Unw.-Siel. Glessen Inhalt. Allgemeine Lieder beim Anfange und Schluß der öffentlichen Gottesverehrung. Nro. 1— 9. Er st e Abtheilung. Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Nr. 10— 289. Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. Nro. 10— 41. Daseyn Gottes 10. Einheit Gottes 11. 12. Majestaͤt und Groöße Gottes 13— 17. Auch 11. 56. 57. Ewigkeit und Unveraͤnderlichkeit Gottes 18— 20. Allgegenwart und Allwissenheit Gottes 21. 22. 24. 25. Allmacht Gottes 23. Auch 50. 72. Weisheit Gottes 26. 27. Auch 50. 59. Heiligkeit und Ge⸗ rechtigkeit Gottes 28. 29. Auch 270— 275. Wahr⸗ haftigkeit und Treue Gottes 30. 31. Liebe, Guͤte und Barmherzigkeit Gottis 32— 39. Geduld, Langmuth und Gnade Gottes 40. 41. 703. Von der heiligen Dreieinigkeit. Nro. 42— 46. Von den Werken und Wehlthaten Gottes. Nro. 47— 242. Schoͤpfung 47— 53. Auch 420 und 589 Vorsehung oder Erhaltung und Regierung der Welt. * 54— 66. Auch 26. 34. 36. Von den Engein 67— 69. Der Mensch; seine Wuͤrde und Vorzuͤge. 70— 73. Bestimmung des Menschen 74— 77. Allgemeines .— Geangvuh für das Großherzogthum Hessen. Im Verlage der Großherzoglichen Invaliden; und Soldaten⸗Waisen-Anstalt. Darm sta d t, 1843, gedruckt in der L. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. Erloͤsung 78— 187. Suͤndhaftigkeit des Menschen 78— 83. Folgen der Suͤnde 84— 88. Erlosung und Veredlung des Menschen durch Christum 89— 100. Wuͤrde des Erlösers 101— 103. Sendung und Geburt Jesu.(Adventslieder) 104— 109. 704. (Weihnachtslieder) 110— 119. Erscheinung Christi 120. 121. Darstellung Christi im Tempel 122. 123. Johannes, der Vorgaͤnger Jesu 124. 125. Lehre, Leben und Thaten Jesu 126— 134. 333. 479. Leiden, Tod und Begraͤbniß Jesu.(Passionslie⸗ der) 135— 173. Auferstehung Jesu(Oster lie⸗ der) 174— 184. 705. Christi Heimgang zum Vater und Verherrlichung 185— 187. 706. Heiligung 188— 242. Sendung des heiligen Gei⸗ stes(Pfingstlieder) 188— 197. Vom Worte Gottes 198— 208. 707. Von der heiligen christli⸗ chen Kirche 218— 309. Am Reformationsfest 210. Bei der heiligen Taufe 219— 224. Bei dem heili⸗ gen Abendmahle 225— 242. Auch 133. 161. 164. 165. 312. 335. Von der Unsterblichkeit und Vergeltung nach dem Tode. Nr. 243— 289. Bom Tode 243— 263. 665. 666. Von der Aufer⸗ stehung der Todten 264— 269. Auch 669. 708. Vom juͤngsten Gerichte 29. 270— 275. 709. 710. Seligkeit der Frommen nach dem Tode 276— 287. 289. Auch 77. 178. 312. Verdammniß der Gott⸗ losen 273. 275. 288. 3weite Abtheilung. x Lieder für die christlichen Lebenspflichten. Nr. 290— 498. Zesinnung und Verhalten des Christen im Allge⸗ ö meinen. Nr. 290— 354. kigenschaften des Christen überhaupt 290. 292. 293. 317. 325. 328. 336. 346. 347. 354. Werth und Wichtig⸗ keit keit der christlichen Tugend 291. 296. 310— 312. 314. 318. 319. 322. 324. 334. 342. 353. Entschluß zur christlichen Tugend 297. 313. 323. 330. 341. Selbstprüfung 295. 300. 338. 349. Erkenntniß der Suͤnde und Reue 294. 306. Auch 78. 79. 83. Buße oder Sinnensaͤnderung und Lebensbesserung 298. 299. 301. 304. 711. Bitte um Gottes Beistand zum Guten 337. 339. 340. Auch 80. Wider den Aufchub der Besserung 303. 307. Am allgemeinen Bußtage 309. Trost der Suͤndenvergebung durch Christum 302. 305. 308. 316. Auch 144. Thäati⸗ ger Glauben an Jesum Christum, und wuͤrdige Gesin⸗ nungen gegen ihn 312. 320. 321. 326. 331— 333. 335. 343— 345. 347. 348. 504. Wachsamkeit auf unsern Sinn und Wandel 81. 274. 349. Beharr⸗ lichkeit und Fortschritte in der Besserung 315. 327. 332. 350— 352. V Gesinnung und Verhalten des Christen in Hin⸗ sicht auf Gott. Nr. 355— 420. Erkenntniß Gottes 355— 358. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides 359—. 361.(c). Liebe zu Gott 362. 365. Gehorsam gegen Gott 366. 367. Freude in Gott 368— 370. Vertrauen auf Gott 371— 390. Gebet 391— 403. Dankbarkeit ge⸗ gen Gott 404— 411. 712. Lob Gottes 412— 420. 713. 714. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen sich selbst. Nr. 421— 476. Selbsterkenntniß und Demuth 421— 425, Selbstliebe 426. Selbstachtung 71. 73. 76. 443.(b). Sorge für die Seele 427— 431. Sorge fuͤr Leib, Leben und Gesundheit 432— 435. Berufstreue 436— 439. Wuͤrdigung und weiser Gebrauch der irdischen Guͤter 440— 448. Weiser Gebrauch der Lebenszeit 4⁴⁵ 445— 448. 260— 262. Genuͤgsamkeit und Zu⸗ friedenheit 449— 452. Streben nach Herzens⸗ und Gewissensruhe 453. 454. 500— 503. Weiser Ge⸗ nuß der Lebensfreuden 455— 458. Geduld und Gelassenheit im Leiden 459— 476. hesinnung und Verhalten des Christen gegen andere Menschen. Nro. 477— 498. (lgemeine Menschenliebe 477— 482. Mitfraude und Mitleid 482.(b). Gerechtigkeit und Billigkeit. 483. 484.(c). Wohlthaͤtigkeit und Barmherzigkeit 485. 486. Dienstfertigkeit und Gefälligkeit 487. Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht 488(a) und(b). Versoͤhn⸗ lichktit und Feindesliebe 489— 491. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 492— 496. Gutes Beispiel 497. Bescheidenheit 498. Auch 421— 424. zlucksekigkeit wahrer Christen 499— 509. Auch 316. 319. Dritte Abtheilung. zieder über die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Um⸗ staͤnden. Nro. 310— 702. Besinnung und Verhalten des Christen in beson⸗ deren gesellschaftlichen Verbindungen. Nro. 510— 559. baͤusliche Gesellschaft 510— 532. Der Ehe⸗ sstand 512. 513. Bei Trauungen 514. 515. Nach *der Trauung 516. Aelternpflicht 517— 521. Kin⸗ despflicht 522— 524. Geschwisterliebe 525. Fuͤr Herrschaften 526. 527. Fuͤr Dienende 528. 80 r 7. V N X V VII Fuͤr Wittwen 530. Fuͤr Waisen 531. Dankbarkeit gegen Wohlthaͤter 532. Kirchliche Gesellschaft 533— 544. Lehrer und Zuhörer 533. Bei Einfuͤhrung eines Religionslehrers 534. Bei der Konfirmation 535— 542. 198. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einsegnung 540. Nach der Konfirmation 541. 542. Bei Einweihung einer Kirche 543. Bei Einfuͤhrung eines Schulleh⸗ rers 544. Buͤrgerliche Gesellschaft 545— 556. Vaterlands⸗ liebe. 546. Regent, Obrigkeit und Unterthan 402. 547. 548. Hoher Stand 349. Der Richter 550. Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der Nach⸗ bar 553. Umgang 554. Freundschaft 555. 556. Christliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Baume 557— 559. Gesinnung und Verhalten des Christen zu beson⸗ dern Zeiten. Nr. 560— 624. Tageszeiten. Am Morgen 560— 570. Am Sonn⸗ tagmorgen 571. Beim Anblick der aufgehenden Sonne 572. Am Abend 573— 583. unter gestirn⸗ tem Himmel 584. Jahres zeiten 63. Im Fruͤhling 585— 587. Im Sommer 588— 590. Im Herbste 591. 592. Im Winter 593. 594. ö Saat⸗ un d Aerntezeit. Zur Saatzeit 595. Nach einer reichen Aernte 596. 597. Auch 62. Nach einer sparsamen Nernte 598. Witterung. Flehn um Regen 599. Nach verliehenem Regen 600. Flehn um Sonnenschein 601. Nach verliehenem Sonnenschein 602. Beim Gewitter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Jahreswechsel. Neujahrslieder 606— 613. Beim Anfang des Kirchenjahres 614. Auch 212. Lebenszeiten. Am Geburtstage 615. 616. 66. 407. 411. 418. 576. Die Lebensalter 617. Fuͤr die Ju⸗ gend 618— 620. Fuͤr Jünglinge 621. 134.(a) 433.(0 447. 455. 457. Fuͤr Jungfrauen 622. 433.(e). Fuͤr das Alter 623. 624. III esinnung und Verhalten des Christen unter be⸗ sonderen Umständen Nr. 625— 702. ei allgemeinem Wohlstand 625. In allgemeiner Noth 625. 627. In Kriegszeiten 628— 630. Zur Frie⸗ densfeier 631. 632. In Theuerung 633. In Was⸗ sersnoth 634. 635. Nach überstandener Noth 636. Nach einer Feuersbrunst 637. Nach einem großen Verluste 638. Auf der Reise 639. Der reisende Juͤngling 640. Fuͤrbitte fuͤr liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach denselben 643. In Krankheiten 644— 652. 252 378. 382. 462. 453. 474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655. 656. Nach der Genesung 657. 274. Vorbereitung auf den Tod, und Trost für Sterbende 658— 668. 247. 250.— 262. 208. 270. 282— 287. Der sterbende Juͤngling 669. Das sterbende Kind 670. Fürbitte für Sterbende 671. 672. Einsegnung eines Ster⸗ benden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim Tode guter Aeltern 675. Beim Tode hoffnungsvoller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Ehegat⸗ ten oder eines Freundes 678. Bei Begraäbnissen 679— 702. Auch 243. 250. 258. 264. 265. 267. 269. 276. 278— 287. 289. Am Trauerhause und beim Zug zum Grabe 243. 246. 248. 253. 254. 258. 260. 262. 679. 680. Am Grabe 681— 691. Beim Grabe eines Verungluͤckten 692. Am Grabe Fruͤhverstorbener 693— 695. Am Grabe eines ver⸗ dienstvollen Lehrers und Seelsorgers 697. Trost und Gelübde auf Graͤbern 698— 700. Trost des Wie⸗ dersehens 701. 702. Allgemeine Lieder bei der öffentlichen-Gottesverehrung. omm., heiliger Geist! Erfüll' die Herzen dei⸗ ner Gläubigen, und entzünd' in ihnen das Fener deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast, in Einigkeit des Glau⸗ bens! Halleluja! Halle⸗ luja! In rr„Gort, chöpfer, Gott, Herr 2 Sder Zeit und Ewig⸗ keit, Vater der Barmher⸗ zigkeit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme dich! 2. Christe, aller Welt Licht, unser Heil und Trost und Zuversicht, du Gottes ew'ger Sohn, ach, unser Mittler vor des Höchsten Thron, Heiland! brünstig seufzen wir zu dir! Er⸗ barme dich! 3. Heiliger Geist, dich, Bel dem Anfang der Gottesverehrung. dich flehen wir: führ' uns⸗ stärk' uns, und erhalt' uns dir! Mit deinem Trost, 9 Gott, verlaß uns nicht in unfrer letzten Noth! Er⸗ barme dich! In eigener Melodie. 3 Lob, Preis und Ehre L 1 9* bringen wir, Gott, Vater, Sohn und Geist, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm⸗ erfüllet werden! Wie selig, wie begnadigt ist ein Volk deß Zuversicht du bist! O Höchster, deinem großen Namen sei ewig Ruhm und Ehre! Amen! Erhör' uns, Gott! Erhör' uns Golt! Vor der Predigt. In eigener Melobie. 4 Lu Jefu, wir sind hier, um dein gött⸗ lich Wort zu hören; lenke S und Begier zu dis Himmels heil'gen Lehren, daß das Herz jetzt von der Erde ganz zu dir gezogen werde! 2. Dieses Lebens Wissen⸗ schaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht dei⸗ nes Geiftes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet! Lehr' aufs Wort uns glau⸗ bend merken: laß es uns zur Tugend starken. 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, dir sei unser Herz geweiht, dir zum Tem⸗ pel auserkoren! Lenke du Gebet und Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre. Mel. Liebster Jesu wir find hier 5 5* err! vor deinem An⸗ gesicht hat die An⸗ dacht uns versammelt. Ach verwirf das Fleben nicht, das dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör' auf unsre schwachen Lieder und sieh gnädig auf uns nieder. 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen; laß es unsern Sinn erneuen und des Irrihums Nacht zerstreuen! 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vor⸗ schrift üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Chri⸗ stum, herzlich lieben; daß kein Allgemeine Lieder. Leid und keine Freude uns von dieser Liebe scheide! In voriger Melodie. 6 Drdir, d komm ich zu dir, dich im Gei⸗ sie zu verehren, Vater! ach verleihe mir wahre Andacht, daß die Lehren deiner Weis⸗ heit mich recht rühren, mich den Weg zum Himmel füh⸗ ren. 2. Ach gib, daß dein theu⸗ res Wort meine Seele ganz durchdringe, und in mir, o Herr, mein Hort, Frucht zum ew'gen Leben bringe; gib, daß es mich mächtig gärke zur Vollbringung gu⸗ ter Werke. 3. Laß es seyn mein Trost, mein Licht, Herr, auf allen meinen Wegen; meine starke Zuversicht, wann sich Zwei⸗ fel in mir regen; meines Her⸗ zens höchste Freude, wann ich von der Welt einst scheide. Mel. Vom Himmel kam der — Gott! du bis mein 7 Preis und Ruhm: mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sonntag beilig seyn, und gern ihn deinem Dienste weihn! 2. Gib, daß ich mein Ge⸗ müth bewahr, wann ich mit deiner Christenschaar zu dei⸗ nes Hauses Stätte geh, und so mit Ehrsurcht vor dir steh. 3. Er⸗ Re! 8 den send' regie zur 2 2. den Lehre flami an; bens 3. wir, heilie in d gesit Er! ach Weis⸗ scheide. m der mein Ruhm: 3dein ir den „ und Dienste in Ge⸗ ich mit zu dei⸗ h, und ir steh. Er⸗ 3. Erinn're selber meinen Geist, daß du mir gegenwär⸗ tig sei'st, damit ich deines Wortes Lehr' mit Andacht und mit Nutzen hör'. Drück' alles tief in's Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer seyn; steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sei. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag; bewahr' mich vor dem Geist der Welt, der deinen Tag verächtlich hält. 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt' die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm gewelht! Mel. Herr Jesu Christ, dich 3% DaI stets unsre Zu⸗ flucht bist, sei mit den Deinen, Jesu Christ! send' uns den Geist, der uns regiert, und uns den Weg zur Wahrheit führt. 2. Er stärkt den wanken⸗ den Verstand, macht deine Lehre uns bekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er leitet uns des Le re⸗ bens Bahn. 3. Halleluja; einst singen wir, Goit, heilig! heilig! heilig! dir, und schauen dich in deinem Licht, von An⸗ gesicht zu Angesicht. bei der öffentlichen Gottesverehrung 3 Bei dem Schlusse der öffentlichen Gottesver⸗ ehrung. Mel. Liebster Jesu! wir sind 9 öchster Gott, wir — danken dir, daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gib dem Glauben solche Stärke, daß er thälig sey durch Werke. 2. Uns, o Vater! lehrest du, was wir thun und glau⸗ ben sollen; schenk uns deine Kraft dazu! Gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohl gelingen. 3. Gott sei Preis und Dank gebracht! Auch jetzt haben wir vernommen, was uns fromm nud weise macht, Gottes Wort, den Trost der Frommen; Lehren, die zu guten Werken unsern schwa⸗ chen Glauben stärken. 4. Unser Gott erhört Ge⸗ det, gibt uns seinen Vater⸗ segen. Wer nur seine Wege geht, findet Heil auf diesen Wegen. Laßt uns, um ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen! 5, Unsern Ausgang segne A 2 Gott. DV 4 Von Gott, dessen Wesen Gott, unsern Eingang und Guten Kräfte, daß wir, sei⸗ Geschäfte; er sei bei uns in der Noth, er verleih' zum nes Himmels Erben, ihm nur leben, ihm nur sterben! heil Erste Abh un g. Li e der über die christlichen Glaubenslehrsen Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften Daseyn Gottes. Mel. Kommt her zu mir, 10 Wẽi könnte zwei⸗ I. feln, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. Zu sichtbar ist's, daß Güt und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. ö 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh' ich Ord⸗ nung, die entzückt, im Gro⸗ ßen wie im Kleinen; ich seh', und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem andern nutzbar seyn, daß die sich ih⸗ res Daseyns freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre weise Ordnung nur des Zu⸗ falls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich nicht von ohngefähr entstanden Himmel, Erd' und Meer; so konnte nichts entstehen! Nur du, Gott, schufest die Natur, und einzig deine Kreatur ist Alles',, was wir sehen. 5. Du bist's, der die ge⸗ schaffne Welt in ihrer Ord⸗ nung stets erhält, mit Weis⸗ heit sie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath, auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Werk Erd' und Himmel ist! Nnn ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wün⸗ sche sche lich f 7. friede ew'ge nun dir m nicht Welt füllet. 8. Freud ganze Ehre mir d reiche Tod geben r, sei⸗ „ihm erben! ten 6 Zu⸗ 2 nicht landen Meerʒ stehen! est die deine wir ie ge⸗ Ord⸗ Weis⸗ ist es, · „auch Pfad ret. chster, Werk Nnn nicht Spiel; Wün⸗ sche und Eigenschaften. ö 5 sche Ziel nun nicht vergeb⸗ lich streben. 7. Mein Sehnen nach Zu⸗ friedenheit, mein Durft nach ew'ger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth er⸗ füllet. 8. Drum soll es stets mir Freude seyn, dir Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Nöth hier reichen Trost und einst im Tod des Himmels Wonne geben. Einheit Gottes. Mel. Es ist das Heil uns 11 Der Herr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm alle From⸗ men! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie Er, so herr⸗ lich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß, er ist unendlich, grenzenlos in seinem gan⸗ zen Wesen. 2. Er ist und bleibel, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszuspre⸗ chen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eb noch die Erde war, war Er, noch eher als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet: ihn fas⸗ sen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er blei⸗ bet ewig, wie er war, ver⸗ borgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebil⸗ det hätte?. Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Ver⸗ stand, und Kraft und Stär⸗ ke; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Fin⸗ sterniß, was ihr beginnt; er sieht's gewiß, er sieht es schon von Ferne. 6. Wer schützt den Welt⸗ bau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwär⸗ tig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Gerecht bist du, bist heilig, gut, und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne! Du hast Unsterblichkeit allein, A 3 biht bist selig, wirst es ewig seyn, der Seligkeiten Fülle! 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gesang und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Mel. Mein erst Geschaft sei Preis 12 6 ist nur Einer Herr und Gott im Himmel und auf Erden. Nur sein allmächtiges Ge⸗ bot hieß Erd' und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Krast bestehen; will er, die Welt soll nicht mehr seyn, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Welt⸗ regierer; der Sterne, die er ausgesät, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That, kann er's der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath! wer sollte dich nicht preisen? 5. Dich preist entzückt der Himmel Heer; es kennt nicht deines Gleichen! Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; sollt' ich von dir je weichen? Von Gott, dessen Wesen 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig soll's kein Andrer sehn, von dem ich Heil verlange. 7. Mein ganzes Leben weih' ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr als hier in deiner Größe schaue. Majestät und Größe Gottes. In eigener Melobie. chwingt, heilige 13 S Gedanken, euch von der Erde los! Gott frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Lobsinget Gott lobfingt vor seinem Angesicht! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein endlicher Verstand; was kann sich ihm vergleichen? wer hal ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise, zu seinem ew'gen Preise, mit Herrlichkeit erfüllt. 3. Die Sonn' in boher Ferne mag strablenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seid ihr gegen ihn? Ihr seid mit eurer Pracht in eurem schön⸗ sten Lichte, vor seinem An⸗ ge⸗ gesich ner? 4. nenne tur? kenne nur. sinn der( klügf nur 5. Leber Geist gegel preist thum seine deine 6. Chör sei du, Wie Auf, dem wozr 7 heilige n, euch Gott ann ihn ndlicher in sich ver hat Macht Bild/ eise, zu se, mit boher nreicher rnoch, eid ihr 'id mit schön⸗ m An⸗ ge⸗ gesichte nur Schimmer sei⸗ ner Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich Vater der Na⸗ tur? Was wissen wir? Wir kennen der Wesen Hülle nur. Der Weisen Scharf⸗ sinn steigt ni. zur Natur der Geister. Hier staunt der klügste Meister, er glaubet nur und schweigt. 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; Du hast die Kraft gegeben dem Engel, der dich preist. In deinem Heilig⸗ thum ertönen Lobgesänge in seiner Brüder Menge, zu deines Namens Ruhm. 6. Stimm in der Engel Chöre, o meine Seele auch; sei voll von Gottes Ehre, du, seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 7. Im Geiste bet ihn, Seele, bet ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Be⸗ fehle, wie selig bist du dann! Er hat Unsterblichkeit und Seligkeit und Leben; das Alles wird er geben, dem, der sich ganz ihm weiht. Mel. Nun danket Alle Gott 14 AGung wir ger Gott, mit Ehr⸗ furcht stets zu nennen, du bist unendlich mehr, als wir und Eigenschaften. 7 begreifen können. O flöße meinem Geiste die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehrerbie⸗ tung seyn. 2. Du bist das höchste Gut, du weißt von keinem Leide; höchst selig in dir selbst, schmeckst du voll⸗ kommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit; auch ohne Kreatur bist du dir selbst ge⸗ nug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Selig⸗ keiten aufs mannigfaltigsse rings um dich auszubreiten Du bist die Liebe selbst; Verss stand und Rath find dein: und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreu'n. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmäch⸗ tig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr, der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub; auch Geister kannst du tödten. Wen du ernie⸗ drigest, Gott, wer kann den erhoͤhn? wen du erböhen willst, deß Hoheit muß be⸗ stehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besitzet, der A 4 Le⸗ 8 —— Gell, der in uns lebt, den gaben wir von dir. Willst bu, so wird er Richts, doch du bleibst für und für. 7. Wer hat, Unendlicher, wder hat dich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, hon welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst, und Alles, was da lebt, mit Se⸗ Aigkeit beglückst. 8. Was wir, Unendli⸗ cher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zu⸗ Wor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deut⸗ licher, Gott, Deine Liebe kund. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen: doch, wird die grobe Hüll' dereinst hin⸗ weg genommen, die, Un⸗ Hegreiflicher! dich unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indeß sey auch schon gier dein Ruhm von uns be⸗ sungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwa⸗ then Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir Zerherrlicht stehen, ein beß⸗ zuer Preisgesang dich, großer Watt, erhöhen. Von——— dessen Wesen ich? Mel. Freu' dich sehr, o meine + öchster, wer ist's, 15 H der dir gleichet? Was sind Engel? was bin Du, an den kein Se⸗ raph reichet, wer, ach! wer begreifet dich? Niemand war und Niemand ist, was du warst und immer bist. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? 2. Unerschaffner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur; du, der höhern Geister Größter, Gott der Menschen, Gott der Flur! du bist ganz Vollkommen⸗ heit, lebst und wirkst von Ewigkeit. Wer verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? 3. Du, der Ursprung al⸗ ler Gaben, und Beherrscher jeder Welt, über Alles hoch erhaben, was ihr Umfang in sich hält, du bist unveränder⸗ lich, Alles, Alles, blos durch dich. Nur in deines Reiches Gränzen sehn wir deine Wunder glänzen 4. Ja, du wohnst in ei⸗ nem Lichte, das kein Mensch durchdringen kann. Deine Wege und Gerichte staunet selbst der Engel an. Kein Erschaffner siehet ganz dei⸗ ner Hoheit vollen Glanz. Steis wird neue Tiefen finden, wer's versucht, sie zu ergründen. 5. Den 5. nen und 0 Thor der v Sei mir; an di von Herz 16 deine an di Blöß du ut umsch Denk 2. wozu men. meine mmen⸗ kst von erkennt seiner ken? ing al⸗ errscher hoch ang in änder⸗ s durch Reiches de ine in ei⸗ Mensch Deine staunet Kein nz dei⸗ Glanz. Tiofen t, sie Den 5. Dennoch soll mir mei⸗ nen Glauben, daß du bist, und auch für mich, nie der Thor und Spötter rauben, der vom Tugendpfade wich. Sei gleich unerforschlich mir; dennoch bleib ich stets an dir. Welten sinds, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. In eigener Melodie. 14 rhabener Gott! 16 E was reicht an deine. Größe? Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße; ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß umschränkt mein forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann kom⸗ men. Was haben wir von deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von dei⸗ ner Majestät, die dir ge⸗ bührt, und über Alles geht. 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkommnes We⸗ sen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand: von Engeln selbst wird es nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? O mache mich von solchem Dünkel fsrei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur sei. und Eigenschaften. 89 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Er⸗ forsch' ich gleich dein gött⸗ lich Wesen nicht, so genüge mir davon dein Unterricht! 6. Von dir, durch dich zu dir find alle Dinge; gib. daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ich's nicht, wie du die Welt re⸗ gierst, so sei mir's g'nug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren, einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle: zufrieden sei, wie du mich hier re⸗ gierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen“ Herr! du bist groß, und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. In eigener Melodie. V 1* Wett ist mein Lied! 0 Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam', und groß sind seine à 5· Wer⸗ 10 Von Cott, dessen Wesen Werke und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts! so find und leben Welten. Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Him⸗ mel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und sei⸗ nes Thrones Feste ist Wahr⸗ heit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten; ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest: so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbe⸗ reitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht ange⸗ höre. Herr! immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn! 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast verkündigt werden lassen, seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seyd sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Wei⸗ den; und Tag und Nacht und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling sällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt' ich mein Herz nicht mit dem Troste sillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter wer⸗ den, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hoͤlle Trutz. Ewigkeit und Unverän⸗ derlichkeit Gottes. Mel. Liebster Zesu, wir sind 18 G's du bist von V Ewigkeit, und dein herrlich großes Wesen ändert sich zu keiner Zeit, Du dir aus g sällt, Willen; icht mit sdeine ltꝰ Schuß, r wer⸗ nach on, und Trutz. Herän⸗ e. rsind ist von und Wesen Zeit. Du und Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dieß meinen Geist beleben, ehrfurchts⸗ voll dich zu erheben! 2. Ewig und unwandel⸗ bar ist, o Gott, dein hohes Wesen; Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Nie⸗ mals kann dein Ausspruch fehlen Loß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr! du bist kein Menschenkind, daß dich et⸗ was reuen sollte; immer bleibst du gleichgesinnt. Was dein Ratoschluß vor⸗ mals wollte, willst du noch. O hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen! 4. Sünden bleidst du ewig Feind; wehe denen, die fie lieben. Ewig bleibst du derer Freund, die was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon aif Erden deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Ge⸗ treue, der da hält, was er verspricht. O daß dieß mich stets erfreue: Laß nur dei⸗ nen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu blei⸗ ben. 6. Stets ist Woblthun deine Lust: ewig währet deine Liebe Wohl mir, wenn ich auch mit Lust mich in deinem Willen üe! Dann, o Herr, wirds mei⸗ Eigenschaften. 11 ner Seelen nie an wahrem Woblheyn fehlen. 7. Erd' und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestebn. Deine Hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. ö 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des dDimmels und der Erden! diese deine Ewig⸗ keit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und mein Glück auf dich zu bauen. Mel. Erhabner Gott 19 65 err Gott, du bist 8 die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon eh Erd' und Him⸗ mel ward, eh noch dein Arm sie uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub find vor dir der Oeilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leden doch von mir! Dau, Höchster, du nur bleibest für und für. 3 Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie ver⸗ gebn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit 4. Es werden noch die A 6 Him⸗ —— Wugleich Hämmel und die Erden, wie ein Gewand, von dir ver⸗ wandelt werden, du bleibest, wie du bist, denn welche Zeit umgrenzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schützest sie mit deiner star⸗ Len Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun, und Hleibst ihr Gott; denn sie Bud ewig dein. 6. Das sei mein Trost, in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüber⸗ wunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir; mein Fels, mein Beil, das bleibst du ewig mir. Mol. Ich freue mich, mein Gott 55 o wie du bist, so 20 S warst du schon, GSott, ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht wWaren, beriefst zu seyn, um deine Macht und Güte zu erfahren! 2. Du wirst auch seyn, so Wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn zlängst schon Ewigkeiten uns Kämpfer krönen, die wir Mer um deinen Himmel streiten! 3. Von Ewigkeit zu Ewig⸗ Reit kann deines Wesens Herrlichkeit sich selbst nicht werden: bedarf von Gott, dessen Wesen auch nie, sich gleich zu seyn, der Himmel und der⸗ Erden. 4. Gott, mit dir unverän⸗ derlich, bezeugte deine Weis⸗ heit sich Geschöpfen, die da waren, und wird den Wel⸗ ten, die du schufst, sich fer⸗ ner offenbaren. 5. Ob Felsen weichen, Berg' ins Thal sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 6. Was zaget denn mein Herz in mir; was klag' ich ängstlich, daß ich hier kein f dauernd Gut genieße, und daß in Unbeständigkeit dieß Leben mir verfließe? 7. Was klag ich, der dein Wort noch hat, den Trost, daß meine Misse⸗ that mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erb⸗ theil ewig sei vor deinem Angesichte? 8. Was klag' ich? Liebest du mich doch mit aller dei⸗ ner Liebe noch, und willst mich ewig lieben? Hast sel⸗ ber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein; und ewig, ewig wirst du's seyn. Von dir kann mich nichts schei⸗ den: Die Welt vergeht mit ihrer Lust; nicht du und deine Freuden. samke ergeb erfre: hebe: slehst imme 4. des O Wege auch Welt sie, u ner 5. Seuf ersche Vater nen, und v und mein ich zu nd der verän⸗ Weis⸗ die da Wel⸗ ch fer⸗ eichen, türzen, Erde deiner doch nicht Erb⸗ heinem Liebest r dei⸗ willst st sel⸗ dir in n. zottes, ewig, Von schei⸗ ht mit und und Allgegenwart Gottes. Mel. Auf Christenmensch. 5 ie bist du, Höch⸗ 21 N ster, von uns fern: du wirkst an allen En⸗ den. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in dei⸗ nen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weis⸗ sest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wann ich Gutes thu; du siehst es, waͤnn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug' ent⸗ fliehn; und nichts mich dei⸗ ner Hand entziehn. 3. Wann ich in stiller Ein⸗ samkeit mein Herz an dich ergebe und über deine Huld erfreut, lobsingend dich er⸗ hebe: so hörst du es, und flehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wann des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du sie, und strafest mich zu mei⸗ ner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine. Voll Mitleid, Vater, zählest du die Thrä⸗ nen, die ich weine! Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkͤst mit deinem Trost mein Herz. Eigenschaften. 13 6. O drück, Allgegenwär⸗ tiger! dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr! mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu, und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissen⸗ haft nach deinem Wort mich handeln: und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln! Daß du, o Gott! stets um mich sei'st: das tröst' und beßre meinen Geist! In eigener Melodie. 55(gegenwärtiger! 22 A ich bin dir nicht verborgen, wo ich bin, wollt' auch auf schnellen Schwin⸗ gen mich, an die fernsten Meere hin die Morgenröthe bringen. 2. Flieg' ich zum Himmel hoch empor, mich unter sei⸗ nem Sternenchor im Glanze zu verstecken; so bist du da, ziehst mich heroor, und Schande wird mich decken. 3. Steig ich vor deinem Thron hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab; du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richter⸗ stab auf schauervollen We⸗ gen. 4. Der Alles schuf, ist überall: o fürchterlicher Donnerschall in aller Sün⸗ der Ohren! Sie fürchten A 7 kei⸗ keinen Ueberfall: nun zit⸗ tern sie, die Thoren. 5. Der Gott des Himmels ist so nah, das heiligste der Wesen sah, was wir im Her⸗ zen dachten; was in gehei⸗ mer Nacht geschah, wann wir und Satan wachten. 6. Wir Thoren baben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen sei⸗ nen Schrecken 7. Noch keines Herzens böser Rath, ibr Sünder, keine schnöde That ist seinem Aug' entronnen. Er kennet den geheimen Pfad des Staubes und der Sonnen. 8. O gehe nicht, Herr, ins Gericht, wann wider die gelobte Pflicht wir. deine Knechte, handeln! Laß uns vor deinem Ange⸗ sicht in frommer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blicke nichts enifleht, was war und ist, und einst geschieht. sei meine Ruh und Freude! Ein Gott, der Alles wei und siedt, der weiß auch, wann ich leide. Allmacht Gottes. In eigener Melodie. R deine All⸗ 23 Hemaat ir Von Gott, dessen Wesen weit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das dei⸗ ner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, dag dir zu thun unmöglich wär? 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fallt Alles dir zu Füßen. Du fübrest deinen fort bei allen Hindernissen, Wenn du gebeutst, so stehl auch da, was noch zuvor kein Auge sah 3. Du hast dein grosies Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleidel stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret, Roch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 4 Die Größe deiner Tyhaten zeigt, daß, Schöp⸗ fer, dein Vermögen welil über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug nicht sehen. weinn nach der langen Grahesnacht die Todten auferstehen, wann du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern wer⸗ den laßt. 6. Allmächtiger! erstaun fall' ich vor deinem Throne nieder; mein blöder Geis ver⸗ Rathschluß. verlie schwa dich aus! 7. Zuve vertr Hülf wenn bauet Arme kann Al Mel. 20 h zudor k, und regieret, steht die Allmacht deiner Schoͤp⸗ n weil at, die n. Du n deiner „ was Wunder unser iun nach acht die wann aub den rn wer⸗ erstaunt Thron r Geis ver⸗ Armes, Kraft, verlieret sich, und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. O, schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf' und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet, auf dich und deines die Alles kann und Alles schafft. Allwissenheit Gottes. Mel. O Gott, du frommer Gott 246 err, du erforschest — mich, dir bin ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits be⸗ kannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest was ich thu; du ordnest, du beschließest, was mir begeg⸗ nen soll. Erstaunt seh ich auf dich, wie groͤß ist dein Verstand! wie wunderbar sür mich! 3. Wobin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Fübr ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, daz führ ich zur Tiel binab, auch hier bist du mir nah. und Eigenschaften. 15 4. Nehm ich auch, schnell zu fliehn, die Fiitige vom Morgen; selbst an dem fern⸗ sten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da um⸗ schlösse mich doch deine All⸗ machtshand, denn du hist überall und dein ist jedes Land. 4 5. Spräch ich zur Finster⸗ niß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch um⸗ sonst mich vor dir zu ver⸗ stecken; denn auch die Fin⸗ fterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt, wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir, in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Ge⸗ bein, eh ich ans Licht gekom⸗ men, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und mei⸗ ner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse, für köstliche Gevanken! Un⸗ zählbar sind sie mir, denn fie sind ohne Schranken. Mi Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer! sebn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöbn. 4 9. Er⸗ 16 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von Außen scheine? Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Mel. Wie groß ist des Allmaͤcht⸗ gen Guͤte Nao sind die Weisen, 252 2 V die mich lehren, wie unser Gott allwissend ist? Wer kaan mir For⸗ schenden erklären, was sein Verstand faßt und ermißt? Wer kenne: ihn von Ange⸗ sichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Be⸗ kennt's: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Ange dringt “. Könnt' ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller See⸗ len von ihrem ersten Ur⸗ sprung her; so wär ich wei⸗ ser, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des vichts vielleicht selbst Engel jemals werden: doch wüßt ich ge⸗ gen Gott noch nichts. 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Tiefe der Unendlichkeit und jede Welt, die er gebauet und je⸗ den Punkt der Ewigkeit. O du, der Alles weiß und nen⸗ net, was ist, was werden soll und war, wie bist du je⸗ Von Gott, dessen Wesen dem, der dich kennet, unend⸗ lich groß und wunderbar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen, ist Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen kann ich nicht. Gott, nach dem Licht, in dem du woh⸗ nest, schau ich mit heiliger Begier, du sieh'st es gnädig und belohnest mit Weisheit meinen Blick nach dir. 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke stets: Gott kann mich finden, wie tief verbor⸗ gen ich auch sei. Vor ihm kann keine Nacht mich de⸗ ckan, kein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde stets sein Daseyn schrecken, könnt' ich gleich aus der Welt entfliehn. 6. Wer kennet seines Her⸗ zens Tiefen? wer darf, o Gott, sich selber traun? All⸗ wissender! du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein Herz durchschauen. Erblickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn, und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn! Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieden Gott 2* u weiser Schöpfer 26 D aller Dinge, 1. meines verbor⸗ or ihm nich de⸗ Schein würde chrecken, us der es Her⸗ darf, o n? All⸗ st mich mein Erblickst gen, so Bahn, im Ziel migkeit es. en Gott schöpfer ge, der All⸗ Alles weiß, erkennt, ver⸗ steht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach seiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maaß, Ziel und Regel vor. 2. Die vielen wundervol⸗ len Werke, was unsern Au⸗ gen fern und nah, fieh'n als Beweise deiner Stärke, als Zeuge deiner Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Welt⸗ bau macht's bekannt. 3. Mit eben diesen Mei⸗ sterhänden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was dein Verstand hervor⸗ gebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht! der Menschen Rath und Beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, krönt auch, sobald du willst, die That; wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 5. Die Menge so ver⸗ schiedner Willen, wo jeder seinen Weg erwählt, muß doch den Deinen bloß er⸗ füllen, der seines Zieles nie verfehlt, und aller Feinde flolzen Wahn als Unver⸗ nunft beschämen kann. und Cigenschasten. 6. O Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ih⸗ rem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich-dein sichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rathéuge⸗ führt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du auf's Beste mich regiert: o leite mich durch Welt und Zeit hinüber indie Ewigkeit! Mel. Gott des Himmels und der Erde 5 nerforschlich sei 2 0 u mir immer mei⸗ nes Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschatlet hat: doch ist Al⸗ les, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt' ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Absicht seh? Pflicht ist's, ihn auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht ver⸗ steh! Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ibm Gott mehr, Licht versagt? 3. Soll ein Vater unter⸗ lassen, was dem Kinde Thor⸗ heit ist? Kühner Tadler! Engel fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glau⸗ ben, noch nicht—— schaun. 4. Sollt 8 & H,νEn Wesen, Von Gott, 4. Sollt' er zu Regiere⸗ rinnen seiner Werke, seiner Welt meine Lüste setzen? finnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilger⸗ stande sei mein Theil Zufrie⸗ denheit; dort in meinem Vaterlande wohnt die wah⸗ re Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel seyn. 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelst, ach! so klage nicht. Was hier schmerzet, reird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich fass' erst Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. Heiligkeit und Gerechtig⸗ keit Gottes. Mel. Freu' bich sehr, meine ott! vor dessen 28 G Angesichte nur ein reiner Wandel gilt; ew'ges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahr⸗ heit quillt; deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen! 2. Heilig ist dein ganzes und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so ge⸗ wesen, und so bleibst du für dessen Wesen und für. Was dein Will wählt und thut, ist untadel⸗ haft, ist gut; und mit dei⸗ nes Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor ri dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad' und Huld er⸗ freun. Wer beharrt in sei⸗ nen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O! so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff' in uns stets reine Herzen; tödt' in uns der Sünden Machtl Denn was sind wir, Gottl vor dir? Du bist beilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin! O! so reinige vom Bosen unsern ganzen Sinn durch ibn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und uns zu dem Himmel führe. 6. Jede Neigung und Be⸗ gierde, jede That sei dir geweiht! Unsers Wandels größte Zierde sei recht⸗ schaffne Heiligkeit! Mach' uns deinem Bilde gleichz denn zu deinem Himmelreich wirst wirst erheber heilig 7 beilig, , und großer ehlen? den zu deinen reinige ganzen d uns, t, gib I, daß eund führe. 2 Be⸗ ei dir indels recht⸗ Mach' leichz reich wirst nur die Glauben wirst du, Herr! erheben, die im heilig leben. 7 Mel. Schon ist her Tag von Gott 29 Ge'rccher Gott; vor dein Ge⸗ richt muß alle Welt sich stellen; du wirst in ihrem Angeficht auch mir mein Ur⸗ iheil fällen. O! laß mich jede Sünde scheun, und hier mit Ernst beflissen seyn, vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron herab auf dei⸗ ne Kinder, bestimmtest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nicht fiehst du die Personen an; auf das allein, was wir gethan, siehst du, gerechter Richter. 3. Das Vorgefühl der Seligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, in das die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlge⸗ fällt, den man der Tugend widmet. 4. Du liebst, was recht ist, Herr! und gut, du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufge⸗ nommen. Sein Tugendfleiß gefällt dir wohl, ist er gleich nicht, so wie er soll, ganz heilig, ganz vollkommen. und Eigenschaften. 19 5. Doch dem, der dich o Gott! nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht ent⸗ weiht, bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewis⸗ sensmartern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses unbestraft, viel Gutes unbe⸗ lohnet: so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonel. Da zeigest du im hellsten Licht, wie recht und billig dein Gericht: dann triumphirt der Fromme. 7. Gerechter Gott! laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben! Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde! Treue und Wahrhaftig⸗ keit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Wott och nie hast du dein 30 Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott! verletzt. Du hältst getren, was du versprochen, voll⸗ führst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel auch vergebn, wird ewig noch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was unsg dein S HS * — 2 dein Wort verheißen hat; nach deiner Macht, nach dei⸗ ner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, sd kömmt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehl⸗ bar giebest, was deine Lieb' uns zugedacht: so wenn du Vergeltung übest, die Drohung auch gewiß vollbracht: wer hier verletzet seine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 4. O drücke tief dieß in mein Herze, daß es vor dei⸗ nem Wort sich scheut; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafge⸗ rechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade iraun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest; wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 6. Erwäge dieß, o meine Secele, und traue Gott, der's treulich meint. Sei stets, nach seines Worts Befehle, der Wahrheit Freund, der Lügen Feind, beweise dich, als Gottes Kind, dem Treu und Wahr⸗ heit heilig sind. Von Gott, dessen Wesen wird Mel. Gott des Himmels und nem Ge 31(a) Weicht, ihr Ber meinen ge, fallt, ih mir im! Hügel, brecht, ihr Felsen 7. stürzet ein! Fester wird all Erbarr Berg und Hügel, Gotte selbst Vatertreue seyn, unbeweg genug ter noch, als sie. Sein don ih Wahrheit trüget nie. meine 2. Gnade hat er mir venu nichten sprochen, das ist Gottey 8. Bund mit mir. Dieser Bund trauen wird nie gebrochen; seint sen ru Treue bürgt dafür. Erd' und auf ih Himmel mag vergehn; was sagt, er zusagt, muß geschehn. Erd' 3. Nicht auf Menschen gehn! will ich bauen; wie betrüg⸗ besteht lich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, wäs er gelobt, auch hältl Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig, ist getreu. 4. Dräut die Welt mir, mich zu hassen, und verfolgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlassen; er erbarmt doch meiner sich. Flüge Denn er bleibet immerdar, X was er ist, und was er war. Gott 5. Scdeint auch er mich 2. nicht zu achten, und verbirgt sein Angesicht, läßt mich ruͤ⸗ fen, läßt mich schmachten; bi so vergißt er mich doch nichtz denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 6. Frieve will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Liebe 3. mag erkalten, bleib ich mei⸗ nem eis und nem Gott nur werth. Er, der hr Ber meinen Kummer stillt, bleibt allt, ih mir immer Sonn und Schild. Felsen bird al Erbarmer; so hat er sich Gottel felbst genennt; das ist Trost übeweg genug: ich Armer werde nie Sein von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht seyn; sollte nir ver nicht mein Herz sich freun? Gottet 8. Ihm allein will ich ver⸗ r Bund trauen, will auf diesem Fel⸗ . sein sen ruhn, will mein Glück erd' und auf ihn nur bauen; was er 1; was sagt, wird er auch thun! ehn. Erd' und Himmel mag ver⸗ enschen gehn! Ewig wird sein Bund betrüg⸗ bestehn. zolt ist getreu! Meinem ˙n, 31 In eige h hältl()7 uchelei, 31 Sein Herz, sein treu. Vaterherz verläßt die Sei⸗ lt mir, nen nie. Gott ist gekreu! Im derfolgt Wohlseyn und im Schmerz immer ersreut und schützt er sie. sen; er Mich decken stiner Allmacht er sich. Flügel. Stürzt ein, ihr nerdar, Berge! fallt, ihr Hügel; r war. Gott ist getreu. r mich 2. Gott ist geiren! Er ist erbirgt mein treuster Freund! Dieß ich ru⸗ weiß, dieß hoff ich fest: ich ichten; bin gewiß, daß er mich kei⸗ nichtz; nen Feind zu hart versuchen serdar, läßt. Er stärkel mich, nach r war. seinem Bunde, in meiner it mir Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er er Melodie ich die Liebe mei⸗ nem und Eigenschaften. 7. Er, der Herr ist mein sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Le⸗ ben weist, so irr' und gleit' ich nicht. Das Laster soll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen, Gott ist getreu! 4. Gott ist getreul Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut. Auch Trüb⸗ sal ist's; mein Vater bessert mich durch Alles, was er thut. Die Trübsal gibt Ge⸗ duld und S:ärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan, im Wechsellauf der Dinge zum Gewinn des ew'gen Heils hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden, und läßt mich Trost durch Christum finden! Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein irdisch Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! 7. Gott ist getreul Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun? Sei Gott getreu und fürchte. nichts; mag doch die Welt voll Arglist seyn. Selbst falscher Menschen Neid und Tücke —* — 22 Von Gott, Tücke gereichen mir alsdann zu Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Ver⸗ giß, o Seel', es nicht, wie zärtlich treu er ist! Ihm ireu zu seyn, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt frstan Gott, sei treu im Glauben! Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist geireu! Liebe, Güte und Barm⸗ herzigkeit Gottes. In eigener Melodie 5 ie groß ist des All⸗ 32 Wj mächt'gen Güte; ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhar⸗ tetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermes⸗ sen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht, 2. Wer hat mich wunder⸗ bar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich ge⸗ leitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ifst's nicht der Herr, der Alles schafftꝰ 3. Schau, o mein Geist! in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, dessen Wesen Me mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wit 33 er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Got⸗her Gü tes Güte sind sie dein. Auch von d darum mußte Christus lei⸗will A den, damit du könntest selig Lust ge seyn. ehren. 4. Und diesen Gott sollt 2. ich nicht ehren, und seine uns n Güte nicht verstehn? Er und l—. sollte rufen, ich nicht hören? das n den Weg, den er mir zeigt, wir, nicht gehn? Sein Will' ist Herzen mir in's Herz geschriebenz det ha sein Wort bestaͤrkt ihn ewig⸗ 3. lich. Gott soll ich über Alles über se lieben, und meinen Nächsten ist aue gleich als mich. werde 5. Dieß ist mein Dank, dei de dieß ist sein Wille: ich soll und& vollkommen seyn, wie er. So lang ich dieß Gebot er⸗ lißz, u fülle, flell' ich sein Bildniß borgen in mir her. Lebt seine Lieb' ist en in meiner Seele, so treibt sie enifer: mich zu jeder Pflicht! und de Sr ob ich schon aus Schwach⸗ von u heit fehle, herrscht doch in„. mir die Sünde nicht. Bater 6. O Gott! laß deine met. Güt' und Liebe mir immer⸗ der S dar vor Augen seyn. Sie Derzer stärk in mir die guten Triebe, ihm L mein ganzes Leben dir zu 5. weihn. Sie tröste mich zur derwu Zeit der Schmerzen, sie leite Er we mich zur Zeit des Glücks, zerbre und sie besieg' in meinem daran Herzen die Furcht des letzj⸗ aus 6 ten Augenblicks. 7. Mel. ngeben, Taucstun 0 12 wie Fauchzt unserm Gott! echt 133J Er ist von gro⸗ sch Got ßer Güte, barmherzig und n. Auch von duldendem Gemüthe; us lei⸗will Allen Heil und ew'ge st selig Luft gewähren, die ihn ver⸗ ehren. Itt solll! 2. d seine uns — Er handelt nicht mit nach unsern Sünden, 1? Er und läßt verschonend uns hören? das nicht empfinden, was r zeigt, wir, weil wir ihm unser Vill' is Herz nicht gaben, verschul⸗ hriebenz det haben. 4. newig⸗ 3. Hoch ist der Himmel er Alles über seiner Erde. So groß ächsten ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn Dank, dei denen, die ihn lieben, ich soll und Cutes üben. vie er. 4. Wem bleibt sein Ant⸗ bot er⸗ litz, wann er's sucht, ver⸗ Bildniß borgen? So weit der Abend e Lieb' ist entfernt vom Morgen, eibt sie entfernt auch Gott der Sün und de Schuld und Schmerzen hwach⸗ von unsern Herzen. ö doch in 5. So zärtlich fich ein Vater seinet Kinder erbar⸗ met, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Oerzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein zerbrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche werde. 7. Von Ewigkeit zu Ewig⸗ deine mmer⸗ Sie riebe, dir zu ch zur e leite zlücks, einem ͥ letz⸗ Mel. und Eigenschaften. keiten währet die Güte Got⸗ tes jedem, der ihn ehret. Ach leite denn auch mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! 8 So werd ich ewig dei⸗ ner Huld genießen, so wird mein Leben sanft vor dir verfließen, so werd ich dort mit allen Engelchören dich fröhlich ehren. Mel. Mein Gott, das Herz 2a) W' sich mein 34% WeG, Aul mächtiger! der Gnaden Menge denkt, womit du mich, mein Gott und Herr! so unverdient beschenkt: 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit, nicht wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen schlief, bestuͤmm⸗ test du, o Herr! mein Lvos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterb⸗ lichen. Geschick, eh er gebo⸗ ren ist; und so ward ich, o welch eine Glück! durch die Geburt ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was kein Gebet noch war, und neigtest du des Weinens Ton dein Ohr gefällig dar. 6. Wann ich als Jüngling (Jungfrau) von dem Pfad der der Tugend mich verirrt: hat mich unsichtbar, Herr! dein Nalh ost wieder drauf geführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Un⸗ glück und Gefahr; und vor dem Laster, das noch mehr wie sie, zu fürchten war. 8. Ich sah, vor Krankheit bleich, durch dich mein Leben hergestellt, und deine Gnade schmückte mich, wann Sünde mich entstellt. 9. Von Freudenstrahlen glänzi mein Blick, da da so hoch mich liebst und mir, in wahrer Freundschaft Glück, mehr, als ich wünschte, gibst. 10. Und welche Wohl⸗ that, Herr! ist nicht dieß Herz, das fühlen kann, dieß Herz, ganz dein, das dank⸗ bar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würd ger mir vergehn, als, Ewi⸗ ger, dir zum Preis; ich soll frohlockend dich erhöhn, als Jüngling und als Greis. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth, trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. In eigener Melodie. b)Es lebt ein Gott, 34⁴4 E der Menschen liebt! Ich seh's, wohin ich blicke, am Nebel, der den Von Gott, dessen Wesen Himmel trübt, so wie az erschaf Sonnenblicke. ält! 2. Ich seh's an jede hier a— dunklen Nacht, wo aus Ort. kein Stern mir leuchtel chen g am Mond, wann er in stih ich me ler Pracht mir meinen Pfaßzu dir erleuchtet. streckst 3. Ich seh's, wann Don barme nerwolken glühn, und Berz thun n und Wald bewegen, ich seh'“ 2. wann sie vorüber fliehn, an Himm. fruchtbar fanften Regen. von se 4. Nicht nur, wann Früh' deine lingslüfte wehn durch Land körper und junge Blüthe; nicht nur Stern. wann reife Saaten stehn, sehmacht, ich des Schöpfers Güte; nüthe 3. Ich seh sie auch, wanndir zu tiefer Schnee die starre Flurgen E bedecket, und brausend von sind d des Himmels Höh der Nord 3.4 den Wandrer schrecket. den 9 6. Ja, wie sie sich in der Na⸗fühl ic tur allliebend meinem Blicke große entdeckt, so seh ich ihre Sput Feuer, beim wechselnden. Geschicke. deines 7. Ich sehe sie nicht nut Preis, im Gluͤck, bei dieses Lebens müthe. Freuden: ich seh' sie milsn fre. bethräntem Blick auch in Herr! des Lebens Leiden. Dienst 8. Einst seh' ich ohnt. 4. Thränen sie, noch heilrer,dilf di als die Sonne, und singe, Räher frei von aller Müh, ihr Iozu del ger Wo in ew'ger Wonne, baß ic Mel. Mein ganzer Geist, Golt vor de 35 O Golt, deß starke mich Hand die Well gen;n er⸗ wie am erschaffen hat, und noch er⸗ hält! Ich spüre deine Güte un jedel hier auf der Welt an jedem do aug Ort. Sie hilft mir Schwa⸗ leuchtei chen gnädig fort; und wenn K in slih ich mein Gemüth von hier en Pfaszu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Er⸗ un Don barmen, und voll Wohl⸗ ud Bert thun nach mir Armen. ich seh 2. Seh ich den weiten ehn, am Himmel an, so viel ich da⸗ egen. von sehen kann; so seh ich n Früh deine Güte. Der Himmels⸗ ch Land körper Lauf und Pracht, das icht nur Sternenheer, das du ge⸗ ehn, sehmacht, erreget mein Ge⸗ Hüte; müthe, mächtig, freudig/ b, wanndir zu singen, dir zu brin⸗ re Flurgen Ehr und Stärke. Groß end von sind deiner Hände Werke. er Notd 3. So oft ich athme und et. den Hauch der Lüfte fühle, der Na⸗fühl ich auch, Gott deine m Blicke große Güte. Wind, Wasser, re Syur Feuer, Schnee und Eis sind eschicke. deines Wohlthuns lauter icht nut Preis, und rühren mein Ge⸗ Lebens müthe, täglich hier mich dein sie milzu freuen, und von neuem/ uch in Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. h ohne. 4. Herr! dazu bitt ich, heitrer, dilf du mir. Zeuch immer d singe, Räher mich zu dir durch ihr Lob deine große Güte. O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich st, Golt vor dem Undank hüte. Laß starke mich, was ich bitt', erlan⸗ Well gen; dir anhangen hier auf er⸗ und Eigenschaften Erden, bis mir wird der Himmel werden. Mel. Wer nur den lieben Gott Do weit, Herr! 36 S deine Himmel reichen, reicht deine Huld, die uns erhält. Eh' werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Ge⸗ birgen steht die Güte, die dein Volk erhöht. 2. Gott, dir ist kein Ge⸗ schöpf verborgen, nicht Eins vom Seraph bis zum Thier. Du würdigst Alle deiner Sorgen, sie danken Lust und Leben dir. Es mag auch klein und niedrig seyn: dir, Gott! ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem, sreu⸗ digem Gemüthe, erheb' ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väter⸗ lich, uns, die wir ohne Furcht und Graun dem Schatten deiner Flügel traun. 4. Mit welchem reichen Ueberflusse erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du theilst in Allem zum Ge⸗ nusse so väterlich, so reich⸗ lich aus. Herr! unsers Le⸗ bens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne den Schatten deiner Huld, dein Licht. B Ent⸗ —— 2 EnSegesSR 26 Von Gott, dess Entzeuch uns deiner Güte Wonne, dein gnadenvolles Antlitz nicht! Herr, deine Huld erfreue die, die dich verehren, segne sie. Mel. Herzliebster Jesu 37 6⁰⁰ ist die Liebe! Gott kann nur beglücken! Dieß ruft uns Alles zu, wohin wir blicken. Sei blau der Himmel, sei er schwarz und trübe: Gott ist die Liebe! 2. Gott ist der Menschen Vater, und ich fände, selbst wenn ich an dem Saum der Erde stände, selbst, wenn ich in die tiefste Gruft mich grü⸗ be, dich, Gott der Liebe! 3. So sei es denn mein böchstes Ziel auf Erden, dir, Geist der Liebe, äbnlich bier zu werden! der beißeste, der erste meiner Triebe sei Menschenliebe! Mel. ie viele Freuden 38 Wẽ dank ich dir, die du mir, Herr, verliehen; und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden schon verzie⸗ hen! O Gott, voll Lang⸗ muth und Geduld! noch täg⸗ lich häuf ich meine Schuld, und deine Liebe währet. 2. Bedenk ich, Schöpfer deine Macht, blick ich in jene Ferne, und überseh des Him⸗ mels Pracht, und Es ist das Heil uns . Ssci. en Wesen Mond und Sterne; so b ich dich voll Ehrfurcht g Was ist der Mensch, ruf i alsdann, daß du dich se erbarmest! 3. Dein Auge schaut 9 ihn herab, so geht er ni verloren, nicht für die Wi nicht für das Grab ist er⸗ lein geboren; die Welt v geht mit ihrer Lust; der den Willen Gottes thl dein Glück soll ewig dauen 4. Wenn ich erwaͤh denk ich dein, und we ich schlafen gehe: denn mein Vater, kannst v leihn, um was ich kindl flehe. Drum seufz' ich kin lich stets zu dir: Herr, w mir nützet, schenke mir, deiner Güte willen! Mel. Herr, wir singen dei uldigt Gott, 38 H srohen Triel Der Gott des Himmels die Liebe! Er ist's in 9 Ewigkeit! O wo kann Worte finden, den Rus der Liebe zu verkünden, ewig segnet und erfren Wer bin ich, Herr! vor di Nur stammeln kann ich hi⸗ Liebe, Liebe! Kein Men ermißt, wie gut du bist; selbst der Engel faßt es nig 2. Wundervoll sind dei Werke. Ich sehe Weiohe Macht und Stärke, und m eele beuget sich. N del 8 Von terstü lich u 4 Tage Jamr Vatet ström du w reiter nung dir erwach Herr, w mir/ n! gen dein Gott, n Triel immels t's in g fkann en Ruß inden,! erfren vor di n ich hil in Men u bist; t es nit sind dei Weisht und m ich. M del deine Liebe thronet da auch, wo Macht und Weisheit wohnet, ich seh es und er⸗ hebe mich. Was ist's, das mich erschreckt? Mein heller Blick entdeckt nichts, als Liebe. Der kleinste Wurm, der Donnersturm, und Alles, Alles preiset sie! 3. Huldreich riefst du mich in's Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich ber zu streun. Jeder Tag erzählt's dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vorhof ihres Himmels seyn. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir geschützt und un⸗ terstützt, durchlauf ich fröh⸗ lich meine Bahn. 4. Trüben sich auch meine Tage; binweg mit jeder Jammerklage! nur du, mein Vater trübest sie. Licht ent⸗ strömt den Dunkelheiten: du willst nur Segen mir be⸗ reiten, und Trost und Hoff⸗ nung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht; ich zage nicht! Du reichst mir deine Vaterhand. 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was du, Beherr⸗ scher aller Welten, mir ar⸗ men Erdbewohner gibst? Sünde häuf ich oft auf Sünde, und dennoch seh ich und Eigenschaften. 27 und empfinde, daß du, Er⸗ barmer, mich noch liebst. Du hast Geduld mit mir, und lockst mich hin zu dir durch die Liebe. Und wer dich ehrt und wiederkehrt, o Preis dir! den begnadigst du. 6. Ja, du willst der Sün⸗ der Leben. Selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter sei. Weisheit kam mit ihm her⸗ nieder; er litt und starb für seine Brüder, und sprach ihr Herz von Aengsten frei. O Gott, was fühlt mein Geist! Wie staunt er nun, und preist deine Liebe! Dein Sohn erschien, du sandtest ihn! Wie doch hast du die Welt geliebt. 7. Gott, ich will dir folg⸗ sam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so wie du beglücken kann? Einst umstrahlet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh ich nur gern auf deiner Bahn. Dann schwebt mein Geist empor, und singt im Sternenchor: Liebe, Liebe! O Herr der Zeit und Ewigkeit! Ich weiß daß du die Liebe bist. Geduld, Langmuth und Gnade Gottes. Mel. Ein Lammlein geht 40 Mit welcher Lang⸗ muth und Ge⸗ B 2 duld — HEDSSRnnSANUNS 28 duld trägst du die Menschen⸗ kinder, o Gott! Auch bei gehäufter Schuld trägst du die frechen Sünder! Sie nahen dem Verderben sich; du siehst es, und es jammert dich das Elend dieser Ar⸗ men. Daß sie demselben noch entfliehn suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn, aus innigem Erbarmen. 2. Du gönnest ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu geben; du läßt den un⸗ fruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; ver⸗ ziehest, voll Barmherzig⸗ keit, ihn gänzlich abzuhauen. O welche Langmuth und Geduld! Wer sollte deiner Vaterhuld nicht inniglich vertrauen. 3. Erbarmest du dich schon so sehr selbst frevelhaf⸗ ter Sünder: so trägst du schonend noch vielmehr die Frommen, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach, und träg zu guten Werken: so zürnst du nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz sich täu⸗ schen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott! unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Vaterhuld zur Sicher⸗ beit uns führen! Ach, kei⸗ Von Gott, dessen Wesen ner häufe Schuld auf Schud daß durch kühnen MißbralSchuld deiner Huld! Nur Tugeilli f sei uns Freude, damit 115 in der Prüfungszeit Reichthum deiner Güt nnrn keit zur wahren Beßrußna 10 leite. daß In eigener Melodie. 41 Aic Welten He * scher! Gott! di ganz Gebiete ist ein SchuGott, platz deiner Güte. Sie 8 h herrlicht täglich sich auchh It uns Allen, die wir noch g Erden wallen. Ja, sie pflI 2 nährt und trägt nicht Dank deine Kinder, selbst die grͤorget, ten Sünder. Gefah 2. Dieser Langmuth Gung n ße läßt sich zwar empfindchereit; aber, wer kann sie ergrigelig den? Sünder so verschonßreude Millionen Schulden mit 2. vieler Nachsicht dulden, ihen dit dabei doch so treu warnsnüthe die dich hassen: Herr! händerl. kann dieß fassen? mit C 3. Doch du strafst mist dei gerne; liebst nur unser e win ben; Zeit zur Beßrung Wohl zu geben; dringt dich del 3. Liebe, zärtliches Erbarmoöchste Darum hast du mit uns Eingeb men, so voll Huld, noch Wott duld, daß wir darauf achszur Re und nach Beßrung trachiDu 9 4. O daß doch der Reiund G tbum deiner Vaterliebe uben u zur Sinnesändrung trilig 1 ßbreno daß wir voll Reue unsre 1 Tug Schuld bedächten, und wir Pamit 1 willig folgen möchten! Unser Szeit Schmerz rührt dein Herz, GutSchulden, die uns kränken, Iünädig uns zu schenken. 5. Dank sei dir, o Vater, daß du unsrer schonest, Hott! di.. 4 in Scheott, Vater, Sohn und Sie un heiliger Geist. ch 1 In eigener Melodie. r noch 94 llein Gott in der sie pfK.2 Höh sei Ehr' und nicht Dank für seine Gnade! Er die gräorget, daß uns nimmermehr Gefalhr und Unglück schade. muth Gurns wohl zu thun ist er empfiudchereit; er will nur unsre sie ergriSeligkeit. Erhebet ihn mit verschonßreuden. den mit 2. Ja, Vater! wir erhe⸗ ulden, en dich mit freudigem Ge⸗ u warmmüthe; du herrschest unver⸗ Herr! nünderlich mit Weisheit und . mit Güte. Unendlich groß trafst mist veine Macht, und was zunser ke wirkt, ist wohlbedacht. zrung Wohl uns, daß du regierest! dich del 3. O Jesu Christ, des Erbarmpöchsten Sohn! dich, seinen nit uns Eingebornen, dich sandte noch WGott vom Himmelsthron auf achtzur Rettung der Verlornen. trachtdu Mittler zwischen uns der Reilund Gott, bilf uns im Le⸗ rliebe en und im Tod: erbarm ig tricldich unser Aller!“ und Eigenschaften. 8 Von der heiligen Dreieinigkeit. 29 nicht nach Verdienst uns lohnest. Stets noch ist uns Schwachen nöthig deine Gnade, selber auf dem Tu⸗ gendpfade. Leit' uns doch damit noch, bis wir dich einst droben ohne Sünden loben. 4. O heiliger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, beßre, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod vom Sündendienst erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wirz ach! leit uns stets, so sind wir hier beglückt dort ewig selig. Mel. Erschienen ist der herrlich 43 Daun und Anbe⸗ tung bringen wir, Herr, unser Gott und Va⸗ ter, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes Herr und Heiland, dir. Du littst für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! wir waren einst von Christo fern. Du hast durch deines Wortes Macht uns allen Licht und Heil gebracht. Halleluja! B 3 In ——. HESOSEN 30⁰ Von der heiligen Dreieinigkeit. In eigener Melodie. 44 Wi glauben an den ein'gen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh' wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ists, der für uns sorgt, und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er achtete sein Leben nicht zu theu'r, für uns zu geben. Er erstand, herrscht, hoch erhöhet, in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht, und kommt dereinst zum Welt⸗ gericht. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, unsern gött⸗ lichen Regierer! den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Füh⸗ rer, der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten: der uns lehrt Vergebung fin⸗ den, und der Tugend Werth empfinden. Er flö⸗ ßet uns im Todesschmerz des ew'gen Lebens Trost ins Herz. Mel. Mein ganzer Geist, GoDu bist + obsinget Gotlund doc 45 Dank, Preiteich, und Ehr sei unserm Golterlesen. je mehr und mehr, für allvir mi seine Werke! Von Ewighster, l keit zu Ewigkeit lebt er uupeil wi herrschet weit und breit, nwig Weisheit, Güt' und StärkQuelle Singet, bringet frohe Lii 2. V der; fallet nieder! Goser, an ist herrlich; unaussprechlidir Sü groß und selig. dich doc 2. Lobsinget Gott! Danter ihr Preis und Ruhm sei vofür un uns, deinem Eigenthunselbst d Herr Jesu, dir gesungemein§ Du Mittler zwischen unGeduld und Gott, hast durch Giund Li horsam bis zum Tod das Leindlich ben uns errungen. Heilih 3. selig ist die Freundschaft ustes Se Gemeinschaft aller Frommeswir ho die durch dich zum Vatezu des kommen. Weg 1 3. Lobsinget Gott! Dzu bef Geist des Herrn, sei nTod, von unserm Geiste fern, m Kraft ihn auszurüsten! D V machst uns gläubig, wei und rein, hilfst uns getrh Vor und siegreich seyn im Stiri—— Mel. mit unsern Lüsten. Lei uns, stärk uns, in 0%4˙7 Freude, wie im Leide, Gol rgeben und der Tugend tridas 2 zu leben. Wer gestell. Mel. Es wolle uns Gott und 46 err, unser Gos die W wer ist dir ue Von der heiligen eist, GoDu bist das höchste Wesen! Gottund doch hast du, an Gnade „Presteich, uns dir zum Dienst Gotterlesen. Gemeinschaft sollen für allvir mit dir, du Allerhöch⸗ Ewigster, haben. Mit deinem st er uupeil willst du uns hier und reit, mewig einst begaben, du p StärkDuelle alles Segens. rohe Lii 2. Wir beten dich, o Va⸗ Goter, an. Sind wir gleich vor sprechlidir Sünder, so nimmst du dich doch unsrer an, wie Vä⸗ t! Danter ihrer Kinder. Du hast sei vofür uns aus großer Huld genthunselbst deinen Sohn gegeben; gesungeddein Herz, voll Güte und schen unGeduld, verleih' uns Trost urch Guund Leben, daß wir dich d das Leindlich fürchten. Heili)h 3. O Jesu, ew'ger Goi⸗ schaft ustes Sohn! Du Heil, darauf srommepwir hoffen! Durch dich steht m Vatezu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns ott! Dzu befrei'n von Sünd' und sei Tod, kamst du zu uns auf fern, m 31 Erden. O laß uns, unser Herr und Gott! froh deines Segens werden, und dir im Glauben dienen. 4. O heilger Geist, du Geist von Gott, wehr' in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Gu⸗ ten Lust und Kraft, laß es uns stets erfahren. Stärk' uns in unsrer Pilgrim⸗ schaft, bewahr uns vor Ge⸗ fahren, hilf uns dir willig folgen. 5. Laß, Gott! uns dein auf Erden schon, als unsers Gottes, freuen. Herr, segne uns vor deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlich⸗ keit, dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit, uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. Dreieinigkeit. en! ten! d Von den Werken und Wohlthaten Gottes. 3, wei 2 3 getr Von der Schöpfung. m Siri 1. Lei Mel. Es ist das Heil uns in er machte diese e 6⁴⁶⁷ Wj schöne Welt? zend tradas Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hin⸗ gestellt die Sonne, Mond Gott und Sterne? Wer schuf er Goll die Wälder, Feld und Au? gleich befahl dem Regen, sprach zum Thau: erquicke Saat und Blüthen? 2. Auf wessen mächtiges Geheiß entstanden Ström' und Seen? Wer gab dem Winter Schnee und Eis? Wer hieß die Winde wehen? Wer rief der Thiere zahllos Heer in Flur und Wald, in Luft und Meer, in Staub selbst frohe Wesen. B 4 —— Eneegsenggnsd 3. Das Alles, Alles, groß und klein, ist dein Werk, Un⸗ sichtbarer! Du bist der Er⸗ ste, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht und dein Gebot ist Alles, liebevoller Golt, ist auch der Mensch geworden. 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was ge⸗ schaffen ist, und dient zu mei⸗ nem Glücke. Luft, Sonn und Mond, und Pflanz' und Thier, und Stein und Was⸗ ser nützen mir, und nützen allen Menschen. 5. Für dich nicht, für Ge⸗ schöpfe nur, daß jedes glück⸗ lich werde, schufst du die prächtige Natur, den Him⸗ mel und die Erde. O du, der uns als Vater liebt, und Allen alles Gute gibt, was kann der Mensch dir geben? 6. Wie bin ich froh! du machst auch mich zum Zeu⸗ gen deiner Güte. Ich danke dir und denk' an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh' dich nicht, doch lieb' ich dich; du schufst und du er⸗ hältst auch mich zu immer größern Freuden. In eigener Melodie. 48 Lesgußdd Goit! er schuf die Welt zum Schauplatz seiner Güte; lobfinget ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Ge⸗ Werke und Wohlihaten Gottes. müthe, Goit ist die Lieh gehens rühmt es laut, Geschöpf Wohltt die ihr ihm vertraut, die WMensch ihn kennt und ehret! Rühn“ es, daß seine Gütigkeit nHanks jedem Morgen sich erneserkenne und ewig, ewig währet! zum T 2. Du wolltest, daß Pater dir nichts leer von Freisgerne und Leben bliebe: drunglückli⸗ schufest du, Gott der Hin freun; mel Heer, schufst unsre Wo gleiche aus Liebe. Du selbst hund d durftest ihrer nie: Unemder L licher! du ließest sie zu ihre ßo lan Heil nur werden. Di aber, dich erfreut nun dmel. Wonne, allen wohl zu thü im Himmel und auf Erda 1s 3. Kein Mensch, kein EI ging gel selbst ermißt dein Woh Solch thun, deinen Segen: wi lender groß, wie weisheitsvoll Y Schöf bist in allen deinen Weges ich de Gott! deine Güte reicht fgelme weit, als deines Reichs u Mam endlichkeit, so weit, Hen Zeug als dein Leben. Ach! wa ner sind wir, die deine Mach sehn, aus todtem Staub hervofr übere gebracht, uns ewig Heil) 2. geben! es w 4. O Vater, welches ist, d Keiner gleicht, an Liebe wi werf an Stärke! Kein Danl Herr kein Lobgesang erreicht di Beru Wunder deiner Werke; dol Vate ist dirs angenehmer Danl ich d dir ist es mehr als Lobgs auch sang, wenn ich dich thäti dich liebe, und gern in mie kenne V ie Liehgehenszeit Erbarmen und Woblthätigkeit an andern Rüht Menschen übe Rühn 5. Du bist die Liebe! igkeit mDant sei dir, daß ich dich so h. erngerkenne, und dir zum Ruhm, 7 zum Troste mir, dich meinen daß Vater nenne! Auch will ich er⸗ Fanfreun; will helfen und dir gleichen. Von diesem Heil Hund dieser Pflicht, o Gott . Unemper Liebe, laß mich nicht, —5 11s0 lang ich lebe, weichen! t nun demel. Gott, ver bu die Menschen Izu thu ott! aus deinen uf Erder 49 G Schöpferhänden kein Elging die herrliche Natur. ein Wohl Solchen Bau so schön vol⸗ zen: wilenden, konnte solch ein tsvoll ISchöpfer nur. O wie könnt' n Wege ich deine Werke, ihre Re⸗ reicht gelmäßigkeit, Pracht und deichs Mannigfaltigkeit, wie die it, Hen Zeugen deiner Stärke, dei⸗ lch! wa ner Huld und Weisheit se Mach sehn, und doch stumm vor⸗ bervor übergehn? Heil) 2. Rings auf Erden hallt es wieder: Gut und groß welchen ist, ver uns schuf! Betend Liebe wi werf auch ich mich nieder: Dau Herr 4 dein Preis sei mein reicht diBeruf! Preis, daß ich dich rke; dos Vater nenne, Preis, daß r Danl ich dich preisen kann, daß 3 Lobgs auch ich durch dich begann, ch thäll dich als meinen Schöpfer meig kenne, und, von hohem Ei⸗ 0 Schöpfung. 33 fer voll, mehr dich kennen lernen soll! 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten, will ich deine Schöpfung sehn, und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offnem Herzen gehn. Alle stehn ja unverschlossen, sind dem Aermsten ja bekannt. Näher werd ich dir gewandt, hab ich schuldlos sie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon für meine Freuden vor dem er⸗ sten Athemzug. Zum Genuß für Leib und Seele hast du Herr! mit Freundlichkeit so viel Gaben ausgestreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5 O wer wollte je ver⸗ messen mitten in der schönen Welt deiner Macht und Huld vergessen, und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Wurme seine Vatersorge weiht, du bist's, der auch mich erfreut, in der Stille, wie im Stur⸗ me. Herr, dir will ich ganz vertraun, und mein Heil auf dich nur baun! Mel. Sei Lob und Ehr dem OMenn ich, o Schöp⸗ 50 Waent deine Macht/ B 5 die 3 fü bi 2 H 10 6 2 b 2 — 7 d 0 d 34 Werke und Wohlthaten Gottes. die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alles wacht, anbetend überlege; so weiß ich, von Bewund⸗ rung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wo⸗ hin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Him⸗ mel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du, Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer klei⸗ det sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoos der Erde auf, mit Vorrath ihn zu segnen? Du Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, dei⸗ ne Güte reicht so weit, als Erd' und Himmel reichen. 4. Dich predigt Son⸗ nenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der ge— ringste Wurm, bringt mei⸗ nem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bring unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder⸗ bar bereitetz der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist si ein täglicher Beweis vn deiner Güt' und Größe. 6. Erheb ihn ewig, mein Geist, erhebe seim Namen, Gott, unser BV ter, sei gepreist, und al d Welt sagt: Amen! Und al J Welt fürcht' ihren Herr und hoff' auf ihn und dies ihm gern! Wer wollte Go nicht dienen? In eigener Melodie⸗ WNie Himmel rühme 2— 1 O Gotles Ehre, ih Schall pflanzt seinen Ram fort. Ihn rühmt der Er kreis, ihn die Meere; vei nimm, o Mensch, ihr goͤl lich Wort! 2. Wer trägt die unzähl baren Sterne? Wer fühn die Sonn' in ihrem Zelt! Sie kommt und leuchtet un von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimms, und sishl die Wunderwerke, die di Natur dir aufgestellt! Ves kündigt Weisheit, Ord nung, Stärke, dir nicht dez Herrn, den Herrn der Welti 4. Kannst du die unzähl baren Heere der Wesen fühl los wohl beschaun? Durt wen ist Alles? Gib ihnm Ehre! Mir, ruft der Hern sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmes mein die Erde; an meinen Bea „ist f veis vh Bröße. ewig, be seim nser V und al Und al n Herr und dien ollte Go odie⸗ Urühmen Ehre, ih n Name der Er re; vei ihr goͤh e unzähl er führ m Zelt ichtet un äuft des u Held. und sih die di It! Ven Ord/ nicht de er Welti unzähl⸗ sen fühl Durt zib ihm r Hern Himmes meinen Ber Werken kennst du mich. Ich werde seyn, der ich seyn werde, dein Gott und Va⸗ ter ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins! Mich liebe dein Gemüthe, und nehm' an meiner Gnade Theil. Mel. Herr, wir singen deiner Ur Gott ist groß 2— und mächtig, und seine Schöpfung schön und prächtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. O ihr, sei⸗ ner Allmacht Heere, verkün⸗ digt eures Schöpfers Ehre und preiset seine Herrlich⸗ keit! Sein Kleid ist reines Licht, er hält im Gleichge⸗ wicht ganze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 2. Allmacht sprach zun Nichts: es werde! da trat auch unsre schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. Allmacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten, und sinken vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand, die Him⸗ mel ausgespannt. Durch ihn geht, gleich wie ein Held aus seinem Zelt, die Sonne und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Win⸗ den schwebet, er schaut die Schöpfung. Erde an, sie bebet! Er rührt den Berg an, und er raucht, Vögel nährt er, speist die Heerde, erneuert die Ge⸗ stalt der Erde, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit allen Speise, liebt und erhält die ganze Welt, und tränkt die Thiere auf dem Feld. 4 Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr darnach zu theilen; der Sonne Licht zur Fruchtbar⸗ keit. Gott ist gnädig, Gott regiert, wenn er die Flur mit Blumen ziert, und sie mit Saaten überstreut. Der Wallfisch und der Wurm, der Blüthenduft und Sturm zeugt vom Schöpfer. Der Tag, die Nacht rühmt seine Macht und rühmt, daß er für Alles wacht. 5 Gott voll Weisheit, Gott voll Stärke! Wie viel und groß sind deine Werke! Wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe gehn im wei⸗ ten Meere; da wimmelts von den frohen Heeren der Thiere, zahllos wie der Sand. Mit Mannigfaltig⸗ keit, mit Regelmähßigkeit prangt die Erdez wohin entzückt mein Auge blickt, da ist die Welt mit Reiz geschmückt. 6. Wer vergänglich Wras bekleldet, die Fische nähret, B 6 Laäm⸗ 6 N 2 2 — ft bi 2 5 t 60 2 5 7 5 36 Werke und Wohlthaten Gottes. Lämmer weidet, der sorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für mor⸗ gen schon heute bang und ängstlich sorgen? Nein, sei getrost, ermanne dich, ver⸗ traue Gott! Auf ihn werf alle Sorgen hin. Er wird sorgen: er, der uns hört, und gern gewährt, was unser wahres Wohl ver⸗ mehrt. 7. Dank dem guten Gott zu singen, und stets mein Heil ihm darzubringen, soll meine höchste Freude seyn; laut soll ihm mein Lob er⸗ schallen, mein Opfer wird ihm wohlgefallen; gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd ich stehn, entzückt ihn sehn, und ewig seinen Ruhm erhöhn. Mel. Wer nur den lieben Gott 53 O Gott des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist; von niemand kannst begriffen werden; vor dem kein Ding verborgen ist. Ach ziehe mich doch ganz zu dir, und offenbar dich selber mir. 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find' ich dei⸗ ner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige Natur, so ruft mir Alles, Alles zu: wie groß i wie klein bist du! se 3. Mir zeigen alle Ele g Güt' um O wem Ig mente Macht, Weisheit überall. das Stumme reden könnte wie groß wär stets der Ju— belschall: rühmt, Menschen! Gottes Güt' und Macht, dil euch und uns hervorgebracht 4. Herr Gott! wie groß s ist deine Liebe! Die Erd is sch deiner Güte voll. O gib mir dankbar fromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die Güter= dieser Erden mich zu dir lol⸗ ken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick wer⸗ den, und ihr Genuß mir Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne seyn; mein letztes Ziel sei du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise, ich geh' nach jener höhern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu', was dir gefällt. Und end' ich diesen kurzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf. Vorsehung oder Erhal— tung und Regierung der Welt. Nun danket alle Gott Jichts ist von unge⸗ faͤhr! Ein groher Gott Mel. 54 selbs ring nem meir gib mir ebe, daß ich soll. un und deinem e Güter dir lok⸗ daß sie ick wer⸗ uß mir allen 3 mein lein. den eine jener mache weise, as dir diesen um zu if. rhal⸗ g der Gott unge⸗ roßer Gott ist Golh gen zieret. Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Se⸗ 0 Auch was uns Zufall heißt, ist, eh es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt, und einer Kette Glied. 2. Er sah vor aller Zeit, was künftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird seyn, als was sein Rath⸗ schluß wollte: und Alles, was er will, ist weise, recht und gut. O wohl mir, daß mein Glück in Gottes Hän⸗ den ruht! 3. Wie dürft ich mißver⸗ gnügt in meinem Stande leben? Kann jemals böse seyn, was Gott mir pflegt zu geben? Der Thor nur klagt und murrt, und lä⸗ stert Gottes Rath; er hat nicht was er will, und will nicht, was er hat. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Ge⸗ danken: Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich sollte, was ich bin, nicht etwas anders seyn, und mein besonders Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg' ich mei⸗ nem Gott, so lindert sich mein Schmerz, denn, was Vorsehung. mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 6. Wie thöricht würd ich seyn, wenn ich begehren woll⸗ te, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich, und mischt mit Freundlichkeit in seinen Segenskelch des Lei⸗ dens Bitterkeit. 7. Im Leiden lern ich mich und meinen Gott erkennen, und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden tren⸗ nen. Wie kann mir schreck⸗ lich seyn, was mich voll⸗ kommner macht? Mehr ist die Tugend wertb, als Sin⸗ nenlust und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schooße niedrer Freuden, und stark erschei⸗ net sie, umringt von stillen Leiden. Sie strahlt am gött⸗ lichsten aus tiefer Dunkel⸗ heit; da leuchtet sie der Welt, und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf rau⸗ her Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbst in Noth und Tod mein Herz dir folgsam sei! In eigener Melobie. Wnu allen meinen 55 33 Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles B 7 kann — EenenesesnenseeNneS kann und hat. Er muß in allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, mein Helfer seyn mit Rath und That. 2. Nichts hilft mein ban⸗ ges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich traue seiner Vaterhuld. 3. Es kann mir nichts ge⸗ schehen, als was sein Rath ersehen, und mir für heil⸗ sam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich sein Kind zufrieden: mir geh' es, wie es ihm gefällt. 4. Ich traue seiner Gna⸗ de, die mich auf meinem Pfade vor allem Uebel schützt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr' ich auf finstern Wegen, geh ich dem Leid entgegen; so sei sein Wort mir Trost und Licht. 6. Was über mich beschlos⸗ sen, dem will ich unverdros⸗ sen, getrost entgegen gehn. Kein Unfall unter allen soll je zu hart mir fallen; ich will ihn männlich überstehn 7. Ihm hab ich mich er⸗ geben, zu sterben und zu leben, wie es sein Wink gebeut. Sei mir mein End verborgen, komm es hen oder morgen, er weiß dan die beste Zeit. 8. So sei nun, Seelt stille, dich leite dessen Willt der dich erschaffen hat. E gehe, wie es gehe! Des Vater in der Höhe, der wei zu allen Sachen Rath. Mel. Es ist das Heil uns ir, unser Gott, 56 Onlemand gleich in Himmel und auf Erden. Di bist der Höchste und dei Reich kann nie begriffeh werden. Unendlich ist di Majestät, die über Alle dig erhöht, die Kron und Zepin tragen. 2. Wie weit erstreckt sit dein Gebiet! Wo ist den der es messe? Wohin aut nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit, üben alle Himmel weit geht deinen Reiches Herrlichkeit. D herrschest über Alles. 3. Du herrschest weislich recht und gut, nach heiligen Gesetzen. Du willst auch dei ner treuen Hut das Kleinste würdig schätzen. Auf Allef geht dein Augenmerk, und immer ist's dein liebstes Werk, zu segnen, zu be— glücken. 4Wohl uns, daß du daz Regiment, Gott! üder Alleh führest! Und wohl dem, delr del ein End Des ind dein begriffe ist di Alle dith d Zeptu reckt sith ist den hin aut „da seh eit, übe t deinen t. Di weislich heiligen luch deiz Kleinse uf Alle⸗ E, und liebstes zu be⸗ du dai er Alles em, der den den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Ich, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. O sieh auf mich mit Gnade. 5. Ich bin verderbt und fehlervoll, bin auf dem Tu⸗ gendwege nicht stets so eif⸗ rig, wie ich soll, bin oft zum Guten träge. Doch du bist gnädig und voll Huld, vergibst den Reuenden die Schuld. Drum hoff' ich auf Vergebung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, wel⸗ cher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er ver⸗ söhnet. 7. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst erge⸗ ben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot, durch deinen Beistand wandeln. Melodie. ommt, kommt, den 57 K Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigsten, den Weisen, der keinen sei⸗ nes Gleichen hat. Der Herr thut große Werke. Wer In eigener Vorsehung. Wer die alles Gute schafft? Er deh⸗ beuget seine Kraft? seines Armes Stärke, net, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will und Sonnen flammen; auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungestüm, des Himmels Säulen zit⸗ tern, die Erde bebt vor ihm. Er will und Blitze zünden, daß Städte flammend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön 3. Er, er gebeut den Wellen; bis hierher! Ihm gehorchen sie. Er legt in Felsen Quellen; sie rieseln und versiegen nie. Er fül⸗ let Wüsteneien mit seinen Wundern an; heißt Thiere da sich freun, wo kein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und erneu'n? 4. Herr! dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott! ist dein. Das prei⸗ sen deine Werke, die deiner Allmacht sich erfreu'n. Auch wir erfreu'n uns ihrer: ihr Lob sei unsre Pflicht! O Va⸗ Vater, o Regierer, wen hält, wen schützt sie nicht? Du lebst, du wirkst in Al⸗ len; wir leben nur in dir. Erhalter, wer kann fallen? Dir, dir vertrauen wir. Mel. Von Gott will ich: oder z euch ein zu deinen Thoren 58 G⁰⁴⁰ der an allen Enden viel große Wunder thut! Du bist's, in dessen Händen mein gan⸗ zes Schicksal ruht; hast in der Prüfungszeit mir jeden meiner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 2. Da ich noch tief ver⸗ borgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sor⸗ gen. Ach! Vater wie ver⸗ mag mein dürftiger Ver⸗ stand das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 3. Drückt mich auf mei⸗ nen Wegen gleich manche Last und Müb', so führt auch sie zum Segen, und du versüßest sie. Du bleibest mitleidsvoll; hilfst liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern; beförderst slets ihr Wohl. 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Trostes Licht von neuem Kraft ge⸗ geben und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, so seufzt' ich und war stille, Werke und Wohlthaten Gottes. und dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name sszi geprie⸗ sen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr! mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen jetzund und immerdar. 6. Du hast mir wohl ge⸗ rathen, und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Vater, daß ich dort verklärt und ganz vollkommen, mit allen dei⸗ nen Frommen, dir danke fort und fort. Mel. Wer nur den lieben Gott ürwahr, du bist, o 59 Gott! verborgen, dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorg⸗ test, eh' die Welt noch war, sür unser Wohl schon väter⸗ lich./ Dieß sei genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Au⸗ gen oft versteckt; doch, wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach' auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weis⸗ heit, deiner Macht; du i —vie Vorsehung. viel tausend Wege finden, wo die Vernunft sie nie gedacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht, dir folgen, sei stets unsre Pflicht. 4. Drum will ich mich dir überlassen, mit Allem, was ich hab und bin: und kann ich auch nicht Alles fassen, so trau ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte war. 5. Gib, daß dieß mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud' und Leid; denn Alles wirkt zu dei⸗ ner Ehre und meiner Seele Seligkeit und einst preis' ich vollkommen dich, und freue deiner ewig mich. Mel. Waͤrum sollt' ich mich 60 ei zufrieden, mein Gemüthe! Gott ist gut; was er thut, ist voll Lieb und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohl zu machen. 2. Beides, Erd' und Him⸗ mel, preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie be⸗ weisen. Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 3. Schau die Werke seiner Hände, Mensch und Thier, melden dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so klei⸗ nes nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu fin⸗ den, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab', ist sein Geschenke, auch der Geist, der ihn preist, mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeugt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht! dir zum Dank verbindet. 7. Setzten mir des Kreu⸗ zes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott! sie tragen. War kaum noch Geduld vor⸗ banden, deine Kraft hat ge⸗ schaft, daß ich überstanden. 8. Nun, mein Herz! das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemals bange, als wollt'er dich ganz. verlassen. Es geschieht wahrtpf lich nicht, er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergib dich sei⸗ nem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch er⸗ füllen Denn er ist in allen Sa⸗ — Sachen groß von Rath, wie von That; er, er wird's wohl machen. In eigener Melodie. 2*(les ist an deinem 61 A Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unser höchstes Gut. Ueber Alles hoch dich schätzen, und auf dich Vertrauen setzen, gibt allein getrosten Muth. 2. Du, der mich bisher ernährte, manche Freude mir gewährte, bist und bleibest ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben seyn. 3. Sollt ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben, und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken: was mir gut ist, wirst du schicken: du bist Herr der ganzen Welt Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod und Leben, Alles sei dir heimgestellt. 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab ich nichts vorzuschreiben: wie du willst; so soll es bleiben: was du willst, ist Seligkeit. Werke und Wohlthaten Gottes. 6. Soll ich hier noch län⸗ ger leben, o so wollst du Kraft mir geben, daß ich stets dir folgsam sei. Alles Irdische vergehet; nur die Frömmigkeit bestehet, und sie macht mich sorgenfrei. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 62 Vott sorgt für uns. O singt ihm Dank, ihr Christen, singt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Nie⸗ dergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad' und Macht; im Son⸗ nenschein, so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 3. Mit frohgerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar. Die Aehre, die vom Segen sinet: ist sein; Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Höchster! wir ver⸗ ehren dich mit kindlich fro⸗ hem Dank; du nährst uns, und gibst väterlich auch mehr als Speis' und Trank. 5. Fried und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nützlich seyn, und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr' in uns die Zu⸗ Zuversicht, dir ewig zu ver⸗ trauen, bis wir dereinst in deinem Licht, des Glaubens Aernte schauen. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, oder: Mein Gott, das Herz ich bringe 0 och immer wech⸗ 63 N seln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr! wie du stets gethan; du segnest und du füllst das Land mit dei⸗ nen Gütern an. 3. Von deinem Himmel, Höchster! träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet gibt der Baume ‚F wenn einer Schatten sucht, ihm unter seinen Zweigen Raum, Er⸗ frischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell und die Natur ist un⸗ erschöpflich reich. „6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 7. Herr! ohne dich ver⸗ gingen wir, und wir ver⸗ dientens auch, und dennoch Vorsehung. leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Nicht einem mangelt deine Huld, wem strahlet nicht dein Licht? Mit wel⸗ cher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht! 9. O betet, Menschen, betet an! Erwägt's, und denket nun: was hat Gott schon an uns gethan? was will er nicht noch thun? Mein Gott, das Herz ich bringe ein Auge sieht, o 64 N Gott, nach dir, von deinem Throne hilf du mir; mein Heil kömmt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein Herz! Mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird; der mich behütet, schlummert nicht; in Fin⸗ sterniß ist er mein Licht. 3. Kein Uebel sei mir fürchterlich; denn Gottes Rechte schützet mich. Durch seine treue Vaterhand wird, was mir schadet, abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt mir Sicherheit, sein Trost füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebner Bahn, und nimmt mich einst zu Ehren an. 5. Herr! segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Se⸗ Segen folg' aus dieser Zeit hinüber mir zur Ewigkeit! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 2 ott! deine weise 65 9 Macht erhält die ganze lebenvolle Welt, und Aller Augen freuen sich, und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie Alle liebst, und Allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn, und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil! noch täglich mein beschieden Theilz gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bin's gewiß, du kannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! Ich bin's gewiß, du thust mir wohl, so lang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir, was ich bedarf, das gibst du mir. 53. Der Vogel bauet nicht das Land, du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume könig⸗ lich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Werke und Wohlthaten Gottes. Seele, nie, weit mehr bin ich vor Gott, als sie. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst mir Weisbheit und Verstand, und machtest selbst dich mir bekannt. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd' ich guch Speis' und Trank empfaͤhn. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohne sein Gebet: und fleht ich nicht darum zu dir, ge⸗ währtest du sie dennoch mir. 8. Laß du mich nur genüg⸗ sam seyn, und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber Deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohl⸗ fahrt fließt. 9. Bei deiner Gaben Ue⸗ berfluß erhalt mich mäßig im Genuß; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du nährst mich immer; Preis und Dank bring ich dir, Gott! mein Lebenlang. Mel. Jesus, meines Lebens Leben 66 ester, weisester Regierer! Aller Welten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir! Un⸗ Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, und versorgst mich vä⸗ terlich. 2. Kann ich dich genug er⸗ heben? Du, der Alles wer⸗ den heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh' mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 3. Auf der Menschheit ho⸗ he Stufe stellte, Herr! mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir. O wie press' ich dich da⸗ für! 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Va⸗ ter! dich. Ja, du kamst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen, was nur ie mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Va⸗ Vorsehung. terhuld verlieh? Nein, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben seyn? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dräun? Nein! o Herr! dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmts von dir mein Herz. 7. Flöhn mich auch die besten Freunde, fehlt anch andre Freude mir, wären viel auch meine Feinde; den⸗ noch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht ver⸗ zagen, will aufs Ziel von meinen Tagen, auf die beßre Zukunft schaun, und von Herzen dir vertraun. 8. Besser noch, als selbst das Leben, ist, o Vater! deine Huld Was mir nützt, wird sie mir geben, und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester! immer inniger und fester hier mit dir vereinigt seyn, dei⸗ ner Gnade mich zu freun. 9. O der seligen Verbin⸗ dung, Allergütigster, mit dir! Gib, o Vater, stets Empfindung deiner Vater⸗ liebe mir! Mache du mich immer reiner, daß mein Herz auch einst noch deiner sich in deinem Reiche freu', und in dir ganz selig sei. Werke und Wohlthaten Gottes. Die vorzüglichsten Geschöpfe. Engel und Geister. Mel. Auf Christenmensch 67 ott! deine Güte, deine Macht kann nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht, und in den tiefsten Schlünden: und noch be⸗ greift bei aller Müh', der größte Weise niemals sie. 2. Du bildetest im Stu⸗ fengang uns deiner zu er⸗ freuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen lange Reihen; vom Men⸗ schen bis zum Thier und Baum, ist nirgends leerer Zwischenraum. 3. Auch Engel, deren Gei⸗ sterblick kein schwaches Licht begrenzet, und denen hohes Himmelsglück im reichen Maabe glänzet; schufst du, o Gott, Unendlicher; der Wesen Vater und ihr Herr! 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, die uns so oft entehret, vom Blendwerk jedes Wahns befreit, der die Vernunft bethöret, voll Kraft und jeder guten That betreten fie der Tugend fad. 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht jeder deinen Willen, und was dein hoher Wink gebeut, gehorsam zu erfüllen, und preist in lauten Jubeln gern dich, Vater, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehret ihre Freuden, froh nimmt an ihnen jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Reue weint, und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott, laß mich, deinen Engeln gleich, mit reinen, frommen Trieben, wie sie, an Tugendfrüchten reich, dich, und die Brüder lieben, so werd ich einst ganz engel⸗— rein, mich deiner, o mein Vater freun. seinen Mel. Vom Himmel kam der Ver zählt, Unendli⸗ 68 Wé cher, die Reih'n der Wesen, die sich deiner freu'n, hinauf zu dir, als Vater sehn, aus allen Wel⸗ ten zu dir flehn? 2. Unzählbar ist der See⸗ len Schaar, die einst an Staub gefesselt war, nun losgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schran⸗ ken hält. 3. Unzählbar ist der See⸗ len Schaar, die unbegreif⸗ lich wunderbar du noch zur Erde senden wirst, und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball nicht allein sind Wesen, die sich Vorsehung. 47 sich deiner freun, hinauf zu dir als Vater sehn, dir jauch⸗ zen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Gei⸗ sterheer riefst du ins Leben, Gütigster! dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Al⸗; lerhöchster! grenzenlos. 6 Wenn einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Fesseln auch entreißt, misch ich in eure sel'gen Reih'n mich, Mitarbeiter Gottes, ein. 7. Entzückt vernimmt mein schärfres Ohr das höh're Lied im Geisterchor, und meine Seele strebt und ringt euch nach, wenn sie dem Vater singt; 8. Dem Vater, dessen All⸗ machtsruf auch sie mit euch verschwistert schuf, nur mei⸗ ner Hülle hier ein Grab, Un⸗ sterblichkeit dem Geiste gab. Mel. Alle Menschen mussen 69 Wan wir unsern Lauf vollenden, wenn wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruhn: eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu seyn, ewig deiner uns zu freu'n. 2. Wir, zu Gnaden an⸗ genommen, hoffen, Vater, voll Vertrau'n, auch wie sie, mit allen Frommen dei⸗ ne Herrlichkeit zu Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn' uns dann entzücken: wir, erhoben in dein Reich, wer⸗ den deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Er⸗ lösten, dieser Wonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod uns trösten, wenn wir deine Wege gehn; wenn wir rin⸗ gen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit dir zu Rmn stets bereit. 4. Wenn wir vor Begier⸗ de brennen, und, den Engeln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, im⸗ mer heiliger zu seyn, wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwpächern Brüdern dienen, wenn ohn' allen Eigennutz wir ihr Beistand sind, ihr Schutz 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Vollkommenheit immer ähnlicher zu werden, ähnlich einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eiteln Träumen die⸗ ses große Heil versäumen; lehr uns deine Wege gehn: einst, wie sie, dich auch zu sehn. schaun. Der Mensch.— Seine Würde und Vorzüge. Mel. Wer nur den lieben Gott ein bin ich, Gott! 70 D Dein ist mein 48 Werke und Wohlthaten Gottes. Leben! Erfreulich ist mein Ursprung mir! Du hast das Daseyn mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich, aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines dichts. 2. Du gabst mir die ver⸗ nünft'ge Seele, die nur so lang den Leib belebt, bis sie, daß ibr kein Wohlseyn fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du gabst Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank ich dir. 3. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunst⸗ voll ausgeschmückt: so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz von Freude ganz ent⸗ zückt. Ein jeder Sinn, ein jedes Glied erweckt zum Preise mein Gemüth. 4. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan! voll Rührung preist dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weihn, und stets ein Freund der Tugend seyn. Mel. Wer nur den lieben Wott 71 E werde Gott von — dir erhoben, du seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht mei— nen Vater loben, den jedes seiner Werke preist, ihn, der mich schuf, sein Bild zu seyn und seiner Liebe mich zu freun? 2. Schön ist der sonnen⸗ reiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; mir nur, dem Throne seiner Hand gab er Gefühl, gab er Verstand. 3. Anmuthig, prächtig, zum Entzücken ist seine ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 4. Für Engel nur, und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd' erhob, sind sie so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schöp⸗ fers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. 5. Ich, Goͤtt! kann den⸗ ken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung mei⸗ ner Sinne, Gedanken tau⸗ sendfacher Art. Auch strebt ich, alle Gott zu weihn; wie selig könnt ich hier schon seyn? 6. Ich kann sie sammeln, sie verbinden, sie trennen; wie es mir gefällt, die Welt empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab' Vorsehung. ö 49 hab, ich Kraft, die gibt mir Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürstet mei⸗ ne Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld, du schaffest, was du schaffst, aus Huld. 8. Begabt mit wundervol⸗ len Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich nur dich, Gott, liebge⸗ winnen, dich nur, und was gebräche mir? Ach möchte meine Seele dein, mit allen ihren Kräften sein! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu bren⸗ nen, das sei mir Ruhm und Seligkeit! Nimmst du zum Erben, Gott, mich an, hab' ich nur dich, was fehlt mir dann? 10. Es werde Gott von dir Shoben, du, leine, Oeun Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater lo⸗ ben, den jedes seiner Werke preist? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu seyn, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn. Mel. Es ist das Heil uns 72 Di Gott, sei Preis und Dank ge⸗ bracht! Dich rühme Harf' und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug' und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut, so künstlich ausgespannt, der Adern fein Gewebe und alle Glieder sagen mir: ich sei, o Gott, ein Werk von dir, und deiner Weisheit Spie⸗ gel. 3. O hättest du mein Auge nicht so künstlich zubereitet, was nützte mir der Sonne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung schmücktest. 4. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören und empfinden; froh bet' ich meinen Schöpfer an; ihn überall zu finden, in allen Werken, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgesang und Opfer. 5. Wer leitet meines Blu⸗ tes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung' und schwellt sie auf, damit ich athmen möge; Gott ist es, der dieß Alles thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer! C 6. Ja, 6. Ja, dir sei Lob und Dank gebracht! Dich rühme Harf' und Pfalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhal⸗ ter! Gib, daß ich nie mich selbst entweih', auf daß mein Herz ein Tempel sei, in wel⸗ chem dein Geist wohnet. Mel. Mein erst Geschäft sei Prei welch ein Glück, 73 O ein Mensch zu seyn! Wer kann genüug es preisen? Laß des Berufs, ein Mensch zu seyn, Gott, würdig mich erweisen! 2. Den Leib, die Sinne dank' ich dir; du gabst mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk und wähle. 3. Mich allen Wesen vor⸗ zuziehn, die auf der Erde keben, hast du guch Freiheit mir verliehn, Gewissen mir gegeben. 4. Der Mensch nur ist's, der reden kann, sonst kein Geschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft dich/ Schöp⸗ fer, an, kann Andrer Lehrer werden. 5. Ihn schufst du zur Ge⸗ selligkeit, gabst ihm ein Derz voll Triebe zum Mitgefühl für Freud und Leid, zur Freundschaft und zur Llebe. 6. Und vdieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freuden; gibt mir zu edlen Werke und Wohlthaten Gottes. Thaten Kraft und Ruh' und Trost im Leiden. 7. Dich, meinen Gott, er⸗ kenn ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dies find' ich selbst an mir, voll Weis⸗ heit, Güt' und Stärke. 8. Ich höre deinen heil'⸗ gen Ruf; die Tugend ist dein Wille! Du, dessen Güte mich erschuf, gib, daß ich ihn erfülle! 9. Ich bin ein Mensch, und darf vor dich getrost und freudig treten, ich darf, du hörest liebreich mich, dich preisen, zu dir beten. 10. Heil mir! o Heil der Zuversicht, die ich im Staube habe; Gott, dein Licht erhellt die Nacht am Grabe! 11. O welch ein Glütk, ein Mensch zu seyn! Ich will es dankbar preisen, und des Berufs, ein Mensch zu seyn, mich würdig stets er weisen. Bestimmung des Men⸗ schen zur Gottähnlichkeit. Mel. Nun danket alle Gott llmächti roßer 74 A Gott„Wer kann dich g'nug erheben 2 Du gabst der ganzen Welt Be⸗ wegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel heht/ ich bin unsterblich! und er⸗ einer find' Veis⸗ heil'⸗ d ist dessen „daß ensch, jetrost darf, „dich il der taube rblich! llt die Gluck/ Ich Men⸗ chkeit, Gott großer er kann Du elt Be⸗ Leben. Körper Himmel hegt, Vorsehung. 51 hegt, hat deine Huld gebaut, die jetzt noch alles trägt. 2. Du schuf'st, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütig⸗ ster! daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch' ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich seyn, vollkommen seyn, wie du! O wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß mir dieß große Ziel doch stets vor Augen schweben; mein allerstärk⸗ ster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, al⸗ lein, daß ich auch, so wie du, gesinnet möge sein. 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in Allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weisheit, die dich ehrt, und Allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster neh⸗ men. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich er⸗ freu'n, und dem, der's üben will, auch gern behülflich seyn. 7. Gib, daß ich so, wie du ein Freund der Men⸗ schen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Näch⸗ sten gern erspart, sein Leben ihm versüßt, und wo er hel⸗ fen kann, zu helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit ent⸗ fernt, o Gott, von diesem Ziele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich sel⸗ ber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur als⸗ dann mein Lebenslauf auf Erden, wann ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich ohn? Unterlaß Gott! deiner Güte freun. Mel. Mein Gott, das Herz 75 ch bin, o Gott, 2 dein Eigenthum. Du schufst mich, dein zu seyn, mein ganzes Leben dir zum Ruhm, und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den ver⸗ nünft gen Geist, bewun⸗ dernd einzusehen, wie dich, Herr! deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, ver⸗ kündigt mir, Gott! deine C 2 Herr⸗ 3² Herrlichkeit; zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühl⸗ los seyn? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu seyn, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so iren, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, ihm ist's nicht Laft, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott! gehorsam dir zu seyn. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr, laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben seyn. Mel. Schon ist der Tag von Gott 76 Hen lehre mich, den wahren Werth des Menschen tief empfinden, und Allem dem, was mich entehrt, voll Ab⸗ scheu mich entwinden! Nie Werke und Wohlthaten Gottes. komm es mir aus meinem Sinn, was ich als Mensch vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Ich, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauch⸗ test, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein, und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr als was diese Sinne rührt, und nur zu Sinnen⸗ freuden führt, zu fühlen und zu fassen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen fehlt, gabst du mir hin, Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. 4. Du schufst mich zur Ge⸗ selligkeit und für der Freund⸗ schaft Freuden, gabst mei⸗ nem Herzen Fühlbarkeit für Andrer Glück und Leiden, und setztest auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. 5. Ich kann mich selbft und deine Welt und dich er⸗ kennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Zwang entfernen. Und wer, wer zeigt die Grenzen an, wo ich nicht weiter stre⸗ ben kann nach Licht und Herzensgüte? 6. In fliller Andacht kann mein nem nsch eine als luch⸗ mir und iebe, zinne men⸗ und orzug viel ꝛseelt, deiner ihnen hin, und rheit, ir Ge⸗ eund⸗ tmei⸗ ꝛeit für deiden, in den dachte Vorten ö selbst ich er⸗ m von t, mich 1. Und zrenzen er stre⸗ t und ht kann mein Vorschung. 2 mein Geist sich bis zu dir erheben, und dir, den Erd! und Himmel, preist, auch Preis und Ehre geben. Ich kann mich deiner Liebe freun, dir folgen, dir ergeben seyn und deiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für diese kurze Zeit riefst du mich in dies Leben. Zum Vollgenuß der Seligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Raub; dn, Herr! wirst ihn verkläxen. 8. Vom Himmel kam, ge⸗ sandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernst⸗ lich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schätzen! 9. Und ich, ich sollte mich entweihn, und gleich den Thieren handeln, der Flei⸗ scheslust ergeben seyn, und Herr, vor dir nicht wandeln? Fern sei ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, daß ich mich hier so frevel⸗ haft nicht schände! 10. Gib, daß ich jetzt, und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Ei⸗ fer trachte, dich liebe und mich deiner freu'ꝰ, und so des Vorzugs würdig sei, den du mir hast verliehen. Mel. Es ist das Heil uns ie wichtig ist doch 77 Wẽĩ der Beruf, den uns der Herr gegeben! Gott! als uns deine Liehe schuf, da schuf sie uns zum Loben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid noch Angst beschert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Va⸗ terland: allein bei dir, dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein trau⸗ rig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dies große Ziel durch nichts ver⸗ rücket werden, was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Gald und Lust ge⸗ winn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmel⸗ reich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier: laß mich dies nie vergessen; nur wenig Tage hast du mir zur Wall⸗ fahrt zugemessen. Schnell, wie ein Traum find sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor⸗ C 3 Au⸗ 54 Werke und W Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit, um jene beßre Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemuͤhn, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater, liebt, und deines Sohns sich freuet, das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Antlitz schauen. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich, als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe. Die Erlösung von Sün⸗ den durch Christum. Von der Sünde Mel. Auf meinen lieben Goͤtt zan u, der kein Böses 78 Desut, du schaff den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heilig⸗ keit zu wandeln, und recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Ei⸗ genthum, wie tief sind wir gefallen, wo ist jetzt unter ohlthaten Gottes. Allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unter⸗ schied. Dein Auge, Höch⸗ ster, sieht auf alle Men⸗ schenkinder, und sieht sie alle Sünder. Vor dir, o Herr, ist keiner ganz schuld⸗ los, auch nicht Einer 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist da⸗ hin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu lieben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider! unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr äls die größern Leiden, die wir auf Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zur schnöden Sünden⸗ liebe: und wer vermags zu zählen, wir oft wir vor dir fehlen? 7. O Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns ge⸗ bricht, beschämt vor dir be⸗ kennen, und stets von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nach⸗ zujagen. 8. Wohl dem, der sie ge⸗ winnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen, und neue Kraft er⸗ I ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sün⸗ den frei zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns deine Vaterhuld nicht freventlich verscherzen, Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerßreben, da⸗ mit wir ewig leben. Mel. Schon ist der Tag von Gott 79 ein Mensch, o Gott, ist sündenfrei: wer dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heu⸗ chelei? Du kennest Herz und Leben. Umsonst, um⸗ sonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. 2. Du weißt, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen, und unsers Geistes edle Kraft dem Sünden⸗ dienste weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, ver⸗ scherzen wir oft unsre Zeit, und unsers Herzens Ruhe. 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken: wir könnens auch; denn du, o Gott! willst gern die Schwachen stärken. Und dennoch unter⸗ drücken wir so oft die Ehr⸗ furcht, Herr! vor dir, und folgen unsern Lüsten. I. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald vergessen wir im Schmerz, 9* dir kindlich zu vertrauen! Wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Un⸗ zufriedenheit mit deiner freien Güte!— 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gött! angehören; wir sollen aller Bosheit Feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll? sorgt für den Nächsten, wie er soll“ Wer hilft so, wie er könnte?— 6, Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht/ daß An⸗ dre, wie wit fehlen. Sie sehn auf uns; die Lüst er⸗ wacht, das Böse zu erwäh⸗ len Gleich uns, verschmähn sie deine Hulv, und ihr Ver⸗ derben, ihre Schüld ver⸗ mehret unsre Schulden. 7.2 88 Gott! hier stehen wir verklagt von un⸗ sern Sünden. Vor dir, All⸗ heiliger! vor dir ist keiner rein zu finden. Wie küm⸗ mert unsre Seele sich! Wir Alle fehlen wider dich! Er⸗ barm dich unser Allex! Mel. Alle Menschen müssen sterb. 80 W heilig mögt' ich leben, Recht⸗ thun wäre meine Lust; aber Lüfte widerstreben dem Ge⸗ setz in meiner Brust, und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft mir Quell von Schmerzen. Mich beschweret C 4 der 56 Werke und Wohlthaten Wottes. der Sünden Joch; was ich nicht will, thu' ich doch. 2. Sieh' um Kraft mich Schwachen beten, mei⸗ nem Vorsatz trau ich nicht. Lockende Begierden kreten zwischen mich, und meine Pflicht. Selbst den heil' gen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwun⸗ den, ich von dir und Tu⸗ gend sprach, foͤlgien Sün⸗ dentage nach. 3. O qwie oft hab ich ge⸗ weinet, schmerzlich meinen Fall bereut, gläubig, mich mit dir vereinet, und mich deiner Huld gefreut! Gnä⸗ dig sahst. du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Vater! dich, und die Welt besiegte mich. 940 4. Du allein, du kannst mich reiten, wo mich Sünd? und Wahn zerstreut; mach' mich ledig von den Ketten trügerischer. Sinnlichkeit! Tilg' die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt ich dich: leite selbst zur Tugend mich! 5. Sieh, mich dürstet nach dem Guten. Früh und spät ruf' ich zu dir: laß mein Herz nicht länger bluten! deinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Lust bezwin⸗ gen, und nach deinem Bei⸗ fall ringen! Stärke mich mit hoher Kraft, das zu thun, was Segen schafft! 6. Ja, du hörst mein kind⸗ lich Flehen! Du erquickst mein Herz mit Ruh'! Leben werd' ich, nicht vergehn; meine Stärke, Gott! bist du. Ueberwinden, überwin⸗ den werd' ich durch dich alle Sünden. Meine Seele, fasse Muth! Endlich werd' ich fromm und gut. Mel. O Gott du frommer Gott 81 liebt, wie leicht fällt der in alle! Wer Ein Gesetz entweiht, entheiligt in dem Falle die Andern auch zugleich in seinem Herzen mit, und schwächt die Kraft in sich, die sonst fürs Gute stritt. 2. Ein Fehltritt kann den Grund zu hundert andern legen und gibt nicht selten uns das schreckliche Vermö⸗ gen, dann dreist und ohne Furcht vor des Gewissens Pein, auch jede andre Pflicht vorsätzlich zu entweihn. 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Scham, aus Furcht und Schrecken, durch eine zweite Schuld die erste zu bedecken! So führt zur Lasterbahn ein einz'ger Feh⸗ ler hin; und wo die Tugend weicht, muß auch die Ruhe fliehn. 4. So sei es mir denn Pflicht er nur Ein Laster zu t ind⸗ ickst ben hn; af vin⸗ alle ꝛele, erd' Gott üster eicht Ein iligt auch rzen raft Zute den dern ten mö⸗ ohne sens licht der aus urch erste zur Feh⸗ gend tuhe denn flicht Erlösüng. 57⁷ Pflicht, der kleinsten Schuld zu wehren und jede Tugend stets mit Eifer zu verehren. Kein Fehltritt scheine mir und kein Vergehen klein; dieß könnte leicht der Grund von schweren Sünden seyn. 5. Durch Tugend steigen wir zum göttlichen Ge⸗ schlechte, und ohne Tugend sind selbst Könige nur Knechte. Sie, sie nur macht uns erst des Lebens Anmuth schön, nur sie kann über Zeit und Schicksal uns erhöhn. 6. Im letzten Augenblick, wenn Alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. 7. Denn Tugend wird ins Reich der ew'gen Herr⸗ lichkeiten den Geist, der sie geliebt, vor Gottes Thron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär' dieses Glück zu klein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu seyn? Mel. Herr ich habe mißgehandelt 82 ünde ist nie klein zu schäßen. Nennt sie klein, doch bringt sie Schuld. Denn sie wider⸗ spricht Gesetzen, die mit Weisheit und voll Huld uns der Heilige gegeben, um durch sie begluͤckt zu leben. 2. Sein Gesetz ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ist. Mensch befolg' es, und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott Sünde hassen, kann nie ungestraft sie lassen. 3. Aber gibt es nicht selbst Dinge, die der Sün⸗ den Schuld erhöhn? O! die Schuld ist nicht geringe, wenn wir sein Gesetz ver⸗ stehn, es als wahrhaft gut zwar schätzn, doch aus Leichtsinn oft verletzen. 4. Sünd'gen wir mit Ue⸗ berlegung wider des Gewis⸗ sens Spruch: achten nicht des Herzens Regung, nicht des irnern Richters Fluch: so ist das, was wir voll⸗ brachten, schon für größre Schuld zu achten. 5. Hat dich Gott hervor⸗ gezogen und mit Woblthun überhäuft und du bleibest dem gewogen, was der Pflicht eutgegen läuft: so mehrt Undank deine Sün⸗ den, wichtiger wird Gott sie finden. 6. Fühlest du in dir schon Kräfte, Lieblingssünden zu entfliehn, und eilest doch zu dem Geschäfte, welchem Gott dich wollt' entziehn! wirst, gestärkt durch ihn nicht bes⸗ ser: so wird deine Schuld noch größer. C 5 7. Wenn 58 Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Wenn dich nichts von außen reizet, und nur inn're böse Lust bloß nach solchen Dingen geizet deren Un⸗ recht dir bewußt; o! so ist dann dein Vergehen größer, als sonst, anzusehen. 8. Machen ganz besondre Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schätzest sie geringe, ärgerst, aber besserst nicht; größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 9. Doch wer kann das Alles zählen, was Trotz, Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wäh⸗ len, das der Thaten Sünd⸗ lichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es sein Ge⸗ setz entehret! 10. Gott! laß mich dieß wohl bedenken, und entfernt von Sicherheit meines Le⸗ bens Gang so lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu', was dem gebühret, der den Christennamen führet. 11. Laß mir niemals eine Sünde klein und unbedeu⸗ tend seyn! Vater, flöße deinem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgsam dem Gesetz zu leben, und nach Tugend nur zu fireben. Mel. Alle Menschen müͤssen roßer Gott! er⸗ 83 G habnes Wesen, das, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen; ach, was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ' erwäge, und was ich bin, überlege: o wie niedrig und wie klein muß ich mir nicht selber seyn? 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächlig oft in dem Gemüth, und macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Ach ich seh mit Reu und Schrecken tausend Fehler, tausend Flecken, und in der verderbten Brust regt sich öfters böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vater⸗ hand! O! wie manche gute Gabe, hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Näh⸗ mest du zurück, was dein, ach! was würd' mir übrig seyn ꝰ 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Undank an, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan, oft voll Leicht⸗ sinn sie verschwendet und zu Sünden angewendet. O! wie häuft sie meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch mein demuthsvoller WSder er Nenst der n ich und o wie muß 12 der ichtig und inde, lieht. und ᷑hler, der sich mir ater⸗ gute mir dem mich Nãäh⸗ dein, übrig deiner einer ich in Ddir, doch aube, der Erlͤsüng. 59 der auf meinen Heiland blickt, hofftl auf de ine Va⸗ tergüte, und mein tief be⸗ schämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder dei⸗ ner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte selbst die Triebe treuer Dank⸗ barkeit in mir! Vater! laß das schwache Lallen meines Lobes dir gefallen! Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit! Herr, ich falle vor dir nieder, voller Ehrerbietigkeit. Was du willst, zu thun und leiden, dieß gelob' ich dir mit Freu⸗ den. Gott und Herr der ganzen Welt, thu' mit mir, was dir gefällt! Folgen der Sünden. Mel. Jesus, meine Zuverficht 84 wie sanft ist, — Herr, dein Joch! o wie leicht dein guter Wille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt, und den Fleiß der Tugend lohnt. 2. Aber, ach! ist er ent⸗ flohn, des Gewissens sanfter Friede: dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienst macht krank und müde. Keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Un⸗ schuld flieht. 3. Drückend ist des Lasters Joch, schwer der Sünden harte Bande, und der Sklave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich groß und frei bei der tiefsten Sklaverei. 4. In der ungestümen Brust weilet keine Freude lange. Unmuth folgt auf Sündenlust: angstvoll bebt sein Herz und bange, sucht vergebens Fried und Ruh, und eilt neuen Lastern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reih'n wandelt er mit trü⸗ bem Blicke; will und kann nicht fröhlich seyn, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. 6. Gottes schön ge⸗ schmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blu⸗ menau und Saatenfeld, was den Tugendfreund entzü⸗ cket; dem sein Herz entge⸗ gen wallt, läßt die stumpfe Seele kalt. 7. Herr, dein helliges Ge⸗ richt triffth die Sünder, die dich hassen, die Verächter ihrer Pflicht! Herr, ich will dich nie verlassen, steh mir in Versuchung bei, und er⸗ halte selbst mich treu. C 6 el. 60 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Auf, Christenmensch 85 er Sünde thut, der liebt nur Wahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn, und lernt sich selbst belügen! O! hilf mir, Gott, daß ich dir ireu, und fern vom Selbst⸗ betruge sei! 2. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenkräfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. O Va⸗ ter, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst ent⸗ reißt! 3. Wer Sünde ihut, der haßt das Licht, das Gott uns hat entzündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. O lehre, Gott, mich weise seyn und stets den Reiz zur Sünde scheun! 4. Wer Sünde thut, der trotzt dem Herrn, durch den wir sind und leben; er bleibt von jenem Reiche fern, nach dem die Frommen streben. Wie thöricht und wie un⸗ dankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! 5. Wer Sünde thut, ach! der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade. Ver⸗ kehrt, verstockt wird sein Gemüth, und tief sein Seelenschade. O welch' ein frevelhafter Sinn, wenn 0 dir/ Gott, nicht folgsam in! 6. Wer Sünde thut, ver⸗ wirft das Wort, das Heil und Frieden stiftet; er eilet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt, und laut ihn, Herr, vor dir verklagt. 7. Wer Sünde thut, fieht schreckenvoll die letzte Stun⸗ de kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist sei⸗ nem Geist benommen. Er liebte Gott und Jesum nicht; nun droh'n ihm Tod und Weltgericht. 8. So täuscht die Sünde ihren Freund, so lohnt sie schon auf Erden! Ach, wenn die Ewigkeit erscheint, ach, wie wirds dann ihm wer⸗ den? Viel Gutes, Herr, ist mir verliehn; o lehre mich auch Sünden fliehn! Mel. Herzliebster Jesu 86 o ist wohl Noth und Elend auf der Erde, das von der Sünde nicht geboren werde? Ver⸗ wandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? 2. O wären wir vom Jüngling bis zum Greise dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! eteeteeeeente der Hzittre vom reise umer irden Hissen 3. Erhöhet würde jede Lust auf Erden, und jede Bürde uns erleichtert wer⸗ den, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstünde! 4. Doch, ach, sie herrscht um Alles zu zerrütten, er⸗ schüttert Thronen und ver⸗ wüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Wenn können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen? an Tod und Grab und an der Zukunft Leben, und nicht erbeben? 6. Die Lust zum Bösen fesselt sie und wüthet; sie leiden selbst durch das, was sie gebietet; sie bahnen sich den Weg durch ihre Freu⸗ den zu Gram und Leiden. 7. O du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tugend halten, und siegend in Versuchung, uns zum Leben in Gott erheben! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 87 6 ott! wie schreck⸗ lich sind Ver⸗ brechen, weil sie, kaum voll⸗ endet, sich selbst verfolgen, furchtbar rächen, Richter, dein Gesetz und dich! Ach! dem Laster folgt Verderben; Armuth, Schmach und frü⸗ bes Sterben! Erlösung. 2. Und wie quält den sein Gewissen, der verworfne Thaten übt! Kann er jenes Trost's genießen, den nur reine Tugend giebt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein künftig Leben? 3. Nur ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wan⸗ deln sollen, Gott! was ver⸗ nichtet der für Segen, wie versenki oft der in Noth! Ach! was müssen wir oft leiden, blos für Einer Thor⸗ heit Freuden? 4. Starke, Gott, verfol⸗ gen Schwache; Schwache Schwäch're! Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Ueppigkeit; wie erfül⸗ len die mit Plagen deine Welt mit welchen Klagen! 5. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Tyrannei, gleich der Pest im Mittag wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 6. Und wir Sünder könn⸗ ten wähnen, Gottes heiliges Gericht strafe keines Elends Thränen, acht' auf unsre La⸗ ster nicht? Der Gerechte, der Verbrecher gelt' ihm gleich; es sei kein Rächer? 7. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unterthan, gingen Jüng⸗ Greise immer auf —7 der — 62 der Tugendbahn; o wie strömte Heil und Segen ieglichem von dir entgegen! 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden keiner je der Noth entgeht, jede Last erleichtert werden; jede wahre Lust erhöht, wenn den Lockungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist: selig dort, und schon auf Erden ruhig und getrost zu werden. 10. Laß des Lasters bittre Früchte mir stets in Gedan⸗ ken seyn; mich nie zweifeln am Gerichte; auch den klein⸗ sten Fehltritt scheun! Stär⸗ ke mich, daß ich die Sünde immer glorreich uͤberwinde! Mel. Wie groß ist des Allmächt'. 88 A5 welch ein Kampf in mei⸗ ner Seele, welch steter Wi⸗ derspruch in mir! Mein Geist will, daß ich Gutes wähle, er sehnt sich, Gott, so heiß nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen un⸗ terthan, strebt, ihre Lüstern⸗ heit zu stillen, und schmiegt sich, ach! den Sünden an. 2. Ein doppeltes Gesetz vegieret mein Wesen; o wie rälhselhaft! Wenn mich der Werke und Wohlthaten Gottes. Wahrheit Strahl berühret, dann schmeck' ich Frieden, fühle Kraft; doch schnell ent⸗ zieht ein Todesschauer mir dieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ermatten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 3. Der gute Vorsatz, den ich fasse, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu das Böse, das ich hasse, und scheue oft der Tugend Müh'. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. 4. Wer löst mich von den Sklavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich vor mir selbst erretten? RNur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade genüget zur seligsten Gene⸗ sung mir; o send' ihn, daß mein Glaube sieget, und schenke Kraft zur Tugend mir! Von der Erlösung. In eigener Melodie. 89 err, wir singen deiner Ehre. Er⸗ barm dich unser, und er⸗ höre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir dan⸗ ken voll Entzücken; wo ist ein NKNN ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie seyn. 2. Um zu dir uns zu er⸗ heben, hauchst du in unsre Brust das Leben und schen⸗ kest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben, und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott, und führst auch durch den Tod uns zum Leben. Du suchst allein, uns zu er⸗ freun; daß wir verderben, willst du nicht. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnaͤde erbarmend vor uns überging. Da rief dein Vaterblick durch Jesum uns zurück von der Sünde. Aus ihrer Nacht sind wir er⸗ wacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubel⸗ lieder! der Sohn des Höch⸗ sten stieg hernieder, ward Mensch nnd starb der Sün⸗ der Tod. Christus hat den Tod bezwungen; ein Sie⸗ Erlösung. geslied werd' ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge tönt! tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einft knieen wir an deinem Thron, und beten an. Mel. Mache dich mein Geist bereit 90 nser Gott, der Herr 7 der Welt, schaut der Zukunft Zeiten, kann, was ihm zu thun gefällt, lange vorbereiten. Stets zur That wird sein Rath; auf verborgnen Wegen kommt uns Heil enigegen. 2. Jesus ward zum Heil der Welt einer unsrer Brü⸗ der; freudig, wie zum Sieg der Held, kam zu uns er nieder; rang mit Noth, Schmach und Tod, um zu edlerm Leben Menschen zu erheben. 3. Seiner Ankunft frohe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, fern und nah' wußt' er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 4. Preiset ihn voll Zuver⸗ sicht, der die Welt regieret! Immer wird, was er ver⸗ spricht, herrlich ausgeführet. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten; folget ihm mit Freuden. 6⁴ Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 91 Geune der uns Leben gibt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt ge⸗ liebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Ver⸗ nunft erhöht, umringt mit Finsternissen füllst du mein Herz mit Majestät und flil⸗ lest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen! und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Je⸗ su Tod ergründen; allein das Göttliche der That das kann mein Herz em⸗ pfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn; werd' ich stets irren müssen, und, wer Gott is, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein diesen Trost der Christenheit soll mir kein Zweifel rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe; dieß bin ich; und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und flerbe. 9. Du gibst mir deinen Geist, das Pfand im Glauben mich zu stärken, und bildest mich durch deine Hand zu allen guten Wer⸗ ken. 10. So lang ich deinen Willen gern mit reinem Herzen thue, so fühl' ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zum Kreuze trete; so weiß ich, daß er mein gedenkt und ühut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und mich einst aus der Erde erweckt und zu dem Reich erhebt, da ich dich schauen werde. 13. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich dich allezeit ireu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst auch würdig seyn, für deinen Ruhm zu leiden, so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denken: wie sollt' uns der, der ihn ge⸗ schenkt, mit ihm nicht Alles schenken. Mel. Erlösung. T 65 Mel. Schwing dich auf zu 92 KRror mit Dank vor Gottes Thron! Preiset Golk auf Erden! Denn er sandle seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da kam) daß wir selig wurden! Er ward Mensch, und übernahm schwerer Leiden Bürden. 2. Treu vollbracht' er seine Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heil'gen Lehrez Menschen tröften und er⸗ freun immer sein Bestreben; und um Aller Heil zuüseyn, ließ er selbst sein Leben. 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrach⸗ tem Werke, herrschet er voll Majestät, und mit Gnad' und Stärke, sammelt All' uns in sein Reich, die wir darnach streben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. 4. Ehrfurcht und Gehor⸗ sam soll ihm der Mensch bezeigen, Aller Knie sich de⸗ muͤthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dank bekennen: Er sei Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn ehret, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Tugend hei⸗ lig Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr! spricht, und doch Böses übet, kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme liebet. 6. Laßt uns Christen, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sün⸗ de fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen, und wie er, mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen 7. Können wir: Es ist vollbracht! froh, wie er, einst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wenn die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches, in das Land der Verklärten, leiten. Mel. Vom Himmel hoch, da 93 A*5 freue dich, mein Geist in mir, und preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Hel⸗ fer gibt; preis' ihn, daß er so sehr dich liebt! 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie innig seine Vatertreu, wie werth ihm deine Wohlfahrt sei. 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit dir kund gethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. 4. Vergiß, vergiß zu kei⸗ ner Zeit, die Größe 61⸗ U⸗ 0 Verke un Gütigkeit; denk oft und stets mit Freuden dran, und bete Gott in Demuth an. 5. Aus Gegenlieb und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zuge⸗ hört und selig ist, wenn es ihn ehrt. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge red⸗ lich bis ins Grab; folg' ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 7. Exwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung, das ist der Preis, den ächie Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. In diesem Preise übe dich mein Geist, so hilft er sicherlich dir zu dem Glück, das Gottes Rath durch ihn der Welt bereitet hat. Mel. Allein Gott in der Höh 949 imm uns're Dank⸗ gefühle an, die wir dir, Vater, weihen; durch Jesum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von neuem. Ja, ewig, ewig Dank sei dir; belehrt durch Jesum können wir uns un⸗ s'rer Würde freuen. 2. Sonst sahn mit Furcht im Angesicht auf Gräber uns'rer Brüderz doch bald erschien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt Wohlthaten Boftes. kein Grab, nur seine Hülle sinkt hinabz dieß lehrte Je⸗ sus glauben. 3. Mit edler Wärme lehrte en als erste Pflicht. die Liebe) und jedes. Gute im⸗ mer mehr zu thun aus rei⸗ nem Triebe. Er selbst, er gabesein Leben hin, aus edlem, reinem Tugendsinn, zum Besten für die Brüder. 4. Auf Christen, ehrt ihn Lebenslang durch reine Tu⸗ gendliebe! O daß ihm Kei⸗ ner diesen Dank, kein Chrifl ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset:“ Dank sei dir, o Vater! Möchten Alle wir frei von der Sünde leben. Mel. Sei Lob und Chr dem Muf, Christen, laßt 95⁵5 A uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbar⸗ mungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnaden⸗ vollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von uns'⸗ rer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er ward's und hat sein Werk vollbracht, und sich, nach kurzer Grabesnacht, gen Himmel, aufgeschwun⸗ gen. ö 3. Wo ist des Todes Herr⸗ schaft Trlösung. schaft nun? Hier ist sein Ue⸗ berwinder; die Furcht davor hinweg zu thun, starb er das Heil der Sünder. Ge⸗ brochen ist nun uns die Bahn, die von der Erd' uns Himmelan zur ew'gen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn der uns zu Gut, sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zu unserm Glück verschafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns er⸗ warb; als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen. 6. O laß uns ihm uns anvertraun, und seine Stim⸗ me hören, auf seine Mitt⸗ lershülfe baun, ihn mit Ge⸗ horsam ehren! Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man frieden⸗ voll' auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub' an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne: so ha⸗ ben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil; so preisen wir dich ewig. Mel. Schon ist der Tag von G. un laßt uns alle 96 N fröhlich seyn, daß Gott uns Jesum sandte! Laßt uns des Gottes hoch erfreun, den Jesus Vater nannte z der Alles schuf und liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt, und alle gut erziehet. 2. Zur Reife der Voll⸗ kommenheit, die schon hie⸗ nieden keimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht einer ist versäumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! O wohl mir, alle Men⸗ schen sind des höchsten Va⸗ ters Kinder! 3. Er schaut auf alle mild herab, führt auf verschiednen Wegzen uns Alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, den niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Ver⸗ nunft uns zieret, und kind⸗ lich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Menschheit ho⸗ hen Zweck und Werth hat Jesus Ehristus uns gelehrt: Gott sei dafür gepriesen! 5. Die Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und —— 68 Werke und Wohlthaten Gottes. und Weisheit handelt; wie Tugend über Alles siegt, und fest zum Ziele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr' und Tod: Gott sei dafür gepriesen! 6. Wir zaͤgen nicht; was kann uns je des Vaters Lie⸗ be nehmen? Für Armuth, Sorgen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Grämen, und für den schwe⸗ ren Schritt ans Grab beut Jesus einen festen Stab; Gott sei dafür gepriesen! 7. O guter Gott, wir zagen nicht; du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unsern Geist erheben. Wohl uns! Die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der Unsterb⸗ lichkeit: sei hoch dafür ge⸗ priesen! Mei. Zeuchsein zu beinen Thoren 97 Ehbion den Herrn ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verflößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn find wir erlöst. „Erlöst! o welche Liebe hak uns der Herr erzeigt; mit welchem Vatertriebe sein Herz zu uns geneigt! Von seines Himmels Thron kommt, Rettung vom Verder⸗ ben uns Sündern zu er⸗ werben, sein hocherhabner Sohn. 3. Er kam zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwer⸗ den von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht! O bringet Gott euern Lobge⸗ sang! Erlöste Menschen, sin⸗ get dem Mittler ewig Dank! Wo niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Men⸗ schenkinder, verwirf“ uns, Jesu nicht! Dein Rame, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht! Drum kommen wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden, denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Le⸗ ben. Zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam seyn? Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun. Mel. Herzliebster Jesu 98 ott, der du für uns deinen Sohn ge⸗ gegeben; o wer kann g'nug⸗ sam deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnade Stärke! 2. Dein ew'ger Sohn flirbt für die Menschenkin⸗ der; der Heiligste tritt an die Statt der Sünder; der Seligste begibt sich seiner Freuden für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget: daß du die Schuld an den verlornen Schaafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Ver⸗ söhner schenkest? Was fin⸗ dest du an mir und an uns Allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, verdient Verschwendung unschätzba⸗ rer Schätze, verdient ge⸗ häufte gröbliche Verschul⸗ dung so viele Duldung. 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Ach! lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Va⸗ ter nennen, und zum Ge⸗ horsam dir mein ganzes Le⸗ ben willig ergeben. Erlösung. 502 8. Was mir dein Sohn, da er für mich geslorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir, zu meinem ew'gen Heile, nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröste mich bei des Ge⸗ wissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu er⸗ füllen. In eigener Melodie. 99 eiland, den uns Gott verhieß, den der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd' erschienst. 2. Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm. Jesu, wir dein Eigenthum, ehren dank⸗ voll und erfreut deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du kamst wil⸗ lig in die Welt, uns von Sünden zu befreien, unser Licht und Trost zu seyn. 4. Stark in deines Va⸗ ters Kraft hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf' entblößt, sind, o Herr, durch dich erlöst. 5. Preis sei dir in Ewig⸗ keit! Auf! die ihr erlöset seid, rühmt den, der mit Lehr' und That euch vom Tod erlöset hat! 6. Der 70 Werke und Wohlthaten Gottes. 6. Der du liebreich zu uns kamst, unsre Rettung über⸗ nahmst, dein uns theu'r er⸗ worbnes Heil sei auf ewig unser Theil. I. Unsre Seele trau' auf dich unser Leben preise dich; und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir ge⸗ fällt! In eigener Melodie. 100 V it frohlocken⸗ dem Gemü⸗ the, schau ich, Gott, voll Dankbegier, in die Tiefen deiner Güte, und verliere mich in ihr. O wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sündenschuld willst du uns so gern vergeben; denn du hast nur Lust am Leben. 2. Ich verehre, Gott, voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freien Triebe, unser sich erbarmet hat. Uns Verlornen dach— test du Rettung vom Ver⸗ derben zu, und dieß Heil uns zu erwerben, sollte dein Ge⸗ liebter sterben. 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlas'nen Armen, Gnad' und reichen Trost verleiht! O wie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns gibt, die verscherzten Selig⸗ kelten wievxerum uns zu be⸗ reiten. 4. Ja, du zeigst aus wei⸗ ser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler gläubt, soll befreit von dem Verderben, Him⸗ melsseligkeiten erben. 5. Du bestimmtest zum Verderben auch nicht Einen: deine Huld hilft auch Sün⸗ dern. Wenn sie sterben, ster⸗ ben sie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Fre⸗ vels Lohn; sein beharrlich Widerstireben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen, heil'gen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7 Vater, hilf mir dar⸗ nach streben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Zeug⸗ niß geben, ich sei auf dem Weg zum Leben. 8. Ueberzeugt von deiner Gna⸗ Gnade, und gewiß, dich einst zu sehen will ich selbst des Todes Pfade ohne Grau'n und muthig gehn. Hab' ich deine Gnade nur; so wird keine Kreatur mich von deiner Liebe trennen, nichts mich dir entreißen können. hore Mel. Zeuch ein zu 101 Da kamst horab zum Staube, herab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ew'gen Vaters Sohn, Glanz seiner Herrlichkeit! Wer kann dich g'nug erhe⸗ ben? Du schenkst uns neues Leben und Herzensfreudig⸗ keit. 2. Wer reicht an deine Größe? Im weiten Schöpf⸗ ungsreich fühlt jeder seine Blöße, fühlt keiner dir sich gleich“ Du warst, eh' Meer und Land, eh' Sonne, Mond und Erde durch fenes Macht⸗ wöort: Werde! hervorging und entstand. 3. Der höchste Seraph beugt sich demuthsvoll von dir, verhüllt sein Antlitz, schweigt bewundert dich, wie wir; und deiner Hoheit Glanz, wagt er's, sie zu er⸗ gruͤnden, wird er zu blen⸗ dend finden; alch er schaut nie sie ganz. Erlösung. 4. Du hast durch deine Lehren des Irrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folg⸗ sam hören, wird unser Herz erfreut. Es lernt mit Kraft und Muth nach wahrer Tu⸗ gend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchste Gut. 5. Um unser Heil zu grün⸗ den, nahmst du so brüder⸗ lich den Sold der schwersten Sünden, des Kreuzes Last auf dich. Du tilgtest fremde Schuld, ertrugest Haß und Bande, und starbst bei Qual und Schande, mit göttlicher Geduld. 6. Doch Herr, im Siegs⸗ gepränge kommst du zur Welt zurück. Dann steht der Völker Menge vor dei⸗ nem Richterblick. O welche Angst und Pein verfolget dann den Sünder! Und Gottes fromme Kinder, wie wirst du sie erfreun! 7. Dich Heiland, zu ver⸗ ehren, sei stets mir theure Pflicht! Befolg' ich deine Lehren, so seh ich einst dein Licht. Du bist, was keiner war, im Himmel und auf Erden; was auch nicht En⸗ gel werden; du bleibst es immerdar. Mel. Kommt kommt den Herrn iland, 102 Mne Guhe geht über alle Himmel weit. Wor 7² Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott in Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur, kamst zwar für uns Verlorne in mensch⸗ licher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit; eh' noch die Welt geworden, warst du voll Herrlichkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräft'⸗ ges Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! ent⸗ stand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! Das ist dein ew'ger Rauhm; drum jammert dich des Falles von deinem Ei⸗ genthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht star⸗ kes Wort. Das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regierest den ganzen Kreis der Welt; weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben, drum wird einst jene Gruft die Todten wieder geben, wenn deine Stimme ruft. 4. Gott läßt dir Ehr er⸗ zeigen, die keinem andern widerfährt. Dir soll sich Alles beugen; denn göttlich Werke und Wohlthaten Gottes. groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Er⸗ den. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden: wer aber dich verehrt, dem hilfst du vom Verderben, schaffst ihm Zu⸗ friedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkomm⸗ ner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Saame, der gläubig dir zu Fuße fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu dienen, steh'n sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes, ich ver⸗ ehre und bete dich in De⸗ muth an; beschäme und be⸗ kehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für sie litt, die schuld'ge Ehre rauben. Theil' ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen; laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll' jedes Land! Mel. Mein ganzer Geist ö 6„ wi 1 03 Wandea ein dein Nam', o Heiland, Jesu Christ! Wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf! Wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! Als du kamest, hörten Tau⸗ be, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache wa⸗ ren's, die dein Licht ver⸗ breiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie? Wo die Ho⸗ hen? und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Götzendienstes Nacht und seine Schatien flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, und den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn? Wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden; genießen, was du uns er⸗ warbst, da du für uns am Kreuze slarbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gna⸗ de, daß wir Sünder Got⸗ tes Kinder werden wenn wir an dich glauben wollen. 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert eine kurze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun mit Ehr' und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die, ver⸗ söhnt, der Sünden Gräuel Erlösung. sollen, 73 hassen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben, und uns Allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jesu wer⸗ den schon auf Erden dir lob⸗ singen, Preis und Dank und R uhm dir bringen. 6. Wie groß, wie ange⸗ betet ist dein Nam', o Hei⸗ land, Jesu Christ! wie herr⸗ lich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Rub: o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann er⸗ scheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Him⸗ mel wiederhallen! Dankhares Andenken an die Sendung Jesu. (Adventslieder.) Mel. Jesus komm doch selbst zu 104 G¹ sei Dank in aller Welt, der sein Wort beständig hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns her gesendet hat! 2. Was der frommen Vä⸗ ter Schaar Wunsch und D Troft sah; Heil 7⁴ Werke und Wohlthaten Gottes. Trost und Hoffnung war, was sie fern im Dunkeln uns! ist im Lichte da. 3. Hier ist mehr als Da⸗ vids Sohn. Unvergänglich ist sein Thron; denn der Tugend Reich ist sein, hier Und dort uns zu erfreunn. 4. Licht der Seelen ew'⸗ ges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschen⸗ freund, wie dank ich dir; du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freun, laß mein Herz dein eigen sein, mach es von der Sklaverei jeder Sünde voͤllig frei. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf' und Rettung aus Gefahr: so erscheine steis auch mir Hülf' und Rettung, Herr, von dir. 7. Deine Wahrheit leuch⸗ te mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Beförderung meiner Ruh', denke, wün⸗ sche, wähle, thu'. 8. Trifft mich Traurig⸗ keit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wann kein Mensch mir hel⸗ fen kann, so nimm du dich meiner an! 9 Und, o Jesu, wann du einst herrlich zum Gericht erscheinst, laß mich freudig zu vir gehn und gerecht vor dir bestehn! Mel. Aus meines Herzensgrunde 105 it Ernst, o 2 Menschenkin⸗ der, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sün⸗ der, er rettet sie so gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben ver⸗ sprochen hat zu geben; ihr könnt nun selig seyn. 2. Kommt, reinigt eure Seelen, seid heilig, seid be⸗ reit, was ihm gesällt zu wählen, zu fliehn, was er verbeut! Eilt willig in sein Reich, verabscheut und ver⸗ lasset, was euer König bas⸗ set, vertraut ihm, bessert euch! 3.— 3. Das hat der Herr ge.⸗ boten, sein Sohn hats selbst gelehrt; das lehren seine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird, wer gläubt, und wer nicht gläubt, wird sterben. Ein jeder wird derderben, der noch ein Sün⸗ der bleibt. 4. Wer wahre Demuth llebet, den will Golt einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz er⸗ giebt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. ö 5. Doch was vermag ich Schwacher, ich Sünder, ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, weicch el⸗ selber mich! Schon seufzt mein Herz nach dir, es seuf⸗ 5ü dir entgegen: Komm, omm mit deinem Segen, und wohne stets in mir! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 106 Dẽr Heiland kommt, lob⸗ singet ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das: Heilig! Heilig! singen. Er kommt, der eingeborne Sohn, und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir vor der Sünde Rettung finden, Höchstes Wesen! durch dich werden wir ge⸗ nesen. 2. Willkommen, Friede⸗ fürst und Held, Rath, Va⸗ ter, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du kleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch, und willst, der Welt zu Gut, selbst unser Bruder werden. Ja du, ZJesu, reichst die Arme voll Erbarmen uns entgegen, und verwandelst Weh in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ew'ge Seligkeit! Sei hoch dafür gepriesen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verder⸗ ben müßten sterben, kommt Erlösung. das Leben: o was kannst du Größres geben? 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz, bereit vor dir zu wandeln: ja, dir und unserm Näch⸗ sten ireu, aufrichtig ohne Heuchelei, zu denken und zu handeln. Zu dir flehn wir: hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen, und des Fleisches Lust be⸗ zwingen. 5. Laß uns zu unserm ew'gen Heil an dir im wah⸗ ren Glauben Theil durch deinen Geist erlangen; auch, wenn wir leiden, auf dich sehn, im Guten immer wei⸗ ter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben, und in deinem Reiche leben. Mel. Beftehl du deine Wege uy ie soll ich dich 107 Wéĩ empfangen, Heil aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib selbst mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig prei⸗ sen soll. 2. Einst streute man dir Palmen: jetzt soll die Dank⸗ begier, mein Heil, in Freu⸗ denpsalmen ergießen sich vor dir! Dich, dich will ich D2 er⸗ 76 erheben, so gut ich Schwa⸗ cher kann, mein Herz will ich dir geben, o nimm es gnädig an! 3. Damit du mich befrei⸗ test, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten freu⸗ test du, Seligmacher, dich. Du sahest, daß hier Keiner vermögend war dazu: da fammerte dich meiner, da kamst und halfest du! 4 O du, an den ich glau⸗ be, was wär's, das dich bewog? Was wär's, das dich zum Staube, zu mir hernieder zog? Dein gött⸗ liches Erbarmen. Ja, du, o Jesu, hast mit mitleids⸗ vollen Armen die Welt umfaßt. 5, Das schreibt in eure Herzen, Betrübte! klagt nicht mehr! Zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Helfer wär? O sehet auf! Ihr habet den Besten Helfer nah, der eure Seele la⸗ bet: der treue Freund ist da. 6. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld be⸗ weint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Men⸗ schenfreund, ruft heilbegier'⸗ gen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ih⸗ nen Seelenruh. 7. Er übersiehet Keinen, und weiß, was Jedem nützt. Hat er nicht stets die Sei⸗ ganze Werke und Wohlthaten Gottes. nen von Anbeginn beschützt? Nicht sie in ihren Leiden zu trösten stets gewußt? Er⸗ freun ist seine Freude, und Wohlthun seine Lust. 8. Er macht uns von dem Bande des Tod's auf ewig los, entreißet uns der Schande der Sünd' und macht uns groß, gibt Weis⸗ heit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, ver⸗ sichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. 9. Er kommt zum Welt⸗ gerichte; der Bösewicht ver⸗ geht, wann da im hellen Lichte der Tugendfreund besteht. Wohl ewig Allen denen, die seine Wege gehn, und einst mit Freudenthrä⸗ nen zu seiner Rechten stehn? Mel. Gott, der du die Menschen 1 08 Des du uns das Heil errungen Mensch geword'ner Gottes⸗ sohn! Ewig sei dir lobgesun⸗ gen, daß du von des Him⸗ mels Thron, uns zu Gut, ins Fleisch gekommen; der du voller Freundlichkeit längstens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner ange⸗ nommen und mein Bru⸗ der worden bist, sey gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sey gelobt! denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O wie hoch hast du geehret unser sterb⸗ sterb! du h mit und zum let; sohn auf Seg zu b dein der Sün o so zur die einst ähnl 4. ler mit schw den belel einz Her sterbliches Geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zum Wohlthun dir erwäh⸗ let; ja in dir, du Gottes⸗ sohn herrscht die Menschheit auf dem Thron. 3. Du, du bist der Völker Segen, kamst, von Noth uns zu befreien; und wir können deinetwegen jetzt schon Kin⸗ der Gottes seyn. Hat die Sünd' uns gleich verdorben: o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und die Tüchtigkeit erworben, einst von Sünde völlig rein, ähnlich dir, o Herr, zu seyn. 4. Du, du bist der Mitt⸗ ler worden, der die Welt mit Gott versöhnt, hast der schwachen Menschheit Or⸗ den wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugehen, und da Gottes Herrlichkeit, nach vollbrach— ter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Froͤmme! fasset Zuversicht, glaubet fest: nur sündigt nicht. 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfassen, trösten den betrübten Sinn. Und da kann mich nichts anfechten. Er, der meinen Jammer kennt, und mich gnädig Bru⸗ der nennt, sitzt als Herr zu Gottes Rechten, durch ihn Erlösung. bin ich Gott vereint: Gott ist Vater und mein Freund. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme seyn! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig fol⸗ gen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu messen: gib, daß ich für deine Treu' dir auf ewig dankbar sei. Mel. Nun danket alle Gott HQ Er ist gekommen 109 E er, auf den die Väter harrten, und länger dürfen wir nun keines An⸗ dern warten. Sein Lob er⸗ schalle laut in aller Welt um⸗ her! Wer brachte je der Welt mehr Licht und Heil, als Er? 2. Gott ist mit uns! wir sehn den Sohn, den Einge⸗ bornen, des Vaters Eben⸗ bild, den Retter der Verlor⸗ nen, der Reuevollen Trost. Ihr Sünder, nehmt ihn an! Freut' des Erlösers euch, der selig machen kann! 3. Gott ist mit uns! nun hört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ists! die Tauben hören; der Blinde sieht, und schaut voll Dank zu Gott hinauf; des Lahmen Füße geh'n; die Todten stehen auf. 4. Er ist gekommen, uns D 3 dem 78 Werke und Wohlthaten Cottes. dem Vater zu versöhnen, und mit der Tugend Kranz die Gläubigen zu krönen. Gott ist mit uns! Er will die Traurigen erfreun. Er will der Schwachen Kraft, der Müden Stärke seyn. 5. Gott sei gelobt! Er ist's, auf den die Väter harr⸗ ten. Heil uns! wir dürfen nun nicht eines Andern war⸗ ten. Er schließt den Him⸗ mel auf; er nimmt die Sün⸗ der an. Frohlockt, und betet ihn und seinen Vater an. Geburt Jesu. (Weihnachtslieder.) Mel. Lobet den Herrn 110 hre sei Gott in der Höhe! der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erkoren. Lasset uns sein dankvoll, ihr Chri⸗ sten, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwie⸗ lracht und haßten sich vor den Altären. Jesus er⸗ schien, und es ward Friede durch ihn! Friede! Singt's laut ihm zu Ehren! 4. Unschuld und Tugend entkeimten des göttlichen Tritten, Trost und Erqui⸗ ckung trug er in der Wei⸗ nenden Hütten, ward ihnen Freund, hat oft selber ge⸗ weint, selber geduldet, ge⸗ litten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu erheben. 6. Selige Hoffnung, einst Jesum, den Retter zu sehen, und mit den Schaaren der Herrlichen ihn zu erhöhen! Völlig beglückt, fing ich dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! In eigener Melodie. 111 obt Gott, ihr Christen, freuet euch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu sei⸗ nem Reich, und sendet sei⸗ nen Sohn. 2 Er kommt nach selnes Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun, und auf des ew'gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu seyn. 3. Bei seinem Eintritt in die Welt umgibt ihn keine Pracht, die glänzend in U⸗ Auger Mens. I Knech Erder kein Auge —ᷓ Wahr uns h Lichte Aber 6. de se Schu uns, Begr 7 besse uns wen wede 8 die? reich glüc und Mel Da erhe ges⸗ geh ter, den und sche die Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erdengluͤck, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehen. Vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sün⸗ de scheun, spricht Muth dem Schwachen zu, und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Rub. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hülle fällt, uns weder Tod noch Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmel⸗ reich. Ihr Christen, wie be⸗ glückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! Mel. Allein Gott in der Höh 1 1 2 aßt uns mit ehr⸗ furchtsvollem Dank den Gott der Lieb' erhöhen, mit feierlichem Lob⸗ gesang des Heilands Fest be⸗ gehen! Preis sei dem Va⸗ ter, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam herab, und ward das Heil der Men⸗ schen. 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schäßt und Erlösung. liebgewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil und werd' ihm gleich gesinnet! Wer nicht wie er, gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist kein Christ. Der Herr erkennt die Seinen! 3. In Dürft'gen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, spei⸗ sen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber seyn und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt geihan, das spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er will's vergelten. 4. Wer ihn mit ireuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, von ihm gelehrt, lob⸗ singt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christen⸗ heit, Herr, deiner Menschen⸗ freundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! Mel. Mein ganzer Geist, oder Wie schön leucht uns 11 3 flimm auch du mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang, von dem der Himmel könte, als er zur Welt hernieder kam und unsre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu dich innig! Er, dein Führer und Re⸗ gierer, kam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, D 4 Gott, 8⁰ Gott, sei dir! Wie gna⸗ denvoll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen! Du sandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu eniziehn, die schnöden Lü⸗ sten dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen siehen, mich der Sünd' entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir, schon eh' ich war, bewiesen? Du bahntest un⸗ ter bitterm Leid auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Got⸗ tes Frieden schon empfan⸗ gen und einst volles Heil erlangen. 4. O gib, daß ich an die⸗ sem Heil nun auch im wah— ren Glauben Theil durch deinen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh, die Wege deiner Wahrheit geh, und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch der⸗ einst werd aufgenommen! 5. Ich bringe dir ein dank⸗ bar Herz, bereit in Freuden und in Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln. Ver⸗ leihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissen⸗ haft zu denken und zu han⸗ deln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben, und Werke und Wohlthaten Gottes. einst oben wonnevoll dich ewig loben. Mel. Fröhlich soll mein 114 L6 uns unserm Gott lobsingen! hoͤcherfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich; Christus ist geboren. Er, der König aller Wesen steigt herab, bis ins Grab, Sün⸗ der zu erlösen. 3. Wer kann Rathschluß fassen? Aber dies ist gewiß: wir sind nicht verlassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her, wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verwor— fen hätte, nähm' er dann Menschheit an? er spricht: ich errette! Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Ge⸗ richt kommt er nicht, son⸗ dern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch gelitten. Er wird nie⸗ drig euretwegen! Welch ein Freund! er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden, Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich— groß Gottes groß Men gnad * V I. innre betet thrän Liebe groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen: gnadenreich will er euch sei⸗ ne Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann; betet an; weinet Freuden⸗ thränen; liebt ihn, der von Likbe brennet; preist den Herrn, der euch gern seine Brüder nennt. 8. Wenn euch eure Sün⸗ den kränken, eilt herzu, su⸗ chet Ruh; er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken; zit⸗ tert nicht; denn er spricht: ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster zage! Bringet ihm zu seinem Feste Zutraun her! Wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen? mehr als ihr litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 1. Herr, du nahnist auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freudevoll sie mein Herz empfinden! 12. Dir, mein göttlicher Befreler, solg ich nach, ob⸗ wohl schwach, doch um so Erlösung. 81 viel treuer. Keine Kreatur kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte. Dann werd' ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd ich deiner mich freun und ewig leben. Mel. Jesu, meine Freude ottes Sohn 115 G ist kommen! Dankt ihm, seine Lume daß dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er bier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott, auf seinem Throne, liebt uns in dem Sohne, hilft durch Je⸗ sum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil durch seiner Sendung Gaben selbst an Gott zu haben! 3. Keine Macht der Lei⸗ den soll von ihm uns schei⸗ den; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlösen; hier fteht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen oder hülflos lassen. 2 4. Wenn 8² Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Wenn wir einst ermü⸗ den, führt er uns zum Frie⸗ den durch des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab einst deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne un⸗ sern Bruder schaun. Heil und ewig Leben wird er Al⸗ len geben, die ihm hier ver⸗ traun. Er ward hier ver⸗ sucht, wie wir: überschwäng⸗ lich wird er lohnen, und der Schwachheit schoͤnen. 6. Eilet, eilt ihr Sün⸗ der! Werdet Gottes Kin⸗ der! Werdet seiner werth! Eilet, eilt ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! Bleibet seiner werth! Prei⸗ set ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben, durch ein göttlich Leben. In eigener Melodie 116 uf! schicke dich, recht feierlich des Heilands Fest mit Dan⸗ ken zu begehen! Lieb' ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erböhen. 2. Sprich dankbar froh: also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O! wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu täg⸗ lich Buß' und glaub an sei⸗ nen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Goites⸗ sohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun, und dein dabei ge⸗ denken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Er⸗ den! Die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; und wer ihn ehrt, den wird sein Name trösten. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und lauchzt ihm, ihr Erlösten! Mel. Ermuntre dich, mein 117 ott, deine Gna⸗ de sei gepreist! Sie schuf uns Heil und Le⸗ ben. Ermuntre dich in mir, 2 wünschte Nacht! mein Geist, ihr Wohlthun zu erheben! Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich darge⸗ stellt, um sein so theures Le⸗ ben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! er⸗ von En⸗ geln selbst besungen! Du hast den Mittler uns ge⸗ bracht, der uns das Heil er⸗ rungen. In dir erschien der starke Held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn aus deinem Himmel kamest und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes! o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4. O lehre mich den gro⸗ ßen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser Erd' dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kum⸗ mer, Schmerz und Tod, und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennoth mit mitleldsvollem Triebe. Du —— stelltest, unser Heil zu seyn, nach deines Vaters Rath dich ein, wardst Mensch und kamst, mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Dein Sohn, des Höch⸗ sten, freu ich mich; du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandie dich der Herr, der Gott der Göt⸗ ter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuch⸗ tung, Friede, Beßrungs⸗ kraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn' Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wieder kommen, und dann schaun dich von Angesicht, Herr! alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ! dich schaun, so herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. Miel. Vom Himmel kam der 118 O 70 Gege. macht; sein werd' in aller D 6 Welt 8⁴ Werke und Wohlthaten Gottes. Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn 3. Wenn ich dies Wun⸗ der fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir! Ich komm, im Buche steht von mir Gott, deinen Willen thu ich gern: Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6 Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel, du Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich bet auch ich mein Heila d an. 7. Du unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gotteskinder wer⸗ den wir. 8. Gedanke voller Maje⸗ flät! du bist es, der das Gedanke vol⸗ ler Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ist, der fie erhält. Was zagt der Mensch, da der ihn schützt, der in des Va⸗ ters Schooße sitzt. 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dieß ist der Tag, den Golt gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! Mel. Kommt, kommt, den 2 9 Ven Grab/ an dem wir wal⸗ len, soll, Jesu Christ, dein Lobgesang empor zum Him⸗ mel schallen! Dir opfre jede Seele Dank; und jeder der Gebornen erfreu sich, Mensch zu seyn; und jeder der Verlornen rühm' es, er⸗ löst zu seyn, uns Sündern ward gegeben einst Jesus, Gottes Sohn: mit ihm er⸗ schien das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. 2 Kommt, laßt uns nie⸗ derfallen vor unserm Mitt⸗ ler, Jesus Christ, und dan⸗ ken, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er aAleicht gleicht der Morgensonne mit ihrem ersten Strahl, ver⸗ breitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er leuchtet unserm Pfade, durchs Leben bis ans Grab. 3 Frohlockt, ihr Mitge⸗ nossen der Schwachheit und der Sterblichkeit! Nicht länger ist verschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd hernieder kam Gottes ew'ger Sohn: nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlornen Hort. Hier sind wir Gottes Kin⸗ der, und Goltes Erben dort. 4. O du, dem laut die Menge der Engel und Ver⸗ klärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt! Auch du warst einst auf Er⸗ den, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das wer⸗ den einst deine Brüder seyn, wenn sie entrückt der Erden, sich deines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir dann dem Throne und schau⸗ en deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu Erlösung. 85 dir; weit über Sonn' und Sterne erhaben, jauchzen wir Mit aller Himmel Hee⸗ re schallt unser Lobgesang. Dem Ewigen sei Ehre, dem Weltversöhner Dank! Erscheinung Christi. Mel. Was mein Gott will 120 Eiei dich des Heils, mein Geist, das Gott für dich erkohren! Der Heilige, der Jesus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, das uns kein Zweifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein rei⸗ nes Licht hinauf zum Gott der Liebe? 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen, und, von der Sünde Macht befreit, zum hohen Leben dringen, gut⸗ thätig seyn, wie Gott, er⸗ freun und stets zufrieden leben. Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 3. Drum sei uns sein Er⸗ scheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, trotz aller Macht des Spottes! der ihn uns gab, blickt hold herab auf seine frommen Kinder; und väterlich er⸗ barmt er sih der reuerfüll⸗ ten Sünder. 2 86 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Mit dieser frohen Zu⸗ versicht geh ich dem Tod ent⸗ gegen. Ich weiß, mein dunk⸗ ler Pfad wird Licht, und Leid und Schmerz wird Segen. Schließt sich mein Lauf, werd ich hinauf zu Jesu mich erheben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. Mel. Sottlob ein Schritt zur 121 Dem ganzen Erd⸗ — kreis ist vom Herrn ein helles Licht er⸗ schienen; es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Völ⸗ ker dienen den todten Göt⸗ tern nun nicht mehr; sie ken⸗ nen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 2. Kaum sandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen anzubeten. 3. O wär uns nicht dein Licht, o Gott, so hell und rein erschienen; wir würden der Vernunft zum Spott, noch jetzt den Götzen dienen. Nicht sie, nicht eigne Wür⸗ digkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Fin⸗ sternissen. 4. Drum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln, auf dich, bei treu erfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth und Tod vertrauen. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen dei⸗ nen Willen, und wer das Thun vom Wissen trennt, nun seine Pflicht erfüllen! Nichts helfen Opfer des Gebets dem, der da glau⸗ bet und doch stets der Sünde sklavisch dient. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsche Schatten liegen, wo Irr⸗ thum, Wahn und Sinn⸗ lichkeit noch Sterbliche be⸗ trügen, auch da geh nun int Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene. Darstellung Jesu im Tempel. Mel. Christus der ist mein em großen Va⸗ 1 22 D ter weihte, am heiligen Altar, fetzt die Ge⸗ benedeite den Sohn, den sie gebahr. 2. Da betete im Tem⸗ pel ein Greis zu seinem Gott, und ward uns ein Exempel von einem schö⸗ nen Tod. 3. Gott sah ihn hill und weise den Weg der Tugend aebn gehn, verhieß dem frommen Greise, den Heiland noch zu sehn. 0 4. Jetzt lag vor seinen Blicken, das Kind, des Him⸗ mels Lust, er nahm es mit Entzücken und drückt' es an die Brust. 5. Und rief: nun, Herr, mit Freuden neig ich mein Haupt zur Gruft; voll Dankes will ich scheiden, sobald dein Wink mich ruft. 6. Dein Heil hab ich ge⸗ sehen; bier ist der Völker Hirt, der Jsrael erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. So schloß am Pilger⸗ stabe der Fromme seinen Lauf; und, Gott, du thatst am Grabe ihm deinen Him⸗ mel auf. 8. Gib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geh, wie er, den Tod nicht scheue, mit Freuden Je⸗ sum seh. 9. Zwar werd ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Simeon; doch in des Lich⸗ tes Höhen erwartet er mich on. 10. Dort tönen meine Lieder: Heil mir, nun seh ich ihn! Der Himmel tönet wieder: Heil dir, nun siehst du ihn! Mel. Kommt her zu mir, spricht 123 Eca der Well Erlösung. dem, der für dich sich dar⸗ gestellt, nun dich auch dar⸗ zustellen! Er ist das Licht; drum sei gewiß, er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz erhellen. 2. Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben einzuweihn, zunt sittlich schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht, und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. 3. Wer noch der nie⸗ dern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen! Nie wird ihm wahres Glück und Heil, nie wird ihm Seelenruh zu Theil auf sei⸗ nen bösen Wegen. 4. Wer aber wünscht wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchsten Sohn, zu sei⸗ nem Heil zu haben; wer recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Hei⸗ ligung sich sehnt, der opfert ächte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glauben seinen Heiland schaut, kann einst im Frieden fahren. Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einst in seinem Licht ihm herr⸗ lich offenbaren. 6. Ich komme, mich dir zu weihn. Herr, ů O mache mich von Sünden rein, und la 88 laß mich heilig leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn' erheben. Johannes, der Vorgän⸗ ger Jesu. In eigener Melodie. 1 24 Eb ging ein Mann voll Gnad' und Segen, Johannes, dem Er⸗ löser vor. Die Hügel bahnt' er ihm zu Wegen, hob Her⸗ zen aus dem Staub empor. Es bebte, wer ihn reden hörte, bekannte seine Feh⸗ ler, kehrte gerührt, mit thränenvollem Blick, zur Tugend und zu Gott zurück. 2. Er schreckte Heuchler, strafte Sünder, Er rief: das Himmelreich ist nah! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der Verhei⸗ ßene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, parteilos alle Thaten rich⸗ ten. Heil krönet die er⸗ füllte Pflicht, den Frevler trifft sein Strafgericht. 5 3. Ein himmlisch Licht ist seine Lehre, und Geist, wird seine Taufe sein. Ihm, ihm allein gebührt die Ehre! Er kommt, und jedes Herz ist sein. Schon wurden ganze Völker rege; schon strömte froh es auf den Wegen nach dem erhellten Werke und Wohlthaten Gottes Kerk Kanaan, und Heiden riefen rüft Jesum an. bote 4. Und wir, die Jesu gen Stimme hören, wir sollten mit träg und sicher ruhn? wir Wal nicht still weinend uns be⸗ Blu kehren? nicht froh des Höch⸗ 5 sten Willen thun? Laßt du/ uns entrinnen dem Verder⸗ Rul ben, fromm leben, um einst Wil fromm zu sterben! Dann Chr werden wir nie muthlos kam seyn, wenn Trübsal, Noth Got und Tod uns dräun. 96 In eigener Melodie. den ASImmer sich bestre⸗ schö 125J ben zu erfüllen den seine Pflicht, fromm und syrt gut zu leben, bis das Auge von sterbend bricht: dieß nur den ist, nach Jesu Lehre, wahre entf Weisheit, Tugend, Chri⸗ stenehre. stra 2. Heil dir schon auf Er⸗ Sad den, Freund der Wahrheit We und des Rechts! Denn Hin durch Tugend werden Men⸗ unt schen göttlichen Geschlechts. un Unter aller Leiden Bürde Lei bleibt die Tugend unsre ö ö höchste Würde. blü 3. So, in höhrer Klar⸗ au heit, so umstrahlt mit Got⸗ rin tes Licht, ging den Weg wo der Wahrheit ein Johan⸗ het nes, wankte nicht, fest ent⸗ hel schlossen selbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer ö be hinzugeben. Kr 4. Und vergebens drohte Trloösung. 0 Kerker, Marter, Blutge⸗ rüst: treu dem Pflichtge⸗ bote, das Gebot des Ew'⸗ gen ist, stirbt er, stirbt mit edlem Muthe, zeugt für Wahrheit selbst mit seinem Blute. 5. Tugend, Segensfülle, du, o Ziel des böchsten Ruhms, du der Gottheit Wille, Geist des wahren Christenthums, durch dich kann der Mensch auf Erden Gottes höhern Geistern ähnlich werden. 6. Tugend, unter Freu⸗ den dieses Lebens bist du schön; doch nur unter Lei⸗ den kann man deinen Ur⸗ syrung sehn; sehn, daß du vom Himmel stammest, und den Geist für's Göttliche entflammest. 7. Du, o hehre Sonne strahlst mit überird'schem Schein, schaffst dem Geiste Wonne, weihst zu Gottes Himmel ein; du veredelst unsre Freuden, du veredelst uns durch Schmerz und Leiden. 