. 14. Die Lust ist Last in dieser Welt, die nur den Ueppigen gefaͤllt, der From⸗ me me wird sich huͤten; laß ja doch keine Sicherheit dir deine Herzenßfroͤhlichkeit durch Erdenlust verbieten; vor allen Dingen hab in Acht dein Heil, das Chri⸗ stus dir gebracht. 15. Du hoch erloͤstes Menschenkind, des Geistes voll, geh ab geschwind von diesem Erdenhuͤgel, und schwing dein Herze da hinein, wo hundert⸗ tausend Engel sein, mach deiner Seelen Fluͤgel; wo lebt ein so beredter Mann, der jene Freud ausspre⸗ chen kann! 16. O Ewigkeit, du Freudenwort, o Freude, die da gehet fort, o An⸗ fang sonder Ende, o Ewig⸗ keit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Froͤhlich⸗ keit nicht, wo ich mich hin⸗ wende; nimm du mich, wenn es dir gefaͤllt, o IE⸗ su, in dein Freudenzelt. Caspar Heunisch. AMlel. Sollt ich meinem EoOtt nicht singen. effne mir 908. O die Per⸗ lenthore, o du Schmuck der Himmelsstadt, Licht vom Licht zum Licht er⸗ koren, eh die Welt den Anfang hatt. Eile, Lieb⸗ ster, heim zu fuͤhren meine Seele, deine Braut, die du dir hast anvertraut. Laß mich diese Klarheit deume wo mrch keine Suͤn⸗ enmacht mehr betruͤbt und finster macht. 2. Ich lieg schon in dei⸗ Vom ewigen Leben. 78¹ nen Armen durch den Glauben fest geschraͤnkt, und durch deiner Lieb Er⸗ barmen wird mir Freude eingeschenkt, die nach dei⸗ nem Nektar schmecket, den du in der Ewigkeit mei⸗ ner Seele hast bereit. Aber diese Lust erwecket Durst, den nichts, mein GOtt, als du, saͤttiget in voller Ruh. 3. Es verlanget mich zu sehen ohne Decke dein Gesicht, und von Suͤnden frei zu stehen, reines Lamm/ in deinem Licht; doch ich will dir nichts vorschrei⸗ ben, und mein Himmel ist schon hier, wirst du, meine Seelen-Zier, nur mit mir vereinigt bleiben; denn wie sollt auch ohne dich Himmelslust vergnuͤ⸗ gen mich? 4. Du bist meine See⸗ len⸗Wonne, wenn mich Angst betruͤben will; mein Herz nennt dich seine Sonne, und das Sorgen⸗ meer wird still, wann mir deine Blicke lachen, deren liebbeglaͤnzter Strahl tren⸗ net alle Nacht und Qual; du kannst mich vergnuͤget machen, in dir hab ich Himmelsfreud, außer dir Verdruß und Leid. 5. Laß mich, Baum des Lebens, bleiben an dir ei⸗ nen treuen Zweig, der, wann ihn hier Stuͤrme treiben, staͤrker werd und hoͤher steig, auch im Glau⸗ ben Fruͤchte bringe; und versetz mich nach der Zeit in das Feld der Ewigkeit, da ich mich in dir ver⸗ jul⸗ 78² Vom ewigen Leben. welte⸗ wann des Leibes welkes Laub wieder gruͤnt aus seinem Staub. 6. Gieß indessen in die Seele deinen suͤßen Le⸗ benssaft, Leben, dem ich mich vermaͤhle, und laß deiner Liebe Kraft mich ganz gnadenvoll erlaben. Bleibe mein/ ich bleibe dein/ dein will ich auch ewig sein. Dich, mein JEsu/ will ich haben; Erd und Himmel acht ich nicht, ohne dich, mein Trost und Licht. Wolfg. Christoph Deßler. In ei Melodie. 909. Gläubige. eigener Melodie 5 O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu GOtt gekommen; ihr seid ent⸗ gangen aller Noth, die uns noch haͤlt gefaͤngen. 2. Muß man doch hier wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrek⸗ ken schweben; was wir hier kennen, ist nur Muͤh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hergegen ruht in euter Kammer, sicher und befreit von allem Jam⸗ mer; kein Kreuz und Lei⸗ den ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus waͤschet ab euch alle Thraͤnen, habt das schon, wonach wir uns erst sehnen; euch wird Hor aulb was durch keines hr allhier gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben, und den Himmel fuͤr die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, sich den Jammer laͤnger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen, los uns auf, und fuͤhr uns bald von dannen; bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. elige. a, hoͤchst selig sind wir, lieben Bruͤder, unser Mund ist voller Freuden⸗ lieder; doch was wir schauen, wird GOtt euch gar bald auch anvertrauen. 2. O ihr Lieben, seid doch ja zufrieden; wuͤnscht nicht Freude, weil ihr seid hienieden; laßt eu⸗ ren Willen sich nur sanft in GOttes Gnade stillen 3. Aber gleichwohl muß⸗ ten wir auch kaͤmpfen, da in uns war Suͤnd und Tod zu daͤmpfen. Was euch jetzt quoͤlet, daran hat es uns auch nicht gefehlet. 4. Duldet euch nur fort bei euren Thraͤnen, bleibt getreu, euch him⸗ melan zu sehnen; eur jetzigs Leiden ist der Sa⸗ men zu kuͤnftigen Freuden. 5. Freilich ists hier ut bei Christo leben, och koͤnnt ihr euch in Geduld ergeben; all euer Streiten lohnet Christus hier mit Herrlichkeiten. Ach ihr theuren Seelen, eure Kronen, eu⸗ re Palmen, eure guͤldnen Thronen sind schon berei⸗ tet; schafft nurl, daß ihr recht zum Siege 1—4804 t Vom ewigen Leben. 18² ei de chor e. 7. Nun wir wollen beider⸗ seits dann loben GOttes Lamm, das uns in GOtt lobt, ihr Himmelschöre, gebt dem hoͤchsten GOtt allein die Ehre; die Ewig⸗ erhoben; ein ewiges Leben keiten werden unsers GOt⸗ ist uns beiderseits gewißtes Lob ausbreiten. Lobt, ihr Menschen, Simon Dach und Jacob Baumgarten. In eigener Melodie. Hi0, W. dein muͤde, ich will nach dem Himmel zu; da wird sein der rechte Friede und die stolze Seelenruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 2. Wenn ich werde da⸗ hin kommen, bin ich aller Krankheit los, und der Herzensangst entnommen, ruhe sanft in GOttes Schooß. In der Welt ist Angst und Noth, endlich bor der bittre Tod; aber ort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 3. Was ist doch der Erden Freude? Nebel, Dunst und Herzeleid. Hier auf dieser schwarzen Heide sind die Laster ausgestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit; in dem Himmel Sut Friede, Ruh und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schö⸗ ne singet GOttes auser⸗ waͤhlte Schaar: heilig, hei⸗ 90 10 0 klinget in dem mmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn und ein steter Jam⸗ merton; aber dort ist alle⸗ zeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, keine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so ver⸗ hemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Noth, Sorgen und der bittre Tod; in dem Him⸗ mel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 6. Nun es wird dennoch geschehen, daß ich auch in kurzer Zeit meinen Hei⸗ land werde sehen in der großen Herrlichkeit; denn bei uns ist lauter Noth, Muͤh und Furcht, zuletzt der Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 7. O wer nur dahin gelanget, wo jetzund der schoͤne Chor int verguͤldten Kronen pranget, und die Stimme schwingt empor; denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Thun ist Eitelkeit; in dem Him⸗ mel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr, daß ich mich doch mag be⸗ spre⸗ ö —+— V * +I 784 Vermischte geistliche Lieder. sprechen mit dem Schoͤn⸗Thun vor GOtt besteht, sien fuͤr und fuͤr? Welt, daß, wenn alles wird zer⸗ du hast nur Sturm und krachen; es heißt: kommet! Streit, lauter Qual und und nicht: geht! Welt, bei Traurigkeit; zaber dort ist dir ist Angstgeschrei, Sor⸗ Seigt Friede, Freud und ge, Furcht und Heuchelei; Seligkeit. in dem Himmel allezeit 9. Jetzt will ich mich Friede, Ruh und Seligkeit. fertig machen, daß mein Johann Georg Albinus. Vermischte geistliche Lieder. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 911 bermal ist Hn: eins dahin von der Zeiten Anbeginn; abermal ist dieses Jahr, wie wir selber, wandelbar; es ist nunmehr alt und kalt; hoͤret, wie die Zei⸗ tung bald von dem neuen Jahr erschallt. 2. GOtt sei Lob, daß abermals eins dahin ist von der Zahl unsrer Jahre, die wir sehn schneller als den Rauch vergehn; da von unsrer Pilgrimschaft aber eins ist hingerafft durch so schneller Zeiten Kraft. 3. HErr, wie groß ist deine Guͤt; ach wie fromm ist dein Gemuͤth! hast du doch zu Tag als Nacht die⸗ ses Jahr an uns gedacht/ da doch wir, nur Staub und Koth, nichts verbie⸗ nen als den Tod, ja sogar der Hoͤllen Noth. 4. HErr, dein Nacht⸗ mahl, Tauf und Wort hast du noch an unserm Ort rein erhalten, und dazu den gewuͤnschten Fried und Ruh uns so Wunier be⸗ schert; ja was unser Her begehrt, hast du reichli uns gewaͤhrt. 5. Billig sagen wir dir Dank fuͤr die Kleidung, Syeis und Trank, fuͤr Ge⸗ sundheit, Ehr und Gut; Lob sei dir, daß auch die Glut, noch das Wasser, noch der Wind uns, die wir so straͤrlich sind, nicht verderbt so gar geschwind. 6. Zwar du hast uns las⸗ sen sehn, was den Suͤndern muß geschehn; aber deine Guͤt und Treu war doch alle Morgen neu. Ach re⸗ gier uns Herz und Sinn, daß wir jetzt zum Anheginn alle Bosheit legen hin. 7. Gute Nacht, ver⸗ gangnes Jahr, sammt der Truͤbsal und Gefahr, a, Nacht, du Suͤndenkleid, decke mich, o Frommigkeit! Suͤßer IEsu, fuͤhre mich zu dem Neuen gnaͤdiglich daß ich lieb und lobe dich. Joh. Rist. In eigener Klelodie. ch GOtt/ thu 9¹². A dich auu en Vermischte geistliche Lieder. 78⁵ men durch Christum, dei⸗ nen Sohn, uͤber Reich und uͤbr Armen, hilf, daß wir Buße thun, und sich ein jedr erkennen thut. Ich fuͤrcht, GOtt hat gebundn eine Ruth, er will uns damit strafen, den Hirten mit den Schafen, es wird ihm keiner entlaufen. 2. GOtt hat uns lang gerufen durch seine treuen Knecht; unsre Ohrn sind ahr nicht offen, darum ge⸗ schieht uns recht; sein Straf habn wir jetzt in dem Land, ich fuͤrcht, ihr sind mehr vor der Hand; GOtt woll sie von uns wenden, und seine Gnad uns senden, es steht in sei⸗ nen Haͤnden. 3. Es gschehn groß Wun⸗ derzeichen, noch schlagn wirs alls in Wind, die uns soilten erweichen, so gar sind wir verblendt, daß wir erkenn'n die Wahrheit nicht, wie uns jetzt GOttes Wort bericht, daß wir uns daran kehrten, und seiner Gnad begehrten, nicht so dawi⸗ der sperrten. 4. Aerger ists nie gewe⸗ sen von Anbeginn der Welt; ein jeder mags wohl lesen/ was Christus hat gemeldt: Kein Lieb noch Glaub auf Erden ist, ein jeder braucht sein Tuͤck und List; der Reich den Armen zwinget, und ihm sein Schweiß ab⸗ dringet, daß nur sein Gro⸗ schen klinget. 5. Wer kanns alles er⸗ messen, was treibt die Welt mit Macht, mit ihrem Saufn und Fressen, Hoch⸗ muth und großen Pracht? GOtt wirds die Laͤnge lei⸗ den nicht, schau, daß dich nicht erhasch sein Gricht, sonst bist ewig verloren, dem Teufel auserkoren, waͤr besser nie geboren. 6. GOtt eilt gewiß zum Ende, das zeigt all Krea⸗ tur; er wird kommen be⸗ hende, des han wir schön Figur. Das glaubet der Gottlose nicht, der wohl in seinem Herzen spricht: Es kann noch lang Zeit waͤhren, wir wollen schlem⸗ men und zehren. Der Teu⸗ fel thut ses lehren. 7. Die Welt laͤßt nun nicht abe, das wild viel⸗ koͤpfig Thier, man werf sie denn ins Grabe; es wird geschehen schier. Der Teu⸗ fel hats dahin gebracht, daß man GOtt und sein Wort veracht, fragt nicht nach seinm Gebote, treibet daraus nur Spotte, sagt wohl: es sei kein GOtte. 8. Die Axt ist schon ge⸗ leget dem Baum an seine Wurz, als uns Johannes zeiget, ins Feuer muß er kurz. Wohl dem, der es zu Herzen nimmt, und wacht, wann sein Erloͤser koͤmmt, liebt allezeit das Gute; der wird sein wohl behute, ja vor der Hollen Glute. 9. Christus sein Prophe⸗ zeie ist nun erfuͤllet gar; ein jeder merk dabeie, und nehm sein eben wahr, daß er sein Leben anders schick/ und Christum in sein Her⸗ er⸗ 786 Vermischte geistliche Lieder. verstrick. Niemand weiß, welche Stunde, spricht GoOtt aus seinem Munde die Welt wird gehn zu Grunde. 10. Solchs alles ist ver⸗ borgen in der Gottlosen Sinn. Das sieht man alle Morgen, wie laͤuft die Welt dahin, daß sie nur krieg das zeitlich Gut, das ewge sie vergessen thut; daran will niemand denken, thut Leib und Seel versenken; manch Christen thut es kraͤnken. 11. GOtt hat in seiner Hute all, die er hat er⸗ weckt, erkauft durch Christi Blute, am Kreuz hoch ausgestreckt, da er uns all erlöͤset hat vom Teufel, Suͤnd und ewgen Tod, ist selbst fuͤr uns gestor⸗ ben, des Vaters Huld er⸗ worben, sonst waͤrn wir all verdorben. 12. Dies Lied sei jetzt esungen zu Trost der hristenheit, den Alten und den Jungen; und dem sein Suͤnd ist leid, der bitte GoOtt allzeit um Gnad, daß er nimmer in Suͤn⸗ den bad. Das helf uns GOtt allsammen, zu Lobe seinem Namen, durch JE⸗ sum Christum, Amen. R. Müntzer. Mel. Uun freut euch, lieben Christen gmein. us Lieb laͤßt 913.A GOtt der Christenheit viel Gutes widerfabren: aus Lieb hat er ihr zubereit viel tausend Engelschaaren; darum man froͤhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns gar wohl bewahren. 2. Sie lagern sich, wenn kommt die Noth, in Eil gefaßt sich machen, und reißen die, so fuͤrchten GOtt, aus ihrer Feinde Rachen; darum man froͤh⸗ lich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die immer fuͤr uns wachen. 3. Sie fuͤhren auf den Straßen wohl die Großen sammt den Kleinen, daß keiner Schaden leiden soll an Fuͤßen oder Beinen; darum man froͤhlich sin⸗ gen mag: Heut ist der lie⸗ ben Engel Tag, die uns mit Treuen meinen. 4. Solch Wohlthat de⸗ nen wird erzeigt, die nach dem HErren fragen, die Engel ihnen sind geneigt, den Satan sie veriagen. Darum man froͤhlich sin⸗ gen mag: Heut ist der lie⸗ ben Engel Tag, die uns gen Himmel tragen. Georg Reimann. Mel. Da JEsus an dem Kreuze stund. 91 4 a IEsus au des Kreuzes Stamm der ganzen Welt Suͤnd auf sich nahm, sprach er in seinen Schmerzen noch sieben Wort, die las⸗ set uns erwaͤgen wohl im Herzen. 2. Zum ersten: Vater, strafe nicht an ihnen, was mir jetzt geschicht, weil sie es nicht verstehen. dach gie Vermischte geistliche Lieder. 787 gieb uns, GOtt, wenn wir auch noch aus Irr⸗ thum was begehen. 3. Zum andern er des Schaͤchers dacht: Fuͤr⸗ wahr, du wirst noch vor der Nacht in meinem Reich heut leben. O HErr, nimm uns auch bald zu dir, die wir im Elend schweben. 4. Zum dritten; Deinen Sohn sieh, Weib! Jo⸗ hannes ihr zu Dienste bleib, und sie als Mutter liebe. Versorg, HErr, die wir lassen hie, daß nie⸗ mand sie betruͤbe. 5. Zum vierten saget er: Mich duͤrstt! O IE⸗ su, großer Lebensfuͤrst, du hast Durst und Ver⸗ langen nach unsrer Se⸗ ligkeit; drum hilf, daß wir sie auch empfangen. Zum fuͤnften: O mein GOtt, mein GOtt, wie laͤßt du mich so in der Noth! Hier wirst du, HErr, verlassen, daß uns GoOtt wieder dort auf⸗ nehm. Den Trost laß uns wohl fassen. 7. Zum sechsten: Hier⸗ mit ists vollbracht, und alles nunmehr gut ge⸗ macht! Gieb, daß wir auch durchdringen; und, was du, HErr, uns auf⸗ erlegst, hilf seliglich voll⸗ bringen. 8. Zum siebenten: Ich meine Seel, o GOtt, mein Vater, dir befehl zu dei⸗ nen treuen Haͤnden! Dies Wort sei unser letzter Wunsch, wenn wir das Lehen enden. 9. Wer oft an diese Wort gedenkt, wenn sei⸗ ne Missethat ihn kraͤnkt, der wird es wohl genie⸗ ßen; denn er durch GOt⸗ tes Gnad erlangt ein ru⸗ higes Gewissen. 10. Verleih uns dies, HErr IEsu Christ, der du fuͤr uns gestorben bist, gieb, daß wir deine Wun⸗ den, dein Leiden, Marter, Kreuz und Tod betrachten alle Stunden. Mel. HErr Esu Christ, dich zu uns wend. 915. er du bist Drei in Einigkeit, ein wahrer GOtt von Ewigkeit: da nun die Sonne von uns weicht, gieb, daß uns deine Gnad erleucht. 2. Des Morgens, GOtt, dich loben wir, des Abends beten auch vor dir; HErr, unsre Psalmen ruͤhmen dich jetzund, und hernach ewiglich. 3. GOtt Vater in dem hoͤchsten Thron, und IE⸗ sus Christ, sein einger Sohn, mit sammt dem werthen heilgen Geist sei nun und immerdar gepreist. Nach Dr. Martin Luther. Der 110. Psalm. Mel. Uun freut euch, lie⸗ ben Christen gmein. 91 6. er HErr sprach in seinm hochsten Thron zu Christo, meinem HErren: Du bist mein eingebor⸗ ner Sohn, dir gbuͤhrt die 788 Vermischte geistliche Lieder. die goͤttlich Ehre; drum setz dich zu meinr rechten Hand, bis daß ich leg dein Feind allsammt zum Sche⸗ mel deiner Fuͤße. 2. Der HErr wird dir auch aus Zion deins Reichs das Zepter senden; dein Wort soll sich da heben an, und gehn bis zur Welt Enden, daß du sollst herrschen ganz und gar uͤbr alle deiner Fein⸗ de Schaar, daß sie ihr Suͤnde buͤßen. 3. Wenn du wirst durch das Leiden dein den Tod und Suͤnd bekriegen, wird dir dein Volk ganz willig sein, durch dich im Glau⸗ ben siegen. Dir werden deine Kind geborn, wie der Thau kuͤhl und aus⸗ erkorn, fruͤh vor der Mor⸗ genroͤthe. 4. Der HErr geschworn hat uͤber dich, und wi ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester ewiglich, den GOttsdienst zu verneuen, ganz nach der Weis Mel⸗ chisedech, das alt Opfer muß gar hinweg, wenn du dich selbst laͤßt töͤdten. 5. Noch wird der HErr stets bei dir sein, und stehn zu deiner Rechten, und strafen mit ewiger Pein all, die dir wider⸗ fechten, zur Zeit, wenn einst sein Zorn ergrimmt, die gwaltigen Koͤnig hin⸗ nimmt, wird sie mit Macht zerschmeißen. 6. Er wird herrlich mit großer Pracht unter den Heiden richten. Er wird thun gar viel großer Schlacht widr die, so ihn vernichten. Er wird dem Fuͤrsten dieser Welt, der sich ihm stets zuwider stellt, sein hoͤllisch Reich zerreißen. 41⁰91 7. In Schwachheit, Lei⸗ den, Kreuz und Tod wird er hier zeitlich sterhen, und uͤberwinden alle Noth/ all GOttes Guͤter erben, und auferstehn am dritten Tag, daß er ewig regie⸗ ren mag, ein Koͤng uͤbr Himml und Erden. Burcard Waldis. HMel. BErr Christ, der einig GOttessohn. 8 stehn vor 91¹⁷. GOttes Throne, die unsre Diener sind, der in seinem lieben Sohne liebt aller Men⸗ schen Kind, daß er auch rdanicht der eines veracht will han so kleines, als jemals ist geborn. 2. Sie sehn sein Ange⸗ sichte, und haben fleißig Acht, was er ihn aus⸗ zurichten befiehlet Tag und Nacht; da sind die lieben Engel 10 fah⸗ regen die Fluͤgel, zu fah⸗ ren hin und her. 3. Wo Christenleute wohnen in Haͤusern groß und klein, da sie selber nicht koͤnnen vor Feinden sicher sein, wo nicht ein englisch Lager umher werd ausgeschlagen mit steter Hut und Wacht. 4. Solches hat Lot er⸗ fahren, auch Abram mit seinm Vermischte geistliche Lieder. 789 seinm Knecht; Isaak dei vierzig Jahren nahm so Rebekkam recht; Jakob sah auf der Leitern die Boten GOttes klettern auf und ab alle voll. 5. Elias war entschlafen, ein Engel weckt ihn auf; Elisa kriegt zu schaffen, viel Engel warten drauf; er⸗ schienen auch den Hirten, und große Freude lehrten, da Christ geboren war. 6. Bei dieses Kindes Wiegen der Joseyh schla⸗ fend lag; ein Feind wollt ihn bekriegen, ein Engel es ihm sagt; zog mit in ferne Lande. Das soll in seinem Stande glaͤu⸗ ben ein jeder Christ. 7. Auch Lazarus, der Arme, wenns gleich zum Sterben koͤmmt, GoOtt, der sich sein erbarme, hat schon Engel bestimmt, die ihn gen Himmel bringen. Dem laßt uns alle singen ewiges Lob und Preis. Ludwig Helmbold. In eigener Mlelodie. 91 8 Ott hat das Evangelium gegeben, daß wir werden romm. Die Welt acht solchen Schatz nicht hoch, der mehrer Theil fragt nichts darnach. Das ist ein Zeichen vor dem juͤng⸗ sten Tag. 2. Man fragt nichts nach der guten Lehr; der Geiz und Wucher nun viel⸗ Das ist ein Zeichen vor dem juͤngsten Tag. 3. Taͤglich erdenkt man neue Netz, das sind der Gottlosen Gesetz, damit sie alles Gut zu sich gern wollten reißen gwaltig⸗ lich. Das ist ein Zeichen vor dem juͤngsten Tag. 4. Man ruͤhmt das Evangelium, und will doch niemand werden fromm. Fuͤrwahr, man spott den lieben GOtt. Noch spre⸗ chen sie: Es hat kein Noth. Das ist ein Zeichen vor dem juͤngsten Tag. 5. Es ist doch eitel Buͤbe⸗ rei; die Welt treibt große Schinderei, als ob kein GOtt im Himmel waͤr; die Arbeit muß sich lei⸗ den sehr. Das ist ein Zei⸗ chen vor dem jungsen Tag. 6. Die Schaͤtz der Kir⸗ chen nimmt man hin; das wird uns bringen klein Gewinn; die Armen laͤßt man leiden Noth, und nimmt ihn aus dem Mund das Brod. Das ist ein Zei⸗ chen vor dem juͤngsten Tag. 7. Die Schaͤtz der Kir⸗ chen sind ihr Gift; sie sind von ihnen nicht gestift. Noch nehmen sie das Kir⸗ chengut; sieh, was der leidge Geiz nicht thut. Das ist ein Zeichen vor dem juͤngsten Tag. 8. Mal fragt nach GOtt dem HeErrn nicht mehr, die Welt stinkt ganz nach eitel Ehr, die Hoffahrt mehr hat uͤberhand genom⸗ men gar; noch sprechen sie: Es hat kein Fahr. nimmt gar uͤberhand, Be⸗ truͤgen, Luͤgen ist kein Schand. Das ist ein Zei⸗ chen 790 Vermischte geistliche Lieder. chen vor dem juͤngsten Tag. 9. Wo bleibt die bruͤ⸗ derliche Lieb? Die ganze Welt ist voller Dieb; kein Treu noch Glaub ist in der Welt; ein jeder spricht: Haͤtt ich nur Geld! Das ist ein Zeichen vor dem juͤngsten Tag. 10. Die Welt will ihr nicht lassen wehrn, an GOtts Wort will sich niemand kehrn; sie haben nichts gelernet mehr, denn immer fressen, saufen sehr. Das ist ein Zeichen vor dem juͤngsten Tag. 11. Ihr groͤßte Kunst ist banketirn und in der Buͤberei studirn; das kann sehn den lieben juͤngsten Tag. Erasmus Alberus. In eigener Melodie. 919 Ich weiß ein 40 V Bluͤmlein huͤbsch und fein, das thut mir wohlgefallen; es liebt mir in dem Herzen mein das Bluͤmelein vor andern Bluͤmlein allen. ö 2. Das Bluͤmlein ist das goͤttlich Wort, das GOtt uns hat gegeben; es leucht uns durch die enge Pfort, ja hier und dort, wohl in das ewige Leben. 3. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahr⸗ heit und das Leben; wer sie aus der Maßen wohl; die Welt ist aller Schalk⸗ heit voll. Das ist ein Zei⸗ chen vor dem zuͤngsten Tag. Die liebe Sonne kann nicht mehr zusehn und sich entsetzet sehr; dar⸗ um verliert sie ihren Schein; das mag ein große Truͤbsal sein. Das ist ein Zeichen vor dem juͤngsten Tag; 3. Der Mond und Sterne aͤngsten sich, und ihr Gestalt sieht jaͤmmer⸗ lich; wie gern sie wollten werden frei von solcher großen Buͤberei. Das ist ein Zeichen vor dem juͤng⸗ sten Tug. 14. Darum komm, lie⸗ her HErre Christ. Das Erdreich uͤberdruͤßig ist zu tragen solche Hoͤllenbraͤnd; drum machs einmal mit ihr ein End, und laß uns Reu fuͤr seine Suͤnde hat, und bitt um Gnad, sind sie im Glaubn ver⸗ geben. 4. Er spricht selber: Kommt her zu mir all, die ihr seid beladen; ich will nach eures Herzn Begier, das glaubet mir/ heilen all euren Schaden. 5. Nehmt hin und eßt, das ist mein Leib, den ich euch jetzt thu schenken; ich vrschreib euch all mein Gut dabei, das glaubet frei, daß ihr mein sollt gedenken. 6. Nehmt hin, trinkt all, das ist mein Blut, das ich fuͤr euch vergossen, welchs gnug fuͤr eure Suͤn⸗ de thut, so oft ihrs thut/ wie ichs euch hab gelassen. 7. Wir bitten dich, HErr IEsu Christ, wohl durch dein bitter Leiden, weil für r Vermischte geistliche Lieder. 791 fuͤr uns gestorben bist, HErr JEsu Christ, du 9. nicht von uns schei⸗ en 8. Nimm uns fuͤr deine Kinder an, daß wir dich alle loben. Dein Wort bekennt ein jedermann, auf rechter Bahn, durch IE⸗ Christum, Amen. Mel. Uun laßt uns den Leib begraben. lieben Ahr 920. I᷑. Christen, freut euch nun, bald wird erscheinen GOttes Sohn, der unser Bruder worden ist, das ist der lieb HErr JEsus Christ. 2. Der juͤngste Tag ist nun nicht fern; komm, Esus Christe, lieber HErr; ein Tag vergeht, wir war⸗ ten dein, und wollten gern bald bei dir sein. 3. Verrathen ist der Widerchrist, sein Heuche⸗ lei und arge List sind offen⸗ bar und gar am Tag, deß —— er taͤglich große lag 4. Du treuer Heiland, IEsu Christ, dieweil die Zeit erfuͤllet ist, die uns verkuͤndet Daniel, so komm, lieber Immanuel. 5. Sanct Simeon wart auch auf dich, und deiner Zukunft freut er sich; er ward auch seiner Bitt ge⸗ waͤhrt, da er sah, was seinse Herz begehrt. 6. Er sprach: Nun will ich sterben gern, weil ich boch s hab meinen HErrn; och soll es nicht gestorben sein, sondern in Frieden fahr ich fein. 7. So warten wir nun auch der Stund, und bit⸗ ten dich von Herzengrund, du wollest nicht ausblei⸗ ben lang, und straf ein⸗ mal die alte Schlang. 8. Der alle Welt ermor⸗ det hat, und kann nicht Luͤgens werden satt, den nimm sammit seiner Laͤ⸗ sterschul, und wirf sie in den feurgen Pfuhl. 9. Dein lieben Kinder warten all, wenn doch ein⸗ mal die Welt zerfall, und wenn des Teufels Reich vergeh, und er in ewgen Schanden steh. 10. Er ists, der deinen Namen schaͤndt, und der die armen Leut verblendt; der boͤse Geist sucht sei⸗ nen Ruhm, und hindert, daß dein Reich nicht komm. 11. Was du befiehlst, das laͤstert er, und tobt dawi⸗ der greulich sehr; was uns beschert dein milde Hand, das naͤhm uns gern der Hoͤllenbrand. 12. Der Satan laͤßt nicht ab zu wehrn, daß sich so wenig Leut bekehrn: er wendt die Leut von dei⸗ nem Wort und richtet an Haß, Neid und Mord. 13. Der Teufel braͤcht uns gern zu Fall, und wollt uns gern verschlin⸗ en all; er tracht nach eib, Seel, Gut und Ehr; HErr Christ, dem rothen Drachen wehr. 14. Die Welt kann nun nicht laͤnger stehn, ist schwach 79² Vermischte geistliche Lieder. schwach und alt, sie muß vergehn; sie kracht an allen Orten sehr, und kann die Last nicht tragen mehr. 15. Die Kreatur nichtff. laͤnger kann der Eitelkeit sein unterthan, und wollt gern wieder werden frei vons Tuͤrken Mord und Heuchelei. 16. Der Papst hat sie so hart beschwert und all gut Ordenung verkehrt; drum waͤr sie gern sammt uns erloͤst; wir hoffen all auf deinen Trost. Die alten Vaͤter wart ten all, wenn du er⸗ scheinst mit großem Schall, mit aller lieben Engel Schaar, drauf wart'ten sie manch hundert Jahr. 18. Ei lieber HErr, eil zum Gericht, laß sehn dein herrlich Angesicht; das Wesen der Dreifaltig⸗ keit. Deß helf uns GOtt in Ewigkeit. Erasmus Alberus. lel. Zion hlagt mit Angst und Schmerzen. iebster JEsu, 921. L hoͤr mein Klagen, meiner Seelen Angsigeschrei; siehe mei⸗ nes Herzens Zagen, stehe mir in Noͤthen bei; mich der Suͤnden Last sehr druͤckt, und mir allen Trost entruͤckt; Tod und Hoͤlle mich erschrecken, und des Himmels Zorn entdecken. 2. JEsu, komm, und hilf mir Armen, zeig mir deine suͤße Huld; du wirst dich ja mein erbarmen, ihr Welt— lilgen meine Suͤndenschuld. Treib den Satan fern von mir, oͤffne mir die Gnadenthuͤr. In den tie⸗ en Jesuswunden hab ich allzeit Trost gefunden. 3. Ich bin ganz und gar verlassen, IEsu, liebster Seelenfreund, laß mich deine Lieb umfassen, die es herzlich mit mir meint; deine Liebe mich erfreut und erquickt in allem Leid; wenn mein Glaub und Hoffnung sinket, deine Lieb mir bald zuwinket. 4. Deinen suͤßen IE⸗ susnamen will ich in mein Herzensschrein als den edlen Gnadensamen schließen und bewahren rein, dessen himmelsuͤße Kraft, lieblich Manna, Le⸗ benssaft meine Seele soll stets naͤhren, allen Suͤn⸗ denschmerz verzehren. 5. Weichet all, ihr See⸗ lenfeinde, mein HErr JE⸗ sus ist bei mir; weicht, und Judas⸗ Freunde, JEsum lieb ich fuͤr und fuͤr; seine Treu und Freundlichkeit mir zu helfen ist bereit, wenn mich Todesfurcht umge⸗ ben, und sich enden will mein Leben. 6. IEsum will ich stets umfangen, IEsum lieben allezeit; JIEsu will ich stets anhangen hier in dieser Sterblichkeit. Wenn der letzte Tag anbricht, werd ich sehn sein Angesicht, preisen seine Treu und Gem—31 mit frohem emuͤthe. Mle. Vermischte geistliche Lieder. 793 Klel. Uun laßt uns den Leib begraben. 922 on Adam — her so lan⸗ ge Zeit war unser Fleisch dermaledeit, Seel und Geist bis in Tod ver⸗ wundt, am ganzen Men⸗ schen nichts gesund. 2. Uns hatt umfangen große Noth, uͤber uns herrschte Suͤnd und Tod; wir sunken in der Hoͤllen Grund, und war niemand, der helfen kunnt. 3. GOtt sah auf aller Menschen Staͤdt nach ei⸗ nem, der sein Willen thaͤt. Er sucht ein Mann nach seinem Muth, fand aber nichts denn Fleisch und Blut. 4. Denn die rechtschaffne Heiligkeit, Wuͤrdigkeit und Gerechtigkeit hatten sie in Adam verlorn, aus wel⸗ chem sie waren geborn. 5. Als er so groß Siech⸗ thum erkannt, und keinen Arzt noch Helfer fand, dacht er an seine große Lieb, und wie sein Wort wahrhaftig blieb. 6. Sprach: Ich will Barmherzigkeit thun, fuͤr die Welt geben meinen Sohn, daß er ihr Arzt und Heiland sei, sie gesund mach und benedei. 7. Er schwur ein Eid dem Abraham, auch dem David von seinem Stamm, verhieß ihn zu geben den Sohn, und durch ihn der Welt Huͤlfe thun. 8. Er thats auch den Propheten kund, und brei⸗ tets aus durch ihren Mund, davon Koͤnig und fromme Leut sein warteten vor lan⸗ ger Zeit. 9. Ob sie wohl, wie ihr Herz begehrt, des leiblich nicht wurden gewaͤhrt, doch hatten sie im GlaubenTrost, daß sie sollten werden erloͤst. 10. Da aber kam die rechte Zeit, von welcher Jakob prophezeiht, las er ihm eine Jungfrau aus, einm Mann vertraut von Davids Haus. 11. In der wirkt GOtt mit seiner Kraft, schuf vom Blut ihrer Jung⸗ frauschaft das rein und be⸗ nedeite Kind, bei dem man Gnad und Wahrheit findt. 12. O Christe, benedeite Frucht, empfangen in Keuschheit und Zucht, gebe⸗ nedei und mach uns frei, sei unser Heil, Trost und Arznei. Michael Weiße. Mel. Valet will ich dir geben. cht 925. ahr Men⸗ schenkinder, ach wachet, wacht recht auf! Wacht auf, ihr frechen Suͤnder, wach auf, du frecher Hauf! Willst du noch lange schla⸗ fen? Die Zeit fleucht wie ein Pfeil, wer seiner Seel will schaffen ihr ewig Heil, der eil. 2. Eil, wer da kann ent⸗ rinnen der schweren Hoöͤl⸗ lenpein; hast du noch deine Sinnen, o Mensch, denk, was werd sein, die Feu⸗ 3⁴ erd⸗ 79⁴ Vermischte geistliche Lieder. ersglut der Hoͤllen dort lei⸗ den ohne Ziel; man kann sichs kaum vorstellen, der Marter ist zu viel. 3. Zu viel sind alle Schmerzen, zu groß ist ihre Qual; doch faßts niemand zu Herzen, das sieht man Aberall. Wie wills zuletzt ablaufen; man lebt in Tag hinein, in Schlemmen, kunn mn Saufen; das End ann nicht gut sein. 4. Gut kanns nicht sein bei denen, die in die Welt verliebt, und bloß danach sich sehnen, was sie fuͤr Lust ausgiebt, Hoffahrt, Fleisch, Augenluͤste zu ih⸗ rem Zweck gesetzt; ach daß doch mancher buͤßte dafuͤr, das ihn ergoͤtzt! 5. Ergoͤtzst du dich an Dingen, o Mensch, ein Augenblick, die ewig Lei⸗ den bringen, und liebest deinen Strick, der dir das Leben raubet, dich toͤdtet ss und verkehrt? Kaum einer dieses glaubet, bis er es selbst erfaͤhrt. 6. Zu spaͤt ists, zu er⸗ fahren, was Hoͤll und Ewigkeit; ach willst dus darauf sparen? Thus nicht, heut ists noch Zeit; be⸗ kehre dich von Herzen, daß du der Qual ent⸗ gehst; denk, dann gilt es nicht Scherzen, wann du vorm Richter stehst, 7. Der dir das Urtheil faͤllet, das Leben rund ab⸗ spricht, zum Teufel dich gesellet, des ewgen Tods Gericht. O Zeter, ach weh, Jammer, welch Heulen wird da sein, wenn in die Marterkammer der Henker schleppt hinein! 8. Dahin/ wo keine Reue, kein Klagen helfen kann; die Marter geht aufs neue nach tausend Jahren an. Da ist kein Glied so kleine, das nicht sein Leiden hat, der Leib, der fuͤhlt das seine, die Seel auch fruͤh und spat. 9. In großer Furcht und Schrecken, in finstrer Dunkelheit wird die Ver⸗ dammten decken Angst, Grauen, Traurigkeit; die Zaͤhne werden klappen vor Frost und großer Hitz, und werden blindlings tap⸗ — nach einem frischen 10. Sie werden ewig fal⸗ len ins Loch, das keinen Grund, und auf einander prallen zusammen in den Schlund, sich beißen, fres⸗ en, plagen, sich fluchen, laͤstern stets, der Tod wird sie recht nagen ohn Ende. Seht, so gehts. 11. So geht es den Ver⸗ fluchten in ihrem Hoͤllen⸗ loch, den Schlemmern und Verruchten, ach glaubets, glaubets doch: wollt ihr dar⸗ an noch zweifeln? so wahr ists, so wahr Gott; ihr fahret ju den Teufeln, wo ihr dies halt fuͤr Spott. 12. Wacht auf, und laßt euch rathen, thut Buß in diesem Nu; man warnet euch vor Schaden, kehrt euch zu JEsu zu, daß, wie er euch erkaufet, auch mach von Suͤnden frei, und ihr der Vermischte geistliche Lieder. 795 der Hoͤll entiaufet, er euch sein Geist verleih. Mel. Es woll uns GOtt genädig sein. as alle 924. Wĩ Weis⸗ heit in der Welt bei uns hier kaum kann lallen, das laͤßt GOtt aus dem Him⸗ melszelt in aller Welt er⸗ schallen, daß er alleine Koͤnig sei, hoch uͤber alle Goͤtter, groß, maͤchtig, freundlich, fromm und treu, der Frommen Schutz und Retter, ein Wesen, drei Personen. 2. GoOtt, Vater, Sohn und hochhe Geist heißt sein hochheilger Ngme; so kennt, so nennt/ so ruͤhmt und preist ihn der gerechte Same, GOtt Abraham, GOtt Isaak, GOtt Ja⸗ kob, den er liebet, HErr Zebaoth, der Nacht und Tag uns alle Gaben giebet/ und Wunder thut alleine. 3. Der Vater hat von Ewigkeit den Sohn, sein Bild, gezeuget; der Sohn hat in der Fuͤll der Zeit im Fleische sich erzeiget. Der Geist geht ohne Zeit herfuͤr vom Vater und vom Sohne, mit beiden glei⸗ cher Ehr und Zier, gleich ewig, gleicher Krone und ungetheilter Staͤrke. Sieh hier, mein Herz/ das it dein Gut, dein Schatz, dem keiner glei⸗ chet; das ist dein Freund, der alles thut, was dir zum Heil gereichet; der dich ge⸗ baut nach seinem Bild, fuͤr deine Schuld gebuͤßet, der dich mit wahrem Glauben fuͤllt, und all dein Kreuz durchsuͤßet mit sei⸗ nem heilgen Worte. „5. Erhebe dich, steig zu ihm zu, und lern ihn recht erkennen; denn solch Erkenntniß bringt dir Ruh, und macht die Seele brennen in reiner Liebe, die uns naͤhrt zum ewgen Freudenleben, da, was all⸗ hier kein Ohr gehoͤrt, GOtt wird zu schauen geben den Augen seiner Kinder. 6, Weh aber dem ver⸗ stockten Heer, das sich hier selbst verblendet, GOtt von sich stoͤßt, und seine Ehr auf Kreaturen wen⸗ det! dem wird gewiß des Himmels Thuͤr einmal verschlossen bleiben; denn wer GOtt von sich treibt allhier, den wird er dort auch treiben von seinem heilgen Throne. 7. Ei nun, so gieb, du großer Held, GOtt Him⸗ mels und der Erden, daß alle Menschen in der Welt zu dir bekehret werden; erleuchte, was verdlendet geht, bring wieder, was verirret; reiß aus, was uns im Wege steht, und frevent⸗ lich verwirret die Schwa⸗ chen in dem Glauben. 8. Auf daß wir also allzugleich zur Himmels⸗ pforten dringen, und der⸗ maleinst in deinem Reich ohn glles Ende singen, daß du alleine Koͤnig seist, hoch uͤber alle Goͤtter, GOtt/ Vater, Sohn und heil⸗ 34*⁷ ger 796 Vermischte geistliche Lieder. ger Geist, 24 Frommen Schutz und Retter, ein Wesen, drei Personen. Paul Gerhard. Mel. Wer nur den lieben GoOtt läßt walten. 925. Ylllein und doch nicht ganz alleine bin ich in meiner Einsamkeit; denn wenn ich ganz verlassen scheine, vertreibt mir JE⸗ sus selbst die Zeit; ich bin bei ihm und er bei mir, so kommt mir nich⸗ tes einsam fuͤr. 2. Komm ich zur Welt, man redt von Sachen, die nur auf Eitelkeit gericht; da muß sich lassen der ver⸗ lachen, der etwas von dem Himmel spricht; drum wuͤnsch ich lieber ganz al⸗ lein, als bei der Welt ohn GᷣOtt zu sein. 3. Verkehrte koͤnnen leicht verkehren, wer greift Pech ohne Kleben an? Wie sollt ich denn dahin begehren, wo man GOtt bald vergessen kann? Ge⸗ sellschaft, die verdaͤchtig scheint, wird oftmals nach dem Fall beweint. 4. Zu dem kann sich ein Mensch verstellen, wer kann in aller Herzen sehn? Man sieht oft heimliche Gesellen, die sich nur nach dem Winde drehn, daß der, so voller Zucker war, bald eine Schlange drauf gebar. 5. Drum kann mir nie⸗ mand hier verdenken, wenn ich in meiner Einsamkeit mich also suche* be⸗ schraͤnken, daß GOtt al⸗ lein mein Herz erfreut. Die Welt ist voller Trug und List, wohl dem, der GoOtt verbunden ist! 6. Ein Weltkind mag Gesellschaft suchen, ich lie⸗ be GOtt in stiller Ruh; und sollten mir die Neider fluchen, so schließ ich meine Kammer zu, und nehme GoOtt mit mir hinein, so wird der Neid betrogen sein. 7. Mit GOtt red ich in seinem Worte, und durch sein Wort redt er mit mir; bet ich an einem stillen Orte, so findet er sich bald zu mir; brauch ich in mei⸗ nem Kreuje Rath, er ist, 118 mich getroͤstet hat. 8. Mach ich im Stillen meine Sachen, so hat er seine Hand bei mir; ich mag nun schlafen oder wachen, so stellt er mir sein Bildniß fuͤr; auch in den Traͤumen spielet er, als wenn ich wachend bei ihm 9. 9. Wer wollte denn nun nicht bekennen, daß ich stets in. Gesellschaft bin? Und will die Welt mich einsam nennen, so thue sie es immerhin; gnug, daß bei mir, wenn ich allein, GOtt und viel tausend Engel sein. Benjamin Schmolk. An⸗ Zum Advent. 797⁷ Anhang geistlicher Lieder. I. Zum Mlel. Meinen JEsum laß ich nicht. 2 osinnna! 926. H Davids Sohn kommt in Zion ein⸗ gezogen. Ach bereitet ihm den Thron, setzt ihm tau⸗ send Ehrenbogen. Streuet Palmen, machet Bahn/ daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna! sei gegruͤßt, komm, wir gehen dir ent⸗ gegen; unser Herz ist schon eruͤst, will sich dir zu uͤßen legen. Zeuch zu unsern Thoren ein, du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna! Friedens⸗ furst, Ebrenkoͤnig, Held im Streite, alles, was du schaffen wirst, das ist un⸗ sre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhdht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosiannallieber Gast, wir sind deine Reichsge⸗ nossen, die du dir erwaͤh⸗ let hast; ach so laß uns unverdrossen deinem Zep⸗ ter zinsbar sein, herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! komme bald, laß uns deine Sanftmuth küssen; wollte gleich die Knechtsgestalt deine Ma⸗ jestaͤt verschließen, ei so kennet Zion schon GOttes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna! steh unssaft bei, o HErr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir Advent. ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Juͤn⸗ ger an, der dir nicht ge⸗ horchen kann. 7. Hosianna! laß uns hier an den Oelberg dich begleiten, bis wir einstens fuͤr und fuͤr dir ein Psal⸗ menlied bereiten; dort ist unser Bethphage: Hosi⸗ anna in der Hoͤh! 8. Hosianna! nah und fern, eile bei uns einzuge⸗ hen. Du Gesegneter des HErrn, warum willst du draußen stehen? Hosian⸗ na! bist du da? Ja, du kommst, Hallelujah! Benjamin Schmolk. Mel. Unerschaffne Le⸗ benssonne. 927* ommst du, 5 kommst du, Licht der Heiden? Ja du kommst und saͤume nicht, weil du weißt, was uns gebricht, o du starker Trost im Leiden! IEsu, meines Herzens Thuͤr steht dir offen, komm zu mir. 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Jungfraunsohn! meine Sinne spuͤren schon dei⸗ nen gnadenvollen Segen, deine Wunder⸗Seelenkraft, deine Frucht und Herzens⸗ aft. 3. Adle mich durch dei⸗ ne Liebe, JEsu, nimm mein Fle⸗ I. N. 10½1 1½ * ( V III V 798 Zum Advent. Flehen hin, schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben uͤbe; son zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kraͤften nicht. 4. JIEsu, rege mein Ge⸗ muͤthe, JEsu, oͤffne mir den Mund, daß dich mei⸗ nes Herzens Grund innig preise fuͤr die Guͤte, die du mir, o Seelengast, Le⸗ bens Zeit erwiesen hast. 5. Laß durch deines Gei⸗ stes Gaben, Liebe, Glau⸗ ben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld/ mich zu dir sein hocher⸗ haben; dann so will ich fuͤr und fuͤr Hosianna! singen dir. Ernst Christoph Homburg. In eigener Melodie. *OMMacht, hoch 928. Meu Zbar die Thor macht weit, es kommt der HErr der Herr⸗ lichkeit, ein Koͤnig aller Koͤnigreich, ein Heiland al⸗ ler Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauch zt/ mit Freu⸗ den singt: Gelobet sei mein GOtt, mein Schoͤpfer reich von Rath. 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmuͤ⸗ thigkeit ist sein Gefaͤhrt, sein Koͤnigskron ist Heilig⸗ keit, sein Zeyter ist Barm⸗ herzigkeit; all unser Noth zum End er bringt, der⸗ halben zauchzt, mit Freu⸗ den singt: Gelobet sei mein GOtt, mein Heiland groß von That. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so die⸗ stssen Koͤnig bei sich hat. Wohl allen Herzen insge⸗ mein, da dieser Koͤnig zie⸗ het ein. Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein GOtt, mein Troͤster fruͤh und spat. ö 4. Macht hoch die Thuͤr, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit; die Zweiglein der GOtt⸗ seligkeit steckt auf mit An⸗ dacht, Lust und Freud; so kommt der Koͤnig auch zu euch., ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein GOtt, voll Rath, voll That, voll Gnad. 5. Komm, o mein Hei⸗ land JIEsu Christ, meins Herzens Thuͤr dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnaden ein, dein Freund⸗ lichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns fuͤhr und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o HErr, sei ewig Preis und Ehr. Georg Weissel. Erschienen ist der herrlich Tag. Mun kommt 929. N das neue Kirchenjahr, deß freut sich alle Christenschaar; dein Koͤnig koͤmmt, drum freue dich, du werthes Zion, ewig⸗ lich. Hallelujah. 2. Wir hoͤren noch das Gnadenwort vom Anfang immer wieder fort, 2 un Mel. Zu Weihnachten. 799 uns den Weg zum Leben Glauben stets vermehrt, weist: GOtt sei fuͤr seine das laß bekleiben, daß wir Gnad gepreist. Hallelujah. dir Lob und Preis sagen 3. GOtt, was uns deine fuͤr und fuͤr. Hallelujah. Wahrheit lehrt, die unsern Johann Olearius. II. Zu Weihnachten. Mel. Meine Seel, er⸗ muntre dich. *Hdam hat im 930. Paradies seinen Bund mit GOtt ge⸗ brochen; GOtt, der ihn doch nicht verstieß, hat Er⸗ loͤsung uns versprochen, und nun kommt in seinem Namen der verlangte Wei⸗ bessamen. 2. Komm, mein Helfer in der Noth, komm, o Heiland aller Suͤnder; du wirst Mensch, und bist auch GoOtt, fuͤr uns arme Men⸗ schenkinder; denn wer koͤñ⸗ te sonst erretten, wenn wir keinen IEsum haͤtten? Aber, GoOott, was bin ich doch, daß du dei⸗ nen Sohn mir giebest? reicht die Gnade schon so hoch, wenn du deine Feinde liebest, was wird sie denn kuͤnflig geben denenl, die in Christo leben? 4. Daß du Menschen hast gemacht, hat dich ja vor dem gereuet: wer hats denn zuwege bracht, daß sich nun dein Herze freuet, wenn man deinen Sohn auf Erden sieht zu einem Menschen werden? 5. Ist die Krippe nicht zu schlecht? ist der Stall nicht zu geringe? wird mein GOtt ein armer Knecht, daß er mir den Segen brin⸗ ge? O HeErr IEsu, dein Beginnen uͤbersteiget alle Sinnen. 6. Nimmst du nicht die Engel an, die sich auch von dir verloren? Was hat denn der Mensch ge⸗ than, daß du nur fuͤr ihn geboren? Was kann Fleisch und Blut dir geben, daß wir sollen ewig leben? 7. Auf, mein Herz, hier ist dein GOtt, heiß ihn tausendmal willkommen; deine Suͤnde, deinen Tod hat er schon auf sich ge⸗ nommen; kuͤnftig wird er fuͤr dich sterben, und du wirst den Hinemel erben. 8. Drum so danke wer da kann GOtt dem Vater aller Gnaden, betet seinen Heiland an, der uns hilft aus allem Schaden. Ehre sei GOtt in der Hoͤhe, und des Satans Reich vergehe! Caspar Neumann. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. * a Christus 931. D geboren war, freuten sich der En⸗ gel Schaar, und sungen mit Haufen schoͤn: Ehr sei GoOit im hoͤchsten Thron. GOttes Sohn ist— 05 e⸗ 800 Zu Weihnachten. geborn, hat versoͤhnt des Vaters Zorn; freu lad⸗ dem sein Suͤnd ist —: Die Hirten erschra— ken ganz von des Engels hellem Glanz, hoͤrten froͤh⸗ lich neue Maͤhr, daß Chri⸗ stus geboren waͤr. GOt⸗ tes Sohn ist Mensch ge⸗ born, hat versoͤhnt des Va⸗ ters Zorn; freu dich, dem sein Suͤnd ist leid. 3. Sie suchten das Kin⸗ delein eingehuͤllt in Win⸗ delein, wie der Engel hat vermeldt, welches traͤgt die ganze Welt. GOttes Sohn ist Mensch geborn, hat ver⸗ sohnt des Vaters Zorn: freu sich, dem sein Suͤnd ist leid. 4 Sie funden das Kind⸗ lein zart liegend in der Krippen hart, bei dem Vieh im finstern Stall, welchs die Stern erschaffen all. GOttes Sohn ist Mensch geborn, hat versoͤhnt des Vaters Zorn: 412 sich, dem sein Suͤnd ist le 5. Aus her Mutter Brust so rein naͤhret sich das Kin⸗ delein, welches durch sein goͤttlich Kraft allem Vieh sein Futter schafft. GOt⸗ tes Sohn ist Mensch ge⸗ born, hat versoͤhnt des Va⸗ ters Zorn:—— sich, dem sein Suͤnd ist leid. 6. Solch große Barm⸗ herzigkeit laßt uns preisen allezeit, in GOttsfurcht und Glauben rein, mit Geduld gehorsam sein. GOttes Sohn ist Mensch geborn, hat versoͤhnt des Vaters Zorn: freu sich, dem sein Suͤnd ist leid. Vitus Wolfrum. Mel. Err GoOtt, dich loben alle wir. Dies ist der 932. Tag, den GOtt gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch IEsum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Voͤlker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfuͤllet ward; da sandte GOtt von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wun⸗ der fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an, und er ermißt, daß GOttes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Suͤnder Gnad erhaͤlt, erniedrigst du dich, HErr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst — Fleisch und wirst uns eil. 5. Dein Koͤnig, Zion, kommt zu dir:„Ich komm, im Buche steht von mir; GOtt, deinen Willen thu ich gern.“ Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch gehoren wirst, Immanuel und Friedefuͤrst, auf den die Vaͤter hoffend sahn, dich, GOtt Messias, bet ich an. 7. Du, unser Heil und hoͤchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst un⸗ Zu Weihnachten. 801 unser Freund und Bru⸗ der hier, und GOttes Kin⸗d der werden wir. 8. Gedanke voller Ma⸗ jestaͤt, du bist es, der das Herz erhoͤht. Gedanke vol⸗ ler Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Suͤnde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhaͤlt. Was Rert. der Mensch, wenn er ihn schuͤtzt, der in des Vaters Schooße sitzt? 10, Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem HErrn/ 71 1 9 Lied. Dies ist der Tag, Ien 3011 gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch IE⸗ sum' Christ im Himmel und auf Erden ist. Christian Fürchtegott Gellert. Mel. Lobe den BErren, den mächtigen König der Ehren. 9 33.* Imaimt ihr Himmel, frohlocket,—5 englischen Chdre, singet dem HErren, dem Heiland der Menschen zur Ehre; sehet doch da, GOtt will so freundlich und nah zu den Verlor⸗ —22 sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Him⸗ mel, frohlocket ihr Enden der Erden, GOtt und der Suͤnder die sollen zu reunden nun werden. riede und Freud wird uns verkuͤndiget heut: freuet em Hirten und Heer⸗ 3.„Sehet dies Wunder, wie tief sich der Hoͤchste hier beuget; sehet die Liebe/ die endlich als Liebe sich zeiget. GOtt wird ein Kind, traͤget und hebet die Suͤnd: alles anbetet und schweiget. 4. GOtt ist im Fleische; wer kann dies Geheimniß verstehen! hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; gehet hinein, macht euch dem Kinde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Hoͤch⸗ ster, auch meiner noch wollen gedenken? du willst dich selber, dein Herze der Liebe mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigs sich freuen darin und sich in Demuth ersenken? 6. Koͤnig der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde; du sollst es sein, den ich erwaͤhle allein: ewig ent⸗ sag ich der Suͤnde. 7. Suͤßer Immanuel, werd auch geboren inwen⸗ dig; komm doch, mein Hei⸗ land, und laß mich nicht laͤnger elendig; wohne in mir, mach mich ganz Eines mit dir und mich belebe bestaͤndig. 8. Menschenfreund su, dich lieb ich, dich WI ich erheben; laß mich doch einzig nach deinem Ge⸗ fallen nur leben; gieb mir 1194 bald/ IEsu, die, er⸗ 80² Zu Weihnachten. dergestalt, an dir alleine zu kleben. Gerhard Tersteegen. Mel. Wachet auf, ihr Christen alle. *(Ihr Christen 934. Wunaren, freut euch von Herzen sehr: der Heiland ist geboren. Recht gute neue Maͤhr! Deß freuen sich dort oben der heilgen Engel Schaar, und GOtt den Vater lo⸗ ben jetzt und fort immerdar. 2. So singen sie mit Schalle: Ihr Christen in gemein, freut euch von Kindel alle ob diesem indelein. Euch, euch ist es gegeben, und hat das Heil bereit, daß ihr bei GOtt sollt leben in steter Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja betruͤbe, denn dieses Kinde⸗ lein euch bringet suͤße Liebe: was wollt ihr traurig sein? Den Himmel will er schen⸗ ken, die an ihn glaͤuben fest. Daran sollt ihr ge⸗ denken, euch freuen auf das best. 4. Run seid ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schaar; denn Christus hat zerbrochen, was euch 1el, E war. Tod, Teu⸗ el, Suͤnd und Hoͤlle sind ganz und gar sene Stehe bei GOtt hat seine Stelle das menschliche Geschlecht. Georg Werner. Mel. von Adam her so lange Zeit. * Gomm, Hei⸗ 935. denheiland, Lösegeld, komm, schoͤnste Lilje dieser Welt, laß ab⸗ waͤrts flammen deinen Schein, denn so will GOtt geboren sein. 2. Nicht von des Man⸗ nes Kraft noch Lieb, ach nein, bloß durch des Gei⸗ stes Trieb empfaͤngt die keu⸗ sche Jungfrau hierz eswohnt ein goͤttlich Heil in ihr. 3. O Wunder, das kein Mensch versteht, daß eine Jungfrau schwanger geht! der Leib wird schwer durch GoOttes Kraft, doch un⸗ verletzt der Jungfrauschaft. Komm an, dir steht der Keuschheitthron schon offen, JEsu GOttes Sohn; komm gn, du zweigestamm⸗ ter Held, geh muthig durch dies Thal der Welt. 5. Du nahmest erdwaͤrts deinen Lauf, und stiegst auch wieder himmelauf; dein Abfahrt war zum Hoͤllenthal, die Ruckfahrt in den Sternensaal. 6. O hoͤchster Fuͤrst, dem Vater gleich, besieg hier dieses Fleisches Reich; denn unsers siechen Leibes Haft sehnt sich nach deiner Him⸗ melskraft. 7. Es glaͤnzet deiner Krippen Strahl, ein Licht leucht durch dies finstre Thal, es giebt die Nacht so hellen Schein, dee da wird unverloͤschlich sein. Johann Franck. In eigener. * JIEsulein 936. Oshge. sulein mild, deins Vaters Willn hast du erfuͤllt; bist kommen aus dem Him⸗ mel⸗ Zu Weihnachten. 803 melreich, uns armen Men⸗ schen worden gleich: o JIE⸗ sulein suͤß, o JEsulein mild! 2. O IEsulein suͤß, o IEsulein mild, deins Va⸗ ters Zorn hast du gestillt; du zahlst fuͤr uns all un⸗ ser Schuld, und bringst uns in deins Vaters Huld: o JEsulein suͤß, o IEsu⸗ lein mild! 3. O JéEsulein suͤß, o IEsulein mild, mit Freud hast du die Welt erfuͤllt; du kommst herab vons Himmels Saal und troͤst uns in dem Jammerthal: o IEsulein suͤß, o IEsu⸗ lein mild 4. O JeEsulein suͤß, o IEsulein mild, sei unser Schirm und unser Schild: wir bitten durch dein Gburt im Stall, beschuͤtz uns all fuͤr Suͤndenfall; o JEsulein suͤß, o IE⸗ sulein mild! 5. O IeEsulein suͤß, o IEsulein mild, du bist der ieb ein Ebenbild; zuͤnd an in uns der Liebe Flamm daß wir dich loben alle⸗ samm: o JeEsulein suͤß, o JEsulein mild! 5. O IEsulein suͤß, o IEsulein mild, hilf, daß wir thun alls, was du willt: was unser ist, ist gües dein, ach laß uns dir befohlen sein: JE⸗ sulein suͤß, o IEsulein mild! Valenün Thilo. Mel. Mein Freund zer⸗ schmelzt aus Lieb in sei⸗ nem Blute. * Liebe, di 937. O•— mel hat zerrissen, die sich zu mir ins Elend nieder⸗ ließ: was fuͤr ein Trieb hat dich bewegen muͤssen, der dich zu mir ins Jam⸗ merthal verwies? Die Liebe hat es selbst gethan, sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du fuͤr mich das groͤßte Wun⸗ der thust; die Liebe macht dir meinetwegen Schmer⸗ zen, daß du bei mir nur unter Dornen ruhst. O unerhoͤrter Liebesgrad, der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesenket hat! 3. Die Liebe ist mein An⸗ verwandter worden: mein Bruder ist selbi die Barm⸗ herzigkeit. Der Gottheit Quell lebt nun in mei⸗ nem Orden: die Ewigkeit vermaͤhlt sich mit der Zeit. Das Leben selbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgesoͤhnet, die Reinigkeit der Seelen wiederbracht; sie wird als Braut der Gottheit nun gekroͤnet, da sie der Him⸗ mel selbst so angelacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut, und als ein reiner Thron der GOtt⸗ heit eingeweiht. 5. Die Weisheit spielt nun wieder auf der Erden, dadurch das Paradies im Menschen gruͤnt. Nun koͤnnen wir aus GOtt ge⸗ boren werden, weil Ge⸗ e⸗ 80⁴ Zu Weihnachten. Geburt des HErren dazu dient. Die wohl geborne Seele spuͤrt, daß sie ein ander Geist aus ihrem Ursprung ruͤhrt. 6. Kein Elend kann nun unser Herz besiegen: Im⸗ manuel ist bei uns in der Noth. Ich darf. ja nur die Gnadenguelle ruͤgen, so dient mir selbst das Elend und der Tod. Der Jammer haͤngt mir nur noch an, der mir in Chri⸗ o doch nicht schaͤdlich werden kann. 7. Die Suͤnde kann mich auch nicht mehr verdam— men, dieweil sie selbst durch ihn verdammet ist. Was schaden nun der See⸗ len ihre Flammen, weil Christi Blut und Wasser in sie fließt? Immanuel loscht ihren Trieb: er laͤßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Reich⸗ thum, Ehr und Wollust schenkt er mir: ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spuͤr. Ich bin vergnuͤgt und ganz gestillt, weil mich der lau⸗ tre Strom der Herrlichkeit erfuͤllt. 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, erfreue dich in dieser Lie⸗ besmacht. Des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, und der Ver⸗ lust ist voͤllig wiederbracht. O, ewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Thristo nun ein Wohlgefallen spuͤr! Christian Friedrich Richter. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. * underba⸗ 938. Wer GOu denthron, GOttes und Marien Sohn; GOtt und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krippen findt; großer Held von Ewigkeit, dessen Macht und Herrlichkeit ruͤhmt die ganze Christenheit. 2. Du bist arm, und machst zugleich uns an Leib und Seele reich; du wirst klein, du großer GOtt, und machst Hoͤll und Tod zu Spott. Aller Welt wird offenbar, ja auch deiner Feinde Schaar, daß du, GOtt, bist wun⸗ derbar. 3. Laß mir deine Guͤt und Treu taͤglich werden immer neu; GOtt, mein GoOtt, verlaß mich nicht, wenn mich Noth und Tod anficht. Laß mich deine Herrlichkeit, deine Wun— derguͤtigkeit schauen in der Ewigkeit! Joh. Olearius. Mel. JEsus, meine Zuversicht. * Eine Heerde 939. und ein Hirt! wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird? Freue dich, du kleine Heerde, mach dich auf und werde Licht: JEsus haͤlt, was er verspricht. Zu Weihnachten. 80⁵ 2. Huͤter, ist der Tag noch fern? Schon ergruͤnt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet daͤmmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht; IEsus haͤlt, was er verspricht. 3. Komm, o komm, ge⸗ treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde; ach wie manches Schaͤflein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht; JEsus haͤlt, was er ver⸗ spricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Mor⸗ genroͤthes Helle, und der Sohn der Wuͤste kniet dur⸗ stend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgen⸗ licht; JEsus haͤlt, was er verspricht. 5. Graͤber harren auf⸗ gethan; rauscht, verdorrete Gebeine; macht dem Bun⸗ desengel Bahn; großer Tag des HErrn, erscheine! IEsus ruft: Es werde Licht! IEsus haͤlt, was er verspricht. 6. O des Tags der Herr⸗ lichkeit! IEsus Christus, du, die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! IEsus haͤlt, was er verspricht. Dr.Friedrich Adolph Krummacher Mel. Meinen AEsum laß ich nicht. 940. IWhzannder stern, der aus Jaeob ist erschienen: meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnaͤdig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewaͤhrt und E in dem Kreuzesofen sein. 3. Nimm den Weih⸗ rauch des Gebets, laß den⸗ selben vor dir tuͤgen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern vor dir lie⸗ gen. Wenn ich bete, nimm es auf, und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach mich schmerzet meine Suͤnde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnabe finde, und nun froͤh⸗ lich sprechen kann, JEsus nimmt mein Opfer an. Erdm. Neumeister. Mel. Errett mich, o mein lieber Erre. 41* daß doch 941. O bald dein Feuer brennte, du unaus⸗ sprechlich Liebender, und bald die ganze Welt er⸗ kennte, daß du bist Koͤnig, GOtt und HErr. 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme jetzt hier, letzt dort in Ost und West, dir, dem fuͤr uns erwuͤrg⸗ ten Lamme, ein herrlich Pfingst⸗ und Preudenfest. 3. Und noch entzuͤnden Him⸗ 806 Zu Weihnachten. Himmelsfunken so man⸗ ches kalte, todte Herz und machen Durstge freudetrun⸗ ken, und heilen Suͤnd⸗ und Hoͤllenschmerz; 4. Verzehren Stolz und Eigenliebe, und sondern ab, was unrein ist, und mehren jener Flamme Trie⸗ be, die nur den großen Ei⸗ nen kuͤßt. 5. Erwecke, laͤutre und vereine des ganzen Chri⸗ stenvolkes Schaar, und mach in deinem Gnaden⸗ scheine dein Heil noch je⸗ dem offenbar. Du unerschoͤpfter Quell des Lebens, all⸗ maͤchtig starker Gottes⸗ hauch, dein Feuermeer stroͤm nicht vergebens; ach zuͤnd in unsern Herzen auch. 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen, und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heilgen Hoh Flaͤmmen durch deines Va⸗ ters ganzes Haus. 8. Beleb, erleucht, er⸗ waͤrm, entflamme doch bald die ganze, weite Welt/ und zeig dich jedem Voͤl⸗ kerstamme als Heiland, Friedefuͤrst und Held. 9. Dann toͤnen dir von Millionen der Liebe Ju⸗ bel⸗Harmonien, und alle, die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin. Johann Ludwig Fricker Mlel. Herzlich thut mich verlangen. 9⁴²²⁰ ler Ehren, Koͤnig al⸗ N IEsuChrist.Davids Sohn, dein Reich soll ewig waͤh⸗ ren, im Himmel ist dein Thron: hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt moͤg werden zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland, die Knie sie vor dir beugen, weil du ihnn bist bekannt. Der neu Stern auf dich weiset, dazu das goͤttlich Wort, drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer ll⸗Hoͤnig, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar wenig vergaͤnglich Gut und Geld, prangst nicht auf theurem Rosse, traͤgst keine guͤldne Kron, sißst nicht in steinernm Schlosse, hier hast du Spott und ohn. 4. Doch bist du schoͤn ge⸗ zieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Guͤt allzeit floriret um dein Gerech⸗ tigkeit. Du wollst die Frommen schuͤtzen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sitzen, die Boͤsen stuͤrzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf; dein Guͤte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Mein Fein⸗ den wollst du wehren, dem Teufel, Suͤnd und Tod, daß sie mich nicht verseh⸗ ren: rett mich aus aller oth. 6. Du wollst in mir ent⸗ zuͤn⸗ Zu Weihnachten. 80⁷ zuͤnden dein Wort, den schö⸗ nen Stern, daß falsche Lehr und Suͤnden sein von meinm Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen Koͤnig nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Böhm. In eigener Melodie. 9 43* erde licht, . du Stadt der Heiden, und du Sa⸗ lem, werde licht; schaue, welch ein Glanz mit Freu⸗ den uͤber deinem Haupt an⸗ bricht! GOtt hat derer nicht vergessen, welch im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit die mußte weichen, als dies Licht kam in die Welt, dem kein an⸗ ders ist zu gleichen, wel⸗ ches alle Ding erhaͤlt. Die nach diesem Lichte sehen, duͤrfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach wie waren wir verblendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Geber⸗ den klebten boͤslich an der Erden. 4. Irdisch waren die Ge⸗ danken, Thorheit hielt uns gar verstrickt, Satan macht uns schaͤndlich wanken, wahre Tugend lag verruͤckt, Fleisch und Welt hatt uns betrogen und vom Himmel abgezogen. 