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Hö⸗ hen wir die Wunder Gottes heller sehen. 9. Heil'ge mein Bestre⸗ ben: gib, o Gott, mir Kraft und Muth, tugend⸗ haft zu leben, christlich weise christlich gut, daß mich we⸗ der Schmerz noch Freude noch der Tod von wahrer Tugend scheide. Lehre, Leben und Thaten Jesu. Mel. Liebster Jesu, wir sind 126 Tührer zur Voll⸗ * kommenheit, Lehrer, Muster uns zu wer⸗ den hoher, reiner Sittlich⸗ keit, wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt un⸗ ser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen! 2. Du gabst unserm Gei⸗ ste Licht, lehrtest uns Gott näher kennen, und mit fro⸗ her Zuversicht unsern Schöp⸗ fer Vater! nennen, der uns liebt, versorgt, beschützet, und uns gibt was wahrhaft nüßet. 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, auf⸗ geklärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen, und das Laster überwinden. 4. Dann auch, wenn das Auge bricht, Todesschrecken uns umgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freu⸗ den den, um mit frohem Muth zu scheiden. 5. Danket, Christen, be⸗ tet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden ge⸗ hen, um sein ew'ges Licht zu sehen! Mel: Wer nur den lieben Gott 1 27 Ar Erden Wahr⸗ heit auszubrei⸗ ten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, und, uns zum ew'gen Glück zu leiten, das Herz zu Goites Lieb entflammt: dazu erschienst du Jesus, hier, von Gott gesandt zum Heil auch mir. 2. Dies war das tägliche Geschäfte, darin dein Geist Vergnügen fand. Wie em⸗ sig haft du Zeit und Kräfte, beseelt von Liebe, ange⸗ wandt, durch deiner Lehre hellen Schein der Menschen Seelen⸗Licht zu seyn! 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ih⸗ rem Heil recht einzusehn; ihr Licht, auf diesem sel'gen Pfade mit sicherm Schritt einher zu gehn; mit freudigem Vertrauen hin in die Ewigkeit zu schaun. 4. Und um der Welt dies Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten Be⸗ ihr Licht, schwerden; und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch, voll Güt' und Huld, sie gern mit himmlischer Geduld. 5. Fürwahr noch immer ist das Leben, das du auf Erden hast geführt, ein Se⸗ gen, den uns Gott gegeben, dafür ihm ew'ger Dank ge⸗ bührt; ein Segen, dessen auch mein Geist fich freut, und dich Erlöser, preist. 6. Ja, Preis sei dir, du bester Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gesandt! O, würde jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Hilf, daß ich dei⸗ nex Wahrheit treu, und ewig durch sie selig sei! Mel. Liebster Zein! wir sind 6 Theuer sei mir 1 2 8 allezeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsam⸗ keit treulich ihre Vorschrift ehre, dem was sie verheißet lraue, fest mein Hoffen dar⸗ auf baue. 2. Nur bei deiner Wahr⸗ heit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit fro⸗ her Zuversicht unsern Gott und Vater nennen, und nach seinem beil'gen Wil⸗ len unsre Pflichten treu erfüllen! 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet ha⸗ ösung. haben, das hast du uns auf⸗ gehellt; und durch deines Geistes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4 Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde gro⸗ ßen Schaden, doch auch dei⸗ nes Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer Sün⸗ den gnädige Vergebung fin⸗ den. 5. Huldreich rufest du uns zu: kommt zu mir beschwer⸗ te Seelen; es soll euch zu eurer Ruh nicht bei mir an Troste fehlen, wollt ihr an⸗ ders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Zeugen, die zu deines Na⸗ mens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seele Kummer stillest. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe! Höre mei⸗ nen Lobgesang, den ich hoch⸗ erfreut dir singe! Du be⸗ freist auch mich aus Gnaden von der Sünde Macht und Schaden. 8. Köftlicher, als Gold, sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja ewig Dank sei dir für den Trost, den es gewähret! Werd' ich einst zu dir er⸗ hoben, will ich würdiger dich loben 9. Stets, so lang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte bandeln; so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen hö⸗ hern Freuden. Mel. Liebster Jesu wir sind hier 129 Sob auf Erden können wir Himmelsseligkeit empfinden, wenn nur Lieb und Ein⸗ tracht hier unsre Herzen fest verbinden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o Gott der Liebe, ehren. 2. Diese Herzensfreudig⸗ keit danken wir dir, Gott der Gnade; Jesu Ehristi Lehre streut Freuden auf des Lebens Pfade, lehrt uns Mäßigung in Freuden, gibt uns hohen Muth im Leiden 3. Sie gewährt uns Trost und Rath in den allerbang⸗ sten Leiden; sie erleuchtet unsern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden; uns, von Todesnacht umgeben, leitet sie zum beßren Leben. 4. Wenn uns Erdenglück verläßt, unsre Lieben uns verlassen, hält sie unsern Muth noch fest, lehrt uns frohe Hoffnung fassen; lehrt Ged uld uns, gibt uns Stärke 92 Stärke zur guter Werke. 5. Sie lehrt: Menschen zu erfreuen, sei des Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verzeihn, die in Noth sind, trösten, pfle⸗ gen, brüderlich die Men⸗ schen lieben, segnen die, die uns betrüben. 6. Heil dem Menschen, der sie übt, diese schönen Tugendlehren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich bestrebt, dich, Gott, zu eh⸗ ren! Ewig selig wird er leben, stets nach höhrer Tu⸗ gend streben. Vollbringung Mel. Schmücke dich, 7 Zeiland, deine 130* Menschenliebe war die Quelle jener Trie⸗ be, die dein treues Herz regieret, und dich selbst da⸗ hin geführet, daß du, un⸗ serm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O. wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde wei⸗ nen, Jedermann mit Hülf' erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen, mehr als väterlich erbarmen, der Be⸗ trübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren; das sind Proben wahrer Gü⸗ te; und so, Herr, war dein Gemüthe. 3. O du Zuflucht der Elen⸗ o liebe Seele Werke und Wohlthaten Gottes. den! Wer hat nicht von dei⸗ nen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz ge⸗ brochen, wenn dich Kranke angesprochen! Und wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu er⸗ quicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, langmuths⸗ voll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, war's mit Aufwand aller Kräfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland da du für uns Armen, Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließt verhöh⸗ nen, und zur Schmach mit Dornen krönen, ja, uns Le⸗ ben zu erwerben, willig warst am Kreuz zu sterben. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, dei⸗ ne Schmäher nicht zu schel⸗ ten, Allen freundlich zu be⸗ gegnen, die dich läslerten, zu segnen, deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, 0 o wie wenig hast du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil⸗ lig littest du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigun⸗ gen. Lob sei dir dafür ge⸗ sungen! 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen, deinen Wan⸗ del oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heilige auch mei⸗ ne Triebe zu rechtschaffner Menschenliede: laß mich im⸗ mer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 131 Ka pleich! Jesu, gleich! An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der Schwa⸗ chen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein, und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sünden⸗ schuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du sahest in der Gott⸗ heit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchflen weisem Ralh die Erlösung. Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch dei⸗ nen Mund das Künftige den Menschen kund. 4. Dieß und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund ge⸗ hört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 5. Du lehrtest uns durch Wort und That; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heil'gen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu dir nach⸗ zufolgen eifrig sei! 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Ver⸗ söhnung predigt, stammt: du machst durch treuer Leh⸗ rer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nutzen schafft! 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinem Siege mächtig fort; du sen⸗ dest, wie dein Mund ver⸗ heißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland send ihn auch zu mir, daß ich mi —... ——————— ——— 9⁴ mit heiliger Begier nach Wahrheit srebe, fromm und treu den Lehren deiner Weisheit sei, bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres Licht dereinst erfreut! Mel Wer nur den lieben Wott 6 ie göttlich find 132 Wo Jesu Leh⸗ ren! wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und stimmte nicht dem Glau⸗ ben bei, daß er der Welt⸗ erlöser sei! 2. Erbarmen war es vol⸗ ler Gnaden, was man in sei⸗ nen Zeichen sah. Nie wirkte es zu Jemands Schaden, wie von Propheten selbft geschah; er raffte nie in ih⸗ rem Sinn die Sünder schnell im Zorne hin. 3. Er schenkte das Ge⸗ sicht den Blinden, den Tau⸗ ben gab er das Gehör, der Aussatz mußte vor ihm schwinden, der Stumme sang ihm Dank und Ehr. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. 4. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es selbst an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. O sah man nicht bei allem Werke und Wohlthaten Gottes. Tbhun auf ihm der Goit⸗ heit Fülle ruhn? 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunder⸗ werke als ein Gesandter sich bewährt. Wir nehmen sol⸗ chen gläubig an, und sind ihm willig unterthan. 6. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verscher⸗ zen, was uns dein Sohn allein verleiht, und schaffe, daß ihm unsre Treu' bis in den Tod ergeben sei. Mel. Was mein Gott wilt 1 ommt, die ihr x 133 K nicht gewohnet seid, daß ihr euch selbst ent⸗ saget, die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wolluft fraget, kommt, schauet Jesu Vorbild an! Dies, dies muß euch be⸗ schämen. Kommt, lernt, ge⸗ heilt von eurem Wahn, hin⸗ fort euch selbst bezähmen! 2. Gott war sein Alles, nur an dem hing seine ganze Liebe. Dem dienen war ihm angenehm; dem weiht' er seine Triebe. Wo⸗ zu er steis sich willig fand, war dies: den ganzen Wil⸗ len des Vaters, welcher ihn gesandt, vollkommen zu er⸗ füllen. 3. Hoch Goit⸗ chster, ;esum „der inder⸗ r sich 1sol⸗ sind nur seiner damit scher⸗ Sohn haffe, is in wilt ie ihr ohnet t ent nach theil, mmt/ an! be⸗ „ge⸗ ö hin⸗ en! Alles, seine ienen dem Wo⸗ fand, Wil⸗ r ihn u er⸗ Hoch Erlösung. 9⁵ 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit sich, wie er war, zu zeigen; und wenn er Bosheit freveln sah, war er voll edler Schmerzen; wann aber Gottes Wort geschah, quoll Freud' aus seinem Herzen. 4 Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er nicht zu schmecken. Und rein bewahrte sich sein Geist, ganz rein von allen Flecken. In Allem sah er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seinen Brüdern war, nicht aber auf das Seine. 5. Stets floh er das Ge⸗ räusch des Ruhms, blieb niedrig und geringe, ent⸗ schlug sich alles Eigenthums, der Erbe aller Dinge. Arm ward er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, sein ist das Reich, doch trug er fremde Bürden. 6. War Gottes Hand auf ihm schon schwer: er fands doch gut und billig; denn jeden Tropfen Blut war er ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er war gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlassen, blieb sein Herz an ihm, trotz alles Spottes. Sein Sehnen war im bängsten Schmerz, nichts als das Ant⸗ litz Gottes. Folgt, Men⸗ schen, seinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seid nicht schwach, die Kraft da⸗ zu erstritten. 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allstets vor Augen setze; des Vaters Willen thun, gleich dir, für Freud' und Leben schätze! Mel. O Gott, du frommer Gott 4(a) Erscheine mei⸗ 134 E nem Geist, erhabnes Bild der Tugend, du Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! O Jesu, Himmlischer, dein Beispiel leite mich! Ich irr und strauchle nicht, seh ich nur fest auf dich! 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unentweiht von Sünde floh deine Jugend hin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüng⸗ ling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so feuos o SSI“ ——. 96 los und allem Glanz ent⸗ rissen, durch frühen Druck geübt in Müh' und Küm⸗ mernissen, floh dir das Le⸗ ben hin, und dennoch bliebst du groß, nie riß das Elend dich von deinem Vater los. 4. Gehorsam, warst du stets bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreu⸗ zestod mit Freuden zu er⸗ füllen; trugst mit Geduld und Muth des Lebens herb⸗ sten Schmerz; du sahst die Glücklichen und neidlos blieb dein Herz. 5. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie ver⸗ letzet; nie Leidende gesehn und nicht mit Troft ergötzet; stets hast du Irrende ge⸗ warnt, belehrt, gerührt und sie mit Freundeshand auf bessern Weg geführt. 6. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmei⸗ cheleien, dort lockender Ge⸗ winn, da bittrer Feinde Dräuen umgaben, wo du gingst, dich Heiliger, doch du gingst mitten durch fie hin mit Festigkeit und Ruh'. 7. Voll stillen Friedens blieb dein Herz bis an das Ende; da gabst du deinen Geist in deines Vaters Hände. Vollendet war der Lauf, am Ziele deiner Bahn sahst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. 8. Vollendeter, auch ich, Werke und Wohlthaten Gottes, auch ich kann ohne Beben am Ziele einst den Geist dem Vater übergeben, wenn er dir ähnlich war an Tu⸗ gend und Geduld; denn du Erlöser, tilgst der Schwach⸗ heitssünden Schuld. 9. Schau drum, mein Geist auf ihn, verschmäh des Lasters Freuden! Der Sünden Sold ist Tod und ihre; Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. zn eigener Meledie. b di bt 1 34 36 müne⸗ müthe, du Freund der Men⸗ schen, Jesu Christ, der du durch deines Herzens Güte der Welt ein Vorbild wor⸗ den bist! Du liebtest Sün⸗ dern nur zum Besten; sie zu befreien, sie zu trösten, ent⸗ sagtest du der Herrlichkeit. Nur wohlzuthun war dein Bestreben; der Zweck von deinem ganzen Leben war deiner Menschen Seligkeit. 2. Nicht schrecklich wa⸗ ren deine Werke: du kamst nicht Sündern zum Gericht. Du wardst der blöden See⸗ len Stärke, und der Be⸗ drängten Zuversicht. Dein Blick war so wie dein Gemüthe, voll Mitleid, Freundlichkeit und V. un und Bro nen Seh liebt entfl Frer du Du Ruh du e Auf Kräf ches schen Eh' wag thrät schon 4. und der leidi men erba Erlösung. 9 und deine Hand gab Armen Brod Du sahst die Thrä⸗ nen der Betrübten, die Sehnsucht derer, die dich liebten; auf deinen Wink entfloh der Tod. 3. Du fühltest deiner Freunde Leiden mehr, als du eigne Noth empfanost. Du schmecktest nichts von Ruh und Freuden, so oft du Menschen leidend fandst. Aufopfernd deines Lebens Kräfte, war es dein tägli⸗ ches Geschäfte, als Men⸗ schenfreund umher zu ziehn. Eh' noch ein Leidender es wagte, und dir sein Elend thränend klagte, erquickte schon dein Beistand ihn 4. Errettung, Nachsicht und Erbarmen fand jeder, der sich dir genaht. Mit⸗ leidig schenktest du dem Ar⸗ men die Hülfe, die er sich erbat. Dem Lahmen stärk⸗ test du die Glieder, dem Stummen kam die Sprache wieder, dir dankten Blinde das Gesicht. Nie wurdest du des Wohlthuns müde. Reuvolle fühlten Ruh und Friede: sie glaubten, und verzagten nicht. 5. Herr, wo du gingst, auf jedem Schritte, da folgten Lieb' und Mitleid nach, sie folgten in des Reichen Hütte und unter der Verlassnen Dach. Der Tempel wie die öden Wälder, die Städie, wie die freien Felder, em⸗ pfanden deine Gütigkeit. Wo Kummer war, warst du zugegen; dein holder Zu⸗ spruch und dein Segen ver⸗ trieb des Lasters Bitterkeit. 6. So gingst du still auf deinem Pfade dem dir be⸗ stimmten Tode zu. Noch war in deinen Blicken Gnade, in deiner Seele Himmelsruh. Auch dann, als Schrecken und Gefahren von allen Sei⸗ ten nahe waren, verließ dich nicht dein Edelmuth. Du bliebst ein Schitzgott deiner Freunde, bliedst ein Erbar⸗ mer deiner Feinde, und lieb⸗ test sie bei ihrer Wuth. 7. O Jesu, wäre doch mein Leben dem deinen gleich! Wär ich, wie du, so ganz der Menschenlieb' er⸗ geben, so sanft, so mitleids⸗ voll, wie du! O pflanz in mich die holden Triebe des Mitleids und der Menschen⸗ liebe, und gib mir dei⸗ nen edlen Sinn! So ziert mein Wandel deine Lehre: so krönt vor dir mich einst die Ehre, daß ich dein Freund und Erbe bin. Leiden, Tod und Be⸗ gräbniß Jesu. (Passionslieder.) Mel. Wie groß ist des Allmächt. Zaß mir die Feier 1 35 L deiner Leiden, 9 o großer Dulder, heilig seyn! Sie lehre mich die Sünde meiden, und mir mein gan⸗ zes Leben weihn, dir, der so ruhig und entschlossen für mich die Last des Kreuzes trug, deß Herz, als schon sein Blut geflosten, für mich noch heiß von Liebe schlug. 2. In der Betrachtung heil'gen Stunden will ich am Leidenshügel stehn, und dich für deine Pein und Wunden mit tief gerührtem Dank er⸗ höhn; ich will die Lieb' und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was du für mich erduldet hast. 3. Mir sollen diese Feier⸗ zeiten der größten Liebe hei⸗ lig seyn; sie soll mich stär⸗ ken, soll mich leiten, was dir mißfällig ist, zu scheun. Dein Leiden sei auch mir zum Se⸗ gen, dein Tod mir seliger Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! Ihr Oer⸗ ter, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe sah! Nach euch will ich voll An⸗ dacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und hoffnungsvoll auf den ver⸗ trauen, der mir die Selig⸗ keit erwarb. Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Da will ich lernen Tu⸗ gend üben, in Noth und Tod gelassen seyn, die Menschen, so wie du, zu lieben, und selbst dem Todfeind zu ver⸗ zeihn. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin! Mel. Herzliebster Jesu 1* err, stärke mich, 136 H dein Leiden zu bedenken, inich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam wer⸗ den; an unsrer Statt ge⸗ martert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hoch⸗ auf heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empsinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnie⸗ der; ist: sen. demut sehn, uns Gnad 9. von Erbar wieser Tu⸗ Tod hen, und ver⸗ dein dein inn. Herz dich 1 nich, n zu Neer die chuld sen „ein auf Tod wer⸗ ge⸗ „die hoch⸗ n ich neine bebt; den ein Gott t die kann ecken reuz Stolz rnie⸗ der; Erlösung. der; es flürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an den ich kindlich glaube, ich liege hier vor dir beglückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; al⸗ lein sollt ich darum im Glau⸗ ben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unter⸗ winden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchsten Thun ist: Gnad' und Lieb erwel⸗ sen. Uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wann Gott uns Gnad' erzeuget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir er⸗ wiesen, da du, mein Hei⸗ land, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben! O gib zu die⸗ sem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! In eigener Melodie. 137 esu, meines Le⸗ bens Leben, deß sich meine Seele freut, der 99 für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit, du, der lieber wollt erblassen, als mich im Verderben las⸗ sen, ach, wie dank, wie dank ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür. 2. Menschenfreund, von Gott gesendet seines Raths Verkünder! längst hast du dein Werk vollendet: Preis sei dir, Erhabner! Doch in den Gedächtnißtagen dei⸗ ner Leiden, Jesu, sagen dei⸗ ne Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Lei⸗ densbahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den To⸗ desberg hinan, dachtest nicht an deine Schmerzen, irugst uns Menschen nur im Her⸗ zen. Diese Liebe preisen wir; unvergeßlich sei sie mir. 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Läst⸗ rer Spott, achtetest nicht Schmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warst werth der höchsten Freuden und trugst willig Gram und Lei⸗ den. O wie dank, wie dank ich dir würdig, Heiligster, dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornen⸗ krone, König aller Könige! Mir zu gut hast du gelit⸗ E 2 ten 100 ten, mir die Lebenskron' erstritten. Preis, Anbe⸗ tung, Dank sei dir, Ehr⸗ furchtswürdigster, dafür! 6. Du, der tausendfache Schmerzen, mir zur Liebe gern ertrug, deinem groß⸗ muthsvollen Herzen war mein Heil Belohnung g'nug. Trost in meinen letzten Stunden floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dank, ich danke dir einst im Tode noch dafür! 7. Ruh' im Leben, Trost am Grabe! unaussprech⸗ licher Gewinn, den ich dir zu danken habe, du, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir nein Herz zu geben, deiner Tugend nachzustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dies, dies sei mein Dank dafür. Mel. O Jesu Chr'st, mein's Leben 138—2 n deine Leiden denken wir, Herr Jesu Christ, und dan⸗ ken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan, und beten dich mit Freuden an. 3. Auch uns zu Gut, o Herr, betrat dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch Werke und Wohlthaten Gottes. uns strömt Beßrungskraft und Ruh' aus deinem bit⸗ tern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reuen⸗ den die Schuld vergibt; daß ewig unsre Seele lebt, und sich zur hessern Welt erhebt! 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht; den großen Trost von dir, o Gott, be⸗ lebt und stärket Jesu Tod. 6. Und wir, wir glaub⸗ ten an dich nicht? Herr! Ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirst uns, wenn wir dich sehn, zu deines Himmels Wonn' erhöhn. 7 Mel. Schwing dich auf zu Nein Erlöser 139 9 Iauch für mich gingst du hin zum Leiden, und begabst, Erreiter, dich aller deiner Freuden. Du sahst Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne, doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte; als die Stund' er⸗ schie⸗ schiene zum T du dick und treu b 3.1 still un wenn will, Stärke mal daß Thal 4 sei dii den, n du m Freude ich, ewig versöh Himm M 14 Heilar lich K verehr dem. christli 2 dein h zuglei en 8. mich könnt' Willer ritten wer sreude! n Heil d du dich nmels f zu rrlöser ir mich eiden, r, dich Du und d von t du, Leiden ht der Leben id' er⸗ schie⸗ Erlösung. schienen war, gingst du froh zum Tode. Willig übergabst du dich in der Feinde Hände, und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und so froh zu leiden, und, wenn es dein Rathschluß will, selig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich ein⸗ mal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gebe. 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir für dein willig Lei⸗ den, denn dadurch erwarbsft du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe: denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Mel. Herzliebster Jesu aß deinen Geist * 140 Lmich stets, mein Heiland lehren, dein gött⸗ lich, Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden. Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlau⸗ ben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt' ich noch nach meinem und nicht Willen leben? 101 vielmehr, weil ich dir an⸗ gehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wann Leiden dieser Erden, wann Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's ver⸗ schuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt' ich sie, sie meine Brü⸗ der bassen? und nicht wie du, wenn sie mich unter⸗ treten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergeltenz wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder! 7. Ein reines Herz. gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines Kreu⸗ zes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen, dir nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir nichts, nichts mei⸗ ne Krone rauben! So werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben! 0. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im E 3 Glau⸗ I 10² Glauben kämpf', im Glau⸗ ben wach' und bete: so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize: so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Werke: so sei mirs Stärke! 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden: so sei's doch mir, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden krän⸗ ken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken: dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude! In voriger Melobie. »ei höch geprie⸗ 141 S sen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Trie⸗ be, für eine Welt voll Sün⸗ der, selbst dein Leben dahin zu geben. J. Führwahr, du trugest unsrer Sünde Schmerzen. Owelch ein Herz gleicht dei⸗ nem edlen Herzen! Du lie⸗ ßest unsre Schuld an dir be⸗ strafen, uns Heil zu schaffen. 3. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern Werke und Wohlthaten Goites. Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu gelei⸗ tet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsse mir ihn rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken! 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen; so wär' ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster: du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen steis wird besungen. Mel. Schwing dich auf zu in Erlöser, 142 Maottes Sohn der du für mich littest, und auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bittest, wel⸗ 2 welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! O wie preis' ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden? 2. Unermeßne Herrlich⸗ keit war dir, Herr, gegeben; und, du konntest, jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Lelden Bürde. 3. Nun kann meine Misse⸗ that noch Vergebung fin⸗ den; denn du starbst nach Gottes Rath, auch für mei⸗ ne Sünden. Unsre Strafe trügest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Ge⸗ wissen Ruh', mit Gott Frie⸗ den hätten. 4. Was uns Lust zur Bessrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden ab⸗ zusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken ge⸗ hen. Du. Herr, hast aus aller Noth Rettung mir er⸗ rungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod be⸗ zwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenom⸗ Erlösung. men! Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen, gib mir Weis⸗ heit, gib mir Kraft: du hast sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von dei⸗ nem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sün⸗ denreiz hier zu widerstreben, und voll Dankes dir zum Ruhm, alle meine Pflichten, als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen: daß du auch sür meine Schuld bü⸗ ßend bist gestorben, und Ver⸗ gebung, Gnad und Huld mir bei Gott exworben! 9. Stärke mich durch dei⸗ nen Tod in den letzten Stun⸗ den! Wie du deine Todes⸗ noth siegreich überwunden⸗ o so hilf dazu auch mir! Laß mich fröhlich scheiden! Herr., so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. Mel. Freu' dich sehr, o meine Wesu, deine tiefen 143 ½. Wunden, deine Qual, dein bittrer Tod, ge⸗ ben mir in bangen Stunden Kraft zur Tugend, Trost in Noth Mich sollt' ich durch Sünd' entweihn? Nein, ich, E 4 denk 104 denk' an deine Pein; sie, sie lehrt mich Sünden las⸗ sen, und sie als mein Un⸗ glück hassen. 2. Die Erinnerung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Auch wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen nagt, laß, im Glauben mich zu ftärken, mich auf deine Leiden merken! 3. Will die Welt mein Herz verführen auf der Ei⸗ telkeiten Bahn, wo so viele sich verlieren und sich dem Verderben nahn: dann denk ich, d Jesu, nach über deine grohe Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. 4. Gib bei Allem, was mich kränket, mir aus dei⸗ nem Leiben Ruh! Wenn mein Herz daran gedenket, ströme neuer Trost mir zu! Wenn mich meine Fehler reim, müsse mich dein Tod erfreun; denn du hast, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben! 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, Jesu, meine Zu⸗ verficht, Du vertreibst des Todes Grauen, durch dich schadet er mir nicht. Sicher ist bei dir mein Heil! Hab ich, Herr, an dir nur Theil, o so wirst du ewig's Leben Werke und Wohlthaten Gottes. mir auch einst aus Gnaden geben. 6. Hab ich dann in mei⸗ nem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit, so besieg' ich auch die Schmerzen von dem letzten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält doch Todes⸗ furcht mich nicht; überwun⸗ ven, überwunden hab ich, durch dich überwunden. In eigener Melodie. 144 Woenn mich die Sünden krän⸗ ken, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist, und Rettung von der Schulden⸗ last den reuerfüllten Sün⸗ dern am Kreuz erworben hast. 2. O wundervolle Liebe, bedenks, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlor⸗ nen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden; durch Jesu Mittlers Tod bin ich von diesem Fluch befreit, und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebe⸗ lang lang fü zen, Er Oilf, Treu a und the 5 Leiden Christ meiden lich ist! meimnem dith ge bin! Plagen Schma mir ge nur/ mich Welt/ gen, w —— * üben, than, lieben, mann, Heuche erwiese und T 8. Stund Tod, bunder Noth! auf de meine ich did — J Mel. 14 lang für deine Todesschmer⸗ zen, Erlöser, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu auf ewig ganz ergeben und thätig dankbar sei. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir sünd⸗ lich ist! Nie komme mir aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin! 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wärs auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen Laß nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Lust der Welt, und dem Exempel fol⸗ gen, was du mir vorgestellt! 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir ge⸗ than, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jeder⸗ mann, ohn' Eigennutz und Heuchelei, und, wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb' und Treu! 8. In meinen letzten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich„ mit dir ver⸗ — bunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stärk“ meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau! Mel. Befiehl du deine Wege 145 Deol uabe ebbft Erlösung. bis zum Tod und Grab, aus mitleidsvollem Triebe, zu unfrer Rettung gab, ach unter welchen Plagen schloß sich dein Lebenslauf!. Mit Zittern und mit Zagen stiegst du zum Oelberg auf. ö 2. Die schauervollen Stunden der Martern wa⸗ ren da Du sahest Hohn und Wunden, dein Kreuz auf Golgatha, den Tod, die Grabeshöhle, und fühl⸗ lest Angst und Noth; be⸗ trübt war deine Seele, be⸗ trübt bis in den Tod. 3. Ach! welche Angstge⸗ fühle ergriffen da dein Herz! Im nagenden Ge⸗ wühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Staube, mit Todes⸗ schweiß bedeckt. Wie kämpf⸗ te da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt. 4. Auf dich, der Men⸗ schen Bester, drang Angst auf Angit herzu, und doch hing niemand fester an sei⸗ nem Gott, als du. Wie sehnlich bat dein Flehen um Schonung, und wie still: es soll nur das ge⸗ schehen, was Gott, mein Vater, will! 5. So warest du mit Freuden gehorsam und be⸗ reit, nach Gottes Rath zu leiden, und gingst mit Wil⸗ ligkeit der frechen Schaar entgegen, die blutbegierig A ————— 10 kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanf⸗ tem Sinn dich willig deinen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe; doch bliebst du ruhe⸗ voll. So stark war deine Liebe zu uns und unserm Wohl. 7. O Freund der Men⸗ schenkinder, den nun kein Leid mehr drückt, wie hoch hast du uns Sünder durch diese Huld beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unser Opser an. Mel. Wenn mich die Sünden 146 Enng als im Angstgebete, Herr, deine Seele rang, und immer heißer flehte, so tief gebeugt, so bang: da fandst du keinen Trost, kein Licht, da schwebte nichts als Marter vor dei⸗ nem Angesicht. 2. Auch sie, die so ent⸗ schlossen, so männlich dich bekannt, sind muthlos, sind verdrossen, vom Schlummer übermaͤnnt. Sie schauen deiner Seele Schmerz und keiner deiner Brüder spricht Labsal in dein Herz 3. Doch diese schwachen Seelen trägt deine Lieb' Werke und Wohlthaten Gottes. und Huld, wie sehr fie gleich⸗ wohl fehlen, mit schonender Geduld. Erbarmend sprichst du: Freunde, wacht! o wacht mit mir und betet, nah ist des Feindes Macht! 4. Du Tröster schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall ich auch nieder, verführt durch stolzen Wahn! Ach! oftmals schlumm'r ich sorg⸗ los ein, bin ruhig bei Ge⸗ fabren, die meiner Seele dräun. 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist verdrossen machen. Gib Kraft und Muth im Streit; flöß meiner Seele Tröstung ein; sprich zu ihr: kämpf und bete! bald ist die Krone dein! Mel. Herzliebster Jesu. 147 B.re Jesu/ werdet nie vermessen! Der Fall ist nahe, wenn wir je ver⸗ gessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Dann gleichen selbst die feurigsten Entschlüsse den lichten Dünsten, die durch Finsternisse schnell— die Höhe schimmern und vergehen, wie sie entsteben. 3. Die Jünger stärkten in der ersten Stunde durch 1• V⸗ stehen. Erlösung. Wachen und Gebet sich nicht im Bunde mit ihrem Herrn; sie fielen selbst oor Kummer in liefen Schlum⸗ mer. 4. Als der Verräther kam mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor drohenden Gefahren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leiden? 5. Uneingedenk des Hir⸗ ten fliebn die Schafe. Er ward verlassen, er, der uns⸗ re Strafe so willig duldete, daß seine Heerde gerettet werde. 6. O welche Liebe! Jesu, welche Treue! Du littest, daß der Mensch sich deiner freue; ach laß uns nie mit zweifelndem Gedanken im Glauben wanken! 7. Wer dich bekennet, fürchte, Herr, auch Alles von seiner Schwachheit! Einge⸗ denk des Falles der bessern Jünger, streb er, sein Ver⸗ trauen auf dich zu bauen! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns wachen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erliegen; wir werden siegen. Mel. O Samm Gottes 148 zrlöser, der im Staube einst lag mit Angstschweiß be⸗ 10⁷ decket, dein tröste sich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Kla⸗ gen, dein Todeskampf, dein Zagen sei meine Ruhe, Herr Jesu! 2. Du littest ganz unschul⸗ dig von Frevlern Schmä⸗ hung und Schmerzen, und trugst allezeit geduldig sie mit verzeihendem Herzen. Dein Geist soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du, zu lieben, Herr Jesu! 3. Am Kreuze hingst du, kläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod belehr uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schreck uns ab von Sünden; er müß' uns die verbinden zu ew'ger Liebe, Herr Jesu! In eigener Melodie. hriste, du Sohn 149 S Gottes! der du trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unser! 2. Christe, du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unser! 3. Christe, du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deinen Friehen! Amen. Mel. In allen meinen Tha en 1 Wo kann die Lei⸗ · 1 9 0 den fassen, die E 6 du, 10⁸ du o Herr, gelassen für mich erduldet hast? Daß ich ge⸗ rettet würde, trugst du die schwerste Bürde und über⸗ nahmst auch meine Last. 2. Laß deine letzten Stun⸗ den, und was du da em⸗ pfunden, mich trösten und erfreun! Es lehre mich dein Leiden, den Dienst der Sünden meiden, und dir mich jetzt und ewig weibn. 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in Todes⸗ schmerzen für deine Feinde bat. Wie du. will ich mich üben, auch meinen Feind zu lieben; oft wußt' er auch nicht, was er that. 4. Du trostetest den Ar⸗ men, der sich auf dein Er⸗ barmen am Kreuze fest ver⸗ ließ. Auch ich bin, wenn ich sterbe, war ich dir treu, dein Erbe, und folge dir ins Paradies. 5. Du sorgtest, voll von Liebe aus regem Mitleids⸗ triebe, noch für der Deinen Ruh'. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden: so sende Trost und Muth mir zu! 6. Du mußtest, matt von Plaͤgen, auch über Durst noch klagen und keiner labte dich. Waͤrum sollt ich denn beben, wenn Leiden mich ame teun du labst ja und erquickest mich. 7. Du niefst voll tiefer mrs Werke und Wohlthaten Gottes. Trauer im bangen Todes⸗ schaner: verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblassen, du wirst mich nie verlassen; du fühltest selbst des Todes Noth. 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Frenden: mein Werk ist nun vollbracht! Lehr es auch mich vollbringen, und einst zum Ziele dringen durch meines Todes dunkle Nacht! 9. Du gabst am Lei⸗ densende in deines Vaters Hände getrost die Seele bin. Wenn ich auch meine Seele, ihm einst, wie du, be⸗ fehle: Tod Gewinn. Mel. Besiehl de deine Wege R4 er Herrscher gl⸗ 151 D ler Lande muß sich gebunden sehn, er muß, bedeckt mit Schande, vor seinen Knechten stehn, und hier sich richten lassen. Sie suchen ihre Wuth, womit sie längst ihn hassen, zu sättigen mit Blut. 2. Die Unschuld seiner Lehren, wem war sie un⸗ bewußt? Wer war's, der ihn mehr ehren, wer, der ihn schützen mußt'. Wem waren dies sonst Pflichten, als denen, die ihr Stand, ein recht Gericht zu richten, aufs herligste verband? 3. Doch hier wird fal⸗ scher dann ist auch mir der 6⸗ ich, ich nich ltest Ziel osen nun auch einst urch icht! Lei⸗ ters eele eine „be⸗ der ege r gl⸗ muß nuß, vor und Sie omit zu einer un⸗ der der Vem yten, and, hten, fal⸗ scher Erlösung. scher Zeugen Verleumdung gern gehört: hier wird durch Lästerungen der Hei⸗ ligsle entehrt; hier wird das Recht gebeuget, ent⸗ weiht das Richteramt; hier wo die Falschheit zeuget, die Unschuld frech verdammt. 4. Entweiht ist zwar die Stätte, entheiligt dies Ge⸗ richt, in dem man Jesum schmähte, doch seine Un⸗ schuld nicht. Er schweigt; es macht sein Schweigen, und selbst der Lügner Mund, die wider ihn hier zeugen, schon seine Unschuld kund. 5. O würde nie mit Rän⸗ ken der Ungerechtigkeit, die Recht und Unschuld krän⸗ ken, ein Richterstuhl ent⸗ weiht! entweiht an keinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Läster⸗ worte die Unschuld leiden mögt'! 6. Lebr mich, Herr, wo ich schweigen, und wo ich reden soll Mein Schwei⸗ gen und mein Zeugen sei klug und wahrheitsvoll! Laß meinen Mund nie trü⸗ gen, mach mich von Falsch⸗ heit frei, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit sey! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bosheit schilt, nie Haß mit Haß vergelten! Mein Herz sei sanft und mild! Lehr 109 mich die Rache meiden; und muß ich ohne Schuld doch Schmach und Unrecht leiden, so tröst mich deine Huld! Mel. So schlummerst du 152 O Durst nach Blut, o blinde Wuth, die kaum erhört ist worden! den Erlöser will sein Volk grausam schändlich morden. 2. Da geht er hin, ach seht auf ihn! gefesselt durch die Straßen, muß vom heid⸗ nischen Gericht sich verdam⸗ men lassen. 3. Sein Richter fieht, wie Alles glüht von Grimm und wilder Rache, und ver⸗ theidiget zuerst des Gerech⸗ ten Sache. 4. Doch zittert er, wankt hin und her, verlangt des Volkes Stimme; und sie rufen: Barrabaß! mit er⸗ boßtem Grimme. 5. Da gibt er ihn zur Geißlung hin, die Wache darf ihn höhnen; die mit einem Dornenkranz ihn zum König krönen. 6. Wer hat ein Herz, und fühlt den Schmerz des Heiligen, des Besten nicht mit Wehmuth? mögte ihn doch ein Mitleid trösten! 7. Seht, welch ein Mensch! seht, welch ein Mensch! spricht selbst Pi⸗ E+ la⸗ 11⁰ latus, stellet ihn zur Schau dar, eh er noch ihm sein Urtheil fället! 8. Ans Kreuz mit ihm! ans Kreuz mit ihm! so schreit die tolle Menge; und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 9. So sterb er dann sprach jetzt der Mann, der ihn erretten sollte, aber nie um Recht und Pflicht et⸗ was leiden wollte. 10. Ach uns zu Gut floß hler dein Blut, trugst du mit stillem Herzen deiner edlen Seele Qual, alle deine Schmerzen. 11. Du hast's gethan. Wir beten an mit danken⸗ dem Gemüthe, mit Be⸗ wunderung und Preis deine Treu' und Güte. 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum Opfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, gib ihm das Vollbringen. Mel. Schon ist her Tag von Gott 1 53 eht, welch ein Mensch! Wie lag so schwer auf ihm die Last der Sünden! Wie unaussprechlich duldet er für euch, ihr Menschen⸗ kinder! So leiden sah von Anbeginn die Erde keinen je, als ihn, so wird auch keiner leiden. 2. Der Sohn des Höch⸗ Werke und Wohlthaten Gottes. sten, Eins mit Gott, ein Helfer, ein Gerechter, ward frecher Missetbäter Spott, und seines Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verleum⸗ det. Wer ihn sah, der sah ihn mit Verachtung. 3. Geschäftig war der Frevler Wuth, erfindrisch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Bluk, voll Striemen und zerschla⸗ gen. Mit einer Dornen⸗ kron gekrönt, in Königs⸗ kleidern ausgehöhnt, stand er vor seinen Feinden. 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; er stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu er⸗ wecken. Seht, welch' ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen, denn die Unschuld spricht zu mächtig für sein Leben. 5 Vergeblich, ach! ver⸗ geblich war die Menschlich⸗ keit des Heiden: die auf⸗ gebrachte wilde Schaar sah Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod befriedigt sie al⸗ lein, sie stürmten auf den Richter ein, und schrien; er sterb am Kreuze. 6. Du denkest ohne Schau⸗ dern nie an diese Wuth der Sünder, du sprichst: de Rache strafet sie! noch straft sie ihre Kinder. O See⸗ Seele, denkst du auch dabei an deine Sünden? Bist du frei von Schuld am Tode Jesu? 7. Sieh, welch ein Mensch! er wird für dich verschmä⸗ het und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: ich selber ich muß deine Sünden tra⸗ gen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod versöhn ich, Sünder, dich mit Gott, und sterb um dei⸗ netwillen. 8. O hochgelobter Got⸗ tessohn, du Tilger meiner Sünden, erhöht auf deines Vaters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Pein Gerechtigkeit und Heil mir seyn, um deiner Liebe Willen! 9. Ich schwöre, Welter⸗ löser, dir, und willig will ichs halten: so wahr du le⸗ best, soll in mir nie deine Lieb erkalten! Dein Lei⸗ den und dein Tod soll mich, so lang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb' erinnern! 10. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde; so rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: denk, welch ein Mensch ich war! und du, du woll⸗ test mich nicht lieben? Crlösung. 111 Insy riger Melodie. 1 5 4 Wẽꝰ greß, o Herr⸗ erscheinest du auf deinen Leidenswegen! mit welcher hohen Seelen⸗ ruh gingst du dem Tod ent⸗ gegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du be⸗ reit, nur uns zu Gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu erziehen, war stets bei dei⸗ ner Lebenszeit dein ernfili⸗ ches Bemühen, und selbst im Tode wolltest; du für sie Heil, Trost und See⸗ lenruh voll Großmülh noch erwerben. 2* 3. Drum sliegst du auf der Leidensbahn, voll Hel⸗ denmuth, mit Freuden, ge⸗ trost auf Golgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigtest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Mar⸗ tern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit boher Würde dul⸗ dest du, des Kreuzes Schmach und Schmerzen, sprichst Trost betrübten Serlen zu, und bitt'st mit edlem Herzen selbst in der letzten Todes⸗ notb für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Men⸗ schenretter. 5. Ach, sieh ihn hier, er⸗ löster Christ, schuldlos zum Kreuie bringen! sieh, wie sein Blut zur Erde fließt; se) 11² Werke und Wohlthaten Gottes. sieh ihn zum Tode ringen! Sieh seine Wunden, seinen Schmerz! Denk an sein liebevölles Herz! Ach, sieh ihn duldend sterben! 6. Hier denk an jenen Zweck zurück, der ihn hie⸗ her getrieben! Nun sag bei diesem Trauerblick: willst du noch Sünden lieben? Nein, hier, 9 Christ, entschließe dich bei seinem Tode feier⸗ lich, dein Leben ihm zu weihen! 7. Entsag den Sünden dieser Welt und sündenvol⸗ len Freuden; flieh Men: schenhaß, der ihm mißfällt; such Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geh standhaft auf der Tu⸗ gendbahn der bessern Welt entgegen!! 8. O Zesu! der du für uns starbst zur Rettung vom Verderben: uns so viel Heil und Trost erwarbst durch Lehren, Leiden, Ster⸗ ben, steh uns mit deiner Hülfe hei, daß wir, flets unsrer Pflicht getreu, nach deiner Lehre leben! „„Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem Drück der Leiden wollst du uns Trost, Müth und Ge⸗ duld durch deinen Tod be⸗ reiten; und naht einst un⸗ ser Tod heran, so laß uns diese Pilgerbahn als Gläu⸗ hige beschließen! Mel. Herzliebster Jesu! 1 5 U an dlt hattest nichts verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir, gespro⸗ chen! Du, Heiligster, bist ja in Missethaten niemals gerathen 2. Und doch wirst du verworfen und rerhöhnetz mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegei⸗ ßelt, und, vdon Schmerzen schon entkräftet, ans Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach al⸗ ler solcher Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Til⸗ gung hast du, Hexr, erdul⸗ det, was wir verschuldet. 4. O große Lieb'! o Lie⸗ be, kaum zu fassen! Auch mir zum Heil hast du dich martern lassen. Daͤmit ich lerne Sünde ernstlich mei⸗ den, willst du, Herr, leiden! 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich genugsam deine Treu' ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Pro⸗ ben genug erhoben? 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge, und des Fleisches Lü⸗ ste dämpfe; so sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 7. Gib selbst zu diesem hei⸗ ligen Geschäfte mir Schwa⸗ chen Kräft Pfad mich 8 voll dich Welt Eifer treu ö chen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich auf den Pfad der Tugend führe, und mich regiere! 8. Dann werd' ich dank⸗ voll deine Huld betrachten, dich lieben und die Lust der Welt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Drohen achten, keine Schmach, noch Plagen; mich sollen auch des bängsten Todes Leiden nicht von dir scheiden. 10. Empfang ich einst vor unsers Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob besingen, und Dank dir bringen. Mel. Auf meinen lieben Gott 156 Men Jesu, für dein Herz welch ein so herber Schmerz,/ den du weit mehr empfun⸗ den, als Striemen, Schläg' und Wunden! Die kleine Zahl von Freunden kränkt dich, gleich deinen Feinden. 2. Kaum naht sich die Gefaͤhr: so bebt der Jün⸗ ger Schaar: Die erst sich hoch vermessen, eh' sie der Treu' vergessen, den Tod selbst vorzuͤziehen, verlassen dich und fliehen. 3. Der kühn sein Schroert gezückt, dein Petrus selbst Erlösung. 113 erschrickt z er flieht, eh' Ban⸗ de drohen; schämt sich, daß er geflohen: kehrt um und eilt verwegen dem tiefern Fall entgegen. 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach; dort liegt er, tief im Staube: erloschen ist sein Glaube, sein küh⸗ ner Muth gedämpfet. Ach, Christen, wacht und kämpfet! Mel. Wenn mich die Sünde 1 on Furcht dahin / aerissen, ver⸗ läugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tief dringet ihm dein Blick ins Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du ftillst seinen Schmerz. 2. Wie wuchs nun dei⸗ nem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt ihn nicht mehr beugen: für dich' floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn und sei⸗ nen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Bewegt ist“ meine Seele, erfüllt mit Reu“ und Schmerz, was hilft's, daß ich's verhehle? Du schaust mir ja ins Herz! Biken⸗ nen will ich's, Jesu, dir: auch ich hab dich verlängnet; vergib, vergib es mir. 4. Wenn deines Namens Spöt⸗ Spötter dich schmähten; wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter! dich, ihren Herrn und Gott; dann schwieg ich furchtsam, schäm⸗ te mich, ein Christ zu seyn, und scheute mehr ihren Spott, als dich. 5. O du, der du dein Le⸗ ben, du Herr der Ewigkeit, so willig hingegeben für meine Seligkeit, wie un⸗ dankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich! ö 6. Ach Vater, ich em⸗ pfinde die Größe meiner Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an; laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir or⸗ neu'n, Standhaftigkeit und Treue, dir mein Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 8. Ich will dich frei be⸗ kennen. Wenn Gott Ge⸗ richt einst hält, wirst du mich auch bekennen dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht, dein Kreuz ist meine Ehre; dich laß ich ewig nicht. 9. Beschirmt von deiner Werke und Wohlthaten Gottes. Gnade, fürcht ich selbst nicht den Tod. Wer ist es, der mir schade? Du bist mein Schild, o Gott; von mei⸗ nem Haupte fällt kein Haar, und drohte mir von allen die schrecklichste Gefahr. Mel. Wie wohl ist mir, v Freund en größten 158 D Sterdenden zu sehen, schwing dich, mein Geist, auf Golgatya, wo man des Mittlers Kreuz er⸗ höhen, den Weltbeglücker bluten sah! Erwäg an die⸗ sem heil'gen Orte des ster⸗ benden Erlösers Worte und rufe Gott umnn Glauben an; sie, können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trö⸗ sten kann. 2. Geduldig bei den größ⸗ ten Schmerzen nimmt er sich seiner Feinde an und ruft mit sanftmuthsvollem Her⸗ zen: sie wissen nicht, was. sie gethan! Der göltliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Misse⸗ thäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach: Mensch⸗ wenn dich Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete deinem Heiland, nach. 3. Welch Beispiel, kind⸗ lich⸗frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen in meinen letzten Stunden weinen: so soll dies Wort mir Trost ver⸗ leihn. Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schützen strebte, wird auch der Mei⸗ nen Pfleger seyn. 4. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeug⸗ ten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: du wirst, so ruft er ihm ent⸗ gegen, noch heute, deines Glaubens wegen, mit mir im Paradiese seyn! O Herr, laß an des Todes Pforte einst diese trostes⸗ vollen Worte mich auch im letzten Kampf erfreun! 5. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: mein Gott, wie hast du mich verlassen! Wie beuget ihn die Last so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod ge⸗ gangen, für mich verlassen da gehangen, o Herr, mein Trost, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Him⸗ Triösung. mels und der Erde, von allem Labsal jetzt entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. O Mensch, der dich so theu'r erlöst, ver Heiland rufet dich noch heute im Armen, den an deiner Seite auch Hunger, Durst und Mangel drückt. O selig, wer den Ruf er⸗ füllet! Denn wer des Ar⸗ men Mangel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 7. Nun enden sich die schweren Leiden, der Hei⸗ land spricht: es ist voll⸗ bracht! O Wort des Sie⸗ ges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Hell uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu ver⸗ klagen? Der Friede ist mit Gott gemacht. Gib/ daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freu⸗ den sage: es ist vollbracht! es ist vollbracht! 8. Das letzte Wort aus deinem Munde, soll, Jesu, auch das meine sein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du rufest: Va⸗ ter, ich befehle in deine Hände meine Seele, du, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Wenk vollendet, wozu der Vater dich gesendek, du neigkest sanft dein Haupt und starbst. 9. Mensch! 116 9. Mensch! kannst du ohne fromme Zähren den Liebling Gottes sterben sehn? Mußt du ihn nicht mit Freuden ehren, und willig seinen Ruhm erhöhn? O weine fromm bei sei⸗ nen Plagen, und fröhlich sieh ihn nach drei Tagen aus seinem Grabe aufer⸗ stehn! Und wenn ihn Spöt⸗ ter hier entehrten, dort wirst du ihn als den Ver⸗ klärten, zur Rechten seines Baters sehn! Mel. O Jesu Christ, mein's u denkest in der 159 8 tiefsten Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz,/ und flößest ihnen Trost ins Herz. 2. Du siehst die Mut⸗ ter, siehst den Freund, und sprichst zu ihr, die trostlos weint: sieh Mutter, dieser Sohn ist dein; was ich dir war, wird er dir seyn. 3. So innig bis zum Tod, sontreu sein meine Zärtlich⸗ keitz. ich sei so willig, An⸗ dern beizustehn und ihnen Beistand zu erflehn! 4. Wenn euch, die hier mein Herz. geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt: dann übergeb ich euch, dem Herrn, er hört, er hilft,‚ er segnet gern 5,% Froh geh ich, wenn es Werke und Wohlthaten Gottes. ihm gefällt, den Weg zu jener bessern Welt, euch sag ich, die ihr um mich weint: getrost, bald wer⸗ den wir vereint! 6. Den Trost, o Jesu, dank ich dir; Du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast verheißen: ihr seid mein; wo ich bin, sollt ihr ewig seyn! Mel. Befiehl du deine Wege 1 9 u, dessen Augen 160 D flossen, sobald sie Zion sahn, zur Frevel⸗ that entschlossen, sich seinem Falle nahn; wo ist das Thal, die Höhle, die, Jesu, dich verbirgt? Verfolger seiner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Geihse⸗ mane! Wer ist der Mann der Plagen, der langsam Sterbende?. Ist Jesus das, der Beste, den je die Erde sah? Er fühlt der Qua⸗ len größte! er ist dem Tode nah! 3. Ach, wie er tief im Staube, bedeckt, mit Angst⸗ schweiß, liegt, mit dem Ge⸗ fühl sein Glauben im Kampfe dennoch siegt! Schon kommt der Mörder Rotte, die kein Erbarmen rührt, die ihn zu Hohn und Sporte, ihn, ach!= zum Kreuze führt. 4. Sein Volk im bittern Grim⸗ Grimme erweicht sein An⸗ blick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Richtstuhl spricht: er ist ihr Hohngelächter: sie droh'n mit wildem Ton: Auf uns, auf Söhn' und Töchter, komm seines Blu⸗ tes Lohn! 5. Zur fernen Schädel⸗ stäite trägt er sein Kreuz hinan. Sie kreuz'gen ihn! O bete, mein Geist, mit Webhmuth an. Noch höhnt in frechen Mienen das Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: vergib es ihnen! ver⸗ gebend bricht, sein Herz. 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinkt auf die Brust zur Ruh sein Haupt; nun schließt der Schlummer sein müdes Auge zu. Am Krenze rubt die Hülle, der Geist schwebt sanft entrückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hoben Lohns erauickt. 7. O Freund der Men⸗ schenkinder, wir danken dir gerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Glück geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Dank; hör ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgesang. Mel. Werde munter, mein 1 61 Der am Kreuz ist meine Liebe! Meine Lieb ist Jesus Christ. Er lösung. —.— Weich von mir, des Eitlen Liebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott; und womit du lohnst, ist Tod! Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdet's dich, daß ich Jesum Christum liebe? Je⸗ sus gab sich selbst für mich; sollt' ich nicht sein eigen seyn, mich ganz seinem Dienste weihn? Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt! Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz er⸗ blaßt! Undank für so her⸗ ben Schmerz, nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist ꝛc. 4 Der am Kreuz ist meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Ruh, Ge⸗ wissen! Er, die Liebe, Je⸗ sus ftarb ja auch für mich. Wer verdammt nun; Gott ist hier; Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz ist ꝛc 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, keines, keines Todes Grauen reißt von dir mich, Jesu Christ! Nicht Gewalt, nicht Gold, 118 Werke und Wohlthaten Gottes. Gold, nicht Ruhm! Engel nicht, kein Fürstenthum! Dir, dir will ich lebend trauen; sterbend dir! Dich werd' ich schauen! 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, o Tod! Du bist mein Freund! Wenn ich, wie ein Staub, verstiebe; wird mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau ich Gottes Sohn, ärnte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. Mel. In allen meinen Thaten 5 Welt, sieh hier 162 O dein Leben am Stamm des Kreuzes schwe⸗ ben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Herr der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldsvolle fühlt, was er am Leibe lei⸗ det, wie, bis er endlich scheidet, die Qual in seinen Adern wühlt. 3. Wer ist's, der dich ge⸗ schlagen, mein Heil, und diese Plage dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre Men⸗ schenkinder, und rein von aller Missethat. 4. Du gingest meinetwe⸗ gen dem Todeskampf entge⸗ gen mit wahrem Helden⸗ muth; du starbst, mir vom Verderden Errettung zu er⸗ werben, und littest Alles mir zu Gut. 5. Wie bin ich dir ver⸗ bunden, durch den ich Heil gefunden, zur tiefsten Dank⸗ barkeit! Dir sei mein gan⸗ zes Leben zum Opfer hin⸗ gegeben, dir, Jesu, Leib und Seel' geweiht! 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Au⸗ gen seyn, von meinen Chri⸗ stenpflichten mich täglich un⸗ terrichten, und mir zur Tu⸗ gend Kraft verleihn. 7. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höch— sten ehren, ihm gern gehor⸗ sam seyn; auch meine Brü⸗ der lieben, und, wenn sie mich betrüben, mit edlem Wohlthun sie erfreun. 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, dräun. Selbst Un⸗ recht will ich dulden, dem Nächsten seine Snie wie Erlösung. 119 wie du, von Herzen gern verzeihn. 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entsagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Und soll ich endlich sterben, so laß dein Reich mich erben, mich so getrost wie du, in deine Vaterhände den Geist an meinem Ende empfehlen zu der ew'gen Ruh. Mel. Befiehl du deine Wege * er du voll Blut 163 2 und Wunden für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den höchsten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben: mein Heil, wie dank ich dir! 2. Wie viel hast du erdul⸗ det, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschul⸗ det, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblöst von allem Reize, der Menschen wohl⸗ gefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott, dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 4. Wer kann dir nach⸗ empfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erret⸗ ten rangst? Die Last gehäuf⸗ ter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß fie dich drang zu klagen: Gott, wie ver⸗ läßt du mich! 5. Ach, diese Last und Mühe hab ich auch dir ge⸗ macht! O mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sie verschuldet hat und hilf mir aus Erbar⸗ men von meiner Missethat! 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht; wohin soll ich sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du hast mir durch dein Leiden zur Tugend Muth und Kraft, in Trüb⸗ sal, Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O gib an dieser Gnade auch mei⸗ nem Glauben Theil, und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil! ‚ 8. Soll ich, o Herr, einst schei⸗ 12⁰ scheiden, o so verlaß mich nicht; sei du in Todes⸗ leiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wir in dem Herzen seyn, so reiß mich aus den Aengsten§ Rrafi deiner Angst und Pein 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn, und mich im Geiste offen, Herr, deinen Him⸗ mel sehn! Mit heiligem Entzücken will ich dann Welaud vi nach dir, mein Heiland blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! ger Melodie 2 0 10 sieh ibn dul⸗ 16. 12467 ten sterben! O Reihe Seeler sag ihm frommen Dank! Sieh Aden, einz'gen Sohn dort sterben, weil Menschen⸗ liebe iön so heftig drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, getban, der so wie er, für Sünder ster⸗ ben kann? 2. Ja mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht sein ganzer Kampf, sein Kreuzestod; bestätigt ist nun seine Lehre: ich baue fest darauf in jeder Noih. Unschuldig litt er zwar: doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. Werke und Wohlthaten C Gottes. 3. Mich soll das Beispiel Jesu lehren, der frommen Rnschuld Lohn, sey Selig⸗- keit. Auch ich will Gott durch Tugend ehren, und willig thun, was sein Ge⸗ setz gebeut. Die Pflicht des Dankes dringt innig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenruh. 4. Nie will ich inich am Feinde rächen: auch dieß lehrt Jesu hohes Beispiel mich; in bange Klagen nie ausbrechen, verlör auch gleich mein Pfad im Dun⸗ keln sich. Durch Leiden ging zum Ziele Jesu hin; ich folge ihm, weil ich sein Schüler bin. 5. Was' fürcht ich noch des Todes Schrecken? Im Grabe schlief auch einst der Menschenfreund. Mag Erde meine Asche decken, wenn einst des Todes dunk⸗ le Nacht erscheint! Der Gott, der ihm das Leben wieder gab, ruft einst auch mich aus meinem dunkeln Grab. 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Ret⸗ ter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank ich dir mit reinem Triebe, wenn dich mein Geist unsterblich einst besingt. Dann stim⸗ men alle Sel'gen fröhlich ein; dann soll der ganze Himmel Zeuge seyn! Mel. Wer nur den lieben Gott 165 r starb, der größ⸗ 2 te Freund der Tugend, er starb von sei⸗ nem Volk verkannt, das nicht in ihm den Freund der Jugend, des Mannes und des Greises fand; in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. 2. Wie aber werden wir erkennen, daß wir den größ⸗ ten Menschenfreund nicht auch, wie einst sein Volk, verkennen, daß unser Herz es besser meint mit Jesu, dessen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? 3 Wenn seinem liebe⸗ vollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmer⸗ zen es nie von seinen Pflich⸗ ten weicht; wenn wir dem Feinde selbst verzeihn, und ihn mit Rath und Trost erfreun; 4. Wenn wir stets rei⸗ nen Herzens leben; wie Je⸗ sus uns der Tugend weihn, und unser eifrigstes Bestre⸗ ben nur das ist: Gott er⸗ geben seyn; und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jesus that: 5. Dann können wir den Trost uns geben, daß unser Herz ihn ehrt und liebt, und hoffen, daß nach diesem Leben Gott jene Seligkeit Erlösung. uns gibt, mit der er in der Ewigkeit den, der die Tu⸗ gend ehrt, erfreut. In voriger Melodie. 166 Do bester aller Menschenkin⸗ der, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel ausgelaßner Sünder! Aus allen Adern strömt dein Blut, und tiefer, nie ge⸗ fühlter Schmerz durchdrin⸗ get Glieder, Sinn und Herz. 2. Doch Sanftmuth ist in deinen Mienen, in dei⸗ ner Seele Zuversicht; du flehst: vergib, o Vater! ih⸗ nen; was sie jetzt thun, verstehn sie nicht! Und ru⸗ hig, bis dein Herz dir brach, trugst du des Kreuzes Qual und Schmach. 3. Dein hohes Beispiel soll mich lehren, das Un⸗ recht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören, Gekreuzigter, dann denk ich dein, wie du, ge⸗ martert und geschmäht, für deine Peiniger gefleht. 4. Wie sollt ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bist? Wie könnt' ich Einen noch betrüben, für den du littest, Jesu Christ ꝰ Wie nun nicht freudig Gu⸗ tes thun, und still in Got⸗ tes Willen ruhn? 5. Schreckt mich der Lohn der Uebertreter, und quält c die — —— ———————— — 12² Werke und Wohlthaten Gottes. die Schuld der Sünder mich; dann denk ich, göttlicher Vertreter, mit froher Zuver⸗ sicht an dich. Auch mir, auch mir hat dein Gebet Begna⸗ digung und Heil erfleht. Mel. Herzlich lieb hab ich dich 167 m Gnade für die Sünder⸗ welt rufst du, mein Heil, am Kreuz gequält von fre⸗ cher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem her⸗ ben Schmerz die Bösewich⸗ ter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ih⸗ nen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufst, daß es Erd und Him⸗ mel bört: vergib, o Gott, und führe nicht fie ins Ge⸗ richt: denn was sie thun, verstehn sie nicht. ö 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Ihr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Wertb, und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil er⸗ flebt. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh, Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ! gelobt seist du für deinen Tod! Goit ist durch dich noch unser Gott! 3. Daß Goti mit Lang⸗ muth und Geduld auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet, daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh' nach Ver⸗ dienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder nimmt Gott an; hast du durch dei⸗ nes Fürspruchs Kraft, mein treuer Heiland, mir ver⸗ schafft. O Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich, bis an den Tod! 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o dann verfichre mich auf's neu, du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geist blickt glaubens⸗ voll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrim⸗ schaft, so stärke mich mit neuer Kraft, Herr Jesu Ehrist! Der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften, liebevol⸗ len Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' em⸗ pfehle. Besänflige mein re⸗ ges Blut; und sanmnt. or⸗ Zornes wilde Glut niein Herz zur Rachbegierde an; o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Ge⸗ bet selbst deinen Mördern Gnad' erfleht! 6 Mich tröste dein Ver⸗ söhnungstod; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Dei⸗ nen Schutzpanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürbitt' ewig freun. Herr Jesu Ehrist! wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist. Mel. Wer nur den lieben Gott 2 Golgatha, zu 168 O deiuen Höhen erheb ich andachtsvoll mein Herz. Ich will den Heil'gen Gottes sehen in seines Opfertodes Schmerz; ich will für seine Todespein mein ganzes Leben ihm nur weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! Zwar leldet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt: doch seines Muths Erhabenheit Erlösung. 123 zeugt laut von seiner Gött⸗ lichkeit. 3. Er fleht für die, die ihn verkannten, mit himmlischer Gelassenheit; bemerkt die traurigen Verwandten, und sorgt für sie voll Zärtlich⸗ keit; spricht hohen Trost und Fried' und Ruh den kummervollen Seelen zu. 4. Stets eifrig, seines Vaters Willen, auch wenn er Leiden vor sich sah, durch Lehr' und Thaten zu erfül⸗ len, fühlt er sich nun dem Ziele nah, und Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. 5. Jetzt nähert sich die ernste Stunde, wo Mancher schon nicht Fassung hielt; doch seht, wie er mit Gott im Bunde, getrost ihm sei⸗ nen Geist empfiehlt, und unsrer Seelen hohen Werth durch dieses letzte Wort er⸗ klärt! 6. So stirbt denn Jesus, seine Lehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu seyn, und weder Schmerz noch Tod zu scheun. 7. Er stirbt, der Wohl⸗ thun ausgebreitet, ost Näch⸗ te im Gebet durchwacht, der Irrende zu Gott gelei⸗ tet, und Leidende gesund gemacht! So freudenvoll § 2 stirbt 12⁴ stirbt auch der Christ, dem Je sus Licht und Beispiel ist. 8. Schon viele tausend Fromme schieden, dir, Jesu, nach mit Freudigkeit, em⸗ pfanden jenen Seelenfrie⸗ den, den nur die Tugend uns verleiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn; so wird mein Tod, wie deiner, seyn. In voriger Melsodie. eht, Christen, 1 69 S sehet Jesum scheiden, wie er im Tode standhaft ist, wie nach den bangsten Erdenleiden sein Auge sich so ruhig schließt; und wißt, daß, wer die Tugendbahn stets wandelt, ruhig sterben kann! 2. Die Welt mit ihrer Lust verachten, des Reich⸗ thums eitlen Glanz ver⸗ schmähn, und Tugend über Alles achten, in jedem Tu⸗ gendkampf bestehen, das machte, daß auf Golgatha man Jesum ruhig sterben sah. 3. Des ewig guten Va⸗ ters Willen durch seine ganze Lebenszeit treu und ewissenhaft erfüllen, war esu größte Seligkeit. Ihn schreckte Grab und Zukunft nicht: denn Gott war seine Zuversicht. 4. Er liebte herzlich seine Brüder, selbst noch im letzten Augenblick: schalt nie, ward er gescholten, wieder; be⸗ Werke und Wohlthaten Gottes. förderte des Feindes Glück. Und diese Menschenfreund⸗ lichkeit gab sterbend ihm noch Heiterkeit. 5. Auf! laßt an Jesu To⸗ destage den Vorsatz lebhaft uns erneun: wir wollen unsre Lebenstage, wie Je⸗ sus, nur der Tugend weihn! Dann fstrahlt auch uns ein belles Licht, wenn sterbend unser Auge bricht. In voriger Melodie. Es ist vollbracht! 1 70 Eß ruft am Kreu⸗ ze des sterbenden Erlösers Mund. O Wort voll Troft und Leben, reize zur Freu⸗ de meines Herzens Grund! Das große Opfer ist ge⸗ schehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt, die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret sich, in Todte dringt ein neues Le⸗ ben, der Heil'gen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde kracht, der Welt Versöhnung ist voll⸗ bracht. Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewen⸗ det, der auf der Welt voll Sünder lag, und uns die Bahn durch's Todes Nacht zur frohen Ewigkeit ge⸗ macht. 4. Dank⸗ 5 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das 4. netzt Glaul die E Kreuz meine t, die onne 7 in 8 Le⸗ räber rhang der voll⸗ 5 Heil, r das Du wen⸗ voll die Tacht ge⸗ Jank⸗ 4. Dankvolle Thränen, netzt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Schuldschrift an dem Kreuze hanugen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Trost ge⸗ macht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun auch vollbringen, was wah⸗ re Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beß'rung ist voll⸗ bracht! 6. Du litist so viel zu meinem Leben. Wie sollt' ich nicht voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu er⸗ geben? Sollt' ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienst mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich, bei dir er⸗ gebnem Herzen, auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prü⸗ fung ausersehn; so laß die Hoffnung mich erfreun auch das wird einst geendigt seyn! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärke mich in solcher Last; laß mich den Trost auch ster⸗ bend schmecken, daß du ihn überwunden hast! So tret Erlösung. 12⁵ auch ich in's Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! In eigener Melodie⸗ 128 o schlummerst 171 du in stiller Ruh, der du für uns ge⸗ storben, uns am Kreuz in schwerer Müh' ew'ges Heil erworben! 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hält dich nun das Grab umgeben. 3. Doch, Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen; son⸗ dern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in sanf⸗ tem Frieden liegen, denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Ihr, die die Welt ge⸗ fesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich! ich hoff in Christo einst meines Leib's Erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und zu Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. F 3 8. So PSIPIII I IIPIIFIFIFPIFIFIFIFIFIFIIIIIIIIIIII. SSES, ———— —— 0 126 8. So fink ins Grab, mein Leib, hinab; ich will mich drum nicht kränkenz Jesu, an dein Grab will ich, mir zum Trost, ge⸗ denken. In voriger Melodie. m Kreuz erblaßt, 172A der Martern Last und Todesqualen nrüde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schützest mich, und über dich gehn aller Trüb⸗ sal Wetter; sterben woll⸗ test du für mich, einziger Erretter! 4. Du hast's gethan: dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll ge⸗ tröflen. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei ha— best hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwer⸗ ber meines Heils wird mirs einst erklären! 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie erstanden; leicht entschwingt Werke und Wohlthaten Gottes. der Lebensfürst sich des To⸗ des Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln, ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ist's mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich: erfor⸗ sche mich, und fiehe, wie ichs meine; ja du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit ver⸗ gessen! Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb er⸗ messen. Mel. Nun laßt uns den Leib 1282 ch endlich, Dul⸗ 1 713 A der, sindest du ein stilles Grab zu deiner Ruh, das nach der Noth, die dich gedrückt, mit sanf⸗ tem Schlummer dich er⸗ quickt! 2. Wohl dir, daß du ge⸗ funden hast, wo, nach des heißen Tages Last, dein Haupt du legtest, einmal nun von langer Arbeit aus⸗ zuruhn! 3. Nicht modernder Ver⸗ wesung Raub wird, Hei⸗ liger des Herrn, dein Staub. Aus dunkeln Todesnächten bricht bald deiner Auferste⸗ hung Licht. 4. O daß, wenn einst mein ew'ger Geist der Er⸗ denhülle sich entreißt, 920 i einer eoth, sanf⸗ er⸗ ge⸗ des dein mal aus⸗ Ver⸗ Hei⸗ aub. hten rste⸗ einst Er⸗ auch ich ich von edlen Thaten ruh! auch Ruh verdiene, Herr, wie du! Auferstehung Jesu. (Osterlieder.) Mel. Wer nur den lieben Gott 174 47 ihm, dem x Todesüber⸗ winder! Aus seiner Gruft geht er hervor. Als Retter der verlornen Sünder em⸗ pfängt ihn nun der Engel Chor, und aller Himmel Jubelton preist ihn, des großen Gottes Sohn. 2. Er hat des Grabes Ruh empfunden; doch kur⸗ zer Schlummer war sein Tod. Er hat gekämpft und überwunden; dahin ist alle seine Noth. Ihm, der das Felsengrab durchdrang, er⸗ schallt nun ein Triumph⸗ gesang. 3. Das segensreichste sei⸗ ner Werke, die Rettung einer Menschenwelt, voll⸗ endet ists mit Hottes Stär⸗ ke, die Nacht des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Evangelium steht fest zu sei⸗ nes Namens Ruhm. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt, und einst mit Macht aus seinem Stau⸗ be ihn zur Unsterblichkeit er⸗ hebt. Nun wird der Tod Erlösung. 12⁷ an Jesu Hand ihm Heimgang in ein beßres Land. 5. Ja, Christen, singt; er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Preisgesang! Entfesselt von der Sünde Banden, sei nun Gehor⸗ sam euer Dank! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein, ihm weiht eure Lebenszeit! 6. Ein Tag erscheint, er⸗ löste Brüder! Freut Euch, es ist ein Wonnetag! Dann kommt der Herr von nenem wieder, und Engelheere fol⸗ gen nach. Dann dringet auch in euer Grab des Tod⸗ tenweckers Ruf hinab. 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn, und, mit des Himmels Glanz um⸗ geben, getrost zum Richter⸗ stuhle gehn, dann wird euch der erstandne Held ein Füh⸗ rer in der beßern Welt. Mel. Jesus, meine Zuversicht 1 Sesus lebt, mit 75— ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Lichtz dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig Leben. Gott erfüllt, was was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, lästert ihn und Goltes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sün⸗ der sich bekehre, Gott ver⸗ stößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuversicht. 4, Jesus lebt: sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Her⸗ zens will ich seyn, und den Lüsten widerstreben. Er ver⸗ läßt den Schwachen nicht, diesl ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin ge⸗ wiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herr⸗ lichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläu⸗ big zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Mel. Vom Himmel kam der 176 Di bet ich an, er⸗ andner Held, Erretter einer Sürdenielt du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahr⸗ heit, Heil und Majestät. Werke und Wohlthaten Gottes. Ich nahe mich voll Zuver⸗ sicht zu dir; denn du ver⸗ wirfst mich nicht. Herr, meine Seele preiset dich! Erlöst, erlöset hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wie⸗ der nahmst. 4. Wer ist's, der mich ver⸗ dammen kann? Ich glaub' an dich und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Le⸗ ben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sei der Schauplatz meiner Huld und Treu'! Wir sehen deine Huld und Treu' auf deiner Erde täg⸗ lich neu. 7. Zwar trifft noch man⸗ cher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir! Doch du regierst, und wir sind dein, und, Herr, wir werdens ewig seyn. 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrock⸗ nem Aug' hinab. 9. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach die⸗ dieser verklä das u 10. Seele ziehst, mich traun lender wund Unste im C der den dieser Zeit! Dort findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 10. Der du für unsre Seele wachst, sie zu dir ziehst, und selig machst laß mich mit freudigem Ver⸗ traun im Tod auf dich, Vol⸗ lender, schaun. Mel. Wer nur den lieben Gott 177 uf, meine Seele auf zur Freude! denn dein Erretter, Jesus, lebt, der dich nach über⸗ wund'nem Leide einst zur Unsterblichkeit erhebt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstan⸗ den ist! 2 Denk lebend ihn, wenn dich die Suͤnde mit der Ver⸗ suchung überfällt. Er lehrte dich die stärksten Gründe, sie zu besiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 3. Denk ihn im Leben, wenn die Bürde des Stan⸗ des und Berufs dich drückt, denn, wer sie trägt, wird einst mit Würde zum Lohne seines Kampfs geschmückt. Halt im Gedächtniß Jesum Cbrist, der von dem Tod erstanden ist! 4. Fühlst du die Schmer⸗ zen harter Leiden, denk, wie's dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist Erlösuͤng. 12 voll Freuden, die er von Gott zum Lohn empfing. Halt im Gedächtniß Jesum Ehrist, der von dem Tod erstanden ist! 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk' ihn, den Sieger, der erstand, im Tode stärke deine Seele mit Hinblick in das beßre Land. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 6. Du weinst beim Gra⸗ be deiner Lieben, wie Jesu Schüler ihn beweint; doch, wie sie nicht verlassen blei⸗ ben, wird auch mit dir dein Freund vereint. Halt im Ge⸗ dächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueber⸗ winders Jesu Christ! Folg' ihm, so wird er dir auch ge⸗ ben die Stärkung, die dir nöthig ist. Halt im Ge⸗ dächtniß Jesum Ehrist, der von dem Tod erstanden ist! Mel. Christ lag in Todesbanden 1 7 8² ringt Preis und + Ruhm dem Hei⸗ land dar! Frohlockt ihm alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Sei ge⸗ lobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und siegreich auferstanden! Hal⸗ leluja! § 5 2. Dein 130⁰ 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann nun, da dich Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung hast ans Licht gebracht, den Himmel hast geöffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahr⸗ heit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Dei⸗ nes Todes hohen Werth hat er aufs herrlichste erklärt, da er dich auferwecket. Hal⸗ leluja! 4. Erstandner, ich froh⸗ locke dir; mein ist dein Sieg und Leben! ODu lebst und herrschest, um auch mir ein ew'ges Heil zu geben, mei⸗ ner Seele Trost zu seyn, zur Tugend Kraft mir zu verleihn, und mich zu Gott zu führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Heil, hilf mir dazu, befreie mich, von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruh' im Frieden mit Goͤtt finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott, er⸗ geben, bier als dein Erlö⸗ ster wandle! Halleluja! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Ver⸗ storbne zu erwecken. Du rufst einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr Werke und Wohlthaten Gottes. decken. Wie du auferstan⸗ den bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 7. O laß, so lang ich hier noch bin, mich treu im Glau⸗ ben wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn recht⸗ schaffen seyn und handeln, daß ich, wenn ich aufersteh, und dich, der Menschen Richter seh, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! 8. Da, wo du bist, soll auch dein Freund, mit Herr⸗ lichkeit umgeben, mit al⸗ len Seligen vereint, durch Ewigkeiten leben. Laß dieß Hel mein Erbe seyn, so werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden! Hal⸗ leluja! Mel. Jesus meine Freude 179 As des Grabes Banden ist der Herr erstanden, er, des Höchsten Sohn. Jesus hat gesieget; Alles, Alles lieget unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind un⸗ srer Seligkeit bezwungen: Lob sei ihm gesungen! 2. O wie hoch erhoben, lebt nun Jesus oben in der Herrlichkeit! Seiner Herr⸗ scherehre jauchzen Engelchö⸗ re, ihm zum Dienst bereit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwen⸗ den alle Macht in Händen. 3. Freu Erlosung. 3. Freu dich deß, o Seele, bring ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichren Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhren Leben er dich einst erheben! 4. Eitelkeit der Erde, flieh von mir! ich werde nie dein Sklav, o Welt! Unter allen Gaben, wünsch ich nichts zu haben, als was Gott gefällt. Mich erquickt, wenn Noth mich drückt, dort nach über⸗ standnen Leiden, Goit mit seinen Freuden. 5. Sterb' ich, meine See⸗ le, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht ich hier doch mehr nach ihr, als nach al⸗ len eitlen Dingen dieser Er⸗ de ringen! 6. O der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt!q Hilf du mir, daß ich bei dir einst in steter Wonne lebe, und dich froh erhebe! Mel. Vom Himmel kam der 180 Ecelt dich, mein Golst, erfreut des hohen Tags der Herr⸗ lichkeit: halt im Gedächiniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Frie⸗ de sei mit dir! O freue dich, mein Geist, in mir! 3. Schau über dich, und bet ihn an: er mißt den Sternen ihre Bahn: er lebt und herrscht mit Gott ver⸗ eint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Ho⸗ heit immerdar dem, der da ist, und der da war! Sein Name sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube der das Herz erhöht, was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der ver⸗ gleicht, die ich durch Got⸗ tes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron in seinem Reich, unsterblich heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn! Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr! Lieb' und Ver⸗ wundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich, Herr, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in dem Himmel thronstz ich soll da wohnen, wo du wohnst! Und du erfüllst einst mein F 6 Ver⸗ 132 Werke und Wohlthaten Gottes. Vertraun, im höhern Lichte dich zu schann! 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, er⸗ weckt Aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit! 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wird auch auf⸗ erstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, da⸗ mit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu! 13. Er ists, der Alles in uns schafft: sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Mel. Was Gott thut, das ist 181 roblockt ihr Chri⸗ sten, Jesus lebt! Lobsingt dem Ueberwinder! O betet an; erhebt, er⸗ hebt den Retter aller Sün⸗ der! Er starb für sie; er starb für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle seine Brüder! 2. Er lebt, er lebt! O weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Ihn preise jeder Festgesang, und jedes Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tausend Seligkeiten uns Ar⸗ men zu bereiten! 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit; er starb von Frevlerhänden! Wo wal⸗ tet hier Gerechtigkeit? Wie konnt' er hier schon enden? O Christen jauchzt! Er ist erhöht! Er drang durch To⸗ desnächte an seines Vaters Rechte. 4. Besiegt ist seiner Fein⸗ de Macht, und er mit Ruhm gekrönet. Er hat sein gro⸗ ßes Werk vollbracht, und uns mit Gott versöhnet. Wer an ihn glaubt, wird selig seyn. O laßt euch die⸗ sen Glauben durch keine Leiden rauben! 5. Schaut hin zu seiner Herrlichkeit, und lernt als Helden leiden! Schaut hin! Die Leiden dieser Zeit sind Keime hoher Freuden. Seid unverzagt! Seid hoffnungs⸗ voll! Nach wenig bangen Stunden ist Alles überwun⸗ den. 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er. O sanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag da⸗ ber; dann stehn wir auf im Frieden. O Tag des—15 S Sn . * ö ö O Tag des Heils! Gern wollen wir nun sterben; wir wissen, was wir erben. 7. Erstandner, gib nur daß wir hier auf deinen Pfaden wandeln, und stets mit reinster Dankbegier als Kinder Gottes handeln! Unsterblich seyn, unsterblich seyn, und einst dir näher kommen; o welch ein Lohn der Frommen! Mel. Erschienen ist ber berrlich 182 E· ist erstanden Jesus Christ, der unser Trost und Helfer ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! 2. Er hat erfuͤllt, was er verhieß, eh' er für uns sein Leben ließ. Drei Tage sol⸗ len nicht vergehn, so wer⸗ det ihr mich wieder sehn. Er hats erfüllt. 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, selig seyn mit mir. Ich komme, meine Stimme ruft auch euch, ibr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wird's erfüllen, Je⸗ sus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist! Er weckt auch mich; und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit 5. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine Erlösung. 133 frommen Freunde zu. Er⸗ wachen werden wir zugleich, uns wieder sehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 6. Wie sollt' ich, Herr, den Tod noch scheun? Nein, fromm will ich mich seiner freun; dich preisen noch an meiner Gruft, wenn lieb⸗ reich deine Stimme ruft: Entschlafe nun! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu, und treu in meinem Wandel sei! So komm ich nicht in dein Ge⸗ richt, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 8. Herr, rufe mich, wenn dirs gefällt, von dieser un⸗ vollkommnen Welt, und füh⸗ re mich an deiner Hand einst in das beßre Vaterland! Preis ewig dir! Mel. Kommt, kommt dem Herrn 183 Losa meine Seele, dem Welterlöser, bet“ ihn an! Lobsing ihm und erzähle, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich ge⸗ rungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht be⸗ zwungen, und seiner Schrek⸗ ken Heer. Du darfst nun nicht mehr beben; sein Sieg hat dich befreit. Dein ist unsterblich's Leben, dein, Gottes Seligkeit. 2. Froh führte Gottes Sonne den festlich hohen F 7 Tag 134 Werke und Wohlthaten Goftes. Tag herauf. Da stand, be⸗ lohnt mit Wonne, nach kur⸗ zem Schlaf mein Jesus auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der in Leiden mein Herz mit Trost belebt, der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund er⸗ bebet: die Hüter fliehn; das Grab ist leer. Der todt war, Jesus lebet, und geht vor seinen Freunden her! Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist belehrt: die Götzen⸗ tempel liegen: der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ Ihn bet' ich an im Staube, ihn der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 7 Todesthal 1 84 Webinanf zu Gott erhebt sich mein Gesang, dem Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. 2. Die Sonn in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht und herrlicher er⸗ wacht. 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe stieg; hinauf bis zu dem Sternenzelt erschallete sein Sieg. 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub, der sich dem Grab entschwang! Er ist nicht mehr des Todes Raubz; Erlöste, singt ihm Dank! 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus sei⸗ ner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Un⸗ sterblichkeit, im Tode Trost und Ruh, und Hoffnung ho⸗ her Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz erhöht: wir werden aufer⸗ stehn;; auf Hoffnung in das Grab gesät, um schöner auf⸗ zugehn. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich flärkt zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! 9 O Auferstehungsfest, du bist des beßren Lebens Pfand! Dich feire dankbar jeder 53„ Erlösung. jedet Christ, der deinen im Glauben; dort find ich sie Trost empfand. selbst bei dir. Dort belohnst 6— amdurchm Oen er A./„U Va Gläubigen dur Schau'n, Christi Hiugang 55 4 und verwandelst ihre Leiden ter und Verherrlichung. in unendlich große Freuden. ů ů 5. Dort bereit auch mir (Himmelfahrtolieder) die Statte in des Vauers Mel. Freu' dich sehr, o meine Hause zul Rufst du frühe, 185 err, du fährst oder späte mich zu meines mit Glanz und Grabes Ruh, so erleuchte Freuden aüuf zu deiner Herr⸗ du die Nacht, die des Todes lichteit: doch mich drücken Thal mir macht: Du haft noch die Leiden dieses Le⸗ ja den Tod bezwungen, und bens, dieser Zeit. Gib mir, den Sieg für uns errungen. Jesu, Muth und Kraft, daß 6. Kommst du endlich Ich meine Pilgerschaft so in glorreich wieder an dem dir zurücke lege, daß ich stets Ende dieser Zeit„ o so dein bleiben möge! fammle meine Glieder aus 2. Laß mir deinen Geist dem Staub zur Herrlich⸗ zurücke, dir mein ganzes keit! Heil'ge und verklär' Herz zu weihn! Wenn ich sie ganz, daß der Leib in nach dem Himmel blicke, laß Himmelsglanz frei von die⸗ mich seinen Trost erfreun! sem Staub und Erde, ähn⸗ Steigt mein Fleh'n zu dir lich deinem Leibe werde! hinauf, helf er meiner Schwachheit auf„und du Mel. Es ist das Heil uns selber wollst im Beten bei 186⁰⁰˙ das Voll⸗ dem Vater mich vertreten! endungsfest 3. Lehre mich die Welt uns heut in beil'gen Freuden verachten, und was in ihr feiern: froh schauen über Eitles ist, und nach dem, was Welt und Zeit, und das Ge⸗ dort ist, trachten wo du, lübd! erneuern: Gott und mein Erlöser, bist! Wollust, der Tugend treu zu sehn, treu Ehrsucht und Gewinn soll auch in Trübsal, Schmach mich nicht zur Erde ziehn, und Pein, wie Jesus, zu da ich jenseits überm Grabe vollenden!** eine größre Hoffnung habe. 2. Er kam zu uns, von 4. Diese müsse nichts mir Gott gesandt, und heiligte rauben; du erwarbst sie die Erde, daß sie der Ein⸗ theuer mir! ZJetzo seh ich sie tracht stilles Land, ein Sitz der —— — ———— der Tugend werde. Nach seinem Beispiel sollen wir uns alle bilden, Alle hier, daß wir zum Vater kommen. 3. Zum Vater! O wir kennen ihn: um ähnlich ihm zu werden, folgt Jesu; denn in ihm erschien sein Ebenbild auf Erden. Sein Gruß war Friede, sein Gebot nur Lieb' und Tugend, bis zum Tod war That auch seine Lehre. 4. Wie groß, wie edel durch sein Herz, wie treu der hohen Sendung, wie herrlich unter Spott und Schmerz, rang er sich zur Vollendung! Die Krone ward ihm dargereicht. Nun macht sein Sieg den Kampf uns leicht, sein Lohn, die Zukunft heiter. 5. Zerstörend war der Sünde Macht; er hat sie überwunden. Wir bebten vor des Grabes Nacht; sie ist durch ihn verschwunden. Seitdem er sich dem Grab entschwang, ist uns der Tod nur Uebergang zu einem beßren Leben. 6. Er schwang zum Him⸗ mel sich hinauf, die Stätt' uns zu bereiten. Zum Him⸗ mel geht nun unser Lauf; zu ew'gen Seligkeiten So hoch, so hoch steht unser Ziel! Der schönen Woh⸗ nungen sind viel in seines Vaters Hause. 7. Wie sinkt das Schat⸗ Werke und Wohlthaten Gottes. tenwerk der Zeit! Wer kann noch darnach streben? Wer ruhn im Schoos der Sinnlichkeit? dem Laster sich ergeben? Die Zeit ist rasch, oft schwer der Lauf; schaut, Christen, schaut zum Ziel hinauf, und eilet zu vollenden. 8. Ein Himmel wird schon unsre Welt, wenn wir ein⸗ ander lieben, mit Freuden thun, was Gott gefällt, treu unsre Kräfte üben. Dann führ' ans Grab uns die Natur; aus einem Him⸗ mel gehn wir nur in einen schönern Himmel. Mel. Herr, wir singen 1 860ue aller Him⸗ mel Heere er⸗ bobst du mich in Sieg und Ehre, du Geber der Un⸗ sterblichkeit“ Engel singen Freudenlieder, und alle die erlösten Brüder verehren deine Herrlichkeit. Du, du bist Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron seiner Ehre! Wir stehn von fern, freun uns des Herrn, vertraun und dienen ihm nun gern. 2. Der du, deines Va⸗ ters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warst bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir deine Welt zum Lohne; dich nennt dein Volk nun nun Herr und Gott! Er⸗ höhter Gottes Sohn, wie herrlich ist dein Lohn nach dem Siege! Wir folgen dir mit Freuden hier; einst loh⸗ net Gott auch uns, wie dir. 3. Deine trauernden Er⸗ lösten im Kampf zu stärken und zu trösten, gabst du vom Himmel deinen Geist. Gib auch uns in unsern Lei⸗ den den Geist des Trostes und der Freuden, den uns dein treues Wort verheißt! Er zieh uns in dein Reich, mach unser Herz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst voran; wir sehn die Bahn, die uns zum Himmel füh⸗ ren kann 4. Uns die Stätte zu be⸗ reiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herr⸗ lich wirst du wiederkommen; dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf ins Vaterland. Durch dei⸗ nen Mittlertod find wir ver⸗ söhnt mit Gott. Wo du le⸗ best und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir le⸗ ben für und für. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wieder sehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird seyn kein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des höhren Lebens, dann schaun wir dich nicht mehr Erlösung. 137 von fern: dann sehn wir, hocherfreut, ganz deine Herr⸗ lichkeit, Welterlöser; dann führest du der Wonn' uns zu, dort in des Himmels ew'ger Ruh. Mel. Vom Himmel kam der 187 Al Jesu Jün⸗ ger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu sei⸗ nem Reich. Er triumphirt! Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm'!l 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott ver⸗ föhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Him⸗ mel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit, ihm dienen selbst die Seraphim. Lobfin⸗ get ihm mit boher Stimm'! 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schützet seine Chri⸗ stenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 6. Ja, Heiland, wir er⸗ heben dich; und unsre Her⸗ zen freuen sich der Herrlich⸗ keit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl 138 7. Wohl nun auch uns, denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unsrer hülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk' uns in unsrer Prüfungszeit, nur Werke und Wohlthaten Gottes. dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. 9. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Men⸗ schenfreund, erfreun; dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heilig⸗ thum. Heiligung des Menschen durch den Geist Gottes. (Pfingstlieder.) Mel. Vom Himmel hoch, da 188 Acetung sei dir, Gott gebracht! Du hast uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuch⸗ tet und geheiligt ist! 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Götzendienst erfüllt; da kam vor deinem Angesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sicht⸗ barlich. In fremden Spra⸗ chen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten kund. 4. Von ihm gestärkt gehn sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn Vom Aufgang bis zum Nieder⸗ gang wird Alles Licht und Lobgesang. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie sie⸗ gen stark durch ihn, o Gott! Ihr Schutz ist Jesus, und ihr Ruhm sein theures Evan⸗ gelium. 6. Und ihrer Predigt fro⸗ her Schall erfüllt den Erd⸗ kreis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Segen fort: noch siegt, o Ewiger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, mach uns von Sünd' und Irrthum frei; dein Geist treib uns zum Guten an, und leit⸗ uns auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun, und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherr⸗ licht sehn. In zott! und van⸗ fro⸗ Erd⸗ iugendhaft; In eigener Melodie. 189 un bitten wir den heilgen Geist, welchen Jesus Chri⸗ sius uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lehre, alle, die im Irr⸗ thum find, bekehre. Erbarm dich, Herr! 2. Du Geist der Weis⸗ heit und der Kraft, mach uns durch dein Wort auch hilf uns fest ihm glaͤuben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Vaterland! Er⸗ barm dich, Herr! 4. Du Geist der Lieb und Einigkeit, mach uns alle⸗ sammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihn, Nie⸗ mand gern betrüben! Er⸗ barm dich, Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab noch Tod, laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach uns frei von allen Plagen! Erbarm dich, Herr! Mel. Kommt her zu mir, spricht 190 ollendet hatte Gottes Sohn, sein großes Werk auf Erden schon: und seine Jünger zagten. Doch Gottes Geist gab ihnen Muth, daß sie Heiligung. 139 bald Alles, Gut und Blut, für Jesu Lehre wagten. 5. Da that der Ungelehr⸗ ten Mund des Welterlösers Thaten kund, die Völker zu bekehren. Der Heiden Tem⸗ pel wurde leer; es stürzte jenes Götzenheer von seinen Prunkaltären. 3. Umsonst, umsonst, em⸗ pörten sich selbst Fürsten, Zesu, wider dich, und töd⸗ teten die Jünger. Unüber⸗ windlich war ihr Muthz und schwiegen sie, so sprach ihr Blut, und zeugte neue Jünger. 4. Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Grenzen fort; der Irr⸗ thum wich dem Lichte. Die Völker wurden menschlicher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angesichte. 5. Auch wir begehen, o Gott, dieß Fest, das deine Huld uns feuern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, glücklicher, und, helf uns Gott! auch heiliger, durch deines Soh⸗ nes Lehre. In eigener Melodie. 191 omm, o komm, du Geist des Lebens! Hilf uns Schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens bier in unserm Pilgerlauf IHelt ei 140 Heil, das Gottes Rath für uns ausersehen hat. 2. Gib in unfer aller See⸗ len wahre Weisheit, helles Licht, daß wir uns zur Richtschnur wählen Jesu Wort und Unterricht! Stehe du uns kräftig bei, und mach uns von Irrthum frei! 3. Zeig uns selbst die rech⸗ ten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was daran uns hindern kann! Wirke Reue nach der That, wenn der Fuß gestrauchelt hat! Loaß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Trübsal find't! Lehr uns, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten kindlich und mit Freudigkeit, nur nach sei⸗ nem Willen beten, und ver⸗ tritt uns alle Zeit; so wird unser Flehn erhört; und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach, mein Gott! mein Gott! wie lan⸗ ge! o so wende unser Leid! Sprich der Seele tröstend zu, gib mir Muth, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Werke und Wohlthaten Gottes. Gute schafft, fördre in uns deine Werke, und im Kam⸗ pfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns dringt, daß uns dann der Sieg ge⸗ lingt. 8. Herr, bewahr uns un⸗ sern Glauben, daß Verfol⸗ gung, Schmach und Spott niemals ihn uns möge rau⸗ ben! Du bist unser Schutz, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd: nein! laß dein Wort gewisser seyn! 9. Wenn wir endlich sol⸗ len sterben, o so steh mit Trost uns bei: gib, daß uns als Gottes Erben, jene Herr⸗ lichkeit erfreu, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 106 heil'ger Geist, 192 O kehr? bei uns ein, und laß uns deine Woh⸗ nung seyn, du Beistand uns⸗ rer Seelen! Erleucht' uns durch dein göttlich Licht, ent⸗ zieh' uns deine Hülfe nicht, und zeig' uns, was wir feh⸗ len! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubig vor den Vater treten. 2. Du Quell, woraus die Wahrheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenk aus deiner Fülle, uns so viel Einsicht und Verstand, daß heilsam von uns werd er⸗ kannt kannt des Höchsten gnäd'ger Wille! Ja, gib den Trieb unsern Seelen, nur zu wäh⸗ len und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath, und führ uns auf den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wissen! Verleih uns Willigkeit, daß wir dir treulich folgen, wenn wir hier auch darum leiden müssen. Drückt Last uns faft muthlos nieder, laß uns wie⸗ der Trost empsinden, und die Trübsal überwinden. 4. Stärk uns durch dei⸗ ner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leiden⸗ schaft, darüber Herr zu wer⸗ den! Und sind wir wo dem Falle nah, so sei mit deiner Hülfe da, erheb uns von der Erden! Neue Treue gib uns Schwachen; da kannst ma⸗ chen, daß wir siegen, und im Kampf nicht unterliegen. 5 Erhalte bei uns immer⸗ fort den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müss' uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Herzens⸗ grund mit Thaten, so wie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Jesum Chri⸗ stum ohne' Aufhören recht zu ehren, mach uns tüchtig⸗ uud fein Heil uns werth und wichtig! 6. Hilf, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre Heiligung. 141 Lebenszeit; du kannst uns dazu stärken. Es bleibe uns stets unbewußt die Eitelkeit, die Sinnenlust, mit ihren bösen Werken! Vater, Va⸗ ter, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir gut und selig werden! Mel. Gott des Himmels und 1 93 eilger Geist, von 49 Gott gegeben, komm, erleucht' und heil' ge mich! Weise, fromm und gut zu leben: dies vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu', mich zu bessern, in mir neu! 2. Ach, ich irr' in Finster⸗ nissen, Geist der Wahrheit, ohne dich; von Betzierden hingerissen, täuscht die trunk⸗ ne Seele sich, suchet Ruh' und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Him⸗ mel streben, der den Lohn mir aufbehält, hilf mir Gott und Jesum leben, nicht den Lüsten dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, hei⸗ lig, wie mein Heiland, seyn! 4. Leite du mich auf dem Pfade de ines Lichts zum Le⸗ ben hin; und mich stärke deine Gnade, wenn ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag! 5. Gib zu jedem guten Werke meiner Seele Kraft und ͥD —. 14² und Lust und im Kampfe flöße Stärke mir in meine schwache Brust; gib mir Trost in jeder Nolh; hilf mir treu seyn bis zum Tod! 6. Sei mein Beistand, wenn ich sterbe; zeige mei⸗ nem Geist von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, end ich froh die Pilgerschaft. Mel. Mein Gott, das Herz icht um ein flüch⸗ 94N tig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, Herr, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehre mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Bich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zu⸗ friedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Vertrauen hab ich dann zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freu⸗ dige Bewußtseyn mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite Wahrheit hin, zur Tugend stärk er mich, und zeige, wenn ich traurig bin auch mir als Tröster sich! 6. Er schaff in mir ein mich zur Werke und Wohlthaten Gottes. reines Herz, voll Dank für deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld! Mel. Freu dich sehr, o meine ö zeist vom Vater 9⁵ G und vom Soh⸗ ne, der du unser Tröster bist, und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden! 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir seyn; wann ich bange Zweifel hege, deine Wahr⸗ beit mich erfreun! Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlseyn hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Va⸗ ter liebe, daß mir nichts fo wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn! Seinen Na⸗ men zu erhöhn, seinen Wil⸗ len zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen! 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab ich irgend mich verirrt, o so rühre du mein Herz, 10 i GCH S 8 — ich unter Reuꝰ und Schmerz mich vor Gott darüber beu⸗ ge, und mein Herz zur Beß⸗ rung neige! 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hin⸗ zutreten; gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf mei⸗ nen Mittler, schau, und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad' um Gnad! auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen! 6. Stehe mir in allen Lei⸗ den stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Füh⸗ rung folgsam sei! Gib mir ein gelaßnes Herz: laß mich selbst im Todesschmerz, bis zum frohen Ueberwinden, deines Geistes Trost em⸗ psinden! Mel. Wer nur den lieben Gott 196 O großer Gott, du reines We⸗ sen, du hast nur reine Her⸗ zen dir zu deiner Wohnung auserlesen: ach, schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüsten sei! 2. Laß, guter Vater, mein Gemüthe der steten Besserung sich weihn; dein Geist vermehr des Herzens Güte, so werd ich Jesu Schüler seyn. Dann fühl ich hier schon in der Zeit Heiligung. 143 der Tugend Werth und Se⸗ ligkeit. 3. Dein guter Geist, o Gott, regiere mein ganzes Herz, und stehe mir in mei⸗ ner Schwachheit bei, und führe mich von der Eitel⸗ keit zu dir! Gib einen Geist, der dir getreu und willig zu gehorchen sei! 4. Entziehemir Schwa⸗ chen, wenn ich fehle nur deine Vaterliebe nicht, und gib, damit ich Gutes wähle mir deines Geistes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich fest bestehn, um einst zum Himmel einzugehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist des Glaubens nie von mir und stärke mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Seligkeit! Mel. Freu' dich sehr, o meine 0 er du uns als 19 7 D Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten giebest, ja uns um ihn bit⸗ ten heißt: demuthsvoll fleh ich zur dir, Vater send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen, Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz 1⁴⁴ Werke und Wohlthaten Gottes. Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt ge⸗ weiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gefinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit ächter Treu' meinen Gott und Heern dich nen⸗ nen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre! 4. Ew'ge Quelle heil'ger Güte, hochgelobter Gottes⸗ geist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Goties Prei⸗ se heilig und zum Himmel weise! 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit ge⸗ trostem Muth seiner Vater⸗ huld mich freu, und mit wah⸗ rer Kindestreu' stets vor sei⸗ nen Augen wandle und recht⸗ schaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Feh⸗ ler sehn, sie voll Demuth Gott bekennen, und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu', sie zu bessern in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick mei⸗ ner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug' in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende! Das Wort Gottes Mel. Wer nur den lieben Gott ligion, von Gott 1 98 Racgeben,e wwig meinem Herzen werth! Wie dunkel ist der Weg durchs K⸗ * Heiligung. Leben dem, der dein himm⸗ lisch Licht entbehrt! Nur du, du fuͤhrst an sichrer Hand den Pilger hin ins beßré Land. 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schoͤpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nen⸗ nen, darf sicher sein, daß er mich hoͤrt. Du rufst mir zu: dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Willen thut. 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? schaͤrfet meines Gelstes Blick zur hellen Einsicht meiner Pflichten, und schreckt vom Boͤsen mich zuruͤck? Du staͤr⸗ kest den Gewissenstrieb, und machst mir Recht und Tu⸗ gend lieb. 4. Du leitest mich auf al⸗ len Wegen; du zeigest mir das hoͤchste Gut; du machst mir jedes Gluͤck zum Segen und gibst im Ungtuͤck frohen Muth. Wo nichts, sonst nichts mich troͤsten kann, da hebt dein wahrer Trost erst an. 5. Du gibst dem Geiste suͤ⸗ ßen Frieden, erheiterst mild den truͤben Sinn, reichst dem Belasteten und Muͤden den sichern Stab der Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. 6. Du lehrst mich glau⸗ lieben, hoffen, ben, ver⸗ Wer · 14⁵5 kuͤndigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht: du, du bist meine Zuversicht. 7. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab, und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg ins Todes⸗ thal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sei: Dank fuͤr dich, Religion! Mel. Nun danket alle Gott on Herzen preisꝰ 199 V ich dich, Gott, fuͤr der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dank⸗ barkeit verehre. Sie ist das Gluͤck der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Klei⸗ nod, Trost und Licht bis in die Ewigkrit. 2. Zum Licht in dem du wohnst, kann die Vernunft nicht dringen; mit Zweifeln und mit Wahn muͤßt ich voll Unruh ringen, haͤtt' ich dein goͤttlich Wort, den klaren Unterricht von dir und dei⸗⸗ nem Sohn und meiner Soe le, nicht. 3. Wie kraͤftig ist dein Wort! Gott vielen tausend Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit boͤsen Luͤsten. Sie bessert sanft das Herz, staͤrkt mich zu meiner Pflicht, ist in Gefahr G mein 146 mein Schutz, in Finsterniß mein Licht. 4. Der Fromme wird ge⸗ staͤrkt, der Suͤnder tief er⸗ schuͤttert, der Zweifler wird beschaͤmt, des Spötters Seele zittert; es troͤstet sich am Grab der Seinigen der Christ, wenn er vom Wie⸗ dersehen im bessern Leben liest. 5. Hier lernt der Weiseste der wahren Weisheit Schaͤz⸗ ze; hier faßt der Bloödeste die goͤttlichen Gesetze; hier findet jeder Stand fuͤr jede Lebenspflicht in allen Faͤllen Rath und hbellen Unterricht. 6. Wer fuͤhlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Staͤrke! Wer nicht des Glaubens Kraft, und Trieb zum guten Werke, der mit dem lautern Wunsch nach Licht und Fröͤmmigkeit, mit Ehrfurcht und Gebet der Schrift die Andacht weiht! 7. So kann kein and'res Buch die Größe Gottes preisen, so faßlich ruͤhrend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch keine Red⸗ nerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 8. Bei diesem Unterricht laß deinen Geist mich ruͤh⸗ ren, und seine Gotteskraft an meinem Herzen spuͤren! Wer deinen Lehren folgt, fuͤhlt ihre Goͤttlichkeit; sie Werke und Wohlthaten Gottes. geben Licht und Trost, im Tode Freudigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 200 ᷓ ein Wort, 0 “ Höchster, ist vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Suͤnder, wie dem From⸗ men, zum Leben sichern Un⸗ terricht. O selig, wer es achtsam hoͤrt, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsren Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß, ver⸗ kuͤndigt Gnade, Heil und Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Hoͤchster, was du bist, und was dir wohlgefaͤllig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie viel du⸗denen gibst, die dein Gebot mit Freuden uͤben, uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und truͤget nicht. 4. Gott, deine Trostun⸗ gen sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Gild; ein Schatz, weit kost⸗ licher und groͤßer, als alle Schaätze dieser Welt. Wer gern thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Lust betrachten die Wahr⸗ heit, die dein lehrt wie du so väterlich Wort mich im und auf des ver⸗ und unser uns, und rweckt und gibst, euden terlich darin bleibt nicht. östun⸗ mehr als kost alle Wer Wort lehrt! Laß mich auf das⸗ gehorsam achten, was deim Beschl von mir begehrt; so fliesen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. Mel. Liebster Jesu, wir sind 261 V err, mein Licht! 2 erleuchte mich, daß ich mich und dich erken⸗ ne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, rich⸗ tig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich fuͤhret und mir, deinem Kind ge⸗ bühret! 3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam seyn, den er⸗ kannten Weg zu gehen! Denn sonst wuͤrd' ich bei dem Wissen doppelt Strafe leiden muͤssen. Gib, daß ich, den Un⸗ terricht deines Wortes treu bewahre, daͤß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden! 5. Hilf, daß sich von Zeit Heiligung. zu zeit meine Kenntnisse vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimniß⸗ vollen Lehren, laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen! 6. Laß mich, Herr, in dei⸗ nem Licht immer ruͤhrender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glüͤcklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet, und die Lust der Welt verachtet! 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemaͤß zu handeln, und vor dir ge⸗ wissenhaft, als dein treues Kind, zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. Mel. O Gott, du frommer Gott 202 Doll dein ver⸗ derbtes Herz zur Heiligung genesen, Christ, so versaͤume nicht, das Wort des Herrn zu le⸗ sen; bedenke, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthaͤlt. 2. Merk' auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen haͤttez merk' auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel red'te! So lies, mit Ehr⸗ furcht lies, mit Lust und mit Vertrau'n, und mit dem Gott frommen Ernst, in dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: o Gott, G 2 vor —— DD S 1⁴⁸ vor dem ich meine Haͤnde fal⸗ te, gib, daß ich dein Gebot fuͤr dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll versteh'n, die Wunder am Gesetz, am Wort vom Kreuze seh'n! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft; du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit giebt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Lies, frei von Leiden⸗ schaft und ledig von Geschaͤf⸗ ten, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräf⸗ ten. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiter⸗ keit, und dann der Tag des Herrn, geweiht! 6. Ruͤhrt dich ein starker Spruch: so ruf ihn, dir zum Gllicke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft zurücke: empfinde seinen Geist, und staͤrke dich durch ihn, zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollzieh'n. 7. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden, die Lehre sei von Gott, die dir verkuͤndigt ist, und dann das Wort versteh'n, dem du gehorsam bist. Werke und Wohlthaten Gottes. der sei der Schrift. 8. Spricht sie geheimniß⸗ voll; so laß dich dieß nicht schrecken. Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken, Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube was er spricht, nicht was dein Witz begehrt. x 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schaͤmen, ist Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich of⸗ fenbart, ist der Geschoͤpfe Pflicht; und weise Demuth ist's, da glauben, wo Gott spricht. 10. Drum laß dich, from⸗ mer Christ, durch keinen Zweifel kränken. Hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schen⸗ ken. Dort waͤchst mit dei⸗ nem Gluͤck dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schaun's, und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift: und siehst du Dun⸗ kelheiten: so laß dich deinen Freund, der mehr als du fieht, leiten. der Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heilver⸗ langend Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Halt fest an Gottes Wort; es ist dein Gluͤck auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Gluͤck im Ong me Ein forschen⸗ from⸗ keinen rbist wird schen⸗ it dei⸗ cht in ie Zeit ier des 8die Dun⸗ deinen als du ;rschen⸗ ch der heilver⸗ manche Gottes ick auf wahr Him⸗ mel mel werden. lichghroß des Spott. schmaͤht, Wort aus Gott. Mel. Vom Himmel hoch, ba 203 Gder heilig sei dein Nam' und Recht dem ganzen mensch⸗ lichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrh heit an! 2. Verbreite deines Wor⸗ tes Schall, wie deine Werke, uͤberall, daß Alle lernen, wer du seist, der reinste, aller⸗ hoͤchste Geist. 3. Durch Jesum Christ, den du gesandt, werd' immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Voͤlker Heiland ist. 4. Lehr' uns, Rath versteh'n, deine Wege geh'n. drines Geistes Kraft mach' tugendhaft. 5. Durch Wahrheit daͤm⸗ pfe jeden Wahn; erleucht' uns allen unsre Bahn; das Laster tiig' aus unsrer Brust und toͤdt' in uns die boͤse Lust. 6. So preiset deine Chri⸗ stenheit, Herr, 1. Na⸗ men in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. die deinen gehorsam Durch Licht und weise uns und Heiligung. Verachte christ⸗ Bibelfeindes Die Lehre, die er bleibt doch das 149 7. Du saͤttigst sie mit Se⸗ ligkeit von nun an bis in Ewigkeit, nnd ewig ist ihr frommer Dank, Herr, dei⸗ nes Namens Lobgesang. Mel. Ach Gott und Herr 5 ott ist mein 204 Goport und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr! laß immerdar mich seine Kraͤfte schmecken. Laß kei⸗ nen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glau⸗ ben schrecken! 3. Wo haͤtt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort, die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd' ich nie, wie ich dich wuͤrdig ehrte. 4. Dein Wort erklaͤrt der Selle Werth, Unsterblich⸗ keit und Leben, daß diese Zeit zur Ewigkeit mir sei von dir gegeben. 5. Den ew'gen Rath, die Missethat der Suͤnder zu versuͤhnen, den kennt' ich nicht, waͤr mir dies Licht nicht durch dein Wort er⸗ schienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Suͤn⸗ den nicht verzagen; nein, du verzlihst, lehrst meinen Geist im„lauben: Vater! sagen. +. Mich zu erneu'n, mich G 3 dir 150 Werke und Wohlthaten Gottes. dir zu weih'n, ist meines Heils Geschaͤfte. Durch meine Muͤh vermag ich's nie; dein Wort gibt mir die Kraͤfte. 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ew'gen Leben! Mel. Freu' dich sehr, o meine 6 + ott, durch den 205 G wir sind und leben, deine Guͤte sei ge⸗ preist, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, er⸗ mahnet, straft, bekehrt, und wenn uns ein Leiden druͤk⸗ ket, uns mit reichem Trost erquicket. 2. Gib, daß wir es innig lieben; ernstlich ohne Heu⸗ chelschein, das darin Befohl⸗ ne uͤben, und nicht bloße Hoͤrer seyn; denn, wer dei⸗ nen Willen weiß, und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ist aͤrger als die Heiden, und muß doppelt Strafe leiden. 3. Darum praͤge deine Lehren tief in unsre Seelen ein; laß sie uns mit Nutzen hoͤren, und derselben Thaͤter seyn; treib' uns dadurch kraͤftig an, daß wir dich vor Jedermann froh bekennen, kindlich lieben, und mit Suͤnden nicht betruͤben. 4. In der Seele Finster⸗ nissen sei dein Wort uns stets ein Licht! Laß uns Trost daraus genüeßen, wenn es uns an Trost ge⸗ bricht! Es versuͤß' uns jiche Noth; es erquick' uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. Mel. Schwing dich auf zu 206 Der du selbst di Wahrheit bist, Gott, zu dem ich sing. Gott, den kein Verstand er⸗ mißt, Ursprung aller Dinge alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindernz si erleuchtet uns, wenn wũ silbst ihr Licht nicht hindern, 2. Vorurtheil und Fin sterniß fuͤllen unsre Seelen unser Blick ist ungewiß unsre Schluͤsse fehlen: abn dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit, Was du denkest, das ist Licht Richtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterblichss Geschlecht, dankbar ihm zu Fuͤßen! Seine Wahrheit und sein Recht laͤsset er dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das di— Welt bekehret: glaubt ⸗ freudig, folgt ihm gern Völker, die ihr's hoͤret!— 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird un muß geschehen; deine Dro⸗ hun bung kann auch nicht leer voruͤber gehen. Haben Tau⸗ sende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der — Spott deinen Trost dir rau⸗ ben? Die die Himmel auf⸗ nuf zu gebaut, kann die Wahrheit elbst dit luͤgen? Kann sie den, der eit bist ihr vertraut, heuchlerisch sing, betruͤgen? and er⸗ 6. Erd' und Himmel wird Dinge vergeh'n; Gott, dein Wort von dit wird bleiben. Lasterhafte, rn; si die es schmaͤhn, werden's n wir nicht vertreiben. Koͤnige hindern. sind Staub vor dir, sie mit ꝛd Fin⸗ ihren Heeren. Du im Him⸗ Seelen: mel lachest ihr, wenn sie ingewiß sich empoͤren. aber 7. Du bist Wahrheit! t nicht Ewig soll mich von dir nichts ahrheit, trennen, mich die Welt, ist Licht von Arglist voll, nicht er⸗ it. schuttern können. Muß ich erblichs hier gleich um dein Wort ihm zu Schmach und Truͤbsal lei⸗ Gahrheit den, so brlohnst du mirs er dich doch dort, Gott, mit Ehr' lllt das und Freuden. das di ubt we Gesetz. gern In eigener Melodie. ns deih 2070 W'400 l was Gott den Kindern Abra⸗ Heiligung. 151 hams gebot! Verehre krinen Gott, als mich: mich liebe, mir vertraue dich. So sprach der Herr! 2. Mißbrauche meinen Namen nicht. Weh dem, der lästernd von mir spricht! Mit Ehrfurcht nenn? den Schoͤpfer nur, und halte redlich deinen Schwur. Das will dein Gott! 3. Stets heilig sei mein Sabbath dir! Dein Knecht auch ruh' und weih' ihn mir! Da staͤrke dich zu dem Beruf, zu dem dich meine Guͤte schuf. Das will dein Gott! 4. Ehr' deinen Vater, ehre sie, die dich gebar, und saͤume nie, den Aeltern lieb⸗ reich wohl zu thun; dann wird auf dir mein Segen ruh'n. Das will dein Gott! 5. Du sollst nicht toͤdten; sollst dich scheu'n vor Zorn und Haß; die Rach' ist mein. Wem ich die Sünd' erlassen soll, der thu' auch seinen Feinden wohl. Das will dein Gott! 6. Die Ehe halte keusch und rein: auch selbst dein Herz soll heilig seyn. Dein Leib und Geist sei mir ge⸗ weiht, dein Ruhm sei Zucht und Mäsigkeit. Das wüu dein Gott. ö 7. Mit Unrecht mehre nicht dein Gut. Der Fluch trifft den, der Unrecht thut. Betruͤge nie, und wuchre G 4 nicht 1⁵² nicht, den Armen zu er⸗ freu'n ist Pflicht. Das will dein Gott! 8. Du sollst kein falscher Zeuge seyn; sollst Luͤgen und Verleumdung scheu'n. Des Naͤchsten Unschuld rette du, und seine Fehler decke zu. Das will dein Gott! 9. Oes Naͤchsten Haus begehre nie, auch nicht sein Weib, Gesind noch Vieh. Wenn meine Huld auch ihn erfreut, gönn' ihm sein Gluͤck, und flieh' den Neid. Das will dein Gott. 10. Und wiss' es: eifrig ist der Herr; dis Uebertre⸗ tung strafet er, doch lohnt er auch dem treuen Knecht bis in das tausendste Geschlecht. Drum folg' ihm treu. 11. Durch Jesum hat be⸗ staͤtigt Gott, was er durch Mosen einst gebot. Von ganzem Herzen liebe mich, und deinen Naͤchsten gleich als dich. So sprach der Herr! 12. Dies, Ehristen, laßt zu aller Zeit erfuͤllen uns mit Freudigkeit; erfuͤllen, treu bis in den Tod, was Gott aus Liebe nur gebot! Er sei gelobt! Mel. Gottlob ein Schritt zur 207⁰ Hen dein Ge⸗ setz und dein Gebot, wornach wir sollen leben, hast du, o liebevoller Werke und Wohlthaten Gottes. Gott, mir in mein Herz ga geben, daß ich zum Guti willig sei, mit Sorgfal fern von Heuchelei, was d befiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allel vertrau, allein dich ehr' un liebe, auf Menschenhuͤlf' al lein nicht bau', in deing Furcht mich übe, daß B fall, Lob und Menschen gunst, Gewalt, Pracht Reichthum, Witz und Kun mir nicht zum Abgott werd 3. Hilf, daß ich redlit mich bemuͤh' dich, Vaten zu erkennen, und laß mit deinen Namen nie ohn' Ehr erbietung nennen. Gott, unvergeßlich sei es mir, wa ich in meiner Taufe dir s feierlich versprochen. 4. Am Tag der dir ge weihten Ruh' laß mich Gott, mit den Deinen in der Versammlung, so wi du befiehlst, vor dir erschei⸗ nen: dann deiner im Gebel mich freu'n, ein Horen deines Wortes sein, und. wie ich soll, ein Thaͤter. 5. Gib, daß ich Aeltern, Obrigkeit und Lehrer ehr und liebe, sie nie durch Wi. dersetzlichkeit und boͤses Herz betruͤbe; vielmehr, fuͤr ihr Sorg' und Treu erkenntlich und gehorsam sei, und dei nen Segen erbe. 6. Hilf, daß ich nie mit bittrem Sinn, Haß, Wam un er. Aeltern, er ehr rch Wi⸗ 3Herz uͤr ihr enntlich ind deiz nie mit Rach und Leiden. und Feindschaft uͤbe, und wenn ich auch beleidigt bin, virzeih“ und Feinde liebe, und jedem goͤnne, was er hat, und Alle segne mit der That gern jedem Menschen diene. 7. Laß mich, wie du ge⸗ boten hast, unkeusche Werke meiden. Unreinigkeit ist dir verhaßt; auf Wollust folgen Schaff' du in mir ein reines Herz, das Ueppig⸗ keit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube. 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich naͤhr' und boͤser Rünke schaͤme, mein Herz vom Geiz und Unrecht kehr? durch Macht und List nichts nehme; baß ich nie Fleiß und Arbeit scheu'ꝰ, wohlthaͤ⸗ tig und zufrieden sci, nicht karg und nicht berschwen⸗ derisch. 9. Hilf, daß ich meines Naͤchsten Ehr' zu retten mich befleihe, das, was ich kann zum Besten kehr', doch Boͤ⸗ ses nicht gut heiße; stets zeige Treu und Redlichkeit, und Ab scheu trage jederzeit an Fa.schheit, Schmaͤh'n und Luͤgen. 10. Laß mich des Naͤch⸗ sten Haus mit List und Un⸗ recht nicht begehren: das aber, was mir noͤthig ist, »wollst du mir, Gott, gewaͤh⸗ ren; doch laß mich auch das groͤßte Gut, ein ruhig Herz Heiligung. 153 und frohen Muth und deine Gnade haben. 11. Wie gern moͤcht' ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heil'gen Willen, wie gern moͤcht ich ganz dein Ge⸗ bot, das du mir gabst, er⸗ fuͤllen; allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwa⸗ cher, ich vermag es nicht aus meinen eigenen Kraͤften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott, Vater, Gnad' und Staͤrke, daß ich, o Jesu, Gottes Sohn, stets auf dein Vor⸗ bild merke! O heil'ger Geist, hilf mir, daß ich Gott uͤber Alles, und wie mich auch meinen Naͤchsten liebe. Evangelium. Mel. Jesus meine Freude 5 ort qus Got⸗ 208 Wé tes Munde, Wort vom Friedensbunde, Evangelium! Quelle wah⸗ rer Freuden, Trost im allen Leiden, unser hoͤchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! Frohe Botschaft, uns zum Leben selbst von Gott gegeben. 2. Was sein Wohlgefal⸗ len vor der Welt uns Allen ausersehen hat; was erst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollfuͤhrt sein Rath. Daß sein Eid ihn nicht gereut, ruͤhmen wirz⸗ 5 in Ehre. 209 15⁴4 m Jesu Namen wird er Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheisßen war. Jesus hat sein Leben fur uns dargege⸗ ben, willig gab er's dar. Ja, er hat des hoͤchsten Rath ganz vollbracht zu seiner O erwuͤnschte Lehre! 4. Da uns Strafen droh⸗ ten, riefen seine Boten: Heiligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben; ewig sollt ihr leben, wenn ihr Jesu glaubt! Seine Huld tilgt eure Schuld; nur muͤßt ihr die Suͤnden hassen, Muth zur Tugend fassen! 5. Jesu, voll Vertrauen will ich auf dich bauen, und in dir mich freun, dir nur will ich leben, dir mich ganz ergeben, ewig treu dir seyn. So werd' ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben, und den Himmel erben! Die heilige christliche Kirche. In eigener Melodie. zrhalt uns, Herr, bei deinem Wort; den finstern Irrthum triebe fort; bewahr' uns vor Ge⸗ wissenszwang, so preißt dich unser Lobgesang! 2. Die Volker sey'n dir unterthan! Es weiche fal⸗ Werke und Wohlthaten Gottes. scher Lehre Wahn vor dei⸗ 255 ner Wahrheit klarem Licht! sie Gewalt hilft dem Gewissen gest nicht. 79nt 3. Die Herrschsucht, d6s sigg den fremden Knecht, er glau⸗ 8 2 be falsch, er glaube recht, nen gewaltsam zieht vor's Rich⸗ Sch teramt, bleib' unter unserm gen. Volk verdammt! eing 4. Nur geistig sei de. entz Wahrheit Krieg! Gib wi—⸗ der der Irrthum ihr den Sieg. tete Durch Gruͤnde sieg sie und san Beweis, und durch des from⸗ men Beispiels Fleiß. 23 5. Wir geh'n in Daͤmm⸗ rung, irren bald! Die Weis⸗ heit übet nicht Gewalt. Laß Fried' und Duldung allge⸗ mein, nicht maͤchtig die Vir⸗ folger seyn! 6. Der Scepter uͤbe Bil⸗ ligktit, verbiete nicht der Gruͤnde Streit! Wer fried⸗ sam ist, nicht Laster lehrt, deß Freiheit bleibe unge⸗ oͤrt. ö 7. Zerbrich des Zwanges hartes Joch: die freie Wahr⸗ heit sieget doch. Sie mache uns von Irrthum frei und von der Suͤnde Sclavereil ö Am Reformationsfeste.- Mel. Allein Gott in der Höhß 21 0⁰Vor dir, Herr, denken wir, erfreut an unsrer Vaͤter Glauben. Der Feind* Beiligung. 15⁵ sich kuͤhn zum Streit, dein Wort der Welt zu rauben: sie aber kaͤmpfen ritterlich, gestaͤrkt, Allmaͤchtiger! durch dich; sie kaͤmpften und sie siegten. 2. Dein Wort war ih⸗ nen Schwert und Schild, Schutz, Herreskraft und Bo⸗ gen. Lang wars im Dunkel eingehuͤllk, der Christenwelt entzogen; sie brachten's wie⸗ der an das Licht, und ach⸗ teten Gefahren nicht, sie sangen heldenmuͤthig: In eigener Melodie. 3.«„«Ein feste Burg i st unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen, der alt böse Feind, mit Ernst er's jitzt meint, groß Macht und viel List sein grausam Ruͤstung ist: auf Erdꝰ ist nicht sein's Gleichen. 4. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren! Es streit't fuͤr uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoh— ren Fragst du: wer er ist? Er heuißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. 5. Und wenn die Welt voll Teufel waͤr, und wollten uns verschlingen: so fuͤrch⸗ ten wir uns nicht so sehr; es soll uns doch gelingen. Der Fuͤrst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht er ist gericht: Ein Woͤrt⸗ lein kaun ihn faͤllen. 6. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan, mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib laß fahren dahin, sie habenꝰ? kein Gewinn: das Reich muß uns doch bleiben Mel. O hlott du frommer Vott 7. So sangen sie: und weit erschollen ihre Lieder; die Voͤlker kehrten froh zum freien Glauben/ wieder. Der Aberglaube floh, es wich die duͤstre Nacht, das Evange⸗ lium ward an das Licht gebracht. 8. Triumph! die Wahr⸗ heit siegt! Gott war mit ih⸗ ren Streitern! Gott ist und bleibt mit ihr; er wird ihr Reich erweitern. Auf! die ihr sie erkennt, und dank⸗ bar sie verehrt, auf! haltet fast an ihr! Sie sei uns ewig werth. Mel. Sei Lob und Ehr dem 6(b) Nein Volk, o 210 D Herr, singt frohen Dank zu deines Na⸗ mens Ehre. G 6 Es stimm' auch un⸗ ——— unser Lobgesangin alle heil'⸗ gen Choͤre, die heut in dei⸗ nem Heiligthum zu deines großen Namens Ruhm, dir Jubellieder singen. 2. Dies ist ein Tag, von dir gemacht, Von dir, Herr, ists geschehen, daß wir, frei von des Irrthums Nacht, das Licht der Wahrheit se⸗ hen, daß wir, von Menschen⸗ tand befreit, dich, wie dein eignes Wort gebeut, ver⸗ nuͤnftig ehren koͤnnen. 3. O welche Wohlthat, Gott ist dies, was uns ist widerfahren! Es lag dein Wort in Finsterniß seit mehr als tausend Jahren. Du hast, trotz aller Feinde Macht, es wieder an das Licht gebracht. Wir freu'n uns dieser Gnade. 4. Du laͤssest hier imn Hei⸗ ligthum dein lautes Wort uns hoͤren, zu unserm Heil, zu deinem Ruhm läßt du es reichlich lehren. In unsern Haͤusern ist es auch zu unserm taͤglichen Gebrauch. Lehr' dieses Gluͤck uns schaͤtzen. 5. In unsern Schulen bildet man Verstand und Herz der Jugend. Man fuͤhrt nach deinem Wort sie an zur Weisheit und zur Tugend. Das Ansehn unsrer Obrigkeit bleibt un⸗ gekraͤnkt: und Ruh' herrschen. und Sicherhrit und Ordnung 6. So koͤnnen wir bei dei⸗ nem Licht ein frohes Leben fuͤhren, wenn wir nach un⸗ sers Wandels Pflicht vur deine Lehre zieren. Und bricht einst unser Tod her⸗ ein, so spricht dein Geist den Trost uns ein:«Von nun an seid ihr selig l 7. So gluͤcklich hast du uns gemacht durch deines Wortes Lehre. Dir, Herr, sei ewig Dank gebracht, dir Ruhm und Preis und Ehre! Dir jauchzt unser Herz und Mund. Es mach' auch unser Leben kund, daß wir dich dankbar preisen! Mel. Christus, ber ist mein ch bleib mit dei⸗ 211 A ver Gnade ba uns, Herr Jesu Christ! da⸗ mit kein Feind uns schade mit seiner Macht und List. 2. Entzieh' uns deine Leh⸗ re, das Wort der Wahrheit nicht. Darch ihre Kraft ge⸗ waͤhre uns immer Trost und Licht.* 3. Laß deinen Geist uns treiben, daß wir von Irr⸗ thum frei, bei deiner Rede/ bleiben, dir folgsam, dir getreu. 4. Komm uns mit Kraft entgegen, hilf unsrer Schwachheit auf, und staͤrke das Vermoͤgen zum ernsten Tugendlauf. 5. Hilf uns die liste dam⸗ psen, zahrheit raft ge⸗ ost und ist uns ö n Irr⸗ r Rede/ „ dir t Kraft unsrer staͤrke rnsten e daͤm⸗ pfen, Heiligucg. 5⁷ pfen, hilf uns den Reiz der Welt und ihren Trotz be⸗ kaͤmpfen, du sieggewohnter Held. 6. Ja bleib mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott! Bestaͤndigkeit verlei⸗ he, hilf uns aus aller Noth. Mel. Eine feste Burg ist unser 212 Hech deine Kir⸗ 2 che danket dir: noch wohnl dein Wort im Lande!. Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar: dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List, und herrsch' in jedem Lande! 2. Sei, Herr, mit uns! verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch', und schütze sie; denn wir sind deine Bruͤder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut. Ach, erhalt' sie rein; und die den Bund entweih'n, die heilige dir wieder. 3. Eins ist, was deine Treuen kraͤnkt: das unter deinen Christen noch man⸗ cher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Luͤ⸗ sten. Vieler Glaub' ist schwach, kalt die Liebꝰ, und ach, sie bedenken nicht! es wart' ein schwer Gericht auf traͤge, sichre Christen. 4. Und du, o Iisu, bist so treu! Ach, daß wir froͤm⸗ mer waͤren! Mach alle Her⸗ zen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gib uns Wis⸗ senschaft, Glaube, Lieb' und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehren. ö 5. Entferne Zwictracht,‚ Krieg und Mord, erhalt' und Ruh' und Frieden. Laß uns, gestaͤrket durch dein Wort, im Guten nie muͤden. Mache leicht, was druͤckt, gib uns, was begluͤckt. Nach der Pruͤfungszeit ruf' uns zur Seligkeit, zu dei⸗ nes Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet, noch: hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist: muͤsse doch kein Kaͤmpfer unterliegen! Hoͤr ihr kindlich Fleh'n. Eil' ihr beizustehn, daß sie standhaft sei, stets deiner Weisheit treu. Hilf deiner Kirche siegen! ö Mel. Herzliebster Jesu! 213 wig, o Jesu, wird dein Wort bestehen, und Erd' und Him⸗ mel werden eh' vergehen, eh' eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals ver⸗ nichtet. 2. Immer noch sammelst du dir auf der Erden Men⸗ G 7 5 Werke und Wohlthaten Vottes. den hier schon im Gewissen fröhlich genießen. 3. Reizt blendende Ver⸗ suchung sie zu Suͤnden, bist du ihr Beistand und hulfst uͤberwinden. Nichts wird sie jemals deiner Huld entrei⸗ ßen. Du hast's verheißen. 4. Wohl allen denen, die dir Jesu, trauen! Was sie dir glauben, wird ihr Aug' einst schauen, dich und die Freuden, womit du beloh⸗ nest, da, wo du thronest. 5. Dann schallen froͤhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, hoͤh're Lob⸗ gesaͤnge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort tirumphiret. Mel. Erschienen ist der herrlich 2* obsinget Gott, 214 denn seine Macht vertrieb des Aber⸗ glaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß: der Herr war's, der uns ihr entriß. Lobsinget ihm! 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht; selbst Chri⸗ stuslehrer sah'n es nicht. Aus Unterricht ward Glaubens⸗ zwang; in harte Sklaverei versank das Volk des Herrn. 3. Wie tobte der Verfol⸗ ger Wuth! Wie stroömte treuer Christen Blut! Und ihre Wuͤrger ruͤhmten doch sich ihrer Gottesliebe noch. O welch ein Wahn! 4. Gott kam und stand der Kirche bei, da wurden die Gewissen frei; da schwanden Aberglaubꝰ und Wahn. Das hat der Herr, der Herr gethan. Singt, singt ihm Dank! 5. Vereint nun, Christen, jederzeit mit Wahrheitssinn Vertraͤglichkeit. Die Liebe sei der Kirche Zier. Dann fieget sie; Gott ist mit ihr: er ist ihr Schutz. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht. gleich durch alle Nebel bricht, und Spotter stolz, die Wahrheit schmaͤhn; verzaget nicht! Sie wird besteh'n; sie ist von Gott. 7. Schaut auf zur Son⸗ ne; sie erhellt nicht gleich den ganzen Raum der Welt. Laßt, Christen, unsers Lichts uns freu'n, und Gott durch Thaten dankbar seyn, wie er sie liebt. 8. Lobsingt, lobsingt dem Herrn, und freut voll Hoff⸗ nung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein ein Hirt und eine Heerde seyn. Lobsingt den Herrn! Mel. Herzliebster Jesu 215 L doch, o Jesu, laß dein Reich auf Erden nie unterdruͤcket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner, Lei⸗ den — SS„. den wegen, Licht, Heil und Segen! 2. Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen, und glaubensvoll dich ihren Hei⸗ land nennen! O lehre sie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! 3. baß sie die Schrift mit frommer Achtung ehren; denn sie enthaͤlt der wahren Weisheit Lehren; und ohne diese sucht man doch verge⸗ bens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure Herr, dem Toben deiner Feinde, und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß sie prufen, und dem Aberglau⸗ ben die Herrschaft rauben! 5. Sei du ihr Licht in bangen Finsternissen, und wecke selbst ihr schlafendes Gewissen! Erhebe troͤstend, schlaͤgt sie Kummer nieder, ihr Herz auch wieder! 6. Herr schüͤtz' uns maͤch⸗ tig vor der List der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlosen, und wir zum Kreise der verklaͤrten From⸗ men frohlockend kommen. In voriger Melodie. chuͤtze die Dei⸗ 216 S meu, die nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt beken⸗ nen. Laß deinen Haͤnden, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. Erlesung. 2. Laß deine Wahrheit rein verkuͤndigt werden; mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie leh⸗ ren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Fuͤhre die deinen, wie du selbst versprochen, fuͤhre sie endlich aus dem Kampf hie⸗ nieden zum ew'gen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam' erhoben! Ewig frohlockend muͤsse dich einst loben, o du Beschirmer dei⸗ ö ner schwachen Herde, Him⸗ mel und Erde! ů Mel. Ein' feste Burg ist 217 W'inn Christus ö ö seine Kirche schuͤtzt, so mag die Hölle wuͤthen; er, der zur Nech ten Gottes sitzt, hat Macht‚, ihr zu gebieten. Er ist mit Huͤlfe nah; wenn er gebeut‚, stehts da. Er schuͤtzet seinen Ruhm, und haͤlt das Chri⸗ stenthum. Mag doch die Hoͤlle wuͤthen. 2. und wenn auch Fuͤrsten auf dem Thron sich wider ihn empoͤren, stets werden/ ihn, des Hoͤchsten Sohnn zahllose Volker ehren. Seib Wort ist wahr; nichts ist der Großen Macht List. Wie lange ihr Spott? Auch sie sind Stauff — erhoͤht, Wierke und Wohlthaten Gottes. Staub vor Gott. Sie mö⸗ gen sich empoͤren. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmaͤhn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am GSlauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Juͤnger ist, sein Wort von Herzen haͤlt, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be⸗ decken. Der Herr, der starke Gott, halt uͤber sein Gebot; gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns denn erschrecken? Mel. Gott des Himmels und 218 HOrrlich ist's in deinem Reiche, Koöͤnig der erlösten Schaar! Jede Sinnenlast entweiche: dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schätze? Was sind Kronen dieser Welt? Freun⸗ de deiner Reichsgesetze sind einst Engeln zugesellt. Edel handeln, ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weis heit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit dei⸗ nem Sinne ziert. Selbst der Suͤnder preist sein Glück, eilet er zu dir zuruͤck. 4. Ja, du herrschest nicht mit Strenge: nur von Liebe wallt dein Herz und du der Menschin Minge hinweg von Angst Schmerz. Selig, wer seine Zeit, srine Kraft, Leben weiht! lockst nur und dir sein 5. Mag der Krieg die Welt zerruͤtten!“ Friede schwebt um deinen Thron. In Pallästen, in den Hütten, groß ist uͤberall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 6. Drohn dir gleich die Frevler Alle, rustet sich der Spotter Heer; ach, sie na⸗ hen sich dem Falle, und dann toben sie nicht mehr! Ewig wird dein Reich bestehenz Wahrheit kann nicht unter⸗ gehn. 7. Reiche dieser Welt ver⸗ schwanden, Kronen sanken in den Staub, aber seit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jetzt noch blickt dein Unterthan hochentzuͤckt zu dir hinan. 8. In den fernsten Him⸗ melsstrichen glaͤnzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht; d großer 8 Alter, mit dei⸗ elbst der Guͤcz st nicht n Liebe u lockst nur und er dir sein g die Friede Thron. uͤtten, Lohn. doch der Weise bleibt dir treu und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet, und laß einst auch den dich preisen, der noch blind vor Goͤtzen kniet! Zeig uns allen nach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit! Heilige Taufe. (Vor der Taufe) Mel. Sollt es gleich bisweilen 219 c ir, Gott, der so gern erfreuet, immer seine Huld erneuet, weihen durch die Taufe wir dieses Kind, o Vater, dir! 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Boͤse scheuen, und be⸗ guͤcke das Bemuͤhn, es zum Himmel zu erziehn. 3. Staͤrke künftig seinen Glauben, Welt nicht rauben; nicht den Trost, daß es ein Christ, daß du, Gott, sein Vater bist! Laß es stets dich froh bekennen, daß es niemand von dir trennen, niemand auf der Tugend Bahn, Heil und Ruh ihm rauben kann. Mel. Wer nur den lieben Gott 220 Her der du selbst die Tauf befoh⸗ len, dir, dessen Treu' un⸗ wandelbar, dir sei auch die⸗ Heiligung. laß ihm den die 161 ses Kind empfohlen! Wir bringen es dir flehend dar: o segne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bist! Mel. Liebster Jesu! wir sid (a) QAerr, wir ste 221 Han hier vor dir: Laß dieß Kind auf un⸗ sern Armen dir gefallen, bit⸗ ten wir, uud erzeige dein Erbarmen, laß es hirr be⸗ gluͤckt auf Erden, dort des Himmels Erbe werden! (Nach der Taufe.) Mel. Kommt kommt den Herrn 5(b) eweiht zum 221 G Christen⸗ thume ist dieses Kind, dir, Gott geweiot. Erzieh es dir zum Ruhme, zur Tugend und zur Seligkeit. Gib, daß es deiner Liebe sich immer dankbar freu, und durch des Geistes Triebe dir stets ge⸗ horsam sei; daß froͤhlich es dem Lohne der Treu' ent⸗ gegen geh, und vor des Mittlers Throne sich einst verherrlicht seh! Mel. Wer nur den lieben Gont 596 ch bin getauft 29 4. auf deinen Na⸗ men, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Ich bin gezaͤhlt zu deinem Saa⸗ men, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O welch ein Gluͤck ward dadurch mein! 16² mein! Laß, Herr, mich dessen wuͤrdig seyn! 2. Du hast mich fuͤr dein Kind erklaͤret, mein Vater, und ein selig Theil hast du, Sohn Gottes, mir gewaͤhret an dem von dir erworbnen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Got⸗ tes, selbst mein Beistand seyn. 3. Die Licbe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O laß mich nie die Pflicht vergessen, da⸗ zu ich selbst mich dir ver⸗ band, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit Heil entgegen kamst. 4. Du bist getreuz deiner Seite bleibt Bund stets feste stehn. Ja selbst, wenn ich ihn uͤber⸗ schreite, laͤßt du dein Vater⸗ herz, mich sehn. Du regest mein Gewissen an und lenkst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, neue mich ganz zu dei⸗ Opfir hin. Erwecke zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! O Suͤnde, weich! Gott hoͤrt es jetzt entsag ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es niemals moͤge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Hiils, auf dieser — aufs nem mich Werke und Wohlthaten Gottes. sei ewig mein, und mich dein auch ewig seyn lai Mel. Liebster Jesu! wir sind (a lin Erloͤser 223 M der du mit dir zum Eigenthum erkau fet: als dein Jünger bn auch ich vormals auf dein Wort getaufet. O erwech mich zum Fleiße, recht zu seyn, das was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Acht⸗ samkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit fuͤr mein groößtes Wohlseyn achten, daß ich, Jesu, deinen Willen treulich suche zu erfuͤllen! 3. Dieser Erde Gut und Ruhm sbleibt im Tode doch zuruͤc; nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Gluͤcke. Davon ist auch, nach dem Sterben, ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich denn, wier dir's gefaͤllt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Juͤn⸗ ger leben, daß ich einst auch, wann ich sterbe, das verheißne Leben erbe! Mel. Wer nur den lieben Gott 5 bin getau 2230 9.3 I. 2800 dich/ Lehren, Vater, dei⸗ nen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und li g seyn wir sind Erloͤsen er du mih m erkah⸗ nger bi auf deh erwech recht zu heiße. mit Acht ufe Bund r das zu großtis daß ich treulich nn, wie , und n Gott getauft Jesu 7 dei⸗ so zu daß Herz Herz und Mund und That dich preist, und dann des „Glücks, ein Christ zu seyn, mich hier schon und einst dort zu freu'n. 2. Du hast zu deines Rei⸗ ches Erben, o treuer Vater, mich erklaͤrt; es hat die Frucht aus seinem Streben dein Sohn, mein Heiland, mir gewaͤhrt; und dir mein Leben ganz zu weihn, soll selbst dein Geist mein Bei⸗ stand seyn. 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein ge⸗ dacht, und fuͤr mein wah⸗ res Wohl gewacht!. 4. Dir geb ich mich, mein Gott, aufs neue, nun ganz aus Dank und Liebe, hin. Erwecke mich zu steter Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfaͤllt, sei fern von mir, und hei⸗ lig sei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Ge⸗ lübd' aus Leichtsinn breche, steh, Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall ich, so ver⸗ wirf mich nicht, o Herr, von deinem Angesicht! 6. Erwecke mich durch dei⸗ ne Gnade zum steten Ernst der Besserung, und leite Heiligung. 10³ mich auf sicherm Pfade des Glaubens und der Heili⸗ gung. Gott meines Heils, sei ewig mein, und laß mich stets dein eigen seyn. Mel. Jesus, meine Zuversicht 22 4 End ewig bin ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet, bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Dessen soll mein Herz sich freun; ewig, 2. Welch Gewinn, daß ich durch der ö Taufe Gabe Goltes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater hahe! Heilig,, heilig will ich seyn; ewig, Vater, bin ich dein! 46 3. Ich gelobt' es, und dennoch brach ich oft den Bund der Taufe, kaͤmpfte schon, und wurde do schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater seyn! 4. Dies,* har rachst du mir: da Dauun verheißen. und ö ich sollte, Suͤnde, dir, dir o Welt, mich nicht entrei⸗ ßen? Ja, ich will's; ich will ver⸗ nicht dein, ich will meines Gottes seyn! 5. Jesum, dem ich bi getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut 164⁴ Blut erkauft, Jesum soll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, meine ganze Seele weihn. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinen Wegen, heilig und ge⸗ wissenhaft und im Glauben wandeln moͤge. Und er wird mir Kraft verleihn; treu bis in den Tod zu seyn. 7. Hore mich, denn ich bin dein, 1 60 dir, mein Gott erkaufet; bin auf dich um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig seyn. Das heilige Abendmahl. 7 Mel. Besiehl du beine W Wege E ersammelt hat⸗ 225 V te Jesus die Juͤnger ftierlich; es nahte seine Stunde, die Abschieds⸗ stunde sich. Die sich der Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu gehn, sie soll⸗ ten nun ihn dulden, ach, blu⸗ ten, sterben sehn. 7. Sie sollten nun Be⸗ kenner der heil'gen Wahr⸗ heit seyn; fuͤr sie, und fuͤr die Bruͤder, wie er, den Tod nicht scheun. Ach, wie er jetzt so ruͤhrend beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwäaͤhlten, noch Lieb' und Treu empfahl! 3. Er sah am Kreuz sich Werke und Wohlthaten Gottes. sterben, und und Wein, den Gott erhoben, fuͤr sie laut dankend ein. Nehmt, sprach er, diese Gabe, das ist mein Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie ver⸗ gessen, was jetzt ihr Lehrer Blick zu that, der scheidende Geliebte jitzt, ach, so zaͤrtlich bat! Nehmt hin, fuͤr euch gege⸗ ben wird dieser Leib, dies Blut: o denket mein, ihr die⸗ ben, so oft ihr solches thut! 5. Nun ward dies Mahl zur Feier; stets schwebte liebreich, mild und hehr vor ihren Blicken des treusten Freundes Bild, gab ihnen reinre Liebe, zur Tugend hoͤhern Muth. Sie ten der Wahrheit mit Freu⸗ den Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil ge— stiftet ward sein Gedaͤchtniß⸗ mahl; fuͤr uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer konnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh er den Weg des Todes zu unerm Heil be⸗ trat? 7. O laßt uns am Altare uns seiner dankbar freun, und froh den Bund der Lie⸗ be, der Tugend Bund er⸗ neun! Sein Mahl staͤrk un⸗ sern Glauben, staͤrk ihn in Schmerz und Noͤth, mach, hei⸗ weihte Broh opfer⸗ e Broh Blick zu sie laut sprach ist mein 5„ denket oft ihr sie ver⸗ Lehrer Geliebte ich bat! h gege⸗ 5,‚ dies ihr Lie⸗ 8 thut! 6Mahl schwebte ehr vor treusten ihnen Tugend opfer⸗ t Freu⸗ Heil ge⸗ ö aͤchtniß⸗ 9 starb öchmach nte sein was er eg des il be⸗ Altare freun, er Lie⸗ nd er⸗ irk un⸗ ihn in mach, hei⸗ heilig euch unser Leben, mach freudig unsern Tod. Mel. Nebster Immanuel 6 8 aht dem Altare, 2 26 N Unsterbliche, nahet und feiert hier den Tag der Beßrung! Segnet den Festtag des Bundes! Empfahet bei Jesu Mahle Kraft zur Heiligung. Fuͤhlt Gottes Frieden. Denn schon hienieden gewaͤhrt die Tugend euch Beseligung. 2. Aber gebietet auf rau. heren Wegen die Tugend zu gehn; wanket nicht! Blicket auf Jesum! Mit ewigem Segen, mit Ruhm vor Gott belohnt er⸗ fuͤlte Pflicht. Auf, auf, und ringet zum Ziel! Boll⸗ bringet den Ruf der Gott⸗ heit! Auf, und wanket nicht! 3. Bei dem Geständniß des Heiligen schwoͤret, dem hohen Tugendbund getreu zu seyn! Schwoͤrt bei dem Tode des Hriligen! Höret, ihr Mitunsterbliche, den Schwur: wir weihn in die⸗ ser. Stunde dem großen Bunde der wahren Tugend uns. Gott, wir sind dein! 4». Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Bundes Ersiem, Preis und Lobgesang! Er ist zum Se⸗ gen der Menschheit gekom⸗ men; vom Himmel bracht' er Licht. Nun Lebenslang Heiligung. — 1⁰⁵ in Licht zu wandeln, wie er zu handeln: dieß, Christen, sei der ihm geweihte Dank. Mel. Ein Lämmlein geb⸗ 55 u, Herr, hast 227 D aus Barmher⸗ zigkeit zum Denkmal deiner Gnaden, das ganze Volk der Christenheit wohlthäͤtig eingeladen. Du rufst: Muͤh⸗ selge kommt zu mir! Ich komme Heiland, ja zu dir erheb ich meine Stele. Ent⸗ zeuch mir deine Gnade nicht, sei auch mein Trost, mein Heil, mein Licht. Du siehst wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich ver⸗ mag zu zaͤhlen. Ich suͤhl es wohl, und leide sehr vor Unruh meiner Seilen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Trost mich nicht, du siehest meine Reue, Erbarmer, nimm sie gnaͤdig an; du bist der hel⸗ fen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Troste sehn. ich mich, gebuͤckt vor dir im Staube. Dein troͤst ich mich, und nur auf dich, Erlöser hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht ver⸗ schmahn: versprichst, den Schwachen beizustehen, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirst ein glaͤu⸗ 166 glaͤubig Herz voll Reu, und meines nicht verachten. 4. Regiere nur auch kuͤnf⸗ tig mich, daß ich vor sichtig handle, un heilig, voll Vertraun auf dich, nach dei⸗ nem Willen wandle. Gib, daß, aus Dank fuͤr deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Er⸗ den lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, verklaͤrt, un⸗ sterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. Mel. Wer nur den lieben Gott 228 ⁰⁰ bin ich, Jesu, zu erfuͤllen, was du in. deiner Leidensnacht, nach deͤnem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Woylthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Es werde, Herr, fuͤr mein Gewissen, dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld ent⸗ rissen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil, und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du un⸗ ser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht. O gib von deinem Todesschmerz jetzt neuen Eindruck in mein Herz! Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, fuͤr welche du, dich opfernd, starbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, theuer mir erwarbst! Nie fuͤhre mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht! 5. Ich übergebe mich aufs Neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwore dir bestaͤndige Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst fuͤr mich; drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spottern schaͤmen des Dien⸗ stes, den man dir erweist: mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Ge⸗ wissen suͤndlich heißt. O floͤße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn! 7. Laß mich mit Ernst den Naͤchsten lieben, und, wenn er strauchelnd sich ver sieht, Verföhnlichkeit und Sanft⸗ muth üben! Nie komm es mir aus dem Gemuth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast! 8. Es staͤrke sich in mir der Glaube, daß meine See⸗ le ewig lebt, und daß einst aus des Grabes St aube mich dein allmaͤcht ger Ruf erhebt, wenn du dich, gro⸗ ßer Lebensfuͤrst, den Vol⸗ kern sichtbar zeigen* was du so deine tes 1 mich füͤhle ich f im 2 sicht Heil Sch sind denk Nac es; mein hast Got die vers Her ne ner um und seyn! den wenn sieht, anft⸗ m es welch t du hast! mir Heiligung. 9. Gebeugt lieg ich zu deinen Fuͤßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade fließen! Mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Staͤrkung meiner Treu' dein Abendmahl gesegnet sei! Mel. Ein Lammlein gedt 229 ch komme, Herr und suche dich, muͤhselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, wuͤrd' ge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Got⸗ tes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getroͤsten. Ich fuͤhle meiner Suͤnden Muͤh; ich suche Nuh, und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuver⸗ sichtlch an; du bist das Heil der Suͤnder, hast ihre Schulden abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Nacht und an dein Wort: es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast fuͤr mich dich dargestellt; Gott war in dir, und hat die Welt in dir mit sich versoͤhnet. 3. So freue dich, mein Herz in mir! Er tilget dei⸗ ne Suͤnden, und laͤßt an sei⸗ ner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhoͤrt dich schon, 167 spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich er⸗ kauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Gluͤck der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock bleib an mir: so wirst du Fruchte bringen. Ich helfe dir, ich staͤrke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg ge⸗ lingen. 5. Ja, Herr, mein Gluͤͤck ist dein Gebot, ich will es treu erfuͤllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an wuͤrdig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen!? Mel. Es ist das Heil uns 230 Ich preise dich, o Herr, mein Heil fuͤr deine Todesleiden. Hab ich an ihren Fruͤchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch fuͤr mich; o gib, daß ——I 168 daß meine Seele sich deß ewig freuen moͤge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch fuͤr Segen finden! Erquik⸗ kung in der Todesnoth, Vergebung aller. Suͤnden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft: das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner gro⸗ ßen Guͤte. Wie diel hast du an mich gewandt! O staͤrke mein Gemuͤthe zum glaͤubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte! 4. Ich fuͤhle Herr, voll Reu und Schmerz, die Last von meinen Suͤnden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den sußen Trost empfinden, daß ich in deines Vaters Huld gewiß Vergebung mei⸗ ner Schuld auf Buße finden werde! 5. Dein Trost, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen! Er staͤrke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefaͤllt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu uͤberwinden. 6. Laß mich mit Glau⸗ bensfreudigkeit vom Bun⸗ desmahle essen, und der Verbruͤd'rung heil'gen Eid Werke und Wohlthaten Gottes. undankbar nie vergessen, daß ich aus aͤchter Gegen⸗ treu dir bis zum Tod er⸗ geben sei, dir und den Bruͤ⸗ dern lebe! 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen! Nimm alle Hindernisse weg, die. ebne Bahn zu gehen; die mir drin heilig Vorbild weist, und die einst den erloͤsten Geist zu deiner Freude fuͤhret! 8. Zum ew'gen Leben hast du dich fuͤr mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich mit Ernst dar⸗ nach zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt ertruͤckt, so sei dein Tod mein Leben! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 2(Kbrist, eile nie mit 2 31 C sicherm Sinn zum Liebesmale Jesu hin, denk nicht, des großen Dul⸗ ders Blut macht jedes Suͤn⸗ ders Laster gut! Weh dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Si⸗ cherheit! 2. Wer sich zu ihm un⸗ wuͤrdig naht, der haͤuft die Schuld der Missethat. Sei nicht dein Feind; empfah es nicht dir, ach, zum stren⸗ geren Gericht! Nein, erst empfinde tief dein Herz der Suͤnde urmen * ie mit Sinn hin, Dul⸗ Suͤn⸗ dem, weiht Si⸗ Sünde Schmach, der Reue Schmerz! 3. Erst sei dein Vorsatz fest und rein, nicht mehr der Sünde Sklav zu seyn: erst gib zurück, was deine Hand durch List, durch Trug, durch Raub entwand; erst, Zürnender, versöhne dich mit deinem Bruder brü⸗ derlich! 4. Besiegst du so in deiner Brust des Lasters Macht, die böse Lust; bist du entschlos⸗ sen und bereit, zu kämpfen manchen harten Streit: dann nahst du dich der Tu⸗ gendbahn, dann gehe zum Altar hinan. 5. Beschämt und mit ge⸗ beugtem Sinn schau auf den großen Dulder hin, der lieb⸗ reich für die Sünder starb, und ihnen Gottes Huld er⸗ warb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. 6. So, frei von Heuche⸗ lei und Wahn, müss' jeder sich dem Mahle nahn, das du in deiner letzten Nacht, o Herr, zum Denkmal uns gemacht!) Da dämpfe der Gedank' ans Kreuz der Thorheit Lust, der Sünde Reizl 7. Da rühr' uns tief dein göttlich Bild, und mach' uns liebreich, sanft und mild; da schenk dein Geist uns Muth und Kraft zum Kam⸗ HeiligunRg. 169 pfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Leben gehn, dem Tode froh ent⸗ gegen sehn! Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 5 aht mit Andacht 232 im Gemüth, Brüder christlich dem Al⸗ tare; wer in Jugendfülle blüht, und der Greis im Silberhaare, hoch und nie⸗ drig, arm und reich, naht; hier seyd ihr Alle gleich! 2. Stärkt euch für die höhre Welt! Fließt, der Lie⸗ be Thränen, fließet! Wer vom Brode jetzt erhält, wer vom Weine jetzt genießet, fühl' Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich! 3. Stärkt euch, bleibet rein und gut; denket Alle: wir sind Brüder! Denket: Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürde, Menschen⸗ sinn uns zu lehren, floß es hin. 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit bin sein Blut, gab für Tugend hin sein Leben, hat, was er em⸗ pfahl, geübt. O, wie hat er uns geliebt! 5. Denket seiner; Thrä⸗ nen fließt! Freudenthränen weinet, Brüder! Wer vom Brode jetzt genießt, wer vom Wei⸗ 3—....— 170⁰ Weine trinket, Brüder, den⸗ ket an den Menschenfreund, denkt an Jesum, denkt und weint! 6. Laßt mit heiligem Ge⸗ müth All' uns nahen dem Altare; wer von Lebens⸗ kräften glüht, und der Greis an naher Bahre, hoch und niedrig, arm und reich; Brüder, hier sind Alle gleich! 7. Alle gehn wir eine Bahn, Alle gehn wir zu dem Ziele edler Menschlichkeit hinan. Voll der seligsten Ge⸗ fühle bete jeder inniglich, stärke für den Himmel sich! 8. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode jetzt genießet, wer in Andacht fromm verfinkt, wem der Reue Thräne flie⸗ ßet, ist mein Bruder, ist mein Freund; und ich habe keinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thrä⸗ nen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost in Lei⸗ den; fühlt euch All' als Men⸗ schen gleich, fühlt als Him⸗ melsbürger euch. 10. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geist und Gut Menschen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Him⸗ mels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn! Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Freu' dich sehr, o meine oller Ehrfurcht 233 Woant und.— den komm ich Herr, auf dein Gebot, zu dem Denk⸗ mahl deiner Leiden, und ge⸗ denk an deinen Tod. Mitt⸗ ler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben, sei mein eifrigstes Bestreben! 2. Ich empfind es jetzt aufs neue, was ich dir, Herr, schuldig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste hin; wiesest mir den Weg zu Gott, und ertrugst den schwersten Tod, mir im Le⸗ ben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Got⸗ tes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tugend sel'gem Pfade fest einher⸗ zugehn verschafft. Und du rufst aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Se⸗ gen nehme und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt' ich, Jesit, denn vergebens diese deine Huld empfahn? Nicht zur Beß⸗ rung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun, und dich durch ein dir ge⸗ beiligt Leben mit vermehr⸗ tem Fleiß erheben. 5. Die⸗ 2 ich hal zu sey bis zur Seele ihn zu mit V. könnte was breche 6 shate worbt den A der d auf d Geho in dei imme 5 und Hülft Chrif je m so hil ich ir mer! erqui o meine ritt und Tugend einher⸗ Und du rdurch daß ich m Se⸗ deiner t, denn e Huld r Beß⸗ mich zu 7Ja, vill ich scheun, dir ge⸗ rmehr⸗ .Die⸗ 5. Diesen Vorsatz, den ich habe, thätig dankbar dir zu seyn, präg ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziehen! Lehre mich mit Vorsicht fliehen, was ihn könnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! 6. Laß mich über Alles schätzen dein mir' theu'r er⸗ worbnes Heil, und nie aus den Augen setzen, wie nur der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt und in deinem Dienst auf Erden immer besser sucht zu werden! 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nim⸗ mer wanke, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmher⸗ zig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu' beständig ist. Herr, ich hoff es froh und fest, daß sie mich auch nie verläßt. Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. Mel. Schmücke dich, o liebe 234 chicke dich, er⸗ löste Seele, Heiligung. 17¹ gläubig nach des Herrn Be⸗ fehle, seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu ernenern. Auch für dich hat er sein Leben in den bang⸗ sten Tod gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen; eil ihm demuths⸗ voll entgegen, und nimm Theil an seinem Segen. Komm getrost, es ist sein Wille, komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe soll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüssen will ich Brod und Wein genie⸗ ßen, mich der Bruderliebe weihen, deines Todes mich erfreuen. 4. O, wie sehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ich ge⸗ lob dir neue Treue; siehe, Herr, mein Herz voll Reue! Meinem kindlichen Begeh⸗ ren wollst du deinen Trost gewähren, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewis⸗ sensruhe schenken! 5. Ja ich hoff auf deine daß sie mich der enllade, und mit neuer Shud uld 9 17²2 neuer Kraft zum Werke mei⸗ ner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, jͤdem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh und ew'ges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich mich stets freuen, ganz mich mei⸗ nen Pflichten weihen, nur nach deinem Willen leben, und dich dankbar froh erhe⸗ ben. Deine Huld ist uner⸗ meßlich; Herr, sie sei mir unvergeßlich, daß ich dich aus frommem Triebe thätig ehre, folgsam liebe! 7. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die wie ich auch Sünder wa⸗ ren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue, und dir einst mein Danklied weihe! Mel. Schon ist der Tag von Gott ch will den Bund 235 4 mit meinem Herrn bei seinem Mahl er⸗ neuern, ich will, von Welt⸗ geschäften fern, heut sein Gedächtniß feiern. Der Tag sei hehr und heilig mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, sich erheben! 2. Mich führe nicht Ge⸗ wohnheit hin, nicht der Be⸗ Werke und Wohlthaten Gottes. trug der Sünde, als ob eit unbekehrter Sinn dadurs schon Gnaͤde finde. Nein frei von niedrer Heuchele von eitlem Selbstbetrug frei, will ich dein Mahl heln feiern! 3. Zum Eigenthume wil ich mich auf's neue dir en geben; bekennen will icht öffentlich, dein Streben st mein Leben. So lang it athme, will ich dein, um deiner Liebe mich erfreun und sie noch sterbend preisen 4. Mit Reue will ih meine Schuld vor meinen Gott gestehen, und unwerl seiner Vaterhuld, ihn um Vergebung flehen. Lah mich mit gläubigem Ver traun auf dich, mein treun Mittler, schaun, und Se—— lenrube finden. 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mi srohem Muthe dir folg' auf der Tugend Pfade, mich immer meines Vaters freu, und voll der frohen Hoffnung sei, den Himmel einst zu erben! 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde Feind, Gott über Alles liebe, durch dein Ver⸗ dienst mit ihm vereint, das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Lebenlang mit reinem Herzen bringen. el. blut nim wir mit Bre mit als ob esß dadur e. Nein Heuchell bstbetrug Mahl hel hume wl ue dir en will icht LaH igem Ver⸗ nein treuen und Set Mahl der ofand von i6 ich mi folg' auf de, mich iters freu, Hoffnung einst zu ich, jeden ott über dein Ver⸗ eint, das Gefällig ihn will lang mit igen. Mel. Mel. Herr, wir singen deiner 5 err, wir feiern 236 dein Gedächt⸗ niß. Uns freut das heilige Vermächtniß vor deinem blut'gen Opfertod. Deiner nimmer zu vergessen, nahn wir uns dem Altar und essen mit Dankgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, Herr, mit Dank des Bundes heil'⸗ gen Trank, und beloben vor dir aufs neu der Tugend Treu, daß uns dein Tod stets Segen sei. 2. Zu der Tugend höhern Werken, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu ward dieses Mahl geweiht. Wie sein Stifter hier zu wan⸗ deln, stets liebreich, gut und fromm zu handeln, sind wir entschlossen und bereit. Reicht, Christen, euch die Hand. Wir gehu ins Va⸗ terland beßrer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen; sie duldet Alles. Denkt der Schmerzen, die Jesus für uns Menschen litt! Laßt uns treu einander lie⸗ ben, treu jede Lebenspflicht uns üben, für sie auch strei⸗ ten, wie er stritt! Der Menschenliebe weihn bei seinem Brod und Wein wir uns Alle. Wer Mit⸗ leid übt, gern hilft und Heiligung. 173 gibt, der ists, der Jesum Christum liebt. 4. Gott zu leben, Gott zu sterben, und seinen Himmel zu ererben, dieß ist des Le⸗ bens hohes Ziel. Jesus, hilf es uns erringen; hilf Sünd und Laster uns bezwingen; richt' auf den Schwachen, welcher fiel! O stärk uns All' im Lauf; schließ uns den Himmel auf, wenn wir ster⸗ ben! Von dir herab strömt Licht ins Grab; wir trock⸗ nen unsre Thränen ab. Der Chor. Mel. Herr, wir singen deiner 237 err, du wollst fie H vorbereiten zu deines Mahles Seligkeit; sei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß sie, o Sohn, sich würdig nahen, durch dich vergessen Sünd und Tod! Denn nur von Sünde rein, sind sie, o Jesu, dein, deine Freunde. Laß, laß sie sehn in jenen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! Die Gemeinde. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, all' auf Christi Tod getauft, Alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, H 3 kommt, 17⁴ kommt erneut euern Bund der Seligkeit. 2. Nehmet hin, und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün⸗ der in den Tod! nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Le⸗ ben! Seht, wie er die Sünder liebt, da er selbst sich für fie giebt. 3. Die mit voller Zuver⸗ sicht deines Heils, o Sohn sich freun, laß sie stets in diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihn! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn! 4. Tröste, die in Trau⸗ rigkeit über ihre Seele wa⸗ chen; stärke, Herr, der Herr⸗ lichkeit, ihren Glauben; hilf den Schwachen! Die ge⸗ beugt von ferne stehn, kön⸗ nen ungehört nicht flehn. 5. Rehmet hin, und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün⸗ der in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sün⸗ der Tod! 6. Hoherpriester, Jesu Christ, du bist einmal einge⸗ gangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegan⸗ gen, Sohn, zu Gott! 7. Hoherpriester, ja, du bist auch für diese eingegan⸗ Werke und Wohlthaten Gottes. gen! Sprich sie los, Gott, Jesu Christ, wenn sie nun dein Mahl empfangen! Laß sie fühlen, ins Gericht kom⸗ men, die da glauben nicht! 8. Augenblick voll heil⸗ gen Grauns, voller Wonn und süßen Bebens! Theu⸗ res Pfand des künfogen Schauns, Ueberzeugung je⸗ nes Lebens! Schütte deine Gnad' auf sie, alle deine Gnad' auf sie! 9. Nehmet hin, und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün⸗ der in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sün⸗ der Tod! Der Chor. 2. Nehmt, und eßt zum ew'gen Leben! Nehmt hin, und trinkt zum ew'gen Le⸗ ben! Der Friede Christi sei mit euch. Nehmt und eßt zum ewgen Leben! Nehmt hin und trinkt zum ew'gen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eure Seele sei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter krönt. Die Gemeinde. 10. Jesu Christi Mittler⸗ tod werd' in aller Welt ver⸗ kündigt! Jesu Christi Aa er⸗ risti sei ind eßt Nehmi ew'gen rbt des Wacht! in den Amen! klein jer, die ve. Nittler⸗ elt ver⸗ Mitt⸗ ler⸗ leriod, der vorm Richter uns entsündigt! Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wenn, von Seligen um⸗ ringt, wir vor dir einst niederfallen, sing ein beß⸗ rer Lobgesang für dein Sterben Preis und Dank. 12. Ausgeschüttet warest du, warst, wie Wasser, hin⸗ gegossen; suchtest, fandest keine Ruh! Deine Todes⸗ wunden flossen, strömten über, ach, vom Blut, dei⸗ nes größten Opfers Blut! 13. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün⸗ der in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Le⸗ ben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 14. Deiner Zunge Durst war heiß, heißer noch der Durst der Seele! Müd', in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern. 15. O wie warst du fürch⸗ terlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu ret⸗ ten vom Verderben! Ewig fassen dein Gericht endliche Gedanken nicht! Belligung. Mein Gott! mein Gott! warum 16. Jesus rief: hast du mich verlassen? Starb darauf des Kreuzes Tod. Wer kann diese Liebe fassen! Fluch und Tod sind nun nicht mehr! Gebt, ach gebt dem Mittler Ehr'! 17. Nehmet hin, und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün⸗ der in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sün⸗ der Tod! Der Chor. 3. Die dein Kreuz in je⸗ nen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft des Bundes Mahl, um vorm Blutgerüst zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual! Gib, Herr, Bestän⸗ digkeit auch uns; nicht Lust, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt! Mel. Wer nur den lieben Gott 5 imm bin den 238 Dank für deine Liebe, erhabner Mittler, Je⸗ sus Christ! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deine Todespein mir immerdar zum Segen seyn! 5 4 2. Heil 176 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Heil mir! dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bun⸗ des Wein. Von Herzen hab ich dir versprochen, dir bis zum Tode treu zu seyn; und feierlich gelobt ich's dir: sei du nun Hülf und Beistand mir! Mel. Schmücke dich, o liebe Seele eiland; groß 239 an Huld und Treue, sieh, ich widme dir aufs neue bei dem Denkmal deiner Liebe, dies mein Herz voll heißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden im⸗ mer dankbarer zu werden, und an deines Segens Ga⸗ ben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dies Opfer dir ge⸗ fallen! Du versprichst ja selbst es Allen, die nach dei⸗ nem Heil verlangen, daß sie Gnad' um Gnad' empfan⸗ gen, und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfan⸗ gen sollen O wie könntest du das Flehen meines Her⸗ zens dann verschmähen! 3. Nein, ich trau auf dein Versprechen. Herr, du kannst es mir nicht brechen; denn du siehest mein Bestre⸗ ben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und deine heil'gen Lehren mit Gehorsam zu verehren. 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schul⸗ dig bliebe: wie verwerflich würd' ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb auch mir zum Le⸗ ben in den Tod dich hinzu⸗ geben! Welche Qualen im Gewissen würd' ich einmal fühlen müssen. 5. Nein, so strafbar, so vermessen, will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich füh⸗ ret. Ewig dir nur anzu⸗ hangen, ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht dies Ziel verfehle! 6. Bringe mich durch dei— ne Gnade auf des wahren Glaubens Pfaͤde immer nä⸗ her zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indes⸗ sen mich hienieden deinen mir erworbnen Frieden im⸗ mer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz sich freuen! Welche Jubel wird dirs weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich wei⸗ ter stören, dankvoll, Heiland, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. Mel. Herz zubel ndu wo best! wei⸗ and, virst ines Nel. Mel. Wann mein Stündlein 59 Heiland, des⸗ 240 O sen hohen Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott bekehrt, auf dich sein Heil nur gründet: auch ich, ich Sänder suche dich; er⸗ barme dich auch über mich, und laß mich Gnade finden! 2. Ich nehm an deinem Segen Theil; daß ich nicht trostlos bliebe, reichst du auch mir zu meinem Heil, dein Mahl, dies Pfand der Liebe. Ich nehm es und empfinde dann, wie viel du auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich da⸗ hin gegeben, du starbst, der ganzen Welt zu gut; er⸗ warbst auch mir das Leben. Ich eß das Brod, ich trink den Wein, um ganz mit dir vereint zu seyn, um ganz für dich zu leben. 4. O laß mich deines Mahles Kraft in meinem Glauben stärken! Die Zu⸗ versicht, die es verschafft, treib mich zu guten Werken, zu Eifer in der Heiligung, zur wahren Herzensbesse⸗ rung, zum Kampf mit bö⸗ sen Lüsten! 5. Wie? sollt' ich diesen Lüsten noch zu meiner Schande dienen? Ich trüge noch ihr sklavisch Joch? Ich Heiligung. 177 mich erkühnen, den sollte Heiland, der für mich auch starb, mir Gnade, Troft und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? ‚ 6. Nein, göttlicher Er⸗ retter, nein, laß mich das Böse hassen, mich jeden Reiz der Sünde scheun, und Muth zum Kampfe fassen, dein Mahl nicht unbekehrt ent⸗ weihn und den Entschluß, dir treu zu seyn, mit Freu⸗ digkeit vollbringen. Mel. Schmücke dich o liebe S. 241 err, der du dein theures Leben für mich in den Tod gege⸗ ben, mich soll deine Liebe dringen, deinen Willen zu vollbringen; drum komm ich, von dir geladen, zu dem Mahle deiner Gnaden, dir mein ganzes Herz zu wei⸗ hen, und den Bund heut zu erneuen. 2. Ja, dir schwör ichs, mein Befreier von dem To⸗ de, hoch und theuer, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lie⸗ ben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 3. Ich gelob aus treuem Herzen, meiner Brüder Noth und Schmerzen täg⸗ 5 5 lich 17 Werke und Wohlthaten Gottes. lich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich gelobe dir, mit Freuden auch das Un⸗ recht still zu leiden, unge⸗ duldig nie zu klagen, an Gott niemals zu verzagen. 4. Was du hassest, will ich hassen, ganz von dir mich leiten lassen, nie mit Votsatz dich betrüben, Alles, was du liebest, lieben. Doch ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dieß verspreche, Morgen ist wohl schon ge⸗ brochen, was ich heute dir versprochen. 5. Darum hilf du mir, und stärke mich zu jedem guten Werke; komm und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlösen; hilf den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den mir überwinden; laß mich ihre Folgen schrecken, und der Unschuld Freuden schmek⸗ ken! 6. Laß mich deine Treu' ermessen, deine Liebe nie vergessen! Laß mich, weich' ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze blu⸗ ten! Liebe schlug dir deine Wunden; das soll mich in dunkeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabnem Trost erquicken. 7. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine Zu⸗ kunft rüsten, daß, wenn heut dein Tag schon käme, keiner, Herr, vor dir sich schäme! Großes Abend⸗ mahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen? daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren. (Nach der Kommunion.) Mel. Wie groß ist des Allmächt“. 242 Voun die ist nun die heil'⸗ ge Feier: verkündigt ward von uns dein Tod. O dein Gedächtniß sei uns theuer, und unvergeßlich dein Ge⸗ bot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erkalten und vergehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! o der Mel. Besitz ich nur ein ruhiges O Menschenfreund, mein Heiland sei gepriesen, für alle Treu', die du an mir erwiesen! durch dich bin ich mit Gott vereint. 2. Dein Beispiel zeigt den Pfad, den ich soll wallen. O führe mich nach deinem Wohlgefallen, bis sich mein Haupt im Tode neigt. Un⸗ thiges mein iesen, u an Dier Tod. Mel. Befiehl du deine Wege 6 ie auf der Erde 243 D wallen, die Sterblichen, sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder, die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder, verzweiflungsvoll sich nahn, wo seldst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter, erzittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir gebeut; wenn vor mir offen siehen Gericht und Ewig⸗ keit, wenn meine Kräfte be⸗ ben und nun das Herz mir bricht; Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwin⸗ der, mir dann in meiner Angst, der du zum Heil der Sünder, selbst mit dem Tode rangst! und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast! Unsterblichkeit und Vergeltung. 5. Oes Himmels Wonn' und Freuden ermißt kein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, für kurzen Tode sschmerz! Dem Sün⸗ denüberwinder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Suͤn⸗ der den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Him⸗ mel weihn, die, aufgelöst zu werden mit heil'ger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott gebeut, gehen sie ge⸗ trost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Me!. Was Gott thut, das ist 244 Ner kurz ist hier mein Aufent⸗ halt; ich bleibe nicht auf Er⸗ den. Das Herz, das jetzt noch kräftig wallt, wird einst entkräftet werden. Zerrüt⸗ tet finkt, wenn Gott mir winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. 2. Ich selbst bin mehr, weit mehr als Staub; er ist nur meine Hülle. Ich selbst bin nicht des Todes Raub; mein Geist hat Le⸗ bensfülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt; er jauchzt, daß er noch le⸗ 5 6 bet, ichkeit und Vergeltung. bet, und aus den Trüm⸗ mern schwebet. 3. Was fürcht ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was kämmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Tage weichen. O Tag des Danks, des Preisgesangs! Wann wirst du meinen Blicken das dunkle Thal entrücken? 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so viel, kein reines Freuden⸗ leben. Mein Geist begehrt, was ewig währt, und ihn auch dann erheitert, wenn Alles andre scheitert. 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von Gott geboren. Für ihn ist, kämpft er nur als Held, die Krone nicht verloren. Er tritt hervor; und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, nicht hier im Erdgetümmel. 6. So kämpfe denn, mein froher Geist! Sei muthig: du wirst siegen. Nur deines Leibes Band zerreißt; du selbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquell fließt ewig hell; er tränkt nach kurzen Leiden dich mit des Sieges Freuden. 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. S dank dem Freudengeber! Wer weiß, wie bald die Stimme schallt: Verlaß das Land der Grä⸗ ber! Dein Vaterland ist dir bekannt. O sei nur gut und weise, und rüste dich zur Reise! Mel. Jesus, meine Zuversicht E ie im Herbste 245 Wé fäͤllt das Laub wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirst verstäuben, Staub zu Staub, und, wie leicht Gewölk, verwallen, ruhen in des Grabes Schooß jedes Erdenkummers los. 2. Doch nicht für die Er⸗ de nur gab der Vater mir das Leben. Ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben, hier ist nur mein Uebungsstand: jen⸗ seits ist mein Vaterland. 3. Jenseits überm Staub beginnt erst mein ächtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, Irrthum nicht für Wahrheit wählt. ö 4. Dort erst ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Waͤͤhrheit; dort um⸗ gibt mich reines Licht; dort wird Alles mir zur Klaͤr⸗ heit, dort erscheint mir un⸗ verhüllt sie, die Wahrheit, nicht ihr Bild. 5. Auf der immer lichtern Bahn seh ich dann mit hel⸗ lern herer taube nur jen⸗ d. staub htes, reift dort Heben nicht für luge nehr um⸗ dort lar⸗ un⸗ heit, tern hel⸗ lern lern Blicken, was Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet ich ihn freudig an. 6. Jauchz, o Seele, fühle dich! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! Einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaube! Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Gott gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd ich ihm ent⸗ gegen gehen, werde Gott anbetend schaun, werde wie er ist, ihn sehen, weil mein Tod durch Jesum Christ Eingang in den Him⸗ mel ist Mel. Alle Menschen müssen 246 5 ir zu leben, dir zu ster⸗ ben, ewig, Vater, dein zu seyn, mit des Himmels from⸗ men Erben hier schon dei⸗ ner mich zu freun, und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge sanft zu schließen! diese Gnade wünsch ich mir; die erbitt ich mir von dir! 2. Daß ichs könne, laß mich streben, frei vom Wahn und glaubensvoll und ge⸗ recht vor dir zu leben, und zu leisten, was ich soll! Ja, mein Gott, gib Licht und Stärke, daß im Fleiße gu⸗ ter Werke ich beständig dir getreu, jeder Tugend Vor⸗ bild sei! 3. Allen will ich nützlich werden, ungehorsam keiner Pflicht, nie ein Aergerniß auf Erden, auch nach mei⸗ nem Tode nicht. Seelen noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn: welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! ö 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu seyn, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun? Ja, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz verstocken, und mit mir zum Ziele gehnz deine Herrlichkeit zu sehn. 5. Daß auch, was ich hin⸗ terlasse, nie zur Ungerech⸗ tigkeit, nie zu Zank und bittrem Hasse, meinen Er⸗ ben Reiz verleiht, will ich früh schon weislich sorgen; denn mein Tod ist nicht verborgen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt. 6. In den letzten Augen⸗ blicken sei mein Herz von Sorgen frei! Sagen müss' ich voll Entzücken: Dy, mein Vater, steh mir bei, du, dem ich nun meine Seele und die Meinigen empfehle! Welch ein Ende! Guter Gott, gib mir einen sol⸗ chen Tod! H 7 Mel. Mel. Valet will ich dir geben Zern will ich 247 Guig ergeben, dich zu verlassen, Welt: ich geh zum bessern Leben, so⸗ bald es Gott gefällt. Was wär, was mich betrübte? Dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbar⸗ men zu: kommt her belad⸗ ne Herzen, zu mir und fin⸗ det Ruh!l. Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben seyn! 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu über⸗ stehn. Im gläubigen Ent⸗ zücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, all⸗ mächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegs⸗ gedanke: wo ist dein Sta⸗ chel, Tod? stärk' mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth. So ist, ob⸗ gleich ich sterbe, doch Ster⸗ ben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen seyn. Dir trauet, meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Er⸗ löser meiner Seele, der du die Liebe bist. Mel. Nun laßt uns den Leib 59 ie sicher leht 248 Wé der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk im Glück und Noth im Her⸗ zen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur. Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsres Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu un⸗ serm Heil. 5. Der Tod ruft Seelen vor's Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was hier ver⸗ borgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei stets wachsam und bereit; prüf deinen Glauben als ein und keiner nimmt ein Ch be thä 4. letzten Iuh Gottes seyn; von n Leib r leht Lensch, Leben eelen ringt Licht, ver⸗ der Tod sei eit; als ein ein Christ, ob er durch Lie⸗ Treu' die TFrucht des Gei⸗ be thätig ist. stes in ihm sei; 7. Ein Seufzer in der 14. Daß ich zu dir um letzten Noth, ein Wunsch, Gznade fleh, stets meiner durch des Erlösers Tod vor Schwachheit widersteh, und Gottes Thron gerecht zu freudig durch des Glaubens seyn; dieß macht dich nicht Macht im Tode ruf: es ist von Sünden rein. vollbracht! 8. Ein Herz, das Got⸗ tes 79 4*— 90 und sich vom Bösen kehrt; u wirst, o Va⸗ ein gläubig Herz, von Lieb 249 D ter, für mein erfüllt, dieß ist es, was Wohl auch einst im Tode vor Gott nur gilt. sorgen; nur wann und wie 9. Die Heiligung erfor⸗ ich sterben soll, das hast du dert Müh; du wirkst sie mir verborgen. Mein Ende nicht, Goti wirket sie. Du steht allein bei dir. Erhalte aber ringe stets nach ihr, nur den Glauben mir, daß als wäre sie ein Werk von du es weislich ordnest! dir! 2. Gib, daß ich meine 10. Der Zweck, zu wel⸗ höchste Lust an meinem Hei⸗ chem du hier lebst, dein land habe, und seiner Liebe, Ziel, wornach du weise mir bewußt, ihm folge bis strebst, und was dir ewig zum Grabe! Auf ihn, der Heil verschafft, ist Tugend für die Sünder starb, und durch des Glaubens Kraft. Trost und Hoffnung mir 11. Ihr alle seine Tage erwarb, laß freudig mich weihn, heißt eingedenk des vertrauen! Todes sein; und wachsen in 3. Die Kraft, zu denken, der Heiligung, ist wahre bleibe mir, wenns seyn kann, Todserinnerung. bis ans Ende, damit mein 12. Wie oft vergeß ich Geist sich stets zu dir und diese Pflicht; Herr, geh deiner Gnade wende, und mit mir nicht ins Gericht; voll Gedanken, Gott, an drück tief des Todes Bild dich zuletzt von diesem Leibe mir ein, und laß es in sich getrost und ruhig scheide. mir wirksam sein; 4. Soll ich gewaltsam, o 13. Daß ich mein Herz mein Gott, und schnell und mit jedem Tag vor dir, o angstooll sterben; so führe Gott, erforschen mag, ob nur auch dieser Tod mich zu Nebe, Demuth, Fried' und des Himmels Erben! uf i Mel. Wann mein Stündlein 184 hilf nur, daß ich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit, als Christ die Welt verlasse! 5. Empfind ich keine Freu⸗ digkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelassenheit aus meinem bangen Herzen; dann, guter Vater, rechne du die Schwachheitsfehler mir nicht zu, die ich begehen könnte! 6. Nimm auch verborgne Seufzer an, und laß, wenn ich nicht beten, nicht den⸗ ken und empfinden kann, mich deinen Sohn vertreten! Geheiligt müss' ich dir nur seyn; dann bin ich, Gott, mein Vater, dein im Le⸗ ben und im Tode! 7. Ja, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Tod nur mein Gewinn, und Chri⸗ stus ist mein Leben. Und geh ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freun, ich sterb' auch wie ich wolle. Mel. Wer nur den lieben Gott 250 Ich will dich noch im Tod erheben, selbst nah am Grabe preise ich dich: zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir, du segnest mich Mein Leben sucht ich dir zu weihn; mein Tod soll auch dir heilig seyn! Unsterblichkeit und Vergeltung. 2. Gott, welche feierlig Stunden, wenn du smit nun der Erd entziehst, gy mich, den du getren befun den, voll schonender Erban mung siehst! Allmächtiger in dein Gericht gehst d mit mir Erlösten nicht. 3. Der Leib wird schwach die morsche Hütte, in de mein Geist hier wohnt, zen fällt; ich eile hier mit ⸗ dem Schritte entgegen ei ner bessern Welt. Ich bin getrost und zittre nichtz denn Gott ist meine Zu—⸗ versicht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser starbst? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran; ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen, und mir den letzten Schrecken dräun; du halfst mir, Herr, die Welt bezwingen; den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele sink ich nicht. 6. Du wachest über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich ver⸗ scheucht, scheuch Krone 7. Tod am denn Kreuze ging zum dauch d Leid und hrecken Herr, den nicht Lohn, o nah Resh e sich Engel se zu des ver⸗ ucht, Der scheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preis' ich dich; denn ewig werd ich bei dir leben, und ewig freu ich dei⸗ ner mich. Durch dich ist Sterben mir Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel. Jesus meine Zuversicht 251 err, ich hab aus deiner Treu' mir zum Heil, noch Zeit in Händen. Gib, daß ich stets eifrig sei, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink uns ruft! 2. Schnell und unaufhalt⸗ bar flieh'n die mir zugezähl⸗ ten Stunden. Wie ein Traum sind sie dahin, und auf ewig dann verschwun⸗ den. Dieser Augendlick ist mein; wird es auch der künft'ge seyn? 3. Laß mich auch der Flüchtigkeit meiner Tage nie vergessen, wie unschäb⸗ bar sei die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen; wie, was hier von uns geschieht, ew'ge Folge nach sich zieht! 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohl⸗ fahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszukaufen, die zu Tod. meiner Seligkeit deine Gna⸗ de mir verleiht! 5. Deine schonende Ge⸗ duld trage hier mich nicht vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl, so benützte, wie ich soll! 6. Laß mich meine Besse⸗ rung für mein Hauptge⸗ schäfte achten und nach mei⸗ ner Heiligung mit so treuem Eifer trachten, als erwar⸗ tete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugendfrüch⸗ ten sei, und ich reif zum Himmel werde! Nahet dann mein Ende sich, o so stärk“ und tröste mich. Mel. Dein sind wir, Gott, in 9EE ein Leben steht 252 VY in Gottes Hand; er thu, was er mir heilsam fand! Er zählte mir, so wie mein Haar, schon eh ich war, auch meine Lebens⸗ stunden dar. 2. Ich nütze mit Zufrie⸗ denheit die Tage meiner Sterblichkeit. Wie väter⸗ lich versüßt sie Gott! Doch Müh' und Noth sind ihr Gefolg', und dann der Tod. 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und sinkt ins Grab. Nicht usterblichkeit und? Nicht Jugend schützt, nicht Stand noch Geld; nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher flellt. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo maucher Christ schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd auch ich, wenn dir's gefällt, ein Bür⸗ ger der vollkommnen Welt. Den Meinen sag ich auf dein Wort: Gott, unser Hort, vereint uns bald auf ewig dort. 7. Den Trost, o Jesu, dank ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast's verheißen: Ihr seid mein, auch ihr sollt seyn, wo ich bin, und euch ewig freun. Mel. Jesus meine Zuversicht 253 Mee Lebenszeit verstreicht; stündlich eil' ich zu dem Gra⸗ be. Und was ists, das ich vielleicht hier noch zu erwar⸗ ten habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht: denn Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wenn du ergeltung. stirbst, wünschen wirst, ge⸗ lebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, daz Gutes liebt, nur ein ruhi⸗ ges Gewissen, das vor Golt dir Zeugniß gibt, wird dit deinen Tod versüßen; die⸗ ses Herz von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gerichtz Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet' uns wache. Sorge nicht, wie bald du stirbstl deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur, den Tod nicht scheun, lern auch, sei⸗ ner dich erfreun. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre FFeeeeee X sei⸗ durch weiß weiß, haun, dem F es dem zum dein rich: bin, lehre lehre du mich selbst beden⸗ ken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag! Mel. Wer nur den lieben Gott 254 ein Gott, ich weiß wohl daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig dauert, und besteht. Drum zeige mir in Gnade an, wie ich recht selig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe! die Blumen müs⸗ sen bald verblühn. Drum mache du mich stets bereit hier in der Zeit zur Ewig⸗ keit! 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich flerbe, weil auch der Tod viel Wege hält. Dem einen wird das Schei⸗ den herbe, sanft geht ein andrer aus der Welt. Doch wie du willst, gib nur dabei daß ich wohl zubereitet sei 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mich einst be⸗ deckt. Doch wenn ich nur den Trost ererbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt; so nehm ich jede Stelle ein: 1. Erd' ist allenthalben ein. 5. Drum, liebster Gott, wenn ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe, und hab' ich ihn im Glauben hier, so gilt mirs gleich, und geyt mirs wohl, wann, wie und wo ich sterben soll Mel. Mein ganzer Geist, Gott 5 ie wird mir 255 Woam, o dann mir seyn, wenn ich mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde? Von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich innig meine Seele, und erwähle den, ew'gen Frieden. 2. Besiege denn des To⸗ des Graun, mein Geist er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchter⸗ lich! Ins Allerheiligste führt dich der Weg im fin⸗ stern Thale. Gottes Ruh ist unvergänglich, überschweng⸗ lich! Die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Macht, eh' ich dies Flehen noch schon hienie was dir dient zum 188⁸ noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Bater, ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich meinen Lauf gut enden! 4. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert: laß mich, Vater, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 5. Wie wird mir dann, o dann mir seyn, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde? Von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mit⸗ genoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! heilig! heilig! sin⸗ gen wir dir, bringen Preis und Ehre! Dir, der war und seyn wird, Ehre! Mel. Christus, der ist mein sch geh einst ohne 2563 Beben zu mei⸗ nem Tode hin! denn Chri⸗ stus ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der nahen dunk⸗ len Gruft; Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft, 3. Und rief mich, abzu⸗ Unsterblichkeit und Vergeltung. scheiden, auch heute schon mein Gott; so geh ich hin mit Freuden, und sterb auf sein Gebot. 4. Ich hoff ein beßrez Leben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist. 5 Dann eil ich dir ent⸗ gegen, mein triumphirend Haupt, und seh entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. Mel Wenn mein Stündlein E enn meine Zeit 25 7 Wẽ vorhanden ist, von dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Christ, mich nicht in meinen Leiden! An meinem End' empfehl ich dir, Herr, meine Seele, die du hier zum Him⸗ mel hast gebildet. 2. Wenn Angst und To⸗ desfurcht mich drückt, mich mein Gewissen naget: so wird mein Herz mit Trost beglückt, das sonst voll Un⸗ ruh zaget. Mich tröstet in der letzten Noth dein Lei— den und dein Kreuzestod, dadurch du mich erlöset. 3. Ich bin, o Herr, mit dir vereint: deß freu ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund in Todesnoth und Schmer⸗ zen. Und sterb ich, o so sterb ich dir; die frohe Hoff⸗ nung k nen T. ander aulert mir ve nem wo di seyn/ keit n Gott 9. benenu kann er ist —— Frist, wecke nung End' nung hast du mir durch dei⸗ nen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod er⸗ standen bist, werd ich einst auferstehen, ins Reich, das mir verheißen ist, aus mei⸗ nem Grabe gehen; denn wo du bist, soll ich auch seyn, und deiner Herrlich— keit mich freun, die dir dein Gott gegeben. 5. So wird mein Ster⸗ ben mir versüßt; der Tod kann mich nicht schrecken: er ist ein Schlaf auf kurze Frist, und Jesus wird mich wecken. Er, mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Thron ins ew'ge Leben führen. Mel Herr, wir singen deiner 2* Dellig sind des 258 Sdiamelz Er⸗ ben, die Tod ten, die im Herren sterben, zur Aufer⸗ stehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todtenschlummers folgt Ent⸗ zücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie srei von der Erde Müh'. Gelobt sei Gott! Vor seinen Thron, zu sei⸗ nem Sohn begleiten ihre Werke sie. In eigener Melodie. as sorgst du 259 W ängftlich für dein Leben? Es Gott ge⸗ Der ayd. 189 lassen übergeben, ist wahre Ruh' und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, es dankbar, als ein Glück, befitzen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2 Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch dich zzur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen seyn. Er soll den Wunsch zum Leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage find! Sprich: sollt ich Gutes wohl ver⸗ schieben? Nein meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. Denk an den wenn böse Triebe, Lut der Welt Liebe dich reizen, sticke sie, Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, der Sünde Lockung folg ich nie. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich ver⸗ mehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß wenn sie dir entrissen wer⸗ den, du dann dich nicht so⸗ sehr betrübst. 6. Denk Tod⸗/ wenn und ihre und er⸗ 190⁰ 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen, welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben. Sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe! Dann ist ein unbe⸗ flecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen Sprich: alle Trübsal eines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ists, der mir die Kröne reicht. 9. Denk an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; doch endlich kommt er, sie zu rächen, und plötz⸗ lich werden sie vergehn. 10. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufst und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich kann der Herr nicht hassen; Unsterblichket und Vergeltung. er wird mich sterbend nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen; so wirst du ihn nicht zitternd scheun; so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. Mel. Wer nur den lieben Gott 98 Wer weiß, wie 260 nahe mir mein Ende? Die Zeit geht hin, es kommt der Tod. Ach, wie geschwind, ach, wie behende kann kommen meine Todesnoth! Gott, gebe dann mir Kraft und Muth, und machs mit mei⸗ nem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; so lang ich lebe auf der Er⸗ den, leb ich in steter Tods⸗ gefahr. Ich, der ich jetzt gesund noch bin, sink, eh ichs denke, kraftlos hin. 3. Herr, lehr mich stets ans Ende denken, und laß mich, eh ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bedenken, und nicht verschie⸗ ben meine Buß', denn jener ernste Augenblick bestimmt mein ewiges Geschick 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich 0 rei reit sei für und für, und sagen könn' in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Hilf, daß bei jedem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag. 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbittre mir der Sünden Lust. Gib, daß in diesem Weltgetümmel mir nichts, als Unschuld, sei bewußt; so eilt, wenn diese Hütte fällt, der Geist in eine beßre Welt. 6. Ach, Vater, deck all' meine Sünden um Jesu Christi Willen zu, damit ich hier Vergebung finde, und dort bei dir vollkomm⸗ ne Ruh'! Du warst mein Gott in jeder Noth; drum sei auch Vater mir im Tod! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Freude, mein Schutz, mein Alles in der Noth. Er endet selig meinen Lauf, und nimmt mich dann im Himmel auf. 8. So komm mein End heut oder morgen; ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. Er ists, der mich in allen Sorgen, er ists, der mich im Tod erquickt. Er stär⸗ ket mir dann meinen Muth, und machts mit meinem Ende gut. Der Tod. In voriger Melodie. 261 N᷑a leb ich. Ob ich morgen le⸗ be, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe, und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut, zu meiner Re⸗ chenschaft bereit. 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft eh er's denkt, in's Grab; und Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel, hier ist der Kampf, dort ist die Ruh'. Auf! streb und ringe nach dem Himmel, eil deiner beßren Heimath zu! Wie bald verfließt der Prüfung Zeit, und dann, dann kommt die Ewigkeit! 4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, ob's morgen moͤglich ist? Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wirds vielleicht nicht seyn. 5. O Gott, verleihe mir die Gnade, führ du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebne, sichre Pfade, erhalte mich gewissenhaft und 19²2 und immer treu in dem Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf! 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit; ich lebe dann hier nicht vergebens, und nütze redlich meine Zeit, und seh, mit dir ergebnem Sinn, auf Tod und Grab und Zukunft hin. In voriger Melodie. 6 6 er weiß, wie 262 bald in tiefer Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald man meines Geistes Hülle zu meinen Vätern schlafen legt? Wer weiß, ach, wer bestimmt die Zeit des Ein⸗ tritts in die Ewigkeit? 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und unter Plage mein liebevoller Va⸗ ter blieb. Von dir, der mir den Odem gab, hängt auch mein letzter Odem ab. 3 Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bes⸗ sern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht. 4. Vielleicht ist dies der letzte Arme, der kläglich mich Unsterblichk eit und Vergeltung. um Hülfe fleht. Wenn ich mich heute nicht erbarme, vielleicht ists morgen schon zu spät; und dann, was bringt die Aerntezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit. „5. Mein Pfund erst mor⸗ gen wuchern lassen, ein Gedanke voll Gefahr! Kann ich nicht Abends schon erblassen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? O Mensch, ach, säum' im Wohlthun nicht! Nur dies ist Weisheit und ist Pflicht. 6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Heiligen, geweiht. Die Buße bis ins Alter sparen, ist schreckliche Vermessen⸗ heit. Zu spät verschwindet oft der Wahn, da man auch schlafend sterben kann. 7. Wie leicht raubt Schmerz und Fieberhitze mir Ueberlegung und Ver⸗ stand! Wenn ich in Todes⸗ ängsten schwitze, wer macht mich dann mit dir bekaunt? O Gott, vielleicht ein Fall, ein Schlag bestimmt mir meinen Sterbetag. 8. Laß, Höchster, deinen Geist mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu al⸗ len Zeiten mir nur ein Frie⸗ densbote seyn. Du kommst, vielleicht zu Mitternacht! O wohl dann ewig dem, Mel. der wacht. welch Mel. 2 26³ Grab! der schlumn schon d Aus al Todʒ Scheide des Lei 2.0 dieser Sehnsi wann wird füllet. steig i tenthal Täusch heit. 3 die 1 oft de der scheint get. der Unschr blühn Leidet 4. im 6 nes b rer will geben heißt er u men komn Mel. Was Gott thut, das ist 263 ch bebe nicht ½ vor Tod und Grab! Im Grabe ruht der Müde; auf den Ent⸗ schlummernden herab finkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod; der Augenblick des Scheidens ist auch das Ziel des Leidens. 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wann diese Hülle fällt, wird erst mein Wunsch er⸗ füllet. Zum Sternenchor steig ich empor, vom Schat⸗ tenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahr⸗ heit. 3. Von hier, wo oft die Unschuld weint, und oft das Laster sieget, bis der Vergeltungstag er⸗ scheint, wo dieses unterlie⸗ get. Die Klage schweigt; der Jubel steigt! Der Unschuld schönste Freuden blühn aus der Saat der Leiden. 4. Drum freu ich mich im Glauben schon auf je⸗ nes beßre Leben; denn uns⸗ rer Tugend vollen Lohn will Gott uns dort erst geben. Was Tod uns heißt, befreit den Geist, er muß zu allen From⸗ men als Engel Gottes kommen. Der Tod. 193 Die Auferstehung. In eigener Melodie. 264 esus meine Zu⸗ verficht, lebt und ich soll mit ihm leben! Dieses. weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden ge⸗ ben, was die lange Todes⸗ nacht mir auch für Gedan⸗ ken macht? 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich erwarte mit Ver⸗ trauen, daß er mich zu sich erhebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, wel⸗ ches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff⸗ nung Band zu genau mit ihm verbunden. Er, der selbst den Tod empfand, hat für mich ihn überwunden; auch im Tode bleib ich sein, ewig seiner mich zu freun. 4. Dieser Körper nur ist Staub; er nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geist! O sel'ger Glaube! Heil mir! Mein Erlöser lebt, der mich einst zu sich erhebt. 5. Dann wird mich, statt dieser Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild' fürs höhre Leben; und in diesem Leib seh ich, mein Erlöser, ewig dich! 6. Ob dies Aug' im Tod auch bricht, wirds doch sei⸗ 3 nen 19⁴ nen Retter kennen; und wie freudig werd ich nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblich⸗ keit dieser Erde mich befreit! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Irdisch werd ich ausgesät, himm⸗ lisch werd ich auferstehen. Nimm, Verwesung, mein Gebein; ich, ich werd un⸗ sterblich seyn! 8. Seid getrost und hoch⸗ erfreut: Jesus kennt euch, seine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit; sterbt ihr, Jesus weckt euch wie⸗ der, wenn sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallt! 9. Wo ist dein Triumph, o Tod? Nimm den Staub bhin. Ohne Graun folgen wir, wir werden Gott, wer⸗ den den Erlöser schaun. Un⸗ ser ist der Sieg, und Heil ewig/ ewig unser Theil! 10. Darum, Christen, auf! erhebt euren Geist von dieser Erden; lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr sollt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß hier rein und heilig seyn! Mel, Wer nur den lieben Göͤtt 26 5 chbin zur Ewig⸗ 2 keit geboren für eine beßre Welt be⸗ Unsterblichkeit und Vergeltung. stimmt; mein Leben geht dann nicht verloren, wenn hier das Grab den Leich nam nimmt. Zu groß bin ich für diese Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? Wär auch ihr ganzer Reichthum mein; er bliebe, wenn kein Him⸗ mel wäre, für meine Wün⸗ sche doch zu klein. Mein Geist find't nicht im Staube Ruh': er eilt erhabnein Gütern Zu. 3. Es schuf mich ja der Gott der Liebe, zum höhren Glück, zu höbrer Lust, und pflanzte selbst dazu die Trie⸗ be so stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehn⸗ sucht mich erfüllt, läßt wahr⸗ lich sie nicht ungestillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höhren Wahrheit Licht zu sehn, der hier noch unerfüllt geblie⸗ ben, muß einst noch in Er⸗ füllung gehn. So wahr Golt diesen Trieb mir gab, erstirbt er nimmer in dem Grab. 5. Gott ist gerecht, er wird einst richten: die Tu⸗ gend wird durch ihn gekrönt⸗ Er wird, was sie gedrückt vernichten; erhöhen, die man hier verhöhnt. Das Laster, mag es hier sich freun; dort kann es nim⸗ mer glücklich seoen. 6. Ists möglich, kann Gott Gott denn Reich hier v die de Nein, sterbe mich +7½% meine mein Wort. trium treibt fort. nun en selbst 8 will mir 1 mir und geht wenn chnam ich für ist die „was r auch mein; Him⸗ Wün⸗ Meip taube lbnern ia der öhren „und Trie⸗ meine Sehn⸗ wahr⸗ ewig öhren „, der jeblie⸗ n Er⸗ Gott stirbt ab. , er Tu⸗ krönt. rückt/ die Das sich nim⸗ kann Goit Golt anders handeln? Gilt denn kein Recht in seinem Reich. Die Frommen, die hier vor ihm wandeln, sind die den Uebelthätern gleich? Nein, Tugend fiegt! Ich sterbe drauf: Goft weckt mich zur Vergeltung auf. 7. Er weckt mich auf aus meinem Staube: dies hofft mein Herz, dies sagi sein Wort. Dies Wort, laut triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle Zweifel sort. Wie froh erhebt sich nun mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 8. Mein Jesu lebt! Wer will mich tödten? Er sichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen, und leitet mich zur Selig⸗ keit. Auch dieser Leib muß auferstehn, vollkommner einst zum Himmel gehn. 9. Ihr Thäler sinkt! Fallt, Berge, nieder! Mein fester Glaube fürchtet nichts. Ich sterbe; doch erwach ich wieder am Morgen eines ew'gen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an, und Golt, wie selig bin ich dann! In voriger Melsdie. Ferr Lenz erfreuet 266 2 was da lebet, er bricht des Winters Fes⸗ seln los; der Blumen schö⸗ ver Flor erhebet verjüngt sich aus der Erde Schooß, Die Auferstehung. 19⁵5 und freundlich lächelt er mir zu: unsterblich, freu dich. Mensch, bist du! 2. Die Sonne löst dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht, sieh, er erhebt die zarte Schwinge, geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt in höhrer Lust mir zu: unsterblich: freu dich, Mensch, bist du! 3. Mir hat Gott For⸗ schungsgeist gegeben, und Wünsche, die die Welt nicht stillt. Heil mir, Sie bür⸗ gen mir ein Leben, wo sich des Höchsten Rath enthüllt. O, Himmelsahnung, ruft mir zu: unflerblich, freu dich, Mensch, bist du! In eigener Melsdie⸗ 57 uferstehn, ja 267 A auferstehn wirst du mein Staub nach kurzer Ruh; unsterblich Le⸗ ben wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Aernte geht, und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag Wann ich im Grabe genug ge⸗ schlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden 3 2 wirds 196 Unsterblichkeit und Vergeltung. wirds dann mir seyn. Mit Jesu geh ich einst zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann; lebt ich im Heilig⸗ thume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! Mel. Wer nur den liehen Gott 268 arum erbebest du, meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höhlez nur deine Hülle sinkt hinab. Nur sie weil sie Gott schuf aus Staub, nur sie wird der Verwesung Raub. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Licht, und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht; bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele wirst du das verstehen, was hier kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen, der Weiseste umsonst be⸗ gehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, o den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken nach Gottes Rath am Kreuz ver⸗ schied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott, dich hier getrennt von dei⸗ nem Gott! 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheint, verläßt dein Leib der Gräber Ruh. Zum zweitenmal mit dir vereint, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht! Mel. Jesus meine Zuversicht 6 elig, Jesu, sind, 269 S die nun schon im friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich Gottes größter Gabe, eines ew'gen Lebens freun, möchten wir es auch schon seyn! 2. Doch du willst, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle einst dies Joch, die des Le⸗ bens Kron erstritten. End⸗ lich aber führt der Tod uns auch so, wie sie, zu Gott! 3. Du, du selber lebtest hier vormals auch in Pil⸗ gerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hast du, Gött⸗ licher gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! 4. Was ist diese Lebens⸗ zeit? Ach nur eine kurze Stunde gegen jene* i trugen keit. Stun hief u und e gib u wohl Schlu wolle Laß schaut vertr. 6. nicht wirst Kraf uns, schme den Tod 7 Kam ten mehr wir Auch rieff brac keit. Aber an der kurzen Stunde hängt(dieß präge tief uns ein) ew'ge Wonn' und ew'ge Pein. 5. Gih uns Weisheit gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nützen, und beim Schluß der Pilgerschaft wollest du uns unterstützen! Laß auf dich uns freudig schaun, dein begehren, dir vertraun! 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der beßren Welt, laß uns, wenn wir sterben, schmecken! Flöß uns jetzt den Muth schon ein, in dem Tod getrost zu sein. 7. Und wenn wir vom Kampfplatz nun zu den Tod⸗ ten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: es ist voll⸗ bracht! Das Gericht. In voriger Melodie. Smmer näher 00 70 kommt die Zeit, stündlich eil ich ihr entgegen, wo der Herr auch mir gebeut, meine Rech⸗ nung abzulegen. Dann wird Alles, Alles klar, wie ich lebte, wer ich war. 2. Selbst des Herzens stil⸗ Die Auferstehung. 197 len Rath wird der Richter offenbaren. Jedem wird für jede That dann Vergeltung widerfahren; wie er hier den Saamen sireut, ärntet er in Ewigkeit. 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler ster⸗ ben dann und beben. Hei⸗ lig und gerecht ist Gott, und er sah ihr Sündenleben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wenn er ruft zur Rechenschaft? 4. Wer hier seine Zeit verträumt, nur nach Sin⸗ nenfreuden schmachtet, sei⸗ nes Geistes Wohl versäumt, Menschen quälet und verach⸗ tet, und sich reuvoll nicht bekehrt, fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises from⸗ mes Herz darf nicht vor dem Richter zittern; nur den Christen wird kein Schmerz dort am Gnadenthor er⸗ schüttern. Heilig war ihm seine Pflicht; es verdammt sein Herz ihn nicht 6. Christen, Christen, richtet nicht! Laßt den Herrn das Urtheil fällen! Er bringt Alles einst ans Licht, wird einst jede Nacht erhellen Lieber duldet, lie⸗ ber weint, bis sein großer Tag erscheint! 7. Laßt uns nur gewissen⸗ haft stets nach Gottes Wil⸗ len handeln, eingedenk der 23 Re⸗ 198 Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen wandeln, selbst die kleinste Sünde scheun, und Verehrer Jesu sehn! Mel. Wer nur ben lieben Gott enn ich auf 2 0 1 Wé Gottes We⸗ gen wanke, und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hats verkün⸗ digt, sein Gericht ist unaus⸗ bleiblich, flrauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei rauh und steil, wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich gelreu und standhaft bin, gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverläugnung, zur Geduld. 3. Oft will ich zu mir sel⸗ ber sagen: die Welt vergeht mit ihrer Lust! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur keines Frevels mir bewußt! Es kommt; es kommt die Ewigkeit, die mich aus je⸗ der Noth befreit. 4. Einst werd' ich Jesu Stimme hören: der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Leh⸗ ren: nimm hin, was dir bereitet ist! Komm, erbe meines Vaters Reich; sei selig und den Engeln gleich! 5. Solch eine Wonne Unsterblichkeit und Vergeltung. wartet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Nächsten lieb', und gern mich seiner erbarm, und Jesu ähnlich bin. Wie könnt' ich hart und lieblos seyn? Betrübte sehn, und nicht erfreun? 6. Dort, dort irifft den, der ohn' Erbarmen nie men⸗ schenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nie erquickt, noch speißt, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 7. Fühllose, wird der Richter sagen, verschlossen habt ihr eure Hand, verach⸗ tet eurer Brüder Klagen. Entweicht! Ich hab euch nie erkannt! Für den, der Brü⸗ der nicht erfreut, ist freu⸗ denleer die Ewigkeit! 8. So wirst du jede Sün⸗ de richten, gerechter Richter, wenn du einst den Uebertre⸗ tern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme sich er⸗ freun, dem Bösen Alles schrecklich seyn. 9. Gib mir, o Vater Muth und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu, geübt in jedem guten Werke, bewährt und dir gefällig sei; so werd ich ewig selig seyn, mich ewig deiner, Gott, erfreun. Mel. deine O be Lobge 4 du si⸗ Führ ein, seyn. 5. Wor in Herr volle 6. von ier, ner nun Das Gericht. Mel. Aus der Tiefe rufe ich 272 F5 err, und Richter aller Welt, der auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann! 2. Mache mich von Sün⸗ den frei, fest im Guten, dir getreu; so erschrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir solche Lobgesänge dir! 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ auch mich einst dahin ein, nur der Deine will ich seyn. 5. Folgen will ich deinem Wort; hilf mir gnädig dar⸗ in fort, bis mein Lauf, Herr Jesu Christ, selig hier vollendet ist. 6. Fröhlich hör ichs dann von dir: Komm, Gesegne⸗ ter, zu mir! Nimm an mei⸗ ner Wonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis' ich dann, was du, Herr, an mir gethan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich. In eigener Melodie. 273 Soon ist der Tag von Gott be⸗ stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Got⸗ tes Händen nimmt, nach⸗ dem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Men⸗ schen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln sich die Schaaren, die seit dem ersten Tag der Zeit der Er⸗ de Bürger waren, nur dem Allwissenden bekannt, un⸗ zählbar, wie des Meeres Sand: hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahr⸗ heit unterliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Betrug und List: hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter sprichtz der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwar⸗ tungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgsam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, fammern;, flehn: Stürzt über uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir ver⸗ gehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Frie⸗ J3 4 dens, dens, und ihr Angesicht ftrahlt seliges Entzücken. 6. Frohlockend ziehn sie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, sei⸗ nen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stück⸗ werk wird Vollkommen⸗ heit; kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre sel'⸗ gen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden kränken! Es reize mich, gewissenhaft und eingedenk der Rechen⸗ schaft, nach deinem Wort zu wandeln! Mel. Straf mich nicht in deinem 274 H. ich bin dein 2 Eigenthum; dein ist auch mein Leben! Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs gege⸗ ben! Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden: dann soll ich zur Rechenschaft vorgefordert werden. Dein Gericht scho⸗ net nicht; Richter aller Welten, du, du wirst ver⸗ gelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe! Weh dann mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet! 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben! Möcht ich mich stets meiner Pflicht treu zu seyn, bestreben daß ich nie thöricht sie aus den Augen setze, nie sie frech verletzel 5. Lehre mich gewissen⸗ haft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen! Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute, dar⸗ auf vorbereite! 6. Zeigt sich erst die Ewig⸗ keit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' erflehel Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Wil⸗ len, Herr, nicht mehr er⸗ füllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde! Rufe du dann mir zu: bes⸗ serst du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Gerichts, werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig auf⸗ genommen Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank Mel. erheben! Mel. 8 27 seyn, 1 gen! 2 sens P zagen, zur Be Weltge Rechen 2 Gnade ner S Dienst bens i dengu sich le Stolz mit e beugt Herz, nun und des L verfü klager er au jeder verm durch furch 5. Stin von in ih Mel. Wenn mein Stündlein NMroß wird des 27⁵5 Geisders Elend seyn, unendlich schwer zu tra⸗ gen! Ach, unter des Gewis⸗ sens Pein wird seine Seele zagen, wenn ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele sei⸗ ner Stunden sind, in dem Dienst der Eitelkeit, verge⸗ bens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck ver⸗ fehlt; o welche Reu ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes Er⸗ dengut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz und Uebermuth, wo⸗ mit er andre kränkte? Ge⸗ beugt ist jetzt sein trotzig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn durch ihn verführt, erwählte. Nun klagen ibn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück durch ihn zerstört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und in ihm sein Gewissen spricht: Das Gericht. 201 Du bist ein Uebelthäter! Von Gott und Seligen verbannt, fühlt er, was er sonst nie empfand: gerecht sei seine Strafe. 6. O Sünder, fichre Sün⸗ der, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören: zur Beßrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. 7. Sie kommt, ihr mögt was Gott euch droht, be⸗ zweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beßrung rauben! Jetzt noch will Gott Erbarmer seyn; will eure Sünden noch verzeihn. O suchet seine Gnade! Das fünftige Leben. In eigener Melodie. 276 Ansten sor⸗ den, ihre Herrlichkeit ver⸗ blüht! Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht fieht, Staub wird dieser Leib von Erde, doch, damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut, und erhält Unsterblichkeit. 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, 35 wie⸗ 20² Unsterblichkeit und Vergeltung. wieder geben, gern verlassen diese Welt; denn nach die⸗ sem Erdenleben warten mei⸗ ner höhre Freuden. Ich, als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Welt⸗ gericht. 3. Nichts soll mir den Trost entreißen, er soll mir stets heilig seyn; Gott er⸗ füllt, was er verheißen: sei⸗ ner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jesum ich erlange eine frohe Seligkeit, wenn ich nütze diese Zeit. 4. Dort bei ihm ist wah⸗ res Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu er⸗ heben, und erwarten ihren Lohn; hohe Himmelsgeister ringen, mitanbetend ihm zu fingen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erlöser, Jesu Christ. 5. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterb⸗ lichkeit und Ruh; was kein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest du; Freudenärnten schenkt Gott denen, welche hier gesa't mit Thränen; alle Thrä⸗ nen trocknet er: Sünd' und Elend find nicht mehr. 6 Mögt ich doch, sie zu empfangen, diese große Herrlichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode hoch erfreut! Diese Hülle mag zerstäuben; denn mein Geist wird ewig blei⸗ ben. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh zum Vater hin. 7. Welche Tröstung, dies zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freu⸗ den! wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht es ist genug. Mel. Wenn mein Stündlein zin Pilgrim bin 2 77 ich in der Well, und kurz sind meine Tage, So manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärket mich im Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt mei⸗ ne bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berücktl Wer merkt, wie oft es fehle? Doch einst werd ich vollkom⸗ men rein, ganz heilig und ganz selig seyn? dies tröstel meine Seele. 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, hinauf zu dei⸗ ner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel trö⸗ stet mich; denn meine Thrä⸗ nen nen f jenem 4 kunft Noth sie in ob ich flärke bei d mein * noch mir nach mein sinket die( Him! groß 6. mich mein mich Mü ewit war The steh. Mel ig und tröftet wein u dei⸗ vaches nleer, sehe. troͤ⸗ Thrä⸗ nen nen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Wenn mich der Zu⸗ kunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage, wenn sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: so ftärke mich die Ewigkeit, daß bei dem Elend dieser Zeit mein Glaube nicht erliege. 5. Wenn einst, der jetzt noch ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer sinket: so sterb' ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, den großen Lohn der Treue. 6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier unter Müh' und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich Heil er⸗ wartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Ziele stehe. Mel. Wer nur den lleben Gott 278 E ist noch eine Ruh' vorhan⸗ den für jeden gottergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Got⸗ tes Willen einst entreißt, und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und, Gott, Das künftige Leben. 203 wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenom⸗ men, fang ich das beßre Leben an, wo nach der Last, die mich hier drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kin⸗ der trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösten nach wohl vollbrachter Uebungs⸗ zeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle mei⸗ ne Klagen; da bringt mein froher Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Regung Dank. Frob jauchz ich dann! es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohl gemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwach⸗ heit mehr, ich fühle dann die reinsten Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr! Fest steht mein Glück und Herr, dein Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich das zu Herzen fassen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibt! Dieß flöße Krafi und Muth mir ein, dir auch im Leiden treu zu seyn! 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden 36 Joch 20⁴ Unsterblichkeit und Vergellung. Joch getragen hast! will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last: so ftärke mächtig mei⸗ nen Geist, daß er dem Un⸗ muth sich entreißt. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist: so lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst vollkommmne Seligkeit. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 279 ch hoff ein ew'⸗ X. ges Leben und eine Seligkeit, die einst der Herr wird geben dem, der in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon hier auf Erden, vollkomm⸗ ner zu werden, mit Ernst bemühet hat. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden: doch kämpft sie hier noch oft mit unverdien⸗ ten Leiden; das Glück, das sie gehofft, umwölkt der Haß der Welt: dort aber wird sie siegen, dort ärntet sie Vergnügen, wo sie den Preis erhält. 3. Dem Laster folget Schande. Zwar geht es oft umher im glänzenden Ge⸗ wande, gekrönt mit Ruhm und Ehr'; doch wird den Bösewicht gewiß ein Tag mit Schrecken aus seinem Taumel, wecken: dem Tag entflieht er nicht! 4. Ich hoff ein ew'ges Le⸗ ben! Kann meine Seele hier sich schon zu Gott erheben, wünscht sie sich mit Begler des Daseins stets zu freun; so wird auch unsern Seelen ihr heißer Wunsch nicht feh⸗ len, unsterblich dort zu seyn. 5. Dieß tröstet mich in Tagen der Widerwärtigkeit. Ich darf nicht trostlos kla⸗ gen, und kann nun ohne Neid den Nächsten glücklich sehn. Gott leitet und re⸗ gieret mein Schicksal: wie ers führet, dient mirs zum Wohlergehn. 6. Bei Reizungen zu Sünden gibt diese Hoffnung Kraft und Muth, zu uͤber⸗ winden die böse Leidenschaft. Ist auch die Mühe groß, so werd ich dennoch siegen, und göttliches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. 7. Wie ruhig kann ich sterben! Ich fürchte nicht den Tod. Die Seligkeit zu erben, eilt dann mein Geist zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von beß⸗ ren Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihm würdig wandeln, o Herr der Ewig⸗ keit! Laß immer recht mich handeln in dieser Prüfungs⸗ zeit! Nach diesem kurzen Lauf Lauf w mir d mich n J 28 wird auf zi hin d wo d aus erkan verbr mich ben, dort 2. dieser jene bei d uns viel dar, pfind bei Leide nur 3. und nest dein ist k schr. mac ist dor Lauf wird ewig sel'ges Leben mir dort bei dir gegeben; mich nimmt der Himmel auf! In eigener Melodie. 6 ein ganzer 280 Ma Gon wird entzückt, wenn er hin⸗ auf zum Himmel blickt, da⸗ hin dein Rath uns leitet: wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lie⸗ ben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh em⸗ pfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort trock⸗ nest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Ge⸗ schrei; denn du, o Herr, machst Alles neu: das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Hei⸗ ligthum schallt deines Na⸗ Das künftige Leben. 205⁵ mens hoher Ruhm von lau⸗ ter frohen Zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. Hel⸗ ler, schneller, als hienieden, ohn' Ermüden sehn wir dro⸗ ben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5 Mit höhrer Liebe lie⸗ ben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reinerem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und unsre tausendfache Lust an deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit bemmt die Triebe dieser Liebe un⸗ ter Seelen, die dann wei⸗ ter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die From⸗ men, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vater⸗ hand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, mit den Engeln mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. Mel. Wer nur den lieben Gott 281 ach einer Prü⸗ fung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. 2 Hier 206 Hler übt die Tugend ihren Fleiß und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der From⸗ me schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, find ihm ein un⸗ vollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusch der eitlen Welt; bald kämpft in sei⸗ nem eignen Herzen ein Feind, der öflers siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kum⸗ mer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öf⸗ ters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten ver⸗ gißt: hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit seyn. 5. Hier such ichs nur; dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth em⸗ pfinden, den unaussprechlich großen Werth: den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöbn 6. Da wird der Vorsicht heilger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn, Unsterblichkeit und Vergeltuͤng. und lieblich Wesen, Heil bie Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läht Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wun⸗ derbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge, schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammen⸗ hang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Golt mein Heil sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig s sin⸗ gen dem Lamme, das erwür⸗ get ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchslen Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o moͤgte Golt den ottes und noch bies; hslen ich ögte Holt Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele seyn! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, ist doch ein Augenblick voll Müh! Mel. Alle Menschen müssen sterb. 282 O wie unaus⸗ sprechlich se⸗ lig werden wir im Himmel sehn! da, da ärnten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird ohne Leid und Zähren, unser Le⸗ ben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt dei⸗ nes Himmels große Freu⸗ den? Doch nach dieses Le⸗ bens Leiden werden Alle, die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erböhn. Mit erstqunendem Gemüthe wird dann unser Das küunftige Leben. deine Huld sei überschwenglich und die Auge sehn, Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkomm⸗ nen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dies Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner From⸗ men Menge Ein Herz, eine Seele seyn, Dienft und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hinge⸗ geben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu seyn, wo nach ausgewein⸗ ten Thränen ew'ge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Luft verkehrt, die forthin kein Kummer stört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt bier auf Lust oft Weinen: dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wech⸗ 208 Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreut über das erhabne Glück; das dir einst dein Gott verleihet! Richte dei⸗ nes Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dahin zu kommen! Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gehn; o so mache immer reiner hier mein Herz/ dich einst zu sehn! Hilf, o Vater, meiner Seele, daß ste nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! Mel. Schon ist der Tag von Gott 283 Zinst, freuet euch, einst reift die Saat zum Tag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That der Edlen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geist Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. 2. O Glaube, der das Herz erhebt: du, Gott, schufst unsre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unsre Seele; zum steten Wirken schufst du sie. Heil uns! Darum vergeht fie nie; sie lebt für Ewigkeiten. Unsterblichkeit und Vergeltung. 3. Nun können wir hier in der Zeit voll froher doff⸗ nung leben! Gott wird die größte Seligkeit dem Tu⸗ gendfreunde geben, der das was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod treu suchte zu erfüllen. 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laß uns mit Eifer ringen; laßt, Christen, uns in dieser Zeit treu unsre Pflicht vollbringen! Belohnt wird einst der Tugend Müh' ein guter Gott belohnet sie in jenem beßren Leben! Mel. Der unsre Menschheit 6 nsterblichkeit! 284 ù Unsterblich⸗ keit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Trost für alle Schmerzen schafft, mit ho⸗ hem Muth, mit Gotteskraft zum Todeskampf belebetl Fühlt des Gedankens Selig⸗ keit; denkt, Menschen, daß ihr ewig seid! 2. Sei's, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht, wir, mehr als Erd und Sonne, wir leben für die Ewigkeit! Schon in des Daseyns erster Zeit fühlt dies das Herz mit Wonne; und seine Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preist. 3. Gott, dir sei Dankl Gott, dir sei Dank!— misch mischt sich in den Schmerz⸗ gesang an unsrer Brüder Grabe der Ewigkeit Tri⸗ umphlied ein. Nur unser sterbliches Gebein, wird Erde, deine Gabe. Hoch schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geist em⸗ por zu jener Welt. 4. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! und unser würd'ger Lobgesang sei hier ein heil'ges Leben! Gott, heiligster! wir weihn uns dir; nach Jesu Beispiel wollen wir mit eifrigstem Bestreben der Tugend edeln Saamen streun; dort wird die Aernte uns erfreun. Mel. Schon ist der Tag von Gott 285 Wen oft zu je⸗ ner Seligkeit mein Geist empor sich schwin⸗ get, und über sie schon hier erfreut, dem Herrn ein Lob⸗ lied singet; dann fühl ich mich hier nur als Gast, und leicht wird dieses Lebens Last, die sonst so oft ermüdet. 2. So kann auch hier schon selig seyn, wer sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend liebet. O Vorschmack jener Him⸗ melslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend. 3. Dort, Gott, belohnst du mein Vertrauen vor dei⸗ Das Tunftige Leben. 209 nem Angesichte; führst mich vom Glauben hin zum Schaun, vom Dunkel hin zum Lichte. Dich preis' ich dann und deinen Sohn, der mich des Himmels Vor⸗ schmack schon im Glauben läßt genießen. 4. An Kenntniß und an Herrlichkeit wachs' ich durch Ewigkeiten. Verwandelt ist in Glück mein Leid, und in Triumph mein Streiten. Und diese hohe Seligkeit hat nie ein End, ist ohne Zeit; kein Tod ist mehr, kein Weinen. 5 Dann heb ich meine Händ' empor, und falle jauchzend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und unsern ho⸗ hen Lobgesang, voll Halle⸗ luja, Preis und Dank, hallt jeder Himmel wieder. Mel. Mein ganzer Geist 286 We freu ich mich, der Wonne⸗ zeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Ruh' mich in der Nähe sehen! Tröstlich, köstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 2. Drum, o mein Geist, ermanne dich! Nimm deine Last Last, und gürte dich zum letz⸗ ten Wallfahrtstage! Bald legst du deinen Pilgerstab, legst deine Last auf ewig ab, mit aller ihrer Plage. Bange lange Pilgerstunden sind verschwunden; allen Kummer tilgt ein süßer Abendschlummer. 3 3. Und wenn nach einer kurzen Rast du, Mäder! ausgeschlummert hast, weckt dich ein schönrer Morgen. Dann schreckt dich Finster⸗ niß nicht mehr, kein banger Traum schwebt um dich her, dich beugen keine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne strömt die Sonne dort her⸗ unter, lächelt ewig, geht nie unter. 4. Dann kämpfst du nicht mit Krankheit mehr, siehst hinter dir der Schmerzen Oeer, kennst keine Noth, kein Leiden, mit neuer Kraft, mit neuem Sinn eilst du von Welt zu Welten hin, trinkst stündlich neue Freu⸗ den. Reiner, feiner fühlst du immer: wechselst nimmer im Gemüthe; dein Genuß ist ew'ger Friede. 5. Dort schielet nicht mit gift'gem Blick die Mißgunst nach der Gei⸗ ster Glück; dort flicht der Neid nie Netze; die Rache gräbt dir da kein Grab, kein Stolzer drückt auf dich herab; dort stiehlt kein Vergeltung. Geiz dir Schätze. Dro⸗ ben toben keine Feinde; Engel, Freunde, Brüder üben ewig sich mit dir im Lieben. 6. Hier nähret oft zu sei⸗ nem Schmerz, statt eines Freunds, das traute Herz die Natter in dem Schooßez oft welkt in einem Augen⸗ blick sein treuster Freund, mit ihm sein Glück, gleich einer Frühlingsrose. Drü⸗ ben lieben deine Werthen, die Verklärten, dich auf immer, deine Seligkeit wankt nimmer. 7. Wie freu ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Ge⸗ danke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Ruh' mich in der Nähe se⸗ hen! Tröstlich, köstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu bele⸗ ben! 8. Nun trag ich meiner Bürde Last, die du mir, Gott, gegeben hast, froh bis zur Wallfahrt Ende. War sie sonst schwer, jetzt ist sie leicht; denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ihre Hände. Tröstlich, köstlich, Wort vom Frieden! Müden Labung geben, sie mit Himmelskraft—191 el. kannst du einer mir/ froh nde. ietzt eine eicht nde. Vort du den! Rel. kuͤnf Mel. Sei Lob und Ehr' dem 287 Dꝰ Freuden Quell ist, Gott, bei dir: dort in dem höhern Leben wird deine Vaterhuld auch mir in vol⸗ lem Maße geben, was mich mit reiner Lust erfüllt, was meiner Seele Sehn⸗ sucht stillt, und sich ohn' Ende mehret. 2. Dich lern ich dann im hellern Licht, in deiner Grö⸗ se kennen, und mit voll⸗ kommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet ich dann auf ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist da sieht, wo er hier slill vertrauet, wenn er dein nnumschränkt Gebiet weit heller überschauet; Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! 4. Noch größre Werke seh ich dann von deiner Va⸗ tergüte, als ich auf Erden sehen kann und mein ent⸗ zückt Gemüthe verliert voll Dank und Freude sich in deiner Herrlichkeit, die ich im vollen Glanz erblicke. 5. Da werd ich deinen heil'gen Rath noch mehr, als hier verftehn, dir danken, daß du mich den Pfad der Tugend hießest gehen, und tigẽ selbst durch Leiden dieser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich be⸗ reitet. 6. In höherer Vollkom⸗ menheit werd ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. O wel⸗ che Quelle reiner Lust, fich keiner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 7. Mit allen Bürgern jener Welt werd ich dich dann erheben, werd ich dort, ihnen zugesellt, in reinster Freundschafst leben. Es schlägt dann froh in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb' und Luͤst, die ich mit ihnen theile. 8. Ja, ewig, ist mein Gott, bei dir der Freuden reinste Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir stets unversiegt und helle. Mein Glück währt da in Ewig⸗ keit; nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, hilf es mir err eichen. Mel. Schon ist der Tag von Gott 288 Verdaen wirst du denen, Gott, die hier die Tugend übten; doch auch bestrafen nach dem Tod, die stets das Lafter li ebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu ent⸗ fliehn 212 fliehn und deiner heil'gen Ordnung. 2. O schrecklich wird es für sie seyn, sich selbst dann anzuklagen, die Leiden alle, jede Pein, durch eigne Schuld zu tragen: die fie verführten, selbst zu sehn, wie sie umsonst Erbarmung flehn, und ihrem Beispiel fluchen. 3. Weh dem, der nun ein höhres Glück als wirk⸗ lich vor sich siehet, und doch bemerkt wie es zurück vor ihm Unwürd'gen fliehet, wie Sinnenlust im Tod zerfloß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebens heischet! 4. Welch Elend, sich so weit vom Ziel mit dem Be⸗ wußtsein sehen: Auch dir gab Gott der Mittel viel, zum Heile einzugehen; und doch selbst keines Trostes Spur, des innren Richters Stimme nur zu steter Qual zu. hören! 5. Verbunden überdieß zu sein mit vielen Lasterhaf⸗ ten, die nur an Bosheit sich erfreun und Wuth der Lei⸗ denschaften, und gegenseitig sich zur Last, weil jeder nur den andern haßt, zur ew'⸗ gen Marter werden. 6. Und wer in dieser Lei⸗ dennacht sein Unglück ganz empfindet vom Lasterschlafe nun erwacht, und sich doch —777:.:..— Unsterblichkeit und Vergeltung. kraftlos findet zum Strebey nach Volllommenheit:, Qual für eine Ewigkeit lieg dann in dem Gefühle! 7. Das ist das Feuer, welches brennt im Innerfsen des Herzens; das sind Ge⸗ fühle, die nur kennt der Jam⸗ mersobn des Schmerzes! O Vater, Vater, welch ein Bild! wenn sichs so jam⸗ mervoll vergilt; von seiner Pflicht zu weichen. 8. Was könnt uns also eine Welt mit ihrem Reich⸗ thum nützen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schatz, besitzen? Nur sie währt ewig, sie be⸗ glückt! O, hilf mir, Gott, daß sie mich schmückt und schützt vor solchem Elend. Mel. Gottlob ein Schritt zur 5 ollendet freudi 289 V euren Ppod, bleibt, Christen! Gott er⸗ geben, einst wird vergolten jede That in jenem beßren Leben. Der Fromme harret wonnevoll des Richters; denn wer glaubt, der soll Gott nicht als Richter fürchten. 2 Die stillste That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren, Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. O welch ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Ge⸗ di e Mel 290 ehrt u die St der Fr und si nie si vergiß ein w. ken, 1 Feuer, nerslen d Ge⸗ Jam⸗ erzes! ch ein jam⸗ seiner also Reich⸗ nicht der itzen? e be⸗ Gott, und d. zur audi ad t er⸗ olten hren rret ers; soll hter der gott bird keit O sie ige ge⸗ Gedanken sind bestimmt, belohnt zu werden. 3. Wen keine Wollust, wen kein Geiz, kein eitles Lob bethörte; wer, selbst bei aller Lüste Reiz, die Stimme Gottes ehrte; wer strebte, mäßig, keusch und rein, demüthig, sanft und mild zu seyn, dem wird Golt reichlich lohnen. 4. Wer eines der Ge⸗ ringsten sich erbarmte; was ihn drückte, ihm tragen Das künftige Leben. 213 half und brüderlich die Lei⸗ denden erquickte, das siehet der Gerechte an, als häti' er solches ihm gethan; und er wills ihm vergelten. 5. Laßt, Christen! tu⸗ gendhaft und rein uns wan⸗ deln hier im Leben; dort wird uns Gott Vergelter seyn und ewige Wonne ge⸗ ben; dort reift die hier ge⸗ streute Saat, dort lohnet jede gute That mit himm⸗ lischem Entzücken. Zweite Abtheilung. L inend er über diechristlichen Lebenspflichten. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. Mel. Schon ist der Tag von Gott x 290 Welemt Per⸗ ehrt und liebt, mit Ernst die Sünde scheuet; wer in der Frömmigkeit sich übt, und sich der Tugend freuet, nie seines Daseyns Zweck vergißt, nur der wird als ein wahrer Christ stets den⸗ ken, leben, handeln. 2. Gott ist es, den er kindlich ehrt; bekannt mit seinem Willen, sucht er als Christ, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht, und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, dem Menschenvater. 3. Wie edel ist des Chri⸗ sten Herz, wie liebreich ge⸗ gen Brüder! Er theilt mit ihnen ihnen ihren Schmerz; und freuet sich auch wieder, wenn ihuen auf des Kummers Nacht ein heitrer Tag der Freude lacht und ihre Kla⸗ gen schweigen. 4. Er dienet ihnen, wo er kann, hört des Vedräng⸗ ten Flehen, als Menschen⸗ freund, erbarmend an, kann ihn nicht leiden sehen, eilt ihn zu retten und erquickt den, den die Last der Sor⸗ gen drückt, durch seines Wohlthuns Segen. 5. Er betet, und er be⸗ tet gern, weil ihn sein Herz dies lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Vater fromm verehret, entfernt von aller Heuche⸗ lei, vom Wahn des Aber⸗ glaubens frei, mit Andacht und mit Eifer. 6. Er freut sich der Gele⸗ genheit, den Vortrag heil⸗ ger Lehren, und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffent⸗ lich zu hören. Der Brüder Andacht reizt ihn, sich der Zerstreuung zu entziehen, im Guten sich zu stärken. 7. Gott, laß mich jede Christenpflicht mit frommem Eifer üben! Aus Wahn und Leichtsinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, laß meine Pflicht mir heilig seyn; als Christ steis denken, handeln. 214 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Erschienen ist er herrlich mpfinde deinen 291 E hohen Werth Gott selbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Ver⸗ stand dich ausgeschmückt, und über Staub empor ge⸗ rückt. Vergiß es nie! 2. Du schmähest, was dein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier herab, wenn deines Lebens kurze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. 3. Gebrauchen sollst du den Verfland. Nur darum gab ihn Goltes Hand. Du sollst ihn treu der Wahrheit weihn, ihn bilden, und ihm Licht verleihn, so viel du kannst. 4. O sieh umher, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder sind! Ihr Geist umhüllt von dunkler Nacht, ist immer noch nicht aufge⸗ wacht! Bedaure sie! 5. Entreiße dich der Dun⸗ kelheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und strebe mil entzücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Zroh⸗ gefühl sollß du sie sehn, und ihres Schöpfers Ruhm er⸗ höhn und dankbar sepn. 7. Er lenkt mit Liebe, was er schuf, und dir er⸗ 1önt Weisz erfreu Zierde Mel. tönt der sanfte Ruf: o siehe, wie dein Gott regiert, und Alles, Alles herrlich führt und nichts versäumt. 8. Bedenke, was die Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Er⸗ hebe deines Geistes Blick vom wandelbaren Erden⸗ glück zum höchsten Gut! 9. Dich selbst, dein Stre⸗ ben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft, und lerne schnödem Wahn entflohn, von Jesu die Religion, die dich verklärt. 10. Ja, sei ein Christ, ein wahrer Christ; dann sie⸗ hest du, was Weisheit ist, dann stürzet des Unglaubens Reich, dann schwingt dein Geist sich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11. O Weisheit Jesu, leite mich! Ich bin ein Christ und liebe dich. Ich fühle fie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele schafft, dir treu zu seyn. 12. Mag jeder Reiz der Welt verblüh'n, und meines Lebens Hauch entfliehn; o Weisheit, du wirst mich erfreun und meines Geistes Zierde seyn in Ewigkeit. Mel. Meinen Zesum laß ich nicht 292 erne sei der Irr⸗ thunn, fern, daß auch diese Christen wä⸗ ren, welche Josum zwar als im Allgemeinen. Herrn wohl mit ihrem Mun⸗ de ehren, aber ihm nicht gleich gesinnt, nicht der Tu⸗ gend Freunde sind! 2. Ferne sei von uns der Wahn: sich mit dem allein zu trösten, was einst Jesus hat gethan, einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht! 3. Schände nie wer Je⸗ sum kennt, Jesum durch ein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, wo uns Jesus ging voran. 4. Gott, ergreife meinen Geist daß kein unfruchtba⸗ rer Glaube, der dich nur durch Worte preist, mir den frommen Eifer raube, Christ durch Werk und That zu seyn, jedes Unrecht stets zu scheun! 5. Was wir säen, ärnten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich sä te hier für das künft'ge beßre Leben. Laß mich reich⸗ lich Saamen streun, und mich dort der Aernte freun! In eigener Melsdie. 50 er hat den 293 Wé Glauben, dessen Früchte beweisen, daß er Gott gefällt, und einst vor seinem Angesichte der Tu⸗ gend hohen Preis erhält?ꝰ 2. Der 216 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Der, der durch seines Geistes Triebe zu allem Guten sich entschließt, und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist. 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, nichts lieber thut als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt und gern die Wahr⸗ heit sucht und spricht; 4. Der alle Menschen herzlich liebet, gerecht, ge⸗ lind, voll Redlichkeit und mild ist, keinen je betrübet, und, andre zu erfreun, sich freut; 5./ Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Ain⸗ den auch das Gute schätzt, nicht lästert und nicht stolz sich blähet und seinen Näch⸗ sten nie verletzt; 6. Der die Verehrer Got⸗ tes ehret, und thut, wie sie, was Gott gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält; 7. Der nie, zum Trotze der Gesetze, auf ungerech⸗ ten Wucher leiht, und durch gerecht erworbne Schätze der Armen traurend Herz erfreut; 8. Der die Bedrängten und die Armen erquickt, in Schutz die Unschuld nimmt: der findet auch bei Gott Erbarmen, dem ist des Glaubens Preis be⸗ stimmt. 9. Der, der im Glücke stets bescheiden, in Trübsal stets geduldig ist, der, Gott! erbt deines Himmels Freu⸗ den: der ist dein Kind, der ist ein Christ! Mel. Freu' dich sehr, v meine öchster, denk ich 294 an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemü⸗ the zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, häufig dein Ge⸗ bot verletzt, und dich, der mich so geliebet, mit Ver⸗ gehungen betrübet. 2. Alle meine Seelen⸗ kräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn! der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja zum schnö⸗ den Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig sinden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mirz aber, ach, wie dankt' ich dir? O wie hab ich so ver⸗ messen deines Wohlthuns Zweck vergessen. 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde doch hab ich — deine Ach, Nimm an! 7 denpfa Fried' wissen mich 6 Seele dir zu an Kr deinen mir st du mi zu lie! mein Mel. 29 kann Sünde fliehn, und um Ret⸗ tung von dem Schaden mei⸗ ner Seele mich bemühn, Deine Guͤte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergib, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sün⸗ denpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein ge⸗ beugter Geist deiner Vater⸗ huld sich freue, die dein trö⸗ stend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Ge⸗ wissen, ach das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn: gieb, daß mir's an Kraft nie sehle, folgsam deinem Wokt zu seyn! Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernstlichstes Bestreben! Mel. O Gott, du frommer Gott 5 ott, du erfor⸗ 295 schest mich; dir kann ich nichts verhehlen; im Allgemeinen. 217 du siehest jede That, kennst jeden Rath der Seelen. Ich flehe, Herr, zu dir; erhöre huldvoll mich: entdecke mir mein Herz, denn ach, oft täuscht es sich. 2. Ich bin ein Christ, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt' ich jede Pflicht des Christenthums, und kamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuch⸗ ler nur; so ehr' ich Chri⸗ stum nicht. 3. Hab ich dich, Gott, geliebt, und durch ein weises Leben der Tugend mich ge⸗ weiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht gebessert und er⸗ freut? War ich, was er befiehlt, auch stets zu thun bereit? 4. Dankt' ich dir für mein Glück, für jede meiner Freu⸗ den? Vertraut' ich stand⸗ haft dir in Kummer, Noth und Leiden? War ich beim Reiz der Welt aufs Ewige bedacht? Undehab ich jeden Tag, so wie ich soll, voll⸗ bracht? 5. Gebraucht' ich meinen Geist mit allen seinen Kräf⸗ ten zu meiner Brüder Wohl, zu nützlichen Geschäften? Hab ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht, und keine böse Lust genährt und angefachtꝰ K 6. Hab 6. Hab ich die, welche du zur Aufficht mir ver⸗ trauet, durch eignes Bei⸗ spiel gern gebessert und er⸗ bauet? Sorgt' ich stets für ihr Wohl und ihre Selig⸗ keit, und straft' ich ihr Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit. 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Men⸗ schenliebe, nud regen sich in mir des Mitleids edle Triebe? Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? 8. War ich der Unschuld Trost, und hab ich sie ver⸗ theidigt? Hab ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Floh ich den Uebermuth, des eitlen Stol⸗ zes Reiz? Verschloß ich Aug' und Herz der Miß⸗ gunst und dem Geiz? 9. Hab ich, wie Jesus hat, gesegnet, die mir fluch⸗ ten? geliebet, Jesu gleich, die mir zu schaden suchten? beherrschet stets den Zorn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? ver⸗ mieden Zank und Streit? 10. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet mer⸗ ken? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung ist bei dir; laß ihren Trost auch 218 Gesinnung und Verhalten des Christen mein, und mich durch ihn gestärkt zum Fleiß der Beß⸗ rung seyn. In voriger Melodie. er Gottes We⸗ 296 Wẽ ge ngeht, nur der hat Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn, ihm selbst von Gott beschieden! Voll Glaͤubens widersteht er jeder bösen Lust, ist sei⸗ ner Tugend sich, sich ihres Werths bewußt. 2. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit fe— stem Muthe; wird in der Schwachheit stark, liebt im⸗ mer mehr das Gute. Ihn machet Gottes Geist gerecht und tugendhaft, und er nimmt immer zu an Einsicht und an Kraft. 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, bekämpft die Sinnlichkeit, scheut nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er fehlt, den Fehler zu be⸗ reun, und ftrebt mit ernstem Fleiß, der Tugend sich zu weihn. 4. Getreu in seinem Stand, genießt er Gottes Gaben vergnügt; wenn an⸗ dere gleich mehr Glück und Ansehen haben, als Christ, bei Wenigem zufrieden, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit. 9. Schenkt 5. ihm nützen f0h schüße leidig erfrer gesinn seyn. 6. nicht, sein Jesu Verg ret e Bild, lige/ Herz ken; guten Chris ihrer denkt Einer 8 keit, schme und ihn s Leide ihn Beß⸗ We⸗ nur Wie ihm eden! rslebt t sei⸗ ihres einen t fe⸗ der t im⸗ Ihn erecht er nsicht lezeit rzen, hkeit, upfes wenn u bo⸗ nstem zu inem ottes man⸗ und hrist, frei und und henkt im Allgemeinen. 5. Schenkt Gottes Hand ihm viel, so wird er vielen nützen, des Freundes Glück erhoͤͤhn, verlaßne Tugend schüten. Auch selbst Be⸗ leidiger wird er in Noth erfreun, und wie sein Gott gesinnt, wird er auch gütig seyn. 6. Er kränkt den Bruder nicht, er schützt sein Glück/ sein Leben. Er ist, nach Jesu Sinn, stets willig zum Vergeben, voll Achtung eh⸗ ret er in ihm des Höchsten Bild, denkt: Gott, der Hei⸗ lige, ist gegen mich ja mild. 7. Im Guten sucht sein Herz die Brüder zu bestär⸗ ken; er muntert Alle auf zu guten, edlen Werken. Mit Christensinn nimmt er an ihrer Tugend Theil, und denkt: wir haben ja nur Einen Herrn, Ein Heil! 8. Das Heil der Ewig⸗ keit, das hier der Fromme schmecket, erhält sein Glück und macht, daß keine Noth ihn schrecket, gibt ihm im Leiden Muth und stillet je⸗ den Schmerz. Im Tode freut sich noch sein Gotter⸗ gebnes Herz. In eigener Melodie. 297 Es bebt sich auf der Andacht Schwingen, Unendlicher, mein Geist zu dir empor, 219 bringen, den Tugendpfad, den ich so oft verlor, will ich, o Gott, mit neuer Treue gehn, und groß durch sie der Sünde Reiz verschmähn. 2. Wohin sich nur mein Auge wendet, erblick ich deiner Liebe Segensspur. Wer wachte für mein Glück? Wer spendet der Freuden Fülle aus durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weih ich dir mit Freuden⸗ thränen, Ewiger, dafür! 3. Wenn einst vielleicht sich bang und leise zu mei⸗ nem Herzen trübe Sorge schleicht, Gefährtin meiner Pilgerreise nun Schwer⸗ muth wird, und jede Hoff⸗ nung weicht; dann will ich auf zu dir, mein Vater, schaun, und selbst im Schmerz dir kindlich noch vertraun. 4. Nie will ich fragen: ob zu Freuden der Pfad der Tugend und des Rechttbuns führt? Nie zaghaft ihn zu wandeln meiden, wenn er in Nacht, und Dunkel sich verliert. Du winkst, o Gott; Gehorsam ist mir Pflicht: mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. 5. Dir will ich suchen nachzuahmen, o Jesus! Menschenfreund, der du so gern den Leidenden, die zu dir kamen, Erretter warst, nie soll mein Herz miehr den frommen Vorsatz dir zu fern 4 2 Armen, der ver⸗ 2 lassen lassen trauert, seyn, ich will ihm Hülfe, Trost und Liebe weihn! 6. Mit warmem, liebe⸗ vollem Herzen, will ich mich immer mit den Fro⸗ hen freun, der unverdienten Kränkung Schmerzen nicht ahnden, dem Beleidiger ver⸗ zeihn. Bescheidenheit und Sanftmuth sei mein Ruhm, Gewissensruh' mein großes Eigenthum! 7. Die Kräfte, die du mir gegeben, will-ich getreu zu nützen mich bemühn; zu großen Zwecken war dies Leben von dir, o Gott, aus Liebe mir verliebn. Um herrlicher dort wieder auf⸗ zublühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. 8. Wenn von Versuchun⸗ gen umgeben, mein Blick in Labyrinthe sich verirrt; der Sünde Reiz zu widerstre⸗ ben, die täuschend lockt, oft schwer den Herzen wird: blick ich zu dir; du wirst mir Muth verleihn, kein Opfer, das die Pflicht ge⸗ beut, zu scheun. 9. Ja, treu zu seyn, bis einst am Ziele auch mir dort der Vergeltung Palme weht, gelobt mit heiligem Gefühle dir jetzt mein Herz, das kind⸗ lich zu dir fleht; gib Kraft dazu, und leit an deiner Hand den müden Pilger hin ins Vaterland! tez o 220 Gesinnung und Verhalten desChristen Mel. Alle Menschen müssen sterb. 6 Ich erhebe mein 298 Gemüthe sehn⸗ suchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Gü⸗ wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich vergebens; nur Ver⸗ ächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir; leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ'! Gott, du siehest mein Vertrauen! Sicher kann ich auf dich bauen; deine Vatertreu ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke, Herr, der Sünden meiner Ju⸗ gendjahre nicht! Laß mich Gnade vor dir finden; geh nicht mit mir ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen; willst du väterlich verzeihen. O so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. machst du sein Gewissen rege Wohl dem, der zu Mit⸗ ten auf dem Sündenwege seiner Pflicht umkehrt! Den verwirfst du nicht. 5 Allen, die zu dir sich wenden, über ihre—9 E. ligke beteu Rett Her: scher eän 2 se abge 6 Wel wills und du a Heil gan: dun 7 erge verl heil seyn Keit den win mei haf M 2 den keit Zei wer sterb. mein sehn⸗ n Gü⸗ t sie und t auf Ver⸗ ürzet deine Zillen chten mich iehest zicher uen; ewig, Herr, Ju⸗ mich geb richt! euen); ihen. nich! dich. des seine villst im Allgemeinen. beteübt; willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, dem du seine Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Herr, zu was für Se⸗ ligkeiten du in jener bessern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir Treu und Slauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7 Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich beilig vor dir leben, treu seyn meiner ganzen Pflicht! Keine schnöde Lust der Sün⸗ den soll mich ferner über⸗ Nimm du dich nur daß ich stand⸗ winden. meiner an, haft bleiben kann. Mel. Sollt' ich meinem Gott 6 Tilden soll ich 299 B mich auf Er⸗ den, Gott, für deine Ewig⸗ keit; hier, in ungewisser Zeit, täglich weiser, besser werden; und nach dieser großen Pflicht richtet mich einst dein Gericht. 2. Jede Stunde meines Lebens. selbst Minuten, zäbltest du, wogest jede Kraft mir zu; keine gabst du 221 mir vergebens! Wuchern flets mit Kraft und Zeit soll ich für die Ewigkeit. 3. Und ich lebte nur auf Erden, um den Sinnen wohl zu thun, konnte träg und sicher ruhn; suchen, glücklich nur zu werden durch Gewinn der Eitelkeit, den ein Augenblick zerstreut! 4. Gott, wie war mein Geist verblendet! Wie viel Tage sind mir schon un⸗ genützt zum Heil entflohn! wie viel Kräfte schon ver⸗ schwendet! Doch mich ru⸗ fet noch die Pflicht, und ich fäume länger nicht. 5. Zu befreien mich von dem Hange meiner sündli⸗ chen Begier, wurde täglich schwerer mir; und ich weiß ja nicht, wie lange mich noch deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. 6 Drum wilt ich nicht länger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um ew'— ges Heil betrügt; eilen will ich, Gott, nun eilen, auf der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. 7. Ich will stets mich selbst bezwingen; eingedenk der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft; will mich durch Versuchung ringen, um vor dir einst zu besteben, und zum Leben einzugehn. K 3 M·/ Richter ist, Mel. O Gott, du frommer Gott 30066 blick empor zu 4 dir, du Ewiger, der Allen, die durch der Prüfung Land zum großen Ziele wallen, Vergelter, und fleh voll Innigkeit! gedenk der Sün⸗ den nicht, die tief mein Herz bereut! 2. Wie oft gelobt' ich dir in ernster Andacht Stille: mein heiligstes Gesetz, o Gott, sei stets dein Wille! Du kennst mein Herz; du weißt, es war der Vorsatz rein, dir treu auf jedem Pfad, den du mich führst, zu sein. 3. Und dennoch fehlt ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach, böse Lüste, die so tief verborgen schliefen, erwachten, aufgereizt vom Sturm der Leidenschaft; betäubt und überrascht erlag bald meine Kraft. 4. Nun schau ich prüfend hin auf die durchlebten Ta⸗ ge; sie bringt kein Wunsch zurück und keine bange Kla⸗ ge; doch ihre Thaten führt mit richterlichem Blick mir ernst und warnend oft Er⸗ innerung zurück. 5. Der Edle, der sein Herz schon früh der Tugend weihte, fühlt hohe Selig⸗ keit, sieht er an ihrer Seike auf die durchlaufne Bahn mit stiller Heiterkeit. Er hat ge⸗ sät in ihr für eine Ewigkeit. 22² Gesinnung und Verhalten des Christen 6. Und diese Seligkeit, des Herzens süßen Frieden, das höchste Eut, das hlier den Sterblichen beschieden, erwarb ich mir noch nicht! Den bleibenden Gewinn gab ich, von Schein ge⸗ täuscht, für kurze Lust ost hin. 7. Ich unterließ die Pflicht, die Reizungen zu Sünden, durch Weisheit und durch Muth gestärkt, zu überwinden, ergebungsvoll und still mit ruhigem Ver⸗ traun, auf dornenvollem Pfad zu Gott empor zu schaun. 8. Verzeih, Allgütiger! Du siehst der Reue Zähren. Du wirst dem Schwachen Kraft und Hülfe gern ge⸗ währen. Mit neuer Treue will ich deine Wege gehn; laß einst am großen Ziel, o Gott, dein Heil mich sehn! Mel. Nun ist ber Tag geendet 0 ein Herz, 301 M Gott, 83. ter, will ich dir zum Eigen⸗ thume weihn. Es forderts ja dein Wort von mir: drum sei es ewig dein! 2. Zwar hat es durch den Hang der Welt, durch Lust und Eitelkeit, die, Heiliger, dir nicht gefällt, sich oft, ach oft, entweiht. 3. Doch sieh, es fühlet seine Schuld, gelobt dir Besse⸗ im Allgemeinen. Besserung und fleht zu dir um Gnad' und Huld, um Kraft zur Heiligung. 4. Verwirf, verwirf mein Flehen nicht; sei mir mit Gnade nah! Zu dir steht meine Zuversicht; mein Va⸗ ter bist du ja. 5. Dies bürgie mir, ge⸗ sandt von dir, dein Sohn mit seinem Blut; verleih durch deinen Geist nur mir zur Beßrung Kraft und Muth! 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben ssets getreu, und gegen List, Gewalt und Spott im Gu⸗ ten standhaft sei! 7. Hilf, daß ich sei im Leiden fest, durch Hoffnung und Geduld; mein Trost, wenn Alles mich verläßt, sei deine Vaterhuld! 8. Hilf, daß ich gegen jedermann, von Stolz und Neide frei, aufrichtig und so viel ich kann, zu dienen willig sei! 9. Hilf, daß ich wohlzu⸗ thun mich freu, und, fern von Rachbegier, selbst mei⸗ nem Feinde gern verzeih; denn du verzeihst auch mir 10. Dich, Gott, vereh⸗ ren, sei mein Ruhm, ent⸗ fernt von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir woblgefällig sei! 11. So nimm es denn zum Tempel ein, mein Herz 223 hier in der Zeit; und laß es deine Wohnung seyn auch in der Ewigkeit! 12. Weg Welt und Sünd'! Euch dien ich nicht! Nur Gott, nur Gott allein: dies, dies ist meine Zuver⸗ sicht, kann ewig mich erfreun. Mel. Wer nur den lieben Gott ein Gott, zu 302 M dem ich wei⸗ nend flehe, erbarme deines Kindes dich! Ach, sieh auch jetzt von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich! Vergib mir, Vater; gehe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn reu⸗ voll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein Le⸗ ben, gereiniget von Misse⸗ that; wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd' und ihre Lust mit ihr, riß mei⸗ nen frommen Vorsatz nieder, und herrschte, wie zuvor, in mir! Zum Widerstande viel zu schwach, floh ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele sündenvolle Tage durchlebt' ich, Vater, ars im Traum, und sam⸗ melte mir Schmach und Pla⸗ ge, und fühlte dies mein Elend kaum! Verwundet K 4 blu⸗ ö blutete mein Herz: betäubt empfand ich keinen Schmerz. 5. Ich ging den Weg zum Untergange, den dein gerech⸗ ter Ernst mir droht. Jetzt ist um Trost mir Sünder bange; wer rettet mich aus meiner Noth? Mein rich⸗ tendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 6. Zu wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh? Wer kann sie aus dem Elend zie⸗ hen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Ver⸗ trau'n setz ich auf dich: du, Freund des Lebens, rettest mich! 7. Für Alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlösers Blut. O laß durch ihn mich Gnade finden, du meiner Seele höchstes Gut! Noch einmal, Bater, sprich zu mir, auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott sei mein Zeuge, da ich schwöre: mein Herz soll dir geheiligt sein! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstebhen und standhaft deine Wege gehn! 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Be⸗ fehle, nicht mehr, daß er dein Retter istl. Ruf ihn 224 Gesinnung und Verhalten des Christen im Glauben täglich an: er⸗ halt mich, Herr, auf ebner Bahn! Mel. Freu' dich sehr, o meine 303 chaffet, schaffet 2 Menschenkin⸗ der! schaffet eüre Seligkeit!“ Bauet nicht, wie sichre Sünder, auf die ungewisse Zeit! Unverweilt bekehret euch! Ringet nach dem Himmelreich! Strebet, hei⸗ lig hier auf Erden, strebet selig dort zu werden! + 2. Doch soll dieses recht geschehen, so müßt ihr mit festem Muth jeder Sünde widerstehen; nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur sehn; es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glau⸗ ben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Flei⸗ sches Lüste dämpfet, und den Reiz der Welt verschmähil O, so strebt dem Guten nach, seht dabei auf Chrisi Schmach! Wer den Him⸗ mel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 4. Werdet ihr nicht stand⸗ haft ringen; sondern träg und lässig seyn, eure Nei⸗ gung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreun? Ohne; tapfern Streit im Krieg Krieg und ger seines melsk 5. stets Fleise und schene Chrif ben v Tuge im si den L 6. eit v weisl Pflich und mühn und thum, dies bring Himu den fessel als getro der übet Denk dring Pfor 8. der Vorb ich, Glüt in: er⸗ ebner meine schaffet henkin⸗ igkeit! sichre jewisse ekehret dem t, hei⸗ strebet frecht hr. mit Sünde Gotlh, meuch eures seyhn; bachen moder Glau⸗ er im Flei⸗ ꝛd den mäht! Guten Christi Him⸗ 5erst. stand⸗ träg Nei⸗ wie eun? im Krieg den im Allg folget nie Triumph Nur den Sie⸗ zum Lohne die Him⸗ Krieg und Sieg. ger schmückt, seines Kampfs, melskrone. 5. Sich voll Leichtsinn Lets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf der Küste ——4 ist der Welt, nicht hristi Geist. Wer ihn ha⸗ 1— will, der kann auf der Tugend rauhen Bahn nicht im sichern Stolze leben, und den Lüsten sich ergeben. 6. Brünstig beten, all⸗ zeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich be— mühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt bas zu thun, was Gott gefällt; dies nur wollen und voll⸗ bringen, heißet: nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch Lüsten, die ihr noch ge— fesselt seid, und beweiset euch, als Christen, muthig und getrost im Streit! Schont der liebsten Neigung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Denket oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte. 8. Zittern muß ich vor der Sünde, und auf Jesu Vorbild sehn! Suchen will⸗ ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! emeinen. und spricht: 2²⁵ Fehl ich, o so gehe nicht, Richter, mit mir ins Ge⸗ richt! Gib mir deines Gei⸗ stes Waffen, meine Selig⸗ lei zu schaffen! Gib zum Wollen das Gel lbringen“ Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernst be⸗ zwingen Alles, was mein Herz entweiht! Zeige mir von deinem Thron den ver⸗ heißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel dringe! Mel. Wer nur den lieben Gott 2 zott, lehre mich 304 G verstehn nnd fassen, was Buße, wahre Buße sei! Hilf mir die Sünden ernstlich hassen, da⸗ mit ich ohne Heuchelei mein Leben beßre, selbst mir treu, und dir, Herr, wohl⸗ efällig sey! 2. Dein Wort gebeut Thu Buße, ver⸗ ändre, beßre deinen Sinn; fall deinem Gott voll Reu' zu Fuße; sei nicht mehr Sünder, wie vorhin; von nun an sei, als Gottes Rund„ihm folgsam, ähnlich ihm gesinnt! 3. Bezähme stets in dir die Liebe zu Allem dem, was Sünde heißt, und folge je⸗ dem guten Triebe, den Gott gist Dicler flie 53 die Lüste dieser Welt, 226 Gesinnung und Verhalten des Christen Welt, und thue nur, ihm gefällt! 4. Erstatte deinem Näch⸗ was sten wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Tugend, beut die Hand den Unterdrückten lie⸗ bevoll; thu jedem, auch dem Feinde, wohl! 5. Flieh Neid, Verleum⸗ dung, Haß und Lügen, be⸗ gehre nicht, was des Näch⸗ sten ist, zeig durch den Ab⸗ scheu vor Betrügen, daß du ein Feind des Lasters bist; sei friedlich, weise, stets bereit, zu sterben, wenn dein Gott gebeut! 6. Herr, dies befiehlt mir deine Lehre. Du weißt am besten, wie ich bin; hilf, daß ich deine Stimme höre, und ändre du selbst meinen Sinn. Sieh, Besserung gelob ich dir, gib Kräfte zum Vollbringen mir! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 305 o wahr ich lebe! spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst bekehr und suche mich; vom Elend seiner Sünden frei, gebeiligt mir und selig sei. 2. Vernimm, o Mensch, dies Gnadenwort, und wandle nicht zum Tode fort! Gern will dein Gott dir gnädig seyn; gern alle Sün⸗ den dir verzeihn. Sei reu⸗ voll; doch verzage nicht, und fasse Muth zu deiner Pflicht. 3. Nur hüte dich vor Si⸗ cherheit! Denk nicht: noch ist zur Beßrung Zeit; eis will ich mit der Welt mich freun, und werd ich ihrer müde seyn, dann beß'r ich, dann bekehr ich mich, und Gott erbarmt noch meiner ich. 4. Wiß, der jetzt liebresh dir verzeiht, übt auch all Gott Gerechtigkeit: und Sünder, dir ist unbewuß ob du nicht⸗morgen sterben mußt. Dann wehe dit, sinkst du ins Grab frech von des Lasters Pfad hinab! 5. Heut lebst du; hell! bekehre Rum Eh Mor kommt, kanns ändern 0 Wer jetzt gesund ist, sirh vielleicht, eh er den Abend noch erreicht. Drum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße dort. 6. Hilf denn, o Vater, hilf, daß ich noch heute, heutt beßre mich, eh meine Schull noch mehr sich häuft, eh mih ein schneller Tod ergreif, damit ich beut und jederzei zu meinem Ende sey bereil. Mel. Wer nur den lieben Gotl Gott, wi 306 MDau 1 den Tagen der mir beschied nil e Sün⸗ i reu⸗ t, und Pflicht. or Si⸗ noh 3 erst It mich Rihrer 6r ich, „ und meiner iebreih ich alz und Hewußt, sterben e dit/ ech von ab! betle Norgen n 0 „stirbt Abend wandle t; d se dort. Vater, „heutt Schulh eh mich rgreift, ederzeit bereit. en Gott „ wie er ven eschied. nel nen Lebenszeit im Allgemeinen. floh schon dahin, mich anzuklagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab ich dir ge⸗ lebt, nicht stets der Tugend nachgestrebt. 2. Gar oft empörte sich im Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld: und schenklest du, mein Gott, mir Freuden, o dann vergaß ich deiner Huld, genoß nicht jede, wie ich soll, nicht im⸗ mer reinen Dankes voll. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft und liebevoll. Schlug mich erlittnes Un recht nieder, so übernahm mich oft der Groll; und ich vergaß der Sanftmush Pflicht, und folgte Jesu Vor⸗ bild nicht. 4. Dir, Herzenskündiger, ist keine von meinen Sünden unbekannt. Vergib, was ich vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand zu besserer Gesinnung hin, bis ich ganz frei von Feh⸗ lern bin! Mel. O Gott du frommer Gett 307 Maud du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schaͤndest du sein Wort und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? dich noch? Gott ist nicht 2²⁷ Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augendlick. 2. Allein wie schwer ists nicht, sein eignes Herz be⸗ kämpfen, Begierden wider⸗ stehn, und seine Lüste däm⸗ pfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh' ist dies der einz'ge Weg. Und dem entsagest du? 3 Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie ver⸗ gessen? Nach deinen Kräf⸗ ten selbst hat er sie abge⸗ messen. Was weigerst du ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann. 4. Sprich selbst: gewin⸗ net Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und seiner werth zu seyn, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die, Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5d. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlas⸗ sen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu has⸗ sen. Was weigerst du dich noch, der Tugenb Freund zu seyn? Weil sie dich glück⸗ lich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu voll⸗ bringen. Soll er durch All⸗ macht dich, ihm zu gehor⸗ & 6 co en 228 Gesinnung und Verhalten des Christen chen, zwingen? Er gab dir die Vernunft: und du verläugnest sie? Er sendet dir sein Wort: und du ge⸗ horchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom La⸗ ster loszureißen; jetzt ist dies Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befoh⸗ len, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen⸗ Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu seyn, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß' ein Werk von wenig Augen⸗ blicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Ge⸗ schrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat, die wahre Heiligung 2 10. Ists gnug zur Se⸗ ligkeit des Gluͤckes der Er⸗ lösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu ge⸗ trösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reutz so Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der ist kein leschter Seelen; ist ketne Seele rein, der Glaub' und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Golt dienen, den du liebst; so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. schäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Gei⸗ stes Gottes Kräfte? Er⸗ schreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrtem Sinn den Sünder, nicht Gott zuletzt dahin? 13 Hat Christus uns er⸗ löst, damit wir Sünder blei⸗ ben, und, sicher durch sein Blut das Laster höher trei⸗ ben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht; so ist es nicht von Gott. Gott spricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hö⸗ rest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun? 15. Entschließe dich be⸗ herzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnü⸗ gen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang lang⸗ sam fort; sei wacker: Golt ist nab, und stärkt dich durch sein Wort! 16. Ruf Ist dieser dein Ge⸗ der beharrt, wider⸗ eign. 18 nicht den; dein zarrt, 12 s er⸗ blei⸗ sein irei⸗ hristi Recht nicht zider⸗ il du . dich, hrest. willst hier ewig be⸗ gen; ist, gnü⸗ Beht ang⸗ Bott urch Ruf 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden: so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Reu in dir, die niemals dich gereuet. 17. So süß ein Laster ist, fo gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott ge⸗ horcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Lei⸗ den; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu dei⸗ nen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selhst: ist dies kein Glück, mit ruhigem Ge⸗ wissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in, dem Genusse seyn, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? Mel. Wer nur den lieben Gott ie theuer 308 Gott ist deine Güte, die alle Misse⸗ that vergibt, sobald voll Reue das Gemüthe die im Allgemeinen. 229 Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, bereut und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt! 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie kurz ist meine Zeit auf Er⸗ den, die mir zum Heil ge⸗ geben ist! Gib daß sie mir recht wichtig sey, daß ich sie meiner Beßrung weih'! 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, sind Reu' und Beßrung viel zu klein: doch darf sich auch kein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort vöon Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, da⸗ für er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott zu Füssen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwundt Ge⸗ wissen mit Trost aus deiner Vaterbuld! Ich will mit Ernst die Sünde scheun, und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend mir verliehen sei, laß mich durch Uebung guter Werke bewei⸗ K 7 sen; 230 Gesinnung und Verhalten des Christen sen; mache selbst mich ireu, Herr, in der Liebe gegen dich!, Sie leite und regiere mich! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Misse⸗ that vergibst, das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wan⸗ del seyn! Am allgemeinen Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab ich dich 309[Gott, der du unsre Zuflucht bift, Herr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unend⸗ licher, verwirf uns nicht Wir kommen vor dein An⸗ gesicht, mit Missethat bela⸗ den. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Er⸗ höre gnädig unser Flehn, doß wir dein Heil, Erbar⸗ mer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unseres Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o sieh, wir kehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade fassen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad,»den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt' uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Frie⸗ dens Ruh' genießen! Wend ab von uns der Flammen Wuth, und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht! Du, Vater, wol⸗ lest mit uns sein, daß wir uns deines Schutzes freun! Herr, unser Gott, verleih uns Muth! sind wir; und was du thust, ist gut. 4. Gib Frieden, wo sonst Zwietracht war; was getrennet war; uns der Eintracht Segenl Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures In deiner Hut vereine,“ schenk Wort verheißt, sei Licht auf unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn, und bringe zu der Wahrheit Glück zu dir die Irrenden zurück! breit aus dein Wort an je⸗ dem Ort; gib Geist und Rraft zu deinem Wort! 5. Auch Herr, unser Goͤtt, thus, sonst ceine,“ schenk egenl guter eures t auf Herr, n die seyn, rheit nden Bott, je⸗ und Auch 5. Auch die Regenten lenke du, daß weise sie in sichrer Ruh', der Völker Wohlstand heben! Dem Fürsten, der uns schützt und liebt, gib, der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes Leden! Noch lange sey sein Vaterblick, uns, seinen Kin⸗ dern Schutz und Glück! O schütt' auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Seg⸗ nung aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand! 6. Vernimm der Leiden⸗ den Gebet! Wer in der Noth um Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranken Linderung und Ruh; die Sterbenden erlöse du, erhör' ihr letztes Be⸗ ten! Sei aller Unterdrück⸗ ten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil, vereitle der Verfolger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch al⸗ les Leid der Pilgerzeit führ' uns zu deiner Herrlichkeit! 7. Du thust weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! O neig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt seyn, im Leben und im Tode dein! Wir sind im Allgemeinen. durch Christ Blut erlöst: o du, der Sünder nicht ver⸗ stößt, Herr, unser Gott! erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, leit uns väter⸗ lich! Mel. Befiebl du deine Wege 310 st Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab ich nur ihn zum Freunde, wie selig bin ich dann! Was acht' ich aller Feinde! Er nimmt sich meiner an. 2. Ja, dies ists, was mich stärket: ich glaube fest, als Christ, daß Gott auch mich bemerket, auch mir ein Va⸗ ter ist; daß er zu allen Zeiten mit Huld hernieder⸗ blickt, im Kampfe mir hilft streiten, in Angst mein Herz erquickt. 3 Wenn ich aus Schwach⸗ heit fehle und nur aus Vor⸗ satz nicht, so stärket meine Stele die hohe Zuverficht: den, Herr, der deinen Wil⸗ len, so gut er immer kann, sucht redlich zu erfüllen, fiebst du mit Gnade an. 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet mei⸗ nen Sinn; stillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sorge bin; zeigt mir, daß Erdenleben nicht zu verglei⸗ chen sei mit jenen Himmels⸗ freu⸗ Himmel auch mit Troste nah; ben an freuden, dem Lohn bewähr⸗ ter Treu 5. Auf dies mein Heil und Erbe seh ich voll Zuver⸗ sicht. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein nicht. Geh ich, unter Zähren, bier manche rauhe Bahn, nimmt mich doch Gott zu Ehren dereinst auf ewig an. 6. Dies stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchster, treu zu seyn! Nichts soll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenkst sie mir zum besten, bist mir und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. 7. Kein glänzend Loos im Leben, nicht Ansehn, Ruhm und Macht, wornach nur Stolze streben, nicht Reich⸗ thum, Glück und Pracht, nichts soll mir je den Glau⸗ deine Vatertreu vermindern oder rauben; nichts, was es immer sey! 8. Was könnte sonst mich scheiden von deiner Lieb', o Gott? Verfolgung; Trüb- sal 2. Leiden? Schwert? Hunger? Blöse? Tod? Nichts, nichts! Ich über⸗ winde in dem, der mich geliebt, und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. 9. Ift Gott für mich, so trete gleich Alles wider 232 Gefinnung und Verhalten des Christen. mich!l. so oft ich zu ihm bete, verliert mein Kum⸗ mer sich. Deß ist mein Herz voll Wonne! Was ist's, das mir gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schutz, mein Heil! mein Licht! Mel. Warum sollt' ich mich 31 1 Maner Herzens reinste Freude ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durch Glauben ehre, jeder⸗ zeit hocherfreut seine Stim⸗ me höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden, und erfüllt, sanft und mild, ihren Geist mit Frieden; seine Last ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, kröstet, wenn wir zagen. 3. Ja, er kennt die Leidensstunden: größeren Schmerz hat kein Herz, als sein Herz empfunden. Da⸗ rum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mitleidsvoll hernie⸗ der. 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft Er, unser Herr, Kämpfen uns und siegen. Die auf ihn zu allen Zeiten folgsam schaun, ibm vertraun, ärn⸗ ten Seligkeiten. 5. Jesu, treuster Freund von Allen, mit dir will, froh und still, ich durchs aal⸗ wal⸗ des Kampfes Müh' wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken. Mel. Wann mein Stündlein 31 2 ch weiß) an wen — mein Glaub' sich hält; kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer beßren Welt, leb ich hier nur im Glauben: dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist's, der mir das Erb⸗ theil raubt, das Jesus mir erworben? 2. Mein Leben ist ein kur⸗ zer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut, zum ew'⸗ gen Siegeslohne. Ob auch mich schreckt: du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärkst mich, daß ich siege. 3. O Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Trost im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab ich Alles, was ich hier nur suche und nicht finde. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel! Kurz ist der Erde Herrlich⸗ im Allgemeinen. 233 keit, vergänglich alles Glück der Zeit: im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die künft'ge Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Ange nicht mehr weint, wann mein Vollendungstag er⸗ scheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Im Dunkeln nur, Herr, seh ich hier, wo ich dir gläubig traue, die Se⸗ ligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt: dort wird er sicht⸗ bar, wenn dein Bild in mir sich ganz verkläret. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer kann mich voñ dir schei⸗ den? Nicht Glück und Lust, nicht Leid und Noth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden! 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur, des Gerechten Glück besteht durch alle Ewig⸗ keiten. 1 234 Gesinnung und Verhalten des Christen In eigener Melodie. * einen Jesum 313 M laß ich nicht! Er hat sich für mich gege⸗ ben; fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist mei⸗ nes Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht! 2. Er, in diese Welt ge⸗ sandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben ung zum Pfand, daß wir Gottes Hnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen Jesum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehor⸗ sam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt ich fest an seiner Liebe, traue dem, was er verspricht, und ver⸗ laß ihn ewig nicht! 4 So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß ich nicht! 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang' und Lippen sich entfärben, mich kein Lab⸗ sal mehr erfrischt, alle Sin⸗ nen mir ersterben, und das matte Herz nun bricht: laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dort auch laß ich Je⸗ sum nie, hange stets an sei⸗ nen Blicken; denn nach die⸗ ses Lebens Müh will er ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht: meinen Jesum laß ich nicht! 7 Nichts auf dieser Erde ists, was des Herzens Wün. sche stillet. Du, du nur bists, du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! 8. Dich, mein Jesu, halt ich fest, lasse nicht von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt; ihr beraubt euch ew'ger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nichtl Mel. Wie groß iß des Allmaͤcht · 31 4 as wär ich oh⸗ sen, was würd ich ohne dich Herr, seyn? Zu Furcht und Aengsten auserlesen, sländ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief be⸗ trübte, wem thät ich meine Sorge kund? 2. Einsam verzehrt von Lieb' und Sehnen, erschien mir finster jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thrä⸗ nen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Un⸗ ruh im Getümmel und hoff⸗ o Jesu, ne dich gewe⸗ nungslosen Gram zu Haus. Wer hielt denn ohne Freund im in Himmel, wer hielte da auf Erden aus. 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bovenlose Finsterniß! Mit ihm bin ich erst Mensch ge⸗ worden: das Schicksal wird verklärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blühn. 4. Das Leben ward zum Freundschaftsbunde; die ganze Welt spricht Lieb und Lust Ein Balsam träuft für jede Wunde, und frei und voll klopft jede Brust. Durch ihn erhalt ich tausend Ga⸗ ben; dnrch ihn bin ich ja Gottes Kind; gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind. 5. O geht hinaus auf allen Wegen, und holt die Irren⸗ den herein! Reicht jedem eure Hand entgegen und la⸗ det froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glauben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 6. Ein alter, schwerer Wahn von Sünde war fest an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht, wie Blinde, von Reu' und Lust „ zugleich entbrannt. Ein je⸗ des Werk schien uns Ver⸗ brechen, der Mensch ein im Allgemeinen. Gottesfeind zu seyn. Bang hörten das Gesetz wir spre⸗ chen; denn ach, es drohte Tod und Pein! 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses We⸗ sen wohnte drin, und wards in unserm Geiste helle: so ward nur Unruh der Ge⸗ winn. Ein eisern Band hielt an der Erde den beben⸗ den Gefangnen fest; und Furcht, daß er vernichtet werde, verschlang der Hoff⸗ nung Ueberrest. 8. Da kam der Heiland, der Befreier, ein Menschen⸗ sohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen, als unser heil'ges Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten An⸗ gebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt, zog das Leben vor⸗ über, wie ein sel'ger Traum; und ew'ger Lieb' und Treu' ergeben, bemerkte man den Abschied kaum. 10. Noch steht im wun⸗ dervollen Glanze der heilige Geliebte hier. Gerührt von seinem Dornenkranze seb⸗ t⸗ 236 seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift, und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. Mel. Kommt her zusmir, spricht 2* o hoff ich denn 315 mit festem Muth auf Gottes Gnad' und Christi Blut; ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht der Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein un⸗ aussprechlich Heil: an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel ha⸗ ben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von dei⸗ nes Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt gött⸗ liche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh, und stärkt uns in Ge⸗ fahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens Willen; laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen! ich hoff Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Jesus, meines Lebens Leben 6Socweigel⸗ bange 3 1 9 Oaweifel, schwe⸗ get! Mein Erlöser ist ge⸗ treu, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott ver⸗ söhnet sei. Mag auch selbst mein Herz mich richten, mich verdammen, mich vernich⸗ ten: Gott ist größer, als mein Herz und gibt Ruh auf bangen Schmerz. 2. Er der das Verborg⸗ ne kennet, kennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihnz schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, sondern mehr den Willen an. 3. Wer will ferner den verklagen, welchen Gott zum Kind erwählt? Wer darf zu verdammen wagen, den Gott selber losgezählt? Menschen zwar, und selbst die Engel sind vor ihm nicht ohne Mängel; doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. 4. Mir ist auch sein Sohn gegebemz durch den Glaͤuben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde le⸗ ben, und in ihm einst selig seyn. Such ich nur den Hang zu Sünden im⸗ mer tren zu überwinden, mich der Tugend stets zu weihn, N Leben bange chwei⸗ st ge⸗ nmir t ver⸗ selbst „mich rnich⸗ „ als Ruh borg⸗ mich mein ganz eihnz leiner t, so nicht, ndern den Gott Wer agen, ihlt? selbst nicht das wird . sein den Ja, le⸗ einst nur im⸗ iden, zu eihn, weihn, so will Gott mir gnädig senen. 5. Theuer bin ich ihm er⸗ worben! Wohl mir, hier ist Jesus Christ, Er, der auch fr mich gestorben, auch für mich erstanden ist, nun zur Rechten Gottes sitzet, auf mich sieht, mich mächtig schützet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst! 6. Nun so mag das Un⸗ glück stürmen! Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott wird mich be⸗ schirmen, der für seine Kin⸗ der wacht. Wenn ich hier auch hülflos bliebe, leitet mich doch deine Liebe durch die Leiden dieser Zeit zur beglückten Ewigkeit. Mel. Auf Cbristenmensch er Gottes 317 Wort nicht hält, und spricht: ich kenne Gott; der trüget; in sol⸗ chem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer gber sein Wort glaubt, und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höber dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht al⸗ lein; er stärkt das Herz und macht es rein. im Allgemeinen. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder; folgt Christi Beispiel als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wann ich Gehor⸗ sam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ists, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb', an seinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. Mel. Jesus meine Freude — ie getrost und 3 18 Wẽĩ heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Alle, die dir trauen, führst du zu den Auen, wo du sie erfreust. Niemals wird bei dir, o Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, mir Erquik⸗ kung fehlen. 0 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich 237 Wer solche mich mit Muth. Ob auch Noth und Elend droht! Ob⸗ auch Furcht und Angst mich schrecken, du wirst mich be⸗ decken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen; mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag frecher Sünder Herz erschüttern; ich, ich darf nicht zittern! 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, ge⸗ stärkt durch dich. Sink ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und dem reuerfüll⸗ ten Knechte schenkst du Kin⸗ desrechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, dank ich dir allein! Daß ich hier am Grgbe Trost und Hoff⸗ nung habe, ewig de'n zu seyn, daß dein Geist mich unterweist, und mich führt auf deinem Pfade, dank ich deiner Gnade! 6. Der Du Leib und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe, stärker, als der Tod. Herr, und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freun? dir mein Herz nicht weihn? 238 Gesinnung und Verhalten des Christen 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, sei mir heil'ge Pflicht! Was die Welt erfreut und sie oft gereuet, das genügt mir nicht. Hab ich dich: wie gern will ich das, wornach die Eitlen trachten, reich in dir, nicht achten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitelkeit? Du erfreust nur stets den Geist, und du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Un⸗ begrenzte Zeiten voller Se⸗ ligkeiten hoff ich auf dein Wort! Sie sind mein, durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Gü⸗ te jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen! In eigener Melodie⸗ ie wohl ift mir, 31 9 Wé o Freund der Seelen, wenn ich in deiner dlebe — Liebe was⸗ Mein mein vergeß denn den g eint m Himm wie kö los w überal hoffnu weiß, than. mich nicht; men? meine 3. rauhe bist n Leide Sege strahl Sün Grab Freut Tod denn nen. mein werd im Liebe ruh! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß ich meine Leiden; denn o wie viele hohe Freu⸗ den genieß ich nicht, ver⸗ eint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt ich jemals muth⸗ los werden? Du; du bist überall mit mir! 2. Hab ich, Erlöser, dich zum Freunde: was fehlt mir dann? Du sorgst für mich. Hätt' ich auch eine Welt voll Feinde; ich bin getrost; ich trau auf dich, Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht hoffnungslos verzagen: ich weiß, was du für mich ge⸗ than. Trät' Alles wieder mich zusammen: ich bebe nicht: wer will verdam⸗ men? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen; aus dunkler Nacht strahlt mir dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe, ich, der ich dich zum Freunde babe, kann über Tod und Grab mich freun; denn ich gehöre zu den Dei⸗ nen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, bald werd ich völlig ruhig seyn. Allgemeinen. 4. Gelobt seist du, o Freund der Seelen! In dei⸗ ner Huld, wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden hab ich den Himmel schon auf Erden: denn du bist durch den Glauben mein. J darf, ich will nicht ängstlich klagen: wer kann, wo Je⸗ sus ist, verzagen? Mein Freund ist mein, und ich bin sein! Mel. 2 ir ergeb' ich 320 D mich, Jesu der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod hast hingegeben! Ewig will Seelenbräutigam ich dein, mein Erlöser, seyn! 2. Laß mich dir zum Ruhm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir, sündenrein hier auf Erden seyn! 3. Nach dir bilde mich, Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, Alle ohne Ausnahm liebe! Haß und Rachbegier bleibe fern von mir! 4. Neiget sich mein Sinn zu dem Ird'schen hin; o dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel ver⸗ fehle! 240 Gesinnung und Verhalten des Christen fehle! Denn ein wahrer Christ sucht, was ewig ist. 5. Wecke mich stets auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden; lei⸗ te mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn; leit mich himmelan. 6. Stärke mich und gib mir des Geistes Trieb; laß mich wachen und mit Beten kindlich vor den Vater treten; so erlischt das Licht meines Glaubens nicht. 7. Ohne Prüfung ist hier kein wahrer Cbrist. Willst du mich ins Leiden führen, laß mich nur dich nicht ver⸗ lieren! In der Trübsal Nacht nimm mich, Herr, in Acht!- 8. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern uni deinetwillen lasse, und des Fleisches Lüste hasse, gib zu deiner Ehr' mir je mehr und mehr! 9. Jesu, hilf, daß ich Alles hier, was mich von dir locket, überwinde, und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und Fandhaft ist! 10. Wird's von hinnen gehn, wollst du bei mir stehn, mich durch's Todes⸗ thal begleiten, und zu dei⸗ nem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig möge frenn! Leben für Mel. Gott im Himmel und 321 Jurer,A sanfte, deil'ge Pflicht; seine weisheitsvollen Lehren ge⸗ ben meinem Geiste Licht, und zu jedem guten Werke gibt sein Beispiel Kraft un Stärke. 2. Sollt' ich den nicht dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nennt den Edlen, nenut den Weisen, welcher so, wie Je⸗ sus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein gölt⸗ lich Leben ehrte; 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Mutb verband; der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Grausamkeit ihm fluchten, seine Qual zu mehren such⸗ ten; 4. Den kein Sturm des Schicksals beugte, der ge⸗ recht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich evel, göttlich groß, willig, freudig Glück und hingegeben! 5. O ich weil' an deinem Bilde gern, erhabner Men⸗ schenfreund, wo mit so viel sanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem guten Werke find ich An⸗ trieb hier und Stärke. 6. Durch mein Leben dich zu die Menschheit und üver⸗ mir seine ge⸗ Licht, Verke t und nicht das istꝰ it den e Je⸗ gend, gött⸗ vollem Muth ei des Ritleid ie mit ichten, such⸗ m des er ge⸗ ich in zeigte, groß, Ek und schheit deinem Men⸗ so viel Würde jedem ch An⸗ en dich zu deil ge Pflicht: zu preisen, sei mir hohe, dich den Liebevollen, Weisen, dich der Menschheit Heil und Licht! Aehnlich, Jesu dir zu werden, sei mein höchstes Ziel auf Erden! In eigner Melodie. 322 Zins ist Noth! Und, Herr, dies Eine ist, was alles Heil umfaßt. Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur Tand und schwere Last, wor⸗ unter das Herz sich oft äng⸗ stigt und quälet, und immer der Ruhe, der wahren, ver⸗ fehlet. Es wohnet kein Frie⸗ de im Reich der Natur; die Sinnlichkeit täuschet den Suchenden nur. 2. Dich erwählen, ist das Eine. Welches Theil! O gib, daß ich ewig mich mit dir vereine, nichts so innig lieb, als dich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Ver⸗ dienst, Herr, mit Ehrfurcht beirachten. Wer war je die Zierde der Menschheit, wie du? Wer brachte mehr Licht ihr, mehr Segen und Ruh? 3. In dir ist ver Weisheit Fülle. Du nur zeigst, was mich beglückt, durch dein Wort nuͤr wird mein Wille niedrer Erdenlust entrückt. Gern will ich mich sam⸗ meln, die heiligen Lehren im Allgemeinen. 21 der himmlischen Weisheit mit Andacht zu hören, um fern in den Rathschluß der Gottheit zu sehen, und freu⸗ dig die Wege der Tugend zu gehn. 4. Mit Vergebung meiner Sünden, Herr, begnadigst du mich dann; lässest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben kann. Was kann mir dann fehlen, was jemals mir schaden; ich bin ja beim Vater, dem Höch⸗ sten, in Gnaden. Fallt, Welten! Ich schwebe ver⸗ herrlicht empor; ein Him⸗ mel ersetzt mir, was hier ich verlor. 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Daß ich dich zum Vorbild wähle, hast du treu dein Werk vollbracht. In dir ging die Tugend hier sichtbar durchs Leben; wie sollt ich, nach dir mich zu bilden, nicht streben! Dir ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! Dann bin ich deß Bild erst, der dazu mich schuf. 6. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, du mein Alles sein. Siehe, daß ichs redlich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So segne mit Kraft mich, stets weiser auf Erden, entsündigt, gehei⸗ ligt, dir ähnlich zu werden, und—— dir zu bleiben im Le⸗ Leben und Tod! Dies Herr, ist das Eine; dies Eine ist Noth. In eigner Melodie. 323 7 aß ich der Tu⸗ gend Höh er⸗ klimme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hinverniß besiegt, wo in des Himmels reinem Scheine dies eine Ziel nur glänzend steht;— ach, Gott erhöre mein Gebet!— nur darum bet ich, flehe, weine. 2. Es stieg voran die stei⸗ len Stufen der Menschen⸗ sohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich ge⸗ rufen, und nimmt den Ruf mit aus der Fluth; und geht, daß er zur That sich rüfte die außer ihm kein Mensch begreift, die nur in seiner Seele reift, zum stillen Den⸗ ken in die Wüste. 3. Da steht er an dem Scheidewege; vor ihm die schauderhafte Wabl; hier aller Leiden Donnerschläge auf seinem Weg zum blut'gen Pfahl. Gott, was nur Men⸗ schen reizt, verlassen? selbst ihre Liebe? Müh und Noth und Angst und Schmach, zuletzt den Tod mit seiner schärfsten Qual umfassen ꝰ 4. Dort liegt der Erde reicher Segen; dort hängt der Erde schöner Kranzz 2⁴2 Gesinnung und Verhalten des Christen Bewunderung jauchzet mir entgegen; die Ruhe winkt, des Golves Glanz. Ich sehe von des Berges Spitze die schönsten Reiche ausgedehnt. Auf folge! und Judäa krönt dich, knieend vor dem Kö⸗ nigfitze. 5. Nein, Gott gebeut! Weicht, Erdenfreuden! Fort Satan, hebe dich von mir! Ich iret in diese Nacht der Leiden, und hange, Vater, nur an dir. Selbst in des Sturms ergrimmten Fluten umschlingt dein Arm all⸗ mächtig mich. Ich fühle dich, ich fühle dich, wenn alle meine Adern bluten. 6. Entschlossen nun, voll innern Frieden, wirft er sich ins Gedräng der Welt: er kämpfet, ohne zu ermüden, und überwindet als ein Held; und hält sein Werk nicht für geendet, bis er, nah an die Todesnacht, zum lauten Sie⸗ gesruf! letzten Alhemzug verwendet. In eigner Melodie, Gesu, meine Freu⸗ 324J de! bester Trost im Leide! Meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heil! Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücllich werden. 2. Unter Vollbracht! den Elen und viel Jesu 6 be! mit vinkt, seht e die dehnt. krönt Kö⸗ beut! Fort mir!, tder Bater, n des Fluten n all⸗ fühle wenn en. „voll er sich It: er nüden, Heldz cht für an die n Sie⸗ den dendet. Freu⸗ Trost erzens erireue freue Heil! ich bin ich auf lücklich Unter 2. Unter deinem Schirme koͤnnen keine Stürme mir erschrecklich seyn. Laß auch Felsen splittern; laß den Erdkreis zittern und den Einsturz dräun! Was ist's mehr? Rings um mich ber mag es stürmen, donnern, blitzen! Er, er wird mich schützen. 3. Wenn der Sünde Schrecken Angst in mir erwecken, Jesus stillet sie. Mag der Tod sich naben, mich das Grab umfahen Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltge⸗ richt: freudig, daß ich Je⸗ sum sehe, blick ich auf zur Höhe. 4. WVer ist, der den Glau⸗ ben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben slimm ich Gott zu loben, Freudenlie⸗ der an Ich vertrau auf Gottes Macht; er wird, wenn mich Feinde hassen, niemals mich verlassen. 5. Lockt nur, Gold und Schätze! Ehre sei der Götze der betrognen Welt! Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wen⸗ den, der mich treu erhält. Elend, Notb und Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Weich, verbotne Lie⸗ be! Weicht, der Wollust im Allgemeinen. 2⁴3 Triebe! Thoren lockt nur ihr. Mich sollt ihr, ibr Sünden, nimmer willig finden! fliehet fern von mir! Ueppigkeit, Geiz, Schmähsucht, Neid, ihr be⸗ schweret das Gewissen; euch will ich nicht wissen. 7 Weichet Sorg' und Zagen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zu⸗ letzt erfrenun. Hab ich hie selbst Noth und Müh'; Je⸗ su, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Mel. Wie wohl ist mir o Freund uf dich, Erlöser, 325 A stets zu sehen so wie du warst, gesinnt zu seyn, der Tugend Weg dir nach zu gehen, der Brüder Glück sich ganz zu weihn, hast du den deinen, die dich lieben, als Pflicht aus Liebe vorgeschrieben; wie drin⸗ gend ist sie, Herr, wie süß! Wenn jeder Mensch nach deinem Bilde so eisrig seine Pflicht erfüllte, die Erde wär' ein Paradies. 2. Entflammt war deine ganze Seele von reinster Lie⸗ de gegen Gott, war seinem heiligen Befehle gehorsam bis zum Kreuzestod. Du suchtest nur des Vaters Eh⸗ re; im Tempel war fie deine Lehre, und was dem Heilig⸗ L·2 sten 244 Gesinnung und Verhalten des Christen sten gefällt. Den Schöpfer aller Creaturen verkündig⸗ test du auf den Fluren als Vater, der die Welt erhält. 3. Wie eifrig warst du, seinen Willen, als Bürger und als Unterthan, als Sohn, als Bruder zu er⸗ füllen, auf deiner ganzen Lebensbahn! Als Freund, wie zärtlich gegen Freunde! Verfolgt, wie duldend ge⸗ gen Feinde! Für Aller Wohl schlug deine Brust. Die Menschen trösten und er⸗ quicken, erfreuen, heilen und beglücken, war dein Ge⸗ schäft, war deine Lust. 48. Tief rührte dich die Nolh der Sünder! Wie sorgsam gingst du ihnen nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rüh⸗ rend deine Liebe sprach! Du kämpfest Wahrheit zu ver⸗ breiten, und alle zu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergeht. Ent⸗ zogst du matt dich dem Ge⸗ tümmel, da war die Einsam⸗ keit dein Himmel, dein Geist beim Vater im Gebet. 5. Du warst demüthig und bescheiden, ein Freund erlaubter Heiterkeit; bewie⸗ sest bei den schwersten Leiden Geduld, Muth und Gelas⸗ senheit, vergabst, von Liebe tief durchdrungen, die här⸗ teste Beleidigungen im Le⸗ ben, und dem Tode nah; und starbst so rührend und erbauend, so freudig, stand⸗ haft, Gott vertrauend, so göttlich groß auf Golgatha! 6. Wie du gefinnt zu seyn, zu handeln, ist deiner Schü⸗ ler größte Pflicht, der muß nach deinem Vorbild wan⸗ deln, der von Verehrung Christi spricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werken uns göttlich der Gedanle stärken, daß wir des Vaters Willen thun, und daß sein heilig Wohlgefallen, sein Geist und Segen auf uns Allen hier und im Himmil lohnend ruhn. Mel. Gott, der du die Menschet 326 W'ertelen dich zu lieben, bis das Aug' im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben, ist uns theure, heil'ge Pflicht. Von der Liebe Glut durchdrungen, kamst du, warst uns Men⸗ schen gleich, gründetest ein neues Reich, hast uns Ruh und Heil errungen. Froher Herzen Preisgesang sagt nun deiner Liebe Dank. 2. Keine lockende Be⸗ gierde drängte sich zum Eit⸗ len hin! Heiligkeit war dei⸗ ne Zierde, Menschenretlung dein Gewinn. Willig trugs du deine Bürde, trates sanft und still hervor, hobst die Welt zu Gott 0 0 daß Niedr Loos dienst 3 sten Seel und in di zum heit Scha folgse in vo bebt auch Licht. 4 und hen kann er if Sein be p Welt erhäl ben seit Liebe 5. nicht dir z du nen blute Schr Noti dein Lebe welc feine id und stand⸗ 1d, so gatha! u seyn, Schů⸗ r muß wan⸗ ehrung n wird Werken zedanke Vaters aß sein „ seiin uf uns Himmil Menschen ser, dich ben, bis bricht, reinsten theure, on der drungen, 6 Men⸗ etest ein ns Ruh Froher sagt nun de Be⸗ zum Eit⸗ war dei⸗ Wxnir ig trug Atraltg r, hobs empor, daß daß sie ewig selig würde. Niedrigkeit war, Herr, dein Loos, und doch dein Ver⸗ dienst so groß! 3. Mächtig selbst im tief⸗ sten Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelsucht und Aberglauben schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahr⸗ heit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgsam war, sah dein Heil in voller Klarheit. O wer bebt vor Freude nicht? Uns, auch uns umgränzt dein Licht. 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem gro⸗ ßen Weltenherrn. Nichts kann Sorg in uns erwecken; er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Lie⸗ be predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lie⸗ ben übe. Menschenfreund, seit du erschienst, ist die Liebe Gottesdienst. 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: du sollst leben! heitert sei⸗ nen Thränenblick. Ach du blutetest am Kreuze, trugest Schmach und Angst und Noth; starbst für ihn, damit dein Tod ibn zum frommen Leben reize! Folgt er dir, o welche Huld! ausgetilgt ist feine Schuld. im Allgemeinen. 24⁵ 6. Dank sei dir von allen Frommen, Preis und Dank sei dir geweiht! Ja, durch dich ist Heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer dir folgt durchs Er⸗ denleben, athmet hier schon Himmelslust; Friede wohnt in seiner Brust; einst wird Gott die Kron' ihm geben. Wie verklärt des Todes Thal, Herr ihm deines Lichtes Strahl. Mel. Auf Christenmensch ir nach, spricht 32 0 Christus, un⸗ ser Held, folgt meinem Vor⸗ bild, Christen! Verläugnet euch, befiegt die Welt mit ihren schnöden Lüsten; gebt ihren Reizungen nicht nach erduldet lieber Ungemach! 2. Ja, Herr, dein Vor⸗ bild leuchte mir zu meinem heilgen Leben! Wem sollt' ich auch, wem sonst als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Woh!, zeigst mir, wie ich ihn wandeln soll. 3. Dein Herz voll Gott⸗ ergebenheit war auch voll Menschenliebe, voll De⸗ muth, Sanftmuth, Freund⸗ lichkeit, und reger Mitleids⸗ triebe; selbst deinen Fein⸗ den wandest du großmüthig Hülf und Wohlthat zu. 4. Dein Beispiel lehrt' was schändlich ist, mit weiser L 3 Vor⸗ 246 Gesinnung und Verhalten des Christen Vorsicht fliehen; es lehret mich, mein Herz der List und Heuchelei entziehn. O wohl mir, wenn mit from⸗ mem Sinn ich dir, mein Heiland ähnlich bin! 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpf⸗ test selbst und brach'st die Bahn, stärkst nun auch mich zum Streite. Wie könnt' ich denn so zaghaft seyn, und mich, dir nachzufolgen, scheun? 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wird's ohne dich verlieren, wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt, und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachgehen/ will wohl⸗ gemuth, getrost und gern der Tugend Kampf bestehen; denn wer nicht kämpft, trägt einst die Kron des ew'gen Lebens nicht davon. Msol. Es wolle Gott uns gnävig 328 El preise Gott, wer Jesum Christ als seinen Heiland kennet, wer seiner Kirche Mitglied ist, und seinen Herrn ihn nennet! Sein höchstes Ziel hienieden sei, daß er nach seiner Lehre, entfernt von aller Heuchelei, aufrichtig ihn verehre als ächter Christenjünger! „2. Der ächte Jünger Je⸗ su hält stets fest an seinem Glauben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dies Kleinod rauben. Denn dieser Hlaube gibt ihm Krast und Muth zum edlen Stre⸗ ben, vor seinem Schöpfer tugendhaft und kindlich froh zu leben, zu dulden und zu sterben. 3. Der ächte Jünger Jest lernt don Gottes Geist ge. trieben, und von des Lastert Pfad entfernt, stets herzli⸗ cher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und litt, di Sünder zu beglücken. Ei zählt dazu sich selber mil und rühmt es mit Entzücken Auch mich hat er geliebi 4. Der ächte Juͤnger N. su weiht dem Heiligungsgen schäfte die Tage seiner L⸗ benszeit und alle seine Kräf⸗ te. Er glaubt und liebt; wie sollt' er nicht der Lüste Reiz verschmähen, und unverrüch den Weg der Pflicht, wit Jesus Christus gehen, um ähnlich ihm zu werden? 5. Der ächte Jünger I⸗ su liebt die Menschen edel⸗ müthig; er tröstet, bessert, hilft und gibt, ist gegen Fein⸗ de gütig, und liebreich eil er jedermann, der sein be darf, entgegen. Er stiftet Gu⸗ 1 ichelei, re als er Je⸗ seinem durch sich nie Denn n Krast Stre⸗ schöpfer ich froh und zu ger Jesu zeist ge⸗ Lasters herzli⸗ rweiß, litt, die en. Er ber mit tzücken: geliebehl iger Y⸗ gungsge⸗ einer Le⸗ ine Kraͤf⸗ ebt; wi⸗ üste Reiz mverrüct cht, wit hen, um den ꝰ inger IN⸗ hen edel⸗ „bessert gen Fein⸗ 2v eill sein be⸗ Er fliftet Gu⸗ Gutes, wo er kann, und lebt der Welt zum Segen, wie Jesus ihm gebietet. 6. Der ächte Jünger Je⸗ su trägt getrost des Lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet seine Würve. Er bleibet selbst im herben Schmerz noch muthvoll und geduldig; des Gottes tröstet sich sein Herz, vor dem er hier unschuldig zur Ehre Jesu wandelt. 7: Der ächte Jünger Je⸗ su siegt auch über Todes⸗ schrecken; denn seinen Geist, der aufwärts fliegt, wird Grabesstaub nicht decken. Er kennet den, der für ibn slarb, und ihm durch Todes⸗ leiden des Himmels Selig⸗ ket erwarb; drum jauchzi er im Verscheiden: Ich weiß, an wen ich glaube! 8. Gib, Jesu, daß der Deinen Schaar sich stets auf Erden mehre, und daß auch ich dich immerdaar im Glau⸗ ben recht verehre! Nimm nach vollbrachtem Pilgerlauf zu jenen Seligkeiten den Geist, der dich verehret, auf! Ihm Wohnung zu bereiten, bist du voran gegangen. Mel. Auf Christenmensch 329 FDu deines Va⸗ ters Ebenbild, ihm gleich an Menschenliebe, du warst, o Jesu, ganz im Allgemeinen. 2⁴⁷ erfüllt mit gottgeweihtem Triebe! Er war dein Ziel, dein höchstes Gut; ihm folg⸗ iest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herzz sein Wille war dein Wille; du ehrtest auch im größten Schmerz ibn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Baͤhn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du suchtest nichts als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfst dich bis zum Tod ganz dei⸗ nes Vaters Willen. Dein Hauplgeschäft war das al⸗ lein, Vollender seines Raths zu sein. 4. Zum Kreuze gingst du ruhig hin, uns Ruhe zu er⸗ werben; bereit, mit gött⸗ lich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst du zur tiefsten Schmach ge⸗ faßt, und trugst der schwer⸗ sten Leiden Last. 5. Herr, lehre mich dein Eigenthum, nach deiner Tu⸗ gend fireben! Dir gleich ge⸗ sinnt seyn, sei mein Ruhm, und Wonne, so zu leben! O hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Va⸗ ters thu! Mel. Schwingt dich auf zu Dollt' ich ietzt 330 S noch da mir schon deine Güt' erschienen, L4 dich +—————„ʃ————— z DNeeer⸗ ———— 2⁴48 Gesinnung und Verhalten des Christen dich verlassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüsten dieser Zeit wie⸗ der mich beflecken, und nicht mehr die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh' gefun⸗ den; Mittler, heiltest du doch mir liebreich meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sün⸗ der, hassen, und mein Recht an deinem Tod wieder fah⸗ ren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, folge deinen Leh⸗ ren, lasse weder Macht, noch List meinen Glauben stören. Fielen Tausend ab; nicht ich; mags die Welt ver⸗ drießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedräng⸗ ten Trost und Ruh', Sün⸗ dern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, trotz dem Grabe, dei⸗ ner Ewigkeiten Licht zu er⸗ warten habe? 5. Rettet sie mich, wann vor Gott einst die Völ⸗ ker stehen, und das Le⸗ ben und den Tod ihm zur Seite sehen; wann der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier schmäht, glaubt und nich mehr lachet? 6. O wie thöricht, wen ich mich noch verführen ließ, Jesu, da ich schon durch dit Gottes Huld genieße, da i weiß, auf wessen Wort it die Hoffnung gründe, di auch ich unfehlbar doh Gnad' und Leben finde? 7. Nicht das Leben, nich der Tod, Trübsal nicht, noh Freuden sollen mich, mas Herr und Gott, jemals va dir scheiden. Welt un Sünd' und Eitelkeit un des Fleisches Triebe, All überwind' ich weit, Hen durch deine Liebe! Mel. Freu' dich sehr, o mein 331 öttlicher, dit 8 zu erheben un mit frommer Zuversicht di ner Tugend nachzustreben, dein Ruf und meine Pflichl Sieh! ein Beispiel laß i0 dir, sprichst du: komm un folge mir! O welch Beispit sonder Gleichen! Streb, Geist, es zu erreichen! 2. Armuth, Haß, Vn folgung, Schmerzen trud du still und mit Geduld; vergabst mit edlem Herst deinen Feinden ihre Schuh hörtest der Verlaßnen Fleh eiltest, ihnen, beizussehl kanntest keine höhre Freudi als die Lindrung ihrer den. 3. 3121 und und g liebev. Feinde soll n unerhe und i deinen 4. bild Seel' wanke schweb vor! Geist Staul dann Freud erben Mel. 33 und fehler doch srer und srer 2. bens seine rühn seine und der 3, kenn und sei en id nich t, wenn en lieh irch dich e, da it Vort it de, do r dohy nde ꝰ en, nich cht, nogh h/ meh nals vin elt un keit un e, Allt Hen o mein er, dit heben un rficht di⸗ treben, e Pflicht Ilaß it omm un 5. Beispil Streb, chen! aß/ Vn zen trup eduld; m Hernn re Schulh nen Fleh beizustehn e Freude ihrer I 3. A im Allgemeinen. 2⁴ 3. Ich auch will in Noth und Schmerzen standhaft und geduldig sein; will mit liebevollem Herzen meinen Feinden gern verzeihn. Nie soll mir des Elends Flehn unerhört vorübergehn; fest und innig will ich streben, deinem Beispiel nachzuleben. 4. Du, den ich zum Vor⸗ bild wähle, hebest meine Seel' empor. Wann ich wanke, wann ich fehle, schwebe mir dein Beispiel vorl. Dir geheiligt sei mein Geist! Wann er sich dem Staub entreißt; dann, o dann werd ich im Sterben Freud und Wonn' auf ewig erben. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 229 HSanft, o Christ, 332 S ist Jesu Joch; und was kann bei ibm uns fehlen? O wie selig sind wir doch durch den Retter un⸗ srer Seelen! Welche Wonn' und Herrlichkeit wartet un⸗ srer nach der Zeit. 2. Freue deines Glau⸗ bens dich, deines Gottes, seines Sohnes! Deine Seele ruhme sich ihrer Hoffnung, seines Lohnes, voller Muth und unverstellt freudig vor der ganzen Welt! 3. Hat gleich sein Be⸗ kenniniß hier seine Leiden und Beschwerden; dennoch sei ihm treu; denn dir sol⸗ len ew'ge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück dieses Lebens Augenblick! 4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Witz vergöttern! was vermag der Lästrer Spott wider Jesu, wider Gott? 5. Was vermag er, lobt er gleich wider dich und dei⸗ nen Glauben? Gottes Bei⸗ fall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an dem nur sest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ew'⸗ ges Heil gestritten? Jene Schaar der Märtirer, was hat die für ihn gelitten? Schmach und Marter, selbst den Tod, litten sie getrost für Gott. 7. Und der Spötter Witz und Hohn könnte je dein Herz verführen, deinen An⸗ theil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Christ, nein wan ke nie, fleh um Rettung auch für sie! 8. Sei getreu bis in den Tod; denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Won⸗ ne jenes Lebens. Und auf einen kurzen Streit krönt dich seine Herrlichkeit. L5 el. nur zu erfreun, Sorg' und Freude; und je⸗ 250 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Auf Christenmensch 6 Bei⸗ 333 W'ét aabn u mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier, dir nachzuahmen streben? nicht gehn den Weg, den du be⸗ tratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thast? 2. Dein Herz, von Sün⸗ den nie entweiht, war rein, wie deine Lehre; dein gan⸗ zer Wandel Heiligkeit; dein Endzweck Gottes Ehre; hier Leitung zur Vollkommenheit und dort der Menschen Se⸗ ligkeit. 3. Drum führtest du zur Tugend an, und standhaft ihr ergeben, giengst du uns selbst den Weg voran, mit Muth uns zu beleben; und wenn du littest ohne Schuld, ertrugst du Alles mit Geduld. 4. Der Kummervollen Trost zu seyn; zu wehren je⸗ dem Leide, nur wohlzuthun, war deine de Thräne, jeder Schmerz drang in dein liebevolles Herz. 5. Du trugst mit Sanft⸗ muth. und mit Huld die Schwachheit deiner Freun⸗ de; mit Sündern hattest du Geduld und batst für deine Feinde. Da warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. 6. Dieß große Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, daß ich gefinnet sei, gleich dir, in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm, folge mir und sieh auf mich! 7. Ich komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei, und nicht mich nur den deinen nenne, damit ich deinem Vorbild treu auch Andern gutes Beispiel sei! Mel. Wer nur den lieben Gott ö lückt, beglüct 334 Baafer den mit allen seinen Kräf⸗ ten strebt, an edlen Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, fets vorwärts dringt, und nie vergißt, daß seine Seel unsterblich ist. 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, was gut und Pflicht ist, schnell zu thun, spricht nicht(so spre⸗ chen nur die Trägen): noch will ich schlummern, will noch ruhn. Er säet früh und nützt die Zeit zur Aussaat für die Ewigkeit. 3. Erfüllet von der Tu⸗ ö gend Sorgen denkt er, und denkt mit Lust daran, wie er hier sichtbar, borgen, ein gutes Werk vol⸗ dort ver⸗ lenden kann, und nüßet je⸗ der Auge nblick für Tugend und für Brüderglück 4. Ibn schrecken keine Hindernisse, durch edle Tha⸗ ten stärkt er sich, und seine heiligen Entschlüsse find fest und unerschütterlich. Wie sebr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Vorsatz doch zur That. 5. Er widersetzt mit festem Muthe dem Unrecht sich ge⸗ stärkt durch Gott. Träf ihn im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott; so bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kämpft weil es die Pflicht gebeut. 6. So laßt auch uns als Christen handeln, aus rei⸗ ner Achtung für die Pflicht; laßt uns die Bahn der Tu⸗ gend wandeln; da strahlet immer helles Licht, und un⸗ ser Loos in Ewigkeit ist rei⸗ ner Tugend Seligkeit! Mel. Auf, Christenmensch Mald oder spät des 335B Todes Raub, wall ich noch hier auf Er⸗ den; doch nur mein wird wieder Staub, ich soll unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ew'ges Theil, o Gott, Verwerfung. oder Heil ö 2. Mit Erns und Eifer soll der Ehrist nach seinem im Allgemeinen. Leib Heile ringen; gern lassen, was auf Erden ist: hinauf zu Gott sich schwingen; ge⸗ trost den Pfad der Trübsal gehn; und standhaft in Ver⸗ suchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß: noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch dei ne Kraft, auf dieser kurzen Pilgrimschaft! 4. So lang ich noch, ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du ge⸗ beutst, zu üben; mein höch⸗ stes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben, mein Trost, auf deinen Schutz zu baun, und dir, Allliebender, zu traun! 6. Nie soll des Zweifels Dunkelheit mir diesen hohen Glauben, dieß Vorgefühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lin⸗ dert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod 2 7. Du, der mir dieses Heil erwarb, laß, Jesu, michs erwerben; du, der für seine Menschen starb, 8 6 laß, + 252 Gesinnung und Berhalten des Christen laß, Jesu, dit mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir seil Mel. O Gott, du frommer Gott 336 D sagst: ich bin ein Christ! Wohl dir, wenn Herz und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben! Wo ist ein höhrer Ruhm? Welch Glück kann größer seyn, als Gottes Wege gehn und seiner Huld sich freun? 2. Du sagst: ich bin ein Christ! Der ists, der Chri⸗ stum kennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was auch sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Ernst das Böse hassen, den Lüsten wider⸗ stehn, gewohnte Sünden lassen, dies ist des Herrn Befehl; dies seiner Lehre Sinn; kein todter Glaube führt zur ew'gen Wohl⸗ fahrt bin. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, getauft zu Gottes Erben sein Kind und Freund zu seyn und selig einst zu sterben! Du bists, doch prüfe dich, erfüllest du auch gern, treu deiner Christen⸗ Sünden. pflicht, den Bund mit dei⸗ nem Herrn? 5. Hast du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du hast, als Gottes Kind Gehorsam ihm versprochen; hast du mit Treue denn dem Guten nachgestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Christ, betrachte, les' und höre, vom Irrthum unver⸗ führt, des Heilands reine Lehre! Wohl dir! Doch thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur selig ist, wers thut, nicht, wers blos lies't und hört. 7. Du sagst: ich bin ein Christ!“ Mit Gott mich zu verbinden, nehm ich oft Je⸗ su Mahl; mich reuen meine Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach dieses Mahls Ge⸗ brauch? 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn gebeiligt sind in reiner Kindesliebe, wenn du, wie Christus war, ein Freund der Menschen bist, gerecht und wahr und mild; dann sag: ich bin ein Christ! 9. Wenn, zustreuen, die Unschuld zu beschützen, und selbst dem Feind, Gutes aus⸗ ö regie t sich zerken erung Ge⸗ wenn deine eiligt liebe, war, ischen und n ein aus⸗ d zu dem eind, Feind, so viel du immer kannst, zu nützen, ohn' Ei⸗ genutz und Stolz, dein Herz stets willig ist, auch wenns Verläugnung gilt: dann sag: ich bin ein Chriß! 10. Denn, wenn noch Lei⸗ denschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wollust, Ei⸗ telkeit und Schmähsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut: so kennest du noch nicht die wahre Hei⸗ ligkeit. 11. Sprich nicht: ich bin ein Christ! bis daß dir Herz und Leben von diesem Ruh⸗ me erst ein sichres Zeugniß geben. Der Nam' ist nicht genug. Ein Christ muß ohne Schein, das, was er heißen will, in seinem Wandel seyn. 12. Ach, Gott, gib mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Cbrist zu seyn und nicht blos so zu heißen! Denn, wer den Namen hat und nicht die That zugleich, betrügt sich und gelangt nicht in dein Himmelreich. Mel. Wer nur den lieben Gott — zott, dir gefällt 33 0 G kein gottlos Wesen; wer bös' ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich im Allgemeinen. vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die be⸗ gangenen Sünden mit inni⸗ ger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade fin⸗ den, und standhaft deine Wege gehn! Ich will fort⸗ hin die Sünde scheun, und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. Du kennst und lenkest die Gedanken! Gib meinem Vorsatz Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wan⸗ ken, so hilf der Unentschlos⸗ senheit. Wie viel vermag ich Gott, mit dir! nimm dei⸗ nen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit kindlich treuem Geifte dir bis zum Tod ergeben sei: so sieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Vater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der bedrängten Seele, wann sie dich sucht, dein Angesicht; und mache in Bekümmerniß mich deiner Gnad und Huld gewiß! 6. Erquicke mich mit dei⸗ nen Freuden; schaff ein ge⸗ trostes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden: so halt ich mich, mein Gott, L 7 zu 253 254 Gesinnung und Verhalten des Christen zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. Freu dich sehr, o meine 338 E ott, ich will mich ernstlich prü⸗ sen, ob ich redlich bin vor dir! Du kennst meines Her⸗ zens Tiefen; ach entdecke sie auch mir! Laß mich se⸗ hen, ob ich treu dir in mei⸗ nem Wandel sei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 2. Eitelkeit und Eigen⸗ liebe sind die Götzen dieser Welt: aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Krone der Ge⸗ rechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe Willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; dei⸗ ne Liebe soll uns dringen; gute Werke zu vollbringen! 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieblingssünden mich, o Heiligster, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; ich vergaß, an dich zu den⸗ ken, ließ von Eigennutz mich lenken. 5. Oft gehorcht ich dei⸗ nem Rechte nur, daß mieine Folgsamkeit mir bei Men⸗ schen Ehre brächte und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich er⸗ hob, o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, deinen Rechten treu zu bleiben. 6. Ach wie konnt' ich dich vergessen, wie so undank⸗ bar dir seyn, deine Liobe nicht ermessen, deines Bei⸗ falls nicht mich freun! Mei⸗ nen Lohn hab ich dahin; eit⸗ ler Ruhm ward mein Ge⸗ winn; aber ihn sollt' ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Gott, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Trost erfreut, sei mir gnädig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lenk ibn zu dem Einen hin, dich zu lie⸗ ben, und vor Allem dir, o Höchster, zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe seyn; gib mir täglich neue Stärke, ganz der Tugend mich zu weihn! Ich. bin Golt, dein Eigenthum: dieß sei mir der höchste Ruhm! Was ist mit das Lob der Erde, wenn ich deiner wuͤr dig werde! ö Mel. Mel Herz inem lädig autre einer n zu lie⸗ r, 0 neine Liebe neut igend 41— dieß uhm! der wüͤr⸗ Mel. Mel Wer nur den lieben Gott 339 err, höre mein Gebet, und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, Herr, den Schwachen, der dir fleht; verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht! 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heilig⸗ keit in guten Werken sein; dir soll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weihn! 3. Dieß will ich und doch macht die Schwäche meiner Seele, und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh der Tugend Glück; ich wünsche gut zu seyn; und immer hab ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o sieh es mit Erbarmen, und reiche deine Hand voll Vaterhuld mir Armen! Gib meinem Geiste Licht; gib meinem Vorsatz Kraft, so kämpf ich glück⸗ licher- mit Welt und Leiden⸗ schaft. 5. Eröffne den Verstand, stets heller einzusehen, daß Sünd' uns elend macht; daß wahres Wodlergehen und innrer Friede nur aus rei⸗ nem Herzen fließt; daß du im Allgemeinen. mit deiner Huld der Freu⸗ den Quelle bist. 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterlie⸗ gen; ermuntre mich zum Muth und hilf dem Schwa⸗ chen siegen. Mein Auge laß allein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folg⸗ sam sein, und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Sün⸗ dern; ihr Beispeil könnte leicht der Tugend Eifer min⸗ dern. Wenn der Versüh⸗ rung Gift, des Leichtsinns frecher Spott dem Geist ge⸗ fährlich wird: dann steh mir bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Ge⸗ müth, daß mich, bis an mein Ende, die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der Thoren Jauchzen wird bald lange Reu' und Pein; laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen sein! 9. So werd' ich, Herr, mein Gott, dir nicht umsonst vertraun; einst, wenn ich treu dir war, der Freuden Fülle schauen, und, wann du ewig lohnst für jede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat. Mel. Herr, ich habe misgehandelt 340 Huu wie lange „muß ich ringen, eh' ich auf der steilen Ohet, 2 ——————————————————— 256 Gesinnung und Verhalten des Christen deines Rechts zum Himmel dringen, und vom Kampfe ruhen kann? Werd ich mei⸗ nen Hang zu Sünden end⸗ lich völlig überwinden? 2. Ach, wenn mich die Lust der Erde, oder kühner Sün⸗ der Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du, mich zu unterstützen, eilen? wirst du dann mich schützen? 3. Ach, ich zittre, Gott! wie lange soll ich käm⸗ pfen? Dieser Streit mei⸗ ner Schwachheit macht mir bange, bei so viel Gefähr⸗ lichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Klei⸗ nod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde; mache mich getrost und treu, daß ich standhaft deine Wege wandeln, und nicht strau⸗ cheln möge; 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß sie mich nicht untreu mach, und spot⸗ tend triumphire, daß ich auch gefallen sei, daß sie sich nicht ihrer Siege rühme, weil ich unterliege. 6. Der du Kraft und Muth gewährest, hilf des Schwachen Schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du hö⸗ rest, und ich freue mich darauf. Rühmen will ichs, und dir singen, daß du Stärke giebst zum Ringen. Mel. Herzliebster Jesu ch habe, Golt, 341 X mir ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kom⸗ men, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. 2. Erforsche mich, sieh, ob ichs redlich meine; gib, daß ich nicht blos, was ich sein soll, scheine; mit al⸗ len Kräften strebe, deinen Willen froh zu erfüllen. 3. Wenn deine mich überall begleitet, und meinen Gang, wo mich kein Mensch sieht, leitet; wie sicher werd ich deine Wege wallen! Wie kann ich fal⸗ len? 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme ho⸗ ren, dich thätig ehren! 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten; so mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten! Ehrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen; ge⸗ recht wirst du einst richten und belohnen, mit Raritt ei Furcht keit u mit E 7. bens werd erfun wand Leider Freur Würt keinen meine In m herrse im D keit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Vollend ich meines Le⸗ bens Prüfungsstunden, und werd ich bis zum Tode sreu erfunden: wie schön ver⸗ wandeln sich dann meine Leiden in ew'ge Freuden! Mel. Wann mein Stündlein 342 ch bin ein Christ, Gott ist mein Freund! In dieser hohen Würde sieh ich und fürchte keinen Feind, trag muthig meine Bürde. Heil mir! In meines Gottes Kraft be⸗ herrsch ich jede Leidenschaft, im Dulden, wie im Handeln. 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; stark, fest ist er gegründet! Er stützt voll hoher Zuversicht auf Jesum sich, und findet bei ihm Kraft, Ruhe, Rath und Heil, und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns hat erworben. 3. Mich soll daher nicht Eitelkeit, nicht Bitterkeit der Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Wer Jesum glaubt und freudig thut, wie Jesus will, hat hohen Muth im Leben und im Sterben. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Kronen, womit Gott in der Ewigkeit die Frommen im Allgemeineen. 2⁵⁷ will belobnen? Was ist die eitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenken? 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheiden! Er führt mich durch des Gra⸗ bes Nacht zu jenem Licht der Freuden, wo, frei von allem Erdenleid in seines Himmels Herrlichkeit ich ewig mit ihm lebe. Mel. Ach sieh ihn dulden 3 43 Dii immer ähn⸗ licher zu wer⸗ den, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das sei mein Ziel schon hier auf Er⸗ den, das bleibt mein Ziel, dem in der Ewigkeil mit höhrer Kraft mein Geist ent⸗ gegen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 2. Wenn ich aus reiner Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennutzes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun kein sterblich Auge sieht, dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werke fehlt, wenn ich den edlen Zweck betrachte, zu dem er stets 258 Gefinnung und Verhalten des Christen stets die besten Miltel wählt, und selbst mit Weisheit handle, so wie er; dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher. 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse hasse, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute lie⸗ be, wie sinnenreizend auch das Laster lacht; und in Gefahr mein Herz sich nie vergißt: dann gleich ich dem, der rein und heilig ist. 5. Wenn ich, um Tugend auszubreiten, Verdiensten helfe, lohne Fleiß und Treu'; wenn ich, zur Bessrung ihn zu leiten, den Frevler stra⸗ fe; selbst das Unrecht scheu: dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Herz verzeiht. 6. Wenn ich durch Täu⸗ schung nie betrüge, die Wahrheit ehre, Feind der Falschheit bin, mein Wort nie breche, niemals lüge, und bracht' es mir auch einer Welt Gewinn: dann gleich ich dem, der es auf⸗ richtig meint, und stets es ift, dem großen Wahrheits⸗ freund. 7. Wenn ich mich Leiden⸗ der erbarme mit brüderli⸗ chem, liebevollen Sinn; nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sei, daß ich sein Erretter bin, dann gleich ich dem, der ewig gü⸗ tig ist, und keines Menschen, keines Wurms vergißt. 8. So sei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erden, mein Ziel, ze wel⸗ chem einst in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. Mel. Freu' dich sehr, o meine 3 4 4 ommt und laßl uns Christi Leh⸗ ren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihm hören, hören, wen er selig preist! Die⸗ im Glauben fest beftehn, freu⸗ dig Goͤttes Wege gehn, den Erlöser frei bekennen, dür⸗ fen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet) seiner Schwachheit nie vergißt, nie sich selbst voll Stolz erhebet, wenn er groß und glücklich ist! Goltes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein: Gott wird Heil und ew'ges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 11. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. ihm die Schuld verzeihn, und zum Guten Kraft ween fro Gott will froh i Erden glückli 4. muth Feind gung zu rã Pflich eignes wird und mache 5. verlat froh im Geist schon hier auf Erden; soll er dort ganz glücklich werden. 4. Selig ist, wer Sanft⸗ muth übet, niemals seinem Feinde flucht; gern Beleidi⸗ gung vergiebet, nie fich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eignes Herz bezwingt, Gott wird über ihn stets wachen, und ihn reich an Segen machen. 5. Selig, die mil Ernst verlangen, heilig und gerecht zu seyn: welche fest am Gu⸗ jen hangen, nicht blos an des Guten Schein: deren Herz nicht mehr begehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, sie mit höhrer Kraft er⸗ füllen 6. Selig sind, die, voll Erbarmen, keinem ihre Hülf entziehn; bei dem Kranken, bei dem Armen nie des Elends Anblick fliehn: gern behülflich sind mit Rath, und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf empfangen, und Barmher⸗ zigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie eniweihn: züchtig, auch in ihren Scherzen, den Ver⸗ dacht des Leichtsinns scheun. Die dem Reize böser Lust, regt er sich in ihrer Brust, dennoch standhaft wiederste⸗ im Allgemeinen. hen, werden Gottes Ant⸗ litz sehen. 8. Selig wer in Frieden lebet, wer stets Ruth' und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und, wenn Feind⸗ schaft, Haß und Streit sei⸗ ner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Haß und Pein! Ibrer war⸗ ten Heil und Segen, wenn sie hier den Kampf nicht scheun. Gott steht ihnen mächlig bei, und wird sie für ihre Treu' einst mit Wonn und Siegeskronen in der Ewigkeit belohnen. 10. Herr du wollest selbst mich leiten auf der Tugend sichrer Bahn, wo ich dieser Seligkeiten hier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines Gei⸗ sles Stärke stets befleiße guter Werke. In eigner Melodie. 345 aß mich, s Herr, in allen Dingen auf deinen Willen sehn, und dir mich weihn; gib selbst das Wollen und Vollbrin⸗ gen, und laß mein Herz dir ganz geheiligt seyn! Nimm mei⸗ 2⁵0 260 Gesinnung und Verhalten des Christen meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke, und laß ihn in der Liebe thätig seyn, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft, und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft! 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen seyn vergnügt und deinem Willen mich er⸗ geben, der mir zum Be⸗ sten Alles weislich fügt; gib Furcht und Demuth wann du mich beglückst; Geduld und Trost, wann du mir Trübsal schickst! 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen; so will ich dir, wann ich den Lauf vollbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen/ dir, der du Alles hast so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein und unent⸗ weiht, dein Lob verkündigen in Ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott ein Gott, ach 346 M lebre mich er⸗ kennen den Selbsbetrug und Heuchelschein, daß Tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sey'n. Ach, wirl in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abge⸗ storben sei; laß mich dir ster⸗ ben und dir leben, und mach in mir, Herr, Alles neu! Ach wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herz von dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach dei⸗ nem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands Sinn! Ach wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gols, das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, schmalen Steg erwähle, ja Ehre such in Christi Schmach. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt sei. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe, beständig fest und thätig feyn; daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn' Heuchel⸗ schein. Ach wirk in mis zu ei⸗ und flets den Gott, das n „ das allein abge⸗ ir ster⸗ mach neu! deinem „ das rz von h, der ch dei⸗ herden, ilands nir, zu Golt, im! meine Christo s den le, ja hmach. deinem „ das Streite sf, daß „daß mich Welt wirk Ruhm, wahre auben, ständig daß ich be das euchel⸗ nir, zu dei⸗ im Allgemeinen. deinem Ruhm, mein Gott das wahre Christenthum. 7. So hab ich schon auf dieser Erdbe, was mich be⸗ ruhigt und erfreut; wann ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Se⸗ ligkeit. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christen⸗ thum! Mel. O Gott, du frommer Gott 5I ein Schöpfer, 347 M dessen Hauch mich, todten Staub, beseel⸗ te; Sinn und Vernunft mir gab, in Christo mich erwähl⸗ te, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jede Handlung dich, Gott, meinen Schöpfer preist. 2. Laß, da du heilig bist, mich alle Lüste fliehen, und mich nur um den Schatz der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir; und Hoffnung zu dem Sieg; er kommt allein von dir 3. Laß mich, ich bin ein Christ, nach Christi Lehre wandeln, mein ganzer Got⸗ tesdienst sei Glaub' und richtig Handeln! Die Lust an dem Gesetz ist mehr, als Lust der Welt, die nur der Frevler liebt, der Thor für Freuden hält. 4. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Liebe; zu dir auch beten. 21 gib, daß ich auch, wie mich den ärmsten Bruder liebe, und segne meinen Feind? Herr, was ich hab, ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden seyn! 5. Dein Himmel seh mein Glück; das Irdische verge⸗ het; weh jedem, dessen Herz mit ihm im Bunde stehet! Wobl dem, deß erster Wunsch, Gott, dein Er⸗ kenntniß ist! Er hat Zu⸗ friedenheit, wann er auch Alles mißt. 6. Nimm alle Laster weg, die der Gesellschaft schaden. Wir sind ja, was wir sind aus unverdienten Gnaden. Haß, Falschheit, Heuchelei, und Stolz und Bruderneid sind unsrer Tage Pest; und kurz ist unsre Zeit. 7. Herr, meine Burg,/ mein Fels, mein Schutz in allen Nöthen, früh such ich dich; des Nachts will ich Mein Stand sei dir geweiht, bei meines Amtes Pflicht ver⸗ gesse ja mein Herz des Chri⸗ sten Pflichten nicht! 8. Zuletzt erlöse mich von mir beschiednem Lei⸗ den; laß meinen Geist voll Trost aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl ich dir; mich führe deine Hand durchs öde Todes⸗ thal ins rechte Vaterland. Mel. 262 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. O Gott du frommer Gott 3 48 ein Vater und mein Gott, der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heil'ges Wort gegeben, re⸗ giere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was Gott, dein Wort mich heißt! 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergänglich Gut mehr, als es werth ist, ach⸗ te! Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, em⸗ pfängt schon bier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Weli mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; bilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sei! 4. Gib, daß ich als ein Christ, mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Ge⸗ müth zu seiner Liebe neige! Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt! So wandl' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf daß ich dich mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Uebermutb mich bei des Glückes Schein, und frei von Ungeduld in tri⸗ den Tagen seyn! 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Lust er⸗ geben, und nie dem schnoͤden Geiz! Mein dir geweihtes Leben, sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzig⸗ keit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreitl 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leitenz so unterstütze mich, wann meine Tritte gleiten! mich in aller Noth auf deine Hülse baun, und auch wann sie verzieht, dir doch getrost vertraun! 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus die⸗ ser Welt zu scheiden, o Va⸗ ter, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterben⸗ den mit Trost und froher Hoffnung nicht! Mel. Wer nur den lieben Golt icht, daß ichs 349 N schon ergriffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele reite, jag ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das flrauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht 4* r Laß ten d du wi dich e Schm Schei 6. dich n der Ar werde führen seine Stant hat of verfüh 8⁴7. 5 n n trü⸗ mein Aust er⸗ hnoͤden veihtes 13 und herzig. n Gut defreitl d mich leiten; wann 1 Laß h auf id auch ir doch ich von und Is die⸗ o Va⸗ meine terben⸗ frohtr n Gott s ichs griffen ugend doch, rette/ eifrig ohne ch bald ier im Kind, Der falle, der im Allgemeinen. der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die be⸗ kämpfte böse Luft stirbt nie⸗ mals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend, oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend wird mit den Jahren Sitt⸗ samkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht un⸗ ser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aenderung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhm⸗ sucht quälen, und dämpfft sie; doch du wechselst nur: dein Herz fühlt einen an⸗ andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erweck⸗ ten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du venkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt: so werde nichts dein Herz ver⸗ fübren: doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schlaͤft ver Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit! jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst geschol⸗ ten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen; so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, fordert's Got⸗ tes Wille, auch dieser zu entfliehn bexeit. Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht: bist du bescheiden? bist mäßig; übst du auch Geduld? Du dienest gern, wenn Andre leiden; vergibst du Fein⸗ den auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12. Sei 20³3 69 Wach und streitez 264 Gefinnung und Verhalten des Christen 12, Sei nicht vermessen! denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach überall! In eigner Melodie. 3 50 Gott, du from⸗ mer Gott, du Quelle aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, erhalte meinen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geist gesund/ rein mein Gewissen ei! 2. Gib, daß ich fleißig thu, was mir zu thun ge⸗ bühret, wozu mich dein Be⸗ fehl in meinem Stande füh⸗ ret! Gib, daß ich bald es thu, zu der Zeit, da ich soll, und was ich also thu. Herr, das gerathe wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen! Wenn aber Amt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bitterkeit! 4. Gerath eich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen: gib wahren Christenmuth, das Kreuz hilf selber tragen! Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind' und sende Hülf und Ralh, wenn sie mir nöthig find! 5. Laß mich mit Jeder⸗ mann in Fried und Ein⸗ tracht leben, so weit e⸗ christlich ist! Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr' und Glück: so gib auch dies che,. ich nicht ungerecht, nicht stolz, no sicher sei! 6. Soll ich in dieser Well mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Trilt bindurch ins Alter dringenz so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich tragen mag mit Eh⸗ ren graues Haar! 7. Laß mich auf Chrisy Tod getrost von hinnen scheiden, die Seele nimm zu dir binauf zu deinen Frei den; es ruhe sanft der Lelh in seiner stillen Gruft, biß ihn dein Allmachtswort in neue Leben ruft! 8. Wenn alle Todten dam auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklan in deinen Himmel ein, und laß mich selig dort mit allen Frommen seyn! Mel. Was mein Gott will ft klagt dein 35——— Herß wie schwer es sei, den Weg dez Herm entbre zu stil ließ d Frevel Mensc dest di denken 5. bringen, en Trilt ringen stets ein hr, auf mit Eh⸗ Chrst hinnen nimm in Frell⸗ Hder Leib ift, biz ort inz en dann wachen, Staub machen. verklaͤnt in, und nit allen tt will gt dein „ wie Seg des Herm im Allgemeinen. Herr zu wandeln, und täglich, seinem Vater iren, zu denken und zu handeln. Wahr ists, die Tugend ko⸗ stet Müh', sie ist der Sieg der Lüste; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer La⸗ ster freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Mein, und haben Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist An⸗ fangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach un⸗ sers Fleisches Willen, wann Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüste frei zu stillen; nimm an, Gott ließ den Undank zu, den Frevel dich zu kränken, den Menschenhaß: was wür⸗ dest du von diesem Gotte denken? 5. Gott will, wir sollen keinen⸗ 20⁵ glücklich seyn, drum gab er uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schätze. Er red't in uns durch den Verstand, und spricht durch das Ge⸗ wissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisbeit nur, und Freiheit ists, sie wählen. Ein Thier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der See⸗ len. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Be⸗ ruf auf Erden? die Tu⸗ gend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden! 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch don Gott noch mehr bekom⸗ men; wer aber nicht hat. dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft; drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft; Gott müßte Golt nicht seyn, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich slärket auf der Y Tu⸗ 266 Gesinnung und Verhalten des Christen Tugend Pfad das Beispiel sel'ger Geister; ihn zeigte dir, und ihn betrat dein Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern! Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkindern. 10. Sei stark, sei männ⸗ lich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Klei⸗ nod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir ge⸗ ben; und Kräfte der zu⸗ künftigen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ sei unverzagt, wenn dirs nicht immer glücket, wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwach⸗ heit drücket! Gott sieht nicht auf die That allein, er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein! Dieß muß das Herz dir stillen. Mel. Wer nur den lieben Gott 352 W'ẽr stets mit rei⸗ nem Wohl⸗ gefallen der Tugend hohe Schönheit sieht, und, frei von Stolz und Eigennutze, für alles wahre Gute glüht, wer jedem Laster sich ent⸗ reißt der sammelt Schätze für den Geist. 2 Er trachtet nach den höchsten Gute, nach Wels⸗ heit und Gerechtigkeil; denn, wenn ihr das bessh spricht Jesus, ist Alles M. dre euch bereit: ihr hahl dann Friede, Seelenruß und alles Andre fällt but zu. 3. Doch hoffe nicht, Christ, daß Tugend dir ssih auch Erdenglück verschaffl Wie mancher fand seit fil her Jugend an ihrer Sest Licht und Kraft; wie Man⸗ cher sorgte für sein Hen und fühlte dennoch oft auh Schmerz. 4. Die Tugend nur, nu Herzensgüte, nur das, wun innern Werth verleiht, nih eitles Glück, nicht Mahl und Schimmer beruh au deiner Thätigkeit. Vn bloß nach äußerm Glans strebt, der täuscht sich selhs⸗ so lang er lebt. 5. Nie mache dir zuh höchsten Zwecke den Vun theil, den die Tugend bringi Sei fromm, sei wenn auch nicht immer di fromme Absicht dir gelingt Frag nicht: was bringt dit That mir ein? Sie selbs⸗ o Mensch, muß Lohn di seyn. 6. Doch übst du redlit deine Pflichten; so seh ge⸗ trost und zage nie! Des Gott war Zeuge deiner— gend fromm einet; komm der C bier i lor. 9.— stets e ster tr Nichts mir r auch it höchste lein: wird s 35. Verlar ganzen aller gen, oft be ichs, ich den Weiz⸗ htigkeit: bessh, lles M. hr habl lenrußh, illt euh licht, dir steh rschaft seit fil⸗ r Seih e Man⸗ n Hen oft auß dir zun n Von bringi fromm mer di gelingt ingt di e selbs. ohn din redlit sey ge Deiz ner Tu genh gend, und er, dein Gott belohnet sie. Ein Herz, von Sünd' und Lastern rein, kann nicht auf immer elend seyn. 7. Ja, leb und sterb für alles Gute, es folgt gewiß Vergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode in⸗ dem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war sein Gewinn. 8. Im Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier sind oft beide nicht ver⸗ einet; nur droben ist Voll⸗ kommenheit. Da schwingt der Edle sich empor, der bier im Dunkeln sich ver⸗ lor. 9. Drum will ich, Gott, stets edel handeln, dem Mu⸗ ster treu, das Jesus gab! Nichts soll den hohen Muth mir rauben! und führt er auch ins öde Grab! Mein höchster Wahlspruch sei al⸗ lein: Wer christlich denkt, wird selig seyn. In voriger Melodie. 35 3 chön ist die — Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhan⸗ gen, hat meine Seel' auch oft begehrt. Ach könnt' ichs, wie würd' ich mich im Allgemeinen. 2⁰⁷ freun! Wer heilig ist, muß heilig seyn. 2. Gott ist der Seligkei⸗ ten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Ver⸗ stand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkom⸗ menheit. Von Ebwigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin. Dann fliehn die heiligsten Ent⸗ schlüsse, den Morgenträu⸗ men gleich, dahin. Bald wähl ich, was dir, Gott, gefällt, bald deinen Skla⸗ vendienst, o, Welt! 4. Ich Armer! Darum kommt kein Frieden in mein verschmachtendes Gebein. Wie bin ich dieses Wech⸗ sels müde! Wann werd ich fest im Guten seyn? wann nicht mehr straucheln, alle⸗ zeit nur deinem Dienst, o Gott geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller gu⸗ ten Gaben Quell! Sie leuchte mir in voller Klar⸗ heit und mache mein Er⸗ kenntniß hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefähr⸗ lich deinem Kinde sei! 6. O bilde, Vater, mei⸗ ne Seele nach deinem Wil⸗ len bilde sie, daß ich das Gute stets erwähle, das Böse immer ernstlich flieh! M 2 Um⸗ 268 Gesinnung und Verhalten des Christen Um diese Gnade bitt ich dich; ich weiß es, du er⸗ hörest mich. Mel. Ein Lammlein gett 3 5 4 as hilft es mir, ein Christ zu seyn, wenn ich nicht christ⸗ lich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen Be⸗ ruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht wür⸗ dig mich beweise, und den, der mich erlöset hat, in Worten nur, nicht durch die That und gute Werke preise? 2. Was hilft der Glaub' an Jesum Christ, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist und ich die Frucht verliere? Wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Lust ge⸗ fängen hält, ich ihre Fes⸗ seln liebe, und fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hoffarth, Fleischeslüsle, Geiz und andre Laster übe. 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Christum kenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finsterniß des Irrthums lappt noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nützet mir der Wahrheit Licht; was hilft mir aller Unterricht, wenn ich nichl darnach handle 4. Und woher nehm ih Trost und Ruh', wann Lel⸗ den mich umgeben, um meine Sünden noch dan mir dann vor Augen schmi⸗ ben? Was hilft mir in du letzten Noth, wann sich du schauervolle Tod mir zeih mit seinen Schrecken, un mein Gewissen wachet auß von meinem ganzen Leben⸗ lauf die Schuld mir auspz decken? 5. Weh mir! was hilh es mir einst dort, erwell aus meinem Grabe d ich an Christum und seahn Wort zum Schein geglah⸗ bet habe, wenn keine fron⸗ me gute That mein Lehn hier bezeichnet hat, du Glauben zu bewelsen? Nh⸗ Glaub'; durch ächte Frön⸗ migkeit bewäbrt, wirkt mu⸗ ne Seligkeit, kann wahn Glaube heißen. 6. Gott, dieser Hoffnunt werth zu seyn, hilf, daß it christlich lebe und vor di heilig, fromm und rein wandeln mich bestrebe! E Weisheit mir und Muh und Kraft, damit ich Wil und Leidenschaft im Gla⸗ ben überwinde, und daul nach wohldurchlebter Zal den Lohn in jener Ewigl für meine Werke finde! Erk Me 35. Seligke erheben nicht: sonst v. stärkten weihn, ein M inniger mich/ bist, u Rathsch mein n aller nichl hm ith in Lel „ud „ dehn schw in dir ich du r zRig „ u et auß, Leben aushy as hilt erweth „ d id seh geglat⸗ e, from Leben t, des 2 N Frön⸗ Ekt mul wahnm voffnun daß it vor di rein bel i Muh ch Wil Glal⸗ d danh er Zel Swiglii de! O in Hinsicht auf Gott. 269 Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Erkenntniß Gottes. Mel. Lob singet Gott 355 Di kennen, Gott, ist Seligkeit: und sich zu dir erheben, ist Wonne, die nicht Welt und Zeit mir sonft vermag zu geben! Sie stärkt mein Herz, sich dir zu weihn, und läßt das Glück, ein Mensch zu seyn, mich inniger empfinden; lehrt mich, daß du mein Vater bist, und daß dein weiser Rathschluß ist, schon hier mein Heil zu gründen. 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herrliche Natur, in allen ihren Zwecken, zeigt Ord⸗ nung und Zusammenhang; ja aller deiner Werke Gang, vom Staube bis zur Sonne und der Gestirne fernstem Heer, zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibt stets mir neue Wonne. 3. Je mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Rathschluß ist, nachden⸗ kend überlege: je mehr ent⸗ deckt mein froher Blick das mir bestimmte ew'ge Glück, ein künftig beß'res Leben. Ich weiß, der mir ge⸗ schenkte Geist, der sich dem Erdenstaub entreißt, wird sich zu dir erheben. 4. O laß von deiner Herr⸗ lichkeit mich immer mehr entdecken, und wenn mein Geist sich ihrer freut, ihn immer mehr erwecken, daß er nur Wahrheit sucht und liebt;; doch, wenn er sich im Forschen übt, laß ihn bei Dunkelheiten, wo er sich leicht zu weit verliert, wo Täuschung leicht ihn irre führt, die Pflicht des Glaubens leiten! 5. Denn ganz kann mei⸗ ne Fassungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft zu viel; will sie das ihr ge⸗ setzte Ziel aus Vorwitz über⸗ schreiten: so laß mich diesen Vorwitz scheun; du wirst mir einst mehr Licht verleihn, nach dieses Lebens Zeiten. 6. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen, dann wird mir Alles offenbar, was mir hier unerforschlich war in deiner Weisheit Wegen. M 3 Er⸗ 27⁰ Erhaben über Welt und Zeit, eil' ich dann der Voll⸗ kommenheit und reinem Licht entgegen. Mel. Wer nur den lieben Gott 356 Meau Gott, du wohnest zwar im Lichte, dahin kein sterb⸗ lich Auge dringt; doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkennt⸗ niß bringt, was du, o Al⸗ lerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht am dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es be⸗ trachte, so hilf selbst mei⸗ nem Forschen fort! Laß für der Wahrheil hellen Schein mein Aug und Herz flets offen seyn! 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt belehrt; daß weder Lust noch Wahn mir raube; was mir den beflen Trost gewährt! Kein Spott der Welt verführe mich, kein Zweifel sei mir hinderlich! 4. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, o Vater, dich und den, den du zum Heil uns hast ge⸗ geben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! Erkenntniß Gottes. 5. Vor Allem gib, daß stets lebendig bei mir, Goth, dein Erkenntniß sei, und daß ich dir darnach bestän⸗ dig Lieb', Ehrfurcht und Ge⸗ horsam weih! Hilf, daß ith thu mit allem Fleiß, was ih von deinem Willen weiß! 6. Was hilft das richtigst Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Waz nützt ein aufgeklärt Ven ständniß, wenn doch da Herz noch böse bleibli Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, und doß mein Glaube thätig sei! 7. Laß dein Erkennin mir im Leiden die Quell⸗ wahren Trostes seyn! Lah, wenn sich Leib und Seel scheiden, mich deiner noh im Glauben freun! Dol seh ich dich im hellen Lich von Angesicht zu Angeficht, Mel. Schon ist der Tag von Wet 357 Gott, der di mein Scho⸗ pfer bist, Herr, dem ich au⸗ gehöre, dich richtig zu erken nen, ist mir ewig Pflicht und Ehre, stets heilige durch dich zu seyn, mich dei⸗ ner immer mehr zu freuh, dich immer mehr zu lieben, will ich mich täglich üben. 2. Ich kann ja, Ewigen, schon hier durch eifriges Be⸗ streben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit—60 i Geist auf de Offenb in deir uns ze * aus ei was d voll V Huld rest; u net, f väterli send V mit S 4.0 erfreut von de lichkeit dal Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht in deiner Offenbarung Licht, und, wie in deinen Werken du dich uns zeigest, merken! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehrest, wie du voll Weisheit, Macht und Huld uns jeden Tag ernäh⸗ rest; wie alles schön geord⸗ net, sich vereinigt, wie so väterlich du uns auf tau⸗ send Wegen entgegen kommst mit Segen. 4. Ich sehe dann und seh erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freund⸗ lichkeit, zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die dich verbirgt; mir wirds gewiß, es seien deine Pfade stets Herrlichkeit und Gnade. 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele meines Lebens dein Wort das ew'ges Heil verspricht! Nie merk ich drauf verge⸗ bens. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Werth, der Tugend Lohn, was wahres Glück zu nen⸗ nen, daraus stets besser kennen. 6. So werd ich steis er⸗ leuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und ge⸗ treuer, ein größres Maaß der Weisheit gibt dem, der Erkenntniß Gottes. 271 die Wahrheit sucht und liebt, mehr Trost in seinen Lei⸗ den, und selbst im Tode Freuden. 7. Gewährt der Morgen⸗ röthe Licht, mir hier schon so viel Wonne, wie viel verschafft mir künftig nicht des Tages volle Sonne! Dann, Vater, wirst du näher dich mir offenbaren, dann werd ich, was wir hier Dunkel nennen, im höh⸗ ren Licht erkennen. 8. O laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Goit, und deinen Sohn schon hier stets besser zu erkennen, daß ich von Wahn und Irrthum frei, dir immer mehr gehor⸗ sam sei, und täglich mehr mich übe, o Gott, in deiner Liebe. In eigner Melodie. as ist im Him⸗ 358 mel, Höchster, was auf Erden, das so, wie du, verdient erkannt zu wer⸗ den? Nur du bist groß; du bist der Wesen Fülle, und weise, beilig ist dein Wille. 2. Dich kennen, sei die erste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und verborgen, so können wir doch überall dich finden und deinen Rath mit uns er⸗ gründen. 3. Mit lauter Stimme M 4 leh⸗ 27²2 Ehrfurcht lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Huld und Stärke; die Näh' er⸗ zählt von dir, von dir die Ferne: die Pracht der Blu⸗ men, wie der Sterne. 4. Ruft deine Stimme nicht in unsrer Seele uns zu: das Böse flieh, das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Lichte zu er⸗ heben, dein Sohn zum Füh⸗ rer uns gegeben? 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren, und auch den Weg, den wir betreten sol⸗ len, mit Ernst und Eifer wandeln wollen. 6. Zu diesem großen heiligen Geschäfte erheb' und stärke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre! 7. Gib, daß ich demuths⸗ voll aus meinem Staube zu dir hinauf schau; frezdig an dich glaube; mit Eifer mich durch Trug und Zwei⸗ fel ringe und immer näher zu dir dringe! 8. So werd ich immer besser dich erkennen, und immer kindlicher dich: Va⸗ ter! nennen; dir fest ver⸗ trauen, fröhlich dich erhe— ben, o großer Golt, und ganz dir leben. vor Gott. Ehrfurcht vor Gott. Mel. O großer Gott, von ie groß bist du, 359 Wẽ o. Gottl Wie groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer dir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich Alles vor dir beugen. 