1 5. Finsterniß fand sich auf Erden, finster war es in der Lehr, alles wollte finster werden, so daß auch des Hoͤchsten Ehr und der Wahrheit unterdessen in dem Finstern ward ver⸗ gessen. 6. GOttes Rath war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, je⸗ dem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmels⸗ leben seinen Glanz uns sollte geben. 7. Aber wie hervorge⸗ gangen ist der Aufgang aus der Hoͤh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt Duntdes triehen, daß nichts Dunkles uͤbrig blieben. 8. IEsu, reines Licht der Seelen, du vertreibst die Finsterniß, welch in die⸗ ser Suͤndenhoͤhlen unsern Tritt macht ungewiß; JE⸗ su, deine Lieb und Segen leuchten uns auf unsern Wegen. 9. Nun, du wollest hie verbleiben, liebster JIEsu, Tag und Nacht, alles Fin⸗ stre zu vertreiben, das uns so viel Schreckens macht; laß uns nicht im Dunkeln waten, noch ins Hoͤllen Meer gerathen. 10. Liebster IEsu, laß uns leuchten dein erfreu⸗ lichs Angesicht, laß uns. deine Gunst befeuchten, wenn das Kreuzfeur auf uns sticht, laß uns ja wie Christen handeln und in dei⸗ nem Lichte wandeln. 11. Schenk uns, HErr, das Licht der Gnaden, das ein 80⁸ Zur Passion. ein Licht des Lebens ist, ohne welches leicht in Schaden fallen kann ein be frommer Christ; laß uns dieses Licht erfreuen, wenn wir aus der Tiefe schreien. 12. Dieses Licht laßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn. Ewig, HErr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 13. Gieb, HErr JEsu, Kraft und Staͤrke, daß wir dir zu jeder Zeit durch be⸗ liebte Glaubenswerke fol⸗ gen in Gerechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schwe⸗ n. 14. Dein Erscheinung müß erfuͤllen mein Ge⸗ muͤth in aller Noth; dein Erscheinung muͤsse stillen meine Seel auch gar im Tod. HErr, in. Freuden und in Weinen muͤsse mir dein Licht erscheinen. 15. IEsu, laß mich end⸗ lich gehen freudig aus der boͤsen Welt, dein so helles Licht zu sehen, was mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schoͤnsten Klarheit wohnen. Joh. Rist. III. Zur Mel. HErr JEsu Christ, meins Lebens Licht. 9 4 4* er du, HErr IEsu, Ruh und Rast in deinem Grab gehalten hast: gieb, daß wir in dir ruhen all, und un⸗ ser Leben dir gefall. 2. Verleih, o HErr, uns Staͤrk und Muth, die du erkauft mit deinem Blut; und fuͤhr uns in des Him⸗ mels Licht zu deines Va⸗ ters Angesicht. 3. Wir danken dir, o GOtteslamm, getoͤdtet an des Kreuzes Stamm; laß ja uns Suͤndern deine Pein ein Eingang in das Leben sein. Georg Werner. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. ruhest du meine 945. Sẽ Passion. Ruh, in deines Grabes Hoͤhle, und erweckest durch den Tod meine todte Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du mei⸗ nes Lebens Leben, dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach bist du kalt, mein Aufenthalt! Das macht die heiße Liebe, die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. 4. O Lebensfuͤrst, ich weiß, du wirst mich wie⸗ der auferwecken: sollte denn mein glaͤubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Sie wird mir sein ein Kaͤmmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiegöe. 6. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt: doch wird Zu Ostern. 809 wird er auferstehen, und in ganz verklaͤrtes Zier aus dem Grabe gehen. 7. Indeß will ich, mein IEsu, dich in nieine Seele senken, und an deinen bit⸗ tern Tod bis in Tod ge⸗ denken. Salomon Franck. In eigener Melodie. E as habe 946. Wé ich dir gethan, mein Volk, und womit habe ich dich belei⸗ digt? Antworte mir! Habe ich dich doch aus Aegyp⸗ tenland gefuͤhrt: und du hast zur Geißelung uͤber⸗ antwortet deinen Heiland. Habe ich dich doch aus dem Diensthause erloͤset: und du hast ans Kreuz ge⸗ schlagen deinen Erloͤser. Heiliger HErre GOtt! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Hei⸗ land! du ewiger GOtt! laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth! 2. Habe ich doch Pha⸗ rao und seine Reuter ge⸗ stuͤrzt ins Meer: und du haͤst mich uͤberantwortet den Hohenpriestern und den Heiden. Habe ich dich doch gespeiset mit Manna und getraͤnket von dem Wasser des Felsen in der Wuͤste: und du hast mich ge⸗ traͤnket mit Galle und Essig. Heiliger HErre GOtt! Heiliger starker GoOtt! Heiliger barmherziger Hei— land! du ewiger GOtt! laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth! 3. Was habe ich dir gethan, mein Volk, und womit habe ich dich be⸗ leidigt? Antworte mir! Heiliger HErre GOtt! Heiliger starker GOtt! Heiliger barmherziger Hei⸗ land! du ewiger GOtt! laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth! Christian Carl Josias Bunsen, nach dem Lateinischen. IV. Zu Mlel. JEsus, meine Zuverficht. uf, mein 9⁴7. A Herz, des HErren Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben, Chri⸗ stus/ der begraben lag, ist im Tode nicht geblieben. Nun⸗ mehr bin ich recht getroͤstt/ JEsus hat die Welt erloͤst. 2. Nunmehr ist er GOt⸗ tes Sohn, und hat dieses klar erwiesen. Allen Fein⸗ den auch zum Hohn, sei Ostern. er dafuͤr hoch gepriesen. Denn es kommet in der That, was sein Mund ge⸗ redet hat. 3. Unsre Schulden sind wohl groß: aber doch ist GOtt vergnuͤget, denn mein Buͤrge kommet los, der fuͤr mich im Grabe lieget. Aller Zorn ist ab⸗ gelehnt, und der Mensch mit GOtt versoͤhnt. Sterben war der Suͤnden Sold; nun ist Christus unser Leben/ für uͤr —————————— — wg.li /// /(Ułͥ Q—: 81⁰ Zu Ostern. fuͤr mich nicht Geld noch von des Todes Banden. Gold, sondern sich selbst Deß freuet sich der Engel hat gegeben; und sein Auf⸗Schaar, singend im Him⸗ erstehen macht, daß ich mel immerdar Halleluiah. jetzt kein Sterben acht. Der fuͤr uns sein 5. Sterbe, wer da ster⸗Leben in Tod hat gegeben, ben kann, IEsum werd ich doch behalten; darum liegt mir wenig dran, ob die Meinen auch erkalten; wenn man alle Welt be⸗ Ruaͤbt, weiß ich noch, daß JEsus lebt. 6. Ja, wenn Gott werde sollen sterben, fuͤrcht ich mich vor keiner Gruft, ich will doch den Himmel erben; denn mein Simson hat bei Nacht Grab und Himmel aufgemacht. 7. Dieser Erstgeborne lebt, den wir alle Bruder nennen, dessen Herz an meinem klebt, der sich nicht von mir will trennen. Dar⸗ um hat es keine Noth, weil nun JEsus nicht mehr todt. 8. Tod, wo ist nun deine Kraft? Hoͤlle, wo sind deine Ketten? Hier ist GOtt, der Hülfe schafft, hier ist einer/ der kann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein lange wird verwe⸗ set sein. 9. HErr, dies glaub ich dir zu Ruhm, und mein Trost ist nicht ver⸗ gebens; denn ich bin dein Eigenthum, gleich wie du mein Fuͤrst des Lebens. Dir sei auch viel Dank bereit jetzund und in Ewig⸗ keit. Caspar Neumann. In eigener Melodie. 9 48. Cbaimus ist erstanden 949. erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedaͤchtniß JIEsum Christ, der von dem Tod erstan⸗ den ist. der ist nun unser Oster⸗ lamm, deß wir uns freuen allesammt. Hollelujah. 3. Der, ans Kreuz ge⸗ haͤngen, kein Trost konnt erlan Herr )tt treten stets bereit. Halle⸗ mich selber ruft, daß ich luj Hilt der lebet nun in ichkeit, uns zu ver⸗ ujah. 4. Der so ganz verschwie⸗ gen zur Hoͤllen gestiegen, den wohlgeruͤstten Starken band, der wird nun in der Hoͤh erkannt. Hallelujah. 5. Der da lag begraben, der ist nun erhaben, und sein Thun wird kraͤftig erweist und in der Chri⸗ stenheit gepreist. Hallelujah. 6. Er laͤßt nun verkuͤnden Vergebung der Suͤnden/ und wie man die durch rechte Buß nach seiner ielnch. suchen muß. Hal⸗ elwab⸗. 7. O Christe, Osterlamm, speis uns heut allesammt, nimm weg all unsre Mis⸗ sethat, daß wir dir singen fruͤh und spat Hallelujah. Michael Weiße. Mel. YHErr GOit, dich loben alle wir. rinnre dich/ mein Geist, 2. Fuͤhl Zu Ostern. 811 2. Fuͤhl alle Dankbar⸗ keit fuͤr ihn, als ob er heute dir erschien, als spraͤch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau uͤber dich und bet ihn an, er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit GOtt vereint, und ist dein Koͤ⸗ nig und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war; sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewig⸗ keit. 5. O Glaube, der das Herz erhoͤht! was ist der Erde Maiestaͤt, wenn sie mein Geist mit der ver⸗ gleicht, die ich durch GOt— tes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterb⸗ lich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein: HErr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Verwundrung kaͤmpft in mir, und voll von Ehr⸗ furcht, Dank und Pflicht fall ich, GOtt, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfuͤllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fuͤrst, in Wol⸗ ken goͤttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Gra⸗ be gehn und rein zu dei⸗ ner Rechten stehn. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thro⸗ nen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 11. Zu welchem Gluͤck/ zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthuml Mit dir gekreuzigt, GOt⸗ tessohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schul⸗ dig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. 13. Er ists, der alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedaͤchtniß JE⸗ sum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Christian Fürchtegott Gellert. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. *(Eirstanden ist 950: der heilge Christ, der aller Welt ein Heiland ist, das zeugen uns die Engel fein, die den Frauen erschienen sein. Hallelujah. 2. Als sie fruͤh kamen zu dem Grab, und brach⸗ ten koͤstlich Salben dar, bekuͤmmert waren um den Stein, den niemand waͤl⸗ zen konnt allein: Hallelujah: 3. Da thaͤt sich auf des Grabes Thuͤr, und stund ein schoͤner Engl dafuͤr. Er sprach: Was kommt 8 Al⸗ — ——————————— —————77277— 8¹1² Zu Ostern. also fruͤh? Den jetzt ihr sucht, der ist nicht hie. Hallelujah. 4. Er ist erstanden sicher⸗ lich mit Sieg des Tods gewaltiglich. Besucht das Grab, ihr findt nicht mehr/ denn die Grab⸗Tuͤcher lie⸗ gen leer. Hallelujah. So geht nun hin und glaͤubet mir, ihr werdt den HErren sehen schier, solchs sagt sein Juͤngern und Petro, damit sie wie⸗ der werden froh. Halle⸗ lujah. 6. Deß freu sich nun ein jeder Christ, daß IE⸗ sus auferstanden ist, wel⸗ cher fuͤr uns am Kreuze starb, und uns seins Va⸗ ters Huld erwarb. Halle⸗ lujah 7. Der lebt und herr⸗ schet uns zu gut, der Tod ihm nicht mehr Schaden thut. Er giebt Weisheit, Gerechtigkeit, Erlösung und die Seligkeit: Hallelujah: Allen, die zu ihm Zuflucht han, und ihn mit Glauben rufen an. Ach IEsu Christ, des Todes Tod, komm uns zu Huͤlf in Sterbens Noth. Hal⸗ lelujah. Melch. Vulpius. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 51* Ich geh zu 951. Odeinem Gra⸗ be, du großer Osterfuͤrst, weil ich die Hoffnung ha⸗ be, daß du mir reh⸗ wirst, wie man kann froͤh⸗ lich sterben, und froͤhlich auferstehn, auch mit des * Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde, und hast sie einge⸗ weiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehoͤrt. 3. Du schlaͤfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du druͤckst die Augen zu: so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei: wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon ruͤcken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du faͤhrest in die Hoͤhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich ehe, da ich dich finden ann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten Him⸗ melskronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! ich will mich dir ergehen in meiner letzten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft; da werd ich schon erwa⸗ chen, wenn deine Stim⸗ me ruft. 7. Du wirst den Oel⸗ berg Zu Ostern. 813 berg zeigen, wo man gen Himmel faͤhrt; da will ich froͤhlich steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems Friedenshaͤuser; da heißts Victoria! da traͤgt man Siegesreiser; ach waͤr ich nur schon da! Benjam. Schmolk. Mel. JEsus, meine Zuversicht. *(Esus lebt, 952. mit ihm auch ich, Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten aufer⸗ wecken. Er verklaͤrt mich in sein Licht; dies ist mei⸗ ne Zuversicht. 2. JEsus lebt, ihm ist das Reich uͤber alle Welt gegeben; mit ihm werd guch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. GOtt erfuͤllt, was er ver⸗ spricht; dies ist meine Zu⸗ versicht. 3. IEsus lebt, wer nun verzagt, laͤstert ihn und GOttes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Suͤn⸗— der sich bekehre. GOtt verstoͤßt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. JEsus lebt, sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; reines Her⸗ zens will ich sein und den Luͤsten widerstreben. Er verlaͤßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zu⸗ versicht. 5. IEsus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von JEsu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden; er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zu⸗ versicht. 6. IEsus lebt, nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben; welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie glaͤubig zuů ihm spricht: HErr, HErr, mei⸗ ne Zuversicht! Christian Fürchtegott Gellert. Mel. HErr Christ, der einig GOtts-Sohn. * ein Fels 9⁵53. M hat uͤber⸗ wunden der Hoͤlle ganzes Heer, der Drache liegt ge⸗ bunden; die Suͤnde kann nicht mehr mich durchs Gesetz verdammen; denn alle Zornes⸗Flammen hat IEsus ausgeloͤscht. 2. Auf denn, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor, vertreib die Furcht und schwinge im Glauben dich empor. Wirf des Gewissens Nagen, dein Sorgen und dein Zagen in Christi leeres Grab. 3. Ist JEsus auferstan⸗ den, mit Herrlichkeit ge⸗ schmuͤckt, so bist du ja den Banden des Todes mit entruͤckt. Kein Fluch ist uͤbrig blieben, die Quit⸗ tung ist geschrieben, daß alles sei bezahlt. 4. Ach willst du noch nicht glauben, du unge⸗ wisser Geist? Welch Teu⸗ fel kann dirs rauben, was IEsus dir verheißt, der Licht/ . * * II * I. * 8¹⁴ Zur Himmeltahrt. Licht/ Kraft/ Fried und Leben geneiget ist zu ge⸗ ben, als seines Sieges Frucht. 5. Wohlan denn, Fuͤrst des Lebens, ich bring dir, was ich hab, ich matte mich vergebens bei meinen Wunden ab. Ich kann sie nicht verbinden; soll ich Genesung finden, du mußt sie ruͤhren an. 6. Gieb meinem Glau⸗ ben Klarheit, zu sehn, HErr IEsu Christ, daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir alles bist. Die finstern Wolken theile der Zwei⸗ bens und heile des Glau⸗ ens duͤrre Hand. 7. Laß mich nicht laͤn⸗ R6 wanken gleich einem ohr im Wind, besaͤnftge die Gedanken, die voller Unruh sind. Du bist der Stuhl der Gnaden; wer muͤhsam und beladen, den rufst du ja zu dir. 8. Ich will nicht mehr vergeblich bei mir mich halten auf; ich finde nichts erheblich, zu hemmen mei⸗ nen Lauf zu deinen offnen Armen, die ganz dein frei Erbarmen mir angelweit aufthut. 9. Ich darf dem Ab⸗ grund pochen auf deine Macht und Treu. Die Riegel sind zerbrochen, die Fesseln sind entzwei; des Werk⸗Bunds Donner⸗ keile, des Satans Feuer⸗ pfeile zermalmt mein Glau⸗ bensschild. 10. Hast du den Tod verschlungen, verschline ihn auch in mir. Wo du bi durchgedrungen, da laß mich folgen dir. Erfuͤlle mein Verlangen und laß den Kopf der Schlangen in mir zertreten sein. 11. Den Goͤtzen Kaleh⸗ liebe, das ist das Seelen⸗ Gift, zerstoͤr in mir und giebe, daß alle Fleisches⸗ Trift, die dich ans Kreuz geheftet, ganz moͤge sein entkraͤftet durch deines Kreuzes Kraft. 12. Lebst du, laß mich auch leben als Glied an deinem Leib, daß ich gleich einem Reben an dir, dem Weinstock, bleib. Gieb Geistes⸗Saft zur Nah⸗ rung; gieb Staͤrke zur Be⸗ wahrung der Pflanzung deiner Hand. 13. Leb in mir als Pro⸗ phete und leit mich in dein Licht, als Priester mich vertrete. Mein Thun und Lassen richt, um deinen ganzen Willen als Koͤnig zu erfuͤllen. Leb, Christe, leb in mir. Friedrich Adolph Lampe. V. Zur Himmelfahrt. In eigener Melodie. 9⁵54. Himmel, auf uns hernieder? Den Troͤ⸗ hrist fuhrsster, den heiligen Geist, dem fgen solln wir glauben aller⸗ was sandt er meist. Hallelujah. 2. Chri⸗ Zur Himmeltahrt. 81⁵ 2. Christus unser Hei⸗ land sitzt zur rechten GOt⸗ tes Hand, vertritt das arm menschlich Geschlecht, daß wir durch ihn werden gerecht. Hallelujah. 3. Waͤr er nicht hin⸗ gangen, der Troͤster waͤr nicht kommen; seit daß er hingangen ist, so habn wir den Geist durch IEsum Christ. Hallelnjah. 4. In Himmei fuhr der heilig Christ, der aller Welten Heiland ist. Halle⸗ lujah, Hallelujah, Halle— lujah. Christophorns Solius. In eigener Melodie. 9553 iner ist Ko⸗ — nig,/, Im⸗ manuel sieget, bebet ihr Feinde, und gebet die Flucht. Zion hingegen sei innig ver⸗ gnuͤget, labe dein Herze mit himmlischer Frucht; ewiges Leben, unendlichen rieden, Freude die Fuͤlle hat er uns beschieden. 2. Staͤrket die Haͤnde/ er⸗ muntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen GOtt: JEsus, die Liebe versuͤßet die Schmerzen, reißet aus Aengsten, aus Janmer und Noth; ewig muß unsere Seele genesen in dem holdseligsten, lieb⸗ lichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, schlage die Ruthe des Vaters nicht aus; bitte und schoͤpfe aus goͤttlicher Fuͤlle Kraͤfte zu siegen im Kampfe und Strauß; Fluten der Truͤb⸗ sal verrauschen, vergehen: IEsus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet? Aus, und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe die Sonne der Freuden erscheinet tau⸗ sendmal heller, als du es gegiaubt. JEsus der lebet, die Liebe regieret, die zu den Quellen des Lebens dich fuͤhret. 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; JIE⸗ sus, der bittet: Kommt alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle fließen die Stroͤme des Lebens allhier. Trin⸗ ket, ihr Lieben, und wer⸗ det erquicket: hier ist Erloͤ⸗ sung fuͤr alles, was druͤcket. 6. Streitet nur unver⸗ zagt, seht auf die Krone, die euch der Koͤnig des Himmels anbeut; selbsten Jehovah wird Siegern zum Lohne: wahrlich dies Klei⸗ nod verlohnt sich den Streit; streitet nur unver⸗ zagt, seht auf die Krone, selbsten Jehovah wird Sie⸗ gern zum Lohne. 7. Herrliches Laͤmmlein, da, da wird man sehen eine gewaltige siegende Schaar deine unendliche Hoheit er⸗ hoͤhen, alles, was Odem hat, ruft: Er ists gar. Sehet, wie Kronen und Thronen hinfallen; horet, wie donnernde Stimmen erschallen: 8. Reichthum, Kraft, Weisheit, Preis, Staͤrke, Lob, Ehre GOtt und dem Lamm, und dem heiligen Geist! 816 Zur Himmelkahrt. Geist! Wenn ich da stuͤnde/ o wenn ich da waͤre! sprin⸗ get ihr Bande, ihr Fesseln zerreißt. Amen, die Liebe wird wahrlich erhoͤren. Alles, was in mir ist, lobe den HErren! Allendorf. Mel. Heut triumphiret GOttes Sohn. s faͤhret heu⸗ 956. E te GOttes Sohn hinauf zu seines Va⸗ ters Thron: Hallelujah, Hallelujah! er gehet ein zur Herrlichkeit, die uͤber⸗ all ist ausgebreit. Hallelu⸗ jah, Hallelujah! 2. Er hat zerstoͤrt des Teufels Macht, sein Heer erlegt und umgebracht: Halleluiah, Halleluiah! wie mit Gewalt ein starker Held im Treffen seine Fein⸗ de faͤllt. Hallelujah, Hal⸗ lelujah! 3. Zwing unser Fleisch, HErr IcEsu Christ, der du der Suͤnder Heiland bist: Hallelujah, Hallelu⸗ jah! daß wir, indem du uns machst rein, theilhaf⸗ tig deines Sieges sein. Hallelajah, Hallelujah! 4. Laß sein den Feind in uns gedaͤmpft, weil du uns hast das Heil erkaͤmpft: Hallelujah, Hallelujah! tilg aus sein Werk, daß er nicht mehr sich wider unsre Seel empoͤr. Hallelujah, Hal⸗ lelujah! 5. Zeuch und fuͤhr uns mit dir zugleich als GOttes Kinder in dein Reich: Hal⸗ lelujah, Hallelniah! da wir ein ewigs Freudenlied dir aufzuopfern sind be⸗ muͤht. Hallelujah, Hal⸗ lelujah! 6. GOt1 Vater sei von uns gepreist, sammt dei⸗ nem Sohn und heilgen Geist: Hallelujah, Halle- lujah! der heilge unsrer Seelen Grund, damit dir danke Herz und Mund. Hallelujah, Hallelujah! Mel. JEsu, der du meine Seele. * roßer Mitt⸗ 9⁵7. G ler, der zur Rechten seines großen Va⸗ ters sitzt, und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schuͤtzt, den auf dem er⸗ habnen Throne in der koͤ⸗ niglichen Krone alles Heer der Auuh mit verhuͤll⸗ tem Antlitz scheut! 2. Dein Geschaͤft auf die⸗ ser Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollen⸗ det sollen werden, das ist gaͤnzlich ausgemacht; da du bist fuͤr uns gestorben, ist uns Gnad und Heil er⸗ worben, und dein siegreich Auferstehn laͤßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschaͤfte in dem obern Heiligthum, die erworbnen Segenskraͤfte durch dein Evangelium allen denen mitzutheilen, die zum Thron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werthe Namen traͤgest du auf dei⸗ ner Brust, und an den ge⸗ Zu Piingsten. 81⁷ —9 Samen denkest u mit vieler Lust; du vertritst die an dich glaͤuben, daß sie dir ver⸗ einigt bleiben, und bittst in des Vaters Haus ihnen schl eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt gehorchen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen uͤber ihrem Elend bricht: daß dein Vater ihrer schone/ daß er nicht nach Werken lohne, daß er aͤndre ihren Sinn, ach da zielt dein Bitten hin. 6. Zwar in deinen Flei⸗ sches⸗Tagen, da die Suͤn⸗ den aller Welt dir auf dei⸗ nen Schultern lagen, hast du dich vor GOtt gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen fuͤr die Suͤnder zu erscheinen; o mit wel⸗ cher Riedrigkeit batest du zur selben Zeit. 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht un⸗ terstuͤtzt, da in der voll⸗ kommnen Huͤtte die ver⸗ klaͤrte Menschheit sitzt; nun kannst du des Satans Klagen majestaͤtisch nieder⸗ agen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. 8. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Va⸗ ter dar, und machst lieb⸗ reich und bescheioen dein Verlangen offenbar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben, und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 9. Großer Mittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligthum so viel Treu an uns bewiesen, dir sei Ehre, Dank und Ruhm. Laß uns dein Verdienst ver⸗ treten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich fuͤr uns in letzter Roth, wenn den Mund verschließt der Tod. J. J. Rambach. WI. Zu Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. * Creuet euch, 95⁵8. F ihr GOt⸗ tes Kinder, freuet euch, ihr Menschen all, freuet euch, ihr armen Suͤnder, jauchzet GOtt mit großem Schall: euer Troͤster kmmt zu euch, der euch in sein Freuden⸗ reich will aus diesem Jam⸗ mer bringen, helfen froͤh⸗ lich siegen, ringen. 2. Unsers Herzens Trost Pfingsten. ist kommen, GOttes Geist, das Freudenlicht, der Be⸗ schirmer aller Frommen/ unser Waene und Zuver⸗ sicht. Preiset seine Guͤt und Treu, die noch alle Morgen neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. Joh. Olearius. Mel. JEsu, meines Le⸗ bens Leben. 959* eist vom Va⸗ ter und vom 35⁵ Soh⸗ 818 Zu Piingsten. ö Sohne, gleicher Majestaͤt und Kraft in dem hoͤchsten Hintelsthrone, gieße neuen Lebenssaft in mein Herz, Seel und Gemuͤthe, daß der Reichthum deiner Guͤte und die Staͤrke deiner Hand/ an mir Schwachen werd erkannt. 2. Komm, erleuchte mei⸗ ne Sinne, komm, durch⸗ strable den Verstand, daß die Finsterniß zerrinne und nicht nehme uͤberhand. Oeffne meiner Seelen Au⸗ gen, daß sie zu erkennen taugen der Geheimniß tie⸗ fen Grund, die uns lehret Christi Mund. ö 3. Niemand ohne dich verspuͤret reiner GOttes⸗ liebe Brunst; wen nicht deine Gnade ruͤhret, den bethoͤret eitler Dunst; kom̃, ach komm! mein Herz ent⸗ zuͤnde, daß ich nichts in niir empfinde, als der Liebe heiße Glut, die allein in IEsu ruht. 4. Laß mich alles Eitle hassen, da die Welt sich drin verliebt, und mit Lie⸗ besarmen fassen, dem sich Seel und Geist ergiebt, IEsum, den die keuschen Seelen sich fuͤr ihren Schatz erwaͤhlen, daß ich dessen ganz allein und zu eigen moͤge sein. 5. Ach, der Unflath mei⸗ ner Suͤnden ist dir mehr als mir bewußt! Du al⸗ lein, HErr, kannst ergruͤn⸗ den, wie die angeborne Lust, die von Adam ist er⸗ erbet, Leib und Seele hat verderbet; drum so steure Fleisch und Blut, das sonst nichts als Boͤses thut. 6. Gieb mir Kraft zu widerstehen, wenn die bose Lust sich regt. Laß es nimmermehr geschehen, daß ich werde gar erlegt; steh mir in dem Kampf sch Seiten, hilf mir eitterlich bestreiten diesen Feind, der in mir wohnt, und mit Tod und Hoͤlle lohnt. 7. Du bist heilig, laß mich werden rein und hei⸗ lig immer mehr; loͤdt die Glieder, die auf Erden wi⸗ derstreben deiner Ehr. Laß mich in dem neuen Leben wachsen und dahin bestre⸗ ben, daß die Seel mit GoOttes Bild auf ein neues werd erfuͤllt. 8. Endlich, wenn ich soll durchs Leiden meinem Hei⸗ land folgen nach, und zu meines HErren Freuden gehen durch viel Ungemach: eite mich durch deine Guͤte/ daß mein Geist, Seel und Gemuͤthe lobe dich in suͤ⸗ ßem Ton, sammt dem Va⸗ ter und dem Sohn. Gottfried Hoffmann.(+ 1728.) Mel. Nebster JEsu, wir sind hier. *VZOtt, du hast 960*G in deinem Sohn mich von Ewigkeit erwaͤhlet. Sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet; und gieb mir des Geistes Ga⸗ ben, sodann werd ich alles Faben 2. Ach ich bin lebendig todt und zum Guten ganz Zu Püngsten. 819 verloren. Heilger Geist, mein HErr und GOtt, mache du mich: neugeboren; denn das Fleisch ist mein Verderben, und kann nicht den Himmel erben. 3. Dreibe weg die finstre Nacht meiner irrigen Ge⸗ danken. Daͤmpfe das, was GOtt veracht, halte die Vernunft in Schranken, daß ich anders nicht, als gerne, selbst von dir die Weisheit lerne. 4. Was mein Herze dicht und tracht, ist von Jugend auf nur boͤse; aber hilf daß deine Macht mich auch von mir selbst erlöse: und zu allen guten Dingen gieb mir Wollen und Voll⸗ bringen. 5. Schaffe mir ein rei⸗ nes Herz, daß ich stets an GOtt gedenke, und mich oft mit Reu und Schmerz uͤber meine Suͤnden kraͤnke; doch nach den betruͤbten Stunden fuͤhre mich in IEsu Wunden. 6. Pflanze mich daselbst in ihn als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe; er sei Stock, und ich die Rebe, daß ich ganz in JEsu lebe. 7. Hierzu bitt ich diese drei, Glauben, Hoffnung und die Liebe; steh auch sonst mir also bei, daß kein Teufel mich betruͤbe. Gieb mir Demuth, Fried und Freude, und auch Sanftmuth, wenn ich leide. 8. Hilf mir reden recht und wohl, auch zuweilen gar nichts sagen, hilf mir beten, wie ich soll, hilf mir auch mein Kreuze tra⸗ gen. Wenn es Zeit ist, hilf mir sterben, und da⸗ bei den Himmel erben. Casp. Neumann. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 961* Gett, gieb einen mil⸗ den Regen, denn mein Herz ist duͤrr wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, traͤnke du dein durstig Land. Laß des heilgen Geistes Gab uͤber mich von oben ab wie die starken Stroͤme fließen und mein ganzes Herz durch⸗ gießen. Kann ein Vater hier auf Erden, der doch boös ist von Natur, seinen lie⸗ ben Kindern geben nichts als gute Gaben nur: soll⸗ test du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben, und mich laben mit den guten Him⸗ melsgaben? 3. IEsu, der du hin⸗ gegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlaͤngen ich er⸗ warte, HErr, von dir. Laß den Troster ewiglich bei mir sein, und lehren mich, in der Wahrheit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen/ kehre bei mir Armen ein, und sei tausendmal willkom⸗ men; laß mich deinen Tem⸗ 35* yel 8²⁰ Zu Püngsten. pel sein. Saͤubre du nur selbst das Haus meines Herzens; wirf hinaus alles, was mich hier kann schei⸗ den von den suͤßen Him⸗ melsfreuden. 5. Schmuͤcke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schoͤn; laß mich wahre Liebe haben, und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starken Muth, heilige mein Fleisch und Blut; lehre mich vor GOtt hintreten, und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir ergeben; dir zu Ehren soll mein Sinn dem/ was himm⸗ lisch ist, nachstreben, bis ich werde konmmen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im hoͤchsten Himmels⸗ thron ich erheben kann und preisen mit den suͤßen Engelweisen. Maurit. Kramer. Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. 962³* omm, du sanfter Gnadenregen, komm, du Geist der Herrlichkeit, komm, du Segen aller Segen. Mache du mich selbst bereit, dich mit war⸗ tendem Verlangen hier be⸗ gierig zu empfangen. 2. Fuͤlle mich mit dei⸗ nen Gaben. Ach, komm selbst zu mir herein; denn ich muß dich selber haben. Laß mich deine Wohnung sein, laß in deinem Licht mich sehen und aus Kraft in Kraͤfte gehen. 3. So kann ich den HErrn erkennen, der mein Gottversoͤhner ist, und ihn freudig Heiland nennen, meinen HErrn und mei⸗ nen Christ. Ja, so darf ich Abba beten und als Kind zum Vater treten. Friedrich August Weihe. Mel. Err JEsu Christ, dich zu uns wend. 2* heilger 963. O Geist, du Raone GOtt, du hoͤchser Troͤster in der Noth, von Herzensgrund ich ruf dich an, wollst meine Bitt nicht fehlen lan. 2. Ach sei mein Trost und Zuversicht, laß mich in Suͤnd verzaͤgen nicht: wend ab von mir des Fein⸗ des List, erhalt mich fest an JEsum Christ. 3. Daß ich demselben allezeit treulich zu dienen sei bereit, und ihn in wah⸗ rem Glauben rein erkenne fuͤr den Heiland mein. I. Leit mich auf rechter, ebner Bahn/ christlich mein Lebn zu stellen an, daß ich nach dieser Sterblich⸗ keit erlangen mog die ewge Freud. Mel. Ein feste Burg ist unser GOtt. * IEsu, ei⸗ 964. O m0 waͤhres Haupt der heiligen Ge⸗ meine, die an dich, ihren Heiland, glaubt und nur auf dir alleine als ihrem Felsen steht, der nie unter⸗ geht, wenn gleich die ganze Welt Zu Piingsten. 8²¹ Welt zertruͤmmert und zer⸗ faͤllt: erhoͤr, erhoͤr uns, IEsu. 2. Laß uns, dein kleines Haͤufelein, das sich zu dir bekennet, dir ferner anbe⸗ fohlen sein; erhalt uns ungetrennet. Wort, Tauf und Abendmahl laß in sei⸗ ner Zahl und ersten Rei⸗ nigkeit bis an den Schluß der Zeit zu unserm Troste bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit mit reinem Her⸗ zen dienen; laß uns das Licht der Seligkeit, das uns bisher geschienen, zur Buße kraͤftig sein und zum hellen Schein, der unsern Glauben mehrt, der Suͤn⸗ den Macht zerstoͤrt, und fromme Christen machet. 4. Laß uns beim Evan⸗ gelio Gut, Blut und Le⸗ ben wagen. Mach uns da⸗ durch getrost und froh, das schwere Kreuz zu tra⸗ en; gieb uns Bestaͤndig⸗ eit, daß uns Lust und Leid von dir nicht schei⸗ den mag, bis wir den Ju⸗ beltag bei dir im Himmel halten. 5. Auf unsers Landes⸗ vaters Haus geuß von dem Gnadenthrone den Segen deines Blutes aus; um⸗ strahle seine Krone mit deiner Herrlichkeit, ihm zur Sicherheit, zu seiner Feinde Trutz, und zum ge⸗ wuͤnschten Schutz uns sei⸗ nen armen Kindern. 6. Erbarm dich deiner Christenheit; vermehre dei⸗ ne Heerde; fuͤr uns, dein armes Haͤuflein, streit, daß es erhalten werde; den Aergernissen wehr; was dich haßt, bekehr; was sich nicht beugt, zerbrich: mach endlich seliglich an aller Noth ein Ende. 7. Ach IEsu, ach wir bitten dich in deinem IE⸗ susnamen: erhoͤr, erhör uns gnaͤdiglich; sprich, JE⸗ su, Ja und Amen. Willt du uns IJEsus sein, sind wir, IEsu, dein: so halt dein IEsuswort, und laß uns hier und dort daruͤber jubiliren. Johann Meutzer. Alel. Erhalt uns, HErr, bei deinem Wori. 965* ett, o HErr 2 IEsu, rett dein Ehr, das Seufzen deiner Kirchen hoͤr: der Feind Anschlaͤg und Macht zerstoͤr, die jetzt verfolgen deine Lehr.. 2. Groß ist ihr List, ihr Trutz und Macht, sie fah⸗ ren hoch daher mit Pracht. All unsre Hoffnung wird verlacht: wir sind bei ihn wie nichts geacht. 3. Vergieb uns unsre Missethat: vertilg uns nicht, erzeige Gnad. Beweis den Feinden in der That, es gelte wider dich kein Rath. 4. Steh deinem kleinen Haͤuflein bei: aus Gnaden Fried und Ruh verleih; laß jedermann erkennen frei, daß hier die rechte Kirche sei. 5. Laß sehn, daß du seist unser GOtt, der unsre Feinde setzt zu Spott, wirft 8²² Zu Pingsten. wirft ihre Hoffahrt in den Koth und hilft den Sei⸗ nen aus der Noth. Johann Heermann. Mel. JEsu, meine Freude. 966³* chmuͤckt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen, zuͤndet Opfer an; denn der Geist der Gna⸗ den hat sich eingeladen, machet ihm die Bahn; nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfuͤllen und den Kummer stillen. 2. Troͤster der Betruͤb⸗ ten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rath und That, starker GOttesfinger, Frie⸗ densuͤberbringer, unser Ad⸗ vokat: gieb uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine theuren Gaben nach Ver⸗ gnügen laben. 3. Laß die Zungen bren⸗ nen, wenn wir IEsum nennen; fuͤhr den Geist empor; gieb uns Kraft zu beten, und vor GOtt zu treten, sprich uns selber vor; gieb uns Muth, du hoͤchstes Gut, troͤst uns kraͤftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Helles Licht, erleuchte, klarer Brunn, befeuchte unser 11 und Sinn; Gnadenoͤl, erquicke; dein Magnet entzuͤcke bis zum Himmel hin; baue dir den Tempel hier, daß dein Heerd und Feuer brennet, wo man GOtt bekennet. 5. Guͤldner Himmelsre⸗ gen, schuͤtte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Stroͤme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfaͤllt; und ver⸗ leih, daß es gedeih, hun⸗ dertfaͤltig Fruͤchte bringe, und ihm stets gelinge. 6. Schlage deine Flam⸗ men uͤber uns zusammen, wahre Liebesglut! laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, daͤmpfe Fleisch und Blut; laß uns doch das Suͤndenjoch nicht mehr wie vor diesem zie⸗ hen, und das Boͤse flie⸗ en. 7. Gieb zu allen Din⸗ gen Wollen und Vollbrin⸗ gen, fuͤhr uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, und des Herzens Hoͤhle sei dein In/e Haus. Wer⸗ thes Pfand, mach uns be⸗ kannt, wie wir IEsum recht erkennen und GOtt Vater nennen. Mach das Kreuze suͤße, und im Finsternisse sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensfluͤgeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Noth, mit uns will zu Felde liegen, daß wir froͤhlich siegen. 9. Laß uns hier indes⸗ sen nimmermehr vergessen, daß wir GOtt verwandt. Dem laß uns stets dienen, und im Guten gruͤnen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werther Hort, bei den gruͤnen Himmels⸗ maien ewig uns erfreuen. Benjam. Schmolk. In —————— —5 Zu Plingsten. 823 In eigener Melodie. 967³* Sie ist mir lieb, die werthe Magd, und kann ihr nicht vergessen; Lob, Kirche dauern. Nicht Men⸗ schenwitz, noch Macht und List zerstoͤren ihre Mau⸗ ern. Der starke GOttes⸗ Sohn hoch auf des Va⸗ Ehr und Zucht von ihr ters Thron, der bleibt ihr man sagt, sie hat mein Herz besessen. Ich bin ihr hold; und wenn ich sollt groß Ungluͤck han, da liegt nicht an: sie will mich deß er⸗ getzen mit ihrer Lieb und Treu an mir, die sie zu mir will setzen und thun all mein Begier. 2. Sie traͤgt von Gold so rein ein Kron, da leuch⸗ ten in zwoͤlf Sterne; ihr Kleid ist wie die Sonne schoͤn, das glaͤnzet hell und Schutz und Hort; vor seinem Geist und Wort fliehn alle Hoͤllenmaͤchte. 2. Preis dir, o Kirchen⸗ oberhaupt, noch waͤhret deine Gnade. So lang an dich die Kirche glaubt, verderbet sie kein Schade. Dank dir, HErr IEsu Christ, daß du noch bei ihr bist, dein Licht und Recht ihr goͤnnst, sie noch zu segnen brennst. Wohl uns des Segensfuͤrsten! 3. Mit deinem Wort, ferne; und auf dem Mond ihr Fuͤße stahn; sie ist die Brant, dem HErrn ver⸗ traut; ihr ist weh und muß gbaͤren ein schoͤnes Kind, den edlen Sohn und aller Welt ein HErren, dem sie ist unterthan. 3. Das thut dem alten Drachen Zorn, und wi das Kind verschlingen; sein Toben ist doch ganz verlorn, es kann ihm nicht gelingen: das Kind ist doch gen Himmel hoch genom⸗ men hin, und laͤsset ihn auf Erden fast sehr wuͤthen. Die Mutter muß gar sein allein, doch will sie GOtt behuͤten, und der recht Va⸗ ter sein. or. Martin Luther. Mel. Ein feste Burg ist unser GOtt. * 968. Soess Christus ist, wird seine mit deinem Blut, das un⸗ aufloslich bindet, hast du ihr Haus, trotz Sturm und Flut, auf Felsengrund gegruͤndet. Die irche waͤhltest du zum Sitze deiner Ruh; du schmuͤcktest sie mit Heil, gabst ihr zum [Erb und Theil die reichen Himmelsguͤter. 4. O sei und bleib ihr Schutz und Hort zur Welt⸗ versuchungsstunde. Es schall in ihr dein Kreuzes⸗ wort mit Kraft aus aller Munde. Erhalte dir zum Ruhm auch unser Heilig⸗ thum! Sein Leuchter wan⸗ ke nicht, rein brenne dir sein Licht, bis Erd und Himmel sinken. Karl Bernhard Garve. Mel. Dir, dir, Zehovah, will ich singen. 969. W' Ga AIFIFIIFIFfIfII IffJ—————————— n————— * 8²⁴ Zu Ptingsten. der ersten Zeugen, die auf der Maur als treue Waͤch⸗ N ter stehn, die Tag und Naͤchte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegengehn; ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Voͤl⸗ ker Schaaͤren zu dir bringt. 2. O, daß dein Feuer doch bald brennte, o moͤcht es doch in alle Lande gehn. Ach HErr, gieb doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O HeErr der Ernt, ach siehe doch darein: die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn be⸗ wegt, dich hierum herzin⸗ bruͤnstig anzufehn; drum boͤr, o HErr, und sprich: Es soll geschehn! 4. Wie kannst du uns denn dies versagen, was uns dein Sohn selbst deut⸗ lich bitten heißt? Wie denkst du dieses abzuschlagen, wo⸗ 0 du uns selbst treibst urch deinen Geist? Denn, daß wir hierum bruͤn⸗ stig zu dir flehn, das ist al⸗ lein durch deinen Geist geschehn. 5. So gieb dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Huͤlf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, HErr, Reich bald aus, zu deines amens Preis. 6. Ach daß die Huͤlf aus Zion kaͤme! o daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefaͤngniß naͤhme! o wuͤrd es doch nur bald vor Abend Licht! Ach reiß/ o HErr, den Himmel bald entzwei, und komm herab zur Huͤlf und mach uns frei. 7. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen; es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach fuͤhre bald dadurch mit Haufen der Heiden Fuͤll in alle Thore ein. Ja wecke doch auch Ifrael bald auf: und also segne deines Wor⸗ tes Lauf. 8. O bessre Zions wuͤste Stege; und was dein Wort im Laufe hindern kann, das raͤum, ach raͤum aus jedem Wege. Vertilg, o HErr, den falschen Glau⸗ benswahn, und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten GOttes sei. 9. Laß jede hoh und niedre Schule die Werk⸗ statt deines guten Geistes sein; ja sitze du nur auf dem Stuhle und praͤge dich der Jugend selber ein, daß treuer Lehrer viel und Beter sein, die fuͤr die ganze Kirche flehn und schrein. 10. Du hast uns Hir⸗ ten ja versprochen, die du nach deinem Herzen geben willt. Nun wird dein Wort niemals gebrochen, ein je⸗ auf weitem Erdenkreis dein des Wort wird Punkt fuͤr Punkt + Zu Pfingsten. 8²⁵ Punkt erfuͤllt; drum halt ich dieses klare Wort dir vor: ach denke dran und Ob: uns Herz und 11. Ach wird dein Herze nicht beweget, da du, o GOtt, die Liebe selber bist und, was von Lieb in uns sich reget, aus deinem Lie⸗ besfeur ein Fuͤnklein ist? Da wir in schwacher Liebe nun so flehn, was soll nicht von der Liebe Quell geschehn! 12. O HErr, wo willst du dich hinwenden? siehst du denn nicht den großen Jammer an? ach willst du uns nicht Huͤlfe senden? ach siehst du nicht, was IEsus hat gethan? Ist er denn nicht der Heiland aller Welt? wie kommt es, daß der Feind so Platz behaͤlt? 13. HErr, zuͤrne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin, Du, als der Brunn⸗ quell aller Guͤte, giebst selber mir etwas von dei⸗ nem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, HErr, o nimm mein Bitten an. 14. Du wirst wohl wis⸗ sen recht zu richten, da du ja aller Welt ihr Richter bist. Laß nur dein Wort den Streit hier schlichten, wenn deine Lieb in uns im Zweifel ist; und treib uns ferner, dich nur anzu⸗ flehn; es wird doch endlich noch viel mehr geschehn. Kaͤrt Heinrich v. Bogatzky Mel. Komm heiliger Oeist, HErre SOit. 970* er recht die Pfingsten feiern will, der wird in seinem Herzen still; Ruh, Friede, Lieb und Einigkeit sind Zeichen einer solchen Zeit, worin der heilge Geist regiert: der ist es, der zur Andacht fuͤhrt, er kann kein Weltgetuͤmmel leiden: wer jenes liebt, muß dieses meiden, und GOtt allein gehorsam sein. 2. Sein Tempel ist da aufgericht, da dient man ihm nach rechter Pflicht, da giebt er Klugheit und Verstand, da wird der Sprachen Grund erkannt, der Zungen Feuereifer glimmt, er zeigt, was nie⸗ mand sonst vernimmt, schenkt das Vermoöͤgen, aus⸗ zusprechen, was der Ver⸗ nunft, dem Witz der Fre⸗ chen und aller List zu maͤch⸗ ig ist. 3. Nun dieses ist der Geist aus GOtt, der From⸗ men Trost, der Boͤsen Spott; die sich der Suͤn⸗ denlust entziehn und Buße thun, empfahen ihn. Auf wem er ruhet, ber wird rein, er geht zu keinen Stolzen ein, verleiht der Demuth reiche Gaben, der geistlich Arme soll sie ha⸗ ben; denn sein Gebet wird nicht verschmaͤht. 4. Es ist der Odem und der Wind, der Seelen an⸗ blaͤst und entzuͤndt, der von des HErren Munde 35** webt —. 8²26 Vom Worte GOttes. webt und, was erstorben ist, belebt; es ist ein Wort das neu gebiert, deß Deu⸗ tung man im Werke spuͤrt, ein Zeugniß/ das zum Glau⸗ hen treibet und das Ge⸗ setz ins Herz einschreibet, daß jedermann es wissen ann. 5. Es ist die Kraft, die alles regt, ein Strahl, der durch die Felsen sch laͤgt/ ein heller Glanz, der uns erleucht, ein Licht, dem Nacht und Schatten weicht, ein Lehrer, der aufs Gute dringt, ein Helfer, welcher Staͤrke bringt, ein Rath, der uns zurechte weiset, ein Labsal, das mit Gnade speiset, und den erquickt, den Elend druͤckt. 6. Es ist der Ausfluß gus der Hoͤh, der Weis⸗ heit unerschoͤpfte See, ein Wasser, das vom Unrecht waͤscht, ein Quell, der Durst und Sehnsucht loͤscht, ein Brunnen, wel⸗ cher ewig quillt und das Gemuͤth mit Guͤtern fuͤllt/ ein Vorrath und verheiß⸗ ner Segen, ein Himmels⸗ thau und milder Regen, der das erzieht, was gruͤnt und bluͤht. 7. Es ist ein Oel, deß Lauterkeit zu Koͤnigen und Priestern weiht, die Sal⸗ bung, die uns mitgetheilt, die Wunden und Verderb⸗ niß heilt; ein Abgrund, drin die Wahrheit steckt, die sich dem innern Au entdeckt, wogegen Kun und menschlich Wissen der Thorheit aͤhnlich werden muͤssen: sie machet frei von Heuchelei. 8. Du theurer Gast und hoͤchster Schatz, sei unser Beistand und Entsatz, an den sich das Vertrauen haͤlt, wenn uns Versu⸗ chung uͤberfaͤllt; vermehr in uns die Zuversicht, wehr aller Furcht, verlaß uns nicht, daß wir in Noth nicht unterliegen, vielmehr beherzt den Tod besiegen, wenn uns die Zeit das Ende draͤut. Ernst Lange. VII. Vom Worte GOttes. In eigener Melodie. Huf, auf, mein 971. A Herz/ und du, mein ganzer Sinn, wirf alles heut, was Welt ist, von dir hin. Heut hat das Werk der Schoͤpfung angefangen, da diesem Rund das Licht ist aufge⸗ gangen. 2. Auf, 2275 mein Herz, leg alles Irdisch ab: heut IEsus ist erstanden aus dem Grab; heut hat er sein Erloͤsungswerk geendet; heut hat er auch den Geist 243. Deshen 3. Dies heilig Heut heißt dich auch heilig sein; GOtt diesen Tag bei dir will zie⸗ hen ein. So ruhe du von Arbeit und von Sünden, daß er in dir moͤg seine Ruͤhe finden. 4. GOtt giebet dir sechs Ta⸗ —5— —— Vom Worte GOttes. 8²⁷ Tage fuͤr den Leib: der sie⸗ hente der Seele eigen bleib; sie muß ja auch von sie⸗ ben einen haben, daß sie sich moͤg mit Himmelspeise laben. 5. Viel Suͤnden dir die Woche laͤdet auf: an die⸗ sem Tag mit Bitten Gnade kauf; leg ab die Last, geh/ GoOttes Wort zu hoͤren: dies laß dich heut die Wo⸗ chenwege lehren. 6. Sechs Tage dich GOtt segnet, schuͤtzt, und naͤhrt; heut er dafuͤr mit Dank will sein geehrt. Der erste soll heut fuͤr die andern bitten, daß GOtt sie woll mit Segen uͤberschuͤtten. 7. Gott woͤchentlich giebt sieben Tage dir; gieb einen du, den ersten, ihm dafuͤr. Der erste wird die andern sechse zieren, wirst du heut GOtt im Mund und Herzen fuͤhren. 8. Am ersten du nach Gottes Reiche tracht: ob⸗ schon die Welt nur deiner Andacht lacht. Der Schad ist ihr: dir aber wirds ge⸗ deihen, GOtt alles Gluͤck auf dich wird reichlich streuen. 9. An diesem Tag hab deine Lust am HErrn: was dein Herz wuͤnscht wird er dir geben gern. Befiehl nur GOtt heut deine Weg und Sachen, und hoff guf ihn: gewiß, er wirds wohl⸗ machen. 10. Wirst aber du ihm nehmen seinen Tag, so macht er dir die Woche voller Plag. Wer ehret GoOtt, den ehrt er auch auf Erden: wer ihn ver⸗ acht, soll auch verachtet werden. Siegmund v. Birken. Mel. Wo GOtt zum Haus nicht giebt sein Gunst. 972* runn alles ä Heils, dich ehren wir, und oͤffnen un⸗ sern Mund vor dir; aus deiner GOttheit Heilig⸗ thum dein hoher Segen auf uns komm. 2. Der HErr, der Schoöͤ⸗ pfer, bei uns bleib: er segne uns nach Seel und Leib, und uns behuͤte seine Macht vor allem Uebel Tag und Nacht. 3. Der HErr, der Hei⸗ land/ unser Licht, uns leuch⸗ ten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glau⸗ ben frei, daß er uns ewig gnaͤdig sei. 4. Der HErr, der Troͤ⸗ ster, ob uns schweb, sein Antlitz uͤber uns erheb, daß uns sein Bild werd einge⸗ druͤckt; und geb uns Frie⸗ den unverruͤckt. 5. Jehovah, Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll! Gerhard Tersteegen. Mel. Was GSoOtt thut, das ist wohlgethan. * ein Wort 973. D 0 HErr⸗ ist milder Thau fuͤr trost⸗ beduͤrftge Seelen. Laß kei⸗ 8² Vom Worte GOttes. keinem Pflaͤnzchen deiner Au den Himmelsbaliam fehlen; erquickt durch ihn laß jedes bluͤhn und in der Zukunft Tagen dir Furcht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, HErr, ein Flammenschwert, ein Keil, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein urchschaltet. O laß dein Wort noch fort und fort der Suͤnde Macht zer⸗ scheitern und alle Herzen laͤutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern fuͤr un⸗ sre Pilgerreise. Es fuͤhrt auch Thoren hin zum HErrn, und macht die Einfalt weise. Dein Him⸗ melslicht verloͤsch uns nicht, und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht: da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir, und leuchtet mei⸗ nen Schritten bis zu den ewgen Huͤtten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte: wo wender ich mich anders hin? HErr, du hast Lebenswor⸗ te. Noch hoͤr ich dein „Komm, du bist mein!“ das rief mir nicht verge⸗ hens, ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segensbund: dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Geist und Mund und nie von unserm Samen. Laß im⸗ merfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns troͤsten, warnen, leiten. 7. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebens⸗ wort und deinen Geist zu hoͤren; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen, und dir dein Reich zu fuͤllen. Carl Bernhard Garve. Mel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. 7½1* Lin neuer Tag, 97 4. E ein neues Leben geht mit der neuen Woche an: GoOtt will mir heut aufs nene geben/ was mir sonst niemand eben kann; denn haͤtt ich sene Gnade nicht, wer gaͤbe mir sonst Trost und Licht. 2. Ich gruͤße diesen lie⸗ ben Morgen, und kuͤsse GOttes Vater-Hand, die diese Nacht so mauche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach HErr, wer bin ich Armer doch? Du sorgst fuͤr mich, ich lebe noch. 3. Nun das erkennet meine Seele, und giebt sich selbst zum Opfer hin; doch weil ich noch in dieser Hoͤhle mit Noth und Tod umgehen bin, so weich auch henne nicht von mir, denn meine Huͤlfe steht bei dir. 4. Mein Gluͤck in 90 — Dom Worte GOttes. 829 ser neuen Woche soll nur in deinem Namen bluͤhn. Ach laß mich nicht am Suͤndenjoche mit meinem Fleisch und Blute ziehn. Gieb deinen Geist, der mich regier, und nur nach deinem Willen fuͤhr. 5. Soll ich mein Brod mit Kummer essen, so laß es doch gesegnet sein; und was du lonten zugemessen, das richte mir zum Besten ein. Ich bitte keinen Ueberfluß, nur was ich noͤthig haben muß. 6. So thue nun, mein GOtt, das Deine, und laß mich auch das Meine thun; behuͤte beides Groß und Kleine, daß sie auf deiner Huld beruhn, und daß ein jedes diesen Tag mit dir vergnuͤgt beschlie⸗ ßen mag. Benj. Schmolk. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 97 5* Ott Lob, — der Sonn⸗ tag kommt herbei, die Wo⸗ che wird nun wieder neu. Heut hat mein GOtt das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Hallelujah. 2. Das ist der Tag, da JEsus Christ vom Tod fuͤr mich erstanden ist, und schenkt mir die Gerechtig⸗ keit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Hollelujah. 3. Das ist der rechte Sonnen⸗Tag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit GOtt versoͤhnet sind, daß nun ein Christ heißt GOttes Kind. Hallelujah. 4. Mein GOtt, laß mir dein Lebenswort; fuͤhr mich zur Himmels Ehrenpfort; laß mich hier leben heilig⸗ lich und dir lobsingen ewig⸗ lich. Hallelujah. Johann Olearius. Mel. GOtt des Him⸗ mels und der Erden. [Vroßer GoOtt 976. G von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf gefuͤhrt: heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren 0 das mit so viel Trost verbunden, da mein GOtt mich ru⸗ hen laͤßt, und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Doch das bloße Muͤ⸗ ßiggehen und der Kleider leere Pracht werden schlecht bei GOtt bestehen, der das Eitle wenig acht. HErr, ich bringe was ich kann, nimm du nur mich selber an. 4. Habe Dank fuͤr die⸗ sen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an GOtt gedenkt und von Herzen bet't und singt, das es durch die Wolken dringt. 5. Was ist schöͤner, ols Gott dienen? was ist sü⸗ ßer, als sein Wort? da wir sammeln, wie die Bie⸗ nen. 830⁰ Vom Worte GOttes. nen, und den Honig tra⸗ fort. Selig ist, wer ag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 6. O mein GOtt, sprich selber Amen; denn wir sind dein Eigenthum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es kuͤnftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann. Mel. Erhalt uns, HErr, bei deinem Wort. 7⁷7 GErr Gott, 977.. H erhalt uns fuͤr und fuͤr die reine Ka⸗ techismus⸗Lehr/ der jungen einfaͤltigen Welt durch dei⸗ nen Luther vorgestellt. 2. Daß wir lernen die Res Gebot, beweinen un⸗ re Suͤnd und Noth/ und doch an dich und deinen Sohn glaͤuben, im Geist erleuchtet schon; 3. Dich, unsern Vater, rufen an, der allen helfen will und kann; daß wir als Kinder nach der Tauf christlich vollbringen un⸗ sern Lauf. 4. So jemand faͤllt, nicht liegen bleib, sondern zur Beichte komm und glaͤub, zur Staͤrkung nehm das Saergment. Amen! GOtt geb ein seligs End. Ludw. Helmbold. Mel. Meinen JEsum laß ich nicht. 97 8.Licht vom Licht, CL erleuchte mich bei dem neuen Tages⸗Lichte. vor mein muntres Ange⸗ sichte: wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sab⸗ bath lustig sei. 2. Brunnauell aller Suͤ⸗ ßigkeit, laß mir deine Stroͤ⸗ me fließen, mache Mund und Herz bereit, dich in Andacht recht zu kuͤssen. Streu das Wort mit Se⸗ a ein, laß es hundert⸗ ruͤchtig sein. 3. Zuͤnde selbst das Oyfer an, das auf meinen Lip⸗ pen lieget, sei mir Weis⸗ heit, Licht und Bahn/ daß kein Irrthum mich betruͤ⸗ get, und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit Heilig, Heilig, Hei⸗ lig! singen, und mich in die Ewigkeit mit des Gei⸗ stes Fluͤgeln schwingen. Gieb mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Him⸗ mel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies ins Herze. Offenbare dich doch mir, und geuß mei⸗ ner Andachtskerze immer neues Oele zu, o du Lie⸗ bes⸗Flamme du. 6. Dieser Tag sei dir ge⸗ weiht, weg mit allen Ei⸗ telkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten; nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. 7, Du bist mehr als Salomon, laß mich deine Weisheit hoͤren; ich will deinen Gnadenthron mit Gnaden⸗Sonne, stelle dich gebeugten Knieen** Vom Worte GOttes. 831 bis mir deine Sonne lacht und den schoͤnsten Sonn⸗ tag macht. Benj. Schmolk. Mel. GOtt des Himmels und der Erden. *Dheures Wort 979.Tius GStte Munde, das mir lauter Honig traͤgt, dich allein hab ich zum Grunde mei⸗ ner Seligkeit gelegt. In dir treff ich alles an, was zu GOtt mich fuͤhren kann. 2. Will ich einen Vor⸗ schmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herrlich la⸗ ben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser traͤnkt. Du mein Paradies auf Erden, schleuß mich stets im Glauben ein; laß mich taͤglich kluͤger werden, daß dein heller Gnaden⸗ schein mir bis in die Seele dringt, und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnaden, der im Worte mich an GOt⸗ tes Bruͤste legt, oͤffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht er⸗ waͤgt, was fuͤr Schaͤtze GOttes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Lasse mich in diesen Schranken sonder eitle Sorgen sein. Schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht drt, wenn mein Herz di reden boͤrt. 6. Gieb dem Samkorn einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt. Mache mir die Augen wacker; und was hier dein Finger schreiht, praͤge mir im Her⸗ zen ein, laß den Zweifel ferne sein. 7. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben staͤrken, laß es nicht dabei beruhn; son⸗ dern gieb, daß auch dabei ihm das Leben aͤhnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richt⸗ schnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, muͤsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rath und That in den groͤßten No⸗ then hat. ö 9. Laß dein Wort mir einen Syiegel in der Folge IEsu sein. Drücke drauf ein Gnadensiegel, schleuß den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. B. Schmolt. Mel. GOtt des Himmels und der Erden. (Thbut mir auf 980. T die schoͤne Pforte, fuͤhret mich in Zion ein: ach wie wird an die⸗ sem Orte meine Seele froͤh⸗ lich sein! Hier ist GOt⸗ tes Angesicht, hier ist lau⸗ ter Trost und Licht. 2. Ich bin, HErr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du ch Wohnung hast genommen/ da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Hun⸗ 335 83² Von der heiligen Taute. hinein, laß es deinen Tem⸗ pel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefaͤllig Opfer heißt. Heilge du, HErr,, Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum gu⸗ ten Lande, wenn dein Sam⸗ korn auf mich faͤllt, gieb mir Licht in dem Versiande; und was mir wird vorge⸗ stellt, praͤge meinem Her⸗ zen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Staͤrk in mir den demn then Glauben, laß ein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir fuͤr, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen gruͤnt, 6. Rede, HErr, so will ich hoͤren, und dein Wille werd erfuͤllt. Nichts laß meine Andacht storen, wenn der Bruñ des Lebens quillt; speise mich mit Himmels⸗ brod, troͤste mich in aller Noth. 7. Oeffne mir die gruͤ⸗ nen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann, lasse mir dein Manng thauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammerthal zu des Lammes Ehrensaal. Benjamin Schmolk. VIII. Von der Mel. Liebster JEsu, wir sind hier. *Vott und Va⸗ 981. G ter, nimm ietzund dieses Kind von unsern Armen; nimm es auf in deinen Bund, und erzeig ihm dein Erbarmen, daß es alle Lebenstage dei⸗ ner Kindschaft Zeichen trage.—0 2. Wasche es mit dei⸗ nein Blut, treuer IEsu, von den Suͤnden; laß it: seiner Taufe Flut den ge⸗ erbten Fluch verschwinden, und sein Leben auf der Erden deinem Vorbild aͤhn⸗ lich werden. 3. Und du, werther heil⸗ 65 Geist, schenk ihm deine nadenkraͤfte; treibe, wie heiligen Taufe. dein Bund verheißt, selbst in ihm des Heils Geschaͤfte, daß es stets an IEsu Leibe bie lebendig Gliedmaß eibe. Mel. In dich hab ich gehoffet Err. *(Ott Vater, 982. G höre unser Bitt, theil diesem Kind den Segen mit, erzeig ihm deine Gnade. Es sei dein Kind: nimm weg die Suͤnd⸗ daß ihm dieselb nicht schade. 2. HErr Christe, nimm es hdens guf durch dieses Bad der heilgen Tauf zu deinem Glied und Erben; damit es dein moͤg allzeit sein, im Leben und im Sterben. 3. Und du/ o mane, et * * — Von der heiligen Tauke. 8³3³ ster Geist, sammt Vater und dem Sohn gepreist, wollst gleichfalls zu uns kommen; damit jetzund in deinen Bund es werde aufgenommen. L. O heilige Dreieinig⸗ keit, dir sei Lob, Ehr und Dank vereit fuͤr diese große Guͤte. Gieb, daß dafuͤr wir dienen dir; vor Suͤn⸗ den uns behuͤte. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 983* Ich bin ge⸗ —— tauft auf deinen Namen, GOtt Va⸗ ter, Sohn und heilger Geist, ich bin gezaͤhlt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklaͤrt. Du haff die Frucht von dei⸗ nem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewaͤhrt. Du willst in aller Noth und LIU o guter Geist, mein roster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigenthum zu sein gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des . schnoͤden Werken a 4. Mein treuer GOtt, auf deiner Seite bleibt die⸗ ser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn uͤber⸗ schreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich dein Kind, zu Gnaden an⸗ wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein GOtt/ aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue, und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut/ der nicht, HErr, deinen Willen thut. 6. Weich/ weich, du Fuͤrst der Finsternissen, ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Ge⸗ wissen, jedoch mit JEsu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Suͤnde, weich: GOtt hoͤrt es, ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken GOtt Vater, Sohn und heilger Geist. Halt mich in dei⸗ nes Bundes Schranken, bis mich dein Wille ster⸗ ben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir; so lob ich dich dort fuͤr und fuͤr. Loh. Jac. Rambach. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 984* Esu, meiner — Seele Le⸗ ben, meines Herzens hoͤch⸗ ste Freud, dir will ich mich ganz ergeben jjetzo und in Ewigkeit. Meinen GOtt will ich dich nennen, und vor aller. Welt bekennen, daß ich dein bin un) du mein, allerliebstes JIEsu⸗ lein. ů 2. Dei⸗ 8³⁴ Von der heiligen Taute. 2. Deine Guͤt hat mich umfangen, als mich erst die Welt empfing; dir bin ich schon angehangen, als ich an den Bruͤsten hing. Dein Schooß hat mich aufgenommen, wenn ich nur bin zu dir kommen. Ich bin dein und du bist miein, allerliebstes IEsulein. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Guͤt, deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Gemuͤth/ so ich etwa ausgetreten, daß ich wiederkaͤm mit Be⸗ ten. Ich bin dein und du hist mein, alleriiebstes IEsulein. 4. Ach wie oft hat mei⸗ ne Ingend deine Gnaden⸗ hand gefaßt, wenn die Froͤmmigkeit und Tugend war in meinem Sinn ver⸗ haßt. Ach ich waͤre laͤngst estorben, außer dir, und aͤngst verdorben. Ich bin dein und du bist mein, allerliebstes JEsulein. 