2Du hast durch deim Kraft die Himmel ausge⸗ streckt; der Erde Grund ge⸗ legt, dem Meer sein Zil gesteckt. Dein Wort beweg der Berge Grund und stürz sie in des Meeres Schlund. Wer kann, wer kann ent⸗ fliehen, um dir sich zu ent, ziehen? 3. Wir Alle sind durch dich, find Werke deiner Hand: Leib, Seele, Hab und Gut hast du uns zu⸗ gewandt. Du lehrst das dunah e Geschlecht, Shrn durch Vernunft und Schrift dein Recht; willst, daß wir deinen Willen mit Kindes⸗ treu erfüllen. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht, be⸗ lebe täglich mehr mein Herz für—4 und Pflicht, damit ich, als dein Unterthan, auf meiner ganzen Lebensbahn mit Eifer möge streben, ge⸗ fällig dir zu leben! 5. Laß — mir i auch helle s mich deine richt Sünd winde 6. Furch sey; 90on„ daß i beut, digkei und sam i ** Me. 36 scheue zu ent, durch deiner —9 . Lindes⸗ Geist ht, be⸗ n Hetz damit n, auf 18bahn n, ge⸗ 5. Laß 5. Laß deine Gegenwart mir immer heilig seyn; laß auch im Dunkeln mich dein helles Auge scheun. Erinnere mich an meine Pflicht, an deine Macht, an dein Ge⸗ richt bei jedem Reiz zur Sünde, daß ich ihn über⸗ winde! 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie knechtisch sey; befreie mein Gemüth gon Zwang und Heuchelei, daß ich, was dein Gesetz ge⸗ beut, erfülle stets mit Freu⸗ digkeit, aus Ehrfurcht nur und Liebe. mich im Gehor⸗ sam übe. Me. Wer nur den lieben Gott or sch o Gott, 360 kindlich scheuen, ist—— alergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein beilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist die Ebr⸗ furcht, die dich kindlich preist. 2. In Allem, was ich thu und denke, laß Herr, das meine Weisheit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke: vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Derzen nehme, daß du allge⸗ gnwärtig bist, und das zu Ehrfurcht vor Gott. ö 273 thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwi⸗ der ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfällt. Laß immer dein Ge⸗ richt mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier', die mich bei mancher Missethat so lieb⸗ reich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehen; mich nur um deine Gunst bemühn! 6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, das weder Spott noch Trübsal scheu'ꝰ, und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei! Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt! 7. In deiner Furcht nur will ich wandeln, und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deinem heil'gen Willen han⸗ deln, entfernt von aller Heu⸗ chelei. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben; so schreckt das dunkle Grab mich nicht; ich werde deinen Himmel M 5 er⸗ erben, dich schauen in voll⸗ kommnerm Licht. Wie werd ich dann mich deiner freun: wie selig, Gott, wie selig seyn! In voriger Melodie. (a) illst du der 361 Wé Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, voll⸗ bringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Vermessen⸗ heit, zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wun⸗ derbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höch⸗ sten kindlich scheuen; so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft versäumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wann Nacht und Dunkelheit dich decken, die⸗ dem Verbrecher Muth ver⸗ leihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was Unrecht ist, auch dann zu scheun. Denk nur, vor sei⸗ Liebe zu Gott. nem Angesicht ist Finster⸗ niß wie Mittagslicht. 5. Den Höchsten öffent⸗ lich verehren sowohl, alz in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme bören, und willig thun, was sie ge⸗ beut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich der Thor Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihm ent⸗ fernst; die Furcht des Herrn, die wird dich stärken, daß du dich edel schätzen lerns. Wer Gott, dem Höchiten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheun, gibt Heldenmuth und Freudig⸗ keit, wenn uns der Men⸗ schen stolzes Dräun, was Unrecht ist, zu thun, gebeut. Ist Gott mein Schutz, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höch⸗ sten, sehn! Laß sie mich hier zur Weisheit führen: so werd ich niemals irre gehn. Wohl dem, der flets dich kindlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Seligkeit. Mel. O Gott du frommer Goit (b)Rewahre mei⸗ 361 B nen Mund⸗ o inster⸗ ffent⸗ als if des hören, sie ge⸗ ich die h das gern. Thor wenn ent⸗ Herrn, daß lernst. schsten, ücklich, Welt. dem giht reudig⸗ Men⸗ was§s gebeut. 7 mein beb ich icht. er Goit mei⸗ Mund, ˙ so oft er, Gott, dich nennet, dich, den mit heil'ger Furcht der Geister Heer erkennet, daß nie durch Unbedacht ich strafbar ihn entweih; daß nie mir Spiel und Scherz dein großer Name sei! 2. Stets heilig bleib er mir! Und muß mein Ohr es hören, daß Andre dich, o Herr, und dein Gebot enteh⸗ ren; so reiße nie der Strom der Frevler mich dahin! Die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenosse bin. 3. Auch Jesus Christus sei zu jeder Zeit und Stun⸗ de, so oft ich sein gedenk, so ost in meinem Munde sein hoher Name tönt, mir hei⸗ lig! Ihn entweiht nur der, der ihn nicht kennt, nicht seines Heils sich freut. 4. Von meinen Lippen fern sei Fluch und freches Schwören! Fern sei scham⸗ loser Scherz! Der Mund kann dich nicht ehren; auf dessen Lippen schwebt, was wahre Tugend schmäht. Den Beter hörst du nicht, der dich ohn' Ehrfurcht fleht. Mel. Es woll' uns Gott (e) Du schaust, 361 D mein Schöpfer und mein Herr, ins Innerste der Seelen, und niemand kann, Allwis⸗ sender, dir was er denkt verhehlen. Laß deine Macht Heilighaltung des Eides. 27⁵ und Hoheit mich mit Ehr⸗ furcht ganz erfüllen, wann ich als Wahrheitszeuge dich, nach meiner Obern Willen, anruf und bei dir schwöre! 2. Arglistig können Men⸗ schen zwar oft Menschen hin⸗ tergehen; doch dir ist Alles offenbar; du siehst, was sie nicht sehen. Im Zorn schauft du die Lügner an. Ver⸗ beimlichte Verbrechen, die Menschenmacht nicht strafen kann, wird deine Macht einst rächen, die jeden Fre⸗ vel richtet. 3. Und ich, ich könnt' aus Geiz, aus Neid, aus falscher Scham, aus Rache verkehren die Gerechtigkeit und meines Nächsten Sache; könnt' ihm durch Meineid frech den Ruhm der Redlich⸗ keit entwenden, und so der Unschuld Eigenthum, die Wahrheit frevelnd schän⸗ den und mich ins Elend stürzen? 4. Gott! nein, so frech, so freventlich beug ich nicht deine Rechte, daß ich den schwersten Fluch auf mich durch solch Verbrechen brächte! Ach, ein Ver⸗ dammter würd ich seyn, schon hier in diesem Leben, des nagenden Gewissens Pein, von mir selbst über⸗ geben; was brächte mir die Zukunft? 5. Nein! Lug und Trug M 6 will 276 will ich, o Gott, aus vollem Herzen hassen, der Wahrheit treu bis in den Tod, von deinem Wort nicht lassen. Kein Glück, so groß es sei, soll mich je reizen und be⸗ thören, daß ich es wage, wissentlich deßwegen falsch zu schwören, und mir den Himmel rauben. Mel. Der unsre Menschheit 361(d) G²² der du Herzens⸗ kenner bist, dem Falschheit stets ein Gräuel ist, und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es kund, und einst wixst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit seyn! 2. Gott, wenn ich schwö⸗ rend vor dir steh, binauf zu deinem Himmel seh, und meine Hand erhebe, wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 3. Wenn Freoler auch noch da dich schwähn, und srech vor dir mit Lügen stehn; dann laß mein Herz erschrecken. Weh dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosbeit macht, sie vor der Welt zu decken! Heilighaltung des Eides. Weh ihm, er stärzet fre⸗ ventlich in ewiges Verder⸗ ben sich. 4. O Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk, was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ewiges rm Verwirf nicht mit Verwe⸗ genheit dein Theil an Golt und Seligkeit; wer kann dirs wiedergeben? Was bilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, dich schadlos hält. 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht 7 mein Hei⸗ land ist, dein Himmel nicht mein Erbe, wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz er⸗ freut, dein Trost nicht, wenn ich sterbe: wer wird mich dann von Qual be⸗ frein? Dann besser, nie geboren seyn! 6. Wie thöricht, wer noh denkt und spricht: Golt sieht es nicht, Gott achtels nicht! So lästern Frevelrot⸗ ten Zwar seine Langmulh ist bekannt, er lähmt nicht jede falsche Hand; doch läht er sein nicht spotten; it Richter uns 1013 in der Zelt, ein Richter in der Emie Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld, und nicht die Macht der ganzen afib mich blenden und verfsih⸗ ren; t fre⸗ erder⸗ n du „was dein Peben! Zerwe⸗ Golt kann Was ganze „ was nicht dein n Hei⸗ nicht ei den Trost rz er⸗ nicht, r wird tal be⸗ „ nie »r noch Gott achtet's velrot⸗ „gmulh it nicht ch laht n; ist in der n. der Ebre, nicht Welt erfüh⸗ ren; ren; und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muth⸗ willig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein es gilt Gott und Ewigkeit! 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht fre⸗ velnd Spott und Scherz mit Wort und Eioschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch wenn es mir zu schaden scheint, mit fro⸗ den Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlitz schaun. Wer nur den lieben Gott Mel. e) Mer, Gott 36 1 Woel deinem Namen schwört und treulos sein Versprechen bricht, der ist ein Frevler, denn er ehret dich, Gott, den Gott der Wahrheit, nicht. Er kann nicht froh, nicht mit Ver⸗ traun zu dir hinauf gen Himmel schaun. 2. Wir sollen ja nach deinem Willen, wie du der Wahrheit Freunde seyn, und, was sie fordert, gern erfüllen und uns ver keinen Lasten scheun. Wer sie verletzt, verwirft sein Heil; ibm wird des Meineids Qual zu Theil. 3. Wie darf der boffen, dich zu sehn, der hier die Heilighaltung des Eides. 277 Wabrheit frech entebrt, den Nächsten sucht zu hinterge⸗ hen und falsch bei deinem Namen schwört? Vor dei⸗ nem heiligen Gericht besteht ein solcher Frevler nicht. 4. Und flöh er zu dem fernsten Meere; du findest allenthalben ihn! Wenn er auch noch so mächtig wäre, kann er der Allmacht sich entziehn? Hier hilft nicht Ehre, Macht und Geld, nicht Beifall, Gunst und Schutz der Welt. 5. Drum laß mich eher nichts betheuren, bis ich er⸗ wogen, was ich thu, und den Gedanken oft erneuern: des, Eides Richter, Gott, bist du! Du schaust ins Herz und dein Gericht bringt auch mein Innerstes ans Licht. Liebe zu Gott. Mel. Von Gott will ich 86 n dich, mein 362 A Gott! geden⸗ ken, ist Pflicht und Trost für mich. Wann Sorg' und Gram mich kränken, so sieht mein Aug' auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sor⸗ gen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Lie⸗ be, wie werd ich boch erfreut! Mit dankbar frohem Triebe M 7 sühl 278 Liebe zu Gott. jühl ich mich dann bereit, dir ganz mein Herz zu weih'n, dich freudig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sün⸗ den mich zu scheun. 3 Mit fröhlichem Gemü⸗ ihe denk ich an deine Treu'; denn, Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur flets auf dich, so gibst du Muth und Stärke mir auch zum schwersten Werke; es wird mir leicht durch dich. 4. Du gabst mir aus Er⸗ barmen den Sohn, der für mich starb und liebevoll mir Armen die Seligkeit er⸗ warb. Mit ihm ist Alles mein: du willst mirs gnä⸗ dig schenken, willst liebreich an mich denken und stets mein Vater seyn. 5. Wie gut ists, dein zu denken! Die Welt mag im⸗ merhin ihr Herz aufs Eitle lenken; wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an Gott; dies bringt mir wah⸗ re Freude, dies stärkt mich, wann ich leide, und ist mein Trost im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken kann. Mag man in's Grab mich senken; mein Geist steigt himmelan! Vergesse mich die Welt; du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Gedächtniß hält. Mel. Alle Menschen müssen sterb. tt der Lied 363 Gee e meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belehet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie be⸗ freiet er mein Herz von Be⸗ kümmerniß und Schmerz! 2. Floß aus deiner Se⸗ gensfülle mir nicht stündlich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich' noch bin, das schaffst du, daß ich denke, daß ich wäh⸗ le, dankt dir, Vater, meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, dich durch Jesum Vater nennt. 3. Heil und unvergänglich Leben thast du, Gott, durch ihn mir kund. Um zu ödir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er, in dem bangnen Stireite, selbst mit seinem Blute weihte. Und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? Nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt' ich ohne sie auf Erden ruhig und zufrieden werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig seyn der Seligkeitꝰ 5. Heil mir, daß ich es em⸗ rubig ohne ürdig ch es em⸗ empfinde, welcher Liebe werth du bist; meiner das nur würdig finde, was dir wohlgefällig ist! Einst, Herr, werd ich deinen Wil⸗ len ganz erkennen und er⸗ füllen, mich der reinsten Liebe freun, und in dir ganz selig seyn. Mel. Wer nur den lieben Gott 364 Du Vater deiner Menschenkin⸗ der, der du die Liebe sel⸗ ber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Her⸗ zen dein, laß michs mit allen Kräften seyn! 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu seyn mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst! Was dir gefällt, ge⸗ fall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3 Bewahre mich durch deine Liebe vor Allem, was das Herz verführt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn Sinnenlust zu sehr mich rührt! Wie sollt ich je die Kreatur dir vor⸗ ziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe Willen gern thun, was mir dein Wort ge⸗ beut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen: so sieh Debe zu Golt 270 auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Va⸗ ter nicht zur Schuld! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, ge⸗ fiel es auch der ganzen Welt! Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Va⸗ ter, mich beflissen seyn! 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmi! Du führt durch Trübsal den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nützt, wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben dann wird selbst Sterben mein Ge⸗ winn; dann werd ich dei⸗ nen Himmel erben, wo ich dir, Vater, näher binz dann liebt dich meine Seele rein, und liebend wird sie selig seyn. In eigner Melodie⸗ 365 Wo zur Erfül⸗ lung deiner Pflicht, dich Gottes Liebe nicht beseelet, so rühme dich der Tugend nicht, und wisse, daß dir Alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigen⸗ sinn und Stolz dir nur das Gute Werken nurz 280 Gute rathen: so ihue noch so große Thaten; du hast vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden! Be⸗ glückest du die Menschen nur, um vor der Welt ge⸗ ehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Ga⸗ ben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Erbaue Kirchen; brich dein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen, ent⸗ reiß die Wittwen ihrer Noth und sei der Waisen Schutz und Segen; gib alle deine Habe hin: vor Gott hast du noch nichts gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Alles kein Gewinn. 4. Thu Thaten, die der Heldenmutb noch jemals hat verrichten können; veraieß fürs Vaterland dein Blut; laß deinen Leib für Andre brennen! Beseelet dich nicht Lieb und Pflicht; bist du die Absicht deiner Thaten: so schütz und rette ganze Staaten; Gott achtet dei⸗ ner Werke nicht 5. Läg ihm an unsern so könnt' er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Nesseln der Na⸗ tur, durch Kräfte seiner All⸗ Liebe zu Gott. macht zwingen. deiner das ihn verehrt die Absicht ein Herz, und liebt. 6. Ein Herz, von Ei⸗ genliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, ge⸗ Vor ihm, der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke. Er will Werke, heiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glau⸗ ben zu der Liebe, dies ist's was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besitzen: so wird ein Leben uns nichts nützen, das mit den größten Tha⸗ ten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Werk' allein; sieb auf den Quell, aus dem sie ka⸗ men. Prüf' dich vor Gotles Angesicht, ob seine Liebe dih bescelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet/ dem fehlet, auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir; so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächflen merken. Die Liebe, die dich schmücken soll ist gütig ohne Neid und Tücke, ist sittsam, ic nie stolz im Glücke, lang⸗ müthig und erbarmenvoll 9. Sie deckt des Nächsten deh⸗ Jehl male chet hofft Alles Mut sten mach nem in di Geh Mel ohne ttsam, lang⸗ Holl. ichsten deh⸗ Zehler zu; und freut sich nie⸗ mals seines Falles. Sie su⸗ chet nicht blos ihre Ruh'; sie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höch⸗ sten Wort gern zu erfüllen; macht seinen Sinn zu dei⸗ nem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit Gehorsam gegen Gott. Mel. So fliehen unsre Tage (a) u, Gott, bist 366 D über Alles Herr; die ganze Welt ist dein. Wer sollte dir, All⸗ gütiger, nicht gern gehor⸗ sam seyn? 2. Was du gebeultst, ist recht und gut, ist für uns Seligkeit. Wohl dem, der deinen Willen thut, und gut zu seyn sich freut! 3. Wer aber seine Pflicht vergißt, der bringt sich selbst in Noth; denn nur was bös' und schädlich ist, ver⸗ beutst du uns, o Gott! 4. Du bist, wenn du Ge⸗ setze gibst, nur Vater, nicht Tyrann; und hältst uns blos, weil du uns liebst, dir zu gehorchen an. 5. Nehm ich auf mich dein sanftes Joch, so setz ich meinen Lauf mit Freuden fort. Und fall ich noch; so hilfst du sekbst mir auf. 6. Mich warnt dein Gehorsam gegen Gott. 28⁰¹ Wort; es droht, verheißt, legt Heil und Tod mir vor. Und ich verschlösse deinem Geist gefühllos Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der dich nicht hört, dein Kind, o Vater, seyn? Nur die sind dieses Namens deinem Dienst sich weihn. 8. So sei dir denn mein Herz geweiht! Ich bin dein Eigenthum. Gib diesem Willen Festigkeit; dir fol⸗ gen sei mein Ruhm! Mel. Wer nur den lieben Gott 264b) QTott, deinen 366 G heiligen Befehlen will ich, dein Kind, gehorsam seyn, sie nur zu meiner Richtschnur wählen und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ift ge⸗ recht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich, dir folgsam, als dein Kind, thu, was du willst, aus Lieb und Dank und nicht aus Selavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne: o hilf mir, daß ich immerdar dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Je⸗ sus dir gehorsam war! Er wars auch unter Einnd un werth, die 28² Gehorsam gegen Gott. und Noth, er wars selbst, bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Ge⸗ setze mir immer gegenwär⸗ tig seyn; laß mich, daß ich sie nie verletze, dich den Allwissenden, stets scheun! Dein Joch ist sanft, leicht ist die Last, die du uns auf⸗ erleget hast. 5. Sobald ich deine Stim⸗ me höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre und thue, was sie mir gebeut! Ich soll nicht Hörer nur allein; ich soll zugleich auch Thäter seyn. 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf uner⸗ laubtem Wege an; sie soll mich, Herr, nicht irre leiten. Was ists, das sie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Pein, und die wird groß und schrecklich seyn. 7. Wenn ich mich in Ge⸗ horsam übe und deinen Wil⸗ len treulich thu; so bleib ich, Gott, in deiner Liebe, und hab ich des Gewissens Ruh', den Himmel hier schon in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit! Mel. Was mein Gott will 367 Sẽl Gott getreu, halt seinen Bund; bekenn' ihn durch dein Leben! Dein Glaube ruht auf festem Grund; drum bleib ihm stets erge⸗ ben! Denk, wie er dich ver⸗ pflichtet sich durch seine Huld und Gnade; sei treu dem Herrn und wandle gern der Tugend sichre Pfade! 2. Sei Gott getreu! Du mußt als Kind ihn auch im Leiden ehren; dein Va⸗ ter waltet ja gelind und bil⸗ det dich zum Höhern. Ein edler Muth macht still und gut: der wird durch Gott dir werden, Christ dein Führer ift zum Himmel hier auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem gan⸗ zen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden: denn seine Treu ist täglich neu; sein Wort kann niemals trügen. Was er bricht er nicht; daran laß dir genügen! 4. Sei Gott getreu in jedem Stand, in welchen er dich setzet; dann schützt dich seine starke Hand. Wer ist der dich verletzet? Schau nur auf ihn voll Glaubens hin, und folge dem Ga⸗ wissen; dir wird, was dir begegnet bier, zum Besten dienen müssen. 5. Sei Gott getreu, sein theures Wort freimüthig zu bekennen; vor Jedermann an jedem Ort dich seinen Freund zu nennen! Was diese wenn Jesus verspricht, das 2 Freude diese Welt nur in sich hält, muß alles einst vergehen: nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. 6. Sei Gott getreu in jedem Streit: dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudig⸗ keit den treuen Kämpfer finden. Verletze nicht die kleinste Pflicht; doch wirst du dich vergehen, daß dann die Reu' nur ernstlich sei, um künftig zu bestehen! 7. Sei Gott getreu bis in den Tod, laß nichts von ihm dich wenden! Er kann, er will in jeder Noth dir sei⸗ nen Beistand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken! Es ist dir ja dein Retter nah; sein Schild wird dich bedecken. 8. Bleibst du so deinem Gott getreu, so wirst du's auch erfahren, daß er dein lieber Vater sei; und nach vollbrachten Jahren der Sterblichkeit kommt dort die Zeit, wo Gott einst seine Treuen durch seinen Sobhn mit höhrem Lohn auf ewig wird erfreuen. Freude in Gott. Mel. Schwing dich auf zu ines Gottes 368 D' ent dich, in Gott. dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräu⸗ en? Ist's nicht Seligkeit und Pflicht seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, wel⸗ cher mir, was mir nützt, gewähret, der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket, und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich ehr und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freu⸗ den übe: o wie ist mir dann so wohl! wie ist mein Ge⸗ müthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte l 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Him⸗ mel blicken; meiner Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und er⸗ höhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! So jauchz' ich dann: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann, mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth! Du gabst mir mein Leben, wirst auch, was ˙ hat er weggenommen. 284 was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekom⸗ men; alle meine Missethat Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des beß⸗ ren Lebens, himmlische Voll⸗ kommenheit, such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesu Christ, mich zu seinen Freuden. 8. Meine Freud' an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod: ex wird sie nicht stören. Willig werd ich mein Gebein der Verwesung ge⸗ den; Sterben macht mich frei von Pein, führt zum neuen Leben. 9. Gib mir nur, so lang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, sey mein Heil in dieser Zeit, und mein Trost am Grabe. 10. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Freude in Gott. Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere! Mel. Jesus, meine Zuversicht 360 Hann Bei dem Herrn ist Freud und Leben; denn er! auch/ ben. an, wünschen kann. gibt gern, Seine Liebe beut dir was dein Herz nur und er wird, dir was dir dienet, ge⸗ E=. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich ver⸗ kehret. Wisse, wer in sei⸗ ner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet steis auf seiner Bahn, was das Herz 8 nur wünschen kann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet. Lus am Herrn Pflicht, der von seiner Liebe brennet, Lust am Herrn beut Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Höch⸗ sten hat, bat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unver⸗ drossen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trage willig die Beschwerden. Wenn ö wohl gelitten hast, wird dir ö stärkt den zur mein mein ewig rsicht e Lust errn! hreud' wird, dir ge⸗ t dir nur eitle hver⸗ sei⸗ fühlt 6 auf Herz erfüllt nihn Lust 1zur Liebe beut ʒ nur Höch⸗ st an t ihn nver⸗ nd so 3das n. nicht g die du wird dit dir ew'ge Freude werden; und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen kann. In eigner Melodie— 370 ch freue mich, X mein Gott, in dir! Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du Herr, bist mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich lieb⸗ reich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil; dieß trö⸗ stet meine Seele. 4. Du bist mir der be⸗ währte Freund, der es aufs Beste mit mir meint; wo find ich deines Gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wann Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde! Freude in Gott. 28⁵ 6. Du bist mein aller⸗ höchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb ich zufrieden So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht ge⸗ lingen. Selbst, was mich kränkt, das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. 8. Du läßt mirs ewig wohlergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr, weiden. 9. Noch hats kein mensch⸗ lich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glau⸗ ben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir niemand rauben. Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist 22 uf Gott, und 3 70 1 A nicht auf Men⸗ schen⸗Rath, will ich mein Glücke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit gan⸗ zer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig⸗ keit, 286 keit, wie viel mir nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glau⸗ bens Ehre nicht zu besiegen würe? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgi für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestör⸗ tes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größ⸗ te Noth hebt doch der Tod! und Ehre,(lück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahr⸗ baft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Ge⸗ sundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen, die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit, wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröh⸗ Pflichten gegen Gott. lich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Mel. Was mein Gott will — ertrauen is 372 Vdes Chrisen Pflicht, ein kindliches Ver⸗ trauen. Er soll, wanns ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen; und nie bist du dem Frommen fern: Du kannst ihn nie verschmähen, du segnest und errettest gern; und hörest auf sein Flehen. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die stolze Hoff⸗ nung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er begehrt, versagen, Wenn gleich bei aller un⸗ srer Schuld dein Herz noch liebreich denket, so wind doch deine Vaterhuld von Weisheit nur gelenket. 3. Wie leicht, o Gott, kann deine Macht des Men⸗ schen Wunsch erfüllen! Vi leicht, noch eh er es gedacht, des Herzens Klage stillen! Doch dem, der Wunderkrast begehrt und Wunder hoftt zu sehen, wird nie sein küh⸗ ner Wunsch gewährt: er sündigt durch sein Flehen. 4. Wer deiner Huld ver⸗ sichert ist, darf deinen Segen hoffen. Ihm steht, weil du sein Vater bist, der Himmel immer offen. Doch wer dich nicht als Vater liebt, 5 al auf nicht ergib verge 5. Sich freue von die sein imm fühlt Schn verle 6 wirke ommen yn nie segnest und er voll Hof⸗ werdest nicht, rsagen. ler un⸗ rz noch wird ld von t. 5Gott, 3Men⸗ Wie gedacht, stillen! derkrast r hofft in küh⸗ rü.e ehen. ld ver⸗ Segen veil du dimmel ber dich t, und auf Vertrauen auf der Bahn des Lebens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. 5. Ja, wenn er auch mit Sicherheit sich seiner Andacht freuet, und dabei, fern von Frömmigkeit, doch nie die Sünde scheuet, so mag sein heuchlerisches Herz nur immer Hoffnung fassen, er fühlt bei des Gewissens Schmerz sich endlich doch verlassen. 6. Wie mancher der noch wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege! Er hofft umsonst, du werdest ihn den Uebeln doch entziehen. Der Thor! Will er sie selbst nicht fliehn, fie dürfen ihn nicht fliehn. 7. Du weiser Gott, ent⸗ fernst uns nicht von dro⸗ henden Gefahren, die ohne Nachtheil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir sollen mit Besonnen⸗ beit auch Rath und War⸗ nung nützen, denn nie wird deine Heiligkeit uns auch beim Leichtsinn schützen. 8. Gott, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht: sie läßt mich ihn verlieren. Nur kindlich soll ich dir vertraun, nie thöricht, nie vermessen; auf Gott. 2⁷ soll, um getrost auf dich zu schaun, nie meiner Pflicht vergessen. In eigner Melodie. E efiehl du deine 373 B Wege und Al⸗ les, was dich kränkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Himmel lenkt. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ihre Bahn, der wird auch Wege finden, die dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohl ergehn! auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehen. Er läßt durch Sorg und Grämen und selbstgemachte Pein sich keine Wohlthat nehmen; sie muß erbeten sein. 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein be⸗ kannt, was gut sei oder Schade Geschöpfen deiner Hand: und was du auser⸗ sehen zum Besten deiner Welt, das wird und muß ge⸗ schehen, sobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen fehlt dir's, Allwei⸗ ser, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Wenn du, Herr, deinen Kindern ein Glück hast zugedacht, so kann dein Werk nichts hin⸗ dern: du willst, so ists voll⸗ bracht! ů 5. Und 288 5. Und wollten Welt und Teufel dir boshaft wider⸗ stehn; o nähre keinen Zwei⸗ fel, dein Glück wird doch hestehn. Was er sich vor⸗ genommen, was er vollen⸗ den will, aufs herrlichste wirds kommen zu dem be⸗ stimmten Ziel. 6. Hoff nur, bedrängte Seele, hoff und sey unver⸗ zagt, was dich auch immer quäle, ein schönrer Morgen tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit; dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiter⸗ keit. 7. Auf, auf! Gib dei⸗ nen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann aus deinem Herzen, was dich so traurig macht. Du bist ja nicht Regente, der Alles führen soll. Gott sitzt im Regimeute, und er führt Alles wohl. 8. Ihn, ihn laß ihun und walten: er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhal⸗ ten, daß du ihn preisen wirst, wann er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 9. Verzög der Trost auch lange, weil dir es heilsam ist, so werde dir nicht bange, daß deiner Gott vergißt. Er wird dir Hülfe senden, wenn du's am mind'sten glaubst, Pflichten gegen Goitt. und all dein Unglück wenden, wenn du nur treu verbleibs. 10. Wohl dir und deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blick hin auf sei⸗ nen Lohn; steh fest im groͤß⸗ ten Leide, das dir begegnen kann; bald bricht der Tag der Freude, des ew'gen Friedens an. 11. Mach, Herr, ein fröh⸗ lich Ende mit aller unsrer Noth; stärk unser Herz und sende uns Trost bis in den Tod! Laß stets uns desher Pflege und Treu' empfohlen seyn, so gehen unsre Weße gewiß zum Himmel ein. Mel. Was Gott thut, das ist HDerr dperr ist mei⸗ 3 74 ne Zuversicht, mein höchster Trost im L⸗ ben! Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sih dem Herrn ergeben. Gol ist sein Gott; auf sein Ge⸗ bot wirds in dem Herzen stille. Ihm gnügt des Ba⸗ ters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du blßt des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wun⸗ derwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vol⸗ lenden. 3. Noch penden, bleibß deiner Sieg Kampf Ruf sei⸗ gröz⸗ gegnen er Taß ewꝰ'gen n fröͤh⸗ unsrer rz und in den deiner pfohlen Wesse ein. das ist ist mei⸗ versicht⸗ im Le⸗ nie an Hder sich Gott ein Ge⸗ Herzen es Va⸗ „Herr, 5u blst Stärke. uf dich Wun⸗ o5 von That, Händen t vol⸗ . Noch Vertrauen 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läß'st ihn, wann ihn Nolh umgibt, Berubi⸗ gung genießen. Des From⸗ men Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten weißt du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, boff auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf' und Errettung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht wenn jene zittern, ein Fels in Unge wittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten weichet. Dein Heiland starb, und er erwarb, auf seines Todes Hügel, dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wann um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thrä⸗ nen Zahl zählt er, und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich bofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. auf Gott. 289 Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, ver⸗ lassen, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlseyn, und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Autlitz schaue. Mel. Jesus meine Zuversicht er auf seinen 375 Wẽ Gott ver⸗ traut, ängstigt sich durch kei⸗ ne Sorgen; ihm, auf den er sicher baut; bleibt sein Kum⸗ mer nicht verborgen Gott verläßt die Seinen nicht: dies ist meine Zuversicht! 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er ver⸗ spricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, hat auch, uns zu helfen, Macht. 3. Ihm, ihm ist es im⸗ mer leicht, unsre Wünsche zu erfüllen; wie unmöglich es uns däucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen, stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Bei⸗ stand fehlt. 4. Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? Wer so reich, wie er, an Segen? Nie⸗ mand hilft, wie er, so gern N auf 290 auf des Lebens rauhen We⸗ gen, er, der liebreich unsrer denkt, und zum Glück die Trübsal lenkt. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe sehe, und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe; weiß ich doch voll Zuverficht, daß sie mir nicht stets gebricht. 6. Dann auch, wann, wie mir es scheint, selbst der Hoffnung Trost verschwin⸗ det, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich keiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 7. Drum sei ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er, der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib ich nur der Tugend treu; so steht er mir huldreich bei. Mel. Sollt' ich meinem Gott 376 S'nas wer mit slillem Herzen dem Allweisen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt, und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. 2. Ach, kein Schicksal mei⸗ nes Lebens, sorgt' ich auch von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf! Pflichten gegen Gott. Sorge quält, und quält vin gebens; meine Kräfte zehn sie ab, stürzt nur frühn mich ins Grab. 3. Eh ich noch das Lit erblickte, wog er, der ni Leben gab, meines Lehen Schicksal ab; ehe mich nn Kummer drückte, eh' m meine Thräne rann, sah mi Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm Glück und Freuden aus Höchsten milder Hand: u. ist Kreuz mir zuerkannt, so faß ich Muth, zu liiden Gut ist Alles, was G will; willig duld ich, duh still. 5. Will mein Anschlh nicht gedeihen, und m lingt mir mein Bemuß denk ich: was mir Glück e schien, muß ich oft nachtn bereuen. Wohlthat ists f. mich gewiß, daß mirs G mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht reichen Segen, als d Nächsten, mir verliehz s. doch Andrer Woblstand Neid in meiner Brust enm gen! Fremden Glücks u ich mich freun; fremd Glück wird dadurch mein. 7. Wenn mir Frehl. Angst erwecken; wenn Haß mich drückt und kränl bält sie Gottes Macht un schränkt. Droht der I mit seinen Schreilerhte uält vn ifte zehn r frihn das Lith der ni 6 Lebeu ich nn zu leiden as Ga ich, dulh Anschly ind mi Bemüshz Glück th ft nacht t ists f nirs G nicht als du lieh; s stand u rust em lücks M fremdi mein. Frerl⸗ wenn i d krän acht in der I en; u Vertrauen vom Tode reiten kann, nimmt sich meiner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und beiter; im Vertrauen auf Gottes Wort setz ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir wei⸗ ter; er hält fest, was er verspricht! Gott, mein Gott verläßt mich nicht! Mel. Herzlich lieb hab ich dich ir trau ich 377 Dool, und wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der letzte Schimmer schwin⸗ det. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wieder findet. Von jeher hast du mich geführt, und meines Lebens Lauf regiert; mit segengvoller Vaterhand so manche Noth von mir ge⸗ wandt. Unendlicher! ich trau auf dich; du leitest mich. Ich kämpf und siege, Gott, durch dich. 2. Zwar ist der Kampf der Leiden schwer; oft fühl ich kaum noch Stärke mehr, zu kämpfen und zu siegen; doch ewig, Vater, währt er nicht. Wenn mir dein Beistand nicht gebricht, so werd ich nicht erliegen. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiner Seele auf Gott. Schmerz gestillt; bald hast du, Gott, mein Flehn er⸗ hört, mich ganz geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir! lobsing ich hier mit dankerfüllter Seele dir. 3. Ach, alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn; bald steh auch ich vor deinem Thron, mit treuer Kämpfer Schaaren, und danke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmherzi⸗ ger! fest, ohne Graun, will ich dir traun; denn einst werd ich dein Antlitz schaun! Mel. Wer nur den lieben Gott 378H mache mei⸗ ne Seele flille! Bei jedem Leiden, das mich kränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt. Du bists, der Alles ändern kann; und, was du thust, ist wohl gethan. 2. Du führst uns selbst auf rauhen Wegen, zu höhe⸗ rer Vollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Se⸗ gen für Zeden, welcher dir sich weiht. Siehts gleich der blöde Geist nicht ein, N 2 wird voll Unverstand! 292 Pflichten gegen Gott. wird doch der herrlich seyn. 3. Orum laß mich stille seyn und hoffen! Hast du mir Prüfungen bestimmt; so steht dein Vaterherz dem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in dei⸗ ner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen; genug für uns, du hasts erkannt! Wie oft sind unsre Wünsch' und Sorgen kurzsichtig und Du siehst was schädlich ist, von fern, und deine Güte hinderts gern. 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! O Vater, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste; dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich duld ihn mit Gelassenheit; was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn endlich führest du die Frommen zur völligen Zu⸗ friedenheit: und dann wird jedem offenbar, daß, Gott dein Rath der beste war. 7 Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz statt aller Kla⸗ gen, voll Dankes und voll Lobes seyn: der Herr hat Ausgang für mein Heil gewach. hat Alles mit mir wohl gemacht! Mel. Auf, schicke dich 6 herrscht c 379 E Gott, un schützt in Noth, und hilh wenn sie ihm traun, so gin den Seinen! Drum sei dun gnügt, wie er es füh Bald folgt dir Ruh' m Trost nach kurzem Weint 2. O murre nicht, wan dir gebricht, was öfters li stet den bethörten Simen Dir nützt der Schmen dein eitles Herz zu bessen und für's Ew'ge zu gewiß nen. 3. Erkenn die Schuld un üb' Geduld, wann du i deine Sünden hier mi leiden! Fleh ihn um Gnad geh seinen Pfad getto nichts laß von seiner Y dich scheiden. 4. Dann führt er di stets väterlich die sichen Wege, die dein Heil beht len. Sey'n sie auch Y oft dunkel dir; entzit wirst du ihr End' einst seh und fühlen. 5. Drum gnüge mir di Weg allhier, den ich mu gehn in meinem Amt u Stande! Sei er auch rau Wenn ich dir trau, kom ich auf ihm zum wahn Vaterlande. 90 6 Mel. 386 meine im Lel Herzen und Lebens und l im Lar 2. A ins Gr Sorger ander und M flieht, und ka ist wiet 3.. Aengstl verfließ bens schon! Zuverfi dann 6 und ru 4. aus, lichen k das 2 und steht d O daß gewach, ir wohh e dich rscht th ott, v ind hilh „ so gin sei vun es fü tuh' m Weint ht, wan öfters ll Sinhen Schmer, u bessern u gewiß chuld in du i er mi m Gnad getto iner R er di e sichen eil best auch he entzit einst seh mir v ich mu Amt m ich rau „ komt wahrn MN Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist 380 ott, dir ver⸗ traun, ist meine Pflicht, ist Seligkeit im Leben! Sie kann dem Herzen Zuversicht und Trost und Freude geben. Des Lebens Müh' versüßet sie, und lässet uns hienieden im Laufe nicht ermüden. 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig mit ein⸗ ander ab, wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, ist wieder sie verschwunden. 3. Wie würde da voll Aengstlichkeit uns jeder Tag verfließen, und bei des Le⸗ bens Heiterkeit das Herz schon beben müssen, wenn Zuversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte, und ruhig bleiben lehrte? 4. Du theilst das Alles aus, was hier den Sterb⸗ lichen begegnet. Im Glück und Unglück werden wir von dir doch stets gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise wer⸗ den wollten, als wir, o Gott, es sollten! 5. Nicht unser Wille soll geschehn; du wählest stets das Beste. Wenn Erd' und Himmel untergebn, steht diese Wahrheit feste. O daß wir sie durch Leicht⸗ 293 sinn nie an unsern Seelen schwächten, sie nie verken⸗ nen mögten! 6. Dann würde diese Uebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Le⸗ bens Widerwärtigkeit uns niemals muthlos finden. Dann sähen wir, voll Hoffnung hier, mit Pal⸗ men und mit Kronen die Ueberwinder lohnen. 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue, und mit Gelas⸗ senheit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einst preis' ich auch auf ewig dich für überstandne Leiden im Lande sichrer Freuden. Mel. Besiehl du deine Wege Ibrist, wann dich 381 Ccribsalkranket vertraue nur dem Herrn! Er, der die Himmel lenket ist auch von dir nicht fern. Erwach aus deinem Schlum⸗ mer, zu Gott erhebe dich: er fiehet deinen Kummer; er liebt dich väterlich: 2. Sei auch in deinem Leiden ein Christ, voll Muth und Kraft; einst kom⸗ men deine Freuden, bleibst du nur tugendhaft. Erwarte nur im Glauben getrost die Ewigkeit; wer kann das Heil dir rauben, das ewig dich erfrent? 3. Sei froh, dein Gott N 3 re⸗ 29⁴ regieret, sein Rath ist wun⸗ derbar. Einst wirst du über⸗ führet, daß er der beste war. Und denkest du vermessen: Der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein vergessen; so höre, was er spricht: 4. Ist auch der Mütter Eine, die ihres Kinds ver⸗ gißt? Denk an dies Wort und weine Gott Frenden⸗ thränen, Christ! Und könnt sie es vergessen; ich will doch deiner nicht, ich dei⸗ ner nicht vergessen! Der Herr ist's; der es spricht! 5. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, weil seine Vatergüte dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Leiden, das dir be⸗ gegnen kann, bricht einst der Tag der Freuden, des ew'gen Friedens an? Mel Wer nur den lieben Gott 382 ein Hort ist Gott! Ihn laß ich walten; ich hoff auf ihn: er kennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhal⸗ ten, an Mitteln nie, und sein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein; das ist meines Her⸗ zens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, Pflichten gegen Gott. mein Erbarmer, stärke mich, denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient und hat Ge⸗ duld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; er hat ein väterliches Herz. 4. Gott ist die Lieb', wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ! Was könnte mir ein Gals versagen, der so unendlsh gütig ist? Erhabner Trof, der nimmer trügt, und jz⸗ den Zweifel überwiegt. 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald ver⸗ streicht die Prüfungszeill Dann nehm ich dort auz seiner Fülle unendliche Zu⸗ friedenheit. Er leitet mich nach seinem Rath, wie en mir zugesaget hat! Mel. Kommt her zu mir, spricht 3 8 3 Erfülz redlich dei⸗ ne Pflicht, und hoffe dann mit Zuversicht; Gott sorgt mit Vaterliebe für deines Lebens wahres Glück! Zu ihm erhebe dei— nen Blick, wär auch dell Himmel trübe! 2. Die Wolken werden sich verziehn, im milden Sonnenscheine blühn die wieder neue Freuden. n Wwir wird zu Schmer cheist u fungen 3..— volle B um Zi Blumen fromm, Was( Vater Huld u 4. dich zu wie im ruhigun selbstg und Ze dein we den! 5.3 und tre Stande erfülle; stärke 1 trau ic Herr, J trauen väterlie sorgt auf der welcher seine K. 2. mich d meine! bis in 0 mich, 3ich t hiet wigkeit schont, er, als t Ge⸗ ust an rhat „ wie er für Christ? Guolt Hendlih Troß, ind je⸗ spricht lich dei⸗ t, und ersicht terliebe wahres be dei⸗ ch dein werden milden ndit Oijl wird Vertrauen auf Gott. wird zur Wohlfahrt dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prü⸗ fungen und Leiden. 3. Oft führt die dornen⸗ volle Bahn weit sichrer dich zum Ziel hinan, als sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Vater thut, ist Weisheit, Huld und Gnade. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Be⸗ ruhigung zu finden, benutze selbs gewissenhaft Verstand und Zeit, und jede Kraft, dein wahres Wohl zu grün⸗ den! 5. Daß ich gewissenhaft und treu in meinem Amt und Stande sei und meine Pflicht erfülle; zu dem Entschlusse stärke mich, und dann ver⸗ trau ich, Gott, auf dich! Herr, es gescheh dein Wille! In eigner Melodie. 384 Sout ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich? der so herzlich sorgt für mich? Sollt' ich auf den Herrn nicht bauen, welcher, unbewegt und fest, seine Kinder nie verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth; er fieht bei mir bis in Tod; er weiß, was 29⁵ mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertreu' wird mit jedem Morgen neu. 3. Der die Vögel alle nähret, königlich die Blu⸗ men schmückt, jedes dürre Land erquickt, Speise jedem Wurm gewähret: sollte der verlassen mich? Nein; weit mehr, als sie, bin ich! 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit suche meine Seligkeit, und sie über Alles achte: segnet Gott mir früh und spat Wort' und Werke, Rath und That. 5. Heiter sei der andre Morgen, oder nicht; was künftig ist, quält mich nicht; ich bin ein Christ. Ich laß meinen Vater sorgen, froh bei Allem, was sein Rath über mich beschlossen hat. 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, stehet uner⸗ schütterlich: er, der Höchste, sorgt für mich. Ewig wird ers mir beweisen; Seele, freue seiner dich! Ewig sor⸗ get Goit für mich! Mel. Wer nur den lieben Gott 385 Ernschnezen dich, mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt! Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht je⸗ den Wunsch erfüllt? Jetzt N 4 kennst 296 kennst du, was dir gut ist, nicht; einst strahlet dir ein höhres Licht. 2. In Finsternissen wankt hienieden des Menschen un⸗ gewisser Schritt; was Got⸗ tes Vorfsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, klärt sich am Ziel von seinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. 3. Dort findest du, von Licht umflossen, auch deiner Erdenthränen Lohn Schau, ihre Saat ist aufgeschossen; sie blüht der nahen Aernte schon. Im Kummer ward sie ausgestreut, bald reift sie für die Ewigkeit. 4. Drum heb empor die trüben Blicke, wann sich in Nacht dein Weg verliert! Dich leitet Gott. O denk zurücke, wie gut er immer dich geführt: wie oft, wann Dunkel um dich lag, das Licht dir selbst aus Nächten brach! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnä⸗ diger, wenn du den Plan, den unsre Thorheit schuf, zerftö⸗ rest, dich, Vater, bet ich kindlich an. Ich hoff auf dich, mit festem Muth; denn was du sendest, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad bestimmt, den ich auf Er⸗ den wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet, ich geh ihn boher Ahnung Pflichten gegen Gott. voll. Einst werd ich in dez Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit sehn. Mel. Fröhlich soll mein Herz arum willst du 386 doch für Mor⸗ gen, banges Herz, dir zum Schmerz immer ängsllich sorgen? Wozu dient deil täglich Grämen? Nur da⸗ zu, dir die Ruh ohne Nolh zu nehmen. 2. Wer, als Gott, gah mir das Leben? Wer, alz er hat bisher Alles mir ge⸗ geben, was, mein Leben u erhalten, nöthig war, im— merdar, laß ich, Gott dich walten. 3. Der das Größre un gegeben, ein Geist, der ihn preist, diesen Leib, dien Leben wird uns auch das Kleinre schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. 4. Was auf meiner Le⸗ bensreise mir noch sehll, was mich quält, weiß er, der Allweise. Sollt' er mei⸗ ner je vergessen? Er, mein Heil, hat mein Theil längs mir zugemessen 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr! Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er dis Grases Blume nicht mil Pracht, seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme. 6. Nur 546 er mie Nothel mich v mir si grauen mich: i gen und gen ꝰ mich. Seele in des deiner an. in Herz dillst du r Mor⸗ ir zum ngsllich t dein ur da⸗ e Noth tt, gab i. als nir e⸗ ben zu „ im⸗ tt dich re und „ der 5„ dies ch das in bin vird er ier Le⸗ sehlt, eiß er, er mei⸗ „mein längst gel in Herr? Thler er des t mit seiner „Nur Vertrauen 6. Nur auf mich sollt' er nicht achten? In der Noth ließ mein Gott hülflos mich verschmachten? Nein mir soll vor nichts mehr grauen. Väterlich führt er mich: ihm will ich vertraun. 7. Nützen will ich Zeit und Kräfte; widmen sie spät und früh nützlichem Geschäfte; immer gehn auf seinen We⸗ gen: wird es mir dann all⸗ hier mangeln je an Segen? 8. Vor der fernen Zu⸗ kunft zagen will ich nicht; es gebricht keinem Tag an Magen. Heute leb' ich; bin ich Morgen nicht vielleicht schon erbleicht? Warum will ich sorgen? 9. Sorge du nur, ich be⸗ fehle glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr, Leib und Skele. Sorge du, dir halt ich stille; ich soll dein ewig sehn; es gescheh dein Wille! Mel. In allen meinen Thaten ö as soll ich 387 Wé ängstlich kla⸗ gen und in der Noth verza⸗ gen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohl⸗ seyn fehle. Genug zum Trost, mein Herz für dich! 2. Was nützt es, ängst⸗ lich sorgen ünd jedem neuen Morgen mit Furcht entge⸗ gen gehn Du, Vater mei⸗ ner Tage, kennst, eß ich auf Gott. 29⁷ dirs noch klage, mein Leid und eilst mir beizustehn. 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir kindlich zu ver⸗ trauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treu⸗ lich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du ver⸗ säumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, siehft Alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sor⸗ gen, die Noth, die oft ver⸗ borgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so klag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater! dir befehle ich jeden Wunsch der Seele; du hörst, du hilfst, du segnest gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Al⸗ les schenken, und stets zum Besten lenken, was mich be⸗ kümmert, quält und kränkt. 8 Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach wei⸗ sem Rath. Ob ich mich auch N 5 be⸗ 98 Pflichten gegen Gott. betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan, kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, den Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der From⸗ men Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring ich dir mit Freuden, nach über⸗ standenen Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. Mel. Was Gott thut, das ist 388 Wo zagst du? Gott regiert die Welt: und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der dieses Weltall hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns schon er⸗ eilet hätten, so kann er doch noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welts und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, ist dennoch ihm wohlwissend. Sein Auge sieht in dein Gemüth Die Bitte, die du thatest, vernahm er eh du batest. 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist der Allweise. Stets dient der Weg, der ihm gefälls zum Heil dir, ihm zum Preise. Er führt gewiß durch Finsterniß, durch jede Nacht der Leiden zun Lichte reiner Freuden. 4. Was zagst du? Goht regiert die Welt und ist all⸗ gegenwärtig. Der Fromme, der an ihn sich hält, ist seinez Heils gewärtig. O glaub el gern! Gott ist nicht fern er, wo auch jeder walle, hält allenthalben Alle. 5. Was zagst du? Gol regiert die Welt; und Gol ist ja die Liebe. Nichts ißß was dem, der ihm gefällh ein Quell des Elendz bliebe. Auf, fasse Muthl Selbst Jesu Blut sagt dit bei jedem Leiden: Goll segnet uns mit Freuden. 6. Was zagst du? Gol regiert die Welt; und Gol ist auch geduldig. Zwar wenn er vors Gericht unz stellt, sind selbst die From⸗ men schuldig. Doch sein Gericht trifft Fromme nichl. Drum sei gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. 7. Nun, Gott! da du die Welt regierst; wie dürst' ich ängfilich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, soll nie mich nieder⸗ schlagen. Ich hoff auf dich. Du lässest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dit will ich vertrauen! werder auf E 4 wünsch ner fr über heilig besser auch 5. thums Auger Unreg igkei zu u Gott Vertrauen auf Gott. In eigner Melodie. 389(a) Owar wird noch man⸗ che Thräne auf Gottes Welt geweint, doch laß den Muth nicht sinken: nein, wirke, Menschenfreund, voll Glau⸗ ben fort auf Erden! Es wird doch besser werden! 2. Nie werden wir hienie⸗ den, von allem Schmerz be⸗ freit, nur über Blumen wan⸗ deln. Vollkommne Seligkeit erwartet nicht auf Erden. Doch besser wird es werden. 3. Wir schaffen selbst uns Leiden durch Unzufrieden⸗ heit, durch Leidenschaft und Thorheit und Ungerechtig⸗ keit. Wenn wir nur weiser werden, wirds besser auch auf Erden. 4. Wenn wir bescheidner wünschen, und uns zufried⸗ ner freun; wenn Pflicht uns über Alles wird theu'r und heilig seyn; wenn wir selbst besser werden; wirds besser auch auf Erden. 5. Wenn nun des Irr⸗ thums Binde von unsern Augen fällt: wenn wir das Unrecht meiden, und dann zum Wohl der Welt verei⸗ nigt wirken werden; wirds besser auch auf Erden. 6 Uns selbst hier zu ver⸗ edeln, und dann mit Thä⸗ tigkeit zum Wohl der Welt zu wirken; dieß ists, was Gott gebeut. Gott, laß 299 uns deinen Willen zu un⸗ serm Heil erfüllen. Mel. Was Gott thut, das ist 389(b) Ein Gott re⸗ giert! Was zagen wir? Ein Gott er⸗ zieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns hier! Was ist des Le⸗ bens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel gehen; wir werdens überstehen! 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoͤffnung überleben, und über Alles was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt vergeht, der Geist besteht O laß den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. Der Geist erkennt des Höchsten Spur, des Vaters Macht und Milde im großen Reiche der Natur, in Wäl⸗ dern, im Gefilde, im klein⸗ sten Wurm, im Winter⸗ sturm, im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herb⸗ stes Segen. 4. Der Gott, durch wel⸗ chen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere keines Wurms vergißt, der unter seinem Himmel, was lebet speist, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. O laß den Höchsten walten. 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen N 6 und 300 und zerstäuben! So drohe Krankheit, Tod und Grab! Des Schöpfers Huld wird bleiben. Er leitet gut, wir haben Muth; es mag uns übel gehn; wir werdens überstehn! 6. Wir zagen nicht: du, Gott regierst, und wenn du Menschenherzen durch Lei⸗ den für das Gute rührst so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so mags uns übel gehen; wir werdens über⸗ stehen! In eigner Melodie. 0 er nur den lie⸗ 390 Wé ben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunder⸗ bar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf einen Fels gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir ma⸗ chen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Trau⸗ rigkeit. 3. Man halte nur ein we⸗ nig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein allweiser Rath es fügt! Gott, der uns ihm hat aus⸗ Pflichten gegen Gott. erwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 6 Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß, i wann Hülfe nüßlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden, geduldig ohne Heuchelei: so kommt er, eh wirs uns versehen, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du bel Gott verlassen seist und der dem Glück im Schooße sißze, den alle Welt für glücklich preist! Die Zukunft ändert oft sehr viel und setzet jeg⸗ lichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber on und reich. Er ist der Herr, der Jedermann leicht hoch erhöhn, leicht stürzen kann! 7. Sing, bet' und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Se⸗ gen, so wird er bei dir werden neu. Denn, welcher seine Zuversicht auf Golt setzt, den verläßt er nicht. Gebet. Mel. O Gott, du frommer Wott 391 ch Gott, verlah mich nicht; reich dü h gat echten weiß, sei. t treu ohne r, eh lässet n deiner 1 von d der sitze, icklich indert ieg⸗ t sehr selner „den m zu aber t der leicht ürzen h auf das trau Se⸗ dir Icher Gott t. Vott rlaß reich du du mir se' bst die Hände, daß ich die Pilgrimschaft des Le⸗ bens wohl vollende! Irr ich im finstern Thal; so sei du selbst mein Licht, mein Stab, mein Hört, mein Schutz! Ach Gott, verlaß mich nicht. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, lehr deinen Weg mich wallen und laß mich nimmer mehr in Sünd und Thorbeit fallen! Gib mir den guten Geist, des Glaubens Zuver⸗ sicht; und wann ich strau⸗ cheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefah⸗ ren, und laß zu rechter Zeit mir Hülfe widerfahren. Ist mein Gemüth in Angst, erzittr' ich in der Noth, o so verlaß mich nicht mit deinem Trost, o Gott! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, gib Wollen und Ver⸗ mögen, in allem meinem Thun begleite mich dein Segen! Die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeihn! Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht; hilf, daß ich dir erge⸗ ben voll vieb' und Hoffnung sei; fest glauben, christlich leben und selig sterben mag, um dich von Angesicht zu Angeficht zu schaun! Ach Golt, verlaß mich nicht! Gebet. Mel. Wer nur den lieben Gott 5 ein Heil, o 392 Deehih, mict zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein kindlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Va⸗ ter nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst; er hört, was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Fle⸗ hen oft und gern. Er lässet, was dir nützt, geschehen, ist dir zu helfen niemals fernz; er thut, so du nur zu ihm flehst, mehr als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erde, bedarf der eines Menschen Flehn? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. 4 Sagt Gott nicht: bit⸗ tet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu seyn, und stößt das ihm bestimmte Glück, feindselig gegen sich zurück. 5. Sein Glück von dir, o Gott, begebren, wie leicht, wie süß ist diese Pflicht! Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet N 7 gibt — 30²2 Pflichten gegen Gott. gibt Muth; Gebet gibt Kraft zur Dämpfung jeder Leidenschaft. 6. Was kann zum Fleiß in guten Werken mir kräfti⸗ ger den Geist erhöhn?ꝰ Was mehr in Leidensstunden stär⸗ ken, als gläubig, Gott, auf dich zu sehn? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so sehr erquicken kann. 7. Gott, laß mich nicht mein Heil verscherzen, gib Lust und Kraft mir zum Gebet! Und wenn aus rei⸗ nem frommen Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht: so höre mich von deinem Thron durch Jesum Chri⸗ stum deinen Sohn. In eigner Melodie. cha komme vor 393 4 dein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Fle⸗ hen nicht; vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und der Huld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht vor dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang! 3. Sei mein Beschützer in Gefahr: ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Ue⸗ bel, das mich schreckt, wann deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir em⸗ psing ich den Verstand; er⸗ halt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deiner Liebe mich zu freun, sie stets vor mei⸗ nen Augen seyn! Laß mei⸗ nes Glaubens mich zu freun, ihn steis durch Liebe thätig seyn. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sei! 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege mei⸗ ner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; bei Wenigem Zufriedenheit; zur Arbeit Muth und Hei⸗ terkeit! 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß: so laß mich mäßig im Genuß, so laß mich mild und gütig seyn, und dürft'ge Brüder gern erfreun! 10 Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüß und dankbar sei, doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh! 11. Erwecke mir flets ei⸗ nen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint; mit reiner aufs Geist Wort dein Der seiner nicht V. zum Bete Gott sich wün Wer mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel; so sei, Herr, meine Zuversicht: ver⸗ laß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nahn: so nimm dich meiner gnädig an, und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! Mel. Wer nur den lieben Gott 394 omm betend oft und mit Ver⸗ gnügen, o Christ, vor Got⸗ tes Angesicht. Nie müsse Trägheit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht! O übe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit treuem Fleiß! 2. Bet oft in Einfalt reiner Seelen: Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Wie kann es dir an Worten fehlen, wenn nur dein Herz dich beten heißt? Der Glaub' an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell vergißt, was Gebet. er ihm schwur, der spottet seines Schöpfers nur. 4. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater ist! Bet oft zu Gott, und fühl im Leiden, wie gött⸗ lich er das Leid versüßt! Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet oft, und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat! Oft irrtest du: er trug Geduld; erkenn und preise seine Huld! 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe das Wunder der Barmberzig⸗ keit deß, der mit seinem iheuren Blute uns von der Sünde Joch befreit: und eigne dir, zu deiner Ruhꝰ und Heiligung sein Opfer zu. 7. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stätte; in keiner minder oder mehr; denk nicht: wenn ich mit Vielen bete, so find ich eh'r bei Gott Gehör. Ist, was du wünschest, recht und gut; so sei gewiß, daß Gott es thut! 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffent⸗ lich Gott anzuflehn, und sei⸗ nen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu er⸗ 30⁴ höhn! Fühl der vereinten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt! 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Men⸗ schen als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glie⸗ der: es sei kein Glied des andern Feind! Solch' Bit⸗ ten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet ofty so wirst du Glauben halten, dich prü⸗ fen und das Böse scheun, an Lieb und Eifer nicht erkalten, und reich an gu⸗ ten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und See⸗ lenruh' sagt Goltt dem frommen Beter zu. „Mel. Was Gott thut, das 395 W'o hohes Vorrecht schenkst du mir, o du, dem Seraphinen mit Ehrfurcht und mit Dankbegier im höhern Leben dienen! Es darf mein Geist, wie schwach er heißt, sich aus dem Staube schwingen, und betend zu dir dringen. 2. Ich darf mit froher Zuversicht vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gottt, verwirfst mich nicht; du zählst mich zu den Deinen. Du zeigest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete, dir bete. und kindlich zu Pflichten gegen Gott. 3. Erstickt die Sinnlich⸗ keit in mir des Herzeng fromme Triebe; so stärkt mich das Gebet zu dir in reiner Tugendliebe. Was sündlich ist, kann ich, als Christ durch deine Kraft bezwingen, und so den Sieg erringen. 4. Gebricht es mir an sanftem Sinn, an Liebe gegen Brüder; so flieh ich betend zu dir hin, und hasse nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freundlichkeit, und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. 5. Betrachte ich im Gebet, mit Schmerz mein fehler⸗ volles Leben; so wird und kann sich nie mein Herz von Stolz gereizt erheben. Ich fleh zu dir, verzeihe mir! und du willst gern verzeihen, und mich mit Trost erfreuen. 6. Wenn Kummer mich zur Erde zieht, und wenn mich Sorgen quälen, wenn mir des Lebens Glück ent⸗ fliebt, und edle Freunde fehlen; so wend ich mich getrost an dich; du lehrst mich mit Entzücken im Elend Heil erblicken. 7. In stillen Stunden denk ich oft: was seid ihr, eitle Freuden? Ach, wie geschwind, wie unverhofft verkehrt ihr euch in Leidenl Und denk ich dieß, so fühlt g9e⸗ gewiß mein Herz sich trieben, nur dich, stets zu lieben. 8. O welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufs⸗ geschäften! Du lohnest dem, der zu dir fleht, mit Weis⸗ heit und mit Kräften. Wer dir vertraut und auf dich baut, den krönest du mit Se⸗ gen auf allen seinen Wegen. 9. Du Geist der Kraft und des Gebets, du Geist der reinften Liebe, erweck und stärke du nur stets zur Andacht meine Triebe! Und kann ich nicht mit Zuversicht zu meinem Vater treten; so lehre du mich beten! ange⸗ Herr, Mel. Wer nur den lieben Gott 396 P ein bester Trost in diesem Le⸗ ben ist ein Gebet zu meinem Gott. Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Ge⸗ duld und Muth in jeder Noth; bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriedenes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wann mein Gewissen mich ver⸗ klagt, wann bei dor Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich, um des Ge⸗ wissens Willen, ein Spott der Lasterhaften seyn: so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott. Er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wann mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wieder flu⸗ chen, der mir aus Unver⸗ stande flucht. Nein, meine Rach' sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. 5. Und wenn ein Kum⸗ mer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in die⸗ sem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht ent⸗ decket, den verwirft er nicht. 6. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlieh: so fleh ich nie umsonst um Kräfte; der Gott der Stärke gibt mir sie. Er gibt, aus väterli⸗ cher Huld, mir Segen, Klugheit und Geduld. 7. Wann, böser Lüste Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht: dann bitt ich Gott: er bilft mir kämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht! und stark durch meines Gottes Kraft, be⸗ sieg ich jede Leidenschaft. 8. Wann ich im Aetzien Kampf 306 Kampf des Lebens bei Nie⸗ mand Hülfe finden kann; so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wenn die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht. Mel. Ermuntre dich, mein 397 Wi sanft, mein Vater, ist die Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll Zuversicht zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weihe! 2 Allwissender! zwar det ich nicht, um dich erst zu belehren; nicht mit dem Wahn, was mir gebricht, das müssest du gewähren; nicht, Wunder von dir zu erflehn; nicht, andern Pflich⸗ ten zu entgehn; nicht träge, dich zum Segen durch Bit⸗ ten zu bewegen. 3. Nein, guter Vater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dank, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu kindlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken. 4. Denn, wann ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir Pflichten gegen Gott. erhebe, dir, Vater, voll Zu⸗ friedenheit mein Schicksal übergebe; dann schöpf ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leiden⸗ schaft, Erquickung in dem Leiden und Hoffnung ew'ger Freuden. 5. Mit keiner Welt ver⸗ tausche ich die wonnevollen Stunden, wo betend dich mein Herz, o dich, mein Vater, hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand tief deine Vaterhuld empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich régierte. 6. Wie wird vor deinem Angesicht der Christen Glau⸗ be wichtig; wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu je⸗ der Tugend tüchtig! Wann böse Lust in mir sich regt, eil ich, von deinem Geist bewegt, mich mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. 7. Dein denk ich, froh von Dank gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfa⸗ de, die du mich geführt, bewunderungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach sanfter Nacht zu neuer Lust mein Aug' erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Luft erquicket. 8. Bin ich am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten; dann blic im Gebet nie ver kannt täglich messen, mir u der alle Allen 3 mein? nen sti V Zu⸗ chicksa pf. ich Mutb eiden⸗ dem w'ger t ver⸗ vollen d. dich mein wof 1dir erhuld mich mich einem Blau⸗ mein zu je⸗ Wann regt, Geist Bebet Kraft froh wann 0 ührt, äge. nach Lust die leuer von hach, dann blick ö blick ich, Gott, zu dir hin⸗ auf, und will im Geiste beten. Noch sterbend, Va⸗ ter, dank ich dir, der du so vieles Gute mir im Le⸗ ben hast erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen! Mel. Wer nur den lieben Gott 398 3² dir, o Gott, das Herz er⸗ heben, zu dir mit frommer Andacht flehn, um uns zum Guten zu beleben, und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht, und stärket meine Zuversicht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mich, be⸗ kannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank er⸗ messen, welch Heil von dir, mir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und Allen gern das Gute gibt. 3. Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, dir mei⸗ nen stillen Wunsch vertrau; wenn ich in meinem Kummer bete, und auf zu dir nach Hülfe schau; dann sei mein Geist von Heuchelei und ganz von Eigendünkel frei! L. Nie müss' ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt: nie bilten, das mir zu gewäh⸗ ren, was Andern ihre Wohl⸗ fahrt raubt! Denn du er⸗ hörest kein Gebet, das zu des Andern Schaden fleht. —. 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erde; so sei auch dies mein herzlich Flehn, daß ihr Besitz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu er⸗ höhn, daß ich von Geiz und Habsucht fern, mit Weis· heit sie gebrauchen lern. 6. Wünsch ich bei kummer⸗ vollen Leiden von ihrer Last mich frei zu sehn, und sehn' ich mich nach Lebensfreuden; so laß mich doch um das nur flehn, was deine Weisheit, Goit, beschließt, und was mir gut und nützlich ist! 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd ich mich trostlos sehn; du, Herr und Vater von uns Allen, erhörst gewiß mein kindlich Flehn: gibst mir im Glück Zufrieden⸗ heit, in Trübsal Ruh' und Heiterkeit. Mel. Es ist das Heil uns 0 olt, deine Güte 399 G reicht so weit so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barm⸗ herzigkeit, und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels uns Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich, will vor dir beten! 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade 30⁸ Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Ver⸗ stand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des gu⸗ ten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe! 4. So bitt' ich dich mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke, Demuth, Muth in Noth, das wolltest du mir geben! In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! In eigner Melodie. 400 icht um Reich⸗ Uthum, nicht um Ehre bitt ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn ich Weltbesitzer wäre: ohne dich, wie arm wär' ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann! 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich in Schmerz meinen Vater froh zu nennen: dies erflehet sich mein Herz! BPflichten gegen Gott. Dankgefühl bei deinen Gu ben, Lust am Guten, Freud in dir, und Gewissensruh zu baben; dies Allgüt'ger wünsch ich mir! 3. Kraft und Mulh und Herjensfreude, mei⸗ nem Nächsten wohlzuthun; Trost und Stärke, wannl ich leide, sanft und still iw dir zu ruhn; Muth, die Laster zu bekämpfen; ihre Reize zu verschmähen, jede Leidenschaft zu dämpfen; dies, Herr, ist mein kind⸗ lich Flehn. 4. Nur auf deinen Willen sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheun, fest in dei⸗ ner Liebe stehen, und dir, Vater, ähnlich seyn: diesen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein? Ja, um deiner Liebe Willen wirst du, was ich bat, verleihn. Das Gebet des Herrn. Mel. Erschienen ist der herrlich L. (a) u, deß sich 401 Daue Him⸗ mel freun, auch unsre Seele freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß du Gott, unser Va⸗ ter bist, in Ewigkeit. 2. Weit, über unser Den⸗ ken weit, geht deines Na⸗ mens Herrlichkeit. Ihn heilige, von Lieb ent⸗ brennt, wer deinen 9197 8⸗ en Gu Freud ensruh güt'gen Mußh mei⸗ uthun; wann still iw „ die ihre „ jede npfen: kind⸗ Willen sonsl in dei⸗ d. dir, diesen , wer 2 Ja, wirft leihn. Errn. lich L. 5 sich Him⸗ unsre Gebe. Namen nennt, Unend⸗ licher 3. Verbreite deines Rei⸗ ches Ruhm durch Jesu Evangelium! Mach unser Herz ihm unterthan; so beten wir dich freudig an, Allgütiger. 4. Der du in deiner Wahl nie irrst, und wohlzuthun nie müde wirst, dein Wil⸗ le, Weisester, gescheh' auf Erden so wie in der Höh, mit Freudigkeit! 5. Sei mit uns in des Lebens Noth, und gib uns unser täglich Brod; in dieser Erde Freud und Schmerz sei still in dir und froh das Herz und voll Vertraun! 6. Vergib, vergib uns unsre Schuldz trag un⸗ sre Schwachheit mit Ge— duld; wir wollen auch von Rachsucht rein, des Näch⸗ sten Fehler gern verzeihn. Wir wollens, Herr! 7. Zu hart sei die Ver⸗ suchung nicht; Herr, stärk uns, wann uns Kraft ge⸗ bricht; steh uns zum Siege mächtig bei; mach uns im Guten fest und treu. Er⸗ barmender! 8. Erlös, unser Gott, erlös' uns nach deinem Rath aus aller Noth! Nimm nach vollbrachtem Prüfungs⸗ lauf uns zu dem bessern Le⸗ ben auf! Allliebender! 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm. Dein ist die Macht, die Herr⸗ lichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit Hallelujah! In eigner Melodie. (b) ater, den 401 V uns Jesus offenbaret, den der Geist mit hoher Andacht nennt; Vater, den kein Himmel von der Erde, keine Macht von seinen Kindern trennt! 2. Hochgelobet sei dein großer Name, angebetet deine Herrlichkeit! Hei⸗ lig ehre dich der Mensch im Staube, von der Wiege bis zur Ewigkeit. 3. Dein Reich komme! Jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Christus baute, das die Menschen für den Himmel zieht! 4. Es gescheh' dein Wille hier auf Erden, wie in jenem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Men⸗ schen deinen Engeln gleich! 5. Gib uns, ewigtreuer Menschenvater, gib uns, was wir brauchen in der Noth! Ach wir bitten nicht um Gold und Schä⸗ tze: gib uns, Herr, Zu⸗ friedenheit und Brod! 6. Wann 310 6. Wann wir auf dem Pfad der Tugend straucheln, so vergib uns Schul d und Missethat; so wie auch wir gern vergeben wollen, wann 3 Nächster uns gekränket at. 7. Schütze uns in der Versuchungsstunde, wo die Tugend mit dem Laster ringt; laß uns auf die Himmelskrone blicken, wann die Erde unser Herz umschlingt! 8. So erlöse uns von al⸗ lem Uebel, das den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Reue werden dann verschwinden, und wir siegen über Welt und Tod. 9. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stärke! Ewig währet dei⸗ ne Herrlichkeit! Alle Himmel rühmen deine Eb⸗ re, und dein Tempel ist die Ewigkeit. Fürbitte für den Regen⸗ ten und die Obrigkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christen (a) Vs freu der 402 E Fürst des Landes sich, Gott, deiner allezeit! Sein Auge sehe stets auf dich; sein Herz sei dir geweiht! 2. Begnadigt Herr, mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk er stets Pflichten gegen Gott. der Rechenschaft, die er! geben soll. 3. Sehr groß und schy ist seine Pflicht, und er/ Mensch, wie wir, wie s braucht er vor andern Y und Rath und Kraft von 4. Verleih ihm d Wenn er begehrt, dir ah lich, Gott, zu seyn, so i ihm, in dein Bild verklan sein Volk, wie du, erfrenn 5. Er fördre willig di nen Ruhm: er denke gin daran: das Land sei, Hen dein Eigenthum, und dein Unterthan! 6. Der über Chrisih Gott von dir zum Hem verordnet ist, sei dein Kirche Schutz und Zier, edler Mensch und Christl 7. Er zeig in seinn Thaten sich als deinen tten sten Sohn! Den Laften sei er fürchterlich, der d gend Schutz und Lohn! 8. Der Unterthanen Nh sei sein edelster Gewinn, un kein gerechter Seufzer sehn um Rache wider ihn. 9. Um seinen Thron s immerdar Recht und G rechtigkeit, und dann be schütz ihn in Gefahr, wam ihm und uns sie dräut! 10. Sein eignes Beispil wirke mehr, als jeve Stras thut, und es verbreite un ihn her zu jeder Tugen Muth! 11. Vi die er! nd schm id er/ wie dern von d m das dir äh „ so hi verklan erfreun illig di nke gin ei, Hen und Chrin n Hem i deinn Zier, i Christl seini⸗ ien tren Lasten der I hn! en Lich inn, un er schun hron ft nd G/ nn be „ wann äut! Beispil Siraft eite un Tugenh 1. Viy Mel. 11. Verdienste beb' er gern empor; er folge weisem Rath und öffne freundlich Herz und Ohr, wann ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmtest du das Ziel, das er errei⸗ chen soll; Herr mache sei⸗ ner Tage viel und jeden segensvoll! 13. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht! Erhör uns, Gott: dann jauchzen wir und preisen deine Macht. Sei Lob und Ehr' dem (b) Vrhalt uns, 402 E Herr, die Obrigkeit! Du gabst sie uns, auf Erden mit Wohl⸗ stand und mit Sicherheit durch sie beglückt zu werden! Verleih ihr Weisheit, Trieb und Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen! 2. Gib, daß sie, deinem Vorbild gleich, uns väterlich regiere, zu uns den Segen und dein Reich durch gute Anstalt führe, der Unschuld Schirm und Wächter sei, Verdienst und Redlichkeit erfreu, dem Unrecht kräftig steure! 3, Laß uns von ihrem Schlltz bewacht, des Frie⸗ dens Glück genießen; laß ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen! Hilf, daß wir in Gottseligkeit dir dienen, und schon in der Zeit die Frucht der Tugend ärnten! 4. Beschirme sie durch dei⸗ nen Schutz, daß, die ihr Uebels gönnen, mit aller List, Gewalt und Trotz ihr niemals schaden können! Nie fehle jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein segnendes Gedeihen! 5. Gib denen Eifer, Fleiß und Treu', die du ihr un⸗ tergeben, daß jeder freudig thätig sei, nach seiner Pflicht zu leben! Erleichtre ihres Amtes Müh'; mit deinem Segen kröne sie, und sei ihr Lohn auf ewig. 6. Laß sie mit uns beflis⸗ sen seyn, in deiner Furcht zu leben, uns deiner Ober⸗ herrschaft freun, mit ihr dein Lob erheben; daß so vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht, Regent und Volk sich beuge! Allgemeine Fürbitte. Mel. Wo Gott zum Haus 403 Frr alle Menschen beten wir, o Höchster, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib jedem, was ihm heilsam ist! 2. Dir tönet unser Lob⸗ gesang; wir bringen Ebre dir und Dank, daß du sie Alle, 31²2 Alle, Alle liebst, und lie⸗ bend Allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns; dies preisen wir, und beten herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf. 4. Nimm Aller väterlich dich an, und leite sie auf ebner Bahn; es sei zu dei⸗ nem Preis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Gluͤck; und wer von dir sich führen läßt, der werd' im Guten treu und fest! 6. Entreiß der Laster Ty⸗ rannei die Sünder; mache, Gott, sie frei, daß sie der Tugend Pfade gehn, und freudig einst dein Antlitz sehn! 7. Gib allen Menschen frohen Muth; bewahr ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeihn, verdiente Achtung sie er⸗ freun! 8. In ihrer Noth verlaß sie nie: und sind sie traurig, tröste sie! Gib ihnen hier Zufriedenheit, und dort der Frommen Seligkeit. 9. Wir Alle einst den Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich, und ewig, ewig danken wir, dir, un⸗ ser Aller Vater dir. Pflichten gegen Gott. Dankbarkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christn. bists, du e 404 Deh Ruhm gebührt; und das Herr, bring ich dir. Mih Schicksal hast du stets regih und stets warst du mit mi 2. Wann Angst und No sich mir genabt; so hon Geit mein Flehn, und 10 durch seinen gnäd'gen Rus 8 mich nicht darin vergehn 3. Wann ich in Schma⸗ V und Krankheit sank, rief: Herr, rette mich! half mir Gott. Mit wi⸗ chem Dank, mein Gal erheb ich dich? 4. Betrübte mich d Feindes Haß: so klagt 6 Gott den Schmerz. Er hul mir, daß ich ihn vergaf und gab Geduld ins Hen 5. Wenn ich den richt'gn Pfad verlor und mich ber schuldet sah, rief ich zu din mein Gott, empor, uuh Hülfe war mir nah. 6. Oft, wann nach Traf die Seele rang, Gott sih von mir gewandt, rief i voll Sehnsucht: Herr, ui lang! Und mich hielt sein Hand. 7. Er half; noch hilft n stets, der Herr, denn er i fromm und gut. Aus dn Versuchung rettet er, un gibt zur Tugend Muth. 8. Hen Trauri überge zer Pri Glück 13. deinen gethan sein ewig Mel. 40 durch den; Heer entsta du wenn da. 1. Christez sto, ded hr' un ind dal . Mih s regith mit mi⸗ und Noh so hoͤn und li jen Rah rgehn Schman nk, u nich! Nit wil 1 Goll ich di lagt' 6 Er hal vergah ns Hen richtn nich ver zu diz r/ ch Trof zott sih rief i rr, w elt sein hilft= in er il lus dat r, um uth. 8. Hen 8. Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du mich geübt, wie für die Freuden, welche mir dein milder Segen gibi! 9. Dir dank ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. 10. Ich danke dir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Bolk des Herrn! Die Erd' ist voll von seinem Ruͤhm; er hilst und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vor⸗ üÜbergehn, will uns, nach kur⸗ zer Prüfungszeit, zu ew'gem Glück erhöhn. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott; was er an dir gethan! Verehr und halte sein Gebot und bet ihn ewig an. Mel. Nun danket alle Gott urch dich, o 405 D großer Gott, durch dich bin ich vorhan⸗ den; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du Dankbarkeit. mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Goti der Kraft; dich preisen Erdꝰ und Meere, und Himmel pre⸗ digen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dan⸗ kend an! Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du errettest gern. 3., Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde! Im Himmel don⸗ nerst du, und Schrecken füllt das Land: doch fürcht' ich nichts; denn du deckst mich mit deiner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebrei⸗ tet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet: so sprech' ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst, und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst! 5. Voll Güte läß't du uns auf grünen Auen wei⸗ den, nährst uns mit Speis' und Trank, und füllst das Herz mit Freuden. Du dach⸗ test mein, eh mich die Mut⸗ ter noch gebahr, ja sahst mich, eh der Grund der Welt geleget war. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage Zahl war in dein Buch ge⸗ O schrie⸗ ———— 314 schrieben. Du bist der From⸗ men Schutz, du bist der Müden Ruh, ein Gott der gern verzeiht. Wie gnä⸗ dig, Gott, bist du! 7. Wem sollt' ich sonst vertrauen, als dir, du Gott der Götter? Wen ehren so, wie dich, mein Schutz und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg: ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried' und Leben! wie könnt' ich einem Gott der Liebe wi⸗ derstreben? Der Laster⸗ hafte mag in stolzem Glücke blühn; mich soll er dennoch nicht in seine Netze ziehn. 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sün⸗ de fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Ge⸗ richt einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüst't, beden⸗ ken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt' ich nach Ehr' und Ruhm mit Sünd und Unrecht trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag mich die Welt ver⸗ achten! Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih; gib, daß mein Wandel stets dir wohlge⸗ fällig sei! Pflichten gegen Gott. Mel. Alle Menschen müssen ih 406 Fret niederl let nieder A. tet Gottes Hoheit an! W u schen, Christen, Freanh Brüder, viel hat er anmn gethan! Seht, wir schöhl was wir haben, aus Strome seiner Gaben, ja Gut, das uns entzückt, j6 Vorzug der uns schmückl 2. Keiner rühme sen Stärke, seiner Kunst Weisheit sich! jeder rih ziehn. deine Werke, Vater, j 4. rühme dich, voll von mi, den h Demuth preise dich dir: Starke, dich der Will gibst d Ihre Kraft und Ihr M in mei stand sind Geschenke Y oft trä ö 15. ner Hand. ö 3. Dich, mein Vater, M ich loben, demuths voll 0 ertahr. in den Tod. Ewig sei i schen mir erhoben über Alles, und B mein(zott! Angebetet 0 Uebeln du werden, weil im din du sie mel und auf Erden kin ihnen dir an Größe gleicht, E währst ner je dich ganz erreichth.. führest Mel. Sollt ich meinen Goh gedent 407* hast du u. Guten 7 gegeben, A Gescht Gott bin ich durch dih Wohlf du nur, du beglücktest mih ich im Glieder, Kräfte, Sing. 7. Leben, Triebe, Freihl Gemi und Verfland gab mi Wohl deine Schöpferhand. täglid 2, Eh ich noch dich Van deine nanny nüssensh eder s nannte, eh ich reif zum Da⸗ seyn war, eh ich Schmerzen derH. und Gefahr, eh ich Glück n M Frean r an u schöhft aus du den/ jcN. ickt, 110. hmücktl ne sehh unst er rihj er, jah don nih dich Wit yhr Y nke d iter, 6 voll h sei v Alles, etet solh m Hin n keinn cht, H eichtl en Gott du mi n, Alli ch dic ost mich Sinmj. Freihil bmi h Valn nannh⸗ und Freude kannte, sorgtest du schon väterlich für mein Daseyn und für mich. 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsieht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, segnetest du mein Bemühn, mich Verführern zu ent⸗ ziehn. 4. Ag meine Lebensfreu⸗ den hab ich, Vater, nur von dir: Glück und Wohlfahrt gibst du mir: frohen Muth in meinen Leiden: und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 5. Täglich kann ich es erfahren, wie du deine Men⸗ schen liebst, ihnen Schutz und Beistand gibst, sie vor Uebeln zu bewahren, wie du sie versorgst und nährst, N ihnen manchen Wunsch ge⸗ währst. 0. Wie du stets mich weise führest, väterlich an mich gedenkst, Uebel auch zum Guten lenkst, wie du mein Geschick regierest, meine Wohlfahrt zu erhöhn, lern ich immer mehr verstehn. 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl ich jeder Wohlthat Werth, die mir täglich widerfährt, preise deine weise Güte, und er⸗ Dankbarkeit. reit 5315 fleh auch künftig mir Segen, Trost und Heil von dir. In eigner Melodie. allelujah! Brin⸗ 408 get Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchöre; jauchzt, Beseligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erden⸗ söhne, singet eure Jubel⸗ töne; er, der Herr, be⸗ glückt uns gern. 2. Sollten wir dem Herrn nicht fingen, ihm nicht Freu⸗ denopfer bringen? Er er⸗ schafft und er erhält! Tief im Staub verehrt ihn, Kin⸗ der; Kinder heißt er uns, uns Sünder; er ist Vater seiner Welt. 3. Zwar sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief ge⸗ beugt vor ihrem Herrn; wenn gleich unsre Lieder schweigen; seht die Millio⸗ nen Zeugen laut verkünden sie den Herrn! 4. Aber unsre Seelen he⸗ ben sich zum Glück der Engel, leben schon des Himmels Le⸗ ben bier. Welche göttlich⸗ hohe Freuden, welchen Trost für alle Leiden, welche Ruhe fühlen wir: 5. Wenn der Geist zu ihm sich waget, ein Gedank dem andern saget: er ist Vater seiner Welt; still entzückend dem Gemüthe dann die Fülle seiner Güte O 2 sich 316 Pflichten gegen Gott. sich zum großen Zeugen stellt! 6 Naht euch zu ihm, seine Kinder! Zittert nicht, seid ihr gleich Sünder, Sün⸗ der ihr: die Lieb' ist er! Denkt den göttlichen Ge⸗ danken, fühlt die Wonne, ihm zu danken: groß und gnädig ist der Herr! 7. Hallelujah! Bringet Ehre, Preis und Ruhm, ihr, Jubelchöre, jauchzt, Beseligte des Herrn! Brin⸗ get Ruhm, ihr Erdensöhne, singet eure Jubeltöne; er, der Herr beglückt uns gern. In eigner Melodie, 409 un danket Alle Gott mit Her⸗ zen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden, der uns so väterlich von unsrer Kind⸗ heit an bis diesen Augenblick unzählig Guts gethan! 2. Der ewigreiche Gott woll' uns so lang wir leben, ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort! 3. Lob. Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heil'gen Geist! Er, der vom Him⸗ melsthrone voll Liebe auf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß terstützt, er, der allein n Freude, zum Glück der beßren 3 und gut. Lob sei iym ihn merdar! In in 20 ö seine Mel Lobt Gott, ihr Cbrsß wehr in 410 A Chrißh ů bringet Pu Mel. Jei und Ehr dem Herrscher Welt, dem Mächtigen, 411 Erd' und Meer und Himmel hält! ODank! 2. Froblockt mit jubel deiner chem Schall Gott, unsi sei dein höchsten Gut, der gu gor ihm Wunder überall, auch mich, 1 uns Menschen, thut! seh und 3. Von unsrer zas was ich Kindheit an hat er uns 2. Je helfen kann, und gern i genblick hilft und schützt. Een, di 4. Aus seiner Fülle. Segen men wir noch immer, i seln ni uns nährt, und unsern e Quellen len auch schon hier Zus Sande! denheit gewährt. Sonne 5. Er streut auf diel Nacht k Lebens Pfad viel Frein 3. J um uns her. Die Ral gewinn womit sein weiser M Herr, uns prüft, erleichtert er. nicht d 6. Er fordert uns mir un Dugend auf, die hin zu Inis, Glück uns führt; er ih Gabe, der unsern Lebenslauf ii habe, u weiser Hand regiert. nuß 7. Er bleibt uns treh, heberf sein Wort steht fest. A 4. hier sich zu ihm bält, komm flossen wenn er diese Welt verlal brach, von Y. Ungen 8. Singt, Christen, 0 i ihm Ir Cbrih Christ iget P scherg igen, und t jubelh „ unsh er gu auch zut! r zan uns ½ llein y gern u Jülle n er, h isern r Zusti uf dies Freud. e Noh r+r M rt er. uns hin zu er ist auf n 8 treh 1. Wi komm verlaͤs n Well , sinh ihr ihm Preis und Dank für seine Gütigkeit! Einst wird sie eüer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. Mel. Jeius, meines Lebens Leben. (a) Galte dich mit 411 H hoher Liebe an dem Herrn, und opfre Dank! Weih ihm jeden deiner Triebe! Seele, Gott, sei dein Gesang! Selig einst vor ihm zu werden schuf er mich, und schon auf Erden seh und fühl' ichs wonnevoll, was ich künftig werden soll. 2. Jeder Tag gebiert mir sreude, Freude jeder Au⸗ genblick; selbst die Schmer⸗ zen, die ich leide, werden Segen mir und Glück. Rie⸗ seln nicht im Pilgerlande Quellen auch im dürrsten Sande? Immer strahlt die Sonne nicht, aber auch die Nacht hat Licht. 3. Jedes Glück, das ich gewinne, wer gewährt mirs, Herr, als du? Strömen nicht durch alle Sinne Lust mir und Vergnügen zu? Isis, o Gott, nicht deine Gabe, daß ich diese Sinne habe, und zum täglichen Ge⸗ nuß Nothdurft und oft Ueberfluß! 4. O wie viele frobe Tage flossen, weil mir nichts ge⸗ brach, ruhig hin, und frei von Plage, frei von jedem Ungemach! Hat auch einer Dankbarkeit. Müh' und Sorgen; sie ent⸗ flohn und jeden Morgen, wenn ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. 5. Ja, ich hab aus deiner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag, Speis) und Trank und Dach und Hülle, Schutz und Hülfe jeden Tag. Immer kam und kommt dein Segen unerwartet mir ent⸗ gegen, und, wo mir ein Uebel drobt, Rettung oder Trost in Noth. 6. Ruh' und Sicherheit im Lande, Ordnung und Gesetz und Recht, diese star⸗ ken, festen Bande fur das menschliche Geschlecht, und des Umgangs süße Freuden und der Freundschaft Trost im Leiden, Rath und Bei⸗ stand hab auch ich; Gott, wie preis' ich würdig dich! 7. Dies gewährst du die⸗ sem Leben, dieser kurzen Uebungszeit O was wirst du, Herr, mir geben einst in jener Ewigkeit! Ewig selig dort zu werden, schusst du mich; und schon auf Erden seh' ich's, fühl ich's wonnevoll, was ich künftig werden soll. Mel. Nun danket alle Gott 411(b) D du von + Jugend auf mit Huld und Vater⸗ güte für mich, mein Gott, gesorgt, mit dankendem Ge⸗ O 3* müthe 318 müthe denk ich volt Rührung du mich, guter Gott, nach, was du an mir gethan/ wie wenig ich verdient, wie schwach ich danken kann. 2. An treuer Aeltern Hand enlfloh die erste Ju⸗ gend; sie zeigten sorgsam mir den Weg zur mhren Tugend. Wenn ihre Stim⸗ me schwieg, sprach guter Lehrer Mund/ und machte redlich mir der Weisheit Schätze kund. 3. Wie weit wär ich viel⸗ leicht vom Tugendpfad ent⸗ fernet, hätt' ich durch ihren Rath nicht die Gefahr geler⸗ net, zu der das Laster führt! Leicht werden wir sein Raub; uns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! 4. Wie Manchem ward das Glück, das du mir gabst, entzogen; wie Man⸗ cher von der Lust der Sinn⸗ lichkeit betrogen, weil un⸗ gewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mied, die unter Blumen lauscht, verletzt, eh' man sie sieht! 5. Was gut und edel ist, was dir gefällt, was nützet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschüßet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ebrt, hast von Kindheit an gelehrt. 6. Die ächte Frömmig⸗ keit, die nicht in Mienen heuchelt, die aus dem Herzen Pflichten gegen Gott. quillt, mit falschem Lrh nicht schmeichelt, die Jesu „Geist und Sinn nachahmt und in sich nährt, haft du von Jugend auf mich, gu⸗ ter Gott, gelehrt. 7. Wie dank ich würdig dir? Durch Thaten will ich f danken. Und wollte ja mein Fuß vom Tugendwege wan⸗ ken; o dann erinnre du mit deiner Gotteskraft, durch mein Gewissen, mich der schweren Rechenschaft. Lob Gotres Mel. Mein Gott, das Herz 6 llen Hi 412 PW ereh Herr, ein froher Lobgesang. Zu dir, Anbetungswürdiger, sieig' auch der Menschen Dank! 2. Du brauchst zwar un⸗ sers Preises nicht, wirs duͤrch ihn größer nie; doch bleibet stels dein Lob uns Pflicht: und, Gott, wie schön ist die! 3. Dich preisen, ist un Seligkeit: dir danken, hoht Lust; schon hier fühlt, wer sich deiner freut, den Him mel in der Brust. 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Na⸗ tur, erreicht kein ferohig Lied. 5. Doh pfung dichld Die phim, ihm: Heilig lig ist gewal alle H Macht Sie, derba Boter Jesu ewig deine preist und der 5 su C Tros Jesu ahmt ist du gu⸗ ürdig l ich mein wan⸗ mitt durch der 8 K. Herz Him⸗ t dir, sang. iger, ischen un⸗ wirst doch uns wie uns hohe wer Him⸗ + 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Anvacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabner, schwingt. 6. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde seyn, stets unser Herz voll Dankbarkeit sich deiner Gü⸗ le freun. In eigner Melodie. aa) Gerr Gotit, 413 0 Hie Loben wir! Herr Gott, wir dan⸗ ken dir!“ Der Höchste ist von Ewigkeit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit! Die ganze weite Schö⸗ pfung preis't, Gott Vater, dich! dich Sohn! dich Geist! Die Cherubim, die Sera⸗ phim, die Himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Hei⸗ lig ist unser Gott, der all⸗ gewalt'ge Gott! Weit, über alle Himmel weit, geht deine Macht und Oerrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wun⸗ derbar bekehrten, deiner Boten Schaar, der Jesu Märtyrer, sie preisen ewig dich, o Herr! Auch deine ganze Christenheit preist dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich Je⸗ su Christ, des Vaters Sohn, Lob Gottes. Lehre. und dich, o Geist, deß Wun⸗ derkraft in Sündern neues Leben schafft! Du Hoherpriester! du Prophet, du König, deß Reich nie vergeht! Du wardst ein Mensch, doch sün⸗ denrein, um uns von Sün⸗ den zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns ge⸗ bracht. Zur Rechten Gottes sitzest du; mit Macht und Güte herrschest du. O der für uns geblutet hat, erwürgt für unsre Misse⸗ that, im Grabe lässest du uns nicht; du kommst, du kommst, und hältst Gericht. Einst sei im Himmel ew'ges Heil, mit allen From⸗ men unser Theil, hilf dei⸗ nem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit' uns durch unsre Prü⸗ fungszeit den Weg zur fro⸗ hen Ewigkeit. Die Erd' ist auch dein Heiligthum, auch sie erfülle stets dein Ruhm! In dieser unsrer Pilgerschaft ist, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Licht; wer ihm ge⸗ horcht, der sündigt nicht; und wer noch fällt und es bereut, der findet da Barm⸗ herzigkeit. Die Erd“ er⸗ füll', Herr, stets dein Ruhm, so wie des Himmels Hei⸗ ligthum! Amen! O 4 5 In voriger Melodie. 413(b) Hoi Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir dan⸗ ken dir! Dein Segen strömt durch deine Welt; du bist es, der auch uns erhält! Drum steig im hohen Jubelton, auch unser Lied zu deinem Thron! Unendlicher, wer ift, wie du? Uns rufen alle Himmel zu: Der uns erschuf ist groß, an Macht und Weisheit groß, an Huld und Liebe groß, ist un ermeß⸗ lich groß! Wie groß war deine Herr⸗ lichkeit schon vor dem Anbe⸗ ginn der Zeit! Doch wolltest 9 du, und es geschah: zahllose Welten standen da, und jede trat vie weite Bahn, auf deinen Wink, mit Freuden an. Nie hob ihr Gleichge— wicht fich auf, noch immer lenkst du ihren Lauf, und froh ist jeder, der es denkt: du bists, der auch die Erde lenkt. Wie weise, groß und herrlich ist, Allherrscher, was dein Rath beschließt! Die Kronen sind in dei⸗ ner Hand; den Weisen gibst du den Verstand, den Hel⸗ den ihren Heldenmuth; und Alles, was du thust, ist gut. Durch dich erringt dein Volk den Sieg; durch dich ent⸗ fleucht der wilde Krieg und Frieve führt uns Ruüh und Glück, die Ordnung und das Pflichten gegen Gott. 4 Recht zurück. Das Feld he Herrlich lohnt vurch dein Geheiß des seinen treuen Landmanns regen und 3 Fleiß; es blühet Kunst und Werde! Wissenschaft, und Alles Reiz u Herr, durch deine Kraft. zum Y In unserm Staube slehen die Hir wir voll froher Zuversicht u. Wie er dir, zu dir, der uns im Him. gonnen mel hört, und liebreich unse und er Freuden mehrt. Kein We⸗ Heer v sen ist vor dir zu klein; du 3. E willst sein milder Vater sehn. bes Zel Von deines hohen Na⸗ diese W mens Ruhm erschall' auch gebreite jetzt dein Heiligthum! Win Lustgefi wohl hast du an uns gethan! bevoll Nimm unsers Dankes Opfer an, und öffne deine Vater⸗ hand auch ferner noch für un⸗ der fro ser Land! Laß jeden Stand mich vu gesegnet seyn, und fromm 4. sich deines Segens freun Für Dann tönt einst lauter noch. Gebirg als hier Gott, unser Dant halten F 5* hinauf zu dir! Amen! sich da Mel. Mein ganzer Geist, Gort der 7 414 E Frtöne, feierner. auf se Gesang, An, Quelle betung Gott und Ruhm und den, Dank vor seinen Thron zu den bringen! Er hört der Men⸗ im 3 schen Loblied gern, obgleich 5. die Engel ihm, dem Herrn, geichn in höhren Pfalmen singen. Weige Barum hat er mit den Hee⸗ die O ren, die ihn ehren, zu den en. Stufen seines Throns auch scön * 44—„(hön Wie groß ist Gotls Auge Herr⸗ d„ 6 des regen uUund Alles t. flehen ht zu Him⸗ unsro We⸗ 3 bu seyn. Na⸗ auch Wie han! Ppfer ater⸗ r un⸗ tand omm enn! noch, Dank Gont nder An⸗ und zu Len⸗ leich rrn, jen. hee⸗ den luch 1es rr⸗ Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreis: Werde! Da standen sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er's ausrief, da be⸗ gonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Er hat der Sonne ho⸗ bes Zelt, die Himmel, über diese Welt für mich auch aus⸗ gebreitet: hat seiner Erde Lustgefild für mich auch lie⸗ bevoll und mild bepflanzet und beretet. Lachen mir nicht alle Wälder, alle Fel⸗ der froh entgegen, reich für mich von seinem Segen? 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf seinen grünen Triften? Quelle riesein, Winde weh⸗ hen, Flüss' und Seen wer⸗ den Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 5. Noch strahlt mir un⸗ geschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmük⸗ ken. Noch strömt ihr Freu⸗ denquell fuͤr mich j noch lst sie schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine Güte wird die Werke seiner Stärke stets erhalten! schüz⸗ zend über mich auch walten. 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und Macht, die mich so höch erhoben! O strömt aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfin⸗ dungen der Lust, den Gü. tigen zu loben! Schöpfer! Vater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! In eigner Melodie. 415 obet den Herren, x den mächtigen König der Ehren! Laßt uns den Weltenherrscher in Demuth verehren! Tre⸗ tet heran; stimmet ein Freu⸗ denlied an, des Höchsten Lob zu vermehren! 2. Lobet den Herrn, der Alles aufs Beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte, bis hierher geführet, der uns erhält in der ge⸗ fährlichen Welt, daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herrn, der unserer Seelen gedenket, geiftlichen Segen in himm⸗ lischen Gütern uns schenket, der das Gemüth tröstet und himmelwärts zieht, wann zeitlich' Trübsal es kränket! 4. Lobet den Herrn, der große Barmherzigkeit übet, der, wann wir Menschen O 5 mit mit Sünden ihn häufig be⸗ trübet, noch mit Geduld göttlicher Gnade und Huld uns trägt und Sünden ver⸗ giebet! 5. Lobet den Herrn, der Nahrung dem Leibe besche⸗ ret, der uns Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott das Leid in Freude verkehret! 6. Lobet den Herrn, der unser Thun sichtbar geseg⸗ net! Ströme des Guten hat auf uns sein Wohlthun ge⸗ regnet. Denket daran, was der Allmächtige kann, wie er uns huldreich begegnet! 7. Lobet den Herrn, der, wenn wir als Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht lässet vergehn und ver⸗ derben, und Nach dem Tod uns liebt und segnet als Gott, ewige Freuden läßt erben! 8. Lobet den Herrn und seinen hochheiligen Namen! Lobt ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Nahe und ferne frohlocket Alle dem Herrn; lobt ihn, in Ewigkeit! Amen! Mel. Allein Gott in der Höh' 416 L.I. Ebr' und Preis dem höch⸗ sten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der so viel Wunder thut, dem Golt, der Pflichten gegen Gott. 1 mein Gewüthe mit seinen reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammit stillt. Gebt unserm Golt die Ehre! 2. Es danket dir des Hin⸗ mels Heer, Beherrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, die allk preisen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre 3. Was unser Gott ge⸗ schaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In E ganzen Königreich ist Alles recht, ist Alles gleich. Geht unserm Gott die Ehre. 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Ach Golt, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer; da ließ Gott mir Heil und Trof erscheinen. Drum dank ich, Gott, drum dank ich dir! Ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5 Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Volk geschieden: er, er ist seine Zuversicht, sein Segen, Heil und Frieden. Mit sei⸗ ner Allmacht leitet er, der Herr, durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ebre! 6. Wenn Menschenkraft ö nicht durchs Feuer und der All unserm sein st unserr sein und 9 zahlet und le seinen „dem immet Golt Hint⸗ r allet die in d auf e alle „ die racht. Ehre tt ge⸗ ‚ ill er will seiner einem lles Gebt in in Gott, Da ließ Trost k ich, dir! Gott serm. und inem r ist gen, sei⸗ der und serm rast nicht nicht helfen kann, kein Ret⸗ ter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an; der Allerbarmer neiget zu unserm Angfigebet sein Ohr; sein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich sreudig ehren; einst sollen meinen Lobgesang auch dei⸗ ne Himmel hören! Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue sich! Gedt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Golt die Ehre! Ihr, die ihr Gostes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünde Götzen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Kommt, kommet vor sein Angesicht, ihm Dank und Preis zu bringen! Be⸗ zahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Der Herr bat Alles wohl bedacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! In eigner Melodie 417 Prun und Anbe⸗ tung sei unserm Gotte! Denn er ist sehr freundlich; weit über Erd' Lob Got 32³⁷ und alle Himmel geht seine Gnad' und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Antlißz kommen, und unserm Gotte mit Psalmen jauchzen. 2. Väterlich liebt er uns, seine Kinder: singt zu sei⸗ nem Preise! Ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Ihn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebet hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? 3. Zwar kann der Mensch nicht ihn würdiß preisen; doch mit Wohlgefallen ver⸗ nimmt er hoch herab von seinem Himmel unser frohes Danklied, und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm dan⸗ ken dem Gnadenvollen. 4. Schon hier auf Erden quillt Freude und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort bereitet denen, die ihn lie⸗ ben, wenn sie dereinst, er⸗ neut zu seinem Bilde, ver⸗ klärt und heilig, vom Tod erwacht sind. 5. Laßt uns ewig unsers Gottes freun! Halle⸗ lujah! Amen! O welche Seligkeit ist's, sein sich freun: hier und eini im Himmel ganz ihm sich bei⸗ ligen und ihm ganz leben! Denn ewig liebt er uns, seine Kinder. O 6 Mel. Mel, Jesus, meines Lebens 18 chöpfer der er⸗ 418— schaffnen Hee⸗ reé, freudig rühm ich deine Macht. daß du mich zu dei⸗ ner Ehre hast ans Licht der Welt gebracht! Sinne, Leib und Seel' und Leben hat mir deine Huld gege⸗ ben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig meinen Dank von mir! 2. Wunderbar bin ich bereitet, und mit Kräften ausgeziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zugeführt. Für die treue Vaterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, sei dir ewig Dank und Lob von mir! 3. Weislich hast du Ort und Zeiten für mein Daseyn auserwählt“ Hat mirs an Gelegenheit, fromm zu werden, je gefehlt? Nie⸗ mals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! 4. Herr, du zähltest meine Thränen, et' ich weinte, sahst du sie, Liebreich merk⸗ test du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh; und an jedem Leidengtage lindertest du meine Plage. Nimm, o den nimm dafür ewig froͤhen Dank von mir! 5. Hatt' ich, Heiligster mit Sünden mein verführtes Pflichten gegen Gott. Herz befleckt: o dann ließen du mich finden Gnade, dit zur Buße weckt. Mit unend⸗ lichem Erbarmen überström⸗ test du mich Armen. Nimm. Barmherziger, dafür reinen Herzensdank von mir! 6. O was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst, und damit ich heilig werde, mich so treu⸗ lich zu dir lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ew'ge Liebe, dir opfr. ich heihen Dank dafür! 7. Treu im Glauben laß mich enden, Vater, meinen Lebenslauf! an deinen zum hohen Führ, o füht Händen mi Ziel hinauf!l Mit des Himmels Erstge⸗ bornen, mit des Mittlers jauch; ih Auserkohrnen dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür. Mel. Wer nur den lieben Gott 4 1 9 O könnt' ich dich, 2 mein Gott, recht preisen, wie du des Preises würdig bist! Könmt ich dir ganz den Dank be⸗ weisen, den dies mein Herz dir schuldig ist, dies Herz das deiner Gütigkeit sich täglich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer mir mit, was mir gebrichte Wer schützet mich auf mei⸗ nen theilt meinet thräne du mi ließes e, die nnend⸗ ström⸗ timm reinen Nensch neiner it ich treu⸗ a5 so mich Dir, sopfr N laß einen fühy mi iauf! estge⸗ tlers ich dir 2 Gott dich, ott, es nie sreudenleer; nen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Trost und Licht? Wer gibt zu mei⸗ nem Thun Gedeihn? All⸗ gütiger, du bists allein. 3 Zu zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke dei⸗ ner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Bera⸗ ther, eh mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh' ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das ge⸗ schenkte Leben, und lässest zum höhern Glück mich zu erhe⸗ ben, schickst du auch manche Trübsal her; doch stehst du auch mit Kraft mir bei, daß ich, o Herr, nicht muthlos sei. 5. Schon oft hat dies in meinen Tagen zu Freuden⸗ thränen mich gerührt, wie du mich unter manchen Pla⸗ gen, zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel drohender Gefahr halfst du mir treu und wunderbar! 6. Wie sollt' ich denn nicht voller Freuden, bestän⸗ dig deinen Ruhm erhöhn? Wie soll ich, auch im lefsten Leiden, nicht freu⸗ digtrauend auf dich sebn? Ja, tritt die größte Noth auch ein, wirst du doch, Gott, mein Helfer seyn. 7. Von deiner Güte will ich fingen, so lange sich die Zunge regt; dir will ich DEIEFEFFF—————————————— Lob Gottes. 3²⁵ Dank und Ehre bringen, so lange sich mein Herz be⸗ wegt; und wird mein Mund einst kraftlos sein; so stimm ich noch mit Seufzen ein. 8. Nur Dank und Lob kann ich dir geben; nimm es, mein Gott, in Gnaden an, bis ich in jenem bessern Leben dich würdiger erheben kann! Da seeigt in sel'ger Geister Chor mein Lobge⸗ sang zu dir empor. In voriger Melodie 5 Gott, den alle 420 O Wesen ehren, von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfin⸗ den, sehn und hören, hat deine Huld hervorgebracht. Herr, deiner hohen Weis⸗ heit Licht erforscht der größte Weise nicht. 2. Du bist's, der die Ge⸗ schöpfe weidet, und ihnen Lust und Wohlseyn schenkt! du bist es, der die Erde klei⸗ det und sie mit Thau und Re⸗ gen tränkt; du bist's, Erhab⸗ ner, dessen Kraft dem Früh⸗ ling seine Anmuth schafft: 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen, und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt. Der Blume Wohlge⸗ ruch und Pracht verkündigt, Schöpfer, deine Macht. 4. Du gabst, o Urquell O 7 alles IIFIFIFIIIIII————— 3²⁰ alles Lichtes, der Sonne Wärme; gabst ihr Schein; du bist der Schöpfer des Gesichtes, und willst auch paeurch. uns erfreun, daß uns die Schönheit deiner Welt hellüraͤhlend in die Augen fällt. 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Welten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deiner n Weit, über meine Fassung weit geht/ Schöpfer deine Herr⸗ lichkeit. 6. So oft ich sie bewun⸗ dernd sehe, führ' mich ihr Anblick, Golt, auf dich: und wo ich sieh und wo ich gehe/ erfülle heilige Ehr⸗ furcht mich vor dir, der du flets um mich bist und mei⸗ nes Oerzens Tiefe fiehst. 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wun⸗ der deiner Werke sehn! Laß mich, mit dankendem Ent⸗ zücken, dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, dir meines Herzens An⸗ dacht weihn! Selbstofenn tniß und Demuth. Mel. In allen meinen Thaten 421 WI Pflichten gegen Gott. Gottes milde Gabe; nicht ist mein Eigenthum! Für das, was ich besize, wo⸗ durch ich andern nüze, ge⸗ bührt dir, Herr, nicht mir, der Ruhm! 2. Mit Einsicht und mit Kräften zu des Berufs Ge⸗ schäften beschenkt mich deine Huld. Durch dich gerathen mir meine guten Thaten; an Fehlern bin allein ich Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue, du Herr der ganzen Welt! unfre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie Weisheit es gefällt. 4. Sollt ich mich nun er⸗ heben, wenn mir in diesem wider⸗ Leben viel Gutes fährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vor⸗ gezogen? Bin ich auch je⸗ mals dessen werth? 5. Nein, ich bin zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd' es ewig seyn. Dies will ich nie vergessen, so werd' ich nie vermessen, durch Stolz und Hochmuth mich entweihn. 6. Das weislich anzuwen⸗ den, was du mit Vaterhän⸗ allein deiner Du ordnest den mir gütig zugewandt; dies sei in diesem Leben mein eifrigstes Bestreben; dazu gib Demuth Verstand. In und In eigner Melodie. 5 ie leicht ver⸗ 42²2 Wé kenn ich mei⸗ nes Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche, und dann aus Wahn, aus Sitolz und Ei⸗ gensinn nicht seben will, wie klein, wie schwach ich bin! 2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, daß ich mich selbst und meine Febler kenne, auch jeden Trieb, der sich in mir empört, zum Bösen reizt und meine Ruhe stört 3. Eutdecke mir der Tu⸗ gend wahre Größe und ie⸗ des Lasters Niedrigkeit und Blöße; daß nie sein Reiz mich blenvet und verführt; daß immer nur der Tugend Werth mich rührt. 4. Nie laß, o Herr, mich selbst die kleinsten Sünden entschuldigen unv unerheb⸗ lich finden! Gib, daß ich sie voll tiefer Scham bereu', und ernstlich auch den klein⸗ sten Febler scheu'! 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfeh⸗ let, gern gut sein will, und doch das Böse wählet, leicht⸗ sinnig ist und nicht den Irr⸗ thum sieht: so gib ihm Licht, daß es den Irrthum flieht! 6 Verbehl' ich mir beim Heiligongsgeschäfte aus stol⸗ zem Wahn den Mangel mei⸗ ner Kräste: so lehre mich Selbsterkenniniß und D 3²⁷ ihn redlich mir gestehn, und voll Vertraun zu dir um Hülfe flehn! 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels freue, und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weihe: so gib, daß ich von Eigendün⸗ kel frei, sie recht zu würdi⸗ gen stets sorgsam sei! 8. Wie manche That ent⸗ springt aus niedrem Triebe; aus Eigennutz und nicht aus Menschenliebe! Wie man⸗ che That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allsehender, gefällt! 9. Du ließest mich von jeder meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe unterrichten; sie sind mein Glück, befördern stets mein Wohl: und doch thu ich nicht immer, was ich soll. 10. O lehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir selbst verhehle, und führe du, zu meinem wahren Glück, mich in mich selbst und in mein Herz zurück! Mel' In allen meinen Thaten 423 E ib, Gott, wenn ich dir diene, daß ich mich nie erkühne, darüber stolz zu seyn! Wer kann bei seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlg rein? 2. Euch ich slets deinen Wil⸗ 32 Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? Trag' ich der Tugend Bürde aus Kenntniß ihrer Wurde, auch immer mit Zufrieden⸗ heit?ꝰ 3. Entzieh ich mich den Sünden auch siets aus rech⸗ ten Gründen? aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel mei⸗ ner Tugend, o Herr, ge⸗ denke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie fic's verdienten, rechten, so trifft. sie alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tugend wäre; weß ist dieß Eigen⸗ thum? Wer ließ mich unter⸗ richten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben, und dein Gebot zu üben, die Lust und Freudig⸗ keit? Wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsge⸗ schäfte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; du rufst mich, wann ich fehle, auf rechten Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden, und gibst zu meiner Beßrung Gluck. Pflichten gegen uns selbst. 227— 8. Sollt' ich mich deß er⸗ heben, was du mir, Herry gegeben? Hab ich zum Stols ein Recht? Könnt ich auch Alles üben, was du mir vor⸗ geschrieben, wer bin ich! Ein unnützer Knecht! Mel. O Gott, du frommer Gott 424 Haild, du Alles ibst, von dem ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und je⸗ de gute Gaͤbe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut, darum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Näch⸗ ster nütze und wenn ich mehr Verftand, als er besitzt, be⸗ sitze; bin ich drum mehr als er? O nein! Wer schenkie mir Verstand und Tüchtig⸗ keit? Ach, Alles von dir. 3. Wenn mir ein größer lück nach deinem Rath begegnet und deine Gütig⸗ keit mich mehr, als andre segnet, gibt diese deine Hult mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich daxrum nicht auch, was andre sind, dein ö Knecht? f6 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden ste⸗ he, und andre unter mir in kleinerm Glücke sehe; wer machte sie gering, und wer erhöhte mich? Ist nicht mein kommt 4 mein N diger, a bleibt west 2. deinen Gott, Mein wender und de ich, eß er⸗ Herr, Stolh auch vor⸗ ich/ r Gott Alles udem mein d je⸗ nicht entes mich nuth! t der Täch⸗ mehr be⸗ r als enkte htig⸗ mmit öher Nath itig⸗ idre, huld ein nicht dein und ste⸗ in wer wer icht nein Selbsterkennt mein Nächster oft viel wür⸗ diger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten über⸗ heben?. Was ich besitz', ist dein. Du sprichst: so bin ich Leben, du sprichst: so bin ich Nichts. Von dir kommt das Gedeihen. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth seyn. Mel. Wer nur den lieben Gott er bin ich? 425 Woelchewich⸗ uge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen; geschaffen, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nützlich anzu⸗ wenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu dei⸗ nem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzu⸗ sehn, ob ich den Pfad, den Zesus mir gewiesen, geh', und ob ich auch im Glau⸗ ben steh'! niß und Der nuth. 4. Du kennest meines Her⸗ zens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind; drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich gesinnt? Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten tänschen kann! 5. Wer Alles weiß, und doch verborgen und unbe⸗ kannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das den zur Beßrung treibt? Sich selbst recht kennen, ist Ver⸗ stand, drum mache mich mit mir bekannt! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Va⸗ ter, das entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg erwäh⸗ let; so gib, daß ich ihn nicht verlier'! Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum ew'gen Leben führt; so brin⸗ ge mich zurück vom Wege, der ins Verderben sich ver⸗ liert! Gib mir zur Beßrung Luft und Kraft; du bist's, der beides in mir schafft! 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß michs nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug und frei von Wahn und Selbstbetrug! Selbst⸗ 330 Selbstliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott 426 ist's, o Gott, ich soll mich selber lieben. O laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb: froh und beglückt zu feyn, den du mir eingepflanzt, in heilge Grenzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge kindlich scheue! Wer als ein Christ dich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigen⸗ nutz beherrsche meine Seele! Und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun! 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend lei⸗ det, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat. deinen Beifall nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht. 5. Nie blende mein Ge⸗ müth der Eitelkeiten Schim; mer! Der Erde Reiz ent⸗ flieht ja doch im Tod auf immer. Was hilft uns kurze Pflichten gegen uns selbst x Lust? Was hilft ins eill Pracht? Nicht ein vergäng⸗ lich Gut ist's was uns se⸗ lig macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewiß⸗ sen nur das kann mir allein des Lebens Last versüßenz das bleibt mir auch im Tod, und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O selig, wer darnach mit heilgem Eifer trachtet, und für sein größtes Glüch, Gott, deinen Beifall achtet, der liebt allein sich rechty der sindet in der Zeit schon wahre Ruh' und einst voll⸗ kommne Seligkeit! 8., Dies sei auch mir mein Ziel! O laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück nach Wunsche zu erringen! Laß mich verachten, Herr, die Eitelkeit der Welt, gib daß ich so mich lieb, wie dir es wohlgefällt! Sorge für die Seele. Mel. Kommt ber zu mir (a) err, meiner 42 0 H Seele gro⸗ ßen Werth, nunft und Schrift erklärt, laß mich mit Ernst beden⸗ ken und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den mir Ver⸗ den größ⸗ ner H ten Eifer lenken! 2. We 8 eitli gäng⸗ ns se⸗ gebnes gewis⸗ allein süßen Tod, r Zeit ch bis irnach ichtet, Blück, ichtet, recht; schon voll⸗ mein igen, Slück 0en! Herr, 9ib wie Sorge für 2. Wie buldreich hast du uns bedacht; wie viel hat deine weise Macht schon hier an uns gewendet! Du schufst uns, Gott, dein Bild zu sein, und hast, in uns es zu erneun, selbst deinen Sohn gesendet. 3. Zu groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, genieß ich die⸗ ses Leben, durch Glauben und durch Frömmigkeit zu höherer Vollkommenheit der⸗ einst mich zu erheben. 4. Mit großer Treue willst du mich auf diesem Pfade väterlich zu jenem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Vaterhuld mir zugedacht, verlieren! 5. Mit dir, o Gott, ver⸗ eint zu seyn, mich ewig dei⸗ ner Huld zu freun und dich zum Trost zu wählen: das sei mein Ziel und mein Be⸗ mühn! Laß mich den rechten Weg dahin aus Leichtsinn nicht verfehlen! 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Unrecht fliehet, das auch die kleinste Schuld bereut, mit Vorsatz keine Pflicht entweiht, für Alles Gute glühet! 7. Wie werd ich dann so selig seyn! Schon hier werd ich mich deiner freun, SSSS die Seele. in dir, Gott, ruhig leben; und du wirst nach vollbrach⸗ ter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben! Mel. Es ist das Heil uns b)Mach meiner 42 7Hl Seele Se⸗ ligkeit läß, Herr, mich eifrig ringen! Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd ich einst vor dir bestehen? Wer in dein Reich wünscht ein⸗ zugehen, muß reines Her⸗ zens werden⸗ 2. Erst, wann die letzten Stunden nahn, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wenden, und die Bahn der Sünde meiden wollen; das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht durch Jesum Christum zeiget. 3. Du rufest uns zur Hei⸗ ligung: drum soll schon hier auf Erden mir meines Her⸗ zens Besserung die höchste Sorge werden. Gib mir da⸗ zu nur Lust und Trieb; nichts sei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern! 4. Gewänn ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lü⸗ sten wohlgefällt, was würd' ich dann gewinnen? Was hülfen Glück und Schätze mir, was Macht und Glanz wenn 332 wenn ich dafür mein ewig Heil verscherzte? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tod noch ge⸗ ben? Nicht Menschengünst, nicht irdisch Glück, nur Got⸗ tes Gnade und der Blick auf jenes Lehens Freuden 6. Herr laß nach diesem Kleinod mich vor allen Dingen trachten; mich im⸗ mer, Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend ach⸗ ten! Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Ge⸗ richt vor dir besteh', sei meine größte Sorge! Mel. Gott Vater, an Erbarmen ier ist noch unsre 428 5 Prüfungszeit. Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Irr⸗ thum leicht berückt, das' schwache Herz sich bald ver⸗ strickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch bö⸗ ses Beispiel oft verführt. 2 Oft nehmen Laster überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! Das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei zum Kampfe stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit!— 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehen! Doch, wie Pflichten gegen uns selbst. gelingt mir mein Bemühn! Gefahr nehm ich hier bel Gefahr, ein Netze bei den andern wahr. Wie so viil Feinde drohen mir! Ih Schwacher, wie entrinn' ich hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein, oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkl mir, daß ich folgen soll. 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja wollest Stärke daß ich un⸗ dein! Du mir verleihn, überwindlich treu, in jeder Prüfung sei! 6. Der Sündendienst scheint zu erfreun, und en⸗ digt sich in Schmach und Pein. Drum steh dein gu⸗ ter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh! 7. Zwar ist mein Glaub oft klein; doch du, du star⸗ ker Held, Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf,⸗ dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest, his in den Tod. 8. Wenn schon die 4* a o Herry sagst Hülfe zu. nühn? Ic trimn n der ihre st den schill anern ustig, wink A. das offen Ach, ch ja tärke un⸗ err/ Sorge für sal auf mich dringt, und Angst mich überall umringt, bleib ich doch stets in deiner Hand, und halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein; nun muß mir Alles heilsam seyn. 9. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt' auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sklav der La⸗ ster ist! Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt, Herr, wer an dich glaubet, nicht. 10. Dir, Höchster, will ich stets vertraun, stets freu⸗ dig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre krönt, steh, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei! Mel. Freu' dich sehr, o meine ehre mich, Herr, 429 L recht bedenken, was wahrhafte⸗Weisheit sei, meinen Fleiß darauf zu len⸗ ken, stebt mir selbst mit Gna⸗ de bei! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, Herr, dei⸗ nes Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht die⸗ die Seele. sem Licht sich anvertraun. Denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung dar⸗ auf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, dar⸗ nach trachten, recht mit sich bekannt zu seyn; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun; oft auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und doch nie sich stolz erhe⸗ ben. 4. Weisheit ist es, Chri⸗ stum ehren, seiner Mittler⸗ huld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, sei⸗ nem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert; fern sich halten von den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald ver⸗ blüht, Lust, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten; nein, nach bessern Gütern trach⸗ ten. 6. Weisheit ist es, Got⸗ tes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn, und auf seiner Wahr⸗ heit Pfade diesem Glück ent⸗ gegen gehn; gern auch Got⸗ tes Willen ihunz froh in sei⸗ ner 33⁴4 ner Fügung ruhn, und wann Leiden uns beschweren, hof⸗ fend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt nach dem ew'gen Vaterland rich⸗ ten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil. Die von dir geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott! ver⸗ leihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten! In eigner Melodie, 5 ache dich, mein 430M Geist, bereit, wache, bet und flehe, daß auch in der bösen Zeit fest dein Glaube stehe. Sicher ist nie der Christ; Gott läßt auch die Frommen in Ver⸗ suchung kommen. 2. Sage nicht: ich habe Zeit, jetzt noch darf ich schlafen. Denk an Tod und Ewigkeit, an der Sünde Strafen; sieh', der Tod, der dir droht, kann dich leicht in Sünden unbereitet finden. 3. Wache! dir ist unbe⸗ kannt, ob dich nicht auf Er⸗ Pflichten gegen uns selbst. den Prüfungen von Gollez Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem äe⸗ däucht, daß er sicher steht 204 der Tugend Höhe. 4. Wache, denn hier he der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schaͤd lich ist, muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, daß auch du, wenn du sorglos wallest in Versuchung fallest. 5. Wache/ daß die Macht der Welt nicht dein Herz ver⸗ kehre; nicht, wenn sie sih freundlich stellt, dich durh List bethöre. Wach' und sieh'ꝰ, daß dich nie die Ver. führer fällen, die dir Netze stellen. 6. Wach' und hab auf dich wohl Acht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die Lust erwacht, schimpflich überwin⸗ de Sie hetrügt und besiegt leicht den, der sich heuchelt, fest zu stehn sich schmeichelt. 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir, duuh seine Gnade auf dem rech⸗ ten Pfade. 8. Drum so will ich im⸗ beten, fle⸗ merdar wachen, hen, um in jeglicher Gefahr glorreich zu bestehen! Kurze Zeit, währt der Streit und dann wird zum Lohne mir Mel. die Siegeskrone. Mel. Ze gebeut ziehn, senheit sind„ scheuen zu frer — Gesc schung sind stark Vater. nem Muth und n 4 Trieb achtsa Eigen kel Zorn ches sie — seber o He Goltez Herden. dem ez steht er hat allen schaͤd⸗ reiten ch du, est in Mah 3 ver⸗ ie sih durch und Ver· Netze dich cht die ie Lust rwin⸗ esiegt ichelt, ichelt. dabei, 3das t frei Gott sind Sorge für Mel, Zeuchein zu deinen Thoren 431(a) Mo selbst muß ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu sein: das Gute zu vollbringen, die Sünden⸗ lust zu scheun; muß ich mit edlem Muth mich auf den Kampfplatz wagen, mir manchen Wunsch versagen und jedes falsche Gut. 2. Ich soll kein Uebel fliehen, wenn mir die Pflicht gebeut, mich ihm zu unter⸗ ziehn, soll mit Entschlos⸗ senheit da, wo Gefahren sind, auch die Gefahr nicht scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Kampf und Sieg gewinnt. 3. Wer gibt mir zum Geschäfte der Selbstbeherr⸗ schung Kraft? Wie schwach meine Kräfte? Wie stark die Leibenschaft! Du, Vater, kannst allein zu mei⸗ nem treuen Streben mir Muth und Stärke geben, und mir den Sieg verleihn! 4. Auf jeden meiner Triebe, laß, Herr, mich achtsam seyn, laß mich die Eigenliebe und jeden Dün⸗ kel scheun! Will Wollust, Zorn und Geiz mein schwa⸗ ches Herz berücken, hilf mir sie unterdrücken, besiegen ihren Reizl 5. Auf dich nur will ich sehen, gestärkt durch dich, o Herr, den Streit mit mir die Seele. bestehen, so schwer. er sei auch noch Du unterstützest mich, mich selber zu be⸗ kämpfen; der Lüste Macht zu dämpfenz ich siege, Gott, durch dich! Mel. Alle ⸗Menschen müssen (b) zinser Wandel 431 u ist im Him⸗ mel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Je⸗ der Zußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu. Wort, wie hoch er⸗ freuest du! 2 Haltets fest, ihr theu⸗ ren Brüder, haltets fest, dies werthe Woxt! Nichts schlag' eure Hoffnung nie⸗ ver! Wallet immer muthig fort! Muthig blicket, hin zum Ziele; viele schon er⸗ griffens, viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir 1. Rur auch gewiß. Nur, wie fromme Pil⸗ 9er müssen, bleibet wacker, seid nie laß! Stets des ho⸗ hen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn' Unterlaß! Feinde stehn an euren We⸗ gen; Stürme toben euch entgegen: Nebel, Klüfte, Felsen drohn; faßt nur Muth!: groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je ge⸗ sehen, was kein Ohr 9—9 10 a 336 bat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat, das, das hat Golt dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn; Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer! Schon seh' ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch, und getragen ist das Joch. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 51 es Leibes war⸗ 432 D ten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht. Muthwillig, seinen Bau versehren, ver⸗ bietet mir dein Unterricht O stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig fei. ö 2. Sollt ich mit Vorsatz das verletzen, was deine Hand mir anvertraut? „Sollt' ich gering ein Kunst⸗ werk schätzen, das du, o Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt' ich denn sein Zerstörer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu Pflichten gegen uns selbst. beschützen, gibst du mit 10 der Vaterhand die Millll die dazu uns nützen, in zum Gebrauch gibst du Vnn stand. nicht zu klein: wie sollte denn mir es seyn? 4. Gesunde Glieder, mun tre Kräfte, o Gott, wie vi sind die nicht werth! Vnn taugt zu des Berufs G schäfte, wenn Krankheit seh nen Leib beschwert? nicht der Erde größtes Guler Gesundheit und ein heilrn Muth? 5. So laß mich denn m Sorgfalt meiden, was mas nes Körpers Wohlsein stort, daß nicht, wenn meine Kräf⸗ te leiden, mein Geist deh innern Vorwurf hörtt du Kö selbst bist Störer deiner Ruh; du zogst dir selb dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und al⸗ le Glieder mich zu bewahren sorgsam seyn! Drückt mich die Last der Krankheit nie⸗ der; so flöße selbst Geduld mir ein! Gib heitern Mulh und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih! 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Lel bes Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbe⸗ fiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein der Endzweck meiner Sorge seyn! 8. Mein Dir ist die eh nit mi⸗ Mitlil „ M du Viy Sorz ollte ö r, mun bie vil heitran nn mih 18 mei⸗ stoͤntz e Kraf⸗ ist deh te d deiner selbs und al⸗ Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seele Wohl geweiht, daß sie zum Himmel weise werde, und reife zur Vollkommenheit! Dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb und sterb ich, dir zum Preis. Mel. Wer nur den lieben Gott 4330 Dauzzuui⸗ derstreben, laß, Höchster, meine Weisheit seyn! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich de⸗ muthsvoll zu dir; o schaff ein reines Herz in mir! 2 Die Wollust kürzet unsre Tage, sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plagen sind Früchte die⸗ ser Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wollust liebt und sich in ihre Fesseln giebt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke; schwächt den Verstand, der Seele Licht; erstickt den Eifer ed⸗ ler Werke, den Ernst, die Lust zu jeder Pflicht; führt Reue und Gewissensschmerz in das ihr hingegebene Herz Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier herab; er schän⸗ det und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöp⸗ fer gab; vergißt den Zweck, — 337 zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nicht von dir, o Gott, geliebt. 6. Den übergibst du dem Verderben schon hier, der seinen Leib entweihtz; und nie wird deinen Himmel er⸗ ben, wer sich unreiner Lüste freut. Ach laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu seyn, mich stets bemühn! 7. Gib, daß ich allen bö⸗ sen Lüsten mit Muth und Nachdruck widersteh“, und stets, dawider mich zu rü⸗ sten, auf dich, Allgegen⸗ wärt'ger, seh'! Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat. In eigner Melodie. (b) ei, aller 433 0 S e Reiz zu wehren, o Mensch, ein Freund der Rüchtern⸗ heit! Laß Speis' und Trank dich nie beschweren und steure deiner Sinnlichkeit! Sei deiner Schwachheit dir bewußt, und meid' oft selbst erlaubte Lust! 2. Um rohe Triebe zu verhüten, sei schamhaft ge⸗ Y gen 338 gen deinen Leib; laß nicht dein. Auge dir gebieten; flieh' eitlen Scherz und Zeit⸗ vertreib! Des frechen Witz⸗ lings freier Scherz ernie⸗ drigt und verdirbt das Herz. 3. Entzieh' der Wollust ihre Kräfte durch Fleiß und edle Thätigkeit! Der Keuschheit Schutzwehr sind Geschäfte; die Trägheit nährt die Sinnlichkeit. Bei Spielsucht und bei Müßig⸗ gang besiegt uns jeder böse Hang 4 Willst du den Trieb der Wollust dämpfen, eh er die Freiheit dir verwehrt, mußt du ihn ungesäumt bekäm⸗ pfen, sobald er sich in dir empört! Hast du ihn nicht schon früh erstickt, leicht wird er dann nicht unterdrückt. 5. Oft täuschen dich des Lasters Triebe, und du er⸗ blickst nicht die Gefahr; ost wird zu unerlaubter Liebe, was Anfangs nichts als Freundschaft war; ein lan⸗ ger Umgang macht dich dreist, und du vergißt, was Unschuld heißt. 6. Dein wird sichs verzeihen, daß es des Lasters Triebe nährt; es wird nur ihren Ausbruch scheuen, weil dieser vor der Welt entehrt; wird kleine Fehler übersehn, und so zu größern übergehn. 7. Ists Sünde nur, die Pflichten gegen uns selbft. That vollbringen? der's nicht thut, schon gendhaft? Nein, auch Trieb soll ich bezwing den Hang und Wunsch Leidenschaft! Nicht un Wandel nur soll rein, unsre Seele soll es seyn. 8. Die Lüfte find es, uns schänden, und sie 9 letzen unsre Pflicht, ohne daß wir sie vollendt 2 Drum rühme dich der Keuy heit nicht, so lange nicht di guter Geist der Lüste Hes schaft dich entreißt. 9. Denk oft den mäͤchtih Gedanken: die Unschuld der Seele Glück, und wn N fängst du an zu wanken, Gott und Zukunft 2 Blick! Dir gibt dein ganz Lebenslauf sie nicht zurih gibst du sie auf. 10. Drum fliehe vor! Wollust Pfade, und t dich schmeichelnd ihre Bah so rufe brünstig Gott u Gnade und Weisheit Versuchung an. Erzittre dem ersten Fall; du fällst wiß mehr, als Einmal. fühlend Herz Mel. Werde munter, meih 0(e) tandhen 433 S sel, Gott, mein Wille, zücht strts und keusch zu sehn; der Unschuld heitern Sil deiner Gnade mich zu frein Keine Freude dieser Wi wen 4. Herze schen Reue Ruh beherr tet d vergif verwe sfrebe zu se will der Lockti mein mate nig 6. auch y zwingn insch i yt un in, a seyn. es/ sie v ht, c ollende r Keust nicht des ste Hen nächtihh schuld d weri Hken, deim n gany t zuri vor u nd lot e. Bahh Zott u heit 6 ittre v ällst nal. schen Sorge füͤr Leib/ wenn sie noch so sehr ge⸗ fällt; laß mich wider mein Gewissen, wünschen, suchen und genießen! 2. Weiß ich doch, daß deine Güte, die so reich und freundlich ist, niemals etwas uns verbiete, was das Leben uns versüßt. Uns zum Be⸗ sten nur gebeut dein Gesetz Enthaltsamkeit, Zucht und Ordnung im Genusse, Mä⸗ ßigung im Ueberflusse. 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, unser Alter, darf sich freun. Auch die Freude, Gott, ist Tugend, aber hei⸗ lig muß sie seyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Hefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste soll ich scheuen, und die Seele nie entweihen. 4. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keu⸗ Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet Ruh und wahre Lust. Un⸗ beherrschte Sinnlichkeit töd⸗ tet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 5. O so will ich eruftlich slreben, reinen Herzens flets zu seyn; keusch und züchtig will ich leben, jeden Reiz der Lüste scheun. Keine Lockung täusche mich, und mein Herz ergebe sich keiner schändlichen Begierde! Rei⸗ nigkeit sei meine Zierde! 6. Dann umgibt mich Gesundheit. 339 Heil und Segen; himmli⸗ sche Zufriedenheit leitet auf der Unschuld Wegen mich zu größrer Seligkeit. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell und sie können fest vertrauen, Got⸗ tes Antlitz einst zu schauen. Mel. In allen meinen Thaten 2 Was ist mein 434 W zeitlich Le⸗ ben, das du mir, Gott, gegeben! Ein unschätzbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden; worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Aernte seyn. Je länger ich hler lebe, und gut zu han⸗ deln strebe, je größer wird mein Glück dort seyn. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? O Herr, laß mir im Glauben der künft'⸗ gen Aerntezeit, mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mirs dein heilig Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu ver⸗ zen, mich in den Tod zu gürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefst mich ins Leben, dir soll ichs wieder geben, wenn du ge⸗ beutst, doch früher, nicht. 5. Was leicht in Krank⸗ heit 52 das Leben leicht re ver⸗ 340 Pflichten gegen uns selbst. verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehen; doch auch nicht ängstlich zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dazu hast du mirs verliehn. 6. In deine Vaterbände befehl' ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir, hier zum Dienst ergeben; bilf du nur selbst der Schwachheit auf! 7. Was nützt ein langes Leben, wenn man nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. Mel. Wer nur den lieben Gott 435 Wie mannigfal⸗ 5 tig sind die Gaben, womit uns deine Güte nährt, die uns zu stär⸗ ken, und zu laben, so viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweist, wie freund⸗ lich, Gott, du bist! 2. Du segnest Auen und Gefilde mit unerschöpfter Fruchtbarkeit, die deine vä⸗ terliche Milde und Allmacht jedes Jahr erneut, damit der Mensch, von Sorgen frei, sich sättige und dankbar sei. 3. Du lässest uns nicht Mangel leiden; du gibst uns imser täglich Brod; du gibst ndch mehr, du gibst uns auch Freuden fuͤr einen jedg Sinn, o Gott! Wie groß zum Wechsel im Genuß, deiner Gaben Ueberfluß! 4. Drum will ich mäß im Genusse der Gaben deinn Güte seyn, und nichts von 8 meinem Ueberfluße durch nit dre Schwelgerei entweihn. Denn schon des Dank Pflicht gebeut mir Mäs gung und Nüchternheit. 5. Mit Speis' und Trass den Leib beschweren, schimpflich, ziemet Christeh nicht. Gott gibt sie ung, daß sie uns nähren, um stärken zu Beruf und Pflicht Was ist, das mehr den Geis entweiht, nnd schwächt, alt rohe Sinnlichkeit? 6. Unmäßigkeit lähmt allt Kräfte, bringt Krankheiß Armuth, Zank und Streitz macht treulos im Berufsge⸗ schäfte, raubt des Gewisseng Seligkeit: setzt zu den Thie— ren uns herab, und stürzit vor der Zeit ins Grab. 7. Ach, mancher ssalh schon längst und modent durch Trunk zu früh inn Grab gestreckt, von Gol zur Rechenschaft gefordert mit Schmach im Grabe noßh bedeckt. Gott, laß mich s dies Laster scheun, enthall⸗ sam, mäßig, nüchtern sehnl. 8. So oft ich Speis' und Trank genieße, so laß es mil Vernunft geschehn, und, 0 men, un entschlo men!! gesicht benetzt mich gesetzt. 3 Herz L sorgen lich Be morge nem 2 thun, sicht ir 4. Gott, Händ du, Laß „ unil Pflicht n Geif ht, all mt all⸗ inkheißh Arbeitsamkeit und Berufstreue. ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquickung gibst! Arbeitsamkeit und Berufstreue. Rel. O Gott du frommer Gott 436 Da hast uns, Herr, die Pflicht zur Arbeit auferle⸗ get, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Dir ist o Heiligster, der Müßiggang verhaßt: für uns des Unheils Quell, für andere der Last. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich beque⸗ men, und Bürden des Berufs entschlossen auf mich neh⸗ men! Wenn auch mein An⸗ gesicht der Arbeit Schweiß benetzt: wohlauf! du hast mich selbst in den Beruf gesetzt. 3. Bewahre nur mein Herz von eitlen Nahrungs⸗ sorgen. Gib mir mein täg⸗ lich Brod, und sorge du für morgen. Ich will an mei⸗ nem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuver⸗ sicht in deiner Fügung ruhn! 4. Auch fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände, den Anfang segne du, beglücke du das Ende! Laß mich bei jeder Last auf 341 jenes Leben sehn, wo wir nach treuem Fleiß zu dei⸗ ner Ruhe gehn. Mel. In allen meinen Thaten Q um Fleiße ward 437 3 das Leben vom Schöpfer uns gegeben, und nicht zu träger Ruh'. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freuden zu. 2. Er stärkt des Leibes Kräfte; er fördert die Ge⸗ schäfte, gibt uns ein fröh⸗ lich Herz; er schafft uns sü⸗ ßen Schlummer, erleichtert Gram und Kummer und lindert oft den herbsten Schmerz 3. Er hilft den Hang be⸗ siegen zu sündlichem Ver⸗ gnügen. Was mehr, was stets erfreut: der Unsern Wohlfahrt schützen, der Welt und Nachwelt nützen, das ist das Glück der Thä⸗ tigkeit. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Guten werden: du gabst der Kraft uns viel! Dich, unsern Herrn, zu ehren, und Men⸗ schenglück zu mehren, sei immer unser schönstes Ziel! 5. Wenn Andere trostlos klagen, dann werden wir nicht zagen, und keinen Tag bereun. Wenn Träge trau⸗ ern müssen; dann spricht P 3 uns 34² uns das Gewissen getrosten Muth und Hoffnung ein. 6. Wenn ainst viel edle Thaten um uns, gleich reifen Saaten, mit reichen Früchten stehn, wenn Tau⸗ sende sich freuen und heißen Dank uns weihen: wie ist dann unser Lohn so schön! Mel. Es ist das Heil uns 33ott ist's, der 438 das Vermögen schafft, das Gute zu voll⸗ bringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Segen bleiben. 2. Wer sichs zur ersten Sorge macht, vor ihm ge⸗ recht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht't, dem gibt er auch auf Erden vom Irdischen mit milder Hand so viel, beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nützet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er krönet sie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und keine Mißgunst schade. Mit seinem Schutz bedeckt er sie, und segnet bei des Lebens Müh' ibr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Pflichten gegen uns selbst. Arbeit sehe! Mit Licht und Weisheit segne mich, daßh ich nie Wege gebe, die mit dein heilig Wort verbeuth 3 Nach deines Reichs Gerech⸗ tigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich mit aller Sorgfalt meiden; thun, was ich soll, gestärkt durch dich, gehorsam und mitl Freuden, daß ich in meinem Stande treu, und meinen Brüdern nützlich sei, und dir zu Ehren lebe! 7 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werle meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines gro⸗ ßen Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! Mel. Schon ist der Tag von Wolt 439(a) 3²⁵ Arbeit, *e nicht zum Müßiggang, sind wir, Herr, auf Erden; drum laß auch mich durch Arbeit nützlich werden! Gib mir Verstand und Lust und Kraft, geschickt, tren und gewissenhaft mein Wer hier zu verrichten. 2. warte sein; das ist, o Golt, dein Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle; hilf, 12* Versäum mein Lebenlang Hast du ein Amt, so ich stets Freuden deit stärk 4 und laß mit Neb verschwer Das mu seyn/ ganz zu auferlege 5. Eir lebe mich Plichten gestätkt Freuden Herz/ ö freut, Munterk ihre Laf 90 ö Herr, nem He Geiz wur sfrickt. handeln nem D nützli seyn; deinen und ch stets an Willigkeit, an Einficht und an Tüchtigkeit zu meinem Amte wachse. 3. Laß auch vor träger Weichlichkeit mich stets mein Herz bewahren! Laß mich, wenn es die Pflicht gebeut, nie meine Kräfte sparen! Wann sie ermatten nur, will ich durch reine stille sreuden mich zu neuer Ar⸗ deit stärken. 4 Gib Weisheit, Herr, nnd laß mich nicht die Zeit nit Nebendingen und mit Bersäumniß meiner Pflicht berschwenderisch verbringen! Das müsse mein Vergnügen seyn, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir auferleget! 5. Ein heil'ger Trieb be⸗ lebe mich, o Höchster, meine Pflichten in deiner Furcht, gestätkt durch dich, mit Freuden zu verrichten! Ein Herz, das sich des Guten fteut, gibt zu der Arbeit Munterkeit, versüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit ei⸗ nem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie be⸗ strickt. Gewissenhaft zu handeln; mein Leben dei⸗ nem Dienst zu weihn; so nützlich, als ich kann, zu seyn; das sei mir Ehr und Reichthum! 7. Mir sei bei allem, was Arbeitsamkeit und Berufstreue. 343 ich thu, mein Heil, dein Wohlgefallen, so werd ich mit Gewissensrub' auf eb⸗ nem Wege wallen! Denn wer dir, Heiliger, mißfällt, was nützet dem die ganze Welt mit allen ihren Schä⸗ tzen? 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, dazu mich, Herr, auf Erden dein weises All⸗ machtswort erschuf, doch eine Leiter werden, worauf ich einst in jener Welt, die höheren Beruf enthält, zu höhern Würden steige! Mel. Allein Wott in ber Höh' b) ömt 439% Uaus deher Segenshand, Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum Se⸗ gen. Durch dich strömt rings aus der Natur Ge⸗ deihn auf jede Kreatur; du bist des Segens Quelle. 2. Von dir kommt Weis⸗ heit und Verstand; du machst die Reichen blühen; du führest Weise in das Land, und segnest ihr Be⸗ mühen; du gibst dem Geiste Thätigkeit; du bist's, der jedem Kraft verleiht, den Nächsten zu beglücken. 3. Durch dich, Herr; bringt uns Land und Meer die Güter deiner Erde von weit entlegenen Völkern her, P 4 da⸗; 34⁴4 damit gesegnet werde mit allen Gütern deiner Hand das fernste Volk, das fernste Land und deine Liebe preise. 4. Du zeigest ihren Wir⸗ kungskreis den Bürgern dieser Erde, daß jeglicher durch seinen Fleiß dem An⸗ dern nützlich werde. Daß jeder, den dein Wink er⸗ schuf, froh sei im eigenen Beruf, ist dein allweiser Wille! 5. Gib uns, o Vater, Redlichkeit in des Berufs Geschäften! Lehr weis' uns brauchen unsre Zeit, nach unsern besten Kräften! Hilf nützlich werden jedermann, wenn Rath und That ihm helfen kann zu seinem bes⸗ sern Glücke! 6. Wie du für Alle Va⸗ ter bist, für Böse und Ge⸗ rechte, so sei, wer Erden⸗ bürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Trost begehrt, find' er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreitest dei⸗ nen Segen; du rufst: zum Segnen seid bereit; geht Brüdern gern entgegen! Wie du die Lieb und Güte bist, so sei ein jeder, der sich Christ nach Jesu Christo nennet! Pflichten gegen uns selbst. Würdigung und weisn Gebraͤuch der irdischen Güter. Mel. err, laß mich 440 H doch gewissen haft mein zeitlich Eut ver⸗ walten! Gib selbst mu Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wir es mir nützt und dir gefällt. Es ist das Heil uns ich nur Hab' ich he Huld, ben und damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gul kommt ja von dir, es is Nicht ni zum Verderben gabst du mir dein milder Segen. mein zeitliches Vermögen; du gabst es mir zum wah⸗ ren Wohl. So hilf denn, daß ichs, wie ichs soll, nach deiner Vorschrift brauche! 3. Was ist das mir ge⸗ schenkte Gut? Vergäng⸗ lich, wie die Erde. daß ich nie zum Uebermuth dadurch verleitet werdel Nie reiß ein irdischer Ge⸗ winn mein Herz so. weit zum Eitlen hin, daß ich mein Heil vergesse! 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen, verführt' mich zeitlich Gut und Geld, sorg⸗ los hintan zu setzen, was meiner Seele Heil begehrt, und mir ein ewig Glück ge⸗ währt? Wie strafbaf würd' ich handeln? 5. Mein Gib, Zeit es den! Gib daß ich Nächsten Lebens 2 8. Es Rechensch stets be! Gemüth Treu in daß sell ser Zei der Er Segen Mel. O 441 den St so mei weiser dischn 5. Mein erstes Trachten sei allbier nach deines Gei⸗ sses Gaben! Wie reich bin uns sch, o Gott, in dir, wenn mich ich nur dich kann haben! wissen Hab' ich nur, Höchster, dei⸗ it verne Huld, bin ich voll Glau⸗ mi ben und Geduld, was fehlt Kraf, dann meiner Seele? „ wie, 6. Den Geiz laß ferne von zefällhmir seyn, die Wurzel alles r WellBösen! Von Unruh und rbe! Gewissensyein kann Reich⸗ Guhsthum nicht erlösen. Er hilft es is in Todesstunden nichts, und Nicht nichts am Tage des Gerichts. u mix Da schützt er keinen Sünder. ögen; 7. Lehr du mich weise wah⸗ Sparsamkeit, um das nicht denn, zu verschwenden, das du nach mir gabst; nein, in der he! Zeit es nützlich anzuwen⸗ ir ge,. den! Gib mir die Klugheit, gäng⸗ daß ich hier dadurch dem Gib, Nächsten, so wie mir, des rmuth Lebens Müh' erleichtre! derdel 8. Es kommt ein Tag der Ge. Mechenschaft! das laß mich weit stets bedenken, und mein ich Gemüth gewissenhaft zur TDreu im Ird'schen lenken: „die daß selbst von Gütern die⸗ ihren ser Zeit ich einst noch in mich der Ewigkeit den reichsten sorg⸗ Segen ärndte! was ehrt, kge⸗ ürd' Mel. O Gott du frommer Gott aß mich doch 441 nicht, o Gott, den Schätzen dieser Erden so meine Neigung weihn, Nein Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 34⁵ daß sie mein Abgott wer⸗ den! Oft fehlt beim Ueber⸗ fluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stil⸗ len? Es steht ja sein Besitz nicht stets in unserm Willen; nicht stets wirds dem zu Theil, der ängfilich darnach ringt: und schnell verlierts oft der, dem sein Bemühn gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglü— cken, darf nicht vergänglich seyn, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats und wünscht noch mehr: er darbt in seinem Glück, sein Herz bleibt freudenleer. 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trie⸗ ben, und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dies, kann mir entrissen werden. Dies bleibt im Tod auch mein; dies folgt mir aus der Zeit, zum seligsten Ge⸗ winn, bis in die Ewigkeit. 6 Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Ver⸗ 5 gnüͤ⸗ 346 gnügen? Nur süße Träume sinds, die unsern Geist be⸗ trügen. Drum lenke, Golt, den Wunsch vom irdischen Gewinn, durch deines Gei⸗ stes Kraft zu ew'gen Gü⸗ tern hin! del. Wer nur den lieben Gott —44 23 ch bin der reich⸗ ste Mensch auf Erden; ich hab genug drum hab ich viel! Ein An⸗ der mache sich Beschwerden, wie er den Mammon finden will! Wer mehr nicht sucht, als Gott beschert, dem ist der größte Schatz. gewährt. 2. Der Reichthum liegt in den Gemüthern: wer sich begnügt, ist nimmer leer. Viel bleiben arm bei großen Gütern; denn sie verlangen immer mehr: und wer sich selber nicht besitzt, hat einen Schatz, der Niemand nützt. 3. Ein Geizhals hat bei seinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichkeit. Er hats, und darf sich doch nichts nehmen, weil er sich's immer selbst verbeut: mehr als sich selbst liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. 4. Wie ungetrübt ver⸗ fließt dagegen mein Leben bei. Genügsamkeit!. Gibt Senen, ubint ichnischon vull Pflichten gegen uns seibst. mir inieim Wolt nur Einenoi Gott gibt jeden Tag mih als ein Kaiserihum vermah 5. Ein Geizhals gehi zum Verderben, weil er nat Geld und Gut nur streht ich aber kann mit Freudn sterben, weil an der Wil mein Herz nicht klebt. d fährt die Seele selig hin, un ich bei Gott der Reichste bin Mel. Kommt ber zu mir sprihh 443.W.n Tugend weiht, ist auch en Freund der Sparsamkeit er scheut sich, zu verschwen den. Du, Vater, du hbe⸗ glücktest ihn, nun sorgt en was du ihm verliehn, stei weislich anzuwenden. 2. Dies Gut ist nicht sein Eigenthum: er soll es um zu deinem Ruhm mit Red— lichkeit verwalten. Er wei es, und voll Dankbarkeit sorgt, strebt er, wie denn Wort gebeut, hauszuhalten. 3. Er schwelget nie bein Ueberfluß! ist immer mäßi im Genuß erlaubter Sii⸗ nenfreuden. Er thut, waz Wohlstand ihm gebeut; doh trügend Spiel und Uep⸗ pigket heißt ihn die Kloh⸗ heit meiden. 4. Er suchet, was seln Fleibcgewinnt⸗und was est leicht: und schnell Heurinnt Daudanlünrzund den mit Sor gßaltg hucht naue damit wohl Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 3⁴4⁷ ag muh er weiß, der Wechsellauf der Vater, immer mein guhm, vermah Zeit bringt Mangel oft und was dir gefällt! Wie bald 3 gehh Dürftigkeit und mancherlei verführt ein stolzer Sinn Uer nahl Gefahren. mich von der Demuth Pfade, Astrehh 5. Doch nie verletzt er verbirgt mir, wer ich bin! Freudu seine Pflicht. Aus Geiz und 3. Nicht im Befitz von er Wil Habsucht spart er nicht; er Schätzen und Gütern dieser bt. Il spart mit mildem Herzen. Zeit laß meinen Ruhm mich hin, ul Wie rührt ihn seiner Brüder setzen; sie sind doch Eitel⸗ Pste bal Noth! Er theilt mit Hung⸗ keir; sie sind doch nur des nnrigen sein Brod; er lindert Thoren Glück; verlassen ir sursul Gram und Schmerzen. uns im Tode, und bleiben sich ul 6. Er hilft im Stillen, hier zurück. rust dus wo er kann; was er durch 4. Nicht Stand und äußre luch eln Sparsamkeit gewann, wird Würde verblenden meinen amkeil zu der Menschheit Segen. Sinn! Wie oft zieht ihre schwen Ihm frömet Dank und Bürde den Geist zur Erde du hy Freude zu, und frob kann bin! Vervienst und Tugend orgt tu er sich einst zur Ruh des sei allein der Ruhm, nach 1, stetz Grabes niederlegen. dem ich ringe, nur er bleibt I 7. Sollt' ich, o Gott ewig mein! cht sein nicht sparsam seyn, nicht 5. Dich kennen; meine es un welslich die Verschwendung Pflichten mit Fleiß und Red⸗ it Red⸗“ scheun, den Mißbrauch dei⸗ lichkeit, mit Muth und Treu⸗ er wei ner Gaben? Ja, heilig sei verrichten, wie Herr, dein Ebarkei mür diese Pflicht! Ich kann Wort gebeut, und überall ie den zu dir dann Zuversicht auch mein Ehristenthum nach Je⸗ t wohl selbst im Mangel haden. su. Beilpiel üben, das sei mir wabrer Ruhm! e beim Mel. Wann mich die Eunden 6. Es sei, daß auf der mäßih 4430. Herr, nach Erde das Gute, das ich that, Siu. Aes eitlen Ehren verkannt, vergessen werde; wai mich niemals geizig seyn! es bleibt doch stille Saat, ; doch Laß deinen Geist mich leh⸗ die aufkeimt für die Ewig⸗ Uep⸗ ren, der Ehre mich zu freun, keit; und o dein Beifall loh⸗ Kluh⸗ die selbst vor dir, o Gotk, net mich mit Zufriedenheit. besteht, und mit mir von der 7. Wenn einst die erufle sen. Etrde zum Himmel übergebt! Waage du, Weltenrichter, uft 2. Rie blende mich der nimmst, und am Vergel. Wehnn Schimmer⸗ves Ansokeus vordr tungstage der- Düänttinde curhld Uren daärrWittt Mute Fade sthhin bestminsh ye daum miüstromedn I 6 nem nem ew'gen Geist des Him⸗ mels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! Mel. Auf Christenmensch 444 ohl dem, der beßre Schätze liebt, als Schätze dieser Er⸗ den! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, daß er lebt, sich über diese Welt erhebt! 2. Wahr ist es, Goit ver⸗ wehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nützen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers' Fleißes Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten„nicht erst nach der Gerechtigkeit und Got⸗ tes Reiche trachten; ist die⸗ ses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geift, und tödtet dein Gewissen, Pflichten gegen uns selbst. und reißt durch schmeicheln⸗ um ein den Gewinn dich blind zu E jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwin⸗ gen, der Arbeiter Lohn un⸗ menschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehen. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohl⸗ that Freuden schmecken; und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und lässest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaͤubst, wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich gemacht. 9. Du hast ein richterli⸗ ches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend größ⸗ ter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wann sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst II du habst sie raubt tungsoꝛ Belohn 2 Versta: Wahrh Licht; schrift test sel Für 3 Gefüh ich we 8. dieser Prach und mächt meine gabst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11.-Erhalte mich, o Gott, 1t dabei, daß ich mir gnügen lasse; Geiz ewig als Abgöt⸗ terei von mir entfern'ꝰ und hasse. Ein weises Herz und guten Muth sei meines Le⸗ bens größtes Gut. Weiser Gebrauch der Lebenszeit. Mel. Wer nur den lieben Gott u gabst mir, 445 2 Ew'ger, die⸗ ses Leben nicht für den Au⸗ genblick der Zeit: du hast es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewig⸗ keit. Hier ist der Vorberei⸗ tungsort: Bestrafung und Belohnung dort. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen; die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vor⸗ schrift zu erfüllen, und lehr⸗ test selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabst du mir Gefühl, und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du gossest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus und schmücktest durch dein mächtges Werde! auch meiner Seele irdisch Haus, gabst mir der Sinne fein Weiser Gebrauch der Lebenszeit. Gefühl und auch dadurch der Freuden viel! 4. Doch einst muß ich dies Leben schließen, weil dies mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöß' ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, wann sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch die Sinne reizt; nach Wollust; Ehr und Gold nicht trachten, wornach der Mensch so lüstern geizt; nie scheuen, was die Pflicht ge⸗ beut, und wär es auch voll Bitterkeit. 6. Dein Unterricht sei nicht vergebens! Gib, Va⸗ ter, daß ich ihm gelreu und beim Genusse dieses Lebens einst auch zu jenem tüchtig sei! Vollkommne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 7. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu seyn, und diese kurze Uebungstage Gott und der Tugend ganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum beßren Leben führt! 8. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die meinem Her⸗ zen Netze stellt, wenn ich, o n 1. Pflichten gegen uns selbst. seliger Gewinn! als Sieger dort gekrönet bin! 9. O gib mir deines Gei⸗ stes Stärke, der du im Schwa⸗ chen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu finnlich ist! Das Eitle lehre mich verschmähn, und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in gesun⸗ den Tagen im Geist zu mei⸗ nem Grabe gehn, und da bei Freuden und bei Plagen auf dich, und jenes Leben sehn; damit ich, meiner Pflicht geireu, der höhern Freuden würdig sei! Mel. Wer nur den lieben Gort 2 Es eilt der letzte 446 E von den Tagen, die du hier lebest, Mensch, herbei; erkanf die Zeit, und statt zu klagen, sie sei zu kurz, gebrauch sie treu! Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr: sie flieht! ö 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zweck, ver⸗ schiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg. Bist du, zu küh⸗ ner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Ein ewig Hlück einst zu besitzen. sollst du des kurzen Leheng meit als de ine/ Saatau deinen zeit, aweialich vultan JNnv befeyl ichn mũe inrn. Geist Han ö Herrl ihun, was dir der Herr ge⸗ beut. Er ruft dir menschen⸗ freundlich zu: sieh, Eins ist Noth! Was säumest du? 4. Drum eil' und rettie und denke deine Seele, nicht: ein andermal! Sei wacker, bet' und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Sei fromm und wandle vor dem Herrn, wär' auch dein Ende noch so fern! 5. Mit jedem neugeschenk⸗ ten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht! Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu sreun, mein Leben gern der Tugend weihn. 6 Erleucht' und stärke meine Seele, weil obne dich ich nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil erwähle, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Got⸗ tes Reiche hier gestrebt, in Gott⸗gefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündigerz in rene:! Baterhnuden rr Oe⸗ nschen⸗ ins is ù retle denke Sei rzähle kleine und „wär' fern! schenk⸗ ich zu dir, Weifer Gebrauch Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seine Hütte fällt. Mel. Wer nur den lieben Gott 447 Wẽ eilt ihr hin ihr Lebens⸗ stunden 2 Zeit, edle Zeit, wo fliehst du hin? Wie mancher Tag ist schon verschwunden, seit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von mei⸗ ner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 2. Ermuntre dich aus dei⸗ nem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dies sei dein Gram, dies sei dein Kummer, daß man⸗ cher Tag umsonst vorstrich! Den ungenützten Augenblick bringt keine Reue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, eb' er des Le⸗ bens Werth versteht; er na⸗ bet früher sich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist das Men⸗ scheuleben werth, das un⸗ genützt vorüber fährt? 4. Mensch, sei ein Mensch!l Fang an zu leben, um nütz⸗ lich für die Welt zu seyn! Faug an, dem Guten nach⸗ zustreben, bring das Ver⸗ saumte doppelt ein, daß, wenn man deinen Leib be⸗ gräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebtig Sienicht den Klein⸗ sten Zeltpankt müßig vda du⸗ 281 39 der Lebenszeit. nicht deine Pflicht erfüllst; du haft den Tag nicht über⸗ flübig, den du so frech ver⸗ schwenden willst. Wiss', ein Verlust, der ewig reut, ist der Verlust der edlen Zeit. 6. Gib dir von einem je⸗ den Tage, den dir Gott schen⸗ ket, Rechenschaft; durchdenk ihn, legdihn auf die Waage: vollbrachtest du ihn tugend⸗ haft? Hast du nach Mög⸗ lichkeit gethan, was Goit von dir einst fordern kann 2 7. Herr meines Lebens, sei doch künftig mein Heil und meines Lebens Kraft; so wandle ich als Mensch vernünftig, so leb als Christ ich tugendhaft; so dank ich dir in Ewigkeit für die mir hier verliehne Zeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 448 lick hin in die * vergangenen Zeiten, mein Geist, und sammle Weisheit ein um, frei vom Dienst der Eitel⸗ keilen, der Tugend dich al⸗ lein zu weih'n. Nur sie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück: Zufriedenheit. 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit vich seine Huld erquickt; doch dank ihm auch für jedes Lriden, das er dir liebreich zugeschickt.66 Denn. Alles/ was er am din dhnt, ist weisdg Astets, ist rmigantaul 3. Vergiß nicht, wie er dich beschützte, wenn sich Gefahren dir genaht; dir schenkte, was dir wahrhaft nützte, oft eh ihn noch dein Flehen bat; und wie er oft dir mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm be— gehrt. 4. Denk an die hingefloß⸗ nen Stunden, die der All⸗ liebende dir gab. Sind sie in seinem Dienst verschwun⸗ den, dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ist die hier verfloßne Zeit Ge⸗ winn dir für die Ewigkeit. 5. Doch blick auch voller Scham und Reue auf Fehler vor'ger Zeit zurück, und lern' aus ihnen beßre Treue und größre Sorge für dein Glück; so werden Fehler, die dich reun, selbst Mittel dir zur Weisheit seyn. 6. Ermanne dich, dies kurze Leben dem weisesten Gebrauch zu weih'n; es ward vom Schöpfer dir ge— geben, hier guten Samen auszustreun, der, reifend für die Ewigkeit, am Tag der Aernte dich erfreut. 7. Dann blickest du am Ziel der Zeiten mit Nuh' in das Vergangne hin, und freuest dich der Seligkeiten des Himmels mit entzück⸗ tem Sinn, der Wonne, die dort den umgibt, der hier Pflichten gegen uns selbst. uns du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Genügsamkeit und Zufriedenheit. Mel. Wie groß ist des Allmächt⸗ u klagst und 449 L fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst, du strebest glücklicher zu wer— den, und siehst, daß du ver⸗ gebens strebst. Ja, klage! Gott erlaubt die Zähren, doch denk im Klaͤgen auch zurück: ist denn das Glück, was wir begehren, für uns auch stets ein wahres Gluͤtk? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufrieden⸗ heit; die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit Genieße, was dir Goit beschieden, entbehre gern was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder hat auch seine Last. 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen stets mit weiser Hand; nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie ers heilsam fand. Willst Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Le⸗ bens Kräfte in träger Unzu⸗ vertheilt er schaff n sam wa tes Wi 2. Loos dankba Hand! zufried Loos n Munte nährt Sie b Gesche ist Gl ——4 ters& vertre wohl Denk wer f besser deine sritbenheit; besorge deines Stands Geschäfte und nütze deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dies ist der Weg zu Rah' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! In voriger Melodle. Intehre nicht, 450 8 mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertragen, und froh zu seyn, ist dein Beraf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die keine Klugheit hindern kann; schaff nur, daß sie dir heil⸗ sam werden, und bete Got⸗ tes Willen an. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden; nimm's dankbar aus der Vorsicht Hand! Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband! Sie gibt dir Munterkeit und Kräfte, und nährt und ftärkt sie väterlich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte und ihr Gebrauch ist Glück für dich. 3. Hat andern deines Va⸗ ters Segen mehr Güter an⸗ vertraut, als dir: darf dies wohl deinen Neid erregen? Denk, wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nützet, und deinen Nächsten frommt, als Genügsamkeit und Zufriedenheit. 35³3 du? Wenn er dich nährt, re⸗ giert und schützet: was feh⸗ let dann noch deiner Ruh? 4. Du prangest nicht in hohen Würden; beneide nicht der Großen Glück Sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward kein Ueberfluß gewähret! wünsch ihn auch nicht aus Selbstbetrug! Wer gern, was er nicht braucht, ent⸗ behret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich be⸗ darf, und mehr verliehn, laß eifrig sich mein Herz bestreben, die Unzufrieden⸗ heit zu fliehn. In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, dir ver⸗ traun, dich lieben, müss' ewig meine Wonne seyn. Mel. Wer nur den lieben Gott ch bin in meinem 45 1 0 Gött zufrieden mit dem, was er zu meinem Theil an Glück und Unglück mir beschieden: sein weiser Rath sucht stets mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß ich, daß er's treulich meint. 2. Er weiß allein, wo⸗ durch auf Erden sein großer Name für und für muß herr⸗ lich und gepriesen werden. Er⸗ Erreicht er diesen Zweck an mir, so bin ich ruhig und vergnügt mit Allem, wie ers nit mir fügt. 3. Muß mir die Freuden⸗ sonne scheinen, so dank ich fröhlich seiner Huld; muß aber ich in Trübsal weinen; so nehm ichs auch an mit Geduld. Denn das, was seine Weisheit ihut, ist Al⸗ les ewig recht und gut. Mel. Herr ich habe mißgehandelt 45²26 Scheint mir freu⸗ denleer das Leben, andenter mein Stand, mein Loos; ist mein höchster Wunsch, mein Stre⸗ ben, reich zu seyn, geehrt und groß: dann Lerfließen meine Sorn mir in Miß⸗ muth, Sorg' und Plage. 2. Lernt ich mäßiger be⸗ gehren, mäßiger im Wün⸗ schen seyn, jetzt genießen, dann entbehren: o wie glücklich würd' ich seyn! Meine Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen 3. Hober Stand und große Güter schaffen nicht Zu⸗ friedenheit: wahre Ruhe der Gemüther wohnt nur bei Genügsamkeit, die mit Weisheit sich verbindet, und ihr Glück auf Tugend grün⸗ det. 4. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser Va⸗ Pflichten gegen uns selbst. terhand; nicht, wie wir's 31 wünschen pflegen; nur wie er es heilsam fand. Auch mich hat er nicht vergessen; auch mein Theil mir zuge⸗ messen. 5. Ringet um der Tugend Willen, Brüder, nach Zufrie⸗ denheit Schwere Pflichten zu erfüllen, hilft nur Geistes⸗ heiterkeit. Gram, im Her⸗ zen tief verschlossen, macht zu jeder Pflicht verdrossen. 6, Laß mich, Gott, in meinem Leben xedlich meine Pflichten thun, still und kindlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf ew'ge Freuden stärke dann mich auch im Leiden! Streben nach Herzens⸗ 1* 14 und Gewissensruhe. In eigner Melodie. 453 M Seen Gründen in den fillsten bist, süßer Friede, finden, men trägt! Dein Reich ist nicht der Welt Getümmel; du herrschest segnend in dem du zu Himmel und in der Brust, Mensch, die für ihn schlägt. 2. Du weinst, o dich treffen schwere Leiden; du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du nicht ein Christ? Hier wei⸗ len Strebei ln Kam Mühen; der Paradiesespal⸗ ast du, E tobe fahren; lisches dre abe 45⁵ wissen: Andre ungefe Friede r8 Streben nach Herzens⸗ n Kampf und Streit und Rühen; willst du ins Land tes Friedens ziehen, so ler⸗ ne wo der Himmel ist 3. Nicht Alle, die zu Chri⸗ sus sich bekennen, nicht Alle, tie ihn Herr, Herr! nennen, sud würdig, auserwählt zu seyn. Drum suchen viele sulsch bin eden, in Gold und Ehre ihren Frieden, und ge⸗ hen nicht zum Himmel ein 4. Es ist und bleibt, wies mmer ist grewesen. Wer mag von Disteln Feigen le⸗ sen; und bringt der Dorn auch süssen Wein? Die Welt kann dir mit nichten geben, was sie nicht hat. Das rechte Leben hüllt still u frommer Brust sich ein. 5. In Gottes Gnade suche deinen Frieden. Wirst du das Götiliche behüten! dann hast du, was dich still erhält. daß toben Schrecken und Ge⸗ fabren; du kannst nur Himm⸗ lisches bewahren! Das An⸗ dre aber, das zerfällt. In eigner Melodie. 45. 4 Bia ich nur ein ruhiges Ge⸗ wissen: so ist für mich, wenn Andre zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dies sei mein Theil! Dies soll mir niemand rau⸗ ben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. und Gewissensruhe. 35 Gewinn, wenn meine Sünde schwei⸗ 3. Welch ein get und Gottes Geist in meinem Geiste zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Ruh', den Trost in meinem Leben, sollt ich für Lust, für Lust der Sinne geben? Dies lasse Gottes Geist nicht zu! Mag auch die Pflicht, — mich selber zu eenn die schwerste seyn! Sie ist's; doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt' in mir des Bösen Luß entbrennen, doch, Dank sei Gott: ich sch ützte mich! 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks er⸗ höhen? Ein rubig Herz ver⸗ süßt im Wohlergehn, mir jeden frohen Augenblick. 8. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stil⸗ len; im schwersten Kreuz mit Freuden mich ersüllen? Ein in dem Herrn zufried⸗ nes Herz. 9. Was gibt mir Muth, die Gütex zu verachten, wo⸗ nach so ängstlich niedre See⸗ len trachten? Ein ruhig Herz, dies größte Gut. 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm! Denn wer das Böse meidet, das Gu⸗ * Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 11. Im Herzen rein, hin⸗ auf zum Himmel schauen, und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch Glück, o Mensch, kann grö⸗ ßer sein? 12. Wenn Alles weicht, und du wirst sterben müssen; was kann alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Ge⸗ wissen macht ihn leicht. 13. Heil dir, o Christ, der diese Ruh empfindet, und der sein Glück auf das Bewußt⸗ seyn gründet, daß nichts Verdammliches an ihm ist! 14. Laß Erd' und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß über mir den Bau des Himmels brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. Weisfer Genuß der Lebensfreuden. Mel. Nun danket Alle Gott Ju, der so gern 455 D beglückt, gern Freuden uns bereitet, wie selig, wer von dir an Va⸗ terhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wann er zu dir sich hält, und nur Vergnügen sucht, das dir, o Gott, gefällt. 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er le⸗ bet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern er⸗ Pflichten gegen uns selbst. hebet: wenn er die Freuh kennt, dir näher, Gott, seyn, erstaunt, Macht und deiner Huld z freun! 3. Wie selig, selbst der Erde kleinre Freu⸗ den mit Maß und Weis⸗ heit wählt! Ihr Uebermaßh wird Leiden. Nach arbeil voller Müh' erquicket der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt endlich Ueber⸗ druß. 4. O gib, Allgütiger, gib daß auch meine Seele, wenn“ sie nach Freude strebt, ne jene Freuden wähle, die um dereinst gereun! Es schlage meine Bruft, durch Laster nie entweiht, reine Lust! 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht töd⸗ ten; die Unschuld müsse nie vor meinem Scherz erroͤ⸗ then! Nach treu vollbrach⸗ ter Pflicht darf ich der Ruh' mich freun; doch keinen Au⸗ genblick den falschen Freu⸗ den weih'n. 6. Vernunft und Tugend, seid Gefährten meiner Freu⸗ den! Dem Schwelger will ich nie sein kurzes Glück be⸗ neiden! Was mir an Reich⸗ thum fehlt, ersetzt Zufrie⸗ denheit: der frohste Sinn wohnt gern bei frommer keit sei wenn al nur für die sich deing de Häuslichkeit. 7. Der Tag der Grf ů mich; Leben Freud keit sei niemals ganz verlo⸗ ott, ten! Ich ward zum Dienst b deing der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Es stärke sich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht! 8. Nie soll durch meine Lust der arme Bruder lei⸗ tben! Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! Ist er ver⸗ „lebt: wohl mir, wenn er mich nie gereut! Nie scheid er ohne Dank, für den, der mich erfreut! r, gib „wenn „ nie ie uns chlage Laster ür die Mel. Mache dich mein Geist bereit 456 iele Freuden streust du hin auf den Weg des Lebens. Schöpfer, diesen Vatersinn, zeigst du nicht vergebens. Du erfreust unsern Geist, ö mich t töd⸗ se nie um ihn anzutreiben, stets errö⸗ dir treu zu bleiben. Hrach⸗ 2. O wie schön ist deine Ruh' Welt und wie reich an Se⸗ Au⸗ gen! Nur ein Thor, dem Freu⸗ nichts gefällt, sinkt dem Gram entgegen. Was ist zend, Noth, was der Tod, gegen sreu⸗ so viel Gaben, die den will Weisen laben. be⸗ 3. Uns, o Gott, gabst eich⸗ du Gefühl für den Reiz der frie⸗ Erde, daß der Lauf zum zinn hohen Ziel uns erleichtert mer werde; und auch ich freue mich; denn du hast mir ich⸗ Leben und Gefühl gegeben. keit Weiser Genuß der Lebensfreuden. 357 4. Doch ich soll des Le⸗ bens Lust menschlich nur ge⸗ nießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschlie⸗ ßen. Deine Hand gab Ver⸗ stand, Triebe zu beschränken, die zum Bösen lenken. 5. Nie darf das Vergnü⸗ gen mich meiner Pflicht ent⸗ locken; nie mich, Vater, ge⸗ gen dich und mein Heil ver⸗ stocken. Wer vergißt, was er ist, und nur thierisch le⸗ bet, steht einst da und bebet. 6. Ach, wie mancher hängt sein Herz fest an Erdenfreu⸗ den! Und wie tobt in ihm der Schmerz, wenn sie von ihm scheiden! Gott, laß nie mich an sie ganz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen. 7. Wilde Freude kann gar leicht die Gesundheit schwächen. O wie wird sich, wenn sie weicht, das Ge⸗ wissen rächen! Steh mir bei; Gott, verleih, daß, wenn ich erkranke, doch mein Trost nicht wanke! 8. Nur ein mäßiger Ge⸗ nuß stärkt des Lebens Kräf⸗ te; er verscheucht den Ueber⸗ druß, fördert die Geschäfte, und mein Geist, der dich preist, wird dabei getrie⸗ ben, ewig dich zu lieben. 9. Gib denn, daß ich weise sei, wenn mir Freuden winken! Laß mich nie, dir ungetreu, in den Taumel sin⸗ 64˙ 358 finken! Leite mich, daß ich dich auch in Freuden ehre, und mein Heil nicht störe! 10. Alle Lust der Sinn⸗ lichkeit wird vorüberfließen; nur, was Geist und Herz erfreut, werd ich stets ge⸗ nießen. Guter Gott, laß im Tod, wenn die Sinne schwinden, mich dies Glück empfinden. Me. Gott des Himmels und is der Tod ihm 457 B winkt zum Grabe, danke seinem Gott der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, ver⸗ liehen ist, der auch nie sie frech emweiht, immer sich in Unschuld freut. 2. Er verzehret seine Kräfte nicht in unzufried⸗ nem Sinn: unter nützli⸗ chem Geschäfte fliehen seine Tage hin. Heitrer glänzt sein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Taumel srennet, bleibet von dem Ehristen fern, dessen heitrer, fester Muth auf der Tugend nur beruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände, und die Erde freudenleer ihm vor seinen Augen stände, Hoff⸗ nung flieht ibn nimmer⸗ mehr; muthvoll geht an Pflichten gegen uns selbst. ihrer Hand er ins he Vaterland. 5. Stärke, Gott, a meine Seele, daß sie zum Guten neigt; ch daß ich den Pfad erwah den mir Jesu Lehre zeißh Nichts stört meinen heilnn Sinn, wenn ich fromh und weise bin. Mel. Mein erst Geschaft sei Nuih Dun unser Gah 458 Ouns Leben gah des wollen wir uns freuen und von der Wiege l ans Grab ihm unsern Dall erneuen. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dlesen Welt das Leben, verheißen, nach dem Tod der Wonne mehr zu geben. 3. Die Frühlingswärne haucht sein Mund und Kühlung wehn dle Wogen. Am Himmel zeugt von sei⸗ nem Bund der schöne Re⸗ genbogen. 4. Und Gärten, Walder, Berg und Flur verkünden seine Gnade. Wir finden seiner Güte Spur auf jedem unstrer Pfade. 5. Drum können wir bei frommem Fleiß getrost auf und hall genom den u dereins der se tiefen unfer jenen schwi wenig Das traun Schli % 9. den E decket mern Gott Gedi Me Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten, 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Goll 9 1 bah tt, 00 5fsie s6 3 erwähh e zeigs heinn from sei Prih er Gah en gah! freuen, ge hl rn Dall Freude dieset und hal m Toh geben. wärme und Wogen. on sei⸗ e Re⸗ Lälder, künden finden jedem ir bei t auf eitrer hweiß Irten. n win Goll V genommen, und ähnlich wer⸗ den unserm Herrn, zu dem dereinst wir kommen 7. Wir schaun die Wun⸗ der seiner Hand aus unsern tiefen Fernen, und wissen: unser Vaterland ist über jenen Sternen. 8. Auf unserm Leben schwimmt, wie Schaum, ein wenig Müh' und Kummer. Das Leben ist ein Morgen⸗ traum, der Tod ein kurzer Schlummer. 9. Wir sinken freudig in den Staub, der unsre Väter decket, und gönnen Wür⸗ mern ihren Raub; weil Gott uns auferwecket. Geduld und Gelassenheit im Leiden. Mel. Was mein Gott will Rott, immer groß 459 8 anweiser uld, du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch sie verhängst du über mich nach ewig weisen Schlüs⸗ sen; sie werden mir, trau ich auf dich, zum Besten dienen müssen. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele meiner Freuden, verkenne deine Vaterhuld, vermehre meine Leiden, vergeß' oft des Be⸗ rufes Pflicht und quäl mich jeden Morgen, beim Mangel Jeduld und Gelaffenheit im Leiden. 359 froher Zuversicht, mit im⸗ mer neuen Sorgen. 3Mein banges, unruh⸗ volles Herz, unfäbig sich zu fassen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmerz ganz trostlos überlassen, bekäm⸗ pfet seinen Kummer nie; wünscht zwar, ihn zu ver⸗ mindern: und sucht doch, ohne Fleiß und Müh', und umsonst ihn zu verhindern. 4. Du, Vater, weißt, was mir gebricht, du ken⸗ nest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden! Die Last, die du mir auferlegt, kann mich nicht niederdrücken; wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. 5. Golt, deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich ganz dir weihet; du rettest, tröstest, segnest gern den, der sich ihrer freuet. O laß mein dir ergebenes Herz auf diese Hülfe sehen: so werd ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, bestehen! Mel. Jesus, meine Zuversicht 460 Sie deine Thrä⸗ nensaat, from⸗ mer Dulder, hier im Glau⸗ ben! Noch so dunkel sei dein Pfad: Lasse dir den Trost nicht rauben, daß nach die⸗ ser 360 Pflichten gegen uns selbst. ser Dunkelheit dich ein hel⸗ les Licht erfreut! 2. Ausgerungen haben schon Viele, die im Glauben litten. Sieh', sie stehn vor Gottes Thron; ihre Krone ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger seyn, und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Va⸗ ters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich träget. Väter⸗ lich ist sein Bemühn, dich zum Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer kränket. Gott ist Vater mild und gut: Lieb ist Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelassen⸗ heit, Unterwerfung und Ver⸗ trauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh hernieder schauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht 6. O dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier geflossen! Wie ein Strom von oben her, wird dann Trost ins Herz gegossen, und vor dem verklärten Blick schwebt des Himmels ew'ges Glück. 7. Drum sei, Dulder, unverzagt, harr' in deiner Nächte Grauen! Wann du große Morgen tagt: wi du die Gefilde schauen, ist di dem Sieger offen stehn; di die Krone winken sehn. 8. Dort verschwindet al les Leid, wie der Nebel vun der Sonne; vor dir lieg die Ewigkeit und das heille Land der Wonne. In de Heimath gehst du ein, ewiz selig da zu seyn. Mel. Wer nur den lieben Gott! 5 461 WIaE fre udig den. Dies glaͤube fest und nur au murre nicht! Am Ende folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnenlicht. Drum dulde 6. 3 dir Leid Tugend durch si mit Gelassenheit und Muth den, inn die Leiden dieser Zeit! rührt. 2. Durch Leiden will dich heit, Gott bewähren! entwöhnen, selbsten 7 von der Lust der Welt, zur Weisheit leiten und dich leh⸗ Väler ren, mit Ernst zu thun, was Zucht ihm gefällt, du sollst mit sollst kindlichem Vertraun auf ihn wandel und seine Hülfe schaun.(Lsteef 3. Wirst du bei lauter der P. Erdenfreuden. und in des der II Glückes Sonnenschein so 8. leicht der Thorheit Bahn und V vermeiden? so gern der Riden Sünde Lockung scheun? ohne Wird nicht, wenn nie ein auch Schmerz dich rührt, dein Bahn schwaches Herz gar leicht einst verführt? Ruh' 4. Was, ann z, 4. Was predigt stärker wif dir die Lebre: Vergänglich en, ist die Lust der Welt! als hn zoin wenn in Trübsal manche Pu. zähre herab von deinem et all Mige fällt? Was lehrt dich el vel mehr Abhängigkeit, mehr r lieh!“ Demuth, Gottergebenheit? 5. Wenn alle deine Stü⸗ In del ten brechen, auf welche sich „ewig dein Arm gestützt, wenn Krankheit, Gram und Schmerz dich schwächen, und en Get MNacht und Neichthum dich ig sind nicht schützt: dann lernst du de Lei. freudig Gott vertraun, und st und nur auf seine Hülfe baun. Ende 6. Ja, der Allweise schickt 3. auf dir Leiden, damit er dich zur folht Tugend führt; schafft dir dulde durch sie selbst künft'ge Freu⸗ Muth den, indem er dein Gewissen „rührt. Verehre seine Weis⸗ ll dich heit, Christ, die strafend öhnen, felbst noch Güte ist! / zut 7. Gott will, wie gute ch leh⸗ Päter handeln, durch weise was Zucht dich auferziehn; gut 1. mit sollst du und unsträflich if ihn wandeln, die Welt und ihre Luste fliehn, dich bilden in auter der Prüfungszeit zum Leben des der Unsterblichkeit. so 8. So nimm in Demuth Zahn und Vertrauen den Kelch des der Leidens willig an, und walle un? ohne Furcht und Grauen en auch auf der allerrauhsten dein Bahn! Ihr Ende wird dich eict einsi erfrenn, und Wonne, 595 Rup' und Friede seyn. Geduld und Gelassenheit im Leiden. 361 Mel. In allen meinen Thaten 462 V hab' in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl: so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Le⸗ ben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich er⸗ geben: nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertraun, und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sün⸗ den erkennen und bereun! Jetzt hat mein Geist noch Kräfte: sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird Q Al⸗ Alles lenken: 362 und was mir gut ist, wird geschehn. Mel. Allgegenwärtiger, ich 463 J Trübsal, ö Christ sei unverzagt! Wann Schwer⸗ muth an dein Herz sich wagt, erheitre dein Gemüthe; du weißt, auch dich liebt väter⸗ lich der Vater aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr; dein Gott schickt dir es zu, und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Gnad und Segen. 3. Der dich in Jesu herz⸗ lich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der Seele: weckt dich, daß nicht zu dei⸗ ner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. 4. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermuth; er⸗ flickt der Wollust wilde Gluth; bricht die Gewalt der Sinne; erweicht das Herz, daß Andrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld; erhöht den Werth von Gottes Huld: ftärkt mächtig dein Ver⸗ trauen; lehrt im Verlust dich nun mit Lust aufs Un⸗ sichtbare schauen. 6. Der Leiden Zucht er⸗ hebt dich steis zu größrer Pflichten gegen den ächsten. Andacht des Gebets u stärket deinen Glaubg Weit minder kann Verst seiner rung dann dir deine Kin rauben. 7. Zwar stört das Rn oft deine Rub'; mit bansh Thränen säest du und un dit viel Beschwerden. Chrih hoffe doch! es wird dir n zur reichen Aernte werdil 8. Verschmerzt ist bald irdisch Leid; kurz ist der I genblick der Zeit; doch ewih i ewig währet dort dein 00% ö nuß ohn“ Ueberfluß, uh 9—9 der Geist begehret. Auch bleibet stets dih Galt getreu; steht dir alt Vater liebreich bei; sorgs daß er dich erquicke. E schafft dir Rast, daß dein Last dich nie ganz nieden drücke. 10. Verbirgt er auch seh Angesicht, dies raube deinni Muth dir nicht! Gott kann. sein Kind nicht hassen. Bun ihn nur liebt, sich ihm ergibh, den wird er nicht verlassen, 11. Durch Trübsal sind zu aller Zeit die Frommenin die Herrlichkeit, gleich Jesy eingegangen. Denkst denn nur du, in träger Ruh' di +* zu erlangen? Demüthige dich leich als sie; Ileich ihnen et und zage nie; dem Gott erhört dein Flehn Bald weicht dein ü l fse. Er aß dein niede⸗ nuch seh e deinen ott kam n. Ver ergibt, rlassen. sal sind nmenin ˙Jstx denn uhꝰ di dich ihnen denn Flehn j 0 sel Geduld und seiner Zeit wird dich dein Gott erhöhen! Mel. Herzliebster Jesu Zin Herz, o Gott 464 CE in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schul⸗ dig. Laß mich die Pllicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wann wir das Böse dulden, er⸗ dulden wir nur unsrer Thor⸗ heit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient be⸗ kommen, Trübsal der From⸗ men. 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwel⸗ gers Schmerz, des Neids vermißte Freuden, des Chri⸗ sten Leiden? 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, und die nun büßen ihrer Thorheit Freu⸗ den, christliches Leiden? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir Helassenheit im eiden. sie uns, die Misseihat zu hassen, züchtigen lassen. 7. Streb ich nur nach dem Frieden im Gewissen: wird Alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was siand gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden 2 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Christ gelassen leidꝰ und dulde; sonkann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, dies stärket unsre Herzen mitten in Schmer⸗ en. ů 11. Schau uͤber dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! Wer spricht: bis hierher, zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, dein bester Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen: allein du wirst, was seine Wege wa⸗ ren, nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, da⸗ mit wir zu ihm nahen, die Q 2 Hei⸗ 36⁴ Pflichten gegen uns selbst. Heiligung des Geistes zu empfahn, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfah⸗ rung; Erfaͤhrung gibt dem Glauben Muth und Nah⸗ rung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste. Mel. Wer nur den lieben Gott 465 G² ist der Herr, die Berge zit⸗ tern vor seiner Gottesma⸗ jestät, wenn er in dunklen Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in vollen Wolken auf das Land. 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der letzten Sonn' hinaus, herrscht sein Gesetzz als Va⸗ ter waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. 3. Was dich auch drückt, mein Herz, er rettet! Ver⸗ traun zu ihm ist deine Pflicht. Er, der den Wurm im Lager bettet, der Gött verläßt den Menschen nicht. Der so viel giebt und mehr verheißt, erhebe dankend ihn, mein Geist! 4. Vergiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn In trauervollen Mitternächlen ist dir der Ewige nicht fern Mit deinen Leiden, deinen Harm wirf seiner Huld dih in den Arm! 5. O schwinge dich empor vom Staube, verfinflem deine Tage sich; zu ihm blit auf, und bet und glaube; versagend selbst erhört a dich; doch nie enthüllt de Ungeduld das heil'ge Dun⸗ kel seiner Huld! 6. Gott fehlet nicht! 9 Seele, thue, was dir ge⸗ bührt, sei fromm und gul Versage dir nicht diese Ruhe; aus ihr erwacht der hohe Muth, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, tröstet, hebt und schirmt. 7. Vertraue Gottes Va⸗ terhänden, wenn er den frömmsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime deiner Ewigkeit. Mel. Wann mein Stündlein ir trocknen un⸗“ 466 W ab: erhebet euch, Gefühle! Wir schauen vorwärts auf das Grab, und weiter hin zum Ziele; und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Tod, wir wollen nicht verzagenl 2. Und blein nun⸗ änen ühle! auf hin uns aus 1 Tod, gen! Und 2. Und wären wir auch noch so arm und hätten nichts als Sorgen, und Mängel, Blöße, Frost und Harm, und ach! kein Brod für morgen; zur Weisheit führt des Lebens Noth, und Glück und Fülle bringt der Tod; wir wollen nicht ver⸗ zagen! 3. Und wären wir auch noch so krank; zur Tugend führen Schmerzen. Für je⸗ des Leiden Preis und Dank! Erhebt euch, bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück; wir wollen nicht verzagen! 4. Wir blicken auf so man⸗ ches Grab geliebter Men⸗ schen nieder, und manche Thräne rollt herab; doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, sie sind im Vater⸗ land. Was hier zerstäubt, war nur Gewand. Wir wollen nicht verzagen. 5. Sie wandeln dort auf höhrer Bahn, sie blühn in neuer Jugend: wie frei ist nun ihr Geist von Wahn, wie lauter ihre Tugend! Drückt uns auch mancher heiße Tag! sie gingen vor, wir kommen nach. Wir wollen nicht verzagen. 6. Das Leid, das schmerz⸗ lich uns zerreißt, veredelt die Gefühle, es stärkt und läu⸗ tert unsern Geist, und führt Geduld und Gelassenheit im Leiden. 36⁵ empor zum Ziele. Wir trock⸗ nen unsre Thränen ab, und schauen über Tod und Grab, und wollen nicht verzagen. Mel. Jesus meine Freude 467 Fbrist, aus dei⸗ nem Herzen banne Gram und Schmer⸗ zen! Fasse neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drück⸗ et: Gott ists, der es schick⸗ et, was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: doch wirds Gott wohl machen. 2. Ist der Himmel trübe; wankt der Freunde Liebe; stehst du wie verwaist, schreckt mit jedem Tage eine neue Plage den bedrängten Geist; weicht das Glück auch stets zurück; scheints dich nie mehr anzulachen: doch wirds Gott wohl machen. 3. Bürden abzunebmen; dazu dient kein Grämen: Gram sei dir verhaßt! Un⸗ geduld macht Bürden, die dir leicht seyn würden, erst zur Felsenlast. Zagend Herz, besieg den Schmerz! Drückt die Bürde gleich den Schwa⸗ chen: doch wirds Gott wohl machen. 4. Du führst Christi Na⸗ men; treu ihm nachzuah⸗ men, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und O 3 der N0 360 der Himmel bricht! Der steht fest, wer Goltt nicht läßt. Laß rings um dich Wetter krachen: doch wirds Gott wohl machen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seines Kampfs empfängt. Nur nicht selbst verschuldet, und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Steh als Held vor aller Welt! Mag sie deiner Hoff⸗ nung lachen; doch wirds Gott wohl machen. 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, Gokt getreu zu seyn. Stets, im Tod und Leben, bleib ich ihnt ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stels mein Ziel! Er weiß alle meine Sachen ewig wohl zu machen. In eigner Melodie. 468 S'ut⸗ es gleich bisweilen scheinen, als verließ der Herr die Seinen: auch im Sturm und Finsterniß glaub ich, doch; er hilft gewiß! Wird die Hülfe gleich erschöben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist; hilft er doch, wanns nö⸗ thig ist. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wornach ihre Kinder streben? Weis' ist Gott, ich Pflichten gegen uns selbst. harre still; er gibt, wam und wie er will. 4. Kann ich, ist die Nolh am größten, mich doch na⸗ her Hülfe trösten: er ist ge⸗ gen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt 5½ Laß den Feind mir bange machen: Gott, mein Schutz, wird für mich wa⸗ chen! Schwer sei meines Krenzes Joch; Goltt, men . 2 lebet noch. Fließt so manche silh Ilrdne wenn ich mich nach Ruhe sehne; jede, die melh Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 7. Werd' ich gleich ver⸗ folgt vom Neide; leb' mit Bösen ich im Streitez folgl Lästrung nach: Gott tilgt alle Roth mir Spott und und Schmach. 8 Will mich auch die Welt vertreiben, Krieg, und die Palme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das Eille lassen; muß mir doch der Himmel bleiben,⸗ Dort folgt Ruhe nach dem Fürst und Beitler 2—— — muß erhlassen; Glück ver⸗ schimmert', führt den Dulder aus der Noth. ů̃ 10. Ach Herr, wenn ich dich nur babe/ fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich dein 22 * und der Tod men? stun no den neh den 16 schon E legt ine V2.— dieses einst al gegeben mit v ich sie, verlass 3 Seel' mein: mir g ihm w hin, p 940 Welz ein In eigner Melodie. 469 Weni solltꝰ ich mich denn grä⸗ men? Hab ich doch Chri⸗ stun noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beige⸗ legt im Glauben? 2. Nichts bracht' ich in dieses Leben, da es mir einst allhier ward von Gott gegeben. Nichts nehm ich mit von der Erde, wann ich sie, nach viel Müh, einst verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib Seel' und Leben ist nicht mein: Gott allein hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb ichs hin, preise ihn, blick aufs besire Leben. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt her⸗ ein Angst und Pein: sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wirds auch wen⸗ den; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei gu⸗ ten Tagen oft ergötzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder! Nie zu schwer züchtigt er seine treuen Kinder! 6. Stolz, Haß, Neid und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spolten. Laß sie Geduld und Gelassenheit im Leiden. 367 spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, seinem Gott ver⸗ trauen. Was sollt' er zu schmerzlich finden? Selbst den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Kann mich doch der Tod nicht tödten, nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen; endet die⸗ ses Lebens Leiden, und gibt mir einst dafür alle Him⸗ melsfreuden. 9. O dann wird an hö⸗ hern Schätzen Geist und Herz frei von Schmerz, ewig sich ergötzen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt, sie enthält Güter, die verschwinden. 10. Sind nicht dieses Le⸗ bens Güter Unbestand, eit⸗ ler Tand, Lasten der Gemü⸗ ther? Dort, dort sind die edlern Gaben: denn mein Hirt, Christus, wird dort mich ewig laben. 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, du bist mein, ich bin dein! Nie⸗ mand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu Gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Her⸗ Q 4 zen 36 Pflichten gegen uns selbst. zen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. In eigner Melodie. 470 as Gott thut, das ist wohl⸗ gethan! Voll Weisheit ist sein Wille. Ihn bete ich in Demuth an, und halt' ihm kindlich stille. mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen; er füh⸗ ret mich auf rechter Bahn zum seligsten Vergnügen. Trost und Geduld gibt seine Huld: er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; wenn ich mir selbst nicht helfen kann, wird er mir Hülfe schenken. Ja seine Treu' ist täglich neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich er⸗ Er ist. scheinet, wie treulich er ei meinet. 5. Was Gott ihut, daz ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken; weil mich zuletzt mein Gott ergötzt miu süßem Trost im Herzen: da⸗ weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die xauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben: so wird Golt mich doch väter⸗ lich in seinem Schutz erhal⸗ ten. Drum laß ich ihn nur walten. In eigner Melodie. 471 Wo mein Goll will, gescheh allzeit! Sein Will ist sleis der beste. Zu helfen ist er dem bereit, der an ihn glau⸗ bet feste. Der treue Golt hilft in der Noth und züch⸗ tiget mit Maßen. vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlassen. 2. Er ist mir Trost und Zuversicht, Ruh', Hoffnung, Freude, Leben; drum, was er will, dem will ich nicht un⸗ muthig widerstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezäblet! Des Höchsten —— Macht, die für mich wacht, gibt Wer ihm terkei in eil komm gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Wann es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen: so will ich voll Ergebenheit in seinem Rath nich fassen. Dir, Gott, befebl' ich meine Seel' in meinen letzten Stunden: dein Sohn, o Gott, hat Höll' und Tod für mich auch überwunden. Mel. Wer nur den lieben Gott as ist mein Le⸗ 472 W ben auf der Erde? Ein Wechsel ist's, von Freud und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde mein Wohl und meine Hei⸗ terkeit; hier wohn' ich noch in einer Welt, die kein voll⸗ kommnes Glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o err, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil; und stehst nach dei⸗ ner Vatertreu mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelassen sie ertrage und machest endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufried⸗ ner Dank, auf Klagen fro⸗ her Lobgesang. 4. Erwarte nicht beständ'⸗ Geduld und Gelassenheit im Leiden. 369 ge Freuden, mein Geist, in deinem Uebungsstand; denn bleibst du frei von allen Lei⸗ den, wie würde deine Treu' erkannt? Vollkommne Ruh' und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so kummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Trost: er schüßt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es seyn! Ruf in Gefahren ihn gläubig nur als Helfer an! Er weiß dich mächtig zu be⸗ wahren, und da, wo nie⸗ mand helfen kann, fehlt ihm die Kraft, zu helfen, nicht! Dieß stärke deine Zuversicht! 7. Besiehl dich seiner Vaterpflege; hoff' und ver⸗ trau ihm allezeit! Auch auf dem allerrauhslen Wege sieh fröhlich hin zur Ewigkeit, da wirst du frei von aller Pein, ganz selig ganz zu⸗ frieden seyn. 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir; dies stärke mich! Wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getrost als Christ! Q 5 In In eigner Melodie. 473 O Herr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen Willen mein, und was du thust, seyn! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiger Werke, Was zag', ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, und was du schickst, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse mir theuer keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehrts mein ewig Heil; so bleibe nur dein Trost mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh' nicht meine Schuld: so zag ich nicht. Du gibst Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst ru, denn du hörst mein Flehn, Pflichten gegen den Nachsten. mir dennoch eine Hülf' ar⸗ sehn. 7, Vielleicht muß ich nah wenig Tagen sterben. Hen, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser i im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich seyn) Mel. 474 Won ists, daß ich mich quäle? Harr' Seiner, meine Seele haxr, und sei unverzagtl du weißt nicht, was dir nützet; Gott weiß es, und Gott schützet, vt der nach ihm fragt. In allen meinen Thatet er schütßet „Er zählte meine Tage, ö mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die verboͤrgen, beschieden, das dient zu mei⸗ nem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Er⸗ den, um glücklich hier zu leinste meinet Sorgen ist dem Gott nicht der Alles sieht und hält; und was er mir — werden; die rust der Well vergeht Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, mein Geist, besseht. 5. Was dieses Glück ver⸗ mebret, sei mir von dir ge⸗ währet! Gott, du Eihe wie Ich lebe hier, im Mel. 47 nacht ten, Vate wird te, d den Wiz neb Bli⸗ mei und es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schätzet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Kran⸗ heit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwe⸗ rer Haß und Spott: so harr ich, und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wider⸗ fahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich! Mel. Schon ist der Tag von Gott ö enn gleich aus 475 Wẽ tiefer Mitter⸗ nacht Gewitter um mich bliz⸗ ten, so zag' ich nicht, mein Vater wacht, er wacht und wird mich schützen. Die Gü⸗ te, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie verließ, die wird mich nie verlassen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. Er sandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh des Ewigen vergeffe. 3. Gesegnet sind die Lei⸗ den mir, die mich der Welt entziehen; mich lehren, Golt, allein zu dir nach Geduld und Gelassenheit im Leiden. 371 Trost und Hülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst dut meinem Blick der Sonne sanftes Licht zurück, das Dunkel mir verhüllet. 4. Wie will ich dann vom Schmerz befreit, Herr, dei⸗ ne Huld erheben; wie freu⸗ dig dir selbst für das Leid, Lob, Preis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertraͤu'n, und ihre Hoff⸗ nung auf ihn bau'n! Nie werden sie zu Schanden. Mel. In allen meinen Thaten ill mich, o 476 Wéĩ Gott, hie⸗ nieden des Lebens Last ermü⸗ den, so stärke meinen Geist! Wann mich die Leiden krän⸗ ken, so laß mich wohl be⸗ denken auch das sei gut, was Trübsal heißt! 2. Nicht ewig soll sie wäh⸗ ren: oft werden unfre Zäh⸗ ren schnell von dir abge⸗ wischt. Und seufzen wir: wie lange ist meiner Seele bange! so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Du wendest solche Bür⸗ den, die uns erdrücken wür⸗ den, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft zu tragen, die deine Hand uns selber gab. Z. Dein väterlich Bemü⸗ hen will deine Kinder ziehen, zu thun, was dir gefällt. Q 6 Du Vater; du ihn betrübest, 372 chen, den eignen Willen brechen, und bilden für die bessre Welt. 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glaͤuben und Ge⸗ duld; das, wenn uns Feinde hassen und Freunde uns ver⸗ lassen, wix stets vertrauen deiner Huld 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, dei⸗ nen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 7. Zu jenem bessern Leben willst du auch mich erheben! der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib ver⸗ wesen, wird doch mein Geist genesen, er eilt zu seinem Schöpfer hin. 8. O drücke meinem Her⸗ zen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dies doch aufs tiefste gin: der, den du, liebest, kann, wenn doch nie⸗ mals unglückselig seyn. Allgemeine Men⸗ schenliebe. Mel. Schwing dich auf zu 477 Holg beilig ist das Band, das die Menschen bindet; ist geknüpft von dessen Hand, Pflichten gegen den Nächsten. Du willst die Lüste schwä⸗ der die Welt gegründet; ist geknüpft, daß besser mir seine Welt gefalle! Einen Schöpfer haben wir, Einen Vater Alle! 2. Einen Vater; Einen Gott, der uns Alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet; de nicht nur mit Freundlichkeit schaut auf Fürstenthronen, der auch segnet und erfreut, die in Hütten wohnen. 3. Wohl mir! Auch auf mich, sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und herzlich sollen wir uns ein⸗ ander lieben; wohlthun, Elend mindern hier, keinen je betrüben. 2. Und ich fühlte keinen Schmerz bei des Bruders Leiden? Kalt⸗ und fühllos blieb mein Herz bei des Bru⸗ ders Freuden? Und es sollt' in meiner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt! ich dann wohl Gott mit Lust meinen Vater nennen? 5. Brüder, nein, dies Herz soll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg' euch versüßen: Alle, Alle leben wir, um uns zu be⸗ glücken; und ihr seid nur theuer mir, wenn euch Lei⸗ den drücken. 6. Immer will ich, 2 1 und Müh' liebreich ich kann, sie euch helfen tra⸗ gen; kann ich's nicht, euch trösten dann, trösten mit euch klagen. Dann sollt ihr an meiner Brust euren Gram verweinen, bis die Sonne neue Lust euch ins Herz wird scheinen. 7. O gewiß, dann werdet ihr froh den Vater preisen, und auch Dulden gern mit mir hülfreich euch erweisen; werdet, süßer Trost! auch mich, wann mich Leiden drü⸗ cken, mitleidsvoll und brü⸗ derlich trösten und erquicken. Mel. Jesus meine Zuversicht 478 llen Christen und auch mir hat der Herr dies vorge⸗ schrieben: euren Nächflen sollet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben! Heilig sei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Va⸗ ters, Brüder, die er huld⸗ reich All' erhält: Alle Ei⸗ nes Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtsruf Alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er Allen uns gegeben, und auch Eine Hoffnung nur: Hoffnung auf ein beßres Leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns Allgemeine Menschenliebe. 373 entzwein? Lieblos uns ein⸗ ander hassen? Uns, zu un⸗ srer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Näch⸗ sten ist, ist fürwahr kein Mensch, kein Chrift. 5. Was wir auch aus Got⸗ tes Hand reichlicher, als An⸗ dre, haben: Ansehn, Reich⸗ thum, hoher Stand, Leibes⸗ kräfte, Geistesgaben, Alles dies befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 6. Nein, der Gaben Un⸗ terschied knüpft das große Band auf Erden, und wohl dem, der sich bemüht, nütz⸗ lich, wie er kann, zu wer⸗ den; sich der Menschheit Dienst zu weihn, auch im Kleinsten treu zu seyn. 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an An⸗ drer Freud' und Schmerz Antheil nehm' und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. 8 Diesem großen Men⸗ schenfreund laßt uns Alle ähnlich werden, daß wir hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden dort verklärt, auf ewig sein, seiner Lieb' uns ganz erfreun! In eigner Melodie. 479 enschenfreund, nach deinem 27—— Bil⸗ 37⁴ Bilde, bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig auch mich zur Güte hin! Unwerth wär' ich, dich zu kennen, liebt' ich meine Brüder nicht; dir zu nennen, wich ich von der Liebe Pflicht! 2. Wo du, Jesu! Men⸗ schen nahtest, folgte Wohl⸗ thun deiner Spur; wo du, segnend Gutes thatest, in den Hütien, auf der Flur, an dem Lager kranker Brü⸗ der, wo du je nur hinge⸗ blickt,kehrte Freud und Hoffnung wieder, und die Menschheit ward erquickt. 3½ Menschenfreundlichster von Allen, keinen hast du je verschmäht Wer verirrt war und gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. 4. Brüder, kommt in meine Arme; wer da leidet, ruhe hier! Wenn ich sein mich nicht erbarme, wende sich mein Gott von mir! Ohne Liebe ist kein Leben; liebend nur gleich ich dem Herrn; sein Verschonen, sein Vergeben, o mein Herz, stets üb' es gern! 5. Ob mich auch mein Nächster kränket; Jesus denk ich, litt wohl mehr. unwerth, mich nach Pflichten gegen den Nächsten. Ob er Böses vor mir denket: besser will ich sein, als er. Wenn mir jemand Gram bereitet; sein Verstand, und ich reich' ihm, wenn er gleitet, den⸗ noch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weihn! O es schafft so süßen Frieden, Dank und Lohn nur ringet, hat schon seinen Lohn da⸗ hin: wen das Herz zur Liebe dringet, ärntet dauernden Gewinn. 7. Zwar der Wehmuth Zähr' entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segeis seiner Güte freut er einst sich, wär's auch spät; endlich, Heil uns' steigt zur Blüthe, was die Liebe ausgesät. Mel. O Gott, du frommer Gott · 48060 mir, o Gott, — ein Herz, das jeden Menschen, liebet, bei irrt vielleicht nur wohlzuthun und zu erfreuen? Wer nach seinem Wohl sich freut, bei ö seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eingennutz und Neid und Härte flieht, und sich um Anderer Glück als um sein Glück bemüht! 2. Seh' ich den Dürfli⸗ gen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir ihn m V 2. 8. ihm hülfreich mitzutheilen: nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seynz und mich verehrt zu sehn; nein Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottes⸗ dienst! Auch unbemerkt von ihnen, müss' Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen! Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Bruͤdern thu', das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kum⸗ mer Andre flärkt: nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam seyn, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht kränke nie mein Mund des Nächsten Ruh: er rühme sein Ver⸗ dienst, deck' seine Fehler zu! 6. Die Rach ist dein; o Gott, du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich slille seyn, wenn Menschen auf mich schelten! Gib, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht Allgemeine Menschenliebe. 37⁵ allein auf zeitlich Wohl⸗ ergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen! Noch stärker müsse mich sein ewig Glück er⸗ freun; noch mehr sein See⸗ lenheil mir angelegen seyn! 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu be⸗ stärken: den, der noch sicher ist bei seines Fleisches Wer⸗ ken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn! 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe, durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Him⸗ mel ein. Laß diese Wahr⸗ heit, Gott, mir stets vor Augen seyn! Mel. Wer nur den lieben Gott 481 V'ringt laßt uns Gutes wirken! O Christen, füget Hand in Hand! Es schlin⸗ ge sich um unsre Herzen der Menschenliebe sanftes Band; und jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Ang' im Tode bricht. 2. Wir sind ja Eines Va⸗ ters Kinder, in jedem Stan⸗ de vor ihm gleich; sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm sein, oder reich. In Eintracht sollen wir 376 wir uns freun, einander Hülf' und Beistand seyn. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Men⸗ schenwohl auch unser Herz! und leidet irgendwo ein Armer, gemildert sei durch uns sein Schmerz. Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöbet unser eignes Glück. 4. O Wonne, Menschen glücklich machen! O Won⸗ ne, Menschen glücklich sehn! Durch sie wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch ein⸗ mal so schön. Ja, eine freu⸗ denxeichre Pflicht, als Men⸗ schenliebe, gibt es nicht. 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Men⸗ schenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes und ver⸗ kündigt den Lohn der Men⸗ schenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt; du sä'test für die beßre Welt. 6. Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der wahren Menschenliebe weiht, der streut zu einer reichen Ernte den Saamen für die Ewig⸗ keit. O laßt uns diesen Saamen streun! O laßt uns Menschenfreunde seyn. Mel. Auf, Christenmensch ö(a) o Jemand 482 S spricht, ich liebe Gott! und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, Pflichten gegen den Nächsten. und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb' und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben einen Golt und Herrn, sind Eines Lei⸗ diene bes Glieder: drum deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. mich, mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Ein Heil ist unser Aller Gut. Ich sollte Brüder has⸗ sen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch er⸗ kaufen lassen? Daß Gott mich schuf, und mich ver⸗ sühnt, hab ich dies mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen: Ich aber sollte nicht Geduld mit mei⸗ nen Brüdern tragen, dem nicht verzeihn, dem du ver⸗ gibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch seyn, und dich in Brüdern uicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den erge⸗ hen, der nicht barmherzig ist, der nicht die reitet, die ihn flehen. Drum Hib mir/ Gott, Golt schuf die Welt nicht blos sür Gott, ein H Liebe Mitf Thr durch deinen Geist Gott, das dich durch ein Herz, Liebe preist! Mitfreude und Mitleid. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis (b) llliebender, 482 A du schufst mein Herz, bei meines Näch⸗ sten Freuden mich mit zu freun, und fühlt er Schmerz, dann auch mit ihm zu leiden. 2. O laß mich diese heil'ge Pflicht nie aus den Augen fetzen, und auch an dem Geringsten nicht gering sein Wohlsein schätzen. 3. Nie reize mich des Nächsten Glück zu Miß⸗ gunst und zum Neide; nie Andrer widriges Geschick zu niedrer Schadenfreude! 4. Hilf mir, vielmehr, in Andrer Wohl, o Gott, mein eignes finden, und, wenn ich kann, auch, wie ich soll, gern ihre Wohlfahrt gründen! 5. Laß mich auch selber meinem Feind des Mitleids Thräne weihen, und ihn wenn er im Unglück weint mit Hülfe gern erfreuen! 6. Gott, welch ein seliger Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an liebevollem Sinn dir lerne ähnlich werden! 7. Dein Beifall ist mir dann gewiß und unter dei⸗ nem Segen geh' ich, dein Gerechtigkeit und Billigkeit. 37⁷ Wort verspricht mir dies, froh jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Vater, mir das Glück des Himmels geben; ich werd' erfreut, belohnt von dir, im Reich der Deinen leben. Gerechtigkeit Billigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht AIu liebst, o Gott 483 2 Gerechtigkeit, und strafest den, der sie ent⸗ weiht, am Nächsten Unrecht übet. Du bisis, der jedem seinen Lohn, ohn' alles An⸗ sehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Golt, laß deinen Geist, zu dem, was recht und billig heißt, steis meine Seele lenken! Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus schnöder Hab⸗ sucht, um Gewinn, des Nächsten Recht zu kränken! 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andere kränkt: wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe' sich, dem Nächfien gern zu geben, was er mit Recht und 37 Pflichten gegen den Nächsten. Recht verlangen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben! 5. Laß mich beständig da⸗ hin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ich es von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! Mel. Alle Menschen müssen (a)ller meiner 484 A Brüder Rechte laß mir, Gott, stets heilig seyn! Wenn ich sie zu kränken dächte, ihres Kum⸗ mers mich zu freun, über sie mich zu erheben, oder mir allein zu leben; dann verletzt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich ohne Treu' und Glauben Andern Gut und Ebre rau⸗ ben, welchen Haß verdient' ich nicht, welch' ein schreck⸗ liches Gericht! 3. Nein ich will das Un⸗ recht hassen; Recht erzeigen Jedermann, jedem geben, deine jedem lassen, was er hat und fordern kann. ich Unrecht leiden, als bege⸗ hen und mit Freuden lieber niedrig seyn und bloß, als durch Unrecht reich und groß. 4. Würden der Bedräng⸗ ten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Gott von dir begehren, und erschweren mein Gericht? Würd' ich nicht einst zittern müssen? Würde nicht selbst mein Gewissen mir mit Angst und Schrecken dräun, und ihr erster Rächer sein? 5. Eines Unterdrückten Thränen, o wie furchthar sind nicht die! Eh' es Unge⸗ rechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe sie. Und wenn du nicht eilen solltest, wenn du, Richter, säumen woll⸗ test, harrt gewiß dem Bö⸗ sewicht einst ein schreckliches Gericht. 6. Nein, ich will gerecht und billig selbst auch gegen Feinde seyn; keinen drücken, vielmehr willig dem Belei⸗ diger verzeihn Hab ich Macht: ich will sie nützen, den Bedrängten zu beschü⸗ tzen: eilen, wo Verlaß'ne flehn, ihnen liebreich bei⸗ zustehn. 7. Schützen will ich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld. Wir sind alle deine und wie groß ist Knechte;. dei⸗ Lieber will Rettung, deine Huld! Du vergibst mir meine Schulden; sollt ich denn kein Unrecht dulden, nicht gelind sein, mich nicht freun, wie du, Vater, zu verzeih'n? 8. Hilf mir immer richtig wandeln, und, von allem Unrecht fern, billig, scho⸗ nend, liebreich handeln, ähn⸗ lich Jesu, meinem Herrn! Du, der Richter aller Wel⸗ ten, wirst mir alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn dein großer Tag sich naht. Mel. In allen meinen Thaten +b) ach Jesu 484 NWWeishants⸗ lehren darf ich nicht stets be⸗ gehren, was vor dem Rich⸗ ter gilt, nicht immer darauf dringen, den durch Gewalt zu zwingen, der meine For⸗ drung nicht erfüllt. 2. Oft mangelt ihm an Kräften, an Fortgang in Geschäften, bei aller Thätig⸗ keit; und bei dem besten Willen kann er oft nicht er⸗ füllen, was ihm Gesetz und Pflicht gebeut. 3. Wie sollt' ich es denn wagen, dem Nachsicht zu versagen, der nicht mit Vor⸗ satz fehlt: und, taub bei seinem Flehen, es ohne Rührung sehen, wie sehr ihn meine Strenge quält? 4. Nein, lieber will ich Gerechtigkeit und Billigkeit. 379 dulden, als dessen Gram verschulden, für den sein Un⸗ glück spricht! Zur Schonung mich zu neigen, und Billig⸗ keit zu zeigen, das fordert meine Christenpflicht. 5. Auf seine Rechte drin⸗ gen, gewaltsam sie erzwin⸗ gen, und keine Härte scheun; sich nicht der Noth des Ar⸗ men und Dürftigen erbar⸗ men, heißt schändlich alles Recht entweih'n. 6. Wenn du mit deinen Knechten, o Höchster, woll⸗ test rechten, wer könnte dann bestehn? Doch wirst du streng die richten, die tre⸗ tzend allen Pflichten der Bil⸗ ligkeit, auf's Recht nur sehn. 7. Daß ich einst Gnade finde, laß mich o. Gott, gelinde, mild und barmher⸗ zig seyn, mein Recht nicht übertreiben, und immer bil⸗ lig bleiben von aller Streng' und Härte rein! Mel. Gott des Himmels und 2%%e) ichte nicht 484 R mit harter Strenge, wenn du Andre fehlen siehst! Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehst. Sei bedachtsam, richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht! 2. Siehst du stets die tie⸗ fern Gründe von des Näch⸗ sten Handlung ein? Ist auch, 46½½5 5 380 auch, was du tadelft, Sünde? oder trüget dich der Schein ꝰ Urtheilst du gewissenhaft? oder reitzt dich Leidenschaft? 3. Haft, du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm zugewandt? Und die Feinde seiner Tugend, sind sie Alle dir bekannt? Ach, was rechnest du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bos⸗ heit übt er nicht. 5. Christ, vergiß nicht, zu bedenken, was dein Nächster fordern kann! Ach, wie würd es dich nicht kränken, griff' er deine Ehre an! Deiner schont ja auch der Herr; zeig dich nachsichtsvoll, wie er! 6. Selbst bei wirklichem Vergehen meide mit Be⸗ scheidenheit alles unbefugte Schmähen, Härte, Spott und Bitterkeit! Menschen⸗ freundlich decke du deines Nächsten Fehler zu. 7. Mit dem reinsten Her⸗ zen biete ibm die Hand zu seinem Glück! Bringe, wenn du kannst, voll Güte, aus der Irre ihn zurück! Hüte selbst dich, wenn du stehst, daß du keinen Fall begehst! 8. Siehe nicht des Näch⸗ Pflichten gegen den Nächsten. laubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib sei⸗ nen frohen Sinn scheinbar— frommer Schmähsucht hin! 9. Laß die Liebe dich be⸗ seelen, die nur ungern Arg⸗ wohn hegt, und, Andre wirklich fehlen, 4— Fehler sanft erträgt! Meh⸗ re niemals ihren Schmerzl Rühre, beßre nur ihr Herz. 10. Gott, der Richter al⸗ ler Welten, rithtet mit Ge⸗ Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt rechtigkeit. in dieser Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht! Richte du den Nächsten nicht! Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. Mel. In allen meinen Thaten (a) u, aller 485 D Menschen Vater, du gütigster Bera⸗ ther in Allein, was uns drückt! Was wir hier Gu⸗ tes haben, sind einzig deine Gaben! du bists, der unser Herz erquickt. 2. Du lässest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreun! Zu ew'gen See⸗ ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Ver⸗ gnügen sein. ‚ 3. Wie groß ist deine 4* E sten Leiden gleich als Strafe Gotles an! Gönne dem er⸗ wenn haten aller schen era⸗ uns Gu⸗ eine nser⸗ de! Barmherz'ger Vater, bilde mein Herz nach deinem Sinn! Daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen, nimm alle Härte von mir hin. 4. Gib, daß ich willig gebe; mich, wohlzuthun, bestrebe, so wie mein Hei⸗ land that, der göttliche Er⸗ barmer, den kein bedräng⸗ ter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt' in mir die Trie⸗ be der mitleidsvollen Liebe! Wie du mir Gut's gethan, so laß um deinetwillen mich Andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann! 6. Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoff⸗ nung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt! 7. Laß mich hier reichlich säen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier den Näch⸗ sten liebet und sich im Wohl— thun übet, der ärntet dort die Seligkeit. Mel. Herr, ich habemißgehandelt (b) ohlzuthun 485 Wẽĩ und mit⸗ zutbeilen, Christen, das ver⸗ gesset nicht! Den Bedräng⸗ ten zuzueilen, Armen beizu⸗ stehn, ist Pflicht; Pflicht, Wohlthatigfeit und Barmherzigkeit. 381 die Jesus selbst uns lehret, und die Gott, den Höchfien, ehret! 2. Speiset die, die Hun⸗ ger leiden, und die durstig sind, die tränkt; kommt, die Nackenden zu kleiden, tröstet die, die Kummer kränkt: Schwache eilt zu unterstützen, Unterdrückte zu beschützen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, und zu euch um Hülfe flehn, Allen eilt, von Gott getrieben, nach Ver⸗ mögen beizustehn; führt zu unverhofften Freuden die auch, die im Stillen leiden! 4. Liebe sei dir keine Bürde, keine Last, beglückter Christ! Hoheit ist es, Ruhm und Würde, wenn du mild und hülfreich bist! Welch ein Ruhm für den Erlösten, arme Brüder Christi trösten! 5. O wie lohnt's mit sü⸗ ßien Freuden, der Verlaßnen Helfer seyn; sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein be⸗ trübtes Herz erquicken, schaf⸗ fet himmlisches Entzücken! 6. Heil und Glück auf unsern Wegen, innige Zu⸗ friedenheit, Huld bei Men⸗ schen, Gottes Segen folgen auf Barmherzigkeit! Was ist Mübe, was Beschwerden, wenn sie so belohnet werden! 7. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ist, aus⸗ zu⸗ zustreun! Was wir hier gesäet haben, ärnten wir dort reichlich ein. Seid barmherzig; helft den Ar⸗ men! Gott wird eurer sich erbarmen! 55½˙0 Rel. Auf, Ehristenmensch 486 W' dieser Erden Gůter hat und sieht den Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden: der übertritt die erste Pflicht und liebt dich Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Naͤchsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret; sich freut, wenn sich sein Feind ver⸗ geht, und nichts zum Besten kehret; nicht dem Verleum⸗ der widerspricht: der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost, mit Schutz den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigen⸗ nutz, aus Weichlichkeit ihm nützet: nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 48. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet; nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet; nicht gütig forscht, obs ihm ge⸗ bricht; auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer Andre, wenn er Pflichten gegen den Nachsten. sie beschirmt, mit Härt' und 2. Vorwurf quälet, und ohne nach Nachsicht straft und stürmt, gleic sobald sein Nächster fehlet: senh wie bleibt bei seinem Ungn⸗ reich stüm, Gott, deine Lebe Wot wohl bei ihm? mac 6. Wer für den Armen Wel Heil und Zucht mit Raih brac und That nicht wachet; dem 3 Kebel nicht zu wehren sucht, hat das oft sie dürftig machet; und nur sorglos ihnen Gaben mie gibt: der hat sie wenig noch Als geliebt. als 7. Zwar du mein Herz, der vermaͤgst es nicht, stets durch Ha die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die sch. Pflicht getreulich auszu⸗ Be üben, und wünschest dir die sich Kraft dazu, und sorgst da⸗ W'éü sür: so liebest du. des 8. Ermattet dieser Trieb ne in dir, so such ihn zu bele⸗ fre ben! Denk oft: Gott ist die sel Lieb und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, da was ich hab', ist dein; sollt, be ich, wie du, nicht gütig seyn? 2 Mel. O Gott, du frommer Gott di a Die selig lebt 487⁰ 95 selig le ein Mensch, der Dienstbegierde kennet, e und Andern wohlzuthun, aus, Menschenliebe brennet; der, 5 wenn ihn auch kein Eid zum b Dienft der Welt verbindt Beruf und Eid und Amt 1 in sich selber find I schon in sich selber 2. 000 r Gott lebt 4 ensch⸗ nnet/ Sohrtharigkeit und J. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbeflis⸗ senbeit sucht er dies zu er⸗ reichen. Er hält für eignes Wohl sich nicht allein ge⸗ macht; er hält sich für die Welt vor dir hervorge⸗ bracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte; ihr nützen ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der des Einen Hand die Hand des Andern hält. 4. So denkt der Men⸗ schenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eig⸗ nes Himmelreich, er fühlet fremde Noth, als träf ihn selbst der Streich. 5. Er eilt; dem, der's be⸗ darf, mit Hülfe beizuste⸗ hen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand und Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, wohlthätig stets zu seyn, und auch den Leidenden gern tröstend zu erfreun. 6. Was Andrer Nothdurft heischt, das reijet seine Trie⸗ be, auch ohne Ruhm und Lohn, zu wabrer Menschen⸗ liebe. Nicht Stolz, nicht Ei⸗ gennutz treibt ihn zur Gü⸗ Barmherzigkeik. tigkeit; er sieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch ge⸗ sinnt, mein Gott, durch Chri⸗ stum werden! Voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nützlich als ich kann, dem Nächsten stets zu seyn; dann geb ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe ein. Mel. Gott des Himmels und (b) eid barmber⸗ 487 S zig, Men⸗ schen! Höret, hört das hei⸗ lige Gebot, das uns Jesus Christus lehret; seid barm⸗ herzig, seid's, wie Gott! Gebt, so wird euch auch ge⸗ geben, was euch Noth ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind Alle Christi Glieder; allge⸗ mein ist Gottes Ruf. Seine Sonne läßt er scheinen so den Bösen, wie den Seinen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmher⸗ zig, seid's wie er! Gebt den Dürftigen und Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt, auch ungesehen, beizustehen! 4. Hülfreich zu Bedräng⸗ ten eilen, ihnen Schutz und Retter seyn, Kummer lin⸗ dern, Wunden heilen wohl⸗ thun, euern Brüdern * 384 ihun, trösten und erfreun, und dieß thun aus edlem Triebe, das ist wahre Men⸗ schenliebe! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir ge⸗ ben; laß uns nie fühllos seyn, wo Brüder weinen; unser Mitleid tröste sie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf' empfahen! Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht. In eigner Melodie. 488(a)(zott, der du die Men⸗ schen liebest, der du nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gnade übest an dem sündigen Geschlecht: laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Vater, als dein Kind liebreich sei, wie du, gesinnt! Herr, du wollst den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt. 2. Laß mich meines Näch⸗ sten schonen, ihm erleichtern seine Last: und so lang ich bier soll wohnen, bleibe Zanksucht mir verhaßt. Denn das ist, o Gott, dein Wille; Fried' und Ein⸗ tracht liebest du—5 so hilf auch mir dazu! Gib ein Herz mir, das die Stille Pflichten gegen den Nächsten und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache, Sanftmuth übt! 3. O wie wird das Herz. beschweret durch des Zornes Leidenschaft! Zwietracht, Zorn und Haß verzehret selhst des Stärksten Lebens⸗ kraft; kürzt den Lauf von unsern Jahren, macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, ach, du wollest mich bewahren, daß des Jähzorns Raserei nie des Herzens Meister sei! 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that will dem nach⸗ sichtsvoll begegnen, der zum Streiten Neigung hat; für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedens⸗ fürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgesöhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens, stärke du mich mit deiner Kraft dazul 5. Ewig Heil ist dem be⸗ schieden, der nach frommer Eintracht strebt! Höchster, gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sin⸗ nen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewin⸗ nen: bis einst in der Herr⸗ lichkeit ew'ger Friede uns erfreut. Mel. Mel. Befiehl du deine Wege (b) ach frommer 488 N Eintracht streben, mit Allen in der Welt ist's möglich, fried⸗ lich leben, dies ist's, was Gott gefällt. Doch dem nur kann's gelingen, der seinen Nächsten liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Belei⸗ digung vergibt. 2. Nachgebend und ge⸗ fällig, des Haders größter Feind, zeigt er sich stets gesellig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiden, was seine Brü⸗ der kränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühm⸗ lich denkt. 3. So oft sie Zwist erre⸗ gen, so eilet er, den Streit mit Klugheit beizulegen und stiftet Einigkeit. Der Ueber⸗ eilung Sünden entrüsten nie sein Herz, er läßt sie Nach⸗ sicht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. 4. Nie spottet er der Brü⸗ der, so viel er Witz besitzt; und zürnet nicht gleich wie⸗ der, wenn sie ihr Zorn er⸗ hitzt. Er freut sich ihrer Freuden, trotzt und erbittert nicht, und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht. 5. So Fried' und Ein⸗ tracht lieben und nie durch Haß und Streit des Nächsten Tage trüben, ist Pflicht, die Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht. 38⁵ Gott gebeut. Sie, Herr, stets hoch zu schätzen, ihr ganz mein Herz zu weihn, sie nimmer zu verletzen, soll meine Weisheit seyn! 6. Mich selbst zu überwin⸗ den, gib, Eifer, Muth und Kraft; dann werd' ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Von al⸗ ler Noth geschieden, werd' ich einst selig seyn, und mich im ew'gen Frieden des Lohns der Liebe freun! Versöhnlichkeit und Feindesliebe. Mel. Herzliebster Jesu! err. deine Sanft⸗ 4895 muth ist nicht zu ermessen. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe. 2. Du segnetest, die dir, Erlöser, fluchten; du heil⸗ test selbst, die dich zu fangen suchten; du zeigtest stets bei deiner Feinde Toben der Sanftmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! Ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Raches verwerflich mache. 4. Ich muß es wehmuths⸗ voll, ach Herr, dir klagen: mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer R weiß 386 weiß ich, wenn Andere mich hassen, mich recht zu fassen! 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn die Rachbegier ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd' ich mich versöhnlich finden lassen, nicht wieder hassen. 7. Flucht mir mein Feind; so gib, daß ich ihn segne, und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth Willen: so erb ich auch im Lande deiner Stillen, die Selig⸗ keit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. Mel. Herzliebster Jesu! 490 5 err, mein Ver⸗ söhner, der du für mich littest, und noch zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck' in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergelten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun Pflichten gegen den Nächsten. nicht blos Freunde, deine Feinde! auch 3. Und ich, Herr, solle mich den Deinen nennen, und dech von Rachgier gegen Andre brennen? Ich sollie feindlich Haß mit Haß ver⸗ gelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vaterl zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brü⸗ der tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzei⸗ hen, und Rache schreien? 5Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Ver⸗ gebung finden. Dein Jün⸗ ger ist nur, wer, wie du, vergiebet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß nie' die unglück⸗ sel'ge Lust der Rache mich strafbar mache! 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, so lehre mich ihr Unrecht über⸗ sehen, und sollten sie mich noch so bitter kränken, an dich nur denken! 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in dei⸗ nen schweren Leidensstun⸗ den für mich empfunden! 9. Laß mich mit Sanft⸗ muth meinem Feind begeg⸗ nen, den, der mir 969 vo meiner eiland, wahren inglück⸗ e mich sich an n, so t über⸗ e mich 1, an Herr/ aufs jener n dei⸗ iastun⸗ en! Sanft⸗ begeg⸗ flucht voll voll Großmuth, wie du, segnen, Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein gan⸗ zes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu widerste⸗ hen, auf dich dann sehen! 1. Du schützest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden! Mel. Cbristus, der ist mein (a) Mie will ich 491 N wieder flu⸗ chen, wenn mir mein Hasser flucht; nie, dem zu schaden su⸗ chen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm sanft be⸗ gegnen, nicht drohen, wenn er droht, schilt er, so will ih segnen, dies ist des Herrn Gebot. 3. Mein Jesus, der Ge⸗ rechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth er⸗ grimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt ich denn wieder schelten, du er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt?, 5. Verleumdung dulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht, wird leicht, Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 387 wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. 6. Dies will ich treu be⸗ wahren! so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich ver⸗ fahren, indem ers böse meint. 7. Ich will die Fehler mei⸗ den, die er von mir ersann, auch die will ich bestreiten, die er nicht wissen kann. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn, und Gutes von ihm sprechen, wie könnt er länger schmähn? 9. Im Haß ihn zu ermü⸗ den, will ich ihm gern ver⸗ zeihn, und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig seyn. 10. Wann, mich zu un⸗ tertreten, ihn Güte mehr erhitzt: so will ich für ihn beten, und Gott vertraun, Gott schützt! Mel. Auf, Christenmensch (b) Merbittre dir 491 V dein Leben nicht, o Christ, durch eigne Rache! Vergeben ist des Menschen Pflicht; vergel⸗ ten Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und erfreut. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der Schmerz, Unrecht und Kränkung leiden; und den⸗ noch soll des Christen Herz, Zorn, Haß und Rachsucht 2 mei⸗ 388 meiden; soll nicht sein eig⸗ ner Richter seyn, vergessen soll er und verzeihn. 3. So schwer auch diese Pflicht dir scheint, so mußt du sie doch üben; sonst bist du nicht des Heilands Freund, der sie dir vorge⸗ schrieben. Empört dein Herz dawider sich: so fieh auf ihn, besiege dich! 4. Wer hat wohl größern Widerspruch von Sündern hier erduldet, als er, der Herr, der Schmach und Fluch von Andern nie ver⸗ schuldet? Und dennoch fleht' er langmuthsvoll zum Vater für des Feindes Wohl. 5. Ihm folgen ist dein größter Ruhm! Beleidigern verzeihen, gebietet dir das Christentbum. Dich ihres Falls nicht freun; den, der dich schmäht, nicht wieder schmähn, gereicht dir selbst zum Wohlergeh'n. 6. Im Zorne denket nie⸗ mand nach, was Gott ge⸗ fallen sollte; die Rach ver⸗ mehret noch die Schmach, die man bestrafen wollte. Kein Schimpf wird ungescheh'n gemacht, wenn wilde Rach⸗ begier erwacht. 7. Die Rachgier reißt der Menschlichkeit Gefühl aus deinem Herzen, zerstört des Geistes Freudigkeit, und straft mit bittern Schmer⸗ zen; sie hindert Dank, Ge⸗ Pflichten gegen den Nächsten bet, Vertraun, und raubt den Muth, auf Gott zu baun. 8. Durch Sanftmuth übe nur die Pflicht! wirst du den Feind besiegen. Oraube dei⸗ ner Seele nicht dies göttliche Vergnügen; dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter seyn! Wahrhaftigkeit, Aufrich⸗ tigkeit und Redlichkeit. Mel. Alle Menschen müssen 492 Lo mich, Höch⸗ — ster, darnach streben, stets der Wahrheit Freund zu seyn! Vor dir müssen Lügner beben und dein heilig Auge scheunz ia vor deinem Angesichte wer⸗ den sie beschämt zu nichte weil Verstellung, Trug und List, dir o Gott, ein Ab⸗ scheu ist. 2. Andern zu Gefallen lügen, leeren Schwäßern gleich zu sein, und durch Heuchelei betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit' an allen Or⸗ ten mich in Werken und in Worten; redlich sei des Her⸗ zens Grund,, redlich sprech' auch stets der Mund! 3. Die der Falschheit sich ergeben sind vor dir o Gott, ein Gräul, und ein unglück sel'ges Leben ist gewiß iht künftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande 30 i müssen „Höch⸗ darnach seun; a te wer⸗ u nichte, rug und ein A⸗ Gefallen wätzern d durch „Herr, cht ein! bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschen⸗ freund ist der Falschheit Ränken Feind. 4. Schmäbt mich ohne mein Verschulden der Ver⸗ leumder Lästermund, Herr, so laß mich's still erdulden; einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht län⸗ ger schweigen, meine Un⸗ schuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei! 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einz'ges meiner Worte dei⸗ nem Ohr verborgen ist; dies erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte; denn du liebst den Wahr⸗ heitsfreund und bist aller Falschheit Feind Mel. Befiehl du deine Wege 0 ohl dem, der 493 W richtig wan⸗ delt, der als ein Wahrheits⸗ freund in Wort und Wexken handelt, und das ist, was er scheint; nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppeltzün⸗ gig spricht, nie Redlichkeit blos heuchelt, nie Treu, und Glauben bricht! 2. Wohl dem, der Lügen hasset, der, wie die Pflicht gebeut, stets seine Reden fasset, und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 389 nie verletzet, weil er an jedem Ort es sich vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort! 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Ge⸗ fahr und List, für Wahr⸗ heit hinzugeben, bereit und willig ist! Du, Gott, wirfst ihn erhöhen, wenn einst in ihrem Licht die Lügner schamroth stehen, enthüllt durch dein Gericht. 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir seyn; behüte mich vor Trü⸗ gen mit gleißnerischem Schein! Erinnre mein Ge⸗ wissen: du hassest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu' und Wahrheit sei! 5. Laß niemals mich ver⸗ sprechen, was ich nicht hal⸗ ten kann, mich nie Zusagen brechen, die ich einmal ge⸗ than; nie Leichtsinn mich verleiten und nie des Bei⸗ spiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmäh⸗ sucht nur erdacht! 6. Doch laß zu allen Zei⸗ ten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb' und wisse: wann ich für Andrer Wohl, wann für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll! 7. Wann je, um mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt, wann er mit bösen R 3 Tü⸗ 390 Tücken in Kümmerniß mich bringt: so stärke meine Seele, daß sie nicht unter⸗ liegt, und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben! So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde, als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. Mel Allein Gott in der Höh' 494 blickt hinauf zur Ewigkeit, empor vom Staube, Brü⸗ der! Was unsre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder. Die Tugend blühet ewig schön; drum laßt des Lebens Pfad uns gehn, geleitet von der Tugend. 2. O, was sind Schätze was ist Geld? Und wären's Millionen. Was sind die Reiche dieser Welt? Was aller Reiche Kronen? Wer gähe für der Welt Gewinn des Herzens innern Frieden hin?ꝰ Hinweg mit Trug und Lügen! 3. Ach! Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als bhätt' es Flügel; ein enger Sarg, ein Todtenkleid und ein bemooster Hügel ist hier des Menschen letztes Loos: fürwahr! drum ist der Pflichten gegen den Nächsten. nen wir uns wieder. Der Mensch zu groß, für Well⸗ gewinn zu lügen. 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, Freund' und Brüder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht; hinweh mit Trug und Lügen! 5. Es winde sich der Treue Band um jedes Reich der Erde; die Treue schütze jl⸗ des Land, und woh'n an —— Heerde: o Menscheh, Brüder, brechet nicht, was Wort und Hand und Schwür verspricht! Hinweg mit se⸗ der Lüge! ö 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, v blickt gen Him⸗ mel, Brüder! Im Reiche der Vollkommenheit begeg⸗ Weg der Pflicht, der Wahr⸗ heit Bahn leit uns zum schö⸗ nen Ziel hinan, und fern sei Lüg und Laster! Mel. Werde munter, mein 495 b wir find, wie — wir erschienen, ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wir'ð meinen, ist dir, Höchster, offenbar. Heilig, liebevoll und rein soll des Menschen Innres seyn, und du wägst an jedem Orte jedes Men⸗ schen Herz und Worte. 2. Herr/ Schwür mit 1⸗ um schö⸗ fern sei „mein ind, wie schienen, ꝛd wahr/ ie wir Höchster, iebevoll Herr, lich seyn Vahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 301 2. Herr, du gabest uns die Sprache; was uns deine Huld verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Menschenwohl geweiht! Un⸗ ser Ja und unser Nein möge fest und redlich seyn! Wir sind deines Reiches Glie⸗ der, deine Kinder; wir sind Brüder. Mel. Schwing dich auf zu mit lichkeit! 496 Rdir in vumd auf der Erde wandeln; red⸗ mit Herz und Mund, nach Gewissen han⸗ deln; sonder Trug und Heu⸗ chelei Recht und Wahrheit lieben, und entfernt von Menschenscheu, Recht und Wahrheit üben: 2. Dieser schönen Tu⸗ gendpflicht sei mein Herz ergeben! Redlich bis mein Auge bricht, redlich will ich leben, redlich, wenn die Wolt mich sieht, redlich ohne Zeugen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gott die Nacht verschweigen? 3. Finsterniß ist ihm, wie Licht, Mitternacht, wie Morgen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verborgen. Was ich denk' und thu', erspäht er im hellsten Lichte; und kein Lügengeist entgeht seinem Strafgerichte. 4. Meines Namens höch⸗ ster Ruhm unter meinen Brüdern, und mein liebstes Eigenthum sei der Ruf des Biedern. Wer nach eiteln Schätzen ringt, ringt nach Sorg und Plage; aber Red⸗ lichkeit nur bringt Muth und frobe Tage. 5. Zwar sucht mancher Bösewicht, Redliche zu drük⸗ ken, weil ihr Freimuth straft und nicht schweigt zu seinen Tücken. Aber dieses rückt sie nie aus der Wahrheit We⸗ gen, ihnen wird, das wissen fie, dennoch Gottes Segen. 6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern ver⸗ schmerzen; aber einen fro⸗ hen Muth, Redlichkeit im Herzen, Redlichkeit in Wort und That und ein rein Ge⸗ wissen laß mich auf dem Lebenspfad nie, o nie ver⸗ missen! 7. Ich will redlich seyn, bis ich hier vollendet habe! Gute Menschen segnen mich dann noch einst im Grabe. In ihr Herz geschrieben bleibt meine Tugend immer: und wann auch mein Leib zerfläubt, stirbt mein Name nimmer. Gutes Beispiel. Mel. Gott Vater, an Erbarmen 497 on dir, der meine Freude schuf, ist auch mein heiliger R 4 B Be⸗ —————— 302 Beruf im Herzen und im Wandel rein, und nützlich in der Welt zu seyn. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist keiner wahren Freude werth. 2. Es war,»o Vater, dei⸗ ne Hand, die mit den Men⸗ schen mich verband. Ich sollte redlich mich bemühn, auch sie zum Guten hinzu⸗ ziehn; und leuchtet ibnen stets mein Licht: so fehlt mir deine Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Bei⸗ spiels Macht! O würd' es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. O wehe dem, der sorg⸗ los bleibt und kühn des Lasters Werke treibt; den nicht der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lasters Taumel weckt; der selbst die Schwachen gern berückt und listig in sein Netz ver⸗ strickt! 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt, und dann sein frecher Geist ver⸗ zagt! 6. Fern sei so schwere Pflichten gegen den Nächsten. Schuld von mir! Ja, V.. ter ich gelob es dir! Mes Beispiel reize jederzeit zu Tugend nur und Frömmig⸗ keit“ Gib selbst, o Gon, gib mir die Kraft zu dem was Heil und Segen schafs Bescheidenheit. Mel. Wer nur den lieben Gah ö on dir in W0 498 V Welt gerufen stehn, Vater, alle Menschih hier auf niedern und au höhern Stufen, und, wal sie haben, kommt von ditz du machest arm, du machsi reich: doch vor dir sind wñ Alle gleich. 2. Nicht jeder hat, wat Andre haben; und das is Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du, als Vater, Allt liebst. Es sollen Alle glüch lich seyn und jeder sich dii Andern freun. 3. Beglücken und selbs glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist dieser hier auf Erden ge⸗ ring und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraf, der mehr Verstand und jener braucht, was er erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? Wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott, durch freie Huld be⸗ wogen; denn alles Gute kommi nd, waz von ditz u machti sind wit hat, was id das ist gibst den de Gaben, ter, Allk Alle glüt⸗ r sich di ind selhs ist Aller Darum Erden ge⸗ reich und ühr Krast, und jenet fand. h Andern wieder ir? Du, Huld be⸗ es Gute kommi Ich gab und ich ich bin, kommt von dir. dir nichts zuvor, bin Alles, was durch dich. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von al⸗ lem Stolze seyn; ich den, der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich seines Glücks nicht freun? Wär ich wohl, hätt' ich mehr als er, auch besser dann und seliger? 6. Nein, gerne will ich Andre ehren; wie arm, wie nietrig sie auch sey'n. Sie köͤnnen meiner nicht entbeb⸗ ren; ich kann mich ohne sie nicht freun. Nähm keiner meines Glücks sich an: wie Glüclseligkeit wahrer Christen. 393 arm, dann! 7. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringen gern erkennt und schätzet, der verehret der Nie⸗ dern und der Hohen Herrn! Wohl ihm! Denn mit Zu⸗ friedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, Lie⸗ benswürdigkeit und Werthz gibt Würd' und Hoheit jeder Tugend, die eitlen Schim⸗ mer gern entbehrt. Sie sei, o Gott, mein Eigenthum, vor dir und vor der Welt mein Ruhm! wie hüflos wär' ich Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. Wie groß ist des Allmaͤcht'. zntfernet euch, 499 unsel'ge Spöt⸗ ter! Ihr zittert, wo der Fromme glaubt: mein Herz hat einen Gott zum Ret⸗ ter, und eine Hoffnung, die nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich nicht sterben kann; weiß, mit verklärtem Leib umgeben, schau ich ihn einst im Himmel an! 2. Was seid ihr stolze Weltbezwinger, wenn euch die größte Hoffnung fehlt? Dem Höchsten seid ihr viel geringer, als euch der Skla⸗ ve, den ihr quält. Wie kurze genießt ihr Zeit, mit wie viel Sorgen eurer Ehrsucht Raub! Man rühmt euch heute, haßt euch morgen z ihr waret Götter, und seid Staub. 3. Was sind, Weltmen⸗ schen, eure Freuden? Die Wollust, die euch trunken macht? Ein Christ sollt euer Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Ihr rechnet mit erhitztem Blute des fernen Tages Wollust aus? Die nahe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. 4. Ihr seid dahin. Des Christen Größe geht auf, be⸗ R 5 siegt ——— —— R 394 siegt die kurze Nacht, am Tage, da Gott eure Blöße zum Abscheu aller Augen macht. Der Tag macht Kö⸗ nige den Knechten und Bett⸗ ler den Monarchen gleich; der Tag gibt Adel dem Ge⸗ rechten, und macht des Chri⸗ sten Seele reich. 5. Ein Blick in meine Zu⸗ kunft treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust; ein Herz, das nicht auf Erden bleibet, ist sich des Himimels stets bewußt. Kein Unglück kann mich niederschlagen; ich weiß mein Glück entgeht mir nit: ich darf vor Fein⸗ den nicht verzagen; ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. 6. Du letzte Stunde mei⸗ nes Lebens, die du den Chri⸗ sten heilig bist, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was deiner würdig ist!“ Du lehrst mein Leben mich genießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sankt wird sich mein Auge sehließen! Mein Geist erblickt sein Vaterland. Mel. In allen meinen Thaten 500 Ein ruhiges Ge⸗ wissen laß, Herr, mich stets genießenz denn hab' ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn Andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde Glückseligkeit wahrer Christen. schweiget und mir dein G bezeuget, daß ich begnadt bin; wenn mich dein Du erquicket, so oft mich Tuih sal drücket! wie unschäßhe ist mein Gewinn! ö 3. Sollt' ich solch ruh Leben für Lust der Sinn geben, und dann die innn Pein, mich selber zu verlh gen, in meinem Busen gen? Groß würde mahh Thorheit sein. ö 4. Sein eignes Herz h kämpfen, und seine Neiglh dämpfen, ist freilich schwgß Pflicht, doch, wenn wir un besiegen welch seliges An gnügen gewährt der Pflih Erfullung nicht! 5. Nichts kann im Wohl ergehen so unser Glück erhi hen, als ein geruhig Hen das schaffet inn're Freudih selbst in den größten Leiden und stillt in Schmerzen sell den Schmerz. 6. Die Güter zu verah ten, wornach die Thon schmachten, was gibt u dazu Muth? Was trost Gottes Kinder beim Spos frecher Sünder? Ein ruh Herz, dies größte Gut. 7. Zu dir, gen Himmi schauen, o Gott, Vertrauen sich rühmen: bin dein; gezäblt zu denen lösten, darf ich mich dein ga trösten, welch' Glück, mh Gott, kann größer sein? 8. Lii und ni Muth im Wohl Blück erh hig Hen Freudij ten Leide erzen selh zu verah e Thonm gibt un as tröst im Spoh Ein ruhij Gut. n Himmi und n hmen: zu den En sich deing lück, mih sein? 8. Li 8. Läßt du mich im Ge⸗ wissen einst diesen Trost ge⸗ nießen, wann Alles von mir weicht, wann ich den Lauf vollendet, und sich mein Le⸗ ben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stär⸗ ken, daß nichts verdammlich an mir sey! Mel. Schon ist der Tag von Gott 501 O welch ein un⸗ schäßbares Gut ist, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, rubt er in deiner Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Brust! und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er in aller Noth, womit die Zukunft ihn be⸗ droht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3 Trifft ihn auch hier zu⸗ weilen noch das Gift der Lä⸗ sterungen, wird seines Her⸗ zens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Genug, er weiß davon sich rein, und flieht auch sorgsam bösen Glückseligkeit wahrer Christen. 39⁵5 Schein. Goit wird die Un⸗ schuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künft'gen Welt enigegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich, mir zum Heil, ein unverletzt Gewissen, des Lebens aller⸗ besten Theil, zu haben sei beflissen. Mit dir, Gott, ausgesöhnt zu seyn; dein heilig Recht nicht zu ent⸗ weihn: das sei mein größ⸗ ter Eifer! 6. Gib, daß ich des Ge⸗ wissens Spruch als deine Stimme ehre und immer aufmerksam genug auf sei⸗ ne Warnung höre. Erin⸗ nert's mich an meine Schuld, so laß mich! Vater, deine Huld voll Reut' und Glau⸗ ben suchen! 7. Mit deiner Gnade trö⸗ ste mich, und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie aus Vor⸗ satz fehle. Denn wer nur rei⸗ nes Herzens ist, hat immer dich, durch Jesum Christ, Allwissender, zum Troste. Mel. Schmücke dich o liebe S. 3502 Ven Geräusch der Welt ge⸗ R 6 schie⸗ 396 schieden, schmeck ich des Er⸗ lösers Frieden und die Freu⸗ de schon auf Erden, Herr, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sün⸗ den seh ich unter mir ver⸗ schwinden, und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. O was achten weise Christen jenen Reiz von nie⸗ dern Lüsten, jenen Glanz der eitlen Freuden, und des Lebens kurze Leiden, wenn sie schon im Geist am Thro⸗ ne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblicken, der sie dort einst wird entzücken? 3. Mag doch Trübsal mich umstürmen; deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur sind des Jam⸗ mers Pfade: ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich deinen Rath ver⸗ ehren, unter keiner Bürde sinken, und den Kelch in Ruhe trinken. 4. Du bast selbst der Menschen Plagen, Heiland voll Geduld ertragen, tau⸗ sendfaches Leid gelitten und den schwersten Kampf gestrilten. Gib, wann ich ermattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Hilf mir wachen, kämpfen, sie· gen! Friede lohnet nach den Kriegen. Glückseligkeit wahrer Christen. Nel. Wer nur den lieben Gun enn ich ein gul 503 Wẽĩ Gewissen in be, so hab ich große Selig keit; es ist des Himmels hi⸗ ste Gabe, das höchste Glüt in dieser Zeit: in Frend' unn Leiden gibt es hier die wah⸗ re Ruh' der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wan Sünder beben, daß Goh gerecht und heilig ist. Meln Herz gibt Zeugniß meinen Leben, daß ich gewandih als ein Christ; des göttlichn Berufes werth, der mich in Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs, vn Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit ah meinen Vater anzubeteh der, was ich habe mir hen leiht, und jedem Heil um Sogen gibt, der ihn oon Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag ich dis Lebens Leiden; sie sind in herber Augenblick! doch del Gewissens innere Freuda sind süßer, als der End Glück: und was kann höhrm Trost verleihn, als ohn Schuld in Leiden seyn! 5. Die Freudigkeit in mE, nem Herzen verbreitet sih auf mein Gesicht: sie ist mein Labsal in den Schmerzen und in der Finsterniß mein Licht: Sie macht getrosß, wann eine Welt erzitlei und in Trümmern fällt. 6. Diz ein'g land Mut stets söhnt der tilgt 8. befli und ein bens du, mich ich Wor ses tröf Hin Thr 2 abg von läß So ihn net igkeit a⸗ nzubeten, mir vey Heil un ihn von liebt. g ich del sind ein doch den Freuden der Erdt in höhem Us ohnt eyn! t in met eitet sich e ist mein ichmerzen niß mein getrof, erzitlen fällt. 6. Der 6. Der bangen Todes⸗ furcht entwöhnet, eil ich der letzten Stunde zu, dem Lei⸗ be, der nach Rast sich seh⸗ net, zeigt sich im Grabe sanf⸗ te Ruh', indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch ein'ge Sünde, mein Hei⸗ land gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Ver⸗ söhnung durch sein Blut: er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele! darum sei beflissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glau⸗ benszuverficht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn o was könnt ich ohne dich! Mel. Liebster Jesu! 504 Won wird, 0 Gott, die Wonne der Erlösten nach die⸗ ses Lebens kurzem Kampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone? 2. Wer heilig wird; wer abgewandt vom Bösen sich, von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; wer an den Sohn glaubt, seinen Herrn ihn nennet, ihn frei beken⸗ net; 3. Wer deine Wahrheit Gluͤckseligkeit waͤhrer Christen 397 unter Adams Kinder ver⸗ breitet, sie erleuchtet, und die Sünder durch Thaten reizt, mit einem bessern Le⸗ ben dich zu erheben; 4. Wer was er glaubt, gewissenhaft auch ühet. die Menschen all' als seine Brü⸗ der liebet, nicht lästert, sie nicht kränkt, nicht stolz sich blähet, und keinen schmähet; 5. Wer Sünden hasset, und doch mit den Sündern Mitleid fühlet, und an deinen Kindern die Gottes⸗ furcht und ihre Gaben ehret; hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, selbst reich, die Armen speist, die Nackten kleidet, froh ohne Wucher auch mit mil⸗ den Gaben, genützt zu habenz 7. Wer züchtig in Ge⸗ danken, keusch auch lebet; wer seines Werthes sich nie überhebet im Glücke mäßig, gütig und bescheiden, getrost im Leiden; 8. Den, den wird, Gott, die Wonne der Erlösten nach dieses Lebens kurzem Kampfe trösten: den schmückt im Him⸗ mel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone. Mel. Mein ganzer Geist Gott RQOR Wie groß ist uns⸗ 505 re Seligkeit, o Gott, schon in der Prüfungs⸗ zeit, selbst unter viel Be⸗ R 7 schwer⸗ 398 schwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt, und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sie herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freu⸗ den ärntet von der Saat der Leiden! 2. O wie erhaͤben ist das Recht, das du uns schenktest, dein Geschlecht und Bundes⸗ volk zu heißen! Bei dir ist unser Vaterland; und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schul⸗ den zu, gibst unsern Seelen wahre Ruh', und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unfer Haupt und Ruhm; wir sein erkauftes Eigentbum, und Schaafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Er⸗ den, in Beschwerden, unsre Seelen, Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der ho⸗ he Werth der Gnade die uns wiederfährt verborgen hier auf Erden. Doch wann der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar wer⸗ den. Alsdayn sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. Glückseligkeit wahrer Christen. 5. Wie glücklich, Gott, sind wir alsdann! Wie viel hast du an uns gethan! O laß uns unsre Würde vor Augen baben jederzeit; so tragen wir mit Willigkeil der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und im Leben uns dir gänz⸗ lich zu ergeben. a Hint Mel. Schon ist der Tag von Goell E ie heiter flieht 506Wé mein Leben hin und jeder meiner Tage wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenlust ent⸗ sage, von jeder bösen Nei⸗ gung frei, und deiner heil⸗ gen Vorschrift treu, recht schaffen denk' und handle- 2. Sanft führt dann dei. ne Vatertreu', mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Morgen wird sie neu zu reichem Heil und Segen. Du, dessen Allmacht mich beschützt, gewährst mir Al⸗ les, was mir nützt, lenist Böses selbst zum Guten. 3. Dich kennt, dich liebt, dir traut mein Herzz wie könnt' ich je verzagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz; du bulfst die Last mir tragen. Verlassen kannst du, Gott, mich nicht, fets warst du meine Zuversicht; du wirst es ewig bleiben. 4. Wenn r gänz⸗ I on Woit r heil'⸗ recht⸗ ndle! nn dei⸗ auf des jedem neu zu Segen. i mich nir Al⸗ lentst ten. h liebt/ 3 wier Zagen! jeden fst. die rlassen mich meine rst es Wenn 4. Wenn deine Gnade mich erquickt, und Ruh ins Herz mir sendet, Gott wenn dein Friede mich be⸗ glückt, und keine Reu' mich kränket: wie selig bin ich dann in dir! Wie ahn' und fühl ich dann schon hier des Himmels hohe Freuden! 5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt hin zum ew'gen Leben! O Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, sie ireu zu wandeln, deine Kraft, die alles Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht versagen! Mel. GEins ist Roth, ach 507 Lduch sind der Tugend Pfade; Heil des Himmels ist ihr Ziel. Hier empfind ich Got⸗ tes Gnade und der hohen Freuden viel. Was hilst es mir, wenn ich auch Welten gewinne? Vergänglich ist jedes Vergnügen der Sinne. Nur Freuden der Tugend entfliehen mir nicht; sie bleiben wenn Alles auch wanket und bricht. 2. Die Natur streut Lust und Wonne jedem in den Pilgerlauf; aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Ihm strahlet von Sternen ein höhres Entzücken; ihm pflegen die Auen sich schö⸗ Glückseligkeit waͤhrer Christen. 399 ner zu schmücken. Die ir⸗ dischen Gaben sind Labsal ihm nur: drum beut sie ihm süßer die holde Natur. 3. Furchtlos und mit sich im Frieden geht er seine hohe Bahn. Keine Last kann ihn ermüden, täuschen ihn kein eitler Wahn. Ihn leitet die Wahrheit durchs Lebensgetümmel, sein Sinn und sein Wandel ist schon in dem Himmel. Ihm folget der Beifall der Edlen und Ruh' strömt ibm von dem Throne des Ewigen zu. 4. O wer wollte diese Freuden, diese Seligkeit verschmähn? Wer nicht selbst im tiefsten Leiden auf der Bahn der Tugend gehn? Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten bald laben ihn wieder sanft küh⸗ lende Schatten. Drum mu⸗ thig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns winket ein Vorbild; o fol⸗ get dem Herrn! Mel. Der unsre Menschheit ein Glaub' ist 508 M meines Lebens Ruh' und führt mich dei⸗ nem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterb⸗ lichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es mei⸗ nem Herzen ein, welch' Glück 4»400 Todes Raub, Glückseligkeit Glück es sei, ein Christ zu seyn. 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewig⸗ keit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Stau⸗ be kehr zurück der Staub; mein Geist wird nicht des du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist die⸗ ses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ; mein Herz ist ru⸗ hig und vergißt, die Schmer⸗ zen dieses Lebens. Ich dul⸗ de, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens, Gott selber mißt mein Theil mir zuz hier kurzen Schmerz; dort ew'ge Ruh'⸗ 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit. Mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh' entgegen schaue? Bald ruft der Herr, und ewiglich be⸗ lohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet al⸗ ler Schmerz, und Him⸗ melsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach so trag ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht; und wenn ich gleich hienieden nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein wahrer Christen. Trost: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod fir mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angst, die, ich verdient, gerissen! Dir dir verdank ich meine Ruh', du heilest meine Wunden zuz du stillest mein Gewissenz und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mih wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! J0 bin ein Christ, Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner Hei⸗ ligung; ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank sei dir, Jesu, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium fest glauben, hoffen, lieben! Es macht mich ruhig, es erfreut und führet mich zur Seligkeit, drum will ichs willig üben. Hier rühm' ich meines Glaubens mich für ihn preis' ich dort ewig dich! Mel. Wer nur den lieben Gott 509 em Wandrer gleich, der auf der Reise das festgeseßzte Ziel verfehlt, durch Wüslen irrt, und sich im Kreise uht ö Fur und seine Furcht gend Christ ist Jes düstert lenruh wünsch rühm' mich ewig 1 Gott indrer „ der esetzte Züsten e vom Furcht Furcht und Hoffnung sor⸗ gend quält, lebt auch der Chrift, deß Leitstern nicht ist Jesu Lehre helles Licht. 2. Er irrt umher auf düsterm Pfadé, sucht See⸗ lenruh', und sind't sie nicht; wünscht den Besitz von Got⸗ tes Gnade, allein er wan⸗ delt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn verläßt; er zagt, sein Glaube steht nicht fest. 3. Willst du das Glück des Christen kennen, so sammle nur Erfaͤhrung ein. Sie wird, die Segnungen dir nennen, die ihn hienieden schon erfreu'n. Sein Glau⸗ be hebet über Zeit und Grä⸗ ber seine Seligkeit. 4. Betracht' ihn im Besitz der Güter, der Ehr' und Hoheit dieser Welt; das Christenthum ist sein Behü⸗ ter, daß er durch sie nicht wankt und fällt; kein irdisch Gut ist ihm ein Reiz zur Wollust, Ueppigkeit und i eiz. 5. Gerührt durch Mitleid und Erbarmen beim Anblick Glückseligteit wahrer Christen. 401 seiner Brüder Noth, deckt er die Blöße nackter Armen, theilt mit dem Hungrigen sein Brod; er schmecket die Zufriedenheit, womit das Wohlthun uns erfreut. 6. Wirf einen Blick auf ihn, wann Leiden und Trüb⸗ sal ihn zu Boden drückt. Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden in guten Ta⸗ gen mich erquickt. Ich kenn' in Leiden Gottes Huld, und trag die Prüfung mit Ge⸗ duld. 7. Sieh ihn im Kreise der Geschäfte; wie würdig scheint der Christ dir nicht! Gewissenhaft braucht er die Kräfte zur Uebung seiner heil'gen Pflicht. Sein Fleiß, dem Menschenwohl geweiht, erfüllet ihn mit Seligkeit. 8. Schau auf ihn hin, wenn nun das Ende dem Wirkungskreise ihn ent⸗ reißt. Mein Gott, spricht er, in deine Hände befehl ich sterbend meinen Geist. Du bist mein Trost! auch in der Nacht des Todes. Herr, es ist vollbracht! Dritte die Pflichten des Abtheilun g⸗ Baüe Verbindungen, „——. il Gesinnung und Verhalten des Christen in besonden aftlichen. Verbindungen. gesel 0 Häusliche Gese lschaft. MelgWer nur den lieben Gott * ohl dem, der 51 0 Wẽ in dem Ehe⸗ bunde in treuer Liebꝰ und Eintracht lebt. Ihm wird des Lebens schnelle Stunde mit hoher Seligkeit durch⸗ webt; er blickt mit heiterm frohen Sinn auf Pfad und Ziel der Wallfahrt hin. 2. Wohl dem, dem from⸗ mer Kinder Segen den Ehe⸗ bund noch schöner machtz wenn sie im Herzen Tugend hegen; in ihren Blicken Un⸗ schuld lacht; wenn sie der Aeltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! 3. Wobl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn jeder treu und unver⸗ drossen, das, was er soll, zu leisten strebt, wenn Ein⸗ de r besonder tracht und Zufriedenheit d0 Haus zum Sitz des Begun weiht! 4. Wohl uns, wenn 3ll bei unsern Freuden sich frell der Nachbar und der Freundi wenn er, an unsern Schmen und Leiden theilnehmend tröstend, mit uns weinl die Bruderhand uns willlh reicht und Hülf 5. Ja, denen die dih kindlich ehren, o Valen. strömt dein Segen zu. S wandeln, Lehren, und trau'n auf dich und finden Ruh; sie finden Freude, deren Werth um keine Zeit zerstört. Zwar wird auch oft det Kelch der Leiden den Dei⸗ nen, Herr, von dir gesandt; oft muß die Tod und Tren⸗ nung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft storl des Unfalls Wulh des Grams, und Bi stand gern erzeigt! ᷣ folgsam deine G Wuth, heitern 117.10 aelch Vater über ö wirst, Christen in Zeiten und Umständen. la ssen, Kinder ihr G durch bringt 8. Arm 1 den e vor G. kenner vor il Trem Neuve nder n. sondern iheit dol 6Segen denn außh sich fril r Freund Schmen nehmenn weins 18 willlh und Bis die dih Vaten zu. Si deinen auf dich sie finden erthund rstört. ch oft det en Dei⸗ gesandiz nd Tren⸗ Blut und oft stoͤnt Unsalls Wuth Wuth, oft Kranbheit ihren heitern Muth! 7. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt: du wirst, du kannst sie nicht ver⸗ lassen, du, Gott, der seiner Kinder denkt, und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 8. Drum mag des Todes Arm uns trennen; wir wer⸗ den einst uns wiederseh'n, vor Gottes Thron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn, da, wo nicht Trennung und nicht Tod den Neuvereinten ferner droht. Mel. In allen meinen Thaten selig, wer zu⸗ 511 O frieden mit dem, was Gott beschieden, den Weg durchs Leben geht; von Herzen ihm vertrauet, und fest auf das nur bauet, was mit der Frömmigkeit hefleht! 2. O selig, wenn die Her⸗ zen, gefaßt auf Freud' und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauern⸗ den Gewinn! 3. Es wohnet schon hie⸗ nieden des Himmels hoher Frieden bei stiller Häuslich⸗ keit. Der Liebe reiner Seelen kann keine Freude Gesinnung und Verhalten des Christen 40³3 feblen, kein Segen der Zu⸗ friedenheit. 4. Sie mildert Sorg' und Leiden, versüßt der Erde Freuden, führt Menschen Hand in Hand, im fest vereinten Streben, durch's kurze Pilgerleben zum Ziel im bessern Vaterland. Der Ehestand. Mel Wer nur den lieben Gott 512 V'o dir, Goit, sind der Ehe Freuden, du, der du Mann und Weib erschufst, und sie im Glück, so wie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufst! Uns diesen Pflichten ganz zu weihn, laß unsers Bundes Endzweck seyn. 2. Erhalt' uns stets auf deinen Wegen: Nimm gnã⸗ dig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und je⸗ den Segen mit Dank aus deiner Hand empfah'n, und fördere unsrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! 3. Verleih uns deines Geistes Triebe; erfülle un⸗ ser ganzes Herz mit reiner, fester, treuer Liebe im Glück und Unglück, Freud' und Schmerz; mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und That erfreut! 4. Kein Theil verbitt're seine Tage dem Andern je durch 404 Gesinnung und Verhalten des Christen durch Ungestüm; und trifft den einen Last und Plage: so mildre sie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, schaff auch dem Andern Heiterkeit! 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachseb'n und verzeihn, und stets, mit dir geweihten See⸗ len, im Guten uns zu wach⸗ sen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit unsrer Tugend unser Glück. Mel. Mein ganzer Geist 51 3 Der Ehestand soll heilig seyn! Du Schöpfer setzte selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entge⸗ gen. Vater! Vater! dich erhöhen, die in Ehen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die sein Herz ihm abgewann, die Gott ihm ausersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich bei⸗ zustehen! Heil euch, Heil euch, gute Gatten! In dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Ge⸗ müthe. 3. So strecket weit sich um ein Haus, ein rebenreichn Bund Weinstock aus; so blu mit d auch Eh'genossen. Ringsun umringen ihren Tisch di, sie her Kinder fröhlich, muntet bis i frisch, wie junge Frih, freund lingssprossen. Sorgt nich Allem Sorgt nicht! Wie viel Bu. ter zählt ihr Väter zähl niglic ihr Mütter! Sorg' und mehr Müh' ist hier nicht bikter. auch! 4. Gott, die du hier den eusch bunden hast, erleichtre ihrt 7• Lebens Last; gib, daß ken Segen fehle! Laß nie si ihren Bund entweih'n, liy. Stel' treu sie, züchtig, friedsan deiner seyn, Ein Herz und Ein deinet Seele! Lenke, lenke, Geil 0e der Liebe, ihre Triebe, weh gebeu von Sünden, daß sie häus, Freud lich Glück empfinden! 25 5. O leite sie von Ueppih⸗ 6 keit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden äch⸗ und ö ter Tugend, damit auch einn und ihr Alter frei von drückenden Beschwerden sei, und heite, er wie die Jugend! Segne, f6 segne, o du Vater und Be⸗ 3 0 rather frommer Ehen, alle Nen fie, die auf dich sehen! mie e Bei Trauungen. 0— Mel. Vom Himmel lam der nicht 514 G²e Schöpfer, sian Sbsfter heil⸗—— ger Eh', schau auf dies sie d Paar aus deiner Höh', das 05 vor dir steht, den au Bund— ich einst ückenden d heiter, Segne, ind Be⸗ »n, alle n! en. am der chöpfer, r heil⸗ uf dies h, das festen Bund mit Herz und Mund! Seel' in desondern Bund hier vor dir schließt 2. Mit Gnade schau' auf sie herab, daß sie zusammen bis ins Grab verträglich, freundlich, gleichgesinnt, vor Allem gottesfürchtig sind. 3. Laß sie einander in⸗ niglich stets lieben, doch nie mehr als dich; von Untreu' auch im Herzen rein, und keusch in Wort und Werken seyn! 4. Zusammen laß sie dir vertrau'n, zusammen ihre erbau'n; zusammen deinen Ruhm erhöh'n und deinen Segen sich erfleh'n! 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, daß laß sie thun mit Freudigkeit, und so geling' ibr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! 6 Empfinden und erfah⸗ ren sie des Erdenlebens Last und Müh', so trage jeder gern sein Theil zu seines Gatten Trost und Heil! 7. Willst du durch Kinder sie erfreun, so gib zu ihrer Zucht Gedeihn, daß an den Pfändern ihrer Eh' ihr Herz nie Gram und Jammer seh! 8 Wenn dein Rath ihnen Trübsal schickt, laß sie darin nicht unerquickt; gib heitre Tage nach dem Leid, und segn' es für die Ewigkeit! 9. Und trennet einst auch sie der Tod, so sei ihr Trost: daß unser Gott, die tugend⸗ Verbindungen 10⁵ haft sich hier geliebt, ein— ander ewig wieder gibt. Mel. Mein ganzer Geist Gott 5 1 5 Verdi, du Gott der Ewigkeit ward einst der Ehe Bund ge⸗ weiht; o weih auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht entschlossen steh'n, den Schwur der Pflicht ver⸗ einigt abzulegen! Laß sie, Pater, dir ergeben, einig le⸗ ben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben! 2. O du, der du so gern beglückst, so liebreich zu uns niederblickst auf allen unsern Wegen, Herr, laß sie stets sich deiner freun; gib auch zu ihrem Thun Gedeihn, und ihr, Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glücklich leben, freudig ster⸗ ben und vereint den Himmel erben! Nach der Trauung. Mel. Mein Gott das Herz Meht hin! Der 516 G Gott der Ei⸗ nigkeit bat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch sei⸗ nes Segens werth! 2. Ihm heiliget Beruf und Stand! ihm heiligt euer Herz, und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz 3. Euch 3. Euch nehme, schließt nach seinem Rath ihr einst den Pilgerlauf, er, der euch hier vereinigt hat, in seinen Himmel auf. Aelternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen 517 9 enschen weis' und gut er⸗ ziehn, die zum Leben Gott erschuf: welch' ein wichtiges Bemühen, welch ein seliger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ihres eignen Heiles wegen, Kinder weis' und gut erziebn: welch ein wichtiges Bemühn: 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne Zucht heran, ohn' Erkennt⸗ niß, ohne Tugend: kann er dann des Lebens Bahn wür⸗ dig, mit Vernunft betreten? würdig dich, o Gott, anbe⸗ ten 2 seinem Nächsten nütz⸗ lich seyn? deiner Liebe sich erfreun? 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder gnädig anver⸗ traut, sorge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohl⸗ fahrt baut; lehre früh sie Tu⸗ gend lieben, und das Gute willig üben! Diese Pflicht ist ernst und groß; nichts, ihr Aeltern, spricht euch los. 4. Menschenschöpfer! Tu⸗ endmehrer! Laß, zu för⸗ ern Menschlichkeit, Väter, 406 Gesinnung und Verhalten des Christen Mütter, Pfleger, Lehnn, Fürsten und die Obrigkiih, mit vereinter Sorgfalt wa⸗ chen, unsre Jugend fromm zu machen; sie durch Lehr und Beispiel ziehn, selber Sünd' und Laster fliehn! 5 Pflanz' in aller Kinder Herzen weisen, srommmm Tugendfinn, daß sie nicht ihr Wohl verscherzen; laß ste Trägheit, Eigensinn, Aur⸗ gerniß und Leichtfinn flie⸗ hen, und um Unschuld sich bemühen! Führe sie auf ebner Bahn, daß ihr Zuß nicht gleiten kann! 6. Dort vor deinem An⸗ gesichte werden die Erzieher stehn; selig, wenn sie im Gerichte ihre Kinder vor dit sehn, und dann sagen koͤn⸗ nen: Keinen, Herr, verlot ich von den Meinen; Ind dann Kinder flehn für sie! Gott vergilt nur ihre Müh'! 7. Menschen weist und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf: welch' ein wichtiges Bemühen! welch' ein seliger Beruf! Laß, o Heil'ger, deinen Willen alle Aeltern treu erfüllen, lohne hier schon ihre Müh', lohn, Vergelter, ewig sie! ö Mel. Wer nur den lieben Gott 518 err! welch ein wichtiges Ge⸗ schäfte für Aeltern: Kinder zu erzieh'n! Gib Segen, Weis⸗ Weish zu jed wodur Zucht bilden 2.5 in das sollen nen a sich g zu we beiden zu we 3³ deinen Redlit diese! nach mühn dieser Ewig 4.6 ihrer ßen 9 ren! gend Andr. deihn dir,i 5. junge tiefst Weisbeit, Lust und Kräfte zu jedem redlichen Bemühn, wodurch man unter weiser Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht! 2. Du rufst die Menschen in das Leben, und willst, sie sollen glücklich seyn; hast ih⸗ nen auch den Ruf gegeben, sich gern zu Andrer Dienst zu weihn. Durch Zucht zu beiden führet man sie früh zu weiser Ordnung an. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn, und diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu be⸗ mühn! Wohl ihnen hier in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! 4. Sie bau'n das Wohlseyn ihrer Jugend zu deines gro⸗ ßen Namens Preis; sie leh; ren Weisheit sie und Tu⸗ gend-durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Ge⸗ deihn fleht ihr Gebet zu dir, in dessen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tiesste Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, ist guter Väter, Mütter Lust, flößt Tugend in der Kinder Brust. 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit in ihr Gemüth die edlern Triebe früh zu senken, ist in Pesondern Verbindungen. 4⁰⁷ ihre Sorgfalt stets bemüht. Doch, widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Lieblings nicht. 7. O welch ein wonne⸗ reicher Segen für Aeltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt! Lust strömt den Aeltern Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für ein Volk, für ganze Staaten, o welch ein seliger Gewinn, wenn junge Bürger wohl gerathen, erzo⸗ gen, Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried' und Ruh' nimmt dann durch sie auf Erden zu. 9. Ach aber, welche Pest auf Erden bringt nicht, ver⸗ säumte Kinderzucht! Sie häuft den Eltern selbst Be⸗ schwerden, die oft hernach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Lässigkeit vermehren selbst noch dort ihr Leid. 10. O Gott, lehr' Aeltern dies erwägen; erweck' und stärke ihr. Bemühn, daß, unter deinem milden Segen, sie ihre Kinder wohl er⸗ ziehn! O laß sie einst so glücklich seyn, mit ihnen sich noch dort zu freun! Mel. Wo Gott zum Haus 519 G˙ ist, ihr Aeltern, eure Pflicht! Pflicht! Verwahrlost eure Kinder nicht! Gewöhnet sie von früher Zeit mit Gott zu frommer Thätigkeit. 2. Wohl euch, wenn kei⸗ nes je vergißt, Weisheit Anfang ist, Liebe gegen Gott und Scheu' vor ihm die beste Klugheit sei! 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott kennen, seine Huld und Macht! Lehrt sie auf seine Werke sehn, und, was sie lernen, auch verstehn! 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ih⸗ rer Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Tu⸗ gend an! 5. Erstickt durch gute Lehr' und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht: sorgt, daß sie werden Gottes Bild, ge⸗ recht und liebevoll und mild! 6. Zerflört des Lehrers Unterricht zu 9191 durch bö⸗ ses Beispiel nicht; schützt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Trotz mit Unverstand! 7. Wißt, daß sie recht und irre gehn, so wie sie euren Wandel sehn! Sie find durch Beispiel leicht weh' euch, 8. Ihr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren regiert; weh' wenn ihr sie verführt! 408 Gesinnung und Verhalten des Christen was aller daß euch der Uebertretung eum Pflicht in eurer eignen Iu gend nicht! 9. Muthwillen nennt nu Witz; nie preist des Kun ben schadenfrohen Geist a Munterkeit; ein trüglih Herz und Lügen nie ah Spiel und Scherz! 10. Lehrt friedlich sie um g'nügsam seyn, entbehrnn und sich dennoch freun tilgt Geiz und Neid auh ihrer Brust, macht ihneh Christensinn zur Lust! 11. Gewöhnt sie an den Tugend Müh', an Ernst und Fleiß, und lehret sie, da Arbeit keine Sklaverei, daß sie das Glück des Menschin sei. 12. So nehmt euch ihrit Seelen an: Gott richtit einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 13. Erwägt's und fürchtel sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein, Mel. Vom Himmel kam der 5202 ren wir uns freun, sind alle, Gott und Vater, dein; sind deine be⸗ sse Gab', o Herr: bewahrt si 1— Labenmtreut Wenn treuer Aeltern Lie⸗ ihr thun ie Kinder, de⸗ Liebe in der sie gli .— ut Lieb' laß sie Trotz, siggan 4.0 richt! Worte kennen 25 ganh gerniß chung du sie 6 jedem und d fleißen 07. ů0 s Wege einst trüglit nie alh ihnen an der rnst und sie, daß rei, daß Menschen uch ihrer richttt n, wenn yr thun er Hand Ffürchtel such vor ch ewig denn sie ind sein. kam der er, de⸗ wir uns jott und eine be⸗ bewahre Aeltern Lie⸗ Liebe sucht sie aufzuziehen in der Zucht; so steh, damit sie glücklich sei, mit deiner Weisheit ihnen bei! 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb' und Lust zu dir: und laß sie meiden, ohne Zwang, Trotz, Eigenfinn und Müs⸗ siggang! 4. Gesegnet sei ihr Unter⸗ richt! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht er⸗ kennen; laß sie nie gefähr⸗ lich irren, leite sie! 5. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor Aer⸗ gerniß, und naht Versu⸗ chung ihnen sich, so stärke du sie väterlich! 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort, und sich be⸗ fleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit; 7. Daß wir in ihnen Chri⸗ sten seh'n, die freudig deine Wege gehn; und Bürger einst voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut! 8. Erhöre, Höchster, dieß Gebet; verleih'“, was wir von dir erfleht! Dann dan⸗ ken einst, Allvater, wir mit allen unsern Kindern dir! Mel. Freu' dich sehr, o meine 521 Moene Kinder, Gott, befehle ich dir an; du gabst sie mir. Preis sei dir von ganzer in besonderen Verbindungen. 100 Seele, Preis und Dank, o Herr, dafür! Ach verlaß, verlaß' sie nie, segne und behüte sie, daß sie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege wallen! 2. Aber ach, wie viel Ge⸗ fahren, warten ihrer in der Welt! Wer vermag sie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Unbezwing⸗ lich laß sie seyn allen Lüsten; fromm und rein nur nach deinem Beifall trachten, auf des Lasters Reiz nicht achten! 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie ver⸗ schonst; nicht, daß du durch stete Freuden ihrer Tugend hier schon lohnst, jeden ihrer Wünsche stillst, jede Hoff— nung gleich erfüllst; nicht um Schätze, die vergehen, darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer Lebens⸗ reise, wie es längst dein Rath bedacht, ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht! Wichen sie von dir zurück: ihr verlornes Seelengkück wär mit allen Erdenschätzen nimmer ihnen zu ersetzen. 5. Doch, die Bitte, die ich wage, finde gnädiges Ge⸗ hör! Laß nicht ihre Lebens⸗ tage, guter Gott, ganz freu⸗ denleer. Werden sie geprüft durch dich: o so sei es väter⸗ lich, und dann laß es ihren S See⸗ Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen! 6. Keins von meinen Kin⸗ dern werde durch das Laster elend, Gott; keins dem Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott! Nützlich laß der Welt/ sie seyn, keine Müh und Arbeit scheu'n, still sich ihres Flei⸗ ßes nähren, und durch ihn dem Mangel wehren! 7. Jener Sieg'stag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer kei⸗ nes fehlen mag! Dann froh⸗ lock' ich, Vater, sieh hier bin ich, hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen! Kindespflicht. Mel. Gott des Himmels und 522 üinder, die ihr noch im Kreise eurer guten Aeltern weilt, und um Kleidung, Trank und Speise sorglos nur zu ihnen eilt; noch durch sie in jeder Pflicht Lehr empfangt und Unterricht! 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück! denkt der na⸗ menlosen Mübe, die sie euch vom Augenblick eures Auf⸗ blübns bis zur Zeit eurer Reife stets geweiht. 3. Aelternlieb' ist ohne — 2 410 Gesinnung und Verhalten des Christen Schranken. Kinder, nie belohnt ihr sie, danken aber Gedul könnt' ihr danken euren Ael, dadur⸗ tern Lieb und Müh', danken dich; manche lange Racht, sorgen. Undar voll für euch durchwacht. 3. 4. Sie aus reinem Herzen bin, lieben, ihnen treu und folg, Herzer sam seyn; nie mit Vorsah Eigen sie betrüben, jede Kränkunh Gunst schnell bereun; ohne Klü meine geln ihnen traun, und alf Gehor ihre Winke schaun; 5. Ringen, daß der du ve Treuen Pflege nicht an euh hlicht verloren sei, daß ihr auf wie of der Tugend Wege eurem sie be hohen Rufe treu, jedem La⸗ ster trotzend, gebt, bis ihr m einst am Ziele steht; 6. Eure Kraft den Aeltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Trol und Hülf' erfreuen bei des Alters Ungemach; dies ist Kindesdank und Kinder, dies vergesset nichth Mel. Jesus, meine Zuversicht m 6 zott, mein Va⸗ 523 G ter, Dank sei dir: du hast Gutes, Lelb und Leben durch die Hand der Aeltern mir ohne mein Verdienst gegeben. Mir, beglückst du ibre Müh', und auch mir erhältst du sie. 2. Oft had' ich sie zwar betrübt, sie, die von den ersten Tagen, doch so zärtlich mich geliebt, mich mit viel B Pfiicht. d dein v mich k falt a Wünsc zukom für sie und il Ge⸗ eyn dies ist Pflicht. t nichtl versicht in Va⸗ Jank sei „ Leib Hand mein Mir, bꝰ‚ und sie. e zwar on den zärtlich it viel Ge⸗ 411 Geduld getragen. Gott, 8. Ehrerbietig laß mein dadurch kränkt' ich auch Herz wirklich seyn, und nicht dich; o wie beugt mein blos scheinen. Laß mich Undank mich! auch: trifft sie ein Schmerz 3. Was ich ihnen schuldig zu dir heiße Thränen weinen; bin, hafte tief in meinem ihnen deine Hülf' erflehn, Herzen. Laß mich ja durch nach der Hülfe dich erhöhn! Eigensinn niemals ihre 9. Meiner Aeltern Schutz Gunst verscherzen, gib, daß sei du! Ihrer Wallfahrts⸗ meine Dankbarkeit, mein zeit auf Erden lege viele Gehorsam sie erfreut! Jahre zu; laß sie alt im 4. Laß mich, Gott, wie Segen werden, und erhöhr“ du verlangst, jede Kinds⸗ auch ihr Gebet, das für pflicht gern erfüllen! Denn mich um Weisheit fleht! wie oft hat Sorg' und Angst 10. Alles Kreuz mach ih⸗ sie beschwert um meinetwil⸗ nen leicht; hilf es, Vater, len! Haben sie nicht manche selber tragen; und wenn sie Nacht, wenn ich schlief, für ihr Ziel erreicht nach den mich durchwacht? spätsten Lebenstagen, so gib 5. Jesus stelle sich mir du vor deinem Thron ihnen dar, er, das Beispiel aller frommer Aeltern Lohn! Kinder, der, der r vom in besonderen Verbindungen. Himmel war, Gottes Sohn, Mel. Wer nur den lieben Gott das Heil der Sünder, er war 524 Mir flehn für un⸗ doch von Kindheit an, seinen 3—** srer Aeltern Aeltern unterthan. Leben dich, aller Menschen 6. Ihren Willen thun, sei Vater, an. Du hast sie uns mir meine Lust! Denn das zum Heil gegeben, sie leiten ist billig, auch gefällig, Gott, uns auf deiner Bahn. Von vor dir; dazu mache selbst ganzem Herzen danken wir mich willig! Wohl mir für deine Vaterliebe dir. dann! dann wird auth mein 2. Verleih' uns siets für dein verbeißner Segen seyn! ihre Lehren ein offnes wei⸗ 7. Laß auf ihre Wünsche ses, sanftes Herz, und laß mich kindlich und mit Sorg⸗ uns gern und kindlich ehren, falt achten; ja selbst ihren daß niemals Kummer, Gram Wünschen mich noch zuvor⸗ und Schmerz der treuen Ael⸗ zukommen trachten: nicht tern Herzen kränkt, und ihre für sie Beschwerden scheun, Liebe von uns lenkt! und ihr Glück mir Freude 3. Gib ihnen deinen be⸗ eyn! sten Segen und Alles, was S 2 thr ihr Herz erfreut! Beschirme sie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit! Geseg⸗ net sei ihr Erdenloos, und einst ihr Lohn im Himmel groß! Geschwisterliebe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 525 Wener fronm I und weise, nachsichtsvoll und gütig sind, wenn in ihrem stillen Kreise stets des Frie⸗ dens Quelle rinnt: o dann ruht auf ihnen allen Gottes Blick und Wohlgefallen. 2. Durch das Band des Bluts verbunden; sollen sie durchs Leben gehn, und den Reiz der schnellen Stunden freundlich mebren und er⸗ höhn; sollen Haß und Neid entfernen, und auch Andre lieben lernen. 3. Mit entschloßnem fro⸗ hen Herzen üben sie, was Gott gebot; theilen Freu⸗ de, Gram und Schmerzen; mindern jedes Tages Noth; warnen sich, so oft sie fehlen, und veredeln ihre Seelen. 4. O wer wollt' in früher Jugend nicht schon sanft und friedlich seyn? Aus den Häusern dringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen kann be⸗ trüben, wird der Andre redlich lieben? 412 Gesinnung und Verhalten des Christen ist ihr Glück bereit; alle 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird gesegnet und erfreut. Aeltern seh'n sich dort belohnet, Kindern Hausgenossen streben, sich mit Freuden zu umgeben. 6. Liebe! Komm herab vom Himmel! Komm in un⸗ ser Herz herab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis ans Grab! Laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden! Für Herrschaften. Mel. Nicht so traurig, nicht 6 VDu vertheilst der 526 D Menschen Loos, Gott, nach deinem weisen Rath; machst oft Ei— nen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat: aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmerem Ge⸗ schick seine Zeit und Krast mir leiht, wer zu meines Hauses Glück treu sich mei⸗ nem Dienste weiht; wer durch Folgsamkeit mich ehrt, der ist meiner Liebe werth. 3. Er züt' und Huld, wenn ihn Redlichkeit beseelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Vorsaß fehlt. Ich bin selbst nicht fehler⸗ frei; kann ich fordern, daß er's seiꝰ 4. Hoch⸗ hat Recht auf nicht ilst der enschen deinem oft Ei⸗ wenn t: aber bist du Knecht! m Ge⸗ Kraft meines h mei⸗ wer h ehrt, werth. t auf nn ihn Recht seduld, fehlt. fehler⸗ „daß bab Kräfte, in besonderen 4. Hochmuth, Stolz und Eigensinn ist Verletzung meiner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin: den⸗ noch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos, hart und grausam seyn, heißt: der Menschheit Recht entweihn. 5. Herr der Herrn, gib mir Kraft, daß ich stets ge⸗ recht und treu, liebreich und gewissenhaft gegen jeden Menschen sei! Jeder ist dein“ Kind, wie ich, und erhält sein Recht durch dich. Mel. Auf Christenmensch dich, Gott, 527 Dom ich, wagit bin, und es ist deine Gabe, daß ich, als Herr, so viel Gewinn vor ärmern Brü⸗ dern habe. Sie leihen ihre Dienste mir: dies, höchster Herr, verdank' ich dir. 2. Erfüllen sie mit Red⸗ lichkeit und Aufwand ihrer was ihnen ihre Yflicht gebeut, in ihrem Dienstgeschäfte, so gib, daß ich für ihre Treu' auch dank⸗ bar und gefällig sei! Hilf, daß ich jedem seine Pflicht auf's möglichste versüße, daß, wenn an Hülf' es ihm gebricht, er se von mir genieße, daß ich ihm Feh⸗ ler gern verzeih', und wird er krank, sein Pfleger sei! 4. Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm Verbindungen. vergönne, gern seine treue Redlichkeit, gern seinen Werth erkenne, und ja aus nicht'gem Vorwand nie ihm den verdienten Lohn ent⸗ zieb! 5. Auch der geringste Die⸗ ner ist bestimmt zu höherm Leben: für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein glei⸗ ches Recht. 6. O präge dieses tief mir ein! Nie müss' ich mich er⸗ kühnen, gefühllos gegen die zu seyn, die meinem Hause dienen. Der mir hier dient, ist Mensch, wie ich, ich soll ihn lieben, gleich als mich. Für Dienende. Mel. In allen meinen Thaten zott, deinen wei⸗ 528 G sen Willen soll Jeder hier erfüllen; laß' ihn mir heilig seyn! Labß' alle meine Kräfte mich eif⸗ rig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 2. Du heißt mich Andern dienen; und dien' ich redlich ihnen: so folg' ich dir, mein Gott. Drum laß der Herr⸗ schaft Willen mich gern und treu füllen; dies ist dein Wille; dein Gebot! 3. Lehr' ohne bitt're Kla⸗ gen des Lebens Last mich S 3 tra⸗ tragen, und Weichlichkeit verschmähn; im Reden und im Schweigen mich ehrer⸗ bietig zeigen, und gern den Weg der Demuth gehn! 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren und Schaden ab⸗ zuwehren, sol meine Freude seyn! Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsatz nie be⸗ trüben, verdroßnen Sinn und Frechheit scheun! 5. Ich will sie nie be⸗ neiden; will alle Trägheit meiden, und alle Zanksucht fliehn; will Recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen, und allem Leichtsinn mich entziehen! 6. In meinem Dienst auf Erden geschickter stets zu werden, sei Freude mir und Pflicht! Wer treu ist hier im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er be⸗ reut sein Leben nicht. 7. Du bist stets der Ge⸗ rechte, der Herr der Herrn und Knechte, und beider Trost und Heil. Wer niedrig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat an 48 wie der Höchsle Theil. Dies laß mich stets er⸗ Wägerz denn dies gibt Trost und Segen und reicht die Hoffnung dar: einst. wir st du, Herr der Wel Fleiß noch mehr 9 womit ich Menschen war. nüßhlich 414 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Mein erst Geschäft sei Vreiz Nerufen hast du 529 mich, mein Gott, in Andrer Dienst zu leben; um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 2. Auch ich soll bier in meinem Stand nach meinen Kräften nützen und du, Gott, willst mit Vaterhand mich dabei unterstützen. 3. O laß in meinem Dienst dies nie mich aus den Augen setzen, und ko⸗ stet mir's auch Kampf und Müh', nie meine Pflicht verletzen! 4. Gib, daß ich, meinem Rufe treu, stets meiner Herr⸗ ‚ schaft Willen, Diensts sich freu', r mös erfüllen! 5. Hilf, daß ich, wie mein damit sie mei⸗ mit eignes Gut, das Ihrige be⸗ trachte; auf Alles, was sie meiner Hut vertraut, 29 9 achte. mit Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier⸗ gen Händen, Liede zum Gewinn, ihr ei⸗ was zu entwenden! 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sti auch mir so werth, als ob's das Meine wäre! 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so sei's mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, dei⸗ nem aus schnöder ö —— nem entzog 9. du sie im Le meine du aufnin an, u Friede ten, liebter seinen merke einem Herr⸗ mei⸗ mit mein je be⸗ 18 sie mit es in gier⸗ nöder r et⸗ ihr tand, auch das reue tauf dei⸗ nem in besonderen nem Angesicht nicht kann entzogen werden. 9. Mit Wohlgefallen siebst du sie, und wirst schon hier im Leben mir auch bei aller meiner Müh', Gott, deinen Frieden geben. 10. Kommt meines Le⸗ bens Abend dann; so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Ehren an, und schenkst mir ew'gen Frieden. Für Wittwen. Mel. In allen meinen Thaten 530 M nur will A ich' sehen; er hört der Wittwen Flehen, und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Trost und Freude, der Fels, auf den ich bauen kann. 2. Mich leitet seine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird nich nie verlassen! Dies Trostwort will ich fassen; es ist mein stärkster Wander⸗ stab. 3. Wo seit viel kausend Jabren betrübte Wittwen waren, da sah Gott gnädig bin. Er pflegte der Betrüb⸗ ten, wenn sie nur stets ihn liebten, und wandelten nach seinem Sinn. 4. Auch mich wird er be⸗ merken, mich trösten, seg⸗ 415 nen, stärken, und mir zur Seite steh'n. Wie groß ist seine Güte! Mit ruhigem Gemüthe will ich auf seinen Wegen geh'n. 5. Ich will ihn gläubig ehren, und meine Tugend mehren in stiller Einsam⸗ keit. Er sieht ja, wie ich's meine; er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz er⸗ freut. 6. Auch, wenn ich mehr noch litte, bis zu dem letz⸗ ten Schritte will ich ihm folgsam seyn. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewährt erfundne Dulder ein. 7. So eilen meine Tage mit jeder Last und Plage, wie Träume, leicht dahin; ich lege meine Glieder im Tode ruhig nieder, und weiß, daß ich erlöset bin. 8. Einst geh' ich, den zu schauen, der ewig mein Vertrauen, mein Gott ist, Verbindungen. und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren ihm danken fuͤr die Zähren, die ich als Wittwe hier ge⸗ weint! 9. Dann find' ich, die ich liebte, und deren Tod mich trübte, in meines Gottes Hand; dann trennt kein Tod uns wieder; dann schallen unsre Lieder durch's thränenfreie Vaterland. S 4 Für Für Waisen. In voriger Melodie. m Frühling mei⸗ 531 Iner Jahre, Gott, sah' ich schon die Bahre des guten Vaters steh'n; und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind muß ich ihr Grab schon seh'n. 2. Unwissend, was mir nütze, so schwach und ohne Stütze muß ich verlassen geh'n! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zur Hülfe eilen, wer hört auf armer Waisen Fleh'n? 3. Doch wer war's der mich beugte, so tief zum Staube neigte? War'st du's nicht, großer Gott? Dein weiser Rath regieret der Menschen Schicksal, füh⸗ ret es fort durch Leben und durch Tod. 4. Du willst dich an den Waisen als Vater ja bewei⸗ sen, und Armen Gutes thun: Verlaßne willst du hören, die Aelternlosen nähren; dein Segen soll auf ihnen ruh'n. 5. Und seit viel tausend Jahren hast du, die Waisen waren, so väterlich ernährt; die sich auf dich verließen, sah'n, Gott, zu deinen Fü⸗ ßen ihr heißes Fleh'n von dir erhört. 6. Auch mich kannst du nicht hassen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir 416 Gesinnung und Verhalten des Christen ganz vertrau'n. Dein Han ist mir ja offen, fest will i auf dich hoffen, nur dich trüben Stunden schaun! 7. Ja, du wirst mich g. nähren, mir Rath und Hüf gewähren: wo ist ein Goh i wie du? Nur was mir nüß das schenke mir, deinen Kind, und lenke mir from⸗ mer Menschen Liebe zu! 8. Und wenn in diesen Jahren Verführung und »Gefabren und Laster um mich sind: o dann sei, treuer Vater, mein Fuͤhrer, Freund, Berather, ach daͤnn verlaß nur nicht dein Kind! 9. Es schlag' von frühn Jugend für Gottesfurcht und Tugend und Unschulb nur mein Herz! Fromm seyn auf deinen Wegen, sei mein Lust, mein Segen, und Un⸗ recht thun und seh'n, mein Schmerz! ö 10. Arbeitsamkeit und Treue, begang'ner Fehlit Reue, ein wahres Christen⸗ thum; ein zärtlich Herz füt Freunde, und Sanftmulh gegen Feinde, dies sei mit mehr, als Glück und Ruhm! 11. Und die, die mich er⸗ ziehen mit redlichem Bemü⸗ hen, an Aeltern Statt mit sind, mich warnen und. lehren, laß herzlich mich ver⸗ ehren, sie dankbar lieben, wie ihr Kind. 12. Ihr Lohn sei, Gottl dein 7 treten, ten: Mensc Dank zu! n diesez g und er un i, treun Freund, verlaß . n früher tesfurcht Unschubd mm seyn sei meim und Nn⸗ ,‚ mein it und Fehler Christen⸗ Herz für inftmuth sei mit Ruhm! nich er⸗ Bemü⸗ att mir und be⸗ lich ver⸗ lieben, „Gott! dein dein Segen! Auf allen ihren Wegen wollst du ihr Führer seyn und wenn sie dann einst sterben, und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freu'n. 13. Verklärt werd' ich dann stehen, die Aeltern wie⸗ der sehen, um die ich hier geweint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser, be⸗ ten: lohn' ihnen ewig, Menschenfreund! Dankbarkeit gegen Wohl⸗ thäter. Mel. Wer nur den lieben Gott 532 Wernn Menschen streben, dir an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu seyn; wenn sie mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreu'n: mit reichem Segen segne dann sie, die ich nicht belohnen kann! 2. Ich will mich aller ih⸗ rer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kum⸗ mer über ihre Leiden gern, wie ich kann, ihr Tröster seyn; und kann ich lindern ihre Noth; mit Freuden will ich's thun, o Gott! 3. Und kann ich's nicht, dann, Vater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf jeden komme in besonderen Verbindungen. 417 Freud' herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4 Ich will sie lieben und sie ehren; will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klagen nicht beschweren, bescheiden slets und lästig nie; will, wenn ihr Herz auch andre liebt, nie nei⸗ disch seyn und nie betrübt. 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme über sie; sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwär⸗ ligkeiten sie! Empfinden sie Gefahr und Schmerz; so tröst' und heile selbst ihr Herz! 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn einst sie scheiden, gnädig an! Er⸗ quicke sie mit Trost im Ster⸗ ben, die un im Leben wohl⸗ gethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herr⸗ lich einst und groß ihr Lohn! Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zuhörer. Mel. Wo Gott zum Haus 533 Das Amt der Lehrer, Herr, ist dein; dein soll auch Dank und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, von S 5 Zeit * was du nuns vorbeutst, Zeit auf Zeit dein heil'ges Wort, und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er er⸗ leuchtet selbst durch dich, den Jüngern Jesu gleich gesinnt, viel Seelen für dein Reich gewinnt! 4. Dank dir, da du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr' und That voll Geist und Kraft! 5. Laß ihres Unterrichts uns freu'n, gewissenhafte Hörer seyn, und schätzen dei⸗ ner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht erklärt! 6. Dein Wort ist, was sie lebren, Herr! Laß uns dadurch steis heiliger und besser werden; nur alsdann gehn wir einher auf rechter Bahn. 7. Ermahnen, warnen, strafen sie; so weig're, wer sie hört, sich nie, zu hassen zu thun, was du durc) sie ge⸗ beutst. 8. Das ist der Lehrer beß⸗ ter Lohn, wenn ihrer Mühe Früchte schon sie hier in un⸗ srer Tugend sehn, mit uns den Weg zum Himmel gebn. 9. Fern sei von, uns ver Frevel, Gott. durch Unvank sie, durch Haß und Spott zu kraͤnken; daß sie, was 418 Gesinnung und Verhalten des Christen sie thun, mit Freuden, mit Seufzen thun. 10. Ja, Gott, wir 11 len sie erfreun und danl⸗ bar fromme Hörer seyn; 6 führst du einst auch um zugleich mit ihnen in deln ew'ges Reich. Einführung»eines Religio nslehrers. Mein ganzer Geist, Goh ohl uns! Wohl 34 Wuns, dah Cut ——— ans bt uns immer treu Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen; die, auf⸗ geklär t voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preisel seine Treue! Wieder nene ward sie heute. Dank seh unsre heil'ge Freude! 2. Wir reichen segnend ihm die Hand; den Gott zum Lehrer uns gesandi. Heil ibm zum Lehrgeschäfte! Zu bilden uns hier in der Ril, zum Leben in der Ewigkeil gib, Herr, ihm Licht und Kräfte. Lehr' ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, heten, wachen, se⸗ lig sich und uns zu machen. 3. Laß deinen Geist steth auf ibm rahn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, was ihn betrühell Gib für die Wahrheit, 00 durch Wissenschash, en n/, nich er treue ns zum e, auf⸗ enschast“ zeist und Herzen preisel er nene aut seh segnend jott. zum . Heil te! Zu Her Zeit Swigkeil cht und hilf ihm dulden, hen, se⸗ machen. ꝛist stetz ihn sein thun; etrübetl it, die er in besonderen er lebrt, ein Herz uns, das sie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! Ueben hilf uns dann in Leiden, wie in Freu⸗ den, seine Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre! 4. Wann einst dein großer Tag erscheint laß ihn, laß unsern besten Freund uns dir entgegen führen! Die Scelen sind ihm zugezählt: o gib, daß dort ihm keine fehlt! Laß keine sich verlie⸗ ren! Gott, wie werden wir uns freuen, um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone! Nach der Handlung. 5. So sei gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand: wir gehn mit dir in's Paterland; du führst uns. Amen! Amen! Heilig bleib uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, sei stets unser freudig Streben! Bei der Konfirmation. Mel. Es ist das Heil uns ie hier vor dei⸗ 535 D nem Antlitz ssebn, sind, Jesu, deine Glieder. Blick', wenn ver⸗ eint wir für sie flehn, er⸗ barmend auf sie nieder; gib ihnen, Herr, durch deinen 419 Geist das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen dich, o Got⸗ tes Sohn, und deine heil'ge Lehren. Ist Freude dort vor deinem Tbron, wann Sün⸗ der sich bekehren; so laß auch heute Freude seyn, da diese Kinder dir sich weihn, und ihren Bund erneuen! 3. O laß sie Gnad' und nicht Gericht in dieser Stund' empfahen, wenn sie mit Glaub' und Zuversicht zu deinem Tische nahen! Es stärke sie dies Lebensbrod damit sie, Jesu, deinen Tod verkünd'gen durch ihr Leben! 4. Lacht ihnen bei dem edlen Lauf die falsche Welt entgegen, so hilf du ihrer Schwachheit auf, und wann sich Lüste regen; so laß sie gläubig auf dich sehn; die Welt mit ihrer Lust ver⸗ schmähn, und muthig über⸗ winden! 5. Zeig, Herr, den Lohn der Ewiagkeit von fern den theuren Seelen, die jetzt auf ihre Lebenszeit sich hier mit dir vermählen! O treuer Heiland, sie find dein! Schreib beut in's Buch des Lebens ein die Namen die⸗ ser Christen! »Mel. Mitten wir im Leben tärke, Mittler, 536 S stärke sie, deine S 6 theurꝰ Verbindungen. sprechlich trösten! über ihre Seelen! Sie flehn 420 Gesinnung und Verhalten des Christen theu'r Erlösten! Laß sie ihr Vertraun auf dich unaus⸗ Wach' und schwören alle dir! Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu seyn dir, bis an's Ende! 2. Ach, wie viele schwuren auch, fest an dir zu halten, aber treulos ließen sie ihre Lieb erkalten; Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese seyn, die dir schwören, dir sich weihn! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Stärke sie, die Deinen, in des Glaubens Zuversicht und wahrer Tugend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ibren Lüsten; ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen! Die Triebe zu verbot'ner Lust dämpfe früb in ibrer Brust! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres ho⸗ hen Seelenheils weit über⸗ winden. treu zu seyn dir bis ans V geliebt; 4. In der Todesnoth laß sie, deine theu'r Erlösten, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich tri⸗ sten! Herr, laß sie bei di leben! Einst sammle sie mil uns zugleich in dein unver⸗ gänglich Reich! Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Trösterl Dreiciniger Gott! Lafst sie nie vergessen ihr Gelübde:“ Ende! Mel. Freu dich sehr, o meine . Dei getreu in dei⸗ 537 S nem Glauben; laß dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rau⸗ ben; halte treulich deinen Bund, den dein Herz durcht Wasserbad fest mit Gott geschlossen hat! Denn wie leicht geht der verloren, der ihm treulos hat geschworen! 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich auch die Lieb' am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott verge⸗ ben, auch verzeihn und lieb⸗ reich leben. 3. Sei getren in deinen Leiden, und laß dich kein Ungemach, keine Noth von Jesu scheiden; murre um in meine in dei⸗ auben; Grund en rau⸗ deinen durch's Gott in wie en, der woren! deiner er dich eb'ꝰ am er dich Denke, t, als Du verge⸗ d lieb⸗ deinen h kein h von nicht in in Weh! und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld. Selig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferleget! 4. Sei getreu in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört', und der Noth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünschest, wehrt. Halt an seiner Treu' dich fest; glaub', daß er dich nicht ver⸗ läßt; seine Hülf ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. 5. Sei getreu bis an das Ende, daß kein Leid und keine Noth je von deinem Gott dich wende; sei ihm treu bis in den Tod! O das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben! Mel. O du Liebe meiner 538 Miur⸗ schau' auf sie her⸗ nieder, die sich deiner Gnade freun, und als deiner Kirche Glieder dir geloben, treu zu seyn; dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau bei ihrer Weihe, seg⸗ nend schau auf sie herab! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir gehei⸗ ligt seyn, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Irre sich zerstreuen! Schütze sie in besonderen Verbindungen. 421 vor allen Schlingen, vor den Lockungen der Welt; laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt 3. Laß sie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre seyn, und durch deines Gei⸗ stes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke sie durch deine Gnade, wenn zu dir sie kindlich flehn, daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gehn! 4. Halte sie mit starken Armen, wenn sie straucheln wollen, fest; laß sie fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eins sich je ver⸗ irrte und verließ der Tugend Bahn; ach, dann nimm dich, treuer Hirte, des ver⸗ irrten Kindes an! 5 Keines, keines, ach von Allen, die mit dir den Bund erneu'n, laß aus deiner Gnade fallen und von dir geschieden seyn! Herr, ver⸗ siegle ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht; kei⸗ nem laß die Krone rauben, die du Allen zugedacht! 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu dir gewandt; sieh die Thränen, die sie weinen, Zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühle nie erkalten, nie vergehn; bis zu ihrem Lebensziele laß sie treu im Glauben stehn! S.1 I. Samm⸗ 422 Gesinnung und Verhalten des Christen 7. Sammle sie einst Alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deines Bun⸗ des Glieder; einn den En⸗ geln Gottes gleich, singen sie dir, Herr, zu Ehren, dann ihr Loblied hocherfreut, in der Auserwählten Chören, laut durch alle Ewigkeit. Vor der Einsegnung. Mel. Christus, der ist mein (Die Gemeinde allein.) 539 Sies diese jun⸗ * gen Seelen, die, Vater, dir sich nah'n! Sie kommen, deinen Segen von neuem zu empfah'n. 2. Sie kommen, dir, o Vater, sich feierlich zu weihn, und heilig zu gelo— ben, dir ewig tren zu seyn; Versuchungen zur Sünde mit Muth zu wider⸗ fiehn; den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gebn. 4. O blick auf sie mit Se⸗ gen, Allliebender, herab, daß sie vom Weihaltare treu wandeln bis an's Grab! (Die Konfirmanden allein.) 5. Gott, welche heil'ge Stunde! Laß sie gesegnet seyn! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weihn. 6Dich immer kindlich lieben, gehorchen willig dir, (ganz zu weih'n. und gern dem Nächsten die⸗ nen, ja, Gott, das wollen wir. 1191 7. Wir wollen jede Sün⸗ de, das kleinste Unrecht scheu'n und immer besser werden, und uns in Un⸗ schuld freu'n. 8. O blick auf uns mit Segen von deinem Thron herab, und laß uns dem Gelübde getreu seyn bis ans Grab. Nach der Einsegnung. (Die Gemeinde allein) Mel. Wer nur den lieben Gott Kinder, dieser 540 Tag des Bun⸗ des sei eurem Herzen ewig werth; denn das Verspre⸗ chen eures Mundes bat der Allwissende gehört. Ihr jun⸗ gen Christen denket nach, was heute euer Mund versprach! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet: Gott und der Tugend treu zu seyn. Von neuem habt ihr euch ver⸗ pflichtet, Gott euer Leben O heilig sei euch diese Pflicht! Ver⸗ gesset dieses Tages nicht! (Die Konfirmirten allein.) Mel. Werde munter, mein 3. Heilig soll uns diese Stunde, ewig unvergeßlich seyn! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir, Gott. en die⸗ wollen Sün⸗ Inrecht besser n Un⸗ ns mit Thron 6 dem n bis ung. in) en Gott dieser Bun⸗ ewig erspre⸗ at der •r jun⸗ „was prach! r euch d der Von ver⸗ Leben heilig Ver⸗ iht! ein.) mein diese jeblich „ mit wir, Gott Gott treu zu seyn; nicht zu weichen von der Pflicht, bis das Aug' im Tode bricht. Gott, der Alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. 4. Ja, wir wollen uns er⸗ geben unserm Gott und nicht der Welt, und in unserm gan⸗ zen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer hier säet in der Zeit, ärntet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten! (Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott 5. O wohl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn euer Herzes redlich meint! Dann wird auch Gott euch Segen geben; dann bleibt Gott ewig euer Freund; dann wird euch großes Glück und Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. Mel. Jesus, meine Zuversicht (Die Gemeinde allein.) 541 Ge Gnade sei mit euch! Sie verleih' euch Kraft und Se⸗ gen! Wallet freudig, En⸗ geln gleich, eurem hohen Ziel enttgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des Allvergelters Thron. 2. Heilig sei euch dieser Tag; heilig, was ihr jetzt bersprochen! Ach, was euer in besonderen Verbindungen. Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tod! (Die Konfirmirten allein.) 3. Ja, zu treuer Folgsam⸗ keit baben wir uns dir verpflichtet. Unser Herz sei dir geweihtzunser Geist auf dich gerichtet! O wie selig werden wir in dem Bunde, Gott, mit dir! 4. Stärk' uns nur mit deiner Kraft! Schütz üuns vor der Macht der Sünden! Gib, daß wir gewissenhaft böse Lüste überwinden! Hilf, daß unser Herz dir treu, standhaft uns're Tugend sei! Alle.) 5. Sieh, o Herr, wir Alle flehn, stärke liebreich uns're Seelen! Laß uns niemals irre geh'n, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwindet mit der Zeit, nur/ nicht wahre Frömmigkeit. (Zum Schluß der Konfir⸗ mationshandlung.) Mel. Allein Gott in der Höh⸗ err Gott! was 542 H irdisch ist, ver⸗ geht, und schnell enteilt das Leben; Herr Gott! was ewig fest besteht, bast du dem Geist gegeben; es bleibt der Wahrheit belles Licht, es bleibet Tugend, Recht und Pflicht Pflicht und Jesu heil'ge Lehre. 2. Die Lehre bleib' uns bis an's Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend Schutz, des Alters Stab, des Herzens Trost und Se⸗ gen! Sie leit' in aller Freud' und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßre Leben! Bei Einweihung einer Kirche. Mel. Nun danket Alle Gott on heiligem Ge— 543V'e fühl der An⸗ dacht tief durchdrungen, sei, Wott, dir heut von uns Lob, Preis und Dank gesungen! Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freu'n; drum weihen wir dies Haus zu deinem Tempel ein. ö‚ 2. Anbetend sich dir nah'n, dich ehrfurchtsvoll erbeben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig fuͤr das Le⸗ ben! Drum wende zum Ge⸗ bet, zum Dank, zu deinem Ruhm oft unser Herz sich hier in diesem Heiligthum! 3. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehre fas⸗ sen, und zur Befolgung uns, zur Treu‘ ermuntern lassen; hier strahlt dem Geiste Licht, hier quillt dem Herzen Ruh'; hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. 424 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Hier sollen am Allar sich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbund'nen nah'n, dir heil'gen ihre Triebe; vot deinem Angesicht sich schwö⸗ ren Lieb' und Treu', damit ihr Leben dir steis wohl— gefällig sei. 5. Hier wird mit Dank⸗ gebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kinh⸗ derfreund, dem Vorbild je⸗ der Tugend; hier schwört ei einst den Schwur: Gost ewig treu zu seyn, und tris dann in den Bund erwachss ner Christen ein. 6. Hier sollen wir vereint das Mahl ber Liebe feiern, und ernstlich den Entschlu der Besserung erneuern: er⸗ innern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn, durch R— ben und durch Tod, uns muthvoll ging voran. + 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater, stetz erwägen, und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überle⸗ gen. Dann wird der Tag der Weih' ein Tag des Se⸗ gens seyn, und seiner wird sich noch die späte Nachwell sreu'n. Bei Einführung eines Schullehrers. Mel. Laß mich, o Herr 5 4 4 Lot dankbar uns die Lehrer eh⸗ ren, ten n Allar r Liebe, nah'y, be; vor schwo⸗ damit qwohl⸗ Dank⸗ früher m Kin⸗ bild j⸗ wört es Goft ind tritt rwachs⸗ vereint feiern, ntschluß rn: er⸗ der auf rch K⸗ „ uns ohlthat „ stets Hanses überle⸗ er Tag es Se⸗ r wird achwelt eines in besonderen ren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, den Geist der Jugend zu beleh⸗ ren, ihr Herz von seinen Feblern abzuzieh'n! O wel⸗ che Saat wird durch sie aus⸗ gestreut! Sie keimt empor für Zeit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig sind die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr Werth? Wo⸗ her kommt ihnen Kraft zum, Kampfe gegen Welt und Lei⸗ denschaft? 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend, auch unter uns, mit Vaterhuld gedenk'ft, und zu der Weis⸗ heit und der Tugend durch treue Führer ihre Schritte lenk'st! Wie weise, Gott, wie liebreich Perr, bist du! Durch Schulen auch ström'ft du uns Segen zu. 4. Froh seh'n der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort; so setzen sie dein Werk auf Erden fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und re⸗ gen Trieb, die Kinder dir zu weih'n! Laß treuen Fleiß Verbindungen. im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude seyn! Erfülle sie mit Achtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! 6. Laß' sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sich zieh'n, auch, wenn sie strafen, noch belehren, und sorgsam selbst den Schein des Unrechts flieh'n! Reli⸗ gion und reine Sittlichkeit verbreite sich durch sie zu je⸗ der Zeit! 7. O welche Pflichten! Welche Würde! Gott, steh' auch diesem neuen Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets getrost und muthvoll sei, und gib auch uns ein Herz, das gern ihn ehrt und dankbar ist, und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn ent⸗ weicht; dann laß' ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig' er dann sich als ein Christ, der muthig wirkt, so lang es Tag noch ist! 9. O Gott, laß jede Schu⸗ le blühen und reich an Frucht für Welt und Nachwelt seyn! Laß jedes Lehrers Eifer glühen, die Dunkelheit der Seelen zu zerftreu'n, und einst erheb' ihn die beglückte Schaar, Schaar, für die er hier ein weiser Führer war! Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jesu Christ, dich HR a Gottes 545 N Rwrichritg. vollem Rath, der Alles angeordnet hat, wird Völ⸗ kern dauerbaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, durch gegenseitiges Be⸗ mübd'n sieht man der Bür⸗ ger Wohlfahrt blüh'n. 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ord⸗ nung und Zusammenhang; der nützt durch Kunst dem Vaterland„nnd durch die Arbeit seiner Hand; 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Ein⸗ sicht, Kenntniß, Wissen⸗ schaft; der nützt mit seinem kühnen Muth, und der mit seinem Erdengut. 5. So knüpf'n du, Gott, durch jeden Stand der all— gemeinen Wohlfahrt Band; vertbeilst mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reich⸗ thum, Ueberfluß, und aller— seitiger Genuß, Bequem⸗ lichkeit und Freud'ꝰ und 426 Gesinnung und Verhalten des Christen schützt mein Gut und Leben Ruh' fließt uns durch dih Ordnung zu. x 7. Wer wollte denn nih tbätig seyn, nicht sein Standes sich erfreun: a der ihm angewiesnen Buh nicht wirken, was er wirh— kann? dern; 8. Wer jede ihm verlieh ne Kraft gebraucht, u durch sie Gutes schafft, derl. Age bet, wie es Gott gefällt; zu.„5. Segen sich und für die Wih Vaterlandsliebe.. Mel. Schon ist der Tag vong. (FNas Land, du, Wos 546 Dcen men sder terlich zur Wohnung angs 0 wiesen, läßt seines treun Schutzes mich in Glück um 1n Roth genießen; es gibt un ten le Nahrung, Sicherheit; erhal gute Recht und Gerechtigkeit um uur 2. Drum will ich stets en kenntlich seyn, durch nüh zu de liche Geschäfte mich der ge, Obri meinen Woblfahrt weihn, Obri will Zeit, Beruf und Kraft Mel' dem Vaterlande, das mich schützt, und mir und meinen 54 Brüdern nützt, mit treuem Welt Eifer widmen. seeen 3. Nie will ich Ruh' und nen Sicherheit im Staate fre. und velnd stören! will meine Landesobrigkeit, als Got⸗ ofne tes Ordnung, ebren, und ih⸗ für d jederzeit, mit 7 treuer ren Willen ten durch diß denn ni ht sein eun: g nen Bah er wirln verlieh. cht, Iud ͤt, derlh ällt; zu die Wel iebe. ag von g. nd* dal⸗ mir ba⸗ g. ang⸗ 8 treuen lück um gibt mi 1; erhat jkeit um d Leben. stets en ch nüh⸗ der ge⸗ weih'n, d Kräfe as mich meinen treuem uhꝰ und ite fre⸗ meine Got⸗ und ih⸗ t, mit treuer in Hesonderen treuer Unterwürfigkeit, nach Möͤglichkeit erfüllen. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; will sets ihr widriges Geschick, so viel ich kann, vermin⸗ dern; will freundlich die⸗ nen jedermann, und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 5. Auf, Brüder, die ihr's gehlich meint, nützt eurem Vaterlande, das euch zu gleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Und fordert es des Landes Wohl, so opfert, wie es jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! 6. Gott steh uns bei, daß Alle wir nach unsern Pflich⸗ ten leben, und schon, als gute Bürger, hier nach je⸗ nem Reiche fireben, in das nur treue Knechte geb'n, die in dem Djenste hier besteh'n, zu dem du sie berufen! Obrigkeit und Unterthan. Mel. Vom Himmel kam der 547 6 G. der zum Segen für die Welt uns Fürsten gibt und sie erhält, du willst daß ih⸗ nen jever treu, gehorsam und ergeben sei. 2. Sie wachen stets mit offnem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch erbindungen. 7⁷ sie flieht Sicherheit und Ruh' den Bürgern aller Stände zu. 3. Nicht Jeder ist in Würden groß; oft ist ein niedrer Stand sein Loos; doch Jeder, sei er noch so klein, kann achtungswerth als Bürger seyn. 4. Er ists wenn er den Fürsten liebt, und den Ge⸗ setzen die er gibt, Zeit, Kräfte, Sorgfalt, Eifer weiht, gern thut, was jedes ihm gebeut. 5. Wenn er gewissenhaft steis ist, nie seines Bürger⸗ eids vergißt und das, was er entrichten soll, gern bei⸗ trägt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ist's, wenn er als Bürger denkt, nie and'rer Bürger Rechte kränkt, und fern von schlauer Ränke List, zum Wohl des Lan⸗ des thätig ist. Er weiß: nur des Ge⸗ sehes Kraft, und wär' es auch noch mangelhaft, ge⸗ währt dem Volke Sicherbeit und Ordnung und Zufrie⸗ denheit. 8. Er lebt von Trug und Unrecht frei, stets folgsam dem Gesetz und treu, und fühlt, wenn er es gern voll⸗ führt, sich dann so frei, als der regiert. 9 O Gott, laß mich ge⸗ wissenhaft, und stark durch deines Geistes Kraft, mich allen ———— 428 Gesinnung und Verhalten des Christen allen meinen Pflichten weihn; so kann ich deiner Huld mich freu'n. Mel. Aus der Tiefe rufe ich er gehorcht, 548 Wẽ der bu's mit Lust! Jeder Bürger, sich be⸗ wußt, daß nicht jeder herr— schen kann, sei ein guter Unterthan!“ 2. Bist du niedrig, bist du groß; sey vergnügt mit deinem Loos! Schäm' dich deines Standes nicht; nö— thig ist ja Jedes Pflicht. 3. Zur gemeinen Wohl⸗ fahrt sei dem Gesetze stets getreu! Wer ihm gern ge⸗ horchen kann, der nur ist ein freier Mann. 4. Schaue Jesum Chri⸗ stum an; er, wie du, ein Unterthan, Fürsten Gott, that, was das Gesetz gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr' gebührt! Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gäbst du Gott, dem Herrn, was dir auferlegt ist, gern! 6. Ordnung und Gerech⸗ tigkeit, Schutz und Fried' und Sicherheit, Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That! 7. Lebe selbst gewissen⸗ haft; ihres Wandels Re⸗ chenschaft laß dem Herrn, und doch aller, welch' ein und sieh' nur du, daß selbst gerecht sei'st, zu. 8. Obrigkeit und Unten than, betet Gott den Hötz sten, an! Fürchtet ihn; dem sein Gericht wird gereth seyn: sündigt nicht! Hoher Stand. Mel. Vom Himmel kam der er höher dun 549 Wé Geburt 0 ist, als seine Brüder, kenn, als Christ des bessern Adell Werth und Pflicht; den fühl er, den entehr' er nicht! 2. Er, sind ihm Brüdn unterthan, er sei ihr Vatin kein Tyrann; so mild um“ liebreich als gerecht; er is. wie sie, auch Gottes„ 3. Nicht wähn' er, wel! er groß und frei vor dil Geringen ist, er sey erhan ben über Recht und Pflicht und Rechenschaft; das wähn er nicht! 4. Er sehe, mehr beglüch von Gott, nicht mit Verach⸗ tung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt! 5. Er hasse Grausamkeit und Zwang, verprasse nicht durch Müssiggang, was Goll ihm gibt, beglückt zu sehn mit Andern, aber nie alleinl 6. Froh heben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer 2— ‚ ei⸗ seine F. thätig ward de err! 7. E Macht Thaten. mehr z Staat, Vorzug 8. Ve ven, is der ver terland als An 9. D vergißt drige der de lebt, stets b. 10. Tode edler, durch verklär und V Vaket, rild umd 3er in er, well dor deh y erha⸗ Pflicht 8 wähn beglüch Verach⸗ uf den, er lebt, das ihn samkeit se nicht 18 Goitt zu seyn allein! m, mit er ihm sei⸗ Knechtl seine Felder pflügt! Wohl⸗ thätig soll er seyn: denn er ward darum nur des Armen err! 7. Er(denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Thaten) sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat! 8. Verächtlicher, als Skla⸗ ven, ist im Tod einst jeder der vergißt, daß er des Va⸗ terlandes Wohl auch mehr, als Andre fördern soll. 9. Doch, wenn er's nicht vergißt, so freut der Nie⸗ drige sich ohne Neid, weil der der Welt zum Segen lebt, der wohlzuthun sich flets bestrebt. 10. Und spricht in seinem Tode dann: das war ein edler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Vorzugs werth! Der Richter. Mel. Schon ist der Tag von 550 Gwabnn dich, ) durch Wort und That Gerechtigkeit zu üben, und wandle stets den rechten Pfad, den Gott dir vorgeschrieben! Ein Richter, der dies je vergißt, parthei⸗ isch und bestechlich ist, zer⸗ stört das Glück der Erde. 2. O wehe denen, welche in besonderen Verbindungen. 22⁰ nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verletzung ihrer Pflicht Gesetz und Rechte beugen! Sie säen Fluch und ärnten Fluch durch ihren feilen Richterspruch, denn Gott beschützt die Wahrheit. 3. Wenn sie nicht treu im Amte sind; Gott kennt der Wahrheit Sache. Der Unterdrückten Thräne rinnt, und schreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Gewissens⸗ qual, erscheinen sie im To⸗ desthal und am Vergel⸗— tungstage. 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch List berückt und nie die Unschuld schmähet. Er gibt und nimmt und redet nichts, wodurch die Stätte des Gerichts entheiligt wer⸗ den könnte. 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gesetzes Wegen, und jedes Urtheil, das er fällt, bringt seinem Herzen Segen. O wohl dem Land, wo jeder⸗ zeit nur Wahrheit und Ge⸗ rechtigkeit in allen Ständen blühen! 6. Laß jeden hier sein Amt getreu, o Gott, vor dir ver⸗ walten, und sein Gewissen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm gan⸗ zen Vaterland bewahr', o Va⸗ 430 Gesinnung und Verhalten des Christen . Ehrt Wahrheit, Reh. und fürchtet Gott; nie wer⸗ Vater, jeden Stand vor Un⸗ recht und vor Frevel. 7. Es suche jeder der dich kennt, im Zuten sich zu stär⸗ ken, und wer den Namen Jesu nennt, laß ab von bösen Werken! Knechten Kraft dazu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle! 8. Gerechter Gott, beloh⸗ ne die, die sich vom Unrecht wenden? Erquicke sie nach Kampf und Müh', wenn sie den Lauf vollenden! Zu deinen Freuden auf; denn sie vollendeten den Lauf, der Tausende be⸗ glückte. Der Soldat. Mel. Erhalt uns, Herr, bei Tewaffnete, der 551 Banieger Stand bewacht, beschützt das Va⸗ terland und stebet dem Ge⸗ setze bei, damit sein Aus⸗ spruch wirksam sei. 2. Gehorsam, Treu und Tapferkeit zeigt drum vor Allem jederzeit; vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edlen Endzweck eurer Pflicht! 3. Welch wicht'ger Ruf, wie ehrenwerth! O daß ihr immer ihn nur hört! Weh! wer ihn aus den Augen setzt und frevelnd seine Pflich verletzt! Gib deinen euch Ehrgefühl und Pflichtl nimm sie denn me von dir; für mein terlich b. du auch du! 2. Ge herrlicher gesegnete und jede nen Fleif und auch 3. In Angesicht wann ge ich thu, de Tugend euer Spotil Die Krieger sind zu keiner Zeit von ihrer Christenpflicht befreit. „5. Zieht ihr in Krieg z s%0 störet nie die Rechte Andrerz schützet sie! Gewalt ühl ungeheißen nicht; stets leit 6. O dab nicht einer Frevel treib! Daß jeder schone Greis und Weib und! Kind und Säugling, wie den Mann, der widerstehn an Seger nicht mag noch kann! Pas br⸗ 7. Wer vor euch nieder⸗ fällt, den hebt mit Brüder⸗ armen auf; wer bebt, den tröstet, Brüder; nie ver⸗ gießt Blut, wenn der Heind entwaffnet ist! 8 Dann seid ihr wahre Helden, seyd Vertheidiger der Menschlichkeit, dem und Pre Volk, wie dem Regenten Hausz werth, von Vaterland und und Uet Gott geehrt.„scinem u 9. Gott sei mit euch in und Gre Fried' und Krieg, mit euch g. Ri 4. Wi und Flur wohne die nie Gottes und woh 3. W dann vo in jevem Kampf und Sieg, Roh' un mit euch im Leben und im großhre Tod! Hier segne, dort be⸗ wenm ich glück' euch Gott! werd ich der Erd Der Landmann.. MN Mel. Erschienen ist ver berrlich Srd 552 Wehien Schöpfer; denn ieder⸗ rüder⸗ t, den ver⸗ Feind wahre idiger dem zenten 5 und ch in euch Sieg/ d im t be⸗ in besonderen Verbindungen. denn mein Stand ist auch gern, doch nur in dessen von dir; du schufst das Land Brust, der Gott gefällt. für meinen Fleiß; und vä⸗ 8. In seiner Werke Herr⸗ terlich beglückst und segnest lichkeit seh' ich ihn täglich; du auch mich: gelobt seist mich erfreut der Sonne du! Glanz, der stille Mond; 2. Gelobt sei Gott! denn Walb, Thal und Berg und herrlicher und schöner und Flur belohnt mir meinen gesegneter wird jede Flur Fleiß. und jedes Feld durch mei⸗ 9. Des Weisen Achtung nen Fleiß für Gottes Welt fehlt mir nicht, erfüll' ich und auch für mich. redlich meine Pflicht; ich bin 3. Im Schweiße meines ein Mann fürs Vaterland, Angesichts aroeite ich; doch ich nähre es und durch meine wann gebricht's mir, wann Hand lebt Volk und Fürst. ich thu) was Gott gebeut, 10. Wohl mir, wohl mir! an Segen, an Zusriedenheit? Ich baue gern den Acker Got⸗ Vas brauch ich mehr? tes, meines Herrn, und ärnt' J. Wie lächeln freudig Au ich nicht schon bier den Lohn, und Flur! In meiner Hütte ich ärnt' ihn einst vor Gottes wohne nur die Unschuld, Thron in Ewigkeit. die nie Arges thut; und Gottes Wohlgefallen ruht Der Nachbar. und wohnt bei mir.— 3. Was haͤt der Reiche Mel. Was Gott thut, bas ist dann voraus? mehr Macht 53 63˙⁷½ Höchster, daß und Pracht, ein glän zend 333 ich fromm und Haus; doch auch mehr Sorg' treu auch meine Nachbarn und Ueberdruß; bei allem liebe; daß mir ihr Glück seinem Ueberfluß mehr Furcht erfreulich sei, ibr Unglück und Gram; mich betrübe; daß ich mich 6. Nicht mehr Gesundheit, nicht entzieh der Pflicht, mit Ruh' und Kraft, wohl aber auf ihr Wohl zu sehen, und groͤre Rechenschaft. Und ihnen beizusehen. wenn ich fromm und gut bin, 2. Laß mich durch mein werd ich selig, wie der Fürst Benehmen nie, Gott, ihnen der Erd', wenn er gut ist. Kummer machen. Mein 7. Mübseligkeit ist Aller Herz sei willig auch für sie Loos, der Mensch sei niedrig zu beten und zu wachen! oder groß; doch kommen Ermunt're mich, stets nach⸗ wahre Ruh und Lust auch barlich, das Gut, das sie be⸗ sitzen, 431 432 Gesinnung und Verhalten des Christen sitzen, nach Möglichkeit zu schützen! 3. Gib, daß ich gern ver⸗ schwiegen sey und stets den Frieden suche; nie nähre Neid und Heuchelei, nie heimlich Nachbarn fluche! Und thun sie mir auch Un⸗ recht hier; hab ich's nur nicht verschuldet; so wird es leicht erduldet. 4. Was hilft ein feind⸗ schaftlicher Sinn? Er führt nur in's Verderben Wie schnell eilt unsre Zeit dahin! Wer weiß, wie bald wir sterben? O Freunde, seid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar seyn, was mir dein Wort Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in ew'gem Frieden leben! gebietet! Umgang(zu Seite 390.) Mel Schon ist der Tag von G. 42— ie Zunge, die 554 D vernehmlich spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht' ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie flürzt in Unglück, hilft in Noth; sie flucht und seg⸗ net, fleht und droht; kam heilen, und verwunden. 2. Hilf, daß in meinen Herzens Grund, Herr, dein Furcht stets wohne, und das gewissenhaft mein Mund dun Wahrheit Rechte schont daß ich, von niedrer Schmih chelei, von Schmähung um Verstellung frei, was sum lich ist, nie rede! 3. Auf deinen Ruhm um Anderer Wohl soll stets meh Sinn sich lenken: hilf mi so oft ich reden soll, mi Ernste dies bedenken! Zun Guten rege selbst mich ai damit ich, wo ich nütn kann, aus Menschenfurch nicht schweige. 4. O wehe dem verweh nen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! V bald wird da der Leichtsinn kund; wie oft zu spät be— reuet! Ach, Fluchen bringel Fluch und Noth, entfernit immer mehr von Glll Herr, lehr' es mich bedenken mi 5. Auch wehe dem, dir Tücke liebt, und dessen Wor⸗ te trügen; der seinen Näch⸗ sten gern beträbt mit Falsch⸗ Lügen! Nut Redlichkeit, nur off ner heit und mit Sinn, nur Wahrheiteliele schafft Gewinn, der euig uns begleitet. 6. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das re⸗ Freund dich m berzlich liebt, und 2 nur un mir no zurück durch Verbindungen. 433 in besonderpn lam redet überall der Christ; wenn er mir zu irren scheint en“ sricht, wenn es Nutzen so warn' ich treulich ihn als meine bringet, und scheut den Freund. in Zorn der Menschen nicht; 5. Nicht Argwohn, Miß⸗ doch wird auch Schweigen traun oder Streit, nicht ihm zur Pflicht, wenn es Freude und nicht Traurig⸗ 0 schon die Liebe fordert. keit, auch nicht des Glückes Schm.. 7. O gib mir, Gott, ein Unbestand, trennt unsrer ung un reines Herz, und laß mich Freundschaft festes Band. hs sünd, Spöttereien und frechen, sit“ 6. Wir theilen Alles, tenlosen Scherz mit from⸗ Freud und Leid mit brü⸗ bm un mem Eifer scheuen! Zum derlicher Herzlichkeit; und te me Sprechen gabst du mir die treues Mitgefühl versüßt ilf mi Kraft; doch soll ich einst uns Alles, was uns schmerz⸗ pll, mih auch Rechenschaft von mei⸗ lich ist. Zun nen Worten geben. 7. Trennt auch das Schick⸗ nich ah, sal Freund von Freund: die nützn Freundschaft. Herzen bleiben doch vereint yenfurch durch Liebe, durch Gebet Mel, Vom Himmel kam der und Rath, und, wo wir verweh⸗ 35 + welch ein Se⸗ können durch die That. uch und 25 gen ist ein 8. Vollenden wir einst 1 Ml Freund, der, Gott, durch unfern Lauf; so nimmt uns eichtsn dich mit mir vereint, mit dann ein Himmel auf. Un⸗ pät he berzlichem Vertraun mich endlich ist die Seligkeit, die bringt liebt, mit mir sich freuet ewig uns vereint erfreut. ö ntfernt und betrübt! Gblll 2. Der, fest vereinigt erst In eigner Aich in edenfen mit dir, in einem Geiste errlich ists, an m/ de dann mit mir für Wahrheit 556 neeundes Hand n Por, nur und Tugend lebt, mit durch das Leben wandeln, 1 Naäch mir nach einem Ziele strebt! und durch Tugend und Ver⸗ Falsc,. 3. Wir theilen brüderlich stand fest vereinigt handeln! 1 Nur dein Licht, ermuntern uns 2. Ohne Freundschaft offner, zu jeder Pflicht; wir bitten gleicht die Welt einem öden itslieh dich vereint um Kraft, gleich Grabe. Wohl mir, daß ewig fromm zu seyn, gleich tu⸗ ich mehr, als Geld, daß ich gendhaft. Freunde habe! keusch 4. Vom Irren hält er mich 3. Abder da ist Freund⸗ wohl, zurück durch weisen Rath schaft nicht, wo nicht Tu⸗ „ das durch fanften Blick; und gend wohnet, wo nicht auf 1. T dem dem Angesicht Herzensgüte thronet. 4. Sittsam ist sie; nicht beim Spiel; nicht bei Trink⸗ gelagen, nicht im lärmenden Gewühl darfst du nach ihr fragen. 5. Abex o, du findest sie bei unschuld'gen Scherzen; nur bei der Verleumdung nie, nie bei bösen Herzen. 6. Freundschaft lehrt be⸗ scheiden seyn, Andrer Vor⸗ züg' ehren; Freundschaft wird dir manche Pein in Vergnügen kehren. 7. Freundschaft zeigt dir klar und frei alle deine Fehle, schmeichelt nicht und macht daͤbei fröhlich deine Seele. 8. Lächelst du, sie lächelt mit, weint bei deinen Leiden; unter ihrem sanften Tritt sprossen tausend Freuden. 9. Mögt ein jeder doch recht früh ihrer würdig wer⸗ den! Dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Erden. Christliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume. Mel. Es ist das Heil uns 557 Dyfer, deßen Ruß einst mächlig scholl: Es werde! und Aller Welt Be⸗ wohner schuf, bestimmte diese Erde nicht für den Menschen nur allein, l0 Thiere schuf er, sich zu fran auf seiner schönen Erde. 2. Ihm, der für Allez —. hegt, dem Vater alln Dinge, ist nichts, was sese Erde trägt, zu klein und geringe. Er, dessen Huh kein Engel mißt, er, der des Menschen Vater ist, auch des Wurmes Schöpfei, 3. Und er, der alle Westh liebt, er sollte mir erlaubeh dem Thiere, dem er Lebeh gibt, muthwillig es zu ral⸗ ben? Was gäbe mir wohl den Beruf, ein Leben, dis die Allmacht schuf, gefühl los zu zerstören? 4. Nein, kein Geschöhf, das mit mir lebt, darf ih aus Frevel guälenz mah, was mich übers Thier er⸗ hebt, mag auch Vernunst ihm fehlen. Sie macht mich zu der Gottheit Bild; alleh sie lehrt auch göttlich mish Glück um breiten. 5. Vernunft Weisheit lehren! In det Geschöpfe großem Heer wIl ich den Schöpfer ehren, Wer stolz ein Mitheschosf verschmäht, das unter Got⸗ tes Aufsicht steht, enteht auch seinen Schöpfer. 6. Wen eines Thiers Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, kalt und 9 mich her vel⸗ du soll mich immer mehr die wahe t efühll auch 2 Y frech trübt, samkeit auch E Mel. K 55⁰ erwäg Christ, Glieder Bürger hnen 0 nicht m 2. Gottes Mensch durch ii be; sie kens S der Ne ihrer L 3.— überma zu fre unterg⸗ —5.—.— laubeß, r Lebig zu ral⸗ ir wohl Zernunst cht mih allein ch mild er vet⸗ 1 soll e wahre d In der eer wil ehren. geschoͤhf r Got⸗ entehit Thierte rd/ das t und ge⸗ gefühllos mit der Zeit gewiß auch Menschen quälen. Wer frech sein Mitgeschöpf be⸗ trübt, und Härt' und Grau⸗ samkeit verübt, der kann auch Gott nicht lieben. Mel. Kommt her zu mir, spricht (Aie Thiere, deren 558 D Herr du bist, erwäg es oft mit Ernst, o Christ, sind auch des Ganzen Glieder! Der Schöpfung Bürgerrecht verlieh Gott ihnen auch; drum blick auf sie nicht mit Verachtung nieder. 2. Sie Wunder auch von Gottes Hand, sind, stolzer Mensch, dir nah verwandt, durch innern Balt und Trie⸗ be; sie zeigen oft des Den⸗ kens Spur, sind alle Kinder der Natur, und freun sich ihrer Liebe. 3. Du hast durch Geistes⸗ übermacht sie unterwürfig dir gemacht, kannst ihre Wildheit zähmen; darfst, was dich stärket, was dich schützt, was dir zu deinem Leben nützt, von ihrem Le⸗ ben nehmen. 4. Doch ihnen auch, ver⸗ giß es nicht, verband der Schöpfer dich zur Pflicht; er hat der Thiere Leben, um milde gegen sie zu seyn, und nicht dich ihrer Qual zu freun, o Mensch, dir untergeben. ö 5,/ Du kannst, was deine in besonderen Verbindungen. Hand gemacht, was dein Verstand hervorgebracht, ge⸗ fällt dirs nicht, vernichten; doch über eines Thieres Tod, der dir nichts nützte, wird dich Gott, des Thieres Schöpfer, richten. 6. Zwar sind für dich, der Thiere Herr, o Mensch, noch Pflichten wichtiger, die Pflichten für die Armen, doch sollst du auch, wie Gott gebot, des armen Thiers in seiner Noth dich mitleidsvoll erbarmen. Mel. Es ist das Heil uns OVon deiner Weis⸗ 559 V heit, Gott der Macht, und deiner Vater⸗ güte zeugt auch der Baum in seiner Pracht, zeigt seine Frucht und Blüthe; zum Segen pflanzt' ihn deine Hand, zur Lust und Zierde jedem Land, so weit als Menschen wohnen. 2. Wie könnt' ich denn je einen Baum aus Frevelmuth zerstören! O nein, in jedem Schattenraum will ich dich, Schöpfer, ehren; im Bau⸗ me, der die Erde schmückt, von dem man süße Früchte pflückt, erfreut Gott seine Kinder. 3. Wenn mich in seiner Blüthenpracht der Baum exfüllt mit Wonne, wenn er zur Kühlung Schatten macht bei heißem Strahl T 2 freundlich seine „ 436 Gesinnung und Verhalten des Christen der Sonne; und wenn er reich die Zweige senkt und Gaben schenkt zur Nahrung und Erquickung; 4. Wenn mich sein Holz erwärmt und schützt vor Frost, um froh zu leben, wenn es der Hand des Künst⸗ lers nützt, mir Hausgeräth zu geben; wenn Wohnung und Bequemlichkeit, wenn Hain und Garten mich er⸗ freut: dann will ich freudig danken. 5. Kein guter Mensch, der böse nur kann seine Gesinnung und Verhalten des Christen zu besonderen Zeiten. Am Morgen. 7 Mel. Mein ganzer Geist ich seh' ich wie⸗ 560— der, Morgen⸗ licht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, ent⸗ brannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer dir, mit heil'gem Muth lobsingen. Schöpfer, Vater, deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh empfind“ ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben setztest du jetzt will Gutes schaffen! Würde schänden, nur der kann Gaben der Natur mit frevelhaften Händen auz Schadenfreudꝰ, aus Haß entweihn, kann strafbar ihr Zerstörer seyn. Ich, ich 6, Ich will dem Urbild ähnlich seyn, mit ihm zum Wohl des Ganzen nah Kräften wirken, gern er freun, auch für die Nach⸗ welt pflanzen. In deinet Schöpfung Heiligthum, Gott, laß nur zu deinem Ruhm mich, dein Geschoff stets leben! einen neuen Tag hinzu, sü hoch dafür gepriesen! Durh dich bin ich, und ich merle neue Stärke: dich erhebe Herz und Mund, so lang ich lebe 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, daß Sünd“ und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit christlicher Zufriedenheit u Denn ohne Elha auf mich/ deine über 5. Welt Geda — nutzen mich bemühe! Prüfi,— siehe, wie ichs meine, dir is keine meiner Sorgen, alh die kleinste nicht verborgen. 4. Ich bin ein Christ, o Herr, verleih', daß ich des Namens würdig sey! Mein Ruhm sei deine GOnade! Denn dir Thal nimn dir, Lebet n ur der Natur Nach⸗ deiner um, 0 deinem eschöjf zu Izu,/ sii Durch b merke erbehe so lang ott dit ́ Sünd' e Nacht, ehe, daß Szeit in theit zn Ptuse „dir ist „ alch borgen. Hrist, o ich des Mein Gnade! Denn desonderen Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein Irrender! Elhalte mich, mein Gott, auf meinem Pfade. Stärk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank' an dich oft still zu dir erheben. Im dunklen Thale wall ich hier; einst nimmst du mich hinaut zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich! Herr, ich werde mich der »Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. Mel. Wer nur den lieben Gott 561 V* Dank an 1 diesem neuen Morgen, blick ich zu dir em⸗ por, mein Gott! Du hörst nicht auf, für mich zu sor⸗ gen, mein Schutz zu seyn vor jeder Noth; du schütztest mich auch diese Nacht; durch dich gestärkt, bin ich erwacht. 2. Wem dank ich's sonst, als deiner Güte, daß mich, o Gott, kein Unfall traf? Mit innig freudigem Ge⸗ müthe dank ich dir Stär⸗ kung, Ruh' und. Schlaf! auch heute wirst du mit mir seyn, und Kraft zum Guten mir verleihn! 3. Wie viel Tausend mei⸗ ner Brülder sind jetzt nicht mehr mit mir erwacht; sie sehen nicht die Sonne wie⸗ der, nicht deiner Schöpfung neue Pracht! Ich lebe noch, und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit! 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig seyn! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, vor allem Unrecht mich zu scheun! Entzieh zur Uebung meiner Pflicht mir, Herr, nur dei⸗ nen Beistand nicht. 5. Froh werd' ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen; drum schrecket auch der Tod mich nicht; und endet heute sich mein Lauf, so eilt mein Geist zu dir hinauf! In eigner Melodie. ott des Himmels 56 2 und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält; 2. Goit, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 3.(Kleich der Nacht laß meine Sünden vor der Gna⸗ T 3 de V 438 Gesinnung und Verhalten des Christen 1 de Glanz vergehn, die durch Christum Alle finden, welche gläubig auf dich sehn, der für unsre Missethat sich am Kreuz geopfert hat. I. Hilf, daß ich an diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß ich, kommt dein großer Tag, meines Richters Antlitz dann ohne Schrecken schauen kann. 5. Auf der Bahn der Tu⸗ gend leite du mich, Herr, verlaß mich nicht; und ver⸗ leihe mir auch heute Muth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschenk, die Gna⸗ denzeit, werde nie von mir entweiht! ö 6. Deinem Schutze sei ergeben Alles, was ich hab' und bin! Dir vertrau ich Seel und Leben, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, segne mich dein Ei⸗ genthum! 7. Hülfe wollest du mir senden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir zum Resten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb ich, Herr, so nimm mich hin, wo ich nicht mehr fterblich bin! Mel. Befiehl du beine Wege ob sei Gott, der 563 den Morgen uns sendet nach der Nacht; der, wenn wir ohne Sorgen ent⸗ bin. schlummern, für uns wacht der uns im Schlaf erquicht und unsre Kraft ernent Gott, der die Erde schmül⸗ ket, und, was er schuß erfreut! ů 2. Von dir ist mir gegt⸗ ben, Herr, was ich hab' und ind dies mein irdish Leben flieht schnell zum Tohe bin. Bald ist sie ganz ver⸗ schwunden, der Wallfahtt kurze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil det Ewigkeit. 3. O füßer, hoher Glaube vom Tod einst aufzustehnl Mein Leib nur wird u Staube; mein Geist wird nicht vergehn: Ach, laß mich's nie vergessen! Der heil'gen Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll. 4. Sollt“ ich nach Wollut schmachten? Ihr Lohn ist Ren und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trach⸗ ten? Nie komm' es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein ein Tempel Gottes werden, ‚ anz ihm geheiligt seyn!““ 5 Getrost, mein Geisl ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gotles Friede mit Kraft und Zuver⸗ sicht. Ermunt're dich und streite: des Sieges Lohn ist nah! Getrost! vielleicht ist heute des Kampfes Ende 30 — en wacht; rquicket rneut: chmüt⸗ schuf gege⸗ b' 10 irdisch n Tode iz ver⸗ llfahrt igt an eil der laube, ustehnl ird zu T wird „laß Der , laß was Vollus Hhn ist Nach trach⸗ mein in auf se rein erden, n! Geifll! ampfe Hottes zuver⸗ und hn ist ht ist e da. In In eigner Melodie. ein erst Ge⸗ 564 M schäft sei Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! Der Herr bört deinen Lobgesang; lob⸗ sing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schliefß im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden 2 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, und schützt mich vor Gefahren ꝰ 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr, Gott der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält, und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seyst du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen; und lehre du mich selbet tbun nach deinem Wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft zu besonderen Zeiten. 439 meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Va⸗ ter: wenn ich feyle! 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkennꝰ und willig thue; 10. Daß ich mit Freudig⸗ keit und Muth mich stets zu bessern strebe, goltselig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe;— 11. Daß ich dem Näch⸗ sten beizustehen, nie⸗Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! Mel. Von Gott will ich nicht E(lmächtiger, ich 565 2 hebe mein Aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt: dies dank ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch sie bin T 4 ich ich auf's neue mit heitrem Muth erwacht. 3. Beschützer unsrer See⸗ len; ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wäh⸗ len? O wähle du für mich! Gib, was mir heilsam ist! Gott, dem ich Alles danke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich ziehn; helf' er mein Herz bewahren, helf er mir die Gefahren der Sünde sehn und fliehn! 5. Beglücke du die Mei⸗ nen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen keinen; wend alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreun, eilst Allen beizustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig seyn. 6. Gott, dem ich ange⸗ höre, dein Friede ruh' auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe, ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein! Mel. Gott des Himmels und ott sei Dank, 566 E ich lebe wieder, fühle und empfinde mich. Herr, dir bring ich meine 440 Gesinnung und Verhalten des Christen Y Lieder, und mein Herz 00 hebet dich: denn dein R. hat in der Nacht über mih dein Kind, gewacht. 2. Wenn ich einst vollen det habe diese meine Pilgan zeit, ruh ich auch also Grabe, Samen für Ewigkeit. Auch in dieh langen Nacht wird mih Staub von dir bewacht, 3. Aber ich erwach' aih wieder, nnd mein Lobgesan mit mars dann erschallt meine Lieder mächtiger un reiner dir. Ewig wird du Morgen seyn; ich nicht mehr ein. 4. Wach' auch über mein Tage, Gott, du maihh. daß mich keinn. Zuversicht, einst verklage, wenn kommst zum Weltgericht daß ich hier der Pflicht ge⸗ feit und dort unerschroßn ei 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch di ich bin, mir zu. Jeder il ein Theil des Lebens, jedes, jeden richtest du. Lehr' mich wachen/ daß mir nie unge⸗ nützt ein Tag entflieh'! 6. Heute leb' ich; la auch heute nicht umsonst mein Leben seyn! Laß mih nach vollbrachtem Streil dieses Tags auch mich er⸗ freim; recht zu handell, gib mir heute Stärke, Lus, Mel⸗ Gelegenheit! ewig schloͤh en Herz 6 dein R ber mit st vollen e Pilgen also sh für in diesh rd mih hacht. ach' auh obgesan erschallt iger un wird du g schlyf er meim 1 main. ch keinn. denn di Itgerich, flicht ge schrockn zählst d urch din Jeder is „ jeden, hre mich % h; las umsonst aß mich Streil nich er⸗ handelh, e/ Lust, Mel, ö ben! Pfad! Mel. Jesus, der ist mein 567 N läßt der Herr mich le⸗ Mit fröhlichem Ge⸗ müth eil' ich ihn zu erheben; er* mein frühes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch wie soll ich dir was du an mir meiner an; vergelten, gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur Verkrauen, nur Liebe, Golt, von mir. 5. Dein sei mein ganzes 2 5 mein Herz sei ewig dein! Dir will ich Ehre geben und deiner Huld mich freun. 6. O Tilger meiner Sün⸗ den, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir e gnä⸗ dig bist. 7. Dir hab ich mich erge⸗ ben, ich freue mich in dir; du Bester, mehr als Leben ist deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath l 9. Nur eins laß mich er⸗ flehen; gib mir ein weises zu besonderen Zeiten. Herz; auf dich laß stets mich sehn in Freude, im Schmerz! ö 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt!l 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu' und froh, gen Him⸗ mel schauend, denk: Herr, mich siehest du. 12. Bereit den Lauf zu schliehen, auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Ge⸗ wissen: so finde mich der Tod! Mel. Es ist das- Heil uns n Gottes Namen 568Jf ich an, was mir zu thun gebühret Mit Gott wird Alles wohlgethan und standhaft ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut mit frommem Sinn und festem Muth, das muß zuletzt gedeihen. 2. Gott ist's, der das Vermoͤgen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt Verstand und Lust und Kraft und läßt das Werk gelingen. Ist er mit uns, so fehlt uns nicht, was unserm wahren Wohl gebricht, er krönet uns mit Segen. 3. Drum leite mich fein guter Geist, den Müßiggang zu meiden, und das, was er T.5 mich 241 N wie 442 Gesinnung und Verhalten des Christen ö mich wirken heißt, genbehe steis mit Freuden! Er stärke mich, damit ich treu, gewis⸗ senhaft und redlich sei und gern dem Nächsten diene! 4. Ja, segne Gott, auch heute mir die Werke meiner Hände, und lenke meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Vergängli ch ist der Erde Lohn; doch ewig ist vor deinem Thron der Preis der Arbeitstreue. In eigner Melodie. ach auf, mein 569 Wé Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Gü⸗ ter, des Menschen treuem Hüter! 2. Gott, Vater, mit Er⸗ barmen bedecktest du mich Armen; du sprachst, schlaf ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich Licht noch sehen: du machst daß ich aufs neue mich mei⸗ nes Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dank, zum Throne!l Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Hexrn sei Ehre! Anbe⸗ tung Preis und Ehre! 5. Hör', HMütigster, mein Flehn; du kannst in's Herze sehn: ach möchte dir gefal⸗ len, Herr, meines Herzens Lallen! kann das⸗ 6. Dein Werk wollst h vollenden; dich nimmer von mir wen dden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen! 7. In allen meinen Tha⸗ ten wollst du mir selber ra⸗ then; mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten! 8. Auf allen meinen Wi⸗ gen begleite mich dein Se⸗ gen: dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilger⸗ reise! Mel. Werd munter, mein 370 W Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh, und von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen sehz o dann wach ich anders auf schon 00 Ziel ist dann mein Lauf! T Träume sind des Pil⸗ gers Sorgen, großer Tag, an 5 Morgen. Hilf, daß keiner mei⸗ ner e sterblichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich sträflich ihn entweiht! Auch müsse jeder Tag mich leiten, zur Unsterblichkeit bereiten! Geber der Un⸗ 5 beute wacht' ich auf“ Dank sei dir! Zu dir hinauf 3. Dapß ich gern sie vor mir sehe, nun erscheintz wenn⸗ zum dunklen Thal ich gehe, und mein wenn ihr letztler anzu liebe Hau mit 4 fror Chr heil en llst du er von lich in 5 mit Tha⸗ Her ra⸗ Besten mich n We⸗ n Se⸗ meine hilger⸗ mein 9 eins jenem Tod von r frei, seh auf; mein Nl Tag, mei⸗ r Un⸗ ch im aß ich Auch auf! zinauf eiten, eiten! e;vor letzler zum und mein mein Freund nun um mich weint. Lindre vann des Todes Pein, und laß mich den Stärksten sein, meinen Freund gen Himmel weisen, und dich, Herr des Todes, preisen. Am Mel. Es ist das Heil uns Crohlockend, Va⸗ 571 8 ter, wach' ich auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer dringt hinauf in's Lied der Engel⸗ chöre und dankt, daß deine Gütigkeit mir heute wieder Ruh' und Zeit zur Seelen⸗ bildung schenket. 2. Dich beten Erd und Himmel an, o Schöpfer aller Dinge! Wohl mir! Auch ich darf mich dir nahn: du hoͤrst, wann ich dir singe. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht; doch ewig bleibt es meine Pflicht, dich kindlich zu verehren. 3. Drum heilig sei die Stälte mir, wohin, Gott, deine Frommen mit Dank und Luft und Lehrbegier, dich anzubeten, kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Hause Gottes meines Herrn, mit ihnen anzubeten. 4. Hier fühl ich durch den frommen Dank, womit dich Christen loben, durch ihren heiligen Gesang zum Himmel Sonntagmorgen. zu besonderen Zeiten. mich erhoben! Hier hör' ich, Gott, im Geiste schon die Seligen vor deinem Thron ihr Heilig, Heilig! singen! 5. Hier seh ich jeder Tu⸗ gend Preis an deinem Throne prangen, und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst dn mich durch deine Kraft zur Treu in meiner Pilgerschaft, zur Liebe und zur Hoffnung. 6. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Segens werden! So seh' ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Erden! So werd ich nach der Prü⸗ fungszeit einst im Genuß der Seligkeit, verklärt dich ewig preisen. Beim Anblicke der auf⸗ gehenden Sonne. Ju eigner Melodie. 6 Dei mir gegrüßt 5 72 S zu meives Gottes Ehre, du, seiner Schöpfung Königin! Steig auf und geuß aus deinem Flammenmeere Erstaunen vor dich hin! 2. Daß alle Welt anbe⸗ tend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und vä⸗ terlich für Alle mit seiner Allmacht wacht; 3. Daß überall bis zur stau⸗ nend entfernt'sten Zone, die T 6 nend deine Größe sieht, Zu⸗ friedenheit und Lieb' und Eintracht wohne, die oft den Erdkreis flieht!— 4. Und so sei du; was du ihm stets gewesen, dem Er⸗ denvolke Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froh Genesen, dem Armen Trost und Glück! 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blicke, weil Gottes Weg ich nicht versteh', gieß Heiterkeit in's kranke Herz und schicke mir Kraft, daß ich's versteh! 6. Und lehre mich in Freu⸗ digkeit hienieden mich jeder Christeniugend weih'n; voll Duldsamkeit bereit zum sel'⸗ gen Frieden und mild, wie du, zu seyn! Am Abend. Mel. In allen meinen Thaten un sinkt die 573 N Sonne nie⸗ der, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh', sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und⸗ drückt die müden Augen zu 2. Noch wach' ich und er⸗ zähle mit tiefgerührter See⸗ le, was Gott an mir ge⸗ han. Mit dankendem Ge⸗ müthe lobsing ich deiner Gü⸗ tez er hört mein frommes Loblied an. 444 Gefinnung und Verhalten des Christen ˙ 3., Von ihm kommt i nen W. Gabe; das Leben, das ih che Se habe, die Ruhe dieser Nach. Alles u Er ist der Quell der Gün., 9. C mein Schutz und treuer hl und Tr ter, der, wenn ich schlumm mich f re, für mich wacht. Nacht 4. Er läßt es finster wu, müden den und hüllt den Kreis du. Namen Erden in schwarze Dunkeh duz ich heit; doch auch in dunkla 10. Stille wohnt er mit seinn ⸗„zum L Fülle, und zeigt mir sein, geben; Herrlichkeit. freun 5 Er führt aus dunkln, enden, Ferne den Mond und tausend lenden Sterne mit Majestät het. im Toe auf. Sie leuchten, ihn zur Ehre, hoch über Erd. Mel.“ und Meere, und seine Hasß 57 lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wenn der Mor diesen gen grauet; groß, wenn di hab it Abend thauet; groß in der floh er stillen Nacht, im Sonnen ich mi schein und Sturme, an ten n Menschen und am Wurm viellei groß, Vater! zeigst du de“ ner J ne Macht 2. 7. Voll Majestät ud Herrn Stärke steh'n lauter Wün. gen? derwerke in deiner Schöß. Gebe fung da. Wie kann ich lange dirs vergelten? Du Goll von und Herr der Welten. Dien warst auch mir Armen heu, tig te nah. ks 8. Woher mein Glüt 2. mein Leben? Du hast es mu den gegeben; du biss der füt. dure mich wacht. Woher auf mel nen dunkln tausen it her. ihn er Erd e Hand r Mor⸗ enn dit in det zonnen⸗ „ an Wurme du dei⸗ t. und Win⸗ Schoöͤh nn ich Golt Welten n heu⸗ Glück, es mit er für if mei⸗ nen nen Wegen so mancher rei⸗ che Segen? Du bist's, der Alles wohlgemacht. 9. Gott, groß von Macht und Treue, jetzt da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg ich die müden Glieder in deinem Namen nieder: so wachest duz; ich sorge nicht. 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben; so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vol⸗ lenden, mein Gott auch noch im Tode seyn. Mel. O Gott, du frommer Gott (HDer Tag ist wie⸗ 57⁴ D der hin; und diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Ent⸗ floh er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Gu⸗ ten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht mei⸗ ner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefan⸗ gen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Ver⸗ langen, als ein“ Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn, und züch⸗ tig und gerecht und Got⸗ tes Freund zu seyn 2 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen Gott, gepriesen; zu besonderen Zeiten. 45 mir und der Welt genützt und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sah'n? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut' ich mich des Herrn, der unser Fleb'n bemerkt? und hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Ge⸗ nuß der Güter dieser Erden, an den Allmächtigen, durch den wir sind und werden? Verehr't ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Ge⸗ duld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch un⸗ schuldsvoll? Und hab' ich nichts gesagt, was ich be⸗ reuen sollꝰ 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir ver⸗ pflichtet, sie durch mein Bei⸗ spiel still zum Guten unter⸗ richtet? War zu des Mit⸗ leids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das andre traf, angenehm? T 7 war dieß mir 8. War —— 1 lich 446 Gesinnung und Verhallen des Christen 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn began⸗ gen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlan⸗ gen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich ge⸗ beut, bin ich vor ihm zu stehn auch willig und be⸗ reitꝰ 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt ich dir verheblen? Ich fühle täg⸗ noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die verletzte Pflicht; vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht! 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden kränken; du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb' ich, so leb ich dir: sterb ich, so slerb' ich dir! Mel. Befiehl du deine Wege rmüdet von der 37⁵ E Sorgen und der Geschäfte Last, die du mir jeden Morgen hier auferle⸗ get hast, eilt, Herr, nach deinem Willen der Körper jetzt zur Ruh, weint dir vorher im Stillen Dank meine Seele zu. 2. Du gabst Verstand und Kräfte zu Allem, was ich that; gabst Segen dem Ge⸗ schäfte, für das ich Segen bat; du wandtest allen Sth Mel. In den, warst mir Vertralh 576 und Licht und übergabsta Gnaden mich dem Verdg diesen ben nicht. beb' ich 3. Vergiß es nicht, viel zu Seele, was Gott an V die ich gethan; verehr' des Hen Befehle, bet' ihn, in 2. M muth an, ihn, der uh the freu seinem Sitze gern auf dih te; ich erschrecke, auf daß wam Befehle ich erwacht, und durch din gehn; e Schlaf erquicket, mein Geh im Ger befreit von Gram, frohmah und d der Höhe blicket, von wil! Glaube cher Hülfe kam! 5. Die Meinen, WiIh und Kinder und Freund& und Hab und Gut, außh Heil! meinen Feind nicht minde, entlade nimm, Herr, in deine Hull Gnade Nie wird dein Auge müdte, mel ist nie Hüter schlummerst du, 5. gib, unserm Lande Friede, gen, e gib Jedem Glück und Ruhl genzer 6. Versag auch diese Al, Mein, te mir, mein Erbarmer, ist dei nicht: wann diese morsch fehl Hütte des Leibes einst ver Geist. bricht, so laß, o Gott, mein Sterben dem Schlummet ähnlich seyn, und mimsh mich, deinen Erben, in dek nen Himmel ein! Nui, 5 . ee—r—sz—ͤm:,sPts,sF«wti:.,t auch di Kreuzth Schilh ich dieh ch nich wah urch de in Geh roh mah on wel „Wiß Freund „ aut minder, ne Hull müde, rst diß Friede/ d Ruhl ese Bll⸗ harmet, morsche ist ver⸗ t, mein ummer nimm in dei⸗ Mel 31 Mel. In allen meinen Thaten E err, der du mir ö 576 H has Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich kindlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, heut an mir gethan. und die du 2. Mit dankendem Gemü⸗ the freu ich mich deiner Gü⸗ te; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu mei⸗ nem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott welche Ruh' der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! J. Ich weiß, an wen ich glaube und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Him⸗ mel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Se⸗ gen, eil' ich der Ruh entge⸗ gen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände be⸗ fehl ich, Vater, meinen Geist. In eigner Melodie. (To fliehen unsre 57 OdTage hin! auch dieser ist nicht mehr; die zu besonderen Zeiten. 447 Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibest, wie du bist; du schläfst und ischlummerst nicht; die Fin⸗ sterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n mich auch in die⸗ ser Nacht; wovor, Herr, sollte mir denn graunn? Mich schützet deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gna⸗ de nur stets Theil, o Herr, mein Gott; so fürcht' ich nichts in der Natur! so scheu ich nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne mei⸗ ne Schuld; mit Reue fühl' ich sie: doch, mein Erbar⸗ mer, deine Huld, wie trost⸗ voll ist mir die! 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schutze deiner All⸗ macht bin; dein Schirm be⸗ decket mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein seist mein Gedank“; o weihe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Vielleicht ist dieß die letzte Nacht in meiner Prü⸗ fungszeit; dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod. Du, mein Erretter, bist bei mir und hilfst aus aller Noth. Mel. Mel. In allen meinen Thaten ie stillen Abend⸗ 5 78— stunden, wie schnell sind sie entschwunden in häußlich froher Ruh'! Nun senkt die Nacht sich nieder und drückt uns allen wieder mit sanfter Hand die Augen zu. 88 2. O laͤßt uns ihn erwä⸗ gen, den unverdienten Se⸗ gen, den uns der Tag ge⸗ bracht! Laßt uns von Dank entbrennen, und tiefgerührt bekennen, der Herr hat Al⸗ les wohlgemacht! 3. Du hast, o Gott, voll Gnade, auf segenvollem Pfade uns bis hierher ge⸗ führt. Nicht uns, nur dir sei Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt. 