5. Ja, in meinem gan⸗ zen Leben hat mich stets dein Licht gefuͤhrt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Guͤt, die taͤglich waͤh⸗ ret, hat mich immerdar er⸗ naͤhret. Ich bin dein und du bist mein, allerliebstes JEsulein. 6. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich betruͤbe, troͤstt sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, giebt sie mir Guͤter; haßt man mich, sie ist mein Huͤter. Ich bin dein und du bist mein, aller⸗ liebstes IEsulein. . Schmaͤht man mich, ist sie mein Ehre; trotzt man mir, ist sie mein Trutz; zweifle ich, ist sie die Lehre; agt man mich, ist sie mein Schutz. Niemals hab ich was begehret, war es gut, ich bins gewaͤhret. Ich bin dein und du bist mein, allerliebstes JEsulein. 8. Deiner Liebe Suͤßig⸗ keiten sind in mein Her, eingefloͤßt, durch den Bli der Herrlichkeiten deines Himmels wird getrostt mein Gemuͤth in seinem Zagen; alles Kreuz hilfst du mir tragen. Du bist mein und ich bin dein, allerliebstes IEsulein. 9. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt. Ich weiß, wenn ich heute ster⸗ be, wo man meine Seel hintraͤgt: zu dir, IEsu, in die Freude; trotz, daß mich was von dir scheide. Ich bin dein und du bist em allerliebstes JEsu⸗ ein. 10. Dieses alles ist ge⸗ gruͤndet nicht auf meiner Werke Grund; dieses, was mein Herz empfindet, thu ich allen Menschen kund: daß es kommt aus deinem Blute; das allein kommt mir zu Gute. Ich bin dein und du bist mein, al⸗ lerliebstes IEsulein. 11. Drum, ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigenthum; an Lich i — Von der heiligen Taute. 83⁵ ich mich ganz ergebe, du bist meiner Seele Ruhm, meine Zuversicht und Freu⸗ de, meine Suͤßigkeit im Leide. Ich bin dein und du bist mein, allerliebstes JEsulein. 12. Hore, IEsu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bitt nicht ab. Wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich doch zuletzt noch sagen: Ich bin dein und du bist mein, allerliebstes IEsu⸗ lein. Christian Seriver. Mel. von GOtt will ich nicht lassen. 98 5* Lasst die Kind⸗ . lein kommen zu mir, spricht GOttes Sohn: sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron; auch fur die Kinderlein, daß sie nicht waͤrn verloren, bin ich ein Kind geboren: drum sie mein eigen sein. 2. Der HErr gar freund⸗ lich kuͤsset und herzt die Kinderlein, bezeugt mit Worten suͤße, der Him⸗ mel ihr soll sein; dieweil sein theures Blut, das aus sein heilgen Wunden am Kreuzesstamm gerunnen, ihnen auch kommt zu gut. 3. Drum nach Christi Verlangen bringet die Kin⸗ der her, damit sie Gnad erlangen; niemand es ih⸗ nen wehr. Fuͤhret sie Chri⸗ sto zu; er will sich ihr erbar⸗ men/ legt sie in seine Arme/ 4. Ob sie gleich zeit⸗ lich sterben, ihr Seele GOtt gefaͤllt; denn sie sind GOttes Erben, las⸗ sen die schnode Welt. Sie sind frei aller Gfahr und duͤrfen hier nicht leiden: sie loben GOtt mit Freu⸗ den dort bei der Engel Schaar. Cornel. Becker. Mlel. Liebster JEsu, wir sind hier. 986* Lieoster JEsu, — wir sind hier, deinem Worte nachzuleben: dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo fuͤhre; denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet aller⸗ meist dieses Wort in un⸗ sern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu gebo⸗ ren, wird von dir nicht aufgenommen und in GOt⸗ tes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen; tritt mit deinem Glanz herfuͤr, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Er⸗ den und im Himmel moͤge werden. 4. Wasch es/ IEsu, durch dein Blut, von den angeerbten Flecken; laß es bald nach dieser Flut dei⸗ nen Purpurmantel decken; schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es sich in dich verkleide. 5. Mache Licht aus Fin⸗ darin sie finden Ruh. sterniß, setz es aus dem Zorn 836 Von der Buße. Zorn zur Gnade; heil den tiefen Schlangenbiß durch die Kraft im Wunderbade; laß hier einen Jordan rin⸗ nen, so vergeht der Aus⸗ satz drinnen. 6.. Hirte, nimm das Schaͤflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede; Him⸗ melsweg,/ 1 ihm die Bahn/ Friedefuͤrst, schenk ihm den Friede; Weinstock, hilf, daß dieser Rebe auch im Glauben dich umgebe. 7. Nun, wir legen an dein Herz, was von Her⸗ zen ist gegangen; fuͤhr die Seufzer himmelwaͤrts und erfuͤlle das Verlangen; ja, den Namen, den wir ge⸗ hen, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmolk. Mlel. Liebster ZEsu, wir sind hier. 2 un 987. N Lob, es ist vollbracht, und der Bund mit GOtt geschlossen. Was uns rein und selig macht, ist auf dieses Kind geflos⸗ jen: IEsus hat es einge⸗ segnet und mit Himmels⸗ thau beregnet. 2. O du dreimal seligs Kind, vom Dreieinigen ge⸗ liebet, dem der Vater sich verbindt, dem der Sohn das Lehen giebet, dem der Geist ist eingeflossen und der Himmel eingegossen. 3. Ach was koͤnnte grö⸗ ßer sein, als die Kindschaft GOttes haben? Dieser helle Gnadenschein über⸗ steiget alle Gaben; diefes ist des Himmels Spiegel, dieses ist des Lebens Sieget. 4. O wie rein und o wie schoͤn hat dich Christi Blut gebadet! also kann dein Schmuck bestehn, wenn dich GOtt zur Hoch⸗ zeit ladet; Adam in dir ist ertraͤnket, Christus in dich eingesenket. 5. Nun so denk an die⸗ sen Bund, weil du einen Athem hegest, daß du auf den festen Grund deinen Christenbau stets gel. Wer sich laͤßt auf IEsum taufen, muß in IEsus Wegen laufen. 6. Laß aus deinem Her⸗ zen nicht, wem du jetzt hast widersprochen; folge nicht dem Boͤsewicht, fon⸗ sten wird der Bund ge⸗ brochen; tritt in Christi Kraft mit Fuͤßen ihn mit seinen Hindernissen. 7. Werde fromm und wachse groß, werde deiner Eltern Freude, und de letzt erlangtes Loos troste dich in gllem Leide; deine Taufe sei die Thuͤͤre, welche dich zum Himmel fuͤhre. Benjamin Schmolk. IX. Von der Buße. Mel. HErr, wie du wilist,zigkeit, ich falle dir zu Fuße; so schicks mit mir. 9883* O Vater der verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch Barmher⸗endlich Buße. Was ich he⸗ Von der Buße. 8³3⁷ begangen wider dich, ver⸗ dur mir alles gnaͤdiglich urch deine große Guͤte. 2. Durch deiner All⸗ macht Meisterthat nimm von mir, was mich quaͤ⸗ let; durch deine Weisheit schaffe Rath, worinnen mirs sonst fehlet; gieb Willen, Mittel, Kraͤft und Staͤrk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O JIEsu Christe, der du hast am Kreuze fuͤr mich Armen getragen aller Suͤnden Last, wollst mei⸗ yper dich erbarmen. O wah⸗ rey GOtt, o Davids Sohn erbarm dich mein und mein verschon; sich an mein 47* Rufen. Laß deiner Wunden theures Blut, dein Todes⸗ pein und Sterben mir kommen kraͤftiglich zu Gut, daß ich nicht muͤß verder⸗ ben. Bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebuͤhr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Suͤndenlust anficht, laß mich von dir nicht wan⸗ ken. Verleih, daß nun noch nimmermehr Begierd nach Reichthum oder Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stuͤnd⸗ lein kommen ist, so hilf mir treulich kaͤmpfen, daß ich des Satans Trutz und List durch Christi Sieg moͤg daͤmpfen; auf daß Voth, und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thuͤr zum Leben. David Denicke. In eigener Melodie. 989 Ringe recht/ Owenn GOt⸗ tes Gnade dich nun zie⸗ het und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebens⸗ weg ist schmal: hier bleibt alles im Gedraͤnge, was nicht zielt zum Himelssaal. 3. Kaͤmpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in GOttes Reich; will der Satan widerstre⸗ ben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Ei⸗ fer gluͤhe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe haͤlt nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, waͤrs auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Boͤse hast bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Nemm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr: hier in dieser Leibeshoͤhle schwebst du taͤglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste; halte maͤnnlich, was du hast. Recht beharren ist das beste: Ruͤckfall ist mir Krankheit, Angst und ein boͤser Gast. 9. Lah 838 Vom G lauben. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnoͤden Eitelkeit; bleibe Tag und Vacht in Waffen, fliehe Draͤg⸗ und Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gieb der Lust den Zuͤgel nicht; willst du die Begierden fuͤllen so verlischt das Gnadenlicht. Fleisches⸗Freiheit macht die Seele kalt und sicher, frech und stolz/ frißt hinweg des Glaubens Oele, laͤßt nichts als ein faules Holz. 12. Wahre Treu fuͤhrt mit der Suͤnde bis ins Grab bestaͤndig Krieg, rich⸗ tet sich nach keinem Winde/ —— in jedem Kampf den ieg. 13. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt und fuͤrchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 17. Denkt bei iedem Angenblicke, obs vielleicht der letzte sei; bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Oel herbei. 158. Liegt nicht alle Welt im Boͤsen? steht nicht So⸗ dom in der Glut? Seele, wer soll dich erlöͤsen? Ei⸗ len, eilen ist hier gut. 9. Eile, wo du dich erretten, und nicht mit verderben willt; mach dich los von allen Ketten, fleuch als ein gejagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Haͤnden; dring ins stille Zoar ein. Eile, daß du moͤgst vollenden, mache dich von allem rein. 21. Laß dir nichts am auf ihrer Hut, weiß von Herzen kleben; fleuch vor keiner Wollustpflege, haͤlt sich selber nichts zu gut. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen, spricht zum Lachen: Du bist toll! weil es, wenn GoOtt wird er⸗ scheinen, lauter Heulen werden soll. 15. Wahre Treu kommt dem Getuͤmmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Him⸗ mel: drum ist auch ihr Herz allda. 16. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht, dem verborgnen Bann. Such in GOtt geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 22. Eile, zaͤhle Tag und Stunden, bis dein Braͤut⸗ gam huͤpft und springt, und, wenn du nun uͤberwunden, dich zum Schauen GOt⸗ tes bringt. 23. Eile, lauf ihm doch entgegen, sprich: Mein Licht, ich hin bereit, nun mein Huͤttlein abzulegen; mich duͤrstt nach der Ewig⸗ keit. Johann Joseph Winckler. X. Vom In eigener Melodie. 990/ us Gnaden soll ich selig Glauben. werden! Herz/ Ing dus, oder glaubst us nicht? Was willst du dich so blöd ge⸗ —— Vom Glauben. 839 geberden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahr⸗ heit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen: die eiguen Werke fallen hin. GOtt, der aus Lieb im Fleisch erschienen, bringt uns den seligen Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht, und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! so oft dich deine Suͤnde plagt, so oft dir will der Satan schaden, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das biet dir GOtt aus Gnaden an. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und uͤbernahm der Suͤnden Lost. Was noͤthigt ihn, dein Freund zu werden? Sags, wenn du was zu ruͤhmen hast? Wars nicht, daß er dein Bestes wollt, und dir aus Gnaden hel⸗ fen sollt? 5. Aus Gnaden! Die⸗ ser Grund wird bleiben, so lange GOtt wahrhaftig heißt. Was alle Knechte IEsu schreiben, was GOtt in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Lammes⸗Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Suͤnder, denk nicht: Wohlan, ich greif auch zu! Wahr ists: GOtt rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh; doch den geht seine Gnad nicht an, der noch auf Gnade suͤndgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehoͤret, tret ab von aller Heuchelei. Denn wenn der Suͤnder sich bekehret, so lernt er erst, was Gnade sei; heim Suͤndgen scheint die Gnad gering: dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem bloͤden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter den Verzweif⸗ lungs⸗Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo naͤhm ich oftmals Staͤrkung her, wenn Gna⸗ de nicht mein Anker waͤr? 9. Aus Gnaden! hier⸗ auf will ich sterben; ich fuͤhle nichts, doch mir ist wohl; ich kenn mein suͤnd⸗ liches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll: mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnad schon selig macht. 10. Aus Gnaden! Dies hoͤr Suͤnd und Teufel, ich schwinge meine Glau⸗ bensfahn, und geh getrost trotz allem Zweifel durchs rothe Meer nach Kanaan; ich glaub, was JEsu Wort verspricht, ich fuͤhl es oder fuͤhl es nicht, Christian Ludwig Scheit. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 991* er Glaub ist eine Zuversicht zu Gottes Gnad und Guͤte; der bloße Bei⸗ 8⁴⁰ Vom Glauben. Beifall thut es nicht: es muß Herz und Gemuͤthe durchaus zu GOtt gerich⸗ tet sein und gruͤnden sich auf ihn allein, ohn Wan⸗ ken und ohn Zweifel. 2. Wer sein Herz also staͤrkt und steift im voͤlli⸗ sun Vertrauen, und IE⸗ um Christum recht ergreift, auf sein Verdienst kann bauen: der hat des Glau⸗ bens rechte Art und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 3. Das aber ist kein Men⸗d schenwerk, GOtt muß es uns gewaͤhren; drum bitt, daß er den Glauben staͤrk und in dir woll vermehren. Laß aber auch des Glau⸗ bens Schein in guten Wer⸗ ken an dir sein; sonst ist dein Glauhben eitel. 4. Es ist ein schaͤndlich böͤser Wahn, des Glaubens sich nur ruͤhmen, und ge⸗ hen auf der Suͤnder Bahn, das Christen nicht kann zie⸗ men. Wer das thut, der soll wissen frei, daß sein Glaub nur sei Heuchelei und werd zur Hoͤll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst sein angelegen, daß er auf⸗ richtig jeder Frist sich halt in GOttes Wegen, daß sein Glauo ohne Heuche⸗ lei voe GOlt dem HErrn rechtschaffen sei und vor dem Naͤchsten leuchte. Mel. O dasß ich tau⸗ send Zungen hätte. 992³ eht hin, ibr 22. glaͤubigen Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit; erhebt euch uͤber alle Schranken der alten und der neuen Zeit: erwaͤgt, daß GOtt die Liehe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grnnd der Welt war nicht geleget, der Him⸗ mel war noch nicht ge⸗ macht, so hat GOtt schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war/ da reicht er mir schon Gna⸗ e dar. 8. Sein Rathschluß war/ ich sollte leben durch sei⸗ nen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mitt⸗ ler geben, den macht er mir zum Gnadenthron; in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich waͤhlte vor allem An⸗ beginn der Welt, und mich zu ihren Kindern zaͤhlte, fuͤr welche sie das Reich be⸗ stellt. O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb. 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemuͤthe hin⸗ auf zu dieser Quelle sieigt, f⸗von welcher sich ein Strom der Guͤte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugniß giebt: GOtt hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kregturen seiner Macht, die in der Hoͤh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher ge⸗ bracht! Ich bin ja nur ein duͤrres Blatt, ein Staub⸗ Vom Glauben. 8⁴41 Staub, der keine Staͤtte at. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, womit, o Schoͤpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich/ HErr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Fluͤgel find ich die ungestoͤrte Ruh. Der fesie Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, HErr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn: dies Wort der Wahrheit blei⸗ bet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Muth und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so troͤstet mich dein Angesicht: da spuͤr ich deines Geistes Kraft, die in der Schwach⸗ heit alles schafft. 10. Du laͤssest auch vom Gut der Erden mir, was du willst nach deinem Sinn/ jedoch weit mehr zu Theile werden, als ich im klein⸗ sten wuͤrdigbin: mein Geist zerfleußt, wenn er bedenkt, wie treulich mich dein Auge lenkt. 11. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit; der Glaube schwingt sich durch L die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit: da zeigt mir deine milde Hand mein Erbtheil und gelob⸗ tes Land. 12. O sollt ich dich nicht ewig lieben, der du mich unaufhoͤrlich liebst? Sollt ich mit Undank dich be⸗ truͤben, da du mir Fried und Freude giebst? Ver⸗ ließ ich dich, o Menschen⸗ freund, so waͤr ich selbst mein aͤrgster Feind. 13. Ach koͤnnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an; es(sollten Erd und Himmel hoͤren, was du, mein GOtt, an mir ge⸗ than; nichts ist so koͤstlich, nichts so schoͤn, als, höch⸗ ster Vater, dich erhoͤhn. 14. Doch nur Geduld! es kommt die Stunde, da mein durch dich erloͤster Geist im hoͤhern Chor mit frohem Munde dich, schön⸗ ste Liebe, schoͤner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfr. Hermann. Mel. HErr, wie du willt, so schicks mit mir. * Galt im Ge⸗ 993. H daͤchtniß IEsum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kem⸗ men ist, dein Bruder da zu werden. Vergißt nicht, daß er dir zu gut hat an⸗ genommen Fleisch und Blut: dank ihm fuͤr diese iebe. 2. Halt im Gedaͤchtniß IEsum Christ, der fuͤr dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist, und dadurch hat bestritten Welt, Suͤnde Teufel, 36 Holl 8⁴² Vom Giauben. Hoͤll und Tod, und dich erloͤst aus aller Roth: dank ihm fuͤr diese Liebe. 3. Halt im Gedaͤchtniß IEsum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, be⸗ freit von Noth und Plage. Bedenke, daß er Fried ge⸗ macht, sein Unschuld Le⸗ ben wiederbracht: dank ihm fuͤr diese Liebe. 4. Halt im Gedaͤchtniß IEsum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Him⸗ mel aufgefahren ist, die Staͤtt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit: dank ihm fuͤr diese Liebe. 5. Halt im Gedaͤchtniß IEsum Christ, der einst wird wiederkommen, und sich, was todt und lebend ist, zu richten vorgenom⸗ men. O denke, daß du da bestehst, und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, IEsu, gieb, daß ich dich kann mit wah⸗ rem Glauben fassen, und nie, was du an mir ge⸗ than, moͤg aus dem Her⸗ zen lassen; daß dessen ich in aller Noth mich troͤsten moͤg und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Coriacus Günther. Mel. JEsus meine Zuversicht. 99 4.J Esus nimmt r.— die Suͤnder an! Saget doch dies Trost⸗ wort allen, welche von der rechtlen Bahn auf verkehr⸗ ten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: IEsus nimmt die Suͤn⸗ der an. 2. Keiner Gnade sind wir werth; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklaͤrt; sehet nur, die Gnadenyforte ist hier voͤllig aufgethan: JE⸗ sus nimmt die Suͤnder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; JEsus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: IEsus nimmt die Suͤn⸗ der an. 4. Kommet alle, kom⸗ met her, kommet, ihr be⸗ truͤbten Suͤnder; JIEsus rufet euch, und er macht aus Suͤndern GOttes Kinder. Glaubets doch und denket dran: JEsus nimmt die Suͤnder an. 5. Ich Betruͤbter komme hier und bekenne meine Suͤnden; laß, mein Hei⸗ land, mich bei dir Gnade zur Vergebung finden, daß dies Wort mich troͤsten kann: IEsus nimmt die Suͤnder an. 6. Ich bin ganz getro⸗ sten Muths; ob die Suͤn⸗ den blutroth waͤren, muͤß⸗ ten sie, kraft deines Bluts, dennoch sich in Schnee⸗ weiß kehren, da ich glaͤu⸗ big sprechen kann: JEsus nimmt die Suͤnder an. 7. Mein Gewissen beißt mich nicht; Moses darf mich nicht verklagen; der mich frei und ledig— 63 ar Vom Gebet. 8⁴3 hat die Schulden abge⸗ tragen, daß mich nichts verdammen kann: JEsus nimmt die Suͤnder an. 8. IEsus nimmt die Suͤnder an! Mich hat er auch angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kom⸗ men und auf den Trost sterben kann: JEsus nimmt die Suͤnder an. Erdm. Neumeister. XI. Vo Mlel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 99 5 2 Betgemeinde heilge dich mit dem heilgen Oele. IE⸗ su Geist ergieße sich dir in Herz und Seele. Laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig uͤbergehen. 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Ver⸗ langen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Rauch sei es aüch, der zu GOtt aufgehet, wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der from⸗ men Schaar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor GOtt ausgeschuͤttet; und da ist IEsus Christ Priester und Versuͤhner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Ge⸗ bet einer glaͤubgen See⸗ len, wenns zum Herzen GOttes geht, seines Zwecks nicht fehlen: was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zu⸗ sammen beten? 5. Wenn die Heilgen tort und hier, Große mit m Gebet. den Kleinen, Engel, Men⸗ schen mit Begier alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von Unen al⸗ len: wie muß das er⸗ schallen! 6. O der unerkannten Macht von der Heilgen Beten, ohne das wird nichts vollbracht so in Freud als Noͤthen: Schritt fuͤr Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freun⸗ de, so zum End der Feinde. 7. O so betet alle drauf, betet immer wieder. Heilge Haͤnde hebet auf, heilget eure Glieder. Heiliget das Gebet, das zu GOtt sich schwinget: betet, daß es dringet. 8. Betet, daß die letzte Zeit vollends uͤbergeye, daß man Christi Herrlich⸗ keit offenbaret sehe; stim⸗ met ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schoͤnen. 9. Eure Bitten, die ihr thut zu GOtt von der Erden, sollen eine heilge Glut des Altares werden. Aber eur eignes Feur las⸗ set weit von dannen von der heilgen Pfannen. 10, Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans 36* ernst⸗ 8⁴⁴ Dom Gebet. ö ernstlich uͤbet; und das ist der Heilgen Kunst: beten, wie ers liebet, daß gescheh je und je, wie ers vorge⸗ nommen, auf sein endlichs Kommen. 11. Dies Deele muß vorher in der Seele glim⸗ men, so macht aus dem Bitten er Donner, Blitz und Stimmen; die ergehn und geschehn, daß die Fein⸗ de beben und GOtt Ehre geben. Christ. Carl Ludw. von Pfeil. Mel. Wunderbarer Ro- nig. 996*(Vitt ist ge⸗ 5 genwaͤrtig! Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. GOtt ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder: kommt/ ergebt euch wieder. 2. GOtt ist gegenwaͤr⸗ tig) dem die Cherubinen Tag und Nacht gebuͤcket dienen. Heilig, Heilig! sin⸗ 4. Maiestaͤtisch Wesen, moͤcht ich recht dich prei⸗ sen und im Geist dir Dienst erweisen. Mocht ich wie die Engel immer vor dir stehen, und dich gegenwär⸗ tig sehen. Laß mich dir fuͤr und fuͤr trachten zu gefallen, liebster GOtt, in allen. 5. Luft, die alles fuͤllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Leben; Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder: ich senk mich in dich hinunter. Ich in dir, du in mir: laß mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest al⸗ les: Laß dein schoͤnstes Lichte, HErr, beruͤhren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten; laß mich so, still und froh, deine Strah⸗ len fassen, und dich wir⸗ ken lassen. 7. Mache mich einfaͤl⸗ tig, innig abgeschieden, sanfte und im stillen Frie⸗ 0 alle Engelchoͤre, wenn ie dieses Wesen ehren. HErr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Ge⸗ ringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Er⸗ deniust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum ö en. Du allein follst es sein, unser GOtt und HErre; dir ge⸗ Eigenthum ergeben. bührt die Ehre. den; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag im Geist und Waheheit; laß mein Herz uͤberwaͤrts wie ein Adler schweben, und in dir nur leben. 8. HErr, komm in mir wohnen, laß mein Geist auf Erden dir ein Heilig⸗ thum noch werden; komm, du nahes Wesen; dich in mir verklaͤre, daß ich dich stets lieb und ehre. 20 i Allgemein e Fürbitte. 8⁴⁵ ich geh, sitz und steh/ laß mich dich erblicken, und vor dir mich buͤcken. Gerh. Tersteegen. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 997* enn dich Ungluͤck hat betreten, wenn du steckst in Angst und Noth, mußt du fleißig zu GOtt beten: beten hilft in Noth und Tod; daß du GOt⸗ tes Angesicht auch mit Trost erquicken. 2. Keiner wird ja nie zu Schanden, der sich sei⸗ nem Gott vertraut. Kommt dir gleich viel Noth zu handen, hast du auf ihn wohl gebaut: obs gleich scheint, als hoͤrt er nicht, weiß er doch, was dir ge⸗ bricht; deine Noth mußt du ihm klagen, und in kei⸗ ner Noth verzagen. 3. Rufen, Schreien, Klopfen, Beten ist der Christen beste Kunst, allzeit et un vor ihn treten fin⸗ et Huͤlfe Gnad und Gunst; wer GOtt fest vertrauen im ss⸗ Kreuz auf dich gericht kannst aus seinem Wort erblicken, und dein Herz kann, ist der allerbeste Mann: der wird allzeit Rettung finden, kein Feind wird ihn uͤberwinden. 4. Lerne GOttes Weise merken, die er bei den Seinen haͤlt: er will ihren Glauben staͤrken, wenn sie Ungluͤck uͤberfaͤllt; unser GOtt der lebt ja noch, schweigt er gleich, so hoͤrt er doch; schrei getrost, du mußt nicht zagen, denn GOtt kann dir nichts ver⸗ agen. 5. Laß dich GOttes Wort regieren, merke, was die Wahrheit lehrt; Satan wird dich nicht verfuͤhren, der die ganze Welt verkehrt; GOttes Wahrheit ist dein Licht, dein Schutz, Trost und Zuversicht; trau nur GOtt, der kann nicht luͤ⸗ gen, bet, du wirst gewiß obsiegen. 6. Lob sei GOtt fuͤr seine Gnade! seine große Guͤt und Treu macht, daß mir kein Feind nicht schade, sie ist alle Morgen neu; drum will ich mein Leben⸗ lang immer sagen Lob und Dank meinem GOtt in allen Dingen, froͤhlich Hal⸗ lelujah singen. Joh Olearius. XII. Allgeme Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. uns/ * ilf 9984 Hdendn allen Dingen, daß wir un⸗ ser Amt und Werk wohl anfangen und vollbringen/ ine Fürbitte. gieb uns Weisheit, Kraft und Staͤrk. Ohne deine Segenshand ist verloren Stadt und Land. Hilf uns, HErr, in allen Din⸗ gen, und laß alles wohl gelingen. 2. Hilf uns, HErr,. 0 8⁴46 Allgemeine Fürbitte. allen Orten, wo wir dein beduͤrftig sein; brich der Hoͤllen Macht und Pfor⸗ ten/ und gieb deinem Haͤufe⸗ lein und der ganzen Chri⸗ stenheit Liebe, Fried un Einigkeit. Hilf uns, HErr, in allen Dingen, und laß alles wohl gelingen. 3. Hilf uns, HErr, au allen Seiten, im Geluͤck und Ungeluͤck⸗ kaͤmpfen, streiten und arbeiten wider Satans List und Tuͤck, wider Fleisches Lust und Pracht, wider weltlich Ehr und Macht. Hilf uns, HErr, in allen Dingen, und la alles wohl gelingen. 4. Hilf uns, HErr, aus allem Leiden in der letzten Todesnoth, laß uns fahren hin mit Freuden, und durch dich und deinen Tod bald und gluͤcklich kommen fort zum gewuͤnschten Lebens⸗ port. Eilf uns, HErr, in allen Dingen, und laß al⸗ les wohl gelingen. 5. Hilf uns, HErr, in letzten Zuͤgen aus der letz⸗ ten Hoͤllenangst; laß uns ritterlich obsiegen, wie du obgesieget laͤngst. O HErr stlim Land; das IEsu, deine Hand lei uns Beistand und Bestand, daß wir dir in allen Din⸗ gen ewig Lob und Ehre ingen. Martin Rinckart. Mel. Aus meines Her⸗ Grunde. I zens 999• thaͤni laß Bild; ehovah/ HErr und Koͤnig der Koͤnige und Herrn! Dir ist man unter⸗ 9, du herrschest nah und sern. Großmaͤchtigst hoher Fuͤrst von Himmel, Erd und Zeiten, du setzest Obrigkeiten, die du erhal⸗ ten wirst. 2. Es sagen deine Knech⸗ oste: daß keine Obrigkeit als nur durch deine Rechte und dein Gebot gebeut; du hast sie hoch geschaͤtzt, fwer ihr zuwider lebet, der⸗ selbe widerstrebet dem selvst/ was GOtt gesetzt. 3. Ach lieber Vater, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich erkenn und ehre, was deine Ordaung heißt. Sie tragen ja dein gieb, daß ich De⸗ muth uͤbe, und sie mit Ehrfurcht liebe, wie du es haben willt. 4. Verleihe deine Guͤte/ und lege Recht und Licht in ihr erlaucht Gemuthe zum Urtheil im Gericht, damit ihr Regiment den Unterthanen nuͤtzet, die Unterthanen schuͤtzet, dem Guten Schutz vergoͤnnt; 5. Damit durch ihr Re⸗ ieren wir mit Zufrieden⸗ heit ein ehrbar Leben fuͤh⸗ ren in wahrer Froͤmmig⸗ keit. Du herrschest selbst erz der Obrigkeiten kannst du wie Bache leiten, es steht in deiner Hand. 6. Die uns allhie regie⸗ ren, HErr, die regiere du durch deines Geistes Ruͤh⸗ ren und Weisheit immer⸗ zu; damit sie fort und fort dein Wort viel lieber haben, als Rache/ Lust und Gaben, denn es ist GOt⸗ tes Wort. 7. Laß Zur Friedenskeier. 8⁴⁷ 7. Laß ihre Thuͤr weit offen, die Thor erhoͤhet sein, und ziehe, wie wir hoffen, du Ehrenkoͤnig, ein, du HErr HErr Zebaoth, an Ehren groß und praͤch⸗ tig, im Streiten stark und maͤchtig, ein Helfer in der Noth. 8. Laͤß sie zu Pflegern werden, laß sie Saͤugam⸗ men sein des Kirchleins, das auf Erden muß um Erloͤsung schrein. Laß sie mit Furcht den Sohn recht kuͤssen, nicht erbittern, sich freuen und doch zittern. Sein Zorn entörenet schon. 9. Hier ist ein groß Ge⸗ tuͤmmel, hier ist Egyptens Frohn; gieb Weisheit von dem Himmel, die stets um deinen Thron; durch sie regiert man hie, ein Raths⸗ herr spricht die Rechten durch Weisheit denen Knechten, einKoͤnig herrschi durch sie. 10. Lehr Gnaͤdge dein Erbarmen, bring ihnen das Geschrei der Wittwen, Waisen, Armen und Un⸗ terdruͤckten bei, so beugen sie kein Recht; halt selbst sie in den Schranken, gieb fuͤrstliche Gedanken dem fuͤrstlichen Geschlecht. 11. Gieb ihnen Davids Gluͤcke, gieb, daß ihr Herze so die wahre Weisheit schmuͤcke, als wie den Sa⸗ lomo. Sei ihnen immer nah. Gieb ihnen Simsons Staͤrke, den Glauben, Sieg und Werke des Hel⸗ den Josua. 12. Gieb ihnen rechte Liebe zu der Gerechtigkeit, gieb ihnen tapfre Triebe und Großmuth in dem Streit. Mit Lastern streiten sie und ausgebrochnen Suͤnden, so laß sie uͤberwinden. Ja, HErr, verlaß sie nie. 13. Das was sie ange⸗ schlagen, das schlage gluͤck⸗ lich aus. Laß sie auch et⸗ was wagen fuͤr GOttes Ruhm und Haus. Ihr Le⸗ ben sei voll Ruh, und laß sie lange leben. Schick ihnen auch daneben getreue Raͤthe zu. 14. Behuͤte sie vor Heuch⸗ lern, die schlaue Fuͤchse sein, vor unverschaͤmten Schmeichlern, vor falschem Hoheitsschein, vor Wollust, Pracht und Krieg, vor fre⸗ chem Blutvergießen; und wenn sie kriegen muͤssen, so gieb dem Recht den Sieg. 15. Verschone ihre Maͤn⸗ gel, laßs ihnen wohl er⸗— ehn, laß deine auten En⸗ gel als Waͤchter um sie stehn. HErr Gott, du segnest gern; wir bitten ohn Ermuͤden, schaff unsern Graͤnzen Frieden, durch IEsum unsern HErrn. Phil. Fr. Hiller. XIII. Zur Friedensfeier. Mel. Uun danket alle AErr GOtt, dich loben wir! regier, HErr, unsre Stimmen; laß deines Geistes Glut in 8⁴8 Vom Hausstand. in unsern Herzen glimmen. Komm, komm, o edle Flamm, ach komm zu uns allhier, so singen wir mit Lust, HErr GOtt, dich loben wir! 2. HErr GOtt, dich lo⸗ ben wir; wir preisen dei⸗ ne Guͤte, wir ruͤhmen dei⸗ ne Macht mit herzlichem Gemuͤthe. Es steiget un⸗ ser Lied bis an die Him⸗ mels⸗Thuͤr und toͤnt mit großem Schall: HErr GOtt, dich loben wir! 3. HErr GOtt, dich lo⸗ ben wir fuͤr deine große Gnaden, daß du das Va⸗ terland von Kriegeslast ent⸗ laden, daß du uns blicken laͤßt des guͤldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: HErr GOtt, dich loben wir! 4. HErr GOtt, dich loben wir, die wir in lan⸗ ch Jahren der Waffen chweres Joch und frechen Grinim erfahren. Jetzt ruͤhmet unser Mund mit horzlicher Begier: GOtt Lob, wir sind in Ruh. .6 GOtt, wir danken ir! 5. HErr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert erbrochen und zerschlagen. er Strick ist nun ent⸗ zwei; darum so singen wir mit Herzen, Zung und le Mund: HErr GOtt, wir danken dir! 6. HErr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weg⸗ geraffet; es hat die Va⸗ terhand uns deine Gna⸗ denthuͤr jetzt wieder auf⸗ gethan. HErr GOtt, wir danken dir! 7. HErr GoOtt, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Haͤuser, den frommen Fuͤrstenstamm und dessen gruͤne Reiser bisher erhalien hast; gieb ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: üne GOtt, wir danken ir! 8. HErr GOtt, wir danken dir, und bitten, du wollst geben, daß wir auch kuͤnftig stets in stolzer Ruhe leben. Kroͤn uns mit dei⸗ nem Gut, erfuͤll jetzt nach Begier, o Vater, unsern Wunsch. HErr GOtt, wir danken dir! 9. HErr GOtt, wir danken dir mit Orgeln und Trompeten, mit Har⸗ fen, Cymbelschall, Posau⸗ nen, Geigen, Floͤten; und was nur Odem hat, er⸗ ton jetzt fuͤr und fuͤr: HErr GOtt, dich loben wir, HErr GOtt, wir daͤn⸗ ken dir! Johann Franck. IXIV. Vom Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 1001½ Hausstand. fang ich an, was mir zu thun gebuͤhret. Mit GOtt wird alles wohl gethan, und Vom Hausstand. 849 und gluͤcklich ausgefuͤhret. Was man in GOttes Na⸗ men thut, ist allenthalben recht und gut, und kann uns auch gedeihen. 2. GOtt ists, der das Vermoͤgen schafft, was Gutes zu vollbringen. Er giebt uns Segen, Muth und Kraft, und laͤßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entsteht, und dergestalt zur Nah⸗ rung geht, daß wir Ver⸗ gnuͤgen haben. 3. Wer erst nach GOt⸗ tes Reiche tracht, und bleibt auf seinen Wegen, der wird gar leichtlich reich gemacht durch GOttes milden Segen; da wird der Fromme voll und satt, daß er von seiner Arbeit hat, auch Armen Brod zu geben. 4. GOtt ist der From⸗ men Schild und Lohn, er kroͤnet sie mit Gnaden; der boͤsen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. GOtt dek⸗ ket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt, ihr Land, und fuͤllet sie mit Freuden. 5. Drum komm, HErr IEsu, staͤrke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit mer⸗ ken. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in al⸗ lem, was ich thu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Muͤ⸗ ßsiggang zu meiden/ bafldns 90—— abgekuͤrzt; Le⸗ das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden; auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei, und meinen Naͤchsten liebe. 7. Nun, IEsu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Haͤnde be⸗ fehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vol⸗ lende zu deines Namens Herrlichkeit, und gieh, daß ich zur Abendzeit erwuͤnsch⸗ ten Lohn empfange. Sal. Liscov. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. (TDorge doch 1002. S fuͤr mei⸗ ne Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Suͤnder/ sind sie dir doch zugethan, und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut, darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschuͤz⸗ zen und berathen. 2. Sie sind dir von Kindes⸗Beinen und von ihrer ersten Stund zuge⸗ worfen als die Deinen, und durch deinen Gna⸗ den⸗Bund hast du sie in ihrer Tauf vaͤterlich ge⸗ nommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, waͤren deines Reiches Erben. 3. Du hast sie bisher ernaͤhret, und so manchem Ungluͤcks⸗Fall mehr als vaͤterlich gewehret, der sie hier und uͤberall haͤtte leichtlich umgestuͤrzt, ja 8⁵⁰ Vom Hausstand. deine Vater⸗Treue bleibt bei ihnen taͤglich neue. 4. Sollt ich nicht fuͤr solche Guͤte immer dir verpflichtet sein, und mit dankbarem Gemüthe sol⸗ chen Gluͤcks⸗ und Se⸗ gens⸗Schein ruͤhmen, und vor jedermann deine Wohl⸗ that zeigen an? ach so muͤßt ich ganz vermessen GOttes, meines Heils, ver⸗ gessen. 5. Sammlen andre gro⸗ ße Schaͤtze, daß ihr Haus in solchem Heil sich an Geld und Gut ergoͤtze, so bist du mein einzig Theil. Bleib auch mei⸗ ner Kinder GOtt, lasse sie in keiner Noth und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 6. Schuͤtze sie vor boͤ⸗ sen Leuten und vor der Verfuͤhrer Schaar, daß ihr Fuß nicht moͤge glei⸗ ten; laß sie ihre Lebens⸗ Jahr in der Tugend brin⸗ gen zu, bis du sie, wie mich, zur Ruh wirst ins kuͤhle Grab versenken, und die Seligkeit uns schenken. 7. Koͤnnen sie in diesem Leben hier, und wo es dir gefaͤllt, was zu deinen Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen/ wo sie immer gehn, deine Furcht vor Aügen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Lasse sie auch meinen Feinden nicht zum Hohn, o lieber GOtt, werden, noch auch meinen Freun⸗ den eine Laßt, wenn eine Noth und ein Unfall sie be⸗ trifft; wehre selbsten allem Gift, daß die Feind nicht ihrer lachen, und ihr Un⸗ gluͤck groͤßer machen. 9. Endlich wenn die Jahr verflossen, daß sie diese Lebens⸗Zeit haben ehrlich hier genossen, und sie in die Ewigkeit sollen ihren Eintritt thun, so laß alle Schmerzen ruhn, und laß sie in ihrem Sterben glaͤubensvoll den Himmel erben. 10, Goͤnne mir die gro⸗ ßen Freuden, daß am lie⸗ ben juͤngsten Tag, nach so vielem Kreuz und Lei⸗ den, ich mit Jauchzen sa⸗ gen mag! liebster Vater, ich bin hier, und die Kin⸗ der, die du mir hast in jener Welt bescheret. E⸗ wig sei dein Nam geehret. Joh. Ludw. Schlosser. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 1003· W. ists doch, HErr IEsu Christ, im Stande, da dein Se⸗ gen, ist, im Stande heil⸗ ger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Hoͤhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn, und unverruͤckt beisammen stehn im Bande xeiner Treu⸗ Beim Gewitter. 85¹ Treue, da geht das Gluͤck in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zer⸗ nagen, was GOtt giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Vor allen giebt er seine Gnad, in derer Schooß er fruͤh und spat sein Hochgeliebten heget. Da streckt sein Arm sich taͤglich aus, da faßt er uns und unser Haus, gleich als ein Vater pfleget. Da muß ein Fuß nach dem andern gehn und wandern, bis sie kommen in das Zelt und Sitz der Frommen. 4. Der Mann wird ei⸗ nem Baume gleich, an Aesten schoͤn, an Zweigen reich; das Weib gleicht einem Reben, der seine Traͤublein traͤgt und naͤhrt, und sich je mehr und mehr vermehrt mit Fruͤchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Mannessonne, Hau⸗ seswonne, Ehrenkrone, GOtt denkt dein bei sei⸗ nem Throne. 5. Dich, dich hat er ihm auserkorn, daß aus dir ward herausgeborn das Volk, das sein Reich bauet; sein Wun⸗ derwerk geht immerfort, und seines Mundes starkes Wort macht, daß sein Auge Amen. schauet schoͤne Soͤhne und die Tocken, die den Rok⸗ ken fein abspinnen, und mit Kunst die Zeit ge⸗ winnen. 6. Sei gutes Muths wir sind es nicht, die die⸗ sen Orden aufgericht, es is GOtt, unser Vater: der hat uns je und je ge⸗ liebt, und bleibt, wenn unsre Sorg uns truͤdt, der beste Freund und Rather. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 7. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stuͤndlein, da man Leidens voll die Thraͤnen laͤsset schießen; jedennoch, wer sich in Geduld ergiebt, deß Leid wird GOttes Huld in großen Freuden schlie⸗ ßen. Sitze, schwitze nur ein wenig: unser Koͤnig wird behende machen, daß die Angst sich wende. 8. Wohl her, mein Koͤ⸗ nig, nah herzu, gieb Rath im Kreuz, in Noͤthen Ruh, in Aengsten Trost und Freude. Deß sollst du ha⸗ ben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis, und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Wil⸗ len zu erfuͤllen, deinen Na⸗ men ewig loden werden. Paul Gerhard. XV. Beim Gewitter. Mel. Auf 0011. liebenget auf: mein Herz zu 1004.5 ter stei⸗ GOtt hinauf! Fall ihm in 7 0 geschwind zu Fuße Rah⸗ —... ——— 85²2 Von der Ernte. wahre Reu und Buße, da⸗ mit gleich deine Suͤnden durch Christi Tod ver⸗ schwinden. 2. HErr, der du gut und fromm: zu dir ich glaͤubig komm; bitt mir aus dein Erbarmen, hab Chri⸗ stum auf den Armen: um dessenwillen schone, mir nicht nach Suͤnden lohne, 10 3. Durch Christi theures Blut mach mir ein Herz und Muth, das sich nicht knechtisch scheue, viel lie⸗ ber deiner Treue in allem kindlich traue, und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem⸗ was mein, dir ganz gelas⸗ sen sein; dein Fluͤgel wird uns decken, verjagen alles Schrecken, und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan! verlaß uns nicht; bleib unsre Zuver⸗ sicht und laß dein Va⸗ terlieben auch jetzt an uns sich uͤben, so wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzb.⸗Rudolst. XVI. Von Mel. von Gott will ich nicht lassen. 1005* ie Ernt ist nun zum Ende, der Segen ein⸗ gebracht, woraus GOtt alle Staͤnde satt, reich und froͤhlich macht; der alte Gott lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebes⸗Werken, drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir ruͤhmen seine Guͤte, die uns das Feld bestellt, und oft ohn un⸗ sre Bitte gethan, was uns gefaͤllt; die immer noch geschont, ob wir gleich gottlos leben, die Fried und Ruh gegeben, daß jeder sicher woͤhnt. 3. Zwar manchen schoͤ⸗ nen Segen hat boͤses Thun verderbt, den wir auf gu⸗ ten Wegen sonst haͤtten der Ernte. noch ererbt; doch hat GOtt mehr gethan aus unver⸗ dienter Guͤte, als Mund, Herz und Gemuͤthe nach Wuͤrden ruͤhmen kann. 4. Er hat sein Herz ge⸗ neiget, uns Suͤnder zu er⸗ freun, und gnugsam sich bezeiget durch Regn und Sonnenschein; wirds aher nicht geacht, so hat er sich verborgen, und durch ver⸗ borgnes Sorgen zum Be⸗ ten uns gebracht. 5. O allerliebster Vater/ du hast viel Dank verdient; du mildester Berather, machst, daß uns Segen gruͤnt. Wohlan! dich loben wir fuͤr abgewandten Scha⸗ den, fuͤr viel und große Gnaden, HErr GOtt, wir danken dir. 6. Zum Danke kommt das Bitten, du wollest, frommer GOtt, vor unz un Von der Ernte. 853 uns behuͤten, und aller andern Noth; gieb frieden⸗ volle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit —. regier die Obrig⸗ eit 7. Besonders laß gedei⸗ hen dein reines wahres Wort, daß wir uns dessen freuen, und auch an unserm Ort dies gute Sam⸗Koͤrn⸗ lein verlangte Fruͤchte brin⸗ ge, und wir in allem Dinge recht fromme Leute sein. 8. Gieb, daß zu dir uns lenket, was du zum Unter⸗ halt des Lebens hast ge⸗ schenket: daß wir dich maͤn⸗ nigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben, o laß es doch geschehn. 9. Kommt unser Lebens⸗ ende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhaͤnde, d.er der Ruh geneußt, da ihm kein Leid bewußt; so ernten wir mit Freuden nach ausgestandnem Leiden die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 1006* GOtt, — von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber theilest deine Ga⸗ ben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich: ach lie⸗ ber GOtt, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Men⸗ schen alle zaͤhlen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Nothdurft keinem fehlen, denn du weißt allen vorzustehn, und schaffest, daß ein jedes Land sein Brod bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung saͤet, und endlich auch die Frucht geneußt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begeußt, des Himmels Thau, der Sonnen⸗Strahl sind deine Diener allzu⸗ mal. 4. Und also waͤchst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zum Brod; es mehret sich viel⸗ faͤltger Weise, was anfangs schien, als waͤr es todt, bis in der Ernte Jung und Alt erlanget seinen Un⸗ terhalt. 5. Nun, HErr, was soll man erst bedenken? der Wunder hier sind gar zu viel. So viel, als du, kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle werth. 6. Wir wollens auch keinmal vergessen, was uns dein Segen traͤget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll Lebenslang fuͤr unsre Rahrung sagen Dank. Caspar Nen nann. Mel. 854 Von der göttlichen Vorsehung. XVII. Von der göttlichen Vorsehung. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethun. 7* Huf GOtt 1007. Auducht auf meinen Rath will ich mein Gluͤcke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmaͤchtig haͤlt, wird mich in meinen Tagen als GOtt und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nuͤtzen wuͤrde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Gluͤck und meine Buͤrde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen waͤre? 3. GOtt kennet, was mein Herz begehrt, und haͤtte, was ich bitte, mir gnaͤdig, eh ichs bat, ge⸗ waͤhrt, wenns seine Weis⸗ heit litte. Er sorgt fuͤr mich stets vaͤterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe. 4, Ist nicht ein unge⸗ stoͤrtes Gluͤck weit schwerer oft zu tragen als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die groͤßte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Gluͤck und Habe verlaͤßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahr⸗ haft uͤcklich macht, laͤßt GOtt es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre Gluͤck und Pracht sind nicht das Gluͤck der Seelen. Wer GOttes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Ge⸗ wissen die Truͤbsal auch versuͤßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit, wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ists uͤberwunden! Hofft auf den HErrn, er hilft uns gern; seid froͤh⸗ lich, ihr Gerechten, der HErr hilft seinen Knechten. Christian Fürchtegott Gellert. Mel. Mleinen JEsum laß ich nicht. * ennoch 1008. Dena ich stets an dir, wenn mir alles gleich zuwider. Kei⸗ ne Truͤbsal druͤckt in mir die gefaßte Hoffnung nie⸗ der, daß, wenn alles bricht und faͤllt, dennoch deine Hand mich haͤlt. 2. Leite mich nach dei⸗ nem Rath, der wohl wun⸗ derlich geschiehet; aber end⸗ lich in der That auf die schoͤnste Wohlfahrt siehet. Denn du fuͤhrst es wohl hinaus, sieht es gleich ver⸗ kehret aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich gnu gekaͤmpfet habe; fuͤhre mich die Lebensbahn, zu dem Himmel aus dem Grabe; endlich zeige mir das Loos Von der göttlichen Vorsehung. 855 Loos in der Auserwaͤhlten Schooß. I. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergehen, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich feste stehen; ich muß, trotz sei aller Pein, den⸗ noch, dennoch selig sein. Benjamin Schmolk. Mel. Uun danket alle GOtt. *HJOtt ist 1009. Gombialt getreu! sein Herze bricht von Lieben, pflegt er gleich oftermals die Seinen zu betruͤben; er yruͤfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld. GOtt ist und bleibt getreu. 2. GOtt ist und bleibt getreu! er hilft ja selber tragen, was er uns auf⸗ augenblicks vorbei; sei, Seele, nur getrost: GOtt ist und bleibt getreu. 5. GoOtt ist und bleibt getreu! und stillet dein Be⸗ gehren, er will dein Glau⸗ bensgold in Truͤbsalsglut bewaͤhren; nimm an von GOttes Hand den Kreuz⸗ kelch ohne Scheu, der Le⸗ bensbecher folgt: GOtt ist und bleidt getreu. 6. GOtt ist und bleibt getreu! Laß alle Wetter krachen, GOtt wird der Truͤbsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Noth dir ewig nuͤtzlich sei. So liebt der Hoͤchste dich: GOtt ist und bleibt getreu. Mel. Ach! was soll ich Sünder machen. Ei llt ich 1010. Sueuem gelegt, die Last der schwe⸗GOtt nicht trauen, der ren Plagen; er braucht die Ruthe oft, und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt: GOtt ist und bleibt getreu. 3. GOtt ist und bleiht getreu! er weiß, was wir vermoͤgen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen; er macht sein Israel von Last und Ban⸗ den frei, wenn große Noth entsteht: GOtt ist und bleibt getreu. 4. GoOtt ist und bleibt getreu! er troͤstet nach dem Weinen, er laͤßt nach truͤ⸗ ber Nacht die Freuden⸗ 54 scheinen; der Sturm, er Kreuzessturm geht mich liebt so vaͤterlich, der so herzlich sorgt fuͤr mich? Sollt ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verlaͤßt? 2. Er weiß alles, was mich druͤcket, mein Anlie⸗ gen, meine Noth, er steht mir bei bis in Tod; er weiß, was mein Herz er⸗ quicket; seine Lieb und Vatertreu bleibt mir ewig immer neu. 3. Der die Voͤgel all ernaͤhret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schoͤn ohn Unterlatz, der uns alles Guts bescheret, sollte der verlassen mich? Nein 856 Vom geistlichen Kampt. Rein, ich trau ihm sicher⸗ lich 4. Wenn ich seinem Reich nachtrachte, wenn ich durch Gerechtigkeit finde meine Seligkeit, wenn ich Geld und Gut ver⸗ achte, segnet mein GOtt fruͤh und spat Wort und Werke, Rath und That. 5. Ei so mag der andre Morgen bleiben! Was noch kuͤnftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Christ; ich laß meinen GOtt versorgen alles, weil doch aller Zeit ihre Sorge schon bereit. 6. GOtt Lob, der mein Herz erfreuet, daß ich glaͤu⸗ he festiglich, GOtt, mein Vater, sorgt fuͤr mich. GOtt Lob, der den Trost er⸗ neuet, daß ich weiß: GOtt liebet mich, GOtt ver⸗ sorgt mich ewiglich. Joh. Olearius. XVIII. Vom ge In eigener Melodie. 1011 N Löweg⸗ laßt euch wiedersinden, wie im ersten Christenthum, die nichts konnte uͤberwinden: seht nur an ihr Marter⸗ thum, wie in Lieb sie puithen wie sie Feuer pruͤhen, daß sich vor der Sterbenslust selbst der Sa⸗ tan fuͤrchten mußt. 2. In Gefaͤhren uner⸗ schrocken, und von Luͤsten unberuͤhrt, die aufs Eitle konnten locken, war man damals: die Begierd ging nur nach dem Himmel, fern aus dem Getuͤmmel war erhoben das Gemuͤth, achtete, was zeitlich, nit. „Alle Ding nach ih⸗ rem Wesen, und nicht nach der Meinung, da wurden Ritkeilen abgemessen, das rtheil im Licht geschah; in Ungluͤck gluͤckselig wa⸗ ren sie und froͤhlich, fern von Menschen selaverei und von ihren Banden frei. istlichen Kampf. 4. Ganz großmuͤthig sie verlachten, was die Welt fuͤr Vortheil haͤlt und wo⸗ nach die meisten trachten, es mocht sein Ehr, Wol⸗ lust, Geld. Furcht war nicht in ihnen, auf die Kampfschaubuͤhnen spran⸗ gen sie mit Freudigkeit, hiel⸗ len mit den Thieren Streit. 5. O daß ich, wie diese waren, mich befaͤnd auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund erfahren dein huͤlfreiche, starke Hand, mein GOtt, recht leben⸗ dig!“ Gieb, daß ich be⸗ staͤndig bis in Tod durch deine Kraft uͤbe gute Rit⸗ terschaft! 6. Ohne dich bin ich nicht tuͤchtig, irgend etwas Guts zu und dazu was, das so wichtig, es thut blos auf dir beruhn. Err, HErr, meine Hoff⸗ nung, halte dein Verhei⸗ ßbung, hilf, mir, daß ich als ein Held mit der Tu⸗ gend werd vermaͤhlt! Vom geistlichen Kampt. 85⁷ 7. Gieb, daß ich mit Gestewafen kaͤmpf in JEsu Löwenstaͤrk/ und hier niemals moͤge schlafen, daß mir dieses große Werk durch dich moͤg gelingen, und ich tapfer ringen, daß ich in die Luft nicht streich, sondern bald das 1— erreich. 8. Es duͤrft wieder da⸗ 345 kommen, daß des Fein⸗ es tolle Wuth zu der Schlachtbank deine From⸗ men fuͤhrte und dergoß ihr Blut: nach gemeiner Sage große Truͤbsalstage werden kommen uns zu Haus und noch ein sehr 999 Strauß. Jetzund kommen erst be Hefen; denn das Maß muß sein erfuͤllt und das Letzt noch uͤbertreffen, wenn man sieht auf Christi Bild, was sein Kirch im Anfang leiden mußt beim Eingang: denn am Abend starb das Lamm, das doch fruͤh ans Kreuze kam. 10. Ei wohlan, nur fein standhaftig, o ihr Bruͤder, tapfer drauf! Lasset uns doch recht herzhaftig fol⸗ gen jener Zeugen Hauf! ur den Leib beruͤhret, was ihm so gebuͤhret; er hats Leiden wohl verdient, und die Seel darunter gruͤnt. 11. Fort, weg mit dem Sinn der Griechen, denen 9 l ein Thorheit ist! O laßt uns zuruͤck nicht kriechen, wenn ans Kreuz soll JEsus Christ! Steht in IEsu Namen, wenn der Schlangen Samen sich dem Glauben wider⸗ setzt und das Schlacht⸗ schwert auf uns wetzt. 12. Gebt euch in das Leiden wacker! Mit dem Blut der Maͤrtyrer wird geduͤngt der Kirchenacker; diese Fettigkeit treibt sehr und macht stark ausspros⸗ sen, wenn mit wird be⸗ gossen; o dann traͤgt er reichlich Frucht, eine schöne Gartenzucht. 13. Schwaͤngre vor, o guͤldner Regen, uns, dein duͤrres Erb und Erd! daß wir dir getreu sein moͤgen, und nicht achten Feur und Schwert, als in Lie⸗ de trunken und in dir ver⸗ sunken! Mach dein Kirch an Glauben reich, daß das End dem Anfang gleich! Hlel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. (Dreuer Hir⸗ 1012. T te deiner Heerde, deiner Glieder starker Schutz, sieh doch, wie die Asch und Erde, großer GOtt, mit Grimm und Trutz tobt und wuͤ⸗ thet wider dich, und ver⸗ mißt sich frevenrlich, deine Kirche zu zerstoͤren, und dein Erbtbeil zu verheeren. 2. Du, HErr, bist ja unser Koͤnig, wir sind dein mit Leib und Seel: Men⸗ schen⸗Huͤlf ist hier àu we⸗ nig, wo nicht du, Imma⸗ nuel, zu der Deinen Ret⸗ tung wachst, und dich selbst zu Felde machst, fuͤr dein wahres Wort zu kaͤmpfen/ und 858 Vom Lobe GOttes. und der Feinde Rath zu daͤmpfen. 3. Es trifft deines Na⸗ mens Ehre, deiner Wahr⸗ heit Heiligthum, IEsu, deine Glaubens⸗Lehre, dei⸗ nes Leidens Kraft und Ruhm, und den Dienst, den dir allein wir zu lei⸗ sten schuldig sein; dazu kannst du ja nicht schwei⸗ gen, deine Macht⸗Hand wirst du zeigen. +. Du verlachst der Fein⸗ de Tuͤcke, treibst der boͤsen Herzen Schluß, Rath und d Anschlag selbst zuruͤcke, daß er nicht gelingen muß. Die Verfolgung hat ihr Ziel, du verhaͤngst ihr nicht zu viel, und pflegst derer nur zu spotten, die, HErr, wider dich sich rotten. 5. Staͤrke nur den schwa⸗ chen Glauben, den, bei so betruͤbter Zeit, Fleisch und Satan uns zu rauben, und mit Furcht und Bloͤ⸗ digkeit uns zu schrecken sind bemuͤht. Deine Weisheit kennt und sieht deiner Kin⸗ der schwach Vermogen/ und wirst nichi zu viel auflegen. 6. Hilf den Deinen, und bekehre der Verfolger blin⸗ des Heer; der Verfolgung steur und wehre, daß sie uns nicht werd zu schwer. Nimm dich der Bedraͤng⸗ ten an, leit auch die jauf rechter Bahn, die noch jetzt durch Satans Luͤgen sich selbst um ihr Heil betruͤgen. 7. Laßt uns recht und redlich handeln, und in Tauben⸗Einfalt, dir ganz gelassen, heilig wandeln/ och dabei uns kluͤglich hier schicken in die boͤse Zeit, und vor falscher Hei⸗ ligkeit, auch der Feinde List und Wuͤthen uns mit Schlangen-Klugheit huͤ⸗ ten. 8. Laß mit Beten und mit Wachen stets uns stehn auf unsrer Hut, und nur dich, HErr, lassen machen, so wird alles werden gut. JIEsus streitet fuͤr uns hier, und vertritt uns dort bei dir, bis wir auf der neuen Erden mit ihm tri⸗ umphiren werden. Henriette Cath. v. Gersdorf. XIX. Vom Lobe Gottes. Mel. Es ist das Reil uns kommen her. * HMis hieher 1013. B hat mich GOtt gebracht durch seine große Guͤte, bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemuͤthe. Bis hieher hat er mich geleit, bis hieher hat er mich er⸗ freut, bis hieher mir ge⸗ holfen. 2. Hab Lob, hab Ehr, hab Preis und Dank fuͤr die bisherge Treue, die du, o GOtt, mir lebenslang bewiesen taͤglich neue; in mein Gedaͤcheniß schreib ich an: der HErr hat Großs an mir gethan, bis hieher mir geholfen. 3. Hilf Vom Lobe GOttes. 859 3. Hilf ferner weit, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch JEsu Wunden; damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein GOtt, er hilft, wie er geholfen! Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg⸗Rudolstadt. Mel. Nun danket alle elobet GOtt. 1014. G)ac sei der HErr, mein GOtt, mein Licht, mein Leben, mein Schoͤyfer, der mir hat mein Leib und Seel gege⸗ ben, mein Vater, der mich schuͤtzt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der HErr/ mein GOtt, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich fuͤr mich gegeben, der mich er⸗ loͤset hat mit seinem theu⸗ ren Blut, der mir im Glauben schenkt das aller⸗ hoͤchste Gut. 3. Gelobet sei der HErr, mein GOtt, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz, erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Huͤlfe schafft. 4. Gelobet sei der HErr, mein GOtt, der ewig le⸗ bet, den alles lobet, was in allen Luͤften schwebet. Gelobet sei der HErr, deß Ramen heilig heißt, GOtt Vater, GOtt der Sohn, und GOtt der werthe Geist. 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen, und mit der En⸗ gelschaar das Heilig, Hei⸗ lig singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenbeit, gelobet sei mein GOtt in alle Ewig⸗ keit. Johann Olearius. In eigener Melodie. 1015* L den „ HErren, o meine Seele, ich will ihn loben bis in Tod. Weil ich noch Stunden auf Er⸗ den zaͤhle, will ich lobsin⸗ gen meinem GOtt. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen fruͤh und spat. Hallel., Hallelujah! 2. Fuͤrsten sind Men⸗ schen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschlaͤge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen konn/ rufe man GOtt um Huͤlfe an. Hallelujah, Hallelujah! 3. Selig/ ja selig ist der zu nennen, deß Huͤlfe der GOtt Jacob ist; welcher vom Glauben sich nicht laͤßt trennen, und hofft ge⸗ trost auf IJEsum Christ. Wer diesen HErrn zum Beistand hat, findet am besten Rath und That Hallelujah, Hallelujah! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden und was darinnen ist, gemacht; alles muß puͤnktlich erfuͤl⸗ let werden, was er uns ein⸗ 860 Vom Lobe GOttes. einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben haͤlt. Hallel,., Hallelujah! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden; er ists, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ih⸗ nen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei: seine Genad ist man⸗ cherlei. Hallel., Hallelujah! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tiefgebeuget gehn. Wo er kann einige Frommen fin⸗ den, die laͤßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Trutz, Wittwen und Weisen haͤlt er Schutz. Hallelujah, Hallelujah! 7. Aber der GOttesver⸗ geßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zuruͤck, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der HErr ist Koͤnig ewiglich; Zion, dein GOtt sorgt stets fuͤr dich. Hallel./ Halelujah! 8. Ruͤhmet, ihr Men⸗ schen, den hohen Namen, deß, der so große Wun⸗ der thut. Alles, was O⸗ dem hat, rufe Amen, und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder GOt⸗ tes, lobt und preist Va⸗ ter und Sohn und heilgen Geist. Hallel., Hallelujah! Joh. Dan. Herrnschmidt. Mlel. Lobt GOtt, ihr Christen alle gleich. 1016. NWI und bringet Ehr, ihr Men⸗ schen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall GOtt, unserm hoͤchsten Gut, der seine Wunder uͤberall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mut⸗ terleibe an frisch und ge⸗ sund erhaͤlt und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betruͤbt, doch bleibet gutes Muths, die Straf er⸗ laͤßt, die Schuld vergiebt, und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein froͤh⸗ lich Herz/ erfrische Geist und Sinn, und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn in Israelis Land; er gebe Gluͤck zu unserm Thun und Heil zu allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Guͤt um, bei und mit uns gehn, was aber aͤng⸗ stet und bemuͤht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Le⸗ ben waͤhrt, sei er stets un⸗ ser Heil; und bleib auch, wenn wir von der Erd ab⸗ scheiden, unser Theil. 9. Er druͤcke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu, und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhard. Mel. HErr JEsu Christ, dich zu uns wend. I Acmaucht 1017. Nen HEr⸗ Am Marientage. 861 locken, saͤumet nicht, kommt vor sein heiligs Angesicht. 2. Erkennt, daß GOtt ist unser HErr, der uns er⸗ schaffen ihm zur Ehr, und nicht wir selbst; durch GOttes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. 3. Er hat uns ferner wohl bedacht und uns zu seinem Volk gemacht; zu Schafen, die er ist bereit zu fuͤhren stets auf gute Weid. 4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht zu seinen Thoren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vorhof mit Gesang. 5. Dankt unserm GOtt/ lobsinget ihm, ruͤhmt sei⸗ nen Nam mit lauter Stimm; lobsingt und danket allesammt: GOtt loben das ist unser Amt. 6. Er ist voll Gut und Freundlichkeit, voll Lieb und Treu zu jeder Zeit; sein Gnade waͤhret dort und hier, und seine Wahr⸗ heit fuͤr und fuͤr. 7. GOtt Vater in dem hoͤchsten Thron, und IE⸗ sus Cheist, sein einger Sohn, s mit GOtt, dem werthen heilgen Geist, sei nun und immerdar ge⸗ preist. Dav. Denicke, nach Corn. Becker. In 73 Melodie. un prei⸗ 1018. N set alle GOttes Barmherzigkeit; lobt ihn mit Schalle, wer⸗ theste Christenheit! Er laͤßt dich freundlich zu sich laden: freue dich, Israel, seiner Gnaden. 2. Der Err regieret uͤber die ganze Welt; was sich nur ruͤhret, ihme zu Fuße faͤllt. Viel tausend Engel um ihn schweben; Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Hei⸗ den, lasset das Trauern sein: zu gruͤnen Weiden stellet euch willig ein. Da laͤßt er uns sein Wort verkuͤn⸗ den, machet uns ledig von allen Suͤnden. 4. Er giebet Speise reichlich und uͤberall, nach Vaters⸗Weise saͤttigt er allzumal; er schaffet fruͤh und spaten Regen, fuͤllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis und eh⸗ re seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, wer⸗ theste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden: freue dich, Is⸗ rael, seiner Gnaden! Matthäus Apelles v. Löwenstern. * XX. Am Marientage. Mel. Allein GOtt in der Höh sei Ehr. * Ott Lob, 1019. mein IEsus macht mich rein don allen meinen Suͤnden; was er buͤßt, muß bezah⸗ let sein, nun kann mich nicht Psalter und Harfen ihm · 86² Am Marientage. nicht mehr binden der Suͤnden Strick, des Teu⸗ fels Macht, drum mein Glaub Hoͤll und Tod ver⸗ lacht, weil JEsus ist mein Leben. 2. Was traur ich denn? Er lebt ja noch, der das Gesetz erfuͤllet, der durch den Tod und Kreuzesjoch des Vaters Zorn geftillet; was er hat, das ist alles mein, wie koͤnnt doch groͤßer Reichthum sein, als was mir JIEsus schenket? 3. Weil IEsus mich von Suͤnden rein durch sein Verdienst will machen, daß ich, los aller Qual und Pein, nicht fuͤrcht des Todes Rachen: so troͤst mich seine Heiligkeit, sein Unschuld, Heil und Seligkeit ist mein Schatz und mein Leben. 4. So kann ich auch mit Fried und Freud, wie Simeon, mein Leben be⸗ schließen frei von allem Leid, mich meinem GOtt ergeben. So bald ich thu mein Augen zu, so wird mein Tod mein Schlaf und Ruh, seh ich des Him— mels Freude. 5. Wie werd ich dann so froͤhlich sein, wenn ich die Welt verlassen, wenn mich die Himmelsgeister⸗ lein gefuͤhrt zur Lebens⸗ straßen; wenn ich erbückt die Ewigkeit, wenn ich er⸗ langt die Seligkeit, die mir mein GOtt bereitet. 6. Hilf, GOtt, daß ich bring mich zu deiner Herr⸗ lichkeit, hilf seliglich vol⸗ lenden; komm hald, hilf mir aus aller Noth, hilf mir, HErr, durch dein Blut und Tod; ja komm, HErr IEsu! Amen. Joh. Olearius. In eigener Klelodie. 1020. H U 2 su, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kom⸗ men jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Temvel und suchen mit Begier, nach Simeons Exemvel, dich großen GOtt allhier. 2. Du wirst von uns dem Ort o HErr, an je⸗ em Ort, dahin du dich verbunden durch dein Ver⸗ heißungswort; vergoͤnnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicher Weis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken un⸗ sre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein; in Zagheit Glut und Flamme, in Noth ein Freuden⸗Strahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in To⸗ desqual. 4. HErr, laß auch uns gelingen, daß letzt, wie Simeon, ein jeder Christ kann singen den schoͤnen Schwanenton: Mir wer⸗ den nun mit Frieden mein Augen zugedruͤckt, nachdem sei steis bereit, laß mich sich schon hienieden den nichts von dir wenden; Heiland hab erblickt. 5. Ja, Morgenlieder. 863 Ja, ja, ich hab im 6. Hier blickst du zwar Ghuuben, mein JEsu/ Denseergn so scheel und geschaut: kein Feind kann schwuͤl mich an, daß oft dich mir rauben, wie hef-vor Angst und Heulen ich tig er auch draut. Ich dich nicht kennen kann: wohn in deinem Herzen, dort aber wirds geschehen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmer⸗ dazu. zen, kein Angst, kein Emt daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Johann Franck. XXI. Morgenlieder. Mel. Auf meinen lieben GoOtt * er 1021. Dersenn bricht an: die Nacht in abgethan, die Finsterniß vergangen: laß uns dein Licht umfangen, du unser Sonn und Leben, der Welt zum Heil gegeben! 2. Befiehl der Engel Schaar, daß sie uns heut bewahr; du selbst dein Hand ausstrecke, daß uns dein Schild bedecke, und alles Uebel weiche, der Arge nicht beschleiche. 3. Laß unter deiner Hut uns nichts thun, als was lete und recht wie Kinder eben, dir Herz und Sinn ergeben, in deinen Wegen schbne Geist sich wenden: nimm ihn zu treuen Haͤnden; und laß auf deinen Namen uns froͤhlich fahren. Amen. Aug. Buchner. Mel. Wo GOtt zum Haus nicht giebt sein Zunst. * es Mor⸗ 1022. Cs wenn ich fruͤh aufsteh, und des Abends zu Bette geh, sehn meine Augen, HErr, auf dich, HErr IEsu, dir befehl ich mich. 2. In den heilgen fuͤnf Wuaden dein da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut: mein Schatz ist nur dein Deun Blut. Denn, o HErr Christ/ am Hrende en heil⸗ ben f und fest im Glau⸗Iges Blut die Suͤnd hin⸗ en stehen. 4. Befaͤllt uns Uebel⸗ stand, se beut uns selbst die Hand, daß wir in al⸗ len Stuͤcken uns drein ge⸗ duldig schicken; denn dir nicht Ler Peben ist ja das beste Leben. 5. Traͤnk und speis un⸗ sern Mund, halt auch den Leib gesund. Muß unser nahm; drum ich wach oder schlafe ein, wollst du, HErr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halte Wacht: drum ich Tod, Teufel, Hoͤll nicht acht; denn wo sch bin, bist du bei mir: mein Gluͤck und Kreuz kommt alls von dir. 5. Ich leb odr sterb, so bin ich dein; darum ich dir 864 Morgenlieder. dir die Seele mein befehl jetzund und auch im Tod: nimm sie zu dir, o treuer Gott! In eigener TNesand * ie guͤld⸗ 1023. DisSon⸗ ne, voll Freud und Wonne, bringt unsern Graͤnzen mit ihrem Glaͤnzen ein herzerquickendes liebliches Licht. Mein Haurt und Glieder die lagen darnie⸗ der; aber nun steh ich, bin munter und froͤhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet/ was GOtt gebauet zu sei⸗ nen Eyren, und uns zu lehren, wie sein Vermoͤgen sei maͤchtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden 240. Laser Schooß. 3. Lasset uns singen, dem Schoͤpfer bringen Guͤ⸗ ter und Gaben, was wir nur haben, alles das sei GOtt zum Opfer gesetzt. Die besten Guͤter sind unsre Gemuther; dankbare Lie⸗ der sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergotzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Ungluͤck ver⸗ wehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir auf⸗ stehen, so laͤßt er aufgehen uͤber uns seiner Barmher⸗ zigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen: laß mein Begin⸗ nen ohn allen Anstoß und gluͤcklich ergehn. Laster und Schande, des Lucifers Bande, Fallen und Tuͤcke treih ferne zuruͤcke; laß mich auf deinen Gehoten bestehn. 6. Laß mich mit Freu⸗ den ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Naͤhesten Haus. Gei⸗ ziges Brennen, unchristli⸗ ches Rennen nach Gut mit Suͤnde das tilge ge⸗ schwinde von meinem Her⸗ zen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists? Gewesen! In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald das Luͤftlein des Todes dreinblaͤst. Alles in allen muß brechen und fallen: Himmel und Erden die muͤssen das werden, was sie vor ihrer Erschaf⸗ fung gewest. 8. Alles vergehet, GOtt aber stehet ohn alles Wan⸗ ken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewi⸗ gen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen hicht Schaden, heilen im Her⸗ zen die toͤdtlichen Schmer⸗ zen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. GOtt, meine Krone, vergieb und schone. Laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abgewandt. Sonsten regiere mich, lenke und fuͤhre, wie dirs gefänih i Morgenlieder. 865⁵ ich habe gestellt alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernaͤhren, so laß mich hoͤ⸗ ren allzeit im Herzen dies heilige Wort: GOtt ist das Groͤßte, das Schoͤnste und Beste; GOtt ist das Suͤßte und Allergewißte aus allen Schaͤtzen, der edelste Hort. 11. Willst du mich kraͤn⸗ ken, mit Gallen traͤnken, und soll von Plagen ich auch was tragen: wohlan! so mach es, wie dir es be⸗ liebt. Was gut und tuͤch⸗ tig/ was schaͤdlich und nich⸗ tig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast nie⸗ mals keinen zu sehre betruͤbt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres⸗Brausen und Windes⸗Sausen leuchtet der Sonnen gewuͤnschtes Gesicht. Freude die Fuͤlle und selige Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten, dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhard Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 24* ie Nacht 1024. Deis un mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, vor dem voͤllig weichen muß Finsterniß und Plage. 2. Der Tag ist da, das Licht ist nah, das Dunkle zu vertreiben: vor dir, JEsu, schoͤnstes Licht, kann nichts dunkel bleiben. 3. Der Sonnen Licht aufs neu anbricht: o un⸗ erschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir In Freud und Wonne. 4. Des Mondes Glanz verliert sich ganz, er muß dem groͤßern weichen: mit dir, Glanz der Herͤlichkeit, ist nichts zu vergleichen. 5. Der Sterne Pracht muß mit der Nacht vom Himmel Abschied neh⸗ men: unsers Morgenster⸗ nes Pracht darf sich nie⸗ mals schaͤmen. 6. Der Menschen Schaar, die als todt war, greift jetzt zu ihren Werken: laß mich, HErr, bei meinem Werk dein Werk in mir merken. 7. Ein jeder will der suͤßen Still und Ruhe Urlaub geben: IEsu, deine stille Ruh sei des Geistes Leben. 8. Denn ich will auch nach meinem Brauch zu meinem Werke greifen; aber laß aus deiner Ruh mein Herz nie ausschweifen. 9. Halt du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geist beruͤh⸗ re; meinen ganzen Lebens⸗ lauf deine Hand regiere. 10. Wann aber soͤll der Wechsel wohl der Tag und Naͤchte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 11. In jener Welt, da diese faͤllt, die Zion noch macht weinen, soll noch heller siebenmal Tag und 127 scheinen. Ja dann wird nicht der See Licht Jeru⸗ 37 sa⸗ 866 Rorgenlieder. salem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 13. Hallelujah! Ei waͤr ich da, wo meine Sonne wohnet, wo die Arheit die⸗ ser Zeit voͤllig wird be⸗ lohnet. 14. O IEsulein, gieb Licht und Schein in un⸗ sern dunklen Zeiten: fuͤhr uns aus der finstern Welt in die Ewigkeiten. Joh. Anast. Freylinghausen. Mel. Schwing dich auf zu deinem GOtt. SE dei 1025. F. er mit JIEsu an: IEsus hats in Haͤnden; IEsum ruf zum Beistand an: IEsus wirds wohl enden. Steh mit IEsu morgens auf, eh mit IEsu schlafen; fahr mit IEsu deinen Lauf, lasse JEsum schaffen. 2. Morgens soll der An⸗ fang sein, IEsum anzu⸗ beten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Noͤthen. Morgens, Abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu be⸗ streiten. 3. Wenn dein IEsus mit dir ist, laß die Feinde wuͤthen; er wird dich vor ihrer List schuͤtzen und be⸗ huͤten. Setz nur das Ver⸗ trauen dein in sein All⸗ machtshaͤnde, und glaub sicher, daß allein er dein Ungluͤck wende. 4. Wenn denn deine Sach also mit GOtt an⸗ gefangen: ei so hat es keine Noth, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Gluͤck und Heil hier in diesem Leben, end⸗ lich wird dir GOtt dein Theil auch im Himmel geben. 5. Nun, HErr JEsu, all mein Sach sei dir uͤber⸗ geben: es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, JIEsu, in deinm Namen; laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf Amen. Mel. auem pastores lau- davere, oder: Den die Hirten lobten sehre. g* Truͤh am 1026. Famorgen IEsus gehet und vor allen Thuͤren stehet, klopfet an, wo man geflehet: komm, HErr IEsu, unser Gast! 2. Nun so lasset ihn nicht dorlen, thut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit suͤßen Worten: eile, JEsu, kehre ein! 3. Wollest taͤglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schrei⸗ ben und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf gruͤ⸗ ner Auen, daß wir deine Fuͤlle schauen und auf dei⸗ nen Reichthum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ia, es soll ge⸗ schehen! JIEsus wird heut mit unts gehen und wir wer⸗ 5 . —ꝛ * 1 Morgenlieder. 86 werden froͤhlich sehen, daß er uns nicht laͤßt allein. Mel. GoOtt des Him⸗ mels und der Erden. 57* AEsu Guͤte 1027. V hat kein Ende, sie ist alle Morgen neu, das beweisen JEsu Haͤnde, die da schaffen, o der Treu! daß ich leb: doch ich nicht hier, son⸗ dern Christus lebt in mir. 2. IEsu Haͤnde, die da sorgen, daß auf eine gute Nacht folget itzt ein guter Morgen, da man sieht, wie GOttes Macht mich, die Meinen, Hab und Gut hab beschuͤtzt durch JEsu Blut. 3. IEsu! dir sei Dank gegeben fuͤr die Treue dei⸗ ner Haͤnd, fuͤr die Gnade, fuͤr das Leben, und was du mir zugewendt. Ach zieh von mir bis ins Grab diese deine Haͤnd nicht ab. 4. Sie sinds ja, darein gegraben steht mein Nam mit deinem Blut, die mich selbst bereitet haben, mich gekroͤnt mit Himmels⸗Gut; ja, sie sinds, die bis anitzt mich versorget und be⸗ schuͤtzt. 5. Laß sie weiter mich umfassen, weil ich ihrer eigen bin; laß sie mich, mich sie nicht lassen, dieses ist und bleibt mein Sinn: Satan! dir entsage ich; IEsu! dir ergeb ich mich. 6. Nehmt mich drauf, ihr JEsus⸗Haͤnde: schließt mich in GOtt Vaters Herz und in IEsu Blut behende, in sein Leiden, Tod und Schmerz, in des hoͤchsten Troͤsters Hand schließt mich und bie mir verwandt. 7. Ach mit Segen ob mir waltet, im Gebete staͤrket mich, in dem Glau⸗ hen mich erhaltet, und daß GOtt gefalle ich, macht mich GOttes Geistes voll/ leben, leiden, sterben wohl. 8. Macht mich los von meinen Suͤnden, laßt mich einen gnaͤdgen GOtt und ein gut Gewissen finden; jagt weg Schrecken, Angst und Noth, steht mir bei, damit ja hier nichts Ver⸗ dammlichs sei an mir. 9. Seid ihr alles mir in allen, meine Huͤlfe, was ich thu, mein Stab, wenn ich bin gefallen; mein Schutz wenn ich geh zur Ruh/ meine Freude, wenn ich wach; mein Arzt, wenn ich krank und schwach. 10. Seid mein Leben, weil ich lebe, und verblei⸗ bet ja bei mir, wenn ich meinen Geist aufgebe, den ich euch befehle hier, macht ihn alles Leidens los, und tragt ihn in Christi Schooß. 11. Ich indeß bin voll Vergnuͤgen, halt es fuͤr die groͤßte Freud, daß in euch verschlossen liegen ich/ die Meinen, Land und Leut. Ich leb oder sterbe nu, weiß ich, daß ich in euch ruh. Aemilie Juliane, Gräfin zu heudolst. Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. 5 1028. O aames 37⁷ Le⸗ 868 Morgenlieder. Lebens Licht, nun ist die Nacht vergangen; mein Geistesaug zu dir sich richt, dein Anblick zu empfangen. 2. Du hast, da ich nicht sorgen konnt, mich vor Gefahr bedecket, und auch vor andern mich gesund nun aus dem Schhuf erwecket. 3. Mein Leben schenkst du mir aufs neu, es sei auch dir verschrieben, mit neuem Ernst, mit neuer Treu dich diesen Tag zu lieben.** 4. Dir, JEsu/ ich mich ganz defehl? im Geiste 10. Zeig mir in jedem Augendlick, wie ich dir soll gefallen; zeuch mich vom Bosen stets zuruͤck, regiere mich in allem. 11. Da sei mein Wille gaͤnzlich dir in deine Macht ergeben; laß mich abhaͤng⸗ lich fuͤr und fuͤr und dir gelassen leben. 12. Laß mich mit Kraft und williglich mir selbst und allem sterben; zer⸗ stdr du selber voͤlliglich mein gruͤndliches Verderben. 13. Gieb, daß ich mei⸗ nen Wandel fuhr im Geist in deinem Lichte, und als dich verklaͤe, dein Werk⸗ein Fremdling lebe hier vor zeug nur sei meine Seel, deinem Angesicht e. den Leib bewahr und naͤhre. 14. Nimm ein, o reine 5. Durchdring mit dei⸗Liehesglut, mein Alles dix nem Lebenssaft Herz, Sin⸗ alleine; sei du nur, o ver⸗ nen und Gedanken, beklei⸗ gnuͤgend Gut, mein Vor⸗ de mich mit deiner Kraft, wurf, den ich meine. in Proben nicht zu wanken. 15. Ach halt mich fest 6. Mein treuer Hirte, mit deiner Hand, daß ich sei mir nah, sieh immer nicht fall noch weiche; mir zur Seiten, und wann zeuch weiter durch der ich irre, wollst du ja mich Liebe Band, bis ich mein wieder zu dir leiten. 7. Druͤck deine Gegen⸗ bewahr mich eingekehret, daß ich dir innig bleib gemein, in wart mir ein/ allem ungestöret. 8. Sei du alleine meine Ziel erreiche. Gerhard Tersteegen. Mel. Ihr lieben Chri⸗ en, freut euch nun, oder: om Himmel hoch da komm ich her. Lust, mein Schatz, mein 1029 Stest auf Trost und Leben, kein an ders Theil sei mir bewußt dir bin ich ganz ergeben. ihr lie⸗ ben Kinderlein; der Mor⸗ enstern mit hellem Schein 9. Mein Denken, Re⸗ laͤßt sich frei sehn gleich den und mein Thun nach wie ein Held und leuchtet deinem Willen lenke: zum in die ganze Welt. Gehen, Stehen, Wirken/ Ruhn mir stets, was not ist, schenke. 2. Sei willkommen, du hsschoͤner Stern; du bringst uns Christum, unsern HErrn, Morgenlieder. 869 HErrn, der unser lieber Heiland ist; darum du hoch zu lohen bist. 3. Ihr Kinder sollt bei diesem Stern ertennen Christum, unsern HErrn, Marien Sohn, den treuen Hort, der uns leuchtet mit seinem Wort. 4. GOtts Wort, du bist der Morgenstern, wir koͤnnen dein gar nicht ent⸗ behrn; du mußt uns leuch⸗ ten immerdar, sonst sitzen wir im Finstern gar. 5. Leucht uns mit dei⸗ nem Glaͤnzen klar und IEsum Christum offenbar; jag aus der Finsterniß Ge⸗ walt, daß nicht die Lieb in uns erkalt. 6. Sei willkommen, du lieber Tag; vor dir die Nacht nicht bleiben mag. Leucht uns in unsre Her⸗ zen fein mit deinem him⸗ melischen Schein. 7. O JEsu Christ, wir warten dein; dein heiligs Wort leucht uns so fein. Am End der Welt bleib nicht lang aus und fuͤhr uns in deins Vaters Haus. 8. Du bist die liebe Sonne klar; wer an dich glaͤubt) der ist fuͤrwahr ein Kind der ewgen Se⸗ ligkeit, die deinen Christen ist bereit. 9. Wir danken dir, wir loben dich hie zeitlich und dort ewiglich fuͤr dein große Barmherzigkeit von nun an bis in Ewig⸗ keit. Anien. Mlel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. * ie 1030. LKucht uns der Morgenstern vom Firmament des Himmels fern; die Nacht ist nun vergangen; all Creatur macht sich herfuͤr, des ed⸗ en Lichtes Pracht und Zier mit Freuden zu em⸗ pfangen: was lebt, was schwebt, hoch in Luͤften, tief in Kluͤften, laͤßt zu Ehren seinem GOtt ein Danklied hoͤren. 2. Du, o mein Herz, dich auch aufricht, erheb dein Stimm und saͤume nicht, dem HErrn dein Lob zu bringen; denn, HErr, du bists, dem Lob gebuͤhrt, und dem man billig muficirt, dem man laͤßt innig klingen mit Fleiß Dankpreis, Freu⸗ densaiten, daß von weiten man kann hoͤren dich, o meinen Heiland, ehren. 3. Ich lag in stolzer Si⸗ cherheit, sah nicht, mit was Gefaͤhrlichkeit ich diese Nacht umgeben; des Teu⸗ fels List und Buͤberei, die Hoͤll, des Todes Tyran⸗ nei stund mir nach Leib und Leben, daß ich schwer⸗ lich waͤr entkommen und entnommen diesen Ban⸗ den, wenn du mir nicht beigestanden. 4. Allein, o JEsu, mei⸗ ne Freud in aller Angst und Traurigkeit, du hast mich heint befreiet; du hast CErasmus Alberus. der Feinde Macht gewehrt, mir 87⁰ Abendlieder. nmnen mir Schutz und fanfte Ruh mein Sinnen und Begin⸗ beschert; deß sei gebene⸗nen stets sich wenden, sei⸗ deiet. Mein Muth, mein nen Lauf in dir zu enden. Blut soll nun singen, soll 7. Wend Unfall ab, kanns nun springen: all mein anders sein; wo nicht/ so Leben soll dir Dankeslie⸗ geb ich mich darein, ich der geben. will nicht widerstreben: 5. Ei mein HErr, suͤ⸗doch komm, o suͤßer Mor⸗ ßer Lebenshort, laß ferner enthau, mein Herz erfrisch/ deiner Gnaden Pfort mir aß ich dir trau, und bleib heut auch offen bleiben; im Kreuz ergeben, bis ich sei meine Burg und festes endlich nach dem Leiden zu Schloß, und laß kein feind⸗ den Freuden werd erhoben/ liches Geschoß daraus mich da ich dich kann ewig lo⸗ nimmer treiben: stell dich ben. vor mich hin zu kaͤmpfen 8. Indeß, mein Herzer und zu daͤmpfen Pfeil und sing und spring, in allem Eifen, wenn der Feind will Kreuz sei guter Ding: der Macht beweisen. Himmel siht dir offen. 6. Geuß deiner Gnaden Laß Schwermuth dich nicht reichen Strahl auf mich nehmen en; denk, daß die vom hohen Himmelssaal, liebsten Kinderlein allzeit mein Herz in mir verneue; das Ungluͤck troffen; drum dein guter Geist mich leit so sei froh, glaͤube feste, und fuͤhr⸗ daß ich nach daß das Beste, so bringt meiner Amtsgebuͤhr zu Frommen, wir in jener thun mich einig freue. Welt bekommen. Gieb Rath und That; laß Burchard Wiesenmeyer. XXII. Abendlieder. denn allen Suͤndenschaden Slel. mun ruhen alle deckt IEsus nun in Gna⸗ Wälder. den mit seinem Purvur⸗ 1031³ er Sab⸗Mantel zu. 2 bath ist 3. O du dreieini s We⸗ vergangen, ich habe mein sen, mein Geist ist schon Verlangen nach Herzens⸗ genesen, weil ich dein Tem⸗ Wunsch erfͤͤllt. GOit hat pel bin. Ich habe Licht mich unterweiset, mit Le⸗vom Lichte, dein leuchtend bensbrod gespeiset/ und Angefichte treibt alle Fin⸗ meiner Seelen Durst ge⸗ sternisse hin. millt. 4. Du wirst schon bei 2.(Ott ruht durchs mir wachen, und eine Wort im Herzen drum Sonne machen auch mit⸗ leg ich ohne Schmerzen ten der Nacht, bis bei auch meinen Leib zur Rüh; den Cherubinen ein eg ag ————..— Abendlieder. 87¹ tag ist erschienen, der alle Nacht zu Schanden macht. 5. Ich schlafe ganz ver⸗ gnuͤget; denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stoͤrt kein Weltgetuͤmmel, es traͤumt mir nur vom Him⸗ mel. Ach wer doch nur bald droben waͤt! Benj. Schmolt. In eigener Melodie, oder: Herzliebster JEsu, was hast du 3. NieNach 2 ie Nacht 1032. Dia kom⸗ men, drin wir ruhen sol⸗ len; GOtt walts zu From⸗ men nach seinm Wohlge⸗ fallen, daß wir uns legen, in seinm Gleit und Segen der Ruh zu pflegen. 2. Treib, HErr, von uns fern die unreinen Gei⸗ ster; halt die Nachtwach ern, sei selbst unser Schutz⸗ err. Schirm beid, Leib und Seel, unter deine Fluͤ⸗ gel; send uns dein Engel. 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, froͤh⸗ lich aufwachen und von dir nicht wanken. Laß uns mit Zuͤchten unser Thun und Tichten zu deinm Preis richten. 4. Pfleg auch der Kran⸗ ken durch deinen Gelieb⸗ ten. Hilf den Gefangnen; troͤste die Betruͤbten. Rlh auch der Kinder; sei selbs ihr Vormuͤnder; des Feinds Neid hinder. 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset; dein Reich zukomme, dein Will werd beweiset. Frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben; erlds uns. Amen! Böhmische Brüder. In—— Aeurge — Err JE⸗ 1033. H su, ew⸗ ges Licht, das uns von GOtt anbricht, pflanz doch in unsre Herzen recht helle Glaubenskerzen, ja nimm uns gaͤnzlich ein, du heil⸗ ger Gnadenschein. 2. Ein Strahl der Herr⸗ lichkeit und Glanz der Ewigkeit wirst du von dem genennet, der dich durch dich erkennet. Ach leucht auch in uns klar, mach dich uns offenbar. 3. Von dir kommt lau⸗ ter Kraft, die Gutes wirkt und schafft; denn du bist GoOttes Spiegel, sein hei⸗ lig Bild und Siegel, sein Hauchen voller Gnad und sein geheimer Rath. 4. Hochheilig Lebens⸗ licht, dein Gnadenangesicht und majestaͤtisch Wesen leucht uns, daß wir ge⸗ nesen, und werden ganz befreit aus finstrer Dun⸗ kelheit. 5. Gieb dich in unsern Sinn, nimm unsre Herzen hin, fuͤll sie mit deiner Liebe und deines Geistes Triebe, daß wir wahrhaf⸗ tig dein, der Weisheit, Kinder sein. 6. Verneure du uns ganz durch deines Lichtes Glanz, daß wir im Lichte wandeln, und allzeit thun und handeln, was Lichtes Kindern ziemt und deinen Namen ruͤhmt. 7. Traͤnk 8⁰⁴² Abendlieder. 7. Traͤnk uns mit dei⸗ nem Wein, dein Wasser wasch uns rein, salb uns mit deinem Oele, heil uns an Leib und Seele, bring uns ins Licht zur Ruh/ du ewge Weisheit du. Barthol. Crasselius. Mel. Christe, der du bist Tag und Licht. 1034* Ott Lob⸗ der Tag ist nun dahin, drum ich/ mein GOtt, dir dankbar bin, daß ich den Abend hab erlebt, und deine Gnad ob mir noch schwebt. 2. Ach HErr, sei guär dig/ hab Geduld, vergied mir alle Suͤndenschuld; dein heilger Engel mich bewahr vor aller Angst, Noth und Gefahr. 3. Laß mich auch mit der Morgenstund aufwa⸗ hen froͤhlich und gesund, daß ich hier deine Ehr aus⸗ breit und dich dort lob in Ewigkeit. Zoh. Olearins. Mel. IEsu, meine Hreude. 1035. H r Schafe, der von keinem Schlafe etwas wissen mag; deine Wunderguͤle war mein Schild und Huͤtte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Schaaren um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein ver⸗ soͤhnt Gewissen sei mein Schulterkissen: drum ver⸗ gieb die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tief geschlagnen Wunden gnaͤdiglich ent⸗ bunden. 3. Laß auch meine Lie⸗ ben keine Noth betruͤben; sie sind mein und dein. Schleuß uns mit Erbar⸗ men in den Vaterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir/ also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. I. Komm, verschleuß die Kammer, und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel; unter deinen Fluͤ⸗ gel nimm dein Kuͤchlein ein. Decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns nicht duͤrfen grauen vor des Satans Klauen. 5. Wie wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald roth, bald todt! doch hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die To⸗ desnoth, so will ich nicht wider dich; lieg ich nur in IEsu Wunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue in vergnuͤgter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Huͤter du! Gute Nacht, nimm mich in Acht; und erleh ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmolk. Mel. Abendliever. 873 *sVit mei⸗ 6. 65M nem GOtt geh ich zur Ruh und thu in Fried mein Augen zu; denn Gott ins Himmels Throne uͤber mich wacht bei Tag und Nacht, auf daß ich sicher wohne. 2. Ich ruf zu dir, HErr IEsu Christ, der du allein mein Helfer bist: laß kein Leid widerfahren, durch deinen Schutz vors Teufels Trutz dein Engel mich bewahren. 3. Besiehl du deinen Engelein, daß sie stets um und' bei uns sein, alls Ue⸗ bel von uns wenden; GOtt heilger Geist, dein Huͤlf uns leist an unserm letz⸗ ten Ende. ů 4. HErr, meinen Geist befehl ich dir; mein GOtt/ niein GOtt, weich nicht von mir, nimm mich in deine Haͤnde; o wahrer Gott, aus aller Noth hilf mir am letzten Ende. 5. Glori, Lob/ Ehr und Herrlichkeit sei dir, GOtt Vatr und Sohn bereit/ dem heilgen Geist mit Namen; die goͤttlich Kraft mach uns sieghaft, durch IEsum Christum. Amen. In eigener Melodie. 1037 un schlaͤ⸗ fet man; und wer nicht schlafen kann, der bete mit mir an den großen Namen, dem Tag und Nacht wird von der Himmelswacht wracht Lob und Ehr Ige⸗ E5 o JEsu, Amen! 2. Weg Phantasie! Mein HErr und GOtt ist hie. Du schlaͤfst, mein Waͤch⸗ ter, nie: dir will ich wa⸗ chen. Ich liebe dich: ich geb zum Opfer mich und lasse williglich dich mit mir machen. 3. Es leuchte dir der Himmelslichter Zier; ich sei dein Sternlein, hier und dort zu funkeln. Nun kehr ich ein; HErr, rede du allein beim tiefsten Stil⸗ lesein zu mir im Dunkeln. Gerhard Tersteegen. Uun laßt uns den Leib begraben. E IElne, 1038. O treuster Heiland mein, ich geh in mein Schlafkaͤmmerlein; ich will mich legen in die Ruh, schleuß du die Thuͤr selbst nach mir zu. 2. Verzeih mein Suͤnd aus Gnad und Guͤt; schaͤd⸗ lich und schaͤndlich Traum verhuͤt: laß saͤuberlich mich schlafen ein und ruhen sanft in Armen dein. 3. Und wenn ich schlaf, so wach für mich; treib alles Ungluͤck hinter sich; breit uͤber mich dein Fluͤ⸗ gel aus, laß stehn dein Engel um mein Haus. I. Behuͤt vor Feur und Wasseronoth, vor einem boͤsen schnellen Tod; vor Diebstahl und vor Leibs⸗ gefahr mich und die Mei⸗ nigen bewahr. 37⁷ 5. Laß Mel. 87⁴ Tischlieder. 5. Laß mich zu deinem Lob aufstehn und froöͤhlich an mein Arbeit gehn; so will ich dein Barmherzig⸗ keit loben und preisn in Ewigkeit. 6. GoOtt Vater, nimm mich in dein Hut; GOtt Sohn, wasch mich mit deinem Blut; GOtt heil⸗ ger Geist, erleuchte mich: daß in dem Himmel kom⸗ me ich. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 1039·½ Win — ken dir, HErr IEsu Christ, daß du unser Erloͤser bist, und bhuͤtest uns vor aller Gfahr duͤrch deiner lieben Engel Schaar. Halleluiah. 2. Wir gehn nun hin zu unsrer Ruh; ach rechn es unsrer Seel nicht zu, was wir leider gefuͤndigt. han; vergiebs uns alls, o GOttes Sohn. Hallelujah. 3. Laß dein Engel stets um uns sein, die allzeit uns bewachen fein, daß der Teufel hab keine Macht an uns weder zu Tag noch Nacht. Hallelujah. 4. Vor Feur, vor Seel⸗ und Leibesnoth behuͤt uns, lieber HErre GOtt; in deinm Namen laß schlafen ein uns, deine lieben Kin⸗ derlein. Hallelujah. 5. Es gscheh, was mag, wir sind ja dein, erloͤst durch dein fuͤnf Wunden rein; dir leben wir, dir sterben wir; dein Kinder sind wir fuͤr und fuͤr. 6. Amen, Amen, zu gu⸗ ter Nacht, der Engel GOt⸗ tes uns bewacht. GOtt Lob und Dank in Ewig⸗ keit, wir gehn zur Rüh ohn alles Leid. Hallelujah. Nicol. Selneccer. XXIII. Tischlieder. Mel. O(HErr) JEsu Christ, meins Lebens Licht. esegn 1040. Gauue, HErr, die Gaben dein, die Speis laß unsre Nah⸗ rung sein; hilf, daß dadurch erquicket werd der duͤrftge Leib auf dieser Erd. 2. Denn dieses zeitlich Brod allein kann uns nicht gnug zum Leben sein; dein öttlich Wort die Seele peist, hilft auch zum Le⸗ ben allermeist. 3. Orum gieb uns bei⸗ des, HErre GOtt; hilf endlich auch aus aller Noth: so preisen wir dein Guͤtig⸗ keit hier und auch dort in Ewigkeit. Amen. In eigener Melodie. 1041 H3 SGbott Vater im Himmelreich, wir, deine Kinder allzu⸗ gleich, bitten dich jetzt aus Herzensgrund: speis uns auch zu dieser Stund. 2. Thu auf dein reiche milde Hand; behuͤt 990 0 Zu Neujahr. 87⁵ all vor Suͤnd und Schand, und Nahrung geben: bis und gieb uns Fried und wir endlich zu den Einigkeit; bewahr uns auch men an die Himme kommen. vor theurer Zeit. 3. Damit wir leben se⸗ liglich, dein Reich besitzen ewiglich in unsers HEr⸗ ren Christi Ramn. Wer das begehrt, der spreche: Amn. Mel. Schmücke dich, liebe Seele. * rom⸗ Stafel Amen. Johann Heermann. Mel. Komm, VErr JEsu, sei unser Gast. 10 43* ir dan⸗ V. ken GOtt fuͤr seine Gahn: die wir von ihm empfangen habn. Wir bitten unsern lieben HErrn; er woll uns 16 42. Seis uns, hinfort mehr beschern, und A o GOtt, speisen uns mit seinem deine Kinder; troͤste die beWort, daß wir satt wer⸗ truͤbten Suͤnder; den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns ha⸗ ben, daß sie uns zu die⸗ sem Leben Staͤrke, Kraft sprich den hier und dort. Ach lieber GOtt., du wollst uns gebn nach diesm Elend das ewig Lebn. A⸗ men. Michael Prätorius. XXIV. Zu Mel. O(HeErr) JEsu Christ, n Lebens 1 as alte —— 1044. Dzabr un nun dahin, dir, hoͤchster GOtt, ist unser Sinn fuͤr olle deine Guͤtigkeit mit hohem Preis und Dank bereit. 2. Du hast uns dies vergangne Jahr aus Noth erissen und Gefahr, in naden unser stets ver⸗ schont, und nie nach Wuͤr⸗ den abgelohnt. 3. Den edlen Schatz, dein werthes Wort, hast du vergoͤnnet unserm Ort, uns dadurch an der Seel gespeist, dem Leib auch veiche Gnad erweist. 4. All unsers Glaubens Neujahr. Bitt und Flehn hast du erhoͤrt und angesehn, oft mehr verliehn, denn wir begehrt; dafuͤr sei stets von uns verehrt. 5. Wir bitten ferner, frommer GOtt, steh uns noch bei in aller Noth, verzeih uns unsre Suͤnd und Fehl, hilf an dem Leib, hilf an der Seel. 6. Dein Wort, der See⸗ len Mediein, laß bei uns, HErr, noch ferner bluͤhnz gieb treue Lehrer, treib vorbei des Teufels List und Ketzerei. 7. Gieb unsrer Obrig⸗ keit auch Guad, wend ab den Krieg, gieb Friedens⸗ rath, daß wir und sie in ailler Ruh all unser Leben bringen zu. 8. Feucht 876 Zu Neujahr. 8. Feucht auch das Land, gieb Sonnenschein, laß wachsen Gras, Getreid und Wein, daß Vieh und Wild von deiner Gab auch neben uns zu lehen hab. 9. Gieb, was uns dient, zu jeder Zeit, nicht Ueber⸗ fluß, nicht Duͤrftigkeit, da⸗ mit nicht unser Herz be⸗ schwert, noch sonst durch Geiz verfuͤhret werd. 10. Hättst du es auch, GOtt, ersehn, wir soll⸗ ten theils mit Tod abgehn, so laß uns nicht, hilf, steh uns bei, ein selges Stund⸗ lein uns verleih. 11. Nimm auf die Seel in deine Hand, den Leib scharr ein ins duͤrre Land, bis du sie beide bringst zur Frerd, da sie dich lobn in Ewigkeit. Burchard Wiesemeyer. Alel. Uun freut euch, lie⸗ ben Christen gmein. 1 045 Ds liebe neue Jahr geht an, das alte hat ein Ende: drum jauchzt und freut sich jedermann, erhebt sein Herz und Haͤnde zu unserm GOtt ins Him⸗ mels Thron, dankt ihm und seinem lieben Sohn, auch GOtt dem heilgen Geiste. 2. GOtt Vater hat den Sohn gesandt, GOtts Sohn ist Mensch geboren, Ott heilgen Geist macht solchs bekannt uns, die wir warn verloren. Im selgen lieben GOttes Wort geschrieben isss an man⸗ chem Ort, und wird uns klar verkuͤndet. 3. Die reine Lehr und Saerament wir habn in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Gluͤck, Heil in allem Stan⸗ de. GOtt kroͤnt das Jahr mit seinem Gut, und haͤlt die Schuln in guter Hut, auch aller Christen Haͤuser. 4. Deß danken wir dem lieben HErrn, und freun uns solcher Guͤte; er woll den Feinden steurn und wehrn, und uns fort auch behuͤten. Er geb ein selig neues Jahr und helf uns zu der Engel Schaar, da wolln wir ihn schoͤn prei⸗ sen. Cyriacus Schneegaß. Mel. Herzlich lthut mich verlangen. 1046. De Trau⸗ ern und durch Plagen, durch Noth, durch Angst, durch Pein, durch Hoff⸗ nung und durch Klagen, durch manchen Sorgen⸗ stein bin ich, GOtt Lob, gedrungen; dies Jahr ist hingelegt: dir, GOtt, sei Lob gelüngen, mein Herze wird erregt. 2. Der du mich hast erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Gluͤck vertrauet, du bist und bleibst mein Theil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein fester Trost; dich laß ich ferner walten, wenn mich die Noth anstoßt. 3. Mein GOtt, o meine Liebe, was du willst, will auch Zu Ueujahr. 87⁷ auch ich: gieb, daß ich nichts veruͤbe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wuͤnscht zu sein. I. Nach dir soll ich mich schicken, und, HErr, ich wills auch thun. Soll mich die Armuth druͤcken, ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, ja, HErr, befehle mir. Soll ich Verachtung tragen, ach ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen sitzen, HErr GOtt, dein Wille gilt. Soll ich in Aengsten schwitzen, mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden, ich will gehorsam sein. Soll ich von dannen scheiden, HErr, dein Will ist auch mein. 6. Soll ich zum Him⸗ mel dringen, gar gern, o Gott, mein Licht. Soll mich die Hoͤll einschlingen, ach dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet die rothe Hoͤllenglut, du aber bist versuͤhnet durch deines Sohnes Blut. 7, Heut ist das Jahr beschlossen; HErr, deine Gnad sei heut auf mich neu ausgegossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Suͤnden, so werd ich, GOtt, bei dir auch neuen Segen finden; dein Wort verspricht es mir. Gottfried Wilhelm Sacer. Mel. Machs mit mir, GOtt, nach deiner Güt. * in Jahr 1047. En Icht nach dem andern hin, der Ewigkeit entgegen. Ach moͤchte doch der traͤge Sinn dies fleißiger erwaͤ⸗ gen! Ach braͤchte doch ein jedes Jahr viel neue gute Fruͤchte dar! 2. Allein, wo ist, wo ist die Frucht, die wir bis⸗ her getragen? Wie oft hat GOtt umsonst ge⸗ sucht, wie hat er muͤssen klagen! Es that ihm weh, wenn seine Hand anstatt I Frucht nur Blaͤtter and. 3. Haut ab, spricht er, den kahlen Baum, der keine Fruͤchte traͤget! Was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Tod der alles schlaͤget, komm, leg die Axt der Wurzel an, thu einen Streich, so ists gethan. 4. Allein der treue Hei⸗ land spricht: Laß ihn dies Jahr noch stehen; traͤgt er noch keine Fruͤchte nicht, ich hoff sie noch zu sehen. Ach halt des strengen Ur⸗ theils Lauf doch dies Jahr noch, mein Vater, auf. 5, So gieb denn, lieber Heiland, Kraft, dies Jahr viel Frucht zu bringen. Ach laß doch deines Gei⸗ sres Saft in unsre Zweige dringen. Schuͤtt auch auf unsrer Eltern Haus viel Gnade, Kraft und Segen gus. Zoh. Jac. Ranbe h. XXV. G — 878⁸ Gelassenheit. XXV. Gelassenheit. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 1048. WI truͤbst du dich, mein Herze, war⸗ um graͤmst du dich in mir? Sage, was fuͤr Noth dich schmerze, warum ist kein Muth bei dir? Was fuͤr Ungluͤck hat dich trof⸗ fen, und wo bleibt dein freudig Hoffen? Wo ist deine Zuversicht, die zu GOtt sonst war gericht? 2. Denke nicht, du seist verlassen und GOtt achte deiner nicht. Seine Haͤn⸗ de, die dich fassen, und sein gnaͤdig Angesicht ha⸗ ben Acht auf deine Trit⸗ te, deine Thraͤnen, deine Schritte; alle Truͤbsal, die dich quaͤlt, wird ge⸗ nau von GoOtt gezaͤhlt. 3. Geht dirs nicht nach deinem Willen: ei so gehts nach GOttes Rath; der wird doch sein Wort er⸗ fuͤllen, das er zugesaget hat: daß er die, so ihm ver⸗ trauen und auf seine Guͤte schauen, die auf seinen Wegen gehn, nicht will lassen huͤlflos stehn. 4. Ei so laß den Kum⸗ mer fahren, der die Seele nur beschwert; denke, was von vielen Jahren dir schon Gutes widerfaͤhrt; und viel Ungluͤck ist ver⸗ angen, wie viel Trost hast uempfangen! und was dir oft Leid gebracht, hat GOtt alles gut gemacht. 5. Steckst du jetzund noch in Noͤthen, weißest nicht wo aus noch ein; will dich Angst und Schrek⸗ ken toͤdten, lebest du in Furcht und Pein wegen dessen, was geschehen, daß du es sehr oft versehen, nicht gelebt, wie du ge⸗ sollt, nicht gethan, was GOtt gewollt: 6. Ei so komm und brin⸗ ge Reue, komm und beich⸗ te deine Schuld; bitte, daß dirs GOtt verzeihe, suche seine Gnad und Huld; unterwirf dich sei⸗ nen Schlaͤgen: so wird sich sein Zuͤrnen legen, und nach vielem harten Draͤun wird GOtt wie⸗ der gnaͤdig sein. 7. Er wird alle deine Sachen, alles, was dich vor betruͤbt, wieder wissen ut zu machen; denn er schläget, die er liebt; er verletzt und wirft darnie⸗ der/ner erhebt und heilet wieder: Thraͤnen, Angst und bitter Leid wandelt er in Froͤhlichkeit. 8. Drum befiehl ihm deine Wege: wirf den Kum⸗ mer ganz auf ihn, traue seiner Vaterpflege, laß dein Seufzen zu ihm fliehn; rufe, weine, bete, singe, bis es ihm zu Herzen drin⸗ ge; laß nicht ab, zu ihm zu flehn, bis dir Huͤlfe wird geschehn. 9. Sprich: O mein GOtt, schau mich Armen, schau ——*— Gelassenheit. 80 schau zugleich mein Elend an; ach erweise dein Er⸗ barmen, wie du vormals hast gethan; staͤrke meine matten Glieder, gieb mir Muth und Freude wieder, waͤhlen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen, Wie er mich fuͤhrt, so geh ich mit, und folge willig Schritt vor Schritt in kindlichem ruͤste mich zum Kampf Vertrauen. und Streit, mache mich im Kreuz erfreut. 10. Laß mich nimmer⸗ mehr verzagen, wehre aller Ungeduld, hilf die Kum⸗ merbuͤrde tragen, troͤste mich mit deiner Huld; gieb, daß ich dir treulich diene und in mir die Hoff⸗ nung gruͤne, daß du mir aus allem Leid helfen wirst zur Herrlichkeit. 11. Da will ich mit Freuden preisen deine Guͤt und Wunderthat, wie mich auf den Lebensreisen deine Hand gefuͤhret hat: da will ich mein Donklied bringen und ein Hallelu⸗ jah singen. O mein IE⸗ su, rufe mich, daß ich komm und preise dich. 12. Doch, so lang ich in der Hoͤhle dieses Jam⸗ mers bleiben muß, so be⸗ wahre meine Seele, und regiere meinen Fuß, daß ich nicht in Suͤnden falle, sondern dir zu Ehren walle und, wenn ich den Lauf vollbracht, froͤhlich gebe gute Nacht. Zachar. Hermann. Mel. Mein Berzens⸗ Esu, meine Lust. 1049, WiSg9 mich fuͤhrt, so will ich gehn, ohn alles Eigen⸗ 2. Wie GOtt mich fuͤhrt, so bin ich still und folge seinem Leiten; obgleich im Fleisch der Eigenwill will oͤfters widerstreiten. Wie GOtt mich fuͤhrt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit, stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie GOtt mich fuͤhrt, bin ich vergnuͤgt, ich ruh in seinen Haͤnden; wie er es schickt und mit mir fuͤgt, wie ers will kehrn und wenden, sei ihm hiermit ganz heimgestellt: er mache, wie es ihm gefaͤllt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie GOtt mich fuͤhrt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunder⸗ lich, sein Rath wird doch erfuͤllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie GOtt mich fuͤhrt, so bleib ich treu im Glau⸗ ben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei: was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest: was GOtt mir widerfah⸗ ren laͤßt, muß mir zum Be⸗ sien dienen. 6. Wie GOtt mich fuͤhrt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Von 880 Christliches Leben. Von vornen laͤßt sich GOtt nicht sehn, doch letzt wird ers aufdecken, wie er nach seinem Vater⸗ rath mich treu und wohl gefuͤhret hat: dies sei mein Glaubensanker. Lampertus Gedicke. XXVI. Christliches Leben. Mlel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. *Vs ist nicht 1050. E schwer, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Gei⸗ stes leben; zwar der Na⸗ tur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; doch fuͤhrt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe uͤben. O bloͤder Geist, scheu doch, wie gut ers mein; das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fuͤrchte dich nur ferner nicht so sehr: es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fuͤlle. Der fromme GOtt macht dir gar keinen Schmerz; die Unlust schafft in dir dein eigner Wille; drum uͤbergieb ihn willig in den Tod, so hats nicht Noth. 4. Wirf nur getrost den Kunmer hin, der nur dein Herz vergeblich schwaͤcht und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Vater, schau mein Elend gnaͤdig an! so ists gethan. 5. Besitz dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Huͤlfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so siehe nur, daß du dein Herze staͤrkest: so wirds gewiß mit seiner Huͤlf erfreut zu seiner Zeit. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich wird Nacht und Fin⸗ sterniß bedecken; dein Va⸗ ter wird nichts Schlimmes mit dir thun; vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken. Ja siehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur. 7. So wird dein Licht aus Nacht entstehn, und wirst dein Heil mit groͤß⸗ rer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn, drum darfst du nur dem frommen Va⸗ ter trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ so selig ist. 8. Auf, auf, mein Geist, was saͤumest du, dich dei⸗ nem GoOtt ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, geneuß die suͤße Ruͤh; im Friede sollst du vor dem Vater schwe⸗ ben. Die Sorg und Last wirf Christliches Leben. 881 wirf nur getrost und kuͤhn allein auf ihn. Christian Friedr. Richter. Mel. O Ewigneit, du Donnerwort. 1051* Ott/ d 1051. du Hel zenskenner bist, HGErr, dem die Falschheit Graͤuel ist und jede Luͤg Verbrechen: kein Wort spricht je ein falcher Mund, das dir, Allwissender, nicht kund; du, Heiliger, wirsts raͤchen. Laß jederzeit mein Ja un Nein, wies Christen ziemt, aufrichtig sein. 2. Und wenn ich schwoͤ⸗ rend vor dir steh, dir in dein heilig Antlitz seh, die Hand zum Himmel hebe, wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocher⸗ habner, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heu⸗ chelei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmaͤhn und frech mit Luͤgen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken. Weh dem, der GOtt und GoOttes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den GOtt mit Zit⸗ tern an, der Seel un Leib verderben rann! 4. GOtt, wenn du nicht mein GOtt mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiden dieser d Wie Zeit kein Trost vom Him⸗ mel mehr erfreut, kein Trost mehr, wenn ich ster⸗ be; wenn GOtt und JE⸗ sus nicht mehr mein: dann besser, nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fuͤrstenthum und keine Welt soll mich so weit verfuͤhren! Um alle Lei⸗ den dieser Zeit will ich doch GOtt und Seligkeit muthwillig nicht verlieren. klein mein Gluͤck auch immer sei: nur GOtt und reines Herz dabei. 6. GOtt, lehre mich bei jedem Eid aus Furcht vor deiner Heiligkeit die Wahrheit treulich sprechen. Beschwer ich heilig Amit und Pflicht, so laß mich auch im Kleinsten nicht die theure Zusag brechen. Auch dir, GOtt, schwur ich treu zu sein; erhalt mich ewig, ewig dein. Johann Karl Dan. Bickel. Hlel. von GOtt will ich nicht lassen. * ommt 1052. Kin⸗ der, laßt uns gehen, der Abend kommt berbei, es in gefaͤhrlich stehen in die⸗ ser Wuͤstenei: kommt, faͤr⸗ dket euren Muth/ zur Ewig⸗ keit zu wandern, von ei⸗ ner Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pil⸗ grimspfad, wir kennen ja den Treuen, der uns ge⸗ ru⸗ 88² Christliches Leben. rufen hat; kommt, folgt und trauet dem; ein Je⸗ der sein Gesichte mit gan⸗ zer Wendung richte steif nach Jerusalem. 3. Der Ausgang, der geschehen, ist uns fuͤrwahr nicht leid, es soll noch besser gehen zur Abgeschie⸗ denheit; nein, Kinder, seid nicht bang, verachtet tau⸗ send Welten, ihr Locken und ihr Schelten, und geht nur euren Gang. 4. Gehts der Natur uno fein; so gehts gerad und fein; die Fleisch und Sinnen yflegen, noch schlechte Pilger sein. Ver⸗ laßt die Kreatur und was euch sonst will binden, laßt gar euch selbst dahinten, es geht durchs Sterben nur. + 5. Man muß wie Pil⸗ ger wandeln, frei, bloß und wahrtich leer; viel sammeln, halten, handeln macht unsern Gang nur chwer. Wer will, der trag sich todt: wir reisen abgeschieden, mit Weni⸗ gem zufrieden, wir brau⸗ chens nur zur Noth. 6. Schmuͤckt euer Herz aufs Beste, sonst weder Leib und Haus; wir sind hier fremde Gaͤste und ziehen bald hinaus. Ge⸗ mach bringt nhichreen, ein Pilger muß sich schicken sich dulden und sich buͤk⸗ ken den kurzen Pilger⸗Tag. 7. Laß uns nicht viel besehen das Kinderspiel am Weg; durch Saͤumen und durch Stehen wird man verstrickt und traͤg. Es geht uns all nicht an; nur fort; durch Dick und Duͤnne, kehrt ein die leich⸗ ten Sinne, es ist so bald gethan. 8. Ist gleich der Weg was enge, so einsam, krumm und schlecht, der Dornen in der Menge und manches Kreuze traͤgt: es ist doch nur ein Weg; laß sein! Wir gehen wei⸗ ter, wir folgen unserm Lei⸗ ter und brechen durchs Geheg..4 9. Was wir hier hoͤrn und sehen, das höͤrn und sehn wir kaum; wir las⸗ sens da und gehen, es ir⸗ ret uns kein Traum. Wir gehn ins Ewge ein, mit GOtt muß unser Handel, im Himmel unser Wan⸗ del und Herz und alles sein. 10. Wir wandeln ein⸗ gekehret, veracht und un⸗ bekannt, man siehet, kennt und hoͤret uns kaum im fremden Land; und hoͤret man uns ja, so hoͤret man uns singen von unsern großen Dingen, die auf uns warten da. 11. Kommt, Kinder, laßt uns gehen; der Va⸗ ter gehet mit, er selbst will hei uns stehen in je⸗ dem sauren Tritt; er will uns machen Muth, mit suͤßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir habens gut. 12. Ein Jeder munter eile, wir sind vom Ziel noch fern, schaut auf die Feuersaͤule, die Gaheunef e Nächstenliebe. 883 des HErrn, Das Aug nur eingekehrt, da uns die Liebe winket und den/ der folgt und sinket, den wahren Ausgang lehrt. 13. Des suͤßen Lammes Wesen wird uns da ein⸗ gedruͤckt, man kanns am Wandel lesen, wie kind⸗ der folgt dem andern, bald faͤllt das Fleisch ins Grab; nur noch ein wenig Muth, ach nur ein wenig treuer, vor allen Dingen freier gewandt zum ew⸗ gen Gut! 17. Es wird nicht lan mehr waͤhren, halt no lich, wie gebuͤckt, wie ein wenig aus; es wird sanft, gerad und still die Laͤmmer vor sich sehen und ohne Forschen gehen so, wie ihr Fuͤhrer will. 14. Kommt, Kinder, laßt uns wandern, wir gehen nicht lang mehr waͤhren, so kommen wir nach Haus: da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen From⸗ men daheim zum Vater kommen, wie wohl, wie Hand an Hand, Eins wohl wirds thun! freuet sich am andern in diesem wilden Land. Kom̃t/ laßt uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten: die Engel uns begleiten als unsre Bruͤderlein. 15. Sollt wo ein Schwa⸗ cher fallen, so greif der Staͤrkre zu; man trag, man helfe allen, man pflan⸗ 18. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl wagenswerth, und gruͤnd⸗ lich dem absagen, was aufhaͤlt und beschwert: Welt, du bist uns zu klein; wir gehn durch IEsu Lei⸗ ten hin in die Ewigkeiten; es soll nur IEsus sein. 19. O Freund, den wir ze Lieb und Ruh: kommt, erlesen, allvergnuͤgend bindet fester an, ein Jeder Gut, o ewig ⸗bleibend sei der Kleinste, doch auch Wesen, wie reizest du den wohl gar der Reinste auf Muth! Wir freuen uns unsrer Liebesbahn. in dir, du unsre Wonn 16. Kommt, laßt uns und Leben, worin wir munter wandern, der Weg ewig schweben, du unsre kuͤrzt immer ab; ein Tagganze Zier. Gerh. Tersteegen. XXVII. Nächstenliebe. Mel. Uun lob, mein Seel, den Erren. Sie ist dazu erschienen, und Menschen kund ge⸗ macht, daß sie sich deß be⸗ 1053* Ott istdienen, was sie hervorge⸗ 7. die wah⸗bracht. Sie leuchtet aus re Liebe, die ihn ohn Maaß und Ende treibt; ihr Blick dem Sohne, den er zu uns gesandt, der ist ihr Glanz wird dem nicht truͤbe, der und Krone, und ihr Ver⸗ sie umfaßt und in ihr bleibt. sichrungs⸗Pfand. 2. Er 88⁴ Hächstenliebe. 2. Er ist ein Mensch geboren, der GOttes Her und einigs Kind; son gingen die verloren, die u Neines Fleisches sind. Sie follen durch ihn mit ihm leben und GOtt versoͤhnet sein, doch sich ihm wieder geben. Denn er will nicht allein vom Untergang sie retten, er schenkt auch sei⸗ nen Geist, damit sie glles haͤtten, was dieser Bund verheißt. 3. Bedenket dieß, ihr Lieben, wo trefft ihr etwas Groͤßers an? Er hat sich euch verschrieben, und blei⸗ bet ewig fest daran. Was fordert er dagegen? Auch eure Lieb und Treu, wor⸗ an euch selbst gelegen; er wohnt euch darin bei; ihr koͤnnet reicher werden, sofern ihr darnach strebt, als welcher hier auf Erden viel tausend Schaͤtze graͤbt. 4. Der liebt nach sei⸗ nem Willen, der gegen GOtt stillen, bis sie sich auch zum Naͤchsten wendt; dem wird er so geneiget, wie er sich selber ist, daß er ihm Dienst erzeiget, E5 8 ist ein kindlich Zeichen, wenn man die Bruͤder liebt, der desgleichen, keine Pflicht vergißt. Vater thut der alles Gute giebt. 5. Drum laßt uns guf ihn sehen, und folget ihm mit Eifer nach; ihr wisset, geschehen: wir hatten und Schmach, nach Freiheit was Ungluͤck, Suͤnd in Liebe brennt; er kann die Glut nicht kein Verlangen; noch Hat er uns befreit; er ist uns nachgegangen, hat aus Barmherzigkeit sich unser angenommen; wir waren in der Flucht, er ist uns vorgekommen, hat unser Heil gesucht. 6. Ach lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt, ist immer treu geblieben, wie viel wir wider ihn veruͤbt. Nun hat er uns gefunden, wir ihn im Sohn erkannt, er sich wit uns verbunden, und wir sind ihm ver⸗ wandt. Wollt ihr ihn alle kennen, so thut, was ihm gefaͤllt: ach laßt die Her⸗ zen brennen in Lieb vor aller Welt! Ernst Lange, Mel. O du Liebe mei⸗ ner Liebe. 1054.383 und Herz ver⸗ eint zusammen, sucht in (Ottes Herzen Ruh, las⸗ set eure Liebesflammen lo⸗ dern auf den Heiland zu. Er ists Haupt, wir seine Glieder; er das Licht und wir der Schein; er der Meister, und wir Bruͤder; er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und er⸗ neuert euren Bund, schwd⸗ ret unserm Ueberwinder Lieb und Treu aus Her⸗ zensgrund; und wenn eu⸗ rer Liebeskette Festigkeit und Staͤrke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie IEsus wieder staͤhlt. 3. Tragt es unter Rihe ihr Nächstenliebe. 885 ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein Jeder fuͤr die Bruͤder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, so zerfloß er dort im Blut; denkt doch, wie es ihn be⸗ truͤbet, wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Einer reize doch den Andern, unserm blutbe⸗ freundten Lamm vor das Lager nachzuwandern, das fuͤr uns zur Schlachtbaͤnk kam. Einer soll den An⸗ dern wecken, alle Kraͤfte Tag fuͤr Tag nach Ver⸗ moͤgen dran zů strecken, daß man ihm gefallen mag. 5. Nichts, als nur des Braͤutganms Stimme, sei die Regel unsrer That, weil er nicht mit Loͤwen⸗ grimme uns in Staub ge⸗ treten hat, sondern mit gehaͤuften Stroͤmen seines Bluts den Zorn ertraͤnkt, ei so muß sich Jedes schaͤ⸗ men, das sich ihm nicht willig schenkt. 6. Hallelujah! welche Hoͤhen, welche Tiefen rei⸗ cher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du unsichtbarer Mei⸗ ster uns so fuͤhlbar nahe bist. 7. Ach du holder Freund, vereine deine dir geweihte Schaar, daß sie sich so herzlich meine, wies dein letzter Wille war. Ja, veꝛ⸗ binde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klar⸗ sheit in der That erleuch⸗ tet ist. 8. So wird dein Gebet erfuͤllet, daß der Vater alle die, welche du in dich verhuͤllet, auch in seine Liebe zieh, und daß wie du Eins mit ihnen, also sie auch Eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 9. Liebe, hast du es ge⸗ boten, daß man Liebe uͤben soll, o so mache doch die todten, traͤgen Geister le⸗ bensvoll; zuͤnde an die Liebesflamme, daß ein je⸗ der sehen kann: wir, als die von einem Stamme, ste⸗ hen auch fuͤr einen Mann. 10. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein ge⸗ trenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Bren⸗ nen nehme unser Licht den Schein: also wird die Welt erkennen, daß wir deine Juͤnger sein. Ricol. Ludw. Gr. v. Zinzendorf. Mel. Wunderbarer Konig. 1EE* Gommt ins 1055. K Reich der Liebe, o ihr lieben Kinder, ihr in Blut gewaschne Suͤnder! Lernt von eu⸗ rem Lamme eure Bruͤder lieben znd euch recht dar⸗ innen uͤben; folgt dem HErrn; traget gern, was nach IEsu fraget, wenns auch faͤllt und klaget! 2. Suͤnde zu vergeben und auch zu vergessen/ bat 886 Tod und Aukerstehen. hat keiner so besessen, als der Freund der Suͤnder, der mit eignem Blute sei⸗ nen Feinden selbst zu gute alle Schuld, o der Huld, ewiglich begraben, voͤllig aufgehaben. 3. Wirft der Feind der Seelen zwischen eure Her⸗ zen Streit, Verdacht und Haderschmerzen: o so seid nicht stille, wartet nicht so lange, bis zum Sonnen⸗ untergange; toͤdtet bald die Gewalt aller Zwistigkeiten, die den Fall bereiten. 4. Bleibt nicht so be⸗ staͤndig auf dem eignen Rechte; werdet gern der andern Knechte; denn die suͤße Liebe deckt die Suͤn⸗ denmenge, duldet ohne Maaß der Laͤnge. Liebt euch sehr, liebet mehr, naͤhrt! das Liebesfeuer alle Tage treuer. 5. Soll das Neich des Sohnes voll von großen Heerden, fest und reich ge⸗ segnet werden: o so laßt uns lieben und in Liebe brennen. IEsu, hilf, daß wir es koͤnnen! Satan wehrt; denn das Schwert festverbundner Liebe schlaͤgt ihm tiefe Hiebe. 6. Abba, lieber Vater, Sohn und Geist der Gna⸗ den! heile allen unsern Schaden. Falschheit Schein und Tuͤcke, Stolz und Eigenliebe kreuzige durch deine Triebe. Sa⸗ tans Macht wird verlacht/ wenn wir dich nur kennen und in Liebe brennen. E. G. Wolters dorf. XXVIII. Tod und Auferstehen. Mel. Der lieben Sonnen Licht und Pracht. 3* Wie Chri⸗ 1056. Dingehn von Ort zu Ort durch maͤn⸗ nigfaltgen Jammer, und kommen in den Friedens⸗ port, und ruhn in ihrer Kammer; GoOtt nimmt sie nach dem Lauf in sei⸗ nen Armen auf; unds Wai⸗ zenkorn wird in sein Beet auf Hoffnung schoͤner Frucht gesaͤt. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist; gelobt sein eure Schritte, du allbereits befreiter Geist, du jetzt ver⸗ laßne Huͤtte! Dir 4 die Liebesflamm der holde Braͤutigam; dich deckt bei ungestorter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Ge⸗ lassenheit der großen Of⸗ fenbarung; indessen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Gluͤck so groß in JEsu Arm und Schooß! Die Liebe fuͤhr uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan. Nicol. Ladw. Gr. v. Zinzendorf. Mel. Es ist das BReil uns kommen her. 1057. Hec * — Tod und Aukerstehen. 88⁷ du bist ja fuͤr und fur die Zuflucht deiner Heerde. Du bist gewesen, eh allhier gelegt der Grund zur Erde; und da noch kein Berg war bereit, da warst du in der Ewigkeit, o Anfang aller Dinge! 2. Du laͤfft die Men⸗ schen in das Thor des To⸗ des haͤufig wandern/ und sprichst: Kommt wieder, Menschen, vor, und fol⸗ get jenen andern; denn dir ind, Hoͤchster, tausend Jahr als wie ein Tag, der gestern war/ und nunmehr ist vergangen. 3. Du laͤßt das schnöͤde Menschenheer wie einen Strom verfließen, und wie die Schifflein auf dem Meer bei gutem Wind hin⸗ schießen: gleichwie ein Schlaf und Traum bei Racht, der, wenn der 6. Das ist das Feur, das uns versehrt das Mark in allen Beinen. Daher koͤmmt, daß der Tod ver⸗ zehrt die Großen und die Kleinen: drum fahren un⸗ sre Tage hin wie ein Ge⸗ schwaͤtze durch den Sinn, wenn wir die Zeit vertreiben. 7. Wie lang haͤlt doch dies Leben aus? Gar sel⸗ ten siebzig Jahre; wenns hoch kommt, werden acht⸗ zig draus, und wenn man alle Waare, die hier ge⸗ wonnen, nimmt zu Hauf, ists lauter Muͤh von Ju⸗ gend auf und lauter Angst gewesen. 8. Wir rennen, laufen, sorgen viel, und eh wirs uns versehen, da kommt der Tod, steckt uns das Ziel, und da ists denn ge⸗ schehen: wir fliehen eilend und behend, und ist doch Mensch vom Schlaf er⸗niemand, der sein End und wacht, entfallen und ver⸗(GOttes Zorn bedenke. gessen. 4. Wir sind ein Kraut, das bald verdorrt, ein Gras, das jetzt aufgehet, wird aber schnell von seinem 9. Lehr uns bedenken, frommer GOtt, das Elend dieser Erden, auf daß wir, wenn wir an den Tod ge⸗ denken, kluͤger werden. Ach Ort entfuͤhret und verwe⸗kehre wieder, kehr uns zu het. So ist ein Mensch: heutsbluͤhet er, und morgen, wenn ihn ohngefaͤhr ein Wind ruͤhrt, liegt er nieder. 5. Das macht, HErr. deines Zornes Grimm, daß dein Angesicht, und steh in Ruh mit deinen boͤsen Knechten. 10. Erfuͤll uns fruͤh mit deiner Gnad an Leib und an der Seelen, so wollen wir so bald verschwinden; wir dir fruͤh und spat dein dein Eifer sloͤßt und wirft Lob und Dank erzaͤhlen. uns um von wegen un⸗Erfreu uns, o du hoͤchste srer Suͤnden: die Suͤnden Freud, und gieb uns wie⸗ stelleft du vor dich, davon der gute Zeit nach so viel brennt und entruͤstet sich boͤsen Tagen. dein allzeit reines Herze. 