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweihk! Wir schlummern ohne Sorgen; denn du er⸗ weckst uns Morgen hier oder in der Ewigkeit. Mel. So flieben unsre Tage er unter dei⸗ 579 Win Schirme ruht, o Gott, von dir be— wacht, der trotzt mit un⸗ erschrockenem Muth dem Grauen dunkler Nacht. 2. Umringt von stiller Fin⸗ sterniß sing ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz froh⸗ 448 Gesinnung und Verhalten des Christen lockt und ist gewiß, daß n dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnellh hin geeilt, und deine Iun hand hat-mir viel Gutey getheilt, viel Böses ahh wandt. 4. Auch in der Noth wenn ich litt, nahmst du meiner an, und so isst ein neuer Schritt zur Ehh keit gethan.% 5. Du, Herr, wirst gh noch immerdar mein gu Vater seyn, und jetzteu auch bei grauem Haar nh segnen und erfreu'n. 6. Doch dir befehle meine Zeit. Ich leb in die Welt, o Vater der Bam so lang es Iin herzigkeit, gefällt. „7. Ich trau auf dich i zittre nicht, kein Unfall wi sich nah'n: du warst ja meit Zuversicht von meiner Iu gend an. 8 Ich schließ' auch jehi h dunkler Nacht getrost I. Augen zu; ich fürchte kenn ird'sche Macht: du sichen meine Ruh'! 4* Mel. Freu' dich sehr, o mein 580 A e Gottes Lob ist deine Pflich, Seine Sonne gehet unten! aber seine Güte nicht. En hat mich auch heut ernähr manche Freude mir gewährs bol Gutes meine war ich uns fe wenn ja mein iner Ju h jeht h trost d yte keilt sichen o meinxt eele, si muntet! Pflich. unter ht. Er ernäht, ewahr, E hesonderen hor Gefahren mich beschühet, mich in Schwachheit unter⸗ stübet. Stets verehrt und hoch⸗ gepriesen seist, du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, danket meine Seele dir. Du hast, war ich's gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut, als ich er⸗ wachte/ dir im Namen Jesu brach te. 3. Gib nun bis zum fro⸗ hen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen: wenn ich schlafe, wachest du. Leib' und Seel' befehl ich dir, walte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meinen, zähl' sie alle zu den Deinen! 4. Laß uns doch kein ban⸗ ges Schrecken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plötzlich aus dem Schlummer wecken, halt uns fest in deiner Hut! Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht, oder laß uns, wenn wir ster⸗ ben, deines Himmels Freu⸗ den erben! Mel. Werde munter, mein Dink ich einst in 581 S jenen Schlum⸗ mer aus dem Keiner mehr er⸗ wacht; geh ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh, in deine Nacht; o dann schlaf ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein, wall ich hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, hier auch stritten. 2. Jetzt entschlaf ich, auf⸗ zuwachen noch für Tage die⸗ ser Zeit! Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von Bürden frei, von den Lasten dieser Erde, wenn ich nun unsterblich werde. 3. Gern laß einst den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint: wenn mit nicht erhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund im Schmerz, sei mein hoff⸗ nungsvolles Herz, und, noch sterbend dich zu preisen, laß mich ihn gen Himmel weisen! Mel. Wo Gott zum Haus 582 Ich seh im Abend⸗ — rothe schön, Herr, deine Sonne unter⸗ gehn. Noch untergehend freut ihr Glanz, erhebt ein fühlend Herz so ganz. 2. Von einer halben Welt nimmt sie den Segen mit, und sucht ihn nie. So geht von edler That dein Freund, entweicht dem Dank, den man ihm weint. 3. Sie sinkt; ich blick ge⸗ rührt ihr nach; nicht mehr ist jetzt mein Aug zu schwach. So scheucht zu starker Glanz zu⸗ 450 Gesinnung und Verhalten des Christen zurück, bescheid'ne Tugend stärkt den Blick. 4. Versunken ist sie; so versinkt, sobald, Herr, dei⸗ ne Weisheit winkt, auch unsre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz verlischt in Nacht. 5. Sie sank und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugehn, die jetzt sich ibrer Ankunft freun, und dir nun Morgenlieder weihn. 6. So gehn auch wir der⸗ einst, erwacht vom Schlum⸗ mer unsrer letzten Nacht, schließt hier sich unser Le⸗ Wallabr zu einer höhern allfaͤhrt auf. Mel. In allen meinen Thaten Mond i 5 3 adeenen die goldnen Sterne prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz upd schweiget, und aus den Wie⸗ sen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille, und in der Dämm'rung Hülle so feierlich und holdz gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Lebens Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Ver⸗ gänglichs bauen, dem Eit⸗ len nie uns weihn! Laß uns nur weise werden und 3. Wi dir hier auf Erden von h ben freue zen fromm und fröhlich sin freuen si 4. Wollst endlich an der sie s. Grämen aus dieser M Und wer uns nehmen, durch esn Alle 4 sanften Tod; und wann schaut? uns genommen, so laß un Tempels zu dir kommen, du liehn liche geb treuer, frommer Gott!. K 5. So legt euch denn, Name Glieder, in Gottes Nam leuchten niever; kalt ist der Aheih schrieb hauch. Verschon uns, Gah zügen zu mit Strafen und laß u Ich bin ruhig schlafen und unshh 68TT kranken Brüder auch! das⸗We ligkeit i Unter gestirntem Himmil. Mel. Nicht um Reichthun rung lie Zinsam bin ich daz und 584 E tiefe Stll. rung fat herrscht um mich in der N. nah. 2 tur! Unter deiner dunteh sen Bor Hlille liegt der Farbe, Keis de schmuck der Flur. Alles nihh, auth au sich zu erquicken: mir noh, un Ad lohnet wach die Zeit;anfge ⸗ 6. than vor meinen Blian egeben hat sich die Unendlichkeit. Nacht e 2. Welche Tiefen! Welhe der 0 Höhen! Heil'ge Schauer füh— 10 sen mich! Wie viel tausend. Zeben, Welten drehen hier um ihn(haut Sonnen sich! Und wo sid. dich, des Raumes Grenzen, wo Erde⸗ sich keine Welt mehr drehh 7. keine Sonnenstrahlen glah⸗ Sireb zen, und kein Lebensodem san b weht? sinn b 3. VI immal chthum bin ich Still der Ny. dunkeln Farbeu⸗ es ruhs ir noß anfge⸗ Blicken keit. Welche ter fas⸗ tausend m ihn o0 sind schaut? Wer, Tempels Halle ins Unend⸗ Name trügen? leuchten ohne schrieb Ich bin. Nacht erhellt! 3. Wie viel Millionen Le⸗ hen freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und sie erhält! Und wer ist's, der stets sie Alle liebend, segnend über⸗ der seines liche gebaut? 4. Kann mich hier sein hier mir Sinn? Er ihn mit Flammen⸗ zügen; und sein Name heißt: Ja du bist, den GOcTt wir nennen, dem das⸗Weltall eigen ist! Se⸗ ligkeit ist's, dich zu kennen, der du Aller Vater bist. 5. Deine ältre Offenba⸗ rung liegt jetzt aufgeschlagen daz und im Lande der Ersah⸗ rung fand ich dich mir immer nah. Du, der wölbte die⸗ sen Bogen und der Sterne Kreis bewegt, hast den Puls auch aufgezogen, der in mei⸗ nen Adern schlägt; 6. Hast den Funken mir gegeben, der in mir die diesen Geist, der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt; in das Leben, wo er freier, näher schaut dich, Weltengeist, dich, bei seiner heil'gen Feier, frei vom Staub der Erde, preist. 7. O dies Sehnen, o dies Streben, dieser hohe Lebens⸗ sinn bürgt mir ein unend⸗ zu besonderen Zeiten. 451 lich Leben, führt mich zur Vollendung hin! Rein, dein Kind wird nicht verschmach⸗ ten in der tiefsten Dunkel⸗ heit; wird von Licht nach Lichte trachten in der Uner⸗ meßlichkeit. 8. Ist mein Leben hier verronnen; wird es Nacht auf meiner Bahn: o dann leuchten tausend Sonnen- mir den Stufengang hinan. Ich steig auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schau'n, der nie versiegt, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. Der Frühling. Mel. Allein Gott in der Höh' Lob sei Gott, der 585 L'den Frühling schafft, Gott, der den Erd⸗ kreis schmücket! Preis sei ihm, Ehr, Stärk' und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft; der Herr erhält, er liebt und segnet seine Welt; lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst er⸗ storben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt; erheitert glänzt der esinnung und der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel. Mit Wohlgefallen schaut herab, der Allen Seyhn und Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 4. Lobfinget ihm, er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich singe dir: denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht und mit Liebe. 5. Du rufst die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu unsrer Freu⸗ den Quellen. 6. Selbst, wenn von Don⸗ nersturm bedräut, erschrock⸗ ne Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Frucht⸗ barkeit aus Nacht und Un⸗ gewittern, dann bricht die Sonne neu hervor, und Al— les jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schwei— gen. 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunn⸗ quell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Wobl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir erge⸗ du ihm Lob und Daul erhalten des C Hrister ben und einst dir, als 90 + 1 sten freudig sterben! un 910 586 H länger strahlt uns nun Licht; Alles 124 f Wonne, wenn sie durch lehn Wolken bricht. Schan, nem—140 Frühling senkt sich niedet! Ranns die Wälder auf die zi er ach Die erstorbene Natur I mur end auf und wirket wied 131 reis Opfre Gott, dem Schohs dich 5 Al Dank! Preis' ihn froͤh Erde is mein Gesang! dem Lic 2. Munter zu der Mhh halen 0 wallet nun der Landmh tes Ang hin aufs Feld, und sein si dewenrt hes Loblied schallet laut en es Erde por zum Herrn der WI 400 jene Er vertrant die Saahiii pon der Erde, ehrt durch from Dir, me Zuversicht seinen Gott Dank! 0 zweifelt nicht, daß sie dooh Gesang! gerathen werde; bringt schi hoffnungsvoll ihm Dan Pel. Le Preis' auch du ihn, muh 253. 0 dundim gn 587 3. Glänzend und im Fein kleide prangt die bluͤthen Dad reiche Flur. Jede Blum und Se duftet Freude, preist dan. Be Schöpfer der Natur, di Grün, den Thau schafft, den s und wie trinket, daß sie nicht zu hih men dl verblüh', der ihr Saamih Natur? gibt, wenn sie welkend end lich niedersinket Bring auh Hunht ausgesp pra risten zu besonderen Zeiten. 3s U air ihn fröhlich, mein Giesangl 4 Dieser Frühling, wie hebt geschwinde, wis schnell wird er verblühn! Wie die Spreu, verweht vom Win⸗ de, so wird seine Pracht ent⸗ sliehn! Aber, Gott, vor dei⸗ chau, vem Thron⸗ wird ein ew'ger Frühling seyn, ewig wird er uns erfreu'n, ringen wir nur nach dem Lohne reiner wich Tugend lebenslang. Gott, chöps dich proise mem Gesang! fröhl 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Got⸗ tes Angesicht. Auch das freudenceichste Leben hier er MI auf Erden ist nur Tod ge⸗ Saatu. gen jenes, was mir Gott fronn dort verheißen hat zu geben. Bott 90 Dir, mein Gott, sei Lob und g. Dank! Ewig preist dich mein sie woh. ngt sch Gesang! Daht—— Oaul. Mel. Lobt Gott, ihr Christen „ Milh N Erd 12 587 Dpeen er Athh andman sein si laut en dune Auf Bergen, wie im Thal, ist Blun dreud an Freude hingestreut eist du und Schönbeit überall. 1„0 2. Belebend ist der Wiese en Grün, entzückend jede Flur; zu 900 und wie viel Tausend Blu⸗ Saam men blühn im Garten der ud ell Natur? 20 0n 3 Mit reichen Blüthen Dan prangt der Baum, und oben pri ausgespannt, wie strahlt der 453 blaue Himmelsraum: ein unbekanntes Land! 4. Blickt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fübhlt, was unnennbar ist: wie schön ist unsers Gottes Welt! 5. Doch nur dem Tugend⸗ haften, vur dem Menschen⸗ freunde lacht die schöne herr⸗ liche Natur in aller ihrer Pracht. 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gern die Bruderhand; naht dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnen⸗ schein; o Gott, wie wird in jenen Höh'n der Sel'gen Wohnung seyn! Im Sommer. Mel. Wie wobl ist mir, o Freund 2— 2 eit um mich 588 Wé her ist Alles Freude; verschönt ist, Schö⸗ pfer, deine Welt! Es prangt in einem Feierkleide Gebirg und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich seh, wohin ich trete, bist du mir nah, und fühl ich dich; wo⸗ hin ich schau, auf allen Flu⸗ ren, in allen deinen Krea⸗ turen, erblick ich, Welter⸗ halter, dich. 2. Wie — —..——— 2. Wie hast du Gott der Macht und Güte! so liebe⸗ voll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe; reich ist des Som⸗ mers ernste Pracht. Zum vollen, fröhlichen Genusse empfängt von deinem Ueber⸗ flusse, o Gott, was lebet, Speis' und Trank. Gebirge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben; und alle jauchzen froh dir Dank. 3. Weit um mich her ist Alles Freude; o freu auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Sein Segen reifet auch für mich. Hoch müsse dessen Lob er⸗ schallen, der mir so wohl thut, Allen, Allen, so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre; dir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist. Mel. Wer nur den lieben Gott 2—(llgütiger, dir 589 A will 40 singen auf jeder segenreichen Flur; dir meine Dankgefühle brin⸗ gen im großen Tempel der Natur. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschalle, Gott, dein Lobgesang. 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Schö⸗ pfer, bist du, Gott! Den Heerden gibst du ihre Weide Besinnung und Verhalten des Christen und deinen Kindern alh Brod. Genährt, geschüh gepflegt durch dich, frn Alles, was da lebet, sich. 3. Und Leben strömt mu deiner Sonne in jeden Haln in jede Bruft; sie gibt di Blüthenthälern Wonne, un allen Wesen neue Lust. Din jüngt durch ihren milhn Strahl, jauchzt Hain um Flur und Berg und Thal 4. Auf unsere Sagtenträh felt Segen herab mit jedih Morgenthau. Gott, u erfrischt dein sanfter Rehnn das Gras, die Blumen a der Au! Der Bach, der ash dem Berge quillt, erguh den Wanderer und das Wils 5. Da stehn die Zeu⸗ gen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthun. Weit durch die reichen Komm⸗ gefilde tönt himmelan dil Lob und Ruhm; sie dringen, Herr, zu dir empor, aus aller Wesen frohem Chor. 6. Auch du frohlocke, mei⸗ ne Seele, und rühme deines Schöpfers Macht! Dein lanter Lobgesang erzähle, wie herrlich Alles er gemachtl Vom Aufgang bis zum Nie⸗ dergang erschall ihm Ehre, Preis und Dank! * Mel. Herzliebster Jesu 3 590 So weit nur Men⸗ —schen deine Welt bewohnen, bist du der Va⸗ er aller flacht Alle Meeren 2. Du die Flure serst sie 5 zu mache voll; di Saaten, 3. Die chen füllt lechzende dein Reg glüht; lraide zu 4. Die schmückte und scha gesättigt Schnitter Felder entgegen 5. Un; und Jube und Hain fild ersch dir frol mel, bis * Mel. 2 591 Vom He fen, nah ner Fülle erfreut 2. De prangt und. ve tEr erquich Wils, Zuu⸗ ier in gthum. Korn⸗ in die ingen, aus Chor. mei⸗ deines ter aller Nationen, die Zu⸗ flucht Aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. 2. Du blickst. hernieder und die Fluren lachen, du wäs⸗ serst sie mit Thau, sie reich zu machen. Dein Strom ist voll; du sorgest für die Sagten, daß sie gerathen 3. Die tiefgepflügten Fur⸗ chen füllt dein Segen; das“ lechzende Gefild erfrischt dein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Ge⸗ kraide zu unsrer Freude. 4. Die Höh'n und Tiefen schmücktest du mit Heerden, und schaffest, daß sie froh gesättigt werden Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Seegen, zur Aernt' entgegen. 5. Und Dank und Freud' und Jubel jauchzt aus Allen, und Hain und Auen und Ge⸗ fild erschallen vom lauten, dir frohlockendeim Getüm⸗ mel, bis in den Himmel. Im Herbste. Mel. Vom Himmel kam der eärntet ist der 591 Felder Saat. Vom Herrn der Zeit geru⸗ fen, nabt der Herbst mit sei⸗ ner Fülle sich und nähret und erfreut auch mich. 2. Der segenreiche Garten prangt mit vollen Zweigen, und verlangt von seiner Gottes Menschen zu erfreun. 3. Der Sänger in den Lüf⸗ ten schweigt, der hin in ferne Lande fleucht, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. 4. Auf traubenvollen Hü⸗ geln schallt des Winzers Lob und wiederhallt von Berg auf Berg; auch Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreu'n. 5. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Das Kind, der Jüngling, Mann und Greis sei fröhlich, ihm zum Ruhm und Preis! 6. Auch, wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Goti noch väterlich zer, der auch, wenn dein Herbst sich naht, für dich noch viel der Freuden hat. 7. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine seg⸗ nende Natur, gesegnet hast, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht., 8. So blüh' und reife in der Zeit zu größerer Voll⸗ kommenheit! Still keimt der Tugend Saat hervor und reift zur reichen Aernt' empor. Mel. Lobsinget Gott! Trüh, mit umwölk⸗ 592 8 tem Angesicht, geht schon die Sonne niederz und Frucht befreit zu seyn, um, ͥ * und spät erscheint ihr schwä⸗ cher Licht am trüben Himmel wieder. Die schönste Zeit ist nun entflohn; die rauhen Stürme rauschen schon durch die bereiften Felder. Die letzte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes kalter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. 2. Verlassen steht die öde Fluͤr, entblößt von ihrem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh entgegen. Die Vögel, die dem Frost entfliehn, begin⸗ nen schon daher zu ziehn weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicher⸗ heit des Herbstes rauhe Jah⸗ reszeit beginnen und vollen⸗ den. Die Erde ruht, doch er gewährt voll Liebe das, was uns ernährt, mit vä⸗ lerlichen Händen. 4. Wie sind nicht unsre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath uns zu laben! Durch deine Vorsicht muß't o Gott, das Land uns für⸗ den Winter Brod, dem Vieh 450 Gesinnung und Verh alten des Christen sein Futter geben; m Wein, der unser Herz e freut, und unsers Leben Kraft erneut, quillt au der Frucht der Reben. 5 Wie jetzt das Feld un uns verblüht, verbluͤhn auß wir im Alter. uns! Gott, der auf um cb ist mächtiger Erhalter Er ist es, der die Schwachtn schützt, die Müden mächlh unterstützt, die Grabe wanken. Gebeigt vom Alter werden wir m frohem Herzen, Vater, de wie in der Jugend danken 6. Wohl Allen die sich ih⸗ rer Pflicht von ganzem Hen zen weihen! Sie werden ihn Jugend nicht im Alter ein bereuen. Wohl dem, du redlich sich bemüht, weil seh ner Jahre Kraft noch bluht der Tugend Frucht zu tun⸗ Doch woll an den gen! Ihm wird das Allir Jugend seyn, und dankbar wird er sich noch freun i seinen letzten Tagen! Im Winter. Mel. Vom Himmel kam der 4 Fel⸗ 593 NNS auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Win⸗ ter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2. Zwar liegt ihr grü⸗ ner Schmuck zerstört, von“ Schnee Schnee verheert Sunel ügel, 7 Di und gro ihrem E Frühlin⸗ keln und 4. S geheim ersten K verborg ten Kin 2⁴ segnen der bese Dugend was er keichen zu reich 7.11— wohl u ters S. er ist d Gott, mer dr väterlic tigest, 9.— ler, ses lich ehr deinen freudig 5 erz kl Leben It auh n. jeld un hn auh h wohl uf unh halter wachen mächih n denn Bebeigt vir mi er, di danken. sich ih m Hen⸗ den ihn er eint u, det eil sii h bliht zu tra⸗ 3Altet ankbar eun in m der er gel⸗ en mun, ier der Win⸗ unser grü⸗ ö 001 Schnete Schnee und Eis und Sturm verheert; ein weites, weißes Grabgewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 3. Doch hegt die Erde still und groß, die zarte Saat in brem Schooß, die sich im Frühling segensvoll entwik⸗ keln und uns nähren soll. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Keim die Mutter mit verborgner Lust in ihrer zar⸗ ten Kinder Brust. 5. So thut, was Andre segnen kann, der gute, der bescheidne Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat; aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen Aernten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Win⸗ ters Sturm: auch er, auch er ist deines Segens Diener, Gott, so fürchterlich er im⸗ mer droht. 8. Und wie viel Freuden danken wir selbst in des Win⸗ ters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst, und sät⸗ tigest, erwärmst und pflegst! 9. Durch alle Zeiten, Va⸗ ler, sei dir, wer dich kind⸗ lich ehrt, getreu! Laß jeden deinen Ruhm erböhn und frendig deine Wege gehn! zu besonderen Zeiten. Mel. Auf, Christenmensch 594 erschwunden x ist der Erde Pracht, nur Schnee bedeckt die Felder. Der Winter⸗ sturm durchbraust mit Macht Gebirge, Thal und Wälder! Das Land erstarrt vom Fro⸗ ste nun, und seine Nah⸗ rungssäfte ruhn. 2. Wohl mir in dieser rau⸗ hen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben: mich schützt mein Dach, mich wärmt mein Kleid und Brod erhält mein Leben. In meinem Bette schlaf ich ein und kann mich sanfter Ruhe freun. 3. So hats der aͤrme Bru⸗ der nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das Nöthige gebricht, den Frost und Hunger quälen. Und dreifach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrein. 4. O zaudre, zaudre nicht, mein Herz, ihm liebreich zu⸗ zueilen! Fühl' seinen Jam⸗ mer, seinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen! Wer seines Nächsten Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm und Nah⸗ rung dich erquickt in diesen rauhen Tagen. Lobsinge, frohes Herz, in mir, und opfere Gott Dank dafür! I 6. Sieh SSDSSSIIIFI...IFII——.— ...—.—. 6. Sieh nicht auf das, was dir noch fehlt und mancher mehr besitzet; nein, auf die Noth, die Andre quält, auf Gott, der dich beschützet! Ach Vater, lind're jeden Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! Zur Saatzeit. Mel. Allein Gott in der Höh' 8sbaut, o Gott, 595 E auf dein Ge⸗ heiß der Menschen Hand die Erde, voll froher Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir Heseg⸗ net werde. Auf dein Ver⸗ sprechen trauen sie, du sollst dein Brod⸗ bei Fleiß und Müh', so lang du lebest, essen. 2. Dies Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib jetzt auch deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wenn, Vater, deine All⸗ machtähand nicht seine Ar⸗ beit segnet. 3. Drum kröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Aussaat dann gedeiht: All⸗ vater, so verhüte, daß Käl⸗ te nicht, nicht Sonnengluth, nicht Hagelschlag, noch Re⸗ genfluth ihr zum Verderben werde. Für Millionen deiner gi 458 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Wir traun auf dihh großer Gott; du, du aih gnädig walten. Du kem am besten unsre Noth/ 10 lange ausgehalten. Herr, du wirst zu di Ruhm für uns, dein Wih und Eigenthum, auch dih Jahr wieder sorgen. Nach einer reichen Worh Mel. Wie groß ist des Allmith 596 Wn bringen dir unsern feierli sten Dank, und unsre jn hen Herzen singen dir 0 lauten Preisgesang! O krönt hast du ganze Land: dein Sahh floß auf die Gefilde auony ö cher, väterlicher Hand. 2. Du schenktest Sonnm⸗ — schein und Regen für j. Del Frucht zu rechter Zeit, un gabst Gedeihen, Kraft uun Segen dem Samen, den ih ausgestreut. Wie pranh nicht im Feierkleide d volle, ährenreiche Fehl Wie schlug von Hoffhu und von Freude dir mm Herz, o Herr der Weltl 3. O welchen Reichthln deiner Gaben hast du mi. liebevoller Hand, uns zu nn nähren und zu laben, e die kann si sen, d 9 zeugt? mit deig Milde rings um uns herdy der if. bereit; nen, ne 1 W der Fr al, All Wir w. ehren durch L 55—17 wohl e Ins neuem uns herab gesmdi II Allmäth Sehh aus u ind. Sonniy für sh eit, un raft den hh prang ide d Hah Hoffnun ir unsh Weltl eichthun du n. 6 zu tn en, de gesandi r Ah al Aerhhhe der ist jetzt ein voller Tisch bereit; du nährst den From⸗ men, nährst den Sünder und Alles wird durch dich erfreut. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht? Wer kann sie undankbar verges⸗ sen, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimm deiner Kin⸗ der Freudenzähren, nimm a, Allvater, unsern Dank! Wir wollen ewig dich ver⸗ ehren durch Thaten, wie durch Lobgesang. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu ver⸗ schwenden, empfingen wir's gus deiner Hand. Du willst, wir sollen, froh genießen, doch mäßig, mild und dank⸗ bar seyn; so gülig, wie du dich bewiesen, soll jeder der Beglückten seyn. 6. Drum freu' den Armen auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab, wir wollen seiner liebreich pfle⸗ gen: wir trocknen seine Thränen ab! Er dank' auch heute mit uns Allen, frohlocke laut und bete an, daß du, nach deinem Wohl⸗ gefallen, so viel, o Goit, an uns gethan. nel. Wach auf, mein Herz 597 ommt, laßt uns 0 Gott lobsingen, und Preis und Dank ihm bringen für alle milde Ga⸗ ben, die wir geärntet haben! 2. Aus seinem Ueberflusse zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheuern sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen und Wachsthum und Gedeihn der Frucht, der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Gärten und Ge⸗ filde, was wir gesäet haben, so reichlich wiedergaben! 5. Preis sei dir, unserm Retter! Es dröohten Sturm und Wetter, Verderben un⸗ sern Saaten. Dank dir, sie find gerathen. 6. Uns reiften süße Früch⸗ te im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Reben; Herr, Preis sei dir gegeben! 7. Du ließest froh uns arnten. O daß wir dank⸗ voll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen. 8. Wenn wir die gern erquicken, die Sorg' und Mangel drücken: so wirst du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben! 9. Du wirst einst deine Treuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken, und ewig sie be⸗ glücken. u 2 Bei Bei sparsamer Ernte. Mel. Was Gott thut, das ist 598 reist, Christen, mit Zufrieden⸗ heit, preist Gott, den Herrn der Aernte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von unsrer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, wird er uns Allen geben. 2 Er ist der Herr; in seiner Hand steht, was die Erde bringet. Der Men⸗ schen Mühe baut das Land; Gott gibt, daß sie gelinget. Von ihm allein kommt das Gedeih'n; nurx er, er läßt die Saaten blühn, reifen und gerathen. 3. Was trauern wir? Er sorgt ja doch; Gott sorgt für ünser Leben. O laßt uns selbst beim Mangel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Preis sei dem Herrn! Von Unmuth fern' laßt ihm zum Wohlgefallen ein fro⸗ hes Lied erschallenz 4. Wie manches segen⸗ reiche Jahr hat er uns schon bescheeret; wie gnädig uns noch immerdar von Jugend auf ernäbhret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Alldater, schauen, und dei⸗ ner Vorsicht trauen? 5 Ja, Höchster, wir verehren dich in allen deinen Wegen, und trauen unver⸗ 460 Gesinnung und Verhalten des Christen änderlich auf deinen mihn Segen. Auch unser Bg wirst du in Noth und Thh rung uns gewähren, win wir dich kindlich ehren. 6. Wir beten demuh voll dich an, der Alles wil lic füget, deß Vorsicht mals irren kann, deß thun niemals trüget. 01 danken wir, Erhalter und preisen deine 1231 gnügsamem Gemüthe. Flehn um Regen. Mel. Komm, o komm dun 599 G und Güte, deine Hülfe sh chen wir; mit geängstein Gemüthe schauen wir an por zu dir, Herr, du wel was uns gebricht; o verl verlaß uns nicht! 2. Ach dem todten dimn Sande, gleichet bald, Hem unser Land; und verenn vom Sonnenbrande welh. die Frucht, die kraftol stand. Schrecklich droht un ihr Verluf; Sorge mh an unsrer Brust. 3. O erbalt uns deing Segen, laß uns wachsh unser Brod! Ende bub. durch milden Regen uni Angst und unsre Nohl Gott, wir trauen dir es. was uns gut ist, schickest du 4. Stärke du n V Vertrau säumst Gnaden die feste helfen u gewiß d Nach v Mel. K 600 ghickend wie labt ihn jet Natur! me küt umher, fühlen und sch und Se Hitz' un fromme si hte be nun se hat Go ist Vers Wie we vom M das sein das sie preiset ists, d lechzend 65.—3 111 jetzt de uns ni⸗ sten n milhh ser Yn nd Thez n, wen ren. demush Les wil xsicht nj es Wo t. 0 ilter üte i he. egen. mm du von gu Mat Hülfe sh ingftein wir e du well o verla on dürm Id, Hen, verlem de wall kraftoil roht un ge m 18 deinn wachin de bab en unst Nohhl r es gu. ickest di uns dieh 38 säumst du nicht. Vertrauen: unser Wohl ver⸗ Auf dich, Gnadenvoller, bauen wir die seste Zuversicht; du, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unsrer an. Nach verliehenem Regen. Mel. Kommt, kommt, den Herrn 600 in milder Re⸗ gen sinket er⸗ quickend auf die dürre Flurz wie labt sie sich, wie trinket ihn jetzt die schmachtende Natur! Die sanften Strö⸗ me kühlen die Lüfte weit umber, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht: und Seufzer schweigen und Hitz' und Dürre fliehn, und fromme Lieder steigen empor und preisen ihn. 2. Mit Freud' im Ange⸗ sichte beschaut der Landmann nun sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Aehren, vom Mark der Erde voll, das seine Menschen nähren, das sie erfreuen soll! Auf, preiset Gottes Milde! Er ists, der Regen schickt und lechsende Gefilde voll Va⸗ terhuld erquickt. 3. Erhalter unsers Le⸗ bens, Gott, dem wir uns jetzt dankbar nahn, o laß uns nicht vergebens die Ga⸗ zu besonderen Zeiten. ben deiner Huld empfahn! Du sendest Thau und Regem gibst milden Sonnenschein; du eilst, mit deinem Segen uns Alle zu erfreun. Wir wollen dich erheben, dir Höchster stets vertraun, und fromm und weise leben, bis wir dich ewig schaun. Flehn um Sonnenschein. Mel. Mache dich mein Geist 601 chmerz und +. Klage füllt das Land; traurig stehn die Früchte; hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zu nichte. Zeig uns doch Gnade noch, Vater voll Erbarmen, hilf, ach hilf uns Armen! 2. Du regierst der Wol⸗ ken Lauf, und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, so bört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Son⸗ nenschein, der die Frucht er⸗ quicke! Sieh, wir schaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Freudentage! 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf daß uns die schwere Zeit nicht am Her⸗ U 3 zen 7⁰ 462 zen schade! Dir, wollen wir gern zur Ehre leben und uns ganz Lergeben. Nach verliehenem Son⸗ nenschein. Mel. Nun laßt uns Gott 602 Edent ihr Freu⸗ denlieder! Sie scheint; sie scheinet wieder! Wir sehn sie, welche Wonne! die lang verhüllte Sonne. 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, souoft sich Wolken thürmten und Regenwetter stürmten. 3. Des Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. Was Thier“ und Menschen nähret, schien ganz durch Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers 7 zens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schůtz test unsre Saaten. 5. Schon senkten sie sich nieder: doch du erhobst sie wieder O Herr der milden Sonne, du segnest uns mit Wonne. 6. Wir preisen deine Gü⸗ te mit fröhlichem Gemüthe. Ja, unser ganzes Leben sei ewig dir erheben! Beim Gehbister. Mel. Wie groß ist des Allmaächt' er Mächtige, 603— der Herr der Gesinnung und Verhaͤlten des Christen 7— nur dir, niederfällt, Gott redet dih nernd aus dem Wetiter I ruft voll Majestät der W Anbetend sinkt der Erdfih nieder; der Wind erkönt, bebt die Flur, und Blitzen gens Blitzen wieder: 90 ist der Herrscher der* 2. Auch dich⸗ Laß sch Stimme rühren, Empfindung„o mein D Den Dank, das Lob/ ihm gebühren, entweihe l unheil'ger Scherz! Donner rufen Gottes. dern des W Wellenatene gen zu z sie rufen schonih Zuf Sündern, und ihis Ruf verstehst auch du. 3. Verstumme, fiah Heer der Wellund Huth und V Vrdm eiflung n dein. Der Herr isli Gohl Es sagt's das Wetter; 0 Welt, die ganze Weltistill —7 bebt Elende, 00 fliehen? Kein Ort schih uch vor Angst und Nus nichts kann dem Machth euch entziehen. Er kenni straft euchz er in 0ai Mel. Lobt Gott, ihr H er bohe bim 60. OYRdpunkelt sth ein Wetter Gottes drah ich bebe nicht: ich reue it Gott deiner Herrlichkl. Du zürnest, wi deuners, nicht; du 9 0 sei ö Götter, vor dem der i Mensche blässer sicht,! erschein 3. D dich n err/ aber, d digst d 4 Sonne sten er Enn det doß tter U er WI Erdseh xtönt, Blitei r0 r Nalh Laß asth sei gu in Hel Lob/v deihe H. I ttes H ist C0 tter z. A Nächthe kennt GN Christhn eHimtte felt sh drahh reue mlit chkeit. wenn bist N. Mah Menschen Freund. Nicht bläser wird mein Ange⸗ scht, wenn uns dein Blitz erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, bist du Herr, fürchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zigst du als Vater dich. 4. Uns Segen ist der Sonne Licht, uns Segen Tag und Nacht; auch Se⸗ gen ist uns dein Gericht und deines Blitzes Pracht. 5. Du reinigst durch den Blitz die Luft; dein Regen tränkt die Saat; es stärkt eim balsamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. 6. Laß frei das Herz von Aengsten seyn, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht, wir sind ja dein; du bist die Lied' v Golt! Nach dem Gewitter. Mel. Wer nur den lieben Gott Wie gnädig ist 605 ves Höch⸗ sten Wille! Der Donner schweigt;e die Blitze fliehn; es schmückt in angenehmer Stille der Sonne Glanz das frische Grün. O du mein Geist, nun opfre Dank! Erhebe deinen Lob⸗ gesang. 2. Ja, preise freudig den Erxretter, der seine große zu Pesonderen Kraft bewies, den Welten⸗ herrn, der sich im Wetter so maiestätisch hören ließ, den Blitzen ihre Strahlen lenkt, und gnädig seines Volks gedenkt! 3. Nimm mit Bewund⸗ rung seine Güte aüch selbst im Ungewitter wahr; denn jedem forschenden Gemüthe stellt sich auch hier ihr Schau⸗ platz dar. Zum Besten jeder Kreatur bemerkt man ihres Segens Spur. 4. Wie kräftig, hebt sich das Getraide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt die Weide des neubelebten Thie⸗ res Fuß! Wie athmen wir so sanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 5. Herr, deine Güte sei erhoben, im Wetter, wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Dur kannst und willst uns stets erfreun. Mich schrecken Blitz und Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. Beim Jahreswechsel. Mel. Wer nur den lieben Gott (Nes neuen Jah⸗ 606 D res erfler Mor⸗ gen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu ed⸗ len Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst u 4 du N N N +I* Whe 0 WN 0 IHI ů 0 I 404 Gesinnung und Verhalten des Christen du ihr treu, folgst du ihr nach, so weckt dich einst ein schöner Tag. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dieses Jahr noch schenkt, und dich so gern auf seine Pfade mit treuen Vaterhän⸗ den lenkt? Was ist es an⸗ ders, als Geduld, als Nach⸗ sicht gegen deine Schuld? 3. So nütz' auch dieses Jahres Tage, als Tage dei⸗ ner Prüfungszeit, daß kei⸗ ner dich vor Gott verklage, daß keiner dich im Tode reut. Gott fordert, dem denk im⸗ mer nach, einst Rechenschaft von jedem Tag. 4 Ermuntre dich zu dei⸗ nen Pflichten, sei zu den schwersten auch gefaßt: sie gern und willig zu verrich⸗ ten, such dir den Muth, besieg die Last! Schnell fliehen deine Tage hin; ach, unbenutzt laß sie nicht fliehn! 5. Gebrauch', o Christ, dies Pilgerleben, wozu dirs Gott, dein Gott, verliehn, zur Tuͤgend hat ers dir gege⸗ ben, so gibs denn auch der Tugend hin. Sie reichet dir nach kurzer Zeit das schönste Loos der Ewigkeit. 6. Weih jede Stunde dem Bestreben für dein und dei⸗ ner Brüder Glück, so siehst du einst auf dieses Leben mit ruhig heiterm Blick zurück; du sagst, o welche Wan 12 dann, ich habe meine M alliat; gethan; D 901 7. Und segnest noch u Gottes Throne, dies I Son 0 als eine Zeit der Sal 9 0 nimmst du aus seiner Huh i0 ic vie Krone, die er für i wain, 5 bereitet hat. Drum, Chrj 145 Ker halt aus in deinem Str Sculd v du kämpfest für die En Zagen, keit. Witerhal Mel. Es ist das Heil uns ende N u, Gott, V 607 D bist der Ohn der Zeit und auch der Ewih keiten. Laß mich auch 6 mit Freudigkeit dein hohl 1 Lob verbreiten! Ein I mic. ist abermals dahin. Wel ault n dank ichs, Gott, daß handeln! noch 9380 Nur veint Gnad' und Güte. 555 2. Dich, Ewiger, dis au— bet ich an, unwandelbh res Wesen! dich, den kahn Wechsel treffen kann. Bh 10 b4 werden, sind gewesen, blühen und vergehen düh dich; nur du bist unverah Den En derlich, du warst und 00— und bleibest. 3. Herr/ ewig währet 00 ne Treu' mit Huld uns 3 lu begegnen: und jeden Mot⸗ 9³1 gen wird sie neu, mit Wohl Rle thun uns zu segnen. 30 zur En kenne keinen Augenblick, d Borscht nicht von dir stets neues Lalt erl Glück mir zugeflossen 81 4. Du J. Du hast auch im ver⸗ flossnen Jahr mich väterlich geleitet;; und wann mein noch z Herz voll Sorgen war, mir es I Hülf' und Trost bereitet. Sal Von ganzer Seele preis' er Bu ich dich; aufs neue, Gott, für ergeb ich mich ganz deiner Chrt weisen Führung Str Vergib mir also meine Eit Schüld von den verflossnen Tagen, und laß mich deine Vaterhuld in Christo ferner al unt tlagen! Laß mich in deiner jott, N.Made ruhn und lehre le⸗ der Heh benslang mich thun nach er Eußh deinem Wohlgefallen! uch fl 6. Gib neue Lust und 1 hohn nene Kraft, vor dir ge⸗ in Zih recht zu wandeln! Laß mich, Herr, stets gewissen⸗ baß Whaft mit mir und Andern beilt handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o r bih du allerhöchftes Gut, und andelbs uiht die Welt, zu lieben! den Küt Die Welt vergeht: n. MI dies reize mich, die Lust der en I Velt zu fliehen; um beßre u Dh greuden müsse sich mein nverdh Geist mit Ernst bemühen! Ind bs Den Engeln bin ich ja ver⸗ wandt, im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten! 8. O lehre selbst mich mei⸗ ne Zeit recht weislich aus⸗ zukaufen; laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen! Der Tage Last exleichtre mir, bis mei⸗ Wonnh ne Pflih ne Rühe einst bei dir kein Wechsel weiter störet! Mel. Allein Gott in der Höh' 2 Rott ruft d 608 Ge Sonn u schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heist die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Ehr' ertheilen! 2. Herr, der da ist, und der da war, von dankerfüll⸗ ten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried“ und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen! 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet seyn, das du uns neu gegeben! Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben! Du schützest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wann sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt: so gib mir Kreuz und Leiden. Nur ftärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5 5. Hif. 466 Gesinnung und Verhalten des Christen 5. Hilf deinem Volke vä⸗ terlich in diesem Jahre wie⸗ der. Erbarme der Verlaß⸗ nen dich, und der bedräng⸗ ten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten niederz 6. Daß Weisheit und Ge⸗ rechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenbeit in unserm Lande wohne; daß Trenu' und Liebe bei uns sei; dies, lieber Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! Mel. Schwing dich auf zu Ewig und unwan⸗ 609 E delbar, Gott, ist deine Gnade, und von dir strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jabre ändern sich und wir selbst veralten, doch du blei⸗ best, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jabre schmückt deine Hand mit Se⸗ gen; deine Vaterhuld be⸗ glückt uns auf allen Wegen. Jeden Morgen sendest du Le⸗ benskraft und Wonne; du verbreitest sanfte Ruh' mit der Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet ha⸗ ben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Ga⸗ ben. Hüll' und Fülle, Im. 2. und Brod hast du mid, chem waͤhret, und in Wifll uber selbst die Noth und hohen Schmerz verkehret. preif J. Daß uns deiner! für a macht Hand liebevoll Av.I für a tet; daß du über Stadt 3 Land Rub' und Glück ben S brei tel; daß gewissente dant Fleiß uns durch dich 6 HA. sind. ge Gott,, dafür sei d sie w und Preis herzlich sungen 5. Freudig, Vater ten wir in dieß P* Lebens. Wann, vertraute dir uuser vergebens? Ja, du uns, fernerbin, wen dir nur leben, Un und frohen Sinn, I und Kräfte geben. 6. Vund nuste roß sind unsre Pflicht Lehr⸗ uns für die Trop unser Werk verrichten! I. Ie, zu gute fromme That laß n Merr wohl gelingen! Frucht— jebe Tugendsaat für l laß Himmel bri ngen! 6. Mel. Herr ich K—60 misigehand 27 t, mit ah N0 6 1 0 Ge seinen Fread verg schwand ein Jahr des d Heil hin, aber auch mit sahh 45 Leiden schwand dies Imm. und, Gott, ich bin, noch und soll auf Erden i hab geübt, gebildet risten lle, TWM. mild. Wohll Und einer!“ Holl g Stadt: lüch h issenha ich Hel sei H wenn Untert 1„ M edlẽ Y Pflichtz Ewigh. en! J laß u rucht l. für sgehamh. nit alh +Freid es Lih nit senn eß Nh in, I den rden. 2. Welt. —— 2. Vor so manchem, man⸗ chem Grabe führtest du vor⸗ über mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preis' ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 3. Ja, auch für die trü⸗ ben Stunden meines Lebens dant' ich dir; denn auch sie sind nun verschwunden, und sie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen We⸗ gen führst du mich dem Ziel entgegen. 4. Uebung ist das Erden⸗ leben, Bildung für die beßre Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höh⸗ res Ziel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, ew'ger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dies soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne zie zurückzukehren, strömt ins Meer der Ewigkeit! Nichts kann Zeitverlust ersetzen: laß den Werih der Zeit mich schätzen! 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nützen mich zur Besserung, es verfließe nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Goit, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist dei⸗ IX ne Gabe! Dankend heb ich meinen Blick auf zu dir, gelobe Treue heute dir, o Gott, aufs neue. 8. Gib uns Allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tu⸗ gend heil'gen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried' und Heil dem Vater⸗ lande! Fried' und Heil in jedem Stande! Mel! O Jesu Christ, mein's Lebens * nwiederbringlich 611 U schnell entfliehn die Tage, die uns Gott ver⸗ lieyn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon. Wie man⸗ ches ist bereits entflohn! 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Bei⸗ stand in der Noth, füx tau⸗ send Proben deiner Huld, für deine Schonung und Geduld! 3. Dank dir, wenn jetzt voll Freudigkeit das Herz sich mancher That erfreut! Wes war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Doch oft verletzten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merktens nicht. Nimm an, Erbarmer, unsre Reu'; um Christi Willen sprich uns freil 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewitzkeit. Du hast u 6 die —— die Stunden zugezählt, die letzte weislich uns verhehlt. 6. Du gidst, uns länger zu erziebn, uns Tage, Mon⸗ den, Jahre hin; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft kommt unsre große Rechen⸗ schaft. 7. O dann laß üns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt. hat thöricht, hat umsonst gelebt. Mel. Werde munter, mein 612 No ist das alte Jahr eniflohn; wir leben in dem neuen schon. O Christen, preiset Gott den Herxn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Wie mancher, der im alten Jahr froh und voll Kraft noch um uns war, sank, eh wirs dachten, schnell dahin, nun deckt des Gra⸗ bes Hügel ihn. 3. O Schauplatz der Ver⸗ gänglichkeit! O, schnelle Flucht der Lebenszeit! Wie thöricht ist, wer immer fest sich auf das nächste Jahr verläßt! 4. Doch bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was ich kann und soll; dann fliehe meine Zeit dahin, sie bringt doch herrlichen Gewinn. 5. Auch komm' ich durch die Flucht der Zeit dir nä⸗ her, Himmelsseligkeit! Gott⸗ 408 Gesinnung und Verhalten des Christen lob, des Lebens Ungemit solgt mir nicht in den Hißn 996 nach. Im Staube beug'i mich vor dir. Bis hierhuy hast du, Höchster, mir u. liebevoller Vaterhand mehn als ich werth bin, zuht wandt. 7. Sieh ferner, Gott, n Freundesblick auf mein i meines Nächsten Glalh Entreiß uns jeder wahrnn Noth und gib uns mie täglich Brod. 8. Behüt' uns in Iu neuen Jahr vor Theurih und vor Kriegsgefahr! I treffe keiner Seuche Wulh. kein zehrend FJeuer, lan Fluth! 9. Entferne jeden m glücksfall! Gib Heil und Wohlfahrt überall; m bricht ein Kreuz von di herein, so laß es uns träglich sein. ö 10. Ja, segn' uns,— in dieser Zeit und führ un dann zur Hexrlichkeit! Du sagen wir dir ewig Dantz da preist dich höhrer Lobhe⸗ sang! Mel. Wach auf, mein Hetz 6 1 3 Meisß Freuden last 2 uns treten vor Gott, ihn anzubetenz vor Gott, der unserm Lebeu bisber hat Kraft gezeben! 2. Wir Erdenpilger 4 ern en ngemat on Hin eug' hierhe mir m d mehr „Szuhh ott,. ein Gluch wahtn 3 unsa in den heuruhz rI e Wuth „ kein n Mn il Im und on dit uns er⸗ „Herr, ihr uns tID Dantz Lobge⸗ Herz en laßt ten vor 3 vor Leben ben! wan⸗ dern dern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauhen Wegen der Ewigkeit enigegen! 4. Doch du bist voll Ec⸗ barmen, und wirst mit Va⸗ terarmen in Nöthen und Gefahren uns schützen und bewahren. 5. Erhalter unsers Le⸗ bens, wir sorgen nur ver⸗ gebens, wenn du uns nicht beschützest, mit Kraft uns unterstüßest! 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns erfreun; Lob deinen Va⸗ terhänden, die so viel Noth abwenden. 7. Hör ferner unser Fle⸗ hen, und eil', uns beizuste⸗ hen! Gib Mäßigung in Freuden, Geduld und Trost im Leiden. 8, Gib uns und allen de⸗ nen, die sich von Herzen seh⸗ nen, zu thun, Herr, deinen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen. 9. Herr, wehre du den Kriegen! Laß Menschen⸗ liebe siegen; und wo nur Thränen fließen, sich deinen Trost ergießen. 10. Gib deinen milden Segen zu allen guten We⸗ gen, laß Großen, Herr, und Kleinen die Gnaden⸗ sonne scheinen. 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Be⸗ rather, der Unversorgten Gabe, der Armen Hülf' und Habe! 12. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Ge⸗ danken den kummervollen Seelen, die sich mit Sor⸗ gen quälen! 13. Vor Allem, Herr, ver⸗ leihe uns deinen Geist aufs neue, der uns mit Tugend ziere, und so zum Himmel führe. 14. Das wollest du uns geben: du Herr von unserm Leben, so gehen wir im Se⸗ gen der Ewigkeit entgegen. Beim Anfang des Kir⸗ chenjahrs. Mel. Wer nur den lieben Gott 88 est steht dein 614 Bund, wie Felsen flehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu! Jahr und Jahrhunderte ver⸗ gehen; doch deine Güt' ist täglich neu. Wie bringen heute, Vater, wir dir wür⸗ dig unsern Dank dafür e 2. Kein Feind zerftörte die Altäre, kein Feind zer⸗ trat dein Heiligthum. Noch singen wir von deiner Ehre, noch predigt man von dei⸗ nem Ruhm. Durch Tau⸗ u 7 fe, se, Abendmahl und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort. 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Wer⸗ ken uns zu richten; Gott, Richter! so bestehn wir nicht. Du trugest uns mit viel Geduld; wir aber häuf⸗ ten Schuld auf Schuld. 4. O laß es deinem Geist gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Sünde mächlig zu bezwingen, wo sie bisher noch hetrschend warl Heut schwören wir, o Gott auf's neu' dir und der Tugend ew'ge Treu! ½5½ Laß ferner hier dein Wort erschallen; gib, daß es frevle Sünder schreckt, so wie, die deine Wege wal⸗ len, zu freudenreicher Hoff⸗ nung weckt! Laß, wenn wir bier in Andacht flehn, uns Alle deine Gnade sehn. 6. Gib, daß dich forthin Alle ehren, als dein geweih⸗ les Heiligthum! Einst führst du uns zu jenen Chören, wo man, erfüllt von deinem Ruhm, das Leben, das uns dort bestelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Thaten 615 c ir dank ich für mein Leben, 470 Gesinnung und Verhalten des Christen Gott, der du mirs gegebe ich danke dir dafür. Du han, von Huld bewogen, mich aun dem Nichts gezogenz dunt deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mih bereitet; mich väterlich ge leitet bis diesen Augenblll. Du gabst mir frohe Tagn. und selbst der Leiden Play verwandeltest du in malh 3. Ich bin, Herr alln Dinge, der Treu? viel zu gi⸗ ringe, mit der du mich be⸗ wacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig gluül lich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon miin Sehnen und zähltest. meint Thränen, eh' ich bereilet war; noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich fren, lobfinget dir mein Geist! Er, den du mir geschenket, et ists, der dein gedenket, und freudig dich, o Vater, press 6. Daß du mit Kraft mich rüstest, und mir mein Leben fristest: dies Vater, danl ich dir. Daß du mich lieb⸗ reich führest, mit deinen Geist regierest: dies Alles, Vater, dank ich dir. 7. Was mir in diesem Li⸗ ben noch nützt, wirst du 0 0⁵ n gegeben Du haf, nich an 3 durh ier. ast mic lich g genblit, Tah, Mahy n main r alla zu ge nich be⸗ Staub 3 glüt⸗ chon n miin meine bereilet r nicht „Gott, u schon Treus, freur, stl Er, preist. ft mich Leben dank h lieb⸗ deinem Alles, em Li⸗ u mü 0˙ geben: du gibst's! ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich kindlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! Mel. Mein Gott, das Herz u läßt den Tag 616— mich wieder sehn, da ich, nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergehn, des Lebens Bahn betrat. 2 Von ganzem Herzen preis' ich dich, daß mich dein Arm bis jetzt noch unver⸗ dient so väterlich gesegnet und beschützt. 3. O! hätt ich doch aus Dankbarkeit das nun ver⸗ flossne Jahr so dir und dei⸗ nem Dienst geweiht, als meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleh ich zu dir: vergib mir meine Schuld, und schaff ein reines Herz in mir, nach deiner Vaterhuld! 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt vor dei⸗ ner Treu', von inniger Er⸗ kenntlichkeit dir thätig dank⸗ bar sei! 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin; dein Auge siehts allein. 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, zu besonderen Zeiten. mit Sorgfalt ja schaff' meine Seligkeit. 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den letzten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag seyn. Die Lebensalter. Mel. Wer nur den lieben Gott (FTer du den Men⸗ 617 Dicchen scaßs und leitest, und huldreich ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild berei⸗ test, Heil ihm in jedem Al⸗ ter gibst: es lebe, Herr, zu deinem Preis der Jüngling und der Mann und Greis! 2. Verleih dem Jüngling Kraft und lehre ihn Mäßi⸗ gung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenn Wefahr ihm dräut! O laß ihn thätig, gut und rein und stark in der Versuchung seyn. 3. Dem Mann hilf wir⸗ ken: hilf ihm ringen, den Eigennutz; den Hang zur Rast, die Lust der Welt, sich selbst bezwingen, Lebenstag sei nicht zu schwül, und immer vor ihm sei sein Ziel! 4. Erscheint sein Abend dann dem Greise, so gib dem Müden einen Stab; er freu und tra/⸗ gen seiner Arbeit Last; sein 47½2 Gesinnung eu freue sich des Guten weise, was er hier that, was er hier gab; dies sei ihm, wenn er sterbend fällt, ein Führer zu der bessern Welt! Für die Jugend. Mel. Werde munter, mein nsre Kindheit, 618 unsre Jugend, jedes Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tu⸗ gend, aber heilig muß sie seyn 38 nicht ein Taumel der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste miuß sie scheuen und die Seele nicht entweihen. 2. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keu⸗ schen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet wahre Ruh' und Lust. Un⸗ beherrschte Sinnlichkeit töd⸗ tet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und erzeuget bittre Leiden. 3. Reiner Sinn und Un⸗ schuld schmücket mehr, als Schönheit; denn sie mehrt jede Lust, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell: sie nur kön⸗ nen voll Vertrauen hoffen, Gott dereinst zu schauen. 4. Drum, o Gott, laß uns gesellig, froh und willig zu erfreun, liebenswürdig nd Verhalten und gefällig, aber nur durch Tugend seyn, offen ohne Schmeichelei, stets beschei⸗ den und doch frei, ohne Frechheit, stets bedächtig, immer unsers Herzens mach⸗ lig! 5. Laß die Frechbeit wil⸗ der Sitten niemals unser Herz entweihn! Laß, o. Gott, Palläst' und Hülten stets der Tugend Wohnung seyn! Jeder flrebe, wer ein Christ, wessen Wunsch die Tugend ist, daß sein Haus und daß die Erde nur durch Tugend schöner werde. Mel. Wie groß ist des Allmacht', *4 ohl dem der 61 9 Wẽ seines Lebens Morgen nur seinem Herrn und Schöpfer weihtl. Be⸗ schäftigt mit den edlen Sor⸗ gen der Aussaat für die Ewigkeit, wird er die wilde Lust der Jugend und jedes Lasters Reize fliehn; sein Herz wird nur für Gott und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. ö 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Erdenbahn mit festem Schritte immer wei⸗ ter und blickt getrost zu Golt hinan, besiegt dürch fortge⸗ setztes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wachsamkeil, Verführer, wenn sie ihn um⸗ umgebet Sinnlic freut si die schö gend ve ter Loht Mel 620 mer ge und der Vas begehre nicht er gewähr 2. S überrar begehret, umgeben, und seine eigne Sinnlichkeit. 3. Wie thatenreich sind seine Tage! Wie schön ent⸗ fließt ihm seine Zeit! Er fürchtet keiner Zukunft Pla⸗ ge, ihn reut nicht die Ver⸗ gangenheit. Er sä't den Saamen jeder Tugend, und freut sich seiner Aernte schon; die schöne Blüthe seiner Ju⸗ gend verheißet ihm im Al⸗ ter Lohn. Mel Warum soll ich mich 620 Hes deine Lust, o Jugend, im⸗ mer gern an dem Herrn, und dem Reiz der Tugend! Was dein schwaches Herz dein Verstand nicht erfand, wird dir dann gewähret. 2. Schnell muß nicht vor⸗ überrauschen diese Lust; dei⸗ ne Brust muß sie nicht ver⸗ tauschen gegen Lüste dieser Erden, die dein Herz, vol⸗ ler Schmerz bald vergiften werden. 3. Nicht erst, wann des Alters Sorgen dich zer⸗ streun, Jugend, nein, schon am frühen Morgen, in der Blüthe deines Lebens dien' ihm gern, und dem Herrn dienst du nie vergebens. 4. Glück, Gesundheit, lan⸗ ges Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sei nur dein Be⸗ zu besonderen Zeiten. gehren; dann wird er oft schon mehr, wenn dirs nützt, gewähren. 5. Auch in den gesunden Tagen laß nicht ab, in das Grab einen Blick zu wagen. Suche fern von dem Ver⸗ derben Seelenruh; dann wirst du Himmelssegen er⸗ ben. Für Jünglinge. Mel. Ermuntre dich, mein 621 ch trete vor dein Angesicht, du Schöpfer meiner Jngend! Verwirf mein kindlich Fle⸗ hen nicht um Weisheit und um Tugend! O nimm dich meiner Schwachheit an, und wann sich mir Gefahren nahn: so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite. 2. Mein Herz von Lastern zwar noch rein, doch jung und unerfahren, wird leicht geblendet durch den Schein, und stürzt sich in Gefahren: o mache mich mir selbst be⸗ kannt, und gib mir Weis⸗ heit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! 3. Zum Leichisinn, der das Herz verführt, das Bö⸗ se zu erwählen; zum Ehr⸗ geiz, der den Stolz gebiert, dies Merkmal schwacher Seelen; zur Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb E 474 Gesinnung und V Trieb zum Laster nährt; laß nie zu diesen Sünden an mir sich Neigung finden! 4. Wenn mir auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Netz zu ziehen, Verführer sich voll Arglist nahn, so laß mich weislich fliehen. Ihr Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht: ihr Spotten und ihr Lachen soll nie mich wankend machen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde mei⸗ ner Jugend Glanz und einst mein Trost im Alter! Er⸗ halte mein Gewissen rein; laß keinen meiner Tage seyn, der nicht zu deiner Ehre wohl angewendet wäre. Für Jungfrauen. Mel. Ermuntre dich mein 86 Ich will in stiller 62²2 Einsamkeit zu dir mich, Gott, erheben! Dir sei mein ganzes Herz ge⸗ weiht, geweibt zum frommen Leben! Gib du mir Kraft, sie kommt von dir und flärke den Entschluß in mir, stets deinen heilgen Willen mit Freuden zu erfüllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: mein Heil ist dich zu lieben; ach, mache mich dir gleich⸗ gesinnt in allen meinen Trieben! Laß Verhalten des Christen zu bessern trachtet. meine Seele keusch und nu unsträflich meinen Wandl seyn, um, Vater, dir dar Allen durch Unschuld zu gi⸗ fallen 3. Vor eitler Selbstgeft ligkeit bewahre meine Y gend! Mein Vorzug 0 Bescheidenheit und meith Schönheit Tugend! W mir den sanften stillen Gesh der dich durch fromme du muth preist, den Nächsu 235 liebt und achtet, sich selhi 4. Sucht zu gefallen mish. nicht mein schwaches Hin bethören; sie würde mal Gefühl für Pflicht und ma⸗ ne Ruh zerstören. Ein el⸗ ler Glanz und Pracht da Welt ist nicht der Schmut der dir gefällt: drum wil ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. 5. Wenn Umgang n Verführung droht: so lehn mich ihn meiden, und lens stets mein Herz, o Golt, zu. reinen edlen Freuden! De Unschuld sey mein höchssen Ruhm', ein guter Ruf mein Eigenthum, den jeder gemnh mir gönne, und Niemand lästern könne! 6. Die edle Freundin ld in mir ein Herz, wie ihtts finden, damit in frommet Eintracht wir der Freund⸗ schaft Glück empfinden! Lun unsre Liebe sanft und nei U sten ind rein Wandi dir dor d zu gh⸗ Löstgeft. ine J zug meih en mist es Hehh de meit ind mii⸗ Ein el⸗ acht de Schmut um wil in Zuch ng. mi so lebit nd lent Hott, zu 1 Die höchfer uf /Mein ꝛer gemm Liemand ddin lig ie ihtes rommir Freund d 1d mi x wie deiner Engel Umgang, unsre sihn, daß nimmer Seele Neid oder Argwohn quäle! 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhörest. Burch Unschuld, Sanft⸗ muth, Frömmigkeit, durch srohen Sinn bei Häuslich⸗ keit, laß Vater, mich auf Erden geliebt und glücklich werden. x Für das Alter. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 5 tets warst du 6²23 meine Zuver⸗ sicht, und bist es noch im Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Vch fühle die Beschwer⸗ lichkeit gehäufter Lebens⸗ jabre, und steh am Rande meiner Zeit. Nah sind mir Sarg und Bahre. 3. Gelobt sei deine Va⸗ tertreu, die mich bis hie⸗ her brachte, mir wohl that und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte! 4. O sei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg', und voll Vertraun zu dir, das Leben wohl vollende! zu besonderen Zeiten. 47⁵ 5. Viel heitre Tage gabst du mir, von Sorgen frei und Grämen, wie sollte ich denn nicht von dir jetzt auch die trüben nehmen? 6. Es währet ja nur kur⸗ ze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich keine Schwachheit mebr; ver⸗ jüngt ist dann mein Leben; dann werd ich, Gott, dir Preis und Ehr' im Chor der Engel geben. 8. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wechsel lenke, und dies mir immer näh're Glück zu meinem Trost bedenke! 9. So bleib ich in Zufrie⸗ denheit auch bei des Alters Schwäche, und harre, bis dein Wink gebeut, daß mei⸗ ne Hütte breche. Mel. In allen meinen Thaten *6 u, Herr von 62⁴4 D meinen Ta⸗ gen, hast mich voll Huld getragen von meiner Ju⸗ gend auf; auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott, dein Segen; du lenktest meinen Lebenslauf. ö 2. Ich hatt' oft große Sorgen, doch wie ein hei⸗ trer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab' ich's steis erfahren. Der Herr weiß weiß zu bewahren, und führt durch Finsterniß zum Licht. 3. War Menschenrath vergebens, so kamst du, Herr des Lebens, und halfst und machtest Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thust große Thaten und nimmst dich unsrer huldreich an. 4. Du willst in meinem Alter mein Stab seyn, mein Erhalter, nach deiner Vater⸗ treu'., Bin ich gleich schwach und müde, bei dir ist Trost Gesinnung und Verhalten des Christen unter besonderen Umständen. Bei allgemeinem Wohl⸗ stande. In eigner Melodie. 5 um Himmel er⸗ 6²2⁵5 3 hebe dich, Freu⸗ dengesang! Hoch töne aus fröhlichem Herzen der Dank! Lehe Alle von Vaterkands⸗ liebe durchglüht, singt mit uns dem Höchsten ein feiern⸗ des Lied. 2. Er läßt uns bewoh⸗ nen ein glückliches Land; be⸗ schirmt und erfreut es mit wohlthät'ger Hand, sein Segen ergießt sich auf Alle herab; und väterlich wen⸗ det Gefahren er ab. 3. Die Berge mit Bäu⸗ 476 Gesinnung und Verhalten des Christen und Friede; du stehst mir h. der Schwachheit bei. 5. Wie fliehn des Lebeng. Stunden, wie bald ist a verschwunden! Ich bin denn Ziele nah, dem Ziele alln Leiden. O welche hohe Freu den erwarten meine Seil da! 6. Ich harre fromm um stille, bis, Herr, mein Golh. dein Wille mich nach des Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, denn er ha mich mit dir versohnt. men und Reben bssetzt, dit Rebe beförd' Auen mit schlängelnden Bi kann, chen benetzt, die Gärten, di“ sie, ur Flächen der Felder umher, 9. wie tragen sie immer gu freund Früchten so schwer! das V 4 Es blühen Gewerbe Frieder und Künste im Land, und wir Nahrung und Wohlfahrt in gon h jeglichem Stand. Mild wer⸗ droben den hier Fleiß und Ver⸗ dienste belohnt; hier ist es, In wo Recht und Gexechtigkst wohnt. Mel. 5. Religion strahlt uns so himmlisch, so mild. Do, 6² wo uns nicht leuchtet die ster, Sonne, ihr Bild, erhellt se nem uns Erdenbewohnern din Zurch Pfad und gibt uns Erleuch das tung, Erquickung und Rah. erhör 6. Wünscht, um um) in Goth ich den meiner ich in er hal it. nter ht, die en Bi⸗ len, die umher, ner ah ewerbe „und Ihrt in d wer⸗ Ver⸗ ist es, tigkeit uns so Da, tet die Alt se den leuch⸗ Rath. nien 6. Wünscht, Glückliche, wünschet dem Vaterland Glück! Ein jeder bezeuge mit freudigem Blick: er schätze das Gute dem Höch⸗ sten zum Preis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! 7. Uns bleibe das Chri⸗ stenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt; Ge⸗ rechtigkeit ziere den fürstli⸗ chen Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. 8. Wohl fedem, ders füh— let, wie glücklich er ist im Lande, wo Eintracht und Liebe sich küßt! Ein jeder beförd're, so viel er nur kann, des Vaterlands Be⸗ ste, und freue sich dann! 9. Gott, sei uns stets freundlich, und fördere du das Werk unsrer Hände in Frieden und Ruh'; so leben wir glücklich und wallen von hier, zum Vaterland drohen, o Vater, zu dir! In allgemeiner Noth. Mel. Auf, meinen lieben Gott DEWWS zichtigt deine 626 E Hand, o Höch⸗ ster, jetzt das Land. Zu dei⸗ nem Vaterherzen erhebt in Jurcht und Schmerzen sich das Geschrei der Armen; erhör' es mit Erbarmen! unter besonderen Umständen. E 2 Du siehst des Landes Noth, sie kam auf dein Ge⸗ bot. Du kannst mit starken Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus dei⸗ nem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. O Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Ge⸗ richt, bei Allem, was wir dulden; denn groß sind unsre Schulden. Du züchtigst doch noch minder, als wirs ver⸗ dient, wir Sünder. 4 Ja, Vater, deine Huld ist größer als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuig vor dir weinen z laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen! 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Nöth, und die voll Kummer flehn, laß bald Erleicht'rung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu ent⸗ fernen, so stärk' uns, daß wir lernen, mit ehrfürchts⸗ vollem Schweigen vor dir uns kindlich beugen! 7. Herr, deine Züchtigung leit uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, die Schlummernden erwecken und Redlichfromme stärken, auf dein Gebot zu merken! 8. Wenn unser Herz dich liebt: so wird, was uns be⸗ trübt, trübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuletzt er⸗ freuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunk⸗ lem Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu uns⸗ rer Seele: Getrost! dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10 Am Schluß von un⸗ serm Lauf klärt einst sich Alles auf! Dann wird die Aussicht heiter; dann thränt kein Auge weiter; dann fi den unsre Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. In eigner Melodie. 5 Henn wir in 627 Wẽĩ höchsten Nöthen sein und wissen nicht, wo aus, noch ein; und finden weder Hülf' noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat; 2. Dann bleibt das un⸗ ser Trost allein, daß wir uns deiner Hülfe freun; wir fliehen zu dir, du treuer Gott, du einz'ger Helfer in der Noth! 3. Wir beben unser Aug' und Herz hinauf zu dir in unserm Scͤhmerz und flehn dich um Begnadignng und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sa⸗ 478 Gesinnung und Verhalten des Christen gest du sie Allen, die drun bitten, zu, durch den, du unser Mittler ist, durch un. sern Heiland Jesum Chris, 5. Drum kommen wih Herr, unser Gott,, und lla gen dir all' unsre Noth. 0 deine Vateraugen sehn, wi hülflos, Herr, wir vor di stehn. Iuuui 6. Nur„du bist unst Zuversicht! Vergilt nh 4. unsrer Schuld uns nichtz sleh uns in unsern Nöthn bei und mach uns all Plage frei! 0 7. Dann danken und lob⸗ singen wir mit freudengal lem Herzen dir; gehorsan deinem theuern Wort, Henn, preisen wir dich hier u dort. l In Kriegszeiten. Mel. Wer nur den lieben Gl 0 Es zieht, o Gosf, 628 E ein Kriegeswet⸗ ter jetzt über unserm Hahhl. einher. Doch, bist du unstt. Schutz und Retter; so schtelt uns keines Feindes Herl wie sehr es auch Gefahr uud. Noth den Völkern und din Ländern droht. 2. O gib in diesen bangn Tagen uns, Herr, den Siln, auf dich zu sehn, und dun wo andre troftlos zagen, ul Zuversicht zu dir zu flehy, weil Menschenhülfe aüh nutzz — fungen wir in Zuverf Muth. rechter o Her: 6.7 rühm uns Gott borgn Heil die unsre herzig 62 und sten ie drun en, det urch in 1. Chrif, en wit und kla⸗ oth. Y0 hn, 1. vor de t. unse It. nag Rnichtz Nöthen 18 aller! ind lob⸗ Idenbol ehorsan t, Hert, hier u en. ben Heht 0 Gols geswel⸗ Halhht u unset schregt 8 Heer, ahr und. ind den bangen Sinn/ und da, en, mit u flehy, Wai nußz, nützt, wenn deine Macht uns nicht beschützt. 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden: du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bist unsre Zuversicht! Wir traun auf dich, verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir und in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschütze gnädig Stadt und Land vor Blutvergie⸗ sen und vor Brand! 5. Doch findet dein allwei⸗ ser Wille noch härtre Prü⸗ fungen uns gut; so fassen wir in frommer Stille, voll Zuversicht und Glauben, Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns ver⸗ borgnen Schlüssen, zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unsre Zuversicht! Barm⸗ herziger, verlaß uns nicht. In eigner Melodie. mErbarmen fle⸗ 6²29 I hen wir, Gott und Vater, jetzt zu dir. unter besonderen Umständen. nstand +70 Steh' uns bei, Allliebender, Herr der Welt, Allmächti⸗ ger! Hör und, rett uns aus der Noth! Hilf; denn all⸗ enthalben droht Raub, Ver⸗ wüstung, Elend, Tod. 2. Ach des Krieges Flam⸗ men glühn! Ordnung, Ruh' und Segen fliehn. Keine Hälfe sehen wir, keine Hül⸗ fe, als bei dir. Denk an uns in Gnad und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Geduld! 3. Du, der zu dem Meere spricht: bis hierher und wei⸗ ter nicht! Sprich, o Höch⸗ ster, nur ein Wort und: die Schrecken fliehen fort; Fried' und Ordnung, Glück und Ruh' eilen uns von neuem zu. Unsre Zuflucht, Gott, bist du! 4. Gibst du Frieden: dann o Herr, bebet unser Herz nicht mehr. Ach, wir Alle beten dann deine Macht mit Freude an. Aber jetzt noch seufzen wir, jetzt noch flehn wir angstvoll hier um Er⸗ barmen, Gott, zu dir! Mel. Wann mein Stündlein D ast du denn ganz 630 H dein Angesicht, o Herr, vor uns verborgen? Vernimmst du unsre Seuf⸗ zer nicht; entgehn dir unsre Sorgen? Uns drücket eine schwere Macht; Gott, wenn nicht nicht deine Vorsicht wacht, so müssen wir verderben. 2. Der Krieg im blutigen Gewand verheeret die Gefil⸗ de, und Noth und Armuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Al⸗ ler Herz ist freudenleer und keine Ruh erquickt uns mehrz sie ist von uns gewichen 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächst mit jedem Tage. Sind wir von kurzem Schlaf erwacht, so wacht auch unsre Plage. Der harten Krieger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer kann uns schützen! 4. Du kannst es, du er⸗ habner Gott. Es steht in deinen Händen, uns zu er⸗ retten, unfre Noth zu un⸗ serm Glück zu wenden. Du kanunst dem Elend, das uns drückt, das dein Gericht uns zugeschickt, allein allmächtig steuern. 5. Es haben Lanzen, Spieß und Schwert, mit welchen Feinde drohten, schon oft in Sicheln sich verkehrt; so⸗ bald dein Wink geboten. So mächtig bist du immer noch; ach so gebeut, so rede doch! Was du sprichst, muß geschehen. 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld, vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott voll Vaterhuld: so laß auch 480 Gesinnung und Verhalten des Christen nun dich finden! Ach dämss unsrer Feinde Wuth/ 0 aus des Krieges wilde Glah schweigt eh' sie uns ganz verzehrn 7. Gib deiner Gnade then res Pfand, gib uns dn Frieden wieder! Erras das bedrängte Land, erhal uns unsre Güter, damit i dir, von Angst befreit, Opfer unsrer Dankbarli in sichern Tempeln bringeh 8. Regiere du selbst unsen Sinn, daß wir dir gaßh ergeben, des Lasters Bas mit Abscheu fliehn und nn der Tugend leben! Wir ls sen dich, Erbarmer, nihh bis uns dein holdreich M dräut/ gesicht zum Segen wiedi umga straͤhlet! siand de Brüdtr Zur Friedensfeier. Schaare 9 hin; un Mel. Herr, Gott! dich lobeh ter Her 2 u dir, Unendll⸗ 631 3 cher, zu dir, Ml Col, gütiger, der Völkern still V Voölker seyn gebot und Frieden Algüti sandte, zu dir, Gott stei der Er unser Jubelton empor! I geschlig unsrer höhern Brüder Chr singt unser Herz, entflamt. 4. von Dank, den lauten hohn Bruder Lobgesang: Gelobt, gelohl gelegt, sei Gott! der Weltbehen. sfrömt scher, Gott! der Weloo sanfte glücker, Gott! der zri, und Ee densgeber, Gott! wir 2. Wer ist an Masesel. Gott, than! dir gleich! An Güte und ah gleich Whh en h dämih b/ lih de Glah erzehreh ade then. sich uns du Erreih „ erha amit u reit, N nkbarkh bringah ost unsem dir gash Bahi und nn Wir lal „ nicht eich M wiedin eier. ch loben Unendl⸗ dir, Ml still zu rieden tt steigt or“ er Chor tflammt n hohen gelohl tbehen⸗ Welloe HZrie⸗ Maseffät und an Mact Macht so reich! Du sprichst ein Wort: der Himmel schweigt. Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot! Du siehest Völker sich entzwei'n, mit Schwert und Waffen sich bedräun; die Waffen sinken und der Streit wird still, wird Ruh' und Einigkeit, sobald, Herr, deine Rechte dräut, und Völkern still zu seyn gebeut. 3. Wie schreckend, wie herheerend war empörter Völker Zwift! Gefahr und Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; effen sland das Grab, und unsre Brüder sanken hin, bei Schaaren in das Grab da⸗ hinz und Schmerz der Müt⸗ ter Herzen brach, und blut'⸗ ge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker Zwist. Dank dir, Allgütiger, er ist durch dich, der Erd und Himmel trägt, geschlichtet und nun beige⸗ legtl 4. Das Schwert, das Bruderblut vergoß, ist weg⸗ gelegt, aus deinem Schooß strömt uns des Friedens sanfte Ruh' und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an dich, Gott, der dles an uns ge⸗ than! unter besonderen Umständen. 5. Laß ihn, laß ihn be⸗ ständig seyn, den Frieden, deß wir uns jetzt freun; in seinem Schooße laß uns nun, und spät noch unsre Nachwelt ruhn! O segne, Gott, das Vaterland, den Fürsten, segne jeden Stand! So lang du uns noch wallen heißt im Pilgerthal, laß dei⸗ nen Geist den treuen Führer Aller seyn! Dann führ zur. ew'gen Ruh' uns ein! Amen! Mel. Lobet den Herren ahet anbetend 632 dem Gnädigen, nahet Beglückte! Singt ihm; er ist's, der den Frie⸗ den vom Himmel uns schick⸗ te! Preiset ibn hoch, weg ist das härteste Joch, das unser Vaterland drückte. 2. Vater, du weißt es, was wir von der Zwietracht ersuühren; große Verhee⸗ rungen sind noch die trauri⸗ gen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Segnungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Hör, o Allgütiger, gnä⸗ dig das Jauchzen der Dei⸗ nen! Höre, Erretter, den Jubel der Großen und Klei⸗ nen! Friede gabst du, Friede und sichere Ruh, Freude nach Klagen und Weinen. 4. Dank dir, o Vater, und Ehre und Preis deinem Namen! Sie sind erduldet, * die 482 Gesinnung und Verhalten des Christen die Leiden, die über uns kamen; fern ist die Noth! Segnend erhalt uns, o Gott, was du verliehen hast! Amen. In Theuerung. Mel. Von Gott will ich 633 Dꝛ bester Trost der Armen, Beherrscher aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau her auf unsre Noth; er⸗ barme dich der Deinen; wir Armen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 2. Erbarmender, ach wen⸗ de der Zeiten schweren Lauf! Thu deine milden Hände, uns zu versorgen auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr' uns auch, schaff uns Allen bei unserm Mangel Rath! 3. Den Reichen gib Er⸗ barmen, Gefühl für Andrer Schmerz, und zu erfrenn die Armen, ein mitleidsvol⸗ les Herz, damit sie mild ihr Brod trostlosen Brüdern brechen und nicht gefühllos sprechen: geht hin; es helf euch Gott! 4. Laß unsre Fruchtgera⸗ then uns wieder zu erfreun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib Wärme, Thau und* Cizgebir so kehrt dein reicher di beben, gen zurück in unser Land, bend jed 4 5500 2 n Wassersnoth. 7. Iu — ass. th Iav. St Mel. Herzliebster Jesul das thun 634 Oche will di dir vert 45 Herrn zush kannst st der Zeit vertrauen, i hewahre stets mein Heil auf die Felsen bauen; auch in z nächsten schrecklichsten fahren kann er bewahren. 2. Ich will ihm tralh auch in Ungewittern, i schwem denen selbst der Erde Sih Nhtz n len zittern, und da, i Du kanr Bergen gleich, empörte A men. len zum Himmel schwellg dein An 3. Sei Alles Sturm ug uns in Aufruhr und Getümmah uns jetzt Gott schuf das Meer, was ko Erdkreis und den Himmil schaden! Was er gedeut im Himm! 2. Ac und auf Erden, das, du Almächt muß werden. i. Will 4. Zum wilden Strom kannst u spricht er: fleuß mit Siill Sturm und allgewaltig ist sein Hen Erbarm scherwille, der Strom gz beschütz horcht, die Wogen sihlg Dann u nieder und rühen wieder. dafür D 5. Wer händeringend sah geben. Geschick beklagte, den M⸗ grund offen sah und schn Nach i verzagte, frohlocket dam nl. und rufet: Gott ist Reh 1175 ter im Sturm und Wethenl 6. So mögen dann im u fahren mich amnichmelehe 0 gro 5 en d Regaf cher 8 Land. ꝛoth. Jesu! dill de rn zush en, i uf diis in I ten 0 ahren.“ m trauh rn, i de Suh da, W rte V chwelln urm ush tümmah er, da Himmil Himmul as„ da Strone t Stillen in Hen⸗ om gh⸗ fsinieh leder. end sehn den W⸗ id schon dann ist Ret⸗ Wellet! un Ge⸗ hen 1 Eis⸗ unter Eisgebirge sich im Strome beben, und furchtbar dro⸗ hend jeden Damm erschüt⸗ tern; ich will nicht zittern. 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und dir vertrauen. Du, Herr, kannst steis uns retten und Kwahren in den Gefahren! Mel. Was mein Gott will ir sind in Noth: 635 Wé laß uns, o Gott, die Fluth nicht über⸗ shwemmen! Nimm uns in Icht; wehr ihrer Macht! Du kannst die Wogen hem⸗ men. Verbirg jetzt nicht dein Angesicht, gedenk an uns in Gnaden Gott, wenn uns jetzt dein Arm beschützt, was kann die Fluth uns schaden! 2. Ach, hilf uns, Herr, Almächtiger, um Jesu Chri⸗ fi Willen! Ach du allein lännst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, hilf väterlich; beschütz uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dank, Preis und Ehre geben. Nach überstandner Noth. Mel. Nun danket Alle Gott 3 ob, Ehr und 636 L Dank sei dir, o großer Gott, gesungen, daß du durch deine Macht die wilde Fluth bezwungen! Verheerend brach sie los, gleich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon fast über uns daher. 2. Doch mitten in der Fluth erwiesest du Erbar⸗ men und halfst uns väterlich. Du zeigtest an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie verlassen kannst, uns auch im Leiden liebst. 3. Dies thatst du, Mäch⸗ tiger, der jeder Fluth ge⸗ bieten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wütben! Du schützest, du erhaͤltst, du hilfst in jeder Noth; du bist der Fluthen Herr, du bist der Meere Gott. 4. Wer wolltle dir, o Herr, durch Sünden widerstreben, und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Folgt deinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt: wie sollten wir nicht thun, was, Vater, dir gefällt? Nach einer Feuersbrunst. Mel. Wann wir in höchsten 637 zott, dessen Macht des Feuers Kraft zum Segen und Verderben schafft; mit welcher schrecklichen Gewalt & 2 ver⸗ 484 Gesinnung und Verhalten des Christen verwüstets, und wie leicht, wie bald! 2. Ach, manche Häͤuser hats verzehrt, und mancher Menschen Glück zerstört! Auch dies hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beten an. 3. Wir weinen und ver⸗ ehren doch auch deine Huld; sie half uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jam⸗ mer, Gott, zu dir. Laß sie nicht hülflos, tröste die, die du gebeugt hast; segne sie! 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht die Uebung sei⸗ ner schönsten Pflicht, der Pflicht: Betrübte zu er⸗ freun, barmherzig durch die That zu seyn! 6. Uns wieder segnen kannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, liebevoll, und gut ist Alles, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Vaterhuld mit frommer Zu⸗ versicht vertraun, und stets auf deine Hülfe baun! 8. Schütz unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns Allen, was uns heilsam ist! Na 0 7. Wi Nach großem Verlush düte G. Mel. Herzliebster Jesu ruhig sey 70 38 Du hast esn vertraue gegeben u wirst du genommen: Preis dit, Lehen mi Herr! Zwar ist mein h. 8. He beklommen; doch mein heit mein traun, mein Glaube gnädig nicht wanken; ich will! Ende! danken! 90 fügst 2. Verborgen mir, i bin ich z gütig ist dein Willel Y bift mein Gott, und m Au Seel' ist stille. Du ssh 6. gewiß mich auch auf rau el Wegen dem Heil entgen 639 3. Wenn's nützlich U und wenn es deiner U ich vertr Allwissender, gemäß guß dig und sen wäre; du hättest lih du bist, Glück mir zugewendet, meinen 2 Noth gesendek. terlich m 4. Du sabst vielleichh Segen, würd' in guten Tagen iit%„ mehr nach dir und deln 2 Ich Rechten fragen: ich win den, deß stolz des Glücks mich uhh sceun; d beben und fündlich leben, suden, 5. Gott, wenn ich i dräun. im Stillen überlege, so n Maden, ich dich und ehre deine Bih d Gott Was hülf' es mir, die gun Schader Welt zu erben und zu i der 19 derben? n 6. Und viel ves Guln mint n mir noch geblieben, m ühe 0 guter Name; Freunde, aen mich lieben, und, Dall Wer At dir, es ist mein gut Geh Ien sen mir nicht entrissen 7. H risten %. Wie sollt' ich nicht auf Berlf deine Güte schauen: nicht er Jesu! ruhig seyn und standhaft dir ist es z vertrauen? Auch künftig gebenn wirst du, was zu meinem i dir, Leben mir Noth ist, geben. mein h. 8. Herr, segne du die Ar⸗ mein 9 beit meiner Hände, und leite laube gnädig mich bis an mein will Ende“ Mit Allem, was du fügst und mir beschieden, mir, I bin ich zufrieden. zille! 4* und m Auf der Reise. ufu Mel. Befiehl du deine Wege eglücke meine aic 639 B.uile Lon⸗ ner Eh ich vertraue dir! Sei gnä⸗ äß gen dig und beweise, wie treu test li du bist, an mir! Auf allen ndet, meinen Wegen begleite vä⸗ terlich mit deinem Heil und lleich! Segen, mit deinem Schutze agen gs nich! nd den 2. Ich bin in deinen Hän⸗ ich wiß den, deß darf mein Herz sich nich in fteun; denn du kannst Hülfe leben. senden, wo mir Gefahren mich u dräun. Bin ich bei dir in „so hn Guaden, so fürcht ich nichts, ine i Gott, du wehrest allem die gi Schaden, mein Helfer in zu i der Roth! 5. 22 will ich denn Guten mein Leben, mein zeitlich 17480 Olück und Gut mit Ruhe nde, übergeben, Gott, deiner Ball tleuen Hut. Erhalter mei⸗ t Gen ner Kräfte, beglücke mei⸗ sen ö nen Fleiß und meiner Pflicht 7. unter besonderen Umständen. 285 Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lieben empfohlen seyn, o Gott! Nichts müsse sie be⸗ trüben, kein Unfall, keine Noth! Gesund laß sie mich wieder bei froher Rückkehr sehn; dann sollen unsre Lieder, Herr, dankbar dich erhöhn! Der reisende Jüngling. Mel. Lobt Gott ihr Christen 640 uch außer mei⸗ nem Vaterland wirst du, Gott, mit mir seyn. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin ich dein, 2. Vergeß' ich dieser Wahrheit nicht; bin ich von Herzen gut und üb' ich treulich meine Pflicht, so hab' ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drum stärke du mein Herz! O hilf du meinem Streben nach, und sichre mich vor Schmerz! 4 Der Reiz der Sünd' und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was kurz ver⸗ gnügt und lang gereut, gib, daß ichs weislich flieh! 5. Wo man mich sieht und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich seyn, und dort auch, wo kein Mensch X 3 mich 486 Gesinnung und Verhalten des Christen mich kennt, das Laster ernst⸗ lich scheun! 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Bei⸗ spiel führt zu dir; o du, der Alles hat und gibt, Gott, solchen Freund gib mir! 7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund von List und Spott, von Wollust, Spiel und Ueppig⸗ keit entreiße mich, mein Gott! 8. Wer Wahrheit, Pflicht und Recht verdreht, der flöße Graun mir ein; vor dem Versuchten, der dich schmäht, erzittre mein Ge⸗ bein! 9. Mich lehre stets dein heilig Wort auf guten We⸗ gen gehn, und, wenn ich kann, an jedem Ort im Tempel dich erhöhn! 10. Dann bin ich meiner Aeltern Lust, im Alter einst ihr Stab und keines Lasters mir bewußt, begleit ich sie ans Grab. 11. Mir folgt ihr Se⸗ gen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und meinen Geist, der dir gefällt, erschrecket kein Ge⸗ richt. 12. Gedanke der Un⸗ sterblichkeit, erhebe meinen Geist! Wohl mir, es ist die Ewigkeit, wohin der Glaube weist! Fürbitte für liebe A wesende. Mel. Der unsre Menschhei 641 Diiee umschließt, der du allgeg wärtig bist mit allen dih Segen, wo meine Lih sind, auch da bist du h Huld, bist ihnen nah allen ihren Wegen! D ists, was meine Thrih stillt, wenn banges Sehh mich erfüllt. ö 2. Mach ihnen mild! ferne Land, und laß, deiner Vaterhand, sie d auch Freude finden, d wenn ein Unfall ihnen digh ihr Schutz, ihr Retter! der Noth z bewahre sie Sünden! Auch dort stets der Tugend Ruhm i unverletztes Eigenthum. 3. O kehren sie mir a zurück: des Wiedersehth großes Gluͤck macht si schon meine Seele. Da⸗ säh ich auch ihr Angest nun ferner hier aus 10 nicht; was ists, daß mich quäle? Ich weiß, Gott, ein Tag erscheint, dn wieder mich und sie vereh 4. O wie gedenk ich di so gern, du Tag des Lehent Tag des Herrn! B wird dein Licht erscheine O Tag, der die mir gil gbt, die Seele lie die Mein unsre See lig werde Bei anf Mel. A 6⁴² + gebeugt vor dir, 12 Thran . Sehhn mild xe laßh, sie de n. jen drh Retter! sie i6 dort Ruhm i hum. mir eh . D Angest Is. Erde daß weiß, heint, d verelh ich dis 3 Lebent Gan chena r wiede g unter Pesonderen Umständen. trauernd meine Seele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unsre Seele freuu! Wie se⸗ lg werden dann wir seyn! ibt, die Bei ansteckenden Krank⸗ heiten. Mel. Allgegenwärtiger, ich 64² n unserm Kum⸗ — 2 mer fallen wir gebeugt und demuthsvoll hor dir, o Herr des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Tod; schon würgt er unsre Brüder. 2. Der Seuchen Gift ver⸗ breitet sich, und Gott, wen haben wir, als dich, der seine Wuth ihm raube ꝰ Wo deine Macht uns nicht be⸗ wacht, so werden wir zu Staube. 3. Ach viele sanken schon ins Grab so unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hülf uns bange! O schone noch! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! 4. Oft rettet Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben keine Zuversicht, als nur zu deiner Güte; du bist der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! 5. Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefge⸗ beugte Sünder. Denn du allein kannst uns befrein, und wir sind deine Kinder. 6. In deiner treuen Va⸗ terhand ruht Tod und Le⸗ ben, Volk und Land. Ent⸗ ferne jede Plage! Verzag⸗ ten Sinn nimm von uns hin! Gib wieder heitre Tage! 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, so lehr uns doch geduldig seyn, und dir- uns ganz ergeben: und sterben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! 8. Zeig allen Sterbenden dein Heil, und gib, daß sie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth zum bessern Leben führen! 9. Laß unser gläubiges Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade fleht, dir, Vater, wohlgefallen. Der reinste Dank und Lobge⸗ sang wird dann bei uns erschallen. Dank für Gottes Hülfe. Mel. Ein Lämmlein geht 643 Wosaher, i Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes lauter Dank soll, Retter, dir lobsingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir sahen überall den Tod mit seinen Schrecken X 4 dro⸗ — —2— 2—. I.. 8s Gesinnung und Verhalten des Christen drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. 2. Wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben, und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt kein Schonen! Stündlich war uns nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunst ver⸗ gebens. Den Würger trieb kein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der letzte seines Lebens. 3. Allmächtiger, wir alle schrien zu dir mit bangen Herzen. Wir sind erhört! die Seuchen fliehn; du hei⸗ lest unfre Schmerzen. O du Erbarmer voll Geduld, du hast nach unsrer Sünden⸗ schuld auch diesmal nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preisen dich, gezüchtigt hast du väterlich und väter⸗ lich verschonet. 4. Dich, der du von Ge⸗ fahr befreist, dich müssen Alle loben! Sei ewig, Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Dich, Retter, bete jeder an! Es jauchze, wer nur danken kann, und ehre dei⸗ nen Namen, und rühme: Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Erhebt ihn! Amen! Amen! In Krankheiten. Mel. Wie groß ist des ier lieg ith 6⁴44 9⁵ Herr, 35 n und Schmerzen und s0 weil ich flehen kann, au vollem, tiefgerührtem Ha zen dich kindlich um Erban men an. Wen hab ich sosh in diesen Stunden? V hier w Freuden, als Vate ich dich slärke sel Vergelt Kinde, u ner Sür 5. Ve Erdenle! weisen kennt so ganz mein Lh dann sei wie du? Wer heilt die uu nur dir geschlagenen Wunden? Vn der Wel sendet mir Erquickung zus 2. O Gott, aller Väter, der gern dn nen Lar du Vah hebe m und ist Leidenden erfreut, zu din Händer so mancher frommer Beten und nie umsonst, um Hüls schreit, auch mich laß nih vergeblich flehen! Auch mi⸗ nes Herzens nimm dich an und' lehre mich auf Alles st hen, was Freude mir 30 währen kann! 3. Du wirst ja nie I0 Helfens müde; du weißt ei, was der Kranke fühlt, un gibft ihm Hoffnung, Trof und Friede, wenn Schmen in seinem Innern wühll. Dies sagt mir, der ich din zu meiner Ruh dein göttlich Wort; dies vertraue, treibt, so oft ich auf dih schaue, die Furcht aus me ner Seele fort 4. Auch dieser Kraulhel schweres Leiden verhingst du liebreich über mich.* inr was fe Mel. A Plager still er lichem Sehns um nie dil veißt es lt, un Tros Schmen wühll. ich di r Ruh' dies uf dich 18 mei⸗ rankheit ngst du Auch hiet unter esondere hier, wie im Genuß der Freuden, erkennt mein Herz als Vater dich. O gib, daß ich dich stets empfinde! O fuͤrke selbst mich in Geduld! Vergelt mir, dem verirrten Kinde, nicht ganz nach mei⸗ ner Sünden Schuld! 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenns deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir ergeben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich mei⸗ nen Lauf vollenden! dann hebe meinen Geist zu dir, und ist mein Geist in deinen Händen, o, guter Gott, was fehlet mir? Mel. Alles ist an deinem Segen 645 Hi mir, Gott, der Krankheit Plagen, die mich drücken, still ertragen, und mit kind⸗ lichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleicht'rung meines Schmerzes nur auf deine Vorsicht schaun! 2. Deiner Weisheit kanns nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dies will ich zu Herzen fassen, und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. 3. Sanfter Antrieb, ernste Lehre, daß ich in mich sel⸗ ber kehre, sei der Schmerz, die Krankheit mir! Ihre Last nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele bessern; alle Hülfe kommt von dir. 4. Vater, Helfer aller Kranken, Quelle tröstender Gedanken, steh mir bei mit deiner Kraft! Sie nur kann erretten, stärken, lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freuden schafft! 5. Guter Muth und heit⸗ res Wesen sei in meinem Blick zu lesen; Ruh' er⸗ fülle meine Brust! Hoff⸗ nung stärke mich, und Freude sei mein Glaube, wenn ich leide; dir zu fol⸗ gen, meine Lust! Mel. Wer nur den lieben Gott 482 icht mehr, als 646 N meie Kräfte tragen, Barmherziger, legst du mir auf! Nicht immer wird der Schmerz mich na⸗ gen; es folgt gewiß Er⸗ quickung drauf. Auf meinem Krankenlager hier lobsing ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufst du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängftlich scheu⸗ te, führst du mich mitten in den Streit, und übst durch körperlichen Schmerz, mein von Geduld entwöhntes Herz 3. Den Kelch der Trübsal soll ich leeren! Ach, Herr, du weißt, das Fleisch ist X 5 schwach 490 Gesinnung und Verhalten des Christen schwach! Vergib, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! O stärke, Gott, volt Vater⸗ huld, mein Herz durch Glau⸗ ben und Geduld! 4. Der Schmerz, der mei⸗ ne Glieder schwächte, berau⸗ bet mich der sanften Ruh'; ich bring, o Gott, die lan⸗ gen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Men⸗ schen Hülf' ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer seyn. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüfungsstunde währt! Und wenn auch ganz im Kampf der Leiden sich meine Le— benskraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! Meel. Wer nur den lieben Gott 4 zott, der du 64² G Schmerz und Freude sendest, mit Weis⸗ heit unser Schicksal lenkst, und Alles uns zum Besten wendest, was du nur über uns verhängst, du hast nicht Lust an meiner Pein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand und deine Tröstungen, wie viele hast du mir schon ins Herz gesandt! Wie oft ruft mir dein Wort nicht R Gott ist dein Vater z A bist du! 3. O du, mein bester A ter, glaubte nur meine Si kindlich dir! O daß mir di kein Zweifel raubte den sen Trost: Gott ist bei mi Ja, Vater, deine Huld in Kraft ist Allem nah, i sie erschafft.— 4. Wenn Schmerz Leiden mich bestürmen: denk ich dein und deilg Huld. In allem Weh, allen Stürmen verleih i Weisheit und Geduld! Y ruhige mein Herz, u sprich: sei nur getrost un hoff auf mich! 5. Wie litt im allerbanh sten Leiden so stille duldeh Jesus Christ! Leid' ich ihn nach, ein Meer von Frih den, das ewig unerschöpfth ist, umfließt mich dann vn seinem Thron. Wie mißh Leiden, so mein Lohn! 6. Durch Leiden wikd. mein Herz ihm offen; durth Glauben naht sich ihm mesh Geist. Der stille Dun nur darf hoffen, darf hofftn das, was Gott verbeihh Zu solcher Hoffnung staͤt mich: so preis' ich auch 2 Schmerzen dich! Mel. Wann mein Stündlelh. 648E 16 llerbam duldeh ich ihn on Fra⸗ schöpft ann ver ie mast hn! n witd ; durt m meis Dulder f hoffin derbeißt. g stark auch it ündlein. n Wille mun Golh unter besonderen Umständen. 491 Gott, daß ich jetzt Schmer⸗ Kampfes Schmerz erleichtre zen leide: doch du bist Hel⸗ mir und laß mein Herz noch ser in der Noth und kehrst sterbend dir vertrauen! sie gern in Freude. Was 6. Doch willst du wieder ich bedarf, ist dir bekannt; Kräfte mir zu längerm Le⸗ mein Leben steht in deiner ben schenken: dann laß, so Hand; deß soll mein Herz lang ich lebe hier, mich dank⸗ sich trösten! bar dein gedenken, damit ich 2. Voll Hoffnung wend' künftig jederzeit, mit aller ich mich zu dir; ich bleibe Treu' und Redlichkeit, der dir ergeben. Herr, wie du Tugend Wege wandle! willst, so schicks mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei— dir allein steht meine Zeit; 4 er Morgen nur mache mich der Selig⸗ 649 D lommt,— keit durch deine Gnade wür⸗ meine Plage wird mit dem dig! Morgen wieder neu. Wie 3. Verhüte, daß der Krank⸗ traurig fließen meine Tage, beit Pein zu schwer mir wie bang die Nächte mir Schwachen werde. Laß mir vorbei! Der Morgensonne Erquickung angedeihn, er⸗ neues Licht erheitert meine leichtre die Beschwerde. Du Seele nicht. Vater, weißt, was jeden 2. Noch immer bin ich Tag zu tragen ich, dein auf der Erde, wo Schmerz Kind, vermag, hilf und und Kummer mich umringt, erbarm dich meiner! wo täglich größere Beschwer⸗ 4. Erquicke, Gott, und de zu Klagen mich und Thrä⸗ slärke sie, die liebreich meiner nen zwingt; noch immer flehe pflegen; lohn' ihnen ihre ich unerbört um Stärkung, Treu' und Müh' mit deinem die mein Herz begehrt. besten Segen! Gib gegen 3. Erbarm dich; eil mir sie mir Freundlichkeit; gib beizustehn! verlaß mich, o ihnen, Gott, Gelassen⸗ mein Helfer, nicht! Ach zeig heit, Geduld mit meiner mir wieder auf mein Flehen Schwäche. dein väterliches Angesicht! 5. Soll tödtlich meine Gib mir Geduld, gib mir Krankheit seyn, und steht im Schmerz ein ruhig dir mein Grab schon offen; so ergebnes Herz. laß mich Herr, von Sünden 4. Noch ist mein Schicksal rein, auf deinen Himmel mir verborgen, das diesen hoffen! Des letzten bangen Tag 0 treffen soll; 910 i Mel. Wer nur den lieben Gott ich bin ohne Gram und Sor⸗ gen, du, Vater, kennst mein wahres Wohl. Und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch länger tragen, ich halte dei⸗ ner Fügung still. Dein Will' geschehe, will ich sa⸗ gen, wie du, Herr, willst, nicht, wie ich will! So, Vater, laß bei Schmerz und Pein geduldig mich, wie Jesus, seyn! 6. Einst kommen doch der Ruhe Stunden; einst rückt mein Abend auch herbei! dann, dann ist Alles über⸗ wunden, ich bin von aller Trübsal frei; dann folgt auf Sorgen, Gram und Leid, dort ewige Zufriedenheit. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, vollend ich meiner Leiden Pfad. Nichts soll mir meine Hoffnung rau⸗ ben; auch dann nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir, und führt mich, Gott, hin⸗ auf zu dir. Mel. Wann mein Stündlein 650 ach einer schmer⸗ zenvollen Nacht seh ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preisen meine Lieder. In großer Anast verliehst du mir nicht Lind⸗ 492 Gesinnung und Verhalten des Christen rung nur; ich danke dir ait Trost, Geduld und Fassum 2. So trag ich ruhig mi⸗ nen Schmerz und diesn Krankheit Plage; zu erhebe fich mein Herz, d Schöpfer meiner Tagt Durch Leiden zogst du mit zu dir, und nun, mein M. ter, bist du mir ein Filh auf den ich baue. 3. Du bist es, der mit nicht verläßt, wenn auh der Tod erscheinet, dich hil mein Glaube dann noch fes wann Alles um mich weineh Ich bin getrost, wenn gleih betrübt die Freunde, dernn Herz mich liebt, jetzt un mein Leben zittern. 4. Auch sie verlaß, o Y. ter, nicht; stärk ihre bau⸗ gen Herzen, erfülle sie m Zuversicht und lindre ihn Schmerzen! Ja, dir empfehl ich sie, o Herr! Sei du iht Schutz, Allgütiger, um trockne itre Thränen! 5. Doch, sollten meinn Tage viel noch unter Leiden werden; bin ich noch fen von meinem Ziel, dem Endt der Beschwerden: so gih mir, Vater, deine Knnsh die Muth in jedem Leiden schafft, die kämpfen 0 und siegen. Gram gen im. Wie m Nachtel durchge 2.— mir die die Ei und rin kein S Augen 5.. noch ni nung! Gelegt und S liebend 4 und 3 diesem Hülfe durch ders 5. der ei hättest diesem keit, kurze 6. nem Kind: daß geh? Herr, 7. mich mein Du l an nen Mel. Wann wir in hoͤchsten chon wieder 651 Nacht und Gran meiner r Leiden och fen m Ende so gih Kraff, Leiden n hilft oͤchsten wieder ht und Gram ö Gram und Schmerz zerna⸗ gen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht hab ich schon seufzend durchgewacht! 2. Da schleicht so langsam mir die Zeit; da ist so öd' die Einsamkeit! Ich seufz⸗ und ring' umsonst nach Ruh', kein Schlaf drückt mir die Augen zu. 3. Doch trenn' ich mich noch nicht von dir, o Hoff⸗ nung! Nein, du bleibest mir. Gelegt, zu lindern Noth und Schmerz, hat Gott dich liebend an mein Herz. 4. Er ist's, der Muth und Zuversicht durch dich zu diesem Herzen spricht. Die Hülfe kommt; ich sehe schon durch dich des frommen Dul⸗ ders Lobn 5. O wär' kein Himmel, der einst lohnt; du, Vater, hättest mich verschont mit diesem Kelch voll Bitter⸗ keit, versüßt mir meine kurze Zeit. 6. Noch fleht vor dei⸗ nem Angesicht dein leidend Kind: ists möglich nicht, daß dieser Kelch vorüber geh? doch nur dein Wille, Herr, gescheh'! 7. Fest halt ich immer mich an dich! Ach, stärk in meiner Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich an Ruh'; send mir nur ei⸗ nen Tropfen zu! unter besonderen Umständen. 203 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir; so bringt mir doch gewiß von dir bald mehr sein Bruder, ach, der Tod, der letzte treue Freund in Noth. Mel. Wer nur den lieben Gott 652 o ist mit aller seiner Plage nun abermal ein Tag voll⸗ bracht. Daß ich der Leiden Last ertrage, hilfst du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Bei⸗ stand mir, und herzlich dank ich dir dafür. 2. Nur auf die Nacht wird mir jetzt bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da seufzet: Ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne matte Herz; da zähl' ich jeden Stunden⸗ schlag, und immer wird so spät es Tag. 3. Es flieht der Schlaf vor meinem Kummer; die Glücklichen besucht er nur. Nur selten finkt ein leiser Schlummer auf die entkräf⸗ tete Natur; doch schließt er mir die Augen kaum, so schreckt mich schon ein schwe⸗ rer Traum. 4. Wie traurig ist ein solches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz! Ward dies mir nur zur Qual gegeben? zum Dulden nur ein füh⸗ X 7 lend —— ĩ„H die Gewitter bald. 494 Gesinnung und lend Herz? Flieb, lästern⸗ der Gedanke, flieh: Ein Gott der Liebe quälet nie. 5. Er läßt nur Trübsal mich ergreifen, um höhren Freuden mich zu weihn. Ich soll durch sie zur Tugend rei⸗ fen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Men⸗ schen weckt der Schmerz; er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Segen; und kurz ist hier mein Aufenthalt. Oft weht mir's auch schon kühl entgegen; heim ziehen Viel⸗ leicht seh ich noch herbstlich schön des Lebens Sonne niedergehn. 7. Drum will ich mich nicht trostlos grämen, nein, ruhig sein in meiner Noth. Das wunde Herz mir ab⸗ zunehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es sanft und kühl zur Ruh: den Geist führt er dem Himmel zu. Bei der Abendmahlsfeier in der Krankheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 6 2 ch, könnt' ich 93³3 doch mit mei⸗ nen Brüdern im Tempel, Jesu, dich erhöhn, und froh mit deines Reiches Glie⸗ dern, Herr, deines Todes Mahl begehn! Doch da Verhalten des Christen mich Schmerz und Kralk Erbarn heit plagt, ist diese Nuam en K 1110 versagt. hast du Ach hier, wo ich Armen St illen bete, feiir ich dih Mahl Abendmahl allein; doth, die Li Herr, ich weiß; an fedn in Seg Stätte hast du verheiseh! Tod. nah zu seyn. Wo je ah 2.9 Frommer seufzt und wei, oder le da bist du, großer Mah willst, schenfreund! Schmer 3. Laß das Gedächtiß umgebe deiner Leiden mir Schwh⸗ sich d. chen Trost und Kraft ven erlöͤst; leihn! Laß es die Qugle nicht hoher Freuden und Voh nicht d gefühl des Himmels senn. 3.—1 Dein Leiden, dein Versoh, die err nungstod erquicke mich stt dem meiner Noth! wohln 4. Wohl mir! Ich sih. im Bi den Himmel offen; ich fuht“ theil meine Seligkeit; ich kam] bin ick von dir nun Alles hoffen, du Heil i gnädig mir die Schuld bi. Theil. zeiht. Umringt mich auh der Leiden Heer; mein Heg 960 davor nicht mehr. Fürb „Erscheint der Tod mit sinen Schrecken: ich bin ö getrost und zage nicht. Win Mel. du vom Tode mich erweckeh: 65⁵ ich bebe nicht vor dem G⸗ niht. O mich erfüllt dein heißes eib, und Blut so hier we“(die) dart mit frohem Muth! deine und r Mel. Wer nur den lieben Galt quält 6 5. 4 Diun Valer wir dir, der t nen: G⸗ n Krauk Freud ich in ich deh doch u jedn rheißen je ch weish. Mel⸗ nich sn Ich sch ch fühle h kanmn fen, der ld ver⸗ h auch in Herz mehr. od mit ich bin Wiist wecken: em Ge⸗ lt dein ier Wi thl den Gott Vater, der mit E Erbarmen auf seine schwa⸗ chen Kinder blickt! Wie hast du, o mein Gott, mich Armen durch dieses' heil'ge Mahl erquickt! Du bist die Liebe, wandelst Noth in Segen und in Heil den Tod. 2. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst, ich folge gern; von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele sich des Herrn. Ich bin erlöͤst; drum schreckt mich nicht des Grabes Nacht, nicht das Gericht. 3. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt; wohl mir, ich steh mit dir im Bunde, ein frohes Ur⸗ theil hofft mein Geist. Dein bin ich, dein, und ew'ges Heil ist deiner Auserwählten Theil. Fürbitte für Kranke und Leidende. Mel. MVarmherziger, er⸗ 655B höre der Liebe heißes Flehn! Laß den (die) wir innig lieben, bald deine Hülse sehn! Er liegt und ringt und duldet, ge⸗ quält von vielem Schmerz; wir sehn ihn an und wei⸗ nen: wie blutet unser Herz! Besiehl du deine Wege unter besonderen Umständen. 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Er⸗ barmer seyn? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Thu, Vater, thu, was keiner von uns für ihn vermag. 3. Sieh, deine Kinder fleben für diesen Kranken dich. Gieß Balsam in die Wunde und hilf ihm väter⸗ lich“! O laß des Leidens Stunden bald, bald vorüber⸗ gehn! Doch nicht, Herr, unser Wille, dein Wille soll geschehn! 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon und rufst aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron; dann steh ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle Thal; dann lindre ihm, Erbarmer, des Todes letzte Qual! Mel. EHott der Tage, 656 Goott der Nach⸗ te, unsre Seele harret dein, hofft auf deine starke Rechte, weiß, du kannst nicht ferne seyn. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. 2. Vater, schen weinen, Alle Menschen müssen viele Men⸗ viele Kran⸗ ken — . —.— ken schmachten jetzt! Aber du verlässest keinen, der auf dich Vertrauen setzt; trocknest liebreich Kummer⸗ th.⸗änen und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh' und Lindrung flehn und auf dich voll Hoffnung sehn.— 3. Sende, Vater, Muth den Schwachen, Licht in je⸗ des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz! Laß die Wittwen, laß die Waisen, deine Huld und Treue preisen! Gib den Kranken sanfte Ruh'! Sterbenden sprich Tröstung u! 4. O du treuer Menschen⸗ hüter! Nacht ist, wie der Tag, vor dir! Herr, all⸗ mächtiger Gebieter, deinen Schutz erflehen wir! Allen, Allen, die jetzt leiden, öffne bald den Quell der Freu⸗ den, daß sie, frei von ih⸗ rer Pein, deiner Huld sich dankbar freun! 5. Jesus Christus, viele Nächte hast du für uns durchgewacht, und dem menschlichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh' gebracht. Tröster, willst du deinen Kindern nicht durch Schlaf den Kummer lindern: o so lenke ihren Sinn hoffnungsvoll zum Himmel hin! 496 Gesinnung und Verhalten des Christen Nach der Genesung. Mel. Nun danket alle Gott 657 it welchen Dank kan dich, o Gott, mein Lh erheben? Nur deine V terhuld erhielt mir not das Leben. Du standst m deiner Kraft mir in da Schwachheit bei, und vn Gefahr und Schmerz bh ich nun wieder frei. 2. Dem Tode war ih nah; schon sah ich für mehh Leben an meinem Lagen, ach, Verwandte, Freund beben; allein ich behh nicht; Tmich schreckte mih das Grab; gestärkt duth deinen Geist, sah ich gi⸗ trost hinab. 3. Allmächtig stärktest du die halb erstorbenen Gli⸗ der; ich fand in nellt Kraft auch neue Freudel wieder; und Herr, nun gihl du mich den Meinigen zu⸗ rück! Dir dank ich, Gol. nur dir, des neuen Leben Glück! 4. Herr, durch mein L— ben selbst will ich dir Dail beweisen, durch fromman Wandel dich an jedem Taht preisen, und redlich meine Kraft dem Wohl der Men. schen weihn, um ewig eill bei dir des Lebens wersh i seyn. Vu⸗ Vorber Tod un Mel. 6⁵⁸ Schmer Prüfune nehme/ ruh in 2. Jc‚ ewv'gen dunkel Schlaf ich geh 9—— Todes eingewe lich wei zur Se Mel. 65⁸ bricht, verschm starrt, daß er neuet Freuden un gihs gen zu⸗ Goij Lebem lein H r Daut ommen n Tage meine Men⸗ ig eins erth u Vu⸗ unter desonderen Umstan Vorbereitung auf den Tod und Trost für Ster⸗ bende. Mel. Mein Gott, das Herz 658 B⸗³⁷ leg ich Sorg und Schmerzen ab, und diesen Prüfungsstand! die Erde Uehme, was sie gab; ich tuh in Gottes Hand! 2. Ich geh den Weg zum ew'gen Licht: er mag mir dunkel seyn; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht; ich geh zum Leben ein. 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweiht; die unerforsch⸗ lich weise Macht führt mich zur Seligkeit. Mel. Wann mein Stündlein 659 Gel wann mein sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib er⸗ starrt, und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; wann um mich, den Ent⸗ schlummernden, nun alle meine Lieben stehn, und angstvoll mich beweinen: 2. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist, der freudig zu dir flehet, der dankbar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröste, die betrübt um mich mit Thränen kla⸗ gen; laß sie sich mehr mei⸗ ner Wonne freuen! 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es verkläret mir ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erwecker! Deine Macht; die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. 4. Wie könnt' ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Wie könnt' ich klagen, da ihn Gott vom Tode wieder for⸗ dert? O Hoffnung, daß nach kurzer Ruh mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmer⸗ zen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht ach⸗ ten und mit getrostem Blick auf dich nach meinem Ziele trachten, und mich dem Ziele freudig nahn, mein himm⸗ lisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir erworben. Mel. O Gott, du frommer Wott chon naht sich 660 S meines Laufes und meiner Leiden Ende. Gott, meines Lebens Herr, ich fall in deine Hände! Du bist, o Vater, nie mit deiner Hülfe fern; du rufst; hier bin ich, Herr, dir folgen will ich gern. 2. Preis 498 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Preis dir, der seine Hand stets über mich ge⸗ breitet, dir Gott, der bis an's Grab mich wunderbar geleitet! Wie oft vergaß mein Herz sein Heil und seine Pflicht; doch gingst du, Heiliger, mit mir nicht ins Gericht. 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu ge⸗ ring, der Treu' viel zu ge⸗ ringe und der Barmherzig⸗ keit, die du an mir gethall. Frohlockend bet ich dich mit allen Himmeln an. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Ver⸗ trauen, und deine Herr⸗ lichkeit laß meine Seele schauen. Du bist die Lieb, o Gott, und Gnade für und für; mein Geist wird selig seyn: denn ihn em⸗ pfehl ich dir. 5. Mit allen von Herrlichkeit unsterblich, werd ich leben. Kampf: Heiligen umgebenz Engeln gleich, dich schaun und Nach einem kurzen so krönt vor dei⸗ nem Thron, Erbarmender, auch mich der Ueberwinder Lohn! 7 In eigner Mely die. Ich eile meiner 661 V Heimath zu ins ew'ge Paradies der Freu⸗ den; dort, nur dort ist die wahre Ruh' und Quelle bol ler Seligkeiten; dort ärnit man der Tugend Lohn, um bei dem Vater hat der Sohn auch eine Stätte mir beriß tet, wohin er gnadenpol mich leitet. Er ist es, di nun meinen Geist auf ehi jeder Noth entteißt. 2. Hier lieg ich, wie ge⸗ bunden da; dort werd I voll von Kraft und Lebeh dem göttlichen Befreier nah, frohlockend weiter vorwäns streben, in Weisheit, Th gend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befnil von Schwachheit und bon Sünden, das Glück der Iu⸗ gend ganz empfinden. Doll seh ich Jesu Herrlichkesß und sie wird meine Selih⸗ keil. 3. Dann, dann wird nim⸗ mermehr ein Schmerz mich. den Vollendeten, verletzenz dann wirst du ewig dich, beglückt an mein Herz, Himmlischen ergötzen J0 eile über Welt und Zeit hin zu dem Sitz der Seligkeil zu der verklärten Geiser Chören; ich werde ihrt Willzommen hören, und wen ich hier im Herrn ge— kannt, den finde ich im bes⸗ sern Land. 4. O drum getrost, mein Geist! O sieh, göttlich große Freuden del kurzen Pilgerlebens Mih vel⸗ in welche verwan sem Le licher Vaters Dein 8 Händer schön v dich wi verklä Mel. 66 und fest; seinem auf d mein hilf Lauf! 2 Vater an m meine Gott, an! Eins End', . je ge stärkt mich geüb. stets ich g war nah. 4. Ster Notn quid Don lichkes, Selig⸗ rd nim⸗ 3 mich rletzenz dich, kt am „„ 0 it hin ligkei, Geisfer ihr: und rn ge⸗ m bes⸗ „mein welche n des Müh'“ vel⸗ verwandelt wird nach die⸗ sem Leiden! Ergib in kind⸗ licer Geduld dich deines Baters Lieb' und Huld! Dein Jesus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst versehen, wirst du perklärt dort oben stehn! Mel. Wer nur den lieben Gott 9ISch fasse, Vater, 662— deine Hände, und halte sie im Glauben fest; verlaß den nicht an seinem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf; hilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du hast nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir geihan, erhör auch meine letzte Bitte: nimm, Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Vater, ach noch Eins ist Noth; ein gutes End', ein sel ger Tod! 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, ge⸗ stärkt, geschützt, regiert, mich oft erquickt, durch Leid geübet, oft wunderbar, stets wohl geführt, wohin ich ging, wohin ich sah, war mür stets deine Güte nah. 4. Auch jetzt, auf meinem Sterbebette, sieh meine Noth, o Vater, an! Er⸗ guicke, lindere, errette; unter besonderen Umständen. 199 denn du bists, der mir hel⸗ sen kann. Stärk' mich im Guten bis ans End', damit ich treu den Lauf vollend'! 5. Mein Heiland treib die Furcht zurücke, besiege meinen letzten Feind! Lenk auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, o Seelenfreund; sprich Muth mir, Trost und Freude zu, mach' Ende, bringe mich zur Ruh'! 6. Ihr eitlen Güter dieser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jetzt soll ich ewig selig werden; drum brauch ich eurer nun nicht mehr. Du, Gott, bist's, wenn das Eitle weicht, der mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich übergebe dir die Meinen, du Vater der Barmherzigkeit; laß ihnen stets dein Troftlicht schei⸗ nen, und bleib ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Ungemach, und bringe mir sie selig nach! Mel. Ehristus, der ist mein Maald ist sie nur 663 vollendet, die kurze Prüfungszeit; mein Erdenlauf geendet, es naht die Ewigkeit. 2. Ich bin bei meinem Ende getrost und hoffnungs⸗ voll; sinkt doch in Gottes Hände mein Geist, und ist ihm wohl. 3. Und 3. Und manche gute Tha⸗ ten, Heil mir, daß ich sie that! stehn vor mir, schön, wie Saaten, die Gott ge⸗ segnet hat. 4. Sie reifen nun entge⸗ gen dem großen Aerntetag. Welch' schöner, reicher Se⸗ gen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geh, mein Geist, geh wieder zu Gott, von dem du bist! Seht Schwestern, sehet Brüder; so selig stirbt ein Christ! Mel. Jesus meine Zuversicht 664 Stlg sind, die in dem Herrn, die in ihrem Schöpfer sterben: denn es spricht der Geist des Herrn, daß sie ew'ge Ruhe erben, daß von nun an Alle sie ruhen von des Lebens Müh'. 2. Göttlich Wort, wie labest du jeden Schwachen, jeden Müden! Wie so trö⸗ stend sendest du in mein Herz des Himmels Frieden: ich soll einst auch selig seyn, ewig mich der Ruhe freun! 3. Nun so komme denn, o Tod, wann du willst zu meiner Hütte; mich, mich macht das Wort von Gott stark bei jedem deiner Schrit⸗ te. Da der Herr sein Wort nicht bricht, schreckt mich auch dein Drohen nicht. 4. Schrecklich magst du Zweiflern seyn; mir, ich esinnung und Verhalten des Christen weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben kein Pein, keinen Schmerz dein Wort vom Staube. Staub bin ich und werde Staub, aber nicht des Moders Raub. 5. Aus dem Staube nei gebaut ohne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor und schaut nichts als Sel'ge, nichts als En⸗ gel. gebeut, Ewigkeit. 6. Gönnet mir mein na⸗ hes Glück, weinet nicht, ihr meine Werthen! Nur noch einen Augenblick; dann, dann wohn ich bei Verklärten. Fasset Muth, ich geh voran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. 7. Der du mir mit deinem reicht nicht in die Tod diese Hoffnung hast er⸗ rungen, auch in meiner To⸗ desnoth, Jesu, sei dir Preis gesungen! Bald jauchz ich im Engelchor dir ein höhres Lied empor. In eigner Melodie. 66 5 mein Leben und Sterben mein Gewinn. Ibm hab ich mich ergeben: in Frieden scheid' ich hin. 2. Ich freue mich zu ster⸗ ben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel er⸗ ben; mein Heiland nimmt mich auf. 3. Bald Sterblichkeit, die hier hristus, der ist 3. B den de Noth; fungsst dir, m 4. 2 brecher Licht! mehr Seufze 5 Gedan schend dahin verlaß 6 Kumn sich, Schlu Tod! 45 de im nimm o Jet 3. Bald hab ich überwun⸗ den des Lebens Angst und Noth; nach wenig Prü⸗ fungsstunden, leb ich bei dir, mein Gott. 4. Wann mir die Augen brechen, sei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht. 5. Wann Sinnen und Gedanken, wie ein verlö⸗ schend Licht, bald hie⸗ bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht! 6. Es fliehe Furcht und Kummer, die Seele stärke sich, und, wie des Müden Schlummer, sanft sei mein Tod durch dich! 7. Herr Jesu, ich vollen⸗ de im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände; o Jesu, nimm mich auf! Mel. Wer nur den lieben Gott 8 u, Herr und 666 D Vater meiner Tage, du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zer⸗ brechlich sind; drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit! 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir ver⸗ borgnes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir ge⸗ geben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße unter besonderen Umständen. 5⁰¹ mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu seyn! 3. Hier hab ich lebens⸗ lang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltlust zu ent⸗ fernen und um den Him⸗ mel zu bemühn: o mache mich dazu geschickt, eh' mich der Tod der Welt ent⸗ rückt. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufge⸗ hoben; dort ist für mich vollkommnes Heil. Wo Je⸗ sus ist, da sei mein Herz! Herr, lenke selbst es himmel⸗ wärts! 5. Hier allen Sünden ab⸗ zusterben, zu leben der Ge⸗ rechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben: dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen seyn, und deine Hülfe mich erfrenn! 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Vater, auf mein Flehn; sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin: bist du, mein Heiland, nur mein 6 en bezwungen; 50² ben, so bleibt selbst Ster⸗ ben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dirz sei nur mein Trost, so gnüget mir. Mel. Herr, wir singen deiner eil dir, Seele! 667 Höon erscheinet. Mein Auge hat bald ausge⸗ weinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes En⸗ gel steigen nieder; bald werd ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Thro⸗ ne stehn, wie ihr. Mein Leben endet schon; bald ist es ganz entflohn: doch ein beßres, Gott, wartet mein, unsterblich sein soll ich, soll ewig dein mich freun. 2. Welt und Sünde sind bald ist der hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Strei⸗ ter krön Matt am schwe⸗ ren Pilgerstabe, sehnt ich mich oft nach Ruh' im Grabe, wie sich nach Ruh' der Wanderer sehnt. Heil mir! Halleluja! ich bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit; schwing ich mich über Welt und Zeit! 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum Schauen; Dank dir! Mir ist der Tod Gewinn. Wer, Gesinnung und Verhalten des C hristen wer winkt mir dort an Throne? Wer zeiget mir die Siegeskrone? Ich eilt zu dem Throne hin. Wit wird mir! Wie entstell sinkt unter mir die Welll Bald, bald seh ich von Angesicht zu Angesicht, in deinem Licht, Gott, das Licht. Mel. Ermuntre dich 286 ott, öffne deinen 6686 Himmel mir! Bald nahn die letzten Stun⸗ den; bald steigt mein Geist empor zu dir; bald habe ih überwunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herr⸗ Ich sterbe hier auf um selig dort zu lichkeit. Erden/ werden. 2. Herr, meine Seel' em⸗ pfehl ich dir in deine Vater⸗ hände. Sei gnädig, Gott, mein Vater mir, und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Ruf, ich will und Freuden von Erde scheiden. mit Ruhb' dieser Der sterbende Jüngling. Mel. Wann mein Stündlein Micht lang ein 669 N Pilger die⸗ ser Zeit schon reif zum bessern Leben, steh ich am essern Leben, steh Nud Stimme daß ich Jugend daß ich o Tuge der Re Gericht rein un 3. Vorgef mehr e dern se des Le vor m terthro wohloe dammi 40 zu den richtere Christu wird ten. J hier meine und di —2 letzten Jesum men er he Staul Ewigk Auser neues mir! Stun⸗ Geit l' em⸗ Vater⸗ Gott, mache u, der schuf, timme Ruh' dieser ling. dlein ein die⸗ zum h am Rand Rand der Ewigkeit, vom Himmelsglanz umgeben; bald geht der freie Geist hervor aus seiner Hütte, sleigt empor, empor zum Sib der Wonne. 2. O Heil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Zugend den eitlen Lüften, daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend; und eingedenk der Rechenschaft, und des gerichts, das Sünder straft, rein und unschuldig lebte. 3. Nicht jenes Lebens Vorgefübl könnt' mich nun⸗ mehr erquicken, mit Schau⸗ dern säh ich nun das Ziel des Lebens näher rückenz vor mir säh ich den Rich— terthron, an dem, zum wohloerdienten Lohn, Ver⸗ dammung mich durchbebte. 4. Jetzt kann ich freudig zu dem Thron des Welten⸗ richters treten; denn Jesus Christus, Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertre⸗ ten. Ihm war mein Daseyn hier geweiht, und er hat meine Seligkeit mir hier und dort erworben. 5. O Trost in meiner letzten Noth, daß ich an Jesum glaube! Willkom⸗ men ist mir nun der Todz er hebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Auserwähltien Chor mir neues Leben blühet. unter besonderen 5⁰³ s sterbende Kind. Mel. Wer nur den lieben Gott 708 ch sterbe schon, 67 J́ jedoch ich ster⸗ be, damit ich ewig leben kann; daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der kaum be⸗ gann. Ich werd in meiner Frühlingszeit als Himmels⸗ pflanze Gott geweiht. 2. An meiner Gruft stärkt euern Glouben, ihr Aeltern, die ihr mich geliebt! Der Tod kann mich nicht ganz euch rauben, da Gott mich einst euch wieder giebt. Dank sei dir, Vater! dar⸗ gebracht, für deine Sorg⸗ falt! Kute Nacht! 3 Nach langem Schmerz und kurzen Freuden, reißt mich der Tod aus viel Ge⸗ fahr; doch ach, was fühlt das Herz für Leiden, darun⸗ ter ich gebildet war! Dir sei der treuste Dank ge⸗ bracht. Getreue Mutterz gute Nachtl 4. Beruhigt euch, ihr an⸗ dern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt; ihr dürft um mich nicht trostlos weinen, der Geist ist ja in Gottes Hand; der Leib verwes't zu schönrer Pracht; wir sehn uns wie⸗ der; gute Nacht! 5. Gleich Früblingsblu⸗ men wird mein Leben beim Auf⸗ ö W I Aufblühn schon des Todes Raub; dies kann dir, Mensch, die Lehre geben: du seist, wie ich, nur Asch und Staub. Bei meinem Grabe lenk den Sinn vom Irdischen zum Ew'gen hin! 6. Ich sterbe schon; lernt Alle sterben! Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Sind eure Kinder auch bald Er⸗ ben, wie ich, der Himmels⸗ herrlichkeit; so denkt: sie gehn uns nur voran, wir ireffen sie dort wieder an! Fürbitte für Sterbende. Mel. Freu dich sehr, o meine 671 Urer manchen bangen Schmer⸗ zen ist er(sie) schon dem Tode nah. Er, so theuer unserm Herzen, matt und hülflos liegt er da, ist sich seiner nicht bewußt, röchelnd athmet seine Brust; ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er bloß in starren Blicken. 2. Bald, ach bald ent⸗ flieht sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gott, gegeben, hin auch seiner Schmerzen Qual; er wird nun der Welt entrückt: jede Last, die ihn gedrückt, seines Jammers bange Stunden sind bald durch den Tod verschwunden. 504 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Nimm, da er uns nih verstehen, und zu dir nil beten kann, seines Hernen stummes Flehen, seiner dih pen Seufzer an; gib ihn Muth und Zuversicht, un i durch deiner Lehren Lihs auf des Todes dunkleh Pfade das Gefühl von dih ner Gnade! 4. Daß er vor dem do nicht bebe, frei den Bll hin auf die Gruft, froh dun Geist zu dir erhebe, der dun Staub ins Leben ruft; daß er sicher deiner Huld, un befreit von Sünd' un Schuld ruhig und gelassh sterbe und das Glück dis Himmels erbe! Mel. Dein sind wir, Gott, woll. 672 Diuen, G sein(ihr) Flehn, nicht in Gerichte mit ihm gehn, dil jetzo deiner Ewigkeit sih naht, befreit nun bald von dieser Eitelkeit! 2. Des Lebens und des Todes Herr! Nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du hast gezählt des Haup⸗ tes Haar, sein Todesjaht bestimmt, als keine Zeil noch war. 3. Erfüllt ist seiner Lei⸗ den Zahl, er leidet jehl zum letztenmal. Ach s in seiner Todesnoth seln Freund und Gott; enn Schluns⸗ Schlumn Tod. ten Schr quicket, Durch und Blu er einst den Mut 6. In der Tief sie, erle hesonderen Amstanden. ö Schlummer sei für ihn der Tod. 4. Vollende, Vater, sei⸗ nen Lauf; nimm ihn zu dei⸗ nem Frieden auf! Verlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! 5. Erleichtre ihm den letz⸗ ten Schmerz! Von dir er⸗ auicket, ruh' sein Herz! Durch Jesu Todesschweiß und Blut, das ihm zu Gut er einst vergoß, stärk ihm den Muth! 6. In ihm vermehre deine Ruh', sein armes Herz erquicke du! Geist Got⸗ tes, laß ihn mit Vertraun auf Jesum schaun, und so entgehn des Todes Graun! 7. Mach ihn getrost, o Geist des Herrn! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern: laß ihn den Himmel offen sehn, und Jesum stehn, bereit, ihn gnädig zu er⸗ höhn! 8. Ach Gnade, Gnad' er⸗ geh für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der Heiligste nicht tein! Wer kann wohl, mein Gott, ohne deine Huld sich freun ꝰ 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme seiner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet sie; erhöre sie, erlöse Gott, erlöse sie! 10. Behüte ihn in sei⸗ nem Tod; ihn segne, seg⸗ ne, segne, Gott! Wann nun sein Auge sterbend bricht, leit ihn dein Licht; tröst ihn vor deinem An⸗ gesicht! Einsegnung eines Ster⸗ benden. Mel. Herr, wir singen deiner 673 S?˙ gesegnet, Amen! Amen! Entschlaf in jenem großen Namen, vor dem sich Erd' und Himmel beugt! Deine Laufbahn hat ein Ende! Dein Vater nimmt in seine Hände die Seele, die der Erd entfleugt. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Je⸗ sus Christus hat dich ver⸗ söhnt; von ihm gekrönt, empfängst du nun des Glau⸗ bens Lohn. 2. Welcher Glanz wird dich empfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach To⸗ desnacht! Sei gesegnet, Amen! Amen! Ruh sanft in Jesu Christi Namen! Für dich auch ward sein Werk vollbracht. Sie tru⸗ gen ihn ins Grab von Golgatha herab, Gottes Opfer! Er überwand; der Herr erstand, und der Er⸗ standne nimmt dich auf. 9 3. Nimm esinnung und Verhalten risten 3Nimm von uns den letzten Segen! Zwar sinkt dein Leib dem Grab entge⸗ genz doch deine Seele zittre nicht! Irdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen und schauen deines Gottes Licht. Geh ein zu deiner Ruh'! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. O Tod⸗ ter, du, nach kurzer Ruh wirst du zum Leben aufer⸗ stehn! Der Tod des Frommen. Mel. In allen meinen Thaten 674 ie sanft sehn wir den Frommen, wie frei, wie unbeklommen, sich seinem Ziele nahn! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf im⸗ mer scheiden, wird ihm der Himmel aufgethan. 2. Er sieht sein Pilgerle⸗ ben gleich einem Traum ver⸗ schweben, steht ohne Reu' am Ziel. Es blühen seine Saaten; schon lohnt für seine Thaten ihm Ruh' und reines Selbstgefühl. 3. Von keiner Angst be⸗ tiroffen, sieht er sein Grab nun offen; er geht und fürch⸗ tet nichts. Ein Strahl der ew'gen Gnade schwebt auf dem dunkeln Pfade ihm vor; nah ist das Reich des Lichts. 4. Auf seinem Angesicht ruht schon vom Himmel 20, lichte ein sanfter Wider⸗ en schen. Oft spricht aus h e nen Blicken ein seliges Enl abl icht zücken, ihn laden Boln ertlei AstsErn ö 5. 5. Er segnet froh d Seinen, die um sein* weinen, ermahnt und trösh Zrost di sie; und seiner Treue wegnn Balsen erfüllt Gott diesen Segih 5 4 R und verläßt si— i6 Er faltet noch am Ennn zur Gottheit seine Händt um dankend sich zu freun; un Preis dir, Herr! Ich ba Gottes fehle dir, Vater, mein 86 Seele! Er sprichts un Kaifte schlummert lächelnd ein. Waßte: 7. O laßt, wie er, uns l wald 3 ben und nach dem Sih aen uns uns streben, der uns dieh in eider Glück erwirbt; damit auth ale tit wir als Erben der Selig⸗ il i keit einst sterben, wie dir wehen! bewährte Fromme ftirbt. 6. W in unsr Beim Tode guter Eltern, ꝛun un nꝰ Mel. Auf, schicke dich um 8 9 ott, welch ein ja sse 675, Wend unser Herz! Wie groß und 7. 288 ist dieses unser Leiden väterlich Was sehen wir? Den Vi. verlaßne ter(die Mutter) hier s so mildt frühe schon aus unsten ser Jod M2 scheiden. so gnäd Gott, welch W 8. S ten ngesicht immell⸗ Widet⸗ aus seh ges Enh⸗ Bolln roh d n. Laghn d trösth e wegn Segih läßt st im Ende! Hände, freum Ich he mein ts und ein. uns le⸗ Sinmn 1s dies nit auth Selig⸗ vie dit irbt. Eltern, ich lch ein rz trift oß und Leiden! n Va⸗ ier so unsrer nun Helfer seyn, unter bes Ach, einen Blick warf er (se) noch selbst auf unsern bangen Kummer. Doch ach, er(sie) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer. 3. O Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Trost die jammervollen Her⸗ en. O weint für sie, die Paisen, die nun fast ver⸗ gehn in ihren tiefen Schmer⸗ en. 14 Ach Sorg' und Müh' war spät und früh für uns sein stets eifrigstes Geschäf⸗ te; uns zu erziehn nach Gottes Sinn, dem weihte er mit Wonne Zeit und Kräfte. 5. Wie manche Nacht ward durchgewacht, zu pfle⸗ gen uns in Krankheit und in Leiden, die wir doch nicht allezeit nach Pflicht ganz willig ihm dankbare Herzen weihten! 6. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schützen, Kösten? Du kannst allein du bist inrstets Erbarmer der Er⸗ lösten. 7. Du nennest dich selbst häterlich den treuen Gott verlaßner, armer Waisen: so mildre doch, Herr, un⸗ ser Joch, wie du uns selbst so gnädig hast verheißen. 8, Sei unser Licht, stärk onderen Umständen. 507 uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern We⸗ gen! Uns folge, Gott, bis in den Tod, wenn wir fromm sind, des besten Vaters Se⸗ en! 9. Wir schauen hin mit Kindesfinn auf seinen Tod, auf seines Glaubens Ende! Wir folgen nach; doch wir sind schwach, o reich uns gnädig deine Vaterhände! 10. Gib, Herr, daß wir im Glauben hier getreu und fest den Pfad der Tugend gehen, damit wir einst, wann du erscheinst, im bes⸗ sern Land die Aeltern wie⸗ der sehen! Beim Tode hoffnungs⸗ voller Kinder. Mel. Der unsre Menschheit Cür deinen Him⸗ 6765 mel reiften sie, ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf ich wider meinen Schmerz! Was find ich, ihn zu stillen? Zwar für den Himmel reiften sie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh! 2. Ach meine Kinder sind nicht mehr! Mein armes Herz ist hoffnungsleer und freudenloos mein Leben! Ich sah sie, wie den Frühling, 92 blühn * 508. Gesinnung und Verhalten des Christen blühn; dir, dir hofft ich sie zu erziehn, Gott, der sie mir gegeben! Mein Alter sollten sie erfreun, und Trost mir noch im Tode sein. 3. Da, Ew'ger, sprachst du: gib sie mir! Ich selbst, ich selbst erzieh sie dir; ich will sie hoch erhöhen. Sie werden nicht dein Alter freun, nicht Trost dir noch im Tode sein; du sollst sie sterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah; sah war es, der sie sterben ah. 4. Herr, ich verehre dein Gebot; nur laß mich mei⸗ ner Kinder Tod, ach laß mich ihn beweinen! Du, der du aller Vater bist, du weißt, wie schwer mein Herz mir ist! Wie könnt ich froh erscheinen? Verzeih Gefüh⸗ len der Natur! nicht murren, weinen will ich nur. 5. Auch meine Thränen preisen dich! Sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest, und nun im Lichte deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sohns, in höhrer Tugend übest. Herr, meine Seuf⸗ zer danken dir; du, du ver⸗ trautest sie nur mir. 6. Mit Thränen preis' ich dich auch einst, wann du zum Weltgericht erscheinst; doch dann mit Freudenthrä⸗ nen! Dann werd ich meine Kinder sehn, mit ihnen dan⸗ kend vor dir stehn, mich niht mehr trostlos sehnen. Danm werd ich froh bei ihnen sein, und ewig mich mit ihnnn freun. Mel. Der unsre Menschheit 677 Eꝰ ist nicht mehy für mich nich mehr mein theures Kindl Wie freudenleer ist nun meih Erdenleben? Wie eine Rost sah ichs blühn; und wei und fromm es zu erziehn, war immer mein Bestreben. Ach meine Hoffnung sas ins Grab, und alle Lust ni ihr hinab. 2. Gott, wie verwundi ist mein Herz, der Morgun findet mich voll Schmerz die Nacht in heißen Zähren, Doch wider dich, Herr, klag ich nicht, nein, heilig ist mi stets die Pflicht, dich auh in Schmerz verehren. Auth weinend will ich dankbat sein; du gabst, du nahmf, es war ja dein. 3. Wohl ihm! in in⸗ schuld brach sein Herz, gi⸗ sichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhn Freuden. Vielleicht war zu schwach zum Streit mi Sünde, Welt und Eitelkeit zu schwach für schwere dal⸗ den. Gerettet ists in deiner Hand; ging mir voran 1 Vaterland. Bein Beim Ehegg Mel. K seines 5 für m erheit 1 ien bat⸗ ich nich Danh ꝛen sein t ihun schheit t mehv ich nis Kind! un mein ne Rosk nd weiß erziehn, estreben 10 saul Lust mi rwundi Morgun öchmerz Zähren, r, klag ist mit ich auth . Auch dankbar nahmff, in Un⸗ 3, g4• th und höhn war( eit mit itelkeit ꝛre Ri⸗ deiner ran in Bein Beim Tode eines guten Ehegatten, oder eines Freundes. Mel. Kommt her zu mir, spricht 678 As hier nicht mehr! ach, fern von mir! Du bist nicht mehr auf Erden hier, otheure gute Seele! Dich sucht umsonst mein trüber Blick; du kehrst nicht mehr zu mir zurück, was auch mit dir mir fehle. 2. Der Freundschaft Lab⸗ sal ist dahin, dein Trost, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum bessern Land, und mit ihr alle Freude! 3. Doch, sei mein Schmerz auch noch so groß; du ru⸗ hest nun in Gottes Schoos: vor Gott will ich mich beu⸗ gen. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlößt von deines Leidens Joch: ge⸗ duldig will ich schweigen. 4. Das Irdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Last der Leiden. Emporge⸗ hoben ist der Geist zu Gott, der Aller Vater heißt, zu seines Heilands Freuden. 5 O Trost, o hoher Trost für mich! mein banges Herz, erheitre dich, und stille deine unter besonderen Umständen. 500 Klagen! Die Seele, die hier heilig war, vereint sich mit der Engel Schaar. Wie könnt' ich heidnisch zagen! 6. Zwar hört, wenn einst mein Auge bricht, mein Ohr von dir, o Theurer,(Theure) nicht Gebet und Trost und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geist sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir ent⸗ gegen. 7. Du Seliger(Selige) wirst vor mir stehn; ich werde dich vollkommen sehn: o freudenvolle Stunde! Ich eil dir dann voll Wonne zu, unsterblich ich, unsterblich du, zum neuen Freund⸗ schaftsbunde. 8. Dann schau und bet ich an mit dir; Ein Herz und Seele singen wir von weggeweinten Leiden und von der Tugend hohem Lohn, und preisen Gott und seinen Sohn für unsre höhre Freuden. 9. Gedanke der Unsterb⸗ lichkeit! erheitre jede Dun⸗ kelheit, und stärk mich, wann ich wanke; veredle jede Lei⸗ denschaft, erfülle mich mit Muth und Kraft, du himm⸗ lischer Gedanke! Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den Leib 679 Wir gehn, ans Grab und Y 3 hof⸗ hoffen doch: dein Geist, Entschlafner, lebet noch, von Schmerz und Erdennoth befreit, im Lande der Un⸗ sterblichkeit. 2. Ruh' sanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Ruh'! Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer Pilgerbahn hinab zur Abendruh ins stille Grab. 4. Du wirst uns unver⸗ geßlich seyn; dein Herz war liebreich, fromm und rein, mit List und Falschheit un⸗ bekannt; nun ruhts in Got⸗ tes Vaterhand. 5. O Gotk, nun blickt bei sanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wo Jesus Christus, unser Hirt, all' unsre Thränen trocknen wird. 6. Du, der einst den ent⸗ schlafnen Freund, wie wir den unsrigen beweint, sei, Jesus, unsre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! In eigner Melodie. un bringen wir 680 N den Leib zur Ruß' und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß 510 Gesinnung und Verhalten des Christen zu Staub und Erde werdn muß. 2. Er bleibt nicht immn Erd' und Staub, nicht in, mer der Verwesung Raubz er wird, wann Christus eiis erscheint, mit seiner Sal neu vereint. 3. Hier, Mensch, hin lerne, was du bist; lern hier, was unser Leben is Nach Sorg' und Furcht nach mancher Noth und N beit kommt zuletzt der Toh, 4. Schnell schwindet unste Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wit die Zeit hier angewandt, s˙ folgt der Lohn aus Gollel Hand. 5. So währen Reichthum Ehr' und Glück, wie wir selbst, einen Augenblickz s6 währt auch Leid und Trau⸗ rigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, bi⸗ sinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sichz in Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du ster⸗ ben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: mein Gott, ich bitt' durch Christ Blut, machs einst mit mei. nem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden unt bereun; vor unserm Goll uns kindlich scheun! Pit sind sten werden t immi nicht inn Raubz stus eins · Sell. h/ hiet 3 lerp eben isl Furcht und M⸗ er Tod, et unsit Sterben wie wit andt, so Goltel chthunz vie wit lickz s Trau⸗ Leben, sch, bi⸗ Grab sichz in Ukst und du stet⸗ bei du jedet mein Chrift it mei⸗ en uns 1 Gott + Vt sind sind hier immer in Gefahr; nimm jeder seine Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf vol⸗ lendet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Ge⸗ winn; zeuch unsre Seele zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Grä⸗ ber mächtig öffnen wirst, so laß uns fröhlich auferstehn und dann dein Antlitz ewig sehn! Mel. 681 B'drabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Stim⸗ me ruft! Wir säen ihn; einst blüht er auf und sieigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wird's nunmehr. Er schläft, er ruht, und einst erwacht er wieder aus des Todes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er dort von Gott erquickt. Hier trug er Jesu sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt doch noch. Nun laßt uns den Leib unter besonderen Umständen. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh'! Wir gehen unsern Hütten zu, und ma⸗ chen zu der Ewigkeit durch Glaub und Tugend uns be⸗ reit. 7. Ach, Jesu Christ, dein Mittlertod stärk' uns in unsrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, und selig unser Ende seyn! Mel. Jesus, meine Zuversicht 682 Senet den Leich⸗ nam, senkt ihn ein, ehret noch des Geistes Hülle, ruh, zerfal⸗ lendes Gebein, in des Tod⸗ tenackers Stille! Was da lebet, folget dir, wie du ruhest, ruhn einst wir. 2. Was du, Todter, tha⸗ test, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so das Sa⸗ menkorn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirktest, folgt dir nach. 3. Die wir hier am Grabe stehn, sinken All' ins Grab einst nieder: laßt an unser Werk uns gehn, weis' und redlich wirken, Brüder! Ach wer weiß den Todestagꝰ 94 Was — — —————— 512 Gefinnung und Verhalten des Christen Was wir tha ten, folgt uns nach. Mel. Nun laßt uns ben Leib (Die Versammlung.) 683 Son nun den Leib in seine Gruft, und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat, einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. (Der Chor.) 2. Grabt mein verwesli⸗ ches Gebein, o ihr, noch Sterbliche, nur ein! Es bleibt, es bleibt im Grabe nicht, denn Jesus kommt und hält Gericht. 3.(Vers.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des Lasterhaften Strafgericht. Sie, selig auch im Tode schon, empfängt der Auser⸗ wählten Lohn. 4.(Chor.) Gott ist allgü⸗ tig und vereint dereinst mit sich den Tugendfreund; ihn führet er zum höhern Licht; drum, Christen, bebt am Grabe nicht. 5.(Vers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual, und ging durchs finstre Todes⸗ thal. Auch du gingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! 6.(Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquickt: doch hat auch Trübsal mich gedrückt. Im finstern Thah wandelt ich, doch fühn Gottes Rechte mich. ö 7.(Vers.) Vollendein genieße du nun ungesh die stille Ruh'! Einst geh auch wir, o Herr der Y durch Grab und Tod Ewigkeit. 8.(Chor.) Heil uns, win euch, die ihr jetzt weint, m mir einst wieder Gott vun eint! Dann werden wir un ewig freun, dann en ewig selig sein. 9.(Vers) Nach diln kurzen Lebenszeit erwanh uns Unsterblichkeit; win wir uns hier der Tugah weih'n, kann uns der d nicht schrecklich sein. Mel⸗ Schwing dich auf zu 2 aßt dem Tun 684⁴4 seinen Ralh Würmern ihre Habe! Se len werden nicht zu Stalh schlummern nicht im Grabh Senkt auch diesen Leichnan ein! Laßt ihn niederrolleh uns ihn segnen und un freun, daß wir leben solln 2. Seht, da liegt du Todte nun in geweihl Stille! Freunde, laßt dun Theuren ruhn! Es ist 66 tes Wille. Weinet nich er hat nun schon, was nit erst ersehnen. Ihn kein Klageton! Trochl eure Thränen! ö 3. Sil 3.6 Lied vi Wißt, schied, hung. ner Ho Frieden auferste entschie 4 hen sie, der: hfen ni der. hier fa Müden terland nieden! rn Thal führl . llendet ungessth inst gah der Tod ns, wen oeint, n Bott vu⸗ wir un n ewihl ch dien erwarth win Tugih der d auf gi em Du n Ralh. el Su 1 Stalh Grabs Leichman verrolleh und un n solleh liegt du jeweihln laßt din ist Ooh nicht was wit erwech. Trodhul . Eill, 3. Stimmet an das hohe Lied von der Auferstehung! Wißt, als Jesus einst ver⸗ schied, folgte bald Erhö⸗ hung. Fromme ruhn in sei⸗ ner Hand, ruhn in sanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil entschieden. 4. Aerntefeld! Hier ru⸗ hen sie, Christen, unsre Brü⸗ der: kämpften, aber käm⸗ pfen nie nun auf Erden wie⸗ der. Heil dem Guten, der hier fand sanfte Ruh der Müden! Für das beßre Va⸗ terland schlummre er hie⸗ nieden! 5. Saaten der Unsterb⸗ lichkeit! Heilige Gebeine! Bald verströmt auch unsre Zeit, ruft der Tod: er⸗ scheine! Ruf er dann: wir sind bereit. Wer des Le⸗ bens Gabe nützet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 685 Radd wohl, ihr Todtenbeine, in der stillen Einsamkeit; ru⸗ het, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit, euch, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. 2. Nur getrost, ihr wer⸗ det leben! Der das Leben selber ist, wird euch neues Leben geben! Er gelobts, unter besonderen Umständen. 51³3 er Jesus Christ: die in sei⸗ nem Namen sterben, sollen nimmermehr verderben. 3. Und wie sollt' im Gra⸗ be bleiben, der ein Tempel Gottes war? den der Herr lies einverleiben seiner aus⸗ erwählten Schaar, die er selbst durch Blut und Ster⸗ ben hat erkauft zu Him⸗ melserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind. Laßt den Leib im Tod erkalten, laßt, weil wir von Erde sind, in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn zurücke fodern. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem ew'gen Himmelsfrie⸗ den, den er seinem Volk beschieden. 6. Ruhet wohl ihr Tod⸗ tenbeine, ungestört in eurer Gruft; ruhet, bis der Tag erscheine, da des Richters Stimm' euch ruft! Nach des Lebens kurzen Leiden geht ihr ein zu ew'gen Freu⸗ den. Mel. Nun laßt uns den Leib 686 Se gib denn, fromme Chri⸗ stenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut 2 dem ... ————— —— 514 Gesinnung und Verhalten des Christen dem Müden Ruhe hier in br. Schoos, so wie einst ir. 2. O Ruhe, Wunsch des Leidenden, du letzter Trost des Weinenden, wo alle Nolh vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endet sich der Feinde Trutz; hier findet der Bedrängte Schutz; hier wird im süßem Schlaf er⸗ quickt, den manche schwere Last gedrückt. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Lei⸗ chenkleid find nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf, vollendet ist der schwere Lauf; der Geist eilt in sein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. 6. Erinnere uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegen gehn! Mel. So schlummerst du 687 och stehen wir, o Gott, vor dir an dieses Grabes Rande; noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg vom Erdenpfade! Sei uns Mel. In allen meinen Thalg 688 stehen win die Deinen dann nicht fürchterlich nimm uns auf mit Gnadd. 3. O gib uns Kraft, gi wissenhaft zu leben und leiden! Führ uns alle durh den Tod zu des Himmel Freuden! Unendlicher, und weinen en Grablied an der Gruft. Vi singen auf vom Staube, um stärkt der Christenglauhh, daß Gott uns einst zum ben ruft. 2. Fließt nur, ihr Thui⸗ nen, fließet! Ein Sterbli cher beschließet des Leben kurzen Lauf. Nimm, mül⸗ terliche Erde, dein Kin frei von Beschwerde, in di⸗ ne milden Arme auf! 3. Sei ihm ein Ruht⸗ bette, nachtvolle Grabes stätte, und deck ihn kühlend zu! Er schlafe hier in Frik⸗ den, den sanften Schlaf dez Müden: hier find' er di erseufzte Ruh! 4. So wie in heil'gen Hal nen naht sich hier den Gebe⸗ nen nicht Frost, nicht Son⸗ nengluth. Ihr Stürmi, braus't gelinde, und wehtt sanft ihr Winde, wo eihei Christen Asche ruht! 5. Senkt dann den Luch⸗ nam nieder zum Staube si ner Brüder, die längst p. der seine „ mül nKim in dei⸗ f 1 Ruhe⸗ Grabes⸗ kühlend in Frie⸗ laf der er jen Hai⸗ Gebei⸗ t Soh⸗ 5ᷣtürme/ dwehtt o einez Leic⸗ ube sah iast die CE Erde deckt. Im Grab ist sanfter Schlummer; ihn stlört kein Erdenkummer; Gott ist es, der ihn einst erweckt. 6. Zum Leben ohne Sor⸗ gen wackt ihn der frohe Mor⸗ gen, wo eine Welt erwacht. Heil diesem todten Staube, so singt der Christenglaube: auch er erwacht, auch er erwacht. 7. Schaut, schauet auf, Betrübte! Dort wandelt, der Geliebte im hohen Him⸗ melslicht. Vergönnt ihm seine Freude und wehret eurem Leide, und wischt die Thränen vom Gesicht! Mel. Gott des Himmels und 689 Muhig ist des To⸗ des Schlummer und der Schoos der Erde kühl: da stört unsre Ruh' kein Kummer, nicht der Lei⸗ denschaften Spiel. Unsre Sorgen, groß und klein schlummern alle mit uns ein. 2. Ueber unsern Hügel schwinget die Vergessenheit den Stab und der Schmäh⸗ sucht Stimme dringet nicht ins dunkle, stille Grab. Feh⸗ ler, die uns hier besiegt, werden dann nicht mehr ge⸗ rügt. 3. Unsre Seufzer, unsre Thränen werden ewig dann unter besonderen Umständen 51⁵ gestillt: unsre Wünsche, un⸗ ser Sehnen, Alles, Alles wird erfüllt. Herzen, die sonst heiß gewallt, liegen ruhig dann und kalt. 4. Läg auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unempört, in der Erde Schoos verborgen, wo nichts seinen Frieden stört! Kühles Grab; o wann nimmst du mich in deine stille Ruh? Christus, der ist mein Mel. 690 Das Grab isi tief und flille, und schauderhaft sein Rand; es deckt mit finstrer Hülle ein unbekanntes Land. 2. Das Lied der Nach⸗ tigallen tönt nicht in sei⸗ nem Schoos. Des Früh⸗ lings Blüthen fallen nur auf des Hügels Moos. 3. Verlaßne Theure rin⸗ gen auf ihm die Hände wund; der Waisen Klagen dringen nicht in der Tiefe Grund. 4. Doch sonst an keinem Orte wohnt die ersehnte Ruh', nur durch die dunkle Pforte geht man der Hei⸗ math zu. 5. Das arme Herz hie⸗ nieden von manchem Sturm bewegt, erlangt den ew'gen Frieden erst, wann es nicht mehr schlägt. Y 6 * 2— —I. 516 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Seelenbräutigam 9 9 1 till erheben wir unsern Blick zu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nur ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. 2. Du bists, der uns liebt, wenn er nimmt und giebt. Ja selbst, was wir hier be⸗ weinen, wird einst freuden⸗ reich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stim⸗ me ruft. 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Trost und Licht, und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode sei unser Herz dir treu! Bei Beerdigung eines Verunglückten. Mel. Christus, der ist mein 692 Wereiß der tie⸗ fen Trauer, die unser Herz erfüllt! Wir sehn mit bangem Schauer des Todes Schreckenbild. 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Men⸗ schen Kraft? Wie schnell, von Angst umgeben, wird er dahin gerafft! 3. Gesund und mulhig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach, er ist nicht mehr. 4. Wer zählet die Gefah⸗ ren, die uns auf Erden drohn? Willst du uns niht bewahren, so stürzen sie um schon. 5. Auf allen unsern We⸗ gen umhüllt uns Dunkelheit und oft ist Noth zugegen, wo unser Herz sich freut. 6. Doch Alles, was ge⸗ schiehet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst, der Tod entfliehet. Du willst, so kommt der Tod. 7. Ach, dieß nur mahht uns stille: wir sind in dii⸗ ner Hand, und gnädig dein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstli zagen, erhöhst du unser Glück, und lenkst von trü⸗ bern Tagen uns wunder⸗ bar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plötzlich nieder⸗ reißt, darf unser Geist dir trauen. Du liebest unsern Geist. 10. Er kann und wird nicht sterben, hervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu dir empor. 11. O lehr uns wachen, beten, und stets besonnen seyn, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heilb uns freun. 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig bon er eilet nur ronner nun d früher schon 5. gestör nun stend deiner eures ging seiner Gott 7. en Gefah⸗ Erden 6 nicht sie uns en We⸗ nkelhei! ügegen, reut. das ge⸗ F dein er Tod st, so macht ö in dei⸗ dig is e dein ngstlich unser n trü⸗ yunder⸗ Todes nieder⸗ ist dir unsern wird et nut dem ebt zu achen, sonnen r vor Heils dann bon unter besonderen Umständen. uns hin. Da sehen wir und schmecken, der Tod war nur Gewinn. Am Grabe Frühyerstor⸗ bener. In eigner Melodie. 693 Z² frühen Gruft wirst du von uns begleitet! So will es Gott, der dir dein Loos be⸗ reitet, und nun dich von uns zu sich ruft. 2. Er nahm dich auf zum Kinde seiner Gnade; er führte dich auf seines Soh⸗ nes Pfade, und lenkte dei⸗ nes Lebens Lauf. 3. O kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freu⸗ den, so heißt dich Gott schon wieder von uns schei⸗ den. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 4. Du bist beglückt. Ent⸗ ronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. 5. In steter Ruh, in un⸗ gestörtem Frieden, wohnt nun dein Geist, und trö⸗ stend siebt hienieden Gott deiner Aeltern Thränen zu. 6. Klagt nicht so sehr bei eures Kindes Bahre! Es ging zu Gott im Frühling seiner Jahre, und dieser Gott ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand, er hat es euch geliehen. O gebt's ihm gern! Laßt eu⸗ ren Liebling ziehen! Er zieht ja in sein Vaterland. Mel. Herr ich habe mißgehandelt 8 enn der Stifter 694 Werer Geshlach ter unsre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft; ach, dann fühlen unsre Herzen unaussprech⸗ lich tiefe Schmerzen. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blume schnell verblüht, und die Mutter nun verloren ihre ganze Hoffnung sieht; ach, dann will ihr Herz ver⸗ zagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Lust dem Va⸗ ter raubt; wenn des Hau⸗ ses Stütz und Krone finket mit des Vaters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was glei⸗ chet diesen Leiden! 4. Ach, es müßte unter⸗ liegen, dieses arme, schwache Herz, hilfst du nicht, Herr uns siegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder; deine Rechte hebt uns wie⸗ der. 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie A 1 nich 518 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns im bessern Leben die Verlornen wieder geben! 6. Vater, deines Trostes Quelle Grabe nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mil⸗ des Licht. Alles was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen. Mel. Alles ist an deinem Segen 695 rdentöchter, Er⸗ densöhne, seyd nicht stolz auf Reiz und Schöne; trotzet nicht auf eure Kraft! Eures Mun⸗ des Hauch verflieget, eures Lebens Quell versieget, und des Starken Arm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, seyd nicht traurig, wenn so früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft: edler, kräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther, überfliegt der Geist die Gruft. 3. O was ist des Grabes Höhle! Eine tugendhafte Seele fürchtet nicht, hinab zu sehn! Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß stehn. 4. Nein umsonst ist nichts geboren. Alles ruhet unver⸗ loren in des ew'gen Vaters trocknet auch am mit Himmelsseligkeit. Schoos! Süße Hoffnungl Holder Glaube! Alles wil⸗ det einst vom Staube hert⸗ licher sich wieder los. 5. Leibesschönheit wid verblühn; Seelenschönhei nie entfliehn; de ist füt die Ewigkeit. Reiner Sinn und ächte Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohlt 6. Himmelsseligkeit be— stehet; nur der Erde Glütt vergehet, nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gott⸗ heit unvergänglich, wie dir Himmel überschwenglich, it des Christen wahres Glütz. Am Grabe eines edeln und verdienten Mannes. Mel. Alle Menschen müssen 6 9 6 er mit Lust und Eifer strebti, seine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich seyn! Sein Gedächiniß bleib und daure! Seine Nachwelt klag' und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer was gut is schätzen kann. 2., Laßt uns Alle heule klagen, denn es starb ein edler Mann! O wie viele müssen sagen: mir auch hol er wohlgethan! Ja, gerecht ö‚ sind unsre Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Inn ten ffnung! wih⸗ e herr⸗ . witd chönhel ist füt r Sinn hnt mit lohit eit be⸗ Glüd Eitle Gott⸗ vie dit lich, in Glüd. edeln mnes. nüssen ust und strebtĩ/ freun Segen geßlich ächtniß Seine raure! weine t is, heule rb ein viele ich hal gerecht ie ihn In unter besonderen Umständen. und unser eignes Herz, ehret unser Leid und Schmerz! 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben segnend uns zurück; und die Frucht der edlen Saaten sei für Nach⸗ welt Heil und Glück! Preis und Ruhm dem theuren Na⸗ men! Seine Tugend nach⸗ zuahmen; edel, wie er war, zu seyn, wolle Gott uns Kraft verleihn. Am Grab eines ver⸗ dienstvollen Lehrers. Mel. Liebster Jesu! wir sind 697 anft, wie er gewandelt hat, endete, zum Trost der Seinen, dieses Edlen Er⸗ denpfad, und wir schaun ihm nach und weinen. O er hat uns treu belehrt und zum Guten hingekehrt. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater, das hat er verkündet, und, ge⸗ stärkt durch deinen Geist, vieler Seelen Heil gegrün⸗ det. Uns zu Jesu zu er⸗ heben, war sein eifrigstes Bestreben. 3. Treulich gingeer selbst den Pfad hoher Tugend bis ans Ende, und gab nun nach deinem Rath seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unsfre Wehmuths⸗ zähre. 519 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Jesus ruft: Selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels Heil und Frieden ist den Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat ausgeftreut von un⸗ serm Lehrer, fruchthar seyn in Wort und That, und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort des Himmels Bürger werden! Trost und Gelübde auf Gräbern. Mel. Auf Christenmensch 2 eweihter Ort, 698 G wo Saat von Gott gesä't, dem großen Tag der Aernte reift! Sei mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo mancher Ruhe fand, der sie auf Erden nie gekannt. 2. Zwar flossen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes Herzen den treusten Freund das Schick⸗ sal riß; mit tiefgefühlten Schmerzen hab ich auch selbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon ge⸗ weint! 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaf⸗ fet Ruh' den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab, und bringt — ——— —— 520 Gesinnung und Verhalten des Christen bringt zum ew'gen Frieden. Weint, Freunde, nicht; denkt: Wiedersehn! Die Todten werden auferstehn! 4. Belebend finkt ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wie⸗ der. Im Winter starb die Blume; seht, sie blüht, vom Frühlingshauch um⸗ weht! 5. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Gei⸗ stes Hülle. Unsterblich ist des Menschen Geist; Ver⸗ nunft und guter Wille er⸗ hebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit! 6. Drum kann mein Blick vom Todtenfeld zum Himmel sich erheben; und winkt auch mir das kühle Grab, darf ich nicht ängstlich beben. Ich pflücke nach vollbrachter Zeit die Blume der Unsterb⸗ lichkeit. 7. Was ihr einst war't, das bin ich jetzt, ein Pilger hier auf Erden, was ihr, entschlafne Brüder, seyd, werd ich vielleicht bald wer⸗ den. Nun dann; durchs Todesthal eilst du, mein Geist, dem Vaterlande zu! 8. Doch dem nur wird der Uebergang zu jenem Vater⸗ lande ein Weg zum Heil, der muthig hier des Lasters Sklavenbande zerriß, de in der Prüfungszeit sein Herz der Tugend treu ge⸗ weiht. 9. Auf Gräbern der Eut⸗ schlafnen sei der Tugend Bund aufs neue versiegeltz hier gelobe ich der Tugend ew'ge Treue! Ja, heilig sei mir jede Pflicht, blz einst mein sterbend Auge bricht! Mel. Es ist das Heil uns 699 ein Heiland lebt und hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und sieg⸗ reich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwun⸗ gen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben seyn; und ihm will ich auch sler⸗ ben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden sellt selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getrost und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb, und ihr sollt leben. ö 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erhehen. Wann du, o großer Lebens⸗ fürst, nun deinen Todtin n det it sein reu g. r Eut⸗ Tugend siegelt Lugend u den leb/ n Leib wird Jeinst Staub heben. ᷣbens⸗ odten Himmelreich, rufen wirst, zum Leben auf⸗ zuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich ehen. Forthin von keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein sel'ges Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem unsterblich, deinen Engeln gleich, voll⸗ kommne Lust genießen. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier fol⸗ gen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umgeben, ge⸗ nießen deine Herrlichkeit. O was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden! 7. Laß die zukünft'ge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben; und oft in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir der Sterb⸗ lichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8 Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nach⸗ zustreben, und als dein Jüng⸗ ger, dir zum Preis, nach unter desonderen Umftanden. deinem Wort zu leben! Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz; so tröste selbst da⸗ mit mein Herz: Es kommt ein beßres Leben! In eigner Melodie. 700 O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch um⸗ fangen. 2. Hier, ach hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg und Furcht um⸗ geben. Was wir hier ken⸗ nen, ist noch kein vollkomm⸗ nes Glück zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward be⸗ schieden. Kein Schmerz, kein Leiden ftört euch im Genusse reiner Freuden. 4. Abgetrocknet sind all' eure Thränen; ihr genieß't schon, wonach wir uns seh⸗ nen: ihr hört und sehet, was das Menschen Geist hier nicht verstehet. 5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben, und statt Erdenglücks, den Him⸗ mel erben? Wer wollt' in Zeiten sich auf diesen Wech⸗ sel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Jesu, ernst⸗ haft darnach streben! Komm und führ' uns zu dem hö⸗ hern hern Leben, wo deine From⸗ men erst zur vollen Ruh' und Freude kommen! Trost des Wiedersehens. Mel. Wann mein Stündlein 701 Sohver liegt der Trennung Last auf mir; wie lieb ich sie, die Meinen! O laß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: werd' ich, nach meinem Tode gleich, werd' ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wieder sehen? 2. Wohl mir, o Goti, ich höre schon des Geistes Stimme wehen; sie ruft mir zu mit sanftem Ton: du wirst sie wieder sehen! Bist du nur fromm, sind sie nur gut, dort oben unter Gottes Hut wirst du sie wieder sehen. 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleich⸗ gefinnten) Frommen. Sie werden All' in Gottes Licht auf's neu zusammen kom⸗ men, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Got⸗ tes Engel, der sie kennt, führt Alle dort zusammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde dann am Throne Gottes wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die 322 Gesinnung und Verhalten des Christen Mutter sieht, umarmt. Kind; denn alle gute S⸗ len sind in Gottes Stah beisammen. 5. Drum laßt uns hir schon Hand in Hand, a Gottes Wegen gehen, dan wir dort im Vaterland un einst beisammen sehen. V wird uns seyn, wann h uns sehn, wann wir un froh entgegen gehn, fon⸗ hin uns nie zu trennen! 6. So seid getrost um freuet euch; laßt nicht di Hoffnung schwinden: w werden in des Vaters Reih uns Alle wieder finden! d Wiedersehn, o Wiedersehn, wie wist du unser Glütt erhöhn; wie tröstest du die Seelel! Mel. Halleluja! Bringet Ehn⸗ 702 Winnch mit lauten Schlä⸗ gen klopft dir jede Brust entgegen! Nimmer kann das untergehen, was in Herz wir liebend schlossen; und wenn Absthiedsthränen flossen, hoffte Freundschaft Wiedersehn. 2. Wiedersehn! In hol⸗ den Bildern will uns die Natur sich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Wenn der Morgenröthe Strahlen nach der Nachh die Berge malen; spricht die Sonne: Wiedersehn! 3. Wie⸗ sten jedersehn! Zu dei⸗ Höhn! Theure, aller Welt armt it n Sauden wacsen Blu⸗ Gewalten sollen meinen V. men frisch und kleiden herr⸗ Fuß nicht halten: ia⸗ ich Eun lich sich im dlen Nachtigal⸗ werd' Wderghn 0 ö rohen Nachtigal⸗5. I Tunuersreie Lieder darf ich hoffen! O, ich—5 d, au scallen: hofft getrost ein den Himmel offen, winkt 0 andn Biedersebn. der Herr mir, heim zu * Wiedersehn! Mit gehn! Theure! in der letz⸗ . M Gruß und Segen, o wie ten Stunde zuf ich mit inn wi schmacht' ich dir entgegen schon blassem Munde: ewig, 2* über Auen, Ström' und ewig Wiedersehn. nen! rost un licht die :wWit 8 Reih den! d dersehn, r Glütt du die uns hier zet Ehre n! mit Schlä⸗ Brust kann inz lossen; hränen dschaft uhol⸗ us die einiger, Mel. Wunderbarer König 703 1ee Liebe! gönne blöden Augen, die zum Ir⸗ dischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmük⸗ ken, und zugleich freuden⸗ reich, Bösen und den Dei⸗ nen, wie die Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Er⸗ de, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel. 3. Was wir davon den⸗ ken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nen⸗ nen. Tag vor Tag zu scho⸗ nen, Tag vor Tag zu dul⸗ den so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh' lieben, die dich has⸗ sen! Herr, wer kann das fassen ꝰ Nachtrag bei Mehreren beliebten, älterh Lieder. 4. Du vergiebest Sünd hörst der Sünder Flehnn wann sie weinend vor dir sh hen. Deine Rechte dräut und erbarmt sich wieder, ui die Pfeile gerne nieder, man doch, wenn du noch si kaum weggeleget, dich zun Zorn erreget. 5. Herr, es hat not keiner, der zu dir ge⸗ gangen, statt der Gnadn Recht empfangen: wer deinen Füßen sich mit Thrü⸗ nen senket, dem wird Stuf und Schuld geschenket. M ser Schmerz rührt deln Herz und du willst der Armen gnädig dich erbat⸗ men. 6. Höchster! sei geprik⸗ sen, daß du so verschonef, und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand si Ehre, die so wohl regieren und mit Ruhm den Zepler führet. Fahre fort, Zion Hort, Langmuth auszu⸗ üben, und die Welt au lieben! Mul⸗ älterh Sündi Flehen r dir sy dräug eder, A eder, I noch si ich zun at not dir ge Gnad wer zu it Thrü⸗ d Strof ot. M⸗ t dein llst der erbar⸗ geprit⸗ schonef. Werken and sii egieret, Zeptet Ziontz auszu⸗ zelt zu Mel⸗ Mel. Schon ist der Tag von G. ie Erd ist Jes 704 Dchn fen, wer auf der Erde wohnet! deß müsse sich die Erde freun, und wer auf Erden wohnet! Er schuf, er reitete die Belt; er trägt, er segnet, er erhält die Welt, die er beherrschet. 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volke der Erlösten? Wer darf, des bohen Segens werth, sich feiner Herrschaft trösten? Der, der zu dir, o Mitt⸗ ler, sich bekehrt, und gläu⸗ lig wird, und dich zu sei⸗ nem Herrn erwählt. 3. Und wer in deinem Blute rein, der Unschuld sich befleißet; wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüsten gleißet; wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Misse⸗ that erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. 4. Wer auch umringt mit Leiden, gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vol⸗ len Maaß empfangen; den macht er seiner Herrschaft werth; der ist sein Erbe, der gehört zum Volke der Erlösten. 5. Kommt, Sünder, kom⸗ met in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König; er 5²25 will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! Der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbank. 6. Kommt willig, willig, in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Em⸗ pfangt den König: er will euch auch segnen, auch re⸗ gieren. Wer, fragt ihr, dieser König sei? Der Sohn, der seinem Bunde treu, den Himmel gibt den Seinen. Mel. Mein ganzer Geist Gott 70 5 riumph! Tri⸗ umph! und Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, er⸗ höhte. Der hobe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in heller Morgenröthe. Bebet! gebet, stolze Spötter, un⸗ serm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Heil uns! Triumph! das Grab ist leer. Fest steht es, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gespro⸗ chen! O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tem⸗ pel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen! Hölle! fälle nun den Sieger, Got⸗ tes Krieger, der erstanden, macht 5²2⁰ macht nun deinen Stolz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir ge⸗ grüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenig Tage werden's seyn, o so empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig se⸗ lig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Verklärung sehen. Mel. Es ist das Heil uns 706 it lautem Schall froh⸗ locken wir: der Herr ist auf⸗ gefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und un⸗ ter viel Gefahren; doch finkt drum unser Muth nicht hin; durch Jesum wissen wir, wohin uns unsre Wall⸗ fahrt führet. 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der Him⸗ mel offen. Ihn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen Wer glaubt, deß Herz ist freudenvoll, nur daß er sich bestreben soll, des Heilands Pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort sei⸗ nes Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht zum Himmel einzugehn, der Nachtrag. läßt in seinen Thaten sehy, sein Wandel sei im Himmel. 4. Uns treibt sein Geiß, daß wir der Welt uns im⸗ mer mehr entwöhnen; sieth sorgen, was dem Hernm gefällt; zu ihm hinauf un sehnen. Er aber sieht auf uns herab; von uns laht seine Treu nicht ab, biz wir zusammen kommen. 5. Tag, noch an größemn Freuden reich, wann wirs du uns erscheinen? Golt macht uns dort dem Sohne gleich, und stillet Leid und Weinen. O Wonne, wann in Ewigkeit uns nun das höchste Gott, schenk uns dies Le⸗ ben. Mel. Nun danket Alle Gott lobt seyst du/ i 707 G² Gott, u deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit An⸗ dacht fleißig höre! O mache doch mein Herz von Vor⸗ urtheilen rein, und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen seyn! 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie ver⸗ fehlen, und nie, was schäd⸗ lich ist, für wahres Heil er⸗ wählen! O Höchster, lelle selbst den forschenden Ver⸗ stand: so wird, mich lehrst, auch recht von 3. Vie mir erkannt. Gut erfreut! d was du Velt, weinend auszust der her Aernie leide, denn d siht! 3 santte meine in sehj Himmel. u Geif, uns im⸗ 1; flett Herm auf unz eht auf ns läht b, bis jen. größem n wirst Golt Sohne id und 7 wann i das O es L. Gott yst du, tt, füt Gib, it An⸗ mache Vor⸗ 5 dein neinen rschen ver⸗ schäd⸗ ꝛil et⸗ leite Ver⸗ 3 D t von Wie ch 3, Wie thörigt ist es doch, blos andern Menschen glau⸗ ben! Das heißt sich selbst den Grund zur ew'gen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richt⸗ schnur macht, dem gibt es licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Leh⸗ re, und hilf, daß ich dein Vort mit festem Glauben ehre! Verleih mir deinen Geist, der Lust und Kräfte gibt, daß man die Wahr⸗ heit sucht, prüft, glaubt, bewährt und übt! Mel. Auf, Christenmensch „du bist 708 0. We Zu⸗ versicht. Du lebst; auch ich werdꝰ leben! Du wirst mir, was dein Wort ver⸗ spricht, Unsterblichkeit, einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht! Dies stärket meine Zuversicht! 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Saamen auszustreuen: dort wird der herrlichste Gewinn der Aernie mich erfreuen. Ich leide, doch verzag ich nicht: denn du bist meine Zuver⸗ sicht! 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Velt, die sie nicht faßt, 52 nennt's fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Sünder dein Gericht, und dann siegt meine Zuverficht! 4. Sink immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub z dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. Du lebst und ich soll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht! 6. In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod soll überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht: denn du bleibst meine Zuversicht! Mel. Der unsre Menschheit * rhöhter Jesu! 709 Gottes Sohn! der du schon längst der Him⸗ mel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst der⸗ einst zu rechter Zeit, in gro⸗ ßer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun! 2. Wer 52 2. Wer faßt, o Heiland! jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zei⸗ gen! Wann du auf lichten Wolken einst mit deiner En⸗ gel Heer erscheinst, die sich vor dir, Herr, beugen; dann sieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachts⸗ voller Kraft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer, das große unzählba⸗ re Heer der Todten wieder⸗ geben. Sie stehn durch dich, Herr, neu beseelt, nun Alle auf und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein: Den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist. 5. O gib, wann nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wieder finde, daß ich mit Freuden vor dir steh, und mit dir in den Himmel geh, befreit von Fluch und Sünde! Laß mich im Glauben standhaft Nachtrag. sein: und auch die kleinse Sünde scheun! 6. Dein Name sei mir ewig werth und was dein Wort von mir begehrt, dos laß mich treulich üben! Nii⸗ mals ermüde hier meln Geist, dich, den schon jehl der Himmel preist, aus al⸗ ler Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auth Theil an deiner Herrlichkel. Mel. Befiehl du deine Wege ö denk an dei 710 J Richter aller Welt! Den Thor nennts ein Gedichti, das Schwachen nur gefälltl Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göͤlt⸗ lich Licht und mein Gewis⸗ sen lehren: du haltest eins Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heil'ge Menge erhabner Engel steht. Welch herrli⸗ ches Gepränge! Welch hohe Majestät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn, Herr, alle Men⸗ schenkinder wiest du zur Rechnung ziehn. Du rufs und sie erscheinen vor dei⸗ nem Richterthronz den Sündern und den Deinen gibst du gerechten 4˙7 Stoh⸗ Theil i sührest heiner 6. richte seyn un wichte ein Vo wandeln Zeit, handeln, ir scheu 7. J handen; vergehn mit Se Thron mich da aller S mich n in deine Rel. W 711 Ithue, kleinse sei mi as dein rt, das n Nis⸗ mein on jeßt aus al⸗ so hab t auch lichkei Wege an dein te, du 1 Du edichte, gefällt. n nicht n göll⸗ Gewis⸗ st einst aunen, onz; ich ich auf im den habner herrli⸗ h hohe in der Macht Men⸗ 4. Frohlockend sehn die Frommen dein goͤttlich An⸗ gesicht; schon hier dem Fluch entronnen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlös't von aller Müh', sehn sie den Him⸗ mel offen, und du, Herr, schnest sie. 5. Wie angstvoll aber be⸗ ben, die hier dein Wort beroͤhnt, und durch ein flischlich Leben das eitle Herz verwoͤhnt! Du gibst der Suͤnde Knechten ihr Theil in ew'ger Pein; und shrest die Gerochten zu zeiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Ge⸗ richte mir stets vor Augen seyn und druͤcke sein Ge⸗ wichte in mein Gewissen ein“ Vor dir laß mich fromm wandeln, und hier zu aller Zeit, so wie ein Weiser handeln— der seinen Rich⸗ ie scheut. 7. Ist dann dein Tag vor⸗ handen; wird diese Welt vergehn: so hoff' ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du steallst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit; fuͤhrst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. Rel. Wer nur den lieben Gott G h ubt Ithur, weil mich noch deine Wach t rag. 529 Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, da⸗ bei das Herz sich leicht ver⸗ stockt, wenn du selbst das Gewissen ruͤhrst, und zum Gefühl der Suͤnden fuͤhrst. 2. Du willst nach deiner großen Guͤte, nicht eines einz'gen Suͤnders Tod: drum weckst du oftmals sein Gemuͤthe, zu fuͤhlen seine Suͤndennoth. Wohl dem, der deine Stimme hoͤrt, und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmst seine Buße gnaͤdig an: machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend ruͤhmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld; er tilget meine Suͤndenschuld! 4. Sollt' ich die Guͤte denn perachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Troste leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft ge⸗ ring sie schaͤtzt. 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen seiz damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu' im Suͤn⸗ dendienste zugebracht, zu deinem Zorngefaͤße macht. 6. Sich bessern ist der Weg zum Leben; drum laß 8 mich 5³⁰ Nachet mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die fuͤr mich so wichtig ist, nur dafuͤr sorgen. daß mein Geist dem Suͤnden⸗ elend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sün⸗ dendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaf⸗ fenheit! Wie selig bin ich dann schon hier; wie gluͤck⸗ 910 einst, mein Gott, bei ir! In voriger Melodie. 71 2 Men Herz, er⸗ muntre dich zum Preise des Gottes, der dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nützlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hof⸗ sen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Huͤlfe widerfaͤhrt. 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohl zu thun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst ge⸗ lohnt. Noch immer steht große Güͤte doch ra g. mir deine Treu' mit Sega, Trost und Huͤlfe bei. 4. Du bist es, der in mi nen Sorgen mit Rettuz mir entgegen eilt; und wen sie, noch fuͤr mich verborgn nach meinem Wahn zu älaz verweilt, so kommst du, ich michs versehn, und his mir und erhorst mein Flehn 5. Du waͤhlst und wirt Wohl mich das Elend ganz g⸗ greift, jo legt sich dein r barmen drein, mich dan Verderben zu befrein. 6. Du bist mein Hell Mem ganz Gemuͤthe ist de⸗ nes Ruhms, mein Retlaß voll. O koͤnnt' ich dan so erh⸗ den, wie ich soll! Dut meine Kraft reicht nih dahin: du weißt es, Gul wie schwach ich bin. 7. Und hätt ich auch i tausend Zungen, so wülh deines Wohlthuns Preis u wuͤrdig gnug von mir 6 sungen, auch bei dem allo größten Fleiß. Denn mah. Herr, als ich ruͤhmen kahh hat deine Huld an mir g than. 8. Jedoch, du siehst mis Wohlgefallen auch auf Y Herzens Ridlichkeit; u hoͤrest selbst das ihreg ben, wurde werde der lo hesing preisr 4. Gott, lig, Wun tig! dein der g t Segey r in mi⸗ Rettu ind wan erborgg zu lah du, 6 nd hißß n Fleh d wirth nd waun ch hau, mah Win ganz g dein s ich dan 1. in Hel eist d Rettah ch deun so ethe Dosh ht nicht % Gohh auch vil o wüth Preis m mir he em allle n mah un kamp mir g⸗ iehst mi auf Nasch Lallen der Deinen mit Zu⸗ frieden heit; du hoͤrst es wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit traͤgt. 9. Drum soll mir deine Huld und Guͤte bestaͤndig, Gott, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemu⸗ the mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkomm⸗ ner deinen Ruhm erheb' im hoͤhern Heiligthum. Mel. Herzliebster Jesu! 713 chawill, mein Gott, du Koͤ⸗ nig, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen brin⸗ gen. Sei taͤglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn g'nug erhe⸗ ben, wer kann mit seinem elfrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und mpfinden; wer Gott er⸗ gruͤnden? 3. Von unsern Vaͤtern wurdest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kin⸗ der loben, und deine Macht hefingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist di, Gott, wie schön und praͤch⸗ ig, wie groß in deinen Wundern Herr, wie maͤch⸗ tig! Das preis ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde: 531 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wiederhalle, und deine Wahr⸗ heit, deine Huld besinge und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barm⸗ herzig, gnaͤdig, und von großer Guͤte; erbarmt sich seiner Werke, hat an Allem sein Wohlgefallen. 7. Jehovah, Werke sollen dir jauchzend danken. Deine. Frommen wollen aus allen ihren Kraͤf⸗ ten sich bestreben, dich zu erheben! 8. Ja, ewig will ich dei⸗ nen Namen loben! Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. trag. alle deine Mel. Allein Gott in der Höh' 2 Samt unserm 714— Gott ein Lob⸗ lied an mit freudigem Ge⸗ muͤthe; es ruͤhm' und preise, wer da kann, den Geber al⸗ ler Guͤte! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet Gott, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott, und ruͤhmet allezeit die großen„Wun⸗ derwerke: die Majestaͤt und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Staͤrke, die er beweist in aller Welt, indem 3 2 er * Nacht er alle Ding' erhaͤlt; drum danket seinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns er⸗ schaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus vaͤterlicher Huld und Gnad uns Allen hat gegeben; der uns durch seinen Engel schuͤtzt; der taͤglich schenket was uns nuͤtztz; drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst fur uns gestorben, der uns die ew'ge Lebenskron' durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott ge⸗ macht, und seinen ganzen Rath vollbracht; drum dan⸗ ket seinem Namen. 53. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezuͤndet und seinen Bei⸗ stand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort re⸗ giert, und auf den Weg des Lebens fuhrt; drum danket seinem Namen. „Lobt Gott: er hat dies gute Werk selbst in uns an⸗ gefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Staͤrk', das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich haͤlt; drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott, ihr star⸗ ken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm', die hier auf Erden wohnen! ra g Lobt Gott, und preis't ihn fruͤh und spat; ja Alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! In eigner Melodie. 71 5Hn Acht auf mich in aller Noth, o großer Gott, Herr aller Her⸗ ren, wann Satans Wuth die Hollenrott, den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlin⸗ gen und in die hoͤchste Noth zu bringen, so bitt' ich dich herzinniglich, mein. Vater, o hab' Acht auf mich. 2. Hab' Acht auf mich, wann mich die Suͤnd' wll von dem hoͤchsten Gut ab⸗ wenden, so halte mich, Hert, als dein Kind, mit deineh treuen Vaterhänden; bleibs du mir stets in den Gedaf ken; laß mich von deinen Wort nicht wanken; wang Süunden in mir regen sich mein Vater, so hab' Acht auf mich. 3. Hab' Acht auf mich wanns gehet wohl, war mir die Gluͤckessonn' ull scheinen, die meine Sil t ihn „was danke f mich doth, o rHer⸗ Wuth Rachen wann rschlin⸗ ich dich iter, so f mich, d' will zut ab⸗ „Hern, deinen bleibst Gedan⸗ deinem 100 4. Hab' Acht auf mich, und steh mir bei, wann mir das Ungluͤck braus't entgegen, daß ich nicht zu verzaget sey, und weichen moͤg von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitterlich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. 5. Hab' Acht auf mich wann ich gesund, wann ich empfinde keine Schmerzen; wann keine Klag' in meinem Mund, noch Trauer ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe, auf daß ich nie vergesse dich, mein Va⸗ ter, so hab' Acht auf mich. 6. Hab' Acht auf mich, auch wann ich krank, wann die Gesundheit will ver⸗ schwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehm' die Arzenei der Suͤnden; laß Nachtrag. 533 mich nicht ungeduldig wer⸗ den, und denke, daß ich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 7. Hab' endlich dann auch Acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, daß mir das frohe Glaubensende ertheilet werd' in deine Haͤnde; daß ich bei dir leb' ewiglich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. 8. Ach! laß mich doch nicht aus der Acht, wenn uns dein juͤngster Tag erscheinet: der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hie nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten stehn, und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab' Acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. 4 Ach sieh ihn dulden, bl. 120 Regi st er. A Seite ch bleib mit deiner 156 Ach endlich, Dulder, 12⁰ Ach Gott, verlaß mich 300 Ach Gott, wie mancher 226 Ach, hier nicht mehr, 309 Ach koͤnnt' ich doch mit Ach welch ein Kampf 6² Allein Gott in der Höh' 29 Alle Menschen muͤssen 20ʃ Allen Christen und auch 373 Aller meiner Bruͤder 378 Aller Welten Herrscher, 28 Alles hast du mir gegeb. 31 Alles ist an deinem S. 4 Allgegenwaͤrtiger! ich x Allguͤtiger, dir will ich 45 Allliebender du schufst 3 Allmaͤchtiger, ich hebe 43 Allmaͤchtig großer Gott 50 Am Kreuz erblaßt 12 Anbetung sei dir, Gott 138 Seite Anbetungswuͤrd'ger G. 7 Vn deine Leiden denk. 100 An dich, mein Gott! 27 Auch außer meinem 48⁵ Auf, Christen, bringet 316 Auf, Christen, laßt uns 66 Auf, dich, Erloser, stets 2433 Auf Erden Wahrheit 9⁰ Auferstehn, ja auferst. 195 Auf, freue dich, mein 6⁵ Auf Gott nur will ich 415 Auf Gott und nicht auf 285. Auf, Jesu Juͤnger fr. 137 Auf, meine Seele auf 120 Auf, o Seele, sei noch 448 Auf, schicke dich, recht f. 82 Aus des Grabes Band. 130 M Dald ist sie nun voll. 400 Bald leg ich Sorg und 497 Bald oder spaͤt des T. 251 3 3 Barm⸗ RI Barmh Cher Christe, Christ Christu Christ, Dau Dank, Das A Das G Das L Daß ic Daß u Da ste Dein Deines Dein Dein Dein! Dein Seite Bamberziger, erhore 495 Bisiehl du deine Wege 287 Begluͤcke meine Reise 485 Begluͤckt, begluͤckt ist, 250 Begrabt den Leib in s. 511 Bekenner Jesu, werdet 106 Berufen hast du mich 414 Blsitz ich nur ein ruhig. 3 Bester, weisester Reg. Bvaffnete, der Krieg. 430 Bvahre meinen Mund, 274. 22¹ 358 351 129 Blden soll ich mich auf Bis der Tod ihm winkt Blick hin in die vergang. Bringt Preis und R. 36⁵ Cheif, aus deinem H. Christe, du Sohn G.! 107 Christ eile nie mit sich. 168 Christus, der ist mein L. 500 Christ, wann dich Truͤb. 293 Dar und Anbetung 29 Dank, Vater dir, der 494 Das Amt der Lehrer, 417 Das Grab ist tief und 515 Das Land, das Gotrtt 426 Daß ich der Tugend 2⁴² Daß unser Gott uns L. Da stehen wir, die Dei. 5 Dein bin ich Gott! D. Deines Gottes freue 2 Dein Heil, o Christ, n. 301 Dein Volk, o Herr, s. Din Wille ists, o G. 330 Oein Wort, o Höͤchst. Register. Seite Dem ganzen Erdkreis 86 Dem großen Vater w. 86 Demuthsvoll komm ich 2 Dem Wandrer gleich, 400 Den groͤßten Sterbend. 114 Der am Kreuz ist meine 117 Der du den Menschen s. 471 Der du selbst die Wahr. 150 Der du stets unsre Zufl. 3 Der du uns als Vater 143 Der du uns das Heil er. 76 Der du voll Blut und 119 Der du von Jugend auf 317 Der Ehestand soll heilig 404 Der Erde Reize sind er. 453 Der Freuden Quell ist 211 Der Heiland kommt, l. 75 Der Herr ist Gott und 5 Der Herr ist meine 288 Der Herrscher aller L. 108 Der hohe Himmel dunk. 462 Der Lenz erfreut, was 195 Der Maͤchtige, der H. 462 Der Mond ist aufgeg. 450 Der Morgen kommt u. 491 Der Tag ist wieder hin; 445 Der weise Schoͤpfer, d. 434 Der Wollust Reiz zu 337 Des Leibes warten und 336 Des neuen Jahres erst. 463 DOich bet ich an, erst. 128 Dich kennen, Gott, ist 269 Dich seh ich wieder, 436 Die auf der Erde wal. 179 Die Erde ist Jesu 52⁵5 Oie hier vor deinem 419 Die Himmel ruͤhmen 34 Die Kinder, deren wir 408 Dies ist der Tag, den 83 Die stillen Abendstund. 