11. Bioͤher hats lauter Kreuz 888 Tod und Auterstehen. Kreuz geschneit, laß nun die Sonne scheinen; be⸗ scher uns Freude nach dem Leid, und Lachen nach dem Weinen. Laß deiner Werke suͤßen Schein, HErr, dei⸗ nen Knechten kundbar sein,/ und dein Ehr ihren Kin⸗ ern. 12. Bleib unser GOtt und treuer Freund, halt uns auf festem Fuße, und wenn wir etwa irrig seind, so gieb, daß sich mit Buße das Herze wieder zu dir wend; auch foͤrdre das Thun unsrer Haͤnd, und segne unsre Werke. Paul Gerhard. Mel. Meine Zeel er⸗ hebt den Erren. 1058.: Hn nun laͤssest du deinen Diener in Frieden fahren: wie du gesagt hast. Denn meine Augen haben deinen Hei⸗ land gesehen: welchen du be⸗ reitet hast vor allen Voͤlkern. Ein Licht, zu erleuchten die Heiden; und zum Preis dei⸗ nes Volkes Israel. Lob und Preis sei GOtt dem Vater und dem Sohn: und dem heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, jetzt und immer⸗ dar; und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Mel. O JEsu, du mein Bräutigam. 10593 Ich armer Mensch doch gar nichts bin, GOtts Sohn allein ist mein Ge⸗ winn: daß der Mensch worden, ist mein Trost, und hat mich durch sein Blut erlost. 2. O GOtt Vater, re⸗ gier du mich mit deinem Geiste stetiglich. Laß dei⸗ nen Sohn, mein Trost und Lebn, allzeit in mei⸗ nem Herzen schwebn. 3. Und wann die Stund vorhanden ist, nimm mich zu dir, HErr JEsu Christ; denn ich bin dein und du bist mein: wie gern wollt ich bald bei dir sein! 4. HErr JEsu Christe, hilf du mir, daß ich dein Zweiglein bleib in dir, und nachmals mit dir guf⸗ ersteh, zu deiner Herrlich⸗ keit eingeh. Joh. Gigas 1— 3. Joh. Leon. 4, Mel. Wer weiß, wi nahe mir mein Ende. 1060* J taͤglich, und mein Leben eilt im⸗ merfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Buͤr⸗ gen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her, ach wer nur immer fertig waͤr! 2. Ein Mensch, der sich mit Suͤnden traͤget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wuri schon heget, faͤllt endlich unversehens ab. Der alte Bund schließt keinen aus, mein Leib ist auch ein Todtenhaus. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft* un Tod und Auferstehen. 889 und fordert uns ins Land der Todten; wohl dem, der Haus und Herz be⸗ stellt! Denn ewigs Gluͤck und Ungeluͤck haͤngt nur an einem Augenblick. 4. HErr aller HErren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand: wie lange du mir Frist gegeben/ das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Seigerschlag an mei⸗ nen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abends anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Todtenbahr; ein klei⸗ ner Schritt ist nur dahin, wo ich der Wuͤrmer Spei⸗ se bin. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, wenn Fall und Tod beisammen ein; doch schlage nur mit Vaterhaͤnden, und schleuß in Christi Tod mich ein, daß wenn der Leib zu Boden faͤllt, die Seel an IEsu Kreuz sich haͤlt. 7. Vielleicht kann ich kein Wort nicht sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Ta⸗ gen: HErr, ich befehl dir meinen Geist. Verschlie⸗ ßen meine Lippen sich, so uuch. IEsu Blut fuͤr mich. 8. Kann ich die Mei⸗ nen nicht gesegnen, so seg⸗ ne du sie mehr als ich; wenn lauter Thraͤnen um mich regnen, o Troster, so erbarme dich, und las⸗ se der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhöͤr⸗ lich sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkuͤrze mir des Todes Schmerzen, und hole mich zu dir hinauf: so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, den⸗ noch selig sein. Benjamin Schmolk. In eigener Melodie. 1061. Jnench 01. daß mein Erloͤser lebt, ob ich schon hie auf Erden hab Suͤnd gethan und sterbe. All meine Feinde sind erlegt, nicht einer kann mir scha⸗ den. So groß ist GOt⸗ tes Gnade, welcher mir seinen lieben Sohn, IE⸗ sum Christ, hat geschenket. Liebers war nichts in sei⸗ nem Thron; hieran mein Herz gedenket. 2. Er wird hernach mich aus der Erd leiblich wieder erwecken; mich soll kein Feind mehr schrecken; Hoͤll, Teufel, Tod oder was mehr entgegen ist der Freu⸗ den, raͤumt er auf mit seinm Leiden. Trotz, daß ihm etwas widerbell; zer⸗ treten ist die Schlange. O HErr, mein Seel ich dir defehl, Gnad ist bei dir die Menge. 3. Zu dir hab ich mein Zuversicht und werde nicht betrogen; sei bei den Un⸗ erzognen, auf daß sie, 38 durch 890 Tod und Auterstehen. durch dein Wort erleucht, Christen werden und blei⸗ ben, himmlische Guͤter lie⸗ ben, selig vollenden diese Zeit, sammt den, so dei⸗ nen Namen erkennen und in Ewigkeit neu dich an⸗ schauen. Amen. Ludwig Helmbold. Mel. O GSott, du from- mer GOtt. * hr El⸗ 1062. tern, gute Nacht! Nun geht es an ein Scheiden: ich fahr zu JEsu hin in seine Him⸗ melsfreuden, zu IEsu, welcher mich in Ewigkeit anlacht. Ach weinet, wei⸗ net nicht; ihr Eltern, gute Nacht! 2. Ihr Eltern, gute Nacht! Hoͤrt auf, um mich zu klagen, da jetzt mein zarter Leib wird hin ins Grab getragen: wißt, daß die Seele ist zur Himmels⸗ ruh gebracht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ist zu wohnen im schoͤnen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die GOtt den Frommen hat aus Gnaden zugedacht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! 4. Ihr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn GOtt mit euch und mit der Welt ein Ende macht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! 5. Ihr Eltern, gute Nacht! Die Angst⸗ und Marterstunden die sind in dieser Welt nun voͤllig uͤberwunden; mein Leib schlaͤft sanft, bis daß er wiederum erwacht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! Gotthard Schuster. Mel. pater unser im Himmelreich. *In Christi 1063. Wunden schlaf ich ein, die machen mich von Suͤnden rein; ja, Christi Blut und Grech⸗ tigkeit das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor GOtt bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud ich fahr dahin, ein GOttes⸗ kind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du foͤrder mich, ins ewge Leben wan⸗ dre ich, mit Christi Blut gereinigt fein. HErr JE⸗ su, staͤck den Glauden mein. Paul Eber. Mel. Wer nur den lie⸗ ben GOtt läßt walten. A WMein 1064· M.68, ich weiß wohl, daß ich sterbe, ich bin ein Mensch/ der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig in der Welt besteht: Drum zeige mir in Gna⸗ den an, wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Tod und Aukerstehen. 891 2. Mein GoOtt, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin, wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die Blu⸗ me kann ja leicht verbluͤhn: drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein GOtt, ich weiß nicht, wie ich sterbe, die⸗ weil der Tod viel Wege haͤlt: dem einen wird das Scheiden herbe, wenn sonst ein andrer sanfte fällt. Doch, wie du willst, gieb, daß dabei mein Ende nur vernuͤnftig sei. 4. Mein GOtt, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mein Grab bedeckt: doch, wenn ich dieses nur erwerbe, daß deine Hand mich aufer⸗ weckt, so nehm ich leicht ein Stellchen ein, die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster GOtt, wenn ich ja sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, den ich mit Christi Blute faͤrbe; und hab ich den im Grabe hier, so gilt mirs gleich, und geht mir wohl/ wenn, wo und wie ich ster⸗ ben soll. Benjamin Schmolk. Mel. An wWasserflüssen Babylon. ein her⸗ 1065. Maur Be⸗ ter, weint ihr noch, und ihr/ die mich geboren? Was graͤmt ihr euch? was macht ihr doch? ich bin ja un⸗ verloren. Ach sollt ihr se⸗ hen, wie mirs geht und wie mich der so hoch er⸗ hoͤht, der selbst so hoch erhoben: ich weiß, ihr wuͤr⸗ det anders thun, und mei⸗ ner Seelen suͤßes Ruhn mit eurem Munde loben. 2. Der saure Kampf, den ich dort hab in eurer Welt empfunden, der ist durch GOttes Gnad und Gab all gluͤcklich uͤber⸗ wunden. Es ging mir, wie es pflegt zu gehn all de⸗ nen, die hei Christo stehn und von der Welt sich scheiden: wer Christo folgt, der muß mit ihm das Kreuz und alles Ungestuͤm auf seinen Wegen leiden. 3. Nun bin ich durch, GOtt Lob und Dank! Hier kommt ein ander Le⸗ ben; hier wird mir, was mein Leben lang ich nicht gesehn, gegeben; ein gan⸗ zer Himmel voller Licht, ein Licht, davon mein An⸗ gesicht so schoͤn wird als die Sonne. Hier ist ein ewges Freudenmeer: wo⸗ hin ich nur die Augen kehr, ist alles voller Wonne. 4. Nun lobt, ihr Men⸗ schen, wie ihr wollt, des Erdenlebens Guͤte: was ist darinnen, das mir sollt jetzt neigen mein Gemuͤ⸗ the? Was ist das Beste, das ihr liebt? Was giebt die Erde, wenn sie giebt, als Angst und bittre Schmerzen? Was ist das guͤldne Gut und Geld? Was bringt der Schein und Pracht der Welt, als Kummer euren Herzen? 5. Was ist der großen 38* Leu⸗ 892 Tod und Auterstehen. Leute Gunst, als Zunder großes Neides? Was ist das Wissen vieler Kunst, als Ursprung vieles Lei⸗ des? Denn wer viel weiß, der graͤmt sich viel; und welcher Andre lehren will/ muß leiden und viel tra⸗ gen. Seht alles an, Ruhm, Lob und Ehr, habt Freud und Lust: was habt ihr mehr, als endlich Weh und Klagen? 6. Nichts ist so schoͤn und wohlbestellt, da man hier wohl auf stehe; drum nimmt GOtt, was ihm wohlgefaͤllt, bei Zeiten in die Hoͤhe, und setzet es in seinen Schooß: da ist es alles Kummers los, darf nicht, wie ihr, sich kraͤn⸗ ken, die ihr oft denket, wie doch wohl dies oder jenes werden soll, und koͤnnets nicht erdenken. 7. Wer selig stirbt, der schleußet zu die schwarzen Jammerthore; hingegen schwingt er sich zur Ruh im guͤldnen Engelchore, legt Aschen weg, kriegt Freudenoͤl, zeucht aus das Fleisch und schmuͤckt die Seel in reiner weißer Sei⸗ den. Er laͤßt die Erd und nimmet ein die Lust, da Ehristi Schaͤfelein in lau⸗ ter Rosen weiden. Nacht von eurem Sohn gegoͤnnet. Es kommt die Zeit, da mich und euch vereingen wird in seinem Reich, der euch und mich getrennet. 9. Da will ich euer Treu und Muͤh und was ihr eurem Kranken erwiesen habt, im Himmel hie, so⸗ bald ihr kommt, verdan⸗ ken. Ich will erzaͤhlen, wie ihr habt euch selbst betruͤbt und mich gelabt/ vor Christo und vor allen. Und fuͤr den heißen Thraͤ⸗ nenfluß will ich/ mit mehr als einem Kuß, um euren Hals euch fallen. Paul Gerhard. Mel. O welt, ich muß dich lassen. 1066½ Wẽ. Unschuld sterben, so buͤßt man sie nicht ein: sie wer⸗ den nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christen⸗ laufe fuͤr IEsum einge⸗ weiht, und noch bei GOtt in Gnaden: was sollt es ihnen schaden, daß sie die Krone schon erfreut? 3. Die Unschuld einzu⸗ 8. So gebt, ihr Liebsten, buͤßen, stets an das Käm⸗ euch doch schlecht dabin in GOttes Willen. Sein Rath ist gut, sein Thun pfen muͤssen, gar leicht ver⸗ loren gehn, das Sterben schwerer machen, sind wahr⸗ ist recht, und wird wohl lich keine Sachen, nach wieder slillen den Schmer⸗welchen kluge Leute stehn. zen, den er euch gemacht; und hiermit sei euch gute 4. Wie leichtlich geht bei Kindern von uns er⸗ wa ne Himmelserben in ihrer Ewigkeit. 893 wachsnen Suͤndern das fremde Feuer an! O Gluͤcke/ wenn wir wissen, daß nichts mehr einzubuͤßen, daß sie kein Tod mehr toͤdten kann. 5. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen, und blei⸗ best bei den Schafen, die ewig unsers IEsu sind. Johann Andreas Rothe. Mel. Es ist genug! so nimm, HErr, meinen — 1067. 3. dnen Kind! denn GOtt selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betruͤbet mich; doch weil es GOtt Ie Kl so unterlaß ich al⸗ es Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin mein Kindd 2. Zeuch hin, mein Kind! der Schoͤpfer hat dich mir nur in die Welt geliehn. Die Zeit ist weg, darum be⸗ fiehlt er dir jetzt wieder fort⸗ zuziehn. Zeuch hin! GOtt hat es so versehen: was die⸗ ser will, das muß gesche⸗ denn nur bei GOtt ist wahrer Trost und Ruh,, da wird kein Schmerz er⸗ fragt. Hier muͤssen wir in Aengsten schweben: dort kannst du ewig froͤh⸗ lich leben. Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind! hinauf in GOttes Schul, da GOtt selbst Lehrer ist; da lauter Lust, da du vor GOttes Stuhl beim Chor der Engel bist. Da kannst du deinem JE⸗ su singen, die Himmelslie⸗ der lassen klingen. Zeuch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind! wir folgen alle nach, so bald es GOtt gefaͤllt. Du eilest fort, eh denn das Ungemach mit Haufen sich einstellt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide: wer fruͤhe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 6. Zeuch hin, mein Kind! die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie IE⸗ sus, GOttes Sohn, dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seelchen hen. Zeuch hin, mein Kind! ist enthunden, du hast in 3. Zeuch hin, mein Kind! JEsu uͤberwunden. Zeuch im Himmel findest du, hin, mein Kind! was dir die Welt versagt; Gottfried Hoffmann. XXIX. Ewigkeit. Mel. Dater unser im Himmelreich. 1068. O Ewigkeit, wie lang bist du, o Ewigkeit! Doch eilt zu dir schnell unsre Zeit, Ewig⸗gleichwie das Heerpferd keit, olzu dem Streit, nach Wder er 89⁴ Ewigkeit. der Bot, das Schiff zum Port, der schnelle Pfeil vom Bogen fort. 2. O Ewigkeit, o Ewig⸗ keit, wie lang bist du, o Ewigkeit! Gleichwie an einer Kugel rund kein An⸗ fang und kein End ist kund/ also, 9 Ewigkeit, an dir nicht Ein⸗ noch Ausgang finden wir. 3. O Ewigkeit, o Ewig⸗ keit, wie lang bist du, o Ewigkeit! Du bist ein Ring, unendlich weit, dein Mitkelpunkt heißt„Alle⸗ zeit“,„Niemal“ der weite Umkreis dein, weil deiner nie kein End wird sein. 4. O Ewigkeit, o Ewig⸗ keit, wie lang bist du, o Ewigkeit! Wegnehmen könnt ein Voͤglein klein all ganzer Welt Sand, Berg und Stein, wenns auch nur kaͤm all tausend Jahr: von dir waͤr noch nichts weg, fuͤrwahr 5. O Ewigkeit, o Ewig⸗ keit, wie lang bist du, o Ewigkeit! In dir, wenn nur all tausend Jahr ein Aug vergoß ein kleine Zaͤhr/ wuͤrd wachsen Wasser sol⸗ che Meng, daß Erd und Himmel waͤr zu eng. 6. O Ewigkeit, o Ewig⸗ keit, wie lang bist du, o Ewigkeit! Höv, Mensch: So lange GOtt wird sein, so lang wird sein der Hoͤllen Pein, so lang wird sein des Himmels rend! O lange Freud, o —7768 Leid 7. O Ewigkeit, o Ewig⸗ keit, wie lang bist du, o Ewigkeit! Verstaͤndig ist, der dich betracht, des Fleisches Lust er leicht veracht; bei ihm die Welt nicht Platz mehr findt; die Lieb 913 Eitlen bald verschwindt. S. O Ewigkeit, o Ewig⸗ keit, wie lang bist du, o Ewigkeit! Wer dich be⸗ sinnt, zu GOtt so spricht: Hie brenn, hie schneid, hie straf und richt, hie handle nach Gerechtigkeit; verschon nur nach der Gnadenzeit. 9. O Ewigkeit, o Ewig⸗ keit, wie lang bist du, o Ewigkeit! O Mensch, oft deine Sinnen stell, zu denken an die Qual der Hoͤll und an der Frommen Herrlichkeit; es waͤhret beides ohne Zeit! Be⸗ tracht, o Mensch, die E⸗ wigkeit. V. 1— 6 v. e. Unbekannten V. 7— 9 v. Daniel Wülffer. Mel. O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen. 10693 wie mö⸗ gen wir doch unser Leben so der Welt und ihrer Lust er⸗ geben, und uns selbst schei⸗ den von der Frommen Ruh und tausend Freuden? 2. Muͤssen wir nicht auch nach kurzen Jahren zu den Todten in die Grube fahren? Es wird gesche⸗ hen, daß ein Jeder seinen Lohn wird sehen. 3. Wenn die Welt ihr Ende nun genommen, und der Richter wird vom Him⸗ mel kommen/ der wird 960. Ewigkeit. 895 decken alles, was wir mein⸗ ten zu verstecken. 4. O was wird er fuͤr ein Urtheil faͤllen, wenn er unser Thun wird vor sich stellen? wenn er wird finden, wie wir hier gelebt in lauter Suͤnden? 5. O HErr Christe, wol⸗ lest meiner schonen, und mir Suͤnder nach Verdienst nicht lohnen: ich will ver⸗ lassen alle Welt und ihre Luͤste hassen. 6. Forthin soll mein Le⸗ ben dir zu Ehren nimmer sich von deinem Wort ab⸗ kehren. Dein will ich blei⸗ ben, keine Welt soll mehr von dir mich treiben. 7. Deine Gnadenthuͤr steht allen offen, die auf dich in diesem Leben hof—⸗ fen; die ohn dich sterben/ muͤssen dort mit Leib und Seel verderben. 8. Darum schließ ich mich in deine Wunden, da ich meinen Suͤnden Rath Laden dein Kreuz und eiden fuͤhre mich zun wahren Himmelsfreuden. Heinrich Albert. Mel. Uun ruhen alle Wälder. 7Niel besser boren, als ewiglich verlo— ren, von GOtt getrennt sich sehn, von keinem Heil nichts wissen, vom Licht zu Finsternissen, vom Le⸗ ben zu dem Tode gehn. 2. Von Freuden in dem Klagen, vom Hoffen im Verzagen, von Wollust in der Pein, von Freiheit in den Banden, von Eh⸗ ren in den Schanden, von Ruhe in der Qual zu sein; 3. Im Fluch auf ewig brennen, GOtt seinen GOtt nicht nennen, o das ist ja betruͤbt! Ach GOtt, ich flieh gerade allein zu deiner Gnade, mein GOtt, der du die Welt geliebt. 4. Du hast den Sohn gegeben, im Sohn ein 10 eben; im Sohn will ich dich flehn, dich flehn um deine Liebe, dich flehn aus heißem Triebe: laß mich das Heil in IEsu sehn. 5. Ich war dem Tod zum Raube; nun gieb mir, daß ich glaube. Wer glaubt, wird selig sein; so geh ich nicht verloren, so bin ich neu geboren, so dring ich in das Leben ein. Philipp Friedrich Hiller. Mel. In dem Leben hier auf Erden. * er sind 1071. Wé die vor GOttes Throne, was ist das fuͤr eine Schaar? Traͤ⸗ get jeder eine Krone, glaͤn⸗ zet gleich den Sternen klar; Hallelujah singen all, loben (GOtt mit hohem Schall. 2. Wer sind die, die Palmen tragen, wie ein Sieger, in der Hand, wenn er seinen Feind geschlagen, und geleget in den Sand? Welcher Streit und wel⸗ cher Krieg hat gezeuget diesen Siess. 3. Wer sind die in rei⸗ ner Seide, welche ist Ge⸗ rech⸗ 896 Ewigkeit. rechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das zer⸗ reibet keine Zeit und ver⸗ altet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, die wohl gekaͤmpfet fuͤr des großen GOttes Ehr, haben Fleisch und Blut gedaͤmpfet, nicht gefolgt des Satans Heer; die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 958 5. Es sind die, die viel erlitten Truͤbsal, Schmer⸗ zen, Angst und Noth, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten GoOtt; nun hat dieser Kampf ein End; GOit hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zeugen eines Namens, der uns Huld und Heil gebracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmuͤckt mit Hei⸗ ligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem HErrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern: nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligthum. 8. Welche wie ein Hirsch ber fris nach dem Strom/ er frisch und hell, also ihre Seel geaͤchzet nach dem rechten Lebensquell: nun ihr Durst gestillet ist, da sind sie bei JEsu Christ. 9. Auf dem Zionsberg ste weidet GOttes Lamm, die Lebenssonn, mitten in dem Stuhl sie leitet zu dem rechten Lebensbronn; Hirt und Lamm, das ewig Gut, lieblich sie erguicken thut. 10. Es sind die, die hart gedruͤcket manche har⸗ te Truͤbsalshitz. Nun sind sie hinweggeruͤcket dahin, wo des HErren Sitz, wo die Huͤtte GOttes ist, wo kein Feind, kein Argelist. 11. Es sind die, von deren Wangen Thraͤnen sind geflossen stark, deren Herz die Angst umfangen und das Leid verzehrt ihr Mark. Nun GoOtt ihre Seeln erfrischt, sind die Thraͤnen abgewischt. 12. Ach HErr IEsu, meine Haͤnde ich zu dir nun strecke aus; im Gebet mich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: jag, o HErr, die Feinde weit. 13. Hilf mir Fleisch und Blut besiegen, Teufel Suͤnde, Hoͤll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich uͤberfaͤllt. Fuͤhre mich aus aller Noth, HErr, mein Fels, mein treuer GOtt. 14. Gieb, daß ich sei neu geboren; an dir, als ein gruͤnes Reis, wachse, und sei auserkoren, durch dein Blut gewaschen weiß; meine Kleider halte rein, meide allen falschen Schein. 15. Daß mein Theil sei bei den Frommen, deinem Bild die aͤhnlich sind, und aus großer Truͤbsal kom⸗ men; hilf, daß ich auch uͤber⸗ Ewigheit. 89⁷ uͤberwind alle Truͤbsal, Noth und Tod, bis ich komm zu meinem GOtt. 16. Mache mich bereit zu dienen, daß ich als ein Priester dein im Gebet mich darf erkuͤhnen dich zu nennen Vater mein; deine Huͤtte decke mich vor dem heißen Sonnenstich. 17. Meinen Durst und Hunger stille auf der fet⸗ ten Zionsau; mein Ver⸗ langen auch erfuͤlle deines Angesichtes Schau; meine Thraͤnen wische ab, meine Seel dein Geist stets lab. 18. O wie groß wird sein die Wonne, wenn wir werden allermeist schauen auf dem hohen Throne Vater, Sohn und heilgen Geist! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Theodor Schenck. Mel. Mein Herzens⸗ IEsu, meine Lust. * Qeuch, Is⸗ 1072. 3 rael, zu deiner Ruh; dein Erbtheil ist dort oben. Dein JE⸗ sus schwoͤret es dir zu, es sei dir aufgehoben. Er ge⸗ het selber gar voran und bricht die rauhe Pilgerbahn. Zeug, Isvael, in Frieden! 2. Wir folgen dir, du GoOttesheer, als wahre Streitgenossen. Der Glau⸗ be fuͤrchtet sich nicht mehr, die Lieb ist unverdrossen. So stehen wir fuͤr Einen Mann. Ein jeder ringe, was er kann, das Kleinod zu erlangen. 3. Wir sehn auf dich, du A und O, mit unver⸗ wandten Blicken. Dein Dasein macht uns immer froh, dein Wort kann uns erquicken, dein Kreuz ist unser Siegspanier. Wir schwoͤren Treu und folgen dir durch deine dden Wuͤsten. I. Die Krone bleibt uns im Gesicht, die dort die Sieger tragen; und dar⸗ um scheuen wir auch nicht Tod, Ungemach und Pla⸗ gen. Es hat uns unser Siegesheld nicht bloß fuͤr diese Welt bestellt; wir sind nur fuͤr den Himmel. 5. Man druͤckt uns, wir verzagen nicht; man schilt uns, und wir segnen. Wir muͤssen auch nach unsrer Pflicht den Feiden sanft be⸗ gegnen. Wir sind der Welt hier unbekannt, und haben doch ein Vaterland; GOtt kennt uns als die Seinen. 6. Wen noch ein Bann gefangen haͤlt, wer JIEsu Kreuz noch fliehet, wer noch durch Furcht vor die⸗ ser Welt am fremden Joche ziehet, und wer die Hand an Pflug gleich legt, und doch verbotne Lust noch hegt, der ist kein rechter Streiter. 7. Wir aber geben ganz um ganz, verleugnen alle Sachen, die uns den schoͤ⸗ nen Siegeskranz noch koͤnn⸗ ten streitig machen, und unsre Seele glaubet fest: Was man darum hier fah⸗ ren laͤßt, ist nicht werth jenes Erbes. 8. Die Kraft 1 n liegt nicht in uns; wir sind gar 38* bald 898 Schlußlied. bald verloren. Zur Quelle alles unsers Thuns ist uns das Lamm erkoren; das Lamm, das alles schon vollbracht und unsre Sache gut gemacht, dem ist es zu verdanken. 9. Drum soll es unsre Losung sein: wir nichts, und IEsus alles! Ihm raͤumen wir die Ehre ein, ihm, unserm Trost des Falles. Er segne ferner unsern Lauf und nehme unsre Seelen auf, wenn wir nun ausgestritten. Johann Daniel Hense. Schlußlied. In eigener Klelodie. 1073 2 Aen 4 Gott Vatr und Sohne sei Lob ins Himmels Throne; sein Geist staͤrk uns im Glauben, und mach uns selig, Amen, und mach uns selig, Amen. 2. Amen, es wird ge⸗ schehen; wir werden Chri⸗ stum sehen in den Wol⸗ ken herkommen, uns mit⸗ zunehmen, Amen, uns mitzunehmen, Amen. 3. Amen/ uns ewig waͤh⸗ re die Freude, GOtt die Ehre; bringt alle Sprachn zusammen, in einem Glau⸗ ben, Amen, in einem Glauben, Amen. 4. Amen, kein Tod soll schrecken, Christus will uns erwecken, der selbst zuvor begraben, nun lebet ewig/ Amen, nun lebet ewig, Amen. 5. Amen, GOtt sei ge⸗ preiset! Der Geist auf Christum weiset. Der helf uns alln zusammen im ewgen Leben, Amen, im ewgen Leben, Amen. Ludwig Helmbold. GOtt allein die Ehre! Re⸗ EERE Register der Lieder. A Seite. Abermal ein Jahr verflossen 578 Abermal ist eins dahin 78⁴ Ach Abba, schenk in IEsu Namen 663 Ach alles, was Himmel und Erden 56 Ach bleib bei uns, HErr IEsu 1⁵⁴ Ach bleib mit deiner Gnade 232 Ach ein Wort von großer Treue 311 Ach Gnad uͤber alle Gnaden 173 Ach GOtt, der Satan giebt mir 396 Ach GOtt, erhoͤr mein Seufzen und 35⁵ Ach GOtt, gieb du uns deine Gnad 66⁵ Ach GOtt, ich muß dirs klagen 311 Ach(GStt, ich muß in Traurigkeit 7²⁸ Ach GOtt, in Gnaden von uns wend 258 Ach GStt, in was fuͤr Freudigkeit 4⁴⁷ Ach GOtt, ist noch dein Geist bei 193 Ach GOtt, mich druͤckt ein 109 Ach GOtt, thu dich erbarmen 78⁴ Ach GOtt und HErr, wie groß 19⁴ Ach GStt vom Himmel sieh darein 15⁴ Ach GOtt, wie manches Herzeleid 357 Ach GOtt, wie schrecklich ist dein 250 Ach HErre, du gerechter GOtt 2⁴⁴ Ach HErre GOtt, wir loben dich 2⁴⁵ Ach HErr, mich armen Suͤnder 19⁵ Ach HErr, wie lange willst du 358 Ach Himmel, oͤffne dich 6²¹ Ach hchster GOtt verleihe mir 66⁵ Ach IEsu, dessen Treu 42² Ach IEsu, meiner Seclen Freude 42¹ Ach IEsu, mein Schoͤnsier 666 Ach komm, du suͤßer Herzensgast 173 Ach laß dich jetzt finden 466 Ach lieben Christen, seid 258 Ach mein GOtt, wie lieblich 467 Ach mein HErr JEsu, dein Nahesein 3⁴² Ach mein herzliedstes IEsulein 7²29 Ach mein JIEsu, sieh/ ich trete 556 *uch mein IEsu, welch Verderben 196 Ach moͤcht ich meinen IEsum 468 Ach sagt mir nichts von Gold 268 uch schone doch, o großer 196 Ach treuer GOtt, baͤrmherzigs 359 Register. Ach treuer GOtt, wie nothig Ach waͤr ich schon dort droben Ach wann kommt die Zeit Ach was sind wir ohne JIEsum Ach was soll ich Suͤnder machen Ach weh, ach weh, wo soll ich hin Ach wenn ich dich, mein GOtt, nur habe Ach wenn ich mich doch koͤnnt Ach wer doch bald hinuͤber waͤr Ach wer schon im Himmel Ach wie elend ist unsre Zeit Ach wie erschrickt die boͤse Ach wie nichtig, ach wie fluͤchtig Ach wie wichtig, ach wie richtig Ach wie will es endlich werden Ach wo ist mein IEsus bliehen Ach wundergroßer Siegesheld *Adam hat im Paradies Ade, du suͤße Welt Allein guf GOtt setz dein Vertraun Allein GOtt in der Hoͤh sei Ehr Allein, und doch nicht ganz alleine Allein zu dir, HErr IEsu Christ Alle Menschen muͤssen sterben Allenthalben wo ich gehe Alles ist an GOttes Segen Alle Welt was lebt und webet „Als GOttes Lamm und Leue Als JEsus Christus GOttes Sohn Als IEsus Christus in der Nacht Also hat GOtt die Welt geliebt Also heilig ist der FTag— Amen, GOtt Vatr ünd Sohne An IEsum denken oft und viel An Wasserfluͤssen Babylon Armseligs Huͤttlein meiner Seelen Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf, aus, mein Geist, erhebe Fuf, auf, mein Geist, und du Auf, auf, mein Geist, zum Loben Auf, auf, mein Herz, mit Freuden Auf, auf, mein Herz, und du Auf, Christenmensch, auf Auf Christi Himmelfahrt Auf den Nebel folgt die Auf diesen Tag bedenken wir ö Auf GOtt, und nicht auf meinen Rath Register. Auf, hinauf zu deiner Freude Auf, ihr Chrißen, Christi Glieder Auf Leiden folgt die Herrlichkeit Auf meinen lieben GOtt *Auf, mein Herz, des HErren Tag Auf, Seele, auf, und saͤume nicht Auf, Seele, sei geruͤst Auf, Seel, und danke deinem Auf, und singe, meine Seele Aus der Tiefe meiner Sinnen Aus der Tiefen rufe ich „Aus Gnaden soll ich selig werden Aus Lieb laͤßt GOtt der Christenheit Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Noth schrei ich B. Barmherzger GOtt und Vater Barmheriger Vater, hoͤchster GOtt Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl dem HErren deine Wege Befiehl du deine Wege Bereite dich, mein Herz,/ Bescher uns, HErr, das kaͤglich Betgemeinde, heilge dich Bis gegruͤßt, du Koͤnigskammer Bis hleher hat mich GOtt gebracht Bist du Ephraim betruͤbet Brich durch mein angefochtnes Brunn alles Heils, dich ehren Brunngquell aller Guͤter C. Christ, der du bist der helle Tag Christe, der du bist Tag und Licht Christe, du Beistand deiner Ehriste, du Lamm GOttes Christe, mein Leben, mein Christe, wahres Seelenlicht *Cbrist fuhr auf gen Himmel Christ fuhr gen Himmel Christ ist erstanden von Christi Tod ist Adams Leben Christi lag in Todes Banden Christo, dem Osterlaͤmmelein Christum wir sollen loben Christ unser HErr zum Jordan Register. Seite. Christus der ist mein Leben 732 Christus, der uns selig macht 58 *Christus ist erstanden von 8¹⁰ D. *„Da Christus geboren war 799 Da IEsus an dem Kreuze stund 58 Da IEsus an des Kreuzes Stamm 786 Danket dem HErren, denn er ist 57⁵ Dank sei GOtt in der Hoͤhe 533 Dankt dem HErrn, ihr GOttesknechte 493 Das alte Jahr ist nun dahin 87⁵ Das alte Fahr vergangen ist 579 Das Elend weißt du GOtt 20³ Das ist ja gut, was mein GOtt 590 Das ist je gewißlich wahr 313 Das Leben unsers Kdͤnigs siegt 398 Das liebe neue Jahr geht an 876 Das neugeborne Kindelein 579 Das walt GOrt, die Morgenrdthe 533 Das walt GOtt Vater und 535⁵ Das walt mein GOit 536 Dein Blut, HErr, ist mein 17⁷ Dein Geist, mein IEsu Christ 34⁴⁰ „Dein Wort, o HErr, ist milder Thau 8²⁷ *Dennoch bleib ich stets an dir 85⁴ Den Vater dort oben 576 Der am Kreuz ist meine Liebe 59 »Der beste Freund ist in dem 28⁵ Der Braͤutgam wird bald rufen 77² Der du bist drei in Einigkeit 787 Der du, HErr IEsu, Ruh 808 Der Geist, der von des hoͤchsten 7¹⁴ *Der Glaub ist eine Zuversicht 839 Der Gnadenbrunn fleußt noch 313 Der HErr, der aller Enden 15⁵ Der HErr hat alles wohlgemacht 494 Der HErr ist mein getreuer 4²3 Der HErr sprach in seinm 78⁷ Der lieben Sonnen Licht und Pracht 557⁷ Der Sobhath ist vergangen 87⁰ Ber schmale Weg ist breit 67¹ Der schoͤne Tag bricht an 863 Ber Tag bricht an und zeiget sich 536 Der Tag der ist so freudenreich 21 Der Tag hat sich geneiget 558 Der Tag ist hin, mein Geist 559 Register. Der Tag ist hin, mein JEsu Der 2 vertreibt die finstre Der Tod fuͤhret uns zum Leben Der wahre GOtt und GOttes Sohn Des Morgens, wenn ich fruh aufsteh Dich, HErr IEsu Christ, mein Die Christen gehn von Ort zu Ort „Die Ernt ist nun zu Ende Die guͤldne Sonne, voll Freud Die helle Sonn leucht* Die Liebe leidet nicht Gesellen Die lieblichen Blicke Die Nacht ist hin, mein Geist Die Nacht ist kommen, drin Die Nacht ist vor der Thuͤr Die Seele Christi heilge mich Dies ist der Tag, den GOtt gemacht Dies ist die Nacht, da mir Dies sind die heilgen zehn Gebot Die Sonn hat sich mit ihrem Die Tugend wird durchs Kreuz Die Zeit geht an, die IEsus Die Zeit isi nunmehr nah Dir, dir Fehovah, will ich singen Dreieinigkeit, der GOttheit Du bist ein Mensch, das weißt Du bist ja, JIEsu, meine Freude Du dreimal großer GOtt Du faͤhrst gen Himmel, JEsu Du Friedefurst, HErr JEsu Christ Du Geist des HErrn, der du Du hochgelobter GOtt Du Lebensbrod, HErr IEsu Christ Du Lebensfuͤrst, HErr JEsu Christ Du liebe Unschuld du Du mein, du mein schoͤnstes Leben Du meine Seele, singe Du, o schoͤnes Weltgebaͤude Durch Adams Fall ist ganz Hurch bloßes Gedaͤchtniß Durch Trauern und durch Plagen Du sagst ich bin ein Christ Du siehest, Mensch, wie fort Du unbegreiflich hoͤchstes Gut Bu unser auserwaͤhltes Haupt Bu wahres GOtteslamm Du weinest vor Jerusalem Register. Seite. E. Egypten, Egypten, gute Nacht 631 Ehr, Ehre sei jetzo mit Freuden 499 Ein Christ, ein tapfrer Kriegesheld 40² „Gine Heerde und ein Hirt 80⁴4 Einen guten Kampf bab ich 733³ Einer ist Koͤnig, Immanuel sieget 81¹⁵ Ein feste Burg ist unser GOtt 4⁵¹ „Ein Jahr geht nach dem andern 87⁷ Ein Kind geborn zu Bethlehem 22 Ein Kind ist uns geboren heut 23 Ein Laͤmmlein geht und traͤgt die 62² „Ein neuer Tag, ein neues 8²⁸ „Ein reines Herz, HErr schaff 70⁰ Eins Christen Herz sehnt sich 27³ Eins ist Noth, ach HErr, dies 63² Ein Tropflein von den Reben 7⁴⁵ Ein Wetter steiget auf 85⁵1 Ein Wuͤrmlein bin ich arm 7³⁴ Eitelkeit, Eitelkeit, was 63⁴ Ei was frag ich nach der Erden 6³⁴ Entbinde mich, mein GOtt 40³ Entfernet euch, ihr matten 63³ Erbarm dich mein, o HErre GOtt 20⁰ Er fuͤhrt hinein, er muß auch 36⁴ Erhalt uns, HErr, bei deinem 15⁸ Erhebe dich, o meine Seel 539 Erinnre dich, mein Geist, erfreut 8¹⁰ Erleucht mich, HErr, mein Licht 26² Ermuntert euch, ihr Frommen 776 Ermuntre dich, mein schwacher Geist 2⁴ Erneure mich, o ewigs Licht 6⁴² Eroöffne dich, o schwacher Mund 499 Erschein, du Morgenstern 5⁴⁰ Erscheine, suͤßer Seelengast 170 Erschienen ist der herrlich 112 Erstanden ist der heilge Christ 8¹¹ Er wird es thun, der fromme 366 Es faͤhret heute GOttes Sohn 8¹⁶ Es glaͤnzet der Christen 67³ Es ist das Heil uns kommen 314 Es ist etwas, des Heilands sein 33²2 Es ist genug, HErr 7³⁵ Es ist gewißlich an der Zeit 76⁴ Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein 880 *Es ist noch eine Ruh vorhanden. 7¹¹ Register. Es kostet viel, ein Christ Es spricht der Unweisen Mund Es stehn vor GOttes Throne Es traure wer da will Es wird schier der letzte Tag Es woll uns GOtt genaͤdig sein Ewge Weisheit, JEsu Christ Ewig sei dir Lob gesungen F. Fahre fort mit Liebesschlaͤgen Fahre fort Zion Fahr nur hin, du schnoͤde Welt Fang dein Werk mit IEsu an Fließt, ihr Augen, fließt von Folget mir, ruft uns das Leben Freu dich sehr, o meine Seele Freuet euch, ihr Christen Freuet euch, ihr GOtteskinder Friede, ach Friede, ach Frisch auf, mein Seel, in Noth Frisch auf, mein Seel, und traure Frisch auf, mein Seel, verzage Frisch, frisch, hinnach Froͤhlich, froͤhlich, immer froͤhlich Froͤhlich soll mein Herze Frohlocket mit Haͤnden Fruͤh am Morgen IEsus gehet Fruͤhmorgens, da die Sonn aufgeht Fuͤnf Bruͤnnlein sind Fuͤrst der Fuͤrsten, JEsu Christ G Geduldigs Laͤmmlein, FEsu Christ Geduld ist euch vonnoͤthen Gegruͤßet seist du, GOtt, mein Gegruͤßet seist du, meine Kron Gehab dich wohl, du schnoͤde Wei: Geh auf, meins Herzens Morgenstern Geh aus, mein Herz, und suche *Geht hin, ihr glaͤubigen Gedanken Geht, ihr traurigen Gedanken Geist aller Geister Geist vom Vater und vom Sohne Geliebten Freund, was thut ihr Geliebter IEsu, dein Verlangen Gelobet sei der HErr, der GOtt *Gelobet sei der HErr, mein GOtt Register. Gelobet seist du, JEsu Christ 28 Gen Himmel aufgefahren ist 133 Gesegn uns, HErr, die Gaben dein 87⁴ Gewonnen, gewonnen, der Satanas 526 Gewuͤnschter Sabbath, heilge 32²⁵ Gieb dich zufrieden, und sei 59⁴ Gieb Fried, o frommer, treuer 253 Gleichwie ein Hirsch eilt mit 369 Gluͤck zu, Kreuz, von ganzem 37⁰ *GOtt der du Herzenskenner bist 88¹ GOtt der Vater wohn uns bei 3 GOtt der wirds wohl machen 297 GOtt des Himmels und der Erden 541 GOtt, deß Guͤte sich nicht endet 246 GOtt, du hast in deinem Sohn 8¹⁸ GOtt, du laͤssest mich erreichen 56² GOttes Sohn ist kommen 12 GOtt faͤhret auf gen Himmel 133 *GOtt, gieb einen milden Regen 8¹ GOtt hat das Evangelium 789 GOtt herrschet und haͤlt bei 298 GOtt, heut endet sich die Woche 563 GOtt ist die wahre Liebe 883 „GOtt ist gegenwaͤrtig 8⁴⁴ GOtt ist getreu, der uͤber meine 59⁵ GOtt ist mein Licht, der HErr mein 33⁴ „GStt ist mein Trost und Zuversicht 7¹⁹ GOtt ist und bleibt getreu 8⁵⁵ GOtt lebet noch, Seele, was 7¹6 *GOtt lebt, wie kann ich traurig 336 „GOtt Lob, der Sonntag kommt 8²29 *GOtt Lob, der Tag ist nun dahin 87² GOtt Lob, die Stund ist kommen 737 GOtt Lob, ein Schritt zur Ewigkeit 47³ „GOtt Lob, mein IEsus macht mich 861 GOtt Lob, nun ist erschollen 253 *GOtt, nur du bist meine Sonne 47¹ GoOtt sei Dank durch alle Welt 28 GOtt sei gelobet und gebenedeiet 18⁰ *GOtt sei Lob, der Tag ist kommen 179 GoOtt sei uns gnaͤdig und 3 GOtt, so machst dus mit 37¹ *GOtt und Vater, nimm jetzund 83²2 GOtt Vater, der du deine Sonn 2⁴7⁷ „GOtt Vater, hoͤre unsre Bitt 8³2 GOtt Vater, sende deinen Geist 14¹ GoOtt Vater, Sohn und heilger 169 Register. Gott weiß es alles wohl zu GOtt wills machen *Großer GOtt von alten Zeiten Großer Immanuel, schaue Großer Mittler, der zur Rechten Großer Prophete, mein Herze Groß ist die Qual, o HErr Gute Nacht, ihr eitlen Freuden, gute Guter Hirte, willst du nicht H. Hallelujah, Lob, Preis und Ehr *Halt im Gedaͤchtniß JEsum Christ Hast du Angst im Herzen Hast du denn, IEsu, dein Heiligster JEsu, Heiligungs⸗Quelle Helfer meiner armen Seele Helft mir GOttes Guͤte preisen HErr, aller Weisheit Quell und HErr, besaͤnftige mein Herze HErr Christ, der einig GOtts Sohn HErr, deinen Zorn wend ab HErr, deine Treue ist so groß HErr, der du vormals hast dein Erre, nun laͤssest du deinen Diener HErr GOtt, der du erforschest HErr GOtt, dich loben alle wir HErr GOtt, dich loben wir, HErr HErr GOtt, dich loben wir, regier *Err GOtt, du bist ja fuͤr und fur *„HErr GOtt, erhalt uns fuͤr und fuͤr HErr GoOtt, nun sei gepreiset *Err GOtt Vater im Himmelreich HErr, hoͤre mich und merke HErr, hoͤre, was mein Mund HErr, ich habe mißgehandelt HErr IEsu Christ, dein theures HErr IEsu Christ, der du selbst HErr IEsu Christ, dich zu uns „HErr JEsu Christ, du hoͤchstes Gut HErr IEsu Christe, mein getreuer HErr IEsu Christ, ich schrei zu HErr IEsu Christ, ich weiß gar HErr IEsu Christ, mein hoͤchstes Gut HErr IEsu Christ, mein Leben HErr IEsu Christ, mein Licht HErr IEsu Christ, wahr Mensch ö Register. Seite. ö Err JEsu, deine Angst und Pein 60⁰ ö HErr JEsu, dir sei Preis und 18² HErr IEsu, ewges Licht 87¹ HErr IEsu, Gnadensonne 68⁰ HErr JEsu, Licht der Heiden 862 HErr, lehr mich thun nach deinem 681 Herrlichste Maiestaͤt 7²⁰ HErr, nicht schicke deine Rache 21¹1 „Err, nun laß im Friede 7⁵56 Err, oͤffne mir 16⁵ Err, so wirst du mit mir 585 VErr, slaͤrke mich, dein Leiden 69 HErr, straf mich nicht in deinem 2¹² HErr und GOtt der Tag und 564 HErr, unser GOtt, laß nicht 2⁵⁴ HErr, wann wirst du Zion bauen 72¹ HErr, wenn ich dich nur werde 4²⁵ HErr, wie du willst, so schicks 60⁰ Herzlich lieb hab ich dich, o HErr 27⁴ Herzlich thut mich verlangen 7⁴0 Herzliebster JEsu Christ 160 Herzliebster IEsu, was hast 68 Herzog unsrer Seligkeiten 638 Herz—4 vreihte Jud 143 Heut ist das rechte Jubelfes 4 Heut ist des HErren Ruhetag 159 Heut triumphiret GOttes Sohn 11¹⁵ Hier ist mein Herz, HErr 639 Hier legt mein Sinn sich vor 40⁷ Hier lieg ich armes Wuͤrmelein 7⁴¹ Hier liegt, den meine Seele 29 Hilf GOtt, wie gehts doch jetzo 6⁴⁰ Hilf, Helfer, hilf in Angst und 7⁴¹ Hilf, HErr HEsu, laß gelingen 580 Hilf, IEsu, hilf siegen 406 Hilf mir, mein GOtt, hilf, daß 682 „Hilf uns, HErr, in allen Dingen 8⁴⁵ Himmelan geht unsre Bahn 637 Hinunter ist der Sonnen Schein 565 Hinweg mit Furcht und 4⁵³ ö Hirte deiner Schafe 87² Hochheilige Dreieinigkeit 5 Hoͤchster Formirer der 503 Hoͤchster Priester, der du 6⁴⁰ 5 Holdseligs GOtteslamm 50⁴ Hosianna! Davids Sohn 79⁷ Huͤter wird die Nacht der 542² 2 D Register. J. Ja, hoͤchst selig sind wir, lieden Bruͤder Jammer hat mich ganz umgeben WJauchzet, ihr Himmel, frohlocket Ich armer Mensch doch gar nichts bin Ich armer Mensch, ich armer Ich armer Suͤnder komm Ich armes Menschenkind Ich bin betruͤbt, und weiß Ich bin ein Gast auf Erden Ich bin getauft auf deinen Namen Ich bin gewiß in meinem ch bin ja, HErr, in deiner ch bin mit allem wohl zufrieden ch bin mit dir, mein GOtt ch bin muͤde, mehr zu leben Ich bins gewiß, mich kann sch bin vergnuͤgt und halte Ich bin voller Angst und Leiden Ich dank dem HErrn von ganzem Ich dank dir, GOtt, fuͤr all Ich dank dir, lieber HErre Ich dank dir schon durch Ich danke dir fuͤr deinen Tod Ich danke dir, liebreicher GOtt Ich danke dir, o GOtt Ich, der ich oft in tiefes Leid Ich Erde, was erkuͤhn ich Ich erhebe, HErr, zu dir Ich freue mich in dit Ich freue mich yon Herzensgrund Ich geh zu deinem Grabe * 0 ch ch hab in GOttes Herz und — hab mein Sach GOtt! Register. Seite. Ich lebe nun nicht mehr 72 Ich liebe dich herzlich 47 Ich ruf zu dir, HErr IEsu Christ 409 Ich singe dir mit Herz und Mund 507 W0 steh an deiner Krippen hier 31* Ich sterbe taͤglich, und mein Leben 888 Ich suche dich in dieser Ferne 477⁷ Ich trau auf GOtt in allen Sachen 4⁵⁴ Ich weiß, daß mein Erloͤser lebt 889 V weiß ein Bluͤmlein huͤbsch 790 Ich weiß, mein GOtt, daß all 60⁴ Ich will dich lieben, meine 27⁴4 Ich will einsam und gemeinsam 32⁵ Ich will froͤhlich sein in GOtt 4⁵⁵ Ich will ganz und gar nicht 7⁴⁵ Ich will von meiner Missethat 21⁵ Jehovah, HErr und Koͤnig 846 Aebovah ist mein Licht und 5 Jerusalem, du hochgebaute Stadt 47⁵ Fesain dem Propheten 6 IEsu, allerliebster Bruder 70⁴ IEsu, deine Liebesflamme 27⁵ IEsu, deine Passion 7² JIEsu, deine tiefe Wunden 73 IEsu, der du meine Seele 216 IEsu, du mein liebstes Leben 47⁸ Nlu, 13eh wor Menschenheerden 4⁴ IEsu, geh vorgn 6⁴³ Ie, großer Wunderstern 80⁵ IEi Guͤte hat kein Ende 867 IEsu, hilf mein Kreuz mir 378 Jeiu, hilf siegen, du Fuͤrste des 4¹⁰ IEsu, meine Sonne 276 Jeiu⸗ komm doch selbst zu mir 479 IEsu, komm mit deinem Vater 161 IEsu, Kraft der blöden Herzen 318 IEsu, liebster Schatz der Frommen 2¹8⁸ IEsu, meine Freude 6⁴3 IEsu, meine Liebe 43⁴ I meiner Seelen Leben, dem ich 607⁷ IEsu, meiner Seelen Leben, meines 833 Fsu, meiner Seelen Licht 7⁵ IEsu, meiner Seelen Ruh 4⁵ IEsu, meiner Seelen Wonne 60⁵ IEsu, meines Herzens Freud, suͤßer 48¹ IEfr, meines Lebens Leben 7⁴ IEsu, meine Staͤrke. 5⁴4⁵ ICE⸗ +————.— *1— Register. IEsu, nun sei gepreiset IEsu, rufe mich von der Welt IEsu, Ruh der Seelen IEsus Christus, GOttes Lamm IEsus Christus, unser Heiland, der den IEsus Christus, unser Heiland, der von IEsus, IEsus, nichts als JEsus IEsus ist das schoͤnste Licht IEsus ist der schoͤnste Nam IEsus ist mein Freudenleben IEsus ist mein Freudenlicht *IEsus lebt, mit ihm auch ich IEsus meine Zuversicht, und mein Esus nimmt die Suͤnder an IEsu, Sonn im Herzen IEsu, wenn ich dich nur habe Jetzt leuchtet schon Jetzund betrachten wir Ihr alle, die ihr IEsum liebt Ihr armen Suͤnder, kommt zu Ihr Christen auserkoren Ihr Christen, seht, daß ihr Ihr Eltern, gute Nacht Ihr Kinder des Hoͤchsten, wie stehts Ihr lieben Christen, freut euch nun Im finstern Stall, o Wunder Im Leben und im Sterben Immanuel, deß Guͤte nicht 6 Immer froͤhlich, immer froͤhlich In allen meinen Thaten In Christi Wunden schlaf ich ein In dem Leben hier auf Erden In dich hab ich gehoffet, HErr In dieser Morgenstund will ich In GOttes Namen fahren In GOttes Namen fang ich In meines Herzens Grunde Israel bekehre dich Ist Ephraim nicht meine Kron Jit GOtt fuͤr mich, so trete Ist GOtt mein Schild und Ists, oder ist mein Geist entzuͤckt K. Kehre wieder, meine Seele Kein Christ soll ihm die Rechnung Keinen hat GOtt verlassen D Register. Kein Stuͤndlein geht dahin Keuscher JEsü, hoch Kleiner Knabe, großer GOtt *Köͤnig, dem kein Koͤnig Komm, beug dich tief, mein Herz *Komm, du sanfter Gnadenregen Komm, GOtt Schoͤpfer, heiliger * Komm, Heidenheiland, Ldsegeld Komm, heilger Geist, du Komm, heilger Geist, HErre GOtt Komm, heiliger Geist, erfuͤll Komm, JIEsu, liebster Schatz Komm, Kreuzeslast, du werther Komm, Liebster, komm in deinen Komm, o komm, du Geist des *Kommst du, kommst du, Licht Kommit du nun, JEsu, vom Kommt her, und schauet an mein Kommt her zu mir/ spricht GOttes *Kommt ins Reich der Liebe „Kommt, Kinder, laßt uns gehen Kommt, laßt euch den HErken lehren Komm, Trdster, komm hernieder Kommt, und laßt uns Christum Kyrie, ach Vater, allerhoͤchster Kyrie eleison „Kyrie, GOtt aller Welt Kyrie, GOtt Vater L. Laß abnehmen diese Glieder Lasset ab, ihr meine Lieben „Lasset die Kindlein kommen Lasset uns den HErren preisen, o ihr Lasset uns den HErren preiten, und Lasset uns mit JEsu ziehen seinem Laß mich dein sein und bleiben Laß mich dich, mein Heiland, loben Laßt uns alle froͤhlich sein Laßt uns doch nicht begehren Lebst du in mir, o wahres Lehen Lebt Christus, was bin ich, betruͤbt Lebt jemar.d so wie ich, so lebt er jaͤmmerlich Lebt jemand so wie ich, so lebt er seliglich Licht vom Licht, erleuchte mich Hebe, die du mich zum Bilde Lieber GOtt, wann werod ich sterben Register. Liebster Braͤutgam, denst du Liebster JEsu, du wirst kommen Liebster JEsu, hoͤr mein Klagen Liebster JEsu, liebstes(siehe Selig: sind) Liebster IEsu, Trost der Herzen Liebster JEsu, wir sind hier, deinem Liebster JEsu, wir sind hier, dich Liebster Immanuel, s. Schoͤnster Immanuel Liebster Vater, ich dein Kind Lobe den HErren, den maͤchtigen Lobe den HErren, o meine Seele Lobet den HErren alle, die ihn Lobet den HErren:/ denn Lobet den HErrn und Lobet GOtt, unsern HErren Lob sei dem allerhoͤchsten GOtt Lobt GOtt, ihr Christen alle gleich Lowen, laßt euch wiederfinden M. Mache dich, mein Geist, bereit Machs mit mir, GOtt, nach Macht hoch die Thuͤr, macht Mag ich Ungluͤck nicht widerstahn Man lobt dich in der Stille Marter GOttes, wer kann dein Mein Augen schließ ich jetzt Meine Armuth macht mich schreien Meine Hoffnung stehet feste Meine Liebe haͤngt am Kreuz Meinen IEsum laß ich nicht, denn Meinen IEsum laß ich nicht, weil Meine Seele erhebet den HErren Meine Seele, laß es gehen Meine Seel, ermuntre dich Meine Seele senket sich Meine Seele, willst du ruhn Meine Seel ist stille zu GOtt Meine Seel, komm in die Wunden Meines Lebens beste Freude Meine Sorgen, Angst und Plagen ⸗Mein Fels hat uͤberwunden „Mein Freund ist mein, und ich Mein Freund zerschmilzt Mein Gemuͤth, wie so betruͤbt Mein genug beschwerter Sinn Mein GOtt, das Herz ich 30 Mein GOtt, du weißt am Register. Mein GoOtt, erschaffen hast Mein GOtt, ich weiß wohl, daß ich sterbe Mein Gott, wie soll ich singen Mein Heiland, lehre mich Mein Herzens⸗JEsu, meine Lust Mein herzer Vater, weint ihr noch Mein Herze schwinge dich, Mein Herze, wie wankest und Mein Herz, o GOtt, spricht Mein IEsu, dem die Seraphinen Mein IEsu, der du mich zum Mein IEsu, hier sind deine Bruͤder Mein IEsu, schoͤnstes Leben Mein IEsu, suße Seelenlust Mein IEsus ist getreu Mein Koͤnig, schreib mir dein Gesetz Mein Leben ist ein Pilgrimsstand Mein Salomo, dein freundliches Mein Vater, deine Guad Mein Vater, zeuge mich dein Mensch, druͤckt dein Kreuz Mensch, willst du leben Mich kann GOtt nicht verlassen Mir nach, spricht Christus Mit Ernst, o Menschenkinder Mit Fried und Freud ich fahr Mit meinem GOtt geh ich Mitten wir im Leben Morgenglanz der Ewigkeit N. Nachdem das alte Jahr Nach dir, o HErr, verlanget Nichts betruͤbters ist auf Erden Nicht so traurig, nicht so sehr Nimm von uns, HErr Noch dennoch mußt du Nun bitten wir den heiligen Geist Nun danket alle GOtt *Nun danket all und bringet Ehr Nun danket GOtt, ihr Christen Nun freut euch, GOttes Kinder Run freut euch, lieben Christen Run geht frisch drauf Run GOtt Lob, es ist vollbracht Singen Nun Gott Lob, es ist vollbracht, un Run, gute Nacht, du Register. Seite Nun hat das heilge GOtteslamm 122 Nun jauchzet all, ihr 1⁴ Nun jauchzt dem HErren alle Welt 860 Nun ist auferstanden 123 Run ist der Regen hin 2⁴8 Nun ist es alles wohlgemacht 8⁰ Run kommt der Heiden Heiland 14 *Nun kommt das neue Kirchenjahr 798 Nun laßt uns den Leib begraben 751 Nun laßt uns gehn und treten 582 Nun laßt uns GOtt dem HErren 57⁷ Nun lieg ich armes Wuͤrmelein 7⁵¹ Run lob mein Seel den HErren 513 Nun preiset alle GOttes Barmherzigkeit 861 Nun ruhen alle Waͤlder 568 Nun schlaͤfet man, und wer 87³ Nun sich der u uud sroh hat 569 Nun singet und seid froh 36 Nun wachen alle Waͤlder 54⁴9 Nur frisch hinein, es 438 O. O allerhoͤchster Menschenhuͤter 550 O Angst und Leid 2²⁰ Ob schon das Kreuz 387 O Christe, Morgensterne 550 O daß doch bald dein Feuer 80⁵ O daß ich tausend Zungen 51⁴4 O der alles haͤtt verloren 6²² O du allersuͤßte Freude 148 O du allertiefste Liebe 68⁸ O du Liebe meiner Liebe 81 O Durchbrecher aller Bande 689 O du süße Lust 338 Oeffne mir die Perlenthore 781 O Elend, Jammer, Angst und 8¹ O Ewigkeit, du Donnerwort 767⁷7 O Ewigkeit, du Freudenwort 77⁷⁹ *O Ewigkeit, o Ewigkeit 893 O frommer und getreuer GOtt aller 259 O fromnmer und getreuer De ich hab 2²⁰0 O Gott, da ich gar keinen h 17⁰ O GOtt, der du aus Herzensgeund 52⁷ O Gott, der de das Firmament 249 O GOtt, der du in Liebesbrunst 236 O GᷣOtt, du frommer GOtt 16 S Gott, du unser Vater bist 39* /:UꝘgcwǵGcZEämä——mmiieieieeeeeeeieeeeeeeeeei'ea/0ꝗꝰä. —; Ern 5 GSttes Sohn von Ewigkeit O Gtt, ich thu dir danken O GoOtt, mein Schoͤpfer, edler Fuͤrst D GOtt, von dem wir alles haben O großer GOtt ins Himmels Thron O großer GOtt von Macht O Haupt voll Blut und Wunden D heilger Geist, du ewger GOtt O heilger Geist, kehr bei uns O heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte O heilige Dreifaltigkeit, voll 5 heiliger Geist, o migbenl GOtt O HErre GOtt, dein goͤttlich Wort O Erre GOtt, Vater O Herr GOtt, der du deiner O Herz des Koͤnigs aller JEsu Christ, dein Kripplein ist IEsu Christ, der du mir bist IEsu Christ, du hoͤchstes Gut, Esu Christe, GOttes Lamm Esu Christe, wahres Licht Esu Christ, ich preise dich Esu Christ, mein schoͤnstes 1 u Christ, meins Lebens Licht E — su, du bist mein, und u, du mein Braͤutigam JEsu einig wahres Haupt Esu„s 5 Laͤmmelein Esu/ IEsu, GOttes Sohn Esu, sehre mich JEsulein suͤß, o JEsulein Wlu, meiner Seelen Leben IEsu, meines Lebens Licht V su, meine Wonne OIEsu, suͤßes Licht O JEsu suͤß, wer dein gedenkt JEsu, treuster Heiland mein Koͤnig, aller Ehren O Kreuzesstand O Lamm Gottes hoch erhaben O Lamm Gottes unschuldig S Licht vom Licht, o Vaters Glanz *O Liebe, die den Himmel hat O Liebesglut, die Erd und Himmel O meine Seel, erhebe dich O Mensch, bewein dein Suͤnde O GSOttes Sohn, HErr IEI Christ Register. O Mensch, wie ist dein Herz bestellt DO milder GOtt, allerhoͤchster O reicher GOtt von Guͤtigkeit O so hast du nun dein Leben O starker GOtt, o Seelenkraft O starker Zebaoth, du O Suͤndenmensch, bedenk den Tod O suͤßer Stand, o selig Leben O theurer Troͤster, heilger Geist O theures Blut, o rothe Flut O Tod, wo ist dein Stachel nun O Traurigkeit, o Herzeleid O treuster IEsu, der du bist O Ursprung des Lebens O Vater aller Frommen O Vater, allmaͤchtiger GOtt O Vater der Barmherzigkeit, Bronn O Vater der Barmherzigkeit, der du O Bater der Barmherzigkeit, ich DO Vater der Barmherzigkeit, wir O Vaterherz, o Liebesbrunst O Vater, sieh, wie mich O Vater, unser GOtt, es ist O Weisheit aus der Hoͤh O Welt ich muß dich lassen O Welt, sieh hier dein Leben O wie moͤgen wir doch unser Leben O wie selig seid ihr doch O wie selig sind die Seelen O wir armen Suͤnder P. Preis, Lob, Ehr, Ruhm R. Rett, o HErr JEsu, rett Ringe recht, wenn GOttes Gnade „Ruͤstet euch, ihr Christenleute Ruhe ist das beste Gut S Schaffe in mir, GOtt, ein reines Herze, und Schaffet, daß ihr selig werdet Schaffet, schaffet, Menschenkinder »Schaff in mir, GOtt, ein reines Herz, mein Schatz uͤber alle Schaͤtze Schau, lieber GOtt, wie Schmuͤcke dich, o liebe Seele ——. EEE— ..“... . eE ö — SÆe RKegister. „Schmuͤckt das Fest mit Maien Schoͤnster Braͤutgam, soll ich nicht Schoͤnster Immanuel, Herzog der Schuͤtte deines Lichtes Strahlen Schwing dich auf zu deinem GOtt Seele, geh auf Golgatha Seelenbraͤutigam, IEsu Seelenweide, meine Freude *Seele, was ermuͤdst du dich Seid zufrieden, lieben Bruͤder Sei froͤhlich alles weit und breit Sei getreu in deinem Leiden Sei GOtt getreu, halt seinen Sei hochgelobt, barmherzger Sei Lob und Ehr dem hoͤchsten Gut Sei mir tausendmal gegruͤßet Sei mir tausendmal willkommen Sei wohl und, de guter Hirt Selig,:n sind, die zu dem Abendmahl Seligstes Wesen, unendliche Wonne Selig, wer ihm suchet Raum Siehe, ich gefallner Knecht Siehe, mein getreuer Knecht Sieh, hier hin ich, Ehrenkoͤnig Sieh, wie lieblich und wie fein Sie ist mir lieb, die werthe Magd Singen wir aus Herzensgrund Singt dem HErrn nah und fern So bald des großen Sabbaths Sobald, o frommer Christ So bleibets denn also So fuͤhrst du doch recht selig So gehest du, mein JEsu, hin So hab ich nun vollendet So komm, geliebte Todesstund „So lange Christus Christus ist Soll ich denn, JEsu, mein Leben Soll sch mich denn taͤglich Soll ich nach deinem Willen Sollt es gleich bisweilen scheinen Sollt ich aus Furcht vor Menschenkindern Sollt ich meinem GOtt nicht singen Sollt ich meinem GOtt nicht trauen So oft ein Blick mich So recht, mein Kind, ergieb „Sorge doch fuͤr meine Kinder So ruhest du, o meine Ruh Register. So soll ich denn noch mehr So wahr ich lebe, spricht dein So wuͤnsch ich nun ein gute Nacht »Speis uns, o GOtt, deine Kinder Spiegel aller Tugend Stark ist meines JEsu Hand »Steht auf, ihr lieben Kinderlein Straf mich nicht in deinem Zorn Strahl der Gottheit, Kraft *Such, wer da will, ein ander Ziel Suͤßes Seelenabendmahl T. Theures Wort aus GOttes Munde *Thut mir auf die schoͤne Pforte Trau auf GOtt in allen Trautster IEsu, Ehrenkoͤnig Treuer GOtt, ich muß dir klagen „Treuer Hirte deiner Heerde Treuer Vater, deine Liebe Treuer Waͤchter Israel Treuster Meister, deine Worte Tritt hin, o Seel, und dank Triumph:½ des HErrn Gesalbter Triumph, Triumph, es kommt U. Unerschaffne Lebenssonne Unser Herrscher, unser Koͤnig Unser Wandel ist im Himmel Unsre muͤden Augenlieder Unter Liljen jener Freuden Unveraͤnderliches Wesen Ursprung wahrer Freuden V. Valet will ich dir geben Vater, ach laß Trost Bater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnaͤdiglich Versuchet euch doch selbst Verwundter Heiland Verzage nicht, o Haͤuflein klein Viel besser nicht geboren Vom Himmel hoch da komm ich Vom Himmel kam der Engel Von Adam her so lange Zeit Von GOtt will ich nicht lassen Register. Vor deinen Thron tret ich hiermit Vor Gricht, HErr IEsu, steh ich W. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen Wach auf, mein Herz, denk Wach auf, mein Herz, die Nacht Wach auf, mein Herz, und singe Wachet auf, ihr faulen Christen Wachet auf, ihr lieben Herzen Wachet auf, ruft uns die Stimme Wacht auf, ihr Menschenkinder Waͤr GOtt nicht mit uns Walts GOtt, mein Werk ich Warum betruͤbst du dich, mein Herz Warum betruͤbst du dich, und Warum sollt ich mich denn graͤmen Warum willst du doch fuͤr morgen Warum willst du draußen stehen Was alle Weisheit in der Welt Was bedeut dies, ihr Jungfrauen. Was betruͤbst du dich, mein Herze Was frag ich nach der Welt, sie Was frag ich nach der Welt und Was fuͤrchtst du, Feind Herodes Was giebst du denn Was Gott gefaͤllt, mein Was GOtt thut, das ist wohl Was habe ich dir gethan Was hinket ihr, betrogne Seelen Was kann ich doch fuͤr Dank Was kann uns kommen an fuͤr Noth Was lacht ihr, Babelskinder Was Lobes solln wir dir, o Vater Was mein GOtt will, das gscheh Was mich auf dieser Welt Was willst du armer Erdenkloß Was willst du dich betruͤben Was willst du, mein Herz, anfangen Weg, mein Herz, mit den Gedanken Weg mit allem, was da scheinet Weh mir, daß ich so oft und viel Weicht, ihr Berge, fallt Weil ich meinen JIEsum habe Weil nichts gemeiners ist Welch eine Sorg und Furcht Welt Ade! ich bin dein muͤde Register. Sei Weltlich Ebr und zeitlich Gut Welt, packe dich, ich Welt, tobe, wie du willst Wenn dein herzliebster Sohn Wenn dich Ungluͤck hat betreten Wenn einer alle Kunst und Wenn ich betracht mein suͤndlichs Wenn ich in Todesnoͤthen bin ⸗Wenn kleine Himmelserben Wenn mein Stuͤndlein vorhanden Wenn meine Suͤnd mich kraͤnken Wenn Vernunft von Christi Wenn wir in hoͤchsten Noͤthen Wer Christum recht will Wer das Kleinod will Werde licht, du Stadt der Heiden Werde munter, liebe Seele Werde munter, mein Gemuͤthe Wer GOtt vertraut, hat wohl Wer in dem Schutz des Hoͤchsten Wer ist wohl wie du Wer nur den lieben GOtt laͤßt Wer recht die Pfingsten feiern will Wer seinen IEsum haͤlt, so Wer seinen IEsum recht will Wer sich auf seine Schwachheit steurt Wer sich im Geist beschneidet Wer sind die vor GOttes Throne Wer uͤberwindet, soll Wer weiß, wie nahe mir mein Wer wohlauf ist und gesund Wie fleugt dahin der Menschen Wie GOtt mich fuͤhrt, so will ich Wie herrlich ists, ein Schaͤflein Wie ist so groß und schwer Wie nach einer Wasserquelle »Wie schoͤn ists doch, HErr IEsu Christ Wie schoͤn leuchtet der Morgenstern voll *Wie schoͤn leucht uns der Morgenstern vom Wies GOtt gefaͤllt Wie soll ich dich empfangen Wie wird doch so gering Wie wohl hast du gelabet Wie wohl ist mir, o Freund Wir Christenleut Wir danken dir, H. J. C., daß du fuͤr uns Wir danken dir, H. J. E., 35.N0 gen —— ö ö Register. Seite Wir danken dir, H. J. C., daß du unser 87⁴ Wir danken dir, H. I. C., daß du vom 129 Wit danken GOtt fuͤr seine Gabn 87⁵ Wirf ab von mir 2² Wir glauben all an einen GOtt 23² Wir haben jetzt vernommen 251 Wir Menschen sind zu dem 167 Wir singen dir Immanuel 40 Wir warten dein, o GOttes Sohn 393 Wo denk ich armer Mensch doch 4¹9 Wo Gott der HErr nicht bei 726 ö Wo GOtt zum Haus nicht 30 Wohl dem, der Jakobs GOtt 4»445 Wohl dem, der in GOttes Furcht 698 Wohl dem, der sich auf seinen 465 Wohl dem, der sich mit Fleiß 42⁰ Wohl dem Menschen, der nicht 16⁸ Wohl recht wichtig und recht 3⁵⁵ Wo ist der Liebste hingegangen 13⁷ Wo ist meine Sonne blieben 57³ ö Wo ist mein Schäflein 489 Wollt ihr den HErren finden 663 Wollt ihr wissen, was mein Preis 350 Wo mein Ech d liegt 400 Womit soll ich dich wohl 308 ö Woran fehlts immer mehr 699 Wo soll ich fliehen hin 2²⁰ Wo soll ich hin, wer hilfet mir 22⁵ Wo willst du hin 57⁴ Wunderanfang, herrlichs Ende 286 Wunderbarer Gnadenthron 8⁰4 Wünderbarer Koͤnig 52⁴ Wunderlich ist GOttes Schicken 39⁴ 3. Zerfließ, mein Geist, in 191 Zeuch ein zu meinen Thoren ö 15² Zeuch hin, mein Kind, denn 303 Zeuch, Israel, zu deiner Ruh 89⁷ Zeuch meinen Geist, o HErr 491 Seuch mich, zeuch mich/ 491 Zeuch uns nach dir, so kommen wir 48⁸ Zion, gieb dich nur zufrieden 7²⁵ Zion klagt mit Angst und 7²⁷ Zu dir, o GOtt, erhebet 588 Zwei Ding, o HErr, bitt 310 1 0————. Geistreiche Gebete, aus Johann Arnds Paradies⸗Gärtlein und andern zusammengezogen. Um Andacht und die Gnade des Gebets. Bormhbersiger⸗ gnaͤdiger/ Oliebreicher Vater im Himmel: du hast mir be⸗ fohlen zu beten; dein lie⸗ ber Soh hat michs geleh⸗ ret, und mit einem theu⸗ ren Eid die Erhdrung zu⸗ gesaget; dein heiliger Geist erinnert mich oft in mei⸗ nem Herzen des Gebets; und ich weiß, daß alle gu⸗ te und alle vollkommene Gaben von oben herab kommen muͤssen, von dem Vater des Lichts, und weiß auch, daß kein wah⸗ res, bestaͤndiges, gedeihli⸗ ches Gut, es sei himmlisch oder irdisch/ zeitlich oder ewig/ ohne Gebet kann er⸗ langet werden; weiß auch, daß es deine Ehre betrifft, und meine hoͤchste Noth⸗ durft erfordert; weiß auch, was fuͤr ein freundlich Ge⸗ spraͤch das Gebet ist mit dir, und wie du antwortest durch Trost und heilige Ge⸗ danken, und daß keine Huͤlfe und wahrer Trost ohne Ge⸗ bet koͤnne erlanget werden; habe dessen so viel Exem⸗ pel der Heiligen und mei⸗ nes HErrn IEsu Christi, Dennoch bin ich so faul und traͤge zum Gebet, ver⸗ lasse mich mehr gauf meine Arbeit und Weisheit, denn auf deine Huͤlfe und Gna⸗ de. Ach vergieb mir solche Sicherheit, Thorheit und Verachtung deiner goͤttli⸗ chen Verheißung! Wende von mir die schwere Stra⸗ fe, die du draͤuest den Ver⸗ ächteen deiner Gnade, daß du sie wollest wieder ver⸗ achten, und daß die, so ei⸗ nem andern nacheilen/ roß Herzeleid haben sol⸗ en, und gieb mir den Geist der Gnade und des Gebets. Entzuͤnde mein Herz mit inniger und brünstiger Andacht, und mit 2 Um inbrünstige Andacht. mit dem Licht deiner Gna⸗ de. Laß mein Gebet vor dir riechen, wie das Opfer Noah. Laß mich meine Haͤnde zu dir auf⸗ heben, wie Moses. Laß mein Gebet vor dir klin— gen, wie die Cymbeln am Kleide Aarons und wie die Harfe Davids. Zuͤnde in mir an den heiligen Durst nach dir, wie ein Hirsch schreiet nach frischem Was⸗ ser. Ruͤhre und reinige meine unreinen Lippen mit dem himmlischen Feuer wie dem Jesaia; laß mich deine Herrlichkeit im Geist und Glauben sehen, wie Ezechiel; erhoͤre mich, wie Daniel; oͤffne mir die Augen, wie dem Diener Elisaͤ; laß mich mit Pe⸗ tro und Maria bitterlich weinen; erleuchte mein Herz, wie dem Schäͤcher am Kreuz; laß mich die Knie meines Herzens vor dir beugen, wie Manasse; thue mir mein Herz auf, wie der Lydig, daß ich al⸗ ler zeitlichen Dinge in mei⸗ nem Gebet vergesse. Ach HErr, aller Herzen Kuͤn⸗ diger, der du Herzen und Nieren pruͤfest, du weißt, wie unbestaͤndig menschliche Herzen und Gemuͤther sind, viel be⸗ weglicher denn Wasser, so vom Winde beweget wird. Ach befestige mei⸗ ne Andagcht, daß ich nicht durch so mancherlei Ge⸗ danken hin und her be⸗ weget werde! Ach du kannst das Schifflein mei⸗ nes Herzens still halten, befestigen und viel besser regieren, denn ich selbst. Stehe auf, HErr, be⸗ draͤue den Sturmwind und das unruhige Meer meines Herzens, daß es stille sei, in dir ruhe, dich ohne Hinderniß an⸗ schaue, und mit dir ver⸗ einigt bleibe. Fuͤhre mich in die geistliche Wuͤsten, da ich nichts sehe noch hore von der Welt, denn dich allein, daß du mit mir gl⸗ lein reden moͤgest, daß ich dich freundlich kuͤssen moge, und es niemand sehe und mich hoͤhne. Erneure mein Herz, Sinn und Gemuͤth; zuͤnde in mir an dein Licht, daß es in mir leuchte, daß mein Herz brenne und entzuͤndet werde in deiner Liebe und Andacht. Nimm das steinerne Herz hin⸗ weg, daß ich empfinde deines Geistes Flamme, Liebe, Trost und frennd⸗ liche Antwort. Auch nimm weg durch deine Gnaͤde alles, was meine Andacht hindert, es sei die Welt oder deines Fleisches Wil⸗ le, als Zorn, Rachbe⸗ gier, Ungeduld, Unglau⸗ hen, Hoffart, Unversoͤhn⸗ lichkeit, Unbußfertigkeit. Laß deinen heiligen Geist in meinem Herzen seufzen, schreien, rufen, beten, lo⸗ ben, danken, zeugen und meinem Geist Zeugniß ge⸗ ben der Kindschaft. GOt⸗ tes. Laß ihn mein kal⸗ tes Herz mit seinem himm⸗ lischen Feuer entzuͤnden, er⸗ Um wahre Andacht. 3 erwaͤrmen und mich ver⸗ treten bei GOtt mit un⸗ aussprechlichem Seufzen. Laß deinen heiligen Geist in mir wohnen, und mich zum Tempel und Heiligthum GOttes ma⸗ chen, und mich erfuͤllen mit goͤttlicher Liebe, Licht, Andacht, himmlischen Ge⸗ danken, Leben, Trost, Staͤrke, Freude und Frie⸗ de. Laß deinen heiligen Geist den Tempel meines Herzens mit dem himm⸗ lischen Weihrauch der gott⸗ lichen Andacht lieblich und wohlriechend machen. Laß uns durch deinen hei⸗ ligen Geist, o Vater, mit deinem lieben Sohn JE⸗ su Christo vereinigt wer⸗ den, daß wir in ihm, durch ihn, mit ihm beten/ als mit unserm Haupte. Laß uns auch durch den hei⸗ ligen Geist mit allen glaͤu⸗ bigen Herzen und der gan⸗ zen heiligen Kirche vereini⸗ get werden, daß wir mit der ganzen Kirche fuͤr die ganze Kirche und in der Kirche, als in deinem Hei⸗ ligthum beten und im Ramen JIeEsu Christi er⸗ hoͤret werden. Amen. Um wahre Andacht. 98 HErr GoOtt! O daß wir so fleißig waͤ⸗ ren zu beten, zum wenig⸗ sten mit Seufzen des Her⸗ zens, als du bist mit Rei⸗ zen, Locken und Gebieten, Verheißen und Noͤthigen Iuul Gebet! Ach wir sind gul und undankbar, das vergieb du uns, lieber HErr/ und staͤrke uns den Glau⸗ ben. Amen. Dr. Martin Luther. Um rechte Würdigkeit zu beten. Err, es ist deine Ehre und dein Gottesdienst, dadurch du geruͤhmt wirst, daß ich vor dir bettele; darum, lieber HErr, sie⸗ he nicht an, daß ich so unwuͤrdig bin, sondern daß ich deiner Huͤlfe nothduͤrf⸗ tig bin, und du der rechte einige Nothhelfer bist aller Suͤnder. Darum dir ge⸗ schiehts zu Ehren, daß ich dich anrufe: so kann ich deiner Huͤlfe nicht ent⸗ rathen, und du kannst und willst geben denen, die dich bitten. Amen. Amen. Dr. Martin Luther. Gebet auf GOtles Ber fehl und Verheißung. Ar HErr, du weißt, daß ich ja nicht von mir selbst und aus eige⸗ nem Vermessen, noch auf meine Wuͤrdigkeit vor dich komme; denn so ich das wollte ansehen, so duͤrfte ich die Augen nicht vor dir aufheben, und wuͤßt⸗ nicht, wie ich anfahen soll⸗ te zu beten; sondern dar⸗ auf komme ich, daß du selbst geboten hast, und ernstlich forderst, daß wir dich sollen anrufen, und auch Verheißung zugesagt hast, dazu deinen eigenen Sohn gesandt, der uns gelehret was wir beten sol⸗ 4 Täglicher Seutzer zur heil. Dreitaltigkeit. sollen, und die Worte vor⸗ gesprochen hat; darum weiß ich, daß dir solch Gebet gefaͤllt, und mein Vermessen, daß ich mich GOttes Kind vor dir ruͤhmen darf, scheine wie groß es wolle, so muß ich dir gehorsam sein, der du es so haben willst, damit ich dich nicht Luͤgen stra⸗ fe, und mich uͤber andere Suͤnde noch schwerer ge⸗ gen dich versuͤndige, beides mit Verachtung deines Ge⸗ bots und Unglauben an deine Verheißung. Luther. Täglicher Seufzer zur heiligen Dreifaltigkeit. A* GOtt Vater, gieb uns gnaͤdig, was zu Leib und Leben gehoͤret! Ach du Sohn Gottes, hilf uns von Suͤnden, sei uns gnaͤdig, und gieb uns deinen Geist! Ach GOtt heiliger Geist, heile, troste und staͤrke uns wider den Deufel, und gieb uns end⸗ lich Sieg und die Aufer⸗ weckung vom Tode. Amen. Dr. Martin Luther. Der Mlorgensegen. Des Morgens, so du aus dem Bette faͤhrest, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuz und sagen: es walte GOtt Va⸗ ter, Sohn, heiliger Geist, Amen. Darauf knieend oder ste⸗ hend den Glauben und Vaterunser. Willst du, so magst du dies Gebet⸗ lein dazu sprechen: Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch IEsum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr be⸗ huͤtet hast, und bitte dich/ du wollest mich diesen Tag auch behuͤten vor Suͤnden und allem Uebel, daß dir alle mein Thun und Le⸗ ben gefalle. Denn ich be⸗ fehle mich, meinen Leib und Seele, und alles in deine Haͤnde; dein heili⸗ ger Engel sei mit mir, daß der boͤse Feind keine Macht an mir sinde, Amen. Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen/ und etwa ein Lied gesun⸗ gen, als die Zehn Ge⸗ bote, oder was deine Andacht giebt. Der Abendsegen. Des Abends, wenn du zu Bette gehest, sollst du dich segnen mit dem hei⸗ ligen Kreuze und sagen: es walte GOtt Va⸗ ter, Sohn/ heiliger Geist, Amen. Darauf knieend oder ste⸗ hend den Glauben und Vaterunser. Willst du, so magst du dies Gebet⸗ lein dazu sprechen: Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch IEsum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnaͤdiglich be⸗ huͤtet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Suͤnden, wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnaͤ⸗ Das Benedicite. 5 gnaͤdiglich behuͤten; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und al⸗ les in deine Haͤnde; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der boͤse Feind keine Macht an mir finde, Amen. Und alsdann flugs und froͤhlich geschlafen. Dr. Martin Luther. Das Benedieite. Die Kinder und Gesinde sollen mit gefalteten Haͤnden und zuͤchtig vor den Tisch treten und sprechen: Alor Augen warten auf dich, HErr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit; du thust deine Hand auf, und saͤt⸗ tigest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Darnach das Vaterunser und dies folgende Gebet: HErr GOtt himmli⸗ scher Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Guͤte zu uns nehmen, durch JEsum Christum un⸗ sern HErrn, Amen. Das Gratias. Also auch nach dem Essen sollen sie gleicherweise thun, zuͤchtig und mit ge⸗ falteten Haͤnden sprechen: anket dem HErrn, denn er ist freundlich, und seine Guͤte waͤhret ewig⸗ lich. Der allem Fleische Speise giebt, der dem Viehe sein Futter giebt, den jungen Rahen, die ihn anrufen: er hat nicht Lust an der Staͤrke des Rosses, noch Gefallen an Jemandes Beinen. Der HErr hat Gefallen an denen, die ihn fuͤrchten/ und die auf seine Guͤte warten. Darnach das Vaterunser und dies folgende Gebet: Wir danken dir, HErr GOtt Vater, durch IE⸗ sum Christum, unsern HErrn, fuͤr alle deine Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigkeit, Amen. Dbr. Martin Luther. Ein allgemeines Rlor⸗ gengebet. Es segne mich mein GOtt und Vater, und wasche, heilige und reinige mich in dem Blute JEsu durch seinen Geist. Amen. bba, lieber Vater, ich lobe und preise dich auch fuͤr diese Nacht, so du mich uͤberleben, und fuͤr diesen Tag, so du mich erleben lassen. Laß das rechte goͤttliche, geistliche und himmlische Leben, das aus dir ist, durch den Geist der Gnaden in mir neu werden, damit ich nicht lebe, sondern Christus in mir, und ich im Glauben des Sohnes GOttes stets erneuert werde als eine Pflanze der Gerechtigkeit, zu gruͤnen und zu bluͤhen dir zum Preis, und aus⸗ zubrechen in lebendige und dir wohlgefaͤllige Fruͤchte des Geistes, meinem Naͤch⸗ sten in Nutz und Dienst. Ich ergebe mich dir aufs neue/ 6 Erneuerung des Tautbundes. neue, mein Vater: mache mit mir, was dir wohlge⸗ faͤllt; reinige, laͤutere und bewahre mich, daß ich ein rechtschaffner Christ sei, und zu dem Israel Gottes gehoͤre, uͤber wel⸗ chem ist Friede und Barm⸗ herzigkeit. Ich begehre keine Ehre, als deine Kind⸗ schaft, keinen Reichthum als die Gerechtigkeit JEsu Christi, keine Wollust, als die gnadenreiche Beiwoh⸗ nung des heiligen Geistes. Fuͤr mein Leibliches wirst du wohl sorgen, denn du hast gesagt: Ich will dich nicht verlassen noch ver⸗ saͤumen. Doch bewahre mich vor Muͤßiggang, laß mich arbeiten, nicht aus Geiz, sondern in herzlicher Liebe gegen meinen Naͤch⸗ sten. Laß deine Barmher⸗ zigkeit sich ausbreiten uͤber alle Menschen, die auf dem Erdboden wohnen/ und deine Guͤte uͤber alle dein Geschoͤpf. Ge⸗ denke deiner Kinder, die dich kennen und in der Einigkeit des Geistes ver⸗ bunden sind als lebendige Glieder an ihrem hochge⸗ benedeieten Oberhaupte JIEsu Christo. Laß un⸗ ser aller Gebet ein Gebet sein vor dir durch Chri⸗ stum, in welchem du uns dir selbst angenehm ge⸗ macht hast. Sei du selbst eine ewige Vergeltung allen denen, die mir Liebe beweisen. Meine Belei⸗ diger siehe mit erbarmen⸗ den Augen an, und ver⸗ gieb ihnen, gleich wie ich ihnen von Herzen vergebe. Alle meine Anverwandten lege ich in deine Liebes⸗ arme. Kirchen und Schu⸗ len, Obrigkeit und Unter⸗ thanen befehle ich dir, mein GOtt. Ach siehe an den elenden Zustand in allen Staͤnden, mache dich auf und hilf uns, daß deine Ehre gerettet und des gottlosen Wesens ein Ende werde. Hilf den Ar⸗ men und Elenden, die zu dir schreien. HErr, mein GOtt, verschmaͤhe mein Gebet nicht, sondern er⸗ hoͤre mich um deines lieben Sohnes IEsu Christi wil⸗ len. Amen, das heißt, ja, ja, es soll also geschehen! Danksagung und Erneuerung des Bundes mit Chrisco. mein Heiland, wie groß ist deine Liebe und unbeschreiblich deine Treue! Denn du hast mich erkauft nicht mit vergaͤng⸗ lichem Silber oder Golde⸗ sondern mit deinem hei⸗ ligen theuren Blute. Du bist ein Fluch worden um meinetwillen. Du hast dei⸗ nem himmlischen Vater fuͤr meine Suͤnden genug gethan, und mich versoͤh⸗ net mit GOtt durch den Tod deines Leibes. Du hast mich verlornen und verdammten Menschen er⸗ loͤset vom Tode, vom Teufel, von der Hoͤlle und ewigen Verdammniß. ODu hast mir erworben Gna⸗ Erneuerung des Taukbundes. 7 Gnade, Vergebung der Suͤnden, Gerechtigkeit und Friede, ehe ich noch ge⸗ boren, und mir die er⸗ worbenen Guͤter mitge⸗ theilt, da ich wiedergebo⸗ ren. Fuͤr diese und alle andere deine Wohlthaten sage ich dir von Grund des Herzens Lob und Dank, und uͤbergebe mich dir mit Seel und Leib und alle dem, was ich an Seel und Leib Gu⸗ tes von dir habe. Du hast uͤber das alles noch mit mir in der Taufe einen Bund gemacht, zu dem Ende, daß ich soll dein eigen sein, und in deinem Reich unter dir leben und dir dienen in ewiger Ge⸗ rechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Diesen Bund zu erneuern komme ich vor dich, und entsage mit gutem Bedacht von neu⸗ em dem Teufel und al⸗ len seinen Werken. Ich sage ab der Welt und al⸗ lem Wesen der Welt, als Augenlust, Fleischeslust und hoffaͤrtigem Wesen. Ich sage ab meinem eigenen Fleische, meinem eigenen Willen, meiner eigenen Ehre, meinem eigenen Ruhm, meinem eigenen Nutzen, und was sonsten an mir, das wider dich, meinen HErrn und Hei⸗ land ist. Denn wer nicht allem dem abgesaget, der kann nicht dein Juͤnger sein. Ich will mit mei⸗ nen Augen einen Bund maͤchen, daß sie nicht sehen nach Eitelkeit, und meine Ohren abwenden, daß sie nicht hoͤren nach Narren⸗ theiding. Ich will meine Zunge schweigen, daß sie nicht Boͤses rede, und mei⸗ nen Fuͤßen wehren, daß sie nicht treten auf den Weg der Suͤnder. Ich will nicht am Joche ziehen mit den Unglaͤubigen, sondern neh⸗ men das Kreuz auf mich, und folgen dir nach, in gewisser Zuversicht, daß deine Staͤrke mir zu Huͤlfe komme in meiner Schwach⸗ heit, und dein Ueberfluß wird erstatten meinen Man⸗ gel. Laß dein Leben mei⸗ ner Fuͤße Leuchte sein. Denn wer dir nachfolget, der wird nicht wandeln in Finsterniß, sondern wird das Licht des Lebens ha⸗ ben. Laß mich mit dir im Glauben und in der Liebe allezeit verbunden bleiben. Heilige, was noch in mir Unheiliges, und thue gnaͤ⸗ diglich von mir hinweg, was dir mißfaͤllig ist. Toͤdte durch deinen heili⸗ gen Geist, was ich noch Eigenes an mir habe, da⸗ mit ich dir allein lebe und mit der Wahrheit sagen kann: Ich lebe nun, doch nicht ich, sondern Christus lebet in mir; denn was ich jetzt lebe, das lebe ich im Glauben des Sohnes GOttes, der mich geliebet hat, und sich selbst, fuͤr mich dargegeben. Verleihe mir dazu Gnade, mein Hei⸗ land, und hilf mir, du Liebhaber des Lebens, nach dei⸗ 8 Allgemeines Abendgebet. deiner uͤberschwenglichen Liebe. Amen. Ein allgemeines Abend⸗ gebet. Es segne mich der dreiei⸗ nige und ewige GOtt! Ja, segne du mich, mein Vater, mit himmlischen Guͤtern in Christo JEsu. Och lobe und preise dei⸗ nen heiligen Namen, daß du mich erhoͤret und mein Gebet nicht verschmaͤ⸗ het hast, das ich heute in der Morgenstunde gebracht habe vor dein heilig An⸗ gesicht. Zwar ist mir deine wunderbare Guͤte um mei⸗ ner Schwachheit willen noch am meisten verbor⸗ gen; darum kann ich dich nicht so voͤllig und kraͤftig loben, als ich schuldig bin, ja als ich durch deine Gna⸗ de wuͤnsche und verlange. Doch preise ich dich mit meinen Lippen, wie du mir deine Gnade dazu reichest, beides fuͤr die erkannten und unerkannten Wohltha⸗ ten, bis ich dahin gelange, daß ich sie alle erkennen, ja dich selbst von Angesicht zu Angesicht anschauen werde. Weil ich hier bin, will ich dich insonderheit preisen fuͤr das liebe Kreuz, welches du mir als einem Juͤnger Christi taͤglich auf⸗ legest, damit meine Seele von den Luͤsten dieser Welt recht entwoͤhnet und zu dir gewoͤhnet werde. Nun ist ja auch die Last dieses Ta⸗ ges uͤberwunben, und also ein Schritt nach dem an⸗ dern von diesem Elende zu⸗ ruͤckgelegt, und wir kom⸗ men immer naͤher zu un⸗ serer ewigen Herrlichkeit. Indessen hast du Geduld mit uns, und vergiebest uns taͤglich und reichlich alle un⸗ sere Suͤnden; darum habe ich auch einen freien Zu⸗ gang zu dir, mein Vater, in dem Blute IEsu, wel⸗ ches mich abgewaschen und gereiniget hat von allen meinen. Suͤnden. Wie groß ist deine Liebe, daß du mich also aus Gnaden selig gemacht hast, mein Vater! Ich werfe deine Gnade nicht weg, ob ich wohl meine Gebrechen und Untugenden an mir erkenne. Du weißt, daß es meines Herzens Wunsch und Ver⸗ langen ist, voͤllig davon befreiet zu werden, und daß mich darum die sterb⸗ liche Huͤlle am meisten druͤcket, weil ich mich in derselben nicht recht zu dir aufschwingen kann, noch mich voͤllig mit dir verei⸗ nigen, sondern immer von der Suͤnde, die mich an⸗ reizet, zuruͤck gehalten wer⸗ de. Doch laß mir nur diese Gnade widerfahren, mein Vater, daß mein Christenthum rechtschaffen sei bis ans Ende, und daß ich deine Gnade nicht ver⸗ geblich empfahe zu meinem taͤglichen Wachsthum, so genuͤget mir. Nimm mich nun zur Ruhe, lieber Ab⸗ ba, denn ich lege mich in deine Arme, und ergebe mich unter den Schutz und Schirm Morgengebet am Sonntag. 9 Schirm deiner Fluͤgel, in glaͤubiger Zuversicht auf deine Gnade. Schließe du mir meine Augen zu durch deine Vaterliebe, und bleibe indessen vereinigt mit mei⸗ nem Geist, daß der Sa⸗ tan keine Macht an mir finde. Du bist ja der Huͤ⸗ ter und Waͤchter Israel, der nicht schlaͤfet noch schlummert. Du wollest nicht allein meinen Leib und Seele, und alles, was du mir gegeben hast, gnaͤ⸗ diglich behuͤten und be⸗ wahren, sondern auch al⸗ ler Menschen in der Welt und aller deiner Geschoͤpfe/ insonderheit aber aller dei⸗ ner Kinder, aller meiner Mitbruͤder und Mitschwe⸗ stern in Christo JEsu dich erbarmen, und sie auch an diesem Abend meines ar⸗ men Gehets mit genießen lassen. Oeffne mir denn wieder an dem morgenden Tage meine Augen, und erfuͤlle meinen Mund aufs neue mit deinem Lobe, da⸗ mit ich dich so lange preise und dir zu Ehren lebe, bis der Abend dieses zeitlichen Lebens, danach ich mich herzlich sehne, heran kom⸗ me, und du mich ins Grab zur Ruhe legest, und mich wiederum auferweckest an dem rechten Ruhe⸗ und Freudentage deiner Kinder/ da meine Sonne ewiglich nicht untergehen wird/ son⸗ dern ich in ewiger Wahr⸗ heit und Klarheit vor dir Morgengebet am Sonn⸗ lag. du Vater des Lichts, der du das natuͤrliche Licht dieser Welt uns schei⸗ nen laͤssest, sende doch auch heute und allezeit das wahr⸗ haftige Licht, JTEsum Chri⸗ stum, in mein Herz, und laß ihn darein leuchten und alle Finsternisse vertreihen, damit ich dich, o ewiger GoOtt, in deinem liebsten Sohne erkenne und lieb gewinne. Siehe, ich bin durch die Suͤnde in der Finsterniß der Eitelkeit ge⸗ fangen und verdunkelt. Darum lehre du mich selber durch deinen heiligen Geist aus deinem heiligen Worte, wie ich mich zu dir bekeh⸗ ren und dir im Glauben gehorsam werden koͤnne. So werde ich mich erst recht mit Lob und Dank zu dir wenden, und dir in deinem Lichte dienen und gefallen koͤnnen. O HErr IEsu Christe, du Sonne der Gerechtigkeit, gehe du mir auf als ein Morgen⸗ stern, und schenke mir dein Heil unter deinen Fluͤgeln/ damit mir alle Tage mei⸗ nes Lebens zu rechten Sonntagen werden. Lehre mich aufwachen vom Schlaf meiner natuͤrlichen Sicherheit, und aufstehen von allen todten Werken und Gesellschaften, damit du mich, JEsu, erleuch⸗ ten moͤgest. Du bist ja der Glanz der Herrlichkeit, leben werde. Amen. ach so lasse mich nicht fel el⸗ —— 10 Um wahre Erleuchtung. selber leben, sondern dir/ der du fuͤr mich gestorben, und heute wieder aufer⸗ standen bist. O brich an, du helles Licht, in meinem Herzen, und herrsche uͤber alle deine Feinde in uns, die du in deiner Auferste⸗ hung bezwungen hast. Und, o heiliger Geist, schicke un⸗ sere Herzen heute zu, daß sie deine Tempel werden, darin du den ganzen Tag lehren koͤnnest. Heilige alle Gedanken und Sinne, dein Wort zu fassen und zu be⸗ halten, auch dir ohne Falsch zu gehorchen, und in taͤglicher Buße diese ganze Woche und allezeit fortzugehen. Halte selbst deinen Sabbath oder Ru⸗ hetag in uns, und habe dein Werk in unsern Her⸗ en daß wir dir gefaͤllig eien in Zeit und Ewigkeit. Amen. Um wahre Erleuchtung. O Glanz der Herrlich⸗ keit und Ebenbild des goͤttlichen Wesens, JEsu Christe, du Licht der Welt, wie kann ich dir nachfol⸗ gen, damit ich das Licht des Lebens habe, wo du mich nicht selbst erleuch⸗ test? Meines Herzens Fin⸗ sterniß ist groß und dick, daß ich dein helles Licht da⸗ durch nicht erblicken kann, es sei denn, daß du meine Unwissenheit und Irrthuͤ⸗ mer vertrieben, welche bei allem Ruhm der Religion doch oft sehr groß unter den Menschen sind. Dar⸗ um fuͤhre mich aus dem dunklen Kerker meiner ei⸗ genen Einbildungen an das helle Licht deiner Gnaden, und eroͤffne mir das Ver⸗ staͤndniß, daß ich die Schrift verstehe und recht gebrau⸗ che. Vertreibe allen Nebel der Anfechtungen, Begier⸗ den und Verwirrungen, damit du in deinem Tem⸗ pel selbst ungehindert leh⸗ ren koͤnnest, was recht ist. Sei mein Meister und HErr, daß du mich in alle Wahrheit leitest, wie du durch deinen Geist zu thun versprochen hast. Aber laß mich auch hoͤren, wenn du, HErr, redest, daß ich dir folge, und deinem Worte, welches Wahrheit ist nicht widerstrebe. Flöße mir, als einem unmündi⸗ gen Kinde, deine himmlische Weisheit ein, und leuchte durch dein Wort und Geist maͤchtig in meinem Her⸗ zen, daß ich nicht strau⸗ chele noch falle. Schenke mir aus Gnaden den rech⸗ ten Unterschied zwischen Boͤsem und Gutem, jenes zu verwerfen, dieses aber zu erwaͤhlen. Hilf mir aus allem Zweifelmuth, Irr⸗ thum und falschen Weg allzeit auf deine goͤttliche Bahn, darauf auch die Thoren nicht irren moͤgen. Lehre mich genau auf deine goͤttlichen Wirkungen in meiner Seele Acht haben, daß ich deine suͤße Herzens⸗ stimme, o mein Heiland, kennen lerne, und von ei⸗ ner fremden wohl unter⸗ schei⸗ Abendgebet am Sonntag. 11 scheide. O du ewiges Wort des Vaters, mache mir dein Wort suͤßer als alles. Segne mir alle Mittel, die mich zu dir, meinem Ppropheten, fuͤhren und weisen. Laß dein prophe⸗ tisches Wort mir den hel⸗ len Tag und dich, den Morgenstern selber, brin⸗ gen; dein heilsamer Rath, dein Gebot, dein gottlicher Wink, dein freundlicher Zuspruch sei mir allzeit lebendig und empfindlich, bevoraus zur Zeit der Noth, wenn mir aller Trost verschwindet. Laß mir nicht mehr zu, nach meinem Rath zu wandeln. Gieb mich nicht zur Strafe dem eigenen Gutduͤnken meines Herzens uͤber, noch meinen Einbildungen; son⸗ dern laß mich lediglich thun und lassen nach deinem vollkommenen Wohlgefal⸗ len, und fuͤhre mich durch deinen Geist auf ebener Bahn. Sprich zu meiner Seele: Es werde Licht! so wird dein heller Schein in mein Herz kommen zur Erkenntniß deiner Klar⸗ heit in dem Angesichte des ewigen Lichtes JEsu. Durchleuchte alle Winkel meines Herzens, und was sich von natuͤrlicher Fin⸗ sterniß, Falschheit, Eigen⸗ liebe, Vorurtheilen und Be⸗ lialstuͤcken aufhalten will, das treibe du gus mit dei⸗ nem unbetruͤglichen Zeug⸗ niß, dem nichts widerste⸗ hen kann. Theile mir auch aus Gnaden Verstand und Licht mit in meinen Ge⸗ schaͤften, und erleuchte mei⸗ ne Gemuͤthsaugen, zu pruͤ⸗ fen, was auch unter gu⸗ ten Dingen das beste sei. Reiße weg den Vorhang des perderbten Fleisches und der Huͤlle unsers Her⸗ zens, dadurch dein Wille uns verdecket werden will. Stelle mir den hellen Syiegel deiner himmlischen Wahrheit stets vor, mich darin zu besehen, und auch alle Flecken an mir zu er⸗ kennen. Verrathe mir durch deinen heiligen Geist und dessen scharfe Ueberzeugung alle meine Ungestalt, Ver⸗ hindernisse, Zerstreuungen und Unordnungen des Ge⸗ muͤths. So werde ich end⸗ lich lernen, bestaͤndig in deinem Lichte wandeln, wie du im Licht bist, und Gemeinschaft haben mit dem Vater und Sohn im Geist, und mein Gang wird gewiß werden auf deinen Fußsteigen. Dazu wollest du beharrlich an mir arbeiten, und nicht ablassen, bis ich werde ein erleuchteter Mensch nach deinem Herzen. Amen, durch dein ewiges Licht und Leben, Amen. Abendgebet am Sonntag. Di sei allein Preis und Lob gebracht, o hei⸗ liger HErr und Gott, der du mir heute dein Licht hast lassen helle werden, und so viel Gnade an Seel und Leib gegoͤnnet. Ach bewahre du selber in 12 Um ein neues Herz und Leben. in meinem Herzen, was dein Geist durch dein Wort in mich geflanzet hat, da⸗ mit ich viel Frucht bringe in Geduld zum ewigen Le⸗ ben. Vergieb mir alles, worin ich deinem vollkom⸗ menen Willen nicht nach⸗ gelebet haben mag. Laß mich auch den neidischen Feind diese Nacht oder sonst nicht sichten, noch das Gute, so du mir ge⸗ zeiget hast, rauben. Auch wollest du sonst aus Gna⸗ den wachen uͤber alles, was du mir gegeben und in deiner heiligen Ordnung anvertrauet hast. Sei mein Licht in meiner Seele, wenns dunkel wird, und meine Kraft bei aller Schwachheit, mein Schutz, Heil und Leben. In dein liebevolles Herz, HErr IE⸗ su, ergebe ich mich ein, du einiges Heil meiner See⸗ len. Setze deinen heiligen Willen in mir doch bestaͤn⸗ dig fort, und laß mich auch im Schlaf mit dir reden. Erinnere mich des gehoͤrten Worts stetiglich, daß alle meine Sinne und Gedanken zu dir gerichtet bleiben, damit es immer⸗ fort Sonntag und ein hel⸗ ler Schein deines Lichts in meinem Gemuͤth bleibe, der du meine ewige Ruhe und Seligkeit sein mußt ewiglich, Amen, durch dei⸗ nen heiligen Geist, Amen. Um ein neues Herz und Leben. Err JEsu, der du ge⸗ schworen hast, es solle niemand in GOttes Reich kommen, er sei denn von neuem geboren: wie we⸗ nige glaüben diesem deinem wahren Wort und Eid⸗ schwur, ja die meisten wis⸗ sen nichts davon. Ich habe selber mich auch auf meine Taufe verlassen und mich fuͤr wiedergeboren gehal⸗ ten, ob ich gleich nicht den Bund deiner Gnaden habe in mir bestaͤtigen und be⸗ wahren lassen, sondern viel⸗ faͤltig gebrochen. O wie hohe Ursachen haben wir verderbte Menschen um deine wahrhaftige Kind⸗ schaft zu bitten, wollen wir anders selig sterben. Ach schenke uns aus Gna⸗ den deinen heiligen Geist als die rechte heilige Sal⸗ bung, der uns neu gebare, und deinen heiligen Bund in und mit uns kraͤftiglich erneuere. Entdecke uns doch in unserm Herzen durch dein Wort und Zeugniß unsern tiefen Seelenscha⸗ den mit aller unserer Un⸗ art, Thorheit, Arglist, Ei⸗ genliebe, Hoffahrt, falschen Einbildung, Schalkheit und Heuchelei, wie wir deiner goͤttlichen Ratur und Hei⸗ ligkeit so gar entfremdet, ia meist schnurstracks zu⸗ wider sind, auch wo es oft am besten scheinet, oder worin wir von andern ge⸗ lobet und gebilliget wer⸗ den, Ach wie koͤnnen wir doch mit solchen Unreinig⸗ keiten in dein Heiligthum eingehen! Sollten wir denn nicht umzukehren trach⸗ Um ein neues Herz und Leben. 13 trachten, um als Kinder vor dir zu erscheinen? Ach Fleisch und Blut und der irdische Sinn kann ja dein Reich nimmer erben. Dar⸗ um erneure uns doch ein⸗ mal nach deinem Bilde, und setze uns dazu in den rechten Kampf, daß wir nach der goͤttlichen Natur von nun an ernstlich und bestaͤndig ringen, derselben recht theilhaftig zu werden. Erloͤdte uns durch deine Guͤte an dem Sinn des alten Adam, und zerstdre das Alte, daß wir neue Kreaturen und dein Werk werden, geschaffen in Chri⸗ sto zu guten Werken, dar⸗ innen zu wandein. Segne dazu alle deine goͤttlichen Mittel, und erwecke dei⸗ nen heiligen Samen in uns zum wahren Leben in Christo. Laß wachsen das Gewaͤchs der Gerechtigkeit, und gieb uns neuen goͤtt⸗ lichen Verstand, als Kin⸗ der von ihrem Vater ha⸗ ben, daß wir allein nach dir, unserm Vater, uns sehnen, und nach der Re⸗ gierung deines Geistes im kindlichen Sinn vor dir leben. Zertritt, o HErr IEsu, der Schlange den Kopf in unsern verderbten Herzen; stoße aus den grimmigen und eigenwilli⸗ gen Drachen; mache ein Ende des Widerchrists, und verderbe das Kind des Ver⸗ derbens, naͤmlich alles Boͤ⸗ se in uns. Schaffe dage⸗ gen ein neues Herz, neue und heilige Gedanken, Be⸗ wegungen und Kraͤfte. Laß uns nicht laͤnger auf dem verfuͤhrerischen Wege alles Fleisches bleiben, der zur Verdammniß eilet, sondern hilf uns gnaͤdiglich, aller Kreatur und der Welt und uns selbst taͤglich absterben, alle eigene Wahl, sie sei noch so scheinbar, fliehen/ und dein Wort, Licht und Geist unverruͤckt in Acht nehmen. So laß uns end⸗ lich erwachen nach deinem Bilde, und bringe uns ein in deine Ruhe, daraus wir in Adam gefallen sind, und aus dem Fleisch in deinen Geist, der allein in uns lebe. Ziehe uns an den neuen Menschen/ der nach dir ge⸗ schaffen sei in Gerechtig⸗ keit und Heiligkeit der Wahrheit, dadurch wir dir wiederum nach und nach aͤhnlich werden, die wir—i vor dem Satan aͤhnlich waren. Ach IJEsu, zie⸗ he dich mir selbst an in deiner Liebe und Kraft, gieb mir den Geist der Kind⸗ schaft und erneure deinen heiligen Bund mit mir, zum Pfande des ewigen Erbes. Taufe mich mit dir in dei⸗ nen Tod, und begrabe mich darinnen kraͤftiglich auf daß ich auch mit dir zum neuen Leben wieder aufstehe, und in dir in Heiligkeit und Ge⸗ rechtigkeit vor dem Vater ewiglich lebe. Alsdann wer⸗ de ich dich mit neuer Zunge und reinem Herzen loben, wenn alles in mir neu sein wird. Amen. Mor⸗ 14 Morgengebet am Montag. Morgengebet am Montag. Be diesem Anfang der Woche rufe ich zu dir, o heiliger Vater, im Namen IEsu Christi, du wollest mein Herz, Muth und Sinn mit deinem hei⸗ ligen Geist erfuͤllen, damit ich allein das denke, rede und thue, was du selber in mir willst und wirkest. Ach vereinige meine Ge⸗ danken und Begierden mit dir durch die Liebe Christi, und reinige mein Gewissen durch sein Blut, damit ich in deinem heiligen Gehor⸗ sam einhergehe. Siehe, ich übergebe mich dir auf die ganze Woche, ja auf mein Lebenlang; staͤrke mich mit deiner Kraft, mache mich aufrichtig, dir und meinem Naͤchsten in Liebe zu die⸗ nen. Lehre mich wider alle Verfuͤhrungen meines ver⸗ derbten Herzens und boͤser Menschen streiten. Mache mir die Eitelkeit recht bitter, daß du mir desto suͤßer wer⸗ dest. Hilf mir die Last die⸗ ser Woche tragen: leite mich/ wie ein lieber Vater, und mache mich kindlich gehor⸗ sam. Sprich selbst deinen Segen uͤber meine Arbeit/ und gehe mir mit deiner Weisheit vor, damit ich froͤhlich und getrost darin⸗ nen/ aber auch gewissenhaft und treu sei. Ja, werde du selbst in mir und allen meinen Dingen Anfang, Mittel und Ende zu dei⸗ nem Preis und meinem Heil. Amen. Um göttlichen Beistand in seinem Beruf. du Brunnaquell alles Heils und Segens, der du mir diese meine Ar⸗ beit anbefohlen hast, und deine gefallene Kreatur so gerne wiederum durch dei⸗ nen Sohn aus dem Fluch in deinen Segen versetzest; gieb mir doch Weisheit und Verstand, in allem recht nach deinem Willen zu handeln, deinem Na⸗ men zu Liebe und Lob und meinem Naͤchsten wie auch mir zu gute. Und weil meine verderbte Natur mir an deinem Segen am meisten hinderlich ist, so bewahre mich doch vor allem Mißbrauch deiner Gaben zum Uebermuth, Geiz oder Wollust, damit ich mir selber nichts zu⸗ schreibe, sondern auf dich, den Ursprung alles Gu⸗ ten, allein sehe. Steure meinem eigenen Willen, der deiner Regierung im⸗ mer vorlaͤuft, und daß nur dein Wille an und in mir geschehe, und ich dem Exempel meines Heilandes folge, wie er auf der Welt gewandelt hat. Geuß du seine Sanft⸗ und Demuth in mein Herze ein, damit ich in seiner Liebe gegen alle Menschen stehen koͤnne, und du in mir wirkest, was du willst, als in deinem armen Gefaͤß, das du zu Ehren machest. Ja ver⸗ einige mein Herz so kraf⸗ tig mit dir, daß du mich brau⸗ Abendgebet am Montag. 15 brauchen koͤnnest, wie du weißt, daß es mir heilsam sei. Ich ergebe dir Leib, Seel und Gemuͤthe, Hab und Gut, und was du mir gegeben hast. Ich entsage guch meinem eigenen Wil⸗ len, denn der ist meine Un⸗ ruhe, und senke mich in die Kraft deines Wohlge⸗ fallens und Segens, dar⸗ in mir allein wohl ist. Wirst du mit mir sein, und mir Brod zu essen und Kleider anzuziehen geben, wie du denn treulich thust, so sollst du mein GOtt sein immer und ewiglich. Amen. Abendgebet am Montag. Heiliger und gerechter VGGbott, wir sollen in taͤglicher Buße uns im⸗ merdar zu dir wenden, und deine Gnade also von neu⸗ em suchen. Darum er⸗ innere du mich selber durch den Geist deiner Zucht, worin ich etwa diesen Tag uͤber oder sonst von dir ab⸗ ewichen sei. Laß mich ets mit dem verlornen Sohn wieder zu dir na⸗ hen mit zerknirschtem Her⸗ zen, und komme mir mit deiner Erbarmung zuvor in allem meinem Elend, damit mich bie Finsterniß nicht ungewaffnet uͤber⸗ falle. Nimm mich von neuem auf in deine heilige Vorsorge wider aile Fein⸗ de, vornemlich die unsicht⸗ baren, und habe zugleich Dank fuͤr die heutige Be⸗ wahrung und Huͤlfe in meinem Beruf. Lehre mich erkennen, wie ich ohne dich unmoͤglich kann sicher blei⸗ ben, und wie du hingegen Macht genug habest, alle deine Kinder zu erleuchten und zu schuͤtzen. Das Fleisch laß in Zuͤchten reine sein von allen suͤndlichen Luͤsten. Laß mich dir alle das Meine anvertrauen, in deinen Namen mich einergeben, in dir sanfte ruhen, und mit guten Ge⸗ danken und Begierden wie⸗ der aufwachen zu einem hellen und froͤhlichen Tag deiner Gnade in Christo IEsu, meinem HErrn und Heiland. Amen. Um wahre Gollseligkeit. M een und gerech⸗ ter, heiliger GOtt, ich muß leider an meiner ge⸗ fallenen Natur gewahr werden, wie ungoͤttlich sie gesinnet ist, wie gerne sie ohne GOtt in der Welt lebete und also ohne deine Furcht und Zucht bliebe, wenn nicht dein Geist mei⸗ ner maͤchtig wuͤrde. Dir aber klage ich meine Noth, und leugne nicht, sondern bitte nur um deine heil⸗ same Gnade, daß sie mich treulich zuͤchtigen wolle, vor deinem Angesicht gott⸗ selig zu wandeln, und fromm oder aufrichtig zu werden. Gieb mir einen herzlichen Verdruß und Schrecken uͤber allem, wo⸗ durch dein Name im ge⸗ ringsten beleidiget und ge⸗ schaͤndet wird. Lehre mich/ 40 dei⸗ 16 Morgengebet am Dienstag. deine unwerthe Kreatur, wie ich dich recht erkennen, ehren und anbeten solle. Ach laß mich doch deiner unzaͤhligen Gutthaten nicht so schaͤndlich und leicht⸗ sinnig vergessen, sondern gieb mir eine ehrerbietige Erkenntlichkeit gegen alle deine Fuͤhrungen, und eine froͤhliche Ueberlegung dei⸗ ner Treue in allen ihren ußstapfen und Merkma⸗ en. Dies muͤsse mich trei⸗ ben und verbinden, dir in allem gehorsam und treu zu werden, auch ferner mich dir aus ganzer Macht zu vertrauen und zu uͤber⸗ geben. Verleihe mir aus Gnaden, daß ich die Luͤste der Welt meiden, auch alle Versuchungen treulich lerne bestreiten, daß ich thue, was du willst, und lasse, was du nicht haben willst. So lehre mich vor dir leben nach deinem und nicht nach meinem oder der boͤsen Welt Willen. Neige mein Herz unaufhoͤrlich zur Niedrigkeit, meinen Sinn zur Lauterkeit und Wahrheit, mein Leben zur Reinigkeit, Keuschheit, An⸗ dacht und Gehorsam. Aber das alles kann ich nicht er⸗ langen, wo du mir nicht deinen Sohn selbst in mein Herz schenkest, durch den ich allein alles vermag, weil ich ohne ihn nichts Gutes thun kann. Deswegen laß mich allezeit in Demuth nach ihm verlangen, und laß mich nicht ohne ihn leben. Fuͤhre mich nicht nach meinem Verdienst, sondern nach deinem guten und heiligen Willen in Christo JEsu. Durch des⸗ selben Gnade und Geist regiere mich in Gedanken, Worten und Werken, daß dir alles in ihm an mir wohlgefalle, und ich dir durch ihn ein angenehm Opfer werde. Sammle meine Seele aus aller Zer⸗ streuung in das einige Nothwendige, darin ich das beste Theil durch deine heilige Unterweisung fin⸗ den mag. Also zeige mir kraͤftiglich, wie ich aus dem Abfall der boͤsen Natur wie⸗ der zu meiner Erloͤsung eilen moͤge, deine ewige Wahrheit allein suchen, und also eines Sinnes und Wil⸗ lens werde mit meinem Heilande und durch ihn mit dir, o Vater, und deinem ewigen Geist. In dieser Vereinigung hoffe und wuͤnsche ich dich ewig an⸗ zubeten und zu preisen. Amen. Morgengebet am Dienstag. etreuer GOtt und Vg⸗ ter, dir sei Preis fuͤr alle deine Guͤte, daß du mich unter dem Schatten deiner Fluͤgel hast ruhen lassen. Desto mehr laß nun auch diese kuͤnftige Zeit uͤber mich zu deiner Liebe erwecket werden, daß ich nicht begehre zu leben, ohne nur in dir, und was ich noch lebe, bloß im Glauben deines Soh⸗ Wider die zeitlichen Sorgen. 17 Sohnes lebe, ja daß er mein wahres Licht und Leben werde. Hierzu uͤber⸗ gebe ich mich dir ganz von neuem zu deiner Rei⸗ nigung und Regierung. Laß du den lebendigen Glauben und dadurch Chri⸗ stum in meinem Herzen wohnen, daß er die Fruͤch⸗ te des Glaubens in mir wirke, als Liebe, Hoff⸗ nung, Demuth, Sanft⸗ muth und Geduld, Lehre mich, keine Wollust zu verlaͤngen, als deine Lie⸗ be, keine Vortheile, als die Schaͤtze deiner Gna⸗ den, keine Ehre, als deine Kindschaft, wenn ich in dir von neuem geboren werde. Fuͤr das Zeitliche laß mich ja nicht aͤngstlich sorgen, denn du wirst mich nicht verlassen noch ver⸗ saͤumen. Heilige und be— nedeie das Werk meiner Haͤnde selbst, und neben mir auch alle, die dich suchen. Ja breite deine Barmherzigkeit uͤber alle Menschen aus, und hole einen jeden herum aus seinem Verderben, abson⸗ derlich die Feinde deiner Wahrheit. Insbesondere empfehle ich deiner Gna⸗ denregierung die Meini⸗ gen/ wie auch meine Oberen und Vorgesetzten. Erbar⸗ me dich des allgemeinen Elendes in allen Staͤnden, und mache der Bosheit und den Aergernissen ein Ende. Hilf auch allen Nothleidenden und sei uns allen gnaͤdig, daß du uns deinen Frieden gebest im Namen IEsu, Amen. Wider die zeitlichen Sorgen. ů O GOtt, gieb mir doch, daß ich mein Ver⸗ trauen nicht auf mich selbst oder andere Kreaturen setze, sondern mich auf dich allein verlasse. Denn dazu laͤssest du jetzund solche große Plagen her⸗ einbrechen, uns zu pruͤfen, ob wir unsere Zuversicht auf dich allein setzen wol⸗ len oder nicht. Also laß uns doch durch deinen hei⸗ ligen Geist alles brauchen zur gesegneten Uebung im Glauben, Geduld und Gebet. Mangelt uns et⸗ was, so ersetze du solches mit deiner Treue und Lie⸗ be, die besser ist als alle Schaͤtze in der Welt. Faͤllt uns aber etwas zu, so laß uns doch jg das Herz nicht daran haͤngen. Dies sei unsre seligste Ruhe, mit deinen heiligen Schickungen zufrieden zu sein, deine Gerechtigkeit zu ehren, und auch den Raub der Guͤter, wo du ihn verhingst, mit Freu⸗ den zu erdulden. Die Welt mit ihrem falschen Trost laß uns nicht be⸗ truͤgen, sondern wenn wir dich haben, nichts nach ihr fragen. Geduld sei unsere Staͤrke, und unser Gewinn Gottseligteit mit Vergnuͤgsamkeit. Unsere Nothdurft hilf uns maͤßig⸗ lich gebrauchen, und nicht 40* mit 18 Abendgebet am Dienstag. mit uͤbermaͤßiger Begierde darein verstricket werden. Ach laß uns von der schaͤndlichen Bauchsorge nicht verschlungen werden, und reinige die Herzen von dieser Abgoͤtterei. Deine Hand regiere uns doch in der rechten Mittelstraße, und erloͤse uns von un⸗ noͤthigem Kummer uͤber geringe Dinge, daß wir sie sowohl als alles fuͤr vergaͤnglich halten, und nach bessern Guͤtern stre⸗ ben lernen, die uns kein Dieb, Rost oder Fall rau⸗ ben kann. Ach daran soll mein Herz ewig genug ha⸗ ben. Amen. Abendgebet am Dienstag. iewohl ich deine Guͤ⸗ te/ o himmlischer Va⸗ ter, nicht voͤllig erkenne, die ich nur heute, geschwei⸗ ge mein Lebelang genos⸗ sen habe, so wollest du doch meinen schwachen Dank in Gnaden anneh⸗ men, und noch dieses zu deinen vorigen unzaͤhligen Wohlthaten hinzuthun, daß du mich in Christo gnaͤ⸗ diglich mit meinem Lob⸗ opfer ansehest. Dir sei insonderheit Dank, da du mir etwa auch heute einige Zuͤchtigung und De⸗ muͤthigung zuͤgeschickt hast, meine Seele von der Welt abzuziehen. Du hilfst ja nur immer eine Last nach der andern uͤberste⸗ hen, und traͤgst dabei viel Geduld, regierst uns auch mit vielem Verscho⸗ nen. Laß uns ja deine Gnade nicht wegwerfen/ noch auf Muthwillen zie⸗ hen, sondern mache uns rechtschaffen vor deinem Angesicht, und pruͤfe, wie wirs meinen. Ja, laß uns taͤglich in deiner Lie⸗ be und Erkenntniß wach⸗ sen/ und was versaͤumet ist, ersetze du selbst. Nimm uns nun in deinen Frie⸗ den ein, und wirke die nö⸗ thige Zuversicht auf deine Bewahrung. Bleibe du in und bei uns, daß kein Feind einbreche. Erbarme dich aller deiner Kinder, ja aller deiner Geschoͤpfe, und morgen oͤffne uns Herz und Mund, dich da⸗ fuͤr zu loben, und in dei⸗ ner Kraft einher zu ge⸗ hen, bis endlich der Abend unsers Lebens kommt, und dein ewiger Tag einbricht, da keine Nacht und Fin⸗ sterniß ist. Amen. Um den lebendigen Glauben. Oeean ender unsers Glau⸗ bens, ich bin zwar in der christlichen Kirche gebo⸗ ren und erzogen, habe auch wohl etwa den Glauben mit dem Munde bekannt und vorgegeben, und mich einen Christen und Recht⸗ glaͤubigen nennen lassen. Allein ob solches alles in der That und Wahrheit an mir eingetroffen, das weißt du, allwissender HErr, am besten. 4** U⸗ Um den lebendigen Glauben. 19 Augen sehen ja nach dem Glauben, und pruͤfest auch einen jeglichen, ob sein Glaͤube rechtschaffen er⸗ funden werde. Ein jeder Baum wird an seinen Fruͤchten erkannt, und wel⸗ cher nichts Gutes bringet, der wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Des⸗ wegen bitte ich dich um den Geist des Glaubens; du wollest ihn reichlich uͤber mich ausgießen, auf daß ich mich von allem Miß⸗ trauen, Falschheit, Zwei⸗ fel, ungoͤttlichem Sinn, Irrthum und Aberglau⸗ ben kraͤftiglich abkehre zu dem seligmachenden Licht deiner wahren Erkenntniß. Behuͤte mich vor dem blo⸗ ßen Wahn⸗ und Heuchel⸗ glauben, der ohne Furcht als todt vor dir nicht be⸗ siehen kann. O lieber GOtt und Vater, erleuch⸗ te mich mit deiner goͤttli— chen Wahrheit, daß ich von derselben gͤttlich uͤberzeu⸗ get und versichert werde nach deinem wahren Worte. Ueberwinde in mir den na⸗ tuͤrlichen Unglauben durch das lebendige Zeugniß dei⸗ nes heiligen Geistes, und befriedige mein unruhiges Herz in deinen unbetruͤgli⸗ chen Verheißungen, daß ich dadurch neu geboren und erwecket werde/ dir, meinem himmlischen Vater, unver⸗ ruͤckt im Glauben anzuhan⸗ beu, alle Ehre der Wahr⸗ eit, Gerechtigkeit, Treue und Liebe dir willigst gebe, und also aus dem Glau⸗ ben als ein Gerechter lebe. Laß mich ja nicht im blo⸗ ßen aufblaͤhenden Wissen beruhen, sondern gieb mir eine lebendige Erkenntniß Christi in mein Herz. So oft ich aber ob demselben Glauben kaͤmpfen muß und wegen meiner Verderbniß Furcht und Zweisel auf⸗ steiget, wollest du aus Gna⸗ den das glimmende Docht nicht gar ausloͤschen, son⸗ dern nur helfen uͤberwin⸗ den durch des Lammes Blut, daß Christus durch den Glauben in meinem Herzen bleibe, und durch die Liebe ich in ihm ein⸗ wurzele und gruͤnde. Und wenn mein arges Herz et⸗ wa sich auf Kreaturen ver⸗ lassen, und mit dem Ver⸗ trauen von dir abweichen wollte, so bestrafe und zuͤch⸗ tige du mich alsbald mit deinem wahren Wort, daß ich nicht am Glauben Schiffbruch leide. Ach JErr IEsu, sei du mein treuer lebendiger Weg im Glauben zum Vater; sei mein Licht in Finsterniß, mein Stecken und Stab in Gefahr, mein Heil und Le⸗ ben im Tod, auf daß ich durch den Glauben die Welt uͤberwinde, und mich far einen Gast und Fremd⸗ ing auf der Welt erkenne. Ja, laß mich nicht mehr aus und nach der unglaͤu⸗ bigen Vernunft leben und von dir ferne bleiben, son⸗ dern laß mich, was ich noch im Fleische leben muß, blos im Glauben an hen en —.——.— — 20 Morgengebet am Mittwoch. den Sohn GOttes, leben/ und werde du selbst also mein Leben. Denn der Glaube soll und mag kei⸗ nes andern leben, als dei⸗ ner allein. Denselben wol⸗ lest du auch, o mein HErr und GOtt, durch die Liebe lassen in mir thaͤtig sein/ als dein goͤttlich Werk in mir, das mich verwandele und neu gebaͤre, und den alten Adam in mir toͤdte, auch aus mir einen ganz andern Menschen mache von Herz, Muth, Sinn und allen Kraͤften. So wer⸗ de ich erst ein Rechtglaͤu⸗ biger in der That werden und Abrahams Same, auch nach der Verheißung ein Erbe sein des Ziels, wel⸗ ches der Glaube mir vor⸗ haͤlt, daß ich Gemeinschaft haben koͤnne mit allen laͤu⸗ bigen hier und dort oben. Alsdann soll mich auch nichts von solchem festen Grunde GOttes abfuͤhren, noch von deiner Liebe schei⸗ den, weil du mir hoͤher bist als alle Schaͤtze Egyp⸗ tens. Also laß mich den Fußstapfen der alten Glaͤu⸗ bigen nachfolgen, und die zeitliche Ergötzung der Suͤn⸗ den im Glauben meiden, damit ich deine Herrlichkeit und Belohnung erkenne/ und desto mehr nach dir und deiner Gerechtigkeit ver⸗ lange; bis ich endlich in deinem Bilde erwache, und nach dem Glauben im Schauen ewig in dir lebe Seligkeit, davon bringe. K⸗ men/um deiner theuren Ver⸗ heißungen willen, Amen. Morgengebet am Mittwoch. 3² dir, ohimmlischer Va⸗ ter, wende ich meine ersten Gedanken anjetzo, und erhebe mein Herz da⸗ zu, damit ich in dir nun⸗ mehr allein leben, stehen und gehen moͤge. Sei du ferner meine Burg und Zuversicht, wie du es diese Nacht ja so treulich wa⸗ rest, dafuͤr dich mein Ge⸗ muüͤth preisen und anbeten muͤsse. Nun wache heute ferner uͤber mich, uͤber meine Sinne und Glieder/ vornemlich uͤber mein Herz. Gieb mir eine taͤgliche Buße uͤber all meine Ver⸗ derbniß und uͤbrige Unrei⸗ nigkeit. Laß mich in dir reden und wirken dein Wohlgefallen, in dir essen und trinken, weben und bewegen. Und weil du dei⸗ nen Namen, o HErr, ein festes Schloß nennest, so laufe ich mit allen, die du im Glauben deines Sohnes gerecht machest, dahin. In diesem ergebe und opfere ich dir auch alles, was du mir geschenkt hast, auch alle meine Mitglieder/ sie seien nahe oder ferne, auf daß wir allesammt dein ewig Eigenthum werden und bleiben, auch dich also zusammen als Einer mogen anbeten. Laß deinen Geist und das Ende des Glau⸗ den ganzen Tag an uns bens, nemlich der Seelen zuͤchtigen und arbeiten, da⸗ mit Für seinen Berut. 21 mit wir in den Schranken deiner Gebote fort laufen, und der Feind uns nicht koͤnne von dir trennen. Segne uns in Christo EJ⸗ su mit allem, was dir ge⸗ faͤllt, und gieb uns so viel Kraft und Weisheit zu dem Stand, darein du uns zu deinen Dienern gesetzet hast. Ach zeige uns die Fußsta⸗ pfen deines Sohnes, ihm treulich zu folgen; bewahre uns vor allen boͤsen Leu⸗ ten, und laß sie uns we⸗ der schaden noch verfuͤhren. Dein guter Engel fuͤhre uns guf Weg und Steg, und hilf uns wandeln auf dem Weg zur Ewigkeit durch Christum in dem heiligen Geist. Amen. Für seinen Beruf. du Schoͤpfer aller Dinge, du hast mich zu deinem Erbe und Dienst geschaffen, und beweisest nun durch deinen heiligen Beruf, wie du uns nach dem Fall wieder heimsu⸗ chest und zu dir ziehest, wenn wir uns zu dir be⸗ kehren. Durch diese Liebe in Christo IEsu rufe ich dich an, du wollest mir deinen Segen und Bei⸗ stand nicht entziehen in meiner schweren Arbeit, damit ich mich darin nicht unter dem Zorn verzehre, oder durch falsche Absich⸗ ten verderbe. Ach laß mich nicht meinen Naͤch⸗ sten etwa beleidigen oder betruͤgen, sondern gieb mir ein redlich Herz, meinen Naͤchsten zu lieben und zu meinen wie mich selbst, da⸗ mit ich deine Gnade und gut Gewissen behalte. Schenke mir ein genuͤg⸗ sames Herz und Liebe zu den Armen, weil ich nur dein Haushalter sein soll, der nichts Eigenes auf der Welt, sondern alles von dir hat. Laß mich in dei⸗ ner Liebe essen und trin⸗ ken, arbeiten und ruhen. schlafen und wachen, daß der Fluch und Neid des Feindes mich nicht ruͤhre, auch keine Nachstellung boͤ⸗ ser Menschen. Am aller⸗ meisten aber laß mir nicht zu, etwas ohne deine An⸗ rufung um Huͤlfe anzu⸗ fangen, sonst werde ich stets zu Schanden und leide Schaden. Allen Stolz und Neid und Ueberfluß laß ferne von mir sein. Die Lust am Zeitlichen ertoͤdte in mir durch die Unschuld IEsu Christi, daß ich mein Herz an nichts haͤnge, als an dich, und dich uͤber al⸗ les in der Welt hoch und theuer achte. So wird mich nichts Zeitliches noch Irdisches leichtlich koͤnnen betruͤben noch erfreuen, sondern ich werde in dir Ruhe finden, und mein Tagewerk in dieser Zeit vollenden, bis der ewige Sabbath anbricht, da wir ruhen sollen von unserer Arbeit. Amen. Abendgebet am Mittwoch. ammle, o GOtt, alle meine Kraͤfte und dan⸗ an⸗ 22 Um die Liebe zu danten nun in dir zusam⸗ men, als in dem Brun⸗ nen meines Lebens, damit ich dir wuͤrdiglich danken konne durch JEsum Chri⸗ stum, deinen Sohn, weil du mich heut so gar son⸗ derbar begnadet und mir beigestanden hast. Nun em⸗ pfehle ich dir auch in sol⸗ chem Vertrauen mein gan⸗ zes Wesen und Leben, wie auch alles andere zu deiner Verwaltung. Ja ich fliehe wider alle meine Feinde in dein liebevolles Herz, und suche meine Befriedigung in dir allein, weil mich sonst im Himmel und auf Erden nichts stillen und vergnuͤgen kann. So wirke du nun allein in meinem Gemuͤth, damit keine an⸗ dere Kraft an mir hafte, und weder boͤse Geister, noch sonst etwas Feindse⸗ liges zu mir nahen koͤnne. Schleuß du selbst deinen Tempel, mein Herz mit deinen feurigen Rossen und Wagen als mit einer Ring⸗ mauer ein, so kann ich wohl sicher ruhen, und mit allem zufrieden sein, wie du mit mir verfahren willst. Denn ich bin ein⸗ mal dein, und dein Sohn hat mich so theuer erkauft, auf daß ich zugleich mit ihm lehen soll, ich wache oder schlafe. Darum lebe, schlafe und ruhe ich nicht mir, sondern dir. Das schaffe du selbst in mir durch Christum im heili⸗ gen Geist allezeit. Amen. GOtt u. d. Nächsten. Um die Liebe zu GOtt und dem Nächsten. A du GOtt der Liebe Ennd des Friedens, ich bitte dich um deiner un⸗ aussprechlichen Liebe wil⸗ len, gieb mir zu erkennen, wie lieblos und hart mei⸗ ne gefallene Natur ist, dich oder meinen Naͤchsten goͤtt⸗ lich zu lieben. Ach ich bin von Natur eine zornige, 1406,edenn widerwaͤr⸗ tige, eigensinnige Kreatur, die nur sich selbst und das Ihre liebet und suchet, nicht aber was GOttes oder des Naͤchsten ist. Es wachet wohl gar bisweilen eine Hoͤlle des Zorns, der Rachgier, Unbarmherzig⸗ keit und Bosheit in mei⸗ nem Herzen auf. Ich eifere wohl etwa zuweilen unter dem Schein des Guten wider meinen unschuldigen Naͤchsten, und ist zum we⸗ nigsten keine rechte Treue und Mitleidigkeit in mir egen die Elenden, Unwis⸗ enden und Irrenden. Ach ja es mangelt mir an der wahren Liebe allenthalben, HErr, das weißt du. Wie soll ich aber dazu kommen, wenn du, o unerschoͤpfli⸗ che Quelle der Liebe, mir solche nicht schenkest? Ich komme zu dir als arm, blos und verdorhen. Ach gieb mir aus deinem Lie⸗ besherzen ein Troͤpflein deiner goͤttlichen Liebe, da⸗ durch mein Herz und Ge⸗ muͤth erweichet, gesaͤnfti⸗ get, durchsuͤßet und lieh⸗ reich Um die Liebe zu Gtt u. d. Nächsten. 23 reich gemachet werde. O HErr IEsu, du Sohn der Liebe, du Herz des Vaters, gieße deine Liebe aus in mein Herz durch deinen heiligen Geist, daß ich dich lieben koͤnne mit deiner eigenen Liebe, die du mir schenkest. O laß dein heißes Blut reichlich fliefen in meine arme Seele! Siehe, ich bringe dir das leere Gefaͤß nines Herzens dar, gieß des lin⸗ dernde Oel deiner Barm⸗ herzigkeit hinein nine Wunden, die min d ꝛor⸗ nige Drache durch meun Eigenliebe so oft geschla⸗ gen hat. Ueberwinde, o HErr JEsu, durch deinen Todeskampf, darin du den Zorn mit deiner Liebe uͤber⸗ wunden hast, auch mei⸗ nen Zorn und alle auch verborgenste Feindseligkei⸗ ten meiner Natur. Zer⸗ brich dessen Macht, loͤsche das wilde Feuer durch deine Liebesfluten aus in meiner Seele. Ach IEsu, ich schreie zu dir in mei⸗ mem Elend um die rechte Nahrung meines Geistes, welche in reiner Liebe be⸗ stehet. Schenke mir aus Gnaden dies Brod des Lebens; gieb mir diesen himmlischen Saft und Trank zur Labung meines in der Ratur verschmach⸗ teten Herzens. Durch dei⸗ ne unschaͤtzbare Liebe, da⸗ mit du die Deinigen gelie⸗ bet haͤst bis in den Tod, erfuͤlle guch mich mit Lie⸗ be/ kraft welcher ich gerne mich selbst verleugnen und aus Liebe dir williglich nachfolgen moͤge. Denn das ist die rechte Liebe, daß ich dein Gebot halte, die machet mir auch alles leicht. O du reine Liebes⸗ flamme des Vaters und des Sohnes, heiliger Geist, entzuͤnde auch mein kaltes, liebloses Herz mit deiner Deildigkeit, Guͤtigkeit und Huld, ohne welche ich ganz toor bin, dich zu lie⸗ ben. Vereinige mich in der Wahrheit mit deinein Lie⸗ besleben, daß ich in dir und deiner Liebe bleibe, wenn ich einmal mit dir verbunden bin, und nicht mehr hinaus gehe oder zur Liebe der Kreaturen mich wende. Laß mich alle Men⸗ schen, vornemlich deine Glaͤubigen, lieb haben, aber nur in deiner goͤttlichen Liebe und um deinetwillen. Zeuch mich hingegen desto mehr in deine gottliche Liebe, begegne mir mit deiner Lieblichkeit. Dagegen laß mich dir wiederum treu⸗ lich entgegen gehen und mit Liebe antworten, da⸗ mit ein ewig Band ent⸗ stehe zwischen dir und mir durch die Kraft des ver⸗ gossenen Blutes IEsu Christi in der Einigkeit der zartesten Liebe des Va⸗ ters. Hilf mir aus Liebe alles dulden, mit allem zu⸗ frieden sein, wie du es mit mir machest. Doch wenn du mich deine Liebe und Suͤßigkeit laͤssest schmecken, so laß sie mich zu desto 40²⁷ groͤ⸗ D 2⁴ Morgengebet am Donnerstag. groͤßerer Treue gegen dich bewegen und zu mehrerer Mildigkeit und Huld gegen meinen Naͤchsten. Aus daß also meine haud Natur erweichet, gemildert und gebessert und ich deiner oͤttlichen Natur, welche auter Liebe ist, aͤhnlich werde; ja, daß nichts an mir zu sehen sei, als dein liebreicher, friedseliger, freudenreicher, barmherzi⸗ ger und mildester Sinn/ der sich in Christo durch unzaͤhlige Gutthaten offen⸗ baret. Amen, o ewige Lie⸗ be, Amen. Morgengebet am Donnerstag. Nun segne mich ferner die ewige Liebe des Vaters in dem Blute Jc⸗ su Christi durch die Kraft des heiligen Geistes. Dank und Lob sei dir, du drei⸗ einige, ewige GOttheit, fuͤr deinen so bestaͤndigen Schutz, Rath und Trost, damit du mir noch nie entstanden bist in aller Gefahr und auch in die⸗ ser Nacht. Wie sollte ich mich nicht weiter dir allein aus ganzer Macht anver⸗ trauen, der du so unzaͤh⸗ lige Pfaͤnder deiner Treue mir gegeben! Ich befehle mich dir billig mit allem, worein du mich zum Haus⸗ halter geordnet hast. Du wollest doch meines Sin⸗ nens und Beginnens An⸗ fang und Ende sein. Laß sten zu Dienst in deiner Liebe. Wende dagegen von mir ab die giftigen Be⸗ gierden und Kraͤfte böser Geister und Menschen. Guͤtige auch die Feinde vor mir wie Esau vor Ja⸗ kob, und laß mich in dei⸗ nem Weinberg treulich ar⸗ beiten als ein gehorsam Werkzeug deiner Gnade. Laß mich keine Sicherheit noch Heuchelei einnehmen. Schenke mir ein freudig Gemuͤth in seliger Ein⸗ stimmung mit deinem Wil⸗ len, und halte deine Liebe bestaͤndig uͤber mir, daß deine Gnadensonne nicht untergehe, sondern mich von Anfang bis zu Ende regiere in Christo IEsu, meinem HErrn. Amen. Gebet bei Empsindung innerer und äußerlicher Noth. etreuester und erbar⸗ mender Vater, unser verderbtes Wesen hat uns alle diese und andere Noth zugezogen, und noch viel mehr zum Lohn der irdi⸗ schen Luͤste verdienet. Wir schuldigen uns auch gerne selbst, und beschweren uns nicht uͤber deine gerechten Schickungen. Aber sei nur unser in Gnaden eingedenk, und werde allen Trostlosen auf der Welt die wahre Huͤlfe und Zuflucht in Kraft deiner unendlichen Allmacht, zu welcher wir uns im Glauben wenden. es alles zu deinem Lobe Zeige uns in allen Zustaͤn⸗ gereichen, und dem Naͤch⸗den deine kraͤftige Wcgt Abendgebet am Donnerstag. 2⁵ wart durch eine gnaͤdige Erretlung aus dem Ver⸗ derben, und bringe uns auf den rechten Weg der Be⸗ kehrung, damit uns das Lei⸗ den heilsam sei zur Selig⸗ keit. Werde unsern schuch⸗ ternen Seelen ein Trost im Trauern, und sprich uns suͤßiglich zu, wenn uns das Uebel zusetzet und die Fein⸗ de aͤngsten wollen. Be⸗ schirme uns durch das neue Leben deines Sohnes wi⸗ der allen Tod, und laß uns nach der Angst wieder O⸗ dem schoͤpfen in deinem lebendigmachenden Geist. Laß uns nicht nach ver⸗ gaͤnglichem Trost umher⸗ gaffen, dadurch wir deiner vergessen und uns das E⸗ lend groͤßer machen moͤch⸗ ten. Vieimehr treibe uns durch deinen heiligen Geist zum Glauben und Gebet, zu Geduld und Hoffnung. So werden wir dem Zorn⸗ gericht entgehen, und nur als Kinder zu Nutz gezuͤch⸗ tiget werden, deine Heili⸗ gung zu erlangen. Als⸗ dann werden wir mehr Lust und Begierde zu dir und deiner Treue hekommen/ und die vergaͤnglichen Dinge gerne fahren lassen zu un⸗ srer wahren Besserung und Erlösung. Ach so segne uns alle deinen heiligen Schik⸗ kungen; fege deine Tenne, reinige die Tempel un⸗ serer Herzen durch das hei⸗ lige Feuer deines Kreuzes, und mache uns wuͤrdig um deinetwillen etwas zu lei⸗ den. Ja/ ze groͤßer die Roth etwa werden moͤchte, je naͤher sei uns, o GOtt, mit deinem Trost, und laß uns denselben stets wahr⸗ nehmen und genießen, bis wir als Gold und Silber gelaͤutert und bewaͤhret in dein Reich einzutreten faͤ⸗ hig worden sind, durch un⸗ sern treuen Vorgaͤnger und mitleidigen Hohenpriester. Amen. Abendgebet am Donnerstag. o soll ich mich nun hinwenden, o GOtt meines Lebens, als zu dir, da nun die Finsterniß und so manches Boͤse einbricht? Oeffne mir doch dein freundlich Herz in Christo IEsu, und lasse mich in seiner offenen Seite ruhen. Denn ich will nun meinen Schlaf nur in deiner Lie⸗ be und Vereinigung vor⸗ nehmen, damit er mir in dir gesegnet und nuͤtzlich sei. Verhuͤte du doch selb⸗ sten, daß mich keine fal⸗ sche Kraft beruͤhre, und zer⸗ brich alle Pfeile, die etwa auf mich zuschießen moch⸗ ten. Laß auch den Satan mich durch keine boͤse Lust reizen, sondern das Fleisch in Zuͤchten reine sein. Da⸗ gegen zuͤnde deine Liebe in mir an, so kann ich die ganze Nacht mit dir im Gemuͤthe zu thun haben, o mein Licht und Heil, wenn gleich der Leib schlaͤft. Des⸗ wegen versenke ich mich ganz und gar in deine Er⸗ barmung, und begehre 210 — —.