448 Die Reg i st e r⸗ Seite Die Thiere, deren Herr Die Zunge, die vern. Dir dank ich fuͤr mein Dir ergeb ich mich, Dir, Gott, der so gern Dir, Gott, sei Preis u. Dir immer aͤhnlicher zu Dir trau ich, Gott, u. Dir, unser Gott, ist Dir zu leben, dir zu Du, aller Menschen V. Du bester aller Mensch. Du bester Trost der A. Du bist's, den Ehr' und Du, deines Vaters Du denkest in der tief. Du, der kein Boͤses thut, Du, der sich einst voll. Du, der so gern begl. Du, dessen Auge floss. Du, deß sich alle Himm. 2 Du gabst mir, Ew'ger Du, Gott, bist uͤber Al. Du, Gott, du bist der Du hast es mir gegeben Du hast uns, Herr, die? Du, Herr, hast aus B. Du, Herr und Vater Du, Herr von meinem Du kamst herab zum Du klagest und fuͤhlest Du laͤßt den Tag mich Du liebst; o Gott, G. Durch dich, Gott, bin Durch dich, o großer G. Du sagst ich bin ein Ch. Du schaust, mein Sch. Du Vater deiner Men. Du vertheilst der Men. Du weiser Schoͤpfer 43⁵ 43² 47⁰ 239 191 16⁵ 501 47⁵ 7¹ 35⁵²½ 47¹ 377 413 313 2⁵² 27⁵ 279 412 16 Seit Du, welchen keine Welt Du wirst o Vater, fuͤr Du wollst erhoͤren G. Ehre sei Gott in der Ein fest' Burg ist Ein Gott regiert; was Ein Herz, o Gott, in Ein milder Regen sinket Ein Pilgrim bin ich in Ein ruhiges Gewissen Einsam bin ich; tiefe Eins ist Noth! Und H. Einst, als im Angstgeb. Einst, freuet euch, einst Empfinde deinen hohen Entehre nicht, mein H. Entfernet euch, unselg'e Entreiße dich, mein G. Entschwinge dich, mein Erdentoͤchter, Erdens. Erfreue dich des Heils Erfuͤlle redlich deine P. Erhabner Gott, was r. Erhalt uns, Herr, bei Erhalt uns, Herr, die Erhebt, den Herrn, ihr Erhoͤhter Jesu! Gottes Erinnre dich, mein G. Er ist erstanden, Jesus Er ist gekommen, er, Erloͤser, der im Staube Ermuͤdet von den S. Erscheine meinem Geist/ Er starb, der groͤßte Fr. Ertoͤne, feiernder Ges. Ertoͤnt, ihr Freudenl. Es baut, o Gott, auf 3 4 4⁰ 1d 50 Ul 105 20⁰ 965 461 — 304HH 4⁵⁰ 2l 10⁰ WW 240 3³⁵ 305 8⁰⁷ 20⁵ 510 85 204 0 15⁴ 31¹ 65 57⁷ 131 13 77⁷ 10⁷ 44⁰ 95 121 3²⁰ 46² 4⁵³ G5 Sait Seite Seite Velt 40. Es eilt der letzte von 350 Gern will ich mich erg. 182 für 190ʃ Es freu' der Fuͤrst des 310 Geweihter Ort, wo S. 519 G. 5%ʃ Es ging ein Mann voll 88 Geweiht zum Christent. 164 Es hebt sich auf der A. 219 Gewoͤhne dich, durch 4²29 I Es herrscht ein Gott, d. 292 Gib, Gott, wenn ich d. 322. Es ist dein Wille, Herr 490 Gib Höchster, daß ich 4344 er. Il Es ist nicht mehr, fuͤr 508 Gib mir, o Gott, ein 3749 103% Es ist noch eine Ruh v. 208 Gott, aus deinen Sch. 33 as A Eßs ist nur einer Herr 6 Gott, deine Gnade sei 82 . 360 Es ist vollbracht, so r. 124 Gott, deine Guͤte, deine 45 iket 460 Es lebt ein Gott, der 24 Gott, deine Gute reicht 3007 in 2ohl Es preiset Gott, wer J. 246 Gott, deinen heiligen 284 34 Es werde Gott von dir 48 Gott, deinen weisen W. 413 5. 450J Es zieht, o Gott, ein K. 478. Gott, deine weise Macht 44h ö H. Al Es zuͤchtigt deine Hand 477 Gott, der an allen End. 40 eb. 106 Ewig, ewig bin ich dein, 163 Gott, der du die Men. 38⁴4 ist 3 Ebwig, o Jesu, wird dein 157 Gott, der du für uns 6⁸ n Al] Ewig und unwandelbar 466 Gott, der du Herzensk. 27 9. 353 Gott, der du Schmerz 490 e 305 Gott, der du unsre Zuf. 230 3. 87 Gott der Liebe, wie er. 272757 :205 Fud nieder, fallet 314 Gott der Tage, Gott d. 497/%w 519 Ferne sei der Irrthum 215 Gott, der zum Segen f. 427 W 38 Fest steht dein Bund, 469 Gott des Himmels und 437 5 b. Al Frohlockend, Vater, w. 443 Gott, dessen Macht des 483 r. 9 Frohlockt ihr Christen, 132 Gott, dir gefaͤllt kein 2⁵3 154 Fruh, mit umwölktem 455 Gott, dir vertraun ist 293 311 Fihrer zur Vollkomm. 89 Gott, du bist von Ewig. 10 ö r 689 Hur alle Menschen bet. 311 Gott, du erforschest mich 217 5½½7/Füur deinen Himmel 507 Gott, durch den wir sind 150 4 131 Fürwahr, du bist, o G. 40 Gottes Gnade sei mit 4232 135 Gottes Sohn ist kom. 81 77⁷ Gott, heilig sei dein N. 149 ö e 10⁷ Gott, hilf mir, daß ich 5³29 4⁴⁰ Gauentet ist der Feld. 455 Gott, ich will mich e. 254 „00 Gedanke, der uns Leb. 64 Gott, immer groß an 359 Geht hin! der Gott 405 Gott ist die Liebe, Gott 26 Geist vom Vater und 142 Gott ist getreu, sein B. 24 402 Gelobt seist du, o Gott 526 Gott ist mein Hort und 14192 90 Gerechter Gott, vor d. 19 Gott ist mein Lied, er 6 9 N 5 ott — Herr, Seite Gott ist's der das Ver. 342 Gott, lehre mich verst. 225 Goͤttlicher, dich zu erh. 248 Gott, mein Vater, O. 410 Gott, mit allen seinen 466 Gott, oͤffne deinen Him. 502 Gott ruft der Sonn' u. 465 Gott, Schoͤpfer, St. 404 Gott sei Dank, ich lebe 440 Gott sei Dank in aller 73 Gott sorgt fuͤr uns. O 42 Gott von großer Macht 460 Gott, vor dessen Anges. 18 Gott, wann mein sterb. 497 Gott, welch ein Schm. 506 Gott, wie schrecklich s. 61 Großer Gott, erhabnes 58 Groß ist der Herr, die 364 Groß ist, ihr Aeltern, 407 Groß wird des Suͤnd. 201 Has Acht auf mich in 532 Habe deine Lust am 284 Habe deine Lust, o J. 473 Hallelujah, bringet Ch. 315 Halte dich mit hoher L. 317 Hast du denn ganz dein 479 Heiland, deine Mensch. 02 Heiland, den uns Gott 69 Heiland, groß an Huld 176 Heil dir, Seele, Gotrt 502 Heiliger Geist, von G. 141 Heilig, heilig ist das 372 Heil ihm, dem Todes 127 Herr, deine Allmacht 14 Herr, deine Kirche dan. 157 deine Sanftmuth 385 Herr, dein Gesetz undd 152 Herr, der du alles g. 328 Regist e r. Seitz Herr, der du dein th. 17⁷ Herr, der du mir das 447 Herr, Herr, Herr, Herr, du faͤhrst mit 135⁵ Herr, du wollst sie 17³ Herr Gott dich loben 3ʃ0 Herr Gott, dich l.(b) 320 Herr Gott, du bist die, 11 Herr Gott, was irdisch 43 Herr, hoͤre mein Gebet 255 Herr, ich bin dein Eig. 200 Herr, ich hab aus deiner 185 Herr, laß mich doch g. 34ʃ Herr, lehre mich den w. 59 Herrlich ists an Freund. 439 der du selbst die 101 du bist meine 3. 5 Herrlich ist's in deinem 150 Herr, mache meine S. M Herr, meiner Scele g. 330 Herr, mein Licht erl. 147 Herr, mein Versoͤhner 385 Herr, staͤrke mich, dein 98 Herr und Richter aller 100. Herr, unser Gott, wer 30. Herr, vor deinem Ang. Herr! welch ein wicht. 400 Herr, wie lange muß 35 Herr, wir feiern dein 173 Herr, wir singen dei. 69 Herr, wir stehen hier 161 Hier, bin ich, Jesu, zu 165 Hier ist noch unsre P. 332 Hier lieg ich, Herr, in 88 Hilf mir, Gott, der K. 480 Hochster, denk jch an. El Hoͤchster Gott, wir d. 3 Hoͤchster, wer ist's, der Höher hebt sich Gottes 459 Huldigt Gott, ihr froh. W. 8 5 Jauchzt du erforschest mich 15 Ich komm Ich preise Ich seh it Ich sterbt Y trete Y weiß Y will I will Ich will Ich will Ich will, Isu, deir Isu, mei Isu, me Isum er Psus leb Nsus, m Im Fru Immer Immer Seit M 6 1hl 3. 57 lich 15 135 17³ 300 9 30 ie II ch 433 129 3. 20⁰ er 185 . 344 v. 52 d. 433 n 160⁰ 20 33⁰ 14⁷ 380 ö 8 3 10⁰ 30⁰ 90092 400 2⁵⁰ 17³ 6² 161 166 33² 48⁸ 4809 20⁰ 45² 0 nuchzt Re eg i st 82 4. In bebe nicht vor T 17⁷ B unserm Gott 23 447⁷ od 193 30 bin der reichste M. 346 Ich bin ein Christ! G. 257 Ich bin getauft auf d. 161 Ich bin getauft nach J. 162 Ich bin in meinem G. 353 Ich bin, o Gott, dein 51 Ich bin zur Ewigkeit Ich blick empor zu di Ich denk an dein G. 194 ir 222 528 Ih eile meiner Heim. 498 Ith erhebe mein G. 220 Ich fasse, Vater, deine 499 Ih freue mich mein G. 285 Wgeh einst ohne B. 188 Y habe, Gott, mir Ich hab' in guten S Ich hoff' eint ew'ges Ee. 256 t. 361 L. 204 Ich komme, Herr, und 167 Ich komme vor dein Ich preise dich, o He 302 rr, 167 Ich seh im Abendrothe 449 Ich sterbe schon, jedoch 503 Ih trete vor dein A Ih weiß an wen me Ih will dem Herrn ng. 473 in 233 zu 482 Ih will den Bund mit 172 Ih will dich noch im 184 Jc will in stiller Eins. 474 Ich will, mein Gott, du 531 Vsu, deine tiefe Wund. 103 Isu, meine Freude, Isu, meines Lebens 2⁴ Lon 399 Jsum ewig zu verehr. 240 Isus lebt, mit ihm 127 Nsus, meine Zuversicht 193 Im Fruͤhling meiner J. 416 Immer naͤher kommt 197 Immer sich bestreben 88 Seite In allen meinen Thaten 37 In Gottes Namen f. 441 In Truͤbsal, Christ, sei 362 In unserm Kummer 487 Ist Gott fuͤr mich, so 231 Kan Lehrer, ist dir J. 93 Kein Mensch, o Gott, 5⁵ Kinder, die ihr noch im 410 Kommt brtend oft und 303 Komm, o komm, du G. 139 Kommt die ihr nicht 94 Kommt, kommt den H. 39 Kommt, laßt uns Gott 459 Kommt mit Dank vor 65 Kommt und laßt uns 258 Las deinen Geist mich 101 Laß doch, o Jesu, laß 157 Laß, Herr, nach eitlen 347 Laß mich doch nicht, o 345 Laß mich, Hoͤchster, d. 388 Laß mich, o Herr, in 259 Laß mir die Feier deiner 97 Laß dankbar uns die 424 Laß das Vollendungsf. 135 Laßt dem Tode seinen 512 Laßt uns mit ehrfurchts. 79 Laßt uns unserm Gott 80 Lehre mich, Herr, recht 333 Lieblich sind der Tugend 399 Liebster Jesu wir sind 1 Lob, Ehr' und Dank sei 483 Lob, Ehr' und Preis 522 Lobet den Herrn, 321 Lob, Preis und Ehre br. 1 Lob Register. Seite Lob sei Gott, der den F. 451 Lob sei Gott, der den 438 Lobfinge, meine Seele, 133 Lobsinget Gott! Dank 30 Lobsinget Gott, denn s. 158 Lobsinget Gott, er schuf 32 Lobt Gott, ihr Christen, 78 Mach dich, mein 334 Mein Auge sieht, o Gott 43 Mein bester Trost in 305 Meine Kinder, Gott, 409 Meine Lebenszeit ver. 186 Meinen Jesum laß ich 234 Mein Erloͤser, auch fuͤr 100 Mein Erloser, der du 162 Mein Erloͤser, Gottes 102 Mein erst Geschaͤft 439 Meines Herzens reinste 232 Mein ganzer Geist, G. 205 Mein Glaub ist meines 399 Mein Gott, ach lehre 260 Mein Gott, du wohnest 270 Mein Gott, ich weiß 18⁷7 Mein Gott, zu dem ich 223 Mein Heiland, deine 71 Mein Heiland lebt und 520 Mein Herz, ermuntre d. 530 Mein Herz, Gott, V. 222 Mein Hort ist Gott! 294 Mein Jesu, fuͤr dein 113 Mein Leben steht in G. 185 Mein Schoͤpfer, dessen 261 Mein Vater, und mein 262 Menschenfreund, nach 373 Menschen weis' und gut 406 Mich selbst muß ich bez. 335 Mir nach, spricht Chr. 245 Mit Ernst, o Menschenk. Run laßt Mit Freuden laßt uns Nun sink Mit frohlockendem G. Nur kurg Mit lautem Schall fr. H Mittler, schau auf sie 10 Mit welchem Dank, blich Mit welcher Langmuth d wir O Durst Oft klagt O Golga Nach einer Pruͤfung O Hott, Nach einer schmerzenv. O Gott, Nach frommer Eintracht Ad Gott Nach Gottes weisheits. Gott, Nach Jesu weisheitsl. I O Gott, Nach meiner Seele Sel. Gott, Nahet anbetend dem O große Nahet dem Altare, Unst. O Heilan Naht mit Andacht im O ͤheil ge Nicht auf den Hoh'n, n.. O Herr, Nicht, daß ich's schon O Kinde Nicht fr der Felder O bant Nicht lang ein Pilger O Mase Nicht mehr, als meine O fllg, Nichts ist von ungefähr! O simm Richt um ein flüchtig Owelch Nicht um Reichthum, Ouualch Nie bist du, Hoͤchster, Nie will ich wieder fluch. y d Welt. Nimm unsre Dankgef. 8 Noch immer wechsen: wie Noch laͤßt der Herr O wie Noch leb ich. Ob ich m. Noch nie hast du dein Noch stehen wir, o G. Iit Nun bitten wir den h. Mas u Nun bringen wir den Nun danket Alle Gott 0 Ran Nimm hin den Dank le Nun ist das alte Jahr 0 lgior 1 Registen. E„Seite Seite schenk. Run laßt uns Alle fröͤhl. 67 Richtet nicht mit harter 379 uns Run sinkt die Sonne 444 Ruhet wohl, ihr Todt. 513 G. Nur kurz ist hier mein 179 Ruhig ist des Todes 51⁵5 Ifr. sie k 0 O, blickt hinauf zur E. 390 Sa deine Thraͤnens. 359 ob wir sind, wie wir 390 Sanft, o Christ, ist J. 249 O Durst nach Blut, o 109 Sanft, wie er gewand. 519 Ost klagt dein Herz, w. 264 Schaffet, schaffet, M. 224 O Golgatha, zu deinen 123 Scheint mir freudenleer 354 ung NO Gott, den alle Wesen 325 Schicke dich, erloͤste S. 171 env. 0 Gott, der du mein 270 Schmerz und Klage fuͤllt 461 tracht d Gott des Himmels 36 Schon auf Erden könn. 91 heits. 4 8 Gott, deß starke H. 24 Schon ist der Tag von 199 tsl. d Gott, du bist mein 2 Schoͤn ist die Tugend, 267 Sel. 3 d Gott, du frommer 264 Schon naht sich meines 497 m großer Gott, du r. 143 Schon wieder Nacht 40² Unst. O Heiland, dessen hoh. 177 Schöpfer der erschaffn. 324 im heil'ger Geist, kehr 140 Schöpfer, Gott, Herr 1 n, n. 3 d Herr, mein Gott, d. 370 Schuͤtze die deinen, d. 159 jon d Kinder, dieser Tag 422 Schweiget, bange 3w. 236 er 4 O bönnt' ich dich, mein 324 Schwer liegt der Treu. 522 ger O Manschenfreund, mit 178 Schwingt, heilige G. 6 eine 4 O selig, wer zufrieden 403 Seht, Christen. sehet J. 124 fähr! Ostimm auch du mit 79 Seht, welch ein M.I 110 tig 1 O welch ein Gluͤck in 50 Sei, aller Wollust Reiz 337 m, 3 Owelch ein Segen ist 433 Seid barmherzig, M. 383 er, O welch ein unschaͤtbb. 395 Sei gesegnet! Amen, 50⁵ luch. 0 O Welt, sieh hier dein 118 Sei getreu in deinem 420 gef. wie selig seyd ihr 521 Sei Gott getreu, halt 282 in O wie sanft ist, Herr, 59 Sei hochgepriesen, B. 102 r 4½% O wie unaussprechlich 207 Sei mir gegruͤßt zum 443 h m. 16 Sei zufrieden, mein G. 41 Y Selig, Jesu, sind, die 196 G.% Preist, Ehristen, mit 460 Selig sind des Himmels 189 h. ½ Rs und Anbetung 323 Stlig sind, die in dem 500 en 3 Selig, wer mit stillem 290 R Senkt den Leichnam, 511 ne 6 klichkeit, mit dir 391 Senkt nur den Leib in 512 Rlgion, von Gott geg. 144 Sieh' diese jungen S. 422 nuth Sink ich einst in jenen So fliehen unsre Tage So gib denn fromme So hoff' ich denn mit So jemand spricht: ich So ist mit aller seiner Soll dein verderbtes Sollt' es gleich bisw. Sollt' ich jetzt noch da Sollt' ich meinem Gott So schlummerst du in So wahr ich lebe! s. So weit, Herr, deine H. So weit nur Menschen So, wie du bist, so Standhaft sei, o Gott, Stimmt unserm Gott Staͤrke, Mittler, staͤrke Stets warst du meine Still erheben wir uns. Suͤnde ist nie klein zu Teener sei mir allezeit Triumph! Triumph! u. Uldeer aller Himmel H. Um Erbarmen flehn Um Gnade fuͤr die S. Unerforschlich sei mir Unschuldigster, du hatt. Unser Gott, der Herr d. Unser Gott ist groß u. Unser Wandel ist im H. Unsre Kindheit, unsre Uns stroͤmt aus deiner Ansterblichkeit, Unsterbl. Register. Seite 449 4⁴⁷ 90513 236 376 403 147 366 2⁴⁷7 29⁵5 12⁵ 226 25 4⁵4 12 338 531 419 47⁵ 516 57 136 479 1³ 12 112 63 35⁵ —47² 343 20⁸ Unter manchen bangen Unumschraͤnkte Liebe! 9 Unwiederbringlich schen. Vacer, den uns Jesus Vater, hellig moͤgt' ich Verbittre dir dein Leben Vereinigt laßt uns Gut.“ Vergelten wirst du den 3 Verfammelt hatte Jesus Verschwunden ist der Vertrauen ist des Chr. Verzeih der tiefen Trau. Viele Freuden streust du Vollbracht ist nun die — Voll Dank an diesem Vollendet freudig euren? Vollendet hatte Gottes Voller Ehrfurcht, Dank Vom Geraͤusch der W.) Vom Grab, an dem wir Vom Todesthal hinauf Von allen Himmeln t. Von deiner Weisheit; 4 Von dir, der meine 9 Von dir, du Gott der A Von dir, Gott, sind der 4 Bon dir in diese Welt) Von Furcht dahin ger. Von heiligem Gefuͤhl Von Herzen preis' ich 6 Vor dir, Herr, denken Von dir, o Gott, sich Y Wach auf, mein Herz, K Wann wir unsern Lauf 90 Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wer Wer Ver Wer ingen be! schen. 6 Jesus. den 9 oer 4 an nauf f n t. N it; 4 Seite Warum erbebst du, m. 196 Warum, sollt' ich mich 367 Warum willst du doch 296 Was Gott thut, das ist 368 Was hilft es mir, ein 268 Was ich nur gutes h. 326 Was ist im Himmel, 271 Was ist mein Leben 369 Was ist mein zeitlich 339 Vas ist's, daß ich mich 37 Was mein Gott will, 368 Was soll ich angstlich 297 Was sorgst du aͤngstlich 189 Was wär' ich ohne dich 234 Was zagst du? Gott 298 Weicht, ihr Berge, fallt 20 Weit um mich her, ist A. 453 Welch' hohes Beispiel 250 Welch' hohes Vorrecht 304 Welterlöser⸗ dich zu l. 244 Wenn Christus seine 159 Winn der Stifter der 517 Wenn Geschwister fr. 412 Wenn gleich aus tiefer 371 Wenn ich auf Gottes 198 Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wenn Wer auf seinen Gott v. Ver bin ich? welche Ver dieser Erden G. Wer gehorcht, der ich einst von jen. ich, o Schoͤpfer, meine Zeit vorh. Winschen streb. mich die Suͤnd. oft zu jener S. sich mein Geist wir in hoͤchsten zur Erfuͤllung wir, o Gott, die 3 ich ein gut Gew. 394 Wer, Gott, bei dei. Wer Gottes Wege g. Wer Gottes Wort n. Wer hat den Glauben, Wer hoͤher durch Geb. Wer Jesum kennt, ver. Wer kann die Leiden f. Wer koͤnnte zweifeln, Wer machte diese schoͤne Wer mit Lust und Eifer Wer nur den lieben G. Wer nur ein Laster l. Wer sich mit Ernst der Wer stets mit reinem Wer Suͤnde thut, der Wer unter deinem Sch. Wer weiß, wie bald in Wer weiß, wie nahe m. Wer zaͤhlt, Unendlich. Wiedersehn! mit laut. Wie freu ich mich der Wie getrost und heiter Wie gnaͤdig ist des Hoͤch. Wie goͤttlich find doch Wie 4105 bist du, o G. Wie groß ist des Allm. Wie groß ist unsre S. Wie groß, o Herr, ers. Wie groß, wie angebet. Wie gut, wie heilig ist Wie heiter fließt mein Wie im Herbste faͤllt Wie leicht verkenn' ich Wie mannigfaltig sind Wie sanft, mein Vater, Wie sanft sehn wir den Wie selig lebt ein M. Wie sicher lebt der M. Wie soll ich dich empf. Wie theuer, Gott, ist Seite 277 218 237 2¹⁵5 4²⁸ 2¹³ 107 4. 31 518 300 56 346 266 60 4⁴48 192 190 46 522 209 2³7 463 9⁴ 27.½ 22 397 111 72 151 398 18⁰ 327 340 306 506 382 182 7⁵ 229 Wie R e g i er. Seite Wie viele Freuden dank 26 Wie wichtig ist doch der 53 Wie wird mir dann, o 187 Wie wohl ist mir, o Fr. 238 Will mich, o Gott, hie. 371 Willst du der Weish. 274 Willst du die Buße noch 227 Wir Alle, Menschenv. 458 Wir flehn für unsrer A. 411 Wir gehn ans Grab u. 509 Wir glauben an den ein. 30 Wir kommen, Helfer, d. 487 Wir sind in Noth, laß 483 Wir trocknen unsre Th. 364 Wo eilt ihr hin, ihr Leb. 351 Wohl dem, der beßre 348 Wohl dem, der in dem 402 Wohl dem, der richtig 389 Sah Wohl dem, der seines A Wohl mir, o Schöͤpfer z 400 Wohlthaͤtig sind der E. 30 Wohl uns! Wohl uns 4ʃ Wohlzuthun u. mitzu. 3 Wo ist wohl Noth und 6 Wort aus Gottes M. 10 Wo sind die Weisen, d. 3² bir erhebt sich mein 9 Zu dir, o Gott, das H. Zu dir, Unendlicher, zu 40 Zum Fleiße ward das 34ʃ V, sers H weiß u Zum Himmel erhebe A Zur Arbeit, nicht zum 3 Zur fruͤhen Gruft 5¹ Zwar wird noch manche A Das Das des Lei Daß wie wi wer m nögen „Matechis mus 4 1 D. M. Luthers. u. Vl 9. 13 Bist du ein Christ? d. Ja, Herr. , Woher weibt du dase mein 9.. Daher, daß ich getauft bin auf den Namen un⸗ H. 3a sers Herrn Jesu Christi, und die christliche Lehre zu 40 weiß und glaube. 6 300„Welches ist denn die christliche Lehre? mn 30 Die in den Schriften Mose, der Propheten und 3 syosteln verfasset und begriffen ist. nche Wie viel Hauptstücke hat die christliche Lehre? Fünf. Das erste? Die zehn Gebote Gottes. Das andere? Die Artickel des christlichen Glaubens. Bas drittes Das Gebet des Herrn. Das vierte? Das Sakrament der heiligen Taufe. Das fünfte? Das Abendmahl des Herrn oder das Sakrament des Leibes und Bluts unsers Herrn Jesu Christi. Wozu dienen uns diese allesammt insgemein? Daß wir erkennen, erstlich, wer wir seyn, und wie wir mit unserm Herr Gott stehen. Darnach, swer unser Herr Gott sey, und wie wir mit ihm nögen versöhnt und vereinigt werden. S Das erste Hauptstück. voch Von den zehn Geboten Gottes. Wie lautet das erste Gebot? Du sollst keine an Götter haben neben as ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, ben und ihm allein vertrauen. ö Das andere Gebot? Du Du sollst den Namen Gottes deines Herrn 6 ö unnützlich führen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wirhi seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaube lügen oder trügen: sondern denselben in allen then anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot? Du sollt den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, die Predigt und sein Wort nicht verachten; dasselbige heilig halten, gerne hören und lernn. D 4 + as vierte Gebot? Du sollt deinen Vater und deine Mutter ehren, 9 daß dirs wohl gehe und du lange lebest auf Ern Was ist das? Wir sollen Gött fürchten und lieben, daß h. unsere Eltern und Herrn nicht verachten, nochh züͤrnen: nen, gehorchen, sie lieb und werth haben. Das fünfte Gebot N Du sollt nicht tödten. ö 4 Was ist das? ö Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß der M sondern sie in Ehren halten: ihnen N. hehalte unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden doch Leid thun, sondern ihm helfen u fordern tes. allen Leibesnöthen. Dou solls ht ehr Brech Gebotꝰ* 0 u sollst nicht ehebrechen. ů —n daer ten, H. Wir sollen Gott fürchten und leben/ daß wir kusch und züchtig leben in Worten und Werken undðʒd ein jeglicher seinen Gemahl lieben und chren. 0 rrn n Das siebente Gebot? a7 Du sollst nicht stehlen. ¹ι Was ist das? Wn wirl. Wir sollen Gott fürchten und lieben daßch wi: zaube ünserm Nächsten sein Geld und Gut nicht nehmen, illen loch mit falscher Waare oder Handel an uns brin⸗ n; sondern ihm sein Gut und +6 ksern und behüten. Das achte Gebot' Du sollt kein falsch Zeugniß reden wuider deinen daß Nächsten. sondes Was ist das? lerne. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wi: uisern Nächsten nicht fälschlich belügen, perrathen ren, Aasterreden oder bösen Leumuth machen: sondern W uf Ethe sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren. WW daß 6 Das neunte Gebot? Eun Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. ynen i Was ist st das? 8 10 Vir sollen Gott fürchten und lieben/ daß Wir WMM unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erb Ider Hause streben, noch mit einem Schest des Rechten an uns bringen! sondern ihm dasselbige zu daß 1 förderlich und dienstlich sn. 05 Das erste Hauptstück. 1— Das zehnte Gebot? ö Kön Du sollst nicht begehren deines Nächsten Vi Knecht, Magd, BVieh, oder alles, was sein i Achn Was ist das? gut die Wir sollen Gott fürchten und lieben, dah nhr unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesind oder V. abspannen, abbringen oder abwendig machenz u Christ dern bei denselben anhalten, daß sie bleiben u heilts u thun was sie schuldig sind. liiten: Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? sn gute Er sagt also: Ich, der Herr dein Gott, bin Ahen thu starker eifriger Gott, der üͤber die, so mich hassa Richsten die Sünde der Väter heimsucht an den Kinde bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, mich lieben und meine Gebote halten, thue wohl bis ins tausende Glied. Was ist das? Goit dräuet zu strafen alle, die diese Gebote uhn Der treten, darum sollen wir uns fürchten für sein Der Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er i heißt aber Gnade und alles Gute allen, die solthnr allm Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieht und vertrauen und gerne thun nach seinen Gebohn Ich gl Wozu sind uns diese zehn Gebote Gottes nutz! huren, n Zu Zweierlei. Erstlich zeigen sie uns die Sus Gledet⸗ an und offenbaren Gottes Zorn über die Suͤn 1. daburch wir verursacht werden Vergebung Ant ne Sünden und Trost wider Gottes Zorn und den eis nichlich gen Toß bei unserm Herrn und Heiland zu suchtn schütt un Zum andern lehren sie welches die gute Walh gi sein, so die Gläubige und Neugeborne zu thun shulnicige D. ist dig sind, ihren Gehorsam und Dankbarkeit gehlh und dast den gnädigen Vater im Himmel damit zu 1000 Das andere Hauptstück. 5 Können wir denn mit unsern guten Werken Gottes en Wil Gebot und Gesetz erfüllen? 16 sein 0 10 nein! denn unsere wer ind und uean w ton wol⸗ ut dieweil wir arme Sünder sind und wenn wir schon wol⸗ Guter thun, so liegt uns doch das Böse an. Röm. am 7. aß 0 Wer hat denn das Gesetz und die zehn Geboten Gottes oder V erfüllet? ö henz sh Christus Jesus, Gottes und Marien Sohn, der ist ganz iben uhellg und gerecht, der hat für uns dem Gesetz genug ge⸗ hitten: und um desselbigen willen gefallen Gott auch un⸗ aller! sete gute Werke, die wir durch Gottes Gnade im Glau⸗ bin hen thun; ihm zu seinem Lob und Ehren, und unserm 25 zu Dienst obschon Mangel an denselbigen ist. ——*—————4——————————————————————— Kind. Das andere Hauptstück. ihu on den Artickeln des christlichen Glaubens. Welches sind die Artickel des christlichen Glaubens? Der erste: Von der Schöpfung. Der andere: Von der Erlösung. r seim Der dritte: Von der Heiligung. Er 8 Wie lautet der erste Artickes die so Bon der Schöpfung: Ich glaube an Gott den Va⸗ ie sl Er allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. ch liehe Was ist das? Geboln Ich glaube daß mich Gott erschaffen hat sammt allen Crea⸗ nutz! turen, mir Leib und Seel, Augen und Ohren, und alle ie Sünh Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch Sündl eahält dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und glle Güter dung Init aller Nothdurft und Nahrung des Leibes und Lebens den ehh keichlich und täglich versorget, wider alle Gefährlichkeit be⸗ suchth shatt und beschirmet, und vor allem Uebel behütet und be⸗ e Wath wahtet, und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher un sch ut und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit, das alles ich ihm zu danken, und zu loben, it gehih und datür zu dienen und gehorsam zu seyn schuldig bin. eweiseh Das ist gewißlich wahr. ote uhn than anders nicht, als ob wir selbst das Gesetz gehalten 6 Das andere Hauptstück. ö „Wie lautet der andere Art kel? ö 0 Von der Erlösung. Und an Jesum Chri 0 geiren eingebornen Sohn, unsern Herrn, der e Geist Pfangen ist von dem heiligen Geist, geboren g seinen Maria der Jungfrau. Gelitten unter Pontio heilige lato, gekreuziget, gestorben und begraben, nieh senheit gefahren zur Höllen, am dritten Tage auferstan hei Je von den Todten, aufgefahren. gen Himmel, si hu, t zur Rechten Gottes des allmächtigen Vaters, lihen dannen er kommen wird zu richten die Lebendih am jü und die Todten. ken wi Was ist das? ‚ o Je Ich glaube, daß Jesus Christus wahrhaftiger& rwihl vom Vater in Ewigkeit geboren und auch waf—— haftiger Mensch von der Jungfrau Maria gel Da ren, sey mein Herr, der mich armen verlon wer e und verdammten Menschen erlöset hat, erwoll Ville und gewonnen, von allen Sünden, vom Tod von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold an Er Silber, sondern mit seinem heiligen theuren M Ootl de und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterig in eine auf daß ich sein eigen sey, und in seinem AA unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gens Nei tigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist uj dreien erstanden von den Toden, lebet und regierg Ewigkeik. Das ist gewißlich wahr.. 0 Wie lautet der drilte Artikel? mitthe Von der Heiligung. Ich glaube an den heilh 6.— Geist. Eine hellige christliche Kirche, die Gemii un 0 schaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, erstehung des Fleisches, und ein ewiges Leben. Ausl Dieat Was ist das? Ver Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernu] Er Das andere Hauptstuͤck. 7 5 noch Kraft an Jesum Christum meinen Herrn glau⸗ Thri der ih Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit onlo Gaben erleuchtet, im rechten Glauben ge⸗ ontih hellget und erhalten, gleichwie er die ganze Chri⸗ , niedt senheit auf Erden berufet, sammlet, erleuchtet, und ferstanz hei Jesu Christi erhält im rechten einigen Glau⸗ nel, s hen, in welcher Christenheit er mir und allen Gläu⸗ ters, Algen täglich alle Sünden reichlich vergiebt, und ebendih am jüngsten Tage mich und alle Toden auferwel⸗ ken wird, und mir sammt allen Gläubigen in Chri⸗ so Jesu ein ewiges Leben geben wird. Das ist tiger Mhrwißlich wahr. ö ich wah Wozu dienen uns die Artikel des christlichen Glaubens 2 ria gal Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, verlom ter er sey in seinem Wesen und was sein gnädiger erwof Pille gegen uns sey. Tod Wer ist nun Gott in seinem Wesen ꝛ Sold in Er ist Gott der Vater, Gott der Sohn und mren M Oolt der heilige Geist, drei unterschiedliche Personen Sterlg in einem einigen, ewigen, unzertrennlichen Wesen. em Mi⸗ Sind denn drei Götter? r Gen. Nein, es ist nur ein einziger Gott, welcher sich in er istaß dreien unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat. egiertt. Was ist der gnädige Wille SHottes? Daß er will uns unsere Sünden vergeben, und mittheilen das ewige selige Leben. heilih Wonmn nützt uns die Erkenntniß göttlichen Wesens und Willens? Gem Daß wir dadurch einen rechten Glauben über⸗ den, N lonmen und durch den Glauben selig werden. n Am Welche unter den dreien Personen ist Mensch worden ꝛ Die andere Person, als nämlich der ewige Sohn Gottes. Vernn Wer 14 nun Christus unser Erlöser in seiner Person? ö Er ist wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewig⸗ ben, oder zu ihm kommen kann, sondern der heil. 8 Das andere Hauptstück. keit geboren und auch wahrhaftiger Mensch vony Jungfrau Maria geboren: Mein Herr; oder kün Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch. On Bat⸗ Gottes und Marien Sohn. ö Welches ist denn die größte Wohlthat deines Erlösen Gott Jesu Christi? sollen: Er hat mich armen verlornen und verdammi rechte Menschen erlößt, erworben und gewonnen von all Zubers Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufeh iren! Warum hat er dich erlöset? Auf daß ich sein eigen sey, und in seinn Geh Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewih Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Wai Glaubst du auch, daß Christus dein Herr bei seiner lich dir bi Kirch allhier auf Erden und auch bei dir sey? shheili⸗ Ja, mein lieber Herr Christus, wahrer O und Mensch, ein Herr über alles, ist nach sei Wo Verheißung bei mir und allen seinen Gläubigen wird, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mih darnna erlöset hat, also schützet und schirmet er mich aul Wer a und will mich endlich in sein herrliches Reich un Ottes diesem Leben aufnehmen. Outtes Wodurch wirst du vor Gott gerecht und selig? Durch kein ander Werk als durch den ganzen ah Dei lerheiligsten Gehorsam meines Herrn und Erloͤsen Got Jesu Christi, durch sein allerbitterstes Leiden u In ů Sterben, das halt ich mit festem Glauben, und darns a ö stehet all meines Herzens Vertrauen und Zuversih 0 5 Woher kommt die Bekehrung zu Gott und der Glaul Wer an Jesum? I Es ist eine Gabe des heiligen Geistes, der win Mest, ket und giebt mir sie durch sein heilig Wort un sune Evangelium, und durch die heiligen Sakramensn lh m Das dritte Hauptstück. 9 von Von dem Gebet des Herrn. er kür Wie lautet das Gebet des Herrne Dl Vater unser der du bist im Himmel. Was ist das? Erlösen Gott will uns damit locken, daß wir glauben slen: Er sey unser rechter Vater, und wir seine dammt nihte Kinder, auf daß wir getrost und mit aller von all dbersicht ihn bitten sollen wie die lieben Kinder hren lieben Vater. Taust 1 Die in Name. n sei eheiliget werde dein Name. eund n Was ist das 4 Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig, aber ner linhn hir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns sey? theiliget werde. rer O»Wie geschieht das? ch sei Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret äubige wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes er mi darnach leben: das hilf uns lieber Vater im Himmel. ich aul Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort eich ns Oottes lehret, der entheiligt unter uns den Namen Gottes, da behüt uns vor, lieber himmlischer Vater. lig? ö Die andere Bitte. nzen a. Dein Reich komme. Erlösen Was ist das? den mü Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst aber wir bitten in diesem Gebet, daß es d dargh est auch zu uns komme. ö Wie geschieht das? Glaul. Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen er wis Glist giebt, daß wir seinem heiligen Wort, durch ort un seine Gnade glauben, und göttlich leben, hier zeit⸗ menten. lich und dort ewiglich. ö 3 Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auh Erden. ö Was ist das? ů Gottes guter gnädiger Wille geschieht wohl ohn un Gebet, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch! uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht, sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da it Teufels, der Welt, und unsers Fleisches Wille, sondn stärket und behält une fest in seinem Wort und Glaubt bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger und guter WI Die vierte Bitte. Unser täglich Brod gieb uns heute. Was ist das?* Gott gibt das tägliche Brod auch wohl ohne un Bitte, allen bösen Menschen: aber wir bitten in dih Gebet, daß er uns solches erkennen lasse, und win Danksagung ewpfahen unser töglich Brod. Wias beißt denn täglich Brod? Alles, was zur Leibesnahrung und Nothdurft gehöh als Essen, Trinken, Kleider, Schuhe, Haus, Hof, At Vieh, Geld, Guth, fromm Gemahl, fromme Kinder fron Gesinde, fromme und getreue Oberherrn, gut Regimi gut Wetter, Friede, Gesundbeit, Zucht, Ehre, gute Fun de, getreue Nachbarn und desgleichen. x Die fünfte Bitte. Und vergib uns unsere Schuld, als auch vergeben unsern Schuldigern. Was ist das r Wie bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Hins nicht ansehen wolle unsere Sünde, und um derselden len solche Bitte nicht versagen, denn wir sind der kish werth, daß wir bitten habens auch nicht verdienet, ½ dern er wolle uns alles aus Gnaden geben, denn v täglich viel sundigen, und wohl eitele Strafe verdln So wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergt und gerne wohl thun denen, die sich an uns versundij auche ohn unh er auch richt/ U da ist , sondu „Glaubt uter MI hne I in diis id wir ft gehin Hof, Adh ider fron Regim ute Finl auch 6 m Hima selben der kesn enet, s% denn verdlinn vergehl —) T Die sechste Bitte. Und fuͤhre uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erholten, auf daß uns der Teufel, die Welt, und unser eigen Fleisch nicht betruge noch verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schand und Laster. Und ob wir damit an⸗ gesochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Was ist das 2 Wir bitten in diesem Gebet als in einer Summa, daß uns der Vater im Himmel, vor Allerlei Uebel, Leibes und der Seele, Gutes und Ehre, erlöse, und zuletzt wenn un⸗ ser Stündlein kommt ein seliges Ende beschere, und mit Guaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Amen. Was heißt Amen? Oaß ich soll gewiß seyn, solche Bitten seyen dem Vater im Himmel angenehm und erhöret, denn er selbst hat uns geboten also zu beten, und verheißen, daß er uns wolle er⸗ hören. Amen, Amen, d. h.: es soll also geschehen. Wozu dient uns das Gebet des Herrn? Daß wir erkennen alles was zur Auftechthaltung dieses zeitlichen und Erlangung des ewigen Lebens gehört, könne man nirgends anders woher haben, denn von Gott, und es berohalben vonihm mit glaubigem Herzen bitten und erlangen. 2*2—*—999.9“9mm.... Das vierte Hauptstück. Vom Sakrament der heiligen Taufe. Was sind die heiligen Sakramente? Es sind göttliche Handlungen, darinnen uni Sott mit sichtba⸗ ten Zeichen(oder in seinem Wort verfaßten Elementen), die unsichtbare ver heißene Gnadengůter vexsiegelt und ühergibt. ö Wozu sind die Sakramente eingesetzt? Zur Bestätigung unsers Glaubens an die göttliche Verheißnag. * 6 12 Das vierte Hauptstück. Wie viel sind Sakramente im neuen Testament? Zwei: die Taufe, und das Abendmahl des Herrn. Zum ersten: Was ist die Taufe? Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in wil cher uns Gott durchs Wasserbad und Wort unse Suͤnde gnädiglich um Jesu Ehristi willen vergieli nimmt uns an zu seinen Kindern und macht un zu Erben aller seiner himmlischen Güter. Oder: die Taufe ist nicht allein schlecht Wassth ger⸗ sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot der fasset und mit Gottes Wort verbunden. Was ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Jesus spricht, Matthäi am lehe, ten: Gehet hin in alle Welt und lehret alle Bit ker und kaufet sie im Namen Gottes des Vaters un Sohnes und des heiligen Geistes. ö Zum andern: Was giedt oder nützt die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset von Tod und Teufel, und giebt die ewige Seligkeih allen die es glauben, wie die Worte und die Bir⸗ heißung Gottes lauten. Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottei Da unser Herr Christus spricht, Marei am lah⸗ ten: Wer da gtaubet und getauft wird, der wit selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdamm. Zum dritten: N Wie kann Wasser solche gieße Dinge thun?“ Wasser thuts freilich nicht, sondern das Von Gottes, so mit und bei dem Wasser ist und der Glaube, so solchem Worte Gottes im Wasser traues Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe aber mit dem Worte Goh ö Das vierte Hauptstück. nent; tes ist eine Taufe, das ist ein gnadenreich Was berrn. ser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie Sanct Paulus sagt zum Tito in wil am dritten Kapitel. ů rt unsn. Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneun⸗⸗ vergielh zung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen acht un hal über uns reichlich durch Jesum Christum un⸗ en Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade Wassey gerecht und Erbe seyen des ewigen Lebens, nach bot vey der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Zum vierten: ö Was bedeutet denn solch Wassertaufen? am leh⸗ Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch taͤg⸗ lle Vil liche Reue und Buße soll ersaͤuft werden, und ster⸗ ters ud den mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wie⸗ derum täglich heraus kommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit für Gott ewiglich lebe. ö set vom. Wo steht das geschrieben? seligkeit Sanct Paulus zu den Römern am 6. spricht: wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß gleichh ꝛie Ver⸗ wie Christus ist von den Toden auferweckt durch die Herrlichkeit*4 des Baters, also sollen wir auch in einem neuen Leben wandeln. Gottei) Wozu nutzt uns die Taufe?% am leh⸗ Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns 3ʒ er wird seinen Kindern angenommen, und wolle sich in allen Din⸗ d gen als ein gnädiger Vater gegen uns erzeigen. damm. Warum sprichst du in der Auslegung des Katechismus: Die + Daufe wirket Vergebung der Sünden, eriöset vom Tod und“ 125 Leufel, und gibt die ewige Seligkeit, so doch allein der 8 Wons Herr Christus solches gethan? id der. Der Herr Christus hat uns dieses alles erworben in seinem Leiden und Sterben, aber wit der heiligen Taufe Ich hat ers uns geschenket und zugeeignet. L* 10* Das fünfte Hauptstück. ö Vom Abendmahl des Herrn. o der: Vom Sakrament des Altars. Was ist das Abendmahl des Herrn? Das Abendmahl des Herrn ist ein Sakraman oder göttliche Handlung, da der Herr Christus selh egenwärtig ist, und uͤbergiebt uns mit Brod un ein seinen wahren Leib und Blut zur gewisseh Versichrung, daß wir Vergebung der Sünden haba und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Was ist das Abendmahl des Herrn? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Hern Jesu Christi, unter dem Brod und Wein uns Christu zu essen und zu trinken von Christo selbst eingeseh Wo stehe, das grschrieben: So schreiben die heiligen Evangelisten und Aph. sieln: Matthäus, Marcus, Lucas und Johannth Unser Herr Jesus Christus in der Nacht dah verrathen ward, nahm er das Brod, dankete, un. brachs und gabs seinen Jüngern und sprach: Nahl met hin und esset, das ist mein Leib, der für euh gegeben wird, solches thut zu meinem Gepdächtnis Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch naß dem Abendmahl, dankete, und gab ihnen und spras Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist du neue Testament in meinem Blut, das für euch u für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedaͤchniß Was vütet denn solch Essen und Trinken? Daß zeigen diese Worte an: Für euch gegeben und vergoffen, zur Vergebung der Sünden. Nän ⸗ lich daß uns im Sakrament Vergebung der Sun⸗ . ikrama us selh rod um gewissen n habel Hern Christi ingesehl ud Aph hanneh t da n ete, un Neh⸗ für euß ächtniß. Ich naß sprach ist dis uch und Zünden Wian gegehn Nän/ r Sun * ben wird, denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. SBie kann leiblich Essen und Trinken so große Dinge thun“ Essen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Vorte, so da stehen: Für euch gegeben und vergos⸗ sen, zur Vergebung der Sünden. Welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken, als das Hauptstück im Sakrament, und wer denselben Wor⸗ sen glaubet, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden. Wer empfäht denn solch Sakrament würbiglich? Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine zußerliche Zucht, aber der ist recht würdig und wohl geschickt, der den Glaubeu hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sün⸗ den. Wer aber diesen Worten nicht glaubet oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn die Worte:(Für euch) erfordern eitel gläubige Herzen. Wo zu ist das Abendmahl des Herrn nuͤtz Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unsern Vater im Himmel erzürnet haben, will er uns den, Leben und Seligkeit durch solche Worte geges, doch solches verzeihen, und unser gnädiger Vater seyn und bleiben, und ist also die Taufe eine gewisse Bersichrung, daß uns Gott zu Kindern angenommen hat: Das Abendmahl aber, daß er uns unsers Ungehorsams nicht will entgelten lassen. Was empfängst du vom deiligen Abendmahl? Den wahren Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi unter dem Brod und Wein. ö Warum gehst du zum Tisch des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Christum durch die Nießung seines Leibes und Bluts stärke, und meine arme Seele tröste. Glaubest und bekennest du dieses alles von Herzen, 90 ö du von der christlichen Lehre jetzund gesagt hast? Ja Herr/ Willt du dich denn auch in den Gehorsam der christlichen Kirch ergeben, und nachdem du glaubest und bekennest, hinfot thun und leben, und was du allhier verheißest und zusages thun und treulich halten? Ja, Herr, durch die nade und Hülfe unsers Herrn Jesu Chrsst. ůSꝗSmm Von der Beicht. Was ist die Beicht? Die Beicht begreift zwei Stücke in sich: Eins, daß man die Sünde bekenne, das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtvater emp⸗ fahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zwei⸗ fle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurth vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünde soll man beichten? Für Gott soll man sich aller Sünden schuldih geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welche sind die? ö Da siehe deinen Stand an, nach den zehn Ge⸗ boten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochler Herr, Frau, Knecht oder Magd seiest? Ob du um gehorsam, untreu, unfleißig, zornig, unzüchtig, haͤßih gewesen seiest? Ob du jemand Leid gethan mit Worten oder Werken? Ob du gestohlen, versäumet verwahrloset, oder sonsten Schaden gethan hastz Eine Beicht. Sch armer Sünder erkenne in meinem Herzen, und be kenne mit meinem Munde, daß ich nicht allein in Suͤnden Von der Beicht. 17 eupfangen und geboren, sondern auch mit allerhand wirk lchen Sünden, bösen Gedanken, Worten und Werken en Kirchh Gott meinen Herrn gröblich erzürnet, und hiermit zeitli⸗ hinfon cher und ewiger Strafe schuldig worden bin. 0 zusages, Solches ist nun mir von Grund meines Herzens leid. habe aber Zuflucht zu deiner Gnade und Barmherzigkeit, 1Chrill. ünd bitte ihn demüthig, daß er um des Todes Jesu Chri⸗ fti, seines lieben Sohnes und meines Erlösers willen min n, wal astꝰ meine Sün den verzeihen wolle. Damit ich aber der Vee«⸗ gebung derselben desto gewisser sey, auch das hochwürdige ͤ⸗ Abendmahl des Herrn, morgen, geliebter Gott, desto freu· us, daß diger empfangen möge; so bitte ich Eure Ehrwürden, Ihrr nan die wollet mir, vermöge eures Amts, aus Gottes Wort mit 4 r emp⸗ Trost zusprechen, und die selige Absolution meiner Sün⸗ 3*den, an Christi Statt, widerfahren lassen. Ich will ing, n zwei⸗ künftige, durch die Gnade Gottes und den Beistand des dadurth keiligen Geistes, mein Leben bessern und frömmer werden. Eine kurze Beichte.. Würdiger lieber Herr, ich bekenne Gott und euch, daß 0 chuldih ich ein armer Sünder bin. Denn ich habe gesündiget wi!⸗ vir im der Gott und meinen Nächsten; bin auch sonsten in allen 15 Gebdoten Gottes sträflich. Das ist mir nun von Herzen sollen ieh, aber ich bitte um Gnade, ich will mich bessern, und. wissen mit der Hülfe Gottes frömmer werden. Besondere Fragstücke. n in Ge⸗ Glaubest du, daß du ein Sünder bist? rochter Ja, ich glaube es, ich bin ein Sünder. N Wie weißt du das?% du un: Aus den zehn Geboten, die habe ich nicht gehalten. bäßih Sind der deine Sünden leid? ö in i Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott gesündi⸗ säumet get habe. hasd) Was hal du mit deinen Sünden bei Gott verdient? IMAN Seinen Zorn und Ungnade, den zeitlichen Tod und die ewige Verdammniß. Röm. 6. W Hoffest du auch selig zu werden? W Ja, ich hoffe es. 6 ind be⸗ Sünden 1 Besondere Fragstücke. ö Weß tröstest du dich denn? E⁰ Meines lieben Herrn Christi. Wer ist Christus? ö 3 Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch. ö Wie viel sind Götter? Nur einer, aber drei Personen, Vater, Saoh und heiliger Geist. ö Was hat denn Christus für dich gethan, daß du dich sein tröstest? Er ist für mich gestorben, und hat sein Blut an Kreuz für mich vergossen, zur Vergebung der Sünden H Ist der Vater auch für dich gestorben? 4)„ Nein. Denn der Vater ist nur Gott, der his lige Geist auch: aber der Sohn ist wahrer Gott uy D Mensch, für mich gestorben, und hat sein Blut an ko Kreuz für mich vergossen. Wie weißt du das? Aus dem heiligen Evangelio und den Wortg vom Sakrament, und bei seinem Leib und Bll ö imm uSakrament, mir zum Pfand gegeben. Wie lauten die Worte? Unser Herr Jesus Christus in der Nacht dan Di verrathen ward, nahm er das Brod, dankete un ander ö brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmg 14. hin und esset, das ist mein Leib, der für euch 8 geben wird: solches thut zu meinem Gedächtniß. Deseelbigen gleichen nahm er auch den Kelh nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen des 1270 und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinen —— Blut, das für euch und für viele vergossen wid, Ve zur Vergebung der Sünden, solches ihut, so 9. Chrif ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. „ Sohl bu dich Blut an Sünden der hih Hoit und Blut an Worktin nd Blah t da nn kete u Nehn⸗ euch ge chtniß. n Kelh nen dey darqus meinem n wird, o o Besondere Fragstücke. 19 S0 glaubest du, daß im Sakrament der wahre Leib und das wahre Blut Jesu Christi sey? Ich glaube es. Was bewegt dich das zu glauben Die Worte Christi: nehmet hin und esset, das ist mein Leib; trinket alle daraus, das ist mein Blut. Gas sollen wir thun, wenn wir seinen Leib essen? sein Blut trinken, und das Pfand also nehmen? ö Wir sollen seinen Tod und Blutvergießen verkün⸗ digen und gedenken, wie er uns gelehret hat: Solches thut so oft ihrs genießet, zu meinem Gedächtniß. Garum sollen wir seines Todes gedenken, und denselben verkündigen? Daß wir lernen glauben, daß keine Ereatur hat lönnen genug thun für unsere Sünde, denn Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, und daß wir ler⸗ nen erschrecken für unsern Sünden, und dieselben lernen groß achten, und uns seiner allein freuen und trösten, und also durch denselben selig werden- Was hat ihn bewegt, für deine Sünden zu sterben ung dafür genug zu thun? Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und andern Sündern, wie geschrieben stehet. Joh. 14. Röm. 5. Gal. 2. Eph. 5. Kap. Warum willt du zu dem Sakrament gehen? Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünden willen aus großer Liebe gestorben sey, wie gesagt. Und darnach auch von ihm ler⸗ ne, Gott und meinen Nächsten lieben. Was soll einen Christen vermahnen und reitzen, das Sakrament des Altars oft zu empfahen? Von Gottes wegen soll ihn beides, des Herrn A Cristi Gebot und Verheißung, darnach auch seine eigene Noth so ihm auf dem Hals lieget, treiben, Besondere Fragstücke. um welcher willen solch Gebieten, Locken und Vu heißung geschieht. Wie soll ihm aber ein Mensch thun, wenn er solche Rah nicht fühlen kann, oder keinen Hunger noch Durst zum Sakrament empfindet? Dem kann nicht besser gerathen werden, denn L daß er erstlich in seinen Busen greife und fühll/ ob er auch Fleisch und Blut habe, und glauh⸗ doch der Schrift, was sie davon sagt: Gal. 5. ö Röm. 7. Zum andern, daß er um sich sehe, ob er auth noch in der Welt sey, und denke, daß es as herkünd Der allerlei Sünden und Noth nicht fehlen werde, wie die Gott la Schrift sagt. Joh. 15 und 16. 1 Joh. 2. u., Zum dritten, so wird er auch den Teufel un sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Taz und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich lassen wird, wie ihn die Schrift nennt. Joh. d und 16. 1 Pet. 5— Eph. 6, 2. 3 Tim. 2. SSSenr Die Haustafel. Etliche Sprüche für allerlei heil. Orden und Stände, b6. durch dieselbigen, als durch eigene Lection, ihres Amti und Dienstes zu ermahnen. Die gacher und in dem Oe 1 Timo Wir euch art vermahr Den Bischöffen, Pfarrern und Predigern. Ein Bischoff soll unsträflich seyn, eines Weibes Mann nüchtern, mäßig, sittig, gastfrei, lehrhaftig, als ein Die Haustafel. 2¹ ind Ne ein Hauéhalter Gottes, nicht ein Wein säufer, nicht hässig, nicht unehrliche Handthierung treiben, sondern gelinde, zicht haderhaftig, nicht geitzig, der seinem eigenen Hause lche Roh wohl führstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehr⸗ Durst harkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Wort halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sey zu ermahnen durch die he lsamme Lehre, und zu strafen die „ denh Widersprecher. 1 Tim. 3, 2. Tit. 1/ 6. d fühl Vas die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsolgern glaube zu thun schuldig sind. Bal. 3. Esset und trinket, was sie haben, denn ein Arbeiter ist selnes Lohnes werht. Luc. Der Herr hat befsohlen, daß die, so das Evangelium er aut herkündigen sollen sich vom Evangelio nähren. 1. Cor. 9, 14. es an Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit e gllerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, wie din gott läßt sich nicht spotten. Gal. 6, 6 7. „ U. 5, Die Aeltesten, die wohl fürstehen, die halte wan zwie⸗ acher Ehre werth, sonderlich die da arbeiten im Wort fel un und in der Lehre. Denn es spricht die Schrift: Du sollst en Tag dem Ochsen, der da drischet, das Maul nicht verbinden. Ußerlich 1 Amoth. 5, 17 18. Joh Vir bitten euch lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an Joh. d. euch arbeiten, und euch fürstehen in dem Herrn, und euch 2. vermahnen, habt sie desto lieber, um ihres Werks willen und seyd friedsam mit ihnen. Thess. 5, 12. 13. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen, denn sie wa:!“ chen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben slen, daß sie es mit Freuden thun, und nicht mit Seu⸗ An, denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13, 17. Von der weltlichen Obrigkeit. Ide, bel. Zedermann sey unterthan der Obrigkeit, die Gewalt V 6 Amti lber ihn hat. Denn es ist keine Oͤrigkeit ohne von Gott. N Vo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott geordnet. Wer sch nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gpot.. n. tes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein ö Urtheil empfahen. Denn sie trägt das Schwerd nicht um·: Mann onst, sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strar;ujß als ein kter den, der Böses thut. Röm. 13, 1. 2. 3. Von den Unterthanen. Gebet dem Kaiser was des Kaisers ist, und Gott, u Gottes ist. Matth. 2/ A. nigt s⸗ So seyd nun aus Noth unterthan, nicht allein um ii Vermah Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Dih halben müßt ihr auch Schoß geben, denn sie sind Goth Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebt un iedermann/ was ihr schuldig seyd; Schoß, dem der Sais nn ebührtz Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Fuuil ese G gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt. Röm. 13, 5. 6.. U5 du So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuen De — E 1. 2. 3. hen Erinnece sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit uu ht solch terthan und gehorsam seyn. Tit. 3, 1. Billen. Seyd unterthan aller menschlichen Ordnung um des Hem nicht de willen, es sey dem Könige, als dem Obersten, oder du thun w Hauptleuten als den Gesandten von ihm, zur Rache Ihah Kuecht die Uebelthäter, und zum Lobe der Frommen. 1 Pet. 2, 15,N. Den Ehemännern. Ve Ihr Mannern, wohnet bel euren Beibern mit Vernunsh 2 0 und gebet dem Weiblichen, als dem schwächsten Werkzeugh seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf dij euer Geist nicht verhindert werde. 1 Pet. 3, 7. Und sehh nicht bitter gegen sie Coloss. 3, 18. Lehre. Den Ehefrauen. 11—6 Den Hie Weiber seyen unterthan ihren Mäͤnnern, alk du sellen, Herrn, wie Sara Abraham gehörsam war, und hie in mät 3 Herr, welcher Töchter ihr worden seyd. 1 Petri 3,. sugen Den Eltern. ott, wi Jye Baͤter, reizet eure Kinder nicht zum Zern, daß ste uicht scheu werden, sondern ziehet sie auf in der Furcht und n um i Vermahnung zum Herrn. Ephes. 6, 15. Ien. 96 ö Den Kindern. gebt u Iyr Kinder seyd gehorsam euren Eltern in dem Herrn, der Scis vnn das ist billig. Ehre Vater und Mutter, das ist das Fuh ete Gebot, das Berheißung hat; auf daß dirs wohlgehe 5. 6, H und du lange lebest auf Erden. Ephes. 6, 1. 2. 3. gen uu. Den Knechten, Mägden, Taglöhnern und „ Arbeitern. al 8 Ihr Knechte seyd gehorsam euren leiblichen Herrn, mit in„ kurcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, in Mhristo⸗Nicht mit Dienst alleln vor Augen, als den Men⸗ shen zu.gefallen, sondern als die Knechte Christi. Daß igkeit u. hr soichen Willen Gottes thut von Herzen, mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn dient und des Hem nicht den Menschen. Und wisset, was ein jeglicher Gutes oder dn thun wird, das wird er von dem Herrn empfahen, er sey dache ibah Kuecht oder ein Freier. Ephes. 6, 5⸗ 8. 2 wunt Den Hausherren und Hausfrauen. Ie Herrn, thut auch dasselbe gegen sie, und lasset has Bernuuß dräuen, und wißt, daß auch euer Herr im Himmel ist, ernuns ud is bei ihm kein Ansehen der Person. Ephes. 6, 9. /auf daj Den Alten. Ou aber rede, wie es sich geziemet, nach der heilsamen kehre. Den Alten, daß sie nüchtern seyen, ehrbar, züchtig gesund im Glauben, in der Liebe, in der Beduld. Den alten Weibern desselbigen gleichen: daß sie sich all dw sellen, wie den Heiligen geziemet. nicht Laterinnen seyn, hieß i nht Weinsaͤuferinnen, gute Lehrerinnen, daß sie die / 0½ hungen Weiber lehren zuchtig seyn, die Männer lieben, 2⁴ Die Haustafe Kinder lieben. Sittig sein, keusch, häͤuslich, guͤtig, Männern unterthan, auf daß nicht das Wort Gottesn lästert werde. Tit. 2, 1. 5. ö Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen, seyd den Alten unterthan, und bemi darin die Demuth, denn Gott widerstehet den Hoffüun gen, aber den Demüthigen gibt er Gnade. So demüthl euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er/ erhöhe zu seiner Zeit. 1 Petri 5, v. 5. 7. Gel Den Jungfrauen. Eine fromme christliche Jungfrau soll nicht sorgen, v sie den Leuten, sondern wie sie Gott gefalle,(wie Mai die Mutter Gottes, welche allen Jungfrauen eine rui Krone gewesen ist), auf daß sie heilig sey, beide am L und auch am Geist. 1 Cor. 7, 34. Und so sie Elns oder Oberherrn hat, soll sie sich ohne derselben Rat Willen nicht verändern oder verheirathen, 2. Buch 22, 17. Den Wittwen. slligen Welch eine rechte Wittwe und einsam ist, die stellt Hn der zi Haffnung auk Gott, und bleibet am Gebet Tag uväterliche Racht. Welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebenslnsonderh tod. 1 Tim. 5 5. 6. heligen Der Gemeinde. Eiebe deinen Nächsten als dich selbst, in dem Wort alle Gebote verfasset. Röm. 13, 9. Und haltet an nggeliget beten für alle Menschen. 1 Tim. 2/ 1. In nach * Helligun. anzuwen mir die SGäesundh hirrliche ungen d Opfe im Geist kennest fand. tig, N Gottes nd bewi n Hofft o0ß E 0⁰. Gebete zur Hausandacht. orgen, ä) Morgen det am Sonntage. koher und heiliger Gott! du Schöpfer und Herr des Rath Ushmmels und der Erden; bei dir ist Allmacht, Weisheit zuch Msnd Güte, und du bist würdig, von allem, was auf Er⸗ ö— und im Himmel ist, verehret, gefürchtet' und geliebet 0 werden! Dich preiset meine Seele für deinen mannig⸗ 5 alligen Seegen, den du über mich und die Meinigen auch e stellt Esn der zurückgelegten Woche aus gebreitet hast, für deinen ag Upäterlichen Schutz über uns in der abgewichenen Nacht, und st lebenilsonderheit für die großen Wohlthaten die du an diesem 7 Rigen Tage erneuern wirst. Deine Weisheit und Gnade WN Aν¹uns denselben zu deiner feierlichen Verehrung, zur Be. laderung unserer Ruhe in dir dem lebendigen Gott, und zu ö Wortsinet naͤhern Vorbereitung zu deiner ewigen Gemeinschaft et an u O wie gesegnet wird er auch mir sein wenn ich hn nach dieser deiner liebreichen Absicht, zur Erquickung und hillgung meiner Seele, durch dein seligmachendes Wort liuwenden suche. Dein großer Name set gelobet, daß du zai die öffentliche Feier dieses heiligen und frohen Tages in ö 10 Hisundhett, Ruhe und Gewissensfreiheit verleihest. Ver⸗ In herliche dich heute, o Gott! in den öffentlichen Versamm⸗. Ungen durch deinen allgemeinen Segen. Heilige du selbst die Opfer meines Gebetz und unseder Lieder, daß wir dich in Geist und in der Wahrheit anbeten. Allwissender! du ö kunest insonderheit Meinen und der Meinigen Seelenzu⸗ Wl send. Ach laß uns auch heute die göttliche Kraft deines a Wortes alse an unsern Seelen erfahren, dar wir nach un rer Beschaffenheit da durch wahrhaftig gebessert, in Gi ven und allen dir wohlgefälligen Tugenden gestärket, du deine Tvöstungen beruhitzet und in beiner Gsade zum ein gen Leben befestiget werden. Laß uns nicht nur in dein Heiligthume beine wehlthätige Absichten erfüllen, songt auch is unserm ganzen Berhalten uns befleißigen, daß u dir geheiligt werden. Oie Ruhe, die du uns heute von i sern leiblichen Geschäften vertattest, werde doch insondh heit zur wahren Erhslang unserer Kräfte, zur Sammi des Gemüths, und zu dessen Richtung auf unses ewiges angewandt. Bewahre uns, gütiger Gott! daß wirn durch unnöthige Seschaͤfte und unnitze Zerstreuungen Segen dieses Tages und deines Wortes an uns veresti Unfer ganzer Wandel muͤsse dich verherrlichen, und ez weisen, daß wir dir dienen. Insonderheit laß uns dil Aibaun beweisen, wenn bu uns Selegenheit giebst an Liebe zu dir durch eine thätjge Liebe gegen unsern Nät au den Tat zu legen. Heilige Gott! auc alle uiß Vergnügungen an diesem heiligen Tage. Laß uns nichti hiter, gnagen, als was mit Verscherung deiner Snade Rrnof mich bit werden kann. Laß uns durch die Freuden, die ans di hnge ich Freundlichkeit auch im Leiblichen schenket, immen meht i nachia kir, der Quelle aller Freuden, geführt werden, damit thell erw dein Teg uaus in allem eine wahre Vorbereitung zu dei Kitte: f. ewigen Anbetung, und zu der ewigen Ruhe und Salhh lapende sein mbge, die du den Deinen verheißen hast. hige We Segnest du, Herr! deinen Tag zum ewigen Heil u az einen nver Seele, so winst du uns auch im leiblichen nicht nah ar des sen. Du, mein hicmlischer Vater! weissest, wal di gitigtt dürken. Dir sey unser Leben und unsere ganze Wohli sfe, auch heute, auch auf diese Woche und auf die ganze Mauf mei⸗ unserer hiesigen Wanderschaft empfohlen. Lelte de ii urc ei nach deinem Nath und nimm uns endlich zu Ehren an,Uiumer d Jesu Christi willen, Amen. Uur Heil Abendgebet am Sonntage⸗ rt 2 I e Gaabdiger und liebreicher Gott! dein Name it herisi 1* kei 480 uem, was auf Erden ist, und dein Ruhm höher I u und die Himmel. Oank sey dir sür die erneuerten GSiltginf emein Rägheit kenung — diß ich durch m Abendgebet am Sonnabend. le, die ich diesen Tag gehabt habe, dich in deinem Hause Aanbtten/ mich mit andern Christen zu deinem Dienste zu greinigen, die Erklärung deines Wortes zu hören, und da⸗ huech unterrichtet, gestärket und auf die Wege der wahren heistlichen— geleitet zu werden. Gib mir, Gottl uuß ich nun auch die Vortheile, die du mir verschafft, gehö⸗ ih nutzen möge, und es nicht blos bei dem Hören bewenden Use, sondern durch die That beweise, daß ich sie zu den Hichten zu denen sie gegeben sind, anwende. Mache mich wiget Ishickt, daß ich meinem hehen Berufe gemäß lebe, gemäß wir nsde Pflichten, die mir auferlegt sind und gemäß den Ver⸗ ungen Ihesungen, die ich zu gewarten habe. vereltis Hergib mir, güliger Vatet! die Unvollkemmenhelten, aur e3e meine Andacht heute noch 9585 ttet haben. Vergib die uns Qstrsgheit und Unthätigkeit meiner Empfiudungen, die Zer⸗ henung meiner Gedanken, die wenige Aufmerksamzseit Riner Seele auf deine Gebote. O gib, daß ich veine 7— lier immer heiliger zubringen, immer weiser und ernst dächtiger und himmlisch ge sinnter werden möge, gewesen bin. Erhebe mich über diese Welt, so ge ich in he lebe. Laß mich nicht den irdischen Dingen e nachjagen, als ob ich diese Welt blos zu meinem An⸗ thell erwählet, und auf kein schöner Erb theil die Aussicht lötte; sondern lehre mich erkennen, daß hier nicht meine Alleibende Stätte sey, sondern daß mir eine festgegrüändet⸗ nuige Wohnung vorbehal ten werde. Gib, daß ich mich hier Hell ul dl einen Hilger und Fremdling ansehe, und als ein Bür⸗ icht a des Himmels lebe. Ja mache mig durch deine Kraft, ene gütiger Wott, geschickt) alle Schwierlgkeiten, Beschwer Wohl dise, Sefahren und Berf uchungen zu überwinden die anir Zanze Auuf meigem Weg zum Himmel au steßen, und laß mich te de i hurch einen taͤglichen Zuwachs an Heilizkeit und Tugend en an, N iumer des glorseichen Erdtheils fähiger werden, das dei⸗ Aer Heili gen im Lichte wartet. Gelobet 6 dein Name, o liebreicher Sott! der du mich % euf die nach u. im 6⁰0⁰ ket, dun zum eß in dein „sondi daß u e von i insonih Sammih mit so vielen und großen! Wohlthaten an 206 6 nadigt hast! O laß die Empsindung del⸗ unverdienten Gäte steis mein Herz rühren, und gib, diß ich Hdich nicht nur durch meine Vorte, sondern auch duch mein Leben preisen Möge. Und nus,» Sott, nium 4 38 — * — 4 Morgengebet am Montage. mich auch diese Nacht unter deine gnädige Aufsicht! Beshh ulcen mich vor allem uebel, und erquicke mich durch eine sasss and da und stärkende Ruhe. Deiner liebreichen Fürsorge empf wei ich alle die Meinige. Thue ihnen Gutes und segne sie u Gemüth allen solchen geistlichen und leiblichen Gütern, von denen Sorgfa weißt, daß sie derselben am meisten bedürfen. Stehe ii Eubalte unglücklichen bet. Breite deine wohlthätige Burmhersh gaffen. keit über das ganze menschliche Geschlecht aus. air Wé Erhöre, gütiger Vater! dies mein vollkommenes Gehl dubei ei und laß dir mein demüthiges Lob und Flehen in Gnaht gefallen. Erhalte mich, mein kurzes und ungewisses geh hindurch in der Llebe zu dir. Tröste und stärke michf meinen letzten Augenblicken, und nach dem Tode sei! mein Theil und großer Lohn, durch Jesum Christum, deinn lieben Sohn! Dir mein himmlischer Vater! sei Loh/ P und Ehre! jetzt und immerdar! Amen. Ulssen Morgengebet am Montage. Hlben O Herr! durch deine große Barmherzig keit sange ich i sirchlen diesem Morgen meine Wochenarbeit von neuem an. Di nehr ur ewige Liebe und Treue, die mit deinem Segen mich uis ger krä die Meinigen bisher überschüttet hat, gehe denn auch hius mir von neuem auf, wie die Morgenröthe! Wer bin ith o Gott! daß du mich dis hierher gebracht hast! Ich din I Eeber leider, noch immer ein Sünder, dem es an allem Ruhnl Güte ar mangelt, den er vor dir haben sollte. Ich thue leider! nih Rig erf immer noch völlig, was ich thun sollte. Meine Gedanhhl gebracht find eitel; mein Herz ist bald trotzig, bald verzagt. Ach und mi siehe benn, mein Gott! mich auch heute ja nicht an, o mein ich an mir selbst von Natur und in meinen Sünden hin is nic Gedenke aber lieber Vater, an deines Sohnes Gehorseg meiner und Gerechtigkeit daß ich durch ihn vor dir gerecht, und zul herzlich dir gesegnet sei. Verlaß mich nicht, und thue nicht die Hanss derhalt von mir ab Gott mein Heil! lehre mich auch heute und ei Rolhou ganze Woche thun nach deinem Wohlgekallen, dein guth Schwa Geist führe mich auf ebner Bahn. Ich weiß nicht, was nil o Herr in dieser angefangenen Woche begegnen wird, behüte di auf da⸗ mich aber vor allem uebel, behüte meine Seele, behͤte mah da du nen Leib, behüte meinen Eingang und Ausgang. Wehre al ihum, lem Bösen, welches mir das Ziel meines Christenthumz vinschlage Abendgebet am Montage. 3 Besch iacken könnte. Laß mich leben im Glauben deines Sohnes, eine sunss und dadurch alles was ich thue, in dir gethan sein. Gubd e empfes umeiner Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem 0 ne sie i Gemüthe Ruhe und Freudigkeit, bei einer gewissenhaften denenl Eorgfalt und erfreue mich mit deinem göttlichen Gedeyen. Stehe Eihalte mir den Segen, den du mir bisher hast zufließen aemgenss ufsen. Ernähre mich, versorge mich, beschirme mich. Glid ne Weisheit, meine Zeit wohl anzuwenden. Legest du mir ö des Gehll dabel eine Last auf, so hilf wir auch, und laß mich allezeit n Gnahn nfhren, daß du der seyst, der uns von allem Uebel erlöset sses Lelil ht, und noch lerner erlösen wird. Segne die Meinigen, de mich un zeige ihnen dein Heil. Und wie alles auf dich, mein 0 ode sei UGott wartet, so segne auch heute und in dieser Woche alle m/ dein zule Nahrung und dir wohlgefällige Arbeit, und gib, daß ob/, Mulein jeder dabei sich redlich nähre, und mit allem guten Ge⸗ Ussen vor dir wandle. Ja, thue deine milde Hand allent⸗ hben auf und erfuͤlle alles, was da lebet, mit Wohlge⸗ 4. len. Denke an uns alle und segne uns, segne die dich 4 3e ichth sirhlen beide Kleine und Große, segne uns je mehr un.d in. Oih nehr um deines lieben Sohnes Jesu Christi, und um sei⸗ 4 mich ul zer kraftigen Förbitte willen, Tmen. 4 7 Abendgebet am Montage. 50 dnDLicaicer Gott! ich banke dir und bete deine Macht und m Ruhel güte an, die ich und die Meinigen auch diesen heutigen ider! nih Nag ersahren haben. Was bin ich, daß du mich bis hierher N Gedanth gebracht, beim Leden erhalten, mir so viel Gutes gethan, t. Ach und mich so reichlich gesegnet hast. Von deiner Gnade, 4. an, ul o mein Gott, bin ich auch, was ich bin, und deine Gnade W nden hin it nicht von mir gewichen. Also hast du auch heu Gehorsan meiner armen Seele und meines sterblichen Leibes dich „und zn hetzlich angenommen; meine Arbeit gesegnet, meinen un⸗ die Hih urrzalt mir verschaffet; alle meine geistliche und leiblich. e und U, Rolhourft in Gnaden angesehen; ja überhaupt meiner N ein gulhl Schwachheit mit deiner Kraft mächtig geholfen. Wer ist, ö was uul o Herr wie du, der du dich so hoch gesetztt hast, und doh behüte I tuf das Riedrige so gnädig siehest? Run o mein Gott, hüte mu da du nicht nur wohnest in der Höhe und im Heiliggg. Wehrech ihum, sondern auch bei denen dle zerbrochenen und zere vumg uin sclagenen Geistes sind, auf daß du erquickest den Geist der a 3 60 Morgengebet am Dienstage. Godemuͤthigten und das Herz der Zerschlage nen: so ich dich demüthig, tilge alle an mir noch be findliche nea, e denflecken durch das Blut deines lieben Sohnes Jesu Eis ze pre Du bist der Hery, nach dessen Wort alles geschehen, genstu dem alles dienen solltez wie finde ich hingegen meinen derrn len deinem heiligen Willen oft so sehr zuwidev, unden Meine Herz so kalt gegen das Andenken deiner Gnadengegentis nis die Um Christi willen schone meiner! vergib mir alle, tuhig 9 meine verborgenen Fehler! erfülle ferner an mir deinengl beiroffe derreiche Verheißung; ich will dich nicht verlassen, uleder versaͤumen. Du dist ja nicht ein Gott, der ferne sey, dil dicht füllest vielmehr Himmel und Erde, und umgiebst auch nsl der hr wo ich sitze oder liege. Eo sey demnach auch in dieser und w nicht serne von mir, eile auch mir beizustehn Gott, mi don de Hlllfe! Beweise auch in wir deine große Snade, du g land derer, die euf dich hoffen. Beschirme mich und g was du mir verliehen hast, unter dem Schatten deiner gel. Sey du für mich, so wird nichts wider mich sein. Vater! wie du deines geliebten Sohnes nicht versche sondern ihn für une alle, und auch für mich dahin geth und daf hast, so schenke mir und allen, die ihn angenommen hal sie mir heute und allezeit mit demselben alles andre, was wir beginne keib und Seele bedürfen, um Jesu willen. Amen. in aller Morgengebet am Dienstage. 29 81 — 1 E. 7 Gott! deine Güte ist alle Morgen neu, und deine 2. 5.f die du an mir beweisest, ist sehr greß! Ein Tag sagli Dadure dem andern, und eine Nacht thut es kund der andern, in kein geschaͤftig du Herr, in diesem Augenblicke meines Dassh thue/ u zu meiner Erhaltung, zu meiner Freude und Glückseligi an dief dist; du schaffest es, daß ich sicher ruhe. Wann F nsternißi ürhte Erde bedeckt, und ich selbst von mir nichts weiß, dn gel an wachest du mein Leben zu bewahren; aber auch du bistA4 Fehöre Herr und Gett der Welt, der an jeglichem Morgen, dul zu dir Tage und seinem Lichte wleder ruft die Seele zu erwele du machst es, daß ich nach einer sansten Nacht mich wishi eines neuen Tages erfreuen kann. Was ist denn dilligh fr was ist eines vernünftigen Geschͤpfes, welches dich zu u danker kennen fähig ist würdiger, als dir, dem Gott und Buhl der Au meines Lebens, aus dessen Hand ich es auch jeczt wieder müan flichtu 44 Abendgedet am Dienstage. zen empfangen habe, dafür zu danken, und deinen Ramen preisen? Dies sey denn genstunbe, mein erstes Geschäft! Meine Seele lobe dich, und verg lis diesen Augenblick an mir ale, tuhig geschlafen habe, daß kein Ur hast; daß ich sicher und all mich in dieser Nacht ich jetzt; in dieser frohen Mes⸗ Meine Serle lobe dich den berrn, und alles was in mir ist bsinen heiligen Namen. e des Suten nie, was do deinen beiroffen hat, daß ich das Licht dieses Tages eben so gesund assen, Nnieder erblicke, als ich es sey, dull nicht nur meine Glieder zu den Seschäften dieses Tages wie⸗ Ude brauchen, sondern auch mit erneuerten Kräften drauchen, Eund was noch mehr ist, daß ich vernünftig denken, nuad on den sämmtlichen Kräften meiner Secle eines solchen Ge⸗ hrauch gachen kann, der einem vernänftigen Wesen anstän⸗ hig ist; und alles, Gett! habe ich deiner Güte und Treue u danken. Verleihe mir nur auch dje Gnade, daß ich den verschn hin gegehh und daß ich sie zu der Absicht anwenden möge, zu welcher du sie mir gegeben hast. Sid, daß ich heute in allem, was ich as wir ih beginne, in meinen Geschaften, in meinen Verznägungen, en. in allen Umständen und Verbindungen, worin ich koumen kann, dich vor Augen und im Herzen habe, and an deine Go⸗ kechtigkeit, an dein heiliger Gebot, und an meint zukünftige eine Nu Rechenschaft vor dir, dem Ullwissenden fleißig denken möge. ag sogl Dadurch werbe ich am sichersten bewahrt werden, daß ich dern, Min keine Sände willige, noch irgend etwas mit Worsat Dasth ihue, was wider dein Gebot ist. Erhalte wein Herz auch ücksctͤtl n diefem Tage bei dem einigen, dah ich deinen Namen steruchts sicchte; denn die dich Herr fürchten, haden keinen Man⸗ iß, u gil en irgend einem Gute, das wahrhaftig glücklich matht! ö kehöre mich um des Mittlers willen, in dessen Namen ich zu dir dete.« Amen. rwt Abendgebet am Dienstage. ich withn u dilligeh J5 freue mich deiner Güte, GSott! und komme mit ich zu Hanken vor dein Autesicht; jeder Tag, jede Stunde, je⸗ nd Balhl dir Augenblick meines Lebens gibt mir neue Beweise von ieder eh deiner väterlichen Huld und Gnade, und legzt mir neue Ver⸗ hfüchtungen zur Dankharktit und zum Behorsam gegen dich 4 7 Berth der Güter, die deine Hand mir an diesem Morgen, lleichsam von neuem geschenkt hat, erkennen und schätzen, ern verlöschen sahe, daß ich N ** 8 Abendgebet am Dienstage. meinen Vater und Wohlthäter auf. Auch heute hast dul on mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heh hast du mir in alleu Absichten viel Gutes gethan. Wie vih bekannte und unbekannte Gesahren und Uebel hast du dun deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt! Wie vl geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner si gebigen Hand empfangen! Wie kann ich dir dem Hernn meine Dankbarkeit genugsam beweisen? nimm meinen La und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein und di nem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig g heiligt sein! Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallenI ständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner un vollkommener seyn. Aber o mein Gott! wie weit bin Hn noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entsen Wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie ll ler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinig Angesicht beschuldigen! Wie beschämt bin ich, wenn an meine Sünde gedenke. Ach Herr! ich bereue sie von gah zem Herzen. Ich entschließe mich, in deiner Furcht u immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und Y Geistes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollendes Stärke mich selbst o Gott in diesem guten Vorsatze. Stih mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gib daß 0 alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte nehl meide und flishe. Gib, daß ich alles, was dein hesligh Wille von mir fodert, aufrichtig und mit Freuden thlh Laß mir den morgenden Tag heiliger sein als den heutigel laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen und in mer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Daeh mächtiger Schutz bedecke mich und die Meinigen auch in dis ser Nacht, damit uns kein Unglück begegne, und keine Pah sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sansteß und erquickenden Schlaf. Laß mich Morgen, wenn es d gefällt, mit neuen Kräften wieder aufwachen, und gib, d ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwend nich dir biaher g Tröste barmherziger Gott! tröste alle Elenden, die in dis er Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder anden Xrübsal, der süßen Ruhe beraubt sind. Erbarme ih zer Menschen. Dir, Herr mein Gott, übergede ih neinen Leib und meine Seele. Leite mich nach deinem w henwart lche Be ale böse len, ui Morgengebet am Mitlwochen. IN V Hast dußil en Kath und nimm mich endlich in deine Herrlichkeit auf. W. Auch Ie 30 ditte dich um dieses alles in dem Namen, und als V Wie vil en Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligma/⸗, st du dußl cirs: Amen. ů V V6 Wie vih + einer iu Morgengebet am Mittwochen. 10 em Hun Gont, Schöpfer und Herr des Himmels und der Erden,* einen gül garmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen! Dich W n und du bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als 0 ewig Azn Gott meines Heils, als die ewige und unerschöpfliche sallen U guele meiner Glückseligkeit demüthig an. Dir danke ich reinenul at Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für eit bin Ineine Kräfte, für alle geistliche und leibliche Vortheite, teusstelssz ich desige. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich wie ohh dleser Nacht mit deinem mächtigen Schutze bedeckt, daß de denasu ale Gefahren, die mir drobten, von mir abgewandt, wenn ssh du meinen beib durch einen sanften Schlaf erguket, won husnd mir neue Kraft und neues Leben eingeflößt hast Wer urcht ni in ich o Gott, daß du dich meiner so väterlich annimmst? und N ah bin ein Sünder, der deine heiligen Gesetze übertreten, 4. 6 uu deine Wohlthaten öfters gemißbraucht, der sich des Whündlichen undanks gegen dich schuldig gemacht, und als F4 b daß 0 ein selcher nichts als Ungnade und Strafe verdient hat. Ite Muhl ber dzu handelst nicht mit uns nach unsern Sünden, und heillggl terglust uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest den Hüll zu weiner, wie ein Bater seines Sohnes schonet. Noch faͤh⸗ Heutihth u du fort mich zu segnen, und mir Gutes zu thun. Noch und i viuß du mich durch Güte zur Buße leiten: Wie reuet e5 v Gott, daß ich dich meinen Barer und Wohithäter so 0 icn ge astbeletdigt, und dir den schuldigen Gehorsam verweigert ne Dihl febel Ach, strafe mich nicht, wie ich es verdlent habe. msersth Ei mir gnadig in Christo deinem Sohne, und verzeihe% in eg nir um seinetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich heiligq, gib, much dir ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ih ö anwente hlher gethan habe. Ich erneuere hiermit in deiner Ge⸗ 4 i wart, o Gott! den aufrichtigen Vorsatz, alle unordent⸗ r anden.iche Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, 4 me bihale bäse Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestrei. I gede ih sien, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem em we⸗ Willen meines Fleisches, oder nach dem Beispiel der Laste haften, sondern allein nach deinen guten und heiligen G bsten zu richten. Ach Herr, stehe mir selber mit deiner Gnaht bey, diesen guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen; denn ohm dich vermag ich nichts. Bewahre mich auch heute vor alln Sersuchungen zur Sünde, und wenn ich versuchet werde, se laß mich nicht fallen. Laß mich oft an den Tod, an dos Gericht und an die Ewigkeit gedenken, und dadurc weste erden zur ewigen Seligkeit. Verleihe mir Gesundheit un Kräfte zu meinen Berufsgeschälten, und begleite sie mit deinem Segen. Dir und deiner Gnade, o Gott! emp ehle ich alle Menschen. Tegne insonderheit diejenigen, die du durch die Bande des Blute und der Freundschaft mit nin verbunden haf. Gib, daß wir alle die Pflichten unsers Bi⸗ rufs treulich erfüllen und deine Ehre und das Heil unsern unsterblichen Seels zum letzten Enizweck aller unserer Bt mühungen wachen. Erhöre mich, Vater der Barmherzth⸗ keit, und sey mir gnädig, um Jesu willen. Amen. Abendgebet am Mittwochen. Barmherzizer Gott! nach deiner Vererdnung bedeckt jeh wiederum Finsterniß unser Erdreich; bei dir aber, du V= ter des Lichts! muß auch die Finsterniß Licht seyn. Zut viesen Tag lege ich unter deinem gnädtgen Schute zuriit⸗ und preise deinen heiligen Ramen, für alle deine gute uub vollkemmene Gaben, die mir deine Snade heute geschenet oder erhalten hat. Ich danke dir nicht nur, daß du mir dej eicht meiner leiblichen Augen verlichen und bisher bewaß lret hast, sondern auch und vornehmlich, daß du dein heh iliges Wort noch immerfort meiner Seele leuchten lasses, a (ein Licht auf meinen Wegen. Zwer muß ich, o mein Gotll lauch heute ror dir dekennen, daß ich nicht stets nach diesin heiligen eichte gewandelt habe; stelle aber meine heutige (bewußtr Uebertrerung nicht im Zorne ver dich, nech mein juner kannte Sünden ins Licht vor deinem Angesichte; sonden iwirf sie hinter dich zuruck, und sey mir um Christi willen gnädig. Bleibe du nur ferner bei mir, mein Gou! da e ietzt Abend worden ist. Bst du mein Licht und mein Hiil, ivor wem selte ih mich fürchten? Bist du meines Leren⸗ Laste: Kiaft, vor wem sollte mir grauen? Wenn weine Auzen 0 II zen G] schlossen sind, so laß deine Augen äber mir offen tehen. Laf Gnen] meine Sesle und meinen Leib und alles was ich habe, un nn ohm]ter deine liebevolle Fürsorze wohl verwahret seyn. Sorg ½½ or aln]fur mich und die Meinigen; sorge für alle Menschen! erbarm: werbe dich aller Armen, aller Kranken und Elenden, hilf ihne + an da]und lindre ihren Schmerz und ihren Kummer! gib ihne weif] nöstliche Sedanken, die sie aufeichten und stärken könnei 0 eit un]und laß sie deine Macht und Liebe empfinden⸗ Soll ich na ů sie mit deinem gnädigen Willen noch länger hier leben, so laß miy mpahle morgen mit einer dankbaren Empfindung von deiner Güßy die du] erwachen, und mich den Tag zur der Erfällung deiner gi nit un] tigen Absichten anwenden. Sollte aber in dieser Nacht, di ers Bu zeit meiner Vorbereitung zur Ewigkeit aufhöxen! o! unsetr]Pvergib mir, was ich von diesem großen Entzwecke ver rer e säumt habe, um Jesu Christi willen, und erfͤlle deine theur merzit] Verheißung daß du mich um seiner großen Erlößung wille als völlig degnadigt annehmen nnd bei dir ewig selig ma ben wollest. Erhöre mich, mein Gott! mein Vater! durch Zesum Christum. Amen. ö E iit Morgengebet am Donnerstatze. * Gatt, Quelle meines Lebens und desselben Erhalter! mei 1 16 Gelt, durch dessen Güte ich von neuem einen Tag anfan zurüh] ge! sey du mein erster Gedanke! Dankbarkeit und Lieb ite und gegen dich nüssen die ersten meiner heutigen Empfindu· schenkt gen seyn! Noch sind Leben und Gefundheit mein? beld air du hat du mir auch in dieser Nacht er halten; deine Süt dengß wachte üder mich, daß kein unglück sich zu mir naben dürft/ in e Oaß ich heute von neuem thätig in meinen Geschäften un. 8„ 10 iu meinem und meknes Nächsten Nutzen wirksam sein kam ö Sa kos ist dein GSeschent und kommt nur von dir. Was habe ich diesen des ich nicht von dir empfangen habe! Wer ist mein Vater dWn] meis Wohlthäter, mein Freund, wenn du 46 nicht bis man] Wer ist mehr als du meine sicherste Zuflucht? Du Xmach onden] elger, laweiser, Gütigster! du bit mein Schöpfer, meu. vüln] Gott, mein Vater. Wie glücklich bin ich? Kdante ich da 6 Lohl mehr seyn, als ich es baburch bin, daß ich von bin „Heil] den dir gllein abhonge: Oein bin ich dein win ich auch ew. Leden⸗ Heiden; dir sey mein Schicksal ganzsich helmgesttue; regie a re du es nach deinem Wohlgefallen; dein Welle ist auf all Weise der Beste; dein Wille geschehe! Führe mich immer nach deinem Rath; dein Rath ist Seligkeit für mich, i kenne kein seliger Glück, als das, dir zu gehorchen, dein Bille allein sei mein Gesetz! sey du allein der Hert mesves derzens! Herrsche du über seine Gesinnungen, über seine ceigungen, über seine Wünsche; verstatte nicht, daß in⸗ end etwas, das dir zuwider ist sich in dasselbe einzusch lei⸗ zen suche! Fehle ich, so tehre mich meine Fehler erkennen nd verbessern. Dir zu gefallen ist mein erster Wunsch, so unge ich denken kann will ich so denken. Ich emp'ehle mich ud die Meinigen, auch an diesem Tage deinem mächtigen öchutze. Laß deine Hand mich auch heuse begleiten, auch eute über alle meine Schritte wachen; sey mein, sey aller Renschen Beschützer! Sollen meiner Tage noch made wer⸗ en, so seyen sie dir alle geheiligt! Laß mich keinen und uch diesen nicht verleben, ohne daß ich besser werde. Gott zine Güte müsse sich mit jedem Tage über mich erneuern, der auch mit jedem Tage laß mich deiner Riebe und Güte ürdiger werden! Ethöre mich, und erfülle meine din ohlgefällige Wünsche, wie du es mir und allen, die nach inem Willen bitten, durch Christum verheißen hast. Dir y Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Abendgebet am Donnerstage. Ioermal ist von der mir bestimmten Lebenszeit ein Tag rbey. Dir gütigster Vater dessen Geschenk er war, dir lssen auch noch seine letzten Augenblicke geweihet, dir issen die letzten meiner heutigen Empfindungen heilig Inl Nur deiner Hand alleln, unendlich gütiger Gott, habe es zu danken, daß du mir bis hierher geholfen hast; alles, is ich bin, und was ich habe, bin ich und habe ich nur ein von dir. Wie viel Gutes hast du mir allein erwie⸗ Wie viel Bäses hat dein grädiger Schutz voh mir ab⸗ vendet! Du bist doch nur allein mein wahres und auch in höchstes Guth; du wirsi es ewig sein. Da ich dich ha⸗ was sind mir Himmel und Erde! Deine Huld verwan⸗ das Mißvergnügen meiner Tage in Heil, und erhöhet „Vergnügen meines Ledens zur Seligkeit. Diese Welt weit entfernt von deinem Himmel, ist doch so voll von del⸗ nehmen seyn, u den Bl: Riebe d vas mel asse ich un deiner Belt zu ich nicht, daß ich, dig: mein Bandel in huland ole gestor nen selbst aulerstand. En von er nge dein luß mich 1 Sünden g In deinen schauer setue, un hichten ut uf al Pger äte! Was wird denn jene sein, wo der Freuden Fülle Immervor deinem Angesichte, und volle Seligkeit zu deiner Rech⸗ 5/%J en it! Welche Glückseligkeit wartet denn auf mich in dem „dein eiande meiner Vollendung! O, wann wirst du, Vater melneß mich würoig sinden, mich unter deine Hausgenossen aufzu⸗ ö seine nehmen? Köante doch nur mein Leben dir immer angenehm aß iresehn, und mein Wandel dic immer gefallen! Mit allsehen⸗ iscklet. ten Blicken erforschest du mein Herz. O möchte es doch im⸗ ennen ner tein doch immer rechtschaffen vor dir erfun den werden/ 90(berr, ich gelobe es dir, und will es auch halten, daß ich e nuch nich den Rechten deiner Gerechtigkeit leben will. Hilf du⸗ wuigen nir nur bei meiner natürlichen Schwachheit, und ersetze auch mein Unverwögen durch den kräftigen Einfluß der guten aller Itebe deines Geistes. Auf dich verlasse ich mich in allem, wers pas meine wahre Glückseligkeit befördern kann. Jetzt über⸗ nd susse ich mich der Ruhe: laß mir, laß den Meinigen, laß Golt hesem Hause, laß allen Menschen deine mächtige Beschir, uerl, niag widerfahren; verhüte gnädig Unglück und Schaden! Güte zol ich in dieser Welt wieder erwachen, so sey ferner edie tein Got, wie du es bieher gewesen bist; so führe mich nach su deiner Hand auf dem Wege, den ich noch durch diese Diu Belt zu gehen habe. So laß dein Auge mich leiten, daß ch nicht, von deinen Geboten abweiche; so regiere mich, daß ich, als ein Erbe der Unsterblichkeit, mich immer wür⸗ dig meinem Beruf betrage, und schon auf Erden mein Tag Bandel im Himmel sey! Amen. 9 Morgengebet am Freitage. eilig huland der Welt! Treuester Mittler! du bist darum für hahe(all gestorben, auf daß die so da leben, hinfort nicht ih⸗ Ules, ain felbst leben, sondern dir, der du für sie gestorben und nur auseistanden bist. Dir widme ich heute mein Leben und Den⸗ wien n von neuem, da ich mich erinnere, daß du an einem Frei⸗ ab lige dein theutes Leben aus Liebe für mich gelassen hast. Ach auch lah mich nie vergessen, wie viel Mühe und Arbeit dir meine ha, Einden gemacht haben, damit ich keine derselben gering achte. an. In deinem Leiden laß mich die Güte und den Ernst Got⸗ het( schauen. Gid, daß ich mich dieser Güte im Glauben n sue, und dich, o Gottes Sohn, lebenslang für meinen del, igfen und besten Freund halte, indem ja 3—— größere a 1 Liede hat, als die, daß er sein Leben laͤsset sür seine Freunl Und da ich in deinem Leiden, mein Bürge! sehe wie ern lich Sott die Sünde hasse und strafe, so gib mir Onahz solche auch ernstlich zu hassen und zu vermeiden. Du aiesi an delnem Kreuze: Mein Gott, mein Gott! warum 90 du mich verlassen? Achl bitte deinen himmlisches Vates sh mich, daß er weder heute noch jemals mich verlasse noch vn saume. Du trugst dein Kreuz selbst zu deinem Tode, un unterwarfest deinen Willen, dem Willen deines himmlischn Vaters Gib, daß auch ich mich diesem heil'gen Willen n Eindlichem Gehorsam unterwerfe, mein Kreuz auf mich neß⸗ me, und dir auf allen Wegen deiner Tugenden beständi Inachfolge. Und wie du mitten in deiner Pein der Deing nicht vergassest, sondern auch auf deren letbliche Wohlsahn und Erhaltung dachtest, so laß auch mich heute dieser deinn treuen Vorsorge ebenfalls genießen. Wende dabei alli Uebel von mir ab, und alles nöthige Gute mir zu. Bewahtt mich und die Meinigen vor Krankheiten und Schmerien oder wenn wir ja an unserm Fleische leiden sollen, so gih, daß wir uns mit demselbigen Sinne gegen alle U.Igedii waffnen, mit welchem du gelitten hast. O Herr Jesul x dist am Kreuz ein Fluch für uns worden auf daß alle Vih ker in dir gesegnet würden; laß auch mir deinen reichen G. gen an Seele und Leib, und zu allen guten Berrichtungn zufließen. Bilde mich nach deinem Sinn, und wie du sogn für delne Feinde die dich gekreuziget haben, voll Sanst muth batest, so gib auch mir standhafte Sanfimuth bei a⸗ len unangenehmen Vorkällen, die mir etwa heute dulh Menschen begegnen möchten. Ja du Lamm Gottes, das da ganzen Welt Sande getragen har erbarme dich aller, und bekehre alle, die dich noch nichr kennen; die nicht wissi, was sie thun, wenn sie dich verwersen und durch vossaͤclh Sünden beleldigen. Laß des Wort von deinem Kreuze in Gedenke an mig und alle de Meinen, Herr! der du in Reiche deiner Herrlichkeit herrschest, und laß uns deresns mit dir im Paradiese sein. In deine Hände desehl ich heut und allezeit meinen und thren Seist; du hast uns ersst, Heyr! du getreuer Golt! Amen, 1 — Ger mehrere göttliche Kraft und göttliche Weisheit werdin, O Eo: danke d nich. G richtiges Iu erkül edes V 6 ist m lichen S Suͤnden vermeid Ae woh nützliche Art des scheu se vor dein meine 6 wich nie gend ein Laß mie reum. e ernz Onadz u um hal ner sh och nn E, udd Alischa illen in ich neh⸗ ständi Deinen ohlfahn deinn i alli zewahtz merzen so gih, igedi esul u lle Vlh. hen G= htungn u sogu Sanst bei al⸗ dulh das du r/, und wissin, saͤclhe uze in werden du in derelns heutt erlöstt, Abendgebet am Freitage. O Eott, der du mich auch diesen Tag erhalten hast/ ih danke dir für deine fortgesetzte Sorge und Gite gegen nich. Gib, daß ich dir meine Dankbarkeit durch menr, au= tichtiges Streben bezeige, deinen Willen in allen Daugen zu erküllen. Ich bitte dich demürhig um Vergebung wegen ides Vergehens dessen ich mich schuldig gemacht hade/ and 6 ist mein ernstlicher Wunsch, daß ich mich nie den gefähr⸗ schen Selbkbetrug verleiten lasse, als werdest du mir meine Sünden vergeben, wenn ich ße auch nicht von nun an zu dermriden suche. Laß mich sest überzeugt seyn, daß ich nie ur wohlgefalen könne, wolern ich nicht ein heiliges und nütliches Leben führe; und daß, wo ich mir irgend eine Irt des Verbrechens erlaube, selbst mein Gebet dir ein Ab⸗ sheu seyn weree. Gib mir die Gnade, so zu leben, daß ich dur beiner Lugegenwart nie erschrecken darf; uod da dir alle meine Gedanken, Worte und Werke bekannt sind, so laß mich niemals weder dem Willen nach, noch in der That lr⸗ gend einer Sache schuldig seyn, die dir mißfallen könnte. deß mich in der Tugend und Frömmigkeit täglich zunehmen, Ruäble Gewohnheit abzulegen suchen, und jeder lasterhaf⸗ un Reiguntz widerstehen. Erleuchte du mich selbst, daß ich mein Verderben immer lebendiger erkenne, und mit wohrer Ueberzeugung einsehen möge, wie nothwendig mir deine Zunade fey, und wie sehr ich der beständigen Führung dei⸗ is Seistes dedürfe. Laß mich als ein weiser Christ, vor⸗ schtig auf Erden wandeln und lehre mich oft an den Tod ge⸗ kenken, damit ich nicht vergesse, wie eitel diese Welt und hre Herrlichkeit ist, und nicht mide werde, den Weg zu den Preuden des ewigen Lebens, wenn ich auch auf rauher Vahn 4 vänbeln maß, sortsetzen. Wache auch in dieser Nacht lher mich, Ieer die meinigen und über alle Menschen, in⸗ sinderh it über alle nethledende und bekümmerte Menschen, vit dner gnädigen und allmächtigen Fürsorge! und weun ul dein gaͤdiger Wille ist, daß ich mit dem morgenden Tag nicht wieder zu diesem Leden erwachen soll, so nimm mich, als dein em Christti wilen begnadigtes Kind, mit Erbar⸗ nung an, und laß mich za dir, uns zu ihm geführt wer⸗ den, vach seiner liebreichen Verbeißung, daß er seine Er⸗ 0 löseten da seyn sollen, wo er ist. Gefällt es aber deinn Weisheit und Güte, daß ich hier noch länger leben soll, 0 laß mich die noch übrige Zeit dieses flüchtigen Lebens zu del nem Lobe und zum dankbaren Gehorsam gegen die Absich ten, wozu du deinem Menschen Leben und Kräfte giebst, nn redlicher Sorgfalt anwenden. Ich rufe dich hierum ah, durch Jesum Christum, deinen ewigen und eingevornen Sohn, um dessen willen du auch mich zu lieben und zu en hören verheißen hast! Amen. Morgengebet am Sonnabend. Aamachtiger, barmherziger Gott! ich erkenne in dieser Morgenstunde deine väterliche Snade und Huld, dadurc bu mir von meiner Geburt an bis auf diese Stunde s⁰ biel Gutes an Leib und Seele erwiesen hast. Auch den leh⸗ sten Tag dieser Woche habe ich durch deine Güte erleht Ich preiße dich, o Vater, für solche unzählige Wohlthaten und bitte dich herzlich, gib, daß ich deiner großen Gnadt aimmermehr vergesse, sondern dich mit stetem Danke dafsli hre. Laß mich stets vor dir, o allwissender und allgegen värtiger Gott wandeln und fromm seyn. Laß mich immen vohl bedenken, daß du mein steter und genauer Aufseher seyst, alle meine Worte hörest, alle meine Werke beschaues, ile meine Gedanken bemerkest, und alle meine Wege erfor⸗ chest. Laß auch heute alles mein Thun gesegnet seyn. Iu einem Namen fang ich es an. Sey mit mir und laß es zu einer Ehre und meiner und anderer Nutzen wohl gera⸗ hen. Laß mich, o Herr! auch in dem äußerlichen Beruse, jarin ich nach deiner Regierung mich befinde, treu und leißig seyn, und dabei nicht bloß auf Menschen, iondern uf dich, den Richter aller meiner Gedanken und Handlun⸗ en sehen. Verleihe, daß ich mich oft erinnere, wie ich licht bloß Menschen diene, sondern dein Knecht sey, der du inem jeglichen vergelten wirst, was er Gutes oder Böses lethan hat. Laß mich aus Liebe zu dir auch meine weliliche heschäfte so verrichten, daß er dir zu gefallen suche, red— ch dabei handle, und deinen Willen nicht allein mit Diens hr Augen, sondern von Herzen und mit gutem Willen ue. Segne meine Arbeit und was mir deine Hand gege. n hat, daß ich für mich und die Meinigen die taͤgliche Roth⸗ durft hab sem Tage o reiche saͤrke mui barme di ie dich Verlassen Rath un ehret, L Gott, und alle empfehle Herr! Erretter Gott!: Dorch nes Lebe um eine dieses der alle sind mi Woche selben Freude dungen Hott, wie gar heber r Nur de Verth; chen! ges Gl Könste ner gn. Mittel was m Wie v Voche erfor⸗ II es zu gera⸗ eruse, und ndern dlun⸗ ie ich er du Bösts Itliche red⸗ Nenst Billen aege. Roth⸗ Voche gewesen; in wie viel Fällen habe ich in derselbei Adendgebet am Sonnabend. ö 17 burkt haben möge. Soll ich nach deinem Willen, an d sm Tage oder sonst mit Noth und Trübsal belegt werden, reiche mir Schwachen deine Hand, daß ich nicht verzags/ suͤrke mich, daß ich Geduld habe, und auf dich hoffe. Er⸗ barme dich, nach deiner unendlichen Güte, aller Menschen die dich fuchen und lieben. Laß aller Nothleidenden und Berlassenen Gebet vor dir erhöret sein, und schaffe ihnen galh und Trost. Insonderheit gib mir ein Herz, das dich ehret, liebet und dir vertrauet. Verlaß mich nicht, mein Gott, denn ich hoffe auf dich. Meinen Lelb und Seele und alle die Meinigen, meine Ehre und alles was ich habe ö empfehle ich jetzt und allezeit in deine mächtige Obhut. Ach herr! sey mein Schutz und mein Heil, mein Helfer und Erretter heute und so lange ich hie bin. Erhöre mich, mein Gott! um Jesu Christi willen. Amen⸗ Abendgebet am Sonnabend. Darch deine Güte, o Gott! Schöpfer und Erhalter met⸗ nes Lebens; habe ich nun von neuem eine Woche verlebt; um einen beträchtlichen Theil hin ich nun auf dem Wege dieses Lebens, dem ersten Augenblicke näher gekommen der alle meine Woche und Tage endigen wird. Wie schnel sud mir auch diejenigen entflohen, welche die vergangen Woche ausmachten. Wie geschwind habe ich das Ende der slben wieder erreichet! Vergnügen und Mißvergnügen, ßreude und Kummer, Zufriedenheit und Unruhe, Empfin: dungen von verschiedener Natur machten ihren Inhalt aus⸗ Hert, Vater der Zeit und Ewigkeit, wie wenig wichtig, wie gar nichts würde mir mein Leben ohne dich sein, Ur: heber meines Daseins, und meines Daseins höchstes Guth NRar deine Güte gibt den Augenblicken meiner Tage einen Berth; du ließest mich werden, um mich glücklich zu ma⸗ chen! du läßest meiner Tage mehr werden, um mein jetzi. ges Glück zu verlängern, und mir Zeit zu geben für meir Kuͤnstiges wirklam sein zu können. Unter der Leitung dei ner gnädigen Vorsehung sind Zalle Theile meines Schicksall Mittel zu meiner Seligkeit) und muß alles, selbst das was mir böse scheint, zu meinem wahren besten dienen Wie voll von Spuren deiner Huld ist die zurückgelegt 8 Gebet um wahre Erkenntniß ꝛc. 7 den Segen deiner weisen Führuug empfunden! Oanks diz dafür, ewig gütiger und ljebreicher, hiumlischer Balg wie soll ich deine Wohlthaten dergelten? wie deine Gin wüuͤrdig genug preisen? Och will dich lieben, dir vereraun dir gehorchen; diese sollen mir die heiligsten meiner Pflichur seyn; schon hier will ich nach mein em besten Bermögen bein Gedbote erflllen; bei dir in der Ewigkeit werde ich es 2 vollkommner thun können. Deine Absichten sind auch meingen; dein Wille ist ein Gesetz. Vergib gnädig nah deiner unendlichen Barmherzigkeit und Güte, die du in din 1 nem Sohne Jesu Ehristo geoffenbart hast, wenn ich dawi der gehandelt habe, Laß dir meine aufrichtige Reue dail⸗ ber wohlgefallen. Stärke mich in der Nusführung gulh Borsätze und Entschließungen, die ich gesaßt hade, mit zu bessern, und verhüte, daß ich nicht in die vorigen Gün den zurückfalle, oder neue Sünden begehe. Say in diesin Nacht mein Schutz! deiner gnädigen Obhut empfehls ig Umich, und alle die mir angehören, Bekannte und Unl., kannte, Freunde und Feinde! Laß mich den morgenden s ligen Tag zu deinem Preise ervachen, und gib, daß ich sh so begehe, wie er dir angenehm und meiner Seele heilsen ist. Erhöre mich, mein Gott! um meines theuersten Eill sers Jesu Christi Willen Amen. rrnnrnrrn“ „Gebet um wahre Erkenntniß und Bereuung der Suͤnden. 0 heiliger und gerechter Gott, barmherziger Vater! A ([dekenue und klage dir meine angeborene Blindheit, deh lich meine Sünden nicht so vollkommen erkenne, noch st herzlich bereue, als es wohl seyn sollte. Allwissender Son, lidu steles auch unsere unerkannten Sünden ins Licht vor del⸗ inem Angesichte. Ach gib mir die Sröße, Adscheulichles ihund Manncchfaltigkeit meiner Sünden recht zu erkeuner, and stelle sie mir in diesem Leben unter die Augen, auf daß hsir mir nicht am jüngsten Tage unter die Augen gestellt, und nich dadurch vor Engel und Menschen zu Schanden werden möge. Rühre und erweiche mein hartes Herz durch deig kraͤftiges Wert, daß ich meine Sünden recht ernstlich de, teue. E selbst:: süllt, be bote für Fluch sa so habe nal ges luß mich zugleich an mir wiesen! Undankl mißbrau helliges willen 1 lbendit sch so n beiner u Leid du dein Rugung Nß ich Sünden in wahr Gerechti Erhöre Nré, so —* Herr! den wir hiißung AHnaus ligee un Ounden! hin nich uh bel Gebet um Vergebung der Sunden. 18 neue. Eine iede Günde verdient ja den Fluch: denn du sag 1 felbst: verflucht ist wer nicht alle Worte dieses Gesetzes er Suin fäut, daß er darnach thue; und wer auch nur an einem de bete sündiget, der ist das ganze Gesetz schuldig. Ist den Fluch schon da, wenn nur ein Sebot übertreten wird, ach se habe ich unzähligen Fluch verdienet, weil ich unzählig nal gesündiget, und deine Gebote übertreten habe. Dief V V ** luß mich doch, o gerechter Gott! lebendig erkennen, und uch M zugleich den Reichthum deiner Gulte recht bedenken, die di— nai an mir Unwürdigen mit se väterlicher Langmuth bisher bh* in diß wiesen hast, um mich dadurch zur Buße zu leiten; die ich In * dawh undankbarer aber oft so gering geschätzet, und wohl gar gei darl⸗ 0 99 2„ I lemißbrauchet und verachtet hade. O Herr Jesu! der du dein uln ö Hutti] heiliges Blut am Stamme des Kreuzes um meiner Sünden Wii 6. willen vergossen hastl laß mich aus dieser theuren Erlösung 1 bendig erkennen, wie schwer die Schuld meiner Sünden 2 diesu siy, da es dich so viel gekostet hat, Le zu behal ten, auf daß. Heic so mühselig und beladen zu dir kommen möge, daß ich 2 1 Uust. beiner Erquickung fähig, und dein heiliges Blut und theu⸗ ns Leiden an mir nicht verloren sey. O heiliger Geist! der 17 ich m zu dein Gnadenwerk in der Seele mit einer kräftigen Reberi 4Z7 kuzung von der Sünbe anfängst, erleuchte auch mein Herz,=k EulIn ich das große Elend desselten auftichtig erkenne, meine Stuben herzlich bereue, und so zu Jesu, meinem Erlöser, 45 unwahrem Glauben fliehe, daß er auch mir zur Welsheit, ing Geregtigkeit, Heiligung und Erlbsung gemacht werde. Erhöre mich o Seti! der du nicht willst den Tod des Sün· urs, sondern daß er bich bekehre und lebe. Amen. Id 5 10 C*ꝗC*SSẽÆe ⁰0 00 ch Gebet um Vergebung der Suͤnden. V Sen, ar el Herr! du hast liebreich gesyrochen: Wer zu mir kommt, + Kchlnlin werde ich nicht hinanestoßen. Auf solche deine Ver⸗ euner, hißung kemme ich zu dir, und glaube sest, ich werde nicht 14 uf daß hinaus gestoßen werden. Ich kemme aber als ein Muͤhse⸗ 1 00 Aund gee und Beladener. Es drückt und beschwert mich der verden Qundenlast. Ach Vater, vos dir habe ich gesändiget, und n din nicht werth, daß ich dein Kind heiße. Wie aft habe ich 0 U, uch beltidiget! Wie ur vollkonner ist die Beobachtunn 20 Gebet v• d. Genuß des h. Abendmahls. „Sünden gänzlich unwürdig bin. Aber o Gott! der du auh 0 0 1 Vorsatz, dir künftig mit mehrer Treue urd Sorgfalt gi ner großen Varmherzigkeit um Jesu Christi, meines ohel⸗ meiner Pflicht bisher gewesen! wje oft habe ich deinem hil ligen und guten Willen entgegen gehandelt: Wie ost in Gedanken, Worten und Werken, auch noch un wissentlt gesündiget! und wie wenig geneigt und tüchtig bin ich don Natur zu allem geistlichen Guten. Ich lerkenne, daß i⸗ durch mich selbst deiner Snade und der Vergebung meing gegen den Undankbaren barmherzig bist, und ihm gern all seine Uebertretungen vergibst, wenn er mit bußfertigen und glaubigem Herzen in Christo deine Gnade sucht; sieht auch meine aufrichtige Reue und Betrübniß mit väterlichen Erbarmen an, und sei auch mir um Jesu Christi willen guä⸗ dig! Ich setze in voller Ueberzeugung von meiner Unwir digkeit und Verwerflicheeit allein auf deine freie Erbar⸗ mung in Christo Jesu, welche den Sünder ohne sein Vey dienst gerecht spricht, mein inniges und ganzes Vertrauen, und habe keine andere Gerechtigkeit, als die durch den Glauben an Jesum Christum kommt. Vergib mir um s nes theuern Leidens, und um deiner erbarmungsvollen Ci willen, alle meine Sünden, und befestige meinen gullh horsam zu sein. Erleuchte meinen Verstand, deinen Willin zu erkennen, und heilige meinen Willen nach deinem Wohh gesallen zu thun, damit ich in deiner Gnade bleiben, un dadurch endlich zum Genuß der vollkommensten Güter g langen möge. Erhöre mein demüthiges Gebet, nach des ersten Erlösers willen! Amen. SꝗIInnSSn Gebet vor dem Genuß des heil. Abendmahls. Gottlicher Erlöser, Herr Jesu! du hast ein Gedächli der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stundin vor deinem Leiden setztest du das heilige Abendmahl, zun Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubin ein, und du lässest mich noch jetzt zu dieser Gnadentol einlaben, wo ich deines für mich geopferten Leibes, und dis nes für mich vergossenen Blutes, der Siegel und Untn pfänder meines Hells, theilhaftig werden soll. Wie gluh Gebet lch bin i lommnen deine Lehr und Golt nen, und wie viel h ylssend/ ohne dich mir die Le her damit des Todes sen gnädi nicht zum lurch dein. hen hättef Rost, de snd Gesch nir dann mdankbar in, wer and Glei gette/ dir Hlauben Heil, das Ind Sterb duszuopfer nehr mir gitorben lad laß d dulschheit Hebet vor dem Genuß des heil. Abendmahls. 2 bin ich, o Herr! daß ich dich, den einzigen und voll⸗ ost u lommnen Mittler zwischen Goit und den Menschen, daß ich entliteine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn von Und Golt nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft 1 aß ihnen/ und zu deinen Erlösten und Freunden zählen darf! o ö wie viel habe ich dir, meinem Heilande zu danken! wie un⸗ a0 vlssend/ wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich n all ehne dich und deine Gnade sein? Wie unerträglich würde nir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung sich ur damit verdienten Strafen, wie schrecklich der Anbllel ö lichen ies Todes und des Grabes sein, wenn du uns nicht selbst en gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich irnicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und uns „urch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erwor⸗ kn hättest. Ja, alles Licht, was mich erleuchtet, alles Rost, der mich erquicket, alle Hoffnung die mich belebet, b den ind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir dann nicht bein Gedächtniß sein! Würde ich nicht der ö Udankbarste, der niederträchtigste unter allen Sterblichen kin, wenn ich dein vergesse, wenn ich mit Kalt sinnigkeit and Gleichgültigkeit an dich gedächte; wenn ich mich wei⸗ gerte, dir die Ehre und den Dank zu geben⸗die dir gebüh⸗ 40 und Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreichen ö Einladung mit Begierde und Freude. Ich komme, mich öf⸗ sentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen. Ich 0 del hanme als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe le meine Seele zu suchen, und ergreife mit bußfertigem Hauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große 0 hell, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden Iund Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum hls kuszuopfern,„und den heiligen Vorsatz zu erneuern, nicht nhr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich ächiu gitorben und auferstanden bist. Ich komme meine Gemein⸗ tundu fhaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs „ zun nihe zu einer aufrichtigen Liebe gegen sie zu verpflichten. O aubim herr, laß mein Vorhaben gesegnet sein. Gib nicht zu, daß entafl sch blos mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herzen ud dil sene von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geist, 6 Unter zad laß den Gedanken, daß du Herz und Nieren prüfest alle ö ih delschheit un d Verstellung aus meiner Seele vertreihen. Laß 42 Gebet ni d. Genuß des h. Abendmahls. mich die Wunder deiner Varmherzigkeit so bedenken, [Glauben, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestäͤrln und ich auf das kräftigste bewogen werde, die Versprechun gen/ die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treut zu hal⸗ ten. Erhöre mich, mein Heiland! um deiner ewigen Lie willen! Amen. ‚;...TC T TPTCTCTCNT „Gebet uach dem Genuß des heil. Abendmahls, Galger Gett und Vater! ich preise dich, daß du aug mmich sündhaften Meyschen nicht verworfen, sondern deinen Sohn, Jesum Christum auch zu meinem Mittler und Se gmacher verordnet hast. Wenn ich seinem görtlichen Wortl Uglaube und darnach lede, so bin ich gewiß mit dir versüh Enet, völlig von dir begnadigt. Dessen tröste ich mich mi Ufreudigem Vertrauen, durch das heilige Abendmahl meini Erlösers Jesu Christi, durch welches ich jetze die Verssih⸗ eung davon erhalten babe, da ich mir in meinem Gewsh sen bewußt bin, daß ich alle Vergehungen und Fehltrih WMeweines bisherigen Lebens schmerzlich vor dir bereue, un Uden aufrichligen Vorsatz der ung bei mir hege. A wie soll ich dir für deine unverdiente Barmher zigkeit g augsam danken? Rimm das schwache Lobopfer meines gi rührten Herzens gnädig an, dis mein künftiges Leben he weiset, daß ich ganz von deiner Vaterhuld durchdrungen bin ch will deine Gnade nicht vergeblich empfahn. Sie sil einen bleibeuden Eindruck auf mein Semüth machen, mesi sefinnungen regieren, und meinen Wandel keiten. O hal segne den Genuß des heiligen Abendmahls so ar misth Seele, daß ich dadurch kräftig angetrieben werdt/ der Ginn zu widerstehn, und mich aller christlichen Tugenden zu l. fleißigen. Und da ich jetzt den redlichen Vorsatz mich dih Enem Dienste nach Jesu Lehre zu widmen, an seiner 9d bentafel erneuert habe, so bitte ich in Demuth! hilf du selbh % der du alles Gute in uns schaffest, air ihn treulich anl + bringen. daß mich dusch das Andenken des Todet Diin Sohnes, die Sünden in mir tödten, damit, so lanzt A. nsch in der Belt lebe, ich im Slauben an ditsen delnn I. Sahn lebe, der auch mich gelieber, und sich selöst für nii geheben dieses Leb keben, Le bei dir in deiner vo Gemein sch dein Soh nich, igkeis wi D mein nis heilit du auch hen/ und ich Friede Gnade. del To de tigen Her Emals vi nich zuer süi mich will will ich siy mein ben, dir Neamen Her auf Oemeinso eine E ges Ses Herr! deiner Gin. AHachger I*2 irkel chumm hah Eledt , aui deigen d Se Worn Hersoh mit neing rsiche Sewh trila Noth und Trübsal. 23 geheben hat. Gib mir Kraft, dich auch in den Frübsalen dieses Lebens mit Geduld und Vartrauen zu ehren, und im leben Leidin und Sterben meine künftige Verherrlichung bel dir in völliger Gewißheit zu hoffen; bis ich endlich zu beiner vollkormenen Anbetung und zu der himmlischen Gemeinschaft mit dir in der Ewig keit gelange, wozu mich dein Sohn, mein theuerster Heiland, erlöset hat- Erhöre nich, Gott mein versöhnter Vater! um deiner Barmher⸗ Izkeis willen! Amen. ... mein Heiland! du hast mich abermal in dem Senuß dei⸗ dis heiligen Abendmahls auf das kräftigste versichert, daß du auch für mich deinen heiligen Leid in den Tod geges ben, und dein theures Blut vergossen hast. Durch dich habe ich Eriede mit Sott, und einen freien Zutritt zu seines Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und del Lodes erlöset und darf mich der Hoffnung der zukünf⸗ Ügen Herrlichkeit rihmen. Wie kans ich dir deine Liebe Emals vérgelten! Ich will dich ewig lieben, denn du hat nich zuerst, du hast mich bis in den Tod geliebet. Ou bls sumich gestorben. Du hast dich selbst für mich geopferk. Nwill ganz der Deinige seyn. Dir wil ich leben, dir will ich sterben. Dir sey mein Leib und meine Seele, dir seh mein ganzes Leben heilig. Dich zu kennen, dich zu lie⸗ bes, dir zu gehorchen deinem Beispiele zu folgen, deinen Ramen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich ser auf Erden zu erweitern, um mich zu deiner nähern Hemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dies soll eine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und bestaͤndi; 3i Sescäft, meine ganze Seligkeit seyn. Stärke mich/ Herr! in diesem heiligen Borsatze, und erhalte mich in deiner Eraue, bis an mein Ende! Amen. ——*—*———9——9—————————————— 28.. Gebet in Noth und Truͤbsal. osex und helliger Sote, der du die ganze BVelt mit RNhes Welsheit regieist! ich glaube deine allgemeine x sie soll die Liebe der Welt und ihre Eitelkeit in meinem Her⸗ bille dich II Jerhörest, du rettest alle, die dich in kindlichem Vertrauen ih Sunden, nait zeitlichen Ple 2 Gebet in Notb und Trübsal. Vorsehung: ich glaube von Herzen, daß alles, was mih vird die und die Umstände meines Lebens betrifft, durch deine wesst, mein Kur fheilige und gütige Veranstaltung so eingerichtet sei, wie gg 0 ich 31 st; daß mir ohne deinen Willen nichts begegnen kann und heit, des beides mein Glück und mein Unglück aus deiner Handdann wi kommt. Wie oft, mein Gott! hahe ich gesprochen: de tuize unt Wille geschehe! Und nun wird mir dein Wille schwer un Eos betr fast unerträglich! Soll ich denn nun widerrufen, was malh uhig in Mund so oft wiederholet het? Das sei ferne! Viel lieben Anken zill ich mich in tiefster Demuth vor dir niederwerfen und nein Got beine heilige Regierung verehren. O Herr, du bist gerech][AO“ in allen deinen Wegen! Ich bekenne vor deinem Angesichee daß ich alles, was ich leide, und noch weit mehr verbienen (babe. Slos Gäte ist es, wenn es nicht gar mit mir aus ish, Herr, lunverdiente Güle ist es wenn du mich, wegen meinen Erden! d gen und nicht mit dem ewigen hern Seg (Verderben heimsuchest. Gerechter Richter! ich unterwert gefällt; l6 mich deinem Willen. Ader auch in deinem Ernste verehre sßh en dein⸗ bdich als meinen barmherzigen, als meinen in Christo IRiner gn versöhnten Vater. Ich weiß, daß delne heiligen Absichin un deiner, Allein auf meine ganze Glückseligkeit abzieien. Auch meim ge, Du l gegenwärtige Trübsal soll zu meinem Besten dienen. Ei dan der it foll mich die Folgen meiner Vergehungen empfinden lassenz Zahd. Ich zen vermindern; sie soll mich antretben, dich, meinen Gotth ne Schme Izu suchen; dich zu lieben, dich zu fürchten, die zu vertrauen, is balde hund mein ganzes Leben, zu meiner wahren Seligkeit, nußOnade, d nach deinem Willen einzurichten O Herr! laß diese gesenn Unete Entzwecke an mir erreichet werden, und erfreue mih wieder, zu rechter Zeit, mit deiner gnädigen Hülfe! d 16 der Noth anrufen. Du wirst auch mir helfen, wenn mein nig Stunde kommt. Diese will ich in Demuth und Gelassenhesl se meine Uon deiner Weisheit erwarten Laß unterdessen deine Krast h mich i Uin meiner Schwachheit mächtig sein! unter deinem Schußh dkennen, Imit Hülfe deiner göttlichen Liebe kann ich alles ertrager, ur Heili 5 Ich will auch gern alles ertragen, alles ausstehen und erdulh ah mich hen, was du wir auflegest. Ztärke du nur meine Ger gefalle duld und meine Hoffnung auf deine gnädige Hülfe! die Resem E Lage meiner Trübsal werden ein Ende haben! Ja enblig mich wesse, vie ei und Hand dein und mein liebeꝛ mund erecht esichte vienet 18 tst, heiner wigen werfe re sch Gott/ auen, nur geseg mich D en in neine nheit Kraft chuh/ agen. rdul⸗ GOHe⸗ Die blic Gebet eines Kranken. 5 wird die Stunde erscheinen, die selige Stunde, da all mein Kummer und Schmerz auf einmal verschwinden wird, da ich aus diesen Hütten des Elends in das Land der Frei⸗ heit, des Friedens und der Freude hinüber gehen werdel Dann wird mein Trübsal, die zeitlich und leicht ist, eine (wige und über alle Maaße wichtige Herrlichkeit schaffen! Was betrübst du dich denn meine Seele, und bist so un⸗ uͤhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch banken, ewig danken, daß er meines Angesichts Hülfe und nein Gott ist! Amen. ö SDTRRRRRRRRRRRRRIseeseeeeeeeee Gebet eines Kranken. Herr, allmächliger Gott! Schöpfer Himmels und' der Eiden! der du das Leben, die Gesundheit und jeden an⸗ hern Segen gibst, aber auch wieder nimmst, wann es dir HMfällt; lehre mich erkennen, dab alles, was mir begegnet on deiner Hand kommt, damit ich bei allen Leitungen Riner gnädigen Vorsehung nur auf dich sehen, und sie mir deiner, als ihres Urhebers Ehre, zu Nutzen machen mö⸗ , Du hast mich jetzt mit einer Krankheit heimgesucht, dn der ich nicht weiß, was sie für Folgen für mich haben zann. Ich nehme indessen meine einzige Zuflucht zu dir, und hilte dich um deinen väterlichen Beistand. Erleichtere mei⸗ ne Schmerzen, befreie mich, wenn es dein heiliger Wille Ilj bald wieder davon, verleihe mir aber vornehmlich die Hhade, daß ich diese Krankheit, wenn sie länger anhalten, hlte, nicht nur mit Geduld und Gelassenheit ertragen, sore. hun sie auch zu meiner Heiligung anwenden möge. Gib, laß ich dadurch gebessert werde, und auf die Absicht, die du. hii dieser Züchtigung hast, merke, damit sie auch an mir er⸗/ chet werde. Ist sie eine Strafe für meine Sünden, so laß semeine Seele kräftig ermuntern, die Sünden, deren h mich in meinem bisherigen Verhalten schuldig weiß/ zu ukennen, sie aufrichtig zu bereuen, und dir künftig in wahs Kr Heiligkeit und rechtschaffener Gerechtigkeit zu dienen. lal mich in keiner andern Absicht mein Leben lieben, als dir Ugefallen, und meine Seele zu erretten. Wenn ich zu diesem Endzweck leben soll, so schenke 139 den Genuß mei⸗ 20 Gebet bei heft. und anhaltender Krankhei. ner voͤrigen Gesundheit und Stärke wieder, und die Gnas sie auch alsdann zu diesem Endzweck anwenden. Soll abn der Tod das Ende meiner gegenwärtigen Krankheit seyn (so gib, daß ich diese Welt als ein rechtschaffener Chns verlassen möge! Gib, daß ich sie verlassen möge mit eing ungeheuchelten Vereuung aller meiner Vergehungen un Sünden, mit einem festen Vertrauen auf meinen gönsst. ügen V schen Erlöser Jesum Christum, mit einer erfreulichen Erwaß werdest, tung der mer durch ihm erworbenen ewigen Seligkeit un ales reg mit einer willigen Ergebung meiner Seele in deine Hähl Krankhe dey als⸗in die treuen Händen meines Schöpfers, und barm Gib, da hherzigen himmlischen Baters! Erhöre mich, o Gott! un ge erfun Christi willen! Amen. hahe, DISDCCGCSCSCSCSCCCSCSewähre Geber bei heft! und anhaltender Krankheil. Li . Heuliger üuber auch barmherziger Gott! der du die Min Gebet ö schen nicht von Herzen plagest, auch verheißen hast, I 6 ott/ zu erretten, welche dich in ihrer Noth anrufen: ich ln⸗ menzetzt) da deine Hand schwer auf mir liegt, und dün Alen, di Pfeile nief in mich gedrungen sind mit meinem Gebet mu ur Erfa dich, und bitte dich demüthiglich, versage mir in dieser uu die dich tigen und anhaltenden Krankheit, deine Hülfe und deinee Roth zu Seistand nicht! Sey mir gnädig, o Gott, denn ich ch dee den schwäch) heile mich, denn meine Gebeine sind erschrockeh lhem He bhüilf mitt um deiner Güte willen! Siehe an meinen Jammuj den Herr ultd daß mir mein Elend zu Herzen gehn! Von dir allii der mein muß meine Hütse kommen; wenn du willst, kannst du mil ieund B wohl helfen, meine Schmerzen lindern, und mich withil Pohlthat gesund machen. Ich bekenne zwar, daß ich noch weniger i eine so a de, als ich verdient habe, und daß ich es deiner Güte allah den Tag, zu danken habe, wenn es noch nicht gar aus mit mir ist. einer tre 16 weigere auch deiner Züchtigung mich nicht, und bin nicht u Luherrli⸗ x 600 geduldig über deine Strafez denn ich weiß, daß du meit Möchte ie A Besserung und Heiligung dabei zur Absicht hast. Indesi nicht wid. 10 wage ich es dennoch! deine Barmherzigkeit anzuflehn, daf widerfahr du nicht nach meinen Ueberttetungen und Sünden, sondan helchen i nach' deiner großen Güte mit mir handein, und mich nicht A uf mein 3deinem Zorn, sondern mit Maaße züchtigen wollest. Bestnh i verm. heil. Gebet nach der Genes. von einer Krankheit. 27 Guch] nicht, wenn es deiner Weisheit gemäß ist, bald wieder von Il abn] gllen meinen Schmerzen, die ich jetzt so empfindlich leide. 1 t seyys Gegne diejenigen Mittellzwelche ich in dieser Absicht gebrau⸗⸗ Chns che. In allem aber, was du auch über mich beschlossen hasft, it eing gib, daß ich mich deinem heil. und weisen Willen, mit ei⸗ en us ner gänzlichen Ergebung in denselben, und mit einem völ⸗ gölti ugen Vertrauen, daß du Herr, alles wohl mit mir machen Erwas werdest, unterwerfe. Erhalte mir den Glauben an deine¶ eit uuh gles regierende Vorsehung, und laß auch diese schmerzhafte e Hün grankheit dazu dienen, mich in demselben zu stärkenk Un debarm Gih, daß ich auch in dieser Ansechtung bewährt von dir m6s Hitl un geerfunden werden, damit ich die Krone des Lebens em 6 hlahe, die du verheißen hast, denen die dich lieb habernn 3 ewähre mir meine demüthige Bitte, ich flehe darum heit um Jesu Christi, meines Heilandes willen! Amen. +. RNAASSSSSl. 1• hebet nach der Genesung von einer Krankheit. 5 ch Hn⸗ Gatt, von unendlicher Erbarmung, der du gnädig bist 4 d din allen, die auf dich trauen! Auch ich weiß es jetzt aus eig⸗ ebet un der Erfahrung, daß du mit deiner Hülfe nahe bist denen, die dich mit Ernst darum anrufen; denn da ich in meiner deine Nolh zu dir rief, da erhörtest du mich, und halfst mir wie⸗ 15 ich hul der bon meiner Krankheit, so, daß ich dich jetzt mit fröh⸗ 17 throckeh Ichem Herzen dafür preisen kann. Lobe denn, meine Seele ammeh den Herrn, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hatz r allih) der mein Leben vom Tod errettet, und mich krönet mit Gna⸗ du uil deund Barmherzigkeit! O daß mein Herz durch diese neue wiehg Wohlthat so gerührt würde, daß ich es nie wieder wagte, iger l eine so außerordentliche Güte zu mißbrauchen, sondern je⸗ te alli den Tag, den du, Gott, zu meinem Leben hinzuthust zu ist. einer treuen Beobachtung deiner Gesetze, und zu deiner icht uu, Verherrlichung anwende! Ich bin nun wieder genesen. u mein] Möchte ich mich doch auch von nun an fleißig hüten, daß ich Endessh nicht wider dich sündige, damit mir nicht noch etwas ärgeres hn, disl widerfahre: Laß die öftere Erinnerung der Umstände in sondul heichen ich mich befunden habe, einen so starken Eindruk nicht u guf mein Gemüth machen, daß ich alles dasjenige sorgfäl⸗ Besril vermeide, was mich von neuem auf 5 2 Krankendette — 28 Gebet eines Sterbenden. werken, und in Gefahr des Todes bringen konnte. Gih daß ich in Erfüllung aller meiner Pflichten emfig und treu sey und mit allem Ernst für meine Seele sorge. Du schenkst mir nun Zeit zur Besserung; gib mir denn auch ein Herz, das sich zu bessern bemühet sey. Lehre mich bedenken, daß ich nicht nur sterben muß, sondern auch vlötzlich sterben kann, und daß wenn nicht diese Krankheit gewesen, es viil. leicht eine andre sein wird, die meinem Leben hier auf Er den ein Ende macht, damit ich bei Zeiten das thue, was ich sterbend wünsche gethan zu haben. Laß keine Sünde übet mich herrschen, keine Versuchung mich überwinden, oder mich auf die theuren Pflichten, die ich dir und meinem Er— Abser schuldig bin, unachtsam machen. Wirke in mir nicht nur das Wollen, sondern auch das Vollbringen des Guten, nach deinem Wohlgefallen. Mache mich mit jedem Tage zu deinem ewigen himmlischen Reiche geschickter, und wenn du mich endlich von dem Leibe dieses Todes erlösen wirs, so führe meine Seele in das bessere Leben ein, wo kenn Schmerz und kein Tod mehr seyn wird! Amen. Gebet eines Sterbenden. Gnadiger und barmherziger Gott! da es dir, als den Herrn über Leben und Tod, gefällig zu seyn scheint, mit aus dieser Welt abzufordern; so danke ich dir in der tiß sten Demuth meines Herzens, für deine unzählige. geistlchl und leibliche Wohlthaten, die du mir in meinem ganzen L⸗ ben so väterlich erzeigt hast, und bitte dich inbrünstig, N wollest mich auch bei meinem Uebergange in die Ewigklel nicht veriassen, noch versäumen. Wende dich, 0 Valn mit deiner Barmherzigkeit zu mir! Siehe an meinen Jan⸗ mer und meine Noth, und vergib mir alle meine S den! Erleichtere mir mein Leiden, und verkürze mir N Schmerzen des Todes! Erhalte mich bei dem wahren in ständigen Vertrauen auf das blutige Verdienst deines kiehn Sohnes, meines göttlichen Mittlers, Jesu Christil deinen freudigen Geist, den rechten Tröster, in meshen Herzen bleiben, daß er alle Furcht, Bekümmerniß Unh. duld, Seelenangst und Anfechtung von mir treibe, und ni Gel das Zeug stehe un! ben seli Geist; d Herr Je Ou wirf In dir Gott gil den, un bir scheit ne schwa abzufchei mir so verlaß m heit auf, Verkläre mich von befehle ic du erlöse gehören, Diener Geist in auch me holl. Erh * Oebet Baemhe ben in de Roth an Darumttr liastes An die in ihr tem mäch Wir bitte Hlaub en willen gn Süuͤnden! gen Geiste Gebet der Umsteh. fuͤr einen Sterbenden. 29 W Gihdas Zeugniß gebe, daß ich um Christi willen in deiner Gnade u sey stehe und vor nichts erschrecken dürfe! Laß mich mein Le⸗ mmieben selig beschließen! In deine Hände befehl ich meinen „dasGeist; du hast ihn erlöset, Herr, du treuer Gort! Ach, ich]Herr Jesu, auf dich gründe sich mein ganzes Vertrauen. kan,. Ou wirst mich auch in meiner Todesstunde nicht verlassen. x viel. In dir allein habe ich die Gerechtigkeit gefunden, die vor Es Gott gilt. Durch dein Blut bin ich rein von allen Sün⸗ as ih den, und völlig gewiß, daß auch der Tod mich nicht von über dir scheiden wird. Hilf mir durch deine Gnade, wenn mei⸗ ö oder] ne schwache Natur davor erzittern will, und gib mir Lust n Er, abzufcheiden und bei dir in der Seligkeit zu feyn, die du nicht] mir so theuer erworben hast. Ach Gott, heiliger Geist, zuten,verlaß mich nicht in dieser letzten Noth. Hilf meiner Schwach ge heit auf, und vertritt mich mit unaussprechlichen Seufzern. wenn] Verkläre meinen Heiland in meine Seele, und bringe wirsh]mich vom Glauben zum Schauen. Dreieiniger Gott! dir o kinSbefehle ich mich mit Leib und Seele, die du erschaffen, die du erlöset, die du geheiliget hast, und die also dir allein gehören, demüthig und glaubig. Herr! laß mich deinen Diener(deine Dienerin) in Frieden fahren: nimm meinen Oeist in deine Hände, und erwecke und verkläre dereinst 6 den auch meinen Leih zum ewigen Leben, wie du verheißen „mih] hal. Erhöre mich um Christi willen! Amen. En᷑AAANA 1 Oebet der Umstehenden fuͤr einen Sterbenden. U 10 h1 Baemherziger Gott und Vater! der du den Tod und Le⸗ viglal ben in deinen Händen hast! Du willst, daß wir dich in der Valn] Roth anrufen und verheißest uns Erhörung und Gnade. Jau Darum treten wir auch jetzt in tiefster Demuth vor dein hei⸗ Siy] ligstes Angesicht, und bitten dich für diese kranke Person,‚ nir die in ihrer äußersten Schwachheit und Noth außer dir, ih⸗ en he tem mächtigsten Schöpfer, niemand hat, der ihr helfen kann. lebs] Wir bitten dich in dem Namen Jesu Christi, in wahrem ehl Glauben auf deine theure Verheißung. Sey ihr um Christi neines! willen gnädig und barmherzig! Vergib ihr alle begangene Unge Sünden! Heilige und stärke sie mit der Kraft deines heili⸗ nnn gen Geistes! Laß sie nicht über ihr Vermögen versucht wer⸗ ö 30 Gebet der Umsteh. fuͤr einen Sterbenden. den sondern laß auch diese ihre letzten Leiden ein gnädizt Ende gewinnen! Sey du durch deine Kraft in ihin Schwachheit mächtig! Lindere und verkürze ihre Angst un Schmerzen! Tröste sie, du kräftiger Tröster! Hilf ihr, d starker Nothhelfer! Beruhige ihre Seele, und erquicke st. mit der gewissen Hoffnung der ewigen Seligkeit. Göttlichn Erlöser, Herr Jesu! wir bitten dich um deiner ewigen Lih und um deines bittern Leidens und Sterbens willen: ⸗ barme dich auch jetzt über diese sterbende Person: wie du sie in ihrem Leben durch die kräftige Wirkung deines Gah stes zu dir gezogen, und ihr Herz nach dir und deinen Heil gelenket hast; so ziehe nun auch ihre Seele aus di einfallenden Hütte ühres Leibes zu dir, daß sie bald mi Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünn zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe in die Ruhe, aus dun Finsterniß in das Licht, aus allem Jammer in die Hern lichkeit ja aus dem Tode in das Leben komme. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hönz, so erquicke und tröste durch das innerliche Zusprechen ii heiligen Geistes. Wenn ihr Mund nicht mehr reden kann so sey, Herr, ihr Fürsprecher bei deinem und ihrem Y. ter, und laß auch deinen Geist in ihr mit unaussprechtz chen Seufzern für sie bitten. Nimm, treuer Heilanz nimm ihren Geist, wenn er sich nun vom Leibe scheidiß zu dir auf, und laß ihn bei dir einer ewigen und vol⸗ kommenen Ruhe genießen. Erhöre uns, o Herr! und en fülle unsere demüthige Bitte, um deiner allerhöchsten iih willen! Amen. Es w Ostern Ihr wif Mensche kreuzige Oa lehrten Hohenpr Rath/ W surchten auf das Und nonis/ ein Gla⸗ und sie da er zu sie unwi NMan kö Groschen geben; merkte/ hekümme gethan. wollt, nicht allé sieedies n. lädign a 26 ö ihrt 2 111 Das Leiden und Sterben unsers Herrn Jesu — Christi, nach den vier Evangelisten ö tilichn ö n Liehe 1 n: en ö wie du 1. MA es Geh WMNbI deinen Es war aber nahe das Fest der süßen Brode, das da aus zu Otern heisset. und Jesus sprach zu seinen Jüngern: 1 ald nul Ir wisset daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Suind Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er ge. 1 aus dal kreuziget werde. ö e Han] Da versammelten sich die Hohenpriester und SchriftggzSze Wim uhrten und die Aeltesten im Bolk, in dem Pallast des haͤnt Hohenpriesters, der da heißet Caiphas, und hielten einen 1—h en i6 fath, wie sie Jesum mit List griffen und tödeten, denn sie 77 kam surchten sich für dem Volke. Sie sprachen aber: Ja nicht 4 i 0 auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk prechlh⸗ ů Heiland. ö 2. nd vol. Und da nun Jesus war zu Bethanien im Hause Si⸗ und en monis, des Aussätzigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte en Hieh ein Glas mit unverfälschtem und köstlichem Nardenwasser; 14 und sie zerbrach das Glas, und goß es auf sein Haupt, duer zu Tische saß. Da das die Jünger sahen, wurden se unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath! Nan könnte das Wasser mehr, denn um dreihundert Groschen verkauft haben, und dasselbige den Armen Rben; und sie murreten über sie. Da das Jesus IH4. nerkte, sprach er zu ihnen: Lasset sie zufrieden, was V kkummert ihr das Weib, sie hat ein gutes Werk an mir 10 gethan. Ihr habt allezeit Arme bei euch; und wenn ihr 3 volt, könnt ihr ihnen Gutes thun! mich aber habt ihr nicht allezeit, sie hat gethan, was sie konnte. Denn daß sie dies Wasser auf meinen Leib gegossen, damit ist sie 32 Hislorie vom Leiden Chrisll. zuvor kommen, meinen Leichnam zu salben, zu meinen Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch, wo dies Evangellun gepredigt wird in aller Welt, da wird matt auch sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie itzt gethan hat. Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, 907 nannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfen, und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern unn den Hauptleuten, daß er ihn verrieth, und sprach: wu wollt ihr mir geben, ich will ihn euch verrathen. Da se das hörten, wurden sie roth, und boten ihm 30 Silber⸗ linge, und er versprach sich. Und von dem an suchte Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. 3. Aber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchin man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jeru, und sprachen zu ihm, wo willst du, daß wir hiugt⸗ hen und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und et sandte Petrum und Johannem, und sprach: Gehet hin in die Stadt, sehet, wenn ihr hineinkommt, wird euch el Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug, folgt ihn nach in das Haus, da er hineingeht, und saget zu din Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ih herbeikommen, ich will bei dir die Ostern halten. M. ist das Gasthaus, darin ich das Osterlamm essen mäh mit meinen Jüngern? Und er wird einen großen gepfln sterten Saal zeigen, daselbst bereitet es. Sie gingen ih und fanden wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten i Osterlamm. und am Abend kam er und setzte sich zu Tische nuu oden 12 Aposteln. Und er sprach zu ihnen: mich hat her⸗ lich verlangt das Osterlamm mit euch zu essen, ehe dem ich leide. 2— Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr datoh essen werde, bis daß erfüllet werde im Reiche Gollis, Und er nahm den Kelch, dankete, und sprach: Rehmel denselbe ich wert bis das neu trin Und ward 7 brachs 1 set/ das thut zu Oessel Abendm olle dar⸗ nhem B jur Ver trinket, Mraus. Vor d Ubend, luß er gellebt ir sie bit Und n Um Jud nieth; w eine Ha Ind zu silne Kle sch; dar Angern Scurz/ denselben, und theilet ihn unter euch: denn ich sage euch: einen ich werde nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, ellun bis das Reich Gottes komme, bis an den Tag, da ichs nu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. sagen „ g0 2 0% bͤfer, n u Und indem sie aßen, in der Nacht, da er verrathen un ward, nahm der Herr Jesus das Brod, dankete, und Da se brachs und gabs den Jüngern, und sprach: Nehmet es⸗ W0 Zilben(set, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches chte l ihut zu meinem Gedächtniß. ö 0 r. 4 Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem— Wendmahl, dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket A ale daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in mei. + nem Blut, das für euch und für viele vergossen wird welchen jur Vergebung der Sünden. Solcher sthut so oft ihrs 2 nger zu lrinket, zu meinem Gedächtniß. Und sie tranken alle 0—4 Hagt. baraus. 5. zu din Lor dem Feste aber der Ostern, das ist, auf denselbigen eit UI Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, „l daß er aus dieser Welt ging zum Vater; wie er hatte mögl gellebt die Seinen, die in der Welt waren, so liebte gepftu ie sie bis ans Ende. üe und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte Iem Judas Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn ver⸗ ö ‚ neth; wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in che nu seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war, nt hep] und zu Gott ging, stand er vom Abendmahl auf, legte he dennlTseine Kleider ab, und nahm einen Schurz und umgürtete 61 sch; darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an den baton Angern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dm Gottes. Schurz, damit er umgürtet war. 98 v5 ihm: wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Fiße 2* Da kam er zu Simon Petro, und derselbe sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? Jesus ant, wortete und sprach zu ihm: was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirsts aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: nimmermehr sollt du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Peteus: Herr, nicht die Füße allein, son⸗ dern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu waschen, sondern er ist ganz rein; und ihr seyd reln, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl, darum sprach er: ihr seyd nicht alle rein. 6. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr, und saget recht daran, denn ih bins auch. So ich nun, euer Meister und Herr, euch siz Füße gewaschen habe, sollt ihr euch auch untereinandir die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegebehy daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahr. lich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn sen Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt haß So ihr solches wisset, selig seyd ihr, so ihrs thut. Richt sage ich von allen, ich weiß, welche ich erwahl habe, sondern daß die Schrift erfüllt werde. Der meit Brod isset, der tritt mich mit Füßen, jetzt sage ichs euch ehe dann es geschieht, auf daß, wenn es geschehen ist, ihr giaubet, daß ichs bin. Wahrlich, wahrlich ich sage euch Wer aufnimmt, so ich jemand senden werdel, der nimmi mich auf. Wer aber mich aufnimmt, der nimmt den aufß der mich gefandt hat. 7. Oa Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübe im Gen ste, und zeuzte und sprach: wahrlich, wahrlich, ich sn luch, e verrath mir ül sahen f welchem sch sel thun w Herr b und spr Schüssel Sohn ö schriebet Mensche derselbik Judas, er sprac Es w saß an winkte e, von Iesu, u te: 2 ud er un Ischt sn. Da sp Dasselbe ugte. ius. gt; ot Iun Bisse ward Da al Zunk unt hen geha schen K Herr bin ichs? und der andere, bin ichs? er antwortete ⸗ Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische tuch, einer unter euch, der mit mir isset, der witd mich verrathen. Siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und die Jünger wurden sehr traurig, jahen sich unter einander an, und war ihnen bange, von welchem er redete. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst: welcher es doch wäre unter ihnen der das thun würde? und sagten zu ihm einer nach dem andern und sprach: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die In Schüssel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn geht zwar dahin, wo von ihm beschlossen und ge. n schrieben ist; doch wehe dem Menschen, durch welchen des— Menschen Sohn verrathen wird! Es wäre ihm besser, dafß 6 derselbige Mensch noch nie gevoren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi? 118 er sprach zu ihm: du sagsts. H-· — saß an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, dem ö winkte Simon Petrus, daß er sorschen sollte, wer es wä⸗ 1, von dem er sagte? denn derselbe lag an der Brüst Zeu, und sprach zu ihm: Herr wer ists? Jesus antwor⸗ü⸗ ute: Der ists, dem ich den Bissen eintauche und geb. ud er tauchte den Bissen ein, und gab ihn Juda Simo⸗ zn Ischarioth. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ů. Da sprach Jesus zu ihm: was du thust, das thue bald. dasselbe aber wuste niemand über Tische, wozu ers ihm ligte. Etliche meinten dieweil Judas den Beutel hätte, Rus spräche zu ihm: Kaufe was uns noth thut aufs ket; oder daß er den Armen etwas gäbe. Da er nun din Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus, und ward Nacht.** 8. 0 da aber Judas hinausgegangen war, erhud sich ein Ank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den größs 4e gehalten werdey. Er aber sprach zu ihnen: die welks schen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißt man b 0 ö ö gnädige Herrn. Ihr aber nicht also; sondern der Gioͤßt 6 ste unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vor⸗ nehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Gröhest, der zu Tische sitzt, oder der da dient? Ists nicht alsh, der zu Tische sitzt? Ich bin aber mitten unter euch wit ein Diener. Ihr aber seyds, die ihr bei mir beharrit habt in meinen Anfechtungen, und ich will euch das Reih bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr eessen und trinken sollt über meinem Tische in meinem ßReich, und sitzen auf Stühlen und richten die zwölf Ge⸗ schlechter Israel. „Oa sprach Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verklä⸗ Aret, und Gott ist verkläret in ihm: Ist Gott verkläret in ihm, fo wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, und wird ihn bald verklären. 1 —————— 4 Lieben Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. . Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte, wo ich hin gehe, da könnt ihr nicht hinkommen. Und sage euch nun, ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch un⸗ Iter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf diz auch ihr einander lieb habet. Dabei wird jedermann en⸗ kennen, daß ihr meine Jünger seyd, so ihr Liebe unten einander habet. ö 9. Spricht Simon Petrus zu iom: Herr wo gehst du hiun Jesus antwortete: da ich hingehe, kannst du mir diesmal wal nicht folgen? ich will mein Leben dei dir lassen. In sus antwortete ihm: Solltest du dein Leben bei mir la 90 sen? Simon, Simon, siehe der Satanas hat euer begih ret, daß er euch möge sichten wie den Waizen, ich aben habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre, und wenn du dich dermaleinst bekehrest, so färkr de ne Bul der. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gesängniß und in den Aod zu gehen. f. ö nicht folgen, aber du wirst mir hernachmals folgen. trus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir auf diel⸗ Er e der Ha perläug Und ehne 2 je Ma er zu i me ihn nicht h Denn an mir ter ger in En Schwer Und hinaus den Oe sprach an mir hirten hestreu gehen zu ihm mich de ihm: 4 der Hal nen.& kerben gen glei Da k semane/ Jinger; denn Je Da spre hingehe Gioße Vor⸗ röhest t also, ich wit eharret Reich daß ihr neinem if Ge⸗ verklaͤ äret in st/ und Er aber spracht Warlich, warlich, ich sage dir Petro, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal herläugnet hast, daß du mich kennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ühne Beutel, ohne Taschen und ohne Schuh, habt ihr auch e Mangel gehabt? Sie sprachen: nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer keinen Beutel hat, der neh⸗ me ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche. Wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid, und kaufe ein Schwerdt. Denn ich sage euch: es muß auch das vollendet werden an mir, das geschrieben steht: Er ist unter die Uebelthä-⸗ ter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr siehe, hier sind zwei Schwerdter. Er aber sprach zu ihnen: es ist geuug. 10. Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron, an den Oelberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da prach er zu ihnen! In dieser Nacht werdet ihr euch alle an mir ärgern. Denn es steht geschrieben: Ich werde den Hieten schlagen. und die Schaafe der Heerden werden sich kefreuen. Wenn ich aber aufstehe, will ich für euch hin⸗ gihen in Galiläam. Petrus aber antwortete und sprach luihm: Wenn sie sich auch alle an dir ärgern, so will ich nich doch nimmermehr an dir ärgern. Jesus sprach zu m: Warlich, ich sage dir: Heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleug⸗ nen. Er redete aber noch weiter: Ja wenn ich mit dir serben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen. Desselbi⸗ gen gleichen sagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Geth⸗ semane, da war ein Garten, darin ging Jesus und seine Jinger; Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch, benn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Oadsprach Jesus zu ihnen: seczt euch hie, auf daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich 37* und Jaco⸗ bum, und Johannem, die zween Söhne Zebedäi, und fing an zu trauren, und zu zittern, und zu zagen, und sprach zu ihnen: meine Seele ist betrübt bis an den JToh, bleibt hie, wachet mit mir und betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. 11. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf, und knieete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge, und sprach: Abba! mein Vater! Es ist dir alles möglich, überhebe, mich dieses Kelchs! doch nicht, was ich will, sondern was du willt. Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend, und er sprach zu Petro: Simon schläfst du! vermöchtes du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet daß ihr nicht in Anfechtung sallet. Der Geist il willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andernmal ging er aber hin, betete und sprah; Mein Vater! ists nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn dennz so geschehe dein Wille. Und in kam, und sand sie abermal schlafend, und ihre Augen wa⸗ ren voll Schlafs, und wusten nicht, was sie ihm antwol⸗ teten. Und er ließ sie, und ging aber hin und betete zun drittenmale dieselbigen Worte, und sprach: Vater, willl du, so nimm diesen Kelch von mir: doch nicht mein Willl sondern dein Wille geschehe. 120 Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, und staͤrkie ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und bez tete hestiger. Es war aber sein Schweiß mit Blutstrop⸗ sen, die sielen auf die Erde.—5 + — 438.055 Uydeet stund auf von dem Gebet, und kam zu seinen Ili gern, und fand sie schlafend dor Traurigkeit, und sprh +. ging er untwort⸗ huen: Judas nun nck, un suchet ih sus antr chet ihr Bort er nen verl Und lald tra und kuͤß warum schen Se legten di uu ihnen: Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was: und un shlafet ihr? es ist genug. Seht die Stunde ist kommen, Zab, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sün⸗: nicht der Hände. Steht auf, und laßt uns gehen; siehe, der mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. ö Und alsbald, da er noch redete, siehe Judas der Zwöl⸗ sen einer, da er nun zu sich hatte genommen die Schaar und und die Diener der Hohenpriester und Pharisäer, die Ael⸗. e uud feten und Schriftgelehrten, ging er zuvor der Schaar, druͤhe und kommt dahin mit Fackein, Lampen und Schwerdtern V 71 und mit Stangen. 6 Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben. ö und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ists, den grei⸗ 3 1. set und führet ihn gewiß.. t un Als nun Jesus wußte alles, was ihm degegnen sollte, e eist I zing er hinaus und sprach zu ihnen: wen suchet ihr? Sie 3 untworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu. huen: Ich bins. 117 nmu Judas aber, der ihn verrieth, stund auch bei ihnen. V nden m nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zu⸗ en wa nick, und fielen zu Boden. Da fragten sie abermal, wen twot⸗ suchet ihr? Sie aber sprachen: Jefum von Nazareth. Je e zun sus antwortete: Ich habs euch gesagt, daß ichs sey. Su⸗ will chet ihr denn mich, so laßt diese gehen! Auf daß das Will Wort erfüllet würde, welches er sagte: ich habe dir kei⸗ en verloren, die du mir gegeben hast. ö I 13. und Judas nahte sich zu Jesu, ihn zu küssenz und als⸗ luld trat er zu ihm und sprach: Gegrüßt seyst du Rabbi! 4 und kuͤßte ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund., vatum bist du kommen? Judä, verräthst du des Men⸗ Iun, schen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu, unðd Runh lagten die Hände an Jesum/ und griffen ighgsgn. Oa aber saben die um ihn waren, was da werden woll⸗ te, sprachen sie zu ihm: Herr sellen wir mit dem Schwerdt drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwerdt, und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein Recht Ohr ah. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: lasset sie doch so ferner machen. Und sprach zu Petro: Stecke dein Schwerdt in die Scheide, denn wer das Schwerdt nimmt, der soll durchs Schwerdt umkommen. Oder meinst du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zu⸗ schicke mehr denn zwolf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vaͤter gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und er rührte sein Ohr, und heilte ihn. 11. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels, und den Aeltesten, die über ihn gekommen waren: Ihr seyd als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fan⸗ gen, bin ich doch täglich gesessen bey euch, und habe geleht ret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich geleget Aber dies ist eure Stunde, und die Macht der Finslerniß) auf daß erfüllet würde die Schrift der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger, und flohen.** Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und dik Jünglinge griffen ihn; er aber ließ den Leinwand fahren, und flohe blos von ihnen. 15. Bie Schaar aber und der Oberhauptmann, und die Oie⸗ ner der Juden nahmen Jesum, und banden ihn, und führ⸗ ten ihn aufs erste zu Hannas, der war Kaiphas Schwa⸗ ger, welcher des Jahres Hoherpriester war. Es war aben Kaiphas, Menscher Aund s has ist: und Scht Simon J derer Jü Inige S mit Jesi aber stan Da gi bekannt und führ Es ste ein Kohl s war ühnen un wollte. terin, s. und sah mit Jesu schin Jün Weib/ i nicht, we Aber und um sentlich g der Schu men kom fragst du was ich was ich Diener e und spra Lesus an 4. Historie vom Leiden Christi. 41 ent gaiphas, der den Juden rieth: Es wäre gut, daß ein erdt, Mensch würde umgebracht für das Volk. 116 und sie führten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, t si has ist: zum Fürsten der Priester, dahin alle Hohenpriester den und Schriftgelehrten und Aeltesten sich versammelt hatten. umt, Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne, und ein an⸗ daj derer Jünger bis an den Pallast des Hohenpriesters. Der⸗ zu⸗ enige Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging a nit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast; Petrus WI aber stand draußen vor der Thür. ehen. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, und redete mit der Thürsteherin, und führte Petrum hinein. Es standen aber die Knechte und Diener, und hatten un Kohlfeuer gemacht danieden mitten im Palast; denn s war kalt; und wärmten sich. Petrus aber stand bei ihn hnen und wärmte sich, auf daß er sähe, wo es hinaus ollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhü⸗ terin, sahe Petrum bei dem Lichte, da er sich wärmte, und sah eben auf ihn, und sprach: und du warst auch uit Jesu von Galiläa, bist du nicht auch dieses Men⸗ shin Jünger einer!? Er leugnete aber vor allen und sprach: DeWiib, ich bins nicht, ich kenne sein nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest. 10. bren. Xber der Hohepriester fragte Jesum um seine Juͤnger, und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öf⸗ entlich geredet vor der Welt, ich habe allezeit gelehret in der Schule, und in dem Tempel, da alle Juden zusam⸗ men komwen, und habe nichts im Winkel geredt. Was sagst du mich darum? Frage die darum, die gehört haben, Ole⸗ was ich zu ihnen geredet habe. Siehe, dieselbige wissen, sühr. was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Hhwa: Diener einer, die dabei standen, Jesum einen Backenstreich abs und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Zesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, 42 Historie vom Leiden Christi. daß es unrecht sey: Habe ich aber recht geredt, was schlah du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zun Hohenpriester Caiphas. 17. 11 Simon Petrus aber stand und wärmte sich. Und ühn eine kleine Weile, nach dem ersten Verläugnen, als nn hinaus ging nach dem Vorhof, krähete der Hahn, und eine andere Magd sahe ihn, und hub abermal an zu so⸗ gen denen, die dabei stunden: Dieser war auch mit denii Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist di nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Dul bist auch der einer. Und er läugnete abermal, und schwiß dazu und sprach: Mensch ich bins nicht, und kenne auth 0 des Menschen nicht. Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde bekrästh ö gets ein anderer mit denen: die da stunden, und sprach; Warlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Gall⸗ läer, deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Gefreundtiz des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich. nicht im Garten bei ihm? Da fing er an sich zu verslh. chen, und zu schwören: Ich kenne des Menschen nichh. von dem 197 aget⸗ Und alsbald, da er noch redete, krähte der Hahn zun andernmal. Und der Herr wandte sich, und sahe R trum an. Da gedachte Petrus an die Worte Jesu, alt er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kraͤheh wirst du mich dreimal verleugnen, und ging hinaus und weinte bitte elich. 18.* Die Hohenpriester aber, und die Aeltesten, und der ganze Rath suchten falsche Zeugnisse wider Jesum, auf dad sie ihm zum Tode hülfen, und funden keines, wiewohl vil ihn falscher Zeugen herzutraten, denn ihre Zeugnisse stimmiin uo sprac Die M Ind schlug und schlug Hrachen: Ind viel Des M Scriftgel gunze Ra Lode hülf hrachen: en: eher, so Historie vom Leiden Christi. 33 icht überein. Zuletzt stunden auf, und traten herzu zween alsche Zeugen, und gaben falsch Zengniß wider iyhn, und prachen: Wir haben gehöret, daß er sagte: Ich kann und nill abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen ge⸗ nacht ist, und in dreien Tagen will ich einen andern dauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihr Zeug⸗ uß stimmte noch nicht überein. und der Hohepriester stund auf unter sie, und fragte gesum, und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das liese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille, und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermal, und sprach zu In: Bist du Christus, der Sohn der Hochgelobten? Ic beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sgest, ob du seyst Christus, der Sohn Gottes? Jesus hrach? Du sagst, ich bins. Doch sage ich euch: Von nun 5 in werdet ihr sehen des Menschen Sohn sitzen zur rech⸗ un Hand der Kraft, und kommen in den Wolken des himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider, und Rach: Er hat uns gelästert, was dürfen wir weiter Rügniß. Siehe jetzt haben wir seine Gotteslästerung ge⸗ hut was dünket euch: Sie aber verdammten ihn alle, +3832. ö uud sprachen: Er ists des Todes schuldig. 19. die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber verdeckten ihn und schlugen ihn ins Gesicht, besonders die Knechte, und Uhrachen: Weissage uns, Christe, wer ists, der dich schlug? Ind viel andere Lästerung sagten sie wider ihn. Des Morgens aber versammelten sich die Hohenpriester, ehristgelehrten, und die Aeltesten des Volks, und der gnze Rath, und hielten Rath über Jesum, daß sie ihm zum f daß ol vlel miin Aude hülfen, und führten ihn hinauf vor ihren Rath, und hiachen: bist du Christus? sags uns. Er aber sprach zu hnen: Sage ichs euch, so glaubet ihr nicht: Frage ich cber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich dennoch nicht Historie vom Leiden Christi. los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sihen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alln Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen; Ih sagts, denn ich bins. Sie aber sprachen: was dürfen wi münd Zeugniß? Wir habens selbst gehört aus seinen unde. 20. und der ganze Haufe stund auf, and banden Jesum am führten ihn von Caiphas vor das Richthaus/ und übeh antworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und g war noch frühe. Da das Judas sahe, der ihn verrathen hatte, daß verdammt war zum Tode, gereuet es ihn, und brachtt wieder die 30 Silberlinge den Hohenpriestern und Aelttz sten, und sprach: ich hab übel gethan, daß ich unschuldiz Blut verrathen habe. Sie sprachen aber: Was geht uns das an? da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, und erhenkte sich selbs, und ist mitten entzwei geborsten, und sein Eingewe ausgeschüttet. ö Aber die Hohenprister nahmen die Silberlinge, u sprachen: Es taugt nicht, das wir sie in den Gotlellt sten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath, und kauften um die Sll. berlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, eines Töpfel Acker zum Begräbniß der Pilger. Und es ist kund wordih allen, die zu Jerusalem wohnten, also, daß derselbe Nan genennt wird auf ihre Sprache Akeldama, das ist, kin Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllt, de gesagt ist durch den Propheten Jeremiam, der da sprich Sie haben genommen 30 Silberlinge, damit bezahlt war der Verkaufte, welchen sie kausten von den Kinder Nhhm roel; und haben sie gegeben um eines Töpfers Acker, al mir der Herr befohlen hat. Die J se nicht ou ging Lodes er Da si art zu das r zu ge da ging Riu, un! nig? Jes von dir Motus die Hoher hu gethar heser W Diener 3 lheran tw HAst du de I bin Belt kon dus der Mlatus z Und de Juden, 1 Und de Altesten, Hislorie vom Leiden Christi⸗ n sihen 21. sie alln Iul Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß fen wüsse nicht unrein würden, sondern die Ostern essen möchten. seinen da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: was brin⸗ zit ihe für eine Klage wider diesen Menschen? Sie ant⸗ sorteten aber, und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht zin Uebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Oa sprach Pilatus zu ihnen: So nehmt ihr ihn hin, und chtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu Jisun im: wir dürfen niemand töden. Auf daß erfüllt würde d übthsns Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches und Agodes er sterben würde. 45⁵ 2. daß g 1—„Da singen an die Hohenpriester und die Aeltesten ihn d Aeltz Kurt zu verklagen und sprachen: Diesen sinden wir, daß ischuldgle das Volk abwendet, und verbeut den Schoß dem Kai⸗ jeht uns ie zu geben, und spricht: Er sey Christus, ein König. berluge da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief 9 selbß) Zu, und fragte ihn und sprach: Bist du der Juden Kö⸗ geweh nah Zesus stund vor ihm, und antwortet: Redest du das vn dir selbst, oder habens dir andre von mir gesagets Rlotus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und e, un lie Hohenpriester hahen dich mir überantwortet; was hast ottetl Iu gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von keser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht die El. Herantwortet würde. Da sprach Pilatus zu ihm: So Töpfen un du dennoch ein König; Jesus antwortete: du sagsts. wordi I bin je ein König; ich bin dazu gebohren, und in die be Nan Belt kommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer st, eeus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht llt, da Matus zu ihm: Was ist Wahrheit? spricll Und da er das gesagt, ging er wieder heraus zu den Ütwar diden, und spricht zu ihnen: Ich sinde keine Schuld an der Ahm. ker, Und da er verklaget ward von den Hohenpriestern, und ultesten, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn 46 Historie vom Leiden Christi. abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, ui hart sie dich verklagen; hörest du nicht? Und er antwor tete ihm nicht auf ein Wort mehr, also daß sich auch den Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Vhl erreget, damit, daß er gelehret hat hin und her im gap⸗ zen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen d. hierher. Da aber Pilatus Galiläa hörte, fragte er, od er ai Galiläa wäre? und als er vernahm, daß er unter Hert des Obrigkeit war, übersandte er ihn zu Herodes, welches in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. 23. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, den er hätte ihn längst gerne gesehn; denn er hatte viel von ihm gehört, und hoffte, er würde ein Zeichen von ihn sehen. und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehnen stunden und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit sih nem Hofgesinde verlachte und verspottete ihn, legte ihn ein weißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilalh. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde m einander; denn zuvor waren sie einander feind. 24. Pilatus aber rief die Hohenpriester, und die Obersten, und das Voik zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr bahl diesen Menschen zu mir bracht, als der das Bolk abwendz und sehet, ich habe ihn vor euch verhört, und sfinde g dem Menschen der Sache keine, die ihr ihn beschuldigeh Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt⸗ und sehet, man hat nichts auf ihn bracht, das des Todes werth sey; darum will ich ihn züchtigen und losgeben. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnhel ust rücht sh Bar uih gewo shah, e snauf, hersamme une Gen velchen u Asum, d denn er utwortet Und da ihm/ nit diese Traur Aber hten da ANsum ur ind sprach u ich und sprack Ios, Da Ium los l⸗ xsu/ de Reuzige, Wihnen: Iksache de Ind los le hin: Kra. Hschrey/ und de Da nah dem Voik einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehn lucte al ten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der wal hichthaus, „, wi ntwor ich der 8 Vol n gan jen bu er au Herth welche Historie vom Leiden Christi. 47 sst vächtig, nemlich einen Uebelthäter und Mörder, der seh Barrabas, der mit den Aufrührerischen war ins Gefäng⸗ u geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt ge⸗ shah, eines Mord begangen hatte. Und das Volk ging snauf, und bat, daß er thät, wie er pflegte. Und da sie lUsammelt waren, antwortete ihnen Pilatus: ihr habt une Gewohnheit, daß ich euch einen los gebe auf Ostern, velchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam oder Aum, den König der Juden, den man nennt Christum? dinn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid über⸗ utwortet hatten. 25. Und da er auf dem Richterstuhl saß, schickte sein Weib Uihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen hit diesem Gerechten, denn ich habe heute viel erlitten Traume von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und Aeltesten überredeten und Ugten das Volk, daß sie um Barrabam bitten sollten und Rum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger, ud sprach zu ihnen: welchen wollt ihr unter diesen zwei, Un ich euch foll losgeben? Da schrie der ganze Haufe, Und prach: Hinweg mit diesem und gib uns Barrabam Ios. Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte Je⸗ Imlos lassen, und sprach: was soll ich denn machen mit Rsu, den man Christum nennt? Sie schrieen abermal: Reuzige, kreuzige ihn. Er aber sprach zum drittenmal Wihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Ich finde keine lache des Todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen phnhell pegehr. ud los lassen. Aber sie schrieen noch vielmehr, und spra⸗ tn: Kreuzige ihn. Und sie lagen ihm an mit großem hischrey, und forderten, daß er gekreuzigt würde; und Nund der Hohenpriester Geschrey nahm überhand. 26. Da nahm Pilatus Jesum und geisselte ihn Die Kriegs⸗ lchte aber des Landpflegers führten ihn hinein in das un hichthaus, und riefen zusammen die ganze Rotte, und zo⸗ 48 Historie vom Leiden Christi. gen ihn aus, und legten ihm einen Purpurmantel a und flochten eine Krone von Dornen, und setzen sie au sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hash, und beugten die Kniee vor ihm und spotteten ihn, singg an ihn zu grüßen und sprachen: Gott grüße dich, netg König der Juden. Und schlugen ihm ins Gesicht, speieim. ihn an, und nahmen das Rohr und schlugen damit sehn Haupt, sielen auf die Kniee, und beteten ihn an. 27. Oa ging Pilatus wieder heraus, und sprach zu ihneh seht, ich fuͤhre ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, di ich keine Schuld an ihm sinde. Also ging Jesus herauh und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn i Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und spig chen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihneh Rehmet ihr ihn hin, und kreuziget ihn, denn ich shbe keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm! Bn haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterdin denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehi und ging wieder hinein in das Richthaus, und spricht n Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm kei Antwort. Da sprach Pilatus zu lihm: Redest du nih mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe dich s kreuzigen, und Macht habe dich loszugeben? Jesus ash wortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie d nicht wäre von oben herab gegeben; darum der mich I überantwortet, der hat größere Sünde. Von dem an trah⸗ tete Pilatus, wie er ihn losließe.„ Die Juden aber schrieen und sprachen: Lässest du di⸗ sen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn ui sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. 28. Da Pilatus das Wort hörte, führte er Jesum hertun und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die stt Hochp aber der Und er sy Sie schrie Gpricht en“ Di Loͤnig, de Da abe doß viel Bolk gen. shähe, n⸗ und sprac nechten, s Prach: S Da ga Rords w se baten ihren Da na Mantel a ten jhn h Und inde her vorü! vom Feld en zwan las Kreu Es fol Beiber, sich um weinet ni iber eure in welche und die! die nicht zu den B am grün herer die x soß viel ein größer Getümmel st Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in den Ostern, um die sechste Stunde, Und er sprach zu den Juden: Sebet das ist euer König. Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! kreuzige ihn. Epricht Pilatus zu ihnen: Soll ick euren König kreuzi⸗ gen! Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen oͤnig, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern ward, gedachte er dem Bolk genug zu thun, und urtheilete, daß ihre Bitte ge⸗ shähe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem Volk, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Ge⸗ uchten, sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und prach: Sein Blut sey über uns und unsere Kinder. Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Rords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen se baten, Jesum aber gegeisselt und verspottet, übergab ihren Willem, daß er gekreuziget würde. 20. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mntel aus, und zogen ihm seine Kleider an, und führe⸗ ten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinaus gingen, fanden sie einen Menschen, her vorüber ging, von Cyrene, mit Namen Simon, der bom Felde kam, der ein Vater war Alexandri und Rufi, gin zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge: und legten hs Kreuz auf ihn! daß ers Jesu nachtrüge. Es folgten ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Beiber, die klagten und beweinten ihn. Jesus aber wand. sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst, und lber eure Kinder. Denn sehet, es wird die Zeit kommen in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, hie nicht gesäuget haben! denn werden sie anfahen zu sagen uden Bergen: Fallet über uns! Denn so man das thut am grünen Holze, was will am dürren werden. c 6 0 50 Historie vom Leiden Christi. Es wurden aber auch hingeführet zween andere Ueblil thäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Es stun seiner Mi 30. Maria M Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißet als den Jüng ebräisch Golgatha, das ist verdollmetschet, Schädelstätth seiner Mi und sie gaben ihm Essig und Wein, mit Myrrhen un spricht er Galle vermischt, zu trinken, und da ers schmeckte, wolh und von ers nicht trinken. Die abe Und sie kreuzigten ihn an der Stätte Golgatha, un die Köpfe zween Uebelthäter wit ihm, einen zur rechten, den anden den Temy zur linken Hand, Jesus aber mitten inne. Und die Schisll her. Bist ist erfüllt, die da saget: Er ist unter die Uebelthäter gdesgleiche rechnet. Und es war die dritte Stunde, da sie ihn kreneinander, zigten. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn s volke, un wissen nicht, was sie thun. sch selber 31. el, der Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, geschrieben, us man ihm Schuld gab, die Ursache seines Todes, und segte sie auf das Kreuz oben zu seinem Haupte. Es war aber gen schrieben: Jesus von Nazareth der Juden König. Dis Ueberschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, da Jshs annn gekreuziget ist, wahr nohe bei der Stadt. Und es war gy Hegs kne schrieben auf ebräische, griechische und lateinische Sprach sprathen: Da sprachen die Hohepriester der Juden zu Pilato: Schil be nicht der Juden König, sondern daß er gesagt haber h Aber d bin der Juden König. Pilatus antwortete: was ich s schrieben habe, das habe ich geschrieben⸗ Die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuziget hatlih nahmen seine Kleider und machten vier Theile, eine jeglichen Kriegsknecht einen Theil, dazu auch den R Der Rock aber war umgenäht, von oben an gewürckt dun Oi und durch. Da sprachen sie untereinander: Laßt uns du nicht theilen, sondern darum loosen, weß er seyn soll⸗ I daß erfüllt würde die Schrift, die da saget: Sie habez meine Kleider unter sich getheilt, und haben über meinnh Rock das Loos geworfen. Und sie sassen allda, und hütelh sein. Solches thäten die Kriegeknechte und das Volk suuh und sahe zu. 4 waren, u meinen hütelen stoch 32. Es stund aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter, und siner Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Naria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah, und un Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, sprach er zu siner Mutter: Welb, siehe, das ist dein Sohn. Darnach pricht er zu dem Jünger: Siehe das ist deine Mutter. Und von der Stund an nahm fie der Jünger zu sich. Die aber vorüber gingen, lästerten ihn, und schüttelten die Köpfe und sprachen: Pfui dich! wie fein zerbrichst du den Tempel und baust ihn in dreien Tagen: Hilf dir sel⸗ ter. Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuze' ([Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter⸗ Uanander, mit den Schriftgelehrten und Aeltesten samt dem bolke, und sprachen: Er hat andern geholfen, und kann sch selber nicht helfen. Ist er Christ, der König von Is⸗ hel, der Auserwählte Gottes, so helfe er sich selber, und keige nun vom Kreuz, auf daß wir sehen und glauben ihm. Ee hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, gelüstet ihn, Rnn er hat gesaget: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbige Unckten ihm auch die Mörder vor, die mit ihm gekreuzigt woren, und schmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Hiegs knechte, traten zu ihm, und brachten ihmeEssig und ö sngen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. 33. Aber der Uebelthäter einer, die da gehenkt waren, la⸗ serte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andre, strafte ihn und sprach: Ind du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in geicher Verdammniß bist; und zwar wir sind billig drin⸗ en, denn wir empfahn, was unsre Thaten werth sind. Diser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt, und sprach u Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommest. Und Jesus sprach zu ihm: Warlich, ich sage hu: Heute wirst du mit mir im Paradieß seyn. 34. uUnd da es um die sechste Stunde kam, ward eine Fin⸗ lerniß über das ganze Land bis um die neunte Stunde, und C2 Historie vom risti. die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunhe. rief Jesus laut und sprach: Elt! Eli! lama asabthail Das ist verdollmetschet: Mein Gott! Mein Gott! warnn hast du mich verlassen? Etliche aber die da stunden, dast das hörten, sprachen sie: Er ruft dem Elias. Darnach, als Jesus wußte, daß alles schon vollbrat war, daß die Schrift erfüllet würde, sprach er: Mich dih stet. Da stund ein Gefäß mit Essig, und bald lief einn unter ihnen hin, nahm einen Schwamm, und füllte ihn andere/ waren. Die Ii die Leichr selben Se mit Essig und Ysopen, und steckte ihn auf ein Rohr, un Seine ge hielts ihm dar zum Munde und tränkte ihn, und sprut mit den andern: Halt, laßt sehen, ob Elias komme un ihn herab nehme. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: H ist vollbracht. Und abermal rief er laut und sprach: Y die Kries dem ande zu Jesu hrachen 1 einer öff. ging Blu ter, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als her hat das gesagt neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zun Stäcke von oben an bis unten aus, und die Erde erbihih, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auß und stunden auf viele Leiber der Heiligen, die da schliesen und gingen aus den Gräbern, nach seiner Auferstehun und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stund gegen ihm übih und die da bei ihm waren und bewahrten Jesum, da sie sh hen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen di Erdbeben, und was da geschah, erschracken sie sehr, un preiseten Gott und sprachen: Warlich, dieser ist ein frons mer Mensch gewesen und Gottes Sohn. Und alles Vol das dabei war und zusahe, da sie sahen, was da geschi schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder uÜm. Es stunden aber alle seine Verwandten von Ferne, I viele Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgesolgt, A! sahen, das alles, unter welchen Maria Magdalena, und M. ria, des kleinen Jakobs und Josephs Mutter, und Salon die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolh war, da er in Galiläa war, und gedient hatten, und vil selbige w glaubet sillet wů abermal in welche Historie vom Leiden Christi. 53 andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen paren. 13 35. Die Juden aber dieweil es der Rustag war, daß nicht lie Leichname am Kreuze blieben am Sabath,(denn def⸗ te ih elben Sabathstag war groß) baten sie Pllatum, daß ihre In „un Beine gebrochen, und abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine, und n e un dem andern, der mit ihm gekreuziget war; als sie aber— zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, + hrachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte er: Aeiner öffnete seine Seite mit einem Speer und alt bald is W ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, H⸗- als AUder hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr, und der ist aul elbige weiß, daß er die Wahrheit saget, auf daß auch ihr n zulll glaubet Denn solches ist geschehen, daß die Schrift er rbihth. fulet würde; Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und ů ich aihabermal spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, lieseul in welchen sie gestochen haben. ö darnach am Abend, dieweil es der Rüstag war, welcher it der Vorsabath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt m ühnl der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter 70 a sie Hftommer Mann, der hatte nicht gewilligt in ihren Ralgh hen dul und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete, denn + r/ Ul er war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht für n froml den Juden, er wagts, und ging hinein zu Plato, und Valhl bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu.—* gescah Pilatus aber verwunderte sich, doß er schon tod war, und n. nief den Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorden ne/ wäre! und als er es erkundigt von dem Hauptmann gab 17 9t, u Joseph den Leichnam Jesu, und besahl, man sollte ihn ö nd M ihm gehen. Und Joseph kaufte ein Leinwand. Es kam aber 1 Zolen zuch Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu kon:: gesolgl en war, und brachte Myrrhen und Aloen untereinander, V bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu er abgenommen war, und wickelten ihn in ein rein Lein⸗ C 3 5⁴ Historie vom Leiden Christi. wand, und bunden ihn in leinene Tücher, mit Speceresem wie die Juden pflegten zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget war ein Garten, und im Garten ein neu Grab, das war In⸗ sephs, welches er hatte lassen hauen in einen Fels, in wel⸗ ches niemand je geleget war; daselbst hin legten sie Iu sum, um des Rüstags willen der Juden, da der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war. Und wälzten einen Stein vor die Thüre des Grabes und gingen davon. E war aber allda Maria Magdalena, und Maria Josephe⸗ die setzten sich gegen das Grab, auch andere Weiber, die da Jesu auch waren nachgefolget von Galiläa, beschaueten wohin und wie sein Leib geleget war. Sie kehrten aber um, und bereiteten die Specereien und Salben, und den Sabbath über waren sie still nach dem Gesetz. Des andern Tages, der da folgt nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämmtlich zu Pl⸗ to und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Ver⸗ führer sprach, da er noch lebte ich will nach drei Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Erab verwahne bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kom⸗ men und stehlen ihn, und sagen zum Volke: er ist aufer⸗ standen von den Toden, und werde der letzte Betrug gi⸗ ger denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: da habt ihr die Hüter, gehet hin und verwahrets, wie ihr wisset. E gingen hin und verwahreten das Grab mit Hütern, und versiegelten den Stein. 5 Episteln und Evangelien auf alle Sonntage und hohe Peste. ——— Am 1. Sonntage des Advendts. Epistel, Röm. 13, v. 11⸗14. Naben Brüder, weil wir solches wissen, nehmlich/ die dut. deedie Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, sin⸗ kal unser Heil 1•897 da wirs glaubten) de Nacht ist vergangen, der Tag RIIAen So lßt uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen lie Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kam⸗ nern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: Sondern zehet an den Herrn Jesum Christ, und wartetzdes Lei⸗ les, doch also, daß er nicht geit werde. Evangelium, Matth. 21/ v. 1·9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Oelberg, sandte Jesus seiner Juͤnger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor duch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden ange⸗ dunden, und ein Füllen bei ihr, löset sie auf, und füh⸗ nt sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so 30 Episteln sprecht: der Herr bedarf ihr. so bald wird er sie euch In sen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, din gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget di Tochter Zion, siehe dein König kommt zu dir sanftmi⸗ thig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllnn der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Eselhng und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und sah Hsus spr⸗ ten sich darauf. Aber viel Volks breitete die Klelder ailsthen an den Weg. Die andern hieben die Zweige von den Bän Etden men, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, dunn und d vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna, dendie M Sohn Oavid. Gelobet sey, der da kommt in dem Namth nten de en wird Heide a aler 8 hfnung h des Herrn! Hosianna in der Höhe. in auch onn we Wolken tdieses ö H e Häup Am 2. Sonntage des Advents. Nee sa⸗ sum und Epistel, Röm. 15, v. ⸗ 13. ihrs a eist. Lieben Brüder, was aber zuvor geschieben ist, das 6. 20 so w uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durchz Geduld um ih he eu Trost der-Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Ge ales ge duld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnhher meine seyd untereinander nach Jesu Christo, auf daß ihr eim ure Herze müthiglich mit dem Munde lobet Gott, und den Vallr und unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unten Iz schnel einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen I amen üt Sottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sey eih uker alle Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen entflieh Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern ger in vor de schehen. Daß die Heiden aber Gott loben um du Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht: Darum wl ich dich loben unter den Heiden und deinen Namen sin gen. Und abermal spricht er: Freuet euch ihr Heiden mit seinem Volk. und abermal: Lobet den Herrn alle Hei den, und preiset ihn alle Völker. Und abermal sorigt Oasür ha Esaias: Es wird seyn die Wurzel Jesse, und der aufer uu Haus 57 und Evangelien. en wird zu berrschen über die Heiden, aut den werden beiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch Ualer Freude und Friede im Glauden daß ihr völligt snung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Edangelium, Lucä 2, v. 35⸗30. sus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen ge⸗ ahen an der Sonnen und Mond, und Sternen und Erden wird den Leuten bange sein, und werden za⸗ und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, a, den die Menschen werden verschmachten für Furcht und für Namtermien der Dinge, die da kommen sollen anf Erden: an auch der Himmel Kräftessich bewegen werden. und Hann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in u Wolken, mit großer Krast und Herrlichkeit. Wenn dieses anfähet zu geschehen, so sehet auf und hebet ö Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Ir Wer sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigeo⸗ ³ um und alle Bäume, wenn sie jetzt ausschlagen, so se⸗ 4 ihrs an ihnen, und merker, daß jetzt der Sommer. he ist. Arso auch ihr, wenn ihr dies alles seht ange⸗. das Usen, so wisset, daß das Rich Gottes nahe ist. Warlich r uld undssch e euch: dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß n der GE bles geichehe. Himmel und Erden werven vergehen/ 7 gesingt ler meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß ö hr eim ur Herzen nicht veschwert werden mit Fressen und Sau⸗ NN Vatnsu, und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser 4 untet sig schuell über euch. Denn wie ein Fallstrick wird er 4 men isamen über alle, die auf Erden wohnen. So seyd nun 4 sey ein ner ollezeit und betet, daß ihr würdig werden möget willn sentflehen diesem allen, das geschehen soll, und zu ste⸗ ern 10 in vor des Menschen Sohn. m duiASSSSSSSE& uBäih er, du Am 3. Sonntage des Advents. Epistel, 1 Cor. 4, v. 1·5. 0 sprict Dazör halte uns jedermann, nemlich für Christi Diener aufen u Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun su⸗ N 58 Episteln chet man nicht wehr an den Haushaltern, denn daß st kund treu erfunden werden. Mir aber ists ein geringes, get nicht ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlich Hebet. Tage, auch nichte ich mich selbst nicht. Ich bin mir we Lernunf nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertigh Der Herr aber ists, der mich richtet. Darum richtet nih vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird in Und di Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und in Rath der Herzen offenbaren, alsdann wird einem jeglich von Gott Lob widerfahren. Evangelium, Matth. 11, v. 2. 10. Da aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi rete, sandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagh bist du, der da kommen soll oder sollen wir eines andin warten: Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gahll hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und hörth Die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aus sätyn di werden rein, und die Tauben hören, die Todten sin auf und den Armen wird das Evangelium geprediget. Ail selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingingih fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: u seyd ihr hinausgegangen in die Wüsten zu sehen Wall. ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehlll Oder, was seyd ihr hiuausgegangen zu sehen? Wollet I einen Menschen in reichen Kleidern sehen? Siehe, die i weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häuser. Odah was seyd ihr hinnausgegangen zu sehen? Wollet ihr einm Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr s denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschriebn stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, u deinen Weg vor dir bereiten soll. Am 4. Sonntage des Advents. Epistel, Philipp. 4, v. 4⸗ 7. schen, das ur Lieben Brüder! Freuet euch in dem Herrn allevih lächtig, und abermal sage ich: Freuet euch. Eure Lindigken i warten und Evangelien. daß it kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sor⸗ 6% W t nicht, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im shlih debet. und der Fiede Bottee, welcher hoͤher ist, denn alle un ir wi⸗ bernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. ö eing Evangelium, 1, v. 19⸗28. 0 ird Und dieß ist das Zeugniß Johannes, da die Juden sand⸗ ⸗ und iul en von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn frag⸗ n iegliah en: wer bist du? Und er bekannte und leugnete nichht. und er bekannte: Ich bin nicht Chrißus. und sie fragten IUn ha: Was denn 2 bist du Elias? Er sprach: Ich bins— nicht. Bist du ein Prophet? und er antwortete: Nein. risti UOa sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Ant⸗ m sagh vort geben denen, die uns gesandt haben, was sagest du his andanl von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines KH⸗ Gihl Predigers in den Wüsten, richtet den Weg des Herrn, wie* d hill der Prophet Jesaias gesagt hat. und die gesandt waren Lsathn die waren von den Pharisäern und fragten ihn und spra n stünchen zu ihm: Warum taufest du denn so du nicht Chrzʒ. get. Uu sus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes ant ö 1 ngingul wortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er er bul wmitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt. Der Wolh iss, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewe wehll sen ist, deß ich nicht werth bin daß ich seine Schuhriemenn ollet IuI auflöse. Dies, geschah zu Bethabara, jenseits des Jordans, 14 ů „die uil da Johannes taufete. 2 „ Odih Am heiligen Christtage. Epistel, Titum 2, v. 11⸗ 14. 