— 26 Um die Nachkolge Christi. in deiner Kraft zu ruhen nebst allen deinen Freun⸗ den, an denen du sowohl als an mir Armen deine Barmherzigkeit wollestgroß machen in Zeit und Ewig⸗ keit. Amen. Um die Nachfolge Christi. ein HErr und mein GoOtt, der du mir durch dein Exempel den Weg gewiesen, darauf ich zum Vater kommen soll: ich muß bekennen, daß ich gar keine wahre Lust und Ernst zu deiner Nachfolge in mir finde, sondern viel⸗ mehr nach dem Fleisch mei⸗ nem Willen und Fleisches⸗ trieb gerne folgete. Das kraͤnket mich aber schmerz⸗ lich, daß du, getreuester Freund, durch alle dein Lei⸗ den und Noth und durch deinen unschuldigen Wan⸗ del nicht so viel Treue bei mir noch erlanget hast. Gleichwohl ist kein anderer Weg zum Leben als der⸗ jenige, den du uns selbst vorgegangen bist. Und nun muß es doch endlich ein⸗ mal gewaget und angeho⸗ ben sein. Darum wende ich mich nun mit ganzem Herzen in deine Gnade und bitte dich durch eben dein heilig Vorbild, das du mir gelassen hast, gieb mir nun einen ernsten Haß meiner selbst und meines eigenen falschen Lebens, welchen du in taͤglicher Buße bei mir wirken wollest. Sie⸗ he, ich kann ja sonst dein Juͤnger nicht sein, wenn ich nicht mein Kreuz taͤg⸗ lich auf mich nehme. So tilge doch zu Grund aus in meinem Herzen die schaͤndliche Eigenliebe, das Eigengesuch und die Falsch⸗ heit der Natur, die sich selbst zum GOtt machet, wie Lucifer that. Hinge⸗ gen lehre mich williglich entsagen mir selbst, meinem eigenen Wollen, Koͤnnen Haben, Tichten und Trach⸗ ten, welches von Jugend auf boͤse gewesen ist. Gieb mir scharfe Augen des Gei⸗ stes, mich selbst alsbald in meiner Eigenliebe zu er⸗ greifen, wo sie herrschen und das Gute vergiften will, damit ich alsdann wider mich selbst in großem Ernst kaͤmpfe, und um deinetwil⸗ len gerne mich alles andern verzeihe und begebe. Dazu wolle dein Geist des Ge⸗ bets mir helfen ringen und anhalten, mir selbst abzu⸗ slerben, dir aber mich selbst und alles zu eigen zu ge⸗ ben, dessen es auch alles ist. Ach dein Leiden, dein Tod, dein abgeschieden Le⸗ ben wirke auch in mir dei⸗ nen goͤttlichen Sinn, der du mich uͤber dich selbst ge⸗ liebet hast bis in den Tod. Diese Liebe mache mich auch dich wieder lieben uͤber mich und alles bis in den Tod. Deine Treue sei meine Treue, deine Ar⸗ muth sei meine Fuͤlle, dein vollkommen Opfer bringe mich dem Vater zum ewi⸗ gen Eigenthum dar. Drin⸗ ge **— Morgengebet am Freitag. ge du mich durch deiner Liebe Kraft, dir unverruͤckt nachzufolgen. Dein un⸗ schuldiges Bild muͤsse auch an mir nach und nach her⸗ vorkommen und Gestalt ge⸗ winnen, daß, wie du wa⸗ rest, auch lich sei in der Welt. Sei du mein eini⸗ ger Weg, den ich gehe, das Licht, das ich sehe, die Wahrheit, die ich lerne, das Leben, das ich ausuͤbe. Laß kein ander Leben in mir sich bewegen, als deines. Mache mich mit dir einen Geist durch unzertrenn⸗ liches Anhangen. Versenke mich in die Gemeinschaft deines Geistes, pflanze mich mit dir zu gleichem Tode, und laß deine Auferstehung mich erwecken zum ganz neuen Leben in dir. Das sei allezeit meine Speise, deinen Willen zu thun. Mein Eigenwille hingegen muͤsse vor dir todt und ver⸗ worfen bleiben, auf daß ich mit diruͤbereinstimme, gleich wie sichs gebuͤhret einer Braut gegen ihren Braͤuti⸗ gam. In dir wuͤnsche ich uͤber alle Dinge zu ruhen, dein ewig zu bleiben und nimermehr wiederum mein eigen zu werden. Amen, also geschehe es durch dich selbst, Amen. Morgengebet am Freitag. u lebendiger, wahrer Gott und Schoͤpfer/ meine Augen sollen auf dich sehen, und in deinem Licht dich, das wahre Licht, an diesem Morgen suchen, der du mir naͤher bist als ich selber. Du lebendige Quel⸗ le alles Segens, von dir hole ich nun ferner, was mir noth thut. Zuvor aber sage ich dir Dank aus allen meinen Kraͤften in JEsu Chrisis durch deinen Geist wegen deiner vaͤterlichen Hut und Wacht in dieser vergangenen Zeit. Nimm nun mein elendes, unwer⸗ thes Herz zu einem Mor⸗ genopfer durch eben den⸗ selben Hohenpriester auf, und gieße deine Liebe dar⸗ ein aus durch deinen Geist, so werde ich den ganzen Tag in solcher Liebe wan⸗ deln koͤnnen. Ich kann ja, wie du weißt, nicht einen Augenblick ohne dich be⸗ stehen; darum vereinige meinen Willen mit dir, daß sich nichts in und an mir ohne dich bewege, geschwei⸗ ge ich außer deiner Regie⸗ rung etwas wirke. Was ich aber versehe, das ver⸗ bessere du durch deine voll⸗ kommene Liebe, und hilf mir in wahrer Buße un⸗ verruͤckt fortgehen, wie du es von mir verlangst. Ich entsage williglich allem Ar⸗ gen, und uͤberlasse mich und alles Andere deinem Regi⸗ mentund heiliger Ordnung: du wirsts in allem wohl ma⸗ chen und mir endlich durch alle Truͤbsale und Muͤhse⸗ ligkeiten hindurch helfen in dein Himmelreich. Dir sei in allem Ehre und Herrlich⸗ keit gegeben. Amen. Um 28 Um die Kratt des Leidens Christi. ö Schelten, boͤsen und guten 1 doens Ehrimü. 17 Gerüchten, Luͤsten und etreuester Immanuel, dein verdorbenes und elendes, aber doch durch dich erkauftes Geschoͤpf, das Werk deiner Haͤnde, wirft sich im Geiste nieder an dein Kreuz, und duͤr⸗ stet nach der verborgenen Gnade und Kraft, die du in dein Leiden gelegt hast. Die aͤußerliche Geschichte desselben ist zwar lieblich und erbaulich: aber was hilft sie mir ohne die in⸗ wendige Wirkung? Ich finde nicht Ruhe, bis ich die Frucht genieße: gleich wie du nicht ruhetest, bis alles vollbracht war. Also verklaͤre mir doch deine hei⸗ lige Passion in meiner Seele, und floͤße mir das Leben ein, das darinnen verborgen liegt. Ich werfe mich mit Stoͤhnen und Sehnen meines Geistes in deine ausgedehnten Arme, ja in deine tiefen Wunden hinein, und begehre mit allen Kraͤften deines To⸗ des kraͤftiglich theilhaftig zu werden. Oeffne mir doch deine hohle Seite, und zie⸗ he dahin all mein Verlan⸗ gen. Denn ich wuͤnschte ar zu gern aller Dinge uͤber dir zu vergessen und muͤßig zu gehen. Ja ich kanns nicht aussprechen, wie herzlich gerne ich mich allein ruͤhmen moͤchte in deinem Kreuz, daß mir die Welt gekreuziget bliebe, und ich ihr mit allem Loben und Schrecken, Vortheilen und Beschaͤdigungen. Alles dies mache doch ganz todt in mir, wie du, allen Din⸗ gen erstorben, am Kreuz hingst. Verwunde, triff und zeichne mein Herz mit deiner Wunden Kraft so tief, so bestaͤndig und em⸗ pfindlich, daß es mir eine Qual sei, einen Augenblick ohne deine Gesellschaft zu leben, und ein Himmel, mit dir zu reden, zu wir⸗ ken und zu leiden. Setze mich durch dein Leiden in eine solche Gnade und Liebe bei deinem Vater, daß ich nicht nach meinem Ver⸗ dienst, sondern nach deinem von ihm angesehen werde. Laß dein Blut fuͤr mich und in mir schreien, ja alle deine Wunden mich vertreten wider alle meine Feinde. Dein Geist ma⸗ che sie mir zu sichern Fels⸗ loͤchern, darein ich zu flie⸗ hen mich slets uͤbe und also bewahret und erhalten wer⸗ de. O meine einzige Hoff⸗ nung, gieb mir eine selige Nachfolge in allen deinen heiligen Fußstapfen, die du nach dir gelassen hast. Zeige sie mir in allen meinen Schritten, die ich zur C⸗ wigkeit thue, und laß mich nicht im geringsten davon ausschweifen, noch die brei⸗ te Bahn der Welt jemals mehr betreten. Du hast mich deinem Vater mit sammt deinem Geist zu treuen Haͤnden Ug; au⸗ Abendgebet am Freitag. 29 allda versiegle und zeichne, faͤrbe und durchdringe mei⸗ ne Seele mit deinem ro⸗ sinfarbnen Blut, auf daß er sie darin erkenne und aufnehme, wenn sie vom Leibe scheidet. Begleite du sie vor deines Vaters An⸗ 0 Vertilge in ihr die ust zur Suͤnde, die du ge⸗ buͤßet hast. Hilf mir durch deine Geduld und Lammes⸗ natur alle mein Elend uͤber⸗ winden, und kaͤmpfe selbst in mir den guten Kampf des Glaubens in der Kraft deines letzten Streites. Dein aͤngstliches Seufzen unterhalte auch mein Stoͤh⸗ nen zu dir bis ans Ende. Unterdessen laß deine bruͤn⸗ stige Liebe zu mir auch solche Liebe in mir wirken, dir zu Liebe alles anzunehmen, wie du es fuͤgest, und alle Anfechtungen in Liebe zu besiegen. Deswegen du mir auch in allem zu Huͤlfe kommen wollest, und meine Begierde mit dir allezeit stillen, daß ich unter dei⸗ nem Joch bleibe und nach nichts anderm mich umsehe. Schreibe deine Striemen und Naͤgelmale in meinen Sinn, zum Andenken dei⸗ ner Liebe, die mich auch dankbar mache und erleuch⸗ te, deiner Erloͤsung ewig genießen, und zwar durch ie Kraft aller und jeder deiner Leiden und Schmer⸗ zen. Amen. Abendgebet am Freitag. er Abend hat uns nun uͤberfallen, o mein lieber frommer GOtt und Vater, und wir sind all⸗ zu schwach, uns selbst zu helfen oder zu verwahren. Darum staͤrke du uns doch durch die Kraft des Glau⸗ bens, und widerstehe allen feindlichen Maͤchten, die uns mit List oder Gewalt schaden koͤnnten. Und weil uns das aͤußerliche Licht nun entzogen ist, so blicke uns desto mehr inwendig an mit dem ewigen Licht deiner Gnaden, damit wir in unserer Noth und Ge⸗ brechlichkeit allzeit Rath und Zuflucht bei dir suchen und finden. Kehre unser Herz und Sinn zu dir, daß wir nicht irre gehen. Hast du uns aber heute von dir abweichen gefunden, so rufe uns wieder mit dei⸗ ner heiligen zuͤchtigenden Gnade zu dir, und bringe alles Verirrte zurecht. Er⸗ halte uns wider alles Arge, daß wir dir zu Lobe uud Dienst leben, so wollen wir ruͤhmen in dir, und nichts uns selber zuschrei⸗ ben, sondern dir allein alle Ehre geben. Das wollest du uns selber lehren, und dazu alle deine Glaͤubigen regieren, ja deine ganze Gemeinde in der Welt dir befohlen sein lassen, und einem jeden Gliede das Maaß seines Leidens helfen uͤberwinden, bis es alles vollendet werde, und wir zur ewigen Ruhe kommen in Christo deinem Sohne, der unser Friede worden ist. Amen. Um 5.ę — 30 Um Geduld. Um Geduld. geduldiger Heiland eine unaussprechliche Ge⸗ duld und Leidsamkeit hast du in deinem ganzen Le⸗ ben, sonderlich aber im Lei⸗ den und Sterben aller Welt bewiesen; was maͤchtige Fußstapfen hast du gelassen, daß ich ihnen nachfolgen solle! Aber ach wie unlei⸗ dig, unstaͤndig, ungebrochen und ungelassen der natuͤr⸗ liche Sinn dazu sei, HErr, das weißt du. Ich weiß, man kann ohne Truͤbsal nicht in dein Reich einge⸗ hen; noch dennoch wehre ich mich wider alles Lei⸗ den so sehr, und entziehe mich, wo ich nur weiß und kann. Bisweilen meine ich wohl was Gutes zu thun; aber Leiden und deine Schmach, Kreuz und Noth willig zu uͤbernehmen, ge⸗ het mir schwer ein. Wo soll ich aber endlich Ge⸗ duld herkriegen, entweder in gegenwaͤrtiger boͤser Zeit, oder auch im kuͤnftigen boͤ⸗ sen Stuͤndlein, ja in der lehten Todesnoth? Ach du leidsames Lamm, in dich winde ich michmit allen mei⸗ nen Begierden und Kraͤften ein, und wickle mich in dein Leiden durch einfaͤltigen Glauben. Ja ich will nir⸗ gends als in deinen Wun⸗ den Kraft suchen wider mei⸗ ne Unartz deñ in dir und dei⸗ nem Herzen finde ich alles, was mir mangelt. Deine Lammesart uͤberwinde doch IEsu Christe, welch l meine stoörrige/ harte Unart; dein Gehorsam breche mei⸗ nen Eigensinn; deine Ver⸗ eugnung bezwinge meine Eigenliebe; deine unuͤber⸗ windliche Geduld in allen deinen Schmerzen zaͤhme meineungeduld. Komm/ du maͤchtiger Siegesfuͤrst, beu⸗ ge meinen Ruͤcken in Zeiten unter dein Joch/ lehre michs bei Zeiten tragen, uͤbe mich in wahrer Gelassenheit, und Uebergabe meines Willens, daß mein Wille dein Wille und dein Wille meiner sei. Ach wenn ich doch deinem leidsamen Lammesbilde so aͤhnlich moͤchte werden, o HErr JEsu, daß ich dei⸗ nen Willen gern erduldete und mich der Truͤbsal freu⸗ en und ruͤhmen koͤnnte! Druͤcke mir doch deinen Sinn in meine Seele, du liebster Freund. Laß mich doch gesinnet werben, wie du auch warest. Laß mich doch lieber das Kreuz er⸗ dulden und deine Schmach erwaͤhlen, als eine kurze Zeit Ergoͤtzung, Lob und Beifall mit Suͤnden haben. Gieb mir, du Brunn aller Tugenden, ein gutwillig Herz, dem Vater in dir ein Opfer zu werden, und dir nicht mehr zu wider⸗ streben, wenn du mich auch zu meinem Besten hart hal⸗ ten muͤßtest um meiner Un⸗ art willen. Verleihe mir, deinen guten und treuen Willen an mir zu erkennen, daß ich nimmermehr wider dich in langwierigen oder groͤßern Leiden muͤrre, viel we⸗ Morgengebet am Sonnabend. 31 weniger deiner Hand zu ent⸗ gehen trachte. Deine Lie⸗ be muͤsse mich in allen Zu⸗ faͤllen zufrieden sprechen und uͤberzeugen, wie mir ohne deinen Willen nichts begegnen kann, ja wie ich noch viel mehr nothig haͤtte/ und dir zu groͤßern Zuͤch⸗ tigungen so manchen An⸗ laß iu wute Dein williger Geist wirke in mir freu⸗ 905 Hoffnung, Lust zum Leiden, Treue und Bestaͤn⸗ digkeit, Demuth und Ver⸗ urtheilung meiner selbst. So wirst du mich nicht duͤrfen nach der Schaͤrfe richten, sondern nur vaͤter⸗ lich zuͤchtigen, und zwar zu Nutz, daß ich deine Heili⸗ gung gewiß erlange. O so heilige und segne alles Widrige zu meiner Besse⸗ rung. Bewahre meinen Glauben wie Gold im Feuer der Leiden, entzuͤn⸗ de desto mehr Liebe in mir, und befestige die Hoffnung. Vor allen Dingen aber gieb mir den Geist der Gnaden und des Gebets, daß ich nie verdrossen oder muͤde werde, dich in der Noth anzurufen. Dein heilig Lei⸗ den staͤrke mich in allem An⸗ liegen, und dein Geist wol⸗ le mir solches stets leben⸗ dig und mich dadurch stark machen, wie du von einem Engel gestaͤrket wurdest. Wehre dem Geist der Trau⸗ rigkeit, daß er mich nicht sichte in Leidenszeit oder in Kleinmuth stuͤrze: son⸗ dern gieb mir deinen freu⸗ digen willigen Geist, der mich dir auch in der groͤß⸗ ten Gefahr enthalte, und wie die drei Maͤnner im Ofen oder Daniel unter den Loͤvwen bewahre. Ja, HErr IEsu, vereinige all mein Elend mit deinem heiligen Leiden, und bene⸗ deie es mir durch dessen Kraft zu meinem Besten und Seligkeit, auf daß du an mir allezeit hochgeprei⸗ set werdest in Lieb und Leid, im Leben und Tod, ja in die Ewigkeit der Ewigkei⸗ ten. Amen. Morgengebet am Sonnabend. Mbha⸗ mein lieber Vater/ hilf, daß ich dich die⸗ sen Morgen und allezeit im Geist und in der Wahrheit anbete, aber auch nichts be⸗ gehre, als was dein Wille ist. Erleucht mich mit deinem heiligen Geist, und reinige mein Gewissen von allen todten Werken, dir, dem lebendigen GOtt, heut und allezeit zu dienen durch das Verdienst deines Sohnes IEsu Christi. Gieb, daß ich nichts in mein Gemuͤth fasse, als was dir gefaͤllt. Siehe, ich bin dein, und du hast mich deinem Sohn in der Buße gegeben; setze du solche taͤglich in mir fort durch deinen heiligen Geist, daß ich wider alles Boͤse ernstlich streite, und mir mein Christenthum ei⸗ nen rechten Ernst sein lasse. Wende von mir ab alle unnuͤtze und boͤse Worte und Werke, sei durch dein Wort vpwHꝛt I;::: 32 Bußgebet. Wort ein Richter der Ge⸗ danken und der Sinne des Herzens. Auch bewahre meinen Fuß, dafß ich nicht auf verbotenen Wegen ge⸗ he; denn du weißst, lieber Vater, wie viel Feinde um und nach meiner Seele ste⸗ hen, und wie leicht ich be⸗ ruͤcket und befleckt werde. HErr, es soll auch dein Ruhm alleine sein, wenn du meine Huͤlfe wider das Straucheln sein wirst, und mein Glaube wird dadurch gestaͤrket werden, daß ich dir ewiglich anhange und nicht von dir weiche. Ich will auch deine Wunder andern erzaͤhlen, die du auch sowohl als mich zu dir zie⸗ hen und in Seilen deiner Liebe leiten wollest durch den Sohn deiner Liebe in Kraft des heiligen Geistes. Amen. Bußgebet. großer, unermeßlicher HErr und GᷣPtt, ich komme vor dein Angesicht, ob ichs wohl nicht wuͤrdig bin, und bitte dich, du wol⸗ lest mich selber bekehren und uͤberzeugen, wie treulos ich an deiner Gnade worden bin. Denn ich liege im Schlamm der Suͤnden und bin gleich dem verlornen Sohn, der sein vaͤterlich Erbe verprasset hat. Ich nehme aber dennoch in mei⸗ ner Noth Zuflucht zu dir, und leugne nicht, daß ich vor dir gesuͤndigt habe, und dadurch todt und blind bin worden am Reiche GOt⸗ tes. Und was soll ich vor dir sagen, o du Richter al⸗ les Fleisches? Hier stehe ich vordirmackend und bloß, und weiß von nichts, als von dei⸗ ner unergruͤndlichenBarm⸗ herzigkeit, die sich in dem Tode deines Sohnes offen⸗ baret hat. In demselben Leiden und Sterben JIEsu Christi wollest du dich mei⸗ ner erbarmen, und meine Seele von den schweren Suͤndenbanden erloöͤsen und befreien. Nimm mich auf in deine unergruͤndliche Barmherzigkeit, darein du alle bußfertigen Suͤnder eingelassen hast, und erloͤse mich aus der Hoͤlle; errette mich vom Tode, absonder⸗ lich von meinem eigenen Willen, der mich von dir getrennet hat. Ich kann mich selber weder bekehren noch bessern, darum hilf du mir meine Suͤnden durch dein Verdienst uͤberwinden, und ziehe mich zu deinem Sohne, der sich selbst fuͤr mich gegeben hat, auf daß ich von den Stricken des Feindes erloͤset werde, und dein Heil in Christo erfahre. Ach erwecke mich selber aus meinem Tode zum wahren neuen Leben, und wende mein Herz Muth und Sinn ganz zu dir, daß ich diesen Augenblick die Eitelkeit ver⸗ lasse, und mich bekehre/ da⸗ mit ich lebe. Erleuchte mich selbst zu einem neuen Leben, das in Christo ist, und schenke meiner armen hungrigen Seele deine ver⸗ borgene Kraft, die da. ih⸗ Abendgebet am Sonnabend. 33 ihrer heilsamen Gnade alle Menschen zuͤchtiget, daß ich von dir gesaͤttiget, getroͤstet, gereiniget und selig gema⸗ chet werde. Durch dein Blut und Tod hilf mir/ lieber HErr GOtt! Dar⸗ ein ergebe ich mich zu mei⸗ ner Erloͤsung, ja ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Amen. Abendgebet am Sonnabend. Non sei dir, o Vater im N Himmel, alle Ehre al⸗ lein gegeben, daß du mich bis hieher gefuͤhret, und so⸗ wohl den Tag, als die ganze Woche vollenden lassen. Ich bekenne dir zum Preis, daß ich nicht einmal bei Leben bleiben, geschweige ruhig leben konnen, wo dein Auf⸗ sehen nicht meinen Odem bewaͤhret haͤtte. Wer sollte sich nun einem solchen hold⸗ seligen HErrn und Vater nicht weiter anvertrauen? Ach so ziehe alle mein In⸗ nerstes nach dir, daß ich in dir und du in mir bleibest, und ich ohne dich, HErr IEsu, nichts thue, ja nicht ruhe, bis ich dich lebendig in mir wohnend und wir⸗ kend habe. O beruhige mein Herz in dir durch wah⸗ re Bekehrung zu dir, deine Liebe staͤrker sein als fen/ meinen Tod der Eitelkeit nach dem und als alles in der Welt„ Seliẽ damit ich durch dich in al⸗Chri dige meinen Leib und Seele durch deine unverdiente Barmherzigkeit, die mir besser ist, denn das Leben. Thue mir auf deinen erbar⸗ menden Schooß der Gna⸗ den, und bedecke mich in dei⸗ ner Huͤtten zur boͤsen Zeit. Ja wenn mir mein Feind am naͤchsten sein moͤchte, so sei du mir doch noch viel naͤher, und beweise, daß du der Huͤter Israels bist, der nicht schlaͤft noch schlummert. Aber laß mich auch nicht sicher werden, sondern erwecke meinen Geist, zu dir zu seufzen und auch beim Schlaf an dir zu hangen. So soll mich nichts von dir trennen, denn ich lasse dich nicht, du seg⸗ nest denn mich und alle, die es mit mir begehren. Amen. Lob des dreieinigen ltes. immlischer Vater, ich danke dir durch deinen Sohn in dem heiligen Geist/ und bete dich an in mei⸗ nem Herzen, wollte auch nicht gerne etwas anders denken oder sagen, als was dein Wille ist. Dich preise ich, Vater und HErr Him⸗ mels und der Erden, daß laß du mich nicht nur geschaf⸗ denn das waͤre mir all noch keine keit, sondern auch in o zur Herwiederbrin⸗ lem weit uberwinde, was gung verordnet und er⸗ mich anficht und verunru⸗ higet. Lege deine Linke un⸗ ter meine Rechte und befrie⸗ waͤhlet, und durch den hei⸗ ligen Geist berufen und zu deinem Reich a0. ast. 34 Gebet eines bußtertigen Hünders. hast. Ach laß mich dich fuͤr diese unzaͤhligen Wohl⸗ thaten jetzt und allezeit wuͤrdiglich anbeten, ehren und lieben, damit ich auch eine neue Kreatur werde/ geschaffen in Christo zu gu⸗ ten Werken. Ich danke dir, o ewiger Sohn GOt⸗ tes, der du von deinem Va⸗ ter mir gemacht bist zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erloͤsung. Du bist um meinetwillen Mensch worden, und hast mich von meinen Feinden dadurch wollen frei machen/ auf daß ich dir dienete ohne Furcht mein Lebenlang. So ergebe und widme ich mich nun kraft dieser dei⸗ ner Erloͤsung zu deinem Lobe und Dienst, damit ich alles bloß zu deinem Lob und Gefallen hinfort thue, wolle und rede. Ich bin dir allzu theuer erkauft, wie sollte ich mir selbst le⸗ ben oder meine Ehre su⸗ chen? Nein dir, o du Lamm, das fuͤr mich er⸗ wuͤrget ist, gebuͤhrt Preis und Ehre, Weisheit und Staͤrke, Heil und Sieg in Ewigkeit. Denn du hast uns erkauft mit deinem Blute, und willst uns zu Koͤnigen und Priestern ma⸗ chen vor deinem Vater. Auch sage ich dir Dank und Lob, o heiliger Geist, weil du mich durch deine Guͤte, Kraft und Weisheit bis anhero so treulich ge⸗ wonnen, regieret, geleitet und erhalten hast, und mich zur lebendigen Hoffnung neu gebierest. Dein Trost hat mich immerzu aufge⸗ richtet, deine Wahrheit treulich gelehret, deine Kraft unterstuͤtzet, deine Liebe erquicket, dein Leben erwecket. So nimm dafuͤr meinen ganzen Willen mit deinem Lobe ein, und be⸗ sitze, brauche und regiere mich wie du willst. Laß mein Herz und Mund deines Ruhms voll werden, und mache mich zu einem heili⸗ gen Werkzeug deines Lobes hier und ewiglich. Amen. Vor der Beichte. Gebet eines bußfertigen Sünders um Vergebung seiner Sünden. Bauuuherti er GOtt, un⸗ ertraͤglich ist dein Zorn, welchen du allen muthwil; ligen Suͤndern draͤuest⸗ aber unermeßlich ist deine Gnade, welche du allen bußfertigen Suͤndern ver⸗ heißen hast. Darum rufe ich aus der Tiefe, HErr, zu dir; erhoͤre meine Stim⸗ me, laß mein Fehen vor dich kommen, und vergieb mir alle meine Suͤnden. Denn du bist gnaͤdig, barm⸗ herzig, geduldig und von großer Guͤte. Du hast kei⸗ nen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern willst, daß er sich bekehre und lebe. Darum sei mir gnaͤdig/ der ich mich durch deine Gnade zu dir bekehre, und laß mich nicht sterben, sondern leben. Du willst nicht, daß einer soll verloren* on⸗ Gebet eines bekehrten Zünders. 35⁵ sondern daß sich jedermann zur Buße bekehre. Dar⸗ um erbarme dich meiner, mein GOtt, und vergieb mir alle meine Suͤnden, der ich mich in wahrer Bu⸗ ße von der Finsterniß zum Licht und von der Gewalt des Satans zu dir bekehre. Handle nicht mit mir nach meinen Suͤnden, sondern nach dem Reichthum dei⸗ ner Gnade in Christo JEsu. Sei mir gnaͤdig nach dei⸗ ner Guͤte, und tilge alle meine Suͤnden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von mei⸗ ner Missethat, und reinige mich von meinen Suͤnden um IEsu Christi, deines lieben Sohnes, meines Heilandes willen. So will ich deinen Namen ruͤhmen hier in der Zeit und dort in Ewigkeit. Amen. Gebet eines bekehrten Sünders. Gsutnedich um weiß, daß ohne dich und deine gnaͤdigen Wirkungen nie⸗ mand seine Sunden weder so heilsam erkennen, noch so herzlich bereuen kann, wie es dein heiliger Wille genugsam erfordert: darum bitte ich demuͤthig/ verleihe mir Gnade und Kraft, da⸗ mit beides nach deinem Wohlgefallen geschehen möge. Erleuchte meinen Verstand, daß ich erkenne, was ich wider dich wit Ge⸗ danken, Worten und Wer⸗ ken gesuͤndiget oder durch Unterlassung des Guten und Vollbringung des Boͤ⸗ sen Suͤndliches begangen. Heilige meinen Willen, daß ich je laͤnger je mehr das Boͤse hasse und das Gute liebe. Zerschlage mein Herz, daß ich meine Suͤnden ernstlich bereue, und staͤrke meinen Glauben, den du durch die bekehrende Gnade in meinem Herzen gewir⸗ ket hast. Und weil ich mir bestaͤndig vorgenommen, die reizenden Luͤste meiner verderbten Natur zu daͤm⸗ pfen, wissentlich in keine Suͤnde zu willigen, son⸗ dern zuͤchtig, gerecht und gottselig zu leben, so hilf, daß ich durch deine Kraft vollbringe, was ich mir durch deine Gnade vorge⸗ nommen zu deines herrli⸗ chen Namens Ehre und meiner Seelen Seligkeit, um JEsu Christi meines Erloͤsers willen. Amen. Gebet eines Wiederge⸗ bornen um Vergebung seiner sündlichen Schwachheiten. Nnher wuer nur por⸗ lischer Vater, mir vor⸗ genommen, zum Tische des VErrn zu gehen, so komme ich zu dir, und bitte de⸗ muͤthigst um Vergebung aller meiner Suͤnden. Denn ob ich gleich nach geschehener Pruͤfung mich durch deine Gnade frei von der Suͤnden Herrschaft be⸗ finde; so bin ich doch von dem einwohnenden Uebel und was aus demselben ohne meinen Willen und Wobl⸗ 36 Seutzerlein beim Beichten. Wohlgefallen entstehet, so gar nicht frei, daß ich viel⸗ mehr zu sagen habe: In mir, das ist, in meinem Fleische, wohnet nichts Gutes, und zu klagen: Ich elender Mensch, wer wird mich erloͤsen von dem Leibe dieses Todes! Denn wie viel suͤndliche Neigun⸗ gen und Bewegungen finde ich in meinem Herzen. Wie oft wird aus einem bloßen Gedanken eine boͤse Be— gierde, und aus einer boͤ⸗ sen Begierde eine suͤndliche Ergoͤtzung. Wie oft setzet mir die boͤse Lust so zu, daß zwischen mir und dem geist⸗ lichen Tode nichts mehr uͤbrig ist, als die Einwil⸗ ligung und Vollbringung. Daß aber diese nicht er⸗ folget, solche habe ich dei⸗ ner Gnade einzig und al⸗ lein zu danken. Wie viel⸗ mals suͤndige ich, daß ichs nicht weiß, wie viel⸗ mals geschiehts aus Schwachheit mit Gedan⸗ ken, Worten lund Werken. Darum bitte ich herzlich, vergieb mir, lieber Vater im Himmel, alle meine Suͤnden, um deiner Guͤte willen. Vergieb mir, was ich ohne Vorsatz, aus Un⸗ bedacht oder Uebereilung Suͤndliches geredet oder gethan, um deiner Barm⸗ herzigkeit willen; verzeihe mir alle verborgene Fehle. Du bist ja treu und gerecht; darum vergieb mir nach deiner Verheißung, und mache mich wuͤrdig zu es⸗ sen den Leib und zu trin⸗ ken das Blut Christi, zu deines allerheiligsten Na⸗ mens Ehre und meinem ewigen Heil. Amen. Seufzerlein, indem man beichten will. Mein GOtt! Och bitte von ganzem V Herzen, sei mir gnaͤ⸗ dig, und vergieb mir alle meine Suͤnden um des theuren Verdienstes JEsu Christi, meines Heilandes willen. Amen. Mein Heiland! Du hast gesagt: wer zu dir kommet, den wolle du nicht hinausstoßen. Auf diese deine troͤstliche Ver⸗ heißung komme ich und bitte, laß mich Gnade fin⸗ den vor deinen Augen, und vertritt mich bei deinem himmlischen Vater zu mei⸗ ner Seelen Heil und Se⸗ ligkeit. Amen. Heiliger Geist! Erwecke mein Herz, daß ich nicht allein in wahrer Bußfertigkeit mit Mund und Herzen beichte, son⸗ dern auch die Stimme deines Dieners annehme als deine Stimme, zur Staͤrkung meines Glau⸗ hens und zu mehrer Ver⸗ sicherung der gnaͤdigen Vergebung meiner Suͤn⸗ den um Christi willen. Amen. (Siehe die Bußlieder, und betrachte eins nach dem andern—14949 0 Danksag. n. erlangter Sündenvergebung. 37 Nach der Beichte. Danksagung eines Bus⸗ fertigen, nach erlangter bergebung der Sünden. Gnd aer GOtt, barm⸗ herziger Vater, ich sage dir von Herzen Dank, daß du mein Gebet erhoͤ⸗ ret, und mir um Christi willen alle meine Suͤnden vergeben hast. Nun er⸗ fahre ich in der That, daß du keinen Gefallen habest am Tode des Gottlosen, sondern wollest, daß er sich bekehre und lebe. Denn du hast meine Seele vom Tode und mein Leben vom Verderben errettet. Nun empfinde ich in der Wahr⸗ heit, daß dut bist nahe de⸗ nen, die zerbrochenes Her⸗ zens sind, und hilfst denen, die ein zerschlagen Gemuͤth haben. Denn da ich rief, hoͤrtest du es, und halfest mir aus meiner Noth. Nun kann ich aus eigener Erfahrung sagen, daß deine Barmherzigkeit groß und du dich gnaͤdig finden laͤs⸗ sest denen, die sich zu dir bekehren. Run merke ich, daß du nicht handelst mit uns nach unsern Suͤnden/ und vergiltst uns nicht nach unserer Missethat; sondern, so fern der Morgen ist vom Abend, laͤssest du unsere Uebertretung von uns sein; und wie sich ein Vater erbarmet uͤber seine Kinder, so erbarmest du dich uͤber die, so dich fuͤrchten. Dar⸗ um lobe den HErrn, meine Seele, und was in mir ist seinen heiligen Ramen. Lo⸗ be den HErrn, meine Seele/ und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der dir alle deine Suͤnde ver⸗ giebt, und kroͤnet dich mit Gnade und Barmherzigkeit. Laß mich ferner Gnade fin⸗ den, und bereite mich durch deinen heiligen Geist, damit ich im heiligen Abendmahl wuͤrdig esse den Leib und trinke das Blut Christi zu mehrer Versicherung deiner Gnade und der gnaͤdigen Vergebung meiner Suͤn⸗ den, um JEsu Christi, dei⸗ nes liebsten Sohnes, meines Heilandes willen. Amen. Danksagung eines wie⸗ dergebornen Kindes GOttes. ein Vater, wie kann ich dir vergelten alle deine Wohlthaten, die du mir lebenslang erwiesen hast und noch taͤglich erweisest? Denn du hast mir gegeben Seel und Leib, und was ich an Seel und Leib Gu⸗ tes habe, das habe ich von dir. Du hast durch das Blut deines lieben Sohnes mir erworben Gnade, Ge⸗ rechtigkeit, Friede, Leben und Seligkeit. Du hast durch die Heiligung des Geistes mich aller der er⸗ worbenen Guͤter theilhafti gemacht. Denn du ha mich vom geistlichen Tode befreiet, und zum geistlichen Leben wiedergeboren. Du hast mich von der Gewalt des Satans errettet, und 38 Gebet um die Gnade der Heiligung. in das Gnadenreich JIEsu Christi versetzet. Du hast mir gegeben den Glauben/ und durch denselben alle meine Suͤnden vergeben. Du hast mich zum Kinde angenommen, und zu meh⸗ rer Versicherung des ewi⸗ gen Erbes den Geist der Kindschaft geschenket. Du hast dich mit mir im Glau⸗ ben vereiniget, und ver⸗ moͤge der Vereinigung mit⸗ getheilet allen Reichthum deiner Guͤte in Christo JE⸗ su. Du hastdurch den heili⸗ gen Geist meinen Verstand erleuchtet, meinen Willen geheiliget, meine Begier⸗ den gezaͤhmet und meine Glieder zu Waffen der Ge⸗ rechtigkeit gemacht. Du hast mich dürch die Gnade der Heiligung befreiet von der Herrschaft der Suͤnde, und Kraͤfte gegeben, zu leben in Gerechtigkeit und Heiligkeit. Du hast mich im wahren Glauben erhal⸗ ten, und durch denselben in deiner Gnade behalten. Du hast mich mit vielem Verschonen regieret, und meine Schwachheit mit großer Geduld ertragen. Du hast mir vergeben alle meine Suͤnden, da ich zum Kinde von dir angenom⸗ men wurde, und was ich hernach aus Unwissenheit oder Schwachheit gesuͤndi⸗ get, das hast du mir nicht zugerechnet; sondern wie ein Vater sich erbarmet uber seine Kinder, so hast du dich uͤber mich erbar⸗ met; wie du denn noch jetzt mir aus Gnaden alle Suͤnden vergeben hast. Darum lohe den HErrn, meine Seele, und was in mir ist seinen heiligen Na⸗ men. Lobe den HErrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der dir alle deine Suͤnden vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Ver⸗ derben erloͤset, der dich kroͤ⸗ net mit Gnade und Barm⸗ herzigkeit. Laß mich ferner Gnade finden vor deinen Augen. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen; denn du bist mein GOtt. Dein guter Geist fuͤhre mich auf ebener Bahn. Er⸗ halte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fuͤrchte: so will ich deinen Ramen yreisen hier im Reich der Gnaden und dort im Reich der Herr⸗ lichkeit. Amen. Gebet eines Gerechtfer⸗ tigten um dir Snade der Heiligung. Gidigen GoOtt, nach⸗ dem du mir alle meine Suͤnden vergeben, und mich zum Kinde angenommen hast, so bitte ich demuͤthig: Schaffe in mir ein reines Herz, und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Er⸗ leuchte meinen Verstand mehr und mehr, zu erken⸗ nen deinen Willen, und hei⸗ lige meinen Willen, zu thun nach deinem Wohlgefallen, Gieb mir Kraft, zu kreuzi⸗ gen mein Fleisch sammt 55. Vor dem heiligen Abendmahl⸗ 39 boͤsen Luͤsten und Begier⸗ den, damit ich, der Suͤnde abgestorben, der Gerechtig⸗ keit lebe. Laß mich wach⸗ sen an dem geistlichen Leibe, da IEsus Christus das Haupt ist, und taͤglich zu⸗ nehmen an dem inwendi⸗ gen Menschen. Mache aus meinen Gliedern Waffen der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Mache mich fruchtbar in allen guten Werken. Leite mich in alle Wahrheit. Erhalte mich im wahren Glauben und durch denselben in deiner Gnade. Nimm gnaͤdig von mir, was mich unwuͤrdig macht des Tisches, welchen du fuͤr deine Kinder bereitet hast, und gieb mir nach deiner Guͤte, was zur wuͤrdigen Genießung noͤthig ist. So will ich deinen Namen ruͤh⸗ men hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. (Besiehe ferner die Dank⸗ lieder, und betrachte eins nach dem andern.) Vor dem heiligen Abendmahl. Gebet um die Gaben, welche zum würdigen Ge⸗ nusse nölhig sind. ier komme ich, mein Heiland, auf deine freundliche Einladung. Laß mich Gnade finden vor dei⸗ nen Augen, du Liebhaber des Lebens. Waͤre ich gleich heiliger als die Engel, so waͤre ich doch deswegen nicht wuͤrdig dieses Tisches, es sei denn, daß du mi ch hinzutrete, mit 41 wuͤrdig machest. Darum komme mir zuvor mit dei⸗ ner Gnade, und bereite mich. Nimm dich meiner Seelen an nach deiner gro⸗ ßen Liebe. Gedenke, daß ich von mir selber zwar viel Boͤses, aber nichts Gutes habe, und hilf mir um deiner Guͤte willen. Siehe doch, wie arm und elend ich bin ohne dich. Gedenk an deine Treue, du Heiland ver Welt, und erfuͤlle mein Herz mit Gna⸗ de. Wie gern wollt ich mit bruͤnstiger Andacht in voͤlligem Glauben hinge⸗ hen; aber das Vollbringen fehlet mir, wenn ichs von dir nicht erlange, du An⸗ faͤnger und Vollender des Glaubens. Darum nimm gnaͤdig von mir, was dir mißfaͤllt, oder bedecke es mit dem Rocke deiner Ge⸗ rechtigkeit, und gieb mir, was dir wohlgefaͤllt. Wohl der Seele, die dir ange⸗ nehm ist!. mein Herz von allen fremden Gedanken, und mein Ge⸗ muͤth von aller Zerstörun und Zerstreuung. Du ha deinen Juͤngern die Fuͤße ewaschen, ehe sie das hei⸗ ige Abendmahl genommen. Wasche mich auch, daß ich rein werde von aller Unreinigkeit. Staͤrke mei⸗ nen Glauben, entzuͤnde meine Liebe, vermehre mei⸗ ne Hoffnung, erwecke mei⸗ ne Andacht. Heilige mich durch und durch, auf daß ich in herzlicher Zuversicht reinem Mun⸗ —.— V —— —.— 40 Sehnl. Verlangen nach d. heil. Abendm. Munde und heiligem Her⸗ zen nehme, esse und trinke zu meiner Seelen Leben, Heil und Segen. Amen. Sehnliches Verlangen ei⸗ ner gläubigen Seele nach dem Genusse des heili⸗ gen Abendmahls. ein Heiland, wie groß ist deine Liebe und wie unaussprechlich deine Treue! Wer kann dich ge⸗ nugsam lieben und nach Wuͤrden loben? Sollte ich gleich in Gegenliebe ganz zerfließen, so wuͤrde es doch mein Lieber, gegen deine Liebe weniger zu achten sein, als ein Tropfen ge⸗ gen das große Meer. Denn du bist die ewige Liebe selbst. Was ist aber das Endliche gegen das Unend⸗ liche? Selig sind, die dei⸗ ner Liebe wirklich genießen. Selig sind, die du im Abend⸗ mahl speisest und traͤnkest. Denn was ist dieses Mahl anders, als ein Beweis dei⸗ ner Liebe, ein Pfand dei⸗ ner bestaͤndigen Treue, ein Band der geistlichen Ver⸗ einigung, ein Zeugniß dei⸗ ner gnaͤdigen Gegenwart, ein Gedaͤchtniß deines Lei⸗ dens, ein Siegel der Auf⸗ erstehung zum ewigen Le⸗ ben und eine Versicherung der ewigen Seligkeit. Dar⸗ um verlanget und sehnet sich meine Seele. Laß mich in der That erfahren, daß diese Szeise sei eine Staͤrke in Schwachheit, ein Trost in Traurigkeit, eine Freude in Leiden, eine bewaͤhrte Arznei wider alle Seelen⸗ krankheit, ein heilsames Mitter wider den geistlichen und ewigen Tod. Erhebe meine Seele uͤber alle menschliche Vernunft und uͤber alle leibliche Sinne. Du bist meiner Seelen ewi⸗ ges Leben und meines Le⸗ bens einiger Aufenthalt. In dir habe ich volle Genuͤge. Zeuch mich nach dir. Er⸗ guicke mich nach deiner gnaͤ⸗ digen Verheißung. Staͤrke meinen Geist nach allen seinen Kraͤften um deiner Guͤte willen. Laß mich se⸗ hen deineFreundlichkeit und schmecken deine Suͤßigkeit. Laß mich spuͤren deine Gnade und empfinden dei⸗ ne Guͤte. Speise meine Seele mit deinem Leibe, und traͤnke sie mit deinem Blute, damit sie weder hungern noch dursten moͤ⸗ ge in Ewigkeit, zu deines heilgen Namens Ehre und meiner ewigen Seligkeit. Amen. Danksagung für die Ein⸗ setzung und Stiftung des heiligen Abendmahls, nebst Anrusung um wür⸗ dige Bereitung und heil⸗ samen Gebrauch. Ac du holdseliger, lieb⸗ reicher, guͤtiger und freundlicher. HErr IEsu Christe, welch eine große Liebe hast du uns durch die Stiftung des heiligen Abendmahls erzeigt, daß du uns mit deinem heili⸗ gen Leib und Blut speisest und traͤnkest! Was kann Tröst⸗ SS Danksagung t. d. Einsetzung d. h.Abendm. 41 Troͤstlichers gesagt werden, denn dies Wort: Wer mein Fleisch isset, und mein Blut trinket, der bleibet in mir und ich in ihm? Was ist Troͤstlichers, denn inChristo bleiben? Was ist Freund⸗ lichers, denn daß du in uns bleibest? Wenn wir in dir und du in uns bleibest, was kann uns Tod und Teufel schaden? In dir sind wir ja sicher vor allem Ungluͤck. Ach mein GOtt und HErr, was bin ich, daß du mir dich giebst zur Speise und Trank? Ich bin Erde und Asche, ein stinkend Gefaͤß, und du legest einen so ed⸗ len Schatz in mich; daran erkenne ich deine große Lie⸗ be, weil du mir ein so gro⸗ ßes Pfand der Liebe giebst, das ja nicht groͤßer sein kann im Himmel und auf Erden. Das Pfand des Geistes hast du mir zwar gegeben, daran ich erkenne, daß ich ein Kind GOttes bin; aber im Abendmahl giebst du mir das Pfand deines Leibes und Blutes: daran erkenne ich, daß du mein Bruder bist, mein Fleisch und Blut. Welch einen herrlichen und gro⸗ ßen Zeugen meiner Erloͤ⸗ sung giebst du mir im hei⸗ ligen Abendmahl! nemlich dein Blut, weiches auf Erden zeuget von unserer Erloͤsung; denn obwohl der heilige Geist auch dein Zeu⸗ e ist in unserm Herzen, 10 hast du doch auch uns einen aͤußerlichen Zeugen und Siegel geben wollen unserer Erloͤsung, naͤmlich dein Blut, welches auch zeuget und rufet in unserm Herzen; dadurch hast du wollen zu Huͤlfe kommen unserm schwachen Glau⸗ ben. Denn ob uns wohl dein Wort kraͤftiglich im Glauben staͤrkt, so wird doch der Trost Wanr⸗s⸗ wenn wir dies Wort ho⸗ ren: Das ist mein Leib fuͤr euch gegeben; das ist mein Blut, welches fuͤr euch vergossen ist, zur Verge⸗ bung der Suͤnden. Dar⸗ um, o mein Herz, was trauerst du? was zagest du? was fuͤrchtest du Tod und Verdammniß? Ist doch dein HErr und Erloͤser fuͤr dich gestorben, und giebt dir zum Pfande deiner Er⸗ loͤsung seinen heiligen Leib und Blut, auch zum Pfande seiner herzlichen Liehe und der Vereinigung mit dir/ daß dich weder Tod noch Leben von ihm scheiden soll. Ach mein GOtt und HeErr, lehre mich beden⸗ ken, mit was demuͤthigem Herzen ich diesen edlen Schatz empfangen solle. Ach ich Unreiner komme zu dem Brunnen aller Rei⸗ nigkeit; ich Elender und Duͤrstiger komme zu dem Reichen; ich Suͤnder zu dem Gnadenbruͤnnlein; ich Kranker komme zu dem rechten Arzt; ich Hungri⸗ ger und Durstiger zum rechten Himmelsbrod und Brunnen des Lebens. Du aber, du Allerheiligster, kommst zu den Unheiligsten. 41⁷ Wo 42 Danksagung k. d. Einsetzung d. h.Abendm. Wo hat man je so eine Wunderliebe gehoͤrt, daß der HErr aller Herren zu einem armen Bettler kommt; ja daß ein solcher armer, elender Mensch den HErrn Himmels und der Erden zu eigen haben solle/ zur himmlischen Speise und Trank. Ach laß mich ja dieser Liebe nimmermehr vergessen, laß mich deines Leidens und Todes ohn Unterlaß eingedenk sein, auf daß meine Seele da⸗ durch gespeiset und getraͤn⸗ ket werde geistlicher und himmlischer Weise ins ewi⸗ ge Leben. Denn in deinem Leiden und Tod ist alles, was meine Seele erquik⸗ ken und wonach ihr hun⸗ gern und duͤrsten kann. Ach bereite mein Herz wuͤrdiglich durch wahren Glauben, durch wahre Buße, Liebe und Demuth, zu empfahen diesen großen Schatz. Welch einen schoͤ⸗ nen Tabernakel und Tem⸗ pel bereitete Moses und Salomon dem Gnaden⸗ stuhl! Ach schmuͤcke meine Seele mit dem Licht der Andacht, mit dem Gold und Glanz des Glaubens, mit den schoͤnen Teppichen der Liebe und Demuth, mit der Krone der Hoffnung, vermehre und staͤrke in mir alle geistlichen Gaben. Denn wie kann mein Glaube besser gestaͤrket werden, als wenn die Ver⸗ gebung der Suͤnden durch Christi Blut versiegelt und ins Herz geschrieben wird? Wie kann in mir die Liebe GOttes und meines Naͤch⸗ sten vermehrt werden, denn daß mich mein HErr Chri⸗ stus durch seinen Leib und Blut mit ihm und allen Glaͤubigen vereiniget und Einen Leib aus uns ma⸗ chet? Wie kannst du mir, o lieber HErr, meine Hoff⸗ nung besser staͤrken und kraͤfligen, denn daß du mich mit einer unsterblichen Speise ins ewige Leben speisest? Ach mein HErr und GOtt, ich hitte dich demuͤthiglich, weil du mein Fleisch und Blut worden bist, laß mich auch alles, was dir wohlgefaͤllt, lie⸗ ben; deinen Willen laß meinen Willen sein; was dir zuwider ist, laß auch mir zuwider sein; mein Fleisch und Blur ist dein Fleisch und Blut, und dein Fleisch und Blut ist mein Fleisch und Blut; darum aß michs nicht zur Suͤnde mißbrauchen, sondern dir allein zu Ehren und Wohl⸗ gefallen. Laß mich auch hinfuͤro durch Kraft dei⸗ nes Fleisches und Blutes williger und staͤrker wer⸗ den, mein Kreuz zu tra⸗ gen, geduldig sein in Truͤb⸗ sal, demuͤthig in Verach⸗ tung, sanftmuthig in Be⸗ leidigung, bruͤnstig und be⸗ ständig in der Liebe, an⸗ daͤchtig im Gebet, daß ich die Kraft deines Leibes und Blutes in meinem Leben und die Frucht deiner Er⸗ lösung in meinem Glau⸗ ben allezeit fruchtbarlich empfinden moͤge. 2 69. —14* Gebet vor Empfahung des heil. Abendm. 43 Gebet vor Empfahung des heiligen Abend⸗ mahls. Err JEsu Christe, mein getreuer Hirt und Bi⸗ schof meiner Seelen, der du gesagt hast: Ich bin das Brod des Lebens, wer von mir isset, den wird nicht hungern, und wer an mich glaͤubet, den wird nimmermehr duͤrsten. Ich komme zu dir, und bitte dich demuͤthiglich, du wol⸗ lest mich durch wahren Glauben bereiten, und zum wuͤrdigen Gaste machen dieser himmlischen Mahl⸗ zeit; wollest mich, dein ar⸗ mes Schaͤflein, heute wei⸗ den auf deiner gruͤnen Au⸗ en, und zum frischen Was⸗ ser des Lebens fuͤhren. Du wollest meine Seele er⸗ quicken, und mich auf rech⸗ ter Straße fuͤhren um dei⸗ nes Namens willen. Du wollest mich wuͤrdig ma⸗ chen zu deinem Tisch, und mir voll einschenken den Becher deiner Liebe und Gnade. Ich armes Schäf⸗ lein komme zu deiner Wei⸗ de, zum Brod des Lebens, zum lebendigen Brunnen. Ach du wahres suͤßes Him⸗ melbrod, erwecke in mir ei⸗ nen geistlichen Hunger und heiligen Durst, daß ich nach dir schreie, wie ein Hirsch schreiet nach frischem Was⸗ ser. Vor allen Dingen aber gieb mir wahre herz⸗ liche Reue und Leid uͤber meine Suͤnde, und lege mir an das rechte hochzeit⸗ lliche Kleid des Glaubens, durch welchen ich dein hei⸗ lig Verdienst ergreife, und dasselbe mein schoͤnes Kleid festhalte und bewahre, da⸗ mit ich nicht ein unwuͤr⸗ diger Gast hin. Gieb mir ein demuͤthiges, versoͤhn⸗ liches Herz, daß ich mei⸗ nen Feinden von Herzen⸗ grund vergebe. Tilge aus meinem Herzen die Wurzel aller Bitterkeit und Feind⸗ seligkeit; pflanze dagegen in meine Seele Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Naͤchsten, ja alle Menschen in dir lieb habe. Ach du wahres Osterlaͤmm⸗ lein, sei du meine Speise, laß mich dich genießen und essen mit bittern Salzen der herzlichen Reue und mit dem ungesaͤuerten Brode eines heiligen buß⸗ fertigen Lebens. Ach ich komme zu dir mit vieler großen Unsauberkeit bela⸗ den: ich bringe zu dir einen unreinen Leib und Seele, voller Aussatz und Greuel. Ach reinige mich, du hoͤchste Reinigkeit. Dein heiliger Leib, als er vom Kreuz abgenommen ward, wurde in eine reine Leinwand ge⸗ wickelt. Ach wollte GOtt, ich moͤchte dich mit so rei⸗ nem Herzen aufnehmen, als es dir wohlgefaͤllig. Ach daß ich dich mit hei⸗ liger Andacht umfahen und in meine Liebe einwickeln, und mit den Myrrhen des zerbrochenen Herzens und Geistes salben sollte. Das Himmelbrod mußte in ei⸗ nem 44 Manksagung nach dem heil. Abendmahl. nem guͤldenen Gefaͤß auf⸗ gehoben werden zum Ge⸗ daͤchtniß in der Lade des Bundes, Ach wollte GOtt, ich moͤchte dich in einem ganz reinen Herzen bewah⸗ ren. Ach mein HErr, du hast ja selbst gesagt: Die Starken beduͤrfen des Arz⸗ tes nicht, sondern die Kranken: ach ich bin krank, ich bedarf deiner, als mei⸗ nes himmlischen Seelen⸗ arztes. Du hast ja gesagt: Kommet her zu mir alle, die ihr muͤhselig und be⸗ laden seid, ich will euch erquicken. Ach HErr, ich komme mit vielen Suͤnden beladen; nimm sie von mir/ entledige mich dieser gro⸗ ßen Buͤrde. Ich komme als ein Unreiner: reinige mich! als ein Blinder: er⸗ leuchte mich! als ein Ar— mer: mache mich an mei⸗ ner Seele reich! als ein Verlorner: suche mich! als ein Verdammter: mache mich selig! Ach IEsu, mein liebster Seelenbraͤu⸗ tigam,/ fuͤhre mich von mir selbst ab, und nimm mich auf zu dir, ja in dich; denn in dir lebe ich, in mir sel⸗ ber sterbe ich; in dir bin ich gerecht, in mir bin ich eitel Suͤnde; in dir bin ich selig, in mir bin ich lauter Verdammniß. Ach du mein himmlischer Braͤu⸗ tigam, komm zu mir, ich will dich fuͤhren in die Kam⸗ mer meines Herzens, da will ich dich kuͤssen, auf deiner Liebe, den Geruch deines seligen, ewigen Le⸗ bens, den Geschmack dei⸗ ner Gerechtigkeit, die Schoͤnheit deiner Freund⸗ lichkeit, die Lieblichkeit dei⸗ ner Guͤte, die Zierde dei⸗ ner Demuth, die Frucht deiner Barmherzigkeit. Ach mein himmlischer Arzt, ich Sele zu dir eine todte Seele: mache sie lebendig; eine kranke Seele: heile sie; ein Herz, das leer ist von allen wahren gruͤnd⸗ lichen Tugenden: erfuͤlle es mit deiner Gnade, mit dei⸗ nem Geiste, mit deiner Liebe, mit deiner Sanft⸗ muth, mit deiner Demuth, mit deiner Geduld. Ah du wahres Brod des Le⸗ bens, speise mich ins ewige Leben, daß mich in Ewig⸗ keit nicht hungere noch duͤrste; in dir habe ich volle Genuͤge, du bist mir alles, bleibe ewig in mir, und laß mich ewig in dir blei⸗ ben, wie du gesagt hast: Wer mein Fleisch isset und mein Blut trinket, der bleibet in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am juͤngsten Tage. Amen. Nach dem heiligen Abendmahl. Danksagung nach dem heiligen Abendmahl. Aluentende Heiland, groß sind deine Wun⸗ der und deine Gedanken, daß mich niemand hoͤhne. die du an uns beweisest. Bringe mir die Suͤßigkeit Dir ist nichts gleich, ich will * Danksagung nach dem heil. Abendmahl. 45 will sie verkuͤndigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zaͤhlen sind. Denn du hast dich erniedriget, mich zu erhoͤhen. Du hast menschliche Natur an dich genommen, damit ich der goͤttlichen moͤchte theilhaf⸗ tig werden. Du hast dich gefangen nehmen und bin⸗ den lassen, damit ich von den Stricken des Satans und Banden der Suͤnden los wuͤrde. Du hast be⸗ zahlet, was du nicht ge⸗ raubet, mich von aller Schuld zu befreien. Du bist um meiner Suͤnde wil⸗ len gestorben, und um mei⸗ ner Gerechtigkeit willen auferwecket. Wie kann ich dir vergelten alle deine Treue, die du mir erwie⸗ sen hast? Wer kann die Breite und die Laͤnge, die Tiefe und die Hoͤhe deiner Liebe begreifen? Du hast es aber hieran nicht lassen genug sein, sondern hast mich uͤberdies noch zu ei⸗ nem unvergaͤnglichen Leben wiedergeboren. Du hast mich durch dein Blut ge⸗ reiniget von aller Suͤnde. Du hast mich zum Erben und Miterben des Himmel⸗ reichs gemacht. Du hast dich mit mir vereiniget/ und vermoͤge der Vereinigung alle erworbenen Schaͤtze mitgetheilt. Du hast mich angezogen mit den Klei⸗ dern des Heils und mit dem Rock der Gerechtig⸗ keit bekleidet. Und damit du nichts fuͤr dich behal⸗ ten moͤgest, so hast du mir Wüumt deinen Leib und Blut zu mehrer Versiche⸗ rung deiner Gnaden und meiner geistlichen Erloͤsung. Darum freuet sich mein Herz und meine Seele ist froͤhlich; denn was haͤtte ich wohl Bessers begehren, und was haͤttest du mir wohl Heilsamers geben koͤnnen, als daß du mich mit deinem Leibe gespeiset und mit deinem Blut ge⸗ traͤnket hast, uͤber aller Menschen Vernunft ganz wunderbarer Weise. Nun erfahre ich in der That, daß dein Fleisch sei die rechte Speise und dein Blut sei der rechte Trank. Denn wie ich von dem suͤndlichen Fleische des Adams habe den Tod, so habe ich von dei⸗ nem allerheiligsten Fleische das Leben. Dadurch wird meine Seele dermaͤßen er⸗ quicket, daß ich mit Recht sagen kann: Sei nun wie⸗ der zufrieden, meine Seele, denn der HErr thut dir Gu⸗ tes. Dadurch finde ich mich nach dem inwendigen Men⸗ schen so gestaͤrkt, daß ich in Ansehuͤng meiner geist⸗ lichen Feinde unerschrocken sagen kann: Der HErr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich. 0 fuͤrchten? Der HErr if meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? Dadurch ist meiner Seele so viel Gutes widerfahren, daß ich billig sage: Wie groß ist deine Guͤte, die du verborgen hast denen, die dich fuͤrchten, und er⸗ zei⸗ 46 Um die Erhaltung der Gnade. zeigest denen, die vor den Leuten auf dich trauen! Darum erhebe den HErrn, meine Seele, und mein Geist freue sich GOttes, meines Heilandes. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da maͤchtig ist/ und deß Name heilig ist. Danket dem HErrn, denn er ist freundlich, und seine Guͤte waͤhret ewiglich. Lo⸗ be den HErrn, meine See⸗ le! Amen. Gebet um die Erhaltung und vermehrung der Gnade. Nun in dieser deiner Kraft will ich hinge⸗ hen, mein Heiland, und was noch uͤbrig im Fleisch zu leben ist, nach deinem Willen zubringen. Weil es aber in eines Men⸗ schen Kraft nicht stehet, wie er wandle und seinen Gang richte, so gieb mir das Vollbringen. Regiere mich mit deinem heiligen Geiste. Laß deine Guͤte und Treue mich allewege behuͤten. Laß mich empfin⸗ den, daß du durch den Glauben in mir wohnest, durch die Liebe in mir le⸗ best und durch die Hoff⸗ nung mich ktaͤglich staͤrkest. Gieb, daß ich ohne Heu⸗ chelei in Sanftmuth und Demuth bestaͤndig einher⸗ gehe, damit dein Leben an mir immer mehr und mehr offenbar werde. Gieb mir glle Tage neue Kraft, daß ich wandle den Weg mei⸗ nes Berufs, und nicht muͤde werde. Gieb, daß ich die Welt immer mehr und mehr verschmaͤhe, mich selber verleugne, meinKreuz auf mich nehme, und dir bestaͤndig nachfolge. Gieb Muth und Staͤrke/ l wi⸗ derstehen meinen geistlichen Feinden, zu toͤdten in mir die Werke des Teufels, und zu untertreten der Welt Augenlust, Fleisches⸗ lust und hoffaͤrtiges We⸗ sen. Laß meine Seele zu⸗ nehmen an geistlichen und uͤbernatuͤrlichen Kraͤften. Laß mich reich sein an den innern Kraͤften des Gei⸗ stes. Laß mich zunehmen am Glauben und an der Liebe. Laß mich wachsen zu einem unbefleckten Leibe. Laß mich wachsen in allen Stuͤcken an dir, meinem Haupte, bis ich Wlonsle an das Maaß deines voll⸗ kommenen Alters. Laß mich im Glauben bringen Tu⸗ schei in der Tugend Be⸗ cheidenheit, in der Be⸗ scheidenheit Maͤßigkeit, in der Maͤßigkeit Geduld, in der Geduld Gottseligkeit, in der Gottseligkeit bruͤ⸗ derliche Liebe und in der bruͤderlichen Liebe gemeine Liebe. Vollfuͤhre das gute Werk, welches du in mir angefangen hast. Bleibe in mir, und laß mich in dir bleiben; denn wenn ich nur dich habe, so habe ich alles. Laß mich in dei⸗ ner Liebe und in deiner Erkenntniß zunehmen. Laß mich bleiben im Glauben und in der Heiligung. 1* 0 V * * * Um den heil. Geist und die Heiligung. 47 daß ich am Ende meines Lebens mit freudigem Ge⸗ wissen sagen kann: Ich habe einen guten Kampf gekanpfet, ich hahe den Lauf vollendet; hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit. und zu dem Ende ruͤste mich aus mit Kraft aus der Hoͤhe, daß ich hier ritterlich streite und siege, damit ich dort in der triumphirenden Kir⸗ che mit allen Engeln und Auserwaͤhlten singen moͤ⸗ ge: Lob und Preis und Dank und Weisheit und Staͤrke sei unserm GOtt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Am den heiligen Geist und seine Gaben, und um die Heiligung. A/ heiliger, himmlischer, lieber Vater, ich klage und bekenne dir, daß ich von Natur ungeistlich, un⸗ heilig, ungoͤttlich bin, und mich mehr mein Fleisch und Blut und des bosen Geistes Betrieb habe fuͤh⸗ ren lassen, denn deinen hei⸗ ligen Geist. Ach vergieb mir diese Suͤnde und er⸗ barme dich mein. Wende von mir die Strafe, die du draͤuest allen denen, so deinem heiligen Geiste wi⸗ derstreben: denn die den Geist Christi nicht haben, die sind nicht sein. und die sind GOttes Kinder die der Geist GOttes trei⸗ bet. Darum gieb mir dei⸗ nen heiligen Geist nach der Verheißung deines lieben — Sohnes, da er spricht: Weil ihr, die ihr boͤse seid, euren Kindern koͤnnet gute Gaben geben, wie vielmehr wird mein himmlischer Va⸗ ter den heiligen Geist ge⸗ ben allen, die ihn darum bitten. Laß denselben dei⸗ nen werthen heiligen Geist meinen Leib, Geist und Seele heiligen zum Gebet, und den Tempel meines Herzens reinigen von aller Unsauberkeit, und darin an⸗ zuͤnden das Feuer der goͤtt⸗ lichen Liebe und bruͤnsti⸗ gen Andacht, das Licht deiner goͤttlichen Erkennt⸗ niß, das Boͤse zu meiden, die Gnade des Verstandes, meines Berufes treulich zu warten, die himmlische goͤttliche Weisheit, das hoͤchste Gut zu lieben, die Heiligkeit der Furcht GOt⸗ tes, dir wohl zu gefallen, die Herzhaftigkeit der Kraft GOttes, mein Kreuz ge⸗ duldig zu tragen, die Ta⸗ pferkeit der goͤttlichen Staͤr⸗ ke, zu uͤberwinden den Teu⸗ fel, die Welt und alle Men⸗ schenfurcht. Gieb mir den Geist der Wahrheit, der mich lehre, den Geist des Trostes, der mich erquicke, den Geist der Freudigkeit, der mich erfreue, den Geist der Wiedergeburt, der mich erneure, das Siegel GOt⸗ tes, durch welches ich be⸗ kraͤftiget werde im Glau⸗ ben, das Pfand des ewi⸗ gen Erbes, welches meine Hoffnung staͤrke. Schreibe durch deinen goͤttlichen Finger dein Gesetz in die 41²⁷ Ta⸗ ..επιπ⁰ϰ⁰⁰ 2.—+.....——— 48 Um die Ruhe der Seele in Christo. Tafel meines Herzens, dei⸗ mich. O eine selige Seele, nen Willen in Lieb und die dich hat zum Einwoh⸗ Leid zu vollbringen. Gieb uer! Denn du erleuchtest mir den Geist der Kind⸗ schaft GOttes, der in mei⸗ nem Herzen zeuge, daß ich GOttes Kind bin. Geuß aus deine Liebe in mein Herz durch deinen heiligen Geist. Zuͤnde durch den⸗ selben in mir an eine hei⸗ lige Begierde und Verlan⸗ gen nach himmlischen Oin⸗ gen und nach dem ewigen Leben. O GoOtt heiliger Geist, der du fliehest die Ruchlosen fuͤr und fuͤr/ aber dich giebst in die hei⸗ ligen Seelen, und machest Propheten und GOttes Freunde: mache mein Herz zu einem lebendigen Opfer/ das im Feuer deiner Liebe brenne und aufgeopfert werde, daß alle meine fleischliche Begierde durch das heilige Feuer verzeh⸗ ret werde. Komm in mein Herz, du goͤttliches Feuer/ du goͤttliche Liebe, du him̃⸗ lischer Trost, du suͤßer Gast meiner Seele, du gottliche Zierde, du goͤttliche Kraft! Treib von mir alles, was fleischlich ist, und gieb mir dagegen, was goͤttlich ist; mache mich zur Wohnung und Heiligthum GOttes. Du himmlisches Taͤublein, das du uͤber meinem HErrn Christo in seiner Taufe ge⸗ ruhet hast, gieb mir hei⸗ lige kindliche Einfalt des Herzens, daß mich schlecht und recht behuͤte. Du goͤtt⸗ liche Salbung und Freu⸗ den⸗Oel, lehre und troͤste der Seelen Finsterniß, du heilest die verwundete See⸗ le, du troͤstest die traurige Seele, du staͤrkest die schwa⸗ che Seele, du erhaͤltst die strauchelnde Seele, du leh⸗ rest die demuͤthige Seele, du erquickest die muͤde Seele, du giebst Kraft den Ster⸗ benden, wenn Leib und See⸗ le sich scheiden, du bleibest ewiglich bei der glaͤubigen Seele. Amen. Um die Ruhe der Zeele in Christo. A* du ewiger Friede⸗ fuͤrst, JEsu Christe, du allerheiligste und hoͤchste Ruhe aller glaͤubigen See⸗ len, du hast gesagt; Kom⸗ met her zu mir, so wer⸗ det ihr Ruhe sinden fuͤr eure Seelen; in der Weit habt ihr Angst, in mir habt ihr Friede. Ach wie oft habe ich Ruhe gesucht in dieser Welt und im Zeitlichen, habe sie aber nicht gefunden; denn es kann die unsterbliche Seele nicht gesaͤttiget noch ge⸗ stillet noch besaͤnftiget wer⸗ den, denn mit unsterblichen Dingen, naͤmlich in dir und mit dir. O du un⸗ sterblicher GOtt, wo du nicht bist/ da ist keine Ruhe der Seele; denn alles Zeit⸗ liche eilet zum Untergang und verschleißet wie ein Kleid. Die Erde veraltet wie ein Gewand, sie ver⸗ wandelt sich, und du, un⸗ wan⸗ V V Für die Lehrer der Kirche. 49 wandelbarer GOtt, wirst sie verwandeln. Wie sollte denn meine insterbliche Seele in den sterblichen, wandelbaren, fluͤchtigen Dingen Ruhe finden? Denn gleich wie du, lie⸗ ber GOtt, unser Schoͤpfer, in keiner Kreatur ruhen wolltest, ohne in dem Men⸗ schen(denn als du den Menschen geschaffen hat⸗ test, ruhetest du von dei⸗ nen Werken): also kann des Menschen Seele in keiner Kreatur ruhen, denn allein in dir, o GOtt. Meine Seele kann nicht gesaͤttiget werden, denn mit dir, o GOtt, der du alles Gut bist. Darum hungert und durstet meine Seele nach dir, und kann nicht eher ruhen noch ge⸗ saͤttigt werden, sie habe dich denn selbst. Derhal⸗ ben du, mein HErr Christe, komm zu mir und stille mein Herz; halt in mir deinen Sabbath; laß mich horen, was du in mir re⸗ dest; laß mich empfinden, daß du in mir lebest, o mein Leben; wie du mich liebest, o meine Liebe; wie du mich troͤstest, erquickest, erfreuest und erleuchtest, o mein Trost, o meine Er⸗ quickung, o meine Freude/ o mein Licht! Laß mich dir mein ganzes Herz ge⸗ ben, dieweil du mir dein ganzes Herz gegeben hast. Laß mich von mir selb ausgehen, auf daß. du zu mir eingehest; laß mi mein Herz ausleeren von der Welt, auf daß du mich mit himmlischen Gaben er⸗ fuͤllest. O IEsu, meines Herzens Ruhe, du heiliger Sabbath meiner Seelen, bringe mich in die Ruhe der ewigen Seligkeit, da Freude die Fuͤlle ist uud lieblich Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Amen. Für die Lehrer der Kirche. A* HErr JEsu Christe, du ewiger Hoherprie⸗ ster und Haupt deiner Kirche! Du bist aufgefah⸗ ren in die Hoͤhe, und hast etliche unter deinen Die⸗ nern gesetzt zu Aposteln, etliche zu Propheten, et⸗ liche zu Evangelisten, et⸗ liche zu Hirten und Leh⸗ rern, daß durch sie dein geistlicher Leib erbauet werde, bis wir alle hinan kommen zu einerlei Glau⸗ ben und Erkenntniß. Ich klage und bekenne dir, daß ich diese große Wohlthat und Gaben hiebevor nicht recht erkännt habe, die, welche du gesaͤndt hast, nicht gehalten fuͤr deine Diener und fuͤr Haushal⸗ ter uͤber deine Geheim nisse, habe sie auch ihres Am⸗ tes halben nicht desto lie⸗ ber gehabt, und nicht be⸗ dacht, was du sagest: Wer euch hoͤret, der hoͤret mich; wer euch verachtet, der verachtet mich. Vergieb stmir diese Suͤnde, und rech⸗ ne mir dieselbe nicht zu. ch Wende die Strafe von mir, die du drauest 9— 196 ie *:: — 50 Für die Lehrer der Kirche. die deine Diener hoͤhnen. Ich sage dir aber herzlich Dank fuͤr deine getreuen Boten, die dein Heil ver⸗ kuͤndigen, Gutes predigen, Friede verkuͤndigen. Und bitte dich, du wollest an allen getreuen Dienern der Kirche und Lehrern deines Wortes deine Verheißung erfuͤllen, da du sprichst: Ich lege mein Wort in deinen Mund, und bedecke dich unter dem Schatten meiner Haͤnde, auf daß ich den Himmel pflanze und die Erde gruͤnde. Pflanze deinen geistlichen Himmel, lieber GOtt, mit glaͤubi⸗ gen leuchtenden Sternen, und ziere die Erde mit Pflanzen der Gerechtigkeit zu deinem Lob und Preis. Schmuͤcke die Lehrer der Kirche mit vielem Segen, daß sie einen Sieg nach dem andern erhalten wider Suͤnde, Tod, Teufel, Hoͤlle und Welt, daß man sehe, der rechte GOtt sei zu Zion. Gieb auch, daß wir unsern Lehrern gehorchen und ihnen folgen, als die da wachen fuͤr unsere Seele, und dafuͤr Rech⸗ nung geben muͤssen, daß sie ihr Amt mit Freuden thun, und nicht mit Seuf⸗ zen: denn das ist uns nicht gut. Gieb ihnen guch, daß ie ihr Amt williglich thun, und die Heerde weiden, nicht gezwungen, sondern williglich, nicht um schaͤnd⸗ liches Gewinnstes willen, sondern von Herzensgrund, daß beide, sie und wir mit ihnen, die unvergaͤngliche Krone der Ehre empfahen, wenn du als der Erzhirte erscheinen wirst. Gieb, lie⸗ ber GOtt, deinem Don⸗ ner Kraft, und dein Wort mit großen Schaaren E⸗ vangelisten, daß sie ihre Stimmen erheben wie die Posaunen, und nicht scho⸗ nen, sondern uns unsere Uebertretung verkuͤndigen, und daß sie maͤchtig sind, zu strafen und dräftig zu troͤsten. Hilf, daß sie die verlorenen Schaͤflein su⸗ chen, die Verwundeten hei⸗ len, die Schwachen verbin⸗ den und die Fetten warten. Hilf, daß sie mit feurigen Zungen reden, daß es durchs Herz gehe, daß unsere Her⸗ zen zu dir bekehret und von der Welt abgewandt werden, und von der Au⸗ genlust, Fleischeslust und von dem boffaͤhrtigen Le⸗ ben; daß durch ihre Buß⸗ predigten in uns heilsame Traurigkeit erwecket werde, die eine Reue wirke zur Seligkeit, die niemand ge⸗ reuet. Thue unsere Herzen auf, wie der Lydig, daß wir hoͤren und verstehen/ was sie uns in deinem Na⸗ men predigen. Sei durchs Wort kraͤftig,. Gieb uns den heiligen Geist, der uns lehre und in alle Weisheit leite. Lehre du inwendig und erleuchte unsern Ver⸗ stand. Troͤste du inwen⸗ dig im Herzen. Denn so du inwendig nicht lehrest, so ist alle auswendige Lehre unfruchtbar. Darum, wenn Pau⸗ V * * 2 Fürbitte kür die christliche Jugend. 51 Paulus pflanzet und Apollo begießt, so gieb du das Ge⸗ deihen dazu. Wehre und steure dem boͤsen Feinde, baß er nicht Unkraut un⸗ ter den Weizen saͤe. Wecke uns auf, daß wir nicht schlafen und sicher seien. Heiliger Vater, heilige uns in deiner Wahrheit. Dein Wort ist die Wahrheit. Dein Wort ist die rechte Lehre/ und Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich. Laß uns das Himmelsbrod dei⸗ nes Wortes aufsammeln in das Gefaͤßlein unserer Seele, daß wir ewig satt und selig werden. Amen. Hürbitte für die christ⸗ liche Jugend. Barmhoriigero)Ottemi⸗ ger Vater, der du die Kinder liebest und sie durch deinen Sohn zu dir heißest bringen, denn aus dem Munde der Unmuͤndigen und Saͤuglinge willst du dir ein Lob zurichten und bereiten. Darum hast du auch geboten, daß man die Jugend in deiner Furcht und Erkenntniß soll auf⸗ erziehen und sie nicht ver⸗ saͤumen. Ich bitte dich um deines Sohnes willen, der ein Kind und uns zu gute geboren und sein theu⸗ res Blut am Stamme des Kreuzes fuͤr die Kinder, als auch Miterhen der Gna⸗ den, sowohl als fuͤr die Alten vergossen hat, du wollest Gnade verleihen, daß alle Hausvaͤter und Muͤtter, Schul⸗ und Lehr⸗ meister ihre Kinder, Ge⸗ sinde und alle Jugend flei⸗ ßig auferziehen in heilsa⸗ mer Lehre und Erkenntniß deines Willens, in guten freien Kuͤnsten und Tu⸗ genden, zu Ehren deiner goͤttlichen Majestaͤt und zu ihrer Seelen Seligkeit, in aller Zucht und Ehrbarkeit, auf daß sie von Kindheit auf dich ihren GOtt, Schoͤ⸗ pfer und Erloͤser lernen von ganzem Herzen fuͤrch⸗ ten, lieben, uͤber alle Din⸗ ge, vertrauen und in deinen Geboten wandeln. Ver⸗ huͤte auch, daß die liebe Jugend nicht etwa durch falsche Lehre und unrechten Gottesdienst oder durch unchristlichen Wandel ver⸗ fuͤhret werde. Behuͤte sie vor boͤser Gesellschaft und Trunkenheit, vor Unzucht und Muͤßiggang, und daß sie durch boͤse Exempel nicht geaͤrgert werde. Gieb auch Gnade allen Kindern, daß sie sich zuͤchtigen und ziehen lassen, ihren Eltern, Oberherren und Lehrmei⸗ stern gehorsam seien, in Einfaͤltigkeit des Herzens annehmen Weisheit und Verstand, klug zu werden in der Furcht Gᷣottes. Weil aber das menschliche Herz durch den Fall un⸗ serer ersten Eltern derderbet und von Jugend auf nur zum Boͤsen geneiget ist, so nimm hinweg die Thorheit, welche den jungen Leuten im Herzen steckt, daß sie nicht der angebornen She e 52 Gebet d. Unterthanen kur ihre Obrigkeit. che und dem Erbschaden zu viel einraͤumen, in ihrem Muthwillen und eigenen Sinnen aufwachsen, wider⸗ spenstig und halsstarrig werden. Darum, o du heiliger GOtt, pflanze in die Herzen aller Jugend die Furcht deines goͤttlichen Namens, und der heilige Geist, welchen sie in ihrer Taufe empfangen haben, regiere und treibe sie zu allem Guten, daß sie dein Wort, dein Gesetz und Gebote lernen, dasselbige auf ihr Herz binden und an ihren Hals haͤngen, als ihren Schmuck, damit sie dir dienen in rechtschaffe⸗ nem Glaͤuben und christ⸗ lichem Gehorsam, hier zeit⸗ lich und dort ewiglich. Amen. Habermann. Gebet der Unterthanen für ihre Obrigkeit. Ylch GOtt, du HErr al⸗ ler HErren und Koͤnig aller Koͤnige, du Herrscher uͤber den ganzen Erdkreis, der du alle Obrigkeit hast eingesetzt und gesagt durch deinen werthen Apostel: Es ist keine Obrigkeit, sie ist von GOtt geordnet; und wer der Obrigkeit wi⸗ derstrebet, der widerstrebet GOttes Ordnung. Gieb mir, lieber Vater/ und lehre mich, daß ich die Obrigkeit fuͤr deine Ordnung erkenne, dieselbe fuͤrchte, liebe und ehre; und verleihe Gnade, daß ich und alle Untertha⸗ nen durch sie mit Gerech⸗ tigkeit regieret werde und von ihnen Schutz habe, daß ich unter ihnen ein stilles/ geruhiges Leben fuͤhren moͤge in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Und weil du/ lieber Vater, der Koͤnige Herzen in deiner Hand hast und leitest dieselben wie die Wasserbaͤche/ so regiere auch unsere liebe Obrigkeit mit deinem heiligen Geist, daß sie vor allen Dingen GOt⸗ tes Wort lieb haben, ihre Thore weit machen und die Thuͤren in der Welt hoch, daß bei ihnen und in ihren Landen der Koͤnig der Ehren einziehe, der HErr Zebgoth stark und maͤchtig im Streit; daß sie Pfleger und Saͤugammen seien dei⸗ ner heiligen christlichen Kir⸗ che; daß sie deinen lieben Sohn kuͤssen/ daß er nicht zuͤrne; daß sie dem HErrn dienen mit Furcht und sich freuen mit Zittern. Gieb ihnen deine himmlische Weisheit, die um deinen Thron ist. Denn durch dieselbe regieren die Koͤnige/ und die Rathsherren setzen das Recht. Gieb, daß sie hoͤren das Geschrei der Ar⸗ men, und der Wittwen und Waisen Recht nicht beugen. Laß sie fuͤrstliche Gedan⸗ ken haben und daruͤber hal⸗ ten. Gieb ihnen die Gluͤck⸗ seligkeit Davids, die Weis⸗ heit Salomonis, die Sieg⸗ haftigkeit Josud, die Staͤrke Simsons. Gieb ihnen die Liebe der Gerechtigkeit, be⸗ staͤndigen Muth und Ta⸗ pferkeit wider alle Unge⸗ rechtigkeit, gluͤcklichenFort⸗ gang ** * Gebet eines Hausvaters. 53 gang ihrer Anschlaͤge, ge⸗ dem Segen, daß er bei mir treue, verstaͤndige, kluge Raͤthe, gerundes und langes Lehen. Behuͤte sie vor Heuchlern und Fuchs⸗ schwaͤnzern, vor Kriegen undBlutvergießen. Schuͤz⸗ ze sie.— deine heiligen Engel. Segne das ganze Land und schaffe unsern Grenzen Friede, durch IEsum Christum unsern HErrn. Amen. Joh. Arnd. Gebet eines Hausvaters um Segen und Gedeihen zur Nahrung. Err, allmaͤchtiger GOtt, der du einem jeglichen Menschen giebst, wie es dich gut deucht, du hast Adam den ersten Men⸗ schen vor dem Fall zum Er⸗ ben, Herrn und Hausvater der Welt gemacht und in den Garten des Paradieses gesetzet, daß er den bauen und bewahren soll, auch nach dem Fall auferleget, im Schweiß seines Ange⸗ sichtes und seiner Haͤnde Arbeit sein Brod zu essen; durch deinen Segen habe ich auch eine Haushaltung und Nahrung, Acker und Feldbau und naͤhre mich mit meiner Haͤnde Arbeit. Lieber Vater, der du uns ge⸗ segnet hast mit allerlei geist⸗ lichem Segen in himmli⸗ schen Guͤtern durch Chri⸗ stum, gereichet es zu dei⸗ ner Ehren und meiner See⸗ len Seligkeit, so segne auch meine zeitlichen Guͤter, daß meine Nahrung zunehme sei in allem, das ich vor⸗ nehme. Gieb mir von dem Thau des Himmels und von der Fettigkeit der Erde und laß mich die Stroͤme und Wasserhaͤche, so mit Milch und Honig fließen, sehen. Der Heiden Goͤtter koͤnnen nicht Guͤter geben, du aber fuͤllest die Erde mit deinen Guͤtern und seg⸗ nest uns allenthalben, daß wir des Landes Gut ge⸗ nießen; dein Segen ma⸗ chet reich ohne Muͤhe und giebst es den Deinen im Schlaf. Thue uns deinen Schatz auf und gieb wahr⸗ haftige Guͤter, die da blei⸗ ben und immerdar gedei⸗ hen. Laß uns ordentlich haushalten, vorsichtig und weislich handeln und un⸗ sere Sachen so verrichten, daß wir niemand Schaden thun und eine Last seien. Laß uns nicht Wein und Oel lieben, in Wollust und Muͤßiggang leben, unsere Nahrung gering achten, deine Guͤter verprassen und uͤbel umbringen, daß uns nicht Noth und Armuth uͤbereile. Lieber Vater, der du der rechte Hausvater im Himmel und auf Erden bist, lafß mich dein Wort und Befehl an alle Haus⸗ vaͤter zu Herzen nehmen und meine Sachen darnach rich⸗ ten/ daß ich meinen Kindern und Gesinde und allen, die mir angehoͤren, deine Ge⸗ bote schaͤrfe und zu Haus und Feld, wenn ich mich und sich ausbreite, gebeut niederlege und aufstehe/ mit ih⸗ ö ö ***....—.— *.9.mJ.‚‚‚.. 5⁴ Gebet christlicher Eheleute. ihnen davon rede, daß sie, HErr, deine Wege halten und thun, was recht und gut ist, auf daß ihnen alles das Gute widerfahre, das du uns geredet hast, daß ich den HErrn ehre von meinem Einkommen, den Armen und Duͤrftigen Gu⸗ tes thue, auf daß der Se⸗ gen in meinem Hause bleibe und ein bleibend Wesen habe. Laß mich des gegen⸗ waͤrtigen Gutes zum Le⸗ ben und nicht zur Suͤnde brauchen, daß ich von dei⸗ nem Segen in deiner Furcht esse und trinke, meiner sau⸗ ren Arbeit genieße und nicht ein anderer sie verzehre. O reicher GOtt im Thron! Armuth und Reichthum gieb mir nicht, laß mich aber mein bescheiden Theil Speise dahin nehmen, ich moͤchte sonsten, wo ich zu satt wuͤrde, verleugnen und sagen: Wer ist der HErr? ich habe genug, wie kann mirs fehlen? Oder wo ich zu arm wuͤrde, moͤchte ich stehlen und mich an dem Namen GOttes vergreifen, zuͤrnen GOtt und meinem Koͤnige fluchen. Lieber HErr und Meister, der du alles mit Lindigkeit und vie⸗ lem Verschonen regierest, laß mich meinem eigenen Hause wohl vorstehen, Kin⸗ der und Gesinde christlich regieren, Arbeitern und Ta⸗ geloͤhnern nicht unrecht thun, damit nicht der ab⸗ gebrochene Lohn der Ar⸗ beits⸗und Ackersleute und derer, die unser Land ein⸗ geerntet haben, wider mich gen Himmel schreie und mir Suͤnde sei, sondern des Tages gebe, daß die Sonne nicht daruͤber un⸗ tergehe. Laß mich nicht Wucher und Uebersatz von meinem Naͤchsten nehmen und ihn beleidigen, daß mein Segen nicht verfluchtwerde und mir alles unter den Haͤnden zerrinne, daß ich mir genuͤgen lasse an dem, das da ist, und gefallen, ich habe wenig oder viel; auch thue mir deine Gnade, daß ich mich in allem meinem Thun und Leben als ein christlicher Hausvater erzei⸗ ge und in deinen Guͤtern treu beweise, damit ich in der Rechnung wohl bestehe und als ein frommer und treuer Knecht uͤber viel ge⸗ setzet werde, zu meines HErrn Freude eingehe und selig werde, um Christi willen: so will ich dir hier zeitlich danken, daß du mich mit deinen Guͤtern gesaͤt⸗ liget hast, und dort mit Abraham, Isaak und Ja⸗ kob, deinen Dienern, im Himmelreich dich ewig prei⸗ sen. Amen. 3. Heermann. Gebet christlicher Eheleute. Barmbeniiger gnaͤdiger GOtt, lieber Vater, du hast uns nach deinem gnaͤdigen Willen und goͤtt⸗ icher Vorsehung in den heiligen Ehestand gesetzt, daß wir nach deiner Ord⸗ nung darin leben sollen. Darum troͤsten wir uns auch * * — Gebet christlicher Eheleute. 55 auch deines Segens, da dein Wort sagt: Wer eine Ehefrau findet, der findet was Gutes und schoͤpfet Segen vom HErrn. Ach lieber GOtt, laß uns ja in deiner goͤttlichen Furcht bei einander leben. Denn wohl dem, der den HErrn fuͤrchtet, und große Lust hat an seinen Geboten; deß Same wird gewaltig sein auf Erden. Das Ge⸗ schlecht der Frommen wird gesegnet sein. Laß uns vor allen Dingen dein Wort lieb haben, und gern horen und lernen, daß wir sein moͤgen wie ein Baum am Wasser gepflanzet, der sei⸗ ne Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blaͤtter verwelken nicht, und alles, was er macht, das geraͤth wohl. Laß uns auch in Friede und Einigkeit leben, daß wir der dreien schoͤnen Dingen eines, so GOtt und Menschen wohlgefaͤllt, bei uns haben und behalten moͤgen. Denn daselbst hat der HErr auch verheißen Segen und Leben immer und ewiglich. Laß uns in unserm Ehestande Zucht und Ehrbarkeit lieb haben, und dawider nicht handeln, auf daß in unserm Hause Ehre wohne, und wir einen ehrlichen Ramen haben moͤ⸗ gen. Gieb Gnade, daß wir unsere Kinder in der Furcht und Ermahnung zu deinen goͤttlichen Ehren auferziehen, daß du aus ihrem Munde dir ein Lob bereiten mogest. Gieb ih⸗ nen ein gehorsames Herz, daß es ihnen moͤge wohl gehen, und sie lange leben auf Erden. Gieb uns auch das taͤgliche Brod, und segne unsere Nahrung. Verzaͤune unser Haus und Guͤterlein wie des heiligen Hiobs, daß der bose Feind und seine Werkzeuge kei⸗ nen Eingriff thun koͤnnen. Behuͤte unser Haus, Habe und Gut vor Feuer und Wasser, vor Hagel und Ungewitter, vor Dieben und Moͤrdern. Denn al⸗ les, was wir haben, das hast du uns gegeben. Dar⸗ um wollest du es auch maͤch⸗ tiglich bewahren. Denn wo du nicht das Haus bauest, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wo du, HErr, die Stadt nicht be⸗ wahrest, so wachet der Waͤchter umsonst. Deinen Freunden giebst du es schla⸗ fend. Gieb uns auch, lie⸗ ber GOtt, fromm, getreu und gehorsam Gesinde, und bewahre uns vor unge⸗ treuen Dienstboten. Denn du ordnest und regierest al⸗ les, und bist ein HErr uͤber alles, belohnest auch alle Treue und Liebe, und strafest alle Untreue. Und wenn du uns ja, lieber GOtt, Kreuz und Truͤb⸗ sal zusenden willst, so gieb uns Geduld, daß wir uns ehorsamlich deiner vaͤter⸗ ichen Ruthe unterwerfen, und mache es gnaͤdig mit uns. Laß von dem HErrn unsern Gang gefoͤrdert wer⸗ den, und haͤbe du Lust an un⸗ 22 ??kR6- 3 9˖ 56 Gebet der Eltern für ihre Kinder. unsern Wegen. Fallen wir dann, so wirf uns nicht weg, sondern halt uns bei der Hand, und richte uns wieder auf. Lindere uns unser Kreuz, und troͤste uns wieder, und verlaß uns nicht in unserer Noth. Gieb auch, daß wir das Zeitliche nicht lieber haben/ denn das Ewige. Denn wir haben ja nichts in die Welt gebracht, werden auch nichts mit hinaus bringen. Darum laß uns nicht dem leidigen Geiz, der Wurzel alles Uebels, nachhaͤngen, sondern nachjagen dem Glauben und der Liebe, und ergreifen das ewige Le⸗ ben, dazu wir berufen sind. GOtt der Vater segne uns und behuͤte uns! GOtt der Sohn erleuchte sein Angesicht uͤber uns und sei uns gnaͤdig! GOtt der heilige Geist erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Friede! Die heilige Dreieinigkeit bewahre un⸗ sern Eingang und Ausgang von nun an bis in Ewig⸗ keit. Amen. Joh. Arnd. Sebet der Eltern für ihre Kinder. A getreuer/lieber Ott und Vater, Schoͤpfer und Erhalter aller Crea⸗ turen! Ich danke dir von Herzen fuͤr die Leibesfruͤch⸗ te, so du mir durch deinen Segen gegeben hast; und bitte dich herzlich, weil du gesagt hast, du wollest dei⸗ nen heiligen Geist geben allen, die dich darum bit⸗ ten, begnade auch meine armen Kinder mit deinem heiligen Geist, der in ih⸗ nen die wahre Furcht GOttes anzuͤnde, welche ist der Weisheit Anfang und die rechte Klugheit; wer darnach thut, deß Lob bleibet ewiglich. Beselige sie auch mit deiner wah⸗ ren Erkenntniß, behuͤte sie vor aller Abgoͤtterei und falscher Lehre, laß sie in dem wahren seligmachen⸗ den Glauben und in aller Gottseligkeit aufwachsen und darin bis ans Ende verharren. Gieb ihnen ein glaͤubiges, gehorsames, de⸗ muͤthiges Herz, auch die rechte Weisheit und Ver⸗ stand, daß sie wachsen und zunehmen an Alter und Gnade bei GOtt und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines goͤtt⸗ lichen Wortes, daß sie seien andaͤchtig im Gebet und Gottesdienst, ehrerbietig gegen die Diener des Wor⸗ tes und gegen jedermann, aufrichtig in Handlung, Khantafe in Geberden zuͤchtig in Sitten, wahr⸗ haftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschaͤf⸗ ten, gluͤckselig in Verrich⸗ tungen ihres Berufes und Amtes, verstaͤndig in Sa⸗ chen, richtig in allen Dingen, sanftmuͤthig und freundlich gegen alle Men⸗ schen. Behuͤte sie vor al⸗ len Aergernissen dieser Welt, daß sie nicht ver⸗ fuͤhret werden durch bose Gesellschaft. Laß sie nicht in . Gebet krommer Kinder kür ihre Eltern. 57 in Schlemmen und Un⸗ zucht gerathen, daß sie sich ihr Leben nicht selbst verkuͤrzen, auch andere nicht beleidigen. Sei ihr Schutz in allerlei Gefahr, daß sie nicht ploͤtzlich um⸗ kommen. Laß mich ja nicht Unehre und Schande, son⸗ dern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich vermehret, und die Zahl der Glaͤubigen groß werde, daß sie auch im Himmel um deinen Tisch her sitzen moͤgen, als die himmlischen Oel⸗ zweige, und dich mit allen Auserwaͤhlten ehren, loben und preisen moͤgen, durch IEsum Christum, unsern HErrn. Amen. Job. Arnd. Darauf bete den 127. und 128. Psalm. Gebet frommer Kinder für ihre Eltern. A gnaͤdiger, barmher⸗ ziger GOtt, lieber Va⸗ ter, der du bist der rechte Vater uͤber alles, das Kin⸗ der heißet im Himmel und auf Erden! Ich danke dir herzlich, daß du mir meine lieben Eltern, Vater und Mutter gegeben und bis daher in guter Gesundheit und Wohlstand erhalten hast. Dir sei Lob, Ehre und Dank fuͤr diese deine große Wohlthat. Und bitte dich, du wollest mir mei⸗ nen Ungehorsam, damit ich mich gegen meine lie⸗ ben Eltern oft versuͤndiget habe, aus Gnaden verge⸗ ben, und die Strafe von mir abwenden, die du im vierten Gebot draͤuest. Gieb mir aber ein gehorsames und dankbares Herz gegen sie, daß ich sie ehrefuͤrchte/ liebe, mit meinem Gehor⸗ sam und deiner goͤttlichen Furcht erfreue, daß ich sie fuͤr GOttes Ordnung er⸗ kenne, und ihre vaͤterlichen wohlmeinenden Strafen geduldig annehme. Lehre mich auch bedenken, wie sauer ich meiner Mut⸗ ter worden bin, und mit was großer Muͤhe und Arbeit sie mich erzogen. Laß mich dieselbe wieder ehren mit Gehorsam, Lie⸗ be, Demuth, Furcht in Worten und Werken, auf daß ich den Segen und nicht den Fluch ererbe, sondern ein langes Leben. Laß das Exempel des Ge⸗ horsams meines HErrn IEsu Christi immer vor meinen Augen stehen, wel⸗ cher seinem Vater gehor⸗ sam gewesen bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Gieb mir den Gehorsam Isaaks, die Furcht Jakobs, die Zucht Josephs, die Gottesfurcht des jungen Tobiaͤ; und gieb meinen lieben Eltern den Glau⸗ ben Abrahams, den Se⸗ gen Isaaks, den Schutz Jakobs, die Gluͤckseligkeit Josephs und die Barmher⸗ zigkeit des alten Tobiaͤ. Laß sie in einem feinen geruhigen Leben, in Friede und Einigkeit alt werden. Lindere ihnen ihr Kreuz und hilfs ihnen t. 2— I 41 4 58 Gebet einer Waise. Erhdre ihr Gebet und segne ihre Nahrung. Behuͤte sie vor allem Uebel Leibes und der Seele. Und wenn ihre Zeit vorhanden ist, so laß sie sanft und stille einschla⸗ fen, und nimm sie zu dir ins ewige Vaterland, durch IEsum Christum. Amen. Joh. Arnd. Gebet einer Waise. Liber himmlischer Vater, da du mir meine irdi⸗ schen Eltern durch den Tod hinweggenommen, so halte ich mich desto genauer zu dir, dem Vater uͤber alles, was Kinder heißt im Him⸗ mel und auf Erden. Du hast mich ja in der heili⸗ gen Taufe zu deinem Kin⸗ de angenommen, auch be⸗ sonders in deinem Wort versprochen, ein Vater und Erretter der Waisen zu sein. Ach bewahre mich, daß ich mich deiner Fuͤrsorge nicht durch muthwillige Suͤnden verlustig mache, sondern vielmehr in meinem gan⸗ 115 Leben sie reichlich er⸗ ahren moͤge. Erwecke mir gute Goͤnner und Freunde, die sich meiner erbarmen. Gieb, daß meine Vormuͤn⸗ der und Pfleger sich mei⸗ ner treulich annehmen und mich zu allem Guten er⸗ zieheu; ich aber ihnen eben den Gehorsam,/ den ich leib⸗ lichen Eltern schuldig bin, erweise, ihrem Rath folge und ihrer Strafe mich un⸗ terwerfe. Laß mich in dei⸗ ner Furcht wandeln, boͤse Gesellschaft vermeiden, und allen Luͤsten des Fleisches widerstehen, damit ich dir sowohl jetzt in meinen un⸗ muͤndigen Jahren, als kuͤnftig in meinem vollstaͤn⸗ digen Alter, in meinem Be⸗ ruf, mit unbeflecktem Ge⸗ wissen diene, und endlich dein ewiges Reich errerbe um meines lieben Heilandes willen. Amen. Rambach. Gebet zur Zeit des Auf⸗ ruhrs und Krieges. Almachtiger, ewiger GOtt, barmherziger himmlischer Vater, wie⸗ wohl wir durch unsere mannigfaltige Bosheit, un⸗ zuͤchtig Leben und schwere Laster nicht allein den aͤu⸗ ßerlichen Krieg, sondern den ewigen Tod und Ver⸗ derben ganz wohl verdie⸗ net haben: ach HErr, so bekennen wir uns vor dei⸗ ner goͤttlichen Majestaͤt als arme Schuldige, und be⸗ gehren Gnade und Barm⸗ herzigkeit, bitten und be⸗ gehren auch, o guͤtiger GOtt, du wollest zu die⸗ ser Zeit rechte Mittel und Wege gnaͤdiglich verschaf⸗ fen und schicken, daß der Krieg, daraus alles Uebel, Jammer und Elend, beide an Leib und Seel, durch des Feindes Anstiftung er⸗ folget, niedergeleget und ge⸗ meiner Friede und Einig⸗ keit gemacht werde, daß wir in Stille und rechter Ruhe des Gemuͤths und der Zeit mögen deinen herr⸗ lichen Namen preisen, in deinem Beruf und Willen wan⸗ Gebet in Pestzeiten. 59 wandeln und die ewige Se⸗ ligkeit erwerben durch JE⸗ sum Christum, deinen lie⸗ ben Sohn, unsern HErrn und Heiland. Amen. Sebet in Pestzeiten. O GoOtt in Ewigkeit, ein Vater aller Barm⸗ herzigkeit und Gerechtig⸗ keit! wie du den erleuchte⸗ ten Koͤnig und Propheten David um seiner Suͤnde willen in seinem Volk mit einer so grausamen Pesti⸗ lenz gestrafet und geplaget hast, daß in dreien Tagen von fruͤh an bis zu der bestimmten Zeit aus dem Volk von Dan zu Bersa⸗ ba siebenzig tausend Mann gestorben sind, und du auf die Beichte seiner Suͤnde und auf sein inniges Ge⸗ bet das Sterben und Pe⸗ stilenz hast lassen aufhoͤren: o HErr, so muͤssen wir bekennen, daß du uns diese grausame Pestilen, allein geschickt hast zu einer Strafe unserer unzaͤhligen Suͤn⸗ den, mit denen wir dich auf das hoͤchste und ohne Unterlaß zu Zorn beweget und beleidiget haben. Und darum, o barmherziger GOtt und Vater, bitten wir dich mit innigem Her⸗ zen in Bekenntniß unserer Suͤnden, daß du uns die⸗ selbigen wollest gnaͤdiglich verzeihen und deines goͤtt⸗ lichen billigen Zornes ver⸗ gessen, und diese schreck⸗ liche Plage der Pestilenz und des jaͤhen Todes gnaͤ⸗ diglich abwenden, auf daß wir in Gesundheit unseres Lebens eine gnaͤdige Buße moͤgen thun, und mit dir ewiglich in seliger Freude leben durch das bittere Lei⸗ den und Sterben JEsu Christi, deines lieben Soh⸗ nes, unsers HErrn. Amen. Gebet in theurer Zeit und Hungersnoth. Almaͤchtiger, barmherzi⸗ ger, guͤtiger GOtt, Schoͤpfer Himmels und der Erde! du erhoͤrest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Ach HErr, wir haben diese theure Zeit sehr wohl verdienet. Denn du hast gedraͤuet, es soll ein fruchtbar Land nichts tra⸗ gen, um der Suͤnden wil⸗ len derer, die darauf woh⸗ nen. Ach HErr, unsere Missethat druͤcket uns hart, du wollest uns unsere Suͤn⸗ de vergeben. Erhoͤre uns nach deiner wunderlichen Gerechtigkeit, GOtt, un⸗ ser Heil, der du bist die Zuversicht aller auf Erden und ferne am Meer. Ach HErr, thue auf deine milde allmaͤchtige Hand und saͤt⸗ tige alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Du kannst ja rufen dem, das nichts ist, auf daß es etwas sei, Lobe deinem Namen und einer troͤstlichen Gnade, denn deine Bruͤnnlein ha⸗ ben Wassers die Fuͤlle. Ach HErr, suche das Land heim und waͤssere es und mache 8 rreich. Laß das es sehr reich. Laß Ge⸗ 60 Gebet in theurer Zeit und Hungersnoth. Getraide wohl gerathen und baue selbst das Land. Traͤnke seine Furchen und segne sein Gepfluͤgtes, ma⸗ che es weich mit Regen und segne sein Gewaͤchs. Kroͤne das Jahr mit dei⸗ nem Gute, laß deine Fuß⸗ stapfen triefen vom Fett. Mache froͤhlich alles, was da lebet, beide des Mor⸗ gens und Abends. Denn du, HErr, unser GOtt, bist groß und von großer Kraft, und ist unbegreiflich, wie du regierest. Du kannst den Himmel mit Wolken bedecken, du giebst Regen auf Erden. Du laͤssest Gras wachsen auf den Bergen. Ou giebst dem Vieh sein Futter, den jungen Raben, die dich anrufen. HErr, du hilfest beiden, Menschen und Vieh. Du laͤsest Brunnen quellen in den Gründen, daß die Wasser zwischen den Bergen hin⸗ fließen, daß alle Thiere auf dem Felde trinken und das Wild seinen Durst loͤsche. An denselben sitzen die Voͤgel des Himmels und singen unter den Zweigen. Du feuchtest die Berge von oben her, du machest das Land voll Fruͤchte, die du schaffest. Du laͤssest Eras wachsen fuͤr das Vieh, und Saat zu Nutz den Men⸗ schen, daß du Brod aus der Erde bringest und daß der Wein erfreue des Men⸗ schen Herz, und seine Ge⸗ stalt schoͤn werde vom Oel, und das Brod des Men⸗ schen Herz staͤrke. HEer, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll dei⸗ ner Guͤte. Ach HErr, thue auf die Fenster des Him⸗ mels und schuͤtte herab Se⸗ gen die Fuͤlle. Ach HEer IEsu, du speisetest ja in der Wuͤste etliche tausend Mann mit wenig Broden und ließest die uͤbrigen Brok⸗ ken aufheben: ach HErr/ theile nun die uͤbrigen Broͤcklein aus unter die Hungrigen, deine Hand ist ja nicht verkuͤrzet. Es wartet alles auf dich, daß du ihnen Speise gehest zu seiner Zeit. Wenn du ih⸗ nen giebest, so sammeln sie; wenn du deine Hand auf⸗ thust, so werden sie mit Guͤte gesaͤttiget. Verbir⸗ gest du dein Antlitz, so er⸗ schrecken sie. Du nimmst weg ihren Odem, so ver⸗ gehen sie und werden zu Staub. Du laͤssest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und verneu⸗ erst die Gestalt der Erde. Darum, o HErr, staͤrke und speise uns mit deiner lebendigen Kieft, als mit dem rechten Himmelsbrod. Denn der Mensch lebet nicht vom Brod allein, sondern von einem jegli⸗ chen Wort, das aus dei⸗ nem Munde gehet. Nimm deine Kraft und Segen nicht hinweg vom Brod, sondern segne unsere Speise und saͤttige unsern Leib mit wenigem/ wie Elisa hun⸗ dert Mann speisete mit zwan⸗ Gebet um Gesundheit des Leibes. 61 zwanzig Broden. Troste und speise alle Hungrigen und ernaͤhre sie in der Theurung, der du die Voͤg⸗ lein des Himmels speisest und keinen laͤssest Hungers sterben. Gieb allen Ar⸗ men Geduld, HErr, und laß sie an deiner allmaͤch⸗ tigen Huͤlfe nicht verzagen. Vermehre ihr Brod wie das Mehl der Wittwe zu Sarepta. Speise auch un⸗ sere Seele mit deinem goͤtt⸗ lichen Wort, laß uns das⸗ selbe suͤßer sein denn Ho⸗ nig und Honigseim, bis wir endlich in deinem Reich uͤber deinem Tisch mit dir essen und trinken, das ist, dein Antlitz schauen in Ge⸗ rechtigkeit und satt werden, wenn wir erwachen nach deinem Bilde. Jeh. Arnd. Gebet um Oesundheit des Leibes. A* GOott, der du bist ein HErr uͤber Leben und Geist und ein GOtt alles Fleisches, der du gie⸗ best Gesundheit, Leben und Segen. Ein gesunder Leih ist ja besser denn groß Gut/ der Tod ist besser als ein sieches Leben und stete Krankheit. Ich lobsinge dir, mein Schutz und mein GOtt, daß du bishero Le⸗ ben und Wohlthat an mir gethan, und dein Aufsehen meinen Odem bewahret, auch meinen Leib durch deine große Barmherzig⸗ keit gesund erhalten. Gieb mir auch wichen nach deinem vaͤterlichen Willen Gesundheit, lange zu leben, und erbarme dich uͤber mich, daß ich gesund mein Alter erlange. Lege der Krank⸗ beiten keine auf mich, die du auf die Egypter gele⸗ get, denn du bist der HErr/ mein Arzt. Behuͤte mich vor einem schnellen Tod. Strafe mich nicht in dei⸗ nem Zorn, und zuͤchtige mich nicht in deinem Grimm. Behuͤte mich vor Pestilenz, Schlag, schwe⸗ ren Gebrechen, Unsinnig⸗ keit und dergleichen. Ich erkenne wohl, lie⸗ ber himmlischer Vater, daß ich dergleichen Strafen mei⸗ ner Suͤnden wegen sowehl als andere, verdienet. Ich bitte aber um deines Na⸗ mens willen, sei mir gnaͤ⸗ dig nach deiner Guͤte, und tilge meine Suͤnden nach deiner großen Barmherzig⸗ keit, und behuͤte mich gnaͤ⸗ diglich vor dergleichen schreclichen Strafen; hilf mir aber, daß ich meine Gest undheit auch nicht selbst verwahrlose mit Fressen und Saufen, daraus ein unordentliches Leben fol⸗ get; gieb mir dagegen, daß ich mich nuͤchtern und maͤ⸗ ßig halte. Ausie daß ich mir genuͤgen lasse. Wende von mir den falschen Weg/ und goͤnne mir dein Gesehz. Erhalte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fuͤrchte, daß ich dich lobe, weil ich lebe und gesund bin‚ Laß meinen Gang gewiß sein in deinem Wort, und laß kein 1291 —IIIIIIIIIReetesesesesetetssRs3535'5‚5‚s5.ꝛ6 7 Abͤ.z ö ö 62 Morgengebet eines Kranken. recht uͤber mich herrschen. Erhalte mich bei Leibes⸗ kraͤften, wie deinen Knecht Kaleb. Verlaß mich auch nicht im Alter, wenn ich grau werde, daß ich deinen Arm verkuͤndige Kindes⸗ kindern, und deine Werke yreise, auch je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfah⸗ rung, daß ich wandele wuͤrdiglich, dir, meinem HErrn, zu allem Gefal⸗ len, und fruchtbar sei in allen guten Werken, und geschickt werde mit aller Kraft nach deiner herr⸗ lichen Macht; daß ich eine gute Ritterschaft uͤbe/ Glauben und gut Gewis⸗ sen bewahre, mein Amt treulich ausrichte, und des⸗ sen, was du mir befohlen hast, mich stets annehme/ und endlich zu meinen Vaͤ⸗ tern hinfahre mit Freuden, und in gutem Frieden, in gutem und ruhigem Alter begraben werde. Alsdann nimm, o Vater, meine Seele in deine Haͤnde, und erwecke dermaleinst meinen Leib zum ewigen Leben. Erhoͤre wich, guͤtigster GOtt, um JEsu deines Sohnes willen, und ge⸗ waͤhre mich meines Ge⸗ bets;, das ich in kindlichem Vertrauen auf deine große und unendliche Barmher⸗ zigkeit vor dir gethan habe. Amen. Morgengebet eines Kranken. O allmaͤchtiger, ewiger GOtt, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich diese vergangene Nacht in meiner schweren Krankheit so vaͤterlich bewachet und bewahret hast, und bitte dich demuͤthiglich, du wol⸗ lest mir gus Gnade um Christi JEsu willen meine Suͤnde anaͤdiglich verzei⸗ hen, wo ich sonderlich waͤh⸗ rend dieser Krankheit, wie Fleisches und Blutes Art ist, ungeduldig gewesen/ und diesen angehenden Tag auch bei mir stehen, und mich in meiner Krankheit staͤrken, trosten, Geduld und Be⸗ staͤndigkeit verleihen, die Schmerzen mildern und mir endlich helfen, es sei zu dem Eahen, wie es oder ewigen Leben, wie es dein goͤttlicher Wille, welches allezeit der beste ist. Dein heiliger Engel sei mit mir/ auf daß der bose Feind und all sein Anhang und teufli⸗ sche Ungeheuer keine Macht noch Gewalt an mir und allem dem Meinen finden. Amen. Abendgebet eines Kranken. GOtt und Vater, ich danke dir, daß du durch diesen Tag so gnaͤdig ge⸗ holfen, und bitte dich von Grund meines Herzens, hilf mir schwachen und kranken Menschen auch durch diese Nacht mit dei⸗ ner Gnade, mit deiner Kraft, mit deinem Trost und mit deinem Geiste. Ich befehle dir meinen schwachen kranken Leib und mei⸗ Um Linderung der Schmerzen. 63 meine Seele in deine Haͤn⸗ de, dein heiliger Engel sei mit mir/ daß der böse Feind keine Macht an mir finde, durch IEsum Christum, deinen lieben Sohn, unsern HErrn, in Kraft des hei⸗ ligen Geistes. Amen. Um Linderung der Schmerzen. ch lieber Vater im Him⸗ mel/ wie große Schmer⸗ zen, Angst und Noth habe ich an meinem Leibe, di? ich leider mit nieinen Suͤn⸗ den wohl verdienet habe. Lieber Vater, schaue an, wie meine Krankheit reißt, tobt, wuͤthet, peiniget und hitzt und so gar anhaͤlt, und laß dich erbarmen; denn ich bin ja dein liebes Kind und ein Bruder dei⸗ nes geliebten Sohnes IE⸗ su Christi. Thuts doch ei⸗ nem irdischen Vater wehe und geht ihm ins Herz, wenn er sein Kind sieht Noth und Schmerzen lei⸗ den: das wollest du viel⸗ mehr an mir thun und aus sorcher Erbarmung mir zu Huͤlfe kommen in dieser großen Leihesnoth. Lin⸗ dere meine Schmerzen, und wenn dirs gefaͤllt, so nimm sie gar weg. Ach HErr, wie willst du mein so gar vergessen; eile, mir zu hel⸗ fen, ich verzage sonst in dieser Angst. Hast du mich doch heißen dich um Huͤlfe anrufen in der Noth, und versprochen, daß du daraus erretten willst, und gesagt, weil ich deiner begehre, so wollest du mir hel⸗ fen. O du guͤtiger GOtt, so komme mir zu Huͤlfe, und wo ich ja mein Le⸗ ben mit solchem Schmerz und großer Noth beschließen soll, so wende doch dein vaͤ⸗ terliches, freundliches und gnaͤdiges Angesicht nicht von mir, sondern hilf mir durch den heiligen Geist in solcher meiner Noth, daß ich das un⸗ aussprechliche, große Lei⸗ den und die große Qual meines HErrn Christi vor Augen habe und ihm nach mein Leiden mit Geduld ertrage, damit ich nicht solcher Leibesnoth halber mich versuͤndige, sondern bestaͤndig bleibe im Glau⸗ ben und Anrufung bis an mein Ende, wie die lieben Maͤrtyrer, um JEsu Chri⸗ sti, deines lieben Sohnes willen. Amen. Ergebung in Krankheit. Alnaschtiger⸗ guͤtiger GOtt, ich sage dir von Herzen Dank fuͤr deine vaͤterliche Zuͤchtigung, da⸗ mit du mir zu erkennen giebst, daß ich guch dein Kind bin, dieweil du mei⸗ nem Geist helfen willst/ wi⸗ der das muthwillige Fleisch zu streiten, welches mich oft verfuͤhrt und uͤberwun⸗ den hat. Aber ich bitte dich, barmherziger GOtt, um Gnade und Geduld, daß ich diese deine Zuͤchti⸗ gung nach deinem Willen moͤge annehmen und erlei⸗ den, und daß ich in der 42 Wahr⸗ 64 Danksagung n. wiedererhalt. Gesundheit. Wahrheit mit dem lieben David moͤge sprechen: „Wohl mir, daß du mich gedemuͤthigt hast. HErr/ ich bin deine Kregtur, mache es mit mir, wie du willst. Da liege ich und bin bereit, nach deinem Willen zu leben oder zu sterben. Ich kann mir selber nicht helfen, habe auch nicht verdient, daß mir geholfen werde, aber ich versehe mich alles Gu⸗ ten zu dir. O guͤtiger Va⸗ ter, du wirst mich nicht verlassen, sondern gnaͤdig⸗ lich erretten durch deinen lieben Sohn, unsern lie⸗ ben HErrn, IEsum Chri⸗ stum. Amen. Danksagung nach wie⸗ dererhaltener Sesund⸗ heit. GOtt, man lobet dich in der Stille zu Zion, und dir bezahlet man Ge⸗ luͤbde; du erhoͤrest Gebete, darum kommet alles Fleisch zu dir. Ich danke dir, HErr, von ganzem Herzen, daß du mich gedemuͤthigt hast, daß ich deine Rechte ler⸗ nete. HErr, du bist ge⸗ recht, ich aber muß mich schaͤmen, und erkenne, daß du mich nach aller deiner Gerechtigkeit mit Krankheit heimgesuchet. Du hast mir solches zugeschicket um meiner großen Misse⸗ that und um meiner star⸗ ken Suͤnde willen. Du hast mich gedemuͤthiget und versuchet, auf daß kund wuͤrde, was in meinem Herzen ist. Du hast mich gezuͤchtiget, aber dem Tode nicht uͤbergeben. HErr, du Liebhaber des Lebens, du haͤst mich als ein Vater gezuͤchtiget, mit Lindigkeit gerichtet und mit viel Ver⸗ schonen regieret. Ich syrach: Nun muß ich zur Hoͤllen⸗ Pforten fahren; ich muß nicht mehr sehen den HErrn, ja den HErrn im Lande der Lebendigen; nun muß ich nicht mehr schauen die Menschen bei denen, die ihre Zeit leben. Da ich aber mitten in der Angst wandelte, erquicktest du mich. Ich sprach in mei⸗ nem Zagen: Ich bin von deinem Angesicht verstoßen, du aber erhoͤrtest meines Flehens Stimme; du mach⸗ test mich gesund, und hast meine Seele aus der Hoͤl⸗ len gefuͤhret. Dein Zorn waͤhret einen Augenblick, und du hast Lust zum Le⸗ ben; den Abend lang waͤh⸗ ret das Weinen, aber des Morgens die Freude. Du hast mein Klagen verwan⸗ delt in einen Reigen, du hast meine Trauer ausge⸗ zogen, und mich mit Freu⸗ den geguͤrtet, auf daß dir lobsinge meine Ehre und nicht stille werde. HErr, mein GOtt, ich will dir danken in Ewigkeit. Du haͤst mein Gebet gehoͤrt, meine Thraͤnen gesehen und mich gesund gemacht. Du hast mich errettet, daß ich nicht stuͤrbe. Darum danke ich dir um deine Guͤte und um deine Wunder, die du an Gebet, wenn man verreisen will. an den Menschenkindern thust. Ich opfre dir Dank, und erzaͤhle deine Werke mit Freuden. Es hat mich weder Kraut noch Pflaster geheilet, aber dein Wort, welches alles heilet; denn du hast Gewalt, beides uͤber Leben und Tod. Du fuͤhrest in die Hoͤlle, und wieder heraus. Ich danke dir, daß du zornig gewesen bist uͤber mich, und dein Zorn sich gewendet hat, und troͤstest mich. Siehe, GoOtt ist mein Heil, ich bin sicher und fuͤrchte mich nicht; denn GOtt der HErr ist meine Staͤrke und mein Helm und mein Heil; ich bin sicher und fuͤrchte mich nicht. Du haͤst mich erquicket auf meinem Siechbette, und mir von aller Krankheit geholfen. Stricke des To⸗ des hatten mich umfangen, und Angst der Hoͤlle hatte mich betroffen: ich kam in Jammer und Noth; aber ich rief an den Namen des HErrn, und du hast mei⸗ ne Augen von den Thraͤ⸗ nen, meinen Fuß vom Gleiten und meine Seele vom Tode gerissen. Meine Krankheit ist nicht zum To⸗ de gewesen, sondern zu dei⸗ ner Ehre. Gelobet seist du, HErr, denn du hast erhoͤ⸗ ret die Stimme meines Flehens; du, HErr, bist meine Staͤrke und mein Schild, auf dich hofft mein Herz und mir ist geholfen. Mein Herz ist froͤhlich, und ich will dir danken mit 65 meinem Liede. Ich will dir meine Geluͤbde bezahlen vor allem deinem Volk. Ach HErr, hilf, daß ich nicht mehr suͤndige, daß mir nicht was Aergeres widerfahre. Hilf, HErr, daß ich mein Herz reinige von aller Missethat, mein Herz keusch mache, und dir diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir ge⸗ faͤllig ist. Behuͤte mich hinfuͤro vor allen boͤsen Krankheiten, insonderheit vor einem boͤsen schnellen Tod. Und wenn mein Stuͤndlein vorhanden ist, laß meine Seele mit Freu⸗ den ausziehen und imm Frie⸗ den geleitet werden zů der ewigen Seligkeit und Ge⸗ sellschaft aller Auserwaͤhl⸗ ten und Heiligen im Him⸗ mel. Erhore mich, o GOtt, um IEsu Christi, deines geliebten Sohnes willen. Dir sammt ihm und dem heiligen Geiste sei Ehre, Lob und Preis in Ewigkeit. Amen. Reisegebete. Gebet, wenn man ver⸗ reisen will. HErr, der du vor Zei⸗ ten dein Volk Israel durch wunderliche Wege und durch eine wunderliche Wuͤste mit einer Wolke und hellem Feuer geleitet, und ihnen des Tages ein Schirm, des Nachts eine Flamme gewesen: weil ich meines Berufs halber rei⸗ sen muß, so bitte ich dich 42* von .. 66 Danksagung nach der Reise. von Herzen, du wollest mit mir und vor mir herziehen, und mich den rechten Weg fuͤhren, auch zu rechter Zeit gesund wieder heim⸗ bringen. Trage mich, wie ein Mann seinen Sohn traͤgt, durch alle Wege, dahin ich wandern muß. Decke mich mit deiner Hand, und errette mich von der Hand der Feinde. Laß mich deine Engel be⸗ gleiten, und alles wohl schicken, was ich vorhabe; also, daß ich mit Freu⸗ den wieder heim komme, kluͤglich handele, und mir alles wohl gelinge. Bewah⸗ re meinen Aus⸗ und Ein⸗ gang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Danksagung nach der Reise. naͤdiger GOtt, himm⸗ lischer Vater, ich danke dir von Grund mei⸗ nes Herzens, daß du mich meine vorgehabte Reise hast gluͤcklich lassen voll⸗ bringen, und mich durch meiner lieben Engel Schutz mit Freuden wiederum zu den Meinigen gebracht, und vor allem Uebel, Irrthum und Feindschaft vaͤterlich bewahret, daß ich nicht voñ Raͤubern und Moͤrdern bin umgebracht oder in Wassernoth und andere Faͤhrlichkeiten gerathen, daß ich auch keinen Arm oder Bein gebrochen, noch sonst beschaͤdigt bin: in Summa, daß ich wie der junge Tobias durch den Engel Raphael frisch und gesund hin und her bin geleitet worden. Dieses alles habe ich deiner vaͤter⸗ lichen Fuͤrsorge und all⸗ maͤchtigem Schutze zu dan⸗ ken, und bitte dich von Herzen, du wollest mich und die Meinigen fortan auch gnaͤdiglich behuͤten und in deinen Schutz neh⸗ men, und an Leib und Seele bis zum ewigen Le⸗ ben seliglich erhalten, um JIEsu Christi willen. Amen. Um Bereitung zum seli⸗ gen Sterben. A du lieber GOtt und HErr! ich lebe, aber ich weiß nicht wie lange. Ich muß sterben, und weiß nicht wann. Du, mein himmlischer Vater, weißt es. Wohlan, soll dieser Tag (diese Nacht) oder diese Stunde die letzte meines Lebens sein, HErr, dein Wille geschehe, der ja alle⸗ zeit und allewege allein der beste ist. Nach demselben deinem heiligen Willen bin ich allezeit bereit, in wah⸗ rem Glauben an JEsum Christum, meinen Erloͤser/ zu leben und zu sterben. Allein, mein frommer GOtt, gewaͤhre mir nur diese Bitte, daß ich nicht moͤge ploͤtzlich in meinen Suͤnden sterben und ver⸗ derben. Gieb mir recht⸗ schaffene Erkenntniß, Reue und Leid uͤber meine be⸗ gangenen Suͤnden, und stelle sie mir noch in die⸗ sem Leben unter We a⸗ Gebet in Todesnöthen. 67 damit sie mir hier verge⸗ ben und nicht am juͤng⸗ sten Tage zu meiner Ver⸗ dammung vorgestellt und zugerechnet werden. Ver⸗ leihe mir so viel Zeit und Raum zur Buße, daß ich meine Uebertretung recht erkenne und bekenne, von Herzen bereue und be⸗ weine, und derselben Ver⸗ gebung und Trost aus dei⸗ nem seligmachenden Wort erlangen moͤge. Ach barmherziger Va⸗ ter, verlaß mich ja nicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir; mein Herz und meines Herzens Zuversicht ist allein zu dir. Laß mich sterben, wenn es dir gefaͤllt; nur verleihe mir ein vernuͤnftiges, sanf⸗ tes und seliges Ende. Ach HErr JEsu, nimm meine Seele in deine Haͤnde, und laß sie dir befohlen sein. Amen. Amen. Gebet in Todesnöthen. D frommer getreuer GOtt und Vater un⸗ sers lieben HErru IEsu Christi, dich bitte ich von Herzen, du wollest mich in meiner Noth nicht ver⸗ lassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Er⸗ kenntniß erleuchten, daß ich in demselbigen aus die⸗ ser Finsterniß zu dir, dem ewigen Licht, moͤge wan⸗ deln. O HErr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll, stehe du zu meiner rechten Hand, wenn ich soll mei⸗ nen Geist aufgeben, errette mich aus der Hand des Feindes, troͤsie und staͤrke mich, erhalte mich in dei⸗ ner Erkenntniß und festem, starkem Vertrauen auf dei⸗ ne große Gnade und Barm⸗ herzigkeit. Ach HErr GOtt, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stam⸗ me des Kreuzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit starkem und glaͤubigem Vertrauen in dem Herzen darf sagen: Vater, in deine Haͤnde befehle ich meinen Geist, denn du hast mich erloͤset, du getreuer GOtt. Im Fall aber, da ich aus Schwachheit und Groͤße meiner Krankheit solches mit dem Munde nicht koͤnnte gusreden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seuf⸗ zen. Amen. A. Musculus. Sehnsucht, daheim zu sein bei dem HErrn. Err JEsu Christe, mein Trost und meine Won⸗ ne, wie verlaͤngt meine Seele nach dir! Wie ein Hirsch schreit nach frischem Wasser, also schreit auch meine Seele nach dir; mei⸗ ne Seele duͤrstet nach dir, meinem lebendigen GOtt. Wann werde ich dahin kommen, daß ich dein An⸗ gesicht schaue? HErt JE⸗ su, du ewige Wohrheit, du weißt, meine Zeit, mei⸗ ne Tage stehen in deinen Haͤnden. Ach wann? So⸗ bald du willst, HErr JEsu: Mein Herz sehnt sich zur Ruhe, zur ewigen, 505. 1 68 Seutzer in Sterbensnoth. digen Ruhe, aus dieser Finsterniß zum Lichte, aus dem Trauern zur Freude, aus der Unruhe zum Frie⸗ den, aus der Muͤhseligkeit zur Herrlichkeit, aus der Schwachheit zur Vollkom⸗ menheit. HErr IEsu, du weißt alle Dinge, du weißt auch, daß dich meine Seele herzlich lieb hat und traͤgt ein sehnliches Verlangen, dein Angesicht zu schauen. Sieh doch, allerliebster Hei⸗ land, wie fließen die Thraͤ⸗ nen der Liebe aus meinen Augen. Merke doch, daß meine Augen vor Freude weinen, und mein Herz vor Liebe krank ist, seufzt, duͤr⸗ stet, verlangt und wuͤnscht, bei dir daheim zu sein und auf deinem Schooße, in deinen Armen zu ruhen. Mein HErr und Gyͤtt, wie wohl wird mir da sein! Froͤhlich wird meine Seele und mit großen Freuden ausrufen: Hier ist gut sein! HErr IEsu, gedenke an mich in deinem Reich und sprich zu meiner Seele: Heute sollst du mit mir im Paradiese sein. Amen. Seufzer in Sterbensnoth. ilf, o HErr JEsu Chri⸗ ste, daß ich durch deine Gnade in dieser meiner letzten Noth moͤge froͤh⸗ lich uͤberwinden! Gedenke, o HErr, nicht der Suͤn⸗ den meiner Jugend und meiner Uebertretung, ge⸗ denke aber meiner nach deiner großen Barmher⸗ zigkeit. Verwirf mich, o GOtt, nicht von deinem Angesicht, und nimm dei⸗ nen heiligen Geist nicht von mir; erhalte mich im rechten Glauben und troͤste mich mit deinem Geist am letzten Ende, daß ich im Tode von dir nicht abge⸗ schieden werde. Ach HErr, laß dir befohlen sein meine arme Seele, welche du mit deinem theuren rosinfarb⸗ nen Blut erworben und er⸗ kaufet hast. O treuer GOtt, verkuͤrze mir die Todes⸗ qual und gieb mir ein sanf⸗ tes, seliges Ende, um dei⸗ ner großen Gnade und Guͤ⸗ te willen, die von der Welt her gewesen ist, daß ich dir dafuͤr danke immer und ewiglich. Amen. Emibdenius. Hürbitte für einen Ster⸗ benden. O HErr JEsu Christe, du Sohn des Aller⸗ hoͤchsten, unser einiger Hei⸗ land, Erloͤser und Selig⸗ macher! wir bitten dich de⸗ muͤthiglich: erloͤse diesen sterbenden Menschen von allen greulichen und er⸗ schrecklichen Bildern und Anblicken des Teufels, der Suͤnden und der Hoͤllen. Erloͤse ihn, wie du gnaͤdig⸗ lich erloͤset hast Noah von der Suͤndflut, Lot von dem Verderben Sodomaͤ, die Kinder Israels von der Gewalt Pharaonis Also erloͤse auch, o HErr GOtt, die Seele dieses sterben⸗ den Menschen von aller Faͤhrlichkeit. Eroͤffne ihm heut zu Tage die Thes es Kirchen⸗Gebete. 69 des Paradieses, die Pfor⸗ wir uns getroͤsten: wir ha⸗ ten des ewigen Vaterlan⸗ ben die Person gar nicht des und den Eingang des verloren, sondern nur vor⸗ ewigen Lebens. O HErr angesendet', der ungezwei⸗ IEsu Christe, verzeihe ihm felten Hoffnung, daß du alle seine Suͤnden, und den verstorbenen Leichnam, fuͤhre ihn mit Freuden in der allhier in Schwachheit das Reich deines himm⸗ vor uns liegt, am juͤngsten lischen Vaters zur ewigen Tage mit großer Kraft und Ruhe und Freude, auf daß Herrlichkeit auferwecken er dich sammt allen aus⸗ erwaͤhlten Kindern GOttes mit ewigen Freuden lobe, ehre und preise von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit. Amen. Gebet, wenn ein Christ verschieden ist. ir danken dir, HErr IEsu Christe, daß du unser armes Gebet und Flehen nicht verachtet, son⸗ dern gnaͤdiglich erhoͤrt hast. Du hast unsern Bruder aus der Angst gerissen und eingefuͤhrt in die ewige Ru⸗ he. Ach lieber Heiland, wir sprechen mit Hiob: Der HErr hats gegeben, der HErr hats genommen, der Rame des HErrn sei gelobet! und mit dem Volke im Evangelio: Er hat alles wirst und wir einander bei dir im ewigen Leben wie⸗ derfinden werden. Wollest uns auch saͤmmtlich deines heiligen Geistes Gnade ver⸗ leihen, daß wir uns an die⸗ sem Todtenbette erinnern, wie bald es um einen Men⸗ schen geschehen sei, und daß, wie es heute an diesem Men⸗ schen gewesen, es morgen an uns sein koͤnne, damit wir lin stetiger und immer⸗ waͤhrender christlicher Be⸗ reitschaft erfunden werden, dir, wenn das Stuͤndlein kommt, durch das finstere Thal des Todes mit Freu⸗ den zu folgen in dein Reich, der du sammt dem Vater und heiligen Geiste lebst und regierst in Ewigkeit. Amen. wohl gemacht! Hilf, daß! Kirchen ⸗Gebete an Sonn⸗ und Festtagen. Wenn man in die Rirche kommt. Allmächnger GOtt, der du bist ein Be⸗ schuͤtzer aller, die auf dich hoffen, ohne welches Gna⸗ de niemand nichts vermag, dene etwas vor dir gilt, laß deine Barmherzigkeit uns reich⸗ 70 Vor und nach der Predigt. reichlich widerfahren, auf daß wir, durch dein heilig Eingeben/ denken was recht ist, und durch deine Wir⸗ kung dasselbige vollbringen, um IEsu Christi, deines Sohnes, unsers HErrn willen. Amen. Luther. Vor der Predigt. Aieber GOtt, du sprichst durch deinen lieben Sohn die selig, so dein Wort hoͤren. Wie viel billi⸗ ger waͤre es, daß wir dich, o ewiger, barmherziger Va⸗ ter, ohne Unterlaß mit froͤhlichem Herzen selig preiseten, dir dankten und dich lobten, daß du dich so freundlich, ja vaͤterlich ge⸗ gen uns arme Wuͤrmlein erzeigest, und mit uns von der groͤßten und hoͤchsten Sache, naͤmlich vom ewi⸗ gen Leben und Seligkeit, redest. Gleichwohl unter⸗ laͤssest du es nicht, uns freundlich zu locken durch deinen Sohn, dein Wort zu hoͤren, da er spricht: Selig sind, die GOttes Wort hoͤren und behalten; als koͤnntest du unsers Ge⸗ hoͤrs nicht entbehren, und wir, die wir Erdiund Asche sind, nicht wiel tausendmal mehr deines seligen Wor⸗ tes beduͤrften. O wie un⸗ aussyrechlich groß und wundersam ist deine Guͤte und Geduld! Wiederum Ach und Wehe uͤber die Undankbarkeit und Staar⸗ blindheit derer, die dein Wort nicht allein nicht hoͤren wollen, sondern es auch muthwillig verachten, verfolgen und laͤstern. Luther. Lieber Gott, gieb uns deinen heiligen Geist, der das gehoͤrte Wort in un⸗ ser Herz schreibe, also, daß wir annehmen, glauben, und uns dessen in Ewig⸗ keit erfreuen und troͤsten moͤgen. Amen. auther Nach der Predigt. ieber HErr Christe, der du mein Herz mit dei⸗ ner Wahrheit erleuchtet hast, wollest mir auch dei⸗ nen Geist und Kraft ge⸗ ben zu thun und zu lassen, was deinem gnaͤdigen Wil⸗ len wohl gefaͤllt. Amen. Luther. Lieber HErr JEsu Chri⸗ ste, bereite, staͤrke und befestige uns vollends zu deinem ewigen Reich, mit aller Fuͤlle deiner Weis⸗ heit und Erkenntniß. Dir sei Lob und Dank in Ewig⸗ keit. Amen. Luther. Danksagung für das gehörte Wort GOttes. GOtt, Vater aller Barmherzigkeit, wir danken dir höchlich und alle⸗ zeit, daß du uns, nach dem uberschwenglichen Reich⸗ thum deiner Gnaden, hast gebracht zu dem Schatz deines Wortes, darinnen wir haben Erkenntniß dei⸗ nes lieben Sohnes, das ist ein sicher Pfand unsers Lebens und Seligkeit, die im ** Im Acdvent. 7¹ im Himmel zukuͤnftig ist, und bereitet allen, die in reinem Glauben und bruͤn⸗ stiger Liebe bestaͤndig bis ans Ende beharren; wie wir denn hoffen und bitten, du werdest uns, barmher⸗ ziger Vater, erhalten und vollkommen machen mit al⸗ len Auserwaͤhlten, in einem Sinne, zu gleichem Bild deines lieben Sohnes JE⸗ su Christi, unsers HErrn. Amen. Luther. Im Advent. Ach du lieber GOtt, himmlischer Vater, gieb Gluͤck und Heil dem Soh⸗ ne Davids, deinem lieben Sohn Christo IEsu, zu seinem Koͤnigreich. Laß ihn auch bei uns einreiten in deinem Namen, daß es ge⸗ benedeiet sei und wohl gehe. Amen. Luther. Lieber HErr GoOtt, wecke uns auf, daß wir be⸗ reit seien; wenn dein Sohn koͤmmt, ihn mit Freuden zu empfahen, und dir mit reinem Herzen zu dienen, durch denselbigen deinen Sohn IEsum Chri⸗ stum, unsern HErrn. Amen. Luther. Zu wWeihnachten. H ilf/ W. HErr GOtt, 5 wir der neuen lellichen Geburt deines lieben Sohnes theilhaftig werden und bleiben, und von unsrer alten suͤnd⸗ lichen Geburt erledigt wer⸗ nen Sohn IEsum Chri⸗ stum, unsern HErrn. Amen. Lutyer. Am Tage der Reini⸗ gung Klariä. A ewiger GOtt, wir bitten dich herzlich, gieb uns, daß wir deinen lieben Sohn erkennen und preisen/ wie der heilige Simeon ihn leiblich in die Arme ge⸗ nommen, und geistlich ge⸗ sehen und bekannt hat, durch denselbigen deinen Sohn, IEsum Christum, unsern HErrn. Amen. Luther. Zu Epiphanias. ieber GOtt, fuͤhre uns mit den Weisen durch den Stern deines heiligen Worts zu deinem Sohn Christo JIEsu, und bewahre uns vor allem Anstoß in Ewigkeit, so kommen wir recht in unser Vaterland, da wir herkommen sind, des ist zu GOtt, von dem wir geschaffen sind, und kommt das Ende mit dem Ursprung wieder zusammen wie ein guͤldener Ring; das helf uns GOtt durch Christum, unsern Koͤnig und Priester in Ewigkeit. Amen. Luther. wiger GoOtt, lieber Vater, der du uns durch deinen lieben Sohn, unsern HErrn und Hei⸗ land JEsum Christum, so reichlich erleuchtet hast, den, durch denselben dei⸗ länt uns auch durch dei⸗ nen 72 Zur Passionszeit. nen heiligen Geist mit voͤlligem Glauben, und gieb uns Kraft, daß wir sol⸗ chem Licht treulich und fleißig folgen, und dich sammt allen Heiligen prei⸗ sen und loben, beide, mit Lehren und Leben. Dir sei Dank und Ehre fuͤr alle deine unaussprechliche Gnade und Gaben in Ewigkeit. Amen. Luther. Zur Pafsitonszeil. Almachtiger Vater/ ewi⸗ ger GOtt, der du fuͤr uns hast deinen Sohn des Kreuzes Pein lassen leiden, auf daß du von uns des Feindes Gewalt treibest: verleihe uns also zu bege⸗ hen und danken seinem Lei⸗ den, daß wir dadurch der Suͤnden Vergebung und vom ewigen Tod Erloͤ⸗ sung erlangen, durch den⸗ selben deinen Sohn IE⸗ sum Christum, unsern HErrn. Amen. Luther. Am Srün-Donnerstag. Ac du lieber GOtt, der du uns bei diesem wunderbarlichen Sakra⸗ ment deines Leidens zu gedenken und zu predigen befohlen hast, verleihe uns, daß wir solch deines Lei⸗ bes und Blutes Sakra⸗ ment also moͤgen brauchen, daß wir 17 Erloͤsung in uns taͤglich fruchtbarlich empfinden. Amen. Luther. Am Charfreitage. Barcetziger, ewiger Gtt, der du deines einigen Sohnes nicht ver⸗ schonet hast, sondern fuͤr uns alle dahingegeben, daß er unsere Suͤnde am Kreu tragen sollte: verleihe, da unser Herz in solchem Elauben nimmermehr er⸗ schrecke noch verzage, durch denselben deinen Sohn, IEsum Christum, unsern HErrn. Amen. euther. Am Osterfeste. Aumächtiger GOtt, der du durch den Tod dei⸗ nes Sohnes die Suͤnde und den Tod zunichte ge⸗ macht, und durcyh sein Auf⸗ erstehen Unschuld und ewi⸗ ges Leben wieder gebracht hast, auf daß wir von der Gewalt des Teufels erloͤ⸗ set, in deinem Reich leben: verleihe uns, daß wir sol⸗ ches von ganzem Herzen glauben, und in solchem Glauben bestaͤndig dich alle⸗ zeit loben und dir danken durch denselbigen deinen Sohn, IEsum Christum. unsern HErrn. Amen. Luther. ieber GOtt, verleihe uns durch JEsum Christum deinen heiligen Geist, daß wir solcher deiner Aufer⸗ stehung uns recht troͤsten, und in solchem Glauben und Zuversicht und Hoff⸗ nung von Tage zu Tage zunehmen, und endlich da⸗ durch selig werden. Amen. Luther. Am Bimmelfahrtsfeste. A„HErr GOtt/ verleihe 4* ie Zu Piingsten. 73 die wir glauben, daß dein einiger Sohn, unser Hei⸗ land, sei heute gen Him⸗ mel gefahren, daß auch wir mit ihm geistlich im geist⸗ lichen Wesen wandeln und wohnen, durch denselben deinen lieben Sohn, IE⸗ sum Christum, unsern HErrn. Amen. Luther. ieber HErr GOtt, un⸗ ser gnaͤdiger Vater im Himmel, wir sehen, wie ein troͤstlich und freudenreich Fest wir an der Himmel⸗ fahrt unseres lieben HErrn Christi haben; derhalben loben, danken und preisen wir dich und bitten, du wollest uns in solcher Gna⸗ de erhalten, und endlich um IEsu Christi, deines Soh⸗ nes willen ein selig Stuͤnd⸗ lein bescheren, daß wir ihm selig nachfahren und das ewige Leben und Seligkeit sammt ihm besitzen; das verleihe uns, lieber HErr. Amen. Luther. Zu Psingsten. Err GOtt, lieber Va⸗ ter, der du an diesem Tage deiner Glaͤubigen Herzen durch deinen heili⸗ gen Geist erleuchtet und gelehret hast: gieb uns, daß wir auch durch denselbigen Geist rechten Verstand ha⸗ ben, und zu aller Zeit sei⸗ nes Trostes und Kraft uns freuen, durch denselbigen deinen Sohn, IEsum Christum, unsern HErrn. Amen. Luther. eiliger GOtt, himm⸗ lischer Vater, wir freuen uns uͤber unsere Pfingsten von Herzen, weil dieselben weit herrlicher sind, denn der Juden Pfing⸗ sten; sintemal der heilige Geist durch Christum uͤber alles Fleisch ist ausgegossen worden, daß wir durch das Evangelium GOtt erken⸗ nen, und durch den heiligen Geist heilig und fromm werden an Seele und Leib, so wir uns anders recht christlich mit Beten, Pre⸗ digthoͤren und einem unaͤr⸗ gerlichen Wandel dazu schicken wollen. Darum⸗ gnaͤdiger Vater, verleihe uns solche deine Gnade, daß wir Christum lieben und an seinem Worte blei⸗ ben, dasselbe durch seinen heiligen Geist behalten, und also moͤgen selig wer⸗ den; dazu helfe uns durch Christum der heilige Geist Amen. Luther. Am Feste der heitigen Dreieinigkeit. Yimaͤchtiger, ewiger A GOtt, der du uns gelehret hast, im rechten Glauben zu wissen und be⸗ kennen/ daß du in drei Per⸗ sonen, gleicher Macht und Ehren, ein einiger ewiger GOtt, und dafuͤr anzube⸗ ten bist: wir bitten dich, du wollest uns bei solchem Glauben allezeit fest erhal⸗ ten wider alles, was dage⸗ gen uns mag anfechten, der du lebest und regierest von Ewig⸗ 74 Am Kirchweih-(Retormations-) Fest. Ewigkeit. Luther. Ewigkeit zu Amen. ir glauben an GOtt Vater, GOtt Sohn und GoOtt den heiligen Geist. GOtt helfe uns allen, daß wir in solcher Lehre und Glauben bis an unser Ende bestaͤndig und rein erfunden werden. Amen. Luther. Am Kirchweih-(Refor⸗ mations-) Fest. Vater aller Barmher⸗ zigkeit, der du dir eine heilige Gemeine und Kirche auf Erden durch dein Wort und heiligen Geist sammelst und erhaͤltst: ich bitte dich, du wollest deine kleine Heerde, das arme Haͤuflein, so dein Wort durch deine Gnade angenommen, ehret und foͤrdert, bei der rechten, erkannten, reinen und allein seligmachenden Lehre, auch bei rechtem Gebrauche der hochwuͤrdigen Sakramente stets und fest erhalten, wi⸗ der alle Pforten der Hoͤlle, wider alles Wuͤthen und Toben des leidigen Teu⸗ fels, wider alle Bosheit und Tyrannei der argen Welt. Erhalte dein Schiff⸗ lein sammt deinen Christen mitten auf dem ungestuͤ⸗ men Meere unter allen Wellen und Wasserwogen/ daß es nicht sinke noch un⸗ tergehe. Laß deine Kirche fest und unbeweglich stehen auf dem Crundfelsen, dar⸗ auf sie erbauet ist. OGOtt schaue vom Himmel, und siehe an und suche heim deinen Weinstock, und halte ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzet hat, und den du dir festiglich erwaͤh⸗ let hast, auf daß sein Ge⸗ waͤchs ausgebreitet und seine Zweige groß werden; verzaͤune ihn mit deinem Schilde. Nimm uns, deine Schaafe, in deinen Schutz, daß uns niemand aus dei⸗ ner Hand reiße. Behuͤte uns vor allen denjenigen, so da suchen Vertilgung rechter Lehre, Aufrichtung und Bestaͤtigung ihrer schaͤndlichen Abgoͤtterei. Laß dein liebes Wort, das helle und unwandelbare Licht, so tins jetzt scheinet, nicht unterdruͤcket oder ausge⸗ loschet werden, sondern thue Huͤlfe durch deinen großen ausgestreckten Arm/ und erhalte deine Kirche und Gemeine unter so vie⸗ len Anstoͤßen in der Welt, auf daß du unter uns hier auf Erden auch habest ein Volk, das dich erkenne, ehre und anbete, und deinem hei⸗ ligen Namen diene. Ach HErr, schone deines Volks, und laß dein Erbtheil nicht zu Schanden werden, laß uns nicht entgelten unsere Suͤnden, der du die Misse⸗ that vormals vergeben hast deinem Volk, und alle ihre Suͤnde bedecket, der du vor⸗ mals hast allen deinen Zorn aufgehnben und dich ge⸗ wendet von dem Grimm deines Zorns. Troͤste uns, Zebaoth, wende dich doch, GOtrt, unser Heiland, 105 N Beschluß und täglicher Seutzer. 75 laß ab von deiner Ungnade uͤber uns. Beschuͤtze deine arme Christenheit, welche sich auf dich allein verlaͤsset, daß die Pforten der Hoͤllen sie nicht uͤberwaͤltigen. Sei und bleibe du mitten unter uns, und weiche nicht von deiner Gemeine. Thue sol⸗ ches um deines Namens willen, daß er nicht enthei⸗ liget werde, ja thue es um IEfu Christi, deines lieben Sohnes willen. Amen. Habermann. Beschluß und läglicher Seufzer. O mein guͤtiger GOtt/ himmlischer Vater, dir ist meines Herzens Anliegen besser bekannt, als mir sel⸗ ber. Du bist ja unser GOtt/ der uns bereitet hat, unser Vater, der Tag und Nacht immer fort und fort Sorge fur uns traͤget, der du nicht schlaͤfest, sondern deine vaͤ⸗ terlichen Augen stets auf uns wendest, daß auch nicht ein Haͤrlein von unserm Haupte wider deinen Wil⸗ len fallen mag. Ach mein HErr und mein GOtt, so hilf mir doch nun, wie du am besten weißt, wie mir zu helfen stehet; du bist ja der allmaͤchtige GOtt, der bald Huͤlfe schaffen kann, da keine ist. Du kannst aus nichts etwas machen; denn alles, was du willst, das thust du im Himmel und auf Erden, und ist niemand, der dir kann und darf widerstreben, oder der dich hindern kann/ uns zu helfen. Darum, mein GOtt und Helfer, hilf mir um deines Namens willen, wie du weißt, daß mir nach deinem gnaͤdigen Willen nuͤtz und selig ist. HErr, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Ich bin gewiß, es gehe mir, wie es wolle, wohl oder uͤbel, daß mir alles muß zum Besten gereichen. Leb ich, so leb ich dein, sterb ich, so sterb ich auch dein. Nur allein gieb mir Geduld, dir in allem Kreu⸗ ze still zu halten, und dei⸗ nem Willen, der allewege der beste ist, in allem willig und gerne zu folgen, und ungezweifelt zu glauben, du werdest es mit mir so wohl machen, daß ich mit herzlichem Seufzen: Der HErr hat alles wohlge⸗ macht! dich werde loben, ruͤhmen und preisen. Hilf mir, mein IEsu, zu der ewigen Seligkeit. Amen. Druck von G. Jansen in Berlin πνιπιά7 3.7 — T — DSDSDSDTSTSPSISPISISISISSIIIIII!!I!I!I!I!II!I!IIIffTffTTFTfTfTT!TTTTTTTC —— .— e-V