15 Es ist erschienen die heilsamme Gnade Gottes allen Me. schen, und züchtiget uns, doß wir sollen verläugnen 9* das ungöttliche Wesen und die menschlichen Lüste, und ellevin jͤchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und eit warten auf die selige Hoffnung und 0— der Herr⸗ t 60 Episteln lichkkeit des großen Gottes, und unsers Heilandes Jisu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß e uns erlöset von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihn selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu 9 ten Werken. Evangelium, Lucä 2 v. 1⸗14. E· begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kai⸗ ser Anaustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste, und geschah zur Zeit, da Cyrenius Lanopfleger in Syrien war, und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Jofeph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Dayss, die da herßet Bethlehem, darum, daß er von dem Hauf und Geschlechte David war. Auf daß er sich schätzen ließt mit Marja, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger, Und ais sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn 1 in Wiadein und legte ihn in eine Krippe. Denn sie hat⸗ ten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hͤr⸗ den, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, det Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie und sie furchten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christu, der Herr in der Stadt David- Und das habt ihr zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Win⸗ deln gewickelt, und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sey Golt in der Höhe, und Frlede auf Erden, und den Menschen in Wohlgefallen. Siephe Am 2 der un! liche vo der Cyr tilia un und sie dem Ge Männer nden n Volk ur en her Rath, 1 ser Men heilige! sagen: und änk se saher Uge sich gligen de Herr le, un des Mer aber lar müthial und stei det zu steinigte nimm n laut: H das ges⸗ Der len, u euch Pr 6 Jesu daß e te ihn 3u gu n Kai e. Und r Zeit, rmann Stadt. us der Davih, Hauß ließt anger, ebären und Evangelien. Am Tage St. Stephani des ersten Märlyrers. Epislel, Ap. Gesch. 0. u. 7 Cap Stephanus aber voll Glaubens und Kräften, that Wun⸗ der und große Zeichen zunter dem Volk. Da stunden et⸗ lche von der Schule auf, die da heißt der Libertiner und der Cyrener, und der Alexandrer und derer, die aus Ci⸗ alia und Asia waren, und befragten sich mit Stephano. und sie vermochten nicht zu widevstehen der Weis heit und dem Geiste, der da redete. Da richieten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehört Lästerworte nden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Aeltesten und die Schriftgeleheten, und tra⸗ en herzu, und rissen ihn hin, und führten ihn vor den Rath, und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: Die⸗ ser Mensch hört nicht auf Lästerworte zu reden wider diese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören ugen: Jesus von Nazareth werd diese Stätte zerstören, und ändern die Sitten, die une Moses gegeben hat und se saͤhen auf ihn alle, die im Rath saßen, und sahen sein Uge sicht, gleich eines Engels Angesicht. Als er aber voll higen Geistes war, sahe er auf gen Himmel, und sahe deHerrlichkeit Gottes, und Jesus neben zur Rechten Got⸗ ue, und sprach: Siehe, ich sehe den Hmmel offeol, und us Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen ober lant, und hielten ihre Ohren zu und stürmten ein. müthiglich zu ihm ein, und stieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen leglen ad ihre Klei⸗ seinigten Stphanum, der ausrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er kniete aber nieder, und schrie lut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht. Und als er das gesagt, enischlief er. Evangelium, Matth' 23, v. 34⸗ 39. un, und Obersten der Juden: Siehe, ich sende zu tuch Propheten und Weisen, und Schriftgelehrten, und Der Herr sprach zu den Pharisãern und Schriftgelehr⸗ det zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus, und Episteln derseldigen werdet ihr etliche tödten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geisseln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von der einen Stadt zu der andern. Auf daß 10 über euch komme alle das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels, bis auf das Blut Zacharias, Barachia Sohn, welchen ihr ge⸗ ö hrasprecht: Gelobet sey, der da kommt in dem Namen des Herrn. Am Tage St. Johannis des Apostels und Evangelisten. „ Epistel, Sirach 15, v. 1⸗8. 0 Soiches thut niemand, denn der den Herrn fürchtet, und wer sich an Gottes Wort hält, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfahen, zwie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod 5 5 Weieheit. Dadurch wird er stark werden, daß er fest ste⸗ heen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Die wird ihn erhöhen über seinen Naͤch⸗ sten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemei⸗ ne. Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne, und mit ewigem Namen begaben. Aber die Narren finden sie niicht, und die Gottlosen können sie nicht erseben. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr. Evangelium, Joh. 21, v. 15⸗24. des Verstandes, und wird ihn tränken mit Wasser der D. sie nun das Mahl genommen hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lie, ö du weißt daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: wei, und Evangelien. 6³5 ber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja Herr: ö de meine Lämmer. Spricht er zum andernmal zu ihm⸗ Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm:“ Ja Herr du weißt daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus wart traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast dio mich lieb? und sprach zu ihm: Herr du weißt alle Dingge 3 du weißt daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm Weide meine Schaafe. Warlich, warlich, ich sage dir, de* du jünger warst, gürtest du dich selbst, und wandeltest wohin du wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du dein + Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten un: führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deu 18 ten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da se H= aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Pe trus aber wandte sich um, und sahe den Jünger folgen welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust ar ½½. Abendessen gelegen war, und gesagt hatte: Herr wer iste der dich verräth? Da Petrus diesen sahe, spricht er z Jesu: Herr, was soll aber dieser, Jesus spricht zu ihm So ich will, daß er bleibe, bis ich kemme, was gehet e 3 dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus un ter den Brüdern: dieser Jünger stirbt nicht. Und Jesu sprach zu ihm: Er stirbt nicht, sondern so ich will da er bleibe bis ich komme, was geht es dich an? Dies 1i der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat die 10 ö geschrieben, und wir wissen, daß sein Zeugniß wahrhaftig il + Am Sonntage nach dem Christtage. + Epistel, Galat. A, v. 1.7. I sage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist u ter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er we ö ein Herr ist aller Güter: Sondern er ist unter d ö Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte 8 1 Episteln om Vater. lso auch wir, da wir Kinder waren, wa⸗ en wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da ber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn ge⸗ ohren von einem Weibe, und unter das Gesetz gethen, uf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlöset, daß ir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seyd, it Gott gesandt den Geist sernes Sohnes in eure Her⸗ n, der schreiet: Abba, lieber Vater. Also ist nun hie iin Knecht mehr. sondern eitel Kender. Studs aber Kin⸗ rvr, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. 0 Eoangelium, Lucä 2, v. 33⸗40. Ind sein Vater und Mutter verwunderten sich deß, das nn Jesu geredet ward. und Simon segnete sie und rach zu Maria seiner Muttere Slehe, dieser wird gesetzt einem Fall, und Auferstehen vieler in Israel, und zu nem Zeichen dem widersprochen wird. Und es wird ein chwerdt durch deine Seete dringen, auf daß vieler Her⸗ n Gedanken offenbar werden. Und es war eine Pro⸗ etin, Hanna eine Tochter Phanuel, vom Geschlechte As⸗ „ die war wohl betoget, und hatte gelebet sieben Jahre it ihrem Manne nach der Jungfrauschaft. und war nun de Wirtwe bei 81 Jahren, die kam nimwer vom Tem— (, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. eseltige trat auch hinzu zu derselben Stunde, und prei⸗ e den Herrn, und redete von ihm zu allen die auf die lösung zu Jerulalem warteten. Und da sie alles vollen⸗ hatten, nach dem Gesetze des Herrn, kehrten sie wie⸗ u Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das nnd wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, d Gottes Gnade war bei ihm. Am neuen Jahrestage. Epistel, Galater 3, v. 23.20. ö he denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem etz verwahret, und verschlossen auf den Glauben, lein Kun der Ver der da s zuchtmeif Hlauben st, sind siyd alle gesum. sum an enn ihr ber Ch Uad da würde, d nget war sangen r A D abe tes unser nechtigkei Barmher Wiederge er ausge unsern K techt und nung, de Da die siehe, d Traum, und sein und blei und Evangelien. er da sollte offenbart werden. Also ist das Gesetz unser zuchtmeister gewesen auf Cyristum, daß wir durch den gauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen st, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr syd alle Gortes Kinder, durch den Glauben an Christum gesum. Denn wie viel euer getauft sind, die haben Chri⸗ sum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weibz denn ihr seyd allzumal einer in Christo Jesu. Seyd ihr stber Christi, so sevd ihr ja Abrahams Saamen, und nach ter Verheißung Erben. Eangelium/ Lucäꝛ, v. 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward seyn Name genennt Jesus, welcher genen⸗ et war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe emp⸗ jangen ward. SDSISSI Am Sonntage nach dem neuen Jahre. Epistel, Tit., 3, v. 4 7. D aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Got⸗ i unsers Heilandes. Nicht um der Werke willen der Ge⸗ uchtigkeit, die wir gethan hatten; sondern nach seiner Barmherzigkeit, machte er uns selig, durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung ves heil. Geistes, welchen er aus gegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade ge⸗ ncht und Erben seven des ewigen Lebens, nach der Hoff⸗ nung, das ist gewißlich wahr. Evangelium, Matth. 2, v. 13⸗ 15. Da die Weisen aus Morgenland hinweggezogen waren, sehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Taum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Egyptenland, und bleib allda, bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden/ pisteln daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stund auf, und nahm das Kindlein und seine Mute ter zu sich in der Nacht, und entwich in Egyptenland, und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Auf daß er⸗ süllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, da er spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. SDm“-ꝗꝗꝗ& Am Feste Epiphania oder der Erscheinung Christi, Epistel, Jesaiä 60, v. 1:6. Mache dich auf, werd Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herr⸗ lichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe um⸗ her, diese alle versammlet kommen zu dir: Deine Söhnt werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seen erzogen werden. Denn wirst du deine Lust sehen und auf⸗ brechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret; und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Cameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weyrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium, Matth. 2, v. 1⸗12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodis; Siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem, und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind kommen ihn anzubeten. Da das der König Herodes hö⸗ rete, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem, und ließ versammeln, alle Hohepriester und Schriftgelehr⸗ sten unter dem Volk, und erforschete von ihnen, wo Christus Bethlehe Aindlein sch auch J erm keit Got da leben tuer vert Welt gle tures S= der gute le. Den jedermar denn sich mäßiglic hat das wir in e nicht all christus sollte gebohren werden. Und sie sa und Evangelien. 87 gten ihm: zu gethlehem im jüdischen Lande. Denn alo stehet geschrie⸗ ken durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdi⸗ schen Lande, bist mit nichten die Kleinste unter den Für⸗ sen Juda, denn aus dir soll mir kommen der Herzog/ der ber mein Velk Israel ein Herr sey. Da berief Herodes ie Weisen heimlich, und erlernete mit Fleiß von ihnen, lpenn der Stern erschienen wäre. und weisete sie gen Beth⸗ lhem und sprach: Ziehet hin und sorschet fleißig nach dem gindlein, und wenn ihrs findet, so sagt mirs wieder, daß sh auch komme und es anbete. Als sie nun den König ghöret hatten, zogen sie hin. Und siehe/ der Stern, den se im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, lis daß er kam und stund oben über, da das Kindlein bar. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuetz und gingen in das Haus, und funden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und sielen nieder und beteten es an und thäten ihre Schätze auf, und schenkten ihm Gold, Wey⸗ nuch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum,/ uß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und uzen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. m 1. Sonntage nach der Erscheinung Chrlsti. Epistel, Röm. 12, v. 1. 6. ermahne euch, üeben Brüder, durch die Barmherzig⸗ deit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer das iu lebendig, heilig und Gott wohlgefoͤllig sey, welches sey tuer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Belt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung kures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sey der gute, wohlgefällige und der vollkommene Gottes Wil⸗ . Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten, sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher nachdem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Weise/ als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht allerlei Geschäfte haben: Also sind wir viel ein Leib ö Episteln in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glich Und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die ung 9. Evangelium, Luca 2, v, 42⸗52. geben ist. Da Jesus 12 Jahre alt war, gingen sie hinauf gen I xusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, bi das Kind Jesu zu Jerusalem, und seine Eltern wußlen nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagreise und suchten ihn unter den Gen freundeten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, ö giengen sie wieder gen Jerusalem und suchten ihn. und es begab sich nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörte, und fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seid nes Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mesh Sohn warum hast du uns das gethan? Siehe dein Vallr Wund ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprah zu ihnen: was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß indem, das meines Vaters isl und sie verstunden daz Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle dies, Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit Alter und Gnade, bei Gott und deu Menschen. Am 2. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. 12, v. 6⸗ 16. Lieben Brüder! Wir haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand Weissagung, so sey sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jewand, so warte er der Lehre. Ermahnt jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt je: ümand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sey er horgfaͤltig; übet jemand Barmherzigkeit, so thue er es mit ben nich ih mit di un. Sei shet das srkrüge und ginge zu ihnen: lten sie gun, und Uls aber gewesen v Diener a tufet der ihu: Jed sie trunk— den guter chen, das offenbare an ihn. Glich, ne g. n J. Tage blieh stent rten, Ger nden/ Und empel und h sel⸗ ahen, Mein Baler begnet die euch verfolgen, und Cangeften. Uut. Die Liebe sey nicht falsch. Hasset das Arge, han⸗ zt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander y herzlich. Einer komme dem Andern mit Ehrerbietung lioor. Seyd nicht träge, was ihr thun sollt. Seyd brün⸗ iig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seyd kröhlich in hoffnung, geduldig in Trübsal. Haltet an am Gebet. hihmet euch der Heiligen Nothdueft an. Herberget gerne. segnet und fluchet nicht. Freut uch mit den Fröhligen, und weinet mit den Weinenden. habt einerlei Siun untereinander. Trachtet nicht nach ho⸗ iun Dingen, sondern haitet euch herunter zu den Niedri⸗ zen. Eoangelium, Joh. 2, v. 1⸗11. Uad am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Canaa in Ga⸗ lläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und sei⸗ ue Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da wan Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie uben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib/ was habe chmit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kom⸗ un. Seine Mutter spricht zu den Die nern: was er euch shet das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Was⸗ srkrüge gesetzt nach der Weise der jüdischen Reinigung, lnd gingen je in einen zwei oder drei Maas. Jesus spricht u ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser⸗ Und sie fül⸗ kten sie bis oben an. Uad er spricht zu ihnen: Schöpfet gun, und bringets dem Speisemeister, und sie brachtens. isti. der Us aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wuste nicht, von wannen er kam, die diener aber wustens, dief das Wasser geschöpfet hatten, tuset der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu chm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn se trunken worden sind, alsdann den geringern, du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zei⸗ chen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und ofenbarete seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. Pisteln Am 3. Sonntage nach der Erscheinung Christ Epistel, Röm. 12, v. 17⸗21. Leeben Brüder! Hatet euch nicht selbt für klug. Vu geltet niemand Böses mit Bösem, be fleißiget euch der Ehr barkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euh ist, so habt mit allen Menschen Friede. Rächet euch selbu nicht meine Liebsten, sondern gebt Raum dem Zorn Gutz tes. Denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ih will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Fein hungert, so speise ihn dürstet ihn, so tränke ihn; wem du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Hauph sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sonden üÜberwinde das Böse mit Gutem. Evangelium, Matth. 8, v. 1⸗ 13. Da Jesus vom Berge herab ging, folgete ihm vill Volks nach. Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wosl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, und rührihz ihn an, und sprach zu ihm: Ich wills thun, sey gerein⸗ get. Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sags niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester und opfre deine Gabi die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesu sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund macheh, Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich hin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Kuͤecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, noch wenn ich sage zu einem, gehe hin so geht er, und zum andern: Komme her, so kommt er, und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten Warlich, ich sage euch, solchen Glau⸗ ben habe ich in Israel nicht funden. Aber ich sage euch Uber die serste Fi llappern. Gesetz erf thebrecher du sollst Men; Mm W al dich s sh. So i Feus tre Und siehe also/ daf und er sa ten ihn a Da sagte ihr so fur und das aber vern ein Manr rist. ber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen Vyn suste Finsterniß hinaus, Ehn. n euh Rel we rden kommen vom Morgen und vom Abend, und und Evangelien. nit Abraham und Isaac und Jacob im Himmelreich sitzen. lappern. Und zir geschehe, in die äus⸗ da wird seyn Heulen und Zähn⸗ Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin wie du geglaubet hast. Und sein Knecht selbn vard gesund zu derselben Stunde. Got⸗ n/ ih Feind wenn Haupt ndem 2—3———— Am 4. Sonntag nach der Erscheinung Christi Seyd nieman üunander liebet. Hesetz erfüllet. thebrechen: D. du sollst nicht falsch Zeugniß geben: und so ein ander Men; Ann Worte a dich selbst Epistel, Röm. 13, v. 8⸗10. d nichts schuldig, denn daß ihr euch unter Oenn wer den andern liebet, der hat das Denn was da gesagt ist: Du sollst nicht Du sollst nicht stehlen: Dich soll nichts ge⸗ Gebot mehr ist, das wird in verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben Die Liebe thut dem Nächsten nichts Bö⸗ u sollst nicht tödten: s. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium, Matth. 8, v. 23⸗. 0; Insus trat in das Schiff, Ind siehe, da erhob und seine Jünger folgten ihm. sich ein groß Ungestüm im Meere, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward,/ nund er schlief. Und die Fünger traten zu ihm und weck⸗ ten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. ODa sagte er zu ihnen: 6ihr so furchtsam? Und stund auf und bedrohete den Wind und das Me aber verwund un Mann, daß ihm Wind und Meer ihr Kleingläubigen, warum seyd er, da ward es ganz stille. Die Menschen erten sich, und sprachen: Was ist das vor gehorsam istꝰ Pisteln Am 5. Sonntage nach der Erscheinung Chrisi. Un 6. E Epistel, Collosser 3, v. 12⸗17. o ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heill⸗ Bie haber gen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit und gethar Demuth, Saaftmuth und Geduld. Und vertrage einer dn gesu Christi andern, und vergebet euch untereinander, so jemand Klag ssehen, de hat wider den andern, gleichwie Christus euch vergehin heiß, dur hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die Liebh. goßen Hert die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Frieh in dem ich Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch he ur gehört rufen seyd in einem Lelde, und seyd dankbar. Lasset de Fdem hei Wort Christi unter euch reichlich wohnen, in aller Wei sört, und i heit. Lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen un Licht, d Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singtl dem Herrn in euren Herzen. Und alles, was ihr thut nit Worten oder Werken, das thut alles in dem Namen d Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihu. Evangelium, Malth. 13, v. M⸗ 30. Jesus legte ihnen ein ander Gleichniß vor, und sprach Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guthn Saamen auf seinen Acker säet.“ Da aber die Leute schlit⸗ nach fen, kam der Feind und säete Unkraut zwischen den Wel n Johann zen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht len hohen brachte, da fand sich auch das unkraut. Da traten dle lgesicht leu Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du weis al nicht guten Saamen auf deinen Acker gesäet? Woher hal und Eli er dann das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat dr und spr Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du, daß wollen wi wir hingehen und es ausjäten? Er sprachl: Nein, auf daß ad Elia ei ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr dun kattete sie Unkraut ausjätet. Lasset beides mit einander wachsen, li Ualen spra zu der Erndte, und um die Erndtezeit will ich zu den bollgefallen Schnittern sagen: Sammlet zuvor das Unkraut, und bin⸗ liten, fiele det es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber dn zsus aber Waizen sammlet mir in meine Scheunen. lauf, un und vangellen. 7⁵ . 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, 2 Petri 1, v. 10⸗21. 1 Da haben nicht den klugen Fabeln gefolgt, da wir euh und gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn ben sesu Ehristi; sondern wir haben seine Herrlichkeit felber ahl zsehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und biß hreiß, durch eine Stimme, die zu ihm geschahe von der hhgoßen Herrlichkeit dermaßen: dies ist inein lieber Sohn (AIn dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben H benir gehört vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren deh huf dem heil. Berge. Wir haben ein festes prophetisches elh sort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf unhsd Licht, das da s 43 . Evangelium, Matth. 17, v. 1⸗ 9. hle⸗ 10 nach 6 Tagen nahm Jesus zu sich Petrum, Jacobum ud Johannem seinen Bruder, und führte sie beifeits auf uht nen hohen Berg, und ward verklärt vor ihnen Und sein gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wur⸗ 0 weis als ein Licht. Und siehe, da erschien ihnen Mo⸗ hatg und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwor⸗ dir lle und sprach zu Jesu: Herr hie ist gut sein, willst du, daß wollen wir hie drei Hütten machen. Dir eine, Mosi eine 0 Clia eine. Da er noch also redete, siehe, da äber⸗ 1 dul sattete sie eine lichte Wolke, und eine Stiume aus den Ih laken sprach: Das ist mein lieber Sohn, an welchem ich 0 den zehlgefallen hahe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger 1 hinn siten, fielen sie auf ihr Angesicht, und erschracken sehr. din zsus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Ste⸗ auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen d aufhuben, sahen sie niemand, denn Jesum alleine. Und iin/ und da sie vom Berge herab gingen, gebot ihnen Jesus, und saag müß sprach: Ihr sollt diese Geschichte niemand sagen bis dez sadinget. Menschen Sohn von den Toden auferstanden ist. HBeinberg IASIIITCCCIISA Oa es ni S ö seinem Am Sonntage Septuagesimaͤ. in Lohn Cpistel, 1 Cor. 0, v. M u. 10. Cap. 1⸗5. n. Da und empf +7 Wé sset ihr nicht, daß die, so in den Schranken layfen, uten kar die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod. Laufeh ad sie ei nun also, daß ihrs ergreifet. Ein jeglicher aber, der di sie der kämpfet, enthält sich alles Dinges, jene also, daß sie ein sud sprae vergängliche Krone empfahen, wir abder eine unvergänz et, u liche. Ich lauf aber also, nicht als aufs ungewisse. I Iues Laf fechte also, nicht als der in die Luft streichet, sondern 60 sagte betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht af nicht dern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euß snen Gre aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Vättt l aber sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durhs Unicht Meer gegangen, und sind alle unter Mosen getauft at Ihest du der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlg Iwen di geistliche Speise gegessen, und haben alle einerley geisttl u. Den chen Trank getrunken, sie tranken aber von dem geistlich Fels, der mitfolgte, welcher war Christus. Aber an ihri vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind nit dergeschlagen in der Wüsten. Evangelium, Matth. 20, v. 1⸗ 16. E Jesus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich i ben B gleich einem Haus vater, der am Morgen ausging, Nklug so keiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mih macht, den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tags uch je lohn, sandte er sie in seixen Weinberg. Und ging ah lage um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markle. Wora müßig stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin il nuf bi den Weinderg, ich will euch geben, was recht ist, und Israe sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechlt ah. Sie und neunte Stunde, und thät gleich also. Um die elss AHl mehr Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig su itlitten Und hn, und sprach zu ihnen: Was steht ihr hie den ganzen 5, und zag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand pis deß dinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Heinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. I es nun Abend war, sprach der Herr des Weinberges useinem Schaffner: Ruf den Arbeiterns, und gib ihnen en Lohn, und hebe an, an den Letzten bis zu den Er⸗ in. Da kamen die um die eilfte Srunde gedingt waren nd empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aher die lau fen sten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfangen, Laufeh ad sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und der dusn sie den empfingen murreten sie wider den Hausvater sie ein ad sprachen: die Letzten haben nur eine Stunde gear⸗ rganß stet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des E. A Iges Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber ern 6 0 sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue cht alusy nicht unrecht, bist du nicht mit mir eins worden um ill euh sgen Groschen? Nimm was dein ist, und gehe hin. Ich Bittt il aber diesen Letzten geben, gleich wie dir. Oder, habe durts Enicht Macht zu thun was ich will mit dem Meinen? uft nit lehest du darum so scheel daß ich so gütig bin? Also einent(atden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten Run(n, Denn viele sind berufen, aber wenige auserwäylet. in ihnn SSSSISSSS ind nit⸗ 1 Am Sonntage Seragesimaͤ. Epistel, 2 Cor. 11, 19⸗32 u. 12, 19. reich oen Brüder! Ihr vertraget gerne die Narren, dieweil g/ W klug seyd. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knech⸗ Ver minz macht, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, 1 Tags luch jemand trotzt, so euch jemand ins Angesicht streichet. ing auz Ii sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach wor⸗ Markte. Worauf nun jemand kühn ist,(ich rede in Thorheit) hin in aauf bin ich auch kühn. Sie sind Hebräer, ich, auch; sie t, und i Israeliten, ich auch; sie sind Abrahams Sgamen, ich ie sechsl ah. Sie sind Diener Christi,(ich rede thöricht) ich bin die elln aͤhl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schlä⸗ ißig fu. Vitlitten, ich bin öfter gefangen, oft 5 Todesnöͤthen ge⸗ 0 pisteln nest. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierng Streiche, weriger eins. Ich bin dreimal gestäupet, eim geflehet mal gesteinigt dreimal habe ich Scheffbruch erlitten, Tag Risagt: und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meers. Ith Kraft i habe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, em aller in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unten Kraft& den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlich⸗ keit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüsten, in Fährlich keit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Br⸗ dern. In Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hungit und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; ohne wal sich sonst zuträgt, nemlich daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinden. Wer ist schwach, un D ich werde nicht schwach? wer wird geärgert, und ich brenn 2 9 nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meim in zu Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Hern Ie, Jesu Christi, welcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, dis. 5 fi ich nicht läge. Zu Daniaskus der Landpfleger des Könihhat 5 ge Areta verwahrte die Stadt der Dama tcer, und wollte mih uf ict greifen, und ich ward in einem Korb zum Fenster aus duh nich die Mau'rn niedergelassen, und entrann aus seinen Hi⸗⸗ tl den. Es ist mir ja des Rühmen nichts nütze, doch will ih md etli kommen auf die Geschichte und Offenbarungen des Herrn. I h Nur kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren( er in dem Leibe gewesen, so weiß ich nicht, oder ist er außh dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht, Gott weiß eiy derselbe ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und s kenne denselbigen Menschen.(Ob er in dem Leibe oder auß ser dem Leide gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß eth. Er ionnd entzückt in das Paradieß, und hörte unausspreth⸗ liche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon wil ich mich rühmen, von mir selbst aber will mich nichts rül 7 men, ohne meine Schwachheit. Und so ich mich rühmm n seli wollte, thät ich darum nicht thörich', denn ich wollte u es h Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß WEn jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder an er mir hört. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenun In E0 rung überbebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nen alic 0 lich des Satans Engel der mich mit Fäusten schlage, a dlicken herhe 1 1 guten L. daß ich mich nicht überhebe. Dafür wich dremal dem Henm huem f diert und Evangelien. 77 t,. Wue habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir „ Tag hisagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine r6. JJ Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich Wasser, em allerlsebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß dis unter Kraft Christi in mir wohne. ährlich en Bri⸗ Hunge Evangelium, Lucãd 8, v. 4⸗ 15. yne wal elaufen, — Da nun viel Volks beieinander war, und aus den Staͤb⸗ meim un zu Jesu eilten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging Hern in Säemann aus zu säen seinen Saamen, und indem er 167 di liete, fiel etliches anf den Weg und ward vertreten, und Könin ie Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches siel Ife mih zuf den Fels, und da es aufging, verdorrte es, darum, daß 18 burh nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die n Hil⸗ dornen, und die Dornen gingen mit auf und ersticktens. will 10 ind etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf und ern. N uug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: wer ren( Men hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine r aufh Ager und sprachen: was dies Gleichniß wäre? Er aber oeiß ei) hrach: Euch ist gegeben zu wissen das Geheimniß des Und ih ech Gottes, den andern aber in Gleichnissen daß sie es der auß. icht seten, ob sie es schon sehen und nicht verstehen ob eih ehj sees schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Sa⸗ 15spreh.. ist das Wort Gottes; die aber an dem Wege sind, das hon wil snd, die es hören, darnach kommt der Teufel, und nimmt ts i sus Wort von ihren Herzen, auf daß sie nicht glauben rühnm ind selig werden. Die aber auf den Fels, sind die, wann ollte iu se es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und aß nih ben nicht Wurzel; eine zeitlang glauben sie, und zur der un it der Ansechtung fallen sie ab. Das aber unter die Offenn. dornen siel, sind die, so es hören, und gehen hin unter ch/ veni len Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und age, af tickens, und bringen keine Fracht. Das aber auf dem n Hem guten Lande sind, die das Wort hoͤren und behalten in ünem feinen guten Herzen, urd bringen Frucht in Geduld. Episteln Am Fastnacht⸗Sonntage, Estomihi. Epistel, 1 Cor. 13, v. 1⸗13. Lieben Brüder, wenn ich mit Menschen und mit Engel— zungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn i⸗ weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse, und alle Et⸗ kenntniß und hätte allen Glauben, also daß ich Berge ven setzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Unn wenn ich all meine Habe den Armen gebe, und ließ meh nen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wär mih nichts nütze. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, s. blähet sich nicht, sie stellt sich nicht ungebärtig, sie suchth nicht das Ihre, sie lässet sich nicht erbitten, sie trachtit nicht nach Schaden. Sie freut sich nicht der Ungerechtih⸗ keit, sie freut sich aber der Wahrheit, sie verträget alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Lihe wird nicht müde. Es müssen aufhören die Weissagungen und aufhören die Sprachen, und das Erkenntniß with auch aufhören. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und um ser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird daz Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ih ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klih wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge. Da ich aber ein Mann ward, thät ich ab, was kindisch war. Wir se⸗ hen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Ort, dang aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ichs stück weise, dann aber werde ichs erkennen, gleichwie ich eeken net bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung. Liebe, diest dreiz aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Evangelium, Lucä 18, v. 31. 43. Jesus nahm zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen Siehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propht⸗ ten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortll werden Leben hrenich ir sprick t, un sht ist nasset u daß uns Dingen großer Schläger Bachen kangmu ungefär Kraft& un und Engel. ich ein enn sch alle Et⸗ rge ver⸗ 8. Und eß mei⸗ är min ich, K len, s e suchi trachtit rechtig⸗ t alles, ie Liehe gungen 5ß witrd und um ird dat Da ich ar klug ich aber Wir se⸗ „ dann 6 stück eeken⸗ e, diest ihnen: 6 witd Oropht⸗ twortil und Evangellen. 79 werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmä⸗ hit und verspeiet werden. Und sie werden ihn geisseln und töden, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen berborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Weg und bettelte. Da er aber hörte das Volk, das durchhin ging, forschte er, was das wäre? Da verkün⸗ digten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und ir rief und sprach: Jesu, du Sohn David, erbarm dich mein! Die aber vorne an gingen, bedrohten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn David, er⸗ barme dich mein. Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sch führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte e ihn und sprach: Was willst du, das ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu hm: Sey sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und als⸗ lald ward er sehend und folgte ihm nach, und preisete Hott, und alles Volk, das solches sahe, lobete Gott. ˖ꝗCꝗCmICImCCC----- Am 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit. Epistel, 2 Cor. 6, v. 1⸗10. Lieben Brüder, wir ermahnen euch als Mithelfer, daß hr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn uspricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhö⸗ Et, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, sht ist die unangenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. lasset uns aber niemand irgend ein Aergerniß geben, auf aß unser Amt nicht verlästert werde, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Kinder Gottes, in noßer Geduld, in Trübsal, in Nöthen, in Aengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Bachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in kangmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbler Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rech⸗ un und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch d. Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: bist du Gotin 8⁰ Episteln böse Gerüchte und gute Gerüchte. Als die Verführer un doch wahrhaftig. Als die Unbekannten und doch bekanm Am 2. Als die Sterbenden, und siehe, wir leben. Als die Sezich⸗ tigten und doch nicht ertödet. Als die Traurigen, aber allezeit frohlich. Als die Armen, aber die doch viel neih U machen, ais die nichts inne haben, und doch alles habnn ben dem Evangelium, Matth. A, v. 1.11. un wie mer v Da ward Jesus vom Geist in die Wüsten geführet, au 10 gege daß er vom Teufel versucht würde. Und da er 40 Tage i der und 40 Naͤchte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Ven hurerei, sucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sshalten sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antworten siie die und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebt nichl zond zu vom Brod ollein, sondern von einem jeglichen Wort, dal handel d durch den Mund Gottes geht. Da führte ihn der Teufl mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf di⸗ Sohn, so laß dich hinab, denn es steht geschrieben: G wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werdi dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Win lad Jef derum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott deinen Herrn hgend 2 nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teukel mit sich gug aus auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der hiach: Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles heine Te will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetes, portete Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir Satan, aten ihn denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten Gott deinen shreit ur Heerrn und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teus sin nicht ——— fel, und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dient⸗ dn dem ten ihm. neder ur ind spra —— Brod nel z Herr nen, die Rlus un Yr gesch. und zu und Evangelien. er und Tanm Am 2. Sonntage in der Fasten, Reminiscere. Zezüch ö 40 Epistel, 1 Thess. 4, v. 1.7. reich haben. Bliter, lieben Bruͤder, bitten wir euch, und ermahnen udem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen ubt wie ihr sollt wandeln, und Gott gefallen, daß ihr lamer völliger werdet. Denn ihr wisset, welch Gebot wir t, aissuch gegeber haben, durch den Herrn Jesum. Denn das „Tagesh der Wille Gottes eure Heiligung, daß ihr meidet die r Ven hurerei, und ein jeglicher unter cuch wisse sein Faß zu hn, su sihalten in Heiligkeit und Ehren, nicht in der Lastseuche, vorteit e die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß nie⸗ nicht zand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im t, dal handel denn der Herr ist Rächer über das alles, wie wir Teufll sch zuvor gesagt und bezeugt haben. Denn Gott hatt uns luf dirscht derusen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligkeit. Gotieh 6end ö Eoangelium, Matth. 15, v. 21.28. Wie⸗ lad Jesus ging aus, von dannen, und entwich in die errn gend Tyro und Sidon. Und siehe ein Cayanäisch Weid it sich g aus derselbigen Gränze, und schrie ihm nach, und he der hiach: Ach Herr, du Sohn David! erbarme dich mein, allel heine Tochter wird vom Teukel üdel geplagt. Und er ant⸗ betest, portete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, atan, laten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sis einen sshreit uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich Teu⸗ in nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schaasen iene⸗ zon dem Hause Israel. Sie kam aber und siel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antworteis ind sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Hrod nehme, und werse es vor die Hunde. Sie spracha Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brodsa⸗ nen, die von ihrer Herrn Tische fallen. Da antwortete Iaus und sprach zu iht: O Weib, dein Glaube ist groß! ür geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward ge⸗ und zu derselbigen Stunde. 955 8²2 Episteln Am 3. Sonntage in der Fasten, Oeuli. Epistel, Ephes. 5, v. 1⸗ 10. So seyd nun Nachfolger Gottes, als die lieben Kindtr und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus euch geliebet hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Huretei aber, und alle Unreinigkeit, oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zusteht. Auch schandbace Worte und Narrentheidingen, oder Scherz, welche euch nicht zie⸗ men, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger (welcher ist ein Götzendiener) Erbe hat an dem Reich Chrsß sti und Gottes. Lasset uns niemand verführen mit vergel— lichen Worten, denn um unser Willen kommt der Zahh Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum sehd nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finster⸗ niß, nun aber seyd ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist a lerlei Gütigkeit, Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangelium, Lucä 11, v. 14⸗28. Jesus trieb einen Teufel aus, der war stumm, und es ge⸗ schah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm, vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wid wüste, und ein Haus fällt über das andere: Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget: Ich treibe die Teufil aus durch Belzebub. So ich aber die Teufel durch Bel— zebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus. Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel aus treibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewapneter sein hallast aber ei o nimt und the t wide sreuet. us fähr und fin lehren n kom ket. De die ärg nen, u schen ä edete, u ihm ie Br 10 sin! — A 1 Gaget hr dar daß A! den an var, ßreyen bedeut. Anes welcher Berg geit if Jerusa unser sröhlid brich! die E. lli. Kinder geliebet abe und er, und gesagt e Worte icht zie⸗ sollt iht zeiziger, vergeh⸗ er Zah m siohd Finster⸗ Wandelt ĩ ist dl⸗ d es gi⸗ ztumme, er ihnen ub, den ten ihn, el. Er n: Ein as wird Ist denn vill sein Teufel rch Beli der aus. er durch as Reich er sein é und Evangelien. 83 hallast bewahrt, so bleibt das Seine mit Frieden wenn ber ein Stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, 5 nimmt er ihm sein Harnisch, darauf er sich verließ, ind theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der swider mich, und wer nicht mit mir sammlet, der zer⸗ sreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen nusfähret, so durchwandelt er dürre Stätte, suchet Ruhe, und findet sie nicht. So spricht er: ich will wieder um⸗ lehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann ukommt, so sindet ers mit Besen gekehret und geschmüͤ⸗ ket. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, lie ärger sind, denn er selbst Und wenn sie hinein kom⸗ nen, wohnen sie da und wird hernach mit demselben Men⸗ chen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches kdete, erhub ein Weib im Volk die Stimme und sprach u ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und lie Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, se⸗ ig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. ———— Am 4 Sonntage in der Fasten, Laͤtare. Episte, Gallater 4, v. 21⸗31. Giget mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, habt he das Gesetz nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben: daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freyen. Aber der von der Magd par, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der ßteyen, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testamente, unes von dem Berg Sina, das zur Knechtschaft gebietet, pelches ist die Agar. Denn Agar heißt in ÄArabia der Berg Sina, und langet bis gen Jerusatem, das zu dieser zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Zerusalem, das droben ist, das ist die Freye, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sey föhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und btich hervor, und rufe die du nicht schwanger bist, denn die Einsame hat viel mehr Kinder, dann die den Mann d 6 ——— 8⁴ Episteln hat. Wir aber, lieben Brüder, sind Isaacs nach der Ver⸗ helßung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgeten den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoße die Magd binaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freyen. So sind wir nun, lieben Brüder, nichi der Magd Kinder sondern der Freyen. Evangelium, Joh. 6, v. 1⸗15. Darnach fuhr Jesus weg über das Meer, an der Stadt Tyberias in Galiläa, und es zog ihm viel Volks nach) darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kran⸗ ken that. Jesus aber ging hinaus auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf und siehe, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: wo kauten wir Brod, daß diese essen 2(0 sagte er aber ihn zu versuchen, denn er wußte wol, wu er thun wollte). Philippus antwortete ihm: Zweihunden Pfennige Werth Brods ist nicht genug unter sie, da ein jeder unter ihnen ein wenig nehme⸗ Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Me⸗ tri: Es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gerstenbrod, und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort, da lagerten sich dei fuͤnf Tausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankete, und gab sie den Jüngernz die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüͤngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie, der ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kem⸗ men soll. Da nun Jesus merkte, daß sie kommen wun . ne Ehre, es ist aber einer, des de suchet und Pet 4 Barlich, warlich ich sage euch: So jemand mein ö der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht, denn ihr seyd nicht von Gott. Da antworteten die Juden ů und Evangelien. den, und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, eintwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. 1 SSSII Am 5. Sonntage in der Fasten, Judiea. Epistel, Ebräer 9, v. 11.15. Wli⸗ Christus äber ist kommen, daß er sey ein Hohepriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkom: n menere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ⸗ ist, die nicht also gebauet ist. Auch nicht durch der Böcke 6 oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Iis Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke R. Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit. Wie vielmehr wind r das Blut Jesu Christi, der sich selbst ohne allen Wandel In durch den heiligen Geist: Gott geopfert hat, unser Gewis⸗ e sen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem le⸗. bendigen Gott? und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen f zur Erlösung von den Uebertretungen(die unter dem asten Testament waren) die so berufen find, das verhei⸗ ßene ewige Erben empfahen. 10 Evangelium, Joh. 8, v. 40⸗ 59. 144 Jesus sprach zu den Jaden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus ant⸗ wortete: ich habe keinen Teusel, sondern ich ehre mei⸗ nen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht mei.. 1t wird halten, der wird den Tod miat sehen ewiglich. 7 0 ö ö 86 Episteln Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du ben Teufel hast. Abraham ist gestorben, und die Pro⸗ pheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben, was machst du aus dir selbstr Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Bater, der mich ehret, welchen ihr sprechet: er sey euer Gott, und kennet ihn nicht, ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seyd. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen. Jesus sprach zu ihnen: Warlich, war⸗ lich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward bin ich. Da hyuben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Je⸗ sus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. Am 6. Sonntage in der Fasten, Palmarum. Epistel, Phil. 2, v. 5⸗11. ö Ein jeglicher sey gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt erg nicht für einen Raub, Gott gleich seyn, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechts-Gestalt an, ward gleich wie ein ander Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gege⸗ ben der über alle Namen ist; daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Knie, die im Himmel und Nauf Erden, und unter der Erde sind, und alle Zungen be⸗ aufging den St und wi er war und sa hatte e aber sp Jesum den un daß Pro⸗ ehr/ die bstt eine hret, ihn Ich ihr ham, yte, uden hast war⸗ Da Je⸗ und Evangelien. 1* kennen sollen: daß Jesus Christus der Herr sey, zur Ehre Gottes des Vaters. 0 Evangelium: suche am ersten Sonntage des Advents. Matth. 21, v. 1⸗ 9. Am heiligen Ostertage. Epistel, 1 Cor. 5, v. 6⸗8. Euer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum fe⸗ et den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seyd gleichwie ihr ungesäuert seyd. Denn wir haben auch Uin ein Osterlamm, das ist Christus für uns geopfert. Darum ů ie laßt uns Ostern halten, nicht in dem alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, son⸗ 10 dern in dem Süßteig der Lauterkeit und Wahrheit. 1006 ö„ Evangelium, Marc. 16, v. 1⸗8. Und da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jakobi und Salome, Specerei, auf daß sie kämen und Jesum salbeten, und sie kamen zum Grabe, an einem Sa bbathe sehr frühe, da die Sonne aufging. und sie sprachen untereinander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr daß der Stein abgewälzt war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen der WN hatte ein lang weis Kleid an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet UN Jefum von Nazareth den Gekreuzigten, er ist auferstand⸗ den und ist nicht hier. Sehet da die Statte, da sie 88 Episteln ihn hinlegten. Gebet aber bin, und faget es seinen Juͤn⸗ gern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Ga⸗ liläam, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Gra⸗ be, denn es war sie Zittern und Entsetzen ankommen, und sagten Riemand nichts, denn sie fürchteten sich. RS“ Am Ostermontage. Epistel, Ap. Gesch. 10, v. 34 d1. Petru⸗ aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, das Gott die Person nicht ansiehet, sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Golt zu den Kindern Israel gesandt hah und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum (welcher ist en Herr über alles), die durchs ganze jüdl“ sche Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte, wie Bott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heil. Geist und Kraft, der umhergezogen ist, hat wohlgethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödet und an ein Holz gehangen. Den⸗ selbigen hat Gott aufer wecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern ung den vorerwählten Zeugen von Gott die wir mit ihm ge⸗ gessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden it von dan Toden. Eoangeltum, Luc 23, d. 13⸗. Und siehe, zween aus den Jüngern des Herrn gingen an demselben Tage in einen Flecken, den war von hen ist. sern, di nicht su her Eng uns gine Ar sagte mnen: 4 Um, dat Ius sold ng an alle Sch: nahe zur wollte er Bleibe b at sich e und es das Brol ihre Aug vor ihnet unfer He als er ut derselben funden d und Evangelien. Zerusalem sechzig Feldwegs weii, deß Name heißet Em⸗ machus, und sie redeten mit einander von all diesen Ge⸗ shichten. Und es geschahe, da sie so redeten, und befrag⸗ len sich mit einander, nahte Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seyd traurig? Da antwortete einer mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Zerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: welches? Sie aber sprachen zu ihm: das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk, wie ihn unsere Hohenpriester und Ober⸗ ten überantwortet haben zum Verdammniß des Todes und gekreuzigt. Wir aber hofften er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches gesche⸗ hen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Un⸗ sern, die sind früh beim Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht funden, kommen und sagen: Sie haben ein Gesicht her Engel gesehn, welche sagen er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fandens also wie die Wei⸗ ur sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu nen: O ihr Thoren und träges Herzens zu glauben allem Um, das die Propheten geredet haben, mußte nicht Chri⸗ sus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehn und sug an ron Mose und allen Propheten, und legte ihnen ale Schrift aus, die von ihm gesagt war. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen und er stellte sich als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. und er ging hinein, bei ihnen zu dleiben. ünd es geschah, da er mit ihnen zu TZische saß, nahm er das Brod, dankte, brachs und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnetl und erkenneten ihn, und er verschwand uor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unfer Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege als er uns die Schrift öffnete? Und sie stunden auf zu derselben Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem, und sunden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, 90 Eypisteln welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden un Simon erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf den Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wan an dem, da er das Brod brach. DDRRRRRRRRDRSeeee.ee.ee. Am Osterdiensttage. Epistel, Apostelgesch. 13, v. 26. 33. * 2 Ihr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Geschlechtt Abraham, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusalem woh⸗ nen, und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht erkennten ther gelesen werden, haben sie dieselben mit ihren Urtheh len erfüllet. Und wiewohl sie keine Ursache des Todes an ihm funden, baten sie doch Pilatum, ihn zu töden. M aaͤls sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ih nahmen sie ihn von dem Holz, und legten ihn in eh Grab. Aber Gott hat ihn auferweckt von den Toden und er ist erschienen viel Tage denen, die mit ihm hinauf von „Galiläa gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Zeugen an das Volk. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Vätern geschehen ist, daß die⸗ selbige Gott uns, ihren Kindern, erfüllet hat, indem, daß er Jesum auferwecket hat. ö Evangelium, Lucã M, v. 36 47. Da sie aber davon redeten, trat er selbst Jesus, mitten unter sie, und sprach zu ihnen: Friede sey mit euch. Sie erschracken aber, und fürchteten sich, meineten, sie säͤhen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seyd ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in eurt Herzen? Seht meine Hände und meine Füße, ich bins sel⸗ noch die Stimme der Propheten, welche auf alle Sabba⸗ Am 1. Ales, und uns. den hat. da glaul da komu mit Wa Geist ist drei sind Wort ur Und drei das Waf So wir Zeugniß ber, fühlet mich und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch ö und Bein, wie ihr seht, daß ich habe. Und da er das sag⸗ ö gezeuget Sohn G hlechtz st das ö woh⸗ ennten zabba⸗ lrthet⸗ hes ay eure sel eisch sag⸗ und Evangelien. E e, zeigte er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hie etwas zu essen? und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fisch und Honigseims, und er nahms und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ih⸗ nen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war, denn es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mosis, in den Prophe⸗ tändniß daß sie die Schrift verstanden. Und er sprach zu ihnen: Also ists geschrieben, und also mußte Christus lei⸗ den, und auferstehn von den Toden am dritten Tage und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. SISISISSRRRRRRRRRRRR Am 1. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Epistel, 1 Joh. 5, v. 4 10. Ales, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwun⸗ den hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Vort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei find, die da zeugen auf Erden; der Geist und das Wasser und das Blut, und diese drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes geugniß größer. Denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. ten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Ver⸗ 7 92 Epistel Evangelium, Joh. 20, v. 19⸗25. Am Abend aber desselbigen Sobbaths, da die Juͤnger versammelt, und die Thüren verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sey mit euch. Und als er das sagte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Je⸗ sus abermal zu ihnen: Friede fey mit euch. Gleichwie mich mein Vater gesandt hat, also sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet den 1 10 2⁵* Reu, o wach ihr die Sünde erlasset, nen sind sie erlassen, und welchen ihr sie Aiud Et behalten. chen ihr sie behaltet, denen Am 2. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini. Epistel, 1 Petri 2, v, 21⸗5. Denn dazu seyd ihr berufen, sintemal auch Christus zu litten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihn sollt nachfolgen seinen Fußtapfen. Welcher keine Sündi gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfun⸗ den. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohte, da er litte; er stellte es aber dem heim, der da recht richtet. Welcher unsre Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben der Gerechtigkeit leben; durch welche Wunden ihr seyd heil worden. Denn ihr waret wie die irrendi Schaafe, aber ihr seyd nun bekehret zu dem Hirten und Bischoffe eurer Seele. Evan gelium, Matth. 10, v. 12⸗16. Jo bin eln guter Hirte, ein guter Hirt läßt sein Leben für die Schaase. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schaafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schoafe, und fleucht, und der Wolf erha⸗ schet und zerstreuet die Schaafe. Der Miethling aben fleucht, denn er ist ein Miethling, und achtet der Schaaste nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und din d net, und für die S sind nicht fihren u eine Herd Am Lieben X und Pilgr welche wil Wandel u teden, als Gott prei unterthan len, es se leuten, al uebelthäte Bille Go vissenheit icht als h Leern als die Brüde Knechte se allein den lichen. De sens wille recht. Det that wille willen lei Ueder ei aber über gehe zun gern unte ein kleine und Evangellen. und bin bekännt den Meinen. Wie mich mein Vater ken⸗ net, und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schaafe. Und ich habe noch andere Schaafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich her⸗ ihren und sie werden meine Stimme hören, und wird une Herde und ein Hirte werden. Am 3. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epistel, 1 Petri 2, v. 11⸗ 30. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlingen und Pilgrimme, enthattet euch von den fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten. Und führet einen guten Vandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch after⸗ teden, als von Uedelthätern, eure gute Werke sehen, und Gott preisen, wenns nun an den Tag kommen wird. Seyd unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn wil⸗ len, es sey dem Könige als dem Obersten, oder den Haupt⸗ keuten, ais den Gesandten von ihm, zur Rache über die hebelthäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Bille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Un⸗ nissenheit der thörichten Menschen. Als die Freyen, und scht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sone eern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte seyd unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunder⸗ lichen. Denn das ist die Gnade, so jemand um des Gewis⸗ lens willen zu Gott das Uebel verträzt und leidet das Un⸗ krecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Misse⸗ that willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. é Eoangelium, Joh 16, v. 16⸗23. Uer ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ih gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jün⸗ gern untereinander: was ist das, das er sagt zu uns: übesn ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: was ist das, das er saget, über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fangen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehn. Wahr⸗ lich, waͤrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und heu⸗ len, aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig seyn, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwan⸗ delt werden. Ein Weib, wann sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist kommen. Wann sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit, aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbie gen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Am 4. Sonntage nach Ostern, Cantate. Epistel, Jacobi 1, v. 17⸗21. Aue gute Gabe, und alle vollkommene Gabe, kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Crea⸗ turen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sey schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzt ist, welches kann eure Seele selig machen. Evangelium, Joh. 16, v. 5⸗15. Nun aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fraget mich, wo gehest du hint Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Seyd dmit il ur des Manne, denn ne davon, shauet i janen b. dern ei That. diene G uerführe und unb die Wai sch von h zum saget, Da ach zu gesagt sehen, Wahr⸗ heu⸗ verdet rwan⸗ at sie aber Angst, boren Ieuch Keure selbis brrz voll Traurens worden. Aber ich sage euch die Wahr⸗ hit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht lugehe⸗ so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber jngehe, so will ich ihn zu euch senden. Und wenn dersel⸗ lige kommt, der wird die Welt steafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtig⸗ keit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich fort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr üönnets jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Pahrheit kemmen wird, der wird euch in alle Wahrheit lliten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern vas er hören wird, das wird er reden, und was zukünf⸗ ig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich erklären, denn von dem Meinen wird er es nehmen, und uch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist nein, darum habe ich gesagt: er wirds von dem Meinen gehmen, und euch verkündigen. 4*4*— 99mmmmmmmmmmmCC Am 5. Sonntage nach Ostern, Rogate. Epistel, Jacobi 1, v. 227. Oeyd aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, umit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hö⸗ ur des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Nanne, der sein leiblich Angesscht im Spiegel beschauet. denn nachdem er sich beschauet hat, geht er von Stund an davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durch⸗ shauet in das voll kommene Gesetz der Freiheit, und dar⸗ nnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, son⸗ hen ein Thäter, derselbige wird selig seyn in seiner hat. So aber sich jemand unter euch läßt dünken, er ene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum sondern urführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner ind unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, de Waisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen, und sch von der Welt unbefleckt behalten. — —————— plisteln Evangelium, Joh. 16, v. 3330. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater ei⸗ was bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euc geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkom⸗ men sey. Solches habe ich zu euch durchs Sprichwort ge⸗ redt, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durcht Spruüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei her⸗ aus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tag werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Denn er selbst, der Vater hat euch lieb, darum, daß ihr mich lier bet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und kommen in die Weltz wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe nun redest durfrel heraus, und sagest kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt und dedarfst nicht, daß dich jemand frage: darum glauben wir, daß du von Gott ausgegol⸗ gen bist. ìνπνπππνπππνπινανναππανάππρνπα Am Tage der Himmelfahrt Christi. Epistel, Ap. Gesch. 1, v. 1⸗ 11. ie erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von allem dem, da Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis auf den Tag da er aufgenommen ward, nach⸗ dem er den Aposteln,(welche er hat auserwählt) durch den heil. Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach sei⸗ nem Leiden lebendig erzeigt hatte, durch mancherlei Erwei⸗ sungen, und ließ sich sehen unter ihnen 40 Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie ver⸗ sammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusa⸗ lem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Va⸗ ters, welches ihr habt gehört von mir. Denn Johannel hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren, fragten ihn, und spracher das Re euch nit seiner Kraft d nen wi und in der Erd lulehena veg. Un da stund pelche a r hie luch ist hr ihn Zule6t, herr, un ühkeit, d zi hatte Walle V Uur da *aber lchen a iud die⸗ ait neuer was Tö. e Krank at ihnen kredet ha l rechter hten an ud bekrä Hrrn Am 55 seyd Iugen al ter et⸗ 6 euch amen. Ukom⸗ rt ge⸗ durcht à Tag e euch nn er ch lier u. Ich Weltz Vater. duefrei r/ daß emand gegal⸗ und Evangelien. euch nicht zu wissen Zeit und Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat. Sondern ihr werdet die Kraft des heil. Geistes empfahen, welcher auf nen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und in Samaria, bis an das Ende 1• der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben + weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe da stunden bei ihnen zween Männern in weißen Kleidern pelche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ahr hie und seht gen Himmel!? Dieser Jesus, welcher von luch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen wie hr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Eoangelium, Marci 16, v. 14.-20. 4E kurdet hatte, ward er au Zurgt, da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarte sich der herr, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Här⸗ igkeit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gese⸗ i hatten auferstehen. Und er sprach zu ihnen: Geht hin malle Welt, und predigt das Evangelium aller Creatur. uur da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, !aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Die chen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, d die: In meinem Namen werden sie Teufel austretben, ast neuen Zungen reden, Schlangen vertrelben, und so sie swas Tödliches trinken, wirds ihnen nicht schaden. Auf e Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser it ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen sgehoben gen Himmel, und sitzet rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und pre⸗ hhten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen, u bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. ·WRCR“- 2 Am 6. Sonntage nach Ostern, Exaudi. Epistel, 1 Petri 4, v. 8. 11. 00 seyd nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen dugen aber habt untereinander eine brünstige Liebe, e sprachen: Herr wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebührt us euch kom⸗ zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen O5 en 6 1* hi⸗ en An: Urn 9 Episteln denn bie Liebe bedeckt auch der Sünden Menge. Seyd gast srei untereinander ohne Murmeln. Und dienet einander ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als din guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So jn mand redet, daß ers rede, als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß ers thue als aus dem Vermögen, dat Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde burch Jesum Ehrist, welchem sey Ehre und Gewaltl, von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Evangelium, Joh. 15. u. 16. Cap. Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euh senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der von Water ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr wei⸗ det auch zeugen, denn ihr seyd von Anfang bti mie gu wesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es komn aber die Zeit, daß wer euch tödet, wird meinen, er thi Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch din rum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkenm Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich euh gesagt häbe. Solches aber habe ich euch von Anfang nich gesagt, denn ich war bei euch. Am heiligen Pfingsttage. Epistel, Apost. Gesch. 2, v. 1⸗13. U.5 als der Tag der Pfiagsten erfüllt war, waren s alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, ah eines gewalrigen Windes, und orfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe ah tynen bie Zungen zertheillt, als wäxen sie seurtg, und un seste sich auf einen jeglichen unter ihnen, und warden all voll des heil. Geistes und fingen an zu predigen mit ab⸗ dern Zungen, nachbem der Geist ihnen gab auszusprechen Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die wann 4— licher sich a der: läa?! rinner miter, daa au philia renen, sen,& die gr alle ur was w Spott, gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter din Himmel ist. Da nun die Stimme geschah, kam die Müh Wi Vater und W' der häl sst nicht Volches hin. Al ter send alles let sagt hal ich euch. Herz er hört/ de wieder z steuen, der Vat agt, ehe hen wirk mehr mi und hat! ich den! geboten der hält meine und Cvangellen. ge zusammen, und wurden verstürztz denn es hörte ein jeg⸗ sich aber alle, verwunderten sich und sprachen untereinan⸗ der: Siehe sind nicht diese alle, die da reden aus Gali⸗ läa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, da. rinnen wir geboren sind? Parther und Meder, und Cla⸗ 4 1⸗ philta, Egypten und an den Enden der Lybien bei Cy⸗ 115 renen, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenof⸗ n miter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Ju⸗ däa und Capadocsa, Ponto und Asia, Phrygia und Pam⸗ sen, Creter und Araber. Wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsatzten sich aber alle und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern⸗; Die andern aber hatten ihren was will das werden? Spott, und sprachen: sie sind voll süßen Weins. Evangelium, Joh. 13, v. 23 31. licher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten en a5 us 1 n⸗ Ee Wie mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Un VBater wird ihn lieben, und wie werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebt, orte nicht. Und das Wort, das ihr hört, st nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. bolches habe ich zu euch gesagt, weil ich bei euch gewesen hin. Aber der Tröster, der heil. Geist, welchen mein Va ter senden wird in meinem Namen, derselbe wird es euch ales lehren, und euch erinnern alles des was ich euch go⸗ sagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt ge⸗ hört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch steuen, daß ich gesagt habe: ich gehe zum Vater, denn der Vater ist größer als ich, und nun habe ichs euch gs⸗ jagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun gescho⸗ hen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. 2 10⁰ Episteln Am Pfingstmontage. Epistel, Apost. Gesch. 10, v. 4248. Der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Pro⸗ pheten, daß durch seinen Ramen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heil. Geist auf alle, die dem Worte zuhörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung die mit Petro kommen waren, entsatzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie hörten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, dit den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wiß Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium, Joh. 3, v. 16⸗21. Jelus sprach zu Nicodemo: Also hat Gott die Welt ge⸗ nebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht ge⸗ sandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß sie durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubt, der ist schon gerich⸗ tet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingehornen Sohn Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebten die Finster⸗ niß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren bose. Wer Arges thut, der hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Da a das We Petrun teten ü er war tauft in de auf Jisue ö uuch: X ondern Rörder. birte de und die Schaafer seine Se bie Sch. Einem§ jagte Je war, dae ihnen: Thür zr lie sind! ben ihne lurch mi und ausg benn daß nen, daß tuch: wer nicht zur Thür hinein gehet in den Schafstall ondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein 197 sagte Jesus zu ihnen: sie vernahmen aber nicht, was es war, das er zu ihnen sagte: Da sprach Jesus wieder zu hnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die und Evangelien. Am Pfingstdienstage. Epistel, Ap. Gesch. 8, v. 14⸗17. Da aber die Apostel hörten zu Jerusalem, daß Samaria n: das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen en Petrum und Johannem, welche, da sie hinab kamen, be⸗- e⸗ tetlen über sie, daß sie den heiligen Geist empfingen, denn er war noch auf keinen gefallen, sondern waren allein ge⸗ Du tauft in dem Namen Christi Jesu. Da legten sie die Hän⸗ is de auf sie, und sie empfingen den heiligen Geist. Evangelium, Joh. 10, v. 1⸗11. Keus sprach zu den Juden: Wahrlich, wahrlich, ich sage Rörder. Der aber zur Thür hinein gehet, der ist ein hirte der Schaafe. Demselben thut der Thürhüter auf, üund die Schaafe hören seine Stimme, und er ruft seinen Schaafen mit Namen, und führet sie aus. Und wenn er seine Schafe hat ausgelassen, geht er vor ihnen hin, und die Schaafe folgen ihm, denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach. Diesen Spruch Thür zu den Schaafen. Alle die vor mir kommen sind, lie sind Diebe und Mörder gewesen, aber die Schaafe, ha den ihnen nicht gehorcht. Ich bin die Thür, so jemand lurch mich eingeht, der wird selig werden, und wird ein⸗ und ausgehen und Weide finden. Ein Dieb kommt nicht, benn daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin kom⸗ nen, daß fie das Leben und volle Genüge haben sollen. Episteln Am Sonntage Trinitatis. Epistel/ Röm. 11, v. 33⸗ 36. O welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Welsheit und Erkenntniß Gottes! wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Odrr wer ist sein Rathgeber gewe⸗ sen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben? das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sey Ehre in Ewigkelt, Amen. Evangelium, Joh. 3, v. 33⸗ 30. E⸗ war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Na men Nicodemus ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu in der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wis⸗ sen, daß du dist ein Lehrer von Gott kommen, denn nie⸗ mand kann die Zeichen thun, die du thust, es sey denn Gol mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Warlich, warlich ich sage dir: es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehn. Ni⸗ kodemus spricht zu ihm: wie kann ein Mensch geboren wer⸗ den, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehn und gedboren werden? Jesus antwortete: Warlich, warlich ich sage dir: Es sey denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset wo er will, und du hörst sein Sausen wohl? aber du wel⸗ sest nicht von wannen er kommt und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nikode⸗ mus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zuge⸗ hen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Warlich, war⸗ lich, ich sage dir, wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zaugniß Gott llebet. zen Br nicht li er nicht wer Go Ei wa und köf und in men La und be⸗ des Rei leckten Arme s hams graben. huh er Aat vange nicht an! Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Oingen sage; wie würder ihr glauben, wenn ich euch von hbimmlischen Dingen sagen würde? Und niemand sähret en Himmel, denn der vom Himmel hernieder ommen 6„ nemlich des Menschen Sohn, der im Himmel ik heit Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hal. also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß eize— +* des alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern hi⸗ we⸗. ewige Leben haben. en ihm ̃CFVNCNCCSCSA- n: 605 Am 1. Sonntage nach Trinitatis. 5 7 V Epistel, 1 Joh. 2, v. 16⸗ 21, Wlaß Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleidet, der Du bletbet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe Mis Na, völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am⸗ kam Tagé des Gerichts; denn gleichwie er ist, also sind auch 164.⁷ wis. wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern Har nie', die völlige Liebe treibt die Furcht aun, denn die Furo n on. hat Pein, wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig eue lic, der Liebe. Laßt uns ihn Uieben, denn er hat uns enst g.. uem liebet. So jemand spricht: ich liebe Gott, und hasset sei⸗ Nö, zen Bruder, der ist ein Lügner; denn wer seinen Bruder ver gicht iiebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den iner er nicht siebt? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, ete! wer Gott liebet, daß er auch seinen Bruder liebe. 144 nicht Evangelium, Lucä 10, v. 19⸗ 31 dren Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purp das und köstlichem Leinwand, und lebte alle Tage herrlich be: und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Na⸗ äset men Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, vel⸗und begehrte sich zu sättigen von den Brodsamen, die von pusodes Reichen Tische fielen. Doch kamen die Hunde, und ode⸗leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß den Urme starb und ward getragen von den Engeln in Abra ein hams Schooß. Der Reiche aber starb auch, und ward bae, var. graben. Als er nun in der Hölle und in der Aual war, hub er seine Augen auf, und sahe— 6 von ferns e + Pisteln und Lazarus in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham erbarme dich mein, und sende Lazarum daß er das Aeußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und küͤhle meine Zunge, denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abra⸗ ham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes schon empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen, nun aber wird er getröstet und du wirst ö depeintgt. Und über das alles ist zwischen uns und euch ine große Kluft befestigt, daß die da wollten von hinnen pinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von bannen zu uns herüberfahren. Da sprach er: so bitte ich bich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeige, uf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual⸗ Lhraham sprach zu ihm; Sie haben Mosen und die Pro⸗ hheten, laß sie bieselbigen hören. Er aber sprach: Rein Bater Abraham, sondern wenn einer von den Toden zu ih⸗ zen gienge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu Ihm: hören sie Moses und die Propheten nicht, so werden ie auch nicht glauben, ob jemand von den Toden auferstünde, ——————————.—.———.—mm.—.——9—mm...“— Am 2. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Joh. 3, v. 13⸗18. Verwundert euch nicht, weine Brüder, ob euch die Welt asset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben ommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bru⸗ er nicht liebet, der bleibt im Tode. Wer seinen Bruder asset, der ist ein Todschläger, und ihr wisset, daß ein zodschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für ns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die grüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, nd sieht seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor Im zu, wie bleibt die Liebe Goites bei ihm? Meine Kind⸗ in, laßt uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zun⸗ 2, sondern mit der That und der Wahrheit. Es war ud viel Hin Abe 2 2 So dem ls/ daß verfet a⸗ ern und et umher it versch visset d ler Welt kerufen h Leselbige Evangelium, Lucä 14, v. 16 ⸗. er Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl und ühle lud viel dazu. Und sandte seinen Knecht aus zu der Stunde Fra⸗ is Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn hon ist alles bereit. Und sie fingen an olle nach einandet hat sch zu entschuldigen: der erste sprach zu ihm: Ich habe ürst inen Acker gekauft, und muß hinausgehen und ihn bese⸗ uch en, ich bitte dich entschuldige mich. Und der andere sprach: nen sich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, von sse zu besehen, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der ich ritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann us. sch nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das ige, einem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und Waab al. prach zu seinem Knecht: Gehe aus bald auf die Straßen u ros und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel I. ein fahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr ih⸗ se ist geschehen, was da befohlen hast, es ist aber noch zu(faum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh aus. den iuf die Landstraßen und an die Zäune, und nöthige sie. de. erein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich zze euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, tein Abendmahl schmecken wird. 43 SSSSSSSSS Am 3. Sonntage nach Trinitatis. ö elt Epistel, 1 Petri 5, v. 6⸗11. 16 u⸗ S0 demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Got⸗ ser s, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge in verfet auf ihn, denn er sorget für euch Seyd nüch⸗ d. eern und wachet, denn euer Wiedersacher, der Teusel ges. r et umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen se sir verschlinge. Dem widerstehet sest im Glauben, und wisset daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in ler Welt gehen. Der Gott aller Gnade, der uns haufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu laselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vorbereiten, staͤrken, kräftigen und gründen. Demselbigen ey Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amet⸗ Epangelium, Lucä 15, v. 1⸗10. Es naheten aber zu Jesu allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn hörten. Und die Phartsäern und Schriftgelehn ten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß und sprach: welcher Mensch ist unter euch, de hundert Schaafe hat, und so er der eine verlieret, de nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hin⸗ gehe nach dem Verlornen, bis daß ers finde? Und wenn ers fäanden hat, so legt erg auf seine Achseln mit Freudes Und wenn er heim kommt, rutt er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mii, denn ich habe mein Schaaf funden, das verloren wan, Ich sage euch: Also wird auch Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße thut, für nenn und neunziz Serechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welche Weib ist, die zehn Groschen hat, sso sie der einen verll⸗ ret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Hau nud suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn si Un funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbo⸗ rinnen, und spricht: Freuet euch mit wir, denn ich hadt meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Nlst auch sage ich euch, wird Freube seyn vor den Engele Gottes über einen Sünder, der Buße thut. —..——— 22—— Am 4. Sonntage nach Trinltatis. Epistel, Röm. 8, v. 18⸗23. Dian ich halte es dafüe, daß dirser Zeit Leiden dir ö Herrlichkeit nicht werth sey, die an uns soll offenban werden. Denn das ängstliche Harren der Creatur was tet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sint mal die Creatur unterworfen ist der Eiter keit ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hal auf Hoffnung. Denn auch die Creatur frei werden wilh Meister voll kom nes Br du nich Bruder deinem ken in ken aus Splitte: — 2 Eadlic brüderl ses mit dern da von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrli⸗ 4. cen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dan aß Erdlich aber seyd allsammt gleich gesinnet, mitletdig ö brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Bö ses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltworte; son⸗ —+ 25 alle Creatur sehnet sich mit uns, und äpstiget sich woez us immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir seldst, en die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei; uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unset Leibes Erlösung. 6 Evangelium, Lucä§, v. 30⸗46. Darum seyd barmherzig, wie guch euer Vater barmher⸗ n. zig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichten. en Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammetl. e⸗ Bergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch ge⸗ geben. Ein voll gebrückt, gerüttelt und üderflüssig Maas hu wird man in euren Schooß geben, denn eben mit dem 18 Maas da ihr messet, wird man euch wieder messen. und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder e nem Blinden den Weg wetsen? werden sie nicht alle beide Lr in die Grube fallen! Oer Zünger ist nicht über seinen n Meister, wenn der Jünger ist wie sen Meister, so ist ere vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in des⸗ 5 nes Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge wirst l. du nicht gewahr! Orer, wie kannst du sagen zu deinen Bruder: Halt still, Bruder! ich will den Splitter auuß deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Bal⸗ 7. ken in deinem Auge? Du Heuchler! zeuch zuvor den Baz. ken aus deinem Auge, und besiehe denn, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. 46 Am 5. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Petri, 3 v. 8⸗ 15. dern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen eyd, daß ihr den Seegen beerbt. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er suche Frie⸗ pen und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen uf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet. Das IUngesicht aber des Herrn sieht auf die, so da Böses thun. Ind wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit ;p,pillen, so seyd ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ih⸗ zem Trotzen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott hen Herrn in euren Herzen. Eoangelium, Lucä 5, v. 1⸗11. Es begab sich aber, daß sich das Volk zu Jesu drang, zu ören das Wort Gottes, und er stund am See Genezareth. Ind sahe zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber wa⸗ zeen ausgetreten und wuschen ihre Netze. Da trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande führte. Und er setzte sich und lehrte das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehört zu kreden, sprach er zu Simon: Fahret auf die Höhe und wer⸗ set eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Macht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thäten, be⸗ schlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. 1 Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Schiffe voll, daß sie sunken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sün⸗ biger Mensch. Denn es war ihnen ein Schrecken ange⸗ kommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fisch— zug, den sie mit ein ander gethan hatten. Desseldigen (zleichen auch Jokobum und Johannem, die Söhne Zebe⸗ däi, und Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Si⸗ mon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du der Sünd ben wir, daß Chri stirbt, de haß er g einemma ihr, halt und lebet Deun besser, werdet il gehört, den, we Ich aber ist des E sagt: R du Narr ill sie n. ie⸗ en as n. en eit ih. ott 115 Menschen sahen. und sie führeten die Schiffe zu Lande,, und verließen alles, und folgten ihm nach. aß ö us ““ hen ö Am 6. Sonntage nach Trinitatis, W 4 hi⸗ Epistel, Röm. 6, v. 313. 3 en Mn: Wiset ihr nicht, daß alle die wir in Jesum Christ gee rn tauft sind, die sind in seinem Tod getauft? So sind wir he⸗ mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, Haß gleichwie ist Coristas auferweckt von den Toden, durch Wu die Herrlichkeit des Vaters also sollen wir auch in einem us neuen Leben wandeln. So wir ader samt ihm gepflanzet o⸗ werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Aufer⸗un stehang gleich sein. Dieweil wir wissen, daß unser alters li Mensch samt ihm gekreuzigt ist, der ist gerehtsertigt von un der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glau⸗Fie ben wir, daß wir auch mit ihm leben werden und wissen,— daß Christus, von den Toden auferwecket, hinfort nicht ue stirbt, der Tod wird hinfort nicht über ihn herrschen. Denn f haß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einemmal; daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch. ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Süade gestorben seyd und lebet Gott in Christo Jesu unserm Herrn. Evangelium, Matth. 5, v. 20 ⸗W. Denn ich sage euch: Es sey denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäern, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tö⸗ den, wer aber tödet, der soll des Gerichts schuldig sein., ö Ich aber sage euch: wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig, wer aber zu seinem Bruder sagt: Rache: der ist des Rads schuldig. Wer aber sagt:“ du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum: henn du beine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst Üda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, o laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor än und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann omme und opfere deine Gabe. Sey willfertig deinem Bidersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege ist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins üben Inntworte dem Richter, und der Richter überantworte dich sem Diener, und werdest in den Kecker geworses. Ich age dir, wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus dom⸗ nen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. ꝗꝗꝗꝗ‚CmĩC“““˖““““-“-“-““““-“- Am 7. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Nöm. 6, v. 19⸗ 23. a muß menschlich davon reden, um der Schwachhent wvillen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begebes habt zum Dienst der Uareinigkeit, und von einer Ungs⸗ zechtigkeit zu der andern: also begebet auch nun enet lieber zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig wes⸗ en. Denn da ihr der Sünde Knecht waret, da warn sbr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu den Zeit für Furcht, welcher ihr euch jetzt schämet. Denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seyd von des Stnde frei, und Gottes Knechte worden, habt ihr enn Furcht daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige ben. Denn der Tod ist der Sünden Sols, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu un⸗ serm Herꝛn. Evangelium, Marc. 8 d. 2⸗9. 3³ der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu Essen, rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu lihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu essen/ lund wenn ich sie ungegessen von mir heim ließ gehn, wür⸗ üden sie auf dem Wege verschmachten, denn etliche waren 7 von ferne kommen. Seine Jünger antworteten ihm woher nehmen wir Brod bie in der Wüsten, daß wir si baß saͤttigen? Und et fragte sie, wie viel habt ihr Brod? si ius sprachen: fieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich au hen die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode un dankete, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, de sie dieseldigen voarlegten. Und legten sie dem Volke vol Und hatten ein wenig Fe schlein, und er dankete, und hit hi⸗ dieselbigen auch vorrragen. Sie aßen aber, und wurde en satt, und duven die übrigen Brocken auf, sisben Körb en: und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatiei rn Und er ließ sie von sich. —. Am 8. Sonatage nach Trinitatis. Epistel, Röm. 8, v. 1217. S. sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht del Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen. W ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödet, 1 werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibe die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knech Ir tischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchte müsset, soudern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater. Derseldig Geist gibt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinde sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erder nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi, so wir an ders talt leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichke 10 erhoben werden. Evangelium, Matth. 7, v. 15⸗B. Seht euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schh Aeidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißenl Wölfe, an ihren Früchten follt ihr sie erkennen. Kan man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen vo den Disteln? Also ein jeglicher gute Baum beingt gu n ger aber ein fauler Baum bringt arge Frücht in guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, un 1 fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein 170 licher Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird aoge⸗ ueen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten ö Üt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir en: Herr! Herrl in das Himmelreich kommen, sondern den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es wer⸗ viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr! Herr! ha⸗ uwir nicht in deinem Namen geweissaget“ Haben wir bt in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir ot in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde Rihnen bekennen: Ich habe euch voch nie erkannt, wei⸗ st alle von mir, ihr Uebelthäter. SDSISSSSSrtt Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 10, v. 6⸗13. W Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns hyt gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. erdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wur⸗ Un, als geschrieben steht Das Volk setz e sich nieder zu en und zu trinken, und stund auf zu spielen. Auch las⸗ Funs nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hu⸗ eistrieben und sielen auf einen Tag drei und zwanzig usend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, ie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener iche murreten, und wurden umgebracht durch den Ver⸗ rrber. Solches alles widerführ ihnen zum Vorbilde, es ist Ier uns geschrieben zur Warnung, auf welche das Ende r Welt kommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er he, mag zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch ine denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gort ist treu der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, ndern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewin⸗ t/ daß ihrs könnet ertragen. Evangelium, Lucä 10, v. 1⸗ 9. Vs war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalzer⸗ Ir ward vor ihm berücheigt, als hätte er ihm seine Gü⸗ ter um ich dae denn d Haush Herrer schäme will, mich ir ner sei du mei Oels. dich un andern Hunder deinen ungerer die Kir Lichts i euch Fr ihr nun seyd, ur jührt w' sum ver mand ke Ügen G Geist. U Und es da wirke Gaben d ben di bern wir ülbigen Heist. E Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet Aur und Evangelien. 11³ ter umgebracht. Und er forderte ihn und syrach: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten, denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter seyn. Der 11 Haushalter sprach bei sich selbst: was soll ich thun? mein en Herr nimmt das Amt von mir. Graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuld⸗ hi⸗ ner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist zen du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen in: Oels. Und er sprach zu ihm: nimm deinen Brief, setze rn dich und schreibe fluchs fünfzig. Darnach sprach er zu dem he⸗ gandern: Du aber, wie viel kist du schuldig? Er sprach: aß Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm du teinen Brief und schreibe achtzig. und der Herr lobte den us ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hatte, denn o⸗ die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des n⸗ euch Freude mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn in ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewige Hütten. die 20 ö Am 10. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 12, v. 1⸗11. Boen den geistlichen Gaben aber will ich ench, lieben Brü⸗ der nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden gewesen seyd, und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr ge⸗ führt wurdet. Darum thue ich euch kund, daß niemand Je⸗ sum verflucht, der durch den Geist Gottes redet. Und nie⸗ mand kann Jesum einen Herrn heißen ohne durch den hei⸗ Ügen Geist. Und es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist ein Herr. uUnd es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allem. In einem jeglichen erzeigen sich die Haben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird ge⸗ geben durch den Geist zu reden von der Weisheit. Dem an⸗ dern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach dem⸗ ülbigen Geist Einem andern der Glaube nach demselbigen Heist. Einem andern die Gabe gesund zu machen, in demsel⸗ 11 pistelũ bigen Geist. Einem andern Wunder zu than. Einem an⸗ bern Weissagung. Eirem andern Geister zu unterscheiden. Einem andern mancherlei Sprachen. Einem andern die prachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige etnige Seist, und theilet einem jeglichen seines zu, nach⸗ em er will. 101 Evangelium, Lucä 19, v. 41⸗ 38. U. als er, der Herr Jesus, nahe hinzu kam, sah er dle Stadt an, und weinte über sie. Und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner ů gBeit, was zu deinem Frieden dient! Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zelt über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kin⸗ 9der mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängstigen. Und werden dich schleifen, und ö —.— keinen Stein auf dem andern lassen, barum, daß du nicht sie fro iekennt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und Gleichnt er ging in den Tempel, und sing an auszutreiben, die zu bete arin verkauften und kauften. Und sprach zu ihnen: Eh HPharisa 460 steht geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber ur Got hadts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte läglich im rechte, Rre er Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, un wier ir die Vornehmsten im Volk, trachieten ihm nach, daß sie pas ich 4 lihn umbrächten. Und funden nicht, wie sie ihm thun soll⸗ eine Ar ten/ denn alles Volk hing ihm an, und hörte ihn. n seine Ich sage 4 7— Am 11. Sonntage nach Trinitatis. baus z W 6 kerniedrie ö 3 Epistel, 1 Cor. 15, v. A⸗ 10. vird erk 6* ů ( ö ch erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelil das ich euch verkündigt habe, welches ihr auch angenom⸗ ö men habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welchergestalt ich es euch ver kündiget ha⸗ be, so ihrs behalten habt, es wäre denn, daß ihrs um⸗ Ein sol sonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gege⸗ Fott 92 5 ben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestor 110. tsen sey kür unsere Sünden nach der Schrift. Und daß er be⸗ 10 araben sey, und daß er auferstanden sey am dritten Tage, ue Am nach der Schrift. And daß er gesehen worden ist von Kr⸗ Rueus, I und Evangellen. E phas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen den. worden von mehr denn 500 Brüdern auf einmal, deren die noch viel leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist bige er gesehen worden von Jakobo, darnach von allen Apo⸗ dach. sfeln. Am letzten von allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der ge⸗ ungste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, dß die ich ein Apostel heiße, darum daß ich die Gemeinde Gottes hi⸗ du berfolgt habt. Aber von Gottes Gnaden bin ich, daß ich zen bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, en: iner von sondern ich habe viel mehr gearbeitet denn sie alle, nicht rn dich aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. 7 ů*a Rin Evangelium, Lucä 18, v. 9⸗14. Wuydu und D und Der Herr sagte zu etlichen die sich selbst vermaßen, daß nicht sie fromm waren, und verachteten die anderu, ein solch Und leichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel die zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der E Pharisaer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke aber Ar Gott, daß ich nicht bin wie andre Leute, Räuber, Un⸗ im serechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner Ich faste 1 und wier in der Wochen, und gebe den Zehnten van allem 1 ö sie vas ich habe. Und der Zöllner stund von ferne, wollte auch 27 soll⸗ eine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug en seine Brust und sprach: Gott sey wir Sünder gnädig. Ich sage euch: dieser ging hinab gerechtsertiget in sein 4 baus zu jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird lerniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, den — — vird erhöhet werden. 44 eliMMISE--- * Am 12. Sonntage nach Trinitatis.. ö ha⸗ Epistel, 2 Cor. 3, v. A⸗9. + 1 Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum üu 00 sott. Richt, daß wir tüchtig sind von uns seiber etwas übe, uu tenken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig age snd, ist von Bott. Welcher uns auch tüchtig gemacht hat Ke. ie Amt zu führen dee Neuen Testament, nicht des Buch. sabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödet; 41 Episteln Adas Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so Kaber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, dat e es n durch die Buchstaben tödet, und in die Steine ist gebildet, Abraha Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israel nicht konnten denn d Aansehen das Angesicht Mosis, um der Klarheit willen sei; len, bis Unes Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr ist/ un ö das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, Gott a ꝓ ꝓ 44 wie vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit predigt, tes— 4 überschwengliche Klarheit. gegeben II Evangelium, Mare. 7, v. 31⸗371 die Ger * Und da der Herr Jesus wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten zunter die Grenze der Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er (die Hand auf ihn legte. und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm bie Finger vor die Ohren, und Ispützete, und rührete seine Zunge, sah auf gen Himmel, Aseufzete und sprach zu ihm: Hephata, das ist: ihue dich ns ihr sauf. Und alsbald thäten sich seine Ohren auf, und de sund eir Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und ei Reister verbot ihnen, sie solltens niemand sagen. Je mehr er aber ze aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. und wunderten sich ässe liese ö über die Maße und sprachen: er hat alles wohlgemacht, inen 5 üdie Tauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend. un aller 7 Am 13. Sonntage nach Trinitatis. lecht gea ½ Epistel, Galater 3, v. 15⸗22. wollte sit Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden. Iwar Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht,(wenn Auicho v es bestätigt ist) und thut auch nichts dazu. Nun ist je die shlugen Verheißung Abraham und seinem Saamen zugesagt. Er legen. spricht nicht: durch die Saamen als durch viele, sondern hieselbige jals durch einen; durch deinen Saamen, welcher ist Chr vorüb nstus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott lum bei duvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, gamarit ö daß die Verheißung sollte durchs Gesetz aufhören, welchez she, jam ö gegeben ist vierhundert und dreißig Jahr hernach. Denn Bunden, so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so wür⸗ ildet/ inten sei⸗ mehr in so hat, dag de es nicht durch und Evangelien. 1⁴⁷ die Verheißung gegeben. Gott aber hats Übraham durch bie Verheißung frei geschenket. denn das Gesetz? Es ist dazu gekommen um der Sünde wil⸗ len, bis der Saame käme, dem die Verheißung geschehen it, und ist gestellt von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einzigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Gesetz wider Got⸗ tes Verheißung? Das sey ferue. Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetz. Aber die Schrift hat es beschlossen unter die Sünde, auf daß die Berheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium, Lucä 10, v. B 37. 45; Fesus wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach insonder⸗ eit: Selig sind die Augen die da sehen, das ihr sehet. denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und habens nicht gesehen, was ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da sund ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Reister was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbes er aber sprach zu ihm: Wie steht im Gesetz geschrieben? ne liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollt Gott einen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, on allen Kräften und von ganzem Gemüthe; und deinen Rächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast licht geantwortet: thue das, so wirst du leben. Er aber vollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: wer ist zenn mein Nächster? Da antwortete Jesus, und sprach: s war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach gricho und siel unter die Mörder, die zogen ihn aus und shlugen ihn und gingen davon, und ließen ihn halb tod legen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester eselbige Straße hinab zog, und da er ihn sahe, ging vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er hm bei die Stätte, und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reiste und kam dahin, und da er ihn she, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Uunden, und goß darein Del und Wein, und hub ihn auf Was soll und hören, 4⁵ ů daß Aus hen 1 hi⸗ zen en: Arn he⸗ Waß IMdu üus 1418 Episteln sein Thier, und führte ihn in die Herberge und pflogs latater sein. Des andern Tags reiste er, und zog heraus zween ßen ur Groschen, und gab sie dem Wirth, und sprach zu ihm sus ab Pflege sein, und so du was mehr wirst darthun, will ih rein n dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dih ner fu der unter diesen der Nächste sey gewesen dem, der unten denn die Mörder gefallen war? Er sprach: der die Barmhen. auf, g zigkeit an ihm thät. Da sprach Jesus zu ihm: So geyhy hin und thue deßaleichen. Am 14. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, v. 10⸗ So w Ir di deln. Lieten Brüder, wandelt im Geist, so werdet ihr die Lusn der 0 des Fleisches nicht vollbringen. Oenn das Fleisch gelüsten M wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch. Di⸗ Im w selbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihn uch sey wollet. Regieret euch aber der Geist, so seyd ihr nicht un werdest ter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleh Gesetz sches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, en sey zucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zor ein jeg Zank, Zwietracht, Rotten, Haß Mord, Fressen und Sal in töm fen und dergleichen. Von welchen ich euch habe zuvor gu denn en sagt, und sage noch zuvor, danß, die solches thun, werden lerrichte das Reich Gottes nicht ererben. Die Furcht aber des Geß deni stes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, E sich nich tigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist kendten. das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kren Fleisch zigen ihr Fleisch sammt den Lüsten und Begierden. ö slet, 5 Evangellum, Lucä 17, v. 11. 19. lasset 0 Und es begab sich, da Jesus reiste gen Jerusalem, zoh zu teine er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er Als wir in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Män an jeder ner, die stunden von ferne, und erhuden ihre Stimme und sprachen: Jesu lieber Meister, erbarme dich unser! und R da er sie sahe, sprach er zu ihnen: gehet hin und zeigt euc eman den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden einen ha sie reiy. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er g1. anhanger sund worden war, kehrete er um, und preisete Gott ui Gott diet x und Evangelien. 11745 134 lauter Stimme. und siel auf sein Angesicht zu seinen Fl⸗ zween ßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Je ihm sus aber andwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehr IÜl ich rein worben? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst kel t dich“ ner funden, der wieder umkehre und gede Gott die Ehre unte denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehn mher. auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. gehh 8 Am 15. Sonntage nach Trinitatis. en⸗ ö Epistel, Gal. 6, v. 1.10. e⸗ Ee⸗ ö S wir im Seist leben, so laßt uns auch im Geist wan aß deln. Laßt uns nicht eitler Ehre getzig sein, untereinanDu daß aus hen Li der zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so einsus Mensch etwa von einem Fehler übereilt würde, so helfet io. ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geist⸗ n⸗ 16 ihn uch seyd; und siehe auf dich selost, daß du nicht auch versucht hir ht un werdest. Erner trage des andern Last, so werdet ihr das sen Ilet Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, sie „— er sey erwas, so er doch nichts ist, der betrügt sich selost. f. Sorl ein jeglicher aber prüfe sein Werk, und alsdann wird er in thm selber Ruhm haben, und nicht an einem Andern. huf r gu benn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber un⸗ terrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gu. Ger tes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht Gott läße sich nicht spotten, denn was der Mensch särt, das wid er eif erndten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem kren, Fieisch das Verderben erndten. Wer ader auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten kasset uns aber Gutes hun und nicht müde werben denn zu jeiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhören. Is ei Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Guter thun Män, an jedermann, allermeist aber an den Glaubensgenossen. in ö Evangelium, Matth. 6, v. 24⸗34. 49— euch Nmand kann zweyen Herren dlenen, entweder, er wind ürden tinen hassen, und den andern lieben, oder er wird einem, 96. anhangen, und den andern verachten Ihr könnet nicht ul Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: ¶220 Episteln Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet, Ist nicht das Leben mehr denn die Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Him⸗ mel an. Sie säen nicht, sie erndten nicht, sie sammeln nicht ö in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seyd ihr denn nicht viel mehr denn sie? wer ist unter euch, i der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum 4—.— — die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen, sie arbeiten nicht auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salamo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als der⸗ lelben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also ö worfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? o ihr (Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? was werden wir trinken? womit werden wir uns kleiden? Nach solchen allen trachten die Helden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zu⸗ + fallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist ge⸗ Inug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. WRRRSRSSSSSS ö Am 46. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 3, v. 13⸗ 21. ö Lieben Brüder, darum bitte ich, daß ihr nicht müde wer⸗ Idet um meiner Trübsal willen, die ich für euch leide, wel⸗ Iche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Knie ge⸗ gen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Daß er euch Kraft gebe, nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an Idem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch Iden Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe einge⸗ wurzelt und gegründet werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sey die Breite und die Laͤn⸗ sorget. Und warum sorgt ihr für die Kleidung? Schauet iy Ehre kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen ge⸗ hängling sch auf, Rutter. ten Got us aufe: ind diese and, un * 2 80 erme hr wand herufen s. huld, un yd fleißi lis Friede siyd, auf Hlaube/ ist übe inken rdet. Leib Him⸗ nicht doch. euch, rum jauet nicht ꝛ0 in der⸗ also ge⸗ o ihr und Evangelium 12¹ ge, und die Tiefe, und die Höhe; auch erkennen, daß Ehristum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wissen, auf baß ihr erfüllet werdet mit aller Gottes Fülle. Dem aber der überschwenglich thun kann über alles, das wir biiten der verstehen, nach der Kraft die da in uns wirket, dem ziy Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu ller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium, Luca 7, v. 1⸗17. Ulnd es begat sch darnach, daß Jesus in eine Stadt nit Namen RNain, ging, und seine Jünger gingen viel nit ihm, und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadt⸗ hor kam, siehe, da trug man einen Toden heraus, der in einziger Sohn war seiner Mutter. Und sie war eine ittwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und u sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und hrach zu ihr: weine nicht. Und trat hinzu, und rührte a Sarg an, und die Träger stunden. Und er sprach: züngling ich sage dir, stehe auf. Und der Tode richtete 00 auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Rutter. Und es kam sie alle eine Furcht an; und prei⸗ sten Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter ns auferstanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. nd diese Nede von ihm erscholl in das ganze jüdische Uund, und in alle umliegende Länder. SDSDSSISSI Am 17 Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 4, v. 1⸗6. 0 ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß Ihhr wandeit, wie sichs gebühret eurem Beruf, darin ihr lerufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Ge⸗ uld, und vertraget einer den andern in der Liebe. Und syd fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band ll Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen kyd, auf einer Hoffnung eures Verufs. Ein Herr, ein laube, eine Taufe, ein Gott und Vater unser aller, der ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen f 9⁊—0˙8222 Episteln I Evangelium, Lucä 13, v. 111. N Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Ober' sten der Phorisäer, auf einen Sabbath, das Brod zu esßt isen, und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch Da a AIvor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und lier da . sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach iner u ö Iaen auch recht auf den Sabbarh heilen? Sie aber schwie⸗ prach: gen stille. Und er griff ihn an, und heilete ihn, und ließ Zesus 0 Mihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher sherrn eist unter euch, dem sein Ochs oder Esel in den Brunnen andem e fället, und er nicht arsobald ihn heraus zeucht am Sabbath⸗ Indre tage? Und ste konnten ihm darauf nicht wieder Antwort ls dich U geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er Gesetz nmerkte, wie sie wählt oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, 2 l0 setze dich nicht oben an, daß nicht etwa ein ehrlicher, denn du, von ihm geladen sey, und so denn kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem, iund du müssest dann mit Schaam unten an sitzen: Son⸗ „ 3 dern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich hn ein⸗ sunten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat Rieman und spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; denn wirst du Nieman Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn 41 ö wer sich selbst erhöhet, der soll erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Am 18. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 1, v. 4⸗9. So le 1 den alt JIö danke meinem Gott allezeit eurenthalben für die Gna. perderb de Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr und 316 seyd durch ihn in allen Stücken reich gemacht, an aller sen ist (Lehre und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt Darum von Christo kräft'g in euch worden ist; also daß ihr kei⸗ segliche nen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur der Gl auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi. Welchir eonne auch euch wird fest dehalten bis ans Ende, daß ihr nicht 5 unsträflich seyd auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi und Eange denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seyd zur Hemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Ober⸗ zu 5 Evangelium, Matth. 10, v. 34⸗46. Nensch Da aber die Pharisäer hörten, daß Jesus den Saddy⸗ Ul lier das Maul gestopet hatte versammelten sie sich. Und 9——— einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn ud u prach: Meister, welches ist das vornehmste Gebor im Gesetz: hhi⸗ Velcher Zesus aber sprach zu ihm: du sollst lieben Gott deinen zen unnden berrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von en: bbath⸗ ganzem Gemüthe. Dies ist das vornehmste Gebot. Das ern ntwort andre aber ist dem gleich: du sollst deinen Nächsten lieben he⸗ da er lu⸗ dich selbst. In diesen zweien Geboten hangt das ganze aß ach zul.e End die Perbheten. Dimen die beiden bei einander Du paren fragte sie Jesus und sprach: Wie dünket euch um us chen Christo, weß Sohn ist er! sie sprachen: Davids. Er o. 5 des sprach zu ihnen: Wie nennet ihr denn David aim Geist AIn⸗ hiesem, Iaen, Herrn? da er sagt: der Herr hat gesagt zu meinem Hir Son⸗ berrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege sen 6e dich neine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David sisie en hel uhn einen Heren nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Fis. Riemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfle auch irst du i x and den Juf Dem Riemand von dem Tage an hinfort ihn fragen uf nd S 7 Am 19. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 4, v. N. 28. 1 S5 leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel In den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich Gna. verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, d aß ihr und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaf⸗. . sen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Rredigt Harum leget die Lügen ab und redet die Wahrheit, ein t eglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einaen⸗ et nur der Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht, lasset die Yt elh Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gedet auch n nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle) + f 2 10 —124 Episteln nicht mehr, sondern arbeite und schafse mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evangelium, Matth. 9, v. 1⸗8. Da trat er, der Herr Jesus in das Schiff, und fuhr wie⸗ der herüber und kam wieder in seine Stadt. Und siehe, da ;bbrachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem BVette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbrüch igen: Sey getrost mein Sohn! deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftge⸗ lehrten sprachen bei sich selbst! Oieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sa. gen: dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe zauf und toandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Men⸗ (schen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünde zu verge⸗ Jß,FJen, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf und gehe heim. Und er stund auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich und prei⸗ Isete Gott der solche Macht den Menschen gegeben hat. 6 TTTTTTTT Am 20 Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 5, v. 1521. ů So seht nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit, darum werdet nicht unver⸗ ständig, sondern verständig, was da sey des Herrn Wille. u“ꝰuͤnd saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folgt, sondern werdet voll Geistes. Und redet unter Jeinander von Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Uund saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi. Und seyd unten einander unterthan in der Furcht Gottes. ö Evangelium, Matth. 22, v. 1.14. . Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie der komme porach bereite und a das,/ 1 zu sein höneter er zor Mörde zu sein die Ge Straße die Kn sammer wurden zu bese hochzeit bist du Er ab e nern: die äuß Zähnkle auserw * Zaletzt der Ma x daß ihr fels. kämpfer mit der herrsche des wille wenn d alles w steht nu gen mit u sa. Stehe Men⸗ erge⸗ hebe ging prei⸗ ssie den Gästen zur Hochzeit rufeten und sie wollten nicht sprach: Saget den Gästen: Siehe weine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, hen ö é ö und Evangelten kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und und alles bereit, komm zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gin gen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte höneten und tödeten sie. Da das der König hörte, ward hhi⸗ er zornig und schickte seine Heere aus, und brachte diese gen Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er en: zu seinen Knechten: Die Hochzelt ist zwar bereitet aber ern die Gäste warens nicht werth. Darum gehet hin auf die he⸗ Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr sindet. Und aß die Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten zu⸗Du sammen, wen sie funden, böse und gute, und die Tischessus wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste o⸗ zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein n⸗ hochzeitlich Kleid an. Und sprach zu ihm: Freund, wie dir bist du herein kommen, und hast kein hochzeilich Kleid anesen Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Die⸗ sie nern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in Kis⸗ die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen undll Zähnklappern. Denn viele sind berufen, aber wenig sindsuf auserwählet.* 1*⁴ öWCCꝗCSCRCTCCSCCSCSCSCISSEE 7 Am 21 Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 6, v. 10.J7. Zuletzt, meine Brüder, seyd stark in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottesn daß ihr bestehen könnet gegen die listige Anläufe des Teu⸗ seis. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu d kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nemlich mit den Herrn der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt, herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um t deswillen so ergreift den Harnisch Gottes, auf daß ihr, wenn das böse Stündlein kommt, Widerstand thun, und t alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. Sol. seht nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit und angezo⸗⸗ gen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen ge. f 3 126 Episteln stieselt, als fertig zu treiben das Evangelium des Frieden damit ihr bereitet seyd. Vor allen Dingen aber ergreist den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen kön⸗ net alle feurige Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils, und das Schwerdt des Geistes, welches i das Wort Gottes. Evangelium, Joh. A, v. 47⸗54. Und es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Ca⸗ pernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judäa in Ga⸗ liläam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme und hülfe seinem Sohn, denn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaͤubt ihr nicht. Der Königische sprach zu ihmt Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus sprcht zu ihm: gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubl dem Wort, dos Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, ver⸗ kündigten ihm und sprachen: dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gelagt hatte: dein Sohn lebet. Und er glaudte mil dem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeschen, dah Jesus that, da er aus Judäg in Galiläam kam. T TPTFTWTCTWTWTCTTWDT Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Phil., v. 311. Iq danke meinem Gott so oft ich eurer gedenke. Wel ches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch al⸗ le, und thue das Gebet mit Freuden. Ueber eure Gemein⸗ schaft am Evangelio, vom ersten Tage an bis hierher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefan⸗ gen hat das gute Werk, der wirds auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von allen halte, darum doß ich euch in mei⸗ nem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ch das chemit Zeuge, grunde eure Lie niß un sey/ au Chr isti sum C Das Knecht kam il schuldi Herr und a nieder mir, desselb ließ er ging zahtte solche brach Da f Scha weil barm worte er ih Vate jeglie rieden greifth n kön⸗ ct den ches is und Evangelien. h das Evangelium verantworte und bekrästige/ als die ihr chemit mir der Gnade theilhastig sey Zeuge, je mich nach euch allen verlang grunde, in Christo Jesu. eure Liebe je mehr und mehr reich werde⸗ in allerlei Erxkenni⸗ niß und Erfahrung. Daß ihr prüfen möget, was das Beste sey/ auf daß ihr seyd lauter und unanstößig, bis auf ben Tag et von Herzens⸗ Christi. Erfüllt mit Freuden der Gerechtigkeit, die durch Je⸗ Hhi⸗ u Ca/ n Ga⸗ hinab . Und zunder ihm sprcht. laubt⸗ Und „ vex⸗ orschte it ihm im die te der sus zu te mis „ daz — 8— Wel⸗ Ich al⸗ mein⸗ Und gefan⸗ dis on aß ich mei⸗ innen sum Christum geschehen(in euch) zur Ehre und Lob Gottee. gen en: ern he⸗ Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinendaß Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen Du kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfunissus schuldig. Da ers nun nicht hatte zu bez Herr verkausen ihn, und sein Weib, und seine Kinderst und alles was er hatte und bezah nieder, betete ihn an und sprach: mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herri sie desselbigen Knechts und ließ ihn los, und bie Schuld erhis. ließ er ihm auch. Evangelium, Matth. 18, v. 23.35. schen schuldig, und er griff ihn an, würgie ihn und sprach Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da siel sein Mit Enecht nieder, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mi ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sonder ging hin, und warf ihn ins Gerängniß, bis daß er be zahtite, was er schuldig war. Da aber seine Mitknecht solches sohen, wurden sie sehr betrübt, und kamen un brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte Da foderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: D/ Schalksknecht, deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, di weil du mich batest. Solltest du denn dich nicht auch eis barmt haben! und sein Herr ward zornig und überanht wortese iha den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, we er ihm schuldig war. Also wird euch mein hemmlischt Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von Herzen, eiR jeglicher seinem Bruder seine Fehler. 4⁵ Und daselbst um bete ich, daß hen ahlen, hieß deiszo⸗ hlen. Da siel der Krechidir Herr, habe Geduld mithen Da ging derselbige Knecht hinaus unsoll fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Grosuf d. Denn Gott ist mein daß 5 Pisteln Ac 23. Sonntage nach Trinitatis. Aihr Epistel, Phil. 3, v. 17.221. n, und VBolget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die allost in der wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn vielhillerlei K wandeln, von welchem ich euch oft gesagt habe, nun aber uld und sage ich euch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi Bater, d Iiwelcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihißßeiligen Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, diesleit der? IU.n irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, nes liebe von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi,surch seit 4 des Herrn, welcher unsern nichtigen Leibe verklären wird/ I daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig Da Jest machen. Obersten Evangelium, Matth. 22, v. 15⸗22. meine T 0 D——— beine Ha 4 a gingen die Pharisäer hin, und hielten einen Rath, guf und ö zwie sie Jesum fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm zn Weib ihre Jünger, sammt Herodis Dienern und sprachen: Mei, jinten zi ster wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und fragest nach niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sag uns, ö was dünket dich, ists recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht“ Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, prach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Weiset sam, un mwir die Zinsmünze; und sie reichten ihm einen Groschen sprach er ar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die sod, son leberschrift? Sie sprachen zu ihm: des Kaisers. Da sprach das Volk ir zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, se bei d Uind Gott, was Gottes ist. Da sie das hörten, verwun⸗ Herücht erten sie sich, und gingen davon. U Am 24 Sonntage nach Trinitatis. 6 0 Epistel, Coloss. 1, v. 9⸗14. 90 Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wirs gehö⸗ Wie w' 4t haben, hörten wir nicht auf für euch zu beten: on dene 40* zu bitten, daß ihr erfuͤllet werdet mit Erkenntniß sei. pie die in ö se sprach lühren, nd sahe laube l herselbige und Evangelien. 105 Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand! Haß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefal⸗ ken, und fruchtbar seyd in allen guten Werken. Und wach⸗ ie aluost in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit n vieltlllerlei Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Ge⸗ u aberhuld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem shristih Bater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der ich ihibriuigen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrig⸗ „ dinsteit der Finsterniß, und hat uns versetzt in das Reich sei⸗ mmel, zes lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung hristi, hurch sein Blut/ nemlich die Vergebung der Sünden. 9 del Evangelium, Matth. 9, v. 18⸗26. hänig Da Jesus solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stund Rath, zuf und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ihm zin Weib das zwölf Jahr den Blutgang gehabt, trat von Mei, inten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn t den sie sprach bei ihr selbst; Möchte ich nur sein Kleid an⸗ ndu suͤhren, so würde ich gesund. Da wendete sich Jesus um, uns, und sahe sie und sprach: Sey getrost, meine Tochter, dein Zins glaude hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu heit, berselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus eiset sam, und sahe die Pfeifer und das Getüömmel des Volke, schen sprach er zu ihnen: Weichet! denn das Mägdlein ist nicht d die od, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber drach as Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff ist, bei der Hand; da stund das Mägdlein auf. Und dies vun. gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. ö Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Thess. 4, v. 13:18. ᷑hö⸗ Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten feh don denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seyd, el⸗ wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir f3 130 Episteln glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist; also Rlederg wird Gott auch, die da eutschlasen sind durch Jesum, mit Sohns. ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir die wir leben und überbleiben in der Zu- kunst des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlasen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldge⸗ schrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Toden in Christo werden auferstehn zuerst. Darnach wir, die wir 1. Wir x ben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hin, wie es gerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Liebe Luft, und werden also bei dem Herrn seyn allezeit. So einandt tröstet euch nun mit den Worten untereinander. meinen allen er Evangelium, Matth. A4, v. 1528. Welches würdig Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwustung Lebrtz davon gesagt ist durch den Propheten Dantel, daß er ste sal den het an der heiligen Stätte,(wer das liest der merke da⸗ 1 merre Trübsa rautl) Aledann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen wird o Lande ist, und wer auf dem Dache ist, der steige nih sein er hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer üter di auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu gehorsa holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Welche Zeit. Bitiet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Angesie Winter oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine wenn große Trübsal seyn, als nie gewesen ist, von Anfang der nen. 51 Welt bisher, und als auch nie werden wird. Und wo diese„ Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig, Aber um der Auserwählten willen werden die Tage ver⸗ kürzet. So alsdann jemand zu euch sagen wird. Siehe Wen hie ist Ehristus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Herrlie Denn es werden falsche Christi, und falsche Propheten auf der auferstehen und große Zeichen und Wunder thun, daß ver. versam führet werden in den Irrthum(wo es möglich wäre) auch gleich die Auserwählten. Siehe, ich habs euch zuvor gesagt. wird de Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, ersit Linken. in der Wüsten, so gehet nicht hinaus. Siehe! er is Komm in der Kammer, so glaubet es nicht. Denn gleich wie Reich, der Blitz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zun ich bin alfo R n, mit rt des er Zu⸗ die da seldge⸗ osaune den in vir le⸗ n hin⸗ in der So Siehe muben. pheten 5 ver. auch esagt. er ist er ist h wie zum Eohns. Wi sollen wie es billig ist. eines jegliche Also daß wir uns eurer Liebe einander. allen euren Welches anzeigt, würdig werdet zum Reiche Gottes, leidet. Nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trüb⸗ n⸗ sal denen, die euch Trübsal anlege Trübsal leidet, Ruhe mit uns, we wird offenbaret werden vom Himmel, sammt den seiner Krast, und mit über die, so Gott nicht erkennen, und üöber die, so nicht Holl ö gehorsam sind dem Edangelio unsers Herrn leiden, das ewige Verderben vor dem! herrlichen Macht; baß er herrlich erscheine mit sei⸗ allen Gläubigen. Nledergang; also Wo aber ein Aas ist da Am 20. Epistel, 2 Thess. Gott danken allezeit um euch lieben Brüder Denn euer Glaube wächset sehr, und die nimmt zu gegen rühmen unter den Ge⸗ he⸗ meinen Gortes, von wegen eurer Geduld und Glauben in daß Verfolgungen und daß Gott recht richten Welche werden Pein Angesichte des Herrn, wenn er kommen wird/ nen Heiligen, und wunderbar mit Evangelium, Matth. 25, v. 31⸗-f0. ö W. enn 124 des Menschen Sohn kommen wird in seiner) Herblichkeit und alle heil. Engelmit ihm dann wird er sitzenn d keit. Und alle Völker vor ihm Und er wird sie von eiyander scheiden,„ cken scheidet. Undet echten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird der König sagen zu denen seiner Rechten: t Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das. nder Welt. Denn auf dem Stus lseiner Herr versammelt werden. gleich als ein Hirt wird die Schaate zu seiner und Evangellen. wird auch sein bie Zukur ft des ndnae sammern sich die Sonntage nach * unter euch allen Feuerflammen, und von seiner die Sch 1—65 von den Bo Reich, das euch bereitet ist von Anbegin ih bin hungrig gewesen, und ihr haht mich gespeiset. h„ + —— 1, v. 3.10. die ihr duldet. Du wird, und ihr sus üver welchem ihr auch o⸗ Trübsalen, en. Cach aber, die ihr dir nenun der Jesuahen Engelnn sie Rache 3⁰ geb aafis⸗ Jesu Christi. uf hi⸗ gen en: ern on pisieln bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen ge⸗ wesen, und ihr seyd zu mir kommen. Denn werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wenn haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder ö durstig und haben dich getränkel? Wenn haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? oder nackend, und haben dich bekleidet? Wenn haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir kommen? Und der Kö⸗ nnig wird aniworten und sagen zu ihnen: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Denn wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir ihr Verfluchten in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen En⸗ geln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich Nnicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewe⸗ ssen, und ihr habt mich nicht besuchet. Denn werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir i dich gesehen hungrig oder durstig, oder einen Gast oder Eleme nackend, oder krank oder gefangen, und haben dir nicht eines gedienet? Denn wird er ihnen antworten und sagen: Verhei Wahrlich ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht ge⸗ Eo (rban. und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. S S———————————— — Am 17 Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Petri 3/ v. 3.13. er, wisset das aufs erste, daß in den letzten CTagen kommen werden Spötter; die nach ibren eige⸗ nen Lüsten wandeln. Und sagen: Wo ist die Verheißung 4 seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschiafen ö Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. und Cöangerter E sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Creatur ges wesen ist. Aber Muthwillens wollen sie nicht wissen, daß daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort. chen Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jetzund und die Erden werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts, und ghi⸗ Verdammniß der gottlosen Menschen. Eines aber sey euch gen unverhalten, ihr lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist gen: wie tausend Jahr, und tausend Jahr wie ein Tag. Der ern Herr verzeucht nicht die Verheißung, wie es etliche für he⸗ einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns, daß und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß Du sich jedermann zur Buße bekehre. Es wird aber des Herrnßsus Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem diezo Himmel vergehen werden mit großem Krachen, die Ele⸗en⸗ mente aber werden vor Hitze zerschmelzen, und die Erdesdir und die Werke, die drinnen sind, werden verbrennen. Sahsen nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr dann geschickn sie seyn im heiligen Wandel und gottseligen Wesen? Daßis. ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn oll in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die uf Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde, nach seiner Evangelium. Suche am 6. Sonntage nach Ephiph. ———— Episteln und Evangelien anf alle eiertage. Am Tage St. Andrea. Epistel, Röm. 10, v. 10⸗18. So man von Herzen glaubet, so wird man gerecht, und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubet, wird niche ö u Schanden werden. Es ist hie kein Unterschied unter uden und Griechen, es ist aber allzumal ein Herr, reich Füber alle, die ihn anruten. Denn wer den Namen des selbst Herrn wird anrufen, soll selig werden. Wie sohen sit Wille 60 aber anrufen an den sie nicht glauben, von dem sie nichts er un 44 gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden! Wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Füße Ti derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkuͤn⸗ 220 digen. Aber sie sind nicht alle dem Evangelio gehorsam. war ODenn Jesaias spricht: Herr, wer glaubt unsern Predigten? Sun e kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen sprac zaber durch das Wort Gottes. Ich sage aber, haben sie es nicht gehöct? Zwar istes je in alle Lande aus gegangen maht — ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. Rim . ö Evangelium, Matth. 4, v. 18.22. Friel Als nun Jesus an dem Galiläischen Meere ging, sahe é Leilne er zween Brüder, Simon, der da heißet Petrus, und An⸗ nicht dream seinen Bruder, die wurfen ihre Netze ins Meer, spra 4 0 denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget zu i mirx nach ich will euch zu Menschenfischern machen. Bald du. und selig. nicht unter reich des n sit ichts ger? den? Füße uͤn⸗ sam. ten? igen sie ngen sahe An⸗ eer, lget zald verlleßen sie ihre Retze und folgten ihm nach. Und da er und Evangelien von dannen kürbaß ging, sahe er zween andere Brüder, daß Jacobum, den Sohn Zebedät, und Johannem seinen. Bru⸗ aus ber, im Schiff, mit ihrem Vater Zebedäo, daß sie ihre chen Retze flickten, und er rief ihnen. Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater, und folgten ihm nach. SSSSSSIII gen Am Tage St. Thomaͤ. hen: ern Epistel, Epheser I, v. 36. he⸗ daß Glaobet sey Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi.Oa der uns gesegnet hat wit allerlei geistlichem Segen in himmssus lschen Gütern durch Christum Wie er uns denn erwähllgo⸗ hat durch denselt igen, ehe der Welt Grund gelegt warsen⸗ daß wir sollten seyn heilig und unsträflich vor ihm in def dir Liebe. Und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihiien selbst durch Jesum Christum, nach dem Wohlgefallen seinen sie Willens Zu Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welchts. er uns hat angenehm gemacht in dem Gellebten. oll u Evangelium, Joh. 20, v. ⸗. ö 1 Thoomas aber der Zwölfen einer, der da heißet Zwilling war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die ander Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er abes sprach zu ihnen: Es sey denn, daß ich in seinen Händen sähe die Nägelmahle, und lege meine Finger in die Nägelhm mahl, und lege meine Hand in seine Seite, will ichs nichhh,. glauben. Und üher acht Tage waren abermal seine Jünged drinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da dist. CThüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht), Friede sei mit euch. Darnach spricht er zu Thoma: Reichtt Leinen Finger her, und lege sie in meine Seile, und sehg, nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete unst sprach zu ihm? Mein Herr und mein Gott. Spricht Jesus. zu ihm: Oieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubeh du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben. 8 En Am Tage Pauli Bekehrung. 4 Epistel, Apost. Gesch. 9, v. 1⸗2. * Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden wi⸗ der die Jünger des Herrn, und ging zum Hohenpriester und hbat ihn um Briefe gen Damas kus an die Schulen, auf daß so er etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, er ö sie gebunden führe gen Jerusalem. Und da er auf dem Wege war, und nahe bei Damas kus kam, umleuchtete ihn yptötzlich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde zund hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sprach? Herr, wer bist u? Der Herr sprach: ich bin Jesus, den du verfolgest. ů Es wird dir schwer werden wider den Stachel lecken. Und er sprach mit Zittern und Zagen: Herr, was willst du, das ich thun soll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf lund gehe in die Stadt, da wird man dir sagen, was du Ahun sollt. Die Männer aber, die seine Gefährten waren tunden und waren erstarrt, denn sie hörten eine Stim⸗ Iine und sahen niemand. Saulus aber richtete sich auf von er Erde, und als er seine Augen aufthat, sahe er nie⸗ Imnand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand, und führten hn gen Damascum, und war drei Tage nicht sehend, und haß und trank nicht. Es war aber ein Jünger zu Damas⸗ kus, mit Namen Ananias, zu dem sprach der Herr im Sesichte: Anania. Und er sprach: Hie bin ich, Herr. Der berr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe lhin in die Sasse, die da heißet die Richtige, und frage in dem Hause Fuda nach Saulo, mit Namen von Tharsen, denn siehe, er betet. Und hat gesehen im Gesichte einen Mann mit Vamen Ananias, zu ihm hinein kommen und die Hand ö zuf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Ananias aber intwortete: Herr, ich habe von vielen gehöret von diesem Nanne, wie viel Uebeis er deinen Heiligen gethan hat u Ferusalem, und er hat allhier Macht von den Hohen⸗ lriestern, zu binden alle, die deinen heiligen Ramen an⸗; ufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, denn die. W er ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen ——— * Kamen trage vor den Heiden, und vor den Königen und Iiaus euch: ein Und we durch ei NL Furnd sich sehr Jesus a schen ist Da ant ben allet dafür? ich sage der Wi auf dem zen auf ter Isre Schweste Kinder, vird he wi⸗ und daß , er dem ihn Erde aul, bist gest. Und du, auf du ren im⸗ und Evangelien vor den Kindern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Ana⸗ nias ging hin, und kam in das Haus, und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt,(der dir erschienen ist auf dem Wege, da du her⸗ kamst) daß du wieder sehend, und mit dem heiligen Geist erfüllet würdest. Und alsobald fiel es von seinen Augen ö wie Schuppen, und er ward wieder sehend, und stund auf, phi⸗ ließ sich taufen, und nahm Speise zu sich und stärkte sich. gen Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Da⸗hen: mascus. Und alsbald predigte er Christum in den Schu⸗ sern len, daß derselbige Gottes Sohn sey. Sie entsetzten sich hhe⸗ aber alle, die es hörten, und sprachen: Ist das nicht der daß zu Jerusalem zerstörte alle, die diesen Namen anrufen, Du und darum herkommen, daß er sie gebunden führe zu den sus Hohenpriestern? Saulus aber ward jemehr kräftiger und Jo. trieb die Juden ein, die zu Damascus wohnten. en⸗ Evangelium, Matth. 19, v. 23⸗30. sie Iiaus aber sprach zu seinen Jüngern: Warlich, ich sage üs. euch: ein Reicher wird schwerlich ins Himmelreich kommen. oll Und weiter sage ich euch: es ist leichter, daß ein Kameel uf durch ein Nadelohr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich ö Gottes konmme. Da das seine Jünger zörtea, enzsesten sie sich sehr, und sprachen: Ei wer kann denn selig werden? Jesus aber sahe sie an und sprach zu ihnen: bei den Men⸗ schen ists unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Oa antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir ha⸗ m ben alles verlassen, und sind dir nachgefolgt, was wird uns 19. dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, 9) ich sage euch: daß ihr, die ihr mir seyd nachge folget, in I. der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sitzen„. auf dem Stuhle seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch siz- t zen auf den zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlech⸗. ler Israel. Und wer verlasset Häuser, oder Brüder, oder t Schwester, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder K. Linder, oder Aecker, um meines Namens willen, der 69 vird hundertfälltig nehmen, und das ewige Leben erer⸗ ——— ———— —— 138 Episteln ben. Aber viele, die da sind die Ersten, werden die 2.4 im Fri ten, und die Letzten die Ersten sein. Am Tage Mariaͤ Reinigung. zum P Epistel, Maleachi 3, v. 1⸗ A. Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. und bald wird kommen zu seinem Tem⸗ pel der Herr den ihr suchet, und der Engel des Bundes, den ihr begehrt. Siehe er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögend Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen. Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmieds, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen, und das Silber reinigen. Er wird die Kinder Levi reinigen, und läutern wie Gold und Silber, denn sie werden dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit, und wird dem Herrn wohlgefallen das Spetsopfer Juda und Jerusalem, wie vorhin und vor langen Jahren. Evangelium, Lucä 2, v. 2⸗ 32. Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mo⸗ sis kamen, brachten sie das Kind Jesu gen Jervsalem, genenn auf daß sie ihn darstellten dem Herrn.(Wie denn ge ein B. ichrieben steht in dem Gesetz des Herrn: Allerlei n Ihre lein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn da geheiliget heißen). Und daß sie gäben das Opfer nachdem Lerer⸗ gesagt ist in dem Gesetz den Herrn, ein paar Turteltau⸗ uns g. ben, oder zwo junge Tauhen. Und siehe, ein Mensch Jesus war zu Jerusalem mit Namen Simeon; und derselbe Johan Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf men 1 den Trost Israel, und der heilige Geist war in ihm. Und Und st ihm war eine Antwort worden vom heil. Geist, er sollle dem 2 den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herr! Herrn gesehen, und kam aus Anregen des Geistes—+ wählet den Tempel. und da die Eltern das Kind Jesum in den Dienst Tempel brachten, daß sie für ihn thäten wie man pflegl er hin nach dem Gesetz, da nahm er ihna auf seine Arme und sie; u lobte Gott und sprach: Herr, nun lässest du deinen Diene ordaet hat erworben den Acker um den ungerechten Lohn, und Mo · alem, in ge⸗ Tänn⸗ Herrn chdem eltau⸗ Rensch rselbe e auf Und sollte st des es in den oflegt und iener im Frieden fahren, wie du gesagt hast. Denn meine Au⸗ bei 120). Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schriftsug durch den Mund David, von Juda, der ein Vorgängeryn 8 en⸗ und Evaugelien. 130 1454 daß gen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und. zum Preiß deines Volkes Israel. ̃ RSRCICSCC““““ Am Tage Matthiaͤ. hi⸗ igen Epistel, Apostelgesch. 1, v. 15⸗26. ern + Und in den Tagen trat auf Petrus unter die Zanger, dah sprach:(Es war aber die Schaar der Namen zu Hause erfüllt werden, welche zuvor gesagt hat der heil. Geist,. war derer, die Jesum fingen. Denn er war mit uns ge⸗ dir zählet, und hat dier Amt mit uns üÜbernommen. Diesen„ sich erhenket, und ist mitten entzwei geborsten, und auefH. sein Eingeweide ausgeschüttet. Und es ist kund worden o allen, die zu Jerusalem wohnen, also daß derselbige Acker ö genennet wird nach ihrer Sprache: Hakeldama, das ist/ uf ö ein Blutacker. Denn es steht geschrieben im Psalmbuch: Ihre Behausung müsse wüste weden. und sey niemand, der darinnen wohne Und sein Bißthum empfahe ein an⸗ derer. So muß nun eiher unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind, die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus unter uns ist aus und engegangen, von der Tausem Johannis an, bis auf den Tag, da er von uns genons⸗h. men ist, ein Zeuge seiner Auterstehung mit uns werden. d Und sie stellten zwei, Joseph, genannt Borsabas, milt⸗ dem Zunamen Just, und Mätthiam, beteten und sprachenz, Herr! aller Herzen Kundiger, zeige an, welchen du erskt wählet hast unter diesen zwei, daß einer empfahe diesenz⸗ Dienst und Apostelamt davon Judas abgewichen ist, dafit er hingehe an seinen Ort. Und sie wurfen das Loos übes. sie; und das Loos siel auf Matthiam, und er ward zuge h ordnet den eilf Aposteln. 14⁰ Episteln Evangelium, Matth. 11, v. 2530. Zu derselbigen Zeit antwortete dich, Vater und Herr des Him solches den Weisen und Klugen den Unmündigen offenbaret. wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge find mir überge⸗ nicht Ma ben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn, vir sch denn nur der Vater. Und niemand kennet den Vater, denn es Nam nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Sohn de Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seyd wird 10 ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch, und pird ein, lernet von mir, denn ich bin sanftmüthig und von Herzen seines K demüthig, soßwerdet ihr Ruhe sinden für eure Seelen. Denn zu den E mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. br: b1r. IR r:* Am Tage der Verkundigung Mariaͤ. b3s von Epistel, Jesaiä 7. v. 10⸗19. nd der Herr redete abermals zu Ahas, und sprachi For⸗ dere dir ein Zeichen von dem Herrn deinem Gott, es sey sey. Den unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Ahas prach: sprach: ich will nicht sodern, daß ich den Herrn nicht ver⸗ wie du g suche. Da sprach er: wohlan, so höret ihr vom Hause David: Ists euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, müßt ihr auch meinen Gott beleldigen? Darum sa mird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jung⸗ zungfrau Jesus und sprach: Ich preise ud spra mels und der Erden, daß du ir du verborgen hast, und hast ez ahe⸗ ers Ja Vater, denn es ist also Hruß ist schwanger im sechste frau ist schwanger, und wird einen Sohn gebähren, den Lieben wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen, und Gutes zu er, Fremdlir wählen. Denn ehe der Knabe lernet Böses verwerfen, Hausgen und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, pheten, verlassen feyn von seinen zwei Königen. Evangelium, Lucä 1, v. 26⸗38. . Und im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gesandt ö 4 von Gott, in eine Stadt in Galiläa, die heißet Na V zareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph vom Hause David, und die ganze B Tempel werdet, Jilus nicht. G und Evangelien 141 eß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, Gegrüßet seyst du Holdselige, der Herr ist mit enedeite unter den Weibern. Da sie aber ihn ahe, erschrack sie über seine Rede, und gedachte, welch ein 62 Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich du hast Gnade bei Gott funden. Siehe, du Sohn, virst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebären denn des Name sollt du Jesus heißen. Der wird groß und ein Haren. Sohn des Höchsten genennet werden. Und Gott der Herr seyd vird ihm den Stuhl seines Baters David geben. Und er „und vird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und erzen seines Königreichs wird kein Ende seyn. Da sprach Maria Denn zu den Engeln: wie soll das zugehen? Sintemal ich von kei⸗ gem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu hr: der heil. Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch das Heilige das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genennt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundin ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter, und geht jetzt For⸗ im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar 5 sey sey. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber Ahas sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, —0 wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. SSSSSSSSS Aget, mird Am Tage Philippi und Jacobi. Epistel, Ephes. 2, v. 19.22. zung⸗ den rd er Lieben Brüder, so seyd ihr nun nicht mehr Gäste und uer, Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen, und Gottes rfen, Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Pro⸗ auet, pheten, da Jesus Christus der Eckstein ist auf welchem der ganze Bau ineinander gefüget, wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Auf welchem auch ihr mit erbauet werdet, zu einer Behausung Gottes ihm Geist. RE Evangelium, Joh. 14, v. 1⸗14. inem Jesus sprach zu seinen Jüngern: Euer Hecz eeschrecke 5die nicht. Glaubt ihr an Gott, so glaubt ihr auch an mich. In gungfrau hi reise dud sprach: ur, du geb aß du ast ez berge⸗ nicht Maria, andt phi⸗ igen hen: vern phe⸗ daß Du sus Jo⸗ en⸗ dir nen sie üs⸗ )oll. iuf Piste meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenns nicht ticht ist so wäre, so wollt ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch Herrn die Stätte zu bereiten. Und ob ich hinginge: euch die der wi Stätte zu bereiten, will ich doch wieder kommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seyd, wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr wir wissen nicht, wo du hingehest, und wie können wir den Weg wissen? Jesus ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippi, wer winkte mich sieht, der sieht den Vater. Wie sprichst du denn Und e eige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Va⸗ Johan 0 er, und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu ward euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. der Vater und l zbbet mir, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist, ganzer wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. mens Warlich, warlich, ich sage euch: Wer an mich glaubet, aus de Ider wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird waren rößere denn diese thun, denn ich gehe zum Vater. Und gen 8 was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, Herr auf daß der Vater geehrt werde in dem Sohne. Was ihr sein 2 bitten werdet in meinem Namen das will ich thun. in der *.—— eredt N 4 Am Tage Johannes des Taͤufers. daß e Epistel, Jesaiä à0, v. 1⸗5. Hand Trostet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet mit Riger Jerusalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Ritter⸗ schaft ein Ende hat, denn ihre Missethat ist vergeben um Hand alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste; bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem lig if Gefilde eine ebne Bahn unserm Gott. Alle Thale sollen sten ö v. herhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt 5 werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckt⸗ seiner seinen 4 ö nicht zicht ist, soll schlecht werden. „euch ich die der wird sehen, daß des Herrn Mund redet. ꝛd euch nd wo auch. wo du 2 7 Jesutz ten hörten, daß der Heer große Barmherzigkeit an ihr ö d das gethan hatte⸗ und freuten sich mit ihr. Und es begab sich Phi⸗ mich. n Va⸗ ö gese⸗ n Va⸗ ze bin wer denn 1 Va⸗ Herr, der Gott Israel, denn er hat besuchet und erlöset sein Volk. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils, und Evangenen. Denn die Herrlichkeit des berrn soll offenbar werden, und alles Fleisch mit einan⸗ Evangelium, Lucd 1, v. 57.80. schen Und Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte/ und ö sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreund⸗ am achten Tage, kamen sie zu beschneiden das Kindlein, ꝛgen und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine hen: Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er dern soll Johannes heißen Und sie sprachen zu ihr: Ist doch phe⸗ niemand in deiner Freundschaft der also heiße. Und sie daß winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen? Du Und er foderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißt esus Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald Jo⸗ ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete, fen⸗ und lobte Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nach⸗ dir barn und diese Geschichte ward alles ruchtbar auf dem uen ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es hörten, nah⸗ sie mens zu Herzen, und sprachen: Was meinest du, will äf. aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn soll war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heili⸗ zuf gen Geistes voll, weissagte und sprach: Gelobet sey der ö in dem Hause seines Dieners David. Als er vor Zeiten geredt hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, daß er uns errette von unsern Feinden, und von der Hand aller, die uns hassen; und die Barmherzigkeit er⸗ m zeiget unsern Vätern, und gedachte an seinen heiligen h· Bund: und an den Eid, den er geschworen hat unserm d Vater Abraham, uns zu geben, daß wir erlöset aus der st⸗ Hand unserer Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Le⸗g/ benlang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefäl⸗et lig ist Und du Kindlein, wirst ein Propheten des Höch⸗ B. sten heißen, du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du et seinen Weg bereitest; und Erkenntniß des Heils gebestu⸗ seinem Volk, die da ist in Vergebung der Sündenzh 560 14⁴ Episteln durch die herrliche Barmherzigkeit Gottes, durch welche ung besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geist, und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. 2——————————mm Am Tage Petri und Pauli. Epistel, Apost. Gesch. 12, v. 1⸗11. h Un dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an etliche der Gemeine zu peinigen. Er tödete aber Jacobum, Johannis Bruder, mit dem Schwerdt. Und da er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort, und fing Petrum auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Brode. Da er ihn Unun griff, legte er ihn ins Gefängniß, und überantwor⸗ tete ihn vier Viertheilen Kriegsknechten, ihn zu verwah⸗ ren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzu⸗ stellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß gehalten, aber die Gemeine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht Uschlief Petrus zwischen zwei Kriegsknechten, gebunden mit zwei Ketten, und die Hüter vor der Thür hüteten des „Gefängnisses. Und siehe der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach, und schlug Petrum Jan die Seite, und weckte ihn auf und sprach: Stehe be⸗ hend auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und thu deine Schuh an. Und er thät also und sprach zu ihm: Wirf ö binaus und folgte ihm, und wußte nicht, daß ihm wahr⸗ GHaftig solches geschehe durch den Engel: sondern es täuchte hm, er sähe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die erste ö ö und andere Hut, und kamen zu der eisernen Thür, welche dur Stadt führet, die thät sich ihnen von ihr selber 0 nuf. Und traten heraus und gingen hin eine Gasse lang/ und alsbald schied der Engel von ihm. Und da Petrus In deinen Mantel um dich und folge mir nach. Und er ging 1 ö und Evangelien. he uns ihm selber kam, sprach er: nun weiß ich wahrhaftig, daß scheine„ der Herr einen Engel gesandt hat, und mich errettet aus Lodes, der Hand Herodis, und von allem Warten des jüdischen id das Volks. ö in der srael. Evangelium, Matth⸗ 16, v. 13⸗49. ö A Da kam Jesus in die Gegend der Stadt Cäsarea Phi⸗ lippi, und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, daß des Menschen Sohn sey? Sie ft sprachen: Etliche sagen, du seyst Johannes der Täufer. Die andern du seyst Elias, etliche du seyst Jeremias oder der Prophe- ten einer. Er sprach zu ihnen: Wer saget denn ihr, daß üde an ich sey? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du obum, bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Jesus „ daß antwortete und sprach zu ihm:! Selig bist du Simon, Jo⸗ auch. nas Sohn, denn Fleisch und Blut hat dir das nicht 1½ r ihn bart, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir twor. auch: du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich bauen rwah⸗ meine Gemeinde, und die Pforten der Höllen sollen sie zorzu. nicht überwältigen. Und will dir des Himmelreichs Schlüs⸗ alten, sel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, soll Gott. auch im Himmel gebunden sein; und alles, was du auf Nacht Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los seyn. n mit CCIꝗIꝗIICICICImCCCCYCCCCCmnnn“““-““““““““-“““““----- er Am Tage Mariaͤ Heimsuchung. trum Epistel, Röm. 12, v. 9⸗18. nden. Die Liebe sey nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem deine Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sey herzlich. Wirf Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seyd ging nicht träge, was ihr thun sollt. Seyd brünstig im Geist⸗ vahr⸗ Schicket euch in die Zeit. Seyd fröhlich in Hoffnung, iuchte geduldig in Trübsal. Haltet an am Gebet. Nehmet erste euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Seg⸗ pelche net, die euch verfolgen: Segnet, und fluchet nicht. Freuet selber euch mit den Fröhligen, und weinet mit den Weinenden. lang, Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach 8 zu ohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Nied⸗ ggcen. Haltet euch nicht elbst für Kug. Vergeltet nie⸗ 8 . * II +* Wi N . 446 Episteln mand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit„ gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so hadt mit allen Menschen Frieden. Evangelium, Lucä 1, v. 309⸗56. Gebirge endlich zu der Stadt Juda. Und kam in das Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn und mein Geist freuet sich Gott, meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währt im⸗ mer für und für, bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebet die Elenden. Die Hungrigen erfüllet er mit Gütern, und lässet die Reichen leer. Er denkt der Barmherzigkeit, und hilft jeinem Diener Israel auf. Wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Sa⸗ men ewiglich. und Maria blied bei ihr drei Monden, darnach kehrte sie wiederum heim. 1 91——————————J—U——UmUIUJUmUIIJIAIIII“II Am Tage St. Jakobi. Epistel, Röm. 8, v. W. 509. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor berufen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollen dem Ebenbilde seines Sohnes, auf Maria aber stund auf in den Tagen, und ging auf das rkeit t/ so fdas das ö sich/ nd in voll, rden elbes. Herrn rußes Leibe. wird * * ist hie, der da gerecht macht. Wer will verdammend Chri⸗ und Evangelien. 1479 daß derselbige der Erstgeborne sey unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was sollen wir denn hiezu sagen? Ist Gott für uns wer mag wider uns seyn? welcher auch seines eignen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schen⸗ ken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott stus ist hie, der gestorben ist. Ja vielmehr, der auch aufer⸗ weckt ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal, Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichkeit oder Schwerdt? Wie geschrieben steht. Um deinetwillen werden wir getödet den ganzen Tag, wir sind geachtet wie Schlacht schaafe. Aber in dem allen überwin den wir weit, um deßwillen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthum noch Gewalt, noch Gegenwärtiges, noch Zukünftiges, weder hohes noch tiefes, noch eine andere Creatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. Evangelium, Matth. 20, v. W⸗23. ö Da trat zu Jesu die Mutter der Kinder Zebedäi, mit ih⸗ ren Söhnen, siel vor ihm nieder, und bat etwas von ihm Und er sprach zu ihr: was willt du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sitzen in deinem Reiche, ei⸗ nen zu deiner Rechten, und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, wae ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken den ich trinken werde, und euch taufen lasse mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken/ uẽnd mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden. Aber das Sitzen zu meiner Rechten unds Linken zu geben, steher mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. 9 2 Episteln Am Tage Bartholomai. Epistel, 1 Cor. A, v. 7⸗10. Wi haben aber solchen Schatz in irdischen Gefaßen, auk aß die überschwengliche Kraft sey Gottes, und nicht von ns. Wir haben allenthalben Trübsal, aber wir ängsten ns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir iden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir erden unterdrückt aber wir kommen nicht um. Und tra⸗ en um allezeit das Sterben des Herrn Jesuu an unserm . eibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unserm eibe offenbar werde⸗ ‚ Evangelium, Lucä 22, v. ⸗ 30. Es erhub sich aber ein Zank unter den Jüngern, wel⸗ er unter ihnen sollte für den größten gehalten werden? r aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen nd die Gewaltigen heißt man gnädige Herrn. Ihr aber icht also: sondern der Größte unter euch soll seyn wie Ir Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn elcher ist der Größte, der zu Tische sitzet, oder der da enet? Ists nicht also, daß der zu Tische sitzet? Ich aber in unter euch wie ein Diener. Ihr aber seyds, die ihr bzharret habt bei mir in meinen Anfechtungen: Und ich il euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater be⸗ tieden hat, daß ihr essen und trinken sallt über meinem isch in meinem Reich, und sitzen auf Stühlen, und rich⸗ n die Zwölf Geschlechter Israel. Am Tage St Matthäai. Epistel, 1 Cor. 12, v. 4 11. s sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es ud mancherlei Aemter, aber es ist ein Herr. Und es sind gancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket alles allem. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des eistes, zum gemeinen Rutzen. Einem wird gegeben durch in Geist zu reden von der Weisheit: dem andern wird eist. Einem andern der Glaube in demselbigen Geist. nem andern die Gabe gesund zu machen in demfelbigen geben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen „Geist. Einem andern Wunder zu thun. Einem andern Wei und Evangelien.— sagung. Einem andern Geister zu unterscheiden. Einer andern mancherlei Sprachen. Einem andern die Sprache auszulegen. Dies aber alles wirket derselbe einige Beis und theilet einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Evangelium, Matth. 9, v. 9⸗13. ö Und da Jesus von dannen ging, sah er einen Mensche am Zoll sitzen, der hieß Matthäus, und sprach zu ihn Folge mir. Und er stund auf und solgte ihm. Und es b— gab sich da er zu Tische saß im Hause, siehe, da kame viel Zöllner und Sünder, und aßen zu Tische mit Jef und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen⸗ spre chen sie zu seinen Jüngern: warum isset euer Meister m diesen Zöllner und Sünder? Da das Jesus hörte, spra er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, son dern die Kranken. Gehet aber hin und lernet was das sen Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit, und nicht ai Opfer. Ich bin kommen, die Sünder zur Buße zu rufe und nicht die Frommen. SSSSSSSSS v Am Tage St. Michaelis. Epistel, Offenbar. Joh. 12, v. 7⸗12. Und es erhub sich ein Streit im Himmel. Michael un seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drach stritt und seine heilige Engel, und siegten nicht, auch warf ihrer Stätte nicht mehr funden im Himmel. Und es war aus geworfen der große Drache, die alte Schlange, die d heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt vei führt, und ward geworfen auf die Erde, und seine Eng wurden auch dahin geworfen. Und ich hörte eine grof Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil, un die Kraft, und das Reich und die Macht unsers Gott seines Christus worden, weil der Verkläger unsrer Bel der verworfen ist, der sie verklagte Tag und Nacht v⸗ Gott. Und sie haben ihn überwunden, duech des Lamme Blut, und durch das Wort ihrer Zeugniß, und haben ith Leben nicht geliebt bis an den Tod. Darum freuet eu ihr Himmel, und die darinnen wohnen. 0 Epistelu Eoangelium, Matth. 13, v. 1. 10. V‚ su derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu, und rachen: Wer ist der Größeste im Himmelreich? Jesus ef ein Kind zu sich, und stellte es mitten unter sie und rach: Warlich, ich sage euch: es sey denn, daß ihr euch ö * nkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in 6 Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst erniedriget, e das Kind, der ist der Größte im Himmelreich. Und wer solches Kind aufnimmt in meinem Namen der nimmt ich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten einer, die an ch glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlste in An sei⸗ n Hals gehängt würde, und er ersäuft würde im Merr⸗ es am tiessten ist. Wehe der Welt der Aergerniß halben! muß ja Aergerniß kommen. Doch wehe dem Menschen, Jrch welchen Aergerniß kommt. So aber deine Hand oder in Fuß dich ärgert so haue ihn ad, und wirf ihn von e: es ist dir besser, daß du zum Leben lahm, oder als üppel eingehest, denn daß du zwei Hände oder Füße ha⸗ 2 st, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich zn Auge ärgert, reihe es aus, und wirf es von dir, es ist besser, daß du einäugig zum Leben eingehst, denn daß 1 zwei Augen hast und werdest in das höllische Feuer ge⸗ 0 l WN orfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Klei⸗ In verachtet; denn ich sage euch: Ihre Engel ihm Himmel hen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. ——8————I Am Tage Simonis und Jubaͤ. Epistel, 1 Petri 1, v. 3⸗9. ö Kelobet sey Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, Juns nach seiner großen Barmherzigkeit wieder geboren zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung 8 Christi von den Toden; zu einem unvergänglichen und befleckten und verwelcklichen Erbe, das behalten wird im Unmel. Euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben ahrt werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist— daß sie 1 Inbar werde zu der letzten Zeit, in welcher ihr euch freuen det, die ihr jetzt eine kleine Zeit(wo es sein soll) traurig in mancherlei Anfechtungen; auf daß euer Glaube recht⸗ und Töängelsen. schaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergäng liche Gold, das durchs Feuer bewährt wird, zu Lobe, Pre und Ehren, wenn nun offenbart wird Jesus Christus, we chen ihr nicht gesehn, und doch lieb habt, und nun an il glaubt, wiewol ihr ihn nicht seht, so werdet ihr euch freu⸗ mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. Und das En eures Glaubens davon bringen, nemlich der Seelen Seligke Evangelium, Joh. 15, v. 17⸗20. ů Jesué sprach zu seinen Jüngern: das gebiete ich euch, d ihr euch untereinander liedet. So euch die Welt hasst so wisset, daß sie mich vor euch gehasset hat. Wäret ⸗ von der Welt, so hätte die Welt das ihre lieb. Diew ihr aber nicht von der Welt seyd, sondern ich habe euch v der Welt erwählet, darum hasset euch die Welt. Geden an mein Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht nicht größer, denn sein Herr. Haben sie mich verfolg sie werden euch auch verfolgen. Haben sie mein Wort halten, so werden sie eures auch halten. ÄAber das al; werden sie euch thun um meines Namens willen; denn kennen den nicht, der mich gesandt hat. Wenn ich nit kommen wäre, und hätte es ihnen gesagt, so hätten keine Sünde; nun aber können sie nichts vorwenden il Sünde zu entschuldigen. Wer mich hasset, der hasset a⸗ meinen Vater. Hätte ich nicht die Werke gethan unter ihn die kein ander gethan hat, so hätten sie keine Sünde. N aber haben sie es gesehn, und hassen doch beide, mich u meinen Vater. Doch daß erfüllet werde der Spruch in rem Gesetz geschrieben: Sie bassen mich ohne Ursach. Fe Am Tage der Kirchweihe. Epistel, Offenbar. Joh. 21, v. 2⸗5. Und ich Johannes sah die heilige Stadt, das neue Je salem, von Gott aus dem Himmel herab fahren, zi reitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne Und rete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach:& he da, eine Hütte Gottes bei den Menschen, und er u bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk seyn, und selbst Gott mit ihnen, wird ihr Gott seyn. Und Gott n 52 Episteln und Evangelten. zwischen alle Thränen von ihren Augen, und der Tod ird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz Iird mehr seyn. Denn das erste ist vergangen. Und der ef dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Evangelium, Lurä 19, v. 1⸗40. ö send Jesus zog hinein und ging durch Jericho. Und siehe, war eig Mensch, genannt Zachäus, der war ein Ober⸗ V der Zöllner, und war reich. Und begehrte Jesum zu sen„ wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volk, nn er war klein von Person. Und er lief vorhin, und ig auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe, denn ida sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an die zätte, sahe er auf, und ward sein gewahr, und sprach iihm: Zachäe, steig eilend hernieder, denn ich muß heut Udeinem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, mur⸗ Hen sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrte. Za⸗ 0 jus aber trat dar und sprach zu dem Herrn: Siehe, ur, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und 3 kich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wie⸗ Jesus aber sprach zu ihm: heute ist deinem Hause zal widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist. n des Menschen Sohn ist kommen zu suchen und se⸗ +4 Dau machen, das verloren ist. 17 4707 Hnn